Nr. 45 Erstes Blatt 184. Jahrgang Dienstag, 20. ZebruaN934 Erschemt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitütt-Vuch- und Steinöruderd R. Lange in Sieben. 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Ein männlicher Tod, auch wenn der Unfall sich nicht in den tiefen Bergschründen der Dolomiten ereignet hat, ein schlichter Tod, auch wenn es sich um einen regierenden Fürsten handelt. Albert I., König der Belgier, hat vorgestern tragisch und unerwartet ein Leben beschlossen, das an unvorhergesehenen und schweren Erlebnissen reich war. Erst durch die Tatsache, daß der eigentliche Kronprinz und vorbestimmte Nachfolger des allbekannten Königs Leopold im Barte bei einer galanten Affäre sein Leben lassen mußte, kam der zweite Neffe auf den Thron und hat mit Würde und Geschick fast 25 Jahre lang die schwierige Rolle des konstitutionellen Monarchen in einer nationalen Demokratie ausgefüllt. Historische Ausmaße aber nimmt König Albert vor allem an, wenn wir zurückdenken an das Schicksalsjahr 1914. Damals geriet dieser junge König aus deutschem Blut — er hatte als Koburger eine Mutter aus dem Hause Hohen- zollern-Sigmaringen und war verheiratet mit der Tochter des berühmten Augenarztes Herzog Karl Theodor in Bayern — nicht nur in eine furchtbare verkehrte Front, sondern auch an die Stelle, wo die Waffen zuerst ihre eherne Sprache begannen. Im Westen war Albert I. als Personifizierung Belgiens in jenen vier Jahren unbeschreiblich beliebt und gefeiert, aber auch bei uns wird sein Andenken fortleben als das eines ritterlichen Gegners. Verstrickt in folgenschwere politische Bindungen, hat er wie ein Mann seine Pflicht als der Erste seines Landes auf sich genommen und draußen im Felde erfüllt ebenso selbstverständlich, wie er gestern seine Geschäfte im Ministerrat erledigt und sich dann als einfacher Sportsmann allein mit der Natur gemessen hat. Belgien ist im 19. Jahrhundert das kleine Musterland der modernen konstitutionellen Monarchie gewesen und schien, ähnlich wie die republikanische Schweiz oder die benachbarten Niederlande, ein friedliches Idyll im Kampf der großen Mächte. Verstärkt wurde dieser harmlose Eindruck durch die weltmännische Art, wie der langjährige Landesvater Leopold II. seine Stellung zwischen den europäischen Höfen bezog und unauffällig seine Interessen und die seines Landes zu wahren mußte, wie nur je ein Unternehmer die Interessen seines Geschäftes. Es gehört zu diesem halbgemütlichen, halb mondänen Bild des „Bürgerkönigs", daß das Privatleben Leopolds sich zu großen Teilen an den Treffpunkten des internationalen Vergnügens ab- spi^lte, von Cannes bis Nizza. Aber wie jener andere Koburger und Lebemann auf dem Königsthron, Eduard VII. von England, zugleich eine politische Gestalt erster Größe in der Vorkriegsge- schichte gewesen ist, so konnte auch „Onkel Leopold" beim Blumenkorso nicht vergessen oder vergessen machen, welche gefährlichen Spannungen das „neutrale" Belgien in Wirklichkeit durchzogen. Geboren 1830 aus einem Kompromiß der Aera Metternich, sollte dieser parlamentarische Staat die schwersten Gegensätze innerhalb seiner Grenzen überbrücken: Zwei Nationen, die französischen Wallonen und die Flamen, teilen sich in sein Gebiet, zwei Weltanschauungen rangen vom ersten Tag an um die Führung, der katholische Klerikalismus und der Liberalismus Pariser Musters. Außerdem waren die früh schon entwickelten Industriegebiete mit ihrer Ueberbevölkerung von jeher heißer Boden für die soziale Frage, so daß denn auch der Marxismus in Belgien eine besonders große Rolle spielte und erstaunlich früh regierungsfähig geworden ist. Doch damit nicht genug, dank Leopolds schlauer Energie und sachverständiger Anteilnahme am Weltgeschehen wurde das junge Belgien durch Erwerbung des Kong ost a a t e s auch eine beachtliche Kolonialmacht, allerdings eine „Macht" auf Wohlverhalten unter der naheliegenden Kontrolle der beiden großen Nachbarn England und Frankreich. Die Spannung, in die auf diese Weise das kleine Belgien zu dem 40 Jahre jüngeren großen Deutschen Reich eines Tages kommen konnte, lag schon wie eine düstere Wetterwolke über dem Horizont, als im Jahre 1909 König Albert den Thron bestieg. \ Wenn es wahr ist, daß der konstitutionelle Monarch, der nach dem klassischen Wort aus der Zeit des Pariser Bürgerkönigtums „herrscht, aber nicht regiert", nur insofern etwas gilt, als er Persönlichkeit besitzt und menschlichen Einsatz zu geben hat, dann hat Albert I. diesen Einsatz während des Krieges voll gegeben. Belgien war durch Vereinbarungen der Generalstäbe bereits vor den kritischen 'Julitagen des Jahres 1914 eng an die Entente gebunden und als Aufmarschglacis für die Ententeheere gegen Deutschland bestimmt. So entsprach es nur dieser politischen Linie, wenn sich Belgien dem Durchmarsch deutscher Heere widersetzte und damit in den Strudel des Weltkrieges hineingerissen wurde. König Albert führte seine Truppen selbst in den Kampf gegen Deutschland und verteidigte mit ihnen zähe die Reste Belgiens um Ppern. Er war in der Tat der einzige Vertreter der jungen Generation unter den regierenden Fürsten des Jahres 1914, und er ist der einzige gewesen, der das Schicksal seines Volkes in Waffen als Führer und Soldat geteilt hat bis in die Sümpfe Flanderns. Und dafür hat ihn fein Volk geliebt und dafür betrauert es heute feinen Weggang wie den eines vertrauten Freundes Allein auch im Frieden hat König Albert, dem manche glänzende Eigenschaft seines Onkels ab- Eine peinliche Frage an Dollfuß. Wien, 19. Febr. (DNB.) Bei einem diplomatischen Empfang hat der englische Gesandte Selby auftragsgemäß Bundeskanzler Dollfuß über die kritische Stellungnahme der englischen öffentlichen Meinung zu den letzten Ereignissen in Oesterreich unterrichtet. Hierbei soll der Gesandte im besonderen darauf hingewiesen haben, daß es für die englische Oeffentlichkeit unbegreiflich sei, aus welchen Gründen die österreichische Regierung, die feit langem über d i e Bewaffnung des Schutzbundes unterrichtet war, nicht schon weit früher durch ein aktives Vorgehen den Ausbruch des offenen Aufruhrs und 'damit das Blutvergießen der vorigen Woche verhindert habe. Ebenso soll auf die österreichische Regierung im Sinne einer milden Behandlung der verhafteten Schutzbündler hingewirkt worden sein. In diplomatischen Kreisen wird die weitere Entwicklung der innerpolitischen Lage Oesterreichs ernst beurteilt. Auf die Dauer müsse der Zweifrontenkrieg der Regierung zu weiteren ernsten Äerwick- lungen führen. Trotz der Niederwerfung des Aufstandes sei mit einer Weiterführung des marxistischen Kampfer nur mit veränderten Methoden zu rechnen. Eine dauerhafte Ueberwindung des Marxismus sei der Regierung bisher nicht geglückt, und auf der anderen Seite könne eine weitere Stärkung der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich erwartet werden. Man vertritt daher die Auffassung, daß eine internationale Regelung der österreichischen Frage zwischen den vier europäischen Großmächten unerläßlich geworden fei. Der Gedanke einer Behandlung der österreichischen Frage im Rahmen des Viermächtepaktes, somit mit Einschluß Deutschlands, soll in den letzten Tagen stark an Boden gewonnen haben. Ein Ausweg aus der äußerst verworrenen und gefahrvollen Lage Oesterreichs wird in wachsendem Maße in einer baldigen Verständigung mit Deutschland gesehen. Man erwartet daher, daß eine gewisse Verzögerung in der Einreichung der Völkerbundsnote eintreten werde, und daß die österreichische Regierung in dieser Frage eine weniger schroffe Haltung einnehmen werde als bisher. England rückt ab. Keine Uebernahme neuer Verpflichtungen. London, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" sagt, die Aufrechterhaltung der österreichischen Unabhängigkeit sei tatsächlich ein bestimmtes Ziel der Politik der drei Länder geworden. Es sei zweifellos sehr wichtig für Italien und Frankreich, daß Oesterreich unter den Bedingungen weiterlebe, die im F r i e d e n s v e r t r a g geschaffen wurden, und daß die kleine Republik nicht von einem anderen Staate aufgeschluckt oder auch nur ihm gleichgemacht werde. Es sei allerdings die Feststellung am Platze, daß sich die britische Ansicht mit der italienischen und französischen nicht völlig decke. Die Dreimächteerklärung stelle nicht die Uebernahme einer neuen Verpflichtung dar. Sie schließe keine andere Garantie als diplomatische Unterstützung in sich und habe nicht zu bedeuten, daß der finanzielle und wirtschaftliche Beitrag, den England bereits geleistet habe, gestärkt oder geschwächt werden solle. Es sei wichtig, daß andere Länder nicht mehr aus der britischen Erklärung herauslesen, als darin ausgedrückt werden solle. Die Erklärung müßte so ausgelegt werden, daß das österreichische Volk, solange es sich für ein eigenes unabhängiges Regime entscheide, die diplomatische, gehen mochte, den Ausgleich so vieler allgemeiner und in seinem Land besonders zugespitzter Gegensätze nicht etwa leichthin umgangen, sondern mit Ernst und Sachlichkeit oorgelebt. Immer schwieriger wurde der Sprachenkonflikt zwischen Wallonen und Flamen, die durch die kirchlichen Ansprüche schwierig gewordenen Schulfragen und die infolge der wirtschaftlichen Entwicklung akut gewordenen sozialen Problemen. König Albert hat sich in allen diesen Streitfragen als konstitutioneller Fürst und kluger Vermittler erwiesen. Er war vielleicht kein Freund der Deutschen, aber er hat nach dem Kriege nichts getan ober gesagt, was der Haß-Psychose, die auch in Belgien lebendig war, Nahrung gegeben hätte. Das deutsche Eupen-Malmedy hat er offiziell niemals aufgesucht, da es seinem geraden Charakter widersprach, sich von einer zwangsweise zu Belgien geschlagenen Bevölkerung „huldigen" zu lassen. Wenn er aber auf dem Truppenübungsplatz Elfenborn erschien, so geschah es im Auto ober Flugzeug, um allen offiziellen Gelegenheiten aus bem Wege zu gehen. So wirb man von ber Person unb ber aufrechten Haltung bieses britten Königs ber Belgier mit Achtung sprechen müssen. Sein Bilb hat wenig zu tun mit ben höfischen Erinnerungen, bie in vielen ßänbern schon wie eine ferne Vergangenheit hereinragen in bas moberne Leben. Die Einbil- bungskraft ber Romanschreiber mag sich leichter entzünden an dem Schicksal gekrönter Häupter, bie im Exjl gestorben finb ober noch leben. Aber bem Ausländer, der in diesen Tagen unb Stunben bie Trauer eines Volkes um des Lcmbes ersten Bürger finanzielle, wirtschaftliche unb moralische Unterstütz zung Großbritanniens finben werbe. Moskau im Hintergrund. Interessante Funde im Wiener Rathaus. Wien, 19. Febr. (DRV.) 3n den Klubräumen der Sozialdemokratischen Partei im Parlament sind jetzt zerbrochene, mit Blut bespritzte Polizeisäbel gefunden worden, die jedoch nach der Auffassung der Polizei von den blutigen Unruhen im Juli 19 2 7 herrühren. In dem Kleiberschrank des Bürgermeisters von Wien, Seih, sand man Akten des Staatsrates, die feit 1 4 3 a () - ren von den Gerichten gesucht wurden. Ferner hat man aus den Büchern des Rathauses feftgestellt, daß Bürgermeister Seih monatlich 1 5 0 0 Schilling für Zigaretten vorgesehen hatte. Aus weiteren im Rathaus beschlagnahmten Dokumenten soll hervorgehen, daß die Sowjet- regierung während des Ausstandes in deutscher Sprache Funksprüche nach Oesterreich gab, in denen Schutzbündler aufgefordert wurden, auszu- harren, bis die Hilfe aus Rußland eingetroffen fei. Mailand, 19. Febr. (DRB.) Auf der Bahnstrecke Piombino—Lampiglia, südlich von Livorno, ereignete sich Sonntag abend ein schwerer Unglück ssall. Eine sog. Littorina (ein Schienenomnibus, wie er aus verschiedenen Strecken in jüngster Zeit von der italienischen Staalsbahn stark eingesetzt wird), stieß mit einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern auf einen von Piombino kommenden, in voller Fahrt befindlichen Sonderzug. Die Littorina wurde bei dem Anprall völlig zertrümmert und geriet in Brand. Rach den letzten Meldungen find 16 Tote und 15 Schwerverletzte zu beklagen. Zwei Tote konnten bisher erst geborgen werden. lieber bie Einzelheiten bes Unglücks bei Livorno wirb noch folgenbes bekannt: Der Zusammenstoß zwischen ber Littorina unb bem Sonberzug ereignete sich auf ber Strecke Piombino—Campialia bei ber kleinen Ortschaft Asca (üblich von Livorno. Die Littorina entgleiste bei bem Anprall unb geriet sofort in B r a n b. Die sofort organisierten Hilfskolonnen befreiten zunächst bie zahlreichen Verwunbeten aus ihrer Lage unb schafften sie in bie Spitäler Unter ben Verwunbeten befanb sich auch ber Schaffner ber Littorina, ber bereits auf bem Transport ins Krankenhaus starb. Erst später würben bei ben Aufräumungsarbeiten zwischen ben Trümmern ber verbrannten Littorina bie entsetzlich zugerichteten Leichen von 15 Personen gefunben. Die Ursache bes Unglücks ist wahrscheinlich wie -folgt zu erklären. Ein von Campiglia fommenber Sonberzug befanb sich auf ber Fahrt nach Piombino, als sich bie Littorina von Piombino auf bem Wege nach Campiglia befanb. Auf ber Station mitempfunben hat, wirb Albert I. gerabe beshalb als ein ungekünstelter Mensch unserer Tage erscheinen, weil er eingestandnermaßen mehr übrig hatte für Technik, Sport unb bie geistigen Freuben von Kunst unb Wissenschaft als für Hofbälle unb ben Glanz ber Zeremonien. Es paßt zu biefem Charakter unb feinem ungewöhnlichen Schicksal, baß ber tote König in ber kakhi-braunen Felbuniforrn bes Weltkrieges auf feinem Ehrenbett ruht, währenb in ber Ecke seines Arbeitszimmers seine Bergsteiger- Ausrüstung mit Seil unb Pickel liegt, bie ihn so oft in bie Alpen unb in bie afrikanischen Berge unb gestern noch auf feinen letzten einsamen Weg begleitet hat. Oie Leiche des Königs wird in Brüssel au?gebahrt. Brüssel, 19. Febr. (DNB.) Die Leiche bes Königs würbe Montag nachmittag in feierlichem Zuge vonSchloßLaeken nachbem königlichen Schloß in Brüssel übergeführt. Eine bichte Menge umsäumte bie Straßen, burch bie ber Trauerzug feinen Weg nahm. Die Spitze bes Zuges bilbete eine Reiterschwabron. Der mit einer Fahne beberfte Sarg ruhte auf einer Lafette, bie von sechs schwarz verhüllten Pferben gezogen würbe. Rechts unb links gingen bie Abjutanten bes Königs. Hinter bem Sarge folgten bie Prinzen Leo - polb unb Karl. Ihnen schloffen sich bie übrigen Mitglieber bes königlichen Hauses unb bie Würben- träger bes Hofes an. Eine Reiterschwabron schloß bas Trauergeleit. Am Grabe des unbekannten Sol- Ein deutscher Berichterstatter in Wien verhaftet Wien, 19. Febr. (DNB.i Der Sonderbericht- erftatter ber „Münchener Neuesten Nachrichten", Kneißel, würbe am Sonntag verhaftet und be- finbet sich jetzt in Polizeihaft. Da Kneißel österreichischer Staatsangehöriger ist, wirb beabsichtigt, ihn wegen „G r e u eck b e r i ch t e r st a t - t u n g" währenb bes Wiener Aufstandes zu einer längeren Polizeiarreststrafe zu verurteilen. Der Schuhbundführer Wattisch hingerichiet. Leoben, 19. Febr. (DNB.) Der vor bem hiesigen Standgericht wegen Aufruhrs angeklagte marxistische Abgeorbnete unb Schutzbunbführer von Bruck a. b. Mur, Koloman Wa 11 isch, würbe Montag abenb zum Tobe verurteilt. Da bas Gnabengesuch abschlägig beschieben worben war, würbe er am Montag um 23.40 Uhr b u r cf) ben Strang hingerichtet. Das gegen seinen Mitangeklagten, ben Schutzbunbführer Ruß, verhängte I Tobesurteil bes Stanbgerichtes würbe im Gnaden- roege in lebenslänglichen Kerker um» Igeroanbelt. Populognia stanb vor ber Littorina auf bem gleichen Gleis ein Güterzug, ber auf bas Abfahrtszeichen hin ordnungsmäßig abfuhr. Irrtümlicherweise folgte ihm in kurzer Distanz bie Littorina, bie aber ein befonberes Abfahrtszeichen hätte abwarten müssen, um ben von Campiglia tommenben Sonberzug vorbeizulassen. Der Stationsleiter erkannte ben Irrtum bes Führers bes Schienenautos unb traf sofort Maßnahmen, inbem er Hilfszeichen unb Signale gab, um bie Littorina an ber Weiterfahrt zu Hinbern. Diese Zeichen wurden aber von dem Führer ber Littorina nicht bemerkt. Einführung des Hoheitsabzeichens der ASDAP. bei der Wehrmacht. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Um bie Verbunben- heit ber Wehrmacht mit Volk unb Staat zum Aus- bruck zu bringen, hat ber Herr Reichspräfi» b c n t in Verfolg bes Gesetzes zum Neuaufbau bes Reiches auf Vorschlag bes Reichswehrministers eine Verorbnung erlassen, welche bas Hoheitsabzeichen ber NSDAP, auch bei ber Wehrmacht einführt. Die Lanbeskokarbe an ber Dienstmütze bes Reichsheeres wirb in Zukunft burch bas Hoheitsabzeichen in silberner Ausführung ersetzt; an ber Schirmmütze ber Offiziere usw. ber Reichsmarine wirb es in golbener Ausführung über ber Reichskokarbe getragen, ebenso an ber Marine-Mannschaftsmütze. A m Stahlhelm wirb auf ber rechten Seite bas Schilb mit ben Reichsfarben fchwarz-weiß-rot, auf der linken das Hoheitsabzeichen angebracht, beim Reichsheer in weißer, bei ber Reichsmarine in golbgelber Ausführung. Ferner wird bas Hoheitsabzeichen a n ber Uniform getragen, beim Reichster auf baten machte ber Zug eine Minute Halt. Dumpf tönte bie große Glocke von St. Gubule in bas an- bächtige Schweigen. Am Schloß in Brüssel würbe ber Sarg von ber Geistlichkeit unter ber Führung bes Karbinalerzbischofs von Mecheln in Empfang genommen unb dann ins Palais gebracht, wo ber König bis zu feiner Beisetzung am Donnerstag aufgebahrt wirb. Zu Ehren bes toten Königs würbe in ber Kammer eine Gebächtnisfeier veranstaltet. Nach Gebenkworten bes Premierministers unb bes Kammerpräsibenten würbe bie Sitzung geschloffen. Bei ber Tmuerkunbgebung hatten sich bie Sozialbemokraten von ihren Plätzen erhoben. Die Kommunisten unb bie flämischen Nationalisten waren ber Veranstaltung ferngeblieben. Der französische Ministerpräsibent Doumergue ist in Begleitung ber Minister Herriot unb T a r- b i e u in Brüssel eingetroffen. Nach einem kurzen Besuch an ber Bahre bes Königs im Schloß Laeken, wo die Mitglieder des französischen Kabinetts von der Königin empfangen wurden, erfolgte noch am Nachmittag wieder die Rückreise nach Paris. Die französische Regierung hat beschlossen, für bie Beisetzung bes Königs eine Ehrenkompanie mit Fahnen unb Musik, sowie eine Abteilung Marine- Infanterie zur Erinnerung an bie „helbische Zusammenarbeit ber französisch-belgischen Abteilungen bei Vipern unb an ber Mr" zu stellen. König C h r i ft i ain X. von Dänemark, der sich augenblicklich in Cannes aufhält, wirb sich nacy Brüssel begeben, um an ben Beisetzungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Furchtbarer Zusammenstoß Mischen Schienen- omnibus und Sonderzug in Aasten. Verhängnisvoller Irrtum des Autobusführers.-it6 Totems Schwerverletzte. der rechten Vrustseite des Rockes bzw. der Bluse in silbergrauer Stickerei, an der Bekleidung der Reichsmarine in Höhe des zweiten Rockknopfes in goldener bzw. goldgelber Stickerei. Die neuen Abzeichen sind zurzeit in Bearbeituna. Der Zeitpunkt des Anlegens wird besonders befohlen werden. Ehrentage der NSDAP. Erinnerung an Marksteine des Kampfes. Berlin, 20. Febr. (DRB.) Der „Völkische Beobachter" schreibt: Wie bereits angekündigt, werden die Tage vom 23. bis 27. Februar als Ehrentage der Bewegung begangen werden. Am 23. Februar starb vor vier Jahren H o r st Wessel. Am 24. Februar 1920 sprach Adolf Hitler in der er st en großen Versammlung der NSDAP, in München: in dieser Versammlung wurden die 25 Thesen der NSDAP, verlesen und programmatisch verkündet. Der 24. Februar 1920 ist daher für die Bewegung für alle Zeiten einer der denkwürdigsten Tage. Am 26. Februar 1925 erschien nach der damaligen Aufhebung des Parteiverbotes der „V ö l k i f ch e Beobachter" wieder, zunächst als Wochenzeitung. Auch der 27. Februar ist ein Gedenktag besonderer Art. Nach seiner Festungshaft sprach am 27. Februar 1925 der Führer zum er st en Male wieder inMünchen. An demselben Tage wurde die NSDAP, in München wieder ins Leben gerufen. Wie angekündigt, werden die Ehrentage der Bewegung ihre besondere Weihe durch die Vereidigung der Politischen Leiter der NSDAP., der Hitler-Jugend-Führer und der Führerinnen des Bundes deutscher Mädel am 24. Februar im ganzen Reich erhalten. Der Schwerpunkt der Veranstaltungen wird selbstverständlich in der Geburtsstadt des Nationalsozialismus, in München, liegen. Goldtresse für die Kämpfer der alten Garde. München, 19. Febr. (DNB:) Stabschef Röhm hat eine Verfügung erlassen, wonach alle SA.- Führer und SA.-Männer, die in derZeit vom 1. Januar 1923 bis 31. Dezember 1932 in die SA. eingetreten sind und außetdem mindestens seit dem 1. Januar 1933 ununterbrochen in der SA. stehen, am rechten Oberarm einen Winkel aus einer ein Zentimeter breiten, mit Rot durchwirkten Goldtresse tragen. Die Tresse für SS.-Führer und SS.- Männer ist in der gleichen Ausführung, jedoch Silber mit Schwarz durchwebt. Der Winkel ist am Braunhemd, Dienstrock und Mantel zu tragen. KuliurtaqungderHiilerjugend des Obergebiets West. LPD. Frankfurt a. M., 19. Febr. Am Sonntag versammelten sich in Köln sämtliche Leiter der Abteilung für Kulturarbeit und Schulung des Obergebiets West der Hitlerjugend. Vormittags fanden im Gürzenich Sondertaaungen der Abteilungsleiter der Gebiete Hessen-Nassau, Kurhessen, Westmark, Mittelrhein, Ruhr/Niederrhein und Westfalen statt. An der Haupttagung am Nachmittag nahmen mehr als 800 Abteilungsleiter des Obergebiets teil. Obergebietsführer Lauterbacher führte u. a. aus, das Jahr 1934 fei für die Hitlerjugend das Jahr der Schulung und der inneren Ausgestaltung. Die Schulung von Millionen junger Deutscher werde geleistet in Kurzkursen in den Führerschulen und in Vorträgen an den Schulen. Das Obergebiet West werde im Som»' mer große Schulungslager errichten, darunter eines in Oberbayern und eines an der Nordsee. Eine besondere Ausgestaltung erfahre die Kulturarbeit durch den Ring junger nationalsozialistischer Künstler und durch Freilich t s p i e l e, denen sich die Hitlerjugend besonders widmen werde. Der 21. Juni (Tag der deutschen Jugend) werde dem deutschen Volke den neuen .Kulturwillen der jungen Generation zeigen. An die Rede des Obergebietsführers schloffen sich mehrere Vorträge des Schulungsleiters des Obergebiets an. Auflösung des Deutschen Pfadfinderverbandes. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat die A u f l ö f u n g des Deutschen Pfadfinderverbandes verfügt, da dieser seine Berechtigung durch die Tatsache verloren hat, daß dem Verband nur noch ein Bund, nämlich die Reichsschaft Deutscher Pfadfinder, angehört. Im Einvernehmen mit dem Bundesführer der Reichsschaft Deutscher Pfadfinder Walter Jansen hat der Jugendführer des Deutschen Reiches den bisherigen Leiter des Auslandsamtes der Reichsschaft Deutscher Pfadfinder, Eberhardt Plewe, abberufen und ihm jede weitere Betätigung in der deutschen Jugend untersagt. Die Leitung des Auslandsamtes ist auf Karl N a - bersberg übergegangen. Nie Schulung des Führernachwuchses Berlin, 19. Febr. (DNB.) Der Reichsschulungsleiter der NSDAP, und der Deutschen Arbeitsfront Otto G o h d e s hat einen Plan über die Schulung des Führernachwuchses entwickelt. Die NSK. veröffentlicht daraus u. a. folgendes: Spätestens vom 1. Oktober dieses Jahres ab sollen die Parteischulen dem Teil der Jugend geöffnet werden, der Führerqualitäten aufzuweisen hat. In den Gauführerschulen werden Erziehungskurse von dreimonatiger Zeitdauer durchgeführt werden. Daran schließen sich halbjährige Erziehungskurse in den Landes- f ü h r e r s ch u l e n und ein einjähriger Kursus in der R e i ch s s ch u l e. Es wird zur Bedingung gemacht, daß jeder, der zum politischen Führer heran» aebildet werden soll, in seiner Jugend Dienst im Jungvolk gemacht, bis zum 18. Lebensjahr i n der Hitlerjugend gedient, mindestens ein Jahr aktiven SA. - Dienst erlebt und einige Monate im Arbeitsdienst oder auf andere Weise seine vaterländische Pflicht erfüllt haben muß. Im Anschluß an diesen Jugenddienst folgen dann l3/< Jahre politischer Schulungsdienst. 3tt Schutzhast genommen. Neusalz, 19. Febr. (DNB.) In Neu salz kam es zu einer Kundgebung gegen den Betriebsleiter der Ziegelei Blumenthal in Liebschütz, Gens. Es war bekannt geworden, daß die Ziegelei ihre Arbeiter unter Tarif bezahlte. Aus diesem Grunde wollte der Orts- Sruppenleiter der NSBO. und Arbeitsfront, Pg. ltosig, mit dem Betriebsleiter verhandeln. Dieser wurde jedoch tätlich gegen den Vertreter der Arbeitsfront und beleidigte ihn auf das schwerste. Die NSBO. veranstaltete aus diesem Grunde eine Protestkundgebung durch Neusalz zum Rathaus, wo Ortsgruppenleiter Beigeordneter Hanke zu der Arbeiterschaft sprach. Es wurde ein Schild mitgeführt, auf dem die Unterbringung des gewalttätigen Betriebsleiters in einem Konzentrationslager gefordert wurde. Gens wurde auf Veranlassung des Landrates in Schutzhaft genommen. Ein neuer Aufruf -er Wirtschaft zur Förderung des Winterhilfswerkes. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Die wirtschaftlichen Spitzenverbände veröffentlichen einen neuen Aufruf zur Förderung des Winterhilfswerkes, in dem es u. a. heißt: Auf dem Wege zum Ziele, allen deutschen Volksgenossen Brot und Arbeit zu verschaffen, sind im ersten Jahre der nationalsozialistischen Regierung gewaltige Erfolge erzielt worden. Aber noch ist das Heer der Arbeitslosen groß, noch ist der Winter nicht zu Ende und die Not dauert unvermindert an. Darum muß die gewerbliche Wirtschaft nicht nur ihre bisherige Opferbereitschaft weiter bezeugen, sondern sie nach Kräften verstärken. Während der Eindruck vorherrscht, daß viele große wie auch insbesondere mittlere und kleine Unternehmungen bis zur Grenze des Möglichen geholfen haben, sind die Spitzenverbände der Meinung, daß noch an vielen Stellen dies nicht im gleichen Maße der Fall war und hier noch eine Steigerung der bisherigen Leistungen erwartet werden muß. Dies gilt insbesondere für Unternehmungen, d i e aus den bisherigen Maßnahmen der Reichsregierung, aus den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und aus dem Konjunkturanstieg besondere Vorteile gezogen haben. Daher rufen die Spitzenverbände alle von ihnen betreuten Kreise auf, zu prüfen, ob sie den bisher bereits geleisteten Opfern für die kommenden Monate ein besonderes Opfer folgen lassen können. Einzelne Wirtschaftsgebiete sind in dieser Beziehung mit be- sonders gutem Beispiel vorangegangen. So hat die Industrie- und Handelskammer Bochum in ihrer Vollversammlung vom 29. Januar 1934 beschlossen, den bisher geleisteten Mindestrichtsatz von V2 pro Mille des gewerblichen Kapitals für den Rest des Winters zu verdoppeln. Es wäre sehr zu be» grüßen, wenn die übrigen Wirtschaftskreise sich für die Monate Februar und März zu ähnlichen Maßnahmen entschließen könnten, um dadurch dem gewaltigen Winterhilfswerk zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Wer20v MllionenMrk sürArbeitsbeschaffung durch Elektro- und Gaswerke. Die Beteiligung der Elektrizitätswerke und der Gaswerke an der Arbeitsbeschaffung beläuft sich auf zusammen über 200 Millionen Mark für 1933 und 1934. 400 dem Reichsoerband der Elektrizitätsversorgung angeschlossene Werke haben insgesamt 125 860 474 Mark für ihr Arbeitsbeschaffungsprogramm vorgesehen. Diese Summe enthält u. a. rund 30,3 Millionen für Arbeiten an den Verteilungsanlagen, etwa 14,7 Millionen für Jnstandsetzungen bei den Kraftwerken, etwa 33 Millionen für einen nicht ms einzelne festgelegten Verwendungszweck und rund 31 Millionen für besonders projektierte Arbeitbeschaffungsmaßnahmen. Es finden sich dabei aber auch 7,4 Millionen für die Finanzierung von Teilzahlungen, und zwar bei Installationen wie bei Geräten, weiter 1,7 Millionen Zuschüsse für Hausanschlüsse, Steigleitungen und über 3 Millionen für Jnstandsetzun- gen an den Gebäuden der Werke. Zu den erwähnten mehr als 125 Millionen kommen bei den Elektrowerken noch rund 35 Millionen Mark für größere, über mehrere Jahre verteilte Arbeiten. 50 Werke haben außerdem über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durch verbilligte oder kostenlose Ausführungen von Hausanschlüssen, Anbringung von Zählern, Verbilligung von Strom für eine gewisse Zeitdauer und Aushändigung von Strom- Gutscheinen berichtet. Auch diese Maßnahmen konnten mehrere tausend Mann bei den Elektrowerken neu eingestellt werden. Die Gaswerke geben ihren Anteil an den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mit insgesamt etwa 81 Millionen Mark an, wovon 48 Millionen auf Aufwendungen für normale Ergün- zungs - und Erneuerungssar b e i ten entfallen. Der Rest kommt auf zusätzliche Arbeiten. Wann werden Zuschüsse zur Gebäude- instandsehung weiter gewährt? Berlin, 19. Febr. (DNB.) Staatssekretär R ei n h ar d t hatte sich dahin geäußert, daß auch mit den Gebäudeinstandsetzungsarbeiten am 31. März nicht Schluß gemacht und das Baugewerbe, sowie die Baunebengewerbe, das ganze Jahr 1934 hindurch genau so stark beschäftigt fein würden, wie gegenwärtig. Wie wir auf Anfrage von zuständiger Stelle erfahren, werden im allgemeinen Zuschüsse für Gebäudeinstandsetzungsarbeiten über den 31. März hinaus nicht mehr gewährt. Es gibt aber zwei Ausnahmen: 1. wenn die in Angriff genommenen Arbeiten derart sind, daß sie innerhalb der Frist nicht bewerkstelligt werden konnten; 2. wenn durch Frost und ähnliche Ereignisse die rechtzeitige Arbeitsdurchführung unmöglich geworden ist. Die Aeußerung des Staatssekretärs ist dahin auszulegen, daß sich auch auf andere Weise nach dem 31. März in Auswirkung der übrigen Arbeits- beschaffungsmaßnahmen für das Bauhandwerk in erheblichem Umfange Betätigungsmöglichkeiten ergeben. Bereits 200000 Ehestandsdarlehen gewährt. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Das Reichsftnanz- minifterium teilt mit: Die Nachfrage nach Ehestandsdarlehen übertrifft alle Erwartungen. Die Zahl der gewährten Ehestandsdarlehen hat aber der gewaltigen Nachfrage gemäß in den ersten sechs Monaten (August bis Januar) 183 000 erreicht. In den ersten zehn Tagen des Februar sind weitere rund 10 000 Ehestandsdarlehen gewährt worden. Die Summe der gewährten Ehestandsdarlehen übersteigt bereits erheblich das bisherige Aufkommen an Ehestandshilfe der Ledigen. Diese Tatsache bedingt, in der Erteilung von Ehestandsdarlehensbescheiden eine Unterbrechung bis zum 31. März 1934 eintreten zu lassen. Um jede unnütze Belastung der Verwaltung zu vermeiden, wird gebeten, jeden Versuch auf vorzeitige Erlangung des Ehestandsdarlehensbescheides zu unterlassen. In der Bearbeitung derAn- träge auf Gewähruna von Ehestandsdarlehen tritt eine Stockung nicht ein. Mit der Erteilung von Bescheiden wird am 1. April 1934 wieder begonnen werden. Es ist in Aussicht genommen, i n derZeitvom l.April 1934bis31. März 19 3 5 rund 250ODO Ehestandsdarlehen zu gewähren. England erwartet neneImpulfe. Neblige Dürre. Von unserem ^-Sonderberichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, 17, Februar 1934. Der Ausdruck neblige Dürre ist die gegenwärtig übliche Bezeichnung für den klimatischen Zustand der britischen Inseln, wo es seit Monaten immer neblig ist und feucht und greulich, aber n i e- m a I 5 regnet. Das Stromgebiet der Themse hat im letzten Halbjahr Millionen Tonnen Wasser minus gemacht, und es herrscht eben Trockenheit in diesem feuchten Klima, das ja eigentlich einen Widerspruch in sich bedeutet. Leider muß festgestellt werden, daß dieser treffliche Ausdruck neblige Dürre auch in anderer Hinsicht als der klimatischen zutrifft. Daß g e - sellschaftlich nichts los ist, weil hier die Saison erst mit dem warmen Wetter beginnt, sollten die Kenner englischer Verhältnisse, die in Deutschland zahlreicher sind als man vermutet, wissen. Die Urlauber aus dem überseeischen Reich kommen aus Angst vor dem englischen Winter immer erst mit den Narzissen und Osterlilien an, wenn die Magnolien blühen und der Rasen neu und frisch ist. Jetzt könnten sie uns höchstens etwas husten, wie das alle anderen Menschen auch tun. Nein, wir meinen d i e Politik: Das gewaltige nationale Kabinett mit feiner erdrückenden, bedrückenden und ursprünglich so entzückend großen Mehrheit erweist sich immer mehr als ein Koloß, der sich nur mit Vorsicht bewegen kann, weil die Nervenleitungen nicht ausreichen. Die ganze Opposition im Unterhause sitzt auf zwei kümmerlichen Bänken zusammengedrückt und zusammengekauert und kann sich nicht rühren. Ader merkwürdigerweise ihre Gegner auch nicht. Einzig die unartigen Kinder auf beiden Seiten sorgen für etwas Abwechslung. Das unartige Kind auf der Linken nennt sich ©ir Stafford Cripps. Er ist Kronanwalt und ein Freund des Majors Attlee, der zur Zeit stellvertretend für den alten Lansbury, der sich einen schweren Hüftknochenbruch zugez.ogen hat, die Arbeiterpartei führt. Wenn er den Mund auftut, sagt er Immer das, was noch nicht spruchreif ist, und das freut die Gegner der Arbeiterpartei. Da er aber von sich reden macht und zudem ein geschliffener Redner ist, so schadet ihm bas wiederum nicht so viel, wie seine Gegner das gerne möchten. Das Enfant terrible auf der Gegenseite ist Winston Churchill, der letzte englische Junker. Daß Churchill mehr für die Kriegsbeteiligung Englands getan hat als irgend ein anderer, ist bekannt. Daß er immer noch zärtlich an der Freundschaft mit Frankreich festhält, sagte er neulich im Unterhaufe. Er bleibt der ewig verhinderte Führer, aber wenn er spricht, dann verursacht er Staub, und seine Freunde bekommen stets ein leises Gruseln. Ja, und das Kabinett? Es lebt in seinem eigenen Schatten, es verursacht eine neblige Dürre, die sich bisher noch nicht zu befruchtendem Regen verdichtet hat. Alle Wetterberichte, die in den politischen Blättern erscheinen, können diese Tatsache nicht ändern. Seine Hauptleistung ist, daß es eben da ist und daß es da bleibt und bleiben wird, bis sich die Dinge weiter entwickelt haben. Nun ist es aber sehr leicht, in solchen Fällen einen Posten bissiger Kritik zu servieren, ohne daß dabei die Erkenntnis der inneren Zusammenhänge wächst, und da sich innerhalb des Kabinetts dennoch manch tüchtige, wenn auch keine überragenden Köpfe befinden, die überdies wiederum von klugen Männern beraten werden, so steckt in der Tatenlosigkeit der führenden Männer dennoch im Grunde eine ganz bewußte politische Haltung. Sie kam beispielsweise in der Abrüstungsfrage zum Vorschein. Kein gesunder Mensch in England glaubt daran, daß sich Deutschlands Erstarkung wird auf» halten lassen. Man rechnet damit als mit einer unabänderlichen Tatsache. Man sieht darin sogar schon eine vollzogene Tatsache. Es ist besser, mit Deutschland in Frieden zu leben, sagte General Sir John Hamilton, als er die Trommeln der Highlan- bers aus Deutschland mitbrachte ... Das ist so ungefähr das, was man wirklich meint. Wie es die Politiker ausdrücken, das ist eine andere Frage, obwohl auch sie überraschend deutlich werden können ... Ihnen ist nämlich dieser Zustand der nebligen Dürre durchaus recht. Sie haben ihren Regen vorläufig in Vorrat. Er wird zu Ostern niedergehen, wenn das Budget eingebracht wird. Man rechnet mit einem Ueberschuß über den Voranschlag von mindestens 50 Millionen Pfund. Wenn man, wie es richtig ist, diese Pfunde nach ihrem Jnlandwert berechnet, also mit Pari bewertet, bann wirb England ins nächste Finanzjahr mit einem Ueberschuß von mehr als einer Milliarde hineingehen und bann wirb Macdonald erst hanbeln können. Für die praktischen Bedürfnisse der Bewohner der englischen Inseln ist also gesorgt. Die Grundfrage liegt aber nicht hier. Das angedeutete und überall sichtbare Mißvergnügen mit den bisherigen Leistungen der englischen Staatslenkung beruht auf der Ueberzeugung, daß keiner der heute regierenden Männer wirklich großes Format besitzt, um die Autorität Eng» lanbsim Rate der Völker wiederherzustel- len. Ob mit Recht ober mit Unrecht, man traut ihnen sehr wohl bie Führung der Geschäfte in normalen Zeiten zu, wenn aber eine Krisis entstünde, bann zweifelt man an ihren Fähigkeiten. So kommt es denn, daß der englische Faschismus, der vorläufig noch ein recht bescheidenes Pflänzchen ist, das von einem energischen Kerl, dem jungen Sir Oswals Mosley geführt wirb, trotz allem gewisse Zukunftsaussichten besitzt. Nicht in dem Sinne, daß er vorläufig eine Chance auf Mehrheiten hätte, aber als Kraftreserve: als politb sche Vorschule für neue Talente, als ein lebendiger Faktor in diesem Altersheim aus Würde und Bedeutung. Denn auch der Sozialismus macht wieder Fortschritte. Er hat keine Verantwortung und kann das Blaue vom Himmel versprechen. Er braucht für keinen Staatshaushalt, nicht für die Landesverteidigung zu sorgen; er kann seinen Wählern ein Wölkenkuckucksheim auf Erden versprechen, und das besorgt er gründlich, Verstaatlichung nach Strich und Faden und was der schönen Dinge mehr sind. Hier liegt die Zukunft der faschistischen Bewegung, weil sie den Gegenimpuls geben könnte, der den alten Parteien fehlt, die von ihren alten Führern geführt werden. Am 25. Februar treffen in London bie Protest - züge der Arbeitslosen ein, die einen Hun- germarsch auf London veranstalten. Man hat den Zug nicht verbieten können. Das englische Gesetz enthält keine Handhabe dafür. Die Drahtzieher dieses mehr ober weniger kommunistischen Unternehmens wissen genau, baß der Zug friedlich verlaufen muß, wenn er Erfolg haben soll. Ob er friedlich verlaufen wird, das kann man aber niemals wissen; benn auch in London gibt es vielgestaltigen Jan- Hagel, der solche Gelegenheiten nur ungern ungenutzt läßt. Man wirb also aufpassen müssen. Bei der letzten berartigen Gelegenheit kam es zu Zwischenfällen. Was aber babei herauskommen kann, liegt anbersroo; biefer Zug kann einen Impuls auf ber anberen Seite auslösen, benn um alles in allem zu nehmen: England steht heute vor ber Frage, ob seine politischen Einrichtungen, sein System ber Menschenauslese, seine Staatsführung noch bas leisten, was von einem modernen Staat in Europa verlangt werden barf und kann, unb biese Frage wirb verneint. Englanb braucht schon seit langem unb bitter nötig einen warmen Regen und nicht auf wirtschaftlichem, sondern mehr noch auf politischem Gebiet. Der britische Minifterbesuch in Berlin. Lordsiegelbewahrer Eden eingetroffen. Berlin, 20. Febr. (DNB.) Auf feiner Rundreise durch die europäischen Hauptstädte traf am Rlontag um 23.55 Uhr der englischen Grohsiegelbewahrer Eden am Bahnhof Friedrichstraße in Begleitung von drei Herren ein. 3m Auftrage des Auswärtigen Amts waren der Vortragende Legationsrat Dr. F r o w e i n und der Referent für England im Auswärtigen Amt Legationsrat Freiherr von pleffen zu seiner Begrüßung am Bahnhof erschienen. Die englische Abordnung begab sich ins Hotel Adlon, wo sie für die Zeit ihres Aufenthaltes in Berlin Wohnung genommen hat. Japan und Amerika. Eine Beruhigungsrede des neuen japanischen Botschafters Washington, 19. Febr. (DNB.) Der neu ernannte japanische Botschafter Saito erklärte in einer Rundfunkrede, Japan und Amerika könnten in Frieden leben, denn der Warenaustausch zwischen beiden Ländern sei normal und für beide Teile sehr befriedigend. Auch habe Japan stets alle Schulden auch von Amerikanern gekaufte Obligationen pünktlich bezahlt. In der Flotten- frage hoffe er, daß bei Ablauf des gegenwärtigen Vertrages eine gütliche Einigung erzielt werde. Der einzige Streitfall zwischen beiden Ländern sei das Verbot der japanischen Einwanderung nach den Vereinigten Staaten. Die Stimmung gegenüber Amerika würde sich alsbald gewaltig bessern, wenn die Japaner Einwanderungsquoten erhalten würden, wie sie andere zivilisierte Länder besitzen. Kriegsabsichten Japans gegen Rußland bestünden nicht; Japan hoffe vielmehr, baß sich die Sowjetunion mit Mandschukuo über den Verkauf ber Ostchinesischen Eisenbahn verständigen werde. Daß Japan die Mandschurei nicht annektieren wolle, gehe schon daraus hervor, baß es helfe, dort einen selbständigen Staat zu begründen. Die bevorstehende Krönung des Kaisers Puji sei ein weiterer Beweis, baß Japan für eine Konsolidierung des unabhängigen Mandschukuo eintrete. Aufräumen in Paris. Wer ist für den 6. Februar verantwortlich? Paris, 19. Febr. (DNB.) Die Kammer hat die Einsetzung eines 4 4 E ö p f i g e n Ausschusses beschlossen, ber die Ursachen der blutigen Unruhen vom 6. Februar unb der folgenden Tage ermitteln und außerdem feststellen' soll, wer dafür verantwortlich sei. In der Aussprache erklärte der frühere Ministerpräsident D al ad i er, er trete dem Beschluß um so freudiger bei, als seiner Ansicht nach der Ausschuß einwandfrei feststellen werde, daß seine Regierung in der tragischen Nacht nicht Befehl erteilt habe, auf die Kundgeber zu schießen. Wenn eine Regierung einen solchen Befehl erteilt hätte, würden nicht 12 ober 15, sondern Hunderte von Todesopfern zu beklagen sein. Die Kammer hat ferner mit 444 gegen 140 (Sozialisten und Kommunisten) Stimmen folgenden Gesetzentwurf verabschiedet: „Ausnahmsweise unb in Abweichung von ben Bestimmungen des Artikels 30 des Gesetzes vom 16. September 1871 werden d i e Kredite des Ausgabenhaushalts 1934 durch eine einzige Abstimmung verabschiedet, die sich auf die Gesamtheit dieser Kredite erstreckt, so wie sie in der in der Anlage zum Einnahmehaushalt enthaltenen Veranschlagung für jedes Ministerium und für jedes Kapitel ausgeführt sind." Zwei sozialistische Redner haben sich gegen diesen Regierungsantrag gewandt, der eine Beschränkung des parlamentarischen Kontrollrechtes sei. Finanzminister Germain Martin hielt dem entgegen, baß es sich um einen Ausnahmefall hanbele, baß die parlamentarische Kontrolle durch die Beratung des Ausgabenbudgets im Finanzausschuß gewahrt werde unb daß die Annahme des Entwurfs bie Einbringung von Budget-Zwölfteln vermeide. Im Hinblick auf die beginnende Haushaltsberatung hat ber Generalberichterstatter des Finanzausschusses seinen Bericht verteilen lassen. Aus ihm ergibt sich ein Einnahmeüberschuß von rund 16 Millionen Franken auf Grund der Beratungen des Ausschusses. Der Berichterstatter bezeichnete das Ergebnis als erfreulich, warnt aber davor, die Zukunft der öffentlichen Finanzen für endgültig gesichert zu halten. Der Haushaltsplan von 1934 sei zmn Teil auf Einnahmeschätzungen aufgebaut Ständischer Ausbau - eine Aufgabe der Politik Don Or. Max Irauendorsrr, Leiter des Amtes für Ständischen Aufbau der NSDAP. jeher fest in seiner Programmforderung der organischen Neugliederung des deutschen Volkes durch ben ständischen Aufbau. Der ständische Aufbau wird jedem Schaffenden das Gefühl der organischen Verbundenheit wiedergeben und die lieber« zeugung, als notwendiges Glied anerkannt und deshalb in seinen Lebensnotwendigkeiten geschützt zu fein, wird jedem Klassenkampf in Zukunft den Boden entziehen. Der nationalsozialistische Staat wird zum ersten Male einer geordneten Wirtschaft gegenüberstehen und durch Stellung von Aufgaben seine Führerstellung zum Ausdruck brinaen können. Durch die organische Nengliooerung des deutschen Volkes im ständischen Aufbau wird der National- schen Nation auch das Instrument für ihre organisatorische Einheit gewonnen haben. Die Ueberlegung aber, daß durch den ständischen Aufbau jeder Klassenkamps überwunden und eine Zerspaltung unseres Volkes unmöglich werden muß, sowie die Tatsache, daß ein deutsches Bauerntum, eine Kaufmannsehre und eine neue Handwerkerkultur Ziele sind, denen der Nationalsozialismus zustrebt, läßt sofort klar erkennen, daß es sich bei der Schaffung der ständischen Neuordnung um Aufgaben bandelt, die weit über den Rahmen der Wirtschaft hinausgehen. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Politik, durch den ständischen Aufbau die Grenzen und Beziehungen zwischen Staat, Wirtschaft und einzelnem schaffenden Volksgenossen zu bestimmen. Von der Deutschen Arbeitsfront zum ständischen Ausbau. Dr. Frauendorfer über die organische Neugliederung in Danzig. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Aus Anlaß der Verwirklichung des ständischen Aufbaues durch die Danziger Arbeitsfront machte Dr. Frauendorfer, der Leiter des Amtes für ständischen Aufbau der NSDAP., der Presse grundsätzliche Ausführungen über das Wesen des ständischen Aufbaues und schilderte im einzelnen die in Danzig bereits erfolgte oraanische Neugliederung. Als Ziele des ständischen Aufbaues bezeichnete er die Ueberroinbung des Klassenkampfes und die Ermöglichung einer einheitli chen Wirtschaftsführung durch die Politik und den Staat. Die private Wirtschaft und vor allem die private Initiative, der Motor alles wirtschaftlichen Geschehens, sollen als Voraussetzung des Wirtschaftslebens unbedingt erhalten bleiben. Das viel kleinere Wirtschaftsgebiet in D anz.i g habe für eine so gewaltige Umformung der ganzen wirtschaftlichen Verhältnisse naturgemäß viel schneller vorbereitet werden können; zum anderen seien in Danzig die noch bestehenden Wirtschaftskammern aufgelost worden, so daß man jetzt vor der Notwendigkeit stand, etwas neues, endgültige s an ihre Stelle zu setzen. Als Spitzenorgan für alle Stände wurde eine Ständekammer ein« Es ist das Wesen einer Weltanschauung, daß sie alle Gebiete des menschlichen Lebens umfaßt, daß sie deshalb zu allen Fragen Stellung nehmen muß. Für eine Weltanschauung sind zwei Begriffe undenkbar, die den Parteigebilden der vergangenen Zeit so sehr ihr Gepräge gaben: Kompromiß und Toleranz. Darum ist es notwendig, daß der Nationalsozialismus von der durch die Revolution erkämpften Möglichkeit, seine Werte anstelle der bisherigen zu setzen, mit eiserner Folgerichtigkeit stets und überall Gebrauch macht. Es war das große Ziel der Bewegung, eine Periode des Niedergangs zu beenden und an ihre Stelle eine Zeit der Erneuerung der Nation treten zu lassen. Dazu war es notwendig, die Schäden und Mißstände, die das vergangene System gezeitigt hatte, zu beseitigen. Die Aufgabe des Nationalsozialismus bestand darin, aus Interessentengruppen und Klassenkampf-Organisationen wieder ein deut- schesVolkzu schaffen. Die Voraussetzung für die Lösung dieser Ausgabe war das Erkennen der geistigen Grundlage jener Mächte der Zerstörung und ihre Ueberroinbung burch bie Grundsätze ber neuen Weltanschauung. Es galt, ben Jbeen von 1789 bie Gedanken bes Nationalsozialismus entgegenzustellen und anstelle von Demokratie und egoistischem Individualismus den Grundsatz der Leistung, des Füh- rertums und die Forderung: Gemeinnutz vor Eigennutz entgegenzusetzen. Es ist klar, daß die Bekämpfung jener liberalisti- schen Schäden da einsetzen muß, wo diese entstanden waren. Und hier gilt es zu erkennen, daß nicht nur der Apparat des Staates ober bie Wirtschaft als solche von liberalistisch-marxistischem Geist erfüllt waren, sondern daß das beutsche Volk biesen Gedanken zum Opfer gefallen war. Im Volke selbst muß also ber Kampf gegen Liberalismus und Marxismus geistig unb organisatorisch geführt werden. Die Verwirklichung der nationalsozialistischen Weltanschauung verlangt die Schaffung eines neuen Verhältnis s es von Staat, Wirtschaft und einzelnem schaffenden Volksgenossen. Der Weg zu diesem neuen Verhältnis stand für den Nationalsozialismus von gefetzt, in der die Führer der einzelnen Kammern vertreten sind. Die Berufskammer gliedert sich wieder in die Fachgruppen, in denen Unternehmer, Arbeiter und Angestellte zusammengefaßt sind. Die Führer der einzelnen Kammern werden allein nach dem nationalsozialistischen Leistungsprinzip bestimmt. Der fähigste Mann aus der Wirtschaftsgruppe, fei er nun Unternehmer oder ______ ... ,______|_7_„_________... ___________ Arbeiter, soll die Führung und damit auch die sozialismus zu der weltanschaulichen Einheit der deut- Verantwortung übernehmen. Das VerWungsprinzip im Kamps gegen das Verussverbrechertum. Vorbeugungshast und Aufenthaltsbeschränkung. — programmatische Aeußerungen des preußischen Staatsrats Daluege. Ministerialdirektor Staatsrat Daluege äußerte sich über neue Wege zur Bekämpfung der Kriminalität. Er erklärte u. a.: Die Berichte ber Lanbeskriminalpolizeiftelle über bie Wirkungen ber Dorbeuaunashaft stimmen alle darin überein, daß sich diese Maßnahme außerordentlich bewährt hat. Die Inhaftnahme einer erheblichen Zahl Berufsverbrecher hat sich in zahlreichen Bezirken bereits in einem erheblichen Rückgang ber schweren Verbrechen ausgewirkt, bie vorzugsweise von Berufsverbrechern begangen werben. Unsere Maßnahme hat unverkennbar gerabe auch I u - genbliche von ber Begehung von Straftaten abgehalten. Mehrere Lanbeskriminalpolizeistellen melden mir, daß sich frühere Berufsverbrecher — zum ersten Male seit langen Jahren — um Arbeit und Beschäftigung bemüht hätten und mit Erfolg bemüht hätten, um dadurch ber Vor- beugungshaft zu entgehen. Auch ben umherziehen- ben kriminellen Elementen scheint ber Schreck in bie ©lieber gefahren zu fein. Die Polizei Flensburg melbet, baß bort zwei Herbergen, bie „Herberge zur Heimat" unb eine Privatherberge a e - schlossen werben konnten, weil fein Schürf nie mehr für sie vorläge. Außerbem sei im Flensburger Obdachlosenasyl die Zahl der Insassen gegenüber 334 Personen im Monat November 1932 auf 38 im Monat Dezember 1933 zurückgegangen. Bochum unb Berlin berichten über einen erstaunlich großen Mitteilungsbrang aus Derbrecherkreisen unb eine auffallende Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bei ber Aufbeckung strafbarer Hanblungen. Daß bie Furcht vor ber polizeilichen Vorbeugungshaft jetzt bas Solidaritätsgefühl bes Verbrechertums burch- brochen hat, erleichtert unserer Kriminalpolizei ihre schwere Arbeit unb führt zur Aufklärung mancher Straftaten, bie früher unentbecft geblieben wären. Die Einführung ber Vorbeugungshaft für bie Berufsverbrecher war nur unser erster Schritt. Wir verfolgen unser Ziel, bie Kriminalität baburch her- abzubrücken, baß wir bas Verbrechertum gewissermaßen mechanisch verhinbern, Straftaten zu begehen, konsequent weiter. Heute tun wir einen neuen Schritt. Wir werben für ganz Preußen eine umfas. fenbe Kontrolle unb Ueberwachung sämtlicher Personen burchführen, bie sich früher als Berufsverbrecher betätigt haben unb im Derbacht 'sehen, noch nicht bekehrt zu fein. Die Lanbeskriminalpolizeistellen sollen ermächtigt werben, allen Leuten, bie nach bem wohlbegrünbeten Urteil ber Kriminalpolizei unb nach ihrem Dorstrafenregister als Berufsverbrecher anzusehen finb, bestimmte Verpflichtungen aufzuerlegen. Es darf ihnen bei« fpielsweise verboten werben, ihren Wohnort ohne polizeiliche Genehmigung zu verlassen. Dieses Verbot wirb bie verbrecherische Tätigkeit reifenber Em- brecher, Falschgelbvertreiber, Hotelratten, Hochstapler, Wechselfallenschwindler unb ähnlicher Derbre- cherspezialitäten stark behindern. .. . Ein weiters Verbot soll bie nächtliche Tätigkeit von Einbrechern, namentlich von Geschäftseinbrechern unb Fassadenkletterern tunlichst verhinbern. Berufsverbrechern biefer Geschäftszweige wirb bas Verbot auferlegt, sich zur Nachtzeit außerhalb der polizeilich gemeldeten Wohnung aufzuhalten. Auch bie Führung unb Benutzung von Privatkraft- roagen unb Motorräbern werben wir einem bestimmten Personenkreis verbieten. Diese Fahrzeuge werben erfahrungsgemäß zu Diebesfahrten ober beim Falschgelbvertrieb häufig benutzt. Anbere Mit- glieber ber Verbrecherwelt haben sich Kraftwagen zu bem Zweck angeschafft, sich einer heimlichen poli- zeilichen Beobachtung zu entziehen. W i I b e n Buchmachern, Bauernfängern unb Neppern werben wir bas Betreten ber Rennbahnen unb Wettannahmestellen verbieten, Hehlern ben Aufenthalt an Oertlichkeiten, an benen Hehler und wilde Händler zum Ankauf gestohlenen Gutes zusammenzukommen pflegen. Leuten, die als gewohnheitsmäßige Iugendverführer bekannt geworden sind, wird nach Verbüßung der Strafe das Betreten öffentlicher Parks oder Haine, insbesondere solcher mit Kinderspielplätzen, untersagt werden. Wir werden nur solche Verbote und Verpflichtungen aussprechen, deren Innehaltung von ber Kriminalpolizei wirksam kontrolliert werben kann. Auch werden wir den Kreis ber in Frage kommenden Personen auf diejenigen beschränken, bie den Beweis erbracht haben, baß sie nicht zu Unrecht von uns miterfaßt werben. Die polizeiliche Vorbeugungshaft und auch unsere neuen Maßnahmen treffen nur Berufsverbrecher. Darunter verstehen wir solche zu wiederholten Malen wegen einer aus Gewinnsucht begangenen Straftat mit Freiheitsstrafe vorbestraften Personen, von denen der Kriminal- polizei einwandfrei bekannt ist, baß sie ihren Lebensunterhalt ausschließlich ober zum größten Teile aus bem Erläse von Straftaten ziehen. Das g e - werbsmäßige Verbrechertum wollen wir treffen. Allerdings werben sich einzelne Verbote auch gegen Personen richten, bie gewohnheitsmäßig Sittlichkeitsdelikte begangen haben. Doch auch bei ihnen schaffen wir Sicherheitsgarantien gegen Fehlgriffe. Vor allen Dingen aber werben bie Verbote unb Verpflichtungen so gestaltet sein, baß sie zwar eine zukünftige verbrecherische Betätigung ber Betroffenen möglichst verhinbern, andererseits aber ben Weg zu ehrlicher Arbeit nicht versperren und bestehenbe Arbeitsverhältnisse nicht nachteilig beeinflussen. Ich glaube sogar, baß die vollkommen neuartige Maßnahme der Verpflichtungen und Verbote so manchen vor ber Dorbeugungs- haft ober ber gerichtlichen Sicherungsverwahrung behüten wirb, wenn er die ihm auferlegten Verpflichtungen gewissenhaft zu befolgen gewillt ist. Das würde auch bas zweite große Ziel förbern, das ich mit allen neuen kriminalpolizeilichen Maßnahmen erstrebe: Die Herabfetzung der Kosten der Derbrecherbekämpfung im Interesse des steuerzahlenden Volksgenossen. Der Gedanke, auch auf diese Weise das Verhütungsprinzip an Stelle des früher ausschließlich betonten Verfolgungsgcbankens in ben Vordergrund der kriminalpolizeilichen Tätigkeit zu stellen, scheint mir so gesund, daß ich seine spätere Einführung in ganz Deutschland erhoffe. Oie Verbrauchergenossenschaften im neuen Staat. Nürnberg, 19. Febr. (DNB.) In einer Kundgebung der Nürnberger Verbrauchergenossenschaften sprach der Leiter der Werbeabteilung des Reichsbundes deutscher Verbrauchergenossenschaften und Der- bindungsmann zur NSBO. und zur Wirtschaftsabteilung ber Deutschen Arbeitsfront Pg. Rel- chart (Hamburg). Der Nationalsozialismus sei auf bie Gebankengänge zurückgegangen, aus denen vor 60 und 70 Jahren bie Verbrauchergenossenschaften gegründet wurden. Die Genossenschaften müßten nichts anderes fein, als ein Instrument gegen die ausbeuterischen Bestrebungen des Kapitalismus und jeglicher Reaktion. Sie müßten Regulatoren sein unb Kontrollorgane für die Qualität der Waren und für ihre Preisgestaltung. Die Verbrauchergenossenschaften seien keine unlauteren Konkurrenten gegenüber Handwerk und Gewerbe, sondern unterstützten diese sogar durch weitaehende Aufträge. Das Geld in ben Verbrauchergenossenschaften könne hier im Lande arbeiten für bie Arbeitsbeschaffung unb für die Umwandlung der liberalistischen Wirtschaft in eine nationalsozialistische. Kleine politische Nachrichten. Am Staatsakt des Heldengedenktages in der Staatsoper Unter den Linden wird voraussichtlich der Herr Reichspräsident Generalfelbmar- schall von Hinbenburg teilnehmen. * Reichspräsident von Hindenburg empfing eine Vertretung ber Landeshauptstadt Dresden zur Ucberreichung des künstlerisch aus- aeftatteten Ehrenbürgerb riefe s. Ferner eine Abordnung des Sächsischen Gemeindetages, aus deren Händen er bie kunstvolle Ehrenbürgerurkunbe entgegennahm, welche bie im Sächsischen Gemeinde- tag zusammengeschlossenen 1800 Gemeinden, beren Ehrenbürger ber Herr Reichspräsident ist, gemeinsam ausgestellt haben. Der Beauftragte des Führers zur Ueberwachung ber Schulung unb Erziehung ber gesamten nationalsozialistischen Bewegung, Reichsleiter Alfred Rosenoerg, spricht in Gegenwart des Führers am 2 2. Februar, 20 Uhr, vor geladenen Gästen im Sitzungssaal des Reichstages in ber Krolloper. Das Thema lautet: „Der Kampf um bie Weltanschauung". Der Vortrag wirb vorn Deutschlandsender übertragen unb bann weitergeleitet nach Süb- und Nordamerika, Aftika und Asien. ♦ Zwischen dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, und dem Reichsbauernführer R. Walther D a r r ä ist folgende Vereinbarung getroffen worden: 1. Die Mitglieder des bisherigen Deutschen Landarbeiterverbandes sowie des bisherigen Verbandes der land- und forstwirtschaftlichen Angestellten sind mit allen ihren Rechten und Pflichten Mitglieder des Reichsnährstandes. 2. Der Reichsnährstand ist körperschaftliches Mitglied der Deutschen Arbeitsfront. Eine dritte Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes umgrenzt den Kreis derjenigen Industrien, Handels- und Handwerksbetriebe, die zum Reichsnährstand gehören und regelt ihre Beziehungen in marktpolitischer und in ständischer Hinsicht gemäß den Vereinbarungen zwischen dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft unb bem Reichswirtschaftsminister. Aus aller Welt. Oer erste Spatenstich zum ersten deutschen Thingplatz. In der Nähe von Halle wurde der erste S p a - tenstich zum ersten deutschen Thingplatz in Anwesenheit von mehr als 100 000 Mitgliedern ber Deutschen Arbeitsfront, der Belegschaften ber benachbarten Arbeitsdienstlager unb von Aborbnungen ber SA., SS. unb der Hitlerjugend getan. Der stellvertretende Propagandaleiter der NSDAP., Fischer, erklärte in einer Ansprache u. a., der erste Spatenstich stellt einen symbolsichen Akt dar, denn die schaffenden Menschen der Stirn und Faust reichten sich in der gemeinsamen Arbeit im Werden einer neuen deutschen Kunst die Hand. Der neue Thingplatz wird dem Landschaftsbild angepaßt. Am Nordhang der sogenannten Brandberge sollen in weit geschwungenem Bogen bie amphi- theatralisch anfteigenben Sitzplätze für über 5000 Zuschauer geschaffen werden. Ihnen gegenüber steigen terrassenförmig übereinanberliegenb die Dor-, Mittel- unb Hauptbühne an. Unter der Hauptbühne wird ein Ehrenmal der Arbeit in Form einer Halbkugel entstehen. Die Rückseite des Ehrenmals öffnet sich zu einem riesigen Aufmarschgelände. Schachmeister Or. Tarrasch f. Der deutsche Schachgroßmeister Dr. Siegbert Tarrasch ist in München im 72. Lebensjahre gestorben. Dr. Tarrasch hat dem deutschen Schach um die Jahrhundertwende in der ganzen Welt einen glanzvollen Namen gemacht. Er vertrat Deutschland in den Jahren 1890 bis 1910 in internationalen Turnieren. In einem Wettkampf um die Weltmeisterschaft im Jahre 1908 mußte er sich allerdings dem damaligen Weltmeister Dr. L a s k e r beugen. Seine Turniererfolge, insbesondere sein Sieg im Wiener Kaiserpreis-Turnier 1898, sind in Der Schachgeschichte einzigartig. Noch bedeutender als in der Turnierpraxis war Dr. Tarrasch als Lehrer des Schachspiels. Er veröffentlichte grundlegende Werke, wie „Die moderne Schachpartie", „300 Schachpartien" und zuletzt im Jahre 1925 „Das Lehrbuch". Sein Hauptverdienst ist es, die fundamentalen Lehren von S t e i n i tz weiter aus- gebaut und vertieft zu haben. — Dr. Tarrasch lebte zuletzt in München als Arzt, war aber bis zu feinem Tode schachliterarisch tätig. Richard Zoozmann f. Der bekannte Schriftsteller Richard Zoozmann ist im Alter von 71 Jahren auf feinem Besitz in Herrenalb im württembergischen Schwarzwald an den Folgen einer Angina g e ft o r b e n. Zoozmann wurde 1863 in Berlin geboren und erhielt bereits 1888 als kaum 25jähriger für feine Lyrik den Schillerpreis. Seinen eigentlichen literarischen Ruf aber begründete er als Dante-Uebersetzer. Daneben hat er sich auch als Ealderon-Uebersetzer betätigt. Seine Uebertragungen der Minnesänger-Liedersammlungen aus dem Mittelhochdeutschen sind ebenfalls sehr bekannt geworden. Zoozmanns bekannteste Erfolge sind sein Zitatenschatz der Weltliteratur (im 80. Tausend) unb die von ihm ausgebaute (von Maximilian Kern begründete) „Zehnte Muse", eine bereits in 600 000 Exemplaren aufliegende bekannte Blütenlese ernster und heiterer Gedichte der verschiedensten Autoren. • Ausstellung ländlicher Kopftrachten in Frankfurt. Das Kunstgewerbe-Museum in Frankfurt a. M. ist mit Vorarbeiten zu einer Ausstellung ländlicher Kopftrachten, hauptsächlich von Bauernhauben, beschäftigt. Frau Schmidt- Stawitz, die Besitzerin einer der größten Pri- oatsammlungen auf diesem Gebiet, hat große Teile ihrer Sammlung für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Diese zum Teil seltenen Stücke werden hier zum ersten Mal öffentlich zugänglich sein. Da für den Gesamteindruck der Tracht die Kopf- tracht wesentlich bestimmend ist, wird die Ausstellung für Kenner und Liebhaber volkstümlicher Trachten von besonderem Reiz sein und auch das wechselseitige Verständnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung vertiefen helfen. Linbruchdiebsiahl in München. In letzter Zeit häufen sich in München die Ein - bruchdiebstähle in Uhrmacherladengeschäfte. In einer der letzten Nächte schlugen, wie der Polizei- Pressebericht meldet, Diebe das Auslagefenster eines Uhrmacherladens in Schwabing ein und entwendeten 33 Herrenuhren, 32 Herren- und Damenarmbanduhren, 60 goldene Siegel- und Steinringe, 4 sogenannte Sklavenringe in Silber, 36 silberne Damenringe mit verschiedenfarbigen Steinen, 6 Paar Manschettenknöpfe m Silber, 20 Armbänder in Silber und Dublee im Gesamtwerte von 3000 Mark. 10 Monate Gefängnis für eine Denunziantin» Die Mannheimer Strafkammer beschäftigte sich mit einem Fall von staatspolitischem Interesse. Durch eine geschiedene Frau und einen Jnseraten- oertreter war ein Kriminalkommissar beschuldigt worden, sich in Wort und Tat staatsfeindlich benommen zu haben. Die Frau hatte in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft ausführliche Mitteilungen über die angebliche Staatsfeindlichkeit des Beamten gemacht. Der angeklagte Jnferatenvertreter fetzte einen Stabswalter und Kriminalsekretär von den angeblichen politischen Verfehlungen des Kriminalkommissars in Kenntnis. In der Verhandlung ergab sich nun ein ganz anderes Bild. Die Zeugen sprachen sich alle sehr günstig über den von der Frau und von dem Angeklagten denunzierten Beamten aus. Der Staatsanwalt hielt die Wahrheitsbeweise der Angeklagten für völlio mißlungen. Die Frau wurde wegen falscher Anschuldigung zu einer Gefängnis st rafe von 10 Monaten verurteilt, der Angeklagte wegen falscher Anschuldigung und unbefugten Tragens des Parteiabzeichens zu 6 Monaten Gefängnis. Der Beamte ist damit in aller Form völlig rehabilitiert. Schreckenstat eines Einsiedlers. Die kleine, neun Kilometer von Straubing entfernte bayerische Ortschaft Perkam war Der Schauplatz eines entsetzlichen Verbrechens. An der einiae hundert Meter vom Dorf entfernt liegenden Kirche wurde plötzlich starke Rauchentwicklung bemerkt. Die sogleich alarmierte Feuerwehr versuchte, da sämtliche Türen versperrt waren, im nahen Mehner- haus, das zwei Einsiedler, Erhard Mock unb Michael Wurzer, bewohnten, die Schlüssel zur Sakristei zu erhalten. Den Feuerwehrleuten bot sich bort ein schauerlicher Anblick. Erhard Mock lag tot in feinem Bett. Sein Mitbruder Michael W u r z e r hatte ihm in bestialischer Weise mit einem Beil mehrere Hiebe auf die rechte Halsseite versetzt, so daß beinahe ber Kopf vom Rumpfe getrennt war. Bevor der Täter die Flucht ergriff, reinigte er das Beil säuberlich von allen Blutspuren unb zündete bie Sakristei an. Die ganze Einrichtung der Sakristei, darunter wertvolle Meßgewänder und Meßbücher, wurde ein Raub der Flammen. Der 55jährige Wurzer hat sich noch am gleichen Tage abends in Regensburg der Polizei gestellt. Wurzer, der mit Mock zwei Jahre eine Klause bewohnt hatte, wurde nach einer Vernehmung, in der er ben Mord zugestand, in das Regensburger Gerichtsgefängnis eingeliefert. Knabe von einem Segelflugzeug erfaßt unb getötet Als auf dem Segelfluggelände bei Ferndorf (Kreis Siegen) ein Segelflugzeug dicht über der Erde schwebte, liefen plötzlich trotz der Warnung des Aufsichtspostens drei Jungen in die Flugbahn des Segelfliegers hinein. Der Segelflieger versuchte, durch Hochreißen seiner Maschine den Jungen aus dem Wege zu kommen, doch war er schon zu niedrig, um ein neues Landungsmanooer ausführen zu können. Kurz vor dem Aufsetzen erfaßte die Maschine den zehnjährigen Werner Schreiber aus Ferndorf und schleuderte ihn derart heftig zu Boden, daß infolge Schädelbruchs der Tod eintrat. Seine beiden Spielgefährten konnten noch rechtzeitig beiseite springen. Wirbelsturm unb Springflut auf Madagaskar. Nach einer Mitteilung bes Kolonialministeriums wurde die Stadt Morondava auf Madagaskar von einem heftigen Wirbelsturm heimgesucht. Viele öffentliche und private Gebäude sind stark beschädigt worden. Gleichzeitig wurden durch eine Springflut mehrere Brücken fortgerissen und große Verheerungen in den Pflanzungen angerichtet. Insgesamt sind 88 Eingeborene ums Leben g e ■ kommen. Wettervoraussage. An ber Rückseite des nordöstlichen Tiefs fließt unter lebhaften Nordwestwinden ozeanische Lust nach dem Kontinent und gestaltet das Wetter unbeständig. Besonders der nördliche und nordöstliche Teil Des Reichs kommt unter Dem Einfluß Der Störungstätigkeit. aber auch unter Bezirk wirb vorüber- gehenD gestreift, so Daß bei wechselhafter Bewölkung einzelne schauerartige Niederschläge zu erwarten finö. Aussichten für Mittwoch: Wechselhaftes Wetter, bewölkt mit vorübergehendem Aufklaren, einzelne leichte Schauer, westliche bis norDwestliche WinDe. Aussichten für Donnerstag: Weiterhin wechselnd wolkig mit Aufheiterung, einzelne Schauer. Lufttemperaturen am 19. Februar: mittags 3,8 GraD Celsius, abends 4,7 Grad; am 20. Februar: morgens 4,6 Grad. Maximum 5 Grad, Minimum 1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Februar: abends 1,8 Grad; am 20. Februar morgens 1,4 Grad Celsius. — Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lang«, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, oerantwortllch für Den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch, unb Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Das Rätsel einer Krühlingsnacht Vornan von Gert Roihberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale 29. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Behutsam hob Härtlingen das Buch auf. Und ebenso behutsam blätterte er darin. Es war ja ein Buch der geliebten Frau. Es war kein Verbrechen, wenn er darin las. Die Zeit verging. Noch immer stand der Mann im Erker, stierte auf die Zeilen, die voll Hohn ihm entgegensprangen: „Ich sterbe ja an dieser Sehnsucht. Die Fürstin meint es so gut mit mir, aber all ihre Güte kann mich diese große, große Liebe nicht vergessen lassen. Niemals kann ich diese Frühlingsnacht vergessen. Wie heiß er mich geküßt hat! Ob er weiß, daß diese Küsse meine Seligkeit für ein ganzes langes Leben sein müssen." Härtlingen starrte auf diese Zeilen, dann rang sich ein Laut aus ihm. Ekel, Verachtung und ein wahnsinniger Schmerz drohten ihn zu ersticken. Das also war Gertraude! Das war die jüngste Schwarzkoppen! Wieder hatten wundervolle, große, dunkelblaue Augen gelogen und getrogen. Und er, er war der Schwächling, der den beiden schönen Schwestern verfiel! Härtlingen hätte nur einige Seiten weiter zu blättern brauchen, dann hätte er seinen Namen gefunden, hätte gewußt, daß er allein der Mann war, den Gertraude liebte und immer, immer geliebt hatte. Dann hätte sich ihm das Rätsel jener Frühlingsnacht offenbart. Doch er legte vorsichtig das Buch wieder auf seinen Platz zurück, auf dem er es gefunden. Und ging! Er ließ sich nicht mehr durch das Wetter abhalten, von hier fortzugehen. Er glaubte alles zu wissen. Das Datum hatte auf eine Zeit gelautet, da Gertraude und er sich noch nicht kannten. Also war es nicht in diesen letzten Tagen niedergeschrieben worden, sondern vor einem Jahre. Und nun wollte die Fürstin Schicksal spielen und die von irgendeinem Menschen verlassene Gertraude in eine Ehe mit dem Grafen Härtlingen hineinschmuggeln. Wieder sollte er betrogen werden wie damals, als Celia seine Frau wurde. Wie leicht Gertraude dieses Lügenspiel geworden wäre! Doch die Fürstin paßte nicht mit hinein in dieses erbärmliche Spiel! Es war ja gleich, wer noch mit schuld daran war an diesem unerhörten Betrug, der erneut an ihm verübt werden sollte. Jetzt war er fertig für alle Zeiten mit Gertraude. Härtlingen ging hinaus. Unten in der Halle wollten sie ihn zurückhalten, aber er schritt hinaus in Sturm und Wetter! ♦ Nach vierstündigem Marsch kam Härtlingen in Schloß Kleoen an. Es war alles ruhig, man schien beim Mittagsmahl zu sitzen. Unbemerkt gelangte er in fein Zimmer. Er klingelte dann dem Diener, der zu seiner Bedienung da war, und ließ sich ein Bad zurechtmachen. Danach kleidete er sich sorgfältig an und wartete in seinem Zimmer, nachdem er der Fürstin seine Heimkehr hatte melden lassen. Er wünschte zu ruhen, gegessen habe er unterwegs. Er ruhte aber nicht, er stand mit düsterem, verzerrtem Gesicht am Fenster und sah in den Park hinaus. Ah! Dort, dort hinten war der Weg, der zu dem verschwiegenen Platz führte, wo er die kleine schöne Gertraude geküßt. Eine echte Schwarzkoppen war sie. Falsch und schön. Es kam auf einen Schwur nicht an. Es war auch bei Lelia nicht darauf angekommen. Sie waren sich gleich, die beiden Schwestern: ganz gleich waren sie sich. Und es war wie ein Fluch, daß er auch der jüngsten Tochter des alten Abenteurers mit Leib und Seele verfallen war. Graf Härtlingen wandte sich ins Zimmer zurück. Er lief hin und her, immer wieder hin und her, von der Frage getrieben: Wer ist es, den sie geliebt hat? Zu der sonst üblichen gemütlichen Teestunde ließ er sich bei der Fürstin melden, mit der dringenden Bitte, ihn allein zu empfangen. Er habe Wichtiges mit der Frau Fürstin zu besprechen. Fürstin Agnes lächelte. Als ob sie nicht wüßte, was ihn herführte. „Heil zurück. Sie eifriger Jäger?" „Jawohl, Durchlaucht! Ich wollte mich verabschieden, Durchlaucht! Es tut mir sehr leid, aber ich muß dringend nach Härtlingen zurück." Sie sah ihn an, begriff zuerst nicht, faßte nur langsam, daß er fort wollte, ohne mit ihr über Gertraude gesprochen zu haben, und fragte: „Aber lieber Graf! Die paar Tage wird es doch sicherlich noch ohne Sie in Härtlingen gehen, nachdem Sie doch so lange auf Reisen waren?" Er kam der Fürstin plötzlich unheimlich vor. Hatte man doch recht gehabt, als man damals behauptete, der Graf sei geistig nicht mehr normal gewesen? Kehrte diese fürchterliche Krankheit jetzt gar zurück? „Ich darf mich verabschieden, Durchlaucht? Und tausend Dank für Ihre Güte!" Die Fürstin wurde an sich selbst irre. An ihm, an Gertraude. Wenn doch Gertraude nicht so glück- lich-geheimnisvoll getan hätte! Sie wußte nun nichts Genaues und konnte nicht darauf anspielen, da sie nicht ahnte, wie weit die Aussprache Härtlingens mit Gertraude gegangen war. So reichte sie ihm die Hand, völlig willenlos seinen düsteren flammenden Augen gegenüber. „Ich kann Sie nicht halten, Härtlingen! Aber ich glaubte doch, etwas anderes hielte Sie hier in Kleoen fest." Da lachte er kurz auf, aber dieses Lachen schnitt ihr ins Herz. „Nein, Durchlaucht! Mich hält nichts in Kleoen, höchstens die Dankbarkeit gegen Sie. Ich kann nicht bleiben, weil etwas in Kleoen ist, das die ganze unselige Veraangenheit herausbeschwor mit mitleidloser Hand. Leben Sie wohl, Durchlaucht!" Ja, was war denn nur? Was war nur geschehen? Er konnte doch jetzt nicht fort? Und diese furchtbare düstere Stimmung? Mein Gott, was sollte das nur heißen? Die Fürstin saß lange in ihrem Stuhl. Das alte Herz klopfte unregelmäßig und schmerzlich, wie es die ganzen Tage schon rebelliert hatte. Unten fuhr ein Wagen vor. Gepäck wurde verstaut, und dann sprang ein großer, breitschultriger Mann in den Wagen. Härtlingen, der fortfuhr, ohne noch ein Wort mit Gertraude zu sprechen. Er überließ es ihr, der Gastgeberin, den Gästen mitzuteilen, daß etwas Wichtiges ihn nach Hause gerufen hatte. Das war eine Kleinigkeit. Doch Gertraude! Was war zwischen ihr und Härtlingen vorgefallen? Die alte Dame erhob sich mühsam. Seltsam, wie sehr ihr die Knie plötzlich zitterten! Ehe sie nach der Klingel greifen konnte, klopfte es dreimal leise. Das war Gertraudes Zeichen. „Komm, Kind!" Es war eine müde, alte Stimme, die die zwei Worte sprach. Gertraude trat herein, blieb stehen, sah angstvoll auf die alte Dame. „Tante Agnes! Dir ist nicht gut?!" „Wir wollen nicht viel Worte machen, Gertraude. Rudolf Härtlingen ist soeben abgereift." „Abgereist, Tante Agnes? Das — muß — doch ein Irrtum sein? Er — nein, er hat nicht — nur — mit mir gespielt. So etwas hätte Härtlingen nicht getan. Er hat mir gesagt, daß — er mich liebt." „Soweit also war es? Dann verstehe ich sein Verhalten nicht. Er sagte mir, daß die Vergangenheit noch einmal alles in ihm aufgewühlt. Was meinte er damit? ,Er ist fort, alles ist zu Ende. Rudolf Härtlingen konnte sich nicht mit mir verbinden, zwischen uns steht die Vergangenheit. Lelia steht zwischen uns. Er hat sie noch einmal in mir geliebt, vergibt jedoch nicht. Lelia und ich find eben immer wieder ineinander verschmolzen; er ist im Recht, wenn er auch mir mißtraut. Laß es gut sein, Tante Agnes! Es wäre ja auch zu viel des Glücks gewesen." „Kind, ein Mißverständnis muß es fein. Wenn er dir gesagt hat, daß er dich liebt, dann war das die Wahrheit. Denn auch ich habe es ja gesehen, wie sein Herz sich dir zuwandte. Es muß etwa» aanz Unerwartetes gekommen sein, daß er ohne Abschied von dir ging." „Gib dir keine Mühe, du gütigste aller Frauen — Rudolf Härtlingen kommt nicht mehr zurück", sagte Gertraude mit blassen Lippen. Die Fürstin blickte in die blauen Augen, lange, lange, dann sagte sie: „Gertraude, ich kann es nicht glauben. Graf Härtlingen war im Walde. Allein! Vom Unwetter überrascht! Das wissen wir ja. Was aber kann ihn auf diesem Wege betroffen haben, daß er gänzlich verändert zurückkvmmen konnte?" Still ging Gertraude hinaus, und die Fürstin hielt sie nicht zurück. Fürstin Agnes Kleoen ging zu ihrem Schreibtisch. Dort schloß sie ein Fach auf, nahm den Brief heraus, den sie an Härtlingen geschrieben, und der, falls ihr einmal etwas Menschliches zustoßen sollte, nach ihrem Tode an ihn zu überbringen war. Nun wollte sie diesen Brief abschicken. Jetzt sollte er ihn erhalten. Denn er hatte ja nach Härtlingen reifen wollen. Die Fürstin lächelte glücklich vor sich hin. So leicht und frei war ihr zumute, wie seit langem nicht. Sie hatte sich gar nicht wohl gefühlt in dieser letzten Zeit. Das alte Herz wollte nicht mehr mitmachen. Aber jetzt, jetzt schlug es so still und zufrieden. Die Fürstin wollte ihren alten Jean herbeirufen, aber es war solch wohlige Müdigkeit über sie gekommen, daß sie sich doch noch ein bißchen in ihren geliebten Lehnstuhl ans Fenster setzen wollte. Nur ein Weilchen, dann konnte Jean den Brief zur Post besorgen. Die alte, gütige Frau mit dem Silberhaar setzte sich und schloß die Augen. Oh!, so wohl wie ihr war. Das machte, weil doch nun alles gut werden, weil Gertraude glücklich sein würde. Fürstin Agnes Kle- Den lächelte und schlief. Schlief den ewigen Schlaf. Ihr letzter Gedanke galt dem Glück der kleinen Gertraude! 16. Kapitel. In tiefster Trauer verließen die Gäste das gastliche Kleoen. Sie wollten erst zu der Beerdigung wiederkommen. Wer hätte denn das gedacht, daß dieses frohe Beisammensein mit solch jähem Mißklang enden würde? Die Verwandten blieben. Es mußte ja so vieles geregelt werden. Gertraude hatte gesagt, daß kein Zusammenhang zwischen Härtlingens Abreise und dem Tod der Fürstin bestehen könne, denn die Fürstin sei sehr ruhig und freundlich gewesen, als ie ihr mittoilte, daß Graf Härtlingen eiligst in einer sehr dringenden Angelegenheit heimgerufen worden sei. (Fortsetzung folgt.) Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Sophie Jung, geb. Heß nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Jung V. und Familie Leihgestern, Großen-Linden, Otto Heß II. und Familie 19. Februar 1934. Heinrich Faber und Familie, Die Beerdigung findet Mittwoch, den 21. Februar, nachm. 3 Uhr statt. 1069 D llllllllllllllllllllllllllllll Ä-Hiii. mit Zubehör von klein, ruh. ft-am. mit 2 berusstät. 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Meldeformulare sind daselbst zu haben. Die Prüfungsgebühr beträgt 6 Reichsmark und ist dieselbe der Abgabe der Meldung zu entrichten. Melde- sormulare sind zu haben: für den Bezirk der Pflicht- Innung Gießen-Land bei dem Innungsführer Lud- wig Biehmann. Klein-Linden: für die Pflicht- Innung Gießen-Stadt zwischen U und 1 Uhr auf der Handwerkskammer-Aebenstelle, Goethestrahe 7. zum 1. Avril zu vermieten, «sss Hmdenburgwall 22. Herren wollen schriftl. Angebote u. 1066D an d. Gieß. Anzeig. einr. Ludwig Biehmann, I. Innungsführer Gießen-Land Klein-Linden, Frankfurter Straße 55 1057 d Ludwig Slühler, 1. Innungsführer Gießen-Stadt. ! üiiMt Beutelet [Vermietungen"] von leistungsfähig. Herstellerfirma ä-Äfli.-womog für Verkauf von Garbenbändern, im 1. Stock mit ^olsterartlkeln an Bad u. Heizung Wiederverkäufe,: gesucht. Emges. zum 1. Avrtl zu LASTWAGEN 1058 V Gustav Heuser, Frankfurt a. M. Hanauer Landstraße 200, Ruf: (Earolus 41987 88 Wagenpflege 2-3imm.-Wohn. m. 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März 1935 verlängert worben. 1067C Die diese Verlängerung der Geltungsdauer genehmigende Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Wiesbaden wirb nachftehenb zur Kenntnis gebracht. Der Regierungspräsident I2a Nr.429 Wiesbaden, den 5.2.1934. Die zu der anliegenden Ordnung betr. die Er- Hebung einer Jagdsteuer im Kreise Wetzlar vom 26. Marz 1931 erteilte Genehmigung vom 28. Fe- Möbl. Zimmer mit separ. Ging, zu vermiet. ooos Babnbosstr.631. Bennien-Ehepaar mit 2 Kind, sucht zum 1. März 34 2 einfach möbl. Zimmer mitKochgelegen- beit möglichst im Geschäftsviertel. Schr.Angeb.unt. 1064D a.d.G^A, | Mietgesuche | 2 Zimmer und Küche auch Mansarde Zum 1.3.34 ober water gesucht. Schr.Angeb.unt. 0890 o. b. G. A. , ----''M •wcncynnuuiiU UUHl 40. ,Vk- ••“ö vnpilC U« bruar 1933 B. A. 161/33 ist bis zum 31. März 1935 zu vermieten verlängert worden. " Bücherfürden Naturfreund und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser Busch und Halm. 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Februar 1934, mittags um 2 Uhr, öffentlich meistbietend auf sechs Jahre in zwei Bezirken verpachtet. Die Jagdbezirke umfassen zirka 305 Hektar Feld und 105 Hektar Wald. 1061D Hattenrod, den 20. Februar 1934. Bürgermeisterei Hattenrod. Mengel. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Winnerod für Rj. 1934 liegt vom Mittwoch, dem 21. Februar 1934, ab eine Woche lang auf dem Dienstzimmer der Bürgermeisterei offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Bersrod, den 18. Februar 1934. 1070D Hessische Bürgermeisterei Bersrod für Winnerod. Becker. Kaufgesuche 6-7sitzer £imounne nicht Über 10 PS, Deutsch.Fabrik., zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 0901 an b.G.A. llllllllllllllllllllllllllllll Gebrauchter Gleichstrom- Motor l/4PS, 220 Volt, gesucht. Tchr. Ang. mit Preisangabe u. 0903 a. d. G. A. llllllllllllllllllllllllllllll Fische wieder billiger! Grüne Heringe 3 Vfd. 45Pf. 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Februar 1954 T— König Albert I. von Belgien. i I V Das neue Königspaar von Belgien: Leopold III. und Astrid, geborene Prinzessin von Schweden. Deutsches Volk, halte dein Blut rein und gesund! Es gibt eine Lehre, die dich dazu führen will. Du versteht, was gemeint ist, wenn man sie Vererbungslehre oder Erblehre nennt. Aber man nennt sie Eugenik. Wieviel Deutsche wissen mit diesem Wort etwas anzufangen? Weg damit! Treibt Erblehre, und handelt darnach? Das ist dann Erb- Hege, und darauf kommt's an. //Revolution her Jugend." Lichtspielhaus. Dieser Film, der gestern abend in einer groß aufgezogenen Sonderveranstaltung in Anwesenheit zahlreicher geladenen Ehrengäste im Lichtspielhaus erschien, ist die deutsche Fassung einer amerikanischen Produktion der Paramount. Er behandelt — nach einer Erzählung von Bartlett Corrnack — das alte Problem der Generationen, das überall in der Welt und also auch bei uns immer wieder aktuell ist. Allerdings wird das Problem hier unter Voraussetzungen zur Diskussion gestellt, die bei uns in Deutschland nicht gegeben sind. Der Fall ist — in dieser Form — nur in Amerika möglich, wo das großstädtische Verbrechertum zu einem riesigen, wohlorganisierten System ausgebildet ist, gegen das sich die staatlichen Machtmittel gar nicht oder nur in begrenztem Umfang Geltung verschaffen können. Die Begriffe des Gangster- und Racketeer- Unwesens in USA. sind uns ja in Deutschland wenigstens vom Hörensagen geläufig. * Der Film spielt in einer amerikanischen Universitätsstadt, deren Bevölkerung unter dem gemeingefährlichen Treiben einer Verbrecherbande schwer zu leiden hat. Damit sind auf verhältnismäßig begrenztem Raum die drei Schichten gegeben, um deren Beziehungen zueinander es sich handelt. Hier setzt die Handlung ein, die sich zunächst von einem gewöhnlichen, spannenden, aber unproblematisch, das heißt als Reportage oder Spielfilm inszenierten Kriminalfall nicht nennenswert unterscheidet. Interessant ist, daß die Studentenschaft der Hochschule gegen zwei Fronten kämpft: gegen die ältere Generation, die eiif unbrauchbares System öffentlicher Ordnung und Rechtspflege verkörpert, — und gegen die Gangsters, die mit den verknöcherten Methoden einer heillos bürokratisierten Paragraphenwirtschaft natürlich nicht unschädlich gemacht werden können. * Der Film gibt einen Einblick in Leben und Selbstverwaltung der studentischen Jugend und zugleich in den raffiniert und mit großzügiger Hemmungslosigkeit arbeitenden Betrieb der Verbrecherorganisationen in USA. Nach amerikanischem Brauch werden in jedem Semester aus dem Kreise der Studierenden einige als „Beigeordnete" gewählt, d. h. sie erhalten Gelegenheit, auf kurze Frist bei der Justizverwaltung und der Polizei praktische Erfahrungen zu sammeln. Während ihrer „Amtszeit" wird ein typisch amerikanischer Kriminalfall Das„Geschoßboot"- eine einIWicheErsindung Von Zeit zu Zeit werden auf dem Gebiete des Kriegswesens phantastische Erfindungen gemacht, die einmal den Gegner mit hundertprozentiger Sicherheit restlos vernichten, ein anderes Mal Kriege überhaupt unmöglich machen sollen. In den letzten Jahren hat es die Elektrizität den Erfindern angetan, und das laute Geschrei, das seinerzeit um die berühmten Todesstrahlen erhoben wurde, ist wohl vielen noch in (Erinnerung. Neuerdings sollen die Japaner auf diesem Gebiet Wesentliches leisten. Viel gesprochen wird dort von der Erfindung des bemannten Torpedos, eines Geschosses, in dem ein Soldat Platz nimmt, der das Geschoß nach dem Abschuß so steuert, daß es unbedingt sein Ziel erreicht: das Zentrum des feindlichen Schiffes. Der Steuermann des Geschosses wird zwar bei der Explosion in Atome zerrissen, aber die Japaner opfern sich gern für eine große Sache. Was an dieser Erfindung Wahrheit und was daran Dichtung ist, kann man nicht beurteilen. Tatsache ist jedoch, daß Meldungen, die über eine ähnliche Erfindung, die in Europa gemacht worden sein soll, in Europa umgingen, auf Schwindel beruhen. Der Urheber dieses Schwindels sitzt jetzt vor dem Schwurgericht in Zürich auf der Anklagebank. Es ist der 27jährige Otto Leo Probst, der ein Ge- fchoßboot konstruiert haben wollte, mit dem jedes Großkampfschiff auf weite (Entfernung vernichtet werden sollte. Probst interessierte den Filialleiter einer Bank für seine Erfindung. Dieser wieder nahm Verbindung mit einem Züricher Bürger auf, der von feinen Zinsen lebte. Der junge Erfinder zeigte einen Vertrag mit der englischen Admiralität vor und engagierte den Rentner als seinen Vertrauensmann, Sekretär und Kurier, den Bankangestellten als Finanzmann, Generalbevollmächtigten, Vermögensverwalter und Testamentsvollstrecker. Als Entschädigung war für jeden der beiden die runde Summe von vier Millionen Schweizer Franken ausgesetzt. Der Vertrag wurde unterzeichnet und die beiden zukünftigen Millionäre machten sich nun mit (Eifer an die Finanzierung der Sache. Selbstverständlich mußte der Erfinder große Reisen unternehmen nach allen Regierungsstädten der Welt, um bei den Militärbehörden Interesse für seine Erfindung zu wecken. Der Rentner gab fein eigenes Geld hin, der Bankhalter nahm große Darlehen auf. Schließlich behauptete der Erfinder, daß Verhandlungen mit der englischen Regierung abschlußreif geworden seien. Der Rentner, der schon mißtrauisch geworden war, zog Erkundigungen ein und erhielt von der schweizerischen Gesandtschaft in London die Nachricht, daß dort von der Sache nichts bekannt sei. Es wurde der Filialleiter nach London geschickt, um die Angelegenheit nachzuprüfen. Er besuchte den Erfinder in feinem Hotel. Beide fuhren zu einem Hause, vor dem zwei uniformierte Portiers standen. Probst machte seinem Vermögensverwalter weiß, dies sei das Parlamentsgebäude. Probst ging allein in das Haus hinein und kam nach einiger Zeit wieder heraus, mit dem endgültig unterzeichneten Vertrag in der Tasche. Befriedigt fuhr der Bankangestellte wieder heim und erzählte, daß der Vertrag von den Vertretern der englischen Regierung in seiner Gegenwart unterzeichnet worden sei. Der Vertrag sollte nicht weniger als 45 Millionen Schweizer Franken einbringen. Die Auszahlung sollte durch die Schweizerische Nationalbank erfolgen. Als das Geld nicht kam, redete Probst feinen Gutgläubigen ein, ein Moratorium verhindere die Auszahlung und die englische Regierung befürchte diplomatische Schwierigkeiten, wenn Nachforschungen angestellt werden. Die Betrügereien zogen sich vom Jahre 1929 bis 1933 hin. Probst hatte inzwischen eine Villa bezogen, er fuhr einen eleganten Wagen und lebte auf großem Fuße. Mit gefälschten Formularen wußte er immer neue Leute für seine Erfindung zu interessieren. Erst im Frühjahr 1933 ging der Züricher Rentier zur Schweizerischen Nationalbank, um dort zu erfahren, daß alles Schwindel fei. Probst wurde verhaftet. In feiner Villa fand man ein ganzes Lager von falschen Stempeln und Formularen. Seinen Geldgebern hat er im Laufe der Zeit rund 700 000 Schweizer Franken abgenommen. Gesuchtes Bildmaterial zur „Arbeitsschlacht". Von der Reichspropagandastelle Hessen, Landesstelle Hessen-Nassau, in Frankfurt a. M., Bürgerstraße 9/11, wird mitgeteilt: Die nachfolgende Lifte von Schlagworten und -sätzen kann nur in großen Zügen einen Anhalt dafür bieten, welche Themen durch Bilder (Photos) erfaßt werden sollen. Jedes dieser Themen kann natürlich durch eine ganze Anzahl von je nach der Aufnahmetechnik, der Bildwirkung, der Absicht des Photographen ganz verschiedene Photos wiedergegeben sein. Ein Handlungsablauf kann durch eine Folge von Bildern dargestelll fein, die vielleicht ganz verschiedene Urheber haben, sich aber gleichwohl zu einem Ganzen zufammenordnen lassen. Ebenso kann ein einziger Vorgang in verschiedener Auffassung gezeigt werden. So bieten z. B. Erdarbeiten (Auslegung von Gräben) folgende Bildmöglichkeiten: Arbeitskolonne beim Graben oder Hacken — Einzelperson oder -gruppe bei derselben Tätigkeit — Blick auf das Arbeitsfeld von erhöhtem Standort — Blick aus dem Graben auf die schaufelnden Gestalten — Nahaufnahmen von in das Erdreich fahrenden Spitzhacken (mit und ohne Arbeitshände). — Das Arbeitsfeld in feinem landschaftlichen Charakter (mit Fernblick) — usw. — Gegenüberstellung alter und neuer Zustände sind besonders erwünscht. Man scheue sich nicht, ins einzelne zu gehen; Einzelheiten verlebendigen die Wiedergabe eines Gesamtthemas oft beträchtlich und überraschend. Sachliche Bilder, die nüchtern berichten, sind ebenso willkommen wie lebensvolle, die noch etwas von dem Drum und Dran, d. h. Atmosphäre, typische Beleuchtung, landschaftlichen Reiz usw. vermitteln. Lebendige Szenen von Mensch zu Mensch sind sehr gesucht. Ueberhaupt soll die Arbeitsschlacht nicht so sehr als organisatorische Leistung, sondern mehr vom Erlebnis des einzelnen Menschen aus gesehen und dargestellt werden. Die phototechnische Beschaffenheit der Bilder darf für die Auswahl nicht allein maßgebend sein. Auch aus unscheinbaren Photoabzügen können in der Reproduktion u. U. gute Bilder erzielt werden. Doch sind im allgemeinen kontrastreiche, scharfe Photos auf Glanzpapier nicht unter 9X12 Format erwünscht. Aufnahmen in kleinerem Format (z. B. Leica), von denen Vergrößerungen noch nicht vorliegen, sind in Originalgröße einzusenden mit Angabe, ob das Negativ dazu vorhanden ist, so daß im Bedarfsfälle eine Vergrößerung angefertigt werden kann. Die Beschriftung der Photoabzüge ist möglichst genau vorzunehmen, entweder auf der Rückseite des Abzuges, ober auf besonderer Lifte bei gleichlaufender Numerierung der Abzüge. In jedem Falle ist der Vorgang, die Oertlichkeit und nach Möglichkeit auch der Tag der Aufnahme aryu geben, sowie Name und Anschrift des Photographen bzw. Photoamateurs, oder der verfügungsberechtigten Stelle Je schneller, je lieber! aufgerollt und verhandelt. Die Sitzung endet mit einer glatten Freisprechung, d. h. mit einem eklatanten Fehlurteil, welches die Unfähigkeit des bestehenden Systems klar erweist. Das ist das Signal zur Revolution der Jugend. Die Studenten nehmen jetzt den Kampf auf eigene Faust auf, und es gelingt ihnen in der Tat, mit energischer Selbsthilfe unter Verzicht auf eine paragraphierte Strafprozeßordnung den Fall zu klären und wiedergutzumachen, was die berufenen Hüter des Gesetzes verdorben haben. Daß das Problem als solches auf diese Weise noch nicht gelöst wird, ist eine andere Sache; und jedenfalls stimmt es nachdenklich, daß der Film mit einer ironischen Pointe schließt: eine kleine Studentin, die ihren Kommilitonen im Kampf gegen die Gangsters in einem kurzerhand requirierten Auto zu Hilfe eilt, wird von einem tüchtigen Konstabler am Steuer des fremden Wagens betroffen und prompt verhaftet. Cecil B. de Mille, der die Regie hat, ist in Deutschland schon durch eine Reihe großer Inszenierungen — „Die zehn Gebote", „König der Könige", „Im Zeichen des Kreuzes" und „Wolgaschiffer" — bekannt geworden. Seine Stärke sind die Massenszenen; da ist er in seinem Element. Die Kriminalhandlung gibt er mit einer Sachkenntnis und einem Temperament, das den Beschauer vom eigentlichen Problem ablenken würde, wenn nicht dauernd durch schnelle und geschickte Ueberblendungen wieder der Zusammenhang hergestellt würde. Die Darsteller sind lauter junge Studenten, ihre Namen natürlich hier so unbekannt wie^unwesentlich. Was ihnen an schauspielerischer Routine abgeht, ersetzen sie durch begeisterten Spieleifer. ♦ Daß man den deutschen Dialog stellenweise beim besten Willen nicht versteht, schadet nur wenig, da die Grundgedanken im großen und ganzen durch die Vorgänge selbst erklärt werden. Es bedarf übrigens kaum der Erwähnung, daß selbst bei einer so ernstgemeinten Angelegenheit gelegentlich Anlaß zu unbeschwerter Heiterkeit entsteht, vor allem bei der etwas wild-westlich anmutenden Studenten-Gerichtsverhand- lung und bei ihrem Triumphzug durch die Stadt, zumal ihr freudiger Gesang stellenweise wie „Lore, Lore, Lore, Looore" klingt. — Sich mit den grundsätzlichen Fragen des Films auseinanderzusetzen und, mit gebotener Vorsicht, etwa gewisse Parallelen zu unseren eigenen Verhältnissen herzustellen, muß jedem Besucher persönlich überlassen bleiben, -r- Nach 87Jahren ... Lohn Franklins letzte Botschast. Die Kunde von der Auffindung eines wichtigen Dokuments, das die letzte Botschaft des berühmten englischen Polarforschers Sir John Franklin darstellt, wirft neues Licht auf eine der furchtbarsten Tragödien in der Geschichte der Polarentdeckungen, die sich vor 87 Jahren im ewigen Eise abgespielt hat. Der englischen Admiralität ist jetzt von einer Frau ein alter versiegelter Zinnbehälter überreicht worden, der sich vor drei oder vier Monaten am Flusse Dee angefunden hat und der die letzten Aufzeichnungen des Leiters der damals so viel Aufsehen erregenden Expedition enthielt. Bekanntlich verließ Sir John Franklin mit seinen Leuten am 19. Mai 1845 mit den Schiffen „(Erebus", das er selber befehligte, und „Terror", das unter dem Kommando von Kapitän Crozier stand, den Heimathafen zur Erforschung der Nordwest-Passage und wurde am 26. Juli des gleichen Jahres in der Melvillebai unter 77 Grad nördlicher Breite und 66 Grad westlicher Länge zum letztenmal gesehen. Seitdem breitete sich der Schleier der Dunkelheit über das Schicksal der Expeditionsteilnehmer, zu deren Aufsuchung eine Reihe von Streifen unternommen wurde, die vor allem von der Behring- straße aus nach den Verschollenen suchten, aber lange Zeit keine Kunde von ihnen bringen konnten. Erst McClintock stieß 1859 auf Ueberrefte der Franklinschen Nordpolfahrer; er fand Teile von Schlitten und Gebrauchsgegenständen, sowie — unter einem Steinhaufen — schriftliche Nachrichten, aus denen hervorging, daß Franklin am 11. Juni nach Ueberstehen eines zweiten Winters g e ft o r = b en war und daß ihm bis zum Frühjahr 1848 im ganzen 9 Offiziere und 15 Mann folgten. Die Ueber- lebenden 105 Mann mußten unter Crozier und Fitzjames am 22. April 1848 die Schiffe end- aültig im Stich lassen und suchten anscheinend unter furchtbaren Mühen und Gefahren die Stationen der Hudsonbai-Kompanie zu erreichen. Niemand von ihnen kam mit dem Leben davon; alle wurden ein Opfer von Hunger und Kälte. Das letzte Lebenszeichen von dieser Todesbrigade im ewigen Eis stammt gemeinsam von Crozier und Fitzjames; am Schluß findet sich von der Hand des Kapitäns Crozier eine Fußnote von grimmiger Kürze: „Morgen, am 26. April, brechen wir auf!". Der Zinnbehälter, dessen Inhalt jetzt von der englischen Admiralität genauer untersucht wird, bringt endlich einige weitere Aufschlüsse über den Untergang von Sir John Franklin selber. Auf dem Der König war ein gewandter Bergsteiger, der viele gefährliche Gipfel der Alpen bezwana. Um so tragischer ist es, daß er jetzt bei einem Ausflug in das belgische Mittelgebirge ums Leben kam. — Unser Bild zeigt den verstorbenen König bei der Durchkletterung eines Felsen-Kamins. Was an Bildmaterial sofort greifbar ist, sofort abfenben! (Es kommt nicht darauf an, daß jeder zu allen Themen etwas liefert, sondern daß er überhaupt liefert! gez. Trefz. I. Arbeitsdienst. A. Erzieherische Aufgaben. 1. Disziplin: Auf dem Marsche, beim Appell usw. 2. Kameradschaftsgeist: Arbeiter der Stirn und Faust (möglichst im Gegensatz der Typen) Schulter an Schulter: bei der Arbeit, in Arbeitspausen, bei gemeinsamer Mahlzeit, bei Unterhaltung und Spiel usw. 3. Körperliche Ertüchtigung: Arbeit auf dem Lande in Luft und Sonne kräftigt den Körper und schafft fröhliche, gesunde Menschen. B. Wirtschaftliche Aufgaben. Kanal- und Straßenbau — Urbarmachung von Oedland und Mooren — Bodenverbesserungen (Meliorationen) — Bewässerung von Kulturland — Aufforstungen — Bau von Landwegen — Hochwasserschutz — Flußregulierungen — Vorbereitungen der Siedlungen (je nach der Bodenbeschaffenheit verschieden) — Torf- und Braunkohlengewinnung — Landgewinnung an den Meeresküsten durch Eindäm- mungs- und Befestigungsarbeiten — Brückenbau — Autostraßenbau — usw. C. Das Arbeitsdienstlager bringt Leben aufs Land. Tageslauf im Arbeitsdienstlager, feine Einrichtung (Unterbringung, Verpflegung); freundschaftliches Verhältnis zur Landbevölkerung (Festlichkeit, Sonntagsbummel durchs Dorf, Einkäufe usw.) D. Einst und Jehl. Typen von städtischen Arbeitslosen beim Nichtstun — Der Arbeitsdienstwillige in schmucker Uniform als stolzes Glied der arbeitenden Volksgemeinschaft. II. Oie Arbeitsschlacht. A. Vorher: 1. Der Mensch: Masse der vor dem Arbeitsamt anstehenden und herumstehenden Arbeitslosen verblaßten Dokument stehen verschiedene Daten, und Inschriften, meistens im Telegrammstil. Z. B. wird der Tod von 24 Expeditionsteilnehmern in einer einzigen Zeile erwähnt. Durch eine Bemerkung in sechs Sprachen wird der Entdecker des Schriftstückes gebeten, den Fund ohne Verzögerung an die englische Admiralität weiterzuleiten. Das Blatt, über das ein Berichterstatter der „Daily Mail" genauere Angaben macht, hat den Charakter eines Formulars, das augenscheinlich von einem John Murray in der Albemarlestreet in London gedruckt worden ist. Es ist folgendermaßen ausgefüllt: „28. Mai 1847. — Seiner Majestät Schiffe „Erebus" und „Terror" überwintern im Eis. Breitengrad 76.5 N., Längengrad 98.23 W. Haben 1846/47 auf der Insel Beechy überwintert Breiten- 74.43.28 N., Längengrad 91.39.15,2, nachdem wir den Wellington-Kanal bei 77. Längengrad passiert haben und zur Westseite der Cornwallis-Insel zuruckgekehrt sind." Die Unterschrift lautet: „Sir John Franklin, Befehlshaber der Expedition; darunter stehen noch die Worte „Alles in Ordnung". Unten auf dem Schriftstück finden sich handschriftlich die Bemerkungen: „Eine Abteilung von 2 Offizieren und 6 Mann verließ die Schiffe am Montag, dem 24. Mai 1847." Diese Mitteilung ist von Leutnant G. M. Gore und einem anderen Mitglied der Besatzung unterzeichnet. Der übrige Teil der Inschrift ist am Rand rund um die erste Botschaft geschrieben worden und lautet: „1848 wurden Seiner Majestät Schiffe „Terror" und „(Erebus" am 22. April verlassen, 5 Seemeilen nordwestlich von hier, da wir seit dem 12. September 184— (?) eingeschlossen waren. Die Offiziere und die Mannschaft von 105 Leuten unter dem Kommando von Kapitän F. R. Crozier landete hier 69.37.42. Breite, 98.4.41. Länge." Dann kommt eine andere Inschrift: „Dieses Schriftstück wurde von Leutnant Irving unter einem Steinhaufen gefunden, der vermutlich von Sir James Roß auf- geschichtet wurde; es ist von dem Befehlshaber Gore im Mai 1847 hinterlegt worden. Der Gedenkpfahl von Sir James Roß ist nicht aufgefunden worden." Eine weitere Notiz: „Sir John Franklin starb am 11. Juli 1847. Der Gesamtverlust in der Expedition ist bis zu diesem Tage 9 Offiziere und 15 Mann." Diese Zeilen sind von Crozier und Fitzjames gemeinsam unterzeichnet Das Dokument mit seinen verschiedenen Inschriften gibt em anschauliches und erschütterndes Bild von dem zähen Kampf, den die Expedition^teil- nehmer gegen die Gefahren und Beschwerden des ewigen Eises geführt haben. c K in der Stadt — Der Arbeitslose im Straßenbild der Großstadt (Herumsitzen auf Bänken öffentlicher Anlagen — vor der Kneipe — Unterhaltung und politische Diskussion von Arbeitslosentrupps — Wohnungselend der Arbeitslosen — Bettelei). 2. Die Arbeit: Stillgelegte Industriebetriebe (Bergbau, Eisenindustrie usw.) — Verwahrlosung 8 von Straßen, Bauten, landwirtschaftlichen Betrieben, technischen Anlagen (elektrische Licht- und Kraftanlagen in verwahrlostem -Zustand) usw. B. Die Schlacht ist im Gange: 1. Arbeitsbeschaffung: (Dgl. I, B). Dazu: Das Anziehen des Baugewerbes im Winter gegenüber dem Brachliegen in früheren Jahren — Das Abenteuer einer besonders interessanten Tiefbauunternehmung als Symbol für die Gesamtentwicklung — Belebung der Automobilindustrie durch Steuererlaß — Abberufung von Notstandsarbeitern zur Erntearbeit (auch Mölkmädchen, Landhelfer) — Errichtung von Wohnbauten und öffentlichen Gebäuden — Jnstandsetzungsarbeiten an Gebäuden — Ausbesserung des Unterbaus der Reichsbahnstrecken — Verbesserung der technischen Apparate der Reichspost — Steuerfreie Anschaffung von Maschinen — usw. 2. Bekämpfung der Saison- und Kon- junkturarbeit: Trotz Frost und Kälte werden Gebäude ausgebessert und Anbauten vorgenommen — Acker und Wiesen können auch im Winter gekalkt, Gräben vertieft und ausgebessert werden — Instandsetzung von Erntegeräten und landwirtschaftlichen Maschinen im Winter — Forstarbeiten im Winter — Ländliche und Stadtrandsiedlungsarbeiten werden auch im Winter fortgeführt — Kanalisationsarbeiten in Städten — usw. III. Oie Sehnsucht nach Land. A. Die Flucht aus der Stadt: Licht- und luftlose Wohnungsverhältnisse der Großstadt (Trostlose dicht bevölkerte Arbeiterviertel und häßliche Hinterhöfe dunkler Mietskasernen) — Hetze und Getriebe der Großstadt — Blasse Kinder — usw. B. Auf dem Lande. Schwache Besiedlung, d. h. kleine Dörfer und vereinzelte Gehöfte in schöner Natur. — Der Bauer als Selbstversorger auf eigener Scholle (Beschaulichkeit und gesundheitliche Vorteile des Landlebens, Naturverbundenheit, Mensch und Tier). — Gesunde Lebensbedingungen für die Nachkommenschaft (gesunde, fröhliche Kinder). IV. Oie Siedlung. A. Die ländliche Siedlung: 1. Landbeschaffung: Aufteilungzusammen- aebrochener (verwahrloster) Güter — Waldgrund für Siedlungszwecke — Freiwillige Landabgabe des Großgrundbesitzes — Landgewinnung durch Eindämmung in Küstengebieten usw. 2. Vorbereitende Arbeiten: Planierung — Anlage von Straßen — Heranschaffung von Material — Holzeinschlag — Errichtung von Fundamenten usw. 3. Errichtung der Siedlung: Errichtung von Gebäuden — Melioration (Beseitigung von Steinen aus dem künftigen Ackerland, Dränagearbeiten, Gräbenziehen) — Arbeiten zum Anschluß an Licht- und Kraftleitungen — Gewinnung von Baumaterialien (Steine, Holz, Ziegel) in möglichster Nähe — Richtfest und Einweihung der Siedlung. 4. Siedlungslager: Errichtung, Einweihung (Festakt) des Lagers — Unterbringung und Verpflegung — Günstige Lage zum Siedlungsgrund — Tageslauf im Siedlüngslager — Verschiedene Typen unter den Lagerinsassen und Altersstufen. B. Vorstädlische Kleinsiedlungen, Stadtrandsiedlungen und Kleingärten. Bildthemen entsprechend wie für IV, A, 2 bis 3, unter Herausarbeitung des landschaftlich veränderten Charakters (Nähe der Stadt). C. SM.-Sieblungen und Siedlungsarbeit der Kurzarbeiter: Der SA.-Mann (bzw. Kurzarbeiter) im Dienst (bzw. im Beruf) und während der Arbeit in der Siedlung. V. Arbeitsbeschaffung und Familie. A. Auswirkung der Ehestandsdarlehen: Massentrauungen. — Durch entsprechende Schilder (Zettel, Plakate, Aushang) als zum Verkauf gegen Bedarfsdeckungsscheine zugelassen gekennzeichnete Geschäfte. — Junge Paare beim Erwerb von Möbeln und Haushaltungsgerät gegen Bedarfsdeckungsscheine usw. B. Zurückführung der Frau in die Familie. 1. Ungemütliche Häuslichkeit und gestörtes Familienleben durch Berufstätigkeit beider Ehegatten oder bei Arbeitslosigkeit des Mannes: Kinderlosigkeit — Kinder ohne oder unter fremder Obhut — Ungeschick des arbeitslosen Mannes für häusliche Arbeiten usw. 2 Gemütliche Häuslichkeit und harmonisches Familienleben durch Hausarbeit und Kinderwartung der Ehefrau. 3. Einstellung von Hausgehilfinnen durch steuerliche Begünstigung: a) arbeitslose Hausgehilfinnen am Arbeitsamt; b) die Hausgehilfin als segensreiche Kraft besonders in kinderreichen Familien. VI. Oie 40-Stundenwoche. Derselbe Arbeitsplatz gibt im Wechsel nacheinander zwei Menschen Arbeits- und Derdienstmög- lichkeit (Bilder aus den verschiedensten Berufen). VII. Rückwirkungen. Belebung der Industrie von den Bergwerken bis zur Textilindustrie und Maschinenfabrikation, ebenso des Handwerks und der Gewerbe (Bilder aus allen Betrieben). — Kauflust. VIII. Opserbereitschast. Bilder aus der Tätigkeit der NS.-Volkswohlfahrt — Pfundsammlung — Jeder trägt eine Plakette der NS.-Volkswohlfahrt — man klebt die Plakette an die Wohnungstür — Weihnachtsspenden — Weihnachtsfeier und Bescherung der SA. usw. IX. Oas Volk an Der Arbeit. Einzelbilder aus allen Berufszweigen: Der Gelehrte — Metallarbeiter — Setzer — Drucker — Schneider — Schuster — Klempner — Töpfer usw. usw. an der Arbeit. Wirtschaft. Frankfurter Börse. rNittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 19. Febr. Der Wochenbeginn brachte eine durchaus freundliche Grundhaltung und aufwärtsgehende Kurse. Zwar war die Nachfrage noch nicht allzu groß, immerhin genügten Momente, wie die erhöhten Umsätze beim Berliner Kassenverein, die freundliche Aufnahme des neuen Stillhalteabkommens in der Londoner City, der gesteigerte Stromverbrauch und verschiedene Meldungen über erhöhte Dividenden, um das Kursniveau überwiegend um 0,50 bis 1 o. H. zu steigern. Der Farbenkurs zog um 0,75 v. H., Th. Goldschmidt um 1,75 v. H. und Bekula um 1,5 v. H. an. Auch die übrigen Elektrowerte lagen freundlich, nur AEG. 0,25 v. H. gedrückt. Von den gleichfalls überwiegend befestigten Montanaktien gaben Stahlverein und Buderus je 0,25 v. H., Mansfelder 0,50 und Gelsenkirchen 0,75 v. H. nach. Am Derkehrs- markte waren Schiffahrtspapiere gut gehalten, Nordd. Lloyd sogar 0,75 v. H. fester. Auch Reichsbankanteile gewannen 0,75 v. H. Von den übrigen Werten erhöhten sich Zellstoff Waldhof und Aku um je 0,90 v. H., letztere auf den Rekordabsatz im Januar, während Daimler 0,50 v. H. und Cement Heidelberg 0,25 v. H. nachgaben. Der Rentenmarkt zeigte etwas lebhaftere Umsätze, von variablen Reichsanleihen eröffneten nur Altbesitz 0,25 v. H. niedriger, dagegen Neubesitz 10 Pf. und späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H. freundlicher, Stahlverein-Bonds plus 0,40 v. H. Besonderes Interesse lag für umgetauschte Dollar- Bonds vor, ferner für englische Tranchen deutscher Pfandbriefe, von denen Gemeinschaftstzruppe 2 v. H. gewannen. Von fremden Werten erhielt sich Nachfrage nach mexikanischen Anleihen, auch Anatolier lagen gefragt, und 1 v. H. fester. Der Verlauf brachte für Elektro- und Tarifwerte meist Abschwächungen, so verloren Elektr. Lieferungen 1,5 v. H., Felten 0,75 v. H., Gesfürel und Licht L Kraft je 0,75 v. H., während AEG. um 0,75 v. H. befestigt waren. Auch Elektr. Lieferungen später um 1 v. H. erholt, wie überhaupt der weitere Verlauf unter kleinen Schwankungen wieder überwiegend Kursbesserungen brachte. Sehr fest aus der erwähnten Ursache Ku.nstseideaktien, Aku nochmals plus 2 v. H., Bemberg plus 1,75 v. H. Farbenindustrie zogen um 0,25 auf 133 v. H. an. Der Kassamarkt lag überwiegend fester, besonders für Brauereiaktien hielt erhöhtes Interesse an. Der Rentenmarkt zeigte Altbesitz zunächst um 0,40 v. H. erholt, später jedoch wieder um 0,25 v. H. ab- bröckelnd, ebenso gaben Neubesitz ihren Anfangsgewinn von 10 Pf. ab. Goldpfandbriefe lagen im allgemeinen freundlich, während Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen sich oft nur knapp behaupten konnten. In Stadt- und Länderanleihen war das Geschäft ruhig bei geringen Abweichungen. Tagesgeld blieb zu 3,5 v. H. unverändert. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse blieb im Anschluß an den Mittagsverkehr freundlich gestimmt, größeres Geschäft konnte sich aber bei Eröffnung infolge des nur kleinen Ordereingangs noch nicht entwickeln. Im allgemeinen blieben die Berliner Schlußkurse gut behauptet, teilweise ergaben sich neue Besserungen bis zu 0,50 v. H., so bei Phönix, AKU., Licht & Kraft, Bekula und Deutsche Linoleum. IG. Farben setzten mit unverändert 133 v. H. ein, ebenso Daimler Motoren mit 45,50 o. H. Am Rentenmarkt waren umgetauschte Dollar-Bonds recht fest und etwa 0,25 bis 0,50 v. H. über den Mittagskursen, aber ebenfalls ohne nennenswerte Umsätze. Variable Reichsanleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen behauptet. Im Verlaufe blieb die Haltung freundlich, ohne daß jedoch eine Geschäftsbelebung eingetreten wäre. Neben einigen Montanpapieren waren Reichsbankanteile gesucht und 0,65 v. H. höher, auch AKU. zogen erneut 0,50 v. H. an, während Farbenindustrie und die übrigen Marktgebiete ruhig, aber behauptet lagen. Gesfürel unterschritten allerdings wieder die Parigrenze. Deutsche Anleihen fanden auch späterhin kaum Interesse, nur Schutzgebiete notierten etwas höher, woaegen sich Nachfrage nach Reichsmark-Anleihen erhielt. Von fremden Werten konnten sich 4 v. H. Schweizer Bundesbahn und 3,50 v. H. do. um je 1,50 v. H. auf 139 bzw. 133 v. H. befestigen. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,35, Altbesitzanleihe 96,50, 6 v. H. Stahloerein-Bonds 71, Schutzgebietsanleihe von 1913 bis 1914 9,40, Reichsbank 168,50, Gelsenkirchen 63,50, Mannesmann 67,75 bis 68,25, Phönix 50,50, Rheinstahl 91,75, Stahlverein 42,75, AKU. 49,50 bis 50, Bekula 128,75, Bemberg 48, Daimler 45,50, Scheideanstalt 180,25, Licht & Kraft 104,75, Deutsche Linoleum 48,25, IG. Farben 133, Gesfürel 99,75* Metallgesellschaft 76,40, Schuckert 104,50, Siemens 150,25, Reichsvahn-VA. 112,50, Hapag 29, Anatolier I und II 29,75. Srantfuvter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Febr. Auftrieb: Rinder insgesamt 1166 (gegen 1402 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 357 Ochsen, 98 Bullen, 373 Kühe und 338 Färsen, Kälber 508 (499), Schafe 67 (70), darunter 54 (63) Hammel, Schweine 4245 (3845). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26; Bullen a) 29, b) 27 bis 28, c) 25 bis 26, d) 22 bis 24; Kühe a) 28 bis 29, b) 24 bis 27, c) 19 bis 23, d) 13 bis 18; Färsen a) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26; Kälber, a) 44 bis 45, b) 38 bis 43, c) 31 bis 37, d) 24 bis 30; Lämmer und Hammel bl) 34 bis 35, c) 31 bis 33; Schafe f) 26 bis 28, g) 21 bis 25; Schweine a) 45 bis 48, b) 44 bis 48, c) 43 bis 47, d) 41 bis 46, e) 36 bis 44, g) Sauen 37 bis 43. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Ochsen und Kühe je 1 Mk., Kälber 1 bis 2 Mk., Schafe 1 Mk. an, während Schweine 1 bis 2 Mark nachgaben und Bullen und Färsen unverändert blieben. Marktoerlauf: Rinder mittelmäßig, nahezu ausverkauft. Kälber ruhig, Hammel und Schafe lebhaft, geräumt. Schweine schleppend, Ueberstand. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 617 Viertel Rindfleisch, 60 ganze Kälber, 22 ganze Schafe, 370 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 42 bis 50; Bullenfleisch 45 bis 50; Kuhfleisch II 34 bis 40, III 24 bis 30; Kalbfleisch II 60 bis 68, III 48 bis 60; Hammelfleisch 62 bis 70, Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes ruhig. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 19. Febr. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,85 bis 19,90 Mark, per Februar Bezirk 9 19,35, Bezirk 10 19,55, Bezirk 11 19,85; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,90 bis 17; per Februar Bezirk 8 16,60 bis 16,30, Bezirk 9 16,60 bis 16,30; Hafer (inländischer) 15,50 bis 15,75 (stetig); Sommergereft (inländische, Ausftichware über Notiz) 18 bis 18,50 (ruhig); Gerste (Pfälzer, Ausftichware über Notiz) 18 bis 18,50; Futtergerfte 17; Mais (La Plata, im Sack) 19,25 bis 19,50; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojaschrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14,50; Palmkuchen 15,25; Kokoskuchen 17,25; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 16,75; Malzkeime 14 bis 14,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9,75 bis 10; Rohmelasse ■8,50; Steffenschnitzel 11,25; Wiesenheu (loses) 6,20 bis 6,50; Rotkleeheu 6,60 bis 6,80; Luzernekleeheu 7,80 bis 8; Stroh, Preßftroh, Roggen-Weizen 2,20 bis 2,40, Hafer-Gerste 1,80 bis 2 (ruhig); geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40 (ruhig); Weizenmehl (Spezial 0, mit Austausch- weizen) per Februar 29,70, per März 30; Weizenmehl (Spezial 0, aus Jnlandweizen) per Februar 28,20, per März 28,50 (ruhig); Roggenmehl (70 v.H., norddeutsches, prompt) 22,50 bis 25 (ruhig); Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25 (ruhig); Weizenkleie (feine, mit Sack) 10,25, i (grobe, mit Sack) 10,75; Roggenkleie 10,50 bis 11,2d; Weizenfuttermehl 11,50; Roggenfuttermehl 11,50 bis 12 Weizennachmehl 15 bis 15,25; Weizennachmehl IVB 16,25 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Febr. Der Markt lag auf allen Gebieten sehr still. Das weiterhin schleppende Weizenmehlgeschäft verstimmt und lahmt die Unternehmungslust ganz allgemein. Das Angebot in Brotfrucht blieb stark, ganz besonders m thurmg. Weizen. Futtermittel neigten vereinzelt weiter zur Schwäche, besonders Weizenkleie und Biertreber. Es notierte Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in Mark): Weizen 195 bis 196; Roggen 172,50 bis 173; Braugerste 175 bis 177,50; Hafer 146 bis 148, Weizenmehl (Spez. 0, mit Austauschweizen) 29,40 bis 29,95, (ohne) 27,90 bis 28,45; Roggenmehl (0—60 v. H.) 23,50 bis 24, (sudd., Spez. 0) 24; Weizenkleie 10,15; Weizenfuttermehl 11,25 bis 11,50; Roggenkleie 10,50 bis 10,60; Sojaschrot 14,80 bis 15,25; Palmkuchen 15 bis 15,15; Erdnußkuchen 16 bis 17,20; Treber 16; Trockenschnitzel 9,80; Heu (südd.) 6 bis 6,40; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt ober gebündelt) 1,90 bis 2. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,50 Mark (unv.) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Reichstagung desNatwnalsozialistischen Lehrerbundes in Frankfurt. Fr an ksurt M., 19. Febr. em.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 6y8% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl..AbIöI..Schuld mit AuSlos.-Rechten .......... DeSgl. ohne AuSlol.-Rechte...... 6% ehern.8% Hess. BolkSstaat 1929 trückzahlb. 102%)........... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ........... 6V.% Aeff. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Staut........ vberhessen Provinz-Anleihe mtt Auelos.-Rechten ...... Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechlen 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 <% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bi» 1936 ehern. 4yt% Franks. Hyp.- Bank«Ltgu.«Psandbriefe....... 6Vi% ehern *y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpse. 6% ehern. 8% Pr. Landespfand. vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ebem. 7% Pr. LondeSpfand- vriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutich. Verrechnungskurs.. 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente..... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 *y,% deSgl. von 1913 ......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdabbahn-Anleihe Serie I..................... Schluß« für» Schlußk. Bbend« börse Schluß« furd Schlußf. Mittag» börse Datum 17.2. 192- 17-2. 19-2. 96 96,25 96,4 96,5 100 100 100 100 93 92,9 93 92,9 96,75 96,5 96,65 96,5 19,4 19,35 19,4 19,35 94 94 94 94 90,75 91 90,75 90,75 90 90,13 — — 92,5 93 — — 95 94,65 94,7 94,9 91,75 91,65 — — 91,25 91,5 — — 91,13 90,65 — — 92,25 92 — — 94 94 94 94 94 94 94 94 97,13 97,13 97,13 97,13 19,5 19 19,5 1,05 1,2 1,15 1,25 6,4 6,55 6,85 6,85 —• — 6,4 6,85 6,4 6,55 6,45 6,6 — 9,9 9,75 9,75 6,25 6,25 6,15 6,4 6,3 6,3 — — Frankfurt o.M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß» fürs Schlußk. Mittag» börse Datum 17-2. 19.2. 17.2. 19-2. 4% desgt. Serie 11 ....... 6 3 5% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4,9 5?05 4,9 $5,2 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7,25 7,25 7,5 7,8 4% Rumänische vereint). Rente .. 3,95 4,2 4,1 4,35 2%% Anatolier .............. 28,75 29,75 29,5 30,5 vamvurg-Amertka-Daket .... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampffchifs........o Norddeutscher Lloyd ........ o W-®. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Discont» Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. o ReichSbank ........ 12 L-E.G....................... Bekula................... 0 Slektr. LieferungSgesellschast6 Licht und Kraft ... 6 Felten L Guilleaume ....... 0 ikheinische Elektrizität ........ 5 Schlickert S Eo............. 5 Siemens L HalSke...........' 7 Lahmever L Eo.............‘10 tBubentf .................... Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener ............. 0 ßarvener ................q Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau . .......g Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klücknerwerke ...............0 Vianne4mann.su bren........0 28,75 29 28,9 28,65 — — 25,9 25,25 31,75 32,4 32,25 32,4 — 65,75 66,25 65,9 94,5 94,25 94 94,25 52,75 52,25 52,75 52,25 65,25 66 65,25 66 66,5 67 66,5 67 167,25 168,5 167,9 167,9 30,5 31 30,4 30,9 126 128,75 126,13 128,25 100,5 104 99 100,75 105,4 104,75 104 104,5 62 61,25 61,5 60,25 100,5 99,5 100,65 100,13 — — 94,5 — 104 104,5 104,5 105,13 149 150,25 149 150 116,75 117,5 117 118,25 80,5 80,25 80,25 80,5 110 110 HO 109,75 64,25 63,5 64,13 63,5 96 96 97 96,13 E— — 78 78 — — 143,5 118 117,5 118,5 117,75 65,75 66,75 66,5 67 67,65 68,25 68,13 68,25 _______________________________________________________________________________________________________________________________________________________1 Frankfurt a. 2JI. Berlin Schlußes Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mtnaa- börse Datum 17-2. 19.2- 17-2. 19.2. Mansfelder Bergbau .. » ä ä ■ e « « 0 38,75 37,75 39 37,9 Kokswerke .... 0 — — 90,5 90,65 Phönix Bergbau...... 0 49,75 50,5 49,75 50,4 Rheinische Braunkohlen 10 206,75 206,25 207,5 206 Rhein stahl ........ 0 91,13 91,75 91,65 91,9 Bereinigte Stahlwerke. 0 43 42,75 43,13 42,75 Otavi Minen ....... 0 15 15 14,9 14,75 Kaliwerke Aschersleben. 6 116,5 116 117 117 Kaliwerke Westeregeln . 5 117 116 117,25 117 Kallwerke Salzdetsurtb .....1V1 156 157 155,5 157,25 3. G. Yarben-Jnoustrte 7 132 133 132,5 133 Scheideanstalt........ 9 180,25 180,25 — — Goldschmidt ......... 0 58 59,75 59,5 60 RütgerSwerie ........ 0 57,25 57 57,25 57,13 Metallgesellschaft...... 0 75,9 76,4 76 76,4 Philipp Holzmann .... 0 70,5 70,75 71,75 70,75 Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. 0 90,5 90 0 98 100 Schultheis Payenhoser 0 — — 97,25 99,13 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 46 50 46,25 49,25 Bemberg ...... 0 45,75 48 46,25 47,9 Zellstoff Waldhos ..... 0 47 47,9 47 47,5 Zellstoff Aschasfenburg 0 37,4 37,75 37 37,75 Dessauer Gas ........ 7 —— —— • 21,9 122 Daimler Motoren..... 0 ' 46,25 45,5 46,13 45,5 Deutsche Linoleum .... ....... 0 48,5 48,25 48 48 Orenstetn & Koppel ... 0 — — 70,5 70 Leonhard Tietz ..... ....... 0 20,75 20 20,25 20,4 Lbade.............. 10 163 — 163 — Aerumulatoren-Fabrkk. ....... 0 181,5 182 182 182,75 Lonti-Gummt........ 0 155 155 153 154 ! Grttzner............. 0 27,4 28,65 1 27 29 1 Mainkraftwerke Höchst a.$L... 4 73,5 Süddeutscher Zucker 8 178,25 178,25 1 179 180 Deoijenmarfl Berlin — Frankfurt a jr 17-Februar IS-Febluar Amtliche Notieruna 2,855 12,885 12,955 12,985 Buenos Aires 0,650 0,654 0,650 0,654 Neuyork .... 2,522 2,528 2,527 2,533 Brüssel..... 58,37 58,49 58,44 58,56 Italien..... 21,96 22,00 22,00 22,04 Paris ...... 16,48 16,52 16,49 16,53 ccliweitz .... 80,85 81,01 80,82 80,92 Spanien.... 33,92 33,98 33,97 34,03 Danzig..... 81,57 81,73 81,62 81,78 Japan ...... 0,763 0,765 0,774 0,776 Rio de Ian. . 0,214 0,216 0,216 0,218 Ingoslawte». 5,664 5,676 5,664 5,676 ßhiahoe .... 11,74 11,76 11,79 11,81 Banknoten. Berlin, 19-Februar Geld Briel Amerikanische Noten.............. 2,48 2,50 Belgische Noten.................. 58,28 58,52 Dänische Noten ................. 57,58 57,82 Englische Noten ................. 12,91 12,97 Französische Noten............... 16,45 16,51 Holländische Noten............... 168,21 168,89 Italienische Noten................ 21,8 21,96 Norwegische Noten .............. 64,97 65,23 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... __ Schwedische Noten ............... 66,67 66,93 Schweizer Noten................. 80,64 80,96 Spanische Noten................. Ungarische Note» ................ 33,83 33,97 Er. 45 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Dienstag, 20. Zebruar 1934 Aus der Provinzialhauptstadt bem Flugzeug „Wölfchen". Handweberei mit tage erreichen in diesem einen Monat den ansehn- Ichen Betrag von annähernd 9 900 000 Mark. In Stand der Ausgrabungen im August 1933. In der Zeit vom 1. bis 31. Januar 1934 wurden ii Hessen 10 978 Anträge auf Bewilligung von Leichszuschüssen genehmigt. Die Summe der in Kiefer Zeit bewilligten Reichszuschüsse beträgt ins- jssamt rund 2 514 000 Mark. Die mit diesen Reichs- pschüssen dem hessischen Handwerk zugeführten Auf- Die Hitlerjugend hat seit ihrer Gründung im Jahre 1925 einen fanatischen Kampf um die Freiheit der deutschen Volkes in vorderster Linie geführt. In jenen Zeiten des Kampfes um die Macht, um die Verwirklichung der Idee des deutschen Sozialismus blieb nicht viel Zeit übrig, an die Durchführung großer, kultureller Veranstaltungen zu denken. Aber die Hitlerjugend ist sich immer klar darüber gewesen, daß dem großen Umschwung in politischer Hinsicht auch einmal der große Umbruch auf kulturellem Gebiet folgen mußte. Als revolutionäre Jugend des Führers, als deutsche Arbeiterjugend wissen wir ganz genau, daß dieser Umbruch auf kulturellem Gebiet niemals durch ein Zurückgreifen auf die kulturellen Güter vergangener Zeiten herbeigeführt werden kann, sondern einzig und allein durch das Schaffen neuer Kulturwerte, die unserer Zeit angepaßt sind und ihre Mittel aus unserer Zeit selbst schöpfen. Es ist immer eine Reaktion, wenn man, wie das leider heute so oft geschieht, auf die kulturellen Güter früherer Zeiten zurückgreift, und nun der staunenden Mitwelt allen Ernstes empfiehlt, sich mit den Lorbeeren, die sich andere Generationen erworben haben, zu schmücken. Wir stehen nicht an, zu erklären, daß diese vielleicht ganz gut gemeinte Gesinnung absolut nicht zu der bewußt revolutionären Haltung des jungen national-sozialistischen Menschen, der Neues schaffen will, passen kann. Die Hitler-Jugend ist eine moderne Jugendbewegung. Sie läßt ihre Gedanken nicht in die romantischen Gefilde früherer Zeiten schweifen, sondern sie blickt allein vor sich in die Zukunft. Glühende Nationalisten und fanatische Sozialisten (und das wollen wir sein) schauen nicht zurück, sondern stehen auf dem Boden der Tatsachen und holen sich ihre Ausdrucksmittel aus ihrer Umwelt. Deshalb scheinen uns (um nur ein Beispiel zu ter Zeit vom 15. Oktober 1933 bis 31. Januar 1934 v.urben 6 873 000 Mark Reichszuschüsse bewilligt, Diomit dem hessischen Handwerk über 27 805 000 Mk. Neuentdeckte Kulturen des eiszeitlichen Menschen im Odenwald Denkmalpflegers, Professor Dr. B e h n (Mainz), und der Bürgermeisterei Groß-Umstadt ermöglicht. Von den letzten Höhen des Odenwaldes hat man bei Groß-Umstadt einen weiten Blick in ebenes Gelände, eine Stelle, wie sie der altsteinzeitliche Mensch liebte, um sein Jagdgebiet immer vor Augen zu haben. Nachdem Oberflächenfunde zur Aufdeckung einer Kulturschicht unter Löß veranlaßten, zeigten Grabungen des Jahres 1933 überraschend, daß an einer Stelle nicht weniger als fünf verschiedene, gut getrennte Kulturschichten vorhanden sind. Immer wieder muß der Eiszeitmensch an die ihm günstig scheinenden Stellen zurückgekehrt sein, um hier seine Werkzeuge anzufertigen. In einst mächtigen Felsen, die er vielleicht auch als Unterschlupf benutzte, stand ihm, wie sonst nirgends im Odenwald, ein Rohmaterial in Form eines eigenartigen Grabungstechnik im Löß. Quarzites zur Verfügung. In Tausenden Dort Stücken liegen die Spuren der einsti- gen Tätigkeit auf den alten Werkplätzen noch vor uns. Hier und da finden sich noch große Blöcke, sorglich durch kleine Gesteine gestützt, die als Tische gedient haben. Gratartig zugerichtete Stücke, ebenfalls abgestützt, spielten bei der Werkzeugherstellung oder vielleicht auch der Fellbearbeitung, ähnlich wie in Treis a. d. L., eine uns noch unbekannte Rolle. Das schlecht zu bearbeitende Rohmaterial — sonst ist meist Feuerstein üblich — bedingt, daß schöne, dem Laien ohne weiteres einleuchtende Werkzeugtypen weniger in das Auge fallen. Gute und voll ausgearbeitete Werkzeuge waren bisher nicht zu erwarten, da noch keine Wohnstätten gefunden wurden, sondern nur ausgesprochene Werkplätze. Um so deutlicher wird aber in den fünf aufeinanderfolgenden Kulturschichten, wie man den Rohstoff immer mehr meistern lernte. In der ältesten bisher bekannten Schicht finden wir nur roh zugerichtete, große und derbe Stücke, denen sich in der darüberliegenden Schicht zwei kleinere zugesellen. In Schicht drei treten deutlich flache Abschläge auf, man hatte also gelernt, den Naturstein in beabsichtigte Stücke zu zerlegen. Die flach abspringenden Scherben konnten bessere Werkzeuge geben, als die vorher nur roh zugeschlagenen Artefakte. Lange Zeit ist dann, wie dem Fachmann eine darüber befindliche Lehmschicht zeigt, der Mensch an dieser Stelle nicht gewesen. Als er sich nun hier aufs Reue niederließ, um Werkzeuge herzustellen, was seine Kultur eine viel höhere geworden; das zeigt uns das sorgfältig ausgewählte und feinere Steinmaterial und das Auftreten von sogenannten Klingen, spanartig heruntergeschlagene Quarzitstücke. Vielleicht gehört diese Kultur schon dem jüngeren Teil der Altsteinzeit an, als der Mensch, ausweislich der an anderen Stellen gefundenen Skelettreste, in seinem Aussehen dem gegenwärtigen Menschen schon stark ähneste. In der höchsten, fünften Schicht, die auch mancherlei umgelagerte und verschwenrmte Stücke Stud. rer. nat. Otto Dölsing (Vierter von rechts) inmitten der Arbeiter, die bei den Ausgrabungen behilflich waren. erwähnen) die heutigen Baumittel, wie Stahl, Glas, Beton als sehr wohl geeignet, kulturell wertvolles daraus zu schaffen. Aus diesen Gründen stehen wir auch der modernen Kunst absolut wohlwollend und fördernd gegenüber. Deshalb sehen wir auch in dem oftmals so heftig angefeindeten Sprechchor und den anderen Abarten des chorifchen Spiels sehr wohl ein Ausdrucksmittel, das in unsere heutige Zeit hineinpaßt. Wir sind der festen Ueberzeuguna, daß es einmal der deutschen Jugend gelingen wird, auf allen Gebieten, mit neuen Mitteln, Neues zu schaffen und so die Wegbereiterin zur Schaffung neuer Kulturgüter zu fein. Am Sonntag, 25. Februar, 20 Uhr, veranstaltet die Hitler-Jugend des Bannes 116, gemeinsam mit dem deutschen Jungvolk, im Cafe Leib eine Kul - turveranstaltung „Feierstunde der jungen N a ti 0 n", in der diesem revolutionären Wollen auf kulturellem Gebiet Ausdruck gegeben werden soll. Der Oberbannführer des Oberbannes IV/13 Oberheffen, Walter Blumenröder, und der Gebietsführer des Gebietes Hessen-Nassau der HI. Walter Kramer, M.d. R., werden persönlich anwesend sein und das Wort ergreifen. Auf neuen Wegen wollen wir ein glühendes Bekenntnis zur deutschen Kultur und zum national-sozialistischen Staat ablegen und so darauf hinwirken, daß die Hitler-Jugend auch wirklich zur Kulturträgerin des erwachten Deutschlands wird. Programme, die gleichzeitig als Eintrittskarten gelten, sind ab Dienstag, 20. Februar, im Straßenhandel zu haben. Außerdem selbstverständlich an der Abendkasse. (Preis 30 Pf.) Erwerbslofe, Invaliden, Sozial- und Kleinrentner zahlen gegen Dorzeigen eines Ausweises die Hälfte Das Erwachen der Seele. Der Kulturfilm „Das Erwachen der Seele" wird »on der Landesfilmftelle Südweft der NSDAP. Innerhalb der NS.-Frauenschaft vorgeführt. Dieser Film stellt die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes bis zum 4.Lebensjahr in klarer mb dabei ansprechender Weise dar. Es ist besonders wichtig, daß es geglückt ist, die Aufnahmen zu wachen, ohne daß sich die Kinder beobachtet wußten. Alles ist daher empfindungsvoller, ungekünstelter Ausdruck. Den Gesichtsausdruck des Kindes sollten wir viel wehr zu deuten suchen, als es die Erzieher iln allgemeinen tun. Sehr vieles, was das kleine Kind aicht sagen kann oder will, kann man aus feinem Verhalten entnehmen. Wer zu lesen versteht, was 6 ie Augen eines Kindes sagen, was ein Zucken Isiner Mundwinkel, ein Zusammenziehen seiner ötirne bedeutet, kommt seinem Innenleben sicherlich nn vieles näher. Wenn wir bei diesen Filmaufnahmen nur die Lichtseiten des Kindeslebens sehen, so wird dies vor : llem zwei Gründe haben: Solch ein Film, der die Zeschauer ansprechen und bei dem die Bildwirkung bas Interesse für die Seele des Kindes erwecken soll, 7iuß das Bild vornehmlich von feiner liebenswerten Seite zeigen. Auch lassen sich die Schattenseiten lies kindlichen Seelenlebens, seine tiefen Aengste, »ine Gefühlsnöte — Eifersucht, Haß, Wut u. a. m. - schwerer bildlich erfassen. Wir wollen auf diesen cheinbaren Mangel Hinweisen, weil man die Gefahr nicht übersehen darf, die darin liegt, daß das Binberleben zu rosig unb ungetrübt hingestellt wirb. Vie Erfahrung hat uns gelehrt, wieviel seelisches Leib auch bas kleine Kinb schon burchlebt, unb es it nicht gut, wenn Eltern unb Erzieher bies verliessen. Der Grunbgebanke, baß zwischen ber Entwicklung ber Seele unb bes Körpers innige Beziehungen testehen, beherrscht ben Film in seinem ganzen Verlauf. Oie Auswirkung des Arbeitsbeschaffungsprogramms in Hessen. beutfamen Funbe bei Groß-Umstabt auf Grunb ber beiben Vorträge folgenbes zu berichten: Nur wenige Stellen im Bereich des Gaues Hessen-Nassau verraten uns bie Anwesenheit bes Menschen ber älteren Steinzeit, ber seine Steinwerkzeuge nur durch Behauen formte. Norddeutschland lag damals bis an den Rand der Mittelgebirge, ebenso wie die Alpen, unter einer mächtigen Eisdecke begraben. Von den Höhen des Riesengebirges, des Harzes, des Schwarzwaldes unb anderer Mittelgebirge erstreckten sich Gletscher talabwärts. Im Zwischengebiet breitete sich eine steppenähnliche, winddurchbrauste Landschaft aus, die nur im höhlenreichen, süddeutschen Juragebiet eine reichere Besiedlung ermöglichte. Wo die Höhlen zurücktraten und der Mensch gezwungen wurde, sich zumeist im freien Gelände aufzuhalten, hat es sich nur um einzelne, nomadisierende Jägerhorden gehandelt, die von Ort zu Ort zogen und daher nur selten Spuren hinterließen. Daher zeigen fast alle bisher bekannten Fundstellen des eiszeitlichen Menschen unserer Gegend nur je eine einzige Kulturschicht, wie Andernach, Metternich, Rhens, Linsenberg und Wallertheim bei Mainz, Lämmerspiel bei Offenbach. Nur Treis a. d. L. zeigt zwei unb Steeben a. b. Lahn brei Kulturschichten. Einen wesentlichen Fortschritt zur Erkenntnis bebeuten bie neuen Funbe von Groß-Umstabt, bie vorläufig auf 150 000 bis 175 000 Jahre vor ber Gegenwart anzusehen sind. Sie würben 1929 von stud. rer. nat. Otto Völ- Sing gemacht unb seither von biesem, unter peinlichster Beobachtung ber Fachregeln, gehoben. Die Ausgrabungen würben durch Unterstützung ber Gießener Hochschulgesellschaft, des rheinhejsischen In einem fesselnben Vortrage, ber gestern abenb im Kolloquium bes Geologischen Instituts vor einem ansehnlichen Kreis von Gästen aehalten mürbe, berichteten stud. rer. nat. Otto Völzing unb ber Direktor bes Geologischen Instituts Professor Dr. Harrassowitz über „Neuentbeckte Kulturen bes eiszeitlichen Menschen im Obenwalb". Nach kurzen Einführungsworten von Prof. Dr. Harrassowitz schilberte stud. rer. nat. Völ - zing anhanb von guten Lichtbilbern ben Verlauf unb bie bisherigen Ergebnisse ber unter seiner Aussicht vorgenommenen Ausgrabungen bei Groß- Umstabt. Die Zuhörer gewannen habet ben Eindruck, daß es sich bei ber Aufbeckung bieser Funb- stätte um eine besonbers interessante Sache ber wissenschaftlichen Forschung hanbelt, für beren Erschließung bisher schon unb auch weiterhin mit Recht menschliche Kraft unb Gelbmittel nutzbar gemacht worben find unb werben. Im Anschluß an bie auf bie Funbstätte beschränkten Darlegungen bes Herrn Völzing gab Prof. Dr. Harrassowitz anhanb einer kleinen Auslese von Umstabter Funbstücken, bie nicht einmal bie besten Stücke barstellten (biese sinb in Groß-Umstabt in einer Ausstellung vereinigt), unb unter Hinzunahme von Dergleichs- material aus ben früheren Funben bei Treis an ber ßumba unb aus Grabungen in Frankreich einen interessanten Ueberblick über bie ver- schiebenen Verfahren unserer Altvorberen bei ber Herstellung ber als Werkzeuge ober Waffen ver- roanbten Steine, sowie über bie Bebeutung der Funde für bie geologische Wissenschaft. Beiben Vorträgen folgten bie Zuhörer mit gespannter Aufmerksamkeit, ihre bankbare Anerkennung für bie lehrreiche Stunbe brachten sie mit lebhaftem Beifall zum Ausdruck. Zusammenfaffend ist über die be» Oie Lehrlingschast in der Kraftfahrzeug-Innung. Von ber Kraftfahrzeug-Innung Gießen wirb uns berichtet: Nicht Gegensätzlichkeit, wie bisher, sonbern Gemeinschaftsgeist ist ber Grunbgebanke, auf bem bie neue Orbnung aufgebaut ist. In ber Erkenntnis, baß gerabe auch im Hanbwerksbetrieb Lehrling, Geselle unb Meister eine auf Gebeih unb Verberb ver- bunbene Schicksalsgemeinschaft barstellen, rief ber Jnnungsführer ber Kraftfahrzeug-Innung, Obermeister Ernst A ß m a n n , bie Lehrlinge ber hiesigen Kraftfahrzeug-Reparaturwerkstätten bieser Tage zur Bilbung einer Lehrlingschaft zusammen. Der Hauptzweck ber Lehrlingschaft soll bie Erziehung ber jungen Volksgenossen zu gegenseitiger Achtung vor Meister unb Gesellen sein. Neben bieser persönlichen Erziehung soll auch besonbers bas Wissen unb Können ber Lehrlinge burch technische Vorträge — außer bem regelmäßigen Besuch ber Fachschulen — tatkräftig geförbert werben. Der Vorsitzenbe ber Hanbwerkskammer-Nebenstelle Gießen, Pg. S t ü h l e r, ermahnte bie versammelten Lehrlinge zu treuer Gefolgschaft gegenüber ihrem Jnnungsführer, ber nur um ihr Bestes bemüht fei. Zum Obmann ber Lehrlingschaft würbe ber Lehrling Willi Dönges bestimmt. Mit einem einbringlichen Appell an Die Lehrlingschaft zur un= errnüblichen Mitarbeit an ihrer eigenen Ertüchtigung schloß Jnnungsführer Ernst Aßrnann bie Versammlung. Vornotizen. — Tageskalender fürDienstag: Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Branbplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Revolution ber Jugenb". — Neue Aula, 20.15 Uhr, unter dem Protektorat Sr. Magnifizenz des Rektors zu Gunsten der studentischen Fürsorge Lichtbilder-Dortrag des Kapitäns S ch m e h l über „Die 15monatige Fahrt des Hilfskreuzers „Wolf" Schloß Westerburg, Cafs Ebel, 11 bis 19 Uhr, Hand- gewebe-Ausftellung. — Aus bem Stabttheaterbüro. Morgen abenb zum erstenmal bas Trauerspiel „Julius Caesar" von Shakespeare untei ber Spielleitung bes Jntenbanten. (Siehe heutige Anzeige.) ** Berufung zur volkspolitischen Arbeit. Stubienrat Dr. Friebrich König (Gießen) würbe von bem Oberbürgermeister ber Lan- beshauptstabt Stuttgart Dr. Str öl in in ben Wissenschaftlichen Rat bes Deutschen Aus- lanbsinstituts in Stuttgart berufen. Dr.König gehört bereits bem Volksbeutschen Ausschuß bes Volksbunbes für bas Deutschtum im Auslanb in Berlin an. ** Jubiläum. Heute kann ber Reise-Direktor Lubwig Engelharbt, Alicenstraße 35, auf eine 25jährige Reisetätigkeit bei ber Firma G. L. Eber- harbt, Bäckereimaschinen-Fabrik, in Halle a. b. S. zurückblicken. ** Die Ablieferung von Büchern ber Univerfitäts-Bibliothek betrifft eine Bekanntmachung der Bibliotheksdirektion im heutigen Anzeigenteil, auf bie besonbers hingewiesen sei. ** D i e Gesellenprüfung im Maler- u n b Weißbinder-Hanbwerk im Kreise Gießen betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte, bie ben interessierten Kreisen zur Beachtung empfohlen sei. ** Sterbefälle in Gießen. In ber Zelt vom 1. bis 15. Februar verstürben in Gießen: 4. Februar: Georg Renker, Oberpostschaffner i. R., 69 Jahre alt, Crebnerstraße 6; Heinrich Schalch, Reichsbahn-Assistent i. R., 62 Jahre alt, Wetzlarer Weg 61. — 6.: Wilhelmine Christine Dunkel, geb. Le sch, 70 Jahre alt, Anneröber Weg 32. — 9.: Katharina Vomenb, geb. Preis, Witwe, 57 Jahre alt, Kaiseralle 58. — 10.: Elisabeth Vollanb, geb. Schäfer, 61 Jahre alt, Robheimer Straße 51. — 11.: Heinrich Werner, ohne Beruf, 74 Jahre alt, Bahnhofstraße 27; Anna Becker, geb. Bauer, 79 Jahre alt, Steinstraße 67. — 12.: Anna Rohrbach, geb. Wahl, 58 Jahre alt, Katharinengasse 15. — 13.: Elisabeth Herrmann, geb. Kunz, 66 Jahre alt, Wil- helmstraße 36. — 14. Johannes Blei, Lanbwirt, 57 Jahre alt, Leihgesterner Weg 118. Die Hitlerjugend als Wegbereiterin zur Schaffung neuer Kulturwerte! Von Walter Krönimelbein, Leiter der Abteilung S (Schulung und Kulturarbeit) im Stabe des Vannes 116. Aufträge zugeführt worden sinb. NSDAP. Gießen. Nächsten Donnerstag, 22. Februar, 20 Uhr be- 1 rnnenb, im Cafö Leib öffentliche Kunbgebung aller 6'ießener Ortsgruppen ber NSDAP. An ber Kunb- ' (»bung nehmen auch bie Unterorganisationen teil, iebner: ©aupropaganbaleiter Pg. Müller-Schelb. Kaffenhygienischer Fortbildungskurs»«« Der zweite Tag bes Rassenhygienischen Fortbil- dungskursus im NS.-Aerztebunb begann am Sonn- ' I: g mit einem Vortrag bes Pg. Professor Dr. ( taeminler - Chemnitz über ben „Geburten- lüürfgang, seine Ursachen unb seine B e- Iri m p f u n g". Staemmler ist als alter Nationalsozia- Ifft unb rassenhygienischer Kämpfer schon lange in beutschlanb bekannt. Seine von innerem Feuer, !,erantwortungsbewußtsein unb Bekennermut getragnen Ausführungen fesselten ben Hörerkreis vor dlem burch ihre Überzeugungskraft. Besonbers ein- teucksvoll war fein Hinweis auf bie Tatsache, baß Ins Ein- unb Zweikiixbersystem gerabe in ben sozial r-hobenen unb sog. gebilbeten Kreisen angefangen h:t unb bann von ben anberen Bevölkerungsschichten mchgeahmt worben ist. Staemmler geißelte biese ^»atsache als eine ber Ichsucht entsprungene Pflicht- r rgessenheit bem Volksganzen gegenüber, als bas „Verbrechen bes Akabemikers". Das Entscheidenbe jfi bie Tat, bas Beispiel unb bas Pflichtbewußtsein. Am Nachmittag sprach Pg. Dr. Kranz- Gießen, Id er „Die Jubenfrage unb bie Rassenmischung", her Rebner gab zuerst eine Erklärung bes Rasse- hgriffs, wobei er hervorhob, baß bie rein naturwissenschaftliche Definition nicht ausreichenb sei. 3iad)bem er weiterhin gezeigt hatte, baß ber Wert euer Rasse stets ein relativer unb nur für bie be- txffenbe völkische Eigenart ein absoluter sei, zeigte e bie Notwenbigkeit ber Förberung unseres nor- dsschen Erbguts, an bas unsere völkische Wesensart, unsere kulturellen Leistungen unb unsere Sen- bnng als Volk im Abenblanbe unzertrennlich gebunden sinb. Nachbem er bas rassenseelische Moment d r Jubenfrage besonbers beleuchtet hatte, behan- d lte er bie Gefahren ber Rassenmifchung unb Der» viies auf bie Senbung bes Führers unb die großen imb verpflichtenden Aufgaben, bie gerabe uns Deut» fuen als ber ersten rassisch erwachten Nation im Nahmen ber abenblänbischen Völker für bie Zu- tinft gestellt worben sinb. Den Abschluß ber ersten beiben Kurstage bilbete b:r Vortrag von Dr. Schmibt - Mainz, bem es q iang, über bas schwierige Thema ber „Rassen- Pelenfunbe" einen kurzen unb allgemein Der» stönblichen Ueberblkf zu geben. Er zeigte, baß bei d r Feststellung bes Rasseseelenbilbes bie Verhalt- || nlffe schwieriger liegen, als bei ber Feststellung ber körperlichen Merkmalbilber unb baß man mit ben Glichen naturwissenschaftlich-exakten Methoben unb Isftobjetten, Jntelligenzprufungen usw. nicht weiter fimmen könne. Bei ben großen geschichtlichen Er- enniffen unb Reoolutionen, wie m den Befreiungs- ?üegen, bem Kriege Don 1870/71 unb bem beginn d s Weltkrieges hat es sich um em Aufflackern ber norbifdjen Rassenseele gehanbelt. Die als Ausbruck dir norbischen Rassenseele in ber nationalsozialistischen Revolution emporlobernbe Flamme zu erhal- tm, fei Pflicht ber beutfchen Nation. Wenn in früheren Zeiten bei Vortragen, bie non mrschiebenen Wissenschaftlern gehalten würben, nicht st'ten gegensätzliche Anschauungen vertreten wurden unb in ber Lage waren, Verwirrung unter den Zuhöhrern anzurichten, so zog hier burch alle Vor- fiüge ber beiben Kurstage bie auf ben ewigen Ge- |u 2000 M. 5542 26507 233398 237688 268398 262605 342081 14 «etomne ,u 1000 M. 29481 129378 301795 319874 322331 347860 66 Gewinne zu 600 W. 8545 17337 44002 64646 112531 132975 138271 189215 202960 226851 240561 242181 256939 257233 285077 287646 306723 308173 313739 316080 322124 328579 340306 360532 362433 362647 389031 400 Gewinne zu 300 M. 3798 13255 13761 16976 19724 20299 29699 30766 32119 33320 33843 36166 36315 36395 37702 39841 41306 41387 41512 47816 52184 64022 55318 68115 59129 60730 68064 72000 73674 76844 77682 77864 79499 82739 82957 84050 86341 89474 94062 95293 96126 100985 108585 110360 111906 112115 112120 *•20445 120485 122105 122923 124930 126636 127129 127883 129637 130749 138982 141132 143693 143736 144674 147690 149718 152800 153772 163853 162608 165722 165820 168121 168992 173239 177379 182415 186271 188324 191227 196341 197557 200887 202053 205717 206885 207926 215474 218291 224339 226684 227886 229702 235088 237305 239454 240204 240683 242727 246343 249620 249560 254100 255009 262443 263838 266169 266932 267230 269140 269744 271683 276573 278805 285100 287911 288789 294249 295667 299397 299774 301321 302676 305020 310185 311365 314225 314507 316936 321393 322220 322459 323651 325106 338869 339083 341438 343462 346003 349631 349637 350015 351029 351781 356028 356283 356326 357272 357294 359038 360274 361167 361298 366129 369051 370680 370903 371208 371366 378964 379191 379531 380424 381116 386369 393438 395061 395498 396440 395231 233228 368469 168667 34263 169455 247488 307026 333565 392102 13614 31231 37334 48370 65270 78959 86162 105882 112214 125207 136677 144735 159833 170048 190187 202797 222837 236951 246319 260661 267984 282407 299284 308505 320698 333120 346231 354307 358142 368967 373443 383065 398540 17. Februar 1934 9. Ziehungstag 20 Tagespramien. 111796 127481 143662 162190 173965 188849 216562 226384 242924 256776 265086 279648 291505 309394 321132 338036 347403 355609 368603 380055 392885 111996 133569 149515 163043 177758 203299 218278 226801 246702 257570 270356 286809 303983 317882 330826 338305 351271 359390 371308 381256 395755 140159 158066 165925 180286 206730 222171 227562 247398 259629 273591 288931 305100 319123 335118 339196 352884 362428 376461 386367 111966 128999 147292 162372 176624 195272 217160 226635 244136 257489 266291 281357 291544 312403 324538 338255 347609 355670 369352 380831 395349 340507 106538 90391 314058 19554 132253 137532 152089 165243 178166 205361 218976 227410 247320 258475 272694 288477 304181 318633 333691 338985 351442 361659 371964 385703 379554 224892 113412 353810 32116 158925 284581 364544 18083 27445 51501 73067 109579 125549 143612 160493 167236 184566 207408 225554 228482 249233 263349 273602 289992 307915 320907 336245 347378 354701 363081 378370 388535 39045 19582 88994 291270 6966 121118 228050 275876 350081 360150 14887 18040 6 Gewinn« zu 3000 W. 6 Gewinne zu 2000 M. 18 Gewinne xu 1000 M. 113670 115264 159611 42 Gewinne zu 500 M. 64310 77610 112161 196059 197524 204299 328187 344388 347493 20179 54865 62596 87927 142540 194501 290991 345239 350117 382121 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu |e 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 308 Gewinne zu 300 W. ----- 19865 20719 22345 22403 22812 24990 27472 31427 35619 46190 46383 49336 52631 58615 60517 62020 67553 69464 81723 82104 88691 90737 98999 105514 ------ ------ ------ 116035 124896 tim-; setzt Oie Serie seiner Siege im Jahre 1934 fort ^jn^astwagen TL.fi DETEN PERSONEN HOHNgH BRON2E-MEDA1LLE + Tr-niDENE.^SlLBERNE, j. WINTER-WETTBEWERB DES NSKK U. DD A C OBERSTAUFFEN, 5. BIS 10. FEBRUAR 1954 ADLERWERKE V O R M . HEINRICH KLEYER A. G. . FRANKFURT AM MAIN Vertreter: Heinrich Wegener, Frankfurter Straße 45, Telephon 4120 I0S9V Leuchtender Signalstab für Bünde 9JL~fport ♦ tel 2ii rusch vorbei I055D r« Becker. L b 138 126 40 6 2 8 11 9 4 1,71 5,37 7,76 7. Schneiderkursus 8. Weißnähkursus r 9. Stickkursus. 48,09 71,81 33,49 6,99 3,43 er 2- no 2. lb- 3. 2a- 4. 2b- 5. 3a- 6. 3b- Je besser der Leckerbissen, schmeckt, desto rascher wird er genossen, desto früher ist das ‘Vergnügen vorbei!... Reim .Rauchen aber muss es nicht so sein das dicke, runde frssjormat der ausgezeichneten ,/0SAV\nr6 verlängert den köstlichen (genussden sie bietet, und macht das Rauchen zu einem lange dauernden ‘Vergnügen! d n 3 ei 0 lie an nn le' m fr bi G 14 lei lic li L be 4 Et toll bet °9 fib e> oo be <0( bei eir fei t>k Ab tiu bis ft' 5t Id Der neue Stab, der den Blinden größte Sicherheit im nächtlichen Verkehr gewährt. Die gelbe Scheibe weist drei schwarze Punkte, das bekannte Blindem abzeichen, auf und wird bei Dunkelheit durch eine in dem Stab untergebrachte Batterie erleuchtet. im lieh Ichr Ae SUiee-SchuIe Bad) Ortern beginnen nene Lehrgänge 1.2jäbriges Seminar zur Ausbil- duna von Hauswirtsckafts- und Nadelarbeits'Lebrerinnen; 2. Turnlehrerinnen-Seminar; 3. Abiturientinnenkursus(V-iahr.); 4. Haushaltungsschule (einjährig und '/riäbrig); 5. Fachschule (2jährig)i 6. Kochschule? Bei gleicher Qualität und gleicher technischer Vollkommenheit jetzt nur 2 500 RM Für diesen niedrigen Preis erhalten Sie einen HANOMAG Viersitzer 23 f*S m.Ein-Druck-Zentralschmie- rung, hydraulischer Vierradbremse, robust.Tiefrahmen, autom. Starter, Nelson-Boh- nalite - Kolben, Ganzstahl- Karosse usw. durch die Hanomag-Generalvertretung Autobedarf Wagener Gießen . Fernspr. 4120 ____________________1054 D______________ ’ 3. Hallen - Handball-Turnier der Gießener Turnerschast. Die Gießener Turnerschaft veranstaltet am 15. April in Gießen das 3. Hallen-Handball-Turnier. Diesmal werden sich wieder Mannschaften der DT. sowie die der DSB. im Wettbewerb gegenüberstehen. Die Spiele werden in zwei Gruppen ausgetragen. Die Meister werden in Vor-, Zwischen- und Endrunden ermittelt. Die Oberleitung des Turniers liegt in Händen der Spielwarte Strack und Becker der beiden Gießener Turnvereine. Wahrscheinlich wird ein Teil der Spiele schon am Vormittag ausgetragen werden müssen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 II. — Turn- und Sportverein Naunheim I. 4:3 (1:1). Der ehemalige Bezirksmeister erlitt im Meisterschaftskamps dieser Saison die erste Niederlage. 1900'5 Reserven siegten nach einem prachtvollen Kampf verdient. Noch im Vorspiel in Naunheim unterlag 1900*5 zweite Elf mit 12:2 Toren und selbst die Ligamannschaft mußte dort in schwacher Aufstellung eine 7:1-Niederlage hinnehmen. Beiderseits war einiger Ersatz in den Spielreihen, der sich aber gut einfügte. Naunheim hatte die Starke in der Abwehr und den beiden gefährlichen Flügel- stürmern. Bei den hiesigen war Letsch im Tor sehr gut. Das Bollwerk in der Elf bildeten die beiden alten routinierten Verteidiger Karl Schneider und Jäckel. Die Läuferreihe war eifrig, jedoch im Aufbau nicht immer zweckmäßig. Im Angriff waren Wilhelmi und der junge Hofmann die treibenden Kräfte. Hofmann schoß übrigens drei Treffer. Der Platzverein begann mit 10 Mann, da Koch, dienstlich verspätet, nicht zur Stelle war. Nach etwa 20 Minuten trat dann Arnold II. dafür ein. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Naunheim versuchte schnell die Entscheidung zu erzwingen, kam aber lange Zeit nicht zum Erfolg. Ein schneller Vorstoß des Gästelinksaußen, mit überraschendem Schuß, brachte Naunheim mit 1:0 in Führung. Hofmann glich aber noch vor dem Seitenwechsel auf Vorlage von Wilhelmi aus. Auch nach der Pause war das Spiel sehr wechsel- voll. Ein Treffer vyn Hofmann wurde wegen Abseits nicht gewertet. Sein nächster brachte aber die Gießener in Führung. Durch einen unerwarteten Vorstoß in der Mitte stellte der Gast die Partie wieder Remis. Unermüdlich wurde das Spiel weiter geführt. Mit schönem Schrägschuß riß der Linksaußen Schomber die Führung wieder an 1900. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters ergab nochmals den Gleichstand. Ein Schuß von rechts war am Posten abgeprallt und hatte dabei gar nicht die Linie überschritten. Die hiesigen ließen aber nicht den Kops hängen, sondern gingen entschlossen zum Endspurt über. Ein famoser Durchlauf mit flacher Heremgabe von Wilhelmi lenkte Hofmann kurz entschlossen zum Siegestreffer der Gießener ein. Das spannende Spiel war außerordentlich fair. „Adler" Hausen — 1900 III. 3:2 Die Gießener verscherzten sich alle Gewinnchancen, indem sie nicht komplett antraten. Das Tressen war trotzdem ausgeglichen. Die Entscheidung fiel er" durch einen Elfmeter. Die Spielleitung hatte m Ermangelung eines Neutralen H. Schneider (1900- Gießen) übernommen. Sportverein 1920 Heuchelheim Sportverein 1920 I — Leihgestern I 1:5. Die Einheimischen verloren mit viel Pech das Spiel unverdient hoch. Unzählige sichere Torchancen wurden vorbeigeschossen. Trotzdem mußten die Punkte in Heuchelheim bleiben, wenn der Sturm und die beiden Außenläufer das Spiel zeigten, das man von ihnen gewohnt ist. Das Spiel wurde fast bridge wieder heißer Favorit und es wird allgemein damit gerechnet, daß die „Hellblauen" auch den bevorstehenden 86. Kampf zu ihren Gunsten entscheiden werden. Cambridge mürbe damit seinen 45. und gleichzeitig elften Sieg in ununterbrochener Reihenfolge feiern können, während es Oxford bisher nur auf 40 Erfolge brachte, nachdem eine Begegnung im Jahre 1877 in totem Rennen endete. Kurze Gportnotizeu. Der „W e l t m e i st e r f ch a f t s k a m p f" bet Berufstennisspieler zwischen Vines und Tilden ist jetzt nach 19 Begegnungen beendet worden. Bims brachte das letzte Treffen mit 9:7, 6:1, 6:1 leicht an sich und blieb demnach mit 10:9 Erfolgen Sieger. Offizieller Weltmeister der Berufsspieler ist aber immer noch der Nürnberger Hans Nüßlein. Jeweils mit 2:7 verlor die deutsche Fechter- Mannschaft gegen Ungarn und Italien beim Internationalen Fechtturnier in San Remo. Die deutsche Vertretung setzte sich aus Casmir und Jörger-Frank- furt sowie Heim-Offenbach zusammen. B e c c a l i, das italienische Laufwunder, hat von seinem Verband für das am 4. März im Berliner Sportpalast stattfindende Hallensportfest Starterlaubnis erhalten. Eine polnische Fußballmannschall wird demnächst auf Wunsch des polnischen Generalkonsuls in Westfalen einige Spiele austragen Beim Dortmunder Hallensportfest gewann Borchmeyer einen Sprinter-Dreikamps sicher mit 17 Punkten vor Killing -Dortmund. Der Fußballkampf Nordfrankreich- Westdeutschland endete in Lille mit einem Unentschieden von 3 :3, nachdem die Franzosen bei der Pause noch 2 :1 geführt hatten. Zelt-Evangeliit Krupka spricht bis einschließl. Mittwoch, den 21. Februar, nachmittags 3V2 und abends 8*/2 Uhr, in der Evangelischen Stadtmission. 0893 Kiefern-Stämme 1. la°Klasse 1 Stück 0,14 FD- ausnahmslos in der Hälfte des Gegners ausgetra- gen. Das Eckenverhältnis 14:3 spricht dafür. Der . Tormann mußte einige Bälle bestimmt halten. Der . beste Mann auf dem Platz war der Mittelläufer Heuchelheims. Die Gäste machten ab und zu blitzschnelle Durchbrüche und schossen hierbei die fünf Treffer, was nicht zuletzt auf die Unentschlossenheit der einheimischen Verteidigung zurückzuführen ist. Leihgestern gefiel durch feinen großen Eifer. Sei 2. Mannschaft schlug die 1. Mannschaft von Waldgirmes bei einem ansprechenden Spiel erwartungsgemäß mit 3:1 Toren. Die 1. Jugend-Mannschaft verlor gegen die körperlich stärkeren Gaste (1900 Gießen) mit 6:1 Toren. Pflichtspiele im Gau Südwest und in Bayern. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — FK. Pirmasens 3:3; FSV. Mainz 05 — Eintracht Frankfurt 7:2; Kickers Offenbach — Phönix Ludwigshafen 0:0; Bor. Neunkirchen — AO. Worms 3:1; Sportfreunde Saarbrücken — Wormatia Worms 1:2. Gau Bayern: l.FC. Nürnberg — Spvgg. Fürth 3:2; Bayern München — Wacker München 5:0; FC. München — FC. Bayreuth verlegt; Jahn Regensburg — 1860 München 1:2; Würzburg 04 — Schwaben Augsburg 1:2; ASV. Nürnberg — Schweinfurt 05 (Sa.) 2:3. Handball im Gau XII der OT. Wißmar — Ruttershausen 3:5 (2:2). Tvgg. Ruttershausen Gruppenmeister der B.= Klasse. Beide Mannschaften lagen in dieser Gruppe punktgleich an der Spitze. Das hierdurch nötig gewordene Entscheidungsspiel um den Meister fand vergangenen Sonntag auf dem Platz des Turnvereins Lollar statt. Leider waren die Platzverhältnisse zu diesem wichtigen Spiel nicht die besten und ließen daher auch keine allzu großen Leistungen erhoffen. Der Kampf war trotzdem jederzeit spannend und mitunter auch recht hart, die Grenzen des Erlaubten wurden oft gestreift, trotzdem der Schiedsrichter gut leitete. Ruttershausen hatte etwas mehr vom Spiel, konnte aber nicht verhindern, daß der Gegner bald mit einem Tor führte. Der Ausgleich fiel bald und brachte in der Folgezeit Ruttershausen immer mehr ins Spiel. Jedoch plazierte der Sturm die Schüsse zu ungenau und ließ hierdurch eine ganze Anzahl Chancen unausgenützt. Im Gegensatz hierzu versuchte Wißmar durch plötzliche Vorstöße sein Heil und wurde auch immer gefährlich. Bis zur Pause gelang es jeder Partei noch je einen Erfolg zu erzielen. Nach dem Wechsel nahm das Spiel harte Formen an und führte schließlich zur Herausstellung von zwei Wißmarer Spielern. Der Kampf stand nunmehr nach je einem weiteren Erfolg für beide Mannschaften 3:3. Der Widerstand der Wißmarer ließ, durch die Herausstellung der beiden Spieler bedingt, stark nach und Ruttershausen bekam das Spiel vollkommen in die Hand. Die Mannschaft schoß nach überlegenem Spiel noch zwei Tore und sicherte sich dadurch, verdient, den Titel eines Gruppenmeisters. OSC. I — TD. Lich I 3:2. Das Spiel, das bei schlechten Bodenverhältnissen ausgetragen wurde, brachte zwei gleichwertige Mannschaften zusammen. War Lich in der ersten Halbzeit etwas besser, so wurde der OSC. in der zweiten mehr überlegen und zum Schluß stark tonangebend. Der knappe 3:2-Sieg ist berechtigt. Das Spiel selbst verlief etwas hart. Der Schiedsrichter hätte energischer durchgreifen müssen. Die Eisrennen auf dem Eibsee. Die diesjährige Winterfahrt nahm — wir berichteten bereits kurz darüber — mit dem traditio- Anmeldungen u. Auskunft Stein- straße 10, Büro 14l/2-15’/2 täglich, außer Samstag und Sonntag. 2. lb- 3. 2a- 4.2b- 5.3a- „ 4 „ 3,09 „ Sämtliches Lolz ist ohne CRiw* gemessen und entrindet. Angebo« sind getrennt nach Sortiment ur- Lose bis spätestens Freitag, tjj 23. Februar, nachmitt. 2 W' bei unterzeichneter Bürgermeisters einzureichen, woselbst auch die *23^ kcmfsbedingungen eingesehen wf den können. (10561 Bersrod, den 18. Febr. 193» Äess. Bürgermeisterei Bersrod. Holzsubmission. Die Gemeinde Bersrod vertat auf dem Wege schriftlichen *21ngf bots folgendes Äolz : Fichten Stämme 1. la-Klasse 42 Stück 6,67 FD Grüble Ersparnis an Zeil und Geld! Kein Staub,Wischen u.Bohnern mehr Wen. Stauböl Germania Nur in Original-Kannen. Alleinige Niederlage für Gießen und Umg. Löwen-Drogerie und Foto- Haus, Selters weg 69. 1065V Mittwoch, den 21. Februar 1934, uachm. 21tbr, versteigere ;ch dahier, Neuenweg 28, Hum Löwen zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 2 Büfetts, 1 Kredenz, einen Schreibtisch, 1 Vertiko, 1 Konsol- schrank, 1 Kleider- und 1 Weiß- zeugschrank, 3 Sofas, 1 Chaise- longue, 2 Sessel, 1 Trübe, 1 Tru- meaufviegel, 1 Ladentbeke, 1 Registrierkasse, 1 Schreibmaschine, 1 Näbmaschine, 1 Bohrmaschine, 2 Grammophone, 1 Lautsprecher, 1 Klappkamera und 1 Rollfilm. 2. Bestimmt: 1 großes Oelgemälde (Sonnenuntergang), Schrubber, Bürsten und Schwamme. wezD Lunker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiefecker Weg 16, Telephon 3383. netten Eibseerennen am Sonntag ihren Abschluß. Nebel und weiches Eis beeinträchtigten die Leistungen. Trotzdem durchfuhren Motorräder und Kraftwagen die 5 Kilometer lange Strecke im schärfsten Tempo. Trotz aller widrigen Umstände warteten die Fahrer mit ausgezeichneten Leistungen auf, bei denen Durchfchnittsgeschwindigkeiten von über 90 Kilometern nichts Seltenes waren. Die schnellste Zeit des Tages erzielte der Nürnberger Fleischmann auf seiner Halbliter-NSU-Maschine mit 110,2 St.- Kilometer. Der Süddeutsche gewann unangefochten. Im Rennen der Krafträder mit Seitenwagen zeigte sich der Münchener Möritz dem Felde überlegen. Er führte auf seiner Viktoria-Maschine alle 5 Runden hindurch und wurde damit zum fünften Male hintereinander in seiner Klasse Sieger im Eibsee- rennen. Die Veranstaltung wurde mit einem 23er» gleichsrennen beschlossen, das Udet auf seinem Flamingo erwartungsgemäß und trotz erheblicher Vorgabe (2 Runden) sicher gegen die Kraftfahrzeuge gewann. 3utn fünften Male Eiskunstlauf-Weltmeister. Karl Schäfer vor Ernst Baler. Die Kürübungen zu den Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen wurden am Sonntag im Stockholmer Stadion vor 18 000 Zuschauern vorgeführt. Erwartungsgemäß zeigte hierbei der bisherige Weltmeister Karl Schäfer- Wien wieder fein überragendes, einzigartiges Können. Er siegte sicher mit 384,7 Punkten und Platzziffer 7 vor dem deutschen Meister Ernst Baier, der es auf 362,9 Punkte bei Platzziffer 26 brachte. Ernst Baier hat zwar viel gelernt, an das Können des Weltmeisters reicht er jedoch noch nicht heran. Dritter wurde der Oesterreicher Erdös vor Nikkanen -Finnland. Auszeichnung für Ferdinand Gosewich Der verdienstvolle Frankfurter Tennisspieler Ferdinand Gosewich, der trotz seines nicht gerade mehr jugendlichen Alters auch heute noch zur ersten deutschen Klasse zählt, ist vom Deutschen Tennis-Bund mit der großen Ehrennadel ausgezeichnet worden. Henley ohne deutsche Beteiligung. Ober der Berliner Ruder-Club auch in diesem Jahre wieder im Achter und Einer auf der Henley- Royal-Regatta in England an den Start gehen wird, bleibt der Zustimmung des Verbandsführers vorbehalten. Die früheren England-Expeditionen haben deutlich erkennen lassen, daß beim Club-Achter nach dem Kampf in Henley sich eine Entspannung bemerkbar machte, die nicht mehr vollends behoben werden konnte. Vielleicht werden in diesem Jahre die Verbands-Achterkämpfe wichtig er sein als ein Start in Henley. Es wäre zu begrüßen, daß die Engländer uns endlich einmal einen Gegenbesuch im Achter machen! Deutschland besitzt in Grünau und Hamburg geeignete Regattaplätze! Dor dem Auderkampf Oxford-Cambridge. Die letzten Vorbereitungen zu dem klassischen englischen Achterrennen der Universitäts- Mannschaften von Oxford und Cambridge, das am 17. März auf der historischen Themse-Strecke von Putney mach Mortlake ausgefahren wird, haben begonnen. Oxford hat ein neues Boot bei der schon feit Urväters Zeiten erprobten Werft von Putney in Auftrag gegeben. Der neue Achter der „Dunkelblauen" wird trotz feiner äußerst schmalen Abmessungen, bei 21 Meter Länge, 70 Zentimeter Breite und 25 Zentimeter Tiefe und der selbstverständlichen Verwendung von erlesenen Edelhölzern noch ein Gewicht von 227 Pfund besitzen, während der Cambridge Achter noch um 23 Pfund schwerer ist. Entsprechend der konservativen Einstellung des Engländers weisen beide Boote keine bemerkenswerte konstruktive Veränderungen auf. Auch in die- ; fern Jahre ist die Man nschaft von Cam- V G £ ^OSMA>nr6--31 5)as Cfrossjormat verlängert dewQenuss!" M,T BILDE,H: ORIENTALISCHE CIGARETTEN COMPAGNIE #