Montag, 19. November 184. Jahrgang Vr. 271 Erster Matt 1.80 thne Illustrierte aus Die Worte 18102 NSDAP. 11610 ver- Der riet Minister dringend 965 1575 473 v. h. In allen Ortschaften waren die Häuser reich mit h a k e n k r e u z f a h n e n geschmückt. SA., SS. und NSKK. machten noch am Wahltage größere Propagandamärsche, die von der Bevölkerung überall begeistert ausgenommen wurden. Die Regierung hatte zur Sicherung der Ruhe und Ordnung die Gendarmerie durch Danziger Schutzpolizei verstärkt. Diese brauchte jedoch nirgends einzugreifen. Bei den Kreistagswahten Danziger Niederung wurden von 15 942 Wahlberechtigten 14 614 gültige Stimmen abgegeben. Davon erhielten: NSDAP. Christlich-Nationale (Zentrum und Deutschnationale) Sozialdemokraten Kommunisten der Anerkennung, die der Minister Presse aussprach, fanden dankbaren Die Wahlbeteiligung betrug 93,2 v. h. Bon den abgegebenen Stimmen erhielt die NSDAP. 7 9,4 v. h. gegen 62 v. h. bei den Volkstagswahlen gebenen Stimmen. Bei den Kreistagswahlen im Kreise srfchemt täglich, außer i onntags und Feiertags «{lagen: Die Illustrierte f-ießener Familienblätter § timat im Bild Die Scholle Monatr Bezugspreis: flit 4 Beilagen RM. 1.95 ermutigte zu eigener Initiative und dazu, auf Stil und Form zu achten Die Zusammenarbeit von Verleger und Schrisileiier. Christlich-Nationale (Zentrum und Deutschnationale) 2168 Sozialdemokraten 2 079 Kommunisten 830 Polen 255 Die Wahlbeteiligung betrug fast 92 v. h. Von den abgegebenen Stimmen erhielt die NSDAP. 78 v. h. gegen 60,8 v. h. bei der Volkstagswahl 1933. Bei den Gemeindewahlen im Kreise Danziger Werder erzielte die NSDAP, mit 18 730 von 21 500 abgegebenen Stimmen sogar 82 v. h. der abgegebenen Stimmen. im 2Hai 1933. Die Spitze im Kreistag teilen sich wie folgt: NSDAP. 16 Christlich-Nationale 1 Sozialdemokraten 2 Kommunisten (durch Reststimmen) 1 MUS von seinem Anfang an tat. presfe und Regierung ziehen heute an einem Strang, es ist eine grohe Kameradschaft am Werk. „Die Aufgabe, der deutschen Nation wieder Weltrang zu geben, ist des Schweißes der Vesten wert. So möchte ich auch an Sie wieder einmal den Appell richten, m l t starkem Herzen dem Vaterland zu dienen, denn es hat keine anderen Freunde als uns. Die Welt will uns oft nicht wohl, und wir haben nicht allzuviel Freunde in ihr. So wollen wir denn die Freunde unseres eigenen Landes sein. W i r können uns nur auf uns selb ft verlassen. Wir müssen tapfer und mutig sein und dürfen niemals müde werden. und zusammenfassen. Und deshalb ist es noch ein zweiter Gedanke, der heute wohl am stärksten die deutschen Schriftleiter bewegt. Es ist die Gemeinschaf t s a r b e i t von Schriftleiter und Verleger, die die Voraussetzung ist für die gesunde Entwicklung der deutschen. Presse. Der Verleger hat vor allem die Möglichkeit, durch zweckmäßigen Einsatz der ihm zur Verfügung stehenden wirtschaftlichen Kraft seines Unternehmens, durch w^itschauende Dispositionen seiner Mittel für den redaktionellen Aufbau seiner Zeitung Bahnbrecher besonders geistiger Aufgaben zu sein, die von der Redaktion ohne seine Hilfe nicht gelöst werden können. In der wirtschaftlichen Abhängigkeit des Schriftleiters vom Verleger liegt für den Verleger eihe Verpflichtung, geistige Leistungen nicht nur zu verlangen, sondern sie auch weitgehend zu unterstützen und zu fördern! Dadurch unterscheidet sich der Geschäftsmann vom Zeitungsverleger, wie er im nationalsozialistischen Staat Existenzberechtigung hat. Aus dieser Zusammenarbeit zwischen dem neuen deutschen Journalismus und dem neuen deutschen Verlegertyp werden wir die Presse der deutschen Zukunft gestalten, wie es der Größe des nationalsozialistischen Gedankens und Wollens entspricht. Vortrag über eines der wichtigsten Werke seines Lebens, nämlich die Kodifikation des Kanonischen Rechts für die lateinische Kirche. Der 82jähriae Kardinal zog sich damals eine Bronchitis zu, die ihn aufs Krankenlager warf. Gasparri wurde in Umbrien geboren. Er begann mit dem Studium der Theologie auf dem Seminar von Repi und erwarb sich später auf dem Römischen Seminar die Grade des Doktors der Philosophie, Theologie und des Kanonischen Rechts. Später wurde er als Professor des Kanonischen Rechts an das Kaholifche Institut in Paris berufen. 1898 wurde er zum Titular-Erzbifchof von Caesarea und zum Apostolischen Vertreter bei den Republiken Peru, Ecuador und Bolivia ernannt 1901 wurde er Sekretär der Kongregation für außerordentliche Angelegenheiten. In dieser Stellung leistete er die Hauptarbeit bei der Kodifizierung des Kanonischen Rechts. Das Konsistorium vom 16. Dezember 1907 nahm ihn als Kardinalpriester in das Kollegium der Kardinäle auf. Benedikt XV. ernannte Gasparri 1914 zu seinem Kardinal st aatsfekretär. In diesem Amt bestätigte ihn der 1922 neugewählte Papst Pius Xl. Mit Recht wurde darin eine Anerkennung seiner bisherigen Verdienste erblickt und der Wunsch des Papstes, die kluge Politik Gasparris fortzusetzen. In den sieben Jahren seiner bisherigen Wirksamkeit war allein die Zahl der beim Vatikan vertretenen Länder von 14 auf 27 gestiegen, die überaus schwierige Kriegszeit lag hinter ihm, in der er nicht nur als vorzüglicher Politiker, sondern auch auf charitati- vem Gebiete unter den Kriegsgefangenen stark hervorgetreten war. Für diese seine Tätigkeit verlieh ihm Reichspräsident von Hindenburg 1926 die Große Erinnerungsmedaille als Zeichen des Dankes der deutschen Nation. Seit 1929 kränkelte Gasparri und entschloß sich deshalb zum Rücktritt. Kardinal Pacelli wurde 1930 zu seinem Nachfolger als Kardinalstaatssekretär ernannt. Den Helden von Brzeziny. Eine Gedenkfeier in Anwesenheit des Führers. Berlin, 18. Nov. (DNB.) Zur Erinnerung an den heldenmütigen Durchbruch der von den Russen eingeschlossenen deutschen Divisionen bei Brzeziny in der Nacht zum 24. November 1914 sand in Gegenwart d e s Führers sowie zahlreicher Heerführer der alten Armee und unter Beteiligung von mehreren tausend Mitkämpfern im Kriegerver- emshaus eine Gedenkstunde statt unter der Schirmherrschaft des Generalfeld. Marschalls von Mackensen. Die Rede auf den Führer und Reichskanzler hielt General der Infanterie Litz mann. Als wir, so führte er u. a. aus, vor 20 Jahren das große Erlebnis hatten, das wir heute in Gegenwart des Führers feiern, da dachte ich, dieser 24. November 1914 sei der allergrößte Tag meines Lebens. Ich ahnte ja nicht, was mir noch bevorstehen würde an furchtbaren aber auch stolzen und schönen Tagen. Wir gedenken heute in besonderer Dankbarkeit und Liebe unseres Führers, dem wir die Rettung zur Freiheit und Ehre allein zu ver- danken haben. Darum rufe ich zu Beginn der heutigen Feier alle Versammelten auf, mit mir zu rufen: Unser geliebter Führer und Volkskanzler Adolf Hitler — Sieg-Heil! Generalfeldmarschall v Mackensen widmete den Gefallenen herzliche Gedenkworte. Während die Fahnen sich senkten und die Lampen verlöschten, spielte die Musik das Lied vom guten Kameraden, und die Versammelten erhoben sich zu einer Minute stillen Gedenkens von ihren Plätzen. General der Kavallerie v. P o s e ck gab dann an Hand Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen von 70mm Breite __ ____ ___ ___ __ ___ 60Rpf.,Platzvorschrift oder ^lustellgebühr .. „ -.25 W M PB HV '^r V schwieriger üatz 25°/0 mehr RJ V stxw. »folge höherer Gewalt -- - . < < .. Stellen-, Vereins., gemein. WM Seneral-Anzeiger für lvberheffen a)1Cn behördlicheAnzeigen6Rps. rantturt am Main'11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Such- uns Stein&rwferei R.Lange In Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffelt einer großen und hinreißenden Reoolutionsepoche, die nicht ewig andauern kann, allmählich zu ersetzen durch den Ernst und die graue Romantik der Arbeit des Tages, ohne dabei zu vergessen, daß auch sie ihren eigenen Zauber hat. Mit wachsendem Einfühlungsvermögen hat die deutsche Presse die Situation gemeistert. Das allein hat auch der Presse den ihr gebührenden Platz zurückgeben. Ich möchte auch diesmal nicht, so erklärte er, den Mantel der Liebe über Zustände decken, die noch einer Besserung bedürfen. Cs sind das meist Dinge, die nicht allein bei der Presfe liegen, sondern auch bei den Stellen, die immer noch und immer wieder die presse in ungerechtfertigter Weise zu beeinflussen versuchen. Die presse soll man zwar disziplinieren in den großen Schicksalsfragen, nichtaberin Kleinigkeiten, die zu den Arbeiten des Tages gehören, weil ein solches Verfahren nur geeignet ist, die Arbeitslust zu schmälern. Lleberwältigender Sieg der NSDAP bei den Danziger Kommunalwahlen. Bei außerordentlicher Wahlbeteiligung 78 bis 92 v. H. nationalsozialistische Stimmen. DerAeWpreffechesderASDAP. Gruppenführer Dr. Otto Dietrich führte dann u. a. aus: Im Schriftleitergesetz ist dem deutschen Journalisten eine Verfassung gegeben worden, die aus nationalsozialistischem Sinne geboren und vom nationalsozialistischen Geist getragen ist. Der Geist, aus dem diese Verfassung geboren ist, muß auch allen Trägern unserer journalistischen Arbeit lebendig sein, denn alles Gewordene — sagt der Führer — kann nur durch dieselbe Kraft erhalten und weitergeführt werden, die es geschaffen hat. Nur die Einheitlichkeit der Gesinnung überwindet die Uniformität der Meinung, denn wahre Freiheit ist nur da, wo reine Gesinnung und echtes Gemeinschaftsbewußtsein die Grundlage bilden. Die deutsche Presse im nationalsozialistischen Staat hat, wie unser Reichsminister Dr. Goebbels ausführte, bereits einen guten Start gehabt. Aber große Aufgaben stehen ihr noch bevor. Sie muß für diese Aufgaben alle Kräfte entwickeln der deutschen V-.M. —Ir—„ , Widerhall; die Mahnungen des Ministers für die Zukunft wurden bereitwilligst ausgenommen. „presse und Negierung ziehen an einem Strang." Neichspropagandaminister Dr. Goebbels über den Erfolg des Schrifileitergefetzes. Der ehemalige Kardinalstaatssekretär Gasparri ist Sonntag gegen 22.30 Uhr an einer Lungenentzündung, die er sich vor wenigen Tagen zugezogen hatte, gestorben. Am letzten Mittwoch hielt er noch ' dem Internat. Kathol. Juristenkongreß einen „Kanzlei des Führers der NSDAP Berlin, 17. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat folgende Verfügung erlassen: 1. Zur Bearbeitung aller Parteiangelegenheiten, die an mich als Führer der NSDAP, und ihrer Gliederungen gelangen, wird di- „Kanzlei des Führers der N S D A P." mit dem Sitze in Berlin errichtet. 2. Zum Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP ernenne ich den Parteigenossen Reichsleiter Philipp Bo uhler. Er untersteht mir unmittelbar und ist nur mir verantwortlich. 3. Dem Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP, find unterstellt die Parteiadjutan- t u r und die Privatkanzlei Adolf Hitler. 4. Die Ausführungsbestimmungen zu dieser Verfügung erläßt der Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP. Kardinal Gasparri t Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen die natürliche Sprache des Volkes zu ersetzen. Die deutsche Presse solle nicht blasse Idealgestalten, sozusagen Musterknaben des politischen Zusammenspiels hinstellen. Nicht moralinsaure Tugendpauker sollten die deutschen Schriftleiter sein, sondern offene und freie Renaissancemenschen, die das Leben seyen und erfassen, so wie es der Nationalsozialis- Aeichsmimster Dr. Goebbels M bann eine Rede von fast zweistündiger Dauer. Drr Minister erinnerte an die Verhältnisse, die im ' P.essewesen gegeben waren, als er vor einem Jahr Schriftleitergesetz verkündete, und verband bl'fen Rückblick mit einer Würdigung des heute Wehenden. Der Minister legte dar, welche Fehler u-Sd Mängel er der deutschen Presse vor einem Mr unverblümt vorhalten mußte, um damit zu- gl ich auch darzutun, wie viel sich bereits i dieser verhältnismäßig kurzen !?«itspanne geändert hat. Ich habe zu n iner Freude feststellen können, so fuhr der Mini- flT fort, daß meine Mahnungen und Warnungen b der deutschen Presse auf einen aufnahme - b reiten Boden gefallen sind. Die presse unlerhäll heule wieder ein positives Verhältnis zur Regierung und die Regierung ein positives Verhältnis zur presse; sie beide >tehen nicht mehr in Kampfstellung U u einander. Der damals noch so viel beklagte llebelfland der Eintönigkeit ist tzeute schon in weitem Umfange übermund e n. Es gibt schon wieder eine Unmenge Don Problemen des öffentlichen Lebens, die nrank und frei in der presse diskutiert werden. Der Uebelsland der Langeweile ist überwunden,» die deutsche Presse hat tzeute wieder ein Gesicht, sie ist interessant, aktuell, anregend, sie ■ibt Impulse und schwenkt auf die ihr gemäße Art in die Linie der großen Gesamtpolitik ein. Damit hat sie allmählich auch ihr eigenes Selbstbewuhtsein zurückgewonnen und sie er- öbert sich damit nach und nach wieder den ihr gebührenden Platz im öffentlichen Leben. Die anonyme Beeinflussung der butschen Presse wurde mehr und wehr zu- wSgedrüngt. Di- Schwierigkeit lag bann baft bte c Aseinflussungsversuche meist gar nicht zur Kennt- ni der Regierung kamen. So weit ste aber festge- KHt werden konnten, find wir gegen ste, die al-s im schwerer Druck auf der Presse last cm , oorqegangen. Damit bekam die fresse auch Hi Möglichkeit, die Gefahr des Byzantr- i smus zu überwinden, denn die Schuld an die- len Uebel lag nicht nur bei der Presse, sondern nllfach auch bei den Stellen, die sie z u d e i n f l u s s e n suchten. Je mehr die Presse fiel mit sicherem Instinkt im Bereich des Natwnal- >mialismus festzusetzen begann, um so mehr lernte su einsehen, daß eben nur der in nationalsozialisti- tisen Denken einzudringen vermag, der an den trn herangeht. Eine neue Sachlichkeit ist zu die Stelle des übertriebenen Lo- i, s und des lauten Ueberschwanges .Meten, eine Sachlichkeit, die allerdings nicht zu , ^.-gleichen ist mit jener liberalen Objektivität, die .! jfiseunö und Feind, Inland und Ausland in gleicher D?ise gerecht zu werden suchte. Diese neue Sachlich- Iri durchdenkt die Probleme ernst, nüchtern und rRimentalitätslos und sucht sie auch ebenso dar- 'Mellen in der Ueberzeugung, daß Rausch und erschäumendes Temperament nicht " hrzehnte konserviert werden können 7-y es deshalb gut ist, aus ihrer Atmosphäre für e i Alltag überzutreten in die der Sachlichkeit. So gilt es die Regierung in ihren Geschäften vorge. macht hatte, so versuchte die Presse das in dankens-1 mit dem Ziel, das sogenannte Zeitungsdeutsch durch werter Weise nachzumachen, nämlich: den Glanz di» nntürlirh? Snrocbe des Volkes zu ersetzen. Die Berlin, 18. Nov. (DNB,) Der Reichsverband br Deutschen Presse trat im ehemaligen Herrenhose zu seinem ersten Neichspressetag nach dr' Schaffung des deutschen Schriftleiterstandes zu- |enmen. Die Tagung stand unter dem Vorsitz des Liters des Reichsverbandes der Deutschen Presfe, Cuppenführer Wilhelm Weiß. Außer den Mit- glebern des Kleinen Führerrates waren 180 Vertier der Landesverbände anwesend. Der Reichsver- bnidsleiter machte in feiner Eröffnungsansprache ziiächst die Mitteilung, daß er an den Führer 2rd Reichskanzler Adolf Hitler folgern d^ Telegramm gerichtet habe: „Die zum ersten N ichspressetag in Berlin versammelten Schriftleiter cis allen Teilen des Reiches entbieten dem Führer Lid Reichskanzler ihre ehrerbietigsten Eir ü h e. Sie verbinden dies mit der Versicherung, Lcß sie alle Zeit treu und pflichtbereit ib e Ausgaben erfüllen werden, die ihnen Führer gibt. Der RDP. ist stolz daraus, dem F hrer melden zu können, daß das Schristlei- Irgesetz durch geführt und die einst so zer- T ene deutsche Presse ein i n sich geschlosfe- ■n r Berusssta nd und ein zuverlässiges Jnstru- v nt der nationalsozialistischen Reichsführung ist." ^iichsverbandsleiter Weiß erklärte ferner namens d' deutschen Presse, danke ich dem Reichsminister -fi- Volksaufklärung und Propaganda, Dr. G o e b - -bis, sowie der gesamten nationalsozialistischen Enatsführung, daß 'sie durch ihre gesetzgeberischen U.ißnahmen die Grundlagen und die A ö g l i ch k e i t gegeben haben, den journali- ff schen Beruf von Grundaufzurefor- nri e r e n und ihn mit neuem Staats.be- ßtsein zu erfüllen. Es liegt an uns, diese Vertrauensbeweis zu rechtfertigen. Die deutsche d»esse lege erneut das feierliche Gelöbnis ab, dem A^ionalsozialistifchen Staat mit allen ihren Kräften u dienen, dem Reich und dem Mann, der es ge- ■ (j-iffen hat, und der mit ihm eins geworden ist: im Führer Adolf Hitler! I Bei den Gemeindewahlen im kreise Vas amullye EkgevNlK. jDanziger Niederung erzielte die NSDAP. Danzig, 18. Nov. (DNB.) Die Kreistags- und mit 12 128 von 13 174 Stimmen 92 v. h. der abge- Gemeindewahlen in den beiden Danziger Landkreisen Niederung und Wer- der find nach den bisherigen Feststellungen in Danziger Werder wurden von 25 618 Wahl- völliger Ruhe verlaufen. Die W a h l b e t e i- berechtigten 23 452 gültige Stimmen abgegeben. Dali g u n g betrug teilweise weit über 90 von erhielten: Der erste rhein-maimsche Zrontsoldalen- und Kriegsopfer-Ehrentag. Oarres Richtlinie für die kommende Bauernarbeil Oer Abschluß des ersten Goslarer Reichsbauernthings. Zu Beginn des festlichen Abends „Deutsches Bauerntum" überbrachte Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers dessen Grüße. Er führte u. a. aus: Euer Stand ist berufen, Deutschland und das deutsche Volk z u nähren, zu nähren nicht nur im gewöhnlichem Sinne mit dem täglichen Brot, sondern zu nähren mit allem, was aus dem Boden, der Grundlage unseres Seins, wächst; aus dem Boden, den ihr betreut. Auf diesem Boden hat sich die Geschichte unseres Volkes durch Jahrtausende abgespielt, und daß diese Geschichte wieder eine stolze Geschichte sei, dafür werden wir sorgen. (Stürmischer Beifall.) Mit Recht ist im neuen Deutschland von Vertretern des Bauerntumes immer wieder die Bedeutung hervorgehoben worden, die das Bauerntum mit seinem Boden hat, auch hinsichtlich der B l u t - erzeugung unseres Volkes; denn der Nachfluß des besten Blutes kommt ja aus dem Lande und strömt in die Städte hinein, in denen es leider den Umstanden nach langsam an Güte verliert. So oft und mit so viel Recht dies betont wurde, so sehr aber soll auch stets wieder andererseits betont werden, daß aber doch die anderen Stände unseres Volkes feine Ergänzung bilden. Stets sei sich der Bauer bewußt, daß er seinen Boden nicht halten könnte, wenn nicht als Ergänzung ein Wehr st and da wäre, der den Boden schützen muß. Ebenso soll der Bauer ein- aedenk fein, daß der Arbeiter st and die Waffen schmiedet, mit denen der Wehrstand den Schutz übernimmt. Er soll eingedenk fein, daß vieles von dem, was er täglich braucht, durch die Hände feiner Arbeitsgenoffen drinnen in der Stadt geschaffen wurde. Wenn der Bauer glaubt, vielleicht allein bestehen zu können — jawohl, er wird nicht verhungern, aber wenn alles andere wegfällt, was ihm als Ergänzung von anderen Ständen und anderen Volksgenossen geschaffen wird — so würde fein Dasein ärmlich fein, ärmlich insbesondere im Geiste. Er würde lierung bedingte Menge an Lebensrnitteln in ihrem Wege vom Erzeuger zum Verbraucher so geordnet, daß kein Hunger in Deutschland ausbrechen kann und eine Spekulation mit der verknppten Ware unmöglich ist. Die Abschnürung Deutschlands und unsere Devisenlage erforderte in erster Linie die Ordnung der Lebensmittelverhältnisse auf dem Binnenmarkt, weil man unter den bestehenden Verhältnissen keine Wirtschaft aufbauen kann, solangn der Binnenmarkt noch nicht in Ordnung gebracht ist. Aus dieser Sachlage heraus muh ich an das deutsche Bauerntum den Appell richten, f i ch einzureihen in d i e kommende (E r- zeugungsschlacht. Wir hatten vor Jahren den Wut, das deutsche Bauerntum aufzufordern, trotz seiner verzweifelten Lage im alten System unverändert die Ernte für das deutsche Volk zu erstellen. Dir haben damit die Voraussetzungen für die Volksernährung des Jahres 1933 überhaupt erst ermöglicht und damit eine noch wenig beachtete Voraussetzung für dieses glorreiche Jahr geschaffen. Wenn wir heute den gleichen Appell an Sie richten, dann unter Bedingungen, die sehr viel einfacher sind als damals, weil heute sich jeder ausrechnen kann, dah, wenn der Staat Adolf Hitlers nicht bestehen bleibt, wir alle erledigt sind. Nachdem das deutsche Bauerntum begonnen hat, mit der Ordnuna seiner wirtschaftlichen Verhältnisse anzufangen, wird über kurz oder lang die übrige Wirtschaft nach den gleichen Prin- Kein Stand ohne den andem! Rudolf Heß spricht auf dem Goslarer Bauernthing. zipien sich in die Front des Bauern einreihm müssen. So zeichnet sich am Horizont das Bild einer neuen Ordnung ab, deren Wurzel die Idee Adolf Hitlers vom Volke ist, die vom Bauerntum als erstem Stand begriffen und durch, geführt wurde und die in ihrem Endergebnis die alte Sehnsucht der Völker nach einem europäischen Wirtschaftsfrieden realisieren wird. Weil unser Führer unser Garant für diese neue Idee der Wirt, schaftsordnung ist, ist er in seiner Person auch der Garant für den Frieden in Europa Ausspracheabend der ausländischen Bauernführer. Die zahlreichen ausländischen Bauernführer tra. fen sich nach der Festaufführung bei einem Au°> spracheabend. Erschienen waren auch die Reiche Minister K e r r l und S e l d t e, Reichsführer de SS. Himmler und der Wirtschaftsberater de- Führers Keppler. Es sprachen Präsident K l i n> dera (Tschechoslowakei), Vitez Mecher (Ungarn), Frau Karcewska (Polen) und der fron- zösische Hauptdelegierte Achard. Alle betonten die aufrichtige ehrliche Bewunderung für das neue Deutschland. Besonders A ch a r d-Paris führte in begeisterten Worten aus, er habe auf dem Reichs, bauerntag den Eindruck gewonnen, daß das euro- päische Bauerntum in seinen kulturellen und rassi, sehen Grundlagen stark miteinander Der. Kunden sei und daß allein auf dem Wege über das Bauerntum der Friede Europas und der wirtschaftliche Wiederaufstieg möglich sei. Reichsminister Kerrl hob hervor, daß das Verständnis für Wollen und Wirken der natio. nalsozialistischen Bewegung zu einem aufrichtigen Zusammenarbeiten beitragen werde. dahinvegetieren, er würde schaffen, arbeiten und essen, aber alles andere, was ihm das Lebe» heute bietet und schön macht, würde ihn fehlen. Immer wollen wir Führer des Nationalsozialis mus, wenn wir von einem Stand reden, auch ber anderen gedenken und das Verständnis für diese wachhalten. Beim Reichsparteitag in Nürnberg habe ich Vertretern der Arbeiterschaft, bf- Handwerks und des Mittelstandes gesagt, ihr roolü vielleicht schimpfen, daß die Preise des B av- ern vielfach höher sind als draußen in Auslande, manche kleine abgehärmte Mutter unJ Arbeiterfrau mag vielleicht dann und wann denken, ob das die Sorge des neuen Staates für sie fei Ich habe ihnen gesagt, sie sollten sich darüber klar sein; würden diese Preise nicht so hoch gehalten, so müßte über kurz oder lang unser N ä h r • stand zugrunde gehen. Das Ergebnis wäre der Hunger, der Kampf aller gegen alle, d a 5 Ende auch des Arbeiters in der Stabl. Denn darüber müssen wir uns klar sein, wenn wir die Nahrung nicht im Inlands erzeugen könnten einführen könnten wir sie nicht. Das Auslaa) sperrt unsere Grenzen. Wir können die Ergebnis der Arbeit unserer Industriearbeiter nicht auf ben Markt hinausbringen, und demgemäß können mir auch nichts einführen, was wir immer mehr brauchen würden, wenn die Landwirtschaft im Abster- ben wäre. Heute bringen wir alle nach rohe vor gemeinsam unser Opfer, die Arbeiten, in kleinen Mittelständler, in dem sie die höheren Preise zu Gunsten der Bauern, zu Gunsten den Landwirtschaft tragen. Dieses Einstehen des einem Standes für den anderen, dieser gemeinsame! Kampf hat uns den Sieg gebracht. Der deutsche Bauer kann heute in Ruhe arbeiten, und ■ zwischen nach schwerer Arbeit kann er Feste feiern,, wie heute abend. Zur Ehre des einen, der miete” seiner Arbeit einen Sinn gegeben hat, unser alle!! Arbeit und unser aller Schaffen wieder einen Siim gab, ihn grüßen wir: Adolf Hitler, Sieg-Heil! einer großen Kartenskizze eine kriegsgeschicht- liche Würdigung des Durchbruchs bei Brzeziny. Mit dem Liede „Ich hab mich ergeben" und dem Ausmarsch der Fahnen schloß die Feier. Dem Führer und den greifen Heerführern wurden beim Verlassen des Saales von einer begeisterten Menge Huldigungen dargebracht. Am Ehrenmal Unter den Linden fand dann eine schlichte Totenehrung statt. General Litzmann wurde aus Anlaß der 20. Wiederkehr des Tages von Brzeziny vom Führer b e - au5gedeid)net. Dor dem Hotel „Nordland , wo General Litzmann Wohnung genommen hatte, war ein Po st en der Leibst an harte Adolf Hitler aufmarschiert, der die einem großen Feldherrn gebührenden Ehrenbezeugungen erwies. Die ersten Erfolge des Winter- hilsswerks. Pläne zum Weihnachtsfest. Berlin, 17. Nov. (DNB.) Der Reichsbeauf- crCr$£ex fur das WHW., Reichswalter Hilgen- f e löt, erklärte einem Vertreter des DNB. u. a.: M karm bereits jetzt zusichern, daß wir bis zum 31. Dezember dieses Jahres dieselben Leist ungen wie im Vorjahre geben können, wenn die Opferfreudigkeit aller, aber auch aller Beoölkerungskreise weiter so anhält wie bisher. Die Versorgung mit Kohle ist z. B. bis zu Anfang des neuen Jahres in gleichem Umfange wie im Vorjahre sichergestellt, und bei Kartoffeln chird die Zuweisung an die Bedürftigen wahrscheinlich mindestens so groß sein wie im vergangenen Winter. Bisher sind 5 344 585 Zentner Kartoffeln gespendet worden. Das ist ein sehr g ü n st i g e s Ergebnis des* Reichsnährstandes. Es ist anzuerkennen, daß die Bauern wirklich alles getan haben, was in ihren Kräften stand. Zu den 5,3 Millionen Zentner gespendeten Kartoffeln kommen dann noch rund 7,9 Millionen, die das Winterhilfswerk angekauft hat, so daß insgesamt bereits jetzt 13,2 Millionen Zentner zur Verfügung stehen. Der erste E i n t 0 p f f 0 n n t a g am 14. Oktober hat ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis gebracht. Sein. Ertrag beläuft sich auf 4 438 540 Mark. Der Durchschnittsertrag der Eintopfsonntage im Winter 1933/34 war 4 188 000 Mark. Das Ergebnis vom 14. Oktober liegt also über dem Durchschnitt des vergangenen Jahres. Die wenigen Fälle von Mißbräuchen sind in Prozentzahlen kaum errechenbar. Zu Weihnachten wird wieder eine b e f 0 n = dereBescherung veranstaltet. Allerdings werden wir diesmal die Weihnachtsbescherungen in d i e Familie hineinverlegen. Massenbescherungen werden nicht veranstaltet. Nur die Eltern werden die Gaben erhalten. So wird die Familie in^ben Mittelpunkt der Weihnachtsbescherung ge- Die Bedeutung des Exports für Deutschlands Wirtschaft. DNB. Stuttgart, 18.Nov. Im Festsaal der Handelskammer Stuttgart sprach der Reichsbankpräsident und kommissarische Wirtschaftsminister, Dr. Schacht. Die Zeiten der Scheinblüte auf der Grundlage gepumpten Geldes seien vorüber. Die Deflationspolitik habe im Endergebnis zu einer scharfen Lohnsenkung und zur Steigerung der Arbeitslosigkeit geführt. Seit Frühjahr 1933 sei mit her Politik der Nachkriegsjahre gebrochen worden. Der Arbeiter sei wieder in den Arbeitsprozeß eingeschaltet. Da das Reich, das infolge der früheren Wirtschaftspolitik keine Reserven mehr zur Verfügung habe, Devisen benötige, sei es die vordringlichste Aufgabe der Wirtschaft gewesen, den Export mit allen Mitteln und mit dem Einsatz der Energie jedes einzelnen zu fördern. Die Politik der Einfuhrkontingentierung und der Währungsentwertung im Auslande, durfte den Willen der deutschen Wirtschaft, ihre Erzeugnisse im Auslande abzusetzen, nicht lähmen. Kein Kaufmann dürfe es sich verdrießen lassen, die Schwerfälligkeit des bürokratischen Apparates, der in den Zeiten der Devisen- und Rohstoffbewirtschaftung leider notwen- big sei, zu überwinden. Wenn jeder im Kampfe um die wirtschaftliche Existenz des deutschen Volkes sein Bestes zur Verfügung stelle, so werde der angestrebte Erfolg mit Sicherheit nicht ausbleiden. Mit Devalvations-Theorien, die von gewisser Seite befürwortet würden, werde man die Wirtschaft nicht fördern können. Er selbst trete jedem Gedanken einer Devalvation entgegen, dies entspreche auch dem Willen des Führers und der Auffassung des Kabinetts. SüdsiawiensBefchwerdemGenf Man erwartet die Unterstützung Frankreichs Belgrad, 18. Nov. (DNB.) Außenminister Ief - titsch ist nach Genf abgereist, wo er die südslawische Beschwerde wegen des Marseiller Königsmordes einbringen will. — Die „Prawda" weist darauf hin, daß Südslawien entschieden auf seiner Forderung bestehe, die Verantwortlichkeit für den Marseiller Anschlag festzustellen und die Terroristenorganisation zu zerstreuen. Sämtliche Blätter heben hervor, daß sie mit der unbedingten Unter st ützung Frankreichs in Genf rechnen. lieber den Inhalt der südslawischen Denkschrift werden keine Mitteilungen gemacht. In unterrichteten Kreisen verlautet jedoch, daß die Denkschrift noch keine endgültige Form erhalten habe, wenn auch die Richtlinien der Beschwerde feststehen. Man nimmt an, daß der südslawische Außenminister entschlossen sei, in der Form Zugeständnisse zu machen, den Inhalt seiner Anklage jedoch gegen alle etwaigen Einwendunaen zu verteidigen. Man rechnet damit, daß die Beschwerde sich gegen Ungarn allein richtet. * Die „T i m e s" sagt, die südslawische Regierung habe natürlich das Recht, die Ermordung des Königs Alexanders auf fremden Boden und besonders die Beherbergung von Flüchtlingen und Verschwörern in Nachbarländern als internationale Frage anzusehen, die „das gute Einvernehmen zwischen den Nationen" zu stören geeignet sei. Andererseits frage es sich, ob man das gute Einvernehmen nicht noch mehr störe, wenn die Angelegenheit im gegenwärtigen Augenblick vor den Völker- b u n d gebracht werde. Die Firnes" Legt Südsla- mien nahe, der Sache einen allgemeineren Charakter zu geben und sich um eine internationale Vereinbarung über eine gemeinsame Unterdrückung aller Terroristen zu bemühen, die ihr Hauptquartier in fremden ^nndern haben. Diese Frage sei international und sollte daher auch international behandelt werden. Goslar, 17. Nov. (DNB.) Am zweiten Tag des Reichsbauernthings sprach der Stabshauptabteilungsleiter M e tz n e r über bas Odal als Schlüssel zur germanischen Weltanschauung, das die bewundernswerte Einheit der auf der Blutgemeinschaft beruhenden germanischen Bauernwelt und dessen angewandten Lebensgesetze aus der Erkenntnis der natürlichen Zusammenhänge das wunderbare Gefüge des germanischen freien Bauerntums stets gebildet hat. Landgerichtsdirektor Dr. Saure entwickelte in feinem Vortrag als Grundgedanken des Reichserbhofgefetzes die Idee von Blut und Boden, die Verbindung von Recht und Pflicht und die Ideen, die heute im Mittelpunkt der gesamten nationalsozialistischen Rechtserneuerung stehen. Stabs- amtsführer Dr. R e i s ch l e behandelte Geschichte, Aufbau und ausgedehnte Aufgabengebiet des Reichsnährstandes., Den Höhepunkt des zweiten Kongreßtages bildeten die Ausführungen des Staatssekretärs Herbert Backe über die Wirkung der nationalsozialistischen Ararpolitik auf die allgemeine Wirtschaftspolitik. Die Rede des Reichsbauernführers. Der Reichsbauerntaa wurde beschlossen mit einer großen Rede des Reichsbauernführers R. W. Darrs, der u. a. ausführte: Im September des Jahres 1933 wurden die entscheidenden agrar- politischen Gesetze geschaffen, welche die Grundlage nationalsozialistischer Agrarpolitik geworden sind. Wir können am Ende dieses Jahres nationalsozialistischer Agrarpolitik eindeutig auf Grund nüchterner Tatsachen feststellen, daß unsere Methode ich in der Praxis als richtig erwies. Von dem Augenblick an, da der Führer mich beauftragte, das deutsche Bauerntum unter feiner Fahne zu sammeln, habe ich diese Arbeit niemals durch materielle Versprechungen an das deutsche Bauerntum zu fördern versucht, sondern getreu dem Grundsatz, den der Führer in seinem ganzen Kamps verwirklichte, appellieren wir nicht an die Ichsucht des Bauern, andern an die heldischen Instinkte, ). h. an das Blut. Wir verlangten Gefolgschaftstreue ür die Idee unseres Führers, und wir verlangen weiter, daß die in diesem Kampf zu uns sto- zenden Landleute trotz aller dadurch entstehenden materiellen Schäden und Verluste bereit waren, Führungsaufgaben zu übernehmen. Gewiß wurde uns dadurch zunächst das Vordringen unserer Ideen auf dem Lande erschwert. Man hatte sich in Deutschland daran gewöhnt, um das Goldene Kalb zu tanzen. Aber gerade solche Erschwerungen hatten das unerhörte Gute für sich, daß zunächst nur eine Auslese von Menschen zu der Fahne Adolf Hitlers stieß. So entstand organisch der Agraria l i t i s ch e A p p a r a t d e r N S D A P., det das Menschenreservair liefern sollte, mit dem für die Verwirklichung nationaksozialistischer Grundsätze in der deutschen Agrarpolitik gestritten werden kannte. Im krassen Gegensatz zu liberalen Theorien predigt der Nationalsozialismus das Primat des Blutes in allen Fragen des menschlichen Lebens, also auch auf dem Gebiet der Wirtschaft. Nicht zwei Wirtschaflstheorieu ringen gegeneinander, etwa die nationalfoziali- stische gegen die liberalistische. sondern die Wirt- fchaftsauffassungen zweier im Blute sich gegenüberstehenden Rassen ringen um den herr- fchaflsanspruch in unserem Volk im Kampf gegeneinander. Aus diesem Grunde war für uns Nationalsozialisten die Blutsfrage entscheidend und muhte zur Achse aller unserer politischen und wirtschaftlichen Ueberlegungen werden. Hat man unsere grundsätzlichen Voraussetzungen begriffen, dann wird man nun auch solche Maßnahmen besser verstehen lernen, die bisher nicht von unseren liberalistischen Vorgängern angewandt worden sind, also rein nationalsozialistisches Gedankengut darstellen. Ich will davon nur zwei erwähnen: Zunächst die Marktordnung. Wir haben die uns durch die Devisenlage und Deutschlands Jso- Franksurt a. M., 18. Nov. Der Ehrentag der alten Frontsoldaten und Kriegsopfer aus dem Gau Hessen-Nassau fand seine Einleitung mit dem Richtfest d er Frontkämpfersiedlung Darmstadt in Anwesenheit des Reichskriegsopferführers Pg. Oberlindober. Auch Staatsminister Jung und der Darmstädter Oberbürgermeister W a mb 0 ldt wohnten dem eindrucksvollen Festakt bei. 20 Häuser mit Stall und Garten sind gerichtet worden. Das erste Haus ist bereits bezugs- ertig. Der zweite Abschnitt mit weiteren 40 Häuern ist begonnen. Im Haus der Arbeit begrüßte der Bezirksobmann der NSKOD. Pg. Wagner den Reichskrieysopferführer als einen der Männer, der an der Seite des Führers dafür stritt, daß wir in der Lage waren, dieses Richtfest zu feiern. Reichskriegsopferführer Oberlindober ermahnte, enger zusammenzuhalten, alles Trennende zu vergessen, damit die deutsche Seele in unserem Volk gesunden werde. Der Nationalsozialismus werde dafür sorgen, daß Kameradschaft bestehen bleibe. Am Sonntagvormittag legten Abordnungen der NSKOV. Ortsgruppe Frankfurt am Ehrenmal im Hauptfriedhof und an den Regimentsdenkmälern Kränze nieder. Schon lange vor Beginn der großen Kundgebung in der Fe st halle waren der riesige Raum und die Nebenräume dicht besetzt. Tausende mußten auf dem Platz vor der Festhalle durch Lautsprecherübertragung der Kundgebung folgen. Gauamtsleiter Pg. Ziegler eröffnete die Kundgebung und gedachte der gefallenen Kameraden, zu deren Ehren sich die Fahnen senkten und das Lied vom guten Kameraden gespielt wurde. Dann begrüßte Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger die Kameraden seines Gaues und dankte dem Reichskriegsopferführer Pg. Oberlindober, daß er die Kriegsopfer zu einer so herrlichen Organisation zusammengeführt habe. Die Soldaten der braunen Armee und der feldgrauen Front feien einig im Wehrwillen, dem Recht des stolzen freien Mannes. Der Gauleiter weihte dann 12 0 Fahnen verschiedener Ortsgruppen. Oberbürgermeister Dr. Krebs, der die Kameraden namens der Stadt Frankfurt herzlich willkommen hieß, schloß seine eindrucksvolle Ansprache mit den Worten: Wir w 0 lle n feinen Krieg, wir wollen keine Blutopfer hüben und drüben mehr, wir alle sehnen uns nach Frieden, aber nach einem Frieden der Gleichberechtigung und der Gerechtigkeit. Die Grüße der Saar überbrachte der Landesführer der deutschen Kriegsopfer an der Saar. Er führte u. a. aus: Wenn wir heute mit 500 Sol- baten und Kriegerwitwen von der deutschen Saar hierher gekommen sind, dann wollen wir in der Leuten Phase unseres Abstimmungskampfes noch einmal vor der ganzen Welt unter Beweis stellen, baf) die vierjährige Gemeinschaft des Schützengrabens, das vierjährige Erlebnis des Krieges uns auf ewig mit Ihnen und "icht mit den anderen zusammenge- geschweißt haben. Wenn wir unsere Pflicht tun, dann tun wir sie in dem Gedenken an unsere 20 0 0 0 gefallenen Saarkameraden Sie staben nicht für Frankreich, nicht für den Status quo, sondern ihr letztes Wort war Deutschland. Wir aber haben das Erbe übernommen und wir tun unsere Pflicht. Am 14. Januar gehen hoch die Fahnen des neuen Deutschen Reiches, und nie mehr sollen diese Fahnen wieder heruntergeholt werden. Stürmischer Beifall folgte diesen Worten, das Saarlied wurde begeistert gesungen. SA.-Grup- penführer Pg. Becker le überbrachte dann die Herz- lichsten Wünsche von den Kameraden der SA. und SS. Die SA. freue sich, daß sich der Frontsoldat neu formiert habe als Mitkämpfer Addlf Hitlers. Möge der höchste Wunsch des Führers, daß dem letzten Frontsoldaten und dem letzten Kriegsverletzten der Lohn seines Heldentums zuteil werde, bald in Erfüllung gehen« Der Reichskriegsopferführer Hanns Oberlindober umriß in feiner Schlußansprache den Kampf bet? alten Frontsoldaten um Achtung und Ehre, bitt jedem braven Soldaten gebühre, und die ihm nir-- gends und zu feiner Zeit von einem anständigen! Volk versagt werden dürfe. Erst durch Adolf Hitler' sei dem deutschen Volf das Glück zuteil geworben, die Einigfeit kennenzulernen, ,pn der nun auch bit deutschen Kriegsopfer und alten Frontsoldaten in einem Verband teil hätten. Wir lieben den Frieden, aber wir lieben auch d i e Ehrt unseres Volkes und die Zukunft unser et Kinder. Hierfür trete jeder alte deutsche Frontsoldat an jedem Tag und zu jeder Stunde ein. Er gelte auch, immer daran zu denken, welch außerordentliches Opfer die Witwen unserer gefallenen Kameraden gebracht hätten. An diesem ungeheuren Frauenopfer würde immer noch viel zu gedankenlos vorbeigegangen. In erster Linie gelte es deshalb, auch die Versorgung bet Hinterbliebenen, einschließlich der Walsen und Eltern, schon im Hinblick auf die Erfüllung des dem sterbenden Kameraden gegebenen Versprechens der Vollendung zuzuführen. Die Solde- tenehre und das Soldatenrecht müsse auch über * Grenzen hinaus verstanden werden. Genau so $ wir jeden ehemaligen Frontsoldaten, den wir ob anständigen Gegner fennenlernten, achten, erwarten wir, daß auch sie dem deutschen Soldaten die Achtung nicht versagen, denn gerade die gegtf’ seifige Achtung der Frontsoldaten untereinander \*x der sicherste Garant für den Frieden der Welt. Das Deutschlandlied und das Horst-Wesiel-Lied schlossen sich den Worten des Reichskriegsopferführers an, worauf Gauamtswalter Ziegler die Kundgebung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den ehemaligen Frontkameraden und jetzigen Führer Adolf Hitler schloß. Ein Vorbeimarsch der Ehren stürme an den Schwerkriegsbeschädigten und dem Reichsfriegsopferführer beschloß den ersten rhein-mainischen Frontsoldaten- und Kriegsopfer* Ehrentag. Marxistische Niederlage in Genf. G e n f, 18. Nov. (DNB.) Die von dem Marxisten Nicole geführte Regierung des Kan ton ♦ Genf hat eine schwere Schlappe erlitten- Die Regierung Nicole hat der Bevölkerung de» von 'tagten abschlägig beschieden hatte. Dem Ängeklag- auf gesetzmäßigen Ablauf der Kundgebung bedachen wurde gemäß dem Antrag des Treuhänderver- ten Anweisungen. :en Aus aller Welt - In «F, markt, der von den Sparkassen kommen kann und kommen muß, wird über die Besserung der arbeiten i- i das Lk! derer! ■ HM treters wegen gröblicher Verletzung der sozialen Pflichten die Befähigung zum Betriebsführer aberkannt. BloßstellungeinesLeipzigerHamsterers Eifenbahnatientäter Matuschka nicht geisteskrank. rgiy; 6er l; )ie Die Reichsbank kann dabei in dem Maße Mitwirken, wie es ihr auf Grund der neuerlichen gesetz- 3e schwächer infolge der Nachwirkungen von Krieg, Inflation und Systemmihwirtschaft zur Zeit noch die steuerliche Leistung der deutschen Volkswirtschaft ist, und je größer die Aufgaben sind, die der Staat sich zur lleberwindung der Wirtschaftskrise stellen muß, um so mehr benötigt der Staat die Mitwirkung des Sparkapitals. Wir müssen wieder von der leidigen Gewohnheit loskommen, aus Mangel an Vertrauen Gelder nach Möglichkeit schnellgreifbarundkurz- f r l st i g anzulegen und damit, wenn auch unbewußt, der deutschen Wirtschaft das für ihren Wiederaufbau so unerläßlich langfristige Kapital vorzuenthalten. Die Sparkassen sind in der Lage, die Ersparnisse, die ihnen von einer vertrauenden Einlegerschaft gebracht wurden. In langfristiger Form zur Milderung der dringenden Kapitalnot der Wirtschaft zu verwenden. ionalsoM I, auch! ständiiis. g in 3t erschast, gt. ihr r des Bi brauen e M-7 wNrn, für sie sei. ober tlai I glatter, c Rähr >bn'i5 m . olle, bo: '.t 6/at wenn n i könnte! Auslos Ergebne i)i Ws l: können r. mef)t 6m im M ad) wie; WM, ! mlkn her men w\i\w ten, unV M!» her oiu , unser i | r einen c \ ieg'heil! Der gerichtsärztliche Sachverständige, Unioersi. tätsprofessor und Psychiater Dr. N e m e t h, erstattete ein ärztliches Gutachten, das auf einer mehrmonatigen eingehenden Untersuchung des Angeklagten aufgebaut ist. Das Gutachten erbringt den Nachweis, daß Matuschka trotz seiner vielfachen krankhaften Veranlagung als zurechnungsfähig anzusehen ist. Matuschka habe übrigens die Treue zu seiner Frau unausgesetzt gebrochen und sei im Kriege, nach seinem eigenen Geständnis, feige gewesen. Nemeth stellte ausdrücklich fest, daß Matuschka im Falle einer Freisprechung und der Rückkehr in die Gesellschaft zweifellos seine bisherigen Ziele weiterverfolgen würde. General a. D. Eduard von Liebert gestorben. Nach kurzem Krankenlager starb der frühere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika General der Infanterie a. D. Eduard von Siebert in Tscheidt (Kreis Kosel) im 85. Lebensjahr. Siebert machte die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mit. 1894 wurde er Kommandeur der Seibgrenabiere in ■ len des Präsidenten des Dreieraus- chusses Baron Aloisi beschlossen, die ursprünglich auf den 21. November festgesetzte Lußerordentliche Tagung des Völker- ^undsrates um einige Tage zu ver- ch i e b e n, um so die Arbeiten des Saarausschusses ; u erleichtern. Der genaue Zeitpunkt der Rats- «gung soll den Ratsmitgliedern so schnell wie mög- ich mitgeteilt werden. Bei den in Rom geführten Verhandlungen hat Lch eine Anzahl von Problemen ergeben, die einer ' nod) eingehenderen Prüfung bedürfen. Deutscher- ' zeits kann gegen eine solche Verschiebung nichts ein- lewendet werden. Man sieht daraus, daß sich der Dreierausschuß von der Bedeutung und Wichtigkeit der von ihm behandelten Fragen iiberzeugt hat und eine eingehendere Behandluiktz iür notwendig hält, ehe der Völkerbundsrat mit diesen Fragen befaßt wird. „Gvemng Aews" fordert eine Konferenz der Großmächte. ßonbon, 17. Nov. (DNB.) „Evening News" chreibt: Die Sage im Saargebiet wird täglich schwieliger; sie wird eine erstklassige Ursache nternatio naler Reibungen. Die Spanung würde sehr vermindert werden, wenn G r o ß- -ritannien, Deutschland, Frankreich . n d Italien eine Konferenz in Sonbon - bhalten würden, um die schwebenden Fragen zu Wörtern. Es darf nicht vergessen werden, daß der inzige Staatsmann, der in konkreter Form einen Plan zur Behandlung des Streites unterbreitet hat, Hitler war. Vor einem Jahre :< egte er an, daß, ohne auf die Abstimmung zu Die Gaartagung des Völkerbundsrats verschoben Auf Wunsch des Oreierausfchusses. Führer h d'e N. Führer ü 'beratet MsiiJ 'cher (|d 1 fJj betonten 1, ; r5 < 13 führte dem Red B bas eitl n unb rc j 'der vi i Wege 1 opas u raufstill hervor, n der nur. aufrichtig -s au»* jenauJ den SoW» , die k H Kantons Genf ein Gesetz zur Volks abstim» Tiung unterbreitet, das neue Steuern unb Bela st ungen vorsieht, die in erster Sinie Die 3 n b u ft r i e unb bie größeren Vermögen treffen mürben. Bei der Abstimmung lehnte bie Genfer Bevölkerung bie Steuervorlage ber soziaustlschen Regierungsmehrheit Genfs mit einer Stimmenmehrheit von 10 0 0 0 Stimmen ab. Die Befähigung zum Betnebsführer aberkannt. Die Aufgabe der Sparkassen bei der Kapitalbeschaffung der Wirtschaft Grundsätzliche Ausführungen des Veichöbankpräfidenten. ibetliol^ i W d Eh», bie M' i anftäiö' Abolf 5 eil i* nun aut ntfoldat» ieben die fl t uni1' utfche? linde «J. welch & Die geopolitische Bedeutung des Australien-Kluges. Don Dr. Fritz Hesse. "dischei Vor dem Sozialen Ehrengericht in Breslau war Der Spediteur Julius Masur aus Neustadt (Ober- Schlesien) angeklagt. leine Arbeiter zur Leistung oon Ueb - rst ° nd - n weit über das nor- maleMal, hinaus angehalten und ihnen n i e- mals Urlaub gewährt zu haben Die Arbeiter muhten bis zu bS Ueberstunden leisten, l° daß sich teilweise über 100 Arbeltsstunben tn ber Woche ergaben. Urlaub hat bisher kein einziges Mitglieb des Betriebes erhalten, obwohl manche Ichon sechs unb mehr Jahre bort beschäftigt finb. Jßon feinem minberjährigen Lehrling verlangte ber Beschuldigte eine Arbeitszeit von täglich elf Stunden. Ferner zwang der Beschuldigte seine Seute gur Sonntagsarbeit, obwohl die zuständige Behörde einen entsprechenden Antrag des Ange- p e n ins Saargebiet. Dies würde nur das herbei- führen, was jeder vernünftige Mensch in Europa zu vermeiden wünsche. Die augenblickliche Art, die Dinge bis zur Abstimmung treiben z u lassen, kann nur zu einer akuten Verschärfung der augenblicklichen, gefährlichen Reibung führen. Die Frage ist viel zu ernst und dringend, um sie dem Völkerbund zu überlassen. Wichtig für Saarabstimmungsberech- tigte, deren Eintragung in die Abstimmungslisten noch nicht feststeht. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Der Bund der Saarvereine feilt mit: Es bestehl Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Rekurse gegen die Entscheidung eines Kreisbüros auf den amtlichen, von der Abftimmungskommission herausgegebenen weihen Formularen einzulegen find. Diese müssen auf das sorgfältigste ausgefüllt werden. Der Abstimmungsberechtigte läuft sonst Gefahr, daß der Rekurs wegen formeller Triangel verworfen wird. Wem ein solches Formular nicht zugegangen ist, wende sich an den Vertrauensmann, die Ortsgruppe oder die Geschäftsstelle des Bundes der Saarvereine, Berlin SW 11, Strefemannsir. 42. Die genannten Stellen sind auch bei der Ausfüllung der Formulare behilfich. pentransporte bilden gewissermaßen das Rückgrat des militärischen Schutzes des berühmten Weges nach Indien. Der Einsatz von Bombengeschwadern an der afghanischen Grenze, in Mesopotamien und Arabien ist mehr als einmal so wirksam gewesen, daß der Einsatz größerer Truppenmengen gespart werden konnte. Die moralische Wirkung des Eingreifens der britischen Luftflotte war jedenfalls in allen Fällen so groß, daß man trotz heftiger Proteste einiger pazifistischer Kreise in Sonbon bazu übergegangen ist, bie Ver- roenbung ber Suftroaffe zum Schutze bes Weges nach Jnbien zur Regel zu machen. Aber es ist auch nicht zu verkennen, baß bie Schock-Wirkung, bie ursprünglich von biesen Ge- schwabern ausging, vielfach nachgelassen hat. Die Tatsache, baß bie Bvmbengeschwaber in ben in Frage fommenben Gebieten, ebenso wie bie Truppentransporte, boch nur in relativ geringfügiger Anzahl stationiert worben finb, ist bekannt geworben unb hat deutlich gezeigt, daß auch diese Waffe ihre Grenzen hat. Der Abtransport von Reserve-Formationen aus der Heimat, bzw. etwa bie für ben Ernstfall notwenbige Ueberführung größerer Mengen von Flugzeugen, schien bisher noch ein Problem zu sein, bas ber Söfung harrte. Kam boch auch hinzu, baß bie Unterhaltung große- rer Mengen von Flugzeuggeschwabern im nahen Osten, in Jnbien unb bei Australien f o große Kosten zu erforbern schien, baß bas Kolonialamt auch gewisse Schwierigkeiten finanzieller Art zur Erhaltung bieser Waffe hatte. Die Unterhaltung bes Flugzeugschutzes im Imperium schien eben be- fonbers teuer zu fein. Hier wirb mit einem Schlag klar, welche Beben- tung es hätte, wenn man garnicht soviel Flugzeuge fern der Heimat, über Arabien und Indien zerstreut, zu unterhalten brauchte, sondern wenn man statt dessen die Flugzeuge in der Heimat b e- lassen könnte, uns sie nur im Notfälle im Imperium einzufetzen brauchte. Das wäre selbstverständlich nur möglich, wenn die Ueberbrürfung der Entfernungen nur eine kurze Zeit dauert. Wenn z. B. größere Detachements der britischen Suftflotte in 24 Stunden von Sonbon nach Jnbien gelangen könnten, bann würbe bas britische Verteibigungs- system eine Schlagkraft erhalten, bie ihresgleichen sucht. Keines ber vielen Völker im britischen Imperium, bas ben Wunsch hätte, sich selbstänbig zu machen, würbe sich länger als 24 Stunben seiner Freiheit erfreuen! Denn innerhalb von 24 Stunben würde England in der Sage fein, eine ausreichende Menge von Bombenflugzeugen unb Truppentransporten in Bewegung zu fetzen, um jeben Aufstand nieberzufchlagen, ober — in etwas späterer Zeit zwar — auch einem bedrohten Australien zu Hilfe zu eilen ... Und man versteht daher, was gerade diese De- monftration des Australien-Fluges für alle die Sünder, die überflogen wurden, bedeutet hat. Besagt er nicht, daß in wenigen Jahren, ja vielleicht in Mo- naten, Großbritannien so weit fein wird, daß es fein Imperium und den Weg nach Indien in ber Luft verteidigt? Man wird verstehen, daß die Anrainer des Luftweges von Indien nach Australien mit durchaus gemifchen Gefühlen diese Seite ber „sportlichen" Leistung der britischen Maschinen mitangesehen haben. Rentenkurse für die Verbilligung bes Zinsfußes unb damit für bie weitere Wiederherstellung der Sparbildung überhaupt ____ausschlaggebender Bedeutung {ein. Die schon im Mai v. I. erfolgte Herabsetzung bes Hypothekenzinssatzes auf 5 v.H. bebeutet einen wichtigen Schritt auf bem Wege baldiger Verwirklichung nationaljozialisti- cher Wirtschaftspolitik auf diesem Gebiet. Das Entgegenkommen des Instituts ist mit ermöglicht worden durch die niedrigen Geschäftsunkosten, die aus einer sparsamen Verwaltung re» Ueber das Ergebnis der gerichtsärztlichen Untersuchung der Frage ber Zurechnungsfähig- feit bes Eisenbahnattentäters M a - t u s ch k a werben Einzelheiten bekannt. Die Gerichtsärzte haben feftgeftellt, baß Matuschka ausgezeichnete Verftanbeskräfte, viel positives Wissen unb eine ungewöhnliche Phantasie besitze, bie sich oft in feinen wahnwitzig anmutenben Plänen ausbrücke. Auch würbe festgestellt, baß Matuschka weber in feinem früheren Leben, noch zur Zeit bes Anschlages von Bia Torbagy, geistesgestört gewesen fei. Die von ihm im Bubapester Prozeß zur Schau getragene Kinblichkeit unb fein Größenwahn seien absichtlich oorgetäuscht. Die Beweggrünbe bes Anschlages würben gerichtsärztlich barauf zurück- qeführt, baß Matuschka seit 1930 ben Plan gehabt habe, burch Eisenbahnanschläge riesiges Aufsehen Im Leipziger Osten hatte man einen Hamsterer festgestellt. Am Sonntag morgen hatten sich vor feinem Hause Gruppen erregter Volksgenossen zu- fammengefunben, bie ihrem Abscheu Ausdruck gaben. Nach 11 Uhr setzte sich bann ein Zug von Volksgenossen aller Berufe burch bie Straßen in Bewegung. Es würben Transparente mitgeführt, bie bie Tätigkeit bes ertappten Hamsterers einbringlich zur Kenntnis brachte. Er hatte Gegen st änbe bes täglichen Bebarfs in aberwitzigen Mengen eingelagert, barunter allein 300 Pakete Seifenpulver unb außerbem Putzmittel neben unverftänblich vielen Stücken Seife, bie vielerlei Fettwaren gar nicht gerechnet. Der 16fache Hausbesitzer, ber ein Vermögen von 1 bis 1,5 Millionen Mark besitzt unb ber sich selbst zu einem Jahreseinkommen von 20 000 Mark bekennt, hatte ein Pfunb Graupen — es würbe im Zuge mitgetragen — für bie P f u n b f a m m l u n g bes Winterhilfswerks „geopfert". Der Wunsch, ben Hamsterer aus bem Bau zu holen, würbe bebrohlich laut. Man fügte sich aber ben »RUNDE SORTE« im runden Aegypterformat - mit Stickereien reich bas Saargebiet an Deutschland» zurückerstattet werbe. Es besteht immer noch Aussicht auf eine befriebigenbe Lösung, wenn bie vier Großmächte ber Frage ins Angesicht schauen. Das letzte, was Großbritannien erlauben würbe, wäre bie Entsenbung britischer Tr up - frittieren; wiederum eine vorbildliche Geschästspolitlk. Trotz des Verzichts auf hohe Zinsgewinne \xn S)t)po« theken- und sonstigen Kreditgeschäft hat bie städtische Sparkasse Stuttgart stets angemessene Einlagenzinsen vergütet unb hierburch bie günstige Entwicklung ber Spargelder geförbert. Die von vielen Millionen Volksgenossen oft in kleinsten Beträgen emsig zu* sammengetragenen Spargelder hüben einen wesentlichen Faktor in ber Neubilbung heimischen Kapitals. Die Reichsregierung wirb alles tun, um bie Entwicklung ber Sparkassen unb des Spartriebes der Bevölkerung zu fördern und über die gesunde Geschäftsführung der Sparkassen zu wachen. Der Wettslua England—Australien ist von der Weltöffentlicykeit nicht zu Unrecht vor allen Dingen als eine große sportliche Leistung gewertet worden. Der Sieg der beiden Engländer Black und Scott, die in zwei Tages-Routen die ungeheure Strecke von England nach Australien zurücklegten, verdient mit Recht unsere Bewunderung, wie auch die Leistungen der anderen Piloten und Maschinen, die zwar nicht als erste ankamen, aber ihr Ziel erreichten. Doch muß man diesen Flug wohl auch unter anderen Gesichtspunkten sehen als lediglich unter dem sportlichen, denn selbstverständlich hat der Flug auch der Erprobung wichtiger techni- scher Neuerungen bei den Maschinen gedient, die ihren Wert für die weitere Fortbildung des gesamten Flugzeugwesens haben werden, da man ja das Ergebnis bes Fluges auch von ber negativen Seite her sehen kann. Es hat sich gezeigt, baß bie Maschinen ber ungeheuer großen Entfernung noch nicht ganz gewachsen finb, ba allzu viele Maschinen aus allen möglichen Grünben ausfielen unb ihr Ziel nicht erreichten. Es gibt, so wirb jebenfalls ber Laie schließen, eben heute noch nicht eine aus- reichenbe Anzahl von Maschinentypen, um bie ge- stellte Aufgabe zu bewältigen, unb es ist heute noch ein Glückszufall, wenn man mit ben Maschinen bes Wettbewerbes nach Australien gelangen will. Das ist jebenfalls ber Eindruck, den man von der technischen Seite her haben könnte, wenn hiergegen nicht einige andere Tatsachen sprächen. Man muß sich nämlich vor Augen halten, daß ja Australien das fern st e Ziel war, das über- Haupt gesteckt werden konnte, unb baß die besonderen Bedingungen der Zulassung zu dem Wett- bewerb eine ganze Reihe von Maschinen ausschloh, deren Erprobung vielleicht ebenso interessant auf dieser großen Strecke gewesen wäre, wie z. B. der riesigen englischen Bombengeschwader, der großen Truppentransporte unb der Maschinen, mit denen der Luftweg London — Indien bereits regelmäßig beflogen wirb. Wenn man den Australien- flug z. B. allein mit den Leistungen ber englischen Flugzeuge auf ber Strecke von ßonbon nach Jnbien vergleicht, so ergibt sich ohne weiteres, daß ber gegenwärtige Luftverkehr zwar sehr viel mehr Zeit benötigt, um die Strecke nach Indien zu über- brücken, noch immer fünf bis sechs Tage, daß aber ber Unterschieb bei Einsatz anderer Maschinen nicht so groß sein würbe. Man kann also wohl, ohne dafür Lügen gestraft zu werden, zweifellos behaupten, daß ber Australienflug sowohl für die zivile Luftfahrt wie auch für die militärische Luftfahrt der Engländer eine Art Demonstrationsflug war, und zwar in dem Sinne, baß er zeigen sollte, was bieser Luftverkehr, bzw. bie militärischen Lufttransportmittel, in absehbarer Zeit werben l e i st e n können. Denn man kann wohl für ben Ernstfall annehmen, daß es den Engländern gelingen würbe, sehr schnelle Typen zu entwickeln, die den Leistungen ber besten Sportflugzeuge sehr weitgehend entsprechen. Unb baraus läßt sich roieber eine sehr interessante Nebenbeobachtung treffen. Es ist ja bekannt, baß bie Englänber sich weitgehenb bei ber Aufrechterhaltung ber Ruhe unb Drbnung in ihrem Imperium unb in ben angrengenben Gebieten ber Flugwaffe bebienen. Bombengeschwaber unb Trup- Genf, 17. Nov. (DNB.) Wie bas Völkerbunbs- warten, nachDerhandlungen mit Frank- ietretariat mitteilt, hat ber Präfibent bes Völker- " K ~ Ä u '1 'A *{ a t» « s »unbsrates Benesch nach Rücksprache mit bem Generalsekretär des Völkerbundes und auf Bit- Stuttgart, 17. Nov. (DNB.) Bei der Feier Mes 50jährigen Bestehens ber Stäbtischen Sparkasse Stuttgart erklärte ber Reichsbankpräsident unb beauftragte Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht ii. a.: Mein Bestreben geht nicht bahin, bie Tätig- lieit ber Sparkassen einzuengen. Das sogenannte lleinere unb mittlere Krebitheschäst boU ben Sparkassen in keiner Weise genommen werben. Jnbessen, bie befonbere Struktur ber Sparkassen erforbert befonbere Maßnahmen. Die öffentlichen Sparkassen haben vor ben übrigen Gelb- mftituten ben großen Vorteil voraus, daß sie bie Haftung ber öffentlichen Körper- chasten hinter sich haben. Diese Haftung bilbet über auch eine Verpflichtung. Die Reichsbank ist irunbsätzlich bereit, eine stets bereite Aufnahme- Wellung für bie ßiquibität ber Sparkassen zu bil- 'ien, aber sie kann bas nur tun, wenn eine solibe Lnlagepolitik ber Sparkassen gewährleistet fr. Die vornehmste Aufgabe ber Sparkassen de- -teht auch jetzt barin, bie ihnen zufliehenben Spar- gelber in sicheren Werten bes Kapitalmarktes am iulegen. Es ist notroenbig, bie moberne bankmäßige Betätigung in einem gefunben Verhältnis zu ber ureigenste n A u f - ; abe, nämlich ber V e r w a l t u n g b e r S p a r- elber zu halten unb biefe Betätigung mit ben Potwenbigkeiten ber gesamtbeutschen Währungsund Kreditpolitik in Einklang zu bringen. lichen Bestimmungen über Offen-Markt-Politik und zu erregen. Die Aerzte rechneten ihn zu ber Gruppe Zulassung von ßombarbforberungen zur Noten- schwer entarteter, j e b o ch keineswegs beckung möglich ist. Der Auftrieb für ben Kapital- geisteskranker Menschen. MASS - SCHNEIDEREI GIESSEN PLOCKSTR.7 Aufbau auch im inter! Nichts hält unsere Arbeit im Nhrin-Main-Gebiet auf. und Lichtspielhaus «Gießen e.G.m.b.H. WF D St E DRUCKSACHEN ViklXDCBrühl'scho Druckerei GPA. Während in früheren Jahren die Bau- : arbeiten im Herbst eingestellt wurden und kaum je- r mand daran dachte, ein größeres Unternehmen zu beginnen, kennt der nationalsozialistische Tatgeist . keine Hemmungen. Seine schöpferische Kraft ging mitten im Herbst des vergangenen Jahres an den Bau der Autobahnen und hat in diesen Tagen kaum 30 Kilometer nordöstlich von der Stelle, wo der Führer den ersten Spatenstich zur Reichsautobahn vollzog, ein neues Derk von zukunftsfroher Bedeutung begonnen. Vor einigen Tagen wurde mitten in der rhein-mainifchen Landschaft zwischen Frankfurt am Main und Bad Vilbel eine große Siedlungsanlage in Angriff genommen. Das vom Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger und seinem Berater in finanziellen Fragen, Generaldirektor A v i e n y, eingeleitete bedeutsame Siedlungsprogramm ist ein Werk planmäßigen sozialistischen Aufbauwillens, dessen Tragweite sich heute kaum schon in vollem Umfang überblicken läßt. Die Nassauische Landesbank und die Frankfurter Baukasse haben sich in den Dienst dieser Bestrebungen des Gauleiters gestellt und der Gesellschaft Nassauischer Heimstätten die erforderlichen Mittel beschafft. Eine rNustersiedlung von über 300 Häusern, in erster Linie Einfamilienhäuser mit großen Gärten, soll erstehen zu Bedingungen, die voll und ganz in den Rahmen des nationalsozialistischen Programms passen. Diese grundsätzlich wichtige Tatsache geht allein schon daraus hervor, daß für einen Einfamilienbau mit ausreichenden Wirtschaftsräumen, mit Grundstück und Zubehör ein Preis von 8750 RM. bei monatlicher Zins- und Amortisationsbelastung von nur 37 RM., angesetzt ist und die zu Doppelhäusern zusammengefaßten Bauten sogar noch einmal 2000 RM. billiger erstellt werden. Besonders anerkennenswerte Beachtung verdient hierbei noch, daß dieses Unternehmen vollständig auf Unternehmerbasis und ohne Zuschuß öffentlicher Mittel durchgeführt wird. Im Rathaus zu Vilbel wurde der Gauleiter Sprenger von Kreisleiter Krug-Jahnke, dem Bürgermeister, Vertretern der Bau- und Siedlungsleitung und den Herren des Landesplanungsverbandes begrüßt und ihm an Hand von Tabellen und Zeichnungen ein genauer Ueberblick mit eingehenden Erläuterungen gegeben. Bezüglich der hierbei besonders angeschnittenen Frage des Doppelhauses entschied der Gauleiter, daß man um eines Grundsatzes willen die gute Angelegenheit nicht fallen lassen dürfe und in unserer Zeit die billige Erwerbsmöglichkeit des Doppelhauses noch nicht völlig entbehrt werden könne. Offen bleiben noch einige verkehrspolitifche Möglichkeiten für die unmittelbar an der Main-Weser- Bahn gelegenen Siedlung, wobei der Gauleiter auf die neuen Holzgasautobusse verwies. An der Baustelle nahm der Gauleiter vor den angetretenen Siedlern und Arbeitern sowie herbeigeeilten Zuschauern das Wort und erinnerte an das vom Führer proklamierte Ziel, daß allen deutschen Menschen genügend Luft, Licht und Lebensraum geschaffen werden müsse, wenn der Mensch nicht körperlich und seelisch verkümmern und seine innere Schwungkraft verlieren soll. Betont müsse werden, daß diese neue, wirklich nationalsozialistische Siedlungsform sich grundsätzlich von den unerquicklichen liberalistischen Formen der Vergangenheit unterscheide, daß die Häuser erschwinglich, die Siedler gesund, aus allen Ständen kommend, und ihre Kinder bereits uneingeschränkte Besitzer der Grundstücke sein könnten. Seit langem schon, betonte der Gauleiter, sei er sich mit dem derzeitigen Generaldirektor der Nassauischen Landesbank darüber klar gewesen, daß eingehende finanzielle Sicherung grundsäbliche Voraus- setzung einer nationalsozialistischen Mustersiedlung sein müsse. So sei es dem Pg. A v i e n y zu danken und neben ihm allen, die sich an dem Werk betei- igten, daß die Kinder der hier Siedelnden einmal schuldenfreie, eigene Siedlungshäuser besitzen werden. Den gemeinsamen Beginn der Aushebung des ersten Fundamentschachtes beschloß der Gesang des Kampfliedes der Bewegung und ein vom Gauleiter ausgebrachter begeisterter Heil!- und Dankruf auf den Führer. ÜT«Ä6b” “• ,9H Mmfflwt Wu intet MWhnmer General-Versammlung Ifljj hkkWlWWllM fatt, wozu wir unsere Mitglieder einladen. Dienstag, den 20. November 1934, abends s Uhr Stta Anzeigen-Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen >ttr alle Zeitungen u. Seitichnften Gießen/Schulstraße 7 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Ein spannender Kriminalfilm bester „U FA“-Klassel Vorher: Beiprogramm u.Ufa-Woche Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht für 1933 2. Genehmigung derZahresrechnung und Bilanz 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates 4. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat 5. Bericht des Verbandsrevisors 6. Verschiedenes. Gießener Wohnungsbau-Genossenschaft im Saale des Gesellschaftsvereins, Sonnenstraße MMD Wiel oo« Wsmlll lir finaler 2- nnt WM Mich- und MWimmle und Selons Programme, die zum Eintritt berechtigen, zu 50 Pfennig, für Schuler 20 psi, bei Eh a ll i e r,Neuenweg, und an der Abendkasse. Oslpreofl. Kühe q. Slerken ÄArtend, ca. 9-11 Zentner, ca. 20 Liter Nlllchletstung, von 2 Stück franko jed. Bahnstation für 230 bls 300 Alk. erbittet [68o5d $. Ellerhoff, Stallupönen Tierzuchtassistent, Postfach 82. i Kräuterhaus Jung mti Naturheil- ®*”D KJ und Gesundkost- Fachgeschäft jetzt in der Mäusburg ________________________6808 D Bestellungen auf Urteil: Doppelte Todesstrafe, zehn Jahre Zu ch t h a u s , lebenslänglichen Ehrverlust lebenslängliche Sicherungsverwahrung. Bisher 266 Todesopfer des Wirbelsturms auf den Philippinen. Der letzte W i r b e l st u r m, der die Philippinen heimgesucht hat, stellt die schwerste Katastrophe dar, die jemals über die Inseln hereingebrochen ist. Die Zahl der Toten beträgt nach den neuesten Meldungen 266, darunter befinden sich allein 225 Personen, die in dem Dorf Mauban ertrunken sind. Von Mauban ist wenig übriggeblieben. Tausende von Einwohnern sind obdachlos. Auf weite Strecken sind 90 v. H. der Kokosnuß-, Bananen- und Reisernte zerstört, was allein einen Verlust von schätzungsweise einer halben Million Pfund Sterling bedeutet. In der Provinz Eamarines sind 24 000 Personen ohne Unterkunft. In der Provinz La Laguna wurden 7000 Häuser zerstört. In der Hauptstadt Manila sind nur leichte Schäden zu verzeichnen. Hilfsmaßnahmen sind von Manila aus eingeleitet. Sechs Todesurteile gegen Vahnräuber in der Sowjetunion. Das Gericht in Schistopol (Tatarische Republik) verurteilte sechs Mitglieder einer Bande, die mehrere Güterzüge ausgeplündert hatten, zum Tode. Bei der Ausplünderung der Wagen waren mehrere Beamte getötet und verletzt worden. Zehn weitere Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von einem bis zehn Jahren. Räuberbande plündert bei Jerusalem 30 Reisende aus. Auf der Straße Jerusalem—Haifa haben sechs bewaffnete Räuber in der Nähe des Dothantales fünf Kraftwagen angehalten und 30 Personen ihres Geldes und ihrer Kleider beraubt. Drei Reisende, die den Befehlen der Räuber nicht sofort nachkamen, wurden niedergeschossen, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Zweite Kirschenernte am Schwarzen Meer. In Burgas am Schwarzen Meer ist eine ungewöhnliche Erscheinung zu beobachten: Zahlreiche Kirschbäume, die vor anderthalb Monaten zum zweiten Male blühten, konnten bei der sonnigen und milden Herbstwitterung erneut Früchte ansetzen, die jetzt zum größten Teil ausgereift sind und geerntet werden. Auch die ältesten Leute in Burgas, so meldet der Lokalchronist, können sich eines gleichen Falles nicht erinnern. Schreckenstat eines Familienvaters. — Frau und Kinder im Schlaf erwürgt. In der Perleberger Forst wurden die aus Perleberg (Brandenburg) stammende Ehefrau Büttner und ihre beiden Kinder tot aufgefunden. Die Untersuchung ergab, daß Büttner feine Frau und feine beiden Kinder in einer Schutzhütte ermordet hat. Der Täter hat wahrscheinlich seine Opfer Kunft und Wissenschaft. Richard-Strauß-Festwoche in Hamburg. Die Richard - Strauß - Festwoche, die von der Hamburgischen Staatsoper zu Ehren des 70iahrigen Meisters veranstaltet wird, ist mit einem glanzenden Auftakt eröffnet worden. In Anwesenheit des regierenden Bürgermeisters von Hamburg zahlreicher führender Persönlichkeiten des kulturel- - fb-j kßn5r' ^wie des Komponisten ging vor einem festlich gestimmten Haus „Die Frau ohne Schatten in Szene. Richard Strauß, der schon bei seinem Erscheinen lebhaft begrüßt wurde, wurde nach den Aktschlüssen von jubelndem Beifall umtost. Die Kundgebung fand ihren Höhepunkt, als zum Schluß Senator von Allwörden auf der Bühne erschien und in seiner kurzen Rede die Grüße des Reichsstatthalters und des Senats überbrachte. Im Anschluß daran brachte er ein Schreiben des regierenden Bürgermeisters von Hamburg zur Verlesung, in dem Richard Strauß die von Hamburg gestiftete Johannes - Brahms- Medaille für fein hervorragendes künstlerisches Schaffen verliehen wird. Richard Strauß dankte ergriffen für diese Ehrung. Probleme eines neuen deutschen Films. Im Harnack-Hause in Berlin-Dahlem wurden die Diskussionsabende der Reichsfilm- k a m m e r eröffnet. Der Präsident der Reichsfilmkammer, Dr. Scheuermann, hatte zu der Feier etwa 300 Mitglieder der Kammer und Gäste aus anderen Kulturkammern eingeladen. Er führte u. a. folgendes aus: Der Film der Vergangenheit muß in lebendige Beziehung zum Filmschaffen der Gegenwart gebracht werden. Im Januar soll der Oeffentlichkeit das Filmarchiv zugänglich gemacht werden, das bereits heute über 1200 Filme umfaßt. Die schönsten Filme aus der Kriegs- und Vorkriegszeit verdankt das Archiv vor allem Spenden des begeisterten Filmsammlers Kunde in Düsseldorf. Künstlerisch und propagandistisch ge- ehen, steckt der Film heute noch in den Kinderschuhen. Jährlich suchen etwa 250 Millionen Menschen in den 5000 Filmtheatern in Deutschland ihr Unterhaltungsbedürfnis zu befriedigen. Wir müssen für Spitzenfilme einige Millionen von den 160 bis 200 Millionen Mark betragenden Umsatz her Lichtspieltheater abzweigen, um an das Ziel unteres Führers heranzukommen, im Film das ae waltiae Erleben unserer Zeit nachklinqen zu lassen. Der Film ist neben Funk und Presse ein Propagandamittel größten Stils. Solange Deutschland die Führung in der Tonkunst besitzt, wird es auch den musikalischen Film zu schaffen und zu vollenden wissen. Der Redner schloß mit der bemerkenswerten Feststellung, daß der Boykott gegen den deutschen Film im Ausland im Rückgang begriffen ist und sich der deutsche Film in zunehmendem Maße wieder im Auslande durchsetzt. i im Schlaf mit einem Strick erwürgt und seiner jgrau, die anscheinend nicht sogleich erstickt ist, den ' Hchs durchschnitten. Büttner, der ohne Zweifel als Täter in Frage kommt, konnte noch nicht ermittelt werden. Wahrscheinlich hatte die Familie Büttner ! ichon mehrer Tage in der Hütte gehaust. Die Ursache der Tat ist unbekannt. » 25 Jahre ärztliche Mission. Das deutsche Institut für ärztliche M i s f i o n i n T u b i n g e n beging in diesen Tagen die Feier seines 25jährigen Bestehens. Auf Anregung eines Stuttgarter Großkaufmanns wurde es mit Unterstützung des Wüttembergischen Staates zu einer Zeit geschaffen, als zwar von angelsächsischer Seite schon viele ärztliche Kräfte auf den Missions- -feldern arbeiteten, Deutschland aber nur wenig ! Aerzte hinausgesandt hatte. Die 40 deutschen ' Aerzte, die heute wieder auf den Missionsfeldern ! tätig sind, stehen noch in gar keinem Verhältnis ! zu den nahezu 1000 englischen und amerikanischen .Aerzten. Gerade die Krankenhäuser der deutschen Mission erfreuen sich bei Weißen und Farbigen besonderen Zuspruchs. So wurden im Jahre 1933 in 40 deutschen evangelischen Missionskrankenhäusern nahezu 400 000 Patienten behandelt und über eine Million poliklinische Behandlungen vorgenommen. Neben den Aerzten bildet das Tübinger Institut auch Missionsschwestern aus, die ebenso tapfer ihren Dienst in der Fremde tun. Das Institut ist ein privater Verein, der von einem großen Freundeskreis getragen wird. Seit dem Kriege ist ihm ein Tropengenesungs- he i m angegliedert, das schon in den schwierigsten Fällen im Segen gewirkt hat. Aus Anlaß des Jubiläums ernannte die theologische Fakultät in Halle Öen seit 1911 in Tübingen wirkenden Leiter des Institutes, Professor Dr. Olb, zum Theologischen Ehrendoktor. , Iu doppelter Todesstrafe verurteilt. Von dem Thüringer Sondergericht in Gera hatte Nch der 31 Jahre alte Alfred B u s ch e n d o r f aus Gera wegen versuchten M o r d e s zu verantworten. Der bereits mit Zuchthaus vorbestrafte Angeklagte hatte gemeinsam mit zwei Komplizen, die bereits abgeurteilt worden sind, zahlreiche Einbrüche in verschiedenen Städten Thüringens verübt. Bei zwei Einbrüchen, bei denen Buschendorf ertappt wurde, gab er auf Kriminalbeamte mehrere Schüsse ab. Einer der Beamten wurde dabei so schwer verletzt, daß er dauernd erwerbsunfähig bleiben durfte. Das Sondergericht erkannte auf folgendes Detlervorausfage. Die Großwetterlage hat sich vollkommen umgestaltet und zeigt wieder außerordentlich lebhafte Wirbeltätigkeit über Nordeuropa. Am Ostrande des von den Azoren über Südengland nach Skandinavien sich erstreckenden Hochdruckrückens sind kältere Luftmassen nach Deutschland eingedrungen und gaben auch bei uns stellenweise Anlaß zu leichtem Nachtfrost. In unseren Mittelgebirgen kam es zu geringen Schneefällen. Vorerst ist stärkere Einfluß- nähme der Tiefausläuser auf unser Wetter nicht zu erwarten. Aussichten für Dienstag: Abgesehen von Nebelbildung zeitweilig aufheiternd und im ganzen trocken, nachts leichte Frostgefahr, schwache Luftbewegung. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der zwar vielfach nebligen, im wesentlichen aber trotte- nen Witterung mit leichtem Nachtfrost. Lufttemperaturen am 18. November: mittags 6,4 Grad Celsius, abends 3,2 Grad; am 19. November: morgens 1,0 Grad. Maximum 7,1 Grad, Minimum —1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. November: abends 5,8 Grad; am 19. November: morgens 3,1 Grad. — Niederschläge 0,6 mm. Hauptschriftleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Frankfurt a. d. O. Zwei Jahre später ging er als Gouverneur nach Deutsch-Ostafrika. 1897 wurde er aleichzeitig Kommandeur der Schutztruppe. 1900 erhob ihn der Kaiser in den erblichen Adelstand. Nach seiner Rückkehr in die Heimat 1901 führte er die 6. Division. Zwei Jahre später nahm er seinen Abschied. Dann war er Vorstandsmitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft und Begründer des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Von 1907 bis 1912 vertrat er a l s Abgeordneter den Wahlkreis Borna im Reichstag. Er betätigte sich auch im Flottenverein und im Heeroerein. Im Herbst 1914 wurde er Gouverneur von Lodz. Ein Jahr später führte er die 15. Reservedivision an der Westfront. 1916 erhielt er den Pour le merite. 1929 trat er in die NSDAP, ein. SA.-Truppführer von einem Einbrecher tödlich verletzt. Ein Einbrecher versuchte in die Wohnung des Pächters eines Lichtspieltheaters in Oppeln, namens Dtoczko, einzudringen. Moczko wurde aufmerksam und sah den Einbrecher auf dem Dach eines Schuppens liegen. Als der Einbrecher auf mehrmalige Aufforderung nicht herunterkommen wollte, rief Moczko, man solle ihm feine Pistole bringen. In diesem Augenblick gab der Einbrecher mehrere Schüsse ab, von denen Moczko am rechten Arm v e r- l e tz t wurde. Der ihm zu Hilfe eilende SÄ.-Trupp- führer F l o r e k aus Czarnowanz wurde durch einen Kopfschuß tödlich verletzt. Der Einbrecher entkam unerkannt in der Dunkelheit. Die Verfolgung wurde sofort ausgenommen. Der Allgäuer Gattenmürder verhaftet. Der Gattenmörder von Füssen im Allgäu, Anton Kohlhoser, ist jetzt fe ft genommen worden. Er hatte, wie gemeldet, am 15. November in Füssen seiner Ehefrau Anna mehrere Messerstiche beigebracht, die deren Tod zur Folge hatten. Die Festnahme erfolgte in einem Gasthof in Bad Tölz. Kohlhofer ist geständig. Er wurde in das Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. 66 Menschen von einem einzigen Blitz erschlagen. In Südafrika sollen in der Nähe des Kaps der Guten Hoffnung bei Clarksbory 66 Eingeborene ' durch einen Blitz getötet worden fein. Sie waren, ; um ihre Mahlzeit zu halten, in einer großen Hütte ' versammelt, als der Blitz einschlug. Neun weitere (Eingeborene liegen in kritischem Zustande darnieder. ‘ heißt Ichön fein. Zu dick iß ungefund. Erfolgr. Wirkung immer (ft * • "die einzig, d u rch^JlßmiA artigen Entfettungstabletten. Garantiert unschädlidi. RM 1.75, Kurpackung RM 4.50. In allen Apotheken erhältlich. Verlangen Sie nur„$Uimn" Büchertisch. — Bruno H. Bürgel: Die kleinen Freuden. Ein besinnliches Buch vom Glück im Alltag. Im Verlag Ullstein. Kartoniert 2,50 Mark. — (434) — Alles, was da über die kleinen Freuden des Daseins geplaudert wird, die ja in Wirklichkeit die einzigen sind, alles, was Bürgel vom Glück im Alltag zu rühmen weiß, ist aus fröhlichem Herzen und mit gütigem Hpmor gegeben. Philosoph sein ist alles — lehrt das Buch. Philosoph sein aber heißt mit Goethes Worten: „mit festen, markigen Knochen auf der wohlgegründeten, dauernden Erde stehen", das heißt mit Wilhelm Raabes Mahnung: auf die Sterne schauen und dabei acht auf die Gassen geben. Bürgels Dasein ist durch manche Tiefen und über manche Höhen des Geistes und des Herzens gegangen, ehe es auf die mehr ebene Straße des Alltags gelangte, und dieser leidenschaftliche Sterngucker und Sterndeuter hat im Wandern auch auf die Sterne in des Menschen Brust zu schauen gelernt. — Harald von Koenigswald: Sickin- gens letzte Fehde. Reclams Universal-Biblio- i thek. Gebunden 75 Pfennig. — (389) — (Bidingens letzte Fehde ist zugleich auch die letzte Fehde des mittelalterlichen Rittertums überhaupt, das sich noch einmal in kühnem Angriff gegen die Macht der Territorialfürsten erhebt, um in ritterlichem Sinn das Reich politisch zu gestalten. Gewaltig ist dieses letzte Aufgebot des Rittertums, gewaltig die Gestalt Franz von Sickingens, des reichen Günstlinas Kaiser Karls V., beschwörend dahinter die Figur Ulrich von Huttens a>ls des Verkünders der politischen Sehnsucht im Zeitaller der Reformation. Koenigswald hat diesen packenden Stoff in einer farbigen Erzählung gestaltet, die vor allem unsere Jugend ergreifen wird. — Das Theater des deutschen Volkes. Ein Beitrag zur Volkserziehung und Propaganda. Don Dr. Hans Severus Ziegler, Staatskom- miffar für die Thüringer Landestheater, Schauspiel- direktor am Deutschen Nationaltheater Weimar, Theaterreferent der NSDAP. 32 Seiten. Kart. 7ß Pf. R. Voigtländers Verlag, Leipzig C 1. — (308) — Der Theaterreferent der NSDAP, faßt in dieser Schrift die grundlegenden, mit dem Führer erörterten Gedanken über das deutsche Volkstheater zusammen, dessen ausdrücklicher Wille zur Erneuerung und Ausgestaltung des deutschen Theaters seit Jahren bekannt ist. IAb heute Montag: Spannung und Humor I sind Trumpf I I Hermann Speelmans I Dorit Kreysler in dem neuen U FA-Film: ■ Herr Robin gehtj lauf Abenteuer! [Stellenangebote| Jung., zuverlass. Kindermädchen tagsüber zu IV,- jährig. Kind ge- sucht.Schriftliche Angebote unter 05542 n. d. G. A. [Verschiedenes | Stammel Gießen 6?mD Dienst.,2O.Nov., 20—22.30 Uhr 8.Dienst.-Abon. Overettenvreife. Zum erstenmal! Alt-Wien. Operette in 3Akt. von Jos. Lanner. fas im M 2 Doppelzimmer frei. Volle Pension Mk. 100.- inkl. Licht und Deizung. 05541 Gartenstraße 10 IZiDimermitKüclie und Zubehör zu vermieten. Schr. Angeb. u. 05544 an d. Gieß. Anz. P w W:V O M- m.271 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Montag, (9. November (93^ Stahleck - die deutsche Zugendburg am Rhein InSlStunden quer burchAmerika ,2)as Reich der Ernte"; um einige zu nennen — in denen eine von uns allen miterlebte Ver- — . ~ uEUJt eil, XAA13 vt Quiuuiuumu, i/ux ei c nivii Die zweite Szene spielt auf Pinings Burg auf ?m Rucksack. Der Hase wird gespickt, gebraten und Island und schildert den Abschied von seiner „edlen Qegeffen unb a(5 man damit fertig ist, sagt Frau Hausehre Decke Witten; das Bild Dideriks beginnt jedermann: „Eigentlich war es ein sehr komischer nch. zu runden: es erscheint eine Persönlichkeit von ^ose den du da in Kroischen geschossen hast. Stell em ^ann Tat und der nahen bir Dor: Um seinen Hals hing ein Zettel mit den Wirklichkeit, aber auch ein Mensch voller Plane o acx » ausgeschrieben Ihr Name ...' Buchstaben voll Hase, den du da in Kroischen geschossen hast. Stell — lieber das in Ostafrika und „es ge- ittag; 6,1 toveinber Kinimuii cm Ties 9. Noveik ),6 mm. Federmann. Don Hans Mebau. Die Hasenjagd. „Das ist mehr als zu viel", schüttelt der Lehrer den Kopf, „und bei wem hat es am meisten weh getan?" „Merkwürdige Frage", sagt Federmann, „bei mir!" gelegen "■ n ö im * hwache toter itt Nach abenteuerlichen Irrfahrten, die über zwei Jahrzehnte dauerten, ist nun der heute vierund- dreißigjährige Guiseppe Gigi in sein sizilianisches Heimatdorf in der Nähe bei Palermo zurückgekehrt. Nun schön — aber was geht diese Tatsache denn die breite Oefsentlichkeit an? — Gemach! Die italienischen Zeitungen haben sich ausführlich mit seiner Heimkehr beschäftigt und ihm obendrein sozusagen feierlich einen Ehrentitel verliehen: „Guiseppe Gigi: Weltrekordler im Pech!" Die Berechtigung zur Verleihung dieses Titel er- weisen die Blätter durch die Wiedergabe der Gigi- schen Erlebnisse; und wahrhaftig: dieser Heimkehrer ist der König aller Pechvögel und als solcher für die Welt weiß der Himmel nicht ohne Interesse! Man höre und staune! Als Sohn armer Fischer wurde Guiseppe geboren und sollte natürlich ebenfalls Fischer werden; jedenfalls war er fürs Wasser bestimmt, weshalb man den zwölfjährigen Knaben als Schiffsjungen einem Segler zur Schulung übergab. Dieser Segler machte keine Fahrten hinaus auf ferne Weltmeere, sondern schlich gemächlich an den Küsten des Mittelländischen Meeres auf und ab. Aber auf der ersten Reise schon bewährte Guiseppe Gigi seinen .späteren Weltruhm als Pechvogel. Kaum versuchte er, wie das seine Aufgabe, zum ersten Male die Wanten zu entern, als er auch schon aus beträchtlicher Höhe a b st ü r z t e. Ihm persönlich geschah nichts, denn im Pech hatte er Glück: er sauste nämlich wie ein Meteor ausgerechnet auf den Kopf seines Steuermanns, der wie vom Blitz gefällt zusammensackte und ob der unvorhergesehenen Belastung seines Hauptes einen schweren Nervenschock erlitt. Das Ende für Guiseppe waren Prügel von unvorstellbarer Güte mit dem Tauende und ein fahrern, Entdeckern, Bauern und Gottesmännern, handelnd von den weiten Fahrten und dem Weltblick unserer Väter und Urväter. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht Diderik Pining aus Hildesheim, der, um 1470, ein gewaltiger Seeräuber, Seefahrer und Entdecker Amerikas vor Columbus war, auch Admiral und Statthalter des Dänenkönigs in den nordischen Meeren und Ländern zwischen Grönland und Sibirien; mit einem Wort, wie Blunck sagte, eine der größten Gestalten der europäischen See- Federmann ist zur Jagd in Kroischen bei Hagenow gewesen. Als er zurückkommt, hat er einen Hasen Ziffern 3,40 —" „Was ist dabei?" zuckt Federmann die Achsel, war genau drei Uhr vierzig, als ich das Tier Die Züchtigung. Federmann lernt einen Junglehrer kennen. Der Junglehrer ist voll von neuen pädagogischen Grundsätzen. Zum Beispiel lehnt er unter allen Umständen ab, Kinder zu züchtigen. „Auch wenn sie frech werden?" fragt Federmann. „Auch, wenn sie frech werden", lächelt der Lehrer. „Wie ist es, haben S i e zum Beispiel in Ihrer Jugend viel Prügel bekommen?" „Und ob", nickt Federmann, „von meinen Lehrern, von meinem Vater, von meiner Mutter, von meinem Großvater, von meinem Lehrherrn ..." Der Stromlinienzug nach seiner Ankunft in Neuyork, nachdem er die Riesenentfernung Los Angeles-^- Neuyork in 56 Stunden 56 Minuten durchrast hatte — eine in der Geschichte der Eisenbahn unerhörte Leistung. Zeitschriften. Leben auf einer deutschen Farm über den Anbau von Kaffee und gangenheit heraufbeschworen und auch der Blick in die nahe deutsche Zukunft gewendet wird. Die Hörerschaft dankte dem Dichter mit großem Beifall. — Eine zwanglose Zusammenkunft der Mitglieder beschloß am Abend die Zwanzigjahrfeier. kaufen! wieder Fischer werden, wie es die Väter waren! — Leb wohl, Amerika! — Gigi fährt im Zwischendeck über den Ozean, landet in Neapel, dis Heimat ist nah. Um das Geld für eine Herbergs zu sparen, entschließt sich der Heimkehrer, in einem Asyl für Obdachlose zu übernachten — und dis Ausführung dieses Entschlusses kostet ihn mehr, als man ihm abverlangt haben würde für ein Appartement mit Bad im teuersten Luxushotel: in eben dieser ersten Nacht auf italienischem Boden stiehlt man Gigi seine gesamten Ersparnisse .. * — wer tat es? — Täter unbekannt! Zerrissen von Gram und Wut stürzt der Unglückliche zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Hier aber erklärt man ihm tief befriedigt, daß man schon lange auf ihn gewartet habe und er sich als — verhaftet betrachten dürfe! — Bestohlen und dazu verhaftet — wirklich ein hübscher Rekord! — Was hat er denn verbrochen? —: nun, in Amerika hat er in öffentlichen Versammlungen wilde Schmähreden gegen die italie- nische Regierung gehalten, und das wird ihm teuer zu stehen kommen! — Gigi weiß von diesem Verbrechen nichts, immerhin muß er Monate lang in Untersuchungshaft sitzen — dann erst stellt sich heraus, daß man ihn mit einem anderen Italiener gleichen Namens verwechselt hatte, und man läßt ihn frei. Arm wie ein Hiob, pechverfolgt bis zum letzten Augenblick der Heimkehr ist nun Guiseppe Gigi in fein Heimatdorf nahe bei Palermo zurückgekehrt. Als letztes Ergebnis seiner jahrzehntelangen Irrfahrten muß er noch die Tatsache verbuchen und verarbeiten, daß niemand seiner Familie mehr am Leben ist, die männlichen Mitglieder, den Vater und die Brüder, verschlang ein nächtlicher Sturm während einer Fischfangfahrt ... Was hat er nun davon, daß die Zeitungen schreiben über seine Abenteuer und ihn sogar zum Weltrekordler im Pech ernannt haben? —: nur die flehentliche Herzenshoffnung, das Schicksal möge ihn fortan verschonen mit neuen Rekorden ...! Sisal berichtet Dr. A. Herrlich in der neuen Nummer der Leipziger „I l l u ft r i r t e n Zeitun g". Die fesselnde Schilderung aibt einen lebensvollen Einblick in das Farmerdasein in der ehemaligen Kolonie. Die hervorragenden Aufnahmen zu betrachten, ist ein Genuß für sich. Ferner enthält dieses Heft noch reich illustrierte Beiträge über die Externsteine, ein altgermanisches Heiligtum, über die spanische Totenstadt, über einen Besuch im Botanischen Garten und über deutsches Volkstum in Südslawien. Ein Bildbericht von der internationalen Himalaja- Expedition läßt den gefahrvollen Kampf um die gigantischen Gipfel miterleben. Den Photofreund wird der mit guten Beispielen versehene Artikel „Wir photographieren Blumen" besonders interessieren. Dazu gibt es Kunstbeilagen, eine aktuelle Bildertafel, eine Modenschau und Bilder von den deutschen Bühnen. Balladen und aus den „Deutschen Schicksalsgedichten": zunächst die „Ballade vom strandenden Mond", die, als merkwürdig vermenschlichtes Naturgedicht, ein wenig an die Welt der Blunckschen Märchen erinnert; die ftöhliche Ballade vom Paracelsus und feiner Begegnung mit dem Teufel; den „Bienen- Pfarrer", ein echtes Balladenmotiv, das übrigens in gewandelter Form auch bei Löns im „Wehrwolf" auftaucht; endlich, für die engeren Landsleute unter den Hörern, eine niederdeutsche Ballade „De dode Königin". — Den Ausklang bildete eine Gruppe der meist kurzen kulturpolitischen Gedichte — „Novembertag 1918"; „Frei wird mein Volk"; .^Jugend"; „Meine Erde"; „Auswandererschiff"; „Nimmer verWirklichkeit, aber auch ein Mensch voller Pläne und Träume. Vom Politischen ins Menschliche ad- lenkend, ist die Szene mit Deike eine Schilderung von starker und lebendiger Wirkung. Auch die Gestalt der Frau rückt unmerklich näher, und sie spricht, in dieser Stunde des Abschieds, die gültigen Worte, so wie wohl auch noch heute Braut oder Frau zu den Ihren sprechen mögen, wenn die Männer Ab- schied nehmen und auf große Fahrt gehen von den St.-Pauli-Landungsbrücken. Zum Schluß hörten wir die Schilderung vom wil- den Sturm über Pinings Kogge, manchem Binnenländer vielleicht nicht in allen seemännischen Einzelheiten und Fachausdrückeckn völlig verständlich; aber von starker Wirkung wiederum der Schluß, wenn Pining, nachdem der Sturm sich gelegt und der Nebel sich gelichtet hat, in den Schrei ausbricht: „Land voran!", den gewaltigsten Ruf in Dideriks Leben; so mögen einst die zehntausend Griechen nach endlosem Marsch das Meer gegrüßt zu haben. Nach der Pause und nach einem zweiten Musik- Dortrafl des Rein-Quartetts las Blunck aus den Der König aller Pechvögel Die abenteuerlichen Erlebnisse eines Sizilianers. Fußtritt des Käptens, der ihn für immer von Bord des Seglers beförderte. Immerhin gelang es dem Jungen, auf einem andern Schiff unterzukommen. Im zweiten Kriegsjahr ist er schon Leichtmatrose auf einem Transportschiff, das die Bananenbeförderung als Geschäft betreibt Dies Schiff gerät eines Tages auf eine Treibmine, fliegt in die Luft — und die gesamte Besatzung mit ihm... Wieder hat Gigi Glück im Pech, denn er gehört zu den wenigen Mann der Besatzung, die mit dem Leben davonkommen. Aber er ist schwer verletzt; blutend treibt er stundenlang auf dem Wasser, auf einer Schiffsplanke ... Dann entdecken ihn Fischer und retten ihn. Ein paar Jahre vergehen ohne besonders „pechöse" Ereignisse. Der Krieg ist zu Ende, und Gigi schwimmt im Golf von Mexiko auf einem Tankdampfer. Den überfällt plötzlich ein rasender Sturm, er kentert, geht unter. Glücklicherweise vermag ein in der Nähe befindlicher Passagierdampfer die Besatzung zu übernehmen — aber Gigi hat durch dies Ereignis all seine bescheidenen Ersparnisse verloren; als bettelarmer Landstreicher findet er sich plötzlich im fernen Amerika. Nun geht die monatelange Wanderung als Vagabund, als Tramp durch die Staaten los, immer auf der Suche nach Arbeit, die sich dem Ausländer heftig verschließt. Von den Gehöften Hetzen ihn die Hunde, den blinden Passagier werfen die Zug- beamten der Eisenbahnen auf die Schienen, zweimal bricht Gigi dabei den Arm. Endlich scheinen sich die büftern Wolken zu lichten. Der Fremdling erhält Stellung, welch ein Glück, welch ein Glück! Er wird Laufbursche bei einem Trödler, das ist doch wenigstens ein Unterkommen... — Glück?—: Pech über Pech! Denn der harmlose Trödler ent- Slict 5 <2 Mben I ®l“t in *> fein i(t b'r h'idl . 1 Dothen e stehen" >' Tei- vinn das >eses letzte ult Franz 5 Kaiser ' llrich von Sehn- 'nigswold 'n Erzähl ergreifen Volke-, jpaganba. taatskU, :chausK- WeiiM, 'n. Kv C 1.. AP.i dem p he M Wilf jvr kutltyk Die alte Hohenstaufenburg S t a h l e ck bei Bacharach am Rhein wird zur größten deutschen Jugendburg ausgebaut. Am 18. November wird der Grundstein für den Ausbau gelegt, der den im Bilde links sichtbaren Teil der Burg umfassen wird. Goethe-Bund. 2tt Jahrfeier: Hans Friedrich Blunck. Der Gießener Goethe-Bund kann in diesem Jahre oauf eine zwanzigjährige Tätigkeit zurückblicken. Der Wundesvorsitzende hat bereits vor einigen Tagen oaus diesem Anlaß hier über die Arbeit und über die Ziele des Bundes sich ausführlich geäußert. Zur Zwanzigjahrfeier in der Aula am Sonntagnachrnit- i:ag hatte man den Präsidenten der Reichsschriftturns- Pammer, Dr. Hans Friedrich Blunck, zu Gast gebeten. Nachdem das Rein-Quartett der Veranstaltung einen würdigen und stimmungsvollen musikalischen Auftakt gegeben hatte, überbrachte Professor Dr. B i e t o r im Namen des Rektors dem Goethe- Bund die Glückwünsche der Landesuniversität. Die Beziehungen zwischen Goethe-Bund und Universität •eien ja nicht nur äußerlicher und räumlicher Art, lionöern beide verbinde — trotz verschiedenen Wegen und Arbeitsformen — der gemeinsame Dienst am geistigen Gut der Nation. Die Universität fei sich Llcher Gemeinsamkeit wohl bewußt. Die regelmäßig veranstalteten Dichterabende bildeten die eigentliche Krönung der Arbeit des Goethe-Bundes. Er, Prof, □ietor, lege als Literarhistoriker großen Wert auf d ie Berührung feiner Studenten mit dem lebendigen ; eistigen Leben der Nation. Die Arbeit des Goethe- Bundes, aus dem Umkreis bürgerlicher Kultur erwachsen, fei nötig gewesen gestern unö roerbe aud) morgen nötig sein: bie Universität wünsche dieser Arbeit für bie Zukunft alles Gute. Hierauf betrat, von herzlichem Beifall begrüßt, Hans Friedrich Blunck bas Podium, der den Lesern des Gießener Anzeigers nicht nur in seiner weithin sichtbaren amtlichen Stellung, sondern auch zeit Jahren als freier Mitarbeiter aus vielen Beiträgen im Feuilleton gut bekannt ist. lieber seine Anfänge schrieb er selbst: „Es bleibt dabei: Er hat sich das Leben so umständlich wie möglich gemacht I nnfc hätte es gut haben können! Denn er wurde ur Freude seiner Eltern geboren und zu einem gehorsamen Kind erzogen, das seine Zeiten, den Zahnwechsel und später auch alle Schuljahre redlich inne- ielt. Bei feiner niederdeutschen Breite war aller« | üings absonderlich ein Trieb zu Gedichten; eine chöne Krankenschwester begeisterte den Knaben zu Chorälen, die Elbe öffnete ihm den Mund zu fchmerzlicher Lyrik und an schöne Schiffertöchter Blankeneses verhandelte er Balladen . . Wer hätte das gedacht; es muß jedenfalls schon lange her sein, und Blunck hat inzwischen seinen guten Weg gemacht. Gestern las er nicht, wie ur- svrünglich geplant war, aus den Sagen und Legen- foen, sondern aus dem kürzlich erschienenen neuen Huche „Die große Fahrt", einem Roman von SeeDer Kutscher als Sherlock Holmes. Der berühmte Verfasser der Sherlock - Holmes - Kriminalgeschichten, Sir Arthur Conan Doyle, erhielt einst bei einem Aufenthalt in Paris einen Sen Beweis feiner Volkstümlichkeit. Conan » nahm am Bahnhof eine Droschke und zu seinem größten Erstaunen horte er, wie der brave Rosselenker ihn sofort mit seinem vollen Namen ansprach. Er fragt den Kutscher, woher er wisse, wer er sei. „O, ich las in den Zeitungen, daß der berühmte Conan Doyle von Marseille' nach Paris kommen würde, und als ich Sie eben sah, erkannte ich sofort, daß Ihr Haar von einem Friseur in Marseille geschnitten war und hier auf Ihren Schuhen sehen Sie noch ein wenig Straßenschmutz aus Lyon." Sir Arthur Conan Doyle war sehr stolz darauf, zu sehen, wie genau der Kutscher seine Werke doch kennen mußte, um mit Sherlock Holmes Methode sogar praktisch arbeiten zu können und aus den geringsten Einzelheiten sofort untrügliche Schlüsse zu ziehen. „Sind das die einzigen Zeichen, an denen Sie mich erkannt haben?" fragte Sir Arthur. Der Kutscher lächelte ein wenig ironisch vor sich hin, trieb fein Pferd an und wandte sich dann zu dem geschmeichelten Autor zurück: „Das nicht, auf Ihrem Koffer steht nämlich in dicken puppt sich allmählich als der Anführer einer Bande und als ein Hehler wahrhaft klassischen Formats; nicht umsonst hat ihm die Unterwelt den Ehrennamen „Ritter mit der eisernen Faust" verliehen. Es kommt denn auch, wie es kommen muß: Eines schönen Tages erscheint Polizei in dem Geschäft und will Gigis Arbeitgeber „hoppnehmen". Der „Ritter mit der eisernen Faust" zieht den Revolver, knallt einen der Beamten über den Haufen, erst nach wildem Kampf kann man ihn überwältigen und ad- schleppen. Er ist reif für den elektrischen Stuhl, versucht aber sich zu retten und behauptet, nicht etwa er habe den Polizisten niedergeschossen, das sei vielmehr fein höchst gefährlicher und bösartiger Laufbursche gewesen, ein berüchtigter Gangster. Gigi ist sprachlos — Gigi wird verhaftet, eingelocht — er hat keine Zeugen dafür, daß er unschuldig ist, denn die übrigen Beamten sind erst in den Trödel- laden hereingestürzt, als ihr Kollege schon tot am Boden lag — es sieht also so aus, als wolle das Schicksal mit dem Pechvogel Gigi Schluß machen. Bis das Pech sich in rettendes Glück wandelt: Im letzten Augenblick meldet sich ein Mann, der in dem Augenblick, da im Laden der tödliche Schuß fiel, hier vorüberfuhr und beobachtete, wie der Laufbursche brav nahe der Tür stand und einen alten Anzug klopfte. Diese eidliche Aussage, die Gigis Chef auf den elektrischen Stuhl brachte, war für den armen Pechvogel die Rettung. Aber mit Stellung und Arbeit ist nun wieder Schluß. Hungernd und frierend begibt sich der Italiener von neuem auf auf die Landstraße und durchstreift das fremde Riesenland. Eines Tages schließt er sich einem Trupp von Goldgräbern an und pilgert mit ihm hinauf nach Alaska. Hier schuftet er sklavisch ein ganzes Jahr unter unerhör- ten Strapazen — aber er hat Glück, jawohl, der „vorbildliche" Pechvogel hat Glück, mählich rafft er Gold im ungefähren Wert von viertausend Dollar zusammen. O, er ist reich, er hat es in der Hand, seinen höchsten Traum zu verwirklichen: nach Hause! drunten in Sizilien ein winziges Häuschen schossen hab'." „Haha", lacht Frau Federmann, „aber hinter der Ziffer 3,40 stand das Wort.Mark'." „Ich verstehe gar nicht, was du willst", sagt Feder- mann, „Kroischen bei Hagenow liegt doch in der Mark!" I MYO lebhaft« ’ inbc der fonöina« | kältere n unb i leichtem i i es zu Einfluß' ter nicht i Lange, lö. Lanc! n übrig« ans A ■ Theo!« i Deck nbrutfeti n. h 25 ft ßf. mehl 515 ft' 934 M fahrt. Aus diesem Buche las der Dichter drei Kapitel: das Gespräch mit dem Abt Stefan, die Szene vor der großen Fahrt nach dem Westen, und die Schilderung des Sturmes auf Pinings Kogge zwischen! gebens' Grönland und Neufundland. Blunck liest ziemlich """ — schnell, in großen Absätzen, mit kurzen Atempausen, in einem etwas getragenen, manchmal leicht singenden Vortragston. Die erste Szene, zwischen Pining und dem Abt, war als Exposition nicht schlecht gewählt, sie wechselt zwischen Schilderung und Gespräch und führte den Hörer mit Bedacht in den ihm wohl zunächst etwas fernliegenden Umkreis der nordischen Seesahrerchronik ein, und allmählich gewann auch die den meisten kaum geläufige oder aar gegenwärtige Gestalt des Diderik Pining schärfere Umrisse — das Bild eines Mannes mit seiner bohrenden Sehnsucht ins Weite und Neue, mit einem starren, von mächtigem Willen gebannten Blick in die noch von Nebeln verhängte Ferne. Wirtschaft. Aufschlußarbeiten im Sieg-, Lahn- und Dill-Erzbergbau. Mit Hilfe der vom Reich und vom preußischen Staat gewährten Mittel sind folgende vom Arbeits- ausschuß für Notstandsgebiete und von der Kontroll' stelle durchgearbeiteten Projekte in Angriff genommen worden: Jrn Lahn- und Dillgebiet: Das von der Preußischen Geologischen Landes- anstatt aufgestellte Bohrprogramm, nämlich Tief- bohrungen zur Untersuchung der Lagerstätten der Gruben „Fortuna" und „Fritz", Untersuchungs- arbeiten von Grube „Königszug" aus in den Grubenfeldern auf dem Eibacher Lagerzug, Unter- fu^ungen von Grube „Amalie-Glücksftern" und ^Schöne Hoffnung", Untersuchungsarbeiten vom Burgerstollen aus in den nördlichen Feldern der rnen ^ntersuchungsarbeiten und tiefere Losung des Eisensteinvorkommens im Grubenfeld „Konsolidierte Gutglück" und Untersuchungsarbeiten auf Grube „Constanze" zur Erschließung bisher unbekannter Lagerteile. Mit sämtlichen Arbeiten sind entsprechende neue Arbeitsplätze geschaffen moröen, die eifie weitere Entlastung des heimischen Arbeitsmarktes bedingten. Dillenburg und Biedenkopf kommen zum Treuhänderbezirk Westfalen. LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen teilt mit: Irn Hinblick auf die strittige Zugehörigkeit der Kreise Dillenburg und Biedenkopf zu den Wirtschaftsgebieten Hessen bzw. Westfalen ist der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen an den Herrn Reichsarbeitsminister herangetreten mit der Bitte, wegen der Zugehörigkeit der beiden genannten Kreise zu den Treuhänderbezirken Westfalen bzw. Hessen entsprechende Entscheidung herbeizuführen. Der Herr Reichsarbeitsminister hat nunmehr dahin entschieden, daß die Kreise Dillenburg und Biedenkopf zum Wirtschaftsgebiet des Treuhänders der Arbeit Westfalen zu rechnen seien. Im Interesse einer schnellen Erledigung der Dienstgeschäfte werden von dieser Entscheidung die parteiamtlichen und staatlichen Stellen sowie die Betriebsführer und Vertrauensmänner unterrichtet mit der Bitte um entsprechende Beachtung. Dringlichkeitsbescheinigung für Geschäftsreisen nach dem Auslande. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Die feit dem 1. November 1934 gültige Anordnung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung über die Ausstellung von Dringlichkeitsbescheinigungen für Auslandsreisen ist durch ein Schreiben der Reichsstelle an den Deutschen Industrie- und Handelstag dahin erweitert worden, das nunmehr, sofern es sich um Geschäftsreisen nach dem Auslande handelt, an Stelle der zuständigen Ortspolizeibehörde auch die Industrie- und Handelskammern berechtigt sind, für ihre Mitglieder Dringlichkeitsbescheinigungen auszustellen. Auf Grund von derartigen Dringlichkeitsbescheinigungen dürfen natürlich Personen, die ausschließlich im Inlands ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, über die Freigrenze pon 10 RM. hinaus inländische Scheidemünze bis zum Betrage von 50 RM. oder deren Gegenwert in ausländischen Geldsorten im Reiseverkehr ohne Genehmigung in das Ausland oder Saargebiet bringen. * Geringe Brandschäden der privaten Feuerversicherungsanstalten im Oktober. Die bei den Mitgliedsgesellschaften der „Arbeitsgemeinschaft Privater Feuerversicherungsgesellschaften in Deutschland" im Reich angefallenen Schäden betrugen im Oktober insgesamt 3,68 Millionen Reichsmark gegenüber 5,80 Millionen Reichsmark im September. * D i e Siegerländer Roheisenerzeugung im Oktober. Die bereits im September um 3 v. H. höhere Roheisenerzeugung im Siegerländer Industriegebiet hatte im Oktober eine weitere erhebliche Zunahme zu verzeichnen. Sie betrug im Oktober 27 898 Tonnen an 31 Arbeitstagen gegen 24 220 Tonnen im September am 30 Arbeitstagen. Dies bedeutet eine werktägliche Mehrerzeugung von 93 Tonnen gleich einer Erhöhung um 11,4 d. 'S). Frankfurter Börse. Tendenz freundlich. Frankfurt a. M., 17. Nov. Die Börse zeigte am Wochenschluß ein freundliches Bild. Die Umsatz- tätigkeit in einzelnen Werten war auch etwas lebhafter, wenngleich das absolute Ausmaß der Geschäftstätigkeit im ganzen noch klein blieb in der Annahme, daß nunmehr die Glattstellungen, die während der ganzen Woche auf das Kursniveau drückten, beendet seien, nahm die Kulisse einige Deckungs- und auch Meinungskäufe vor, so daß die Kursbewegung allgemein nach oben gerichtet war. Zudem lagen auch aus der Industrie wieder günstige Nachrichten vor. So stellte man mit Befriedigung die weitere Aufwärtsbewegung am Eisenmarkt und den vermehrten Auftragseingang in der Maschinenindustrie fest. Im Durchschnitt betrugen die Kursbesserungen von 0,50 bis 1 v. H. Farbenindustrie allerdings lagen mit 136,25 unverändert und Scheideanstalt lagen noch 0,50 v. H. niedriger. Am Montanmarkt waren besonders - Harpener mit 102,50 bis 103 (101,25) fest, Klöckner gewannen 0,90 v. H., die übrigen Papiere bis 0,50 v. H. Bon Elektroaktien zogen Schuckert 1 v. H., Siemens 0,90 v. H., AEG., Licht 6- Kraft und Gesfürel bis 0,25 v. H. an. Recht fest waren Reichsbankanteile mit 143,50 bis 144 (142,50), während Braubank erneut 1,13 v. H. verloren. Etwas fester waren außerdem Zellstoff Aschaffenburg mit + 1,25 v. H. Die Nebenmarkte lagen hingegen still. Der Rentenmarkt war allgemein befestigt. Altbesitz traten im Hinblick auf die bevorstehende Auslosung mit 103,90 bis 104,13 v. H. (103,65) mehr hervor, späte Reichsschuldbuchforderungen» Zins-1 Vergütungsscheine, Staylverein-Bonds und Kom- munal-Umschuldung lagen je 0,13 v. H. höher. DNB. Dem Gesetz über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen vom 1. Juni 1933 gemäß dürfen die Aufwendungen für die Anschaffung ober Herstellung von Maschinen, Geräten und ähnlichen Gegenständen des gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals bereits im Jahr der Anschauung oder Herstellung bei der Ermittlung des Gewinns für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer voll abgesetzt werden, wenn der Steuerpflichtige den Ersatzgegenstand nach dem 30. Juni 1933 und vor dem 1. Januar 1935 angeschafft oder hergestellt hat. Der Fristablauf vom 31. Dezember 1934 hat in einzelnen Zweigen der Maschinenindustrie zu so großem Auftragseingang geführt, daß eine Bewältigung der Aufträge bis zum 31. Dezember 1934 ohne Ueberftunben ober sonstige außergewöhnliche Maßnahmen nicht möglich ist. Die Maschinenfabriken haben bie Annahme verschiedener Aufträge bereits ablehnen müssen, weil ihnen die Ausführung neuer Aufträge trotz Ueberftunben bis Ende 1934 nicht mehr möglich ist. Es ist aus arbeitsmarktpolitischen Gründen zweckmäßig, der Maschinenindustrie zur Ausführung der Aufträge eine Frist zu gewähren, die über den 31. Dezember 1934 hinausreicht. Der Reichsminister der Finanzen hat deshalb durch Verordnung vom 8. November 1934 die Frist, innerhalb deren der Ersahgegenstand geliefert werden muß, bis zum 31. März 1935 verlängert. Voraussetzung ist jedoch in jedem | Das Reichsgericht hat dieser Tage eine Entscheidung gefällt, bie von weittragenber grundsätzlicher Bebeutung ist. Es hat enblich zu der viel umstrittenen Frage Stellung genommen, ob eine Schuld, die durch eine Dollarklausel gegen Entwertung geschützt werden sollte, jetzt, nachdem der Dollar abgewertet worden ist, in P a p i e r d o l l a r oder in Golddollar zurückzuzahlen ist. Die Friedrich Krupp 21©. in Essen hatte im Jahre 1924, also in einer Zeit, in der die ganze Welt den Dollar für unerschütterlich und goldsicher hielt, während bezüglich der Stabilität der Mark noch keineswegs die erforderliche Sicherheit bestand, eine Anleihe von 1,5 Millionen Dollar ausgegeben. Es besteht kein Zweifel darüber, daß es damals der Wille der vertragschließenden Parteien war, eine unbedingt währungsbeständige Schuld zu schaffen. Sie haben in der Ueberzeugung von der Wahrungsbeständigkeit des Dollars diesen zum Wertmesser der Anleihe gemacht. Nachdem sich jetzt diese Ueberzeugung als irrig erwiesen hat, vertrat die Schuldnerfirma, um den Rechtsstreit einmal Im Verlaufe blieb die Haltung freundlich. Vermehrtes Interesse zeigte sich für Montan- und Schiffahrtswerte, die nochmals 0,25 bis 0,50 v. H. gewannen, auch einzelne Elektroaktien waren noch leicht erhöht, während im übrigen die Anfangskurse ziemlich unverändert lagen. Farbenindustrie waren verhältnismäßig stark vernachlässigt, blieben jedoch mit 136,25 gehalten. Die erst später zur Notiz gekommenen Papiere lagen ebenfalls von 0,50 bis 1 v. H. freundlicher. Die Umsatztätigkeit war indessen weiter gering. Am Rentenmarkt lagen die ersten Kurse zumeist unverändert, nur Stahloerein-Bonds zogen erneut 0,25 v. H., Kommunal-Umschuldung 10 Pf. und Zinsvergütungsscheine 5 Pf. an. Pfandbriefe und Stadtanleihen hatten zwar nur kleines Geschäft, die Kurse lagen aber gut behauptet, vereinzelt auch etwas freundlicher. Fremde Werte waren ruhig, 5 v. H. Goldmexikaner unverändert 11,75. Im Frei- verkehr waren Türkenreste mit 3,75 bis 4 (3,50) gefragt. — Tagesgeld blieb zu 3,75 v. H. unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Nov. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1298 Rinder (419 Ochsen, 86 Bullen, 441 Kühe, 352 Färsen), 461 Kälber, 63 Schafe, 3937 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 24 bis 39 Mark, Bullen 24 bis 36, Kühe 12 bis 36, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 39, Kälber 26 bis 55, Hämmel 33 bis 35, Schweine 40 bis 53 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Falle, daß der Auftrag auf die Lieferung des Ersahgegenstandes noch vor dem 1. Januar 1935 erteilt wird. Erfolgt die Lieferung des Ersatzgegenstandes noch in demjenigen Wirtschaftsjahr, das im Kalenderjahr 1934 endet, so können die Aufwendungen für den Ersatzgegenstand vom Gewinn des Wirtschaftsjahres 1934 abgesetzt werden. Erfolgt die Lieferung nach Schluß des in 1934 zu Ende gehenden Wirtschaftsjahrs und vor dem 1. April 1935, so können die Aufwendungen vom Gewinn desjenigen Wirtschaftsjahrs abgezogen werden, das im Kalenderjahr 1935 endet, soweit nicht schon Anzahlungen im Wirtschaftsjahr 1934 geleistet worden sind und die Aufwendungen in Höhe der Anzahlungen vom Gewinn des Wirtschaftsjahrs 1934 abgesetzt worden sind. Es ist allen Gewerbetreibenden, Landwirten und freien Berufen, die das Gesetz über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen noch in Anspruch nehmen, zu empfehlen, ihre Aufträge sofort zu erteilen und die Lieferfrist nicht zu kurz zu bemessen. Der verstärkte Auftragseingang wirkt nicht nur auf die Maschinenindustrie, sondern auch auf deren Vorindustrie und Nebenindustrie belebend. Das Gesetz über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen erstreckt sich nicht nur auf Maschinen, sondern auch auf alle anderen Gegenstände des gewerblichen und landwirtschaftlichen Anlagekapitals und des Anlagekapitals der freien Berufe. endgültig zum gerichtlichen Austrag zu bringen, den Standpunkt, daß sie die auf Dollarbasis abgeschlossene Anleihe auch nur in Dollar, also zum gegenwärtigen Dollarkurse von 2,72 Mark je Dollar einzulösen brauche. Sie berief sich dabei auch auf den Wortlaut der Anleihebedingungen, in denen festgelegt ist, daß die Rückzahlung der ausgelösten Anleihestücke sowie die Zahlung der Zinsen in RM. erfolgen soll, „berechnet nach dem amtlichen Berliner Mittelkurse für Auszahlung Neuyork der letzten Notierung vor dem 15. des dem Verfalltage vorangehenden Monats". Im Gegensatz hierzu forderte der Kläger Rückzahlung und Verzinsung zum Goldwert des Dollars von 4,20 RM. Das Essener Landgericht, das als erste Instanz über diesen Rechtsstreit zu entscheiden hatte, hat dem Kläger Recht gegeben und die Firma Krupp zur Rückzahlung und Verzinsung der Anleihe unter Zugrundelegung des Goldwertes des Dol- lars verurteilt. Es hat sich dabei auf den grundsätzlich wichtigen Standpunkt gestellt, daß es nicht fo sehr auf den Wortlaut der Anleihebedingungen, als auf den Sinn des abgeschlossenen Schuldvertrag! ankomme. Sinn und Absicht bei Abschluß des Vertrags gingen zweifelsfrei dahin, eine unbedingt wett beständige Anleihe zu schaffen. Das Essener Land gericht berief sich auf die Bestimmung des Bürger- lichen Gesetzbuches, nach der der Grundsatz oon Treu und Glauben erfordert, daß bei Auslegung eines Vertrages der wirkliche Wille her Vertragschließenden erforscht werde. Es wies ferner darauf hin, daß die Anleihe ausdrücklich als Goldanleihe und zugleich als D o l l a r a n l e i h e bezeichnet, daß ferner die Sicherheitshypothek in einer bestimmten Gewichtsmenge Feingold eingetragen werden sollte. Demgemäß sprach dos Urteil der ersten Instanz dem Kläger Rückzahlung und Verzinsung der Anleihe in Golddollar zu. Das Reichsgericht, das durch eine sage, nannte Sprungrevision, d. h. unter Umgehung der Zwischeninstanzen zur endgültigen Entscheidung über den Rechtsstreit angerufen worden war, fjat das Urteil des Essener Landgerichts bestätig!! und die Revision der Fried. Krupp AG. gurütfge] wiesen. Es hat ebenfalls dahin entschieden, daß de« Anleihevertrag nicht seinem Wortlaut, son dem seinem Sinne nach auszulegen sei. Di« Anleihe wird daher trotz der Erwähnung des ameJ rikanischen Dollars nicht als eine Dollaranleihe sondern als eine Goldanleihe angesehen. Dir Absicht der Parteien sei unzweifelhaft gewesen, eine Goldschuld zu begründen. Aus das Reichsge. richt beruft sich wiederum auf die Eintragung der Sicherheitshypothek in Feingoldmark zum Beweise dafür, daß die Schuld für eine Feingoldmarkschuld gehalten wurde. In dem gleichen Sinne hat das Reichsgericht an demselben Taae auch in einem zweiten Klageven! fahren entschieden, in dem die Stadtsparkasse Hannover oon dem Provinzialverbands Hannover ebenfalls die Verzinsung einer Dol. laranleihe in Golddollar forderte. Auch in diesem Falle hat das Reichsgericht sich auf den Standpunkt gestellt, daß eine im Jahre 1925 ausgegebene Gold- mark-Schuldverfchreibung, bei der durch den Vertrag die Goldmark gleich 10/42 Dollar festgelegt war, in Golddollar bzw. Goldmark verzinst werden müsse. Das Zusammentreffen beider Urteile unterstreicht die grundsätzliche Bedeutung der Reichsgerichts- entscheidung. Während es sich im Falle Krupp um eine Golddollar anleihe handelte, wurde die Schuld des Provinzialverbandes Hannover als Goldmarkschuld bezeichnet. In beiden Fällen hat das höchste deutsche Gericht dahin entschieden, daß es nicht auf den Wortlaut des Schuld- Vertrages, sondern auf die einwandfrei nachge- wiesene Absicht der Vertragschließenden ankomme. Man darf daraus den Schluß ziehen, daß in allen Fällen, in denen eine Schuld nach der Goldmarkklausel unter Bemessung der Mark mit 10/« Dollar festgelegt worden ist, der Dollar öi Golddollar angesehen werden muß. Denn in alk diesen Fällen wird die Absicht, eine ro e r tbe« ständi g e Schuld zu begründen, leicht nachztl« weisen fein. Die beiden Urteile des Reichsgerichts geben dem deutschen Anleihemarkt eine starte Stütze; denn sie sind geeignet, das Vertrauen in die Wertbeständigkeitder deutschen Anleihen zu verstärken, am in der Reichsmark, sondern in beständig erwiesenen Dollarwährung verankert ist. Es fei freilich ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Entscheidung des Reichsgerichts nur für Inlandsanleihen Geltung hat. Die Aus« landsanleihen sind insofern auf ganz anderer GrunL» läge abgeschlossen, als für sie lediglich der Dollar ohne Bezugnahme auf die Goldmark ober den GolLi- dollar als Wertmesier vertraglich festgesetzt ist. Aus diese Ausländsanleihen ist nach den bisher vorliegenden Entscheidungen deutscher Gerichte da; amerikanische Recht anzuwenden, das dem Dollar dem Papierdollar gleichsetz « Eine Reichsgerichtsentscheidung liegt bezüglich beir ausländischen Dollaranleihen allerdings noch nichit vor. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) pH. E. in B. Vor allem ist anzuraten, durch! einen Baufachmann eine Untersuchung über die Ursache der raschen Wiederkehr der Schwammbildung nnftetten zu lassen. Die mit Schwamm behafteten Teile des Hauses müssen herausgenommen uni) durch neues Holz ersetzt werden, das mit einem Schwammschutzmittel angestrichen ist, um einen erneuten Befall zu verhindern. Ein staatlicher Bau- kosten^uschuß wird für diese Arbeiten nicht gewährt, alls das Haus aber nicht belastet ist, wäre vielleicht eine Reparaturhnpothek zu erlangen. Wenden Sie sich an das zuständige Kreisbauamt (Landrats-' amt) in Wetzlar. Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen bis 3-I.Mä'rz 1935 verlängert. Die Dollarklausel ist eine Goldklausel. Eine bahnbrechende Reichsgerichtsentscheidung. Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter. soweit diese nicht ier nicht als roert« Berlin .rrantiur, u. jji. Devisenmarkt Berlin — Frankfurl a. 211. Ä Schluß- ZL Wrfc | tur» borse 16.11- 16-11. | 17.11. 96,5 96,13 96,4 96,5 95,4 95,75 96 103,65 104 104,2 26,5 28 96,25 96,25 96,25 96,25 93 92,75 93 92,75 93,5 135,9 136,25 100,5 100,75 100,75 92.75 92,75 73,75 75 92,75 92,75 92,75 93,4 93,13 93,9 94 Banknoten. 94.75 94,75 94,75 94,75 94.75 102,65 1 27,75 o 131,65 Grttzner Ol 271 25,65 184 184 5 o. H. 94,75 102,7 94,75 102,65 115,5 70,65 71,65 26,5 24 28,13 23,75 44 60 74,75 109 88 93 80 88,75 93,5 63,83 80,57 33,83 95,5 103,65 1,15 7,55 7,05 11,65 94.75 102,7 o 0 0 6 6 o 0 81 99 56 103 26,13 139,4 98,5 116,4 70,5 104,75 99,25 91,25 134,75 118,65 69 71 143 30,25 216,5 160 131,5 136,25 207,5 88,65 37,5 80 30,75 216,5 81,75 98,75 56,25 102,75 74,25 146 116 72,13 72,65 69 71 144 136,25 208 87,5 37 80 28,75 75,25 93 67 30,25 75,5 93,25 67 58 134 45,25 62 80,5 98,25 55,4 102 72,75 144 115,5 70,75 71,75 69 71 142,5 116 72 72,25 26,25 139,25 98,5 117 71 105,9 99,25 92 135,9 118,5 28,75 74,75 93,75 67 57,75 133,25 45 60,75 26,25 139 99 116,25 71 105 98,9 91 135,5 118,25 26,4 139,75 99 116,5 70,75 106 98,75 92 137 118,25 69 71 144,25 64,09 80,39 33,97 27,4 1,2 7,5 7,1 7,13 11,75 100,5 92,75 80,4 98,5 55,5 101,25 7,85 7,05 7,3 11,75 44,5 59 27,5 1,2 7,5 7,10 7,13 11,75 Mainkraftwerke Höchst cuM.... 4' Süddeutscher Zucker ......8] 4,25 6,9 3,9 33,8 8 4,5 6,8 4 33,5 100,13 58 134 45,5 61,25 117,65 44,13 60 84 30,4 217,25 160 131,75 30 75,9 93,75 67 4,3 7 4 33,25 101 58,4 134 45,5 62,75 119 44,9 59,75 85,4 30,25 215,5 160 131,65 I. G. Farben-Industrie Scheideanstalt Goldschmidt .... Rütgerswerke ... Metallgesellschaft. Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. A. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 67i% ehern. 4/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandvüefe....... 67i% ehem. 4/t% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. Geld 2,441 57,91 55,27 12,38 16,34 167,53 21,08 62,20 2,461 58,15 55,49 12,42 16,40 168,21 21,16 62,44 Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd 0 A G. für Verkebröwesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichübank ................*12 Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren.. Deutsche Linoleum. Orenstein & Koppel Leonhard Tietz .... Chade............ Accumulatoren-Fabrü Conti-Gummt 17-11. 8,1 4,3 6,8 4 33,5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Dte^inter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt Berlin,! 7. November_________ Amerilanyche »Jtoten.............. Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten ................ Französische Note« Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schwing Rumänische Noten............... Schwedische Note« Schweizer Noten................. Spanische Noten......... ....... Ungarische Note« ......... Datum 4% desgl. Lene 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr°/k>Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 37*% Anatolier............... . 0 . 0 . 0 . 0 0 . 7 0 O 0 0 ,10 , 0 0 •I 7 9 0 0 (I JICIUJBUUIUUID Hranliun a.M. LUIll 4 U. 3)., v Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 16-11. 17-11- 16-11- 17-11- Mansfelder Bergbau.......... — 75 74,75 90,75 43,75 213 87 37,13 12 109 109 148.75 74,75 Phönix Bergbau.............. 44 44,1? 212,5 87 37,5 12 109 109 149 91,9 44 213 86,75 37,75 12 109 109,25 149 Rheinische Braunkohlen ..... 16 Rheinstahl ................. n 212,25 86 75 37,25 12 149 Vereinigte Stahlwerke........ 0 Otavi Minen ............. n Kaliwerke Aschersleben......... Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7y2 Frani'uri u. M. Bercu. Gchluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 16-11- 17-11- 16.11. 17-11. 16.November 17-November Amtliche Notierung Geld | Brie- Amtliche Notierung Geld | Brie _ Buenos Aire. 0,629 0.633 0,628 0,632 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Ian. . 0.204 0-206 0,204 0,206 Sofia...... 3-047 3.053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55.51 55-63 55,42 55,54 Danzig..... 81-02 81,18 81,07 81,23 London ..... 12,435 12,465 12,415 12,445 HelsingforS.. Paris ...... 5.485 5,495 5,485 5,495 16,38 16.42 16,38 16,42 Holland .... 168,10 168.44 167,95 168,29 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ...... 0,725 0,727 0.724 0,726 Jugoslawien 5,694 5-706 5,694 5,706 Cito.....: 62.47 62,59 62,36 62,48 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,285 11,305 11,27 11,29 Stockholm... 64.10 64,22 64,00 64,12 Schweiz ... 80,65 80-81 80,75 80,91 Spanien.... 33,97 34.03 33,97 34,03 Prag....... Budapest ... 10,375 10,395 10,375 10,395 Neuyork... 2-490 2,494 2,489 2,493 gegen solche ,Larbier von Das Kuchenpaket. Im Zelt 5 flüstern sie: „Du, ich glaube, Fritze hat der Kerl nicht gerade wieder hinter sich im Stroh? Natürlich. Warum warten wir denn noch? Und als ob sie alle das gleiche denken, stürzen sie plötzlich auf Fritzens Platz. „Rück mal dein Paket raus, du Geizkragen!" Der aber sieht sich verraten, wickelt etwas in seine Zeltbahn, springt auf und ist schon draußen im Regen. Nun ist es gleich. Schnell die Jacken über und hinterher. Noch immer hängt das Gewitter über dem Platz. Der Gesuchte ist nicht mehr zu sehen. In allen Zelten wird gefragt, ob er da vielleicht Unterschlupf gefunden hat. Nirgends hat man ihn bemerkt. Plötzlich verspürt einer den ewig wiederkehrenden Drang, den Kreislauf der Natur zu vollziehen und begibt sich im Gewitterregen auf den Donnerbalken. mithinuntergeschluckt werden, was nicht jedem Gaumen leicht fällt. Da ist unser übliches Stimmverbesserungsmittel, das rohe Ei, noch harmlos gegen das der japanischen Geishas: diese suchen ihr Stimmheil im Verspeisen von wohlgenährten, saftigen Regenstand musikalischer Komposition gemacht. Er stellte aus seinem Ballett „Schlagobers" sogar noch eine besondere Orchestersuite zusammen, deren einzelne Nummern so liebliche Titel führen wie „In der Konditorküche", „Tanz der Teeblüte", „Tanz des Kaffees", „Schlagobers-Walzer" und „Tanz der kleinen Pralines". tief auf: „Schwierig? Wäre es doch lieber überhaupt unmöglich!" Manchmal soll das gute Essen svgar einen Einfluß auf die musikalische Leistung ausüben. Sagte doch Max Reger einmal: „Ich kann immer komponieren: wenn ich aber gut gegessen habe, geht es besonders gut." Auch die Gesangkünstler müssen ihre Stimme „futtern". Ihr zuliebe muß indes manches bei mir sitzen und rauchen!" „Ja, aber wenn Ihr Haus ein Cafe ist", antwortete hierauf ein bescheidener Besucher, „so müßten den Gästen doch auch Erfrischungen gereicht werden!" Der gegen solche Anspielungen harthörige Schöpfer des „Barbier von Sevilla" war selbst aber ein gewaltiger Esser. Sein in der Musikgeschichte als „Äusternarie" fortlebendes Musikstück aus der „Diebischen Elster" verdankt das Entstehen dem Dichterehrgeiz eines Austernhändlers in Neapel, dem der gefeierte Maestro für unzählbare Austern-Dutzende eine sehr ansehnliche Summe schuldig war. Dafür, daß Rossini, von seinem Gläubiger in die Enge getrieben, endlich doch ein Gedicht von ihm — Tacconi hieß der Anwärter auf die Unsterblichkeit — in Töne setzte und diese 4 v ......... |lv. UHi)l Komposition in sein Werk aufnahm, erließ ihm der ^ute ein Paket bekommen. Der Hund will nichts Austernlieferant die ganze Schuld. i abgeben." Einen materiellen Untergrund hat auch das ' Wilde Pläne durchkreuzen die Köpfe Das wäre Haydnsche „Ochsenmenuett", Haydn komponierte ja toll, solche Unkameradschaftl.chkeit Aber kramt es auf Bestellung eines reichen Metzgermeisters, der w,öh'”' r’* das Honorar in Gestalt eines lebenden Ochsen „über-; reichte". — In einer Zeit, als der Genuß des aus- j ländischen „Coffii" noch als unerhörter Luxus für einfachere Bürgerhäuser galt, hat I. S. Bach in einer lustigen „Kaffee-Kantate" für dieses seinerzeit verpönte Getränk auf glänzend humoristische Weise । Partei genommen. Einen Nachfolger in seiner Be- geisterung für den bösen „Coffii" fand Bacy in einem i Kaffee-Enthusiasten neuesten Datums, dem Ameri-: kaner Harry Hodge, der eine „Kaffee-Fantnsie" , für das Klavier schrieb, die mit einer auf den Tönen : C, A, F, F, E, E aufgebauten Fuge abschließt. i Aus einem recht materielles! Gebiet tarn Anton Dvorak, bevor er Musiker wurde — er war vorher Fleischer gewesen. Und als Wilhelm Busch, —o.~. .. ■ ... . .. der die Musik nur für ein unangenehmes Geräusch Schon hat er die Schllfumkleiduna erreicht da stockt erklärte, während des Vortrags eines Flötensolos er erstaunt und schreit zu den Zelten: „Jungens, von einem Bekannten zurechtqewiesen wurde: „Aber Hier ist der Hund!" Herr Busch, Sie hören ja gar nicht zu. und es ist Die andern sind da. Wie der Wind^ Aber da doch ein so schwieriges Stück!", da seufzte Busch nur < müssen sie lachen. Fntze sitzt auf dem Balken und dastehende Sammlung zählte über 6000 Exemplare! Sogar Kochgenies hat es unter den Tonkünstlern gegeben. So tragen- z. B. in Erinnerung an die Gourmet-Kunstleistungen Rossinis heute noch besondere Glanzgerichte den Ehrentitel „ä la Rossini“. Dabei war der vielbewunderte Koch ganz und gar nicht freigebig. Bei den Diners, die er in Paris gab, war das Menu so wenig reichhaltig wie möglich, und bei seinen Nachmittagsempfängen, um die sich dennoch alles riß, gab es überhaupt nichts anderes als Kaffee. „Mein Haus ist ein Cafe", sagte er großzügig, „da kann jeder kommen, der mag, kann würmern! Richard Strauß hat als Freund von Süßigkeiten die Wiener „Schlagobers" geradezu zum Gegen- Ur. 271 Drittes Blatt e unterbreit Kunst! —a— Vornotizen. 14 9 fion. dlichkeii bet 15 18 15 10 ’A 14 16 15 [7 10 f5 17 ’5 19 — Tageskalender fürMontag: NSLB. Bezirk Gießen-Stadt, 17,15 Uhr, Oberrealschule, Bezirksversammlung mit Vortrag über „Die wirkliche Stimmung im Saargebiet." — Lichtspielhaus, mophon, nicht ersetzen. Welch innere Bereicherung wringt die Beschäftigung mit der Musik. Das Leben mt einen schönen Inhalt bekommen. Gleichgesinnte werden sich suchen und zu erhöhter Freude zusammenfinden, und wenn irgendwo, so wird hier ge- Tilte Freude doppelte Freude fein. Wenn dann in He Höhen und Tiefen unserer unverglelchlichen Hutschen Kammermusik eingedrungen wird, so tun .d) Himmel auf. Der also musikalisch Gebildete wird I ch dann mit vollem Genuß dem Hören in Kon- i^rten hingeben können, weil er die Zusammenhänge kennt. Bekanntes wird ihn in vollendeter 5=orm grüßen und ihn veranlassen, immer weiter- rebenb es Besseren gleichzutun. So ist die musikalische Bildung ein Born der Freude, der nie versiegt. Ein Mensch, der diesen Schatz besitzt, wird den Widerwärtigkeiten des Le- h,ens ganz anders begegnen können, als der, der Hefe Segnungen der Musik nicht kennt. Er wird sich m die ihm ureigene Welt zurückziehen, wenn Leid :iber Haß ihn verletzen. Wer bas erkannt hat, dem wird die Frage: mu- ikalische Bildung? keiner Antwort bedürfen, denn nr weiß, was sie uns allen bedeutet: die göttliche )annoner & beiden Fälle in entschiede! des Schul! tifrei nachz, iehenden or b ziehen, b’l >uld nach |-i er Mark i ;r Dollar Denn in qI ie merI6i* leicht nafyi/" RechMs tim starke i Mrauenij deutschen, t diese nicht! ht als wert" verankert i'L ijingemW^ ts nur fön Die Aus- nn Grund- । dn Dollar* )er den W- M i/t. Äul i ben bisher Stritte bas Mas ben Mieht. inM ber gs ich M »4 b __x turnten, bur i über die ,wammbi^ nm behaM mommen ir äs mit eirr um einenJ a«W * nicht g*«1 ift, >> n «n. «* ®t zST ‘St ? lin‘ lot *? ®ar, l iurü» & b°6 ?OrtIaut, [otl ^gen sei. j- ^oUaraniej^ "8esehen. % Evesen, ein mtra9unfl i 3um Beweii! ^ldmarkschtz ^sgericht Or ,e,n Klaqevei l'parkas, °lverbon! ng einer uch in dich !n Standpuel egebene @ob >kch den ch ^llar festgelec verzinst we 0,2« 55,2 81,9 12,f5 5,4.; . 16-5 168-9 2lj 0.« 5,7« 62, 49,« 11-9 »! $ kalische Bilduna. Der Weg dazu ist nicht leicht, das d»arf nicht verschwiegen werden, denn die Tiefen, m die wir bringen wollen, sinb unermeßlich, unb ... «hon von jeher haben bie Götter vor den Erfolg ?, wurde & d«en Schweiß gesetzt. Aber ber Weg ist auch schön, »esonbers bann, wenn er an ber Hanb eines erfahrenen unb guten Lehrers zurückgelegt wirb. Welche Erlebnisse, wenn bie Augen für die Schönheiten geöffnet werden unb wenn sich mählich bas Blickfelb weitet! Welche innere Freube unb Befriedigung, wenn man selbst musizieren kann! Unb sei s auch nur ein kleines, schlichtes Lieb. Nichts ist «er eigenen Musikausübung vergleichbar, benn ba schwingt bie Seele bes Spielers mit. Das kann auch leie mechanische Musik, sei es Rabio ober Gram- Ohrenschmaus und Gaumenschmaus. Heiteres für Musikfreunde zum Tage ster Deutschen Hausmusik am 20. November. Von Mathilde v. Leinburg. Grillparzer, ber große Musikfreund, äußerte tiinmal: „Beschriebene Musik ist halt immer nur wie (in erzähltes Mittagessen." Gerade die Musiker, die isst unersättlich im Aufnehmen von Musik sein können, sind auch oft mehr als die Repräsentanten an- iaerer Künste ganz besondere Liebhaber der Tafel- steuden. Das käme daher, meinte ein Münchener Musikkritiker, weil der Musiker durch das Sichver- f’-nfen in die Shären der Phantasie nur schwer den Weg in den Alltag wieder zurückfindet und bemüht ileibt, auch den übrigen Teil des Tages festlich zu tieftalten, denn Musizieren ist eben eine festliche An- jLlegenheit des Lebens. Vielfach geschieht den Musikern aber Unrecht, t-enn man sie des Uebermaßes bezichtigt. Schu- Le r t war durchaus kein Säufer, das verhinderte schon sein magerer Geldbeutel. Den Spitznamen .Schwammerl" hängten ihm die Freunde nicht des- talb auf, weil er sich stets wie ein Schwamm voll- <2 jo gen hätte, wie noch manchmal fälschlich geglaubt T’irb, sondern weil seine kurze, gedrängte Figur ■fiit dem großen Hut lustig an einen „Schwammer- dng" im Walde erinnerte. Mit Brahms, dem ,!Epikuräer", wie ihn seine Gegner schalten, putzten Hine reichen Wiener Freunde ihre, Gastmähler auf. j*ie dort gebotenen Leckerbissen verschmähte Brahms legreiflicherweise nicht: suchte der Junggeselle jedoch Gasthäuser aus, so war der erst mit den Jahren ri'ohlhabend Gewordene noch von der gleichen An- s »ruchslosigkeit wie einst in seiner schweren Jugend. Lim bescheidensten als Gast war wohl der ätherisch- g:irte Chopin. In einer Gesellschaft aufgefordert, eiroas zu spielen, trug er bloß eine seiner entzückende kleinen Preludes vor. Enttäuscht machte ihm die tausfrau den Vorwurf: „Aber, Monsieur Chopin, nur ein so kleines Stück?" Da entschuldigte er sich: „Ich hatte doch auch nur so wenig gegessen!" >Eine eigenartige Freude auch an bereits vergangenen Genüssen empfand ein kürzlich verstorbener rHoloncellvirtuose: sämtliche Speisenkarten, von beit- n er sich je im Leben Mahlzeiten ausgesucht hatte, »lwahrte er pietätvoll auf — diese wohl einzig- 1 i Aus der Provinzialhauptstadt. Warum musikalische Bildung? Ium lag der Hausmusik am 20. November. In ber gleichmäßigen Ausbilbung der Kräfte des Leibes und der Seele erblickte man zu allen Zeiten ein Erziehungsideal. Die körperliche Ertüchtigung wird wohl von allen Menschen als selbstverständlich angesehen. Nicht so einheitlich ist die Ansicht über die Bildung des inneren Menschen. Je nach der Einstellung wird das von dem einen als unnötig gehalten, was dem anderen als außerordentlich wichtig erscheint. So ist es mit der Frage: Musikalische Bildung oder nicht? Ohne Zweifel ist der Deutsche sehr musikliebend. Kein Volk der Erde singt soviel wie er. Das beweisen die Männer- und gemischten Chöre, die man in anderen Staaten auf dem Lande gar nicht oder nur ausnahmsweise findet. Die Musik ist dem deutschen Gemüt das- Ifelbe, was der Tau den Fluren. Wie die Blumen «hne das belebende Naß, so würde die deutsche Seele ohne die Musik zugrunde gehen. Das natur- Semäfje Verwachsensein des Deutschen mit der Qufif hat aus der Volkheit heraus eine Reihe von großen Musikern erstehen lassen, auf die wir stolz fein können, denn sie haben uns eine überragende Stellung in der Welt verschafft. Mit Recht nennt man uns das Volk der Denker und Dichter, wobei auch die gemeint sind, die in Tönen dichten. Unsere Musikgeschichte, die einen Bach, Beethoven, Wagner nennt, um nur einige herauszugreifen, legt uns aber eine große Verpflichtung auf. Es gilt ein großes Erbe zu hüten und pflegen. Was wir von unseren Vätern ererbten, müssen wir wieder erwerben, um es zu besitzen. Durch Hören illein ist das allerdings nicht möglich. Der musikalisch Ungebildete wird den musikalischen Meisterwerken verständnislos gegenüberstehen. Um die Meister, zu verstehen, müssen wir in ihre Werkstatt zehen. Das können wir ohne das nötige Rüstzeug «icht. Dazu gehört eine gute und gründliche musi- Mehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Gebt der HI. Räume und Heime! Ein Aufruf der Hitlerjugend zwecks Beschaffung von Heimen. Um den kulturellen, politischen und erzieherischen Aufgaben, die uns gestellt sind, genügen zu können, und um in diesem Winter diese Arbeit in geregelten Formen überhaupt durchführen zu können, brauchen wir Heime. Die deutsche Jugend will, wenn sie unter sich in kameradschaftlichem Dienst zusammen ist, in Räumen zusammen sein, arbeiten und basteln, die von ihr selb st praktisch und schön ausstaffiert und gestaltet wurden, wir wenden uns deshalb an alle verantwortlichen Stellen des Staates, an die Verwaltungen von Stadt und Land und überhaupt an die Oeffentlichkeit: „Gebt der HI. Räume und Heime!" Aber bitte keine S ch u l s ä l e mit den nackten Schulbänken und Tafeln^ denn diese haben immer etwas Abstoßendes, Zwanghaftes und kaltes an sich. Jeder Deutsche muh heute der Jugend gegenüber so viel Verantwortungsgefühl besitzen, daß er diese Jugend durch die Tat unterstützt, daß er alles tut, was in seinen Kräften steht, um ihr Heime zu verschaffen. Die deutsche Jugend braucht Heime! Deutsche! Gebt eurer Jugend diese Heime! Der Führer des Bannes 116 gez.: heim, Bannführer, verantwortlich: Waag Schulungsleiler des Bannes 116. Reichsstaithalter Sprenger auf -er Reichsautobahn. Besichtigung der Strecke Frankfurt-Darmstadt. GPA. Por einigen Tagen besichtigten ber Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, unb ber hessische Staatsminister Jung in Begleitung des Generalbirektors H o f ben feiner Fertigstellung entgegengehenben Bauabschnitt Frankfurt a. M.—D armftabt ber neuen Norb- Sübstrahe. Bekanntlich würbe bieser Bauabschnitt burch ben Spatenstich bes Führers vor einem Jahr begonnen. Die Besichtigung begann in Frankfurt a. M - Griesheim an ber neuen, nur für bie Autobahn im Bau befinblichen Mainbrücke. Der Gauleiter gedachte nach Ueberquerung bes Mains mit feinen Begleitern an ber Stelle bes ersten Spatenstichs kurz bes Führers, um sich fobann von Herrn Baubirektor P ü ck e l unb Herrn Baurat Ertel bie näheren Einzelheiten ber Straßenanlage erklären zu lassen. An ber Besichtigung nahmen teil ber Stellvertreter bes Gauleiters Regierungsrat Reiner, Reichsbahnoberrat Gobefrey unb ber Generalbirektor ber Nassauischen ßanbesbanf Avieny. Es war allen Teilnehmern ein starkes Erlebnis beutscher Schaffenskraft, wie bie ber stärksten Beanspruchung zuversichtlich entgegensehenbe Bauleitung in schlichten Worten von ben nunmehr fast vollenbet vorliegenben straßenbaulichen Leistungen sprach, welche heute schon bie Bewunberung ber ganzen Welt genießen. Vor ber Einfahrt in bie Bahn nahm Generaldirektor Hof als Leiter der Gesellschaft Autobahnen das Wort, um dem Gauleiter auch bei dieser Gelegenheit Dank und Anerkennung dafür auszusprechen, daß dieser, als Musterstrecke für alle weiteren im ganzen Reich projektierten Straßen dienende Bauabschnitt der Bahnhofstraße, „Herr Robin geht auf Abenteuer". — Bausparkasse Deutsche Bau- unb Sieblungs-Ge- meinschaft, 20.30 Uhr, „Frankfurter Hof", Vortrag über „Wie kann jede Familie ein schulbenfreies Eigenheim bei geringer Sparleistung erwerben?" — 19.30 Uhr, Hotel Hopfelb, Fachvortrag über Zu- schneiben. — Stabt-Cafe, 16.30 unb 20.30 Uhr, Modenschau. Amt für Bolkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd. Sprechstunden imGeschäftszimmerCrednerstraße2 4. Ortsgruppenamtsleiter: Mittwochs und Freitags von 20 bis 21 Uhr: Kassenständen: Mittwochs von 19 bis 20 Uhr; Mutter unb Kinb und Wohlfahrtswalterin: Montags und Donnerstags 16 bis 18 Uhr. Bahn dank seiner tatkräftigen und nie erlahmenden Unterstützung nun so weit gediehen wäre. Bekanntlich hatte anläßlich der Aufsichtsratstagung der Deutschen Reichsbahngesellschaft auch Generaldirektor Dorpmüller betont, in wie hohem Maße die verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Reich und Land dem Unternehmen zugutegekommen ist. Die Fahrt auf der Bahn in Richtung nach Darmstadt wurde an mehreren Bau- und Arbeitsstellen zur näheren Erläuterung baulicher und straßentechnischer Einzelheiten unterbrochen. Dabei war zu bemerken, daß alle an der Strecke beschäftigten Hand- und Kopfarbeiter ihrem Werk stärkste persönliche Anteilnahme entgegenbrachten. Jedem einzelnen der zahlreichen, die Arme zum Gruß hebenden Männer sah man diese lebendige Verbundenheit mit ihrer bedeutsamen Arbeit aus den Augen leuchten, denn es darf nicht vergessen werden, daß von allen an diesem Werk Beschäftigten in hohem Maße persönliche Opfer und selbstloser Einsatz verlangt worden sind. Die Reichsautobahn hat wohl einer' großen Menge Menschen Arbeit und Brot gebracht, aber Kriegsgewinnler der deutschen Arbeitsschlacht des Dritten Reiches konnte hier niemand roerben, sondern hier ist von jedem einzelnen im Geiste der deutschen Notgemeinschaft der Eigennutz hinter das Gemeinwohl der Arbeit gestellt und in persönlicher Selbstlosigkeit bei Wind und Wetter mit einem Einkommen geschafft worden, das, in bescheidener Höhe, in der Tat nicht verzichten lassen konnte auf einen Geist, durch den sich jeder Mitarbeiter als Soldat und Kämpfer für den Aufbau des neuen Reichs fühlen muhte. Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19 Gießen. Wir meisten unsere Mitglieder darauf hin, daß Anträge auf Erwerbslosenunterstützung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und Erwerbsunfähigkeit nur noch entgegengenommen werden können, wenn dieselben sofort zu Beginn des einzelnen Falles gestellt werden. Eine nachträgliche Beantragung von Unterstützung ist also zwecklos. Heil Hitler! Ch. Schmidt, Derwaltungsstellenwalter. Neue Verordnung zum Verbot von Preisbindungen. Dem Reichskommissar für Preisüberwachung ist zur Kenntnis gekommen, daß Verbände, Vereine und andere Zusammenschlüsse den Versuch machen, Montag, 19. November 1934 das Verbot von Preisbindungen dadurch zu umgehen, daß die Formblätter für Kostenberechnungen von Fall zu Fall oder in regelmäßiger Folge an ihre Mitglieder versenden und Kosten und Preiszahlen einsetzen. Es wird auf diese Weise versucht, gewisse einheitliche Preisfestsetzungen zu erzielen. Der Reichskommissar für Preisüberwachung bat daher eine Verordnung zur Förderung selbständiger Kostenberechnungen in der Wirtschaft erlassen, in der dies untersagt wird. Die Verordnung wird im Reichsgesetzblatt und Reichsanzeiger veröffentlicht. Zuwiderhandlungen werden mit entsprechenden Strafen belegt. Die Ausgabe von Formblättern ohne Kosten und Preiszahlen ist jedoch zulässig. Der Reichskommissar für Preisüberwachung teilt mit: Die vielfach in den Kreisen der Hersteller und des Handels verbreitete Annahme, daß für die Herstellung und den Vertrieb von Sauerkraut, Dosenwürstchen und Fleischsalat irgendwelche Preisbindungen oder Mindestpreise genehmigt oder vorgeschrieben seien, ist falsch. Die Preisbildung für diese Waren ist völlig frei innerhalb der Grenzen, die ganz allgemein für jede ernsthafte Geschäftsführung gegeben sind. provinzialausschuß Oberheffen. In der öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen am Samstag kamen folgende Verwaltungsstreitsachen zur Verhandlung: Dem Händler Ludwig .Schäfer in Gießen, Rodheimer Straße, wurde auf seine Klage gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 18. Juli 1934 die nachgesuchte Erlaubnis zum Kleinhandel mit unedlen Metallen erteilt. Die Kosten des Verfahrens hat der Kläger zu tragen. Das Urteil in der Klagesache des Bezirksfürsorgeverbandes Landkreis St. Goar gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Hermann Hi Hermann aus Bacharach wurde zum Zwecke weiterer Beweiserhebung ausgesetzt. Die Klage des Paul Zimmermann in Alsfeld gegen die Entscheidung des Kreisamtes Alsfeld vom 5. März 1934 wegen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen und der Streitwert auf 800 RM. festgesetzt. Eine Klage des Bezirksfürsorgeoerbandes Kreis Gießen, vertreten durch die Bürgermeisterei Grünberg, gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Schotten, vertreten durch die Bürgermeisterei Ober- Lais, wegen Erstattung von Wohlfahrtsunterstützung für Wilhelm Meyer aus Ober-Lais wurde ebenfalls als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. Abschied der Saargösie Die Brüder und Schwestern von der Saar, die in der vergangenen Woche in unserer Stadt weilten, mußten am gestrigen Sonntag wieder Abschied nehmen. Er fiel den Gästen reichlich schwer, denn die Tage, die sie in unserer Stadt verbringen konnten, vermittelten ihnen eine Fülle schöner Erlebnisse. Mittags traf man sich, nachdem die Saarländer am Ehrenmal der Gefallenen auf dem Land- graf-Philipp-Platz einen Kranz niedergelegt und damit die Helden unserer Stadt geehrt hatten, auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Musikzug der SA.-Standarte spielte unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann einige schneidige Märsche. Neben Vertretern der NSV. hatte sich zahlreiche Volksgenossen eingefunden, um den Gästen „Auf Wiedersehen am 13. Januar!" zu sagen. Für die NSV. sprach Pg. Mo Haupt herzliche Worte des Abschieds. Er betonte, daß es den Brüdern und Schwestern von der Saar in dieser Woche möglich gewesen sei, das wahre Deutschland kennenzulernen. Zum Abschluß wies er auf die enge Verbundenheit des Mutterlandes mit dem Saarland hin und gedachte dann des Führers Adolf Hitler mit einem dreifachen „Sieg-Heil!". Der Sprecher der Saarländer, der Bergmann Karl Becker, dankte für die gastliche Aufnahme und die erlebnisreichen Tage in unserer Stadt. Inzwischen war die Zeit der Abfahrt des Zuges herangerückt und während der Musikzug der Standarte das Saarlied wie auch das sinnige Lied „Muß' i denn, muß' i denn, zum Städtele hinaus" verzehrt seelenruhig gerade das letzte Stück Kuchen aus seinem Kistchen. ' Die Kameraden sehen ihn nicht mehr an. Der Giegeszug des Fallschirmc. Die modernen Fallschirme sind so durchdacht konstruiert, daß sie nahezu unfehlbar wirken. In allen Flugschulen ist das Abspringen der Schüler vom Flugzeug obligatorisch, um sie von der Sicherheit des Geräts zu überzeugen. Es kommt nur darauf an, beim Landen nicht am Boden geschleift zu werden. In den Vereinigten Staaten ist man dazu übergegangen, Fallschirme auch für die Passagier- fluazeuge einzuführen. Die Fallschirme sind zu diesem Zweck in die Sitze eingebaut und überhaupt für die Gäste nicht wahrnehmbar. Die Abreißleine des Schirms ist mit dem Sitz fest verbunden. Bei Gefahr brauchen die Fluggäste nur die Sitzgurte über Brust und Schultern zu schnallen, ist das geschehen, dann fallen auf einen Hebeldruck die Fluggäste aus dem geöffneten Boden in die Tiefe und automatisch entfalten sich die Fallschirme. Es handelt sich bisher erst um Versuche, die aber sehr befriedigend verlaufen sind. Um die Sicherheit der Fallschirme recht augenfällig zu zeigen, ließ man auf dem Flugplatz von Moskau von einer Anzahl von Flugzeugen gleichzeitig ein ganzes Militärorchester hinabspringen, die dabei einen Marsch spielten. Immerhin kann der Fallschirm schon auf ein stattliches Alter zurückschauen: 1777 fand der erste Fallschirmabsprung in Frankreich statt. Der Pariser Professor Defontage hatte einen Flugzeugmantel konstruiert, fand aber niemanden, der bereit war, sich ihm anzuvertrauen, bis er einen Ausweg sand. Er bat die Behörde, ihm einen zum Tode verurteilten Raubmörder, der in der Bastille seiner Hinrichtung entgegensah, für den Versuch zur Verfügung zu stellen, was auch geschah. Es wurde dem Raubmörder, Jean Dumier, erklärt, man wolle von seiner Hinrichtung Abstand nehmen, wenn er bereit wäre, einen Versuch mit dem Fallschirm zu wagen. Dumier erklärte sich bereit. Er bestieg mit dem Professor in Gegenwart einer gewaltigen Zuschauermenge den Turm des Pariser Zeughauses, ließ sich den Apparat anschnallen, schloß die Augen und sprang ab. Der Wind trug zunächst den Apparat ein Ende fort, plötzlich schoß Dumier wie ein Stein zur Erde, doch kurz bevor er sie erreichte, öffnete sich der Mantel, der sich verfangen hatte, wieder, und der Mörder landete mit bleichem Gesicht unversehrt unter dem Jubel der Menge auf dem Boden. spielte, rollte der Zug aus dem Bahnhof. Die Wagen, die die Saarländer wieder in die Heimat brachten waren schön geschmückt. Sie deutsche Bibel. Bei dem Familienabend, den die Lukasgemeinde aestern abend veranstaltete, begrüßte Kirchenvorsteher Juwelier Karl Noll die Erschienenen. Pfarrer Bechtolsheimer hielt sodann einen Vortrag über „die deutsche Bibel". Er ging zunächst auf die näheren Umstände ein, die zu Luthers Verbringung nach der Wartburg führten, berich- tete, wie Luther, ehe er von Worms abreiste, noch mit dem Erzbischof Richard von Trier und mit seinem gelehrten Gegner Eck in freundschaftlicher Weise verhandelte, obwohl er den Mahnungen der beiden zum Widerrufe ein entschiedenes Nein entgegensetzte. Der Plan, den Reformator für einige Zeit verborgen zu halten, ging nicht von dem Kurfürsten Friedrich, sondern von dessen Bruder, dem Herzog Johann aus. Luther war in diesen Plan eingeweiht, wußte aber nicht, daß die Wartburg sein Aufenthaltsort sein sollte. Dort faßte er, namentlich von seinen Freunden ermuntert, den Plan, das Neue Testament in das Deutsche zu übersetzen. In drei Monaten brachte er diese Arbeit zustande. Wesentlich größere Schwierigkeiten machte die Uebersetzung des Alten Testamentes, die 1534 vollendet wurde, da die Kenntnis der hebräischen Sprache damals bei den deutschen Gelehrten nur in geringem Maße zu finden war. Der Vortragende ging auch auf die früheren Bibelübersetzungen ein und zeigte durch Gegenüberstellung von einzelnen Stellen aus diesen und den entsprechenden Stellen der Lutherbibel, wie groß die Sprachgewalt Luthers war und wie anschaulich und lebendig er die heilige Schrift verdeutscht hat. Junge Mädchen aus der Gemeinde sangen unter der Leitung von Fräulein Else Wagenbach Glaubenslieder und sagten besonders markante Stellen aus der Lutherbibel auf. Fräulein Emilie von der Heydt sang mit klangvoller Stimme die Lieder „Dem Unendlichen" von Schubert und das „Vaterunser" von Krebs, sie wurde in verständnisvoller Weise von Fräulein Bertha Möller begleitet. Kirchenvorsteher Karl Noll schloß mit Worten des Dankes an die Mitwirkenden den Familienabend. Besichtigung im Gchlachthof Gießen. Der Reichsbund Volkstum und Heimat, Ortsgruppe Gießen (Fachgruppe Tierschutz), hatte für den gestrigen Sonntag die Mitglieder und Gäste zu einer Besichtigung des Gießener Schlachthofes eingeladen. Zur festgesetzten Stunde hatten sich auch viele Interessenten eingefunden. Der Ortsgruppen« leiter des Reichsbundes Volkstum und Heimat Dr. Michel begrüßte die Teilnehmer und wies kurz darauf hin, daß es der Fachgruppe Tierschutz im Reichsbund darauf ankomme, praktischen Tierschutz zu treiben. Der Direktor des Schlachthofes Dr. Keller übernahm dann sofort die Führung. Er kennzeichnete zunächst die Entstehung des Schlachthofes Gießen, führte dann die Besucher in die Rinderschlachthalle und erklärte dort die neuzeitliche Methode der raschen Tötung der Tiere (mit dem Bolzenschußapparat). Von hier aus begab man sich in die Schweineschlachthalle, die auf das modernste eingerichtet ist und durch ihre Einrichtungen ein außerordentlich rasches, leichtes und hygienisches Arbeiten gestattet. Dr. Keller verstand es dabei ausgezeichnet, den Gang der Schlachtung in allen Einzelheiten zu veranschaulichen. Die vor nicht allzulanger Zeit in Betrieb genommene Rinderkuttelei wurde ebenfalls besichtigt. Im weiteren Verlaufe der Führung wandte man sich dann dem Maschinenhaus und der Kühlhalle zu, deren Einrichtungen nicht weniger interessierten. Den Abschluß fand der Rundgang mit dem Besuch des Untersuchungslaboratoriums. Dort gab Direktor Dr. Keller in einem kurzen Vortraa über die Methoden der Untersuchung des Fleisches auf die verschiedensten Krankheitsmöglichkeiten Aufschluß und zeigte die vorkommenden Krankheiten an besonders charakteristischen Präparaten. Die Zuhörer konnten erkennen, daß man im Schlachthof mit größter Sorgfalt und viel Verantwortungsbewußtsein der Volksgesundheit gegenüber am Werke ist. Um mancherlei Wissen bereichert, verließen die Besucher den Schlachthof. Lustpost nach Llebersee. Die Reichspostdirektion Frankfurt hat aus Anlaß der Einführung der Winterflugpläne neue Druckschriften über den Luftpostverkehr verteilen lassen. Darin sind hinsichtlich der Luftpostlinien nach außereuropäischen Ländern allgemein die letzten Absendungsgelegenheiten in Frankfurt angegeben, deren Benutzung aber bei etwaigen Störungen im Flugbetrieb die rechtzeitige Ueberkunft der Sendungen nicht immer sicherstellt. Da die Luftpostverbindungen nach Afrika, Asien und Südamerika nur einmal wöchentlich verkehren erleiden die Sendungen bei Anschlußverfehlungen eine Verzögerung von einer Woche. Die beteiligten Kreise tun daher gut daran, Luftpostsendungen nach Ueberfee nicht erst im letzten Augenblick, sondern möglichst 24 Stunden vor Abgang der letzten Anschlußoerbindung zur Post zu geben. ♦ * Der Schulbeginn 1 935 noch nicht festgesetzt. In einer Mitteilung der Ministerial- abteilung für Vildungswesen an die Schulämter wird festgestellt, daß nach einer Mitteilung des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung die Frage des Schuljahrbeginns 1935 noch nicht endgültig geklärt ist. * * Die Theaterkasse am Bußtage g e ■ schlossen. Des Feiertags wegen bleibt die Theaterkasse am Mittwoch, 21. November, geschlossen. ** Ein musikalischer Abend zum Tag der deutschen Hausmusik, veranstaltet von der Ortsmusikerschaft Gießen in der Reichsmusikkammer, findet am morgigen Dienstag im Saale des Gesellschaftsvereins statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. * * Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. November: 2. Wilhelm Ackermann, Händler, 44 Jahre alt, Kli- nikstraße 24. 4. Eva Beimborn, geb. Gimbel, Wwe., 76 Jahre alt, Bruchstraße 32; Karl Mayer, Post- sekretär i. R., 91 Jahre alt, Wilhelmstraße 46. 5. Ludwig Becker, Reichsbahn-Werkführer i. R., 80 Jahre alt, Seltersweg 77; Georg Döll, Packmeister i. R., 75 Jahre alt, Weserstraße 31; Josef Berber, Werkmeister i. R., 70 Ähre alt, Aulweg 43. 7. Wilhelm Weydemeyer, Werkmeister i. R., 80 Jahre alt, Kaiserallee 43; Jakob Heller, Glaser, 52 Jahre alt, Schiffenberger Weg 41. 8 Gertrud Schorsch, ohne Beruf, 20 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 56; Dr. Ernst Wilhelm Gustav Meigen, Universitäts-Professor, 61 Jahre alt, Hindenburgwall 16. 11. Hein- rich Stamm, ohne Beruf, 57 Jahre alt, Wilhelmstraße 10; Adam Emig, Oberpostschaffner i. R., 92 Jahre alt, Wilhelmstraße 45. ** Fahrpreisermäßigungen der Reichsbahn zum K a t h a r i n e n m a r k t in B'u tz b a ch. Zu dem am 19. und 20. November in Butzbach stattfindenden Katharinenmarkt gibt die Reichsbahn von allen Fahrkartenausgaben der nachstehenden Strecken Sonntagsrückfahrkarten aus: Frankfurt a. M.—Marburg, Friedberg—Laubach, Friedberg—Schotten, Vilbel-Nord—Stockheim, Gießen—Mücke. Gültigkeit: Hinfahrt und Rückfahrt am 19. November von 0 Uhr bis 24 Uhr. Hinfahrt vom 20. November 0 Uhr bis 21. November 24 Uhr; Rückfahrt vom 20. November bis 22. November 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt ab Gießen 2. Klaffe 1,40 RM., 3. Klaffe 1,— RM. Bei Benutzung von Eilzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Dieser beträgt: 2. Klasse 0,50 RM., 3. Klasse 0,25 RM. ** Freie Lehrer stellen. Erledigt sind je eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an den Volksschulen in Grebenau (Kreis Alsfeld) und Dittelsheim (Kreis Worms). Dienstwohnungen sind vorhanden und frei. Bewerber müssen seit mindestens acht Jabren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. mit Vs Millionen Wagenkilometer IVt MiMone« Personen beförderte und damals eine Belegschaft von 25 Mann zählte. Weiter erinnerte er an die Not der Kriegsjahre und an den Heldentod von acht Mitarbeitern; es sind dies Peter Kreher Fried» rich L a t h e r, Heinrich Nau, Heinrich 'Rühl. Heinrich Schmidt, Heinrich Friedrich Schmitt, der damalige Betriebsleiter Karl Schmitz und Hermann Vogel. Den Toten wurde in der üblichen Weise ein stilles Gedenken bei den Klängen des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden" gewidmet. Weiter erinnerte Direktor Lotz dann an das Auf und Nieder der Nachkriegszeit, in der das Straße«, bahnunternehmen weitergekommen sei, weil es i« manchem Mann unter den Gästen einen Förderei fand, die trotz der Ungunsten der Zeiten zielklar weiterschafften. Dazu habe die Straßenbahn an ihrem Teil beigetragen, der Wagenpark sei erneuert worden, die Schienenwege überholt und nach Wieseck verlängert, zahlreiche Ausweichestellen zur Durchführung eines 3Vs Minuten-Verkehrs seien entstanden, der Tarif sei jetzt mit 10 Pfg. denkbar niedrig gesetzt, und die Belegschaft habe sich auf 50 Mann verdoppelt. Die Straßenbahn sei gerüstet und die Belegschaft wisse, daß die ansteigende Be> wegung in Handel und Verkehr sich auch bei der Bahn günstig auswirken werde. Nicht nur die tedji nischen Voraussetzungen bestärkten den Glauben und die Hoffnung auf den Aufschwung des Betriebes, sondern vor allem der gute Geist und das zähe Streben der Belegschaft, die den Erfolg in sich schließen. Am Schluß feiner Ansprache gab Direktor Lotz dem Herrn Oberbürgermeister das Versprechen, daß die Belegschaft der Straßenbahn und des E»9Berfei allezeit weiter mit voller Hingabe ihrer Berufs« pflicht sich widmen werde, damit das Vertrauen, das der Oberbürgermeister in die Belegschaft setze, nicht ein geschenktes bleibe, sondern erarbeitet werde, auf daß es immer unerschütterlich sei. Der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen An« spräche folgten wieder einige musikalische Vorträge, sodann nahm Oberbürgermeister Ziffer die Ehrung der Jubilare vor. Diese Veteranen der Arbeit waren auf der Bühne er« schienen. Es handelte sich um folgende Angehörig, des Werks: Werkmeister Rendel, wohnhaft Gießen,Hamm« straße 34. Herr Rendel führte 1909 im Auftrage der Siemens - Schuckert - Werke Frankfurt a. M. nach Überweisung von der Stadt Mainz den Bau der Oberleitung und die Wagenmontage aus. Mit der Inbetriebsetzung der Straßenbahn am 20. November 1909 ging das Unternehmen in städtischen Besitz über, von da ab wurde auch Herr Rendel von bei? Stadt Gießen übernommen; Mohr, Heinrich, Hilfsarbeiter, wohnhaft Großen« Buseck, Oberpforte 10, ab 8. Oktober 1909 beim Bauamt, ab 2. Oktober 1918 beim Elektrizitätswerks Merbach, Albert, Kontrolleur, wohnhaft Gießen, Rodheimer Straße 34, ab 1. November 1909 bei der Straßenbahn; Becker, Heinrich, Wagenführer, wohnhaft Gießen, Ederstraße 20, ab 2. November 1909 bei der Straßenbahn; Heilmann, Richard, Hausmeister, wohnhaft Gießen, Hammstraße 35, ob 4. November 1909 bei der Straßenbahn; Kreuter, Heinrich, Kontrolleur, wohnhaft Gießen, Hinter den Schießgärten 24, ab 8. November 1909 bei der Straßenbahn; ßefcf), Ludwig, Wagenführer, wohnhaft Gießen, Lahnstraße 15, ab 8. November 1909 bei der Straßenbahn; Beyer, Peter, Wagenführer, wohnhaft Gießen, Grabenstraße 12, ab 3. November 1909 bei der Straßenbahn. Oberbürgermeister Ritter betonte in feiner Ansprache u. a., es sei ihm eine Freude, diesen acht Jubilaren der Belegschaft den Glückwunsch, Dank und die Anerkennung der Stadt für die 25jährigen 25 Jahre Straßenbahn in Gießen. Eine würdige Jubiläumsfeier. — Ehrung der Jubilare. Am morgigen 2 0. November 1934 jährt sich — wie wir in einem Jubiläums-Rückblick im „Gießener Anzeiger", Nr. 258 vom 3. November bereits ankündigten — zum 2 5. Male der Tag, an dem die Gießener Straßenbahn als Nachfolgerin des damaligen Omnibusbetriebes dem Verkehr übergeben wurde. Jener 20. November 1909 bedeutet für alle Zeit einen wichtigen Markstein in der Geschichte unserer Stadt. Zur Erinnerung an diesen Tag hatte die Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke und der Straßenbahn gemeinsam mit der Belegschaft am Samstagabend eine Jubiläumsfeier im Saale des Cafä Leib veranstaltet, die in allen Teilen einen sehr erfreulichen und denkwürdigen Verlauf nahm. Der Saal war in festlicher und geschmackvoller Weise geschmückt; auf der Bühne sah man inmitten von Blattpflanzen ein großes Bild des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, ein großes und farbiges Wappen der Stadt Gießen, das Wahrzeichen der Straßenbahn (Flügelrad mit Blitzen), ferner eine Gedenktafel mit den Namen der im Weltkriege auf dem Felde der Ehre gefallenen Angehörigen des Werks, über dem Ganzen das Hakenkreuzbanner des Dritten Reichs. An der oberen Kante der Bühnenfront leuchtete ein aus kleinen Glühbirnen hergestelltes Hakenkreuz, rund an der Unterkante der Saalemporen zog sich eine lange Reihe von Glühbirnen entlang, die in den wohlbekannten Farben der Straßenbahn leuchteten: weiß als Frontlicht, rot als Schlußlicht und Linienbezeichnung, grün als Kennzeichen der Seltersweg— Wiesecker Linie. Dazu kam auch im Saale reicher Flaggenschmuck. Eine festlich-froh gestimmte große Menschenmenge, unter der sich auf Einladung der Werksdirektion und des Vereins der Straßenbahner auch zahlreiche Gäste befanden, füllte den Saal. Im ganzen gesehen: ein sehr eindrucksvolles äußeres Bild, das noch verschönt und in seiner Wirkung vertieft wurde durch die wunderbare Geschlossenheit der Gesinnung und der Werksgemeinschaft, die im Verlaufe des Abends prächtig in Erscheinung trat. Nach musikalischer Eröffnung der Vortragsfolge sprach zunächst Fräulein Welter einen Prolog, der in großen Zügen die Entstehung, das bisherige Wirken und einige Hoffnungen der Straßenbahn (Krofdorf und Ktein-Linden) schilderte. Nach einer weiteren musikalischen Darbietung sprach der Direktor des Elektrizitätswerks Oipk.-Ing. Lotz. Er begrüßte zunächst namens der Werkdirektion und des Vereins der Straßenbahner Herrn Oberbürgermeister Ritter und die Gäste, denen er zugleich Dank sagte für die bisherige Förderung der Belange der Straßenbahn und für das rege Interesse, das sie allezeit diesem städtischen Betrieb entgegenbrachten. Er betonte weiter, daß von vornherein bei dem Geist der Mitarbeiterschaft eine akademische Feier nicht in Frage kommen konnte, sondern durch die Gemeinschaft langer Jahre im Verein der Straßenbahner und dem freundschaftlichen Interesse dieser Familien untereinander von vornherein die Form der Jubiläumsfeier gegeben gewesen sei. Sodann wies er kurz auf die Entstehung der Straßenbahn hin und hob dabei hervor, daß das junge Unternehmen bis zum Kriegsausbruch schon recht flott arbeitete, im Jahre 1913 WWWl? Roman von Klothilde v. Stegmann. 19 Fortjetzung. Nachdruck verboten! Weiß und klar lag der Park vor ihr. Sein frisches Winterkleid glitzerte. Der Himmel war wie blaue Seide, und die Konturen der Bäume und der Sträucher standen wie eine feine Zeichnung gegen den Himmel. Wie schön!, dachte Edelgard. Nun aber fertig« gemacht und dann hinaus in den schönen Wintertag! Einen ordentlichen Marsch wollte sie machen, am See entlang, sich die klare Winterluft um die Nase wehen lassen. Sie war eine leidenschaftliche Fußgängerin, und das war mit das Schwerste an dem Bürodasein, Laß man so selten noch hinaus konnte. Im Sommer ging es ja noch an. Im Winter aber kehrte man ja erst bei völliger Dunkelheit heim. Und die Sonntage wollte sie nicht fern von der Mutter verbringen. Diesen unerwarteten Ferientag aber wollte sie ausnutzen. Es würde gut sein, draußen in der Klarheit ein paar Stunden mit fich allein zu sein und auch zur Klarheit zu kommen. Schnell nahm sie ihr Bad und kleidete sich an. Dann lief sie hinunter ins Wohnzimmer. „Guten Morgen, Mutti!" Zärtlich beugte sie sich zum Kuß über die Mutter. „Ihr seid ja heute wie die Mäuschen gewesen ..." „Ja, Kind. Nachdem Marie deinen Zettel gefunden hat, wollten wir dir solange wie möglich die Ruhe gönnen. Und die hat dir gut getan. So wohl und rosig hast du schon lange nicht ausgeschaut. Ganz verändert. Ist dir etwas Angenehmes geschehen?" Edelgard wurde ein wenig rot und beugte sich über ihre Kaffeetasse: „Nun, Mütterchen, ist solch ein unerwarteter Ferientag etwa keine Annehmlichkeit?" „Und den sollst du auch richtig ausnutzen, Kind. Wandere nur einmal wieder — das tust du doch so gern." „Wenn es dir recht ist, Mutti, und ich dich ein paar Stunden allein lassen darf." Frau von Dönitz nickte gerührt: „Du opferst mir ohnehin ja schon deine ganzen Sonntage, gehst kaum fort, besuchst niemand von unseren Bekannten, hockst immer bei deiner alten Mutter. Ich möchte einmal die Tochter sehen, die das außer dir tut." „Mutti, Mutti, solch eine Lobrede am frühen Morgen! Du machst mich ja ganz verlegen. Da sehe ich lieber zu, daß ich fortfomme." Edelgard war mit ihrem Frühstück fertig. Nun umarmte sie die Mutter noch einmal lievevoll. „Also, ich bin bestimmt um vier Uhr wieder da, Mutti. Aber warte nicht mit dem Essen! Du weißt, »ß tut dir nicht gut, solange zu hungern»" „Sorge dich nur nicht, Kind! Marie wird schon dafür sorgen, daß ich nicht hungere. Wir werden einfach unser Mittagessen auf den Abend verlegen, und ich werde mir ein warmes Frühstück machen lassen." Bald darauf ging Edelgard aus dem Hause. Liebevoll schaute die Mutter ihr nach. Und Edelgard wandte sich noch einmal zurück, um einen fröhlichen Abschiedsgruß heraufzuwinken. Aber sie folgte nicht weit kommen. Kaum überquerte sie die Chaussee, die von dem Kavalier- Häuschen am Park entlang nach Wannsee führte, als ein wohlbekannter grauer Sportwagen scharf vor ihr bremste „Ah, mein gnädiges Fräulein" — Studczynski sprang schnell heraus —, „wie schön, daß ich Sie treffe! Wo wollen Sie hin?" „Ich wollte einen großen Marsch machen, Herr Direktor. Sie wissen wohl, daß Herr Direktor Herman mir heute freigegeben hat!? Oder liegt etwas Dringendes vor. Dann selbstverständlich komme ich ins Büro." „Nein — nein, mein gnädiges Fräulein. Sie sehen, ich habe mir heute auch einen Urlaubstag genommen. Würde es unbescheiden sein, wenn ich Sie bitte, ein Stück mit mir zusammen zu fahren? Wir kämen ein gutes Ende weiter hinaus, und Sie könnten dann immer noch Ihren Spaziergang machen." Edelgard zögerte einen Augenblick. Die Einladung Studczynskis war ihr gar nicht lieb. Sie war fo darauf eingestellt gewesen, ein paar Stunden mit sich allein zu sein und an Robby Herman denken zu können. Aber es wäre unhöflich gewesen, Studczynskis Aufforderung abzulehnen. Der öffnete auch schon den Wagen. Sie mußte wohl oder übel einsteigen. Und nun saß sie wieder neben einem Manne in dem dahinsausenden Sportwagen; aber wie anders, wie ganz anders war es gestern. In schweigendem Glück hatte sie neben Robby Herman gesessen. Keiner von ihnen beiden hatte gesprochen. Aber das Schweigen hatte mehr gesagt als tausend Worte. Studczynski dagegen begann sofort ein lebhaftes Gespräch. Er war von einer ungeheuren Liebenswürdigkeit, und jedes Wort war wie ein verstecktes Kompliment. Seine Art war ihr nie sehr sympathisch gewesen. Sie hatte etwas Schmeichlerisches und Gleitendes, das im Gegensatz stand zu seiner etwas scharfen Stimme und feinen dunklen harten Augen. Ein paarmal hatte er sie und die Mutter auf- gesucht. Es war ihr peinlich gewesen. Wenn man im Büro durch irgendeinen Zufall erfuhr, daß nun auch Direktor Studczynski privat bei ihnen verkehrte, das konnte unangenehm werden. Dann war Studczynski aber abgereift und hatte feine großen Geschäftstrans, aftionen in den Oststaaten erledigt. Er kam nur gelegentlich für einige Tage nach der Berliner Zentrale zurück. Durch Zufall hatte sie einmal gehört, daß eigentlich Studczynski anfänglich zmn Leiter des Berliner Werkes ausersehen gewesen. Aus irgendwelchen Gründen, die den Angestellten unbekannt, hatte die Neuyorker Generaldirektion aber Herman auf den wichtigsten Posten in Deutschland berufen. „Wäre es Ihnen recht, mein gnädiges Fräulein", fragte Studczynski jetzt, „wenn wir vielleicht nach Schloß Marquardt herausfahren? Es ist sehr gut bewirtschaftet, und ich würde mir erlauben, Sie zu einem kleinen Frühstück einzuladen. Von dort können Sie, sofern Sie nicht meinen Wagen zurück benutzen wollen, einen schönen Spaziergang zu Ihrem Heim zurück machen." Aber Edelgard lehnte mit höflicher Entschiedenheit ab. Sie dachte gar nicht daran, die Einladung Studczynskis anzunehmen. Gestern das mit Robby Herman war etwas vollkommen anderes gewesen. Bis ans Ende der Welt wäre sie mit ihm gegangen. Ohne Mißtrauen. Ohne Furcht. Studczynski aber? Sie fühlte feine Blicke von der Seite her über sich gleiten. Und sie hatte plötzlich ein Gefühl der Abwehr, als Studczynski nun noch einmal sagte: „2Iber warum wollen Sie denn meine Einladung nicht annehmen, gnädiges Fräulein: Wir sitzen eine Stunde lang behaglich zusammen, plaudern ein wenig. Und dann ist alles vorbei. Ist denn das so gefährlich?" Etwas war in feiner Stimme, was Edelgard empörte. Etwas Lauerndes und beinahe Zynisches. Sofort erwachten ihr Stolz und ihr Hochmut. „Gefährlich?" Sie warf den Kopf in den Nacken. „Ich wüßte nicht, was dabei gefährlich fein sollte, Herr Direktor. Aber ich halte es nicht für passend. ®s konnten doch durch Zufall irgendwelche Menschen da sein, die meine Stellung in den Internationalen Filmfarbenwerken kennen. Es kommt mir als einer Angestellten nicht zu, mit einem der Direktoren —" "Schon gut, Fräulein von Dönitz." Studczynski fiel ihr scharf ins Wort. Das Schmeichlerische seiner Stimme war von einer höhnischen Schärfe abgelöst: „Ersparen Sie sich weitere Worte. Diese Rücksicht auf die lieben Mitmenschen schieben Sie ja nur vbr. Der wahre Grund ist: Sie wollen nicht!" Er sagte es geradezu herausfordernd. Edelgards Trotz begehrte stärker auf. Sie vergaß alle Dor- ficht. Sie vergaß, daß Studczynski ihr Vorgesetzter war. Sie sah in ihm nur einen Mann, der sie zu etwas veranlassen wollte, was ihr nicht paßte. „Da Sie es ausgesprochen haben, Herr Direktor, möchte ich nicht dawiderreden. Und nun gestatten Sie wohl, daß ich aussteige. Vielen Dank für die Freundlichkeit, daß Sie milch' mitgenommen haben!" Sie machte Miene, den Wagenschlag zu öffnen. Aber Studczynski griff plötzlich nach ihrer Hand und hielt sie wie in einem Scyraubstock fest. „Haben Sie es so eilig? Aber ich habe noch etwas mit Ihnen zu bereden. Edelgard war kreideweiß geworden. „Sofort lassen Sie mich los! Was fällt Ihnen ein?" Sie versuchte mit äußerster Kraft, sich zu befreien. „Sie sind kein Gentleman, Herr Direktor. Sie wissen offenbar nicht, wie man sich einer Dame gegenüber benimmt." Da lachte Studczynski höhnisch auf. „Einer Dame gegenüber? Das wüßte ich schon. Aber wer so gut heucheln kann wie Sie, Fräulein von Dönitz, der ist für mich keine Dame." Er fuhr zurück. Edelgard hatte mit der freien rechten Hand ausgeholt und schlug ihm die geballt! Faust ins Gesicht. „Warte du, das sollst du mir büßen!" sagte Studczynski heiser. Aber er hatte in dem Auaen« blick, als Edelgard zuschlug, seinen Griff gelodert Schon war Edelgard auf dem Trittbrett des Wagens. „Viel Vergnügen!" sagte Studczynski. „Vermutlich wollen Sie Ihrem Freunde, dem Direktor Herman, treu bleiben. Ja, ja, ich weiß, Fräulein von Dönitz, Sie suchen sich die Direktoren aus: erst Herrn Kutschner und jetzt Herman. Aber mit Herman, das war ja nun eine falsche Spekulation. Wenn seine Frau dahinterkommt —" Edelgard schrie auf. Sie wollte etwas sagen! aber kein Wort kam über ihre erblaßten Lippen. „Ach,, das wußten Sie nicht?" Studczynskis Ton war ganz heuchlerisches Bedauern. „Das tut mir aber leid. Ja, Herman ist verheiratet. Aber wohl- weislich trägt er keinen Ehering. Und feine Frcut hat er auch drüben gelassen. Was soll er auch hier mit einer Frau? Es gibt ja hübsche Mädels genug. Und nun wünsche ich Ihnen einen recht schöne" Spaziergang! Aber warum sehen Sie mich denn fö entsetzt an: Sie selbst handeln ja auch nach den Grundsatz: Wie du mir, so ich dir! Herman V Ihnen nichts von seiner Frau erzählt. Und haben ihm nichts von Ihren zarten Beziehungen zu) Herrn Kutschner gesagt. Ich finde, das gleicht sich aus." Mit zynischer Höflichkeit lüftete er seinen weicht grauen Hut. Dann fuhr er an. Bald verschwand der Wagen vor Edelgards Blicken. Sie stand wie gelähmt da. Wie furchtbar wak die Welt verwandelt, seitdem dieser böse Mensch fi6 so gekränkt. Selbst der strahlende Himmel schien fahler geworden und die klare Sonne matter. Woher wußte dieser Teufel in Menschengestalt von ihren Beziehungen zu Kutschner? Woher wußte er von dem gestrigen Abend mit Robby Herman? Aber es war ja gleich, woher er es wußte! Das Unglück war da. Er kannte ihr Geheimnis. Wie bejubelt kam sie sich vor! Die Siebe 3# Robby Herman, die sie sich selbst kaum, eingestanden, dies Reinste und Schmerzlichste zugleich, es war entweiht. Würde Studczynski schwelgen? Oder wußte vielleicht schon das ganze Büro von dem gestrigen Abend? (Fortsetzung folgt!) treuen Dienste bei der Straßenbahn aussprechen zu können. Er feierte sodann die Jubilars als Beispiele der vorbildlichen Pflichterfüllung, Treue und Arbeitskameradschaft, mit der sie wahrhaften Nationalsozialismus bekundet hätten. Sodann gedachte er der bei der Verteidigung des Vaterlandes im Kriege gefallenen Arbeitskameraden des Werks und ermahnte, im Geiste und im Sinne der hohen Pflichtauffassung dieser gefallenen Brüder weiterzuarbeiten, damit ihr Vermächtnis an uns zum Besten unseres herrlichen deutschen Volkes und Vaterlandes erfüllt werde. Erfreulicherweise sei die Zeit des Individualismus, in der immer nur das eigene Ich im Vordergründe stand, nunmehr durch die bahnbrechende Idee unseres Führers vom Dienst am Volksganzen, der Gedanke der Volksgemeinschaft zum Durchbruch gekommen und überall die nationalsozialistische Erkenntnis verbreitet, daß es dem einzelnen nur gut gehen kann, wenn es dem ganzen Volke gut geht. Er beglückwünschte sodann die acht Jubilars als Arbeitskameraden im Sinne der nationalsozialistischen Schaffensgemeinschaft und ermahnte die übrigen Arbeitskameraden und die junge Generation, sich immer an diesen Jubilaren ein Beispiel zu nehmen. In eindrucksvoller Weise betonte der Oberbürgermeister ferner, daß nicht allein die Treue im Betrieb und die Treue zur Werkgemeinschaft, sondern darüber hinaus die Treue zu unserem Führer und Reichskanzler und damit die Treue zu Volk und Vaterland oberstes Gesetz für alle deutschen Menschen sein müsse. Jeder müsse sich in die nationalsozialistische Volksgemeinschaft einaliedern, in der der einzelne Mensch nicht etwa nach feiner Zugehörigkeit zu der Partei, sondern nur nach seinem Charakter, seiner Treue zu diesem Staat und Volk und nach seiner Leistung für die Volksgesamtheit gewertet werde. In dieser Erkenntnis der Pflichten und in unwandelbarer Treue, wie diese Jubilars der Arbeit, mögen auch immer die Werkgemeinschaft dieses städtischen Betriebs und darüber hinaus alle deutschen Menschen unserem Führer und Volkskanzler Gefolgschaft leisten, um ihm durch diese Mitarbeit an seinem Werk von Herzen Dank darzubringen für alles das, was er Großes und Gutes an unserem Volke getan. Die mit stärkstem Beifall aufgenommene Ansprache klang in dreimalige Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler aus. In die die Feiergemeinschaft freudig einstimmte. Den Jubilaren wurde im Auftrage des Oberbürgermeisters von Stadtverwaltungsdirektor Kolb je eine Ehrenurkunde überreicht. Kontrolleur Merbach dankte im Namen der Jubilare dem Oberbürgermeister für seine freudig empfundenen Worte der Anerkennung und des Dankes. Sodann erinnerte er an die Zeit der Inbetriebnahme der Straßen« bahn und der Stillegung des Omnibusbetriebs. Er brachte ferner zum Ausdruck, wie sehr die Belegschaft der Straßenbahn die bisherigen Zuschutzopfer der Stadt für diesen Betrieb zu würdigen weiß, und er verband damit den Wunsch und die Hoffnung, daß unsere Straßenbahn mit ihrer vortrefflichen technischen Einrichtung und ihrer von bestem Pflichtbewußtsein erfüllten Belegschaft in absehbarer Zeit zu einem rentierenden Unternehmen werden möge, das der Stadt die bisher gebrachten Opfer erstatten könne. Im Geiste des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler sprach der Redner namens der Jubilare und der übrigen Werkangehörigen Oberbürgermeister Ritter als Leiter der Stadtverwaltung und Direktor Lotz als Leiter der Straßenbahn und des E-Werks allezeit treue Gefolgschaft in dankbarer Würdigung des vorbildlichen Geistes der nationalsozialistischen Werkgemeinschaft unter ihrer Führung aus. Mit dem Wunsche, daß der allmächtige Lenker aller Dinge und aller Oe» schicke auch der Arbeit in unserer Stadt seinen Schutz und Segen schenken möge, schloß der Redner seine mit starkem Beifall unterstrichene Ansprache. Oer weitere Verlauf der Ieier brachte noch gute Jnstrumentaldarbietungen, ferner einen mit feiner Situationskomik von drei Männern gespielten Militärschwank aus der Vorkriegszeit, das gemeinsam gesungene Lied „Der Straßenbahner", gedichtet von dem Straßenbahnkontrolleur Kreuter, zu singen nach der Melodie „Wohlauf, die Luft weht frisch und rein", und schließlich zur besonderen Freude der jungen Welt flottes Tanzvergnügen. Es war in allen Teilen ein schönes Fest, das man bei unseren Straßenbahnern verleben konnte und an das man immer gern zurückdenken wird. Oberheffen. pg. Klostennann spricht in Großen-Buseck. wg. Großen-Buseck, 18. Nov. In der Gastwirtschaft von Wagner fand gestern Abend eine Kundgebung der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, statt. Nach der feierlichen Einbringung der Fahnen der Hitler-Jugend und der SA.-Stürme eröffnete Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Bg. R e b h o l z die Kundgebung. Sodann sprach Der Kreisleiter Pg. Klo st ermann (Gießen). Er führte u. a. aus: Die Aufräumungsarbeiten der nationalsozialistischen Revolution seien beendet. Wir stünden nun mitten im Aufbau. Im neuen Staate stehe bar Gedanke der Volksgemeinschaft obenan. Das eigene Interesse müsse der einzelne zurück- stellen und den Blick auf das Ganze gerichtet halten. Wohl sei manches noch besser zu machen, man müsse aber auch bedenken, daß noch nicht die Hälfte der Zeit vergangen sei, die sich der Führer ausbedungen habe. Kritiker werde es immer geben, denn man vergesse bei uns allzu leicht, wie nahe unser Volk dem Abgrunde gestanden habe. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner von den bisherigen Erfolgen der Regierung, vor allem von dem Aufbau der Arbeitsfront. Durch die Arbeits ront solle die Möglichkeit geschaffen werden, daß der arbeitende Volksgenosse mit Ruhe den Tagen eines Alters entgegensehen könne. In seinen Schlußworten beschäftigte sich der Redner mit der Frage der Garantie für den Bestand des Reiches. Die Partei, so betonte er, werde sich immer aus der Jugend neu ergänzen. In dieser Jugend aber werde eine Führerschaft heranaebildet, welche die Aufgabe habe, die Gedanken Adolf Hitlers unverfälscht den nächsten Generationen zu vermitteln. Stürmischer Beifall dankte dem Redner. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter R e b h o l z schloß die Versammlung in der üblichen Weise. Landkreis Gießen. § Mainzlar, 18. Nov. Zur Zeit wird hier die Starkstromleitung am Lumdaberg von den nahen Wohnhäusern weg über das freie Feld geleitet. Es wird damit einem langjährigen Wunsche der Anwohner Rechnung getragen, zumal vor einigen Jahren bei einer Dachreparatur ein tödlicher Unfall zu verzeichnen war. Einige hohe alte Pappeln am Hochfurchweg mußten als Hindernis wegen Gefährdung der Leitung umgelegt werden. wg. Großen-Buseck, 18. Nov. Die hiesige NS.-Frauenschaft hielt dieser Tage ihren Heimabend ab. Die Führerin, Frau Schneider, gab die Richtlinien für das Winterhilfswerk bekannt und sprach anschließend über Kindererziehung. Im Verlause der nächsten Woche soll der erste Samariterkursus der NS.-Freundschaft beginnen. Es haben sich viele Teilnehmerinnen gemeldet, so daß voraussichtlich der Kursus wiederholt werden muß. — Bei der dieser Tage im hiesigen Gemeindewald abgehaltenen Treibjagd wurden 55 Hasen, 4 Füchse, 2 Fasanen und 1 Schnepfe zur Strecke gebracht. (D Bersrod, 18. Nov. Durch die G a u f i l m - stelle der NSDAP, wurde am Freitagabend im Saale der Wirtschaft Hofmann der Film „Die letzte Kompanie" vorgeführt. Der Film zeigt das heldenhafte Ringen einer nur noch dreizehn Mann starken Kompanie, die unter Führung ihres Hauptmanns durch Besetzung einer strategischen Mühle nach Der Schlacht bei Jena im Jahre 1806 das Leben von Tausenden von Kameraden durch zähe Verteidigung rettete. Im Beiprogramm wurde die Entwicklung des Flugzeuges gezeigt. Kreis Büdingen. t. M i t t l e r e s N i d d a t a l, 18. Nov. Erfreulich ist die Beobachtung, daß die nachdrücklich empfohlene Ob st da umpflege zur Erzeugung von O u a l i t ä t s o b st von den Landwirten und sonstigen Interessenten als Notwendigkeit anerkannt wird. Hegte mancher Baumbesitzer zu Beginn des Jahres 1934, als die große Säuberung der Stämme und das Auslichten der Baumkronen ausgeführt wurde, Mißtrauen gegen die oft berechtigten Eingriffe, so hat man sich im Laufe dieses Jahres doch von dem Vorteil der behördlichen Anordnung überzeugt. Weit mehr als früher beschafft man sich jetzt die notwendigen Geräte zur Arbeitsausführung. Zur Insektenvertilgung unterstützt man den Nestbau der Vögel durch Anbringung von Nistkästen. Nicht nur Die Bäume an den Provinzialstraßen sind mit Leimringen versehen, sondern auch eine große Anzahl der Bäume von Privatleuten. Die Einsicht bricht sich immer mehr Bahn, daß Baumpflege und Vernichtung der Schädlinge zur Erlangung von marktfähigem Obst unbedingt zum Ziele führen müssen, vom Auslande unabhängig zu werden. Bedauerlich ist es allerdings, daß nur knapp ein Drittel aller Obst- bäume wegen der verhältnismäßig hohen Kosten nicht mehrmals zur Vernichtung von Infekten und Schorf bespritzt wurde. Die auf diese Weife behandelten Bäume stechen rein äußerlich von andern vorteilhaft ab und bringen schönere Früchte. x Bad Salzhausen, 18. Nov. Die Bau» l u ft war in diesem Jahre sehr gering, nur ein zweistöckiges Wohnhaus von mäßiger Ausdehnung wurde von Karl Wagner an der Durchgangsstraße in nächster Nähe des Gradierwerkes neu errichtet und das Staatliche Kurhaus mit einem einstöckigen Anbau mit aroßer Fensterfassade nach der Straßenseite hin versehen. Dagegen wurde das frühere Salzhaus zu einer stattlichen Kapelle für kirchliche Zwecke umgebaut und an mehreren Wohnhäusern gründliche äußere Jnstandsetzungsarbeiten ausgeführt. Das Kinderheim „Frohkind", von W. P e tz o l d vor etwa drei Jahren eingerichtet, wurde wieder aufgelöst. Das Haus ging in andere Hände über und macht nun durch gründliche Aufräumung in der Umgebung, durch geschmackvolle Einfriedigung dieses Besitztums, sowie durch Anlegung eines neuen Verputzes einen prächtigen Eindruck. I Unter-Schmitten, 18. Nov. Als Nachfolger des plötzlich verstorbenen Bürgermeisters D ö l l wurde der Maurermeister Rudolf E ck - Hardt ernannt und vom Kreisamt bestätigt. Der ins Bürgermeisteramt Berufene ist auch Vereins- walter des hiesigen Männergesangvereins. Kreis Schotten. -T- Ulfa, 18. Nov. Pfarroerwalter Lic. Flech- senhaar, der vorübergehend im evangelischen Jugenddienst Mainz beschäftigt war, ist nach vierteljähriger Abwesenheit wieder auf seine hiesige Pfarrstelle zurückgekehrt. Damit erfährt die Pfarrei E i ch e l s d o r f, die seither auch die Gemeinden Ulfa und S t o r n f e l s seelsorgerisch zu betreuen hatte, eine wünschenswerte Entlastung. co Rainrod, 17. Nov. Die Pflasterarbeiten auf dem Straßenteil Rainrod — Schotten sind soweit fertigaestellt, daß in kürzester Zeit mit der Freigabe Der Straße für den Verkehr gerechnet werden kann. In einer Länge von etwa 1,5 Kilometer wurde Kleinpflaster angelegt und zwar auf dem Teil der Straße, der auf beiden Seiten vom Spieswald umgeben ist. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 18. Nov. Unsere Stadt gab sich alle Mühe, den Gästen von der Saar den Aufenthalt in unserem Homberg so angenehm wie möglich zu machen. Es fanden verschiedene Führungen statt, die den Saardeutschen viel Interessantes vermittelten. Bürgermeister S ch w e i k e r hielt einen Vortrag über die Geschichte der Stadt. Die Gäste besuchten das Arbeitsdienstlager, die Töpferei Seitz und die Steinbrüche an der Straße nach Büßfeld. Die Gäste statteten ferner dem Flieger- lagen Nieder-Ofleiden einen Besuch ab. Ferner fand ein großer Kommers statt, an dem die Bevölkerung, die SA. und der Arbeitsdienst teilnahmen. Herr G ö tz von der NS.-Volkswohlfahrt Alsfeld hielt eine eindrucksvolle Ansprache. Stürmischen Jubel löste das Erscheinen der Kapelle des Arbeits- dienstlagers Alsfeld aus. Im weiteren Verlauf des Abends sprach Pg. Kümmel (Alsfeld) über das Binnen-, Ausland- und Grenzlanddeutschtum. Der Sprecher der Saarländer dankte für die herz- lidje Ausnahme, die sie als Brüder und Schwestern von der Saar allenthalben gefunden hätten. Der Silcher-Chor unter Leitung von Lehrer Vieh- mann verschönte den Abend. Am anderen Tag unternahmen die Gäste einen Ausflug nach Ober- Ofleiden. w Schellnhausen, 18. Nov. Die Erdarbeiten an der Landstraße Grünberg — Alsfeld oberhalb unseres Orts sind gegenwärtig noch im Gange. Es handelt sich dabei bekanntlich um die Beseitigung des starken Anstiegs der Chauesse in der Art, daß an der höchsten Stelle das Gelände etwa 7 Meter hoch abgetragen und die Erde an den tieferen Stellen der Straße aufgefüllt wird. Bereits während der Sommermonate konnte bei dieser Arbeit eine große Anzahl Arbeiter in zwei Schichten Beschäftigung finden, gegenwärtig find noch etwa 60 Arbeiter in einer Schicht bei diesem Unternehmen tätig. st. Ober« Gleen, 17. Nov. In der Gastwirtschaft Ruppert fand dieser Tage die Generalversammlung des Rotviehzuchtvereins für den Kreis Alsfeld unter Leitung seines ersten Vorsitzenden, Freiherrn Schenck zu Schweinsberg.Kirtorf, statt. Der Vor- sitzende und Dr. Lehr (Alsfeld) erstatteten den Geschäftsbericht, der einen Ueberblick über die Tätig- feit des Vereins vermittelte. Rechner Wachtmeister Rausch (Romrod) erstattete den Kassenbericht. Die Jahresbilanz wies einen nicht unbedeutenden lieber» schuß auf. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im weiteren Verlaufe bestimmte der Dereinsführer das Mitalied V ö l z i n g von der Hitzmühle in Groß-Feloa zum zweiten Vorsitzenden. Im Mittelpunkt der Versammlung standen zwei Vorträge von Kreisveterinärarzt Dr. Ohly (Alsfeld), der in sehr instruktiver Weise über die Themen „Seuchenhaftes Verkalben" und „Gelber Galt" sprach. Nach einem kurzen Vortrag über die Bekämpfung der Rattenplage und nach einer regen Aussprache über aktuelle Fragen wurde die Versammlung geschlossen. Preußen. Kreis Wetzlar. I Waldgirmes, 18. Nov. Da die gemeinsame Wasserleitung für Dorlar und Waldgirmes im letzten Sommer wiederholt versagte. mußte im Nachsommer eine neue Quelle gesucht werden. Nachdem die Wünschelrute in- Der Hand unseres Bürgermeisters immer wieder an derselben Stelle ausschlug, bohrte man an . diesem Platze in einem Tage eine Quelle an, die täglich an 200 Kubikmeter Wasser liefert. Das Wasser wurde vom Kreisarzt für gut befunden. Man ist nunmehr dabei, die Quelle in vier Meter Tiefe zu fassen. Sie liegt 400 Meter oberhalb der Hauptquelle; ihre Zuleitung verursacht eine Erdbewegung von 1800 Kubikmetern. Die Arbeiten sind für 6500 Mark der Baufirma Friedrich Klaas von hier übertragen worden. Die Arbeiter werden yur Hälfte von Dorlar und Waldgirmes aus lfahrtsempfängern gestellt, da beide Gemeinden zu gleichen Teilen zu den Kosten beitragen. Kreis Biedenkopf. £ Weidenhausen, 18. Nov. Durch die Auflösung des ehemaligen Turnvereins war die Gründung eines neuen Vereins notwendig geworden, zumal Die neu errichtete Turnhalle ihren Zweck überhaupt nicht erfüllen konnte. Die Gründung eines neuen Turnvereins fand nunmehr dieser Tage statt. Gleichzeitig wurde ein Werbe- turnen des Turnkreises Lahn-Ohm veranstaltet. In den neugegründeten Verein traten sofort fünfundsiebzig Volksgenossen ein. Als vorläufiger Führer wurde der Turner Karl S ch e p p genannt Brückenweihe in Mainz. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger übergibt die Brücke dem öffentlichen Verkehr. LPD. Mainz, 18. Nov. Die in Den letzten drei Jahren verbreiterte und den modernen Bedürfnissen angepaßte Straßenbrücke über den Rhein wurde heute in einem feierlichen Akt dem öffentlichen Verkehr übergeben. In dichten Scharen umsäumten viele Tausende die Rheinufer auf beiden Seiten des Stromes. Ein Wald von Fahnen der NSDAP, und ihrer Gliederungen sowie der Mainzer Vereine auf Der Höhe Des Mainzer Brückenkopfs btrl ein festlich-frohes Bild. Um 12.15 Uhr kündeten Böllerschüsse das Heran» nahen des Reichsstatthalters, Gauleiter Sprenger. Unter Den Klängen Des BaDenweiler Marsches schritt er Die Front Der Ehrenstürme ab. Nachbem die Ouvertüre zu „Rienzi" verklungen war, sprach Oberbürgermeister Kreisleiter Or. Barth Worte der Begrüßung. Er begrüßte insbesondere Den Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger, Den Staatsminister Jung, Die Vertreter Der Reichs» unD LanDesbehörDen unD Der Kirchen, Die Oberbürgermeister Der NachbarstäDte unD alle. Die an Dem heute vollenDeten Werk HanD angelegt haben. Die Vollendung des Umbaues bedeute für die Stadt und das reiche Land zwischen Worms und Koblenz die einzige Rheinbrücke, die für den allgemeinen Verkehr vorhanden fei. Ihre Ausweitung und ihre Bereitstellung für die Notwendigkeiten des erweiterten Verkehrs würden für das gesamte Leben dieser Gegend eine bedeutsame Anregung fein. Der Oberbürgermeister dankte sodann in erster Linie der Reichsregierung für Die Unterstützung, die sie durch Uebernahme der wesentlichen Lasten des Umbaues Der StaDt habe zuteil werden lassen. Er dankte dem Lande Hessen, das als Bauherr diesen Brückenbau vollzogen habe. Er Dankte dem ursprünglichen Schöpfer der Brücke, Dem Baumeister von Thier sch, der vor mehr als 50 Jahren dieses Bauwerk geschaffen, und er dankte allen Arbeitern der Faust und Der Stirn für ihre Leistungen zur VollenDung Der Brücke. Er geDachte auch Derer, Die Die VollenDung Der Brücke nicht mehr erlebt haben, unD insbesonDere Dankte er Dem Gauleiter, Der Die Berechtigung Der StaDt, Die Brückenhäuser fallen zu lassen, anerkannt habe. Oberbürgermeister Barth schloß: Das hier vollendete Werk ist dazu angetan, einen Gedanken, den der Nationalsozialismus wieder zu Ehren gebracht hat, darzustellen, nämlich, daß auf einem wertvollen Werk früherer Generationen wertvolle Aufbauarbeit geleistet werden kann zur Zusammenschweihung der Deutschen diesseits und jenseits des Stromes, zur Ueberwindung aller Gegensätze und Unterschiede des Standes und Berufs, und zur Zusammenfassung zu einem einheitlichen und unzerreißbaren Volkskörper. Wenn Das Deutsche Volk diesen Gedanken in Zukunft hege und ihm nachlebe, dann werde Der sehnliche Wunsch, Der in Dieser StunDe in uns allen wach ist, für alle Zeiten seine Erfüllung finDen, nämlich: Möge niemals wieDer Der Marschtritt fremDer Bataillone von Dieser Brücke hallen. Ministerialrat ZckeS Der VorsitzenDe Des Bauausschusses, übergab dann Die Brücke unD führte nach einem Rückblick auf Die Geschichte Des Baues aus, Daß außer Den beiben großen Firmen MAN. unD Grün & Bilfinger 41 weitere Firmen unD HanDwerksmeifter unmittelbar unD 58 Lieferfirmen an Dem Bau beteiligt waren. Rur deutsche Arbeit und deutsche Werkstoffe haben Verwendung gefunden. Den Firmen, Handwerkern unD Arbeitern sprach Ministerialrat Ickes Den Dank Der Bauverwaltung aus. Die höchste Zahl Der gleichzeitig auf Der Baustelle beschäftigten Arbeiter betrug 220, Die Zahl Der geleisteten Tagewerke runD 170 000. Der Umbau hat 3 1 2 0 0 0 0 R M. gekostet, fast so viel, wie seinerzeit Die alte Brücke. Zum Schluß seiner Ausführungen geDachte Der Redner Der Drei Opfer, Die Der Umbau geforbert hat, ber Arbeiter Joses Müller unb Philipp Seegräber, bie schwer verletzt unb arbeitsunfähig würben, unb bes Arbeiters Karl Großmann, ber von einem aus Kastel ausfahrenben Zug erfaßt unb so schwer Der» letzt würbe, baß er halb barauf starb. Sobann verlaß er bie U r f u n b e, bie im Schlußstein geborgen werben unb ber Nachwelt Kenntnis von ber Dollenbung bes Werkes geben soll. Die Urfunbe würbe unterzeichnet unb vom Reichsstatthalter eingekapselt. Nach ber Einmauerung ergriff Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger bas Wort unb führte u. a. aus: Sie finb von allen Ufern bes Rheins unb bes Mains hierher gekommen, um Zeuge zu fein ber Uebergabe ber neu» erstellten Brücke, bie bie beiben Rheinufer mitein- anber oerbinbet. Seien wir eingebenf besten, baß wir heute noch unter bem Druck bes Versailler Vertrages nicht die Möglichkeit haben, eine größere Anzahl Rheinbrücken zu erstellen. Früher mochte eine genügen für biefes große Gebiet, heute brauchten wir minbeftens bereu zwei ober brei. Ich bin überzeugt, baß auch bie Vertragspartner sich nicht ber Ansicht verschließen werben, baß ber Zeitpunkt balb gekommen sein muß, von ihrer berartig engherzigen Auslegung ber Verträge nicht weiter Gebrauch zu machen, unb baß auch bort bie Einsicht einkehren wirb, baß man ein so friebfertiges und arbeitsames Volk, ein Volk, das beide Ufer des Rheins bewohnt, nicht trennen kann. Die Brücke allein gibt die Möglichkeit, die engen Wechselbeziehungen zwischen beiden Ufern zu pflegen. So fordern wir heute nicht — das hätte keinen Sinn — sondern wir wissen, daß die Entwicklung Deutschlands, daß die Entwicklung überhaupt den Weg gehen wird, der uns ohne weiteres eine Selbstverständlichkeit ist, daß in absehbarer Zeit die Möglichkeit besteht — soweit die Notwendigkeit es erfordert — Brücken herzustellen. Ich glaube, der beste Garant für diese Entwicklung ist immer wieder Einigkeit, Einheit und Volksgemeinschaft, die keinerlei Brücken kennt, und diese wollen ivir pflegen zu jeder Zeil. Wir wollen auch in dieser Stunde wieder gedenken dieser wundervollen Einheit, bie ber Führer geschaffen hat. Wie oft hat er uns schon gesagt, baß Oie Technische Nothilfe ist ein Machtmittel des Staates! alles, was er in ber Lage ist zu vollbringen, alles, was heute geschieht, nur möglich ist, weil bas Volk, bas beutsche Volk so rounberbar wie ein Mann zusammensteht unb sich bewußt ist, baß es aus ber Einheit sich feinen Weg roieber bahnt in bie Zukunft. Dir aber wollen uns bewußt bleiben, daß trotz dieser Erkenntnis des Führers es fein Derk war, wenn heute Deutschland, soweit die deutsche Zunge reicht — künstliche Grenzen können daran nichts ändern —, das deutsche Volk sich eng verbunden weiß. So grüßen wir den deutschen Rhein, unb ich übergebe in biesem herrlichen Gebauten biese Brücke bem öffentlichen Verkehr. Wir aber gebenden bes Schöpfers bes neuen Deutschland), bes Führers ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, bes Führers ber Deutschen unb Reichskanzlers Abolf Hitler — Heil! Das Deutschlanblieb unb bas Horst-Westel-Lied erklangen. Nach einem Chorgesang unb bem Krönungsmarsch aus Folkunger schloß Oberbürgermeister Dr. Barth ben Festakt mit einem braufenben breifachen Sieg-Heil auf ben Führer. Rundfunkprogramm. Dienstag, 20. November. 6 Uhr: Sauern fünf. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmelbungen. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9.15: Nachrichten. 9.20: Alte unb neue Volksweisen, gesungen von einem gemischten Doppelquartett. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Die Orchesterinstrumente als Mittel bes musikalischen Ausbrucks. 11.45: Sozial- bienft. 12: Mittagskonzert I. 13: Saarbienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Für die Frau! 15.50: Kunstbericht ber Woche. 16: Nachmittagskonzert. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft unb Arbeit. Kurzberichte. 18.30: Der Kugelblitz, ein Gewitterspuk. Gespräch über eine merkwürdige Na- turerscheinung. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19: Wir bekommen ein Ehestanbsdarlehen und richten uns ein. Funkszene. 19.30: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde ber Nation. Musik im deutschen Heim. 21: Eine schutzlose Frau. Schwank. 21.30: Tanzmusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Senbebezirk. 22.30: Kon- zert. 23: Bunte Stunde mit Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Mittwoch, 21. November (Buß und Bettag): 6.35 Uhr: Frühkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Orgelkonzert. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Requien für Mignon. 10.15: Konzert auf zwei Klavieren. 11: Mein Freund Gerrit Engelke. Heinrich Lersch spricht persönliche Erinnerungen an ben im Krieg gefallenen Dichter. 11.15: Hausmusik. 12: Mittagskonzert I. 12.50: Saarlänbische Dichter. 13.05: Mittagskonzert II. 14.30: Kinberstunbe. 15: Der Tob von Flandern. 16: Nachmittagskonzert. 18: „Opferstunde" Schauspiel von Hellmuth Unger 19.30: Altes Handwerk im Odenwald, Funkfolge. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar — ben Weg frei zur 23erftänbigung. 20.30: Bach-Hänbel-Konzert. 22: Nachrichten. 22.30: Konzert. 23: Kammermusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Vom Goslarer Reichsbauerntag. x Schwertertanz der Traunsteiner, ein Bild von dem Festabend, der unter dem Leitwort „Deutsches Bauerntum" im Nahmen des Reichsbauerntages veranstaltet wurde. Handball-Gauliga 1900 gegen ET Kassel 3:7 (1:3). Die Handballspiele der Gauliga haben, soweit man sie bisher in Gießen zu sehen Gelegenheit hatte, eine sehr harte Note getragen. Das war auch am gestrigen Sonntag auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 nicht anders. 1900 und CT. Kassel standen sich gegenüber. Es entspann sich ein heftiger Kampf, aus dem man sofort erkennen konnte: es geht um wertvolle Punkte! Für die Spielvereinigung entschied das Spiel darüber, ob sie sich an bevorzugter Stelle in der Spitzengruppe behaupten konnte oder nicht. Die Aktien der Blauweißen sind gefallen. Die Spielvereinigung 1900 verlor, und es läßt sich noch nicht einmal sagen, daß sie unverdient verlor, wenngleich sie auch der Schiedsrichter, insbesondere zum Schluß in zwei Fällen ziemlich offensichtlich durch seine Entscheidungen benachteiligte. Es muß aber zugegeben werden, daß die Kasseler das Spiel so oder so für sich entschieden hätten. Die Tordifferenz von 3:7 war, für dieses Spiel gesehen, doch recht eindeutig. Der Kampf verlief von Anfang bis zum Ende sehr spannend. Ein Angriff wurde so heftig vorgetragen wie der andere. Es wurde bis zum Schluß mit einer fanatischen Verbissenheit gekämpft. Es fiel angenehm auf, daß die Mannschaft der Spieloereinigung bis zehn Minuten vor Schluß noch immer die Hoffuuna trug, ein Unentschieden zu erreichen. Das war insbesondere in der zweiten Halbzeit der Fall, als Betz auf 3:5 zu verkürzen vermochte. Das Spiel begann mit einer leichten Ueberlegen- heit der Gäste, die dem auch in der sechsten Minute Ausdruck gaben, indem sie in Führung gingen. Die Blauweißen ließen sich von dem System oer Kasseler etwas aus dem Konzept bringen und spielten zerfahren. In der sechszehnten Minute vermochten die Gießener den Ausgleich zu erzielen und man hoffte 3u dieser Zeit im Publikum, daß die bisher sichtliche Ueberlegenheit der Gäste mehr und mehr durch die Gießener Mannschaft ausgeglichen werden würde. Aber die Platzbesitzer konnten sich nicht lange freuen, denn die Gäste erhöhten auf 1 :2. Zwar kamen die Gießener in guter Kombination auch immer wieder vor das gegnerische Tor, der Sturm verstand sich aber nicht gut genug, spielte zu engmaschig und konnte sich gegen die harte Verteidigung der Gäste nicht durchsetzen. Die wenigen Schüsse, die die Gießener anbringen konnten, hielt der Gästetormann mit absoluter Sicherheit. Sein Gegenüber, Enders im Tor der Spielvereinigung, bekam in der Folge immer mehr Arbeit und hielt tadellos. Zur Halbzeit lautete das Ergebnis 1:3 für die Gäste. Bckld nach dem Wechsel war der Kasseler Mitteltürmer, der aus der Mannschaft hervorragte, er- olgreich und erhöhte auf 1 :4. Wenig später fiel l ogar ein fünftes Tor für die Gäste. Die Gießener, verloren dadurch noch mehr an Zusammenhang. Schließlich aber gelang es, durch einen Strafwurf, der abgegeben wurde, durch Steines ein Tor auf- Zuholen. Die Blauweißen schöpften neuen Mut und die Mannschaft lief in der Folge etwas auf. Ein tadellos geworfener Ball von Betz, der sich geschickt freigestellt hatte und eine tadellose Flanke erhielt, verkürzte auf 3 :5. Die Kasseler antworteten darauf aber mit druckvollstem Spiel, in dessen weiterem Verlauf es ihnen gelang, auf 3 :7 Tore zu erhöhen ; und damit das Spiel eindeutig für sich zu ent- scheiden. Handball der Soldaten. Militärmannschaff Gießen — Hochschule für Lehrerbildung Weilburg 19:2 (8:2). Zu diesem Spiel standen sich zwei unbekannte Mannschaften gegenüber. Die Spieler hatten sehr unter dem schlechten Platz zu leiden. Die Soldaten, die sich dank ihrer besseren körperlichen und technischen Verfassung schnell fanden, konnten dies Spiel überlegen gewinnen Diese Ueberlegenheit wirkte ' sich dann auch zahlenmäßig aus. In regelmäßigen I Abständen fielen bis zur Halbzeit acht Tore, denen Weilburg nur zwei Treffer entgegensetzen konnte. Nach der Pause trat das bessere Können der Soldaten noch deutlicher hervor, da sie über die größere Ausdauer verfügten. Der Vorsprung würde auf 19 Tore erweitert. Weilburg konnte trotz verschiedenen Umstellungen keinen Erfolg mehr buchen. Die Hintermannschaft der Soldaten war auf der Hut. Die Angriffe des Gegners konnten meist schon durch die Läuferreihe abgewehrt werden. Die Soldaten dürften in ihrer jetzigen Aufstellung noch manchen Erfolg erringen. Der Schiedsrichter hatte das Spiel jederzeit in der Hand und bot eine ansprechende Leistung. Vorbildlich war die Disziplin beider Mannschaften. Neue Handball-Termine in Nordheffen Die Handball-Termine im Gau Nordhessen muhten jetzt geändert werden, da durch die Auflösung der Handballabteilung des SC. 03 Kassel einige Spiele wegfallen. Am 25. November sowie am 2. Dezember herrscht Spielverbot, so daß die neue Terminliste mit dem 9 Dezember beginnt. Die Terminliste hat jetzt folgendes Aussehen: 9i 1900 Gießen - Kurhessen Kassel; CT. Kassel — Tv. Wetzlar; Id. 61 Eschwege — Tv. Kirchbauna; Tuspo 86/09 —- Tura Kassel. 16. Dezember: Tura Kassel — Tv. Wetzlar; To. 61 Eschwege — 1900 Gießen; Kurhessen Kassel — Tuspo Bettenhausen; Tv. Kirchbauna — CT. Kassel. 6. Januar: Tuso Bettenhausen — Tuspo 86/09 Kassel; CT. Kassel — Tura Kassel; Tv. Wetzlar — Kurhessen Kassel. Zwischenrunde um den Handball-Pokal. Eine Riesenüberraschung gab es bei der Zwischen- rimde um den Deutschen Handball-Pokal mit dem Sieg des Gaues Schlesien in Minden über die starke Mannschaft Westfalens mit 9:7 (6:1) Toren. Die übrigßn Treffen nahmen den erwarteten Ausgang. In Mannheim kamen die Bayern zu einem recht knappen Erfolg über Baden mit 16:14 (7:6), allerdings erst nach Verlängerung. Der Gau Nordmark schlug in Barmen den Gau Niederrhein 12'7 (7:6) überlegen und auch Brandenburg siegte über die Ostpreußen-Elf sicher 15:7 (10:5). Demnach bestreiten also am 24. März 1935 Bayern, Brandenburg, Schlesien und Nordmark die Vorschlußrunde. Erste Niederlage des deutschen Handballmeisters. Bei den Pflichtspielen des Gaues Südwest bezog Polizei Darmstadt, der deutsche Handballmeister, im Lokalrivalen-Spiel gegen den SV. 98 Darmstadt eme knappe 12:11- (4:6)-Niederlage. Vor 3000 Zuschauern entwickelte sich ein überaus spannendes Spiel, bei dem abwechselnd die Mannschaften in Führung lagen. Der Torwart von 98, der in der ersten Halbzeit zwei haltbare Tore passieren ließ, wurde nach der Pause zusehends besser, ebenso der Sturm seiner Mannschaft, der bei den Strafwürfen nmnmehr wesentlich erfolgreicher war. Die Polizisten waren den ungestümen Angriffen nicht mehr gewachsen und mußten ihre Halbzeitführung noch mit einer Niederlage vertauschen. Die nordhessische Gauliga. In Nordhessen gingen die Meisterschaftsspiele ohne sonderbare Aufregungen vorüber. Tuspo. Bettenhausen behielt die Spitze durch einen 8:5-Sieg beim TV. Wetzlar. Tuspo. 86/09 Kassel, CT. Kassel und 1900 Gießen halten mit je 8:4 Punkten den zweiten Platz. Auch im Mittelfeld gab es keine Ueberraschungen. Kurhessen schlug Kirchbauna 10:5 und Eschwege Tura Kassel 5:3. Iußballergebniffe der Gauliga-Mannschasten GauNordhessen: Kurhessen Kassel — VfB. Friedberg 2:1; Spieloerein Kassel — Hessen Hersfeld 1:0; Borussia Fulda — SC. 03 Kassel 0:0; Hanau 93 — Germania Fulda 5:1; Spvgg. Langenselbold — Sport Kassel 4:0. Gau Süd west: Kickers Offenbach — Phönix Ludwigshafen 1:1; Wormatia Worms — Sportfr. Saarbrücken 4:2; Eintracht Frankfurt — FK. Pirmasens 0:0; Borussia Neunkirchen — FSV. Frankfurt 1:0. (Bau Bayern: Bayern München — Schwaben Augsburg 2:3; Wacker München — ASV. Nürnberg 0:2; BC. Augsburg — 1. FC. Nürnberg 3:3; Spvgg. Fürth — Jahn Regensburg 1:0. Ergebnisse der Bezirksklaffe, Gruppe Gießen-Dill. W.-Steinbera — VfB.-Reichsbahn Gießen 1:1 (0:1). T.° u.So. Bissenberg — Tuspo Naunheim 0:1 (0:0). Sv. 05 Wetzlar — BC. Sinn 6:2 (1:1). Gießen zeigte bessere Leistungen und mußte dem Spielverlauf nach gewinnen. Kurz vor Schluß gelang es Steinberg, einen Punkt zu retten. — Wider Erwarten gewann Naunheim auf dem für die Gast- oerelne so gefürchteten Platz in Bissenberg. Die Leistungen waren beiderseits ziemlich gleichwertig. — BC. Sinn verlor hoch mit 2:6 in Wetzlar. Das Vorspiel in Sinn konnte 05 Wetzlar nur knapp mit 1:0 gewinnen. — Das Meisterschaftsspiel Dillenburg — 1900 Gießen wurde durch den Kreisführer abgesetzt. Mit diesen Resultaten behält SV. 05 Wetzlar die Führung. Wieseck I — VfB.-Reichsbahn Gießen II 4:1. 3m ersten Spiel der Nachrunde der diesjährigen Verbandsspiele standen sich bei guten Platzoerhält- nissen in Wieseck am vergangenen Sonntag diese beiden Mannschaften gegenüber Das Spiel wurde sehr flott durchgeführt. Die Gäste, die mit nur zehn Mann das Spiel begannen, ergänzten sich während der ersten Spielhälfte. Schon vom Anstoß ab war Wieseck im Vorteil und die Gäste mußten reichliche Abwehrarbeit leisten. Eine Reihe Ecken für Wieseck war die Ausbeute, bis in der achten Minute das Führungstor für Wieseck fiel. Die Gäste versuchten nun durch großen Eifer die Ueberlegenheit der Platzbefttzer auszugleichen und konnten hierdurch auch zeitweise das Spiel offen halten. Wieseck erhöhte dann auf 2:0. Wenige Minuten später gelingt es den Gästen, zum einzigen Tor zu kommen. Halb- zeit 2:1! Nach Seitenwechsel wurden die Gäste fast ganz in ihrer Hälfte festgehalten, die wenigen Durchbrüche scheiterten alle an der Abwehr der Platzbesitzer. Bald lautete das Resultat 4:1. Wieseck drückte weiterhin, aber alle Schüsse prallten an der zahlreichen Abwehr der Gäste ab. Wieseck Jugend — Lich Jugend 1:4. Sportverein 1920 Heuchelheim. Grünberg I — Heuchelheim I 0:3. Die Hiesigen weilten zum letzten Spiel der Vorrunde in Grünberg und konnten einen eindeutigen Sieg landen. Der Spitzenführer hat somit die Vorrunde ungeschlagen beendet. Es wurden neun Spiele ausgetragen. Das Punkteverhältnis ist 17:1. — Die 1. Jugend-Mannschaft weilte in Kinzenbach und spielte dort gegen die 1. Jugendelf 6:3. 5000 Sportler beim Winterhilfswerk. Dom Gau XII (Nordhessen des DFB. wird uns geschrieben: Der 21. November ist zum erstenmal der Bußtag des ganzen geeinten deutschen Vaterlandes. Es ist ein ernster Tag! Aber man wird seinem Charakter sicher gerecht, wenn man sich dessen bewußt ist, an ihm Taten zur Linderung der Not unserer Volksgenossen zu vollbringen. Es ist nicht nur der Sinn dieses im ganzen Gebiet des Deutschen Fußballbundes zur Durchführung kommenden ersten gemeinsamen Opfertages, daß jeder, auch der kleinste Verein, sich so dafür einsetzt, als hänge das Gelingen nur von ihm ab. Allein diese Einstellung dürfte den Erfolg des Tages sichern. Wir kennen die Not der Armen; denn viele der Arbeitslosen stehen gerade in den Reihen des DFB. und sind die treuesten und begeisterten Anhänger. Diese Tatsache wird alle an verantwortlicher Stelle stehenden Dereinsführer hinauf bis zum Führer des Sportgaues Nordhessen besonders anspornen zu einer einzigen Hilsaktion, zu einem wahren „Sozialismus der Tat". Eine solche Arbeit der Gemeinschaft liegt dem Gedanken unseres Mannschaftskampfes, der nicht nur im Spiel feinen beredten Ausdruck finden soll, sondern auch in der Art, sich als Glied einer großen Hilfsbereitschaft zu fühlen und zu betrachten. Unsere auf Grund jahrzehntelanger Erfahrung aufgebaute, bis in die einliegendsten Gebiete greifende Organisation mit ihrem sonntäglich festerprobten Spielwesen, das wie ein guter Mechanismus alle erfaßt, die körperliche Ertüchtigung als eine Lebensnotwendigkeit erkannt haben, bürgt für ein Gelingen. Am Bußtag werden alle Angehörigen des Gaues Nordhessen einsatzbereit sein zum Kampf gegen Hunger und Kälte. Ehrenamtlich tätige Mitarbeiter des Gaues haben in mühevoller Arbeit ein Spielprogramm zusammengestellt, das in seinen Ausmaßen alle früheren Hilfsaktionen erheblich übertrifft. lieber 5000 Sportler find an einem einzigen Nachmittag bei frohem Spiel der Kräfte in Gottes freier Natur tätig, um mitzuhelfen, mit beizusteuern zur Linderung der großen Not ihrer armen Volksgenossen. In allen Kreisen des Gaues finden die Opferspiele tatt. Von den Vereinen der Städte und größeren Orten bis zu den kleinsten Landgemeinden werden über 160 Mannschaften tätig sein. Dazu kommen Schiedsrichter, Linienrichter, Platzordner und Kassenbeamte, die alle von dem einen großen Gedanken beseelt sein werden. Der 21. November ist der ernsteste Tag des Jahres. In Würdigung feiner wird der Gau Nordhessen bei seinen Spielen sportliche Haltung und Disziplin besonderen Ausdruck zu geben wissen. Aus der Fülle der Veranstaltungen sollen nach- tehend die wichtigsten herausgestellt fein: Kassel: Gaunachwuchsmannschaft — Borussia Fulda, Platz Kurhessen. Hanau: Nachwuchsmannschaft — Stadtmann- chaft, Platz 1. FC. 93 Hanau. Friedberg: VfB. Friedberg — SV. Bad-Nau- heim, Platz VfB. Friedberg. s Marburg: Stadtmannschast — Kreismann- schaft. Gießen: Stadtmannschaft — Kreismannschaft. Fulda: Stadtmannschaft — Kreismannschaft. H e r s f e l d: Stadtmannschaft — Kreismannschaft. Für das Spiel der Gießener Stadtmannschaft gegen die Mannschaft des Kreises wurde nunmehr folgende Vertretung der Stadt festgestellt: Schlarb (1900) Hainbach (1900), Lehrmund (VfB.) Knauß (VfB.), Heilmann (1900), Fenster (VfB.) Wilhelmi (1900), Hammer (1900), Birkenbiel (VfB.), Schmelz (1900), Ritter (VfB.). Ersatz: Mank (1900), Fehling (VfB.). Deutscher Hockeysieg über Belgien. 4:1 (1:0) in Berlin. Die deutsche Hockey-Mannschaft stand am Sonntag zum dritten Male der belgischen National-Elf gegenüber und kam vor 3000 Zuschauern in Berlin zu einem erwarteten 4:1- (1:0)- Sieg. Technisch war unsere Elf dem Gegner bedeutend überlegen. Die Belgier versuchten diesen Mangel durch ihren Kampfgeist auszugleichen, was ihnen auch fast gelang, denn der deutsche Sieg war keineswegs so überzeugend, wie es das Ergebnis besagt. Deutschland gewinnt den Ringlcinder- kampf gegen Ungarn. 3000 Zuschauer wohnten am Sonntag in Ludwigshafen dem Ringländerkampf Deutschland-Ungarn bei. Deutschland errang einen überzeugenden Sieg mit 6:1 Punkten. Nur im Bantamgewicht gab es eine deutsche Niederlage. Sämtliche anderen Kämpfe wurden von unseren Leuten gewonnen. Am besten aefielen Schäfer, Siebert und Hornfischer mit ihren Leistungen. Die Ungarn waren in technischer Hinsicht den Deutschen nicht ganz gewachsen, trotzdem überraschte der hohe Sieg der deutschen Staffel. phantastischer Diskuswurf. Schröder mit einem Schlug bei der weltelite. Der Magdeburger Polizist Schröder ist der erste Deutsche, der den Diskus über die 50-Meter- Marke hinauswarf. Mit dieser grandiosen Leistung setzte sich Schröder in ernsteste Konkurrenz mit den Weltbesten dieser Sportart. Beim sechsten Versuch blieb die Scheibe 51,39 Meter von der Abwurfstelle liegen — Sieverts Rekord steht auf 49,32 Meter. Nur noch ein Meter trennt Schröder vom Weltrekord. Leider wird diese Leistung nicht in die deutsche Rekordliste Einzug halten können, da sie nicht bei einer Wettkampf-Veranstaltung erzielt wurde. Kurze Gportuotizen. Sonja Henie, Norwegens Weltmeisterin im Eiskunstläufen, wird ihre Absicht, nach USA. zu fahren, doch nicht verwirklichen. Die Norwegerin will auf alle Fälle noch bis zu den Europameisterschaften in Europa bleiben, um sich für die Kämpfe in St. Moritz gründlich vorbereiten zu können. Als deutscher Rekord amtlich bestätigt wurde nunmehr die Leistung des Bremers Helmut Fischer, der am 3. November in Düsseldorf die 100-Meter-Crawl in 58,8 Sekunden durchschwamm. Die von Martha Genenger (Krefeld) erzielte Zeit von 6:31,6 für 400 Meter Brust konnte ebenfalls als deutsche Höchstleistung genehmigt werden. Das Endspiel um den Hockey-Silberschild zwischen Brandenburg und der (Baugruppe Baden/Würt- temberg wird am 25. November in der Reichshauptstadt ausgetragen. Weltmeister Nüßlein beteiligt sich an dem Berufsspieler-Tennisturnier, das am 19. November in Wembley beginnt. Seine Gegner sind Tilden, Vines, Barnes (USA.), Plaa (Frankreich) und Maskell (England). Dietarbeit sein. AaiwnalpMsche Erziehung im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen Die Wege, die erfolgreich feien, sind folgende. Zu- nächst erfolge die weltanschauliche Schulung der Gau- und Kreisdietwarte auf den Landesführerschulen und Gaufuhrerschulen. Die Schulung der Orts- und Der- emsdietwarte erfolge in den Kreisführerschulungen durch die NSDAP, oder die DAF. Die Dietarbeit mnerhalb her Vereine dürfe sich nicht auf trockene I Die Zusammenarbeit der Dietwarte mit dem Reichsbund für Volkstum und Heimat und der NS.-Kulturgemeinde biete große und dankbare Auf- gaben. Kitsch und Schund seien bei Veranstaltungen der Turn-und Sportvereine grundsätzlich und rück- sichtslos auszumerzen. Eine besondere Aufgabe der Dietwarte sei die wirklich gehaltvolle Ausgestaltung der Feste und Feiern. Weiter hätten die Dietwarte die hohe Aufgabe, in den Vereinen das seichte Lied auszurotten und dafür das deutsche Volkslied wieder zu Ehren zu bringen. Auch die Beratung der Vereinsmitglieder bei der Schenkung von Büchern für die Dereinsbüchereien fei Sache des Dietwarts, Line weitere wichige Arbeit des Dietwarts fei die Zusammenarbeit mit dem VDA. und damit die Weckung des Verständnisses der Innerdeutschen für ihre Volksgenossen außerhalb der Reichsgrenzen und für deren Lage. Die Pflege deutscher Volkstumswerte, vor allen Dingen einer reinen Sprache und Schrift fei die weitere Aufgabe der Dietwarte. Der Dietwart müsse aber auch selbst ein Beispiel völkischer Lebenshal- tung und Lebensführung sein. Um die Dietarbeit aurf) praktisch zu werten, habe der Reichsbund für Leibesübungen für die Wettkämpfer eine völkische Aussprache emgeführt, der sich jeder Wettkämpfer unterziehen müsse. Der Wettkämpfer oder Spieler, der diese Aussprache nicht bestehe, habe das Recht öen,~IiteI e'ues Siegers im national* sozialistischen Staate zu tragen. Große Aufgaben harrten der Dietwarte, bis m die kleinsten Zellen hinab, aber unerschütterlicher Glaube an Deutschlands Zukunft gebe die Grundlage, von der aus mit Sicherheit gebaut werden rönne. Der Schriftleiter der Deutschen Turnzeitung, Willi Buch, Berlin, Oer Reichsdietwart sprach. Auf dem ersten Kongreß des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen am 27. Heuets 1934 in Nürnberg hat der Reichssportführer mit aller Klarheit und Eindringlichkeit betont, daß die Dietarbeit eines der wesentlichen Mittel ist, das er eingesetzt hat, um sein Ziel zu erreichen: den Lei- besübungen in Deutschland den poli- tischen Sinn zu geben und alle Turner und Sportler nationalsozialistisch auszurichten. Diesem Ziel diente auch die Lehrgangsarbeit, die Samstag und Sonntag in der Kasseler Jugendherberge für die Kreisdietwarte und Turnkreispresse- marte des Gaues Nordhessen unter Leitung des Gaudietwarts und des DT.-Gaupressewarts statt- and. Da die Gaudietwarte und Kreisdietwarte der DT. gleichzeitig die Dietwarte für den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen sind, kann das Kasseler Wochenendtreffen auch als Tagung dieses Emheitsverbandes der deutschen Leibesübungen angesehen werden. Insoweit ist es auch für unser Gebiet von richtunggebender Bedeutung gewesen. In grundlegenden Ausführungen zeigte der Neichsdietwart des Reichsbundes für Leibesübungen und Preffeführer der DT., Kurt Münch, Berlin, die Aufgaben des Dietwarts auf, zugleich das Ziel der Leibesubung im neuen Staat klar weifend. Alle Mitglieder der deutschen Turn- und Sportbewegung m der sowohl der tatkräftigste wie auch der rasst ch und völkisch gesündeste Teil des deutschen Volkes ich gesammelt habe, seien berufen, an der Neugestaltung unseres Volkstums tätig mitzuarbeiten. Aus diesem Gedanken heraus sei auch nur die Ein- egung des Reichssportführers zu verstehen. Der volkspolitische Wille in den Leibesübungen, das sei das Reue, was der nationalsozialistische Staat gebracht habe. Dieser Will- werde verwirklicht durch die zur Wehr- Hastigkeit und Gesundheit führende sportliche Aus- bilbung weiter aber durch das Dietwesen als welt- anfchauliche Schulung. Die nationalsozialistische Be- megung habe diese Wandlung in den Leibesübun- gen anerkannt. sprach anschließend über „Presse und D iet* wesen". Emen unpolitischen Turner und Sportler gebe es heute nicht mehr, und so müsse der Presse* wart sich nicht nur auf die Wiedergabe von Zahlen und Rekorden beschränken, sondern volkserzieherische Arbeit leisten. So müsse der Pressewart der Zukunft das Dolkspolitische, Volks- und Heimatkundliche einer turnerischen ober sportlichen Veranstaltung stark Herausstellen unb ben Sinn ber Leibesübungen -n völkischer Zielsetzung bem Leser näher bringen. Sie Sonntagsarbeit begann mit einer bie Teil- nebmer erfrifdjenben Körperschule im Hofe der Jubenbherberge. Es schloß sich eine Morgen- BorM1" ?Ürte ,id> nid>‘ °uf trockene! chungen °d°'r Di-twa?t"e fftataW«* AuslprÄ .Eisch-i -neinsom horten sich bann all- Teilnehmer den tief- ^usjpraaje im wahrsten.Sinne des Wortes also schürfenden Vortrag von Regierungsbaurat Dr. * ' *Bode (Kassel) über „Don deutscher Kultur" an.