184. Jahrgang Gießener Anzeiger Nr- 245 Erste; Blatt jagrgaitg greifag, 19. KNober 1954 ?Ä“.,ä.!"*;ÄS V * Arf’ e ... »»>,«. Ä": ®amiti”nMäte W A 4 iK A AA WlÄToSS Heimat >m Bild Die Scholl« ffl W^U H MW W fcJ W MV MW MM H 1 B |>BT Snindpreisesürlmmhöl,« »*ä?ä lllllr hr ■■■<■ 71 IIAr lllft^l Ohne Illustrierte 1.80 H^, S mH B HR. XM^z M. B Hl NE B HL H Hk. B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. „ -.25 ▼ ^F^ W W ^F M V ^F B W B 60Npf.,Platzoorschriftoder Auch bei Nichterscheinen BH ÄB ~ " schwieriger Satz 25°/o mehr Holg7Tb.VU= «rmühigt. Grunbprdft: WZM General-Anzeiger für Oberhessen §WW Doftfcbecffonto: 1 gen, Bäder-, Unterrichts- u. Srontturt am Mainii6s« Druck und Verlag: vriihl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M°7g°n°b,Witals ... 1 i Die Einfegnuna unaufhörlich Bombengeschwader über der < -abt. Ein Mtelegramm von dem KöniüSbegräbniS Deutschlands Teilnahme bleiben. Als Chef der deutschen Polizei kann Der preußische Ministerpräsident Göring kehrte w a n g einzuführen und Staatsmann raubte, zu enträtseln. Deutschland wird in seinen Grenzen südslawische Organisation dulden, die störung Ihres autoritativen Systems und weisen Das heutige niemals eine an der Zer- arbeitet. ich für Göring bei der Trauerfeier. Eine Nnterredunfl mit Marschall Petain. treffenden Unternehmens zur Folge haben würde. Fortführung des Unternehmens ohne Lizenz würde mit 500 Dollar oder sechs Monaten Gefängnis bestraft werden können. Diese Bestimmung wurde gerade ihrer tiefgreifenden Wirkung wegen nur für das erste Jahr beschlossen und ist Ende Juni 1934 außer Kraft g e s etz t worden. Der Sarg, der die sterbliche Hülle des Königs Alexander birgt, wird auf einer Lafette in Belgrad von der Kathedrale zum Bahnhof übergeführt, um von dort zur Familiengruft in Topola gebracht zu werden. .. . w Firmen die Lizenz zum Ge> fchäftsbetrieb zu versagen, was den Ruin des be> Blumen bestreut. Don Topola ging die Fahrt nach Oplenatz zur Stiftungskirche, die zur letzten Ruhestätte des Königs bestimmt ist. Der Sarg wurde von Bauern und Frontkameraden zur Gruft getragen. Hier wurde er auf einen Katafalk vor dem Hochaltar zwischen dem Sarge König Peters und dem Sarg Karageorgs gestellt. In der Kirche sprach der Patriarch Barnabas, umgeben von den kirchlichen Würdenträgern, die Sterbegebete. Der Chor sang gedämpft die liturgischen Gesänge. Darauf wurde der Sarg von ehemaligen Frontkämpfern in die Krypta heruntergetragen. Ihm folgten die Geistlichkeit, König Peter II., die Königin Maria, Prinzregent Paul und die übrigen Mitglieder, die Staatsoberhäupter und die übrigen Würdenträger. Bor der Grabkammer wurden die letzten Gebete gesprochen. Leises Schluchzen erfüllte den Raum. Run wurde der Sarg mit einer Granitplatte bedeckt. Die königliche Familie und die übrigen Trauergäste verlassen die Kirche. Die Menschenmenge, die sich auf dem Hügel um das Mausoleum eingefunden hatte, begann jetzt vor dem Grabmal ihres toten Königs vorbeizuziehen. Während der Trauerfeierlichkeit, die um 15 Uhr beendet war, läuteten die Kirchenglocken des ganzen Landes. Der Ministerpräsident erklärte Belgrader Pressevertretern u. a.: „Der Führer und Reichskanzler wurde von dem tragischen Tode Alexander I. tief berubrt. Aus tiefem Mitgefühl für den Schmerz des südslawischen Volkes hat sich der Führer und Reichskanzler entschlossen, zur Beerdigung Alexanders I. auch mich, seinen nächsten Mit- o rb eiter, zu entsenden. Mit meiner Entsendung wollte der Reichskanzler dokumentieren, wie sehr er m der Person Ihres großen Königs seinen früheren tapferen Gegner und spätere n F r e u n d sowie auch den allerstärksten G a - ranten für den Frieden und das Gleich- Belgrad zurück, wo der deutsche Gesandte von Heeren ihm zu Ehren einen Empfang gab. General Gorung hatte mittags nach der Trauerparade vor dem Belgrader Bahnhof den Sarg des Königs bis zum Sonderzug begleitet. Auf dem Bahnhof war er vom Prinzregenten Paul, dem rumänischen König Carol und dem P r i n - £ e n Y r i l I d o n Bulgarien begrüßt wor- den Auf der Fahrt nach Mladenowatz bei Topola hatte er Gelegenheit zu einer längeren U n t e r r e- ö Ur? g dem französischen Kriegsmi- mster Marschall Pötain, der in demselben Salonwagen fuhr. Für die ganze Dauer seines Bel- grader Aufenthaltes war dem Ministerpräsidenten der Divistonsgeneral Jan ko witsch und ein Oberstleutnant der Fliegertruppe zugeteilt worden. Fäden der Verschwörung bis nach Brasilien? Rio de Janeiro, 18. Okt. (DNB.) Die Polizei in Sao Paulo untersucht die Tätigkeit der dort seit langem bestehenden Zweig st elle der I M R O. (der mazedonischen Terroristenorganisation), zumal seit dem Bekanntwerden des Anschlages von Marseille die Leitung des JMRO.-Büros verschwunden ist. Die Polizei versucht festzustellen, ob verschiedene der im Zusammenhang mit dem Anschlag genannten Terroristen mit Personen identisch sind, die sich in Brasilien auf gehalten haben, und ob irgendwelche Verbindungen zu den Verschwörern bestehen. Verdächtig erscheint der Polizei besonders eine Dame mit verstümmeltem Zeigefinger, die von Sao Paulo nach Oe st erreich abgereist war. Man glaubt, daß sie dieselbe Frau ist, die mit den sches Gebiet fliehen sollte, alle Maßnahmen ergreifen werden, um dieses gemeine, nichtswürdige Verbrechen, welches Ihnen den König Ihnen versichern, daß die deutschen Behörden .... den Fall, daß auch nur ein Attentäter auf beut» I Der Zug bewegte sich langsam zum Bahnhof, wo die Lafette vor dem Eingangstor hielt. Dort defilierten zum letzten Male die Generale und alle am Zuge beteiligten südslawischen und auswärtigen Militärabteilungen vor dem toten König. In der Bahnhofshalle wartete indessen ein Sonderzug, der den Sarg nach Topola, 50 Kilometer südlich von Belgrad, bringt. Die Beisetzung in der SWungskirche Oplenatz In Mladenowatz wurde der Sarg des Königs von Bauern und Frontkämpfern in Nationaltracht aus dem Zuge gehoben und in einen bereit stehenden Kraftwagen gebracht, der ihn nach Topola führte. Das gesamte Trauergefolge begleitete den Wagen, hinter dem zuerst der junge König Peter II mit seiner Mutter und dem Prinzregenten fuhr. Auf dieser Fahrt sah man ein ergreifendes Bild. Am regenfeuchten Straßenrande kniete überall die Landbevölkerung mit brennenden Kerzen in der Hand. Sie weinte, betete und sang Trauerlieder. Kinder hatten die ganze Straße mit Die Trauerfeier für König Alexander. Ergreifende Kundgebungen der Trauer der Bevölkerung um den ermordeten Herrscher des Blauen Adlers zu einer weiteren, tief einschneidenden Vergeltung führen, indem nämlich der Präsident ermächtigt war, in irgendeinem Industriezweig den Lizenz-Z den widerspenstigen Firm Evolution der MA. Von unserem KGG.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Washington, 8. Oktober 1934. Die letzte Septemberwoche brachte Amerika beit , Rücktritt des Generals Johnson und damit den Beginn einer Reform in der von ihm begonnenen und unter schwerstem Feuer bis jetzt durchgeführten ■ National Recovery Administration (NRA.), der > Wieder aufb au behörde, die auf Grund des , Gesetzes über Wiederaufbau der amerikanischen Wirtschaft (National Industrial Recovery Act, abgekürzt: NJRA.) am 16. Juni 1933 von Präsident ' Roosevelt geschaffen wurde. Die NRA. beschäftigt sich lediglich mit der verarbeitenden Industrie und deren Ausläufern (Großhandel, Zwischenhandel, Kleinhandel, Hotels und Restaurants, Druckgewerbe, Zeitungsbetriebe ufw.), während die Landwirtschaft von der „Landwirtschaftlichen Ausgleichsbehörde" (Agricultural Adjuftment Administration, abgekürzt: AAA.) bearbeitet wird. Der NJRA. gab dem Präsidenten Roosevelt weitgehende Vollmachten zur Reglementierung von Industrie, Handel und Gewerbe für die Dauer von zwei Jahren. Der NJRA. geht also im Juni 1935 zu Ende, falls der im Januar 1935 zusarnmentre- tende Bundeskongreß ihn nicht verlängert. Dieses Zeitmoment hat wesentlich zu der Agitation bei- getragen, die um das NRA.-System tobt und zum Rücktritt von General Johnson führte. Hierzu kommen die großen Wahlen im November 1 9 3 4, und schon aus diesem Grunde hielt es di« Regierung «für angezeigt, die Wähler durch A n - kündigung einer NRA. - Reform zu beruhigen. Präsident Roosevelt betonte aber gleichzeitig, daß er auf dem von ihm für richtig erkannten Wege nicht umzukehren beabsichtige, sondern daß die Reform sich im Wege der Evolution vollziehen werde. Das Gebäude bleibt also stehen, und es ist daher wesentlich, daß wir es uns etwas genauer ansehen: Ziel der Wiederaufbaubehörde ist nach der Präambel des Gesetzes: Behebung des die ganze Nation umfassenden wirtschaftlichen Notstandes durch Wegräumung der Schranken, die den freien Lauf von Binnen- und Außenhandel behindern; durch Organisierung der Industrie zwecks korpera- tiven Arbeitens in und mit Handelsgruppen: durch Herstellung von Einigkeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern unter angemessener behördlicher Kontrolle; durch Ausschaltung unlauteren Wettbewerbs: durch Hebung der Produktion und des Verbrauches industrieller und landwirtschaftlicher Erzeugnisse mittels Steigerung der Kaufkraft; durch Verminderung der Arbeitslosigkeit und Unterstützung der Arbeitslosen und schließlich durch Hebung der Lebenshaltung der Arbeitnehmer. Zu diesem Zweck hat der Bundeskongreß dem Präsidenten Vollmachten revolutionärer Natur gegeben, die ihn (bzw. den von ihm ernannten Generaldirektor der NJRA. Johnson) zu bisher unerhörten und undenkbaren Eingriffen in die Privatwirtschaft ermächtigten. Jede Wirtschaftsgruppe ist verpflichtet, ein Statut lauteren Wettbewerbs (code of fair competition) auszuarbeiten und der Wiederaufbaubehörde zur Genehmigung vorzulegen. Diese hat das Recht, die Entwürfe zu verwerfen, zu ändern oder ihrerseits Zwangs-Statuten vorzuschreiben. Ist das Statut angenommen, so bedeutet jede Verletzung ein Vergehen gegen das schon seit vielen Jahren bestehende Bundesgesetz über unlauteren Wettbewerb und macht die betreffende Firma sofort straffällig. Die Strafe beläuft sich auf 500 Dollar für jeden Tag, an dem die Verletzung fortgesetzt wird. Als Gegenleistung gibt die NRA. der Wirtschaft das Versprechen, daß der Präsident die Einfuhr aus dem Ausland kontingentieren oder durch besondere Gebühren verteuern werde, falls die sich nach dem Statut richtenden einheimischen Firmen gerechte Klagen über Schädigung ihrer Interessen durch die konkurrierende Auslandsware vorbringen. Hierzu gehört ferner die Möglichkeit, Importeure unter Lizenz- zwang z u stellen; ein Verfahren, das bezüglich der Alkohol-Einfuhr im vorigen Winter bereits angewandt wurde. Den Beschwerden fremder Staaten, daß die Zuteilung von Alkohol- Quoten an dritte Mächte gegen den Grundsatz der Meistbegünstigung verstoße, begegnete die Regie- runa mit der Erklärung, daß es sich um einen „vorübergehenden Notstand" handele. Eine weitere Bestimmung ist die ebenfalls revolutionäre Ermächtigung des Präsidenten, durch besondere Abmachungen (blanket codes) mit Wirtschaftsgruppen in ein Kontrollverhältnis zu treten, das sich von den vorerwähnten Statuten inhaltlich unterscheidet. Während die Statuten den Wettbewerb der Firmen unter sich regulieren, betreten die Abmachungen das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Und nur die Firma, die ein derartiges Abkommen unterzeichnet und durchführt, darf das NJRA. - Wappen des Blauen A d le r s auf ihren Waren und Anpreisungen führen. Verletzungen des Statuts oder des Abkommens konnten außer der Geldstrafe und der Wegnahme hi iler dem Sarge schrillen in tiefstem Schwarz H( königliche Familie, die Königin Maria von Sübflaroien, die rumänische Koni inmutler und Prinz Paul in Zivil; der Jun.ge König Peter II. ging in Sokol- Wortn an der Seite feiner Mutter. Der 6 "glichen Familie folgten die fremden »5! aalsober Häupter, unter ihnen die fcniae von Rumänien und Bulgarien sowie Präsident der französischen Republik tetr in. Dann kamen d i e Führer der 2 2 tzr ständischen Abordnungen, die zu Beisehungsfeierlichkeilen entsandt worden pcren. Der preußische Ministerpräsident Her- »ainn Göring schritt in der ersten Reihe |ei Abordnungen. Alle Blicke richteten sich auf iir er steht wie kein anderer ausländischer leifrefer im Mittelvunkt des snmvatbischen .mteresses der südslawischen Oeffentlichkeit. D ausländischen Abordnungen folgten biß Müylieder der Regierung, die ehemaligen Miliierpräsidenten, unter denen der Slowene Dr. Kto:o. sch etz auffiel, die Mitglieder des Senats U'bi der Skuptfchina und die unabsehbare R.iile der Vertretungen aller großen Organisationen rrlid Vereine im Staat. Auch eine Zigeunerkapelle Wt im Zuge mit und spielte Trauerweisen. Belgrad, 18. Okt. (DNB.) Die Beisetzung-feier- lchkeiten für den verstorbenen König Alexander I. i?gannen am Donnerstag um 8 Uhr in der Kathedrale unter dem Geläut aller Glocken rnd unter Trauersalut der Land- und Schiffs- itterien. Die kirchliche Einsegnung vollzog r Patriarch unter Assistenz der gesamten hohen eistlichkeit der Hauptstadt. In den Straßen wartete i ie gewaltige Menschenmenge. Da Zehntausende, die > iS dem ganzen Lande gekommen waren, keine hterfunft gesunden hatten, waren die Straßen 'pon die Nacht hindurch von einer gedrängten Menschenmenge gefüllt. Seit dem Morgengrauen : eisten ------- ------- cur 30 schwarz verhängten Lastkraftwagen der La- seüe vorangeführt. Die größten von ihnen wurden — r—wi«?* u i i u a IM Offizieren getragen, darunter auch die beiden 18 Uhr vom Begräbnis des Königs wieder nach i kn ze, die Ministerpräsident Göring an der A1 K Stoffe niedergelegt hatte. Die Vorbeifahrt des Sar- verbreitete tiefe Ergriffenheit in der Menge. aemi*Vff. t eo en un o o a s une dr Attentätern an der Schweizer Grenze zu- gewicht Europas schätzte. Unser Führer und / , , ,, . 0 Reichskanzler ist durchdrungen von dem Wunsche,(fammentraf, da diese ebenfalls einen ver- mit Südslawien in den allerbesten Verhältnissen zu ftümmelten Zeigefinger gehabt habe. Die Trauerparade der Wehrmacht. Von der Kirche aus bewegte sich der Trauerzug ’ n 9.30 Uhr am Alten Schloß vorbei zum B a h n- i > f durch ein vielgliedriges lückenloses Spalier, das Cif der einen Seite von der Armee, auf der ande- rii Seite von der Bevölkerung gebildet wurde. Der Soauerßug bot ein großartiges Bild. Er wurde durch t' mächtiges Kreuz und durch den loten» f. cf) e n eröffnet, die von Gardeunteroffizieren ge- dngen wurden. Dann folgt eine Abteilung Garde- ti d a 11 e r i e in ihren blauen, rot verzierten lliiformen. Es folgten bie Fahnen fämt - licher südslawischer Regimenter, eine Aiteilung Gardeinfanterie in dunkelblauen Wnteln und schwarzroten Feldmützen, eine f r a n = ||H i f cf) e Jnfanterieabteilung in hell- 6Luen Uniformen und eine Marineabordnung. Be- foiÄeres Aufsehen erregte eine englische M a - trof enkompanie der Mittelmeerflotte, die mit fünftem Gewehr im Zuge schritt. Rumänische LIt eilungen folgten in blauen Blusen mit weißen Kinnen und reicher Goldverschnürung. T s ch e ch o - j h wakische Infanterie marschierte in fteingrü» ne- Mänteln vorbei. Die türkischen Soldaten waren von Kopf bis Fuß in Braun gekleidet, ta» farbenreichste Bild bot das griechische V litär mit seinen schwarzen Opanken, weißen lrkothosen, bauschigen, faUenreichen Röcken und rot n Mützen mit schwarzen Quasten. Ihnen folgten Zuteilungen der südslawischen Armee in tjeDuniform. Der Trauerzug. A ach dem Vorbeimarsch der Soldaten und des Losnzeremonialmeisters mit den Rittern des Kara- gei-?ge-Sterns erschien im Zug die Geistlichkeit Bier Konfessionen, unter ihnen auch der Lichof der Deutsch-Evangelischen Landeskirche Dr. j3i:p p sowie die römisch-katholischen E r z b i s ch ö f e Bon Belgrad und Agram. Den Schluß bilde- kn der griechisch-katholische Patriarch und Bi- jdre in goldstrotzenden Gewändern mit der Tiara. Üiiefe'Bewegung ging durch das Volk, als das Te bpferd des Königs, geführt von zwei Naiödeoffizieren, vorbeischritt. Hinter dem Pferde : inueen auf violetten Samtkissen die höchsten Würden- :®<2r des Heeres und der Marine die Kron- i rjiignien: die Krone, das Zepter, den Apfel, IM Wanner sowie den Degen des Königs. Laufes Weinen und Wehklagen kündigte das l^ir: nnaf)en der Lafette an, auf der der Sarg iiiii”. Soweit es das Gedränge zuließ, warfen sich Ilit Menschen auf die Knie. Die Lafette wurde nicht i>lb Pferden, sondern von Gardesoldaten cij(*r Truppengattungen gezogen. Der 65orn war schlicht. Die prächtigen Kränze wurden r-r*nr»owe r< iort 'Di l de. ba1 i n. PQ iunb tB Ä per tert' in' mb i rii i toi hii rau ■!? t. 111 V • 1 II ft, $'■ IP' Staat und Wirtschaft im neuen Reich Graf von der Goltz über Gemeinschaftsarbeit -er Wirtschaft. Rechtsordnung und Rechtsprechung im nationalsozialistischen Staat. Der Reichsjustizminister und Staatssekretär Freister auf der Hundertjahrfeier -es Oberlandesgerichts Kiel. !' ! 0 Cir Mi tod) Ze T foieV HI ich he nni SLe i ru Oie Saar bleibt deutsch! Oer Gaarbevottmächiigie rechnet auf einer großen Kundgebung in Kaiserslautern mit -en Status quo-politikern ab. Für die Lenkung aller Wirtschaftszweige werde es für jede Regierung nützlich und vielleicht notwendig fein, einen Apparat zu besitzen, in dem die gesamten Berufszweige ausschließlich und vollständig vertreten sind. Je mehr die Wirtschaft unter Benutzung ihrer eigenen Organisation die Fragen und Schwierigkeiten aus sich heraus allein löse, je mehr sie aus sich heraus den Notwendigkeiten der Zeit Rechnung trage, um so weniger brauche sie darauf zu warten, daß andere Stellen sie zu solcken Maßnahmen veranlassen. In einer Zeit, wo alles zur Gemeinschaft dränge, sei eine solche Zusammenfassung aller Detriebsführer und Wirtschaftszweige das sicherste Mittel, um in praktischer Arbeit wirklich die Gemeinschaft zu fördern und zu formen. Die Wirtschaftsorganisation habe eine Unzahl praktischer Aufgaben zu lösen, die Fragen der Selbsthilfe der Wirtschaft, des Selbstausgleiches von Schwierigkeiten zwischen ein. Seinen Wirtschaftszweigen und großen Wirtschafts, gruppen, Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Außenhandels, die Frage der Standespflichten der- gesamten Wirtschaft usw. Die Wirtschaft werde so auch die Möglichkeit zu einer Selbstbereinigung haben. Nur eine Wirt, schäft, die selbst das Notwendige erkenne und das Notwendige tue, werde auf die Dauer das moralische Recht und die Möglichkeit haben, sich zu behaupten. Wir glauben aller Schwierigkeiten f)tn zu werden in dem Willen z u einer Gemeinschaft, in der praktisch die fähigsten und kräftigsten Menschen eines Volkes zu einem Ziel frei zusammengefaht werden zu einer G e- meinschaftsarbeit freier deutscher Menschen. Es ist das Vermächtnis des Krieges, daß man eine Gemeinschaft nicht nur im Sterben, sondern auch im Leben herstellt. Letzteres ist uns zugefallen. Kiel, 18. Okt. (DNB.) Das Ob er land es- gericht Kiel beging seine 100-Jahr-Feier mit einem Festakt in der Aula der Kieler Universität, die durch eine Rede des Reichsministers der Justiz D r. Gürtner ihre besondere Note erhielt. Bei einem Umschwung in dem erlebten Ausmaß ist in der Geschichte in der Regel an den neuen Macht- Haber bald die Frage gestellt worden: „W i e stellst d u dich zu Recht und Richter?" Der Führer und Kanzler hat in seiner allerersten Kanzlerrede vor dem Reichstag sich eindeutig dazu bekannt, daß der neue Staa* nur a u f dem Boden einer Rechtsordnung stehen könne, man sich so entscheidet. Das Bekenntnis zu seinem Volkstum gehört zur Religion. Der Schöpfer hat dem Deutschen sein eigenes Blut gegeben und ihm als göttlichen Willen die Erhaltung des Volkes zur Pflicht gemacht. Die Fronten stehen klar: Hier Deutsche und dort Nichtdeutsche, die aber auch keine Franzosen sind, sondern jene Entwurzelten, die um die 30 Silber, finge sich schlagen. Drunten im Schacht aber liegt mit der Grubenlampe in der Hand einer, der trägt noch jenen alten Soldatengürtel, auf dem steht: „Gott mit uns! In Treue fest!" Und das ist unser Deutschland. als „wortbrüchige Gesellen" beschimpft. i Nunmehr versucht Roosevelt, zu retten, was zu retten ist. Das Problem wird etwas verständlicher, wenn man sich die oben geschilderten drei durch die NJRA.-Gesetzgebung eingeführten Neuerungen vergegenwärtigt und sich klarmacht, daß die Reform sich nur auf den „ersten Punkt" statutarische Reglementierung der Wirtschaftsgruppen", bezieht, daß aber die beiden anderen Punkte (Mindestlöhne, Verbot von Kinderarbeit, Regelung der Arbeitszeit auf der einen Seite, Recht der Arbeiter zu gewerkschaftlichem Zusammenschluß auf der anderen Seite) nicht, oder wenigstens nicht grundsätzlich aufgegeben werden fallen. Diefe zum Gebiet der sozialen Fürsorge gehörenden Maßnahmen wird Roosevelt nicht ohne harten Kamps streichen oder auch nur wesentlich ändern lassen. Reformiert werden fall dagegen die Organisation der Statuten; man denkt erstens an Abschaffung der vielen unübersichtlichen und oft einander widersprechenden Einzelsta- tuten für jede Wirlschaftsgruppe (über 700!) und Aufstellung einiger General-Codes, in denen für die vier Hauptzweige der Wirtschaft (Produktion, Verarbeitung, Dienstleistung, Handel) der Maßstab des lauteren Wettbewerbs skizziert werden soll; man lockert ferner die Leistung der Wiederaufbaubehörde auf durch Teilung in drei Funktionen: 1. Die Gruppe für N R A. - P o l i t i k, bestehend aus den Leitern der zuständigen Ministerien und Behörden (Innenministerium, Arbeitsministerium, Bundesamt für Wohlfahrtspflege und AAA.) unter Führung von Donald, Richberg, dem bisherigen Syndikus der NRA.; 2. die Verwaltungsgruppe, die sich mit der Routine-Arbeit der NRA. befaßt und aus je einem Arbeitgeber, einem Arbeitsführer, einem Vertreter der Konsumenten, einem Rechtsprofessor und einem der bisherigen NRA.-Direktoren besteht; 3. die Juristische A b t e i l u n g, die die Beschwerden über Statut-Verletzungen bearbeiten soll. Wahrscheinlich wird diese Aufgabe von NRA. abgegliedert und dem Justizministerium übertragen werden. Richberg hat bei seiner Ernennung zum neuen Direktor der Wiederaufbaubehörde sofort zugegeben, daß es sich auch jetzt wieder um ein Experiment handele. Zwei wichtige Probleme harren der baldigen Lösung; die Frage der Kür- zungder Arbeitszeit um 10 v. H. (von 40 auf 36 Stunden in der Woche) zwecks Mehrein- ftellung von Arbeitern, von denen immer noch über zehn Millionen ohne Stellung sind; ferner die Frage angemesseneren Schutzes für den Verbraucher, dessen Lebenskosten von Monat zu Monat steigen, ohne daß sein Einkommen sich erhöht hat. Die bisherige Abwertung des Dollars hat sich zwar bei der Landwirtschaft, nicht aber bei den Festbesoldeten günstig ausgewirkt. Und die Frage: Inflation oder keine Inflation? ist eine der vielen Sorgen für das Weiße Haus im kommenden Winter. Recht nur von unabhängigen Rschtern gesprochen werden rönne. Bei einem anderen Anlaß hat der Führer den Sah gesprochen: „Wir stellen den Grundsatz auf, daß jeder vor dem Gesetz und vor dem Richter gleich ist". Daß eine Umwälzung, wie wir sie erlebt haben, auch an die Grundlagen des Rechts rütteln muß, ist unabwendbar. Auch dazu hat der Führer bereits sein Bekenntnis abgelegt: Nicht das Individuum kann Gegenstand gesetzlicher Sorge sein, sondern das Volk. Die Rechtsordnung kann nicht den Lebensbezirk eines ein« DNB. Berlin, 18. Okt. Dor der Berliner Gesellschaft der Deutschen Akademie sprach der kommissarische Führer des Gesamtverbandes der deutschen Wirtschaft, Staatsrat Dr. Graf von der Goltz, über grundsätzliche Probleme des nationalsozialistischen Wirtschaftsaufbaues Er warf einleitend die Frage auf, ob und wann der Staat in die Wirtschaft eingreifen dürfe. Der Wille zur Gemeinschaft, der das ganze Dasein erhalte und für den das ganze Dasein geopfert werde, könne nicht vor einzelnen Lebensgebieten Halt machen. Die Wirtschaft sei nicht ein Ding an sich, das als eine mehr ober weniger materielle und technische Angelegenheit mit Weltanschauung nichts zu tun habe. Man könne nicht als Weltbild die Gemeinschaft verkünden, aber aus diesem Weltbild praktisch die Lebensarbeit der meisten Deutschen ausschalten. Der Nationalsozialismus fei beseelt von dem Willen, eine Gemeinschaft auszubauen, in der eber einzelne zu größtem Schaffen beseelt werbe unb trotzbem im Ziel gebunben sei für biefe Gemeinschaft. Diese Losung sei gefunben im Gesetz zur Orbnung ber nationalen Arbeit. Das Ziel dieses Gesetzes sei ein gemeinschaftliches Arbeiten des gesamten Betriebes vom Unternehmer bis zum Arbeiter dergestalt, daß sowohl der Unternehmer wie der letzte Arbeiter in seiner Schaffensfreude und damit in seiner Leistungsfähigkeit befreit werde. Der Arbeiter werde in seinen Rechten geschützt durch den Staat, verkörpert durch den Treuhänder der Arbeit, der Unternehmer werde geschützt in seiner Arbeitsfreude und Schaffenskraft vor jedem äußeren Eingriff in feinen Betrieb. Denn er könne für feine Betriebsführung nur verantwortlich gemacht werden, wenn er tatsächlich frei d i e Verantwortung trage. Damit sei die Schicksalsgemeinschaft in guten unb bösen Zeiten geschaffen. zelnen abgrenzen und zu schützen versuchen, sondern das Recht kann nur verstanden werden als die Ausdrucksform des Lebens des Volkes. Und wenn der einzelne nur seine Bedeutung als Genosse des Volkes hat und haben kann, so kann auch das Recht seine Grundlage nur haben i n den Lebensrechten der Gemeinschaft. Die Erziehung des juristischen Nachwuch- s e 5 bezweckt nicht die Vermittlung rein formeller Technik oder Kunstfertigkeit, sondern die Heranziehung von Menschen, deren rechtsausübende Tätigkeit in keiner Stunde etwas anderes ist wie das Bekenntnis zu dem großen Glaubenssatz, den ich als die Grundlage der Gesamthaltung des Volkes bezeichnet habe. In gleicher Weise hat der Geist der neuen Zeit in die Rechtsprechung Eingang gefunden. Er wird sich immer mehr erfüllen, ohne daß auch nur ein Buchstabe des Gesetzes ge- ändert würde. Staatssekretär Staatsrat Or. Kreisler führt« dann über „Richter, Recht und Gesetz" u a. aus: Nunmehr sei, nachdem der Staat der Volks- behervschung und der Gewaltenteilung und des gegenseitigen Sichausschaltens der verschiedenen Kräfte verschwunden fei, d e r Staat der Dolksfüh- rung und der K r ä f t e z u f a m m e n b a l - lung des ganzen Volkes aufgerichtet. Das Volk als Ganzes bekenne sich zu der Grunbanschauung die den Anspruch enthalte, jeden ganx zu erfassen, die verlange, daß das Handeln unb Denken jedes ein- zelnen in jedem Augenblick von dieser einheitlichen Grundan-schauung beherrscht werden. Das Arbeits- iiebiet jedes Deutschen müsse sich an dieser Umge- laüung orientieren, besonders aber der Berus, der n Zeiten äußeren Friedens neben dem Schwert- träger eine der stärksten Stützen solcher Volksführung unb Volkseinheit jein müffe, der d e s R e ch t s w a l t e r s. In der Zeit, in der der Staat, beherrscht von dem König Einzelwesen, sich neutralisiert habe gegenüber allem Ringen im Volke selbst, habe die Objektivität der Rechtsprechung einen anderen Inhalt Haven müssen als die Objektivität der unabhängigen Rech!- sprechung, die der Nationalsozialismus herbeisehm. Diese Objektivität könne nicht eine Objektivität der Neutralität sein, sondern sie müsse die Vollkommenheit des völkischen Kämpfertums sein. Durch die Verdrängung des Individuums aus seiner herrschenden Stellung auch in der Rechtspflege sei nicht eine Vernichtung ber Unabhängigkeil der Rechtspflege herbeigeführt, sondern eine Erhöhung der Freiheit erzielt. Es sei aber zum bewußten Leitstern der Rechtspflege die Erkenntnis geworden, daß Freiheit und Unabhängigkeit in stets befolgter Gebundenheit an das Leben?' ziel des Volkes dastehen. Dieser durch GebundeiM । geadelten Freiheit zu dienen, sei höchste Aufgabe aller deutschen Rechtswahrer und des deutschen w ters im besonderen. Für den Richter müsse bei der Rechtsprechung das zentrale sittliche Postulat unsrer Grundanschauung und damit zugleich auch die materielle Gerechtigkeit im Mittelpunkt feiner Pachtungen stehen. Er müsse sich stets bewußt ftin, daß er die Aufgabe eines Organs der $o/i6‘ führung zu erfüllen habe. Kein O r g a aber bas Recht zur Kontrolle der Führung. Die Aufgabe jedes Organs und somit (M die der Rechtspflege sei Treue und G e f oIfl’ schäft. Die Führung des Volkes ihrerseits hav die Aufgabe, ihren Organen klare ErkenntmsmM des Willens der Volksführung zur Verfügung 3“ stellen. „Reichs- und preußisches Justizministerium". Bereinigung beider Ministerien zu einer Behörde. Berlin, 18. Okt. (DNB.) Amtlich. Der Reichs- Minister der Justiz, Dr. G ü r t n e r , hat mit ou' stimmung des Preußischen Ministerpräsidenten Dl ! Justizministerien des Reichs u n Preußens mit Wirkung vom 22. Oktober W, z u gemeinschaftlicher Arbeit d er e*’ n i g t. Die neue Behörde führt die Bezeichnung „Der Reichs- und Preußische Justizminister". Ao beamtenrechtliche Verhältnis der Beamten der Jj nisterien bleibt zunächst unberührt; jedoch sind " Beamten des Reichsjustizministeriums oerpW ' auch in Angelegenheiten des preußischen 2)ienr? die Beamten des Preußischen JustizministerM auch in Angelegenheiten des Reichsdienstes tänfl» werden. Demgemäß wird ber Staatssekretär bisherigen Reichsjustizministerium, Dr. SchleS' b e r g e r, in Zukunft auch mit preußischen Diem geschäften, der Staatssekretär im bisherigen 4>* i, bischen Justizministerium, Dr. Freister, a mit Dienstgeschäften bes Reiches besaßt Anschrift des Reichs- und Preußischen JustlM Gottlosenverbände die deutschen Städte durchzogen, in deren Theatern unb Kinos alles in ben Kot getreten würbe, was ben Menschen heilig ist. Arn Enbe jener Entwicklung hätten brennende Kirchen und Klöster gestanden. Seit der Führer regiert, sind diese Dinge vorüber. Da- rnals erhob sich im Saargebiet keine Stimme, die erklärte, zu diesem Deutschland wollen wir nicht, im Gegenteil: Dieselben, unter deren Verantwortung das Christentum durch den Bolschewismus in Gefahr kam, sehnen angeblich wieder diesen frühe- ren innerpolitischen Zustand herbei. Das k a n n keine religiöse Sorge fein, wenn Kaiserslautern, 18. Okt. Aus einer großen Saarkundgebung in der hiesigen Fruchthalle hielt ber Saarbeöollrnächtigte der Äeichsregierung (Bauleiter Dürckel, eine eindrucksvolle Rede, bte ® n ben Anwesenden mit stürmischem -Beifall auj. genommen mürbe. Bauleiter Bürckel mies auf die Pölkerbundsratstagung irn N o v e rn b e r bin, die sich in ber Hauptsache mit ber Saa r - denkschnft Barthous befassen werbe, unb betonte, daß biefe Tagung es notroenbig mache, zu ben in ber Denkschrift aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen. Seit Versailles habe es nur zwei Stanbpunkte in ber Saarfrage gegeben, den deutschen unb ben französischen. Der deutsche Standpunkt geht von den Grundsätzen des internationalen Völkerrechtes, von den Grundsätzen des Selbftbeftimmungs- rechtes der Völker und nicht zuletzt von dem Sinn und Inhalt des Saarstatutes aus. Da es als eindeutig erwiesen gilt, daß an der Saar nur deutsche Menschen wohnen, ist für Deutschland die bedingungslose Rückgliederung des deutschen Saarlandes eine nackte Selbstverständlichkeit. Wesentlich komplizierter ist ber französische Stanbpunkt gegenüber ber Saar. Die Erfinbung ber nicht vorhanbenen 150 000 Saar- fr anflofen, hinter ber sich wirtschastsimperia- Wische Interessen verbergen, hat in ben Kreisen französischer Politiker ben Wunsch laut werben lassen, mit allen Mitteln bie Wiebervereinigung ber Saar mit Deutschlanb zu ver Hinbern. In den ersten Jahren nach der Errichtung des Saargebietes unternahm Frankreich den Versuch, Stimmung f ü r den Anschluß des Saargebietes an Frankreich zu machen. Naturnotwendig mußten alle diese Versuche der französischen Propaganda an der nationalen Zuverlässigkeit der rein deutschen Bevölkerung scheitern. Frankreich baute deshalb langsam alle Propaganda, bie eine Französierung ber beutschen Saarbevölkerung zum Ziele hatte, ab unb konzentrierte die französische Propaganda auf die Errichtung eines endgültigen Status quo. Mt anderen Worten: Die französische Propaganda und Diplomatie unternimmt den Versuch, mit Hilfe einer deutschen Regierungsopposition an der Saar eine Scheinminderheit aufsiehen zu lassen, die die selbstverständliche Rückgliederung verhindern soll. Diese Methode bedeutet eine unbezweifelbare Einmischung in rein innerdeutsche Angelegenheiten. Die Anhänger des Status quo kämpfen nicht gegen Deutschland, sondern gegen die deutsche Regierung, verfälschen also den Sinn der A b st i m m u n g, indem sie die Saarabstimmung zu einer Abstimmung über das gegenwärtige deutsche Regierungssystem machen. Neben der Einführung von Statuten für jede einzelne Wirtschaftsgruppe unb von Abmachungen über Einstellung von Arbeitern, Arbeitszeit, Mindestlöhne, Abschaffung von Kinderarbeit, neben diesen beiden Neuerungen also ist eine weitere, ebenso wichtige Neuerung geschaffen worben; der heiß umumstrittene § 7a NJRA, der die Magna Charta des Arbeitnehmers barstellt. Er bestimmt, daß die Arbeiter bas Recht haben, sich zu organisieren unb kollektiv mit ihren Arbeitgebern über Differenzen zu verhanbeln. Die Arbeitgeber versuchten biefe Bestimmung dahin aus- Anlegen, daß jeder Betrieb seine eigene Arbeitervertretung haben müsse und daß sie nicht verpflichtet seien, mit außenstehenden Vertreter ber großen Gewerkschaften zu verhanbeln. Dieser Streit war bie Ursache ber vielen Strei ks ber letzten Monate bei ber Automobil-, der Stahl-, ber Textilinbustrie unb ben Hafen- Arbeitern von San Francisco. Es ist jeboch nur fair festzustellen, baß neben biesen Differenzen, bie zu Streiks unb Unruhen führten, hunberte gleichartige Differenzen in anberen Betrieben gütlich beigelegt finb, zum großen Teil burch bie Bemühungen ber Schlichtungsbehörbe, an Heren Spitze bis vor einiger Zeit ber beutsch-amerikanifche Senator Wagner stand. Das Publikum spricht ja natürlich nur von Streiks, die tatsächlich ausbre- chen, nicht aber von den zahllosen Fällen, in denen Streiks infolge Nachgebens auf beiden Seiten verhindert werden konnten. Allerdings ist bas letzte Wort über den Paragra- phen 7a immer noch nicht gesprochen. Zwar dürfen Die Arbeitgeber die Arbeiter nicht zwingen, m eine „gelbe Gewerkschaft" innerhalb des Betriebes ein- zutreten und sie dürfen Arbeiter nicht wegen Zuge- Hörigkeit zu einer der allgemeinen @emert|d)a|ten ablehnen ober entlassen. Aber natürlich können sie Arbeiter wegen Faulheit unb Unfähigkeit ober wegen schlechten Geschäftsganges entlassen, zudem ist die Frage immer noch nicht geklart, ob bie allgemeine Gewerkschaft für alle A r b e i ter bes Betriebes ober nur für ihre Mitglieder als verhandelnder Teil auftreten darf. Die große Zahl der sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten veranlaßte den letzten Kongreß, im Ium 1934, eine ergänzende Bestimmung anzunehmen, wonach bet Streikgefahr unter Aufsicht der Regierung m den Betrieben geheime Wahlen stattfinden sollen, in denen die Arbeiter entweder die Gewerkschaft ober einen Betriebsrat zu ihrem Vertreter wählen können, ohne daß die Mitgliedslisten ber Gewerkschas- ten den Arbeitgebern gezeigt zu werden brauchen. Auch das ist keine Endlösung, denn nun verlangen die Gewerkschaften, daß sie für alle Arbeiter eines Betriebes sprechen dürfen, auch wenn sie nur die Mehrheit der Stimmen erhalten haben. Im Automobilstreik hat sich Präsident Roosevelt gegen die Gewerkschaften gewandt und entschieden, daß die Minderheitskandidaten ebenfalls mitoerhandeln bür- fen; es hat aber den Anschein, als ob das traditionelle amerikanische System, wonach die absolute Mehrheit entscheidet, künftig allein zur Anwendung kommen wird. Heber die Auswirkungen der I^IK^.« Gesetzgebung sind Bücher geschrieben und zahllose Reden gehalten worden. Es war ein Experiment, bei dem man vielleicht die Theorie zu viel und die menschliche Seite zu wenig berücksichtigt hat. Es entstand ein bürokratisches Ungeheuer mit Hunderten von Statuten, mit Zweifeln über alle möglichen Einzelheiten, mit praktischen Schwierigkeiten, mit Umgehung der Statuten auf alle mögliche Art, mit andauernder Unsicherheit und daraus folgender Unzufriedenheit. General Johnson, der im Weltkrieg die Rekrutenaushebung organisiert hatte, fand sich diesmal einem viel komplizierteren und delikateren Problem gegenüber als der Auswahl von jungen Soldaten unb ihrer Überweisung in Rekrutenlager. Er versuchte es, wie bamals, mit wilben Reden und kräftigen Flüchen, aber einen so gewaltigen Apparat wie die amerikanische Wirtschaft kann man nicht damit regieren, daß man die Industriellen „Neandertaler" nennt und die Arbeiter Um von ihren Anhängern überhaupt noch ernst genommen zu werden, verlangen die Status-quo- harteien die sog. zweite Abstimmung. Eine zweite Abstimmung aber widerspricht dem B ertrag. Niemals war es die Absicht der Ver- ailler Konferenz, die Zukunft des Saargebiets von )er zufälligen Innerpolitischen Situation In Deutschland oder in Frankreich abhängig au machen. Deutschland erwartet daher vom Völkerbund eine eindeutige ÄlarStellung des Begrif- es Status quo, eine Klarstellung, die jede Verschiebung der Fragestellung auf innerpolitisches Gleis ausschließt und die gleichzeitig jedem Abstim- menben zur Kenntnis bringt, daß diese Abstimmung ein für allemal endgültig ist, weil eine zweite Abstimmung gegen den Versailler Vertrag verstößt unb theoretisch eine unendliche Kette von Abstimmungen zur Folge haben könnte. Ein Status-quo-Saargebiet, betonte (Bauleiter Bürckel mit Nachdruck, ist nicht nur das Hindernis für eine deutsch-fr anzö- fischeVerständigung.es wäre nicht zuletzt ein ständiger Gefahrenherd für die nationalpolitische Einheit der französischen Ration selber. Anhänger des Status quo sind in der Hauptsache die aus Deutschland ausge- wanderten marxistischen und kommuni st ischenAnführer. Diese erstreben ein Aktionszentrum im Herzen Europas! Sie erstreben ein sicheres Asyl, von dem aus sie die beiden Rachbarvölker mit ihren internationalen kommunistisch-marxistischen Ideen verseuchen möchten. Ein Status-quo-Soar- gebiet — wäre nicht der Sieg Frankreichs über Deutschlands das wäre der Sieg des internationalen Bolschewismus gegenüber allen europäischen Staaten, die als völkische und nationale Einheiten im Internationalismus der Kommunisten den Todfeind ihrer Staatsverbände fehen. Die Träger bes Status-quo-(Bebanfens im Saargebiet bestehen aus zwei Gruppen: Aus ben marxistischen N e st b e st ä n b e n , bie geführt werben von ben letzten spekulativen Repräsentanten bes Marxismus, bie ihr eigenes Gewissen ober in ben meisten Fällen bas Gewissen bes Staatsanwaltes zu Emigranten werben ließ; zweitens aus einer Handvoll Menschen, bie Deutschland ihr Bekenntnis verweigern aus angeblich k o n f e s s i o - nell-religiöser Sorge, tim diese Emigranten besorgte Ausländer fragen immer wieder, was nach der Rückgliederung aus ben (Emigranten würbe, die sich im Saargebiet aushielten. : Darauf gibt es nur eine Antwort: Wir wünschen ; unserem deutschen Saaroolk nach löjähriger Iren* : nung keinen Tag länger diese Land - > plage der Gesinnungslosigkeit. Wir I werden dafür sorgen, daß diese Menschen keine 1 Möglichkeit haben, auf deutschem Boden die Füh* • rer fremder Staaten oder die des eigenen Landes i meuchlings niederzuknallen, um so einen Welt- ■ brand legen zu können. Unb schließlich: Alle Ernt- i granten unb erst recht bie Summe ihrer Hetzen ■ und Verleumdungen gegen Deutschland machen i diese Leute für uns nicht so wertvoll als daß wir • ihretwegen auch nur bie leiseste Verstimmung in । einer frieblichen Entwicklung aufkommen lassen. । (Bauleiter Bürckel sprach bann über die, die ihren : Einsatz für den Status quo konfessionell motivieren. Er wie» auf die Zeit hin, in der die 2 oe I 0" h i2 ne re t' 's i M Illia Euch und bestraft diese bösartigen Weißen!" Die' Flugblätter stammen von einer Organisation, die sich „Asiatischer Jugendverband" nennt. Die Inschrift bezieht sich auf einen Streit zwischen japanischen Behörden und Ausländern, die Eigentum „auf ewige Zeiten" erworben haben und den Standpunkt vertreten, daß sie keine Steuern zu zahlen brauchten. Der Streit ist schon seit vielen Jahren im Gange und hat im letzten Monat eine neue Wendung genommen, nachdem das Eigentum von ungefähr 200 Briten, Amerikanern und Franzosen in Yokohama, Kobe und Nagasaki mit Beschlag belegt worden war. Insgesamt betragen die Forderungen der japanischen Behörden 50 000 Pfund Sterlinge. Die Ausländer berufen sich auf britische und fraüzösische Verträge mit Japan. Laval fährt nach Rom und Genf. FrankreichsAußenPolitikbleibtunverändert Paris, 19. Okt. (DNB. - Funkspruch.) In gut unterrichteten politischen Kreisen wird noch einmal mit besonderem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die von Barthou eingeleitete politische Orientierung Frankreichs unter dem neuen Außenminister Laval keine Aenderung erfahren werde. Man unterstreicht die Absicht Lavals, sich nach Rom zu begeben, um dort über eine französisch- italienische und eine italienisch-südslawische Annäherung zu verhandeln. Diese Reise wird aber nicht vor Ende November stattfinden können, weil Laval besonderen Wert darauf legt, persönlich nach Genf zu gehen, um an den Völkerbundsbesprechungen über die Saaradstim- mung teilzunehmen. In gut unterrichteten Kreisen betont man, daß gerade die Saarfrage den neuen französischen Außenminister in besonderem Maße interessiere und daß er sich in den lohten Tagen sehr eingehend damit beschäftigt habe. LtmOoumerguesVerfassungs- reform. Radikalsozialistische Opposition gegen einen autoritären Negierungskurs. Paris, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, her radikalsozialistische Abgeordnete Pauk Bastid, äußerte sich zu den Absichten des Ministerpräsidenten, der Regierung durch eine Verfassungsänderung größere Autorität zu verleihen. Bastid sagte, Frankreich sei ein zu altes Land, als daß hier Methoden politischer Knechtschaft zutreffen könnten. Es wünsche wohl, daß die Federn des Staates, die im Verlaufe der Zeit schlapp geworden seien, wieder gespannt würden; es lehne aber schiedsrichterliche Autorität ab. Nur gemeinsame Anstrengung und die freiwillige und nicht aufgezwungene Disziplin eines Volkes könne eine Besserung bringen. Wenn die Arbeit der französischen Einrichtungen nicht immer den Hoffnungen und Wünschen entsprochen hätte, so sei das Dolksganze daran schuld. Man müsse sich aber von autoritären Methoden hüten, die angeblich neu seien, in Wirklichkeit aber läntzst durch die eigene französische Geschichte verurteilt seien. Der „Excelsior" glaubt, daß sich Doumergue unter Umständen bereit erklären werde, gewisse Aende- r u n g e n an seinem Reformprogramm vorzunehmen. So beabsichtige er z. B., falls der Widerstand zu groß sei, gewisse Ausnahmefälle gelten zu lassen, in denen die Regierung die Kammer nicht ohne Zustimmung des Senats auflösen könne. Im übrigen mache er aber sein Verbleiben an der Spitze der Regierung von der Annahme der Verfassungsänderung abhängig. Er werde zu diesem Zwecke in der Kammer, im Senat und in Versailles die Vertrauensfrage stellen. Aus aller Wett. wütender Llefantenbulle tätet seinen Wärter. Ein großer Elefantenbulle im Zoologischen Garten in Hannover war von der> Leitung des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M. erworben worden und sollte jetzt dorthin gebracht werden. Um die Leitung des Transportes zu übernehmen und sich zu diesem Zweck mit den Eigenschaften des Elefanten vertraut zu machen, war der Oberwärter des Frankfurter Zoologischen Gartens, der 38jährige Anton K i e w i tz , vor einer Woche nach Hannover gekommen. Es hatte sich zwischen ihm und dem Tier auch bereits eine gewisse Freundschaft herausgebildet. Als sich der Oberwärter aber an einem der letzten Abende nochmals in den Zwinger begeben hatte und sich an der Kette des Elefanten zu schaffen machte, muß das Tier irgendwie gereizt worden sein. Es packte den. Oberwärter, schleuderte ihn gegen die Wand des Zwingers und versetzte ihm mit dem Rüssel einen Hieb gegen den Kopf, so daß er einen Schädelbruch erlitt. Kiewitz konnte sich noch mühsam aus dem Elefantenhaus herausschleppen, erlag aber nach kurzer Zeit im Krankenhaus seinen Verletzungen. Kraftwagen vom Zug überfahren. - Ein Todesopfer. An dem Eisenbahnübergang bei Elsterberg an der Bahnlinie Plauen—Gera ist der 30 Jahre alte Kaufmann Alexander Reinhold Held aus Greiz mit seinem Kraftwagen von einem Personenzug überfahren worden. Der Wagen wurde vom Zuge etwa 100 Meter weit mitgeschleift und vollständig zertrümmert. Der Führer des Kraftwagens erlitt einen Schädelbruch und war auf der Stelle t o t. Die Schuld an dem Unfall soll der Schrankenwärter tragen, der die Schranke anscheinend nicht rechtzeitig geschlossen hat. Bauernfuhrwerk vom Auto überrannt. — Schrecklicher Tod einer alten Frau. Ein gräßlicher Verkehrsunfall ereignete sich vor dem Westerwalddorf Ellenhausen. Als ein mit zwei Kühen bespannter Wagen von einem Feldweg aus in der Kurve die Landstraße überqueren wollte, raste ein schwerer Lieferwagen aus Vallendar (Rhein) in das Fuhrwerk, das durch die Wucht des Anpralls in der Mitte auseinanderbrach. Die auf dem Wagen sitzende 68jährige Landwirtsfrau Anna K r u m m e i ch wurde vom Wagen heruntergeschleudert, kam unter das Auto zu liegen und wurde so unglücklich überfahren, daß ihr der Kopf völlig zermalmt wurde. Die Frau war auf der Stelle t o t. Die beiden Kühe und der neben dem Gespann hergehende 76jährige Bruder der Getöteten blieben unverletzt. Der Unfall ist vermutlich auf das Versagen der Bremsen des Lieferwagens zurückzuführen. Strafverfahren gegen einen Arzt. Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Heidelberg hat gegen den Facharzt Dr. med. Joseph Wetterer, Neckargemünd, wegen Verdachtes des Betruges und Wuchers, begangen m fortgesetzter Tat, Haftbefehl erlassen. Dr. Wetterer wurde in das zuständige Untersuchunasaefängnis eingeliefert. Er entfaltete in den letzten Jahren eine ausgedehnte Tätigkeit als Vortragsredner auf dem Gebiete der Krebsbekämpfung. Diele Krebskranke behandelte er in seinem „Radiumheim" in Neckargemünd. Auf Grund zahlreicher Strafanträge aus allen Teilen Deutschlands ist ein umfangreiches Sammelverfahren beim Untersuchungsrichter in Heidelberg anhängig. Amerikanischer Vaumwolldampfer auf den Klippen von Helgoland gestrandet. Der 5356 Bruttoregistertonnen große amerikanische Dampfer „Topatopa", der sich mit einer Ladung von 1800 Ballen Baumwolle auf der Fahrt von Panama nach Bremerhaven befand, st r a n - d e t e auf der Ostklippe von Helgoland. Mehrere Schlepper sind von Bremerhaven zur Hilfeleistung ausgelaufen. Sühne für einen Raubmord. In Münster (Wests.) ist der durch rechtskräftiges Urteil des Schwurgerichts in Münster vom 20. und 21. Februar 1934 wegen Raubmordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Joseph Schmiedeler h i n g e r i ch t e t worden. Der Verurteilte hatte am 4. November 1933 den Viehhändler Josef Heimann in Ochtrupp ermordet. Der Täter, der bis wenige Monate vor der Tat ein einwandfreies, wirtschaftlich geordnetes Leben geführt hat, hat, als seine Einkommensquellen versiegten, sich nicht darum bemühte, die ihm noch zu Gebote stehenden anständigen Auswege zu beschreiten, die ihm einen, wenn auch bescheidenen Lebensunterhalt gewährt hätten, sondern ist dazu übergegangen, zunächst Betrügereien zu verüben und hat, als auch diese Auswege versagten, alsbald sich nicht gescheut, auf der Bahn des Verbrechens bis zum Aeußersten zik gehen und sich die Mittel zur Aufrechterhaltung seines bisherigen sicheren Lebens durch Mord zu verschaffen. Mit ruhiger Ueberlegung hat er hier die Mordtat sorgfältig ocfrbereitet und mit grauenvoller Rohheit planmäßig durchgeführt. Der preußische Ministerpräsident hat aus diesem Grunde von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Schreckliches Familiendrama. — Durch Schwefelsäure des Augenlichtes beraubt. In der Wohnung der Familie Kroll in Groß- Plckar (Oberschlesien) spielte sich eine entsetzliche Bluttat ab. Die Ehefrau des Arbeiters A u l i ch aus Scharley hatte ihren Mann verlassen, weil dieser sie in der Trunkenheit fortgesetzt mißhandelte, und war zu ihren Eltern nach Groß-Pickar gegangen. Aulich begab sich nun in die Wohnung seiner Schwiegereltern, um seine Frau zurückzuholen. Als er sich wiederum zu Tätlichkeiten hinreihen ließ, stellte sich ihm sein Schwager entgegen. In diesem Augenblick zog Aulich eine mit Schwefelsäure gefüllte Flasche aus der Tasche und goß den Inhalt seinem Schwager und seiner Frau ins Gesicht. Mit schweren Verbrennungen wurden beide ins Krankenhaus geschafft, wo der Arzt feststellen mußte, daß beide Opfer des Anschlages das Augenlicht verloren haben. Drahtseilakrobatin tödlich abgestürzt. In dem weltbekannten Roxy-Theater in Neuyork stürzte die 26jährige Artistin Mary Sartin- Dephil vom 13 Meter hohen Drahtseil tödlich ab. Die Artistin hatte am Schluß ihrer Nummer auf einem Einrad das 25 Meter lange Drahtseil zu überqueren. Kurz bevor sie die rettende Plattform erreichte, auf der ihr Mann sie erwartete, verlor sie die Herrschaft über ihr Rad und stürzte kopfüber in die Tiefe. Zahlreiche Zuschauerinnen wurden ohnmächtig, andere bekamen hysterische Anfälle, viele Besucher verließen das Theater, obwohl dis Vorstelluna fortgesetzt wurde. — Das Artistenehepaar Dephil war vorher an verschiedenen großen Varietsbühnen Europas aufgetreten. Betrügerischer Abonnentenwerber in Frankfurt. Ein Abonnentenwerber in Frankfurt hatte sich wegen U r k u n d e n f ä l s ch u n g vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Mann hatte Abonnements dadurch vorgetäuscht, daß er Bestellscheine selbst ausfüllte und sie seinem Auftraggeber so einreichte. Die Provision steckte er bann ein. Sowohl der auftraggebende Verlag, als auch die angeblichen Besteller wurden durch diese Umtriebe empfindlich geschädigt. Das Gericht erkannte auf drei Monate Gefängnis. Damit fällt die Strafe unter das Amnestieaesetz. In der Urteilsbegründung heißt es aber, oaß solche Leute wie der Angeklagte aus dem Wirtschaftsleben aus- geschaltet werden müßten. Admiral Nelsons Säuglingswäsche wird ausgestellt. Aus Anlaß des Trafalgartages, der, wie alljährlich, am 19. Oktober zu Ehren des englischen Seehelden Nelson in ganz Großbritannien gefeiert wird, wird die Säuglingswäsche Nelsons im Ro^aI-LInited-3ervice-Museum in London ausgestellt werden. Man wird 'hort bas erste Hemdchen, das der neugeborene Nelson getragen hat, und eine Reihe weiterer Stücke seiner Säuglingswäsche sehen. Auch mit Spitzen besetzte Käppchen und ein Paar gestrickte Socken Nelsons, denen man ansieht, daß sie viel getragen und häufig gewaschen worden sind, werden ausgestellt. Die Wäschestücke sind jetzt 176 Jahre alt. Englische Schatzgräber auf der Kokosinsel. — Eostarlca erhebt Einspruch. Zwei Motorschiffe mit Polizeibeamten aus dem mittelamerikanischen Freistaat Costarica sind auf der Kokosinsel angekommen; sie haben.den Auftrag, 19 Engländer, die nach einem Seeräuberschatz suchen, von der Insel zu entfernen, da Costarica die Oberhoheit über die Insel beansprucht. Die Kokosinsel, eine kleine Insel im Großen Ozean, vukanischen Ursprungs, hat einen von Walfischfängern viel besuchten, guten Hafen. Die Insel galt als Piratenzuflucht; darauf mögen die immer wieder auftauchenden Gerüchte über dort angeblich vergrabene Schätze zurückzuführen sein. vanditenüberfall auf das Rathaus von Havanna.— 100 000 Dollar erbeutet? Vier Banditen, die mit leichten Maschinengewehren bewaffnet waren, überfielen das Rathaus von Havanna und plünderten die stählernen Geldschränke aus. Ihre Beute soll 10 0 0 0 0 Dol- l a r betragen. Die Verbrecher entkamen in einem Kraftwagen. 1 Magdeburg, 19. Okt. (DNB.) Hauptamts- lerer Hilgenfeldt, der Leiter des Winterhilfs- triirfes erklärte: Das WHW. wird eine Dauer- o fl I e dttvL O o r iw o //• ABEK/KG ° • Sucht den Mann, der noch nicht ?5 Sh: n Gift “ejjteiß e b lo b fe. o/elli- in bi Trav ‘eiten l Mudjt1 3Mqi fern Rittet,' lischest gaich zu It chast,! ischen i kirtschl irbeit frage Ufa. t zu t iine S t und. das m sich je eiten t ner § igfan linem, einer 6 O Das Winterhilfswerk bleibt Nauereinrichtung. Erziehung zum praktischen Sozialismus. 1^7/ lls n • h \ N ,e Ll. chr. jnd dp ejj. h 1'Silbe: b°r Ii(1 der trät ;m N nrichtung des nationalsozialistischen Staates üben. Selbst bei völliger Beseitigung der Arbeits- rgkeit wird immer mit einer saisonrnäßig _ dingten Arbeitslosigkeit zu rechnen fei. Daneben wird es noch lange Zeit trotz der _ ionischen Siedlungspolitik in den Großstädten Dlksgenossen geben, die über kein Land Der- fi|;en und im Falle einer vorübergehenden Not- lg.« sich nicht selb st ernähren können. Der e scheidende Grund ist indessen der Wunsch des Führers, der im - WHW. ein gemein« ' ! aftsbildendes E r z i e h u n g s w e r k, ix lebendige Form des praktischen Sozialismus e llickt. Die Nomen derjenigen Volksgenossen, die ji!°5 soziale Empfinden verloren haben und W°s Bekenntnis zur Gemeinschaft vermissen Achsen, werden der Öffentlichkeit mit» gilteilt werden. Jeder Versuch, sich am Winter- hi-swerk zu vergehen, wird dem zuständigen Geriet übergeben und mit Zuchthaus gesühnt tu'ben. Mit einer besonderen WHW. - Ak - ti)i n ist in' den Weihnachtsfeiertagen zu rechnen. -in $ iläll NW ligjJ !kkB pfai» fe* M eint* 5 fei' m dis naiD as $ >bunN te » itfN: lüfitN W ich- l W w jr» rgo. der. ) ion«5 i M. nntnifl elU flinifc *5 el>o§? z < .q < (V Elastische Gestaltung des Schutzes Dr die deutsche Schmalzerzeugung. Berlin, 18. Okt. (DNB.) Der grundsätzlichen Linie für die Agrarwirtschaftspolitik entsprechend ist sei auch der Schutz für- die deutsche Schmalzer- iung elastisch gestaltet worden. Der Zoll für vc»malz wurde von 100 Mark auf 40 Mar? jeDoppelzentner herabgesetzt. Außer (Wem Zoll von 40 Mark wird ein beweg- (itD e r , den jeweiligen Verhältnissen laufend ange- paj ter Unterschiedsbetrag durch die Reichs- [1'1.e für Milcherzeugnisse, Oele und Fette erhoben, Dtfan Höhe so bemessen werden wird, daß der sklrbraucher für Auslandschmalz in kurzer Zeit nicht mehr als 90 Pf. bezahlen wird. Bei Lc'wendung der für die minberbemitetlte Bevölke- frir g ausgegebenen Fettverbilligungs- [ (jie i n e stellt sich dann der Preis für Ausland- fchnalz auf 65 Pf. je Pfund. Englandfeindliche Maueranschläge in Japan. : o n b o n, 18. Okt. (DNB.) „Daily fferalb" Niel- bei daß in Kobe an Mauern und Telegraphen- ningen Flugblätter angeklebt wurden, die die Schrift trugen: „Iaat die Engländer hin- ■us, d i e Störenfriede Asiens! Erhebt ist ALVA bald jedem Raucher, der Wert auf eine kultivierte Zigarette legt — kultiviert in feinem Geschmack und in der gepflegten Aufmachung. Der Kenner spürt sofort, daß bei der ALVA wertvolle Tabake in besonders glücklicher Mischung vereint sind. ist: Berlin W 8, Wilhelmstraße 65, Fern- • A 1 Jäger 0044. . Die Bereinigung macht manche bisherige Doppel- abeit unnötig und gewährleistet die Zusammenfassung aller Kräfte au demselben gemeinsamen ^ele der Schaffung einer Justiz im einigen deut- Inen Volk. Das neugebildete Ministerium besteht aus sechs ordentlichen Abteilungen und einigen Sonderabtei- Imgen. Die Verteilung des gesamten Arbeitsstoffes il: nach Sachgebieten erfolgt, so daß in den einzel- nn Abteilungen Reichs- und preußische Angelegen- hiiten von Reichsbeamten und preußischen Beamtin bearbeitet werden. Die Abteilungen sind: I. Personalsachen und Gerichtsorganisation; Leiter: Ministerialdirektor Dr. Nadler; II. Strafgesetzgebung und bäuerliches Recht; Leiter: Ministerialdirektor Schäfer; [II. Strafrechtspflege und Strafvollzugsverwaltung; Leiter: Ministerialdirektor Dr. Kröhne; IV. Bürgerliches Recht, Bürgerliche Rechtspflege; Leiter: Ministerialdirektor Dr. Volkmar; V. Handels-, Verkehrs- und öffentliches Recht; Leiter: Ministerialdirektor Richter; VI. Preußische Justizverwaltung; Leiter: Ministerialdirigent Schneller; JJP: Ausbildung: Präsident Dr. Kal and t; 1A: Familienguter und Hausverknogen: Präsident Professor Dr. K l ä p f e l. Die Abteilung I untersteht beiden Staatssekretären gimeinsam. Im übrigen unterstehen Staatssekretär I'. Schlegelberger die Abteilungen IV, V urb LA, Staatssekretär Dr. Freister die Ab- hlungen II, III, VI und RJP. Oer Grünberger Gallusmarki. Oer zweite Tag.-Landesbauernführer Or. Wagner spricht. + (Brünberg, 18. Okt. Der zweite Markttag (Donnerstag) brachte gutes Wetter, in den Mittagsstunden sogar strahlenden Sonnenschein. Dadurch begünstigt, war der Zustrom von Besuchern an diesem Tage wieder sehr stark, wenn er auch nicht die große Besucherzahl des ersten Tages brachte. Eingeleitet wurde das Markttreiben durch den offiziellen Frühschoppen im Wirtszelt. Der Nachmittag brachte dann auf dem Marktplatz eine Bauernkundgebung, zu der Landesbauernführer Or. Wagner erschienen war. Im Sitzungssaals des Rathauses hatten sich neben der hiesigen politischen Leitung der NSDAP, die Ortsbauernführer der Nachbardörfer, ferner Bürgermeister Dr. Mildner, Ortsbauernführer L. Großhaus, Bezirksbauernführer Metzger (Röthges) und Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck zur Begrüßung des Landesbauernführers Dr. Wagner versammelt. , Nach Eröffnug der Kundgebung durch Kreis- bauernführer D ö r r s ch u ck sprach Landesbauern- führer Dr. Wagner vom Fenster des Sitzungssaales zu den Erschienenen. Er führte in feiner Rede u. a. aus: Selbst nach anderthalbjähriger Agrarpolitik im nationalsozialistischen Sinne gibt es immer noch Kritiker, die an unserer Politik mäkeln. Bei einem Rückblick und Vergleich mit der früheren Zeit muh der Unbefangene doch erkennen, daß manches geleistet wurde. Freilich sind diejenigen enttäuscht worden, die glaubten, mit der Machtübernahme durch uns würden sie ihre Schulden los. Wir sind uns von vornherein darüber klar gewesen, daß wir diese Sorte Menschen nicht zufriedenstellen würden. Wir sind aber auch in dem Gedanken an die Arbeit gegangen, daß bis zur Verwirklichung unserer Ideen viele Jahre vergehen wurden. Zur Zeit knüpfen sich an die Getreide- erhebung allerhand Gerüchte: Finanzamt, bzw. Ablieferung des Getreides. Alle diese Mutmaßungen sind aus der Lust gegriffen, vielmehr sollen unsere Getrcidevorräte festgestellt werden, damit sich ein Ueberblick gewinnen läßt, um danach die Preisgestaltung zu regeln. Ausdrücklich kann gesagt werden, daß der Bauer Herr über sein Getreide ist. Weiterhin wird auch der Bauernstand beim diesjährigen Winterhilfswerk wieder Helsen. Sind auch vereinzelte Fälle von ungerechten Verteilungen vorgekommen, so soll man dadurch nicht das große Werk als solches ablehnen. Es ist angeordnet, daß Unterstützungsempfänger, die sich oer Arbeit in der Landwirtschaft entzogen haben, künftig nichts erhalten sollen. Die Richtsätze für die Abgabe der Bauern liegen dieses Jahr durchschnittlich etwas unter den vorjährigen Sätzen als Folge der niedrigeren Ernteerträge. Selbstverständlich können je nach Lage der Sache diese Sätze unterschritten ober auch erhöht werden. Anderseits zieht aber auch der Bauernstand aus dem Winterhilfswerk Nutzen, denn das Winterhilfswerk läßt beispielsweise in unserem Gau 500 000 Zentner Kartoffeln aufkaufen. Allmählich bringen die gesetzgeberischen Maßnahmen für den Bauernstand immer mehr ein, man erkennt ihre Borleile, z. B. bei der Regelung der Milchwirtschaft der Getreideversorgung und des Fleischmarktes. Gerade diese drei letzten Sachen, die etwas vollständig Neues darstellen, verfolgen den Zweck, dem Bauer in der Preisgestaltung gerecht zu werden. Wenn bei solchem Neuartigen sich anfangs vielleicht noch kleine Fehler bemerkbar machen, so wird sich das im Laufe der Zeit beheben lassen. Beispielsweise sind die Preise für Kartoffeln so, daß der Erzeuger zufrieden sein kann, und auch die Preise für Fleisch werden sicherlich in ebenso zufriedenstellender Weife geregelt werden. Jedenfalls wird erreicht werden, daß die Erzeugnisse des Bauern aus dem Auf und Ab der Preisbildung der Börse herauskommen, so daß der Erzeuger nicht mehr jeden Tag erst rasch feststellen muß, welche Preise an der Börse für seine Sachen gezahlt wurden. Ebenso wird auch der Händler an die festen Preise sich halten müssen. Jedenfalls wird künftig bei Nichteinhaltung der fe st gesetzten Preise, einerlei ob Händler oder Bauer, mit strengen Maßnahmen vorgegang>'n werden. Bezüglich des Reichserbhofgesetzes, das ia nun allgemein in seinen Grundgedanken Verständnis gefunden hat, ist noch darauf hinzuweisen, daß das dem Bauernstand gewährte Mitbestimmungs- nen, ergänzt wurde. Das über Nordskandinavien ostwärts wandernde den, doch dürfte späterhin erneut Verschlechtenma einsetzen, da über Island bereits ein neues Tief Aus aller Wett 18. Oktober: abends 7,3 Grad; am 19. Oktober: moi. Bürgermeister Waiblinger nicht ermordet, sondern Opfer eines Unglücksfalles. Hand herbeigeführt wurde, sondern daß es sich um einen Unglücksfall handelt, der auf eine schwere mit heftigen Magenbeschwerden verbundene chronische Erkrankung des Verstorbenen zurückzu. Personen oder 2 v. h. Da sich die Gesamtbevölkerung gegenüber 1925 um 4,5 v. h. vermehrt hat, ist der Anteil der Evangelischen an der Gesamtbevölkerung (von 64,2 v. h. auf 62,7 v. h.) zurück- gegangen, der der Katholiken (von 32,4 v. h. auf 32,5 v. h.) gestiegen. Die Zahl der Israeliten (der Religions-, nicht der Rassezugehörigkeit nach) ist durch Abwanderung, Sterbefallüberschüsse und Austritte aus der Religionsgemeinschaft seit 1925 Amtlich wird in Wien verlautbart: Entgegen der ursprünglichen Annahme über den Tod des Bür» Nach einem Hinweis auf den heutigen Gallus markt in der an geschichtlichen Erinnerungen so reichen Stadt Grünberg schloß Dr. Wagner mit folgenden Sätzen: Dir Nationalsozialisten sind entschlossen, das durchzuführen, was der Führer will. recht durch die Einsetzung der Anerbenrichter, um 65000 auf 500000 zuruckgegangen: ihr Antch die bei etwaigen Härten mildernd einwirken kon- an der Reichsbevolkerung verringert sich dadurch - 9 ■ von 0,9 v. h. auf 0,8 o. h. Fie Gemeinschafts» ..Hofen, d. f. die Personen, die angegeben haben, daß sie rechtlich keiner Religions- ober Weltan. schaunugsgemeinschast angehören, sind von 1,1 Mill, auf 2,4 Mill, angewachsen; ihr Anteil an der Ge. samtbevölkerung 'beträgt 3,7 v. h. gegenüber 1,8 v. h. im Jahre 1925. führen ist. Wettervoraussage. zu erkennen ist, wodurch die Zufuhr milder D^ean» Die Religionszugehörigkeit der Relchsbevötkerung. lüft weiterhin gefördert wird. Das Statistische Reichsamt hat soeben Aussichten sllr Samstag: Wechsetad. ^ahtenanaaben über die Religionsgliederunq der bewölkt und vorübergehend aufheiternd, Verhältnis. Bevölkerung des Deutschen Reiches nach der mäßig mild noch einzAne Niederschlage, Volkszählung vom 18. Juni 1 933 ver-! Aussichten für Sonntag: Nach vorüber, öffentlich!. Von der G-samtbevölkerung des Deut- gehendem Aufklaren erneut Bewölkungszunahme, scheu Reiches ohne Saargebiet (65,2 Mill.) sind Lufttemperaturen am 18. Oktober: mittags 10,1 etwas weniger als zwei Drittel evan - Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 19. Oktober; gelisch (40,9 Mill.) und knapp ein Drittel morgens 8,2 Grad. Maximum 10,4 Grad, Minimum katholisch (21,2 Mill.). Seit der vorhergegange- 3,6 _@rab. — Erdtemperaturen in 10 ^cm Tiefe qri nen Volkszählung im Jahre 1925 beträgt die Zunahme bei ben Katholiken 979 000 Personen ober 4,8 0. h., bei ben Evangelischen 815 000 Kommt in einem Dorfe einmal etwas vor, was nicht recht ist, bann schiebe man das nicht gleich der Parte! zur Last. So wie der Führer feft in ------------------ seinem Wollen ist, werden wir ihn dabei unter-'ermeisters Alois Ka i b li n ger ist es auf Grund stützen, in dem unbergfamen Streben, wieder em bes gerichtsärztlichen Gutachtens feststehend, daß festes, dauerhaftes Reich zu schaffen, heil Hitler, der Tod des Bürgermeisters nicht durch fremde Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenom- " ......... men. Kreisbauernführer Dörrschuck brachte dann ein Sieg-Heil! auf den Führer aus, worauf er nach dem Gesang des Horst-Wesiel-Liedes die Kund- gens 7,6 Grad. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnen« scheindauer 5,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Bei, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. gebung schloß. Später begab sich der Landesbauernführer hinaus auf den Markt. Erwähnt sei noch, daß Pg. Klo st ermann den Markt ebenfalls mit seinem Rüstige Tief hat seine Warmluft an der Südseite Besuche beehrte. | bereits über Deutschland vorgeschoben. Die Tem» Begünstigt von gutem Wetter herrschte bei zahl- peraturen kommen daher allgemein höher zu liegen reichem Besuche auf dem Markte noch reges Leben ai5 in der letzten Zeit. Nach Abzug des Tiefs wird und Treiben, das bis in die Abendstunden dauerte, die Wolkendecke vorübergehend durchbrochen wer- Verkäuierin ■ (Aushilfe) für Wolle, 05058 Strickwaren, Strümpfe sofort gesucht. Dittman Seltersweg. Abiturientin sucht Stelle als SWtolW Familienanschlß. erwünscht. Schr. Angeb. u. 6138D nn denGieß.Anz. Stellenangebote) Stellengesuche Hiesig.Industrie- betrieb sucht jungesmaönen mit Vorbildung in Stenographie und Maschinenschreiben als ftMiig IN seine kaufmännische Abteilung aufzunehmen. Handschriftliche Anerbieten sind u. 6180V an den Gießen.Anzeiger zu richten.______ Ehrliches, fleißig. Mädchen für kl einen Haushalt für sofort gesucht. Näheres Ludwin strnße27 (Erdgeschoß) ososv Auf den KdF-Fahrten Im 95. Lebensjahr. Gießen (Marktplatz 9-10), den 18. Oktober 1934. Die Beerdigung fand in aller Stille statt mal zu 05054 Die trauernden Hinterbliebenen. Friedberg, Frankfurt, Offenbach, Essen, Gelsenkirchen. 6131 D cum,19.ü-20 Okt. la Speise- und SalatWeln im letzten Sommer haben Sie doch auch geknipst, nicht wahr? Sehen Sie sich die Bilder nochmals durch. Sicher ist das eine oder andere so hübsch, daß man es vergrößern sollte! Die Wirkung steigt mit der Größe des Bildes! Kommen Sie mit Ihren Negativen nach kurzem Leiden im Alter von beinahe 85 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Hermine Schulte, geb. Wellmann Robert Imbeuser und Frau, geb. Wellmann Paul Tischmeyer und Frau, geb. Wellmann und 3 Enkel. Ohne bleu durch den Winter! m. Kräuterhaus- Eukalyptus-Oel, Hustenkandis und gegen alten Schleim,Asthma Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 21. Oktober, nachmittags 1.30 Uhr, in Beuern statt. u. Lungentee Mk. 0.20—1,30. 1. M» Steinstr. 73, Tel. 3581 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, guten Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Ludwig Ranft Am 15 Oktober entschlief sanft nach kurzer Krankheit unsere liebe, gute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Wilhelmine Wellmann geb Wollering Ring Denfstiie BOline Spielplan für Okt. u. Nov.: Donnerstag, 25.Okt.,u.Sams tag, 27. Oktober: Polenblnt Donnerstag, 15.Nov.,u.Samstag, 17. Novbr.: firodj nm 3olanttje Donnerstag, 29.Nov u Samstag, 1. Dezemb.: Wa lenstein. Kartenansgabe für Oktober: Donnerstagmitglieder, Samstag, 20. Oktober; Samslagmitgl. Montag, 22.Okt., jeweils von 16bis 19 Uhr an d.The- atertasse beiBor- legung der neuen (braunen) Mitgliedskarte. 6133O eisoA Photo Kreuzplatz 8 ALTERS VEREINIGUNG 1864-1914. Unerwartet ist unser lieber Alterskamerad Carl Brod Verwaltungs-Ober-Inspektor i. R. von uns gegangen. Wir verlieren in ihm einen prächtigen Kollegen und treuen Mitarbeiter, dessen Andenken wir in Ehren halten. — Die Beisetzung findet seinem Wunsch gemäß in aller Stille statt. ________________________ 6I39D taltarlL2=J - - NS.-Kaiturgemejnde Düngekalk MhII 1 empfiehlt billigst HOecHsler Steinstr 73 Tel. 5581 Gutes O5O46 Klavier billig zu verkauf. Posener Str. 11. Gesucht z. 1. November gelernt. Hausmädchen auch i. Nähen erfahren. Gesuche mit Bild eins, an Fran von Wiilich ScbloßSickendorf b, Lauterbach H. [Vermietungen | Kleines leeres Zimmer an Einzelperson ober Büro zu vermieten, ososs Kaiserallee 38. Bon ölt. Dame geL: 2 evtl. 1 gr. leeresZIllmel Zentr.,ruh.Lage, beste F-ain^mögl. volle Pens.,Vor- ausz.Angeb.unt. 05053 a.d.G.A. 2-3-Zimm.- Wohnung von ig. Ehepaar zum 1.Dezember ob. 1. Januar in Gießen - Wieseck z. mieten gesucht. Schr.Angeb.unt. 05050 an b.G.A. 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Dose 25 Heringsalat.....%pfd.16 Fleischsalat.... y4pfd.18 Feinster Tafel-Reis pfd. 22 Erbsen, grüne.........Pfd. 28 Erbsen, gelte.........pfd. 23 Linsen, kleine........Pfd. 16 Linsen, große.........Pfd. 24 Bohnen..............ptd. 14 Graupen............ptd. 20 Hafenlocken........ptd.23 Grieß................ptd.23 Feinster Allgäuer Schweizer-Käse-/.Pfd. 25 sehr saftig ld. 245 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) $rtifagJ9. ©ffober 1934 Wunder des menschlichen Auges Neue ForschungSergebniffe über das größte Kunstwerk der Natur. man das Fensterkreuz lange Zeit völlig unbewegt anstarrt. Oie Netzhaut entspricht der modernsten Aomphysik! Don Dr. W Die Wissenschaft vom Menschenauge — ein riesiges Forschungsgebiet über ein winziges Organ — gibt es nicht erst seit heute und gestern. Das Auge, das „Fenster" des menschlichen Körpers hat schon seit vielen Jahrhunderten die größten Geister — und nicht nur die Wissenschaftler — in feinen Bann gezogen. Männer wie Dürer und Leonardo Goethe und Helmholtz setzten einen großen Teil ihres Lebens daran, die Geheimnisse und Wunder dieses größten Kunstwerkes der Natur zu erforschen. In der Tat wis- sen wir nur über wenige Gebilde des menschlichen Organismus so viel wie über unser Auge, und trotzdem vergeht kein Jahr, in dem man nicht merkwürdige neue Entdeckungen am Menschenauge macht. Der nachstehende Artikel berichtet über einige neue Forschungsergebnisse auf diesem Gebiete. Das ,/G»asfenster des Gehirns". . Bergmann. Dunkelheit hilflos werden — man pflegt zu sagen „wie ein blindes Huhn" Das Huhn ist nämlich von Natur aus nachtblind, es besitzt in seiner Netzhaut fast nur „Tageszellen". Wird das „letzte Erlebms" im Auge photographiert? Man hat in zahlreichen Tierexperimenten festgestellt, daß die Netzhaut an ihren belichteten Stellen anders aussieht als an den beschatteten Bezirken. Wenn man sich längere Zeit vor ein Fensterkreuz setzt, so wird dieses auf der Netzhaut abgebildet; an der Stelle des kreuzförmigen Schattens, der auf der Netzhaut entsteht, sammelt sich der Sehpurpur an, während er in den übrigen belichteten Partien gebleicht wird und verschwindet. Es wird also in diesem Falle das Fensterkreuz tatsächlich auf der photographischen Platte des Auges festgehalten, und man würde — wenn man die Die Gelehrten haben nun auch versucht, die Lichtempfindlichkeit unserer Netzhautzellen zahlenmäßig genau zu bestimmen. Durch komplizierte Methoden konnte man schließlich feststellen, welche Energiemengen nötig sind, um eine einzige Stnneszelle der Netzhaut gerade wirksam zu erregen. Als dann der große deutsche Physiker Max Planck die sogenannten Lichtquanten entdeckte (das sind kleinste Energieatome, aus denen die Lichtstrahlen zusammengesetzt sind), da stellte sich heraus, daß di§ menschliche Netzhaut genau nach der Planck- schen Quantentheorie gebaut ist! Die kleinsten Energiemengen, die zur Erregung der Stäbchen und Zapfen erforderlich sind, entsprechen nämlich gerade den Lichtquanten! Von Neros Smaragd bis zum modernen „Hastglas". Vielfach wurde die Auffassung vertreten, man solle möglichst auf Brillen verzichten und sich nicht an diese gewöhnen, da die Menschheit ja früher auch Die Lichtstrahlen der Außenwelt müssen erst einen recht komplizierten Weg zurücklegen, bis sie in unsere Großhirnrinde und damit in die Sphäre unserer bewußten Gesichtsempsindungen gelangen Das Auge besteht aus verschiedenen durchsichtigen, optisch brechenden Schichten, Hornhaut und Kammerwasser, Kristallinse und Glaskörper, die das Licht erst durchwandern muß, bis es auf die zarte Netzhaut stößt. Sie bilden sozusagen den optischen Apparat, der die Strahlen bricht, sie zusammenballt und die Gegenstände der Außenwelt scharf auf der Netzhaut, der photo.graphischen Platte des Auges, abbildet. Hier sitzen die licht- und farbenempfindlichen Sinneszellen, Stäbchen und Zapfen; sie werden von den auftreffenden Strahlen gereizt, die Erregung sammelt sich in Sehnerven und fließt nun auf verschiedenen Wegen dem Großhirn zu. Die Netzhaut mit dem dicken Sehnerven ist eigentlich weiter nichts als eine besonders feine lichtempfindliche Ausstülpung, ein Vorposten des Gehirns, die von der Außenwelt nur durch ein durchsichtiges glasklares Fenster geschieden ist . Hormone zum Ounkelsehen. In der Netzhaut unseres Auges sind zahlreiche Apparate verborgen, die alle eine besondere Aufgabe besitzen und je nach den äußeren Anforderungen in Aktion treten oder sich ausruhen. Bei hellem Tageslicht „arbeiten" wir z. B. mit ganz anderen Netzhautbezirken als im Dämmerungslichte und im Dunkeln. Der „Dämmerungsapparat" der Netzhaut kann nicht wie eine elektrische Lampe blitzschnell ein- und ausgeschaltet werden, sondern paßt sich erst langsam den erhöhten Anforderungen an. Die Netzhaut produziert in der Dunkelheit bestimmte Substanzen, den sogenannten S e h p u r p u r, der die Lichtempfindlichkeit des Auges gewaltig steigert. Nach einer halben Stunde ist unser „N a ch t a u g e" zweitau- fendmal empfindlicher geworden! Vor wenigen Monaten erst entdeckte man ein neues Hormon, das eigens dazu bestimmt ist, die Lichtempfindlichkeit unseres „Dämmerungsauges" zu steigern. Man träufelte diesen eigenartigen Stoff tropfenweise ins Auge ein und erreichte damit, daß sich das Auge viel schneller an die Dunkelheit gewöhnte und bereits nach kürzester Zeit die umgebenden Gegenstände in einem finsteren Zimmer deutlich unterscheiden konnte. Bekanntlich gibt es auch verschiedene Krankheiten, bei denen entweder nur das „Tag"- oder nur das „Nacht"-Auge gestört ist Ein Kutscher, der durch eine bestimmte Netzhautentzündung die Fähigkeit zum „Hellsehen" verloren hatte, konnte seinen Beruf nur noch nachts ausüben, denn fein „Dämmerungsapparat" war völlig intakt, während er bei Tage die Straßenschilder und Hausnummern nicht mehr entziffern konnte. Umgekehrt geht es „Nachtblinden", die mit dem Eintreten der "TOasfagen Sie zuSfärrn 2)r. Sßellmann? Herr Or. Bellmann ist Hauslehrer in der Familie des Konsuls Flnktzndey,- auch er nimmt teil an der Adendgesellschast,nach deren Beendigung die Gast» geber die so überaus pe>nliche Entdeckung machen muffen, daß der kostbare Perlenschmuck der Frau Konsulin auf ratselbasteWeise spurlos verschwun- den ist. Herr Or. Bellmann spielt allerdings, wie es scheint,an diesem 'Abend und auch sonst im Ver- laufe der Ereigniffe keine hervorragende voller er fühlt sich vielleicht etwas unbehaglich in diesem Kreise,- er kommt die Treppe herunter, „auf merkwürdige Art einem Nachtvogel vergleichbar, mit großen, schwarzgerandeten Brillenaugen,- scheu und ein bißchen unsicher" - so wird er eingeführt und vorgeitellt, so sehen Sie hier sein Bild. Später, als man dabei ist, die Spuren des Diebstahls im Schlafzimmer der Konsulin zu untersuchen, macht er eine nicht gerade rühm iche Figur,- zum mindesten muß man an seinem kriminalistischen Spürsinn einigen Zweite! hegen,- io, es heißt sogar von ihm, dieser Hauslehrer sei „im praktischen Leben ein kleiner Schafskopf". Das klingt ja nun etwas grob, und so sieht er auch eigentlich nicht aus - was meinen Sie denn welche Rolle spielt er in unserem Roman „Das Haisband", von dem Sie heute eine neue Fortsetzung in den Familienblättern finden,.... haben Sje ihn im Verdacht oder einen anderen? "Tüer fjat das SKalsßand gejtofjlen? Netzhaut aus dem Auge herausnehmen könnte — eine purpurrote Silhouette des Fensterkreuzes vorfinden. Man hat nun aus dieser wissenschaftlichen Entdeckung weitgreifende Konsequenzen ziehen wollen. Findige Detektive hofften nun, auf der Netzhaut jedes Ermordeten sein letztes Erlebnis. also etwa die Hand oder die Gestalt des Mörders, abgebildet zu finden — ein etwas übertriebener Optimismus, dessen Unhaltbarkeit nunmehr klar erwiesen ist. Das oben beschriebene Experiment kann ja auch nur dann gelingen, wenn keine Brillen gebraucht habe. Doch die moderne Geschichtsforschung hat diese Auffassung weitgehend widerlegen können. In der Tat kennt man richtige Brillengläser — wenn auch in sehr primitiver Form — erst seit etwa 500 Jahren; aber nicht darum, weil man vorher keine künstlichen Augengläser brauchte, sondern weil sie erst damals e r - funden wurden. Sehstörungen gab es, wenn auch nicht im heutigen Ausmaße, schon immer. Viele römische Schriftsteller klagten Über eine zunehmende Seh-Schwäche im Alter und beschwerten sich, daß die Aerzte nichts dagegen tun könnten. Auf vielen Plastiken und Gemälden aus dem Altertum kann man Menschen mit den typischen zusammengekniffenen Augen sehen, wie sie der „unbebrillte" Kurzsichtige oft nach längerer Gewohnheit bekommt. x)er berühmte Smaragd, durch den Kaiser Nero die Zirkussptele betrachtete, stellte kein „Monokel", sondern eine Art grünes Schutzglas dar, das oie Augen erholen und vor allzu hellen Sonnenstrahlen bewahren sollte. Eine wichtige Erneuerung der letzten Zeit stellen die modernen „H a f t g l ä s e r" dar, um deren Einführung sich vor allem der deutsche Gelehrte Professor Heine verdient gemacht hat. Diese Gläser werden direkt aufs Auge aufgesetzt und Hafen fest auf der Bindehaut. Zwischen dem Glas und der ^s^oberfläche bildet sich eine kleine Flüssigkeits- Ichlcht' oie für das gute Sehen entscheidend ist; die eigentliche korrigierende „Linse" ist nicht das Haftglas selbst, sondern diese Flüssigkeitsschicht, die sich unter dem Glas onsammelt! Daß die Anpassung und individuelle Herstellung eines Haftglases besondere Sorgfalt erfordert, versteht sich von selbst; manche Patienten vertragen sie auch nicht recht, da sie sofort eine Bindehautreizung bekommen. In an« deren Fallen bieten die Haftgläser aber große Vorteile, sie „beschlagen" sich nicht und vergrößern das Blickfeld. Sehr oft bedeuten sie nicht nur eine kosmetische Verbesserung (für Schauspieler, Sänger usw. ist dies von größter Bedeutung), in manchen Fällen, z. B. bei unregelmäßiger Hornhautverkrümmung, sind sie das einzige in Frage kommende Heilmittel. Neuordnung der evangelischen Dekanate in Nassau-Hessen. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 an sind die Dekanate in der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen neu ge 0 rd - n e t worden. Ueber die Bestimmungen für die Provinz Oberhessen ist folgendes zu berichten: Zu dem Dekanat Büdingen treten aus dem früheren Dekanat Nidda die Kirchengemeinden: Dauernheim, Geiß-Nidda, Hirzenhain, Nidda, Ranstadt, Effolderbach, Schwickartshausen, Wallernhausen, Fauerbach; aus dem Dekanat Rod he im die Kirchengemeinden: Altenstadt, Höchst a. d. Nidder, Oberau, Rommelshausen, Rodenbach. Zu dem Dekanat Friedberg treten aus dem früheren Dekanat R 0 d h e i m die Kirchengemeinden: Büdesheim, Burg-Gräfenrode, Ilbenstadt, Groß-Karben, Kaichen, Heldenbergen, Klein-Karben, Nieder-Wöllftadt, Okarben, Petterweil, Rendel; aus dem früheren Dekanat Nidda die Kirchengemeinde: Leidhecken; aus dem Dekanat Büdingen die Kirchengemeinde: Staden mit Stammheim. Zu dem Dekanat Hungen treten aus dem früheren Dekanat Nidda die Kirchengemeinden: Berstadt, Bingenheim, Bisses, Blofeld, Echzell, Gettenau, Heuchelheim, Langd, Ober - Widdersheim, Borsdorf, Rodheim an der Horloff. Zu dem Dekanat Schotten treten aus dem früheren Dekanat Nidda die Kirchengemeinden: Eichelsdorf und Oberlais. Zu dem Dekanat Homburg treten aus dem früheren Dekanat R 0 d h e i m die Kirchengemeinden: Holzhausen, Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Ober-Eschbach, Rodheim v. d. H. Zu dem Dekanat Frankfurt a. M. - O st treten aus dem früheren Dekanat R 0 d h e i m die Kirchengemeinden: Dortelweil, Vilbel und Massenheim. peter-Gemeinder-Siedlung Bad-Nauheim, 17. Oft. (LPD.) Die im Frühjahr im Bau genommene Siedlung am G 0 l d st e i n , in der 30 Familien Unterkunft finden werden, wurde jetzt ihrer Bestimmung übergeben. Dem llebergabeaft wohnten Vertreter der NSDAP., der Stadtverwaltung und der Siedler bei Bürgermeister Dr. Ahl erklärte in einer Ansprache, daß die Siedlung den Namen „Peter- Gemeinder-Siedlung" tragen werde; den gleichen Namen erhält auch die durch die Siedlung führende Straße. tung des Stoffes bis zum Drehbuch des Filmes die Historie um 1809 einige Wandlungen erlebt hat und insbesondere das Hauptgewicht im Gefüge der Svenen vom Major Korfes auf das Mädchen in der schwarzen Jägeruniform übergegangen ist, so sind auch hierfür geschichtlich beglaubigte Dyrbilder, sogar aus der gle chen Zeit, unschwer beizubringen, und überdies erhält so die kriegerische Schilderung aus der Zeit der preußischen Erhebung einen romantischen Beiklang, der durchaus dem Stil und Wesen jener Tage angemessen erscheint man erlebt nicht ungern neben dem Abenteuer der schwarzen Freischar auch die zartere Herzensgeschichte, die sich in allem politischen und militärischen Aufbruch zwischen dem Major und dem Mädchen anspinnt. Wandlungen überraschend erprobt, in allen Sätteln gerecht, höchst reizvolle Aufgabe, die Spannweite und darstellerische Intensität dieses Mannes aus der langen und verblüffend kontrastreichen Reihe seiner großen Rollen abzuleiten und zu bemessen; in dieser Reihe dürfte wohl auch die neue Filmrolle hier nicht fehlen, die er mit einer ganz überlegenen Leichtigkeit spielt und mit einer Umrißschärfe der so schillernden und zweideutigen Hintergrundfigur, die doch, zwischen zwei Feuern, zwischen zwei Fronten stehend, die Fähen des Spiels mit unheimlicher Gelassenheit in Händen häll. Bremen" . ., es ist die gleiche Zeit, der gleiche Stoff, das Ganze offenbar die Urzelle zu dem späteren Roman „Schwarzer Jäger Johanna" Nach diesem 'Roman haben dann Heinrich Oberländer und Heinz U m b e h r das Drehbuch für die Terra geschrieben Schon in jener Erzählung vor sechs Jahren stand die Gestalt des Majors Korfes im Mittelpunkt der Ereignisse Erst in der späteren Fassung wurden ihm die beiden wichtigsten Gegenspieler zur 'Seite gestellt: der politische Agent Dr Frost und die .junge Johanna Luerssen, nachmals als schwarzer Jäger im Freikorps des Herzogs von Braunschweig. ♦ Johannes Meyer führt Regie; ihm standen bedeutende Mittel an Personal, Ausstattung und Kostüm zur Verfügung, und er entwickelt diesen Film nicht nur mit Schwung und Temperament und großer Entfaltung als ein historisch-militärisches Schauspiel, sondern er hat auch Sinn für die kultivierte Dialogszene, für Stil und Atmosphäre der Zeit, für Stimmungen und ausschmückendes Beiwerk. Aus dem großen Ensemble seien nur die wichtigsten Namen noch mit Anerkennung herausgegris- fen: Fita Ben kh off als Philine (wir Haden in I letzter Zeit wiederholt auf diese begabte Darstellerin f 'aufmerksam gemacht), Paul Bildt (Herzog von Diese Johanna spielt Marianne Hoppe, die wir Braunschweig), Oscar Sima, Friedrich Ettel vor kurzem im „Schimmelreiter" kennengelernt ha- und Harry Hardt — Der Film läuft mit einem den sie kam von der Bühne zum Film, und wenn hübschen Beiprogramm seit gestern im Lichtspjel- man sie in; ihrer jüngsten. Filmrolle sicht, bann kann 1 haus, — r — , sich gut vorstellen, daß sie früher etwa eine ^vl/Onnu andere, berühmtere Johanna (von Schiller) gespielt 8id)tit)ie(hduß dot: sie greift mit einer ähnlichen Bewegung nach ' dem alten Flitzbogen ihrer Kinderzeit und später nach dem Tschako mit dem Totenkopf wie das Mädchen von Orleans in ihrer berühmten Szene nach dem Helm. Schlanke Gestalt und schmales Gesicht mit großem lebhaften Augenspiel passen vortrefflich in die romantische, von einem doppelten Antrieb des Gefühls getragene Rolle und es berührt sehr wohltuend, daß sie auch mit dem männlich verschnittenen Haar, in Reitstiefeln und knappem Waffenrock nie die anmutige Haltung aufgibt, die ihre Erscheinung im Empirekleidchen so liebenswürdig macht. Paul Hartmann gibt den Major, preußischen Patrioten, Verschwörer und Kriegsührer auf eigene Faust: eine ernste, wortkarge, männliche Gestalt, sehr beherrscht und sehr nobel gespielt Zwi- ^p.n .un& neben beiden erscheint in der Rolle des politischen Agenten Dr Frost Gustaf Gründgens, der vor kurzem endgültig zum Staatstheaterintendanten in Berlin ernannt wurde: ein glänzender Schauspieler, in vielen Masken und Ver- Die historischen Grundlagen sind ja wohl ziemlich bekannt, ein guter, lebendiger, auch die Gegenwart mit mancherlei verwandten Zügen unmittelbar berührender und ansprechender Stoff, dessen ursprünglich epische Anlage der Film in überwiegend knappe, bewegte Bilder und Szenengruppen aufzulösen versteht In die Ereignisse vor weltgeschichtlichen Hintergründen sind die persönlichen Schicksale der wichtigsten Figuren mit leichter Hand zwanglos eingefügt. Und wenn von der oben erwähnten ersten Gestal- Jn einer 1928 erschienenen Anthologie längster Prosa steht eine Novelle von Georg von der V r i n g unter dem Titel „Die Furt"; sie beginnt mit dem Satz: „Am späten Nachmittag des 5 August 1809 erblickte die Avantgarde des' schwarzen Freikorps vor sich über einem- Waldkamm die Türme von Das Haus mit den 44 Stockwerken. Von 3o Hanns Rösler Es gibt Häuser mit vierundvierzig Stockwerken. Wer oben wohnt, wohnt gut. Aber wer unten wohnt, wohnt besser. Denn es kann geschehen, daß plötzlich der Fahrstuhl streikt. Und dann müssen die Bewohner des vierundvierzigsten Stocks die vierund- vierzigmalsiebenundzwanzig Stufen hinaufsteigen. Das find wohlgezählte eintausendeinhundertacht,md- achtzig Treppenstufen Steig das mal einer! Das Haus Himmelpfortgasse achtundachtzig hat vierundvierzig Stockwerke. Im obersten Stock wohnen Jimm, Jill und Jindrich. Jimm, Jill und Jind- rich waren eines Abends nichtsahnend vom vier- undvierzigsten Stock im Fahrstuhl auf ein Glas Bier hinuntergefahren, aus dem einen Glas Bier waren einundzwanzig Liter geworden und die Uhr schlug bereits Mitternacht, als Jimm, Jill und Jindrich sich auf den Heimweg machten. Sie traten vor die Haustür, schloffen auf, sie traten vor den Fahrstuhl, schlossen auf, sie stiegen ein und setzten sich, dann drückte Jimm auf den Knopf Da gab es einen leisen Knall, und der Fahrstuhl rührte sich nicht vom Fleck. Jimm, Jill und Jindrich blieb nichts anderes übrig, als die vierundvierzigmalsiebenundzwanzig Stufen zu ihrer Wohnung emporzusteigen. Nachts ein Uhr. Mit einundzwanzig Liter im Bauch. Und sie taten es denn auch. Im zehnten Stock begann Jill: „Da wir sowieso vor morgen früh nicht an» kommen, wollen wir wenigstens eine angenehme Nacht haben. Wir werden eine Wette abschließen. Jeder von uns erzählt aller zehn Stock einen Witz. Wer den besten Witz macht, hat gewonnen." „Jeden zehnten Stock?" „Jeder einen Witz?" „Ja. Im zwanzigsten Stock beginnt Jimm." Im zwanzigsten Stock erzählte Jimm: „Das war in Potsdam auf dem Postamt vor dem Potsdamer Postpostschalter. Zu dem Schalter trat ein Mann mit einem Brief in der Hand und fragte den Potsdamer Postpostschalterbeamten: „Ist der Bries morgen in München, wenn ich ihn jetzt aufgebe?" „Bestimmt", antwortete der Beamte Der Mann mit dem Brief schüttelte den Kopf und meinte bedächtig: „Nein, das glaube ich nicht, daß der Brief morgen in München ist." Der Beamte schlug ein Buch auf, verglich Züge und Zeiten und sagte: „Sie können sich darauf verlassen. Ihr Brief ist morgen früh sieben Uhr siebzehn in München." „Nein — das glaube ich nicht —", beharrte der Mann vor dem Schalter. „Aber wenn ich es Ihnen sage!" „Ich glaube es trotzdem nicht." „Warum denn nicht?" Da sagte der Mann mit dem Brief: „Weil er nämlich nach Dresden adressiert ist." * Im dreißigsten Stock erzählte Jill: „Mein Freund Flamingo hat sechzehn Kinder. Sechzehn Kinder hat mein Freund Flamingo. Aber Flamingos sechzehn Kinder sind sechzehn Mädchen. Und mein Freund Flamingo hätte so gern einen Jungen gehabt Mein Freund Flamingo tat ilfo alles, um einen Stammhalter zu bekommen. Eines Tages war es wieder so weit Das siebzehnte Kind sollte auf die Welt kommen. Alles war bereit, mein Freund Flamingo wartete im Vorzimmer. Endlich kam der Arzt aus der Türe. „Gratuliere, Flamingo", sagte er. Mein Freund Flamingo drückte dem Arzt die Hand. „Was ist es? Ein Junge?" „Nein", sagte der Arzt, „kein Junge." „Wieder ein Mädchen?", fragte Flamingo traurig. „Nein", sagte der Arzt, „kein Mädchen." Flamingo stehen die Haare zu Berge. „Was? Kein Junge? Kein Mädchen? Was dann?" Antwortete der Arzt: „Zwei Mädchen." * Im vierzigsten Stock erzählte Jindrich: „Jetzt werdet ihr lachen! Ich habe unseren Wohnungsschlüssel in meinen Mantel gesteckt." Dann schwieg Jindrich. Jimm und Jill fragten: „Und? Wie geht der Witz weiter?" „Der Witz geht nicht weiter. Das ist der Witz." „Der Witz hat doch gar keine Pointe!" „Und ob er eine Pointe hat. Die Sache ist nämlich wahr. Unser Wohnungsschlüssel steckt wirklich in meinem Mantel." „Und wo ist der Witz?" Da sagte Jindrich: „Daß ich den Mantel mit unferm Schlüssel unten im Pestaurant vergessen habe." S.jf.Jpori (ar). Jugendspiele: Gießen); Ulm. — Wirtschaft gesucht. Abendbörse ruhig. fsyRnHbott (Steinberg); .ourq]oims — jiuuuuui jjl v i u i n y c i, , 1 z. cx f) Nüspeler Gießen); Leun — Stockhausen (Bücher, schwergewicht Weiß (JR. 15), (S). ^uspeie, öy^nbori (Klier, Wetzlar); Stein- Emmerich. Kampfleiter ist Schwalm (Alsfeld). DfB.-Michsbahn-Leichtaihletik. 25-kilometer-Gepackmarsch der Leichtathleten. Die Arbeitsgemeinschaft der Reichsbahn-Turn- unb Sportvereine hat zwecks Aufstellung einer Reichs-Bestenliste einen Fünfkampf ausgeschrieben. Auch der hiesige VfB.-Reichsbahn beteiligt sich daran. Während die Leichtathleten bereits im Sommer das leichtathletische Programm erledigten, folgt am kommenden Sonntag der dazugehörende Am Rentenmarkt waren Ältbesitz mit 103,90 bis 104 bis 103,75 (103) sehr lebhaft, auch Kommunal- Umschuldung mit plus 0,90 v. 5). verzeichneten größere Umsätze. Daneben gewannen späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. $)., Zinsvergütungsscheine 0,40 v. 5). und Reichsmark-Anleihen 0,50 bis 0,75 v. 5). Stahlverein-Bonds waren mit plus 2 v. 5). stärker erhöht. Bon fremden Werten lagen Mexikaner uneinheitlich, 5 v. H. äußere Gold 13,50 (14,25), 4,50 v. H. Irrigation 10 (10,40), dagegen 5 v. Sj. Silbermexikaner 6,35 (6,20). 1914er Ungarn 6,80 (7). Rach den ersten Kursen ließ das Geschäft am Rentenmarkt nach und auch die Kurse waren nur knapp gehalten, auch am Aktienmarkt trat keine Belebung ein. Im Verlaufe konnte sich das Geschäft am Rentenmarkt wieder beleben. Altbesitz hielten sich unter mehrfachen Schwankungen bei 104,25 und auch die übrigen variablen Renten zogen gegen die etwas leichteren Kurse wieder etwas an. Am Pfandbriefmarkt bestand meist Nachfrage, wobei Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen 0,25 bis 0,50 ü. $). und Liquidationspfandbriefe etwa 0,40 d. 5). anzogen. Stadtanleihen waren im Anschluß an die Abendbörse ebenfalls gesucht und zumeist 0,50 d. S). höher. Am Auslandsrentenmarkt gingen Schweizer Bundesbahnen etwas zurück. Industrie-Obligationen lagen etwa 0,50 bis 1 v. 5). fester. Der Aktienmarkt blieb zwar sehr still, doch traten Abschwächungen kaum mehr ein. Vielmehr ergaben sich für einzelnen Papiere leichte Besserungen, so für Farben, Bekula und Schiffahrtsaktien. Die spater notierten Werte lagen meist 0,50 niedriger. Tagesgeld war zu 3,25 v. S). (3 v. H) etwas Albert L u h, Kreisspielwart. Gaufachamt für Handball Kreis VIII Lahn-Dill. Wichtig für alle kreisvereinet Im Einvernehmen mit dem Reichsfachamtsleiter für Handball, Brigadeführer Herrmann in München, hot der Gauamtsleiter Denn in Kassel die Vereinsführer oder die Vereinsspielwarte zu einer Tagung auf Somstag, 20. Oktober, im Hotel „Nordischer Hof" in Kassel eingeladen. Der Reichsamtsleiter möchte seine Ausführungen in Gegenwart der Vereinsführer bzw. Spielwarte machen. Die neue Lage im deutschen Handball bringt es mit sich, daß eine Menge Veränderungen in der Organisation und in allen Bestimmungen eingetreten find, über die man sich in einer mündlichen Aussprache am besten informieren kann. Gerade von den Vereinen sollen Wünsche und Vorschläge vor- Frankfurter Börse. rNittagsbörfe: fest. Frankfurt a. M., 18. DEL Die Wirkung der Neuregelung der Besteuerung der Spekulationsgewinne für nicht festverzinsliche Papiere, wie sie in dem neuen Einkommensteuergesetz festgelegt sind, war an der heutigen Börse unverkennbar. Der deutsche Rentenmarkt setzte seine gestern mittag begonnene Aufwärtsbewegung bei ziemlich lebhaften Umsätzen fort, während der Aktienmarkt überwiegend schwächer lag. Da aber hier größeres Angebot nicht herauskam, hielten sich die Verluste m verhältnismäßig engen Grenzen, nur wenige Papiere lagen über den Durchschnitt von 0,50 bis 1 v. H. hinaus schwächer. Die Umsatztätigkeit war allerdings sehr klein. ä Siemens verloren 2 v. H., AEG. 1,13 v. H. und die Übrigen Elektropapiere von 0,25 bis 0,75 v. H., nur Bekula waren nach der gestrigen Abschwächung gut behauptet. Am Chemiemarkt eröffneten Farbenindustrie 0,25 v. H., Scheideanstalt 0,50 v. H. höher, während Deutsche Erdöl 1 v. H. verloren. Der Montanmarkt verkehrte zumeist schwacher, wo- bei Buderus 1,13 v.H., Phönix 1 v. H., Mannesmann 0,75 v. H. und die übrigen Papiere bis 0,65 v. H. nachgaben, Gelsenkirchen aber 0,40 v. H. freundlicher lagen. Schiffahrtswerte büßten zunächst bis 1 v. H. ein, konnten sich jedoch nach dem ersten Kurs bis 0,40 v. H. erholen. Schwächer eröffneten außerdem Zellstoff Waldhof mit minus 1,25 v. H., Moenus-Mafchinen mit minus 2,50 v. H.; Westdeutsche Kaufhof, Cement Heidelberg und Daimler Motoren gingen bis 0,65 v. H. zurück. Gut : behauptet eröffneten Reichsbank, Südd. Zucker, 1900 I — Lich (Schäfer, Heuchelheim); Steinberg — VfB. (Bender, Fellingshausen); Großen-Buseck — 1900 II (Eisenkraut, Grünberg); Leihgestern — Treis (Weil, Vetzberg); Krofdorf — Heuchelheim (Brück, Erda); Kinzenbach — Wißmar (Seitz, Heuchelheim); Naunheim — Spfr. Wetzlar (Trautmann, Büblingshausen); Burgsolms -- Dauborn (Kaletsch, Wetzlar); Wetzlar — Aßlar (Lind, Wetzlar); Tgde. Wetzlar — Albshausen (Knapp, Wer- dorf); Steindorf — Werdorf (Dietzel, Wetzlar); Oberndorf — Waldgirmes (Dörr, Werdorf). Schülerspiele: Naunheim — Spfr. Wetzlar (Trautmann, Büblingshausen); Nauborn — Burgsolms (®c.P3eL Schmalbach); Büblingshausen — Oberbiel (Kroner, Oberbiel); Wetzlar — Aßlar (Lind, Wetzlar). Großkampftag im gingen! Die Abendbörse nahm einen ruhigen Verlauf, besonders am Rentenmarkt hat die Umsatztatigkeit nachgelassen, da neue Publikumsorders nicht Vorlagen und die Kulisse etwas Zurückhaltung bekun- bete. Die Grunbstimmung war weiter fest, die Mittagsschlußkurse würben zumeist leicht über- schritten. Bei kleinem Umsatz traten Altbesihanleihe im Verlaufe etwas hervor, der Kurs erhöhte sich bis auf 104,25 v. H. nach heute mittag 103,60. Etwas Interesse erhielt sich für einige Reich^mark-Anleihen und für industrielle Genußrechte Von Kassarenten lagen Stadtanleihen und Kommunal-Obligationen bis 0,25 v. H. fester. Der Aktienmarkt lag bei zumeist gegen den Berliner Schluß unveränderten Kursen sehr still, Far- denindustrie bröckelten später 0,25 v. H. ab. Am Kassamarkt gaben IG. Chemie-Basel volle um 3 25 v.H. nach, und von sonstigen Auslandswerten verloren 4 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 183,50 2 v.H. Im Freiverkehr gingen neue Türken um Heuchelheim — Lich (Willer, Wetzlar); 1900 II -Wi?seck (Volkmar, Wetzlar); VfB. II - Großen- Buseck (Prinz, Albshausen); Aßlar —- Werdorf (Hohmann, Gießen); Spfr. Wetzlar - Naunheim II (Wallbott, Steinberg); Burgsolms — Nauborn 150 bis 2 v. H. zurück, Warschau-Wiener Mark» Oblig. galten 14,40 und Stücke-Oblig. 13,40. U9 a.9 notierten: Altbesitzanleihe 104 bis 104,25, Schutzqebietsanleihe 9,60, 5 v. H. äußere Goldmexi- kaner 14, 4,50 v. H. Irrigation 10,10, Commerzbank 72,75, Reichsbank 145,50, Gelsenkirchen 63, Ilse Bergbau 137, Mannesmann 75,75, Phönix 48,öd, Rheinstahl 90,25, Stahlverein 42, Aku 61,50- Frankfurter Stklachrv.ekmarkt. Frankfurt a. M, 18. Okt. Auftrieb: Wn- der 8 (gegen 29 am letzten Donnerstagmarkt) davon 3 Ochsen und 5 Färsen. Dem Schlachthof direkt zugeführt 8 Kühe. Kälber 878 (879), Schafe 271 (390), Schweine 795 (674). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 41 bis 50, c) 35 bis 40, d) 30 bis 34. Lämmer und Hämmel al) Stallmastlämmer 28 bis 36, b2 Wei- denmasthämmel 36 bis 37, c) mittlere 32 bis 35, d) geringere 25 bis 30. Schafe nicht notiert. Schweine al) 53, a2) 53, b52 bis 53, c) 48 bis 53, d) 46 bis 52. Im Preisvergleich zum letzten Don- nerstagmarkt zogen Hämmel 1 Mark an, im übrigen traten'feine Aenderungen ein, nur geringe Schweine ließen etwas nach. Marktoerlauf: Käl- der mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe rege, ausverkauft. Schweine rege, geringe Schweine vernachlässigt, Ueberstand (66 Stück). Großhandelspreise für F l eis chu n d für Fettwaren. Beschickung: 1240 Viertel Rindfleisch, 203 ganze Kälber, 33 ganze Schafe 673 Schweinehälften, 4 Kleinvieh. Preise für 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch b) 56 bis 60, Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 44 bis 50,. c) 30 bis 40. Färsenfleisch b) 56 bis 60. Kalbfleisch b) 66 bis 72, c) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 73 bis 76. Speck roh unter 7 Zentimeter 80 bis 85, Flomen 90. Geschäftsgang ruhig. Preußen. Kreis Wetzlar. berg II - Lollar N (Weinandt L-ihg-st-m^ Wiß. mar - 1900 III (Schnabel, M-s-ck M __ Treis (Wissemann, Lollar); VfB. Ul Be?ghausen^ (hunger', Wetzlars Leun II - Bon- (Ott, Bonbaden); Spfr. Wetzlar II — Burgsolms II Drescher, Wetzlar); Hohensolms — Fellingshausen Kreiling, Gießen); Krofdorf II — Erda (Post, Wieseck); Heuchelheim II — Frankenbach (geller, Naunheim); Launsbach — Vetzberg (Grote, Mainz- Gepäckmarsch. Der Marsch geht über 25 Kilometer bei 25 Pfund Gepäck. Es nehmen alle ge eigneten Leichtathleten des DfB.-Reichsbahn daran teil. Bei einer Gehzeit von dreieinhalb Stunden ind 100 Punkte die hochsterreichbare- Zahl. Mm bettens 16 Geher müssen bas Ziel erreichen- Hoffentlich lösen die Leichtathleten auch diese^chn ungewohnte Konkurrenz, gut bonni ift i^neni nad) dem seitherigen Stand der Bestenliste em Spitzen platz sicher. AAA Leichtathletik der Sp.-Dg- 1900. Interne Vereinswettkampfe. Wie alljährlich bringen die 1900erzum Abschluß v._ (=n;fnn ihre Klubmeisterfchasien zum Bei dem ausgeglichenen Material sind in allen Disziplinen spannende Kämpfe zu erwarte umftritten wird besonders wieder bei den Aktiven der Vorkriegspokal für den Fünfkampf fein. 2Iud) im Droikampf dürfte es knappe Resultate geben. Fußball: Oie Spiele der Bezirksklasse Sonntag, 21. Oktober. 1900 Gießen — Bissenberg (Pfeil, Marburg); Spv 05 Wetzlar - VfB. Gießen (Krug Nleder- slorstadt); Steinberg — BC. Sinn; Frohnhausen Dillenburg (Feuhner, Friedensdors). De SP i ° l ° d - - Borfonnta gs brachten folgende Ergebnisse: VfB Gi-Hen- Stemberg ? -1 (1 • !)• TuSpv. Naunheim — TuSpv. Bissen- berq 4:2 (3:0); Oranien 1914 Frohnhausen — BC Sinn 1:1 (1:0). (Nach 70 Minuten wegen /t% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe....... 92,75 93,25 — 6%% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 94,4 94,4 — — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- 94,75 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 94,75 94,75 94,75 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 — — — Eteuergutfch. Verrechnungskurs. - 101,8 101,8 101,8 101,8 4% Oesterreichische Goldrente.... 30,5 — 30,5 29,9 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,3 1,3 1,4 — 4% Ungarische Goldrente....... 7,8 7,65 7,8 4% Ungarische Staatsrente v. 191( 7 7 4*4% desgl. von 1913.......... 7 6,8 7 6-95 6% abgest. Goldmerikaner von 99 14,25 14 14 13,75 4% Türkische Zollanleihe von 1911 — — —— 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihk 8,1 Serie 1.................... I 8,1 viunnui u. JJi. 2)erhn Schlußkurs Schluß». Abend- 6 (He Schlußkurs Schlußk. Mittag- börfe Oatum 17.10. | 18-10, 17-10- 18-10. 4°o desgl. Serie 11......... 8,1 8,1 — — 6% Rumän. vereinh. Rente v. 19C3 4,65 4,65 4,65 4,8 4>r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,9 6,9 7,15 7,1 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,1 4,1 4 4,2 2y*% Anatolier ............... 3575! 35,5 35,25 Hamburg-Amerika-Paket ..... o 28,9 28,75 28,9 29 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O — — — —- Hansa-Dampfschiss........... o — —— —- Norddeutscher Lloyd .........o — 30,9 31,13 31,13 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o 80,25 78,5 80,75 78 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 96,4 — 96,13 96 Commerz- und Privat-Bank ... o 73,25 72,75 73 73 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o 76,25 75,5 76,5 75,5 Dresdner Bank...... o 78,75 78 78,75 78 Reichsbank ................12 145,5 145,5 145,5 145,9 A.E.G......................0 29,13 28 28,75 28,65 Bekula.....................0 142,65 143,13 143,13 143-13 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 104,75 104,75 104,65 105 Licht und Kraft ...........e 119 118 5 119,13 118,5 Felten & Guilleaume......... 0 76 75,13 76 75,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 110,75 : 111.25 111 111,4 Rheinische Elektrizität .......6 98.5 98,25 98,5 98,5 Schlickert & Go........ 6 93,5 - 93,5 ; 92,75 Siemens L Halske............ 7 142,5 140,5 142,5 ; 140,5 Lahmeyer L Co............. 10 122 1 121-5 122,13 1 121,75 Buderu» ................... 87,65 87 87,25 86-5 Deutsche Erdöl .............. 107 105,5 106,13 105,5 Gelsenkirchener.............. 63,25 63 63,75 63 Harpener................... 107 —- 107,75 106 Hoesch Eisen—Köln-Neuesseo .. — — 77,5 77,25 Ilse Bergbau ............... 1 137 143 137 Ilse Bergbau Genüsse........ 118 117,5 117,75 117,75 Klöcknermerke ............... 76,5 76 76-5 75,5 Mannesman n-Röhren........ 76,75 76-75 76,5 76 Schluß- kurs schwyi. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. Mittag- börfe Datum | 17-10- 18-10- 17-10- 18-10. Mansfelder Bergbau........ . 0 79 — 79,5 78,5 Koksmerke ................. . 0 — —— 96,9 95,75 Phönix Bergbau............ . 0 49,5 48-65 49,5 48,5 Rheinische Braunkohlen ..... 10 228 228 228 227,5 Ryeinstahl ................. . 0 90,5 90,25 90,75 90,4 Vereinigte Stahlwerke....... . 0 42,13 42 42,25 42 Otavt Minen .............. . 0 13,5 13 13,75 13 Kaliwerke Aschersleben....... . 6 122,5 121 122,5 121,75 Kaliwerke Westeregeln....... . 5 121,25 120 121,75 120,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7V2 156 156 156 156 I. ®. Farben-Jndustrie..... <7 144,25 144-75 145 144,75 Scheideanstalt............. . 9 215 215 — Goldschmidt .............. . 0 92 91 91,5 91-25 Rütgerswerke............. . 0 38,5 38,13 96,65 96,65 Metallgesellschast........... . 0 85 — 85 84 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 0 ,. 0 79,25 116,25 78 116 | 79'^ 78,25 Cementwerk Karlstadt....... .. 0 133 133 Schultheis Patzenhofer ..... .. 0 — — 110,65 110,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 62 61,5 62,9 61-75 Bemberg................. .. 0 67,65 67,5 135 134,5 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 49 47-75 48 48 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 65,25 65 66 65 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 124 123-5 Daimler Motoren.......... .. 0 50,5 49.75 50,4 50-13 Deutsche Linoleum......... .. 0 60,65 60-25 61 60,75 Orenstein & Koppel........ .. 0 — 89 90.5 Leonhard Tietz............ .. 0 32-75 32,5 32,65 I 32,9 Cbade.................... ..1(J 218,5 215 218,5 | 214,5 Aeeumulatoren-Fabril...... .. 0 165 163,5 165 164 5 Conti-Gummt............. .. 0 131,75 132,25 132 1 132,5 Gritzner.................. .. c I 30,65 1 30 I 30,75 | 30,4 Mainkrasrwerke Höchst a.M.. .. 82,5 82 — Süddeutscher Zucker....... .. l 190 l ' 190 1 190 1 1 90 17. Oktober 18-Oktober Arntliwe Notierung Amtliche Notierung Geld Srie Geld Srie Buenos Bitte- 0,639 0,643 0,643 0,647 Brüssel..... 58.17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0,204 0,206 0,204 0-208 Sofia...... 3,047 3,053 3-047 3-053 Kopenhagen. Danzig..... London ..... 54,23 81,17 12,145 54,33 81,33 12,175 54,36 81,14 12,175 54,48 81-30 12,205 HelsingsorS.. Paris ...... 5,365 5,375 5,375 5,385 16,39 16,43 16,38 16,42 Holland .... 168.48 168,82 168,52 168,86 3 t alten..... 21,45 21,49 21,45 21,49 Japan ...... 0,709 0,711 0,707 0,709 Jugoslawien Lslo.....: 5,694 5-706 5,694 5,706 61,02 61,14 61,16 61,28 Wien....... 48-95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,02 11,04 11,05 11,07 Stockholm... 62,63 62,75 62,78 62,90 Schweiz .... 81,12 81,28 81,12 81,28 Spanien.... 33,99 34,05 33,99 34,05 Prag....... 10,38 10,40 10,375 10,395 Budapest .. — — — Reuyork... 2,459 2,463 2,466 2,470 Bantnoten. Serlin.lg. Oktober Geld ZrleC Amerikanische Roten....... 2,418 2,438 Belgische Noten........... 58,01 58,25 Dänische Noten .......... 54,20 54,42 Englische Noten .......... 12,14 12,18 Französische Noten........ 16,34 16,40 Holländische Noten........ 168,10 168,78 Italienische Noten......... 21,33 21,41 Norwegische Noten ...... 61,00 61,24 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling —• Rumänische Noten....... — — Schwedische Noten....... 62,61 62,87 Schweizer Noten......... 80,94 81,26 Spanische Noten......... 33,85 33,99 Ungarische Noten........ Nr. 245 Drittes Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreilag, 19. Oktober 19Z4 19. Oktober Nr. 53 1934 Erscheint Dienstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen. und das Ministerium des Innern. Wetr.: Wie oben. Druck der Drübl'scht.n Tlniversitäts - Buch- und Steindruckerei, R. Lange. Gießen. ltz met Lf unb be* Zu isilN >ie in ir« ich ch er« alt in« V // atcn für Freitag, 19.Oktober. Gründung der Universität Halle; — 1863t r Gustav Frenssen in Barlt geboren; —, nbi len Da« der her heilen Die >rn« unb am ben ge« Jj,9“ Gesetzes über das Verbot von öffentlichen Sammlungen vom 3. Juli 1934 (RGBl. I S. 531) ausnahmsweise eine Sammlung genehmigt worden, die an den genannten Tagen auf öffentlichen Straßen und von Haus zu Haus in Zusammenarbeit mit den Gliederungen der NSDAP, durchgeführt wird. Das Ergebnis wird ausschließlich für den Ausbau der deutschen Heldenstätten verwendet. Der Volksbund beabsichtigt am 20. Oktober 1934 innerhalb der Behörden und der Polizei sammeln zu lassen. Ich wäre dankbar, wenn die unterstellten Behörden angewiesen würden, die Sammlungen ausnahmsweise innerhalb ihres Bereichs soweit erforderlich dienstlich zu genehmigen und weitestgehend zu unterstützen. Die Bedeutung der Arbeit des Volksbundes, der sich nicht etwa nur die Pflege der Gräberstätten, sondern ihre Ausgestaltung als Mahnmale deutschen Heldengedenkens 31ml Ziele gesetzt hat, ist durch die Ausnahmebewilligung besonders anerkannt worden; mit der Zulassung der Sammlung ist insbesondere auch einem der letzten Wünsche des verewigten Herrn Reichspräsidenten Rechnung getragen worden. Ich bitte deshalb die Sammlung auch soweit sie über die Behörden hinausreicht nach Möglichkeit zu unterstützen. In Vertretung: gez. Pfundtner. Deutsche Kriegsgräberstätte De Ruyter (Flandern) vor dem Ausbau durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Inhaltsübersicht: Die Umbenennung der Landwirtschaftsämter und Landwirtschaftsamts-Außenstellen (Landwirtschaftliche Schulen). — Straßensperre-Aufhebung. — Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1934/35 an den Bäuerlichen Werkschulen und Beratungsstellen. — Sammlung des Volksbundes „Deutsche Kriegsgräberfürsorge" am 20. und 21. Oktober 1934. — Besuch der Ausstellung „Rasse, Volk, Familie" auf der Zitadelle zu Mainz. — Dienstnachrichten. Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung konnten sich die Anwesenden von dem Wert derselben überzeugen. Alle Besucher, besonders auch die Vortragenden in der Schulungswoche für Raffen- und Vererbungsfragen, haben auf die Bedeutung dieser Veranstaltung für deutsche Erzieher und für die deutsche Schule hingewiesen. Nach dem Besuch der Ausstellung durch die Kreisobleute des NSLB., Gau Hessen-Nassau, machen wir es allen Schulleitern, den Direktoren aller Schulen, sowohl als auch den Schulräten und Rektoren, zur Pflicht, die Veranstaltung zu besuchen. Eine besondere Einladung zum gemeinsamen Besuch an einem noch festzusetzenden Termin ergeht demnächst durch uns in der Presse. Wir erwarten ferner, daß auch die einzelnen Lehrer die Ausstellung besuchen. Der erforderliche Urlaub ist tunlichst zu gewähren. Der Eintrittspreis beträgt bei geschlossenen Gruppen je 50 Rpf., für Einzelbesucher 70 Rpf., Dauerkarte 1.— RM. Jeder Besucher erhält einen Führer mit methodischen Winken für die praktische Schularbeit. Soweit es sich irgendwie ermöglichen läßt, sollen auch die Schulklassen mit ihren Lehrern die Ausstellung besuchen. In Frage kommen das 7. und 8. Schuljahr der Volksschule, die Berufs- und Fachschulen, und bei den höheren Schulen die Klassen von Untertertia an aufwärts. Eintrittspreis je Schüler 10 Rpf., Unbemittelte gehen frei, Dauerkarten für Schulklassen je Schüler 25 Rpf. Anmeldungen und Anfragen sind nur an die Rhein-Mainische Stätte für Erziehung in Mainz (Ruf 41060) zu richten, nicht an uns. Von dort werden auch die Führungen vorgenommen. Die Ausstellung ist voraussichtlich bis Januar 1935 geöffnet. In der kalten Jahreszeit werden die Räume geheizt. 6.30; •gen W' 12: htm. 3.15: )uet .25: i.45i W ibets * ezirl- Betr.: Besuch der Ausstellung „Rasse, Volk, Familie" auf der Zitadelle zu Mainz. An die Schulvorstände der Landgemeinden deö Kreises. Die nachstehend abschriftliche Verfügung der Ministerialabteilung Ila des Hess. Staatsministeriums vom 1. Oktober 1934 teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Beachtung mit. Gießen, den 15. Oktober 1934. Kreisschulamt Gießen. I. V.: N e b e l i n g. Dienstnachrichten des Kreisamts. Gotthard Vodenbender von Gießen wurde als Bienenseuchensachver- ständiger und Theodor Pfeiffer von Launsbach als stellvertretender Bie- nenseuchensachoerständiger für den Kreis Gießen gemäß Art. 3 der Durchführungsbestimmungen zum Gesetz betr. die Bekämpfung der Faulbrut und der Nosemaseuche der Bienen vom 12.6.34 bestellt und verpflichtet. Bekanntmachung. Betr.: Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1934/35 an den Bäuerlichen Werkschulen und Beratungsstellen. Der ordentliche Lehrgang 1934/35 an den Bäuerlichen Werkschulen und Beratungsstellen beginnt Montag, den 5. November 1934. Die Anmeldungen zur Aufnahme werden von den Beamten der Bäuerlichen Werkschulen und Beratungsstellen jederzeit entgegengenommen, die auch nähere Auskunft über das Alter der aufzunehmenden Schüler und Schülerinnen, das Schulgeld, den Lehrplan usw. erteilen. Frankfurt a. M., den 8. Oktober 1934. Landesbauernschaft Hessen-Nassau. I. A.: (gez.) Dr. Rothert. Betr.: Sammlung des Volksbundes „Deutsche Kriegsgräberfürsorge" am 20. und 21. Oktober 1934. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Anschluß an unser Ausschreiben vom 17. d. M. bringen mir nach- nehend ein Rundschreiben des Herrn Neichsministers des Innern vom 10. Oktober d. I. zur Kenntnisnahme und empfehlen wiederholt tatkräftigste Unterstützung der durchzuführenden Sammlung. Gießen, den 19. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. rnn« Jt I,® 2,205 5,38 16-2 68,6 21,49 0,709 5,?0 6b 49,05 11,07 62,9 81, 34,05 2,470 _ Dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist für Samstag und Sonntag, 20. und 21. Oktober 1934, auf Grund des §1 Abs. 4 Satz 2 des ßll llj ü,7» Lj.il P eßen statt. — Der Bezirk Großen- oersammelt sich am morgigen Samstag um ei Gerlach in Großen-Buseck mit anschlie- itzung der Arbeitsgemeinschaft Volksschule. Versammlung müssen alle rückständigen bezahlt werden. Deutsche Arb^i^ront. fneteroalfung Gießen. e Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen, ontag, 22. Oktober, eröffnet die Deutsche )nt in feierlicher Weise die außerberufliche der Jungmitglieder der DAF Die Veran- indet im Cafe Leib statt. Beginn 20.30 Uhr. rächt der außerordentlichen Wichtigkeit der iflidjen Schulung machen wir es sämtlichen item und Jungarbeiterinnen zur Pflicht, 1 Eröffnungsabend zu erscheinen. Es spre- Ruder und Pg. Wagner. Musik wird t vom Musikzug der HI. humanistische Vorbildung der Theologen. Der Landesbischof der Evang. Landeskirche 'ssen macht darauf aufmerksam, daß die irchenbehörde in Zukunft Gewicht darauf :d, daß die Studenten der evangelischen den Besuch des humanistischen Gym- nachweisen können. ichträgliche Ablegung der Prüfung eines schen Gymnasiums kann nur als Rotten, etwa für den Fall, daß der Besuch nanistischen Gymnasiums aus räumlichen unmöglich ist. lefanaten und Pfarrämtern ist es zur macht, in ihren Gemeinden immer miede» nzuweisen, daß nach wie vor der Besuch inistischen Gymnasiums die normale Bor« ; für das Studium der evangelischen Tbc- Die Arbeit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge Bilder berichten über die zweckmäßige Verwendung der Geldspenden zur Herrichtung unserer Heldenfriedhöfe Amisverkündigungsblati für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen ftamerabengrab auf der deutschen Kriegsgräberstätte Hohrod-Bären- st a l l (Oberelsaß). Vor dem Ausbau durch den Volksbund Deutsche Kriegs- gräberfürforge e. V. Gebiet getan werden. Bedeutend günstiger Frage des Ausbaues der Soldatengräber Tschechoslowakei, in Ungarn, eich, Italien, Rumänien und I u ■ i e n, wo Vereinbarungen mit den Regie- er betreffenden Länder getroffen worden geht in Jugoslawien die Totenburg Bitolj lonaftir) — hoch oben auf einer Bergkuppe imgeben von einer mächtigen Mauer, in itzendem Ring die Gebeine von 3000 beut- allenen ruhen — ihrer Vollenbung ent« nb auch bie Gedächtniskapelle unb bis ? Ausgestaltung auf ber Kriegsgräberstätte erevo, früher Semenbria, wirb in biesem enbet werben. arf feiner besonderen Betonung, daß die en im Auslande an diesem Werk der und der Kultur regsten Anteil nehmen. 1 weite Kreise ber deutschstämmigen Bevöl- n Siebenbürgen hingebungsvolle Arbeit, rgener Sachsenkinder pflegen die Grabstät- ft eine bekannte Tatsache, daß schon lange andsdeutschen die Feier des Volkstrauer- r nunmehr zum Heldengedächtnistag er- )rben ist, würbevoll begingen. Mit biesem ngt sich ein gemeinsames Band um unser bem weiten Erbenrunb. eine gewaltige Aufgabe, die die deutsche jräberfürforge im Auslande zu leisten deutsch in ihrem seelischen Gehalt, deutsch r künstlerischen Gestalt — dabei dem ful- 1 Charakter der femden Nation Rechnung 1, mit dem endgültigen Ziel: Heimat in fremder (Erbet unb einfach wie bie Seele bes Solbaten — b ehrenvoll wie bie Größe bes Opfers — unb unvergänglich wie bas Anbeuten." Walter Thomas, her KrieWräberfijrsorge! durch reiche Spenden am Samstag und dazu bei, daß weitere Geldmittel zur her- deutscher Heldenfriedhöfe aus den Schlacht- es Weltkrieges zur Verfügung ftehent rtös der Sammlung in Gießen wird für einen Patenfriedhof ber i e r Kriegsgräberfürsorget Bekanntmachung, die Umbenennung der Landwirtschaftsämter und Landwirt- schaftsamts-Außenftellen (Landwirtschaftliche Schulen) belr. Vom 9. Oktober 1934. Auf Anordnung des Reichsnährstandes, Berlin, führen sämtliche Hessischen Landwirtschaftsämter und Landwirtjchaftsamts-Außenftellen (Landwirtschaftliche Schulen) ab 1. Oktober 1934 die für das gesamte Reichsgebiet einheitliche Bezeichnung: „Bäuerliche Werkschule und Beratungsstelle der Landesbauernschaft". Darmstadt, den 9. Oktober 1934. Ministerialabteilung le (Landwirtschaft) im Hessischen Staatsministerium. Dr. Wagner. Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre-Aufhebung. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Hungen—Inheiden wird ab 18. Oktober 1934 aufgehoben. Gießen, den 13. Oktober 1934. Hessische Provinzialdirektion Oberhessen. „Hier ruhen deutsche Soldaten." Diese wenigen Worte gewaltigen, heroischen Inhalts sollen für jeden Besucher der deutschen Kriegergräber nicht nur ein bloßes Erinnern an ein erschütternd großes Stück deutscher Geschichte bedeuten, sondern eine tiefe Mahnung und ein flammendes Bekenntnis zum deutschen Volkstum überhaupt sein. Diese für alle Zeiten geweihten Stätten, deren Schutz und Pflege in ber Gegenwart eine tiefernste Angelegenheit des ganzen Volkes ist, da sich in ihnen Die Größe des Opfermutes, die ehrfurchtsvolle Liebe der Heimat zu denen offenbart, die einst wie eine schützende Mauer sich vor die Grenzen unseres Vaterlandes stellten und ihr Leben für uns dahingaben, können nur im Geiste der Volksgemeinschaft erfaßt werden. Sie sind nicht mehr die persönliche Angelegenheit einzelner, sondern als Denkmal eines großen Geschehens sind sie aufs engste mit der Volksgeschichte verbunden. Auf Frankreichs und Flanderns blutgetränktem Boden, in den Tälern der Alpen und Karpathen, auf russisch-polnischen Steppen, auf den Schnee- feldern Sibiriens, am Rand der Bucht von Kiau- tschou und an den Küsten des Weltmeeres, da tönt es uns entgegen: „Das taten wir für euch! Was tut ihr für uns?" Ruht doch im Auslände" ein Stück deutscher Heimat, die es nicht zu verlassen gilt. Jeder Name im fernen Ost und West, Nord und Süd ein Stück Geschichte, für immer mit blutigem Griffel in das Buch der Weltgeschichte eingeschrieben. • » • — • » • - - — • M A • . Der Reichsminister des Innern V A 4090/28. 9. Berlin NW 40, den 10. Oktober 1934. An die Landesregierungen — für Preußen: den Herrn Ministerpräsidenten An die Bürgermeistereien des Kreises. Auf vorstehende Bekanntmachung der Landesbauernschaft Hessen- Nassau weisen wir Sie hin und empfehlen Ihnen, sie wiederholt auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen. 'Gießen, den 15. Oktober 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. it 19 (ar). Jugendspiele: 1,50 bis 2 v. H. zurück, Warschau-Wiener Mark« Oblia. aalten 14,40 und Stücke-Oblig. 13,40. U a notierten: Altbesitzanleihe 104 bis 104,25, Schutzgebietsanleihe 9,60, 5 v. Sy äußere Goldmexi- taner 14, 4,50 v. Sy Irrigation 10,10, Commerzbank 72,75, Reichsbank 145,50, Gelsenkirchen 63, Ilse Bergbau 137, Mannesmann 75,75, Phönix 48,65, Rheinstahl 90,25, Stahloerein 42, Aku 61,50. Frankfurter S<1Uachtv:ekmarkt. Frankfurt a. M., 18. Okt. Auftrieb: Rin« der 8 (gegen 29 am letzten Donnerstagmarkt) davon 3 Ochsen und 5 Färsen. Dem Schlachthof direkt zu- gesührt 8 Kühe. Kälber 878 (879), Schafe 271 (390), Schweine 795 (674). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 41 bis 50, c) 35 bis 40, d) 30 bis 34. Lämmer und Hämmel al) Stallmastlämmer 28 bis 36, b2 Wei- denmasthämmel 36 bis 37, c) mittlere 32 bis 35, d) geringere 25 bis 30. Schafe nicht notiert. Schweine al) 53, a2) 53, b52 bis 53, c) 48 bis 53, d) 46 bis 52. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmarkt zogen Hämmel 1 Mark an, im übrigen traten 'keine Aenderungen ein, nur geringe Schweine ließen etwas nach. Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe rege, ausverkauft. Schweine rege, geringe Schweine vernachlässigt, Ueberstand (66 Stück). Großhandelspreise für Fleisch und f ü r Fettwaren. Beschickung: 1240 Viertel Rindfleisch, 203 ganze Kälber, 33 ganze Schafe, 673 Schweinehälften, 4 Kleinvieh. Preise für 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch b) 56 bis 60, Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 44 bis 50,. c) 30 bis 40. Färsenfleisch b) 56 bis 60. Kalbfleisch b) 66 bis 72, c) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 73 bis 76. Speck roh unter 7 Zentimeter 80 bis 85, Flomen 90. Ge- schäftsgang ruhig. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Groß-Rechtenbach, 17. Okt. Am Sonntag feierte die Evangelische Gemeinschaft ihr Jahresfest, das trotz der schlechten Witterung gut besucht war. Die Feier wurde mit einem Vor- traa des Vosaunenchores eingeleitet. Nach Schriftberg II — Lollar n (Weinandt, Leihgestern): Wißmar - 1900 III (Schnabel, Wieseck); Wieseck III — Treis (Wissemann, Lollar); VfB. III —- ®run’ berg II (Reuschling, Steinbach); Schwalbach Berghausen (Hunger, Wetzlar); Leunt II —' Bonbaden (Wolf, Bissenberg); Werdorf II Braunfels (Presber, Stockhausen); Oberbiel Bechlingen (Niersbach, Wetzlar); Waldgirmes — Hermannftem (Küster, Berghausen); Ehringshausen — Aßlar U (Ott, Bonbaden): Spfr. Wetzlar II — Burgsolms II (Drescher, Wetzlar); Hohensolms — % n (Kreiling, Gießen); Krofdorf II — Erda (Post, Wieseck); Heuchelheim II — Frankenbach (Heller, Naunheim); Launsbach — Vetzberg (Grote, Mamz- Gepäckmarsch. Der Marsch geht über 25 Kilometer bei 25 Pfund Gepäck. Es nehmen alle geeigneten Leichtathleten des VfB.-Reichsbahn daran test. Bei einer Gehzeit von dreieinhalb Stunden sind 100 Punkte die hocksterrelchbare Zahl. Mindestens 16 Geher müssen das Z^l errelchen. Hoffentlich lösen die Leichtathleten auch diese ihnen ungewohnte Konkurrenz, gut, dann ist ihnen n°ch dem seitherigen Stand der Bestenliste em Spitzenplatz sicher. , Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Interne vereinswelttämpfe. Wie alljährlich bringen die 1900er zum Abschluß der Scüson ihre K l u b m e i st e r s ch a f t e n zum Austrag, und zwar sind sie auf kommenden Sonntagvormittag angesetzt. Das Programm umfaßt Wettbewerbe für Aktive, Jugendliche und Frauen. Bei dem ausgeglichenen Material sind in allen Disziplinen spannende Kämpfe zu erwarten. Heiß umstritten wird besonders wieder bei den Aktiven der Dorkriegspokal für den Fünfkampf sein. Auch im Droikampf dürfte es knappe Resultats geben. Fußball: Oie Spiele der Bezirksklaffe Sonntag, 21. Oktober. 1900 Gießen — Bissenberg (Pfeil, Marburg); Spv. 05 Wetzlar — VfB. Gießen (Krug, Nieder- florstadt); Steinberg — BC. Sinn; Frohnhausen — Dillenburg (Feußner, Friedensdorf). Die Spiele des Vorsonntags brachten folgende Ergebnisse: VfB. Gießen — Sternberg 2-1 (1-1)- TuSpv. Naunheim — TuSpv. Blsten- berg 4:2 (3:0); Oranien 1914 Frohnhausen — BC Sinn 1:1 (1:0). (Nach 70 Minuten wegen Regen abgebrochen, wird neu angesetzt.) Oie Verbandsspiele der Kreisklaffen im Bezirk Gießen-Oill. Heuchelheim — Lich (Miller, Wetzlar); 1900 II — Wieseck (Volkmar, Wetzlar); VfB. II — Großen- Buseck (Prinz, Albshausenst Aßlar — Werdorf 1900 I — Lich (Schäfer, Heuchelheim); Steinberg — VfB. (Bender, Fellingshausen); Großen-Busecc — 1900 II (Eisentraut, Grünberg); Leihgestern — Treis (Weil, Vetzberg); Krofdorf — Heuchelheim (Brück, Erda); Kinzenbach — Wißmar (Seitz, Heuchelheim); Naunheim — Spfr. Wetzlar (Trautmann, Büblingshausen); Burgsolms —- ^ouoorn (Kaletsch, Wetzlar); Wetzlar — Aßlar (Lmd, Wetzlar); Tqde. Wetzlar — Albshausen (Knapp, Werdorf); Steindorf — Werdorf (Dietzel, Wetzlar), Oberndorf — Waldgirmes (Dörr, Werdorf). Schülerspiele: Naunheim — Spfr. Wetzlar (Trautmann, Büblingshausen); Nauborn — Burgsolms (Wenzel, Schwalbach); Büblingshausen — Oberbiel (Kroner, Oberbiel); Wetzlar — Aßlar (Lind, Wetzlar). Großkampftag im Ringen! Am kommenden Sonntag empfängt tue I. Ringermannschaft des „Kraft- und Sportklubs 18 9 3 Gießen" die Mannschaft des VfL. Hessen- Preußen Kassel zum ersten Meisterschaftskampf in diesem Jahr. Äie Kasseler sind ebenfalls Neulinge in der Gauliga, stellen aber eine äußerst kampfstarke Mannschaft auf die Matte. Nach dem Meisterschaftskampf wird der Rückkampf gegen Friedberg aus- getragen. Bekanntlich ging der Vorkampf, durch Versagen des Kampfleiters, knapp verloren. Die Gießener Mannschaft tritt in folgender Aufstellung an: Bantamgewicht Walter, Federgewicht Funk, n.-.j-L m . x x /ft5 $ Ä ei z «rvoll miteinanber aus, wir stimmen zueinanber!" Wir Deutschen haben soviel schöne Volkslieber, 6i>- zum Teil schon im Mittelalter entstanben sinb ur b doch immer bie gleichen Saiten ber Seele an- richren unb zum Schwingen bringen. Sie sinb ii: entlief) recht für einen Chor geschaffen, unb wir jirgen sie beim Wanbern unb beim Spielen, wenn wir fröhlich sinb unb wenn wir ben Tag ausklingen lassen im gemeinsamen Gesang. Am schönsten singt es sich abenbs, wenn bie Gesichter ber einzelnen in bie Dämmerung hineinsinken unb nur bie Stimmen zueinander finden. Dann strahlt die Melodie noch einmal auf, groß und feierlich schreitet sie im langsamen Abendchoral, süß und innig schwebt sie als Wiegenlied durch den Raum und löst alle Schwere des Tages in mütterlich sanften Tönen auf, bis sie selber zur Ruhe kommt und einschläft. An alle Behörden und Dienststellen des Kreises Gießen Heute abend 8 Uhr findet in ber Volkshalle z u Gießen bie feierliche Eröffnung des Winterhilfswerks 1 934/35 für den Kreis Gießen statt. Es sprechen Pg Kl 0 st e r m a n n sowie Gaubeauftragter des WHÄ Pg. Hau g. Die Veranstaltung wird durch Darbietungen des hiesigen Stadttheaters verschönt werden. Die Kreisführung des Winterhilfswerkes bittet um rege Teilnahme aller Behördenoertreter sowie aller Beamten. Heil Hitler! Kreisführung des Winterhilfswerks. NEDAp. - Amt für Volkswohlfahrt. Kreisamtsleitung Gießen. An alle Ortsgruppen-, Stützpunkt-, Zellen- und Blockamtsleiter der NSV., sowie Bürgermeister des Kreises Gießen. An ber am Freitag, 19. Oktober, abends 8 Uhr, in der Volkshalle zu Gießen stattfindenden Eröffnungsfeier des Winterhilfswerks für den Kreis Gießen, bei ber ber Pg. Klo st ermann, sowie ber Gaubeauftragte des WHW. Pg. Haug sprechen, haben alle Amtsleiter ber NSV. unb bie Bürgermeister bes Kreises Gießen teilzunehmen. Erscheinen ist Pflicht!! Heil Hitler! K l ö ß, Kreisamtsleiter. Achtung! Deutsche! Herhören! Gestern hat bas Jungvolk die Anzahl der zu sammelnden Brote festgestellt. heute werden die Buben wieder von Tür zu Tür eilen, um die Spenden in Empfang zu nehmen! Sie wissen, um was es geht! Trage auch du dein Scherflein bei! Es geht um die Armen Deutschlands! heil Hitler! Kreisamtsleitung der 3XST3. Eine Tat der Volksverbundenheit! Die Firma A. & W. Denninghoff, Gießen, unterstüht das Winterhilfswerk des Führer mit einer Zahlung von 3000 2Nark. Die Tonwerke Abend st ern geben 300 Mark. Wer will, daß in Deutschland ein Volksgenosse hungern und frieren soll? Wer will, daß der Wunsch des Führers, daß kein Volksgenosse hungern und frieren darf, erfüllt wird, der zeichne Spenden auf das Konto Vezirksspar- kaffe Gießen 4600 oder Postscheckkonto Frankfurt a M. 5979. heil Hitler! Kreisamtsleitung der VSV. Kloß, Kreisamtsleiter. AuSparteiamtlichenBekanntmachungen Im NSLB. Kreis Gießen findet am morgigen Samstag, 15.30 Uhr, eine Besprechung ber Bezirks- unb Schulgruppenobleute in ber Oberrealschule Gießen statt. — Der Bezirk Großen- B u s e ck versammelt sich am morgigen Samstag um 15 Uhr bei Gerlach in Großen-Buseck mit anschlie- ßenber Sitzung ber Arbeitsgemeinschaft Volksschule. In bieser Versammlung müssen alle rückständigen Beiträge bezahlt werden. Deutsche Arbeiissront. Kreiswaltung Gießen. An alle Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen. Am Montag, 22. Oktober, eröffnet die Deutsche Arbeitsfront in feierlicher Weise die außerberufliche Schulung der Jungmitglieder der DAF Die Veran- staltung findet im Cafe Leib statt. Beginn 20.30 Uhr. In Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit der außerberuflichen Schulung machen wir es sämtlichen Jungarbeitern und Jungarbeiterinnen zur Pflicht, an diesem Eröffnungsabend zu erscheinen. Es sprechen: Pg. Ruder und Pg. Wagner. Musik wird ausgeführt vom Musikzug der HI. Humanistische Vorbildung der Theologen. ELP. Der Landesbischof der Evang. Landeskirche Nassau-Hessen macht darauf aufmerksam, daß die oberste Kirchenbehörde in Zukunft Gewicht darauf legen wird, daß die Studenten der evangelischen Theologie den Besuch des humanistischen Gymnasiums nachweisen können. Die nachträgliche Ablegung der Prüfung eines humanistischen Gymnasiums kann nur als Notbehelf gelten, etwa für den Fall, daß der Besuch eines humanistischen Gymnasiums aus räumlichen Gründen unmöglich ist. Den Dekanaten und Pfarrämtern ist es zur Pflicht gemacht, in ihren Gemeinden immer wieoe» darauf hinzuweisen, daß nach wie vor der Besuch des humanistischen Gymnasiums die normale Voraussetzung für das Studium der evangelischen Theologie ist. Daten für Rrcitao, 19Oktover. 1693: Gründung der Universität Halle; — 1863: der Dichter Gustav Frenssen in Barlt geboren; —, Eröffnungsfeier des Mnierhilfsiverkes des deutschen Volkes 1934-35 Kreis Gießen Heute abend 8 llhr, findet in der Vottshatte zu Gießen die feierliche Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934/35 statt, wozu alle Volksgenossen des Kreises Gie< ßen eingeladen sind. Redner: pg. Klostermann Gaubeauftragter des WHW. Pg. Haug Zu dieser Veranstaltung werden insbesondere die Hilfsbedürftigen der Stadt Gießen und der näheren Umgebung erwartet An der Veranstaltung nehmen weiterhin teil: SA., <5(5., Hitler-Jugend, Frauen- schäft, BdM., Arbeitsdienst, 71(5. Beamtenschaft, 7!(5.-Hago, Kreisbetriebszellenabteilung mit den Betrieben ufw. Durch die freiwillige Bereiterftärung der Leitung des Stadttheaters zur Mitwirkung wird die Eröffnungsfeier wesentlich bereichert werden. Jeder Volksgenosse zeigt seine Verbundenheit mit Führer und Volk durch sein Erscheinen! E i n t r i t t f r e i! Oie Volkshalle wird geheizt! Seil Hitler! Kreisamtsleiiung der RGV. gez.: Möß, Kreisamtsleiter 1924- der MMrschriftsteller General Hugo von Freytag-Loringhooen in Weimar gestorben (geboren 1855). Die (Schneeherrlichkeit ist schon wieder vorbei. Während gestern nachmittag im Oberwald des Vogelsbergs noch in recht ansehnlichem Maße Schnee lag, allerdings das Tauwetter auch schon eingesetzt hatte, herrscht heute früh — wie wir auf Anfrage bei dem Klubwirt auf dem Hoherodskopf hören — auf dem Hoherodskopf Nebel und Regen. Die Schneeherrlichkeit ist schon wieder vorbei. Statt der gestrigen Kälte von 4 Grad war es heute früh 1 Grad warm. Richtlinien für Ehorleiterprüfungen. SBK. Aus dem Hessischen Sängerbünde aehen uns Mitteilungen zu, die weit über den Rahmen des Landes Hessen hinaus von grundsätzlicher Bedeutung sind. Mit Ungeduld und Spannung werden, so heißt es in der Zuschrift, Richtsätze und Prüfungsordnung für Chorleiterprüfungen erwartet. Gerade in Hessen, wo bei der Engmaschigkeit der Ortschaften und der Vereine und der weiten Entfernung vieler Landesteile von der nächsten Stadt noch viele Nebenberufler als Chorleiter tätig sind, ist die Durchführung der Anordnungen der Reichsmusikkammer recht schwierig, weil sich auch mancher Berufsmusiter zum Chorleiterposten drängt, der nach Können und Persönlichkeit nicht geeignet erscheint.. In vielen Zweifels- und Streitfällen tonnte nur eine Chorleiterprüfung Klarheit schaffen, die von einem Ausschutz oorgenommen werden müßte, der aus Vertrauenspersonen der Musikerschaft und des Sängerbundes bestehen müßte. Aber wenn die Prüfungen sofort nach Gesichtspunkten abgehalten werden würden, die für die Zukunft unbedingt zu fordern sind (u. a. Nachweis hinlänglicher Stimmbildung, Theoriekenntnis, Partiturlesen, Literatur- kenntnis), so würden 90 v.H. der zu Prüfenden ohne weiteres ausscheiden, da sie bisher meist gar keine Möglichkeit hatten, sich auf diesen Gebieten vorzubereiten. Wenn man also stellungslosen Berufsmusikern helfen will, so muß man erst erleichterte Uebergangsbestimmungen schaffen. Aber Eile tut not. Denn der Kampf aller gegen alle wirkt sich sehr unschön aus. Kürzlich wählte ein ländlicher Verein zwischen zwei Bewerbern; einer, ein durchaus gediegener Chorleiter, suchte mit guter und zugleich volkstümlicher Literatur und Erziehung zu guter, d. h. in unseren Gegenden gemäßigter Stimmbildung den etwas verwahrlosten Verein zu heben, der andere übte ein Kitschwerk ein, das von Rechts wegen verboten sein sollte, ließ die Leute brüllen, soviel sie wollten, und wurde natürlich dem ersteren vorgezogen. polizeiberichi. Fe st genommen und in Untersuchungshaft gebracht wurde am Mittwoch der 46jährige, vielfach vorbestrafte Eugen Passauer aus Reutlingen. Passauer hatte vor einigen Tagen einem Arbeitskollegen, mit dem er zusam- men in Oberwetz bei Wetzlar in Arbeit stand, einen Betrag von 80 RM. unter erschwerenden Umständen entwendet und war flüchtig gegangen. Als er am Dienstag abend mit dem Zuge von Wetzlar hier ankam, erfolgte seine Festnahme durch die hie- sige Polizei. Passauer ist ein unverbesserlicher Rechtsbrecher. Nach seinen eigenen Angaben yat er bereits über 20 Jahre hinter Zuchthaus- und Gefängnismauern zugebracht. Daß er sein altes „Handwerk" fortsetzen wollte, bewiesen die zahlreichen bei ihm vorgefundenen falschen Schlüssel und Dietriche. Sichergestellte Fahrräder: Bei der hiesigen Kniminalpolizeistelle sind folgende Fahrräder, die offenbar aus Diebstählen herrühren, fichergestellt: A) Herrenfahrräder, Marke „Rixe", Corona, Aria, Wanderer, Jrrni, Kaiser, Adler, Gilde und Brentano. B) Damenfahrräder, Marke Westfalenstolz, Göricke, Sigurd, Stadion, Blitz, Ideal, Torpedo sowie drei weitere Damenfahrräder ohne Fabrikmarke. Personen, die Eigentums- rechte geltend machen können, wollen die Räder bei der Kriminalpolizeistelle täglich in der Zeit zwischen 12 und 15 Uhr ansehen. Diebstähle: In der Nacht aum Mittwoch wurden an der Strahenbaustelle in der Plockstraße vier neue Sturmlaternen entwendet, desgleichen aus einem Hofe der Bahnhofstraße ein zweirädriger Drückkarren. Ferner wurden am 15. d. M. in den Nachmittagsstunden von einer Schaubude am Os- waldsgarten acht neu gehobelte Bretter, 3 m lang und 12 cm breit, sowie zwei Bund Dachlatten entwendet. Personen, die zweckdienliche Angaben machen können, wollen sich mit der Kriminalpolizeistelle in Verbindung setzen. AG.-Lehrerbund, Gießen. Fachschaft 2. In der Bezirksversammlung vom Mittwoch hielt Studienrat Krämer einen Vortrag über Hördt, „Der Durchbruch der Volksheit und die Schule", dem wir folgendes entnehmen: Der zweite Teil von Hördts Schrift „Der Durchbruch der Volkheit und die Schule" macht uns in der Hauptsache mit seinen staatspolitischen Erziehungsgedanken bekannt. In der Scheidung von Idee und Wirklichkeit, von Idealismus und Materialismus liegt der Fehler früherer Zeit. Der Begriff der Wirklichkeit bekommt für uns eine außerordentliche Bedeutung. Kein wirklichkeitsfremdes, sondern wirklichkeitsverbundenes Denken muß in Politik und Erziehung gefordert werden. Eine neue Zeit bringt ein neues Bild des Menschen in Staat und Wirtschaft, in Wissenschaft und Kunst mit sich, das Streben nach Ganzheit, nach Einordnung des verlorenen Einzelseins in einen übergreifenden Zu- sammenbaug. Es gilt von der idealistischen und materialistischen Zerspaltung loszukommen und zur Einheit des Existenziellen, das Dingliches und Geistiges in gleicher Weise umfaßt, zu gelangen. Die höhere organische Ganzheit ist unser Volk, dessen Gliedschaft uns überhaupt erst unser körperliches und geistiges Sein verleiht. Die Schule wird mit ihrer Erziehung nur wirksam sein, wo sie Ausdruck eines ganzheitlichen Geistes und Willens ist, wenn sie lehrt und lebt, was Geist und Inhalt der Lebensganzyeit ist. Die Weimarer Verfassung, ihre Regierung und die Parteien mit ihren Gebrechen und egoistischen Zielen, die auch Erziehung, Schule und Kultur ergriffen, werden scharf kritisiert. Eingennutz und Wohlergehen des Einzel-Jchs und der Parteien standen im Vordergrund, Pflichtbewußtsein und Verantwortungsgefühl, Gemeingeist und umgreifende Ganzheit galten ihm nebensächlich. Elterngruppen und Konfessionen beeinflußten Einrichtung, Inhalt und Haltung der einzelnen Schulen gegenüber dem Staate zu stark. Mit der Revolution und dem Umbruch der geistigen sozialen und politischen Wirklichkeit muß sich auch Erziehung, Schule und Bildung ändern. Die derzeitige Erziehungswissenschaft will als Seins- Wissenschaft alles erzieherische Geschehen erfassen, will vom Volk ausgehen, aus das alles zurückweist. Das Erziehungsproblem kann ohne Staatsproblem gar nicht mehr richtig und wirkungsvoll aufgefaßt werden. Troß Aufspaltung nach Schulstufen und Ausbildungsrichtungen erhält die Schule die einheitliche Idee als wirkliche Volksschule, die etwas anderes, Lebendigeres ist als die frühere Einheitsschule. Lehrziel, Lehrinhalt und Schulaufbau stehen unter dem Gebot der in der Volkheit Gestalt gewordenen Ganzheit. Einordnung aller gewachsenen Teilorgane und lebenskräftiger Glieder m das Ganze mit Berücksichtigung ihrer der Ganzheit dienenden Eigenrechte und Besonderheiten sind zu erstreben und zu bejahen. Die Idee der Einheit und Ganzheit muß unbedingt dem Lebensrecht der Teile übergeordnet werden. Mit der vollen Durchsetzung der völkischen Einheit und Ganzheit sind auch Schule und Erziehung Wege und Ziel- punkte gegeben, womit sie der Rettung von Volk und Staat, der Rottung Deutschlands dient. VHE. Gießen. Trotz des unbeständigen Wetters hatten fick; am Sonntag 50 Wanderer um 6.30 Uhr am Bahnhof eingefunden. Nach Bahnfahrt bis Butzbach besichtigten wir dort das im 16. Jahrhundert erbaute Solmser Schloß, das jetzt als Amtsgericht benutzt wird, den Marktplatz mit dem Rathaus und den übrigen schönen alten Fachwerkhäusern, die Stadtbefestigungen mit den zum Teil noch erhaltenen Wehrgängen und den Hexenturm, wanderten an der früheren Brauerei Melchior vorbei durch die Stadtanlagen am Walde entlang und dann mit dem schwarzen T, dem Zeichen des Taunushöhenwegs von Butzbach bis Caub, durch prächtigen Hochwald mit vielen mächtigen Eichen, kreuzten den Pfahlgraben und kamen durch ein liebliches Wiesentälchen nach Hausen. Don hier führte der Weg bald wieder durch den Wald auf schmalem Pfao bergan zu einem Wegknoten bei Oes und dann zuletzt über die alten Ringwälle zum Haus- berg. Hier frühstückten wir und erfreuten uns an der schönen Aussicht auf die Wetterau und Butzbach mit den umliegenden Dörfern sowie auf die da« hinter liegenden langgestreckten Höhenzüge, die in blaugrauer Ferne, mehr oder weniger verschwommen, dalagen. Bis vor Bodenrod folgten wir dem schwarzen T, dann dem schwarzen Punkt nach dem Jagdhaus Hubertus. In den behaglich erwärmten Räumen des idyllisch gelegenen Forsthauses wurde ausgiebig Mittagsrast gehalten. Von hier ging es anfangs auf der Landstraße durch Münster und an Hochweisel rechts vorbei nach Ostheim. Da es bis zur Abfahrt des Zuges noch lange Zeit war, kam bald die gemütlichste Stimmung auf. Es wurde gesungen und getanzt, während draußen ein starker Regen niederging, der uns während der Wanderung wiederholt gedroht, jedoch verschont hatte. Wanderung zum Oünsberg. Vom Verein „Wandervogel Höhenflug" wird uns berichtet: „Heute wolln wir unser Ränzlein schnüren, laden Lust und Frohsinn mit hinein ..." So lautete am vergangenen Sonntag die Losung des Vereins Wandervogel Höhenflug Gießen, obwohl der Himmel eins sehr ernste Miene zeigte. Alt und jung fand sich pünktlich am Treffpunkt ein und so marschierten wir — wie man uns berichtet — zuerst nach Krofdorf. Nachdem wir uns hier für den Weitermarsch gestärkt hatten, ging es weiter in der Richtung Fellingshausen. Links grüßten Gleiberg und Vetzberg, rechts bot der Wald in seinem Herbstgewande ein herrlicher Anblick. Vor uns lag unser Wanderziel, der Dünsberg. Er wollte sich jedoch noch nicht in seiner ganzen Größe zeigen, sondern versteckte sich hinter vorüberziehenden Nebelschwaden. Bei aller Freude und Begeisterung über die Schönheit des Herbstes wurden wir gar nicht gewahr, dog sich über uns eine Regenwolke breit gemacht hatte. Jedoch als diese begann, sich auszutoben, bot uns der Wald den nötigen <5d)ut}. Nach kurzer Zeit ging es weiter und bald zogen wir durch Fellingshausen. Dann begann der Aufstieg. Nach etwa einer Stunde hatten wir das Ziel erreicht. Der Vater vom Dünsbergturm hatte bereits für einen warmen Raum gesorgt und ohne Verzögerung ging es an das Kochen des Eintopfgerichtes. Die Wanderschwestern besorgten dies sehr gewissenhaft. Die Anderen vertrieben sich mit Gesang und fröhlicher Unterhaltung die Zeit, bis zum Essen gerufen auch ein Grund da, den alten Herrn zu versöhnen. Er hat immer gern gewollt, daß Udo sich mit der Tochter eines Landwirts verheiratet." „Meinen Sie wirklich, daß er es tun wird?" fragte sie mit glitzernden Augen. „Er hat sich in Berlin so gut wie verlobt. Mit einem netten, jungen Geschöpf, das in seiner Frohlaune zu ihm paßt." „9a — ja? Dann muß man ihm also Glück wünschen." Die Baronin rauschte hoch aufgerichtet davon, und Arndt von Berken sah ihr lächelnd nach. Aha! dachte er, für Gisela Lothar Rühlhammer und für Ehrenfrieda den lustigen Udo! Ein Bild, das einen wild machen könnte. Nun, sie hat es ja nun wohl endlich gemerkt, die fürsorgliche Dame, daß ihre Bemühungen vergeblich sind. Herr Dirksen hatte einen holländischen Meister gekauft: „Tulpenfelder". Es war eine erstklassige Sache. Er hatte vorhin Arndt von Berken davon erzählt. Der hatte irgendwie im Gedächtnis, daß in einem der unbenützten Zimmer auch noch ein alter holländischer Meister hinge. Wenn er sich recht erinnerte, roar’s auch ein Blumengemälde. & wollte sowieso mal auf ein paar Minuten hinaus. Und da konnte er ja gleich einmal sehen, ob seine Vermutung stimmte. Einer der Diener konnte das Gemälde dann in sein Arbeitszimmer hinüberbringen, und er, Arndt, konnte Den alten Herrn Dirksen mal mit hinübernehmen. Unbemerkt verließ Arndt den großen Gartenfaal, wo man tarnte und fröhlich war, und wo die Baronin Gleiberg ihrer Enttäuschung freien Lauf ließ. Arndt ging in das Zimmer, das nicht bewogt wurde und von dem er wußte, daß hier einige gute Gemälde hingen, unter denen er den Holländer vermutete. Aber er war sehr enttäuscht. Das elektrische Licht funktionierte nicht. Er stand plötzlich im Dunkeln, tappte sich zur Tür zurück. Der Mond schien hell ins Zimmer. Das war gut. Und wie von irgend etwas angezogen, schritt Arndt noch einmal quer durchs Zimmer bis zum Fenster hin. Draußen lief die alte geschnitzte Holzgalerie am Schlosse hin. Es kam wohl höchstens einmal der alte Kastellan hierher, weil ihm die Reinigung der unbewohnten Zimmer oblag. Der Mond beschien ganz hell die schmale Holz- galerie. Und da sah Arndt von Berken eine schmale Gestalt an dieser Galerie, an der Brüstung sah er diese Gestalt lehnen. Das Holz war vielleicht morsch. Es hätte längst untersucht werden müssen. Aber es kam ja eben nie jemand hierher. Nie kam jemand außer dem Kastellan, und der wußte am besten, daß er sich nicht gegen das Geländer zu lehnen hatte. Denn der war ja schon weit über achtzig Jahre alt und war als junger Bursche nach Schloß Berkenhofen gekommen. (Fortsetzung folgt!) SMlWMM. Vornan von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.). 18. Fortsetzung. Nachdruckverboten! „Was hab' ich denn gemacht? Das ist doch auch vollkommen unverständlich, wenn einer sich so dumm anstellt. Nimmt sich das schöne kleine Dlondköpfchen mit nach Berkenhofen, und nun — nee —, ich bin baju zu dumm, um das begreifen zu können." —„Dir wär' das sicher nicht passiert, mein lieber Udo!" „Nee! Nie!" „Menschen sind verschieden." „Das weih ich seit langem. Aber mit dem Mä° derl — sag' mal —" „Wollen wir nicht lieber davon aufhören? Sie ist hier, bleibt hier, und für m'eine etwaigen leichtsinnig reranlaaten Gäste hat sie nicht da zu sein. So liegt die Sache!" „Leichtsinnig veranlagt? Damit meinst du sicher- lich mich! So ein Unrecht mir anzutun! Wo es in Berlin keinen solideren Menschen mehr geben kann wie mich. Bis zu meiner Hochzeit hab' ich allerdings noch viele Besuche zu machen. Ich muß doch auf- raumen — nicht wahr? — aber meiner Frau bin ich dann treu, ich schwör' dir das!" „Gut so! Räume aber schnell auf. Deine Schmie- germutter könnte auf den Gedanken kommen, dir mal ein bißchen nachspionieren zu lassen. Für wenige Mark erhält man einen wunderschönen Le- benslauf über jede Stunde des armen Opfers." „Mußt du mir denn alles verekeln? Ich tue doch nichts?^ tat der andere schwer beleidigt. „Können wir zu Brigitte gehen? Sie wartet sicherlich schon mit dem Abendbrot. Du bist nämlich ihr einziger Geburtstagsgast, den sie bereits für heute gebeten hat." „Das muß ich noch extra gutmachen. Also gehen wir. Wir können doch deine liebe, verehrte Schwester nicht noch länger warten lassen. Obendrein yabe ich mächtigen Hunger. Ich roch so etwas wie gebratene Hühnchen. Die esse ich doch so gern " „Aus diesem Grunde wird's wohl auch so etwas geben." Sie langten dann bei Brigitte an, die heute in einem dunkelblauen Kleide ein bißchen netter aus- sah als sonst. Sie wartete tatsächlich schon mit dem Essen. Und dann spähte Udo umher, ob er nicht etwas von dem Blondchen sehen könne. Nichts! Na, dann morgen! Ihr würde er bestimmt ein bißchen auf den Zahn fühlen. Sie würde sich schon verraten, die kleine Dame. Was verraten? Arndt hatte gesagt, daß er dem Mädchen fern» stand — er hatte ihm zu glauben. Aber, du lieber Gott, kaum zu glauben war's! Nach dem Abendbrot sah man gemütlich beisammen. Und dann spielte Udo von Bodenstein noch ein wenig Klavier und fang dazu. Das war auch sehr hübsch und unterhaltend. Das hatte er schon öfter hier getan und in anderen Gesellschaften auch. Brigitte horte ihn sehr gern, und sie freute sich, daß er yeute wieder Leben und Frohsinn mitgebracht hatte. Später verabschiedete sie sich von den beiden Herren. „Ich bin früh die erste. Da muß ich natürlich abends nicht gerade die letzte sein — nicht wahr?^ sagte sie launig. Sie nickte den Herren zu und verschwand. Die beiden Herren machten noch einen Rundgang durch den Park, und oben am Fenster ihres Zimmers in dem großen Seitenflügel des Schlosses stand Käthe Randolf. Sie sah die Zigarren der Herren wie leuchtende Käfer in der Dunkelheit sich bewegen. Und als einmal der eine der Herren ein Streichholz aufflammen ließ, sah sie hell beleuchtet Arndt von Berkens Gesicht. Da ging Käthe ins Zimmer zurück, setzte sich in der Dunkelheit auf ihr Bett und weinte. * Der andere Tag war sonnig und noch kalt. Die Gäste kamen und brachten alle gute Laune mit. Aber dann kam doch ein Wermutstropfen in die Feststimmung. Frau Baronin Gleiberg mit ihren Töchtern schneite herein, und süßsauer sagte sie, daß sie der lieben Brigitte von Berken doch noch schnell einen herzlichen Glückwunsch aufsagen möchten. Sie müßten aber noch weiter — Einkäufe machen. Die Damen trugen aber alle drei Ballkleider, und Brigitte bat sie mit einem resignierten Lächeln, doch dazubleiben. Die Damen wollten nicht und wollten nicht — und dann saßen sie doch mit an der Fest- täfel. Und die Baronin war froh, den Streich gewagt zu haben. Udo von Bodenstein war da! Dann der schöne Berken selber! Die Rühlhammers hatten ihre zwei Söhne auch mitgebracht. Den einen hatte sie gern für Gisela haben wollen. Nun war der bis heute ledig geblieben — und man konnte nicht wissen. So klappte es jedenfalls nicht gleich wieder. Die Stimmung war sehr gut. Hanna Dirksen hatte ein ergebenes Lächeln um den Mund und saß nach der Tafel neben den Baronessen Gleiberg, die über sie herfielen und durchaus wissen wollten, woher sie das Kleid bezogen habe, das sie an hatte. Hanna lächelte. Das Kleid? Selber habe ich es mir geschneidert." „Hanna, machen Sie doch nicht solche Scherze. Das ist ein Kleid von Madame Lertou oder von Tav er Lindenbegg." „Ich habe es tatsächlich selber geschneidert. Mama brachte mir den Seidenrest mit. Er gefiel mir, und ich erbat mir von Mama die Erlaubnis, mir selbst etwas nähen zu dürfen." Die Baronessen sagten nichts mehr. Ungläubig lächelnd saßen sie da, und Hanna blickte unbekümmert in das Gewühl der Gäste. Die Baronessen aber sagten später zu Frau Dotier Weitz: In Dirksenhöhe müsse es sehr schlecht stehen, die Damen nähten sich ihre Kleider iriver. Und man habe da schon dies und das munlein hören. Frau Doktor Weitz, eine liebe alte Dame, die sehr viel auf die Dirksens hielt, sagte achselzuckend: „Wer kann denn das sagen, ob es in Dirksen- höhe schlecht steht ober nicht. Jedenfalls steht so Diel fest, daß es besser wäre, auch andere Damen nähten sich manchmal ihre Kleider selber. Erstens würden sie dann nicht mehr so viel Zeit zum Klatschen haben und sich um anderer Leute Angelegenheiten zu kümmern. Und zweitens wären die Vater und Gatten auch besser daran, denn bann brauchten sie nicht mehr so viel Geld zum Fenster hinaus- zuwerfen. Meinen Sie nicht auch, meine Damen?" Die Baronessen waren gelb vor Wut, aber sagen durften sie nichts mehr. Die alte Dame sah sie gar so verächtlich an. Aber sie beschwerten sich nachher bei ihrer Mutter, die es der Brigitte von Berken steckte, was es für ungehobelte Menschen auf ihrem heutigen Geburtstagsfeste gäbe. Und Brigitte meinte lächelnd, die gäbe es immer und überall. Es frage sich nur, ob man immer die Richtigen herausfinde. Und Brigitte hatte zu der alten Frau Doktor Weitz hinübergelächelt. Sie hatte die alte Dame nämlich sehr lieb, und die wiederum ging am liebsten nach Berkenhofen, wenn sie wirklich einmal ihr kleines Landhaus verließ und unter Menschen ging. Udo tanzte hernach wie ein Wahnsinniger mit den beiden Baronessen Gleiberg. Da er keine be- vorzugte, blieb die Angelegenheit ein dummer Witz wofür ihm die Baronin am liebsten eine Ohrfeige verabreicht hätte, denn sie sah ihre Töchter bloß- gestellt. Und man konnte dem Windbeutel doch nicht das Tanzen verbieten, das war das Schlimmste, denn bann hätten Ehrenfrieda und Gisela wohl die meiste Zeit über gesessen. Lothar Rühlhammer, der sich vor Jahren einmal vorübergehend ein bißchen für Gisela interessiert hatte, der tanzte heute gar nicht. Er tat sehr würdig und hatte sich in ein Gespräch mit Herrn Doktor Weitz vertieft. Und man sah es von weitem, daß die beiden vor Schluß des Festes nicht auseinanderkommen würden. Das war sehr, sehr ärgerlich, und die Baronin pirschte sich an Arndt von Berken heran, fragte: „Udo Bodenstein ist ein netter Mensch. Hat er sich eigentlich wieder mit seinem Vater ausgesöhnt?" „Er war nicht mit seinem Vater zerfallen, soviel mir bekannt ist, Frau Baronin. Und jetzt ist ja Ihre Pelz-Berater 0(1 n rm rm 111111ii ।*ii rm i~t‘ t i > f r i özd 11 ii 11 t 1 Illi ri i' rm i i 11 ii 11 i' 11 Im nahen Frankfurt erbitten Ihren unverbindlichen Besuch. Sinnvolle Zusammenarbeit unserer weitbekannten Fach-Abteilungen: Pelze, Maßkürsch- nerel, Maß - Schneiderei und Fertigkleidung erfüllt alle Ihre Kleidungs- und Pelzwünsche In vollkommen persönlicher Art. 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Es geht daraus hervor, daß die Besucherzahl der Ausstellung sich auf rund 12 000 Personen belief. Eine gröbere Anzahl Erwerbsloser konnte während dieser Zeit Beschäftigung finden. 3540 Tagewerke wurden von ihnen geleistet. Neisetzung von Kirchenrat Münch d. Schotten, 18. Okt. Gestern wurde unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung von nah und fern der frühere Dekan des Dekanats Schotten Kirchenrat i. R. Emil Münch zu Grabe q e • und verdienstvollen Geistlichen unserer evangelischen Gemeinde, jetzigen Vorsteher des Elisabethenstifts in *-K in* notice ii. — Tageskalender f ü r Freitag: Volkshalle, 20 Uhr, Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35; Redner Pg. Klo st ermann, Gaubeauftragter des WHW. Pg. Haug. — Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr „Krach um Jolanthe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarzer Jäger Johanna." — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Kampf um Recht". — NSLB., Fachschaft Höhere Schule, Fachgruppe Deutsch, 16 Uhr, Seminarzimmer i)er Oberrealschule, Sitzung. — Gießener Konzert- rerein, 18.30 Uhr, Zimmer 6 des Stadthauses, Mitgliederversammlung. * ** Dienstjubiläum. Der verdiente Regi- ftrator des Landgerichts Gießen, Justizsekretär G a r- ltenschläger, konnte in diesen Tagen auf eine vierzigjährige Tätigkeit im Staatsdienst zurück- blicken. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar ein schreiben des Hessischen Staatsministers überreicht, ln dem ihm der Dank der hessischen Negierung für die langjährigen treuen Dienste ausgesprochen wurde ** Evangelisch-kirchliche Personalien. Ernannt wurde der Pfarrassistent Fritz A r ■ nold zu Kirchberg-Lollar, Dekanat Gießen, mit Wirkung vom 16. Oktober 1934 ab zum Pfarrver- walter der Pfarrei Groß-Rohrheim, Dekanat Zwingenberg a. d. B. — Auf eigenen Antrag sind mit Wirkung vom 1. November 1934 ab in den Ruhestand versetzt worden: die Pfarrer Wilhelm Hoffmann ZU Bechtolsheim, Dekanat Alzey, Ludwig H e u tz e k zu Rumpenheim, Dekanat Offenbach a. M., Heinrich Kullma n n zu Bergstadt, Dekanat Hungen und Theodor Dämel zu Essershausen, Dekanat Weil- bürg a. d. L. ** D i e NS.» Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil den Spielplan und die Kartenausgabe. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht. Gebäudeeinsturz in Klein-Linden. x» Klein-Linden, 18. Okt. Heute vormittag waren einige Maurer damit beschäftigt, die bei Straßenbauarbeiten freigelegten Mauern der Wohnung und des Stalls eines der ältesten Häuser (vielleicht das älteste), dem Landwirt i. R. Ludw. Jung, Ecke Wetzlarer Straße und Kirchstraße, gehörig, mit Beton zu stützen. Während sie an der Arbeit waren, bemerkten sie plötzlich, daß Stall und Hauswand zu rutschen begannen. Sie konnten gerade noch zur Seite springen, als auch der Stall schon völlig in sich zusammenbrach und ein Teil des Wohnhauses nachbrach. Da sich auf dem Dach ein Hauptmast der elektrischen Stromleitung befindet und ein weiteres Nachrutschen des Hauses zu befürchten war, wurde das Städtische Elektrizitätswerk benachrichtigt, dessen Leute in wenigen Minuten an der Ünfallstelle erschienen. Auch ein Vertreter der Straßenbaubehörde war bald gekommen, um die ersten Vorsichtsmaßnahmen anzuordnen. Gegen Abend wurde durch Allendorfer Zimmerleute das Haus durch starke Balken abgestützt, um weiterem Einsturz Einhalt zu tun. Die Leitung der Straßenbaubehörde wird am Freitag- pormittag erwartet. Das Wohnhaus des L. Jung ist eines der wenigen noch vorhandenen Zeugen der Vergangenheit in unserem Dorf. Es ist im Jahr 1705 erbaut, war mehr als 200 Jahre als Gasthaus „Zum Adler" in Fuhrmanns- und Kaufmanns- kreisen weit bekannt und diente damals den Durchreisenden als Ausspann- und Uebernachtungslokal. Es führt bis auf den heutigen Tag noch den Namen „Adlerwirtshaus". Gemeinderat in Lich. Darmstadt, bas in diesem Jahre auf eine öOjährlgö Arbeit seiner Schwestern in. der hiesigen Kinder- 'chwe zurückblicken darf, feierlich eröffnet. Jrn unmittelbaren Anschluß folgt der Festakt im großen oaal der Anstalt mit den Festansprachen der Behörden und Vereine und der Ueberreichung von großen und kleinen Festgaben der Stadt, des Fürst« Nchen Hauses, der Kirchen, der Frauenorganisationen, Geschäftsleute, Privatpersonen usw. Die Nach- rornmen der Gründerin und Leiterin, sowie vier uper öOjabrige Männer und Frauen unserer Stadt, die einst die Kinderschule unter Tante Bettchens ^"ung besucht haben — (Frau Marg. Mitt- nacht Wwe. 89 Jahre alt, Landwirt Hrch. Men« g e s [85 Jahr»), Schuhmachermsister i. R. Hrch. sy? fl r f rro!?2o Wahres und Schlossermeister i. R. £aU -rJ i ,?af)rei) — werden als besondere Ehrengäste teilnehmen Der Festakt wird durch mu- sikalische Vortrage (Lehrer Stein: Harmonium und Lehrer H i n k e l: Geige) eröffnet und geschlos- Jen roeröen. Nach einer Mittagspause werden die Kleinen unter Vorantritt der Feuerwehrkapekle und ge eitet von der Schwester, der Helferin und Mädels vom BdM. zur Turnhalle marschieren, wo sich ein großes Kinderfest abwickeln wird. Die Sänger- vereinigung „Cacilia", die Feuerwehrkapelle Kir- chen- und Frauenchor, Turnverein und BdM so- wie sangesbeqabte Frauen aus der Gemeinde (Frau V o 1 z und W a g n e r , Frl. F e y) haben sich freu- d'g in Dienst dieses Kinderfestes und der nachfol- genden Feier für Eltern und Kinder zur Verfügung gestellt. Hoffentlich beschert uns auch der Himmel einen schönen und sonnigen Herbstsonntag, um allen Vor- I bereitungen für ein festliches Gelingen zum vollen Erfolg zu verhelfen. Stadtratssitzung in Butzbach. pb. Butzbach, 17. Okt. In der gestrigen Stadtratssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Der mit Zustimmung des Hauptausschusses abgeschlossene Kaufvertrag über den Verkauf des städtischen Wohnhauses, Hermann- Göringstraße 53, mit dem von Nidda hierher ver- setzten Zollsekretär Wilh. Weitzel wurde vom Stadtrat genehmigt. Der Kaufpreis beträgt 6700 Mark. Ferner beschloß er, bas Grundstück Fl. I Nr. 652 — 370 Quadratmeter von Frau Else Lappe im Tauschwege gegen eine Parzelle von 500 Quadratmeter zu erwerben. Das Tauschgrundstück wird an der Ostseite des angrenzenden städtischen Grundstücks neu gebildet. Die Kosten übernimmt die Stadt. Die große Wendeistraße muß wegen des ge- plan tenPo st Neubaues an ihrer Ausmün- düng in die Weiseier Straße nach Süden verieqt werden, wozu es notwendig wird, einen Teil des Gg. Sparwasserschen Anwesens zu erwerben. Es kommen 719 Quadratmeter in Frage, über deren Erwerb mit Zustimmung des Hauptausschusses bereits am 5. Oktober Kaufvertrag abgeschlossen wurde. Der Stadtrat genehmigte den Vertraa. Der Antrag der Freiwilligen Feuerwehr auf Uebernahme der Beiträge an die Reichs- mufiffammer Landschaft Süd-Westmark wurde ab- gelehnt, dagegen der Antrag auf Uebernahme der Kosten anläßlich der Feuerschutzwoche und des Erntedanktages genehmigt. Aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der Kleinkinderschule soll dieser eine Jubiläumsgabe in Gestalt eines Kinderkarussells (Anschaffungswert 135 Mark) von der Stadt überreicht werden. Nach Verlesung einiger wichtiger Mitteilungen schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an. Die Hundertjahrfeier der Licher Kleinkinderschule. = ß i d), 18. Okt. Je näher die Hundertjahrfeier unserer Kleinkinderschule kommt, um so mehr macht sich die freudige Teilnahme der ganzen Gemeinde an diesem seltenen Fest bemerkbar. Das Festprogramm ist aufgestellt. Die Einladungen an die zuständigen Behörden des Kreises und der Stadt, die Nachkommen der Gründerin und ersten Leiterin, die in der Kinderschule tätig gewesenen Schwestern und Helferinnen sind ergangen. Die Häuser der Stadt werden aus Anlaß des Jubiläums reichen Fahnenschmuck tragen. Eifrige Frauen- und Mädchenhände sind damit beschäftigt, das Gebäude der Kinderschule im Innern und Aeußern mit Guirlanden zu schmücken, die Aus- chmückung des Festsaals hat in dankenswerter Weise die Fürstliche Gärtnerei übernommen. Die Kinder können kaum noch den Tag erwarten, an öem sie in frohem Sang und Spiel zeigen können, was sie unter Leitung der Schwester und ihrer Helferin eingeübt haben. Die Feier wird am Samstagnachmittag mit der Niederlegung von Kränzen an den Gräbern der Fürstin Henriette zu Solms-Lich, von Frl. Anna Elisabeth Reger und Frl. Margarete M a 11 i g sinnig eingeleitet werden. Ihrer Breite zu verringern und den dadurch geroon nenen Raum zu einem Parkplatz zu gelte" Seit einigen Tagen ist man dazu an der 2h..... Für den Parkplatz wird ein regulärer Unterbau geschaffen, wie er auch für Straßen erforderlich ist. Zunächst wird Basalt aufgeschüttet, dann eine etwa 10 Zentimeter starke Betondecke aufgelegt und schließlich Kleinpflaster aufgebracht. Die Arbeiten schreiten rüstig vorwärts. Es kann damit gerechnet werden, daß der Parkplatz schon in etwa 14 Tagen in B-uiutzung genommen werden kann. wurde. Inzwischen klärte sich der Himmel auf, fo daß wir noch vom Turm aus eine schöne Aussicht hatten. Der Abstieg führte uns wieder durch schönen Herbstwald, über Felder und Wiesen. Auch dieser Weg wurde mit Sang und Klang zurückgelegt, bis uns die Biebertalbahn wieder nach Gießen zurückbrachte. Großer Parkplatz in der plockffraße. Die Plockstraße zeichnete sich bisher durch beson- ders breite Bürgersteige aus, die in ihrem Ausmaß für den nicht allzu starken Publikumsverkehr nicht nötig wären. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt hat sich nunmehr entschlossen, diese Bürgersteige in Tugend in Hohe von 60,60 Mark und dem Jungvolk in Hohe von 20 Mark genehmigt, ebenso dem R e i t e r ft u r m 5 der Reiterstandarte Oberhessen anläßlich seines hier stattgefundenen Reit- und Fahrturniers im August. Der Antrag des Ludwig Fischer um Erhöhung Der Vergütung für den Transport von Kanalrohren,, die schwerer waren, als ursprünglich vorgesehen war, wurde dahingehend genehmigt, daß für jeden überwiegenden Zentner 2 Pfennig vergütet werden. Auf Antrag wurde dem Jakob Jung IV. wegen <5 d) ä digung der Ernte infolge der städtischen Wasserleitungsarbeiten am Wasserreservoir in den Wingerten die Pacht für das betreffende Grundstück um die Hälfte nachgelassen. Zur Bekämpfung der Mäuseplage in der Gemarkung Lich werden durch das hiesige Forstamt vier Zentner Giftkörner beschafft, die unentgeltlich an die Landwirte usw. zur Verteilung gelangen werden. =.= Li ch, 18. Okt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand eine umfangreiche Tagesordnung zur Beratung, bei der folgende Vorlagen und Anträge behandelt wurden: In Anwesenheit des Vorstandes des Forstamtes Lich wurde die Prüfung des W a l d w i r t f ch a f ts- plan e s für das Wirtschaftsjahr 1935 vorgenommen, wobei Forstrat Otto Zimmer (Lich) in längeren Ausführungen Aufklärung über erzielte Einsparungen, unbedingt notwendige Aufwendungen usw. gab. Der Voranschlag wurde genehmigt. Die käufliche Überlassung von Gemeinde- g e l ä n d e an die Firma Schiefer st ein (Lich) fand die Zustimmung des Gemeinderats. Im Anschluß erfolgte Erlaß einer Ortssatzung über die Erhebung einer Filialsteuer und Warenhaus st euer für das Rechnungsjahr 1934. Der zur Erhebung gelangende Satz wurde in gleicher Höhe wie im Vorjahre festgesetzt. Der Antrag des Friedrich Schreier auf käufliche Ueberlaffung der Scheune in der Löwengasse (Nr. 12) wurde zurückgestellt, da sich weitere Kauf- liebhaber für das Grundstück gefunden hatten. Zur Instandsetzung des unter Denkmalschutz tehenden Hauses (Oberstadt 18) des Heinrich Radetzky wird ein einmaliger Zuschuß in gleicher Höhe eines etwaigen Zuschusses des Denkmalpflegers für Oberheffen gewährt werden. Auf Gesuch wurde eine einmalige Beihilfe zur und Beschaffung vvll JVllu,VH= uuu Vü|uunerityur unu einer j^ipre- nnräfcfi*9hp?U;m r n *U?e ^^'?berbemlttelte) digt von Pfarrer Lenz, dem früheren langjährigen anläßlich des im September stattgefundenen Ge- - ** - - • Hl - bietsaufmarsches in Frankfurt a. M. der Hitler-! Luise Rohrbach Kurt Gorges geben ihre Verlobung bekannt Gießen, den 19. Oktober 1934 Robheimer Str. 57. Krosborfer Str. 20 6155 D Für die uns anläßlich unserer goldenen Hochzeit überaus zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Th. Kliffmüller und Frau Gießen, ben 18. Oktober 1934 05045 Geschmackvoll Vornehm Persönlich Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- fUhrungearten schnell und zu mäßigen Preisen BrOhl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Zwangsversteigerung K55t3’ Arn Montag, dem 5. November 1934, vormittags 10 Uhr, findet im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße 1, zweites Obergeschoß, Zimmer 221, die Zwangsversteigerung der im Grundbuch von Gießen, Band XI, Blatt 506, auf den Namen des a) Heinrich Noll in Chemnitz zu %, b) Frieda Lösch, geb. Noll, Ehefrau des Franz Lösch in Gießen, zu %, und zwar nur die der Franz Lösch Ehefrau, Frieda, geb. Noll, zugeschriebene ungeteilte Eigentumshälfte, statt. 61290 Flur I, Nr. 1000, Hofreite Neustadt Nr. 47 und 49, 1797 qm. Hier: Anteil der Franz Lösch Ehefrau, Frieda, geb. Noll, %. Schätzungsbetrag: 22187,50 RM. Brandtaxe der ganzen Hofreite: 56 810 RM. Cinheitswert der ganzen Hofreite vom 1.1.31: 28 200 RM. Gießen, den 19. September 1934. Im Auftrag des Hessischen Amtsgerichts Gießen: S o l d a n, Ortsgerichtsvorsteher. Man riet uns gut am Os waldsgarten? ORANIER ml k l W > So riefen voller Behagen im molligen Zimmer schon viele meiner Kunden. Und darum kommen sie auch alle getreulich immer wieder. 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Jede Einzelwohnung enthalt Zwei Zimmer, eine Küche und zwei Dachgeschosse Die erweiterten Häuser größerer Familien enthalten zwei Zimmer mehr. Zu jedem Doppelhaus werden Stallungen für Schweine- und Ziegenhaltung errichtet. Rach der Fertigstellung der Siedlungswoh- nungen werden sie an die Siedler, die seither Helferdienste leisten mußten, verlost. In den ersten drei Jahren wird voraussichtlich die monatliche Miete 18 Mark, bann 21 Mark betragen. Rach 40 Jahren werden die Siedler Eigentümer der Häuser werden. Die Stadt hat das Gelände von 13 000 Quadratmeter Größe zur Verfügung gefteUt. Die Finanzierung hat die Nassauische Heimstätten-Bau- und Siedlungsgesellschaft übernommen. Kreis Büdingen x Bad Salzhausen, 17. Oft. Rach einem durch starken Besuch von Badegästen bedingten lebhaften Verkehr im Hochsommer bis gegen Ende vorigen Monats ist nun hier Ruhe eingetreten. Das staatliche Kurhaus, sowie die Privatgaststätten und das Kaufmanns-Erholungsheim haben ihre Pforten geschlossen. Nur im Blindenheim wohnt noch bis zum Schlüsse dieser Woche eine geringe Anzahl von Blinden. Die Abgabe von Bädern im Badehaus wird, des geringen Zuspruchs wegen, am 20. Oktober eingestellt. In der Badesaison bildete u. a. der Landgrafenteich für alt und jung einen Hauptanziehungspunkt durch seinen Reichtum an Goldfischen aller Größen und den drei Schwänen, denen an einer Ecke des Teiches ein reizendes Häuschen als Nachtquartier dient. Zur weiteren Belebung schwimmen auf dem ziemlich Hefen Teich niedliche Zierenten, denen eine gefällige Wohnstätte inmitten des Teiches in Form eines auf Pfählen errichteten Häuschens errichtet wurde. Kreis Alsseld Alsfeld, 16. Okt. Am Sonntagabend veranstaltete die NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im großen Saal des „Deutschen Hauses" einen heiteren Abend. In dem sehr reichhaltigen Programm wirkten u. a. das Landes- sinfonieorchester Frankfurt a. M., ein humoristischer Ansager und Gesangs- und Tanzsolistinnen aus Frankfurt mit. Eine sehr zahlreiche Zuhörerschaft — der große Saal war überfüllt — dankte den Gästen mit begeistertem Beifall. NMücke, 17. Okt. In der Wirtschaft B a i st versammelten sich dieser Tage die Frauenschasten von Flensungen und Merlau zu einem Schulungsabend. Frauenschaftsführerin Marie Münch (Merlau) eröffnete die Versammlung. Der Schulungsleiter des Stützpunktes Merlau, Pg. Lehrer Dönges, sprach u. a. über Vorsichtsmaßregeln für alleinreifenbe Frauen unb Mäbch n. besonders in v-Zügen. Zum Schluß dankte Frauenschaftsführerin A. Fischer (Flensungen) dem Schulungsleiter für seine lehrreichen Ausführungen und beschloß ben Abenb mit einem breifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. oo Nieder-Ohmen, 18. Okt. Dieser Tage konnte der Altveteran Johannes Sehrt in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 7. Geburts - t a g feiern. ss. Grebenau, 18. Okt. Da mit den Kulturarbeiten in sämtlichen Förstereien bes Forstamts Grebenau begonnen mürbe, haben fast sämtliche Arbeitslose dis zum Beginn ber HolZ- hauerei roieber einige Wochen Beschäftigung ge- funben. — Wie manchmal eine kleine Verletzungsehrschlimme Folgen haben kann, zeigt nachstehender Fall. Die E h e f r a u bes Lanb- wirts unb Mühlenbesitzers Konrab Herrmann in Wallersborf hatte sich an ber Hanb burch einen Strohhalm eine kleine V er - letzung zugezogen. Da sie die kleine Wunde nicht weiter beachtete, stellten sich nach zwei Tagen sehr heftige Schmerzen ein. Der herbeigerufene Arzt orb- nete die sofortige Ueberführung in das Krankenhaus nach Hersfeld an. Da eine starkeBlutvergif- tung festgestellt wurde, mußte zuerst die Hand und dann der Arm amputiert werden. — Ge- ftern und vorgestern konnte man hier mehrere größere Schwärme Schneegänse gesehen. 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