Nr. 2!9 Erster Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 19. September 1954 Erschein» lägItd), nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Bejugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruA und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Ztemdruckerei R.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von 2lii}eigen für die Mittagsnummer bis8*/,Uhr des Dormittag, Srundpreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift ober schwieriger Satz 25°/ft mehr LrmShigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Streik in USA. Bon unserem HE -Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Neuyork, September 1934. Es läßt sich nicht länger leugnen, daß die Maßnahmen der Regierung und die unerwartet schlechte Ernte in den Bereinigten Staaten eine Teuerung hervorzurufen beginnen. Das Verhältnis zwischen Einkommen und Preisen hat sich ständig verschlechtert, so daß jeder tatsächlich bei gleichbleibendem Gehalt zu der Feststellung kommen muß, daß er ärmer geworden ist und sich jedenfalls weniger leisten kann als z. B. noch vor einem Jahr. Von dieser Erscheinung werden die Bevölkerungsschichten immerhin sehr verschieden betroffen. Am wenigsten leiden unter Teuerung die Reichen, a m stärksten der Mittelstand. Da die Jn- oustrie von der amerikanischen Regierung mehrfach gezwungen worden ist, Lohnerhöhungen zu bewilligen, hinkt das Durchschnittseinkommen der Arbeiter nur wenig hinter den Preiserhöhungen nach. Die Arbeiterschaft war daher auch im allgemeinen zufrieden, und man kann wohl behaupten, daß Roosevelt infolge feines Verhaltens in der Lohn- | Frage gerade in der Arbeiterschaft über sichere An- s Hänger verfügen könnte. Wenn es im Laufe der letzten drei Monate nun doch zu zwei großen Streiks gekommen ist, im Sommer in Kalifornien und jetzt zu dem Riesen- itreif in der Textilindustrie, so hat das zweifellos ouch andere Ursachen als nur die Frage der Gestaltung der absoluten Höhe des Lohnes. Es Hegen vielmehr zwei Erscheinungen vor, die beide mehr oder weniger wirtschaftlich bedingt sind, aber >»och fast ausschließlich politisch in Erscheinung Treten. Das sind die Fragen der Arbeitszeitverkürzung und die der Anerkennung der Gewerkschaften. Man muß wissen, daß die Arbeitslosigkeit in den Bereinigten Staaten ein Problem durchaus eigener Art ist, das nicht mit den üblichen europäischen Maßstäben gemessen werden kann. Bis zu Beginn > er Regierung Roosevelt gab es bekanntlich in den Bereinigten Staaten so gut wie keine Gesetze, die -en Arbeiter schützten, wenn die Industrie Enl- \ InHungen vornahm. Ebenso kannte man keinerlei Unterstützung des Arbeitslosen durch kommunale iber staatliche Organe. Die Versorgung der Arbeitslosen erfolgte vielmehr ausschließlich urch wohltätige Vereine, deren Beiträge xeiroillig gespendet wurden. Dieses System der Karitativen Arbeitslosenfürsorge hat selbstverständ- ich angesichts der ständig zunehmenden Arbeitslosig- xit auch in USA. zunehmend versagt. Der Staat zonnte schließlich nicht länger untätig zusehen, und d hat denn Roosevelt entsprechende Maßnahmen ^griffen. Sie haben jedoch im Winter 1933/34 noch u allerlei Mißständen geführt, die es wünschenswert erscheinen ließen, die Betreuung und Unter- ützung der Arbeitslosen auf einem anderen Dege zu versuchen. Es liegt nahe, daß Roosevelt zunächst einmal an Maßnahmen gedacht hat, die verhindern sollen, in Arbeit befindliche Arbeiter so ohne weiteres ent- Inffen zu können (für die Arbeitslosen werden im .Übrigen in diesem Winter wohl in der Hauptsache iiie Gemeinden und Bundesbehörden zu sorgen haben, die dafür auch entsprechende Mittel bereits «"hielten). Roosevelt hat sich daher entschlossen, men Druck auf die Industrie auszuüben, damit liefe d i e vorhandene Arbeit st reckt, d. h. Iiie Arbeitszeit verkürzt. Das ist auch schon ri großem Umfange durchgesetzt. Keine der größe- «n amerikanischen Industrien hat sich geweigert, lirbeitszeitoerkürzungen einzuführen, um eine möglichst große Anzahl von Arbeitern in Lohn und !i rot zu halten. Obgleich also die Arbeitszeit in xmiz Amerika schon stark gekürzt worden ist, wird cioer doch eine weitere Kürzung der sogenannten Lirbeitswoche auf etwa 30 Stunden erfolgen müs- fm. Die Industrien, die von dem Rückschlag der Saison am stärksten betroffen wurden, d. h. vor cllem die verschiedenen Sparten der Textilindustrie der Vereinigten Staaten haben dem a.ich schon Rechnung getragen. Andere Industrien, nie die Stahl- und Eisenindustrie, werden folgen. !Dom Standpunkt des Arbeiters gesehen bedeutet bsfe volkswirtschaftlich sicherlich nützliche und ge- iTLinnützige Maßnahme erklärlicherweise etwas sehr Unangenehmes. Da der Arbeiter nach Stunden be- zM wird, bedeutet eine Verminderung der wo- ltmtlichen Arbeitsstundenzahl auch eine Beschneidung der Verdienstmöglichkeiten, d. h., es wird von ihm verlangt, daß er auf 20 bis 25 v. H. feines &od)cneintommens verzichten soll — und das angesichts der bereits spürbar werdenden Teuerung. Ioan kann daher begreifen, daß die Arbeiterschaft ii USA., die ja nicht in dem Umfange geschützt ist, m:e das z. B. in Deutschland der Fall ist, sich zur lehr setzt und nicht so ohne weiteres in Lohn- Estriche einwilligen will. Die Verhandlungen, die herüber mit den Industrien geführt wurden, waren ieckstoerständlich sehr schwierig, und sie sind denn lllch, wie das der große Textilarbeiterstreik zeigt, limädjft einmal gescheitert. Das Problem ist nämlich noch dadurch kompliziert oirben, daß das Gesetz in den USA. bisher keine llnrheit darüber geschaffen hat, wer denn im Lumen der Arbeiterschaft überhaupt die S'-rhandlungen zu führen hat. Die Nira-Cobe-Gesetz- riung hat die Frage offengelassen, ob die einzel- I en Gewerkschaften oder die Betriebs» tcemi einschaften als Verhandlungspartner gel» ;ii sollen ober nicht. Der Fortschritt, ben bie (Begebung gebracht hat, besteht lebiglich barin, baß kwerkschaften zugelassen werben können. Das ist p ber Unternehmerseite bazu benutzt worben, um !ie Zustänbigkeit ber Gewerkschaften zu bestreiten nl* um politische Schwierigkeiten zu machen, die Gowjetrußlands Aufnahme in den Völkerbund. Ein durchgefallenes Stück. Noch niemals ist ber Einzug eines neuen Mit- gliebes in ben Kreis ber Dölkerbunbsmächte ein unter so eigenartigen unb befrembenben Umstän- ben oerlaufenbes Schauspiel gewesen, wie bas Auftreten ber Sowjetrussen auf ber Genfer Bühne. Man bebenfe, welch ungeheurer Gewinn für bas bebrohte Ansehen bes Döl- terbunbes bie Ausnahme eines so riesigen Staates fein mußte. Ein Reich von fast 200 Millionen Menschen! Eine Regierung, bie biktätorisch über ein Gebiet von unvorstellbaren Ausmaßen unb unerschöpflichen Naturkräften herrscht, verpflichtet sich bem Frieben unb ben Vorschriften bes Völkerbunbspak- tes! Welch ein Anlaß zu festlicher Freube unb jubelnber Begeisterung! Welch einzigartige unb nie wieberkehrenbe Gelegenheit für bie französische Diplomatie, ben so oft bezweifelten Erfolg ben bösen Kritikern ber Genfer Praxis mit triumphierender Geste zu bemonstrieren! Nichts von allebem ist geschehen. Sang- unb klanglos zogen bie Moskauer Vertreter in die geheiligten Räume ein. Verlegen waren die Gesichter der'Zuschauer, stumm ihre Münder, untätig ihre Hände. Zwar kamen die 40 Jünger Lenins durch das große Marmorportal, aber es war doch nur eine Hintertür. Zwar sprach Litwinow im Jargon der westlichen Diplomatie, aber es war doch nur das Reoolutionsgeschrei der Dritten Internationale, das die Anwesenden aus seinen Worten her- auszuhören meinten. Argwohn, Mißtrauen, Zweifel, Verlegenheit — das waren die Gefühle, die sich des internationalen Publikums bei dieser Vorstellung bemächtigten. Nur die Schauspieler auf der Bühne schienen sich in ihrer Rolle recht wohl zu fühlen. Man hatte ihnen auch genügend Zeit gelassen, das Spiel sorgfältig vorzubereiten, unb besroegen ben Beginn ber Vorstellung sogar um ein paar Stunben verschoben. Wenn aber bas Stück unb feine Darsteller nicht gefielen, warum hatte man es bann nicht ganz vom Spielplan abgesetzt? Das Eintrittsgelb war so wie so nicht von allen Besuchern bezahlt worben unb an Freikarten hatte es nicht gemangelt. Der Intendant, von aufgebrachten Stammietern über bie Grünbe seines Vorgehens befragt, antwortete aus» weichenb unb mit schwacher Stimme, als H i - storiker würbe er sich natürlich ben Grünben ber Kritiker angeschlossen haben, aber als Politiker müsse er bie Tatsachen sehen. ' Diese Erklärung hat, gerabe weil sie unbewußt ins Schwarze traf, bas Genfer Stammpublikum keineswegs befricbigt. Denn bie Tatsachen sprechen eine einbringliche unb nicht zu unter- schätzenbe Sprache: Rote Wühlarbeit im schwebischen Heer, komunistische Meutereien auf ben Schiffen ber seefahrenben Mächte, blutige Streiks in ben größten Staaten ber Welt, freche Demonstrationen in ben Parlamenten ber Kolonialmächte. Vielleicht hat aber Barthou, ber Leiter unb Regisseur bes Völkerbunbtheaters, ganz a n b e r e „Tatsachen" im Auge gehabt, benn er sprach auch | von einer „bemerkenswerten Evolution in । Sowjetrußlanb seit ben Zeiten Lenins". Wollten I bie neugierigen Frager einmal bie Richtigkeit bieser Bemerkung unterstellen, so wäre ihnen biese Alternative nicht weniger unangenehm. Denn sie würbe nichts anberes bedeuten als bie Auffvrberung, bie Ein wenig freundlicher Empfang Genf, 18. Sept. (DNB.) Auf bem Platz unb auf ben Straßen vor bem Verfammlungsgebäube bes Völkerbunbes hatte sich am Dienstagnachmittag ein etwas zahlreicheres Publikum als sonst eingefunben. Es hanbelte sich aber meist um internationale Besucher unb nur im geringen Maße um Genfer Bürger. Don ber Polizei waren ziemlich weitgehenbe Absperrungsmaßnahmen getroffen. Das Hauptinteresse galt natürlich ber Anfahrt ber Sowjetbelegation, bie heute ihren Einzug in ben Völkerbunbssaal halten soll. Im Versammlungssaal selbst waren biesmal alle Plätze vergriffen, bie bem Publikum zur Verfügung stehen. Als Bunbesrat Motta Punkt 18 Uhr vorfuhr, brach bas Publikum, ganz entgegen bem, was man sonst hier gewohnt ist, in lebhaftes Beifallsklatschen unb Hochrufe aus. Gleich zu Beginn ber Völkerbunbsversammlung verlas ber Vorsitzenbe bes 6. (politischen) Ausschusses, ber Spanier Mabariaga, bie Entschließung, in ber bie Versammlung aufgeforbert wirb, bie Sowjetunion in ben Bund aufzunehmen. Er fügte ben Wunsch hinzu, baß auch bie Vereinigten Staaten ben Weg nach Genf finben möchten. Dann würbe bie Aussprache über ben Beschluß bes 6. Ausschusses eröffnet. Unter großer Spannung gab Bunbesrat Motta bie kurze Erklärung ab, baß er bereits gestern alles Grunbsätzliche vor- gcbracht habe. Die Sowjetunion erfülle als Großmacht zweifellos bie Bedingungen für einen stän- bigen Ratssitz. Trotzdem habe er hier zu erklären, daß die Schweiz sich aus grundsätzlichen Erwägungen heraus der Stimme enthalten werde. Der Irische Delegierte b e Balcra stellte fest, bah Motta gestern im Namen ber ge- samten Christenheit gesprochen habe, bie über bie Entwicklung in Sowjetrußlanb politische und militärische Einkreisung Mitteleuropas mit wohlwollendem Beifall zu quittieren. Andererseits wirb sich ber kommunistische Parteigott in seinem pompösen Grabmal am Roten Platz in Moskau breimal umgebreht haben, als er aus französischem Munbe hörte, baß seine Jünger ben Kampf gegen ben verhaßten Faschismus mit ber Preisgabe seiner Lehren bezahlen mürben. Von welcher Seite man es auch betrachtet, bas letzte Genfer Stück kann keinen Beifall finben; roeber Jntenbant noch Schauspieler noch Zuschauer sind babei auf ihre Kosten gekommen. schwer beunruhigt sei. V a r t h o u s gestrige Erklärung, bah es sich bei Rußlands Aufnahme nur um eine politische Frage handele, sei burchaus nicht überzeuge n b. Wenn bie Christen ber Welt ihr Vertrauen in ben Bölferbunb als Werkzeug ber Friedenssicherung verlören, bann könne ber Bölferbunb auch feine Aufgabe nicht erfüllen. Die Sowjetunion habe erklärt, bah sie sich ben Frieben als Ziel ihrer Politik setze. Er bitte bes» halb bie Sowjetregierung, baß sie bie Garantien, bie sie amerikanischen Bürgern vor einiger Zeit hinsichtlich ihrer Freiheit unb ber Sicherung ihrer persönlichen unb menschlichen Rechte gewährt habe, auch auf bie Bürger aller anberen Staaten unb a u f bas russischeVolk f e I b ft ausbehne. De Valera fanb großen Beifall. Nach ihm sprachen noch ganz kurz ber Vertreter Persiens, ber Ruß» lanbs Eintritt begrüßte, unb bie Vertreter Argentiniens, Hollanbs unb Portugals. Daran schloß sich bann die Abstimmung. Die Sowjetunion erhielt 39 Ja-Stimmen von 49 im Saal anwesenden Völkerbunds Mitgliedern 7 Mitglieder enthielten sich der Stimme und 3 stimmten mit Nein. Einige Völkerbundsstaaten blieben der Abstimmung fern. Der Präsident erklärte Sowjetrußland als in den Völkerbund aufgenommen. Daraufhin begann die zweite Abstimmung über den ftänöi- gen Rats sitz Sowjetruhlands, während die russische Delegation noch außerhalb des Saales blieb. Dabei wurden für die Sowjetunion 4 0 Stimmen bei 50 anwesenden Staaten abgegeben bei 10 Stimmenthaltungen. Nein-Stimmen wurden nicht abgegeben. Der Präsident stellte darauf fest, daß die Sowjetunion einen ft ä n b i g e n Rats» s i tz erhalten habe. Kurz barauf betrat die Das bolschewistische AnMsdebüt in Gens. mit ber Sachlage an sich nicht notroenbig verknüpft finb. Daraus hat sich allmählich ein Kampf zwischen ben Gewerkschaften unb ben Unternehmern entwickelt, ben man insofern als rein politisch bezeichnen muß, als es sich babei zwar auch um bie Lohnfrage, in erster Linie aber um bie Anerkennung von Machtpositionen hanbelt. Das hat z. B. auch beim Textilstreik zu einer Verschärfung ber Gegensätze beigetragen, die schließlich ein Eingreifen der Regierung erforderlich gemacht hat, obwohl diese wohl lieber neutral geblieben wäre. So arbeiter- freundlich Roosevelt an sich ist, so ist eben doch nicht zu übersehen, daß die restlose Anerkennung des Gewerkschaftswesens in den Vereinigten Staaten ein politischer Akt von so großer Tragweite wäre, daß selbst Roosevelt ihn nicht ohne weiteres verfügen kann. Wenn man in Europa das Schicksal des Rieseb- ftreifs in der Textilindustrie verfolgt und babei auch Berichte über Gewaltakte unb Zusammenstöße vernimmt, so sollte man sich barüber klar sein, baß es sich hier nicht nur um eine wirtschaftliche, fonbern auch um eine politische Aufgabe hanbelt, bie zur Wieberherstelluna bes 2Irbeitsfriebens in ben Vereinigten Staaten gelöst werben muß. Von bem Ausgang bes Textilstreikes wirb also in ber Tat sehr viel abhängen; bas ganze Gesicht ber amerikanischen Arbeiter- unb Lohnpolitik kann sich burch ihn änbern, wie möglicherweise bieser Streik auch bazu führen wirb, baß bie Nira-Gesetzgebung ab geändert wirb. Im übrigen sollte man sich aber hüten, in bem Streik eine wirtschaftliche Katastrophe zu erblicken, ober gar sensationelle Ereignisse von ihm zu erwarten. Bis jetzt hat es {ebenfalls ben Anschein, baß es Roosevelt gelingen wirb, auch biese Frage zu lösen unb bas amerikanische Staatsschift sicher an ber Klippe vvrbeizusteuern. Dor einem Koalitionskabinett in Australien. Melbourne, 17. Sept. (DNB., Die Wahlen zum australischen Repräsentantenhaus haben für bie Vereinigte 21 u ft r a 11 f d) e ß a r t et, beren Führer Minifterpräsibent L y o n s i|t, 35, für bie Partei ber ß a n b n) i r t e 13 unb für bie Arbeiterpartei 26 Sitze gebracht. Das Repräsentantenhaus wirb jetzt nur 74 Mitglieder haben, währenb es bisher beren 75 hatte. Die Bereinigte Australische Partei, bie bisher 38 Sitze mne- hatte, hat somit bie obs.o lute Mehrheit verloren. Wenn auch Minifterpräsibent Lnons wiebergewählt worben ist, so ist man in politischen Kreisen boch ber Ansicht, baß bas fommenbe Kabinett ein Koalitionskabinett werben wirb; unb zwar bürste bie Vereinigte Australische Partei mit ber Partei der Landwirte Zusammengehen. Staatssekretär Hutt verwirft den Boykott deutscher Waren. Die amerikanische Handelspolitik erwägt auch das KompensationSgeschäst als nützlich für die Förderung des Außenhandels. wash Inglon, 18. Sept. Staats- fekrelär Hüll hat bedeutsame Erläuterungen über die Handelspolitik der Bereinigten Staaten gegeben. Er betonte, daß er grundsätzlich für jede Förderung des Außenhandels mit Deutschland oder irgendeinem anderen fremden Lande eintrete, und daß man zu diesem Zweck neben anderen Mitteln auch den Austausch von Waren gegen Ware sehr wohl benutzen könne. Jtur dürfe sich der handel darauf nicht beschränken, weil ein ausschließlicher Warenaustausch den Welthandel verkleinern würde anstatt zu vergrößern. Es könne sich beim Warenaustausch immer nur um wenige, bestimmte Erzeugnisse und um eine Teillösung handeln, der — wie die Bereinigten Staaten das auch in den jetzt laufenden Handelsvertragsverhandlungen täten — ein freier Warenverkehr bezüglich der übrigen Güter, und zwar unter Abbau der Handelsschranken, sowie der Grundsatz der Meist- begünfligung zur Seite treten müßten, hüll machte die wichtige Feststellung, daß er als eine dieser atnubavenden Handelsschranken auch den Boykott ansehe. Er betonte, daß er den Boykott als unklug und schädlich verwerfe; denn für jeden Dollar Einfuhrware, die man aus irgendeinem Grunde boykottieren zu müssen glaube, verliere der amerikanische Arbeiter auf Grund des Ausfallens der eigenen Ausfuhr nach dem boykottierten Lande fünf Dollar Arbeitsverdienst. Die Deutsch-Amerikanische Handelskammer in Neuyork war vom amerikanischen Justizministerium aufgeforbert worben, Beweismaterial über bie hanbelsschäbigenben Einflüsse bes Boykotts beutscher Waren unb Dienste bieser Stelle zur Verfügung zu stellen. Die Hanbels- kammer hat nunmehr bem Justizministerium umfangreiche Unterlagen übermittelt, bie in ber Hauptsache aus amerikanischen Jmporteurkreisen flammen. Dabei hat ber Synbikus ber Hanbelskammer, Dr.Albert Degener, nochmals auf die Unge- setzlichkei bes Boykotts hingewiesen unb ersucht, Maßnahmen zu ergreifen, bie in Zukunft eine friedliche Entwicklung bes Imports beutfdjer Waren nach Amerika gewährleisten. Deutschlanb sei nach wie vor einer ber beften Kunben Amerikas. Wiederaufflackern des Aufstandes auf Kuba. Havanna, 19. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Die Aufstänbischen in Havanna haben ihre Tätigkeit neu entfaltet. In mehreren Vierteln ber Stabt finb in ber vergangenen Nacht 35 Bomben zur Explosion gebracht worben. Solbaten mit Maschinengewehren haben auf mehrere Straßen unb auf bem Dach bes Präsibentenpalais Posten bezogen. Die Stimmung in ber Stabt ist überaus gespannt. Der Schriftleiter einer Zeitung, bie bie Umgestaltung ber kubanischen Armee kritisiert hatte, würbe festgenommen unb etwa sechs Meilen vor bie Stabt geführt. Dort würbe ihm eine starke Dosis Rizinusöl eingeflößt unb ihm bebeutet, daß er alle Angriffe zu unterlassen habe. Der frühere Präsident Machabo hat in ber bominikanischen Republik Zuflucht gefunben. Die kubanische Regierung hat baraufhin bas Ersuchen gestellt, Machabo auszuliefern. Der Präsident ber bominikanischen Republik Trujillo hat sich energisch geweigert, biefem Ersuchen zu entsprechen. Namensänderung des polnischen Westmarkenvereins. Kattowitz, 18. Sept. (DNB.) Der Vorstand bes Weftrnarkenoereins, ber in Ostoberschle- ften ber wichtigste Träger bes Kamp« fes gegen bas Deutschtum war, nahm eine Aenberung ber Deroinssatzungen vor. Währenb ber Verein bisher ben Namen „Derbanb zur Verteibi- gung ber Westmarken" trug, heißt er jetzt: „Polnischer We st v e r b a n b". Es würbe ferner beschlossen, den Hauptsitz bes Verbandes von Pofey n q dj Warjchau zu verlegen, Litwinows Jungfernrede in Genf reichen. ent Holland in der WirlschasMrisis.! zuwenden. en gegen die Staatsautorität Als die Königin die Verlesung ihrer Thronrede beendet hatte, erhob sich einer der ältesten Abgeordneten, um die Monarchin mit dem gebräuchlichen Ruf: „Es lebe die Königin" zu ehren. Ehe noch die übrigen Anwesenden in diesen Ruf einstim- Sowjetdelegation unter Führung von Litwinow den Saal und nahm unter sehr schwachem Beifall den für sie vorgesehenen Platz ein. Einige Delegierte, darunter der Rumäne T i t u l e s c u, begaben sich zu den Bänken der Russen, um sie zu begrüßen. Die Sowjetdelegation wurde dann von Präsident Sandler mit einer kurzen Rede begrüßt. Er bat sie, ihre Plätze in der Versammlung einzunehmen, was aber, wie mit einiger Heiterkeit selbst bemerkt wurde, die Russen inzwischen schon selbst getan hatten. Sandler betonte, daß die Sowjetunion nunmehr alle Rechte und Pflichten eines Dölkerbundsmitgliedes erworben habe. Litwinow war in einem hellgrauen Anzug erschienen. Er sprach wie immer schnell und überstürzt in vielfach unverständlichem Englisch. Schon deshalb konnten seine Worte keine rednerische Wirkung haben. Litwinow dankte zunächst den Mächten, die sich um die Zulassung der Sowjetunion bemüht hatten, vor allem Frankreich, England und Italien, und machte den Versuch, der kritischen Stimmung der Versammlung durch eine Darstellung der Lage in Sowjetrußland entgegenzutreten, die aber zweifellos starkem Widerspruch begegnen wird. So behauptete er, daß sich die Eröffnung der niederländischen Generalstaalen. Kommunisten provozieren einen Zwischenfall durch Anpöbelung der Königin. Die mamstischen Llmsturzpläne in Spanien. Nach Ermordung des Staatspräsidenten und der Minister war die Ausrufung der Diktatur des Proletariats geplant. gestört. Keine ungeteilte Freude in Paris. Paris, 19. Sept. (DNB.-Funkfpruch.) Die französische Presse, soweit sie mit dem Eintritt Rußlands in den Völkerbund einverstanden ist, wertet sie als Friedensfaktor. Die Erklärung Litwinows wird in diesem Sinne unterstrichen. Der regierungsfeindliche „Petit Parifien" schreibt, alles lasse vermuten, daß die russischen Absichten nicht heuchlerisch seien. Um die Möglichkeit zum Unterminieren und Zerstören au haben, hätte der kommunistische Staat nicht in den Völkerbund einzutreten brauchen. Das ungeheuere Rußland wolle die Selbsterhaltung und damit den Frieden. Dies gehe auch aus der ersten Rede Litwinows hervor. Der Händedruck, den Litwinow beim Betreten des Saales Barthou bot, sei als Zeichen des Dankes und des Versprechens der Mäßigung zu deuten. Das nationalistische „Echo de Paris", das von dem Eintritt Rußlands an sich nicht entzückt ist, billigt ihn außenpolitisch. Es schreibt, die Aufnahme Rußlands gehöre, so mißliebig sie auch in mehrfacher Hinsicht sei, in den französischen Plan, Deutschland vom russischen Hinterland zu trennen. „Ordre" sagt, der Völkerbund habe eigentlich nur demokratisch regierte Völker umfassen sollen. Er begnüge sich jetzt mit der bescheidenen, aber nützlichen Aufgabe, der Verhütung von Kriegen, ohne deshalb das Ende der Kriege zu proklamieren. Unvermeidlich sei es gewesen, die Politik des Gleichgewichts und der Bündnisse wieder hervorzuholen. — Die royalistische „Action Francaise" wendet sich gegen eine falsche Wiederaufnahme der Politik Delcassts. 1890 habe Frankreich keine anderen Verbündeten als das zaristische Rußland gewinnen können, da es weder Polen noch die Kleine Entente gegeben habe. Ein Spiel mit zuviel Bällen sei niemals zu empfehlen. Gegen die Uebersetzung im Bankgewerbe Von unserer Berliner Redaktion Das Geheimnis in den Llrwäldem des Amazonas. Oie Abenteuer des »letzten Ueberlebenden".-Zweifel in der deutschen presse. - Sensationshascherei des Muterbüros. Heimkehr der deutschen Himalaja-Expedition Oie ersten Berichte der Ueberlebenden. Der Völkerbund habe sich durch Sowjetrußlands Eintritt sehr wesentlich vergrößert. Der heutige Tag eröffne neue Möglichkeiten und sei eine Bestätigung dafür, daß der Völkerbund der Vervollständigung zu strebe, die stets ein wichtiges Ziel bleiben müsse. Er bitte die Russen, am Friedenswerk des Völkerbundes mitzuarbeiten. Daraufhin bestieg der erste russische Delegierte, Volkskommissar Litwinow, die Rednertribüne. »Er wurde mit mäßigem Beifall begrüßt. Die Jupiterlampen wurden für die Photographen eingeschaltet, und Litwinow stand, als er seine Rede begann, im grellsten Lichtkegel. Madrid, 19. Sept. (DNB.) lieber den vor kurzem aufgedeckten Waffenschmuggel der spanischen Marxisten und ihre Umsturz- pläne brachte die Madrider Zeitung „Informa- ciones" weitere Mitteilungen, nach denen die Marxisten einen völlig durchgearbeiteten Plan hatten, Die Revolution sollte am Tage der Ueberführung der beiden zur Zeit der Monarchie im Jahre 1930 erschossenen revolutionären Offiziere Galan und Hernandes nach Madrid ausbrechen. Der Hauptschlag war festgesetzt für den Augenblick der öffentlichen Trauerfeier, an der der Staatspräsident und sämtliche Kabinettsmitglieder teilnehmen sollten. Angesichts einer erhofften Teilnehmerzahl von 300 000 bis 400 000 Arbeitern, die zum größten Auf die Aufblähung des Bankenapparats in der Inflationszeit ist keineswegs eine entsprechende Rückbildung gefolgt. Zwar hat nach der Kreditkrise ein großes Bankensterben begonnen. Aber wenn auch zahlreiche Kreditinstitute, die nicht mehr lebensfähig waren, ihre Schalter schlossen, so haben andererseits die Umstellungen der Wirtschaft und die Notwendigkeit, ihr durch Stützungsmaßnahmen zu Hilfe zu kommen, zur Neugründung zahlreicher Banken geführt. Dor allem hat sich das öffentlich, rechtliche Bankwesen in ungeahnter Weis« entwickelt. Seit der Vorkriegszeit ist die Zahl deröffent. lich-rechtlichen Kreditinstitute, zu denen man außer den Staatsbanken und Landesbanken auch die Girozentralen, Kommunalbanken, Spar- kosten u. a. m. zählen muß, von 205 auf 3149 gestiegen. Sie hat sich also mehr als verfünf- z e h n f a ch t. Auch die Zahl der genossen- schaftlichen Banken hat sich von 18557 im Jahre 1913 auf 21415 im Jahre 1932 erhöht. Der ungeheuren Ausdehnung der öffentlichen Banken gegenüber konnte es nicht von ausschlaggebender Bedeutung fein, daß die Zahl der pri* oaten Kreditbanken, zu denen vor allem die großen Aktienbanken zu zählen sind, von 352 auf 220 gesunken ist. Diese Verminderung M größtenteils durch Fusionen zustande gekommen, die nicht zu einer entsprechenden Verminderung des Apparates, der Bankfilialen ufw. geführt haben. Bedeutungsvoller ist freilich, daß die Zahl der Privatbankiers feit der Vorkriegszeit van 1221 auf 709 zurückgegangen ist. Aber auch das fällt gegenüber der Ausweitung des öffentlichen Bankwesens nicht schwer ins Gewicht. Beweis dafür ist schon allein die Tatsache, daß die Zahl 6er Bankzweigstellen (Depositenkasten ufw.) bei den Pr,‘ Daten Banken insgesamt von 2506 auf 3125, bei Den öffentlich-rechtlichen Banken aber von 52 auf 51® (und zwar ohne Einrechnung der Sparkassenzweig' stellen) gestiegen ist. ., Es unterliegt hiernach keinem Zweifel, daßi Die Feststellung einer starken Übersetzung des deutschen Bankenapparats durch die Banken-Enquöte durch' aus den Tatsachen entspricht. Dabei ist es vollkoM' men konnten, hatte der aus Nie-derländisch-Jndien lammende kommunistische Abgeordnete der zweiten Kammer R u st an Effendy die Worte: „W e g mit der Königin" in den Saal geschrien. Aller Anwesenden bemächtigte sich eine große Erregung. Mehrere Kriminalbeamte stürzten sich sofort auf den Kommunisten und warfen ihn zum Saal hinaus. Auch die beiden anderen kommunistischen Abgeordneten der 2. Kammer wur- den schleunigst aus dem Saal geführt. Die übrigen Anwesenden stimmten begeistert in den. Ruf „Es lebe die Königin" ein und fangen daraus die Nationalhymne. — Auch auf den Straßen mußte die Polizei mehrfach kommunistische Ansammlungen zerstreuen. Reichsdeutsche Jugendliche von tschechischen Behörden verhaftet. Prag, 18. Sept. (DNB.) Auf der Rückreise vom Nürnberger Parteitag wurden am 12. September die deutschen Reichsangehörigen Eugen und Gertrude Seiffert-Beißenber- ger, die Kinder eines Budapester reichsdeutschen Journalisten, auf dem Bahnhof in Eger verhaftet und in Polizeiarreft gebracht. Gertrude Seiffert ist 13 Jahre al t, Eugen Seiffert 17 Jahre alt. Das Mädchen wurde, nachdem es eine Nacht im Polizeiarrest verbracht hatte, ohne überhaupt vernommen worden zu fein, wieder aus der Haft entlassen. In demselben Polizeiarrest, in dem sich das Kind über Nacht befand, waren auch Zuhälter und Prosti- tuierte untergebracht. Eugen Seiffert wurde dem Kreisgericht in Eger vorgeführt. Er befindet sich heute noch im Gefängnis. Als Grund für die Verhaftung wurde angegeben, daß in d e m G e - päck der Geschwister Seiffert zwei Uniformen d e r Hitlerjugend, einige Leitungen, Briefe, Drucksachen und Aufnah. m en vorn Parteitag vorgefunden wurden. Der deutsche Gesandte in Prag, Dr. Koch, hat wegen der Freilassung des noch in Haft befindlichen Eugen Seiffert sofort die nötigen Schritte beim Prager Auswärtigen Amt unternommen. Sprachen erscheine. Die Voraussetzung für Rußlands Mitarbeit und Zusammenarbeit mit den anderen Staaten in Genf mütje der Grundsatz der Richtein- Mischung In die inneren Angelegenheiten eines Staates sein. Jeder Staat müsse das Recht haben, sich nach seinen Vedürfnissen zu entwickeln. Rußland sei hier der Vertreter eines neuen Systems vor allem auf dem Gebiete der Wirtschaft. Sowjetrußland werde auch in Zukunft auf keine seiner Besonderheiten verzichten. Litwinow sprach dann von Rußlands Arbeit für den Frieden. Dor 15 Jahren, als der Völkerbund gegründet wurde, habe man sich die gegenwärtige Lage noch nicht vorstellen können. Jetzt aber sei der Krieg die Gefahr von heute. Der Völkerbund müsse sich der Organisation des Krieges entgegenstellen. Jeder Staat müsse wissen, daß ein Schwaches Echo. Als Litwinow seine Rede geendet hatte, war der Beifall etwas stärker als am Anfang, aber immer noch erheblich unter dem Durchschnitt. Obgleich die meisten Delegationen und die Tribünenbesucher zweifellos nur zum geringen Teil die Rede verstanden hatten, verließ doch alles Den Saal, als die Uebersetzung der Litwinowrede begann. Nur ganz wenige Delegationen hielten bis zum Schluß auf ihren Plätzen aus, so daß die russische Delegation schließlich fast allein zwischen leeren Bänken saß. Sobald Die Uebersetzung beenDet war, schloß Der PräsiDent Die Sitzung. Die russische Delegation fuhr Diesmal im Auto auf normalem Wege ab, wobei einige Anhänger Des Sowjetfystems, meist junge Burschen, klatschten. Auch einige Gegenrufe waren zu hören. Die OrDnung wurDe aber nicht Teil bewaffnet fein sollten, sollten Der Staats- präfiDent unD sämtliche Kabinetts- m i t g I i e D e r ermordet roerDen. Dies wäre Das Zeichen gewesen für Die offene Erhebung Der anroefenben Arbeitermaffen, Die Den Leiter Der „Allgemeinen Arbeiterunion", Den ehemaligen fozialDemokratischen Minister Largo Caballero, auch Der „spanische Lenin" genannt, zu ihrem Führer ausgerufen hätten. Dieser war beauftragt, dann sofort die Errichtung In Genua sind mit dem Motorschiff „Victoria" die Ueberlebenden der deutschen Himalaja- Expedition eingetroffen. Nach Erklärungen Dr. Schneiders an italienische Journalisten hat die Expedition eine Höhe von 7899 Meter erreicht. Sie ist somit dem Gipfel des Nanga Parbat (8150 Meter) sehr nahe gekommen. Der Aufstieg wurde in acht Einzelabschnitten bewältigt, bis sich das Unglück, dem vier Leute der Expedition und einige Träger zum Opfer fielen, ereignete. Prof. Mer kl, Dr. Wieland und Dr. S ch n e i d e r waren die ersten, die die Höhe von 7899 Meter erreichten und dort das achte Lager errichten wollten. Aus diesem Grunde begab sich Dr. Schneider nach dem 7. Lager zurück, um die Träger herbeizuholen. Als er kaum im 7. Lager eingetroffen war, brach ein Unwetter von ungeheurer Gewalt aus der Tiefe zu den höher gelegenen Regionen herauf. Sogleich habe man vom 7. Lager an Merkl und Wieland gefunkt, sie sollten sich nicht von ihren Plätzen entfernen, bis das Unwetter vorbei fei. Aus dem 8. Lager fei aber keine Antwort gekommen. Entweder fei dort das Funkgerät be= chädigt ober die beiden bereits ein Opfer des Unwetters gewesen. Die Heb erlebenden der Expedition sind in München eingetroffen. Neben den Angehörigen der heimkehrenden Teilnehmer und den trauernden Eltern Welzenbachs und Drexels hatten sick nur Vertreter der Reichsbahn eingefunden, um In schlichter Weise die Expedittonsteilnehmer Aschen- brenner, Schneider, Bechtold, Dr. Fin- sterwalder, Hieronymus, Mühlritter, Dr. Be r n ha r d, Raechl und Dr. M i s ch zu begrüßen. Einem Vertreter des VB. gegenüber berichteten die Fahrtteilnehmer von den Schicksalen der Expedition seit den verhängnisvollen Julitagen Sie teilten mit, daß, als der Abmarsch begann, nicht der geringste Unfall mehr zu beklagen war. Sehr anerkennend äußerten sich die Teilnehmer über Die freunDliche unD tatkräftigste Unter st ützung Der engli schen BehörDen in DarDjeeling, die sie übrigens überall gefunden haben. Alle Expeditionsmitglieder sind voll des Lobes über die Teilnahme, die ihnen von den Engländern in Indien allenthalben entgegengebracht wurde. Anderseits erklärten auch die britischen Behörden, die Form und Art der Abwicklung, wie sie von der Expedition mit Den Trägern vorgenommen wurde, als beispielgebend. Nicht genug konnten sich Die Teilnehmer der Expedition im Lob Der wackeren DarDjee- lingleute tun. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition sind unabhängig vom unglücklichen Ausgang des Unternehmens bedeutend. Dor allem waren wir, so erzählten die Heimgekehrten, in Der Lage, nachzuweisen, daß die photogrammetrische Methode Der Geländeaufnahme, die wir verwendeten, eben tatsächlich geeignet ist, auch in dem unübersichtlichen und schwierigen Gebiet erstklassig« Ergebnisse zu erzielen. Die Teilnehmer sind überzeugt, daß das Unternehmen vom wissenschaftlichen StanDpunkte aus ein voller Erfolg war. bald wieder in Die Stille Des Urwaldes, wo er sich am wohlsten fühle." Die „DAZ." fährt Dann fort: „Ganz ähnlich, si, in Den Hauptpunkten sogar völlig gleich, lautet die Nachricht, Die jetzt Reuter Der Welt ovrsetzt. Und das macht stutzig. Zudem muß betont werden, daß die Wissenschaft von einer Expedition des von Huth geschilderten Ausmaßes nichts weiß, und daß ihr auch Der Führer mit Dem seltenen Namen Schulze nicht geläufig ist. Wir haben im Lauf der Jahrzehnte eine unenDliche Fülle von Pioniertaten Deutscher Männer miterlebt, haben ihr mutiges Vordringen in Das Eis Der Arktis unD Der Antarktis ebenso wie in Die heißen Aequatorialzonen Der alten unD Der neuen Welt mit BewunDerung verfolgt. GeraDe aber wegen Dieser Deutschen GrünDlichkeÜ Der Forschung unD der Kritik an ihr sollte man solchen Nachrichten gegenüber größte Zurück» haltung bewahren und abwarten, bis eine wirklich einwandfreie und klare Berichterstattung vor- liegt. Die „Kreuzzeitung" bemerkt zu Der Deuter-Meldung: „Das Auffallende ... bei der ganzen Ange- legenheit ist die Tatsache, daß in Deutschland von einer so großen Expedition deutscher Wissenschaftler nach dem Amazonas nichts bekannt ist, und daß sogar von Dr. Huth genannte Namen in wissenschaftlichen Kreisen fremb sind. Zum mindesten muß man also dieser ein wenig zu sehr nach Sensa- tionshascherei klingenden Meldungen des englischen Nachrichtenbureaus Reuter mit aller ge« botenen Vorsicht gegenübertreten." Zu Der gestern mitgeteilten sensationell aufgemachten MelDung Des englischen Reuterbüros aus Quito (EcuaDor) über Die angebliche Vernichtung einer Deutschen ExpeDition in Den Dschungeln Des Amazonas unD über Die abenteuerliche Rettung Des einzigen UeberlebenDen Dr. Hermann Huth Durch eine Eingeborene finDen sich jetzt in Der Deutschen Presse Kommentare, welche Die englische MelDung unD Den Bericht Des Dr. Huth in einem mehr als merEroürDigen Licht erscheinen lassen. So erinnert die „Deutsche Allgemeine Zeitung" in diesem Zusammenhang daran, daß man vor genau, einem Jahr Die gleiche Geschichte gelesen habe: „Damals kam Dr. Huth plötzlich aus Dem UrroalD unD gab einem Mitarbeiter Des ,Ielegrafo‘ eine eingehenDe SchilDerung von feinen furchtbaren Leihen im UrroalD. Mit 23 Kamerahen war er 1924 aufgebrochen, um Den geheimnisvollen Mebizinmännern am Amazonenftrom ihre Rezepte abzulauschen. Sie rourhen von feinbfeiigen Eingeborenen, Den Borras, überfallen und bis auf ihn sämtlich niederaemetzelt. Huth erzählte, wie er Zeuge war, als man den Botaniker und Führer der Expedition, Dr. Otto Schulze, zerstückelte. Nur die Zuneigung einer kleinen Indianerin habe ihm (Huth) das Leben gerettet. Sie habe ihn zum Gatten erkoren, und er habe sie lieben und schätzen gelernt. Mitten unter den Indianern lebend, sei er jahrelang ganz einer der ihren gewesen und vieles von ihren geheimnisvollen Pflanzen und Arzneimitteln habe er sich zu eigen gemacht. Nun wolle er nicht mehr für immer in die Kulturwelt zurückkehren, sondern sehr Die Thronrede der Königin. Haag, 18. Sept. (DNB.) In der üblichen feierlichen Weise fand am Dienstagmittag die Eröffnung der neuen Sitzungsperiode der Niederländischen Generalstaaten statt. Königin Wilhelmina begab sich hierzu zusammen mit der Thronfolgerin, Prinzessin Juliana, und in Begleitung des Hofstaates von ihrem Palais am Noordeinde in der mit acht Pferden bespannten traditionellen Hofkutsche, der Kavallerieabteilungen voranritten und folgten, durch die von Militärabteilungen abge-- sperrten Straßenzüge zum Rittersaal. Die Königin wurde dort von den Vertretern beider Kammern zu dem inmitten des Saales aufgestellten Thron geleitet. Nach kurzer Begrüßung her im Saal versammelten Mitglieher her Regierung, hes Diplomatischen Korps unb hes Parlaments schritt die Königin zur Verlesung der Thronrede, wobei sie zunächst ihren tiefempfundenen Dank für das ihr aus allen Kreisen her Bevölkerung anläßlich des Hin- scheidens der Königin - Mutter und des Prinz-Gemahls zuteil gewordene Mitgefühl zum Ausdruck brachte. In der Thronrede wird sodann einleitend betont, daß auch Holland die Folgen bergeiftigen unb wirtschaftlichen Krise, von der die ganze Welt ergriffen wurde, zu spüren bekomme. Die Entwicklung des Wirtschaftslebens in Holland, wie in Niederländifch-Jndien gebe z u großen Besorgnissen Anlaß, die um so schwerer wirken müßten, als im Hinblick auf die Verhältnisse in denjenigen Ländern, mit denen Holland wirtschaftlich am engsten verbunden sei, noch weitere Schwierigkeiten zu befürchten seien. Weiter wird in her Thronrede mit großer Besorgnis festgestellt, daß beinahe überall die Tendenz zur Verstärkung der militärischen Rüstungen wieder aufgelebt sei. Obwohl die niederländische Regierung ihr möglichstes zur Einschränkung dieser Bestrebungen tue, halte sie sich doch auch ihrerseits für verpflichtet, bei ihren auf die Landesverteidigung gerichteten Maßnahmen dieser Tendenz Rechnung zu tragen. Im Innern werde die Regierung ihre volle Aufmerksamkeit der Wahrung der sittlichen Kräfte des Volkes und der Stärkung der Einheit her Na - tion, zugleich aber auch der Abwehr von Spanien zu erklären. Das genannte Blatt schreibt, diese Plane feien der Regierung bekannt gewesen, weshalb sie die Ueberführung her sterblichen Ueberrefte her beiben „Märtyrer her Revolution" nach Mahrid unb ihre feierliche öffentliche Beisetzung in her Hauptstaht verboten habe. Jrn Zusammenhang mit her gerichtlichen Untersuchung hes Waffenschmuggels würbe hie Verhaftung von zwei portugiesischen Staatsangehörigen bekanntgegeben. Einer her beiben Verhafteten ist ein ehemaliger portugiesischer Mi n i » st e r, her hem heutigen Regime in Portugal feind- ich gegenübersteht unb angeblich umstürzleri- s ch e Pläne hegt. Die Vermutungen, wonach spanische Politiker her Linken hie portugiesischen Revolutionspläne gefördert unb hurch Waffenlieferungen unterstützt hätten, sinh bisher ohne Dementi geblieben. Die Regierung hat eine strenge Uederwachung her Küste angeorbnet unb zwei Torpebobootszerstörer an bie Küste von Asturien beorbert mit bem Auftrag, ben an hem auf» geheckten Waffenschmuggel beteiligten spanischen Dampfer „Turquefa" aufzubringen, der sich an- fer war beauftragt. Dann sofort Die tr r r i ch t u n g.gedlich noch in den nördlichen Gewässern auf» der Diktatur d e s Proletariats in ganz! halten soll. Rassen und Völker in der Räteunion frei wickeln und ihrer Kultur gemäß leben könnten. Es gebe in her Sowjetunion kein Vorurteil gegen Rassen ober Nationen, unb es gebe auch keine Mehrheit unb keine Minderheit, da Gleichberechtigung herrsche. Die Sowjetunion habe sogar Nationen, bie im Verschwinden waren, wieder zum Leben erweckt. Ein Zeichen für hie russische Toleranz unb für bie Vielseitigkeit bes russischen Völkerlebens fei bie Tatsache, baß bie russische Presse in fünfzig Krieg nicht mehr örtlich begrenzt werben könne, unb baß auch bie neutralen Staaten schwer unter ihm leiden würden. Noch immer seien die furchtbaren Wirkungen bes Weltkrieges nicht überwunden. Deshalb müßten verstärkte Sicherheitsgarantien verlangt werden. Freilich kenne niemand fo gut wie er die Grenzen, die der Frie- densficherung des Völkerbundes gesteckt feien. Aber bei gutem Willen lasse sich unter Mitwirkung der Sowjetunion zweifellos auch hier ein Erfolg er- men gleichgültig, welche Verschiebungen unter den einzelnen Zweigen und Gruppen im Bankwesen einaetreten sind. Die Hauptsache ist, daß sich der gesamte Kreditapparat wesentlich vergrößert hat, obwohl Wirtschafts- und Kreditoolumen sicherlich kleiner sind als in der Vorkriegszeit. Selbst bei vorsichtiger Schätzung wird man zu dem Ergebnis gelangen müssen, daß die von der Gesamtheit der Banken verwalteten Kreditmittel heute um mindestens 25 Prozent geringer sind als im Jahre 1913. Der Einlagenbestand bei sämtlichen privaten und öffentlichen Kreditinstituten z. B. betrug im letzten Dorkriegsjahr 55,7, im Jahre 1933 dagegen nur 41,4 Milliarden Mark. Um dieser Uebersetzung des Kreditapparats, der mit einer Verschwendung von Kosten verbunden ist und darum zu einem erheblichen Teil als Leerlauf angesehen werden muß, Schranken zu setzen, ist jetzt eine Sperre für die Neugründung von Banken aller Art angeordnet worden. Sie ist zunächst bis zum 31. Dezember 1936 befristet. Bis zu dieser Zeit dürfen weder neue Geldinstitute gegründet, noch von bestehenden Instituten neue Zweigstellen errichtet werden. Nur in dringenden Fällen kann der Reichswirtschaftsminister bzw. der Reichsernährungsminister, wenn es sich um landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften handelt, Ausnahmen zulassen. Auf diese Weise wird zum mindesten eine weitere Aufblähung des über- setzteu Kreditapparats verhindert werden. Es war namllch zu befürchten, daß die in letzter Zeit eingetretene Belebung der deutschen Wirtschaft im Verein mit dem weitverbreiteten Wunsche, Produk- tionssteigerungen durch Kredite zu finanzieren, eine neue Welle von Bankgründungen und Bankerweiterungen hervorbringen werde. Dem ist jetzt, in Uebereinstimmung mit den aus der Banken- Enquete sich ergebenden praktischen Folgerungen durch die Sperrverordnung ein Riegel öorgeschoben worden. Die Sperre ist freilich nur als eine Ueber- gangsmaßnahme anzusehen. Sie gibt der Reaierung die erforderliche Zeit, um das Zula s f u n g s v e r f a h r e n zum Bankgewerbe endgültia zu regeln. Indem sie verhindert, daß in der Zwischenzeit die Uebersetzung der Banken, die bekämpft werden soll, noch weiter um sich greift, sichert sie auch die Existenz der bestehenden Banken. Es ist daher begreiflich, daß der Erlaß der Verordnung eine Aufwärtsbewegung der Kurse der Bankaktien ausgelöst hat. Denn die Verhinde- rung neuer Bankgründungen bedeutet eine Der- besserung der Rentabilitätsaussichten der bestehenden Bankunternehmungen, die bisher wegen der starken Uebersetzung zum großen Teil recht niedrig eingeschätzt wurden. Auch von diesem Gesichtspunkte aus ist die Sperrverordnung ein weiteres Glied der großen wirtschaftlichen Sanierung, die den Kreditapparat leistungsfähiger machen und dadurch eine Verbilligung der Kreditzinsen ermöglichen soll. sehen und größte Abscheu erregt. Der preußische Ministerpräsident hat wegen der tierischen Roheit, mit der der Mord ausgeführt wurde, von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Wer in so brutaler Weise ohne jede Veranlassung einen Volksgenossen, der seinem Volke wertvolle Dienste, insbesondere auch in der nationalsozialistischen Bewegung geleistet hat, niedermetzelt, schließt sich damit aus der Volksgemeinschaft aus und kann auf einen Gnadenbeweis nicht rechnen. Mit der Hinrichtung hat der an dem Amtswalter Elsholz am 18. Juni d. I. begangene Mord feine verdiente Sühne gefunden. Die Hinrichtung fand im Hof des Elbinger Landgerichtes statt. Der einsame Tote an der Felswand. Bei einer Klettertour auf die Südwand der Scharnitzfpitze im Wettersteingebirge machte ein österreichisches Geschwisterpaar eine schaurige Entdeckung. Auf einer kaum sitzflächengroßen Steinplatte stand, zur Wand gekehrt, ein Mann, der tot war. Seine mageren Hände krampften sich um einen Mauerhaken, im Haken hing ein Seilstück, das den Körper an der Wand hielt. Keine äußere Verletzung war an der noch nicht entstellten Leiche zu sehen. Das völlig eingefallene Gesicht ließ auf einen Tod durch Erschöpfung schließen. Die Geschwister verständigten sofort die Behörde. Darauf wurde der Tote geborgen. Es handelt sich um einen Münchener Studenten. Die Ursache des Todes ist bis heute unbekannt. Nach Ansicht der Aerzte ist der Mann, wie das „Garmisch-Partenkirchener Tagblatt" meldet, langsam verhungert und schließlich an Entkräftung gestorben. Der Tod dürfte am Tage vor Auffindung der Leiche eingetreten sein. Riefenbrand In Alaska. — Fast die ganze Stadt Rome zerstört. Im Regierungs- und Geschäftsviertel von Nome (Alaska) ist ein Brand ausgebrochen, der mit großer Schnelligkeit um sich griff. Fast sämtliche Häuser der Stadt sind zerstört worden. Sie bestanden fast ausschließlich aus Holz. Nome selbst wurde durch das Goldfieber in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltbekannt. Wie der Untersuchung zu entnehmen ist, dürfte der Brand durch Funkenflug aus einem Schornstein verursacht worden sein. Bei dem Unglück sind zwei Personen ums Leben gekommen. Die Bevölkerung ist bei den Regierungsstellen vorstellig geworden, damit angesichts des herannahenden Winters möglichst rasch Nahrung und Obdach geschaffen wird. Besonders vordringlich ist die Ernährungs- frage, da alle Lebensmittelvorräte durch das Feuer zerstört worden sind. Zwölf Verschwörer in Guatemala hingerichtet. In Guatemala wurden 12 Beteiligte an der radikalistischen Verschwörung, die am 11. September aufgedeckt worden war, erschossen. Das Kriegsgericht hatte sie zum Tode verurteilt. Sie hatten Anschläge auf hohe Regierungsbeamte, darunter den Präsidenten Ubico, geplant. Außerdem sollten besonders Banken und Privathäuser geplündert werden. Die Polizei, die mehrere Monate hindurch das Treiben der Verschwörer beobachtet hatte, fand im Hause des Rädelsführers Waffen, Munition und Bomben. Die Hingerichteten find größtenteils ehemalige Politiker. Der Saar-Abstimmungskalender Ein Beitrag znm Saar-Winterhilsswerk. Berlin, 15. Sept. (DNB.) Bereits vor einigen Tagen wurde auf die großzügige Aktion hingewie- en, die mit dem Saar-Abstimmungskalender zugunsten des Winterhilfswerks an der Saar eingeleitet ist. Hundert Tage läuft der Kalender, und 100 Tage vor der Abstimmung sollen dem treuen Gedenken an die Saar gelten! Der Abstimmungskalender, der am 5. Oktober in jedem deutschen Arbeitsraum hängen soll, ist in seiner künstlerischen wie inhaltlichen Aufmachung ein Meisterwerk, an dem alle Beteiligten gern, freudig und selbstlos mitgearbeitet haben. 100 Blatt erzählen vom deutschen Saarland, dem Saarvolk, der Saarwirtschaft, erzählen von den tausend und aber tausend Fäden, die die Saar mit dem Reich verknüpfen. Bild und Text zeigen die völkische, politische und wirtschaftliche Verbundenheit des Saarlandes mit dem Reich. Der Kalender ist vom ersten bis zum letzten Blatt ein wertvolles Aufklärungswerk, das den Willen der Saardeutschen kundtut: Das deutsche Saarland zurück zum Reich! Er gibt ein anschauliches Bild von dem Leben und Schaffen an der Saar. Zahlreiche selten schöne Naturaufnahmen sind zerstreut über die 100 Blatt, Kleinode deutscher Naturschönheiten, die 15 Jahre hindurch vom Mutterlande getrennt waren. Das Leben an der Saar ist in all seinen Sitten und Gebräuchen geschildert. Der Kalender ist in jeder Buchhandlung zu haben. Preis 1 Mark. Jeder deutsche Volksgenosse bringt sein Saaropfer durch Erwerb des Kalenders! In jedem deutschen Arbeitsraum soll am 5. Oktober ein Abstimmungskalender hängen! Das Arbeiisprogramm -er Reichstagung der Deutschen Christen. Berlin, 18. Sept. (DNB.) Die kirchenamtliche Pressestelle teilt mit: Weite Kreise blicken voller Erwartung auf die bevorstehende Reichstagung der Deutschen Christen in Berlin. Das organisatorische Ziel der Bewegung, aus der Zerrissenheit der evangelischen Kirche in 28 verschiedene Landeskirchen eine einheitliche Deutsche Evangelische Kirche zu schaffen, ist in Erfüllung gegangen. Es ist selbstverständlich, daß außer dem äußerlichen kirchlichen Verwaltungsaufbau auch die Fkagen behandelt werden sollen, die unsere Zeit an die Kirche der Gegenwart stellt. So ist vorgesehen, daß die theologische Arbeit auf der Reickstagung am 21. und 22. September durch eine oesondere theologische Tagung sichtbaren Ausdruck finden soll. Grundsätzliche Darstellungen über den Glauben und die Theologie des Nationalsozialismus sollen gegeben werden. Auf der geschichtlichen Grundlage wird auch die apologetische Abgrenzung von Mystik und Glauben, Mythos und Offenbarung, artechtem Christentum und Mission, ökumenischer Frage und deutschen Christen usw. behandelt. Für den Gemeindeaufbau sollen das G r o ß st a d t p r o b l e m, das Problem der Kirche auf dem Lande in ihrem Verhältnis zum Volkstum und Brauchtum, die Feierstunde als Quelle der inneren Erneuerung der Kirche, das Jugend-, Männer- und Frauenwerk, die innere Mission, die landeskirchliche Gemeinschaft u. a. aus der Dienstverpflichtung der Deutschen Christen für das Dritte Reich und die Kirche mit allem Ernst angefaßt werden. Die Reichstagung der Deutschen Christen hat nur die Aufgabe, eine lebendige Lebensgemeinschaft in der Arbeit an der Gemeinde und der Kirche zu schaffen. Damit wird auch dem Willen des Reichsbischofs entsprochen, der sich die Gestaltung einer lebendigen deutschen evangelischen Kirche im Dritten Reich zur Lebensaufgabe gesetzt hat. Frontkämpfer-Aufmarsch in Leipzig. Leipzig, 18. Sept. (Fksp.) Das Völkerschlacht- Denkmal in Leipzig sah am Sonntag die feldgrauen Kolonnen des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), die anläßlich der 15jährigen Traditionsfeier der Ortsgruppe Leipzig zu einem Gautreffen zusammengekommen waren. Rund 15 000 Frontkämpfer waren mit 100 Fahnen aufmarschiert. Vor der Freitreppe hatte ein Ehrensturm der Baltikum- und Grenzlandkämpfer Aufstellung genommen, und unter dem St. Michael versammelten sich die Ehrengäste. Beint Feldgottesdienst sprach Pfarrer Mühlhausen. Im Glauben an Gott und Vaterland haben 400 Stahlhelmkameraden ihr Leben gelassen und diesen 400 zu Ehren senkten sich die Fahnen. Aus dem Glau* den ward, so sprach der Pfarrer, der Wille geboren, und aus dem Willen die Tat. Das Wort Habs sich an keinem Menschen so leuchtend bewährt wie' an unserem Führer Adolf Hitler. Dann sprach der Landesführer, Kamerad Hausse. Seine Worte waren ein Gelöbnis der Treue zu Staat und Führer und zu den Idealen des Bundes. Dann formierten sich die Kolonnen zum Rückmarsch durch die Stadt nach dem Augustusplatz, wo ein Parademarsch vor dem Landesführer die Tagung abschloß- Eine Anordnung Dr. Leys. B e r li n, 18. Sept. (DNB.) Die „Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" veröffentlicht folgende Anordnung Dr. Leys: „Hiermit enthebe ich den Pg. Karl Busch seines Amtes als Amtsleiter für Bresse und Propaganda in der Deutschen Arbeitsfront und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", sowie als Hauptschriftleiter der Tageszeitung „Der Deutsch e". Als Nach- folger für das Amt Presse und Propaganda ernenne ich den Pg. Geiger, als Hauptschriftleiter der Zeitung „Der Deutsche" den Pg. C o r b a ch. Dr Ley hat ferner den bisherigen Schulungsleiter der PO. Pg. G o h d e s auf dessen eigenen Wunsch von seinem Amte entbunden und ihm gleichzeitig das neue A m t für Ausbildung der PO. und der DAF. und das Referat für Betriebsappelle in der DAF. übertragen. Pg. Gohdes hat die Aufgabe, die Haltung des politischen Leiters weiterhin nach einem einheitlichen Willen zu ormen, das Führerkorps in der DAF. zusammenzu- chweißen und den Gedanken von Betriebsappellen in die Betriebe hineinzutragen. Mit der Leitung des Schulungsamtes der PO. wurde kommissarisch der Amtsleiter für ständischen Aufbau Pg. Dr. Frauendorfer beauftragt, der im übrigen sein bisheriges Amt beibehält. Oie monarchistische Restauration in Oesterreich nicht aktuell. Wien, 18. Sept. (DNB.) Dem „Telegraph" wird von der österreichischen Abordnung erklärt: „Die österreichische Regierung hat gerade in Gens nachdrücklich den Standpunkt vertreten, dpß eine monarchische Restauration für Oesterreich in keiner Weise akut ist. Die Restaurationsfrage hat ausgesprochen außenpolitischen Cha- ratter. Die Regierung ist weit davon entfernt, die Situation im mitteleuropäischen Raum durch die Ausrollung einer Frage zu komplizieren, die nur geeignet sein kann, die Befriedung zu erschweren. Nachrichten, die man beharrlich immer wieder ver- brettet, um Unruhe und Nervosität zu stiften, müs- en als Ausfluß des Willens zur Stimmungsmache bezeichnet werden." Große Erfolge planmäßiger landwirlfchaftticher Züchtung. Auf der 93. Versammlung Deutscher Natur- orscher und Aerzte in Hannover behandelte Prof. Dr. Nilsson-Ehle aus Lund das Thema „Züchtungsforschung im Dienste der Landwirtschaft". Er legte dar, daß es durch planmäßige Züchtung bei den Hauptgetreidesorten gelungen sei, aus dem zwar winterfesten aber wenig ertragreichen schwedischen Landweizen durch Kreuzung mit einem sehr ertragreichen aber nicht winterfesten englischen Weizen eine für den größten Teil Schwedens geeignete Weizensorte heranzuzüchten. Die volkswirtschaftliche Wirkung dieser Züchtung komme darin zum Ausdruck, daß Schwedens Einfuhrbedarf an Brotgetreide von 60 auf 6 Millionen Tonnen gesunken sei. Aehnlich seien die Erfolge bei Hafer, Gerste und Roggen gewesen. In einer kombinierten Sitzung der naturwissenschaftlichen Hauptgruppen behandelte Professor Dr. A. Kühn (Göttingen) das Thema „Physiologie der Vererbung und Artumwandlung", und Prof. Dr.Freiherr O. von Verschuer (Berlin) sprach über die Methoden der Erbforschung beim Menschen. Wettervoraussage. Die isländische Störung, die sich noch mehr vertieft hat, dringt vom Kanal her nach dem Festlande vor und befördert an ihrer Südseite kühle Ozeanluft heran. Da auch bei uns das Barometer fallende Tendenz zeigt, wird der Einfluß des östlichen Hochs nachlassen, so daß sich der Witterungscharakter unfreundlich gestaltet. Bei vorwiegend be- decktem Himmel wird es zu Niederschlägen kom- men, die Temperaturen werden im allgemeinen niedrigere Werte erreichen. Aussichten für Donnerstag: Dunstig und wechselnd bewölkt, im ganzen kühler, aufkommende Niederschläge. Aussichten für Freitag: Fortdauer des wechselhaften, teils regnerischen Wetters. Lufttemperaturen am 18. September: mittags 25,8 Grad Celsius, abends 15 Grad; am 19. September: morgens 11 Grad. Maximum 26 Grad, Minimum 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. September:- abends 19,3 Grad; am 19. September: morgens 14,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Der Waw als Rohstoffversorger der Wirtschaft. Zur Tagung des deutschen Forstvereins in Bonn. Eben begann in Bonn die diesjährige Hauptversammlung des Deutschen Forstvereins, der heute mehr als 5000 Mitglieder umfaßt. Seit 1933 wird er von dem Leiter der preußischen Landeshauptverwaltung, Generalforftmeifter Dr. von K e u - d e l l, geführt. Die Tagung, die sich wie gewöhnlich über eine volle Woche erstreckt, wird sich mit den wichtigsten forstwirtschaftlichen und forsttech- nischen Fragen der Gegenwart beschäftigen. Der deutsche Wald ist seit jeher ein Hauptroh- stofslieserant der deutschen Wirtschaft. Es gibt keinen Industriezweig, der nicht in irgendeiner Art Holz verwendet; es gibt keinen Menschen, der nicht täglich mit Holz oder Erzeugnissen aus Holz zu tun hat. Die holzverarbeitenden Gewerbe, Stellmacher und Möbeltischler, Stock- und Schirmfabrikanten, Sägemühlen, Zündholz- mnd Papierfabriken, Klavier- und Geigenbau, Bür- fsten-.und Pinsel-Hersteller, Flechterei und Dreherei, »Spielzeugindustrie usw. beschäftigten nach der letz- tten Vorkriegsbetriebszählung in rd. 400 000 Haupt- mnd Nebenbetrieben nahezu 1 700 000 Personen oder Hl,6 v. H. aller Gewerbebeschäftigten. Diese Zahlen allein erläutern genug die große Bedeutung unseres Waldes, obgleich sie noch nicht die Zahlen der wichtigen ständig wachsenden holzverarbeitenden chemischen Industrie enthalten. Der Rohstoff Holz greift hier in Versorgungsge- öiete ein, die bisher fast ausschließlich in der Hand des Auslandes lagen. Die Kunstseide hat längst die jahrhundertelange Vorherrschaft der Naturseide gebrochen. Auch die Baumwolle ist vor ihr im Weichen. Die Kun st wolle aus Holz wird liegen die ausländische Schafwolle zu Felde ziehen. ?luf dem Gebiete der Treibstosfwirtschaft hllft der Holzgasgenerator, der den Motor mit Treibstoff aus gewöhnlichem Brennholz versorgt, die Auslandseinfuhr einschränken. Spiritus und Zucker werden aus Holz hergestellt und die Möglichkeiten neuer Erfindungen und Überraschungen i'ind immer noch unbegrenzt. Der Wald hat somit vls heimische Rohstoffquelle gerade unter den heurigen Verhältnissen besonders wichtige Aufgaben i;u erfüllen. Dabei ist aber nicht zu vergessen, daß der jähr- iiiche Anfall von Nutzholz in Höhe von rund 25 Mill. Festmetern den Bedarf der eigenen Wirtschaft in normalen Wirtschaftsjahren bisher nicht zu decken «ermochte, sondern daß eine Einfuhr von rund einem Drittel des Gesamtbedarfs notwendig war. Aus :i Hebern ergibt sich die Fragestellung: Welches sind li ie Möglichkeiten, den jährlichen Anfall zu st e i - em, und wie wird dieser am nutzbringendsten □r die Wirtschaft verwendet, um die Einfuhr von .iwlz und anderen Rohstoffen auf ein Mindestmaß iserunterzudrücken? Die Frage der Steigerung der .^»olzerzeugung ist kurzfristig nur durch einen vermehrten Einschlag, auf weite Sicht einesteils Aus aller Welt. Die Ruhmeshalle auf Dergschloh Hoheneck. Auf dem mittslfränkifchen Bergschloß Hoheneck bei ?Psheim sind die anläßlich des großen Armeege- tenftages einzuweihenden Bronzeplaketten riit den Bildnissen der Weltkriegsführer ein» (•troffen. Auch die von Professor Ernst Pfeiffer- München geschaffene Büste Adolf Hitlers ist be- riits im Geistesrittersaal der Burg zur Aufstellung al kommen, wo sie am nächsten Sonntag im Bei- fcn von Staatsvertretern eingeweiht wird. Dabei is besonders bemerkenswert, daß die letzte freie 7 sche, in der nun die Hitlerbüste zur Aufstellung aDracht wurde, seit fünf Jahren freigehalten worein war. In der Nische befand sich bisher die Jn- llarift: „Raum für die Büste des Schöpfers des Lütten Reiches. Helft alle mit, ihm den Weg zu be- j raten." Dieses Hoffen hat nun Erfüllung gefunden. Hannöversche Siedlung von einem Waldbrand bedroht. UEin Waldbrand im Weißen Moor bei Gif- i trirn (Hannover) entwickelte sich zu einem Groß- faier, von dem 3000 Morgen Wald, Heide und ^oor ergriffen worden sind. Die Siedler, die im Leihen Moor wohnen, konnten zunächst der Flam- irm nicht Herr werden. Als sie sahen, daß ihre i Aedlungshäuser in unmittelbarer Gefahr schweb- le.i, verständigten sie den Freiwilligen Arbeits- liinft, der sofort eingesetzt wurde, um an der Süd- ■i[He des Brandherdes Dämme aufzuwerfen und Sogenfeuer zu entfachen, um auf diese Weise den I Summen Einhalt zu gebieten. Die Siedlung befand ' ie bald außer Gefahr. Schweres Unwetter im Ostharzgebiet. Heber Quedlinburg und dem ganzen Ostharzgebiet Mud sich ein schweres Unwetter, das ftellen- 1 Kife erheblichen Schaden anrichtete. Heftige Geübter waren von wolkenbruchartigen Regengüssen gleitet Die Wasserläufe schwollen schnell an. In It-eblinburg schlug der Blitz dreimal in das Emp- NNsgebäude des Bahnhofs ein, glücklicherweise ohne zu zünden. Durch einen weiteren Blitzschlag wurde das Stellwerk heimgesucht, wo die Schalttafel zerstört wurde. Alle dienstfreien Kräfte der Reichsbahn wurden zur Wiederinbetriebsetzung der verschlammten Weichen und Schienen eingesetzt. Die Strecke Quedlinburg—Suderode mußte vorübergehend für den Zugverkehr gesperrt werden, da sie an mehreren Stellen unterspült worden war. Auf den Fluren haben die Wassermassen erhebliche Verheerungen angerichtet. Die Chausseen sind auf große Strecken überflutet und verschlammt. Die Felder der großen Samenzüchtereien in der Umgebung Quedlinburgs bildeten einen großen See. Trotz des Unwetters hält die ungewöhnliche Schwüle weiter an. Schweres Unwelker über dem Erzgebirge. 5m östlichen Erzgebirge ging ein Wolkenbruch mit Hagelschlag nieder. Am schwersten wurden die Orte Nieder-Frauendorf, Reinhardtsgrimma sowie die Gegend von Glashütte betroffen, wo viel Vieh ertrunken ist. In der Glas- hütter Gegend stiegen die Wasser des Priesnitz- baches innerhalb von zehn Minuten um drei Meter. Auch alle übrigen Gebirgsbäche führten gewaltige Wassermengen zu Tal. Außerordentlich schwer ist auch die Gegend von Luchau betroffen worden. Sofort nach Bekanntwerden des Unglücks eilten die Feuerwehren der Umgebung herbei, bargen, so weit möglich, das Vieh, räumten die Wohnräume aus und pumpten die Keller leer. Auch die SA. half tatkräftig mit, wie überhaupt die Hilfsbereitschaft außerordentlich groß war. Sühne für die Bluttat von Gollmüh. In Elbing ist der von bent Sondergericht in Elbing am 4. Juli 1934 wegen Mordes an dem Politischen Leiter Elsholz rechtskräftig zum Tode und zu lebenslänglichem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Gregor Meißner aus Gollmütz hingerichtet worden. Die Bluttat hat seinerzeit in ganz Deutschland größtes Auf- durch die Vermehrung der Waldfläche zu lösen, wie dies durch das nationale Aufforstungswerk in Angriff genommen ist. 160 000 preußische Morgen Wald sind schon neu e n t ft a n 6 e n. Andererseits sind es waldbauliche Fragen, von der Saatgutfrage angefangen, die für die Zukunft von außerordentlicher Wichtigkeit sind. Man muß bedenken, daß noch längst nicht alle Möglichkeiten erfaßt sind, aus heimischem Holz Stoffe für den täglichen Bedarf, für Technik und Industrie herzustellen, bei denen wir heute noch im großen Ausmaß vom Auslande abhängig sind. Das Holz als Rohstoff wird sich dann einer immer regeren Nachfrage erfreuen. Der Tagung des deutschen Forstvereins, auf der man sich mit allen diesen Fragen befassen wird, sollte aus den weitesten Kreisen des Volkes reges Interesse entgegengebracht werden. Denn es handelt sich um Dinge, die jeden Einzelnen angehen, nicht nur weil der Wald als nationales Eigentum betrachtet werden muß und jedem weit mehr gibt, als nur die Erzeugnisse aus feinem Rohstoff, sondern weil jeder hören muß, wo er vielleicht mithelfen kann am Wiederaufbau, und fei es nur indem er künftig achtsamer ist, damit dem deutschen Wald kein Schaden geschieht. 30. Mitgliederversammlung des Deutschen Forstvereins. In der überfüllten Aula der Universität Bonn eröffnete der Generalforstmeister von Keudell die 30. Mitgliederversammlung des Deutschen Fo. t- vereins. Die Tagung fei, so führte der Generalforstmeister aus, dazu da, der Deffentlief)feit Rechenschaft abzulegen von der Arbeit innerhalb des Vereins und den Fachgenossen neue Wege und Winke für ihre Arbeit zu geben. Das Leben -des Forstmannes habe unter der n a ti o na lsoz icrli stischen Regierung einen neuen und tieferen Sinn bekommen. Der Führer habe dem Forstmann neue Aufgaben gestellt, deren Erfüllung ihn stolz mache. Vom Gaugeschäftsführer Forstmeister Raab wurde der Geschäftsbericht erstattet. Der Redner wies auf den verhältnismäßig großen B r e n n h o l z a u s f a l l hin, der mit dem in nächster Zeit notwendigen Mehreinschlag nicht etwa aesenkt, sondern eher verstärkt werden dürfte. Auf einer Gruppenführerversammlung habe man sich auch eingehend mit der Holzstraßenbauweise befaßt. Als nächster Tagungsort wurde Würzburg bestimmt. Die Versammlung sandte Telegramme an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, an Reichsforstmelfter Ministerpräsident Göring und an den Reichsbauernfüh- rer Darre, lieber bas Thema „Leistungswirtschaft und Einzelstammpflege" sprachen sodann Oberregierungsrat Ortegel (Berlin) und Privat- dozent A b e tz (Braunschweig). „Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten .. .!•* Wenn je dieses unvergängliche Goethe-Wort in jeder Einsicht für das deutsche Volk zutrifft, dann heute, wo es durch Adolf Hitler zu den Grundlagen seines völkischen Lebens für alle Zukunft zurückgefunden hat. „Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen Stolz und im Bewußtsein der wiedergewonnenen Rothelfer können alle Deutschen arischer Abstammung werden, die nach Gesinnung und bisheriger Betätigung die Gewähr dasür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten. Wer der Technischen Rothilse angehört, dient dem Vaterlande. inneren Kraft arbeitet das deutsche Volk an seiner Gegenwart und Zukunft. Deutscher Fliegergeist lebt mit diesem Goethe- Wort täglich und stündlich. Zäh und verbissen sein Kampf gegen die Elemente, in den Anfängen und im großen Kriege, wie heute und in aller Zukunft. Hart und entschlossen der Wille, das Vermächtnis der toten F'iegerkameraden nicht nur zu hüten und zu erhalten, sondern es für alle Zeiten fortzupflanzen. Fliegergeist kennt nur eines: Die bedingungslose 2 reue zum Vaterland und rastlosen Dienst zu dessen größerem Ansehen! Deshalb suchen die Flieger deines Volkes dich, denn du mußt helfen, solange der Staat durch politische Bindungen es nicht kann. ___ Deutscher Volksgenosse! Wenn der Stand der Fliegerei eines Volkes Gradmesser für die Entwicklung und die innere Kraft einer Ration ist, dann mühte dein deutsches Vaterland heute auch in der Fliegerei wieder führend sein! Begreifst du nun, warum du Mitglied im Deutschen Luftsport-Verband sein muht! Anmeldungen bei der Flieg e r -Or t s - gruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951 und 2952. Besucht das Gausportfest des BdM. am 23. September 1934 auf dem Universitätssportplatz in Gießen. Eingesandt. Ms ich noch zur Schule ging, hatten wir „Auswär- ;en" bei unserer geringen Zahl schon immer einen UHL UtWtUl, um -iv '--- ' - , r Kurz nach 14 Uhr ging unser Zug nach Hause so . u u v- ut...... ztk r„ Ilm ntoio atll UL4.C11 IXIIJVVV ----.---- - . schon ihre Aufgaben gemacht, mir fingen erst damit an. Diel freie Stunden hatten zehnjährige Jungen Große Strafkammer Gießen. Die gestrige Sitzung, die erste nach den Gerichtsferien war hauptsächlich Gegenstand dreier Anträge der Staatsanwaltschaft auf Sicherungsverwahrung (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Wunsch an die Reichsbahn. r u n g angeordnet. Schließlich hatte sich die Kammer unter Ausschluß der Öffentlichkeit mit dem Adolf Döpp aus Merkensritz zu beschäftigen, der der versuchten Notzucht beschuldigt war. Die gestrige Beweisaufnahme ergab die verminderte Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Demgemäß konnte eine Strafe über 6 Monate Gefängnis nicht ausgesprochen werden, und das Verfahren wurde gemäß § 2 des Amnestiegesetzes eingestellt. s während der Schule mcht. Inzwischen ist jahrelang der Zug nach 14 Uhr erst um 14.30 Uhr von Gießen abgelassen worden. Jetzt geht er erst um 14.48 Uhr ab. Die Verhältnisse liegen auf allen von Gießen abgehenden Bahnstrecken ähnlich und noch ungünstiger, trotzdem Die Anzahl der „Auswärtigen" seit meiner Zeit sich um ein vielfaches vermehrt hat. Heute, wo so viel von der Annäherung von Stadt und Land gesprochen wird, sollte man bei diesen unerträglichen Verhältnissen im Interesse unserer Heranwachsenden Jugend doch endlich einmal dem Gedanken nähertreten, daß von Seiten der Bahn eine halbe Stunde nach Schulschluß Züge Gießen verlassen, die die Schüler, genau wie die Stadtkinder, bald wieder in ihr Elternhaus bringen. begangen an Kindern unter 14 Jahren, hat. Entsprechend dem Antrag des Vertreters der Anklage, Qn Mel freie Stunden t wurde die Entmannung kostenpflichtig nu5ge- \ &er Schule nicht, sprachen. * *" Gegen den Otto Lippert aus Netzischkau und den Jakob Schmidt aus Zotzenbach, die vielfach wegen schweren bzw. einfachen Diebstahls vorbe- f traft sind, wurde die Sicherungsverwah- bzw. Entmannung. 'tiqen" bei unserer geringen Zahl schon immer einen Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich fd)meren Stand. Um 5 Uhr 15 Minuten wurden die Kammer mit dem Kurt Lepper aus Wieseck, zweckt, um 13 Uhr war unsere Schule beendet, zur Zeit zur Strafverbüßung im Landeszuchthaus $ „ach 14 Uhr ging unser Zug nach Hause so Marienschloß, der nicht weniger als 10 Vorstrafen, ö r mir um 15 Uhr zu Hause eintrafen. Um diese in der Hauptsache wegen Sittlichkeitsverbrechens, fcaften unsere Schulkameraden in der Stadt , .. R: - x ..ntnv 1A ALnhron hnf (rntz "x. .< n, ' - I v Unna™ orfi hnmif Wenn durch dieses Eingesandt erreicht wird, daß sich die zuständigen Stellen um diesen Mißstand kümmern, dann wird unseren Kindern barmt eine große Erleichterung geschaffen. N. R. Srteffoften Der Redaktion (Rechlsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. St in Tr.-h. Die Adresse ist: Nationalsozialistische ' Kriegsopfer-Versorgung, Reichsführung, Berlin SW 68, Charlottenstraße 85. E. G. Die Landstraßen-Entfernung von Gießen nach Berlin beläuft sich auf rund 520 Kilometer. Am besten marschieren Sie von Gießen über Marburg—Kassel durch den Harz, weiter über Magde- biirq, Brandenburg, Potsdam, Berlin. Den zweiten Teil ihrer Anfrage wird unser Fachmitarbeiter m der nächsten Ausgabe der „Scholle" beantworten. Deutscher Volksgenosse, willst Du dieses Abzeichen tragen? Dann werde Mitglied einer Flieger-Ortsgruppe und unterstütze dadurch die deutsche Segelfliegerei! Jedes aktive und jedes fördernde Mitglied hat das Recht, dieses Abzeichen zu tragen. Alle Mitglieder dieser Ortsgruppen kämpfen gemeinsam mit unserem Reichsluftfahrtminister Göring für den Ausbau der deutschen Sportfliegerei! ______ Kurzware n-Spezial-Angebot Für Schneidereizwecke und Hausbedarf in reichhaltigster Auswahl bei niedrigsten Preisen 1 Dose Stahl-Stecknadeln A 20 Gramm.............15 1 Brief Stecknadeln, 200 St. 8 1 Bügel Sicherheitsnadeln 36 Stück.............. 12 1 Ro le Nahtband, 10 Meter schwarz oder weiß......10 1 Rolle Nahtband, la,5 Meter 20 1 Päckchen Schnur,6Stück ä 2 Mster..............25 1 Stück Sc.mur, 5 Meter... 11 Gardinenkordel,7 Meter- 3* Stücke.................14 Gardinen-Ringband.p.Meter 4 Schnürriemen, 65 u. 95 cm lang, 3 Paar............10 1 Paar Armblätter.........25 1 Paar Armblätter, Batist 2 seitig.................40 1 Paar Armblätter, 2 seitig Seide..... ............55 1 Zentimetermaß......... 9 Baumwolltwist, 5-Gramm- H Knäuel................. 4 Merc. Baumwolltwist, 5 Gramm............... 5 Seidenglanztwist, 5 Gramm 7 1 Stopfei.................10 1 Stopfpilz................18 1 Stickschere.............18 3 Stück Schneiderkreide .. 5 1 Fingerhut............... 6 1 Kopierrädchen..........12 1 Karton » 3% Dtzd. Hosen- H knöpfe.................10 3St.Klöppelhemdenpassen35 1 Rolle Reihgarn, 20 Gramm 9 1 Karton ■ 72 Stück Reißbrettstifte .............. 5 1 Karte Perlmutterknöpfe, 4 Dtzd. verschied. Größen20 1 Karte Mangelknöpfe, 4 Dtzd.verschied. Größen25 1 Karte » 3 St. Hosenbiesen 15 1 Karte - 3 Meter kunstseid. H Gummilitze.............19 1 Paar Damenstrumpfhalter sehr gute Qualität......35 1 Karte Haarklemmen, 6 St. mit Zelluloidbelag......10 1 Karte Metallhaarklemmen 12 Stück...............10 1 Taschenkamm m.Lederetui 35 10 Meter Barmer Bogen.. - 30 Klöppel-Kissenecken, 2 St. 30 Gardinen-Kurzwaren aller Art, Besatzknöpfe Schnallen, Klipse, Gürtel und Blumen, reichhaltig sortiert — zu günstigsten Preisen lextilhaus Graf Gießen Marktstraße Nr. 4-8 51 5 Das Haus der guten Qualitäten Mietgesuche 2-3-Zini.-Wohng. zu mieten gesucht Mietzahlung im voraus. Schriftl. Angeb. u. 04533 andenGieß.Anz. sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Ernestine König, geb. Kühn Grünberg, den 18. September 1934. 5416 D Mittwochnacöm AnmaMz um 572 Uhr MMUn «säe bei August Noll, C. Nübsamen, Bäckerei Jernsvr. 3659. I Mäusburg 12. tündergärtnariii, d.zu Hause schlafen kann, sucht Stell., a. f. halbe Tage o.aushilss- w. Schr. Ang. u. für Gießen und Umgebung. Es handelt sich um den Vertrieb eines Spezialartikels der Elektrobranche, welcher bei intensiverTätig- keit gute Verdienste abwirft. Gründliche Verkaufsausb Idung erfolgt durch uns. Schriftl. Angeb. mit Lebenslauf u. Lichtbild erbeten unter 5419V an den Gieß. Anzeig. Achenbach- Garagen billig zu verkauf. Wilhelmstr.5I p Sägewerk Leihgestern b. Gießen. bvssD Kronen- w MilililWlz abzugeb. Bestell, erb. wir v. Voftk. Damp;sägewerkLol.ar B. Nuhn A.G., Lollar. Danksagung. Für all die Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Lehrmädchen für Büro gesucht. Schriftliche Angebote mit selbstgeschriebenem Lebenslauf unt. 04528 an den Gieß. Anzeiger. Gerichtsvollzieher Konrad W. König Leutnant der Landwehr a. D. 2 Simmet 1. Stock mit sev. Eingang f.Biiro zu vermiet. 5414D Blockstraße 9 vt. Suche für mein Drog.- und Kolonialro.- Geschäft z.l.Okt. branchekundigen jungen Mann alsVerhäuler Dekorateur und Plakatmal. Gut empfahl. Bew. wollen schriftlich. Angeb. u. 04535 an denGieß.An.z einsenden. Gut erhaltenes Taiel- kiavrev zu verkauf. 04527 Noonstraße 32V. Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FraniVofiUCo.. Gießen Seltersweg 44 476ca Winter-Gerste Friedrichswerther Berg Hochzucht empfiehlt 5333 A Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse. Telephon 3403. Saatweizen Breustedt's Extra-Dickkopf Hochzucht Carten's Nr. V, I. anerkannter Nachbau Saatroggen Breustedt’s Schladener Hochzucht (ähnlich Petkuser) la Düngekalk billigst. 15056D Wochenendhäuser, Schupp., Fahrradständer, zerleg- und versetzbar. ,018V Gehr. Achenbach GmbH. Wenau/Sieg Postfachl50. Einige (.«.Verkäufer sofort gesucht. Meldung Bahnhofstraße 46 vt., 2-3 Uhr. 04b29 Bad, Heizg. usw. für Mk. 23000- bei Ml. 8000- Anzahl. verkäufl. u. sofort beziehb. Man verwohnt monatlich nur Mk. 92- nach Verzinsung des ganz. Kaufpreis. Schr.Angeb.unt. ' 04534 a.d.G.A. Trockenes Anmachholz (Schwartenholz) 1 Wagen frei Keller 6.-RM. 1 Sack frei Keller l.-RM. J. Wellhöf er, Tel. 2313. 6161D Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Heinrich Heß, Köln, Friesenstr. 15. [Stellenangebote] Stellengesuche] Student sucht gutes möbliert.Zimmer 2 Fäßchen evtl.m. voll. Pens. Medin. Viertel. 1 Korbflasche Ang.m.Pr.u. »807 a.d.Anz.-Exv. (68. Liter) sehr Wir suchen per sofort einen tüchtVertreter 3-Z.-Wohnuno mit Küche, Mansarde und Zubehör, Heizung, ro. Wasser, in groß. Crt Nähe Gieß., zu vermieten. Schr. Angebote unter 5393D an denGieß.Anzeig. 3 Zimmer Wohnung mit Zubehör zu vermieten. Schr. Angeb. u. 04536 an d. Gieß. An;. Verkäufe | Kaufgesuche | Junger Baske abzugeben. 04530 Wieseck Grabenftraße 8. MW gesucht. Preis- Angeb.nachlo4537 Memeler Str. 1. Modernes Einfami.ienhaus |Verschiedenes | Ruf 2145/2146. — Reichhaltiges Lager in Herden führender Fabriken, insbesondere der beliebten Roeder-rie Kommts Essen pünktlich auf den Tisch ...dann freuen alle Herzen sich Auch wenn’s die Hausfrau einmal „zu spät“ ansetzt - auf einem der neuen, technisch zweckvollen Kohlenher von J. B. Häuser, Gießen, bringt sie es immer nocn rechtzeitig fertig. Kein Stäubchen Kohle fliegt mehr ungenutzt zum Schornstein hinaus, sondern die Hitze wir dort, wo sie gebraucht wird: unter den Kochplatte • am Bratofen und Wasserschiff. 43 Ein Kohlenherd von Häuser macht sich allein sc durch die Kohlenerspamisse im Laufe der Jahre bez* Seihe geschmackvolle, emaillierte Ausführung Paßt 5 den modernen Kücheneinrichtungen harmonisch an- Anschauen kostet nichts — kaufen kostet nicht vie X B. HXUSER, GIESSE^ AM " cuzZ/nV'ARTEN arfr* Nr. 219 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien) Mittwoch, 19. September 1934 GesoUchaststreue dem Gießener Stadttheater! Fördert die Bühne der oberhessischen Heimat! — Werdet Abonnenten! nationalsozialistischen Wenn man den Spielplan zelnen bereits vor einiger überblickt, der im ein» Zeit ausführlich im zur Erfüllung des großen Kulturprogramms. sie den Stätten der Kulturarbeit zuführt, hat es früher leider gefehlt. Die Organisation „Kraft durch Freude" hat bisher schon in vielfältigster Weise gezeigt, daß sie den Hebel an der richtigen Stelle ansetzt. Darum wäre es wohl empfehlenswert, mit Hilfe dieser Organisation die Veranstaltung von Theaterfahrten aus den verschiedensten Teilen der Provinz nach Gießen in die Wege zu leiten, zum Nutzen beider Teile und Mit dieser Einrichtung würde die Reichsbahn im Rahmen unserer engeren Heimat guten D i e n st am Volke leisten und damit ebenfalls den kulturellen Aufbau fördern. Eine weitere Möglichkeit, die Kunst unseres Gießener Theaters der breitesten Allgemeinheit darzubringen, wäre in der Nutzbarmachung der vorbildlichen Arbeit der N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu erblicken. An einer derartigen Organisation, die nach genossen in wahrem Gemeinschaftsgeist ihre Pflicht gegenüber dieser einzigen ständigen Bühne in Oberhessen erfüllen. Gießener Anzeiger angekündigt wurde, so wird man sagen dürfen, daß er vielseitig ist, und daß die Intendanz sich augenscheinlich bemüht, jeglichem Geschmack Rechnung zu tragen und im Rahmen eines nationalsozialistischen Kulturprogramms jedermann etwas zu bieten. Der Spielplan, der hier dem Besucher vorgelegt wird, ist so zusammengestellt, wie ihn grundsätzlich auch eine Großstadtbühne nicht reichhaltiger ihren Abonnenten anbieten kann. Insbesondere scheint uns in diesem Zusammenhang bemerkenswert, auf die Einbeziehung der Oper und des seriösen Konzertes hinzuweisen, was beides in früheren Jahren gar nicht oder nur ausnahmsweise der Fall war und eigentlich auch über den Arbeitsplan eines Theaters wie unseres Stadttheaters hinausgeht. Mit dem „Freischütz" von Weber, der „Traviata" von Verdi und Kienzls „Kuhreigen" hat man drei Werke ausgewählt, die ihre Volkstümlichkeit und ungebrochene Anziehungskraft immer wieder erprobt und bewiesen haben und längst zum eisernen Bestand des klassischen Opernrepertoires gehören. Desgleichen hat man, was die Operette betrifft, in der Zusammenstellung die bewährten älteren Werke bevorzugt, doch sollen auch die Neuheiten der Spielzeit gebührend berücksichtigt werden, und sogar eine Uraufführung ist angekündigt, was wir bisher in Gießen auf diesem Gebiet noch nicht erlebt haben. Das Rückgrat des Schauspielrepertoires bilden selbstverständlich — wie könnte es anders sein — die Klassiker. Zu Schillers 175. Geburtstage im November dürfen wir uns auf den „Wallenstein" freuen; ferner sind mit je einem Werk Goethe, Shakespeare, Moliere, Eichendorfs, Goldoni, Kleist und Grillparzer angekündigt; besonders die Neueinstudierungen des „Kätchens" und von „Der Traum ein Leben" scheinen uns, da Kleist und Grillparzer nie sehr oft auf unfern Spielplänen gestanden haben, herzlich zu begrüßen. Eine weitere Uraufführung ist unter den neueren Dramen angek'indigt- ,.Der Sieaer", ein Stück von Forster, dessen „Robinson" vielen Besuchern von der letzten Spielzeit her noch in angenehmer Erinnerung sein dürfte. Auch Ibsen, von dem wir lange nichts mehr gehabt haben, soll wieder einmal zu Worte kommen; von den Ausländern sei in dieser Kategorie nur noch Timmermans genannt („Das Spiel von den heiligen drei Königen"), der seit langem in Gießen eine große und getreue Gemeinde hat. Die heitere Gattung umfaßt alle Spielarten von der seriösen Komödie (Anzengruber; sehr zu begrüßen!) bis zum lockeren Schwank. Auch unser Freund Curt Götz, immer wieder gern gesehen mit den Seinen, ist vertreten. Das landschaft- Wer die Sachlage richtig beurteilt, kann nicht im Zweifel darüber sein, daß es sich bei der Gewinnung eines neuen Abonnentenstammes für das Gießener Stadttheater um mehr handelt als um eine rein wirtschaftliche Angelegenheit. Es dreht sich dabei neben der Sicherung des ungestörten Fortbestandes der Bühne vor allem um die Aufgabe, dem Stadttheater so ausreichende Mittel darzubieten, daß es seine hohe Verpflichtung als Kul- turinsti tut von Rang im Rahmen unserer oberhessischen Heimat lückenlos weiter erfüllen und die Frucht dieses Schaffens einem noch weit größeren Personenkreis als bisher zukommen lassen kann. Erstes Erfordernis für die Erfüllung dieser Aufgabe ist einzig und allein die bestmögliche Sicherung des finanziellen Fundaments durch einen möglichst großen Abanne n t e n st a m m , da ohne diese Vorleistung auch die besten künstlerischen Pläne der Intendanz nicht durchführbar sind. In dieser Richtung liegt die moralische Verpflichtung aller Volksgenossen in Stadt und Land, von der wir oben sprachen. Die Stadttheaterintendanz hat für die kommende Spielzeit, nach den bisherigen Dispositionen, 30 Veranstaltungen vorgesehen, davon drei Opern, ein Solistenkonzert, zwei Revuen, zehn Operetten und 14 Schau- und Lustspiele. Zur Durchführung dieses Planes sollten alle Volksgenossen auch vor einem Opfer in gewissem Ausmaß nicht zurückschrecken, wenn es erforderlich ist für die weitere gedeihliche Aufbauarbeit des Instituts, das einst als „Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns" hier errichtet wurde; eine derartige Förderung sollte besonders in einer Zeit, in der der Gemeinsinn mehr denn je zuvor Lebens- grundlage sein soll, von allen wirtschaftlich leistungsfähigen Volksgenossen gern gewährt werden. Neben der bereitwilligen und opferfreudigen Förderung unseres Theaters durch die Stadtverwaltung kommt es nach wie vor in höchstem Maße auf die wirtschaftliche Mitarbeit jedes einzelnen an. Deshalb richtet die Intendanz mit Recht die Forderung an alle wirtschaftlich dazu befähigten Volksgenossen, Abonnent des Gießener Stadttheaters und dadurch Mitkämpfer an dem großen kulturellen Aufbauwerk unserer Gießener Bühne zu werden! An dem Gießener Theater ist auch die Bevölkerung desKreises Gießen, ja der Provinz Oberhessen überhaupt in starkem Maße interessiert. Allerdings haben die Volksgenossen in der Provinz mancherlei Umstände und Sonderleistungen auf sich zu nehmen, wenn sie das Gießener Theater besuchen wollen. Man denke nur an die Eisenbahnfahrt, die dadurch bedingten Mehrkosten und die Opfer an Zeit infolge der Entfernung. Zur E r - leichterung des Theaterbesuchs durch diese Volksgenossen wäre es vielleicht ratsam, die Reichsbahn würde sich angesichts des neuen Geistes in unserem Staats- und Volksleben nun zu der in früheren Jahren leider vergeblich erstrebten Schaffung von Theaterzügen entschließen, etwa von Grünberg, Hungen oder Nidda, Butzbach, Marburg, Herborn usw. nach Gießen. Die Intendanz des Gießener Stadttheaters wendet sich jetzt wieder mit ihrer Werbung an die Öffentlichkeit. Es gilt, für die kommende Spielzeit unserer Bühne wieder einen Stamm von Abonnenten, wenn irgend möglich noch mehr Abonnenten als früher zu gewinnen. Das ist keine leichte Aufgabe in einer Zeit, in der alle wirtschaftlichen Kräfte der Volksgenossen anzuspannen sind für den Dienst am Volksganzen und an der Familie. Dennoch kann _____o- „ . _____l großen Gesichtspunkten bk Volksgenossen zu ge- die Aufgabe gelöst werden, wenn alle Volks- meinsamem kulturellen Erleben zusammengefaßt und lich gebundene Volksstück wird in diesem Winter, wie sich versteht, besonders liebevoll und eingehend gepflegt werden. Mit „Krach um Jolanthe" (Jolanthe ist keine Frau, sondern ein leibhaftiges Schwein) von August Hinrichs wird die Spielzeit eröffnet werden; wer im „Krähenden Hahn" war. wird sich auch „Jolanthe" nicht entgehen lassen. Den Darmstädter Ernst Elias Niebergall, Ludwig Thoma, und Karl Schönherr finden wir hier ebenfalls mit charakteristischen und oft erprobten Stücken vertreten. Besonderem Interesse dürfte ferner grabe bei uns in Gießen Dinglers Wilderer- Drama „Die Jäger" begegnen, deren Uraufführung durch die Schult'hes-Truppe seinerzeit einen außerordentlich starken Erfolg hatte. Endlich sei zum Schluß an die „Vier Nachrichter" erinnert, deren Gastspiel uns versprochen wurde, und die zur Zeit mit ihrem neuen Kriminalstück „Die Nervensäge" durch Deutschland reisen und allenthalten ein entzücktes und stürmisch erheitertes Publikum finden. x AufWafferftiern vonGießen nachWehlar Am vergangenen Sonntag fand der erste Fernlauf auf Wasserski von Gießen nach Wetzlar, auf den starken Lahn-Windungen etwa 18 bis 20 Kilometer, statt. Es waren vier Läufer, drei Herren: Müller junior, Pascoe und Herbert, und ein Mädchen: Frl. Duill, alle aus Gießen, außerdem bis Dutenhofen und in Wetzlar der Erfinder, Geh. Rat Sommer, beteiligt. Die Läufer wechselten sich, vom Kahn aus aufsteigend, ab. Die erste Rast wurde an der Heuchelheimer Brücke gemacht. Die Ankunft in Wetzlar geschah um 16.45 Uhr am Steg des Kanuklubs und der Gaststätte des Marine- Vereins. Diese Landestellen sind sehr geeignet zum Auf- und Absteigen. Der ganze Fernlauf, an dem die Bevölkerung bei den Dörfern des Lahntales und auch bei der Ankunft in Wetzlar lebhaftesten Anteil nahm, war außerordentlich interessant und lehrreich. Er bildet einen Markstein in ber Entwicklung des Wasser-Skisportes. Aus der Nrovinzialhauptstadt. Herbstlaub. „Es reifen schon die roten Berberitzen — alternde Astern atmen schwach im Beet ...", so sagt der Dichter zum Abschied des Sommers. So sieht ein Dichter die Zeichen des Herbstes, der in enger Gemeinschaft mit den Pflanzen und Blumen gelebt hat. Dies Erkennen der Jahreszeit am Leben der Pflanzen ist nicht weit entfernt von der Art, wie das harte Tagewerk des Bauern den Lauf des Jahres widerspiegelt. Denn auch der Bauer ist untertan den großen Gesetzen der Natur; er empfindet sicher nicht so sehr die Aenderung der Jahreszeit mit der Seele wie der Dichter. Um so stärker aber spürt er sie an ihrer Wirkung auf den Lauf des Tages, auf den Körper, der nun wieder im kälteren Wind, bei Sturm und Regen feine Arbeit tun muß. Wenn die leuchtenden Farben des Herbstlaubes Wälder und Ufer, Gärten und Wege in die überreiche Schönheit des Herbstes tauchen, dann weiß das Landvolk, daß bald die harten Tage des Winters da fein werden. Und dies ist die große Schwere des Winters: daß der bodenständige Mensch ihn so nehmen muß, wie er in seiner Landschaft ist, bald als Regen, Sturm und Schlackerschnee, bald als scharfen Frost, als reichen weißen Pulverschnee, der die Wintersaaten schützt. Hierhin lenken sich ganz von selbst die Gedanken, wenn die Bäume kahler werden, wenn die Herbststürme das gelbe Laub über Wege und Gürten fegen. Und darum ist es auch natürlich, daß der Bauer nicht viel Worte über die Schönheit des Herbstes macht. Die Arbeit, die noch bis zum Anfang des Winters geschafft werden muß, läßt ihm auch selten Zeit zu sinnender Betrachtung. Jetzt heißt es noch, die Winterung in den Boden bringen, pflügen und säen, die Winterfurche für die Sommerung geben, und vor allem müssen noch die Hackfrüchte und der letzte Schnitt des Grünfutters geborgen werden. Da ist jdas Grummetheu, später Klee zu trocknen, da sieht der sorgfältige Grünlandbauer die bepackten Reuter Ein Apfel fliegt über die Maner 23 on Kurt Methke. In der Gesellschaft bei Wilde kam em Mann zu Kay, der sich als Mister Carey vorstellte. „Mister Wilde erzählte mir, Sie seien Detektiv?" Kay nickte. „Ich interessiere mich lebhaft für Ihren Beruf. Habe eigentlich dafür immer schon Neigung verspürt, aber ich fürchte, ich habe keine Anlagen dazu." „Warum nicht?" erwiderte Kay höflich. „Ich sehe zwar in manchen Dingen das Rätselhafte, kann es aber nicht erklären. Und das Erklären macht doch erst den Detektiv aus!" „Allerdings, aber wenn Sie das Rätselhafte als solches erkennen, ist ja schon ein Anfang gemacht." „Ach, das nützt nichts. Sehen Sie, heute beispielsweise hätte ich gern einmal die Geistesgaben eines Detektivs haben mögen." „Sv?" fragte Kay interessiert. „Ich muß Sie enttäuschen. Was da geschehen ist, war ein Nichts, eine Lappalie. Aber es hat mich gewundert ... und erklären ...?" „Erzählen Sie." ~ „Es war, wie gesagt, nichts. Also: Wir wohnen draußen vor der Stadt, hinter unserem Hause liegt ein schöner Garten. Dieser Garten hat eine ziemlich hohe Mauer, hinter der wieder ein anderer Garten mit einem Haus liegt. Wie ich heute in meinem Garten auf und ab gehe, fliegt plötzlich über die Mauer direkt auf meinen Kopf ein Apfel. Der Apfel war geworfen worden, ich konnte mir nur nicht erklären, wer ihn geworfen haben mochte. Denn sehen Sie, in dem Nachbarhaus wohnen lediglich zwei alte Leute, die bestimmt nicht mit Aepfeln werfen " „Ist das das ganze Problem?" „Nicht das ganze. Ich war also mehr erstaunt als verärgert und hob den Apfel auf. Als ich ihn betrachtete, wunderte ich mich noch mehr. Denn der Apfel war angebiffen, und zwar — jetzt kommt das, womit ich nicht fertig werde — von einem Kinde. Kinderzähne hatten in den Apfel gebissen, winzige Zähnchen." „Ich sehe noch immer nichts Erstaunliches." Aber ich! Die Leute im Nebengarten haben kein Kind. Und es ist auch keins hingebracht worden. Meine Frau ist gelähmt und sitzt Jahr für Jahr am Fenster. Sie schwort, daß seit Jahren kein einziger Mensch das Nachbarhaus betreten hat. Milchmann, Drötchenmunn und Lebensmittellieferanten geben ihre Waren an der Haustür ab, die immer nur um einen Spalt geöffnet wird. Die Leute, die da wohnen, find uns schon lange rätselhaft gewesen. Von er- Millionär?" „Ja, der bin ich." „ „Dessen Töchterchen man geraubt hat? „Derselbe. Und durch Sie habe ich es wieder was sie leben, wissen wir auch nicht. Und nun fliegt plötzlich aus dem Garten ein Apfel, der von einem Kinde angebissen worden ist. Obwohl da drüben gar kein Kind sein kann ...! Aber ich glaube, ich lang» weile Sie ...?" Kay starrte lange ins Leere. Plötzlich sprang er auf. „Wie lange bleiben Sie noch hier?" fragte er Mister Carey. „Nun, vielleicht noch ein bis zwei Stunden. „Ich würde mich freuen, wenn Sie auf mich warten konnten. Wo ist der Apfel?" „Aber ich verstehe nicht!" „Tut nichts, Sie werden schon noch verstehen. Wo ist der Apfel?" „Bei mir zu Hause." „Gut. Wollen Sie mir einen Gefallen tun? Rufen Sie bei Ihrer Gattin an, sie möchte mir den Apfel aushändigen. Ich muß sofort hin." Ehe der vollkommen verblüffte Mister Carey noch antworten konnte, war Kay schon verschwunden, und Carey telephonierte, gab den gewünschten Bescheid, und zerbrach sich den Kopf, was das Ganze eigentlich bedeuten sollte. Erst nach zwei Stunden kam Kay zuruck, strahlend über das ganze Gesicht. „Mein lieber Mister Carey, ich beglückwünsche Sie zu Ihrem Scharfsinn! 1lnb dieser Herr —", er deutete auf einen neuen Gast, den er mitgebracht hatte, „dankt Ihnen ganz besonders." Mister Carxy machte ein Gesicht, in dem sich tiefste Verständnislosigkeit malte. „Ich — ich weiß nicht, was Sie meinen! „Dann lassen Sie es sich von Mister Snyder sagen!" , . . . Der neue Gast drückte Carey lange und innig die Hand. _ „Sie sind Mister Snyder?" fragte Carey. „Der halten!^ r .. Und Kay klopfte Carey auf die Schulter: „Die Polizei hatte schon lange einen Verdacht auf das alte Ehepaar, das da neben Ihnen wohnt, eben weil niemand wußte, wovon die Leute leben, und weil man beobachtet hatte, daß dort nachts des öfteren Leute aus und ein gehen die zu einer Gangsterbande gehören. Das hat Ihre Gattin natürlich nicht beobachten können, da sie ja nur tagsüber am Fenster saß. Heute abend haben wir die beiden durchtriebenen Verbrecher verhaftet — wegen Kindesraubes." , Ja, hatten Sie denn Beweise? Wir haben geblufft. Wir haben Ihren Apfel vorgewiesen und haben bas ganze Haus durchsucht. Im Keller fanden wir das arme Geschöpf, Mister Snyders kleine Lilian, die uns dann erzählte, daß sie heute heimlich in den Garten geschlüpft gewesen sei und einen Apfel aufgehoben habe. Leider hatte sie ihn nicht essen können, denn der alle Gauner ist dazu gekommen, und das Kind hat den Apfel schnell über die Mauer geworfen, aus Angst vor Strafe, hat ihn über die Mauer geworfen, auf Ihren Kopf." „Und jetzt," lachte strahlend Snyder, der Milliv- när, von dem man eine Riesensumme für die Herausgabe des Kindes hatte erpressen wollen, „jetzt sitzt meine Lilian zu Hause und ißt Aepfel." „Donnerwetter", sagte Carey. Der Pfeil - eine furchtbare Waffe. In einem verzweifelten Kampf gegen Papuas ist vor kurzem ein englischer Beamter Jahn Mack in Neu-Guinea getötet worden. Mack hatte mit einem Trupp von Polizisten sechs Einbrecher verfolgt, die der Ermordung einer Frau verdächtig waren. In einem Dorf, in das sie sich geflüchtet hatten, suchte er in ein Haus einzudringen, in dem er die Verdächtigen vermutete. Dabei wurde er von einem Hagel von Pfeilen überschüttet, von denen einige ihn trafen. Ein Pfeil drang ihm in den Rücken, ein anderer durch den linken Arm, in der Nähe der Schulter, ein dritter blieb in der linken Armhöhle haften, drei weitere gingen durch die Kleider und ritzten seine Brust. Mack ließ sich dadurch nicht hindern, mit seinem Revolver auf die Eingeborenen zu schießen und den Eingang zu erzwingen. Er riß selbst die Pfeile aus seinem Rücken und aus seiner Armhöhle und zerbrach sie. Ader als er sich die Wunden von der einzigen weißen Frau in der Nähe, die auf dem Ramu-Goldfeld tätig war, verbinden ließ, fand diese, daß durch den Pfeilschuß in die Armhöhle die Schlagader des Arms verletzt mar. Er wurde im Flugzeug nach dem Krankenhaus von Salamoa gebracht und starb dort. Man sieht daraus, wie gefährlich die Pfeile der Wilden fein können, auch wenn sie nicht vergiftet sind. Der Pfeil ist in der geübten Hand des Naturmenschen eine furchtbare Waffe. Darüber erzählt der Forschungsreisende Jack Mc Laren, der sich viele Jahre auf den Südseeinseln aufgebalten hat, allerlei Interessantes in einem englischen Blatt. „Besonders wegen der Lautlosigkeit, mit der ein solcher Pfeil- überfall überraschend vor sich gehen kann, ist er in diesen Teilen der Welt am meisten gefürchtet", schreibt er. „Man merkt häufig überhaupt erst, was vorgegangen ist, wenn man den Pfeil tief in der Haut 'sitzen hat. Begleitet von einer Anzahl freund- licher Eingeborener fuhr ich an einem schönen Nachmittag im Kanu auf einen Fluß im westlichen Teil Neu-Guineas, als plötzlich einige feindliche Wilde in Kanus auf einem unferm Flußarm parallel laufenden Gewässer erschienen, das uns durch ein dichtes Palmengebüsch verborgen war. Ni8ht das geringste ' Geräusch wurde wahrgenommen, denn das Summen beim Spannen der Sehne ist höchstens einen halben Meter weit hörbar, und der hohe Bogen, in dem die Pfeile über die Gipfel der stolz aufragenden Palmen geschossen wurden, brachte es mit sich, daß die Pfeile auf uns vom Himmel herabzufallen schienen. Ich ergriff meine Flinte, aber bevor ich noch die Richtung, aus der der gefährliche Gruß gekommen war, festgestellt hatte, waren die Angreifer fortgerudert. Das Ergebnis dieses blitzschnell, wirklich wie aus heiterem Himmel, sich abspielenden Vorfalls war, daß einer meiner Begleiter tödlich im Rücken getroffen war, ein anderer schwer verwundet wurde, und mir ein Pfeil haarscharf an der Stirn vorbeiging. Seitdem hatte ich immer ein unheimliches Gefühl, wenn ich an einem mit Palmen bestandenen Ufer vorbeifuhr. Viele Kampfbogen der Insulaner, besonders auf den Salomoninseln, sind größer als ein erwachsener Mann, und ein Pfeil wird mit ihnen so schnell entsendet, daß das Auge dem Flug kaum folgen kann. Um einen dieser schweren Bogen, die auf den Boden ausgestellt werden, ganz zu spannen, bedarf es ungeheurer Kräfte. Ein mit einer Knochenspitze ver- fehener Pfeil, der von einem solchen Bogen abfliegt, durchschlägt in einer beträchtlichen Entfernung das Fleisch mit derselben Kraft, wie die Kugel. Die Geschicklichkeit diefer Bogenschützen ist sehr groß. Ich habe gesehen, wie ein Papua mit einem Pfeil ein Känguruh auf eine Entfernung erlegte, in der auch ein Gewehrschütze eine gute Treffsicherheit hätte Haden müssen. Die Solomoninsulaner holen mit ihren Pfeilen kleine Vögel von den höchsten Baumgipfeln herunter. Das Bogenschießen wird von frühester Jugend an geübt. So beobachtete ich im Golf von Papua einmal eine Anzahl Kinder, die mit kleinen Bogen kleine Pfeile auf bewegliche Ziele abfdjoffen; dazu wurden Kokosnüsse benutzt, die den Abhang eines Hügels herabrollten und die kleinen Schützen erklärten, daß sie die Nüsse an Stelle von Menschen- köpfen benutzten." docbfcbutnacbricbten. Professor Dr. Hans Haas, Ordinarius für Religionsgeschichte und Direktor des Religionsgeschichtlichen Seminars an der Universität Leipzig, ist im Alter von 66 Jahren nach langem, schwerem Leiden g e ft o r b e n. als Oer Tag der deutschen Schule l e r Volkstums aus. Kreisleiter Haus )ar, zum Aus- «Garthe, Rodenbach (Kurhesst Gemeinschafts- Gemeinde Hochelheim ankaufte. brachte das Bedauern des Landrntes G r i l l o , der dienstlich am Erscheinen verhindert war, zum Ausdruck und feierte das Werk als eine C habe, über alle Grenzen hinweg. Rektor Doll sprach über die Schule im Ausland, ihre Notwendigkeit für die Erhaltung des Deutschtums, schil- bette eindringlich den Kampf, den die Ausländsdeutschen für ihre Schule führen müssen und bat die sehr zahlreichen erschienenen Volksgenossen, den VDA. opferbereit in seiner Arbeit zu unterstützen. Im Sieg-Heil auf den Führer, im Deutschland- und im Horst-Wessel-Lied klang der Tag des deutschen Vullenverstelgerung wurden Preise von 300 bis 800 Mark erzielt. Der Spitzenpreis von 800 Mark wurde für je ein Jung' tier von Georg Volk IV., Hörnsheim, Zuch Anton Müller Wwe., Hörnsheim, das das Die zuchtamt Darmstadt erstand, und des Bürgermetsl ' Rodenbach (Kurhessen), bezahlt, das Die Einweihung her „Heuen Markthalle" in Wetzlar 58 Ausstellung und Zuchtviehversteigerung. Wiederverwertung zugeführt werden, da sie den Rohstoff für die Herstellung von Kunstwolle und Baumwolle bilden. Die Luftschutzwarte sollen angewiesen werden, die Bevölkerung bei der Entrümpelung auf diese Notwendigkeit aufmerksam zu machen und die Ablieferung aller Lumpen an die Lumpenhändler anzuregen. .. ** Statistik d e r Hausschwammschaden. Die deutsche Wirtschaft erleidet alljährlich großen Schaden durch den Hausschwamm und andere Holzzerstörer. Um einen Ueberblick über diese Schäden zu erhallen, welche durch unsachgemäße Verarbeitung und Verwendung des Holzes ent- stehen und somit den Ruf eines guten deutschen Werkstoffes wesentlich schädigen können, wird um genaue Mitteilung aller selbst erlebten Falle gebeten. Diese Angaben sollen den betresfenden Emzel- fall kurz und genau schildern, wie sich das Hebel bemerkbar machte, welche Ursache und welchen Umfang der Schaden halle, was zur Beseitigung geschah, ob diese Maßnahmen Erfolg hatten, welcher Kostenaufwand dafür notwendig war usw. Diese Angaben werden streng vertraulich behandelt. Alle Mitteilungen werden an die Hessische L a n - des st eile für Pilz- und Hausschwa m m- Beratung (Mykologisches Institut der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde), Darmstadt, erbeten. Das Ergebnis dieser Statistik soll die Grundlage bilden für den Umfang der Verbreitung dieses Uebels und für die Ergreifung ausreichender Gegenmaßnahmen. Weife. , , tn. Lang-Göns, 16. Sept. Die hiesige Schulleitung hatte für den heutigen Sonntag zum „F e st der deutschen Schule" eingeladen. Trotz verschiedener anderer Veranstaltungen war der Besuch in der Turnhalle recht gut. In bunter Abwechselung boten die Schüler aller Klassen Einzelvorträge, die sich alle dem Gedanken des Tages einordneten „Deutschland und seine Volksgenossen im Auslande". Gesangsvorträge der beiden Oberklassen unter Leitung der Lehrer H e r b st und Bender wurden, ebenso wie die Gedichtvorträge, mit gro-1 ßem Beifall ausgenommen. Lehrer Hofmann hielt die Festansprache, in der er auf das große Ziel des Reichskanzlers Adolf Hitler, die deutsche Volksgemeinschaft, hinwies, an den Kampf der Aus- l^nddeullchen erinn?rf' und an ihre Not nach dem Weltkriege. Die wichtige Tätigkeit und Betreuung des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande wurde besonders heroorgehoben und die Jugend und die Volksgenossen ermahnt, in Treue zu unsern Brüdern im Auslande zu stehen, die doch in vorderster Front für das deutsche Volkstum kämpfen, seien es nun Bauern ober Siedler, Techniker ober Kaufleute. Sie alle dienen dem deutschen Volke, und sie alle müssen fühlen, daß das Mutterland sie nicht im Stiche läßt. Das sei der tiefste Sinn des Tages für das deutsche Volkstum. Das Deutschlandlied schloß sich an. Nach einigen Worten über das Saargebiet wurde das Lied von der Saar gemeinsam qefungen Zum Schlüsse aedachte der Vortragende unseres Führers und Reichskanzlers, der ja selber einst im Auslande leben mußte Ein dreifaches Sieg-Heil galt dem Führer. Das Horst- Wessel-Lied schloß die eindrucksvolle Feier. * Daubringen, 18. Sept. Der von turnerischen und gesanglichen Darbietungen der Schüler umrahmte Abend des Fe st es der deutschen Schule fand starken Anklang. Lehrer Henkel ** I n den Ruhe st and versetzt. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Aus Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt am 1. Oktober 1934 der Oberbaurat bei der Brandversicherungskammer Georg Theiß unter Anerkennung der dem Staate geleisteten treuen . Dienste in den Ruhestand — Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurde der Kriminalinspektor bet der Hessischen Staatsanwaltschaft in Gießen Peter M a g o l d mit Wirkung vom 1. Januar 1934 ab in den Ruhestand versetzt. ** Schulpersonalien. Der Schulamtsanwärter Ludwig Sommerlab aus Beuern, Kreis Gießen, wurde mit Wirkung vom 1. August 1934 an zum Lehrer an der Volksschule zu Rodheim v. d. H., Kreis Gießen, ernannt. Ferner wurde der Schulamtsanwärter Friedrich Muhl aus Vilbel, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Bieben, Kreis Alsfeld, ernannt. ** Freie Lehrer stellen im Kreise Schotten. Erledigt sind im Kreise Schotten eine Lehrerstelle für eitlen enanaeftffhen Lehrer an hcn Landkreis (ließen 00 Klein-Linden, 17. Sept. Am Sonntagabend feierten unsere Volksschule und die Gemeinde gemeinsam den „Tag des deutschen Volkstums" als Fest der deutschen Schule. Zur Einleitung sang die erste Volksschulklasse ein Heimatlied, Schüler der andern Klassen trugen Heimatgedichte vor. Lehrer Möller wies auf die Bedeutung des Festes hin. An der Stärkung der Ausländsdeutschen, der Frontkämpfer des Deutschtums, mitzuhelfen seien alle deutschen Volksgenossen verpflichtet. Im Mittelpunkt des Abends stand der Festvortrag unserer Lehrerin Frl. Schwabe, die über fünf Jahre als Auslandslehrerin an der deutschen Schule in San Paulo (Brasilien) tätig war. Die Rednerin schilderte im ersten Teil ihres Vortrags die Reise von Deutschland nach Brasilien, im zweiten Teil die Eindrücke von ihrem Aufenthalt als Lehrerin in dem Lande, in dem vor mehr als hundert Jahren die ersten Deutschen einwanderten. Mitten unter fremden Völkern hätten sie deutsche Sitten und deutsche Sprache bewahrt und zur Stützung ihres Deutschtums Kirchen und Schulen gebaut und Vereine gegründet. Allein in San Paulo mit einer Einwohnerzahl von mehr als einer Million bestünden heute 50 deutsche Vereine. Dankbar müßten wir aller derer gedenken, die trotz großer Anfechtungen ihr Deutschtum nicht verloren hätten. Den interessanten Vortrag ergänzten vortreffliche Lichtbilder. Die Vortragsfolge brachte weiter noch Sprechchöre und Chorvorträge der Oberklasse. Zum Schluß sprach Rektor Dr. C r ö ß - mann von dem Ziel der Feier, die in der Hauptsache bei allen Volksgenossen Verständnis für die Nöte unserer Brüder im Ausland wecken solle. Das auf den Führer ausgebrachte „Sieg-Heil" und das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied beschlossen den Abend. Chormeisters Nicolai zu Gehör brachte. Mck dem Saarlied der Schulen schloß die gut vordere!- tete und schön verlaufene Feier A Steinheim, 18. Sept. Unter starker Beteiligung der Einwohnerschaft feierte unfere Schule nn Rahmen des Tages d e s d e u t f ch e n D o tu ms das Fest der deutschen Schule. Im ersten Teil der Feier kam in Gedicht, in Lied und m Ansprache das Bekenntnis zur Jugend, zur deutschen Zukunft, ferner die Liebe und Treue unserer aus- landsdeutschen Brüder und Schwestern zum Deutschtum zum Ausdruck. Das Volkslied von den zwei Königskindern fand feine feine Deutung darin, daß die beiden Liedgestalten verglichen wurden nut den deutschen Volksgenossen diesseits und lenseits der Grenze, in ihrer ewigen Sehnsucht nach Vereinigung. Die Deutschen im Reiche müßten beizeiten die Wichtigkeit des Auslandsdeutschtums als ein Bollwerk für unser Vaterland erkennen und deshalb freudig und gerne für die Brüder in Not opfern, um damit zu zeigen, daß Deutschland seine tapfersten Söhne nicht vergißt. Der zweite Teil der Veranstaltung brachte Reigen, Tänze und Spiele der Kinder, die von den Zuschauern dankbar ausgenommen wurden. Mit dem Lied „Ich hab' mich ergeben fand die Feier ihren Ausklang. Kreis Schotten. Landesbauernführer 0r. Wagner sprach zu den Bauern aus Oberhessen und Nassau von der fortschreitenden Arbeit durch die Errichtung von Sammelmolkereien, Rahmstationen u. a. als dem Ausdruck nationalsozialistischer Agrarpolitik, die langsam aber stetig den Ausbau der Wirtschnst fördert und auf das große Ziel, der Unabhängigkeit Deutschlands von fremder Einfuhr hlnstrebt. Er erinnerte an die Jahre des Chaos und> der Zwangsversteigerungen und hob hervor, datz Aoois Hitler ein freies, sicher fundamentiertes Bauerntum geschaffen hat. Die schwierige Arbeit des Aufbaues kann nur langsam geleistet werden und wird nicht durch einseitige Preiserhöhungen bewerkstelligt Es müssen volkswirtschaftlich gerechte Preise festgesetzt werden, die es auch dem Erwerbslosen gestatten, seine Lebensnotwendigkeiten zu befriedigen. Auch tn her Preisfestsetzung muß der Gemeinschaftssinn zum Ausdruck kommen. Ein Blick über die Grenzen des Reiches zeigt uns sehr deutlich, daß die Absicht des Führers, den Bauern zum Grundpfeiler des Staates zu machen in bester Entwicklung sind. In keinem anderen Staate ist das Bauerntum so gefestigt, wie in unserem. Dazu hat auch das Erbhofgesetz bei- getragen, durch das wieder der Bauer über hen Bauern zu Gericht sitzt. Darum: Wir wollen Pi sein und treu bleiben unserem Führer! Der Vorsitzende des Mitteldeutschen Verbands Dr. Ritgen, sprach namens der Züchter den Dank an die Landes- und Kreisbauernschaft aus für die starke Förderung, die ihnen durch diele Markthalle zuteil geworden ist. Kreisbauernführer Delte dankte besonders dem Kreisobmann Langsdorf für feine hervorragend Arbeit zum Gelingen dieses Werkes. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler wurde die Einweihungsseier beschlossen. Bei der eröffnete den Einweihungsakt mit Begrüßungsworten an die Bauern und den Landesbauernr führer. Er gab einen kurzen Ueberlitf über die schwierigen Vorarbeiten zur Errichtung der Markthalle Dabei betonte er, daß die Geschäftswelt der Bauernschaft dankbar sein werde, daß es doch noch geglückt ist, daß die Markthalle, besonders die Dieh- märfte, in Wetzlar belassen werden tonnten. Sein Dank galt besonders Baurat Golder als dem Erbauer der Halle, die einen Kostenaufwand von 12 000 Mark beanspruchte. Dank dem Entgegenkommen der Stadtverwaltung, der kostenlosen Lie- tums liegt. Ein Sprechchor der Hitlerjugend, das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied beschlossen den Abend. _ wg. Großen-Buseck, 18. Sept. Das F e st derdeutschenSchule wurde in unserem Dorfe im Schulhof würdig begangen. Die Schule war mit frischem Grün und mit den Fahnen des neuen Deutschland geschmückt. Das Lied „Ich hab' mich ergeben" eröffnete die Feier. Rektor Jnderthal hielt die Ansprache. Er betonte, daß das Fest unseren Volksgenossen klar werden lassen solle, daß noch 40 Millionen deutscher Volksgenossen außerhalb der Grenzen wohnen, die deutsches Blut in den Adern haben, die deutsche Sitten und Gebräuche allen Widerständen zum Trotz aufrechterhalten und ihre Kinder in deutsche Schulen schicken. Diese deutschen Schulen seien oftmals nur notdürftig eingerichtet, so daß es schwer sei, die Kinder zu unterrichten. Die Linderung der auslandsdeutschen Schulnot habe sich der Verein für das Deutschtum im Auslande zur Aufgabe gemacht, deren Erfüllung p)ir alle mit besten Kräften unterstützen müßten. Lehrer Jung berichtete von einigen Auswanderern, die er aus der Ortschronik von Großen-Buseck feststellen konnte. Im weiteren Verlaufe der Feier brachten die Oberklassen Gedichte, Sprechchöre und Lieder zum Vortrag Zum Abschluß der Feier zeigten die Knaben Turnspiele und Freiübungen. Mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Veranstaltung beschlossen. f Treis a. d. Ld a., 18. Sept. Der Tag der deutschen Schule wurde dahier als öffentliche Feier in Mills Saal begangen. Es hatten sich dazu die Schüler, der Turnverein, der Männergesang- verein und zahlreiche Gemeindeglieder versammelt. Nach dem Einmarsch der Schüler und verschiedenen Deklamationen begrüßte der Schulleiter, Lehrer Velten, die Anwesenden und hob die Bedeutung der Feier unter Schilderung der Lage des Auslandsdeutschtums hervor. Als zweiter Redner sprach Lehrer Schädel über „Mutende Grenzen', sodann Bürgermeister Euler, der mit einem Sieg- Heil auf den Führer schloß. Die Reden waren von vaterländischen Gesängen und Deklamationen der Schüler der beiden obersten Klassen, sowie von Turnübungen der Knaben und einem von den Schulmädchen aufgeführten Volkstanz umrahmt. Auch der Turnverein „Gut Heil" gefiel durch seine exakten Vorführungen am Reck. Nicht minder die beiden trefflichen Chore unseres Männergesangvereins „Liederkranz", die er unter der Leitung seines □ Laubach, 17. Sept. Am Sonntagvormittag marschierte ein bunter Zug von Jungens und Mä- Äels mit Wappenschildern, Aufschriften der deutschen Volksgruppen im Ausland, VDA.-Fähnchen und Hackenkreuzfähnchen durch die Straßen der Stadt. Auf dem Marktplatz, wo sich inzwischen auch die Mitglieder der VDA.-Ortsgruppe und zahlreiche andere Volksgenossen eingefunden hatten, sand nach dem Umzug eine Kundgebung für das Memelland und die Saar statt. Nach einem alten Trutzlied aus dem 30jährigen Krieg, das die VDA.-Schulgemeinschaft der Realschule fang, und dem von beiden Schulen gemeinsam gesprochenen Chor „Volk will zu Volk" sprach der Leiter der VDA.-Gruppe über die Unterdrückungsversuche, denen die Deutschen im losgetrennten Memelland gerade in den letzten Monaten wieder ausgesetzt sind, und daß gerade die Schule darunter sehr zu leiden habe. Er gab dann einen kurzen Ueberblick über die Geschichte des Saargebiets und feiner Bewohner, die in geschlossener Front und mit froher Zuversicht ihrer Rückkehr ins Reich entgegensehen. Im Saarlied klang dieses Gedenken aus. Anschließend fanden sich alle Teilnehmer zum F e st g o t t e s - dienst in der Kirch« ein, bei dem Pfarrer Schmidt im Rahmen des Gleichnisses von den anvertrauten Pfunden die deutsche Sprache, das deutsche Blut, den deutschen Boden als die Guter nannte, mit denen Gott den deutschen Menschen ausgestattet habe. Er sprach von der heiligen Ver- pflichtung aller Deutschen diesen anvertrauten Gütern gegenüber. Nachmittags zog die Jugend aus auf den Ramsberg. Gedichtvorträge der Schuler, Lieder des Gesangvereins Laubach, Lied und Volkstänze des weiblichen Arbeitsdienstes gruppierten sich sinngemäß um den Hauptpunkt des Programms, das von beiden Schulen aufgeführte Chorspiel „Wir rufen Deutschland" v. Ehr. Mergel, fen Sprechgruppen, mit selbstgefertigten Schildern und Kennzeichen aller Art ausgestattet, auf den Felsenterrassen des Ramsberg eine prächtige Frei- bühne gefunden hatten, und in wundeischonem Zusammenklang das Sichfinden der Deutschen diesseits und jenseits der Grenze in ihrem Volkstum lebendig werden ließen. Darüber, über die Brucken zum Volk, sprach dann der Ortsleiter des VDA., Dr. Kammer Er zeigte, wie sich der Begriff „deutsch^ gegenüber früherer Auffassung zu „volksdeutfch gewandelt habe, und wie gerade durch Adolf H i t • ? deutsches Herz zu deutschem Herzen gefunden über alle Grenzen hinweg. Rektor Doll Volksschulen in Eichelsdorf (Dienstwohnung wird am 1. Oktober 1934 frei); die Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule m Köddingen (Dienstwohnung, die neu hergericy- tet wird, ist frei); Rebgeshain (Dienstwohnung vorhanden und sofort beziehbar); Sichenhau- e n (die Dienstwohnung wird demnächst frei) und Volkartshain (Dienstwohnung vorhanden). Meldungen von Anwärtern, die nicht mindestens vor acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben, sind zwecklos. ** Die Prüfung für Gesangleh r er an höheren Schulen. Wie die ^tfUlsterialab- teilunq für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum bekanntgibt, findet die nächste Prüfung ür Gesanglehrer an höheren Schulen voraussicht- ich am 19. und 20. November 1934 statt, ausreichende Beteiligung vorausgesetzt. Meldungen zur Teilnahme an der Prüfung sind bis spätestens 1 November 1934 einzureichen. ** Lumpen dürfen nicht vernichtet werden Der Reichswirtschaftsminister und der Preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit haben in einem Schreiben an den Reichsluftschutz- bund die Anregung gegeben, angesichts der Roh- stofflage mit allem Nachdruck darauf zu halten, daß die in den Haushalten vorhandenen wollenen und baumwollenen Lumpen nicht etwa verbrannt oder Müll beseitigt, sondern gesammelt und der Q] Großen-Linden, 17. Sept. Unter starker ^Beteiligung der Bevölkerung feierte gestern unsere Schule den Tag des deutschen Volkstums. Ein stattlicher Festzug, an dem außer sämtlichen Schulklassen auch das Jungvolk unter Stamm* führer Weber sich beteiligte, zog durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz an der Turnhalle. Gastwirt Schaum hatte für Sitzgelegenheit gesorgt. Lehrer Arnold zeigte durch einen wirkungsvollen Aufmarsch von Schildträgern sinnfällig die Verbreitung des Auslandsdeutschtums und sprach bann über feinen Kampf und seine Bedeutung für uns. Sprechchöre und Gedichte waren dazu angetan, alle mit dem lebendigen Gefühl für die stolze Große unseres Volkstums zu erfüllen. Turnerische Darbietungen unter Leitung des Lehrers Dr. Bull mann und Reigen, die Frl. Müller eingeübt hatte, schloffen sich an. Mehrstimmige Chore unter Leitung von Lehrer Reinheimer und Musikstücke des hiesigen Posaunenchores umrahmten die Feier. In einem Schlußwort forderte Rektor Siegfried zur tätigen Mitarbeit im VDA. und in den Schulgruppen auf und schloß den Tag in üblicher und prüft sie auf die Trockenheit des Futters, auf den Tag, da er einfahren kann. Da geht die Kar- ; toffelrodemaschine die Reihen der Kartoffeläcker auf ■ und ab und schleudert die Knollen aus der Erde, I da folgen die Leser der Maschine und füllen die i Säcke,' oder die Kartoffelhacke holt Staude um Staude aus dem Boden, und bei Wind und Wetter ist Familie und Gesinde draußen. Da werden die Rüben enttrautet und zu Haufen geworfen, da decken die Mieten das kostbare Winterfutter zu, und das Rübenblatt wandert, soweit irgend möglich, in den Stall oder in die Sauergrube Da werden Wasserfurchen gezogen, um auf welligen Feldern zu verhindern, daß sich zur Zeit der Schneeschmelze ■ oder großer Regenfälle das Wasser über den Saaten staut und sie ertränkt oder fortschwemmt. Auf dem Hof aber summt die Dreschmaschine, wenn der Oktoberregen jede Arbeit draußen auf Acker und Grünland nutzlos macht. So ist die Zeit, da das Herbstlaub sich von den Bäumen löst, da die Sträucher kahl werden und die Hecken durchsichtig, die Zeit angespanntester Arbeit; die Zeit des großen Abschieds, die Zeit, da der Einsatz der Kräfte beginnt, die unter der Sommersonne gesammelt wurden, der Einsatz der Erntewerte, Die der Herbst bescherte und die Haus und Hof über den Winter erhalten müssen. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Die NS.-Frauenschaft Gießen-Ost hält ihren nächsten Ortsgruppenabend am morgigen Donnerstag, pünktlich 20.15 Uhr beginnend, im Schützenhaus ab Die NSLB.-F achschaft „Höhere Schule, naturwissenschaftli ch e Fachgruppe, versammelt sich am morgigen Donnerstag, um 16.30 Uhr, im Realgymnasium im Lehrsaal für Physik. Dr. Fuhr spricht über „Neuere Untersuchungen zur Preisberechnung". Gäste sind willkommen. Ortsgruppe Gießen-Aord. Amt für Volkswohlfahrt. Im Rahmen des Hilfswerks „Mutter und Kind" finden bis auf weiteres jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr in der Geschäftsstelle der NSDAP., Gießen- Nord, Walltorstraße 16, Sprechstunden der Mütterberatungsstelle durch Frau Magda Steiger statt. Wir bitten von der Einrichtung regen Gebrauch zu machen. Beamte und Unterstützung in Krankheitsfällen. Der Hessische Staatsminister Jung hat an alle unterstellten Behörden folgende Verfügung gerichtet: Die hier einlaufenden Ünterstützungsgesuche lassen erkennen, daß immer noch Beamte und staatliche Bedienstete vorhanden sind, die durch Krankheit in eine wirtschaftliche Notlage geraten, ohne hiergegen durch Krankenversicherung, insbesondere durch Beitritt zur Hessischen Beamtenkrankenkasse bzw. durch Erwerb der freiwilligen Mitgliedschaft bei der Staatlichen Betriebskrankenkasse, Vorsorge getroffen zu haben. Ich nehme deshalb Anlaß, erneut darauf hinzuweisen, daß bei der Entscheidung über derartige Gesuche stets die Frage geprüft wird, ob der Gesuchsteller von der Möglichkeit der Krankenversicherung Gebrauch gemacht hat. Ist dies unterblieben, ober ist der Beamte oder Bedienstete bei einem Unternehmen versichert, das nur unzulängliche Leistungen gewährt, bann kann in ber Regel eine Unterstützung aus staatlichen Mitteln nicht in Betracht kommen. Es wirb baher ben Beteiligten bringenb empfohlen, sich für ben Fall ber Krankheit zu versichern. Oie Anträge auf Verleihung des Ehrenkreuzes. Die Polizeibirektivn Gießen teilt mit: In teilweiser Abänderung unserer Veröffentlichung vom 18. August wird angeortmet, daß bie Anträge au Verleihung eines Ehrenkreuzes nunmehr währenb Iber üblichen D i e n st st u n d e n, und zwar z. Zt. täglich von 7 bis 15 Uhr (an Samstagen von 7 bis 12 Uhr) auf dem jeweils zuständigen Polizeibezirk gestellt werben können. Altersheim beim Evangelischen Schwesternhaus. * Wetzlar, 18. September. (Eigenbericht.) Die heutige 58. Ausstellung unb Zuchtviehversteigerung des Verdanbes Mittelbcutscher Rotviehzüchter zeichnete ein stärkerer Auftrieb von Bullen unb ein reges Interesse ber Käufer unb Bauern aus. Es würben roieber ausgezeichnete Tiere zur Schau gestellt. Zur Schau unb Prämiierung waren 43 Bullen im Alter von 12 bis 15 Monaten unb 24 Tiere über 15 Monate alt aus bewährten Zuchtgebieten vorgeführt. Die Prämiierungskommission hatte keine leichte Arbeit. Kurz nach 10 Uhr traf Lanbesbauernführer Dr. Wagner ein. Der Lanbesbauernführer unternahm einen Runbgang burch bie neue Markthalle und die Viehstände. In den Büroräumen verpflichtete er einige Beamte der Landesbauernschaft auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. In der Markthalle, einem großen lichten Holzbau von schmuckem Aussehen, der rund 50 Meter lang und annähernd 15 Meter breit ist, hatten sich viele Bauern aus dem Lahntal und dem Hessischen Hinterland eingefunden. Zahlreiche prominente Tierzüchter waren anwesend. Der Kreisobmann der Bauernschaft Wetzlar, Bürgermeister Langsdorf, Grotz-Vechienbach Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege läßt zur Zeit inmitten seines Grundstücks (Evangelisches Schwesternhaus) in der Johannes- straße, zwischen dem Schwesternhaus und der Krippe, einen Erweiterungsbau errichten, der als Altersheim Verwendung finden soll. Der zweistöckige Neubau enthält 14 Wohnräume und Badeanlagen. Das Haus soll allen Volksgenossen, insbesondere älteren Frauen, eine angenehme Wohnstätte für ihr Alter bieten. Der Bau wird als Ein- richtuna des Evangelischen Schwesternhauses ohne jeden Zuschuß aus öffentlichen Mitteln geschaffen, die Finanzierung erfolgt zum Teil aus Stiftungen, im übrigen aus eigenen Mitteln des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege. Der Bau wird nach einem Entwurf des Architekten Baurat Meyer unter dessen Bauleitung errichtet. Mit der Fertigstellung wird zum Frühjahr nächsten Jahres gerechnet. Durch diesen Bau, den man wegen seiner ausgezeichneten Zweckbestimmung als eine gute soziale Tat bezeichnen kann, erhält unser Gießener Handwerk mit allen seinen Angehörigen Gelegenheit zu lohnender Arbeit, zugleich wird damit ein ansehnlicher Beitrag zur Arbeitsbeschaffung geleistet. 'Storno tuen — Tageskalender für Mittwoch: NSLB., Kreis Gießen, 15.30 Uhr im Cas6 Leib: Kreisversammlung. — Gastwirte-Jnnung, 16 Uhr, bei Solban: Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Maskerade". aab tn einer Ansprache einen Ueberblick über We- - bes erforderlichen Holzes durch zahlreiche sen und Bedeutung dieses Tapes der dem besonde- Ortschaften der Umgebung und dank dem Zu,am. ren Gedenken unseres gesamten Volkstums diesseits menwirken von Stadt und Land konnte ein lang- und jenseits der Grenzen gewidmet ist. Im Mittel- qn1tnf* ;n (FrfüUuna aeben punkt der Feier stand ein überaus lebendiger Be- s^er Wunsch in Erfüllung g-yen. richt des Zellenleiters, Dr. Pudding, der, selber Banat-Deutscher, es verstand, in eindringlicher Form Leben und Volkstum der dortigen deutschen Ansiedler zu schildern. Lichtbilder unterstützten seine Ausführungen, die erwiesen, welche ungeheure Kraft —-». i— ------ 'n her Bewahrung unb Reinhaltung unseres Volkes-1 tat von Stabt unb Land. Der Aus -er Wett -es Ulms. Berliner Filmbrief. „Der Herr der Wett." Ein Harry-Piel-Film ohne Harry P i e l l Nun, er hat uns oft genug gezeigt, daß er Meister der Spannung ist. Wenn nnr glauben, jetzt wird er keine Steigerung mehr finden, dann teyrt er das Unterste zu oberst und macht das Unglaubliche möglich. Mit sehr viel Geld, brillanter Technik und großem Geschick hat man ein Werk zujammengebaut, das sicher ein Pubiikum finden wird, das mit angehaltenem Atem den Vorgängen auf der Leinwand folgt. Es geht in diesem Manuskript von Georg Mühlen-Sch ulte um die Frage: Kann die DUlschine endgültig durch eiserne Hände bedient werden, damit der Mensch wieder frei werde für Acker und Scholle, damit fein Leben wieder sinnvoll wird unter blauem Himmels unter Wind und Sonne und Regen, so, wie die Schöpfung ihn gewollt hat. Dazwischen spielt die Liebe. Der Direktor einer Maschinenfabrik verunglückt und hinterläßt eine junge Frau, die von Sybille Schmitz anmutig verkörpert wird. Ein guter und ein dämonischer Ingenieur sind ihr zur Seite und umwerben sie. Das Schicksal bewahrt sie vor dem bösen Geist, und die jungen Leute werden zum Schluß ein glückliches Paar. Sehr schöne Landschaften und eingestreute heitere Szenen sorgen für Abwechslung. Zusammengefaßt: saubere Arbeit, Spannung, gute schauspielerische Leistungen von Janssen, Frank, Schmitz, Wernicke, Wäscher, Schürenberg und vielen anderen in einem Film, dessen Manuskript, aus Kosten der reinen Logik, einige Anforderungen an die Phantasie stellt. „Lchtoß Hubertus." Ein Ufa-Film nach dem gleichnamigen Roman Ludwig G a n g h o f e r s. In der herrlichen Landschaft des Hochgebirges entwickelt sich ein spannendes Geschehen bis zum unlöslich scheinenden Konflikt. Graf Egge, der Vater, ein leidenschaftlicher Jäger — durch Friedrich Ulmer lebenswahr dargestellt —, entfremdet sich seinen nächsten Angehörigen; er zieht sogar die „Jagdgrenze" zwischen sich und seinem anders gearteten Sohne Tassilo, und verbietet seiner Tochter die Ehe mit einem Maler. Gras Egge kennt aber auch keine Rücksicht sich selbst gegenüber und fordert das Schicksal heraus. Auf riefenhohen, aufeinandergefügten schwankenden Leitern besteigt er die schwindelnde Südwand, um einen Adlerhorst auszunehmen. Es gelingt ihm nicht. Aetzender Unrat fällt ihm aus dem Nest entgegen und raubt ihm das Augenlicht. Packende Augenblicke, wenn der so schwer hoimgesuchte Mann in die Tiefe steigt, oftmals dem Sturz nahe. Neben Ulmer zwei neue Gesichter: Herta W o - rell und Hansi K n o t e ck. Auch die übrigen Darsteller geben ihr Bestes. „Eskimo." Nach Rasmussen kommt nun Peter Freu- chen mit einem Eskimo-Film zu Worte. Wieder erlebt man die herrliche, unverfälschte Natur der Arktis und das ungekünstelte Spiel der Polarbewohner, die nur sich selbst darzustellen haben. Führte uns Rasmussen nach Grönland, so geht die Reise diesmal nach Alaska. Anders ist das Aussehen der Eskimos, anders ihr Leben. Der Erste seines Stammes, Mala, ist zugleich der kühnste Eisbärjäger, der stärkste, der sicherste Schütze. Nur unter schweren Existenzbedingungen können er und seine Stammesangehörigen stark und elastisch bleiben und dabei ihre Arglosigkeit und Liebenswürdigkeit bewahren. Da kommen die weißen Männer und machen die Naturkinder mit den Segnungen der Zivilisation bekannt, die hier zum Unsegen werden müssen. Sie setzen sich über die Gebote der Gastfreundschaft und Treue hinweg und bringen Verwirrung und Unheil in das Leben der Eskimos. Peter Freuchen spielt selbst den Kapitän, der die Hand nach Malos Frau ausstreckt, lieber diese undankbare Rolle hinaus hat er großartige Landschaftsbilder geschaffen, in die sich die Handlung selbstverständlich einfügt. Erstaunlich sind die Aufnahmen von der Eisbärenjagd. „Krach um Jolanthe." „Armes Schwein", kann man wohl mit Recht zu dieser strapazierten Jolanthe sagen. Nun hat sie schon unendlich viele Aufführungen im ganzen Reich erlebt, und nun muß sie auch noch auf die Leinwand. Das ist ihr nicht besonders gut bekommen, denn man hat sie unter eine Regie gestellt, die ganz gewiß keine näheren Kenntnisse des westfälischen Bauernlebens hat. So wollte Hinrichs feine Jolanthe nicht groß werden lassen. Man hört und liest zwar, sie sei immer noch genau so in Erdgeruch und Stallduft eingehüllt wie zuerst, aber das ist nicht wahr. Die Atmosphäre dieses Bauernstückes ist viel zu großartig, viel zu viel Operettenkulisse, um echt sein zu können. Daß trotzdem ein Film entstand, der sein Publikum fesselt, liegt daran, daß der Dichter sein Werk gekonnt hat. Was sie auch daran verbiegen, es bleibt genug, um die Menschen zu packen. Marianne Hoppe ist eine herzerfrischende, herbe Großbauerntochter, Carsta Lock als sinnen- freudige, mordshäßliche Maad erfüllt auch jetzt wieder das Haus mit Gelächter. Der Großbauer wurde durch Wilhelm Krüger gut verkörpert. Ein recht beachtliches Versehen der Regie ist, daß der Dialekt nicht einheitlich ist. Einer spricht ostpreußisch, einer mecklenburgisch, der dritte hamburgisch und der vierte oldenburgisch. Die Besetzung des Müllers Bunje durch Olaf Bach war äußerlich falsch. Ein schwarzer Typ wird einem nordischen Bauern- durschen schwerlich gerecht. Auch Wesemeier, der Lehrer, gespielt von Albert Lieven, ist nicht besser geworden durch die Neufassung. Der Knecht Fritz H o o p t s ist eine glänzende Charakter/tudie. Herrlich, wenn dieses Gesicht manchmal allein auf der Leinwand zu sehen ist und stärkste Wirkung erzielt. Leider hatte man der reizenden Marieluise Claudius nur eine kleine Rolle gegeben. Das Publikum hatte seinen Svaß und bereitete dem Film einen stürmischen Beifall. Greta Garbo verläßt Greta Garbo... Oie Frau mit dem seltsamsten Beruf der Welt. London, im September. Wenn vom Big Ben die laut hallenden Schläge der Turmuhr „halb zwölf" verkünden, verstummt fast mit dem letzten Schlage alles großstädtische Leben. Die Restaurants haben zum größten Teil bereits geschlossen, die Unmengen von Automobilisten müssen sich, dem neuen „Schweigegesetz" zufolge, ohne Gebrauch der Hupe im strudelnden Verkehr durchhelfen. Langsam verschwindet der ruhige Bürger von den Straßen, um dem typischen Nacht- publikum Platz zu machen. Jetzt beginnt das Leben der vielen, ja, unzähligen Nachtklubs und der sogenannten „Mitternachtsrestaurants". In einem solchen Restaurant traf ich gestern nacht die Frau mit dem seltsamsten Beruf der Welt. Sie ahnte nicht, daß ich Journalist bin — andernfalls wäre ich wohl kaum in der Lage, diesen Bericht, der ein neues, diesmal kein Reklamegeheimnis um die „göttliche Garbo" enthüllt, zu bringen. Fünf Jahre hindurch war diese Frau in persönlichen Diensten der berühmten Filmschauspielerin, fünf Jahre hindurch erhielt sie ihr wöchentliches Gehalt nur dafür, daß sie sich wie die Garbo kleidete, ihre Frisur wie die Garbo trug, gleich der Garbo zu gehen hatte und stets bei der Hand sein mußte, wenn man Greta Garbo für die Öffentlichkeit brauchte — und keine Garbo da war. Es ist seltsam, wie dauernde Verstellung einen Menschen allmählich in ihren Bann zwingt. Meine jüngste Bekanntschaft hatte die Garbo so lanae Zeit hindurch vorzustellen, daß sie jetzt nicht mehr aus ihrer zweiten Haut heraus kann. Ich sprach — so kam es mir vor — gestern nicht zu einer Doppelgängerin, sondern mit Der Garbo selbst... Ihr wahrer Name ist Geraldine Dvorak. Sie ich Tschechoslowakin von Geburt und fuhr vor nun zwölf Jahren „über’n großen Teich", um ihr Brot zu verdienen. Sie erreichte ihr Ziel — aber es war der merkwürdigste Beruf, den sie ergriff... und den sie nun zu vergessen strebt. „Ich habe in allen Greta-Garbo-Filmen mitgewirkt. Außer den beiden letzten. Stets, wenn ein „Langschuß" (eine Aufnahme des Stars aus der Entfernung) ober ein „mittlerer" gedreht wurde, war die Garbo nicht zu finden — und ich verpflichtet, einzuspringen. Manchmal sogar bei Nahaufnahmen (bei denen der Schauspieler gewöhnlich drei Meter von der Kamera entfernt steht). Sie werden sich vielleicht des Films „M ata Hari" erinnern. In diesem Film finden lange Szenen statt, in denen die Garbo einen dünnen Gesichtsschleier trägt — ich war diese Garbo. Ich erinnere mich auch noch eines anderen Films, den die Garbo nur mit Widerwillen begonnen hatte zu spielen, bis sie bald die Lust gänzlick) verlor. Besonders eine, die entscheidende Szene im Film, widerte sie geradezu an. Aber sie war durch Vertrag gebunden und mußte, sollte sie nicht eine hohe Konventionalstrafe bezahlen, erscheinen. Die Szene wurde gedreht. Mit der Garbo — und doch war sie nicht anwesend. Sie hatte mir die Rolle gut vorgespielt. ich ging zum Studio, spielte vom frühen Morgen bis zur sinkenden Nacht. Nicht eine Person im ganzen riesigen Atelier hatte, vom Manager an« ■gefangen bis zum letzten Chorgirl, eine Ahnung, daß es nicht die wahre Schauspielerin war, die dort vor der Kamera spielte. Auch bei den späteren Aufführungen fiel nichts auf. Es war eben die Garbo. Sie werden begreifen, daß ich den Titel des Films nicht nennen kann. Mindestens hundert Leute vom Film würden sofort ihre Stellung verlieren... Einmal tanzte ich in einer Gesellschaftsszene dicht hinter der Garbo. Man mußte das betreffende Stück aus dem Film schneiden. Der Effekt war geradezu gespenstisch. Sehr oft hatte ich auch zu den Uraufführungen — als die Garbo — zu erscheinen. Wie oft bin ich nicht an John Gilberts Arm durch die Kinos gegangen, von der Menge um brüllt — aber ich 'Durfte kein Wort sprechen, kein Autogramm geben, um das Geheimnis zu hüten. — Aber jetzt habe ich den zweiten Menschen in mir satt. Ich faßte meinen Entschluß, als die Garbo Urlaub nach Europa nahm, und führte ihn bald daraus aus. Ich möchte vergessen, daß ich Greta Garbo war!" Diese Frau erzählte mir auch interessante Einzelheiten über den rätselhaftesten aller Filmstars, Einzelheiten, die ich glauben konnte, da sie nicht wußte, daß sie zu einem „Mann von der Presse" sprach. „Die Garbo ist durchaus nicht das, was man etwas roh „kaltschnäuzig" nennt. Im Gegenteil — sie fürchtet sich fast stets. Ich weiß nicht, wovor. Aber sie fürchtet sich, wenn sie allein ist oder in Gesellschaft weilt oder vor der Kamera steht. Mag sein, daß sie nicht vergessen hat, wie man über sie lachte, als sie vor wenigen Jahren nach Hollywood kam. Man lachte über ihre Stimme, ihre Größe, ihre langen Beine. Man nannte sie „Truthahn". Ihr bester Freund, Mauritz Stiller, war tot. Sie hatte niemanden, mit bem sie sich unterhalten konnte. Ich habe sie oft vor Angst zittern gesehen, wenn Männer zu ihr kamen, um mit ihr zu verhandeln. Gewiß, die Amerikaner sind schließlich nicht schlechter als die Männer anderer Erdteile — aber sie sind nur von einem atemlosen Begriff erfüllt: Geschäft! Sie, die mit 20 Mark wöchentlichem Gehalt ihre Laufbahn begann, wird im nächsten Jahr rund 2 Millionen Mark verdienen, wenn ihre neue Forderung auf Gehaltserhöhung von Metro-Goldwyn- Mayer angenommen wird. Und ich glaube nicht, daß man „nein" sagen wird. Augenblicklich erhält sie rund 700 000 Mark für jeden Film — eine Arbeit von sieben bis zehn Wochen. Vor einigen Wochen bestellte sie ihre Geschäftsmanager zu sich, Herrn Edington und I. S. B u e I e r aus Neu- york. Die Unterhaltung war sehr kurz: „Ich denke, ich werde im nächsten Jahr wohl 400 000 Dollar für einen Film bekommen. Wahrscheinlich mehr. Ich werde, sollte dies der Fall sein, nur noch in zwei Filmen in jedem Jahr spielen. Wollen Sie sich, meine Herren, bitte darauf einrichten." Die Direktoren ihrer Filmgesellschaft fluchten, als sie von der neuen Forderung ihres größten Stars hörten. Aber sie fluchten wohlweislich nicht in Gretas Gegenwart. Denn sie wissen, daß dieser Star, der sein Geld sehr sicher in schwedischen Regierungsbonds angelegt hat, unabhängig von Hollywood if* Sie ist der einzige Filmstar, der kein Geld bei dem großen Bankkrach von 1928 verloren hat; und als man seinerzeit bei dem Ausbruch des Kreuger- Skandals in halb Amerika davon munkelte, daß die Garbo die „Hauptleidtragende" sei, erwies sich dieses Gerücht sehr bald als aus der Luft gegriffen. Sie gibt sogar manchmal Geld aus. Denn sie hat vor einigen Wochen einen neuen Kühlervorsatz an ihren Wagen montieren lassen. Das Auto ist ein 1926er Limousinen-Modell. Nun sieht der Wagen viel schnittiger aus. Die Puder und andere Körper- pflegemiUel stellt ihr natürlich die Gesellschaft zur Verfügung. Natürlich ... Nur ungern trennte ich mich von dieser seltsamen Frau, die mir so manches Interessante über die Garbo berichtet hatte. Aber zuletzt kamen ihre Sätze nur noch langsam, gleichsam widerwillig. Schließlich verstummte sie ganz und blickte ratlos zu Boden. Es war eine durchaus naturwahre Szene aus einem Garbo-Film ... Chr. H. d. Oie Insel der (Seligen. Gespräch mit Brigitte Helm. „Hallo, Frau Helm, nur einen kleinen Augenblick!" „Was gibts?" Brigitte Helm steht an der Tür ihres Wagens, der sie nach anstrengender Filmarbeit in Neubabels- berg zu ihrem kühlen Garten und in ihre ruhige Wohnung zurückbringen soll. „Eine einzige Frage! Was hat Ihnen in Ihrem neuen Film ,D i e I n \ e [‘ am besten gefallen?" Einen Augenblick überlegt Brigitte, dann zieht sie ihr Zigarettenetui und läßt sich von mir Feuer geben. „Sie werden lachen", sagt sie, „am besten von dem ganzen Film gefällt mir — der Name!" Ich schaue sie etwas zweifelnd, erstaunt an. „Ja, es ist schon so, der Name ,Jnsell." „Verstehen Sie das nicht? »Insel*, das bedeutet doch Abgeschlossenheit, Einsamkeit, Ruhe und Fernsein von den Menschen. Wann hat das eine geplagte Filmschauspielerin? Von der Früh bis zur Nacht ist man doch dauernd im Betrieb, immer von Mensche umgeben, die etwas wollen, mit denen man reden und arbeiten muß. Wer sagt mir, daß ich heut abend, wenn ich nach Hause komme, mein eigener Herr bin? Das ist die Kehrseite der Medaille, die nur die wenigsten sehen. Und nun »Die Insel*. Immer wenn ich diesen Namen hörte, dann stellte ich mir in Gedanken ein stilles, meerumrauschtes Traumland vor. Und ich wurde sofort ruhiger und zufrieden. Schon der Gedanke daran machte mich glücklich. Sehen Sie hier mein Auto z. B.; wenn ich hineinsteige, denke ich: Jetzt gehe ich in meine Insel. Oder meine kleine Garderobe neben der großen Tonhalle, wenn ich da mal einen Augenblick sitzen kann, dann sitze ich auf meiner Insel. Ich finde das Wort und den Begriff beruhigend, jedenfalls für meine Nerven." Ich muß Frau Helm im stillen recht geben! Das Schönste im Leben knüpft sich ja oft genug nur an ein Wort, einen Begriff, eine Vorstellung. „Zum Schluß der Insel-Aufnahmen waren wir in Dalmatien. Von der Serpentinenstraße am hohen Karst, wo wir drehten, Fritsch und ich, sahen mir auf das Meer mit seinen vielen Buchten und Inseln. Und immer fiel mir ein »Eiland* in die Augen, ein ganz kleines Inselchen mit Bäumen bestanden und einem kleinen Strand. Es war sicher ganz unbewohnt. Als ich einen Tag spielfrei hatte, mietete ich mir in aller Frühe einen Schiffer, der mußte mich hinüberfahren auf meine Insel. Abends sollte er mich wieder abholen. Sie war noch viel schöner, noch viel traumhafter, als ich gedacht hatte. Gar kein Mensch, nur das Spiel der Wellen am Strand und an den Felsen. Das Singen der Vögel, das Zirpen vieler kleiner unsichtbarer Grillen. Und Einen Film erzählen. Von Frank Leberecht. Ein Freund der Paradoxe sagte einmal, die Fabel eines guten Films müsse so einfach fein, daß man sie auf der Rückseite einer Briefmarke erzählen könne. Ich fand das übertrieben. Wir haben uns dann als Höchstmaß auf die Rückseite einer Ansichtspostkarte geeinigt. Der Versuch, die Meisterwerke der Filmkunst diesem Kriterium zu unterwerfen, brachte überraschende Bestätigungen. Er kann daher nur jedem scharfsinnigen Filmbeobachter, ja sogar dem Leiter aethetischer Proseminare zur Nachahmung empfohlen werden. Allerdings lief unser Versuch nicht programmmäßig aus. Mein Partner hatte nämlich das Pech, einen Film zu erwähnen, den ich nicht kannte, und geriet, als er ihn mir beschreiben wollte, so ins Erzählen, daß er eine Stunde dabei blieb. Er war sozusagen in eine andere Ebene geraten, aus der geiftigen (Spannung der Fabel in die mimische der Darstellung und schließlich in die graphische des Bildablaufs. Da es aber um einen meisterhaften Film ging, war dieser Bildablauf so sugisch komponiert, daß die Phantasie des Nacherzählenden längst nicht folgen konnte und das unmögliche Wettrennen aufgab. Mit Recht, denn es war ein Unterfangen ähnlich dem, als wolle einer den Inhalt einer Partitur mit Worten wiedergeben. Wer ein vergleichbares Erlebnis hatte, wird das bestätigen. Vielleicht hat er bei einer Filmerzählung öen Eindruck gehabt, daß die Vorgänge von einer i merkwürdigen Verworrenheit seien, wenn er über- I Haupt einen Eindruck hatte, denn der unglückliche Erzähler wird kaum eine fließende Rede zustande I bringen; er wird sich unausgesetzt in die Rede fällten, um zu ergänzen, zu erklären, die Reihenfolge iber Geschehnisse zu ordnen. Meist hat er wichtige ! Handlungselemente vorauszuschicken vergessen oder 3er unterließ, wiederauftauchender Elemente rechtzei- itig Erwähnung zu tun. Kurzum, er haspelte ein Warn ab, das völlig unübersichtlich ist und dauernd -reißt. Aber was für ein ungleiches Garn ist es auch? wer Erzähler, der Worte für Bilderbogen fetzt, mißhandelt bei feinen mühseligen Umschreibungen die ^einfachsten Proportionen. Ein Vorgang, der im Vilm blitzschnell erfaßt wird, weil er nur Bild ist, schwillt in der Rede zu erstaunlichem Umfang an, Während ein durchlaufender, handfester, handlungsführender Faden zu hauchdünnem Schatten schrumpft. Unterhaltungen dieser Art pflegen meist so zu enden, daß der Erzähler, der uns von der Güte 1 eines Films zu überzeugen sucht, sich in immer kleinere Details verliert, während wir schließlich der ganzen Sache mit immer größerem Kopfschütteln gegenüberstehen. Bei Filmen komischen Einschlages hat das schon zu den köstlichsten Szenen geführt, vor allem, wenn zwei Besucher eines solchen Films einem dritten Nicht-Besucher eine gemeinsame Schilderung geben wollen. Man sieht dann zwei Leute, die in Der gegenseitigen Erinnerung an bestimmte , Episoden („Wie er bann als spanische Tänzerin ; auftritt —"; „— unb bas Gesicht, zum Brüllen") von erneuerten Lachreizen überfallen werben, wäh- renb ber britte mit gespanntem, ernstem Gesicht auf den Augenblick feiner eigenen Zwerchfellerschütterung wartet. Aber er wartet vergebens. Statt lachen zu können, wird er zusehens ernster und gewöhnlich denkt er: Was für alberne Menschen diese beiden! lieber derart verworrenes Zeug zu lachen! Diesen Film werde ich mir gewiß nicht ansehen. — Wem je auf solche Weise ein Film verleidet wurde, der wird schwerlich zu bewegen sein, jemandem — und sei es feinem besten Freunde — seinen Film zu erzählen. Indessen ging es hier nur um mündlichen Bericht, bei dem Tonfall und Gestik des Erzählers noch manches Unsagbare ergänzt und der gerade wegen seiner Gesprächsform alle Zeichen der Unverbindlichkeit trägt. Wehe aber, wenn der Erzähler die Schriftform wählen muß! Da begibt er sich auf den Boden einer Mitteilungsweise, die ihre unangenehmen logischen Sprachgesetze hat, da muß er ! einen Kontrapunkt von Graphik, Ton und Bewegung umformen in ein peinliches Gefüge von Haupt- und Nebensätzen, die nach Satzgegenstand und -aussage verlangen und die die modifizierende Vielfalt des Bildauflaufs in die starre Form adverbialer Bestimmungen pressen. Die Folge solcher Ge- malttätigfeiten ist ein grammatisch organisiertes Gestammel, zu dem sämtliche Umstands- und Binde- ! Wörter der Zeit herhalten müssen, wie: während nun, indessen, ehe sie aber, inzwischen, da, wie er noch, plötzlich, langsam in feine Arme. — In illustrierten Programmheften findet man noch solche Erzählerübungen, die wohl von der Ansage der ersten Stummfilmzeit übrig geblieben fein mögen und einen sinnlos gewordenen Brauch fortführen. Haben sie die Absicht, zum Besuche eines Films zu I verlocken, ober wollen sie bem Besucher sagen, was ■ er eigentlich gesehen hat? Da diese Inhaltsangaben" das Postkartenmaß weit übersteigen und den Ehrgeiz haben, die ganze Handlung laufend zu verfolgen, bleiben sie meist in einer Aufzählung von Situationen stecken, die einem phantasiebegabten Leser als filmische Möglichkeit erscheinen mögen oder dem Zuschauer hinterher die Erinnerung an gehabte Freuden erleichtern. Ein guter Film hat solche Hinweise nicht nötig, denn er macht bas Notwendige aus sich selbst heraus sichtbar. Und auf das Sehen kommt es einzig an. — Gelegentlich mag es wohl vorkommen, daß wir eine Jnhaltsbefchreibung lesen und erst ganz zum Schluß daran erinnert werden, diesen Film schon gesehen zu haben; so fremd erschien er uns in ber Erzählung. Unb was machte uns erinnern? Oft nur ein Bilb, ein einziges Bilb. Oer Filmdichter Hai nichts zu lachen! Ironische Randbemerkungen im Ausland. Das Manuskript ist auch in Englanb noch immer bas Sorgenkind des Films. Die Hersteller führen bittere Klage darüber, daß den Dichtern nichts Gescheites oder doch nichts für die Leinwand Paffendes einfällt, und die Poeten und Schriftsteller behaupten schmollend, daß sie an der Tafel der Filmschaffenden stets ganz zuunterst gesetzt werden und daß man ihre Geisteserzeugnisse, wenn ihnen schon der Erfolg der Annahme veschieden war, in einer Weise zurecht stutze, daß von der ursprünglichen Fassung kaum etwas übrig bleibe. Einer ber erfolgreichsten Filmdichter Englands vertraut den zahlreichen Anwärtern auf Ruhm und Wohlstand ein ganz großes Geheimnis an. „Wenn du einen Film schreiben willst", so erzählt er, „kauf zunächst eine Schachtel mit 500 Zigaretten. Setz dich in das größte Zimmer, entferne alle Bilder von den Wänden und rück den tiefsten Lehnstuhl vor diese Wand. Dann gib Auftrag, jede Störung fernzuhalten, außer der Ankündigung des Lunch. Laß dich behaglich nieder, zünde eine Zigarette an und verbanne aus deinem Geist alle Gedanken an Steuerzahlungen, Gaspreise, den nächsten Krieg oder banale Tischkvnversativn. Konzentriere deine Gedanken auf das Tiefste. Wenn dir auch kein Filmplan kommen wird, so doch vielleicht eine Idee für eine kurze Geschichte ober für beinen nächsten Roman — was ja immerhin einen Erfolg bebeutef. Bis 12 Uhr wirst bu vielleicht so weit gelangt sein, einen neuen Plan zur Reform bes Hauses Der Lorbs zu entwerfen, bann wirb der Tischgong ertönen, unb bu wirst befreit zum Lunch gehen. Unb ber neue Film? Dies Wunberwerk wirb plötzlich in mir lebendig, während ich meine Katze streichle oder auf meinen Kaffee warte." Ob die Wißbegierigen unb Ratsuchenden mit diesem etwas ironischen Vorschlag des Filmdichters allerdings viel anzufangen wissen, erscheint zweifelhaft. Ebenso wenig wird ihnen mit dem Rezept geholfen sein, das der Generalsekretär der Vereinigung der englischen Lichtspielbesitzer, Gavazzi K i n g, einer größeren Versammlung mitteilte. Um ein durchschnittliches amerikanisches Filmdrama zusammenzustellen, das Aussicht auf Erfolg haben solle, bedürfe es nur der folgenden Mischung: „Man nehme eine Unze Handlung, ein Pfund schluchzender Rührseligkeit, ein Pfund aufregender Tricks, eineinhalb Pfund weiblicher Beine und Rücken, so unbekleidet wie möglich, einhalb Pfund Nachtklub unb Kabarett gemischt, brei Pfunb Star, ein Pfund Komik unb brei Pfunb Kulisse, unb ber Film ist fertig!" Ein französischer Film-Direktor sprach einst einem Textverfasser in leibenschaftlichen Worten sein allerhöchstes Mißfallen aus: „Ihre Texte sind zu kurz, zu nüchtern, zu dürr!" sagte er. „Das Publikum will unterhalten sein, es will nicht erraten. Es verlangt Poesie auch vom Text. Wo^u haben wir die Adjektive? Nehmen Sie z. B. diesen Titel: .Großvater war über bas Verschwinben seines Enkels verzweifelt.' Warum nicht lieber: „Der unglückliche Großvater würbe burch bas geheimnisvolle Verschwinben seines über alles geliebten Enkels in tiefste Verzweiflung gestürzt.' Oder: ,Am andern Morgen ...' Wie kalt, wie blaß! Sagen wir doch lieber: ,Die Morgenröte des nächsten Tages war schon verblaßt .. ' Oder da ist ein Titel: »Halt, Verruchter, ober ich töte bich!* Könnte man da nicht besser sagen: ,Steh still, du Ungeheuer, oder' ich schicke dich in die Hölle wie einen verwesten Hund, der bu bist!' Das packt! Die Bilder, mein Lieber, genügen nicht allein. Man muß sie in das rechte Licht setzen, man muß sie unterstreichen. Dann erst wirken sie auf die Menge. Das ist die hohe Kunst bes Filmtextes!" G. H. verdienen. Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERN ARD Saatweizen LNSU 5420D 5340 D Tassilo mir an. 5417A 2326 A Audi-, Hanomag-, Horch-Personenwagen Büssing-, N.A.G.-Lasiwagen, TA-O Tonnen Küdienwäsdie Geschirrtücher Handtücher Tischwäsche Tafeltücher Mundtücher Oie sportliche Ausbildung im BdM. Wie haben die Jahre, in denen Turnen und Sport als nebensächliche Einrichtungen im menschlichen Leben betrachtet wurden, überwunden. Es ist uns jungen Menschen heute kaum verständlich, wie man es früher fertig brachte, immer seinen Körper einzuengen und zusammenzupressen, und wie man darauf verzichtete, ihn bis in die letzten Glieder hinein frei zu bewegen. Wir suchen heute beim Sport Erholung, sammeln Kraft zu unserer Arbeit im täglichen Leben. Unsere Turnstunden im BDM. sind Stunden froher Gemeinschaft. Nicht Spiel ist für uns das Turnen, sondern ernstes Arbeiten an der Durchbildung des Körpers. Aber Freude bereitet uns diese Arbeit? Und eine Arbeit, die erfreut, ist keine Ar- widerstandsfähig war. Weil wir den Wert der Leibesübungen kennen, :, was er den Anfänger-Vierer und den Jugend-Achter. Den Gießener Jungruderern war ein Sieg im Anfänger- Vierer beschieden. Das Rennen wurde von 12 Booten bestritten. Die Mannschaft der „Hassia" hatte den Kampf gegen die Boote von Frankfurter RV. 1865, Frankfurter RG. Nied 1921 und Frankfurter RG. Borussia zu bestreiten. Die Gießener sicherten sich den Sieg in dem über 1200 Meter führenden Rennen in der Zeit von 4:35 Minuten. Einen spannenden Kampf gab es im 3. Jugend-Vierer. In diesem Rennen traf die Mannschaft der Hassia auf die Boote von Offenbacher RV. 1874, Frankfurter Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstratze 33 Telephon 3239 VfB.-Aeichsbahn gegen AGG. „Kraft durch Freude" Alsfeld. RE. und Frankfurter RG. Fechenheim. Die Offenbacher konnten das Rennen mit nur 2Ao Sekunden Vorsprung vor der Mannschaft des Gießener RCl. Hassia für sich entscheiden. (Das Ergebnis: 1. Offenbacher RV. 1874 4:42,4; 2. Gießener RCl. Hassia 4:42,6; 3. Frankfurter RCl. 4:51; 4. Frankfurter RG. Fechenheim aufgegeben). Im Jugend-Achter waren die Gießener weniger glücklich. Sie mußten in einem geliehenen Boot mit ungewohnten Drehdollen rudern und hatten außerdem das Pech, gegen die stärksten Konkurrenten kämpfen zu müssen. Spielvereinigung 1900 Sieben. 1900 I unterliegt in Frohnhausen 1:2. In der Aufstellung: Balser; Zeiler, Lippert; Mank, Heilmann, Hembach; Günther, Schmelz, Wilhelmi, Hammer, Dörr bestritten die Gießener Blauweißen den Meisterschaftskampf in Frohnhausen an der Dill. Die Gießener versagten auf der ganzen Linie und waren gegen den Vorsonntag nicht wieder zu erkennen. Die Gießener haben den Gastgeber Frohnhausen noch nie in einer schlechteren Verfassung angetroffen, wie gerade am letzten Sonntag. Es war aber so, daß die Gießener noch schlechter spielten, 1900 hatte außerdem seine liebe erste anerkannte Absaat Strubes Dickkopf erste anerkannte Absaat Carsten V erste anerkannte Absaat Von den beiden letzten Sorten u. Heine III auch 2. Absaaten zu Mk. 11.- p. Zentner gibt ab Otto Rinn, Utphe Kammerwäsche leinene Gerstenkorn- und Damast-Handtücher, Frottierwäsche Not, sich auf den unzulänglichen Platzverhältnissen zurechtzufinden. Das Spiel war mit etwa 200 Zuschauern nur sehr schwach besucht. Die ^ß^guung war stets sehr fair. Die Spielleitung durch Schiedsrichter Miller (Wetzlar) hätte genügt, wenn mäst ein krasses Versehen zur Spielentscheidung geführt Frohnhausen gewann die Platzwahl. 1900 h^te zunächst etwas mehr zu verteidigen, machte sich dann aber frei' und wartete mit einigen gefährlichen Angriffen auf. Einer derselben führte aus Flanke des Linksaußen Dörr durch Wilhelmi zum Führungstreffer für Gießen. Es war in seiner Ausführung das schönste Tor des Tages. Die Freude dauerte aber nicht lange, da durch Unachtsamkeit ein von Zeiler im Uebereifer verschuldeter Eckball im Gießener Tor landete. Trotzdem waren die Gießener Schlachtenbummler noch in bester Stimmung, als mit 1:1 die Seiten gewechselt wurden. 1900 spielte jetzt bergab. Bei Ausnutzung der gebotenen Chancen mußten die Blauweißen aber schon bis zur Pause sicher in Führung liegen. Nach Wiederbeginn vergab Wilhelmi eine prächtige Gelegenheit, als er alleine vor dem Tor frei den Ball erhielt und blindlings darüber schoß. Auch Dörr verfehlte im Kopfstoß eine sichere Chance. Frohnhausen war bei einem überraschenden Durchstoß zu einem zweiten Treffer gekommen, dessen Wertung zu Unrecht erfolgt sein dürfte. (Handspiel!) 1900 mühte sich in der letzten halben Stunde vergeblich. Die Gastgeber standen wie eine Mauer. 1900 II — Leihgestern I 1:3 (1:2). Es erweckt den Anschein, daß sich die Gießener Blauweißen zum Prinzip gemacht hätten, die Heimspiele zu verlieren und nur auswärts ihr Bestes zu zeigen. 1900 wartete auch in dieser Begegnung mit einer überaus schwachen Leistung auf. Die Gießener gingen durch schönen Schuß von Enders in Führung. Die Gälte ließen mit dem Ausgleich nicht lange warten. Ein vermeidbares Tor ergab den Halbzeitstand zugunsten Leihgesterns. Gegen Spielende verursachten Schneider und Letsch (1900) noch ein Eigentor. Iußballabteilunq des Tv. Wieseck. wieseck! — Heuchelheim I 3:7 (2:2). Im ersten Verbandsspiele, das die erste Elf des Turnvereins Wiefeck am Sonntag auf eigenem Platze gegen die gleiche Elf des Sportv. 1920 Heuchelheim austrug, bereitete sie ihren Anhängern eine schwere Enttäuschung. Die Mannschaft, die ihrem Gegner bis zur Mitte der zweiten Halbzeit ein völlig gleichwertiges Spiel lieferte, ließ sich dann durch die Entscheidungen des Unparteiischen aus dem Konzept bringen und klappte zusehends zusammen. Auf der Gegenseite verstand man es, die Schwäche auszunützen. Das Spiel begann sehr flott. Beide Hüter mußten öfters ihr Können unter Beweis stellen. In der 23. Minute konnte Wieseck durch seinen Halblinken in Führung gehen. Heuchelheim ging nun wieder mehr aus sich heraus, stellte in der 30. Minute den Ausgleich her und übernahm dann die Führung. Die Freude währte nur kurze Zeit. Der Halbrechte der Gastgeber konnte durch einen scharfen Schuß den Ausgleich erzielen. Auch nach Wechsel, schon nach wenigen Minuten, führte Wieseck 3:2. Der Kampf wurde härter. Der Schiedsrichter verlor die Herrschaft über das Spiel und brachte durch seine Entscheidungen manche Verwirrung in den Kampf. Heuchelheim kam zum Ausgleich und hatte in der I Folge mehr vom Spiel. Der vierte, ein fünfter und i der sechste Treffer folgten. Kurz vor Schluß wurde : ein von der Querlatte abspringender Ball, noch i bevor er die Linie überschritt, herausgeschlagen. Der i Unparteiische entschied Tor. Bei dem 3:7 blieb es. ! Die Jugendmannschaft kam kampflos zu zwei Für Aussteuern Der am vergangenen Sonntag auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn ausgetragene Rückkampf gegen die Kreismannschaft der NSG. „Kraft durch Freude" Alsfeld wurde von den Gießenern in allen Konkurrenzen sicher gewonnen. Die Hiesigen brachten es auf 14 079 Punkte, Alsfeld auf 11 613,01 Punkte. Die Alsfelder waren nicht schlecht. Ergebnisse und Verlauf der Kämpfe. 100 Meter: 1. Rodriguez, VfB.-R., 11 Sek.; 2. Luh, VfB.-R., 11,1; 3. Rühl, Alsfeld, 11,3 Sek. Ein rassiger 100-Meter-Lauf. 4 0 0 Meter: 1. R. Fischer, VfB.-R., 53,4 Sek., 2. Kober, Alsfeld, 55; 3. Schön, VfB.-R., 55,3 Sek. 8 00 Meter: 1. Pfaff, VfB.-R., 2.06 Min.; 2. Duchard, Alsfeld, 2.08,5; 3. Sobeck, VfB.-R., 2.10,5 Minuten. Pfaff gewann im Endspurt sicher. 3 000 Meter: 1. Pfaff, VfB.-R., 9.42,9 Min.; 2. Meyer, Alsfeld, 9.43; 3. Weber, VfB.-R., 9.52 Minuten. Auch hier spielte Pfaff seinen Endspurt aus, aber Meyer blieb ihm einen halben Meter auf den Fersen. Der junge Weber ist ein vielversprechendes Talent. 4 X 10 0 - Meter - Staffel: 1. VfB.-R. Gießen, 44,8 Sek.; 2. Alsfeld 47,2 Sekunden. Die pflegen wir sie im BDM. und geben ihnen den wichtigen Platz in unserer Gemeinschaft, den sie und zum Bauen übermann Punkten, da die Jugend von Watzenborn-Steinberg nicht antrat. . Auch die 2. Mannschaft brachte von Lollar kampf. los zwei Punkte mit, da Lollar wohl antrat, aber vier Spielausweise fehlten, so daß der Unparteiische das Spiel wohl anpfiff, da aber Lollar die Ausweise nicht beibrachte, das Spiel zugunsten der Gäste abpfiff. Gpielvepeinigung 1926 Leihgestern. Am Sonntag gastierte die 1. Mannschaft der Spiel- Vereinigung 1926 Leihgestern bei der Reserve der Spvg. 1900 Gießen zum fälligen Meisterschaftsspiel. Leihgestern konnte auch den zweiten Kampf um die Punkte siegreich gestalten, denn sie schlugen die 1900er verdient mit 3:1 (1:1). Die zweite Elf der Spvg. Leihgestern spielte zu Haus gegen die erste Garnitur des Spv. Garbenteich ebenfalls um die Punkte. Die Einheimischen ver- loren, wie vorauszusehen war, verdient mit 9:1 Toren. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Tv. 1846 — Lich 2 :5 (2:4). Gleich das erste Verbandsspiel endete mit einer Ueberraschung. Gießen stellte wohl elf Spieler ins Feld aber keine Mannschaft, die sich zu einer einheitlichen Spielhandlung hätte aufraffen können. Auch was im Fangen und Zuspiel geleistet wurde, war keine Offenbarung. Fast zwei Jahre Pause gehen eben nicht spurlos an einer Mannschaft vorüber. Und für mangelndes spielerisches Können sind lange Reden während des Spieles kein Ersatz. Die Mannschaft des Gegners spielte eifrig und un- ermüdlich und kam damit auch zu den ersten Punkten. Sie fand sich vor allem mit dem nassen Boden und dem schlüpfrigen Ball besser ab als die schwerfälliger spielenden Gäste, die wohl körperlich überlegen waren, bei diesen Bodenverhältnissen an Wendigkeit jedoch ihrem Gegner weit nachstanden. Der Sieg fiel an die frischer, unbekümmerter und behender spielende Mannschaft. Handball im Gau XII der DT. 2Ntv. Gießen I — Tv. Goßfelden I 7:2 (2:2). Die erste Mannschaft des Mtv. Gießen beendete am vergangenen Sonntag in Goßfelden mit Erfolg ihr erstes Verbandsspiel. Man hatte sich in dem Gegner nicht getäuscht. Tv. Goßfelden stellte eine technisch sehr gute und körperlich starke Elf. Die Münnerturner hatten aber eine ziemlich junge Mannschaft, die an Eifer und Energie ihren Gegner weit übertraf. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein flottes und jederzeit faires Spiel. Durch ein Mißverständnis der Hintermannschaft kam Goßfelden schon in den ersten Minuten zum Führungstor, das aber die Männerturner sofort ausglichen und kurz darauf durch einen gut placierten Strafwurf des Mittelstürmers Seipp mit 2:1 in Führung gingen. Mit 2:2 wurden die Seiten gewechselt. Nach Wiederbeginn fand sich die neu zusammengestellte junge Elf des Mtv. zu einer schönen Einheit zusammen und lieferte während der zweiten Halbzeit ein prächtiges Spiel; die Gießener Turner waren fortan tonangebend und ließen den Gegner nur selten die Mittellinie überschreiten. In regelmäßigen Abständen konnten die Männerturner noch fünfmal erfolgreich sein. Zum Lobe beider Mannschaften, die sich mit 7:2 trennten, sei gesagt, daß das Spiel jederzeit in anständiger Weise durchgeführt wurde. Turner Nolt, Wetzlar, war dem Spiel ein gerechter Leiter. 2Mv. Jugend — Tv. Garbenheim 3gb. 17:3 (9:1). Auch die Jugendmannschaft brachte zwei wertvolle Punkte mit nach Hause. Die neu zusammengestellte Elf enttäuschte in ihrem ersten Verbandsspiel nach der angenehmen Seite. Sie war ihrem Gegner eine ganze Klasse überlegen. Wer ilerCouch Mein Bild! Jedes Zimmer, jede Ecke wird gleich gemütlicher, wenn Sie ein hübsches Bild aufhängen, dieses besonders, wenn es eine Erinnerung aus Ihrem eigenen Leben ist. Sie haben doch schon so wundervolle Photos gemacht. Lassen Sie doch ein paar davon vergrößern! Sehen Sie sich Muster und Preise bei Donnerstag, den 20. September 1934, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Aeuenweg 28 dahier, zwangs- weife gegen Barzahlung: 1 Opel - Personenwagen, 3 Di* wans,l Chaiselongue,!. Schreibtisch,1 Vertiko,1 Trumeauspiegel, 1 Büfett, 1 Klavier, 3 Gläser- schränke, 1 Badeofen m.Wanne, 1 Grammophon, 1 Kommode, !Kleiderschrank,lEiskonservator, ferner an Ort und Stelle (Bekannt- gäbe erfolgt i. Versteigerungslokal) 1 Sessel, 1 Vertiko, 1 Chaiselongue, 3 Klaviere, 1 Teppich, eine Kautsch, 1 Koffergrammophon, 4 Warenschränle, 1 Registraturschrank,2 Schreibmaschinen, eine Registrierkasse, 3 Ladentheken, 2 Schreibtisches Schweine, zwei Mantelkessel, 1 Partie Ketten, 30 Pack Drahtstifte, 40 Butter- kühler, 30 Peitschen, 25 Warm- flaschen, 10 Cinkochapparate,100 Rückstrahler,10 Fleischmaschinen, ferner aus freier Hand: 1 Schreib- maschine „Adler", Modell 7. Photo Kreuzplatzd Reparaturwerkstätten A. Kircher, Bleichstraße 15, Fernsprecher 3338 __________________________________________________________________________________ 5415 0 Vogtsche Handelsschulen Gießen-Herborn Anmeldung: Goethestr.32 Oktober-Beginn 5413 a Halbjahres-Kurse Monatlich RM. 20.00 Keine Nebenkosten Arbeitslose zahlen nur 50% seid, 37,80 Meter. Diskuswerfen: 1. Luh, VfB.-R., 38,31 Meter; 2. Gebauer, Alsfeld, 32,03; 3. K. Simon, VfB.-R., 29,04 Meter. Keulenwerfen: 1. Luh, VfB.-R., 63,88 Meter; 2. Mohl, VfB.-R. (Unterfeldwebel 3/15), 63,43; 3. Gebauer, Alsfeld, 62,84 Meter. Weitsprung: 1. Luh, VfB.-R., 6,22 Meter; 2. Möbus, VfB.-R. (Grenadier 3/15), 5,90; 3. Rühl, Alsfeld, 5,49 Meter. Hochsprung: 1. Pieh, VfB.-R., 1,63 Meter; 2. Möbus, VfB.-R. (Grenadier 3/15), 1,59 Meter; und Gebauer, Alsfeld, ebenfalls 1,59 Meter. Gießener 2RGL „Hassia" bei derLugendregatta in Krankfurta. M. Der Gießener Ruderklub „Hassia" beteiligte sich am vergangenen Sonntag an der Schüler- und Jugendregatta — der Herbstregatta — der Frankfurter Vereine. Die Gießener hatten für drei Rennen Auch dich erwartet s««D bas Stabtt^eater Gießen Unter diesem Stichwort verbreit^ die Intendanz ein WerbefluM» in der Stadtgebietsauflage öe?r heutigen Nr. des Gieß. Anzeigers. €fftö/ir«f€o 54.'? A vielen Tausenden. - Als die Abendglocke von der Küste herüberklang, Insel. UHL adio 46,9 D undfunk eparaturen Gießen, Plockstr.12,Tel. 3170 beit. An den Sportfesten wollen wir zeigen, was wir leisten können. Spitzenleistungen sind nicht unser Ziel, im Mehrkampf beweisen wir, daß wir auf vielen Gebieten des Sportes bewandert sind. Wenn man bis vor kurzer Zeit immer mehr Wert auf die Ausbildung des Geistes legte, so weiß man jetzt, daß der ganze Mensch einer sorgfältigen Ausbildung bedarf. Denn nur in einem widerstandsfähigen, gesunden Körper kann der Geist zur richtigen Entfaltung kommen. Frühzeitig verzehrt ein großer Geist in einem schwächlichen Körper die ... — -....... — — geringen Kräfte, und schließlich geht der Mensch gemeldet, und zwar für den 3 Jugend-Vierer, für zugrunde, ohne das geleistet zu haben, —' " m—r ,.„h .-Umend-A-bter. Den eigentlich wollte. Wie oft können wir in der Ge- schichte das Scheitern eines genialen Künstlers feststellen, weil sein Körper zu schwach und zu wenig Gießener Staffel lief ihr bestes Rennen und gewann mit 20 Meter Vorsprung. Kugelstoßen: 1. Luh, VfB.-R., 13,81 Meter; 2 Mohl, VfB.-R. (Unterfeldwebel 3/15), 11,67 Meter; 3. Gebauer, Alsfeld, 11,14 Meter. Luh gewann mit guter Leistung. Speerwerfen: 1. Pieh, VfB.-R., 45,05 Meter; 2. Luh, VfB.-R., 44,42; 3. Gebauer, Als- MMMMM £11(105 Forsthaus bei Echzell (Oberhessen) Gegründet 1809 Wir nehmen Zhnen die Sorge für die Gr# ziehungghrcs Zungen ab. Bei allen Vorzügen eines Lanyetms lehrplanmäßiger unterricht, in kleinen Klaffen. Erziehung zu selbständiger Arbeit. Kameradschaftliches Zusammenleben: viel Körperschule. (Sejrta — Untersekunda — Oberrcalschule Realgymnasium. — Beste Empfehlungen, profpett frei. Leitung: Ar. Lucius. 5412 V Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen,Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Ein Augenblick des Schweigens. Dann stieg Frau Helm in ihren Wagen und fuhr los — in ihrer ,u Mittag huschten leuchtende Eidechsen über mei- sah ich das weihe Segel. Mein Schiffer fuhr mich neu Körper, ganz zutraulich äugten sie zu mir her- bind) die go^Ianzen^Buchtum^asem _ über, und ich wunde ganz Tier, ein Lebewesen unter «=•- 9r"—™nn '* weit in deT-3ve.im.?x.r voll 6.u4gererff! jrtirSdknl \\\ Hr. 2*9 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Mittwock. 19. Seofember 1934 Im Kampf mit dem roten Hahn. Aus der Kulturgeschichte der Feuerwehr. Or. W. Theodor. Die Motorspritze, besetzt mit behelmten Wehrmännern, vorn das rote Warnlicht oder gar die großen roten Leiterautos, die mit durchdringendem Schellensignal die Straßen entlangbrausen, sind uns ein Symbol der Schnelligkeit: Wir haben das Bewußtsein „Jetzt kommt's drauf an! Hier geht's um Sekunden!" — Aber nicht immer hat die Feuerwehr so rasch und schlagkräftig gearbeitet, wie es heute bei den Berufswehren der großen Städte und ebenso bei den unter weit schwierigeren Verhältnissen arbeitenden freiwilligen Feuerwehren auf dem Lande eine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem hat die Entwicklung der Feuerbekämpfung selbst einen langsamen, fast beschaulichen Verlauf genommen. Es ging da gar nicht, „wie bei der Feuerwehr". privatfeuerwehr im alten Rom. Die antiken Riesenstädte müssen freilich schon eine recht hoch entwickelte Feuerwehr gehabt haben. Daß die Babylonier und Assyrer für die Metropolen am Euphrat und Tigris bereits brauchbare Löschgeräte kannten, können wir mit Sicherheit annehmen, denn andere gewaltige Konstruktionen, insbesondere ihre großen Bewässerungsanlagen, lassen auf einen ausgeprägt technischen Sinn schließen. Von dem Rom der Kaiserzeit aber wissen wir, daß sich verschiedene reiche Privatleute sogar eine eigene Feuerwehr hielten, an deren Ausbildung und Arbeit sie ein sozusagen sportliches Interesse hatten. Vor allem aber gab es ein kaiserliches Feuerwerkorps, — also bereits eine Berufsfeuerwehr, — von etwa 9000 Mann, die bei der Ausdehnung des cäfari- fchen Rom wohl reichlich Arbeit gehabt haben. Ihnen standen neben Haken, Aexten und Leitern auch schon recht wirksame Feuerspritzen zur Verfügung; denn dieses Gerät war damals schon an 200 Jahre alt. Der griechische Mathematiker und Mechaniker Kt e s e bi o s konstruierte um 200 v. Ehr. neben zahlreichen anderen wichtigen Maschinen die erste Druckpumpe, die dann für seine Erfindung der Feuerspritze grundlegend wurde. Sein Schüler, der berühmte Physiker Heron von Alexandria konnte die Erfindung seines Lehrers noch weiter verbessern. Don Gintern, Leitern nnd Feuerseilen. Die Errungenschaften des Altertums gingen in "den Zeiten der Völkerwanderung wieder verloren. Erst vom 13. Jahrhundert ab finden wir in den deutschen Städten eingehende Feuerordnungen und damit die Anfänge eines organisierten Löschwesens. Vor allem wurde für die nötige Zahl von Eimern gesorgt, mit denen man aus dem Fluß oder dem besonders für Löschzwecke unterhaltenen Feuerweiher das Wasser zur Brandstelle brachte. In langen Doppelreihen wurden sie von Mann zu Mann gereicht. Zwischen den Häusern wurden vielfach besondere Gäßchen offengehalten, um die Eimer auf kürzestem Weg transportieren zu können. In Berlin wird gerade zur Zeit die letzte dieser „F e u e rz e i l e n, der alte „Krögel", abgerissen. Für die Instandhaltung der hölzernen Feuereimer mußten die Zünfte Sorge tragen. Später, im 15. Jahrhundert, kamen Ledereimer auf, die den Vorzug größerer Leichtigkeit hatten. Zur bequemeren Füllung der Eimer wurden meist auch große Feuerfässer und Wassermulden ausgestellt, um das, namentlich in der trockenen Jahreszeit, aber auch bei winterlicher Bereisung kostbare Raß möglichst wenig zu verschwenden. End- licy gehörten nocy (schlitten zur vollständigen Ausrüstung, um die schweren Schaffe auch im Winter transportieren zu können. War der Eimer mit Löschwasser endlich bis zum brennenden Gebäude durchgereicht, so mußte er Über hohe Leitern emporgehoben werden. Die Städte ließen an den verschiedensten Stellen, in den Straßen, an den Toren solche Leitern aufhängen, damit sie im Brandfalle nicht erst weit herangeschafft zu werden brauchten; denn diese Leitern waren unhandliche Gebilde, zu deren Bewegung sechs bis acht Mann gehörten. Häufig waren in der Mitte der Holmen noch Sperrstangen angebracht, um sie überhaupt emporwuchten zu können. Neben einfachen gab es Doppelleitern, die drei Holme hatten, und auf denen zwei Mann nebeneinanderstehen konnten. Auch zusammenlegbare Leitern wurden gebaut, deren Sprossen in eisernen Gelenken drehbar waren, um die Leitern zusammenklappen und durch die engen Gassen tragen zu können. Neben den Leitern galten als besonders wichtige Hilfsmittel auch die Haken, mit denen Dachsparren heruntergerissen und den Wehrmännern ein Weg zum Brandherd gebahnt werden konnte. Die Feuerordnungen der alten Städte führen umfangreiche Verzeichnisse dessen auf, was der einzelne Bürger an Eimern, Leitern und Haken zur Hilfeleistung verfügbar halten mußte. " ©er Wasserstrahl, die beste Waffe. Wirksam konnte das Feuer aber erst wieder durch die Feuerspritze bekämpft werden, die Wasser in größerer Menge und mit Druck gegen das Feuer schleudert. Erste Handspritzen sind aus dem 14. Jahrhundert erhalten, die einfachen messingnen Gartenspritzen ähneln. Sie faßten nicht viel mehr als zwei Liter Wasser, leisteten aber bei Wohnungsbränden und kleineren Feuern schon recht gute Dienste. Neben den Metallspritzen konstruierte man namentlich in der Schweiz auch hölzerne. Ein hoher Zylinder oder „Stiefel" aus Buchenholz wurde in eine wassergefüllte Kufe gestellt, das Wasser mit dem Pumpenschwengel angesaugt und dann durch ein seitliches Handrohr gegen das Feuer gespritzt. Ein bedeutender Fortschritt war eine größere Spritze, die „der von Aschenhausen" im Jahre 1602 dem Nürnberger Rat anbot. Sie wurde auf einem Wagen von einem Pferd gezogen und von zwei Männern bedient. Mit ihr soll man das Wasser bis zur Höhe eines Hauses haben emporschleudern können. Auch diese Spritzen, die mit einem Zweizylinder-Pumpwerk arbeiteten und schnell große Verbreitung sanden, waren aber an bestimmte Plätze gefesselt, wo sie zwar für die Wasserträger gut erreichbar waren, von denen aus aber das Wenderohr mit seinem Wasserstrahl meist die Flammen gar nicht direkt treffen konnte. 3an van der Heyde erfand den Schlauch Als am 25. September 1671 in Amsterdam ein Riesenbrand ausbrach, der drei Tage wütete, erkannte der vielbewanderte Konstrukteur Jan van der Heyde die Unzulänglichkeit „des bisherigen Systems. Er erfand die Schlauchspritze, die das zunächst auch noch eingeschüttete Wasser durch einen ledernen Schlauch empordrückte, so daß der Spritzenmann mit seinem Strahlrohr an den Brandherd Herangehen konnte. Die Leistungsfähigkeit seiner Erfindung bewies er durch die sog. „Turmprobe": Er ließ den Schlauch auf einen hohen Turm ziehen und konnte von hier aus noch hoch über den Turm hinausspritzen. Dabei waren seine Schläuche aus Leder keineswegs sehr wasserfest und mußten erst durch sorgfältiges „Einsalben" mit „Schmär" einigermaßen dicht gemacht werden. „Hanfschlangen" ans Weimar. Später wurden an Stelle der unvollkommenen Lederschläuche Hanfschläuche eingeführt, die besonders gut aus Weimar geliefert wurden. Diese „Schlangen" aus rotem Tuch wurden mit einer besonderen Lauge getränkt und dadurch völlig wasserdicht. Bis zum modernen Schlauch mit innenwcm- ; digern Gummibelag war freilich noch ein weiter Weg, und selbst Lederschläuche sind noch im 19. Jahrhundert zuweilen im Gebrauch gewesen. Mit diesen Schlauchspritzen und ihren Ergänzungspumpen, die das Wasser aus dem Fluß bis zur Spritze drückten oder saugten, war im Prinzip das moderne Löschgerät vollständig. Wohl betreiben wir heute die Spritzen mit Motoren oder auch mit Gasdruck, wohl haben wir mechanische Leitern, die durch Motorkraft bis zu einer Höhe von 30 bis 40 Meter auseinandergeschoben werden können. Aber neue Feuerschutz- und Feuerbekämpfungsgeräte hat die neueste Zeit nur mit den Rauchschutzmasken und den chemischen L ö s ch m i 11 e l n entwickelt, wie sie durch die Entwicklung der modernen chemischen Industrie notwendig geworden sind, da heute zahlreiche Materialien nicht mehr mit Wasser allein gelöscht werden können. Oberheffen Deutsche Arbeitsfront. Rechtsberatungsstelle Alsfeld. Achtung^ An die Delriebsfiihrer! Der Rechtsberater für Betriebsführer in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach hält künftig । jeden ersten und letzten Mittwoch des Monats von 15 bis 17 Uhr Sprechstunden in der Kreisleitung der NSDAP. Alsfeld,, Lutherstraße, ab. Erste Sprechstunde: Mittwoch, 26. d. M. Zwischenzeitlich ist der Rechtsberater in der Rechtsberatungsstelle Gießen, Horst-Wessel-Wall 39, Fernsprecher 2237 erreichbar. Auskunft und Vertretung in arbeits- und fozial- verficherungsrechtlichen Fragen erfolgt für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront kostenlos. Obige Sprechstunden werden von dem Betriebsführer-Vertreter der Rechtsberatungsstelle Gießen, Pg. Dr. Münch, pünktlich abgehalten. Heil Hitler! Hartmann, Rechtsberater. Oie Stadt Lauterbach arbeitslosenfrei. Lauterbach, 18. Sept. (LPD.) Wie in der jüngsten Bürgermeisterversammlung des Kreises Lauterbach Bürgermeister Peter (Lauterbach) bekanntgeben konnte, ist die Stadt Lauterbach mit dem heutigen Tage wieder arbeitslos e n f r e i geworden. Im Zuge von Notstandsarbeiten werden zur Zeit einige neue Straßen im Nordbahnhof-Viertel, das jetzt mehr und mehr mit Häusern bebaut wird, hergestellt. Willi-Weber-Gedächtnisfeier. D Alsfeld, 17. Sept. Am gestrigen Sonntag veranstaltete die SA. -Standarte 2 5*4 anläßlich der W e i h e des Ehrenmals auf dem Friedhof für den am 9. September 1932 verstorbenen SA.-Mann Willi Weber aus Alsfeld eine erhebende Gedächtnisfeier. SA.-Mann Weber war an den Folgen einer schweren Schußverletzung, die er bei dem nächtlichen kommunistischen Feuerüberfall im Juli 1932 auf die Alsfelder SA. bei Nieder-Ofleiden erhalten hatte, gestorben. Seine Ruhestätte auf dem Friedhof zu Alsfeld ist zu einem würdigen Ehrenmal ausgestaltet worden, dem am gestrigen Sonntag die Weihe gegeben wurde. An der Feier nahmen die SA.-Standarten 254, durch Abordnungen der einzelnen Stürme mit ihren Fahnen vertreten, sowie Abordnungen der SS., der HI. und des BdM., des Stahlhelms, des Arbeitsdienstlagers Alsfeld und die politischen Leiter des Kreises Alsfeld teil. Außerdem hatte sich auf dem Friedhof eine große Zahl von Teilnehmern aus dem Kreise der Bevölkerung eingefunden. Nach dem Aufmarsch der Fahnen und der Organisationen am Ehrenmal hielt Gauinspekteur Kloster m a n n nach einem vorausgegangenen, von der SA.-Kapelle gespielten Trauermarsch die G e d ä ch t- n i 5 r e d e. Er wies darauf hin, daß sich seit dem Jahre 1932 die politischen Verhältnisse so grundlegend geändert hätten, daß man heute erst richtig begreifen könne, was in jenen Zeiten des Kampfes für die Bewegung geleistet worden sei. Kampf habe damals Einsatzbereitschaft mit dem Leben für die Ziele der Partei bedeutet. Diese vom Führer aus- gegebene Parole sei freudig befolgt worden, und auch der SA.-Mann Weber fei ihr gefolgt und gehöre zu den 400 Gefallenen der Partei. Sein Tod sei eine Mahnung für die gegenwärtige Generation, weiter zu kämpfen am Aufbau unseres deutschen Volkes und Vaterlandes im Sinne und Geiste unseres Führers. Die Grabstätte Willi Webers solle zugleich die Bedeutung einer Stätte des Opfertodes haben und eine Mahnung für alle diejenigen fein, die früher der Partei ablehnend gegen- übergestanden hätten, an dieser geweihten Stelle Abbitte zu tun. Die Fahnen senkten sich, und gedämpft erklang das Horst-Wessel-Lied. In der Schlußansprache brachte Gauinspekteur Kloster- mann ein begeistert aufgenommenes Treuegelöbnis mit Sieg-Heil auf den Führer des deutschen Volkes zum Ausdruck. Anschließend fand auf dem Marktplatz ein Vorbeimarsch vor Gauinspekteur Klo st ermann und Standartenführer Münch statt. Am Abend zuvor fand anläßlich der Wiederkehr des Todestages von SA.-Mann Willi Weber im großen, würdig geschmückten Saale des „Deutschen Hauses" eine schlichte, ernste Gedenkfeier statt, an der alle Parteiorganisationen teilnahmen. Die Feier wurde würdig ausgestaltet durch musikalische Darbietungen, Lieder und Sprechchöre und der Hitler-Jugend und durch eine kernige Ansprache. An der Feier nahm auch Standartenführer Münch tei. Das Ehrenmal für den SA.-Mann Willi Weber, in schlichter, sehr wirkungsvoller Art hergestellt, wird gekrönt von einem mächtigen Holzkreuz, das ein Schwert als heldisches Sinnbild trägt und auf einem massiven Sandsteinsvckel aufgebaut ist. Landkreis Gießen. X W i e s e ck, 18. September. Die diesjährige Schweinezwischenzählung, die in unse- rer Gemeinde vor einigen Tagen vorgenommen wurde, ergab folgenden Bestand: 4 Ferkel unter 8 Wochen, von 8 Wochen bis zu einem halben Jahre 127 Schweine, von einem halben Jahre bis Zu einem Jahre 709 Schweine, darüber hinaus NfltotWlKW Roman von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 21 Fortjetzung Nachdruck verboten! Frau Steffi wechselte schnell das Thema. Auf Donatas Stirn lag immer noch ein leichter Schatten. Sie wies auf das Wasser. „Ich liebe den Rhein und seine Ufer. Früher fuhren wir manchmal von hier nach Köln und hielten auch unterwegs Rast. Denkst du noch daran, Werner, wie wonnig der Abend in Bacharach war? Und denkst du noch an unsere zwei Tage in Sankt Goar? Wir konnten uns stundenlang nicht von dem Bilde des jenseitigen Ufers trennen, auf dessen Höhen sich die Burgen Katz und Maus so malerisch erheben. Und dann Stolzenfels —" Er nickte. „Natürlich weiß ich — alles weiß ich noch. Stolzenfels! Abends auf der Terrasse des kleinen Hotels sang ein junger Kerl das alte Lied: ,Ein Grenadier auf dem Dorfplatz stand .. /" Sonderbar — ein Stückchen vor ihnen begann eben ein Handharmonikaspieler das Lied zu spielen, von dem sie gesprochen hatten. Sie blieben unwillkürlich stehen. Er fang mit müder, brüchiger Stimme: O Mädchen, bleibe mein, Dies Herz, es ist nur dein; Ist der Frieden da, dann kehr ich heim Nach Stolzenfels am Rhein! Werner Olden schenkte ihm eine Mark, sagte zu feiner Frau: „Vielleicht war der arme Musikant gerade der junge Kerl von damals! Es wäre immerhin möglich." Sie lächelte in Erinnerungen versunken; beide dachten an einst, als sie jung und froh den Rhein besucht hatten. Donata aber blickte vor sich hin. Wie Sehnsucht war es in ihr. Sehnsucht nach dem Geliebten, den der Vater wieder so ein bißchen, von oben herab öen „Gärtner genannt hatte. Weh hatte er ihr damit getan, sehr weh. Vierundzwanzig st es Kapitel. Der Konzertsaal war vollkommen gefüllt. Kein Apfel konnte zur Erde fallen, wie man zu sagen pflegt. Aus allen nahen Städten waren Musikfreunde erschienen. Aus Wiesbaden und Frankfurt, aus Karlsruhe und Mannheim. Die Symphonie „Die wilde Jagd" war als ein ganz großes musikalisches Ereignis angekündigt worden. Bekannte Künstlerkopfe tauchten auf, ebenso zeigten die Saalplätze ein interessantes und interessiertes Publikum. Weit hinten oder im Olymp befanden sich die billigeren Plätze: hier saßen viel junge Musikstudierende, mit Spannung, oft mit Herzklopfen den Anfang des Konzerts erwartend. Professor von Eberbach war ja einer der bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart. Als. er erschien, brauste ihm ein Beifallssturm entgegen. Ein Lächeln glitt über sein blasses, fast asketisch anmutendes Gesicht. Die Instrumente wurden gestimmt, und unter atemlosen Schweigen begann die dritte Leonoren-Ouvertüre von Beethoven. Mit gesenktem Kopf saß Werner Olden in der Loge zwischen Frau von Eberbach und seiner Frau. Donata saß zur Rechten des Prinzen, der während der Ouvertüre ab und zu heimlich das feine Mäd- chenprofil bewunderte und ganz ernsthaft überlegte, ob es nicht besser wäre, so ein liebes, schönes Mädel zu gewinnen an Stelle der etwas plumpen Holländerin. Es war doch keine so einfache Sache, eine wie Nikola van den Haag immer um sich dulden und als ihr Gatte mit ihr leben zu müssen. Und wie vornehm Donata Olden aussah! Be- । zaubernd saß sie da, gerade und doch nicht steif, I öie schmalen Hände leicht auf der Brüstung ruhend. 1 Er sah den großen, funkelnden Solitär an ihrem Finger, sah die Perlen um ihren schmalen Hals. Hm! — nur ein armer Musiklehrer, wie seine Schwester ihm erklärt hatte, schien Werner Olden doch nicht zu sein. Werner Olden lauschte versunken, dachte, Beethoven war doch so ein ganz Großer, ein Gigant im Reiche der Töne; trotzdem stand sein Name auf dem gleichen Programm wie Beethovens unsterblicher Meistername. Ein Zwerglein war er gegen den Riesen. Er fror vor Bangen, vergaß völlig den Erfolg der Generalprobe. Er versank vor der Macht Beethvvenscher Kunst wie in einen tiefen Abgrund. Winzig klein fühlte er sich und so angstbefangen, als warte schon ganz nahe ein Unheil auf ihn, um über ihn herzufallen. Erst der laute Beifall brachte ihn wieder zu sich. Mendelssohns Violinkonzert folgte. Herwart, der berühmte Virtuose, spielte es mit Orchesterbegleitung, Professor von Eberbach dirigierte wieder. Werner Olden hört kaum noch den Klang der wunderklaren Geige, sondern beobachtete mit Beklemmung den Professor. Aber nicht ihm allein fiel die schlaff und schlaffer werdende Haltung des Dirigenten auf, auch viele andere Kvnzertbefucher waren schon aufmerksam geworden. Und Frau von Eberbach flüsterte plötzlich erregt: „Um des Himmels willen — was fehlt nur meinem Manne?" Der letzte Ton verhallte, und mitten in den Beifall der Hörer mischten sich Schreckensrufe, denn Professor von Eberbach schwankte und wäre sicher gefallen, wenn nicht noch rechtzeitig ein erster Geiger zugesprungen wäre und ihn gestützt hätte. Frau von Eberbach verließ hastig die Loge — allgemeine Verwirrung herrschte im Saale. Werner Olden atmete schwer. Seine Angst war berechtigt gewesen, die Ahnung nahen Unheils hatte nicht getrogen. Nun konnte man feine Symphonie nicht spielen, der Dirigent würde wohl nicht imstande sein, sie zu leiten. Man hatte den Professor fortgetragen — die Pause war drückend und schwer. Man reckte den Hals, als ein Herr auf dem Platze des Dirigenten erschien, und in die atemlose Stille hinein klang eine kräftige Männerstimme: „Professor von Eberbach ist bewußtlos. Er hat sich in den letzten Monaten überanstrengt, ein Arzt ist schon bei ihm; aber das Konzert kann er nicht zu Ende führen. Konzertmeister Bettenhauer wird das übernehmen." Werner Olden dachte verzweifelt, wenn Konzertmeister Bettenhauer feine Symphonie dirigierte, stand alles für ihn viel schlechter. Das, was der Professor daraus gemacht hatte, das würde ihm doch nicht gelingen, trotz der meisterhaften Einstudierung. Verleger Melzer rief Werner Olden aus der Loge. Der Prinz war längst feiner Schwester gefolgt, und so saßen jetzt nur noch Frau Steffi und Donata in der Loge. Sie flüsterten leise miteinander. Sie bangten ja jetzt auch um den Erfolg der Symphonie. Auf dem Gange stand Verleger Melzer vor seinem Schützling, sagte heiser" vor Erregung: „Das ist ein geradezu fabelhaftes Pech, lieber Freund! Professor von Eberbach hätte einen Bombenerfolg erzielt. Der Konzertmeister kann etwas, zugegeben — aber er hat sich doch nicht in die Symphonie vertieft wie der Professor. Das ist eben ganz was anderes." Werner Oldens Züge schienen sich zu straffen. „Wenn der Konzertmeister es wagen will, zu dirigieren, jpüßte ich wohl erst recht den Mut dazu aufbringen. Ich denke, was man ihm zutraut, wird man dem Komponisten selbst erst recht zutrauen dürfen." Er packte den Verleger am Aermel feines tadellosen Abendanzuges: „Bitte, veranlassen Sie, daß ich selbst dirigieren darf! Ich habe doch viele Proben mitgemacht, ich kenne doch jede Note der Symphonie, jede Pause." Er wurde immer eifriger. „Und tausendmal besser ift's — ich selbst bringe mich heute um den Erfolg, als ein Fremder tut es." „Sie wollen es wirklich wagen?" fragte Melzer, den anderen fest ansehend. Werner Olden neigte nur den Kopf. Er war durchdrungen von der Gewißheit, daß er auf das, was nun kommen würde, fein ganzes Leben lang gewartet hatte, wie auf eine höhere Sendung. Melzer zog ihn mit sich, und wenige Minuten später war alles in Ordnung. Der Herr von vorhin trat wieder vor das Publikum und meldete, es gehe Professor von Eberbach besser, und der Komponist der Symphonie „Die wilde Jagd", Werner Olden, würde sein Werk selbst dirigieren. Oben in der Loge sahen sich Mutter und Tochter erschreckt an. Sie glaubten, falsch gehört zu haben. Aber da trat Werner Olden schon vor, nahm den Platz des Dirigenten ein, langte nach dem Taktstock. Großes Schweigen herrschte, niemand begrüßte! Werner Olden. Es schien fast, als wäre man enttäuscht, daß er nun dirigieren wollte an Stelle des Konzertmeisters, der hier in Mainz viele Freunde besaß. Frau Steffi griff nach Donatas Hand. „Du, ich hab unsagbare Angst!" Donata ging es nicht viel besser, als sie lächelte: „Vater wird's schon gutmachen — nicht ein bißchen Angst habe ich." Werner Olden ließ seine Augen über die Musiker hingehen wie ein Feldherr, der seine Truppen mustert. Ein Lächeln glitt dann über sein Gesicht; er nickte diesem und jenem zu. Es war, als wollte er bitten: Jetzt geht mit mir durch dick und dünn, jetzt laßt mich nicht im Stich! Nun hob er den Taktstock, und der erste Satz begann. Anfangs war es Werner Olden, als wären seine Arme und Hände aus Holz, die sich nur schwerfällig seinem Willen fügten. Er wußte noch zu genau, wo er sich befand — die Angst schwelte noch in ihm. Die Musik beschrieb den Wald und feinen tiefen Frieden im Herbst, malte goldbraune Laubkronen, malte Herbstblumen und Herbstsonne, und ruhigfrohe Menschen unter friedlichem Himmel. Die Musik wirkte jetzt auf ihn ein, alles Bange in ihm schwand — er hörte fein Werk, er fing an, es zu durchleben, wie er es schon so oft durchlebt hatte. Fester hielten sich Mutter und Tochter bei den Händen; sie fühlten, er, der da unten dirigierte, der zu ihnen gehörte, hatte sich jetzt gefunden, er würde das Große, das Unvorhergesehene bewältigen. Die Hörer gerieten immer mehr in den Bann der Töne; sie folgten willig. Der milde zweite Satz ließ manchen Blick feucht aufschimmern; aber der vierte Satz, die wilde Jagd selbst, versetzte den weiten Saal in flammende Begeisterung. Herrgott, konnte der bis jetzt völlig Unbekannte dirigieren? Man kroch förmlich in sich zusammen; es war wie Ungewitter über allem, es war, als brause das wilde Heer hoch über den Hörern dahin, verbreitete Angst und Schrecken. Kaum zu atmen wagte man. Dem Finale folgte kein Beifall. Fast eine Minute verging, ehe sich die ersten Hände regten; aber bann brach es wie Jubel los, toste durch den Saal wie ein Orkan. Umbraust von dem Beifall stand er da, der bis jetzt nichts weiter als ein unbekannter Musiklehrer und Gesangoereinsdirigent gewesen war. Er mußte viele Hände schütteln, viele Glück- wünsche entgegennehmen, und saß dann mit Frau und Tochter an einer festlich gedeckten Tafel, wurde gefeiert. Der Musikoerleger Melzer aber, an den er sich früher nie herangewagt hatte, behandelte ihn mit einer Auszeichnung, daß Werner Olden sich ab uni) 3" heimlich in den Arm kniff, ob er wirklich wachte und nicht träumte, ob er wirklich der Held des Abends war. (Fortsetzung folgt.) Orgelvorspiel, Lieder,! aus dem Erziehungsheim A rmanden, Darbietun-1 zusammen 63 Konfirmanden. Znlensiviemng der Forstwirtschaft Wirtschaft )( L i ch, 17. Sept. Infolge verschiedener Umstande konnte der kirchliche Jugendsonntagin unserer evangelischen Gemeinde erst gestern gefeiert werden. Er wurde am Dormittag mit einem Fest- qottesdienst eingeleitet, der in allen Teilen auf den Ton der Freude gestimmt war. Liturgie, Sprechchor der Konfirmanden, ---------- Neben einer Vermehrung der Waldflächen durch Aufforstung von Oed land, die sich aber wegen der Länge der Produktionszeiträume für die Holzerzeugung erst in späteren Jahrzehnten günstig auswirken wird, müssen wir das nationale Ziel der Bedarfsdeckung durch Intensivierung der Forstwirtschaft erreichen. Denn stärkere Eingriffe in den Holzvorrat sind ohne Gefährdung der Nachhaltigkeit nur vorübergehend möglich. Daher müssen schon jetzt die Grundlagen gelegt werden für die höheren Anforderungen, die - - -- - . , zukünftig an die Forstwirtschaft gestellt werden'stellt sind, weisen m die entgegengesetzte Richtung. So waren Zement Heidelberg in Auswirkung des gesteigerten Zementabsatzes mit Plus-Zeichen angeschrieben und etwa 2 bis 3 v. H. höher gesucht, daneben setzten Laurahütte ihre gestern begonnene Aufwärtsbewegung um 1 v. H. fort. Am Chemiemarkt waren besonders Scheide anstatt und Goldschmidt mit je plus 1 v. H. gesucht, auch Farbenindustrie uni) Rütgerswerke mit je plus 0,50 v. H. wurden beachtet. Am Montanmarkt traten Klöckner- werke mit plus 1,25 v. H. stärker hervor; die übrigen Werte gewannen von 0,25 bis 0,50 v. H. außer Rheinstahl und Stahlverein, die nur knapp behauptet lagen. Otavi Minen gaben 1 Mark nach. Am Elektromarkt gingen AEG. mit plus 1,25 v. H. lebhafter um, Bekula, Schuckert und Siemens gewannen je 0,25 v. H., während Elektr. Lieferungen und Gesfürel 0,65 bzw. 0,50 v. H. verloren. Chnde- Aktien waren um zirka 2 bis 3 Mark erholt. Zellstoffpapiere weiter fest, Aschaffenburger plus 0,75 v. H., Waldhof plus 0,90 v.H. Von Kunstseideaktien * Oft.. ™amnt-f on.nnt-ii nnn 64,25 v. H. behauptet, wogegen Bemberg 1 v. H. gewannen. Schiffahrtswerte waren stark vernachlässigt und kaum behauptet. Im einzelnen eröffneten noch u. a.: Reichsb.ankanteile, AG. für Verkehr, Daimler und Westdeutsche Kaufhof bis 0,50 v. H. höher, dagegen Deutsche Linoleum 1 v. H. schwächer. Bank für Brauindustrie und Reichsbahn-DA. blieben behauptet. Am Rentenmarkt waren Altbesitz im Hinblick auf den näherrückenden Auslosungstermin lebhaft und fest 98,25 bis 98,50 (98,13), auch Kommunal-Um- schuldung und Zinsvergütungsscheine waren bei anziehenden Kursen gefragt. Späte Reichsschuldbuch- sorderungen lagen mit 94,65 v. H. unverändert. Am Auslandsrentenmarkt eröffneten 4proz. Goldmexikaner mit 7,60 um 0,65 v. H. niedriger. Im Verlaufe blieb ine Börse fest und das Geschäft erfuhr zeitweise eine beachtliche Belebung, wenn auch weiterhin nur einige ^>pezialwerte davon betroffen wurden. Farbenindustrie stiegen aus 145,25 (144,25), Rheinstahl 89,75 bis 92,50, Holzmann 82,25 (81), Mannesmann 73,25 (72,65), Gesfürel 112 (111,25), Kaufhof 29,50 bis 30 (29), anderseits Mansfeld 77,50 (79). Zement Heidelberg kamen schließlich mit 121 (118) zur Notiz. Frankfurter Börse. TNlltagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Börse zeigte heute eine leichte Belebung des Geschäftes, da vom Publikum eine Anzahl kleiner Aufträge vorlagen. Hierdurch wurde auch die Kulisse etwas angeregt, die ihrerseits zu einigen Deckungen schritt, so daß die Börse allgemein ein etwas festeres Bild bot. Wenn auch die Kursgestaltung noch nicht ganz einheitlich war, da hier und da noch kleine Abgaben erfolgen, so war doch ganz überwiegend eine durchschnittliche Erhöhung des Kursniveaus um 0,50 bis 1 v. H. festzustellen. Sonderbewegungen waren auch heute wieder zu verzeichnen. mehr in Frage kommen", denn „diese Sparmaßnahmen» die durch den Druck augenblicklicher Not einer vergangenen Zeit veranlaßt worden sind, haben heute in den meisten Fällen keine Berechtigung mehr." Wir haben kürzlich an dieser Stelle darauf hin- gewiesen, daß der Forstwirtschaft erst im Dritten Reiche wieder der ihr gebührende Platz eingeraumt wurde. Wenn auch ein Viertel der Fläche des Deutschen Reiches mit Wald bestockt ist, so konnte doch der Bedarf an Holz im Jnlande bei weitem nicht gedeckt werden. Die Einfuhr an Holz betrug vor dem Kriege über 1 Million gestmeter, und auch in der Nachkriegszeit mußten bedeutende Holz- mengen eingeführt werden. Wir wissen alle, daß wir es uns heute nicht leisten können, viel Geld für die Einfuhr von Waren zu opfern, die wir auch im Inland erzeugen können. feine. An trächtigen Zuchtsauen wurde ein Stück festgestellt. Kälber wurden im Juni 6, tm Juli 9 und im August 16 Stück geboren. Gesamtbestand 841 Schweine und 31 Kälber. O0 Klein - Linden, 18. Sept. Gestern wurde die V e r st e i g e r u n g des Obstes an der Pro- vinzialstraße nach Dutenhofen vorgenommen. Es gelangten an Aepfeln zum Ausgebot Landsberger Renetten, stark behangene Bäume Schöner von Boskoop, Rheinische Bohnäpfel und in großen Mengen Goldparmänen von ganz hervorragender Qualität. Es kamen der Zentner weniger guter Qualität auf 3 bis 5 Mark, beste Sorten auf 4 bis 7 Mark. . f Treis a. d. Lumda, 18. Sept. Bor den Ob st Versteigerungen der Gemeinde und der Pfarrei zeigte sich eine große Beteiligung der Obstliebhaber. Demzufolge wurden auch gute Preise erzielt, zumal manche Sorten, wie Jakob Lebel und Schöner von Boskop, besonders bevorzugt wurden. ch Dorf-Gill, 18. Sept. Für die NS. ° Volkswohlfahrt wurde in unserer Gemeinde etwa 1 Zentner Birnenhonig gestiftet. Beim Sammeln und Verpacken der Töpfe machte sich die hiesige NS.-Frauenschaft besonders verdient. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 17. Sept. Durch den letzten Reg;n ist nun doch auf den Wiesen noch einiges Grün hervorgekommen. Da die Futterknappheit immer noch nicht behoben ist, sieht man nun in vielen Gemarkungen das ungewohnte Bild, daß an Nachmittagen, und auch Sonntags, die Landwirte ihr Vieh auf die Wiesen treiben, damit es dort das wenige Gras noch abweiden kann. — Die Kartoffel e e ist überall in vollem Gange, der Ertrag ist recht zu - fried e nstellend. Sehr gute Erfahrungen hat man in manchen Gemeinden mit einer neuen Sorte „Industrie" gemacht. Diese Kartoffelsorte reist etwas früher und ist im Ertrag und tn der Qualität mindestens so gut, wie die allbekannte Spefte- kartoffel. Sie hat aber den Vorteil, daß sie etwa zehn Tage früher geerntet werden kann, ohne als Frühkartoffel bezeichnet zu werden. — Der Stand der Dickwurz, der Zuckerrüben und des Gemüses ist zur Zeit ausgezeichnet. Manche Bauern haben schon den Winterroggen gesät, damit die jungen Pflänzchen bis zum Eintritt der starken Fröste schon so gefestigt sind, daß sie nicht auswintern können. Der letzte Winter brachte in vielen Gemeinden großen Schaden, weil Winterkorn und -weizen vollständig erfroren. — Leider haben sich die Feldmäuse, begünstigt durch das schöne trockene Herbstwetter, auch schon stark vermehren können. Vielerorts geht man gemeinsam gegen die Schädlinge vor. ch Aus iwr nördlichen Wetterau, 17. Sept. Die Obsternte, die in Zwetschen, Aepfeln und Birnen als gute Ernte anzusprechen ist, ist in vollem Gange. Die Qualität des Obstes ist als sehr gut anzusehen. Preise für Aepfel und Birnen sind noch nicht bekannt, da diese weder gehandelt noch eingeladen werden dürfen. Zwetschen, die noch die letzten Tage für 3,75 Mark pro Zentner in die Eis-nbahn zum Versand in Großstädte eingeladen wurden, sind im Preis im Steigen begriffen und jetzt unter 4 Mark nicht mehr zu haben. Um das viele Fallobst zu verwerten, wird allenthalben, namentlich auch von Privaten, Aepfelwein gekeltert. Ebenso wird von vielen Haushaltungen infolge der großen Obstmengen Birnen- und Zwetschenhonig gekocht. Kreis Scholten. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische schlage für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des Funkorchesters. 13: Saar- dienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.10: Kinderstunde. Sülze- rumpel. Ein Kasperlstück. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Das Bürgertum im neuen Staat." Zwiegespräch. 17.50: Aus Zeit und Leben. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Aus den Domgarten in Speyer. 19.30: Saar-Umschau. 19.45: Das Leben spricht. Soziales Funkbild. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: Orchesterkonzert. Unbekannter Mozart. 21: Der Herzog und die Baderstochter. Geschichte van der Liebe und dem Sterben der Agnes Bernauenn. Eine Funkballade. 22: Luftige Weisen auf Dem Akkordeon. 22.20: Nachrichten. müssen. Diese bestehen neben der Bedarfsdeckung in erster Linie in Vorratspflege, Leistungskontrolle und Mischbestandsbegründung. Um diese Ziele zu erreichen, ist bekanntlich die gesamte deutsche Forstwirtschaft einem Reichsforstamt unter bem. Ministerpräsidenten Hermann Göring als Reichsforstmeister unterstellt worden. Die neueste Anordnung des Reichsforstamles erstrebt diese Intensivierung durch organisatorische Maßnahmen, weil eine intensivere Wirtschaft eine „allmähliche Verstärkung des Personals in allen Stellen" erfordert. „Ein weiterer Abbau von Forstdienststellen kann nicht 6.40: 8.35: Rat- gen der Chorschuke unter Leitung von Organist Stein, die Predigt von Stiftsdechant Kahn über Psalm 40, Vers 17, mit dem Thema „Das Recht unserer Jugend auf Freude und der Weg zur redeten Jugendfreude" trugen dieser Forderung nach Freude Rechnung. Die JH. sowie ihr Spielmanns- zua und der BdM. nahmen geschlossen mit Fahnen und Wimpeln am Gottesdienst teil, die Gemeinde war zahlreich vertreten. Der Tag fand seinen Abschluß durch ein liturgisches Festspiel über den 119. Psalm von O. Riethmüller „Das ewige Wort , das unter Leitung von Stiftspfarrer D r a u b t unb unter Mitwirkung von Konfirmanben, Chorschule, Kirchenchor unb Gemeinbe zur wirkungsvollen Darstellung kam unb einen tiefen Embruck bei Gemeinbe unb ihrer Jugenb hinterließ. Die Kollekten im Betrag von 21,50 Mark kamen ber kirchlichen Jugenbarbeit zugute. — Die feierliche Eröffnung bes Konfirmanbenunterrichts hat, nach- bem ber Konfirmanbenunterricht schon bret Wochen vorher begonnen, am vorigen Sonntag ftatt- gefunben. Am Schluß bes Gottesbienstes traten Eltern unb Paten ber Konfirmanben nach alter Sitte an ben Altar, um bem Pfarrer burch Hanb- fchlag bas Versprechen abzulegen, ihn währenb ber Zeit bes Konfirmanbenunterrichts tatkräftig zu unterstützen. Es würben in ben Konfirmanbenunterricht aufgenommen: aus Lich 27 Knaben unb 21 Mäbchen, aus Nieberbefsingen- 3 Knaben unb 1 Mäbchen, aus Birklar 3 Knaben unb 3 Mabchen, 'aus bem Erziehungsheim Arnsburg 5 Mäbchen, „Die" Aufgaben" — so heißt es in ber Verfügung bes Reichsforstamts weiter —, „bie heute unb für bie Zukunft ber Forstwirtschaft unb in erster Linie iben Staatsforstverwaltungen auf ben Gebieten ber Rohstoffversorgung unb ber Arbeitsbeschaffung ge- > stellt finb. weifen in bie entgegengesetzte Richtung." Am Rentenmarkt tagen Altbesitz mit 98,25 f pater wesentlich ruhiger, dafür waren Kommunal-Um- schulbung unb Zinsvergütung weiter gesucht. Stabtan leihen nicht ganz einheitlich, aber meist fester, Heidelberger plus lifi. Mn Pfandbnefmcwkt waren besonders ßiquifoation5pfanbb ri ef e unb Hom= munal-Oblig a tionen fester. Von fremben Werten waren Schweiz. Bunbesbahn-Anleihen weiter erholt. Am Kassamarkt waren Zement Karlstabt (zirka 130) um 2,50 v. H. fester. Tagesgelb unv. 3,25 v. H. Abendbörse behauptet. Auch an der Abenbbörse war bie Stimmung anfangs weiter fest, bie hohen Berliner Schlußkurse würben vielfach noch um 0,25 bis 0,50 v. H. überschritten. Bevorzugt blieben einige Spezialwerte, wie AKU., AEG., Zellstoffaktien, Farbeninbustne, sowie Elektro- unb Montanpapiere, in benen auch bie Umsätze zeitweise etwas größer waren, wahrend im übrigen das Geschäft kein größeres Ausmaß annahm. Im Verlaufe zeigte sich bann auf bem erhöhten Niveau vielfach Realifatwnsneigung, so baß am Börsenschluß meist etwas niebrigere Kurft genannt würben. Die Gesamttenbenz war ftboch behauptet. Fest waren Reichsbank mit plus 1,40 vom Hunbert. , „ . Am Rentenmarkt blieben kommunale Werte, rote Umschulbungsanleihe. Stabtanleihen unb Kommu- nal-Obligationen bei anziehenben Kursen beachtet. Altbesitz lagen ruhig, Dekosama I auf 101 v. H. befestigt. 4proz. Schweiz. Bunbesbahn v. 1912 lag schwach unb würbe mit 188 bez. Brief (195^75 heute mittag) notiert, wobei nur 50 v. H. .des Angebots Aufnahme fanb. U. a. notierten: Altbesitz 98,13, 6proz. Stabt Mainz v. 26 80,25, 6proz. Franks. Hyp. KO. 86, Neichsbank 152,40, Gelsen- kirchen 61,25, Klöckner 80,50, Mannesmann 73,50, Rheinstahl 92,75, Stahlverein 41,50. Frankfurter Obst- und Gemüfemartt. F r a n k f u r t a. M., 18. Sept. Gemüse: Starkes Angebot von Blumenkohl, Bohnen, Tomaten, Spinat unb Kohlgemüse, ferner ziemlich großes Angebot von Eskarol unb Kopfsalat. Gegen bie letzte Notierung lagen bie Preise wenig veränbert. Die Nachfrage war schwach. Es erzielten: Blumenkohl 10 bis 35, bo. holl. 4,50 bis 5 für einer 12er Steige, Buschbohnen 5 bis 8, Stangenbohnen 10 dis 15, Eskarol 5 bis 8, Salatgurken 3 bis 15, Essiggurken 30 bis 50, Salzgurken 50 bis 70, Karotten 4 bis 5, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 10, Pfifferlinge 35 bis 38, Steinpilze 40 bis 45, Rettich 3 bis 6, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 5 bis 6, Sellerie 10 bis 20, Spinat 4 bis 6, Tomaten I 4 bis 4vk, II 2 bis 3, Weißkraut 3 bis 5, Wirsing spitz 5 bis 6, rund 3 bis 4, Zwiebeln 580 bis 600. Obst und Südfrüchte: Starke Zufuhren von Aepfeln, Birnen und äusl. Trauben. Deutsche Trauben ziemlich gering angeboten, ebenso Zwetschen, letztere im Preise merklich höher. 3m übrigen zeigten die Preise kaum eine Aenderung. Die Nachfrage war nur nach Zwetschen gut, sonst wenig befriedigend. Es erzielten: Aepfel I 5 bis 12, Eßäpfel 3*/2 bis 5, Falläpfel 2 bis 3, Goldwarmänen 8 bis 12, Reinette 6 bis 8, Gravensteiner 8 bis 12, do. Tiroler 10 bis 12, Birnen I 8 bis 10, II 4 bis 6, Kochbirnen 2 bis 4, Gellerts Butter- birne 5 bis 10, Brombeeren 20 bis 22, Bananen, Kiste 12V- Kilogramm, 450 bis 500 Jam., Erdnüsse 18 bis 20, Haselnüsse 26 ital., Maronen 18 itaL, Pfirsiche I 10 bis 15, II 4 bis 8, Preißelbeeren 22 bis 24 Finnl., Quitten 7 bis 8, Trauben 12 bis 15, bo holl. 40 bis 45, bulg. 18 bis 19, Ungar. 12 bis 14, ital. 14 bis 17, span. 16 bis 17, Walnüsse groß 25 bis 30, klein 10 bis 15, Zwetschen 8Vt bis 10. Mainzer Schlachtviehmarkt. ‘ Mainz, 18. Sept. Auftrieb: 56 Ochsen, 33 Bullen, 284 Kühe, 276 Färsen, 463 Kalber, 805 Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebend- gewicht in Mark: Ochsen a) 32 bis 36, b) 29bts 32, c) 26 bis 28, d) 23 bis 25. Bullen a) 32 b) 28 bis 30, c) 25 bis 28, d) 20 bis 24. Kühe a) 31 bis 33, b) 27 bis 30, c) 24 bis 26, d) 12 bis 23. ar- sen a) 34 bis 36, b) 31 bis i33, - 18. September Amtliche Notierung Geld | Srle Datum 17-9. 18-9- 17-9. 18-9. Datum 17.9. 18.9. 17-9. 18.9- Datum 17-9. 18-9. 17.9. 18.9 Buenos Aire^ 0,660 0,664 0,660 0,664 58,665 0,196 3,053 55,35 82,03 12,40 5,47 16,535 170,01 21,52 0,740 5,726 62,30 49,05 11,25 63,9 J 81,81 34-26 10,46 2,478 Srie^I 27446 58,625 55,30 12,375 16,515 169,89 21,4? 62,26 63,8? 81,79 34,20 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% eljem.7% Dt.RcichSanl.v. 1929 6%% Voung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% efjcm.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rüclzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6%% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unlünbfrn bis 1936 6y,% ehem. 4'/r% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6'/i% ehem. 4f4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yt% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 94,75 94,5 98,13 93.75 90,25 90 98,5 99,5 90,75 90,5 90,9 91 93 93 101,7 1,2 7,4 7,65 8 95 94,6 98,13 93,75 90,25 90 99 101 90,75 90,5 91,25 91,4 93 93 101,7 32 1,15 8 7,35 7,4 11,25 8 95,25 94,7 97,9 93,65 99,5 91,5 93 94 101,7 1,15 7,9 7,65 7,65 11 95,5 94,7 93,75 90 100,25 91 93 93 101,7 32,13 1,2 8 7,4 7,5 11,5 4% desgl. Serie u ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........o A G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Neichsbank .................. A.E.G....................... Bekula.....................0 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten L Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Clektrizität ........ 5 Schuckert L Co...............5 Siemens S Halske............7 Lahmeyer L Co............. 10 Buderus ................... Deutsche Erdöl .............. Gelsenkirchener.............. Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren ...... 8 4,65 4,15 36,75 25,5 | 29 I 72 96,9 68,5 73,13 76 150,5 27,13 148 103 118 76,75 111,75 94,5 148,5 124,25 87,75 116 60,5 104 — 130,5 78,75 72,25 8 4,4 7 4,1 37,75 26,25 29,75 74 96,75 68,5 73,25 76 152,4 29,13 149 102,4 119,5 76,5 112,5 102,5 96,5 148,25 125 I 87,75 115,75 I 61,25 104,5 130 80,5 73,5 4,13 37 25,25 29 71,65 96,5 68,5 73,25 76 150,5 27,4 147,65 102,65 118,5 76,5 111,5 94,75 149 124,5 87,75 116 60,5 104,25 76,25 170,25 130 79,4 72,13 4,6 7,5 4,1 38 26,75 24,5 30 74 96,5 68,5 73,25 76 151 29 148,75 103 119,5 76,65 112,4 103 96,75 148 125 87,75 116 61,4 104 77,4 170,25 i 130 80,5 I 73,5 Mansselder Bergbau.........0 Kokswerke..................0 Phönix Bergbau.............O Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl .................. O Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen .......... O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth.....T/t I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke ...............0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Holzmann...........O Zementwerk Heidelberg ...... O Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............O Zellstoff Aschaffenburg .......C Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............t Deutsche Linoleum...........t Lrenstein L Koppel..........O Leonhard Tietz..............0 1 Chade......................1( Aecumulatoren-Fabrik........0 Conti-Gumnu...............O Grihner.................... Mainkraftwerke Höchst a.M.... Süddeutscher Zucker ......... 79 474 246 90 40,5 14,5 127,65 127,5 143,75 218,5 94,5 42,5 92,75 81 118 127,5 64,25 68 50 69,5 49,25 57 28,5 209 131,25 1 “ 1 186,5 77,5 48,4 246 92,75 41,5 13,5 127,5 145,5 219 97,5 42,5 92,5 82,5 121 130 64,5 69 51 71,J> 49 57,75 30,65 211 180,25 130,5 1 28,25 76,5 1 188 79 101,5 47,25 245,5 90,13 40,5 13,75 128,25 143,25 94 42,5 93 n 112,25 62,9 136,5 50 70 127 49,5 57 91,75 28,65 208 179,75 131 । 28,4 79 101,25 48,4 248 92,75 41,4 13,5 159 145 97 42,9 93 83,5 113,5 64,5 138,25 50,5 71,25 126,5 48,9 56,75 91,13 30,13 213 180 130,5 I 29,65 I 188 Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien cslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... _______Ser Amerikanische Belgische No Dänische Not Englische No Französische Holländische Italienische 9 Norwegische Deutsch Les Rumänische Schwedische Schweizer N Spanische N 1 Ungarische N 58,545 _ 0,189 3,047 55,26 81,87 12,375 5,46 16,495 169,63 21,48 0,738 5,714 62,21 48,95 11,235 63,83 81,64 34,22 10,44 2,475 lin, 18. Septen Noten....... en........... en .......... en .......... loten....... Noten....... loten........ Noten ...... erreich, 1 1OO 'Zoten....... Noten....... oten......... ölen......... oten........ 58,665 0,191 3,053 ' 55,38 82,03 12,405 5,47 16,535 169,97 21,52 0,740 5,726 62,33 49,05 11,255 63,95 81,8.0 34,28 10,46 2,479 Bantnot aber | Schilling en 58,545 0,194 3,047 55,23 81,87 12,37 5,46 16,495 169,67 21,48 0,738 5,714 62,18 48,95 11,23 63,80 81,65 34,20 10,44 2,474 . Geld 2,426 58,385 55,08 12,335 16,455 169,21 21,41 62,02 63,63 81,47 34,06