M- Jahrgang Eichener Anzeiger Ligen Aussagen können als Auftakt der Wahlkampagne angesehen werden." Die Morgenpresse steht am Donnerstag im Zeichen der Aussagen Tardieus, deren innerpolitische Bedeutung kein Blatt bestreitet. Während die Rechtspresse ihre Genugtuung über die Angriffe Tardieus nicht verhehlt, und von einem überzeugenden Sieg Tardieus spricht, lassen die linksstehenden Organe ihrer Empörung freien Lauf. „Oeuvre" nennt die Aussagen des ehemaligen Ministerpräsidenten eine Unverschämtheit. Das Blatt verzeichnet das Gerücht, daß der r a d i k a l s o z i a l i st i s ch e Parteivorstand sofort nach der Rückkehr Herriots aus Genf den Vollzugsausschuß der Partei einberufen werde, um die radikalsozialistischen Mitglieder aus der Regierung zurückzuziehen. Der auf Ausruf an die Vetriebsführer zum Eintritt in die Deutsche Arbeitsfront. Memel, 18. 3uti. (DJIB.) Dieser Tage fanden eingehende Besprechungen zwischen dem Gouverneur des Memelgebietes, dem Landespräsidenten Reisgys, und dem kommissarischen INemeler Oberbürgermeister L i m o n a i t i s statt, in deren Verlauf Sparmaßnahmen und die Ver- einheitlichungdesVerwallungsappa- rotes behandelt worden find. Landespräsident Reisgys erklärte, daß ein Gesetz in Vorbereitung sei, wonach im Memelgebiet die Gemeindeverwaltungen aufgelöst werden sollen, was auch einer Auflösung der drei Landrat s ä m t e r zur Folge hätte. Dadurch würde die gesamte ländliche Selbstverwaltung des Gebietes nicht mehr von den Landratsämtern, sondern vom Direktorium selb st ausgeübt werden. Diese Maßnahme würde eine weitere Entlassung von Beamten nach sich ziehen und zur Ausschaltung von etwa 700 Gemeindevorstehern führen. Außerdem erklärte Reisgys, daß im Memelgebiet überhaupt alle Beamten entlassen werden sollen, die der litauischen Sprache nicht mächtig sind. Ferner sei man gewillt, das Kreditwesen vollkommen umzugestalten. Darüber werde das Direktorium mit der Zentralregierung noch in Verbindung treten müssen. 3m B i l d u n g s w e s e n werde in bezug auf eine Gleichstellung der litauischen Sprache alles das nachgeholt werden, was in den letzten 10 3ahren versäumt worden sei. Auch der kommissarische Oberbürgermeister von Memel, S i m o n a i t i s äußerte sich in ähnlichem Sinne über die bevorstehende Reform in der memelländischen städtischen Selbstverwaltung, Abbau der Beamten und ihrer Gehälter seien unerläßliche Maßnahmen. Von den bevorstehenden Beamtenentlassungen dürfte darnach weit über die Hälfte der memelländischen Beamtenschaft betroffen werden, wozu noch die Entlassungen bei den Selbstverwaltungen treten. Somit würden also weit über 800 Beamte zur Entlassung kommen. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers der Wirtschaft, Graf von der Goltz, erläßt an die Betriebsführer einen Aufruf zum Eintritt in die Deutsche Arbeitsfront, in dem es heißt: Es ist Ehrensache jedes deutschen Unternehmers, Mitglied der Deutschen Arbeitsfront zu sein und damit den Willen zu nationalsozialistischer Volksgemeinschaft aller schaffenden Deutschen zu betätigen. Die Zugehörigkeit zur Organisation der national* sozialistischen Wirtschaftsführung macht die Mitglied chaft zur Arbeitsfront nicht überflüssig. Beide haben nach dem Gesetz und dem Willen des Füh- Ein neuer Schlag gegen die Memelautonomie geplant Auflösung der kommunalen Selbstverwaltung und Entlassung von weit über 800 Beamten. Gefährdung des innerpolittschen Burgfriedens in Frankreich. Scharfe Angriffe Tardieus gegen den Führer der Radikalsoziatisten.-Ein Stoß gegen das Kabinett der nationalen Einigung. Abbau des Mißtrauens! Italienische Forderungen für eine nützliche Gestaltung des Ostpaktes als Jriedensinstrument. Letztes Ziel der neuen Getreidewirtschaft ist die Wahrung des Gemeinwohls auf dem gesamten Ge- ; biete der Ernährungswirtschaft. Dabei wird den Trägern dieser Wirtschaft jede Freiheit gelassen, die mit dem Allgemeininteresse vereinbar ist. Weder wird die Dispositionsfreiheit des Landwirts durch Kontingentierung des Anbaues eingeschränkt noch wird der handel durch Errichtung eines staatlichen Monopols ausgeschaltet. Aber Landwirtschaft und handel, Mühlen, Absatzgenossenschaften und Backer werden in dem großen, allumfassenden Reichsnährstand ein geordnet, der seine Belange unter Aufsicht des Staates selbst verwaltet. Auch in diesem Falle gelangt der Grundsatz zur Durchführung, daß der Staat n i ch t s e l b st w i r t s ch a f t e n, sondern die Wirtschaft lenken und ordnen soll. Die eigentlichen Träger der neuen Getreidebewirtschaftung werden die G e t r e i d e w i r t s ch a f t s- verbände fein, welche die am 16. Juli in Kraft getretene neue Verordnung ins Leben ruft. In ihnen sollen alle Wirtschaftskreise organisatorisch zu- sammengefaht werden, die mit dem Verkehr des Getreides von der Erzeugung bis zum Verzehr befaßt sind. Vom 1. November dieses Jahres ab werden diese Verbände, die ihrerseits wieder in der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft eine einheitliche Spitze erhalten, den Getreideverkehr zu regeln und zu ordnen haben. Ihre Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, daß der Absatz auf dem Wege bis zum Verbraucher an keiner Stelle stockt und daß die Versorgung des Nahrungsbedarfs des deutschen Volkes vollkommen gesichert ist. Bis zum 1. November wird durch eine Uebergangs- regelung, die eine gewisse Ablieferungspflicht für die größeren roggenerzeugenden Landwirte umfaßt, dafür gesorgt werden, daß die Versorgung mit Brotgetreide auch in der Zwischenzeit bis zur Einschaltung der neuen Organisation keine Störungen erleidet. Das deutsche Volk kann sich darauf verlassen, daß es in dem neuen Erntejahr zu Preisen, die seiner Kaufkraft angemessen sind und in denen sich auch soziale Gesichtspunkte nach Möglichkeit auswirken mit Mehl und Brot ausreichend verso r a t werden wird. Die Erkenntnis, daß es nicht genügt Brot für die Ernährung der Volksgesamtheit zu erzeugen, sondern daß die richtige Verteilung, die gerechte Preisgestaltung und der gesicherte Absatz von mindestens ebenso aroßer Bedeutung für die Volksernahrung sind, hat endlich dazu geführt, daß an die Stelle der früheren ungeordneten und ständigen Preisschwankungen unterworfenen nunmehr eine restlos geregelte und stablle Getreidewirtschaft tritt. Eine Mahnung an Frankreich Mailand, 19. Juli. (DNB. Funkspruch). Der Chefredakteur der „Stampa" Alfredo Signore t t i wendet sich gegen Frankreich, in dessen Einstellung er ein schweres Hindernis für günstige Verhandlungen um den Ostpakt sieht. Barthous Polemik in Bayonne sei durchaus fehl am Platze gewesen. Der Minister habe mit seiner Behauptung, daß, wenn überhaupt, dann erst nach der Vertragsunterzeichnung über die Abrüstung gesprochen werden könne, der Sache des Ostpaktes einen schlechten Dienst erwiesen. Der Ostpakt dürfe nicht unter dem Gesichtspunkt strategischer Projekte aufgefaßt werden. Die G e n e r a l st ä b e sollten unbedingt aus dem Spiel gehalten werden. Der Pakt müsse vielmehr ausschließlich unter politischen Gesichtspunkten betrachtet werden, als ein Mittel, von dem toten Punkt loszukommen, in dem die Hauptmächte Europas steckten. Es sei ganz offensichtlich, daß Deutschland, das ein Friedensabkommen auf zehn Jahre mit Polen geschloffen habe, nicht die Absicht habe, mit Feuer und Schwert feine Oftgrenzen zu verändern. Frankreich könne nicht päpstlicher als derPapst fein, wenn die Regierung von Warschau sich mit diesem deutschen Abkommen zufrieden erkläre. Es feien daher keine weiteren Garantien nötig, die doch wieder Mißtrauen bei Deutschen und Polen einflößten. Notwendig fei vielmehr, daß dieses erdichtete Gebäude nicht existierender Gefahren und Drohungen endgültig a b g e b a u t wird. Für eine Entspannung der Geister, die als logische natürliche Schlußfolgerungen die Anerkennung der Gleichheit der Rechte Deutschlands hätte, könne der Ostpakt nützlich sein. Andernfalls bekenne man, daß der Pakt dem ursprünglichen Plan gegenüber unverändert geblie- ben fei und die Isolierung Deutschlands be- zwecke, ein Ziel, das in der Absicht der italienischen und englischen Politik nicht liege und niemals liegen werde. Signoretti fährt warnend fort: Der gallische Chauvin ismus zeige ein dreistes Wiederaufwachen, besonders nach den letzten innerdeutschen Ereignissen. Redensarten kämen wieder in Mode, die seit der Ruhrbesetzung vergessen schienen. Aber der Boden müsse ein für allemal von den Mißverständnissen geräumt werden, da eine Politik des Friedens und der Zusammenarbeit nicht anders möglich sei, als durch Frieden und Zusammenarbeit m i t D e u t s ch l a n d. Alle anderen Straßen hätten denselben Endpunkt, nämlich den Ab- grunddesKrieges. Feste Äetreidepreste. Die lähmende Sorge um den Getreidepreis ist von dem deutschen Bauern genommen. In früheren Jahren hat oft die Aussicht auf eine gute 1 Ernte ebenso drückend auf der Landwirtschaft getastet wie eine Mißernte. Denn volle Scheuern waren gleichbedeutend mit Preisdruck. Das vielgerühmte „freie Spiel der Kräfte" bestand darin, daß dem Landwirt, der unbedingt verkaufen muhte, um seinen drängenden Verpflichtungen nachzukvm- men, ein Markt gegenüberstand, der die Fülle des zum DerIauf stehenden Erntesegens nicht auszunehmen vermochte. So wurde fast alljährlich nach ; der Einbringung der Getreidernte das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage an den Getreidemärkten gestört. Die Preise sanken ab; aber der Bauer mußte zu diesen unter dem Druck des über- i mäßigen Verkaufsangebotes zustandegekommenen : angeblich „natürlichen" Unterpreisen seine Ernteerträge verkaufen. Die Spekulation heimste Gewinne ein, und der Bauer war um den Segen seiner mühevollen Arbeit betrogen. Mit diesem ungerechten und unwirtschaftlichen System hat die nationalsozialistische Agrarwirtschaft gründlich aufgeräumt. Sie hat ein Festpreis- s y st e m geschaffen, das dem Erzeuger des Getreides den Absatz zu stabilen und gerechten Preisen gewährleistet. Die landwirtschaftlichen Produkte wurden aus der freien Marktbildung herausgenommen und damit dem Wirkungskreis der Spekulation entzogen. Das Getreidegrundgesetz hat dem Reichsernährungsminister die erforderlichen Vollmachten gegeben, um den Absatz des deutschen Getreides zu festen, von dem Ausfall der Ernte unabhängigen Preisen sicher- zuftellen. Schon im vorigen Jahre waren für eine Reihe von landwirtschaftlichen Erzeugnissen feste Preise eingeführt worden. Dieses System der Marktregelung zu stabilen Preisen ist jetzt in dem G e - treidegrundgesetz verankert und kann daher auf weitere große Gebiete ausgedehnt werden. Es ordnet und sichert den Weg des Getreides vom Erzeuger bis zum Verbraucher und schaltet auf per ganzen Linie alle Preisschwankungen aus. Nicht nur für das Brotgetreide, sondern auch f u r ®erfte und Hafer werden in dem neuen Getreidcwirtschaftsgesetz Festpreise festgesetzt, ine weder über* noch unterschritten werden dürfen. Nicht nur die Landwirte, sondern auch Mühlen- und Getreidehandel sind an diese Preis- und Absatzordnung gebunden. Was im vorigen Jahre ein Anfang und ein vorsichtiger Versuch war, ist nun zu einem endgültigen, im Gesetz verwurzelten Bewirtschaftungssystem geworden, nachdem die im Vorjahre gemachten Erfahrungen gezeigt haben, daß dem deutschen Bauern ar’ diesem Wege ein Absatz seiner Produkte zu gerechten und auch für den Verbraucher tragbaren Preisen gewährleistet werden kann. Durch seine Ausdehnung aus das Futtergetreide hat das Festpreissyftem eine noch solidere Basis erhalten. Sie wird künftig nicht nur dem Erzeuger Absatz und angemessene Preise, sondern auch den Konsumenten eine ausreichende Versorgung sichern. rers völlig verschiedene Aufgaben zum gleichen nationalsozialistischen Endziel. „Das hohe Ziel der Arbeitsfront", so heißt es im Aufruf vom 27. November 1933, „ist die Erziehung aller im Arbeitsleben stehen > den Deutschen zum nationalsozialistischen Staat und zur nationalsozialistischen Gesinnung". Hier werden die schaffenden Menschen — gleichviel ob Betriebssichrer oder Gefolgschaft — zusammengeführt und menschlich nahegebracht. . Die nationalsozialistische Organisation der W i r t • schaftsführung sorgt, daß die Führung der Betriebe als solche Dem Volke bient Damit die 2ü> Heftige Auseinandersetzungen im Stavisky-Ausschuß. Tardieu beschuldigt Chautemps unlauterer Motive. Paris, 18. Juli. (DNB.) Die Zeugenvernehmung im Stavisky-Skandal vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß droht zu unübersehbaren Folgen für die innerpolitische Entwicklung in Frankreich zu führen. Die früheren Innenminister Mahieu, Laval und Tardieu verhielten sich, über gewisse, im Innenministerium liegende Stavisky-Akten und über die Verwendung her Geheimfonds des Innenministeriums befragt, sehr zurückhaltend. Tardieu, der dem Kabinett Doumergue als Minister ohne Portefeuille angehörte, wandte sich zunächst gegen den Vorwurf, mit der Stavisky-Affäre etwas zu tun zu haben und wies die Behauptung gewisser Kreise, daß ein Stavisky-Scheck mit dem Vermerk „für Andre Tardi ..." auf i h n gemünzt gewesen wäre, zurück. Tardieu warf den radikalsozialistischen Kreisen um Chautemps vor, sie hätten eine Polemik gegen ihn versucht, obwohl sie wüßten, daß er mit der Stavisky-Affäre nichts zu tun habe. Der Vermerk auf dem Scheck- abschnitt sei in Wirklichkeit unleserlich. Er stehe dem Falle Stavisky so fern, daß er Ende 1933 sogar von den kleinen Wochenschriften im Solde Sta- viskys angegriffen worden sei. Als bezeichnend für die Kenntnis, die der frühere Ministerpräsident Chautemps von Staviskys Angelegenheiten gehabt haben müsse, führte Tardieu an, daß Chautemps die Kandidatur des in den Stavisky-Skandal verwickelten radikalsozialistischen Abgeordneten Bonnaure im 3. Bezirk in Paris unter st ützt habe, daß das von Bonnaure her- ausgegebenc Wochenblatt des 3. Pariser Bezirks in Blois (der Heimat der Familie Chautemps) gedruckt und daß nach der Wahl Bonnaures zum Abgeordneten des 3. Bezirks in diesem ein Denkmal für Öen Vater Chautemps errichtet werden sollte, daß Stavisky die Wahl Bonnaures finanziert habe und daß somit zwischen beiden eine Verbindung bestanden haben müsse. Außerdem erklärte Tardieu, daß der Polizeiinspektor Bony zwar nicht unmittelbar mit Stavisky in Verbindung gestanden habe, daß aber die Scheckabschnitte niemals ver- > loren gegangen seien, daß Bony vielmehr a u f Betreiben Chautemps Fälschungen : an den S ch e ck a b s ch n i t t e n vorgenommen Donnerstag einberufene Parteivorstand der Radikalsozialisten werde sich bereits mit dem Bruch des Burgfriedens befassen. Nach der Auffassung einiger Mitglieder des Stavisky-Aus- schusses, so schreibt das Blatt weiter, müßte der Justizminister C Heron zitiert werden, da larbleu unmöglich die Verantwortung für eine der- artige Politik übernommen haben könnte, ohne die anderen Kabinettsmitglieder, bei Cheron angefangen, befragt zu haben. Die kommunistische „Humanitö" schreibt,, Der Provokateur Tardieu ruft zur Sammlung der faschistischen Kräfte auf. Wir fragen, ob die Radikalsozialisten in der Regierung bleiben werden." Diese Frage wird auch von anderen Blättern gestellt. habe. Diese Behauptungen bestimmten den Unter- uchungsausschuß, die Gegenüberstellung von Chautemps und Tardieu für heute nacht anzu- beraumen. In gewissen Kreisen wird der Vorstotz Tardieus gegen den Führer der Radikalsozialisti- chen Partei fast als Bruch desWaffen- tillstandes und als eine Gefährdung des Kabinetts der nationalen Einl- qunq aufgefaßt. Der Vorstand der Radikalsozia- listichen Partei ist für Donnerstag einberufen um zur ßaqe Stellung zu nehmen und über die Folgen zu beraten. Auch die Reife des Ministerpräsidenten Doumergue nach seinem Landsitz, die am Mittwochabend erfolgen sollte, ist ungewiß geworden. Vor ernsten politischen Folgen Will Tardieu die Auflösung der Kammer erzwinge«? Die Gegenüberstellung Tardieus und Chautemps soll einen sehr stürmischen Verlauf genommen haben, ohne jedoch ein positives Ergebnis zu zeitigen. Auf die Frage eines Ausschuß-Mitgliede-, ob er Beweise dafür erbringen könne, daß her Polizeiinspektor Bony bei der Hinterziehung und Fälschung von Stavisky-Schecks nur das ausführende Organ im Auftrage des v o r m a l i g e n M i n i st e r p r a f l d e n t e n Chautemps gewesen sei, hat T a r d i e ui n i ch t g a n t cd o r t e t, sondern sich auf die Erklärung beschrankt, er habe keine Beweise beizubringen, sondern Zeugen, die solche beschaffen könnten. Tardieu lehnte es ausdrücklich ab, sich auf eine direkte Anklage gegen Chautemps festzulegen, obwohl Chautemps ihn der Verleumdung bezichtete, für die er die Beweise schuldig bliebe. Der Lrnst der Lage und der möglichen politischen Folgen ergibt sich aus folgenden Erklärungen Chautemps: „Die Aussagen Tardieus sind ernst, ebenso vom politischen wie vom moralischen Gesichtspunkt aus. 3ch nehme zur Rennfnis, babeinRegierungsmitglieb bie Berantroortung für ben Bruch bes Burgf Hebens übernimmt. wahren!» ich mich bemühte, fetbft um ben Preis gemittet Sugeffänbniffe hinsichtlich unserer Lehre, bie Regierung zu nerfeibigen, bereitet fich eines i ihrer Mitglieder barauf oor, ben 3 üb ter bet t Regierungsmehrheit mit bern Ziele zu ent- i ehren, bi e R e g i er u n g ber n a t i on at e n 1 E1 n 1 gungzu treffen, einen Bruch bes Burg- 1 stiebens herbeizuführen unb auf biefe weife bie Muflöfung bet Rammet ju etjroingen. Die heu- Hr. 166 (Elftes Blatt 181. zahrgang Donnerstag, 19.3ulil951 STS5 ÄS AU A«« A* AAO Gießener Familienblätter ■ KHT W W iTT Grundpreise mm hohe ’xäsx /lllArlllr I kä-ä. mit 4 Beilagen RTO. 1.95 W ■ H ■ W B I tt ■ JL JB ■ ■ M M M W M anzeigen mmBreits säs s x/ IV IIVIIV 4 V> IHV IHVW VSWW Sä«: KF V -w «?»»-«. General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen behördliche Anzeigen 6Rps. Srannurt am mä'in 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniversttSts-vuch- und Aeindruckerei «.Lange in Gietzen. Schristleltung und Seschästrftelle: Schulftraht r Mengenabfchiüffestaffel8 Konzentration der Kräfte in Japan Don Dr. Fritz Hesse. lungnahme gegenüber den Juden, fallen Ak ' 1Y Kräfte herbeiführt. Daß das die Aufgabe des Kabinetts des Admirals Dfaba ist, wird man jedenfalls annehmen können; und von diesem Standort werden dann auch die Taten des neuen Kabinetts zu bewerten sein. noch viele Bekannte. Schweres Erdbeben in Panama. Panama wurde am Mittwoch von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden insgesamt neun Erd - stöhe verspürt, von denen auch die Inseln Loiba und Varica betroffen wurden. Der Mittelpunkt des Erdbebens ist etwa 200 Meilen von den Balboa-Bergen entfernt in der Provinz Lhiri- qui. In Davis, der Hauptstadt dieser Provinz, wurden vier Personen schwer verletzt, mehrere Gebäude, darunter das Postamt, sind dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Telephon- und Telegraphenlinien sind unterbrochen. Da die Elektrizitätsversorgung ausgesetzt hat, liegt die Stadt in völliger Dunkelheit. Flugzeuge mit Arzneimitteln und Nahrung sind nach Davis geflogen. In Puerto Armuelles wurde das Dock teilweise zerstört und die Del- und Wasserleitungen sind an mehreren Stellen unterbrochen« England baut 600 neue Kriegsflugzeuge. Die Luftaufrüstung vom britischen Kabinett endgültig beschlossen. London, 18. Juli. (DBB.) Das englische Kabinett hat am Mittwoch das Programm für die Verstärkung der militärischen Luftfahrt endgültig gebilligt. Man erwartet bereits in der kom- menden Woche eine Aussprache über die Luftfahrt- kredite im Unterhaus. Die britischen Luflstreit- kräfte sollen während der nächsten Iahre um 50 Geschwader verstärkt werden, was einen Zuwachs von 600 Flugzeugen bedeuten würde. Außerdem sei die Schaffung weiterer Hilfsgeschwader geplant. Die augenblickliche Stärke der Luftstreitkräfte betrage 890 Frontmaschlnen bzw. 910 unter Einrechnung der bereits für das laufende Haushaltsjahr vorgesehenen Verstärkungen. Schon seit Monaten seien Pläne für eine umfassendere Organisation der Luftstreitkräfte einschließlich des Baues neuer, durch eine so beträchtliche Vergröherung der Luftslreit- kräfte notwendig werdender Flughäfen ausgearbeitet worden. Frankreichs Flottenrüstung. P a r t 3 , 19. Juli (DNB. Funkspruch.) Das Gesetz über den Flottenbauabschnitt 1934 ist im „Journal Officiel" erschienen. Vorgesehen ist der Bau eines Grohkampfschiffes, eines Torpedo- bootszerstörers und zweier Unter.see- boote. Ein Panzerkreuzer der „Dünkirchen"-Klasse wird den Namen „Straßburg" erhalten und demnächst auf einer französischen Privatwerft in St. Nazaire auf Kiel gelegt werden. Oer Zwischenfall von Samos Günstige Aussichten auf eine englischtürkische Einigung. London, 19. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Der britische Botschafter in der Türkei Sir Percy L o - raine hatte am Mittwoch zwei Unterredungen mit dem türkischen Außenmini st er im Zusammenhang mit der Erschießung des englischen Marinearztes Robinson durch türkische Küstenwachen. Wie verlautet, seien diese Besprechungen in herzlichem Tone verlaufen und es sollen jetzt g ü n - stige Aussichten auf eine Einigung über die von England geforderte Untersuchung des Zwischenfalles bestehen. Die Regierung scheint damit einverstanden zu sein, daß sich englische Vertreter mit den türkischen Organen an der Untersuchung des Zwischenfalles beteiligen. Gerüchtweise heißt es in Jstambul, daß die englische Regierung einen beträchtlichen Schadener- s a tz von der türkischen Regierung für die nächsten Verwandten Robinsons verlangt. Die Leiche des Erschossenen konnte bisher trotz der ausgedehnten Suche, die von englischen, türkischen und griechischen Schiffen in der Meerenge zwischen Samos und dem türkischen Festlande durchgeführt wird, nicht aufgefunden werden. rachsüchtiger Menschen zu sein. Ich ersuche deshalb hiermit auf diesem Wege über die Presse alle diejenigen, die es angeht, h a l t - lose Denunziationen zu unterlassen. Sollte dieser mein Hinweis nicht genügen, so werde ich weitere Denunzianten der Staatsanwaltschaft Übergeben. München, 18. Iuli 1934. Der Ehef des Stabes: Luhe. Oer Reichskanzler empfängt den Reichsbifchof. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler empfing am Mittwoch den Reichsbischof Ludwig Müller und den Rechtswalter der Evangelischen Kirche August Jäger. Der Reichsbischof berichtete über die Hage der Deutschen Evangelischen Kirche und das stetige Dorwärtsschreiten des gro- ßen evangelischen Einigungswerkes. Von den 28 zersplitterten Landeskirchen, die in Deutschland zur Zeit der Machtübernahme vorhanden waren, sind bisher bereits 22 in der evangelischen Reichskirche aufgegangen, bei drei weiteren Kirchen ist die Eingliederung in vollem Gange, während nur ein Rest von drei Kirchen verbleibt, bei denen die Schwierigkeiten als noch nicht überwunden angesehen werden können. Das stetige Vorwärtsschreiten des großen evangelischen Einigungswerkes wird, wie der Reichsbischof auf eindrucksvolle Weife belegen konnte, gerade von den breiten Maffen des Kirchenvolkes getragen, die durch ihr freudiges Be- kenntnis zur deutschen Einheit auch auf kirchlichem Gebiete die mannigfaltigen Schwierigkeiten der Entwicklung überwinden hilft. Reichskanzler Adolf Hitler erklärte seine Befriedung mit dem Fortschritt des Einigungs- Werkes und der zeitgemäßen Neuordnung, zumal hiermit die zunehmende Befriedung des kirchlichen Lebens marschiere. Einführung der Erlaubnispflicht für Eisdielen. Der R e i ch s w i r t s ch a f t s m i n i st e r hat am 16. Juli 1934 eine Verordnung über Speiseeiswirtschaften erlassen. Nack § 1 dieser Verordnung bedarf künftig jeder, Der eine Speiseeiswirtschaft (Eisdiele) betreiben will, der Erlaubnis. Die Erlaubnis darf nur erteilt werden, wenn ein Bedürfnis nachgewiesen wird und die Person des Unternehmers den durch § 2 des Gaststättengesetzes für die Erteilung einer Schankerlaubnis oorge- fchriebenen Anforderungen genügt. Inhaber von Speifeeiswirtschaft, die den Betrieb vor Inkrafttreten der Verordnung begonnen haben, bedürfen der künftig vorgefchriebenm Er« laubnis nicht; es kann ihnen jedoch die Fortführung ihres Betriebes untersagt werden, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Zurücknahme einer Erlaubnis rechtfertigen. Alle Inhaber bereits bestehender Speiseeiswirtschaften sind verpflichtet, ihren Betrieb der zuständigen Polizeibehörde binnen zwei Wochen anzuzeigen. Die damit gegebene gesetzliche Regelung erhält eine besondere Bedeutung dadurch, daß mit ihrem Erlaß auch eine weitere Voraussetzung für eine dem Interesse des Publikums und der Eisdielen entsprechende Regelung der Poli - z e i st u n d e für Eisdielen gegeben wird. Rothermere entziehtdenbritischen Faschisten seine Unterstützung. London, 19. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Der bekannte Zeitungsbesitzer Lord Rothermere, Bruder und Erbe des aus der Kriegspropaganda gegen Deutschland berüchtigten Lord Northclifse, hat die weitgehende Unter st ützung der Mosley- F a s ch i st e n durch feine Presseorgane einge- st e l l t. Diese Tatsache geht auf einen bemerkenswerten in der „Daily M a i l" veröffentlichten Briefwechsel zwischen Lord Rothermere und dem faschistischen Führer Sir Oswald Mosley hervor. In mehreren persönlichen Unterredungen hat Lord Rothermere den ^aschrstenführer aufgefordert, einige feiner hauptsächlichen Programmpunkte, nämlich die Errichtung eines Ständestaates, die Modernisierung des Parlaments, die Schaffung einer autoritären Regierung und die ablehnende Siel- Wechsel der Innenpolitik zu erwarten. Wenn die frühere Regierung noch in der Lage war, ich auf die Parteien zu stützen, so wird das die neue Regierung nicht mehr, oder doch nur vorübergehend tun können. Die Notwendigkeit, die belasteten Politiker der Parteien auszuscheiden und ein Gleichgewicht zu halten, das praktisch die Parteien ausschaltet, führt zwangsläufig eine Lage herbei, die zu einem Regieren ohne die Parteien, ja vielleicht sogar gegen die Parteien führen muß. Die Tatsache, daß die neue Regierung mit der Parlamentsauflösung drohen mußte, um sich im Parlament durchzusetzen, zeigt bereits, wohin der Weg führt: zu einer Entwicklung, die man als Vorstadium eines japanischen Faschismus oder Nationalsozialismus bezeichnen kann, wobei allerdings bedacht werden muß, daß es sich hier um ein japanisches Eigengewächs mit sehr starken nationalistischen und sozialistischen Elementen handelt, das keinesfalls mit den europäischen Bewegungen gleichgesetzt werden kann. Die Ursache für diese Entwicklung ist in der innen- und außenpolittschen Lage Japans zu suchen. Wie früher in Deutschland, so gibt es auch in Japan eine Bauern- und eine Arbeiterfrage, die gelöst werden müssen, und die sich einerseits aus der Industrialisierung des Landes und andererseits aus der Uebervölke- run g erklären. Diese Erscheinungen haben starke Spannungen erzeugt, die nach einer Lösung drängen, da der bisherige liberalistische Ausweg einer sehr scharfen Exportausweitung nicht ausgereicht hat, um die Mißstände zu beseitigen. Allein die Armee hat bislang in Japan mit ihrer mandschurischen Politik, die großzügig geo- politisch begründet ist, gezeigt, daß sie neue Wege zu beschreiten in der Lage ist, und die vielleicht einmal in einigen Jahren der wirtschaftlichen Krisis des Landes ein Ende machen wird. Gerade diese Politik aber auch hat es mit sich gebracht, daß die Notwendigkeit einer starken Führung nach außen und einer straffen einheitlichen Politik im Innern des Landes lebendig den führenden Persönlichkeiten der japanischen Politik vorschwebt. So erfolgreich die mandschurische Politik Japans bisher gewesen ist, so groß sind selbstverständlich auch die Opfer gewesen, die sie von der Bevölkerung verlangt hat und so groß sind auch die Gefahren gewesen, die sie für die japanische Außenpolitik mit sich brachte. Sachschaden anrichtete. In journalistischen Kreifen verlautet mit großer Bestimmtheit, daß die Polizei an sämtliche amtlichen Stellen die Weisung erteilt hat, alle Personen, die zu der landesüblichen, im Sommer viel getragenen Tiroler Kleidung kurze weiße Wadenstrümpfe tragen, unverzüglich zu verhaften, sie zu durchsuchen und Haussuchungen bei ihnen vorzunehmen. Falls diese Personen sich als nationalsozialistisch verdächtig erweisen, sollen sie sofort bestraft werden. Die Anweisung der Polizei soll daraus zurückgehen, daß die weißen Wadenstrümpfe in den notionalsozialistischen Verbänden, besonders in den Jugendgruppen in einem derartigen Ausmaß üblich seien, daß das Tragen von weißen Wadenstrümpfen als ein Parteiabz eich e n angesehen werden könne. Es sollen am Mittwochabend auf Grund dieser Anweisung bereits zahlreiche Personen verhaftet worden fein. Oer Generalstreik in San Franzisko im Zusammenbruch Energische Maßnahmen gegen die kommunistische Wühlarbeit. S a n F r a n z i s k o, 19. Juli (DNB. Funkspruchh Der Generalstreik geht in einem allgemeinen Durcheinander seinem Ende entgegen. Von allen Seiten wird der Zusammenbruch der Streikbewegung bestätigt, ein Ergebnis, das hauptsächlich auf den energischen Selbstschutz der Bevölkerung zurückzuführen ist, durch den die Nahrungsmittelzufuhr mit Waffengewalt gesichert wurde. Einige Zusammenstöße, die sich in Seattle und Spokane ereigneten, sind hauptsächlich auf kommunistische Anstiftung zurückzuführen. Das bei den in den letzten Tagen verhafteten Streikführern beschlagnahmte Material ergibt, daß die Kommuni st en bereits seit Jahresfrist einen allgemeinen Streik in sämtlichen Hafenstädten der Vereinigten Staaten planten. Als Ergebnis der Aufdeckung dieser Pläne werden Massenverschickungen erwartet. Der Gouverneur von Kalifornien hat den Präsidenten Roosevelt auf drahtlosem Wege ersucht, Ausländer, die im Zusammenhang mit dem Generalstreik in San Franzisko aufwieglerische Tätigkeit verfolgten, aus Amerika auszuweisen. Die Forderung ist an das amerikanische Arbeitsministerium weitergeleitet worden. Ein aller Kolonialpionier. Aus unserem Leserkreis wird uns geschrieben: Bei der 5 0. I u b i l ä u m s f e i e r der Begründung des früheren Kolonialbesitzes gedenkt man auch der Männer, die sich um den Ausbau der deutschen Kolonien besonders verdient gemacht haben. Darunter befindet sich auch ein hessischer Landsmann, der z. Z. in Wiesbaden zur Wiederherstellung seiner Gesundheit lebende ehemalige Verwaltungs-Baureferent von Deutsch-Ostafrika Herr Alfred Lipowsky. Exzellenz General von Liebe r t, der frühere Gouverneur von Deutsch-Ost- afrifa (ein Jugendfreund unseres Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg von der Kadettenanstalt her), schreibt u. a.: Den technischen Ausbau unserer schönsten und größten einstigen Kolonie (Deutsch-Ostafrika) verdanken wir in erster Linie dem genialen wackeren Kolonial-Baumeister und Baureferenten und O st afrikaforscher (auch der Landessprachen, Sitten usw.) Alfred Lipows- k y, dessen Name für alle Zeiten fortleben wird in der ruhmreichen deutschen Kolonialgeschichte. Lipowsky ward 1895 als erster hessischer Beamter (vom Hessischen Ministerium, Abteilung für Eisenbahnwesen, damals tätig bei der Neubau-Abteilung der Oberhessischen Vogelsbergbahn Lauterbach —Gedern) ins Auswärtige A m t (Kolonial-Abteilung) berufen für Deutsch- Ostafrika. Unter allen Gouverneuren war Lipowsky , in Deutsch-Ostafrika tätig. Er gehörte auch der , Reichs-Gesundheitskommission in den Kolonien an, die einst von dem bekannten Arzt- [ forscher Robert Koch 1896 ins Leben gerufen [ wurde. Viele hohe Auszeichnungen sind Lipowsky ' im Krieg und im Frieden zuteil geworden. Lipowsky ■ hat in Gießen, Butzbach, Friedberg und Lauterbach Oas neue Sprengstoffgesetz in Oesterreich tritt in Kraft. Die verdächtigen Wadenstrümpfe. ~©ien, 19.Juli. (DNB.) Die Frist für die freiwillige Ablieferung vonSpreng- st o f f e n läuft in der Nacht zum Donnerstag ab. Mit Rücksicht auf diesen Termin herrscht in der Bevölkerung eine gewisse Spannung, ja Beunruhigung. Man fragt sich, ob die zahlreichen, jetzt anhängig g^ wordenen Standgerichtsprozesse tatsächlich alle mit Todesurteilen abfchließen roer» den, oder ob die jetzt angefallenen Strafsachen noch mit den milderen Strafen geahndet werden. Für den Fall der Verhängung von Todesurteilen ist man um die weitere Entwicklung der Dinge sehr besorgt. Besonders aus der Provinz wird eine beträchtliche Erregung und Spannung gemeldet. 2ßie mitgeieili wird, soll eine L i st e der abgeliefe r t e n Sprengstoffe veröffentlicht werden. Die Meinungen über die Menge der abgelieferten Sprengstoffe gehen auseinander. An zuständiger Stelle wird versichert, daß sie beträchtlich s?i, während man aus privater Quelle erfährt, daß die Ablieferung von Sprengstoffmaterial weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Aus dem dritten Bezirk wird wieder ein Sprengstoffanschlag gemeldet. Eine Person wurde dabei schwer verletzt. In Waldenberg (Oberösterreich) wurde ein Spreng- stoffanschlag auf ein Pfarrhaus verübt, der großen Zwar ist bisher von den Gefahren eines ostasiatischen Konfliktes nur geredet worden, und gewiß ist nicht zu beftreiten, daß alle Propheten kriegenscher Verwicklungen in Dftafien bislang unrecht gehabt haben. Aber der Grund hierfür ist deutlich. Japan war bisher so stark, daß keine Macht wagen konnte es anzugreifen. Die Mächte aber, die man als mag- liche Gegner Japans ansehen konnte, haben inzwischen ihre Rüstungen verstärkt, und streben das offen an. Man kann es fomil nicht ganz von der Hand weisen, wenn verschiedene Leute der Ansicht sind, daß noch keine Konsolidierung der japanischen Position seit dem Beginn der mandschurischen Politik eingetreten ist. Und es wird daher jeder verstehen, wenn Japan das Bestreben zeigt, durch eine V e r g r ö ß e r u n g s e i n e r Rüstungen sich die unangreifbare Stellung zu schaffen, die es zur Fortsetzung seiner bisherigen Politik, die man aber durchaus als eine Politik des Friedens ansprechen kann, braucht. Das heißt aber nichts anderes, als daß Japan vor allem seine Flotte auf einen Stand bringen muß, der der jetzigen Machtstellung Japans entspricht. In Europa ist man allzusehr geneigt, zu vergessen, daß die Ergebnisse der Flottenabrustungs- konferenzen sehr stark auf Kosten Japans gegangen sind. Wenn vor etwa zehn Jahren England und Amerika sich einig darüber waren, daß ein motten- standard von 5:5:3 — also auf fünf englische ober amerikanische Einheiten drei japanische — zur Aufrechterhaltung des Status quo in Dftafien notwendig sei, so muß man wissen, daß Japan nur aus Gründen politischer Klugheit damals diese Entscheidung angenommen hat. Das hieß aber nicht, daß Japan die Zuteilung dieser Flottenstärke als für seine Bedürfnisse ausreichend ansah. Da sich inzwischen die gesamten Machtverhältnisse verschoben haben, darf man wohl annehmen, daß es zu einem der Hauptziele der Politik Okadas gehören wird, die Anerkennung der japanischen Gleichberechtigung zur See au erhalten. Wenn französische und englische Blätter sich schon jetzt aus Tokio berichten lassen, daß der Kabinettswechsel in Japan im Hinblick auf die bevorstehende Flottenkonferenz 1935 erfolgt fei so hat eine derartige Vermutung einiges für sich. Allerdings muß man demgegenüber auch feststellen, daß die japanische Regierung bisher ihren Standpunkt in der Flottenftage nicht bekannt gegeben hat aus Gründen, die man verstehen wird; fein Kartenspieler legt die Karten auf den Tisch, bevor das Spiel begonnen hat. An den Vorverhandlungen zur Flottenkonferenz sind die Japaner bisher auch nicht beteiligt gewesen. Trotzdem darf man erwarten, daß die Frage der japanischen Haltung auf der kommenden Flottenkonferenz von den Notwendigkeiten der politischen Lage, wie sie nun einmal in Ost- asien gegeben ist, bestimmt wird. Die Flottenfrage ist für das Jnselreich Japan eine Lebensfrage. Ohne eine Flotte, die allen möglichen Gegnern ebenbürtig ist, kann Japan seine Großmacht- stellung nur schwer behaupten. Es ist daher nur zu begreiflich, wenn als Vorbereitung auf einen solchen entscheidenden Zug der japanischen Außenpolitik, die bewunderungswürdig instinktsichere japanische Politik auch im Innern eine Konzentration der nationalen und sozialen lassen oder abzuändern. Sir Oswald Mosley hat diese Forderungen jedoch energisch ab- gelehnt. Lord Rothermere sagt in seinem Schreiben u. a., er sei niemals der Ansicht gewesen, daß eine Bewegung, die sich faschistisch nenne, in England Erfolg haben könne. Seine Unterstützung für Mosley sei in der Hoffnung gewährt worden, daß Mosley bereit sein werde, sich bei den näch- ft en Wahlen den konservativen Kräf- ten anzuschließen, um die Sazialisten zu schlagen. Sir Oswald Mosley erklärte seinerseits, er könne von keinem seiner Programmpunkte abgehen. „Wir können den faschistischen Glauben nicht aufgeben, denn er bedeutet für uns alles in der Welt. Er trennt uns von allen alten Parteien des Staates, die sich jetzt gegen uns vereinigen. Es ist die Aufgabe der Schwarzhemdenbewegung, das englische Volk zu dem neuen Glauben und System des 20. Jahrhunderts zu bekehren, nämlich zum Faschismus." Da- Kabinett Saito ist nach zweijähriger Amtsdauer zurückgetreten. An ftme Stelle ist auf Vorschlag des Prinzen Saionji em Kabinett unter der Führung des Admirals Okada getreten, eines Mannes, der bisher politisch überhaupt nicht her- Dorgetreten ist, der sich aber der Sympathien der Marine und der Armee in besonders hohem Maße erfreut. In dieser Feststellung liegt auch die Erklärung für den Rücktritt des bisherigen Kabinetts beschlossen. Man hat nicht ohne Absicht einen politisch nicht vorbelasteten Mann zum Ehef des Kabinetts gemacht und hat nicht ohne Grund einen Mann an diesen Posten gestellt, der mit den beiden großen Parteien Japans, dem Seiyukai und Minseito, nichts zu tun hatte: das Parteien- ystem hat sich auch in Japan verbraucht. Die Skandale haben die Stellung des früheren Kabinetts so sehr unterhöhlt, und die Parteien so in Mißkredit gebracht, daß es eben mit der bisherigen Methode nicht mehr weiterging. Auch die großen unbestreitbaren außenpolitischen Erfolge, die das rühere Kabinett für sich buchen konnte, haben das richt verhindern können. Von dem neuen Kabinett ist vor allem ein beit auch des Geringsten Dienst an der Volksgemeinschaft sein und werden kann, wird hier, fach- lich vernünftig und gesinnungsmäßig einwandfrei auch die Führung der Arbeitsstellen in die gleiche Richtung gebracht. In beiden Organisationen der Gemeinschaftsarbeit auf ganz verschiedenen Ledens - , gebieten ist der Platz für jeden schaffenden Un- . ternehmer. In keiner ist Platz für Aus- ; einander setzungen zwischen Betriebs- führer und Gefolgschaft. Hier hat das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit beide, Führer und Gefolgschaft, ohne Mittler aufeinander angewiesen. Hier hat der nationalsozialistische Staat den Treuhänder und seine Sach- verständigen-Beiräte bereitgestellt zur nationalsozialistischen Betreuung einzelner unö allgemeiner Fragen der Sozialpolitik — nicht als Sachwalter von Parteien, die sich selbst ausemander- fetzen und hören sollen, sondern als entscheidende Vertreter letzter Gerechtigkeit. Sozialpolitische Betreuung oder Vertretung in der Wirtschaftsorganisation ist gesetzwidrig und verboten. Ebenso ist „nach dem Willen unseres Führers Adolf Hitler dieDeutfcheAr- beitsfront nicht die Stätte, wo die m a - t er i eilen Fragen des täglichen Arbeltslebens entschieden, die natürlichen Unterschiede der Inter- e fen der einzelnen Arbeitsmenschen aufeinander abgestimmt werden." (Aufruf vom 27. November 1933.) Sache des Unternehmertumes ist es in erster Linie, dem Gesetz des Führers Geltung zu verschaffen. Wer ohne zum Betrieb zu gehören für den Betriebsführer mit der Gefolgschaft über Jutereffenfragen oerhandelt. Han- delt gesetzwidrig. Wer st a t t mit be r (3 e solgschaft mit betriebsfremden Vertretern verhandelt, handelt gesetzwidrig. Wie soll der Arbeiter das Gesetz achten, wenn es sein Betriebsführer selbst nicht tut. Demgemäß weise ich daraus hin: , Jeder Verband, der f o 3 i a I p o 1111 f d) e Jnteressenvermittlung f ur Arbeitgeber betreibt, wird als gesetzwidrig aus- gelöst und der Schuldige verfolgt. Jeder Betriebsführer, der die Gesetze unfe- res Führers nicht achtet, erscheint unfähig, im nationalsozialistischen Staat einen Betrieb zu führern und setzt sich ehrengerichtlicher Verfolgung aus. . Und jeder Betriebsführer sorge durch Mitarbeit in der Arbeitsfront, daß die hohen erzieherischen Gedanken ihrer Schöpfung — und durch Mitarbeit in der Wirtschaft s- f ü h r u n g — die hohen Gemeinschaftsauf- gaben deutscher Volkswirtschaft ihre Verwirklichung sinden. Beide Wege gemeinsam fuhren zur Vollendung des Nationalsozialismus als des Willens unseres Führers. Gegen das Oennnzianieninm EineBekanntmachung des Chefs desStabes der SA. Ich sehe mich veranlaßt, der Oeffentlichkeit mit aller Deutlichkeit folgendes zur Kenntnis zu bringen: Die SA.-Führer und -Männer, die Im Zuge der Säuberungsattion innerhalb der 52t. belastet sind oder waren, sind zu einem Teil beseitigt, zu einem anderen Teil schweben gegen sie Disziplinarverfahren. Aus zahllosen Zuschriften von Denunzianten habe ich ersehen, daß innerhalb des deutschen Volkes eine ganze Reihe von Menschen sich bemüßigt fühlt, die Ehre der anständigen SA.-Führer und -Männer anzugreifen. Als Chef des Stabes der SA. ist es meine Pflicht, mich schützend vor die Ehre der mir anvertrau ten Führer und Männer zu stellen. Ganz ■ abgesehen davon, daß mir als Soldat jegliches Verständnis für Denunziantentum abgeht, bin ich n i ch t gewillt, das Werkzeug kleinlicher. großer : omtlikhen ncn> die zu Mrn Ti- Weden, poften, dei ihnen sNationen, sollen I der Poli- en Wchen- Verbanden, em derorti- n von wei- eiobzei- i am Mitt- ng bereits Canon’11- *-s alb der Insel« nu t>o« 10 ®‘* ‘ 4)1* pro« mut- nt 'Lt<® [tarn'-Die »h«"Lt ha' - $«»''; |i«» «O^J» »* ?' bl, p r e n q . ,5N ab. ' der Be. rul)iguno len wer. V noch - Für ben 'Nnn um W. Be- gliche Er- Etgeteilt Mei. .Spreng- telle wich renb man ^chruna den Er. Aus dem Gnschl^ er vergeht, n Spreng. *r großen San nbruch nbte it. Zunkspruch): inen Durch- . Don allen 'uch der ■gebnis, das lbstschuh i ist, durch uhr mit rbe. Einigt nd Spokane mmunistische den in den rn beschlag, m u n i st e n allgemeinen bereinigten 2IufMung idunV^ sarrien hat losem Wege nenhang mit äfwieglerische a auszu« amerikanische >en. ionier. geschrieben: der Begrün« aedenkt man I Ausbau lesonders miet befindet mann, der ellung W1 altungs'Bau« rr Alfred von L'e« DeutfchE ,enn Aeichs« 'er Kadetten« ichen Ausbau x,?S -edLipow^ ortlebenw'E inialgefchl^ Beamter n füt Eifen' ag l",.Ab« ■s-ts 068 Ja Fort Davis sprangen zwei amerikanische Soldaten aus einem Fenster der Kaserne. Liner wurde getötet, der andere erlitt schwere Verletzungen. Südamerika-Lustpost planmäßig in Natal eingetroffen. Am 11. Juli um 20.58 Ahr traf der Dornier-Wal „Taifun" der Deutschen Lufthansa planmähig mit der für Südamerika bestimmten Luftpost des deut- schen Transozeandienstes in Natal (Pernambuco) ein und beendete damit erfolgreich den 17. Südat- lantikflug der Deutschen Lufthansa. Die Post hatte Deutschland am Samstag, 7. Juli, 13.30 Uhr, verlassen. Postschluß für die nächste Luftpostsendung nach Südamerika ist In Berlin beim Postamt C2 am Samstag, 21. Iull vormittags 11.30 Uhr, in Stuttgart beim Postamt 9 am gleichen Tage 13.30 Uhr. Auskunft darüber, wie die Sendungen aus anderen Teilen Deutschlands am schnellsten den zuständigen Aemtern in Berlin und Stuttgart zugeleitet werden, erteilen alle örtlichen Postanstalten. Deutsche Kriegsschiffe besuchen die Insel Oesel. Die 1. Minensuchhalbflottille Pillau besuchte am Mittwoch d i e Taggabucht an der Nordwestküste von Oesel. Es war dies das erste Mal seit dem Kriege, daß deutsche Kriegsschiffe diese Bucht aufsuchten, wo am 12. Oktober 1917 San- dungskämpfe stattfandyn, die den Beginn zur Eroberung der Insel Oesel durch deutsche Truppen bildeten. Obgleich die Taggabucht völlig abgelegen in einem Teil der Insel Oesel liegt, der durch Landstraßen nicht erschlossen ist, waren zahlreiche Deutsche aus der Hauptstadt Arensburg in Kraftwagen gekommen, um den deutschen Kriegsschiffbesuch mitzuerleben. Der Halbflotillenchef, Kor- vettenkapitän Rüge, der an den Kämpfen um die Eroberung der Insel Oesel teilgenommen hatte, legte I in Anwesenheit des deutschen Gesandten in Estland, I Reinebeck, einer Abordnung von Offizieren und I Mannschaften der Halbflottille und einer großen I Menschenmenge einen Kranz an den Grä-I b e r n der in dem Kampf um die Taggabucht gefal-1 lenen deutschen Seeleute und Soldaten! nieder. Ein zweiter Kranz wurde im Namen des Verbandes der Reichsdeutschen in Estland niederge-1 legt. Die schlichte Gedenkfeier an den einsamen I Gräbern, die vom Hochwald umstanden sind, machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Am Abend lichtete die Halbflottille die Anter und ging mit Kurs auf Pillau in See. Ein bestrafter Gouverneur widersetzt sich mit Waffengewalt seiner Amtsenthebung. Sm nordamerikanischen Bundesstaat Nord- Dakota spielen sich zur Zeit ungewöhnliche Vorgänge ab. Das Oberste Gericht erklärte den S t a a t s g o u v e r n e u r William Langer,! der am 29. Juni vom Bundesgericht des Staates wegen Betruges ander Bundesregie-! rung zu eineinhalb Jahren Gefängnis und 10 000 I Dollar Geldstrafe verurteilt worden war, für unfähig, das Amt weiterzuführen, und verfügte seine Enthebung von diesem Posten. Der Vizeaouverneur Dijon wurde an seine Stelle berufen. Langer erklärte daraufhin das Kriegsrecht und ließ mitteilen, daß er sich jedem Versuch seiner Absetzung mit Gewalt widersetzen würde. Damit brach der Autoritätskonflikt offen aus. Dijon forderte den Befehlshaber der von Langer aufgebotenen Nationalgardisten zum Rück-1 zug auf. Die weiter von ihm verfuchte Einberufung des Parlaments wurde von Langer I widerrufen, jo daß zunächst Ungewißheit darüber bestand, wessen Befehle maßgebend waren. Die Anhänger Langers veranstalteten in der Nacht lärmende Umzüge. Es ist nicht ausgesch assen, daß Bundestruppen entsandt werden, um ßan-1 gers Rücktritt zu erzwingen. Gute Nachrichten aus dem westgalizischen Üeberschwemmungsgebiet. Im südpolnischen Üeberschwemmungsgebiet ist insofern eine leichte Entspannung eingetreten, als der starke Regen zeitweilig nachläßt, so daß der Wasserdruck auf die Flüsse etwas abnimmt. Der Schwerpunkt der Gefahr scheint sich jetzt auf die Weichsel zu konzentrieren. Ihr Wasserstand stieg am Mittwochabend noch, allerdings in etwas langsamerem Tempo. Wenn nicht neue starke Regenfälle einfetzen, kann die größte Gefahr am Oberlauf der Weichsel und der anderen Flüsse bereits als überwunden gelten. Der Verkehr im Üeberschwemmungsgebiet ist vorläufig noch nicht wieder aufgenommen worden. Die internationalen Züge, die normalerweife über Krakau—Lemberg gehen, werden über Kielce umgeleitet. Unterftaatsfefretär Korsak vom Innenministerium berichtete über den Zustand in den gefährdeten Wojewodschaften. Die Zahl der ertrunte-1 nen Personen betrage etwa 100. Der Material-1 schaden fei um so erheblicher, als die Ernte in! vollem Gange war. Die Ueberschwemmung erstrecke sich bis jetzt auf ein Gebiet mit etwa 2 Millionen Menschen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren hätten. Der Wasserstand der Flüsse nimmt ziemlich rasch ab. Zwischen Tarnow und Lemberg ist der Verkehr teilweise wieder auf» I genommen worden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskanzler empfing im Beifein des Staatssekretärs im Reichswirtschaftsministerium Dr. Posse den mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Führers der Wirtschaft betrauten Grafen von d e r Goltz zu einer Besprechung über organisatorische Fragen. Im Rahmen des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft bat | Gottfried Dietrig, der Führer der Haupt- gruppe VI (Leder, Textilien und Bekleidung), Clemens Martini jun., Augsburg, zum Führer der Textilindustrie ernannt. * Der Schweizer Bundesrat hat beschlosfen, das vorläufig auf 14 Tage ausgesprochene Der- bot des .Völkischen Beobachters", des „Angriff" und der „Berliner Börsenzeitung" bis auf weiteres zu verlängern. Der geplante russische Geschwander- flug nach Paris wird voraussichtlich am 28. Juli stattfinden. Das Geschwader wird sich aus den neuesten Typen der russischen Militärluftflotte zusammensetzen. Der Flug der russischen Flugzeuge nach Paris erfolgt als Gegenbesuch für den Besuch des französischen Lustfahrtminifters Cot in Mos- tau. Preise von nur der alten, berühmten Qualität jetzt zum Bekanntmachung! | ^K>r bald einem Jahrzehnt haben i Sie in der„KURMARK"einFabrikat I schätzen gelernt, das jeder Kenner von ( QUALITÄTS-CIGARETTEN als äusser* gewöhnliche Leistung anerkannte. Jahrelang haben gl eich 3 hnen Millionen nur„KURMARK"geraucht und sich stets von neuem an der g!eichmässigenMilde,dem reichen Aroma —' und der Bekömmlichkeit dieser Edel-Cigaretteerfreut. DerDruck derwirtschaftliehen j Verhäl tnisse zwang auch Sie, sich diesen Genuss zu versagen -*> W un aber können Siewiederzu Ihrer „alten Liebe'zurückkehnen .'Xm Die Wirtschaftsbelebung hat uns in den Stand gesetzt.die ■ 3 «• 3 3 3 3 e ■ E E AHM 3 3 3 3 3 5 MM ■<-<&& >.[Xv MW' * E ■ ■ : 4209 V inmnnmimiinnnrmmnnnnmnnmriiinmmnnmmnmmumirmimnimnmnHTiimiinimiuinmnniniinmnimm Am Dorsche Hunsrij dieser bracht. Eltern । alter Zj beim er ober fej We f mir, _ Sestern 2fn 1 Aulja Nne S°b° ft“ 2°°> Dtf S S-eßeN'. Zill', e Zonntak statt. - nicht no priester- Freude & FZ wem E franj 5 Herr leib* zen aus! DerS in Opper priesterl" während (tcrjemin wig, war wirkte er wieder n walter vr 20. U- 15. 1. hören, o 1917 Ge domherr daß hier SBeinben Die 0 Iubelsest men öuri att am 1 Priesters Gott all Priester!' cheir der Die ne auch ba1 des Krc Mora Gesängr tör- uri einsarbi und hu sein be Psarrer verschas mäßige spora i Bayer hin, w daß e katholi big ai Bar ist ein die er wert, lichen ihrer ( bie er । reifte 9 ihm bat hm p ihres e! die süi bleiben ersten schen, i liehe j) Ci'n betont Katholil erziehen dankens, ßen bra ?ein, Heu}, - flat, der ti b'h Kauen >t. zue t°ppen Sv hanbe emem §uchs, fräste tuchen . Etlic Oer Berg -es Schreckens OaS Schicksal der deutschen Himalaja-Expedition. Don X 39. Hager. lieber ganz England entluden sich schwere Ge- Witter mit Wolkenbrüchen. Drei Personen wurden durch Blitzschlag getötet und über 30 Personen erlitten Verletzungen. In vielen Ortschaften kam es zu großen Ueberschwemmun- a e n. Angesichts der langen Dürreperiode wird der Regen in ganz England begrüßt. Auf der in privatem Besitz befindlichen Insel Brownsea bei Oole Harbour ist ein riesiges Buschfeuer ausgebrochen, das bereits einen Teil der Insel verwüstet und 12 Häuser zerstört hat. Die Flammen werden von Truppen, Polizei und Arbeiter- schäft bekämpft. Die Insel ist als Schongebiet für Vögel und Tiere berühmt, von denen I wunderte in dem Brand ums Leben gekommen find. Folgen -er Dürre in LtSA. Fast täglich 4Z°C. - Kein Wasser für Vieh und Aecker. - Heuschrecken und Käferplage. - Typhus und Waldbrände. men. Man kehrte um; auch der zweite Angriff auf den Nanga Parbat war gescheitert. Aber Merkl blieb zäh. Er ließ nicht ab von seinem Plan, den tückischen Geist des Schreckensberges zu bezwingen. Das Reich stellte ihm die nötigen Mittel zur Verfügung, sine Reihe der erfahrensten und besten deutschen Bergsteiger stellten sich ihm freudig zur Seite. Von hohen Hoffnungen begleitet zog man abermals aus, nicht zuletzt gerüstet mit den wichtigen Erfahrungen her ersten Expedition. Inzwischen allerdings erhob sich ein seltsames Wi- dernis. Roch während der Planung und Zurüstung der neuen Expedition kam über London die Nachricht, daß gegen Ende des Jahres 1933 der um diese Zeit verstorbene Dalai Lama, der oberste geistliche und weltliche Würdenträger Tibets, unumschränkter Herr im „verschlossenen Land", ein Testa-1 ment hinterlassen habe des Inhalts: jede neue Hima-1 laja-Expedition wird fortan verboten! Warum | diese feindliche Haltung? Der Dalai Lama begründete sein Verbot damit, daß die letzte englische Mount-Everest-Expedition im ganzen Himalajagebiet -r- furchtbare Trockenheit verursacht habe; der Gott und Geist der Berge habe aus Rache über den Versuch weißer Menschen, in sein Reich einzudringen, zahllose Viehherden, den einzigen Besitz der Bergbewohner, sterben lassen, er habe Seuchen gesandt und Dürre; fortan dürfe drum kein Weißer noch einmal sich solch frevelvollen Unterfangens erdreisten. Nun, dieser letzte Wille des Dalai Lama hat wohl nicht allzu viel auf sich gehabt; vielleicht ist der neue Dalai Lama, übrigens ein Kind von wenigen Monaten, anderer Ansicht als sein Vorgänger; jedenfalls hat man von Schwierigkeiten, die in Tibet sich gegen die deutsche Himalaja-Expedition 1934 erhoben hätten, nicht viel gehört. Alles ließ sich gut an. Unaufhaltsam drang man vor. Wieder hatte man eine Höhe von 7600 M e t e r erreicht, befand sich also in der gleichen Höhenlage wie vor zwei Jahren. Wieder machte sich Merkl mit zwei Begleitern auf zum letzten Ansturm gegen den Gipfel ... —: und wieder sandte der rachsüchtige Geist des Schreckensberges einen furchtbaren Schnee sturm ... Die Zelte mehrerer Lageretappen wehten in die Tiefe, die Lasten stürzten zum Teil zu Tal, wurden vergraben unter den Lawinen, ungeheuerliche Stürme unterbanden jegliche Nahrungsmittelzufuhr von Lager zu Lager, eine Anzahl van eingeborenen Trägern sind erfroren. Und keinerlei Nachricht von Merkl und feinen Begleitern. Die Gefahr, in der sich diese Spitzengruppe seit Tagen befinden muß, ist ungeheuer. Und dennoch ist nicht alles verloren. Durch drahtlose Meldungen wissen wir, daß die übrigen Expeditionsmitglieder aus allen Lagerstufen immer wieder vorzustoßen versuchen in das weiße Reich, in dem Merkl und die Seinen verschwanden. Zudem gehören die Expeditionsführer und seine beiden Kameraden Dr. Welzenbach aus München und Aus Missouri sind mehrere Typhusfälle gemeldet worden. Im südlichen Massachusetts sind mehrere große Waldbrände ausgebrochen. Staatliche Polizei und Abteilungen des Freiwilligen Arbeitsdienstes sind zur Hilfeleistung aufgeboten worden. Gewitterstürme in Tennessee. In Tennessee hat die Rekordhitze nach unge- wöhnlich heftigen Gewitterstürmen ihr Ende gefunden. Der Sachschaden ist groß. Besonders schwer ist der Schaden auf den Maisfeldern und in b e n Wäldern. Der Drahtverkehr ist unterbrochen. Mehrere Personen wurden getötet. Die Zahl der Verletzten beträgt etwa 20. Schwere Gewitter und Wolkenbrüche in England. N. Melaick) aus Ulm — zu den besten und erfahren st enBerg steigern unseres Vaterlandes; sie haben sich schon mehrfach aus den schlimmsten Lagen durch ihr überragendes alpines Können und durch ihre unbesiegbare Willenskraft gerettet. Ganz Deutschland hofft darum heute, daß, wenn sich schon bislang das Schicksal dieser Expedition aufs Haar ähnlich dem der Expedition vom Jahre 1932 gestaltete, auch der Ausklang der gleiche sein wird, falls kein restloser Sieg zu erzwingen ist —: Rettung und Heimkehr und — ein neues „Dennoch!" Aus aller Wett. Verkehrssperre auf der ganzen Bergstraße. Am kommenden Sonntag ist die ganze Bergstraße wegen der 2000-Kilometer-Fahrt von 1 bis etwa 21 Uhr für jeden Verkehr gesperrt. Das Ueberqueren der Bergstraße mit Fahrzeugen ist unmöglich. Nur Fußgänger dürfen an Kreuzungen die Straße in Begleitung eines Absperrpostens überschreiten. Kraftfahrer ö st l l ch der Bergstraße müssen, wenn sie nach Westen zu fahren gezwungen find, über den Odenwald ins Neckartal nach Heidelberg und dort auf der linken Neckarseite unter der Friedrichsbrücke hindurchfahren. Kraftfahrer westlich der Bergstraße fahren nach Osten über Mannheim nach Heidelberg oder näher über Viernheim, Heddesheim, Ladenburg, Ilvesheim, Seckenheim, Heidelberg und dort am Neckar entlang unter der Friedrichsbrücke durch. Bei einem Autounsall ein bekannter national- sozialistischer Journalist Oesterreichs getötet, getötet. Kansas City, 19. Juli. (DNB.) Die Trockenheit der letzten Wochen hat in den Farmgebieten zwischen dem Mississippi und den Rocky Mountains ein noch nicht dagewesenes Elend hervorgerufen. Während der letzten 27 Tage hat die Hitze fast täglich 4 7 Grad Celsius erreicht. In den Nächten sind die Temperaturen nie unter 25 Grad Celsius gefallen. Die Gärten, Felder und Wiesen sind entweder von der Sonne aus» gedörrt oder liegen unter fuß tief em Schmutz staub begraben. Sogar mittelgroße Flüsse find ausgetrocknet. Die Landwirte müssen in ihrer Verzweiflung das Wasser meilenweit herbeiholen, um den Restbestand ihres Gutes zu erhalten. In Westoklahoma wurden am Mittwoch 6 00 Stück Vieh erschossen, da kein Wasser mehr aufzutreiben war. Wahrscheinlich dürfte man sich gezwungen sehen, noch mehrere Hundert Stück Vieh folgen zu lassen. Riesige Viehherden find auf der Suche nach Wasser und nach Weiden. Hunderte von Waggons mit Vieh find auf die Diehmärkte gebracht morden, wo zahlreiche Tiere krepieren. In Montana ist auf den Weiden viel als der Bademeister den Vorfall bemerkte und das Wertstück an sich nahm. Es ist seiner Besitzerin wieder zugestellt worden. vom Schiffslau den Iuß abgerissen. Beim Anlegen eines Personendampfers an der Rüdesheimer Haltestelle geriet ein Matrose des Dampfers in ein Schiffstau, das sich so unglücklich zuzog, daß es dem Matrosen den Fuß aus dem Gelenk riß. Der Verunglückte wurde m das Rüdesheimer Krankenhaus überfuhrt. vierzehnjähriger Junge im Traum aus dem Aenster gestürzt. In Kirchen (Sieg) war ein 14jähriger Junge im Traumzustand ins Fenster seines Schlafzim- mers gestiegen und aus dem zweiten Stockwerk des Hauses in die Tiefe gestürzt. Mit einer schweren Schulterverletzung und einem Kieserbruch wurde er ins Krankenhaus gebracht. Lin Geisterschiff. Ein seltsames Geschehnis wird aus Scapa Flow gemeldet. Dort finden augenblicklich Bergungsarbeiten an dem früheren deutschen Schlachtschiff „Bayern" statt, eines der Schiffe, d05 dort im Jahre 1919 von seiner Mannschaft ver- senkt wurde. Die „Bayern" erhob s i ch am Mittwoch plötzlich zum größten Erstaunen der Bergungsarbeiter vom Grunde der See, stieg etwa 120 Futz bis zur Oberfläche, schwamm etwa eine halbe Stunde und sank dann wieder auf den Grund. Kunst und Wissenschaft. Die Jugend huldigt der 70jährigen Dichterin Ricarda huch. Buben und Mädels der Heidelberger Hindenburg- schule zogen mit klingendem Spiel hinaus zum Haus der Dichterin Ricarda Huch, die ihren 70. Geburtstag feierte. Die Buben fangen mit frischer Stimme Geburtstags- und Freiheitslieder und erweckten den sichtlichen Beifall der Dichterin, die erst vom Hof ihrer Wohnung, dann auf der Straße die sinnreiche Huldigung der Jugend entgegennahm. Sie dankte in herzlichen Worten und gab der großen Freude Ausdruck, die ihr durch die Huldigung der Jugend geworden sei. Erweiterungsbau des Germanischen Museums. Der vom Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aus eigenen Mitteln errichtete, in der Kreditierung durch die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten unterstützte Erweiterungsbau der Gemäldegalerie ist im Rohbau fertiggestellt. Er besteht aus einem Haupt- saal und zwei kleineren Sälen, die alle drei Oberlicht erhalten. Mit der Einrichtung der Säle, die einen Ueberblick über die Deutsche Malerei des Barock und Rokoko enthalten werden, wird soeben begonnen. Damit soll versucht werden, eine in den Sammlungen der deutschen Museen bisher schmerzlich empfundene Lücke zu schließen. Mit der Er- 1 Öffnung der Ausstellung ist für Mitte August zu aus. Der Rennfahrer Sundquist konnte sich mit den beiden Begleitern im letzten Augenblick in Sicherheit bringen. Unter den Rädern, die bereits im Großen Preis von Belgien großes Pech hatten, befand sich auch die Maschine des bei dem Rennen ums Leben gekommenen holländischen Rennfahrers van der Pluym. Die Hitze, die der brennende Wagen ausstrahlte, und die in der Hauptsache durch das Zerspringen mehrerer Sauerstoffzylinder verursacht wurde, war so gewaltig, daß bis auf 200 Meter Entfernung in allen Bauernhöfen die Fensterfcheiben zersprangen. Auch mußten eilige Vorkehrungen getroffen werden, um ein Uebergreifen des Brandes auf die umliegenden Häuser und Heuschober zu verhüten. Meuternde Strafgefangene stecken das Gefängnis in Brand. In Venedig in der Strafanstalt auf der Insel La Giudecca, wo 370 männliche Strafgefangene untergebracht sind, wurde von zwei unzufriedenen Gefangenen unbemerkt ein Feuer angelegt, das sich schnell ausbreitete. In dem dabei entstehenden allgemeinen Tumult versuchte ein großer Teil der Gefangenen aus dem brennenden Gebäude auszubrechen. Gefangenenwärter und Marinesoldaten konnten aber ein Entweichen der Gefangenen verhindern, indem sie sie in einem nicht gefährdeten Teil des großen Strafanstaltsplatzes zusammendrängten und mit aufgepflanztem Bajonett streng bewachten. Es scheint, daß die beiden Brandstifter eine allgemeine Meuterei anzetteln wollten, die aber durch das schnelle Eingreifen der Gefängnisverwaltung verhindert werden konnte. Die italienische Presse schweigt sich bis zur Stunde über den Vorfall völlig aus. Eine Perlenkette nach einem Jahr im Main wiedergesunden. In Miltenberg verlor im vorigen Sommer eine Dame aus Mainz im Schwimmbad eine wertvolle Perlenkette. Wochenlanges Suchen blieb erfolglos. Dieser Tage trat nun zufällig ein Badegast a u f Die Kette und zog sie heraus. Er wollte sie schon wieder ins Wasser zurückwerfen, da sie recyt unscheinbar und verschlammt aussah, Hiobsbotschaft: Seit einigen Tagen werden die führenden Mitglieder der deutschen Himalaja-Expedition nach einem furchtbaren Schneesturm, der die Verbindungskette zwischen den einzelnen Lagern abreißen ließ, vermißt; jede Suche nach den Dreien, nach dem Führer Merkl und seinen Begleitern Wieland und Welzenbach, war bisher erfolglos; man befürchtet das Schlimmste. Da beben die Herzen um das Schicksal dieser Expedition, die im März dieses Jahres startete, begleitet von den kühnsten Hoffnungen des Jn- und Auslandes. Das Ziel war: Besiegung des 8120 Meter hohen Himalajagipfels Nanga Parbat. Er ist der erste unter den dreizehn noch unbezwungenen Achttausendern des Himalaja und des Karakorums, dessen Besteigung in Angriff genommen wurde, früher als der Mount Everest, den die Engländer viermal bestürmten, früher als der Kang» chenzönga, an dem sich die Deutschen dreimal versuchten. Auch die Bezwingung des Nanga Parbat ift der dritte Versuch — und wieder scheint sich dieser Achttausender als ein Berg des Schreckens erwiesen zu haben, als der er bei den Eingeborenen längst gilt. Schon im Jahre 1895 verschwor sich ein Engländer, der hervorragende Bergsteiger Mummery, den Nanga Parbat zu besiegen. Der Slncjriff war kühn angelegt. Aber der Berggeist siegte m diesem Duell gegen Menschengeist und Menschenenergie; er ließ den Engländer ein in [ein Reich, aber er gab ihn nie mehr zurück, er hat ihn behalten, noch heute ist das Schicksal Mummerys unbekannt. Den zweiten Versuch unternahm der zur Zeit vermißte Führer der diesjährigen deutschen Himalaja-Expedition, der bekannte Bergsteiger und technische Reichsbahnobersekretär Willy Merkl aus München. Es war im Jahre 1932. Die Expedition bestand aus Deutschen und Amerikanern. Sie gelangte bis z u einer Höhe von 7600 M e - tern. Der Erfolg schien schon in schier greifbare Nähe gerückt zu sein, man hielt bereits auf dem Gipfelgrat. Merkl und zwei seiner Begleiter schickten sich an, hoffnungsfroh die letzten 600 Meter in Agriff zu nehmen —: da setzte Neuschnee ein; zwanzig Tage lang waren die drei von jedem Lebensmittelnachschub abgeschnitten, die eingeborenen Träger hatte man überhaupt nur bis zu einer Höhe von 6600 Meter hinaufbekommen, in welcher Höhe man bas Hauptlager errichtet hatte, wo fünfzig Traglasten lagerten. In unaufhörlichem heroischen Kampf gegen den weißen Tod kämpften sich die drei Führer nach Wochen wieder abwärts in die Tiefe, gelangten zum Hauptlager. Und hier lag der endgültige Mißerfolg der Expedition klar zu Tage; von den fünfzig Trägern hatten inzwischen dreiundvierzig gemeutert und waren mit ihren Traglasten einfach umgekehrt, heraus aus dem Bannkreis des Schreckensberges. Es war also unmöglich, mit den wenigen verbliebenen Ausrüstungsgegenständen und dem geringen Proviant nachmals Öen Versuch einer Gipfelbezwingung zu unterneh- Bei dem Versuch, einen anderen Kraftwagen zu überholen, fuhr auf der Straße von Wien nach Grinzing ein dänischer Staatsangehöriger mit seinem Kraftwagen in einen Straßenbahnwagen hinein. Don den Insassen des dänischen Kraftwagens wurde der bekannte nationalsozialistische österreichische Journalist Dr. Smetana getötet. Drei Insassen wurden schwer verletzt. Auch der Führer des Straßenbahnwagens trug schwere Verletzungen davon. Der Wagen, den der Däne überholen wollte, wurde von dem früheren König von Spanien gelenkt. In der Begleitung des Königs befanden sich feine Kinder Jnfant Don Juan und Prinzessin Marie Christine. Der Wagen des Königs wurde leicht beschädigt. Line Pechsträhne. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich in der Nähe des holländischen Ortes H a r d e r w y k auf der Landstraße nach Nunspeet. Ein Lastkraftwagen der bekannten schwedischen Motorenfabrik Husqvarna, der sieben Rennmaschinen geladen hatte und auf dem sich der bekannte schwedische Rennfahrer Sundquist mit zwei Begleitern befand, geriet plötzlich aus noch unaufgeklärter Ursache in Brand. Der Wagen brannte mit seinem kostspieligen Inhalt, der aus den sieben Rennmaschinen und einer Tonne Reserveteilen bestand, vollständig Viehverendet. Das Elend wird aber noch durch eine Heuschrecken- und Käfer plage vergrößert. Tausende von Landwirten haben ihre landwirtschaftlichen Betriebe verlassen, um bei den Bundesbehörden in den Landstädten um Hilfe nachzusuchen. Die Bundesregierung hat ihre Nothilfemaßnahmen. —P-- ---- - n » v s auf zahlreiche Gebiete von Oklahoma ausgedehnt. । Hunderte in dem Brand ums Leben gekommen find. rechnen. • Lochschulnachnckten. Die Privatdozenten Dr. Karl Schulte-Kemminghausen in Münster und Dr. Walter Vet » t e r in Breslau find zu nichtbeamteten außerordentlichen Professoren ernannt, ebenso der Privatdozent Dr. Werner Lüttge (Gynäkologe in Erlangen), der Leiter der Hebammenschule in Bamberg ist. Der Ordinarius für Kunstgeschichte an der Universität Leipzig Prof. Dr. Bruhn ist an das deutsche kunsthistorische Forschungsinstitut in Rom, die Bibliotheka hertziana, berufen morden. Der Professor für alte Geschichte an der Universität Breslau Dr. phil. Dr. jur. h. c. Ernst Korne- mann wurde von der philosophischen Universität Budapest zum Ehrendoktor ernannt. Der bekannte Erforscher im deutschen Volkstum Prof. John Meier erhielt zu feinem 70. Geburtstag die große Goldene Goethe-Medaille. Wettervoraussage. Die Tiefdruckstörung bewegt sich ostwärts fort, an ihrer Rückseite fließt kühle Luft abwärts. Diese wird auch bei uns zu wechselhafter Bewölkung, teils auch zu gewitterigen Niederschlägen führen. Auch werden die Temperaturen dadurch nicht mehr so hohe Werte erreichen wie in den letzten Tagen. Mit ansteigendem Luftdruck wird sich aber später die Wetterlage wieder beruhigen. Aussichten für Freitag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, etwas kühler, einzelne, teils gewitterartige Niederschläge. Aussichten für Samstag: Noch etwas wechselhaftes, aber wieder ruhigeres Wetter. Lufttemperaturen am 18. Juli, mittags: 29,8 Grad Celsius, abends 19,2 Grad; am 19. Juli: morgens 18,5 Grad. Maximum 30,4 Grad, Minimum 13,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juli: abends 27,2 Grad; am 19. Juli: morgens 22 Grad. — Sonnenscheindauer 13,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts - Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Von der Reise zurück 4310 D Sanitäts-Rat Dr.Schliephake ist verreist Vertreter die Herren: Dr. Geyer, Seitenweg 73 Dr. Wilhelm Klein, Neuen Gäue 28 Dr. Mehl, Ludwlgetraße 28 Dr. Neumann-Spengel, Gartenstraße 17 _______________________________4208D Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Nervenarzt verreist Gut für die Hitze 03577 Ala Anzeigen-Attiengesellschast; Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen l Gießen / Sthulsivatze 8 Vertretung: Dr. Frobenius Lieblgstraße 21 Denn geradezu köstlich wirkt ein erfrischendes Bad in heißen Tagen. Baden Sie zu Hause. Eine gute Badewanne Ist Ja viel billiger als Sie vermuten. Fragen Sie J. B. Häuser • Am Oswaldsgarten 39S5A Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 llilllllllllllllllllllllllllll Berkau- fe junge in Basse- u.Landbtiliner in jedem Alter lieferbar. 4207D Heinrich Bünch3. Großen - Buseck, Wilhelmstratze 2. llilllllllllllllllllllllllllll Freitag, LV.Juli 1934,nchm.2Uhr MilangdJersleigng in GieOen, iuf der Bath 4: Neue Fensterrahmen ohne Glas, Keller-Fensterrahmen, gut erhaltene gebrauchte Fenster mit Glas, Glas aller Art, Bilderleisten, 1 Kreuzstanze, Räder und Leitern für Handwagen, Werkzeugkasten, Brennholz und Fensterbeschläge. 1 Hobelmaschme, 1 Bandsäge, 1 Fäsmaschine, 1 Elektromotor, Transmissionen und Riemen. Junker, Gerichtsvollz. in Gießen, Wiesecker Weg 16 «»v Tel. 3383. a. last.Haare, Leberfleck., Mutter- mol, Narben, Pickel, Sommer- spross, usw. ents. u. Gar. 1. immer. 12Jahre Praxis. Frau B. Gulden. Svrechst.Freitag Gießen, Hindenburg wall 16, 9—7 Uhr durchgehend. Schlitz. Gießen. Niedershausen, Hungen, den 18. Juli 1934. 4226 D Die trauernden Hinterbliebenen t Emil Lang und Kind Familie Steckenmesser Meine liebe, herzensgute Frau, die treusorgende Mutter ihres einzigen Kindes, unsere einzige heißgeliebte Tochter Frau Elfriede Lang, geb. Steckenmesser ist heute nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 28 Jahren von uns gegangen. Die Trauerfeier findet Samstag, den 21. Juli, vormittags 11% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes in Gießen statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Nr. 166 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Donnerstag, 19.Zuli 1954 Aus der Provinzialhauptstadt. Das goldene Priesterjubiläum des Geistlichen Rats, Dekan Bayer. Der Hochwürdige Herr katholische Pfarrer von Gießen, Johannes Baiser, feiert morgen, am 20. Juli, sein goldenes Priesterjubiläum; am nächsten Sonntag, den 22. Juli, findet die äußere Feier statt. Mittelpunkt eines Festes zu sein, ist gar nicht nach dem Geschmacke dieses schlichten Dolks- priesters. Aber seinen Pfarrkindern darf er die Freude nicht oexbieten, und auch nicht seinen vielen Freunden, die wissend, daß.man erweise Ehre, wem Ehre gebührt, zwar keinen bestellten Lorbeerkranz dem Dekan, Geistlichen Rat und Ehrendomherr widmen wollen, die aber ihren Dank einem selbstlosen Priester Gottes doch einmal von Herzen aussprechen müssen. Der Sohn der Wetterau, an St. Bardos Wiege in Oppershofen am 18. 8. 1860 geboren, hat feine priesterliche Erziehung in Eichstätt gefunden, da während der Kulturkampfjahre das Mainzer Priesterseminar geschlossen war. Darmstadt, St. Ludwig, war seine erste Stelle (13. 10. 1884). Später wirkte er als Kaplan an St. Ignaz in Mainz, dann wieder in Darmstadt, St. Ludwig; als Pfarrver- walter vom 16. 9. 1891 an. Nach Gießen zog er am 20. 11. 1891 als Pfarrverwalter und bekam am 15. 1. 1892 die Pfarrei übertragen. Wenn wir hören, daß er am 20. 9. 1898 Dekan, am 15. 1. 1917 Geistlicher Rat und am 25. 12. 1930 Ehrendomherr wurde, so deuten diese Daten schon an, daß hier ein reiches, fünfzigjähriges Arbeiten im Weinberg des Herrn vorliegt. Die Gießener Katholiken begehen das goldene Jubelfest des Priestergreises in bescheidenem Rahmen durch ein Triduum und einen einfachen Festakt am Nachmittag. Die größten Verdienste eines Priesters sind ja seine verborgenen Leistungen, die Gott allein weiß. Die äußeren Früchte eines Priesterlebens soll man würdigen, weil sie ein Zeichen der Fruchtbarkeit der Kirche sind. Die neue Pfarrkirche in Gießen ist Bayers Werk, auch das neue Pfarrhaus sowie die Erweiterung des Krankenhauses. Außer in der regelmäßigen Seelsorge war der Jubilar auch jahrelang tätig im Gefängnis, in der Klinik, im Lyzeum, in der Militär- und Studentenseelsorge, in katholischer Vereinsarbeit. Die schmucken Missionshäuser in Lich und Hungen mit ihren Kapellen verdanken ihr Dasein der umsichtigen Diasporaarbeit des Gießener Pfarrers. Auch in Grünberg, Laubach und Lollar verschaffte er den zerstreuten Katholiken den regelmäßigen Gottesdienst. In der oberhessischen Diaspora wird kaum eine katholische Station sein, die Bayer nicht kennt. Sein Eifer führte ihn überall hin, wohin ihn katholische Liebe rief. Gebe Gott, daß es ihm noch gelingt, wie er wünscht, die katholische Pfarrkirche der Universitätsstadt vollständig auszubauen. Bayer, der zähe Sohn der oberhessischen Scholle, ist ein geeigneter Seelsorger für Land und Leute, die er von Kindheit an kennt. Es ist bewundernswert, wie der kirchentreue Priester sofort die kirchlichen Belange erkannte und ihnen musterhaft zu ihrer Erfüllung verhalf. Die jungen Akademiker, die er einst gern betreut hat, werden jetzt als gereifte Männer Bayer noch besser verstehen und ihm danken. Seine ehemaligen Kapläne verdanken dem praktischen Sinn, dem vorbildlichen Leben ihres ehemaligen frommen Pfarrers eine Schulung, die für sie ein fortwährender, sicherer Wegweiser bleiben wird. Sah vielleicht einer in ihm beim ersten Moment nur den korrekten Verstandesmenschen, dann mußte er bald auch in ihm das väterliche Herz bemerken. Ein Grundsatz der Diasporaarbeit Bayers gehört betont zu werden. Sein Streben ging dahin, die Katholiken seiner Diaspora zur Selbständigkeit zu erziehen. Gewiß, der Bonifatiusverein hat ihm dankenswert geholfen. Aber der Pfarrer von Gießen drang auch darauf, daß feine Schäflein selbst opferten und sich nicht nur auf fremde Hilfe verließen. 50 Jahre Priester und Diasporapionier — in Treue, Liebe und Eifer — ein goldreiches Leben! Gold stammt aus Erdentiefen, Gold liest man am Meeresstrand, Gold muß im Feuer glühen, Dann gilt es von Land zu Land. Aus herzenstiefer Liebe, Aus Lebens Arbeitsmeer, Aus Schmerzes Flammengluten Stammt auch dein Goldkranz her. Ein solches Gold leuchtet köstlich an einem goldenen Priesterkranze. Ein solches Gold rostet nicht. Ein solches Gold erwirbt verdienten Dank auf Erden und Gottes ewigen Lohn. Gott segne den Jubelpriester! NEOAp. - Amt für Volkswohlfahrt. kreisamlsleilung Gießen. An sämtliche Ortsgruppen- und Stühpunktamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen. Es sind mehrere eilende Sachen, die der dringenden Erledigung bedürfen, abzuholen. Wir ersuchen deshalb jemanden zwecks Abholung dieser Sachen, zu uns, Löberstraße 9, entsenden zu wollen. NS -GemeiNsckaft„AraftdurchZreui>e" Kreis Gießen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonntag, 22. Juli, eine zweite Rheinfahrt. Abfahrt des Zuges ab Gießen 7.59 Uhr, Ankunft in Mainz-Kastel 9.59, Abfahrt des Dampfers 10.30, Ankunft in Koblenz gegen 17, Abfahrt in Koblenz (Hbhf.) 19.28, Ankunft in Gießen 21.30 Uhr. Die Fahrkarten können ab heute auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße, abgeholt werden. Diejenigen, die die Karten noch nicht bezahlt haben, müssen dies sofort nachholen. Diejenigen Karten, die am Freitagabend nicht aügeholt sind, werden am Samstag anderweitig verkauft. Tagung des Sozialen Amtes des Gebietes Hessen-Nassau. Das Gaupresseamt berichtet: In den letzten Wochen fanden seitens des Sozialamtes fast Sonntag für Sonntag in den einzelnen Oberbannen Tagungen statt, zu denen sämtliche Leiter der Abteilung III (Sozialamt) der Banne, die Sozialreferenten der Jungbanne, der Unterbanne und Stämme, die Sozialreferentinnen der Untergaue und Ringe des BdM., sowie die Reichsreferenten der Banne zugegen waren. Um eine einheitliche Aufbauarbeit zu erreichen und die Gewähr dafür zu erhalten, daß die Fragen des Sozialen Amts innerhalb der Hitler-Jugend, des BdM. und des Jungvolks gleichmäßig in Angriff genommen werden, wurden am Sonntag, 15. Juli, die Leiter der Abteilung III, die Aerzte und die Rechtsreferenten sämtlicher Banne des Gebiets Hessen-Nassau zu einer Tagung tm Sitzungssaal der Gebietsführung zusammengerufen. Da sie die Verantwortung tragen für die Arbeit der HI., des Jungvolks und des BdM. in den unteren Einheiten, wurde mit ihnen die gesamte Arbeit des Sozialen Amtes besprochen, um die bis jetzt erreichten Erfolge noch wesentlich zu steigern. Sämtliche Referenten des Gebietes waren anwesend, so daß alle offenen Fragen beantwortet werden konnten. Am Nachmittag erschien auch der Leiter des Sozialen Amts des Obergebietes West und erläuterte, in seinem Vortrag neue Aufgabengebiete der sozialen Arbeit. Die Tagung, die von 10 bis 18 Uhr dauerte, gab den über 60 Teilnehmern wertvolle Anregungen und genaue Richtlinien. Die Behörden der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen. ELP. Seit dem 1. Juli 1934 ist die Verwaltung der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen folgendermaßen geordnet: An der Spitze der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen steht der dem Reichsbischof unterstellte Landesbischof. Dem Landesbifchof treten die beiden geistlichen Oberlandeskirchenräte beratend zur Seite. Sie sind auch seine Stellvertreter in geistlichen Angelegenheiten. Der Stellvertreter des Landesbischofs in Rechtsangelegenheiten ist der Leiter der Landeskirchenkanzlei. Zur Landeskirchenkanzlei gehören: der Leiter der Landeskirchenkanzlei (Amtsbezeich- nuna: Präsident der Landeskirchenkanzlei), fein Stellvertreter, der zugleich der Leiter des Finanzwesens ist (Amtsbezeichnung: Oberlandeskirchenrat), das Hauptbüro und die als Verwaltungsstellen aufrechterhaltenen bisherigen Landeskirchenämter in Darmstadt und Wiesbaden. Der Landesbischof, die geistlichen Oberlandeskirchenräte, der Leiter der Landeskirchenkanzlei und fein Stellvertreter als Leiter des Finanzwesens bilden die Hauptverwaltung. Sie hat ihren vorläufigen Sitz in Darmstadt. Errichtung eines Landespresiepfarr- amtes. ELP. Mit dem 15. Juli 1934 hat der Landes- bifchof der Landeskirche Naffau-Heffen ein Lan - despreffepfarramt — mit dem Sitz in der Landeskirchenkanzlei zu Darmstadt, Mackensenstr. 40 — errichtet. Mit der Versetzung dieses Amtes ist unter der Dienstbezeichnung „kommissarischer Lan- despressepfarrer" der bisherige Pfarrverwalter Rudolf Scheuer zu Mainz beauftragt worden. Der Landespressepfarrer hat die Arbeit des Evangelischen Preßverbandes für Hessen übernommen, der sich am 16. Juli aufgelöst hat. Amtliche Nachrichten über das kirchliche Leben in der Evang. Landeskirche Nassau-Hessen werden nur noch von dem Landespressepfarrer h^rausgegeben. (Landespressepfarrer Scheuer ist ein geborener Gießener, Sohn des hiesigen Postinspektors Georg Scheuer. D. Red.) Schmückt die Häuser zum 146er-Taa! Der Festausschuß zum vierten 116er-Tag richtet im heutigen Anzeigenteil die Bitte an unsere Einwohnerschaft, zum bevorstehenden 116er-Tag die Häuser fe st lich zu schmücken und zu beflaggen. Ferner bittet der Empfangsausschuß um Blumenspenden, damit er zum Empfang der auswärtigen Kameraden einen würdigen Blumenschmuck bereiten kann. Unsere Mitbürger seien auf die heutigen Anzeigen besonders hingewiesen, in der Erwartung, daß sie dem Rufe der alten 116er reichlich Folge leisten werden. Bon der Reichspreffekammer. In Ergänzung meiner Anordnung über die Anmeldepflicht zur Fachschaft des deutschen Zeitungsund Zeitschriften-Einzelhandels bestimme ich auf Grund des § 4 der 1. Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 (RGBl. I Seite 797 ff.) in Verbindung mit der 2. Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 9. November 1933 (RGBl. I Seite 969) folgendes: Bis zum 31. Juli 1 9 3 4 haben sich alle Personen und Firmen, die den Einzelhandel mit Zeitschriften und Zeitungen betreiben, bei der Fachschaft des deutschen Zeitungsund Zeitschriften-Einzelhandels, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 9 bis 11, als Mitglieder anzumelden. Diese Anmeldepflicht umfaßt nicht nur die Inhaber von Kiosken und sonstigen festen Standplätzen, sondern auch alle ambulanten Zeitungsund Zeitschriften-Einzelhändler, sofern diese nicht in einem festen Anstellungsverhältnis stehen. Ich weiße darauf hin, daß die Mitgliedschaft bei der Fachschaft des deutschen Zeitungs- unb Zeitschriften-Einzelhandels Voraussetzung für d i e weitere Berufstätigkeit ist. Fähnlein Goien im Weiikamps. Nur -gut, daß so nahe bei Gießen das ideale Jungengelände eines verlassenen Bergwerks aufzufinden ist. Und noch besser ist, daß gute Herzen Einsehen haben, daß diese steilen Hänge, die Löcher und ertrunkenen Stollen gar nicht schöner beieinander zu denken sein könnten für Jungenspiele und die deshalb das Betreten zu besonderen Kampftagen und unter besonderer Sicherung gestatten. Das Gießener Fähnlein Goten hatte dieser Tage einen schwierigen Wettkampf veranstaltet, der eine außerordentliche Vielseitigkeit zeigte. Sieben Jun- genschaften hatten ihre vier besten Wettkämpfer ausgewählt, die sich in einem Neunkampf zu messen hatten. Irgendwo waren die verschiedenen Gruppen im Gelände, getrennt voneinader, aufgestellt und wurden dann in bestimmten Zeitabftänden zum Kampf gestartet. Mit einem schwer bepackten Affen auf dem Rücken begann dann das Rennen. Zunächst galt es in kürzester Zeit an einem steilen Abhang eine Kochstelle zu schaffen. Bei allen Stationen wurden die Geschwindigkeit, das Gesamtoerhalten und die Leistung gewertet. Tadellos ausgerichtet lagen stets die Tornister neben den Kampfstellen. Mit größtem Wetteifer und in guter Zusammenarbeit bauten jeweils die vier Jungens an ihrer Kochstelle. Da galt es ein Feuerloch, ein Loch für den Topf und ein Abzugsloch zu graben. Jede Mannschaft hatte, trotz der geringen Möglichkeiten etwas Besonderes zu zeigen, bei dieser gestellten Aufgabe, eigene Patente und neue „Kon- ftruftionsgebanfen", die dann auch besonders bewertet wurden. Nachdem die Spaten wieder in Ordnung waren, ging es zur Wink- und M o r f e ft a t i o n. An einer der höchsten Stellen hoben sich die Juligen- geftalten gut ab, die in raschem Tempo Meldungen durchgaben und zwar auf zwei Möglichkeiten der Zeichenverständigung. Viel Mühe steckt hinter dieser Winkerei, die hier so glatt- von statten ging. Jeder Buchstabe will gelernt sein, kein Zeichen darf übergangen werden, da sonst jehr leicht der Sinn der Meldung entstellt werden könnte.__________________ Als auch diese Forderung erfüllt war, ging es rasch einen der Hänge hinunter. Auf der andern Seite wurde das A n s ch l e i ch e n gezeigt. Mustergültig ruhig und unter bester Ausnutzung des Geländes ging es empor bis zur Stelle, wo man seine Kunst im Knoten und Schlingen der Kor- d e l beweisen konnte. Es sind dies alles pur kleine Handfertigkeiten, die jeder Junge wissen mutz, weil er sie stets braucht, aber alle die Kleinigkeiten wollen geduldig geübt sein. Dann folgte der Zeltbau. Die Aufgabe lautete, ein Dreierzelt in kürzester Zeit zu erstellen. Jede Gruppe baut anders, schön, fehlerhaft, die Nähte nach oben, den Eingang in die Windrichtung, richtig ober falsch geknöpft; aber jedenfalls ist es doch so, daß keine Gruppe länger als fünf Minuten brauchte, um ein beziehbares Zelt aufzustellen. Rasch wurde der Bau wieder eingerissen, die Geräte wurden ordentlich hingelegt, die Zeltplane schön gefaltet und dann — begann der sportliche Teil der Kämpfe. Keulenziel-, Weitwurf und Speerweitwurf wurden als erste Leistung verlangt. Danach galt es eine der ertrunkenen Grube zu durchschwimmen, an einer steilen Wand emporzuklettern und als Schlußleistung ein Stück Rad zu fahren. Es wurde viel verlangt. Aber es war so, daß es jeder erreichen konnte, wie es sich ja auch ergab. An jeder Station war ein Schiedsrichter aufgestellt, der die Leistung nach Punkten bewertete. Friedel E i d m a n n , der Führer des Fähnleins, war ständig unterwegs. Hier bremste er, dort feuerte er an, überall gab er acht, daß die Bestimmungen nicht übertreten wurden und daß den Jungen nichts geschehen konnte. Ein ganz neuartiger Wettstreit innerhalb einer Einheit wurde somit begonnen, der eine Steigerung in der Leistung der einzelnen Jungenhaften und Jungzüge mit sich brachte. Der Wettkampf mag wohl auch deshalb mit ganz besonderem Eifer und mit neuer Hingabe getragen gewesen sein, weil er schon in der seligen Unbekümmertheit der beginnenden langen Sommerferien abgehalten wurde. P. Ein Bauer erzählt. XSon Albert Bauer Die Reichsschrifttumsstelle hat Albert Bauers Werk „Das Feld unserer Ehre" in den „Sechs Büchern des Monats" im Juli herausgestellt. Hier ist ein Lebensbild des Dichters, von ihm selbst erzählt. Am 2. Oktober 1890 soll ich in dem kleinen Dörfchen Raversbeuren zum erstenmal in die große Hunsrücker Bauernstube geschrien und es später in dieser Beschäftigung sogar zur Meisterschaft gebracht haben. Manchmal ist es mir aber, als hätten sich meine Eltern gewißlich um zehn Jahre vertan, und mein alter Vater glaubt es wohl halb und halb auch, denn er sagt noch heut ab und-zu, ich hätte wenig oder keinen Verstand, — stimmte die Jahreszahl, müßte er vor paar Wochen mit großem Gebraus eingezogen fein. Meine Vorfahren waren, soweit man von ihnen weiß, Hunsrücker Bauern, — „reiche" Bauern sogar, — allerdings nur nach Hunsrücker Maß. Aber der „richtige" Bauern- und Reicher-MaiMis-Ver- ftand fehlte ihnen wohl doch. Bei der Wahl ihrer Frauen wogen sie nicht, wie es meistens der Fall ist, zuerst in der Hauptsache Aecker- und Wiesenlappen gegeneinander ab, und die Zahl der Erbteile verkleinerte den Besitz mehr, als fleißige Hände beischaffen konnten. So kam es, daß ich in einem richtigen, mittelgroßen Bauernanwesen aufwuchs, Arbeit und Brot genug für die eigenen Kräfte, keinen Zwang, in der Fremde Unterhalt suchen zu müssen, kein Ueberfluß, auch kein Darben. Etliche Wochen vor meiner Schulaufnahme strich ich schon um das Gebäude, und eines Tages hatte der Lehrer Einsicht, ließ mich mit hinein, schenkte mir, — es steht frisch in der Erinnerung, als sei es gestern gewesen, — eine leere Kreideschachtel und einen halben Griffel. Aber in den späteren acht Schuljahren noch vieles mehr. Wenn ich Menschen nenne, denen ich Dank schulde, die mir Rüstzeug mitgaben fürs Leben, mutz ich meinen „Schulmeister" immer mit an erster Stelle setzen. Es ist mir heute noch ein Rätsel, wie er es fertig brachte, daß von den etwa 60 Kindern, die er zu betreuen hatte keines ohne ein bestimmtes Maß von fest eingeprägtem Wissen fortging. Mit Samthandschuhen faßte er nicht gerade an, hielt straffe Zucht wie mein Vater daheim auch. Richtige Bubenstreiche konnten beide darum doch nicht verhindern. Die Spielfreude nahmen sie auch nicht hinweg, und meine Mutter hatte oft Ursache, über viele Dreckspritzer, abgerissene Knöpfe und zahlreiche Risse zu klagen, die sie nach anstrengender Feldarbeit und solcher im Haus und Stall abends, übermüde, wieder in Ordnung bringen mußte. Die Felsenköpfe in „Schach", die Raben- und Habichtnester blieben immer verlockend. Und unser Speicher. Das war der reine Himmelsgarten für mich. Da lagen alte Bücher und Bücherfetzen. Livingstones Reifen nach Afrika und Franklins nach dem Nordpol, deutsche und fremde Geschichte, Sagen, aus einer „Groschenbibliothek' ein dünnes Heftchen in grünem Umschlag: ''M^una von Barnhelm", ein altes Zauber- und Beschwo- rungsbuch. Daß man unfern Herrgott m Periona um Mittsomm^rnacht mit einem Spruch und frisch geschnittener Haselrute usw. herbeizwingen könne, haftet noch halb im Gedächtnis. ßeiber fiel das Buch meinem jugendlich fanatischen Glaubenseifer zum Opfer, es kam ins Feuer. Auf dem Speicher lebte ich alle Zeitalter mit, machte Weltreisen, die wenig Glückliche erst viel später und umständlicher tun können. Oder ich saß im Holzschuppen, strich mit einem Span über die Zahnreihe der großen Sage laut — leise, berauschte mich an der feinen Melodie „Spielmann" tadelte mein Großvater — richtigt schelten habe ich ihn nie gehört. Aber seine Flöte schenkte er deshalb, zur Vorsicht, meinem Vetter. „Schulmeisterchen!" sagte bald unser Nachbar in scherzhaftem Ton mit neckender Gebärde, wenn ich an ihm vorbeikam, denn daheim hatten sie miteinander verabredet, daß ich spater ,,auf die Schul gehen sollte. Das war meinen Wünschen Ersul- fung und machte eifrig im Lernen Jeden Abend hörte der Vater mich ab. Aber als so die Jahre kamen, wurde er krank, lange, ein Jahr und dar- über. Neben der Magd mußte über Sommer ein Ernteknecht eingestellt werden und Tagelöhner. Es war Lebenswende, die ich damals nicht verstand. Bücher und Schule und später weiter lernen das war mein Glaube und Eifer. Niemand sagte ein anderes Wort. Mein Vater war heilfroh, daß (ein Aeltefter aus der Schule ent arten und endlich mithelfen tonnte; mir kam die Erkenntnis und Enttäuschung. Der Vater gab mir die besten Worte, Erklärungen! das koste em -heil-enge d, frembe Leute halten und studieren und hatte hundert andere Bedenken. Und dann hatte er das auf dem Lande allgemein Derbreitete Mißtrauen die Nähre" ließen einen Bauernjungen doch nie durch, kommen. Er machte mich verschlossen, und mehr als einmal habe ich damals meine Meisterschaft aus frühester Kindheit gedämpft und im Verbor.- genen ausgeübt. Aus uralten Wörterbüchern vom Speicher versuchte ich lateinisch und französisch zu lernen, hielt hie und da Nachfrage, suchte Rat, tat einen heimlichen und vergeblichen Gang nach Trarbach ans Gymnasium, plante und gedachte ganz in der Nähe einen Lehrmeister und Vorbereitung zu finden. Vergeblich. Und fand ihn doch, aber auf andere Art. Korn lernte ich schon säen und pflügen, alles, was so Bauernarbeit ist. Inwendig wollten andere Wünsche nicht zur Ruhe kommen. Da kam etwas ganz Neues hinzu. Früher, als kleiner Schuljunge, stand ich gar oft an Großvaters Schrank, schaute durch die Glasscheiben, hinter denen Bücher standen, ungeheuer viel Bücher, freilich auch nach Hunsrücker Maß gemessen. Oft lag ich ihm darum in den Ohren, bettelte und quälte, immer wehrte er ab, hielt den Schrank verschlossen, es wäre noch nichts für mich. Nun war er alt und vergeßlich — starb auch bald danach. Dickleibige Lehrbücher aller Art standen auf den Brettern und mitten darunter zierliche kleine Bände: William Shakespeares sämtliche dramatische Werke, Leipzig 1839, Georg Wiegands Verlag. Ein Band fehlte von zwölfem Sie stammten vom Urgroßvater von Mutters Seite. Nun zehrte ich vom Verstand und der Wohlhabenheit meiner Vorfahren. Es trug mir manches Scheltwort ein und zu Recht: ich konnte die Arbeit darüber vergessen. Hatte ich früher manchmal Worte zusammengestoppelt und gereimt, so mühte ich mich, achtzehnjährig, ein „Drama" zu schreiben, aanz heimlich, im Winter, wenn alle im Schlaf lagen von elf bis eins ober zwei, in eiskalter Stube. Als mein Vater dahinterkam, — es dauerte nicht lange,„ — brauchte ich nicht viel zu reden. Ein Bauer hatte sich um andere Dinge Gedanken zu machen, meinte er, und die aanze Schreiberei würde im Leben nichts Vernünftiges werden. Es machte mich nun vorsichtiger. Aber das Schlimmste kam noch: Meine Schlaf- und „Arbeitsstube" war im zweiten Stock' werk; von dem unter unserem Haus stehenden Nußbaum war sie gut zu übersehen. Meinen Kameraden war er nicht zu hoch, und bald danach hatte das Dorf- gespräch einen neuen, dankbaren Stoff und guten Anlaß für mancherlei spitzigen Schlott. Zweifel kamen mir. War es nicht doch vergeudete Zeit? Konnte man schreiben, ohne etwas gelernt zu haben und in mündlicher Aussprache kaum das Hochdeutsch beherrschte? Und die Dorfmeinung duckte mich gut, und ich duckte mich ihr und wurde zuerst einmal — Bauer. Nur einzelne kleine Sprüche aus jener Zeit erinnern daran, daß doch nicht alles eingeschlafen war. Erst nach dem Kriege regte sich wieder die Lust am Gestalten und Schreiben stärker, aber nicht mehr im Geheimen. Die Dorfmeinung war überwunden, in zwiefacher Hinsicht. Ein Bühnenspiel sollte es werden, und ich hatte noch kein Theater von innen gesehen. „Judas". Mußte die Römerherrschaft nicht ähnlich wirken wie die fremde Besatzung unserer Heimat? Enttäuschte Hoffnungen mußten den Judas zum Verrat getrieben haben, nicht armselige dreißig Silberlinge. Zwei Winter gingen darüber hin, voll Unsicherheit und Zweifel, tastende Versuche, wie bei einem Lehrjungen, der einen Wagen bauen will und nie den tadelnden Meister und Helfer hatte. Auf gut Glück schickte ich die Arbeit an das Stadttheater in Koblenz. Im Sommer kam der damalige Spielleiter zu mir und strich gewaltig zusammen, tadelte, wollte vieles geändert haben. Die Erntearbeiten ließen keine Zeit, solchen Dingen nachzuaehen. Für April 1926 war die Uraufführung angesetzt, — cs blieb bei der Ansetzung. — Lehrjungenarbeit und doch keine vergebliche. Denn durch sie, das war der einzige, aber große Gewinn, wurde ich mit meinem Landsmann Jakob Kneip, der damals in Irmenach an seinem „Hampit" arbeitete, bekannt. In ihm hatte ich endlich einen Menschen gefunden, mit dem ich mich über derlei Dinge aussprechen konnte, der aneiferte und als Freund handelte. . So begann ich denn, durch Kneip ermutigt, mit einer neuen Arbeit, suchte den Stoff aber nicht mehr in der Ferne, sondern daheim, sozusagen hinter dem Ofen. Hunsrücker Schicksale und Geschehen, wie sie in Zwang und Not der kleinen Verhältnisse in jedem Bauernhause einmal Vorkommen können, ließen „Das Feld unserer Ehre" werden. Was nun weiter wird, weiß ich selber nicht. Wohl habe ich eine neue Arbeit unter den Händen, wann sie aber zu Ende geführt wird? Der Vater hat sich damit abgefunden, daß sein Junge halb aus der Art geschlagen ist, — sogar mehr, er wird mir manchmal zu neugierig. Die Mutter hat nie etwas dagegen gesagt, aber die Verhältnisse und der Beruf lassen leider allzu wenig Zeit übrig. Geschne- benes ist wie ein abgetragenes und abgelegtes Kleid, Ungeschriebenes wie eine Bürde. Ich weiß nicht das Warum Und tu es, weil ich muß. Es hält die Arbeit mich. Nicht ich das Werk in Fluß. HimbeereniFrühblrnen'Brombeepen Gelbe. Eöben Deutsche Stenographenschast Gießen Nachdruck verboten! 7 Fortsetzung Bestraftwerdens, ein Leben so ganz ohne Schmutz. I dehnte und streckte die Glieder. (Fortsetzung folgt.) daß so ein Kerl wie er viel zu schade für das Mädel sei. Man hatte die Doppeloerlobung in stanz kleinem Kreise gefeiert, schon allein mit Rücksicht auf ihn, Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Steno- araphenschaft hielt dieser Tage im Hotel Hindenburg eine Mitgliederversammlung ab, der eine besondere Bedeutung zukam durch einen vom Leiter der Ortsgruppe, Herrn Diplom-Handelslehrer- 45. Dehmer gegebenen Rückblick und Ausblick und die Ausgabe der beim Reichsleistungsschreiben der Deutschen Stenographenschaft und bei dem Kreis- leistungsschreiben errungenen Diplome und Oie Ehrung zweier alter, um die Kurzschrift überhaupt und im besonderen um die Ausbreitung und Forderung der Kurzschrift in r ..... """ besonders verdienter Manner, zu gestalten. Er griff noch einmal zurück auf die Gründung der Ortsgruppe, die bekanntlich vor einem Jahr durch Verschmelzung der beiden hiesigen Steno- graphen-Vereine entstand. Die Hoffnungen auf verdoppelte Lehrgangsteilnehmerzahlen und daraus sich ergebende wesentliche Erhöhung der Zahl der laufenden Kurse, zu denen mvn sich auf Grund der verdoppelten Mitgliederzahl berechtigt glaubte, hatten sich leider nicht in dem erwarteten Maße erfüllt Wesentlich besser wurde der Kursusbesuch im ersten Halbjahr 1934, als die Lehrgänge auf die dienstfreien Tage gelegt waren. Wenn trotz aller Schwierigkeiten 6 Kurse durch- gesührt werden konnten, von denen allein der Lehrgang zur Vorbereitung auf die Geschäftsstenographenprüfung in 150 Silben von 45 Teilnehmern besucht wurde, so spricht das für die Tatkraft der führenden Männer, zeigt aber auch, daß ein großer Teil unserer Jugend erkannt hat, daß die Be- auffälligkeit und Gründlichkeit nur in einem Lande wie Rumänien mit seinen weiten, kaum von der Zivilisation berührten Gegenden möglich war. Immerhin — es gab einen ganz anderen Haltepunkt, wenn man Unterlagen dafür besaß, daß nichts mehr zu befürchten sei. zustellen. Herr H anstein dankte für die anerkennenden Worte und gab einen kurzen Ueberblick über sein über 40jähriges Wirken für die stenographische Sache. Die Versammelten folgten den Ausführungen der Redner mit sichtlichem Interesse und dankten ihnen mit reichem Beifall. Damit war der offizielle Teil beendet. In geselliger Unterhaltung blieb man noch einige Stunden beisammen. herzliches Ding. Einmal ertappte er sich in einer Anwandlung von Ehrlichkeit bei dem Gedanken, Förster; die Vermessungsreferendare Dipl.-Jng. Heinrich Geißler in Hungen und Dipl.-Jng. Wilhelm Ohl in Darmstadt zu Vermessungsassessoren; der Hilfsamtsgehilfe an der chirurgischen Veterinärklinik in Gießen Versorgungsanwärter Heinrich Momberger zum Amtsgehilfen an der Oberrealschule am Friedrichsplatz in Offenbach vom Tage des Dienstantritts an. ** Evangelisch-kirchliche Personalie. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen hat dem Pfarrer Gustav Z e h f u ß in Hopfmannsfeld die erste evangelische Pfarrstelle in der Stadt Schlitz übertragen. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Juli 1934 verstorben in unserer Stadt: 2. Emma Lapp, geb. Löser, 76 Jahre alt, Seltersweg 73; 2. Georg Jung, Bahnschlosser i. R., 88 Jahre alt, Teufelslustgärtchen 3; 3. Wilhelm Schneider, Reichsbahnsekretär i. 9t., 65 Jahre alt, Weserstraße 27; 5. Anna Josefine Strauch, Kassiererin, 45 Jahre alt, Friedrichstraße 16a; 9. Katharina Hahn, geb. Schimmel, Wwe., 72 Jahre alt, Mittelweg 14; 10. Martin Johann Umbeer, Invalide, 59 Jahre alt, Asterweg 72; 14. Jakob Kunz, Reichsbahnassistent i. 9t., 86 Jahre alt, Liehigstr. 24; 14. Karl Heinz Schulte, Student der Veterinär-Medizin, 19 Jahre alt, Leihgesterner Weg 16. ** Keine Enteneier bei der Herstel - lung von Speise-Eis. Das Reichsgesundheitsamt weist darauf hin, daß Enteneier des öfteren ZweiMnnrr und Hilda (Roman von Hermann W. Walber. Ucheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) zufrieden sein." Und es kam ihr dabei der Gedanke, ob es wohl möglich fein würde, mit diesem ihrem Jungen, wie sie ihn gern nannte, gemeinsam ein neues Leben aufzuzimmern, ein Leben ohne Falsch, ohne Betrug und ständiger Gefahr des Entdeckt- und unserer engeren Heimat belonöers veroienier u/iunner, der Herren Franz Hanstein und Alexander K a r n b a ch. Die Ver- ammlung war sehr gut besucht. Nach einigen Worten der Begrüßung gab der Leiter der Ortsgruppe, Herr Diplom-Handelslehrer D e h m e r einen längeren, eingehenden Bericht. Er beleuchtete die bisher geleistete Arbeit, stellte die Mängel heraus, führte aber auch die großen Er- olge der Ortsgruppe in der Ausbildungsarbeit vor Augen, für die der beste Beweis das hervorragende Abschneiden der Gießener Wettschreiber bei den diesjährigen Leistungsschreiben sei, und zeigte dann die Wege, die beschritten werden müssen, um die Aktivität noch mehr zu steigern, die Arbeitsbasis zu verbreitern und die Ausbildung noch intensiver Fest des Neffen wegen Erkrankung nicht teilnehmen zu können. Daß ein Onkel Bernhard überhaupt nicht existierte, daß das Schreiben und die Blumen ebenfalls von Hans von Kirchhofen selbst besorgt waren, ahnte natürlich niemand von der Festgesell- chaft. Kurz und gut: er war seinem Ziel ein beträchtliches Stück nähergekommen. Derjenige, der in den Geyerling-Werken bis vor kurzem befahl, dürfte längst nicht mehr unter den Lebenden weilen. Mochten sie zu Tausenden sich auf die Suche begeben, niemand würde Wolterstorff lebendig wieder- inben. Er, Kirchhofen, war sein Nachfolger, Herr- cher über ein großes Arbeiterheer, Verfüger über Millionenwerte. Von der Schwiegermutter war ihm bereits angekündigt, daß sie ihn zum Direktor bestellen wolle, wenn auch unter dem Vorbehalt einer Neuentscheidung bei etwaigem Auftauchen Wolters- torffs. Nun — er wußte, daß er dessen Rückkehr nicht zu befürchten brauchte. Was hinderte ihn also, jetzt schon zu wirken, als habe er allein zu bestimmen. Die beiden Frauen, Hilda und ihre Mutter, würden bald so tanzen müssen, wie er es ihnen diktierte. Es mußte hierfür nur noch erst einige Zeit ins Land gegangen sein. Es klopfte. Er drehte sich vom Fenster nach der Tür hin. Die Sekretärin reichte ihm eine Karte. Spannung trat in seine Züge. „Bitte!" Er machte eine Handbewegung, die besagen sollte, der Fremde möchte eintreten. Es war Alexander Prachianu, der nach wenigen Augenblicken vor ihm stand. Er begrüßte den Rumänen lebhaft, und er konnte es kaum vor Erwartung aushalten, so gespannt war er auf dessen Bericht. Was er zu hören bekam, befriedigte ihn ungemein. Prachianu hatte, wie er erzählte, Wolterstorf nach dem Ueberfall in die unzugänglichen Berge Rumäniens verschleppt, wo dann eine Kugel seinem Leben ein Ende bereitete. Sein einsames Grab würde niemand auffinden. Wolterstorffs Leben war ausgelöfcht. der so gaiu allein in der Welt stand. Nur ein paar entfernte Verwandte schickten Glückwünsche. Daß es sich um Bekannte mit vornehmen Namen aus dem Kreise Mya Körbers handelte, die er eigens zu dieser Glückwunschaktion so gewissermaßen engagiert hatte, wußte natürlich nur er. Just als man beim Kaffee saß, traf ein prächtiges Blumenarragement ein mit einem Gruß Bernhard von Kirchhofens, der schriftlich sein Bedauern ausdrückte, an dem Diese zwei Jahre, die sie älter war, bedeuteten doch keinen gewaltigen Unterschied, und Geldmittel hatte sie zur Genüge, um sich das Dasein sorgenfrei zu gestalten. Den Jungen da würde sie schon ganz nach Geschmack zurechtstauchen. Das Feuer der Liebe und Leidenschaft leuchtete auf Prachianus Antlitz. Für diese Frau würde er sein Letztes hergeben, und immer würden ihre Wünsche für ihn Befehl sein. * Jarow Santikoff wußte, daß seine Burg, die übrigens schon stark verfallen war, ihm sicheren Unterschlupf bot. In diese Felseinöde wagte sich so leicht kein Polizei- und Militäraufgebot, und mochte es noch so groß sein. Uebrigens lag es auch nicht in der Absicht der Regierung, gegen die Bewohner dieser Gebirgsdörfer mit ihren von der Natur ausgestatteten Befestigungen etwas zu unternehmen, solange sie in der Passivität, wie sie die letzten Jahre üblich war, verharrten. Warum sollte sie unnütz gegen Santikoff vorgehen, wo er selbst doch merklich Zurückhaltung übte. Wie lange hatte man nichts mehr von ihm gehört! Würde man gegen ihn zu Felde ziehen, so wäre das gleichbedeutend gewesen mit der Eröffnung eines gefährlichen Kleinkrieges gegen die gesamten Derglandbewohner, deren ungekrönter König Santikoff gewissermaßen war, und für dessen persönliche Sicherheit sie alle durchs Feuer gingen. Santikoff befand sich gegenwärtig auf einer seiner vielen geheimnisvollen Reisen. Vor ein paar Tagen hatte er seine Burg verlassen, nicht ohne besondere Sicherungsanordnungen für den Mann zu treffen, der seit etwa acht Tagen sein unfreiwilliger Gast war. — Heinz Wolterstorff sah sich, als er zum ersten Male seit dem auf in verübten Ueberfall — es war etwa vierundzwanzig Stunden nachher gewesen — die Augen ausmachte, in einem Raum, der sehr dürftig eingerichtet war und mit feinen kahlen, schmucklosen Wänden äußerst nüchtern wirkte. Er wußte zuerst nicht, was mit ihm los war. Seine Augen irrten umher und es dauerte noch geraume Zeit, bis er mit seinen Sinnen in der Wirklichkeit war. Ja, er erinnerte sich jetzt genau: an die Fahrt mit dem Auto durch lichtvolle nächtliche Straßen, an den Ueberfall, als er den Eingang des Hotels betreten wollte, an feine vergeblichen Versuche, sich der Uebermacht zu erwehren, und dann — Träume — und nichts mehr... Wo war er? Wie lange mochte er besinnungslos gewesen fein? Weshalb dies alles? Und was wollte man von ihm? Er erhob sich von feinem harten Lager und Hans von Kirchhofen sah. durch das Fenster in den Hof, auf dem ein dauerndes Kommen und Gehen von Menschen zu beobachten mar. Autos fuhren ein, wurden beladen und schafften die Lasten weg. Aus den gewaltigen Schornsteinen zogen lange, dicke Rauchfahnen. Dumpf dröhnte das Lied der Arbeit, das Stampfen der Maschinen, das Surren der Dynamos zum Kontorhaus herüber. Ein breites, zufriedenes Lachen zeigte sich auf feinem Gesicht — und er war stolz auf sich. Als Junge schon, der kaum denken und sprechen konnte, war er zu allen Menschen hingetreten, hatte auf feine Umgebung ringsherum gezeigt und geplappert: Alles mein! Dasselbe Gefühl beherrschte ihn geaenroärtig: Hier über alles dies bin ich der Herr! Ich bin es zur Stunde zwar noch nicht völlig, aber es trennt mich nicht viel mehr davon. — Seit einer Woche war er der offizielle Bräutigam der Erbin dieses riesigen Werkes und Vermögens. Ironisch zuckte es in feinen Mundwinkeln. Gott ja! War das eine langweilige rührselige Geschichte gewesen an dem Verlobungstage. Verrückt, wie sich dieser Becker und seine Liesgreta benahmen. Für sie war die Umgebung nur noch Luft. Nun ja, er selbst hatte sich auch seiner Hilda mehr als sonst üblich widmen müssen. Erst kam er sich etwas lächerlich vor in der Rolle des zärtlichen Bräutigams. Schließlich war er aber doch warm geworden dabei. Die Hilda war ein herrschuna der Kurzschrift unerläßliche Voraus- etzung für ein Vorwärtskommen ist. Der Redner führte weiter aus, daß Die bisherigen Erfolge erfreulich gewesen seien, daß aber diese nur ein Ansporn zu weiterer, noch intensiverer Arbeit sein könnten. Es soll in den kommenden Mona en erreicht werden, daß ein noch größerer Prozentsatz der gegenwärtigen Mitglieder die Lehrgänge besucht und sich überhaupt aktiver in der Ortsgruppe beteiligt und außerdem diejenigen, die noch nicht tenographieren können, zur Teilnahme an Den An- ängerfurfen gewonnen werden. Nachdem schon lange die Beherrschung der Kurzschrift eine Voraussetzung zum Ausstieg un kaufmännischen Beruf war, muß jetzt auch bet jeher Prüfung im staatlichen und behördlichen Verwaltungsdienst, bei der Polizei sowohl wie bet der Reichswehr die Kenntnis der Kurzschrift und eine gewisse Schreibgeschwindigkeit nachgewiesen werden. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen möge, zum Leistungsschreiben der Deutschen Stenographen in Frankfurt a. M. tm nächsten Jahr nicht mit 50 oder 100, sondern mit 200 Wettschreibern zu erscheinen und hervorragende Leistungen zu erzielen. . ,. , _ Anschließend nahm Herr Kretsgebietsfuhrer K. H. Kuhl das Wort. Er hatte im Auftrag der Reichsleitung die, wie er betonte, angenehme Pflicht, zwei alten verdienten Pionieren der Kurzschrift, Franz Haustein und Alex. Karn b ach, den ihnen von dek Reichsfuhrung verliehenen Ehrenbrief der Deutschen Stenographenschaft, die höchste Auszeichnung, die von dieser Stelle zu vergeben ist, zu überreichen. Er, der er mit den beiden genannten Herren schon viele Jahre für die stenographische Bewegung zusammen gearbeitet hat, wußte die Verdienste der Geehrten in treffenden Worten dar- Eine Gefahr für daspnbliknm. Zeitschriftenwerber wegen versuchter Erpressung und Beleidigung verurteilt. Wie kürzlich aus Bochum berichtet wurde, ist dort ein Zeitschriftenwerber zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er Hausfrauen in Abwesenheit der Ehemänner aufsuchte und sie zum Abonnement einer Zeitschrift dadurch drängte, daß er ihnen erklärte, ihre Ehemänner würden die größten Schwierigkeiten haben und vielleicht sogar entlassen werden, wenn die betreffende Zeitschrift nicht abonniert würde. Ein ähnliches Urteil ist jetzt in Leipzig ergangen. Wie die „Leipziger Neuesten Nachrichten mitteilen, sind vom Landgericht Leipzig zwei Zeitschriftenwerber wegen Anwendung erpresserischer Werbemethoden ver- urteilt worden. Sie waren bei einer Geschäftsinhaberin erschienen und hatten versucht, diese mit etwa folgenden Worten zum Bezug einer illustrierten Zeitschrift zu veranlassen: „Wir können Sie natürlich nicht zwingen, die Zeitschrift zu nehmen, aber S i e kommen dann auf emeLlste, und die Parteimitglieder werden aufgefordert, nur bei denen zu kaufen, die die Sache unterstützen. Die Frau ließ sich dadurch einschüchtern und be- teilte die Zeitschrift vor allem deshalb, weil sie ürchtete, daß ihr Sohn, der SA.-Anwärter war, onst Schwierigkeiten haben könne. Ser Sohn machte das Abonnement jedoch schriftlich bei Der Buchhandlung, für die der Werber arbeitete, rückgängig. Der Erfolg war, daß am nächsten Tage gleich vier Werber in das Geschäft kamen und die Frau und ihren Sohn zur Rede st eilten. Sie bedienten sich dabei so beleidigender Aeußerun- gen, daß ihnen die Tür gewiesen wurde. Wegen Beleidigung und versuchter Erpressung erhielt der eine Werber sieben Wochen Gefängnis, der andere nur wegen Beleidigung 30 Mark Geldstrafe.. Der Vorsitzende der Strafkammer betonte in der Urteilsbegründung ausdrücklich, daß derartige Fälle keineswegs leicht genommen werden dürften, weil Werber, die mit solchen Methoden vorgingen, eine Gefahr für das Publikum bedeuteten. Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben, das Bund 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat, das Pfund 15 bis 18, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 12, Kartoffeln (alte) 5% Ps., der Zentner 5,50 Mk., (neue), das Pfund 8 bis 9 Pf., Frühäpfel 20 bis 30, Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 25 bis 30 Himbeeren 10 bis 20, Birnen 20 bis 25, i Aprikosen' 20 bis 25, Kirschen 20 bis 25, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 15, Johannisbeeren 115 bis 18, Pflaumen 15 bis 25, Mirabellen 30 bis 35 junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Cinmach- gurfen 2, 3 bis 5, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 8 Ps. Bornotizen. —Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Leise flehen meine Lieder". — A.-D.: Zusammenkunft der Damen in Annerod. * ** Ernennungen. Laut Bekanntmachung des Personalamts des Hess. Staatsministeriums wurden ernannt: der Oberforstrat Otto Löb er bei der Abteilung Id (Finanzen) des Hess. Staatsministeriums — Forstabteilung — vom 1. April 1934 an zum Vorsitzenden der Prüfungskommission für Hüften an der Grenze. „Der Burgherr ist völlig im Bilde, und für Wolterstorff besteht keine Gefahr, wenn er nicht selbst eine solche heraufbeschwört", fügte Prachianu hinzu. „Es genügt ein bestimmter Wink von meiner Seite, und Wolterstorff kann gehen, wohin er will." „Gut!" unterbrach ihn die Frau. „Aber vorerst sitzt er sicher, wie ich höre, und es darf nichts zu seiner Befreiung unternommen werden, weil der andere noch nicht reif ist." „Und mein Lohn, Mya?" Sie sah ihn mit einem Blick an, der seine Sinne trunken machte. „Wenn ich am Ziel bin, wirst du mit mir Träger von Krankheitserregern seien. Enteneier sollten deshalb nur in gekochtem Zustand genossen werden. Dor der Verwendung von Enteneiern bet der Herstellung oder Zubereitung von Speise-Eis müsse gewarnt werden. , , ,, ** Platzmusik der Re i ch sw e h r k a p e 11 e. Am morgigen Freitag um 18 Uhr De^anfto^t.e^una fere hiesige Reichswehrkapelle in starker Besetzung und unter Hinzuziehung des Spielmannszuges des Bataillons ein Platzkonzert in der Anlage am Hitler-Wall und zwar vor dem Liebrgsdenkmal. Eine besondere Note erhält das Konzert diesmal neben der Teilnahme des Spielmannszuges durch die Mitwirkung des Männerchores der 2. Kompanie. Das Konzert bringt vaterländische Musik, u. a. auch Märsche für Fanfarentrompeten, die sich einer besonderen Beliebtheit erfreuen. Das Programm ver- zeichnet im Einzelnen folgende Darbietungen: 1. Der 116er-Marsch (Krauße); 2. Vaterländische Fest- ouoertüre (Zimmer); 3. Deutschland höre wieder! (Sonnet), Männerchor der 2. Komp. J.-R. 15; 4. Fantasie über das Lied: „Horch die alten Eichen rauschen" (Stiberitz); 5. zwei Märsche für Fanfarentrompeten: a) Reichsritter-Fanfare (Prager), b) Adolf-Hitler-Fanfare (Blume); 6. zwei Marsche mit Spielleuten: a) Parademarsch der langen Kerls (Roland), b) Preußens Gloria (Piefke). . ** Letztes Militär konzert in Der Bergschenke. Der gestrige Mittwochabend brachte in der Bergschenke den Abschluß der Militärkonzertreihe, die von dem Musikkorps unseres Bataillons unter Leitung von Obermusikmeister Krauße ausgeführt worden war. Die bereits in früheren Konzerten gebotenen, weit über dem Durchschnitt stehenden künstlerischen Leistungen des Orchesters hatten auch gestern wieder zahlreiche Zuhörer angelockt, denen von der Kapelle einige genußreiche Stunden bereitet wurden. Das sorgfältig zusammengestellte Programm brachte u. a. Die bekannten Darbietungen von Lortzmgs Ouvertüre zur Oper „Der Waffenschmied", Verdis Szenen aus der Oper „Der Troubadour" und Szenen aus der Oper „Madame Butterfly" von Puccini. Viele bekannte Melodien hörte man bei der Wiedergabe des Portpourris über Wiener Meisteroperetten „Von Wien durch die Welt" in der Vertonung von Hruby, dem der ausgezeichnet zum Vortrag , gebrachte Walzer „Aquarellen" von Strauß folgte. Besondere Erwähnung verdienen das Marine- : Tongemälde über das „Deutsche Flaggenlied" von Thiele und das mittelalterliche Tonbild in Marsch- > form „Landsknechte auf dem Marsch" von Schme- ling, die in ihrem Stimmungsgehalt vom Orchester : vortrefflich ausgeschöpft wurden. Sehr wirkungs- Berliner Kriminalfpezialiften eilten nach Bukarest, um Nachforschungen anzustellen. Sie arbeiteten in korrekter Weise mit der Dortigen Polizei zusammen. Indessen — je mehr man sich mit dem Fall beschäftigte, um so geheimnisvoller und dichter und damit undurchsichtiger wurde er. Nachdem Prachianu gegangen war, setzte sich Kirchhofen mit der Geheimrätin in Verbindung und bat sie um Einwilligung zur Verdoppelung der Prämie für die Auffindung Wolterstorffs. Sie war ohne weiteres damit einverftande'' und freute sich insgeheim über den Edelmut und die Hochherzigkeit ihres Schwiegersohnes, dem sehr daran gelegen schien, dem Verschollenen auf die Spur zu kommen. — Prachianu nahm inzwischen einen Wagen und ließ sich nach Friedenau zu Mya Körber fahren, die nicht wenig erstaunt war, als der Rumäne unerwartet vor ihr stand. Sie erwartete seit geraumer Zeit eine Nachricht, daß er sie persönlich bringen würde, hatte sie nicht geglaubt. Wähnte sie doch Prachianu in Rumänien zur Zeit als unabkömmlich. Ihre erste Frage war: „Tot ober lebendig?" Er lachte laut auf. „Wolterstorff lebt, und er hat sogar alles, was er sich wünschen kann — nur nicht ferne Freiheit." Mya Körber atmete erleichtert auf. Sie hatte absolut kein Interesse daran, in eine Mordaffäre verwickelt zu werden — und sei es auch nur als Mitwisserin. Ihre Absichten zielten nach einer anderen Richtung. Rache wollte sie! Und Wolterstorff war ihr Da nur Mittel zum Zweck. Er mußte eine Zeitlang leiden, weil sie triumphieren wollte. Prachianu erzählte. Er schilderte den Ueberfall vor dem Hotel, zu dem er sich neben dem Chauffeur drei Helfershelfer gedungen hatte, drei, auf die nach alten Erfahrungen Verlaß war, die im Ernstfälle nicht lange fackelten, sondern frisch zugriffen und keine Gefahren scheuten. Er gab dann einen kurzen Ueberblick über die Flucht aus der Hauptstadt und die Unterbringung des Wolterstorff bei einem politischen Bandenführer in dessen burgartigem Schlupfwinkel in den Berg- 1, Kirchhofen händigte Prachianu einen Scheck in 5 der verabredeten Höhe aus und sicherte ihm als I Belohnung einen zweiten Scheck zu, wenn er ihm - Beweise für seine Tat bringe. Nicht, als ob er etwa Prachianus Bericht damit anzweifeln wolle. Die Tatsache, daß jede Spur des Vermißten verwischt schien, sprach dafür, daß ganze Arbeit geleistet worden war — eine Arbeit, wie sie in solcher Un= Gupken»Bohnen*Tom&ten Gienencr Wochcuruarktpreise. * Gießen, 19. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 Mk., Landbutter 1,30 bis 1,35 Mk., Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10%, Klasse A 10L Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, Komi, Iio*,! Fruhine Aymnas 112: ® ch-st«- in. 13.10- ); Mitt« M-zik« lii Wf mittagstoi Volkstum k). Gunther. Hvier. 18: < ' Ä r 6 en > h e f j tnh mbeinem « dn $11 komn tfirben beft< Phelm Ko fteinbad) wurde eurod. i Schot mit dem (»rtwein Hörigen Wo Wäge auf bete, mit: @2 Jahre 1 :a"ti auf Gru Buchung ai Aus * Äus dl ! 3üier Tage u:US eine K Himmel sich! •tiiticn Dran Ms und wc Meter wei scheuer nennen Bem wines Teiles Mn Eingre illnzahl inert «etten. 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Da am 21. und 22. Juli die Ziehung stattfindet, nehme jeder noch die Gelegenheit wahr, sich das braune Los zu erwerben. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Don Wolfram von Eschenbach zu Nietzsche. Hörfolge. 24 bis 1: Nachtmusik. Samstag, 21. Juli: ... genese" oB asten "fim Mann aus Wahnbach, der für eine Versiche- ifgsgefellfdjaft tätig war schickte, um sich bte Stroifion zu verschaffen, fingierte Auftrage an jX Arbeitgeberin. Außerdem kassierte er Gelder, hr diese abzulieferm Während der Vertreter der Inllage drei Monate Gefängnis beantragte, er- [ante das Gericht auf eine Gefängnis st rafe ) on vier Monaten. „Ulan verlangt ja vorn Stadtkind direkt nichts, aber wenn es in der Ernt' ein wenig zugreift, dann freut es einen doch", erklärte mir die junge, mit Arbeit überlastete Bäuerin. Der andere Junge — und das war der, dessen Mutter sich über die Zustände auf dem Lande beklagte, weil der Sohn von einem jungen Stier geschlagen worden war — war ganz anders: einsilbig, verdrießlich, bequem und anspruchsvoll. Gleich beim ersten Frühstück habe er die Magd gefragt ob es keine Semmel zum Kaffee gebe und statt einem Stückchen Zucker wollte er deren drei in die Tasse, erzählte mir die Bäuerin. So ging es an, und als er auch sonst heimlich an allem Essen herumnörgelte, obwohl es gute, kräftige, wenn auch rauhe Bauernkost gab, war es verständlich daß dieser von zuhause aus offenbar verwohnte Junge keinen inneren Kontakt mit den Bauersleuten fand, wie er bei dem andern Jungen fast vom ersten Tage an hergestellt war. Hinzu kam, daß er selten, und dann nur auf Geheiß, eine Hand rührte, um den von morgens früh bis abends spat angestrengten Leuten etwas zu helfen: er blieb, was nur auch das andere Stadtkind bestätigte, fast immer untätig, lungerte ums Haus herum, neckte und reizte auf der nahen Weide das Vieh, und hierbei geschah es, daß ein junger Stier ausschlug und ihn an den B D^ser Fall war und verlief harmlos, aber nach zwei Seiten hin bleibt er doch aufschlußreich Das Verhältnis zwischen der Bauernfamilie und dem gut gearteten Jungen möchte ich als die Regel, als das Gesunde und Normale bezeichnen. So soll es sein und so ist es auch in den allermeisten Fällen: die Stadtkinder kommen, sind fröhlich und voller Neugier und Tatendrang und erfreuen Bauer und Bäuerin durch ihr lebhaftes Interesse an allem und jedem, kurzum durch ihre Anfangsbegelsterung. Sie wollen Überall dabei fein, nehmen in ihrem schonen jugendlichen Ueberschwang alles für sehr leicht, zug der Feuerwehren mit zahlreichen Fahnen, Spielmannszügen und Kapellen. Eine historische Darstellung des Werdegangs des Feuerwehrwesens gibt dem Festzug eine besondere Note. Etadtvorstandssihung in Alsfeld. und erst, wenn ihre „Hörner einmal abgestoßen find", meinte der Bauer, begreifen sie den Ernst und Sinn der bäuerlichen Arbeit. „Sie benehmen sich eben wie ein übermütiges Jungtier, wenn es zum ersten Mal in den Zug komm!; mit dem mutz man auch viel Geduld und Nachsicht haben." ., . f Man sieht, dieser Bauer hatte die richtige Einstellung zum Ferienkind, das sich nicht abrackern, sondern im freien Spiel seiner Kräfte bewegen und sich in reiner Luft tummeln soll, bei guten Leuten und kräftiger Nahrung. Sie sollen dabei Bauernar - beit, Bauernart und ländliche E i n s a ch - heit kennenlernen, auf daß sie unserem Nayrstand eelisch näher kommen. Darin liegt der hohe, gesund- heittiche und volkserzieherische Wert des Landaufenthalts. Wo dieser Erfolg ausbleibt, sind häufig die Eltern solcher Stadtkinder schuld. Wenn eine Mutter ihr Kind aufs Land verbringen will, so sage sie ihm vor seiner Abreise: Im Bauernhaus gibts von früh bis spät sehr viel Arbeit und ein ganz einfaches, aber gesundes und kräftiges Essen, Hunger leiben wirst du nicht, im Bauernhaus bedient man sich nicht wie zu Hause, dazu hat die Bäuerin des Sommers keine Zeit; auf dem Lande arbeiten auch die Kinder in deinem Alter, also helfe auch du mit wo man dich brauchen kann, und sei artig und folgern; schwere Arbeit wird man von dir nicht verlangen. Nun ist aber auch in der Stadt nicht ein Kind wie das andere, sondern jedes ein Produkt verschie- denartiger charakterlicher Anlage und Erziehung. Schüchterne, zaghafte, ängstliche und schweigsame Kinder brauchen einen Uebergang. Sie haben anfangs vielleicht sogar Heimweh, weil die fremde Umgebung sie bedrückt. Diese Befangenheit wird sich jebod) bald legen, wenn das Kind sieht, daß die Bauernleute gut zu ihm sind. Das Stadtkind darf nicht das Gefühl haben: ich bin ja doch nur da zum Arbeiten! Nein, es soll sich wohl fühlen, es soll sich satt essen können, es soll im Spiel und wandern Land und Leute kennenlernen und regelmäßig mindestens neun Stunden in einem gesunden luftigen Raum schlafen. Kein ehrliebender, tüchtiger Bauer nimmt Stadtkinder auf, um sie in der Arbeit auszubeuten, bei mangelhafter Ernährung und gar schlechter Behänd- lung Wo unrühmliche Ausnahmen vorkommen, da verurteilt der anständige Bauer am strengsten. Zum Schluß noch den Brief , eines Arbeiterkindes, das feit 14 Tagen bei einem Bauern ist: Liebe Eltern! Wie schön es bei unserem Bauer ist, kann ich gar nicht sagen. Ich mache । der Bäuerin alle Tage die Betten und die Morqensuppe und bin bann untertags Kinder- i mädchen für die kleine Gertrud und den lieben Das Stadtkind beim Bauern Von Meta Sanel, Lehrerin. ■ Wickstadt, 18. Juli. Für den vergangenen Ccmstag hatte die A r b e i t s d i e n st a b t e i lu n g 6/2 2 6, Wickstadt, zur Uebergabe unb Ein- Viihung d e s neuen ©peifefaales ber —e-.-cs STUonn mirh in den Mittaas- beschafft werden müssen. § Ulrichstein, 18. Juli. In wenigen Tagen findet wieder der im ganzen Vogelsberg bekannte Jakobimarkt statt. In unserer Zeit, da uraltes bäuerliches Herkommen wieder stärkere Beachtung findet, zeigt sich auch allenthalben in unserer ländlichen Heimat wieder eine Belebung der Märkte und althergebrachten Feste. Vor einigen Wochen konnte das höchste Hessendorf Herchenhain die 575- jährige Wiederkehr seines bekannten Johannimarktes feiern. Der Ulricf) ft einer Satobimarft, der auf das Jahr 1347 zurückgeht, dürfte neben dem Drtenberger Markt einer der ältesten Märkte Hessens überhaupt sein. 1347 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer der Feste Ulrichstein die Rechte und Freiheiten der Reichsstadt Friedberg, und so hat sich seit dieser Zeit, trotz aller Stürme, die über das Bergstädtchen im Laufe der Geschichte bahin- brauften, der Markt bis zum heutigen Tage erhalten. Allerdings die Bedeutung, die er in früheren Zeiten für den Vogelsberg und Oberheffen hatte, ist geschwunden. Die besseren Verkehrsverbindungen brachten mit sich, daß die ländliche Bevölkerung längst nicht mehr so auf diese Märkte angewiesen ist, die größeren Städte und ihre Geschäfte haben immer mehr die Aufgabe übernommen, das Land mit den nötigen Waren und Geräten zu versorgen. So hat auch der Staat, der früher durch den Marktzoll manchen Taler einsteckte, schon lange diese Einrichtung aufgehoben; nur das „Zollhaus am Platze des Marktes erinnert noch jetzt daran. Die Einwohner des früheren Amtsbezirks Ulrichstein schätzen aber noch wie einst ihren „Iobbes - m a a t", die in die Städte Verzogenen kommen an diesen Tagen zu Besuch in die Heimat, alte Freundschaften werden erneuert und neue geschlossen, man , feiert das Fest des Jahres. O0 Als selb, 18. JE. In ber jüngsten S t a dt- vorstandssitzung befaßte man sich mit der Wasserversorgung der Stadt Alsfeld. Im Quellengebiet Oder-Breidenbach ist eine neue Quellbohrung oorgenommen worden, die einen sehr guten Erfolg hatte. Es erscheint jedoch notwendig, eine weitere Dersuchsbohrung zu machen zwecks Erschließung weiterer Quellen. Es wurde beschlossen, eine solche ausführen zu lassen und der Firma Stephan Kuhn in Inheiden zu übertragen. Als Sachverständige wurden zugezogen Oberbaurat Hechler (Gießen) und Oberbergrat Prof. Dr. Diehl (Darmstadt). Aenderung der Verkehrspolizei- Verordnung der Stadt Alsfelb: Es handelt sich hier um die Einführung von Einbah n- ft r ja 6 e n in den engen Straßen der Altstadt infolge des steigenden Verkehrs, sowie um die Ableitung des Lastdurchgangoerkehrs und um die Herabsetzung der Fahrtgeschwindigkeit für Lastkraftwagen innerhalb der Stadt auf 10 Kilometer wegen der Beschädigung der Häuser durch die Erschütterungen. Das Ministerium wünscht hierzu noch die Aeußerung der zuständigen Organisationen des Kraftfahrwesens. Die Vorschläge der Kraftwagenstaffel III/147 und des Motorsturms 21 M/147 wurden mit der Aenderung angenommen, daß die Obergasse zur Einbahnstraße erklärt wird ohne Beschränkung auf gewisse Tageszeiten. Bei der gegenwärtigen Herstellung der Durchgangs st ratzen der Stadt mit einer Teerdecke hat sich auch die Herstellung des Verbindungsstückes zwischen Schwabenr öder Straße und aller Bahnhofstraße entlang der Ludwigstra^ als zweckmäßig erwiesen. Der dafür erforderliche Kredit wurde bewilligt. ~. Für die Alfred - Klo ft e r m ann - S led- lung, eine vorstädtische Kleinsiedlung im Stadtteil Rambach, wurden die Lieferung der Fußboden, der Glaser- und der Schreinerarbeiten, gemäß den Vorschlägen des Bauausschusses vergeben. Die Siedlung, die im Rohbau unter Einsatz des Fre/^'6^ 1 beitsdienstes fertiggestellt ist, soll tm Oktober bezogen „Niemehr würde ich ein Kind einem Bauern anvertrauen, denn es ist ja ohne jede Aussicht und allen möglichen Gefahren ausgesetzt!" meinte fast entrüstet eine Stadtfrau, die mit ihrem Sproßlmg dieser Tage in die Sprechstunde meines Vaters kam. Ihr zwölfjähriger Sohn, der dank meiner Vermittlung feit acht Tagen auf einem Bauernhof weilte, wurde dort von einem jungen Stier geschlagen und leicht verletzt. Da die überängstliche Mütter auch schon von eventuellem Schadenersatz sprach, ging ich dem Fall sofort nach und erfuhr von dem Bauern und seinem Weib folgendes: Das Bauernehepaar hatte ohne langes Ueber- legen auch Heuer wieder zwei Stadtkinder (Buben) für die Dauer der großen Ferien angenommen. Der eine war ein artiger, folgsamer Junge, der vom ersten Tage an überall ein wenig mithelfen wollte und immer froh und zufrieden war. Er half beispielsweise der Bäuerin beim Buttern, trug ihr Kleinholz zu, brachte das Frühstück aufs Feld, kurzum, was er glaubte, seinen noch schwachen und ungeübten Kräften zumuten zu können, das probierte er und Bauer und Bäuerin hatten ihn gern. Bald hals er auch etwas im Feld mit, beim Garbenbinden, zuhause beim Abladen usw. Bellmuth, Adolf Thaler in Leidhecken, Adolf Müller in Ober-Widdersheim, Karl Waldemar Schupp in Ortenberg und Karl Georg Schäfer in Rinderbügen. Zu Beigeordneten im Kreise Büdingen wurden ernannt: Heinrich Carlin Bellmuth, Heinrich Bopp III. in Diebach am Haag, Christian Biehn in Hitzkirchen und Friedr. Otto Hebbel in Ortenberg. Kreis Schotten. <£ Vom Vogelsberg, 18. Juli. Auf hochgelegenen Aeckern mit steinigem Boden bekommen nunmehr auch die Kartoffeln die anhaltende Trockenheit e mpfindlich zu spüren. Teils sind die Sträucher schon abgestorben, teils im Absterben begriffen. Regen kann hier nicht mehr helfen. Der Boden ist bis zu den kleinen Knollen hinab tagsüber brühwarm, was auch die Ursache ist, daß sich an den neuen Knollen schon wieder Wachstumskeime bilden, die man allenthalben feststellen kann. — Der meiste Roggen ist geschnitten. Hinsichtlich der Quantität an Stroh kann man zufrieden sein. Beim Körnerertrag ist ein Verlust zu buchen, da ein großer Teil der Körner durch die große Hitze zur Frühreife kam und schrumpfte, Weizen und Hafer sind inzwischen auch herangereift, die Ernte hat eingesetzt. Ein Ausfall an Stroh und Korn muß leider ebenfalls in Kauf genommen werden, der größte Schaden ist jedoch darin zu erblicken, daß die Kleeuntersaat im Hafer völlig abgestorben ist und im nächsten Jahre an Stelle des fehlenden Klees andere Futtermittel Freitag, 20. Juli: =50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 8|'i: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis ft • Gymnastik. 10» Nachrichten. 11.50: Sozial- üerit. 12: Mittagskonzert I des Symphonie- und Dorchesters Baden-Baden. 13: Saardienst. Nachten 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13 0- Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14 Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: 5t nde der Frau. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: irchmittagskonzert. 17.30: Das Pferd im deut- itin Volkstum. Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Konak Günther. 17.45: Kleine Stücke für Flöte und , iier 18- Stunde der Jugend. Sechs Primaner I Bunte Stunde. 24 bis 2. Nachtmusik. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.2(1: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend! 15.10: Lernt morsen!" 15.40: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 16: Bunter Nachmittag. 18- Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.30: Stegreifsendung. 18.50: Zeitangabe. 19: Eine halbe Stunde Kabarett. 19.30: Franz Baumann singt. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Um- । schau. 20.15: Wiener Bilderbogen. Acht Bilder aus Mens deutscher Vergangenheit. 22.20: Nachrichten. Mr' Flöte und 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Kommissarische Bürgermeister im Kreise Gießen. L kommissarischen Bürgermeistern Eden bestellt: Jakob Hofmann m Bersrod, Mholm Konrad in Odenhausen, Heinrich Rink n 5teinbad), zum kommissarischen B e i g e o r b n e - :et wurde bestimmt Heinrich Launspach in Dpenrob. Ans der Hast entlasten. ' Schotten, 19. Juli. Der im Zusammenhang mi dem Gattenmord der Frau Karollne Dutroein in Kaulstoß, die bekanntlich m der 9or gen Woche ihren Ehemann durch Hammer- Hige auf den Kopf und durch Würgen etmor> je: -, mitverhaftete Vater der Mardern, der Zt Jahre alte Friedrich ftainz aus Kautstotz, ch auf Grund der bisherigen Ergebnisse der Unter- |rc:ung aus der haft entlassen worden. Aus dem nationalsozialistischen Arbeitsdienst. Lrandhllse In Msenheim. ' Aus dem Kreise Büdingen, 18. Juli. Mer Tage war vorn Arbeitsdienstlager Wickstadt au eine Rauchsäule in der Richtung Assenheirn am Simmel sichtbar. In ber Annahme, daß es sich um ein.-n Brand handele, rückte die Abteilung sofort au und war 12 Minuten später an ber zwei Kilo- mtier weit entfernten Dranbstelle, wo eine En euer in Flammen ftanb. Den gemem- jar en Bemühungen ber Assenheimer Feuerwel,., ein s Teiles ber Zivilbevölkerung unb bem tatkraf- tiam Eingreifen bes Arbeitsdienstes gelang es, eine Mahl wertvoller landwirtschaftlicher Maschinen zu retten Die Eindämmung des Feuers war unmöglich, es galt jedoch die umliegenden landwirtschaftlichen Goäube vor bem Uebergreifen bes Feuers zu beeren. Auch hierbei hat sich ber Arbeitsbienst m fyiDorragenber Weife betätigt. Der Bürgermeister vor Assenheirn hat ber Arbeit s b t e n ft a b t e t • |in g 6/226, Wickstabt, für bte Hilfe fernen Dank eiü gesprochen. Arbeitsdienstfest in Wickstadt. ni BUG di- iHv ßch-«" I »e w°g>e (W aujgebot, unb r Absicht ber ler ®tbir9ä , solange sie,n l-te* u Albe '.Vs# ^lne9 Ser ren Hessen -in feiere P&t 61,1 tfkri.s )ten> •?«* it ih?, rte no-h Finnen in beI C itSj Den lrfluin dann werben. m A, Für die Gastspiele b e r R e i ch s w a n d e r - oper (Deutsche Musikbühne Berlin) im fommenben Winter wurde die Garantiesumme für brei Opern- vorstellungen („Fidelio", „Der Wildschütz , „Die Flodermaus") in derselben Höhe wie im Vorfahr "^Hinsichtlich des Erlasses ber Gewerbe^ [teuer aus $illigteit5grunben furba5 Rechnungsjahr 1934 wurde dieselbe Regelung wie in den beiden letzten Jahren, tn Übereinstimmung mit Kreis und Provinz, getroffen b h wenn die Steuerwerte ber enbgulttgen Veranlagur^ um mehr als 20 v. H. hinter der gemeindlichen Veranlagung zurückbleiben, soll eine Ermäßigung ber Steuer aus Billigkeitsgrünben emtreten Unter Mitteilun gen gab ber ®or’^nöLDIn mit odet ausreichend entwickelt und genährt ange. t 7ein"K?rs7s fortgesetzt. Oie neuen Druschpreise. Di- L ° nd - sbauernschas t ft e fj e n-91iah lau hat im Einvernehmen mit bem Facyreseren Ln für Ändrufch b« R-ichsh°uP.abt°,lun^ IV nachstehend Druschpreise f 1 °Sch /un-ndru s ch. Klaff- ' PD Bad-Nauheim, 18. Juli. Zum 2 8. >"erheflifch°n Feuerwehrtag, der m ti Tagen vom 4. bis 6. August in Verbindung : einem großen F-uerwehrsest hier stattfind-t, ir5 an die sämtlichen h-fsifch-w Wehren und ine >-iachbarten preußischen Wehren rund 600 Em- amngen hinausg-gang-n. Nach den bis i-tzt em- PLufenen Anmeldungen darf mit einer Beleck,gung >cn 4000 Feuerwehrmännern gerechnet werden, iier Zahl wie sie bisher wohl kaum ein Provm- Meuerwehrtag zu v-rz-ichn-n hatte. Der Feuer- - chrtag wird Samstag durch Branddirektor B r a u- - ch (Gießens eröffnet Der Sonntag bringt am r ,-mittag eine gemeinsam mit der Ortsgruppe bes i jchslustschutzbundes vorbereitete Luftschutzubung 11 Brandangriff, am Nachmittag den großen Fest- inB gelangte das Posaunensolo aus der Operette Di- Bogelhändler" zu dem Lied „Schenkt man sch Rosen in Tirol" von Zeller zum Vortrag. Mit 1A ausgezeichneten Wiedergabe der Posaunenpar. * rwarb sich der Solist verdienten starken Beifall. Schluß bes Konzerts bilbete ein Kranz vater° inlitoer Weisen aller beutschen Stamme „Das Deutschlanb soll es fein" von Blume, bas mt eqifternbem Schwung zum Vrntrag gebracht 3uOe Der lebhafte Beifall veranlaßte Dbermufit- Liter Krauße nicht nur zum Schluß, sonbern :ud währenb ber Programmfolge zu verschiebenen juiaben. Schöffengericht Gießen Degen fahrlässigen Falscheibes würbe ein Mann :u5 Hungen zu einer Gefängnisstrafe von r: i Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte •oi inern Ehescheibungsprozeß falsche Angaben ge- Hans, die zwei und ein Jahr alt sind. Ich gehe mit ihnen ins Feld spazieren und schaue dort zu. Zu essen habe ich genug, ich trinke viel Milch und das Schwarzbrot mit Butter schmeckt herrlich. (Zs ist aber richtige Butter und keine Margarine, wie Du, Mutter, sie uns aufs Brot schmierst. Und denkt nur, ich schlafe sogar allein in einem Bett und kann mich jetzt so recht ausstrecken, und' morgens scheint die Sonne sogar bis in meine Kammer, so daß Gertrud und Hänschen, die bei mir drin schlafen, in ihren Wiegen daran erwachen. Denkt Euch nur, die Sonne sogar im Schlafzimmer! Und rings ums Haus find Wiesen und Bäume und es riecht nach Heu, nach Blumen, nach Milch und sogar nach Honig! Es ist so schön, daß ich es gar nicht schildern kann. Am Abend kommen manchmal noch andere Kinder zu uns und ich lerne ihnen unsere Ringelreihenspiele hinten auf der Wiese. Am Sonntag hat auch die Bäuerin mitgemacht und da mußte sie mich fangen und hat mich nicht gekriegt; dann gabs noch ein Honigbrot und wir gingen ins Bett. Hier draußen, liebe Mutter, würdest du bald wieder gesund werden, bei Milch und richtiger Butter, und wo die Sonne sogar in die Wohnung scheint. Und ich bin so froh, daß Bati wieder Arbeit hat! Herzlichen Gruß und Kuß Eure dankbare Tochter Helene. Schach-Ecke. Bearbeitet von Otto Den kn er. Problem TU. 371. Bon F. Giegold, Leupoldsgrün. Weiß 4 Steine: Kb8; De2; La3; Bd2. Schwarz 7 Steine: Ka6; Ba4, b5, d7, f4, g3, h3 Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Problem Jlr. 372. Von Professor Rudolf D ü t f ch k e, Glogau (t). Weiß 4 Steine: Ka4; Ddl; Tc4; Sc8. Schwarz 5 Steine: Kd5; Lc3; Bd3; e6, h5. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Partie Nr. 259. Aus der Meisterschaft von Deutschland in Bad Aachen. Gespielt in der III. Runde am 15. Mai 1934. ■ Weiß: Carls, Bremen. Schwarz: Schmitt, Breslau. 1. c2—c4. (Die sog. „Englische Partie".) 1. ..., Sg8—f6. 2. Sbl—c3. (Run kann Schwarz zwischen den oerschiedenLrtigsten Fortsetzungen wählen; z. B. I. 2. ..., d7—d6. 3. d2—d4, Sb8—d7. 4. e2—e3, e7—e5. 5. Lfl—d3 usw. mit Einlenkung in die altindische Partie. II. 2. ..., c7—c5. 3. Sgl—f3, e7—eG. 4. g2—g3, b7—bG. 5. Lfl—g2, Lc8—b'7 usw. III. 2. ..., d7—d5. 3. c4Xd5, SlGXdö. 4. g2—g3!, Sd5Xc3. 5. b2Xc3. Diese Variante möchten wir allerdings nicht empfehlen, da die Aufbaumöglichkeiten für Weiß zu gut sind. Obwohl kein direkter Weg zu sehen ist, der Weiß mit Sicherheit in Vorteil bringt, so bleibt ihm jedoch mindestens für lange Zeit die Initiative vorbehalten. Und dies ist nach fünf Zügen schon sehr viel.) 2. ..., e7—eG. 3. e2 —e4!. (Damit verhindert Weiß, daß Schwarz in die Varianten des Damengambits einlenkt.) 3. ..., d7—d5! (Das Beste. Ein Reinfall wäre 3. ..., Lf8—b4, da nach 4. e4—e5, SfG—g8. 5. Ddl—g4, Lb4—f8 Weiß bereits Gewinnstellung erlangt hat.) 4. e4—e5, d5—d4. 5. e5Xf6, d4Xc3. 6. b2Xc3, Dd8Xf6. 7. Sgl—f3, Sb8—d7. 8. d2—d4, h7—H6. (Schwarz muß schon Sicherungszüge für die auf fG stehende Dame machen. Man kann für den ganzen mit d4 oder c4 beginnenden Eröffnungskomplex die allgemeine Regel aufstellen, daß man Varianten, in denen die schwarze Dame nach fG kommt, vermeiden soll, da sie dort fast immer schlecht steht. In diesen Eröffnungen muß auf fG ein Springer behauptet werden.) 9. Lfl—d3, c7—c6. 10. Ddl—e2, Lf8—d6. 11. a2—a4! (Weiß, das bereits die bessere Stellung hat, greift den schwarzen Damenflügel an, um den Gegner mit neuen Drohungen zu beunruhigen.) 11. ..., b7—b6. 12. 0—0, Lc8—b7. 13. a4—a5! (Damit stellt Weiß seinen Vorteil sicher! Schwarz kann nicht gut b6Xa5 spielen, da die Isolierung des a- und c-Bauern für ihn verhängnisvoll würde. Auch käme Weiß in den Besitz der offenen b-Linie. Allerdings wäre diese Möglichkeit immer noch besser gewesen, als der kommende Zug von Schwarz.) 13. ..., Df6—d8? 14. a5—a6, Lb7—c8. (Entwicklung nach rückwärts. Der schwere Positionsfehler von Schwarz im 13. Zuge ist wahrscheinlich nur damit zu erklären, daß Schwarz 'der Ansicht war, daß es ohne weiteren Nachteil zu der Aufstellung Sfo, Ld7, Td8 gelangen könnte.) 15. Tfl—el, Dd8 —c7. 16. H2—h3, Sd7—f6. 17. Sf3—e5, Ld6Xe5. (Auf 0—0 könnte 18. De2—f3, Lc8—d7. 19. Lei XH6! folgen.) 18. d4Xe5, Sf6—d7. 19. De2—g4, g7—g6. (Die Rochade scheitert wieder an LclXhö.) 20. Ld3Xg6, Sd7Xe5. (Auf 20. ..., f7Xg6 folgt 21. Dg4Xg6+, Ke8—d8. 22. Dg6—g7, TH8—e8. 23. LclXhö mit der Drohung Lhö—g5+ bzw. auf 21. ..., Ke8—f8 folgt 22. LclXhö+ usw.) 21. Dg4 —g3, f7Xgö. 22. TelXe5, Dc7—g7. 23. c4—c5, 0—0. 24. Lei—e3, Tf8—f5. 25. Le3—d4, Dg7—f7. 26. Te5Xf5, Df7Xf5. (Nach e6Xf5 hätte Dg3—e5 entschieden.) 27. Dg3—c7, Df5-f7. 28. Dc7Xc6, Ta8—b8. 29. c5Xb6, Lc8—d7. 30. b6Xa7. Schwarz gibt auf. Der neue Meister von Deutschland, Altmeister Carls, zeichnete sich durch seine ruhige und sichere Spielführung aus, was ihm auch die Üeberlegenheit über den herandrängenden Nachwuchs gab. Er hat in Bad Aachen nur eine Partie verloren. Lösung des Problems Nr. 369. Von W. Pauly. 1. Ld6—c7!, Kb5—c6. 2. Se4-d6, Kc6—c5. 3. Df7—c4+ und matt. 1. Kb5—a6. 2. Se4—d6, Ka6—a7. 3. Df7 —a2+ und matt. 1. ..., Kb5—b4. 2. Se4—d2, Kb4—c5 oder b5. 3. Df7—c4+ und matt. 1. ... 2. ..., Kb4—a4. 3. Df7—b34- und matt. 1. ...» Kb5—a4. 2. Df7—c4+, Ka4—a3. 3. Lc7 —d6+ und matt. Lösung des Problems Nr. 370. Von I. Neukomm. 1. Sb2—a4! Aus der Schachwelt. Dr. Aljechin gewinnt den Wettkampf um die Weltmeisterschaft überlegen mit 8:3 bei 15 Remisen. Wieder muß seine große Kampfkraft, seine glänzende Taktik und seine Erfindungsgabe hervorgehoben werden. Besondere Beachtung verdient seine hervorragende psychologische Behandlung seines Gegners. Darin wird dem Weltmeister zur Zeit wohl kein anderer Meister ebenbürtig sein. Dr. Aljechin scheint tatsächlich seine jeweiligen Gegner genau zu studieren und stellt sich dann ganz auf sie ein. Man vergleiche nur den Unterschied seiner Spielweise im jetzigen Wettkampf gegen die von 1927 im Kampfe mit Capablanca, wo er sich erstmalig den Weltmeistertitel sicherte. Im übrigen verweisen wir Schachfreunde, die diese kampfpsychologischen Momente im Schach interessieren, auf die vor einiger Zeit im Schachoerlag Hans Hedewigs Nachf.,«Leipzig, erschienenen Ausführungen von Meister Brinkmann hin. Unter dem Titel „Schachmeister, wie sie kämpfen und siegen", gibt Meister Brinkmann ein anschauliches Bild über diese Faktoren, die einen Schachkampf entscheidend beeinflussen. Ernste Turnier- und Wett- kampfspieler werden in diesen Ausführungen manche wertvolle Lehre finden. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Guter Rak. Ein Herr betritt ein Modegeschäft und verlangt ein Kissen. Die Verkäuferin legt ihm ein nettes vor. „Tja, von dem wird meine Frau sagen, daß es zu groß ist." Ein kleineres Kissen wird gezeigt. „Nein, das wird meine Frau zu neckisch finden." „Vielleicht ein gehäkeltes Kissen?" „Ach, da wird meine Frau sagen, daß man zu leicht daran hängen bleibt." „Nehmen Sie doch ein Kissen aus Plüsch!" „Das ist meiner Frau sicherlich zu altmodisch." „Wissen Sie was", meint da die Verkäuferin zornig, „ich glaube, Sie brauchen gar kein Kissen, Sie brauchen eine neue Frau!" Schwierige Verbindung. Der bekannte Bakteriologe Professor D, aus Wien, ein lieber, alter Herr, dem wir so viel zu verdanken haben, daß wir seiner zeitweisen großen Zerstreutheit vollstes Verständnis entgegenbringen müssen, ruft eines Tages feinen Assistenten an, den er dringend sprechen muß. Aber am anderen Ende bei Leitung rührt sich nichts. Erst nach einer ganze, Weile kommt die Verbindung zustande und bei Assistent meldet sich. Da sagt der Professor: „Ich steh' hier am App», rat und warte und warte und niemand meldet fto bei Ihnen; na, ich versuch's später notf mal!" Sprichts und hängt an. („Die Sirene.") Barometer und Thermometer flehen um die Wette. Unter dem Einfluß eines neuen starken Hochs Jin die Temperaturen in Mitteleuropa wieder in fas erschreckendem Maße gestiegen. o 765 760 755 20 750 4 6 5h Allgäuer Käsemarkt. Kempten, 18. Juli. Rahmeinkauf bei 42,5 FeÜ einheiten ohne Buttermilchrückgabe (Preisfestsetzun der Milchversorgungsämter Alpenland) Ober- un Unterland 116 (116), Weichkäse mit 20 Prozent-Feil gehalt grüne Ware (Richtpreis des Milchwirtschaft; Verbandes) 21 (21) Tendenz: unverändert. Allgäm Emmentaler mit. 45 Prozent Fettgehalt (Richtpreis Milchwirtschaftsverbandes (Allgäu) 1. Sötte i bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67; Tendenz: unverändert. 0 „Det- Ifaoyen Rudolf Richter, Marktstr. 24-26 Herrenmod.-Richter, PIMstr.l Frdr. Levermann, Seltersw. 71 Adolf Staudt, Kirchenplatz 18 4224 D 1. 2. 3. 4. 5. Holz-Silo Hunde Imme "Zäme llllllllllllllllllllllllllllll welche diese oder Anfang nächster Woche wirft,geg. Vergüt, gesucht. Heinrich Henkel, Walltorstr.27.^ wer mit unverwahrtem Feuer ober Licht einen Wald betritt ober sich bemselben in gefahr- bningenber Weise nähert; wer im Walbe brennenbe ober glimmenbe Gegenstänbe fallen läßt, fortwirft ober unvorsichtig handhabt; wer — in anberen als nach § 368 Nr. 6 bes Strafgesetzbuchs strafbaren Fällen — im Walbe ober in gefährlicher Nähe desselben im Freien ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde Feuer anzünbet ober, falls ihm die Erlaubnis erteilt ist, bas Feuer gehörig zu beaufsichtigen ober auszulöschen unterläßt ober ben bei Erteilung ber Erlaubnis ihm vorgefchriebenen Bebingun- gen zuwiderhandelt; wer Walbflächen ober Grunbftücke, welche an Waldungen angrenzen, ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde abbrennt ober ben hierauf bezüglichen Anordnungen der Forstpolizei- behörde zuwiderhandelt; wer bei einem Waldbrande der Aufforderung des zuständigen Forstbeamten oder Ortspolizeibeamten zur Hilfeleistung nicht nachkommt, obschon er ohne erheblichen eigenen Nachteil Folge zu leisten vermag. 4220C Bau u. (4o86D Beratung Ph.Sommerkorn Bleichstr. 12. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Schotten. Betr.: Verhütung von Waldbränden. Die große Trockenheit ist geeignet, das Entstehen von Waldbränden zu begünstigen. Jeder hat deshalb Vorsorge zu treffen, daß durch seine Handlungsweise Waldbrände nicht verursacht werden. Das Kreisamt bringt daher die Bestimmungen des Forst- strafgesetzes im nachstehenden erneut zur Kenntnis: Mit Geldstrafe bis zu sechzig Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft: kann in Gießen f. 2500-/6 sich Exist biet. Geschäft f. Schr. Ang. unter 4127Da.d.G.A. 111111111111111111111111111111 Zum Vierten 116er Tag eilen viele Tausende 116er und Angehörige der Kriegssvrmativnen in die alte Garnisonstadt. An unsere Bürgerschaft ergeht hiermit die herzliche Ditte, ihre MsN skM 9 fWütlMi K WM! Jeder muh beweisen, daß das herzliche Verhältnis zu unserem alten Regiment auch noch heute bei unseren Mitbürgern wach ist. Ehret unsere alten Soldaten und die Gefallenen und flaggt alle! Der Fest-Ausschutz. __ 4222 D Vermietungen"! |Stellenangebote! llllllllllllllllllllllllllllll [Empfehlungen] billigst 06673 I Verkäufe | | Wohnungstausch [ llllllllllllllllllllllllllllll Weinstube Naais Häuschen Walltorsiratze 32 BnrgSlanfenherg MmHien tzm 5Zimm., 3 Kammern u.Zubeh., monatl.40 RM., zum 1. August zu vermieten. 42i