Nr »40 Erster Blatt 184. Jahrgang Dienstag, 19. Juni 1934 (Er)d)eiru . ag lrch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatrvezugrpreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt «ernfprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranlsurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steinöruderd R. Lange in Gießen. 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Die Kreise Groh-Frankfurl, Main-Taunus und Oberiaunus werden die Sonnenwende a u f dem Gipfel des Feldberges begehen, l^in einmaliges, unerhört schönes Erlebnis werden die Teilnehmer an der Sonnenwendfeier in Auerbach a. d. B. haben. In der Nacht vom 23. auf 24. Juni, etwa gegen 23.30 Uhr, wird unter der Beleuchtung von Hunderten von Pechfackeln auf der Auerbacher Freilichtbühne als Auftakt der Sonnenwendfeier das bekannte Freiheitsdrama „Alle gegen Einen — Einer für Alle" gegeben werden. In diesem Drama ist in äußerst wirkungsvoller Weife die nationale Erhebung und der Freiheitskampf des schwedischen Volkes gestaltet worden. Nicht ohne Grund wurde auf den Wunsch des Führers die Uraufführung dieses Dramas am 9. November in München vorgenommen. Seitdem hat das Werk einen wahren Ziegeszug über alle deutschen Bühnen angetreten, und es ist einer Anregung unseres Gauleiters Sprenger zu verdanken, daß es in Auerbach auch für die Freilichtbühne entdeckt wurde. Die Aufführung anläßlich der Zonnen- wendfeier wird nochmals eine einzigartige künstlerische Steigerung erfahren. Für die Massenszenen werden für die Nachtvorstellung am Sonnenwendtag beispielsweise mehr als 700 Menschen aufgeboten werden. Schon jetzt ist eine außerordentlich starke Nachfrage nach Karten für diese einzigartige Feier vorhanden. Vereine, verbände und Formationen, die noch Gelegenheit haben wollen, an dieser Sonnenwendfeier in Auerbach teilzunehmen, wenden sich daher umgehend an die Bürgermeisterei in Bensheim an der Bergstraße. Die Karlen werden im Vorverkauf zu einem Linheils- preis von 1 Mark ausgegeben. Karten an der Abendkasse wesentlich teurer. I. A.: gez. Müller-Scheld, Gaupropagandaleiter. Das TraasfermoraioriMi. Noch bevor die deutsche Transfernote der englischen Regierung bekannt war, hat in einer etwas merkwürdigen Art der englische Schatzsekretär Meville Chamberlain im Unterhaus angekündigt, seine Regierung wolle ein deutsch-englisches Clearing-Haus errichten. Am Morgen hatte das Regierungsblatt, die „Times", einen Artikel zur Einstellung des deutschen Bartransfers veröffentlicht, der sich nur durch Leidenschaftlichkeit, aber nicht durch Erfassung der wirklichen Lage aus- zeichnete. Die Drohung des britischen Schatzkanzlers mit Zwangsabrechnung ist in der City, wo immerhin die erfahrensten Finanzmänner sitzen, mit Reckt sehr skeptisch ausgenommen.worden. Die USA. haben die deutsche Zwangslage insofern begriffen, als ihre Presse den Transferaufschub dahin auswertet, die Neichsregierung sei gewillt, die Markstabilität zu erhalten und eine Markabwertung zu vermeiden. Das trifft ins Schwarze, aber Mr. Chamberlain hat sich, wie man auch in City-Kreisen weiß, daneben bewegt. England steht erst an der vierten Stelle unsrer Auslandsgläubiger, vor ihm rangieren die USA., Holland und die Schweiz. Während der Kapitaldienst bis zum 30. September 1934 für die USA., Holland und die Schweiz insgesamt 716 Millionen ausmacht, der Zinsendienst insgesamt 545 Millionen, entfallen auf England 107 bzw. 85 Millionen Mark, für Frankreich 42 bzw. 36 Millionen. Wenn sich England am entrüstetsten zeigt, dann ist das immerhin merkwürdig bei einer Nation, die selber ihren Schuldverpflichtungen gegenüber den USA. nicht nachkommt, obgleich sie dazu durch ihr Gold- und Devisenpolster in der Lage wäre, während Deutsch- fcyib dieses Polster nicht besitzt. Zudem ist der englische Außenhandel aktiv, der deutsche passiv. Eine Zwangsmaßnahme des Gläubigerlandes England könnte sich nur darauf gründen, daß im Handelsverkehr mit Deutschland England etwas zum Zugreifen in der Hand hat. Nun war im Vorjahr mit der englischen Insel unser Außenhandel mit 167 Millionen Mark aktiv, aus den Dominions bezogen wir aber für 150 Millionen Mark mehr Waren, als wir dorthin absetzten. England verwies zwar darauf, die Dominions seien selbständige Wirtschaftsgebiete, das widerspricht aber den Beschlüssen der Londoner Regierung und der Dominions in Ottawa. Mit dem gesamten britischen Wirtschaftsimperium war also im Vorjahre unser Außenhandel nur um 17 Millionen Mark aktiv, heute wird er passiv fein. Der Möglichkeit eines Clearing liegt also kein zureichender Grund unter. Daß eine Zwangsmaßnahme und eine Beschlagnahme des Guthabens deutscher Kaufleute zudeut- schen Gegenmaßnahmen führen würde, liegt auf der Hand. Wir setzen nichts mehr im britischen Wirtschaftsgebiet ab, aber wir wären auch dessen Kunde nicht mehr, um so mehr, als wir die daher bezogenen Rohstoffe auch anderswoher beziehen können, da in keinem ein- Die Kleine Entente ein Block der politischen Beharrung. Hemmschuh der neuen Zeit. — „Lieber Krieg als Revision."—Frankreichs Bundnispolitik. Die Kleine Entente gegen den Rewsionismus. Eine Kriegsrede Tituleskus. Bukarest, 18. Juni. (DNB.) Der rumänische Außenminister T i t u l e s c u hielt bei einem Essen zu Ehren der Pressekonferenz der Kleinen Entente eine Ansprache, die auch offenkundig programmatischen Charakter für die politischen Besprechungen der Jahreskonferenz der Kleinen Entente trug. Als Hauptpunkte erwähnte er den Revisionismus, den Viererpakt und die Protokolle von Rom. Die Sprache des rumänischen Außenministers war sehr heftig, vor allem dort, wo er sich gegen den „von Ungarn gemeinsam mit Italien betriebenen Revisionismus" wandte. Diese Stelle feiner Rede schloß er mit den Worten: „Wir wollen lieber den Krieg, als einen erniedrigenden Friede n." Bei der Einladung an die Kleine Entente zur Teilnahme an den Protokollen von Rom sei niemals genau angegeben worden, in welcher Weise diese Teilnahme erfolgen solle, weswegen auch die Staaten der Kleinen Entente sich bisher zurückgehalten hätten. heute beginnen die Besprechungen der Kleinen Entente. Außer der in der Ansprache Titulescus erwähnten Punkte werden zweifellos auch die A b - rüstungsfrage und die Frage der Normalisierung der Beziehungen mit Sowie t r u ß l a n d Gegenstand der Besprechungen bilden. Man erwartet, daß Außenminister Jef- titsch mitteilen wird, ob sich I u g o s l a w i e n zu dem tschechoslowakisch-russischen und dem rumänisch- russischen Briefwechsel über die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen a n s ch l i e ß t. Ungarns Antwort. B u d a p e st, 18. Juni. (DNB.-Funkspruch.) In Bödenburg hielt Ministerpräsident G ö m b ö s eine Rede, in der gegenüber der Tendenz der kleinen Entente Ungarn wirtschaftlich zu schwächen, weil ein geschwächtes Ungarn sich mit seiner jetzigen Lage abfinden würde, sich auf den Standpunkt stellte, daß Ungarn nicht gewillt sei, feine Unabhängigkeit und seine Ziele gegen ein Linsengericht zu verkaufen, heute könne sich der ungarische Mi- nifterpräfibent mit Ruhe bie schön formulierten, aber gewöynlich blinb einseitige Vorschläge Titulescus u n b Benefchs anhören: „Bleibt ihr Ungarn in eurem zerstümmelten Zuftanb unb wir werben gute Freunbe fein." Meine Antwort, sagte ber Ministerpräsident, ist: Gebt uns Revision, bann setzen wir uns an ben grünen Tisch, um zu verhanbeln. Ungarn bietet Frieben an unb sucht Freunbe, aber immer mit ber Bedingung ber vollen Gleichberechtigung. Der Ministerpräsibent erklärte weiter, er habe schon vor mehreren Jahren betont, baß sich bas Schicksal Europas in ber Achse Berlin — Rom entscheiden werbe. Wenn Deutschlanb unb Italien sich in ber Frage ber Außenpolitik oerftänbigten, wenn sie bie zwischen ihnen bestehenben Gegensätze in ber österreichischen Frage austilgten, unb — wie zu ersehen — hätten sich biefe Gegensätze ausgeglichen, bann müsse Ungarn barüber seine Entscheidung treffen, welche Stellung es einzunehmen habe. Der Ministerprä- fibent sagte wörtlich: -„Ich meinerseits habe biefe Frage schon im voraus entziehen, benn meine Reisen nach Berlin unb Rom Haden keinem anberen Ziel gegolten als ber Kräftigung ber Freunbschaft mit biefen bei» ben Na^ione n." Barthou auf der Ba kaureife Wird in Wien Station gemacht werden? Paris, 18. Juni. (DNB.) Außenminister B a r - t h o u ist am Montagadenb mit bem Orientexpreß nach Bukarest abgereist. Er wirb begleitet von seinem Kabinettschef unb bem rumänischen Gesandten in Paris Barthou wirb sich auf seiner Durchreise nach bem Balkan am Dienstag kurze Zeit in Wien auf- halten. Ein amtlicher Besuch bei ber österreichischen Negierung ist nicht vorgesehen. Doch steht noch nicht fest, ob Bundeskanzler Dr. Dollfuß währen!) ber Durchreise Barthou in seinem Salonwagen einen Besuch absta11en wirb. In politischen Kreisen wird angenommen, baß im Hinblick auf bie Zusammenkunft von Venebig eine Fühlungnahme zwischen Barthou unb Dollfuß stattfin» ben werbe. Da ber Bunbeskanzler sich am Montagnachmittag im Flugzeug zu einem zweiten Besuch ber ungarischen Regierung nach B u b a p e st begeben hat, wirb bie Entscheidung hierüber erst in den Vormittagsstunden des Dienstag fallen. Schwere Straßenkämpfe in Toulouse. Kommunisten bauen Barrikaden. — Mit Brandfakeln gegen die Polizei. Paris. 19. Juni. (DNB.Funkfpcuch.) In Toulouse kam es zu blutigen Ztraßenkämpfen zwischen Kommunisten unb der Polizei. Den Anlaß gab eine Versammlung der patriotischen Jugenb unter Führung der Abgeordneten T a i t t i n g e r unb 5 c a - pini. Die Kommunisten wollten eine Gegenkunb- gebung abhalten unb versuchten, in das Versammlungslokal einzubringen, würben aber von ber Polizei baran gehindert. Die Fensterscheiben sämtlicher Geschäfte würben zertrümmert, bie Auslagen aus- geraubt, Autos umgeworfen unb angezünbet unb mehrer Benzintanks in Vranb gesteckt. Es gelang ben Demonstranten, zwei große Benzintankwagen umzuwerfen unb ebenfalls anzuzünben. Von bie,en brennenben Tankwagen warfen bie Demonstranten mit Branbfackeln nach ben Polizei- b e a m ke n. In ben späten Nachtstunben gelang es ben Marxisten, einen ber hauptplähe ber Ztabt i n tiefes Dunkel zu hüllen unb B a r r i k a - b e n zu errichten. Die Polizei würbe mit Steinen unb Revolverschüfsen empfangen. Bis gegen 1 Uhr zählte man bereits 40 Verletzte auf beiben Seiten. 20 Verhaftungen finb vorgenommen worben. Ein neuer „Fall Tetzner"? Fuldaer Versicherungsbetrüger nach sechs Jahren verhaftet. Vor fechs Jahren verschwand in Futba unter geheimnisvollen Umständen der verheiratete Heinrich A l b e r d i n g. Seine Frau erhielt nach einigen Wochen einen Brief, der zwar keine Unterschrift trug, aber in der Handschrift Alberdings abgefaßt war. Der Inhalt lautete: ..Bin in h ö ch st e r Not, werde entführt!" Nach diesem Brief hörte man nichts mehr von Alberding, dessen Verschwinden in Fulda und der gesamten Umgebung größtes Aufsehen erregt hatte. Nach sechs Monaten endlich fand man im Thüringer Wald die Leiche eines Mannes, der beide Beine abgeschlagen, die Schädeldecke zertrümmert waren, und die außerdem mit Benzin übergossen war. Die Leiche, die unter einem Laubhaufen verborgen lag, war schon stark in Verwesung übergegangen. Nach Trauring und Brieftasche des Token nahm die Polizei damals an, daß es sich um den verschwundenen Alberding handele. Kurze Zeit nach diesem Fund forderte die Frau Alberdings bei einer Versicherungsgesellschaft die Auszahlung der Lebensversicherung ihres Mannes i n höhe von 2 5 0 0 0 Mark an. Die Versicherung weigerte sich damals, die Versicherungssumme auszuzahlen. Nach kurzer Zeit konnte die Polizei fesistellen, daß die gefundene Leiche tatsächlich nicht mit Alberding identisch war. Trotzdem gegen Alberding sofort ein Steckbrief erlassen worden war, gelang es jahrelang nicht, seiner habhaft zu werden. Jetzt wurde nun plötzlich in Fulda bekannt, daß Alberding nach nahezu sechs Jahren in der Wohnung seiner Frau verhaftet worden sei. Wie wir von der Polizei Fulda erfahren, ist Alberding am Abend gesehen worden, wie er die Wohnung seiner Frau betrat. Durch diesen Zufall gelang es, den jahrelang gesuchten Verbrecher endlich zu verhaften. zigen Fall, nicht einmal für Kautschuk, England ein Rohstoffmonopol mehr besitzt. Die Drohung Chamberlains findet sachlich keinerlei Berechtigung um so mehr, als Deutschland ja nicht zahlungsunwillig ist, sondern lediglich die technische Unmöglichkeit vorliegt, die Reichsmarkbeträge in Devisen zu verwandeln. Alle Kritik bewegt sich vom Kernproblem ab, wenn sie nicht den positiven Vorschlag enthält, wie Deutschland das Kunststück fertigbringen soll, in Devisen zu zahlen, ohne Devisen zu besitzen. Ferner muß doch festgestellt werden, daß wir heute für die Dawes-Anleihe im Durchschnitt 9,8 Prozent, für die Poung-Anleihe 9 Prozent zahlen sollen, das sind Zinssätze, die, gemessen am internationalen Zinsniveau, geradezu wucherisch sind. Die Note der deutschen Reichsregierung hat nicht nur noch einmal einen Ueberblick über die Gesamtlage gegeben, sondern auch darauf verwiesen, daß tatsächlich ein erheblicher Teil der deutschen Aus- landverschuldung, rund die Hälfte, in Form von Tributen, also als rein politische Schuldentilgung, ins Ausland wieder zurückfloß und der deutschen Volkswirtschaft gar nicht zugute kam. Die Anleihegläubiger haben seit 1924 bis 1932 durchschnittlich 8 bis 10 Prozent Zinsen und ferner die fälligen Ratenzahlungen erhalten. Schon damals lag dieser Zinssatz um das Drei- bis Vierfache höher als die Gläubiger bei Kapitalanlage im eigenen Lande erhalten hätten: sie hatten also schon darin eine große Risikoprämie einkalkuliert und waren sich des eingegangenen Risikos wohl bewußt. Ferner ist es Tatsache, daß bei der Prosperity nicht nur in den USA. zur Zeit, da Deutschland die Anleihen aufnahm, in den Gläubigerländern ein nicht unterzubringender Kapitalüberfluß vorhanden war und die Finanz diesen Ueberfluß allen möglichen deutschen Gruppen in Form von Anleihen geradezu aufdrängte. Die jetzige deutsche Regierung hat sich nicht geweigert, obgleich sie mit dem System der damaligen Anleihepolitik nicht das Geringste zu tun hat, die Verpflichtungen zu übernehmen. Aber die S i ch e- rung der Reicksmark ist das Primäre. Wir können nicht Deutschland einem wirtschaftlichen Chaos ausliefern und uns in den Schlund einer Währungsabwertung stürzen nur, damit Die Auslandsgläubiger ihre übermäßig hohen Zinsen ein-- stecken. Die englische und französische Regierung haben die Nichtbezahlung ihrer Schulden an die USA. ebenso wie die italienische damit begründet, sie dürften nicht durch eine solche Transferierung die Lebensinteressen ihrer Nationalwirtschaften verleugnen; sie haben auf die technische Unmöglichkeit hingewiesen, die bekanntlich für Deutschland in der Transferfrage in weitaus stärkerem Maße vorliegt. Gegenüber dieser harten Wirklichkeit sollte doch eigentlich eine sachliche Betrachtungsweise nützlicher sein, als aus dem Glashause heraus Steine gegen Deutschland zu schleudern. Wirtschaftliche Leistungen sind nur durch wirtschaftliche Mittel zu Erfüllen. Der verhängnisvolle Kreislauf der Zerrüttung des internationalen Güteraustausches durch den Kampf gegen die Produkte deutscher Arbeit auf den Auslandmärkten, der Unsinn, von Deutschland unerschwingliche Tribute zu verlangen, ist nicht von uns begonnen worden. Wenn die langerwartete Unfähigkeit Deutschlands, zu transferieren, die Gegenseite in größere Entrüstung setzt als die Tatsache, daß sie, obgleich wohlhabender als wir, selbst nicht zahlt, bann muß um so schärfer das Kernproblem beleuchtet werden, das daraus entstand, daß die Gläubigerländer Deutschlands durch ihre Wirtschaftspolitik Deutschland die Möglichkeit nahmen, seine Gläubiger in diesen Ländern zu befriedigen, wie es viele Jahre hindurch unter großen deutschen Opfern geschehen ist. Ribbentrops Fühlungnahme in Paris. Paris, 18. Juni. (DNB.) Nach einer halbamtlichen Verlautbarung ist der deutsche Beauftragte für Abrüstungsfragen non Ribbentrop, der am Samstag mit Außenminister Barthou zusammengekommen war, Montag um 18.30 Uhr von Ministerpräsident Doorn e r g u e empfangen worden. Französische Heeresverstärkung durch die Hintertür? Druck auf die Erwerbslosen. Paris, 19. Juni (DNB.-Funkspruch). Der marxistische „Populaire spricht von angeblichen Absichten der französischen Regierung, auf Umwegen zu einer Erhöhung der jetzigen Effektivstärke des Heeres zu gelangen, ohne gezwungen zu fein, eine Verlängerung der Dienstzeit vorzunehmen, die im In- und Ausland ungünstige Auswirkungen haben könne. Das Blatt behauptet, daß man in verschiedenen Kreisen des Generalstabes mit dem Gedanken spiele, der Regierung vorzuschlagen, die Arbeitslosen- u n t e r st ü h u n g für alle französischen Staatsangehörigen unter 30 Jahren fortfallen zu lassen. Auf diese Weise zwinge man gewissermaßen die Arbeitslosen, sich für den Militär- dienst anwerben zu lassen, weil sie sonst keine Möglichkeit hatten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Verbot einer ungarischen Zeitung wegen deutschfeindlicher Einstellung. Budapest, 18. Juni. (DNB.) Die ungarische Regierung hat das Erscheinen der Stuhlweißenburger Tageszeitung „F e h e r v a r" mit sofortiger Wirkung und für immer verboten. Das katholische legitimistische Blatt, das von dem katholischen Bischof von Stuhlweißenburg herausgegeben wurde und als Organ der Christlich-Sozialen Partei galt, hat in der letzten Zeit wiederholt heftige Angriffe gegen Deutschland gerichtet und u. a. den preußischen Ministerpräsidenten abfällig kritisiert. Der Bischof will im Ober- hcms eine Anfrage wegen Freigabe des Erscheinens einbringen. Von zuständiger Seite verlautet indes, daß die ungarische Regierung auf keinen Fall das Wiedererscheinen des Blattes gestatten wird. und dah Adolf Hitler diese Grenze^ ganz Sie Zusammenlegung der Mnisterien Zn enger Verbindung mit dem Volke Staat und Kirche Die Neugliederung des Reiches Aufruf zu den deutschen Die f cf) e n Reiches Kanzler, ein dreifaches Sieg. Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Revolutionsfeuern! Feier der Sonnenwende in der Nacht Es ist festzustellen, dah die Frage der Reichsreform zu fördern eine preuhische Gabe ist. Die anderen Länder haben mehr oder weniger bereits den Umfang und die Grenzen eines künftigen Reichsgaues. Das grohe P re uh en aber muh in eine Zahl von Gauen aufgelöst werden. Mag dieses Land einiges Gebiet abgeben oder hinzubekommen, mag Bayern in einen Gau oder in zwei oder drei gegliedert werden, es ist nicht so, dah es wie Preuhen in eine grohe Zahl von Relchsgauen aufgelöst werden muh. Das hat der Führer Nur und eindeutig betont, und deshalb hat er mir die Aufgabe gestellt, innerhalb eines Jahrzehnts die Angleichung der preuhischen Ministerien an die des Reiches durchzuführen und Preuhen in die Reichsgaue aufzuteilen, die von ihm selbst bestimmt werden. 3n diesem Jahrzehnt der Umgestaltung darf es keine Lücke, keine Hohlräume geben; denn das wäre schädlich für die weitere Gestaltung. Dah die Staatsmaschine tadellos weiterläuft und dah sie eines Tages, ofjae dah man es richtig merkt, die Maschine fühlt, daß wir für es sorgen. Auf der anderen Seite wollen wir alle Arbeit daransetzen, Ursachen zu berechtigter Unzufriedenheit zu beheben. Wir müssen wirklich unerbittlich gegen jene Menschen vorgehen, die sich nun einmal mit diesem neuen Staat nicht abfinden können und die glauben, in ewiger Nörgelei und Meckerei die Grundlagen des Staates langsam aber sicher erschüttern zu können. Alles steht auf einer Plattform, die heiht Vertrauen, und wenn die angefressen wird, stürzt das andere alles hinterher. Alles können wir ertragen. Wir können wieder in schwerste Zeiten Heruniersteigen, wir können wieder auf lichte höhen hinaufkommen, aber unerschütterlich muh das Vertrauen des Volkes festgehalten werden. Das haben wir in zu schwerem Kampf erobert, an diesem kostbaren Gut klebt zu viel edles Blut, als dah wir es jetzt leichtsinnig preisgeben dürften. Alle diese Mahnahmen haben bewuht und mit Nachdruck dem Dritten Reich vorgearbeitet, für die Arbeit der Reichsregierung find die preuhischen Gesetze oft Muster gewesen. In letzter Zeit war es mir vergönnt, noch andere wichtige Verbindungen zwischen dem Reich und Preuhen herzustellen, und zwar solche organisatorischer Art. So ist jetzt fast auf allen Gebieten die Einheit hergestellt. Mit Ausnahme des Finanzministeriums sind sämtliche preuhischen Ministerien mit Reichs- ministern beseht. Aber auch der preuhische Finanzminister gehört dem Reichskabinett an. Wenn im Finanzrcssort noch keine Vereinigung stattgefunden hat, so deshalb, weil hier eine Verbindung zur Zeit nicht zweckmähig ist, da wir noch nicht wissen, welche Wege das Reich auf dem Gebiet des Finanzwefens weisen wird. Don hoher Bedeutung ist ferner die Personalunion zwischen dem Reichsunterrichts- und dem preußischen Kultusministerium. Gerade hier bestand eine gewaltige Lücke darin, daß im Reich für die Dinge der Kultur und der Wissenschaft kein eigentliches Fachressort vorhanden war. In diesem neuen Reichsministerium sind all die Dinge zusammen- gefaßt, die mit dem Unterricht, mit der Wissenschaft, mit der Entwicklung des Menschen zu seinen späteren Aufgaben Zusammenhängen. Die Fragen der reinen Kunst, die Museen und Theater, die nicht unmittelbar in das Gebiet der Wissenschaft reichen, sind im Reiche dem Propagandamini' st e r i u m zugeteilt worden. In Preußen sind sie noch ihm Kultusministerium vereinigt. Ich bin auch heute schon dabei, Möglichkeiten zu schaffen, damit auch die preußischen Kun st fragen in Zukunft von dem Reichsmini st er verwaltet werden, der hierfür im Reiche federführend ist. Vor wenigen Tagen ist ferner die preuhische Justizverwaltung mit der Reichsjustizverwaltung verbunden worden. Sollte nicht die Gefahr drohen, dah das Reichsjustizministerium, das die Gestaltung des neuen Strafgesetzbuches zu betreiben hat, in dem, was es bereits übernommen hatte, verwucherte, so muhte es in enge Verbindung mit dem gröhten Justizapparat der Länder gebracht werden. Es war für mich allerdings schwer, mich von meinem bisherigen Justizminister trennen zu müssen, zumal wir alle wissen, wie sich gerade auf dem Gebiete des Preußen als Wegbereiter der Reichseinheit. Ministerpräsident Göring vor dem Staatsrat.—Oie Vereinheitlichung der Sp»he Oie Einteilung in Reichsgaue. - Das Programm für ein Jahrzehnt. „Reich" wird, das ist die Aufgabe der Staatsregierung. Ich weih, daß eine der Fragen, die am meisten Beunruhigung verursacht haben, die Frage ist, w i e die Reichsgaue künftig abgegrenzt werden sollen. Ich glaube, hier sehr vorsichtig zwei Dinge feststellen zu müssen. Erstens haben wir in Preuhen Provinzen, von denen ein Teil bereits die natürliche künftige Gestalt eines Gaues haben dürfte. Kein Mensch wird sich darüber im unklaren sein, wie der Reichsgau „O st p r e u h e n" aussehen wird. Ich glaube, daß es auch keine Schwierigkeiten machen wird, den Reichsgau „K u r m a r k" festzustellen. Ebenso wird man sich über den Reichsgau Pommern mehr oder weniger klar sein. Auch Schlesien wird kein allzu großes Hindernis sein. Dann allerdings werden die Dinge schwieriger. Das ist das eine, was ich hier feststellen möchte. In großen Zügen wird man sich selbstverständlich bei der Schaffung der Reichsbaue an die bereits vorhandenen Provinzgrenzen halten. Ium zweiten empfehle ich, soweit es sich um die Grenzen der 15 Reichsgaue handelt, jede An- regung fallen zu lassen und sich hier auf den Standpunkt zu stellen, dah keiner es besser wis- I sen kann und wissen wird als der Führer vom 2 3. zum 2 4. Juni wird das gesagte deutsche Volk am Feuer des Sieges der Sonne und der Gemeinschaft vereinigen. Ihre besondere Bedeutuna wird die diesjährige Sonnenwendfeier jedoch dadurch erhalten, daß anknüpfend an den uralten Brauch der Leucht- und Signalfeuer i n der eigentlichen Nacht der Sonnenwende vom 2 0. bis 21. Juni als Vorläufer der großen Sonnenwendfeuer die Revolutionsfeuer entflammt werden sollen. Die Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront werden die Träger dieses neuen Brauchtums sein. Der deutsche Arbeiter, wieder dem Volte verwurzelt, grüßt seine Brüder in allen Ständen und Gauen Deutschlands. Im Herzen Deutschlands, auf der Kuppe des Brockens im Harz, wird ein gewaltiges Feuer angezündet werden. Auf dieses Signal hin wird durch ganz Deutschland strahlenförmig nach sechs Seiten hin eine Kette von Höhenfeuern entfacht werden, die von Berg zu Berg und weiterrufend neue Feuer auflodern lassen und so bis an die Grenze Deutschlands den Ruf des durch den Führer geeinten deutschen Volkes in die Welt tragen. Rechtsschaffens und der Rechtspflege eine starke nationalsozialistische Persönlichkeit auswirken kann. Trotzdem habe ich mich im Hinblick auf das größere Zukunftsziel der Gestaltung des Einheitsreiches entschlossen, zunächst einmal als wichtigste Aufgabe die Einheit bei der Justizverwaltung herzustellen. Ich konnte mich zu der Lösung um so eher entschliehen, weil der Führer in dem Reichsjustizminister die Persönlichkeit erkannt hat, die die Gewähr dafür bietet, dah auch in Zukunft die gleiche Linie der Rechtserneuerung eingehalten wird, und die sich mit uns allen der Tatsache bewuht ist, dah der richtige Ausgleich zwischen der Autorität des Staats und der Autorität der Bewegung gefunden werden muh. All die staatspolitischen Verbindungen treten aber zurück gegenüber der Verbindung des Reichsinnenmini st eriums mit dem preußischen Innenministerium unter einer Spitze, unter dem alten Vorkämpfer unserer Bewegung Reichsminister Frick. Das Reichsinnenministerium ist für die künftige Verfassung verantwortlich. Es ist das Beamtenmini st e- rium des Reiches und hat gleichzeitig die große und gewaltige Aufgabe der Reichsreform vorzubereiten. Wie wäre es denkbar, daß das Reichsinnenministerium seine Aufgabe erfüllen könnte, wenn es keinerlei Unterbau hätte, wenn es nirgends in lebendiger Verbindung mit der Verwaltung und mit all den Bedürfnissen der Bevölkerung stünde! Es ist ein wunderbares Spiel des Schicksals, daß nachdem bisher die Voraussetzungen vom Norden Deutschlands bestimmt wurden, als Preußen die gewaltige Klammer von Ost- nach West bildete, nun zur letzten Vollendung ein Mann aus dem Süden Deutschlands kam, der als oberster Führer das neue Deutschland so schafft, wie es uns in tausendjähriger Sehnsucht vorschwebte. Trotzdem kenne ich in dem höheren Sinne, der nicht landgebunden ist, sondern im Ethischen wurzelt, keinen echteren Preußen als den Führer. Die Stärke seines Charakters, seine Klugheit als Staatsmann, sein persönlicher Mut, seine Bescheidenheit — all das weist auf die Tugenden hin, durch die einst der preußische Beamte und höher noch der preußische Soldat Deutschland gestaltet hat. Diesen ethischen Begriff bringen wir als kostbarste Morgen- gäbe in das neue Reich ein. Damit erfüllt Preußen seine letzte Aufgabe. Jetzt tritt das neue Reich der Deutschen an die Stelle des alten, und Preußen übergibt blücklich seine Tradition und seine Mission in diese Hände. Erneuerung des kulturellen Lebens. hier muhte tatsächlich Stein für Stein herbeigetragen und das Gebäude neu aufgebaut werden. Das preuhische Kultusmini st e- rium hat in dieser Richtung seine gewaltige umfangreiche Arbeit geleistet. Auch die preuhischen Staatstheater werden in Kürze wieder die ersten Theater Deutschlands fein und sich mit den besten Bühnen der Welt messen können, weil hier der nationalsozialistische Geist vom ersten Tage an gewaltet hat. Eine weitere besonders wichtige Voraussetzung für den Neubau des Reiches liegt in der Richtung und Sicherung einer nationalsozialistischen Rechtspflege. Wir müssen zu einem deutschen Recht kommen, zu einem Rechtsbewußtsein, das jeder einzelne Deutsche in seiner Brust trägt. Ein Eckstein in dem Aufbau des neuen Rechtsbewußtseins ist das Erbhofgesetz gewesen, das wie kein anderes Gesetz zum ersten Male wieder bewiesen hat, daß die Auffassung des Staates dem lebendigen Rechtsbewußtsein des Volkes angeglichen worden ist. Ich greife weiter nur heraus die Ausgestaltung einer den Bedürfnissen des Volkes angepaßten Forstverwal- t u n g, weil diese auf lange Sicht von erheblichem volkswirtschaftlichen Nutzen sein wird. Der Bedarf an Holz erforderte bisher Millionen von Devisen. In einem Augenblick aber, wo wir in dieser Beziehung stark angespannt sind, würde ich es für ein Verbrechen halten, wenn nicht ein Weg gefunden würde, um angesichts unserer gewaltigen Wald- gebiete das Vaterland auf diesem Gebiet von den Devisen unabhängig zu machen. Das geschieht aber nicht dadurch, daß man nun ganze Partien im Kahlschlaa entfernt, sondern das geschieht in einer systematischen Durchforschung. Im Anschluß an die Ausführungen des Ministerpräsidenten gab der preußische Finanzminister Prof. Dr. P o p i tz einen Ueberblick über die Finanzlage des preußischen Staates. Das abgelaufene Rechnungsjahr 1933 hat nicht nur ohne weiteren Fehlbetrag abgeschlossen, sondern sogar einen bescheidenen Ueberschuß gebracht. Der mit äußerster Sparsamkeit aufgestellte Haushaltsplan 1934 ist ausgeglichen. Die Kassenlage ist gekichert. Im Auftrage des Ministerpräsidenten, der während der Rede des Finanzministers zum Führer abberufen wurde, sprach der Kultusmini st er dem Finanzminister den Dank für die umsichtige und erfolgreiche Führung der F i n an z e n aus, die der Arbeit der Staatsregierung eine sichere Grundlage schaffe. Auf Anfrage aus der Mitte des Staatsrates machte der Finanzminister noch Mitteilungen über die Sicherstellung eines verwaltungsmäßigen und kulturellen Durchschnittsstandes auch in den Landesteilen, die über eine geringe Steuerkraft verfügten, also insbesondere im Osten. Die vom Finanzminister Popitz eingeleiteten Arbeiten sollen eine weitere Vertiefung erfahren und werden wichtige Unterlagen für die weitere Mitwirkung Preußens an der Reichsreform liefern. allein nach den Vorschlägen gestalten wird, die ihm die hierzu ausersehenen Ressorts zu unterbreiten haben. Das wird die notwendige Ruhe schaffen. Der Führer wird keine Rücksicht auf Personen walten lassen. Lr wird auch keine lokalen Gesichtspunkte gelten lassen; der Führer läßt sich nur von Gedanken leiten, die auf das große Ganze hinzielen. Wenn er also eine territoriale Staatseinteilung gestalten wird, fo wird bei ihm nur das eine gewaltige Interesse vorliegen, daß diese Konstruktion Jahrhunderte und ein Jahrtausend überdauern soll und muh. Ich wäre deshalb dankbar, wenn auf diesem Gebiet eine große Beruhigung eintreten würde. Im übrigen lasse ich keinen Zweifel darüber, daß ich immer dafür eintreten werde, daß durch die neuen Reichsgaue niemals die Voraussetzungen geschaffen werden dürfen, daß dereinst aus Gauen wieder „Länder" werden, die die Reichseinheit zu sprengen drohen und daß ich i n einer allzu ft arten st a m ml i chen Abgrenzung den er st en Keim zur Zersplitterung sehen würden. Wenn wir den Ländern eines anrechnen — das hat der Führer immer wieder betont — so ist es das, daß sie aus dynastischen Interessen die Stämme gemischt und dadurch die Voraussetzungen geschaffen haben, daß wir heute ein Reich bilden können. Die Konst r u k t i o n und Organisation der Gaue muß ferner so jein, daß sie, unabhängig von allen Möglichkeiten Der künftigen Entwicklung den Zusammenhang des Reiches unverbrüchlich tzewähr- leisten und selbst dann noch hält, wenn bte Per- fönen, die sie beherrschen, qualitativ nicht so überragend sind. Die zweite Frage betrifft die Aufgabenoerteilung zwischen dem Reich und den Ich möchte aber meine Ausführungen nicht schließen, ohne wenigstens einige allgemeine politischen Fragen noch kurz zu streifen. Ich höre so oft: Ja, die Stimmung läßt nach; Unzufriedenheit flackert hier und dort auf. Wenn man nun den Dingen nachgeht, so wird man erkennen müssen, daß zweifelsohne manchmal Grund zu einer Unzufriedenheit vorhanden ist. Das aber sind Einzelfälle, auch wenn sie da und dort als eine tnpifche Erscheinung auftreten. Wir müssen dafür sorgen, daß der Kontakt mit dem Volke nicht verloren, d. h., wir dürfen nicht nur vor das Volk in Versammlungen treten, wenn wir es brauchen, sondern das Volk muß uns auch so immer wieder sehen und den Kontakt fühlen. Ich glaube, daß es sich nicht darum handeln wird und handeln darf, in überfüllten Massenversammlungen zu arbeiten, sondern ich glaube, daß es zweckmäßig sein wird, daß die Führer des Volkes und der Bewegung heute mehr denn je auch einmal unerwartet da und dort hinkommen und nach den Sorgen und Bedürfnissen fragen. Das ist notwendig, damit das Volk k ü n f t i g e n G a u e n. Sie steht selbstverständlich mit den territorialen Neueinteilungen im engsten Zusammenhang und bildet die schwierigste, zugleich aber auch die wichtigste Frage des Reichsneubaues. Das Reich muß eine souveräne Stellung haben und alle diese Befugnisse bekommen, die es für ein machtvolles Auftreten nach Innen und Außen braucht. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, bin ich selbstverständlich dafür, die Gaue möglich st lebendig und mannigfaltig auszuge- st alten und die Verantwortung möglichst reichlich auf die Schultern der Gaustatt- h alter zu legen, so daß sie ein wirklich großes Arbeitsgebiet zu betreuen haben. Wir werden uns also oor einer übermäßigen Ze n t r al l - sierung hüten müssen. Das deutsche Volk ist bekanntlich für solche Zentralisierung nicht zu haben; sie paßt nicht für das deutsche Volk. Ueberall da also, wo es ohne Gefahr für d i e Reichs- e i n h e i t geschehen kann, wird dem Gau Eigen- ständigkeit zu geben sein. Ueberall da aber, wo das machtvolle Auftreten nach Innen und Außen die Einheit voraussetzt, wird das Reich die Aufgaben in eigener Regie haben müssen. Im übrigen wird bei der Aufgabenverteilung zwischen Reich und Gauen die finanzielle Kraft der künftigen Gaue in Betracht zu ziehen sein. Der Finanzminister beabsichtigt, noch Aus- führungen zu machen, die anhand von Zahlenmate- rial beweisen, daß es heute nicht eine preußische Provinz gibt, die finanziell selbständig bestehen könnte. Die Schaffung der neuen Reichsgaue ist also untrennbar mit dem F i - nanzausgleich verbunden, und daraus ergibt sich selbstverständlich schon die ganz klare Stellung des Reichs, das hier die Verfügungsgewalt haben muß. Beim Neubau des Reiches können wir nicht an der Bildungder Stände vorbeigehen. Aber hier dürfen wir nicht künstlich zu bilden versuchen, sondern die Stände müssen organisch wachsen. Unerhört wichtig ist weiter die Aufgabe, bei der Neugliederung des Reiches die Aufgabe endgültig festzulegen, die die Bewegung an Volk und Staat zu erfüllen hat. In diesen Fragen hat aber allein der Führer das entscheidende Wort zu I sprechen, in dessen eiserner Faust alle Fäden I zusammenlaufen müssen und zusammenlaufen. Nun noch ein Wort zur K i r ch e n f r a a e. Wenn jemals der Grundsatz des Großen Friedrich gegolten hat es möge jeder nach seiner Fasson I e i i g werden, so soll er jetzt gelten. Adolf Hitler, unser Führer und mir alten Nationalsozialisten wissen alle das eine, daß wir keinen wegen seines Glaubens antaften werden. Andererseits aber kann es dem Staate nicht gleichgültig sein, ob sich die Kirche wieder zu ihrer Ausgabe zurückfinden wird, ein staatserhaltender Begriff zu sein ober ob sie sich noch länger zu einer Brutstätte der Kritik, der Unzufriedenheit, der Nörgelei hergibt. Der nationalsozialistische Staat hat die Voraussetzungen für eine neue Reichskirche geschaffen, aber wohlweislich davon abgesehen, selbst in die Dinge einzugreifen. Es ist uns niemals in den Sinn gekommen, etwa das lutherische ober bas reformierte ober bas uniierte Bekenntnis hervorzuheben ober zur Unterbrückung ber anberen zu benutzen. Der Staat wirb biefe Bekenntnisse an sich schützen. Unb wenn es in ber preußischen Landeskirche bisher Reformierte, Uniierte unb Lutheraner gab, bann werben alle biefe brei Bekenntnisse auch in ber neuen Reichskirche unter allen Um« stäuben gesichert sein. Der Staat wirb niemals bulben, baß irgenb eines biefer Bekenntnisse nicht als gleichwertig bem Staat gegenüber dasteht. Auf ber anberen Seite aber möchte ich bie Geistlichen sehr ernst ermahnen, enblich zum Abschluß ihres Streites zu kommen, weil die- fer Streit bazu beiträgt, Deutschland bas bisher als führendes evangelisches Laub gegolten hat, von bem bie Ibeen unb Gebauten eines Luther in bie Welt geströmt finb, biefer Führung ber evangelischen Kirchen zu berauben. Zu ernster Unzufriedenheit ist kein Grund vorhanden. Die Anwendung neuer, vielleicht noch radikalerer revolutionärer Methoden würde schwerlich eine Besserung bringen. Nicht an uns liegt es, feftzustellen, ob eine zweite Revolution notwendig ist. Die erste Revolution war vom Führer befohlen und ist vom Führer beendigt worden. Wünscht der Führer die zweite Revolution, dann stehen wir, wenn er es wünscht, morgen auf der Straße; wünscht er sie nicht, werden wir jeden unterdrücken, der gegen den Willen des Führers eine solche machen will. Die Aufgabe Preußens ist klar vorgezeichnet; ich habe sie in meinen Ausführungen festgelegt unb bitte Sie, sie als Richtschnur unb Kompaß zu betrachten. Wenn wir bas tun, bann werden wir unser letztes Ziel erreichen und mehr als seine ganze Kraft einsetzeu kann kein Mensch. Das soll unser Gelöbnis fein, und wir wollen des Mannes gedenken, dem wir alle verpflichtet finb, ohne ben fein neues Deutschlaub hätte entstehen können, in dessen starker Faust das Schicksal des Volkes und ber Nation liegt. Unserem Führer, des Deut- Potsdam, 18. Juni. (DND.) Der preußische Staatsrat versammelte sich heute im Neuen Palais in Potsdam zu einer Vollsitzung, die Ministerpräsident Göring mit einer Rede einleitete, in der er u. a. ausführte: Meine Herren Staatsräte! Nach langer Pause tritt der Staatsrat heute zum ersten Male wieder zusammen, um insonderheit über den preußischen Haushaltsplan unterrichtet zu werden. Ich möchte mich auf die Feftellung beschränken, daß bei der Aufstellung des Etats der Zwang zur äußersten Sparsamkeit mit dem Erfordernis, für bie wichtigsten Bebürfniffe gleichwohl ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, in Einklang gebracht worben ist. Wenn der Etat ausgeglichen ist, wenn gerabe jetzt Mittel bereitgefteüt worben sind, die auch über das rein Materielle hinaus die Grundlagen für die geistige und materielle Entwicklung sicherstellen, dann ist das ein besonderes Verdienst des Finanzministers. Seitdem die Reichsreform in Fluß gekommen ist, kann die Arbeit der preußischen Staatsregierung und die Weiterentwicklung des preußischen Staatswesens nur noch im Hinblick auf die große Aufgabe richtig verstanden werden, die Preußen im neu en Reich zu erfüllen hat. Diese Aufgabe besteht darin, Vorkämpfer und Bau st ein dieses Dritten Reiches zu sein. Von der Machtergreifung an hat Preußen sich als Schrittmacher des Dritten Reiches bewährt. Ich brauche nur die Ueberwindung des Kommunismus unb bes Marxismus in Preußen kurz zu erwähnen. Das Schwergewicht bieses Kampfes lag burchaus in Preußen. Von ausschlaggebender Bebeutung war die Reorganisation der Polizei. Eine weitere Aufgabe, die auch weit über Preuhen hinaus in das Reich hineinftrahlt, war die Schaffung der ersten Grundlagen für die So wie schon immer die junge Mannschaft der Träger des Brauchtums ihres Volkes und in wehrhafter Geschlossenheit der Hüter seines Lebens war, so wird die junge Mannschaft der tl beit, die in den Betriebsgemein- Ichaften der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossen ist, in dieser Nacht durch dieses Feuer das Bekenntnis zu Reich und Volkstum ablegen. Wenn ihr in der Nacht vom 20. zum 21. Jyni die Revolutionsfeuer aufleuchten seht, wie sie von Bergkuppe zu Bergkuppe weitergegeben werden, dann denkt an den Führer, denkt an Deutschland und an alle Deutschen dies- und jenseits der Grenzen, bekennt euch zur Gemeinschaft des Blutes, die feine Grenzen kennt und uns über alles Für die Kinderlandoerschickung wenden sich die Reichsminister Dr. Goebbels, D8rr6 und Rust und der Amtleiter Hilgenfeld t des Amtes für Dolkswohlfahrt wie früher schon der Reichsjugendführer in Aufrufen an die Oeffenlichkeit. Lr. Goebbels sagt in seinem Aufruf: Die NS.-Volkswohlfahrt hat sich entschlossen, im Rahmen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" 500 000 Stadtkinder auf das Land zu schicken. Alle diese Jungen und Madels, in engen Grohstadtmauern ausgewachsen, sollen sich auf einige Wochen in Gottes freier Natur kräftigen und erholen. Deutsche Bauern, stellt die erforderlichen Freistellen zur Verfügung! Bringt eure Opfer und nehmt hervorragenden Anteil an der Gesundung der deutschen Jugend. Sie wird euch das Opfer danken und sich in der Zukunft mit allen Kräften für das Wohl der Nation einsetzen. Reichsminister Darr6 sagt: Das Schicksal des Dritten Reiches liegt in seiner Jugend begründet. Kein Mittel darf ungenutzt bleiben, um unserer deutschen Äugend die schweren Ausgaben zu erleichtern, die ihrer in kommenden Jahren harren. Auch der deutsche Bauer muß hier helfend eingreifen. Das Hilfswerk „Mutter und Kind" wendet sich in diesen Tagen an das deutsche Bauerntum. Der deutsche Bauer soll für einige Wochen b e dürf- tige deutsche Stadtkinder bei sich äufne h m e n. Durch die Erfüllung dieser sozialen Verpflichtung im Dienst an der Volksgemeinschaft wird nicht nur der Nachwuchs der Nation gekräftigt, son- Kiel, 18. Juni. (DNB.) Heute mittag begrüßte der in Kiel eingetroffene Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg in Begleitung des Chefs der Marineleitung D. h. c. Raeder die Besatzung des am Samstag von einer mehrmonatigen Weltreise heimgekehrten Kreuzers „Karlsruhe". Die Kieler Förde mit der im Hafen liegenden Flotte bot sich dem Reichswehrminister im herrlichsten Sonnenschein dar. Beim Längsseitskommen des Bootes an der „Karlsruhe" ertönte das Kommando „Front nach Steuerbord!" Die Wache präsentierte das Gewehr. Die Flagge des Reichswehrministers ging auf der „Karlsruhe" hoch. Am Fallreep nahm der Minister die Meldung des Kreuzerkommandan- ten, Fregattenkapitän Freiherrn Harsdorfs von Enderndorf entgegen. Das Flottenflaggschiff „Schleswig-Holstein" salutierte die hochgehende Flagge des Reichswehrministers mit 19 Schuß, wobei der Reichswehrminister zum Flottenflaggschiff hinübergrüßte. Dann wurden ihm die Offiziere Des Kreuzers „Karlsruhe" vorgestellt, nach ihrer Begrüßung schritt der Reichswehrminister in Begleit tung des Chefs der Marineleitung die Front der einzelnen Divisionen ab. Unter der Besatzung befanden sich 114 Kadetten. NeichSwehrminisier von Blomberg führte auf der Schanze vor angetretener Mannschaft etwa aus: Sie haben auf ihrer Fahrt um den Erdball das Mittelmeer, Britisch-Jndien, Niederländifch-Jndien und die Vereinigten Staaten gesehen. Sie haben während dieser dreivierteljährigen Abwesenheit auf seemännischem und fachmännischem Gebiet ihr Können und ihr Wissen bereichert und damit zu den allgemeines Erfahrungen der Marine beigetragen. Dann aber — und das ist nun ebensowichtig — | hat der Kreuzer im Auslande für unser Vaterland, für das neue deutsche Dritte Reich geworben. Als im September v. I. ihr Komman-1 In Liegnitz brach in dem großen Dampfsäge- und Hobelwerk der Holzgroßhandlung Oswald Hartmann ein Großfeuer aus, dem i>as gesamte Maschinenhaus mit den Maschinen, Lagerschuppen und große Holzvorräte zum Opfer fielen. Bei den Löscharbeiten wurden drei Personen schwer und 25 Leicht verletzt. In hervorragender Weise beteiligten sich an den Löscharbeiten Hitler-Jugend und Arbeitsdienst. Die Ursache des Feuers.ist darin zu suchen, daß aus der Vorfeuerung eine Stichflamme \ herausschlug, die Sägespäne zur Entzündung brachte. Am Montag brach an den Abhängen des Hartmannsweiler Kopfes im Elsaß infolge der Trockenheit Feuer aus, dem man zunächst keine besondere Bedeutung beimaß, weil aus der Vernichtung von einigem Gesträuch kein besonderer Sachschaden angerichtet werden konnte. Es war aber nicht möglich, den Brand zu löschen, weil immer wieder aus dem Kriege zurückgebliebene Blindgänger explodierten und das Leben der Feuerwehrleute bedrohten. In den Abendstunden des Montags drohte der Brand größeren Umfang anzunehmen. Mehrere Lastwagen mit Truppen wurden an die Brandstelle gesandt, um die anliegenden Nadelholzwälder vor dem lieber- greifen des Feuers zu schützen. Auf den östlichen und südlichen Hängen sind bereits mehrere hundert Hektar ein Raub der Flammen geworden. Der Brandherd dehnt sich auf etwa 2 Kilometer aus. Man rechnet aber nicht damit, daß die umliegenden Dörfer Wattmeiler und Wünheim gefährdet werden könnten. Trennende hinweg in allen Dingen als höchste Bindung gegeben ist. Heil Hitler! (gez.): Dr. Robert Ley. 12 Zahre Kerker für Woldemaras. Kowno, 18. Juni. (DllB.) Die Litauische Tele. grapfjenagenfur veröffentlicht folgende Verlautbarung: Am 17. Juni hat das Feldgericht gegen woldemaras verhandelt. Der Angeklagte ist für schuldig gefunden, gemeinsam mit anderen mittels eines bewaffneten Aufstandes die bestehende litauische Regierung zu stürzen versucht Zu haben. Dafür hat das Feldgericht woldemaras mit 12 Jahren schweren Kerker bestraft. dern vor allen Dingen auch in den jugendlichen Seelen das Verständnis für die Lebensart unserer deutschen Bauern gelegt. Reichsminister Rust erklärt: Diele tausend Kinder bedürftiger Volksgenossen sollen in diesem Sommer auf dem Lande Erholung finden. Sie sollen hinaus aus den Großstädten und Notstandsgebieten auf das Land — zum Bauern — zur schöpferischen Natur und gerade beim deutschen Bauern die lebensstarke Verbundenheit des Blutes mit der Scholle erleben. Es ist eine Ehrenpflicht des ganzen deutschen Volkes für die Gesundung und Erholung unserer Jugend zu sorgen. Amtsleiter H i l g e n f e l d t führt aus: Viele taufend Stadtkinder bedürftiger Familien wollen wir zur Erholung aufs Land schicken. Sie sollen sich dort körperlich erholen. Sie sollen aber auch ihre deutsche Heimat, bäuerliche Sitten und Gebräuche kennen und verstehen lernen. Stadt und Land sollen einander näher kommen. Wir wollen der deutschen Jugend Herz und Augen öffnen für die Verbundenheit von Stadt und Land! Deutsche Bauern! Helft weiter an dem Gelingen dieses Werkes! Tausenden deutscher Stadtkinder habt Ihr Euer Haus geöffnet. Wir danken der deutschen Landbevölkerung für diesen Beweis nationalsozialistischer* Opferbereitschaft. Aber noch Tausende von Pflegestellen fehlen uns. Wir rufen Euch, deutsche Bauern, wieder auf. Helft uns, das große Werk der Kinderlandoerschickung durchzuführen; helft unserer Großstadtjugend! Ihr dankt damit unserem Führer für seinen Kampf um Deutschlands Wiederaufstieg! dant sich beim Parteitag in Nürnberg bei unserem Führer abmeldete, da nahm er für sich und für seine Besatzung die Verpflichtung mit, draußen im Auslande, im oft feindlichem Auslande, zu werben für unser deutsches Reich. Diese Verpflichtung ist von ihrem hervorragenden Kommandanten und von Ihnen, der Besatzung, voll erfüllt worden. Ich bin beauftragt, Ihnen den besonderen Dank des Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, unseres Führers, des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler und der gesamten Reichsregierung auszusprechen. Ich habe weiter einen Brief von unserem Außenminister Freiherrn von Neurath bekommen, der ausdrücklich seinen Dank sagt für die Hilfe, die das stolze Schiff seinen Gesandten und konsularischen Vertretungen geleistet hat, um die deutschen Kolonien zusammenzufassen. Ich weiß wohl, wie jeder einzelne Mann auf sich selber auf- paffen muß, um nicht den Gesamteindruck, den das Schiff macht, zu stören, den guten Eindruck, den man nun im Auslande schon erwartet, wenn ein deutsches Kriegsschiff kommt und dies alles in der Zeit, in der die feindliche Hetzpropaganda erneut ihr Haupterhoben hat, wo erneut, wie im Kriege, Verleumdung und Lüge das Bild trübte, auch das Bild, das"die Ausländsdeutschen haben mußten. Nun, man bezwingt am besten solche Haßpsychose dadurch, daß man persönlich auf fie losgeht. Mit der „Karlsruhe" ging ein geschlossener Kampfkörper hinaus, zu werben für das deutsche Volk und für das deutsche Vaterland. Daß eure Erfolge so groß gewesen sind, verdient [eben Dank. Als der Reichsminister von Bord schritt, ging die Kommandoflagge wieder hoch und das Flottenflaggschiff „Schleswig-Holstein" feuerte in dem Augenblick, als langsam die Flagge des Reichswehrministers niederging, erneut neunzehn Schuß Salut. Damit hatte der eindrucksvolle militärische Akt sein Ende gefunden. Aus Blankenburg (Harz) wird gemeldet: Ein riesiger Waldbrand wütet im Forstamtsbezirk Heimburg in der Nähe des Forfthaufes Eg- aeröder-Brunnen. 600 Morgen Nadelholz stehen in Flammen. Der Wind jagt das Feuer mit großer Geschwindigkeit durch das Tannendickicht. Auch der Fichtenhochwald hat bereits Feuer gefangen. Unter der ungeheuren Hitze und dem Trinkwasier- mangel haben die Löschmannschaften sehr zu leiden. Die Dorfbewohner, Feuerwehren! Sanitätskolonnen und SA.-Mannschaften aus der ganzen Umgebung sind bereits eingesetzt und arbeiten fieberhaft an der Einkreisung des Brandherdes. Technische Nothilfe, Arbeitsdienst und Forstschulen der Umgebung werden mit Lastkraftwagen an die Brandstelle gebracht. Man ist dabei, rings um den Riesenbrandherd, dessen Ausdehnung noch nicht zu übersehen ist, den Wald niederzulegen. Ein furchtbares Bild der Vernichtung bietet sich den Blicken. Die Ent- stehungsursache des Brandes ist noch nicht feftge- * Durch Funkenflug entstand in dem mecklenburgischen Dorfe Hohen-Luckow ein Brand, der in kurzer Zeit auf alle in der Windrichtung liegenden Gebäude übersprang. Bisher stehen sieben Wohngebäude, Stroh- und Pappdachscheunen, Ställe und die Dorfkirche in Flammen. Zahlreiches Vieh, mehrere Maschinen und die Elektrizitätsstation find vernichtet. In der Nacht vom Sonntag zum Montag brach bei den Heinkel-Flugzeugwerken in Warnemünde ein Brand aus. Entstehungsherd war ein Schuppen auf dem Flughafengelände, in dem einige eben fertiggestellte Sportflugzeuge vom Muster Heinkel-„Kadett" zur Ablieferung bereitftanben. Die leichte Bauweise dieser Flugzeuge — mit Leinwand bespannte Holzkonstruktionen — hat im Zusammenhang mit der herrschenden Hitze und Trockenheit das Umsichgreifen des Feuers begünstigt. Die Löschtätigkeit wurde dadurch erschwert, daß die Flugzeuge zum Teil bereits für die Probeflüge Brennstoff an Bord hatten. Eine weitere Ausdehnung des Feuers auf benachbarte Gebäude konnte verhindert werden. Die Untersuchung scheint die Vermutung der Fachleute zu bestätigen, daß es sich um eine durch die abnorme Hitze herbeigeführte Selbstentzündung handelt. ♦ In. dem Dorfe Sklenne bei Kremnitz brach Montagnachmittag ein Bra nd aus, der mit riesiger Schnelligkeit um sich griff. Am späten Nachmittag standen bereits 80 Gebäude in Flammen. Es besteht wenig Hoffnung, den Brand einzudämmen, da heftiger Wind und starker Wassermangel die Rettungsaktion in hohem Maße behindern. * Durch eine Riesenfeuersbrunst wurde das ägyptische Dorf Maschtul fast völlig zerstört. 180 Häuser fielen dem Feuer zum Opfer, und 13 Personen kamen ums Beben. Das Feuer fand durch den herrschenden heftigen Sturm rasche Verbreitung. Oie ausländischen Gäste der Kieler Woche am Marine- Ehrenmal in Laboe. Kiel, 18. Juni. (DNB.) Arn Montag legte eine große Anzahl der an Bord der „Rio Panuco" befindlichen ausländischen Gäste am Ehrenmal her deutschen Marine in Laboe einen Kranz und Blumenstäuße mit Schleifen in den Farben der verschiedenen Nationen nieder. Zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen deutschen Marineangehörigen sprachen zunächst der frühere Staatssekretär Gouverneur von Nord-Algier Minister David und der Präsident B o n v o l s i n, Leiter des Siedlungswesens in Frankreich. Der Reichssportführer von Tschammer-Osten dankte und gedachte der Toten der anderen Nationen, indem er zugleich die Kranzniederlegung als ein Symbol gegenseitigen Verstehenwollens und der Freundschaft und Achtung der einzelnen Nationen voreinander bezeichnete. Unter den ausländischen Gästen befand sich der spanische Marinestaatssekretär Llegado, dem Deutschland in vieler Hinsicht zu Dank verpflichtet ist, desgleichen der Kabinettschef des französischen Ministers für öffentliches Gesundheitswesen und Dolksertücbtigung, sowie der bekannte Oberkommandierende der schweizerischen Armee während des Weltkrieges Oberstkorpskommandant Wille, der mit Deutschland freundschaftlich und verwandtschaftlich verbunden ist. Notkreuz-Arbeit unter den Deutschen über Eee. Im Rahmen der Kolonialtagung in Kiel versammelten sich auch die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes, Frauenverein für Deutsche über See, unter dem Vorsitz Der Frau Herzogin Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Die Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holstein, die Frau Prinzessin Heinrich von Preußen begrüßte die Gäste Die stellvertretende Vorsitzende, Frau v. L e k o w , erstattete den Jahresbericht, der zeigte, wie der Verein seine Arbeit, die Fürsorge für Kranke, für Wöchnerinnen und Kinder unter den Deutschen über See, insbesondere in unseren alten Kolonien, Ost- und Südwestafrika, ausdehnen konnte. In Ostafrika wurden zwei neue Schwefterstationen, in Dabaga- Himbu (Jringa-Hochland) und in Oldeani, westlich des Kilimandscharo, eingerichtet. Solche Schweftern- ftationen sind ein unermeßlicher Segen für die umliegenden deutschen Siedlungen, die sonst ohne jede pflegerische Hilfe wären: Deshalb wurde auch beschlossen, nach Möglichkeit weiteren Bitten um Errichtung solcher Stationen zu folgen. Eine Reihe von Abteilungen konnte sofort namhafte Beträge zur Derfüung stellen, so daß die Errichtung von zwei neuen Stationen, eine in Ostafrika, die andere in Südwest gleich in Angriff genommen werden kann. In Deutschsüdwest müssen außerdem die Anstalten des Vereins, Wöchnerinnen-, Kranken- und Erholungsheime für Erwachsene und Kinder, fort- geführt werden, ebenso brauchen die Schwestern- ftationen in den deutschen Siedlungen in Portug. Angola noch weiterer Unterstützung. — Den Verhandlungen folgte ein Vortrag von Frau (Tor ne He Hoetzsch über das Schwesternwesen im Roten Kreuz, der so recht klar werden ließ, in welchem Geist der Liebe und Opferwilligkeit die Arbeit getan werden muß, um zu gelingen. Ein weiterer Vortrag von Sch-vester Gertrud Schultz berichtete aus der praktischen Arbeit dieser Schwester, die schon zwei Dienstperioden in Portug. Angola und in Deutsch-Südwest hinter sich hat und die demnächst wieder auf einen anderen Posten ausgesandt werden wird. Der Samstag brachte noch eine gemeinsame Sitzung des Deutschen Roten Kreuzes, Frauenverein für Deutsche über See und des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, mit interessan- ten Vorträgen von Prof. Dr. 0 b ft und Frau Dr. phil. Hedwig F i tz l e r. Die Sitzung legte Zeugnis ab von der guten Zusammenarbeit der beiden kolonialen Frauenvereine, die beide unseren Deutschen in den Kolonien zeigen, daß auch sie umfaßt werden von dem großen Gedanken deutscher Volksverbundenheit! Zwei Brüder beim Baden im Main ertrunken. In Hafenlohr sind, wie aus Würzburg gemeldet wird, die Brüder Karl und Gustav Beck aus Karbach beim Baden im Main ertrunken. Der 24- jährige Gustav Beck war in Gefahr geraten, fein 19jähriger Bruder Karl wollte ihn retten, fand aber dabei gleichfalls den Tod in den Fluten. Ein junger Seemann will den Atlantik im Kanu überqueren. Ein L4jähriger Seemann namens John Smith verließ am Montag den Hafen von Peterbourg (Ontario) in einem fünf Meter langen Kanu, in dem er den Atlantischen Ozean zu überqueren hofft. Er beabsichtigt, den St. Lorenzstrom hinunter und dann durch den Golf von St. Lorenz nach Neufundland zu fahren. Von dort will er Kurs nach Irland nehmen. Smith hat weder Mast noch Segel an Bord; er gedenkt die ganze Strecke rudernd zurückzulegen. Die erforderliche Zeit schätzt er auf zwei bis drei Monaten. Sein Ziel ist Peterborough in England. Eine große Menschenmenge Verlängerte Urlaube im Versicherungsgewerbe. Wie die Deutsche Angestelltenschaft, Unterbezirk Mittelhessen, mitzuteilen bittet, haben mehr als 10 große Versicherungsgesellschaften in diesem Jahre die Urlaubszeiten ihrer Angestellten wesentlich verlängert. Die Lehrlinge und Jugendliche erhalten von nun an mindestens 12, im Höchstfälle sogar 21 Feiertage, an Stelle von bisher nur 8. Auch die Urlaubsdauer der älteren Angestellten hat eine erhebliche Verbesserung erfahren. Je nach Anzahl der Berufsjahre hat, um nur ein Beispiel herauszugreifen, die Gruppe IV im Allianzkonzern statt bisher 10 bis 14 Urlaubstage künftig 16 bis 24. Den Festanzug der Deutschen Arbeitsfront liefern fünf Gesellschaften ihren Gefolgschaften ohne jede Bezahlung, während 11 weitere große Firmen nennenswerte Zuschüsse leisten. Schließlich haben 44 Versicherungsgesellschaften zum 1. Mai Sonderbeträge an die Gefolgschaften aus gezahlt, die bis xu 50 Prozent des Monatsgehaltes, in einem Falle sogar 100 Prozent, ausmachen. Diese Sonderzuwen- düngen der Firmen an die Gefolgschaften sind auch als Anteil an der Finanzierung des Urlaubs gedacht. hatte sich am Hafen eingefunden, um John Smith Glück zu seiner Unternehmung zu wünschen. Am Tage hundstagshihe — nachts Frost. Aus Meseritz (Grenzmark) wird gemeldet: In den letzten Tagen sind im gesamten Gebiet der mittleren Grenzmark und in den Nachbargebieten starke Temperaturunterschiede zu Der- zeichnen. Während am Tage 30 Grad im Schatten gemessen werden und die Gluthitze die Dürreschäden auf den verbrannten Feldern weiter erheblich verstärkt, sinkt des Nachts die Temperatur unter Null, in den letzten Nächten wurden bis ZU 3 Grad Frost gemessen, der vor allem auf den Frühkartoffelfeldern großen Schaden anrich- tete. Anhaltende Hitze in Frankreich. Die große Trockenheit und die ungewöhnliche Hitze trauern in ganz Frankreich an. In Paris wurden am Montag 33 Grad im Schat- ten gemessen. Auch aus öer Provinz werden ahn- liche Temperaturen gemeldet. Die Mosel ist von der Quelle bis Römiremont vollkommen ausgetrocknet. In verschiedenen nordfranzösischen Ortschaften herrscht Trinkwasfermangel. Für die Ernte befürchtet man das Schlimmste, wenn es nicht bald regnet. Acht lebendige Kinder zur Welt gebracht. Nach einer Agenturmeldung aus Schanghai hat die Ehefrau eines Mechanikers in Südchina a ch t Kinder, und zwar sieben Knaben und ein Mädchen, zur Welt gebracht. Mutter und Kinder erfreuen sich bester Gesundheit. Dieser außergewöhnliche Fall von Fruchtbarkeit hat selbst in China großes Aufsehen erregt. Schweres Explosionsunglück im Staate Neuyork. — Bisher sechs Tote und zahlreiche Verletzte. In Jamestown im Staate Neuyork hat sich ein Kares Explosionsunglück ereignet, durch ich den ersten Meldungen 12 bis 20 Personen getötet und etwa 50 verletzt worden sind. Mehrere hundert Personen waren zufammenge- ftrömt, um bei einem Brande den Löscharbeiten der Feuerwehr zuzusehen. Plötzlich explodierten drei je etwa 90 000 Liter fassende Gasolintanks, die sich in unmittelbarer Nähe der Brandstelle befanden. Die Wirkung war furchtbar. Die drei Gasolintanks, durch deren Explosion das Unglück angerichtet wurde, gehörten der Richfield Oil Co., in deren Anlagen wahrscheinlich durch einen Funken eines elektrischen Umschalters ein Brand entstand. Die Zahl der Todesopfer soll nach den letzten Berichten nicht so hoch sein, wie zuerst befürchtet wurde; sie wird jetzt mit sechs angegeben. Die unautorisierte französische Uebersehung von „Mein Kampf" verboten. Das Pariser Handelsgericht hat das Urteil im Prozeß des Eher-Verlages gegen den französischen Verleger der nichtautorisierten lieber- setzung des Buches „Mein Kampf" gefällt. Der Druck und Verkauf der französischen lieber- setzung wurde verboten und die Vernichtung der beschlagnahmten Exemplare angeordnet. Jeder Fall von Zuwiderhandlung wird mit 100 Franken Geldstrafe geahndet. Dem Kläger wird moralische Genugtuung in Form des symbolischen 1-Frank- Schadenersatzes zugebilligt. Kunst und Wissenschaft. Schwerer Verlust der Himalaja-Expedition. Die deutsche Himalaja-Expedition ist nach hoffnungsvollem Anfang von einem schweren Schlag getroffen worden. Wie das „Münchener Abendblatt" meldet, ist Reichsbahnrat A. Drexel am 8. Juni beim Angriff auf den Nanga Parbat im Lager 2 (5100 Meter) an einer akuten Lungen- entzünduna gestorben. Drexel war IVz Tage krank gewesen. Eine neue Geschichte des Papsttums. In Kürze erscheint im Verlag Cotta in Stuttgart der schon lange mit Spannung erwartete erste Band der „Geschichte des Papsttums" aus der Feder von Johannes Haller. Der weit über Deutschland hinaus als gelehrter Forscher und meisterhafter Darsteller bekannte Tübinger Histo- riker faßt hier die Ergebnisse seiner Lebensarbeit auf dem Gebiet der Papstgeschichte zusammen in einer großzügigen, glänzend geschriebenen Dar- tellung._______________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Univerfitäts-Buch. und Steindruckerei R. Lange. K..G.. sämtlich in Gießen. ^fCirdie gTOSSC Tube nuumcnu, u wundervoll Geschmack. Deutsche Vauern-nehmtSladtkinderbei euch aus! Kreuzer „Karlsruhe" von seiner Weltreise zuriilk Oer Reichswehrminister begrüßt die Besatzung im Heimathafen. Verheerende Brände in aller Well. Hitze und Wassermangel begünstigen die Ausbreitung. -Insgesamt 13 Tote, 28 Verletzte. — Explodierende Blindgänger am Hartmannsweiler Kopf. Aus aller Well Oberhessen. 25 Jahre Schühenklub „ZRolonö" in Klein-Lmden. OO Klein-Linden, 18. Juni. Der hiesige Schützenklub „Roland", ohne Zweifel einer der rührigsten Vereine in unserm Dorf, feierte am Sonntag an seinen ideal gelegenen Schießständen am Bergwerkswald sein 25. Stiftungsfest und -verband damit das übliche Jahres-Preisschießen des ehemaligen Schützenbundes „Lahn-Dill-Hüttenberg", jetzt eine Untergliederung des Deutschen Schützenbundes, zu dem sich die angeschlossenen Vereine auch recht zahlreich eingefunden, hatten. Frühmorgens um 7 Uhr wurde mit dem Preisschießen begonnen, und den ganzen Tag bis zum Abend um den Sieg gekämpft. Die erzielten Ergebnisse find als hervorragend anzusprechen. Jedem Schützen wurden drei Schuß auf die Zwölferscheibe zugestanden. Gegen Abend nahm Bundesvorsitzender Heiland (Steindorf bei Wetzlar) die Gelegenheit war, dem festgebenden Verein zu seinem silbernen Jubiläum die herzlichsten Glückwünsche des Bundes auszusprechen. Den noch lebenden sechs Gründern des Vereins, Lokomotivführer Friedrich Stein, Lokomotivführer Heinrich K e u d e l, Lokomotivführer Jakob Kopp, Lokomotivführer i. R. Gottfried Benderoth, sämtlich in Klein-Linden, Gastwirt August Lang und Reserve-Lokomotivführer Heinrich K r e u d e r , beide in Gießen wohnhaft, widmete er herzliche Dankesworte für ihre Treue in schwerer Zeit und überreichte ihnen ein sinnvolles Geschenk des Festoereins mit ein- graoierter Widmung. Ferner sprach er über die vaterländischen hohen Aufgaben der Schützenvereine, denen jetzt im Dritten Reiche die gebührende Anerkennung gezollt werde. Seine Rede klang aus im Bekenntnis zum deutschen Volk und seinem Führer Dolkskanzler Adolf Hitler, denen er ein dreifaches „Sieg-Heil!" ausbrachte. In das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied stimmten die Festbesucher begeistert ein. Anschließend dankte der Vereinsführer des Schützenklubs „Roland", Lokomotivführer Friedrich Stein, für die überbrachten Glückwünsche, ferner im Namen der noch lebenden Gründer für die Ehrung derselben und gab ein^ Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Wenn auch der Verein einst schwer um die Durchführung seiner Ziele gekämpft habe, so könne man heute, wo die nationalsozialistische Regierung die Ziele des deutschen Schützenbundes unterstütze, mit umsomehr Stolz auf die Vergangenheit zurückblicken. Mit einer harmonisch verlaufenen Nachfeier im Vereinslokal, dem Turnerheim, fand das Fest sein Ende. Die Preisverteilung, es kamen sehr wertvolle hauswirtschaftliche Gegenstände aller Art zur Verteilung, hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis Friedrich Stein mit 36 Ringen (Stech- fchuß 12), 2. August Pfeiffer mit 36 R. (10), beide von Klein-Linden, 3. Rudolf Weil, Kroj- dorf mit 36 R., 4. Otto Becker, Krofdorf, 5. Friedrich Schmidt, Hochelheim, 6. Ambrosius, Biskirchen, 7. Karl Schaum, Hochelheim, 8. Karl Kreutz, Krofdorf, 9. Heinrich H u m r i ch , Oberbiel, sämtlich mit je 35 Ringen, 10. Wilhelm Schüttler, Großen-Linden, 11. Wilhelm Wagner, Krofdorf, 12. Wilhelm Schmidt, Oberbiel, 13. Wilhelm Schnautz, Oberbiel, 14. Robert Stein, Klein-Linden, 15. Georg Schmidt, Wetzlar-Niedergirmes, 16. Willi Schmidt, Wetzlar- Niedergirmes, 17. Adolf Veit, Klein-Linden, 18. Johann Köhler, Hochelheim, 19. Heinr. Stoll, Großen-Linden, 20. Fritz Schmidt, Großen-Lin- den, sämtlich mit je 34 Ringen. Außerdem wurden noch 14 Trostpreise an die Schützen mit je 34 Ringen ausgegeben. Grohfeuer in Ober-Ohmen. # Ober-Ohmen, 18. Juni. Heute gegen 9 Uhr brach hier ein Feuer aus, das große Ausmaße annahm. Es fielen dem Feuer die Scheunen und Stallungen der Landwirte Otterbein und Becht, sowie die landwirtschaftlichen Gebäude des Bürgermeisters Heinrich Horst zum Opfer. Außerdem brannte noch ein Wohnhaus ab, in dem zwei Familien zu Miete wohnten. Das Feuer breitete sich mit großer Schnelligkeit aus, so daß im Nu sämtliche genannten Baulichkeiten in hellen Flammen standen. Dabei entwickelte sich eine Hitze, die die Annäherung an die Brandstellen ungemein erschwerte. Die Luft wurde so heiß, daß weit entfernt stehende Obstbäume sengten. An drei weiter abstehenden Häusern begannen alsb-ald die Flammen an den Dachborden zu lecken, so gewaltig war die Hitze, doch gelang es wagemutigem Eingreifen sofort, diese neuen Brandherde im Keime zu ersticken. Den vereinten Bemühungen der hiesigen und auswärtigen Feuerwehren gelang es nach etwa drei Stunden die größte Gefahr §u bannen. Außer der hiesigen Wehr beteiligten sich an den Löscharbeiten die Pflichtwehren von Ruppertenrod und Unter-Seibertenrod, ferner die Motorspritzen von Nieder-Ohmen und Alsfeld und die Freiwillige Feuerwehr von Groß-Felda. Das Feuer fand an dem frischgeernteten Heu, wie auch an dem ausgetrockneten Gebälk der Gebäude reiche Nahrung. Die Einwohner, die größtenteils draußen bei der Heuernte tätig waren, eilten von allen Richtungen dem Dorfe zu. Don den Nachbardörfern waren gleichfalls Einwohner erschienen, die alle bei der Wasserversorgung der Spritzen helfend eingriffen, mußte doch ein großer Teil Wasser mit Fässern aus der Ohm herbeigeschafft werden. Erfreulicherweise hielt die hiesige Wasserleitung den an sie gestellten Anforderungen stand, und es mag jetzt erst so manchem zum Bewußtsein gekommen sein, wie wichtig die Anordnung des Bürgermeisters vor einigen Tagen war, kein Wasser aus der Leitung zum Gießen zu nehmen. Der entstandene Sachschaden ist sehr erheblich. Landkreis (tfkfcen. Wieseck, 18. Junk. Der O b st - und Gartenbauverein hatte gestern zu seiner zweiten sommerlichen Schulungstagung Einladung ergehen lassen, der eine stattliche Teilnehmerzahl gefolgt waren. Während der vorige Lehrgang in die Baumanlagen der Gemarkung führte, wurde diesmal der Haus- aarten in den Kreis der Besprechung gezogen. Nach herzlichen Begrüßungsworten hielt der Vereinsvorsitzende, Lehrer B e p p l e r, einen Vortrag über die derzeitigen Verhältnisse im Obst- und Gartenbau und führte dabei u. a. aus, daß trotz des reichen Blütenjahres mit guten Bestäubungsmöglichkeiten nur eine knappe Mittelernte in Erwartung stehe und daß der Baumbesitzer alles daran setzen müsse, die yun in Entwicklung begriffenen Jungfrüchte zur; Dollentwicklung zu bringen. Dazu sei in Anbetracht ■ der mangelnden Winterfeuchtigkeit und der fehlen-' den Niederschläge gründliche Bewässerung nötig.! Um die Verdünstung auf ein Mindestmaß zu beschränken ist eine dauernde Offenhaltung und Lockerung der Baumscheibe bzw. der beanspruchten Un-. terfläche notwendig. Im weiteren wurde die Not-1 Wendigkeit der Sommerdüngung der Obstbäume vor । Augen geführt. Jetzt sei die Zeit gekommen, wo der Baum die Blütenanlage für das kommende Jahr bildet und da dürfe es ihm nicht an den notwendigen Aufbaustoffen fehlen. Man habe zwischen stark- wüchsigen und schwachtriebigen Obstbäumen zu unterscheiden. Während erstere meistens mit Stickstoff überdüngt werden, mangelt er den letzteren, die dann trotz reichlichsten Blütenansatzes nicht die nötige Kraft zum Aufbau der Früchte haben. Deshalb sei die Düngung individuell durchzuführen, wobei zur Förderung der Blütenknospenbildung vor allem an Superphosphat, Kali und Kalk nicht gekargt werden dürfe. Bei Verwendung von Jauche müsse immer ein Zusatz von wasserlöslicher Phosphorsäure erfolgen, um sie zu einem Dolldünger zu machen. Weitere Behandlungspunkte betrafen noch den Sommerschnitt des Formobstes, die Arbeiten an den umgepfropften Bäumen, das Geizen der Weinspaliere, die Vorteile der Reihensaat bei allen Gartenkulturen und das Pflanzen und Verschulen bei trockenheißer Witterung. Auf Anfrage aus der Versammlung heraus wurde noch die Sommerbehandlung der Hochstamm-, Busch- und Polyantarosen besprochen und dabei die Notwendigkeit gründlicher Bewässerung mit Verabreichung mehrerer Dunggüsse mit Am-Sup-Ka zur Erzielung eines zweiten Rosen- flors dargelegt. Viel Bewunderung fanden die Rosenneuzüchtungen „Präsident Hoover", deren Form- und Farbenschönheit etwas Besonderes darstellt und die Einfassungsrose „Gloria Mundi" mit Blumenbüscheln von 8 bis 15 Einzelrosen. Baumwart Ludwig Haas gab noch Anweisung über die bei der heißen Witterung sich stark vermehrenden Schädlingen des Obst- und Gartenbaues. So sind die Blattläuse geradezu zur Pflage geworden, die dem an sich schon schwachen Wüchse der Kulturpflanzen noch weiter Abbruch tue. Er empfahl die Verwendung der fast kostenlos aus Tabakstaub herzustellen- den Nikotin-Schmierseifenbrühe, die immer sicher zum Ziele führe. An den Obstbaumen tritt vereinzelt der Mehltau auf, gegen den rechtzeitiges Spritzen mit einem Schwefelmittel (Solbar, Schwefelkalkbrühe) von Erfolg sei. Die Gefahr des Schorfanfalls sei Heuer weniger schlimm, aber das Auftreten des Apfelwicklers mache sich in verstärktem Maße bemerkbar. Neben Arsenspritzungen, die im Garten bei Unterkulturen nicht immer durchzufüh- ren seien, empfahl Baumwart Haas das Anlegen von Jnsektenfanggürteln aus Wellpappe. Der Der- einsobmann gab noch bekannt, daß der Verein in Kürze einen Süßmostapparat beschaffen und den Mitgliedern gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung stellen werde, vorher aber sollen die Interessenten in einem weiteren Schulungslehrgang über die Bedeutung, die Herstellung und Behandlung des Süßmostes von allen Obstarten unterrichtet werden, In der anschließenden Vorstandssitzung wurden einige innere Angelegenheiten erledigt und der Vorsitzende erneut beauftragt, bei der Landesbauernschaft Hessen-Nassau zu Frankfurt a. M. weitere Schritte zur Herausgabe einer Fachzeitschrift für Obst- und Gartenbau zu unternehmen, da eine solche als das beste Vereinsband anzusprechen sei. 00 Klein-Linden, 18. Juni. Die hiesige Ortsgruppe der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV.), der in unserer Gemeinde mehr als 300 Mitglieder angehören, hielt am Samstagabend in der Turnhalle ihre zweite Vollversammlung ab. Während in der Maioersammlung durch Lehrer Möller die Ziele der NSV. vorgetragen wurden, wurde diesmal als Abschluß der Verkehrswoche das Thema behandelt „Die Bekämpfung der Gefahren des Verkehrs durch Erziehung aller Volksgenossen." Bei dieser Gelegenheit kam auch die Sprache auf die durch die vielen Unfälle berühmt gewordene Straßengabelung Frankfurter Straße—Wetzlarer Straße. Bürgermeister Fischer will sich bei den in nächster Zeit geplanten Straßenarbeiten bei der Provinz dafür einsetzen, daß Maßnahmen getroffen werden, die Gefahren zu beseitigen. NSV.-Ortsgruppenleiter Karl H o f gab noch einige geschäftliche Mitteilungen bekannt, die namentlich auch die Arbeit der NSV. für das kommende Winterhilfswerk betrafen. Orts- qruppcnleiter Dr. Crößmann rief in feinem Schlußwort zur aktiven Mitarbeit aller Mitglieder der NSV. auf, verlangte ferner, heute mehr denn je, sich hinter die Regierung zu stellen, und schloß mit dem „Sieg-Heil" auf unfern Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. = Großen-Linden, 18. Juni. Unter starker Beteiligung fand gestern nachmittag im Saale der Gastwirtschaft „R e b ft o ck" ein Treffen der Frauen- schaften von Allendorf (Lahn), Großen-Linden, Leihgestern, Alten-Buseck und Watzenborn-Steinberg statt. Frl. Müller (Großen-Linden) begrüßte die zahlreichen Gäste. Den unterhaltenden Teil bestritt in der Hauptsache die Frauenschaft Alten-Buseck; außer zwei Volksstücken in oberhessischer Mundart, die „Spinnstube" und die „Heunkküch" (Honigküche), die große Heiterkeit hervorriefen, trugen diese auch einige Lieder vor. Pg. Dr. Röder hielt eine kurze Ansprache, in der er den Sinn und die Bedeutung der Frauenschaft im Dritten Reich erörterte. Die Großen-Lindener Frauenschaft bewirtete die auswärtigen Gäste mit Kaffee und Kuchen. Der Bund deutscher Mädchen von Großen-Linden führte einen Reigen vor, der sehr gut gefiel Mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer fand die gelungene Veranstaltung ihr Ende. Hungen, 18. Juni. Der Sängerkreis ,,C h a 11 i a" im Gau XII (Hessen-Darmstadt) des Deutschen Sängerbundes hielt bei herrlichem Wetter seinen Kreisliedertag in Hungen ab. Um 8 Uhr nahm im Saale des „Darmstädter Hofes" das Wertungssingen seinen Anfang, an dem 27 Vereine teilnahmen. Jeder Verein hatte einen Pflicht- und einen selbstgewählten Chor zu fingen. Die Beurteilung und Bewertung der Chore lag in bewährten Händen des Musiklehrers Heinrich Blaß (Gießen). Die Kritik wurde anschließend an das Wertungs- fingep den Chorleitern und Vereinsoorständen bekanntgegeben. Nachmittags fand auf dem alten Marktplatz eine öffentliche Kundgebung statt, die mit dem Sängergruß eröffnet wurde. Der Kreis- walter Rinker entbot im Namen des Sängerkreises „Chattia" den Sängern herzliche Willkommensgrüße, insbesondere hieß er den Provinzial- walter Wendler (Bad-Nauheim) sowie die Vertreter der NSDAP, und den Stadtvorstand — vertreten durch Bürgermeister Fendt — willkommen. Das deutsche Volkslied, so führte er weiter aus, ist das herrlichste Volksgut, das uns anoertraut ist. Es ist Aufgabe der Vereine, das deutsche Lied weiter zu pflegen, zu erhalten und der Nachwelt in unveränderter Form zu überliefern. Unter Stabführung des Bundeschorleiters Stein brachten die Sänger den „Sonnenaufgang" zu Gehör. Bürgermeister Fendt betonte dann besonders, welche ethischen Werte und welche unermeßlichen Kräfte dem deutschen Volksliede innewohnten, das alle Stände und Schichten überbrückt und bestes Kulturgut sei. Nach einem auf Volk und Vaterland ausgebrachten Sieg- Heil intonierte die Kapelle das „Deutschland-Lied", in das die Menge begeistert einstimmte. Die Sänger brachten anschließend das Lied „Es klingt ein heller Klang" zu Gehör. Prooinzialwalter Wend- l e r überbrachte namens der Gauleitung die herz- lichsten Sänaergrüße des leider am Erscheinen verhinderten Gauführers, Ministerialrats Rings- hausen. Die Volksgemeinschaft sei schon stets das Sinnen und Streben der Sängerschaft gewesen, so möge es auch weiter bleiben. Es sei das Gebot der Stunde, als Träger echten Volkstums unter das Volk zu gehen und mit ihm das zu fingen, was aus seinem Innersten komme und es von ganzem Herzen bewege. Unsere Brüder an der Saar und in Deutsch-Oesterreich mögen durch das deutsche Lied die Kraft und Stärke erhalten, die es ihnen ermöglicht bis zu dem Entscheidungstage in fester unwandelbarer Treue auszuhalten. Das große Verdienst unseres Führers Adolf Hitlers sei es, daß man nicht nur heute das deutsche Lied hege und pflege, sondern daß man es auch wieder offen und frei fingen könne. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß er feine oft durch Zustimmungsäußerungen unterbrochene Ansprache, die mit dem Horst- Wessel-Lied ihren Ausklang sand. Mit dem Chor „Wo gen Himmel Eichen ragen" wurde die Kundgebung beschlossen und in einem Festzug durch die Straßen des Städtchens nach dem Darmstädter Hof gezogen, wo die Sänger unter Absingen fröhlicher Lieder noch einige gemütliche Stunden verbrachten. Neue Jugendherbergen im Gebiet Nhein-Main-Lahn-Fulda. Im Gau Rhein-Main-Lahn-Fulda des Reichsverbandes der Jugendherbergen werden in nächster Zeit an verschiedenen der von der wandernden Jugend besonders bevorzugten, landschaftlich schönsten Punkte die Unterkunstsverhältnifse einer wesentlichen Verbesserung unterzogen. In Nassau a. d. Lahn wird an Stelle der bisherigen Behelfsunterkunft von der Stadtverwaltung ein mit 45 Betten ausgestattetes Landhaus zur Verfügung gestellt. Auch Gersfeld a. Rhön, wo die Unter» kunftsverhältniffe bisher sehr zu wünschen übrig ließen, stellt den Jugendwanderern ein geräumiges Haus mit 120 Betten und großem Park als Jugendherberge zur Verfügung. Sehr zu begrüßen ist auch, daß jetzt auch Neckarsteinach endlich eine geräumige Jugendherberge mit 80 Betten erhält: sie erhält gleichzeitig auch eine Boots- a n l eg e ft e l l e, womit einem dringenden Bedürfnis der zahlreichen Wasserwanderer abgeholfen wird. An Stelle der bisherigen unzulänglichen Bleibe erhält auch Worms a. Rh. in dem historischen Gebäude des alten Pfandhauses eine mit 60 Betten ausgestattete Jugendherberge. Schließlich wird auch noch Bingen am Rhein an Stelle der bisherigen notdürftigen Unterkunft eine guteingerichtete Jugendherberge mit 80 Betten erhalten. Diese sämtlichen Verbesserungen des Jugendherbergewesens im Gau Rhein-Main-Lahn-Fulda haben eine tatkräftige Unterstützung durch die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden gefunden. Zu ihrer Finanzierung wurden im Einvernehmen mit dem Hessischen . Staatsminister, dem Oberpräsidenten und den Regierungspräsidenten die Erträgnisse des Schulpfennigs sowie des diesjährigen Opfer- und Werbetages verwandt. Wetterv-rar.ssqqe. Ueber England hat sich ein Tiefdruckgebiet enb chlckelt, das den hohen Druck über dem Festland immer weiter ab baut. Da es sich voraussichtlich nach Deutschland bewegen wird, dürfte infolge Zustrom kühlerer ozeanischer Luft nach vereinzelten Gewitterstörungen Niederschlagstätigkeit eingeleitet werden. Dabei bleiben die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht ausgeglichener als seither. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd bewölkt mit zwischenzeitlicher Aufheiterung, schwül, vereinzelte gewittrige Niederschläge. Lufttemperaturen am 18. Juni: mittags 31,5 Grad, abends 21,1 Grad; am 19. Juni: morgens 17,1 Grad. Maximum 31,8 Grad, Minimum 12,1 Grad. — Erd- temperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juni: abends 26,9 Grad; am 19. Juni: morgens 21,3 Grad — Sonnenscheindauer 13,9 Stunden. tiger Garten. 3651 D IMS-Vertreter die Landwirte besuchen, für Verkauf einesTierschutzmittels gegen hohe Provision gesucht. Frankfurt am Main, Schließfach 1440. 3M6V M Schütz empfiehlt seinen neu hergerichteten Saal für Festlichkeiten, Hochzeiten und Versammlungen. Konferenzzimmer und schöner schat- 2 kleine osn« Heede zu verkaufen. 9reuftadt 45. [Verschiedenes | <2OC ÄttL geg. gute Sicherheit (2 Lebens- versich.-Policen) gey. monatliche Rückzahlung auf sofort zu leihen gesucht. Schriftl. Angeb. u. 03128 an b. 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Von Berlin bis Frankfurt ganze 85 Minuten und das ganze Fahrgestell Horn Schwestermaschine, die mit u zurücklegt, können wir alsbald dabei beobachten, wie ihr Leib beln hat. Eine den gleichen Weg nach dem Aufstieg schlank und schlan- Ulmanis erwiderte auf die Frage, ob der Staats-! die geradezu unglaublich kurze Flugzeiten anzeigen, streich vom 15. Mai irgendwie verglichen werden Abflug um 8 Uhr in Berlin. Ankunft in Hamburg könne mit den Vorgängen in Italien, Deutschland schon 50 Minuten später, Weiterflug um 9 Uhr An Bord der „Schwalb e", im Juni. Da sitzen wir wieder einmal in einem Flugzeuge der Deutschen Lufthansa. Und doch ist es diesmal der Universität von Nebraska studierte und dann eine Professur an der gleichen Universität annahm. In seiner ganzen Gestalt stellt Ulmanis eine Mischung von einem bodenständigen lettischen Bauern und einem amerikanischen Gelehrten dar von Frankfurt nach Köln etwas mehr als eine halbe Stunde. Kapitän U n t u ch t hat beide Strecken zusammengezogen, er wird mit uns einen kleinen Deutschlandflug veranstalten, er will uns mit seiner „Schwalbe" an die Alster tragen, dann an den Rhein, an den Main und zurück an den Strand der grünen Spree. Wir merken kaum, mit welcher Geschwindigkeit die „He. 70" durch die Lüfte rast. Ruhig und gelassen sitzt der Kapitän auf seinem Platz, neben ihm sein Bordmonteur, der mit der Außenwelt über die lang nachschleppende Antenne die Verbindung aufrechtzuerhalten unh nach dem Start erhalten, das parlamentarische Vorzeichen mit dem autoritativen vertauschen. Die deutsche Minderheit wird loyal im Staate des Herrn Ulmanis mitarbeiten. Von der Diktatur ist zu hoffen, daß sie mit der gleichen Loyalität die kulturellen Belange der deutschen Minderheit sichern wird. Ulmanis ist kein Extremist, sein Fanatismus ist ein sehr gemäßigter, den Ausschlag wird immer seine politische Klugheit geben, und die gebietet, das deutsche Element in seinen Rechten nicht zu schmälern. Außenpolitisch dürfte sich sehr wenig ändern. Innenpolitisch aber ist trotz aller Berufung auf die moderne Form der Demokratie praktisch der Parteien st aat überwunden. Der lettische Faschismus, wenn man davon sprechen kann, ist ein solcher von oben. Und dies ist bei diesem Bauernvolk die einzigmögliche Revolution, die nicht in Anarchie ausarten kann. eine der neu in Dienst gestellten Heinkel-S ch n e l l- verkehrsmaschinen, nach Hamburg, Köln und Frankfurt entführen. Er will mit uns die sogenannten Blitz st recken abfliegen, die im Fahrplan der Lufthansa neu aufgetaucht sind und Wetiflug mit der Zeit Auf den neuen Blihstrecken über Deutschland. oder Oesterreich mit einem glatten Nein! Der jetzt, nach kurzer Pause und Ankunft in Köln nach wei- 57jährige Diktator, dem die Bauernschlauheit aus den Augen schaut, setzte dann recht wortreich aus-1 Ein Besuch bei Lettlands Diktator Seltsames Wiedersehen mit Karl Ulmanis. Riga, Juni 1934. Das hätten wir bestimmt nicht gedacht, als wir Angehörige der baltischen Landeswehr im Frühling 1919 die Regierung Ulmanis stürzten und den deutschfreundlichen Pastor de Nee- dra einsetzten, daß wir im Jahre 1934 Ulmanis als den Diktator eines neuentstandenen Lettlands begrüßen würden. Damals war Lettland gerade als Staat von englischen Gnaden aus der Wiege gehoben worden. Deutsche Freikorps und wir Jung- balten aus der baltischen Landeswehr hielten Lit- tauen und Lettland besetzt und träumten von einer baltischen Länderbrücke zwischen einem wieder aufzurichtenden zaristischen Rußland und einem ebenfalls wiederaufzurichtenden kaiserlichen Deutschland. Diese Träume haben sich nicht erfüllt. Die Gewalt der politischen Tatsachen stand ihnen entgegen. So war der Putsch, den der spätere deutsche SA.-Führer Hauptmann Pfeffer von Salomon gegen Ulmanis unternahm politisch ein Fehler. Denn er zog uns die Feindschaft Englands zu, das im November 1919 mit seinen Schiffsgeschützen in die schweren Kämpfe um die Dünalinie eingriff und es den Letten ermöglichte, die aus russischen Kriegsgefangenen zusammengestellten Hilfsdivistonen zu überwinden. Ulmanis saß während dieser Zeit teils in der englischen Gesandtschaft, teils auf einem englischen Kreuzer. Er konnte ab warten, und er erlebte, daß nach der Einnahme Rigas durch die Deutschen am 21. Mai 1919 die schwere Niederlage bei Wenden folgte und der Baltikumfeldzug langsam in ein Abenteuer ausmündete. Ulmanis konnte abwarten. Er hat im Grunde abgewartet bis zum Mai 1934. Dann aber hat er zu- aegriffen und auch in Lettland die Herrschaft des Parteienstaates gebrochen. Achtmal stand Ulmanis an der Spitze einer Regierung, achtmal mußte er wieder gehen, weil es die Zufallskonstellation der Parteien so wollte. Heute ist er unabhängig von allen parlamentarischen Zufälligkeiten, und heute empfängt er den Besucher zwar als Chef der Regierung der nationalen Konzentration, in Wirklichkeit aber als Diktator Lettlands. Die Posten hinter den Maschinengewehren sind verschwunden. Das Land ist ruhig, das Vertrauen fast der gesamten Bevölkerung ist auf Seiten von Ulmanis, und es ist keine Geste, wenn Ulmanis heute den Besucher ohne alle Zurschaustellung militärischen Gepräges empfängt, als habe sich nicht eine so durchgreifende Umwälzung vollzogen. Die ganze menschliche Erscheinung des Diktators Ulmanis flößt Vertrauen ein. Er ist zwar gewiß kein Freund Deutschlands, sondern ein mißtrauischer lettischer Bauer von außerordentlichen politischen Fähigkeiten. Er liebt Lettland einzig und allein, und er wird mit skrupelloser Unbekümmertheit diejenige Politik verfolgen, die Lettlands Unabhängigkeit und ausschlaggebende Stellung unter den Randstaaten sichert. Ulmanis selbst ist in Kurland, der schönsten lettischen Provinz, geboren. Er besuchte die Schule in MIt-au, das früher eine fast reindeutsche Stadt war, dann studierte er in Leipzig und Zürich und stürzte sich als junger Student kopfüber in die einander, sein ganzes Unternehmen plane nichts anderes, als die Rettung der Demokratie. Die Aktion richte sich gegen rechts und links, sie sei der Ausbruch des nationalen Volkswillens und somit die Höchstform der Demokratie. Er werde in Kürze wählen lassen und zweifellos würde das Ergebnis der Neuwahl ein Parlament sein, das ganz hinter ihm stehe. Auf meinen Einwand, man könne den Einsatz militärischer Machtmittel und die zwangsweise Liquidation der Parteien doch kaum noch demokratisch nennen, gab Ulmanis zurück, seit 1789 herrsche die Demokratie in der parlamentarischen Form, heute aber müsse sie, um sich selbst zu ..... , etwas ganz anderes. Flugkapitän U n t u ch t, be- Politik. Als Gegner Nikolaus II ging er den Weg währt in tausend Flügen, bekannt und geachtet aller Revolutionäre: er mußte ins Gefängnis 1906' wegen seiner hervorragenden Leistungen, will uns flüchtete Ulmanis nach Amerika, wo er zuerst an mit seiner hübschen und schnittigen „Schwalb e", Oie „Rortefrufie" wieder in der Heimat ........... MV | V & Der Schulkreuzer „Karlsruhe" beim Einlaufen in die Holtenauer Schleuse, an deren Ufer Abordnungen der Marine, der Reichswehr, der Landespolizei und der Marinevereine angetreten waren, um den Kreuzer bei der Rückkehr von seiner neunmonatigen Weltreise zu begrüßen. Immer kürzer wird der Unterbau, dann verschwindet er plötzlich, die seitlich mit Deckeln versehenen Räder legen sich an den Rumpf der Maschine heran, versinken in ihm, während die Deckel fest aufschließen. Wie ein Strich hängt die Maschine am Himmel und dennoch jagt die „He. 70" dort drüben genau so wie unser Apparat mit einer Stun« d e n g e s ch w i n d i g k e i t von 320 Kilometer durch die Lüfte. Die Priegnitz liegt unter uns, Wittenberge kommt in Sicht und verschwindet, das Landschaftsbild ändert sich nicht, es bleibt gleichmäßig flach und grün. An der Elbe entlang geht es nach Nordwesten. Wir sehen nach der Uhr: 8.30 Uhr — der Außenrand Hamburgs ist erreicht, alsbald stehen wir auf dem Flugplatz, begrüßt mit dem Deutschlandlied. Benzin wird rasch nachgefüllt, fahrplanmäßig erfolgt nach zehn Minuten der zweite Start. Wieder schweben wir hoch in den Lüften. Jetzt nicht 500 Meter wie während der ersten Etappe, sondern 1500 Meter. Hier oben sind die Flugbedingungen günstiger. Strahlend leuchtet die Sonne durch die Kabinenfenster, fängt sich am Flugzeugrumpf und wirft einen kleinen Schatten auf die Felder und Wäder. Munter begleitet uns dieser Schatten, unsere zweite „Schwalbe", bis vor uns das silberne Band des Rheines glänzt und die mächtigen Türme des Kölner Doms aus dem Dunst emporragen. Wir greifen zum Fahrplan und zur Uhr: es stimmt, Kapitän U n t u ch t fetzt uns um 10.10 Uhr ab. Wir klettern heraus und bewundern erneut diese Schöpfung der deutschen Flugzeugindustrie. Lange haben die Heinkel-Werke in Warnemünde an diesem Typ herumgearbeitet, haben immer wieder das neu konstruiert, was verbesserungswürdig er- „Die ganze Stadt kommt in mein Zimmer .. /' Timmermans plaudert aus seiner Werkstatt. Wohl selten ist ein Dichter, der in fremder Sprache schreibt, so schnell und so völlig in unser Schrifttum eingegangen, und hat sich einen so dankbar begeisterten Leserkreis erworben wie Felix Timmermans, der Flame, dessen Wesen und Art uns allerdings tief stammverwandt ist. Den überlegenen Humor seiner Werke zeigt dieser Poet । auch sich selbst gegenüber in den Plaudereien aus seiner Werkstatt, die er im neuesten Heft der „Europäischen Revue" mitteilt. Er erzählt uns von einer I alten Rumpelkiste, in die alle seine dichterischen Jugendsünden hineingestopft sind, darunter auch viele Theaterstücke. Als er sie schrieb, kam es ihm nicht so sehr auf das Schreiben wie auf das Spielen an; er führte damals mit seinen Straßenfreunden allerlei Dramen auf, auch die Passion, und zwar in dem Wagenschuppen eines Bauernhofes. Er selbst stellte Jesus dar in einem weißen Nachthemd und mit einer Perücke, die sein ältester Bruder bei der Prozession getragen hatte. „Das Spiel begann. Als der Vorhang, zwei aneinandergesteckte Schürzen, aufging, saß ich da und betete zwischen zwei Blumentöpfen. Der Engel erschien, jemand blies auf einer kleinen Mundharmonika. Ich sagte meine Worte, der Engel sein. Dann kam Judas in einem । Kapuzenmantel mit zwei Soldaten, die jeder einen I Stecken und ein Brotmesser bei sich hatten. Kaum I hatte Judas mir den Kuß gegeben, kaum hatte ich j Zeit etwas zu sagen, da schlug einer von den Soldaten mir mit seinem Stock heftig auf den Kopf, daß ich losbrüllte, meine Perücke herunterriß und weinend nach Hause lief, während die Kinder schrieen: Wir wollen unser Eintrittsgeld wiederhaben, unse- j ren Cent zurück!" Als der Knabe eines Sonntags- morqens zum ersten Mal ein Buch aus der Leihbücherei geholt hatte und damit unter dem Arm em- herfpazierte, begegnete er einem Hausierer, der ihm zurief: Na Männlein, liest Du in einem Buch? Ich kann nicht lesen, aber ich lese auch — m diesem Buch", dabei zeigte er auf die grünen Felder. „Ich finde es so schön darin zu lesen und immer weiter und weiter zu gehen, ohne Ende." Dies Wort hat Timmermans nicht vergessen und den Hausierer spater als den Mann geschildert, der im „Jesuskind in Flandern" den drei Königen den Weg zeigt. Unter seinen Stücken war auch ein Trauerspiel, das sieben Akte und 72 000 Verse hatte. Er schickte es dem flämischen Dichter und Pastor Hugo V e r - rieft zur Beurteilung. Ein Jahr lang wartete er auf Antwort, und als er dann drängte, kam das in der Natur seinen Rhythmus, seinen Ausdruck in allen seinen Schattierungen. Ihre Personen sprechen alle gleich, ob sie böse, traurig, froh oder verzweifelt sind. Kein Mensch und kein Tier ist nach allen Seiten hin von gleicher Beschaffenheit. Und kein Mensch und keine Blume ist genau so wie eine andre. Bei allen und allem fehlt irgend etwas. Und das macht die Schönheit des Lebens aus, seinen Humor. Das Stück besteht aus so viel Stückchen, daß doch noch immer ein Stückchen fehlt. Darüber nicht traurig zu werden, kein Pessimist zu sein, das ist der Humor. Denn der Humor fängt da erst an, wo etwas fehlt." Diese Lektion von Hugo Verriest, meint Timmermans, „habe ich in meinem ganzen Leben und m meiner Kunst nie wieder vergessen." Er lobt den Existenz vergaßen. Denn hier im dichtesten Park, wo nur Amsel, Fink und Eichhorn raschelten, verlor sich unsere Phantasie mit leisem Erschauern und doch auch wieder frohlockend wüsten- und meerweit fort bis hin zu Trauminseln der Südsee, um die niemand wußte und niemand je wissen sollte als wir selbst, hin zu den fremden Kontinenten, von denen uns die Reisebücher unserer Jugend viele seltsame Dinge erzählten. Es bedurfte nicht des Zaubers orientalischer Ringe, die man in märchenhafter Vorzeit nur am Finger zu drehen brauchte, um auf den Schwingen geheimer Wünsche im Nu alle Erdteile und Himmel der Welt zu durchmessen. Hundert Schritte vielleicht nur von unserem Parkgebüsch entfernt brauste das Straßenleben der Stadt, hallten Stimmen, Urteil über das große Werk in zwei Worten: „Zu I erst seitwärts lauschten, ob Jins niemand beobachte, lang." Er ließ fünf Akte weg und schrieb die bei-1 v , j und schrieb die bei-1 wenn wir vom besonnten Weg ins laubdämmerige den übrigen zu einem Akt in Prosa um. Dann be- Gezweig einbrachen? Vielleicht, weil wir unbewußt suchte er Verriest, der ihn zu einem leckeren Fasan wünschten, die nahe Welt vertrauter Dinge und einlud. Erst beim Aufbruch wagte er nach seinem Menschen möge uns vergessen, wie wir nun ihre Stück zu fragen. Da sagte der Pastor: „Alles hat ~ Segen einer kleinen Stadt für den Schriftsteller: „Man kennt einander, man weiß alles voneinander, und jeder Mensch, dem man begegnet, ist ein wandelnder Roman. Man hat seine Vorwürfe zum Greifen nahe vor sich. Aus den Eigenarten des einen und des anderen Menschen, zu denen noch die notwendige Phantasie und Inspiration hinzukommt, schafft man sich eigene Gestalten. So gibt es Menschen, die man vielleicht nur ein einziges Mal im Leben gesehen hat, als man jung war, und die aus dem geistigen Auge nicht auszulöschen sind, vielleicht ein Bettler, der danach verlangt, geschildert zu werden." Um die Umgebung, Landschaft, Stadt und Menschen stets vor sich zu haben, hat er auch sein Arbeitszimmer so gewählt, daß er möglichst viel von dort aus überblickt: „Ich kann sagen, die ganze Stadt kommt in mein Zimmer .. Tritte, Peitschenknall und Räderknirschen. Autohupe und Motorgeräusch. Aber wir sprangen vom harten, kiesbestreuten Pfad ins Weglose des Parklandes und bückten uns leicht unter ein schmales Tor des Gestrüpps, kaum anderen Blicken als d^n unseren sichtbar, und hinter uns entschwebte der traumseligen Jugend die lärmende Stadt. Das Heimliche dieser versonnenen Kindheit wurde unheimlich des Abends in den späten Dämmerungen sommerlichen Tags, wenn der Vater dem bittenden Jungen nach dem Essen noch einmal erlaubte, eine Stunde vors Haus zu treten. Vors Haus nur? Die Mahnung: „Bleib mir nicht allzulang fort" war im Dunkel des Parks bald vergessen, im aufregenden Wirbel des Suchen- und Versteckspiels, beim Anschleichen und Erschrecken der Freunde, beim atemlosen Davonjagen, wenn man sich selbst von den parffreuben. Von Karl Ludwig Este. Heute bin ich arbeitslos und weiß nicht, ob es beschämend ist, daß ich mich freue, die Vormittage in der geruhsamen Stille des Parkes verbummeln und verträumen zu können. Dieser Park, sv sinnt jetzt der Erwachsene zurück in die ferne, längst versunkene Zeit seiner Jugend, war mir einmal hinter seinen hohen Mauern ein unerforschtes, weiträumiges Gebiet paradiesischer Wildnis. Die Büsche lockten mit verworrenen Pfaden zu kleinen, verborgenen Lichtungen. Bis tief herab auf den Boden verhängten die Zweige der Neugiev jeden Blick auf die Spiele der Kindheit. Warum wir uns so gern verbargen? Warum wir Freunden entdeckt fand. Wie mancher mahnende Glockenschlag der Zeit ward während dieses jugendtollen Treibens gern überhört. Und oft erst, wenn die kühlen Windstöße der Nacht eine frostig späte Stunde anzeigten, eilte man bangend heim. Jahre durchläuft die Erinnerung und lenkt die Schritte des arbeitslosen Bummlers hin zu jener hinter einem fast geschlossenen Ring von Hecken versteckten Steinbank. Von feindlichen Witterungen angefressen, steht sie auch heute noch, ein altehrwürdig Denkmal, das mancherlei verstohlene Empfindungen der Menschen, die hier saßen, überdauert hat. Hierhin eilten einmal Primaner, die sich vom Unterricht fortstahlen, um sich mit krank» gemeldeten Kameraden zu treffen. Man saß und fühlte sich stolz, dem leidigen Zwang der Schule so schlau entschlüpft zu fein, und tat im Uebcrmut I noch mehr des Verbotenen. Ein jeder sog, ob sie I ihm schmeckte oder nicht, an einer Zigarette. Und doch, als ob auch im Schuldbuch solcher Sünden nichts unausMlichen bleiben solle, hörten die so überraschten Mimaner plötzlich neben sich eine ihnen sehr bekannte Kathederstimme: „Meine Herren, Sie wollen sich wohl hier auf besondere Art zum Examen vorbereiten?" Nicht mehr so fern diesem kleinen, unvergeßlichen Schreck, dessen stumm-erstarte Mienen dem Professor der Primaner so viel Spaß machten, daß er vom hohen akademischen Kothurn freundlich herabstieg und mit den Blicken eines Schalks für die rasch im Kies zertretenen Zigarettenstummel aus der eigenen Dose Ersatz darbot, kaum mehr denn Wochen später, da sich im Frieden des Parks eine so seltene Verbrüderung der sonst unvereinbaren Gegensätze vollzog, sieht der Betrachter des halbrunden Steinbanksitzes eine andere Szene vor seinem sinnenden Blick. Schwer gelingt es ihm zuletzt, im heiter-lichten Morgenduft der Gegenwart, angesichts all der grellen Sonnenkringel auf den Sträuchern des Parks, jenen Zauber einer warmen, sternbeglänzten Sommernacht in seinem Gefühl zu erwecken, da zwei junge Menschen hier wie in einer Flamme standen und einander ihre erste Liebe entdeckten. Liebe, noch nicht vom kalten, nüchternen Wissen des Wechsels der Gefühle beängstigt. Liebe, unbeschwert noch vom Gifthauch der Erfahrung, daß Augenblicke zwar Ewigkeiten bedeuten, llch aber nicht zu ewiger Wiederkehr fortführen lassen. Spiele der Kindheit, wie schön und wie wild auch, es sind Freuden nur noch deiner Erinnerung. Kleine Sünden, verzeihliche Sünden der herangewachsenen Jugend, du mußt schon einmal so bar des Werktags, der deine Freunde und Feinde zur Arbeit ruft, durch einen Park bummeln, dich ihrer zu erinnern vor all dem Unverzeihlichen, das folgte und doch verziehen wurde, denn das Leben ist fo stark, daß es auch die Unbilden, die du ihm zufügst, erträgt. Erster Zauber des Liebens und Geliebtwerdens, darüber die Wipfel des Parkes eine unendliche Melodie rauschten, das Rauschen zog darüber hin und weiter, immer weiter, wie der Strom des Fühlens in dir selbst von Gestade zu Gestade, von Herz zu Herz verströmte und immer so fort und immer aufs neue wild und schön. Einmal wirst du dich fragen müssen: „Wie lange noch?" und wirst des Parkes gedenken, in dem du jetzt stehst. So kehrt mein Sinnen zu mir selber zurück und läßt mich wissen, daß der Park gewißlich auch mich und mein Sinnen überdauert, voll Geheimnisse und Geborgenheiten, voller Freuden neu» erweckter Kindheit, jugendlichen Ueberschwangs und des ersten wie des letzten Siebens. Wirtschaft L üe r. Die Gruppe umfaßt die Industrie des gesamten Treuhänderbezirks Hessen. Zweck ist die Forderung ihrer gemeinsamen Belange, die Wahrung ihrer Standesehre und die Durchführung einer einheitlichen nationalen Wirtschaftspolitik. Durch enge Fühlungnahme mit den Betrieben sorgt die Bezirksgruppe für* Ausgleich und Förderung der berechtigten Wirtfchaftsdelange ihrer Mitglieder und vermittelt der Reichsgruppe Industrie sowie den Behörden die Erfahrungen und Wünsche der Industrie ihres Bezirks. Ihren Mitgliedsfirmen gewährt die Bezirksgruppe in allen wirtschaftlichen Fragen sowie den ihr vom Führer der Reichsgruppe Industrie oder von den Behörden übertragenen Aufgaben Beratung und Betreuung. 50 Kilogramm ab Hess.-Rass. Station. Alte Kartoffeln waren ohne Angebot und kamen nicht mehr Frankfurter Schlachtvieljmarkt. Frankfurt a. M., 18. Juni. Auftrieb: Rinder insgesamt 1931 (gegen 1327 am letzten Montagsmarkt) darunter befanden sich 569 Ochsen, 172 Bullen, 556 Kühe und 634 Färsen, Kälber 559 (622), Hammel 14 (32), Schafe 24 (4), Schweine 4231 (3982). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 33, b) 29 bis 32, c) 26 bis 28, d) 22 bis 25; Bullen a) 28 bis 29, b) 26 bis 27, c) 24 bis 25; Kühe a) 27 bis 28, b) 23 bis 26, c) 18 bis 22, d) 11 bis 17; Färsen a) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 21 bis 26; Kälber a) 48 bis 50, b) 43 bis 47, c) 34 bis 42, d) 24 bis 33; Lämmer und Hammel bl) Stallmasthammel 34 bis 36. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50, a2) 40 bis 43, b) 39 bis 43, c) 39 bis 43, d) 36 bis 42, gl) 33 bis 37, g2) 30 bis 32. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt gaben Rinder durchweg um. 2 bis 3 Mark, Kälber 3 bis 5 Mark nach, Schweine zogen um 1 Mark an, Hammel waren behauptet. Marktoerlauf: Rinder schleppend, großer Uederstand. Kälber, Hammel und Schafe ruhig, geräumt. Schweine anfangs mittelmäßig, später abflauend, nahezu ausverkauft. gewannen 1 o. H Don deutschen Anleihen waren Altbesitz mit plus 0,40 v. H besser beachtet als Neubesitz, die mit 23,20 bei kleinem Geschäft nur behauptet waren, ebenso späte Schuldbuchforderungen zu 93,40 v. H. Reichsbahn-Dorzugsaktien konnten zur Notiz. Frankfurt a. M., 18. Juni. Der Markt lag auf der ganzen Linie fest, das Geschäft war aber infolge des allgemein nur knappen Angebots klein. Weizen war zum Mühlenfestpreis glatt zu verkaufen, Roggen zog um 2 und Hafer bei fast fehlendem Angebot sogar um 12,50 Mark per Tonne an. Kraftfuttermittel und Mühlennachfabrikate lagen durchschnittlich 0,25 bis 0,50 Mark höher, ebenso Rauhfuttermittel. Weizen 207, Roggen 185 nom., Hafer 200, Weizenmehl Type 563 Festpreisgebiet W X 28,90, do. Festpreisgebiet W VII 28,60, Roggenmehl Type 610 Festpreisgebiet R VIII und R VI je 25,25, zu allen Mehlpreisen kommen 50 Pf. Frachtausgleich. Die Mehlpreise verstehen sich bei Abnahme von mindestens 10 Tonnen frei Empfangsstation. Weizennachmehl IV B 16,50, Weizen- nachmehl 16, Weizenfuttermehl 12,25, Weizenkleie fein 11,25, grob 11,55, Roggennachmehl ohne Angebot, Roggenfuttermehl 12,50, Roggenkleie 11,75, Soyaschrot 16,75, Palmkuchen 15,40, Erdnußkuchen ohne Angebot, Treber 15,75, Trockenschnitzel 12,25, Heu ohne Angebot, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3, do. gebündelt 2,80. Kartoffeln: Erstlinge hiesiger Gegend 6,75 Mark verladbar am 18,6, verladbar am 19. und 20. 6. 6,50 Mark pro ♦ Strompreissenkung beim RWE. Das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG., Essen, ermäßigt vom Juli 1934 ab den Lichtpreis in Gemeinden, in denen bisher 33% Pf. je Kilowattstunde erhoben wurden, auf 30 Pf. und in den Gemeinden, in denen bisher 38% Pf. erhoben wurden, auf 34% Pf. Der Kraftpreis wird von 15% auf 14 Pf. bzw. von 18% auf 16 Pf. herabgesetzt. Mit der Preissenkung werden Abnehmer in einem Gebiet erfaßt, das den größten Teil der Rheinprovinz und große Teile der Provinz Westfalen, Hessen-Nassau, Hannover, Rheinhessen, sowie Teile von Oldenburg und des Saargebietes, d. h. über 10 v. H. der gesamten deutschen Gebietsfläche, umfaßt. * Breuer-Werk AG., Frankfurt a. M- H ö ch st. Die GD. der Breuer-Werk AG., deren AK. von 1 Mill. Mark fast ganz der AG. Buderus gehört, hat die Auflösung der Gesellschaft beschlossen. Um der Belegschaft des seit über 60 Jahren bestehenden Unternehmens in größtmöglichem Umfange die Arbeitsplätze zu erhalten und um mit den weltbekannten Erzeugnissen des Breuer-Werkes am Markt zu bleiben, werden von AR. und Vorstand beschleunigt Prüfungen vorgenommen mit dem Ziele, diejenigen Abteilungen in eine neue Gesellschaft einzubringen und fortzuführen, deren Weiterbetrieb im Breuer-Werk Frankfurt a. M- Höchst unter Vermeidung von Verlusten möglich ist. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. Juni. Die Börse eröffnete zum Wochenbeginn in überraschend stiller Haltung, nachdem man am Wochenende mit einem lebhafteren Geschäft, insbesondere am Rentenmarkt gerechnet hatte. Aber gerade hier war der Ordereingang verhältnismäßig klein, so daß auch die Kulisse etwas Zurückhaltung bekundete. Indessen erhalten sich die Hoffnungen auf eine baldige Konversion. Lebhaftes Geschäft hatten nur Reichsmark- Obligationen aus umgetauschten Dollar-Bonds, die von 1 bis 1,50 v. H. anzogen. Stahlverein-Bonds lagen gut behauptet. ~ ~ , Im Verlaufe traten am Aktienmarkt Farben (plus 1,50 v.H.) und Bekula (plus 1 v. H.) und Harpener (plus 0,25 v.H.) stärker hervor, auch auf den übrigen Märkten ergaben sich meist kleine Besserungen, nur Daimler gingen um 0,40 v. H. zurück. Später war die Haltung sehr still und die Kurse bröckelten überwiegend leicht ab. Auch am Rentenmarkt wurde das Geschäft sehr still und im Verlauf erzielte nochmalige Besserungen von 0,13 bis 0,25 v.H. gingen verloren. Reichsmark-Anleihen lagen durchschnittlich 0,50 v. H. niedriger. Von Stadtanleihen zogen Mainzer ca. 1,50 v. H. an, die übrigen waren meist behauptet. Städt. Schatzanweisungen, wie Frankfurter und Kölner, gewannen etwa 2 v. H. Pfandbriefe lagen ruhig und uneinheitlich bei kleinen Veränderungen. Pfälz. Hyp. Liquid, plus 0,90 v. H. Durchweg gesucht waren Industrie-Obligationen. Fremde Werte waren ruhig. Der Geldmarkt war sehr leicht, Tagesgeld 3 v. H. nach zuletzt 3,25 v. H. Frankfurter Abendbörse behauptet. Frankfurt a. M., 18. Juni. Die schon im Mittagsverkehr fühlbare Geschäftsstille hielt an der heutigen Abendbörse an. Man konstatierte nur einen kleinen Eingang von Publikumsaufträgen, während die Kulisse eher zu kleinen Gewinnmitnahmen geneigt schien, was insbesondere am Rentenmarkt in den heute mittag stärker befestigten Reichsmark- Obligationen der Fall war, die überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. nachgaben. Deutsche Anleihen lagen zwar ruhig, aber behauptet. Späte Reichsschuldbuchforderungen gaben hingegen 0,13 v. H. nach. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen, soweit sie zur Notiz kamen, auf Mittagsbasis unverändert. Von Auslandsrenten notierten 4 v.H. Schweizer Bundesbahn-Anleihe von 1912 mit 159 behauptet, während von Schweizer Aktien IG. Chemie-Basel volle um 1 v. H. auf 186 zurückgingen.. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung im Vergleich zum Berliner Schluß etwas ungleichmäßig, meist waren die Kurse aber behauptet. Farbenindustrie unterlagen kleinen Schwankungen, Tarifwerte lagen sehr widerstandsfähig. Trotz des geringen Geschäfts war die Grundstimmung fest. U.a notierten: Neubesitzanleihe 23, Altbesitzanleihe 97, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 78,90, Reichsbank 159,50, Buderus 78, Gelsenkirchen 63,90, Harpener 108,50, Mannesmann 69,25, Rheinstahl 97,50, Stahlverein 42,90, Bemberg 70,25 bis 70,50, Conti Gummi 139,50, Scheideanstalt 210, Licht & Kraft ■ 114,50, IG. Farben 149,25 bis 149,13 bis 149,50, Gesfürel 108,75, Lahmeyer 127,50, Frankfurter iHetrcivebörfe. EinOarmstädterArzt rettet zweiBuben vor dem Ertrinken. LPD. Darmstadt, 18.Juni. Wie wichtig es ist, daß unsere gesamte Jugend schwimmen lernt, bewies ein aufregender Vorfall, der sich am Samstag am rechten Rheinufer zutrug. An der Sandbank beim Schusterwörth zeltete eine Jugendgruppe aus Nauheim bei Groß-Gerau, und die Buben gingen auch sämtlich ins Wasser. Dabei verlor einer der Jungen plötzlich den Grund und wurde abgetrieben. Der etwa 16jährige Jugendführer eilte dem um Hilfe Rufenden sofort nach, aber, da er selbst nicht schwimmen konnte, sackte auch er ab, als es tiefer wurde, und rief nun seinerseits um Hilfe. Zum Glück war eine Badegesellschaft aus Darmstadt anwesend, die sich eben zur Abfahrt fertig machte. Ein Arzt sprang entschlossen in voller Kleidung den beiden nach und konnte als geschickter Schwimmer sie, die schon unter Wasser abgetrieben und gehörig Wasser geschluckt hatten, retten. Es ergab sich, daß keiner von der ganzen Jugendgruppe schwimmen konnte, aber sie versprachen feierlich, es schleunigst zu lernen. Hauptversammlung des Hessischen Landesverbandes Evangelischer Männer-Bereinigungen. dem Osten, vom Süden nach dem Norden in der He. 70" über Deutschland hinwegbraust. Und nun der Rest der Strecke, der Rückflug. — Wie mag das doch noch vor einem halben Jahrhundert beschwerlich gewesen sein, von Frankfurt nach Berlin zu kommen. Und noch etwas weiter zurück da saß der Reisende in der wirklich nicht bequemen Postkutsche. Gerädert stieg er abends vor dem Gasthause aus, mit leichtern Grauen kletterte er am andern Morgen in die Postchaise wieder hinein. Acht oder zehn Tage ging das so. Unsere Schwalbe" jedoch, die moderne Postkutsche mit ihren 660 Pferden, setzt uns schon nach etwa 80 Minuten wohl und sicher in Berlin ab. Was braucht sie auf Wegkrümmungen und Unebenheiten, auf tiefen Sand oder auf der Fahrbahn liegende Feldsteine Rücksicht zu nehmen? Thüringen und Anhalt liegen alsbald unter uns, wir stehen nach etwas mehr als einer Stunde über märkischem Gebiet, und herunter geht es aus den lichten Höhen. Die südlichen Vororte Berlins sind erreicht, deutlich sind die Straßenpassanten zu sehen, die fich die Hälse nach diesem neuen, bisher noch nicht gesehenen Vogel ausrecken. Wer weiß, was sich mancher bei den geheimnisvollen Riesenbuchstaben auf den grauen Flügeln gedacht hat, die an die Stelle der alten Ziffernbezeichnungen getreten sind, genau wie das schon seit langem im Ausland üblich ist. Aber Zett und Denken gibt es nicht, die „Schwalbe" ist schneller, schon ist der Flughafen in Sicht, leicht geneigt geht sie nieder, setzt auf, wir sind wieder dort, wo wir vor wenigen Stunden einstiegen. Eine Riesenschleife hat die wackere Maschine gezogen, hat einen gewaltigen Raum überwunden und uns gezeigt, daß sie'im Wettlauf mit der Zeit phantastische Leistungen hervorzubringen weiß. w. S. LPD. Pfungstadt, 18. Juni. Unter großer Teilnahme der angeschlossenen 40 Verbandsvereine aus allen Teilen des Landes fand hier die elfte Jahreshauptversammlung des Hessischen Landesverbandes Evangelischer Männervereinigungen statt. Die Dertretersitzung wurde von dem Vorsitzenden des Landesverbandes, Oberreallehrer Frank (Darmstadt), eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der MD. Pfungstadt, Herrn Lehrer Saal, erstattete der erste Schriftführer, Herr Dillmann, den Rechenschaftsbericht über das ab gelaufene Geschäftsjahr und die in Gießen im Jahre 1933 durchgeführte Jubiläumstagung. Der Kassenbericht, durch den Verbandsrechner Eichenauer (Arheilgen) erstattet, ergab einen befriedigenden Kassenabschluß. Anschließend begrüßte Herr Professor Dr. Matthes namens des evangelischen Gemeindetages die Versammlung und wies auf die inneren Beziehungen beider Organisationen hin, die sich zum Ziel gesetzt hätten, den innerkirchlichen, religiösen Auf- und Ausbau der Einzelgemeinden zu fördern. Nach einer Verhandlungspause beriet man dann über die Gestaltung der zukünftigen Arbeiten. Die Hauptversammlung am Sonntag wurde durch einen erhebenden Festgottesdienst eingeleitet, bei dem Herr Pfarrer Raith (Seeheim) die Predigt hielt. An der Hauptversammlung selbst nahmen etwa 500 Teilnehmer aus Pfungstadt, Darmstadt und den umliegenden Ortschaften teil. Oberreallehrer Frank begrüßte die Erschienenen, unter ihnen besonders die Ehrengäste Herrn Oberkirchenrat und Propst Dr. Müller, der gleichzeitig den am Erscheinen verhinderten Landesbifchof Lic. Dr. Dietrich vertrat, die Vertreter der einzelnen Dekanate und den Vertreter des evangelischen Gemeindetages, Herrn Professor Dr. Matth e s. In seinem Festvortrag führte Propst Dr. Müller aus, er wünsche, daß wieder eine Kirche mit dem Gefühl der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft erstehe. Es müsse eine Klärung des evangelisch- christlichen Gottesbegriffes und des Erlöfergedan- kens geschaffen werden. Wer sich schuldig vor Gott bekenne, nur dem habe die Stunde der Freiheit vor Gott geschlagen. Zu fordern sei weiter die Pflege deutschen Volkstums und christlicher Heimatsitte als Grundlage deutsch-christlicher Gesinnung. Nach dem mit großem Beifall ausgenommenen Vortrag schloß • der Landesverbandsvorsitzende die Tagung mit allseitigem Dank und einem Sieg-Heil auf den Führer. sich um 0,40 v. H. erhöhen. Gefragt waren außerdem einige städtische Schatzanweisungen. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung etwas uneinheitlich, wenngleich Befestigungen überwogen. Stark beachtet waren am Elektromarkt Siemens mit plus 5 v. H., ferner Gesfürel mit plus 3 v. H. und Bekula mit plus 1,40 v. H. Schuckert und Elektr. Lieferungen bröckelten bis 0,75 v. H. ab. Bergwerksaktien blieben meist gut behauptet, etwas höher lagen Harpener (plus 1 v. H.), Rheinstahl (plus 0,50 v.H.), Klöckner (plus 0,75 v.H.). Von Einzelwerten waren Reichsbankanteile 3 v.H., Cement Heidelberg auf den weiter erhöhten Absatz in der Zementindustrie 2 v.H. fester. Schiffahrtsaktien gingen bis 0,65 v.H. zurück. Don chemischen Werten lagen Farben, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl bis 0,25 v. H., Metallgesellschaft aber 1,75 v. H. höher. Im übrigen eröffneten Südd. Zucker 0,75 v.H., Aku 0,50 v. H. höher, dagegen Bemberg 0,25 v. H. und Daimler 013 v.H. niedriger, letztere blieben also von der weiteren Besserung im Kraftwagenabsatz unberührt. Zellstoffpapiere, Bauaktien sowie Deutsche Linoleum Oer Reichsbankausweis für die zweite Zuniwoche. Im weiteren Verlauf des Juni sind lt. Reichsbankausweis für die zweite Juniwoche die Rückflüsse an die Reichsbank nur sehr zögernd eingelaufen. Don der gesamten Inanspruchnahme zum Ultimo ■ Mai in der Höhe von 329,7 Millionen RM. sind bisher nur 143 Millionen RM. zugeflossen, also etwa 43 v. H., während in der Mitte des Vormonats die Rückflüsse 61 v. H. und Mitte März 78 v.H. der jeweiligen Inanspruchnahme des vorhergehenden Monatswechsels betragen hatten. Im einzelnen sind die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 32 auf 3066 Millionen Reichsmark und an Reichsschatzwechseln um 9,3 auf 15,8 Millionen RM. zurückgegangen; die Lombardforderungen blieben mit 79 Millionen RM. ziemlich unverändert. Deckungsfähige Wertpapiere stiegen weiter um 5 Millionen auf 328 Millionen RM. An Reichbanknoten und Rentenbankscheinen sind zusammen 24 Millionen RM. in die Reichsbankkassen zurückgeflossen. Der Reichsbanknotenumlauf hat sich auf 3486 und der Rentenbankscheinumlauf um 1 Million auf 347 Millionen RM. vermindert. An Scheidemünzen flössen 15 Millionen RM. in die Reichsbankkassen zurück. Der Bestand an Scheidemünze hat sich auf 251 Mill. RM. erhöht, wobei zu berücksichtigen ist, daß rund 7 Mill. RM. neu ausgeprägt und 13 Mill. RM. wieder eingezogen wurden. In Verbindung mit weiteren Rückzahlungen auf den Reichskredit haben sich die sonstigen Aktiven um 33 auf 555 Mill. RM. ermäßigt. Girooerbind- lichkeiten ermäßigten sich gleichzeitig um 46 auf 478 Mill. Reichsmark. Die Schrumpfung des Gold- und Devisenbestandes hat sich in verstärktem Maße fortgesetzt. Er ging insgesamt um 20 Mill, auf rund 100 Mill. RM. zurück. Der Goldbestand ermäßigte sich um 17 auf 94 Mill. RM., der Bestand an oeckungsfähigen Devisen um 3 auf 6 Mill. RM. In der Berichtswoche mußten rund 5 Mill. RM. für den Zinsendienst der Pounganleihe bereitgestellt werden. Das Deckungsverhältnis ging infolgedessen weiter von 3,4 auf 2,9 v. H. zurück. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf beträgt 5403 Mill. RM., die Spanne gegenüber dem Vorjahr hat sich etwas erhöht. Der Zahlungsmittelumlauf ist jetzt um rund 180 Millionen Reichsmark höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Eine Beichsgruppe Industrie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Hesten. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller, Sitz Frankfurt a. M., und in der gleichzeitig tagenden Mitgliederversammlung des Mittelrheinischen Fabrikanten- Vereins , Sitz Mainz, wurde zur Gründung der Reichsgruppe Jndu st rie der Deutschen Wirtschaft, Bezirk Hessen, Sitz Frankfurt a.M., geschritten. Vorsitzender der neuen Reichsgruppe Industrie ist Präsident Dr. Carl schien, bis dann eines Tages das mit einem 660 PS. starken BMW.-Motor ausgerüstete Flugzeua fix und fertig dastand. Schlank ist der Rumpf, im Querschnitt oval. Nichts geht nach außen, keine Türklinke, kein Vorsprung. Alles ist darauf abgestellt, neben einer gefälligen Form dafür zu sorgen, daß der Luft nirgends ein Widerstand gegeben wird. Bis zu 360 Kilometer können aus dem gewaltigen Motor herausgeholt werden. Die Reisegeschwindigkeit liegt jedoch bei 320 Kilometer, also bei etwa fünf Kilometer in d e r Minute. Doch weiter geht es, die andere Hälfte des Rundfluges folgt. Wieder bleibt die Rasenfläche des Flughafens unter uns, höher und höher steigt die Maschine, wir winken dem Dom einen Abschiedsgruß zu, die „Schwalbe" folgt noch ein paar Minuten dem Lauf des Rheins, dann verläßt er uns, denn unser direkter Weg nach Frankfurt verläuft in anderer Rchtung. Wir lassen das Siebengebirge seitlich liegen, stehen bald über Siegburg, nicht lange danach folgt Limburg an der Lahn, der Taunus reckt sich vor uns auf, über feine dichten Waldungen geht es hinweg und auf der anderen Seite schon wieder herunter. Frankfurt am Main! Und das in nur 35 Minuten. Für den Geschäftsreisenden ist diese Verbindung in der Tat eine fabelhafte Einrichtung. Sie schlägt Brücken zwischen den wichtigsten Industrie- und Wirtschaftsgebieten des Reiches, sie wird, so hoffen wir, alsbald auch nach Ostpreußen und Oberfchlefien ausgebaut werden. Je ausgedehnter der Blitzstreckenverkehr ist, desto leichter wird es auch sein, im Ausland neue Luft- reisende zu gewinnen. Man bedenke doch nur, wieviel Zeit ein Reisender gegenüber früher spart, wenn er eines Tages nicht in Stunden, sondern in einer größeren Minutenzahl vom Westen nach Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frank,un a. JJl Berlin Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß* furri Schluß«. Abend» dörfe Schluß» hird Schluß«, mittag» bStte Schluß- turs Schluß«. Abend» böric Schluß» für« Schlußk. Mittag- dürfe Datum 16-6 I 18-6 16.6- 18.6. Datum 16.6. 18.6. 16-6. 18.6- •% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 96,5 | 96,5 — 96,2 4% desgl. Serie II........... 8 8 — 7,65 «% etjem.7% Dt. RcichSanl. v. 1929 99,55 99,55 99,7 99,7 6% Rumän. vereinst. Rente v. 1903 4,25 4,25 — 4,25 Doung-Anlethe von 1930 . 91,75 91,75 90,65 91,5 4y,%Ruinän.vereinh.Rentev.lS13 6,4 6,5 — 6,55 Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit 4% Rumänische vereinst. Rente .. 3,9 3,9 — 3,85 Auslos.-Rechten ............ 97,13 97 94,4 97,13 2%% Anatolier............. 35,25 35,5 35,65 35,65 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 23,2 23 23 23 6% et)cm.8% Hess. Bollsstaat 1929 91 91 89,75 Hamvurg-Amertka-Pakei ..... o 28 27,9 27,9 (rückzahlb. 102°/«») ............ 91,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 24,5 •% Hess. LandeSbanl Darmstadt Sold ÖL 13.................. 90,75 90,75 90,5 90,5 Hansa-Dampfschtff........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 33,9 33,25 34,13 33,4 6y.% Hess. Landes-Hypotheken- baut Darmstadt Ltaut......... 89 89,5 A.Ä für Verkehrswesen Akt. .. 0 60,25 61,5 60,5 63,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 87 87 88 88,5 vberhessen Provinz-Anleih« mit 97 Commerz- und Prioat-Bank .. 0 52,25 53 52,5 52,5 Auslos.-Rechten ............. 96 — Deutsche Bank und Dis conto- Deutsche Komm. Eammelabl. An- 96,75 95,75 93,75 95 Gejellschafi................ o 59,25 62,5 59,75 61,25 leide Serie 1 mit AuSlos.-Rechten Dresdner Bank.............. 0 64,5 66 64,5 66 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 90,25 90,25 90,5 Reichsbank ........ 12 157,65 159,5 155 159,5 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 90 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 90,25 90,25 A.«.G....................... Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 •• — 24,65 — 24,75 24,65 «y.% ebem. V/x% Franks. Hyp.- Bank-Ltqiu-Psandortese..... 89,13 88,9 — — Bekula...................... Zekt^LieserungSgesestschaft..' 6 138,65 86,5 141,9 88 136,25 86,5 142 88,4 1^1% ehem. r. ' Am vergangenen Sonntag fand, wir berichteten bereits ausführlich darüber, veranstaltet vom RSKK. in Gemeinschaft mit dem DDAC. eine Vergnügungsfahrt der Kriegsbeschädigten nach Gladenbach statt. — Unser Bild zeigt die Auffahrt der etwa 70 Kraftwagen, die für die Fahrt der Kriegsbeschädigten in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt worden waren. — (Auf« nähme: Photo-Pfaff.) Aus der provinzialhaupistadi. Doppelt gibt, wer schnell gibt! Polizeidirektor Heine r* ■ ■% '< 4 5 i* i •* «'M Me allen Reginreuisfahnen in Vntzbach darauf hin, daß ich solche und ähnliche Versuche der Irreführung und Täuschung des Publikums verfolgen und bei solchen Verstößen gegen meine Bestimmungen die Genehmigung zur Wirtschaftswer- bung entziehen werde. Diepreisankündigung bei derWerbung Line Mitteilung des Präsidenten des Werberats. Der Präsident des Werberates der Deutschen Wirtschaft teilt folgendes mit: In jüngster Zeit ist von feiten einiger Verbände der Versuch gemacht worden, Einschränkungen.in der Werbung durch unerlaubte Zwangsmaßnahmen durchzuführen. Nachdem ich bereits in einem Falle, und zwar im Falle des Deutschen Möbelfachverbandes am 15. Mai 1934, darauf hingewiesen habe, daß ein generelles Verbot, Waren in Schaufenstern mit Preisen kenntlich zu machen, vom Standpunkt der Werbung aus die größten Bedenken erwecken müsse, hat nun der Reichswirtschaftsminister aufgefordert, das Preisankündigungsverbot zu beseitigen. Ich nehme diese Gelegenheit zum Anlaß, mit aller Eindringlichkeit darauf hinzuweisen, daß alle Versuche, durch Hinweis auf kom- Die Angestellten im Sachverstänkigenbeirat. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtfchafts- aebiet Hessen hat den Bezirksleiter der Deutschen Angestelltenschaft, Richard Stein, Frankfurt am Main, in seinen Sachverständigen-Beirat berufen. Ein altes Sprichwort, das sich immer noch bewährt hat, besonders in der jetzigen Zeit, da wir in vaterländischer Hilfsbereitschaft bedacht sind, unseren Volksgenossen gebend zu helfen. Wieviel Ungemach ist heute durch schnelle Hilfe schon behoben worden! „Doppelt gibt, wer schnell gibt!" Dieses Wort gibt im besonderen bei der Arbeitsbeschaffung zu denken. Durch schnelle Hilfe geben wir dem Erwerbslosen Arbeit und seiner Familie Brot. Sein dadurch in geregelte Bahn zurückgelenktes Leben bringt wieder Arbeit und Brot den andern. Der Kreislauf der Mark hat begonnen. Die Arbeitsbeschaffungslotterie der NSDAP, hat sich nun nicht nur im vorigen Jahre durch schnelle und tatkräftige Geldunterstützung bei der so dringend notwendigen Arbeitsbeschaffung bewährt, sie ist auch in diesem Jahre wieder im vaterländischen Aufbau tätig. Wer wird da noch zurückstehen bei dem Kauf eines braunen Loses! Das Los umfaßt symbolisch des ganzen Heimatlandes Wohlergehen und vielleicht auch persönliches Glück. Dazu bietet diese echt nationalsozialistisch eingestellte Lotterie einen bedeutend erweiterten Gewinnplan, der viele ansehnliche Geldgewinne vorsieht. Allerdings der frühere alleinige Hauptgewinn, der nur einem Deutschen Freude gemacht hat, wurde auf die größere Anzahl der mittleren Geldgewinne verteilt. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Die Arbeitsgemeinschaft „Musik" des NSLB. Gießen hält am Mittwoch, 20. Juni, 15 Uhr, ihre Orchesterprobe in der Studienanstalt ab. Die N S.- F r a u e n s ch a s t e n der vier Ortsgruppen Gießen halten am Mittwoch, 20. Juni, um 15.30 Uhr, eine Kundgebung auf dem Schiffenberg ab, zu der alle im Frauenwerk zusammengefaßten Verbände eingeladen sind. Die NS.-Hago Gießen-Süd teilt mit, daß die Ortsbetriebsgemeinschaft Handel und Hand- Am vergangenen Sonntagvormittag wurden die alten Regimentsfahnen aus Anlaß der Wiedersehensfeier der ehemaligen 168er nach Butzbach und am Abend wieder zurückgebracht. — Unser Bild zeigt die Ausbringung der Fahnen aus dem Wachtgebäude der Zeughauskaserne. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Der NSLB. des Kreises Gießen, Fachschaft Volksschule, macht seine Mitglieder darauf aufmerksam, daß für eine in Mainz geplante Ausstellung über die Behandlung von Rasse, Familie und Volk im Unterricht vorliegende Arbeiten aus der Praxis des Schullebens ohne weitere Aufforderung bis 21. Juni dem Kreisfachschaftsleiter (Klein- Linden, Schulstraße 2) zuzuschicken ist. — Die Fachschaft „Volksschule" des Bezirks Gießen-Land I hält am morgigen Mittwoch, 16 Uhr, im Schulhaus ZU Großen-Linden, eine Tagung der Bezirksarbeitsgemeinschaft Gießen-Land 1 ab. Es wird gebeten, Tietjen: „Erziehung zum deutschen Menschen" mitzubringen. mende Preiserhöhungen oder Qualitätsverschlechterungen das Publikum zu uuq uie uiibDeirieobgemeinjqjaji j)anoei uno 5)an0= besonderem Kauf anzuregen, nach meinen Rich! werk am heutigen Dienstagabend, 20.30 Uhr, ihre linien untersagt sind. Ich weife mit allem Nachdruck Mitgliederversammlung im Hotel Hindenburg ab= v------c ' ’ v e ' r '' *" ..... r ' v r hält. >;gl M M w '■9 der dieser Tage auf den Polten des Polizeidirektors in unserer Stadt berufen wurde. Bekanntmachungen oespersonalamtes Der Privatdozent an der Universität zu Berlin, Dr. Wilhelm Gallas, wurde zum ordentlichen Professor für Strafrecht und Prozeßrecht an der Landesunioerfität Gießen mit Wirkung vom 1. April 1934 ernannt. Der Amtsarzt beim Kreisgesundheitsamt Gießen, Medizinalrat Dr. Richard Burger zu Gießen, wurde zum Kreisarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Lauterbach unter Belassung seiner Amtsbezeichnung ,Medizinalrat" ernannt. Ferner wurde der Kreis- arzt bei dem Kreisgesundheitsamt Lauterbach, Medizinalrat Dr. Friedrich K u l l m a n n zu Lauterbach, zum Kreisarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Offenbach, ebenfalls unter Belassung seiner Amtsbezeichnung „Medizinalrat" berufen. Der praktische Arzt Dr. med. Helmut Schmidt ZU Gießen wurde unter Berufung in das Be- amtenoerhältnis zum Amtsarzt bei' dem Kreisge- funbbeit§u1nod)ricbfen. Der ao. Professor an der Berliner Technischen Hochschule, Dr. E. Stenger ist als Ordinarius auf den Lehrstuhl für angewandte Photochemie berufen worden. Die Professoren der ehemaligen Handelshochschule in Mannheim, Dr. H. Sommerfeld (Betriebswirtschaftslehre) und Dr. E. S ch u ft e r (Volkswirtschaftslehre und Finanzwiffenfchaft) sind zu o. Professoren an der Universität Heidelberg ernannt worden. I M ■ 1 sein für SJLtfpoit Kunstspringen des Herrn der von Die Melde-Eröffnu n g z trecken-Schwimmen über 1000 Meter 8 Fortsetzung Nachdruck verboten! 1 gun die ■ schwenderischer Fülle blaue und tensienbüsche ergossen. Darüber wolkenlos blauer Himmel, aus Abteilung werbend die sich in ver- rosenfarbene Hör- wölbte sich ein dem das Singen der Ju- III „So- l! trecken-Schwimmen über 1000 Meter am Mittwoch, dem 20. Juni, ergab gleichfalls eine sehr rege Beteiligung aus allen Bolkskrersen, erfreulicherweise Zum kostenlosen Unterricht im Schwimmen und Retten und zu den Freischwimmer-Prüfungen hatte sich am Montag, dem 18. Juni, in allen Lahnbädern eine sehr beachtliche Zahl von Schwimm- Interessenten eingefunden. Reben vielen jungen und alten Volksgenossen, die die kostenlose Unterweisung im Schwimmenlernen oder in der Verbesserung ihres Schwimmstiles in Anspruch nahmen, haben in der Müllerschen Badeanstalt, beim Männerbadeverein und im Städtischen Freibad rund 90 Schwimmer die Prüfung im Freischwimmen abgelegt und bestanden. Die Ausweise an diese Teilnehmer gelangen am kommenden Donnerstag, 21. Juni, in den Bädern zur Verteilung. Gleichzeitig werden an diesem Tage ab 17 Uhr in den genannten Bädern weitere kostenlose Prüfungen im Freischwimmen (15 Minuten Dauerschwimmen) aögenommen. privaten Spielklubs gedient wäre; jedenfalls glaubte ich Madame so verstanden zu haben." „Können Sie mir eine solche Adresse geben?" „Sehr wohl, mein Herr! Darf ich sie Ihnen notieren? Ich bin heute schon von einem Herrn gefragt worden, ob ich nicht ein paar gute Kartenspieler wüßte, aber nur allererste Kreise — und so habe ich mich erkühnt, mich an Monsieur mit dieser Frage zu wenden." Demidoff nahm den Zettel, den der andere ihm reichte. „Bon! Ich werde Madame de Lärmes morgen darüber verständigen, daß wir diesen Klub besuchen wollen." Er nickte dem Angestellten zu und ging durch die blitzende Tür, hinaus in die milde, blütendurch- duftete venetianische Nacht. In seinen Gedanken war nur eine einzige Frau, in seinem Blut nur eine Sehnsucht. Die Versicherung gegen Unfälle wird noch einige Derbesierungen erfahren. Organisatorisch wurde festgelegt, daß die soziale Arbeit jetzt in einer Gemeinschaft der HI., BdM. und Jungvolk durchgeführt wird, und zwar unter Führung der HI. Es soll damit erreicht werden, daß eine soziale Stelle der Deutschen Jugend die sozialen Interessen gegenüber den Organisationen und Behörden vertritt und daß die Arbeit in den einzelnen Banngebieten einheitlich durchgeführt zialamt" veranschaulichen und dieses wichtige Arbeitsgebiet. traumverloren vor sich hin. Sie sah etwas ganz anderes vor sich: eine herbe, funkelnde Winterlandschaft, daheim im Norden — sah eine kleine Stadt, deren Gassen widerklangen von den frommen Tonen der Adventsglocken. Sah sich selbst an der Seite eines jungen Menschen, mit grauen, warmen Augen in dem offenen, klar geschnittenen Gesicht, hörte eine warme Stimme: „Liebe kleine Edele!" Wie um dies Bild nicht zu verscheuchen, schloß sie die Augen — da tönte es geisterhaft in ihrem Innern wider, eine kleine silberne Melodie: „Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit — klingt ein Lied mir immerbar." So deutlich klang die Erinnerung in ihrer Seele wieder, daß sie einen Augenblick meinte, es wäre Wirklichkeit, was sie da träumte; sie öffnete die Augen, und ein schmerzlicher Ausdruck kam auf ihre zarten, schönen Züge — es war ein Traum, zu süß, um Wahrheit zu sein! (Fortsetzung folgt.) um Sang» wieder gut zu mir, sage mir nur einmal, daß du mich lieb hast — nur einmal, Dimitri, küsse mich wieder, ich bin doch deine Frau!" Mit einer brutalen Gebärde schüttelte der Mann die Hände der Frau ab. „Wenn du einmal einem anderen eine solche heiße Liebeserklärung machen würdest, meine gute Lou, dann würden wir mehr Glück haben! Gute Nacht! Es ist Zeit. Morgen abend brauche ich meinen Geist — und du deine Schönheit." Er ging den gleichen Weg, den er gekommen war; die seidenen Kleider raschelten leise, die Tür knackte — und es war Stille. Lou lag noch immer auf den Knien und starrte mit einem Ausdruck von Angst, Sehnsucht und Haß dem Verschwundenen nach. Siebentes Kapitel. An dem Fenster eines kleinen, einfach eingerichteten Schlafzimmers stand Edele und schaute mit trüben Augen auf das Land, das sich vor ihren Blicken ausbreitete. Es war eine lachende, üppige, grüne Landschaft, die sich in sanften Hängen bis hinunter zum Meer erstreckte. Auf dem schönsten Punkt der Insel lag das kleine Pensionat von Miß Grab. „Zimmer Nummer dreiundvierzig", sagte der elegante Herr mit dem Ranbvogebkopf nachlässig und streckte die Hand aus. „Sehr wohl, Monsieur!" Der Angestellte hinter der Schranke reichte Siemen respektvoll ben Zimmerschlüssel. Liewen legte flüchtig bie Hand an ben glänzenden fpiegelnben Zylinder unb wollte dem Lift zuschrei- ten, ben ber Page schon für ihn aufgerissen hatte. „Ach hören Sie", er wandte sich um, als hätte er etwas vergessen, „ich möchte gern einige Partner zum Spiel haben, wenn jemanb fragen sollte; aber natürlich nur ganz einmanbfreie Persönlichkeiten — selbstverstänblich. Ich spiele selbst in einem Zirkel — hier ist bie Abresse." Dabei reichte er dem Angestellten einen Zettel und eine größere Dollarnote, die dieser mit einem devoten Verneigen entgegennahm. „Ich werde mich bemühen, Monsieur", war seine ehrfurchtsvolle Antwort, „Sie zufriedenzustellen!" Liewen nickte und war bald darauf im Fahrstuhl verschwunden, gerade als der junge bulgarische Attache Madame de Lonnes ins Hotelvestibül begleitete. „Nummer vierundvierzig!" sagte Madame de Lärmes und sah mit einem Blick nach dem Schlüssel- brett. Dann verabschiedete sie sich mit einem verheißungsvollen Lächeln von dem jungen Bulgaren. „Also auf morgen, am Lido zum Baden, elf Uhr, mein Freund! Und erkundigen Sie sich einmal wegen eines privaten Spielzirkels, damit Sie nicht um Ihrs Gewohnheit kommen." Demidoff zog die Hand der schönen Frau an seine Lippen; er ließ seinen Mund länger auf den duftenden Fingern ruhen, als es schicklich war, bis sie ihm die Hand sanft entzog. Sie nickte ihm noch einmal zu und ging auf den rosafarbenen Schuhen graziös und schlank dem Lift zu. Demidoff blickte ihr in verzückter Träumerei nach. Er mußte diese Frau gewinnen, der man den Reichtum der Welt zu Füßen legen mußte — er mußte sie gewinnen, ober er würbe zugrunde gehen an biefer wahnwitzigen Leibenschaft, bie sie in ihm entfesselt hatte. Wie ein Trunkener schritt er bem Ausgang ber Hotelhalle zu, als er von ber Stimme des Angestellten hinter der Schranke aus seinen Träumen gerissen wurde. „Verzeihung, mein Herr, ich habe vorhin gehört, daß Ihnen vielleicht mit der Adresse eines guten Tagung ber Sozialreferenlen des Oberbannes 4/13 Oberhessen der §3 sommerseliger Lerchen erklang. Aber Edele hatte keinen Blick mehr für die Schönheit dieses irdischen Paradieses. Sie schaute Weiß und langgeftretft, im Stil der englischen Landhäuser, war es auf einer kleinen Anhöhe gelagert, und ringsumher breitete sich einer der wundervoll gepflegten englischen Parks aus mit Rasenflächen, einzelnen Baumgruppen und Rabatten von herrlichsten Blumen. Das Ganze war eingefaßt von hohen Steinmauern, über Was mein einstwar... Roman von Klothilde von Gtegmann Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) wird. Weiter muß die enge Zusammenarbeit mit NSV., Arbeitsämtern, Fürsorgeämtern, Jugendgerichten usw. angestrebt werden. Die Tagung war für die soziale Jugendarbeit in Oberhessen von großer Wichtigkeit. Es gab Gelegenheit, sich in allen Fragen genau zu orientieren und die sich an die Referate anschließende Aussprache wurde durch die Referenten bestens ausgenutzt. Im ganzen gefehen, konnte man feststellen, daß die soziale Arbeit der Hitler-Jugend neben der weltanschaulichen Schulung das wichtigste und größte Arbeitsgebiet der Hitler-Jugend überhaupt ist. Die anläßlich des Gebietsaufmarsches in Frankfurt am Main stattfindende Ausstellung gend wird auch die Arbeit der...... 1846 mit zwei Mannschaften und des Gießener Schwimm-Vereins mit einer Mannschaft an. Den ersten Platz belegte die erste Mannschaft des Turnvereins mit 3:13 Minuten gegen 3:18 Minuten der Staffel des Gießener Schwirnrn-Vereins und gegen 3:20,6 Minuten der eigenen zweiten Mannschaft. Aus der vielseitigen Folge der Darbietungen sei noch bas Figurenlegen ber Damen des Gießener Schwimm-Vereins erwähnt, bas befonbe- ren Anklang fand. Und nicht zuletzt sollen die „humoristischen Einlagen" genannt sein, die sich zwischen die sportlichen Darbietungen einschoben. Sowohl die beiden Vagabunden, die in drolliger Aufmachung mit luftigen Streichen im Wasser und ulkigen Brettsprüngen aufwarteten, lösten bei den Zuschauern große Heiterkeit aus, wie auch der anschließende Sketsch auf dem Wasser, dem ein schauerlicher Wild-West-Roman mit dem selbstverständlichen Liebespaar und eine Horde wilder Rothäute als Darstellern zugrund lag, und der mit einem großen „Reinfall" aller Mitwirkenüen endete. Schließlich war noch durch ein Würstchen- schnappen für eine besondere Belustigung der Jugend bis zu 12 Jahren gesorgt. Den Abschluß dieser in allen Teilen wohlgelunge- nen Veranstaltung bildete je ein Trainingsspiel ber. Herren- und der Jugend-Mannschaften im Wasserball, geboten von den Schwimmern des Gießener Schwimm-Vereins und der Gießener Turnerschaft. Sie trat dicht an Liewen heran; ihr schönes Gesicht bog sich ihm in leidenschaftlicher Frage entgegen, ihre blauen Augen sprühten Feuer — ihre ganze herrliche Gestalt mit den Formen einer antiken Göttin bebte in Erregung. Hinreißend schön war sie in diesem Augenblick — das empfand auch der Mann vor ihr. Aber er empfand es nicht für sich, er empfand es nur als Lockmittel für jene, die er durch sie in feine Netze ziehen wollte. „Wenn du so temperamentvoll aussiehst wie jetzt, liebe Lou, so kannst du es getrost mit allen Frauen aufnehmen!" gab Liewen zur Antwort. „Aber leider zeigst du dein Temperament nur noch selten — und doch ist es nötig, denn wir werden nicht jünger, liebe Lou — und leicht können Schönere kommen, die dich ausstechen. Also strenge dich mehr an, meine Siebe! Die Männer dürfen, wenn du neben ihnen sitzt, nichts anderes mehr sehen und fühlen als dich, damit ich ungestört arbeiten kann." Das Gesicht der schönen Frau verzog sich zu einem Ausdruck des tiefen Schmerzes. „Dimitri", flüsterte sie fleyend, „wie kann ich Jahre um Jahre eine Seidenschaft heucheln, die ich nie, nie empfinden kann? Du weißt, Dimitri, wen ich liebe, wem meine Seidenschaft gilt. — Saß uns doch aufhören! Haben wir nicht genug, um irgendwo in einer Stadt, die uns gefällt, ein sorgenloses Seben führen zu können? Saß es genug fein, Dimitri; ich bin manchmal so müde, so grenzenlos müde — ich möchte weiter nichts, als still mit dir Zusammenleben unb dich lieb haben." Sieroen lachte brutal auf: „Aber ich möchte es nicht, meine gute Sou! Zum Spießbürger bin ich nicht geschaffen, der ein idyllisches Glück an der Seite einer Frau in einer kleinen Provinzstadt sucht. Mein Weg ist vorgezeichnet — und der deine auch. Wenn du mich liebst, wirst du dich bemühen, deine Arbeit besser zu mgchen als in der letzten Zeit." „Ich kann nicht mehr", gab die Frau finster zur Anwort, „ich ekle mich vor mir selbst — ich mache nicht mehr mit." Das Gesicht Siemens hatte sich furchtbar verändert — ein wilder, brutaler Zug machte es gefährlich und drohend. Mit einem harten Griff, den Sippen der Frau einen leisen Wehlaut erpressend, hielt er ihre zarten Handgelenke: „Du machst nicht mehr mit? Gut, dann geh du nur, ich finde andere, jüngere als dich!" Da brach die schöne Frau wie gefällt vor dem Manne in die Knie: „Dimitri, ich kann nicht gehen, ich kann doch nicht von dir fortgehen — wenn du mich fort- schickst, ist es mein Tod." Ungerührt sah Sieroen auf die Frau zu feinen Füßen: „Also — dann sei vernünftig und arbeite, wie es sich gehört! Und nun gute Nacht!" „Dimitri", flehte die Frau, und über das bleiche Gesicht rollten Tränen, „sei doch ein einziges Mal auch besonders von solchen Schwimmerinnen unb Schwimmern, die keinem schwimmsporttreibenben Verein angehören. Für die verschiedenen Klassen waren bis Meldungsschluß 120 Meldungen abgegeben. Das Melde- Ergebnis mit Startnummern ist ab Dienstag, den 19. Juni, in der Müllerschen Badeanstalt ausge- hängt. Alle Teilnehmer treten am Mittwoch, dem 20. Juni, 17.30 Uhr, startfertig (ausgezogen) auf den Bootsplätzen der Gießener Ruder-Gesellschaft oder des Ruderklubs Hafsia an. Während des Schwimmens ist für einen umfassenden Sicherheitsdienst gesorgt. BfB.-ReichSbahn Gießen. Die Ausrichtung der leichtathletischen Kreismeisterschaften ist der Seichtathletikabteilung des VfB.» Reichsbahn Gießen übertragen worden. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 24. Juni, auf dem Waldsportplatz statt. Es ist die letzte Prüfung vor den Gaumeisterschaften. Folgende Konkurrenzen kommen zum Austrag: Klasse I: 100, 200, 400, 800, 1500, 5000, 110 Meter Hürden, 400 Meter Hürden, Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Steinstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen, Hammerwerfen, 4 mal 100-Meter-Staffel, 4 mal 400-Meter-Staffel und 4 mal 1500-Meter-Staffel^ Ferner sind für Klasse III eingelegt worden: 100, 1000, 4 mal 100-Meter-Staffel, Hochsprung unb Kugelstoßen. Mannschasts-ZweikampfTuspo.-Verein Raunheim—ÄfB-Reichsbahn Gießen 74:36 für VsB./Re!chsbohn. Am vergangenen Sonntag weilte eine Mannschaft des VfB./Reichsbahn Gießen beim Turn- unb Sportverein Raunheim a. M., um gegen die in ihrem Bezirk führenden Turner einen leichtathletischen Zweikampf auszutragen. Die Gießener gewannen sicher. Trotz großer Hitze wurde manchs schone Seiftung gezeigt. Nur die Resultate der Saufe sind relativ zu werten, da die Saufbahn in keiner guten Verfassung war. Hervorzuheben wäre noch die überaus kameradschaftliche Aufnahme in Raunheim, sowie die glänzende Verpflegung, die man den Gießenern zuteil werden ließ. Oie Ergebnisse: 100 Meter: 1. Suh, VfB.-Reichsbahn, 11,8 Sek.; 2. Rodriguez, VfB.-Reichsbahn, 12,1; 3. Bach, Raunheim, 12,6; 4. Becker, Raunheim, 12,6 Sek. 20 0 Meter: 1. Suh, VfB.-Reichshchn, 25,1 Sek.; 2. Rodriguez, VfB.-Reichsbahn, 25,2; 3. Bach, Raunheim, 27,2; 4. Dreisbach, Raunheim, 27,6 Sekunden. Die Gießener gaben sich nicht ganz aus. 800 Meter: 1. Sobezak, VfB.-Reichsbahn, 2:16,3 Min.; 2. Pfaff, VfB.-Reichsbahn, 2:16,6 Mi- nuten; 3.' Becker, Raunheim, 2:19 Min.; 4. Preis, Raunheim, 2:21,4 Minuten. 3000 Meter: 1. Sobezak, VfB.-R., 11:01,2 Minuten; 2. Pfaff, VfB.-R., 11:02,3 Min.; 3. Wolf, Raunheim, 11:02,5 Minuten; 4. Preis, Raunheim, 11:48,2 Minuten. Ein scharfer Endkampf, den dis Gießener mit kraftvollem Endspurt gewannen. Hochsprung: 1. Schäfer, VfB.-R., 1,59 Mtr.; 2. Schnell, Raunheim, 1,54; 3. Pieh, VfB.-R., 1,48; 4. Wolf, Raunheim, 1,41 Meter. Weitsprung: 1. Schäfer, VfB.-R., 6,08 Mtr.; 2. Suh, VfB.-R., 6,08; 3. Bach, Raunheim, 5,43; 4. Münk, Raunheim, 5,12 Meter. In Schäfer ist Suh ein Konkurrent erstanden. Diskuswerfen: 1. Suh, VfB.-R., 37,62 Meter; 2. Jakob, Raunheim, 31,72; 3. Pieh, VfB.-R., 30,43; 4. Schmidt, Raunheim, Der VfB.-Reichs« bcchner Jakob startete für feinen Heimatverein. Kugelstoßen: 1. Suh, VfB.-R., 14 Meter; 2. Pieh, VfB.-R., 11,08; 3. Jakob, Raunheim, 10,66; 4. Bender, Raunheim, 10,01 Meter. Suh erreichte zweimal die 14 Meter. Speerwerfen: 1. Pieh, VfB,-R., 50,01 Me- ter; 2. Jakob, Raunheim, 47,42; 3. Suh, VfB.-R., Oie Reichs-Schyimm-Woche 1934 in Gießen. Der sportlich-technische Teil der Reichs-Schwirnrn- woche wurde am vergangenen Sonntag in der Müllerschen Badeanstalt mit einem reichhaltigen Programm schroimmsportlicher Darbietungen eröffnet. Den Auftakt bildete der flotte Aufmarsch der Schwimmmer und Schwimmerinnen des Gießener Schwimm-Vereins und der Deutschen Turnerschaft. In gemeinsam durchgeführten schwimmerischen Freiübungen am Sande zeigte die Gießener Schwimmerschaft die durch den Schwimmsport gebotene vielseitige gesunde körperliche Betätigung. Ein anmutiges Aufschwimmen in Sechserreihen in ber 50-Meter-Bahn, an dem sich wieder alle Schwimmer und Schwimmerinnen beteiligten, leitete bann unmittelbar zu ben Vorführungen im Wasser über. (Sine große Anzahl von Besuchern, darunter auch die Vertreter von Behörden- und Parteistellen, der SA. und ber Sport- unb Jugendverbände waren bern Rufe ber Reichs-Schwimm-Woche gefolgt und umsäumten in bichten Reihen den Strand unb die sämtlichen Stege. Die Gießener Schwimmerschaft führte in langsamem „Stil-Schwimmen" bie einzelnen Arten bes Schwimmens, wie Brust-, Rücken-, Kraul-, Rücken-Gleichfchlaa- und Rücken-Kraul- Schwimmen vor, für die Zuschauer durch Sprachrohransage erläutert. Mit Spannung wurde barauf die SA. - Staf - fei 6X100 Meter Bru st schwimmen verfolgt, zu ber der Sturmbann 11/116 mit den Kamera ben Werner Pascoe, Küthe, Reinfurth, Staedel, Wilhelm Brüning, Walter Brüning unb der Marine- Sturmbann Gießen mit den Kameraben Friedr. Baumann, Werner, Ziegler, v. Seltsam, Herbert, Hugo Baumann antraten. Aus dem interessanten Wettstreit ging die Staffel bes Marine-Sturmbanns mit ber Zeit von 9:28,4 Minuten als Sieger hervor (Sturmbann 11/116 9:42,8 Minuten). Dem Schwimmen hatte sich eine Staffel bes Gießener Schwimmvereins mit ben Schwimmern Mewes, Sautenfad), Datz, Rottmann, Pirr, Fritz Pascoe angeschlossen, die außer Konkurrenz mit der Zeit von 9:13,8 Minuten als Erster burchs Ziel ging. Nach einem schonen Reigen der Damen bes Gießener Schwimm-Vereins und ber Deutschen Turnerschaft startete nochmals bie SA. zu einer Staffel 4X50 Meter Kraul, wobei bie Mannschaft des Marine-Sturmbanns Gießen, gestellt von den Kameraden Schomber, Werner, Horeysek, Herbert, mit der Zeit von 2:12,2 Minuten vor der Staffel bes Sturmbanns 11/116 mit ben Kameraben Thraum, Spreng, Schüler, Braun (Zeit 2:33,4 Minuten) bas Ziel erreichte. Mit großem Interesse und lebhaftem Beifall nahmen die Zuschauer an einer Vorführung von g zusammengerufen. Anwesend waren weiter Rechtsreferenten ber Hitler-Jugend und die Kreisjugendleiter ber Deutschen Arbeitsfront. ... „ - ,_____ Mager 1. Kompanie des Bataillons, von Fräulein Pfund vom Gießener Schwimm-Verein, des Herrn R o s - s i n von ber 4. Kompanie bes Bataillons, bes Herrn Schüler vom Gießener Schwimm-Verein und des Herrn Werner vom Turnverein 1846 Anteil. Zu einer Staffel 4X50 Meter Brust- Schwimmen traten bie Damen des Turnvereins B a d - N a u h e i m, 17. Juni. Am vergangenen Sonntag hatte das Sozialamt des Gebietes 13 Hessen-Nassau der Hitler-Jugend bie Sozialreferenten ber Banne unb Unterbanne der HI., bie Referentinnen ber Untergaue und Ringe des BDM. und die der Jungbanne und Stämme des Jungvolkes zu einer richtunggebenden Arbeitsta - Heber bas große und wichtige Arbeitsgebiet ber Sozialen Arbeit in der Hitler-Jugend referierten ber Setter des Sozialen Amtes des Gebietes Hessen- Nassau Bannführer Heini Jung, sein Stellver- treter Gefolgschaftsführer Großmann, ber stell- oertretenbe Rechtsrereferent des Gebietes I m m i g und die Gaureferentin bes BDM., S. Hartmann. Die Arbeit ber einzelnen Hauptreferate- des So« zialamtes Jugendpflege Jugendrecht Jugendgesundhettsführung Arbeitsdienst Berufsarbeit, Berufsschulung Soziale Sosortmaßnahmen wurden in großen Zügen durchgearbeitet unb die Richtung für die kommenden Maßnahmen gegeben. Gs ist nicht bie Aufgabe der Sozialen Arbeit, die körperlich und gesundheitlich Bedürftigen allein zu unterstützen, sondern es muß in erster Sinie auf die Gesunderhaltung und weitere Stählung der gesunden Jugend größter Wert gelegt werden. Es muh dafür gesorgt werden, daß der Jungarbeiter Gelegenheit bekommt, einmal auszuspannen und wieder Kraft für sein weiteres Wirken zu finden. Hierzu dienen die von ber HI. durchgeführten Zeltlager, die Kinberlanboerschickung in Verbindung mit der NSV., Sandheimverschickung und die Erreichung längerer Ferien für junge Arbeiter unb Sehrlinge in ben Berufen. In der Gesundheitsführung haben die HJ.-Aerzte durch laufende Reihenuntersuchungen den gesundheitlichen Stand der Jugend zu überprüfen und für gesundheitliche Durchführung des Dienstes zu sorgen. In den Rechtsreferenten sollen die Jugendlichen einen kameradschaftlichen Berater in allen Rechtsangelegenheiten finden, der auch in Schulungsoorträgen und in Heimabenden die Jugend im Rechtsempfinden schulen soll. Die Hauptarbeit des verufsreferats wird sich mit Nachdruck an die zusätzliche verufsschu- lung in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront wenden. Es wird dafür gesorgt werden, daß alle berufstätigen Jugendlichen die Ve- rufsschulung durchmachen, um damit Deutschland für alle Zukunft den Qualitätsarbeiter zu sichern. Die Hitler-Jugend wird auch für bie Heber« sührung Jugendlicher in den Ardeits- bienft zu sorgen haben und die im Arbeitsdienst befindlichen Jugendlichen im Geiste der HI. schulen. Auf die Jugendpflege wird das größte Augenmerk zu richten sein. Hier gilt es in Berufsberatung, Sehrstellenvermittlung, soziale unb hygienische Gestaltung der Berufsstätten den Jugendlichen zur Seite zu stehen. In dieses Referat fällt auch noch ber Ausbau des Jugendher- bergs wesens. Die Unterstützung notleidender Jugendlicher durch Kleider und Uniformbeschaffung usw. und die Mitarbeit in der Jugendfürsorge wird ' mit eine Hauptarbeit darstellen. Die lleberführung von jungen Mädchen in haushalte und auf das Land soll Vorsorge sein für einen gesunden Volksbestand. Madame de Sormes war in ihrem Zimmer angekommen. Sie verriegelte sorgfältig die beiden Türen, die zu dem Korridor führten, und hängte vor jedes Schlüsselloch einen seidenen Kimono. Dann öffnete sie die Tür ihres Kleiderschrankes, der in die Wand des Ankleideraumes eingebaut war. Sie klopfte mit dem Finger zweimal ganz kurz und leise an die Wand des Schrankes. Gleich darauf horte sie ein vorsichtiges Knacken, als würde ein Schlüssel im Schloß herumgedreht. Sie schob die Reihen der Kleider und Pelze fort, die an seidenbespannten Bügeln in dem Schrank hingen-, ein Gesicht tauchte auf, eine übergroße Gestalt, die sich hier zusammenducken mußte — gleich darauf war Sieroen durch den Kleiderschrank hindurch ins Zimmer gekommen. „Nun", fragte er sofort, „wie weit bist du?" „Den Bulgaren habe ich und den jungen Sorb Hemminghay sowie den Marquis de Deridans", war die Antwort Sous. „Sie kommen alle in ben nächsten Tagen." „Ist auch höchste Zeit!" gab Sieroen zur Antwort. „Mein Bankkonto nimmt ab, statt zu. Du arbeitest in letzter Zeit schlecht, meine liebe Sou!" Die schöne Frau fuhr auf: „Mach' du mir auch noch Vorwürfe!" — ihre Stimme klang gereizt. „Was kann ich dafür, wenn die Männer jetzt so mißtrauisch sind und aufpaffen? Das Geschäft ist eben nicht mehr so wie früher." Sieroen maß die schone Frau mit einem kalt prüfenden Blick. „Das Geschäft ist noch wie früher", erwiderte er langsam, aber er vollendete nicht — doch sein prüfender, grausamer Blick, der über Sous Gesicht und ihre Gestalt kroch, sprach mehr, als Worte konnten. Die Frau schien zu verstehen. Eine glühende Röte flog über Hals und Antlitz: „Willst du damit sagen, daß ich nicht mehr schön genug bin, um die Männer alles vergessen zu lassen? Willst du bas sagen?" 42,20; 4. Schmidt, Raunheim, 40,40 Meter. Eine großartige Leistung Piehs. Er blieb diesmal vor seinem Widersacher und Vereinskamerad Jakob. 4 mal 100 - Meter - Staffel: 1. VfB.- Reichsbahn, 48,1 Sek.; 2. Turn- und Sportverein Raunheim, 48,8 Sekunden. Die Gießener in der Aufstellung: Siegmund, Rodriguez, R. Fischer, O. Luh. Olympische Staffel (800, 200, 200, 400 Meter): 1. VfB.-Reichsbahn, 4:09,7 Min.; 2. Turn- und Sportverein Raunheim, 4:21,8 Minuten. VfB.- Reichsbahn lief mit: Sobezvk, Siegmund, Rodriguez, R. Fischer. Oie Handballaufstiegsspiele zur BezirksNaffe. To. Lützellinden — To. Garbenteich 9:2 (4:2). In einem entscheidenden Spiel um den Aufstieg zur Bezirksklasse trafen sich beide Mannschaften in Lützellinden. Die Gäste mußten wider Erwarten eine überaus hohe Niederlage hinnehmen und wurden von den Platzbesitzern in der zweiten Hälfte glatt überspielt. Damit ist die Revanche für die im Vorspiel erlittene 7:4-Niederlage glänzend gelungen. Das Spiel war in der ersten Hälfte noch ziemlich ausgeglichen; jedoch wurden die Platzbesitzer gegen Ende derselben überlegen und drängten die Gäste nach dem Wechsel vollkommen in ihre Hälfte zurück. Mit diesem Sieg hat Lützellinden seine Faoo- ritenstellung stark aefestigt und muß nur noch in dem Spiel gegen Krofdorf ein Punkt herausholen um aufzusteigen. Süddeutschland schlägt Paris 4:2(1:2) Eine süddeutsche Auswahlmannschaft stand am Sonntag vor rund 10 000 Zuschauern ijj Mannheim einer Pariser Städteelf im Rückspiel für das 1932 in Paris ausgetragene Treffen gegenüber. Wiederum siegten die Süddeutschen. Nur ein Tor schossen sie weniger als in der Seine-Stadt: 4 :2 lautete das Ergebnis, das allein dem überragenden Können eines Fath zu verdanken ist, denn er schoß alle vier Tore! Die süddeutsche Elf schlug sich gegen den schweren Gegner sehr gut. Alle Erwartungen erfüllten Müller-FFC. im Tor, Konrad-Kaiserslautern als Verteidiger und dann natürlich Fath, der Held des Tages. 4900—VfB. 4:4 (4:0). Am Sonntagnachmittag standen sich — wir berichteten bereits kurz darüber — die ersten Mannschaften der beiden hiesigen Sportvereine im Fußballfreundschaftsspiel gegenüber. Der Ausgang des Kampfes erschien völlig offen. Wohl kaum jemand hätte mit einem Ergebnis gerechnet, das so eindeutig eine Ueberlegenheit der einen oder anderen Mannschaft ausdrücken würde, wie es das Ergebnis des Spieles tatsächlich tut. Das Spiel war schon in seinen ersten Minuten eine große Ueberraschung. Die Mannschaften betraten das Feld und brachten den üblichen Gruß aus. Dem Schiedsrichter D e i ß - Nauborn stellten sich die Gegner in folgender Aufstellung: 19 00: Schlarb Zeiler Lippert Langsdorf Roth Heinbach Wilhelmi Günther Koch Schmelz Heilmann Ritter Fehling Heß Schmidt II Schmidt I Fenster Lehrmund Knaus Kreß Leutheuser VfB.-Reichsbahn: Janz Das Spiel begann mit einer sichtlichen lieber» legenheit der Mannschaft der Spieloereinigung, die sich überraschend schnell und besonders gut im Sturm gefunden hatte. Immer wieder mürben die Angriffe vorgetragen und Leutheuser, wie auch Kreß bekamen sehr viel Arbeit, wehrten jedoch in aller Ruhe ab. Allerdings gelang es ihnen nicht, das erste Tor, das bereits m der achten Minute fiel, zu verhindern, Heilmann spielte sich tadellos frei und schoß von links her auf bas Tor. Der VfB.- Tormann stand wenig glücklich und mußte den Ball passieren lassen. Dieser erste Erfolg brachte die Grünweißen etwas in Verwirrung und sie fanden sich auch in der Folge nicht besser. Trotz aller aufopfernder Arbeit ihrer Läuferreihe vermochte der Sturm nur sehr selten vor dem Tor der Spielvereinigung gefährlich zu werden. Außerdem war Schlarb wieder sehr auf dem Posten. Die Blau- weißen setzten bald darauf wieder zu einem gefährlichen Angriff an, der aber abaewehrt wurde. Ein Strafstoß, von Schmelz getreten, wurde vom Tormann der Gäste, der sich einen Stellungsfehler zuschulden kommen ließ, auch nicht gehalten, so daß also bereits das Spiel mit 2:0 nahezu entschieden erschien, denn ob es den Grünweißen gelingen werde, den Vorsprung aufzuholen, war schon zu biesem Zeitpunkt fraglich. Das Spiel erschien aber für jedermann entschieden als Schmelz gar noch wenige Minuten später ein drittes Tor schoß und damit seiner Mannschaft ein starkes moralisches Aktivum schuf. Mit ständiger leichter Feldüberlegenheit der Mannschaft der Spielvereinigung wurde der Kampf fortgeführt. Ein rascher Durchbruch, von Wilhelmi mit einem entschlossenen Schuß, 15 Meter vom Tor entfernt, abgeschlossen, brachte das vierte Tor, das für die Grünweißen das Ende aller Hoffnungen bedeutete. Aber unentwegt ging der Kampf weiter. Die VfBer gaben den Widerstand durchaus nicht auf, wurden vorübergehend sogar etwas aggressiver, hatten aber mit allen ihren Operationen sehr wenig Glück. So blieb es bis zur Halbzeit bei dem 4:0. Nach der Pause ließ das Spiel trotz der drückenden Hitze kaum im Tempo nach. VfB. hatte in feinen hinteren Reihen etwas mehr Halt gewonnen, die Stürmer brachten es aber kaum zu einer geschloffenen Leistung. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß sie in Lippert und- Zeiler einem Verteidigerpaar gegenüberstanden, das kaum zu schlagen war. Der einzige Treffer der Grünweißen fiel bald nach Wiederbeginn durch ein Zögern in den hinteren Reihen der Platzbesitzer — einer der Blauweißen verließ sich auf den anderen — ein VfBer lief dazwischen und da war es schon geschehen. In der Folge wurden die Blauweißen vorsichtiger. Leutheuser war in den Sturm gegangen. Die Spieloereinigungself hatte in der zweiten Spielhälfte noch verschiedene Gelegenheiten, die Torzahl zu erhöhen. Die Innenstürmer vergaben aber überhastet oder gar zu sorglos in Anbetracht des Vorsprungs manche Chance. Immer wieder standen die blauweißen Stürmer nach guter Zusammenarbeit frei vor dem VfBer Tor. Schüsse der gesamten Stürmerreihe verfehlten nur knapp ihr Ziel, oder waren zu schwach abgegeben, so daß dem jetzt aufmerksameren VfB.-Hüter die Abwehr gelang. Einen prächtigen Kopfball von Günther (1900) wähnte man schon im VfBer Tor, aber nur um Zentimeter strich der Ball am Pfosten vorbei. Schiedsrichter D e i ß (Nauborn) stand jederzeit über den Parteien, wenn ihm auch hier und da kleinere unbedeutende Fehler unterliefen. Jußball-Gruppenmeisterschast der Jugend. Um den dritten Platz der Iugendgruppenmeister- schaft 1933/34 kämpften am Samstagabend die Iu- gendmannschaften des Sportvereins 1920 Heuchelheim und FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg. Watzenborn-Steinberg ging mit 4:1 Toren als Siegel hervor. Die Tabelle wird jetzt angeführt von der Spielvereinigung 1900 Gießen, Tv. Wiefeck und Watzenborn-Steinberg. Ueber den Spielverlauf ist zu sagen, daß es ein stets anständiger Kampf war. Beide Mannschaften entpuppten sich als äußerst widerstandsfähige, kämpferische Mannschaften, die ihren Vereinen für die Zukunft einen guten Rückhalt bieten werden. Zu bedauern ist es nur, daß man dem Nachwuchs immer noch nicht das nötige Interesse entgegenbringt. Wer das Spiel verfolgt hat, wird sicher mit einer vollen Befriedigung nach Hause gegangen fein. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Wieseck I. — Kurhessen Marburg (Ligareserve) 7:3. Bei glühender Hitze standen sich beide Mannschaften am vergangenen Sonntag in Wieseck im Freundschaftsspiele gegenüber. Marburg stellte eine flinke und technisch gute Mannschaft ins Feld, die den Platzbesitzern in der ersten Spielhälfte ein gleichwertiges Spiel lieferte. Der Anstoß der Gäste wurde abgefangen und Wieseck leitete einen schönen Angriff ein, der mit dem Führungstor durch den Rechtsaußen endete. Marburg, überrascht, ging nun mehr aus sich heraus. Nach wenigen Minuten war es wieder der Rechtsaußen der Gastgeber, der auf 2:0 erhöhte. Dann aber lag Marburg mehr im Angriff, konnte auch bald ein Tor aufholen und nach längerer Pause auch den Ausgleich Herstellen. Lange währte es jedoch nicht, und Wieseck stellte das Halbzeitergebnis auf 3:2. Nach dem Seitenwechsel sah man vorerst ein schönes spannendes Spiel. Auf beiden Seiten gab es kritische Momente, die jedoch oft mit viel Glück geklärt wurden. In der Mitte der zweiten Spielhälfte erhöhte Wieseck auf 4:2. Marburg wurde in der Folge ganz in feiner Hälfte feftgehalten und kam nur zu wenigen Durchbrüchen, die aber an der guten Abwehr der Platzbesitzer scheiterten. Wieseck erzielte dann kurz hintereinander zwei weitere Tore, während durch einen an der Strafraumgrenze verwirkten Handelfmeter Marburg zu seinem dritten Tore kam. Wieseck stellte aber in den wenigen Minuten vor Schluß die alte Tordifferenz wieder her. Juhball im Turnv. Allendorf (Lahn). Allendorf I. — VfB. Gießen II. 6:2 (1:2). VfB.-Reichsbahn Gießen weilte zu einem Freundschaftsspiel in Allendorf. Die Gäste kamen schnell ins Spiel, konnten aber nicht verhindern, daß Allendorss Halbrechter eine Flanke des Linksaußen zum Führungstor verwandelte. Die Gäste drängten nun stürmisch auf Ausgleich, der ihnen auch gelang. Kurz darauf können sie sogar in Führung gehen. Allendorf erschien nach der Pause in veränderter Aufstellung. Bald wurde der Ausgleich erzielt. Zwei Elfmeter geben dem Gastgeber eine 4:2- Führung. In der Folge waren die Allendorfer nicht mehr zu halten. Immer zielbewußter wurden die Angriffe, die zwei weitere Tore einbrachten. Der Sieg der Gastgeber war verdient, fiel aber etwas zu hoch aus. Der Triumph des Berliner Mer-Elubs. * y * < Der Endkampf im Rennen um den Kaiserpokal, das im Rahmen der Grünauer Ruderregatta zum Austrag kam und von dem BRC. vor „Sturmvogel" und „Hellas" gewonnen wurde. Mit diesem vierten seiner in ununterbrochener Reihenfolge errungenen Siege hat der BRC. den von Kaiser Friedrich im Jahre 1888 gestifteten Pokal endgültig erkämpft. Ieldbergfest-Wettkampfergebniffe Unferm ausführlichen Bericht über den glanzvollen Verlauf des 81. Feldbergfestes lassen wir heute nun einen Ueberblick über die Wettkampf- e r g e b n i f f e folgen. Der Auszug aus der umfangreichen S i e g e r l i st e nennt in jeder Stufe die ersten Sieger und anschließend die Erfolge unserer heimischen Vereine. Oie Einzelwetttämpfe Turner. Vierkampf, bestehend aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, zweistündigem Gepäckmarsch mit 15 Pfund Gepäck (530 Bewerber, 455 Sieger): 1. Sieg V. Spielmann, Tgs. Seligenstadt, O. Werner, Tv. Weilmünster, 96 Punkte;' 2. W. Schmidt, Stadtsportverein' Frankfurt a. M., 94; 3. F. Peter, Tschst Lauterbach, 93; 7. O. Hill, Mtv. Gießen, 88; 8. L. Lindenstruth, Mtv. Gießen, 85; 11. H. Großhaus, Tv. Lollar, 83; 17. K. Strack, Mtv. Gießen, 77; 20. K. Schuster, Tv. Wetzlar, 74; 21. W. Beaupain, T. u. Spv. Marburg, H Schmidt, Tv. Braunfels, 73; 22. H. Grosche, T. u Spv. Marburg, H. Henkel, T. u. Spv. Marburg, 72; 24. L. Urff, T. u. Spv. Butzbach, 70; 25. G. Pott, Tv. Wetzlar, E. Blöd, T. u. Spv. Marburg, 69; 26. W. Müller, Tv. Lollar, 68; 30. H. Vormann, T. u. Spv. Marburg, Gg. Schwan, Mtv. Gießen, 64; 33. R. Klein, Mtv. Gießen, K. Herzog, Tv. Alsfeld, 61; 34. Th. Stock, Tv. Lauterbach, 60; 35. E. Kurz, Tv. Braunfels, W. Herzog, Tv. Alsfeld, 59; 38. E Steinach, Tv. Burgsolms, 56 Punkte. Jugendturner. V i e r f a m p f, bestehend aus 100-Meter-Lauf, Hochfprung, Kugelstoßen, zweistündigem Gepäckmarsch mit 10 Pfund Gepäck (194 Bewerber, 179 Sieger): 1. Sieger: W. Maid, Tv. Bieber, 101 Punkte; 2. W. Rack, Stadtspv. Frankfurt a. M., 93; 3. E. Sahm, Tgm. Mühlheim, Hch. Möver, Tschft. Lauterbach, 92; 10. R. Stock, Tschft. Lauterbach, 82; 11. A. Klinke!, Tv. Lollar, 81; 12, E. Mengel, T. u. Spv. Marburg, 80; 13. R. Menges, Mtv. Gießen, 79; 15. H. Diel, To. Lollar, 77; 20. K. Schäfer, Mtv. Gießen, 72; 22. R. Blas, Mtv. Gießen, 70; 23. H. Göttig, T. u. Spv. Marburg, 69; 26. W. Mensinger, Tv. Braunfels, 66; 31. W. Huste, Mtv. Gießen, 61 Punkte. Altersturnen. Dreikampf, bestehend -aus 75-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen. 1. Klasse, 33 bis 39 Jahre: 1. A. Gumbert, Tv. Lorsbach, 74 Punkte; 2. K. Hornberger, Tv. Kreuznach, 73; 3. M. Blischke, Tv. Schwanheim, 71; 14. F. Adam, Tv. Braunfels, 60; 18. K. Ludwig, Tv. Wetzlar, 56; 30. R. Linnertz, Tv. Braunfels, 43. 2. Klasse (89 Bewerber, 89 Sieger): 1. F. Reis, Allianz-Spv. Frankfurt a. M^ 84 Punkte; 2. H. Will, Tgm. Schwanheim, 81; 3. F. Tritschler, Stadtsportv. Frankfurt a. M., 80; 5. K. Heß, Tv. Braunfels, 74; 19. H. Sikimpf, TuSpo. Marburg, 58. 3. Klasse, 45 Jahre und älter (130 Bewerber, 127 Sieger): 1. B. Enders, Tv. 1869 Bad Kreuznach, H. Sieger, ATV. Düsseldorf, 85 Punkte; 2. Friedrich Kofler, Tgm. Homburg, 82; 3. A. Burk, Tschft. Geisenheim, H. Koch, To. Herborn, 77; 12. O. Ebeling, Tv. Alsfeld, 67; 28. K. Schmidt, Tv. Braunfels, 51 Punkte. Turnerinnen. Dreikampf, bestehend aus 75-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen (252 Bewerberinnen, 229 Siegerinnen): 1. Marga Eck, Stadtspv. Frankfurt am Main, 75 Punkte; 2. Irmgard Bochnik, Allianz- Spv. Frankfurt a. M., 72; 3. Aenne Lotz, Tv. 1860 Frankfurt a. M., Erika Röhmig, Mtv. Gießen, Luise Schäfer, Tbd. Sachsenhausen, 71; 9. Toni Lockert, TuSpo. Butzbach, 62; 12. Anneliese Ruppel, TuSpo. Butzbach, 59; 13. Elli Langbein, TuSpv. Butzbach, 58; 14. Marta Arabin, Tv. Wetzlar, 57; 16. Marie Weller, Tschft. Lauterbach, 55; 20. Frieda Ruppel^ TuSpv. Butzbach, 51; 23. O. Schäfer, Tv. Braun- fels, 48; 25. G. Wenderoth, Tschft. Lauterbach, 46; 28. F. Henkel, TuSpv. Butzbach, 43 Punkte. Oie Mannschastö-, Staffel- und Sonderkämpfe Kugelstoßen: 1. Otto Junker, Rödelheimer Tgm., 13,56 Meter; 2. H. Wagner, Tschft. Nied, 12,39; 3. Otto Werner, Tv. Weilmünster, 12,17. Stab h ochs prung: Georg Heimer, Tv. Eppstein, Grünewald, Tv. Griesheim, P. Döbert, Tgs. Hausen b. Offenbach, L. Hardt, Tv. Kelsterbach, und E. Hieroniemie, Tv. Lorsbach, alle 3,30 Meter. Jahn staffel: 1. Stadtsportverein Frankfurt am Main 60,3 Sek.; Tgm. Fulda 60,3, Brustbreite; 3. Tgs. Offenbach 60,9. Schmuck staffel: 1. Männerturnver- ein Gießen 61,8 Sek.; Tgs. Hausen b. Offenbach 62; 3. Tschft. Bürgel b. Offenbach 63,5. Brunhildisschild: 1. Stadtsportverein Frankfurt a.M. 43,7 Sek.; 2. Tv. 1860 Frankfurt a. Main 44,4; 3. Männerturnverein G i e- ß e n 44,7. Dölsungenhorn: 1. Stadtsportverein Frankfurt a.M. 368 Punkte; 2. Tv. Bieber 359; 3. To. 1869 Kreuznach 351; 4. Allianzsportverein Frankfurt a.M. 334; 5. Tschft. Nied 327; 6. Tgm. Fulda 319 Punkte. Schöne und dauerhafte Fußböden durch Linoleum Balatum-Stragula in Stückware,Teppichen und Läufern Reste... zurückgesetzte Muster bedeutend unter Preis! Sie finden die große Auswahl bei Heinrich Hochstätter am Brand 3645 A Mittwoch, den 20. Juni 1934, nachm. 2llbr, versteinere ich dahier, Neuenweg 28 „Zum Löwen" zwangsweise gegen Barzahlung: I. 1 Partie Bücher, 3Haarzöpse. II. An Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal): 1 Eis- schrank, 1 Drogenschrank, 1 Kassenschrank, 3 Kleiderschränke, 3 Vertikos, 1 Konsolschrank, 4 Sofas, 1 Chaiselongue, 2 Sessel, ISchreib- tisch, 1 Herrenzimmertisch, eine Standuhr, 3 Trumeauspiegel, lRobrmaschine,lSchreibmaschine, 2 Nähmaschinen, 1 Gasherd, ein Grammophon, 1 Kastenwagen, 200 Mistbeetfenster. 364-d Junker. Gerichtsvollzieher, Gießen Wieiecker Weg 16, Telefon 3383. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiii .... und zum Bauen ,w, Aber mann. Mittwoch, den 20. 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Die Beiträge für den Monat Mai 1934 können noch bis zum 25. 3uni 1934 ohne Kosten bezahlt werden. 3644O Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibung. Die Einzahlung kann täg- lief) an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. Moos, Rechner. Lw. E. 18 (a) / 34. ” * Beschluß. Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb des Karl Leun in Großen Linden wird das Entschuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 11 Uhr 50 Minuten eröffnet. 3641D Die Bezirkssparkasse in Gießen wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 25. Juli 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumeldsn und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 9. Juni 1934. Hessisches Amtsgericht,