Ur. 91 Erstes Blaff 184. Jahrgang Donnerstag. 19. April 1934 uttoeri Die nationalsozialistische Agrarpolitik Die Leistungen des Winterhitsswerks in Zahlen dis. 4. 3 000 000 5. Summa 320 000 000 Die Verteilung bzw Verwertung dieser Sach- und 30 000 000 5. 5 000 000 320 000 000 Summa b b 2. 3. 4. 10 000 000 1 500 000 25 000 000 4 000 000 1. 2. 3. RM 173 000 000 2 000 000 I Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Latz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm "jwün? Kleidung im Werte von rund Brennstoffe im Werte von rund Gebrauchsgegenstände im Werte von rund Gutscheine und der Reichsführung direkt gemeldete Spenden im Werte von rund sicht: 1. Lebensmittel im Werte von rund Diese zur Zeit vorliegenden statistischen Unterlagen sind aber noch nicht endgültig, da von mehreren Gauen erst Meldungen über Teilergebnisse vorliegen. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß eine große Zahl von Spenden von den Ortsgruppen der RS.-Volkswohlfahrt nicht statistisch erfaßt werden konnte und daß alle durch das Winterhilfswerk angeregten unmittelbaren Spen- bracht, daß dieser Sozialismus der Tat sich grundlegend unterscheidet von der Wohlfahrt und Fürsorge des verflossenen Systems. Das Winterhilfswerk hat somit werbend für den nationalsozialistischen Gedanken und für den neuen Staat gewirkt. Von Ü e r l i n , 18. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Mittwochnachmittag in Heu Fcsträumen des Ministeriums für Volksauf- tli-ung und Propaganda das Diplomatische f r p s und die Vertreter der ausländischen P e s s e. Bei diesem Empfang sprach Reichsminister und Stabschef der SA. Röhm a) Lebensmittel b) Kleidung c) Brennstoffe Der Reichsführung überwiesene Sachspenden Wertüberschuß an gekauften: a) Kartoffeln b) Getreide und Mehl c) Kohlen d) Sonstige Spenden ie Kurse indem- ewegung Schweiz otierten: hanlch 5 71,75, Schweiz 1.134,50, nesniM . 130,50, tische & 'beninto ke 55,50. ugsaktm -n 62,50 j 21,62-: : in Sie- ' und 106 ühe odn '0 Mail, bis 210; Rink IfM Üv ienM Postscheckkonto: ’ ronffurt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfilats Such- und Stcinöruderd R. Lange in Sieben. 5christlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 den, insbesondere die Patenschaften, sich jeder Zählung entziehen. Mithin müssen die tatsächlichen Leistungen des WHW. noch als beträchtlich höher gewertet werden, als die statistisch erfaßten. 3n diesen trockenen Zahlen liegt über das Materielle hinaus aber noch eine tiefe und beglückende ideelle Bedeutung. Solche Summen, derartige Massen von Unterstützungen hätte nie und nimmer eine noch Klassen geschiedene Almosenwohlfahrt vergangener Zeiten aufbringen können. Sie sind ein Zeichen dafür, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit sich zum Sozialismus der Tat bekannt hat. Dadurch ist mehr als äußerliche und materielle Hilfeleistung in Einzelfällen erzielt worden, wie es auch der Reichsminister Dr. Goebbels in einem Schreiben an die Reichsführung der RS.-Volkswohlfahrt zum Ausdruck brachte. h großer Bedeutung ist darüber hinaus die Wirkung im Ausland. Die mit rührender Liebe und Anhänglichkeit, mit neuer Hoffnung auf ein innerlich gewandeltes Deutsches Reich gespendeten Gaben der Ausländsdeutschen haben ein unzerreißbares Band zwischen diesen Pionieren des Deutschtums in aller Welt mit der Heimat geknüpft. Auch die gehässigsten Gegner haben mit bewunderndem Staunen vor dieser Leistung des geeinten deutschen Volkes verstummen müssen. Berlin, 18. April. (DNB.) Im „K am pf gegen hunger und Kälte" wurden vom deutschen Volke etwa 320 Millionen Reichsmark aufgebracht. Nach der jetzt vorliegenden Uebersicht verteilen sich die Einnahmen folgender- >dst g?i er nach Markt? .Kulis,? »e Zerium bei änge in enb Ab, "stellen, iriitf. 20 Pf, 'buchfon "-Bond; ranfpirtr AM :such m )er M rage nL sehr Z gen. $ gesock' rapp M unb h angeka Rai ftai Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes „Kampf gegen hunger und Kälte" hat nicht nur vielen Sil 's #n, > Mer, i,? enbgewü !6 bis S a)2i; 26 bis s 28 bis { 38 bis i nb M enb, UeW Oie nationalsozialistische Revolution und die SA Stabschef und Reichsminister Röhm spricht zum Ausland über die Aufgaben der braunen Kameraden des Führers. N. 11 b?: Ä N, A 11 N iu6en) Asten 70 000 000 30 000 000 1 500 000 maßen: Geldspenden insgesamt Gutscheine der Gaue Sachspenden der Gaue: Wanken geraten könne. Als Adolf Hitler das Volk für Ehre und Gleichberechtigung aufrief, fei das deutsche Volk mit Begeisterung und beispielloser Einmütigkeit diesem Ruf gefolgt. Es wäre verständlich, wenn nun jemand die Frage aufwürfe: Erreicht ist, um was ihr solange erbittert gekämpft habt; ihr habt die Macht im Staate und ihr habt das Vertrauen des Volkes in einem Umfange, wie sich dessen nur noch der Staatschef des faschistischen Italiens rühmen darf. Die Völker sind auch bereit, eurem Ruf nach Sicherheit und Gleichberechtigung ihr Ohr zu leihen und euch ein kurzfristig dienendes Heer von 300 000 Mann mit den nötigen, heute noch ver- Ä 3,oj d 12.8 0,0 r,S 5S, 2b 10-J 8b 0, 8k botenen Verteidigungswaffen zuzugestehen. Wozu braucht ihr dann noch die SA.? Als verantwortlicher Stabschef der braunen Armee antworte ich ihnen: Die Macht im Staate, Zustimmung des Volkes in seiner Gesamtheit zu den politischen Maßnahmen der Staatsführung, die mit Sicherheit zu erwartende Verstärkung unseres Reichsheeres, all das hat mit dem Wesen und der Aufgabe der SA. im weiteren Verlauf der deutschen Revolution recht wenig zu tun. Das Reichsheer ist das Instrument der Landesver- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen iLr „Die nationalsozialistische Revo- (ution und d i e S A." Er erklärte, daß Deutsch- leid und die anderen Völker schon viel zu lange «'einander vorbeiredeten. Die deutsche oolution sei im Auslande kaum begriffen wor- i. Die Revolution des Nationalsozialismus decke den Bruch mit dem Denken der französischen ft solution von 1789 und ihrem rationalistischen Dfifen. Berlin, 18. April. (DNB.) Der Reichsbauern- führer und Reichsminister Darrs führte am Dienstagabend auf dem Bierabend des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, vor dem Diplomatischen Korps und der ausländischen Presse Über die nationalsozialistische Agrarpolitik u. a. aus: Die deutsche Agrargesetzgebung ist in ihren revolutionären Teilen erst knapp ein halbes Jahr alt, die Krise der Gesamtwirtschaft aber ist seit einem viel weiter zurücklie- liegenden Zeitpunkt bereits offensichtlich geworden. Dadurch ist schlüssig erwiesen, daß weder die innerdeutschen Schwierigkeiten, noch die Krise der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen etwas mit dieser Agrargesetzgebung zu tun haben. Die Weltwirtschaftsfrise ist nicht eine unmittelbare Auswirkung des Weltkrieges. Ihre Wurzel greift vielmehr weit in die Vorkriegszeit zurück. Die Lösung aller Bindungen des Individuums mußte ganz logisch zum Kampfe aller gegen alle und dann zum Chaos führen, und zwar sowohl innerhalb der staatlichen Grenzen, wie insbesondere in den zwischenstaatlichen Beziehungen. Wie aus dem auf eigene Rechnung kriegführenden Söldnerführer die preußischen Könige den um der Ehre willen ihnen und damit dem Staat und Volk dienenden Offizier schufen, so muß aus dem zugunsten seines privaten Gewinnes rücksichtslos alles niederkonkurrierenden Unternehmer ein Diener am Gemeinnützen seines Volkes und damit am vernünftigen Wiederaufbau geordneter zwischenstaatlicher Wirtschaftsbeziehungen tnerben. Nach dem Scheitern der vielen Konferenzen, zuletzt der Londoner Writschaftskonferenz, flüchteten sich nach dem Grundsatz „Rette sich wer kann" die Staaten in die Autarkie. Die Folge war ein Sinken des Lebensstandards der europäischen Völker im ganzen. Diese Lage bildete den Ausgangspunkt, von dem aus die nationalsozialistische Regierung die Arbeit aufzunehmen hatte. Da die Völker sich in ihr eigenes Hans zurückgezogen hatten, mußte die Reuordnung mit der I Tümcih ihre unmeßbaren Opfer an Gut und Blut, Miti) ihre immer wieder erprobte Treue und Kinlin habe die SA. ihrem obersten Führer 2ßb:f Hitler die Tore der Macht geöffnet. Heute H bit Autyrität des Nationalsozialismus so breit Uliül ef im Volk verankert, daß sie nicht mehr ins teidigung nach außen. Die SA. ist die Willensund Jdeenträgerin der nationalsozialistischen Revolution im Innern. Da sie so zwei völlig verschiedene Aufgaben haben, bestehen zwischen Reichsheer und SA. auch keinerlei organisato- ' rische Zusammenhänge. Die Aufgaben der SA. liegen auch künftig ausschließlich im Jnlande. Immer wieder hat Adolf Hitler der Wett versichert, daß das neue Deutschland zu dem vor ihm liegenden inneren Aufbauwerk lange Iahre des Friedens brauche. Dieser bewußte Friedenswille Deutschlands Iaht aber niemanden auch nur den Funken einer Hoffnung, ungestraft an die deutsche Zukunft rühren zu dürfen. Jeder Einbruch in die Reichsgrenzen wird nicht nur das Reichsheer, sondern das gesamte Volk bis zum letzten Mann zur fanatischen Abwehr bereit finden. Unter diesem Gesichtspunkt kann man geradezu sagen, daß die SA. den Garanten für den Frieden in Mitteleuropa darstellt. Wir wiegen uns nicht in dem Glauben, daß der Marxismus tot sei, weil er keine Sammelpunkte mehr hat. Ebenso sind wir uns darüber klar, daß die Reaktion noch lebt. Im Gefolge der nationalsozialistischen Revolution haben sich leider reaktionäre Kreise an unsere Rockschöße gehängt und beteuert, sie seien schon immer national gewesen. Wir haben aber keine nationale, sondern eine n a - tionalsozialistische Revolution gemacht, weil wir besonderes Gewicht auf das Wart sozialistisch legen. Reaktionäre Kreise werden wir erbarmungslos vernichten, wenn sie ihre reaktionäre Gesinnung zu betätigen wagen. Muckern und Spießern muß ihrer ganzen Haltung nach der Begriff der Revolution ein Greuel sein, genau so, wie umgekehrt uns schlecht wird, wenn wir nur an sie denken. Die Erziehung des deutschen Volkes zu natio- nalsozialistischem Denken findet ihr werbendes Vorbild in der SA. Ihr ist es zu verdanken, daß die nationalsozialistische Erhebung sich ohne Barrikaden und ohne Blutvergießen vollzog. Die Welt war keinen Tag im Zweifel, welches die rechtmäßig vollziehende Gewalt in Deutschland war, als Adolf Hitler die Zügel der Regierung ergriff. Er hat der Welt das Beispiel gegeben, wie sich Revolutionen vollziehen, die unwiderruflich sind. Die nationalsozialistische Revolution in Deutschland ist der Durchbruch einer neuen Weltanschauung. Die rassenmäßige Bedingtheit ihres Kernproblems in der Volksgemeinschaft beweist, daß der neue deutsche idealistische Nationalismus keine Eroberungsgel üste hat, sondern seine Energien nach innen kehrt, denn jede Neugewinnung nichtdeutscher Untertanen würde eine natürliche' Schwächung des deutschen Dolkskerns bedeuten und darum kein politischer Gewinn sein. Die SA. ist die kämpferische Willensträgerin dieser Revolution. Sie wurde Erziehungsmittel und gleichzeitig der kitt der Volksgemeinschaft, die ohne freiwillige Unterordnung des einzelnen unter das Ganze nicht bestehen kann, heute ist sie die Ausdrucksform eines neuen deutschen Lebensstils, der sich von der SA. aus auf das gesamte deutsche Leben ausdehnen wird. Die SA.: das ist die nationalsozialistische Revolution! Nach der Rede blieben Vertreter der SA., diplomatisches Korps und Auslandpresse noch längere Zeit in angeregter Unterhaltung beisammen und es konnten in dieser Zeit in persönlicher Aussprache, durch Frage und Antwort, viele Mißverständnisse und Zweifel geklärt und beseitigt werden. An dieser Aussprache hatte außer dem Stabschef Röhm ganz besonders auch Reichsminister Dr. Goebbels Anteil, der die Bemühungen, engeren Kontakt zur S A. und Auslandpresse zu schaffen, in verständnisvollster Weise unterstützte. fteine ^undfunkveranstaliungen zum A-lniris*a<7 ^ükrers Berlin 18. April. (DNB.) Die Reichssendeleitung teilt mit: Auf Wunsch des Führers wird der deutsche Rundfunk zum 2 0. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, keinerlei Feiern, Gedenkstunden oder Fe st Übertragungen veranstalten. Das Abzeichen kü' den ck. Mai. Berlin, 18. April. (DNB.) Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Es wird im Lande das Gerücht verbreitet, das von der Reichsregierung zur Feier des 1. Mai herausgegebene Abzeichen, das den Kopf des Geistesarbeiters, umrahmt mit Hammer und Sichel, über einem Hoheitsabzeichen des Nationalsozialismus darstellt, deute auf freimaurerische Einflüsse hin. Dieses Gerücht ist zu kindisch, als daß es einer Widerlegung bedürfe. Das Abzeichen ist von dem bekannten Münchener Künstler Professor Klein entworfen und aus einer ganzen Reihe von Entwürfen als echtes und eindrucksvollstes vom Führer selbst ausgewählt worden. Die Gerüchtemacher, dis auch nach dieser Erklärung noch den zu erwarten- den durchschlagenden Erfolg der gro- ßen nationalen Feierlichkeiten am 1. Mai durch ihr verantwortungsloses Gerede zu beeinträchtigen versuchen, haben schärf st es Vorgehen seitens der Behörden und Parteiinstanzen zu erwarten. Hilfsbedürftigen ergibt sich aus folgender lieber RM. krschemi täglich, außer Sonntags und Feiertags geflogen: Die Illustrierte Lietzener Famllienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Nil 4 Beilagen RM. 1.95 Ihne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschluffe rnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- lichten: Anzeiger Gießen Ordnung in diesem eigenen Hause beginnen und hier wiederum auf der natürlichen Grundlage eines volkstumes und einer Volkswirtschaft, nämlich dem Bauerntum und der Landwirtschaft! Grundgesetz dieser Reuordnung mußten sein: Bindung des einzelnen im Gesamtinteresse und damit letzten Endes in seinem eigenen. Aus dieser Erkenntnis entstand das Reichsnähr- st a n d s g e s e tz. An die Stelle wilder, durch Spekulation noch übertriebener Preisschwankungen tritt für die wichtigsten Nährgüter der von der staatlichen Autorität überwachte feste Preis. Er allein ermöglicht gleichzeitig eine Steuerung der Erzeugung selbst und eine planvolle Lenkung auf diejenigen Erzeugnisse, an denen die Volkswirtschaft Mangel hat. Aus dieser Ordnung der Erzeugnisse heraus ergibt sich nunmehr für die Wirtschaftsführung ein klarer Ueberblick über die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Mengen, die auf dem uns zur Verfügung stehenden Boden binnenmarktlich nicht erzeugt werden können. Dadurch haben wir die Grundlage für die Regelung unserer Einfuhr aus anderen Ländern gefunden. Da ihre planvolle Hereinnahme den inneren Markt und damit den Preis nicht mehr zu stören vermag, können wir ohne jede Gefährdung unserer Landwirtschaft in einen Austausch mit den Völkern treten, die bereit sind, in gleichem Ausmaß deutsche Jndustrieerzeugnisse abzunehmen. Damit entsteht ein neuer Güterkreislauf auf der Grundlage eines beiderseitigen Nutzens. Jeder Tauschpartner hat nunmehr das Interesse, die Kaufkraft und damit den Lebensstandard des anderen zu steigern. Damit wird der von uns vertretene Grundsatz realisiert: „Durch innere Marktordnung zur Außenhandelsfreiheit und damit zur friedlichen Zusammenarbeit und gesteigerten Wohlfahrt aller Völker, die guten Willens sind." h.M fä Holen, QQben nleibtn °n 0,25 "leihe« jr b05 Bekenntnis und die Bereitschaft, für die Sache |ii Herben, der man diene. Aus diesem Geiste seien ri? :neue Türkei, das neue Ungarn, das neue Jta- fcer das neue Deutschland geschaffen worden, pcas Ausland starre oft auf irgendwelche Begleit- ■fii einungen der Umwälzung und halte Konzentra- ioistager und die Rückführung der Juden auf den slnb, der ihrem Bevölkerungsanteil entspricht, für i)en Nationalsozialismus schlechthin. Es fei er- tonlicf), w i e milde die nationalfozia- if i s ch e Revolution mit ihren Gegnern um- ! jegmgen sei zum Unterschied von den Blutopfern isie die französische Revolution gefordert habe. 1 teEjsminifter Röhm wies bei dieser Gelegenheit ilar uf hin, daß selbst die Einführung des Ck h~ i ft e n t u m s in Deutschland unerhörte Blut- Dipfer gekostet fyabe, die heidnischen Sachsen seien .-u Tausenden an einem Tage hingerichtet worden. -ludi die Inquisition habe unzählige Opfer cejirbert, gemessen an den Gewalttaten Und oilreietn, welche andere Weltanschauungen nötig E^ltn, um sich durchzusetzen aber der Ratio- n c f o 3 i a I i 5 m u s hat mit beispielloser Ojjrtfjmut und Disziplin von Deutschland Sdi-t ergriffen. Die Erringung der Macht im 5 5n te sei aber nur ein Teilabschnitt des Kampfes. !ls Weltanschauung habe der Rationalsozialis- ir:i5 weder mit der Frage der Staatsform, nted) des Trägers des Staates ursächlich irgend- ivckchen Zusammenhang. Deutschland sei seiner Mltanschauung nach auch nicht deshalb natio- vllsozialistisch, weil es nationalsozialistisch re- ji? rf werde. Regierungsmahnahmen könnten (ir er Weltanschauung nur die Vorbedingungen Raffen, um wirksam zu werden. Die nafional- soialistische Revolution ist ein weltanschaulicher kiziehungsprozeh, der vor langen Jahren begann und erst abgeschlossen sein wird, wenn bet- letzte deutsche Volksgenosse Träger und Deterner des Rationalsozialismus geworden ist. i SA. sei aus einer kleinen Ordnertruppe Her- MM gangen, die sich zum Schutze der Versamm- Idmgi n des Nationalsozialismus gebildet habe, da tNDn marxistischer Seite diese Versammlungen immer wieder überfallen wurden. Um die einheitliche Äuntzsührung der politischen Linie zu sichern, Muh Adolf Hitler das braune Heer der duschen Revolution auf den beiden tragenden Jjfiibrn F ü h r e r a u t o r i t ä t und Mannes- auf. Sie sei nicht ein Haufen von verwegene Verschwörern, sondern eine A rm e e v o n Gläubigen und Betennern. Die SA. ist Kl? schwerdunq des Nafionalsozia- I I smus Selbstloser Idealismus und wahre Aolk-gemeinschaft nahmen zuerst in den braunen ^olailonen der SA. sichtbare Gestalt an. !. hu»derttausende von Arbeitern hätten niemals der W?g zum Vaterlande wieder zurückgefu«- bcn„ wenn die SA. nicht gewest wäre. In den Leihen der SA. gäbe es kein Vorrecht von Ge- I (huf, stand oder Vermögen, sondern da gelte nur der Mann und seine Leistung. Geldwerte durch die NS.-Volkswohlfahrt an die (von Volksgenossen Hilfe und Erleichte- r.* j rung in den schweren Wintermonaten gebracht, es 1 hat unzählige frühere Feinde des Natio- 140 000 000 nalsozialismus, viele unentschlossen Abseits- 60 000 000 stehende in Deutschland zu der Ueberzeugung ge- 85 000 000 ' ■----- v — * * 1 5ots° zu. Klare deutsche Feststellungen. Der ihren Deutschlands sieben Punkte wendig sind, damit Deutschland am Ende der zehn Jahre der Abrüstungsvereinbarung sich auf dem Fuß voller zahlenmäßi ger 4. Oie pariser Note 2. 5. 6. 3. 7. rische Regierung! ■ Mir Deutsche Klarstellung der französischen Verstöße rennen 1 ereinbar Ein neuer italienischer Vermittlungsversuch? London, 19. April (DNB.-Funkspruch) rüsten, endgültig gebrochen und gelöst, tenden und den zweijährigen Hauptberatungen Und da wagt man, zur Verschleierung dieses un-1 schon erzielt. Welche Auslegung man auch alledem zu geben versucht, erfordern diese außerordentlich ernsten Tatsachen eine gemeinsame Feststellung und Schlußfolgerung. Sie beweisen, daß die Reichsregierung — absichtlich oder nicht — Verhandlungen, deren Grundlage durch ihre Initiative zunichte gemacht wurden, unmöglich gemacht hatte. Diese Feststellung diktiert der französischen Republik ihre Pflicht und ihre Antwort. Vor Zeder Feststellung, ob eine Einigung möglich ist über ein System von Ausführungs- garanlien, das wirksam genug wäre, um die Unterzeichnung eines Abkommens zu erlauben, das die bedeutende Aufrüstung Deutschlands legalisieren würde, muh Frankreich in erster Linie die Bedingungen seiner eigenen Sicherheit in Betracht ziehen, von denen es übrigens die Sicherheit der übrigen in Frage kommenden Mächte nicht trennt. Die Note verweist dann nochmals auf die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund, die wenigstens teilweise die Besorgnisse hätte zerstreuen können. Es hätten auch noch andere Regierungen aus der gleichen Sorge heraus die gleiche Auffassung bekundet. Hinsichtlich dieser wichtigen Frage habe Herr Eden jedoch aus Berlin keine günstige Lösung mitbringen können. Die französische Regierung könne ihrerseits nicht auf diese wesentliche von ihr in den Vordergrund gerückte Bedingung verzichten. Erneut beschwört die französische Regierung ihre Erfahrungen aus dem letzten Kriege, dessen Grauen Frankreich mehr als jedes andere Land erfahren habe. Frankreich fei für die Freundschaft der englischen Regierung dankbar, die mit ihm ein wirksames System, durch das die Ausführung eines Abrüstungsabkommens mit Garantien umgeben werden könnte, habe ausfindig machen wollen. „Frankreich bedauert, daß eine von auswärts kommende Initiative plötzlich die von beiden Ländern mit ehrlichem guten Willen geführten Verhandlungen zwecklos gemacht hat. Es wird Sache der A b - rüstungskonferenz fein, ihr Werk wieder aufzunehmen." Frankreich sei während der ganzen Verhandlungen den Grundsätzen treu geblieben, von denen sich der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz stets habe leiten lassen. Frankreich wolle in diesem Sinne weiter verfahren. „Die französische Regierung zweifelt nicht daran, daß sie bei der nächsten Genfer Tagung auf die wertvolle Mitarbeit der englischen Regierung rechnen darf, um den Frieden durch die Garantien, die die allgemeine Sicherheit erfordert, zu festigen." 11 In eint g»:rb U.a Deutet ein Milchen Jlerwe M u n g b1 Hnb die Mritische - Lus mott Ddigung die internationale Sicherheit zu fordern. Var- thou habe sich vergebens bemüht, den niederschmetternden Eindruck zu schildern, den eine französische Ablehnung in der ganzen ID eit hervorgerufen würde, weil sie außerdem einen neuen Frontenwechsel Frankreichs darstelle. Der französische Generalstab habe jetzt die letzte Möglichkeit vernichtet, ein allgemeines Abrüstungsabkommen zu erreichen. Die französische Regierung werde alle Anstrengungen machen, um der französischen und der inter« Gleichberechtigung mit den wichtigsten Luftmächten befindet. Die deutsche Regierung erkläre sich auf der Grundlage der Reziprozität zur Annahme der vom Reichskanzler gegenüber Eden am 21. Februar erwähnten neuen Regulierungen bereit, die den nicht militärischen Charakter der SA. und SS. sicherstellen sollen. Ministerium hat über das Außenministerium gesiegt." absetzung ihrer Rüstungen bis zum Ende des 5. Jahres der Konvention aufschieben, falls die in dem englischen Memorandum niedergelegten Abrüstungsmaßnahmen während der zweiten fünf Jahre der Konvention durchgeführt werden. Die deutsche Regierung erkennt auch für die Zukunft die Locarno-Verträge an. Deutschland ist der Ansicht, daß seine Rückkehr zum Völkerbund nur zur Sprache gebracht werden kann, nachdem die Abrüstungsfrage und besonders die Frage der deutschen Gleichberechtigung gelöst ist. zivilen Luftfahrt (Nachtoerkehr, Uebersee- verkehr, Flughäfen) bestimmt sind. Da die französische Note es sich zur Aufgabe macht, die diplomatischen Verhandlungen abzubrechen, um die Verhandlungen nach Genf zu verlegen — obwohl die Methode von Genf anerkannterweise versagt hat — ist es interessant und nicht ohne Bedeutung, daß die englische Regierung heute im Parlament ein Weißbuch verteilen läßt, das die wesentlichen Dokumente dieser Verhandlungen enthält. Offenbar wollte die englische Regierung gerade im heutigen Zeitpunkt der Weltöffentlichkeit nochmals beweiskräftig darlegen, wie sie alles getan hat, um den Abrüstungsgedanken für die Konvention zu retten. Eine Durchsicht der Noten und Dokumente ergibt, daß England, Italien und Deutschland auf einer geraden und positiven Linie ihre Abrüstungspolitik betrieben haben. Es ergibt sich weiter, daß Deutsch! and alle realpolitischen Möglichkeiten in seine Konzeption einbezogen hak und durch positive Vorschläge seine Verständigungsbereitschaft immer wie. der unter Beweis gestellt hat, daß es jederzeit be. reit war, wahre und weittragende Kon. Zessionen zu machen, um eine Konvention stände zu bringen. eng* uiirvh'! ch Zei^ Weren lants u >. Die deutsche Regierung sei auch bereit, zuzu- stimmen, daß die anderen Mächte die Her- liuroibet !®egen Mächte mären, d mir z. B Mlililä lllruf fe vüt nichtv Erklärung Wes Jrieöi Wie her L W°pan roei "'m 5ufam Wrang f ir- Slbrß ßont Frankreichs Sabotage der Abrüstung. Oie ablehnende Antwortnote an England. — Ein pariser Blatt stellt fest: „Oas Kriegs Deutschlands Luftverteidigung warten kann; daß Deutschland bei Inkrafttreten des Abrüstungsabkommens eine für die Verteidigung bestimmte Luftflotte zu besitzen wünscht, d. h. eine Luftflotte ohne Bombenflugzeuge. Ihre zahlenmäßige Stärke soll 30 v. H. der kombinierten Luftflotten sämtlicher Nachbarn oder 50 v. H. der Luftflotte Frankreichs nicht überschreiten, je nachdem, welche Zahl die größere ist. Während Der ersten fünf Jahre einer auf zehn Jahre beschlossenen Abrüstungsoereinbarung wünsche Deutschland keine größere Zahl' von Flugzeugen; aber nach diesen fünf Jahren fordere es, daß die Herabsetzungen und Erhöhungen vorgenommen werden, die not- stungen ebensoviele flagrante, rechtliche und moralische Verstöße gegen den klaren Wortlaut des Versailler Vertrages, der bekanntlich außer der Abrüstung keine neue Verpflichtung für Frankreich enthält. Dem Vorwurf der überlegten und hartnäckigen Verletzung der Ab- rüstungspflicht wird Frankreich nicht durch den Hinweis auf die bekannte Erhöhung des deutschen Wehretals entgehen können, um so weniger, als diese Erhöhung der Kredite nur eine vor be reitende Maßnahme dar- ftellt, die im Verfolg der Abrüstungsver- verhandlungen getroffen worden ist. Es handelt sich doch um nichts anderes, als um Vorkehrungen für die kostspielige Umwandlung oer Reichswehr und für die Durchführung der '^^Rustungsmaßnahmen, die iqqo’^ ant*. "uf Grund der ihm am 11. Dezember 1932 Anerkannten Gleichberechtigung zu en hoben wird. Was den Marineetat be- ällinpn0^01?06^ s5 sich bekanntlich um den längst S?Jr aLbcr überalterten Schiffe, die man net hat E 0 5 schwimmende Särge bezeich- af>rt 6 tat kann überhaupt nicht Rustungsausgaben in Zusammenhang ge- bracht werden, weil seine Mittel für den Schutz oer Zivilbevölkerung und für Zwecke der London, 18. April. (DNB.) Das am Mittwochabend veröffentlichte englische Weißbuch über den Notenaustausch in der Abrüstungsfrage enthält u. a. auch eine deutsche Note vom 16. April an England, die eine Zusammenfassung der schon längere Zeit bekannten d e u t s ck e n Forderungen darstellt. In dieser Veröffentlichung wird u. a. wiederholt: 1. daß die deutsche Regierung nicht zwei Jahre lang auf die angemessenen Mittel für beffri Ä1 11 duy diplomatische Berichterstatter des „Daily Tele. g r a p h " teilt mit: Das Kabinett war in feiner Sitzung am Mittwoch noch nicht in der Lage, sich mit der letzten französischen Note zu beschäftigen, da keine Zeit gewesen war, den Ministern vorher den Wortlaut zu übermitteln. Später prüften Sir John Simon, Eden und Sachverständige des Foreign Office die Note. Vor der Einberufung einer Vollsitzung des Kabinetts wird der Abrüstungsaus- schuß des Kabinetts die Note nochmals eingehend prüfen. Die kommenden Beschlüsse sind von größ, ter Wichtigkeit und Tragweite. Die An- sichten der italienischen Regierung und auch der belgischen Regierung werden mit großer Spannung erwartet. Anscheinend ist Rom geneigt, einen weiteren Vermittlungsversuch zwischen Frankreich und Deutschland zu machen Der italienische Unterstaatssekretär S u o i ch , bir am Freitag in London erwartet wird, dürfte bu britische Regierung in dieser Richtung sondieren. rial und mit einer Luftstreitmacht von Maschinen mit kurzer Flugweite aus. Ueberbies bereitet es sich — entsprechend dem beharrlichen Verlangen der Abrüstungskonferenz vom letzten Jahre — darauf vor, eine verhältnismäßig kleine Armee mit lange! Dienstzeit in eine zahlenmäßig stärkere Armee mit kurzer Dienstzeit umzuwandeln. Diese Ausdehnung erfordert naturgemäß eine entsprechende Vermehrung in seinen Waffen und seiner Ausrüstung. Zweifellos ist, daß Deutschland, indem es diese Aen- derungen und Vermehrungen vornimmt, für die Abrüstungsklauseln des Versailler Vertrages „Verachtung" zeigte, wie es die französische Note nennt Es ist sicher bedauerlich, daß Deutschland, wie die französische Note erklärt, „zahlreiche Flugplätze" in der entmilitarisierten Zone errichtet. Aber es ist viel wichtiger, vorwärts als rückwärts zu blicken. Die wesentliche Frage ist, ob die deutschen militärischen Vorbereitungen über die berechtigten Erfordernisse nationaler Verteidigung hinausgehen oder nicht. „Times" schließt: Es ist undenkbar, daß eine Konvention von Deutschland angenommen wird, die ihm nicht ein gewisses INaß von Aufrüstung gewährt. Dieser Punkt ist im Grundsatz von der. briti' s ch e n und der italienischen Regierung aus- drücklich anerkannt worden. Gibt es einen Beweis, daß Deutschland über das vernünftige Maß hinausgvht, was durch den Unterschied bezeichnet wird, den der Konventionsentwurf zwischen Verteidigungs- und Angriffswaffen macht? Bisher ist kein Beweis erbracht. Das beste Mittel, um die deutsche Aufrüstung einzuschränken, ist Zweifellos em System der Untersuchung, und diese kann nur nach Abschluß einer Konvention eingerichtet werden. Tokio uischen Srtlärung li t r n a 11 Mr.g gern glaubt, dc l.nng fü fernen £ IDiederhei W abf/a mag be Paris, 18. April. (DNB.) Die französische Note an England, die vorläufig jede Möglichkeit aus schaltet, die Besprechungen über das Rüstungsproblem fortzusetzen, wird von der Pariser Presse eingehend besprochen. Die Blätter gehen, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, stillschweigend über den kläglichen Zurückzieher der französischen Regierung hinweg und be« grüßen die Haltung Frankreichs, die eine glatte Ablehnungdes englischenVorschlages darstelle und die ganze Rüstungsfrage wieder auf ihren ursprünglichen Ausgangspunkt zurückführe. Die radikalsozialistische „N o t r e T e m p s" ist im Gegensatz zu allen anderen Blättern äußerst ungehalten über den französischen Standpunkt. Das kriegsminisierium habe über das Außenministerium gesiegt, denn B a r t h o u sei ursprünglich bereit gewesen, Deutschland eine beschränkte Aufrüstung zuzuerkennen. Im Verlaufe des INinisterrates hätten aber die drei Minister für die Landesverteidigung und die beiden Staatsminister h e r r i o t und Tardieu dem Außenminister vorgeworfen, daß er sich mit der einfachen Durchführungsgarantie zufrieden gebe, anstatt von England allgemeine Garantien für London, 19. April. (DNB. Funkspruch.) Untei der Ueberschrist „E i n Zusammenbruch" sagt „T i m e s" in einem Leitaufsatz, die französische Note scheine die diplomatischen Verhand- l u n gen über die Abrüstung zu beenden. Statt die britische Frage zu beantworten, wende sich Bar- thou „der Tatsache der bei- chen Aufrüstung" zu. Nach einer kurzen Uedersicht über bie Hauptargu- mente der französischen Note gibt bie „Times" eine Inhaltsangabe ber beutschen Denkschrift, um fort- zufahren: Es ist wirklich unmöglich, die deutsche These als unvernünftig zu bezeichnen. Mussolini hat tatsächlich Eden gegenüber bemerkt, daß Herrn Hitlers Vorschläge eine brauchbare Grundlage für eine Vereinbarung bilden könnten. Wahrend der.jahrelangen Erörterungen des beratenden Ausschusses der Abrüstungskonferenz und ooan der Zollkonferenz hat eine deutsche Regierung nach der anderen darauf gewartet, daß ein allgemeiner Abrustungsplan sichtbar werde. Schließlich hat Deutschland aus Ungeduld, aber aus ganz b e g r e i f l i ch - r U n g e d u I d beschlossen, sich zum mindesten mit dem zu versehen, was es für angemessene Verteidiaungsmittel hält. Seit Beginn der Kanzlerschaft des Herrn Hitler dessen Ausstieg zur Macht durch die Verzögerungen in Genf sicher erleichtert worden war, hat es niemals den geringsten Zweifel über die Absicht Deutschlands gegeben, sich mit den Waffen zu versehen d'e «nd-r- Länder auch nach Abschluß einer Abrustungskonvention zu behalten entschlossen waren „Times" verweist auf entsprechende Äußerungen des Reichskanzlers und des Reichsaußenministers und fahrt fort: Deutschland tut jetzt, was es ange- kundigt hat Davon zeugt der Haushaltsvoranschlag. Es rüstet sich mit F l u g z e u g a b w e h r m a t e - ..Dazu bemerkt die „Deutsche Diploma- tische Korrespondenz" u. a.: Die Note weicht dem sich ankundigenden englischen Entgegenkommen in der Sicherheitsfrage sorgfältig au s, um an einer anderen Stelle ganz grobes Geschütz gegen alle A b r ü st u n g s bemüh e n aufzufahren. Die mit Nachdruck erhobene Behauptung einer angeblichen flagranten Verletzung des Versailler Vertrages charakterisiert sich nach dem Verlauf der bisherigen Verhandlungen als ein taktisches Manöver, das niemand mehr täuschen kann. Es gibt bekanntlich selbst im Teil V des Versailler Vertrages noch Rüstungsmöglich, k e i t en, die Deutschland nicht ausgeschöpft hat. Welche Haltung nehmen dagegen die Hoch gerüsteten ein? Seit 15 Jahren zur Abrüstung verpflichtet, schreitet die Welt unbekümmert um ihre Bindungen von N ü st u n g ZU Rüstung, bis in Die allerjüngste Zeit. Deutschland hat die gesamte schwere Artillerie zerstört. Frankreich baut schwere und schwerste Geschütze. Gegen wen? Gegen Deutschland! Ist ein solches Rüsten schon deshalb überflüssig, weil Deutschland nichts Gleichwertiges besitzt. Deutsch- laud hat bekanntlich alle seine Unterseeboote zerstört, Frankreich baut eine Unterseebootsflottille nach der anderen. Auch hier kann man fragen: Gegen wen? Jedenfalls sind diese Rü- • ßonb w® feefpre bnö u" MteL°g & nfftanber I ienmhun das Dei üg -6ie muss aeheuerlichen Vorganges, von einer flagranten Verletzung der Bestimmungen des Versailler Vertrages durch Deutschland zu sprechen! Aber das sind nun einmal die taktischen Schliche der Diplomaten des Quai d'Orsay, die jede für Frankreich ungünstige Situation durch ein Ablenkungsmanöver weniger auffällig zu machen versuchen. Ob ihnen oas mit dem englischen Weißbuch auch gelingen wird, das eben die londoner Regierung im Parlament hat verteilen lassen? Dieses Buch enthält eine saubere Zusammenfassung aller gewechselten Abrüstungsnoten. Was wir auch sonst gegen die Haltung Englands und nicht zuletzt seiner Presse einzuwenden haben, kann uns doch nicht von der Feststellung abhalten, daß in dieser Dokumentensammlung der ehrliche Wille Englands zum Ausdruck kommt, den Völkern eine wenn auch zunächst teilweise Abrüstung zu schenken. Und dieses Bestreben ist unlöslich mit dem Italiens und Deutschlands verbunden, durch höchste Kraftanstrengung alle vorhandenen Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Gerade wir haben soviel angeboten und zugestanden, wie kaum noch vertretbar war. Nichts hat geholfen, Frankreich ist nicht zu bewegen gewesen, wenigstens unter den Bedingungen mitzumachen, die es früher unentwegt gestellt hat. Nun, nachdem w i r j a gesagt hatten sagt es nein. Wie kann man sich unter diesen Umständen noch etwas von Verhandlungen in Genf versprechen? Der Wunsch Frankreichs, jetzt die Genfer Beratungen fortzuführen, gehört zum taktischen Spiel. Er soll nur erneut das verhüllen, was endgültig in aller Nacktheit zutage getreten ist. Auch Genf wird keine Lösung bringen, sonst wäre sie in den fünfjährigen vorberei- Paris, 18. April (DNB.) Die Note, die die französische Regierung der englischen Regierung auf ihre Anfrage vom 28. März hat überreichen lassen, nimmt Bezug auf die englische Verbalnote vom 28. März, die ergänzt wurde durch die Mitteilung des Staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten vom 10. April, durch die die englische Regierung die französische Regierung um Aufschluß ersuchte, ob sie bereit wäre, als Grundlage einer Abrüstungskonvention die englische Denk- Koom 29. Januar anzunehmen mit den Aen- gen entsprechend den deutschen Vorschlägen. Die Note fährt fort: Nun hat an dem Tage, an dem der englische Botschafter sich seines Auftrages entledigte, der „Reichsanzeiger" in Berlin den von der Reichsregierung am 22. März für das Rechnungsjahr 1933/34 angenommenen Haushaltsplan veröffentlicht. Die Prüfung dieses Haushaltsplanes erlaubte es, für das Heeresminifterium, das Marinemini ft erium und das Luftfahrt- m i n i ft e r i u m eine Ausgabenerhöhung von 352 Millionen Mark festzustellen. Der englischen Regierung hat sich ebenso wie der französischen eine Erregung bemächtigt wegen der Höhe dieses Ausgabenzuwachses. Sie hat den Ernst der Tatsache durch die Demarche unterstrichen,, die ihr ■ Botschafter in Berlin beim Reichsaußenminister unternommen hat. Die Erklärung, die er erhielt, ist weniger eine Rechtfertigung, als eine Bestätigung. In Wirklichkeit hat die Reichsregierung, ohne die Ergebnisse der aufgenommenen Verhano- lungen abzuwarten, ihren' Entschluß aufzwingen wollen, ihre Aufrüstung in jeder Form fortzusetzen, und zwar in dem Ausmaße, das sie allein bestimmen zu können behauptet und unter Mißachtung der Bestimmungen des Vertrages, der mangels jeden anderen Abkommens für den Rüftungsstand maßgebend bleibt. Die Reichsregierung gedenkt, sofort in einem großen Ausmaß nicht nur die Stärke ihres Heeres, sondern auch die ihrer Marine und ihres Flugwesens zu erhöhen. In letzterer Hinsicht steht es den Nachbarn Deutschlands um so weniger frei, die über sie verhängte Drohung außer Acht zu lassen, als kürzlich in der entmilitarisierten Zone, und zwar unter Verletzung des Vertrages, zahlreiche Flughäfen angelegt worden sind. Gleichzeitig kümmert sich die Neichsregierung weniger darum, die halbmilitärischen Verbände zu beseitigen, oder zivilen Zwecken zuzuführen, als ihren für den Krieg angepaßten Gebrauch zu vervollkommnen. Man braucht, um sich davon zu überzeugen, nur die anderen Haushaltspläne, die mit der nationalen Verteidigung nichts zu tun haben, zu lesen. Frankreichs Schuld und Verantwortung. Mit der französischen Note an die englische Adresse haben die Abrüstungsbesprechun- aen von Land zu Land nicht nur eine entschieden ungünstige Wendung genommen, es ist nunmehr auch hinreichend geklärt, daß Frankreich die Schuld an dem Scheitern aller ehrlichen Abrüstungsbestrebungen trägt und damit eine Verantwortung auf seine Schultern geladen hat, um die es nicht zu beneiden ist. Es steht vor den Völkern da als diejenige Nation, die allen Beteuerungen und Versicherungen zum Trotz im entscheidenden Augenblick sich weigerte, eine Konvention mit wirklicher Abrüstung zu unterzeichnen. Wir, die wir Frankreichs Unlust kennen, einen nicht unwesentlichen Teil seiner Rüstungsausgaben wirtschaftlicher Aufbauarbeit zuzuführen und eine bestimmte Menge von Geschützen, Tanks und Gewehren in nützlichere Geräte, wie sie der friedliebende Mensch zum Erwerb seines täglichen Brotes gebraucht, umzuwandeln, sind durch die schroffe Absage, sich auf irgend eine Rüstungsbeschränkungsformel einzulassen, nicht überrascht. Wir sind höchstens erstaunt über den M u t der Pariser Regierung, vor allen Völkern des Erdballs die Schuld dafür zu übernehmen, daß aus der Erleichterung der Waffenlast nichts wird. Doch nicht nur das ist es, was allgemein aushorchen läßt: Frankreich hat mit dieser Note — und um diesen Tatbestand führt auch nicht das Gerede von weiterer Verhandlungsbereitschaft herum — bie im Versailler Vertrag verankerte moralische Bindung, ab zu- Oer Sieg des Kriegsministeriums „Unglückliches Land und verbrecherische Regierung!" Schwe lersfjQ! Mittwoch 'M R drei Mnn tour .?erwe. S verlor ! damals dl !'^ber 193 sw: fc* L mit L-nur ein f“äc' °der i iL ^atp st, fer Ansich EL®ener' Foreign Office habe die Wahl zwischen einer be- g-nzten Aufrüstung Deutschlands auf Grund einer Sireinbarung der anderen Mächte, oder einer unbegrenzten Aufrüstung in einer Atmosphäre allgemeinen Mißtrauens und Uebelwollens gelegen. Die französische Role scheine den letzteren Weg zu wählen und damit jedem Gedanken an wert- volle Ergebnisse der Abrüstungskonferenz ein Ende zu machen. Sollte die Absicht bestehen, ein Abrüstungsabkommen in Abwesenheit und ohne Zustimmung Deutschlands auszuarbeiten, so würde es sich um Zeitverschwendung handeln. Rebenbei bemerkt scheine die französische Rote die Diermächteerklärung zum Dezember 1932 über deutsche Gleichberechtigung jetzt zu verleugnen. Das Blatt schließt, nichts könnte u n k l ü g e r sein, als eine Unterschätzung des Ernstes der Lage, wenn die französische Note das letzte Wort wäre. Großbritannien könne das Bewußtsein haben, daß seine Staatsmänner sich eifrig um die Abrüstung bemüht und ein großes Risiko übernommen haben. Wenn Frankreich endgültig entschlossen ist, s e i n en e i g e n e n K u r s zu verfolgen, bleibe England wenigstens unbehelligt von irgend welchen Forderungen nach Sicherheitsgarantien, und es habe die Freiheit, alle Maßnahmen zu treffen, die es um seiner eigenen Ruhe willen für notwendig halte. Japan gegen Hilfe für China. Entschiedene Erklärung des japanischen Außenministeriums. ~ o f i o , 18. April. (DRV.) 3n einer vom japansch e n Außenmini st erium ausgegebenen Erklärung wird zu Berichten über einen Plan internationaler Beihilfe für China Stellung genommen. Die Erklärung besagt: Japan gfcubf, daß es die natürliche Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Friedens im 3cnen Offen hak. Angesichts der Tatsache, daß die VLderhersfellung der Ordnung in China von China selt'st abhängt, wird Japan sich jeder Handlung der chinesischen Regierung widersetzen, die dem Frieden im Fernen Osten jnroiber ist. Auch wird Japan sich genötigt sehen, gegen alte Maßnahmen anderer klljchte Einspruch zu erheben, die geeignet roä-en, den Frieden im Fernen Osten zu stören, roii z. B. die Versorgung Chinas mit Nlllitärflugzeugen, militärischen 3 n- ftruH euren und die Gewährung von Darlehen jur nichtwirtschastliche Zwecke. Der Wortführer des so;nnischen Außenministeriums hat betont, diese ErEärung mache deutlich, was unter der „Politik fres Friedens und der Harmonie" zu verstehen fei, Wc der Außenminister hirota verkündet habe. werde feine Vertragsverpflichtungen in bie- ein Zusammenhänge nicht verletzen, denn der in der Erlfärung verkündete Grundsatz werde in einer solchen Weise zur Anwendung gebracht werden, daß er den bestehenden Verträgen nicht widerspreche. China fordert Abzug der japanischen Truppen. Nanking, 18. April. (DNB.) In der japanischen Erklärung über die o st asiatische Frage wird hier eine Kriegsdrohung gegen China erblickt. Man hält sie für wenig geeignet, den Interessen des Friedens zu dienen. Chinesische diplomatische Kreise betonen, daß eine Aenderung der bisherigen Einstellung Chinas unter keinen Umstanden in Frage käme. China werde vielmehr verlangen, daß im Interesse der strengsten * Beachtung der Souveränität des chinesischen Staates Japan endlich seine Truppen aus dem chinesischen Hoheitsgebiet zurückziehe. Moskau ist erregt. Reval, 18. April. (DNB.) Wie aus M o s - k a u gemeldet wird, hat die Erklärung des japanischen Außenministers Über die Ziele der japanischen Politik große Erregung in Moskau verursacht. Japan habe, so wird betont, endlich seine Karten offen auf den Tisch gelegt. Die japanische Politik nehme einen äußerst aggressiven Charakter an. Eine Verständigung mit Japan werde für Rußland unter solchen Umständen mehr als schwierig sein. OerWattershausenerMordprozeß Zehn neue Zeugen treten auf.—Baron von Woltershausen hat eine falsche Aussage gemacht. Lchweinfurt, 18. April. (DNB.) Im W a l - jnshausener Mordprozeh wurden am Mltwsch zehn neue Zeugen aufgerufen, von fr men sieben erschienen sind. Unter ihnen befinden sich drei Bernte des Polizeipräsidiums Berlin. . Dann wurde mit der Vernehmung des Zeugen kdorwein, der seinerzeit die Pistole an Lie - fric verkauft hatte, fortgefahren. Der Zeuge wird loti mals darüber befragt, ob er, als er am 30. Nv- ' wber 1932, also dem Tage vor dem Mord, mit -feiet ig zusammentraf, in dessen Pistole er eine oder ifrrei Patronen gesehen habe. Er hatte nämlich in stimm früheren Protokoll angegeben, er habe drei Patronen gesehen. Heute erklärt der Zeuge, daß er in ich t mit Bestimmtheit angeben könne, ob str nur eine, d. h. die oberste Patrone, gesehen 1 ci>, ober noch zwei andere. ! 3?uge Guet, der bei dem Waffenhandel den ijnililer machte, behauptet, als ihm die Pistole, die lt(5 Tatpistole bezeichnet wird, vorgelegt wird, snrnr Ansicht nach sei die von ihm an Liebig ver- Itaufre Pistole kleiner gewesen. Als nächster Zeuge ipiri Generalmajor a. D. Kurt vo n L y n f e r rerrommen, der mit der Familie Werth er seit Wahlen bekannt war und sie wiederholt m Wal ers- llaulm besucht hat bzw. von ihr m Berlin besucht iourt)e. Der letzte Besuch des Hauptmanns Werther Habt im Jahre 1931 stattgefunden Der Haupt- nonn habe viel von seinen großen Reisen erzählt. Ost habe auch große Pläne entwickelt, die er aber nihi ausführen konnte, weil ihm, wie er sagte, das l'Mb dazu fehlte. Der Vorsitzende fragt ob es richtig fei, baß houplmann Werther im Jahre 1912 nach einem ehrengerichtlichen Verfahren ben «schlichten Abschied" erhalten habe. Der Zeuge bestätigt bas. Das Ehrengericht erkannte . ivf „schlichten Abschied", also Entlassung ohne I; las Recht des Tragens der Uniform. General- seldmarschall von hahnke, so gibt der Zeuge löfifer an, sei aber ein besonderer Gönner des hvuptmanns Werther gewesen und habe beim Inifer durchgefeht, daß Werther begnadigt wurde. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er glaube, daß Hauptmann Werther aus finanziellen Gründen Selbstmord verübt hat, erklärt Generalmajor von Lynker, daß der Hauptmann wohl den Mut gehabt habe, nicht davor zurückzuschrecken, aber er hätte jedenfalls feine Familie nicht im Stich gelassen. Uebergehend auf das Alibi des Barons von Woltershausen in der Zeit vorn 2. bis 6.Januar 1933 erklärte der Zeuge, er sei heute außerstande, anzugeben, ob der Boron tatsächlich während der fraglichen Zeit bei ihm war, bzw. ob während dieser Zeit die Telephongespräche behandelt wurden. Die Vernehmung des Zeugen schließt mit der Feststellung, daß eine genaue Angabe darüber, ob sich Baron von Woltershausen in diesen Togen tatsächlich in Berlin befunden habe, nicht erbracht sei. Die nächste Zeugin Frau Erna von Lynker, die Gattin des Generalmajors, hat einige Mole mit Baronin von Woltershausen telephoniert, aber auch sie kann das genaue Datum nicht angeben. Eine weitere Zeugin, die Landgerichtsdirektorswitwe Käte Braun, ist seit zehn Jahren eng mit der Familie Werther befreundet. Sie erklärt mit äußerstem Rachdruck, daß Frau Werther als Täterin niemals in Frage kommen könne. Mit dem gleichen Rachdruck weist sie eine Beschuldigung des Barons von Woltershausen zurück. Sie betont ausdrücklich, daß in der Zeit vom 2. Januar bis zum 6. Januar 1933 sie und ihre Tochter täglich mit der Familie Waltershausen telephoniert hätten. Am 5. Januar hätten sie das Ehepaar Waltershausen zum Abendessen eingeladen. Am 6. Januar fei dann auf diese Einladung hin das Ehepaar Wallershausen gekommen und bis um 23.30 Uhr geblieben. Interessant ist die Mitteilung der Zeugin, das Ehepaar Waltershausen habe am 6. Januar bei der Einladung mitgeteilt, ein befreundeter Herr fei als Hüter in der Wohnung zurückgetaffen worden. Die Zeugin wird nun befragt, ob das nicht Vincenz Lippok gewesen sei, der ja bereits feit dem 27. Dezember beim Baron war. Die Zeugin kann dies nicht angeben, fagf aber aus, daß von dem Tage an, an dem das Dienstmädchen durchgebrannt war, Vincenz Lippok als Diener in das Haus des Barons gekommen fei. Wegen biefer Angaben kommt es später zu einer interessanten Auseinandersetzung zwischen dem Verteidiger und der Zeugin, sowie deren Tochter. Die Tochter behauptet nämlich, daß Lippok später eingetreten fei. Der Verteidiger legt aber gerade der Aussage der Frau Broun, daß Lippok am 7. Januar in den Dienst des Barons getreten sei, ein besonderes Gewicht bei. Die Tochter der Frau Braun, Frl. Anneliese Broun, betont, daß sie ganz genau wisse, daß sie damals den Baron von Woltershausen angerufen habe, weil sie ihn veranlassen wollte, zu seiner leidenden Mutter nach Schweinfurt zu fahren. Die Zeugin wird gleich ihrer Mutter nicht vereidigt. Die nächste Zeugin, die Baronin Adelheid von Waltershausen, geborene v. Below, gibt in ihrer Aussage an, daß sich ihr Mann damals in Berlin befunden Hobe. Im übrigen bewegen sich ihre Aussagen in dem durch die Bekundungen der beiden Zeuginnen Braun gezogenen Rahmen. Auf die Frage des Vorsitzenden erklärt die Zeugin ferner, daß sie sich mit ihren Schwiegereltern gut verstanden habe, muß aber zugeben, daß sie hie und da mit ihrer Schwiegermutter Meinungsverschiedenheiten hatte, die allerdings bald wieder beigelegt worden seien. Sehr wichtig ist dem Vorsitzenden dann die Schilderung der Zeugin darüber, wie sie ihre Schwiegermutter zum ersten Male nach dem Mord traf, und w i e diese die Tat geschildert habe. Bei dieser Angelegenheit kommt wieder eine neue Version in der Darstellung der Frau Werther heraus. Hiernach sei sie nämlich aufgewacht durch einen Schrei und habe gerade aus dem Bett springen wollen. Da sei die Tür aufgegangen und der Karl (Liebig) sei gekommen und habe geschossen. Dann habe es eine Pause gegeben, während der Frau Werther gesagt habe: „Nicht schießen!" Karl habe entgegnet: „N u n erst recht, gnädige Frau." Ferner soll der Hauptmann nicht nur gesagt haben: „Mausi, Mausi, sperr zu, daß der Kerl nicht herein'kommt", sondern er habe, was noch nicht bekannt war, als Frau Werther im Zimmer um Hilfe geschrien habe, zu ihr gesagt: „Schrei doch nicht, laß das Schreien sein, es hort ja doch nie- ma n d." Großes Aufsehen erregt eine Zuschrift an den Verteidiger des Angeklagten £ fe big, Dr. Deeg, der diese zu einem ihm geeigneten Zeitpunkt dem Gericht übergeben wollte, die aber vorzeitig auf anderem Wege bekannt geworden ist. In dieser Zuschrift wird mitgeleilt, daß die Mutter der Baronin von Woltershausen, geborene Frein von Below, eine geborene K u n h e i m sei. Sie stammt aus jener jüdischen Familie Kunheim, die die große chemische Fabrik Kunheim & Co. in Berlin gegründet hat. Damit ist die Mutter der Doronin Woltershausen einwandfrei als Jüdin festgestellt, und die Behauptung des Borons als Zeuge vor dem Schwurgericht Schweinfurt, feine Frau stamme mütterlicherseits aus einer alten Jndu- siriellenfamilie Berlins, deren arische Abstammung nachgewiesen sei, unrichtig. In der Nachmittagssitzung wurde die Zeugin Baronin Waltershausen nach Beantwortung noch weiterer Fragen des Vorsitzenden, des Verteidigers und des Staatsanwaltes vereidigt. Im Anschluß an die Vernehmung mehrerer Zeugen, die nur unsichere Angaben über das Alibi des Barons Waltershausen und andere Fragen machen konnten, wurde die viel gesuchte Zeugin Hannchen R ü 11 e r b u s ch vernommen. Sie war von Oktober 1932 bis 7. Januar 1933 bei Baron Waltershausen. Auf Fragen, wann der Baron verreist gewesen sei, erklärte sie, bei dem Umzug, den sie mit der Baronin von der alten Wohnung mitgemacht habe, sei der Baron verreist gewesen. Sie glaube, es sei ein Wochentag gewesen. Er sei dann am 1. Dezember wieder zurückgekvmmen. Gerade an diesem Tage habe sie den Baron aus dem Bett heraus ans Telephon rufen müssen. Es sei von Waltershausen ein Gespräch gekommen. Der Baron sei sehr erregt gewesen, und sie hätte gleich in der Stadt Geld holen müssen. Die Herrschaft sei mittags mit dem Schnellzug abgereist und ungefähr acht Tage weggeblieben. Beide wären dann überraschend zurückgekommen. Die Frage, ob es richtig sei, daß der Baron tatsächlich von Mitte Oktober bis 2. Dezember 1933 immer in Ber - l i n gewesen wäre, bejahte die Zeugin. Denn er hätte ja des Geschäftes wegen da sein müssen. Es seien immer Leute zum Einkäufen gekommen. In der Zeit vom 2. bis 5. Januar sei der Baron immer zu Hause gewesen, sie selbst sei vom 5. Januar an fortgeblieben. Bezüglich des Alibis von Lippok erklärte ein weiterer Zeuge, es fei einwandfrei festgestellt, daß in der Nacht zum 2. Dezember Lippok an seiner Berliner Arbeitsstätte seine Nachtschicht bis zum frühen Morgen durchgeführt habe. Außerdem hat noch der Zeuge Kriminalkommissar Gustav Schmidt vom Polizeipräsidium Berlin das Alibi Lippoks für die Zeit vom 2. bis 6. Januar 1933 als einwandfrei festgestellt. Der Zeuge Albert Köhler schließlich, der den Auftrag erhielt, Liebig am Morgen nach dem Morde zu bewachen, berichtete, daß Liebig sich nur einmal in die Küche entfernte, wo er mit der Köchin gesprochen habe. Es sei a u s g e- schlassen, daß Liebig während der Bewachung irgendwelche Spur en verwischen oder zum Mordzimmer gelangen konnte. Der Verhandlungen gehen am Donnerstag weiter. Oer bulgarische Ministerpräsident in Berlin. Berlin, 19. April. (DNB.-Funkspruch.) Heute früh ist, aus London kommend, der bulgarische Ministerpräsident und Außenminister Muscha - n o f f in Berlin eingetroffen. Zu feiner Begrüßung hatten sich eingefunden Staatssekretär von Bülow vom Auswärtigen Amt, Staatssekretär Lammers von der Reichskanzlei, der Chef des Protokolls Graf B a s s e w i tz, Ministerialdirektor Köpke und der Referent für Bulgarien Legationsrat Busse. Außerdem waren der bulgarische Gesandte in Berlin Pomenoff, sowie das ganze Personal der Gesandtschaft und zahlreiche Mitglieder der bulgarischen Kolonie anwesend. Zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges legte der Ministerpräsident des Landes, mit dem uns während des vierjährigen Ringens Waffenbrüderschaft verband, einen Kranz am Ehrenmal Unter den Linden nieder. Das Gelöbnis des Vertrauensrates. Berlin, 18. April. (DNB.) Der Reichsarbeitsminister hat unter dem 13. April 1934 eine neue Durchführungsverordnung zum Gesetz zur Ordnung der Nationalen Arbeit erlassen. Hiernach ist das in der neuen Arbeitsverfassung vorgesehene feierliche Gelöbnis der Mitglieder des Vertrauensrates am 1. Mai vor der an der Betriebsstätte versammelten Gefolgschaft abzulegen. Das Gelöbnis kann mit Zustimmung des Treuhänders der Arbeit an dem auf den 1. Mai folgenden Werktag abgelegt werden, wenn infolge der räumlichen Entfernung des Betriebes von dem Ort der allgemeinen Feier des 1. Mai durch eine vorhergehende Betriebsversammlung die Teilnahme der Betriebsangehörigen an der Feier der Bevölkerung wesentlich erschwert werden würde. Ans oller Wett. Die sechste Partie im Schachweltmeister- schastskampf abgebrochen. Die erste der drei in Freiburg zu spielenden Partien im Schach-Weltmeisterschafts- kampf — die sechste Partie überhaupt — begann am Mittwoch im historischen Kaufhaussaal in Freiburg. A l j e ch i n führte die weißen Steine. Auffallend war wieder die lange Bedenkzeit des deutschen Meisters Bogoljubow, aber auch der Weltmeister überstürzte sich nicht in seinen Entscheidungen. Aljechin eröffnete mit dem Damenbauern. Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit spielte der Weltmeister zunächst sehr solide,'baute sich aber im Verlauf eine mächtige Angriffsstellung auf. Weit vorausberechnend opferte er dann einen Springer und später noch einen Läufer. Verdeutsche Meister konnte den Angriff nur dadurch parieren, daß er seine Dame gegen einen Turm von Dr. Aljechin opferte. Die Partie wurde nach fünf Stunden abgebrochen, da es Bogoljubow gelang, sich trotz der Zeitnot der Umklammerung des Weltmeisters zu entziehen. In der abgebrochenen Partie hat Bogoljubow einen Turm, zwei Läufer und einen Springer gegen Aljechins Dame und Läufer. Der Weltmeister hat allerdings noch drei Bauern mehr, und die Fortsetzung der Partie wird lehren, ob der deutsche Meister zum Gegenspiel kvmmeü kann, um dadurch den Vorteil des Weltmeisters zu egalisieren. Die Partie wird am Donnerstagabend zu Ende gespielt. Reichsstatthatter Gauleiter Sprenger übernimmt die Schirmherrschaft der Auerbacher Festspiele. Der Herr Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der die letzten Vorbereitungen zu den Freilicht - fest spielen im Fürstenlager zu Auerbach besichtigte, hat die Schirmherrschaft für die Festspiele übernommen und sein Erscheinen zur ersten Vorstellung zugesagt. Verheerendes Großfeuer wütet in einem Vorarlberger Dorf. — 32 Häuser in Schutt und Asche. In dem Vorarlberger Bergdorf Fraxern wütete ein verheerender Brand, der fast das ganze Dorf, vor allem die Häuser, die um die Kirche herumliegen, ergriffen hat. Der an das Dorf angrenzende Wald steht ebenfalls in Flammen. Zur Hilfeleistung wurden die Garnisonen von Bregenz und Feldkirch aufgeboten. Das Feuer ist aus bisher unbekannter Ursache im Gasthof „Adler" aus- gebrochen und breitete sich, von dem starken Ostwind begünstigt, mit rasender Schnelligkeit über das ganze Dorf aus. Die zahlreichen Feuerwehren, die aus der näheren und weiteren Umgebung zur Hilfe herbeigeeilt sind, standen infolge des Wassermangels dem tobenden Element zunächst fast wehrlos gegenüber. Der Brand wurde auch dadurch begünstigt, daß die zum größten Teil aus Holz gebauten Häuser durch die geradezu hochsommerliche Hitze der letzten Tage vollkommen aus- getrocknet sind. Die Vorarlberger Garnison wurde, entsprechend ausgerüstet, in Kraftwagen zur Hilfeleistung nach Fraxern entsandt. Das Dorf zählt gegen 100 Häuser und über 400 Einwohner. Dem Brande fielen insgesamt 32 Häuser zum Opfer. Den Feuerwehren und dem Militär aus Feldkirch und Bregenz gelang es, das Feuer einzukreisen. Unter den abgebrannten Häusern befinden sich auch die Gasthäuser „Adler" und „Krone". Die Kirche jtefyt noch und liegt nicht in der Brandrichtung. Wettervoraussage. Durch den Zustrom kühler Luft, wobei teilweise gewitterartige Niederschläge aufkamen, hat über dem Festland wieder Luftdruckanstieg eingesetzt. Die Störung zieht nordöstlich über Skandinavien ab, läßt ab an ihrer Rückseite weiterhin Kaltluft abwärts fließen. Somit entsteht noch wechselhafte Bewölkung, doch bewirkt der hohe Druck auch Aufheiterung; die Temperaturen gehen in klarer Nacht noch mehr zurück und dürften in frostgefährdeten Lagen Gefrierpunktnähe erreichen. Aussichten für Freitag: Wechselnd wolkig und ausheiternd, nachts noch etwas kälter, trocken. Aussichten für Samstag: Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 18. April: mittags 19,5 Grad Celsius, abends 10,7 Grad; am 19. April: morgens 8,5 Grad. Maximum 21,1 Grad, Minimum 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. April: abends 14,5 Grad; am 19. April: morgens 10,6 Grad Celsius. — Niederschläge 1,4 mm. — Svnnsnscheindauer 8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: i. 23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, KG., sämtlich in Gießen. NIVEA 703$ mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. echte und die falsche ^Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (6.) 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er wandte sich schon wieder Jobst Freese zu, der ihn zum Platznehmen einlud. Und dann vertieften sich beide Herren in ein Fachgespräch, in dessen Verlauf Regina mehrere Stenogramme aufnehmen mußte. Endlich durfte sie sich entfernen, und nun lief sie, so schnell sie konnte, in ihr Zimmer hinauf. Der Schreck über die große Aehnlichkeit zwischen Doktor Meerhold und Peter Konstantin saß ihr doch noch in den Gliedern; sie mußte sich erst damit abfinden, daß es solche Aehnlichkeiten gab. Sie würde Doktor Meerhold fortan wahrscheinlich oft sehen, und er würde sie immer an Peter Konstantin erinnern. Der Gedanke quälte sie. Die beiden Herren unten sprachen jetzt von ihr. Doktor Meerhold äußerte: „Ein schönes Mädel! Sie sieht aus wie eine junge Griechengöttin, die zum Scherz Stenotypistin spielt. Wie kamen Sie zu ihr?" „Dckrch Zufall!" war die Antwort. „Und ich bin sehr zufrieden mit ihr. Das Mädel hat entschieden Begabung für Rechtskunde. Einen schweren Fachartikel, den ich ihr diktierte, nahm sie in sich auf wie eine, die Jura studiert hat. Fräulein Graven ist eine Perle unter den Anwaltsschreiberinnen. Die meisten arbeiten nur fürs liebe Brot, sie aber auch zugleich aus Neigung." Am Abend sagte Jobst Freese zu ihr: „Die Aehnlichkeit zwischen Konstantin und Meerhold ist in Berliner Anwaltskreisen bekannt, und es hat sich daraus schon manche drollige, kleine Verwechslung ergeben." Sie nickte: Das glaube ich; die Aehnlichkeit ist auf den ersten Blick einfach verblüffend." ♦ Ungefähr um dieselbe Zeit, da Regina mit Jobst Freese beim Abendessen saß, klingelte Fritz Wolfram an der Tür seines Hauses in dem kleinen Städtchen Mooshausen. Frau Hensel öffnete und bereute heftig, Lutz Gärtner nicht geraten zu haben, das Haus früher zu verlassen. Aber jetzt hatte man den Hausherrn noch nicht zurückerwartet. Fritz Wolfram grüßte nicht und erwiderte den Gruß der bestürzten Wirtschafterin mit einem ärgerlichen: „Einer schönen Schweinerei bin ich ja auf die Spur gekommen! Ganz unschuldig sind Sie daran auch nicht. Wo ist Doralies?" Frau Hensel lief voraus: „Ich will ihr sagen, daß Sie kommen, Herr Wolfram!" Sie beabsichtigte, Lutz Gärtner noch schnell irgendwie zu warnen, und wenn es ging, durch das Nebenzimmer hinauszubefördern. Es war, als würde sie von Fritz Wolfram durchschaut. „Ich brauche nicht erst bei Doralies angemeldet zu werden. Bleiben Sie nur, Frau Hensel! Und nun noch einmal: Wo ist Doralies?" „Im Wohnzimmer!" antwortete die Gefragte. Ueberlegte: Wie konnte sie Doralies warnen vor dem Vater, der einen wütenden Eindruck machte? Sie rief, als sie die Haustür öffnete, überlaut: „Doralies, dein Vater ist da!" Aus dem Wohnzimmer kam ein Schrei, dem das Umfallen eines Stuhles folgte. Im nächsten Augenblick schon riß Fritz Wolfram die Tür auf. Inmitten des Zimmers stand Doralies und. rückte einen Stuhl zurecht. Sie kam sofort näher. „Guten Abend, Vati!" rief sie erquält lustig. „Hübsch, daß du so bald wiederkommst. Aber du wolltest doch in die Schweiz! Warum bist du statt dessen nach Berlin gefahren?" Er erwiderte rasch und grob: „Weil ich Angst um dich hatte? Weil ich Narr mir einbildete, dir wäre irgend etwas passiert. Ich sah dich letzthin eines Abends im Mondlicht auf dem Flur an der Hintertür stehen und glaubte, es wäre eine Art Vision, wähnte dich krank ober voll von Heimatsehnsucht. Ueberraschen wollte ich dich und dich holen, wenn es dir in Berlin nicht gefiel. Du aber beschwindeltest mich, reistest gar nicht ab. Alles war Schwindel, die Briefe aus Berlin auch. Schäme dich und erkläre mir, warum du hiergeblieben bist? Ich selbst brachte dich doch zur Bahn." Sie wollte lächeln, aber sein Ernst zerstörte das Lächeln. Sie antwortete: „Ich fuhr nur bis Karlsruhe; spätabends kehrte ich wieder zurück." Sie nahm ihre Dreistigkeit zu Hilfe. „Du wolltest doch nach Afrika. Hättest deine Pläne lieber nicht ändern sollen, dann wäre die kleine Dummheit vielleicht gar nicht 'rausgekommen und dir der Aerger erspart geblieben." Er schnauzte sie an: „Kleine Dummheit ist etwas gar zu milde ausgedrückt, viel richtiger nennt man das, was du dir erlaubt hast: große Frechheit. Aber 'rausgekommen wäre doch alles, denn deine Vertreterin bei Frau von Stübnitz kniff aus. Und bei der Gelegenheit erkläre mir gleich, wen du Frau von Stübnitz eigentlich auf den Hals geschickt hast?" Doralies schüttelte den Kopf: „Das ist ja unwichtig." Er fuhr sie an: „Da dich nichts überrascht, gibst du zu, den ganzen Schwindel inklusive Vertreterin in Szene gesetzt zu haben! Weißt du denn eigentlich, was du angestellt hast? Daß dich Frau von Stübnitz anzeigen kann, vor allem die falsche Doralies Wolfram? Wie durftest du so etwas wagen?" Doralies war den Ton vom Vater nicht gewöhnt. Sie wehrte sich. „Sei doch nicht gleich so übertrieben, Fritzchen!" Er war sehr zornig, und so lieb er Doralies hatte, in diesem Augenblick gewann sein Zorn die Oberhand. Seine Rechte hob sich und wäre auf dem Gesicht der Tochter gelandet, wenn nicht im allerletzten Moment hinter dem braunseidenen Fenstervorhang eine Gestalt hervorgesprungen wäre und sich, Doralies zurückschiebend, vor ihm aufgepflanzt hätte. Eine leise, aber feste Stimme klang an sein Ohr: „Ich dulde es nicht, daß Sie Doralies schlagen!" Fritz Wolfram machte große Augen, dann sagte er langsam: „Ach, so verhält sich das? Jetzt verstehe ich schon eine ganze Menge ohne Erklärungen. Also Sie sind wieder im Lande, Lutz Gärtner, und Ihretwegen wollte das Mädel nicht fort! Eine ganz tolle Sache, und ich bin gründlich dumm gemacht worden." „Ich habe nicht nach Berlin gewollt, und du hast nicht auf meine Bitten gehört!" verteidigte sich Doralies. „Ich konnte mich aber doch nicht weg- schicken lassen, gerade jetzt, wo Lutz nach einem langen Jahre endlich wiederkommen sollte; das durfte doch kein Mensch von mir verlangen." Ihr Vater sah sie zornig an. „Ich durfte das von dir verlangen und noch viel mehr dazu. Jedenfalls hast du unverantwortlich gehandelt! Aber das ist eine Angelegenheit, die Herrn Gärtner nichts angeht. Deshalb muß ich ihn bitten, uns zu verlassen." Lutz Gärtners frisches Jungengesicht hatte sich mit dunkler Röte überzogen. 7,Ich lasse Sie jetzt nicht mit Doralies allein. Vielleicht erheben Sie noch einmal die Hand gegen sie, und dann ist niemand da, der Sie daran hindert." Er richtete sich straff auf. „Was haben Sie eigentlich an mir auszusetzen, Herr Wolfram? Ich habe Ihnen doch nichts getan. Daß Sie früher einmal eine böse Auseinandersetzung mit meinem Vater gehabt haben, das ist doch eine Sache für sich, dafür brauchen Sie doch nicht Kind und Kindeskinder zu hassen. Vater hat sich einmal abfällig über Ihre Arbeiten geäußert. Er hätte vielleicht nicht so scharf ins Zeug gehen brauchen, aber was kann Ihnen, dem Berühmten, an der Meinung eines einzelnen liegen? Wissen Sie denn vielleicht, was Vater so scharf gegen Sie gemacht hat? Ich weiß es auch nicht; aber ich glaube es zu ahnen. Vater war Redaktuer des Mooshausener Generalanzeigers, nichts weiter; niemand kannte ihn über die Grenzen von Moos- Haufen hinaus. Manchmal schrieb er eine kleine . Geschichte, die stand bann im Mooshausener-Gene. ralanzeiger. Weihnachten, Ostern und Pfingsten las man so eine rührselige kleine Erzählung von ihm, und die lieben Bekannten lobten: Es ist wundervoll und herzergreifend! Er selbst aber wußte wohl: keine größere Zeitung hätte seinen Skizzen Aufnahme gewährt. Ich fand vor ein paar Jahren, nach seinem Tode, mehrere Romane vom Vater; er hatte sie vielfach vorgelegt, und sie wurden ihm immer zurückgeschickt. Mutter erzählte, er hätte sich so sehr in die Idee verbissen, ein bekannter Romanschriftsteller zu werden; aber er hätte fein Glück gehabt." Er machte eine kleine Pause, fuhr langsam fort: „Sie glauben alle daran, kein Glück zu haben, deren Talent nicht ausreicht, und ihre Umgebung, Verwandten und Freunde, glauben es auch. Ich habe ganz unparteiisch einen von Vaters Romanen gelesen und erkannte, darin rang ein Ehrgeiziger mit viel gutem Willen vergebens um den Preis, ein Besonderer zu sein. Meinem Vater fehlte die Phantasie, die Gestaltungskraft. Vater fehlte das Talent, das Ihnen das Geschick mit auf den Lebens- weg gegeben. Darum hat Vater Sie glühend beneidet und sich kleinlich gerächt. In feiner Kritik. Hier in Mooshausen hatte er ja die Macht dazu. Innerlich hat er Sie sicher anerkannt, aber zugeben konnte er es nicht. Das brachte er nicht über sich. Sie waren doch auch in Mooshausen geboren wie er, und man begreift im Ententümpel nicht, daß da einmal ein Schwan mit ausgebrütet werden konnte." Er hatte sich heiß gesprochen. „Es tut mir weh, so von meinem Vater, reden zu müssen; aber er ist tot, und wenn er hören könnte, was ich sage, würde er mir verzeihen und lächeln, weil er jetzt hoch über allem irdischen Ehrgeiz steht. Was ich sage, ist wahr. Und wissen Sie denn, Herr Wolfram, ob Vater nicht furchtbar gelitten hat unter feinem langen Kampf zwischen Wollen und Können?- Das zermürbte ihn. machte ihn kleinlich. Nun ist das alles vorbei. Sie sind weltberühmt, Ihre Romane in mindestens ein Dutzend Sprachen übersetzt, und von Vater ist nichts geblieben als das gute Gedenken, das Mutter und ich ihm bewahren. Seine Frau und fein Sohn. Sie sind ein Großer, er war ein Kleiner. Seien Sie jetzt auch groß und vergeben Sie ihm feine Schwäche, feinen Neid." Er schwieg, und Fritz Wolfram, der noch eben in hellen Zornesflammen gestanden hatte, fand keine rechte Antwort. Es filmte wohl alles, was Lutz Gärtner vorgebracht hatte, um feinen Vater zu entlasten — alles, alles. Doralies schluchzte leise: „Dein Vater tut mir leid, Lutz! Wie mag er sich gequält haben." Fritz Wolfram atmete tief auf. (Fortsetzung folgt) 02110 Louise Rupp Wwe, geb. Vogel Gießen (Buddestraße 2), Wieseck, Alten-Buseck. den 19. April 1934. 02112! Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im fast vollendeten 78. Lebensjahr zu sich zu nehmen. Die Trauer feier findet am Freitag, dem 20. April, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Für die trauernden Hinterbliebenen: Karl Rupp Statt Karten. Für die liebevolle herzliche Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Kindes und Schwesterchens Lil sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Planer Sattler sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. In tiefem Schmerz: Karl Baum und Frau Erny, geb. Liebau Horstjoachim Baum Wieseck, den 19. April 1934. Stellenangebote Zum 1. Mai ordenfl., fleißig. Hausmädchen nicht unt. 18 I. gesucht. 02111 Hotel-Restaurant Stadt Mainz. Suche per sofort tüchtigen Metzger für Schweine u. Großvieh, d.auch Nebenarbeit.mit verrichtet.Off.m. Gehaltsanspr. u. Zeugnissen an Georg Harth, Wirtschaft und Metzgerei in Ober-Erlenbach b. BadHomburg v. d. Höhe. 2369D Zum 1. Mai HliMen für tagsüber (8'/,>-15Uhr)aus Gießen o.nächst. Umgeb, gesucht. Tr. 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Anz. t£nit=dte?uÄ!lmfiCMtiRen hat es gefallen, meinen cn uM^nn« unseren treusorgenden, lieben Vater, Schwiegervater und Gioßvater Herrn Max Sadowski nach langem schweren, mit unendlich großer Geduld ertragenem Leiden, wohlversehen mit den heiligen Sterbesakramenten, zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefem Schmerz im Namen aller.Hinterbliebenen: Lina Sadowski, geb. Wegerle. Darmstadt (Feldbergstraße 32), den 17. April 1934. 2372v | Mietgesuche 2Zimmerni.Kiiche von jg. Ehevaar zum Ib.b.gesucht Angeb.anMarr, Weieritr.13.o2io- i und deshalb ein- für allemal Die Schuhe putzt man mit Erdal Die Gemeinde Fellingshausen verkauft am Samstag, dem 21. April, mittags 1 Uhr, in der Wirtschaft Philipp Weber XI. folgende Sorten Nutzholz: 67 Stück Eichenstämme 2. und 3. Klasse (Wagnerholz) 2380D 56 rm Eichenschicht-Nutzholz, 2 m lang 14 Stück Kiefernschnittstämme 15 Stück Fichtenschnittstämme 39 Stück Fichtenstangen 6 rm Eichenknüppel, 4 m lang (Wagendeichseln). Wagner, Bürgermeister. 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Wir bitten den Handel u.sonstigeGroßabnehmer,recht' zeitig ihren Bedarf anzufordern u. wegen etwaiger Unklarheiten sich mit uns in Verbindung zu setzen. Eierverwsrtungs-GenosseDschalt Gießet gez. Di11mar, Geschäfts führet llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllB Empfehlungen +Oamenharl (Gesichtshaare) u.a.läst.Haarew nurd dievonmir angew.,einz.sich Meth.u.Gar.für imm.mit d.Wurz. schmerzl.entferm 12Jabre Praxis. Frau B. Gulden. Sprechstd. jeden Freitag,Gießen, Hindenburgw.15 9-7 Uhr durchg Alleinverkauf Niederhalen 4Co. Bahnhofstraße öeöenöb. Hotel Schütz Verschiedenes I Darlehen von NM. 300 bis 30000.Beding.u. kostenl. Ausk. d. Emil Brann,Trohe bei Gießen / Lahn. Nr. 41. 2373V «1222 bittet 2371V um Antwort! | Vereine | Stieger-Betern (gießen Heute Donnerstag abd.8.3OUhr Monats- Versammlung im Cafö Ebel. stflötttiefliei "Netzen 2272I Freitag, 20. 4., 20—22.30 Uhr: 26. Freit.-Avon Plewvlml.Prein Schülerkarten Ratte Vaterl.Schausp. in 5 Aufzug, von Hermann Burte. 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I 1 Uchte . ju eine j fische? 3n ily j Kinder, Li; Sie h Qlt mar 1 beiher 1 j | bare und I lseword i und Ka \ * Fuller neidete. Mne schönere ?ers Aua Dben. De ^Heiner weißbrar Mott h°!QS w l'nd lieb Wmien, r ^1 un ,Ne, " Ö* hi; Ä I fehVQn i er\S9 n Wdb Ms, k« Nr.yl Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, (Y.AprN Die Hintergründe des Saarkampses. Im Jahre 1935, also in rund 12 Monaten, wird sich die Bevölkerung des Saargebietes zu entscheiden Haden, ob sie beim Reich verbleiben will, oder ob sie es vorzieht, zusammen mit den 40 Millionen schwarzer Kränzchen in Nord-Afrika künftig dem „Hundert Millionen-Volk" Frankreichs anzugehören. Das Ergebnis der Abftiminung steht heute schon fest: das Saarvolk wird ein überwältigendes Treuebekenntnis zum deutschen Vaterlandablegen. Somit wäre über das Sargebiet und über die kommende Abstimmung nichts weiter zu berichten, wenn nicht gerade die Saarfrage sich seit dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland zu einem Lehr- und Musterbeispiel für die unterschiedlichen Methoden der deutschen und der französischen Politik gestaltet hätte. Deutschland hat durch den Mund des Führers und Kanzlers immer wieder betont, daß es keinerlei Gcrmanisierungsabsichten gegenüber fremdem Volkstum hege. Deutschland, das die Werte der uns umgebenden Volkstümer nicht antasten wird, weil es in ihnen die stärksten Bürgen für eine organische und friedliche Fortentwicklung Europas sieht, weist die Wege der imperialistischen Vorkriegspolitik aufs schärfste von sich. Das Kennzeichen dieser Politik bestand im gewaltsamen und machtmäßigen Erwerb fremder Gebietsteile zum ausschließlichen Zwecke der wirtschaftlichen Ausbeutung. Wenn wir Frankreichs Stellung gegenüber dem Saargebiet an dieser Kennzeichnung des brutalen Wirtschaftsimperialismus messen, so haben wir den Schulfall einer i m peri a l i st i s ch e n Beute Politik, die durch keinerlei staatliche oder völkische Notwendigkeiten bedingt ist. Die französischen Absichten auf das Saargebiet sind der letzte Restbestand jener Politik, die von Ludwig XIV. an über die Heere der französischen Revolution bis zu den Anschlägen der Generäle M o n g i n und d e M e tz immer nur ein Ziel verfolgten: durch Erwerb der deutschen Landschaften zwischen Rheinquelle und Rheinmündung die Auflösung des Deutschen Reiches und die Vernichtung der deutschen Machtstellung in Europa zu bewerkstelligen. Im Jahre 1918 schien durch den Sieg der November-Revolten Frankreich sein Ziel erreicht zu haben. Jedoch weder die Militärherrschaft des mit Hilfe der ganzen Erde „siegreichen" Frankreichs, noch die „kulturelle Durchdringung" der sogenannten „Rheinfranken" mit dem' Geiste der französischen Zivilisation, noch die wirtschaftliche Ausbeutung führten zum Erfolg. Die 6 Millionen Rheinländer standen in vorbildlicher Treue zum Reich. Frankreich mußte von der Mosel und vom Rhein zurückweichen, aber es hält noch heute die Linie des „petit Rhin", mit welchem aufschlußreichen Na-1 men die französische Annektionspropaganda den S a a r f l u ß bezeichnet. 00 stehen sich also heute an der Saar zwei Staatsideen gegenüber: der französische Staatsund Wirtschaftsimperialismus, der mit dem Gerede von der bedrohten „Sicherheit" feine eigentlichen annektionistifchen Ziele zu verdecken -sucht, und die Staatsidee des National- 's o z i a l i s m u s , die vom Recht des Volks- Iums ausgeht und nach einem organischen Zusammenleben der völkisch geschlossenen europäischen 'Nationen trachtet. Imperialismus des liberalen Zeitalters und Na- äionalsozialismus der kommenden Epoche sind im Saargebiet zum Kampf angetreten Deutschland und Frankreich, an und für sich schon in ihren Beziehungen behindert durch das Drahtverhau von Mißverständnissen und Paragravhen eines unmöglichen Diktatfriedens, stoßen im Saarqebiet überdies aioch in ihren führenden Staatsgrundsätzen aufein- mider. Anstatt auf eine A b st i m m u n g zu v e r- gichten, die mit hundertprozentiger Sicherheit zu einer schweren Niederlage der derzeitigen fran- zösischeAußenpolitik führen muß, besteht Frankreich Der Wrer beim FMmMonzert der berliner SS. t Der Kanzler und mehrere Reichsminister wohnten dem großen Frühlingskonzert bei, das die Leibstandarte des Führers im überfüllten Berliner Sportpalast gab. — Von links nach rechts: Reichsminister Dr. Goebbels, Stabschef Röhm, der V o l k s k a n z l e r und Reichswehr- minkfter Generaloberst von Blomberg. auf der Durchführung dieser Abstimmung. Im „Berner Bund" sind dieser Tage Einzelheiten über den bisher geheimgehaltenen Inhalt der Beschlüsse des juristischen Saarausschusses beim Völkerbund veröffentlicht worden. Danach werden allein die Gehälter der im Mai einzusetzenden Abstimmungs- kommifsion monatlich 500 000 Franken betragen. Dazu kommen noch die Kosten für Reisen und Sonderveranstaltungen im Betrage von 1% Million. Das für die Abstimmung benötigte Polizei- und Gendarmeriekorps soll aus 2365 Mannschaften und 25 Offizieren bestehen, was wiederum eine monatliche Auslage von 3 Millionen jowie eine einmalige Auslage von 6 Millionen für die Ausrüstung erfordert Und dies alles für einen Volksentscheid, dessen Ergebnis für Deutschland von vornherein f e st st e h t, der aber nach dem Willen der französischen Negierung durchgeführt werden soll. Das Saargebiet ist heute ein Brutherd der marxistischen und separatistischen Greuelpropaganda. Die Negierungskommission waltet in einseitiger Weise ihres Amtes. Die französischen Grubenverwaltungen betreiben seit der Besetzung der Saar einen unvorstellbaren Raubbau an den Kohlenschätzen, die einwandfrei deutsches Besitztum sind. Unter der Behauptung, Frankreich habe ein Pfandrecht an der Kohle des Saargebiets, weil die nordfranzösischen Bergwerke während der Krieges schwere Verluste gehabt hätten, hat Frankreich in den letzten vierzehn Jahren 154 Millionen Tonnen Kohlen im Saargebiet gefördert. Allein im vergangenen Jahre sind 11 Millionen Tonnen Saarkohle nach Frankreich abgerollt. Diese letztjährige Kohlenförderung entspricht dem Gewicht von nicht weniger als 363 modernen Linienschiffen. Würde der Raubbau in gleicher Weise fortgesetzt, so wäre in absehbarer Zeit mit einer vollkommenen Erschöpfung der Kohlenvorräte der Saar zu rechnen. Gerade hier aber enthüllt sich der tiefere Sinn der französischen Absichten nuf c*np dauernde Beherrschung des Saar- aebietes Während beide Völker, Deutsche und Franzosen, die V e r st ä n d i g u n g wünschen, während zwischen beiden Nationen kein anderer Streitgrund mehr besteht, als eben die Saarfraae, die längst keine Frage mehr ist, nutzt die hochkapitalistische französische Schwerindustrie ihre höchst undurchsichtigen Beziehungen zu gewissen Teilen des herrschenden Regimes aus, um die s k r u- pellose Ausbeutung der deutschen Bodenschätze fortsetzen zu können. Wir wissen, daß die Methoden der französischen Regierung längst nicht mehr dem Willen des französischenVolkes entsprechen. Wir wissen ferner, daß das arbeitsame, genügsame und, wie der ■■■■■■■■■ Arbeit schafft zufriedene Volksgenossen! Krieg es bewiesen hat, tapfere französische Volk innerlich nichts zu tun hat mit einem Regime, das durch die Stavisky-Skandale aufs schwerste belastet ist. Wir wissen, daß das deutsche und das französische Volk nur dann zueinander finden werden, wenn dereinst die Kriegsgeneration beider Staaten sich in direkten und unmittelbaren Verhandlungen findet. In Deutschland hat diese Generation den Staat erobert und einen neuen Grundsatz des völkischen Zusammenlebens zum Durchbruch gebracht. Frankreich ist hinter der geistigen Entwicklung Europas bis jetzt noch zurückgeblieben. Wenn die junge französische Generation die Kraft und den Willen aufbringt, Anschluß an die Staatsidee des 2 0. Jahrhunderts zu finden, dann wird einer deutsch-französischen Verständigung nichts mehr im Wege stehen Aus der Proviuzialhauptstadt. Frühling ...! Wer liebt nicht diese Jahreszeit, und wer hätte nicht durch sie neuen Mut und frische Kraft wiedergewonnen? Ich glaube, es gibt nur wenige, an denen der Frühling spurlos vorübergeht. Schon beim Klang seines Namens erinnert man sich an schöne und heimliche Stunden seines Lebens. Und mit Recht! Durch das Erwachen der Natur und das Ueber-Nacht-Erscheinen der ersten Frühlingsboten wird der Mensch wachgerüttelt aus seinem Winterschlaf. Die Grillen und Sorgen des Alltags werden vergessen beim Anblick des herrlichen, wahltuenden Sonnenscheins. Alles regt sich, vom kleinsten Käfer bis zu dem noch schlaftrunkenen Schmetterling. Amsel, Drossel und Finken schmettern in den Morgenstunden fröhlich ihr Lied und sind tagsüber eifrig mit Nestbaueü beschäftigt. Es ist eine schöne Zeit! Und noch wundervoller ist es, dem Frühling entgegenzugehen, ihm in die Arme zu laufen. Ich konnte während meines Ofter- marsches diesen Genuß erleben. Ich kam durch Gegenden, in denen der Winter noch tonangebend war, doch immer weiter kam ich ins Tal, in den Frühling! Ostern wars — im dicken Vogelsberg, auf dem Hoherodskopf. Das typische Bild des langsam weichenden Winters. In versteckten und abgelegenen Oberwaldwegen lag noch Schnee. Der Oberwald noch kahl und winterlich. Nirgends frisches, junges Grün. Obwohl die Sonne kräftig brannte, hatte sie doch ihre Mühe, den Schnee wegzutauen. Beim Anblick dieses Vorgangs fielen mir die Worte aus Faust „Osterspaziergang" ein: ,t... aber die Sonne duldet kein Weißes; überall regt sich Bildung und Streben, alles will sie mit Farbe beleben; doch an Blumen fehlt's im Revier, sie nimmt geputzte Menschen dafür". Als ich talwärts ging, in der Richtung nach Schotten, begegnete ich den ersten Frühlingsblumen. Auf saftigen Wiesen standen Anemonen, wilds Veilchen und Gänseblümchen. Immer weiter führte mich mein Weg. Hinunter ins Eichelbachtal. Im Talgrund war der Frühling schon zum Teil ein» gezogen. Die Obstbäume zeigten verschämt und schüchtern die ersten Knospenspitzen. Wenn auch schon diese kleinen Frühlingsandeu- tungen meine Stimmung hoben, so ist diese Freude' doch nicht zu° vergleichen mit dem Frohsinn, der mich erfaßte, als ich weiter in die goldene Wetterau kam. Hier war der Frühling bereits voll und ganz eingekehrt. Lachender Sonnenschein, blühende Pflaumen- und Kirschbäume, trillernde Lerchen und frohe Frühlingslieder, gesungen von luftigen Mädels und Buben. Diesen Wandel und dieses Uebergehen des Winters in den Frühling in einer so kurzen Zeit mit- zuerleben, ist ein unvergeßliches Erlebnis. Es läßt sich schwer in Worte ausdrücken, welche Gefühle einen beschleichen und zuletzt restlos beherrschen. Nun ist der Lenz überall glücklicher Sieger über den Winter geworden. Herrlich steht alles in vollster Blüte. Die Menschen atmen den erquickenden Duft des ersten Grüns. Jeder ist lebensfroh. Wie die Bienen, so emsig arbeitet jeder in feinem Garten, gräbt und sät. Doch soll es immer Frühling bleiben? Nein, das wäre auch nicht richtig. Weiter muß es gehen. Der Sommer, der Herbst, der Winter müssen auch wieder kommen. Was man im Frühling gesät hat, will man im Sommer und im Herbst ernten. So ist es in Ordnung; voran, immer voran! Und jede Jahreszeit hat ihre Reize und Schönheiten! Der Vertrouensrat. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Im ganzen Reich findet die Wahl für den Vertrauensrat statt. Hier handelt es sich um einen Akt von größter Bedeutung, da der Vertrauensrat Mitgestalter der zukünftigen sozialen Verhältnisse ist. Wegen der Wichtigkeit dieser Wahl hat die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront ein Heftchen herausgebracht, das in 56 Fragen und Antworten ausführlich die Bildung, das Wesen und die Aufgabe des Vertrauens- Kanus und Honoja. Ein Märchen von Papl Appel In ihrer Heimat lebten Kanus und Honoja, zwei । Kinder, jedes bei seinen Eltern. Sie hatten sich schon geküßt, als sie zwei Jahre ilt waren, und ihre Eltern hatten gelächelt dabei: seiber Eltern waren arm und freuten sich, wenn I iie daran dachten, daß ihre Kinder sich lieben können und für sie schaffen, einst, wenn sie selber müde geworden seien. Und nun zählte Honoja 14 Jahre, inb Kanus hatte 14 Jahre, gerade wie Honoja. Da geschah's daß Kanus sah, wie Honoja die Schultern entblößte, als sie sich zum Baden ent- lleibete. Ein Feuerstrom, ein großer, ging durch leine Glieder, und als er, fortlaufend vor Verwir- rung, wieder allein war, fang er, daß er nie nichts Schöneres gesehen habe, so lange er lebte, als Mutters Aiigen und Vaters Augen und Honojas Schultern. Honojas Schultern, so sang er, sind schmal von rfcen. Der Gott hat sie schmal gesehen von oben her : ^it seinem ewigen Blick. Honojas Schultern, sang er, sind neißbraun wie die Wimpern des jungen Kälbchens, ter Gott hat feine mildeste Sonne geschickt zu Ho- rojas weißbraunen Schultern. Honojas Schultern "mb lieb und rund. Der Gott hat sich selber um sie xeschmiegt und hat sie gerundet. Und Kanus tat einen stillen Schwur, für Honojas ! Schultern das zarteste Kleid zu suchen, das je ein ! Weber weben könnte. Aber da fiel ihm ein, wie arm k fei und daß er nie ein solches Kleid kaufen ! fSnnte, auch wenn er es finden würde. Aber ein i Stückchen nur, ein Stückchen für Honojas kleine Schulter, ein Stückchen für Honojas kleines Hemd, das muß ich haben, sagte Kanus, und schimmerte rr.it sich selber dabei vor großer Lust und großer Liebe. Heimlich verließ er fein Elternhaus, der kleine große Kanus, nur einen Mundvorrat für den nächsten Tag nahm er mit. Zuerst kam er in das Land her grünen Weiden. Aber da wohnten kerne Weber. Tut nichts, nichts tut das, sagte der junge Kanus, f)ib ich zu essen im Land der guten Menschen hier mit ihren Rinder- und Ziegenherden, hab ich Augen uni) Muskeln zum Wandern, was kanns dann tun. Und sorglos zog er weiter, hinüber ins Tal der Obstwälder. Sie schimmerte und rieselten gerade ihr Frühlingsglück vor ihm aus, daß er die Schulten breiter drückte vor Lust und wieder von keiner Sorge gekränkt wurde. Denn auch hier führten die ^ute ihn gern in ihre Hütten und baten ihn an ihren 'Dsch. Erst als er ins hohe Bergland hinaufstieg, da erst kam der Kummer. Wohl wohnten da die Weber, aber sie waren arm, und was sie webten, waren nicht Spitzen und Kleider wie er sie suchte für Honoja. Schön waren die Spitzen, ja, sicher, sie waren schön, aber nicht schön für Honojas Schultern, hatten nicht Schimmer genug für Honojas Schultern, hatten nicht Duft genug für Honojas Schultern. Langsam und arm fristete Kanus sein Leben durch den langen Winter bei den armen Webern, die ihr Brot mit ihm teilten. Oft mußte er hungern, der junge Kanus. Und schon triebe ihn, als die ersten Lärchen die Frühlingswedel ansetzten, nach Hause zurückzukehren, schon hatte er heimwärts gewendet: da sah er mit seinen hungergroßen Augen Honojas Bild am Himmel stehen, wie sie die Schulter entblößte. Weinend und mutig vor soviel Süße verließ er den Weg zur Heimat und verließ das ganze süße Heimatland und wanderte in Länder, die fein Blut nicht geahnt hatte. Anders gingen die Menschen dort, und wieder anders, und anders sprachen sie auch. Er verstand nicht die Laute, die sie redeten, nur mit seinen Händen und Augen konnte er mit ihnen sprechen. Die Hände hielt er hin und mit den Augen bat er um eine Gabe. Und wenn er satt gegessen hatte, dann spähten die Augen in die Hütten der Weber nach dem Stückchen Spitze, das er brauchte für Honojas kleines Hemd. Aber auch hier, wie in der Heimat, war keines zart und süß genug. O, wie gerne hätte er gesagt, nun sei es das'rechte Stück, nun fei es ja süß genug, aber er konnte es nicht sagen, sein Blut freute sich nicht. So war es schon das siebente Jahr geworden, daß er bettelnd durch die Länder suchte, und Kanus war stumm geworden vor Entbehrung und Sehnsucht. Und nun verließ ihn auch noch alle Kraft des Körpers, Kanuf wurde krank. Aber da der Sieche kein Stück Geld hatte, mit dem er feine Heilung hätte bezahlen können, schleppte er sich weiter durch Städte und Dörfer. Auch essen mochte er auf einmal nicht mehr. Nur eines noch konnte er tun, er konnte rufen: Honoja! Und so tot ers, arm und einsam, wo er ging und stand. Er rief: Honoja! Da geschah's in einer Stadt mit hellen Plätzen und bunt gekleideten Menschen, daß ein alter Mann ihn hörte, der an der Krücke ging. Und da er meinte, der Fremdling wolle Hilfe und er rufe „Honora", so führte er ihn in den Tempelhain der Heiligen Honora und führte ihn bis vor das Standbild und ließ ihn dort, indem er feine Kappe vom Haar nahm. Alleingelassen, war Kanuf zusammengesunken. Als er erwachte und ein Weniges vom Schlafe gestärkt war, wars Abend geworden. Mühsam richtete er sich auf, und in sein hohles Gesicht fiel die Sonne so reich und weich, daß er den Mund öffnete, als sollte er Nahrung empfangen. Dann wendete er, seltsam gestärkt, den Blick zum Standbild der Heiligen. Und da. geschah's: Die Göttin, die mit tief verklärtem Antlitz unter den Luftwurzeln eines Baumes stand und nach der Sitte des Landes in ein hauchdünnes Gewand gekleidet war, bewegte sich. Ihre Arme hoben sich langsam, wie Liebende in der Nacht die Arme heben, und, ohne daß ihr Kleid fiel, löste sie zwei Stückchen Spitze von den Schulterbändern, ging dann vom Sockel herunter zu Kanus und legte ihm die Spitzen auf die Augen. Gleich wieder sank er in tiefen Schlaf. Als er daraus erwachte, wars Morgen, und die Göttin stand wieder auf ihrem Sockel unter dem Luftwurzelbaum. Kanuf barg die Spitzen in der Innentasche seines Rockes und ging in die Stadt. Dort wollten gute Leute ihm, der noch immer abgemattet aussah, Speise geben. Aber er dankte lächelnd und machte sich sofort auf den Weg in die Heimat. Unterwegs zog er die zwei Spitzenstücke manchmal unter der Brust hervor, sah sie an, küßte sie, und gleich war jede Müdigkeit verflogen. Und Kanuf wurde so glücklich, daß ihm der Weg zur Heimat fast zu kurz, erschien. Als er wieder bis an die Grenzen seines Landes gelangt war, ins Land der armen Weber, geschah ihm noch einmal ein kleines mildes Wunder. Er hörte plötzlich die Heilige Honora sprechen: Bleibe da! Und fast ohne zu wissen, zog er dabei seine zwei Spitzenstücke heraus, und nun wußte er auf einmal, was er sollte. Sorgfältig prägte er sich die Figuren der Stickereien ein, verbarg sie wieder und bat nun einen der Weber, bei ihm in Arbeit treten zu dürfen. Bald hatte er die Handgriffe gelernt, wie der Webstuhl sie verlangte, und eines Tages wob er ein so überirdisch zartes Filiman mit so lockerem, weichem Muster, daß die Weber des Dorfes nur staunen konnten. Es war das Muster vom Schulterband der Heiligen Honora, aber eine Stelle, eine kleine süße Figur, von der ihm dünkte, daß seines Mädchens Schoß so fein müßte, so lieb und edel gegliedert, die ließ er aus, und bei jedem Muster tat er das. Ein Weber brachte die Spitzen mit den eigenen zum Verkauf zur nächsten Stadt, und auch' dort war das Verwundern der Menschen so groß, daß sie gern den gelinden Preis für die Spitzenbänder bezahlten. Kanuf konnte gar nicht genug weben. Als er ein Jahr bei den Leuten, die ihm vor sieben Jahren den Hunger gestillt hatten, gearbeitet und ihnen ihre Wohltaten vergolten hatte, zog er endlich mit beseligtem Herzen heim, küßte sich mit seinen Eltern und bat sie um Verzeihung. Honoja aber war jetzt mit 22 Jahren ein selig süßes Geschöpf geworden, eine kleine Frau schon beinah, zierlich, rund und mit festen treuen Augen. Sie heirateten einander, und am Tage vor der Hochzeit wob Kanuf die zwei Spitzen der Heiligen Honora in Honojas Brauthemd. Die literarische Familie Seidel. Heinrich Wolfgang Seidel, der soeben — viel zu früh für die seiner Seelsorge Anvertrauten — vom Pfarramt an der Berliner Neuen Kirche zurückgetretene Geistliche, gehört einer im Erzgebirge beheimateten Familie an, aus der im vergangenen Jahrhundert mehrere starke Begabungen her- oorgegangen sind. Heinrich Seidel, ursprünglich Ingenieur, bekannter aber als der Verfasser' der ,',Vorstadtgeschichten" und des unsterblichen „Leberecht Hühnchen", ist Heinrich Wolfgang und Paul Seidels Vater. Ersterer ist Geistlicher und Dichter zugleich; von seinen Prosaschriften haben „George Palmerstone" und „Genia" am meisten Beachtung gefunden. Letzterer konnte als Museumsleiter und Kunstschriftsteller seine überkommene Begabung auswerten. Kinder eines Bruders von Heinnch Seidel find Ina und Willy. Ina heiratete ihren Vetter Heinrich Wolfgang und gehört als Verfasserin der Gedichtsammlungen „Weltinnigkeit" und „Tröstliche Begegnung", der Romane „Das Labyrinth", „Das Haus zum Mond", „Sterne der Heimkehr", „Das Wunschkind" und „Der Weg ohne Wahl" zu den bedeutendsten Dichterinnen unserer Tage. Ihr Bruder hat die Erfahrungen langer Reisen in exotische Gebiete mit Erfolg literarisch verwertet. P. v. G. Hochschulnacbrichten. Professor Dr. Gerhard Dresel an der Universität Greifswald ist vom 1. Mai ab zum ordentlichen Professor der Hygiene in der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig ernannt worden. Professor Dr. H e i m p e l an der Universität Freiburg i. Br. ist vom 1. April an zum ordentlichen Professor der mittelalterlichen Geschichte in der Philosophischen Fakultät der Universität L e i p • z i g ernannt worden. Privatdozent Dr. Hans Koch von der Wiener Universität hat eine Berufung als ordentlicher Professor für osteuropäische Kirchengeschichte an der Universität Königsberg angenommen. Die Gießener E>A. n feiert -en Geburtstag -es Führers. Heute abend Aufmarsch. — Feier auf dem Schiffenberg. heute Donnerstag, 20 Uhr, tritt die gesamte ZA. des Standorts Gießen, also die aktiven und die Reserve-Stürme, Wotor-SA., Marinesturm usw., mit Standarte und Sturmfahnen, sowie den Spietmannszügen und Kapellen auf O s - w a t d s g a r 1 e n an. Die SA.-Rlänner tragen großen Dienstanzug. Von Oswaldsgarten aus wird die SA. durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kap- lansgasse, Seltersweg, Bleichstraße, Gnauthstraße zum Schiffenberg marschieren. Auf dem Schiffenberg wird sich die Feier des Geburtstags des Führers anschließen, wobei in Ansprachen die Bedeutung dieses Tages gewürdigt wird. Musikalische Darbietungen werden die Jeler bereichern. 3n geschlossenem Zuge wird etwa um Mitternacht der Rückmarsch nach der Stadt angetreten. Die Führung der SA. des Standorts Gießen spricht hiermit den Wunsch aus, daß auch die A n - gehörigen der SA.- Männer an dieser Jeter auf dem Schiffenberg teilnehmen. Um den Aufmarsch der SA. zu Ehren ihres obersten Führers Adolf Hitler in unserer Stadt festlich zu gestalten, werden unsere Volksgenossen gebeten, die Häuser der Stadt bereits von heute nachmittag an mit Hakenkreuzfahnen zu schmücken. Es darf wohl erwartet werden, daß jedermann sich an diesem Fahnenschmuck beteiligen wird. Am morgigen Geburtstag des Führers, 20. April, haben sämtliche SA. - Männer des Standorts Gießen zu Ehren ihres obersten Führers während des ganzen Tages den SA.- Dienskanzug zu tragen. Hiiler-Geburisiagsfeier der HL. und des BdM. Die Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädels veranstalten gemeinsam am heutigen Donnerstag um 21 Uhr auf dem Trieb eine Hitler-Geburtstags- feier, au der die Gießener Bürgerschaft herzlich eingelaoen ist. Nationalsozialismus als Weltanschauung. Kreisleiter und Kreisdirettor Klostermann spricht in Gießen. Gauinspekteur, Die Bezirksleitung Gießen des Kampfbundes deutsch e-r Architekten und Ingenieure (KDAI.) bot gestern in einem Schulungsabend im Cafe Ebel den Mitgliedern der Gruppe Gelegenheit, den Gauinspekteur, Kreisleiter und Kreisdirektor Ä I o ft ermann (Gießen) sprechen zu hören. Bezirksleiter Pg. Oberingenieur Kurz (Gießen) begrüßte den Redner als den obersten politischen Leiter und Kreisdirektor unserer engeren Heimat zum ersten Male im KDAI. und dankte ihm für das Interesse, das er dem KDAI. entgegenbringe. Gauinspekteur und Kreisleiter Pg. Klosiermann sprach über das Thema „Nationalsozialismus als Weltanschauun g". Er stellte seine Darlegungen nicht etwa nur auf den Kreis der Mitglieder des KDAI. ein, sondern betonte, daß es sich hier um Fragen dreht, die das ganze deutsche Volk berühren, ganz gleichgültig um welchen Stand oder Beruf es sich handelt. Daher ist auch — so sagte der Redner u. a. — der Zweck dieser Schulungsabende der gleiche wie der Zweck des jahrelangen Kampfes der NSDAP.: es soll erreicht werden, die deutschen Menschen aller Gesellschafts- und Berufsgliederungen dem Führer zur Verfügung zu stellen. Die NSDAP, hat die Macht im Staate errungen gegen Menschen, die ihr zum Teil sehr feindlich gegenüberstanden, auch in den Reihen des heutigen KDAI. Nun fiept die Partei ihre Aufgabe darin, die bisher noch fernstehenden deutschen Volksgenossen heranzuholen und sie weltanschaulich zu schulen, weil sie ein Eigenleben nicht mehr führen können. Die Partei will das deutsche Volk geistig umstellen. Die NSDAP, will historisch die Französische Revolution ablösen. Die Französische Revolution predigte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Die NSDÄP. setzt anstatt jener Freiheit die Gebundenheit an Volk und Raum, an Rasse und Blut, nicht uferlose Freiheit, sondern Gebundenheit an die Lebensbedingungen des deutschen Volkes. Aus dieser Grundlage muß das deutsche Volk sich bewegen, sein Boden ist Deutschland. Im Gegensatz zu jener Gleichheit sagt der Nationalsozialismus: nicht Gleichheit, sondern die Leistung im Leben ist das maßgebende! Mit jener Gleichheit hängt das demokratische System zusammen, in dem jeder Idiot durch seinen Stimmzettel genau so viel zu sagen hatte wie der Intelligente. Jenes demokratische System haben wir im Interesse des deutschen Volkes ausmerzen müssen. Wir haben das Gegenteil davon getan, indem wir das Führerprlnzip bis zum kßfen Dorfschulzen herausstellten. Unter diesem Führerprinzip ist es ein Unding, daß Gemeinderäte heute noch a b st i m m e n, während allein der verantwortliche Führer entscheiden soll. Ein Mann kann die Verantwortung aber nur tragen, wenn er selbst entscheiden kann. Jeder muß bei der Durchsetzung des Führerprinzips bis zum letzten mithelfen, er muß alle früheren Gedanken herausreißen, auch im Berufsleben. D i e Leistung allein i st das wesentliche? Wenn wir Nationalsozialisten von Leistung reden, so fragen wir nicht nach der Herkunft oder wieviel Zeugnisse einer hat. Wir fragen nur, ob er ein Kerl ist, der etwas kann und weiß, der den Platz voll ausfüllt, auf den er zum Wirken gestellt ist. An Stelle der Gleichheit setzen wir also die Leistung, das Führerprinzip! Und die letzte Kraft erblicken wir im Blut, deshalb betonen wir das Prinzip der Raffe. Deshalb fördern wir unsere nordische Rasse, denn sie ist bisher in der Welt immer d i e Rasse gewesen, die im großen und ganzen betrachtet die größten Leistungen hervorgebracht hat. Die Grundlage für den Rationalsozialismus heißt immer nur Blut und Boden. Der Redner besprach hierauf mancherlei Möglichkeiten, aus dieser Weltanschauung, aus den Tiefen des Blutes, der Erbmasse und des Bodens heraus auch das Wirken und Streben des Architekten und Ingenieurs in seinem Schaffensgebiet Neues zu gestalten und bleibende Kulturwerke zu vollbringen, in denen sich das Wesen des Nationalsozialismus offenbart: einfach und hart, nüchtern, aber auch überschwenglich und idealistisch bis zum letzten. Nach einigen kurzen Hinweisen auf die Widerspiegelung des Nationalsozialismus im staatspoliti- schen Geschehen, auf die Ausprägung des Führer- Srinzips in der Partei und deren pyramidenartigen ufbau von der breiten Fläche der gewaltigen Masse bis hinauf zur höchsten Spitze des Führers und die gleichartiae Neukonstruktion des Deutschen Reiches empfahl der Redner, Chamberlains „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts", Rosenbergs „Mythos" und vor allem Adolf Hitlers „Mein Kampf" genau zu lesen, bann wird jeder erkennen, worum es geht. Dann wird auch jeder gern dem Führer helfen bei feinem Werk, und er wird sich bereitwillig eingliedern lassen, wenn er nur immer den Gedanken als Richtschnur hat: Wie kann ich am besten helfen? Es braucht nicht jeder in der Partei zu sein! Aber zur Mithilfe muß jeder Volksgenosse st e t s bereit fein. Dann wird jeder auch mit Freude an seine Aufgaben Herangehen, und er wird sich selbst an seiner Arbeit begeistern. Wenn wir alle so arbeiten, werden wir den Kleinkram des Lebens bald vergessen. Dann werden wir bessere und ganz andere Menschen werden, wir werden uns geiftig umstellen, alte Begriffe ablegen und neue Herausstellen, um das zu erreichen, was wir wollen: das Ziel: ein ewiges Deutschland! Bezirksleiter pa. Kurz dankte dem Redner für seinen mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag herzlich und betonte, daß der KDAI. es als feine Aufgabe anfehe, feine Mitglieder zu guten Nationalsozialisten zu erziehen. Für diese Arbeit sei es außerordentlich wertvoll, daß Pg. K l o st e r m a n n zu der Versammlung über die Weltanschauung des Nationalsozialismus gesprochen habe. Jedes Mitglied des KDAI. müsse sich bemühen, immer mehr in den nationalsozialistischen Geist hineinzuwachsen und aus ihm heraus zu den Volksgenossen und Mitarbeitern nur als Nationalsozialist zu sprechen. Dringender Appell zur Arbeitsbeschaffung. Anschließend richtete Gauinspekteur und Kreisleiter Pg. K l o st e r m a n n an die Versammlung die dringende Aufforderung, aus dem Gebiet der Arbeitsbeschaffung mit größter Tatkraft mitzuwirken und aus der fachmännischen Kenntnis der Architekten und Ingenieure heraus den zuständigen Stellen geeignete Vorschläge zu machen. In den Kreisen Gießen und Friedberg müsse hinsichtlich der Arbeitsbeschaffung noch viel getan werden, ganz besonders im Kreise Friedberg. Als Musterbeispiel führte Pg. Klo st ermann den Kreis Alsfeld an, in dem rund 2500 Anträge auf Arbeitsbeschaffung eingereicht wurden, die einen Gesamtumsatz von 2Vz bis 3 Millionen Mark bedeuten. Diesem Beispiel gelte es nachzueifern. Dabei müßten die Mitglieder des KDAI. Bahnbrecher sein und es an Initiative nie fehlen lassen. Es müsse alles getan werden, um die deutschen Volksgenossen auch in der Bereitstellung von Arbeit zu befriedigen. Wenn diese Aufgabe erfüllt und die Arbeitslosigkeit auf die vom Führer verkündete ungefähre Grenze gesenkt werde, dann sei die Arbeitsschlacht siegreich geschlagen. Die Versammlung stimmte auch diesen eindrucksvollen Worten mit lebhaftem Beifall zu. Im weiteren Verlaufe des Abends hielt Bürgermeister Dr. Hamm einen Vortrag über A r - beitsbeschaffungsfragen. Wir werden darüber noch berichten. rotes darstellt. Das Heftchen Ist Bei den Betriebszellenobmännern ober bei den Ortsgruppen für 10 Pf. zu haben. Errichtung eines staatlichen Turn- und Svortamts in Hessen. Das Staatspreffeamt teilt mit: Turnen und Sport ist im nationalsozialistischen Deutschland eine Angelegenheit des Staates. Aus dieser Feststellung heraus hat sich der Hessische Staatsminister veranlaßt gesehen, zur Förderung und Bearbeitung aller Turn- und Sportangelegenheiten ein Turn- und Sportamt zu errichten. Das neue Amt wird als eine Geschäftsstelle des Personalamts dem Hessischen Staatsministerium angegliedert, so daß der Leiter des Personalamts, Verwaltungsdirektor L ö - wer, auch gleichzeitig Leiter dieses Turn- und Sportamts ist. Die Fahne der Deutschen Arbeitsfront. Das Propaganda-Amt der Deutschen Arbeitsfront und der NSG. „Kraft durch Freude" teilen mit: Es ist in letzter Zeit vorgekommen, daß unbc^ fugte Kreise Phantasiefahnen als Symbole der Deutschen Arbeitsfront gezeigt haben. Die Propa- aanda-Warte der Deutschen Arbeitsfront sind dafür verantwortlich, daß am 1. Mai und in Zukunft die vorschriftsmäßige Fahne der Deutschen Arbeitsfront gezeigt wird. Die Fahne der Deutschen Arbeitsfront hat genau wie die Fahne der NSDAP, ein weißes rundes Feld auf rotem Grund, in dem weißen Felde befindet sich das Zeichen der Deutschen Arbeitsfront in Schwarz, ein Hakenkreuz, umgeben von einem Zahnrad. Es ist verboten, an den Fahnen der Deutschen Arbeitsfront Fransen, Quasten, Goschs oder Inschriften auf dem Fahnentuch anzubringen. Die Einheiten der Deutschen Arbeitsfront können jedoch etwa in der Höhe der oberen Kante des Fahnentuches kräftige Metallschilder (Fahnennägel) am Fahnenschaft mit kennzeichnenden Inschriften anbringen. Am 1. Mai trägt jedes Mitglied der Deutschen Arbeitsfront als Zeichen der Verbundenheit aller schaffenden deutschen Menschen das Abzeichen der Deutschen Arbeitsfront, das Zahnrad mit dem Hakenkreuz. Auch Parteigenossen und Uniformierte, die Mitglied der Deutschen Arbeitsfront sind, tragen dieses Abzeichen. Au sämtliche Ortsgruppenbetriebs- warte! Alle Ortsgruppenbetriebswarte melden bis spätestens Samstag, 21. April, wer von den NSBO.-Mttgliedern, die nach dem 30. Januar 1933 gekommen sind, noch nicht der Deutschen Arbeitsfront ober einem der Deutschen Arbeitsfront angeschlossenen Verband angehört. Gießen, 17. April 1934. Heil Hitler! Gez. Hermann Wagner, Kreisbetriebszellenobmann. I. A. gez. Hahn, stellvertretender Kreisbetriebszellenobmann. Am nächsten Samstag, 21. April, findet die Schulung im Haufe der Deutschen Arbeitsfront um 19 Uhr statt. Es ist dies die letzte Schulung vor der am Samstag, 28. April, stattfindenden Prüfung. Es wird hiermit sämtlichen Amtswaltern der NSBO. zur Pflicht gemacht, an diesem Schulungsabend teilzunehmen, zumal bei der Prüfung der Gaubetriebszellenschulungsleiter Pg. D e m m e r anwesend sein wird. Wer an diesem Schulungsabend der NSBO. nicht teilnimmt, wird rücksichtslos als Amtswalter abgefetzt. Es geht nicht an, daß Amtswalter nur dem Namen nach Amtswalter sind und nicht wissen, was sie durch ihre Tätigkeit für eine Verantwortung für Volk und Bewegung übernehmen. Es kann eben nur weiterhin der Amtswalter fein, und auch nur d e r in den Besitz der Bestätigung über die Absolvierung des Schulungskursus kommen, der tatsächlich die Schulungskurse besucht hat. Es wird an diesem Abend eine genaue Kontrolle über jeden Amtswalter vorgenommen werden. Entschuldigungen gibt es nur in den dringendsten Fällen. Gießen, 17. April 1934. Gez Hahn, Kreisbetriebszellenschulungsleiter. Werde Mitglied der Deutschen Arbeitsfront! Die Volksgenossen, die noch nicht als Mitglied der Deutschen Arbeitsfront angehören, haben noch Gelegenheit, dies biszum3 0. April 19 3 4 nachzuyolen. Vom 1. Mai ab tritt dann endgültige Sperre ein. Aufnahmeanträge müssen an den Wohnorten der einzelnen Antragssteller bei den örtlichen N S B O. - Dienststellen gestellt werden. Für Gießen müssen die Aufnahmen bei der Kreisbetriebszellenabteilung, Schanzenstraße 18, Zimmer 2, getätigt werden. Die Dienststunden sind von 11 bis 12.30 und von 17 bis 18 Uhr. Außer dieser Zeit kann niemand abgefertigt werben. Gießen, 17. April 1934. Heil Hitler! Gez. Hermann Wagner, Kreisbetriebszellenobmann. I. A. gez. Hahn, stellvertretender Kreisbetriebszellenobmann. AusparteiamtlichenBekanntmachungen Adolf-Hitler-Geburtstagfeiern in den Ortsgruppen. Die Gießener Ortsgruppen der NSDAP, veranstalten am morgigen Freitag aus Anlaß des Geburtstages des Führers und Reichskanzlers Geburtstagfeiern in den verschiedenen Sälen der Stadt. Die Ortsgruppe G i e ß e n - S ü d vereinigt ihre Parteigenossen sowie alle übrigen Volksgenossen, die herzlich einaeladen sind, im Katholischen Vereins- haus. Die Ansprache hält Pg. Holländer. Musikalische Darbietungen werden die Feier vertiefen. Die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen- Ost und der NS.-Frauenschaft versammeln sich im Caf6 Leib. Die Parteigenossen, Parteigenossinnen, Angehörige der Frauenschaft, der NSBO., der SA., SS. und Hitlerjugend nehmen entsprechend einer Bekanntmachung der Ortsgruppe Gießen- Mitte ebenfalls an der Feier im Caf6 Leib teil. Die Feier der Ortsgruppe Nord wird im „Aquarium", Walltorstraße, abgehalten. Für die Parteigenossen und die Mitglieder der NS.-Frauen- schäft ist die Teilnahme Pflicht. Die einzelnen Veranstaltungen beginnen jeweils um 20.30 Uhr. * Der Abteilungsleiter des Amtes für Beamte, Kreis Gießen, Pg. Ulrich, gibt begannt, daß der für Freitag, 20. April, vorgesehene Fachschaftsabend der Fachschaft 12 (Allgemeine Länderoerwaltung) erst am 27. d. M. stattfindet. Der NSLB. des Kreises Gießen gibt bekannt, daß die Bezirksobleute, Kreisarbeitsleiter und Schulgruppenleiter entsprechend einer Anord- nung der Gauleitung darauf zu sehen haben, daß der erste Montag eines jeden Monats nicht von einer Veranstaltung des NSLB. belegt, sondern für Sitzungen, Veranstaltungen, Zusammenkünfte usw der Parteiorganisation freizuhalten sind. Der NSLB. Kreis Schotten gibt bekannt, iir um 14 Uhr, die Bezirkskonferenz Ulrichstein bei Groh tagt. Opfert für die ASS.! Alle diejenigen, die sechs Monate lang regelmäßig Beitraae vom Lohn und Gehalt für das WHW. angeführt haben, erhalten die Abschlußplakette. Es wird erwartet, daß diese Volksgenossen ihren Opfersinn dadurch krönen, daß sie von nun an ihre Zuwendungen der NSV. für „Mutter und Kind" zukommen lassen. Soweit Volksgenossen nachträglich Opfer für den Kampf gegen die Not der Darbenden bringen, kann auch diesen die Plakette als Gedenkmünze verabfolgt werden. Die NSV. rechnet weiterhin mit der Einsicht und dem Opferwillen aller Deutschen. Die Gauamtsleitung der NSV. NGOAp., Ortsgruppe Giehen-Nord. Amt für Volkswohlfahrt. Donnerstag, 19. April, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord eine weitere Pfundsammlung Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbeschaffungsprogramm des Rhein-Main-Gebiets: Maßnahme: Tagewerke; Umbau des Schlosses Oranienstein zu einer nationalpolitischen Erziehungsanstalt durch den preußischen Finanzminister, Berlin. Instandsetzung und Ergänzung Maschinen-, wärme, und elektrotechnischer Anlagen in städtischen Baulichkeiten durch die Stadt Frankfurt a. 2TL 5000 Regulierung, Kanalisation des Flügelbaches in der Gemarkung Nierstein 2500 Entwässerung von Wiesen- und Ackerländereien durch die Enlwässerungs- genossenschaft Elleringhausen 340 statt. Alle Volksgenossen werden auch jetzt wieder gebeten, nach besten Kräften zu geben und die Spenden bereitzuhalten, daß sie beim Erscheinen eines Amtswalters ohne Zeitversäumnis in Empfang genommen werden können. Heil Hitler! gez. I ö ck e l, stellv. Ortsgruppenamtsleiter. Herabsetzung der Grundgebühr für Fernsprechhauptanschlüffe. Wie uns amtlich mitgeteilt wird, ermäßigen sich bei Ortsnetzen unseres Leserkreises die monatlichen Grundgebühren: in Gießen von 7 RM. auf 5,50 RM. „ Großen-Buseck „ 4 „ „ 3,50 „ „ Großen-Linden „ 5 „ „ 4,— „ „ Lich (Oberh.) „ 5 „ „ 4,— „ „ Lollar „ 4 „ „ 3,50 „ Die Grundgebühr von 3 RM. für die Teilnehmer, die an die Vermittlungsstelle Rodheim (Bieber) an= geschlossen sind, bleibt bestehen. Festgottesdienst zum 1. Mai. Außer den am Tatze der nationalen Arbeit stattfindenden Festgottesdiensten werden auf Anordnung oes Landesbischofs Lic. Dr. Dietrich die kirchlichen Gebäude am 1. Mai beflaggt werden. In der Zeit von 12 Uhr bis 12.15 Uhr werden sämtliche Kirchenglocken läuten. Am Sonntag vor dem 1. Mai wird in den Gottesdiensten für den Tag der nationalen Arbeit Fürbitte getan und die Gemeindemitglieder werden zur Teilnahme an dem Festgottesdienst und an den Festveranstaltungen des 1. Mai besonders eingeladen. Sturmschäden. Gestern gegen 15.30 Uhr zogen im Westen unserer Stadt schwere Wolkenmassen auf, die sich mit großer Geschwindigkeit näherten. Sehr plötzlich erhob sich wenige Minuten später ein heftiger orkanartiger Wind, der etwas Regen, auf verschiedenen Strichen sogar Hagel mit sich brachte. Die Gewalt des plötzlich anftürmenben Windes war so groß, daß innerhalb unserer Stadt verschiedentlich Schaden angerichtet wurde. Ani stärksten wurde, so weit wir bisher hören konnten, die Müller'sche Badeanstalt in Mitleidenschaft gezogen. Dort wurden von einem Teil der in langen Reihen aufgebauten Kabinen die Dächer abgehoben, so daß ein nicht unwesentlicher Schaden entstanden ist. Das Dach einer dieser Kabinenreihen wurde zum Teil zur (Erbe, zum Teil ins Wasser geschleubert. Leiber fiel bem Sturm auch ein stattlicher Kastanienbaum am Hindenburgwall zum Opfer. Der Baum würbe vom Winb umgebrückt unb zum Teil entwurzelt, so baß er entfernt werben mußte. In ber Licher Straße würbe von einem Baume ein starker Ast abgeschlagen, ber im Sturz eine Straßenlampe zu Boben riß. Nie Neuregelung der Eierverwertung. Von ber Geschäftsstelle ber Bezirks-Eier« Verwertungsgenossenschaft Gießen wirb uns geschrieben: Die Bezirks-Eierverwertungs-Genossenschaft Gießen hat ab heute ihre Tätigkeit ausgenommen. Ent- sprechend ben gesetzlichen Bestimmungen ber beut» scheu Eierbewirtschaftung müssen alle Eier, soweit sie nicht vom Erzeuger an ben Verbraucher bireft verkauft werben, an bie Bezirkskennzeichnungsstellen (hier Eierverwertungs-Genossenschaft Gießen) zur Standardisierung abgeliefert werben. Als Verbraucher gelten nur, wie bereits schon bekannt gemacht mürbe, Privatpersonen, Kliniken unb ähnliche Anstalten. Die Bezirks-Kennzeichnungsstelle Gießen hat den Handel in ihrem Bezirk zu beliefern. Dies gilt auch für bie Hänbler, bie von auswärts nach hier kommen, um auf bem Wochenmarkte unb von Haus zu Haus Eier zu verkaufen. Es mürbe nicht ben Zweck ber Sache erfüllen unb auch eine Verteuerung herbeiführen, roenn ber Hanbel von ausroärts Eier beziehen wollte unb somit bie Kennzeichnungsstelle Gießen gezwungen wäre, ihre Eier nach anberen Plätzen zu verschicken. Der Verbraucher soll in seinem eigenen Interesse nur ftanbarbifierte Eier kaufen, benn nur bann hat er bie Gewähr, kein faules Ei zu bekommen, ba alle Eier auf Güte unb Frische geprüft werben. Es liegt mithin schon beim Erzeuger, ber seine Ware an bie Sammelstelle abgibt (es ist bies ausdrücklich für bie Erzeuger gesagt), biefer Sortierarbeit bei ben Kennzeichnungsstellen entgegenzukommen, in» bem gute, saubere unb frische Eier angeliefert werben. Eine Übergangserscheinung ist bie Disziplinlosigkeit unb bie Umgehung ber neuen Marktorbnung für Eier. Hier kann man von bösem Willen und Sabotage sprechen. Es wirb aber noch wenige Tage bauern, bann sind bie neuen Strafbestimmungen erschienen unb werben ben Trägern ber neuen Marktorbnung bie Hilfestellung ber Polizei an bie Hand geben. Gietzener Wocbenmarktpreisc * Gießen, 19. April. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, bas Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inlänbische) 8Vt bis 9, Weißkraut, bas Pfunb 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben, 12 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 15, Spargel 50 bis 85, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1,— Mark, Tomaten 60, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 15, Kartoffeln 3X> Pf., ber Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel bas Pfunb 20 bis 30 Pf-, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, bas Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 40, Salat 20 bis 25, Salat- gurken 60, Lauch 5 bis 10, Rettich 20, Sellerie 10 bis 30, Rabieschen, bas Bunb 12 bis 15 Pf. BornoNzcn. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Robinson soll nicht sterben". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Flüchtling aus Chikago". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Kriegerverein: 8.30 Uhr, Monatsversammlung, Cafe Ebel. — NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte: 20 Uhr, Haus der Arbeit, Ortsgruppenabend. — Stadttheater Gießen. Als „Deutsche- Bühne"-Borstellung (ungerade Mitgliedsnummern) heute, 20 Uhr, das heitere Stück in acht Bildern: „Robinson soll nicht sterben" von Fr. Forster. ** (Sin Achzigjähriger. Lokomotivführer i. R. Konrad Warner, 'Rodheimer Straße 30, kann heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist seit 55 Jahren Leser des Gießener Anzeigers. ♦* Das Büro des Reichsluftschutzbundes verlegt. Wie uns von der Bezirks- gruppe Oberhessen-Gießen des Reichsluftschutzbundes mitaeteilt wird, befindet sich das Geschäftszimmer der Bezirksgruppe Oberhessen und der Ortsgruppe Gießen des Reichsluftschutzbundes von jetzt ab im Hause Gartenstr. 2, Seitenbau. Die Geschäftsstelle ist telephonisch unter der Nummer 2607 zu erreichen. ** Unfall im Gießener Bahnhof. Gestern gegen 9 Uhr ereignete sich im Gießener Bahnhof bei der Ausfahrt des Güterzuges 7920 nach Frankfurt ein Unfall. Der Reseroelokomotiv- führer Hermann Wagner von hier, Lahnstr. 21, beuate sich, als er nach einem Schaden an der Maschine sehen wollte, zu weit aus der Lokomotive, so daß er mit dem Kopf gegen einen Leitungsmast schlug und eine Verletzung erlitt, die aber glücklicherweise nur leichterer Natur ist. Der Verunglückte konnte, nachoem ihm in der Chirurgischen Klinik Hilfe zuteil geworden war, nach Hause gebracht werden. ** Jetzt ist es Zeit für die Schädlingsbekämpfung auf dem Felde, im Garten und Obstbau! Die Auswinterunas- und Ge- treidefliegenschäden treten zwar am Wintergetreide zurück, dafür machen sich aber die Drahtwürmer, Engerlinge und Erdraupen an den jungen Frühjahrssaaten bemerkbar. Sehr schädlich werden auch die Larven des Rapserdflohes, die in den Stengeln, Blattstielen und Blattrispen der Rapspflänzchen überwintert haben. Bei kühlem Blühwetter kann der Rapsglanzkäfer durch seinen Knospenfraß sehr schädlich werden. In den Spargelanlagen muß man nuf das Auftreten von Spargelrost, Spargelkäfer und Spargelfliege gewappnet sein. Am Klee sind besonders bei naßkalter Witterung stärkere Schäden 3U erwarten. Wer bis jetzt versäumt hat, die infolge der Moniliakrankheit abgestorbenen Triebe von den Obstbäumen zu entfernen, darf damit nicht länger zögern. Gegen den Apfelblattsauger muß noch vor Beginn der Laubentfaltung gespritzt werden. Amtsgericht Gießen. Wegen Verstoßes gegen die Kraftfahrzeugver- kehrsordnung erhielt eine Frau aus Twifsingen 15 Mk. Geldstrafe. Die Angeklagte sollte mit ihrem Kraftwagen die rechte Straßenseite nicht eingehalten haben. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Angeklagte ziemlich rechts gefahren ist. Es erfolgt deshalb F r e i s p r u ch. Ein Mann von Gießen hatte u. a. auch Inkasso zu besorgen. Dabei behielt er ein kassierte Gelder in Höhe von 400 Mark für sich. Wegen Unterschlagung erkannte das Gericht auf 7 Monate Gefängnis. Ein Straßenbahnfchaffner verursachte dadurch, daß er an der Kreuzung am Ludwigsplatz weiter- fubr, mit einem anderen Wagen einen Zusammenstoß, wodurch ein Fahrgast einen Rippenbruch davontrug. Das Gericht erkannte, wie im Strafbefehl, auf eine Geldstrafe von 30 Mark. Schöffengericht Gießen. Wegen Verstoß gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März 1933 erkannte das Gericht gegen die Margarethe Brill aus Nieder-Eschbach auf einen Monat G e - f ä n g n i s. Die Angeklagte erlaubte sich im Juli vorigen Jahres ein Urteil über das neue Deutschland, das geeignet war, das Wohl des Reiches und das Ansehen der Reichsregierung schwer zu schädigen. Der Staatsanwalt hatte eine Gefängnisstrafe von drei Monaten beantragt. Durch Vorhalten einer Pistole veranlaßten zwei Männer aus Merkenfritz einen Kaufmann den Betrag von 32 Mark herauszugeben. Ein Angeklagter erhielt an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten 200 Mark Geld- ft r a f e, der andere Angeklagte wegen verbotenen Waffenbesitzes eine Geldstrafe von 10 Mark. Als Rechner und Lagerhalter des Spar- und Darlehenskassenvereins zu Schwarz unterließ es der Karl Sandmann 2. aus Angersbach, vereinnahmte Gelder in Höhe von etwa 11 000 Mark zu verbuchen. Für Zwecke des genannten Vereins verwandte er nur 4792 Mark, den Differenzbetrag verbrauchte der Angeklagte für seine Zwecke. Das Gericht verurteilte ihn zu sechs Monaten Gefängnis, nachdem der Vertreter der Anklage eine Gefängnisstrafe von zehn Monaten beantragt hatte. Nundfunkprogramm. Freitag, 20. April. 6.05 Uhr: Nachrichten. 6.55: (Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. Musik am Morgen. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Morgengymnastik. 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.40: Freiburg: Eigene Sendung. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Hamburg: Mittagskonzert I. 13: Uebertragung nach Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittagskonzert II. Variationen über das Thema in „a-mor . 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskon- zer III. Fröhlicher alter und neuer Klang. 14.30: Freiburg: Nachrichten. 14.40: Stunde der Frau. Kleine Plaudereien aus dem Leben der Frau. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert. 17.30: Der gelbe Haß. Erlebnis in China. Vortrag von Hans Mana Lux. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Mannheim: Jugendfunk: Am Neckar und am Rheine! Eine Stunde der Mannheimer Hitlerjugend. 18.25: Köln: Englischer Sprachunterricht. 18.50: Deutschlandsender: Alle gegen einen, einer für alle. Ein Hörspiel von Friedrich Forster. 20: Stuttgart: Nachrichten 20.15: München: Reichssendung: Volksgemeinschaft durch die Hitler-Spende. Eine Hörfolge von Friedrich Gg. Heinrich Brunner und Heinz Zimmermann. 21.15: Verdi — Wagner. Konzert des Südfunkorchesters. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.15: Stuttgart: Du mußt wissen ... 22.40: Zwischenprogramm. 23: Stuttgart: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Nikolaus Lenau — Franz Liszt. 24 bis 1: Stuttgart: Nachtkonzert. Fahnen heraus zum Geburtstag des Führers am Freitag, 20. April! Keine deutsche Familie darf eine Ausnahme machen! Kreisleitung Gießen: Z.A.: Schmelz, Kreispropagandaleiier Das Hilfswerk „Mutter und Kind" der ASV. „Der Staat hat für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen durch den Schutz der Mutter und des Kindes"... Punkt 21 des Parteiprogramms der NSDAP. Wenn die NS. - Volkswohlfahrt nach Abschluß des Winterhilfswerkes mit der Einleitung eines neuen großen Hilfswerkes „M utter und Kind" beginnt, so fetzt sie damit einen Programmpunkt der Bewegung in die Tat um. Die Zukunft Deutschlands und den Bestand der Nation gilt es zu sichern und zu festigen. Der Nationalsozialismus hat bereits der sinkenden Geburtenziffer Einhalt geboten und unmittelbar nach der Machtübernahme mit positiven bevölkerungspolitischen Maßnahmen begonnen. Er hat vor allem mit einer intensiven Aufklärung eingesetzt und die Notwendigkeit einer Geburtenzunahme, sowie die Gefahren einer absteigenden Bevölkerungsbilanz für das Volk selbst in das Volksbewußtsein einzuhämmern versucht. Nun gilt es einen Schritt weiter zu gehen und den Versuch zu machen, Schwierigkeiten und Hemmungen, Nöte und Sorgen, die heute noch auf der Familie und insbesondere auf der Frau lasten, wegzuräumen, um Richtlinien für den Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hatte kürzlich Vertreter des Reichs- minifteriums des Innern und des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, sowie die bisher an der Durchführung des Muttertages beteiligten Verbände zu einer Vorbesprechung für die Gestaltung des Muttertages geladen. Nachdem der einhellige Wunsch aller beteiligten Behörden und Organisationen, den Muttertag auch weiterhin bestehen zu lassen, zum Ausdruck gekommen war, wurde vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda dem Amt für Volkswohlfahrt bei der Obersten Leitung der PO. (NS.-Volkswohlsahrt) und dem Deutschen Frauenwerk federführend die Vorberei- tunb und Durchführung übertragen. Diese Stellen geben jetzt für den Muttertag 1934 folgende Richtlinien bekannt, die eine würdige Gestaltung des 13. Mai sichern sollen: Der Muttertag wird in diesem Jahre ausschließlich ideellen Charakter tragen und sich nicht den vergangenen Muttertagen angleichen, die deutsche Mutter frei zu machen für ihre volksbiologische Ausgabe. Lasten und Sorgen lagen in der Vergangenheit in erdrückendem Maße auf ihren Schultern. Krieg — Inflation — Arbeitslosigkeit — drei Schreckensregi- mente, die nicht spurlos an der Familie, an Mutter und Kind vorübergegangen find. Es muß hier einmal die Frage gestellt werden: roas»roäre wohl aus unserem Volke geworden, wenn nicht die deutschen Mütter in der Vergangenheit ihre ganze Tapferkeit, ihren unerschütterlichen Glauben und ihre Treue zusammengerafft hätten, um immer wieder standzuhalten gegenüber den Härten des täglichen Lebens! Das H i l f s w e r k „M utter und Kind" ist nicht allein eine Zukunftsaufgabe, sondern es muß damit auch eine Dankesschuld der Vergangenheit abgetragen werden für die vielen unbekannten und tapferen Heldinnen des Alltags. Darum muß jeder aufrechte Deutsche Mitglied der NSv. werden. Anmeldungen nimmt jede Ortsgruppe der NSV. des Amtes für Volkswohlfahrt, Gau Hessen-Nassau, entgegen. Die Gauamtsleitung der NSV. Miieriag 1931 die zum Teil materiellen Gesichtspunkten dienten. Der 1 3. M a i dieses Jahres wird, entsprechend dem Gestaltungswillen des.Nationalsozialismus, in ganz besonderem Maße der Tag der Familie werden. Es werden in besonderer Weise die Mütter geehrt werden, deren Söhne im Kriege oder während des Kampfes um das neue Deutschland gefallen sind. Auch der alten und vereinsamten Mütter soll an diesem Tage besonders gedacht werden. Der Muttertag ist eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes; an seiner Vorbereitung beteiligen sich die Parteiorganisationen, die Frauenverbände, die Jugendverbände, die Wohlfahrtsverbände, die Kirche, Presse, Rund- funk, Theater und Film. Die Schulen und Jugendverbände haben in erster Linie die Aufgabe, die Aktivität und den Gestaltungswillen des einzelnen Volksgenossen hinsichtlich des Muttertages zu fördern. Der Muttertag ist ein Sinnbild der steten Dan- kespflicht, die die gesamte Nation ihren Müttern schuldet. Gesellenbrief-Meneichung und Lossprechung der Fleischer-Junggesellen. Don der Fleischer-Innung Gießen wird uns berichtet: Im Gegensatz zu Len früheren Jahren wurde diesmal, besonders veranlaßt durch eine Anordnung des Reichshandwerksführers, die Überreichung der Gesellenbriefe und die Lossprechung zu Junggesellen in feierlicher Weise durchgeführt. Zu der Feier hatte man neben den Prüflingen deren Eltern, die hiesige Handwerkskammer-Nebenstelle, die Gesellen, insbesondere den Altgesellen Müller, die Leiter der Fachschule, Herrn Rektor Adam, Herrn Dr. Schleimer, ferner die Ehrenmitglieder und die Meister eingeladen. Der Saal bei Mitglied Faulstich war mit Blumen geschmückt. Außerdem hatte man die Fahne der Innung, die des früher bestandenen Gesellenvereins „Brüderschaft", sowie die neue Reichsstandarte zur Aufstellung gebracht. Die Feier wurde eingeleitet mit dem Vorspiel zum 3. Akt aus „Zar und Zimmermann". Sodann begrüßte der Jnnungs- führer C. P i r r die Teilnehmer, besonders den Vorsitzenden der hiesigen Handwerkskammer-Nebenstelle Herrn Stühler, Herrn Rektor Adam, den Reichsfachschaftswart für Gesellen, die Eltern, die Ehrenmitglieder, ferner die Gesellen und die Meister. Der Jnnungsführer führte bei feiner Ansprache u. a. aus, daß die Aeberreichung der Gesellenbriefe und die Lossprechung zu Junggesellen heute zum ersten Male nicht nur in ernster, sondern in besonders feierlicher Weise geschehe, in der guten Absicht, damit den Junggesellen für ihr gesamtes Leben eine Erinneruhg zu schaffen. In feinen wetteren Ausführungen machte der Jnnungsführer auf die Pflichten der Junggesellen aufmerksam, ersuchte sie, sich in die große Volksgemeinschaft einzuschalten und weiter zu lernen, so daß sie demnächst nach Ablegung der Meisterprüfung nicht nur tüchtige Meister, sondern vor allem auch ehrbare Stotlegen werden würden. Seine Ausführungen endeten mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Ehrenpräsidenten des Handwerks und den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Deutschland- Liedes gesungen. Daran anschließend gab der Vorsitzende des Lehrlingsprüfungsausschusses Meister L. V o g t das Ergebnis der Prüfung bekannt, und erklärte, daß sämtliche Prüflinge die Prüfung bestanden haben. In praktischer Hinsicht seien gute Resultate erzielt worden, bei der theoretischen Prüfung seien die Ergebnisse ebenfalls gut und zufriedenstellend gewesen: festzustellen sei dabei gewesen, daß überall da, wo den Lehrlingen Gelegenheit zur Teilnahme an dem Fachschulunterricht geboten war, besonders gute Resultate erzielt wurden. Er gab ferner den Lehrlingen in eindringlicher Weise ernste Ermahnungen mit auf ihren ferneren Lebensweg. In gleicher Weife und im gleichen Sinne äußerte sich der Reichsfachschaftswart Geselle Beier. Die Prüflinge traten dann vor den Jnnungsführer, der durch Handschlag die Lossprechung vornahm und sie gleichzeitig zu Junggesellen ernannte. Die Gesellenbriefe wurden den einzelnen Prüflingen von dem Vorsitzenden des Gesellenaus- schusses L. Vogt überreicht. Der Vorsitzende der Handwerkskammer - Nebenstelle Herr Stühler dankte für sich und den Kammerpräsident Müller für die Einladung und erklärte sich insbesondere mit den Ausführungen des Jnnungsführers identisch und betonte, daß es immer weiter zu lernen gelte, da man ja nie auslerne. Der Redner wies auf den Reichskanzler Adolf Hitler hin, der aus dem Handwerkerstand hervorgegangen sei und erklärt habe, daß das Handwerk in jeder Weife weitgehend unterstützt werden solle. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichskanzler Adolf Hitler schloß er seine Ausführungen. Gemeinsam wurde sodann die erste Strophe des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Herr Rektor Adam von der Berufsschule dankte ebenfalls für die Einladung, indem er gleichzeitig die Junggesellen ersuchte, tüchtige Menschen zu werden, zumal sich die Zukunft unseres neu erstandenen Vaterlandes in erster Linie auf die Jugend gründe. Die Aufnahme der Junggesellen in den Gefellenstand wurde von dem Reichsfachschaftswart Beier vorgenommen. Zum Schluffe versicherte der Geschäftsführer B o e cf, daß der Eindruck, den man von dieser Feier gewonnen habe, nicht nur für die Junggesellen, sondern für alle Beteiligten eine schöne Erinnerung bleiben werde. Er betonte, daß mit der Veranstaltung der heutigen Feier und deren Ausbau der Jnnungsführer P i r r wiederum den Beweis erbracht habe, daß er, die Innung und das Fleischer-Handwerk auch jetzt wie früher streng auf nationalem Boden stehe und daß man die politischen und wirtschaftlichen Bestrebungen der heutigen Regierung jederzeit weitgehend und gerne zu unterstützen bereit sei. Er sprach dem Jnnungsführer Pirr den Dank der Anwesenden aus und gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß es ihm noch recht lange vergönnt sein möge, getragen von dem Gesamt-Vertrauen der Innung, mit gleich schönem Erfolg wie seither tätig zu sein. Nachdem der Jnnungsführer auf unser deutsches Vaterland ein dreifaches „Sieg-Heil" ausgebracht hatte, wurde die Feier geschloffen. Weitere Musikvorträge verschönten die Feier. Außerordentliche Parteitagung in Schlangenbad. Frankfurt a. M., 18. April (LPD.f Dar ©aupreffeamt teilt mit: Am 27., 28. und 29. April 1934 findet eine außerordentliche Tagung der Partei in Schlangenbad statt, zu der voraussichtlich der Stabsleiter der Obersten Leitung der PO., Pg. Dr. Ley, und der Reichsschulungsleiter, Pg. Gohdes, erscheinen werden. Feierliche Einführung des LandeS- bifchofs Lic. Dr. Dietrich. LPD. Frankfurt a. M., 18. April. Am Donnerstag, 26. April, wird der Landesbischof feierlich in fein Amt eingeführt werden. Am Vorabend, Mittwoch, 25. April, 20 Uhr, findet im großen Saal des Kurhauses zu Wiesbaden eine m u f i E a * lische Feier statt. Am Donnerstag, 26. April, 9.30 Uhr, empfängt zunächst der Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden den Reichsbischof sowie die staatlichen und obersten Kirchenbehörden im Festsaal des Rathauses. Um 10 Uhr wird der Landesbischof in einem feierlichen Gottesdienst in der Marktkirche zu Wiesbaden eingeführt. Um 20 Uhr wird im Paulinenfchlößchen eine Dolkskund- gebung mit Ansprachen des Reichsbischofs und des Landesbischofs veranstaltet. Am Sonntag, 22. April, werden in den Gemeinden die Geistlichen in einer Kanzelankündigung die Einführung des Lan- desbifchofs bekanntgeben und den Segen Gottes für ihn und feine Amtsführung erbitten. Oderheffen. Stadtratssitzung in Butzbach. pb. Butzbach, 17. April. In der heutigen Stadtratssitzung wurde folgendes defchloffen: Don der Firma Bamag-Meguin wurde im März, vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats, das Gelände der ehemaligen Brauerei Melchior erworben. Der Kaufpreis für das Gelände beträgt einschließlich der vorhandenen Gebäude 1 Mark pro Quadratmeter, mithin 16 390 Mark. Der Stadtrat beschließt den Ankauf der Grundstücke, und genehmigt den hierüber bereits am 28. März abgeschlossenen Kaufvertrag. Der Stadt find von der hiesigen Jeder pflichtbewußte und verantwortungsfreudige Deutsche gehört in die7!GD. D e r e i n s b a n f die in der kleinen Wendelstraße gelegenen zwei Gärten zum Kauf (ingeboten worden. Es sind die Grundstücke Fl. I Nr. 649/50 mit zusammen 1913 Quadratmeter. Sie könnten als Tauschgelände gegebenenfalls gut Verwendung finden. Die Bank fordert für den Quadratmeter 2,75 Mark = 4304,25 Mark. Die Kosten würde die Stadt übernehmen, und die Wertzuwachssteuer in Höhe von 353 Mark erlassen. Der Stadtrat beschließt, die Grundstücke von der Bank, wie vorgeschlagen, zu übernehmen. Die Kosten der For st Verwaltung an den hessischen Staat wurden bislang stets zwei Jahre später erhoben. Nunmehr werden diese noch im gleichen Jahre erhoben, jedoch ist es der Stadt nicht möglich, diese Kosten für 3 Jahre in einem Rechnungsjahr aufzubringen. Es ist daher mit dem Forsiamt vereinbart worden, die Beträge für 1930 und 1931 in Höhe von 10 488 Mark in 10 Jahresraten abzudecken. Der Armenfonds wird feinen Beitrag in Höhe von 468 Mark auf einmal bezahlen. Der Stadtrat beschließt dem Vorschlag gemäß und genehmigt den Vertrag. Durch das Feldbereinigungsverfahren ist die alte Notchaussee zwischen Kleeberger und Gießener Straße aufgehoben worden, weshalb die U m - gehungsstraße zwischen diesen Straßen ausgebaut werden muß. Die Kosten hierfür betragen laut Veranschlagung etwa 11 000 Mark, laut Sud- miffionsergebnis jedoch nur 9500 Mark. Testens des Arbeitsamts ist die Grundförderung für die Arbeit genehmigt worden, so daß die Stadt noch etwa 4000 Mark aufzubringen hat. Der Stadtrat beschließt den Ausgang der Umgehungsstraße und bewilligt die Mittel hierzu. Weiterhin genehmigt der Stadtrat das zwischen der Hess. Landesbank in Darmstadt und der Stadt Butzbach vereinbarte Abkommen über die Tilgung des Meliorationsdarlehens von 20 00Ö Mark für die Feldbereinigung. Ebenso beschließt der Staütrat die F i l i a l st e u e r für 1934 in der gleichen Höhe wie 1933, d. i. 200 v. H. zu erheben, und genehmigt die hierüber zu erlassende Ortssatzung. Landkreis Gießen. "Y Graßen-Linden, 18. April. Am Montagvarmittag wurden die diesjährigen Abc-Schützen in die neue Schule eingeführt. Ihre Zahl beträgt nur 29, und zwar 14 Mädchen und 15 Buben. Wie stark der Geburtenrückgang nach dem Krieg eingesetzt hat, zeigt deutlich, daß dieses Jahr noch 69 Schüler und Schülerinnen entlassen werden konnten. Rektor Siegfried begrüßte die Kleinen und führte sie in ihr neues Klassenzimmer. Hier empfing sie ihr Betreuer. Lehrer Meyer. Im Anschluß hieran wurden sie alle mit einer Brezel beschenkt, die die Kleinen erfreut nach Hause trugen. — Der seit längerer Zeit an der hiesigen Volksschule tätige Lehrer Reinheimer wurde mit Beginn des neuen Schuljahres nach Münster (Oberhessen) versetzt, wo er die einklassige Volksschule leitet Die Gemeinde sieht den beliebten Lehrer nur ungern scheiden. + Treis a. d. Lda., 17. April. Am Opfertag für die innere Mission fand in der hiesigen Kirche ein Festgottesdienst statt, in dem der Kirchenchor zwei Lieder sang und der Posaunenchor die Gemeindegesänge begleitete. Die Haussammlung für die Innere Mission' wurde von den Kirchenvorstehern und dem Kirchenrechner erhoben, den Plakettenverkauf besorgten Mitglieder des BdM., die Schriften verkauften die Konfirmanden. Am Nachmittag wurde in der Kirche die erste Schulanfängerandacht gehalten, bei der sämtliche Neuaufzunehmende mit ihren Müttern, teils auch mit den Vätern anwesend waren. Zum Schluß erhielten die Kleinen ein Bildchen mit passendem Spruch. * Queckdorn, 18. April. Zum kommissarischen Bürgermeister unseres Ortes wurde Hugo Horst von hier, und zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Johann Heinrich Albert, ebenfalls von hier, bestellt. * Weitershain, 18. April. Friedrich Nau von hier wurde zum kommissarifchen Bürgermeister der hiesigen Gemeinde ernannt. Oer Reichs-Berufswettkampf der Gruppe Metall in Lollar. ■- W - ■ Junge Metallarbeiter bei ihrer Präzisionsarbeit. Kreis Alsfeld. LPD. AIsfeld, 18. April. Die preußisch-hessische Grenze in der Nähe des Kreisortes Bernsburg ist seit einiger Zeit wiederum Treffpunkt von Zigeunerbanden, die hier, nicht zur Freude der Bevölkerung, sogar ihre Lagerstätten aufschlagen. Daß dabei auch nach Möglichkeit gestohlen wird, beweist ein neuer Borfall in Bernsburg, wo eine Zigeunerin in ein Gehöft eindrang, dessen Bewohner nicht zu Hause waren. Die Zigeunerin verschaffte sich durch die Stalltür Zutritt zu den Wohnräumen und stahl dort eine größere Menge Lebensmittel aller Art, worauf sie schleunigst verschwand. Mit ihr rückte auch die Zigeunerbande in aller Eile ab. Die sofort eingeleitete Verfolgung hatte den Erfolg, daß die B a n d e g e ft e II t und hie Diebin fe st genommen werden konnte. Kreis Schotten. L Rudingshain, 17. April. Am vergangenen Sonntag fand hier die Einweihung der in ihrem Inneren wieder neu herge st eilten Kirche statt. Mit dieser Feier war gleichzeitig die diesjährige Konfirmation verbunden. Nach der Beichte, die in einem Saale stattfand, marschierten die Konfirmanden, Schuljugend, SA., SAR., der Kriegerverein und die übrige Gemeinde zum Gotteshaus. Dekan Widmann (Schotten) hielt im Auftrage der hessischen Kirchenregierung die Weihepred^gt. Der Männergesangverein (Leitung: Lehrer Schmidt) verschönte die Feier durch gesangliche Darbietungen: auch die Oberklasse unter der Leitung von Lehrer Moor wirkte mit. Im Anschluß an die Weihefeier fand durch Pfarrer Römer die Konfirmation statt. Es wurden neun Knaben und sechs Mädchen eingesegnet. — Die Zahl der diesjährigen Schulneulinge beträgt neun (ein Knabe und acht Mädchen). — Lehrer Moor wurde mit ^Beginn oes neuen Schuljahres, nach kaum halbjähriger Tätigkeit in unserer Gemeinde, nach Schotten versetzt. Man sieht ihn ungern scheiden. Die hiesige Schulstelle ist Lehrer Weber von Maar übertragen worden. I. Gedern, 18. April. Dieser Tage fand hier im Bergwirtshaus eine Vorbesprechung für das Kreiswertungssingen statt, das am 6. Mai vom Kreis Vogelsberg-Süd des Hessischen Sängerbundes in Gedern veranstaltet wird. Für das Kreiswertungssingen haben sich bis jetzt schon etwa 40 Vereine mit etwa 1200 Sängern angemeldet. Am Sonntag, 6. Mai, singen diese Vereine in zwei Sälen je einen Pflichtchor und einen selbstgewählten Chor. Als selbstgewählte Chöre sind nur Volkslieder zugelassen. Am Nachmittag findet eine große öffentliche Kundgebung am Rathausplatz statt, bei der auch der Führer des Hessischen Sängerbundes, Ministerialrat Ringshausen, sprechen wird. Preußen. Kreis Wetzlar. £ Rodheim a. d. Bieber, 17. April. Der vorige Sonntag, als Tag der Inneren Mission, erhielt in der hiesigen Gemeinde eine besondere Note durch eine kirchenmusikalische Feier, die in der Abendstunde im altehrwürdigen Gotteshause veranstaltet wurde. Die Ausführungen des Ortsgeistlichen, Pfarrer V ö m e l, über das Wesen und die Werke der Inneren Mission, geschöpft aus dem Quell reicher Erfahrungen — Pfarrer V ö m e l diente 11 Jahre lang in Düsseltal der Inneren Mission — hinterließen bei den andächtigen Zuhörern einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Sie wurden umrahmt von Orgelvorträgen des Orgelkllnstlers Peter v. d. A u e aus Mainz, der die Gemeinde mit den größten deutschen Meistern der „musica sacra“, wie Joh. Bernhard Bach, Dietrich Buxtehude. Joh. Seb. Bach, I. Walther, Phil. Em. Bach, Gg. Fr. Händel, I. L. Krebs usw. bekanntmachte. Seinen musikalischen Darbietungen schickte der Künstler musikgeschichtliche Belehrungen voraus, die außerordentlich instruktiv wirkten, zumal sie aus großem Verstehen und Können geschöpft waren. Die Orgelvorträge zeugten von großer Meisterschaft in der Beherrschung der „Königin der Instrumente", und auch die eingelegten Sologesänge „Liebster Herr Jesu" von I. S. Bach und „Sei still" von Raff gefielen außerordentlich. Herr v. d. Aue erzählte auch, daß er wohl so ziemlich alle bedeutendsten Orgeln Westeuropas ge- <£ Lollar, 16. April. ... Jungarbeiter — stillgestanden! — Im Gleichschritt marsch! — Kräftig dröhnte der Marschtritt von 25 Jungen der Prüfungsstätte, den Buderusschen Eisenwerken, zu. Dort angekommen heißt's wiederum — stillgestanden — Augen rechts! — Der Ehrenausschuß und die Wettkampfleitung erscheinen. Gefolgschaftsführer K l i n - k e l meldet dem Wettkampfleiter Grün: „25 Jungarbeiter zum Berufswettkampf angetreten." Dieser dankte und begrüßte die Wettkämpfer. In seiner Rede wies er auf die Bedeutung dieses Wettkampfes hin und forderte alle auf, mitzuhelfen, daß das deutsche Handwerk, die deutsche Qualitätsarbeit sich ihren alten Ruf zurückerobere. Anschließend sprach Ortsgruppenleiter Bürgermeister Wagner. Er ermahnte alle, bei diesem Wettbewerb kaltes Blut zu bewahren und die Nerven nicht zu verlieren, denn nur so komme man zum Ziel. Dann begab sich jeder an seinen Arbeitsplatz. Die Werksleitung hatte die Vorbereitungen bis auf s> klein st e vorbildlich getroffen. Werkzeuge und Material lagen an jedem Arbeitsplatz tadellos geordnet und zum Greifen bereit. Punkt 9 Uhr begann der Wettkampf. Mit welchem Eifer gingen die Jungen an die Arbeit. Jeder wollte der Erste, jeder der Beste sein. Nach etwa 4V» Stunden war der praktische Teil beendet. Um 15 Uhr trafen sich dann die Jungarbeiter zur theoretischen Prüfung in der Schule. Um 17.30 war auch diese fertig. Mit den gezeigten spielt habe und demnächst auf Anregung des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath in der Garnisonkirche in Potsdam eine „volkstümlich- nationale kirchenmusikalische Feier" zu veranstalten habe, wo es ihm dann vergönnt sein werde, am Grabe des größten preußischen Königs dessen eigene Komposition „Das Flötensolo" (aus einer Sonate) spielen zu können, das Herr v. d. Aue auch seinen hiesigen Zuhörern meisterhaft vortrug. So verliefen die Stunden gar zu schnell, und unsere altehrwürdige Orgel gab noch einmal her, wessen sie fähig war. Herrn v. d. Aue ein herzliches „Auf Wiedersehen" — vor einer inzwischen sicherlich überholten Orgel! O Groß-Rechtenbach, 18. April Die N S. - Frauenschaft hatte dieser Tage die Alten über 65 Jahre, Männer und Frauen der Gemeinde, zu einem gemütlichen Beisammensein in den Gemeindesaal eingeladen. Auf den Tischen prangten die ersten Leistungen — praktisch sowohl wie theoretisch — konnte man zufrieden sein. Allen Teilnehmern wird dieser Wettkampf, getragen von Kameradschaftsgeist und Arbeitsfreude, noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. An der Werkbank. Frühlingsblumen. Die Führerin der NS.-Frauen- schaft, Frau Knoche (Klein-Rechtenbach), begrüßte die Alten und sprach kurz über den Sinn der Veranstaltung. Gemeinsam wurde ein Lied gesungen. Sodann warteten die Schulkinder unter Leitung von Lehrer M e s s e r s ch m i d t mit allerlei Darbietungen auf. Gesänge und Gedichtvorträge, sowie lebende Bilder aus dem heimatlichen Dorfe unterhielten die Alten ausgezeichnet. Gemeinsames Kafjee- trinken, bei dem die Mitglieder der Frauenschaft aufwarteten und die jüngeren Frauen einige muntere Lieder sangen, trug zur Verschönerung der Veranstaltung bei. Der Örtsgeistliche hielt eine Ansprache, in der er sich besonders an die jüngere Generation wandte und sie ermahnte, dem Alter mit Ehrfurcht zu begegnen. Ortsbürgermeister Langsdorf dankte der NS.-Frauenschaft für den guten Gedanken, den alten Mitbürgern eine Freude zu machen, und sprach gleichzeitig den Dank der Gemeinde aus. Für die Alten sprach Landwirt Friedrich Ludwig herzliche Worte des Dankes. Stutz, punktleiter Karl Lang schloß den Nachmittag mit einem Gruß an den Führer Adolf Hitler. Ge- meinfam wurden sodann das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen. I Hochelheim, 17. April. Die Gemeinde« r ä t e berieten in ihrer jüngsten Sitzung den Er. Ehrei den Führer! Die Bevölkerung Gießens fordern wir gleichfalls auf, anläßlich des morgigen Geburtstages des Führers heute nachmittag und morgen ihre Häuser reich mit Fahnen zu schmücken und hierdurch ihre treue Gefolgschaft und ihre Verehrung zum Ausdruck zu bringen. heil Hitler! Bürgermeisterei Gießen. I.V.: Bartholomäus. laß einer Ortssatzung, nach der die Zahl der Schöffen auf 2 und die Zahl der Gemeinde- röte auf 6 festgesetzt werden soll. A Niederkleen, 17. April. In der jüngsten Sitzung der Gemeinderäte wurde der Erlaß einer Ortssatzung beraten, nach der die Zahl der Gemeinderäte auf 6 und die Zahl der Schöffen auf 2 festgesetzt werden soll. Der Kartograph Hans Ravenstein gestorben. LPD. Frankfurt a. TO., 17. April. Im Alter von 68 Jahren ist gestern der bekannte Kartograph Hans Raven st ein, nachdem er noch am Tage zuvor sein 50jähriges Berufsjubiläum feiern konnte, gestorben Ravenstein hat zahlreiche Karten vom Taunus, Odenwald, Spessart und Vogelsberg geschaffen. Seine Radfahrer- und Autokarten haben Weltruf erlangt. Zuchthausstrafe für Tierquälerei. LPD. D a r m ft a ö t, 18. April. Ein bereits achtmal wegen Tierquälerei und Betrugs vorbestrafter Geflügelhändler aus Groß-Zimmern wurde vom Bezirksschöffengericht wegen des gleichen Vergehens unter Versagung mildernder Umstände zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt bei sofortiger Verhaftung. Der Angeklagte sah sich bei Bauers- leuten die Hühner, die er kaufen wollte, genau an. Er drückte dabei meistens so heftig am Legedarm der Tiere herum, bis sie Blut ab sonderten. Dann erzählte er den Leuten, das Tier habe dis Blutmilbe und sie sollten es schleunig st verkaufen. In den meisten Fällen waren die Tierhalter dann froh, daß er ihnen die Tiere abkaufte, die er bann später für den dreifachen Preis an den Mann brachte. Unterschlagungen bei der Gtadtkaffe in Mainz. LPD. Mainz, 18. April. Bei der Stadtkasse in Mainz sind Veruntreuungen festgestellt worden. Nach einer eingehenden Prüfung ist em verheirateter Verwaltungsobersekretär von hier festgenommen worden. Der Verhaftete gab zu, sich ungefähr 2000 Mark angeeignet und für s i ch verbraucht zu haben. Es wird aber angenommen, daß der veruntreute Betrag höher ist. Der ungetreue Beamte wurde in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Vergiftung durch schlechte Fleischbrühe LPD. Marburg, 18. April. In Abwesenheit ihrer Eltern tranken gestern zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge, Fleischbrühe, welche bereits schlecht geworden war. Gegen Abend mußten beide Kinder unter schweren Vergiftungserscheinungen in die Klinik gebracht werden, wo das Mädchen nach wenigen Stunden gestorben ist. Der Junge konnte durch Auspumpen des Magens gerettet werden. jeder Kritik- über Der wundervolle, figurverbessernde Schnitt und die elegante Form, braucht nichts extra zu kosten - es ist Sache des geschulten und erprobten Fachmannes. Sehen Sie die Auslagen meiner Fenster an. 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Ergänzen Sie also bald, was nötig ist, bei *1- B. Häuser Am Oswaldsgarten 2177A Gießen - Ruf Nr. 2145 2146 Amtliche Bekanntmachung des Kreises Gießen. Betreffend: Die „Wirtschaftliche Vereinigung der Buller- und käsegroßverteiter im Gebiet des Milch. Wirtschaftsverbandes Hessen". Vorn 7. April 1934. Auf Grund des § 5 der Verordnung über den Zusammenschluß der deutschen Milchwirtschaft vom 27. Marz 1934 (Reichsgesetzblatt I, S. 259) wurden innerhalb jedes Milchwirtschaftsverbandes die Betriebe, von denen Butter und Käse, die nicht im Betrieb selbst erzeugt sind, an Wiederverkäuser abgesetzt werden, zur Wirtschaftlichen Vereinigung der Butter- und Käsegroßverteiler (Großverteilervereinigung) zusammengeschlossen. Zu den Betrieben im Sinne des vorstehenden Satzes gehören auch die ge- nossensd-aftlichen Absatzorganisationen für Butter und Käse. Die bei dem Milchwirtschaftsverband Hessen gebildete „Wirtschaftliche Vereinigung der Butterund Käsegroßverteiler im Gebiet des Milchwirt- schaftsverhandes Hessen" befindet sich am Sitz des Milchwirtschaftsoerbandes in Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 31 (Telephon Nr. 34721). Mitglieder der Großverteilervereinigung finit die Inhaber der Betriebe, die Butter oder Käse, die sie nicht selbst erzeugt haben, an Wiederverkäufer absetzen (Großverteiler) und innerhalb des Gebietes des Milchwirtschaftsverbandes Hessen ihren Sitz haben. Mitglieder sind auch solche Betriebsinhaber, die nur einen Teil ihrer Ware an Wiederverkäufer absetzen. Um mit den Mitgliedern der neu gebildeten Vereinigung in Verbindung treten zu können, werden diese hiermit aufgefordert, bis spätestens 20. April 1934 die genaue Anschrift ihrer Firma nebst Bezeichnung ihrer Unternehmungsform dem Milchwirtschaftsverband Hessen, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 31, schriftlich mitzuteilen. Da bei der künftigen Absatzregelung von Butter und Käse nur solche Mitglieder der Vereinigung Berücksichtigung finden können, die rechtzeitig in die Liste der Mitglieder der Vereinigung eingetragen wurden, liegt es in deren eigenstem Interesse, die Anmeldung rechtzeitig zu vollziehen. 2376C Frankfurt a. M., den 7. April 1934. Der Beauftrage für den Milchwirtschaftsoerband Hessen. Dr. Wagner, Landesbauernführer. kauf niemals lose kaufnur Befest in der Dose ca%ti>-DosePmO,40 ca1«>- » Rm.0,75 ca2tb- • Pm. 1,40s Amtliche Bekanntmachung aus dem Kreise Wetzlar. Die nächste unentgeltliche Verakungsstunde für Nnwen- und Seelenkranke findet am 2375C Dienstag, dem 24. d. M., nachmittags 2 Uhr im Untersuchungszimmer des Neuen Kreishauses statt. Wetzlar, den 17. April 1934. Kreiswohlfahrtsamt. Illlllllllllllllllilllllllllll ZwecksBrkümpfungO" Schwarzarbeit können Arbeits-Ange« bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Dorlag» besÄewerbenachwetl»» ausgenommen werbe«. desGieb?nerS?azeigers Illlllllllllllllllilllllllllll m. 91 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Donnerstag, l9. April 1934 Sjtxfport Oas dritte Hallen-Handball- Turnier. Grotzveranstaltung der Gietzener Turnerschaft in der Boltshalle. Der große Erfolg des vorjährigen Hallenhandball- Turniers hat die Gießener Turnerschaft ermutigt, auch in diesem Jahre wieder eine derartige große sportliche Veranstaltung in die Wege zu leiten. Das Turnier gelangt am kommenden Sonntag in der Volkshalle zum Austrag. Am Hallenhandball- Turnier des vergangenen Jahres hatten sich 26 Mannschaften beteiligt, diesmal sind es deren 41. Welch großer Beliebtheit sich derartige Veranstaltungen bei den Turnvereinen unseres Bezirkes erfreuen, geht daraus hervor, daß selbst nach dem offiziellen Meldeschluß am 31. März noch Mannschaftsmeldungen eingingen, die jedoch nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Die Abhaltung eines derartigen Turniers findet in unserer Stadt besonders günstige Bedingungen, da in der Volkshalle ein Raum zur Verfügung steht, wie er weit und breit nicht zu finden sein wird. Beteiligt sind, wie schon erwähnt, 41 Mannschaften aus insgesamt 30 Vereinen. Don Gießen nehmen eine Mannschaft der SS., ferner die 2. Kompanie des hiesigen Bataillons, mehrere Mannschaften der Spielvereinigung 1900, des Olympischen Sportklubs und der Gießener Turnerschaft teil. Voraussichtlich wird auch der neugebackene Gaumeister, Turnverein Wetzlar, mit seiner Mannschaft vertreten sein. Die Spiele werden in zwei Gruppen ausgetragen. Die Kämpfe insbesondere der Gruppe II beginnen bereits am Vormittag. Die Sieger der beiden Gruppen werden in Vor-, Zwischen- und Endrunde ermittelt. Wer in der Vor-, bzw. in der Zwischenrunde verliert, scheidet sofort aus. Die Leitung des Turniers liegt in den Händen der beiden Spielwarte Strack und Becker. Die Veranstaltung am Nachmittag wird eingeleitet werden durch einen Aufmarsch der nahezu 400 teilnehmenden Turner. Der Führer der Gießener Turnerschaft wird die Begrüßungsansprache halten. Im Anschluß an die Wettkämpfe finden Siegerehrung und Preisverteilung im Schützenhaus statt. Wir kommen auf die Veranstaltung noch zurück. Die Kreissportbeauftragien in Oberhessen. Der Beauftragte des Reichssportführers für den Gau XII Nordhessen, Verleger M e i st e r (Kassel), hat zu seinen Vertrauensleuten und Kreisbeauftragten in der Provinz Oberhessen berufen: Kreis Gießen: Turnlehrer Mohr, Gießen. Kreis Alsfeld: Lehrer E. Schmieder, Budorf-Alsfeld. Kreis Lauterbach: Studienassessor Dr. Georg Mayer, Lauterbach. Kreis Schotten: Lehrer L. D e u b e l, Rainrod. Kreis Büdingen: Sturmführer Studienassessor W. R e u s ch l i n g , Büdingen. Kreis Friedberg: Sturmbannführer Rektor Walter, Bad-Nauheim. Die Tabelle der T.Kreisklaffe der Grupve Gießen. Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. VfB. Reichsb. III 12 12 0 0 24:0 Bieber 12 6 3 3 15:9 VfB. Krofdorf 12 6 0 3 12:12 1900 Gießen III 12 5 0 7 10:14 Vetzberg 12 4 2 6 10:14 Adler Hausen 12 4 0 8 8:16 Grüningen 12 2 1 9 5:19 Eine gute Leistung boten die DfBer, die es fertig brachten^ ohne Verlustpunkte die Spiele zu beendigen. Erst mit erheblichem Abstand folgt Bieber, eine sehr junge und eifrige Mannschaft. Krofdorf ist erst nach der Beendigung der ersten Spielserie in Fahrt gekommen und verspricht, mit noch besseren Leistungen aufzuwarten, zumal bei dem Leinbergerkursus auch ein talentierter Spieler Krofdorfs beteiligt ist. Von 1900 hätte man etwas mehr erwartet, jedoch mußten Spieler an höhere Mannschaften abgetreten werden. Vetzberg, der Neuling, konnte im allgemeinen befriedigen, der Mannschaft fehlt die Routine. Hausen ist zu unbeständig, verfügt aber über gute Kräfte. Es sollte der Elf gelingen, in der nächsten Serie besser abzuschneiden. Grüningen enttäuschte auf der ganzen Linie. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Wieseck I — Großen-Buseck I. 2:3. Am Sonntag war der FC. Großen-Buseck zum Rückspiel in Wieseck zu Gast. Die Gäste erschienen komplett, während Wieseck mit viel Ersatz antrat. Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit flott durchgeführt, fiel jedoch in der zweiten Hälfte sehr ab. Der eingestellte Ersatz war nur in der ersten Spielhälfte den Anforderungen gewachsen. Schon nach vier Minuten führten die Gäste. Dann aber kam Wieseck auf, erzielte in kurzer Zeit den Ausgleich und übernahm dann die Führung. In der Folge wurden die sichersten Chancen ausgelassen. Großen- Buseck kam zum Ausgleich und kurz vor Halbzeit zum Führungstor. Halbzeit 2:3. Die zweite Halbzeit sah in den Anfangsminuten die Gastgeber im Angriff, die mehr und mehr abfielen. Auch die Gegenseite zeigte nicht mehr viel, so daß es beim Stand von 2:3 blieb. Wieseck II — Rodheim a. b. Bieber I 6:2. Vorher standen sich diese Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Wieseck war, obwohl mit Ersatz, stets seinem Gegner überlegen und führte bei Halbzeit bereits mit 2:1 Toren. In der zweiten Spielhälfte wurde die Ueberlegenheit noch deutlicher, und nur dem sehr guten Hüter und der heftigen Abwehr verdankten die Gäste, daß die Niederlage nicht zweistellig wurde. Handball der Soldaten. Tuspo. Butzbach I — 2. Kompanie 15. Jnf.-Regt. Gießen I 9:13 (5:4). Zu einem spannenden Kampf kam es am Samstagnachmittag zwischen beiden Mannschaften in Butzbach. Die Soldaten gewannen verdient mit 13:9. Bei Butzbach wirkten verschiedene bewährte Spieler des Polizeisportoereins mit. Es entwickelte sich ein flottes Spiel, das die Butzbacher zunächst leicht im Vorteil sah. Nach drei Minuten lautete das Ergebnis schon 1:0 zugunsten Butzbachs. Die Soldaten glichen bald aus und erhöhten durch Strafwurf auf 2:1. In der 14. Minute glich Butzbach wiederum aus, konnte aber nicht verhindern, daß die Soldaten bald wieder die Führung übernahmen. Mit dem Stand von 5:4 für Butzbach ging es in die Pause. Nach Wiederbeginn waren die Soldaten tonangebend und stellten bald das Ergebnis von 5:5 her, um dann in Führung zu gehen und diese nicht mehr aus der Hand zu geben. In gleichmäßigen Abständen schoß die Mannschaft der Soldaten noch weitere acht Tore gegenüber vier der Butzbacher. Wie schon so oft, war auch in diesem Spiel die größere Ausdauer der Soldaten entscheidend. Die Butzbacher stellten eine flinke und eifrige Elf, die in allen Teilen gut besetzt war und die durch den Durchreißer B e ck e r im Sturm mehr Schnelligkeit erhalten hat. Die Soldaten zeigten in diesem Spiel eine ihrer schwächsten Leistungen der letzten Zeit. Der Schiedsrichter konnte nicht immer gefallen. Am Schluß des Spieles überreichte Herr Schneider im Namen der Stadt Butzbach der Siegermannschaft einen schönen Fliederstrauß und brachte die Verbundenheit zwischen Bevölkerung und Wehrmacht zum Ausdruck. Am Abend waren die Soldaten als Gast der Stadt eingeladen. Oer Sieg der Stromlinie. Von Or. Kranz Mittler. Wenn man die Entwicklung der äußeren Formen unserer Verkehrsmittel aufmerksam verfolgt, legt man sich unwillkürlich die Frage vor, ob wir nicht einer Zeit entgegengehen, in der an ihnen die Ecken, die Kanten, die Winkel und die ebenen Flächen vollkommen verschwunden sein werden. Alles wölbt und rundet sich, läuft hinten in Spitzen aus. Der fallende Tropfen und wie es scheinen könnte, auch das Ei sind für viele Arten der Gestaltung zum Vorbild geworden. Daneben hat man aber auch noch andere Vorbilder gefunden. Die „Str o m-l i ni e" ist es, die zu einem Siegeszug angefetzt hat und die ihr Reich immer weiter ausdehnt. In ständig sich erweiterndem Umfang tritt sie uns entgegen. Technische Zeitschriften bringen Seiten über Seiten mit Zeichnungen, in denen sich Stro- rnungslinien an Strömungslinien reihen und mit vielfältigen Berechnungen Die Stromlinie hat auf das Auto übergegriffen und hat dabei auch das Kleinauto in ihren Bann gezogen. Sie beherrscht die Schnelltriebwagen der Eisenbahnen, und es ist merkwürdig, wie stets w-itere Beförderungsmittel aus ihr Vorteil zu gewinnen suchen. Das geht so weit, daß sogar die Skiläufer merkwürdige Stellungen einnehmen und Bekleidungsformen wählen, die den bei der Abfahrt entstehenden Gegenwind so ableiten Men, daß er möglichst wenig Widerstand darbietet. Diesen Gegenwind zu besiegen, ist die Ausgabe der Stromlinie Er wächst mit zunehmender Geschwindigkeit ins Ungeheuerliche. Von einer gewissen Grenze an erfordert seine Ueberwindung einen Aufwand von K'-ast der zur Steigerung der Schnelligkeit in keinem Verhältnis mehr steht Niir die Strom ime Fann hier bis zu einem gewissen Grade noch einen Ausgleich schaffen. Die Geschwindigkeiten aller unserer Verkehrsmittel wächsern Es wachsen auch die des Sports. Deshalb brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie auch auf diesem Gebiete ihren Einzug hält. Außer dem Skiläufer ist es der Radfahrer, der sie sich jetzt zi^iutzen macht. Es sind bereits Vorrichtungen erdacht worden, die ein leichtes Abaleiten des beim Fahren erzeugten Gegenwindes vom Körper und vom Rad bewirken. Wer aber vie neuesten Schnelltriebwagen und andere Verkehrsmittel gesehen hat, der weiß, daß man bei den Stromlinienformen jedes Hervorragen einzelner Teile vermeidet. Sogar die Türgriffe werden in die Türfläche hineinversenkt. Trittbretter verschwinden unter Verkleidungen, damit der Wind auch nirgends mehr einen Widerstand findet. Von diesem Gedanken ausgehend, hat der französische Rennfahrer Berthet für sein Rad eine Hülle benutzt, die es samt dem Fahrer vollkommen umschließt und in der sogar der Kopf untertaucht. Eine kleine Oeff- nung an der Vorderseite ermöglicht den Ausblick. Wer dieses Gefährt sieht, kommt wohl nicht auf den Gedanken, daß es sich um ein Fahrrad handelt. Was wir am Fahrrad erleben, soll nunmehr auch auf das größte von allen Verkehrsmitteln, auf den Ozeandampfer übertragen werden. Der amerikanische Ingenieur Geddes hat den Plan zu einem Riesenschiff von 340 Meter Länge entworfen, das vollkommen in Stromlinienform gehalten ist. Es erscheint auf den ersten Blick fast unmöglich, bei einem Schiff alle Hervorragungen zu vermeiden. Dies wird dadurch erreicht, daß das Ganze von der Wasserlinie ab in eine Art von Haube eingehüllt wird, aus der nur die Brücke heraustritt. Diese aber gleicht den Tragflächen eines Flugzeuges und weift gleichfalls eine Gestalt auf, an der der Gegenwind abgleiten muß. Die Haube steigt bis zur oberen Deffnung der niedrigen Schornsteine empor, umkleidet also auch diese. In dem Raum, der dabei durch sie umschlossen wird, sind die Flugzeuge untergebracht, die sich samt dem für ihren Abflug dienenden Katapult aus der Haube herausschieben lassen, sobald sie vorne geöffnet wird. Ebenso werden aus seitlichen Luken die Rettungsboote ai'sgebracht, wenn man ihrer bedarf. Die Fahrgäste dieses Schiffes brauchen den Aufenthalt auf Deck nicht zu entbehren. Die Haube ist so gehalten, daß sie an bestimmten Stellen, wo dies ihre Wirkung nicht beeinträchtigt, betreten werden kann. Dort sind sogar Spielplätze vorgesehen. Außerdem läßt sich der ganze hintere Teil der Haube, dort, wo sie vom hintersten Schornstein aus in langer Spitze gegen das Meer zu absteigt, oben öffnen. Das große darunter befindliche Deck liegt, wenn die Rollwände herabgeglitten find, aus denen dieser Teil besteht, frei unter den Metallschienen, in denen diese Wände gleiten. Durch das Oeffnen dieses Teils der Hülle bei gutem Wetter wird das Abströmen des Windes nicht behindert. Das Schiff fall zweitausend Fahrgäste aufnehmen Nach den Berechnungen von Geddes, der ein bekannter Ingenieur ist und der sich schon seit Jahren der Stromlinienfrage über die verfchiedensten Verkehrsmittel mit Erfolg gewidmet hat, sollen durch die Stromlinienform eine Verringerung bes Windwiderstandes um ungefähr 80 v. H. und eine Er- Handball im Gau XII der DT. Tv. Lützellinden I — Stadtsportverein Frankfurt I 7:8 (3:3). Man hatte eine ungleiche Partie erwartet und zunächst sah es auch so aus, denn die Gäste legten mächtig los und erhöhten in kurzer Zeit auf 3:0. Der Gastgeber hatte bis dahin alle Hände voll zu tun, um die schnellen Angriffe abzuwehren. Aber dann fanden sich die Einheimischen überraschend gut zusammen und stellten bis zur Halbzeit den Ausgleich her. Dadurch mehr angespornt, gelang es den Lützellindenern, kurz nach Halbzeit den Führungstreffer zu erzielen. Das Spiel wurde ausgeglichener. Kurz darauf holten die Gäste auf und riffen wieder die Führung an sich. Der Gastgeber ließ sich aber nicht entmutigen, glich seinerseits aus und konnte wiederum den Führungstreffer erzielen. Dann kamen die Gäste wieder zu Wort, und es gelang ihnen, das Ergebnis auf 8:6 zu stellen und — kurz bevor der Schlußpfiff dem spannenden, gut geleiteten und jederzeit fairen Spiel ein Ende machte — konnte der Gastgeber noch einmal erfolgreich fein. Das Spiel hat als Werbespiel seinen Zweck erfüllt. Turnverein Großen-Buseck. In dem ersten Spiel am vergangenen Sonntag in Beuern gegen den dortigen Turnverein zeigte sich, daß Großen-Buseck noch über gutes Können und flotte Ballbehandlung verfügt. Trotz überlegenem Spiel kam es nur zu einem 1:1, das lediglich an dem Schußpech des Sturmes lag. Der Schiedsrichter arbeitete befriedigend. Bahnrennen in Kassel. Erfolge des Giehener Rabfahrer-Vereins v. 1885 Am Sonntag weilte die Rennmannfchaft E. Muhl —A. Mebus vom GRV. v. 1885 in Kassel, wo sie sich an dem Eröffnungsbahnrennen des Gaues XII Nordheffen beteiligte. Die besten Fahrer des Gau- gebiet'es waren am Start vertreten. Im Fliegenrennen konnten sich die beiden Fahrer bis zu den Zwischenläufen durchkämpfen, mußten dqnn aber, an der Spitze des Feldes liegend, durch Reifenschaden ausscheiden. Beim Ausscheidungsfahren waren die Gießener nicht zu schlagen und errang hier A. Mebus den 1. Sieg um Handbreite vor seinem Vereinskameraden E. Muhl. Im 50 Kilometer-Mannschaftsfahren zeigte sich die Mannschaft von ihrer besten Seite. Von Anfang an fetzte ein erbitterter Kampf um die Führung ein. Bei 40 km lag die Mannschaft zusammen mit den Kasse- lanern Großmann-Drumm mit einer Runde Vorsprung an der Spitze des Feldes Durch Sturz von E. Muhl verlörest die beiden „85er" eine halbe Runde, doch konnten sie diesen Abstand durch anstrengenden Kamps halten. Erst 150 Meter vor dem Ziel gelang dem Kasseler Paar die Ueberrunbung. Die Gießener Mannschaft wurde infolge der niedrigeren Punktzahl auf den 5. Platz verwiesen. Die Mannschaft des GRD. v. 1885 hat mit diesen Leistungen bewiesen, daß sie mit zu den besten Mannschaften des Gaugebietes zählt. Oie Meldungen für den Europa-Tiundflug. Der polnische Aero-Klub gibt nach Ablauf der ersten Anmeldefrist die Länder und die Zahlen der Flugzeuge bekannt, die sich für den diesjährigen Europa-Rundflug bereits angemeldet haben: Deutschland mit 12 Flugzeugen, Frankreich mit 10, Italien mit 7, die Tschechoslowakei mit 4 und Polen mit 11 Flugzeugen. Der zweite Termin läuft am 15. Juni ab. Eine Tennis-Großveranstaltung in Dad-Nauheim. Das Bad-Nauheimer Städtische Verkehrsamt hatte sich um das diesjährige Tennisturnier der Deutschen Turnerschaft beworben. Dank dem Entgegenkommen bes Staatsbabes hat bie Tennisleitung ber DT. an- bern Bewerbern bie Bade stabt vorgezogen unb wird am 18. und 19 August die Veranstaltung in Bad- Nauheim durchführen. Oberleutnant Haste auf „Mohr" erfolgreich. Der dritte Tag des 14. Internationalen Militärturniers in Nizza brachte bei gutem Besuch zwei schwierige Springwettbewerbe, den Preis der Polnischen Armee und den Preis von Monaco. Beide Springen waren äußerst kompliziert ausgeschrieben. Umso schwieriger gestaltete sich die Aufgabe der Reiter und die Bewertung ihrer Leistungen. Trotzdem gelang es dem deutschen Oberleutnant Kurt Hasse auf „Mohr" im Preise von Monaco in der zweiten Abteilung einen in der deutschen Kolonie mit großem Jubel aufgenommenen Sieg herauszureiten, der zugleich der erste deutsche Reitererfolg nach dem Kriege in Frankreich ist. Am Vormittag besuchten die ausländischen Mannschaften auf Anregung des deutschen Equipenchefs das Gefallenen-Denkmal und legten einen Kranz in ihren Landesfarben nieder. Schach-Ecke. Bearbeitet von Otto Ben kn er. Problem Nr. 365. Von G. Thoren, Göteborg. Weiß 6 Steine: Kg8; Dbl; Sb7; Se8; Be3, dl. Schwarz 6 Steine: Kd5; Ba5, a6, c7, f7, H7. Weiß zieht und fetzt in drei Zügen matt. Problem Rr. 366. Von Dr. F. Seidemann, Teplitz-Schönau. Weiß 4 Steine: Ka8; Db8; Tb4; Ba2. Schwarz 4 Steine: Ka3; Tg2; Lh3; Se3. Weiß zieht und fetzt in zwei Zügen matt Partie Nr. 256. Eine Entfcheidungspartie aus dem Emser Oster- turnier. Gespielt in der V. Runde am 1. April 1934. Weiß: 33 en fn er, Frankfurt a.M. Schwarz: B l e u t g e n , Mainz. 1. c2—c4, e7—e5. 2. Sbl— c3, Sg8—f6. 3. Sgl —13, d7—d6. (Englisches Dreispringerspiel! Schwarz beabsichtigt Befestigung bes Punktes e5, um als- bann den Nachstoß d6—d5 durchzusetzen.) 4. g2—g3. (Weiß am Scheideweg! Positionskampf ober offene Feldschlacht? In Anbetracht ber Wichtigkeit ber Partie entschließt sich Weiß zu ersterem. Trotzbem kam ber sofortige Zentrumsburchbruch d2—d4, womit ber Anziehenbe im Zentrum bie etwas bessere Stellung erlangt, stark in Betracht. Allerbings kann sich hierbei bas Spiel sehr schnell öffnen, unb in ben taktischen Verwicklungen geht oft ber kleine Vorteil von Weiß roieber verloren. Der vom Anziehen- ben gewählte Weg vermeibet biefe Möglichkeiten unb zwingt bem Gegner einen zermürbenben Posi- tionsEampf auf, ber an bie Verteidigung große An- forberungen stellt, ba bie Entwicklung ber schwarzen Figuren auf Schwierigkeiten stößt.) 4. ..., c7—c6. 5. Lfl—g2, Lf8—e7. 6. H2—h3. (Ein wichtiger Zug, ber dem schwarzen Damenläufer bas wertvolle Feld g4 nimmt. Im weiteren Verlauf beachte man folgenden Plan des Anziehenden: I. Einschränkung des Läufers c8. II. Verhinderung des Nachstoßes d6—d5.) 6. ..., 0—0. 7. 0—0, Sbtz—d7. 8. d2—d3, Tf8—e8. 9. e2—e4, Sd7—f8. IDer Vorstoß d6—d5 scheitert an der Schwäche von e5. Weiter befürchtet Schwarz einen Angriff und verstärkt den Königsflügel.) 10. Kgl—h2. (Ein Dorbereitungszug. Weiß will bei erster Gelegenheit den direkten Angriff gegen den feindlichen König, der mit f2—f4 ein- geleitet werden soll, aufnehmen. Da hierbei mit der Deffnung der g-Linie gerechnet werden muß, ver» Höhung der Geschwindigkeit um etwa 20 v. H. erzielt werden. Die infraroten Strahlen durchdringen bekanntlich den Nebel sehr gut und werden dadurch zu einem wertvollen Hilfsmittel für die Sicherheit der Schifffahrt. Freilich steht ihre Verwendung zu diesem Zweck noch in den Anfängen. Dennoch ist hier bereits ein großer Fortschritt in Form einer Kamera zu verzeichnen, die es ermöglicht, Gefahren sehr rasch zu erkennen. Die Kamera hat die Gestalt eines langgestreckten Kastens, der alle Teile einschließlich ' der Linse umschließt. Diese kann also durch auf ihr niedergeschlagene Feuchtigkeit nicht trüb werden. Mit Hilfe dieser Kamera werden, sobald man sich der Küste oder einer gefährlichen Stelle nähert, Aufnahmen auf einen für infrarot empfindlichen Film gemacht, der sofort in ein im Kasten befindliches Entwicklungsbad läuft, in dem er durch einen Spiegel betrachtet werden kann. Nur dreißig Sekunden vergehen, bis man auf dem Film deutlich alle Einzelheiten der Umgebung erkennt, die im Nebel vollkommen unsichtbar waren. „Der Kluckilina aus Dieser Bavaria-Film nach dem gleichnamigen Roman von Curt I. Braun — Manuskript: K i m m i ch und O b e r l ä n d e r — ist eine überaus spannende und aufregende Angelegenheit, bei der jedermann auf feine Kosten kommen wird: denn die Handlung ist so geschickt zusammengesetzt, daß man hier von allem etwas findet: Kriminalfall und Liebesgeschichte, mit einer sensationellen Schwurgerichtsverhandiung und einem atemraubenden Autorennen zum Schluß. Zwischendurch werden ao.nz aktuelle Motive angeschlagen, wenn es sich um die wirtschaftliche Existenz eines großen Industrie- wertes handelt. Doch wird dies keineswegs etwa langweilia theoretisch verhandelt, sondern sauber in die von Chikago nach Deutschland hinüberspielende Handlung eingebaut. Außerdem gibt es da eine Totschlagsaffäre in einem Chikagoner Spielklub, Flucht aus dem Zuchthaus, falsche Pässe und Personentausch, eine Erbschaftsgeschichte unb eine Erpressung großen Stils — kurz, man sieht wohl schon aus ber flüchtigen Aufzählung: es wirb etwas geboten in bieiem Film, ber tatsächlich für alle Spezialitäten unb Liebhabereien bes Kinobesuchers etwas auf Lager hat. Dazu eine geschickte unb ziemlich großzügig arbeitenbe Regie von Johannes Meyer und eine ansehnliche Besetzung. Gustav Fröhlich und Hubert von Meyerinck als die wichtigsten Gegenspieler: Fröhlich ernst, energisch, gesammelt und sehr sympathisch. Während Meyerinck einen ausgemachten Schuft zu spielen hat: man muß odjektiverweise zugeben, daß er es auf eine höchst eindringliche Weise fertig bringt. Auf der weiblichen Seite stehen sich gegenüber LU Dagoner und Luise Ullrich, eine starke Nachwuchs-Begabung, die von der Sprechbühne herkommt. Sehr gut der liebenswürdig drollige Paul Kemp und Otto Wernicke; ferner find noch Ernst D u m ck e, Adele Sandrock und Lila M ü 11 e r zu nennen. — Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus und dürfte ein interessiertes Publikum finden. Im Beiprogramm sieht man u a. die neue Wochenschau und einen hübschen Kulturfilm „Deutsches Lied und deutsche Landschaft". Zeitschriften. — Das Aprilheft der „Deutschen Zeitschrift" (Verlag Callwey, München) wird eröffnet durch einen Vortrag, des bedeutendsten lebenden großdeutschen Historikers, Professor Heinrich Ritter von Srbik (Wien), über „Wallenstein", bedeutsam für unsere heutige geschichtliche Erkenntnis durch die universalistische Betrachtungsweise, die in den religiös-politischen Kämpfen der verschiedenen Mächte, Kräfte und Interessen ihre zukunftsträchtige Weltbedeutung, im Ringen Wallen- । steins für ein einiges Deutsches Reich in Mittel- und Südosteuropa schon die Keime des mitteleuropäischen Reichsproblems deutlich werden läßt. Nicht weniger zeitlebendig ist ein Aufsatz „Kultur und Macht" von Michael Freund, worin einer der besten Kenner westeuropäischer Geistesgeschichte an Hand zahlreicher Aeußerungen des großen Geschichtsforschers und Geschichtsphilosophen Jakoh Burckhardt in seinen Schriften und Briefen darauf hinweift, wie dieser einzigartige Vertreter einer hochstehenden bürgerlichen geistig-künstlerischen Kultur, als großer konservativer Warner unserer Zeit die furchtbare Krise dieser bürgerlichen Kultur unb den Aufstieg einer neuen, auf unbedingte Macht und Autorität gegründeten Welt voraussieht. Einen wertvollen Beitrag für die Vertiefung des Der- ständnisses von Wesen und Wert deutscher Kunst liefert der von 17 Abbildungen altdeutscher Graphik begleitete Aufsatz von Carl Linfert über „Sinn und Vorstelluna altdeutscher Zeichnung". Als eine ber frühesten Kriegsschilderungen verdient die noch die Frische des Erlebnisses bezeuaende Erzählung „Der Tag von Charleroi" von Alfred Walter Heymel Erwähnung, übrigens bas einzige bekannte Prosastück des Dichters. läßt der König bereits setzt diese Linie, damit gegebenenfalls der Turm mit Tempogewinn dort verwendet werden kann. Außerdem wird der Bauer h3 nochmals gedeckt.) 10. ..Sf8—g6. 11. Ddl—b3. (Gegen 66—65 gerichtet.) 11. ..b7—h6. (Schwarz, der den Läufer nach e6 entwickeln möchte, schaltet die Möglichkeit Sf3—g5 nebst f2—f4 aus. Allerdings bedeutet dieser Zug eine kleine Schwächung der Königsstellung.) 12. Lei—e3, D68—c7. 13. Tal—cl, Sf6—H5? (Um den Weg für f7—f5 frei zu machen. Offenbar denkt Schwarz bereits an f5—f4, wozu er allerdings nicht kommt. Besser ist Sf6—H7.) 14. 63 —64! (Der Zentrumsdurchbruch im richtigen Moment. Schlecht ist das Schlagen e5Xd4, da nach Sf3X64 nebst f2—f4 Weiß die weitaus bessere Stellung hätte.) 14.....Te8—f8. 15. Db3-dl. (Droht Abzug des Springers f3.) 15. ..'., Sh5—f6. (Vgl. Anmerkung zum 13. Zug von Schwarz.) 16. 64—65! (Ohne die Gefahr der sofortigen Aufrollung wirkt diese Einengung sehr stark. Gleichzeitig wird der schwarze 6-Bauer rückständig, und dem Damenläufer das Feld e6 endgültig genommen.) 16. ..., Sf6—e8. 17. Sf3—62. (Räumung.) 17..... f7—f5. 18. D61 —H5, Kg8—h7. 19. f2—f4, Se8—f6. 20. Dh.5—e2! (Hier steht die Dame, wie die Folge zeigt, außerordentlich stark. Beim Vergleich der beiderseitigen Stellungen, kann man leicht einen erheblichen Vorteil für Weiß feststellen. Der weiße Aufmarschplan ist restlos durchgeführt. Sämtliche Figuren sind stark postiert und stehen ausfallbereit da, während der schwarze Damen-Turm und Läufer noch außer Gefecht sind. Erst jetzt, nachdem beide Gegner einen großen Teil ihrer Zeit verbraucht haben, erfolgt der erste Tausch, der die Schwächen der schwarzen Stellung offensichtlich werden läßt.) 20.....e5Xf4. 21. Le3Xf4. (Mit Recht scheut sich Weiß nicht, den Läufer für den Springer zu geben.) 21. ..., Sg6 Xf4. 22. TflXf4, g7—g6. (Erzwungen.) 23. e4 Xf5, Lc8Xf5. 24. g3—g4, Lf5—c8. (Lf5—67 scheitert selbstverständlich an De2Xe7+ usw. Vgl. An merkung zum 20. Zug.) 25. Tel—fl. (Die Entscheidung fällt auf der k-Linie.) 25.....Kh7—g7. (Gegen S62—c4.) 26 65Xc6!, b7Xc6. 27. Lg2Xc6!, Ta8 —b8. (Falls 27..... Dc7Xc6, so folgt 28. De2 Xe7+, Tf8—17. 29. De7Xf7+, Kg7Xf7. 30. Tf4 Xf6+, Kf7—e8. Erzwungen. 31. Tf6—f8+ nebst Sc3—65 und matt.) 28. Sc3—65, Sf6X65. (Wieder erzwungen.) 29. Tf4Xf8, Le7Xf8. (Etwas besser, aber auch nicht genügend war 865—f6.) 30. Lc6 X65, Dc7—68. 31. De2—f3! (Die Pointe der weißen Angriffsführung.) 31. ..., Lc8—15. (Falls 31. .., D68—e8, so 32. Df3-f7+, De8Xf7. 33. Tf1 Xf7+, Kg7—g8 mit leichtem Gewinn für Weiß. Auf 33.....Kg—h8 folgt 34. Tf7Xf8+, Kh8—g7 35. Tf8—f7+ nebst 862—e4—f6 und matt. Andere Züge scheitern an Df3—f7+ mit der Drohung Df7 —g8 oder Df7Xg6.) 32. g4Xf5, Tb8Xb2. 33. Df3 —c3+, D68—fß. 34. Dc3Xf6+, Kg7Xf6. 35. f5 Xg6+. Kf6Xg6. 36. Tfl—f2. (Damit erzwingt Weiß den Turmtausch, falls sein Gegner auf den Bauer a2 nicht verzichten will.) 36. ..Tb2Xa2. 37. 862 —e4, Ta2Xf2-p. 38. Se4Xf2 mit klarer Gewinnstellung für Weiß. Lösung des Problems TU. 363. Don W. von Holzhausen. 1. Da7—a8!, Lf3Xa8. 2. Tb3—b?+, 67—65 oder Sc7—65. 3. La2X65+ und matt. 2. ..., Sc7Xa8 2. Tb3—b7+, Lf3—65. 3. U2 X65+ und matt. 3. ...» Lg7Xh8. 2. Da8—g8+, Kf7Xg8. 3. Tb3 —b8+ und matt. 4 . . Kf7—e6. 2. Tb3—b6, Ke6Xf5. 3. Da8 Xf3+ und matt. Lösung des Problems 3U. 364. Von E. Mansfield. 1. Kg3—f2! usw. Aus der Schachwelt. Der Großdeutsche Schachbund, Landesverband Mittelrhein, hielt seinen Jahreskongreß für 1934 über Ostern in Bad Ems ab. Es wurden vier Turniere mit insgesamt 88 Teilnehmern ausgetragen. Ergebnisse: l. Klasse: 1. Benkner (Frankfurt am Main), 5 Punkte (Mittelrheinmeister); 2. Dr. Grimm (Höchst) ‘Vi\ 3. Schurig (Wiesbaden) 4; 4. Schomerus (Darmstadt) 3%; 5./6. Bleut- gen (Mainz) und Dr. Thomas (Höchst), je 3; 7./8. Müller (Frankfurt), Walter (Koblenz), je 2%. H. Klasse: 1. R o ß (Frankfurt); 2. Krebs (Bad-Rauheim). III. Klasse: 1.12. Butz (Frankfurt), Leber (Wiesbaden). IV.Klasse: 1./3. Hergen- Hahn, Liersch und Wagner. Nie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Der Regenschirm. Ein berühmter Klub in London hatte lange Zeit einen Pförtner, der Schirme und Stöcke ohne Nummer annahm und sich beim Herausgeben nie irrte. Eines Tages gab er einem ehrwürdigen Bischof feinen abgegebenen Regenschirm heraus. „Dieser Schirm gehört nicht mir", meinte der geistliche Herr. „Das ist möglich, Mylord", erwiderte der Pförtner, „aber das ist jedenfalls der, den Sie mitgebracht haben." kleine Verwechslung. Professor M. von der Universität Wien leitet seine Physikoorlesung mit folgenden wohlgesetzten Worten ein: Heute wollen wir das bekannte Froschexperiment machen. Ich habe zu diesem Zweck einen toten Frosch mitgebracht." Er greift in die Tasche, holt ein Päckchen heraus, öffnet es und findet ein gut belegtes Brötchen. „Nanu?" murmelt er kopfschüttelnd vor sich hin, „ich erinnere mich doch genau daran, daß ich heute schon mit Appetit gefrühstückt habe!" Wirtschaft. Auszahlung der Gparkaffenaufwertungsguthaben. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Der andauernde Zuwachs an Spareinlagen und die zunehmende Festigung und Kräftigung der Verhältnisse bei den Sparkassen gibt der preußischen Staatsregierung die Möglichkeit, dem bisher unerfüllt gebliebenen, sogleich von ihr bei der Regierungsübernahme als berechtigt anerkannten Wunsche der Altsparer auf Auszahlung der Sparkassenaufwertungsguthaben nachzukommen. Der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit hat durch einen Erlaß vom 17. ds. Mts. angeordnet, daß die noch nicht ausgezahlten restlichen Aufwertungssparguthaben zu je einem Drittel vom 1. August 1934, 1. April 1935 und 1. April 1936 ab gekündigt werden können. Diese abschließende Regelung entspricht nicht nur einem Gebot der Gerechtigkeit und des Ausgleiches von sozialen Härten, sondern läßt gleichzeitig erwarten, daß mit der Freigabe der Aufwertungssparguthaben das Ansehen der Sparkassen selber weiter erstarkt und damit die Spartätigkeit einen neuen Antrieb erhält. Zugleich ist die angeordnete Maßnahme von größter wirtschaftlicher Bedeutung. Zu jedem der drei Kündigungstermine werden nicht weniger als je rund 240 Millionen RM. Aufwertungsgelder, insgesamt also im Laufe der nächsten zwei Jahre ein Betrag von rund 720 Millionen RM. frei. Die Freigabe von derart erheblichen Beträgen wird sich auf das wirksamste in das Arbeitsbeschaffungsprogramm cinfügen; denn es ist anzunehmen, daß die zumeist dem Mittelstände und den wirtschaftlich geschwächten Bevölkerungskreisen angehörenden Altgäubiger, soweit sie die ihnen gebotenen Kündigungsmöglichkeiten nutzen, die abgehobenen Beträge weitgehend zu Ankäufen und Anschaffungen, in Sonderheit bei den dem Mittelstand angehörenden Handels-, Handwerks- und Gewerbetreibenden, verwenden werden. Der größte Teil der abgehobenen Guthaben wird mithin zur Belebung der Wirtschaft, vor allem der mittelständischen Wirtschaft, und damit nachhaltig zur weiteren Minderung der Arbeitslosigkeit beitragen. Frankfurter Börse. Mttagsbörse schwach. Frankfurt a. M., 18. April. Bei anhaltender Geschäftsstille setzten sich die Abschwächungen infolge von weiteren Pofitionslösungen der Spekulation auch an der heutigen Börse fort. Dem heraus- kommenden Angebot stand kaum Aufnahmeneigung gegenüber, zumal das Publikum wieder vollkommen fehlte und auch aus der Wirtschaft Anregungen kaum vorlagen. Zu beachten waren jedoch die weiter zuversichtlichen Berichte aus der westdeutschen Großeisenindustrie, bei der starken Zurückhaltung, die hauptsächlich durch die noch unbereinigten Transfer-Verhandlungen, hervorgerufen wird, blieb aber auch dieses Moment selbst für die Bergwerksaktien ohne Einfluß. Im Gegenteil, hier waren die Kursrückgänge wieder besonders fühlbar. Verloren doch Gelsenkirchen 2 v. H., Klöckner 1,65 v. H., Phönix 1,40 v. H., Rheinstahl und Stahlverein je 1 v. H. Rheinische Braunkohlen konnten sich gut behaupten, während Kali Aschersleben 2 v. H. einbüßten. IG. Farben eröffneten mit 138 v. H. um 1,13 v. H. niedriger, auch Scheideanstalt und Deutsche Erdöl gaben bis 0,75 v. H. nach. Elektrowerte hielten sich verhältnismäßig behauptet, nur Schuckert und Siemens lagen neuerdings bis 1 v. H. schwächer. Bekula gewannen jedoch 0,75 v. H., Gesfürel 0,25 v. H. und AEG. waren gehalten. Leicht befestigt waren Schiffahrtswerte, so Hapag um 0,25 v. H. und Norddeutscher Lloyd um etwa 1 v. H., auch AG. für Verkehr waren mäßig erholt. Schwach lagen noch Bemberg mit —2 v. H., ferner gingen Daimler um 0,90 v. H. und Zellstoff Waldhof um 0,50 v. H. zurück. Auch am Rentenmarkt fetzten sich die Abgaben fort, wobei Altbefitz 0,40 v. H., Neubesitz 30 Pf. und Stahlverein-Bonds 1,25 v. H. einbüßten. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren dagegen gesucht und 1 v. H. fester, infolge Materialmangels konnte sich aber kaum Geschäft entwickeln. Von fremden Werten gaben Silbermexikaner nach behaupteter Eröffnung später bis 0,25 v. H. nach. Im Verlaufe blieb die Haltung geteilt, und bei weiter kleinem Geschäft zeigten die Kurse nur minimale Abweichungen. Etwas gebessert waren einige Montanaktien, während Farbenindustrie und Elektropapiere meist abbröckelten. Reichsbank verloren 1 d. H. und Hapag 0,50 v. H. Chadeaktien waren gefragt und 1,50 Mark fester. Die Neubefitzanleihe erreichte im Verlauf einen neuen Tiefstand von 20,65 nach 21,25 v. H., später war sie dann mäßig erholt. Altbesitz blieben behauptet, späte Schuldbücher gaben 0,25 v. H. nach. Der Pfandbriefmarkt lag sehr still und zeigte ebenso wie Staats- und Stadtanleihen gut behauptete Kurse. — Tagesgeld unverändert 3,25 o. H. Im weiteren Verlaufe erfolgte ein empfindlicher Kurseinbruch in der Neubesitzanleihe, die auf angebliche Exekutionen aus Berlin von 20,75 auf tiefst 19,05 v. H. zurückfielen, zumal auch die Kulisse neue Ableben folgen ließ. Später trat dann eine geringfügige Erholung ein, und zwar auf etwa 19,30 v. H' Hiervon ausgehend wurde naturgemäß die übrige Börse ebenfalls nachteilig beeinflußt und das Kursniveau lag fast allgemein um 1 bis 1,50 v. H. niedriger. Man nannte IG. Farben mit 157,25 nach 137,75, AEG. 23,75 (24,50), Daimler 43,25 (44,40), Deutsche Erdöl 110,50 (112,40), Gesfürel 94 (95,50), Reichsbank 149 bis 148,25, Norddeutscher Lloyd 31,13 bis 30,40. Pfandbriefe lagen ebenfalls meist um 0,25 bis 0,50 v. H. schwächer. An der Nachbörse galten Neubesitz 19,40, IG. Farben 137,25 v. H. Abendbörse unsicher. Die Abendbörse verkehrte nach den Rückgängen von heute mittag in unsicherer Haltung. Die schwachen Schlußkurse der Berliner Börse sprachen hierbei ebenso, wie der neuerliche Sturz der Neubesitzanleihe mit. In diesem Papier lagen schon bei Eröffnung wieder starke Derkaufsaufträge vor, von denen jedoch zunächst nur die „Bestenslimite" abgenommen wurden. Der Kurs erfuhr eine weitere Ermäßigung um 0,40 v. H. auf 18.75 v. H. und galt im freien Markt gleich darnach 18.60 v. H. Unter diesem Einfluß schwächten sich auch die Aktienwerte gegen den schon schwachen Berliner Schluß um nochmals 0,25 bis 1 v. H. ab. In Aktien war der Umsatz klein, man beobachtete Zurückhaltung, wobei man auch auf die neuen Devisenbestimmungen verwies. Im Verlaufe zeigte sich für Neubesitz auf der ermäßigten Basis Kaufinteresse und bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft war der Kurs um 60 Pf. auf 19.20 v. H. erholt; der Gesamtumsatz belief sich auf etwa 600 000 Mark. Gchweinemartt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 211 Ferkel und 4 Läufer zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 16 bis 19 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 19 bis 24 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 25 bis 30 Mark; Läufer 35 bis 40 Mark. Tendenz: gut. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 18. April. Der Getreide- großmartt zeigte auf allen Marktgebieten nur kleine Umsatztätigkeit, wobei die Preise für Brotfrucht, Sommergerste, Hafer und Mehle unverändert blieben. Am Futtermittelmarkt zogen Kleie und Sojaschrot bei knappem Angebot weiter mäßig an. Infolge des Materialmangels entwickelten sich auch hier nur kleine Umsätze. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen 203 (Mühlenpreis) nom., Roggen 173, Sommergerste 167,50 bis 172,50, Hafer 159 bis 162,50, Weizenmehl, Spez. 0 mit Austauschweizen, 29,70 bis 30,25, dasselbe ohne 28,20 bis 28,75, Roggenmehl, 0- bis 60prozentig, 24 bis 24,50, dasselbe, südd, Spez. 0 24,50, Weizenkleie 10,80 bis 10,85, Weizenfuttermehl 11,80, Roggenkleie 11,10, Sojaschrot 15,55 bis. 15,65, Palmkuchen 14,05 bis 14,30, Erdnußkuchen 16,30 bis 17,15, Treber 14, Trockenschnitzel 10,10, Heu, südd., 6, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht oder gebündelt, 2. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 18. April. Arn Gemüse- markt erfolgte erstmalig Angebot in Spargeln, in Spinat bestand Überangebot, im übrigen waren die Zufuhren genügend. Für Kartoffeln und Zwiebeln zogen die Preise etwas an, sonst blieben sie unverändert. Verkauf gut. Es erzielten: Feldsalat 25 bis 30, Salat-Gurken (Treibhaus) 30 bis 45, Karotten 12 bis 14, Kartoffeln, gelbe, 50 kg, 325 bis 350, Kohlrabi (Treibhaus) 10 bis 20, Kopfsalat (Treibhaus) 12 bis 20, Lattich (Treib- Haus) 40 bis 50, Schlüpfer (Treibhaus) 40 bis 50, Radieschen, Bdl. 5 bis 6, Römischkohl 30, Rote Rüben 5 bis 8, Sellerie je nach Große 5 bis 20, Spargeln I 50 bis 60, II 32 bis 40, III 20 bis 25, Spinat, Gärtner 5, Pfälzer 3 bis 4, Weißkraut 8 bis 10, holl., Zwiebeln, Gärtner, 50 kg, 600 bis 700. Am Obst- t ?ib S ü d f r ü ch t e m a r k t nahm das Geschäft bei ausreichendem Angebot in Aepfeln und Apfelsinen und wenig veränderten Preisen einen schleppenden Verlauf. Es erzielten: Aepfel I 25 bis 28, II 18 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 14, amerif. Aepfel, Kiste ca. 40 Pfd., rote, 800 bis 900, do. gelbe 800 bis 1150, Apfelsinen, blond, 10 bis 14 span., Blut 13 bis 20 span., ital. blond 14 bis 18, Blut 20 bis 25, Kochbirnen 8 bis 10. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 19.April. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 61 Rinder, 1222 Kälber, 32 Schafe, 530 Schweine. Es kosteten: Kälber'25 bis 48 Mark, Hämmel 27 bis 35, Schafe 20 bis 32, Schweine 32 bis 40 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Schweinemarkt in Gedern. l. Gedern, 18. April. Gestern fand hier ein Rindvieh- und Schweinemarkt statt. Es waren 679 Schweine aufgetrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 16 bis 19 Mark und für 8 bis 12 Wochen alte Ferkel 19 bis 25 Mark bezahlt. Für Läufer wurden 30 bis 35 Mark erzielt. Der Handel ging flott vonstatten, der Markt wurde geräumt. Der erstmalig stattgefundene Nutzviehmarkt war gut beschickt. Es entwickelte sich ein recht gutes Geschäft. Für Rinder wurden 300 bis 320 Mark und für Kühe 290 bis 330 Mark bezahlt. Der deutsche Außenhandel im März. Steigerung der Umsätze—kleiner Ausfuhrüberschuß. Berlin, 18. April. (DNB.) Die deutschen Außenhandelsumsätze sind im März sowohl in der Einfuhr, als in der Ausfuhr gestiegen. Während sich die Einfuhr um rund 20 Millionen von 378 Millionen Mark im Vormonat auf 398 Millionen Mark erhöhte, stieg jedoch die Ausfuhr um 58 Millionen von 343 Millionen Mark auf 401 Millionen Mark, so daß sich diesmal ein kleiner Ausfuhrüberschuß von 3 Millionen Mark ergibt, gegen einen Einfuhrüberschuß von 35 Millionen Mark im Februar und einem Einfuhrüberschuß von 22 Millionen Mark im Januar dieses Jahres. Die Steigerung der Einfuhr war fast ausschließlich mengenmäßiger Natur; sie entspricht im wesentlichen der unterschiedlichen Zahl von Tagen in den beiden Vergleichsmonaten. Verhältnismäßig am stärksten hat sich die Einfuhr von Lebensrnitteln, die in den beiden Vormonaten erheblich gesunken war, erhöht, und zwar von 79,2 auf 87,5 Millionen Mark. Die Steigerung der Fertigwareneinfuhr von 56,9 auf 61,8 Millionen Mark entspricht ziemlich genau der jahreszeitlichen Tendenz. Die Rohstoffeinfuhr, die in den Vormonaten stark gestiegen war, hat in geringerem Maße zugenommen, und zwar von 238 auf 264,7 Millioen Mark. Das gegen Ende März erlassene Einkaufsverbot für eine Reihe ausländischer Rohstoffe hat sich in den Einfuhrzahlen für März noch nicht ausgewirkt. Die Steigerung der Ausfuhr beruht fast ausschließlich auf einer mengenmäßigen Steigerung des Fertigwarenabsatzes. Hiermit war falsonmäßig zu rechnen, doch war in diesem Jahre die Steigerung wesentlich stärker als in den früheren Jahren. Mengenmäßig liegt die Ausfuhr im März um fast 4 o.H. über dem Vorjahresstand, wertmäßig jedoch um etwa 6 o. H. darunter. Die Senkung der Ausfuhrpreise scheint sich auch im März noch fortgesetzt zu haben. Die Fertigwarenausfuhr stieg von 295,7 im Vormonat auf 350,1 Millionen Mark. Die Rohstoffausfuhr war mit 72,1 gegen 71,4 Millionen Mark nahezu unverändert, die Lebensmittelausfuhr stieg von 11,6 auf 13,4 Millionen Mark. In der Rohftoffausfuhr ist eine Zunahme der Steinkohlenausfuhr zu erwähnen. An der Erhöhung der Fertigwarenausfuhr waren nahezu alle Warengruppen beteiligt. Am stärksten stieg die Ausfuhr von Textilfertigwaren, von chemischen Erzeugnissen und von Maschinen Zu erwähnen ist ein erheblicher Rückgang der Wolleinfuhr. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben öle Hohe Der zuletzt beichiosienen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankmr a. Di Berlin Frankfurt a. M Berlin Franttun a. M. Berlin Deoifenmarfl Berlin — Jranffuri a. 211. Schluß« furd Gchlußk. Abend« börsc Schluß» kure Gchlußk Mittag» börse Gchluß- kurü Gchlußl. Abend» börse Schluß« turs Schluß! Mittag» börse Schlußkurs Gchlußk. Abend» börse Schluß« kurs Gchlußk. Minag- börse 17. April Amtliche Notierung 18-Apr Amtliche Notierung Geld | Brie Datum 17.4. | 18.4- 17.4. 18-4. Datum 17.4. 18.4. 17.4- 18.4- Datum 17.4. 18-4- 17.4. 18-4- (P-elb Brie Heisings»«.. Wien....... Prag....... BudapeA ... Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Jan. . Jugoslawien. Liiialum .... ________r Amerikanische Belgische Note Dänische Note Englische Note Französische 9 Holländische 9" Italienische N Norwegische 91 Deutsch Leite Rumänische 91 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische 91o 5,694 47,20 10,38 3,047 169,48 64,84 57,64 66,53 12,910 0,626 2,505 58,46 21,42 16,50 80,92 34,24 81,56 0,761 0,214 5,664 11,76 r lerlln, 18-Apri Noten....... n ........ n .......... ölen........ ölen........ ölen......... ölen ....... rreich, i 1OO § ölen........ oten........ en.......... en.......... tee ......... 5,686 47,30 10,40 3,053 169,87 64,66 57,46 66,37 12,865 0,626 2,508 58,57 21,37 16,58 81,04 34,30 81,70 0,759 0,216 5,676 11,71 Brief _ 2,475 58,53 57,31 12,85 16,52 169,79 21,34 64,63 66,33 81,06 34,24 6% Deutsche Reichsanlethe v. 192? 6% ef)em.7% Dl. ReichSanl. v. 1929 6^1% Doung-Anleihe van 1930 .. Deutsche Ant.-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten .......... Desgl. ahne Auslos.-Rechte...... 6% eljetn.8% Hess. Bolksstaat 1929 4,25 94 97,8 1,15 8 8 8 8.65 6.65 6,7 94,75 99,9 92,75 94,5 19,2 92,5 91,75 91 94,7 92 92 89,75 91 94,25 94 97,8 1-15 7,85 7,9 7,9 8,4 6,65 6,7 95.13 99,9 93,75 95,4 21,8 92,5 95 92,5 94,25 94 97.8 1,15 8 7,75 7.85 8,5 6,7 95,5 100 93,13 94,8 19,13 92,65 91,5 92,25 94,25 94 97,8 23 1,15 7,9 7,65 7,85 8,4 6,9 4% desgl. Serie 11 .......... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier Hamvurg»Amerika»Paket ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa-Dampfschifs .......o Norddeutscher Llond ......... O A-G. für Verkehrswesen Bit. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prival-Bank ... o Deutsche Bank und Dtsconto» Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o Reichsbank ......... zx A-G.«........... 0 Bekula.............. ’ 0 Dektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft « Felten & Guilleaume .. . ' o Rheinische Elektrizität . 6 »djudert &(v0..... . «Siemens« Halske. . 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