Nr. 66 Erster Vlatt M. Jahrgang Montag, 19. Marz M4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Verlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühl'sche Unlverfitätrvuch- und Steindruckerei R.Lange in Stehen. 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In Rom habe jetzt eine große Klärung ihren Anfang genommen, und es sei das Angebot zur Mitarbeit an die anderen Staaten ergangen. — Die S t a m p a schreibt, daß Italien nach wie vor entschiedener Gegner von Allianzen, Geheimverträgen und Blockbildungen sei. Daß man zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit nicht mit dem illusorischen Mittel von Konferenzen universellen Charakters komme, sondern nur durch den schrittweisen Abschluß von Einzelverträgen, sei heute allgemeine Ueberzeugung. Deutschland und die Kleine Entene hätten nicht nur das Abkommen in Stresa unterschrieben, sondern auch das italienische Memorandum angenommen. Die jetzt getroffenen Vereinbarungen realisierten die damals allerseits gutgeheißenen Grundsätze für einen Teil Europas. Der Corriere della Sera hofft, daß die Beschlüsse in ihrer prompten Verwirklichung dazu dienen werden, die wirtschaftliche Lage Österreichs und Ungarns zu bessern, sowie die politische Unabhängigkeit und die Erfüllung der historischen Aufgabe dieser Länder zu sichern. Dieses ausgezeichnete Ergebnis dürfe aber nicht zu einem geschloffenen System Italien-Donaugebiet führen, das auf wirtschaftlichem Gebiet kein Lebensrecht hätte und auf politischem Gebiet nie verfolgt worden sei. Die Freundschaft der drei Staaten sch li eße gute Beziehungen mit den Nachbarn nicht aus. Befriedigung in Wien. Wien, 18. März. (DNB.) Das Ergebnis der römischen Konferenz wird von der Regierungspresse als der erste entscheidende Schritt zum wirtschaftlichen Wiederaufbau des Donauraumes und die Loslösung von der bisherigen autarkifchen Zollpolitik der europäischen Mächte hingestellt. Die Presse unterstreicht die für die Zukunft gesicherte Zusammenarbeit zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn, die sich jedoch keineswegs gegen andere Mächte richte, und hebt die Möglichkeit eines Beitritts anderer Staaten zu den den getroffenen Vereinbarungen hervor. Hierbei wird wiederholt.auf den erwarteten Beitritt der Kleinen Entente hingewiesen und die Zustimmung der französischen Regierung zu der Vereinbarung hervorgehoben. Naturgemäß sucht die Presse das Ergebnis der Konferenz als einen Sieg der österreichischen Regierungspolitik hinzustellen, jedoch kommt verschiedentlich zum Ausdruck, daß die Protokolle nach der politischen Richtung hin nur ganz allgemein gefaßt seien. — Die christlich-soziale „Reichspost" schreibt, das Schicksal der Neuordnung werde nun sehr viel von der Frage abhängen, welche Wirkung die römischen Abmachungen auf die nächstbeteiligten außenpolitischen Mächte, auf Deutschland und d i e Kleine Entente ausüben werden. Absage an die Wirischasts- auiarkie. Der ungarische Ministerpräsident spricht im Rundfunk. Budapest, 19. März. (DNB.) Ministerpräsident G ö m b ö s ist Sonntagabend in Budapest angekommen. Unmittelbar nach seiner Ankunft erklärte er im ungarischen Rundfunk, daß die Verhandlungen in Rom zu einem für Ungarn zufriedenstellenden Ergebnis geführt hätten. Schon bei seinem Regierungsantritt habe er die Ansicht vertreten, daß sich der Briand-Plan zur Lösung der europäischen Probleme nicht eigne, weil er sich auf den ganzen europäischen Fragenkomplex erstrecke. Erheblich bedeutsamer seien demgegenüber jene Entwürfe, die eine Teillösung der gesamteuropäischen Fragen anftrebten, wie es die Konferenz in Rom verfolgt habe. Das bedeute aber nicht, daß die anderen Staaten sich der Zusammenarbeit, die in Rom festaelegt wurde nicht an- schließen könnten. Jeder zur Zeit noch außenstehende Staat werde bei dieser Zusammenarbeit gern gesehen, sofern die materiellen und objektiven Voraussetzungen gegeben seien. Als eines der wichtigsten Ergebnisse der Rom-Konserenz bezeichnete Ministerpräsident Gömbös die A b k e h r v o n d e n Autarkiebestrebungen. Nicht bas Streben nach Selbstversorgung der einzelnen Staaten, sondern die Schaffung größerer wirts ch a f t - kicher Komplexe könne Europa aus feiner gegenwärtigen schwierigen Lage retten. Freundliche Ausnahme in London. L o n d o n, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die JE im es" begrüßt die Unterzeichnung der drei Protokolle in Rom. Sie sagt, die Politik Mussolinis sei geeignet, Oesterreichs Unabhängigkeit zu stä r k e n und zugleich die e r st e Bresche t n d i e Stockung des Handelsverkehrs an der Donau zu legen. In der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs, die auch nach Ansicht anderer Regierungen notwendig für die Stabilität Mitteleuropas fei, laufe wie in vielen anderen Beziehungen die italienische Politik gleich mit der britischen. — „Sunday Times" sagt, Italiens erste Absicht im gegenwärtigen Augenblick sei die Stärkung der österreichischen Unabhängigkeit als Gegenzug gegen den Machteinfluß Deutschlands und der Kleinen Entente. Die wirtschaftlichen Klauseln des Paktes werden nicht sehr hoch eingeschätzt. „Times" wie „Observer" sind der Ansicht, daß die wirtschaftliche Wiedererholung Oesterreichs und Ungarns ohne die Mitarbeit der Kleinen Entente (?) unmöglich ist, deren Eintritt in den „neuen Block" aber sehr unwahrscheinlich sei. Es sei zu erwarten, daß Deutschland auf der anderen Seite gewisse Vorteile aus der Lage ziehen werde. Mussolini verkündei als weltpolitische Ausgabe des Faschismus die Einbeziehung Afrikas in den Kreis der europäischen Kultur. Rom, 18.März. (DNB.) In der zweiten Fünfjahresversammlung des faschistischen Regimes, die in der Königlichen Oper zu Rom die sämtlichen Führer und höheren Unterführer der Partei, des Senats und die neuzuwählenden Abgeordneten, die staatlichen Behörden und die höchsten Eienftgrabe bes Heeres unb ber Marine vereinigte, hielt Mussolini eine Rebe, in ber er einen kurzen Rückblick auf die letzten fünf Jahre, eine knappe außenpolitische Uebersicht und bann in großen Zügen bie Richtlinien für die Zukunftspolitik des Faschismus gab. Außenpolitisch betonte er bie herzlichen Beziehungen zur Schweiz, mit ber ber ablaufenbe Freundschaftsvertrag im September erneuert werbe, bie Freunbschaft z u Ungarn unb zum felbftänbigen Oesterreich. „Oesterreich weiß, daß es auf uns rechnen k a n n." Mit Südslawien seien bie Beziehungen normal, sie könnten verbessert werben, wenn sich die Bedingungen dazu ergäben. Zwischen Italien und Frankreich habe sich die Lage im allgemeinen sehr gebessert. Auf Deutschland kam Mussolini auf dem Umwege über Völkerbund und Abrüstung zu sprechen. Er betonte in scharfer Form die Notwendigkeit der Gleichberechtigung für die im Weltkriege unterlegenen Staaten. „Zu glauben, daß ein großes und starkes Volk wie das deutsche in einer bewaffneten Welt auf die Dauer entwaffnet gehalten werden kann, ist eine Illusion, die" — fügte er mit einem Lächeln hinzu — „vielleicht durch die Tatsachen bereits überholt ist." Die Reform des Völkerbundes sei erst notwendig, wenn sich der Erfolg der Abrüstungskonferenz gezeigt habe. Wenn diese scheitere, brauche man auch nur noch das Ableben des Völkerbundes festzustellen. In innenpolitischer Hinsicht verkündete der Duce, daß nicht nur bie Großstäbte saniert werben müßten, sondern baß auch die dringende Frage g e - sunder Wohnungen für die Bauern in Angriff genommen werden müßte. Innerhalb zwei Dezennien sollten alle italienischen Bauern gesund wohnen. Das werde auch das beste Mittel gegen die hassenswerte Verstädterung des Volkes und gegen den Geburtenrückgang sein, über die Mussolini sichtlich Besorgnis äußerte. Wie eine ernste Mahnung klangen seine Worte: .„Wenn es heißt, zwischen Tod und Leben zu wählen, so kann ich mir nicht vorstellen, daß das italienische Volk Öen. Tod wählt." Dann zeichnete der Duce die großen Linien für die künftige weltpolitische Entwicklung des italienischen Volkes. Italien liege vollkommen geschlossen da in völkischer, sprachlicher, religiöser Hinsicht und mit sicheren Grenzen an den Alpen. Im Norden sei für Italien nichts zu holen, im Westen auch nichts. „Die große Aufgabe für uns liegt inAfrika und Asien, lieber das Mittelmeer hinweg werden wir nicht territoriale Eroberungen machen, das betone ich ausdrücklich, sondern die natürliche Ex- p a n s i o n d e s italienischen Volkes soll besonders Afrika in den Kreis der europäischen Kultur ziehen, wie das die säkulare Aufgabe des alten Roms gewesen ist." Scharf wandte sich der Duce gegen jenen unbelehrbaren Konservativismus, der dieser Expansion des faschistischen Italiens sich in den Weg stelle. Paris über die Mffolinirede enttäuscht. Paris, 19. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Sonntagsrede Mussolinis hat in Paris wie eine Bombe eingeschlagen. Man glaubte bisher hier, als Vermittler zwischen Italien und der Kleinen Entente einen kleinen Schritt vorwärts gekommen zu fein und vor allem dadurch, daß man Italien gewissermaßen d e n Vortritt im Donaubecken überließ, dieses für den französischen Standpunkt in vielen aktuellen außenpolitischen Fragen wie Revision der Vertrage, Sicherheit und Abrüstung gewonnen zu haben. Mit Betrübnis und Empörung stellt nun die Presse fest, daß alle diese Erwartungen durch die Rede des Duce zerschlagen sind. Außerdem bezeichnen die Blätter die von Mussolini entwickelten Gedankengänge als h ö ch st gefä h r l i ch. Der offiziöse „Petit Parisien" will einen Widerspruch zwischen der Rede und dem Eindruck der römischen Verhandlungen feftfteüen, in denen man eine „Anstrengung zur Schaffung einer Atmosphäre des Ausgleiches und der Zusammenarbeit in Mitteleuropa erblicken wollte". Die Rede des Duce ft ö r e die Atmosphäre. Das „Journal" schreibt, die Rede des Duce ist ber Sammelruf an alle Kräfte, bie ihren Platz an ber Sonne forbern unb auch an alle Unzufriebenen, bie unter bem Vorwanb ber Wiebergutmachung von Unrecht ben Umsturz wollen. Im „Echo be Paris" nennt Partinax bie Rebe ausgesprochen revisionistisch. Die Kleine Entente werbe burch bie Erklärungen über bie berechtigten Ansprüche Ungarns zurückgestoßen. Mussolini könne nicht bas Scheitern bes Viermächtevertrages unb ben Abschluß bes Balkanvertrages verzeihen. Er kehre nunmehr zu seinen Hegemonieplänen in Mitteleuropa zurück, bie er gemeinsam mit bem maayarischen yrrebentismus verfolge. Auf bie Dauer aber könne biefes Ziel nur bem P a n g e r m a n i s m u s bas Bett bereiten. Die Ansprüche Italiens auf Asien unb Afrika könnten nicht freunbschaftlich gemeint sein. Jebenfalls habe Mussolini ben Kopf verloren. Seit einem Jahre gingen feine sämtlichen biplomatischen Initiativen fehl. Daher fühle er bas Bebürfnis, seine Hörer noch bis zum Weißglühen zu bringen. Eine Verständigung ferner denn je. Die britische presse zur Abrüstungsnote Frankreichs. Frankreichs Absage. Resignierte Stimmung in London. London, 19. März. (DNB. Funkspruch.) Die französische Antwort auf die britische Abrüstungs- benkschrift ist bem französischen Botschaft^ in Lonbon gebrahtet. Die Antwort umfaßt acht Schreibmaschinenseiten. Nach einer Mitteilung ber Havas- Agentur zollt bie französische Note bem von Der englischen Regierung gesteckten Ziel ber Aufrechterhaltung bes Friebens Anerkennung. Sie erEerme auch an, baß bie Aussöhnung unter ben Bolkern hierfür bie unerläßliche Voraussetzung fei, betone jeboch, baß bie(e Aussöhnung n i ch t u n t e r zw e:- beutigen Umftänben erfolgen könne. Frankreich habe feit 1919 seine Truppenbestanbe bereits um mehr als bie Halste m Verhältnis auf bie Truppenstärke von 1914 herabgesetzt unb feiner Militärorganisation einen ausgesprochenen Verteibigungscharakter gegeben. Somit habe Frankreich seinen Friebenswillen hinreichenb bewiesen. Wenn man Frankreich heute vorschlage, auf bem Abrüstungswege noch weiterzugehen, lehne es bas nicht grunbsätzlich ab, vorausgesetzt, baß feine Sicherheit nicht g e f ä t) r b e t werbe. In ber „Morning Poft" wirb ebenso wie in anberen Blättern feftgeftellt, baß bie französische Antwortnote auf eine beinahe vollstän- bige Verwerfun ab e r britischen Vorschläge hinausliefe. „Mornig Post" sagt, bie französische unb ebenso bie beutsche Note machten es unzweifelhaft, baß ber britische Abrüstungsplan keinen politischen Wert mehr habe, unb baß Frankreich unb Deutschlanb einer Verstänbigung ferner feien benn je. „Daily Heralb" sagt, Großbritannien unb Italien seien bereit, Deutschlanb ein begrenztes Maß von Aufrüstung zuzugestehen. Wenn auch Frankreich grunbsätzlich einverstanden wäre, würde eine Wiederaufnahme der Besprechungen möglich werden, wenn nicht, dann sei alles z u Ende. Der liberale „New Chronicle" schreibt, wenn Frankreich von England die Uebernahme von Verpflichtungen verlange, die über ben Locarno-Vertag hinaus- gingen, müsse es sich auf eine ablehnend Haltung ber britischen Öffentlichkeit gefaßt machen. „Daily Mail" wieberholt seinen Ruf nach einem englisch-französischen Bünb- nis unb nach Schaffung einer starken britischen Luftstreitmacht. „Times" sagt, bie beutsche Antwortnote habe einen Ton gebulbiger Höflichkeit. Die beutsche Regierung bleibe im wesentlichen bei ihrer bisherigen Haltung, mache aber mehrere interessante unb vielleicht wichtige Anbeutungen unb Zugestänbnisse. „Daily Telegraph" sagt: Frankreich wirft roieber bie entscheibenbe Frage ber Sicherheit unb ber Sanktionen auf, bie automatisch unb für bie ganze Welt gültig fein sollen. Wenn bies bie enb« gültige Frage ist, von ber bas Schicksal ber Abrüstungskonferenz abhängt, bann muß bie Aussicht als b ü ft e r bezeichnet werben. Denn Großbritanniens Haltung in biefer Frage ist wohlbekannt. Abgesehen hiervon wirb bie Aussicht auch nicht burch ben allgemeinen Inhalt ber französischen Note gebessert, ber tatsächlich gegenüber bem britischen Plan auf ein b e u 11 i dj e s „mir können nicht" hinauskommt, bas von einem „w i r wollen nicht" kaum zu unterscheiben ist. Das Blatt erklärt, es könne in ber Note kein Zeichen bafür entbetfen, baß Frankreich mehr Bereitschaft zu einer Verstänbigung mit Deutschlanb habe als währenb bes ganzen letzten Jahres. In ber französischen wie in ber beutschen Note würben bie Punkte, in benen Uebereinftimmung herrscht, weniger betont als bie Gegensätze. Nach zwei Jahren sei bies äußerst enttäuschenb. Die beutsche Note sei zwar befonbers versöhnlich; aber bie Schlußfolgerung sei kaum zu oermeiben, baß bas probeweise hergestellte Gewebe roieber aufgelöst worben sei unb baß bie Arbeit, wenn überhaupt, so ganz von neuem begonnen werben müsse. England Hai eine neue Geekriegswaffe. Ein Fernlenkschiff mit Explosivstoffen. Lonbon, 18. März. (DNB.) „Sunbay Chronicle" melbet in großer Aufmachung, baß bie englische Abmiralität geheime Versuche mit einer neuen Seekriegswaffe burchgeführt habe, bie alles bisher Dagewesene in ben Schatten stellen soll. Es hanble sich um ein nur 10 Tonnen schweres, mit hochexplosiven Stoffen belabe« n e s Kleinschiff, bas burch brahtlose Fernlenkung mit ungeheurer Geschwinbigkeit gegen feinbliche Schlachtschiffe unb Kreuzer gerichtet wirb. Dieses explosive Schiff werbe mittels eines Kranes von bem Mutterschiff aufs Wasser gesetzt unb burch außerorbent- lich starke elektrische Motoren in Bewegung gebracht. Wenn bas feinbliche Kriegsschiff auszuweichen versucht, würbe bas Boot brahtlos umge steuert, bis es, unterstützt burch seine allen Schiffsklassen überlegene Geschwinbigkeit, sein Ziel erreicht. Im Falle eines Fehltreffens könne bas Boot roieber zum Mutterschiff zurückgeleitet werben. Die Versuche hätten gezeigt, baß biefes explosive Boot, bas bei den Neubauten unter ber Kategorie „übrige kleine Schiffe" erscheint, eines ber wirkungsvollsten Schiffe sei, bas jemals in ber englischen Flotte eingeführt würbe. Der Bau werbe unter Aufsicht bes Erfinbers Sir W. Johns, bes Direktors ber englischen Flottenbauten, burchgeführt werben. Rußlands Beitritt zum Völkerbund erörtert. Herriot sucht einen neuen Bundesgenossen für Genf. Lonbon, 19. März. (DNB. Funkspruch.) An- fnüpfenb an eine Aeußerung bes Pariser „Oeuvre", dem Blatt Herriots, sprechen mehrere Blätter von der Möglichkeit eines baldigen Eintritts Sowjetrußlands in den Völkerbund. „Daily Herald" schreibt, man hoffe, daß bie formelle Z u - lassung auf ber Septemberversamm- I u n g erfolgen könne. Das französische Außenministerium, bas bringenb bie Russen im Välter b u n b haben wolle, fürchte Wiberstanb von feiten bes britischen Außenamtes. Wahrscheinlich werbe bie erste offene Anregung nicht von Frankreich, fonbern von Mussolini ausgehen. Die Russen würben erst ein Gesuch stellen, wenn sie sicher seien, daß es keine Opposition gebe. In ber „Morning Post" heißt es, nach Herriots Ansicht sei ein Einvernehmen mit Sowjetrußlanb bejonbers nötig wegen ber Selbständigkeit, die Polen neuerdings zeige. Er wolle, daß Rußland Mitglied des Völkerbundes werde, damit es Frankreich unterstützen würbe, wenn letzteres Deutschland des Vertragsbruches beschuldige und eine internationale Untersuchung beantrage. Ob dieser Plan von den übrigen französischen Ministern gebilligt werde, sei allerdings zweifelhaft. Oie Königin-Mutter der Niederlande besorgniserregend erkrankt. Haag, 18. März. (DNB.) Der Gesundheitszustand der Königin-Mutter Emma, die seit einigen Tagen an einer schweren Bronchitis leidet- gibt zu Besorgnissen Anlaß. Der ärztliche Bericht besagt, daß bie Patientin eine unruhige Nacht gehabt habe unb baß sie sich schwächer als an ben Vortagen fühle. Die Haager Be- völkerung verfolgt mit Anteilnahme den Verlauf der Krankheit der allgemein sehr beliebten Königin- Mutter. Die Königin und die Thronfolge- r i n wellten am Samstag und Sonntag eine Zeit- Lang an ihrem Krankenlager. Verschiedene Mitglieder des Haager diplomatischen Korps, darunter auch der deutsche Gesandte, statteten im Schloß der Königin-Mutter Besuche ab, um sich persönlich nach ihrem Befinden zu erkundigen. * Königin Emma, die Witwe König Wilhelms III. der Niederlande, ist eine geborene Prinzessin von Waldeck. Nach dem Tode ihres Gatten am 23. November 1890 führte sie bis zur Großjährigkeitserklärung ihrer Tochter, der Königin Wilhelmina, im Jahre 1898 die Regierung. Die jetzt 76jährige Königin erfreut sich beim holländischen Volk großer Beliebtheit. Oie Aufhebung der Oberpostdirektion Darmstadt. Keine Schädigung der Verkehrsinteressen. Berlin, 17. März. (DNB.) Nach dem Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung vom Februar d. I. werden am 1. April die Oberpostdire^tionen in Darmstadt, Halle (Saale), Konstanz, Liegnitz und Minden (Wests.) aufgehoben. Zur Sicherstellung des Geschäfts- und Kassenbetriebes werden die aufgehobenen Oberpostdirektionen zunächst ungeteilt in ihrer Gesamtheit einer benachbarten Ober» postdirektion angegliedert, und zwar Darmstadt an Frankfurt (Main), Halle (Saale) an Leipzig, Konstanz an Karlsruhe (Baden), Liegnitz an Breslau und Minden (Wests.) an Münster (Wests.). Die endgültige Abgrenzung der neuen Oberpostoirektionsbezirke wird später vorgenommen und bekannt gegeben werden. Am Orte der aufgehobenen Oberpostdirektionen wird bis auf weiteres eine Abteilung der neu zuständigen Oberpostdirektionen eingerichtet, z. B. Abteilung Darmstadt der Oberpostdirektion Frankfurt a. M. Sie bearbeitet vorläufig die örtlich zu regelnden Einzelfragen in den laufenden Angelegenheiten des Betriebs, Personals, Baus usw. für den Bezirk der aufgehobenen Oberpostdirektion weiter. Die Behandlung der allgemeinen und grundsätzlichen Verwaltungsangelegenheiten geht sogleich auf die neue Oberpostdirektion über. Die Geschäfte der einzelnen Arbeits- und Sachgebiete sollen im übrigen schrittweise und allmählich auf die neue Oberpostdirektion übergehen. Wie schon früher mitgeteilt, wird durch die Neuregelung eine Schädigung der Verkehrsinteressen der Bevölkerung und der Wirtschaft in keiner Weise eintreten. Alle örtlichen und bezirklichen Verkehrseinrichtungen bleiben unverändert in Tätigkeit. Auch hinsichtlich der Vergebung von Aufträgen der Reichspost wird die Aufhebung der Öberpostdirektionen keine Benachteiligung der Gewerbetreibenden der betroffenen Orte und B e z i rk e zur Folge haben. Sie werden vielmehr an den Lieferungen für die Reichspost auch künftig in derselben Weise beteiligt werden wie bisher. Hitlerjugend und Kirche. Reichsjugendführer Baldur von Schirach spricht in Halle. Halle, 18. März. (DNB.) Reichsjugendführer Baldur v. Schirach wies in einer Kundgebung der Hitlerjugend die Behauptungen des Auslandes zurück, daß die Hitlerjugend eine militaristische Organisation mit imperialistischen Tendenzen sei. Das Braunhemd ist für uns nicht eine militärische Uniform, es ist der Ausdruck unserer inneren Haltung. Es ist das Kleid unserer sozialistischen Kameradschaft. Wenn die konfessionelle Jugenderziehung den Wert hätte, den zu haben sie vorgibt, so wäre der ganze Zusammenbruch von 1918 nicht möglich gewesen. Ich bin ein positiver Christ, aber ich bin nicht bereit, eine Trennungswand zu errichten zwischen meinen Arbeitern und Bauern und mir. Ich will dieser Jugend alle Möglichkeiten einer religiösen Betätigung gewähren. Nie ist von der Führung der Hitlerjugend einem jungen Katholiken oder Protestanten die Möglichkeit des Besuches des Gottesdienstes genommen worden. Aber ist es nicht auch nötig für die Religion, daß zunächst einmal das ganze deutsche Volk einig wird in seinem Bekenntnis zu Deutschland. Dann wird auch diese Jugend zukünftig von selbst wieder den Weg in die Kirche finden. Wir wollen die Anfänge einer gewaltigen Entwicklung an der Schwelle eines neuen Jahrtausends nicht mit Auseinandersetzungen anfangen, die uns zermürben und uns entzweien können. Wir wollen nur, wie wir der Kirche ihr Recht zu geben bereit find, daß sie auch uns das Recht gebe, daß wir den Staat führen. Wir verlangen, daß die weltanschauliche Erziehung für den Staat ausschließlich Sache der HI. sein soll. Oer Führer in Nürnberg. Nürnberg, 18. März. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler stattete am Sonntagmittag der Stadt der Reichsparteitage einen überraschenden Besuch ab. Der Führer wollte sich an Ort und Stelle von den Arbeiten überzeugen, die im Luitpold- hain, auf dem sich die großen Veranstaltungen der Reichsparteitage abwickeln, neu in Angriff genommen worden sind. Aus dem Nürnberger Flughafen hatten sich zur Begrüßung des Führers der Frankenführer Julius Streicher, Oberbürgermeister L i e b e l u. a. eingefundcn. Auch eine große Menschenmenge bereitete dem Führer herzliche Ovationen. Der Kanzler begab sich zum Tiergartengebäude, wo in einem der Säle die neuen Modelle und Planskizzezn ausgestellt sind. Der Führer gab Anweisungen für die zukünftige Ausgestaltung des Geländes. Nach einer kurzen'Rast im „Deutschen Hof" setzte der Führer die Fahrt im Kraftwagen nach München fort. Die Nürnberger Bevölkerung jubelte ihm freundlich zu. Oie Geschäftsräume der obersten SA.-Führung über Ostern geschloffen. München, 18. März (DNB.) Die Oberste SA-. Führung teilt mit: Die Geschäftsräume der Obersten SA.-Führung bleiben anläßlich der Osterfeiertage geschlossen, und zwar von Mittwoch, dem 28. März an bis einschließlich Dienstag, den 3. April 1934. Es werden daher alle in Frage kommenden Stellen gebeten, sich während dieser Zeit nur in den dringendsten Fallen mit schriftlichen Anfragen an die Oberste SA.-Führung zu wenden. Oie römischen Protokolle. Das Ergebnis der Oreierbesprechung zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös. Rom, 17. März. (DNB.) Das llalienisch-öster- reichisch-ungarische Abkommen am Samstagabend um 18.08 Uhr unterzeichnet worden. Um 21.20 Uhr haben Dollfuß und Gömbös in dem Sonderzuge Mussolinis Rom verlassen. Die Protokolle haben folgenden Wortlaut: Protokoll Nr. 1. Der Chef der italienischen Regierung, der österreichische Bundeskanzler, der ungarische Ministerpräsident, beseelt von der Absicht, zur Aufrechterhaltung des Friedens und zum wirt- fchaftiichen Wiederaufbau in Europa auf der Grundlage der Achtung der Unabhängigkeit und der Rechte jedes Staates beizutragen und überzeugt, daß die Zusammenarbeit zwischen den drei Regierungen die tatsächlichen Voraussetzungen für eine breitere Zusammenarbeit mit den anderen Staaten schaffen kann, verpflichten sich, folgende Ziele zu verfolgen: Sie wollen sich über alle Probleme, die sie besonders interessieren, und auch über die Fragen allgemeiner Ordnung besprechen, um im Geiste der bestehenden zweiseitigen Freundschaftsverträge, die sich auf die Anerkennung zahlreicher gemeinsamer Interessen gründen, eine gemeinsame Politik zu führen, die darauf gerichtet wird, die tatsächliche Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten und besonders zwischen Italien, Ungarn und Oe st erreich zu fördern. Zu diesem Zwecke werden die drei Regierungen jedesmal zu g e - meinfamen Beratungen (Konsultationen) schreiten, wenn wenigstens einer von ihnen das für nötig hält. Protokoll Nr. 2. Die Regierungen von Italien, Oesterreich und Ungarn, beseelt von dem Wunsche, die zweiseitigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den drei Staaten zu entwickeln, in der Absicht, dem Austausch ihrer Produkte neuen Impuls zu geben und sich damit den ungesunden Tendenzen der wirtschaftlichen Autarkie zu widersetzen, beschließen auf der Grundlage der Entschlüsse von Stresa und des italienischen Donaumemorandums folgendes: Art. 1. Die drei Regierungen verpflichten sich, die Tragweite der augenblicklich bestehenden Handelsverträge auszudehnen, indem sie die gegenwärtigen Ausfuhrerleichterungen verstärken und auf diese Weise immer größeren Nutzen aus der Ergänzungsfähigkeit ihrer gegenseitigen Wirtschaften ziehen. Zu diesem Zweck werden zweiseitige Abkommen vor dem 15. Mai 1934 geschlossen werden. Art. 2. Die drei Regierungen beschließen, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Schwierigkeiten zu überwinden, die Ungarn aus dem tiefen Stand seiner G e t r e i d e p r e i s e erwachsen. Die diesbezüglichen Abkommen werden so schnell wie möglich, jedenfalls vor dem 15. Mai 1934 geschlossen werden. Art. 3. Die drei Regierungen verpflichten sich, den Durchgangsverkehr in den A d r i a t i s ch e n Häfen zu erleichtern und so viel als möglich zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden so bald als möglich zweiseitige Abkommen geschlossen werden. Art. 4. Die drei Regierungen werden eine dauernde Kommission von drei Sachverständigen bildens die beauftragt sind, den Gang der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den drei Ländern zu beobachten und konkrete Vorschläge zu formulieren, die geeignet sind, eine größere Entwicklung dieser Beziehungen im Geiste des vorliegenden Protokolls zu gewährleisten. Protokoll Nr. 3. zwischen Italien und Oe st erreich als Ergänzung zum vorstehenden Protokoll zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen: Auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen, die gezeigt haben, daß die Wirtschaft ihrer beiden Länder sich weitgehend ergänzt, beschließen Italien und Oesterreich zur weiteren Entwicklung ihrer Wirtschaftsbeziehungen folgendes: Artikel 1. Am 5. April 1934 werden zwischen den beiden Regierungen Verhandlungen beginnen zwecks A b - fchluffes eines neuen Abkommens, das die augenblicklich bestehenden Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern erweitern und den heutigen Umständen anpassen soll. Das neue Abkommen wird möglichst schnell, jedenfalls vor dem 15. Mai 1934, abgeschlossen werden. Artikel 2. Für das Abkommen, von dem im vorhergehenden Artikel die Rede ist, wird folgendes festgesetzt: Einräumung eines Präferenzsy- stems zugunsten einer möglichst großen Zahl von Originalprodukten, die aus Oe st erreich kommen und nach Italien importiert werden. Zu diesem Zweck werden die beiden Vertragschließenden auf die Notwendigkeit Rücksicht nehmen, die Konzessionen in vernünftig en Grenzen zu halten nach dem Grundsatz, der im Buchstaben C des Artikel 11 des italienischen Donaumemorandums enthalten ist. Man wird vor dem 15. Mai 1934 zur Redaktion zweier Listen schreiten, von denen die eine die Produkte angibt, für die die Einräumung von Vorzugszöllen durch den vorhergehenden Abschluß von Uebereinfommen zwischen den interessierten Produzenten der beiden Länder erleichtert werden kann. Die andere wird jene Produkte enthalten, für die Konzessionen anwendbar erscheinen, unabhängig von jeder Verständigung zwischen den Produzenten selbst. Was die Produkte betrifft, die in der ersten Lifte enthalten find, so verpflichten sich die beiden Regierungen, die nötigen Maßnahmen zu treffen, um den Abschluß solcher Jndustrieabkommen zu beschleunigen und zu erleichtern. Das deutsche Abrüstungsmemorandum veröffentlicht. Eine Verständigung möglich, wenn man den Entschluß dazu saßt. Oer Nichtangriffspakt. Locarno bleibt anerkannt. Berlin, 18. März. (DNB.) Das dem ftanzösi- schen Botschafter in Berlin am 13. März überreichte Memorandum der Reichsregierung zur Abrüstungsfrage enthält u. a. folgende Darlegungen: Die deutsche Regierung hat den Eindruck gewonnen, daß irie Ausführungen der französischen Regierung in verschiedenen Punkten von Mißverständnissen über die vorangegangenen deutschen Erklärungen beeinflußt worden sind. Es erscheint ihr wichtig, diese Mißverständnisse aufzuklären, um zu verhüten, daß die weitere Diskussion des Abrüstungsproblems dadurch beeinträchtigt wird. Die französische Regierung vermißt im Memorandum vom 19. Januar eine klare Stellungnahme zur Frage der Tragweite der von Deutschland angebotenen Nichtangriffspakte und zu der Frage des Verhältnisses dieser Pakte zum Rheinpakt von Locarno. Die deutsch - polnische Erklärung vom 26. Januar stellt ein in seiner Bedeutung völlig klares Beispiel dafür dar, daß Deutschland der Verpflichtung, unter keinen Umständen zur Anwendung von Gewalt zu schreiten, bis an die denkbar äußerste Grenze zu gehen bereit ist. Was den Vertrag von Locarno angeht, so hat die deutsche Regierung nicht daran gedacht, ihn durch anderweitige Nichtangriffspakte abzuschwächen. Sie hat auch die Gültigkeit dieses Vertrages niemals in Zweifel gestellt. Wenn das Abrüstungsproblem geregelt ist, wird auch der Zeitpunkt gekommen sein, mit den anderen Mächten die Frage des k Ü n f t i - gen Verhältnisses Deutschlands zum Völkerbund zu erörtern. Jede paritätische Kontrolle annehmbar. Die politischen Verbände. Die deutsche Regierung möchte nochmals hervorheben, daß ihr selbstverständlich nichts erwünschter sein kann, als daß in der Abrüstungskonvention möglich st weitgehende Rüstunasbe- schränkungen festgesetzt werden. Sie hat in ihrem Memorandum vom 19. Januar in dieser Beziehung feststellen zu müssen geglaubt, daß die hochgerüsteten Staaten in ihren bis jetzt vorliegenden Erklärungen keine Abrüstungsmaß- nahmen angenommen haben, die einschneidend genug wären, um den Ausgangspunkt der deutschen Vorschläge zu ändern. Die deutsche Regierung hat für die Einführung der internationalen Kontrolle keine andere als die selbstverständliche Bedingung gestellt, daß sich diese Kontrolle für alle Länder völlig paritätisch auswirkt. Die deutsche Regierung ist durchaus damit einverstanden, - wenn die Kontrolle m ö g l i ch st wirksam gestaltet wird, und wenn sie gleichzeitig mit dem Jntrafttreten der Konvention zu funktionieren beginnt. Den in Deutschland bestehenden politischen Organisationen kann kein militärischer Charakter beigemessen werden. Die französische Regierung glaubt eine andere Auffassung vertreten zu sollen. Das ist eine Meinungsverschiedenheit über eine reine Tatfrage. Kann es für die Bereinigung einer solchen Meinungsverschiedenheit einen besseren und natürlicheren Weg geben als die Anwendung des in Aussicht genommenen Kontrollverfahrens auf derartige politische Oraanisatio- nen in allen Ländern, wie sie von oer deutsch Regierung ausdrücklich angenommen worden ist? Die deutsche Regierung würde durchaus mit einer vertraglichen Festlegung konkreter, für alle Länder geltender V e rb o t e einverstanden sein, die sicherstellen, daß Verbände außerhalb des Heeres keine militärischen Waffen und keine militärische Ausbildung erhalten und daß sie auch sonst in keiner organisatorischen Beziehung zur Wehrmacht stehen. Lleberseetruppen und ausgebildete Reserven. Zu der Frage der Pers anal stärken glaubt die deutsche Regierung auf dem letzten französischen Aide-Memoire entnehmen zu können, daß die französische Regierung bereit ist, die im französischen Mutterland stationierten Ueberjeetruppen in die Vergleichung der beiderseitigen Personal-- stärken einzubeziehen und außerdem für alle Ueberseetvuppen eine vertraglich festzufetzende Höch stzahl anzunehmen. So erwünscht diese Präzisierung des französischen Standpunktes ist, läßt sie noch die Tatsache außer Betracht, daß bei der Vergleichung der Personalstärken billigerweise auch diejenigen Ueberjeetruppen mit» berücksichtigt werden müßten, die zwar nicht im Mutterlande selbst, aber doch so stationiert sind, daß sie jederzeit unschwer zu militärischer Verwendung in das Mutterland transportiert werden können. Außerdem können hierbei auch die ausgebildeten Reserven nicht außer Betracht bleiben. Deutschland fordert nur Verteidigungswaffen. Was den Zeitpunkt der Ausstattung der künftigen deutschen Armee mit den notwendigen Verteidigungswaffen anlangt, so hat die französische Regierung auch im Aide-Mömoire vom 14. Februar keinerlei Grund angegeben, der es rechtfertigen könnte, diesen Zeitpunkt noch um Jahre hinauszuschieben, damit die Diskriminierung Deutschlands zu verlängern und der deutschen Armee während der Periode der Umwandlung der Reichswehr in ein Heer mit kurzer Dienstzeit die volle militärische Verwendungsfähigkeit vorzuenthalten. Man kann weder eine Konvention mit kürzerer Geltungsdauer, etwa von fünf Jahren, wählen, die sich mit der Limitierung der Rüstunden der hochgerüsteten Staaten auf ihrengegenwärtigen Stand begnügt, oder man kann in die Konvention gewisse A b - rüstungssmaßnahmenderhochgerüste- ten Staaten einbeziehen und ihr dafür eine längere Geltungsdauer verleihen. Die vertragliche Festsetzung des künftigen deutschen Rüstungsstandes würde in beiden Fällen im wesentlichen die gleiche sein müssen, da auch bei einer Regelung der zweiten Art nicht mit Abrüstungsmaßnahmen gerechnet werden kann, die für die Verwirklichung der deutschen Gleichberechtigung von Belang wären. Daß für Deutschland unter k e inen Umständen mehr ein Rüstungs- stand, wie er im Versailler Vertrag festgelegt wurde, in Betracht kommen kann, ist eine von allen Seiten längst anerkannte Tatsache. Die deutsche Regierung hat sich in den Vorschlägen für das Rüstungsregime Deutschlands eine so weitaehende Beschränkung auferlegt, daß sie bei dem Minimum dessen angelangt ist, was zur Anbahnung der Sicherheit und zur Verteidigungsmöglichkeit des Landes in diesem Zeitabschnitt erforderlich ist. Sie hat auf alle Angriffswaffen von vornherein verzichtet und hat stets erklärt, daß sie jede, auch noch so weitgehende Rüstungsbe-schränkung akzeptieren würde, wenn dies auch seitens der anderen Mächte geschieht. Sie hält auch sonst alle Voraussetzungen einer Verständigung für gegeben und ist der Ansicht, daß es nur noch auf den Entschluß zu dieser Verständigung ankommt. Ministerbesuch Die Aufgabe der GA Essen, 17. März. (DNB.) Die Stadt Essen prangt aus Anlaß der heute stattfindenden B e • grüßung der S A. und SS. an Ruhr und Niederrhein durch den Stabschef, der Gedenkfeier für die in den Spartakiftenkämpfen Gefallenen und des großen F l u g t a g e s zum Besten der Winterhilfe mit anschließender Einweihung der neuen Sportflugzeughalle durch den Reichsluftfahrtminister in Flaggenschmuck. Aus dem weiten Gelände des Flughafens Essen ° Mühlheim waren 60000 Mann der SA. und SS. des Ruhrgebietes und vom Niederrhein aufmarschiert. Der Stabschef ritt zuerst die Front der Stürme ab und wandte sich dann mit folgenden IBorten an die Kameraden: Was ich heute gesehen habe, beweist mir, daß hier revolutionäre National- sozialisten stehen, die nicht mit dem Munde, sondern mit dem Herzen, die nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit der Tat sich die Stellung im neuen Deutschland erworben haben, die den Kämpfern der SA. auf Grund ihrer Opfer und Leistungen, auf Grund ihrer Verdienste um die Zu- und die Verbundenheit aller Schichten des Volksganzen zuteilgeworden ist. Es ist kein Zufall, daß gerade hier, wo verdeutsche im Ruhrgebiet. Arbeiter mit als erster in die braune Front eingetreten ist, in allen Kampfjahren die besten, stolzesten und tapfersten Kämpfer unseres Führers Adolf Hitler gestanden haben. Nicht alle, meine Kameraden, lieben uns, weil wir unter allen Umständen festhalten an dem Geist, an dem Willen und an den Zielen, die uns einst in Deutschlands Not zusammengeführt haben, an dem Geist eiserner Manneszucht und Unbestechlichkeit, der Bescheidenheit und des Stolzes, an dem Geist der Leistung und, was wohl das Wichtigste ist, an dem G e i st der Kameradschaft und Volksverbundenheit. Aus dem Volke sind wir gekommen, und wir bleiben immer im Volke stehen' Manche lieben uns nicht, weil wir es nicht dulden, daß wieder ein Geist des Bürokratie mus und der Bonzokratie, der Feigheit und Unterwerfung Platz greift, sondern weil wir darauf achten, Revolutionäre zu bleiben und an unserem Führer, an dem Gedankengut des Führers und an der Weltanschauung des Nationalsozialismus immer festhalten und dafür sorgen, daß das Hakenkreuzbanner, unsere stolze Fahne des Kampfes, in Deutschland weht, bis das ganze Volk in Freiheit und Einigkeit bis zum letzten Volksgenossen aufstehen wird und aus Schmach und Not sich zu Größe. Freiheit urti) Ehre erhebt. An den Gräbern der Opfer des Gpartakistenaufffandes. Dann fand am Wasserturm in Essen die Gedenkfeier für die bei den Kämpfen gegen die Spartakisten in den Jahren 1920/23 gefallenen Angehörigen der Polizei und der Einwohner der Stadt statt. Ministerpräsident Göring erinnerte an den grauenvollen Tag, an dem hier eine Tragödie sich abspielte, wie wir sie damals noch mehrmals er- leben konnten. Denkt zurück an die grauenvolle Zeit, da deutsche Menschen, ausgepeitscht und ausgehetzt durch artfremde Verführer, aufgeftanden waren gegen ihre eigenen Brüder,um sie abzuschlachten gleich Tieren. Und das nannten sie die Vollendung ihrer Weltanschauung. Uns aber Zeigte es, daß die Weltanschauung des Kommunismus Mord, Anarchie, Vernichtung und Untergang ist. Es zeigte sich deutlich, daß immer dort, wo sich diese Pest erhebt, ein Volk stürzt, eine Nation zusammenbricht. Und wenn wir heute glücklich sind, daß das Volk zu sich selbst zurückgefunden hat, dann dürfen wir niemals vergessen alle die Menschen, die in den vergangenen 14 Jahren des Leidensweges sich zum Opfer brachten. ZuM ersten Mal bekennt sich heute aus Doffern Herzen her Staat und mit ihm Volk und Vaterland ZU diesen Männern. Mit besonderem Stolz aber muß cs heute die Schutzpolizei erfüllen, wenn sie an dieser Stelle ihrer gefallenen Kameraden von einst denkt, denn auch für sie ist dieses Opfer Symbol geworden, für sie hat das Wort Stolz wieder Sinn bekommen. Wir wollen nicht nur, wie es unsere Pflicht ist, mit den Mitteln des Staates scharf zupacken, wir wollen auch alles tun, um das Vertrauen des Volkes zu stärken und zu fördern, und wir wollen alles tun, um so zu leben, daß jene Unterwelt keine Möglichkeit zu erbärmlichem Widerstand gegen Deutschland hat und deutsche Brüder nach einer falschen Richtung eingesetzt werden müssen. In feierlicher Stille wurden dann vor der Ehrentafel am Turm die Kränze des Führers, des Ministerpräsidenten und des Stabschefs niedergelegt. Ein Vorbeimarsch der Schutzpolizei, der "Kampfteilnehmer der Polizei und der Einwohnerwehr, der SA., SS. und HI. beendete die weihevolle Stunde. Lustfahrt tut not! Der geplante große Flug tag mußte wegen un- günstiger Witterung abgesagt werden. Dagegen nahm Reichsminister Göring die Einweihung der neuen Flugsporthalle vor, wobei er u. a. ausführte: In all den Monaten, seitdem ick an der Spitze der deutschen Luftfahrt stehe, habe ich nicht geruht und gerastet, der Welt immer wieder zu sagen, daß Deutschland so lange wehrlos ist, so lange es keine Sicherheit hat, so lange es keine Gleichberechtigung erhält, so lange man uns wehren will, uns auch oben im deutschen Luftraum zu verteidigen, wie es uns auf der Erde erlaubt ist. Wir werden weiter der Welt gegenüber diese Forderung stellen. Es ist grotesk, daß wir hören, daß Deutschland die Sicherheit der anderen Völker bedrohe. Angesichts von Nachbarn, die in Waffen erstarrt sind und die größte und mächtigste Luftflotte besitzen. Man kann nicht verlangen, daß wir tatenlos zusehen, wie sie kommen, um unsere Städte zu vernichten, unser Land zu zerwühlen. Darum tut die Luftfahrt not. Und wenn uns heute noch die Maschinen versagt sind, wenn uns heute noch eine Militärluftfahrt verboten ist, dann können sie nicht ÄenGeist verbieten, können Deutschland dereinst nicht ausschließen von der tausendjährigen Sehnsucht der Menschheit, sich auch frei in der Luft zu bewegen. Ob die Jungens sich ein kleines Flug.- zeug zusammenbasteln, ob andere hier eine mächtige Halle errichtet haben, das alles ist ein Ganze s, soll den einen Zweck haben, unserem Volke zu dienen. Gottlieb Daimlers 100. Geburtstag. Eindrucksvolle Ehrungen für den großen deutschen Erfinder. Am 10 0. Geburtstag Gottlieb Daim - lers fanden in Stuttgart, Untertürkheim und in Bad Cannstatt Ehrungen und Gedenkfeiern statt. Am Grabe Daimlers in Cannstatt wurden zahlreiche Kränze niedergelegt. Mit einer Gedenkfeier in den Daimler-Denz-Werken in Untertürkheim, in der u. a. Reichsstatthalter Murr teilnahm, begannen die Feierlichkeiten. Generaldirektor Dr. h. c. Kissel gab eine Würdigung der Persönlichkeit Daimlers und einen Ueberblick über die Entwicklung der Weltfirma. Anschließend fand vor dem Denkmal Daim- lers in Cannstatt ein Festakt statt. Ansprachen hielten der Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Dr. S t r ö l i n , Ingenieur Dr. Heller für den DdI. und Fliegerkommandant Standartenführer Sommer. Beide Feiern schlossen mit einem be- geisterten Treuebekenntnis zum Führer. Den Höhepunkt der Stuttgarter Daimler-Ehrung bildete ein Festakt im Landesgewerbe-Museum, an der außer den Kindern Daimlers die gesamte würt- tembergische Staatsregierung teilnahm. Außer Ober» bürgermeister Dr. Strölin und dem Führer des VdJ., Direktor Matschoß hielt der württember- gische Innenminister eine Rede zu Ehren des großen deutschen Erfinders. Den Abschluß der Feier bildete eine Veranstaltung des DD2lC., während in der Geburtsstadt Daimlers, Schorndorf, unter großer Beteiligung aus allen Kreisen des Volkes Ehrungen staüfanden, u. a. die Enthüllung einer Gedenktafel am Geburtshaus. ♦ In Berlin wurde in der Autohalle am Kaiserdamm eine kurze Gedächnisfeier veranstaltet, zu der Vertreter des Reichswehrministeriums, der SA. und SS., sowie der Automobilindustrie er- schienen waren. Im Namen der Autoindustrie sprach Dr. Schippert, Mitglied des Aufsichtsrates der Daimler-Benz-Werke. In Vertretung des Reichsverkehrsministers sprach Ministerialdireklor Brandenburg, der einen großen Lorbeerkanz niede- legte. Weiter war der Chef des Kraftfahrwesens der SA., Obergruppenführer Hühnlein, anwesend, der in seiner Ansprache Daimler als einen wirklichen Führer im nationalsozialistischen Sinne bezeichnete, der vom einfachen Werksangehörigen zum Gründer eines der größten Automobilwerke der Welt wurde. Hühnlein schmückte die Büste Daimlers mit einem Kranz des Reichskanzlers. Die eigentliche Feier des 100. Geburtstages Gottlieb Daimlers wird mit einer Denkmalseinweihung im April d. I. am Geburtsort des Erfinders verbunden werden, zu der der Reichsverkehrsminister von Eltz-Rübenach seine Teilnahme zugesagt hat. Der Reichsireubund ehemaliger Verusssoldalen weiht seine neuen Zahnen. Reichswehrminister von Blomberg hält die Weiherede. Berlin, 18. März. (DNB.) Der Reichs- treubund ehemaliger Berufssoldaten führte am Sonntagmittag mit der Weihe von etwa 100 Fahnen seine erste öffentliche Veranstaltung im Berliner Sportpalast durch. In dem Reichstreubund sind zusammengefaßt der frühere Reichsbund der Zivildien st berechtigten sowie die Treubünde der Wehrmacht und andere soldatische Organisationen der neuen Wehrmacht. Der Bund umfaßt 150 000 Mitglieder in mehr als 1000 Ortsgruppen. Zu der Weihestunde im Sportpalast hatten sich mehr als 12 000 Bundesmitglieder versammelt. Auf einer Ehrentribüne auf einer Längsseite des Saales nahmen außer dem Reichswehrminister von Blomberg, dem Chef der Heeresleitung, General F r f) r. v. Fritsch und zahlreichen anderen hohen Offizieren der Reichswehr, der Reichsmarine und der Polizei, Vertreter der SA. und SS., der politischen Organisationen, des Luftsportverbandes, und vieler Verwaltungsbehörden Platz, unter ihnen Staatssekretär Hier! und Polizeipräsident Gras Helldorf. Der Bundespräsident Oberbürgermeister Schwede-Eoburg einer der ältesten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, wurde mit dem Koburger Iosiasrnarsch । empfangen. Der Einzug der alten Regimentsfahnen, der neu zu weihenden Bundesfahnen und einer 'Reihe von Standarten und Sturmfahnen erfolgte runter den Klängen des Hohenfriedberger Marsches. 'Nach dem Erscheinen des Reichswehrministers be- »grüßte der Bundespräsident Schwede die Kame- iraden. Feierlich schallte der Gesang des Niederländischen Dankgebetes durch den Riesenraum. Dann nahmen Die Feldbischöfe der Wehrmacht die Weihe der Kähnen vor, die die schwarzweißroten Farben des Meiches mit dem Symbol der nationalsozialistischen Revolution vereinigen. Der evangelische Feldbischof ID. Schlegel sprach von der mannhaften Fröm- amigteit, die der deutsche Soldat im Weltkriege zeigte mnd die auch den Kampf um die nationale Erhebung auszeichnete. Der katholische Feldprobst Markowski nannte den Soldaten das Rückgrat Sdes deutschen Volkes, das Vorbild der deutschen Tugend. Nach dem Gesang des Liedes „Blühe deutsches Vaterland" sprach Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg über die Begriffe Kameradschaft, Opferbereitschaft und Treue: Kameradschaft, das war die Triebfeder, (Die Sie, welche den Treubünden und dem Reichsbund der Zivildienstberechtigten angehörten, zu Mitgliedern dieser Bünde werden ließ. Opferbereitschaft und Treue, das war der In- Jalt, der Ihren Bünden Leben und Gestaltungskraft gab. Kameradschaftspflege und Fürsorge, das st der Grundgedanke, in dem beide nunmehr vereinigt sind und durch den sie tief im Urgrund nationalsozialistischen Denkens wurzeln: Nicht der eigenen Person, sondern d e m Volksgenossen und Dolksganzen gilt Ihre Arbeit, gilt die Arbeit des Reichstreubundes! Der Geist, der seine »efte Verkörperung findet in zwei Gestalten: der hrsurchtgebietenden unseres Herrn Relchsprä- identen Generalfeldmarschall von Hinden- i«urg und der unseres Volkskanzlers und Führers Adolf Hitler. Der Geist, der an uns Deutsche nur eine, aber so hohe Forderung stellt: t'ie ganze Kraft, das ganze Können, den ganzen Mann für eines einzusetzen: für Deutschland! Erfüllen Sie, Kameraden vom Reichstreubund, diese Forderung im Sinne echten Soldatentums: in wahrhafter Kameradschaft, in treuester Pflichterfüllung, in höchster Opferbereitschaft. Solches Handeln und solches Streben ist auch zugleich der Inhalt besten deutschen Beamtentums. In diesem Sinne übergebe ich Ihnen, Herr Bundespräsident, die Fahnen des Reichstreubundes in Ihre Obhut. Mögen sie dem Bunde stets voranwehen zur Ehre deutschen Soldatentums! Bundespräsident Schwede nahm das Wort und führte aus: Der erste Gruß unserer neugeweihten Fahnen gilt den gefallenen Kameraden aus großer Zeit, die durch die Jahrhunderte der deutschen Geschichte als stolze Waffenträger ihr Leben für des Vaterlandes Ruhm und Ehre freudig hingegeben haben. In dieses Gedenken schließen wir ein die ebenso heldenhaften Kämpfer aus der braunen Front Adolf Hitlers, die in dem großen Ringen der letzten Jahre um die innere Freiheit des deutschen Volkes und die nationale Wiedergeburt der Nation freudig und mit jubelnder Begeisterung ihr Leben für Volk und Vaterland dahingegeben haben. In Ehrfurcht und Dankbarkeit neigen wir uns vor dem greifen Haupt unseres verehrten Herrn Reichspräsidenten, dem Generalfeldmarschall des Weltkrieges, dessen Herz in alter Treue für fein deutsches Volk und in väterlicher Liebe, warm für feine alten Soldaten schlägt. Gerade wir alten Soldaten danken dem Herrn Reichspräsidenten, daß er durch seinen bedeutsamen Entschluß den Führer des Volkes, unseren F r o n 11 a m e r a b e n Adolf Hitler zum Kanzler des Reiches berufen und damit der Befreiung des deutschen Volkes die Bahn freigemacht hat. Unserem Führer und Kameraden Adolf Hitler danken wir als alte Soldaten, daß er die Ehre des deutschen Frontsoldaten wieder hergestellt hat. Wir Soldaten geloben unsere ganze Kraft für das Aufbauwerk des Führers aufzuopfern. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied bildeten den Abschluß der Veranstaltung. Im Parademarsch zogen die Fahnen an dem Reichswehrminister und dem Bundespräsidenten vorüber. Dom Sportpalast aus zogen die Teilnehmer in geschlossenem Zuge zum Ehrenmal unter den Linden. 3ur Wahrung der Würde der Feiertage Berlin, 17. März. (DNB.) Der Reichsinnenminister und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda haben eine Ausführungsverordnung zu dem Gesetz über die Feiertage erlassen. Danach sind verboten alle öffentlich b e - mertbaren Arbeiten, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu beeinträchtigen. Das Verbot gilt nicht für den Betrieb der Reichspost und der Eisenbahnunternehmungen, für unaufschiebbare Arbeiten, die zur Befriedigung häuslicher oder landwirtschaftlicher Bedürfnisse, zur Abwendung eines erheblichen Schadens an Gesundheit oder Eigentum, im Interesse öffentlicher Einrichtungen oder Anstalten, zur Verhütung eines Notstandes oder zur Vorbereitung der am folgenden Tage stattfindenden Märkte erforderlich sind, für leichtere Arbeiten in Gärten, die von den Besitzern selbst ober ihren Angehörigen vorgenommen werden. Während der ortsüblichen Zeit des haupl- gottesdienstes sind verboten: 1. Oef sentliche Versammlungen, sofern hierdurch der Gottesdienst unmittelbar gestört wird. 2. Alle der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen, sofern nicht ein höheres Interesse der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung oder ein politisches Interesse vorliegt. 3. Auf - und Umzüge, sportliche und turnerische Veranstaltungen sowie Hetz- und Treibjagden auf Wild, sofern hierdurch der Gottesdienst unmittelbar gestört wird. Ausnahmen sind zugelassen. Am Karfreitag und am Bußtag sind außerdem verboten: 1. Sportliche und turnerische Veranstaltungen. 2. In Räumen mit Schankbetrieb musikalische Darbietungen jeder Art. 3. Alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen ohne ernsten Charakter. Veranstaltungen, wie zuletzt unter 2. und 3. genannt, sind auch am Heldengedenktag verboten. Am Vorabend des Oster- und Weih- nachtsfestes, am er ft en Oftertag und am ersten Weihnachtstag find öffentliche T a n z l u st b a r k e i t e n v er b o t e n , es fei denn, daß bei ihnen ausschließlich deutsche Volkstänze gelangt werden. Um die Bezahlung der Arbeitsstunden am 21. März. Berlin, 17. März (DNB.) Amtlich. Die Frage der Bezahlung der Arbeitsstunden, die wegen Teilnahme an den feierlichen Veranstaltungen am 21. März, insbesondere an der Rundfunkübertragung bei der Rede des Führers ausfallen, regelt sich ebenso wie seinerzeit bei der Uebertragung der Rede des Führers aus den Siemenswerken vor den Wahlen des 12. November 1933. Eine Bezahlung der ausfallenden Arbeitszeit findet also nicht ft a 11. Es ist jedoch allen Arbeitnehmern Gelegenheit zu geben, die ausgefallenen Arbeitsstunden nachzuholen- Kunst und Wiffenschast. Wilhelm Meyer-Förster f. Wilhelm Meyer -Förster, der Dichter von „A l t - H e i d e l b e r g", ist im Alter von 72 Iah- ren nach langem schwerem Leiden in Berlin g e • storben. — „Alt-Heidelberg" ijt das Theaterstück, das den größten Bühnenerfolg aller Zeiten errungen hat. Es ist in fast sämtliche Sprachen der Welt übersetzt worden. Gegenwärtig läuft es in südafrikanischer Sprache in Johannesburg und in japanischer Sprache in Tokio. Auch in Paris ist es im letzten Winter mehrere Wochen hindurch gegeben worden. Dom hessischen Landestheater. Verwaltungsdirektor Waldeck vom Hessischen Landestheater in Darmstadt ist auf weitere zwei Jahre als Verwaltungsdirektor und Stellvertreter des Generalintendanten bestellt worden. Aus aller Well. Geht Jnsull nach Abessinien? Der Dampfer „Meotis", an dessen Bord sich der amerikanische Betrüger Jnsull befindet, ist in Piräus eingelaufen. Die griechische Regierung hat Jnsull eine Frist von 24 Stunden gesetzt, während der er abzureisen hat. Starke Schutzmaßnahmen sind vorgesehen, damit er nicht etwa durch amerikanische Detektive gewaltsam entführt werde. Jnsull ist mitgeteilt worden, er könne zu seiner Reise entweder die „Meotis" oder irgend ein anderes Schiff benutzen. Die „Meotis" nahm in aller Eile Kohlen und Proviant an Bord, um mit Jnsull innerhalb der gesetzten Frist in See zu gehen. Das Schiff steuert zunächst Port Said an. Wie man hört, dürste das Schiff dann Kurs auf Djibouti nehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Jnsull in Abessinien Aufenthalten nehmen, da zwischen diesem Lande und den Vereinigten Staaten kein Auslieferungsvertrag besteht. Nächtliches Großfeuer bei Spanbau. — Zwei Verletzte. In einem Bootsschuppen in Pichelsborf bei Spanbau brach in ber Nackt zum Montag ein Feuer aus, bas rasch um sich griff. In kurzer Zeit stan- ben eine Werft, eine Bootshalle, mehrere Bootshäuser unb einige Wohnlauben in hellen Flammen. Die Feuerwehr ging mit mehreren Rohren gegen ben Brand vor. Von ber Wasserseite her bekämpfte ein Feuerlöschboot bas entfesselte Element. Bei ben Löscharbeiten stürzte eine Mauer ein. Ein Feuer- wehrmann erlitt Brüche beiher Oberschenkel, Branbwunden unb vermutlich eine Verletzung ber Wirbelsäule. Er mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werben. Auch ein Zivilist, ber sich an den Löscharbeiten beteiligt hatte, trug Brandwunden mit Kopfverletzungen davon und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach mühseligen Arbeiten konnte die Wehr „Feuer eingekreist" melden. Der Brandschaden soll sehr beträchtlich sein. Schwere Explosion in einer französischen Alkoholfabrik. — 2 Tote, 4 Schwerverletzte. Eine Alkoholfabrik in Chambon bei Surgeres ist von einer schweren Explosion heimgesucht worden. Bisher sind zwei Tote und vier Schwer- verletzte festgestellt worden. Durch die Explosion wurden die in der Nähe liegenden Bahngleise beschädigt. Der Zugverkehr muß umgeleitet werden. Die Landstraße, die in der Nähe vorbeiführt, wurde zum Teil aufgerissen. Auch die Telefonoerbindung ist unterbrochen. Die Feuerwehr konnte dis jetzt die Behälter mit 40 000 Hektoliter Alkohol vor dem Feuer schützen. Zwei Jahre Zuchthaus für einen betrügerischen Zeitschriftenwerber. Das Kasseler Schöffengericht verurteilte ben 44jährigen Kaufmann Franz Liebegott aus Kassel wegen fortgesetzter gewinnsüchtiger Urfun« benfälschung in Tateinheit mit Betrug zu zwei Jahren Zuchthaus unb drei Jahren Ehrverlust und erließ Haftbefehl gegen ihn. Der einmal vorbestrafte Angeklagte hatte in zehn Fällen Bezugsbestellungen von einem Monat auf drei Monate umgefälscht, um dadurch eine höhere Provision zu erlangen. Das durch diese Betrügereien ergaunerte Geld wird auf einige Mark geschätzt. Der Angeklagte hat die hohe Strafe seiner unglaublichen Lügerei zu verdanken, so daß das Gericht erst eine Anzahl von Zeugen hören mußte, um ihn zu überführen. Späte Aufklärung einer kommunistischen Mordtat. Arn 15. März 1920 wurde ber Pionierleutnant Selschopp in Spanbau von einem Zuge kommunistischer Demonstranten umringt unb burch mehrere Schüsse töblich verletzt. Als jetzt burch eine Zuschrift an bie Schriftleitung bes „Angriff" bekannt würbe, baß sich ber frühere KPD.- Angehörige Wilhelm Kurzhals bamit gebrüstet habe, bem Täter seine Schußwaffe in bie Hanb gedrückt zu haben, wurde der Fall erneut aufgegriffen. Die Ermittlungen führten nun zur Festnahme des stüheren kommunistischen Funktionärs Hermann Pusch in Spandau. Mehrere Zeugen haben ihn als den Mann wiedererkannt, der sich am Eingang des Krankenhauses Spandau auf die Bahre, auf der ber schwerverletzte Pionierleutnant lag, stürzte unb mehrmals mit einem Messer in viehischer Weise auf ben Hilflosen einstach. Gegen Kurzhals unb Pusch hat ber Dernehmungsrichter bereits Haftbefehl erlassen. Ob einer ber beiben ober ein Dritter bie Schüsse auf Selfchopp abgegeben hat, muh noch festgestellt werben. Sühne für bie Ermordung eines Stahlhelmers. Das Breslauer Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den Bauarbeiter Hahn wegen Mordes zum Tode unb zum Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit unb ben kaufmännischen Angestellten Wilhelm H e i b a wegen Beihilfe zum Morbe zu zehn Jahren Zuchthaus unb zehn Jahren Ehrenrechtsverlust. Hahn hatte bei bem Stahlhelmtag in Breslau am 30. Mai 1931 ben Stahlhelmmann Gustav Müller aus Grünberg erschossen, nachbem Müller von einer Rotte Kommunisten niebergeschlagen worben war. Heiba hatte hierzu Beihilfe geleistet, inbem er Hahn bie Pistole übergab unb nach ber Tat bafür sorgte, baß bie Waffe versteckt wurde. Schwere Stürme im Golf von Biskaya. Im Golf von Biskaya unb im Atlantischen Ozean würbe bie Schiffahrt am Samstag unb Sonntag burch schwere Stürme erheblich behinbert. Einige Ozeanbampfer trafen mit Verspätungen bis zu 48 Stunben in Plymouth ein. Ein Offizier bes britischen 11000-Tonnen-Dampfers „Mantua" berichtete, baß bas Schiff im Golf von Biskaya 12 Stunben lang habe beibrehen müssen, ba es in beängftigenber Weise gerollt unb sich bis zu 40 Grad auf bie Seite gelegt tjabe. Währenb ber Zeit von fünf Tagen habe kein Passagier auf Deck kommen können, benn fortgesetzt sei es von großen Wellen überspült worben. Der französische 25 000-Tonnen-Dampfer „Latayette" kam aus Neu- york in Plymouth mit acht Stunben Verspätung an. Das Schiff hatte fünf Stunben lang beibrehen unb von feiner Route stark abweichen müssen. Einer ber Passagiere hat einen 21 r m b r u cf) erlitten; er hatte versucht, eine Tür in bem Augenblick zu schließen, als eine riesige Welle über Deck fegte. Eigenartige Naturkatastrophe in Rumänien. — Zahlreiche Häuser eingestürzt. Von einer eigenartigen Naturkatastrophs wurde das rumänische Dorf 3igoreni heimgesucht, wo plötzlich 48 Häuser einstürzten und zahlreiche andere Gebäude so schwer beschädigt wurden, daß die von Panik ergriffene Bevölkerung die ganze Ortschaft räumte. Es handelt sich um Bodenverschie- bungen durch zahreiche unterirdische Quellen, die weithin den Boden unterwaschen hatten. Diese Verschiebungen sind so beträchtlich, daß sich das ganze Landschaftsbild verändert. Ein Ziehbrunnen wanderte über hundert Meter weit, ohne zusammenzufallen. Von hohen Bäumen ragen stellenweise nur noch die Spitzen aus der (Erbe. Ganze Straßen sind verschwunben unb sogar Weingärten sind „über Land gewandert". Aehnliche Meldungen kommen aus den Nachbardörsern, wo sich ber Boden ebenfalls in Bewegung gesetzt hat und wo einige zwanzig Häuser bisher eingestürzt sind oder schwer beschädigt wurden. Verluste an Menschenleben sind jedoch nirgends zu beklagen, obwohl z. B. bas Dorf Otteneschti nur noch ein Trümmerhaufen ist. 40 000 Leinenwebslühle sollen vernichtet werben. Der Petit Parisien veröffentlicht eine Melbung aus Lille, wonach ber Verbanb ber dortigen Besitzer von Leinenwebereien beschlossen habe, u m ber Absatzkrise vorzubeugen, eine Reihe von Betrieben st i 113 u l e g e n unb etwa 40 000 Webstühle zur Unbrauchbarmachung anzukaufen. Die Arbeitnehmer ber Leinenwebereien hätten gegen biefen Plan, ber sie für immer ihrer Arbeitsmöglichkeit berauben würbe, Einspruch erhoben unb behauptet, baß ber Betrieb ber Webereien ber Liller Gegenb sehr wohl weiter aufrechterhalten werben könnte. Fußballmannschaft im Autobus verunglückt. — Zwanzig Verletzte. Arn Sonntagvormittag ereignete sich bei Eltmann (Main) ein schwerer Kraftwagenunfall. Ein Autobus, ber die Mannschaft des Fußballklubs Schweinfurt nach Bayreuth bringen sollte, stürzte eine Böschung hinab und überschlug sich. Von den 29 Insassen bes Wagens wurden vier schwer und 16 leichter verletzt. Feuer in einem chinesischen Krankenhaus. — 41 Menschen verbrannt. Nach einer Meldung aus der chinesischen Hafenstadt Tschifu ist in Chailin, in ber Nähe von Tschi- fu, ein Großfeuer in einem Krankenhaus aus- gebrochen. Nach ben bisherigen polizeilichen Mitteilungen sollen 41 Menschen ums Leben gekommen sein. Das zweistöckige Gebäube bestand ganz aus Holz, Der Brand soll durch Unvorsichtigkeit verursacht worden sein. Wettervoraussage. lieber Deutschland ist bas Barometer etwas an- gestiegen, so baß es über ben Alpen zur Entwicklung eines flachen Hochbruckkernes kam. Mit bem Vorbringen bes kräftigen Tiefs aus Westen brehen bie Winbe allgemein auf Süben zurück. Infolgedessen heitert sich ber Himmel zunächst auf, boch wirb burch bie Zufuhr milber Lust später roieber Bewölkung hervorgerufen, bie teilweise auch zu Niederschlagen führt. Die Temperaturen steigen dabei weiter an. Vorhersage für Dienstag: Mild, anfangs noch ausheiternd, bann stärker bewölkt, auf- kommenbe Niederschläge. Lufttemperaturen am 18. März: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 3,4 Grad; am 19. März: morgens 1,5 Grad. Maximum 8,1 Grad, Minimum 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. März: abends 4,5 Grad; am 19. März: morgens 2,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,6 mm. — Sonnenscheindauer 1 Stunde. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber An- zeigen: Theobor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck unb Verlag: Brühl'fche Unioersitäts-Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K. G^ sämtlich in Gießen. (Rosemarie, (Rosemarie... Roman von Käthe Metzn^r. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Rosemarie schauderte. Wie sollte sie hier spielen können, wenn diese bösen Augen im Hintergründe des Raumes jede ihrer Bewegungen genau verfolgten?! Mit letzter Kraft zwang sie sich zu einem konventionellen Lächeln und nickte der Tinius zu, ohne ihr allerdings in die Augen zu blicken. Sie sah nicht mehr, wie die Tinius ihre kleine Handtasche öffnete, um sich zu vergewissern, ob der wichtige, unheilvolle Brief noch immer sicher darin ruhte. Aber kaum waren die ersten Szenen vorüber, als ein Bote fast atemlos die Probebühne betrat und Fräulein Bergmann bat, sofort hinauf in die Intendantur zu kommen. Sofort? Rosemarie, die an diesem Morgen eine unheimliche Unruhe in sich trug, unterbrach ihre Szene und sprang mit schnellen Schritten hinauf in das elegante Arbeitszimmer Doktor Brunners. Kaum daß sie anklopfte, hatte sie schon die Tür geöffnet. Aber ihre Augen weiteten sich in starrem Entsetzen. Was war geschehen? War Brunner ohnmächtig geworden? Auf der Chaiselongue gebettet lag sein mächtiger Körper. Unbeweglich. Der Theaterarzt war über ihn gebeugt und schaute bei ihrem Eintreten gar nicht auf. Als er sich endlich aufrichtete, sagte er schwer: „Da ist nichts mehr zu machen. Herzschlag." Mit angstvoll klopfendem Herzen hatte Rosemarie seine Bewegungen verfolgt, noch immer sich dem Glauben hingebend, daß es sich um eine schwere Ohnmacht handle. Aber jetzt, bei den Worten des Theaterarztes, schrie sie verzweifelt auf. In furchtbarem Schmerz warf sie sich über Brunners Leiche, schluchzte und schrie, bis man sie endlich vollkommen ermattet hinwegführte. Rosemarie wußte nicht, wie sie nach Hause gekommen war. Sie fand keine Ruhe. Immer noch tobte der grausame Schmerz in ihrer Seele. Ganz fest hielt Tante Berta die haltlos Weinende in ihren Armen; aber die treue Seele war selbst von der Tragik des Geschehens so niedergeschmettert, daß sie kein Wort des Trostes für Rosemarie finden konnte. Immer wieder klangen Rosemaries wilde Anklagen an ihr Ohr: „Tantchen, warum gerade er? Warum nimmt uns der liebe Gott den besten, liebsten Menschen? Ach, Tante, liebe, liebe Tante, wenn du jetzt nicht bei mir wärest? Hat er nicht alles, alles so gut gemacht? Hat er nicht immer und an alles gedächt? Und ich... ich hab es ihm nicht danken können. Gar nicht." Rosemarie vergaß in ihrem Leid, das so urplötzlich in den stillen Frieden dieses Hauses hereingebrochen war, alles. Sie vergaß selbst die boshaften Worte der Tinius, die sie in eine so lähmende Angst versetzt hatten. Arme Rosemarie, die nicht ahnte, daß Marion Tinius ohne das leiseste Mitgefühl für ihren Schmerz die Fäden der Intrige unaufhaltsam weiterspann... An einem bitter kalten Januartage war Doktor Brunner in aller Stille beigesetzt worden. Nur langsam hatte sich der wilde Schmerz in Rosemarie geigt und einer dumpfen Resignation Platz gemacht. Und wenn die liebsten Herzen brechen, das Leben fordert immer sein Recht. Das Rad der Zeit rollt weiter, und die Ueber- lebenden müssen sich seinem Lauf anpassen, wenn sie nicht überrannt werden wollen. So trat auch an Rosemarie und Tante Berta die Gegenwart wieder mit Tausenden von Forderungen heran. Erst jetzt wurde es Rosemarie klar, daß sich mit Brunners Hinscheiden auch ihre äußeren Verhältnisse wieder ändern mußten. Wieder stand sie vor dem Nichts. Aber fast schlimmer noch war es als damals. Sie allein wäre schon durchgekommen; aber nun war Tante Berta noch hier. Wovon sollte man zu zweien leben? Wieviel Nächte noch würde man in der Brunner- schen Billa, die ihnen eine zweite Heimat geworden war, zubringen? Wie lange überhaupt würde man noch ein Dach über dem Kopfe haben? Zu der tiefen Trauer um den Verlust des geliebten Menschen kam die Sorge um die Zukunft. Rosemarie versuchte ganz klar zu denken. Der einzige Weg war der, daß sie sich schnellstens um ein Engagement bemühen mußte. Wenn sie auch keine allzu hohe Gage fordern konnte, vor der bittersten Not würden sie und ihre Tante doch geschützt sein. Allein in die unbekannte Fremde? Ihr graute. Also war es doch gut, wenn sie mit Tante Berta zusammenblieb, für die es eine Möglichkeit, nach Hause zurückzukehren, nicht mehr gab, nachdem sie ihre kleine Einrichtung ganz billig verkauft hatte. Eine Weile würde sie wohl noch hier am Theater als Gast spielen dürfen, zumindestens so lange, bis die Tinius wieder vollkommen hergestellt war. „Ja, einmal", fuhr es Rosemarie flüchtig durch den Sinn, „bot sich mir die Möglichkeit, meine Zukunft für alle Zeiten sicherzustellen. War es vielleicht doch eine Torheit von mir, Fürst Luebergs Werbung auszuschlagen?" Aber dann schüttelte sie energisch den Kopf. „Ich muß allein sehen, wie ich durchkomme. Ich weiß, daß ich etwas leisten kann." In diesem Augenblick meldete der Diener Fürst Lueberg. Rosemarie blickte fast ungläubig auf. Gerade jetzt kam er, wo sie sich eben in Gedanken mit ih« beschäftigt hätte? Schweren Schrittes ging sie hinunter in das Besuchszimmer. Mit tiefer Verbeugung trat ihr der Fürst entgegen. Seine Worte waren von ehrlicher Trauer erfüllt. Rosemarie konnte nur nicken. Ein Tränenschleier überschattete ihre Augen. Eine kurze Zeit war vergangen, seit sie mit Brunner und dem Fürsten hier ahnungslos und fröhlich einen netten Abend verlebt hatte! Langsam fielen die Worte zwischen den beiden. Wundervoll sieht sie auch jetzt aus in ihrem tiefen Schmerz. Feiner und rührender noch hat das Leid ihre Züge gestaltet, dachte der Fürst. Aus diesen Gedanken heraus sagte er plötzlich mit raschem Entschluß: „Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein, wenn Ihnen das, was ich jetzt sagen möchte, taktlos und anmaßend erscheint. Aber mein Herz zwingt mich in dieser Stunde, Ihnen zu sagen, daß Sie in mir einen aufrichtigen Freund sehen möchten. Ich weiß nicht, wie sich nach dem unerwarteten Hinscheiden des Herrn Doktors Ihre persönlichen Verhältnisse gestalten, ich weiß auch nicht, ob Sie der Hilfe oder des freundschaftlichen Rates bedürfen. Sie sollen mir nicht antworten. Jetzt nicht. Lassen Sie mich aber die leise Hoffnung mitnehmen, daß ich Ihnen vielleicht bald mehr als nur ein Freund sein darf." Hastig fast fielen seine Worte. Rosemarie bewegte sich nicht. Sie wollte diesen vornehmen Menschen nicht verletzen, der ihr so unverhüllt seine Hilfe aus Not und Bedrängnis anbot. Wie sehr hatte sie das Bedürfnis, ihr Schicksal in starke Männerhände zu geben! Müde, so müde war sie des dauernden - Kampfes. Ein Wort nur hätte sie sagen brauchen — ein kleines Wort. Und alles war gut. Aber das Wort blieb unausgesprochen. Ein Makel hing an ihr, für den sie schuldlos war. Was sie jetzt aber tun würde, war Schuld, furchtbare Schuld. Betrug — an sich und dem anderen. Keine Regung des Herzens spürte sie für den Mann, der da vor ihr saß und ihr so viel Ehrerbietung entgegenbrachte. Nur ein Gefühl der Dankbarkeit hatte in ihr Raum, als sie ihm die Hand entgegenstreckte: „Ich danke Ihnen, Durchlaucht! Vielleicht ahnen Sie, daß mir Ihre Worte ein wundervoller Trost sind. Noch habe ich keinen klaren Ueberblick über die Zukunft und weiß nicht, wohin der Wind mich treiben wird." Mit einem raschen Blick sah sie auf ihre kleine goldene Armbanduhr. Sie mußte pünktlich im Theater sein. Die wenigen Tage der Ruhe, die sie sich gönnen durfte, waren vorüber. Der Fürst bat, sie begleiten zu dürfen, und Rosemarie hatte keinen Grund, es ihm abzuschlagen. Im Theater verabschiedeten sie sich. Während Rosemarie nach der Probebühne eilte, ging Fürst Lueberg hinüber ins Theaterrestaurant. Keinen Blick hatte sie an dem hohen Gebäude hinaufgeworfen. So sah sie auch nicht, wie die Tinius an einem der vielen Fenster stand und ihr gemeinsames Kommen beobachtet hatte. Die Bergmann nun schon gar mit Lueberg? Die Tinius kannte ihn genau, und wenn irgend etwas ihren Haß auf Rosemarie steigern konnte, so war es die brennende Eifersucht, die der Gedanke in ihr entfachte, daß Lueberg wahrscheinlich auch auf ihre Engelslarve hereingesallen war. Lueberg! Den Mann sollte sie der Bergmann gönnen, der in der ganzen Gesellschaft von Frauen begehrt und umschmeichelt war und der sie alle so eiskalt und gleichgültig behandelte? Wie gut, daß sie Rosemaries Abwesenheit in den letzten Tagen benutzt hatte, um vorzuarbeiten! Wohl keinen gab es hier noch im Theater, der nicht schon um die dunkle Vergangenheit der Bergmann wußte. Aber sie würde ganze Arbeit leisten. Rosemarie hatte sich in ihrer Garderobe ihrer Ueberkleiduna entledigt und ging nun hinüber nach der Probebühne. Eine warme Welle überflutete sie. Wie gut waren sie hier alle zu ihr, wie freundlich! Nun nahmen sie wohl auch alle innigen Anteil an ihrer Trauer, wie sie vorher die Freude ihres Erfolges mit ihnen geteilt hatte. Als sie die Tür öffnete, schlug ihr ein wirres Durcheinander von Stimmen entgegen; aber bet ihrem Eintritt verstummte fast alles urplötzlich. Regisseur und Kollegen sprachen ihr Beileid aus. Aber was war? Rosemarie fühlte, was sie da sagten, war nur eine Form der Höflichkeit, wie man sie jedem Fremden auch erwiesen hätte. Kein warmer, herzlicher Ton klang aus all den Worten. Nein, eisige Abwehr lag auf allen Gesichtern; ja, fast freche Neugier las sie in den Blicken einzelner. Sofort wußte Rosemarie, daß sie das alles schon einmal erlebt hatte. Wann nur? Wo? „Bei Bachstedt & Co. damals im Speisesaale", sagte ihr eine innere Stimme. Rosemarie atmete schwer. Wie sollte sie in dieser Atmosphäre proben, auch nur ein Wort sprechen können? Regisseur Mendel fühlte ihre Beklemmung. Er sah ein, daß sie unter diesen Verhältnissen nicht arbeiten konnte. Was blieb aber übrig? Ein offenes Wort. Er übergab dem Hilfsregisseur die Leitung. „Gnädiges Fräulein, wir können wohl drüben erst mal Ihre Rolle durchsprechen", sagte er zu Rosemarie. Rosemarie erhob sich, und beim Gehen hatte sie das Gefühl, Bleiklumpen an den Füßen zu haben. In dem kleinen kahlen Nebenraum, der neben der Probebühne lag, bot ihr Mendel einen Stuhl an. „Gnädiges Fräulein, ich bin ehrlich betrübt, daß ich Ihnen zu ihrem großen Leid um unseren alb verehrten Chef noch eine recht unangenehme Mitteilung machen muß... Seine Worte waren vollkommen aufrichtig, und es wurde ihm nicht leicht. Wozu nur dieses alles? Was trieb man mit ihr für ein Versteckspiel? „Sagen Sie nur heraus, was Sie mir zu sagen haben, Herr Mendel. Daß etwas nicht stimmt, ist mir selbstverständlich sofort aufgefallen." Rosemarie zwang sich zu größter Ruhe. Da faßte sich Mendel ganz kurz: „Gnädiges Fräulein, hier im Theater werden leider über Sie recht dunkle Gerüchte verbreitet. Wie man sagt, haben Sie wohl früher eine Stellung als Stenotypistin eingenommen, aus der Sie wegen Diebstahls entlassen worden seien. Ich persönlich glaube kein Wort von der ganzen Geschichte, die ich für eine ganz gemeine Intrige halte. Ich hielt es nur für meine Pflicht, Ihnen diese Mitteilung zu machen, damit Sie sich dagegen schützen können. Rosemarie wußte nicht, woher sie die Kraft genommen hatte, in diesem Augenblick Haltung und Ruhe zu bewahren. „Theaterklatsch", sagte sie mit bebenden Lippen. „Aber gewiß, gnädiges Fräulein, das ist auch meine Meinung! Und doch möchte ich mir erlauben, Ihnen den Rat zu geben, die Sache ins Reine zu bringen." fFortsetzung folgt.) Lichtspielhaus-Gießen Ab heute Montag Das neueste Groß-Lustspiel mit der großartigen Besetzung: Georg Alexander Fred von Bohlen Grell Theimer Hansi Niese 1664 C Mein Liebster isteinJägersmann Ein Film, wie ihn jeder sich wünscht: Flott, schmissig, mitreißend DergrößteLacherfolg! Gutes Beiprogramm, Ufa-Ton-Woche Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die Bestimmungen der Reichsverdingungsordnung werden folgende Arbeiten im öffentlichen Wettbewerb unter Vorbehalt der ministeriellen Genehmigung ausgeschrieben: 1670D Medizinische Poliklinik. Umbau der alten Waage in Gießen, Frankfurter Straße 63. Maurerarbeiten: etwa 38 Fensteröffnungen zu brechen, Umbauarbeiten im Innern. Zimmerarbeiten- etwa 30 cbm Bauholz zu liefern, 1800 Ifd. m altes und neues Holz abzubinden. Dachdeckerarbeiten: etwa 340 qm Schieferdach. Spenglerarbeiten: etwa 130 Ifd. m Rinne und Abfallrohre. Glafer- arbeiten: etwa 38 Stück Schiebefenster. Derpuh- und Anftreicherarbeiten: etwa 1000 qm äußeren und inneren Wandputz. Schreinerarbeiten: etwa 12 Türen, 45 Solbänke usw. Schtosferarbeiten: etwa 12 Türen anzuschlagen usw. Zahlungen erfolgen im Wege des Wechselgeschäftes im Geschäftsverkehr mit der deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG. (Deffa), Berlin. Die Bedingungen und Zeichnungen liegen auf unserem Amte, Stephanstrahe 18, Dachstock, zur Einsicht offen. Angebotsoordrucke werden, solange Vorrat reicht, kostenlos abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift, postfrei, bis zum 28. Marz, vormittags 11 Uhr. bei genanntem Amte abzugeben. Zur Eröffnung haben die Bieter Zutritt. Zuschlagsfrist: vier Wochen. Gießen, den 17. März 1934. hessisches hochbauamt Gießen. Kuhlmann. (Zmmericher 16670 Osterkaffee in 3 Pracht. Fest-Mischg. soeben frisch eingetroffen. Werbekaffee m. Oosezusamm., 1 pfb. 2.60 Osterkaffee m.Oosezusamm.,lpfd. 3.00 Emmericher Seltersweg 49. bleicht die Wäsche besonders gut. Bevor Sie jedoch mit dieser Arbeit beginnen, lassen Sie sich erinnern an: Waschwannen rn.Ablaut10.00 Waschtöpfe, emailliert . 7.65 Wringmaschine .... 16.00 Waschbrett.......2.00 Wäscheleine. ..... .v.-.35 Wäscheklammern. . . . -.60 Waschkorb, Wäschezange, Gardinen - Spanner. 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Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 1672V Hungen, den 17. März 1934. Hessische Bürgermeisterei Hungen: Fendt. von Mk. 12*50 an “Von der 'faßriß vvtgef’djrießent Greife Sdiuhhaiis L. Bernhardt Gießen, Schulstraße 10. 1OOOW. als l.Hypoth. a. Neubau vonPri« vatmann z. leih, gesucht. Schriftl. Angeb. u. 01503 an o. Gieß. Anz. Braune JogöQfinöin entlaufen. levsD Telefonanruf 2782 erbeten. Vereine V.W.A. Dienstag, 16<6d 20. März, abds. 8.15 im Singsaal des Nealgymn./ Ludwigstratze 11 Momme Rüblings feier. Tausche Radio(3Röhr.) geg. Photoavv., ev. Verkauf. Schr.Angeb.unt. 01505 a.d.G.A. 1678 V Siflöttöeaiei Gießen, reiov Dienstag, 20.3., 20 bis 23 Uhr 23. Dienst. - Ab. Overettenvreise. Der verlorene Walzer n. d. Tonfilms Zwei Herzen im Dreivierteltakt. Operette i. 3 Akt. Musik v. Robert Stolz. Kr.66 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, sy.MrzMH Hier wird der Führer die Arbeitsschlachl eröffnen. u I — Die Baustelle Unterhaching an der im Bau besindlichen Autobahn München—Landesgrenze. Oie Krau in der Badewanne. Das Leben schreibt einen Kriminal-Neißer. Von Georg Telberg. Madame Herel geht aus. Am Freitag, dem 9. März, kurz nach 2 Uhr verließ Madame Herel, die Frau eines reichen Korn- und Weinhändlers ihre Wohnung in Paris. Sie teilte dem Mädchen mit, daß sie zum Abendessen wieder zurück sein würde. Da Madame Herel öfters allein ausging, wunderte sich das Mädchen nicht darüber, zumal da es vor einiger Zeit mitangehört hatte, wie Madame einer Freundin erzählte,, daß sie öfters allein ausgehe, um sich zu amüsieren, weil ihr Mann keine Zeit habe, mit ihr auszugehen. Am Abend kapi Madame aber nicht zurück. Als Monsieur zum Abendbrot erschien, rief er alle Bekannten an, um seine Frau zu finden. Aber niemand hatte sie an diesem Nachmittag gesehen. Die Frau in der Badewanne. Während der Ehemann der Madame Herel verzweifelt nach seiner Frau suchte, entdeckte die Inhaberin einer Wohnung, die von ihr tage- bzw. stundenweise vermietet wurde, in der Badewanne die Leiche einer Frau. Als sie sich von ihrem ersten Schrecken erholt hatte, telephonierte sie mit der Polizei. Diese stellte fest, daß die Fräu bereits im Schlafzimmer ermordet worden sei. Der Mörder hatte die Leiche dann in die mit Wasser gefüllte Badewanne gelegt, um den Anschein zu erwecken, der Tod sei durch einen Unglücksfall eingetreten. Da die Ermordete keine Ausweispapisre mit sich führte, konnte man sie in der Nacht nicht mehr identifizieren. Die Polizei stellte aber fest, daß ein Pelzkragen von dem Mantel der Toten abgetrennt worden sei, und daß sich an ihren Fingern keine Ringe befanden, trotzdem Druckstellen auf den einzelnen Fingern deutlich bewiesen, daß die Frau erst vor kurzem noch Schmuck getragen hatte. Monsieur Herel macht eine furchtbare Entdeckung. Monsieur Herel, der in der Nacht kaum ein Auge zugetan hatte, saß müde und apathisch am Frühstückstisch. Er zermarterte sich den Kopf über den Verbleib seiner Frau. Der Verdacht tauchte in ihm auf, sie sei mit einem Manne durchgebrannt. Mechanisch öffnete er die Zeitung, die neben seiner Kaffeetasse lag. Auf einmal stieß er einen Schrei aus. Das Gesicht seiner Frau blickte ihm aus dem „Ternps" entgegen. Ueber dem Bild eine dicke Schlagzeile: „Leiche einer unbekannten Frau in der Badewanne". Herel rief das Dienstmädchen. Mit zitternden Fingern deutete er auf die Zeitung. Das Mädchen weinte hysterisch. Der Mörder holt sich den Pelzmantel. Während Herel und das Mädchen auf die Polizei warteten, erzählte dieses ihrem Dienstherrn von dem Besuch, den es am Abend vorher gehabt und ihm verschwiegen hatte, um Madame nicht zu kompromittieren. Kurz vor 20 Uhr, als man Madame bereits erwartete, kam ein Mann, der ihr den Schlüssel von Madame übergab und sie bat, ihm den Zobelmantel der gnädigen Frau mitzugeben. Madame Herel hätte ihn geschickt, da ihr anderer Mantel beschädigt worden sei. Da der Herr genau wußte, wo sich der Mantel befand und auch die Schlüssel von Madame mitbrachte, hatte sie keine Bedenken gehabt, ihm den wertvollen Pelz auszuhändigen. Die Tote bezichtigt ihren Mörder. Und dann, als die Polizei kam und alles wissen wollte, faßte sich das Dienstmädchen auf einmal an den Kopf, lief zum Wäscheschrank und begann in der seidenen Wäsche von Madame herumzuwühlen. Dem Kommissar, der hinzusprang, erzählte sie unter Tränen, daß sie sich jetzt an das erinnere, was Madame ihr vor längerer Zeit einmal anvertraut habe. „Sie sagte mir, sie glaube, daß man sie einmal ermorden werde. Wenn das geschehen sollte, so sollte ich zwischen ihrer Wäsche suchen. Dort würde ich eine Photographie und einige Visitenkarten finden. Der Mann, den das Photo darstellt, würde ihr Mörder Die Kämpfe in Ost-Turkestan Oben- Das englische Generalkonsulat in Kaschgar, in dem durch einen Feuerangnff der Tun- qusen mehrere Konsulatsmitglieder getötet wurden. — Mitte links: Karte des Kampfgebiets zwischen Kaschgar und Jarkent. — Unten: Typische Strahenszene in einer turkestanischen Stadt. tf RUSSISCH A°Janqischar < A > t oKaschgar : sein." Man sand einige Visitenkarten, aber keine Photographie. Die Karten waren sorgfältig versteckt und ließen darauf schließen, daß Madame eine große Anzahl von Herrenbekanntschaften gehabt hatte. Die Polizei arbeitet fieberhaft .. . Die Polizei stellte fest, daß Madame Ringe und Ketten im ungefähren Wert von 15 0 0 0 Mark auf dem Körper trug, als sie ermordet wurde. Der von ihrem Mantel heruntergetrennte Kragen war auch ein wertvoller Pelz. Die Polizei ist überzeugt, daß es der Mörder selbst war, der die Frechheit besaß, nach der Ermordung von Madame Herel die Wohnung seines Opfers aufzusuchen, um sich den Pelzmantel zu holen. Alle Männer, deren Visitenkarten im Schrank gefunden wurden, konnten bis auf einen nachweisen, wo sie sich in den fraglichen Stunden befunden haben. Einer war aber nicht auffindbar. Die Polizei hat seine Beschreibung an alle Polizeibehörden weitergegeben und läßt die Grenzen scharf bewachen. Fortsetzung folgt. Fortsetzung dieses Kriminalfalles, der ganz Paris in Aufregung hält, folgt, sobald die fieberhafte Tätigkeit der Polizei von Erfolg gekrönt worden ist. Buntes Allerlei. Der Ar^t im Kampf mit den körperlichen Erbleiden. Der deutsche Arzt ist durch die gesetzliche Ge- Währung der Möglichkeit, durch Sterilisierung eine kranke Erbmasse unschädlich zu machen, vor eine Aufgabe von geschichtlicher Bedeutung gestellt. Das Gesetz gibt ihm eine Machtvollkommenheit, die zu tiefstem Ernst und größter Kritik bei der Beurteilung des Erbproblems verpflichtet. Sofern in jedem Einzelfalle die geistigen und körperlichen Erbanlagen schwer geschädigt sind, ist ihre Beseitigung eine völkische Notwendigkeit. Wo ausschließlich die geistige Erbanlage schwer geschädigt ist, rechtfertigt sich die Ausschaltung der ganzen Erbmasse ebenfalls. Schwierig aber ist die Entscheidung bei Fällen, in denen ernste körperliche Erbleiden 'vorliegen, ihre Träger aber eine geistige gesunde Erbmasse besitzen. Als Beispiel dafür führt der Orthopäde Prof. Lothar Kreuz in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" die beiden häufigsten angeborenen Mißbildungen an, nämlich Klumpfuß und Hüftgelenk- Verrenkung. Wir werden uns die Aufgabe nicht so leicht machen dürfen, wie einstmals die Spartaner, die jedes Kind mit einer angeborenen kör- Börnes von Münchhauien. Zum 60 Geburtstage des Dichters Unter den vielen Wundern, die uns umgeben, reizt das der dichterischen Begabung zu immer neuem Staunen. Wie viele verschiedenartige, vielgestaltige, gegensätzliche Eigenschaften müssen hier zusammenschießen, um solch einen einzigen Kristall zu bilden, und wie ist es gerade die Fülle der scheinbar widerstrebenden Formen, die die Harmonie des in sich geschlossenen Ganzen ausmachen. Solche von einem besonderen, interessanten, einmaligen Ich geprägte Form trägt ihre Dauer, ihren Zauber in sich, auch wenn sie nicht ganz große Kunst ist. Aus dem Reiche der Barock-Dichter z. B. ragt deswegen Christian Günther hervor, Brentano aus dem der Romantiker. Unter den Lyrikern von heute verdankt Börries, Freiherr von Münchhausen nicht nur seine großen Er- K, sondern auch seinen bleibenden Wert dem and, daß er „ein Wesen für sich" ist. Wie viele Elemente klangen zusammen, wie viele Voraussetzungen waren notwendig, um diesem hochgezüchteten Sprossen eines uralten Geschlechtes die volkstümliche Schlichtheit, die geistige Freiheit zu verleihen, um seine Gaben zur reifen Entfaltung zu bringen, und welche Schranken und Grenzen der Tradition und des Standesbewußtfeins waren andererseits notwendig, um ein allzu üppiges Wuchern und Verschwenden zu verhindern. Munch- Hausens tiefes Wissen um Wurzeln und Gegebenheiten seines Seins haben ihm, fern von aller vernünftelnden Bewußtheit, die reine Ausformung feiner Natur ermöglicht. Er hat feiner Ahnen stets gern gedacht und aus dem Zusammenleben mit ihnen seine Kräfte gezogen; der Blick des Weltkindes wurde durch solche Verbundenheit mit dem Vergangenen auf Tod und Jenseits, auf Geschichte und Schicksal hingelenkt. Seine Abstammung ist ein Grunderlebnis seiner Dichtung. So hat er uns denn jetzt auch in einzigartiger Weise von seinen Vorfahren erzählt in dem kürzlich erschienenen Aufsatz-Band „Die Garbe" und in der soeben veröffentlichten Geschlechterhistorie „Geschichten aus der Geschichte". Das Ritterliche, das Kriegerische, das Heldische und das Adlige sind Leitmotive seiner Dichtung, aber der Grundton ist — wie bei jeder echten Kunst — aufs Allgemein-Menschliche gestimmt, aus dem ewigen Urgrund des Menschenwesens gestaltet. Um ihn zu erfühlen, muß man nach Sporn und Speeren „d a s Herz im Harnisch" seiner Verse klopfen hören, unterm bunten romantischen Gewand den schlichten warmen Menschen entdecken. Er hat sich selbst einmal als einen modernen Barden oder Skalden bezeichnet, mehr äußerlich wegen seiner vielen Vortragsreisen und wegen seines Glaubens an die Macht des gesprochenen Wortes, aber er ist es auch innerlich durch feine Verehrung des Heroischen, sein Herauswachsen aus Volk und Heimat, seine Liebe zu den dunklen und gefährlichen Seiten des Daseins, aus denen echte Größe erblüht. Unter seinen Ahnen väterlicherseits waren mehr Staatsmänner und Gelehrte als Krieger, aber sie alle fühlten sich eins mit dem Boden und dem Volk, zu dem sie gehörten. Von ihnen hat der Dichter die niederdeutsche Schwere und Wucht, die ernste Geistigkeit, die Versenkung in die Natur, die das Größte und Kleinste umfaßt und für fein Weltbild so bezeichnend ist, dann aber auch den Abenteurer- Geist, die kühne Phantasie und die Gabe der hinreißenden Erzählung, die den berühmtesten seines Geschlechtes unsterblich gemacht hat. Von der mütterlichen Seite her, von der Familie der G adele n tz, dürfte das feine Gefühl für Sprache und Wort, die Kunst der Formung, die Freiheit im Denken und Glauben stammen. Jedenfalls ist sehr Gegensätzliches in feiner Natur und Dichtung verschmolzen; es entstand eine seltene Mischung von Pathos und Esprit, von Dumpfheit und Helle, von Derbheit und Anmut, von Ernst und Leichtigkeit. Der Student, der eine Weile mit Zigeunern herumzog und die Künster-Boheme der Großstädte gründlich durchkostete, hatte den Goethe- schen Trieb zum „Ordnen, Aufheben, Registrieren" schon in sich, der ihn auch das Dichten so ernst nehmen, sein Schaffen bis ins letzte organisieren ließ. Seine in früher Kindheit ausbrechende Begabung brachte ihn in Gegensatz zu dem engen Standesbe- wußtsein feiner Familie. Der Kampf stählte feinen Trotz, aber der Konflikt liegt in ihm doch tiefer, denn oft hat er das rückhaltlose Bekennen, zu dem ihn sein Talent zwang, als peinliche Preisgebung des Persönlichsten empfunden, und nicht nur vieles Unfertige aus strenger Kritik, sondern auch Bestes aus heiliger Scheu zurückgehalten. Die Nachwelt wird wohl noch manche Ueberraschung erleben, wenn diese sorglich gehüteten Geheimnisse einmal ans Licht treten. Erst dann wird man die ganze Tiefe und Breite feiner Begabung würdigen können. Diese feste Verwurzelung in Familie und an- ftammtem Boden, fein Leben auf dem Lande in innigster Gemeinschaft mit der Natur, die historische Umgebung feiner Schlösser, in der Geschichte und Kunst aus tausend Zungen zu ihm sprechen, haben Münchhausen vor dem Sichverlieren, vor jedem Abirren bewahrt. Sie haben ihn zu dem geprägt, was er ist: zu dem aufs feinste gebildeten Edelmann, zum Künstler mit weitem Herzen und strenger Selbstzucht, aber auch zu dem ewigen Kinde, das in jedem echten Dichter lebt, zu dem großen Jungen voll innerer Schwere und natürlich strahlender Liebenswürdigkeit. Die Literaturgeschichte, die so gern etikettiert, hat Münchhausens Dichtung in das Schubfach der Balladen eingeordnet. Als Balladendichter ist er berühmt geworden, die Ballade hat er wieder zur Geltung gebracht, in ihr Wesen hat er sich vertieft wie keiner vor ihm und hat uns in feinen „Meister- Balladen", in denen er eine fchier unerschöpfliche Fülle von Schönheiten an einzelnen Mustern dieser „königlichen Dichtung" aufzeigte, Balladen erst richtig lesen und verstehen gelehrt. Aber mit gutem Recht hat Goethe gesagt, daß der Balladen-Dich- ter sich aller drei Grundarten der Poesie, der lyrischen, epischen und dramatischen, bediene, und Münchhausen hat nicht nur die Ballade stofflich erweitert und bereichert, ihr Töne weltanschaulicher Mystik und kosmischen Allgefühls entlockt, sondern er besitzt auch als reiner Lyriker einen eignen Ton; er ist ein farbiger Erzähler in Vers und Prosa und und ein entzückender Plauderer, der diese seit Fontane verlorene Kunst noch lebendig erhält. Freilich ist seine Begabung begrenzt; ihr fehlt die feurige Spannkraft dramatischer Komposition, der lange Atem des großen Romans. Auch fein Gedicht hat nicht die Melodik des Windes, der in der Aeols- harfe spielt, steigt nicht aus Abgrundtiefen des Unbewußten ans Licht. Seine Kunst erhält ihre Vollendung durch eine sehr feine und berechnete Technik. durch eine genaue Kenntnis des „Metiers", aber sie ist weit entfernt von allem „Part pour Part", sondern genährt aus dem Volkstum, kommt aus jenen feinsten Verzweigungen, die den Sohn der Scholle und eines alten Stammes in geheimnisvoller Weise untrennbar mit dem Heimatboden verknüpfen. Es ist diese nur aus feiner Persönlichkeit erklärbare Verschmelzung des Künstlerischen mit dem Nationalen, dieser Einklang zwischen den Mächten der Erde und des Geistes, die das innerste Wesen feiner Schöpfung ausmachten. Börries von Münchhausen, der von sich erzählt, daß bei jedem Ausflug in fremde Lande das Heimweh ihn fo arg geplagt, daß er mit dem festen Entschluß, von nun an daheim zu bleiben, zurückkehrte, der stets nur in seinem Volk und mit seinem Volk leben und schaffen konnte, ist ein deutscher Dichter, und zwar ein Dichter der Freude. Auch die schwersten Prüfungen, die er mit dem Vaterlands erlitt, haben ihm den Glauben an Deutschlands Leben und Größe nicht nehmen können, unb sein höchstes Ziel war stets, Erhebung und Trost, Mut und Freude zu schenken. Möge sich diese starke Kraft an ihm selbst bewähren, da ihn durch den Tod seines einzigen Sohnes Schwerstes getroffen, möge er auch weiter als „deutscher Barde" sein Volk in eine schöne Zukunft begleiten. C. W. Tragikomödie um eine Telefon-Nummer In der Organisation der ärztlichen Hilseleistung muß im heutigen Rußland noch vieles im Argen liegen. Das zeigt in tragikomischer Weise eine kleine Begebenheit, über die aus Moskau berichtet wird. In der Hauptstadt bietet ber „Medizinische Eildienst" der Bevölkerung seine Hilfe an und hält Tag unb Nacht feine Spezial-Aerzte und Schwestern zur Verfügung. Man erlaubte sich jedoch einen sehr schwerwiegenden Fehler in der Anzeige, in der nämlich eine falsche Telephon-Nummer angegeben worden war. Es dauerte eine Reihe von Wochen, bevor dieser Irrtum in der Oeffentlichkeit berichtigt wurde. Die Auswirkungen scheinen jedoch auch jetzt noch nicht behoben zu sein. Zahllose Anrufe sollen von Menschen, die dringend nach ärztlicher Hilfe verlangten, an falscher Stelle erfolgt fein. Kostbare Zeit ist dadurch verloren gegangen. Der Inhaber der auf der Anzeige des „Medizinischen Eildienstes" falsch angegebenen Telephon-Nummer, der Ingenieur M. Scheresewski, hat ein wahres Martyrium ausstehen müssen. Er und seine Familie sind dem Nervenzusammenbruch nahe, denn es klingelte in den letzten Wochen fast ununterbrochen. Tag unb Nacht. Der erbitterte Telephon-Besitzer hat viele Male protestiert und sich in seiner Verzweiflung zuletzt sogar erboten, die Drucksachen, auf denen der Irrtum wieder richtig gestellt werden sollte, auf eigene Kosten anfertigen zu lassen. Das war aber alles umsonst. Es scheint fein Kraut gegen diese Katastrophe und gegen die Schwerfälligkeit des „Medizinischen Eildienstes" gewachsen zu sein. Als der Ingenieur wieder einmal das Büro dieser Organisation aufsuchte, um zum letztenmal mit einem Prozeß zu drohen, sah er eine Schwester damit beschäftigt, einen Auftrag für neue Werbedrucksachen auszusüllen. Er konnte sie gerade noch dabei ertappen, wie sie wieder die falsche Nummer auf» schrieb. Das brachte den Mann in Raserei. — Noch immer laufen Zettel mit der Aufforderung um, beim „Medizinischen Eildienst" telephonisch Hilfeleistung zu erbitten; sie tragen nach wie vor die falsche Nummer. Für den armen Ingenieur besteht wohl nur noch der Ausweg in einer schnellen Flucht aus t seiner Wohnung. Wirtschaft 9Jl.-$pOTt H. niedriger, no Rumänen v. unter Schwanfolgendes Aussehen: Hessen hat nunmehr Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. N Sranffun a. JJL 3erlin börse börfe 16-3. 16.3. 17-3. 95 95 Banknoten. 94 94 97,13 97 100,3 94 96,13 22,65 94,9 97 100,2 93,9 96 22,2 94,5 94 94 97,13 2,464 58,31 56,74 12,72 16,46 168,56 21,39 63,97 65,67 80,69 34,09 2,484 58,55 56,96 12,78 16,52 169,24 21,47 64,23 65,93 81,01 34,23 97 100,2 94,13 96 22,6 95 92,5 91,25 94,25 95 92,75 92,75 91,65 92,25 94 94 97,13 21,5 8J 8 8,5 6,65 6,7 1,5 8,5 8,25 8,25 Das Sechstagerennen in Chicago wurde von der Mannschaft Peden/Shaller gewonnen. Die deutsche Mannschaft Lehmann/Wissel belegte mit zwei Runden Rückstand den sechsten Platz. Schwedens Ski-Verband will die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkir- chen mit einer starken Mannschaft beschicken. Zum Olympiatrainer der Schweden wurde Sven Utter« ström bestimmt. * Beim Berliner H a l l e n sp o r t f e st der Polizei siegte über 3000 Meter Syring in 8:30,8 Min. knapp vor Böttcher und Göhrt. Der Deutsche Sprintermeister Borchmeyer wurde über 400 Meter hinter Imhoff-Berlin (51,8) und Eifrig,SCC. nur Dritter. Mit Dr. Peltzer als Schlußmann gewann Preußen-Stettin die 4X400- Meter in 3:29,3 Min. vor PSV. Berlin und DSC. Berlin. 21,65 1,5 8,9 8,7 9 Frankfurter Börse, freundlich. waren voll behauptet. Im Verlaufe wurden die Umsätze in JG.^Farben etwas kleiner, der Kurs war aber i ' " ' 5 v. 5). äußere Goldmexikaner 0,50 Anatolier dagegen 0,40 v. H. fester und Rumänen blieben gegenüber denen der Vorwoche unverändert unb man notierte als Großhandelsverkaufspreise in Pfennig pro Stück wie folgt: Deutsche Frischeier Klasse S 10, Kl. A 9 bis 9,25, Kl. B 8 bis 8,25, Kl. C 7,50 bis 7,75. Holländer und Flandern Kl. S 9,25 bis 9,50, Kl. A 8,25 bis 8,50, Kl. B 7,75 bis 8. Bulgaren Kl. B 7,75 bis 8, ungestempelte bayerische Landeier 7,75 bis 8. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. März. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1299 Rinder (414 OcHen 130 Bullen, 381 Kühe, 377 Färsen), 506 Kälber', 3973 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 24 bis 33 Mark, Bullen 24 bis 30, Kühe 13 bis 28, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 33, Kälber 24 bis 45, .Schweine 35 bis 46 Mark. — Marktverlauf: alles ruhig. RunOfunfprogramm. Dienstag, 20. März. 6.05 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühmeldungen. 7.10: Frühkonzert. 8.25—8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Nachrichten. 13.35: Mittagskonzert II: Szenen aus Verdis „Aida". 14.40: Stunde der Frau: Eine Hör- folge. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Vom Geheimnis des griechischen Sprachklangs" (Vortrag). 17.45: Russische Volkslieder. 18: „Die Grüne Woche." 18.15:Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Sozialdienst.19: Stunde der Nation: Der Ar- beiter und das Reich. Ein Hörbericht von der deutschen Wandlung. 20: Nachrichten. 20.10: Großer Bunter Abend des Südwestfunks. 22: Nachrichten. 22.15: Don Stuttgart: Du mußt wissen. 22.40: Zwi- schenprogramm. 23 bis 1: Nachtmusik. Mittwoch, 21. März. 6.05 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühmeldungen. 7.10: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: „Um Friedrich den Großen". 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Reichssendung: Großkampftag der Arbeits- schlacht. 12: Mittagskonzert I: „Es muß doch Früh- ling werden". 13.15: Nachrichten. 13.35: Mittagskonzert II. 14.30: dreimal 15 Minuten aus dem Senderbezirk. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nach- Mittagskonzert. 17.30: Fortbildungs- und Schu- lungsmaßnahmen für die Arbeitslosen." Ein Zwiegespräch. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: „Der germanische Uroers", Vortrag. 18.35: Deutsch für Deutsche. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation: Deutscher Frühling. Ein Funkspiel. 20: Nachrichten. 20.10: Reichssendung: Großkampftag der Arbeitsschlacht. 21: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Du mußt wissen ... 22.40: Zwischenprogramm. 23: Nachtkonzert. 24 bis 1: Nachtmusik. diener Olympiazweite Ehrt zu einem glatten Siege und das Weltergewichts-Turnier wurde eine sichere Beute von Schäfer (Schifferstadt). Die beiden Deutschen haben sich mit diesen Erfolgen m die deutsche Mannschaft, die an den Europam^ster- schäften in Rom teilnimmt, eingereiht. Schäfer hatte sich allerdings seinen Platz in der Rom- Mannschaft schon vor einigen Tagen in Berlin erkämpft. Kurze Sportnotizen. Drei neue deutsche Rekorde gab es schon am ersten Tage des Reichs-Olympiaprufungs- schwimmens in Magdeburg. .Fisch e r - Bremen schwamm die 100 Meter Kraul in 59,1 Sek. Gisela Arendt- Berlin die 100 Meter Kraul der Damen in 1:11,4 Min., und Schwarz- Göppingen ver- besserte die Höchstleistung im 200-Meter-Brust- schwimmen auf 2:43,2 Min. setzungen für eine Sterilisation in diesen Chen gegeben. Männer oder Frauen, die Deformitäten- Träger sind oder waren oder aus erbbelasteten Familien stammen, sind vor der Heirat zu belehren, daß sie im Falle einer Eheschließung mit einer Weitervererbung ihres Leidens rechnen müssen. Die Mindestforderung ist: „Vorsicht bei der Gattenwahl!" In erster Linie dürften für die Sterilisierung mangelhafte oder schwer geschädigte geistige Erbanlage in Frage kommen. Wo ein gesundes geistiges Erbaut vorhanden ist, muß der Arzt bei körperlichen Erbleiden die größte Vorsicht walten lassen. Oer Fall aus dem Flugzeug. Ein aufregendes Abenteuer erlebten kürzlich die Insassen eines Flugzeuges, das zu einem Uebungs- flug aufgestiegen war, und das sich in einer Höhe von ungefähr 1200 Meter über dem englischen Ort Bishops Waltham befand, als sich das Unglück ereignete. Der Pilot, ein junger Wiener, hatte sich gerade dazu entschlossen, seinen Apparat zu einer „Rolle" auf den Kopf zu stellen, als sein Mitfahrer, ein junger Kanadier, aus dem Sitz flog und einen unerwarteten Fallschirmabsprung unternahm. Der Kanadier beschrieb [einen rasenden Fall in die Tiefe: „Ich fiel aus der Maschine, weil die Befestigungsriemen nicht ganz richtig angelegt roorben, waren. Dreimal machte ich einen Salto, bevor ich die Leine zur Handhabung des Fallschirmes in die Hand bekommen konnte. Nach einem Sturz von vielleicht 300 Meter begann ich langsam von rechts nach links zu schaukeln, landete dann aber bequem, nachdem ich die Gipfel einiger Bäume knapp gestreift hatte." Der Pilot berichtete: „Als wir in einer Höhe von 1200 Meter waren, rief ich meinem Mitfahrer zu, daß wir jetzt eine „Rolle" machen würden. Als sich der Apparat auf den Kopf stellte, sah ich meinen Begleiter aus dem Sitz fallen. Dann verlor ich ihn aus den Augen. Ich führte das begonnene Manöver zu Ende und sah dann zu meiner Freude, daß sich der Fallschirm entfaltet hatte. Ich stellte den Motor ab und folgte meinem Gefährten zur Erde, der inzwischen auf einem kleinen Feld gelandet war und mir durch Zeichen zu verstehen gab, daß alles glatt verlaufen sei. Ich flog dann einige Kilometer weiter zu einem Landungsplatz, wo ich unbehindert zu Boden kam." 17-3. 96,75 100 94 96 22,3 95 92,5 91,13 94,25 95,25 93 93 91,4 92,25 94 94 97,13 21 8,65 8 8,25 8,5 6,65 6,7 Das Spiel VfB. Gießen — Groß-Karben stand unter dem Zeichen der Elfmeter. Bei diesem Spiel wurden nicht weniger wie 7 Elfmeter verhängt. In der ersten Halbzeit war Groß- Karben überlegen, bei der 2. Halbzeit holte VfB. Gießen auf 6:4 auf und verstand es nicht, den Vorsprung zu halten. Die Schiedsrichterleistung war sehr mäßig. Daß 1900 Gießen in Wetzlar so hoch verlor, ist in allererster Linie darauf zurückzuführen, daß die Spieler infolge anstrengenden Dienstes bei der 2. Halbzeit sehr nachließen. Nauheim mußte in Ockershausen 2 Punkte lassen. Der Gruppenmeister hat noch ein Spiel in Gießen (beim VfB.) ausstehen und das letzte gegen Marburg auf eigenem Platze. Die Meisterschaft ist dem Verein aber nicht mehr zu nehmen. Im Spiele Marburg — Lollar ließen die Marburger in der 2. Halbzeit sehr nach und Lollar setzte noch einmal alles daran, das Spiel zu gewinnen. Das gelang der Mannschaft dann auch. Fußball in anderen Gauen. Gau Südwest: FK. Pirmasens — Kickers Offenbach 3:3; Eintracht Frankfurt — Wormatia Worms 6:0; Borussia Neunkirchen — Mainz 05 2:1; AO. Worms — Sportfreunde Saarbrücken 0:0. Gau Bayern: Bayern München — 1. FC. Nürnberg 0:0; ASV. Nürnberg — 1860 München 1:1; FC. München — Spvgg. Fürth 0:3; Würzburg 04 — Wacker München 0:3; Jahn Regensburg gegen Schwaben Augsburgl:l. Aus dem Turugau Nordheffen OT. Gauschwimmfest in Nidda. In Gießen tagten am Samstag und Sonntag unter Leitung des Gau-Schwimmwartes Franz Sauer- Gießen die Kreis-Schwimmwarte des Turngaues Nordhessen. Auf die wertvolle praktische Arbeit, die geleistet wurde, kommen wir noch zurück. Heute sei nur schon mitgeteilt, daß das erste große Gau-Schwimmfest des neuen Gaues am 12. August in dem herrlichen Niddaer Sommerbad durchgeführt wird. Kreis-Gerälemanufchastskampf in Homberg a. d. 6. In Homberg a. d. E. begegneten sich am gestrigen Sonntag drei Kreise des neuen Turngaues Nordhessen zu einem Mannschaftskampf im Kunst- 1 turnen, der unter Leitung von Gauoberturnwart perlichen Mißbildung den Wassern des Eurotas überantworteten, sondern man wird darauf achten müssen, inwieweit die angeborenen Fehler durch Heilung beseitigt und dadurch dem Staat ein brauchbarer Mensch erhalten werden kann, so wie ob die fehlerhafte körperliche Erbanlage durch Maßnahmen, z. B. auf dem Wege der Gattenwahl, allmählich ausgeschaltet werden kann. Bei Klumpfuß und Hüftaelenk-Verrenkung kommt es für die Heilung weniger auf die Art der Behandlung als auf ' den Zeitpunkt an, an dem die Behandlung eingeleitet wird. Es hat sich die absolute Notwendigkeit ergeben, die Heilung in solchen Fällen so früh wie möglich zu beginnen und die Behandlung bereits im Säuglingsalter durchzuführen. Bei älteren Kindern ist die Wahrscbeinlichkeit der Genesung sehr viel geringer, und jedes Warten kann die Möglichkeit des Erfolges in Frage stellen. Bei diesem früh- und rechtzeitigen Eingreifen ist aber das Erkennen der Mißbildung die selbstverständliche Voraussetzung, und deshalb müssen alle Mütter, Hebammen und sonst an der Säuglingspflege Beteiligten darauf hingewiesen werden, daß schon bei dem gekingsten Verdacht einer solchen Mißbildung der Arzt hinzu- gezogen wird, der dann eine genaue Untersuchung vornehmen wird. Ob sich diese Deformitäten auf dem Wege der Gattenwahl allmählich ausschalten lassen, ist eine überaus schwierige Frage. Prof. Kreuz kommt zu dem Ergebnis, daß bei dem jetzigen Stande der Forschung sich schwer ein Weg finden lassen wird, um das Auftreten des Leidens in Zukunft unmöglich zu machen. Da die Heilungsaussichten dieser körperlichen Erbleiden bei frühzeitiger Behandlung gut find und unser bisheriges Wissen um den Erbgang dieser Deformitäten unzureichend ist, so genügen die Forschungsgrundlagen in keiner Weise, um über die zahllosen Träger geistig wertvollen Erbgutes unterschiedslos das Urteil der Sterilisierung auszusprechen, nur weil sie eine fehlerhafte körperliche Erbanlage besitzen. Der Verfasser ist vielmehr folgender Ansicht: „Alle Eltern, die ein Kind mit typischer Deformität erzeugen, sind auf die Gefahr der Weitervererbung und auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, daß auch das nächste Kind eine Deformität mit auf die Welt bringt. Wird das zweite Kind mit der gleichen Deformität geboren, so sind die Voraus- tungen nochmals 0,50 v. H. höher. Sehr fest lagen Rheinstahl mit 98 nach 95,50 v. H., ferner konnten sich Reichsbank um 1,50 v. H. erholen, lagen aber am Schluß wieder auf 156 (—1,50 v. H.). Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 17. März. Das Butte r- gefchäft ließ sich in 'bet verflossenen Woche etwas besser an, besonders gute Markenbutter war laufend gefragt und nur knapp angeboten. In minderer Qualität trat Interesse kaum auf, auch war nur wenig Ware am Markt. Der Großhandels-Einstandspreis stellte sich sowohl für deutsche als auch für holländische Markenbutter auf 132 Mark per 50 Kilo. Frankfurter Eiermarki. Frankfurt a. M., 17. März. Infolge der starken Legetätigkeit der Hennen blieb das Angebot in Landeiern sehr stark, während die Nachfrage noch nicht die eryoffte Belebung gezeigt hatte. Die Preise F r a n k f u r t a. M., 17. März. An der Wochen- schlußbörse stand die Aufwärtsbewegung der Farben- Aktie im Mittelpunkt des Interesses. Neben Käufen der Kundschaft beteiligte sich auch die Kulisse lebhaft am Geschäft, so daß zum ersten Kurs bei großen Umsätzen ein Gewinn von 2 v. H. eintrat. Don dieser Bewegung günstig beeinflußt wurden auch Deutsche Erdöl, die 1,13 v. H. höher einsetzten. Auf den übrigen Marktgebieten war das Geschäft ziemlich still, und die Kursgestaltung zeigte kein einheitliches Aussehen. Aus Berliner Abgaben waren Reichsbankanteile angeboten und 3 v. H. schwächer. Für Montanwerte regte das weiter anziehende Eisengeschäft an, und meist ergaben sich leichte Kursbesserungen. Gelsenkirchen gewannen 1,13 v. H., nur Phönix lagen 0,50 v. H. niedriger. Die steigende Stromerzeugung führte bei Licht & Kraft und Elektr. Lieferungen zu einer Kursbefferung um je 1,25 v. H., im übrigen lag der Elektromarkt wenig verändert. Gement Heidelberg waren auf den stark verbesserten Februar-Zernentabsatz erneut um 1 v. H. fester, wogegen AG. für Verkehr 1,25 v. H. nach- gaben. Westdeutsche Kaufhof, Zellstoff- und Schifffahrtsaktien lagen gut behauptet, während Kunstseidewerte weiter um 0,50 v. H. abbröckelten, auch Daimler gaben 0,50 v. H. nach. Am Rentenmarkt ist das Geschäft sehr still geworden und auf Wochenschlußglattstellungen gaben Alt- und Neubesitz bis 0,25 v. H., späte Schuldbücher 0,13 v. H. nach, aber Stahlverein-Bonds gewannen 0,40 v. H. Von fremden Werten lagen Fußball im Sau Nordheffen. Kurhessen Marburg steigt ab. Nun ist an diesem Sonntag im Gau Nordhessen auch die letzte Entscheidung gefallen. Die Marburger Kurhessen müssen mit Hermannia Kassel zusammen den Weg in die zweite Klasse antreten. Nachdem sie sich am Samstag schon indirekt ihre letzten Chancen durch die 1:5-Niederlage gegen den Meister Borussia Fulda verscherzt hatten, klärte Sport Kassel am Sonntag durch einen 3 :2 Sieg über Hessen Hersfeld endgültig den Fall. Die spannende Meisterschaftsserie ebes Gaues XII (Nordhessen) brachte also folgendes Ergebnis: Meister und Teilnehmer an den Spielen um die Deutsche Fußballmeisterschaft: Borussia Fulda, absteigende Vereine: Hermannia Kassel und Kurhessen Marburg. In einem Tressen ohne Bedeutung schlug Kurhessen Kassel seinen Lokalgegner Spielverein mit 4 :3 Toren. Kurhessen Marburg — Borussia Fulda 1:5 (1:1) Im Spiel gegen den Gaumeister aus Fulda gab die Marburger Mannschaft nur während der ersten Halbzeit einen einigermaßen gleichwertigen Gegner ab. Kurhessen konnte in der zehnten Minute durch Schuppert sogar überraschend das Führungstor erzielen und Borussia zog erst in der 33. Minute durch Kammerl gleich. Nach der Pause setzte sich dann allerdings die bessere Spielweise der Borussen immer stärker durch. UeberFombination verhinderte eine höhere Trefferausbeute. Die Tabelle des Gaues XII Nord- R. Paul (Gießen) stand und vom Gaumannerturn- wart Dahms (Bad Wildungen) und Kreisrnänner- turnmart Karl Reuter (Gießen) gewertet wurde. Der Kampf, der unter reger Beteiligung und Anteilnahme der Bevölkerung von Homberg und Umgebung durchgeführt wurde, endete mit einem verdienten Sieg des Turnkreises Wilhelrnshöhe-Rein- hardswald, dessen Kasseler Mannschaft sich 410 Punkte holte. Es folgte Kreis Lahn-Ohm (Marburg) mit 366 Punkten und der rein ländliche Kreis Fulda- Edder (Homberg) mit 333,5 Punkten. Beste Einzelturner waren die Kasselaner Kehrer und Schie- b e l e r mit je 55 Punkten. Von den Marburgern brachte es Funk auf 52,5 Punkte und Ahrens und E p e r s p ö ch e r auf je 51 Punkte. 3um 45. Maie Cambridge. Das größte Interesse beanspruchte wieder einmal der am frühen Nachmittag ausgetragene Achter- Ruderkampf der Universitäts-Mannschaften von Oxford und Cambridge. Trotz eines anhaltenden Regens und eines böigen Windes fetzte die „Belagerung" der Themse-Ufer schon lange vor Beginn des Rennens ein. Der erste Start gelang. Zunächst ging Oxford knapp in Führung, während sich die „Hellblauen" sichtlich zurückhielten, um wenig später in einem gewaltigen Zwischenspurt glatt die Führung zu übernehmen. Aus halbem Wege der von Putney-Bridge nach Mortlake führenden 7000-m- Strecke lag Cambridge bereits mit 3 Längen in Front und vergrößerte seinen Vorsprung trotz gewaltiger Anstrengungen der „Dunkelblauen" noch bis zum Ende auf 4V- Längen. Die Zeit des Siegers von 18 :03 Minuten bedeutet einen neuen Rekord. Deutsche Erfolge beim Berliner Ninger-Tumier. Beim internationalen Berliner Ringer-Turnier gab es im Feder- und Weltergewicht zwei schöne deutsche Siege. Im Federgewicht kam der Mün- Borussia Fulda VfB. Friedberg SC. 03 Kassel Hanau 93 Kurhessen Kassel Hessen Hersfeld Spielverein Kassel Sport Kassel Kurhessen Marburg Hermannia Kassel Fußball der Dezirksklasse. VfB. (Reichsbahn) — Groß-Karben 6:6 (3:4). Wetzlar — 1900 Gießen 9:1 (3:1). Ockershausen — Nauheim 3:2 (2:2). Marburg — Lollar 2:3 (2:0). Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ..••••••••••••••• Englische Noten ............ Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, I 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note» .......... Schweizer Noten............. Spanische Note»................. Unaarische Note» ............. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o. H. Lombardzinsfuß 5 o. H. Datum •% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 6% e^em.7% Dt. RetchSanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1980 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 6% etem.8% Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt «old R. 12.................. 6%% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechlen ............. Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechlen 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank «oldpfe. 15 unkündbar bti 1935 •% «hem. 7% Franks. Hyp.-Ban! «oldpfe. 16 unkündbar bis 1986 ehern. *y,% Franks. Hyp^ Bank-Ligtu-Pfandortese....... Wi% -hem. iy,% Rheinische Hyp.-Ban k-Ltgu.-Goldpfe 6% ebem. 8% Pr. Lanverpfänd- vriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ebem. 7% Pr. Lanvespfand- vriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 tzteuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Sllberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4y,% deSgl. von 1918 ....... d% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 s%,Türkische Bagdadbahn-Anleihe Spiele Tore Punkte 18 55:25 29:7 18 46:37 24:12 17 37:30 22:12 18 45:28 22:14 18 50:39 22:14 16 24:21 16:16 17 28:37 13:21 17 38:66 11:23 18 33:67 9:27 17 32:56 6:28 Frankfurt a.M. Berlin Frankfun a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. Mittag, börfe Schlußkurs Schlußk. Abend- börfc Schlußkurs Schlußk. Minag- börfe Datum 16.3. 17.3. 16.3. 17-3, Datum 16.3. 17-3. 16.3. 17.3. 4% deSgl. Serie II ............. 6,75 5,6 6,7 _ Mansselder Bergbau.........0 — — 74 75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 — 5,5 Kokswerke .............0 — — 97,75 100,5 4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7,9 7,9 —— 8,13 Phönix Bergbau............. 0 54 54 53,9 53,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,75 4,8 4,65 4,8 Rheinische Braunkohlen ..... 10 202,25 206,9 202,5 207,75 2 %% Anatolier 31,13 31,5 31,3 31,75 Rhetnslahl ...............0 95 98 95 98,13 Bereinigte Stahlwerke........ 0 Otavt Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 45,5 45,5 45,9 45,75 Vamdurg-Amerika-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dainpsschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 31 36,13 31,25 36,4 31,25 36 31,5 30 36,25 15,5 116 150 15,65 117,75 116,5 151 15,4 116,5 116,25 150 15,75 117,75 117,75 151 ’M.®, für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 91,5 68 68 90,5 67,4 90,5 143 183 145,25 184 61 142,4 145 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dis conto- 49,25 49,75 49,25 49,75 _ 62 62 61,5 Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank n 63,25 65,25 159 65 65,75 155,13 63,5 65,25 159,5 65 RülgerSwerke .......... 0 58,5 61 58,75 86,5 6187 65,75 154,25 Metallgeiellschaft............ 0 86,5 ReichSbank ................ 12 76 95 100,5 77,5 97 100,5 76,75 78 A.E.«......................o 31,65 31,65 31,65 31,4 Zementwerk Heidelberg ...... 0 Zementwerk Karlstadt.........0 Bekula.....................o 183 133,5 133,25 133,25 — — Eiektr. LieferungSgesellschaft... 6 103 104,25 103 103,75 Licht und Kraft .... 6 106,5 107,75 106,75 107,5 SchulthetS Patzenhoser .......0 —— 110 110,5 Felten & Guilleaume....... 0 63 63 63,5 63,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bembern ...............0 60 61 60,13 60,75 Gesellsch.s.Eiektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5 105 96,5 105 95,25 104,9 96,13 105,75 60 60 60,4 54,25 96 Zellstoff Waldhok ............0 54,75 53,25 53,5 Schuckert & (Jo............ 5 107,5 146,75 121,75 108 107 108,5 Zell stoss Aschaffenburg .....0 Deslauer Gas ..... 7 44,75 43,5 45 44 124,9 48,5 54,5 Siemens 6 Halske............ ? Lahmeper S Eo............. 10 147,5 121,75 146,4 122,25 148,5 124,25 48 122,25 Daimler Motoren........ 0 48,5 48,9 53,75 Deutsche Linoleum ...........0 53 53,25 Buben» .......... 0 Deutsche Erdöl .....4 79,25 115 79,13 117 79,25 114 80 116,65 Orenslein & koppel..........0 Leonhard Dietz ...... 0 22,5 162 184,5 155,25 23 71,75 22,65 164,25 184,5 70 23,4 Gelsenkirchener............... 68 94 69,13 95,5 68 94 69 95,75 ibade............... .10 Lau muiatoren-Fabrik........ 0 Jonrt-aumml............... 0 184,5 155,25 161 183 Hoesch Eisen—Kbln-Neuessea .. 0 77,9 78,4 154,75 155,75 Ilse Bergbau ......6 — — 138 Gritzner.................. 0 Ilse Bergbau Genüsse....... 6 119,5 120,25 119,75 120 | - 27 1 27 ! 27,75 Klöcknerwerke ............... 0 68 69,25 68 68,75 Mainkrastwerke Höchst a-SL... 4 Pt an neS m ann» Rätern........0 70,65 71 70,65 71 Süddeutscher Zucker ......... 8 1 173,75 I 173,75 1 175 1 173,5 16. März '17-März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rlei Geld Brie Helsingford.. 5,644 5,656 5,639 5,651 Wien ...... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 BudapeA ... — — — —■ Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,98 169,32 168,98 169,32 ÖSlo....... 64,19 64,31 64,14 64,26 Kopenhagen. 57,04 57,16 56,99 57,11 Stockholm... 65,88 66,02 65,83 65,97 London ..... 12,775 12,805 12,765 12,795 Buenos Aires 0,634 0,638 0,634 0,638 Neuyork .... 2,510 2,516 2,511 2,517 Brüssel..... 58,49 58,61 58,47 21,51 58,59 Italien..... 21,52 21,56 21,55 Parts ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 80,93 81,09 80,87 81,03 -vanieu.... 34,23 34,29 34,23 34,29 Danzig..... 81,64 81,80 81,64 81,80 Japan ...... 0,755 0,757 0,754 0,756 Rio de Jan. . 0,212 0,214 0,212 0,214 Iugoslawtai. Lissabon .... 5,664 5,676 5,664 5,676 11,64 11,66 11,63 11,65 Berlin, 17.März Geld Bries -tten eine Die n in Wer. per nom. ierlin b es ungs« Jtnen Wsela amen Der. Bruft. : a g o ewon> ■l be* Platz. 2lym. tentir. ,Zum Utter. der H in L Der wurde ') und r als X400- DSC. Mert reife in ischeier 5 8,25, iSLS > bis 8. yerische kt. hr war er (411 1), 506 Ochsen bis 28, bis 45, f: alles 1L 7.101 hrichten. ) Haus. 13.15: »n aus e Hör« 'ttogs» Men oMie* a^chafi iterridjt. Der Ar- »er beut« Großer hrichten. [0: Zwi' en. 7.10: 0: Nach' jen Gro« üche und Arbeits' ch Früh' Mttags- 1U5 dem 6: Nach' ib W iin Zwie« 20: „Der M “ >u"d' K spiel. 20. zkampftag Nachnch' tinuslk. jn 58/ 56,86 ii,78 ItS p iiQtitrunS -*1651 47,30 10,40 3,053 169-32 64. S7.j 65.97 12,795 0,63 2,517 58,59 21, 16,^ LZ 81-80 0,75” 0,A 6,6 11,65 65.K Ob0' Montag, l9. Marz Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ur. 66 Dritter Blatt Große Erzieheriagung in Gießen Das Gießener Jungvolk mit großem Eifer bei der Brotsammlung. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) B e ch t 0 l s - Wort Christi 18, Vers 31 Die Führer der Lehrerschaft. Von links nach rechts: Kreisobmann Rektor R e b e l i n g , Gaugeschäftsführer des RSLB. Rektor Schneider (Darmstadt), Gauobmann Ministerialrat Ringshausen (Darmstadt), stellv. Kreisobmann und Führer des Bezirks Gießen-Stadt im RSLB. Oberstudiendirektor Leonhardt (Gießen). — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Kleinsiedler - und die es werden wollen Lpd. Auf Veranlassung des Amtes für Agrarpolitik, Berlin, ist für die Wahrnehmung der Interessen der Kleinsiedler (Stadtrand- und Einzelsiedler) und solche Volksgenossen, die es werden wollen, die Fachschaft Kleinsiedler im „Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler e. V." errichtet worden. Es ist dies die einzige anerkannte Kleinsiedlerorganisation, der sämtliche Kleinsiedlervereine und Siedlungsinteressenten angehören rnüssen. Kleinsiedler sind diejenigen Volksgenossen, die ein Stück Land nebenberuflich als Selbstversorger nutzen und auf diesem Lande eine Wohnstätte besitzen oder erbauen wollen. Bis zum 1. April 1934 müssen, soweit das noch nicht erfolgt ist, sämtliche Kleinsiedlervereine im Gau Hessen-Nassau zwecks Anschluß an den Reichsbund sich unter Angabe ihrer Vereinsbezeichnung und ihrer Mitgliederzahl bei der Landesgruppe der Kleinsiedler, Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 4, oder den zuständigen Stadtgruppen gemeldet haben. Der Sitz der Stadtgruppen ist für: Starkenburg: Darmstadt, Am Klingsacker 36 Rheinhessen: Worms, Hintere Rohrlache Nassau: Wiesbaden-Biebrich, Tannenbergstraße 5 Mainz: Mainz-Kastel, Fort Biehler O b e r h e s s e n : Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 4 Groß-Frankfurt: Frankfurt a.M., Bahnhofsplatz 4 Ministerialrat Ringshausen bei seiner Rede. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) wird uns die Jugend bestimmt anerkennen. Gerade die Jugend von heute hat erkannt, daß das Führerprinzip das richtige ist. 3n unserer Schule haben wir zu kämpfen um diese Autorität, zu kämpfen um das Vertrauen der Schüler. Zwischen Schülern und Lehrern muß, wie in der 5)3., in der SA., in der PO^ ein Vertrauensverhältnis bestehen. Wenn dieses Vertrauensverhältnis da ist, wird fruchtbare Arbeit geleistet werden können. Unsere ganze Arbeit in der nationalsozialistischen Bewegung beruht auf diesem Vertrauensverhältnis. Dadurch haben wir unserem Führer die Kraft gegeben, daß er das leisten konnte, das er schon geleistet hat. Er wird getragen von der nationalsozialistischen Bewegung und jetzt vom Vertrauen des ganzen Volkes. Zu Führung und Gefolgschaft gehört aber auch D i s z i p l i n ,' die innere Disziplin, wie wir sie bei Langemarck sahen, im Heldentum der aufrechten Kriegsgefangenen, in Albert Leo Schlageter und in Horst Wessel. Wir müssen die neue deutsche Jugend erziehen. Dabei muß der frühere I ch - G e i st, der Materialismus bekämpft werden. Das Wir- Wollen, den Gemeinschaftsgeist, den Idealismus, der nicht nach dem Lohn fragt, sondern nur seine Pflicht tut, müssen wir hinein- tragen in unsere deutsche Jugend. Wir haben in unserer Jugend wieder lebendig zu machen den Geist des Dienens und des Opferns. Für uns Nationalsozialisten gelten keine Titel, für uns ist nur eins wertvoll und ehrenvoll: Gefolgsmann des Führers zu fein! Der Unterschied liegt für uns nur im Charakter, in der Leistung, im Einsatz für das Volk, diesen Geist müssen wir unserer Jugend hineinpflanzen. Jetzt gilt nichts anderes, als auf diese Grundlage den Wert der Persönlichkeit voranzustellen, den Standesdünkel zu beseitigen und eine wahre, echte Volksgemeinschaft aufzubauen. Wir dürfen nicht urteilslos, gleichgültig oder neutral fein wollen. Wir müssen politische Menschen und Erzieher werden, die die Jugend politisch erziehen, daß sie reif wird für die politische Urteilsfähigkeit, daß sie entscheiden kann, ob eine Staatssorm gut oder schlecht ist. Das gilt auch für die Fragen der Wirtschaft und der Kultur. Wir müßen dafür sorgen, daß jeder Lehrer und Erzieher sich darum kümmert und seine Jugend aufweckt zu dieser Urteilsfähigkeit. Weiter ist eine Hauptaufgabe der neuen Schuld die Erziehung der Jugend zum Mut, zur mutigen Tat! Hinweg auch mit dem falschen Freiheitsbegriff der Vergangen» heil! Die Freiheit des einzelnen muß ihre Grenze da haben, wo das Wohl des Volkes bedroht wird. Freiheit darf nicht zur Zügellosigkeit, zum Verrat Das oberhefsische Jungvolk des Oberjungbanns IV hat vier arbeitsreiche und freudeerfüllte Tage Unter sich! Sinnvolle Geschäftigkeit herrschte m allen Städten und Dörfern unserer Provinz. Schon am Donnerstag begann die Arbeit. Die Jungen gingen :ton Haus zu Haus und baten mit ihren Liften in ter Hand um die Eintragung von Brotspendem i Sie werden selten abgewiesen worden sein. UeberaU 'ah man am Freitag und am Samstag die kleinen i imadratischen Zettel an den Türen, jene Zettel, die Über einen Laib Brot quittierten und im blauen ^eld die Siegrune, das Zeichen des oberhessischen I ii.ungoolf5 trugen.. Das Jungvolk hal gesiegt ... 48 329 Laib Brot wurden gespendet und gesammelt. In unserer Stadt unternahm das Jungvolk am i Samstagmorgen noch einen Werbemarsch, sammelte ’ ftch dann auf dem Oswaldsgarten, erhielt letzte Anmeisungen und begann bann die Sammeltätigkeit. Leberall traf man auf die kleinen Handwagen, ; in denen die Brote gesammelt und nach den ein- ' Men Sammelstellen gebracht wurden. Auch die i Lastkraftwagen standen schon bereit und luden. Die Lehrer und Lehrerinnen aller Schularten der Stadt und des Kreises Gießen, von der Kindergärtnerin bis zum Hochschulprofessor, fanden sich am gestrigen Sonntag zu einer großen Tagung in Gießen zusammen, um gemeinsam ihren Willen, das Werk unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler zu unterstützen und am Wiederaufbau von Volk und Vaterland mitzuarbeiten, kundzutun. Die Mitglieder des NSLB. des Kreises Gießen, der alle Erzieher in Stadt und Land umfaßt, nahmen am Vormittag am Gottesdienst in der Johanneskirche teil. Pfarrer Heimer baute feine Predigt auf das aus dem Evangelium Lukas, Kapitel bis 34, auf, und führte u. a. aus, daß mit der Zeitwende des deutschen Volkes im Jahre 1933 auch in der Erziehung des deutschen Menschen eine neue Zeitwende eingetreten fei. Wir alle müßten uns freudig zu der neuen Wende bekennen und mithelfen, unsere Heranwachsende Generation zur Liebe, Achtung und Pietät, getreu den Vorschriften des vierten Gebotes, zu erziehen. Auch die deutsche evangelische Kirche müsse sich auf den Boden der neuen Zeitwende stellen. Der Gottesdienst erfuhr eine besondere Bereicherung durch die Mitwirkung des NS. - Lehrerchors, der unter Leitung mchdem sämtliche Brote in Papier eingeschlagen r orden waren, auf. Für den Sonntagmorgen war für 7.15 Uhr An- heten des Jungvolks befohlen. Pünktlich fand es sich Fichen Stk Werufsver^ Ammunal Qterung 0 QDrte" ZU, Wundenheu jjen einhei im 6ej IM M । gebiet dar lchaftlicher j peil s>e 1 i in Serbin n M gebu amungen a zempnndlm Folge eim nirms ift tchaftlichen jamtwirtsch iolche N und Ange fcgenflid) een Fall bedarf fei: Ändrohum i^ber Bezil Wie&unge Witte, mit ■ n er bitten I obren füi Wie nachgl Wehörden. artigen Auf sei von wer irrten. At Folgend Ministers ton Bürg, Wießen, merbeauffii Wsischen Morden: 3n ber I Nbehörbtiifier ÄNen bari wm Auftrag toie Fristen ilkräste nicht über Austrc übenen Delk «Würben dc «arbeit gefti Mit dem f J 3m Lori 1605 Ziel de ®t’5()a(b mi werden, daf Köge, und f 17 möglichst tos Arbeits »tfeWen fö d MM u, bereit zu Dienstag', i«6«Vr am«1“' toll »■ Di< btreit zu halten. Heil Hitler! Hundert Zähre Vezirkssparkasse Gießen Iffdlen ebung DerReichsberusswetikampf der deuWen lugend Die Güte der ** Das Ehrendoktordiplom für den finnischen Staatspräsidenten. Zu unserer Notiz über die Ehrenpromotion des finnischen Staatspräsidenten Svinhufvud wird uns noch beruht auf einer Erfahrung von Jahrzehnten, die keine andere Zigarette in Deutschland aufweist i sämtlich mb Sitz ünung dci an dn .stellen bi- er Hm t die Al- i Hoheit ach auhkl > wichtig besten Eindruck von den neuen Räumlichkeiten und ihren Einrichtungen gewinnen. Die Bezirkssparkasse Gießen kann man zu dieser Tat der Arbeitsbeschaffung und zu deren vortrefflichem Ergebnis nur auf- en 20.1 •oft der ! 3 auf ei« lösten ft tratch'- feier Md das m vdn tung mögt mtrit stell, en Nauiyt, bicjeM den töKWi )em Gartr- mit anhängenden Anmeldeabschnitten, die genau auszufüllen sind und dem auf dem Flugblatt vermerkten zuständigen Wettkampfleiter einzusenden sind. Es wird darauf hingewiesen, daß dieser Termin unbedingt einzuhalten ist, da später einlaufende Meldungen keine Berücksichtigung mehr finden können. Wer nimmt an dem Berufswettkampf teil? Jeder berufstätige deutsche Jugendliche in den Altersklassen: von 14 bis 18 Jahren voll (Jahrgang 1920 bis 1916) bei männlichen Arbeitern, von 14 bis 21 Jahren voll (Jahrgang 1920 bis 1913) bei Arbeiterinnen, von 14 bis 21 Jahren voll (Jahrgang 1920 bis 1913) bei männlichen und weiblichen Angestellten. Erwerbslose Jugendliche, welche schon beruflich tätig waren, können ebenso teilnehmen wie in der Fachausbildung stehende Jugendliche (Fachschüler/ innen, Hcmdelsschüler/innen). Die Teilnahme ist kostenfrei. Nichtarische Jugendliche sind nicht zugelassen. Wie wird der Berufswettkampf durchgeführt? In einem halben bzw. ganzen Tag, der für jede Berufsgruppe noch näher bestimmt wird, werden alle Jugendlichen bestimmter Berufsgruppen mit demselben Glockenschlag in ganz Deutschland zum r Obtt- r. wirt) S VornoNzcn. — Tageskalender s ü r Montag: 316? Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 bis 23 Uhr, Stadttheater, „Die goldene Meisterin". — Sparerbund: 20.15 Uhr, im „Hindenburg", Oeff entliehe Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mein Liebster ist ein Jägersmann". — Der Verband weiblicher Angestellter, Ortsgruppe Gießen, hält am morgigen Dienstag eine musikalische Frühlingsfeier ab. — Siehe heutige Anzeige. Wie beteilige ich mich am Berufswettkampf? Der vorn Sozialen Amt der Reichsjugendführung und dem Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront vorbereitete B e - rufswettkampf der deutschen Jugend in der Woche vom 9 bis 15. April d. I. hat lebhaftes Interesse hervorgerufen. Das Volk ahnt in ihm den Beginn einer Entwicklung, die auf dem Gebiet der Arbeit über den Rahmen der Jugend hinaus von Bedeutung werden kann. Vornehmlich aber sieht die Jugend selbst an dem Berufswettkampf zum ersten Male, daß ihre Arbeit nicht als nebensächlich und belanglos betrachtet wird, sondern daß man sich für sie interessiert. Weil mit einer lebhaften Beteiligung an dem Wettkampf gerechnet werden kann, sollen im folgenden Richtlinien für die Beteiligung an diesem Berufswettkampf veröffentlicht werden, die das Soziale Amt der Reichsjugendführung herausgegeben hat. Anmeldung zum Reichsberufswettkampf. Ohne schriftliche Anmeldung bis spätestens 2 4. März 1 9 3 4 kann niemand zum Reichsberufswettkampf zugelafsen werden. Es werden am 5. März von der Hitler-Jugend, den Amtswaltern der Arbeitsfrontverbände in den Betrieben und den Wettkampfleitern Flugblätter ausgegeben 0riM sein B seinem $ seiner $ und "ich rr GrW rt, Jo H die \e>rnat bi 1 Mann, in ben e> mürbe gen uni 'Frauen, ^eiterhj, her Güte n, insbe. h schwer altete ]ii Mi rj lt h und BRi ZialisG e Frau,' ums, bi. ster Che. ie, bewie; der Lei. senken ta bei allen, m, immer 6ier-Sammlung in der Ortsgruppe Gießen-Ost. Dienstag, 20. März, findet in der Ortsgruppe ( ießen - Oft durch die Frauenschaft eine Eier- sammlung für die notleidenden Volksgenossen satt. Um den Sammlerinnen den Transport zu e leichtern, werden die Spender gebeten, die Eier i Zeitungspapier eingewickelt ab 9 Uhr vormittags Am Samstagmittag beging die Bezirkssparkasse Gießen die Feier ihres hundertjährigen Bestehens mit einem schlichten, eindrucksvollen Festakt in der Neuen Aula der Universität. Zahlreiche Vertreter der NSDAP., der Behörden, anderer Sparkassen, Banken usw. nahmen mit vielen Mitgliedern der Kasse an der feierlichen Veranstaltung teil. Nachdem das Stadttheater-Orchester unter Leitung von Herrn C u j 6 die Feier eröffnet hatte, richtete Beigeordneter Bartholomäus-Gießen als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bezirkssparkasse herzliche Begrüßungsworte an die Festversammlung. Er würdigte dann mit warmer Anerkennung die vorbildlichen Beweggründe, die vor hundert Jahren zur Gründung der Bezirkssparkasse führten und die als Symbol für den heutigen Gemeinschaftsgedanken bezeichnet werden können. Zum Schluffe bat er die Mitglieder und Freunde der Kasse, ihre Verbundenheit mit der Bezirkssparkasse auch weiterhin zu bewahren und zu bekunden. Ferner dankte er dem Stadttheater-Orchester für die Verschönerung der Feierstunde. Nach einem Musikstück des Stadttheater-Orchesters hörte die Festversammlung von Eparkaffendirestor Zacheis-Gießen den Bericht über die Geschichte der Bezirkssparkasse. Die Darlegungen des Redners, die mit großer Spannung angehört wurden und ihren Ausklang in einem starken Bekenntnis zum Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und feinem Werk fanden, deckten sich inhaltlich mit dem Gedenkartikel, den wir am Samstag aus der Feder des Redners veröffentlichten. Anschließend folgten Glückwunschansprachen. Als erster Redner sprach Oberregierungsrat Nr. SchönhalS, Gießen als Vertreter der hessischen Staatsregierung, des Kreisamts Gießen und der Provinzialdirektion. Er überbrachte die herzlichen Grüße und Wünsche dieser Behörden, ferner die Entschuldigung des durch eine Provinzialausschuß-Sitzung am Erscheinen verhinderen Kreisdirektors Klostermann. Sodann würdigte er kurz die Beweggründe für die Schaffung der Kaffe, und die damalige Betrachtung des Sparens als eine Angelegenheit des einzelnen. Er sagte dann u. a. weiter: Im Laufe der Zeit erkannte man den höheren Wert der Spartätigkeit für die Allgemeinheit, der darin liegt, daß das Sparkapital gleichzeitig zum Leihkapital wurde. Wenn auch die Rachkriegszelt schlimme Verheerungen für die Sparer und den Spargedanken gebracht hat, so freuen wir uns dennoch, daß im neuen Staat schon jetzt nach Ablauf eines Jahres seit der Machtübernahme durch den Rationalsozialismus auch hier eine Entwicklung eingesetzt hat, die selbst die günstigsten Erwartungen übertrifft. Wit über elf Milliarden Wart Sparkapital ist die Höchstziffer der Spareinlagen kurz vor der Krise im Iahre 1931 bereits überschritten worden. Der Spavsinn und der Spargedanke, von Generation zu Generation überliefert, sind im deutschen Volke wieder wach geworden. Wenn sich jetzt immer mehr die Erkenntnis durchsetzt, daß das Sparen nicht mehr Sache des einzelnen ist, sondern Sache der Dolksgesamtheit und der Staatsnotwendigkeit, so ist das auch mit zurückzuführen auf die hundertjährige Tätigkeit der Bezirkssparkasse Gießen, bie durch ihr Wirken im Dienste der Allgemeinheit fest in der Bevölkerung verwurzelt ist. Jetzt haben die Sparkassen neue Aufgaben in der Arbeitsbeschaffung zu erfüllen. Auch hier hat die Bezirkssparkasse Gießen ihren Mann gestellt und die Möglichkeit geboten, für einige Zeit Arbeit und Verdienst zu daß Mehrarbeit, soweit wie irgend möglich, ausgeschlossen wird. Ich bitte sowohl die behördlichen Beschaffungs- stellen und ihre Aufsichtsbehörden wie die Treuhänder der Arbeit, über die Einhaltung dieser Richtlinien zu wachen. Sollten in einzelnen Fällen die an sich erforderlichen Mehreinstellungen aus betrieblichen oder sonstigen technischen Gründen nachweisbar nicht möglich sein, so bitte ich die vergebenden Stellen, die Lieferfristen auf jeden Fall so zu bemessen, daß Mehrarbeit nicht nötig wird. Bei Anträgen auf Genehmigung von Mehrarbeit durch die Gewerbeaufsichtsbeamten darf der Hinweis auf die kurzen Lieferfristen nicht ohne weiteres für die Genehmigung ausschlaggebend sein. Die Urkunde ist auf bestem Schweinspergament in zwei Farben gemalt. Sie liegt in einer Mappe aus Saffianleder in den Farben der Universität (blau) mit Kantenvergoldung. Die Vorderfront der Mappe trägt das Wappen der Universität in Blank- und Goldprägung. Der Vorsatz ist in blauer Seide gehalten. Die Siegelschnur zeigt die Farben der Universität blauweiß. Die Schrift der Ehrenurkunde stammt von dem heimischen Maler und Graphiker, Gewerbelehrer Heinrich Hermann Walther, die Urkundenhülle wurde in der Buchbinderei Georg Häuser hergestellt. ** Silberne Hochzeit. Der Schreiner Bernhard Leutheuser und Frau Katharina, geb. Schmidt, Kaiserallee 127, können am morgigen Dienstag, 20. März, das Fest der Silbernen Hochzeit begehen. ** Eine Eier-Sammlung der Orts- mH i ein"1?. lebet* tu" iruf'jili' Ä •A* gruppe Gießen-Ost findet am morgigen Dienstag statt. Man beachte die heutige Bekanntmachung des Ortsgruppenleiters. ** Kaufmann s g e h i l f e n p r ü f u n g ! Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist aus» drücklich darauf hin, daß jeder Lehrling, der Ostern auslernt, die Kaufmannsgehilfenprüfung ablegen muß. Dasselbe gilt auch für solche Lehrlinge, die vor einiger Zeit bereits die Lehre verlassen haben, oder die nur noch einige Monate in der Lehre verbleiben werden. Alle Kaufmannslehrlinge im Sinne des Handelsgesetzbuches, also nicht nur die Berufsschulpflichtigen, haben sich der Prüfung zu unterziehen. Formulare für die Anmeldung sind bei der folgendes von der Juristischen Fakultät mitgeteilt: I Industrie-und Handelskammer anzufordern. schaffen. Mit den herzlichen Grüßen und Wünschen der Aufsichtsbehörde verbinde ich noch den Wunsch, daß auch in Zukunft auf der Arbeit der Bezirkssparkasse Gießen reicher Segen ruhen möge und daß es ihr gelinge, den Spargedanken immer weiter in das Volk hineinzutragen, den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu fördern und damit für sich selbst, das gesamte Volk und das deutsche Vaterland Segen zu bringen. Direktor Seipp-Darmstadt brachte als Vertreter des Verbandes der Hessischen Sparkassen und des Giroverbandes, der Lan- deskommunalbank-Girozentrale Darmstadt und im Auftrage der übrigen anwesenden Vertreter der hessischen Sparkassen Grüße und Glückwünsche zum Ausdruck. Er erinnerte weiter an den grundstürzenden Wandel aller Dinge im Verlaufe der letzten hundert Jahre und an das gemeinnützige Wirken, das schon von jeher bei den öffentlichen Sparkassen oberster Gedanke war. Mit Worten der Dankbarkeit wies er weiter auf den Aufschwung im deutschen Wirtschaftsleben und auf die Wiederkehr des Vertrauens unter der starken Staatsführung des Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitlek hin. Er betonte besonders, es dürfe ausgesprochen werden, daß wir berechtigt sind, mit gutem Wut und festem vertrauen in die Zukunft zu blicken. Zum Schluß wünschte der Redner der Bezirkssparkasse Gießen für die nächsten hundert Jahre weiteren guten Aufstieg. Heichsbankdirektor Tiehbock-Gießen übermittelte die besten Grüße und Wünsche der Reichsbankstelle Gießen, betonte, daß die Beziehungen der Bezirkssparkasse und der Reichsbankstelle Gießen immer die besten gewesen seien, und wünschte, daß es auch in Zukunft so bleiben möge. Die Reichsbank wünsche der Bezirkssparkasse für das zweite Jahrhundert eine weitere gedeihliche Entwicklung. Amtsgerichtsrat Gros-Gießen sprach die besten Wünsche der Gerichtsbehörden für die Jubilarin aus. Die Gerichtsbehörden feien ja auch Arbeitnehmer der Bezirkssparkasse, denn durch Schneider, Ortsgruppenwalter. Segen die „Kaust am Ort-Propaganda'- Die Hessische Staatsregierung hat den Kreis- entern und den Bürgermeistereien der Städte Tarmstadt, Offenbach, Mainz, Worms und Gieße n folgendes Ausschreiben des Reichswirt- sh a ft sministers vom 1. März zur Kenntnis ßibrad)t: Aus allen Teilen des Reichsyebiets gehen mir ö: n den verschiedensten Wirtschastsgruppen Klagen drüber zu, daß in zunehmendem Maße von ort- lihen Stellen, insbesondere von Verbänden und ^erufsvertretungen, verschiedentlich aber auch von kimmunalen und staatlichen Behörden die Bevöl- trung aufgefordert wird, ihre Einkäufe nur „am £rte" zu tätigen. Bei aller Anerkennung der 23er» b.ndenheit, die zwischen der Ortsbevölkerung und ein einheimischen Ortsgeschäften gegeben ist, wird tr E. bei derartigen Aufforderungen übersehen, d!ß das Reichsgebiet ein einheitliches Wirtschafts- Miet darstellt und daß eine große Reihe wirt- si östlicher Unternehmungen in ihrem Absatz, so- tr-it sie unmittelbar mit dem letzten Verbraucher ir Verbindung treten, an örtliche Grenzen einfach ncht gebunden werden können. Solche Unterneh- nungen werden deshalb die geschilderte Beeinflus- fng der Bevölkerung, nur am Orte zu kaufen, in empfindlicher Weise getroffen und geschädigt. Die ^lge eines solchen örtlichen Wirtschaftsprotektio- nsmus ist daher eine ernste Störung des wirt- sioftlichen Wiederaufbauwerkes innerhalb der Ge- icintwirtschaft. Dazu kommt, daß teilweise noch siche Aufforderungen, soweit sie sich an Beamte n-b Angestellte behördlicher Betriebe richten, ge- Ientlich mit Androhung dienstlicher Nachteile für i Fall der Nichtbefolgung bekräftigt werden. Es )arf keiner besonderen Darlegung, daß derartige Drohungen ungesetzlich sind; sie stellen einen in er Beziehung unberechtigten Eingriff in die Ent- ließungsfreiheit des einzelnen dar, gegen den ich te, mit aller Schärfe einzuschreiten. Ich darf fer- 7 bitten, im Hinblick auf die angedeuteten Gehren für den wirtschaftlichen Wiederaufbau auf Nachgeordneten staatlichen und kommunalen Hörden' dahin einzuwirken, daß sie künftig der- igen Aufforderungen an die Bevölkerung, einer» von wem sie ausgehen, mit Nachdruck entgegen» inien. Ausreichende Liefers isten Folgendes Ausschreiben des Reichswirtschasts- mnifters vom 27. Februar ist den Kreisämtern fcer Bürgermeistereien von Darmstadt, Offenbach, 6 e ß e n, Mainz und Worms, sowie den Ge- viirbeaufsichtsämtern und Arbeitsämtern von der Ljiffischen Regierung zur Beachtung mitgeteilt virden: In der letzten Zeit sind mir wieder mehrfach von Lei ordlichen Stellen und aus Wirtschaftskreisen Lügen darüber zugegangen, daß bei der Vergebung vor Aufträgen zu kurze Lieferfristen gestellt würden. Ti Fristen seien vielfach so knapp bemessen, daß die Zeit zur Anlernung neu einzustellender Arbeits- trifte nicht ausreiche und die rechtzeitige Erledigung be: Aufträge nur durch Mehrarbeit der Vorhände en Belegschaft möglich sei; in zahlreichen Fällen nirben daher Aufträge auf Zulassung von Mehr- ori eit gestellt. Hierzu bemerke ich im Einvernehmen tnr dem Herrn Reichswirtschaftsminister folgendes: Im Vordergrund aller Erwägungen muß heute ba- Ziel der Beseitigung der Arbeitslosigkeit stehen. Deshalb muß mit allen Mitteln darauf hingewirkt örben, daß die der Wirtschaft zufließenden Auf- tre^e, und ganz besonders die der öffentlichen Hand, in möglichst großem Umfang zu einer Entlastung de- Arbeitsmarktes und zur Einstellung von Ar- L-t slofen führen. An und für sich bilden kurze Lie- frriften dafür kein Hindernis; sie können im Gegenteil unter Umständen sogar für diesen Zweck Widerlich sein. Es ist auch zu bedenken, daß bei ein*m großen Ausschnitt der öffentlichen Aufträge, «ämlich den Vergebungen im Rahmen des Arbeits- bejchaffungsprogramms, besondere Gründe zur Fest- sitz mg kurzer Lieferfristen zwingen. Denn die 2Ir= Ed en, die aus Mitteln der Arbeitsbeschaffungspro- gremme gefördert werden, müssen bekanntlich nach der gesetzlichen Vorschriften innerhalb eines befristeten Zeitraumes beendet werden. Diese Fristsetzun- aer waren unbedingt notwendig, weil nur der zeitlich zusammengedrängte Einsatz der für die Arbeits- Schaffung bereitgestellten Mittel die erforderliche schlagartige Wirkung auf dem Arbeitsmarkt aus- liftfi kann. Demnach Kann ich die Festsetzung knapp bemesse- Htt Lieferfristen in dem gegenwärtigen Anlauf- flaMum der Wirtschaft nicht grundsätzlich als un- ew'ünscht bezeichnen. Die Fristen müssen aber unter allen Umständen wenigstens jo ausreichend be- mfisn sein, daß die Betriebe Arbeitslose für die Qrsebigung der Aufträge heranziehen können. Kei- mchalls darf die Fristsetzung — von ganz besonderem, wirtschaftlich begründeten Ausnahmefällen abc«sehen — dazu führen, daß die vorhandene Leegschaft Mehrarbeit leisten muß, zumal wenn anlere gleichartige Betriebe stilliegen ober stark eingeschränkt arbeiten. So lange noch mehrere Mil- lior en unserer Volksgenossen arbeitslos sind, muß ich vielmehr mit allem Nachdruck darauf bestehen, arbeiten zwischen ben Gerichtsbehörden unb bet Bezirkssparkasse sei immer reibungslos verlaufen, die Gerichtsbehörde wünsche bie Fortbauer dieser guten Beziehungen unb ber Bezirkssparkasse Gießen weiteres Blühen untr Gebeihen. Beigeordneter Bartholomäus - Gießen teilte fobann mit, baß eine große Anzahl Glückwünsche schriftlich unb telegraphisch eingegangen ei, er bankte weiter ben Beamten unb Angestellten jür ihre bisherige treue Mitarbeit unb gab bann in großen Zügen einen Rückblick unb Ausblick über bie Bezirkssparkasse. Dabei unterstrich er bas gemeinnützige Wirken ber Sparkassen, geißelte ben Zinswucher jener Kreise, die auf Kosten anderer Menschen zu leben suchen unb betonte, baß bie Aufgaben ber Sparkassen grunbverschieben seien von denen der Banken. Die Sparkassen hätten durch ihr Wirken schon immer Mustergültiges geleistet, unb er hoffe, daß dies auch weiterhin so bleiben werde. Für die Erhaltung des deutschen Volkes und für die Verbundenheit mit der Scholle hätten die Sparkassen bisher viel Segen gebracht. Die deutsche Zukunft müsse die Sparkassen weiter auf diesem Wege sehen im Kampf gegen jene, die auf Kosten anderer leben wollen, um auch auf diesem Gebiete den nationalsozialistischen Geist zur Geltung zu bringen. Weiterhin müsse auch von den Sparkassen der Kampf um die Wiedergewinnung des Vertrauens und um die Wiederbelebung des Kleinfparens tatkräftig fortgeführt werden. Jedem Volksgenossen müsse klargemacht werden, daß er zu Hause kein Geld liegen lassen dürfe, sondern daß er es vertrauensvoll zur Sparkasse bringen müsse. Mit dieser verständnisvollen Mithilfe werde es auch gelingen, das furchtbare Gespenst der Arbeitslosigkeit weiter zu bekämpfen und schließlich zu bannen. Möchte die Bezirkssparkasse Gießen mit neuem Mut, mit neuer Kraft und neuer Gewißheit für die Zukunft in das neue Jahrhundert hineingehen. Zum Schluß teilte der Redner noch mit, baß aus einem Jubiläumsfonds, der zur Hundertjahrfeier angesammelt worden war, den Beamten und Angestellten eine Zuwendung hätte gemacht werden sollen, die Beamten und Angestellten aber darauf verzichtet hatten. Es werde nur ein einfacher Kameradschaftsabend veranstaltet werden. Jedoch seien der Winterhilfe 1000 Mark überwiesen worden. Der Festakt fand mit einem weiteren Musikstück des Stadttheater-Orchesters, mit dreimaligen begeisterten Sieg-Heil-Rufen auf das deutsche Vaterland und den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel» Liedes seinen Abschluß. Besichtigung der neuen Kassenraume. Nach dem Festakt begab man sich zum Gebäude ber Bezirkssparkasse zu einer Besichtigung ber neuen Kassenräume Hier berichtete zunächst Direktor Z a ch e i s über die Vorgeschichte und den Werdegang des Um- und Erweiterungsbaues, ber nach dem Entwurf des Architekten Brandt (Berlin) und unter dessen Oberleitung mit örtlicher Bauleitung des Architekten Hamann (Gießen) durchgeführt wurde. Direktor Z a ch e i s sprach in diesem Zusammenhänge ben Architekten und allen Mitarbeitern, den Handwerkern, Arbeitern und Lieseran- teri namens des Derwaltungsrats und des Vorstandes herzlichen Dank aus und betonte, daß die Bezirkssparkasse mit diesem Bau gerne dem Rufe der Reichsregierung nach Arbeitsbeschaffung gefolgt fei. Sodann sprach Architekt Brandt (Berlin) noch kurz über den Bau, dessen Einzelheiten im Verlaufe eines anschließenden Rundganges besichtigt und erläutert wurden. Dabei konnten die Besucher den deren Hypotheken und Grundbuchwesen empfange, fung uno zu oeren von ja das Gericht reichlich Aufträge. Das Zusammen-1 richtig beglückwünschen. Eine deutsche Sängerin Ehrendoktor von Philadelphia. W ■ Die Opernsängerin Sigrid Onegin wurde nach einem Konzert, das sie in Philadelphia gab, von der dortigen Universität zum Ehrendoktor ernannt. Reichsberufswettkampf antreten. Folgende Anforderungen werden gestellt: 1. Praktische berufliche Aufgaben, gearbeitet an der Betriebsstätte oder unter betriebsähnlichen Vor- aussetzunaen. Für angelernte Arbeiter (Hilfsarbeiter) leichtere Aufgaben als für Lehrlinge, Gesellen und Gehilfen. Arbeitszeit ein bis vier Stunden, je nach Beruf. 2. Schriftliche Elementararbeiten. Rechnen, Fragen aus der Berufspraxis, kurzer deutscher Aufsatz. Arbeitszeit ein bis zwei Stunden. Alle Aufgaben sind für jede Fachschaft innerhalb einer Berufsgruppe im ganzen Reich einheitlich dieselben. Sie werden jedem gedruckt oorgelegt. Es sind keine ausgeklügelten Aufgaben, die unlösbar sind oder einen besonderen Trick erfordern, sondern solche, wie sie uns fast tagtäglich im Arbeitsleben begegnen. Es sind vier Aufgabengruppen von verschiedener Schwierigkeit geschaffen worden: leicht: normal für erstes Lehrjahr (bzw. ^jährige Hilfsarbeiter), mittelschwer: normal für zweites Lehrjahr (bzw. 15jährige Hilfsarbeiter), schwer: normal für drittes Lehrjahr (bzw. 16jäh- rige Hilfsarbeiter), sehr schwer: normal für viertes Lehrjahr (bzw. 17- bis 18jährige Hilfsarbeiter). Weil das berufliche Können sich auch bei Gleichaltrigen vielfach verschieden entwickelt, geben wir Wahlfreiheit innerhalb der genannten Schwierigkeitsstufen. So kann z. B. ein tüchtiger Lehrling im ersten Lehrjahre sich auch an die Aufgaben im zweiten wagen. Das umgekehrte Verhältnis, daß jemand sich geringere Leistungen zumutet, wird weniger gern gesehen. Es werden bei Abweichung von der Normaleinstellung nach oben oder unten einheitlich feste Plus- bzw. Minuspunkte gegeben, welche niemanden übermäßig bevorzugen ober benachteiligen, sondern nur einen gerechten Ausgleich darstellen. Für die Prüfung und Bewertung sind einheitlich genaue Richtlinien geschaffen. Es sollen im Reichsberufswettkampf die besten beruflichen Kämpfer festgestellt werden. Es gibt Orts-, Bezirks- und Reichssieger. Deren besondere Leistungen sollen mit Ehrenpreisen des Staates, der Bewegung und der Deutschen Arbeitsfront belohnt werden. Alle guten Wettkämpfer sollen Beteiligungsurkunden erhalten. Der Wettkampf jeder einzelnen Berufsgruppe wird noch veröffentlicht. Die genaue Zeit des Beginns ist durch Zeitungen, HJ.-Führer, Arbeitsfront-Jugendleiter und Wettkampfleiter rechtzeitig zu erfahren. Ebenso werden die Wettkampfräume noch bekanntgegeben werden. Hier folgen zunächst die Anschriften der Wettkampfleiter. Die weibliche Jugend verteilt sich nach ihrer Berufszugehörigkeit auf die 14 Gruppen, Mädchen ohne Berufe gehören zur Gruppe 12. 1. Gruppe. Graphisches Gewerbe: Hch. M e l ch e r, Gießen, Krofdorfer Straße 19. 2. Gruppe. Oeffentliche Betriebe einschließlich Verkehr: Wilh. Weller, Klein-Linden, Frankfurter Straße. 3. Gruppe. Holz: Karl Betz, Wieseck, Gartenstraße. 4. Gruppe. Nahrungsmittel: Ernst Beyer, Gießen, Bahnhofstraße 13. 5. Gruppe. Tabak: Hans Rabenau, Mainzlar. 6. Gruppe. Textil und Bekleidung: Wilh. Honig, Gießen, Asterweg 58. 7. Gruppe. Baugewerbe: Richard Müller, Lützellinden, Schulstraße 90. 8. Gruppe. Eisen und Metall: Willi V o l l a n d, Gießen, Rodheimer Straße 51. 9. Gruppe. Chemie, Papier, allgemeine Fabrikation. 10. Gruppe. Bergbau. 11. Gruppe. Leder: (wird noch veröffentlicht). 12. Gruppe. Heimarbeit und Hausgehilfen: Otto Z o tz, Gießen, Am Riegelpfad 6. 13. Gruppe. Forst- und Landwirtschaft. 14. Gruppe. Deutsche Angestelltenschaft: Wilhelm Brack, Gießen, Lonystraße 18. Der Führer des Bannes 116. Gez.: Alfred Häuser. F. d. R.: gez. Becker, Berufsreferent. Oberheffen. Zunglehrerkonferenz im Kreise Schotten. * Schotten, 13. März. Die dritte amtliche Schulverwalterkonferenz im Schuljahre 1933/34 führte die Junglehrer des Kreises Schotten Gedern und Kaulstoß. In Gedern wohnten außer den Junglehrern alle Lehrkräfte des Bezirks Gedern der Konferenz bei. Fräulein Euler zeigte in etwa zweistündigem Unterricht das Turnen der Volks- fchulmädch'en, das feit einem Jahre in allen Schulen des Kreises als Pflichtfach eingeführt ist. In Gedern selbst liegt der Beginn des Turnunterrichts der Mädchen schon weiter zurück. Trotzdem konnte man erkennen, daß die unteren und mittleren Jahrgänge größere Beweglichkeit besaßen als die Mädchen der oberen Abteilung, ein Beweis dafür, daß der Turnunterricht nicht früh genug beginnen kann. Die dargebotenen Hebungen zeigten eine gleichmäßige Beanspruchung und Durchbildung des Körpers und fanden allgemeinen Beifall. Den Abschluß ber Unterrichtsproben bildeten sehr schöne Volkstänze. Der Leiter der Konferenz, Schulrat Dr. M e u e r, dankte Frl. Euler für ihre vorzügliche Arbeit. Er wies darauf hin, daß der Turnunterricht weit mehr Beachtung finden müsse, as es früher üblich gewesen sei unb forderte alle Lehrkräfte auf zur Mitarbeit an der Wiedergesundung unseres deutschen Volkes. Nach dem gemeinsamen Mittagessen begaben sich die Schulverwalter nach Kaulstoß. Am Freitag abend veranstaltete hier Lehrer Colmar einen Märchenabend im Schulsaal, wozu die Einwohner eingeladen waren. Der kleine Schulsaal war dicht besetzt, und der Abend zeigte die Verbundenheit der Schule mit dem Dorfe. Einige Märchen wurden vorgetragen, andere vorgelesen. Sehr gut gefielen ein selbstersonnenes Märchen in Kaulstoßer Mundart unb die beiden Märchen: „Der Wolf und die sieben Geißlein" und „Pechvogel", die von den Schulkindern sehr schön gespielt wurden. Gedachtvorträge und gemeinsam gesungene Volkslieder waren eingestreut. Der Heimatabend war eine vorzügliche Leistung mit einfachsten Mitteln. Der Beifall der Zuschauer war stark. Der Leiter der Konferenz dankte dem Lehrer und seinen Schülern für Sie genußreichen Stunden, ebenso Frau Colmar für die Einübung der Märchenspiele. Nach einem gemütlichen Beisammensein im Dorfwirtshaus suchten die Junglehrer ihre Quartiere auf, die die Einwohner von Kaulstoß umsonst zur Verfügung gestellt hatten. Die Gastfreundschaft der Bevölkerung war vorbildlich. Der Konferenztag in Kaulstoß wird allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. Unseren Junglehrern ist durch diese Konferenzen Gelegenheit gegeben, mit den Bewohnern unserer Vogelsbergdörfer in Berührung zu kommen und ihr Wesen und ihre Denkart kennen zu lernen. Das Bild von Kaulstoß wurde abgerundet durch einen Vortrag, den Lehrer Colmar am Samstagmorgen hielt. Das Thema lautete: „Das Dorf Kaulstoß und feine Bewohner." Der Vortrag bewies, daß hier ein Lehrer in unermüdlicher Arbeit es verstanden hat, die Schule auf eine hohe Stufe zu heben und das Wesen der Bevölkerung zu erforschen. Der sich an den Vortrag anschließende Unterricht, den Lehrer Colmar „Epochalunterricht" nennt, zeigte neue Wege der Erziehung. Es wurde Erdkunde und Rechenunterricht erteilt. Alle Teilnehmer waren von der Arbeitsweise hochbefriedigt. Nach einem Dankeswort an Lehrer Colmar wurde die Konferenz durch Schulrat Dr. M e u e r geschlossen. Landkreis Gießen. ZSteinbach, 15. März. Der Evangelische Frauenchor und die Evangel. Frauenhilfe veranstaltete heute ihren Schlußabend der winterlichen Zusammenkünfte im Saale des „Einhorn". Die Ausführung der Veranstaltung lag bei dem Frauenchor. Der Leiter, Pfarrer D ö l l, begrüßte die Frauen und Mädchen und ihre Angehörigen, Gäste konnten bei der Größe der beiden Bünde und den beschränkten Raumverhältnisfen nicht eingeladen werden. Nach einem gemeinsamen Liede und einem Musikstück, gespielt von Angehörigen der Bünde, ging ein Festspiel „Deutschlands gute Geister" in Szene. Das Stück, das die guten Geister unseres Volkes allegorisch zeigt, fand starken Wieder- Hall und brachte den Darstellerinnen wohlverdienten Beifall. Der Leiter knüpfte hierauf in seiner Ansprache an das Festspiel an und rief zum Dienst am Volk durch die besonderen Gaben des Evangeliums und schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil für unser Volk und seine Führer. Unter Musikbegleitung wurde dann stehend das Horst-Wessel-Lied gesungen. Der Frauenchor sang darauf zwei Chöre unter Leitung seines Dirigenten Herrn Schleuse. Die Musikkapelle bot noch einige Stücke, es folgte dann das Spiel „Lieber Besuch" nach einer Novelle von Victor Blüthgen. Auch hier wurde von den Darstellerinnen so gutes geboten, daß reicher Bei- ifaU ihre nicht geringe Mühe lohnte. Noch manches gemeinsame Lied ertönte, der Frauenchor zeigte, daß er neben den kirchlichen Liedern auch das Volkslied pflegt. Daß der gewohnte Kaffee mit Gebäck von den hiesigen Bäckern nicht fehlte, soll ebenfalls noch erwähnt werden. In feiner Schlußansprache dankte der Leiter allen, die den Abend hatten verschönern helfen. Neben dem Frauenchor und den Musikern und den Mitgliedern, die durch Gedichtvorträge mitwirkten, wurde besonderer Dank den Darstellern gezollt. Eine Tellersammlung fürs Winterhilfswerk ergab 15 Mark, wofür der Zellenwart der NS.-Volks- wohlfahrt H. L. Gerhard seinen Dank aussprach und zum freudigen Weiteropfern aufforderte. Dieser Schlußabend der beiden kirchlichen Frauenbünde war ein echt deutsch-evangelischer Abend. oo Langsdorf, 16. März. Bei der letzten Versteigerung aus der diesjährigen Holz- ernte wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: 2 Raummeter Buchenknüppel 10 Mk., 2 Raummeter Eichenknüppel 6 Mk., 1 Raummeter Buchen- reisig 1 Mk., 1 Raummeter Fichtenstöcke 1 Mk., Fichtenderbstangen 2. Kl. 0,60 Mk., 3. Kl. 0,40 Mk. — Nunmehr sind unsere winterlichen W a l d - arbeiten beendet. Sie boten nicht nur all unseren Arbeitslosen Verdienst, sondern auch noch zahlreichen Kleinbauern. Zur Zeit machen unsere Erwerbslosen die vorgeschriebene Karenzzeit durch, nach deren Beendigung ihnen wieder der Gemeindewald Brot bietet. Eine Rodung konnte im Spätherbst nicht kulturfähig gemacht werden und harrt noch der Urbarmachung, um die erste Saat aufnehmen zu können. <5 Hungen, 15. März. Am Sonntag war im „Darmstädter Hof" ein Evangelischer G e - meinbeabenb, der einen für alle Telnehmer sehr befriedigenden Verlauf nahm. Aus dem Bericht von Pfarrer Bock über die kirchliche Lage war zu entnehmen, daß in unserer Gemeinde im verflossenen Jahre der Kirchenbesuch der Erwachsenen und ganz besonders der Abendmahlsbesuch wiederum, wie in den Vorjahren, eine Besserung aufweisen. Andrerseits errege auch hier das Nachlassen des regelmäßigen Kirchenbesuchs der Schuljugend allgemein die größten Bedenken. Aber es gelte für alle verantwortlichen Stellen, auch in dieser Frage niemals die Tatsache aus den Augen zu verlieren, die sich bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wieder einmal so hervorragend bestätigt finde: Wo der entschiedene Wille ist, da ist auch ein Weg. Der Ortsgruppenleiter K i r ch h ö f e r würdigte in einer schneidigen Ansprache alle Bemühungen, die Klassengegensätze, die unser Volk an den Rand des Abgrundes gebracht haben, unschädlich zu machen. Ein begeistert von der versammelten Gemeinde aufgenommenes Heil auf den Mann, der uns als Sinnbild der Einigkeit des deutschen Volkes gegeben ist, den Führer Adolf Hitler, beschloß die Rede. Der Hanna Reitsch, die junge deutsche Segelfliegerin, die bereits vor einiger Zeit mit 5 Stunden 15 Mi. nuten einen Dauerrekord im Segelfliegen auffteUte, erreichte jetzt in Südamerika eine Höhe von 2000 m unb stellte bamit einen neuen Höhenwelt' reforb für Frauen auf. Kirchenchor erfreute bie ©emeinbe burch eine nach strengen Grunbsätzen zusammengestellte Auswahl von Darbietungen. Eine sehr große Zahl alter Dolkslieber führte in biefe urbeutsche Zauberwelt schlichter Schönheit, Treuherzigkeit, Innigkeit unb Schalks. Drei Lieber fanben auch eine angemessene Vorstellung auf ber Bühne. Der Ortsgruppenleiter sprach ben Dank für ben Abenb aus unb ermunterte bie ©emeinbe zu unoerbroffenen Taten unb zu- nehmenbem eifrigem Zusammenwirken auch in der Zukunft. Kreis Schotten. 8. Schotten, 17. März. Die Freiwillige Feuerwehr Schotten hielt biefer Tage im Singsaal ber Turnhalle ihre 55. Jahreshauptver- fammlung ab. Als kommissarischer Führer leitete Ortsgruppenleiter Zeschky bie Versammlung. Man gebuchte ber verstorbenen Kameraben, ber von einst 107 heute noch brei lebenben ©rünbern. Erwürben bann für 45jährige Mitgliedschaft an bn Kameraben Kraft, S p a m e r, Wießner, Weitz bas silberne Verbienstkreuz bes Lanbesver- banbes verliehen, ferner eine Anzahl von Ehrenzeichen burch Reg.-Rat Schwan an Mitglieder mit 25 jähriger Mitgliedschaft. Eine Reihe weiterer Ehrungen würbe vorgenommen. Zu Ehrenmitglie- bern ber Wehr würben Kreisbirektor Dr. Jann, Reg.-Rat Schwan unb Bürgermeister Menge! ernannt. Reg.-Rat Schwan bankte für bie Ehrung, wies auf die Bedeutung ber Wehren hin unb brachte ein „Sieg-Heil!" auf Reichspräsident unb Volkskanzler aus. Oberbranbmeifter Stang erstattete einen ausführlichen Jahresbericht. Die Wehr hatte im Laufe bes Jahres lebiglich in einem Brandfalle einzugreifen. Die Abrechnung über ben Landesfeuerwehrtag, ber im Juli v. I. hier ftattfanb, würbe vorgetragen; sie glich sich aus, ebenso auch bie Jahresrechnung. Eine Reihe von Äorpsange- legenheiten würbe noch besprochen, ferner Hebungen ber SA. unb Zusammenarbeit mit ber Feuerwehr. Zu bem Provinzialfeuerwehrtag, ber biefes Jahr in Bab-Nauheim ftattfinbet, würbe eingelaben. Das neue preußische Gesetz über bie freiwilligen Feuerwehren, bas bemnächst auch für Hessen eingeführt wirb, würbe behandelt. Darnach werben bie Feuerwehrleute im Alter von über 60 Jahre einer befon« bereu Altersabteilung zugeführt. Da voraussichtlich ber seitherige Kommanbant Stang bie Wehr infolge seines Alters' nicht mehr führen kann, Der* abfchiebete er sich in bewegten Worten. Bürgermeister Menget sprach ben Dank ber Stabtverwal- tung für besten vorbilbliche Führung ber Wehr mit einem Rückblick über bas von Herrn Stang in feiner 15jährigen Amtszeit Geleistete in herzlichen Worten aus. Auch bes verbienstvollen Kreisfeuerwehrinspektors E b e r h e i m würbe bankbar ge- bacht. Die Kapelle ber Wehr verschönte ben echt kameradschaftlichen Abenb. EmserWasser Die trauernd Hinterbliebenen. Dl 504 Grünberg, den 19. März 1934. Linoleum I674D | Mietgesuche | [Stellenangebote) Gesucht ältere tageffliu die kochen kann, tagsstunben ge- Franz Soldan. bie kochen fann, Gießen, 18. März 1934. 1676 d 16692 Stückware Teppiche Läufer Reste und zurückgesehte Muster besonders preiswert. — Sachgemäßes Verlegen desLmoleums wird auf Wunsch übernommen das altbewährte Mittel gegen Katarrhe aller Art ■lllllllllllllllllllll Lauffrau Haupt-Groß-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6, Teleph. 3888 _______________________________________________________________1591 D für kl. Haushalt. Gut.Lohn. Näh. bet). Dr. Wetzell, Laubach, istsd Bekanntmachung Der Voranschlag ber Gemeinde Staufenberg für bas Rechnungsjahr 1934 liegt vorn 20. März 1934 an eine Woche lang auf ber Bürgermeisterei offen. (Einmenbungen können innerhalb ber Offenlegungsfrist schriftlich ober münblich zu Protokoll bei ber Bürgermeisterei vorgebracht werben. 16790 Staufenberg, ben 17. März 1934. Bürgermeifterei Staufenberg: Reuter. Heinrich Hochstäiier am Ärond sucht. [01462 Alieenstraße 10 llllllllllllllllllllllllllllll Danksagung. Für die außerordentlich vielen Beweise der innigen Anteilnahme bei dem jähen Heimgang meiner unvergeßlichen, geliebten Frau sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Mein besonderer Dank gilt der SA., der SS., den politischen Leitern der Partei und ihren Mitarbeitern, der Frauenschaft, dem BdM., dem Stadtrat, der Gauverwaltung des REV., der Gastwirteinnung Gießen und Umgegend und allen, die meiner lieben Frau ihre enge kameradschaftliche Verbundenheit auch auf dem letzten Wege aus dieser Welt bekundeten und dadurch mir in meinem Schmerze über den Verlust meiner tapferen, opferfrohen Lebensge- lährtin und Mitkämpferin Trost spendeten. Weiter gilt mein besonderer herzlicher Dank Herrn Pfarrer Bechtolsheimer für seine warmherzigen und wohltuenden Worte, die er meiner teueren Entschlafenen am Ende ihres Kämpferlebens widmete. WoWM mit fließ. Wasser und angrenzend, unmöbl. Wohnzimmer v.allein- steh. Herrn ges. Schriftl. Angeb. uni. 01502 a.ben Gießen. Anzeig. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schenDruckerei | Verkäufe | Habe 2 y4 fm ge- schnitt., trockenes Eiche- Fenster- Holz Umit.halber vreisw. abzugeb. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen Frau Clara Schmierer geb. Henricy sowie die vielen Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Matthäus sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Am 17.März verschied sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwager und Onkel Jakob Jakob im 76. Lebensjahre Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : brau Marie Jakob Gießen, den 19. März 1934 Die Beerdigung findetDienstag, den20. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt