Nr. 42 Erstes Blatt I84. Jahrgang Montag, 19.8ebruaN934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen poftschecktonto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Buch- und Steinönideret R. Lange in Sieben. 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Diesen Zustand der Stagnation will jetzt der Lordsiegelbewahrer Englands Eden durch seine Rundreise nach Paris, Berlin und Rom überwinden. Dabei will er einmal feststellen, ob die in den Denkschriften niedergelegten Auffassungen der Regierung unabhänderlich sind oder nicht, und Aum anderen die Möglichkeiten für einen Ausbau des englischen Kompromißvorschlages untersuchen, wie er in der letzten englischen Note in großen Umrissen angedeutet war. Wenn morgen Eden i n d i e Reichshauptstadt kommt, dann wird er der wärmsten Unterstützung der Reichsregierung sicher sein können, die in ihrem ehrlichen Bestreben um einen wirklichen Erfolg der Abrüstungsbemühungen in der Reise des englischen Staatsmannes einen dankenswerten Beitrag erblickt. Die Lage allerdings, die Herr Eden auf seiner ersten Etappe in Paris antrifft, bildet keinen günstigen Auftakt für ehrliche Friedensbemühungen. Herr Eden steht vor der schweren Aufgabe, die Franzosen von der Notwendigkeit überzeugen zu müssen, im Interesse einer Befriedung Europas der Verwirklichung der deutschen Gleichberechtigung keine weiteren Schwierigkeiten in den Weg zu legen und selber einen Beitrag zur Abrüstung zu liefern. Die jüngste französische Note nimmt einen genau gegenteiligen Standpunkt ein und schiebt stattdessen den Gesichtspunkt der Sicherheit, der Kontrolle und Sanktionen in den Vordergrund. Man wird hoffen dürfen, daß der englische Unterhändler mit Energie die Franzosen darauf aufmerksam machen wird, daß eine Verweigerung der deutschen Gleichberechtigung einer bewußten Gefährdung des europäischen Friedens gleichkommt. Wie schon in der englischen Abrüstungsnote, so hat auch der englische Außenminister in seiner Rede vor dem Unterhaus unumwunden erklärt, daß Deutschland nicht länger die Gleichberechtigung vorenthalten werden dürfe, und daß naturnotwendig angesichts der geringen Abrüstungsbereitschaft der Siegerstaaten eine beschränkte RÜstungs - angleichung Deutschlands unvermeidbar sei. Die Franzosen werden nun zu diesen englischen Bemühungen Stellung nehmen müssen. Mr. Eden kommt, wenn er in dieser Richtung auf Frankreich einzuwirken sich bemüht, nicht mit leeren Händen nach Paris. Die Franzosen behaupten immer wieder, daß sie wegen fehlender Sicherheitsgarantien zu einer Abrüstung nicht in der Lage seien. Hier setzt offenbar das englische Bemühen ein. Ging die englische Außenpolitik unter maßgeblichem Einfluß des Außenministers Simon noch bis in die jüngste Zeit darauf hinaus, alle weiteren Garantien abzulehnen und den Franzosen lieber durch Verweigerung der deutschen Gleichberechtigung entgegenzukommen, so ist hier durch den wachsenden Einfluß Edens ein gewisser Wandel zu verzeichnen. Wenn auch die Frage der Sicherheitsgarantien im englischen Memorandum und auch in der Rede Simons nur ganz am Rande behandelt worden ist, so stellte doch die Times in einem offenbar inspirierten Artikel den Grundsatz auf, daß nach Inkrafttreten der Abrüstungskonvention es die selbstverständliche Pflicht eines jeden Signatarstaates fein würde, Maßregeln zur Innehaltung der Konvention dann zu treffen, wenn eine Macht einseitig die Kon- üentionsbeftimmungen übertreten würde. Damit ist eine aktive Sicherheitspolitik, eine grundsätzliche Garantie von England zur Diskussion gestellt, und also an einem entscheidenden Punkte den französischen Wünschen Rechnung getragen. Berücksichtigt man, daß nach wie vor die deutsche Bereitwilligkeit gilt, langfristige Nichtangriffsverträge abzuschließen, so ist kaum zu erkennen, was bei diesem neuen englischen Angebot den Franzosen länger aum Vorwand dienen könnte, die Abrüstung und die Deutsche Gleichberechtigung zu verweigern. Wenn her Lordsiegelbewahrer nun nach Berlin kommt, wird bereits erkennbar sein, ob diese ernsten englischen Anstrengungen von Frankreich ehrlich gewürdigt und berücksichtigt werden. Die Sicherheitsidee Englands wird auch in Berlin positive Aufnahme finden, sofern die Garantien gleicherweise Deutschland zugute kommen. Hierüber wie über eine Reihe anderer Mängel, die das englische Memorandum vom deutschen Standpunkt aus aufwies, wird im einzelnen zu verhandeln fein. Es sei hier an die Haltung Englands in der Frage der militärähnlichen Verbände der ßuftabrüftung und an die englische Forderung auf Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund erinnert. In diesen Punkten haben die bisherigen englischen Erklärungen den deutschen Forderungen noch nicht Rechnung getragen. Man ist aber in maßgeblichen Berliner politischen Kreisen von dem ernsten Willen des englischen Unterhändlers allzusehr überzeugt, als daß man hier unüberwindliche Schwierigkeiten sähe. So viel ist sicher, die Berliner Verhandlungen werden von dem Augenblick an, unter positiven Vorzeichen stehen, wo es Herrn Eden gelingen sollte, Paris zur Einsicht zu bewegen. Die Bedeutung der Bemühungen Edens kann nicht unterschätzt werden. Die Si- >cherheitspläne, die der Lordsiegelbewahrer mitbringt, sind ein neues Moment für die ganze Abrüstungs- Diskussion. Wenn es der französischen Regierung «ernst ist, auch französischerseits einen wirklichen Beitrag zum europäischen Frieden zu liefern, dann tann sie sich nicht dem Gewicht der Argumente entziehen, kann dann aber auch unter dem Schutz der «Garantie keine Minute länger mehr die deutsche Gleichberechtigung anfechten. Oer tragische Tod König Alberts von Belgien. Oer Monarch bei einer Bergbesteigung das Opfer eines Absturzes in den Maas-Kelsen von Namur geworden. Oie erste Nachricht. Brüssel, 18. Febr. (DNB.) Der König der Belgier, Albert L, ist gestern bei einer Bergbesteigung in der Nahe von Namur tödlich verunglückt. König Albert, der ein leidenschaftlicher Bergsteiger war, hatte sich gestern nachmittag in einem von ihm selbst gesteuerten Kraftwagen, nur von seinem Kammerdiener begleitet, in die Nähe von Namur begeben. Der König verließ dann den Wagen und erklärte dem Diener, daß er d e n etwa 2 0 0 Meter hohen Felsen Marches les Dames besteigen wolle und in etwa einer Stunde wieder zurück sein werde. Als jedoch der König nach der angegebenen Zeit nicht zurückgekehrt war, wurde der Kammerdiener unruhig und telephonierte von der nächftgelegenen Ortschaft aus, nachdem er zunächst vergeblich nach dem Monarchen gesucht hatte, nach Brüssel, von wo sofort eine Hilfsexpedition abging. Gegen 14 Uhr fand dann die Expedition, die von Ortskundigen und Gendarmerie unterstützt wurde, König Albert a m Fuße eines Felsens tot auf. Die Leiche wies am Nacken eine schwere Verletzung auf. Nach den ersten Feststellungen scheint der Tod auf der Stelle eiugetreten zu sein. WieKönigAlbertdenTodfand Das Gut Marche-les-Dames, in dessen Nähe der König der Belgier umgekornmen ist, befindet sich etwa fünf Kilometer von Namur entfernt. Es gehörte vor dem Kriege dem Prinzen von Arenberg. Das Schloß wurde in den Augusttagen 1914 auf Veranlassung der belgischen Militärpolizei, die dort einen Spionageherd vermutete in die Luft gesprengt. Später ließ es der Besitzer wieder aufbauen. Die Unglücksstelle liegt an der Straße Na- mur-Marche-les- Dames, die auf der einen Seite von der Maas, auf der anderen Seite von wildromantischen Felsen umrahmt wird. Der Absturz muß sich gegen 17 Uhr ereignet haben. Nach den örtlichen Untersuchungen vermutet man, daß der König beim Klettern s i ch an einem Felsstück Hochziehen wollte, dieses aber nachgab, so daß der König in die Tiefe stürzte. Der Tod muß auf der Stelle eingetreten fein. An der rechten Seite des Nackens befindet sich eine große Verletzung An den Felsen hat man Blutspuren und Hirnteile gefunden. Der Sturz des Königs scheint aus einer Höhe von 12 Metern auf die direkt unter dem Felsen führende Straße erfolgt zu sein. An der Unglücksstelle ist die Straße sehr eng. Die Felsen, die sie überragen, erreichen teilweise eine Höhe bis zu 200 Meter. Der König hielt sich fast jedes Jahr einige Zeit in den Schweizer Bergen auf. Oft suchte der König, wenn seine längere Abwesenheit von Brüssel nicht möglich war, die landschaftlich reizvolle Gegend bei Namur auf, wo er — meift ganz allein — längere Fußwanderungen und kleine Felsbestei- gungen unternahm. Er hielt sich hier incognito unter dem Namen eines Grafen von Rethy auf. Die Nachricht von dem Unglücksfall wurde erst in den Morgenstunden durch Radio bekannt. Die Bevölkerung merkte allerdings schon in der Nacht, daß sich etwas außergewöhnliches ereignet haben mußte. Dauernd trafen aus der Richtung Brüssel Automobile ein, deren riesige Scheinwerfer das Dunkel der Nacht durchdrangen. Insbesondere in der Gegend von Arenberg war ein dauerndes Kommen und Gehen, lieber den wirklichen Grund der Aufregung ahnte allerdings niemand etwas. Oie Aufbahrung in Laeken. Die Leiche wurde gegen 3.30 Uhr nach Schloß L a e f e n übergeführt. Der Königin hatte man zunächst nur schonend mitgeteilt, daß ihr Gemahl einen Autounfall erlitten habe. Erst gegen 6 Uhr wurde ihr die volle Wahrheit gejagt. Die Leibärzte des Königs haben die Aufbahrung der Leiche im Schloß vorgenommen. Prinz Leopold, der Thronfolger, der augenblicklich in der Schweiz weilt, ist sofort telegraphisch verständigt worden und wird für heute abend in Brüssel erwartet. Mit ihm wird auch der Prinz Charles aus Ostende erwartet. Noch im Laufe der Nacht haben sämtliche Mini st er dem toten Monarchen die letzte Ehre erwiesen. Gemäß dem Dorgefd)riebenen Zeremoniell sand am Sonntagabend im Schloß von Laeken die amtliche Todesfeststellung statt. Es nahmen sämtliche Minister, die Präsidenten der beiden Kammern, Beamte des Justizministeriums und der Staatsanwaltschaft daran teil. Das Protokoll wurde von dem Ministerpräsidenten, dem Justizminister, dem Staatssekretär des Königlichen Hauses, dem Oberhofmarschall und dem Bürgermeister von Brüssel ^unterzeichnet. Der König ist in seinem Schlafzimmer aufgebahrt in Khaki-Uniform, auf der Brust das große Band des Leopold- ordens; der Kopf ist verbunden. Drei seiner Adjutanten, ein Hofgeistlicher und zwei barmherzige Schwestern halten die Totenwache. Nach einem Beschluß des Ministerrates findet die Beisetzung des toten Königs am Donnerstag in der königlichen Gruft im Schlosse zu Laeken statt. Am Montag wird die sterbliche Hülle des Monarchen von Laeken nach dem Schloß in Brüssel übergeführt. Die Frontkämpferve r- e i n i g u n g e n werden Spalier bilden. Auf dem Wege zum Schloß wird der Trauerzug vor dem Grabe des unbekannten Soldaten Halt machen und eine Minute in Schweigen verharren. Am Donnerstag findet in der Brüsseler Kathedrale Sainte-Gudule die Trauermesse statt. Don dort geht der Leichenzug durch die Stadt nach Laeken zurück. Die feierliche Einsetzung des Kronprinzen Leopold zum König der Belgier erfolgt am Freitag, dem Tage nach der Beisetzung des verstorbenen Königs. VelgiensTrauer um feinen König Brüssel, 18. Febr. (DNB.) Die Nachricht von dem Tode des Königs, der bei allen Schichten der Bevölkerung sich einer außergewöhnlichen Beliebtheit erfreute, hat im ganzen Land Bestürzung herovrgerufen. Die Trauerbotschaft ist in Brüssel erst im Lause des Vormittags durchgedrungen, und zwar zunächst als ein Gerücht, an das niemand glauben wollte, das aber dann bald darauf feine furchtbare Bestätigung erfuhr, als die Extraausgaben der „Jndöpendance Belge" und der „Nation Belge" mit dem Bilde des Monarchen Proklamation an Brüssel, 18. Febr. (DNB.) Der Kabinettsrat hat folgende Proklamation an das belgische Volk beschlossen: Der König ist tot. Am Anfang des 25. Regierungsjahres, in dem das von ihm gerettete Vaterland ihn mit doppelter Hingabe und Hochachtung umgab und mehr denn je auf feine Ruhe, Heiterkeit und Weisheit inmitten der Gefahren der Gegenwart zählte, hat ein schreckliches Unglück Belgien seines Herrschers beraubt, auf den es so stolz war. Der Schmerz der Nation ist groß. Ihr erster Gedanke ist der einer unbegrenzten Dankbarkeit für den König, der — ein würdiger Nachfolger feines Großvaters und seines Oheims, alle Kräfte feiner hohen Geiftes- gaben und alle Quellen feines großmütigen Herzens dem Dienste Belgiens gewidmet hat. Das Land hat einen Führer, eine Stütze und einen unvergleichlichen Diener verloren, der im Kriege wie im Frieden nur für fein Land gedacht, gehandelt und gelebt hat. Die erschienen und in großen, schwarz umränderten Lettern verkündeten: „Le roi est m o r tBald staute sich am königlichen Schloß die Menge. Unübersehbar ist die Schar der Menschen aus allen Ständen, die ununterbrochen seit dem Vormittag zum Schloß ziehen, um sich in die dort ausgelegten Listen einzutragen und dadurch ihre Teilnahme zu bekunden. Die Chefs der diplomatischen Missionen haben im Laufe des Tages in der königlichen Residenz und im Außenministerium persönlich vorgesprochen und das Beileid ihrer Regierungen überbracht. Als einer der ersten erschien der deutsche Geschäftsträger D r. Breuer. Der Außenminister dankte dem Vertreter der Reichsregierung in bewegten Worten und bat ihn, den Dank auch dem Reichskanzler und der Reichsregierung zu übermitteln. — I n den Kirchen wurde das Ableben des Monarchen den Gläubigen von der Kanzel verkündet. Ein feierliches Te Deum, das aus Anlaß der Papftkrönungsfeier stattfinden sollte, wurde abgesagt. — Punkt 12 Uhr ertönten 101 Kanonenschüsse. Alle öffentlichen Veranstaltungen, Theatervorstellungen, Konzerte sowie die in den nächsten Tagen angesetzten Empfänge sind bis zum Tage nach der Beisetzung abgesagt worden. Volk und Armee. Dankbarkeit des Volkes umgibt feine sterbliche Hülle und bereitet seinem Namen den Ruhmeskranz. Albert I. war ein Staatsmann und ein Soldat. Belgien wendet sich an Ihre Majestät die Königin in ehrfurchtvoller tiefer Trauer, dem einzigen Tröste, der ihr gegeben werden kann. Belgien fetzt feine Hoffnungen auf den Nachfolger der drei großen Könige, die das Vaterland begründet, vergrößert und gerettet haben. Er möge mit Hilfe der Vorsehung das Werk seines erhabenen Vaters fortsetzen und die Aufgaben zum Guten führen, die dieser so herrlich verfolgte, in loyaler Ausübung der Rechte und Pflichten seiner verfassungsmäßigen Vorrechte. Der Kriegsminister hat einen Tagesbefehl an d i e Armee erlassen und die Trauer angeordnet. In dem Tagesbefehl heißt es u. a.: Die Armee beweint ihren obersten Chef, dessen Tapferkeit, Energie und Seelengröße das Vaterland in tragischer Stunde gerettet haben. Oer Lebensweg König Alberts. König Albert I. wurde am 8. April 1875 als zweiter Sohn Les Prinzen Philipp von Flandern und seiner Gemahlin Maria geborene Prinzessin von Hohenzollern in Brüssel geboren. Sein Vater Prinz Philipp war ein Sohn des Königs Leopold I. aus dessen zweiter Ehe mit Luise, Prinzessin von Orleans, also ein Bruder Leopold II. Da der einzige Sohn, der aus der Ehe Leopolds II. mit Maria Henriette, Erzherzogin von Oesterreich, hervorgegangen war, Prinz Leopold, im frühen Alter starb, wurde die Thronfolge zunächst dem Prinzen Philipp von Flandern übertragen. Dieser starb 1905, und da auch fein ältester Sohn, Prinz Balduin, am 23. Januar 1891 verschieden war, so ging die Anwartschaft auf die Krone auf Prinz Albert über. Der Prinz genoß in dem fast mit bürgerlicher Einfachheit geführten Haushalt seiner Eltern eine schlichte, aber gründliche Erziehung. Eine besondere Neigung faßte er zum militärischen Beruf. Am 17.12.1909 bestieg dann Prinz Albert als Nachfolger König Leopolds II. den belgischen Thron. Schon bei seinem Regierungsantritt genoß er eine große Popularität, die später noch infolge feines bürgerlich-rechtschaffenen Lebenswandels zunahm. In der inneren Politik feines Landes, die in den Jahren bis zum Krieg durch große Arbeits- ftreitigfeiten und Kämpfe zwischen Den Liberalen und Katholiken gekennzeichnet wurde, trat er als konstitutionel beschränkter Monarch wenig hervor. Lediglich zu dem Stammes st reit der Wallonen und Flamen nahm er gelegentlich Stellung, so z. B. 1912, als ein Wallonenkongreß in Lüttich die Verwaltungstrennung der Wallonei von Flamland gefordert hatte. Der König richtete hiergegen bei einem offiziellen Besuch in Antwerpen einen Apell an beide Streitteile mit der Mahnung zur Einigkeit. Zu Anfang machte auch die sogenannte Kobur - g e r Stiftung Leopolds II. dem König Albert manche Schwierigkeiten. Anfang 1911 schloß die belgische Regierung mit dem Verwaltungsrat der Stiftung einen Vergleich, wonach diese ihren Aktivbestand von etwa 75 Millionen Franken mit geringen Ausnahmen dem belgischen Staat zurückgab. Indessen verzichtete vorläufig nur der König und Prinzessin Klementine auf ihre aus der Stiftung hervorgehenden Rechte, während die arg verschuldete Prinzessin Luise von Koburg den belgischen Staat auf Herausgabe ihres Anteils verklagte. Prinzessin Stephanie erhob ebenfalls Klage. Der Prozeß wurde 1914 durch einen Vergleich beendigt. AlsderKrieg ausbrach, trat der König, feinen militärischen Neigungen folgend, an die Spitz« der Armee, mußte sich aber bald mit dieser nach Antwerpen zurückziehen. Am 7. Oktober 1914, kurz vor dem Fall der Festung, mußte er auch dort flüchten. Er begab sich nach Ostende und von dort weiter nach Le Havre, wo er bis zum Kriegsende residierte. Er bewährte sich als tapferer Soldat und wurde auch, gelegentlich eines Fluges über den deutschen Linien, verwundet. Seit dem 2. Oktober 1900 war König Albert I. mit Elisabeth, Herzogin von Bayern, vermählt. Er hatte drei Kinder: Kronprinz Leopold, geboren 3. November 1901, seit 4. November 1926 vermählt mit der schwedischen Prinzessin Astrid, die ihm am 11. Oktober 1927 eine Tochter schenkte, Prinz Karl, geboren 10. Oktober 1903, und Prinzessin Marie I o s £, geboren 4. August 1906, seit 8. Januar 1930 vermählt mit dem italienischen Kronprinzen Umberto. Oeutschlands Teilnahme. Der Reichspräsident an die Königin. Halbmast in der Wilhelmstratze. B e r l i n, 18. Febr. (DNB.) Der Herr Reichspräsident hat aus Anlaß des Todes Seiner Majestät des Königs der Belgier an die Köni- g i n folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachricht von dem plötzlichen Tode Seiner Majestät des Königs der Belgier bitte ich Sie, die Versicherung meines aufrichtigen Mitgefühls und den Ausdruck tiefempfundenen Beileids entgegennehmen zu wollen." Der Staatssekretär des Reichspräsidenten, Dr. Meißner, stattete heute vormittag dem belgischen Gesandten, Grafen de Kerchove, einen Besuch ab und brachte ihm auch mündlich die Anteilnahme des Herrn Reichspräsidenten zum Ausdruck. Ferner hat im Auftrag des Reichskanzlers und des Reichsminister Des Auswärtigen der Chef des Protokolls, Gesandter Graf von Bassewitz, dem belgischen Gesandten, Grafen de Kerchove, einen Be- such abgeftattet und ihm das Beileid der Reichsregierung ausgesprochen. Der Reichs- minifter des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, hat an den belgischen Außenminister Hymans em in herzlichen Worten abgefaßtes Beileidstelegramm gerichtet. Das Auswärtige Amt, die Reichskanzlei und der Reichstag haben'alsbald nach Bekanntwerden der Trauernachricht die Di«nstfiagg»n auf Halbmast gefetzt. Das Echo im Ausland. Oie Teilnahme der ehemaligen Verbündeten. Das Ableben Königs Albert hat in Frankreich starke Teilnahme und ^trauer ausgelöst. „Frankreich vor allem wird dadurch betroffen", schreibt „Paris Midi": „Der König und sein tapferes Volk standen in den tragischen Stunden, die wir durchlebt haben, an unserer Seite. Er genoß in Frankreich eine ungeheure Volkstümlichkeit." Außenminister B a r t h o u erklärte, Frankreich verliere einen großen Freund und die Menschheit einen großen Helden. In ähnlichem Sinne äußerte sich Kriegsminister Marschall P e t a i n. Der Präsident der Republik, Lebrun, wird an der Beisetzung des verunglückten Königs in Begleitung des Außenministers Barth o u und des Kriegsministers Marschall P ä t a i n teilnehmen. Ministerpräsident Doumerge hat beschlossen, sich morgen in Begleitung der Staatsminister Herriot und Tardieu nach Brüssel zu begeben. Englands Trauer um König Albert. Der tragische Tod des Königs der Belgier hat in England Bestürzung hervorgerufen. Regierungsgebäude und Botschaften flaggten am Sonntag Halbmast. Das englische Königspaar sandte eine Beileidsbotschaft an die belgische Königin. Später wurde mitgeteilt, daß eine Hoftrauer von zwei Wochen stattfinden werde. * Der tragische Tod des Königs Albert hat in Italien, wo er häufig weilte, aufrichtige Trauer hervorgerufen. Wie lange die vom italienischen Hoi anzuordnende Hoftrauer dauern wird, steht noch nicht fest. Beileidstelegramme an die Königin von Belgien und die italienische Kronprinzessin haben auch Mussolini und der Pap st gesandt. Die öffentlichen Gebäude in Italien flaggen Halbmast. Anspannung aller Kräfte für die Aufgabe der Rückgliederung des Saargebiels. Vizekanzler von papen auf einer Saarkundgebung in Koblenz. Koblenz, 15. Febr. (DRB.) Am Samstag- nachmittaa tagten in Koblenz die Führer des Bundes der Saarvereine. Anläßlich dieser Zusammenkunft fand am Abend in der Stadthalle eine große Saarkundgebung statt. Lautsprecher übertrugen die Reden aus die Straße, wo sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden hatte, die in der Halle keinen Platz finden konnten. Unter anderem nahmen an der Kundgebung Kommerzienrat Röchling teil. Der Saarbevollmächtigte Der Reichsregierung, Vizekanzler von Papen, hielt eine Rede, in der er u. a. sagte: Wir sind der Ansicht, daß die Saarfrage keineswegs eine wirtschaftliche Frage ist. Im Gegenteil: Das Saargebiet ist für uns nur eine Frage des Deutschtums. Schon aus diesem Grund kann die Reichsregierung niemals von sich aus einer Verschiebung der Abstimmung im Saargebiet zustimmen, sondern muß den größten Wert darauf legen, zu beweisen, daß diese We st mark des Reiches in ihrem Volkstum 100 v. H. deutsch ist und daß sie heim will zum Mutterlande. Wenn ich vor wenigen Tagen in Berlin davon sprach, daß die Saarfrage auch eine europäische Frage ist, so deshalb, weil das Saargebiet grundsätzlich und endgültig das deutsch-französische Verhältnis bereinigen wird. Für uns kommt keine andere Lösung an der Saar in Frage, als die vollständige Rückgliederung des Saarlandes zum Reich. Eine Lösung auf der Grundlage des Status quo ist keine Lösung, die den Frieden in sich trägt oder den Frieden für die Zukunft verbürgt. Die Aufgabe, die mir der Führer gestellt hat, ist, alle geistige und wirtschaftliche Kräfte der Nation konzentrisch in das Ziel der Rückgliederung des Saargebiets einzuordnen. Wir müssen die Arme weit ausmachen, damit die Wirtschaft an der Saar nicht einschrumpft, sondern weiter gedeiht und so die Saar als Westmark ein unzerstörbarer Stützpunkt des Deutschen Reiches wird. Die Erzeu- aung des Saarlandes, die bisher in andere Länder ausgeführt wurde, muß wieder auf dem deutschen Binnenmarkt untergebracht werden. Die Frage des Güteraustausches, der Führung der Au s f u h r st r a ß e n und der larifgeftaltung stehen zur Behandlung. Sie eröffnen den deutschen Brüdern an der Saar die Möglichkeit, deutsche Kohle und deutsches Eisen aus dem Saargebiet unter gleich günstigen Verhältnissen auf den Markt zu bringen, wie die Ruhrkohle. Ein großes Arbeitsbeschaffung s- programm nicht allein für das Saargebiet, sondern auch für die angrenzenden Gebiete ist vorbereitet. Damit Hand in Hand geht in diesem Gebiete der Ausbau der Landwirtschaft, mit einem Worte, die Reichsregierung ist bestrebt, die gesamte Saarproduktion im eigenen Raume unterzubringen. Endlich muß ich an die Pflicht erinnern, die uns allen obliegt: Das Mutterland kann unendlich viel für das Saargebiet tun, nicht nur indem es die Brüder an der Saar in ihrem Kampf für ihr Deutschtum ermutigt, sondern auch, indem jeder einzelne im Reich seine Pflicht erfüllt. Vizekanzler von Papen schloß mit dem dringenden Appell zur äußersten Disziplin und Treue, erinnerte an den greifen Feldmarschall von Hindenburg, der dem Vaterlande allezeit treu und opferbereit diente, und an den Führer, der mit unvergleichlichem Heroismus das deutsche Vaterland einer besseren Zukunft entgegenführen wird. Deutschland und Oesterreich. Ein englischer Korrespondent befragt den Führer. London, 17. Febr. (DNB.) „Daily Mail" veröffentlicht eine Unterredung des Reichskanzlers Adolf Hitler mit ihrem Sonderberichterstatter Ward Price. Der Korrespondent bat Hitler zunächst, ihm feine Ansichten über die österreichische Lage zu geben Hitler habe geantwortet, einige Leute glaubten, daß die deutschen Nationalsozialisten etwas mit den Ursachen in Oesterreich zu tun hätten. Dies sei vollkommen falsch. Wir sympathisieren weder mit Dollfuß noch mit seinen Gegnern. Beide Seiten wenden falsche Methoden an. Nichts ständiges kann durch die gewaltsamen Methoden erreicht werden, zu denen sie gegriffen haben. Der einzige Weg, in einer Revolution Erfolg zu haben, bestehe darin, daß man seine Gegner fasse, indem man f i e überzeuge. Das ist es, was wir in Deutschland erzielt haben. Herr Dollfuß hat versucht, einen Staatsstreich durchzuführen. Er hat die Verfassung verletzt und seine Methoden waren von Anfang an zum Fehlschlag verurteilt. Wenn man den Unterschied zwischen dem gegenwärtigen Regime in Oesterreich und der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland sehen wolle, dann brauche man nur eine Photographie von Berlin mit einer Photographie des Wien von heute zu vergleichen. Die Kritiker Deutschlands werden sagen: „0 ja, aber die österreichischen Sozialisten waren schwer bewaffnet! „Auch die deutschen Kommunisten seien dies gewesen", fuhr Hitler fort. Wan habe alle menschenmöglichen Waffen in deren Besitz gefunden. Der Grund, warum die deutschen Kommunisten sie nicht benützten, bestehe darin, daß sie durch Ueberzeugung für die Sache der Rationalsoziati st en gewonnen worden seien. Beweis dafür seien die Wahlen vom vergangenen November, bei denen nur zwei Millionen Wenschen gegen das neue Regime in Deutschland stimmten, während die deutschen Kommunisten früher sechs Wit- tionen und die Sozialdemokraten sieben Millionen zählten. Die übrigbleibenden elf Millionen der früheren Gegner des Nationalsozialismus seien nicht unterdrückt, sondern bekehrt worden. Der Korrespondent fragte den Kanzler, ob die Entwicklungen in Oesterreich die Haltung Deutschlands zu Oesterreich beeiflussen werden. Hitler antwortete: „Keineswegs. Die Politik, die ich führe, wird nur von deutschen Interessen beherrsch t." Es werde sich selbstverständlich aus den Ereignissen dieser Woche ergeben, daß die gegen» roärtige österreichische Regierung ihr Ansehen gestärkt finden werde, aber auf Der anderen Seite würden die österreichischen Nationalsozialisten an Zahl zunehmen. Er drücke nur seine private und persönliche Ansicht aus, aber es sei seine Ueberzeugung, daß besonders die Arbeiter Oesterreichs sich der nationalsozialisti- scheu Sache anschließen würden, als natürliche Reaktion gegen die Gewaltmethoden, die die österreichische Regierung gegen sie ausgeübt habe. Der Korrespondent sagte weiter dem Kanzler, daß der deutsche Friedenspakt mit Polen der Welt als eine große Ueberraschung gekommen sei und daß einige Leute ihn als Absicht auslegen, die Grundlage für einen gemeinsamen Angriff Deutschlands und Polens auf Rußland mit einem Hinblick auf Gebietserwerbung zu bilden. Hitler habe hierauf ungläubig gelacht und gesagt: „Was! Wir sollen Gebiet von Rußland nehmen? Lächerlich!" Der Korrespondent fügt hier ein, daß Hitler zwar in seinem vor zehn Jahren geschriebenen Buch „Mein Kampf" den Erwerb neuen Gebietes in Rußland als Heime für zukünftige deutsche Siedler empfohlen hatte, daß aber der seither stattgefundene Rückgang in der Geburtenziffer die Ausdehnung der deutschen Bevölkerung abgestoppt habe. „Alle versuche, die Grundlage für einen dauernden Frieden in Europa zu legen, seien bisher sehlgeschlagen, da die öffentliche Meinung der Ansicht gewesen sei, daß Polen und Deutsch- land unversöhnliche Feinde wären. Er habe niemals diese Ansicht gehabt. Das erste, was er getan habe, als er zur Macht gekommen fei, fei gewesen, daß er Schritte zur Eröffnung von Verhandlungen mit den Polen ergriffen habe. Er habe gefunden, daß die polnischen Staatsmänner sehr großzü- g i g seien und genau so friedlich gesinnt wie er selbst. Die klustz die man für unüberbrückbar gehalten habe, sei überbrückt worden. Die beiden Nationen seien einander nahegekommen, und er hoffe ernstlich, die neue Verständigung werde bedeuten, daß Deutschland und Polen endgültig alle Gedanken, zu den Dassen zu greifen, nicht nur für zehn Jahre, sondern für immer, aufgegeben hätten. Zur inneren Lage Deutschlands habe der Kanzler gesagt, daß viele Tausende aus den Konzentrationslagern bereits wieder freigelassen worden seien, und er hoffe, daß noch mehr freigelassen würden. Sie seien nicht aus Motiven der Rache interniert worden — wie in Oesterreich —, sondern weil diese Gegner nicht die Wiederherstellung der politischen Gesundheit Deutschlands stören sollten. Man habe ihnen Zeit gegeben, i b j e Ansicht z u ändern. Sobald sie bereit seien, sich zu verpflichten, ihre feindselige Haltung aufzugeben, würden sie entlassen werden. Der Berichterstatter fragte hierauf: „Ist es Ihre Absicht, daß D i m i t r o f f, P o p o f f und T a n e f f f r e i g e l a s s e n werden sollen?" Hitler antwortete: „Das Gericht hat gesprochen, der Spruch wird erfüllt." Dies sei der genaue Wortlaut der Antwort Hitlers gewesen, unterstreicht der Korrespondent -Glauben Sie", so fragt der Korrespondent weiter, „daß diese Leute freigelassen und außerhalb der deutschen Grenzen gebracht werden?" Hitler habe geantwortet: „Das werden sie sicherlich" Obgleich er glaube, habe Hitler gesagt, daß ihre Freisprechung nicht der Meinung des deutschen Volkes entsprochen habe, werde der Spruch des Gerichts erfüllt werden. „Unterstützt Hitler!" Ein englischer Kriegsteilnehmer zeugt für den Führer des neuen Deutschland. London, 18. Febr. (DNB.) „Sunday Dispatch" veröffentlicht unter der Überschrift „Gebt Hitler eine Chance" einen Artikel des Abgeordneten und Kriegsteilnehmers Moore. „Warum die- es Mißtrauen gegen Hitler", so führt er aus, „warum diese Bemühungen, ein finsteres Motiv hinter seinen Worten und Taten zu finden?" Ein derartiges Mißtrauen laufe allen englischen Ueber- lieferungen zuwider. Woher komme dies? „Ist es deshalb", fährt Moore fort, „weil wir es satt haben, die Tatsache hinzunehmen, daß die Demokratie in der ganzen Welt nicht fähig zur Führerschaft ist, die von den Menschen der Nachkriegszeit ersehnt wird?" Oberstleutnant Moore gibt bann einen Ueberblicf der Geschichte Deutschlands nach dem Kriege. 3m Viermächlepakl hätten England, Frankreich und Italien sich verpflichtet, die Verantwortung für den europäischen Frieden mit Deutschland zu teilen. Trotz der darin eingeschlossenen A n - erkennung der deutschen Gleichberechtigung habe man aber Deutschland dennoch d i e Mittel verboten, mit denen es seinen Verpflichtungen nachkom- m en könne. Auf der Abrüstungskonferenz habe sich Deutschland nach 18 Monaten wieder in der Lage des Gefangenen auf der Anklagebank gefunden. Deshalb sei der Bruch mit Genf erfolgt. „Gin erschüttertes Europa erwacht zu der Tatsache, daß 90 Millionen starke, selbständige und fortschrittliche Menschen ihre inneren Meinungsverschiedenheiten überwanden, ihre entgegengesetzten Interessen aussöhnten und zu einer einzigen und begeiferten Nation unter einem einzigen erwählten Führer wurden." Zum größten Erstaunen der Welt habe sich Hitler als ein Mann des Friedens, als ein Staatsmann und als ein weitsichtiger Verwalter seines Landes erwiesen. Ist eine Anklage, daß Hitler vom Frieden rede, aber den Krieg wünsche, berechtigt? Haden wir nicht seine letzten Worte gelesen und gehört, daß er aus öen letzten Soldaten und das letzte Gechütz verzichten will, wenn Gur o p a dasselbe tut? Haben wir nicht sein Versprechen gelesen, daß er Nichtangriffspakte mit seinen Nachbarn schließen will, und sehen wir mcht jetzt einen solchen Pakt mit Deutschland und Polen vor uns? Mit einem Wort: Hitlers Außenpolitik ist einfach: Friede mit feinen Nachbarn, aber em Friede mit E h r e." Was Oesterreich betrifft, so wünsche Hitler lediglich eine freie Abstimmung des österreichischen Volkes. In der I u d e n • frage verlange Hitler, daß diese den Gesetzen des Staates gehorchten. Wenn sie es nicht täten, feien sie Feinde des Staates und müßten als solche behandelt werden. Wenn sie es aber täten, konnten sie ihre normale Tätigkeit frei ausüben, wie er, Moore, dies selbst bei seinen persönlichen Beobachtungen in Deutschland festgestellt habe. Abschließend sagte Oberstleutnant Moore: „Un - ter stützt Hitler! Aus Grund persönlicher Nachforschungen sprechend bin ich überzeugt, daß es Hilter vollkommen ehrlich und ernst meint und daß er mit einem flammenden Glauben an feine Mission erfüllt ist. Seine Mission ist, Deutschland aus feiner Stellung der Diskriminierung und Zweitklassigkeit zur Macht, Prosperität und zum Fortschritt zu führen. Jede Hilfe und Unterstützung, die ihm England geben kann, wird meiner Meinung eine wichtige und andauernde Wirkung für den europäischen Frieden haben. Oie Dreimächte-Erklärung für Oesterreichs „Unabhängigkeit" Ein mageres Ergebnis langer Beratungen. Paris, 17. Febr. (DNB.) Der Quai d'Orsay veröffentlicht am Samstagabend folgende gleichzeitig auch in Rom und London ausgegebene amtliche Verlautbarung: „Die österreichische Regierung hat sich an die Regierungen Frankreichs, Englands und Italiens gewandt, um ihre Auffassung über die Akten einzuholen, die sie vorbereilel hat, um die deutsche Einmischung in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs festzustellen und die sie ihnen übermittelte. Die Besprechungen, die zwischen den drei Regierungen hierüber stattfanden, haben zu einer übereinstimmenden Auffassung über die Notwen- digkeit geführt, die Unabhängigkeit und Integrität Oesterreichs gemäß den geltenden Verträgen aufrechtzuerhalten." Englische Vorbehalte. „Nicht gegen Deutschland gerichtet." L o n b o n , 19. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" bemerkt zu der Dreimächteerklärung, sie erfüllt Die beiden unentbehrlichen Bedingungen, von denen die britische Regierung ihre Unterstützung dieser Erklärung über Oesterreichs Regierung abhängig gemacht: sie schließt, soweit Großbritannien in Frage kommt, keine Garantie und kein Versprechen militärischen Vorgehens ein, sondern bezeugt nur die Bereitschaft, durch Einfluß und Rat bei der Erhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs mitzuhel- fen. Ueberdies hat die britische Regierung Oesterreich gegenüber ausdrücklich davon abgesehen, über die jetzige Streitfrage zwischen Oesterreich und Deutschland im voraus zu urteilen. Es Darf infolgedessen nicht angenommen werden, daß nach brittscher Auffassung diese neue Bekräftigung des Interesses an der Aufrechterhaltung der österreichischen Unabhängigkeit besonders oder ausdrücklich gegen Deutschland gerichtet ist. In britischen Kreisen erinnert man an eine Erklärung Simons im Parlament, daß England nicht die Aufgabe habe, sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen, mit anderen Worten: die jetzige Erklärung wird, soweit Großbritannien in Frage kommt, niemals gegen d i e Wünsche der Mehr- heitdes österreichischen Volkes gebraucht werden, um dort eine bestimmte Regierungsform aufrecht zu erhalten oder zu verbieten. Oesterreich kann faschistisch, sozialistisch ober nationalsozialistisch werben, Großbritannien mürbe es nur verurteilen, wenn ihm eine bestimmte Regierungsform unter ausländischem Druck auferlegt werden würbe. „Sunbay Expreß" sagt, ber Nationalismus von Dollfuß, ber eigentlich kein Nationalismus fei, werbe burch ausländische Bajonette unterstützt unb könne daher niemals erfolgreich sein. Das österreichische Volk verlange ein politisches Bünbnis mit Deutsch- lanb, und bie Zeit werbe kommen, wo es ein ber- artiges Bündnis haben werbe. — „Sunday Dispatch" schreibt: Ein Vergleich mit Dollfuß und seiner ungeschickten Behandlung ber österreichischen Lage rückt ben Reichskanzler in bas richtige Licht. Die Ereignisse ber letzten Woche haben bie Möglichkeit gegeben, zwei Männer, bie mit ähnlichen Aufgaben beschäftigt finb, zu vergleichen. Die Tatsachen Feigen, baß in Europa ein Staatsmann ist, ber fähig ist, in gigantischem Ausmaß zu arbeiten, ein Mann, mit bem man rechnen muß unb von bem man viel lernen kann. In Deutschland ist eine bas ganze Leben einer großen Nation umwälzenbe Revolution beinahe ohne Blutvergießen durchgeführt worden, weil Deutsch- lanb einen Hitler hatte, einen Staatsmann und nicht einen ungeschickten Politiker wie Dollfuß. Oie Auffassung in Nom. London, 19. Febr. (DNB.-Funkspruch) Wie ber „Times"-Berichterstatter in Rom meldet, wird auf bie gemeinsame Dreimächteerklärung über Oesterreichs Unabhängigkeit in bi ploma ti- schen Kreisen Roms großes Gewicht gelegt. Betont würbe insbesonbere, baß zum ersten- male seit bem Kriege bie brei Mächte bie Gemeinsamkeit ihrer Ansichten gemeinschaftlich kund- gegeben hätten. Freilich stellt ber „Times"-Berichter- ftatter an anberer Stelle seines Berichtes fest, die Abfassung der Erklärung habe beinahe zwei Wochen beansprucht, weil es den drei Mächten schwer fiel, sich auf eine für alle annehmbare Formel zu einigen. Cs hieße, daß Mus - olini für größeren Nachdruck im Wortlaut eingetreten sein. Man hoffe in Rom, daß nun Dollfuß den Völkerbund nicht mehr bemühen müsse. Sollte diese Hoffnung enttäuscht werden, dann werde Italien gegen einen Schritt Oesterreichs beim Völkerbund nichts einwenden und werde auch sicher Oesterreich in Genf unterstützen. Die österreichischen Machthaber verteidigen ihren Kurs. Oer bewaffnete Aufstand des sozialdemokratischen Schutzbundes für den 12. Februar vorbereitet. Wien, 17. Febr. (DNB.) Bundeskanzler Dollfuß sprach Samstagabend vor der ausländischen Presse. Er führte u. a. aus: Die Ereignisse dieser Woche seien für alle, für die Regierung und für das Volk, eine Ueberraschung gewesen, wenn auch nach Meldungen der letzten Zeit mit einer bewaffneten Aktion der Sozialdemokratie habe gerechnet werden müssen. Die Sozialdemokratie habe sich mit den demokratischen Einrichtungen nicht begnügt, sondern seit Jahren bereits die Vorbereitung für die Machtergreifung des Proletariats getroffen. Aus der Wiener Wohnhaus st euer sei ein strategisches Nest für den Bürgerkrieg errichtet worden. Auf Schmuggelwegen sei die Sozialdemokratie mit dem gefährlichsten Kampfmaterial versorgt worden. Die Sozialdemokratie habe losgeschlagen, da ihre Führerstellung innerhalb der Arbeiterschaft zu schwinden gedroht habe. An dem Aufstand hätten 20 000 Schutzbündler von einer 1,5 Millionen zählenden Mitgliedschaft der Sozialdemokratie tcilge- uommen, somit nur ein verschwindender Teil. Der Aufstand sei von einer kleinen, aber beft ausgerüsteten und militärisch ausgezeichnet ausgebildeten Gruppe getragen gewesen. Die gefallenen Opfer hätten Oesterreich vor einer furchtbaren, unübersehbaren Katastrophe gerettet. Es bestehe die Hoffnung, daß bald wieder normale Zustände hergestellt und das Standrecht aufgehoben werden könne. Die Exekutive habe in vorbildlicher Weise ihre Pflicht erfüllt. Die in der ausländischen Presse verbreiteten Zahlen über die Verluste seien falsch. Die Gesamtzahl der Toten betrage 239, die der Verletzten 628. Die Regierung hoffe, daß das geflossene Blut die Besinnung und die innere Befriedigung Oesterreichs bringen werde. Oer Staatssekretär für das Sicherheitswesen Karwinsky verlas sodann einen am Freitag in Linz gefundenen Bericht eines sozialdemokratischen Führers an die Wiener Parteileitung vom 11. tfebruar, in dem mitgeteilt wird, daß die Linzer Parteiführung nach reiflicher Ueberlegung den nicht mehr rückgängig zu machenden Beschluß gefaßt habe, zu den Waffen zu greifen, falls am 12. Februar entsprechend den Erwartungen die Polizei zur Waffensuche schreiten sollte. In diesem Falle würde am 12. mittags telephonisch nach Wien mitgeteilt werden, daß Wafsensuche begonnen habe. Dies sei als ein Zeichen für die gesamte Arbeiterschaft zum Losschlagen anzusehen. Tatsächlich sei die Entwicklung auch in dieser Weise verlaufen. Als die Polizei am Montag, den 12., die Waffensuche um 11 Uhr begann, sel b e - reitsuml2UhrinWienderersteS ch u h gefallen. Da es der Polizei gelungen sei, gleich am ersten Tage zahlreiche Führer des Schutzbundes zu verhaften, habe bei der gesamten Aktion des Schutzbundes die Geschlossenheit und Einheitlichkeit gefehlt. Vizekanzler Key wies darauf hin, daß diese Ereignisse innerhalb weniger Jahre den vierten V e r s u ch der Sozialdemokratischen Partei in Oesterreich darstellten, die kommuni st ische Herrschaft elk^ufuhren. Dann bemühte sich der Vizekanzler sichtlich, die im gesamten Ausland verbreiteten und für die Dollfuß-Regierung wenig freundlichen Berichte zu ent- kräftigen, wonach zahlreiche Unschuldige, vor allem auch Frauen und Kinder, den Regle- rungsmaßnahmen zum Opfer gefallen seien Fey wier darauf hin, daß vor dem Einsatz der Artillerie jedesmal Frauen und Kindern eine Zeit- spane zum freien Abzug gegeben worden sei und daß Polizeibeamte in zahlreichen Fallen Frauen und Kinder aus den umkämpften Gemeindebauten unter Einsatz ihres Lebens gerettet hätten. Die Regierung fei jetzt entschlossen, „auch j e d e r a n d e r e n G r u p p e mit der gleichen Energie entgegenzutreten", mit der sie den Marxisten gegenübergetreten sei. Das Programm des Heimatschutzes könne heute als das Programm derRegierung angesehen werden. Er werde unerbittlich jedem entgegentreten, der es wagen würde, den Heimatschutz zu beleidigen. Neusormungen im deutschen Musikleben. Erster deutscher Komponistentag in Mn Organisation des Berufsstandes der deutschen Komponisten. Berlin, 18. Febr. (DRB.) Am Sonntag wurde der erste deutsche Komponistentag eröffnet. Fast alle deutschen Tonkünstler von Bedeutung wohnten der Eröffnung bei. Staatssekretär Funk eröffnete die Tagung. Alle echte Kunst entspricht, so sagte er, aus dem Leben des Volkes. Die nationalsozialistische Regierung hatte die Aufgabe, die Kunst wieder an das Volk und das Volk an die Kunst heranzubringen. Das Volk soll wieder in der Kunst und der Künstler im Volke leben. Das ist die erste Aufgabe der nationalsozialistischen Kunstpolitik. Wird diese Aufgabe erfüllt, so werden wir in Deutschland wieder eine echte und große Volkskunst bekommen. Die heroische Lebensauffassung des nationalsozialistischen Staates muß auch eine heroische Kunst gebären. Der Saat muß der Mäzen der Künste und der' Künstler sein. Zunächst galt es, die herrschende Zersplitterung im Berufsleben der schaffenden Künstler zu beseitigen und das Partei- und Klüngelwesen in der Kunst auszumerzen. Dies ist durch die Reichskulturkammer-Gesetzgebung erreicht worden. Die Reichsregierung hat am 4. Juli 1933 das G e - setz über die Vermittlung von Musikaufführungsrechten verabschiedet, das sich bereits in den sechs Monaten seiner Geltungsdauer auf das segensreichste ausgewirkt hat. Dazu ist in Deutschland ein neues Urheberrecht in Vorbereitung. Gewiß wird auch in diesem Gesetz dem Grundgedanken der Volksgemeinschaft Rechnung getragen werden, so daß die Rechte der Komponisten und sonstigen Urheber keinen völlig ein- eitigen Schutz finden können. „Sie können unter diesem selbstverständlichen Vorbehalt der urheberfreundlichen Einstellung der Reichsregierung gewiß ein und zwar in Befolgung eines Satzes, den unser. Führer bereits vor drei Jahren gesprochen hat: „Wenn die Künstler wüßten, was ich dereinst für sie tun werde, würden sie alle hinter unseren Fahnen zu finden sein." — Die Rede des Staatssekretärs Funk wurde mit stärkstem Beifall ausgenommen. Darauf nahm, stürmisch begrüßt, der Reichsführer des Berufsstandes der deutschen Komponisten, Dr. Richard Strauß, das Wort. Er dankte der Reichsregierung für ihre Teilnahme an dem Schicksal des musikalischen Schaffens und dafür, daß sie die rechtlichen Mittel für Errichtung einer einheitlichen umfassenden Berufsorganisation gegeben hebe. Der schaffende Künstler brauche ein Recht und einen festen berufsständischen Rat, um sich ideell und wirtschaftlich behaupten zu können. Er hoffe, daß es gelingen werde, die Drucklegung wertvoller Kompositionen durch finanzielle Beihilfen, die den Verlegern gewährt würden, und in ähnlicher Weise die sonst nicht zu finanzierende Aufführung bedeutender Werke zu ermöglichen. Strauß teilte u. a. mit, er beausichtige, durch die Verleihung der Friedrich-Rösch-Medaille eine b e - rufsständische Auszeichnung einzuführen und gab Kenntnis von der organisatorischen Gliederung des Berufsstandes der deutschen Komponisten. In den Führerrat berief er u. a. Prof. Dr. Paul G r a e n e r, Prof. Josef Haas, Geheimrat Prof. Dr. von Hausegger, Prof. Paul Hindemith, Eduard K ü n n e k e, Prof. Hans P f i tz - n e r, Prof, von Reznicek, Prof. Clemens S ch m a l st i ch und Prof. Dr. Georg Schumann. Strauß schloß mit einem Dank an den Schirmherrn der Künstler in Deutschland, den Volkskanzler Adolf Hitler und den Reichsminister Dr. Goebbels. Die Grüße der ausländischen Tonsetzervereinigungen überbrachten der französische Komponist Carl B 6 r a r d , der Italiener Adriant L u o l d i, der Schwede Kurt A t t a b e r g und der Oesterreicher Kienzl. Staatssekretär Funk schloß die Tagung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. von East Goodwin und beschädigte es. Auf der Hohe von Dungeneß stießen zwei englische Dampfer zu- ammen, dabei wurde der eine so stark beschädigt, daß er nach Doover eingeschleppt werden mußte. Englischer Dieb als „blinder Passagier" des „Graf Zeppelin". In Plymouth wurde dieser Tage der Engländer Erich Charles Bonne zu drei Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Er hatte im Juni 1929 Benzin lm Werte von 5 Pfund Sterling gestohlen. Rach dem Diebstahl hatte er sich angeblich als blinder P a s- agier auf dem „Graf Zeppelin" Der« teckt, mit dem er nach Amerika reiste. Er will mit einem Dampfer nach Deutschland gefahren sein und ich dann auf das Luftschiff begeben haben. Zwei spanische Dampfer gesunken. — Zwölf Tote. Rach einer Havas-Meldung aus San Sebastian Ließen auf der Höhe von Pasajes die beiden fpani- chen Dampfer „Maria del Carmen" und „Dos Hermanos" im Rebel zusammen. Der Anprall war o stark, daß beide Schiffe sofort sanken. Zwölf Mitglieder der Besatzung fanden dabei den Tod in den Wellen. Kraftwagen vom Zuge erfaßt. — Drei Tote. Auf einem Bahnübergang zwischen Büchenbeuren und Hirschfeld wurde ein aus Richtung Traben- Trarbach (Mosel) kommendes mit fünf Personen besetztes Auto von einem von Simmern (Rheinprovinz) kommenden Eisenbahnzug erfaßt und eine Strecke mitgeschleift. Vier der Insassen des Autos erlitten schwere Verletzungen, während der ünfte mit leichteren Verletzungen davonkam. Der Personenzug nahm die Verletzten nach Morbach mit, jedoch ver starben drei von ihnen auf der Fahrt. Unwetter im Golf von Neapel. — Schneefall in Messina. Im Golf von Neapel gerieten infolge eines heftigen Sturmes zwei Fischkutter in Seenot, von denen der eine mit fünf Mann Besatzung bisher nicht geborgen werden konnte. In der Stadt selbst warf der Sturm die Ziegel von den Dächern und entwurzelte Alleebäume. In Messina hat bei plötzlichem Umschlag der Temperatur heftiger Schneefall eingesetzt. Erdbeben auf Formosa. Die Reichsmufikkammer hielt im Rahmen ihrer 1 ersten Arbeitstagung in Berlin eine nichtöffentliche Sitzung ab, auf der der Präsident der Kammer, Generalmusikdirektor Dr. Richard Strauß, wichtige Ausführungen über die nächsten Aufaaben der Kammer machte. lieber den Inhalt dieser Ansprache weiß die .,DAZ." zu berichten: Nachdem die organisatorischen Fragen endgültig bereinigt seien, würden jetzt die tieferen Probleme der Lösung zugeführt. Auf wirtschaftlichem Gebiet werde ein großzügiges Arbeitsbeschaffungsprogramm in Angriff genommen, das umfangreiche Maßregeln für die notleidenden Berufsstände der Ensemblemusiker, Privatmusiker und der Musikinstrumentenindustrie vorsehe. Auf juristischem Gebiet werde eine Neuregelung des überalterten Urheberrechts, der Tarifverträge und Versicherungsvorschriften geplant. An kulturellen Reformen endlich seien im Bereich der Musikerziehung neue Lehrpläne für Konservatorien. Volks- und Mittelschulen geplant. In bezug auf die allgemeine Musikpflege sollen die neuen Musizierreformen, soweit sie für die Vertiefung der musikalischen Volkskultur wirksam sind, gefördert werden. Mit einem Appell an die Mitverantwortung der gesamten Musikerschaft und mit einem Wort herzlichen Dankes an den Reichskanzler Adolf Hitler und Reichsminister Dr. Goebbels scyloß Richard Strauß seinen Vortrag. Am Sonntag wieder Schießerei in Wien. Führende Schutzbündler in Steiermark verhaftet. Wien, 18. Febr. (DNB.) Der Republikanische Schutzbund hat sich am Sonntag wieder gerührt. In den Abendstunden feuerten Schutzbünd- ler von einem Dach in der Nähe des Reurnan-Hofes mehrere Schüsse auf Polizei und Heimwehrleute, die ihrerseits das Feuer erwiderten. Das zahlreiche Publikum auf den Straßen flüchtete in die Nebenstraßen. Eine sofort vorgenommene Haussuchung verlief ergebnislos. Dieser Vorfall bestätigt die in der Bevölkerung vertretene Auffassung, daß der Schutzbund entschlossen ist, seine Tätigkeit mit veränderten Methoden fortzusetzen. Der bekannte kommunistische Schutzbundführer Koloman W a l l i s ch , der bei dem Aufstand eine führende Rolle in Steuermark gespielt hatte und auch bei der großen kommunistischen Revolte in Budapest vor Jahren beteiligt war, ist jetzt im Gebirge in der Nähe von Leizen durch eine Polizeipatrouille fe ft genommen worden. Auf den Kopf Wallischs war von den Sicherheitsbehörden ein Preis von 5000 Schilling ausgesetzt worden. Man nimmt an, daß Wallisch sofort vor Gericht gestellt und zum Tode durch den Strang verurteilt wird. Der Gendarmerieposten Jrdning in Steiermark hat drei der radikal st en Schutzbündler aus Bruck a. d. Mur, den Schutzbundkommandan- ten Karl Kaufmann, dessen Adjutanten Lienhart sowie den sozialdemokratischen Jugendführer Karl Bleiweiß, auf der Flucht in Jrdning in der Wohnung eines dortigen Eisenbahners verhaftet und alle drei in das Kreisgericht Leoben gebracht, wo sie vor das Standgericht gestellt werden. Während der blutigen Ereignisse in Florids- darf war ein Ehepaar ermordet aufgesund e n worden. Am Sonntag hat dieser Mord eine aufsehenerregende Aufklärung erfahren. Am Nachmittag wurde in den Parkanlagen des Penzinger Friedhofes in Wien ein ehemaliger Wehrmann namens Richard Groß mit Stichverletzungen im Herzen und am linken Handgelenk aufgefunden. Er ist der Mörder jenes Florids- borfer Ehepaares. Als er noch einmal zum Bewußtsein kam, gestand er, den Mord begangen zu haben, und zwar aus Furcht davor, das Ehepaar könnte verraten, daß er an den Kämpfen als Kommandant einer Maschinengewehrabteilung des sozialistischen Schutzbundes teilgenommen hatte. Er wurde als Häftling des Standgerichts schwer verletzt ins Hospital gebracht. Die gesamte reichsdeutsche presse in Oesterreich verboten. Wien, 17. Febr. (DNB.) Das Bundeskanzler- amt hat heute ein uneingeschränktes Verbot f ü: bie gesamte reichs deutsche Presse au die Dauer eines Monats (vom 16. Februar bis 16. März) erlassen. Das Verbot erstreckt sich ausnahmslos auf den Postverfand und den Straßenverkauf. Edens Besuch in Paris. Geringe Aussichten auf ein Ergebnis. Paris, 18. Febr. (DNB.) Der franzöfich-eng- lische Meinungsaustausch über die Rüstungsfrage ist nach dem Urteil der französischen Presse insofern ergebnislos verlaufen, als die Kompromiß- wünfche Englands auf die Ablehnung der französischen Regierung gestoßen eien. „Eden hat", so schreibt das „Echo de Paris", „für die Pläne feiner Regierung bei uns keine Unterstützung erhalten. Barthou hat ihm die Gründe unserer Zurückhaltung dargelegt und u. a. gesagt,daß der EntwurfPaul-Boncours das letzte Wort der französischen Politik fei und daß die Forderung nach gegenseitiger Bei- tandsleistuna aufrecht erhalten werden müsse. „Journal" schreibt: Eden habe zunächst die letzte englische Denkschrift äußerst geschickt verteidigt, ohne jedoch die französischen Minister zu überzeugen. Hierauf hätten Ministerpräsident Doumergue und Außenminister Barthou dargelegt, daß Frankreich bei der gegenwärtigen Lage nicht in eine „Aufrüstung" Deutschlands und in eine Herab- etzung seiner eigenen Streitkräfte einwilligen könne. T a r d i e u habe dann die Frage der gegenwärtigen „Rüstungen" Deutschlands aufgeworfen. An- chließend habe H e r r i o t auf die Unzulänglichkeit der Sicherheitsbürgfchaften hingewiefen. Den englischen Vorschlag einer Konsultation der Unterzeichnermächte des künftigen Abrüstungsabkommens könne man nicht nur im Falle einer drohenden Verletzung des Briand-Kellogg-Dertrages, sondern auch im Falle der Nichtausführung des Abkommens durch einen Vertrag als keine ausreichende Bürgschaft ansehen. Kriegsminister Marschall P 61 a i n habe an die vielen Zugeständnisse erinnert, die das französische Heer bereits in der Hoffnung auf eine gerechte und dauerhafte Friedensorganifation gemacht habe. Frankreichs Garantiewünsche noch immer nicht befriedigt. London, 19. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter der „Times" in Paris meldet u. a.: Barthou und Eden erklärten sich mit dem Ergebnis ihrer Aussprache recht zufrieden. Man war sich von Anfang an klar darüber, daß Edens Besuch mehr den Zweck hatte, die Ansicht der französischen Regierung über die britische Denkschrift einzuholen, als im jetzigen Stadium irgendwelche genauen Vorschläge für ihre Annahme zu machen. Ein zweites Ziel war, Aufklärungen über die französische Antwort an Deutschland zu erlangen. Daß die britische Denkschrift anfänglich recht kühl aufgenommen wurde, ist kein Geheimnis. Dieser Umstand hat in der Presse zu der Behauptung Anlaß gegeben, sie habe keine Aussicht als Grundlage der künftigen Aussprache. Ich höre, daß diese Auffassung unzutreffend ist. Eden hat es sich angelegen fein lassen, darzutun, daß in der Frage der Sicherheit die britische Denkschrift über alles bisher zugestandene be- ttächilich hinausgehe. Sieht sie doch für den Fall einer Verletzung des Abrüstungsabkommens die sog. Konsultation vor. Damit bleibt sie allerdings ein gutes Stück hinter dem zurück, was d i e Franzosen zufriedenstellen würde. Eden wurde auf die Entschließung des französischen Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten aufmerksam gemacht, die besagt, daß Frankreich weitere Verminderungen seiner bereits gefährlich niedrigen Rüstungen nichtzugeben könne. Auch der Vorschlag, eine kleinere Konferenz von acht oder neun Mächten an einem anderen Platzvls Genf abzuhalten, findet bei den maßgebenden französischen Stellen kein günstiges Ohr. Reuter meldet, Edens Rolle sei die eines „Vorlesers" und „Examinators" gewesen. Er habe keine Ermächtigung gehabt, die französische Forderung nach oerftärtter Sicherheit anders, als sie in dem englischen Memorandum geboten werde, zu befriedigen. Als die Franzosen die Notwendigkeit von Sanktionen im Falle eines Bruches der Abrüstungskonvention vorbrachten, habe Eden geantwortet: „Nein, nur Konsultationen." Kunst und Wissenschaft. Mussolini läßt sich den Hans-Weslmar-Film vorführen. Auf persönlichen Wunsch Mussolinis wurde in Togfonia, dem Wohnsitz des italienischen Regie- rungschefs, der Hans-West mar-Film im aüerengften Kreise vorgeführt. Mussolini fand sich mit seiner Gatin, seinem ältesten Sohn und seinem Schwiegersohn ein und verfolgte mit gespanntester Aufmerksamkeit den Film, der ihm von dem ausländischen Pressechef der NSDAP., Dr. Hanf- t a e n g I, persönlich vorgeführt wurde. Mussolini ließ sich von Dr. Hanfstaengl sachliche Erläuterungen geben und äußerte an verschiedenen Stellen spontan eine Zustimmung. Zum Schluß sprach er Dr. Hanfstaengl und dem Regisseur des Films, Franz Wenzler, seine vollste Anerkennung aus. 1000 Berliner Arbeiter reisen nach Oberbayern. Der erste Urlaubssonderzug der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" brachte 1000 bedürftige und würdige Berliner Arbeiter in die oberbayrischen Berge. Die Abreise gestaltete sich zu einem festlichen Ereignis, die Teilnehmer an der Fahrt 3ogen, von vielen Arbeitskameraden begleitet, mit Musikkapellen und Fahnen zum Anhalter Bahnhof, wo ein Sonderzug in der mit Fahnen geschmückten Bahnhofshalle stand. Zur Verabschiedung hatten sich u. a. Staatsrat Schumann, Staatskommisfar Dr. Lippert sowie Dr. Ley eingefunden, der den Zug bis München begleitete. Dr. Ley wies darauf hin, daß diese erste Veranstaltung den Beginn einer Reihe weiterer ähnlicher Fahrten bilde. Der heimatlos gewordene deutsche Arbeiter solle sein schönes Vaterland kennenlernen und den Wert der Kameradschaft empfinden. Dann verließ der Zug unter den Klängen des Liedes „Muß i' denn zum Stabile hinaus" die Halle. In München trafen aus Norddeutschland und aus Württemberg die ersten Ferien-Sonderzüge der Organisation „Kraft durch Freude" ein. Zum Empfang hatte die Stabt reichen Flaggenschmuck angelegt. Fahrplanmäßig lief als erster ber Sonderzug aus Berlin ein. Zur Begrüßung hatten sich ber ßanbesobmann unb Bezirksleiter für Bayern der DAF. und der Münchener Oberbürgermeister eingefunben. In ben kurzen Ansprachen wurde au; die Bedeutung der Urlaubsorganisation im Dienst ber Heimatliebe unb der Volksgemeinschaft beson- bers hingewiesen. Abenbs fuhren die Urlauber in bas bayerische Ob erlaub, wo sie zehn Tage lang bleiben werden. Aus aller Wett. Einsturzunglück in Hannover. — 14 Verletzte. In einem zweistöckigen Haus in Hannover war burch eine schabhaft geworbene Gasleitung im Keller ein kleines Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr nahm mit Beamten bes städtischen Gaswerkes bie Löscharbeiten auf. Plötzlich schoß eine gewaltige Stichflamme aus dem rauchenden Untergeschoß, und unter gewaltigem Getöse, bas auf eine Gasexplosion zurückzuführen ist, würbe bie ganze Vo rberroanb bes Hauses herausgeris- [en. Das Dach hing, nur auf einen kleinen Teil ber Brandmauer gestützt, fast völlig frei in ber Luft. Bei bem Einsturz ber Kellerbecke unb der Hausfassade sind drei Feuerwehrleute schwer unb fünf leicht verletzt worben. Von den Hausbewohnern trugen drei Frauen und ein junges Mädchen Verletzungen davon, ebenso zwei Arbeiter bes Gaswerkes. Todesopfer sinb glücklicherweise nicht zu beklagen. Die bem Unglückshaus gegenüber^ liegenben Gebäube sind gleichfalls beschädigt worden. Mehrere Fenster wurden aus den Rahmen gerissen. Den Sübaflanfif allein im Segelboot überquert. Der Norweger Hansen ist mit seinem Segelboot „Mary Jane" nach Ueberquerung bes Sübatlantif in Buenos Aires eingetroffen. Er war im Oktober 1932 von Portugal abgefahren, um feine Frau in Florida zu besuchen. Seine einzigen Begleiter auf der langen Fahrt waren ein Hund und eine Katze. Verheerende Feuersbrunst in Wolhynien. Wie aus Rowno (Wolhynien) gemeldet wird, wurde die Ortschaft Kontary von einer Feuersbrunst heimgesucht. Insgesamt sind einhundert Gehöfte in Asche gelegt worden. Die Brandursache konnte nicht feftgestellt werden. Seit einer Woche Nebel in London. Schon eine Woche lang sind London und die um» liegenden Grafschaften in dichtesten Nebel gehüllt. Während der letzten Tage herrschte tiefste Finsternis in den Straßen, so daß der gesamte Verkehr zum Erliegen kam. Zahlreiche Dorortzüge trafen mit starker Verspätung ein. Im Kanal verursachte der Nebel mehrere Schiffszusammenstöße. In der Nacht rammte ein unbekanntes Schiff, wahrscheinlich holländischer Nationalität, das Leuchtschiff In verschiedenen Teilen der Insel Formosa ereignete sich ein heftiges Erdbeb en. Mehrere Häuser wurden zerstört. Auch im südlichen Teil von Sachalin sollen Erdstöße verspürt worden sein. Ob auch Menschen ums Leden gekommen sind, läßt ich zur Zeit noch nicht feststellen. Die Reichsanstalt ür Erdbebenforschung in Jena und die Hauptstation ür Erdbebenfovschung in Hamburg haben überein* timmenb bas Erbbeben aufgezeichnet. Von einem Lastauto totgebrütft Auf ber steilen Bremthaler Straße in Wiesbaden blieb ein Laftautozug stecken. Bei bem Versuch ber Mit« ahrer, die schweren Wagen wieder in Fahrt zu bringen, wurde eine zu dem Lastzug gehörende Frau zwischen Motorwagen und Anhänger totgequetscht. Die Fahrer und die Wagen stammten aus Jülich. Lokomotivführer überfahren und gelötet. Im Bahnhof Einfiedlerhof (Pfalz) wurde ber verheiratete 47jährige Lokomotivführer Johann Murr bes Bahnbetriebswerks Kaiserslautern beim Ueberschreiten der Gleise von einem einfahrenden Güterzug erfaßt unb getötet. Es liegt eigenes Verschulden vor. Lüchertisch. — Die Kreuzerfahrten der Soeben und Breslau. Von Korvettenkapitän S. K r a u s und Korvettenkapitän Karl D ö n i tz. Mit 17 Aufnahmen. Im Verlag Ullstein, Berlin. — (621) —- Der berühmte Durchbruch ber beiben Schiffe in bie Dardanellen bis vor Konstantinopel und ihr Kampf mit der russischen Flotte im Schwarzen Meer. Berichtet von zwei Mitkämpfern, bem damaligen Leutnant z. S. Kraus, jetzt Korvetten-Kapitän im Reichs- marineamt-Berlin, und dem damaligen Kapitänleutnant Dönitz, jetzt erster Admiralstabsoffizier beim Kommando der Nordsee-Flotte Wilhelmshaven. Zwischen den Kapiteln erzählt ber ehemalige russische Kapitän-Leutnant von Schön, wie bie Russen damals die Lage sahen. Preis: Reich bebildert. Ganzleinen 2,85 Mk., kartoniert 2 Mk. — „Land in Ketten". Geraubtes deutsches Land. Unter Mitarbeit von Dr. Robert Ernst, Hermann Janosch, Carl Lange-Oliva, Dr. v. Seers, Dr. Franz Lüdtke, Gouverneur z. D. Dr. Schnee, Ernst Schröder-Flensburg, Senator Dr. Dr. h. c. Strunk- Danzig, Paul Warncke, Dr. Werner Wirths herausgegeben vom Verleger. 160 Seiten. Mit vielen Bildern. Preis 2 Mark. Heinrich Beenken, Verlag, Berlin SW 19. — (516). — Neue Wege zur Bekämpfung der Jugendkriminalität. Mit einem Beitrag von Dr. jur. Walter Arnold. Herausgegeben von Paul W i n d i f ch. 39 Seiten. Preis 0,60 Mark. UnioerfitätsDerlag von Robert Noske in Leipzig, 1933. — (178). — Kürschners Volkshandbuch Deutscher Reichstag, herausgegeben von Hermann Hilger, ist auch für das am 5 März gewählte Parlament in der bekannten Form mit Abbildungen unb biographischen Notizen für jeben Abgeordneten unb einer Reihe wertvoller statistischer Zusammenstellungen im Verlag Hermann Hilger, Berlin W 9, zum Preise von 1 Mark erschienen. — (181). Wettervoraussage. Da die Störungstätigkeit im Norden wesentlich zugenommen hat, geht der Einfluß des hohen Druckes bei uns zurück. Entsprechend dem Lauf der Isobaren bringt von Westen unb Norbwesten ozeanische Luft auf bas Festlanb vor, bie ben Witterungscharakter wechselhaft gestalten wird. Vereinzelt dürfte es sogar zu leichteren Niederschlägen kommen. Die Temperaturen werden meist über, doch in der Nähe des Gefrierpunktes liegen. Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkig mit kurzem Aufklaren, Temperaturen wenig verändert, vereinzelt etwas Niederschlag, westliche bis nordwestliche Winde. AussichtenfürMittwoch: Etwas wechselhaftes Wetter mit vereinzelten Niederschlägen. Lufttemperaturen am 18. Februar: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 5 Grad: am 19. Februar: morgens 2,1 Grad. Maximum 7,1 Grad, Minimum 1,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Februar abends 0,5 Grad, am 19. Februar morgens 0,4 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Steinbruderei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Das Rätsel einer Frühlingsnacht Zfioman von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Halle, Saale 28 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er zog sie an sich, legte fest und warm die Arme um die Ziternde. „Nichts kann uns mehr trennen. Dein Schwur bindet uns auf ewig. Ich werde immer nur dich lieben, keine Frau wird je in meinem Leben auch nur wieder das geringste zu suchen haben. Ich bin dir treu mit jeder Faser meines Herzens. Doch lange warte ich nicht mehr auf mein Glück. Hörst du, Gertraude? Ich war lange genug ein einsamer, freudloser Mann, und dieses letzte Jahr hat mir deutlich genug gezeigt, daß ein tolles Leben niemals Frieden bringen kann." „Ich liebe dich, Rudolf! Ich würde sterben müssen, wenn das Leben dich mir nähme." „Uns trennt nur der Tod, niemals das Leben. Ich liebe dich so sehr, daß ich mich vor mir selbst fürchte. Gertraude, süße, kleine Gertraude!" Er küßte sie wieder, immer wieder, und sie erwiderte diese heißen Küsse. Dann führte er sie schnell ins Zimmer. Fürstin Agnes blickte herüber und lächelte gütig. „Ich habe es mir doch gleich gedacht, daß das leichtsinnige Kind da draußen im kalten Regen steht. Vielen Dank, Graf Härtlingen, daß Sie sich um das Kindchen gekümmert haben!" Der leichte Ton der Fürstin behob die Befremdung, mit der die Herrschaften den gemeinsamen Eintritt der beiden wahrgenommen hatten. Es war dann noch ein sehr gemütlicher Abend, den man zusammen verlebte. Ein bißchen wehmütig dachte die Fürstin daran, daß sie wohl in nicht allzulanger Zeit ganz allein sein würde, denn auch Gertraude würde sie ja verlassen, um dem Manne ihrer jungen, heißen Liebe zu folgen. Der Welt Lauf. Das Alter blieb einsam. Es war ein bißchen schwer, sich nun erst wieder an eine fremde Persönlichkeit zu gewöhnen. Aber es würde sein müssen. Ganz allein wollte sie nicht bleiben. Als die Damen noch fest schliefen, auch einige der Herren, machten sich die Jäger auf den Weg. Die Hunde waren nicht allzusehr erbaut, daß sie hier im Regen viele Stunden zubringen sollten. Daheim im Stall war es so schön weich und warm und trocken gewesen. Im Walde waren sie dann aber sehr pflichttreu. Und es wurde eine ganze Menge Wild zur Strecke gebracht. Die Jäger sahen sich schmunzelnd an. Natürlich hatte, wie immer, Graf Härtlingen den Kapitalsten geschossen. Aber wo war denn nur Härtlingen? „Dattenberg fehlt auch. Dann wird Härtlingen auf einer neuen Fährte sein", stellte Graf Bredow fest. Battenberg war der beste Spürhund der Meute — ein großer, schöner, gefleckter Jagdrüde. ,/Ja! Jetzt hätten wir eigentlich genug. Zudem wird das Wetter immer miserabler, und ich habe nasse Füße. Nun könnten wir heim, und der Härtlingen fehlt. Zu dumm!" knurrte einer der älteren Herren. Nach einigem Hin und Her kam man zu dem Entschluß, nach Kleven zurückzukehren. Da Härtlingen den Hund mithatte, war ja nichts weiter zu befürchten, denn das Tier kannte jeden Baum im Revier genau. Und Härtlingen würde das selbst nicht wollen, daß man sich in diesem Wetter hinstellte und auf ihn wartete. So gingen die Herren davon. Die Treiber blieben bei der Beute, bis der Wagen aus Kleven kommen würde. Sie krochen einstweilen in die kleine Hütte, die nur Raum für höchstens vier Menschen bot. Härtlingen spürte einem Achzehnender nach, einem Prachtkerl, den er sich auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Er hatte schon einen Zwölfender auf die Decke gelegt, wenn er nun doch den Achzehnender bekam — dann war ihm das Jagdglück ganz besonders hold. Der Jagdeifer hatte ihn gepackt, er achtete auf nichts mehr. Er hatte auch vergessen, daß die Herren auf ihn warten würden. Ein furchtbarer Sturm erhob sich. Krachend stießen die hohen Bäume gegeneinander. Der Hund sah ihn bitend an. Er wollte wohl auch nach Hause. Vom Hirsch war nichts mehr zu sehen. Der Hund hate auch die Fährte verloren. Ringsum war es dunkel. Jetzt fielen Hagelkörner, und der Sturm wurde stärker; es heulte in den Lüften. Ratlos sah Graf von Härtlingen sich um. Wo war er denn da eigentlich hingeraten? Er hatte die Orientierung vollständig verloren. Der Hund suchte eifrig, witterte da und dort und kam dann auch wieder zu ihm zurück. Es war jetzt, als fei die Hölle losgelassen. Härtlingen nahm den Hund kurz. „Such, »Battenbergs Such heim!" Der Hund nahm sofort den Weg auf. Bis auf die Haut durchnäßt war Härtlingen bereits, als er sich mit dem Hunde durch den Wald gearbeitet hatte. Da — eine menschliche Behausung? Was war denn das für ein kleines idyllisches Schlößchen, das da mitten im Walde lag, und zu dem eine breite Fahrstraße emporführte? Wie lange mochte er benn überhaupt umhergeirrt sein? Ihn dünkte es eine Ewigkeit. Aber wem mochte nur diese Besitzung gehören? Graf Härtlingen folgte dem Hunde, der auf das Schloß zuhielt, so, als sei ihm alles egal, als brenne er nur darauf, jetzt endlich dieser Holle im Walde zu entfliehen. # Der Sturm und das Wetter hatten auch hier gewütet. Verschiedene Bäume waren gefällt, lagen I quer über dem Weg. Große Pfützen standen auf den gewundenen Wegen. Der Regen hatte den gelben Kies weggespült, und am Rande lag eine Marmorfigur, die der Sturm umgerissen hatte. Am Eingang stand ein kleines schmuckes Häuschen. Ein Mann kam aus der Tür, als er den einsamen nassen Jäger dort draußen sah. Der Mann verbeugte sich. Alte Lakaien haben einen Blick für die Menschen. Der Graf lüftete den Hut. „Graf Härtlingen. Zur Zeit Gast der Fürstin Kleven. Dürfte ich hier das Unwetter abwarten? Ich habe mich auf der Jagd verirrt." Der Mann war schon am Tor, öffnete es weit, verbeugte sich abermals tief. „Herr Graf sind im Rosenschloß willkommen. Das Schloß gehört Ihrer Durchlaucht der Frau Fürstin Kleven. Herr Graf sind ungefähr eine Fahrstunde von Schloß Kleven entfernt." „Na, dann ist die Geschichte ja soweit noch ganz gut abgelaufen. Kann ich gleich hier bei Ihnen eintreten?" „Verzeihen, Herr Graf, aber das schickt sich nicht. Ich habe Auftrag, jeden Gast der Frau Fürstin ins Schloß zu führen. Die Hilgers sorgen dort für alles, und der Herr Graf müssen es sich doch bequem machen. Herr Graf sind ja völlig durchnäßt." So kam es dann, daß Graf Härtlingen eine Stunde darauf in einem schönen, zu ebener Erde gelegenen Speisezimmer saß, in trockenen Sachen, die ihm zwar keineswegs paßten, die aber immerhin warm und trocken und sehr sauber waren, und vor ihm stand ein gutes Mahl und heißer Grog. An die Scheiben klatschte der Regen, aber etwas heller war es geworden. Härtlingen musterte die gediegene Pracht des alten flämischen Zimmers. Wie schön und traulich es hier war! Eigentlich hatte dieses Zimmer Aehnlichkeit mit dem Speisezimmer daheim in Härtlingen. Ob die Fürstin oft hierher gekommen war und mit ihr Gertraude? Gertraude — feine kleine, blonde, schöne Gertraude? Wie war es nur gekommen, daß er sie nun so liebte? Er, der in diesem letzten Jahre die Liebe von sich abgetan, sie verlacht und verspottet hatte und nur Leidenschaften, kurze, flammende Leidenschaften kannte? Und nun sehnte er sich, mit Gertraude still in Härtlingen zu leben, nur ihr und ihrem großen, gemeinsamen Glück! Was war nur diese wahre große Liebe für eine Schöpfung des Allmächtigen, daß der stärkste Mann sich ihr beugen mußte?! Gertraude, liebe Gertraude!, dachte er wieder, und heiße Sehnsucht nach ihren weichen zärtlichen Händen überkam ihn. Der Sturm schien etwas nachzulassen. Ob er gehen konnte? Die Sehnsucht nach Gertraude wurde größer, un- aeftümer. Es war ihm plötzlich, als drohe seiner heißen Liebe eine Gefahr. Härtlingen sah nach der Uhr. Gleich neun Uhr. Würden die anderen Herren wenigstens nach Hause gegangen sein? Wenn sie jetzt noch im Walde waren, trug er die Schuld. Aber sie würden hoffen- lich nicht auf ihn gewartet haben. Schließlich wußten sie doch, daß er sich leicht einmal auf eine Fährte versteifte. Sie würden gewiß längst warm und trocken in Kleven sitzen. Und das wäre nur recht und gut so. Denn er war ja auch geborgen. Wo mochte denn der Hund sein? Härtlingen ging zur Tür, öffnete sie. Da lag der Hund auf einer Decke. Im Flur. Er schien satt und zufrieden, nur noch müde zu fein. Aber das würde jetzt nicht viel nützen, er mochte daheim in Kleven ausschlafen von den Strapazen dieser Jagd. Der Hund blinzelte bittend zu dem Grafen empor. In diesem Augenblick krachte es draußen. Ein Heulen erhob sich in den Lüften und ein Hagel von Eiskörnern, die hart gegen die Fenster fielen, sauste hernieder. Härtlingen wandte sich der Treppe zu. Eine junge Person, sehr sauber und abrett, kam gerade herunter. Sie grüßte freundlich, sagte dann: „Herr Graf! Vater läßt sagen, Herr Graf könnten jetzt nicht fort. Es ist lebensgefährlich im Walde, und der Weg nach Schloß Kleven führt nur durch Wald. Wollen Herr Graf sich inzwischen die Gesellschaftsräume ansehen?" Er nickte. Es war ja gleich, was er während dieses Aufenthaltes hier mit der Zeit anfing. „Die Frau Fürstin kommt selten herüber, aber Fräulein Schwarzkoppen kommt sehr oft!" plauderte die Tochter des Kastellans. Härtlingen zuckte zusammen. Gertraude liebte dieses einsame Waldschloß? Jetzt schien ihm die Wartezeit hier doch nicht mehr unnütz. Er wollte sich ein wenig hier umsehen, weil es Gertraude hier gefiel. Und dann war er allein. Er schritt durch die Zimmer, die wundervoll eingerichtet waren. Ein Zimmer mit einem Erker fesselte ihn besonders. Ein kleiner Damenschreibtisch! Wie von einer geheimnisvollen Macht getrieben, trat er näher und sah auf die Zierlichkeiten, die den Schreibtisch schmückten. Seine Hand strich wie liebkosend über die Lehne des Sessels. Er wußte, daß hier Gertraude oft gesessen, wußte es so bestimmt, als hätte ein Eingeweihter es ihm bestätigt. Plötzlich fiel fein Blick auf ein in rotes Leder gebundenes Buch. War es ein Tagebuch? Und wieder trieb ihn irgendeine geheime Macht, dieses Buch aufzuheben, einen Blick hineinzutun. Das Buch lag zwischen Fenster und Schreibtisch. Augenscheinlich war es heruntergefallen, als die Besitzerin es wegschließen wollte. Sie verneinte gewiß, es fei in sicherem Gewahrsam. (Fortsetzung folgt.) M Für die Küche Schellfisch mit Kartoffeln. Zutoten: 1 pfunb gekochten Schellfisch, 1'/, pfunb In der Schale gekochte Kartoffeln, 50 g Fett, 1 Zwiebel, Salz, etwas Pfeffer, 10 Tropfen Maggi'S Würze, 2 Eßlöffel Senf Zubereitung: Den gekochten Fisch befreit man sorgfältig von Haut und Grälen. Oie geschälien Kartoffeln schneidet man in Scheiben, fügt die Fisch- ffücke sowie die feingeschnittene Zwiebel und den Senf hinzu Run macht man in der Bratpfanne das FeU heiß, schüttel alles zugleich hinein, läßt die Maffe unter öfterem Rühren gut burchbralen, schmeckt nach Solz ab, gibt etwas Pfeffer hinein und macht das Gericht mit 10 Tropfen Maggi s Würze fertig. Gießen (Katharinengasse 15), im Februar 1934. 104SD Statt Karten. Gießen, den 19. Februar 1934. Statt Karten. Gießen, den 19. Februar 1934. 1049 0 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHHIIIIIIIIIIIIIIIIIII miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Wilhelm Herrmann Käthe Herrmann. Für die vielen Beweise gange unserer liehen Maße zuteil wurden, gefühlten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Theodor Rohrbach und Kinder. Für die wohl tuen den Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgange unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, danken wir hiermit herzlichst Danksagung. herzlicher Teilnahme, die uns bei dem Heimunvergeßlichen Entschlafenen in so. reichem sagen wir auf diesem Wege unseren tief- Ata Anzeigen Atttengesellschasl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Sieben,SlWsWeNl.7 Korrespondentin verf.i.Kurzschrist u. Maschine, fof. gesucht. Schrift!. Ang.m.Gebalts- ansvr. u.0883 an denGieß.Anzeig. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii llllllllllllllilllllllllllllll Bau-Fach! Vertreter für glänzend be- währt.Gardinen- träner gesucht. Schrift!. Bewerbungen n. 1040V andenGietz.Anz. Willi llllllll >11111111III Jg. fläusnirsche s.Bäcker.gesucht. Wo? sagt dieGe- schäftsst. d. G. A. | Mietgesuche~| 2 Zimmer und Küche auch Mansarde zum 1.3.34 oder später gesucht. Schr.Angeb.unt. 0890 a. d. G. A. Zimmer möbl.,hell,part., Bahnhofsnähe, sof.vonDauerm. ges. 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Kl. 89,0 rm Buchenknüppel 30,6 rm Eichenknüppel 15,0 rm Birken-, Eschen- und Kiefernknüppel 14,0 rm Buchen-, Kiefern-, Eschen- und Fichtenreisig 1. Kl. 1970 Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl. 24,6 rm Buchenstöcke 9,0 rm Eichennutzscheiter (2,20 m lang) 2,6 rm Fichtennutzscheiter (2 und 3 m lang) 2 Eichenderbstangen 2. Kl. (Deichseln) 7 Fichtenderbstangen 1. Kl. Zusammenkunft: Licher Straße — 12. Schneise. Das Holz aus den Abteilungen des Fernewaldes wird nicht vorgezeigt; vorherige Besichtigung wird empfohlen. B. Freitag, den 23. Februar 1934, 9% Utyt beginnend, aus den Abteilungen 8a, 28b und 45 (Stadtwald), Försterei Rödgen: 10,0 rm Buchenscheiter 1. und 2. Kl. 86,3 rm Eichenscheiter 1. und 2. Kl. 8,1 rm Kiefern- und Erlenscheiter 1. Kl. 20,2 rm Fichtenscheiter 1. und 2. Kl. 5,8 rm Buchenknüppel 4,0 rm Hainbuchenknüppel 64,0 rm Eichenknüppel 20,1 rm Kiefernknüppel 24,1 rm Erlenknüppel 15,8 Fichtenknüppel 3,8 rm Birken-, Eschen- und Aspenknüppel 210 Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl. 400 Wellen Hainbuchenreisiq 2. Kl. 1290 Wellen Eichenreisig 2. Äl. 870 Wellen Kiefernreisig 2. Kl. 5,2 rm Erlenreisig 1. Kl. 12,8 rm Eichenstöcke 10 Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. KI. 6,2 rm Eichennutzscheiter (2,20 m lang). Zusammenkunft: Alter Anneröder Weg — achte Schneise. Gießen, den 17. Februar 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. Der Voranschlag der Gemeinde Dorf-Gill für 1934 liegt vom 20. Februar an eine Woche auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können innerhalb dieser Zeit vorgebrachl werden. Es wird eine Umlage erhoben, welche auf die Einwohner und Ausmärker zum Ausschlag kommt. 1051D Dorf-Gill, den 17. Februar 1934. Bürgermeisterei Dorf-Gill: Knöpper. (Darlehen« 130000. Bed. u. kosten!. Ausk. d. Emil Brann,Trohe b.Kleüen(Lahn), Hauptstr.41.io43V llllllllllllllilllllllllllllll Berwnle i einen »nitt Ludwiastr. 81. SkMWlkl Gießen imiD Dienstag, 20. 2. Die 20. Dienstag - Abonnent. - Vorstellungfnllt wegen Vorbereitungen z. 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Dieses gigantische Thema behandelt der Millionen-Grob-Film von dem Meister - Regisseur C. B. de Mille geschaffen: Revolution Jugend in deutscher Sprache Das erschütterndste Sittenbild des modernen Amerikas, das wir bisher kennen Die Mitwirkenden sind keine Schauspieler, sondern ausnahmslos Studenten! Aufstand der Studenten einer amerikanischen Hochschule gegen das Gangstertum ihrer Stadt I038c Ein heutiger Film! Für alle ein Erlebnis! Interessantes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Hi. 42 öweues Qu.. ^legener Anzeiger (Senerai-Anzelgel >ur Gderhefsen)Uiontag, 19. Zebruar 1954 Der Saarausschuß des Mkerbundsrats. Links: Madariaga (Spanien) und C a st i l a 0 (Brasilien). — Rechts: Der Vorsitzende Baron A l 0 i f i (Italien). w i : Z I Kulturbiologie. Von E Günther Gründel. Der Verfasser des Buches „Die Sendung der jungen Generation" gibt in einem neuen Buch „Jahre der Ueberwindung" eine Abrechnung mit Spengler. Mit Genehmigung des Verlages W. G. Korn-Breslau entnehmen wir dem Buche folgendes Kapitel. Der eigentliche Kernpunkt der Spenglerfchen „Kulturbiologie" ist die Lehre von den Entwick- lungsphajen als „unabwendbaren" Lebens- und Altersstufen (Jugend — Mannesalter — Greisentum — Tod) und der daraus abgeleitete Gedanke eines unabwendbaren Schicksals, lieber eins müssen wir uns hier im voraus klar sein. Das „idealistische" Sichaufbäumen des bloßen Willens gegen ein „Schicksal", das man nicht mag, ist in der Tat nur eine gutgemeinte romantische Geste. Nein, etwas mehr müssen wir uns schon an- strengen. Es ist erforderlich: 1. die Ursachen des in der Tat immer wieder beobachteten Kultur- todes zu erforschen und 2. an Hand der in ihnen waltenden Naturgesetze eine Methode ausfindig zu machen zur Beseitigung jener Ursachen und zur Ueberwindung ihrer Wirkungen. Das soll im folgenden versucht werden. Spengler redet gern von seiner neuen „biologischen Kulturbetrachtung". Wir werden aber sehen, daß es sich hier um eine Pseudobiologie handelt. Kultur ist bei ihm eine mystisch-metaphysische, nicht von Menschen geschaffene Größe, das betont er immer wieder. Die Menschen, also doch das einzig biologische Element des ganzen Vorgangs, spielen bei ihm nur die Rolle von Marionetten. Die Existenz eines ungreifbaren „pflanzenhaften" Wesens zu behaupten, das eine „große Kultur" genannt wird, ein quasi individuelles Lebewesen ist und den Gesetzen individueller biologischer Entwicklung (Geburt, festbegrenzte Lebensspanne und Tod) unterliegen soll, das hat mit Biologie nichts zu tun. Es gibt nur eine wirklich biologische Betrachtungsweise des Kulturphänomens: Sie muß vom Menschen selbst als rassisch bedingtem, ganz allgemein: als biologischem Individuum und in seiner Häufung zu Erbstämmen und Kulturvölkern ausgehen. Das eine steht fest: Träger jeder Kultur sind jedenfalls immer Menschen gewesen, welchen allen — den einen mehr, den anderen weniger — gewisse erbliche, rassische Fähigkeiten angeboren gewesen sein müssen, lieber dieses gewisse und durchaus nicht unbeträchtliche Maß erbbiologischer Bedingtheit aller menschlichen Leistungen ist man sich einig. Jede Bevölkerung besitzt in der Summe ihrer Einzelmenschen einen begrenzten Schatz von Erbanlagen Dieser Schatz — und das ist hier das eigentlich Wesentliche — unterliegt im Lauf der „Geschichte" gewissen Veränderungen. Unter diesem Gesichtspunkt müssen wir die Kulturentwicklung ganz neu sehen lernen. Eine so glanzvolle Erscheinung wie die Kreuzzüge unserer Kultur z. B. bedeuteten gleichzeitig einen empfindlichen rasse-biologischen Aderlaß an besten Kräften der damaligen Bevölkerung. Wir beobachten also Ausmerz- uorgänge. die einer Bevölkerung ober Kulturschicht ihre besten Erbwertträger — und damit ihre künftige Kulturfähigkeit, — sozusagen abfiltrieren Diesen letzten Vorgang z. B. können wir in unserer abendländischen Kultur an allen in ihr nacheinander zur Herrschaft und kulturellen Auswirkung gekommenen Schichten beobachten. Auf Adel folgt Bürgertum Nach seinem Aussterben tritt das Proletariat und die „Restmasse" kulturfähiger Erbwerte noch eine kurze Nachherrschaft an. Aber nicht lange, denn herauf drängt, alles überschwemmend, der Bodensatz, der eigentliche Pöbel. Dies erkennen wir überall als den eigentlichen Grund des „Untergangs" der Kulturen. Die Kultur blüht und stirbt mit der rassisch hochwertigen Kulturschicht eines Volkes und ihrer biologischen Fruchtbarkeit. Gedankenlose Ausrottung der Tüchtigen, .Hochbegabten, Charaktervollen, diese gedankenlosen Aderlässe am kulturfähigen Volkskörper, und sodann der Geburtenrückgang, die absichtliche Einschränkung der Kinderzahl gerade der besten und hochwertigen Familien: Dies waren bisher stets die unerkannten Ursachen des Kulturver- falls. Jede bisherige Kultur ist blind untergegangen. Dies aber erfährt nun heute in unserer abendländischen Kultur mit ihrer überlegenen Naturerkenntnis und -beherrschung eine grundsätzliche Aenderung. Denn wir haben in der Methode der R a s s e n h y g i e n e (= Eugenik, Erbgesund- heitspflege), in dieser ganz neuen und ungeheuer zukunftsreichen Methode, die bezeichnenderweise als erste politische Bewegung der Well heute der Nationalsozialismus auf feine Fahnen geschrieben hat, endlich ein wirksames Mittel gefunden, um die Ursachen jenes bisher „unabwendbaren" Unterganges zu überwinden, also diesen zu vermeiden. Wir haben heute dank den neuesten Ergebnissen biologischer Wissenschaft endlich erkannt, daß die Kulturentwick- lung der Völker in ihren großen Grundzügen einer bisher noch nie erkannten rassebiologischen Kausalität unterliegt und daher weitgehend „beeinflußbar" ist. Diese neue Erkenntnis aber, von der vor zwanzig Jahren, als der „Untergang des Abendlandes" entstand, freilich nach kaum jemand etwas wußte, erschüttert die Spenglersche Pseudo-Kulturbiologie in ihren Grundlagen Seme kulturbiologische „Organis- men"-Theorie erscheint uns heute als eine mit viel Phantasie und Darstellungskraft durchgeführte Pseudobiologie Aber vom Wissenschaftlichen einmal ganz abgesehen: Spenglers abendländischem Kulturbild fehlt etwas überaus Wesentliches, nämlich der abendländisch-faustische, dynamische Begriff, der die von einem Willen bewußt zur Ueberwindung und Entwicklungsbeeinflussung ansetzbaren Kraft mobilisiert, fei es aus urmächtigem Drange oder aus klar wollendem Wissen. Der wahrhaft faustische Ausdruck dieser überwindenden Kraft ist unsere neue kultur- biologische Erkenntnis von der Beeinflußbarkeit unseres Kultur-„Schicksals". Sie aber mußte bei Spengler fehlen, weil er nicht echt faustischen menschlichen Ueberwindungswillen, sondern „unentrinnbares Schicksal", weis er nicht die Möglichkeit einer ganz neuen Kulturzukunft, sondern den Untergang will GauleiterEprengerweiht das Haus der HI.-Gebietsführung in Wiesbaden ein. LPD. Wiesbaden, 17. Febr. Gauleiter Sprenger weihte heute nachmittag in Wiesbaden das neue Haus der HI. -Gebietsführung Hessen-Nassau ein. In herzlichen Worten stellte dabei Gauleiter Sprenger die enge Verbundenheit der politischen Organisation der Partei mit der Jugend der Bewegung heraus. Er wies dabei besonders auf die am 25. Februar stattfindende gemeinsame Vereidigung der Führer beider Organisationen hin. Seinem Bedauern darüber, daß die HJ.-Gebietsführung ihre seitherige Freistätte im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt a. M. aufgebe, schloß der Gauleiter den Ausdruck seiner offenen Freude an über das selbstbewußte Streben nach Ausbreitung und Selbständigkeit der HI. In diesem Sinne beglückwünschte Gauleiter Sprenger den verdienstvollen Gebietsführer Kramer besonders zu dem neuen stattlichen Heim des Gebietes. Das Haus wurde darauf der HI. von Bürgermeister Kreisleiter P i e f a r s f f i im Namen der Stadt Wiesbaden übergeben. Neben dem vollzählig erschienenen Führerstab der HI. und des Jungvolks sowie des BdM. aus dem Gebietsbereich nahmen Gauschatzmeister E ck und Regierungspräsident Zintsch an der Weihe teil. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger begab sich nach der Weihe und nach einer Besichtigung des zweckmäßig eingerichteten Hauses von Wiesbaden nach E b'e r st a d t bei Darmstadt zu einer Fahnenweihe der dortigen Ortsgruppe der NSDAP. Reichsstatthalter Sprenger bei den Oaimler-Aen,-Werken. LPD. Frankfurt a. M., 17. Febr. Am Donnerstag vormittag stattete, wie uns aus Gagge - n a u gemeldet wird, der Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger den Gaggenauer Daimler-Benz-Werken einen Besuch ab. Nach der Besichtigung richtete Reichsstatthalter Sprenger eine kurze Ansprache an die Vertreter der Werkleitung und der Belegschaft und gab feiner Bewunderung Ausdruck, die ihn beim Anblick des gewaltigen industriellen Unternehmens er= i.« /A Frau Henni Warninghoff (Hannover) ist mit der Leitung des neugegründeten Frauenausschusses für Leibesübungen für Frauen und Mädchen im Reich beauftragt worden. füllte. Er erkannte rückhaltlos den vorzüglichen Geist echt nationalsozialistischer Kameradschaft an, der in den Gaggenauer Daimler-Benz-Werken Belegschaft und Betriebsführung miteinander verbindet zu einer Arbeitsgemeinschaft, die Vorbild sein soll für unser ganzes industrielles Leben. Die neuen evangelischen Pröpste . in Hessen. LPD. Darmstad-t, 18. Febr. Der evangelische Landesbischof hat, wie der LPD. erfährt, den Oberpfarrer in Beerfelden i. O. Colin kommissarisch zum Prob st von Rheinhessen mit dem Sitz in Mainz und den Pfarrer Knodt in Offenbach 3um kommissarischen Pr 0 pst von Oberhessen ernannt. Der bisherige Superintendent von Starkenburg, Oberkirchenrat Dr. Müller (Darmstadt),wurde zum Propst von Starkenburg ernannt. Die bisherigen Superintendenten Zentgraf (Rheinhessen) und Dr. Wagner (Gießen, Oberhessen) wurden vorerst beurlaubt. Darmstädter Arbeiter und Angestellte fahren ins Erzgebirge. LPD. 2) a r m ft a b t, 18. Febr. Im Rahmen der durch die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" geplanten Urlaubssonderzüge fahren am 3. März nahezu 10 0 Darmstädter Arbeiter und A n g e st e l l t e zu einem zehntägigen Erholungsurlaub ins Erzgebirge. Die Kosten betragen für jeden Teilnehmer einschließlich Reise und Unterbringung mit voller Verpflegung nur 20 Mk. Ziel der Reise ist der Schwartenbergbezirk im Erzgebirge. Die Reichsbahn im Zeichen des Mainzer Rosenmontagszuges. LPD. Mainz 17. Febr. Sollte man es glauben können, daß am Rosenmontag innerhalb 12 Stunden auf den drei Mainzer Bahnhöfen weit über 100 000 Menschen ankamen und wieder wegfuhren? In jeder Stunde sind demnach über 8500 Personen angekommen oder abgefahren. Die größte Leistung vollbrachte der Mainzer Hauptbahnhof, auf den über 70 000 der angekommenen oder abfahrenden Reifenden entfallen. Dann folgen in großem Abstand Mainz-Süd mit über 20 000 und Mainz- Kastell mit mehr als 10 000 Reisenden. Wie sehr sich der Verkehr gehoben hat, lassen die Vergleichszahlen aus 1933 erkennen, wo rund 25 Prozent weniger Reisende befördert wurden, als in diesem glückhaften Jahr. Zur Bewältigung des ungeheuren Verkehrs mußten 33 Sonderzüge gefahren werden. Daneben sind die fahrplanmäßigen Züge bis aufs äußerste ausgenutzt worden. Goethe-Bund Max Tauthendey-Abend. Der letzte Dichter-Abend dieses Winters war, wie ider erste, dem Andenken eines Verstorbenen gewidmet: Annie Dauthendey, die Witwe des 1918 »uf Java verewigten Würzburger Dichters Max Dauthendey, erzählte vom Leben und las aus den Werken ihres Mannes. Sie begann mit demBekennt- nis zu Deutschland, wo sie, dieAusländerin, ihre Wahlheimat gefunden habe. Niemand kann Dauthendey besser gekannt haben als sie, die ihm 18 Jahre lang Eine aufopfernde Gefährtin und mütterliche Kameradin gewesen ist. Die Vortragende gab zunächst einen kurzen Rückblick auf Herkunft und Familiengeschichte Dauthendeys, beschrieb Heimatstadt, Elternhaus und Umwelt seiner Jugend. Dauthendeys Vater — die Mutter ist früh gestorben — war einer Eber ersten Photographen; er wollte, daß der Sohn den gleichen Beruf wähle, und hat wohl nie daran bedacht, daß er zum Dichter geboren fein könnte. Dauthendey selber übrigens zunächst auch nicht, wie □us den Aufzeichnungen in dem Buch „Der Geist meines Vaters" hervorgeht, aus denen größere Abschnitte vorgelesen wurden. Hier findet man persönliche Bekenntnisse, die für eine nachfchaffenbe Formung feines Wefensbildes bezeichnend und reizvoll lind vor allem um deswillen, weil sie erkennen taffen, welch eine ernste und ehrfurchtsvolle Auffassung Der junge Dauthendey vom Beruf und der Berufung Des Dichters sich früh gebildet hatte. Immerhin ist Dauthendeys Arbeit im Atelier des Vaters nicht umsonst gewesen: sie schärfte und fchulte die Beobachtungsgabe, von der seine späteren Bücher vielfältig Zeugnis ablegen. Hier entstand auch fein erster Roman. Eine Weltreise von ’ieben Monaten legte bann den Grund zu dem Buch „Geflügelte Erde", zu dem keine einzige Notiz niedergeschrieben wurde. Nur eine Anzahl Aquarelle und Postkarten bildeten den Rohstoff. Dauthen- vey arbeitete schnell und genau, ganz aus Phantasie, Anschauung und Gedächtnis. Die Vortragende wandte sich gegen die oft ausgesprochene Meinung von Dauthendeys „Drang in die Ferne"; es fei weniger Drang als Zwang gewesen, er habe keine »einer zahlreichen Reisen aus Liebhaberei, sondern nlle aus zwingender Notwendigkeit unternommen. Frau Dauthendey erzählte dann von ihrer Ver- leiratung, von den Nöten und Sorgen der jungen Oichterehe, vom verhaßten Geldoerdienen und von den vergebens erhofften Freuden des Landlebens; von den Reifen nach Mexiko und nach Griechenland und von den sieben einsamen Jahren in Würzburg. Um dort sein Haus zu bauen, hat Dauthendey seine letzte Reise unternommen, von der er nicht mehr heimkehren sollte. Würzburg ist immer seine große Liebe geblieben; das Bekenntnis des weltfahrenden Dichters zu dieser bezaubernden Stadt feiner fränkischen Heimat ist einer der liebenswertesten Züge in seinem Wesensbilde. Wir hörten bann einige Proben aus der „Geflügelten Erde", die rhythmisch gebundenen Schilderungen vorn Fischmarkt in Kairo und vom arabischen Dichter. Ferner aus dem „Erlebnis auf Java" die berauschte Beschreibung eines von Bild und Klang gesättigten exotischen Festes. Dauthendey lebte dort auf Java „in einem Paradies, mit einer Hölle im Herzen". Hier war ihm die schmerzlichste Enttäuschung feines Lebens beschieden: er hatte auf Heimkehr gehofft, sie blieb ihm versagt. Am 29. August 1918 ist er fern von seinem um Leben und Tod kämpfenden Volke begraben worden; fast zwölf Jahre später, am 24. Mai 1930, ist er zur letzten Ruhe gebracht worden in der Heimat, nach der sein Herz sich verzehrt hatte: im ßufamgärtlein beim Neumünster in Würzburg liegt das Ehrengrab. Eine Anzahl von Gedichten aus der letzten Zeit seiner „Verbannung" gab der aus grenzenlosem Heimweh, Scham und Trauer geborenen schmerzlichen Stimmung des einsamen Dichters rührenden Ausdruck. Der Vortrag wurde bereichert durch die Ausstellung einer Anzahl von Aquarellen Dauthendeys. Sie bezeugen seine merkwürdige Doppelbegabung, die übrigens in der Geschichte der Künste keineswegs vereinzelt ist, und sie erscheinen charakteristisch für Dauthendey in einem besonderen Sinne: sie sind die sinnfällige Spiegelung feiner Eindrücke auf weiten Reisen in fremde Länder und gleichsam selbständige Illustration zu den Schilderungen feiner Bücher. Man hat aber nicht nur die äußere, sondern auch eine innere Verwandtschaft zwischen diesen Bildern und feinen Gedichten erkannt. Dauthendey ist ein ausgesprochener Augenmensch gewesen; die Farbe spielt in seinen Gedichten eine außergewöhnliche Rolle, und der Aufenthalt in den Tropen hat seinen Stil vertieft und gesteigert. Das gibt diesen im Kolorit schwelgenden Impressionen, deren mi- niaturhaste Zartheit zuweilen an japanische Malereien erinnert, ihr eigentümliches Gesicht und ihre innere Beziehung zum künstlerischen Wesensbilde des Dichters. -y- Die Wespe jagt die Haupe. Aus der Munderwett des tierischen Instinkts. Zu den großen Wundern des Lebens gehört die Macht des Instinkts, die sich in reinster Form in dem oft so seltsamen und dabei doch so unendlich zweckmäßigen Treiben der Insekten offenbart. Die Infekten sind die „Klassiker des Instinkts", denn dieser ist der ausschließliche Inhalt ihres Seins, der Antrieb ihres ganzen Tuns. Darum beschäftigt sich der Münchener Naturforscher Prof. Reinhard D e m 0 11 in einer bei I. F. Lehmann in München erschienenen Schrift „Instinkt und Entwicklung" vorwiegend mit diesen niederen Tieren, um an ihnen die erstaunlichen Einzelheiten der Jnstinkthandlun- gen aufzuzeigen und nachzuweisen, daß der Entwicklungsvorgang beim Insekt völlig durch den Instinkt bedingt ist. Merkwürdige Beispiele gibt er für den unentrinnbaren Zwang, dem das Tier durch diese Macht unterworfen wird. Eine Art von Grab- wefpen jagt Schmetterlingsraupen, lähmt sie durch eine regelrechte Gehirnmassage, gräbt an Ort und Stelle eine Röhre in den Boden, bringt die Raupe ans Ende der Röhre, legt ein Ei in das Opfer, verschließt die Röhre und sucht nach einer anderen Raupe, um dasselbe Spiel zu beginnen. Legt man nun vor den Eingang einer solchen Röhre, die die Wespe eben verschließt, eine andere bereits gelähmte Raupe, so wird bei dem Insekt die Jnstinkt- fette an der schon durchlaufenen Stelle wieder angestoßen, und zwar da, wo es heißt: Ist das Opfer gelähmt, dann Graben einer Höhle! Die Wespe beginnt also, sobald sie die Raupe erblickt, die eben verschlossene Höhle wieder zu öffnen. Dabei gerät sie auf die dort befindliche Raupe, und nun wird dem Tier ein anderer Takt der Instinkt-Melodie aufgezwungen, nämlich, Nach Ablage des Beutetiers Verschließen der Röhre! Sie kümmert sich also nicht mehr um die zweite Raupe, sondern beginnt wieder, die Röhre sorgfältig zu verschließen. Ist sie damit fertig, begegnet sie von neuem der oraußenliegenden Raupe, öffnet wieder die Röhre, macht sie wieder zu, und so geht das Spiel unendlich lange. Die Wespe ist durch ihren Instinkt in einer unentrinnbaren Zwangslage gefangen, aus der sie nicht mehr aus und ein weiß. Noch grotesker wirkt die Beobachtung an einer Jagd-Ameise. In langer Kette, ein Tier hinter dem ändern, ziehen diese Insekten zur Jagd aus Nun ergab sich durch Zufasi, daß das Spitzentier einen Kreis lief und dabei auf das letzte Glied der Heeressäule stieß. Damit war der Ring geschlossen und alle Ameisen waren gefangen. Sie liefen nun mit der gewohnten Eilfertigkeit hintereinander her im Kreise herum, stundenlang, tagelang, bis nach zwei Tagen der Zufall den Bann an einer Stelle durchbrach und so die Tiere befreite. Als es Fabre gelang, eine Kette des Prozeffionsfpinners zu einem Kreis zu schließen, mußten die unglücklichen Insekten eine Woche lang laufen, bis am achten Tag den völlig ermatteten und ausgehungerten Spinnern ein Zufall zu Hilfe kam. Diese Tiere, die nicht imstande sind, einer unglücklichen Lage zu entrinnen, zeigen so recht das Zwangsläufige einer Instinkt-Melodie: sie müssen so handeln, wie die Pflanze sich nach dem Licht kehren muß, und wenn diese vollendete Zweckmäßigkeit in der Abfolge ihrer Handlungen durch einen Zufall unterbrochen wird, verkehrt sie sich in Sinnlosigkeit. Das Insekt ist weder dumm noch klug; es ist Sklave des Instinkts, der es Wunderbares vollbringen läßt. Die Starrheit des Instinktes kann durch Intelligenz durchbrochen werden, aber dies gelingt nicht den Insekten, sondern nur den höheren Wirbeltieren, und zwar zeigen die Vögel am besten die Wandelbarkeit der Instinkte, den Widerstreit zwischen Instinkt und Wahlhandlung. So legte man einer Henne, die bereits früher Hühner ausgebrütet hatte, Enteneier unter. Bald strebten die ausgeschlüpften Enten dem nahen Teich zu. Darüber geriet die Glucke in größte Aufregung und versuchte sie mit allen Mitteln vom Wasser fern zu halten. Vergeblich! Da fand sich die Henne in das Unvermeidliche, daß die Jugend sich so anders benahm, saß geduldig am Teichrand und wartete, bis es der entarteten Brut wieder beliebte, ans Land zu steigen. Als sie später neue Enteneier ausgebrütet hatte und die Entchen sich ihrem Ele- ment zuwandten, nahm sie das schon ganz gelassen hin. Nun wurden ihr wieder Hühnereier zum Bebrüten gegeben. Als die ausgeschlüpften Küken aber keine Anstalten machten, den Teich aufzusuchen, da versuchte die Glucke, ihnen modernes Benehmen beizubringen und stieß sie höchstpersönlich ins Wasser. Die Macht des Instinkts wird hier durch eine Wahlhandlung gebrochen. Dies gelingt aber dem Infekt nicht; fein Gehirn ist in der Hauptsache Maaazin von Instinkten. Durch diese wird die Entwicklung in vollendeter Weise durchgeführt. Je stärker bet den höheren Tieren und besonders beim Machen der Verstand eingreift, desto mehr wird di- Entwicklung nur die Voraussetzung zu freier Betälin>mg. C. K. Wirtschaft. Freiwillige Hypotbeken-ZinSsenkung bei den Versicherungsgesellschaften. In einem an alle der Reichsaufsicht unterstehenden Versicherungsunternehmen gerichteten Rundschreiben des Reichsaufsichtsamtes für Prioatversiche- rung wird auf den Entschluß der im Reichsverband der Prioatoersicherung zusammengeschlossenen Versicherungsgesellschaften sowie die öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalten verwiesen, den Zinssatz für ihre gesamten derzeitigen Hypothekenforderungen und künftigen Neuausleihungen von 1. Januar 1934 ab einschließlich eines laufenden Verwaltungskostenbeitrags freiwillig auf z u n ä ch st 5,5 v. H. herabzusetzen. Durch diesen Entschluß würden die Bestrebungen der Reichsregierung, den Zinsfuß auf organischem Wege zu senken, wesentlich unterstützt. Er sei daher richtunggebend für alle, auch die nicht im Reichsverband zusammengeschlossenen privaten Versicherungsunternehmungen. Der bisher gegen Zinssenkung erhobene Einwand, ein einzelnes Unternehmen könne die Zinsen nicht freiwillig herabsetzen, wenn es sich nicht selbsttätig aus dem Wettbewerb ausschalten oder wenigstens Schaden leiden wolle, treffe dann nicht mehr zu, wenn der größte Teil eines Erwerbszweiges in gemeinsamer Entschließung die für die Belebung und Entlastung der deutschen Wirtschaft lebensnotwendige, allmähliche Zins- (und Nebenkosten-) Senkung in die Wege leite. Ein Abseitsstehen einzelner Unternehmungen und starres Festhalten an höheren Zinssätzen, die formalrechtlich gerechtfertigt erscheinen können, würde in der Öffentlichkeit nicht verstanden werden und den beteiligten Versicherungsunternehmen den Vorwurf eigennützigen Verhaltens einbringen. Es wird daher allen der Aufsicht unterstehenden Versicherungsunternehmungen empfohlen, falls nicht weitergehende Zinssenkungen bereits allgemein ober in einzelnen Fällen zugestanden sind, vom L Januar 1934 ab ihre Zinsforderungen einschließlich eines laufenden Verwaltungskostenbeitrags auf zunächst 5,5 v. H. für den derzeitigen Bestand und für künftige Neuausleihungen zu ermäßigen und auch in Zukunft etwaigen gleichaearteten Entschließungen über freiwillige Zinssenkungen sich jeweils ausnahmslos und vorbehaltlos anzuschliehen. Vor dem Abschluß der Preußenanleihe Die neuen 4Vz Proz. preußischen Schatzanweisungen sind die erste Anleihe, die zu einem bedeutend niedrigeren Nominalzinssatz und zu einer niedrigeren Gesamtverzinsung, als dies bisher der Fall war, aufgelegt wird. Dieser neuartige Anleihetyp, der von der preußischen Finanzoerwaltung im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen und dem Reichswirtschaftsminister gewählt wurde, stellt somit grundsätzlich einen wichtigen Schritt auf Dem Wege zur organischen Zinssenkuna dar. Es ist daher von besonderer Bedeutung, datz die Preußische Staatsbank vor einigen Tagen mitteilen konnte, daß diese Anleihe lebhaftes Interesse findet und der Zeichnungseingang gut ist. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 22. Februar. Der Erfolg der Emission, der nach Informationen des DHD. auf Grund der bisherigen Zeichnungsergebnisse mit Sicherheit zu erwarten ist, wird wegbereitend für die weitere Gestaltung des Kapitalmarktes sein. Freizügigkeit im Messe- und Ausstellungswesen. Aufhebung der Lperrbefchlüsie. Die zweite Bekanntmachung des Werberates der Deutschen Wirtschaft bestimmt, daß Messen und Ausstellungen nur mit Genehmigung des Werberates stattfinden können. Dem Aufsichtsrecht würde es widersprechen, wenn einzelnen Messe- und Ausstellungsorganisationen erlaubt würde, Vereinbarungen oder Verträge mit Wirtschaftsverbänden der einzelnen Firmen abzuschließen, Die- sich gegen andere Messen und Ausstellungen ungünstig auswirken könnten. Der Werberat der Deutschen Wirtschaft hat daher sämtliche Messe- und Ausstellungsorganisationen angewiesen, gegebenenfalls bestehende Verträge dieser Art mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Danach ist es unstatthaft, daß eine Messeoder Ausstellungsorganisation einen Reichsoerband für seine Mitglieder oder einer ausstellenden Firma für die alleinige Beschickung ihrer Veranstaltung günstigere Bedingunaen.gewährt, als solchen Teilnehmern, die auch anoere Veranstaltungen beschicken. Sollten auf der anderen Seite Beschlüsie von Verbänden bestehen, die den Verbandsmitgliedern einerseits die Beteiligung an bestimmten Messen und Ausstellungen vorschreiben, andererseits die Teilnahme an anderen Veranstaltungen verbieten, werden zur Beseitigung derartiger Beschlüsse gleichfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 17. Febr. Auf Grund günstiger Nachrichten in wirtschaftlicher' und wirtschaftspolitischer Hinsicht, wie die einjährige Verlängerung des Stillhalteabkommens, die Unterzeichnung des deutsch-schweizerischen Transfervereinbarung und die günstige Entwicklung der deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen, sowie aus den guten Quartalsbericht der IG.-Farbenindustrie, eröffnete die Wochenschlußbörse wohl in weiter freundlicher Tendenz, die Umsatztätigkeit war jedoch verschwindend klein. Das Publikum war mit Kauforders nur schwach vertreten, während die Kulisse keine nennenswerte Aktivität entfaltete, vielmehr auf Teilgebieten kleine Wochenendrealifationen oornahm. Die Kursfeftstellung gestaltete sich schleppend, und bei einer gewissen Uneinheitlichkeit überwogen dennoch durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Vermehrtes Interesse zogen einige Montanaktien auf sich, so Harpener mit plus 1,50, Klöckner, Mannesmann und Rheinstahl mit je plus 0,50 v. H., die übrigen Morftanwerte lagen meist gut behauptet, aber ruhig. Von Elektroaktien waren Elektr. Lieferungen fest und 1,75 v. H. höher, Geffürel zu 100,50 gut behauptet, dagegen Siemens 1 v. H. leichter. Farbenindustrie waren überraschenderweise mit 132,13 kaum verändert, wenn auch eher Nachfrage vorhanden war. Schiffahrtsaktien lagen erneut unter Druck und bis 0,90 v. H. schwächer, auch Reichsbaln-DA. 0,25 v. H. niedriger. Von Einzel- werten eröffneten Reichsbank, Zellstoff Waldyof, Rütgerswerke, Daimler, Holzmann und AKU. gut behauptet, Cement Heidelberg plus 1 v. H. Der Rentenmarkt lag nahezu geschäftslos bei leicht ab- drockelnden Kursen. Neubesitz minus 10 Pf., Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen bis minus 0,25 v. H. Reichsmark-Anleihen ruhig. Im Verlaufe entwickelte sich die Tendenz für Aktien uneinheitlich, wobei aber meist Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. überwogen. Etwas lebhafter waren Mansfelder (plus 1 v. H.) und Schiiffahrts- aktien, die ihre Anfangsveblufte voll ausglichen. Farbenindustrie bröckelten um 0,65 v. H. ab, waren dann gegen Schluß wieder 0,50 o. H. erholt. Dagegen bröckelten eine ganze Anzahl anderer Papiere ab und wiesen geringfügige Rückgänge auf, fest blieben jedoch Mannesmann Rohren. Am Rentenmarkt waren die variablen Reichsanheilen im Verlaufe Die auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 erfolgten Entlassungen der Oberreallehrerin an der Studienanstalt und Frauenschule in Mainz Sophie Cahn, des Lehrers an der Volksschule zu Büdingen Max Halberstadt, der Lehrerin an der Volksschule zu Mainz Sophie Levy, des Lehrers an der Volksschule zu Offenbach a. M. Heinrich Lichtenstein, des Studienrats an der Studienanstalt und der Frauenfchule in Mainz Dr. Moritz Sorge, der Oberreallehrerin an der Studienanstalt und der Frauenschule in Mainz Johanna Sichel wurden am 5. Februar 1934 mit Wirkung vom 1. Juli 1933 an in Ruhestandsversetzungen auf Grund des § 6 des vorgenannten Gesetzes umgeändert. Ernannt wurden: der Polizeihauptmann der Verwaltung Karl Horst zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. März 1934 zum M inisterialamtmann; am 18. Januar 1934: zu Mitgliedern der Difzi- plinar tammer bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg: Amtsgerichtsdirektor Landmann, Offenbach, Amtsgerichtsrat Dr. T a u t p h a e u s, Darmstadt, Oberamtsrichter G l e n z, Reinheim i. O., Landgerichtsrat Dr. Werner, Darmstadt; zu stellvertretenden Mitgliedern der Difzi- plinarkammer bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg: Amtsgerichtsrat Herber, Offenbach, Oberamtsrichter Vetzberger, Bensheim, Oberamtsrichter E l b e r 11, Groß-Umstadt, Landgerichtsrat Dr. Jacobi, Darmstadt, zu Mitgliedern der Disziplinarkammer bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen: Amtsgerichtsdirektor K o e l e r , Mainz, Oberamtsrichter Hamm, Osthofen, Oberamtsrichter Müller, Pfeddersheim, Amtsgerichtsrat Dr. Lang, Mainz; zu stellvertretenden Mitgliedern der Difzi- plinarkammer bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen: lebhaft und fest, Altbesitz plus 0,65 o. H., Neubesitz plus 20 Pf., dagegen blieben Reichsschuldbuchforderungen und Reichsmark-Anlechen vernachlässigt. Die festverzinslichen Werte, wie Pfandbriefe, Staats-, Länder- und Stadtanleihen lagen ruhig und nur um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten verändert. Don fremden Werten waren Mexikaner noch etwas beachtet, 5proz. Goldmexikaner aber leichter. Tagesgeld war zu 3,50 v. H. unverändert. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 17. Febr. Arn Buttermarkt ist die Stimmung stetig, die Preise blieben auf dem Dorwochenstand unverändert. Die Anlieferungen halten sich aber immer noch stärker als die Nachfrage, doch zeigt sich immerhin laufend kleiner Konsumbedarf. Vorwiegend wurde oberhessische und württembergische Butter gehandelt, da sie sich ftacht- aünftig am billigsten stellen, während norddeutsche Qualitäten kaum am Markte waren. Daneben gingen einige holländische Partien zu ebenfalls unveränderten Preisen um. Oberhess. und roürttemb. Butter 130 bis 134, holländische Markenbutter 138 bis 142 Mark per 50 Kilogramm. Frankfurter Eierrnartt. Franfurt a. M., 17. Febr. Die Steigerung der Neu-Produktion nimmt ihren Fortgang, so daß die Vorräte auf längere Sicht vollauf genügen. Der Absatz bewegte sich in engen Grenzen, sobald aber die fortwährenden Preisermäßigungen sich bis in den Einzelhandel ausgewirkt haben, dürfte mit einer gesteigerten Nachfrage zu rechnen sein. In Fachkreisen rechnet man übrigens damit, daß die Preise auf ihrem tiefsten Stand angelangt sind. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M: deutsche Frischeier Kl. S 10,5, Kl. Ä 9,5, Kl. B 9, Kl. C 8,5. Holländer und Flandern Kl. S 10, Kl. A 9,25, Kl. B 8,75, Kl. C 8,50, Bulgaren Kl. B 8,50, Ungarn Kl. C 8,25. Bayerische Landeier ohne Stempel 9 Pf. pro Stück. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Febr. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1166 Rinder (357 Ochsen, 98 Bullen, 373 Kühe, 338 Färsen), 508 Kälber, 67 Schafe, 4245 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 33 Mark, Bullen 23 bis 30, Kühe 12 bis 28, Färsen (Kalbinnen) 23 bis 33, Kälber 24 bis 45, Hämmel 28 bis 34, Schweine 36 bis 47 Mk. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine schleppend. Amtsgerichtsrat Kemps, Mainz, Amtsgerichtsrat Rode, Mainz, Amtsgerichtsrat Klein, Alzey, Amtsgerichtsrat Dr. K o w a r z i k, N.-Ingelheim; zu Mitgliedern der Disziplinarkammer bei jbem Landgericht der Provinz Oberhessen: Amtsgerichtsdirektor Dr. M i ck e l, Gießen, Amtsgerichtsrat B r ü ck e l, Gießen, Amtsgerichtsrat Leun, Gießen, Oberamtsrichter H o lz i n g e r, Ortenberg; zu stellvertretenden Mitgliedern der Disziplinarkammer bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen: Oberamtsrichter Gundrum, Homberg, Langerichtsrat Knauß, Gießen, Amtsgerichtsrat Dr. Kalbfleisch, Gießen, Amtsyerichtsrat S ch a e g, Gießen; zu Mitgliedern des D i f z i p l i n a r s e n a t s: Oberlandesgerichtsrat Dr. Bitte!, Darmstadt, Oberlandesgerichtsrat B e ch st e i n, Darmstadt, Landgerichtsdirektor Gros, Darmstadt, Landgerichtsdirektor H e ck l e r, Darmstadt, Landgerichtsdirektor Dr. Hetzel, Mainz, Landgerichtsrat Heid, Gießen; zu stellvertretenden Mitgliedern des Difzi- plinarsenats: Amtsgerichtsrat Dr. Mahr, Darmstadt, Landgerichtsrat Dr. Friedrich, Darmstadt, Landgerichtsrat Volk, Darmstadt, Oberamtsrichter Becker, Wöllstein, Landgerichtsrat Dr. Sack, Mainz, Amtsgerichtsrat Dr. Willenbücher, Bad- Nauheim; zu Mitgliedern des D i s z i p l i n a r h o f s: Landgerichtspräsrdent Dr. Schneider, Mainz, Landgerichtsdirektor Dr. Krug, Mainz, Landgerichtsdirektor S ch m a h l, Gießen, Landgerichtspräsident W e i f f e n b a ch, Darmstadt, Oberlandesgerichtsrat Hildebrand, Darmstadt, Amtsgerichtsdirektor Dr. Lemser, Worms; zu stellvertretenden Mitgliedern des Difzi- plinarhofs: vberlandesgerichtsrat K ü ch l e r, Darmstadt, Oberlandesgerichtsrat Dr. Werner, Darmstadt, Bekanntmachungen des Personalamtes. Oberlandesgerichtsrat ©auf, Darmstadt, Amtsgerichtsrat Deibel, Bensheim, Amtsgerichtsrat Dr. Hoffmann, Mainz, Amtsgerichtsrat Orth, Darmstadt. Hebertragen wurde: am 26. Januar: dem Lehrer Heinrich Volker zu Zwingenberg, Kreis Bensheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Heppenheim a. Ü. B., mit Wirkung vorn Tage des Dienstantritts an, unter gleichzeitiger Übertragung der Leitung Der Volksschule zu Heppenheim a. d. B. und unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Rektor" für die Dauer letzterer Tätigkeit; am 28. Januar: dem Ministerialkanzleiobersekretär bei der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst unb Volkstum Georg Weiche! eine Sekretärstelle bei der Adolf-Hitler-Bauschule in Darmstadt unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Obersekretär" mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an; am 30. Januar: dem Lehrer Rudolf B e y s e! zu Metzlos, Kreis Lauterbach, eine Lehrerstelle an der Volksschulen zu Schlierbach, Kreis Dieburg, Dem Lehrer Franz Lotz zu Gorxheim, Kreis Heppenheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Bingen-Büdesheim, Dem Lehrer Adolf Frisier zu Eichelsachsen, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Rimbach, Kreis Heppenheim, letzteren mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. 3n den Ruhestand verseht wurde: am 29. Januar: die Lehrerin an der Volksschule zu Bürstadt im Kreise Bensheim Katharina H a l - ves, am 31. Januar: der Lehrer an der Volksschule zu Uelversheim im Kreise Oppenheim Frieor. Ros, der Rektor an der Volksschule zu Lampertheim im Kreise Bensheim Georg Wendel, sämtlich auf Nachsuchen und mit Wirkung vom 1. Februar 1934 an: am 29. Januar: auf Grund des § 6 Des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der Dberbaufetretär i. e. R. von 5er Kreisverwaltung Lauterbach Karl Knopp mit Wirkung vom 30. April T934 an. Verseht wurde: am 29. Januar 1934: auf Grund des §5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der Verwattungssekretär bei dem Hess. Kreisamt in Oppenheim Johann D o l tz II. mit sofortiger Wirkung an Das Hess. Kreisamt in Büdingen. Entlasten wurden: am 27. Januar 1934: die Kanzlistin Else Seelbach, geb. Wessinger, bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt auf Nachsuchen aus dem Staatsdienst mit Wirkung vom 28. Februar 1934 an. Bestellt wurden: am 27. Januar 1934 Dipl.-Jng. Karl Schmidt in Eichenrod zum kommissarischen Bürgermeister der Gemeinde Schlitz; am 5. Februar 1934 Hermann Müller in Birklar zum kommissarischen Bürgermeister der Gemeinde Birklar; Otto Schneider in Bernsburg zum kommissarischen Bürgermeister Der Gemeinde Bernsburg; am 7. Februar 1934 Fritz Schneider in Butzbach zum kommissarischen Beigeordneten der Stadt Butzbach; Adolf Klein in Wohnbach zum koMmistarischen Beigeordneten der Gemeinde Wohnbach; Ernst Diehl in Dorn-Assenheim zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Dorn-Asten- heim; Otto M a r l o f f in Melbach zum kommissarischen Bürgermeister Der Gemeinde Melbach; Heinrich K a l k h o f in Reuters zum kommissarischen Beigeordneten Der Gemeinde Reuters; Karl Schnagelberger in Landenhausen zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Landenhausen; Karl Rausch in Schadges zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Schadges; August Kohler in Radmühl zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Radmühl; Georg F ö I f i n g II. in Heblos zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Heblos; Albert Moller in Nieder-Hilbersheim zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Nie- der-Hilbersheim; Georg Wannemacher in Darmstadt zum kommissarischen Bürgermeister der Gemeinde Erzhausen; Moritz Cramer in Stadecken zum kommissarischen Bürgermeister der Gemeinde Hechtsheim; Johann Knußmann in Sorgenloch zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Sorgenloch; Friedrich Wilhelm Simon in Sörgenloch zum kommissarischen Bürgermeister Der Gemeinde Sörgenloch; Karl Carl in Gedern zum kommissarischen Beigeordneten der Gemeinde Gedern. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren Frankfun a. Dl. Berlin Schluß- hirt Gchlußk. Bbend- börfe Schlußkurs Schlußk. Dllttaa- bSrfe Datum 16.2. 17-2- 16-2- 17.2- •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 •% el) em.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 5)4% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten .......... DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% chem.8% Heft. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt «old R. 12................. 5H% Heft. Landes-Hypotheken» bank Darmstadt Ligui......... Oberhessen Provinz-Anleih» mit AuSlos.-Rechten ......... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten S% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank «oldpfe. 15 unkündbar bis 1935 <% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank «oldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6H% ehem. 4y>% Franks. Hyp^ Bank-Liqu^Dfandbriefe....... 6K% ehem. W,% Rheinische Hhp.-Bank-Ltau.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 •% ebcm. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Lteuergutfch. Verrechnungskurs 4% Oesterretchtsche Soldrente... 4,20% Österreichische EUberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Etaalsrente v. 1910 4K% deSgl. von 1913 ....... 5% abgest. «oldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I ..... 95,75 100 93,13 96,3 19,3 94 90,75 90,25 92,5 94,4 91,5 91,25 90,5 92,25 94 94 97,13 19 i,05 6,3 6,13 10 6,25 C.3 96 100 93 96,75 19,4 94 90,75 90 92,5 95 91,75 91,25 91,13 92,25 94 94 97,13 1,05 6,4 6,4 6,25 6,3 96 100 93 96,4 19,25 94 94,7 84 94 97,13 1,05 6,45 6,3 6 10 6,6 .96,4 100 93 96,65 19,4 94 90,75 94,7 94 94 97,13 19 1,15 6,85 6,4 6,45 9,75 6,15 - angeführten Ziffern geben die Höhe der zutetzi beidjioffenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o. H Lombardztnsfuß 5 o. H. Frankfurt a. Dl. Serlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- bSrfr Schlußkurs Schlußk. Mittag- bSrfe Datum 16-2 1 17.2. 16-2- 17-2. 4% deSgl. Serie II ............ 6,3 _ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,75 4?9 4l9 4,9 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l91L 7,25 7,5 7,5 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4 3,95 4 4,1 2 %% Anatolier .............. 28,9 28,75 28,8 29,5 öamburg.eimert!o»$atel ..... 0 pamburQ-Sübam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs..........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A T. für Verkehrswesen Ml. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. o Retch-bank ............... 12 28,75 28,75 28,65 25,75 28,9 25,9 31,25. 31,75 31 32,25 66,25 — 66,25 66,25 93,75 94,5 94 94 53,25 52,75 53,25 52,75 64 65,25 64,75 65,25 66,75 66,5 66,75 66,5 167.5 167,25 >66,5 167,9 «LS.®...................... 0 Bekula............. 0 »eta. Lie^rungSgelellschaft''' s Licht und Kraft 6 SellenL Guilleaume........" 0 k^UL*^«er25Unleme6nranfl- 6 chemische Elektrizität ... 5 »chuckert LEo....... Siemens 8 Halske.....' ..... 7 LahmeyerSTo.......IIII" w 30,75 30,5 30,75 30,4 125,75 126 125,4 126,13 100,5 100,5 99 99 105,5 105,4 105,5 104 61 62 61,25 61,5 100,65 >00,5 100,5 >00,9 —— —— 94 94,5 104 104 104 104,5 150 149 149 149 116,25 116,75 117,75 117 Buderus .............. 0 Deutsche fcbfll ............** 4 Gelsenkirchener............ q Harpener ........ 0 fcocfd) Eisen-KSln-Neuessen '' 0 3>se Bergbau .........g Ilse Bergbau Genüsse - Klöcknerwerke ...........' 0 «anneSmano-Rühren.....O 80 80,5 80,25 80,25 110 110 >09,75 110 64,25 64,25 64,25 64,13 95,5 96 95,75 97 —— —— 76,5 78 142 141 - 115,5 118 116,75 118,5 65,25 65,75 65,13 66,5 67 67,65 66,75 68,13 Frankfun a. M. Serlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- dörfe Schluß, kurs Schlußk. Minag, börfe Datum 16-2. 17-2. 16-2. 17-2. KanSfelder Bergbau .. ....... 0 37,5 38,75 37,5 39 Koköwerke ......... ....... u —— — 90,75 90,5 Phönix Bergbau...... .......0 50 49,75 50 49,75 Rheinische Braunkohlen ..... 10 205 206,75 206,9 207,5 Rhein stahl ........ ....... 0 90,75 91,13 90,25 91,65 Bereinigte Stahlwerke. .......0 43,25 43 43 43,13 Olavi Pttnen ....... .......0 15 15 15 14,9 Kaliwerke AscherSlebea. ....... 6 118 116,5 117,75 117 Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth .......6 116 117 117,25 117,25 ..... IVi 154 156 155 155,5 3. ®. Yarden-Invustrte....... 7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke ............... 0 Metallgesellschaft............. 0 Philipp Holzmann ..........O| Zementwerk Heidelberg ......Ol Lemealwerk Karlstadt.........O| 132 132 131 132,5 180,25 180,25 •— 59,25 58 54 59,5 57,5 57,25 57,5 57,25 75,75 75,9 76 76 71 70,5 70,5 71,75 90 90,5 98 98 Schulthett Patzenhoser ......O Mu (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg O Zellstoff Valdhos ............0 Zellstoss Aschaffenburg .......0 Deslauer GaS ...... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 0 Orenstein & Koppel .......... 0 Leonhard Dietz ............. 0 Tbade . 10 V«umuIatoren.F62,25 163 162,25 163 182 181,5 182,5 182 157 155 156,75 153 «rttzner............... Ol 26,5 I 27,4 1 26,91 27 Mainkraftwerke Höchst 4 — — I — _ Süddeutscher Lucker.........t\ 176,5 | 178,25 1 177,25 j 179 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl 16-Februar 17.$ebruar Amiliche Notierung l^eld | Srie Amtliche Notierung (Selb | 3rir Prag....... 5,654 47,20 12,44 3,047 168,33 64,34 57,19 66,03 12,795 0,650 2,517 58,37 21,99 16,475 80,85 33,92 1,52 0,761 0,213 5,664 11,67 5,666 47,30 12,46 3,053 168,67 64,46 57,31 66,17 12,825 0,654 2,523 58,49 22,03 16,515 81,01 33,98 81,68 0,763 0,215 5,676 11,69 5,674 47,20 12,44 3,047 168,33 64,64 57.44 66,33 12,855 0,650 2,522 58,37 21,96 16,48 80,85 33,92 81,57 0,763 0,214 5,664 11,74 5,686 47,30 12,46 3,053 168,67 64,76 57,56 66,47 12,885 0,654 2,528 58,49 22,00 16,52 81,01 33,98 81,73 0,765 0,216 5,676 11,76 Budapest ... Holland .... OSio....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos AtreS Reu York .... Brüssel..... Italien..... Parts ...... Schwei, .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Jan. . Jugostawie». Littabo» .... Banknoten. Berlin, 17-Februar (Selb Brief Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Roten ................. 2,475 58,21 57,19 12,81 16,44 167,91 21,84 64,47 66,17 80,67 33,73 2,495 • 58,45 57,41 12,87 16,50 168,59 21,92 64,73 66,43 80,99 33,87 Französische Noten ... ....... .. Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. Ungarische Note» ................ Nr. \1 Drittes Blatt Montag, ly.gebruarMH Girhener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 300 Modelle marschieren durch die Wett. Oie Zrühjahröauöstellung des Deutschen Modeamtes. Von unserer berliner 6H. K.-Mitarbeiterin. Das Deutsche M o d e a m t hat zu seiner großen Frühjahrsschlacht gerufen, und alle, alle kamen. Nach den Erfahrungen, die man im Herbst gemacht hat, wurde diese Modenschau ernsthaft vorbereitet, so daß Fehler weitestgehend ausgeschal- tet sind. Es wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, daß unbegabte und vielleicht von irgendeiner Seite in den Vordergrund geschobene Menschen an der Mode mitwirken. Wer heute dabei ist, muß sich erst auf Herz und Nieren, oder wohl besser auf G e - zieren ist verboten. Die Modelle sind dadurch geschützt, daß man ihr Herstellungsmaterial nicht käuflich erwerben kann, da jeder Zutaten- und Stofffabrikant sich verpflichten mußte, die auf der Ma- terial-Schau des Modeamtes ausgesuchten Sachen zu reservieren. Auffallend ist die Vorliebe für weiße, blaue und gelbe Kleider. Matte Kreppes, teils mit Matrosenkragen, mit winzigen Schößchen in der Taille oder unterer Plisseebahn, ließen den Sommer Trägerinnen der hübschen Frühjahrsmodelle, die vom Deutschen ModLinstitut vorgeführt wurden. |g| W u :i 'S. E schmack, technisches Können, Farben- und Formensinn prüfen lassen. Es hatten sich eine Unmenge Modellschöpfer angemeldet, von denen man siebzig Personen herausgesucht hat, die allen Anforderungen gerecht wurden. Sie haben nun das Modeamt mit 500 Modellen beschickt, von denen 300 durch eine geschulte und verantwortungsbewußte Jury ausgewäylt wurden. Und dann durfte das Publikum in den schönen Räumen der Krolloper dieses Augenfest erleben. Was dieses Mal gezeigt wird, was in der kurzen Zeit des modischen Selbständigmachens geleistet wurde, ist in jeder Beziehung bewundernswert. Wer Gelegenheit hat, sich persönlich zu überzeugen, muß ehrlich sagen, daß wir bei dieser Anhäufung von unaufdringlichem und sicherem Geschmack und blühender Phantasie nicht notwendig haben, fremdes Geistesgut zu beziehen und damit unserer Industrie, unseren Schneidern und all den Nebengewerben des modischen Handwerks die Arbeit zu entziehen. Die Preise dieser Kleider und Mäntel sind durchaus erschwinglich, und das Allerschönste an ihnen ist, sie sind nicht für irgend welche Schlösser auf dem Monde oder an der blauen Adria erdacht, sondern für uns und für unser Leben. Am liebsten möchte man gleich hineinsteigen. Das Gefühl, all die Anregungen mit nach Hause zu nehmen, wird immer stärker. Doch Zeichnen und Skiz- vor uns lebendig werden. Diskrete Komplets aus gemusterten weichen Seiden mit losen Dreiviertelmänteln, ebenfalls mit Plissee verarbeitet, aus gleichem Material oder mit abweichendem Kasak hatten großen Erfolg. Handgewebte Stoffe dienen für wunderschöne, klassische Sportkomplets. Schwarze Kleider in Vollender Linienführung werden wegen ihrer Schönheit und Verwendbarkeit gekauft werden. Kostüme und Blusen gibt es in hellen und dunklen Stoffen, von der luftigsten Unbeschwertheit bis zum richtigen Schneiderkleid. Pelzjäckchen und Mäntel schienen ihre Starre völlig verloren zu haben. Der Rocksaum ist noch ein wenig nach unten gerutscht. Das streckt die Figur und macht die Erscheinung damenhafter. Die sommerlichen Abendkleider: wer sie sehen wird, wird sie nicht meh vergessen. Alle Grazie verflossener Jahrhunderte scheint in sie eingefangen zu sein. Dabei ist sehr preiswertes Material, Glasbatist, Mull und Stickereistoff für sie verwendet worden. Aber wie man sich damit auseinandergesetzt hat, wie man seine Sprödigkeit durch Volants und Bauschen und Rüschen auflockerte und ihrer schneeigen Weißheit einen zarten Rosenstrauß in den Gürtel setzte oder die Weite des Rockes durch einen weich geschwungenen Hut betonte, das ist wirklich gelungen. Auch karierter Glasbatist in Verbindung mit einfarbigen Samtschleifen ergab schöne Wirkungen. Die Mützen sind aus dem modischen Bild verschwunden. Der Hut dominiert. Aufgeschlagen und weit aus der Stirn gezogen, oder sanft überschattend wie ein Sonnendach, behütet er uns. Neu ist der enge Halsschmuck und die Steinknöpfe aus Jade, Onyx usw. Sie sind Arbeiten des deutschen Kunsthandwerks. Ha n dschuhe, Taschen und Schuhe sind harmonisch abgestimmt und helfen mit an dem abgerundeten Gesamteindruck. Es soll noch einmal betont werden, daß man sich von jeder Uebertreibung frei gehalten hat, ohne damit phantasielos zu wirken. Daß sehr großer Wert auf gute Technik gelegt wurde, die besonders in Ajour-Arbeiten an dunklen Seiden- und Wollkleidern zur Geltung kamen. Verständnisvolle Stoffaufteilung, die ein Kleid zu einem Kunstwerk stempeln kann, da sie genaueste Kenntnis des menschlichen Körpers und seiner Schwächen, sowie deren Bekämpfung voraussetzt und sich mit technischem Können verbinden muß, wird kultiviert. Niemand hat es sich leicht gemacht, das ist wohl das Geheimnis dieses Erfolges. 300 Modelle marschieren durch die Welt, wenn die Berliner Woche vorüber ist. Sie werden in fast alle deutschen Städte kommen, und sie werden ins Ausland gehen und auch dort Frauenherzen begeistern und unseren Modeschöpfern- der Industrie und dem deutschen Modeamt die wohlverdiente Anerkennung und den klingenden Lohn für ihre Mühe bringen. Hessen-Aassamsche Spielgemeinschafi für nationale Fesigestattung. Nach dem Vorschlag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels ist am 12. Februar 1934 die Heffen-Nassau- ische Spielgemeinschaft für nationale Festgestaltung, Sitz Frankfurt a.M. gegründet worden. Vorläufig haben folgende Organisationen Stammanteile übernommen: 1. Gauleitung Hessen-Nassau der NSDAP. 2. Gauleitung Kurhessen der NSDAP. 3. Deutsche Arbeitsfront Hessen-Nassau. 4. NSBO. Hessen-Nassau. 5. Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden. 6. Amt für Beamte. 7. Landesbauernschaft. 8. NS.-Hago Hessen-Nassau. 9. Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volks- schauspiele e. 23., Berlin. 10. Südwestdeutsche Versicherungsanstalt A. G. für Handwerker und Gewerbetreibende, Frankfurt a. M. Die Gesellschaft soll in kurzer Zeit noch bedeutend erweitert werden. Diese Spielgemeinschaft soll unter der Leitung der Landesstelle Hessen- Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda sofort damit beginnen, einen großzügigen Plan für die nächsten Jahre aufzustellen, der die Gestaltung von Freilichttheatern (sogenannten Thingplähen) vorsieht, auf denen das neue Volksschauspiel mit großen Sprech- und Vewegungs- chören dem Volk vorgesührt wird, und die außerdem geweihte Stätten für große nationale Kundgebungen werden sollen. Die Grundlage des Nationalsozialismus ist die Volksgemeinschaft, d. h. die wertvollen Kräfte aus allen Schichten des deutschen Volkes sollen gemeinsam nicht nur im Arbeitsprozeß stehen, sondern auch gemeinsam ihre Herzen bereichern können mit immer wieder sich erneuernden Kräften der Hoffnung, des Glaubens und der Lebensfreude. Es genügt nicht, daß der Mensch unter dem Zwang, sich erhalten zu müssen, notgedrungen arbeitet, sondern es ist notwendig, daß er bei allem, was er tut, empfindet, daß dieses Tun für das ganze Volk wichtig ist und daß auch von ihm das Schicksal des ganzen Volkes mit abhängt. Nicht verbissen und mißmutig und gereizt sollen im Dritten Reich die Menschen an ihre Arbeit gehen, sondern gern und mit Freude für ihr Tun. Dazu ist es notwendig, daß man den Menschen über seine kleine, oft beengte und harte Alltäglichkeit erhebt in einen Zustand gesteigerten Lebensgefühls. Don den vielen Kulturfaktoren, die den Menschen in dieser Weise ergreifen können, ist das Theater der wirkungsvollste. Für die Masse des Volkes, für die Masse der Arbeiter und Bauern war das Theater früher meist aus finanziellen Gründen unzugänglich, da zu dem Besuch eines Theaters ja auch noch die Unkosten für die An- und Abfahrt und meist für entfernt Wohnende noch wesentliche Zeitverluste kamen. Adolf Hiller, der die Klassengegensätze überbrückt wissen will, erstrebt, daß in den Theatern der Zukunft nicht nur „Publikum" sitzt, welches sich aus zahlungskräftigen Kreisen zusammenseht, sondern daß das Volk, zusammengesetzt aus allen sozialen und aus allen Vildungsschichten, so, wie es heute in unseren Versammlungen zu finden ist, so, wie es heute in der SA. und SS. marschiert, das Erlebnis der Theateraufführung gemeinsam empfängt und auch dadurch wiederum erneut miteinander verbunden wird. In allen Gauen Deutschlands werden diese Thingplätze, die von dem Kulturwillen des deutschen Volkes zeugen, errichtet. Sie werden u n - ter dem Schutz des Staates stehen. Dort werden auch Ehrenmale für die Gefallenen des Weltkrieges und die Opfer der Bewegung eine weihevolle Stätte finden. Zunächst sind für das Jahr 1934 im Gebiet der Landesstelle (umfassend die Provinz Hessen- Nassau und das Land Hessen) sechs große Freilichtspiel- und Thingplätze von der Regierung bewilligt, deren Bau sobald wie möglich in Angriff genommen werden soll. Ein Teil der vorhandenen Freilichtbühnen, se-ither Laienspielunternehmungen, wird der „Spielgemeinschaft" angegliedert. Der Plan sieht weiter vor, daß systematisch erstrebt werden soll, für je 150 000 Einwohn er einen solchen Platz zu schaffen, der etwa zwischen 3000 bis 10 000 Zuschauer fassen wird. Endlich ist es wünschenswert, dahin zu kommen, daß eines Tages die Mehrheit aller Wahlberechtigten sich auf den Thingplätzen versammeln kann. Die Schaffung der neuen Thingplähe wird vielen Hunderten von Arbeitern auf lange Zeit Arbeit und Vrot geben. Außerdem wird em großer Bedarf an Baumaterial aller Art gedeckt werden müssen. Den Architekten und gestaltenden Künstlern wird die Möglichkeit zu schöpferischen Arbeiten geboten. Die neuen Thingplätze sollen wie aus der Landschaft herausgewachsen das Charakteristische der einzelnen Landschaften nochmals in vollendeter und gesteigerter Form zeigen, und sie werden somit wahre Heimatdenkmäler werden, um die sich in feierlichen Stunden das ganze Volk versammelt. Ich ersuche, soweit geeignete Stellen zur Anlage von Dhinqplätzen vorhanden sind, diese sofort der Hessen-Nassauischen Spielgemeinschaft für nationale Was gibt es Neues in Rom? Von unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Februar 1934. Nero wird abgesetzt. Beim großen Aufräumen rings um das Kolosseum sind dieser Tage zwei Hausgreuel mit weggewischt worden: die berühmte Meta Sudans und der Koloß des Nero. Der Koloß war noch viel berühmter, denn er gab seinerzeit dem Flaviertheater den Namen, man sprach nur noch vom Kolosseum und die meisten Kinobesucher glauben, der böse Nero habe dort die gruseligen Christenfressereien vorgeführt. In Wirklichkeit wurde das Theater erst von einem Nachfolger Neros begonnen und erst unter Titus vollendet. Die Kolossalfigur Neros soll ursprünglich vor dem goldenen Hause des Kaisers gestanden haben, Hadrian habe sie entfernt, weil er Platz für einen Tempel brauchte. Wie dem auch sei, alle Fremden führte man bis gestern vor den Rest des Kolosses und hieß sie dann turmhoch in die Höhe schauen: denn so groß war dieser bronzene Nero, 36 Meter, den Sockel nicht mitgerechnet. Zwei Dutzend Elefanten brauchte man, um ihn zum neuen Standplatz zu schleifen. Ums achte Jahrhundert herum ging es ihm wie den frommen Kirchenglocken in schweren Zeiten auch, er wurde eingeschmolzen. Was übrig blieb, war ein kümmerlicher Backsteinfuß, ein Sockelrest, immerhin wildromantisch genug, um antiken Liebhabern Schauer über den Rücken zu jagen. Die Maler haben ihn gemalt, die Dichter besungen. Jeder Rompilger bezeigte ihm seine Reverenz. Hierauf gab er sich auf den Befehl des Cicerone einen Ruck und erblickte gegenüber eine ganz ähnliche Angelegenheit: den großen Backstemkern der Meta Sudans. Wörtlich heißt das Schwitzkegel oder Ziel des Schweißes, das klassische Latein läßt in feiner Bildhaftigkeit hier der philologischen Phantasie weiten Spielraum. Die Meta war in der römischen Rennbahn auch der Eck- oder Wendestein und der allgemeine Ausdruck für „Ziel". Den Sudor ober Schweiß kann man ohne Anstrengung auf triefendes Wasser übertragen und so meinen die einen, daß es sich einfach um einen Springbrunnen handle, die andern denken an den Zielpunkt der Leichtathleten, der Läufer. Vielleicht ist beides richtig, vielleicht galt die Fontäne vor dem Triumphbogen des Konstantin als Straßenziel, Uebriggebüeben ist von ihr nicht viel mehr als vom Nerokoloß, immerhin genug, um den antiken Liebhabern Schauer über den Rücken zu jagen. Die Maler haben sie gemalt, die Dichter besungen. Jeder Rompilger blieb andächtig stehen. Im vorigen Jahr gab es nun einen gar schrecklichen Archäologen- und Zeitungsstreit über die Frage, ob Der grasüberwucherte Backsteinkern, schön oder nicht, aus Pietät zu erhalten sei oder nicht, ob man ihn renovieren ober abtragen solle. Wie bas in Rom heute so ist, bie Gemüter erhitzten sich unb ber Schweiß ber Edlen troff, jeber würbe selber eine Meta Sudans. Die Spötter fehlten natürlich auch nicht unb wenn Pasquino noch leben würbe, ber köstliche Schuster, bann würbe Rom jetzt wider- hallen von Pasquillen unb Pasquinaden. Denn, um es mit gebührender Feierlichkeit zu sagen, es gab am Enbe ein stilles archäologisches Begräbnis erster Klasse. Es stellte sich nämlich heraus — unb so hatte ber Gelehrten- unb Aesthetenstreit sein Gutes —, baß biefe Meta nichts anberes war als eine künstliche Ruine, eine Fälschung bes vorigen Jahrhunberts, bas partout feine romantischen Schuttwinkel haben mußte. Da machte man reinen Tisch, schlug bie Maskerabe in Trümmer unb löschte auch ben Kern bes Kernes von Wahrheit, ben bie beiben Sehens- roürbigteiten wahrscheinlich enthielten. Der Zugang zum Kolosseum würbe eingeebnet, leiber, benn nun sieht man nicht mehr so beutlich, baß vor ihm hier ein künstlicher See lag. Die Straße um ben Kon- ftantinsbogen würbe eingeebnet, gottlob, benn nun kann man roieber hinburchgehen, ohne an ein Museum erinnert zu werben. An ben Koloß unb seine bessere Meta (auch bieses Wortspiel macht bas Volk, weil meta Hälfte heißt) erinnert aber kein Stein mehr. Milch nur noch in Flaschen! Der Milchkrug geht so lange zum Brunnen, bis er überläuft. Mussolini ist bie Gebulb übergelaufen, er ließ ben Brunnenweg sperren unb führte statt bes Freihanbels ben Fläschenverkehr ein. Da verstummte in Rom bas liebliche Tutehorn. Vielen Fremben ist es aufgefallen, benn nicht ein Postillion blies es, fonbern ein winters blau, sommers grau gefleibeter Mann in Amtsmütze, ber einen sonnen- gelben Kastenkarren schob. Unb auf bem Kasten leuchtete bas stolze Wappen ber Roma mit bem zweitausenbjährigen S. P. Q. R. Das heißt: Senat unb Volk von Rom! In bem gelben Kasten war aber kein gärenb Drachenblut, fonbern nur bie sanfteste Milch, bie man sich benfen kann, bie stäbtische. Schon in vormussolinischer Zeit wären nämlich bie Milchhänbler (wie übrigens auch bie Weinhänbler) ohne Wasser wirtschaftlich aufs Trok- kene gekommen unb baher betätigten sie sich auf eine Weise, bie von Hausfrauen nicht geschätzt zu werben pflegt. Die Römerinnen schrien nach richtiger, echter, bicker Kuhmilch, unb ber Gouverneur konnte sich ihren Vorstellungen nicht verschließen. Er machte eine amtliche Sache aus ber Hauslieferung unb bestellte bazu Treuhänber, bie von Zeit zu Zeit in ein messingleuchtenbes Tutehorn stießen. Worauf bie Frauen unb Mäbchen mit Töpfen unb Schüsseln bem garantiert keim- unb wasserfreien Stabtkarren entgegenliefen wie bie Kinber bem Rattenfänger. Das gehörte zum römischen Stabtbilb. Aber niemanb kann es allen rechtmachen, bie Leute am Enbe ber Straßen behaupteten, bie vom Anfang ber Straße schöpften ben Rahm ab, unb bie Frühaufsteher beklagten sich Hinwieberum, ihre Milch sei blau, weil ber Hahnen an ber Kiste unten säße, mithin bas süße Gelb erst zum Schlüsse komme, unb überhaupt, man könne sich ja benfen wie, plötzlich zu Butter werbe, bie man bann in ber Latteria kaufen müsse. Ueberhaupt bie Latteria, bie Milchhanblung! Wer garantierte bort für bie Einhaltung ber gesetzlichen Lauter- unb Sauberkeitsvorschriften? Unb wer kontrolliert bie Preise? Kurz, bie Klagen hörten nie auf unb bie Statistiker führten ben gerabezu lächerlich geringen Milchkonsum ber Hauptstabt auf bie Mangelhaftigkeit ber Milchversorgung zurück. Man benfe nur an bie Typhusgefahr! Nun fürchtet ber Römer nichts so sehr wie bie Tollwut unb ben Typhus, meibet also Hunb unb Milch. In Mailanb, so ging bie Sage, sei ber Milch- verbrauch unenblich viel größer, weil bort bie größten Gefahren für bie Gesundheit burch bie Einführung bes Flaschenhanbels gebannt würben. Klar, Rom konnte nicht langer zurückstehen. Der Gouverneur richtete also eine bem zwanzigsten Jahrhun- bert gerecht roerbenbe, eine geradezu mustergültige Milchversorgung ein. Ein eigens gebautes Milchinstitut — S. P. Q. R. — ließ besondere Milchwagen Herstellen, Wunder ber Frischhaltungstechnik, bie Tag für Tag bie Campagna abstreifen, um bie Milch unmittelbar bei ben Bauern zu holen. Denn bie Bauern kümmerten sich nicht viel um Stabt- üeferungen, weil ber Zwifchenhanbel unb ber Stabtzoll nichts mehr an Verbienst übrigließen. Die stäbtischen Milchwagen bringen ihre Fracht ins Institut, wo sie sterilisiert unb auf Flaschen gezogen wirb. Die Flaschen werden verkapselt und plombiert — auf andere Weise darf jetzt überhaupt keine Milch mehr in den Handel kommen. Eine Lira und 45 Zentesimi kostet die Literflasche: gänzlich unamtlich ausschauende Burschen bringen sie mit hoffnungsloser Miene ins Haus: sie wissen, ein Liter bleibt ein Liter, da ist nichts mehr zu machen. Unb bie Hausfrau strahlt und bie junge Mutter wagt es, ihrem Bimbo rohe Milch zu trinken zu geben. Bedenken Sie, amico mio, rohe Milch unb boch kein Typhus! Miracolo. Zuweilen kommt es freilich noch vor, baß irgendein Kerl bie Kapsel wegnimmt unb vormussolinische Milch einfüllt. Aber bie Polizei ist mit Luchsaugen hinter ben Panischem her: unb wenn einer erwischt wirb, schließt man ihm kurzerhand bie Bube ... Lieber die Kunst, einen Vornan zu schreiben. Jean Paul hat einmal gesagt, baß jeber Mensch ben Stoff zu minbeftens einem Roman in sich trage, ba jebes Menschenleben Tatsachen von allgemeinem Interesse enthält. So könnte also jeber sein eigener Romanbichter werben, wenn er feine Schicksale aufzeichnete. Freilich, zum Roman-Schreiben gehört nicht nur ein totoff, fonbern unter anberem auch Technik, bie man sich aneignen muß. Wir wissen heute, baß bas künstlerische Schaffen nicht zu ben erlernbaren Dingen gehört, aber anbere Zeiten glaubten bas Gegenteil, unb so mancher hat im 17. unb 18. Jahrhunbert mit Hilfe bes Reimlexikons eine Unzahl von Versen zusammengebracht. Der neuste Verfasser einer „Technik bes Roman-Schreibens", ber Englänber Basil Hogarth, lehnt es ab, mit feinen Ausführungen ein Rezept für junge Autoren zu bieten, aber er gibt bann boch eine solche Fülle von Anweisungen unb Fingerzeigen, baß man sein Buch wohl als eine Art „Nürnberger Trichter" bezeichnen kann, burch ben jeber sein eigener Romanbichter werben könnte. Wenn ber große englische Erzähler Arnolb Bennett gesagt hat: „Die Aufgabe bes Romanbichters ist es, eine gute Geschichte, unb zwar mit bem geringsten Auf- roanb von Mitteln, zu erzählen", so ist bamit freilich etwas sehr Einfaches unb zugleich sehr Schwieriges geforbert. Denn auf bie Gabe bes Erzählens kommt es ja gerabe an. Gewöhnlich bebarf es ent« roeber eines starken Erlebnisses, wie es häufig bie erste Liebe ist, bie so viele ein heftiges Dichter- Fieber burchmachen läßt, ober einer langen Erfahrung, bie in höherem Alter zu einem nachbenk- lichen Rückblick auf ben zurückgelegten Weg und aus dem Bedürfnis einer Rechenschaft zur Niederschrift eigener Schicksale führt. Wells hat einmal gesagt, man müsse die Vierziger. erreicht haben, „um das Leben klar zu sehen, und es mit reichen Einzelheiten, mit der nötigen Gerechtigkeit und vor allem mit verstehender Liebe zu gestalten". Tatsächlich haben sich manche Romandichter, so z. B. Fontane, erst als reife Menschen dieser Gattung zugewandt. Festgestaltung G. m. b. $)., Frankfurt a. M., Bür- gerstraße 9—11, unter genauer Angabe der Lage mitzuteilen. Frankfurt a. M., 17. Februar 1934. gez. Sprenger. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministe- riums für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Es ist mir bekannt geworden, daß zahlreiche Gemeinden Thingplätze zu bauen beabsichtigen. Ich mache darauf aufmerksam, daß Thingplätze nur errichtet werden dürfen, wenn dieselben durch meine Entscheidung im Einvernehmen mit dem Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger, z u» gelassen werden. gez. T r e f z." Aus Oer provmzialdouptstaOr Kinder gehören nicht auf den Kahrdamm Die Zahl der Derkehrsunfälle, deren Opfer Kinder werden, zu vermindern, ist eine drinaende Aufgabe. Sie kann aber nicht vom Kraftfahrer allein gelöst werden, obgleich er durchweg allein zur Verantwortung gezogen wird. Es wird leider immer noch nicht berücksichtigt, daß die Hauptschuld auf Seiten der Erzieher liegt, die versäumt haben, den Kindern die Gefahren der Straße vorzuzeichnen und eindringlich klarzumachen. Hier muß die systematische Verkehrsschulung der Kinder einsetzen, eine Schulung, für die sowohl das Elternhaus als auch die Lehrerschaft verantwortlich sind. Notwendig ist, daß in alle Arbeit am Verkehr die Jugend miteingegliedert wird. Die Verkehrserziehungswochen, die örtlich verschieden, von der Verkehrswacht oder der Polizei durchgeführt werden, sind gerade auch für die Schuljugend, wenn sie mitwirken darf, guter Anschauungsunterricht. Denn auf die Anschauung kommt es an, weil nur durch Sehen und Erkennen das erreicht werden kann, was bisher durch Lehre und Regel nicht erzielt werden konnte, nämlich das Bekenntnis zur allgemeinen Verkehrsvernunft. Der Verkehr ist nun einmal eine Tatsache, mit der sich jeder, auch der gleichgültigste Fußgänger abzufinden hat. Er wird sich am leichtesten zurechtfinden, wenn er sich diesem Verkehr freundlich gegenüberstellt. Schon mit dem Spielzeug kann beim Kind das Interesse am Verkehr geweckt werden. Lange bevor das Kind zum ersten Male selbständig ohne Aufsicht die Straße betritt, muß immer wieder der Ruf ertönen: „Haltet Euch vom Fahrdamm fern!" In diesem Satz liegen fast alle Erziehungsaufgaben Umrissen. Je frühzeitiger die Erziehungsarbeit einsetzt, desto mehr kann namenloses Leid vermieden werden. Der Endzweck ist die Heranbildung einer Jugend, die die natürlichen Gesetze der Straße und des Verkehrs vollkommen beherrscht, die nach diesen Gesetzen lebt und schließlich dem Alter, den Verkehrsunsicheren, vorbildlich vorangeht. Wie es selbstverständlich ist, daß der Junge dem Mütterchen oder dem Kriegsbeschädigten seinen Platz in der Straßenbahn einräumt, so muß es selbstverständlich werden, daß schon der Junge von 10 Jahren den Hilfsbedürftigen beim Ueberqueren der Straße zur Seite springt. Der Kraftfahrer hat daher allen Anlaß, besonders scharf aufzupassen, wenn er sich auf der Fahrstraße spielenden Kindern nähert. Denn es ist eine Erfahrungstatsache, daß spielende Kinder unvermutet achtlos über den Fahrdamm laufen, um zu den auf der anderen Seite der Straße befindlichen Kindern zu gelangen. Sehr beachtenswert ist in diesem Zusammenhang das Urteil eines Landgerichts wonach bei Straßenunfällen bei Kindern unter sieben Jahren ein Mitverschulden nicht in Frage kommt. Halbmast am Heldengedenktag. Die Reichsregierung hat angeordnet, daß am Heldengedenktag, 25. Februar, sämtliche Dienstgebäude des Reiches, der Länder und Gemeinden, sowie die Gebäude der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen Halbmast flaggen. Diese Anordnung wird hiermit den Behörden amtlich mit dem Hinzufügen bekannt- gegeben, daß eine schriftliche Mitteilung der Anordnung an sie nicht ergeht. GA.-Reserve I. Der Führer der Gruppe Hessen, Gruppenführer Beck^rls, teilt mit: „Die Gruppenführung der SA. der Gruppe Hessen sieht sich veranlaßt, erneut und nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß sämtliche nach der Anordnung der Obersten SA.-Führung in der SA.-Reserve I zusammengefchlossenen Einheiten vollkommen der SA. angehören und als SA. zu betrachten sind. Dementsprechend hat jeder direkte Eingriff von dritter Seite gegen Angehörige der SA.-Reserve I genau wie bei der SA. zu unterbleiben. Anfragen, Untersuchungen usw. in Bezug auf Angehörige der SA.-R.l sind also nicht direkt, sondern nur über die Gruppenführung der SA. der Gruppe Hessen einzuleiten." Glückwunsch an Generalleutnant von Madai. Generalleutnant von Madai in Dessau, der heute sein 90. Lebensjahr vollendet, erhielt — wie uns aus Berlin berichtet wird — von dem früheren Kaiser folgendes Brieftelegramm aus Haus Doorn: „Zu Ihrem 90. Geburtstage spreche ich Ihnen, zugleich im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin, wärmste Glück- und Segenswünsche aus. Möge Ihnen das beifolgende Bild Freude machen als Erinnerung an diesen Tag und an Ihre Dienstzeit als Kommandeur Meines Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments. Besten Gruß. Gez.: Wilhelm, I. R." Kaufmannslehrlinge werden geprüft! Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit: Alle männlichen und weiblichen Kaufmannslehrlinge, die Ostern auslernen, müssen «ne Prüfung ablegen. Der für das Rhein-Mainische Wirtschatts- gcbiet eingesetzte „Hauptausschuß für Berufserziehung" verpflichtet alle Auslernenden durch eine vom Treuhänder der Arbeit genehmigte Prüfungsordnung zum Ablegen dieser Prüfung. Im Handwerk ist die Prüfung feite altersher eine Selbstverständlichkeit. Es hat sich gezeigt, daß die Prüfung auch im kaufmännischen Beruf für eine ordentliche Nachwuchserziehung nicht entbehrt werden kann. Diese Prüfung, soll aber nicht etwa eine Auslese der Besten und Begabtesten vornehmen. Sie soll vielmehr eine Feststellung des M i n d e st w i s s e n s und der M i n d e st l e i st u n g sein, die von einem Kaufmannsgehilfen im Kontor oder hmterm Ladentisch verlangt werden müssen. Die Prüfung soll zeigen, ob der Lehrling die Augen offengehalten und ob die Lehre als Ausbildungsstätte ihre Aufgaben erfüllt hat. Neben der Prüfung der erlernten praktischen Fertigkeiten soll der Lehrling natürlich auch Auskunft geben können über einfache und arundlegende Zusammenhänge des Wirtschaftslebens und über Grundfragen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Zur Annahme der Prüfung sind an den wichtigsten Plätzen des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes örtliche Prüfungsausfchüfse eingesetzt. Die Lehrherren sind nach der Prüfungsordnung verpflichtet, den örtlichen Prüfungsausschüssen die auslernenden Lehrlinge zu melden. Der Lehrling erhält nach bestandener Prüfung einen Kaufmannsgehilfenbrief. Dieser Kaufmannsgehilfenbrief soll dem jungen Gehilfen als Zeugnis feiner Zugehörigkeit zum Berufsstand vom Prü- funasausfchuß als einem Beauftragten des Treuhänders der Arbeit, oder der Deutschen Arbeitsfront ausgehändigt werden. Die Aufnahme der Aus- lernenden in die Gehilfenschaft soll am Vorabend des 1. Mai vor aller Oeffentlichkeit in einer besonderen Feier erfolgen. Raffenhygienischer Fortbildungskurs»«! Der von dem Leiter der Abteilung „Erbgesund- heit und Rassenpfleae" bei der Hessischen Aerzte- kammer, Pg. Dr. Kranz (Gießen), eingeleitete raffenhygienische Fortbildungskur- f u s für Gerate nahm am Samstag im großen Hörfaal der Universität feinen Anfang. Welch großes Interesse die Einrichtung dieses Kurses gefunden hat, zeigte die Teilnahme von über 200 Aerzten aus dem hessischen Gaugebiet. Zur Eröffnung waren erschienen der Rektor der Landesuniversität Professor D. Bornkamm, der Gauobmann des NS.-Aerztebundes Dr. Ende (Darm- Jugendverbände seien notwendig. Notwendig seien aber auch Elternhaus und Schule. Körperliches Akrobatentum fei alles andere denn nationalsozialistisch. In einem gesunden Körper wohne ein gesunder Geist. Immer aber sei es der deutsche Geist, der sich die Welt erobert habe. Für den Lehrer komme es in Zukunft nicht mehr so sehr darauf an, Lehrer als solcher zu fein, sondern darauf, den Menschen als Ganzes zu formen. Der Mensch müsse zu einem Wissen geformt werden, das ihn ganz in die Gemeinschaft hineinstelle. Es komme nicht auf die Intelligenz allein an, wohl aber darauf, daß der junge Bursche ein ganzer Kerl sei. Dazu müßten Schule und Elternhaus Helsen. (Beifall.) Anschließend erfreute das Orchester der Oberrealschule unter Leitung von Studienrat Dr. Hillen- brand mit verschiedenen musikalischen Darbietungen Man hörte einen Marsch von Schubert, dann Schuberts Ballett aus „Rosamunde", beides in recht ansprechender Wiedergabe, weiter noch eine Schu- bertsche Sonatine für Geige und Klavier, für die die beiden Ausführenden anhaltenden Beifall ernteten, so daß sie sich zu einer Zugabe verstellen mußten. Ein stimmungsvolles Posaunensolo, Das Wasserlieb, mit Orchesterbegleitung, fand ebenfalls eine ausgezeichnete Wiedergabe. Der Badenweiler Marsch beschloß die Reihe der musikalischen Darbietungen. Im weiteren Verlaufe hielt Studienrat Dr. König einen fesselnden Vortrag über das Thema: „Dolkskampf an den Grenzen!" Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Es fei ein Zeichen der Zeit, wenn die Veranstaltung des heutigen Tages im Zeichen des Auslandsdeutschtums stehe. Es sei immer so gewesen, daß gerade der Ausländsdeutsche das deutsche Volkstum am stärksten empEin Mann namens Schmitz Novelle von Wilhelm Schäfer Ab heute in -en Zamilienblättern Habt) und als Vertreter der Gesundheitsabteilung der hessischen Regierung Obermedizinalrat Dr. Schmidt (Darmstadt). Der Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege in Berlin, Pg. Dr. Groß, hatte wegen nicht aufzuschiebender Verpflichtungen in letzter Minute abfagen müssen und seinen Mitarbeiter Pg. Dr. Brandt (Berlin) als Vertreter geschickt, der besonders herzlich von dem Leiter des Kurses begrüßt wurde. In Ausführungen, denen man die tiefe Ueber- zeugung und den hohen Ernst des alten Kämpfers und Tatmenschen anmerkte, gab Dr. Brandt einen Ueberblitf über das nationalsozialistische Gedankengut und die biologischen Grundlagen unserer Weltanschauung. Er zeigte die völkische Reaktion des deutschen Volkes auf den ortsfremden Einfluß, der vor der Machtergreifung Adolf Hitlers über« band genommen hatte, behandelte die Frage der Auslese und im Zusammenhang damit auch die Führerfrage und das Problem des Führernachwuchses. Seine tief empfundenen Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Um 20 Uhr sprach als zweiter Redner im Großen Hörfaal des Physiologischen Instituts Pg. Dr. Graf (Rüsselsheim) über das Gebiet der Vererbungslehre an Hand eines reichen und interessanten Bildmaterials. In wissenschaftlich begründeter Form gelang es ihm, das prinzipiell Wichtige aus diesem großen Gebiet herauszuheben. Schlußfolgernd zeigte der Redner, daß das individualistische Denken durch das organische Denken im nationalsozialistischen Sinne abgelöst werden müsse und daß nur hierdurch eine Ueverwindung der Jch-Sucht möglich sei. Das zwanglose Zusammensein der Kursteilnehmer am Abend im Hotel „Hindenburg" gab Gelegenheit zu gegenseitiger Aussprache und Anregung. Hitler-Jugend Oberbann 4/13. An die Führer der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolkes in der Hitler-Jugend! Im Rahmen des Parteitages des Gaues Hessen- Nassau, der im gesamten Gau kreisweise abgehalten wird, findet neben der Vereidigung der politischen Leiter auch die der Hitlerjugendführer und Führerinnen des BDM. statt. Es kommen alle Führer bzw. Führerinnen in Frage, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die vom Gebiet für die Durchführung in den einzelnen Kreisen bestimmten Führer treten mit ihrem Kreisleiter, der für sie zuständig ist, in Verbindung und regeln alles weitere. An dem Tage der Vereidigung untersteht der BDM. dem betreffenden Führer der HI. Die Eidesformel lautet: „Ich schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den mir bestimmten Führern unbedingten Gehorsam." Ick erwarte, daß sich die Führer in der Erkenntnis dieses Aktes entsprechend verhalten, und dies durch einheitliches, bizipliniertes, ernstes Auftreten nach außen hin dokumentieren. Heil Hitler! Der Führer des Oberbanns 4/13 m. d. F. b. gez. Blumenröder, Bannführer. Der Stabsführer gez. Herrnbrodt, Gefolgschaftsführer. AG-Lehrerbund Gießen-Stadi. Mittwoch, 21. Februar, 16 Uhr, Bezirksversammlung in der Turnhalle der Oberrealschule. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen: 2. Vortrag von Geh. Rat Prof. Dr. Olt: „Ewigkeitsgesetze im neuen Staat". Elternabend der Oberrealschule. Die Oberrealschule hielt gestern in Verbindung mit der VDA.-Gruppe der Schule einen wohlgelungenen Elternabend ab, der ganz im Zeichen des Auslandsdeutschtums stand. Oberstudiendirektor Leonhardt hielt die Be- grüßungsansprache: hieß besonders die Eltern willkommen und betonte, daß gemäß einem Wahlspruch Dritten Reiches die Schule nicht mehr nur r - sondern vor allem Erziehungsschule sei. Mit der Veranstaltung folge man einem Wahl- fprud) des Führers, daß es nicht das Beste zu geben gelte, sondern das jeder Mitwirkende fein Bestes gebe. Es bedürfe auch weiterhin der Zusammenarbeit von Lehrer und Elternhaus. Die funden habe und empfinde. Don der „Nation" gebe es verschiedene Begriffe: die Auffassung von der Nation als Staat ohne Berücksichtigung der Volkheit, und jene Auffassung, die alle jene zur Nation zähle, welche die gleiche Sprache sprechen und gleichen Geistes seien. Deutsche Volkheit sei in Europa in 21 von 35 Staaten verstreut. Sie seien Reichsaußendeutsche nicht Staatsdeutsch, wohl aber Volksdeutsche. In fünf Staaten feien die Deutschen ftaats» verwaltend: in Deutschland selbstverständlich, in Oesterreich, in Danzig, in Luxemburg und in dem | kleinen Ländchen Liechtenstein. Mitverwaltend seien sie in der Schweiz und an der Wolga. In 13 weiteren Staaten lebten deutsche Volksgenossen als Volksgruppen, als „Minderheiten". So sei das deutsche Volk, ein 83 bis 85 Millionenvolk, in Europa'mit dem Osten, dem Süden, dem Westen । und dem Norden verkoppelt. Dem einen gehe es gut, dem anderen habe man alles genommen, einer anderen Gruppe den Boden belassen, wieder einer anderen die Kultur genommen. In diesem Kampfe um die Behauptung habe der Auslanddeutsche gelernt, was Volkheit bedeute. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner eigene Erlebnisse, u. a. die Tragik des elsässischen Landes, dessen Menschen mit brennenden Augen nach dem Reich sähen, ein Erlebnis in Polen, einige Gedichte, die das Sehnen der Ausländsdeutschen, bedrängter deutscher Volksgenossen zum Ausdruck brachten — das alles stellte der Redner mit dem lebendigen Wort vor seine Zuhörer, die ergriffen lauschten. Unsere Aufgabe sei, das große Reich der Deutschen zu schaffen, ein Reich, das vorbildlich für die Welt werde und auf unsere Volksgenossen im Ausland wirke wie ein Magnet . . (Anhaltender Beifall.) Gemeinsam wurden der erste Vers des Deutschland- unb des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Zum Abschluß der eindrucksvollen Veranstaltung «e unter dem Titel „Bauern" von den Schü- r Oberrealschule ein Schauspiel in drei Aufzügen zur Aufführung, das in dramatischer Weise öen Kampf der Siebenbürger Bauern um ihre ver- j brieften Rechte, um Haus und Scholle, um deutsches Wesen und deutsche Kultur schilderte. Oer evang. Frauenwelt Verpflichtung für llebersee. Unter diesem Thema veranstaltete der Gustav- Adolf-Frauenverein gestern abend einen Lichtbilderoortrag in der Stadtkirche. Der Besuch war erfreulich stark, trotz der sonstigen Veranstaltungen am gestrigen Abend. Der Redner Pfarrer S t o s ch , der auch im Vormittagsgottesdienst die Predigt gehalten hatte, ist Leiter des Katharinenftiftes in Wittenberg, welches evangelische Schwestern besonders für Uedersee ausbildet. Eingangs erinnerte der Vortragende an den Gedenktag des Todes unseres großen Reformators (18. Februar 1546). Einige schone Bilder zeigten die Stätten der Wirksamkeit Luhters in Wittenberg dis zu seiner Ruhestätte unter der Kanzel der Schloßkirche. Von der kleinen und doch in aller Welt bekannten Lutherstadt an der Elbe werden seit 21 Jahren die Diakonissen der Frauenhilfe fürs Ausland in deutsch-evangelische Gemeinden in Ueber-- see gesandt, anfangs nach verschiedenen Ländern, feit dem Krieg aber nur noch nach Brasilien. Fast eine Million unserer Volksgenossen wartet dort auf diesen Dienst der Heimat. In vielen interessanten Einzelbildern, die meist von dem Vortragenden selbst bei seinem letzten Aufenthalt in Brasilien aufgenommen waren, sahen wir das zauberhaft schone Land mit seinem Farbenreichtum und seiner üppigen Vegetation, in dem öie Unfern eine neue Heimat gefunden haben, dabei noch in steter Liebe an dem alten, unvergessenen Vaterlands hängend. In harter, zäher Arbeit rinqen sie dem Urwald den Ackerboden ab. Aber trotz der schweren körperlichen Arbeit haben sie doch Sinn für geistige Werte, sie wissen um die Kraft religiösen Glaubens gerade auf solchen oft so einsamen Posten. In bewußtem Kampf erhalten darum die Evangelischen unter ihnen sich den Glauben der Väter. Hier arbeiten die Wittenberger Diakonissen als Krankenpflegerinnen, Gemeindeschwestern und Hebammen, als Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen. Und sie tun damit einen Dienst, der völkisch und kirchlich so unentbehrlich ist, daß er dringend des Ausbaus und der Erweiterung bedarf. Fünfzig Schwestern find zur Zeit drüben eingesetzt. Es war besonders interessant, diese Schwestern auf ihren Gängen zu begleiten und ihre Arbeit zu sehen. Wie ganz anders ist doch dort ihr Dienst durch die wohl gleiche Not, aber doch andersartige Welt und Lebensweise da drüben gestaltet als in der Heimat. Durch den Urwald führt ihr Weg, ein einzelner Baumstamm ist oft ihre Brücke, hoch zu Pferd und auf dem modernen Autoomnibus kommt sie zu ihren Pflegebefohlenen im einsamen deutschen Siedlerhaus oder in der elenden Hütte der Schwarzen. Und wie viel größer ist noch die Not als die Hilfe, die geboten werden Cann, besonders erwähnt sei die Not der weit von ärztlicher Hilfe wohnenden jungen Mütter, die einem Kindchen das Leben geben. Es ist überaus schmerzlich, daß manch eine Bitte um Schwesternaussendung aus Mangel an Mitteln und verfügbaren Kräften ungehört verhallen muß. Dort ist noch Freude am Kind und eine Familie mit 10 und mehr Kindern keine Seltenheit. Die deutsche Heimat, die es in unserer großen Gegenwart von neuem gelernt hat, daß Deutschland überall dort ist, wo deutsche Herzen schlagen und deutsche Zungen sprechen, soll diesen Ruf aus Luthers Stadt hören und ein Werk stützen, bas da draußen unter Gottes sichtbarem Segen getan wird und noch zu großen Aufgaben berufen ist. Es war ein feiner und reicher Abend, der uns unseres deutschen Volkstums, das da draußen so tapfer feine Art bewahrt, und unseres evangelischen Glaubens, der in der Liebe tätig ist, froh werden ließ. Nach herzlichem Dankwort von Pfarrer Becker an den Redner, der mit seinen Worten und den Bildern so die Brücke geschlagen hatte von Heimat zur Fremde, von Herz zu Herz der Brüder und Schwestern hier im Mutterland und draußen auf Vorposten in der fernen Welt, schloß die Veranstaltung mit gemeinsamem Lied und kurzem Gebetswort. Gott gebe zu solcher Saat, wie dieser Abend im Wort und Bild sie ausstreute, seinen Segen zur Wahrung und Stärkung deutscher Art und evangelischen Glaubens! Verwendet Richard Wagner-Wohlfahrtsbriefmarken ! Richard Wagner, einer der größten Meister im Reiche der Töne, ist seit 50 Jahren tot, aber feine Werke sind unsterblich. Sie leben und wirken le- bensfrifd) und machtvoll im neuen Reiche, in dem der echte deutsche Geist, den sie atmen, zu neuem Leben erwacht ist. Es war ein schöner Gedanke der Reichspost, diesen Kämpfer und Künder für deutsches Wesen in diesem Jahre auf den Wohlfahrtsbriefmarken der Deutschen Nothilfe zu ehren. Richard Wagners Werke erlangten Weltruhm und halfen wirksam, deutscher Kunst in der ganzen Welt Ansehen zu verschaffen. Wagner war der Schöpfer des deutschen Musikdramas. Aus Dichtung, Musik und Schauspielkunst schuf er ein Gesamtkunstwerk. Die Stoffe seiner Werke entnahm er fast ausschließlich dem schönsten Erbgut der deutschen Sagenwelt. Die Wagner-Wohlfahrtsbriefmarkenserie umfaßt neun verschiedene Werte — 3 bis 40 Pf. — in größerem Format als dem der gewöhnlichen Briefmarken. Auf ihnen find charakteristische Szenen aus den bedeutendsten Wagnerschen Musikdramen nach Entwürfen von Prof..Alois Kolb, Lehrer für graphische Künste an der Staatlichen Akademie in Leipzig, dargestellt. Bei der Wahl der Motive und ihrer endgültigen Gestaltung hat ein Sachverständigenbeirat mitgewirkt, dem auch Wagners Schwiegertochter, Siegfried Wagners Witwe, Frau Wini« frid Wagner, angehörte. Die Ausführung der Marken erfolgte in Stahlstich und Stahldruck. Neben den Wohlfahrtsbriefmarken ist auch eine Wohlfahrtspo ft karte erschienen, die im Markenbilde ein wohlgelungenes Porträt Richard Wagners zeigt und auf der linken Hälfte der Anschriftseite eine Ansicht des Festspielhauses in Bayreuth trägt, der Weihestätte des deutschen Dramas aus dem Geiste der Musik. Dieses Haus soll nach Wagners Plan das deutsche Volk zur Pflege deutschen Wesens erziehen. Die glänzenden Festspiele des letzten Jahres, unter lebhafter Anteilnahme des Volkskanzlers Adolf Hitler, find noch in lebendiger Erinnerung. So umschließen die.Wagnermarken des Winters 1933/34 das doppelte Bekenntnis zu deutschem Volkstum und zu deutscher Kunst. Jeder Deutsche sollte diese Marken fein eigen nennen und allgemein deren Verwendung fördern, ist es doch auch eine Dankesschuld, die Deutschland dem großen Meister damit abstattet. Und zu alledem ist der Wohlfahrtszuschlag zum Besten unserer Aermsten im Volke bestimmt! Erhältlich sind die Marken außerpostalisch durch dje Ortsgruppen, Zellen- und Blockwarte der NS.» Volkswohlfahrt nur noch bis Ende dieses Monats. Die postalische Gültigkeit währt indes noch bis zum 30. Juni 1934. Daten für Montag, 19. Februar. 1473: der Astronom Nikolaus Kopernikus in Thorn geboren; — 1731: Frau Rat Goethe, Goethes Mutter, in Frankfurt a. M. geboren; — 1859: der Astronom und Physiker Svante Arrhenius in Wyk bei Upsala geboren; — 1865: der Forschungsreifende Sven v. Hedin in Stockholm geboren. Bornvnzcu — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Revolution der Jugend". — Die Chriftengemeinfckaft: 20.15 Uhr, in den unteren Räumen des Hauses Schwarz, Bahnhofstr. 90 (nicht im Cafe), Vortrag über „Ueberroinbung des Judentums im Christentum". — Handweberei Schloß Westerburg: 11 bis 19 Uhr, Cafö Ebel, Hand- gewebe-Ausstelluna. — NS.-Frauenfchaft Gießen- Mitte, Süd und Ost: 20.15 Uhr, Turnhalle Gymnasium, Turnstunde. — Den Vortrag: „Die Ueberroinbung bes Jubentums im Christentum" betrifft eine Anzeige im heutigen Blatte, auf bie besonders aufmerksam gemacht sei. * ** Befreiung abgemelbeter Kraftfahrzeuge von der Wieberzulassungs- gebühr bei Derwenbung im Dien st e der Winterhilfe. Im Interesse einer schnellen und wirkungsvollen Durchführung des Winterhilfswerkes hat der Reichsverkehrsminister die Landes- Regierungen ersucht, sofort im Verwaltungswege zu veranlassen, daß alle gegenwärtig nicht zugelassenen Last- und Personenkraftwagen sowie Krafträder von den Gebühren für die Wiederzulassung befreit werden, wenn sie vorübergehend und ausschließlich zur Beförderung von Spenden für die Winterhilfe benutzt werden und dies von dem für den Antragsteller zuständigen Gauwalter der NS.-Volkswohl- fahrt unter Beibrückung des Dienststempels bescheinigt wird. ** Handgewebe-Ausstellung im Caf6 Ebel. Die Handweberei.Schloß Westerburg, (Gemeinnützige Werkbetriebe auf der Jugendburg Westerburg) ist mit ihren Erzeugnissen in Gießen nicht mehr unbekannt. Bereits vor einigen Jahren fanb hier eine Ausstellung statt. Jetzt zeigt bie Gemeinschaft roieber ihre Erzeugnisse in einer deinen geschmackvollen Schau und läßt dabei erken- nen, daß sie nicht stehengeblieben ist auf dem einmal beschrittenen Wege, sondern sich vervollstän- bigte unb nunmehr auch mit Geweben feinster Art an bie Oeffentlichkeit tritt In der Ausstellung vev, Deutschlands älteste Spezialzigarette im Riesenformat ist ►Ecksteins Sie hat alle Neuerscheinungen überdauert. Saargebiet lehnte bet Redner mit Entschieden- I gebührender Dank ausgesprochen. Da der Gesamtheit ab. da dieser Zustand nichts anderes ist als oorftanb seine Aemter niedergelegt hatte, waren einigte sich eine Fülle des guten Geschmacks. In den Tischdecken, Sofakissen, Einkaufstaschen, Chaise- Webereien liegt feine handwerkliche Kultur. Mit longuedecken, Gardinen, Stoffe für Buchhüllen und Der deutsche Schiüsalskampf um die Saar Oberheffen Nachdruck verboten Ohne Gewähr 16. Februar 1934 8. Ziehungstag 3n der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 93413 205525 331728 375034 9323 16779 18418 208976 212344 Zukunft der Redner die Der 8. Ziehungstag 387096 I die I ar-1 Das das 25993 33005 47501 64959 80014 96607 41261 58898 71913 82344 99086 73831 20751 198920 34974 287163 140478 20942 39757 68867 71587 80179 99025 109715 120864 131275 149732 163590 173658 186233 203878 223609 236930 250222 259316 274829 290509 300782 313895 334679 354191 371823 390838 226335 248218 267044 268620 296261 310347 334087 345338 353280 362493 373521 381165 391096 396869 26470 36127 52597 70777 80686 233724 248910 260260 268687 298984 312619 336177 349355 354668 365703 374718 383137 392287 398654 18754 27018 39277 63036 71611 83478 24811 48648 62983 72732 88276 13775 25933 216266 20288 21784 29433 44330 62878 74191 85918 30613 49253 69787 76306 89765 22751 30468 45916 63202 76849 90543 104210 110897 120660 128500 139340 143939 152755 169949 167770 172374 185271 193473 206311 224697 243023 255639 263250 281218 307416 329935 343757 352617 359814 372001 379866 390119 394240 25870 ' 30476 : 46973 . 64384 < 79105 I 93323 104924 113443 120808 129186 139938 144779 153446 160158 168413 175041 186074 194999 207824 225991 245455 266883 264834 286433 309594 332688 345321 353109 359904 372509 380486 390575 394678 271862 279383 33735 96033 172126 297090 186148 314046 142919 81283 194166 310378 15377 36675 60148 71504 79189 91469 107099 119264 128116 144269 163084 173013 184335 196742 221121 234461 248293 257274 274672 289265 299689 309386 326491 353330 367625 384956 366611 317048 318948 132029 266936 24567 45802 59831 72224 86171 99851 111767 123169 137888 165096 171924 177120 187390 211027 227759 246473 253063 266818 282795 297249 305323 315461 345052 357425 374787 399601 106258 113320 123854 139739 155734 172266 180058 187704 211382 229591 247565 254664 267558 286466 298142 307438 320681 346693 358850 377309 26326 49246 68605 76465 89007 106881 114198 126797 142465 156268 172590 182833 194605 214133 232616 247631 254868 274093 287369 298335 308445 320992 352324 365863 380826 147946 22889 79043 158180 293482 Saargebiet ist ein aus Deutschland durch Diktat von Versailles willkürlich herausgerissener Teil des Deutschen Reiches. Redner berichtete dann kurz über die beruf* 105557 115292 121781 129242 141702 144942 156637 160678 168914 176282 188251 195487 111697 121824 131404 162181 164738 175427 186375 204599 225358 243309 252131 263649 277688 291422 302345 315142 342880 354350 372229 392698 600 M. 140117 263781 346563 300 W. 98512 105925 116373 124391 131990 142289 149764 168906 165051 169513 182896 189458 199972 99524 106529 117067 125694 132601 143020 151641 159684 165112 169840 183441 191212 203267 217890 236016 261160 261675 271671 306719 315301 338406 349827 357072 367567 374865 384443 393387 399370 19953 28257 42635 61970 73702 85394 704 149759 284466 40 Gewinne 103640 119064 234587 238704 309138 343074 424 Gewinn« zu 2 Gewinne zu 20000 M. 2 Gewinn« zu 10000 M. 2 Gewinne »u 5000 M. 8 Gewinne zu 3000 ®L 342485 10 Gewinn« zu 2000 M. 344603 359088 14 Gewinne zu 1000 M. 2 Gewinne zu 10000 M. 4 Gewinn« zu 5000 M. 6 Gewinn« zu 3000 M. 6 Gewinne zu 2000 M. 16 Gewinn« zu 1000 M. 144150 202830 265726 ! 40 Gewinn« »u 500 M. 133383 160301 171170 203842 243125 243666 315508 317961 368092 i 102409 108633 119167 127624 137325 143717 162212 159824 166429 172366 184058 192891 205659 221001 242033 252552 262161 279300 307095 318921 338907 352549 359801 369712 377980 389792 393788 großer Sicherheit sind die Farben verwandt, und ebenso sicher sind die Formen beherrscht, in denen sich die künstlerische Gestaltung bewegt. Eine Stärke der Schau ist es, daß sie nur Dinge zeigt, die lediglich dem praktischen Gebrauch dienen. Man sieht in der Hauptsache Damen- und Kinderkleider deutschen Gepräges. Die Ausstellung zeigt, daß aus deutschem Gedankengut eine Mode erwachsen kann, die es überflüssig macht, nach den Schöpfungen der ausländischen Modeproduktion auszuschauen. zeichnete der Redner gebührend den Landesverrat der Marxisten unter Führung des gar nicht aus dem Saargebiet stammenden, sondern aus Neuß bei Düsseldorf gekommenen Verräters Braun, sowie den Er lehnte weiterhin mit allem Nachdruck die Entsendung von internationalen Truppen in das Saargebiet ab, da hierfür nicht der geringste Grund be- Üeht, weil die Ruhe und Ordnung von den ver- intwortungsbewußten wahrhaft Deutschen in keiner Weise gestört wird. Das in der Deutschen Front zu- «mmengeschlossene Deutschtum an der Saar wird Unbedingte Legalität bewahren, weil es genau weiß, daß man auf der Gegenseite nur t" Legalität wünscht, um gegen das Deutschtum oor* Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie 16. Februar 1934 ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 373460 378214 1602 6679 7951 8985 284083 381099 74361 78612 181029 190090 260807 303735 373135 392984 6213 7807 8697 die verschleierte Annexion durch Frankreich. Er mochte noch ausführlich auf die Rechtsgrundlagen für die Abstimmung und die Abstimmungsberechtigten aufmerksam, betonte die B l u t s v e r - bundenheit der Saardeutschen mit dem Reiche, und erklärte zum Schlüsse, daß die Abstimmung so ausfallen wird, daß für den Völkerbund einzig und allein nur die Rückgliederung des gesamten Saargebiets an das Reich in Betracht kommen kann. Dann würde — wie der Führer und Volkskanzler Adolf Hitler erst kürzlich wieder betont habe — nichts mehr zwischen Frankreich und Deutschland stehen und damit dem Frieden der beste Dienst geleistet sein. (Langanhaltender starker Beifall.) Ser Führer der Studentenschaft cand. jur. Adam bat die Zuhörer, im Sinne des Vortragenden mit aller Kraft mitzuarbeiten und den deutschen Kampfruf für die Saar in das ganze deutsche Volk hineinzutragen. Mit dreimaligem begeistertem Sieg-Heil auf den Führer fand die Kundgebung ihren Abschluß. 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 10501 46330 56199 178901 256463 356946 357951 376599 380249 384049 Neuwahlen nötig geworden. Auf Vorschlag des Ortsgruppenleiters, Bürgermeister Wagner, wurde der 1. Vorsitzende von der Versammlung gewählt. Das Resultat war einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorsitzenden und Gründers des Vereins. Dieser ernannte als seinen Stellvertreter und 2. Führer Bürgermeister Wagner- Lollar sowie als übrige Mitglieder des Vorstandes: Rektor a. D. Daab, H. Geißler VIII., L. Hofmann V., Direktor Iantzen, Dr. Limberger.H. Mülle r I., Beigeordneter T a u b e r t, Wilhelm Schwalm, H. Schmidt VI., Altbürgermeister. Dieser wird seine Aemter unter sich verteilen. Nach Verlesung des Protokolls hielt der Vorsitzende eine Ansprache, in der er die Arbeit des Vereins als Dienst am Volke bezeichnete, ganz im Geiste seines Führers Adolf Hitler, dem ein dreifaches Sieg- Heil ausgebracht wurde. Mit dem ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes wurde die harmonisch verlaufene Versammlung geschlossen. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II ? Reiskirchen, 18. Febr. Bei der Holz- Versteigerung im Gemeindewald wurden durchschnittlich folgende Preise erzielt: Buchenscheit (zwei Meter) 21 bis 23 Mk. gegen 12 bis 14 Mk. im Vorjayre, Buchenknüppel 16 bis 20 Mk. gegen 9 bis 10 Mk., Eichenknüppel 10 bis 12 Mk. gegen 5 bis 6 Mk., Tannenknüppel 11 bis 13 Mk. gegen 8 bis 10 Mk., Buchenstock 10 bis 12 Mk. gegen 6 bis 7 Mk., Buchenreiser (vier Meter) 8 bis 11 Mk. gegen 5 bis 6 Mk. gleichen Verrat der Separatisten, die sich beide auf die französische Propaganda mit ihren Geldmitteln stützen. Er wies dabei auf die schwere wirtschaftliche Bedrückung der Bergleute durch die französische Grubenverwaltung hin und bat, den Saarbergmann immer als den opferreichsten und treusten deutschen Volksgenossen an der Saar anzusehen. Die von den Marxisten und Separatisten jetzt propagierte Beibehaltung des Status quo im 324 Gewinn« tu 300 W. ---- 23601 ----- ** liche Schichtung der Saarbepölkerung, wobei er hervorhob, daß ein Drittel der Bevölkerung aus Bergarbeitern besteht, die übrigen zwei Drittel sich mus Hüttenarbeitern, Arbeitern der Veredlungs- iindustrie, Mittelstand und Bauern zusammensetzten. Sodann gab er in eingehender Schilderung nach Einem kurzen geschichtlichen Rückblick über die Schickssale der Saar einen Ueberblirf über die Machenschaften Frankreichs in dem Ränkespiel und Dem Ringen um das Saargebiet zwischen Clemenceau, Lloyd George und Wilson bei der Ausarbeitung des Zviedensdiktats von Versailles. Er hob dabei her- mor, daß Frankreich mit aller Kraft die Annexion 2es unzweifelhaft völlig deutschen Saarlandes erstrebte, dann aber angesichts des Widerstands von Lloyd George und Wilson das jetzige Gebilde des Saargebiets unter der Verwaltung des Völkerbundes durchdrückte in der Hoffnung, nach 15 Jahren doch noch zu feinem Ziele der Annexion des deutschen Landes kommen zu können. Mit Nachdruck machte er, gestützt auf den französischen und den englischen Text des Friedensdiktats, das Recht und die Forderung geltend, die Abstimmung an der Saar am 10. Januar, spätestens aber am 11. Januar 1935, den Tagen des Ablaufs der 15 Jahre, vorzunehmen. gerfchaft erschienen. ©er Führer der Studentenschaft cand. jur. Adam stellte in seiner kurzen Einführungsansprache der Ruhe und dem Frieden im Reich die N o t und den Kampf an der Grenze gegenüber. Im Saargebiet kämpft ein Dolksteil, der u n - zweifelhaft deutsch ist, um die Rückkehr zum deutschen Vaterland, zur deutschen Heimat, nachdem er durch den Wahnsinn von Versailles in sinnloser Weise davon getrennt wurde. Hierauf sprach der Beauftragte der Saardeutschen für den Völkerbund Landgerichtsrat Or. Freudenberger, Saarbrücken mit herzlichem Beifall begrüßt, über den Schicksal s k a m p f der Deutschen um die Saar. Er führte u. a. aus: Bis zum glückhaften Ausgang der Abstimmung im Saargsbiet muß im Brennpunkt des politischen Interesses jedes deutschen Menschen das Schicksal der Deutschen an der Saar stehen. Darauf haben wir Deutschen an der Saar ein gut begründetes Recht. Wenn wir an der Saar, ohne die Macht des Nationalsozialismus hinter uns, 99 v.H. der Abstimmung für Deutschland hervorgebracht haben, wird man im Auslande nicht eine so falsche Behauptung aufffetlen können, wie fälschlich nach dem einmütigen Bekenntnis des deutschen Volkes zum nationalsozialistischen Deutschland, zu seinem unübertrefflichen Führer Adolf Hitler am 12. November 1933, als behauptet wurde, daß dieses Bekenntnis nur auf einen Druck der SA. und SS. zurückzuführen gewesen sei. Die Deutschen an der Saar erwarten von allen deutschen Volksgenossen im Reiche ernste Mitarbeit an den deutschen Aufgaben an der Saar. Zunächst muß diese Mitarbeit bei der Vorbereitung .zur Abstimmung in der Beschaffung der Adressen der -abstimmungsberechtigten deutschen Saarländer und in der Organisation des Transportes zum Abstim- munsgtage in Erscheinung treten. Daneben gilt es, Die Saardeutschen mit dem geistigen Rüstzeug der Aufklärung in ihrem Kampfe um die Saar zu lunterstützen. Die Saar ist kerndeutsches Land, sie ist fein Grenzland, sondern «in Land an der Grenze. An der Saar wohnen nur Menschen von unzweifelhaft deutschem Charakter, deutscher Kultur, deutscher Sitte und deutschen Gebräuchen. Im Saargebiet spricht kein Mensch französisch, wenn er es nicht in der höheren Schule gelernt hat. Die Saardeut- ßchen wollen die treuesten Deutschen sein. Völkische «der sprachliche Minderheiten gab es nie an der deutschen Saar. ander und sprach abschließend über das Winterhilfswerk, von dem er sagte, auch das WHW. fei eingespannt in den großen Rahmen der Arbeitsbeschaffung der Reichsregierung. Gegen 11 Uhr fand oie Versammlung ihr Ende. Pg. ^Herbert dankte dem Redner für seine inhaltreichen Ausführungen. Landkreis Metzen. — Wieseck, 17. Febr. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt gestern abend in der Roten Schule seinen zweiten diesjährigen Vortragsabend ab. Der Vereinsführer, Lehrer Keppler, gab in der Begrüßung feiner Freude Ausdruck über den starken Besuch, hatten sich doch neben 75 Mitgliedern noch eine größere Anzahl Frauen eingefunden. Diplom - Gartenbauinspektor Rensch von der Obstbauinspektion IV, Gießen- Friedberg, sprach dann über das Thema „Wie erzielen wir Qualitätsobst". Er führte dabei u. a. folgendes aus: In den Obstläden ist jetzt wieder fast nur Auslandsware zu sehen. In unserem Vaterlande wird nicht genügend und auch noch zu geringwertiges Obst erzeugt. Hier gilt es vom Auslande, vor allem den Amerikanern, zu lernen. Dort wird nur allerbeste Qualitätsware in marktgängigen Sorten zum Verkauf gebracht. Neben allerbestem Pflanzgut, richtiger Sortenwahl, fachgemäßer Dün- aung ist vor allem auch eine planmäßige Schädlingsbekämpfung nötig. Die Grundlage jeglicher Bekämpfung bildet eine gründliche Stamm- und besonders gründliche Kronenpflege mit drauffolgender Winterspritzung. Ganz falsch ist es, die Behandlung mit Obstbaumkarbolineum als Allheilmittel zu betrachten. Erst die Sommerbehandlung mit einer Vorblüten- und zwei Nachblütenspritzungen führt zum vollen Erfolg. Gerade diese verbürgen schorf- und wurmfreie Ware. Die in den Vorjahren durch- aeführten Spritzpersuche in Konradsdorf, Lich, Ortenberg und Langenhain ergaben an unbehandelten I Bäumen 28 v. H. gesunde, 55 v. H. fleckige und angestochene und 17 v. H. Kelterfrüchte, während ge- pg. Kreisleiter Zürh spricht im Kreis Schotten. —.— Burkhards, 17. Febr. Unter Leitung des Ortsgruppenleiters Pg. Herbert fand hier eine große Kundgebung der gesamten Ortsgruppe Burkhards statt. Als Redner war der Kreisleiter Pg. Z ü r tz gewonnen, der in seiner Eigenschaft als Kreisdirektor zum erstenmal in einer Gemeinde feines Kreises sprach. In zweistündiger Rede, die wiederholt durch starken Beifall unterbrochen wurde, führte er etwa folgendes aus: 'Dem Deutschen Reich hatte Bismarck im Jahre 1871 nur den äußeren Rahmen gegeben. Es war versäumt worden, im Kaiserreich alle deutschen Menschen in diesen Rahmen hineinzuzwingen. Die großen Gegensätze der Religionen und der Parteien wurden nicht beseitigt. Deshalb ging dieses Reich 1918 zugrunde. Es folgte die Weimarer Republik. Versprochen hat sie ihren Anhängern viel, gehalten aber nichts. Nach und nach gingen ihr alle Sympathien verloren. Sie wurde zu Grabe getragen, weil sie den Soldaten mißachtete. Aus all diesen Fehlern der Vergangenheit hat der Nationalsozialismus gelernt. Wir achten die Arbeit und ihren Träger, den Arbeiter. In unserem Staat soll jeder von soldatischem Pflichtgefühl durchdrungen sein und im Falle der Gefahr sich schützend vor Volk und Vaterland stellen. Scharf kritisierte der Redner die alten Parteien und ihren Eigennutz. Die Arbeit des Nationalsozialismus sei mit dem Zurückreißen des Volkes von dem Abgrund nicht beendet. Vielmehr gilt es in Zukunft, alle Deutschen im Geiste der Volksgemeinschaft zu erziehen. Weiter sprach Pg. Z ü r tz über den Nationalismus und den Sozialismus unserer Bewegung und stellte beide in Gegensatz zu der früheren Auffassung der beiden Ideen. Ängehend berichtete er über den 30. Januar und den 12. November 1933, die beide Marksteine auf dem Wege der Entwicklung der NSDAP, seien. Die Außenpolitik wurde kurz gestreift, die Stellung des Nationalsozialismus zum deutschen Bauern ausführlich behandelt. Der Ertrag der Arbeit wird im Dritten Reich dem Bauer erhalten, es wird spritzte Bäume 71 v. H. Tafelobst, 18 v. H. Obst zweiter Sortierung und 11 v. H. Kelterobst lieferten. Da die Kosten der Sommerspritzungen sich durchschnittlich billiger als die Karbolineumbehandlung stellt, wird eine gute Rentabilität gewährleistet. Eine ergiebige Aussprache schloß sich an, in der auch die Sortenfrage in leichten und schweren Böden berührt wurde. Um den anwesenden Frauen Rechnung zu tragen, sprach der Redner noch in einem kürzeren Dortraa über „Frühjahrsarbeiten an den Topfpflanzen". Auf Anfragen aus der Versammlung über verschiedene Düngemittel gab der Vereinsführer Aufschluß. Weitere Behandlungspunkte betrafen die Pflegemahnahmen der im Vorjahre bezogenen Weinstöcke, die Nachpflanzungen in geschlossenen Baumanlagen, die Durchführung der Polizeiverordnung betreffend Entfernung abgängiger Bäume und Dürrer Aeste und die Auswertung der Obstbaumzählung im Herbst 1933. 00 Klein-Linden, 16. Febr. Aus der kirchlichen Statistik unserer evangelischen Gemeinde ist vom verflossenen Jahr als bemerkenswert zu berichten: Die Zahl der Gemeindeglieder betrug 1991.. Die Zahl der Haupt- gottesdienste betrug 61, sie waren durchschnittlich von 139 Männern, 148 Frauen und 42 Kindern besucht. Nebengottesdienste wurden 9, Kindergottes- dienste 48 gehalten, an letzteren nahmen durchschnittlich 89 Knaben und 72 Mädchen teil. Die Gesamtzahl aller Gottesdienste betrug 131; die Gesamt- durchschnittszahl aller Gottesdienstbesucher der Gemeinde in jeder Woche belief sich auf 159 Männer (im Vorjahr 146), 173 Frauen (184) und 148 Kinder (130). Das Heilige Abendmahl wurde 1981 Personen gereicht, und zwar 868 Männern und 1113 Frauen, das sind 99,5 v. H. der Einwohner und 183 v. H. der Erwachsenen. 72 Personen, meist alte und kranke, empfingen das Abendmahl im Haus. Eheschließungen würben 20 vollzogen. Getauft wurden 15 Kinder, konfirmiert 32. Kirchlich beerdigt wurden 16 Personen. An milden Gaben aus der Gemeinde gingen u. a. ein 372 Mark für die Aeußere Mission, 129 Mark für die Innere Mission, 53 Mark für den Gustav-Adolf-Verein. Für die Krankenpflegestation wurden 1395 Mark, für die Kleinkinderschule 1639 Mark in Einnahme verbucht. Als Gesamtsumme der Kirchenkollekten sind 285 Mark eingegangen. Die Opfer und Gaben für Orts- arme betrugen 65 Mark. Ferner wurden noch an freiwilligen Leistungen für kirchliche Zwecke (Vereine usw.) 1189 Mark gesammelt. Auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung entfallen demnach 2,60 Mark. In seiner jüngsten Sitzung befaßten sich Kirchenvorstand und Kirchengemeindevertretung mit der Gesamtrechnung des verflossenen Jahres, ■ die einstimmig genehmigt wurde. y Lollar, 17. Febr. Gestern abend fand im „Deutschen Haus" die gut besuchte ordentliche Generalversammlung des eingetragenen Vereins Kinderfreund statt, der feit 30 Jahren eine Kleinkinderfchule und eine Gemeindekrankenpflege unterhält. Der Vorsitzende, Dekan Gußmann * Kirchberg, erstattete den Jahresbericht. Aus ihm ist zu entnehmen, daß der Verein trotz wirtschaftlich schwerer Zeit immer noch 400 Mitglieder zählt und daß in 1933 sieben Vereinsmitglieder verstorben sind, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Die Kinderschule wurde von durchschnittlich 70 Kindern besucht. Die Krankenschwester machte 7044 Krankenbesuche und leistete 34 Nachtwachen. Den Schwestern, sowie der Gemeinde Lollar, dem Bu- derusschen Eisenwerke, dem eo.-kirchlichen Frauenverein und Frau Dentist Becker Witwe, die eine größere Summe für Hilfe in schwerer Zeit gespendet hatte, wurde öffentlicher Dank ausgesprochen. Auch den vielen ungenannten und unbekannten Gebern der Einwohnerschaft, die durch Unterstützung mit Naturalien eine sehr billige Wirtschaftsweise Des Schwesternhaushaltes ermöglichten. Der Rechner, Rektor a. D. D a a b, trug die vorgeprüfte und für richtig befundene Rechnung vor, gab einen Ueberblick über die finanzielle Lage des Vereins, die als zur Zeit gesichert angesehen werden kann. Aus diesem Grunde hatte der Vorstand beschlossen, 50 Mark für Arbeitsbeschaffung und 50 Mark für die Winternothilfe zu spenden. Dieser Beschluß wurde von der Generalversammlung einstimmig gutgeheißen. Dem Rechner, der wie alle Mitarbeitenden, sein Amt ehrenamtlich versieht, wurde aber verlangt, daß der Bauer sich einsetzt für die gesamten Nation. Weiter setzte der Gründe der Arbeitslosigkeit ausein- Eine eindrucksvolle Kundgebung der unlöslichen l gehen zu können. In diesem Zusammenhänge kenndeutschen Verbundenheit und der unverbrüchlichen j zeichnete der Redner gebührend den Landesverrat der Treue zum Saargebiet veranstaltete die G i e ß e - ner Studentenschaft gestern abend bei starkem Besuch in der Neuen Aula. Zu der Kundgebung waren auch zahlreiche Volksgenossen aus der Bur- chltlcL • cLLck • cyfuLß JVUjuizbstiLck Schulungskursus der LOF. des Kreises Wetzlar. Kußball -es Sonntags. O Wetzlar, 18. Febr. Der dieser Tage hier abgehaltene, von 87 Teilnehmern besuchte Schulungskursus der Landwirtschaftlichen Ortsgruppen^ Fachberater stand unter der Leitung des Kreisschulungsleiters Pg. K l e e m a n n - Leun. Kreisbauernführer Pg. Langsdorf wies in seiner einleitenden Ansprache auf die Bedeutung des Kurses hin, der insbesondere der Erfassung des nationalsozialistischen Gedankengutes dienen solle. Den ersten Vortrag hielt der Kreisschulungsleiter Pg. K l e e m a n n - Leun, der über den bevölkerungspolitischen Neuaufbau des deutschen Volkes sprach. Der Referent wies besonders darauf hin, daß der Bauer der Träger des deutschen Volkstums sein und bleiben müsse. Den zweiten Vortrag hielt der stellvertretende Kreisleiter Pg. Haus. Er sprach über das Thema: „Die NSDAP, im heutigen Staa t." Er beschäftigte sich besonders mit der Wichtigkeit und der Größe der Verantwortung des Führerordens. Der agrarpolitische Apparat sei eine wichtige Säule im Staate. Sämtliche LOF. müßten eine starke Stütze der Parteiorganisation sein. Nach der Mittagspause referierte Kreisführer O h l- Birlenbach über das bevölkerungspolitische Problem der NSDAP, in agra^- u-nd staatspolitischer Hinsicht. Die bevölkerungspolitischen Maßnahmen der Regierung seien, so führte er u. a. aus, genau so wichtig, wie alle anderen Gesetze. Große Aufgabe unseres Volkes sei es, den Geburtenrückgang zu bekämpfen, damit es vor einer Ueberfremdung des Ostens durch Ansiedlung bewahrt bleibe.. Es dürfe hier aber nicht nur geredet werden. Wer Nationalsozialist ist, habe mit gutem Beispiel voranzugehen. Das Ein- bzw. Zwei-Kindersystem müsse wieder verschwinden. Das deutsche Volk müsse wieder ein großes und starkes Volk werden. Nach einer Pause referierte der Kreisobmann Desch-Oberwetz über das neue preußische Jagdgesetz vom 18. Januar 1934 und wies insbesondere auf die neuen einschneidenden Paragraphen hin. Er beschäftigte sich in seinen Ausführungen mit den Befugnissen des Kreisjägermeisters, mit den zukünftigen Möglichkeiten der Gestaltung der Jagdgrenzen, mit den Bestimmungen über die Neuverpachtungen, mit den Voraussetzungen der Jagdberechtigung, mit Fragen des Wildschadens und mit den Möglichkeiten der Kündigung bestehender Pachtverträge. Der Vortrag löste eine rege Aussprache aus. Den ersten Abendvortrag des ersten Tages hielt Pg. Haus über die Auswirkung des Gemeindeverfassungsgesetzes in denLand- gemeinden. Er beschäftigte sich besonders mit den Bestimmungen, die sich mit der zukünftigen Verwaltung der Gemeinden durch den Dorfschulzen und den Beirat befassen, ferner mit der Zusammensetzung des Beirates und schließlich in eingehender Weise mit den kulturellen Forderungen für das platte Land. Er stellte ferner unbedingte Notwendigkeit der gemeinsamen Arbeit heraus. Nach der Aussprache und auf besondere Bitte ging der Redner noch auf die für den 24. und 25. Februar vorgesehene Vereidigung aller in Aemtern der Partei befindlichen Mitarbeiter ein. Anschließend sprach Dr. Lang, vom Tierzuchtinstitut Oberer Hardthof über das Thema: „Die neue Eier-Absatzregelung". Auf die Ausführungen dieses Redners kommen wir an anderer Stelle zurück. Nach verschiedenen Mitteilungen des LKF. Pg. Langsdorf über den Marthallenbau, die Winterhilfe ufw. wurde der erste Schulungstag beschlossen. Der zweite Schulungstag wurde von Kreisobmann D e s ch eröffnet. Als erster Referent sprach. Pg. Gaß- Dutenhofen über das „Ge noffen- fchaftswefen im neuen Staa t." Der Redner behandelte nach einem geschichtlichen Rückblick eingehend das Geldgeschäft, das Wesen des Personalkredits, und das Warengeschäft der Genossenschaften. Die Bedeutung der Genossenschaften im Dritten Reich legte der Vortragende eingehend klar. Zum Schluß ging er noch auf die Neugestaltung des Ver- banbsroefens in unserem Wirtschaftsgebiet ein. Während der Ausführungen des Pg. Gaß-Dutenhofen traf der Adjudant des Landesbauernführers Dr. Wagner, Pg. S ch ö n h e i t ein, der in umfassender Form über die einzelnen Bestimmungen des Erbhofrechtes referierte. Als zweiter Vortragender zu diesem Thema sprach der Vorsitzende des Anerbengerichtes in Wetzlar, Pg. Colnotz der sich in eingehender Weise, mit allen rein jurstischen Fragen auseinandersetzte. Die Zuhörer folgten den Vorträgen mit außerordentlichem Interesse. In reger Aussprache wurde noch manche Frage erörtert. Gegen Schluß des Schulungskursus erschien noch der Landesbauernführer Dr. Wagner, der von den versammelten Fachberatern mit stürmischem Beifall begrüßt wurde. Schlußworte des Kreisbauernführers Pg. Langsdorf und des Kreisfchulungs- leiters Pg. Kleemann beendeten den Schulungskursus. SJ.-fport Deutsche Erfolge bei den IZS.-Rennen \Ä f f MR & Christel Cranz, Freiburg, die Deutsche Skimeisterin 1934, gewann den Slalom-Kombinationslauf bei den Internationalen fI5-Rennen. Franz pfnür gewinnt den Slalom-Cauf. Der deutsche Skisport errang am Samstag bei den inoffiziellen Weltmeisterschaften des „weißen Sports", den FIS-fRennen in St. Moritz wiederum einen schönen Erfolg. Franz Pfnür, der junge Schellenberger Student, der sich schon am Eröffnungstage im Abfahrtslauf hervorgetan hatte, war im Slalomlauf allen feinen Schweizerischen und englischen Konkurrenten überlegen und wurde, nachdem er im zweiten Gang mit 53,9 die beste Zeit des Tages aufgestellt hatte, erster Preisträger vor dem großen Schweizer David Z o g g. Von den übrigen Deutschen kam Friedl D ä u b e r auf den 14., Kraisy auf den 17. und Wörndle auf den 24. Rang. In der Länderwertung der Kombination führt nun die Schweiz vor England und Deutschland, während der Sieg in der Einzel-Kombination (Abfahrt-Slalom) dem Schweizer Z o g g vor Franz Pfnür (Deutschland) und von Aalman (Schweiz) nicht zu nehmen war. Die 11. Winterfahrt Garmisch-Partenkirchen. Die Winterfahrt Garmisch-Partenkirchen wurde am Samstag mit der Rundftrecken-Höchstleistungs- Prüsung über 85 Kilometer fortgesetzt. Trotz eines sehr hohen Soll-Durchschnittes bestand der größte Teil der Fahrer die schwere Prüfung. Bei den Motorrädern erhielt der Jnsterburger L e i p o l d auf Triumph-Solo den Deutschland-Pokal und bei den Wagen konnte sich der Berliner Hans Joachim Bernet auf Merceoes-Benz zum fünften Male den wertvollen Preis sichern. Beim Eibfeerennen gewann Ernst Übet vor .dem Motorradfahrer M ö r i tz (München) und dem Rennwagenfahrer M a a g (Zürich) das Vergleichsrennen zwischen Flugzeug und Kraftfahrzeugen. Kurze Sportnotizen. Der Deutsche Tennisbund hielt in Berlin seine letzte ordentliche Mitgliederversammlung ab. Alle satzungsmäßigen Rechte und Pflichten sind für die Zukunft dem Führer des Bundes, Dr. Schomburgk-Leipzig übertragen. Der DTB. will zukünftig die Jugend stärker als bisher fördern. ♦ Vor Hans Sievert gewann der Stettiner L e i ch u m in Hamburg beim Hallensportfest den leichtathletischen Vierkampf mit einer Differenz von 20 Punkten. Leichum gewann den 40-Meter-Lauf, den Weitfprung mit 7.01 Meter, den Hochsprung vom Brett mit 1,95 Meter und wurde hinter Sievert (15,37 Meter) Zweiter im Kugelstoßen mit 13,60 Meter. Lleberraschungen im Gau Aordhessen. Die Ueberraschung des Sonntags bildet die Niederlage des Tabellenführers Bo- r uff in Fulda mit 1:2 (0:2) Toren beim VfB. Friedberg. Die zweite, etwas kleinere Sensation ist der Sieg des Kasseler Spielvereins mit 2:0 (1:0) über Hanau 93. Die beiden Spiele waren von der größten Wichtigkeit für die Vergebung der Meisterschaft, da die Borussen im Falle ihres Sieges schon käst sicherer Meister geworden wären, Hanau 93 Dagegen ebenfalls noch eine letzte Chance hatte. Und diese Chance war eben eine Niederlage der Borussen. Daß die Hanauer sie, da sie nun einmal gegeben war, nicht ausnützen konnten, haben sie sich selbst zuzuschreiben. Sie hatten es in Kassel jederzeit in der Hand, zum Siege zu kommen. Borussia Fulda kann man nun trotzdem fast schon als Meister ansprechen, da nur noch der SC. 03 Kassel gefährlich werden kann. * Württembergs Gaumannfchaft siegte in Kassel gegen eine verstärkte Stadtmannschaft nach schönem Spiel verdient mit 5:3 (2:0) Toren. Iußball der Bezirksklaffe (Gruppe Oberhesien). 1900 Gießen — Bad-Nauheim 0:1 (0:0). Ockershausen — VfB. Gießen 8:2 (1:1). „Germania" Marburg — Wetzlar 2:4. Groß-Karben — Lollar 3:0. Watzenborn-Steinberg — Butzbach 11:2. S00 - Bad-Nauheim 0:1. Eine unverdiente Niederlage. Fuhballgroßkampftag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe! Die Tabellenführer der Bezirks- und Kreisklasse gastierten daselbst. Annähernd 1000 Zuschauer sahen zwei spannende Spiele bei leidlichen Bodenverhältnissen. Es fei vorausgeschickt: ein unfähiger Jnnensturm vergab einen sicheren Sieg 1900’5. Bad-Nauheim, der Tabellenführer und voraussichtlicher Meister, enttäuschte die zahlreichen Zuschauer durch ein wenig meisterhaftes Spiel. Vom technisch guten und flachen Spiel sah man herzlich wenig. 1900 ließ sich leider auf das hohe und weite Spiel allzu sehr ein, hatte aber die Kraft, in diesem schnellen Spiel besser durchzustehen und dadurch den Kampf meistens überlegen zu gestalten. Die Geschehnisse spielten sich zu drei Viertel in der Spielhälfte der Gäste ab, die aber das Glück auf ihrer Seite hatten. Bei Abwägung aller Chancen wäre ein Sieg der Hiesigen mit 3:1 Toren gerecht gewesen. Dies wurde selbst vom Gegner anerkannt. Die Schuld an der Niederlage trägt allein der unfähige Jnnensturm, der selbst zweimal das verlassene Gästetor verfehlte. Ebenso setzte Grünewald einen Ball aus kürzester Entfernung daneben. Hier sprach Egoismus mit, denn Schmelz und Jäger standen frei in bester Position. Die Hintermannschaft spielte aufopferungsvoll und ohne Tadel. Heinbach war wiederum der Beste. Es war bedauerlich, daß gerade der vielleicht einzige Fehler von den Gästen zum Siegestreffer ausgenutzt wurde, während die Blauweißen selbst den Torwächter allein nicht bezwingen konnten. Der scharfe Kampf wurde von Schiedsrichter Pfeiffer- Hanau 93 hervorragend geleitet. 1900 hatte für den dienstlich verhinderten Schlarb Schmidt ins Tor gestellt, der eine überragende Leistung bot. An dem einen unhaltbaren Treffer war er schuldlos. Das Treffen begann in schärfstem Tempo. Auf und ab wogte der Kampf, beide Tore abwechselnd in Gefahr bringend. Nach einer Viertelstunde wurde der Platzverein feldüberlegen. Es boten sich auch nach Ueberfpielen der gesamten Gästehintermannschaft zwei ganz große Situationen zur Uebernahme der Führung. Die Nerven der Gießener versagten aber in diesen kritischen Momenten. Torlos (0:0) wurden die Seiten gewechselt. Schon bald nach Wiederbeginn ließ Bad-Nauheim ganz wesentlich nach. Die Gäste bauten regelrecht ab. Das Spiel lag ganz in der Spielhälfte der Bad-Nauheimer. Eine Chance jagte die andere, aber die vom Publikum sehnlichst erwarteten Treffer blieben aus, obwohl sich auch jetzt gerade die besten Gelegenheiten ergaben. Gegen Schluß wurde Bad- Nauheim durch einige schnelle Vorstöße hin und wieder gefährlich. Ein von Zeiler verursachter Freistoß kam, gut ausgeführt, vors Gießener Tor. Die zu knappe Kopfabwehr nutzte der Gästerechtsaußen blitzschnell zum Torschuß und damit zum Siegestreffer aus. 1900 setzte in den letzten Minuten alles auf eine Karte. Heilmann und Lippert stürmten mit, aber die Gäste retteten sich durch viele Ausbälle über die Zeit. 1900 II — Naunheim I 4:3 (1:1). Eine famose Leistung bot 1900s Ligareserve. In einem spannenden Spiel schlug sie die bis jetzt unbesiegten Naunheimer mit 4:3. — „Adler" Hausen gegen 1900 III 3:2. i 1900' Schüler gewannen gegen Heuchelheim ! Schüler mit 1:0 Toren. Ockershausen — VfB. Gießener Reichsbahn 8:2. Vor einer fanatischen Zuschauermenge und unter Leitung eines den Anforderungen dieses Spieles in keiner Weise gewachsenen Schiedsrichters mußten die Grünweißen eine ziffernmäßig zu hoch ausge« fallene Niederlage von 8:2 Toren hinnehmen. Die Liga, in der Aufstellung des Vorfonntages, konnte den in bester Tagesform kämpfenden Ockershäusern nur in der ersten Halbzeit eine gleichwertige Partie liefern. Das Spiel begann mit heftigen Angriffen der VfB.-Mannschaft, deren einer in der sechsten Minute durch ein Tor von Heß abgeschlossen wurden. Alle Angriffe der Ockershäufer wurden von Leucht- Häuser, der ein glänzendes Spiel lieferte, abgeftoppt. Die Außenläufer der Gießener verfielen in den Fehler, zu weit aufzurücken. Drei Minuten vor Halbzeit gelang den Platzbesitzern durch eine Einzelleistung ihres Rechtsaußen die Partie unentschieden zu stellen. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit konnten die Gastgeber durch ihre schnellen Außen innerhalb 10 Minuten vier weitere Tore erzielen. Die VfBer stellten um und es gelang ihnen, das Tor der Platzbesitzer förmlich zu belagern. Aber nur ein Tor war die Ausbeute dieser Drangperiode. Mit der Erzielung des sechsten Tores, das aus klarer Abseitsstellung geschossen wurde, war das Schicksal der Gießener besiegelt. Die letzten Spielminuten sah Ockershausen in Angriff. Durch Fernschüsse ihres glänzenden Halblinken erzielten sie zwei weitere Tore. Das Olympische Dors gesichert. Das Organisations-Komitee für die XI. Olympiade Berlin 1936 war von Anfang an bemüht, den Sportsleuten der Welt, die zu den Spielen nach Berlin kommen werden, eine gleiche Heimstatt zu schaffen, wie es die Amerikaner im Olympischen Dorf auf den Baldwin-Hügeln getan haben. Ohne Zweifel hat dieses gemeinsame Wohnen der Athleten aller Völker viel zum gewaltigen Erfolg von Los Angeles beigetragen. Hier erlebten die Olympischen Kämpfer das große Gemeinsame des Festes. Das Dorf lag 20 Minuten Autobusfahrt von den Hauptkampfstätten entfernt, außerhalb der Stadt, in der freien Natur, und umschloß rund 500 kleine Wohnhäuschen mit je zwei Zimmern zu je zwei Betten, dazu waren noch für jede Nation Küche und Speisesaal, für eine Gruppe von Nationen je ein Schwitzbad, ferner Kino, Empfangsraum, Sprechzimmer, Post, Wäscherei und Büros vorhanden. Alle, die das Glück hatten, in diesem Dorf zu wohnen, werden sich dieser Zeit besonders gut und dankbar erinnern. Ein solches Lagerleben ergibt natürlich auch die eine ober andere Unbequemlichkeit. Demgegenüber ist aber festzustellen, daß sich die gleiche oder andere Unbequemlichkeit auch im Hotelleben ergibt. Angesichts der großen Vorzüge eines Olympischen Dorfes hält sich Deutschland für verpflichtet, den Sportsleuten der Welt die gleiche Gastlichkeit zu bieten. Daher ist, wie bereits angekündigt, der Bau eines Olympischen Dorfes in die Wege geleitet worden. In gerader Verlängerung der großen Ausfallstraße, die von „Unter den Linden" zum Stadion führt, liegt das Olympische Dorf 14 Kilometer vom Olympia-Stadion entfernt, unmittelbar neben dem Militärlager Döberitz. Es wird um eine landschaftlich reizend gelegene Mulde herum eigens für die Zwecke errichtet und den 3000 männlichen Teilnehmern, die man wohl zu den Spielen erwarten darf, Raum gewähren. Entsprechend unserem Klima werben nicht leichte Bungalows wie in Los Angeles errichtet, sondern Steinhäuser, die aber auch für kleine Gruppen bestimmt sind. Ebenso wie drüben wird auch in Döberitz jede Nation ihre Küche und ihren Speiseraum erhalten und selbstverständlich alle sonst notwendigen Einrichtungen dazu. Das Olympische Komitee organisiert einen regelmäßigen Autobusverkehr für die Teilnehmer, so daß sie in 15 Minuten von ihrer Wohnstätte zum Stadion gelangen können. Eine Uebungsbahn wird sowohl in Döberitz wie neben dem Stadion vorhanden sein. Besitzer des Geländes, auf dem das Dorf errichtet wird, ist die Wehrmacht des Deutschen Reiches, bie, um das Ihre zum Gelingen der Spiele beizutragen, die Herstellung des Dorfes übernommen hat und die die Olympischen Sportkämpfer aller Nationen einladet, dort in schöner freier Natur als ihre Gäste zu wohnen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Montag, den 19. Februar. Wieseck. 20 Uhr: Evangelist Gehring, Möttlingen. Dienstag, den 20. Februar. Wieseck. 20 Uhr: Evangelist Gehring, Möttlingen. — Watzenborn-Steinberg. 20: Ev. Frauenhilfe. Nicht warten! Vorbeugen^ (panfiavin Dr. Heisler spricht über die Überwindung des Judentums im Christentum beute abend 20.15 Uhr in den unt. Räumen des HausesSchwarz, Bahnhofstraße 90 (nicht im ISafö) Eingang gegenüber der Post. kmsD Zelt-Evangelift Krupka spricht bis einschließt. Mittwoch, den 21. Februar, nachmittags 3V2 und abends 8■/» Uhr, in der Evangelischen Stadtmission. 0893 Dienstag, den 20. Februar 1934, 14 Ubr, sollen im „Löwen",Neuenweg 28, bezw. an Ort u. Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Schnellwaagen, Ladenkassen, 1 Staubsauger, 1 Drückkarren, 1 Mulden-Kippwaage, Stoffe, Kassenschränke, Ferngläser, 1 Goniometer, 17 Bünde BrockhauS, 1 Schleifbank, Radios, Schreibmaschinen, 1 Bohr-, eine Dampf-, 1 Roßbaarzuvs- und 1 Rotomaschine, 1 Märklin-Mo- dell, 1 Vielstemvelstanze, 1 Motor, Klaviere, 1 Pritschenwagen, 1 Violine. 1041D Bestimmt: 1 Mignon-Schreibmaschine, 2 Nachttischlampen, 1 Elektrolux-Wascher. Scharmann, Gerichtsvollzieh. k.A., Gießen, Walltorw. 4ö, Tel. 3108. Bad-Nauheim! Die Wohn- und Praxis - Räume 10 Zimmer und Zubehör eines Frauenarztes werden zum 1.April 1934frei und sindanderw., auch an sonstigen Spezial-Arzt, preiswert zu vermieten. Evtl, sind Parterre und 1. 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