Zreitag, 19. Zanuar 1934 184- Jahrgang Str. 16 Erster Blatt miet. 1% T. 5« .» 1? 10 .31 88 J7 ffari & ® Graf Albertl sowie dessen Stellvertreter und andere Unterführer aus dem niederösterreichischen Heimatschutz ausgeschlossen und ihnen das Recht abgesprochen, Uniformen des Heimatschutzes zu tragen. Das Vorgehen gegen Graf Alberti wird damit begründet, daß dieser unwahre Darstellungen über die letzten Verhandlungen verbreitet und dem Willen des Bundesführers zuwidergehandelt habe. Graf Alberti wurde am Donnerstag erneut verhaftet. Gleichzeitig wurden auch einige seiner Freunde, darunter der Landesführer-Stellvertreter Kubacek, in Haft genommen. Die Politische Korrespondenz will dazu erfahren haben, die gegen Alberti geführte Untersuchung habe ergeben, daß er in der letzten Zeit eine geheimnisvolle Tätigkeit entfaltet habe, die den Verdacht der Vorbereitung staatsfeindlicher Handlungen gerechtfertigt erscheinen lasse. Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Plahvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein. spaltige (öelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Wien, 18. Jan. (DftB.) Der am Donnerslagfrüh liier eingekroffene italienische Staatssekretär S u v i ch bat in den Vormittagsstunden dem Bundespräsidenten Miklas und .dem Bundeskanzler )»o11fußden üblichen offiziellen Besuch abgestattet, tier sodann vom Kabinettsdireklor des Vundespräsi- «enlen und vom Bundeskanzler Dollfuß im holet : imperial erwidert wurde. Die sachlichen Beratungen zwischen Suvich und Dollfuß, an denen von lssterreichischer Seite der Leiter der politischen Abteilung des Außenministeriums Gesandter Hornbostel teilnahm, begannen in den Nachmittagsstunden. Zu len Programmpunkten der Besprechung gehören »irtschaftspoltlische Fragen, die Förde- uing der italienischen Wein- und Früchteausfuhr nach -»esterreich, sowie die Ausfuhr österreichischer Agrar-, «olz- und Industrieprodukte nach Italien, die Lrrich- Ung einer Freihafenzone fürOe st erreich I im Triest und darüber hinaus die Regelung der Virlschaftspolitischen Fragen in Mitteleuropa auf Arund des bekannten italienischen Memorandums . iom 28. September v. 3. 3n einer wohl als offiziös gezeigt hat. Daß Frankreichs Außenhandel unter dem Druck der Krise besonders gelitten hat, kann zugegeben werden, zumal die Ausfuhr Frankreichs äußerst konjunkturempfindlich ist. Luxuswaren, die Frankreich vornehmlich ausführt, erfahren bei Eintritt einer Wirtschaftskrise immer einen starken Rückgang im Verbrauch, was auch Frankreich in den Krisenjahren 1931 bis 1933 erfahren hat. Allein wenn Frankreich 1932 im Außenhandel einen Fehlbetrag von fast zwei Milliarden Mark hatte, so konnte dieser Fehlbetrag aus anderen Posten der Zahlungsbilanz verhältnismäßig leicht gedeckt werden. Trotzdem - versuchte Frankreich, das Gleichgewicht im Außenhandel dadurch herzustellen, daß es die (Einfuhr immer weiter drosselte, ohne eine Glattstellung zu erzielen. Die Drosselung der Einfuhr wirkt nicht viel anders als das Valutadumping, denn auf lange Sicht gesehen wird die Kaufkraft und die Aufnahmefähigkeit der internationalen Märkte durch das eine wie das andere stark geschwächt. Frankreich wird auch für 1933 einen Fehlbetrag im Außenhandel von rund zwei Milliarden Mark zu verzeichnen haben. Offenbar will es 1934 eine Glattstellung erzielen, aber die Vorbereitungen dazu lassen die Möglichkeit einer solchen Glattstellung als sehr gering erscheinen. Soweit es sich um Deutschland handelt, mar es die Absicht Frankreichs, die deutsche Einfuhr, die 1933 vielleicht noch 400 Millionen Mark ausmachen kann, der eine Ausfuhr nach Deutschland in Höhe von 170 Millionen Mark gegenübersteht, um etwa 100 Millionen Mark zurückzudrücken, ohne Rücksicht darauf, wel« chen wirtschaftlichen Wert und Bedeutung ble deutsche Einfuhr für Frankreich hat. Es wurde auch besijjfli, unter Leitunz brecht (H, ichen der Ar- des sog. Le- w Behörden irch den Bon aßner jur iner Neuregelung des Be- die Moterie lautlichen ’Be- riabOberrcw gesamte Be- iswirken soll, mch des Der- nschaltung dr! urat Kesse! >r die Arbeit» Reichszuschiissi m Wohn- uc) Redner oat 8r-nW?m!Nain'l1kss Druck «Nd Verlag: vrühl'sche ttnioerfitätr-vuch- UN- Stein-ruckeret «.Lange in Siehe«. 8christle:tung und Geschäftsstelle: Schttlftrahe 7 Wien, 18. Jan. (DRV.) Bundeskanzler Doll- u h gab am Donnerstagabend in einer Vollsitzung der Christlich-Sozialen Vereinigung im Parlament in Anwesenheit zahlreicher Kabinettsmitglieder eine grundsätzliche Erklärung über die außen- und innenpolitische Lage Oesterreichs ab. Dollfuß nahm eingangs auf den Besuch des italienischen Staats- .sekretärs Suvich Bezug und erklärte u. a., kein anderes Land sei Oesterreich bei seinen wirtschaftlichen Sorgen so sehr entgegengekommen, wie Italien. Auch in politischer Hinsicht habe Italien bei jeder sich bietenden Gelegenheit an Oesterreichs Seite gestanden. Der Bundeskanzler gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß in einer Zeit, wo, wie Dollfuß sagte, die Freiheit und Unabhängigkeit Oesterreichs bezweifelt und bekämpft werde, der Besuch des amtlichen Vertreters einer Großmacht erfolgt fei, der eine besondere Stärkung und betonte Anerkennung der Selbständigkeit und Freiheit eitsbeschusfuix lerhalb der Elieser Arbeit!: legungen m inb einer r fBübinoer e'w WN Arbeite i? i soll Sir” ifjMche W >r MitlDW ne erstreckt uti Zeit Leschäp stduummspebr! >re Gemeind» Oer italienische Besuch in Wien. Oie Gestaltung des mitteleuropäischen Wirtschaflsraums reichs beschuldigte. Dollsuß verstieg sich dabei auch zu der Behauptung, die Antwort auf die Verständigungsbereitschaft der österreichischen Regierung sei eine neue Terrorwelle gewesen. Oesterreich werde mit aller Kraft und Rücksichtslosigkeit im eigenen Lande Ruhe und Ordnung Herstellen. Polizei und Gendarmerie, sowie das Hilfskorps seien vollständig ausreichend, um, wie Dollfuß erklärte, „die Terroristen zu Paaren zu treiben". Die Bundesregierung habe in einem Aufruf ihre Entschlossenheit bekundet, den Kampf unter allen Umständen und mit allen Mitteln durchzuhalten. Die vernünftigen Kreise aus dem nationalen Lager müßten doch einsehen, daß der Weg, den sie bisher gegangen seien, nicht weitergehe. An die Adresse der Sozialdemokraten gewendet, betonte der Bundeskanzler, daß für die innenpolitische Entwicklung Oesterreichs auch die Frage von Bedeutung sei, wie sich die Kreise der Bevölkerung, die aus klassenkämpferischen Gründen bisher noch abseits von der Gefolgschaft der Regierung stünden, sich künftig zur Regierung und zum Staate einstellen würden. Oer Reichsgründungstag in Innsbruck. Polizei verwehrt den Studenten eine Huldigung vor dem deutschen Konsulat. >,844 17.20 2,153 3,047 68,73 66, 59,1* 68.28 3,235 0-700 2,607 8,34 22,00 16.44 81.N 14,72 üi» Ä 12.01 Dollsuß verteidigt sein volkssremdes System. Keine praktischen Folgerungen aus der Erkenntnis der Blutsverbundenheit aller Deutschen diesseits und jenseits der Versailler Zwangsgrenze. *. «hemi. 'M, Dal,. Jaren crhohs. ' von 5739,2 1 Mart ,ui gefunfent zurück- chvon 4686,5 5 M. 2Hart °0ahresstand uhrüber. als ein 'kjahr und oe 1931, dem '.S etp"?Ä itartt. Mec (h e*2 ®a'1, ^Meine jj 3,0j 169.07 66,£ 59-26 «4 13-§ 0,70* Ä ü i!.S A M ii> Deutschlands Außenhandelspolitik. Das Ergebnis des Außenhandels für 1933 ist wert- und mengenmäßig im Vergleich zu 1932 weiter rückläufig gewesen. Das war bei der Einschrumpfung der internationalen Wirtschaft zu erwarten, zumal diese Einschrumpfung durch die Währungspolitik großer Länder verschärft worden ist. Aber Deutschland hat bei einer Einfuhr von 6,2 Milliarden Mark immerhin noch einen Aus - uhrüberschuß von 660 Millionen Mark erzielt, was allerdings nur dadurch möglich war, daß die zuständigen Stellen der Reichsregierung die deutschen Belange auf den ausländischen Märkten mit aller Kraft und bei jeder Gelegenheit wahrgenommen haben. Es sei nur daran erinnert, daß der Reichsbankpräsident Dr. Schacht vor einiger Zeit mitteilte, daß der Ausfuhrüberschuß nicht auch einen D e o i s e n z u g a n g in gleicher Höhe bedeute, denn dieser Ausfuhrüberschuß sei wesentlich durch die inländische Verwertung der Skrips erzielt worden. Das erklärt auch, warum Deutschland zur Zeit einfach außerstande ist, den Zinsendien st der Auslandsverschuldung in Höhe von 50 v. H. aufrechtzuerhalten, denn jeder Zinsendienst setzt einen Zugang an echten Devisen voraus, der indessen nur durch Ausfuhrüberschüsse zu erzielen ist. Deutschlands Außenhandel erreichte 1929 den Wert von fast 27 Milliarden Mark, so daß im Vergleich dazu der Gesamthandel von 1933, der neun Milliarden Mark ausmachte, einen Rückgang von fast achtzehn Milliarden Mark gebracht hat. Jedoch ist dabei zu beachten, daß das Hochkonjunkturjahr 1929 auch ein Jahr der Höchstpreise gewesen ist, so daß in den Wertziffern allein die Schrumpfung des Warenverkehrs sich noch nicht wiederspiegelt. Gewiß ist diese Schrumpfung beträchtlich, denn der Außenhandel ist für Deutschland nicht itur deshalb wichtig, weil er einigen Millionen deutscher Arbeiter und Angestellten Arbeit und Brot verschafft, sondern vor allem auch deshalb, weil wir nur durch den Außenhandel die Mittel aufbringen können, um die notwendige Einfuhr von Roh st offen und Nahrungsmitteln zu bezahlen. Das ist nicht so einfach, denn die Wirtschaftskrise, die Schrumpfung der Erzeugung und des Außenhandels aller Länder, hat auch die Han- dels- und Zollpolitik auf neue Wege gewiesen. Eine Handelspolitik mit langfristigen Verträgen, die die Meistbegünstigungsklausel enthalten, gibt es überhaupt nicht mehr. Wenn wir das feststellen, so muten wir auch die Ursache dieser Entwicklung feststellen, nämlich die Versailler Politik, die Deutschland ausplünderte, die Deutschland weiter bis 1925 einseitig die Meistbegünstigung aufzwang. Solange die Hochkonjunktur dauerte, künstlich genährt durch Vorgänge auf dem internationalen Kapitalmarkt, ging es noch mit den überlieferten han- delspolitischen Formen. Aber der Abstieg der Sion- - junktur, der zeitlich zusammenfiel mit dem Vollzug : des Poungplanes veranlaßte viele Länder, Maß- ' nahmen gegen die Wareneinfuhr zu er- ' greifen. Zu diesen Maßnahmen gehörten zunächst i die Zvllerhöhungen, die nicht ausreichten, 1 denn inzwischen hatte auch das Valutadum- ! ping eingesetzt. Wenn Zvllerhöhungen nicht aus- : reichten, fo mußten andere Maßnahmen ergriffen • werden, um den Jnlandmarkt nicht durch die Ein- i fuhr ausländischer Erzeugnisse zu Schleuderpreisen zerrütten zu lassen. Sv kam es zu Einfuhrbeschränkungen für bestimmte Waren und Erzeugnisse, was, wenn es in mäßigen Grenzen blieb, nicht unbedingt nachteilig und falsch zu sein brauchte. Wenn Länder, die ihren Bedarf an bestimmten Erzeugnissen s e 1 b st d e ck en können, wie z. B. Deutschland den Bedarf an Brotgetreide und Erzeugnissen der Molkerei und der Viehzucht, so ist es geradezu zwangsläufig, die Einfuhr auf bestimmte Mengen zu begrenzen. Aber gerade diese Politik birgt die Gefahr in sich, übertrieben zu wer- . den, wie das vor allem die Taktik Frankreichs J4.» Der Bericht über Danzig vom Bötterbunbsrat angenommen Auch Präsident Ziauschmng stimmt zu.-Die Danziger Verfassung nicht verletzt. der iW )urt>e über w rdmmg bei«® Meßend, eine* erlassen. r im Seines 1Ud) der * leribe Abseck samtschuldne^ niere SerneB führten WO mit kurz« r 3 deutscher niflt letzunq der Danziger Versassung, d-e unter die Bürgschaft des Viilkerbundsrates gestellt ist, für möglich hält. Zufammenfaffend stellte der englische Außenminister scst, daß von Seiten Danzigs die Rechtsgültigkeit der Danziger Verfassung in keiner Weise bestritten werde. Da auch die verbotenen Zeitungen inzwischen wieder erschienen, liege für den Rat k e i n Anlaß vor, weiter auf diese Angelegenheiten einzugehen, Simon liblua aber vor, die frühere Erklärung des Rates zu wiederholen, wonach sich das staatliche Leben Danzigs ft e t s i m R a h m e n d e r V e r f a f f u n g halten müsse. Senatspräsident Or. Mauschnmg Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biegener Familienblütter Heimakim Bild • Die Scholle MonaU-vezugsprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen nahmen der Gesetzgebung und Verwaltung i m RahmenderDerfafsung halten werde. Das Eingaberecht der Danziger Staatsangehörigen bleibe nach wie vor unangetastet. Bittsteller würden in Ausübung dieses Eingaberechts keine Behinderung erfahren. Er fei bereit, den Bericht anzunchmen. Simon begrüßte die Erklärung des Danziger Senatspräsidenten und zitierte einen Artikel der Danziger Verfassung, der die Pressefreiheit „in den Grenzendes Gesetzes" festlegt, enthielt sich aber eines Urteils, ob ein Fall, wie der vorliegende, in diesem Zusammenhang zu beurteilen sei. Wichtig war seine Schlußbemerkung, daß der Rat trotz der auf ihm lastenden großen Verantwortung sich doch nicht mit jeder Kleinigkeit befassen könne, worin wohl eine indirekte Verurteilung gewisser Eingaben erkannt werden ^Paul-B o nc our beglückwünschte den Berichterstatter dazu, daß er über die verfassungsmäßige Lage in Danzig Klarheit geschaffen habe. Danzig sei wohl zur Auslegung seiner eigenen Gesetze berechtigt, es unterstehe aber „wie andere internationale Gebiete" der Kontrolle des Völkerbundes. In einem späteren Satz spielte der französische Außenminister dann noch deutlicher auf das „der internationalen Kontrolle" unterstehende Saargebiet an. Natürlich ist dieser Vergleich gerade im Hinblick auf Danzig, das sich nach e i g e- n e n Gesetzen f e l b ft regiert, völlig schief und irreführend, während der Ausdruck „Kontrolle" beim Saargebiet viel zu milde ist, weil dort eine ausgesprochene Fremdherrschaft herrscht. Nach einigen Schlußworten des Ratspräsidenten Beck wurde der Bericht angenommen Oesterreichs bedeute. Auf das Verhältnis Oesterreichs zum Deutschen Reich eingehend, erklärte Dollfuß bann u. a. wörtlich: „Unser großes Nachbarland wird endlich begreifen müssen, daß es vielleicht ein international nicht ganz ungefährliches Spiel ist, wenn ein Land, dessen Bedeutung, auch wenn es territorial klein ist, allseits verstanden und erkannt wurde, von einer Großmacht, leider noch dazu einem Staat, den ein Brudervolk bewohnt, in feiner Freiheit und Unabhängigkeit weiterhin ständig bedroht wird. (?) Ich bedauere dies um so mehr, weil es sich hier eben um zwei Staaten handelt, die die e n g st e Blut- bande und die ältesten hi st arischen Gemeinsamkeiten miteinander verbinden. In meiner Siloesterrede habe ich klar zum Ausdruck gebracht, daß wir Oesterreicher uns dieser Bindungen und Zusammenhänge bewußt sind. Auf die innerpolitische Lage eingehend, behauptete Dollsuß, die österreichische Regierung habe in den letzten Monaten die allergrößte Zurückhaltung und Geduld bewiesen. Um so stärker sei vor aller Welt das moralische Recht der Regierung, mit aller Rücksichtslosigkeit durchzugreifen. Der Bundeskanzler erhob in diesem Zusammenhang die schwersten Vorwurfe gegen die deutsche Regierung und die Bevölkerung im Reich, die er der unbefugten Einmischung in die innerpolitischen Verhältnisse Oester- hfpiriert anzusprechenden Darstellung in der Presse leiht es, gegenwärtig bestünden für die weiteren 1 ' lmtwicklungsmöglichkeiten Oesterreichs zwei Pläne: 1 J et französischeTUitleleuropaplan einer ingen wirtschaftlichen Zusammeuar- 1 ei t zwischen Oe st erreich, Ungarnundder kleinen Entente sowie der Plan 2H u f f o - lii n i s, der eine mitteleuropäische Wirtfchafts - I i emeinschast mit Deutschland und Jta- iii e n vorsehe. Während des Besuches des englischen Außenministers Simon in Rom habe sich eine A n - äijerung EnglandsandenWufsolini- i [Ian ergeben. Suvich werde jetzt die österreichische Regierung über die Ergebnisse der Verhandlungen nnfdjen Mussolini und Simon unterrichten. Die roirt- chastliche Zukunft Oesterreichs werde z u n ä ch st in liner engenZusammenarbeit mi t Unia r n, jedoch ohne jede politische Bin- | i u n g gesehen, wodurch ein Gegengewicht gegen tfie wirtschaftliche Zusammenarbeit der Kleinen (Entente geschaffen werden könnte. Später werde dann :m ein größeres Programm der mitteleuropäi- chen Aufbauarbeit zwischen Oe st erreich, U n - arn, der Kleinen Entente, Deutschland und Italien gedacht. Suvich habe jedoch neben dem wirtschaftlichen Urogramm auch ein politisches Programm mitgebracht, das sich in erster Linie auf iiine einheitliche Behandlung der Sicherheilsfragen und insbesondere aus die Frage der Gleichbe - : echtigungOesterreichs richte, da Oesl^reich Iiuch in Zukunft nicht mehr als ein Staat zweiter Drdnung behandelt werden dürfte. Die Sicherheit in Europa könne nur von gleichwerti gen Partnern garantiert werden. Auf dieser Linie träfen sich die Forderungen, die D e u t s ch l a n d mit Unterstützung Italiens auf Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung gestellt habe, mit den Forde- n ungen Oesterreichs. Es fei nicht ausgeschlossen, daß gerade auf diesem Gebiete in den gegenwärtigen Wiener Besprechungen eine weittragende Vereinheitlichung der Anschauungen erreicht werden könne. Jedoch seien aus diesen Bestechungen keinerlei sensationelle Ergebnisse zu erwarten. KundgebungenvorSuvichsHotel Wien, 18. Jan. (DNB.) Während des Eintref- Zens des italienischen Staatssekretärs Suvich gingen m der Nähe des Südbahnhofs zwei Papier- , aller hoch, die keinen Schaden anrichteten. Von iiinem in der Nähe des Südbahnhofs gelegenen Hoteldach wurden mit einem Wurfgeschoß Haken- ! r e u z f a h n e n in der Richtung des Südbahnhofs ubgelaffen. Bei den außerordentlich strengen Ab- werrungsmaßnahmen, die die Polizei auf der gan- • en Linie der Abfahrt des Staatssekretärs vom Südbahnhof zu seinem Hotel vorgenommen hatte, würbe eine Reihe von Personen verhaftet. Die Po- ijzei hat weiter ungewöhnlich strenge Sicherungs- Maßnahmen getroffen, um alle Kundgebungen wähnend der Anwesenheit des italienischen Staatssekre- wrs zu verhindern. Trotzdem fanden in den Nachmittags- und Abendstunden erneut Kundgebungen latt Eine zahlreiche Menschenmenge versammelte Ich vor dem Hotel „Imperial", in dem Suvich Wohnung genommen hat, sowie vor der Oper. Die Polizei ging vor und suchte die Menge m die Nebengassen abzudrängen. Unmittelbar vor ! em Operngebäude explodierte ein Papierboller. In Einzelnen Straßen der Innenstadt traten Licht- Äörungen ein. Ferner fuhren Kraftwagen durch die Straßen, aus denen Papierboller geschleudert wur- ien. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaf- i u n g e n vor. Gras Alberti erneut verhaftet. Die Krisis in der Heimwehrführung. W i e n, 18. Jan. (DNB., Der Bundessührer der österreichischen Heimwehren, Fürst Starhemberg, Zat den früheren niederösterreichischen Landessuhrer betonte, daß sich die Danziger Regierung wie in der Vergangenheit, so auch in Zukunft bei allen Maß- Inn s b r u ck, 18. Jan. (DNB.) Aus Anlaß des Reichsgründungstages waren im deutschen Konsulat, an dem auch die schwarzweißrote und die Hakenkreuzfahne gehißt war, Empfanas- 1 ist en aufgelegt, in die sich im Laufe des Vormittags zahlreiche Personen eintrugen. Gegen 12 Uhr zog die nationale Studentenschaft zum Sudtiroler Platz, wo sich das Konsulat befindet, um sich ebenfalls in die Listen einzutragen. Vor der Einbiegung in den Südtiroler Platz wurde den Studenten jedoch von Polizeileuten der Weiter- zug verwehrt. Unter Absingen des Liedes „Burschen heraus", kehrten die Studenten um und riefen „Heil Hitler" und „Oesterreich erwache". Nun drang die Polizei mit blankem Säbel und Gummiknüppel auf die Studenten ein. Die Zusammenstöße, die teilweise heftigen Charakter annahmen, setzten sich auch in anderen Straßen fort. Zahlreiche Angehörige der Studentenschaft wurden i- verhaftet und ins Gefängnis eingeliefert. Genf, 18. Jan. (DNB.) Zum ersten Mal zeigte sich bei der öffentlichen Ratssitzung em stärkeres Interesse der Oeffentlichkeit für die vom Völkerbund behandelten Fragen. Das Interesse war ausschließlich durch die Danziger Frage ^^oorgerufen, zumal hier zwar kein Vertreter des Deutschen Reiches, aber der Danziger Senatsprastdent Dr. R a u s ch n i n g am Ratstisch erscheinen mußte. Die Plätze der Vertreter des Reiches und Japans waren natürlich unbesetzt. Im übrigen mar aber diesmal eine ganze Anzahl bekannter S^atsmanner als Ratsvertreter erschienen, so Paul-Bvncour (Fiank- reich), Beck (Polen) und Aloisi (Italien) Als Berichterstatter verlas der englische Außenminister Simon einen Bericht des Danziger Vo - kerbundskommissars über das Verbot einiger Zeitungen und einige Aeußerungen von Danziger Seite bei'denen der Völkerbundskommissar eine 'Ver- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen 47,z 12,471 Das Lawinenunglück im Allgäu. Zwei Touristen tot gedorgen.-Zwei lieichswehrfchützen noch immer verschüttet keine Rücksicht darauf genommen, daß alle anderen P o st e n der Zahlungsbilanz zwischen Deutschland und Frankreich zugunsten Frankreichs erhebliche Ueberschusse aufweisen, so daß auch ohne Drosselung der Wareneinfuhr eine Glattstellung erreicht wurde. Deutschland hat sich den Versuch, seine Einfuhr nach Frankreich zu drosseln, nicht ohne weiteres gefallen lassen, sondern mit Einfuhrbeschränkungen für Frankreich beantwortet. Das hat Frankreich veranlaßt, sich überrascht zu zeigen, so überrascht sogar, daß es den Handelsvertrag von 1 92 7 kündigte. Es ist indessen mit einer baldigen Wiederaufnahme der deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen zu rechnen. Ausdrücklich wird in der vom französischen Botschafter überreichten Note erklärt, daß Frankreich die Maßnahme der Kündigung nur darum ergriffen habe, um eine weitere Verschärfung des Handelskonfliktes zu vermeiden, und datz es jederzeit zu neuen Verhandlungen bereit sei. Ein weiteres Positioum dürfte die Tatsache sein, daß die französischen Kontingentierungsstellen die Anweisung erhalten haben, den Umfang des deutschen Warenkontingents auf 300 Millionen Franken zurückzuführen, so daß die ursprüngliche Verringerung der deutschen Warenausfuhr um 600 Millionen Franken bereits auf die Hälfte reduziert ist. Es ist, sowohl im Interesse der politischen als auch der wirtschaftlichen Beziehungen, zu hoffen, datz der handelspolitische Schwebezustand zwischen Deutschland und Frankreich bald sein Ende findet. Deutschland ist heute noch nicht nur auf die Ausfuhr nach Frankreich angewiesen, sondern Deutschland ist auch umgekehrt einer der besten Kunden Frankreichs, so daß ein baldiger Ausgleich im beiderseitigen Interesse liegt. Es ergibt sich aus der im Handelsvertrag von 1927 fest- «n Kündigungsfrist von drei Monaten, daß mdelsvertrag mit dem 20. April 1934 außer Kraft tritt, so daß für die Verhandlungen ein ganzes Jahresviertel zur Verfügung steht. Es ist zu erwarten, daß man in diesem Zeitraum eine Basis der Verständigung findet, um bald wieder zu einer geordneten handelspolitischen Zusammenarbeit zu kommen. pariser Versuchsballon. Haben England und Frankreich sich über das Saarproblem geeinigt? Paris, 19. Ian. (DRV. Funkspruch.) ,Malin" will berichten können, daß Frankreich und England sich über die Behandlung der Saarfrage geeinigt hätten. paul-Boncour habe, so erklärt das Blatt, in seinen Ausführungen zur Danziger Angelegenheit gesagt: „Ich zolle dem Bericht Sir Iohn Simons Anerkennung. Die Grundsätze dieses Berichtes betreffen aber nicht nur die Freie Stadt Danzig, sondern auch die anderen unter Bölter- buudskon trolle stehenden Gebiete." Rur Eingeweihte, führt das Blatt weiter aus, hätten sogleich begriffen, datz eine en g l i s ch - französische Einigung in der Saarfrage erzielt worden sei. Diese Einigung werde sehr bald in bestimmten Weisungen zum Ausdruck kommen. „Petit parifien" will die wahrscheinliche Zusammensetzung der Saarabstimmungskommis- | i o n angeben können: Vorsitzender Baron Aloisi (Italien), zwei Bertreter außereuropäischer Länder (A u ft r a l i e n und Argentinien) und zwei neutraler europäischer Staaten (Spanien und Dänemark). Die Saarausstellung in Köln. Die ungemein instruktive Saarausstellung, die im September als Nachklang zur großen Saar- funbgebung am Niederwalddenkmal in Frankfurt am Main aezeigt wurde, ist nun in Köln aufgestellt. Ein flüchtiger Blick in die Tageszeitungen belehrt jeden, daß das Saarproblem heute im Mittelpunkt der Politik steht. Je näher der Termin der Volksabstimmung herannaht, um so schärfer wird der Kampf der Deutschen Front im Saargebiet um die Rückgliederung an das Reich, je notwendiger aber auch braucht die saarländische Bevölkerung die Unter st ützung und das warme Interesse der Heimat. Dazu bedarf es genauer Kenntnis der politischen und wirtschaftlichen Probleme des Saarlandes, wie sie nirgends besser veranschaulicht werden können, als in dieser von fachkundiger Seite ausgestellten und von Behörden und Verbänden geförderten Saarausstellung. Allen, die im Herbst die Ausstellung in Frankfurt a. M. nicht besichtigen konnten, bietet sich nun die Gelegenheit dazu in Köln, wo die Ausstellung am 20. Januar eröffnet wird. Die Arbeiielgenehnngungen für Reichsdeutsche im Memelgebiet. Kowno, 18. Jan. (DNB.) Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, hat der Gouverneur des Memelgebietes auf Grund der am 10. Dezember 1933 in Kraft getretenen neuen Ausländer- Verordnung über die Frage der Erteilung von Arbeitsgenehmigungen an die im Memelgebiet ansässigen und in Privatbetrieben beschäftigten Reichsdeutschen eine vorläufige Entscheidung getroffen. Insgesamt wurden vom Gouverneur 1080 Anträge von feiten der reichsdeutschen Arbeitnehmer behandelt. 176 Personen wurde die Arbeitsgenehmigung nicht mehr erteilt. 900 er* hielten Arbeitsgenehmigungen und zwar der weitaus größte Teil nur für bie Dauer von drei Monaten, der übrige Teil für sechs Monate. (Sm Zwischenfall in Warschau. Warschau, 18. Jan. (DNB.) Dor der deutschen Gesandtschaft ereignete sich am Donnerstag ein unliebsamer Zwischenfall. Der Jude Schaja Bachmarr gab aus einer Schreckschuß- Pistole von _ der gegenüberliegenden Straßenseite zwei Schüsse in der Richtung auf das Gesandtschaftsgebäude ab. Er wurde von dem diensttuenden Polizeibeamten festgenommen und sofort auf die Polizeiwache abgeführt. Dort gab er an, als polnischer Staatsangehöriger vor kurzem aus Deutschland ausge- wiesen worden zu sein. Die Schüsse habe er als P r o t e st gegen die Politik der Reichsregierung und gegen das Unrecht, bas er angeblich in Deutschland erleiden mußte, abgegeben. Es wurde kein Schaden angerichtet. Bachmarr wurde daraus ins Untersuchungsgefängnis gebracht. Der Chef des Protokolls im Polnischen Außenministerium, Graf Romer hat dem deutschen Gesandten das Bedauern wegen des Zwischenfalles zum Ausdruck gebracht. Hindelang, 18.Jan. (DNB.) Zu den folgenschweren Lawinenunfällen, die sich, wie bereits kurz gemeldet, am Mittwoch im Daumengebiet ereignet haben, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Als sich am Mittwoch gegen 11 Uhr ein Trupp von sechs Mann der Konstanzer Reichs- wehrjäger oberhalb des Giebelhauses bei der Günd- lerhütte befand, wurden sie von einer plötzlich ein- faüenben Staublawine erfaßt. Alle sechs Mann wurden vom Schnee verschüttet. Als ersten gelang es dem Truppführer Unteroffizier O h l m f e n, sich aus den Schneemasfen zu befreien. Bald hatten sich auch drei weitere Kameraden, teils durch eigene Kraft, teils durch gegenseitige Hilfe aus dem Schnee befreit. Während diese drei sofort die Suche nach den beiden noch im Schnee vergrabenen Kameraden aufnahmen, fuhr Unteroffizier Ohlmsen in großer Eile nach Hinterstein ab, um dort Hilfe zu holen. Schon kurz vor 15 Uhr traf aus Hinterstein eine Rettungsexpedition von 15 bis 20 Mann am Unfallort ein, die mit unerhörter Anstrengung bis spät in die Nacht hinein unaufhörlich nach den'Verschütteten suchten. Gegen 24 Uhr mußte die Sucharbeit eingestellt werden, da ein gewaltiger Schnee st urm und die eigene Lebensgefahr die Rettungsarbeiten unmöglich machten. Während Unteroffizier Ohlmsen Hilfe anforderte, wurde ein Trupp württembergischer Wintersportler, die sich unter der Führung des Bergführers Adolf Bester aus Hinterstein auf der bekannten Daumenabfahrt am Kob lat im Nebelhorngebiet befanden, ebenfalls von einer Staublawine überrascht. Den unermüdlichen Anstrengungen der Verschütteten gelang es, sich aus den Schneemassen zu befreien, aber noch ehe die Geretteten sich von ihrem Schrecken erholt hatten sauste wenige Sekunden später eine zweite große Lawine herab, die den Führer sowie einen Skitouristen verschüttete. Der von dem Unglück verschont gebliebene dritte Teilnehmer fuhr sofort zum Giebelhaus, um' Paris, 18. Jan. (DNB.) Die Kammer hat am Donnerstagnachmittag die Beratung des Haushaltes für 1934, und zwar mit dem Haushalt des Justizministers begonnen. Außerdem hat der Ju- tizminister die sofortige Aussprache über den von der Regierung vor einigen Tagen eingebrachten Gesetzesentwurf verlangt, der allen denjenigen, die ich Verfehlungen zum Schaden der Sparer haben zuschulden kommen lassen, den Handel mit Wertpapieren verbietet. Die Interpellation des rechtsgerichteten Abgeordneten H e n r i o t über die gerichtliche Untersuchung des Falles Stavisky verursachte gleich zu Beginn einen wahren Sturm. Der Kammerpräsident hatte zeitweise Mühe, die Ruhe wieder herzustellen. Es zeigt sich, daß diese Angelegenheit auch parlamentarisch noch nicht begraben ist. In dem Geklapper der Pultdeckel, den Zwischenrufen und dem Klatschen der Abgeordneten, mit dem sie ihre jeweils sprechenden Gesinnungsgenossen zu unterstützen versuchten, verhallte ab und zu sogar die Glocke des Präsidenten. Es gab eine erregte Auseinandersetzung zwischen den Interpellanten und dem Finanzminister. Immer wieder griffen einzelne Abgeordnete von ihren Bänken in die Ausführungen Henriots ein. In dem Hin und Her zwischen rechts und links war minutenlang kein Wort zu verstehen, so daß der Kammerpräsident schließlich die Sitzung abbrach. Nach Wiederaufnahme der Stavisky-Aussprache erklärte der Abg. Henriot, die Regierung habe versprochen, zu handeln; aber man vertusche ) e n Fall Stavisky. Es dürfe nicht eine ver- chiedene Justiz geben, je nachdem ob man über politische oder amtliche Fürsprache verfüge oder nicht. Ein Schutz sei z. B. dem Abg. B o n n a u r gewahrt worden, der Stavisky dreimal nach Ungarn begleitet und ihn bei einem ungarischen Bankier emgesuhrt habe. Warum befinde sich Bonnaur noch auf freiem Fuß? Bei den Zuwendungen an die „Volonte" habe man sich der Vermittlung eines Mannes bedient, der am Vormittag in der „Volants" und am Nachmittag im Finanzministerium gearbeitet habe. Der Finanzminister wies diesen Angriff Henriots zurück, der Erwähnte habe nicht em Amt im Finanzministerium bekleidet Henriot fuhr fort, daß sich in den Akten des Unter- uchungsrichters 120 von Stavisky ausgeulkte Schecks befänden. Dabei habe aber schon Kredit Lyonnais allein mitgeteilt, daß er 30 0 Paris, 18. Jan. (DNB.) Der Senat setzte seine außenpolitische Aussprache fort. Senator Lernern stellte die Behauptung auf, das Ergebnis der französischen Politik sei die Aufrüstung Deutschlands. Paul-Boncour habe vergessen zu erklären, was er eigentlich unter „internationaler Zusammenarbeit" verstehe. Kontrolle, Sanktionen und Nichtangriffspakte, die nur Papierfetzen seien, wünsche Frankreich nicht. Er und seine Freunde forderten, daß man Frankreichs Militärmacht nicht antaste, solange keine besseren Garantien vorhanden seien. Frankreich brauche sich nicht von anderen ins Schlepptau nehmen zu lassen, sondern müsse eine entschlossene französische Politik treiben. Ministerpräsident Chautemps Klarte, er bedauere, daß das französische Volk nicht mit größerer Aufmerksamkeit der außenpolitischen Aussprache im Senat gefolgt sei, weil es gegenwärtig durch bedauerliche Skandale zu e h r a b g e 1 e n k t werde. Er wolle die Ergebnisse der französischen Politik rechtfertigen, bie in der Erweiterung der Freundschaften Frankreichs bekunden. Man habe Dinge über die deutsche In - nenpolitik vorgetragen: Frankreich aber habe zu große Achtung vor allen anderen Völkern, als • e5 „Bfrleibi. ^enarbeil. des 'n,! » '£ft vfth ? fuhren Ms for hüdjh,,. wniot Ijali ‘n* btn f'lje Senit. Mertimi) ''»ui) tonnt ' 'uternatioi 5 "bei ein( ln9tn anspie, „mit einiger "gesprochen des Völker, "cht zu, denn morsen war« er an. Dies, »ttjeleil 4 T r u ft u n fl ugeständniss, l Frieden füh. 'undsähen de, äderte Chau. inter die Re. che Kraft für ien, in denen >g für ihre ?i Stirn, prochen henden des e r, ringe- Wortlauts: ndspakl m Abkom- «ertrag, Grundsätze erung, daß »es Völker- lütiona- rken und ig zu si. Zrank. hne Zusatz- der. Tau ;\ber. Leiterin bi her, H des Deutsch' der Frau im Worte Adels echte und wir ien nur ein en en" zeigte ig unterdrück' en, als sie im t und geistige Denn Mann iu völlig oer» beauftragte iS sei Mut' nae der neue iltung, Solls« Mädchen be« rperlichen Er« Utter als r Genera' Erziehung M unoerljeirul11’ , Srßuen’ als fünf1'9 der S-hul» 8» einem W au Sb-r-u« her mach" Famll'-n' früheren gezoge"- ■*$$ Ms -ff e. F5?berüch' es LeolO. «ZS 8 »Snr' ** sä die ?ch' am nnt X r rtXrH^; öön zaldur $i, /HZ S-"- e deutsche Kampfflieger chthofen, Carlos öolich verunglückt. sich, daß den 9 Arbeiter werden vermißt. Man glaubt, sie getötet worden sind. 12 Personen wur- teils schwer, teils leicht verletzt. Entführung eines amerikanischen Bankiers. den Standpunkt, daß Hauser infolge seiner Morphiumsucht starke körperliche und geistige Verfallserscheinungen aufweise und daß daher erheb- liehe Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit beständen. Bereits im Jahre 1924 habe der Angeklagte u. a. bei der Restauration eines Ahnenbildes die fixe Idee gehabt, daß sich dieses Bild bewege. Er sei dann an das Bild hin- getreten und habe mit einer Pistole mehrere Schüsse auf das Gemälde abgegeben. Der Sachverständige setzte sich dafür ein, daß Hauser, falls bei ihm der Paragraph 51 zur Anwendung kommen sollte, auf Grund der neuen gesetzlichen Bestimmungen in eine Heilanstalt überführt werde. Ein zweiter medizinischer Sachverständiger, Dr. M a h r e n h o l z , lehnte in seinem Gutachten die Anwendbarkeit des Paragraphen 51 für Hauser ab. — Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag gesprochen. Das Große Schauspielhaus in Berlin von der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" neueröffnet. Aus aller Wett. Reichsluftfahrtminister Göring ehrt einen tödlich verunglückten Fliegerkameraden. Am 27. November vorigen Jahres war in Mara- Das Große Schauspielhaus in Berlin, das anderthalb Jahre geschlossen war, wurde mit Schillers „Räubern" von der Gemeinschaft „Kraft Hermann Bahrs Beisetzung. Der Dichter Hermann Bahr wurde auf dem städtischen Friedhof zu Salzburg beigesetzt. Der Dekan der Salzburger Theologischen Fakultät Prozessor Dr. Adamer, nahm die kirchliche Ausseg- ,ung vor, worauf namens des Reichsverbandes Der 36jührige Bankier Edward Bremer in St. Paul (Minnesota), Sohn eines wohlhabenden Brauers, ist von Menschenräubern ent» führt worden. Die Verbrecher verlangen ein Lösegeld von 200 000 Dollar. Die Familie verweigert der Polizei gegenüber jede Auskunft, um das Leben des Entführten nicht in Gefahr zu bringen. Deutscher Schriftsteller Franz Loos er, ein Schüler Bahrs, in bewegten Worten Abschied nahm. Dem Sarge folgten die Witwe, Frau Anna Bahr- Mi l d e n b u r g, der Landeshauptmann, der Weih- bischof und viele andere Leidtragende. Nach der Aussegnung hielt Prof. Adamer eine Ansprache, in der er Bahr als großen Oesterreicher bezeichnete und ihm für sein Wirken dankte. Oer Kunstfalscherprozeß Hauser. Den größten Teil der Donnerstag-Verhandlungen im Berliner Prozeß gegen Professor H a u je r und die drei Mitangeklagten Händler Borchardt, I o s e p h und R o s e n t h a l füllte die Erörterung über das raffiniert ausgeklügelte Schiebergeschast mit dem Gemälde eines „alten deutschen Meisters aus, das die Angeklagten Borchardt und Joseph mit einem gewissen Spitz inszeniert hatten Leidtragen- der mar der bekannte Leipziger Physiker Professor Carolus gewesen. Carolus schilderte als Zeuge eingehend das geschickte Manöver, durch das er geschädigt worden war. Es war ihm schließlich gelungen, von Borchardt einen großen Teil der Summe, um die ihn die Männer geprellt hatten, cay (Venezuela) der ehemalige deutsche Kampfflieger im Jagdgeschwader Richthofen, Carlos Meyer, bei einem Flug tödlich verunglückt. Meyer stand in Diensten der oenezuelischen Luft« treitkräfte und war zuletzt stellvertretender Inspekteur und Lehrer an der militärischen Fliegerschule in Maracay. Seine Beisetzung fand auf Grund eines besonderen Erlasses des Kriegsministeriums von Venezuela mit militärischen Ehren statt. Einem die« er Tage nach Venezuela reisenden Verwandten Meyers hat der Reichsluftfahrtminister Göring als letzter Kommandeur des Richthofengeschwaders eine Kranzschleife mit den Farben des Reiches und den Zeichen der nationalsozialistischen Bewegung mitgegeben, um sie drüben am Grabe seines toten Kameraden niederlegen zu lassen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: Dr. Fr. W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Mümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen, scheitert. Die Gesteinsanalysen haben bis zu 124 Penny- weight ergeben. Noch ist man in dem ganzen umfangreichen Gebiet zur Hauptsache mit den Untersuchungsarbeiten beschäftigt. Auf einigen kleinen Feldern zwar sieht man schon die Maschinenparks für die Ausbeutungsarbeiten, die mit den modernsten Mitteln'der Technik in Angriff genommen werden sollen. Einige sind sogar schon in voller Tätigkeit anzutreffen, und überall hört man, daß die Schürfungen die kühnsten Erwartungen übertreffen. Die bisherigen Arbeiten haben im Durchschnitt einen Ertrag von 31 Gramm reinem Gold aus der Tonne Erz ergeben. Das bisher erforschte neue Goldvorkommen m Südwest umfaßt etwa 130 Quadratkilometer. Es dürfte aber nur einen Teil des wirklichen Goldfeldes darstellen, nachdem etwa 65 Kilometer weiter westlich ebenfalls ausgezeichneter Goldquarz gefunden worden ist. Die geologischen Verhältnisse sind ungefähr dieselben wie im östlichen Transvaal und in Rhodesien. Südafrikanische Fachkreise nehmen an, daß in etwa Jahresfrist die Goldgewinnung m Südwest in vollem Umfang nach den Methoden des „Rand" ausgenommen sein wird. Schon jetzt ist Deutsch-Südwest überlaufen von einem Zustrom von Goldsuchern. Die Bodenpreise sind im Territorium Rehoboth außerordentlich gestiegen. Zahl- reiche Grundbesitzer weigerten sich bisher, ihr Gelände auch zu den höchsten Angeboten herzugeben. Die deutschen Besitzer haben, wie gesagt, in Deutschland versucht, Kapital aufzutreiben. Wird dieses Bemühen nicht von Erfolg sein, wird es von dem Willen der großen Goldkonzerne abhangen, m wel- chem Tempo und in welchem Umfang das Vorkommen in Süd-West ausgebeutet wird. Viele Deutsche aus dem Mutterlande wissen noch immer nicht, was es heißt, in einer Kolonie zu leben. Sie denken, hier fließt Milch und Honig und stellen sich ungeahnte Möglichkeiten vor. Aber es ist ganz anders. Hier sind vorerst keine goldenen Ge- legenheiten. Und was aus den Goldfunden wird, das wissen wir noch nicht. Vorerst besteht die Gefahr, daß die Finanzgruppen nach Gutdünken in diese „Aussichten" eingreifen werden und zu „hemmen" versuchen, so sie nur können. Aasgeier mästen sich. Und wir Deutsche kämpfen weiter den bitterschweren Kampf gegen die Unbill der Dürre und der feindlichen Annexion. . Unsere Bergwerksindustrie liegt ganz darnieder. Hier und da gute Mineralläger z. B.m der Namib, südlich des Oranje bis nördlich des Ku- neue Dann einige Kupfervorkommen im Khan- qebirqe- aber das Sinken der Kupferpreise macht die weitere' Ausbeute dieser Läger unmöglich. Dann gibt es hier Diamantenfelder: aber sie find alle außer Betrieb. Das war ein schwerer Schlag für Deutsch-Südwest. Es gibt hier Aquamarinfelder, die ,ur Zeit der Ausbeute gute Funde zeitigten. Weiter findet man hier Topase, farbige Thurmalme und Üblich von Gobabis sogar Edelkorunde und Lasur- telne. Die letzten Felder, die stillgelegt wurden, waren die großen Diamantenfelder m der Ludentz- bl£ie lohnendste Ausbeute bietet hier immer noch das Schaf und insbesondere das Kar a k u l s ch a f. Als wir 1908 unsere Karakulzucht emrichteten, war es keineswegs leicht, sich in die neue Zucht einzu- Kleine politische Nachrichten. Der R e i chs p r ä s i d e n t hat den Bevollmächtigten zum Reichsrat und Leiter der Vertretung Hes- jsens beim Reich, Ministerialrat von Zengen, □uf die Dauer des von ihm bekleideten Staatsamts gum ständigen Mitglied des Reichsaufsichtsrats für Privatverficyerung im Nebenamt ernannt. Der Bundesführer des Stahlhelms, Reichsarbeits- minifter Franz Seldte, hat dem Reichsminister und preußischen Ministerpräsidenten General der Infanterie, Göring, anläßlich seines Geburts- liages das Ehrenabzeichen des Stahlhelms überreicht Ministerpräsident Göring hat Die Ehrenmitgliedschaft des Stahlhelms mit Dank angenommen. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist Vie von einigen Blättern gebrachte Nachricht, daß Vas Reichspostministerium zum 30. Januar H i t -- er-Briefmarken herausgeben wolle, u n z u- «reffend. Die italienische Abgeordnetenkammer hat in Anwesenheit Mussolinis das Korporationsgesetz einstimmig angenommen. Kunst und Wissenschaft. Neuordnung der preußischen Slaatsthealer-Verwaltung. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, vat das preußische Staatsministerium in seiner Sitzung vom 18. dieses Monats ein Gesetz über Vie Neuordnung der Verwaltung der Staatstheater beschlossen. Danach gehen von Den Aufgaben und Zuständigkeiten des Ministe- -iums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die Verwaltung der staatlichen Theater in Berlin (ein- chließlich des Kroll-Theaters) und die ehemaligen üaatlichen Theater in Kassel, Wiesbaden und Hannover auf den Ministerpräsidenten über. Die rforderlichen Ausführungsbestimmungen erlaßt der Ministerpräsident im Einvernehmen mit dem Mim- iter für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Der Ministerpräsident hat der Pflege des Theaterwesens ttets besonders lebhaftes Interesse entgegengebracht. Das soeben verabschiedete Gesetz über die Staats- «Heater läßt den Willen des Ministerpräsidenten er- ’ennen, die Neugestaltung des Theaters sw national- tozialistischen Geiste an der Stelle nut Nachdruck »urchzuführen, wo es in Fortsetzung alter preußi- cher Tradition vorbildliche Kunst zu pflegen gilt. Deutsche Gorgen in Süd-West 23on unserem ll.-Berichlerstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rehoboth (Deutsch-Südwest), Dezember 1933. Wie oft ist hier im Lande schon Gold gefunden worden: wie oft wohl hat man an solche Funde die größten Hoffnungen geknüpft und wie ost ist man von dem späteren Ergebnis bitter enttäuscht gewesen. Wie oft aber sind auch vielversprechende Vorkommen aufgegeben worden, weil diese Vorkommen nicht auf den ersten Anhieb das brachten, was man voraussetzte, die Energie der Finder ließ zu früh nach oder die vorhandenen Barmittel ge» tatteten weitere Aufschließungen nicht. Nur im Kleinen und sehr mühsam wurde hier in Deutsch- Südwest bisher das Gold gewonnen. Ich erinnere mich noch ganz gut des Herrn E. Worms, eines Windhukers, der auf der Farm Neuras hier bei Rehoboth mit 30 bis 50 Mann mühselig schürfte, Oder des Finders Kerkhoff, der mit feinen drei Jungen täglich eine Selterflasche voll Goldkörner sand. Ganz selten sand man Stücke reinen Goldes, die ^genannten „Nuggets". Nun ist das alles anders geworden, das Goldfieber hat Deutsch-Südwest ersaht. Die Augen der an der Goldgewinnung interessierten Finanzgruppen sämtlicher Erdteile sind seit ein paar Wochen auch Rehoboth gerichtet, wo unter Mitwirkung deutscher Ingenieure ein neues, außerordentlich umfangreiches und ergiebiges Goldvorkommen entdeckt worden ist. Für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der früheren deutschen Schutzgebietes ist diese Tatsache eine Zeitwende, sie eröffnet uns die glänzendsten Aussichten. In diesem Deutsch-Südwest- Goldvorkommen ist den Gesellschaften des „R a n d" (Witwatersrand, Transvaal) ein neuer unerwarteter Wettbewerb entstanden. Die südafrikanischen Gesellschaften planen daher bereits, ohne viel Aufsehen zu erregen, im nächsten Jahre alle Felder in B e - s i tz zu nehmen. Bemühungen, in Deutschland Kapital zur Aufschließung der jetzt noch in deutschen Händen befindlichen Abba u f e l d e r aufzubringen, sind leider bisher ge» Das Leben der Frau ist hier in Südwest ent« • behrungsreich und hart, voller Sorgen und reich an Enttäuschungen, es ist ein steter aufreibender Kampf. Die Frau findet hier gewiß mehr Schatten als Sonne. Deshalb wird sie hier auch so rar fein, denn Deutsch-Südwest leidet an einem „chronischen Frauenmangel". Die Farmersfrau muß ohne weihe Frauen, und zwar ganz allein, meilenweit von anderen Farmen entfernt, ihr Leben verbringen. Es gibt hier keine Zerstreuung, Rundfunkempfang ist durchweg nicht möglich, keine gesellschaftliche Abwechslung, dagegen aber sehr viele Pflichten. Den ganzen Tag fordert die Farm die Frau. Der Arbeitsplan der Wirtschaft ist unerbittlich und rücksichtslos. Die Dienstboten, nur Farbige, sind schlecht. Die Kinder muh die Frau im siebenten Lebensjahr abgeben, damit sie in der fernen Stadt die Schule besuchen können. Von da an sieht sie sie nur noch zweimal im Jahre. Auch gibt es keinen Arzt; keine Migräne würde ihr helfen.. Hier heißt es wirklich tapfer fein! Es ist die Schande des Versailler Vertrages, daß die Südafrikaner nach Willkür über Deutfch-Süd- west die Hand ausstrecken konnten. Die Union hat eine Masse besitzloser W e i ß e r s ü d a f r i k a - nischer Nationalität nach Sudwestafrika geschickt und die Verwaltung angewiesen, ihnen reichliches Farmland und freigiebige Beihilfen für Hausbau, Viehkauf, Wassererschließung usw. auszuzahlen. Darüber hinaus wurden mehrere hundert wirtschaftlich leistungsunfähige, in allem, was zur Kultur gehört, noch weit unter der afrikanischen Norm zurückgebliebene Burenfamilien aus Angola importiert, mit Land, Vieh und Lebensrnitteln ausgestattet, und das alles nur zu dem Zweck, das Deutschtum hier in Sudwest in bie Minderheit zu bringen. Es ist das sage» nante „Angola-Stammvieh", wie man hier sagt Diese Leute sind jetzt am Verkommen, müssen mit Regierungsmitteln vor dem Verhungern geschützt werden, fallen also dem deutschen Steuerzahler zur Last, aber sie stimmen bei den Wahlen für die südafrikanische Liste, und das war der Zweck der Hebung. Alle Eisenbahntarife von Südwest nach der Union sind hoch, um den Wettbewerb hiesiger Erzeugnisse vor allen Dingen des hiesigen Schlachtviehs, au den Märkten Union zu unterbinden. Umgekehrt aber sind die Tarife von der Union nach Südwest niedrig gehalten, so daß die Produkte der Union leicht in Südwest eingeführt werden können. Wir Südwester müssen den Zucker von Natal schlucken, damit die dortigen Zuckerfarmer ihre Absatzquote steigern können und die Preise halten. Man hat Sudwest geradezu zum „Armenhaus der Union" gestempelt. Uns aber hat man alle Hilfs- quellen verschlossen. Die Gesamtausfuhr in diesem Jahre blieb unter der Hälfte der Ausfuhrquote von 1932. Ein nie dagewesenes Minimum. Die Staatseinnahmen finken von Tag zu Tag, und die Lasten nehmen zu. , , , . . . So wird Südwest systematisch ruiniert Die Gegensätze zwischen der deutschstammlgen und der südafrikanischen Bevölkerung werden von Tag zu Tag lebendiger und sind eine latente Gefahr für das ganze Land. Die Deutschen besitzen Landeserfahrung, nicht die Südafrikaner. Diese aber werden auf Händen getragen, obwohl sie sich täglich als ungeeignet kennzeichnen. Wir Südwester halten zum Mutterland. Möge Deutschland das nicht vergessen und einmal an uns denken, wenn es an der Zeit ist. Wettervoraussage. Mit betn Weiterzug der nördlichen Störung über Skandinavien gelangen wir unter den Einfluß ihrer Rückseite. An ihr fließt von Island her kalte Luft südwärts, die sich späterhin auch bei uns auf die Temperaturen auswirken und einen Rückgang verursachen wird. Beim Eintreffen der Kultluft tritt zunächst nach wechselhafte Bewölkung auf, und vereinzelt dürfte es zu leichten Schauern kommen, doch läßt die Niederschlagstätigkeit bei weiter ansteigendem Luftdruck später nach. Vorhersage für Samstag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, etwas kälter, nur vereinzelte Schauer. Vorhersage für Sonntag: Weitere Beruhigung und nachts Temperaturrückgang bis unter Null. Lufttemperaturen am 18. Januar: mittags 11,1 Grad Celsius, abends 10,7 Grad; am 19. Januar: morgens 9,4 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum 6,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Januar: abends 0,6 Grad; am 19. Januar: morgens 1,8 Grad Celsius. — Niederschläge 8,6 mm.— Sonnenscheindauer ’A Stunde. arbeiten. Alle europäischen Erfahrungen und Lehr- ysteme waren hier hinfällig, weil die ganz anders- jearteten klimatischen und geographischen Voraus- etzungen Südwestafrikas einen völlig und von Grund auf neuen Ausbau dieser Zucht erforderten. Wir lieferten in erster Linie an die großen Pelz- irmen in Leipzig, deren Hauptartikel Persianer Dar. Diese Herren tarnen öfters nach Bochara, aber ie konnten uns auch keine Ratschläge für die Zucht geben; hierin muhten wir selbst unser Lehrgeld bezahlen. Abhilfe so vieler Fehlzüchtungen wurde durch die Regierung geschaffen, sie hat an deutschen Hochschulen (in Leipzig und in Halle) Regierungsbeamte ausbilden lassen, die gleichzeitig in Europa und auf hiesigen Karakulfarmen praktische Erfahrungen sammeln mußten, diese also vorgebildeten Fachleute wurden nun die wissen- chastlichen Beiräte der Karakulzüchter, und seither ist ein merkliches Aufblühen in dieser Zucht $u verzeichnen. Das Karakulschaf ist zweifellos für Südwest geeignet; es befindet sich hier beinah ausschließlich in deutschen Händen. Alle Farmer, die Karakulschafe zielbewußt aufzüchten, haben durchschnittlich gute Einnahmen. Der Karakulzuchtverein SWA., der vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde, hat eine einheitliche Front der Karakulzüchter geschaffen und neben organisiertem Absatz manche Erfahrung austaufchen können, die dem Ganzen nur gedeihlich wurde. Sehr mustergültig und wurde für uns auch die sogenannte Regierungsherde, die eine Musterherde auf diesem Gebiet darstellt. Alle Erfahrungen, die die Regierung sammelt, werden ohne weiteres den privaten Züchtern unterbreitet, so daß sich jeder an Hand dieser Anweisungen zurechtfinoen kann, wenn er selbst einige Kenntnisse besitzt. Sühne für die Ermordung des Hamburger httlerjungen Vloecker. In Hamburg wurde unter starkem Andrang dec Öffentlichkeit und in Anwesenheit des Reichsstatthalters im Prozeß wegen der Ermordung des Hamburger Hitlerjungen Otto B l o e ck e r das Urteil gefällt. Der Hauptangeklagte Fischer, der nach eigenem Geständnis die verhängnisvollen Schüsse abgegeben hat, wurde wegen gemeinschaftlichen Mordes, wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes und wegen versuchten Totschlags zum Tode und zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ferner wurden die Angeklagten Dettmer und Helbig wegen gemeinschaftlich vollendeten Mordes zum Tode und au einer Zuchthausstrafe von je 8 Jahren verurteilt. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Zwei Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von drei bzw. zwei Jahren. Die übrigen 20 Angeklagten bekamen Zucht- Hausstrafen von 12 bis 4 Jahren. Der Hitler- junge B l o e ck e r war bekanntlich bei einem kommunistischen Feuerüberfall auf ein Lokal im Stadtteil Hoheluft am 26. Februar v. I. erschossen worden. Ein anderer Hitlerjunge war schwer verletzt worden. Der Ueberfall auf den Transsibirien-Expreß. Der bereits gemeldete Ueberfall auf den sibirischen Expreß, wobei vier Personen getötet wurden (ein Deutscher wurde verletzt), hat in mandschurischen politischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Auf Veranlassung der mandschurischen Regierung soll der Bevollmächtigte des Auswärtigen Amtes in Charbin dem deutschen Konsul sein Bedauern aussprechen und gleichzeitig betonen, daß die mandschurische Regierung alle Maßnahmen treffen wird, um die Attentäter zur Verantwortung zu ziehen. Nach privaten Meldungen sollen bei dem Ueberfall neun Personen getötet worden fein. Neue S chreckensmeldungen aus dem indischen Erdbebengebiet. Heber die Verheerungen, die das Erdbeben an- gerichtet hat, laufen immer neue Schreckensnachrichten ein. So sollen in der Stadt Darbhangha zwei Krankenhäuser eingestürzt fein. Nur einer der Kranken soll mit dem Leben davongekommen fein, die anderen 400 Kranken sollen tot unter den Trümmern liegen. Der Palast des Maharadschas in Darbhanga und der Palast seines Bruders sollen ebenfalls eingestürzt sein. Ein Basar, in dem Hunderte van Personen zur Vorbereitung eines moha- medanischen Festes versammelt waren, st ü r z t e ein und begrub sämtliche Anwesende. Linsturzunglück in hüll. — Zahlreiche Tote und Verletzte. Ein sechsstöckiges Lagerhaus in Hüll stürzte aus unbekannten Ursachen plötzlich zusammen. Die Trümmer begruben 30 Personen unter schen Arbeitsfront und der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" erschienen, ferner zahlreiche andere geladene Gäste. Man bemerkte u. a. den Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Reichsminister Dr. Goebbels, den Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, Staatssekretär F u_n k vom Propagandaministerium, Staatssekretär Schäfer vom Reichswirtschaftsministerium, SA.-Gruppen- ührer Prinz August Wilhelm von Preußen, die Ministerialräte Hanke und Laubinger vom Propagandaministerium und andere mehr. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Var- teUung war ein großer Erfolg. Es gab oftmals Upplaus auf offener Szene. wieder zurückzubekommen. „------ - „ vs . .. ■ . Später tarnen noch die medizinischen Sachver- durch Freude , die das Theater in Regie ge- ffänhiaen au Worte Dabei stellte sich der medizi- nommen hat, wieder eröffnet. Zu der (Eroffnungs- Nische S°ch°-MMg« Pr°i- MüllerHeh auf Vorstellung waren fast all- Amt-wolter der Deut, die deutsche Jugend um ihre Einheit ringt, inbem der Führer Adolf Hitler in seinem Neuiahrs- avunsch dem Reichsjugendführer eben vollstes Vertrauen für seine erfolgreiche Einigungs- Arbeit ausgesprochen hat und die Führer der Ju- Bend s ich zu g e me in same r Ar b e i t zus a m- mengefunden haben, derartige schmutzige An» .griffe von feiten eines Pfarrers gegen den Führer idSr deutschen Jugend erhoben werden. Gerade die «Jugend weiß, daß die gesunden Kreise in der Kirche «bemüht sind, durch die Jugend neues Leben iund neue Kräfte des Christentums für .unser Dolk auszulösen. Sie weiß diese Bemühungen zu schätzen, begegnet ihnen mit Verständnis und versucht, ihnen in jeder Hlnsicht nachzu- ! kommen. Um so verantwortungsloser ist die Hand- Ilungsweise dieses Pfarrers, der durch die unver- «schämten Verleumdungen des Relchsiugendfuhrers Offensichtlich den Einigungsbestrebungen der deut- sschen Jugend entgegenarveitet. Wenn man glaubt, «dies fei für die Jugend der rechte Boden des Chn- Istentums, dann wird die Jugend sich nie auf diesen «tzoden der Lüge und Verleumdung begeben, denn Lbie Jugend steht aus dem Boden Üer Wahr- lh a f 11 g f e i t. politischer Llebereiser. Bor unnötigerBeunruhigung wird gewarnt! Berlin, 17. Jan. (DNB.) Amtlich wird mit- weteilt: In der letzten Zeit gehen bei den Behörden vielfach Postkarten, Bilder und Plakate ein, in denen «ine versteckte kommunistische Propaganda gewittert wird. In den Haaren eines Kopfbildes will man, obwohl es sich um eine Photographie handel, das Gesicht Lenins erkannt haben, in der Ohrmuschel gar ein unzüchtiges Bild. Aus geinem Plakat hat man einen eingeschlagenen Schädel und einen Kommunistenkopf verborgen gefunden. Freilich müßten sich die Beschauer dieses Plakates, das üblicherweise angeklebt oder aufgehängt ist, auf den Kopf stellen, um in den Genuß dieser Fixierbilder zu gelangen. Von zuständiger Stelle wird solchem politischen Hebereifer entgegen» getreten, durch den eine unnötige Beunruhigung der Bevölkerung hervorgerufen und berechtigte Interessen geschädigt werden. Die Dienst- «ftellen werden angewiesen, diesem sinnlosen Treiben, Las leicht zu einer gefährlichen Psychose ausarten kann, mit allem Nachdruck Einhalt zu gebieten. Oie Aufnahme in die SA. B e r I i n, 17. Jan. (DNB.) Auf Grund des Neu- fahrserlasses des Stabschefs gehen der Obersten SA.-Führung täglich Gesuche von ehemaligen Angehörigen der gegnerischen Parteien und Organi- ' ationen um Aufnahme in die SA. zu. Die Oberste SA.-Führung macht, wie der „NSK." mitteilt, darauf aufmerksam, daß derartige Gesuche zwecklos sind. Sie bleiben in jedem Falle u n - 'bearbeitet. Gesuche um Aufnahme in die SA. können nach Aufhebung der zurZeit be- tehenden Aufnahmesperre an bie zuständigen örtlichen S A.» D i e n st st e 11 e n gerichtet werden. Diese Dienststellen entscheiden über bie Aufnahme in eigener Zuständigkeit. Sine Beschwerde über die Nichtausnahme in die SA. ist nicht möglich. Oie deutschen Monatsnamen. Berlin, 18. Jan. (DNB.) Die Frage, ob bie | bisherigen Monatsnamen burch neue, rein deutsche Bezeichnungen zu ersetzen t sink», wirb zur Zelt im Ressort des Relchsministe- k riums des Inneren geprüft. Um Irrtümern 1 und Mißverständnissen vvrzubeugen, hat f der preußische Minister des Innern die Behörden I der inneren Verwaltung durch besonderen Rund- Lrlah ersucht, dis zur endgültigen Klä- l cung dieser Frage von dem Gebrauch neuer Monatsbezeichnungen im amtlichen Verkehr a b - «usehen. Nachdruck verboten! 3 Fortsetzung. Die Gräfin klagte: „Wie sie manchmal sein kann! Und sie bringt es wahrhaftig fertig und sucht den — den Rudolf auf." „Fürchten Sie da etwas für sich, liebe Gräfin? Sie ist seine Tante, und wenn sie einmal nach ihm sehen will, dann finde ich das sehr nett von ihr", meinte der Geheimrat Welser und trank einen Schluck Kaffee. Der Graf mischte sich in das Gespräch: „Nun, nun, er wird sie nicht anders empfangen, wie er uns empfangen hat. Meine Schwester wird einsehen müssen, daß er mit keinem Menschen seiner Sippe mehr etwas zu tun haben will, und dann wird sie schon merken, daß er nicht normal ist." „Oder es kommt anders. Tante Molchen ist em goldiger Mensch", sagte der Geheimrat zänkisch. Die Söhne erhoben sich unter irgendeinem Borwand und baten, sich entfernen zu dürfen. Es wurde ihnen auch gewährt. „Wir haben nichts erreicht. Absolut nichts. Em zweitesmal versuche ich es nicht. Und wenn ich es mir recht überlege, es war eigentlich — es war — hm — man hätte es nicht tun sollen." „Dummfrech war's", meinte der Geheimrat und wiegte den grauen Schädel. „Ganz recht hat er daran getan, uns hinauszuwerfen." Die Gräfin sagte vorwurfsvoll: „Alle Welt behauptet, Rudolf sei geisteskrank." „Ja, weshalb eigentlich? Woraus schließt man das? Weil der Mann allein zu sein wünscht? Komische Menschen! Er hat sie eben alle zusammen satt und will einsam dahinleben. Zudem — wenn er die Frau so sehr geliebt hat, ist sein Einsiedlerleben doch mehr wie verständlich. Könnten sich die Verwandten seiner Frau denn nicht seiner ein wenig annehmen?" „Die kennt kein Mensch, diese Verwandten. Es heißt aber, daß der Vater ein Spieler und Abenteurer ist." „Soso?!" Der Geheimrat putzte seine Brille. Dann machte er noch einmal: „Soso?!" Die Gräfin erhob sich. Sie bat die Herren, sich nicht stören zu lassen, sie habe leider noch mit der Mamsell eine Unterredung bezüglich des Abendessens. Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale „Unb — lieber Geheimrat, Sie bleiben doch da und speisen mit uns? Ich bitte recht sehr daruin. Dieser liebenswürdigen Einladung konnte der alte Herr nicht widerstehen. Er nahm dankend an und küßte der Gräfin die Hand. Der Geheimrat meinte, als er mit dem Schloßherrn allein war: . Schade ist es, daß Graf Rudolf Härtlingen sich so schroff von aller Welt zuruckzieht. Wenn man ihm eine andere schöne Frau präsentieren konnte, würde es sich bald genug zeigen, daß er nicht geisteskrank ist." „Ich habe nun genug von der ganzen albernen Geschichte. Aber ganz nebenher möchte ich doch bemerken, daß ich doch nicht bloß Schloß Härtlingen im Auge habe, sondern doch auch in erster Lime den alten Namen. Solange der rätselhafte Tod der Frau nicht geklärt ist, wird immer etwas sitzenbleiben auf meinem Neffen. Es gibt niederträchtige Klatschmäuler, zur Verzweiflung können sie einen bringen. Dabei sind sie so klug, daß man sie nie fassen kann." Der alte Herr war wirklich ganz unglücklich darüber, und der Geheimrat fühlte das auch mit. Aber sehr albern war diese heutige Fahrt nach Schloß Härtlingen trotzdem gewesen: davon brachte ihn jetzt, da er den Grafen Rudolf gesehen, nichts mehr ab. .. Die beiden Herren saßen in der gemütlichen Rauchecke, und die Gräfin hatte eine gute Flasche Wein geschickt. Nun hielten sie es aus bis zum Abendbrot. Trotzdem sich jeder Mühe' gab, ein anderes Thema 'festzuhalten, war man zuletzt eben doch wieder bei Schloß Härtlingen und seinem einsamen Bewohner angelangt. Und da meinte der Geheimrat, vorsichtig flüsternd: „Mir ist da ein seltsamer Gedanke gekommen. Wenn die junge Gemahlin des Grafen Rudolf eine — hm — wenn die Verwandtschaft nicht allzu gut ist, so wäre es doch immerhin möglich, daß jemand aus dieser Verwandtschaft Geld von ihr erpressen wollte, und als er keines erhielt, die Tat im Jähzorn ausführte." „Möglich wäre es schon. Aber die Behörden haben damals auch dahin die Fühler ausgestreckt, und da hat es sich herausgestellt, daß ihr Vater tatsächlich die ganze Zeit über im Ausland gelebt hat. Und weitere Verwandte besitzt sie nicht. Oder doch! Es ist da noch eine jüngere Schwester da. Aber sie befindet sich seit frühester Kindheit in der Schweiz in irgendeinem vornehmen Pensionat. Und ein Bruder, unbekannten Aufenthalts." Der Geheimrat schüttelte die graue Mähne. „Dann ist ja wirklich Hopfen und Malz verloren. Wer soll es denn sonst getan haben? Grund zur Eifersucht wird Graf Rudolf doch auch nicht gehabt haben; denn Sie sagen ja, lieber Freund, daß die zwei in Härtlingen wie die Turteltauben gelebt haben." . ... , Sehen Sie, nun wissen Sie auch nicht mehr weiter Und da ist eben immer wieder der Verdacht, der auf meinem Neffen sitzenbleibt. Er kann eben doch wahnsinnig sein. So etwas befallt den gesündesten Menschen zuweilen. Er verließ die Zusammenkunft der Agrarier vorzeitig, obwohl ihn gute Bekannte baten, noch zu bleiben. Er kann sich irgendeine fixe Idee in den Kopf gesetzt haben und aus dieser heraus — na ja — wäre das dann vielleicht nicht möglich?" Der alte Arzt war sehr nachdenklich geworden. Trotzdem: er war nach wie vor überzeugt, daß Graf Rudolf Härtlingen der gesündeste Mensch sei. 3. Kapitel. Und wieder vergingen die Monate. Sie brachten dem alten Park von Härtlingen den Frühling. Herb duftete die Erde, und die Blumen, die ersten schönen Frühlingsblumen prangten in der schon recht warmen Sonne. Die Knospen an den Bäumen schwellten, und ehe man es sich versah, blühte und grünte es in allen Ecken und Winkeln. Die Stare und die Amseln liefen geschäftig hin und her. Die Spatzen lärmten vergnügt um das Teehaus, und allerlei Infekten wagten sich hervor. Wieder einmal Frühling! Graf Rudolf Härtlingen schritt in Gedanken verloren auf dem gewundenen Wege dahin. Die Zeit strich über das Traurige, Unfaßliche, das ihn einsam hatte werden lassen, dahin. Ohne zu lindern! Der Schmerz blieb. Zuweilen ging er nachts auf den Friedhof hinüber. Der alte Wärter kannte ihn und schloß ihm schweigend auf, wenn er kam. Dann stand er lange, lange, blickte auf das Grab, das fein Liebstes umschloß. Die große, eiserne Platte schien ihm wie ein Todfeind. Sie deckte den wundervollen Körper Lelios, gab ihn nicht wieder her, hielt ihn fest für alle Zeiten. Celia! Celia, ich liebe dich! Warum hast du mich verlassen, Celia? Du mußtest doch wissen, daß mein Ceben zerbrach, wenn du mich verläßt? Ein Käuzchen klagte im Gebüsch, und dicht über seinem Kopfe flog eine Fledermaus dahin. Die Kränze und Schleifen raschelten. So viele, viele hatte er in diesen Monaten hierhergetragen, denn Celia hatte die Blumen so sehr geliebt. Was sollten diese Blumen nun daheim in Schloß Härtlingen? Sie mußten alle hierhergetragen werden, hierher, wo Celia für immer schlief. Graf Härtlingen schritt weiter. Immer weiter. Er wußte es vielleicht nicht einmal. Er dachte an Celia, die dort drüben in der Gruft ruhte. Er ging nur nachts hinüber. Er wollte und konnte sich nicht begaffen lassen, wenn er am Grabe Celias stand. Wie jetzt die Sonne schien! Wie es ringsum zirpte und jubilierte! Wie es grünte und blühte! Und die, deren kleine Füße leichtfüßig durch den alten Park von Härtlingen gehuscht waren, die ruhte still und starr in der alten Gruft. War es denn zu fassen? Was ein solches Ceib aus einem Menschen machen konnte! Wer ihm das früher einmal gefaat hätte, daß er, völlig versteinert in Schmerz und Ceib, sich gänzlich von allen Menschen zurückziehen wurde! Und es war doch so! Er hatte keine Sehnsucht nach den Menschen. Ihre Neugierde, ihr mühsam verborgenes Mißtrauen würden ihn umgeben wie lästige Insekten. Er wollte nichts mehr von der Welt, weil Celia tot war. Graf Härtlingen blieb stehen und blickte auf ein Beet voll blauer Sternblumen. Celias Augen! Diese Farbe hatten Celias Augen!, dachte er, und fein Herz zuckte wild und schmerzhaft. Er setzte sich auf die alte Steinbank, auf die die Sonne schien. Und während er hier saß und vor sich hinstarrte sah er ganz plötzlich im Geiste Venjo Holm vor sich, wie er lachend den Kopf zuruckwarf und dann sagte: „Heber Geschehenes muß man hinwegkommen. Nur nicht bei etwas stehenbleiben, was nicht mehr ist, was uns zu sich hinabziehen will. Das Lebende, Blühende hat recht. Alles andere ist nur noch Wahn!" Bei irgendeiner Gelegenheit hatte Venjo so gesprochen. Lelia war auch dabei gewesen. Und sie hatte hellauf gelacht dazu. „Venjo hat recht, Rudolf! Ganz und gar recht hat er. Er will auch ein Bild malen. Machendes Leben' will er es nennen. Er ist schon auf der Suche nach einem passenden Modell", hatte sie dann, noch immer lachend, gesagt. Lelia, diese lachende Bejahung des Lebens, sie war tot! Und wo war Venjo? War er auch gestorben? Und war nur er noch übriggeblieben von jenen wundervollen Sommertagen in Schloß Härtlingen? Wieder saß der Graf regungslos da. Venjo! Weshalb schrieb er nicht, wenn er noch am Leben war? Das war ja doch so unfaßlich, daß Venjo schwieg! Aber er wußte nichts! Er wußte noch nichts von Lelias grauenhaftem Ende. Er würde wieder irgendwo das Leben genießen, würde es durchrasen, um dann aus all diesem guten unb bösen Erleben neue Kräfte zu schöpfen für sein künstlerisches Schaffen. (Fortsetzung folgt.) Nachruf im Alter von 41 Jahren zu sich in die Ewigkeit. 0320 Die Führerschaft. werden. 350D Am 14. Januar verschied unser lieber Kamerad Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Januar 1934, in Traben-Trarbach statt. Jahrelang hat er im Vorstand treu für unseren Verein gearbeitet. — Sein Andenken wird bei uns in Ehren gehalten Philipp Müller Kriminal-Oberinspektor i. R. Gott nahm uns heute nacht 271 Uhr unerwartet meinen liehen Gatten, meinen guten Vater, unseren Sohn, Schwager und Onkel Philipp Mertgen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Paula Mertgen, geb. Holz. Heute morgen 4% Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innlgst- geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Johannes Pitz im Alter von 76 Jahren. In tiefer Trauer: Maria Kath. Pitz, geb. Schenk nebst Kindern. Garbenteich, den 18. Januar 1934. Beerdigung: Samstag, den 20. Januar, nachmittags 3% Uhr. _______________________________________________________349 D Malzkaffee.................pfd. -.26 Roggenkaffee..............Pfd. -.23 Bruchreis ..................Pfd -.11 Vollreis...............Pfd. .18 u. -.13 Weiße Bohnen.............pfd. -.15 Linsen................Pfd. -.36 u. -.22 Viktoria-Erbsen............Pfd. -.32 Hartweizengrieß...........Pfd. -.25 Haferflocken, lose.........Pfd. -.22 Kartoffelmehl..............Pfd.-.22 Hartgr.-Makkaroni K.......Pfd. -.36 Eierschnittnudeln..........Pfd. -.38 Kalif. Pflaumen........Pfd. -.38, -.28 Mischobst..................pfd. -.50 Kokosfett...................Pfd. -.53 Auszugmehl........5-Pfd.-Beutel 1.- Auszugmehl........2 Pfd.-Beutel -.42 Feinstes Weizenmehl... 5 Pfd. -.90 Feinstes Weizenmehl... 2 Pfd. -.38 Kaiser s Salatöl, lose.....Ltr. 1.05 Feine jg. Schnittbohnen l/t Dose -.48 Feine jg. Brechbohnen i/l Dose -.50 Gemüse-Erbsen........Vt Dose -.55 Junge Erbsen...........7» Dose -.60 100 g Eß-, Milch- und Milchnuß-Schokolade ... .Tafel -.19 3% Rabatt in Marken ____________(auf alle Waren außer Zucker) Mahnung. Die Beiträge für den Monat Dezember 1933 können noch bis zum 25. Januar 1934 ohne Kosten bezahlt werden. 348D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann täglich, außer Samstag, an unsere Kasse oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Nr. 10833 erfolgen. Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Stadt. H i n £ l e r, Rechner. Cafe-Restaurant,Rheingold1 Samstag, den 20. Januar 1934: Rbeinische karnalisl. Kappnlziq Anfang 8.11 Uhr osu Bis 4 Uhr nachts Verlangerang. Schuhhaus Weidemann Seltersweg 59 340 A Crednerstr. 14 I Schöne 5-ZJhg. sof.z.verm.Log., 2 Bodenk., 2.Keller. ( 0319 ) Näh. FranklurterStr.63 I Mietgesuche | Einfaches mühlierl. Zimmer L 10-12 2^.(30). Lchr.Angeb.nnt. 0321 a. d. G. A. Ein!, möhl. 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Es gibt genug handwerklich Tätige, die ihre Existenz mit der vieler Akademiker nicht tauschen möchten, und genug Akademiker, die, wenn sie es nochmals zu tun hätten, lieber ein Handwerk erlernten. In der großen Zeit wirtschaftlicher Umgestaltung braucht ein Uebermaß von Schulbildung nicht unbedingt verloren zu sein und kann in allen Berufen gut gebraucht werden. Wem seine bessere Allgemeinbildung ein Hemmnis ist, einen praktischen Beruf zu ergreifen, der wäre lieber nicht auf die höhere Lehranstalt gegangen. In die Volksgemeinschaft passen solche jungen Leute nicht. Volk, Staat und Wirtschaft sind nicht dazu da, unmögliche Be- rufswünsche zu erfüllen und den Einzelnen zum Sonntag, 28. Januar, findet nachmittags zur Eröffnung der Volksmistionswoche in der Stadtkirche zu Friedberg ein Gottesdienst statt für die Pfarrer des Dekanats, die Volksmissionare und sämtliche,Gemeindeglieder von Friedberg und Umgebung. Direktor Pfarrer Röhricht (Darmstadt) hält die Predigt. Prälat D Dr. Dr. Diehl wird sich in eüiai Ansprache an die DolksmMonare wenden. Der österreichische Dichter Hermann Bahr, der, wie bereits gemeldet, nach längeren Leiden im Alter von 70 Jahren in München gestorben ist. Handwerk, Industrie oder Landwirtschaft zu gut dünkt. Denn wer sich ohne übermäßige Ansprüche renn er noch lnfaßlich, datz ;! Er wch i Ende, (fr ließen, wiick m guten uni fen für (ein Innere Mission, welcher der Träger der Veranstaltung ist, gewonnen worden. Zweck einer solchen Veranstaltung ist, das Evangelium von Jesus Christus, in dem das heil der Menschheit liegt, immer mehr an die Gemeindeglieder heranzubringen und sie unter seine Wirkung zu stellen. Die zu behandelnden Themen dürften allgemeines Interesse erregen. Es sind folgende: „Radikale Revolution", „Gott oder Schicksal", „Blut, Rasse und Boden im Licht des Evangeliums", „Braucht der arische Mensch Erlö- sung?", „Der Totalitätsanspruch Jesu Christi", „Die neue Kirche im Dritten Reich", „Das Wort, sie sollen lassen stahn", „Ein Blick in die Zukunft". V in-llle* Zwei indische Städte, die besonders schwer betroffen wurden. — Oben wichtigsten Handelsstädte Nordindiens. - Unten: Benares, der berühmte Wallfahrtsort am Ganges. — In der Mitte, rechts: Karte der Unglucksgebiete. Il Hrimwehrlandesführer Graf A l b e,rU. korben hu österreichischen Bundespolizel verhaftet worden, wsi er be? einer Haussuchung in der Wohnung des nntionalsozialistischen Gauleiters Frauenfeld ange- loffen worden war. Alberti hat inzwischen seinen Mief tritt als Landesführer von Niederosterrelch mit- a teilt und feinen Beitritt zu den Nationalsozialisten vollzogen. wurden. Ein Teil der 15 000 Zuzulassenden wird sicherlich aus finanziellen und anderen Gründen gar nicht studieren. Die Regierung erwartet sogar, daß die meisten von ihrer Studienmöglichkeit keinen Gebrauch machen möchten, da sonst die große Zahl hochschulberechtigter nicht zu verantworten ware^ Auf alle Fälle wird es Abiturienten Mit und ohne Berechtigungsschein geben, die nichtakademische Berufe ergreifen müssen. Bei der Bewerbung um einen praktischen Beruf ist es nun v e r b o e n , d e n Berechtigungsschein zu verla n gen oder vor^u legen. Es soll damit eine Benachteiligung der andern Abiturienten, denen nicht das Recht zum Hochschulstudium bescheinigt wurde verhütet: werden. Die hoch chulreife erhalten vor allem die theoretisch Begabten, und die Wirtschaft wäre schlecht beroiten menn sie diese auch immer für die besseren Praktiker hielte. Man kann wohl großer Theoretiker und Praktiker zugleich sein, aber häufig ist es doch auch.so, daß recht gelehrte Leute die ungeschicktesten Menschen sind. Jedenfalls werden die Vermittlungsstellenstreng darauf sehen, daß bei Zuweisung m praktische Berufe der Berechtigungsschein, der nur für das Studium gilt, feine Rolle spielt. Welche praktische bzw. nichtarademischc Berufe kommen für Abiturienten in Frage? o 86“ e Weltruf g«- Modellstück chsteJf” ugod.Man*t! iKorgenornn" ersparten Studienkosten ein tüchtiges Handwerk erlernen zu lassen, in dem er sich später einmal vielleicht selbständig machen könne. Auf solche Vorschläge bekommt man gewöhnlich prompi zur Antwort: „Ja, dazu hätte man doch kein Abitur gebraucht." Allerdings, und es wäre be-1 stimmt für viele besser gewesen, schon mit Ober- ekundareife die Schule zu verlassen. Aber das einmal gemachte Abitur sollte doch wenigstens kein Anlaß lein, die schon nicht leichte Berufswahl noch unnötig zu erschweren. Viele Abiturienten finden nur deshalb ihren Platz so schwer im Wirtschaftsleben, weil ihnen vor lauter Vorurteilen praktische Berufe nicht gut genug sind. Viele könnten namhaft gemacht werden, die heute als Hilfsarbeiter Herumlaufen, weil sie nur Beamtenanwärter werden wollten und nicht die Entschlußkraft aufbrachten, sich für einen praktischen Berus zu entscheiden. i Man vergißt gewöhnlich, daß auch Nichtakademiker ’S f«8t K In Bremerhaven traf, von Behörden und Verbünden aufs herzlichste begrüßt, der ^iermali- tooner des Grafen Luckner, „Mopelia" (früher „Baterland ) ein. Dtefes Schiff M unter Führung des ehemaligen „Emden"-Kapitäns Lauterbach °me sieben Jahre lange Propaganda- fahrt für Deutschland hinter sich, die es in alle Telle der Welt führte. Im Bild vbe" llnks. Der Führer des Seglers, Kapitän Lauterbach (links), Grastn Luckner, Graf Luckner. Zur Abiturieuieufrage Von Dr. Rottenbacher, Arbeitsamt Gießen Die meisten, wenn sie nicht studieren können,! wollen in die mittlere, gehobene Beamtenlausbahn. I Reichsbahn, Post, Finanzamt, Justiz und Kommunalverwaltung stehen da im Vordergrund. Man I wird soviel Abiturienten wie möglich einstellen. Natürlich müssen die Behörden auch Maß halten, um nicht auf Kosten der Allgemeinheit unnötige Beamte heranzuziehen. Sehr viele suchen als Offiziersanwärter bei der Reichswehr oder Polizei unterzukommen. Wer nicht als solcher ausgenommen wird, versucht es in der Mannschaftslaufbahn, um schließlich auf nichtbeschleunigtem Wege noch Ossi-1 zier zu werden Auch andere Wege führen in die Beamtenlaufbahn. Man bildet sich nach gewöhnlich zweijähriger Volontärpraxis auf einer höheren Fachschule zum Maschinenbau-, Elektro-, Verrnes- sungs- oder Bautechniker aus und kann dann nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch bei den verschiedensten Behörden im gehobenen technischen Beamtendienst Aufnahme finden. Schließlich werden von den Abiturienten noch die kaufmännischen, die Büroberufe und die Banklehre bevorzugt. Daß es aber auch handwerkliche und landwirtschaftliche Berufe für sie gibt, daran denken die allerwenigsten; ebenso finden die kunstgewerblichen Berufe zu wenig Beachtung. Hierzu sei folgendes gesagt: In den sog. „Versorgungsberufen" können als Beamtenanwärter nicht allzu viele unterkommen, wenn die Behörden auch mehr als bisher einzu- stellen gewillt sind. Die gehobene Technikerlaufbahn mit ihrem fünfsemestrigen Studium kommt für viele aus Eignungs- und finanziellen Gründen nicht in Frage Die Lehrerstudenten fallen bekanntlich nicht unter die Richtzahl der „15 000"; aber wenn die Lehrerausbildungsanstalten auch aufnahmefähiger geworden sind, so ist die Zahl der Aufzunehmenden verhältnismäßig doch sehr beschränkt. Wohl ober übel wird der größte Teil der Abiturienten sein Unterkommen in der „freien Wirtschaft" suchen müssen und zwar nicht nur in Büros und Kontore, sondern auch in den Werkstätten und in der Landwirtschaft. n toürbf 7 W Men y, °°n i ;ite lUf tg '?? Nw, «X °Ui di! ij, i SurütftyQij .^gkoinineii ’ uickt mehi )Qs Lebend- 1 nur noih fcnjo so (en. Und |i( 'd gar recht • .Lachende- M der Sich e dann, noch Lebens, f« starben? Und ;nen wunden lingen? Die große A k a d e m i k e r n o t und Hoch- c ^(c ul Überfüllung hat die Regierung zu un- i v« meidlichen, energischen Maßnahmen gezwungen. !Dnn schützt die Zahl der arbeitslosen Akademiker I arj mindestens 40 000, und an 60 Prozent der Be- < I (li^ftigten sollen in Berufen tätig sein, wozu wirk- - Ibi kein Hochschulstudium, ja nicht einmal das Abi- ■ ti nötig gewesen wäre. Ueberall findet man Akademiker in ganz untergeordneten Arbeiten ihr Brot d "bienen. Men Warnunaen zum Trotz sind von Jahr zu Ahr die Zahlen der Abiturienten und Hochschul- (Udierenden immer mehr angewachsen. Obgleich der Mars an Akademikern nicht größer, sondern eher Hiner geworden ist, stieg die Zahl der Hochschul- jtibierenben seit 1913 von 72 000 auf rund 140 000. Das sind 90 000 zuviel! 90 000, die keine Aussicht aus akademische Stellen haben. rnn nach Ansicht eines der besten Kenner der akademischen Verhältnisse genügten 50 000 Hochschul- (tibierenbe, um den Akademikerbedars vollauf zu dckken. Nehmen wir hinzu, daß jeder Hochschul- [tibierenbe dem Staat jährlich über 1500 Mark feitet, so mag sich jeder ausrechnen, w i e v i e l e t jllionen vorn Staat für überflüssige Hoch- iciulftubierenbe verschwendet worden sind, kmentlich zu feinem anderen Zweck als das Schick- ic der allzu vielen Akademiker noch zu verschlech- ■ |rn Es war eine nicht hoch genug einzuschätzende r»t der nationalen Regierung, der unerträglich gewordenen Hochschulüberfüllung endlich einen Rie- g.I vorgeschoben und verfügt zu haben: Bis hierher u b nicht weiter! Die Regierung hat die Zahl der Studienberech- ti, ten für 1934 auf 15 000 beschränkt, während etwa I noo Abiturienten zur Entlassung kommen von bmen wahrscheinlich wiederum 25 000 bis 30 000 j. Fachschulen besuchen wurden. Die Beschränkung aus 15 000 ist noch sehr entgegenkommend, denn nach den vorhandenen Berechnungen sind normaler- weise kaum 10000 Neuimmatrikulierte ür den akademischen Nachwuchs nötig. Die Staumasse der Hochschulstudierenden, läßt die Regierung erklären, ist so groß, daß wir auf 4 Jahre aus jeden Neuzugang zum Studium verzichten konnten und immer noch zuviel Akademiker hätten. Wenn trotzdem 15 000 zum Studium zugelassen werden, so nur deshalb, weil man die jetzigen Abiturienten nicht für die Sünden der früheren libe- ralistischen Regierungen büßen lassen will. . Den Besten dieser Jahrgänge soll nicht die Möglichkeit verschlossen werden, sich als ausgelesener Qualitätsnachwuchs gegenüber dem Massendruck der Vorausgegangenen durchzusehen. Die Direktoren der höheren Lehranstalten haben nun die verantwortungsvolle Aufgabe, unter Berücksichtigung von Eignung und nationaler Zuverlässigkeit die Hochschulberechtigten nach bestimmten Quoten auszuwählen. Von 40 Abiturienten dürfen im Durchschnitt nur 15 den Berechtigungsschein zum Hochschulstudium erhalten, den andern 25 selbst wenn sich unter ihnen noch Hochschulrene befinden sollten, wird er abaesprochen werden müssen Das Ueberfüllungsproblem läßt sich ohne Harten einfach nicht lösen. Natürlich sind Irrtümer in der Auslese unvermeidbar Aber, nationalsozialistisch gedacht, diese Irrtümer wiegen federleicht gegenüber den vielen Irrtümern, die bisher von individualistisch eingestellten Eltern in ihrem Standesdünkel gemacht worden sind Als Opfer falschen (^rgeizes haben ungezählte Schüler das Abitur machen und nachher studieren müssen, die niemals zu einem> Lv- schlußexamen gekommen sind und auf der Hochschule glänzend versagt haben Was will es nun heißen, > wenn wirklich da und dort nicht immer gerade die I allertüchtigsten ausfindig gemacht werden, wenn wir ' dagegen auf der andern Seite diese Hochflut von Pseudoakademikern loswerden, für die lahraus, sahr- ein ungeheuere Summen privaten und öffentlichen Kapitals sozusagen zum Fenster hmausgeworfen In unsere Berufsberatungssprechstunde kam letzthin der Vater eines Abiturienten und meinte: es wäre doch nicht richtig, daß man seinem Sohn nun wahrscheinlich das Studium sperre. Die Regierung hätte die Eltern rechzeitig aufklären und weniger Schüler in die Oberklassen zulassen sollen; dann brauche man jetzt keinen „numerus clausus" für's Hochschulstudium und die Eltern würden nicht so viel Schulgeld unnötig ^gegeben haben. Es stellte I einordnen kann, der wird b-stimmk K lei"«« Pl°h im ->irffch°ft-leben finden. Hilfestunden in die folgenden Klassen immer nur Man muß nur mit Mut und Kraft fern Schicksal mit knapper Not versetzt wurde. Wir erwiderten, zu meistern suchen, dann finden sich auch die Lehr- daß es an Aufklärung über die Hochschulüberfüllung Herren, denen 19jährige noch nicht zu alt sind. Vor und die Akademikernot bestimmt nicht gefehlt habe, allem auch die Eltern, die ihren Standesmaterialis- Denn 360 öffentliche Berufsberatungsstellen in mu9 noch nicht abgestreift haben, sind häufig noch Deutschland haben sich schon seit Jahren diese Auf- verpichter auf einen sogenannten „besseren" Beruf, klärung in Schulbesprechungen, Vorträgen und Ar- als ihre Söhne selbst. Es gibt keinen Unter- tifein in der Presse sehr angelegen sein lassen, nur schied mehr zwischen dem Arbeiter der fanden sie gerade auch bei den Eltern wenig Gehör. F a u st und der Stirn. Der Wegfall dieses al- Allerdings, die früheren Regierungen waren un- ten, verderblichen Unterschiedes sollte die Bereitschaft fähig und haben versäumt, die notwendigen Konse- erleichtern, sich einem praktischen Berufe z u- quenzen zu ziehen. Aber seien Sie der neuen, natio- Izuwenden und im Wiederaufbau des neuen nalen Regierung von Herzen dankbar, daß sie nun Deutschland sich dort zur Verfügung zu stellen, mit eisernem Besen auskehrt und die von andern ro0 hie Möglichkeit dafür vorhanden ist. versäumten Konsequenzen zieht. Denn sonst würden ------- Sie ihren Sohn, den Sie aus freien Stucken bis TUffdmiffmndtOorfte zum Abitur durchqequetscht haben, sogar noch 4 bis e ^0trSM!tN0NSw0cye 5 Jahre auf die Universität schicken, um- die Zahl ,m ©efanat Hnedverg. d-r arbeitstofen ni^t unurpubrtnflenben atabemtfer ?8. Januar bis 1. Februar findet fn siimt- machen wollen für ttch-n Gemeinden des Evangelischen Dekanats Fried- "olcÄ"mS,»Sota Tu? der berg eine Volksmissionswoche statt. Namhafte Red- £oW uS o^f^bi ®.°QUf I-r sind-hierfür vom ffeimchen ^taesverein ^iür Wir rieten dem Vater, seinem Sohn für die WM H DM5 JO Cekufta- INDIEN „Muzafferpur - BEN GAI Cltnsö^ purf-fä. -MM, Reichsstatchatter Gauleiter Sprenger bei -en Studenten. Grundsätzliche Ausführungen bei der Weihe eines Kameradschastshauses. LPD. Frankfurt a. M., 18. Jan. Im Anschluß an die Reichsgründungsfeier der Universität Frankfurt sand heute die feierliche Einweihung des er st en Kameradschastshauses der Frankfurter Studentenschaft, des „Haus Langemarcf", in der Westendstraße 55 statt. Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter S p r e n g e r, nahm in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Behörden die Weihe des Hauses vor. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Führer der Frankfurter Studentenschaft, daß die Frankfurter Universität eine der ersten sei, die ein Kameradschaftshaus in dieser Größe sich geschaffen habe. 100 bis 150 Studenten könnten in diesem Hause untergebracht werden und hier die erste Zeit ihrer Studienzeit in Gemeinschaft mit ihren Kameraden verbringen. Reichsstatthalter Gauleiter (Sprenger weihte das Haus und benannte es „Haus Langemar ck". In seiner Ansprache beschäftigte sich der Reichsstatthalter eingehend mit Fragen der studentischen Neugestaltung. Er führte u. a. aus: Mit der Rückkehr der Front st udenten aus dem Weltkrieg begann die Revolutionierung der akademischen Jugend. Längere Zeit ging dann vorüber, bis festere Formen gefunden wurden. Später hat sich insbesondere die preußische Systemregierung mit „Reformen" der Studentenschaft befaßt, die ein Kompromiß zwischen Unverstand der Parteioertreter und der Ueberheblichkeit der damals maßgebenden veralteten Kreise waren. Im alten preußischen Staatsrat wurde das Machwerk behandelt und verabschiedet. Ick gab damals rückhaltlos meiner Meinung dahin Ausdruck, daß es für solche Reformen absolut nicht an der Zeit sei und daß den Triebkräften die innere Berechtigung hierzu abgesprochen werden müsse. Trotz des heftigen und geschlossenen Widerspruches, den ich damals als Nationalsozialist fand, freue ich mich heute, recht behalten zu haben. Nun Hal die nationalsozialistische Revolution die Voraussetzungen geschaffen zur Neugestaltung der Studentenschaft und zur Verwirklichung der Kameradschaftsidee. Der Gedanke der Kameradschafts-Häuser ist gegenwärtig zersplittert und zum Teil noch unvollendet, aber der Geist, den der Name „Haus Langemarck" kennzeichnet, ist der richtige. Der deutsche Student muß sich darüber klar sein, daß es nicht nur gilt, seine studentischen Dinge m neue Bahnen zu lenken, sondern daß der ganzen Universität grundsätzliche Umgestaltung ihres Wesens und der Arbeitsweise nottut. Professor K r i e ck ist einer der wenigen, die in diesem Sinne schon seit langem und auf weite Sicht gewirkt haben; der Führer der «arter Studentenschaft steht mit ihm auf glei- inie zur Erkämpfung dieses nationalsozialistischen Zieles. 5o wie es Adolf Hitler einmal ausführte, müssen wir alle bestrebt sein: „Unsere Universitäten, die heute vielfach nur Fachschulen und reine Gelehrtenstuben sind, müssen wieder zurückgeführt werden zur Universitas". Gemeinsam also müssen Studenten und Dozenten diesem vom Führer gezeigten Ziele zustreben. Die Erweiterungsmöglichkeiten der heutigen Kameradschaftshäuser zeigen sich auf, und ich spreche das offen aus, daß ihre Fortentwicklung aus der gegenwärtigen unzulänglichen Lage erfolgen muß zu einer umfassenden. Ich kenne die Regierung gut genug, um zu wissen, daß sie diese Entwicklung offen hält. Wir aber wollen hier beginnen, Charaktere zu erziehen; dazu gehört Kameradschaft bis zum Aeußersten. . So sei dieses Haus em Grundstein für den zu erstrebenden fundamentalen Umbau der* Universität, der mit nationalsozialistischem Gestaltungswillen errichtet werden soll. hier lebe Nationalsozialismus der Tal, der an der Auslese der Hochschule, aber auch im Volke wirken mutz. So weihe ich dieses Haus auf den Namen „Langemarck", den Namen der Kameradschaft bis in den Tod, ich weihe es dem Nationalsozialismus. Alle, die hierher kommen, müssen Soldaten Adolf Hitlers werden und sein wollen. Dank an den Gauleiter. Der nationalsozialistische Studentenführer SS.- Sturrnsührer Müller dankte dem Gauleiter für seine tatkräftige Unterstützung und zielweisende Mitarbeit am Leben der studentischen Jugend. Rektor Professor Krieck richtete eine Ansprache an die Studentenschaft, in der er besonders heroorhob, daß mit der Revolution auch eine neue Entwicklung des Erziehungslebens unseres Volkes begonnen habe. Nach einer Besichtigung des Hauses nahmen Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Staatsrat Oberbürgermeister Dr. Krebs zusammen mit dem Rektor der Universität am gemeinsamen Mittagstisch der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität teil. Aus der provinzialhaupistadi. Sauermilch für Kinder. Von Or. med. Gottfried Fischer. Die moderne Ernährungswissenschaft hat immer neue Gebiete und neue Aufschlußmöglichkeiten der verschiedensten Nahrungsmittel erschlossen. Vor allem ist es ihr zu danken, daß sie nachgewiesen hat, .wie einzelne Speisen und Getränke ganz unberechtigt stiefmütterlich behandelt worden sind. Eine Sonderstellung in dieser Hinsicht nimmt die Sauermilch ein. Sie wurde zuerst von einem holländischen Arzt als Buttermilch in die Kinderernährung eingeführt. Die Buttermilch ist bekanntlich eine saure Milch, die bei der Buttergewinnung übrig bleibt und deshalb nur über den geringen Fettgehalt von 0,5 o. H. verfügt. An Stelle der natürlichen Säuerung durch die Milchsäurebakterien ist neuerdings im Laufe der Jahre ganz allgemein die künstliche getreten. Die Herstellungsarten sind mannigfach. Milchsäure, Zitronensäure, aber auch frischer Zitronensaft finden zu diesem Zweck Derwenduna. Aus welchen medizinischen Gründen heraus ist solche Sauermilch nun eigentlich mitunter frischer, süßer Kuhmilch vorzuziehen? Die natürliche noch immer unerreichbare Frauenmilch hat den ungeheuren Vorzug, im Magen äußerst feine Flocken zu bilden, ganz im Gegensatz zur gewöhnlichen Kuhmilch, die grobe Gerinnung zeigt. Erstaunlicherweise kommt in dieser Beziehung die Sauermilch der idealen Frauenmilch äußerst nahe. Auch sie zeichnet sich durch eine Feinslockigkeit aus, und entzieht daher dem Magen nur geringe Spuren Magensäure. Diese Magensäure kann also in Reserve gehalten werden und ihren sonstigen Aufgaben ungehindert dienen. Diese Aufgaben bestehen hauptsächlich in einer erheblichen Derdauungsförderung und in einer Abtötung etwaiger schädlicher Bakterien im Magen-Darmkanal. Die Sauermilch ist im Haushalt leicht herzustellen. Frische Kuhmilch wird kurz mit Mehl aufgekocht, in der heißen Mehlmilchmischung wird etwas Zucker aufgelöst und nach der Abkühlung auf Zimmerwärme die gewünschte Säure ganz langsam unter ständigem Rühren zugefügt. Je nach Wunsch erhalten wir so eine schmackhafte Milchsäurevollmilch oder Zitronensäureoollmilch. Es ist übrigens ganz abwegig, eine gute Milch- forte, die etwas sauer geworden ist, einfach als unbrauchbar für die menschliche Ernährung zu betrachten und wegzuschütten. Alan kann sie nämlich abkochen, 10 Gramm Mehl und 25 Gramm Zucker pro halben Liter müssen vor dem Kochen hinzu- gefügt werden. Auf diese Weise entsteht wieder ein vollwertiges Nahrungsmittel. Ordnung und Disziplin. Das Staatspresseamt teilt mit: Es ist wiederholt in der Presse darauf hingewiesen worden, daß die Sprechstunden des Hessischen Staatsministeriums nur Samstays von 8 bis 13 Uhr stattfinden. Trotz dieser Hinweise überlaufen zahlreiche Volksgenossen tagtäglich das Staatsministerium, um ihre Wünsche vorzubringen. Müssen sie dann lange Zeit warten, bis sie zur Vorsprache kommen, dann gibt es oft Mißstimmung; aber diese Volksgenossen vergessen ganz, daß sie durch ihr unangemeldetes Vorsprechen den geordneten Dienstbetrieb gefährden. „Ordnung und Disziplin", dies sollen auch die Besucher des Staatsministeriums wahren. Wer auf dem Staatsministerium vorsprechen will, der komme an dem obengenannten Sprechtag; falls ihm dies nicht möglich ist, melde er sich vorher schriftlich an, damit ihm Bescheid zugeht, wann er zur Vorsprache kommen kann. Es ist Anweisung gegeben worden, daß, abgesehen von dem Sprechtag Samstags von 8 bis 13 Uhr, Besucher an den anderen Wochen-1 tagen nur vorgelassen werden können, wenn sie eine schriftliche Aufforderung zur Lorsprache vor«! zeigen. Deshalb sind hiermit nochmals alle Volksgenossen, die auf dem Staatsministerium vorsprechen wollen, aufgefordert, auch hierin Ordnung und Disziplin zu halten. Oie Ausführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Der Hessische Staatsminster Jung hat unter dem 18. Januar folgende Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses erlassen: Auf Grund des § 11, Abs. 1 des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 (RGBl. I, S. 529) wird verordnet: Zur Ausführung des chirurgischen Eingriffs zur Unfruchtbarmachung von Frauen auf Grund des Gesetzes find bis auf weiteres lediglich die Universitätsfrauenkliniken in Gießen und die Hebammenlehranstalt und Frauenklinik in Mainz berechtigt. Für die Ausführung des chiruvgischen Eingriffs bei Männern werden die Städtischen Krankenhäuser in Darmstadt, Offenbach, Mainz und Worms und trie chirurgische Universitätsklinik in Gießen bestimmt. Die Operation darf in den vorgenannten Anstalten nur von den Direktoren der Kliniken bzw. von den Chefärzten der chirurgischen Abteilungen ausgeführt werden, in deren Verhinderung von den Oberärzten der betreffenden Kliniken und chirurgischen Abteilungen. Ortsgruppe Gießen Süd. Zu der am Sonntag, 21. Januar, stattfindenden Straßen sammlung haben sämtliche Amtswalter der PO. und der NSV., 9 Uhr, in der Chirurgischen Klinik (Frühstücksstube der Studenten) pünktlich zu erscheinen. gez.: Schwarz, Ortsgruppenleiter. Deutsches Jungvolk. Stamm I Welfen. In der nächsten Zeit finden folgende Appelle statt: Samstag, 20. Januar: Pionierjungzug. Antreten 15 Uhr (Stammesgeschäftsstelle). Montag, 22. Januar: Fähnlein Allemannen. Antreten 16.30 Uhr (Wiosecker Schule). Mittwoch, 24. Januar: Jungzüge 1/116/1/2/1 und 2. Antreten 15.30 Uhr (Heuchelheimer Schule). Heil Hiller! Der Führer des Stammes I Welfen. (m. d. F. b.) Gez.: Hans Ebe. Filmvorführung nur durch Mitglieder der Filmkammer. Die Polizeidirektion Gießen teilt fol- gendes mit: Es liegt Veranlassung vor, auf die Verordnung über die Errichtung einer vorläufigen Filmkammer vom 22. Juli 1933, Reichsgesetzblatt Teil I, Nr. 86 vom 25. Juli v. I., hinzuweisen. Dor Erlaß dieser Verordnung war es jeder Organisation, Verein oder sonstigen Personen gestattet, von der zuständigen Behörde zugelassene Filme unter Beobachtung der von den Polizeibehörden im Interesse der Sicherheit erlassenen Bedingungen laufen zu lassen. Diese lockere Bestimmung ist durch obige Verordnung fallen gelassen und bestimmt worden, daß jede Organisation, Verein oder jede Person, >bie sich auf irgend einem ©ebiete des Filmwesens betätigen und insbesondere Fstme vorführen wollen, Mitglied der Filmkammer sein müssen. Dies trifft auch zu für die auf dem ©ebiete des Volksbildungswesens und des Sports sich betätigenden Organisationen, sowie auch auf Schulen, die etwa öffentliche Aufführungen auf Elternabenden und dergleichen veranstalten. Im Interesse aller bieder Stellen und Personen [liegt es, sich sofort als Mitglied der Fttmkammer, die ihren Sitz in Berlin hat, anzumelden. Wer nicht die Mitgliedschaft der Filmkammer nachzuweisen vermag, kann künftighin nicht mehr auf Genehmigung zur Vorführung von Filmen rechnen. Das rote Blinklicht an Bahnübergängen beachten! Die Roichsbahndirektton Mainz hat neuerdings stellenweise an Bahnübergängen, die nicht mit Schranken versehen sind, Warnlichtanlagen anbringen lassen, die beim Herannahen eines Zuges rechtzeitig in Tätigkeit treten und durch ein rotes Blinklicht den gesamten Straßenverkehr sperren sollen. Es wurde beobachtet, daß Kraftfahrer die Warnlichtanlagen nicht genügend beachten und derart gesicherte Bahnübergänge noch überqueren, obwohl das Warnzeichen die unmittelbar bevorstehende Annäherung eines Zuges bereits ankündigt. Ein derartiges Verhalten verstößt aber nicht nur gegen Paragraph 79 (4) der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung, sowie Paragraph 18 der Kraftfahrzeugverordnung, sondern muß auch, ganz abgesehen von der mit einer solchen groben Fahrlässigkeit verbundenen Gefahr, in bedenklichster Weise dazu beitragen, die Disziplin des öffentlichen Straßenverkehrs zu untergraben. Es ist von größter Bedeutung, daß sich die Kraftwagenführer an diese neuzeitliche Sicherungseinrichtung für Bahnübergänge gewöhnen, und beim Erscheinen des roten Blinklichtes das Sperrzeichen unbedingt beachten. Um den Wert dieser Einrichtung nicht in Frage zu stellen, muß mit allen Mitteln dahin gewirkt werden, daß sämtliche Wegebenutzer das rote Haltezeichen der Warnlichtanlagen beachten. Das Hessische Staatsministerium hat daher die Polizeibeamten angewiesen, gegen alle Personen, die hiergegen verstoßen, und dadurch sich und andere in Lebensgefahr bringen, unnachsichtlich Strafanzeige zu erstatten. BDA.-Opfertag für die Winterhilfe. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die unterstellten Behörden folgende Verfügung gerichtet: Im Rahmen des Winterhilfswerks und im Auf- trag des Winterhilfswerks-Reichsführers führt der Dolksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) in Abänderung der bereits bekanntgegebenen Termine am 2 6. Januar und 23. Februar 1934 einen „VDA.-Opfertag für die Winterhilfe" durch. Im Nachgang zu unserer Verfügung vom 23. De- zember 1933 zu Nr. I. 5730 empfehlen wir Ihnen, auch über die Befreiung der sammelnden Schüler hinaus die Durchführung des Opfertages in jeder Weife zu fördern, insbesondere an den Orten, an denen Gruppen des VDA. nicht bestehen. Der Landesverband Hessen wird vor allem an die Kreisschulämter Ausführungsbestimmungen zu dem Opfertag für die einzelnen Schulen Ihres Bezirkes übersenden, die Sie tunlichst sofort guf termingemäßen Durchführung an die Schulleiter weitergeben wollen. Ringshausen. XSornoti&en. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Alle gegen Einen — Einer für Alle". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarzwaldmädel". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der König der Arena" und „Das flammende Schwert". — Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP.: 20.15 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus, Zelle 6 und 7, Zellenabend. — Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr, Horsaal des Geologischen Instituts, Zelle 4 und 7, Zellenabend. — Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld, Zelle 4, Zellenversammlung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend zum ersten Mal das Schauspiel „Alle gegen Einen — Einer für alle" von Friedrich Forster-Burggraf. Spielleitung: Intendant Hanns König. Dieses Werk, das bereits von über 60 Bühnen zur Aufführung erworben wurde, erlebte am 9. November 1933 in München seine Uraufführung. Es konnte für das deutsche Theater schwerlich eine größere Ehrung denkbar sein, um die Toten der nationalsozialistischen Revolution am 6. November ergreifender zu ehren, als durch die Uraufführung dieses neuen Lühnenwerkes von Forster. — Die Deutsche Bühne machte in unserem gestrigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die zweite Januaroorstellung für die Samstags-Mit- wieder am Montag, 29. Januar, ftattsindet. — Der Hessische Jagdklub, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet heute abend einen Vortrag von stua. torest Hesse über „Der zahme Fuchs als Schweißhund". (Siehe gestrige Anzeige.) ** Opfersinn des Po st Personals. Im Monat Dezember 1933 smd vom Personal des Oderpostdirettlonsbezirks Darmstadt lu 200 Mk. für die Winterhilfe und rund 6000 Mark zur Förde- rung der nationalen Arbeit gespendet worden. Daneben hat der größte Teil des Personals noch lausend zu der örtlichen Volkswohlsahrt Spenden überwiesen. v . ** Vortrag im NS.-Lehrerbund Öie» ßen-Stadt. Am Mittwoch der nächsten Woche hält der NS.-Lehrerbund Gießen-Stadl eine Versammlung ab, in der Professor Dr. L a u t e n s a ch über das Thema „Geopolitische und wehrpoutyche Eindrücke auf einer Reise durch Ostasien" sprechen wird. ** VHC. Gießen. Die erste Wanderung im neuen Wanderjahr, an der sich 57 Personen beteiligten, führte am vorigen Sonntag über Klein-Linden, teilweise dem gelben Punkt entlang, nach Allendorf a.d.Lahn, wo Mittagsrast gehalten wurde. Da die Feldwege nur schlecht gangbar waren, wurde der Weg auf der Landstraße über Dutenhofen gewählt. Allmählich steigt die schöne, breite Straße, die nach Wetzlar führt, an. Auf der Anhöhe treffen die gelben Punkte, die von Klein-Linden über Munchholz- Hausen gehen, wieder auf die Straße. Kurz vor Wetzlar führt ein gut gangbarer Feldweg links an dem Bismarckturm vorbei nach Garbenheim. Diesen benutzten die Wanderer. Auf der Höhe vor Gar- benheim bot sich eine schöne Aussicht auf Garbenheim, Wetzlar und die Lahn, die durch das flache Wiesental mehrfach gewunden dahinfließt. Da die Wanderer schon um 3 Uhr nach Garbenheim tarnen, wurde hier mehrere Stunden eingekehrt. Bei Gesang, unterhaltenden Mundart- und Klavieroor- trägen ging die Zeit schnell vorbei. Nach einem kürzeren Marsch von Garbenheim nach Wetzlar erfolgte von dort die Rückreife. ** D i e Ortsgruppe Gießenim Reichs» verbände der Gehörlosen Deutschlands e. V. (Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt) hielt — so schreibt man uns — am Sonntag ihre gut besuchte Monatsversammlung ab. Der mit der Führung der Ortsgruppe beauftragte SA.-Mann B e ck 12/116 machte die Mitglieder mit den neuen Satzungen und Bestimmungen des Reichsoerbandes bekannt und hob die Vorteile der neuen Bestimmungen gegen die alten Satzungen hervor. Dann gab er die neuen Beitragssätze und die Höhe der Unterstützungen bekannt. Am 1. Februar wird die Aufnahmesperke in den Reichsverband aufgehoben. Danach können die in der Umgegend und im Kreise Gießen lebenden Gehörlosen sich zur Ausnahme melden. Der Reichsverband der Gehörlosen Deutschlands e. V. ist die einzige staatlich anerkannte Ge- Hörlosen-Organisation Deutschlands. Sodann erklärte der Ortsgruppenleiter noch kurz das Gesetz gegen Erbkrankheiten und hob hervor, daß dieses Gesetz in weiten Teilen der Bevölkerung die Meinung aufkommen ließ, als ob die Gehörlosen von nun ab nicht mehr heiraten dürsten. Dies sei ein großer Irrtum, denn an und für sich gehöre die Taubheit nicht zu den eigentlichen Erbkrankheiten im Sinne des Gesetzes. An Hand von praktischen Beispielen konnte nachgewiesen werden, daß der überwiegende Teil der Gehörlosen hörende, also normal gesunde Eltern habe und also den Gehörlosen der Weg zur Ehe nicht versperrt fei. Zum Schluß wurde noch Schreinermeister Philipp Rühl anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrenmitglied ernannt. Der Bezirksleiter G u ck e s - Wetzlar stimmte dieser Ernennung zu. Die Reichsgmn-lmgsfeier der LandesumverW Zum ersten Male im neuen Reich beging gestern mittag die Hessische Landesuniversität in althergebrachter Weise die Reichsgrünüungs- feier. Nachdem der Akademische Lehrkörper unter den Klängen eines Orgelvorspiels in die mit Grün geschmückte und durch die Faynen der Korporattonen wirkungsvoll belebte Aula eingezogen war, und nach einem vom Akademischen Chor unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Professor Dr. T e - mesvary klangvoll zum Dortrag gebrachten Chorgssang „Frisch auf in Gottes Nomen, du werte deutsche Nation" ergriff (Seine Magnifizenz der Rektor, Professor Or. Bornkamm das Wort zu einer Ansprache, in der er folgendes ausführte: Es entfpricht einer besonderen Anordnung unseres Führers Adolf Hitler, wenn die deutschen Universitäten auch in diesem Jahre neuen politischen Geschehens und neuer nationaler Feiertage den Tag der Reichsgründung wieder festlich begehen. Wir sind dem Führer dankbar dafür, denn wir würden den Tag, an dem wir feit dem Ende des Krieges unsere vaterländische Sehnsucht zusammengetragen und den wir all die Jahre der Schmach und des Niedergangs hindurch nicht losgelassen haben, nur schwer missen. Er gehört gerade heute zu uns, wo wir oft ausgesprochene Hoffnungen erfüllt sehen. Wir sind ein durch einen großen Mann geeintes Volk geworden. Die Ehre Deutschlands ist wieder unser aller Ehre. Wir haben gegen eine Welt von Feinden endlich wieder die Stimme der Wehrhaftigkeit und des Rechts auf Leben erhoben. Das Erbe der Väter, die Einheit des Reiches, die uns auch in den fürchterlichsten Drangsalen erhalten blieb, wächst immer tiefer in die Herzensgründe der Deutschen hinab und wird unterfangen von einem ©efühl der Kameradschaft und Schicksalsgemeinschaft auf Tod und Leben, das uns allzu lange versagt blieb. Unser Volk ist in der Heimkehr zu sich selbst begriffen. In einem solchen Augenblick, in dem uns die ganze Verantwortung eines neuen Beginns auf die Schultern gelegt wird, ergreift uns die Verbundenheit mit dem Werk der Väter mit neuer Macht. Was um das Reich gelitten und gekämpft worden ist, geht als Kraft und Feuer in unseren Kamps ein. Aber in dieser gemeinsamen Leidenschaft für das Reich sehen wir doch zugleich das Werk unserer Väter gerechter und ehrlicher als bisher. Wir haben wohl alle in den letzten Jahren die Reichsgründung nicht ohne eine gewisse Beklemmung feiern rönnen. Wir feierten nur den herrlichen Beginn, aber wir wagten nicht einzugestehen, daß er schon die Todeskeime heimlich in sich trug. Die Dolkskraft und vor allem die geistige Gesundheit des Volkes hielt nicht lange genug vor, um den mächtigen Bau mit dem inneren Leben zu erfüllen, dessen er bedurfte. Das Zweite Reich liegt schon so weit übersehbar vor uns, daß wir ehrlich auch bas schwere Erbe nennen können, das es uns hinterlassen hat: die ungelöste Arbeiterfrage, das Schicksalsproblem des deutschen Volkes und ein in Weltansichten, Systeme, freie Individualitäten zerspaltenes Volkstum; eine übermäßig ausgewucherts Wirtschaft und ein zu sich selbst unsicher gewordenes Staatsempfinden; erloschene völkische Urinstinkte und eine Bereitschaft, in die Ferne zu schweifen und sich dort Rat und Ziel zu holen. Das alles war dem neuen Reich schon in die Wiege gelegt, als unabwendbarer Keim des Zusammenbruchs. So herrlich und maßvoll das Gebäude erschien, es war von Anbeginn an unterwühlt. Beides lag von Anfang an ineinander: großes geschichtliches Werden und eine Todzerfallenheit, die im geistigen Leben und in -der völkischen Spaltung schon erschütternd früh nach der Reichsgründung zutage trat. Beides muß man mit ganzer Bereitschaft sehen, will man nicht den geschichtlichen Augenblick, den Uebergang des Zweiten zum Dritten Reich, in dem wir stehen, versäumen. Darum ist die Feier der Reichsgründung zugleich dankbare Erhebung wie entschlossene Buße. In aller Große des vaterländischen Wollens, im Glanze siegreicher Waffen, unter der Führung der großen deutschen Staatsmänner und Heerführer war das Zweite Reich doch [eit Anbeginn von der Tragik umwittert, daß ihm Der tiefste, nicht faulende Bohlenrost eines feinem Schöpfungsgesetz lebenden Volkstums fehlte. Eine romantische Verklärung des Väterreichs wäre ebenso verantwortungslos wie eine Flittervergoldung der Eingangspforten des Dritten Reiches, durch die wir jetzt schreiten. Wir bedürfen vielmehr unbestechlicher Erkenntnis aus der Geschichte, um wach und rauschlos das Werk, das unserem Geschlecht aufgetragen ist, zu beginnen. Wir können die Väter, die das Zweite Reich schufen, nicht übertreffen an Leidenschaft der Hingabe für das Vaterland. Wir werden ihr Werk auf lange hinaus an Macht und Ansehen in der Welt nicht erreichen können. Wir können nur versuchen, die Deiche, mit denen wir dem Meer der zerstörenden Gewalten Land für uns und unsere Kinder abringen müssen, stärker zu befestigen. Wir müssen bis zu den Grundgesetzen alles dauerhaften politischen Lebens hinabstoßen. Der Staat steht heute wieder vor uns mit der fordernden Gewalt, die ihn erst zum Staat macht. Wir müssen sie wieder ernst nehmen lernen, ungeachtet aller persönlichen Opfer, die dadurch von uns verlangt werden. Denn wir verdanken ihm unsere ganze Existenz. Ausartung der Rasse. Oberheffen Zu zu BeiV/undseih^nat^^^e 00 abend N. Mücke, 18. Jan. Gestern ereignete sich am Bahnübergang M ü ck e—R u p p e r t e n r o d ein U n f a l l. Ein L a st k r a f t w a g e n fuhr gegen den zur gleichen Zeit den Uebergang passierenden ~ g. Glücklicherweise kamen Menschenleben nicht Schaden. Nach kurzem Aufenthalt konnten die Eisenbahn, wie auch der Lastkraftwagen die Fahrt Landkreis Gietzen. Klein-Linden, 18. Jan. Am Dienstag 300 Mk. aus Opfern und Kollekten und 3200 Mk. aus Kirchensteuern. Infolge der Schuldenabtragungen in den letzten Jahren wurden die Steuern von Jahr zu Jahr gesenkt, sie betrugen noch in 1931: 5076 Mk., in 1932: 4300 Mk., in 1933: 3600 Mk. Die Schulden betragen heute nur noch 100 Mk., deren Abtrag in 1934 vorgesehen ist. Es ist infolgedessen mit einer weiteren Herabsetzung des Steuersatzes, der in 1933 noch neun v. H. betragen hatte, zu rechnen. Die Gesamtsumme der Einnahmen beträgt 6109,25 Mk. Bei den Ausgaben erscheinen als bemerkenswerte größere Posten 190 Mk. für Heizung und Beleuchtung der Kirchs, 1000 Mk. als Zuschuß an die Landeskirchenkasse, 442 Mk. für Kosten (Porto, Steuererhebung und dergleichen), 120 Mk. für Unterstützung von Armen und Kranken und sonstige Notstände, 15 Mk. für Männerarbeit des evangelischen Männerwerkes, 300 Mk. als Betriebskapital und 250 Mk. als Reservefonds. Bei den außerordentlichen Ausgaben erscheinen 100 Mk. als Schuldenabtrag und 1604,37 Mk. als auszuleihende Kapitalien. Die Summe aller Ausgaben beträgt 6109,25. Nach Klärung einiger Fragen wurde der Voranschlag genehmigt. Auf Wunsch aus der Vertretung berichtete der Vorsitzende noch über den gegenwärtigen Stand der P f a r r - Hausbauten. Daraus war zu entnehmen, daß sich die bürgerliche Gemeindevertretung bereit erklärt hat, nach vorheriger Klärung einiger Fragen eine Bürgschaft von 15 000 Mk. zu übernehmen Die Platzfrage ist ebenfalls noch nicht gelöst. Doch ist zu erwarten, daß sich die Gemeindevertretung der bürgerlichen Gemeinde in nächster Zeit nochmals mit der Angelegenheit befassen wird. X Wieseck, 18. Jan. In den hiesigen Standesamtsregistern wurden im letzten Jahre verzeichnet: 34 Geburten, 41 Eheschließungen und 21 Todesfälle. Nach den Kirchenbüchern wurden im Jahre 1933 hier getauft: 31 Kinder-, dazu in Gießen 15. Kirchliche Trauungen erfolgten 40; dazu wurden von Nachbarpsarreien noch vier gemeldet. Kirchliche Bestattungen wurden 30 vorge- nommen, dabei eine Feuerbestattung in Gießen. In Gießener Krankenanstalten starben neun Gemeindemitglieder; konfirmiert wurden 49 Kinder Am heiligen Abendmahl nahmen 893 Personen teil Oer Angriff gegen Hunger und Kälte geht weiter, opfert am 21. Januar für das Winterhilfswerk! gegen 702 in 1932. <£ Großen-Buseck, 18. Jan. Gestern wurde in unserer Kirche ein sehr schöner Missions- film: „Andrea, der Sohn des Zauberers" gezeigt. Der Film spielt in der ehemaligen deutschen Kolonie Ostafrika, gab einen lebendigen Eindruck von der landschaftlichen Schönheit und dem wirtschaftlichen Reichtum unserer einstigen Kolonie, von der zu hoffen steht, daß sie bald wieder in deutsche Verwaltung kommen möge. Weiter ließ der Film in die Dunkelheit heidnischen Aberglaubens und erschütternder Unsitten (Kindesaussetzung u. a.) hinein- schauen und bot ein anschauliches Bild von der gesegneten Tätigkeit der deutschen evangelischen Mission in Missionskirche, Schule und Hospital. Missionar Weißer von der Basler Mission erläuterte in sachkundiger Art den schönen Film. Der Besuch der Veranstaltung, die am gleichen Tag auch in Dp p en r ob stattfand, war recht befriedigend. ? Reiskirchen, 18. Jan. Gestern abend hielt der hiesige Turnverein in seinem Vereinslokal Gundrum seine Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende Müller erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein im Jahr der nationalen Erhebung eine besondere Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen hatte. Der Turnstundenbesuch, gerade von jüngeren Turnern, habe zugenommen. Eine Frauenriege sei ms Leben gerufen worden, und die Anzahl der Schülerturner habe sich erhöht. Das Jahr 1933 sei von besonderer Bedeutung noch deshalb, weil die Bannerweihe und das 25. Stiftungsfest, verbunden mit dem Kreis- turnfest (der letzten Veranstaltung des alten Lahn- Dünsberg-Gaues der ADT.), begangen werden konnten. Aus dem Bericht des zweiten Turnwarts ergab sich daß der Verein auf allen Veranstaltungen des Jahres 1933 gut abgeschnitten hat. Es konnten einige erste Preise von hiesigen Turnern errungen werden. Die Kassenprufung ergab keiner- lei Beanstandung. Dem Kassenwart wurde Entlastung zuteil. Vier Mitglieder, die dem Verein feit 25 Jahren angehören, sollen durch eine Ehrennadel werden. Im weiteren Verlaufe der N°ls. N°nal? ' °7- °° 1,1 Speni>n “ni> ®iij | '«ch 11 «ne i °>“enfa4 ^rpoiün», *run9 in ' ’unben, teil: ,d) SUIenbori «»-. Da bi, >. wurde bei “p gewähr. Qje< die nai Mn die fiel- r Münchhoh, 'e- Kurz doi weg links an enheim. Sie. ohe vor Tai. auf Garben, ch das flach liefet. Da bii rbenheim fa. ngekehrt. Aki d Klaviervoi. ch einem für. ietzlar erfolgte imReich;. Deutsch, alkswohlfahrtj Sonntag ihre Der mit der e SA.-Mann lit den neuen üchsverbandtt leuen Lestini- hervor. Dann die Höhe der ruar wird die d aufgehoben, und im Kreise lufnahm melden Deutsch nerkannte Ge- Sodann ei' irz das Testz or, daß diese! -ung die Mei. etjöriofen vor Dies fei eii f) (jetyäu V txbtxan feiten on prcksch-'/k :ben, M der hörende, H so den Wv perrt sei. N Philipp Ruhl um Ehremnil' ickes-MM Warum vraukyt NeuWianv miomen? Werbekundgebung der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung. Ätz die Versammlung. (D Geilshausen, 18. Jan. Im Saale der Wirtschaft Hofmann fand heute die erste H o l z v e r- teigerung aus den Rabenauschen Waldungen tatt. Es wurden verhältnismäßig niedrige Preise erzielt. Es kosteten vier Raummeter Buchenscheit, holz 24 bis 25 Mark, vier Raummeter Buchenknüv- pel 18 bis 19 Mark, vier Raummeter Eichenholz 18 Mark. * Londorf, 19. Jan. Die 83jährige Witwe Karoline Stern von hier stürzte dieser Tage so unglücklich, daß sie einen Oberschenkelbruch erlitt und in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. tötete Alsfeld. 2. um Raum zu schaffen für das deutsaie Volk (Aufnahme des Bevölkerungsüberschufses); 3. zur Ausartung des deutschen Volkes. Die wirtschaftlichen Notwendigkeiten seien ohne weiteres verständlich. Der erste Grund zur Forderung des Kolonialbesitzes spiele allerdings nicht die erste Rolle, wenngleich der Boden des Mutterlandes nicht alles hergebe, was das deutsche Volk brauche. Deutschland bedürfe einer gewissen Zufuhr, insbesondere der Rohstoffzufuhr für die Industrie. Deutschland sei an Mineralien nur nut Kohle, Magnesium und Kali reichlich versehen. Als Austauschmittel könne man die wertvollen Me^lle, Diamanten, Gold, Platin, Vanadium, Zinn, Mangan usw. aus den Kolonien gut gebrauchen. Das Kupfer aus den Otavi - Minen fei für Deutschland von größter Wichtigkeit. Kreis Büdingen. * Borsdorf, 17. Jan. Gestern fand hier die erste große Brennholzversteigerung des Forstamts Nidda aus der Försterei Glaubzahl, dem großen Harbwald, statt, wobei über 900 Raummeter Scheiter und Knüppel, sowie etwa 770 Raummeter Reisig verschiedener Art und Stöcke ausgeboten wurden. Trotz der bedeutenden Menge Holzes waren die Preise hoch, weil sich viele Steigerer aus der eigentlichen Wetterau bis von Reichelsheim eingefunden hatten. Während bei den kürzlich in hiesiger Gegend abgehaltenen Brennholzversteigerungen des Forstamts Eichelsdorf der Preis für ein Raummeter Scheiter 1. Klasse durchschnittlich 7 Mark, des Forst- amts Konradsdorf 6,50 Mark und aus dem Graf Solms-Rödelheimschen Waldungen in Einartshausen nur 5,50 Mark betrug, kam hier ein Raummeter Buchen-Scheiter durchschnittlich auf 8 Mark, ein Raummeter Knüppel auf 6, 1 Raummeter Stocke auf 5, 1 Raummeter Knüppelreisig aus 1,50 und ein Raummeter gewöhnliches Reisig auf 0,80 Mark. Ein gehässiger Priester. LPD. Darmstadt, 18. Jan. Das Staats- Presseamt teilt mit: Dor dem S o n d e r g e - richt in Darmstadt stand heute Dekan H e i n • stadt von Lorsch, der aus der Kampfzeit als erbitterter Gegner des Nationalsozialismus bekannt ist. Auch nach der Machtübernahme durch die NSDAP, versuchte er, wenn auch nicht in der offenen und brutalen Form wie früher, seinen Mißmut gegen die NSDAP, auszulassen. So hat er u. a. im Monat April eine sogenannte Agnes- Schar und ein „Fähnlein der Getreuen" gegründet, selbstverständlich lediglich, um zu verhindern, daß die katholische Jugend sich in der Hiller-Jugend ober beim Jungvolk betätigt, ba, roie er sich oer- schiebentlich ausgebrüdt hat, beten Führer ein Protestant sei. Die Protestanten scheinen es ihm überhaupt angetan zu haben. So mußte er u. a. in ber Derhanblung zugeben, baß er einem Kriegs- befähigten gegenüber, ber eine protestantische Frau heiraten wollte, äußerte: „Sie wären auch besiet auf bem Selbe ber Ehre gefallen, als eine Protestantin zu heiraten". Bezüglich ber Mutter des ermordeten SA.-Kameraben Erich Jost glaubte er Kaum könne man bie auf ber jetzigen japanifdjen Insel Nauru befinblichen Phosphorlager (Phosphat als Düngemittel) entbehren. Ferner müsse man an bie k o l o n i a 1 -1 a n b - mirtfdjaftiidjen Suter denken: Ftt- und Dele aus den Kolonien konnten das deutsche Jn- lantiauftommen ergänzen. Die Kokos- die Oetpatme unb bie Erbnuhpflanze seien weit fettreicher als bie Fettpflanzen unserer Breiten. Kaffee Kakao, Tee Tabak als Einfuhrware feien faum entbehrlich. Aus ben Kolonien könnten, wenn sie beutsch waren, alle biese Güter, auch Sübfrüchte, mit weit weniger Bebenken eingeführt werben, als ""ter ben gegenwärtigen Verhältnissen. Erne große Rolle spielten ferner bie Faserstoffe (Ssial, Baumwolle), außerdem auch Kautschuk. Von N-rflchen> Produ, t-n sei besonders die Wolle, die noch durch keinen anderen Stoss ersetzt werden könne erwähnens, wert. Die Schaszucht Dürfe in DeutMand nicht zu weit ausgebaut werden, weil der Boden wertvol ler ausgenützt werben könnte. Die Zufuhr sei nur eine Seite des wirtschaftlichen Problems. Kolonien seien auch Ab- aßqebiete für das Mutterland unb seine industriellen Erzeugnisse. Der Warenaustausch könne sich in eigenen Kolonien reibungslos vollziehen. Ein fmuptarunb für die Wiedererlangung der Kolonien fei der Gedanke der Siedlung Zwar gebe es im Inland noch Siedlungsmoglich,eiten (Deutscher Osten, Meliorationen),,die erst ausgenutzt werden mühten. Die koloniale Siedlung müsse aber für die fernere Zukunft im Auge behalten werden. Zu berücksichtigen fei, daß Afrika für den deutschen Bevolkerungsüberschuh nicht etwa unbe chrankt aufnahmefähig fei. Die rem tropischen Sebiete ka° men für ben Europäer kaum in Frage. Die ge geben! Form ber Siedlung U* N» die nach Oer Eiszeit vom Eise frei roerbenben Ge» biete) stark geworben ammte, so sehe ich, wie im Schmelztiegel unserer butschen Revolution bie ibeenmäßige Begrunbung leer Mebizin sich neu herauskristallisiert. Zu allen Seiten beherrscht bas Denken bes Arztes bie Theo- r:e bie er von krankhaften Vorgängen sich bildet, k's kann nur erstrebt werben, baß ber Arzt für i l> ine Urteilsgestaltung möglichst vollkommen gebil- |get unb mit besten Kenntnissen in allen Erfahrungs- Wissenschaften ausgerüstet sei. Eine geschichtliche Betrachtung unb Bewertung zeigt, wie fest manche Anschauung Bestaub hatte, unb gibt auch Kunbe :ion ben Irrwegen. Wenn heute in Erkenntnis man- yer Mängel eine Zurückwenbung zur zusammen- nffenben Betrachtungsweise, eine Beseelung unb ine neue, zweckhaft gerichtete Bewertung ber Nat"r Gestern abend fanb im Saale bes Cafe Leib im Nahmen ber kolonialen Werbewoche burch bte 23 e r » i inigung für koloniale Wieb er gewm- ■lunq eine Kunbgebung für ben Kolonialgebanken ttatt. Die koloniale Werbewoche solle, wie ber Ver- i innssührer Tetzner ausführte, bie Bevölkerung i •on ber ernsten Art ber Arbeit in ber Bereinigung । Überzeugen. Abolf Hitler habe einmal einem Ver- ureter bes „Sunbay Expreß" gegenüber geäußert, l „Deutschlanb benötigt eine Menge Rohstoffe; wir i,rauchen beshalb Kolonien wie jebe anbere Macht! Der Punkt 3 bes nationalsozialistischen Programms «he ebenfalls bie Wiebergewinnung bes Kolonialbesitzes vor. Es gelte, alle Kraft für biefes Ziel em» mfetzen. Sobann sprach ber Kanzler ber Universität Gießen prosesior Or. Hummel Seinen Ausführungen sei folgenbes entnommen: Heute jähre sich zum 63. Male ber Tag ber Reichs- iarünbung. Vor 50 Jahren habe Bismarck bas Kolo- malreid) ausgerichtet. 30 Jahre lang flatterte die »eutsche Flagge über weiten Flachen Afrikas. 1918 seien uns bie Kolonien genommen worben unter !iem fabenfcheinigen Vorwanb, Deutschlanb mih- -srauche seine Kolonien, es sei zur Kolonisation nicht 1 iähig. Das Dritte Reich sei vorläufig noch em Älcin= neuliches Reich — ohne Kolonialbesitz. Erstrebt werbe bas Großbeutsche Reich (Vereinigung mit ben österreichischen Brübern) mit bem Fernziel bes Ko- onialb-sitz--. Zwar gab es bisher und gebe ■s noch dringendere Ausgaben — die Arbeitslosig- eit müsse erst beseitigt , bie Saarfrage bereinigt, ,as Verhältnis zum Ausland geklart werden - »1s die Wiedergewinnung der Kolonien. Die fiolonialfrage fei eine Angelegenheit der Gleichberechligung. Der Führer werde, wie alle anderen Fragen, auch biefe tofen Das deut,che Volk habe die Aufgabe, sich auf dieses Ziel ein- zusiellen, des Führers Ruf zu erwarten Des Führers Wille müsse getragen fein vom Willen des ganzen Volles. Um diese Einheit des Willens im Volke zu erreichen, sei es notwendia, daß Hermann roih, warum Deutschland Kolonien brauche. Deutsch- nnb brauche Kolonien nicht aus "uperialistischen Ärünben, nicht, um schöne Verwaltungsposten zu chaffen, nicht, um einer bestimmten ®™ppe bas tiagboergnügen zu sichern, sondern Deutschlanb -•rauche Kolonien um bes ganz en V o l k e s willen. Drei Hauptgrünbe seien ausschlaggebenb. 1. Die Sicherung ber Ernährungdes deutschen Volkes (Kolonialbesitz als wirtschaftliche Not Wendigkeit); Das Leben bes Sieblers fei hart. Der Mensch stehe im stänbigen Kampf mit ben Naturgewalten. Das mache ihn stark. Der Siebter, ber ausroanbere, müsse ein kämpferischer Mensch sein. In ben Kolonien etze sich nur ber wertvolle Mensch burch. Koloniale Volksgruppen seien wertvollste Volksgruppen. Dem Tatenbrana bieser Besten unseres Volkes sei in unserem Vaterlanb kaum Raum zur Entfaltung gegeben. Allerbings müsse ein ftänbiger Austausch zwischen bem Volkstum bes Mutterlanbes unb bem Volkstum ber Kolonien ftattfinben, wenn bieser wertvolle Bestanbteil unserer Volksgemeinschaft nicht verloren gehen solle. Wie günstig sich bie koloniale Tätigkeit auf bas Volkstum auswirke, zeige insbefonbere bie Geschichte bes beutfchen Ostens. Die norbische Rasse sei allein burch bie kolonialen Lebensbedingungen (Nachwanderung in ______ traten in ber Kleinkinderschule der evangelische Kirchenvorst and und bie Kirchenvertreter zur Beratung bes D or auch l a g s ber Kirchengemeinbe für R j. 1934 wfammen. Der Vorsitzende, Pfarrer Bremmer, schilberte in feiner Eröffnungsansprache bie Bebeutung ber neuen Zeit für unsere evangelische Kirche, unb rechnet auf Mitarbeit aller bazu Berufenen am Neuaufbau unserer Kirche. Der Voranschlag zeigt in Einnahmen an erster Stelle einen Rechnungsrest aus oorberen Jahren mit 2497,93 Mark. Ferner erscheinen an größeren Posten in Einnahmen: 70 Mk. Zinsen vom Pfarrhausbaufonbs, einsetzt, so dürfen wir nicht das Recht unb ben ge- 1 wattigen Erfolg auch ber zergliebernben Forschung ' außer acht lassen. Die naturwissei^chaftliche Grunb- i läge jjiufj unangetastet bleiben, a&r besinnen müssen wir uns auch auf bie anberen ©runblagen in ber Mebizin unb in ber Wissenschaft überhaupt. Wie gering ist noch immer unser Ausschnitt ber ber Wett für bie wissenschaftliche Beobachtung. Die Bebingtheit unserer Kenntnisse unb bie Nötigung zur Besinnung auf bie Voraussetzungen aller unserer Aussagen wirb am beutlichsten bei ber Frage nach unserem eigenen Ich unb nach beren Leiv- Seele. Niemals ist ber Körper in sich selbst gleich- bleibenb. In bauernbem Wechsel änbern sich bie Bestanbteile bes Leibes, werden ausgetauscht unb eingeschmolzen. Trotzbem bleibt bie Struktur bes Ganzen erhalten. Was ist bas Gebächtnis, bas Spuren aufweist, aus benen bann Erinnerung unb Vergleich heraufbämmern in bie Bewußtfeinshelle? Unb wie stark ist biefes Bewußtsein Wanblungen unterworfen im Fieber, im Rausch, in Träumen, in Krankheiten. Wie wenig kennen wir unser eigenes Ich. Schon bie Anbeutung all bieser brängenbcn Fragen zwingt zur Suche nach neuen Wegen. Wir forschenben Aerzte können nicht nur Naturwissenschaftler sein, sondern bedürfen ber philosophischen unb religiösen Einsichten. Zum Rationalen tritt das Irrationale. Alle großen Entscheibungen unseres Lebens sinb geboren aus viel unmittelbareren Kräften, als jemals ein gebankliches Kalkül bas vermöchte. Wir wählen ben Freunb, bie Lebensgefährtin aus brängenbem Empfinben; bie heroische Tat, bas große Blutopfer ber Kämpfer bes Leibes unb Geistes geschieht mit einer bebingungslosen, un- wiberstehlichen Kraft. Aus irrationalen Grünben leitet sich für ben Arzt bie tiefste Ehrfurcht ab vor allem Geschaffenen. Wir fühlen ben Antrieb als von Gott gegebene Aufgabe, auch bas noch unheilbare Leib einmal zu besiegen, wie schon manche Krankheit gebannt unb geheilt würbe. Der wahre Arzt unb Biologe vermaa mit reiner Kausalitätsbetrachtung, mit rein mechanischer Naturauffassung bie Fülle ber Lebensvorgänge unb Krankheiten babei nicht zu verstehen. Die Krankheitslehre bebarf noch ber Erkenntnisse unb Bemühungen ber anberen Gebiete naturwissenschaftlicher Art. Nur so werben wir roieber eine einheitliche Anschauung von Mensch, Natur unb Gott gewinnen. Aber alle Gelehrsamkeitt finbet im Arzt ihre Krönung in seinem Umgang mit Kranken, in feiner pedenben Tätigkeit. Hier liegt auch so oft bie Befreiung von innerem Zwiespalt über bie richtige Auffassung Der Handelnbe ist immer schöpferisch. Der fuhrenbe Wille unb bas umsichtige Hanbeln befreit beibe, Arzt unb Kranken, in gleicher Weise aus bem Zwange unerträglicher Dulbung unb Passivität. Im Hanbeln liegt so viel Befreiung. Wie bantbar empfinben wir schon, baß jetzt im Reich eine Führung hanbett. Nichts ist so vollkommen als allein em guter Wille — spannen wir biesen also allezeit an. Hier wirb auch ber Arzt nie mübe werben bürfen. lieber bte Behanblung ber Krankheit hinaus erwachst uns, betonter unb bewußter als früher, bie Aufgabe ber Gesundheitsfürsorge am Einzelnen unb am Volke. Viel hängt von uns selbst ab, überall erkennen wir heute Pflicht unb Verantwortung. Unser Führer verpflichtet uns in Übereinstimmung mit bem Sittengebvt: Hanbele, bas heißt nicht allein denke unb träume, tue bas Vollkommenste, was bu schaffen kannst. Das Vollkommenste kann nur meine freiwillige Einorbnung im Dienste bes Guten sein, wie bas wahre Christentum es forbert. Nicht für uns selbst leben wir, ber Einzelne kann nicht für sein Wohlleben hier ober im Himmel alle Wett unb Gott selbst belasten. Jeber muß tapfer anfa fen unb bauen helfen, bann wirb bas Gute wachsen, bas Böse schwinben. Unb Deutschlanb wirb leben, auch wenn wir sterben müssen. , . . Der Festakt würbe mit bem Chorgeiang „Heimatgebet" unb einem Orgelnachspiel roürbig beschlossen. Ihne ihn wäre keiner von uns seines Lebens sicher, i mehr: ohne ihn wäre keiner von uns ber Mensch, l:r er ist. Denn aus Staat und Volkstum, aus 51 lut unb Geschichte, aus ber uns umgebenben Wirklichkeit bes Staatsgebankens unb der Volks- t'nossenschaft wirb bie geistige Form geschaffen, rach ber wir geprägt werben, ob wir wollen ober richt. So wenig wie ohne Staat kann ein Volk lauern ohne einen echten unb guten ©0310115» nu 5, ber jebem nicht nur bie Lebensguter, son- iem auch bie Ehre gibt, ohne bie er nicht leben !nnn. Dor bem Volk sinb wir so gleich rote im r.iobe. Das muß ein wahrer Staat m feiner Orb= uma unb Regierung wahrmachen. Damit erschttetzt sch ber Reichtum, ber uns in aller Armut gefalteten ist: bas gemeinsame Blut, bas bis in bie -sheimsten Schläge bes Herzens bis m Liebe unb lebet unser Volk bei uns fein laßt, unb ben mut- erlichen »oben, ohne ben bie Wurzeln auch bes Ächsten geistigen Lebens oerborren. Diese Kräfte Mich in uns zu erwecken, in uns selbst auszurot- : n, was sie täglich roieber verhüttet, ist bte Mah- mng bieser Stunbe, ist die Mahnung des herr- Ichen unb boch tobverfallenen Zweiten Reiches an Ins junge Dritte Reich. Wenn wir biefes Werk in An- (Tiff nehmen, bann umfänat uns babei bas ganze jn id)tbare Reich ber Deutschen Wir gebenkey all ter unter ber Frembherrschaft schmachtenden Bru- ter im Osten unb Westen, Norben unb Guben, bte J UNS gehören, unb bie wir uns nicht aus bem «erzen reißen lassen. m Das Werk, bas uns auferlegt ist unb bte Verantwortung unseres Geschlechts vor ben Vatern unb ter Geschichte ist so gewaltig, bafc wir uns nur mter bem Ernst bes letzten Gebotes unb ber Bitte .m ben höchsten Segen baran wagen können: Frisch auf in Gottes Namen bu werte beutsche Nation! Hierauf würben gemeinfam die ersten Strophen tes Deutschlanb-Liedes unb bes Horst-Wessel-Lisbes sesungen. Anschließenb betrat ber vor kurzem an bie Lan- tesuniversttät berufene Drbinarius für Innere Me- izin, , profeffor Or. H. Bohnenkamp fortsetzen. > Merlau, 18. Jan. Dieser Tage fanb hier bie erste Versammlung ber Milchabsatzgenossenschaft bei Gastwirt Hörle statt. Es handelte sich in ber Hauptsache barum, bie Stellungnahme zur Milchpreisberechnung bei ber Molkerei fest- zuleaen, unb zwar ob diese nach Liter ober nach Fettgehalt erfolgen solle. Nach längerer Aussprache ergab sich eine große Mehrheit für bie Milchpreisberechnung, wie bisher, nach Liter unb Menge. C> Bernsf elb, 18. Jan. Der Turnverein Bernsfelb hielt im Saale ber Gastwirtschaft Schott seine Winterveranstaltung ab. In ber Begrüßungsansprache betonte ber Führer bes Vereins, Lehrer Hofmann, baß gerabe ber körperlichen Ausbilbung ber Jugenb im neuen Deutschlanb be- sonbere Bebeutung zukomme. Aus biesem Grunbe müsse bas Turnen in ben Turnvereinen auf eine breitere Basis gestellt werben. Sobann würben zwei Theaterstücke aufgeführt, beren eines befonbers tiefen Eindruck hinterließ. Die Musikkapelle Hisse- rich (Homberg) umrahmte die Aufführungen. Der Führer des Vereins beschloß ben Abenb mit ©orten bes Dankes an alle Mitwirkenden. »erfitü em die geiD iqe genug < icren Leben P . eite Reich s >a6 wir et* in, bas es ® «terfrnge- d - kes und em in ibualitäten j ausgewuch .^ S'S; « D«« * tt-J 'chen ««gft m 11 Hebung kbfu Sw Staats ^♦23ihni 1 des 250 «lititP , sj s •«te ' gleite L 6?n i" > /LP r « ®‘S bie Farm, der lanbwirtschaftliche Großbetrieb also. Allerbings habe sich in jüngster ^eit auch die beutsche Kleinsieblung burchsetzen können. Wichtigster Grunb für bie Aufrechterhaltung ber Forderung nach Kolonialbesitz sei seiner Ansicht nach die mit ber Sieblung stets verbunbene Ser unterirdische Mdkanal vollendet. in Woosung bei Schanghai und die medizinische Fa, PD. Darmstadt, 17. Jan. In Anwesenheit tunggebenden 'Arbeit Hessens, die es im Rahmen des kultät der Sun-Patsen-Universität in Kanton. der ff Empfehlungen km, f * iF 345 D Metzel» Rassol _______ mengen. Berlanaen nur 1 Gießen, Asterweg 47. 6618 D >f-Cdrarne1fen der aus das das ersehen kann, bleibt dem Leser überlassen. Das Gericht kam zwar nach dem Ergebnis Beweisaufnahme zu einem Freifpruch, aber der Begründung des Vorsitzenden ergab sich, lediglich aus formalen Gründen 1 gr. Fl. Btt. 1.55 die zu einem l ang an h ult end en wirklichen Cjenu.ss macht’! Walltorstrabe 5 Heute DICK ^RUNO^ '»»» Landesbauernführer Nr. Wagner dankte dem Reichsstatthalter und dem Staatsminister im Namen der gesamten hessen-nassauischen Bauernschaft für die Unterstützung des Werkes. Bei der Arbeit wurden in 10 000 Tagewerken etwa 20 000 Kubikmeter Erde ausgehoben. Die 130 Arbeiter (85 v. H. waren Arbeitslose) aus den beteiligten Gemeinden haben außerdem 73 Filterbrunnen von je 10 Meter Tiefe gebohrt, aus denen etwa 500 000 Kubikmeter Wasser abgepumpt wurden, um den Grundwasserspiegel entsprechend zu senken. Der Landesbauernführer schloß mit dem Dank an die Arbeiter und dem Versprechen, daß sie auch bei den Meliorationsarbeiten wieder Verwendung finden würden. Jeder Tag ist für Sie Gewinn! Gericht zum freisprechenden Urteil kam. Der Staatsanwalt, der die wirklichen Beweggründe offenlegte, war zu einem Strafantrag auf Verurteilung zu sechs.Monaten Gefängnis und die Kosten der Verhandlung gekommen. Wenn der Urteilsspruch auch auf Freispruch lautet — in den Augen aller anständigen Deutschen ist Dekan Heinstadt fortan gerichtet, denn das Gericht faßte die persönliche Einstellung des Angeklagten in der Begründung des Urteils dahin zusammen, daß Dekan Heinstadt ein Gegner der nationalen Bewegung gewesen sei und zweifellos auch noch wäre. Dekan Heinstadt ist politisch und konfessionell ein unversöhnlicher Gegner. «nrnmuj sesisiellen zu müssen, daß sie evangelisch fei. Den Ortsgruppenleiter der NSDAP. Lorsch versucht er dadurch vor Gericht zu diffamieren, daß er besonders betonte, bei; Ortsgruppenleiter sei zwar katholisch, habe aber eine evangelische Frau, -ei evangelisch getraut und habe „sogar" evangelische Kinder. Heute war er angeklagt, gegen den § 3 der Notverordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung, verstoßen zu haben. Diesmal hatte er sich, wie die Anklage behauptet, den Lorscher Arbeitsdienst ausgesucht, den er als Einrichtung der NSDAP, herabsetzen wollte, indem er Mädchen, die sich angeblich mit Angehörigen des Arbeitsdienstes einließen, in der übelsten Form beschimpfte. Der Angeklagte versuchte es in der Verhandlung natürlich so hinzustellen, als habe er seiner Seelsorgepflicht genügen wollen, indem er die Mädchen vor dem Zusammensein mit Angehörigen des evangelischen Arbeitsdienstes gewarnt hätte. Außerdem sprach vor einiger Zeit in Lorsch der bekannte katholische Pfarrer Senn. Zu dieser Kundgebung erhielt auch Dekan H e i n st a d t eine höflichst gehaltene Einladung, die er jedoch dem Ueberbringer ungeöffnet mit dem Bemerken zurückgab, es sei „eine ganz große Unverschämtheit, ihn zu dieser Veranstaltung einzuladen". Zu diesem unerhörten Verhalten gab er in der heutigen Hauptverhandlung die nach der Ansicht des Staatsanwalts fadenscheinige Erklärung ab, in der öffentlichen Ankündigung im „Lorscher Anzeiger" sei Pfarrer Senn als Geistlicher Rat bezeichnet, welche Bezeichnung lediglich ihm, Dekan H e i n- st a d t, zukomme. Pfarrer Senn sei lediglich Pfarrer. Wie weit man daraus seine christliche Demut LPD. Darmstadt, 17.Jan. In Anwesenheit des Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, des Staatsministers Jung, des Landesbauernführers Dr. Wagner, der Leiter der Mi- nisterialabteilungen und der Kreisleiter der berührten Gemarkungen wurde heute das Richtfest des 2200 Meter langen unterirdischen Riedkanals gefeiert. Der Kanal stellt eine unterirdische Verbindung zwischen dem Scheidgraben in der Gemarkung Goddelau und dem A l t r h e i n bei Erfelden dar und ist als die erste Etappe des großen Meliorations - und Siedlungswerkes anzusehen. 6 «in pn< fannes 2 jiichic. Bo r e }u ahr I chfiichle! Alle Schweine bei anders auch tränk- und solche mit steifen veinen"ge?unden ^und | Kaufgesuche | Einige gebrauchte Mistbeet- Fenster 1 Gartenvnmve und ein zweiräd. Federkarren m kaufen gesucht. Näheres i. d.Geschäftsstelle des Giest.Anzeia n2R0 entwickeln sich überraschend schnell voll echtes""^ iebe§ butter 1 EAöffel : Die Tung-Chi-Universität hat unter der Beschießung I durch die Japaner sehr gelitten; im April 1933 aber schon waren die meisten Gebäude wieder hergestellt wenn von der Inneneinrichtung auch noch manches fehlt und der Verlust der wertvollen Bibliothek wohl überhaupt nicht ganz ersetzt werden kann. Ebenso wie in der medizinischen Fakultät im Shanghaier Paulun-Hospital wird die Zusammenarbeit mit den deutschen Lehrern und Aerzten nach der alten Ueber- lieferung weitergeführt. Das Interesse der chinesi- schen Schüler für die Fragen der deutschen Medizin ist außerordentlich rege. Sämtliche Hörer waren der deutschen Sprache mächtig. Die Vorlesungen finden in diesen Instituten stets in deutscher Sprache statt. Nicht nur hier, sondern fast überall lernen die chinesischen Mediziner deutsch, weil die Grundlage ihres Studiums deutsche Lehrbücher sind. Chinesische Bücher mit eigener medizinischer Terminologie gibt es noch nicht. Die „Tung-Chi Medizinische Monatsschrift" veröffentlicht Arbeiten deutscher Mediziner in chinesischer und deutscher Sprache. Mühlens hat während seiner Reise in vielen Krankenhäusern, Z. B. in Schanghai und Kanton, Krankengeschichten in deutscher Sprache gesehen, die mustergültig geführt und fast fehlerfrei geschrieben waren. — Die mit englischer Hilfe unterhaltenen medizinischen Institute und Krankenhäuser' stehen sich in finanzieller Beziehung im allgemeinen viel besser. Es ist zu hoffen, daß die Weiterführung der Wirkungsstätten deutscher Medizin, die eine Zierde deutscher Kulturarbeit im fernen Osten sind, auch in der Zukunft ge- sichert bleibt. Schicksale eines Murillo. Eines der berühmtesten Gemälde von Murillo, das vor ungefähr 123 Jahren bei der Ausplünderung des Klosters vom Heiligen Franz in Sevilla von den Truppen Napoleons anscheinend nicht entdeckt worden war, ist jetzt in den Besitz der Natio- nalgalerie von Kanada in Ottawa übergegangen. ©5 stellt zwei franziskanische Mönche unter einem Baum dar, von denen der eine steht und seine Hande segnend auf den Kopf seines leidenden Gefährten legt. In jedem Werk über Murillo wird dieses Kunstwerk ausführlich beschrieben. Bei der Wegfuhrung aller Kunstgegenstände aus dem Fran- ^skaner Kloster im Jahre 1810 kam allein dieses Gemälde nicht in den Louvre, sondern blieb in Sevilla, wurde jedoch später von einem englischen Sammler erworben, von dem es jetzt nach Kanada gelangt ist. Reichsffatthatter Sprenger betonte, er sei stolz auf das, was hier in Hessen geleistet werde, denn esseivorbildlichfür alle übrigen deutschen Länder. Wenn man die Arbeitsweise der „blinden Hessen" auch in Preußen eingeführt haben werde, dann würden auch irie Arbeiten Im Westerwald rascher voranschreiten als heute. Besondere Anerkennung verdiene die Tatkraft, mit der am Werke gearbeitet wurde, denn es könne jetzt mitten im Januar vollendet werden. Der rich- ie ül vanguten Ellern!. S)as loirdjK niemals verleugnen, denn sie hat alles auf ihren Lebensweg mitbekommen, was sie begehrenswert machen muss> Stattlichkeit, 'Jormat, stets gleichbleibende dtitundeme besonders grosse, die SEuohdauer verlängernde Menge köstlichsten tJabaks, die iber rea -Unfi. Tk in gehn eschicht, Maschine hrt er „Aquarium“ Selbständige Existenz und Höchsteinkommen ^nhefn?altr Durchschnitt steh, oukunft) bietet ein ganz Eurova arbeits??/,!^^ Unternehm, arveitssreud. Herren, welche nnrh- weisb. RM. s-4000- BarkaÄwl t'ä/i^^bbme,befried Arbeits- 1 '^uschr. U.F.R. 1,8 lLÄ.oelLA ^ozlierg G.m.b.H. Frankfurt a. HL, KaiserstraßeB, M6v Miffionsfilm aus Oftafrika in der Stadtkirche am Sonntag, dem 2l. Januar 1934 abends 6'/?Uhr besond.f.Jugendl., abends 8 Uhr für Erwachsene. Eintr.: Erwachs. 30Pf., Kind.l 5Pf. Die Basler Mission. 3mP_____I.A.: Mahr, Pfarrer. 224. Samstag, 20.1., 20.30 Uhr Zusammenkunft bei Kamerad Wenner. 3370 lolanlerie-flegt. 17 Graf „Barfuß" Sonntag,den21. Januar, nacbm. 3Uhr,in der Rest. „Zum Schivka- Vas;", in Gießen/ Bahnhostraße Zusammenkunft. Die Regiments- Geschichte ersch. demnächst. Alle Kameraden sind hiermit eingeladen. 0310 Schäfer. Sas Qrossjormat verlängert dem genoss!'1 MIT BILDERN: WIE DIE ANDEREN GEROSTET SIND.'.. TROTZ VERTRAGLICHER ABROSTUNGSPFLICHT. ORIENTALISCHE CIGARETTEN COMPAGNIE„/OSM/VG M B H BREMEN Er gehört in Ihre Waschküche Es ist ein Unterschied, ob Sie Ihre Wäsche in einem gemauerten Herd oder in einem Kessel-Ofen kochen. Er läßt sich leicht aufstellen, ist transportabel und spart vor allen Dingen Kohlen. Auf Kessel-Öfen gibt’s auch Reichszuschuß. Sehen Sie sich die verschiedenen Kessel-Öfen an bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten »»a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Bekanntmachung. Gießen, den 17. Januar 1934. ' 2 Hessisches Amtsgericht •n, i)05 Weflimi Ml. 21t i r guten Mer 9{ fr Edga ihs Wegi litcdjtu |ttit ihn z Hpgen, de fad) jein« Wd, oh! Militär? ki'fsizier 1 fai! Er I LDrei 3 BeirrfKL Mchts üb nur Denn tiinem Le. hf, die 12 bet L neue 8 Änvnyr Nielse di Weiden fischen I eigene Q fernen Jetzt: Bente! 35 PL Dose 40 n. 75 P . Zuhaben inApo- theken, Droger. und wo Plakate sichtbar. 5907v Frische !(2 Musdiein Fischhaus Cuxhaven. Husten? WörishoferBrnst- und Husten - Tee geg.alt.Schleim, Katarrh ufro.0181 Tees gegen alle Leiden v. 65 Pf. ab.Fachm.Berat. BKränterhani JUNG Gießen in d. Schnlstraße. Kleine Strafkammer Gießen. Der Metzger K. von Mittelgründau wurde vom Amtsgericht Büdingen wegen Arrestbruchs zu e l n e m M 0 n a t Ge f än g n i s und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Die gestrige Berufungsverhandlung ergab folgendes Bild:' Dem Angeklagten wurde wegen rückständiger Ratenzahlungen ein Auto gepfändet. Später wurde ihm auf sein häufiges Drängen hin der Wagen zum Gebrauch überlassen mit der ausdrücklichen Abmachung, daß die Pfändung zu Reckt bestehe. Dessen ungeachtet entfernte der Angeklagte die Pfandmarke In Anbetracht dessen, daß der Angeklagte schon vielfach vorbestraft ist und jetzt noch ein Strafverfahren wegen schweren Betrugs gegen ihn schwebt, erhöhte das Gericht die vom Amtsgericht Büdingen erlassene Strafe auf zwei Monate Gefängnis. Buntes Allerlei. Deutsche Medizin in China. Daß die deutsche Wissenschaft und vor allem die deutsche Medizin im Reich der Mitte trotz der wesentlichen Beeinträchtigungen durch den Weltkrieg und dessen Folgen ihren hohen Ruf bewahrt haben und daß sie ein starkes Band zwischen der Heranwachsenden Generation in den geistigen Schichten Chinas und der deutschen Kultur bilden, bestätigt wieder ein Reisebericht von Mühlens vom Hamburger Tropeninstitut in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Es bestehen in China zwei deutsch- aroßen Werkes Adolf Hitlers zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit leiste, werde er alle Unterstützung zuteil werden lassen. Für Mk. lOOO.— Bedarlsdeekungs-Scheine kaufen Sie 1 Schlafzimmer in Eiche, gebeizt, mit pol. Mitteltüre, dazu 2 Patentmatratzen 2 Schonermatratzen 2 Kapokmatraizen 4 Wissen und 2 Deckbetten 1 Wohnzimmer in Eiche, gebeizt 1 Bufett oder 1 Schreibschrank 1 bsch und 4 Polsterstühle 1 Küchenbüfett mit Tisch und 2 Stühlen bei Carl Stüdcrath Staatsminister Jung wies einleitend auf die tatkräftige Unterstützung hin, die der Herr Reichsstatthalter dem im Ried begonnenen Werke stets angedeihen lasse, und sprach ihm den Dank der hessischen Staatsregierung und des hessischen Volkes aus. Jahrzehi^telang sei das Ried das Schmerzenskind des hessischen Staates und der Landwirtschaft gewesen. Dem nationalsozialistischen Staate sei es zu verdanken, wenn der schon viele Jahre bestehende Generalkulturplan für das Ried jetzt unter der Leitung des Landesbauernführers Dr. Wagner und des unermüdlichen Sachbearbeiters Kulturrat Reich in die Tat umgesetzt werde. Auf dem jetzt entwässerten Boden werde es dem Bauern möglich sein, mehrFrüchtezu ernten, und neues Siedlungsland werde entstehen, aus dem Vollbauern- und Anliegersiedlungen, sowie Werksiedlungen geschaffen werden. Heute können die Entwässerungs- und Feldbereinigungsarbeiten dank dem Umbau der Organisation mit einer 7,5vrozen- tigen Landabgabe der betroffenen Bauern finanziert werden, während die früher in der Astheimer und Erfeldener Gemarkung durchgeführten Arbeiten sehr viel teurer waren. Die vorbildlichen Leistungen Hessens mit der Trockenlegung des Rieds seien von höchster wirtschaftlicher Bedeutung, die man hoffentlich im Reiche zu würdigen wisse. ramt un Nhr ftni »Lfn Liec Meter Saft ü Rieten Einiger t Mternl n* hüten, I wtber j & & L?5 Derär 1 L,|?n ih^ B°»enba es» A wind oi ; Sine r tSinwaw Mstbhai ivirsl di ivieler > rlnberm. i vird feil ; Der ■ Ufltern. 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Wir geben an Land, suchen Muscheln, Blumen und Beeren haben weiches Almgras unter den Füßen oder durcheinandergestürzte Baumskelette Urwald, dem unsere Salontouristenausrustung nicht 221 M- In einem Erlaß hat jetzt des Thüringische Innenministerium den Wunsch ausgesprochen, daß die Kreise und Gemeinden des Landes für Zwecke des Sports in ihren Haushalten nach Möglichkeit Mittel bereitstellen möchten. Der Erlaß kommt auf die frühere Streichung von Mitteln für Leibesübungen und Jugendertüchtigung zurück und wo mehr auf der Welt. Zeitschriften. — Die „Süddeutschen Monatshefte" bewähren in ihrem soeben erschienenen Januarheft ihren alten Ruhm: durch ein bestimmtes Gebiet des geistigen Lebens den Schnitt so zu führen, daß an dem dargestellten Teilgebiet umfassendere Bezüge der gegenwärtigen Kulturlage sichtbar werden. In dem Thema „Charakterkunde" als solchem drückt sich die Zentralstellung des Menschen in dem in ersten Umrissen heraufsteigenden neuen Weltbild aus. Das neue Heft erhält fein Gepräge durch die beherrschende Stellung der Anschauungen von L K l a g e s. Klages ist der Hauptbegründer der heutigen Charakterkunde. Er selbst beginnt und beschließt das Heft. Seine „Einführung' zeichnet nut knappen Strichen den Hauptunterschied zwischen der Charakterforschung und der Schulpsychologie alter Art auf. Sein Schluhbeitrag ist ein Wiederabdruck von 1899 zuerst erschienenen Aphorismen zur Menschenkunde. Der Aufsatz von H. Kern entwickelt die qeistesgeschichtlichen Voraussetzungen. In den Mittelpunkt wird der Lebens- und Charakterbegriff von Klaqes in feinem Zusammenhang mit der geifhgen Welt Nietzsches gerückt. Der Beittag W. Deubels SS r®ia> ; alten "v" «91 i4n'Ä Eia merkwürdige Familie: der Großvater, irif-i;er Hörer ESrnwnberer in Amerika, kämpft als General im UliulnängigteitsErieg. Der Vater soll Jurist werden, !cher uurfl die Pandekten in die Ecke und wird Schau- aH LnPr^ fpielr in einer Wandertruppe. Erne kleine Engie laitirin, Mitglied der gleichen Schmierenbuhne, ®taar P°°, verliert früh feine S>! ELI en Eine Mrs Allan adoptiert ihn, Nimmt ihn *914: iffhn Schoß ihrer wohlfituierten, gutbürgerlichen MM ie in Boston auf und hofft, aus »em Jungen fi eta> „Ordentliches" machen zu tonnen; f'cherüch JXt Himmel hat sich mit weißen Streifen ver- ßirirLt und tanzt vor der „Monte Pascoal" einen Wer ichen Tanz: auf und ab, auf und ab. — Ur sind alle sehr faul und sehr glücklich in um hier Liegestühlen, pfeifen die kleine angenehme ^Mnpetenmelodie, die uns täglich viermal zu ri-hbiaft üppigen Mahlzeiten ruft, vor uns hin und Enteren uns gegenteilig heimlich und mehr ober Seiner wohlwollend. Viele Argentinerinnen find erlltiütternd unsportlich angezogen, ganz schwarz, vriii Hüten, Handschuhen und hohen Absätzen. ljeder Tag hat seine eigene persönliche Note, fcoerb etwas, was ihn von den anderen Tagen un» treibet: einen fabelhaft animierten tarneoalifti- ■ffei Fünfuhrtee, eine Begegnung mit Walfischen, Besuch in einem gottverlassenen patagvmschen liMpstadtchen. Jeder Tag ist ein Juwel in einem 4 ftui aus meergrünem Samt. DerMng im Hochschulsport geschloffen. Ergänzend zum Erlaß des Preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung über die Regelung des Verhältnisses zwischen den Instituten für Leibesübungen und den SA.-Hochschulämtern teilt das Amt für Leibesübungen der Deutschen Studentenschaft mit, daß auch das Verhältnis der studentischen Aemter für Leibesübungen zum Institut für Leibesübungen und SA.-Hochschulantt endgültig geregelt ist, und zwar auf folgender Grund- U Ser örtliche AFL. (Amt für Leibesübungen) wird gleichzeitig als Sportreferent im SA.-Hochschulamt oom örtlichen Führer des SA.-Hochschulamtes bestätigt und meldet sich zu diesem Zweck bei ihm. Ferner wird die Zusammenarbeit mit JfL. (Institut für Leibesübungen) dadurch gewährleistet, daß der AsL.- Leiter als Referent für die studentischen Leibesübungen (Aufgabe des AfL.) in das 3fß. eingebaut wird Die Verhandlungen mit dem Reichs-SA.- Hochschulamt und dem Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung sind m der eben dargestellten Form zum Abschluß gelangt; entsprechende Anweisungen dieser vorgesetzten Dienststellen erfolgen noch. Die Zuständigkeit zur Deutschen Studentenschaft ändert sich dadurch nicht. Damit ist der Ring geschlossen zwischen Studentenschaft, SA.-Hochschulamt und Institut für Lei- besübungen zur einheitlichen und wirksamen Zusammenarbeit für die körperliche Ertüchtigung des deutschen Studenten. Der Staat als Förderer des Sports. landschaft und reifet im selben Atem die ganze Nebel- und Regenkulisse vor einem blankpolierten Sommer- Himmel auseinander. Sie hetzt übellaunige Novemberstürme über die kleinen frühlingshaften Schneewasserbäche, sie läßt durch die erfrorenen Einsamkeiten grünblauer Fjorde Kolibris und rot- getupfte Schmetterlinge taumeln, füttert die Wurzeln tropenbunter Blüten mit Schmelzwasser und gibt ben rostroten, neben dem Meere herschreitenden Buchenwäldern Seelöwen und Schneegänse als lebende Staffage. f m . Die „Monte Pascoal" fährt wieder nach Norden. Morgen wird bas Meer wieder ohne Grenzen fein und die Farbe von blauer Kopiertinte oder von naß- qeregnetem Asphalt haben. Wir werden wieder weiße, ärmellose Pullover tragen, am Deck liegen und dem feierlichen Tanz des Horizontes zuschauen. Aber viel später, wenn all die entzückenden Details dieser Reise im Spiegel der Erinnerung zu einem machtvollen Erlebnis verschmelzen, werden wir spüren, daß wir reicher geworden sind. Und unsere stillsten und einsamsten Stunden träumen bann vielleicht von diesem Lanb, in dem bie Stille unb bie Einsamkeit zuhause sinb, wie sonst nirgend- DerMann,der den Detektiv erfand ZUM rrs.Geburtstage von Edgar Allan Poe am rg.Zanuar. die Schlufepointe zu, und jeder Eindruck, den er beim Leser erzielt, ist mit den denkbar kleinsten Mitteln hervorgerufen. Sein scharf analysierender Geist beschäftigt sich besonders gern mit der Entwirrung rätselvoller Geschehnisse. Er führt zu diesem Zweck eine Person in seine Geschichten ein, deren Spezialität die Lösung von Geheimnissen ist, seinen Freund August Dupin. Es ist der e r ft e Privatdetektiv d e r Weltliteratur, und Edgar Die von berufener Seite gegebene Anregung, talentierten Nachwuchskräften des Schwimmsports ermäßigte oder Freikarten zum Besuch der Hallenbäder zur Verfügung zu stellen, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Neuerdings konnte der Bezirk 1 im DSV. elf Freikarten verteilen, die ihm von der Direktion des Königsberger Hallenbades überreicht wurden. Die Hallenbadverwaltuna von Marburg stiftete sechs Dauerkarten zum halben Preise für veranlagte Schwimmer und Schwimme- rinnen, die sich bei dem ersten Olympiaprufungs- schwimmen am 14. Januar in Marburg auszeich- neten. Deutscher Rekord anerkannt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat jetzt den vom VfB. Breslau in der 3 X 800-Meter- F r a u e n st a f f e l am 6. August 1933 aufgestellten beutschen Rekorb mit 7:37,4 offiziell als Höchstleistung anerkannt. Letzt: Schrneling-Poalino. Der deutsche Exweltmeister Max S ch m e l i n g steht augenblicklich im Mittelpunkt des Interesses im internationalen Boxsport. Immer wieder tau- impfang beim Gouverneur von Feuerland Don Margit Hi.lepranSc Frische \ Lus Aein ^ischhans l ’uxhavenj Hasten? rishoIerBmil' I Hasten-Tn i.alt.Schleiin, tarrh usw.^ es gegen E iden v. 6o vi. Iachm-Venu. i“ Kränterbau JUNG Gießen I, SchnlstraBi, $i paar Monate später erscheint in Boston ein VIJ , „X am er lan — und andere Ge- unfpr" »in '" W Von einem Bostoner." In den Salons rät bf .mV 11 mun wer der Autor dieser merkwürdigen, femfuhri- eidenden 2 H >"d romantischen Gedichte sein könnte Der aber DhS feier sein literarisches Debüt — als freiwilliger Sol- urillo wild £3 $r amerikanischen Armee. Edgar Allan P o e c x »ber bitt id) aus Gründen, die selbst feine Biographen 15 Dem Fron. n|} e Qunen vermochten, zu zweijähriger Dienstzeit allem dichi id)tet. ...... m b rlln Dinit h ^englisches; gXjj nach Kanada Mse ' ________ fdi:lic.t hat Edgar das Kapitalverbrechen began- J Ms ihn aus dem Kreis feiner ehrenwerten «u^familie, aus der bürgerlichen Gesellschaft, aus» jdüic.t. Aber jetzt machen sich die Schattenseiten sei- mir inten Erziehung bemerkbar. Mr. Allan, der TT—-*] Witter geworden war, heiratet wieder, und damit Äläte«»ÄÄTfi B’Sä.Ä.-Ärss«.... SS SÄ“™ SSLs,V£.»ÄÄX Arbeit und ohne Beruf da. Zurück zum : angestrengt Suchende das, was ihm direkt vor der ~ tonnte er Nase liegt, meist nicht findet — so, wie allzu große — ausqeschlos- Ladenschilder fertiger auffallen als kleine. Was dem Polizeipräfekten mit feiner Armee von Kriminalbeamten nicht gelingt, erreicht Dupin in wenigen Minuten — mit Hilfe feiner Kombinationsgabe, einer grünen Brille, die ihm während seines Besuches bei dem Minister unauffälliges Umherspähen gestattet, und eines Helfers unten auf der Straße, der ein Gewehr abschießt und den Minister dadurch sekundenlang ans Fenster lockt. Dupin hat den Brief in seiner Tasche ... ^ngeschicht Mei eurer- und Kornooianmiuiui uu= Nulhg c vMtiiiben. Man nimmt ihn mit nach England, L............ .... Qren- - i idnet ihn hier zur Schule unb dann zuruck nach DOn Poe bis in unsere Tage ^Nischen 5- Mncika zur Universität. Ebgar scheint bie (£rrpar= neben feinem Geistesbruber W--------- - v .'N finanü,:. tüitau von Mr unb Mrs. Allan zu erfüllen. Sem! löst bas Geheimschrifträtsel bes „Golbenen Skara- Es ist : Mlei-vater hält bie Zeit für gekommen, um bem bäu5" _ ist ber psychologische Analytiker. Sein ^ungssM. JLriSN ben Weg ins kaufmännische Leben zu ebnen.;Nachfolger Sherlock Holmes, Conan Doy les 11**“K 1— ' " Privatbetektiv, ist weitaus robuster — ein unfehl- Jl«5 ist schon in schönster Ordnung. Papa lauan {barer Routinier mit Revolver unb Lupe. Bei Ebgar biitor.mt ben Brief eines Geschäftsfreunbes: Mckt Wallace wirb auf Psychologie, praktische Mog- htsi nnqen Ebgar, er kann bei mir anfangen. Papa sjchkeit unb erzählerische Feinarbeit völlig Verzicht, tn allerstarriier Vesegung an unu um ui» cmii- ruft ireubestrahlenb seinen Pflegesvhn. Aber Edgar geleistet; hier herrscht rohe Spannung um ihrer > hgster Favorit. U. a. steht ber zweite Turnfestsieger a .'tnwrtet nicht. Er ist nicht in seinem Zimmer. Er stlbst willen, erschreckenb häufen sich bie Leichen am ; «n; - +«* m^nnWinft Bnn hpn Gea- WWv„, ------------ .--7 - ' sErnst Winter in ber Mannschaft. Von ben Geg- Wege bes kriminalistischen Uebermenschen. Aber nern schätzt man ben Bezirk R h e i n h e s s e n, der qerabe jetzt vollzieht sich wieberum eine Geschmacks-1 ber Hauptsache auf gute Mainzer Turner roanblung: zurück zum „literarischen Detektiv', zum -..... - *■ ' rr.....- -------— klugen, aber keineswegs allwissenben Analytiker, ber uns nicht burch ben Knall seiner Pistolen, son- bern burch ben Witz seines Geistes fesselt. Ebgar Allan Poe, ber ewig Zeitlose, ist roieber einmal „mobern". Wer käme auf ben Gebauten, baß sein „B r i e f Ihrer M a j e st ä t", bas klassische Muster- unb Lehrbeispiel der gesamten Kriminalliteratur, vor mehr als neunzig Jahren geschrieben wurde? Hier vollbringt August Dupin sein Meisterstück. Als verarmter Adliger — Poe verlegte gern den Schauplatz seiner Geschichten nach Paris, das er niemals gesehen hat — beschäftigt sich Dupin hauptsächlich damit, seinen Scharfsinn zu schulen. Er ist imstande, durch Beobachtung winziger Gesten und logische Kombination die Gedanken seines Freundes zu lesen; er vermag sich in den Geist des Ministers zu versetzen, der einen hochpolitischen Brief versteckt ’ y.iiuerlanh, das ist: Kälte, Schweigen und Einsam- k i. Feuerland, das ist: ber lockende Traum, für tl i 'Tsingtauflieger Günther Plüschow in den W'ging. Feuerland, das ist: ein wunderbar schö- rie.', grausames Land, voll von blauweißen Glet- ls Hin, aufgetürmten Bergen und seltsamem Getier, e in Land ohne Menfchen: die letzten Indianer, die fcloitiifer mühsames Leben führten, an kleinen, arm= |Bg) n Feuern sich wärmend (die dem Land den !ltm«n gaben), sind ausgerottet. Wir sind auf ber Stfe ins Feuerland, wir find auf der Reise ans Üiik der Welt. ö .""" nmei) einer bartenviimb! ot) deiNiweirai. Miliür^ Ja, wenn er etwas Geld hätte, konnte er 1 ■Sy LWser werden. Aber als Gemeiner - bereit M! Lr hat genug vom Kommiß. • ■ - Sisi Jahre folgen, die Edgar Allan Poe m men» \e. enaefjeuer Abgeschlossenheit verbringt. Wir wissen Niicht- über diese Zeit seines Lebens. Wir können nn »ermuten, daß sich ein umwälzender Prozeß m idnat Leben vollzieht, daß er in diefen drei Jahren t bie Feder zu handhaben — in einer Weise, Ser Literatur Amerikas, ja der ganzen Wett, z neue, eigenartige Impulse geben sollte. Jiüonpm eingereichte Erzählungen Poes erhalten rtp der Magazin-Redaktionen. Seine Art zu fcjjoen ist neuartig. Er ist Meister einer litera- r Um Gattung, die zum erheblichen Teil seine rois Erfindung ist: der „Short Story", der mo- d Knm Kurzgeschichte. Seine Themen sind r mmtifef) oder gruselig, melancholisch oder grotesk, aj>ci realistisch bis an die Grenze der Erzahlungs- k Ins Sein Amerikanismus ist die vollendete, souve- r in gehandhabte Technik des Schreibens. In seinen Seine wenigen Gedichte sind Meisterwerke. „D e r Rabe" wird stets zum eisernen Bestand angelsächsischer Lyrik gehören: ein genial empfundenes Gedicht, auf dem düsteren Klang des Wortes „Ne- vermore" aufgebaut, formvollendet und zugleich voll tiefer Einblicke in die menschliche Tragik des Dichters. Denn Poe ist niemals glücklich gewesen. Don seinem rebellierenden, abenteuerlichen, unsteten »TM willig°n-Werb°bür° n°PP^ P°° OT—. mäßigen Trinkens, vagabundiert er von Magazin Als TobJiranf.enr^t>l^mm?n JpJLj Delirium zu Magazin, bald als Herausgeber, bald als arm- Tage noch irrt er bermn, ^n Lieber u seliger Zeilenschinder, verdammt dazu, immer das Dann ist es aus. Vierz'8 Jahre alt, stirbt E g zu tun, was er um seiner nackten Existenz willen! Allan Poe am 7. Oktober 1849. täht- ch dmch ntsprechenbe Erziehung ber letzte Rest bereu Abenteuer uns heute schlaflos burchlesene Ilennoi*:;? ?._rc^nö ^omöbiantenblut aus dem Jungen Nächte unb atemlose Kinostunben bereiten! -r. ist reizvoll, den Werbegang bes Detektivs ' ’ ' r * 3U verfolgen. Dupin, William Legranb — er Wirtschaft Zenfuttermehl 12; Roggenfuttermehl Weizennachmehl 15,50; Weizennachi 11,50 bis 12.75; Weizennachmehl IVB 16,50 Mark (ruhig). Preußen ver- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse 5- 5: Banknoten. LZ Die Himer Öen Papieren angeführten Hi Die Der Seriin. 17.Januar An- un- 5,45 5.25 7.75 0,90 5,45 5,20 7,65 19,5 0,90 5,4 5,2 5,13 5,25 5,5 behauptet, dagegen Stadtanleihen überwiegend angeboten und bis 1 v. H. schwächer. Von Auslandsrenten gaben Anatolier 0,50 v. S)., Schweiz Auch am Aktienmarkt traten später verschiedentlich Abschwächungen ein, so gingen Farben um 0,75 v. $)., Reichsbank um 0,50 v. H. usw zurück, ferner kamen Kali Selzdetfurth 3,50 v. H., Südd. Zucker und Gesfürel je 1 o. $)., Conti Gummi 1,50 v. H. und Chadeaktien 2,50 Mk. niedriger zur Notiz. Reichsbank waren gegen Schluß wieder 0,75 fester. 19,75 0,825 5,3 5,1 5,13 5,25 5.5 *% Oesterrrtchtsche ©olbrente 4,20% Oesterreichische Sllberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 *Vi% deSgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anieihe behalt der Errichtung eines Zwangskartells zugestimmt haben, wird jetzt der endgültige Entwurf eines Zigarettenkartells dem Reichswirtschaftsminister vorgelegt. Betriebe bis 150 000 Mark Monats« Umsatz werden dem Kartell nicht angehören, da« i's h Fräulein Kläre Dreyer und Anny Stolte beteiligten sich bei den internationalen Schwimmwettkämpfen in Aarhus (Dänemark). Frl. Dreyer holte sich das 400-Meter-Brustschwimmen in 6,44 Minuten; konnte über 100 Meter allerdings nur den dritten Platz belegen. Frl. Stolte muhte sich über 100-Meter-Crawl und 100-Meter-Rücken ebenfalls mit undankbaren Plätzen begnügen. ♦ Die „Saskatoon Quäkers", die kanadische Eishockey-Mannschaft für die Weltmeisterschaftskämpfe in Mailand, siegten in ihrem dritten europäischen Gastspiel gegen die AJK. Stockholm nur ganz knapp mit 2:1. 11** o * CßS terial kaum herauskommt, war die Börse im Grunde genommen widerstandsfähig. Geschäft war vor allem in Reichsmark-Obligationen, die 0,50 bis 1 v. H. höher lagen. Rentenbank- Kreditanstalt 86,25, Rhein-Ellre-Union 81,50, 1951er Stahlverein 76,75, 1947er Stahlverein 75,50, Reichs- anleihen etwas fester, so späte Schuldbuchforderungen um 0,25 d. $)., mittlere um 0,40 v. H. Neubesitz um 5 Pf., nur Altbesitz 0,25 v. S). leichter. Am Aktienmarkt blieben Farbenindustrie gut gehalten, auch Scheideanstalt unverändert. Montanwerte lagen nur wenig verändert, zumeist etwas freundlicher, so Harpener und Mansfeld um je 0,50 v. H., Rheinstahl um 0,40 v. H. dagegen Mannesmann 1 v. H., Gelsenkirchen 0,75 v. H. schwächer. Am Elektromarkt setzten Siemens unverändert, Schuckert 0,75 v. H., Bekula 0,50 v. 5). höher, AEG. 0,25 v. 5)., Accumu- latoren 0,50 v. H. niedriger ein. Schiffahrtswerte waren eine Kleinigkeit gebessert. Im übrigen lagen Aktien außerordentlich still. Aku, L. Tietz und Holzmann gaben je 0,50 v. H. nach, Reichsbankanteile blieben gute behauptet. Dt. Linoleum gewannen 1,75 v. H. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille auf allen Märkten an. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz um weiter 0,75 v. H. auf 96,25 v. H., Neubesitz auf 18,20 zurück, nachdem letztere bis auf 18,40 nach 18,25 Im übrigen hielten sich die Kurse etwa auf fangsbasis. — Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. verändert. Abendbörfe: sehr ruhig. Auch die Abendbörfe lag ohne Anregung und harrte allgemein in Zurückhaltung, zumal vom Publikum nennenswerte Aufträge nicht vorlagen. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich und die Tendenz weiterhin recht widerstandsfähig. Einiges Interesse zeigte sich am A k t i e n m a r k t für IG. Farbenindustrie, die zunächst 0,50 v. H. gedrückt lagen, später aber etwas erholt waren. Dagegen gingen Accumulatoren um 1,50 v. H. zurück. 3m übrigen traten im Vergleich mit den Berliner Schlußkursen nur Veränderungen um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten ein. 3m Verlaufe blieb es sehr ruhig, und eine Besserung der Kurse trat nicht mehr ein. ^2 0 . 0« c Die deutschen HaNentenntsmeister- schäften vom 22. bis 28. Januar in Bremen haben eine ausgezeichnete Besetzung gefunden. Neben der besten deutschen Klasse werden auch die Franzosen Lesueur, Landry sowie Frau Adamoff und Frl. Barbier daran teilnehmen. Die vorjährige deutsche Hallenmeisterin Frl. Payot (Schweiz) mußte wegen Krankheit absagen. 1 »£& 'Xmerilanifdie Noten $8elgi|che Nölen...., Dänische Noten ... Englische Noten .... Französische Noten.. Holländische Noten .. Italienische Noten... • Die Kartell - Verhandlungen in der Zigarren-Jndustrie. Die Verhandlun- aen über die Kartellierung in der Zigarren-Jndustrie sind bisher noch nicht zum Abschluß gelangt. Bei der großen Anzahl der in Betracht kommenden Erzeuger mußte von vornherein mit langwierigen Verhandlungen gerechnet werden. Man nimmt in unterrichteten Kreisen an, daß es in Anbetracht dessen kaum möglich sein wird, zu einem freiwilligen, alle Erzeuger umfassenden Vertragsabschluß zu gelangen. Vielmehr rechnet man mit der Notwendigkeit, für den Rest der widerstrebenden Hersteller beim Reichswirtschafts - Ministerium den zwangsweisen Anschluß an das Kartell zu beantragen. Der Kartellierungsplan sieht neben der Schaffung einheitlicher Konditionen auch eine Kontingentierung der Produktion dergestalt vor, daß sich die Großbetriebe mit einer Einschränkung ihrer Erzeugung zugunsten der Mittel- und Kleinbetriebe einverstanden erklären sollen. Preismäßige Bindungen werden im Rahmen der Kartellverhandlungen nicht erstrebt. * Zigaretten- Kartell vorderErrich- tu n g. Da alle Zigarettenfabriken von über 150000 Mark Monatsumsatz dem Kartellvertrag unter Dorlauf: Kälber, Hammel und Schafe ruhtg, geräumt. Schweine schleppend, Ueberstand. Fleischgroßmarkt: Beschickung: 980 Viertel Rindfleisch, 163 ganze Kal, der, 62 ganze Hammel, 572 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 45 bis 50. Bullenfleisch 47 bis 50. Kuhfleisch II 35 bis 40, III 24 bis 30. Kalbfleisch II 60 bis 70, III 52 bis 60. Hammelfleisch 60 bis 65. Schweinefleisch I 65 bis 70. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes ruhig. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 18. Januar. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,90 RM., per Januar Bezirk 9 19,20, Bezirk 10 19,40, Bezirk 11 19,70 (ruhig); Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mann, heim) 17, per Januür Bezirk 9 16,40, Bezirk 8 16,10 (ruhig); Hafer (inländischer) 15 (stetig); Sommer» gerfte (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19 (stetig); Gerste (Pfälzer, Ausstichware über No. tiz) 18 bis 19; Futtergerste (inländische) 17,25 bis 17,50 (stetig): Mais (La Plata, im Sack) 19,50; Erd- nußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojaschrol (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14,50; Sesam, kuchen 17; Malzkeime 14,50; Rohmelasse 8,50; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack, ge. trocknet) 17,75; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 10; Steffenschnitzel 11,25; Wiesenheu (loses) 6,60 bis 6,70; Rotkleeheu 6,80 bis 7,20; Luzernekleeheu 8 bis 8,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2, Hafer. Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40 (fest); Weizen- mehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Januar 29,40, per Februar 29,70, per März 30 (ruhig); Weizenmehl (Spezial O, aus Jnlandweizen) per Ja- nuar 27,90, per Februar 28,20, per März 28,50 (ruhig); Roggenmehl (0/60 v. H., norddeutsches, prompt) 22,50 bis 24 (ruhig); Roggenmehl (füb- deutsches und pfälzisches, prompt) 23,25 bis 24,25 (ruhig); Weizenkleie (feine, mit Sack) 10,75, (grobe mit Sack) 11,25; Roggenkleie 10,50 bis 11,50; Wei. Am Rentenmarkt bestand kleines Interesse für deutsche Anleihen, von denen Altbesitz 0,13 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen ebenfalls 0,13 d. H. und Neubefitz um 5 Pf. anzogen. Am Markte der Reichsmark-Obligationen und Dollar-Bonds ging es sehr ruhig zu, und die Kurse konnten sich nur knapp behaupten. Rentenbank-Kreditanstalt 86,50 nach 87, Rhein-Elbe-Union 82 nach 82,25 bis 82,50, 1951er Stahlverein 76,25 nach 77, 6proz. Preußen 51 (unverändert). Von Stadtanleihen kamen 7proz. Stadt Frankfurt, nachdem sie heute mittag gestrichen Brief notierten, mit 85,25 nach 86,25 zur Notiz. Von Liquidationspfandbriefen bröckelten Rhein. Liquid, um 0,25 v. H. auf 92,50 v. H. ab. Arn Markte der Auslandsrenten ließen Anatolier erneut 0,25 v. H. nach, dagegen waren Schweiz. Bundesbahn-Anleihen bis etwa 1 v. H. erholt, 4proz. von 1912 137,25, ZV-rproz. do. 130,50. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 18,2250 bis 18,25, Altbesitz- anleihe 96,40, 6proz. Stahlverein-Bonds 70,25, Schutzgebietsanleihe 9,40, Reichsbank 167, Buderus 71,50, Gelsenkirchen 55,50, Harpener 84,50, Klöckner 56, Phönix 43,25, Rheinstahl 85,50 Stahlverein 36,75, Accumulatoren 171, Aku 41,25, Bekula 120,25, Bemberg 43, Chade 151, Daimler 34,75, Scheideanstalt 165, IG. Farben 124,25 bis 124,50, Goldschmidt 48,25, Holzmann 63,75, Metallgesellschaft 66, Rütgerswerke 50,75, Schuckert 101,50, Siemens 142, Reichsbahn-Vorzugsaktien 111,50. Frankfurter Schlachtviettnrarkt. Frankfurt a. M., 18. Jan. Auftrieb: 36 Rinder (gegen 40 am letzten Donnerstagmarkt), darunter 15 Ochsen, 3 Bullen, 9 Kühe und 9 Färsen. Kälber 1018 (1004), Schafe 194 (195), Schweine 1100 (775). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber 40 bis 42, 32 bis 39, 26 bis 31, 20 bis 25. Hämmel, Stallmast 29 bis 30, mittlere Mastlämmer 26 bis 28, geringere 24 bis 25. Schafe 25 bis 26, 22 bis 24, 19 bis 21. Schweine 46 bis 47, 45 bis 47, 44 bis 46, 42 bis 45. Im Vergleich mit den Preisen des letzten Donnerstag gaben Kälber 2 bis 4, Schweine 1 bis 2 Mark nach, Hämmel und Schafe blieben behauptet. Marktver- chen neue, angeblich schon fest abgeschlossene Kampfverträge auf. Aus Barcelona wird jetzt gemeldet, daß ein für den 1. April geplanter Kampf mit dem spanischen Exeuropameister P a o l i n o unterzeichnet worden ist, der im Stadion von Barcelona statt- finden soll. Das Dortmunder Sechstagerennen. Nach der Eröffnung des fünften Tagesabschnittes am Mittwochnachmittag ereignete sich in der Westfalenhalle nichts von Belang. Nur die Spurts der ersten Nachmittagswertung waren hart umkämpft. Als Sieger gingen Ehmer, Bogaert, Zims, Lohmann und Vopel über das Zielband. Bis zum zweiten Teil der Nachmittagswertung ging es dann wieder sehr ruhig zu. Nur in der zweiten Spurtserie, wo Dinale, Guimbretiere, Pützfeld, Ehmer und Vopel erste Plätze belegten, belebte sich das sonst monotone Rennen etwas. Im Gesamtstand gab es eine kleine Veränderung, da Zims-Küster vom vierten auf den zweiten Platz vorrücken konnten. Im Gesamtklassement führten weiterhin die Franzosen Broccardo-Guimbretiere, die zur Zeit nur noch bemüht sind, im Vorderfelde zu bleiben und so ihren Vorsprung zu behaupten. Kurze Sportnotizen. Der Reichssportführer-Ring wurde für den 23. Januar vom Reichssportführer nach Berlin zusammengerufen. Der Tagung wohnen auch die Gaubeauftragten des Reichssportführers bei, die bereits am Vortage eine besondere Sitzung abhalten. Am 23. Januar findet außerdem die ursprünglich für den 19. Januar vorgesehene Olympia- Kundgebung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes statt. * Einfuhrbewilligungen für französische Waren. Anträge auf Erteilung von Einfuhrbewilligungen für die auf Grund der Verordnung vom 12. Januar 1934 einfuhrverbotenen französischen Waren sind, nach Mitteilungen des Reichswirtschaftsministeriums, an den Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung — Abwicklungsstelle — Berlin W 9, Bellevuestraße 15, zu richten. Den Anträgen sind genaue Angaben über die Gesamtmenge (Brutto- und Zollnettogewicht) der vom Antragsteller im Jahre 1933 getätigten Einfuhren der betreffenden Ware, getrennt nach Nummern des statistischen Warenverzeichnisses, beizufügen. Die Angaben sind durch Zollquittungen oder auf andere einwandfreie Art zu belegen. Erforderlich sind ferner genaue Angaben über die Einfuhren in der Zeit vom 1. Januar 1934 bis zum Inkrafttreten des Einfuhrverbotes am 19. Januar 1934. Frankfurter Börse. Mttagsbörse: ruhig, widerstandsfähig. Frankfurt a. M., 18. Jan. Die Börse eröffnete mit sehr stillem Geschäft. Die Zurückhaltung des Publikums und der Kulisse hält weiter an, da die handelspolitischen Verhältnisse weiter ungeklärt sind. Das Kursniveau hielt sich im großen und ganzen auf den Schlußnotierungen der gestrigen Abendbörse. Immerhin bestand auf einigen Marktgebieten wieder beachtliche Nachfrage. Da gleichzeitig Ma- 653* . Kreis Wetzlar. 0 Krofdorf, 18. Jan. Die hiesige neugebdldete Ortsgruppe des Reichsluftfchutzbun- d e s weist durch intensive Werbearbeit bereits einen Mitgliederstand von 270 Ortsbewohnern auf; das sind mehr als 10 v. H. der Bevölkerung. Am Mittwochabend fand im Saale der Gastwirtschaft Moos eine öffentliche Versammlung über Luftschutz statt, zu der der Werberat Lehrer Praß mit einem Schülers prechchor unter Mitsührung eines großen Transparentes am Nachmittag in den Straßen des Ortes eingelaben und auf die Dringlichkeit der Inangriffnahme der Luftfchutzfragen hingewiesen hatte. Ortsgruppenleiter Apotheker Habich brachte in seiner Begrüßung seine Freude über den guten Besuch zum Ausdruck. Der Redner des Abends, Bürgermeister Dr. Hamm (Gießen), der Bezirksgruppenführer für Oberhessen des DLB., fand durch seine allgemein-verständlichen, sehr wertvollen Ausführungen dankbare Zuhörer. Ausgehend von der Entwicklung des Kriegsflugzeuges in gesteigerter Motorenstärke und Schießsicherheit, verbunden mit modernen Angriffsweilen, wies der Redner auf die hohe Luftrüstung unserer ehemaligen Gegner hin; Deutschland habe nichts dergleichen, fei aber dem Aktionsradius der feindlichen Flieger ausgesetzt, der so groß ist, daß jeder Ort in Deutschland als lüft- gefährdet angesehen werden kann. Dazu komme noch besondere Luftempfindlichkeit durch unsere dichte Be- siedlung. Nachdem der Redner eingehend über Brand-, Spreng- und Gasbomben gesprochen hatte, äußerte er sich über ibie Schutzmaßnahmen; nur passiver Luftschutz ist gestattet, der sich in einen staatlichen und Zivilen gliedert und an dem in erster Linie sich Feuerwehr, Sanitätswesen und Technische Nothilfe zu beteiligen haben. Für die Einrichtung von Luftschutzkellern gewährt das Reich bis 31. März Zuschüsse bis zu 50 v. H. der Unkosten, für die andere Hälfte mehrjährige Zinsvergütung, außerdem Steuererleichterungen. Statistiken und illustrierte Plakate ergänzten den Vortrag. Drtsgruypenleiter Habich dankte Dr. Hamm und wünschte, im Hinblick auf das Gehörte, daß die Maßnahmen des Reichsluft- schutzbundes in jedem Hause die nötige Beachtung fänden. 3 Groß-Rechtenbach, 18. Jan. Am Montag fand im Gasthaus „Zur Post" der erste diesjährige Schulungsabend des hiesigen Stützpunktes der NSDAP, statt, der gut besucht war. Nach kurzen Begrüßungsworten des Kassenwartes, Pg. Spieß, und Erstattung des Wochenberichtes durch Lehrer Knoche- Klein-Rechtenbach hielt Schulungsleiter Pg. Bürgermeister Dr. Ne u m a n n einen Vortrag über den Friedensvertrag von Versailles. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Gesang des ersten Verses des c _ ** *5 u u Mai •b: Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note,................. Ungarische Note,................ Für den diesjährigen Großen Preis von Hamburg wurden für insgesamt 33 Pferde Unterschriften abgegeben. Alle großen deutschen Ställe haben für diese mit 15 000 Mark ausgestattete Prüfung gemeldet. ♦ Die Amateureigenschaft ist dem Kölner Schwergewichtsboxer Doofen aberkannt worden, weil er bei einem Start in Lübeck finanzielle Ueberforberungen gestellt hatte. Da der liebergang zum Berufssport bis September gesperrt ist, kann sich Doosen bis dahin nicht mehr aktiv betätigen. befestigt war. Späte Schuldbuchforderungen fielen .« auf 94,13 nach 94,75 v. H. Stahlverein-Bonds wa- , „ , i- ren dagegen um insgesamt 0,75 v. H. fester, auch gegen siebt das Quotenfeld für größere Fabriken (Reichsmark-Anleihen waren später weiterhin merk- 6 d. H. Ausgleichsabgabe vor. lich höher. Der Pfandbriefmarkt lag uneinheitlich * m-t.—i««i-------tn- c----' und zeigte Abweichungen um 0,50 bis 1 v. H. Staats- und Länderanleihen weiter ruhig und etwas isssi 2^ Horst-Weffel-Liedes wurde der Schulungsabend geschloffen. — Auf dem hiesigen Standesamt wurden im Kalenderjahr 1933 beurkundet: 96 (90) Geburten, 62 (50) Heiraten und 54 (53) Sterbefälle. Die in Klammern gesetzten Zahlen stellen die Eintragungen des Kalenderjahres 1932 dar. Der Standesamtsbezirk umfaßt alle Gemeinden des Amtes Rechtenbach, mit Ausnahme der Gemeinden Niederkleen, Ebersgöns und Oberkleen. cZ Lützellinden, 18. Jan. Die kirchen- musikalische Veranstaltung des evangelischen Mädchenchores der Nachbargemeinde Klein-Linden in unserer Kirche erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Unter Leitung von Lehrer Rau brachte der dreistimmige Mädchenchor Kompositionen von K. Löw mit Orchester» und Klavierbegleitung vorzüglich zu Gehör. Der Ortsgeistliche dankte zum Schluß für die schöne Feierstunde, die in ihrer Art ein besonderes Ereignis für unsere Gemeinde war. — Im vergangenen Jahre wurden in unserer Kirchengemeinde 20 Kinder getauft, 8 Schüler konfirmiert, ; 10 Paare getraut und 14 Einwohner zu Grabe getragen. — Von der Kirchengemeindevertretung ist die innere Instandsetzung unseres Got- > teshaufes beschlossen worden. Die erheblichen Kosten der Neuherrichtung werden zum großen Teile durch freiwillige Spenden der Einwohner aufgebracht. Es find bis jetzt zu diesem Zwecke in unserer Gemeinde rund 750 Mark gezeichnet worden. Außerdem wird ein staatlicher Zuschuß zu den Instandsetzungskosten gewährt. * R e i s k i r ch e n, 19. Jan. Der 83jährige Land- wirt Karl Friedrich Stroh, der dieser Tage auf dem Glatteis unglücklich zu Fall gekommen mar, hatte einen Oberschenkelbruch erlitten und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Dutenhofen, 18.Jan. Die Freiwillige Sanitätskolonne in Verbindung mit der Freiwilligen Feuerwehr hatte heute um 1.30 Uhr Probealarm. In etwa zehn Minuten waren die Mitglieder beiiber Kolonnen zur Stelle. Die Freiwillige Sanitätskolonne hatte ihren Sammelplatz am Bahnhof Dutenhofen, während die Freiwillige Feuerwehr an ihrem Gerätehaus antrat Von hier rückte sie mit ihren Feuerlöschgeräten zur angegebenen Unfallstelle am Bahnhof. Trotz der späten Stunde hatten sich einige Zuschauer einge* funben, die dem Vorgang mit regem Interesse folgten. Es zeigte sich, daß die Kolonnen auch im Ernstfälle ihren Aufgaben gewachsen sind. Sprem undcn Der Redaktion. 11 30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr Sametafl nachmittag geschloffen enen Dividende an — Relchsdankdiskom 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Sranffun O.DL Berlin Schluß- kurS Schluß,. Abend- börit Schluß» kurS Schlußk. Mittag» börse Datum 17.1 18.1 17.1. 'S-'- 4% desgl. Serie II 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4H%Rumän.vereinh.ütenkev.i9i3 4% Rumänische vercinh. Rente .. Anatolier ........ Hamvurg-Amertka-Paket . o Hamburg-Südam. Dampfschiff O Hansa-Dampfschifs ...... o Norddeutscher Lloyd .......o A-G. für Verkehrswesen Akt. ,. o Berliner Hand-Iggesellschaft .. 4 Commerz» und Prioat-Bank 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 Dresdner Bant............. 0 Reichsbank ............... j2 A.S.G.................... o Bekula.................. ' Q Weih. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft . 5 Zellen & Guilleaume . 0 §^"!2.^^b^-Untemehmung. 5 Rheinische Elektrizität .... u 5 Schuckert L Co...... 6 Siemen« L Halske....... 7 Lahmeyer L Lo............. 10 Buderus .................. 0 Deutsch, (hbfll ............. 4 Gelsenkirchen«............. 0 Harpener 0 voesch Eisen—Kbln-Neuessen.. 0 Ilse Bergbau « Ilse Bergbau Genüsse........- Klöcknerwerke ........ 0 WanneSmann-Röbreu........ 0 5,5 4 6,5 3,45 27,25 28 29,5 63,5 88 48,75 54,25 60,5 167 26 120,25 91,5 98 52,25 87,25 91 100,5 141 109,5 71,5 101 56,5 85 107,65 56,5 59,5 5,5 4,025 6,5 3,45 26,5 28 29,5 61,5 87,5 48,5 54,5 60 167 25,75 120,25 91 99 52 87,75 101,5 142 109,9 71,5 100 55,5 84,5 107,65 56 58,9 3,40 26,75 28,25 24,5 29,4 62,65 87.75 49,25 55 60,5 166,9 26 120 90,5 98 52,5 87,25 91 100,75 141 71,75 100 56,5 85,5 64,75 107,5 56,5 58,5 3,9 6,25 3,30 26,5 28,13 24,75 29,5 61,4 88 48,5 54,5 60 166,5 26,13 120,25 90 98,5 51,5 87,13 89,5 100,5 142,5 110 71,4 99,5 55,5 84,5 65,25 107,5 56 58,25 ifrrcmriut U. Ml | »trwx Schluß- kurS Echlußk. Abend- Gchluß- kors Schlußk Mittag- börse börse Datum 17.1 18-1 I7»1 18.1 •% Deutsche Reichsanleihe v 1927 95,75 95 95 95,4 6% ehem.7°/«, Dl. Reichöanl. 0.1929 100,13 100,13 100,25 100,30 b¥i% D°ung»Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-AblöbSchuld mit 95,25 95,5 95,65 95,25 AuSlos.»Rechten 97,25 96,4 97,25 96,25 DeSgl. ohne AuSlos.»Rechte ..... 6% ebcm.8% Hess. Bolksstaat 1929 18,20 18,25 18,10 18,20 lrückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt 94,5 94,25 94,5 94,25 Gold R. 12 6!4% Hess LandeS^ypotbeken» bank Darmstadt Lioui 93 92,75 93 93 — 92,75 ■— —— vberhessen Provinz-Anleihe mit Auelos.-Rechten Deutsche Komm Cammelabl. An- 93,25 92,5 - - leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem 8% Franks Hyp.-Bank 96,65 96,4 96,80 96,25 Goldpfe 15 unkündbar vis 1935 <% ehem 7% Franks Hyo.-Bank Goldpfe 16 unkündbar bis 1936 93 93 — — 92,75 93 — — »&.% ehem *y,% Franks Hyp.» Bank-Liqu.-Pfandbriefe 91,75 92,13 — —V 6y,% ehem