z * NM ■F X ■ £ / ' i M 184. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger sur Oberhessen Nr. 24 Erstes Blatt_____ l«4- Jahrgang , Donnerstag, 18. Oktober 1934 Erscheint täglich, anher yr fconniaqs und feiertags JHHw M' -iwBhL Bo NW Annahme von rinzetgen Beilagen: Die Illustrierte f J| A k ▲ A ▲ El _ für die Mittagsnummer Gießener Familienblatter ■ W JEL 4 AO W jßk Xjk AA bisg'/^UHr des Vormittags BZ Illi Pk PIT Pi zIlKPInPr von einzelnen Nummern f\Er @ M MlM. infolge höherer Gewalt 1 LrmShigte Grundpreise: -WM General-Anzeiger für Oberhessen ZWM Postscheckkonto: e 1 1 gen, Bader-, Unterrichts- u. jjronifurt °m motn 11686 Prüft und Verlag: vrühl'sche UniverfilSts.vuch- und Steindruckerei R.Lange in Gieren. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M-ng«nabWüikStaff^8 Die neuen Gteuergefetze Der land und Südslawien noch weiter auszubauen. Ebenfalls im Sonderzuge trafen heute d i e und die türkische Abord- Görings Abstvg von Berlin i3 pflichtigen zum Staat handelt, zum Ausdruck, daß ebeuhinf Schnkt . Sie- W. iii~- toi ZWK en.., im Goiut wichtig- j d) a f t s ste u e r, soweit es sich um die unmittelbaren Abkömmlinge handelt. Bevölkerungspolitische Grundsätze dieser Art sind zwar von der Finanz- Wissenschaft schon früher gefordert worden, aber ihre Durchführung ist erst dem neuen Deutschland Vorbehalten geblieben. berti 'äste ab in statt. $s stehl Ergänz, Geräts iberturn- irten der e ausgs echtigtea iahnung weiter^ m Dient in einer ; Führer Wrttere Trauergäste in Velgrad. Belgrad, 17. Okt. (DNB.) Im Sonderzug traf heute vormittag der französische Präsident Lebrun in Belgrad ein. In seiner Begleitung befanden sich Marschall P e t a i n und die Kammerabordnung mit Le Trocguer und Paul-Boncour. Präsident Lebrun wurde am Bahnhof von sämtlichen Mitgliedern des Regentschaftsrates und der Regierung begrüßt. Nachdem er die Ehrenkompanie abgeschritten hatte, begab er sich mit Prinz Paul in den königlichen Palast. B l a s k o w i tz und Kapitän zur See, F r h r. von Harsdorf. und,- Öenoer. ge. gemeinsame Merkmale und Grundbegriffe geschaffen hat. Durch dieses Gesetz fallen auch die Zinsen für Steuerverzug und Steuer st un- dun g fort. Dafür wird aber mit Wirkung vom Frühjahr 1936 die Liste der säumigen Steuerzahler geschaffen, das sind solche, die im Fahre 1935 zwei Mal gemahnt werden mußten. In den neuen Steuergesetzen kommt, soweit es sich um das unmittelbare Verhältnis der Steuer- so klar wie möglich zu halten. Feder Steuerpflichtige sott sich selbst zurechtfinden, was sich durchaus er- dann, wenn der aeiamte Sfeiipr-* Bahnhof von dem südslawischen Außenminister Fes- titsch in Empfang genommen. Schließlich kamen in der südslawischen Hauptstadt im Laufe des Vormittags noch die italienische Abordnung mit dem Herzog von Spo- ein $ d flfl» chntt'A eroW auf mar $ ertnlik )U4' sb< H y 11 n" AA 9"> V/8® j si 6d)i(- nb (£. Ww. M; vaniez, Gingen, leto an der Spitze, die von Prinz Arsen und dem ersten Adjutanten des Königs empfangen wurde, sowie Prinz Cyrill von Bulgarien und der tschechoslowakische Generalstabschef General Sirooy an. Fn Belgrad weilt bereits König Carol von Rumänien. England ist durch Prinz Georg vertreten. Die Tschechoslowaken entsandten den Ministerpräsidenten Ma» l y p e t r und Außenminister B e n e s ch. Alle Staaten der Kleinen Entente und des Balkanblocks haben ihre Außenminister und teils auch ihre Kriegsminister entsandt. Frankreich ist neben Lebrun noch durch drei weitere Minister vertreten. Auf dem Hauptpostamt von Belgrad sind bisher über 30 000 telegraphische Beileidskundgebungen aus dem In- und Auslande eingelaufen. 300 000 Menschen zogen bis Mittwoch nachmittag an der Bahre des Königs vorbei. Südslawiens Bevölkerung huldigt dem toten Herrscher. Am Vortage der Beisetzung. DNB. Belgrad, 17. Okt. Bereits am Tage vor der Beisetzung des Königs Alexanders sind große Menschenmassen teils mit der Bahn, teils zu Schiff nach der Landeshauptstadt geströmt. Besonders stark sind die Bauern in ihren verschiedenartigen Nationaltrachten herbeigeeilt. Man sieht Montenegriner in ihren türkisblauen, reich verzierten Trachten, Dalmatiner mit schwarzroten Kappen, Kroaten mit breiten weißen Leinenhosen, Bosnier mit rotem Fez, musel- Göring begrüßt die südslawische Volksvertretung. Vertrauensvolle Aussprache mit dem Prinzen Paul. Fn der Skupschtina überbrachte Ministerpräsident Göring als Präsident des Deutschen Reichstages die schmerzliche Teilnahme der deutschen Volksvertretung an dem unersetzlichen Verlust, den das südslawische Königreich erlitten hat. Er betonte die guten Beziehungen zwischen Südslawien und Deutschland und wies auf den Handelsvertrag hin, der die Grundlage für den weiteren Ausbau dieser Beziehungen biete. Der Präsident der Skupschtina Dr. K u m a n u d i dankte ür die herzlichen Worte. Ein Abgeordneter, ein bosnischer Bauer in Nationaltracht, brachte spontan Hochrufe auf das neue Deutschland und den Ministerpräsidenten aus, in die alle Anwesenden Herzliche Ehrungen Görings in Belgrad. Oie deutschen Delegierten zur Trauerfeier für König Alexander sind Gegenstand großer Aufmerksamkeit der südslawischen Bevölkerung. die Maßnahmen, die z. B. für die Begünstigung 1 Bevorzugung, die auch ausgedehnt ist auf die Er b - mehrstufiger Betriebe in der Textilwirtschaft^^^'"...... r " '* * • • in Bezug auf die Umsatzsteuer getroffen sind. Wichtig ist auch, daß ein Steueranpassungsge- s e tz geschaffen wurde, das für alle Steuerarten Nach der Sicherung der Familie konnte die steuertechnische Entlastung der Wirtschaft um so wirksamer in Angriff genommen werden. Auch hier ist die Entlastung da angesetzt, wo der Druck am härtesten war, nämlich an Öen Gelenken der Wirtschaft. Die Umsatzsteuer ist gewiß eine Steuer, die einen sehr hohen Ertrag s- - - a, , .. „ bringt, die als solche neben der Einkommensteuer der neue -Staat mit allen Mitteln die Keimzelle auch das Rückgrat der Finanzpolitik bildet Aber eines Volkes, d i eFa m i l i e, sichern, schützen und f die Umsatzsteuer ist so, wie sie übernommen wurde, fordern will. Der Volksgenosse, der für eine Familie j eine rohe Steuer gewesen, die technischen Verbesse- zu sorgen hat, ist nicht mehr der Steuerpflichtige | rnnaen und Verfeinerungen an vielen Stellen zu- schlechthin, der einfach Kopfsteuern nach der Höhe gänglich war. Diese Verfeinerungen, die die Umsatz- seines Einkommens zu entrichten hat, er wird viel-1 steuer leicht und beweglich machen, die ihr das Ge- mehr vom Staat besonders beachtet und präge nehmen, die Gelenke der Wirtschaft abzu- unterstützt. Diese Unterstützung bemißt sich nach schnüren, sowie preissteigernd zu wirken, sind nun- der Zahl der Kinder, denn wenn ein Staat, wenn mehr vorgenommen worden. Weiter hat der neue ein Volk leben und gedeihen will, dann muß das Staat Mittel und Wege gefunden, um es der Wirt- Wachstum gesichert fein. Diese Sicherung j schäft möglich zu machen', den technischen Ap- wird nicht dadurch erreicht, daß mit mechanischer p a r a t allgemein zu überholen, wobei für Gleichmacherei Steuerabzüge für einzelne Kinder, diese Ueberholung Steuerentlastungen in großem gewährt werden, sondern hier muß der A u f b a u i Umfang zugestanden werden. Alle' diese Maßnaü- einer Familie nach der Kopfzahl, also > men haben den Steueraufbau vereinfacht zumal nach dem Wert für Volk und Staat Berücksichtigung Wert darauf gelegt worden ist, die Gesetze'sfprache finden. Wenn auch sogar die Gesamtheit opfern so klar wie möglich zu halten. Feder Steuerpflichtigs muß, um zahlenmäßig starke Familien sozial und sott sich selbst zurechtfinden, was sich durchaus er- wirtschaftlich zu sichern. Darüber hinaus trägt der reichen läßt, zumal dann, wenn der gesamte Steuer" Staat Sorge, daß die Familie sich sozial und finan- aufbau in gleicher Weise und in gleichem Sinne ziell sichern kann, um nicht nur für eine Geschlechter- durchgeführt wird. Dann aber ist die Steuer auch folge da zu sein, sondern auch für kommende keine Last, sondern der Beitrag für den Staat her Geschlechter. Darum erfahrt die Familie eine j Wohlfahrt und Gedeihen, Ordnung und Sicherheit Bevorzugung bei her Vermögens st euer, eine gewährleistet. ; 9 preußische Ministerpräsident General G ö begeistert einstimmten. Im Anschluß an den Emp- r l n g der vom Führer und Reichskanzler in dessen fang in der Skupschtina begab sich der Minister- Cigenschaft als Oberster Befehlshaber der Wehr- Präsident auf Einladung des Mitgliedes des Regent- mucht a l s S o n d e r d e v o l l m ä ch ti g t e r zu der fchaftsrats Prinz Paul ins Schloß D e d i n j e. Beisetzung des Königs Alexander nach Belgrad Er hatte dort mit dem Prinzen eine einftündige entsandt ist, flog bei trübem und regnerischen Unterredung. Der Ministerpräsident übermittelte i 00m Tempelhofer Flughafen nach Belgrad auch dem Prinzen die schmerzlichen Gefühle des > h Ministerpräsident Goring steuerte selbst die'Ma-; deutschen Volkes und der Wehrmacht anläßlich des schme, eine Ju 52, die „Manfred v. Richthofen". Fm ! Todes des Königs Alexander I. Prinz Paul dankte Flugzeug.has auch den riesigen mit Herr- für die besondere Aufmerksamkeit der Reichsregie- ttchen Blumen geschmückten Lorbeerkranz des! rung. Auf beiden Seiten wurde der Wunsch hervor- Fuhrers mitnahm, flogen die Generalleutnant gehoben, die guten Beziehungen zwischen Deutsch- Die finanzielle Lage des Reiches leidet noch immer unter den Folgen der ungünstigen Fahre, die eine schwebende Schuld von 22 00 Millionen R M. hinterlassen haben. Dazu tritt die neue Belastung, die das Reich auf sich nahm, um durch Steuergutscheine und A r - beitsbefchaffungsmaßnahmen die Wirtschaft zu beleben. Der starke Optimismus, mit dem die Regierung schon im vorigen Fahre darangegangen ist, durch Steuersenkungen und Steuervergünstigungen das Tempo der Wirtschaftsbelebung zu fördern, um im Verein mit den Arbeitsbeschaffungsprogrammen die Arbeitslosigkeit zurückzuwerfen, hat sich als gerechtfertigt erwiesen. Das Aufkommen an Steuern und Zöllen betrug im Fahre 1933 rund 8850 Millionen RM und man schätzt, daß diese Einnahmen trotz verschiedener Steuersenkungen im Fahre 1934 a u f rund zehn Milliarden st eigen werden. Darunter befindet sich als neue Steuer lediglich die S ch l a d) t ft e u e r, die vom Reiche für die Länder erhoben wird, also einen Durchgangsposten im Hauptbuch barftellt. Die zuversichtlichen Schätzungen für 1934 beruhen darauf, daß allein d i e er ft en sechs Monate eine Medrei n n a h m e an Zöllen und Steuern in Höhe won 4 0 0 Millionen R M. gebracht haben. Doch darf nicht übersehen werden, daß auch die Mehrausgaben des Reiches über den Vvran- | Wag hinaus gestiegen find, vor allem aber, L>aß ein erheblicher Teil der Steuereinnahmen den Ländern zufließt, die davon wieder den <9e- nri e i n b e n einen bestimmten Anteil zu überweisen chaben. So hat, wie Staatssekretär Fritz Relv- I) a r b t mitteilte, im September 1934 eine Mehr- Linnahme von 112 Millionen stattgefunben, wovon runb 50 Millionen an bie ßänber überwiesen wurden. Wenn es berechtigt ist, auch für bas Fahr 1935 mit einer weiteren Steigerung ber Reichs- sinnahmen zu rechnen, trotz ber Senkungen, bie bas Reichskabinett in biefen Tagen beschlossen hat, 1-0 liegt ber ©runb für biefe Hoffnung in ber Tatsache, baß es in ber Wirtschaft auch weiter aufwärts gehen wirb. Eine ganze Reihe Der Wirkungen ber Arbeitsbeschaffung wirb erst :n ber Folgezeit fühlbar werben. Das gilt insbesondere für den Steuerfiskus, der mit der Veranlagung meist erst nach Abschluß des Gefchäfts- Mhres beginnen kann. Andererseits werden die jetzt ! d-eschlosfenen Steuersenkungen nicht sämtlich im Hahre 1935 wirksam werden, sondern erst in dem darauffolgenden Fahre. Die Linie ber Steuerpolitik, ber wirtschaftlichen Belebung zu bienen, tritt erfreulicherweise auch in inigen ber neuen Steuergesetze zutage. Das gilt von ber Möglichkeit, kurzlebige Segen ft ä-n h e bes gewerblichen unb anbwirtschaftlichen Betriebes von : em Gewinne bes Jahres 1934 abzufchreiben. Diese Vergünstigung ist allen buchführenben Lanb- mirten unb buchführenben Gewerbetreibenben auch sur Anschaffungen ber verflossenen Monate zugebil- gt worben unb gilt für alle Ersatzbeschaffungen bis um Enbe bes Kalenderjahres. Als „kurzlebige Ge- teenftänbe" gelten solche, beren Nutzungsbauer im Betrieb in ber Regel fünf Fahre nicht übersteigt. I v»azu werben vor allem Büromaschinen, Fahrzeuge, Qerkzeuge, Transportfässer, Hotelgeschirr, Hoch- unb L iefbaumaschinen usw. gehören. Der Steuerpflichtige, ter jetzt noch bie Zeit zu Aufträgen biefer Art ausnutzt, lsrschafft sich einen Vorteil unb bient unmittelbar ter Arbeitsbeschaffung. Die Voraussetzung ist aller- t ngs, baß ber bestellte Gegenstanb bis zum Enbe tes Geschäftsjahres geliefert wirb. Ein zweiter wirtschaftlich bebeutfamer Punkt ber neuen Steuergesetze besteht in ber einheitlichen ^»eftfetzung der Umsatz st euer für den Bin- nengroß handel. Bisher waren solche Produkte, die der Großhandel an seine Kunden lieferte, ol) n e fie auf fein Lager zu nehmen, von d?r Umsatzsteuer befreit. Dagegen mußte der Groh- hvndel die Umsatzsteuer mit 2 v. H. (für Getreide u m. mit 1 v. H.) bezahlen, wenn bie Ware a u f Hin Lager genommen würbe. Daraus ergib sich bie Folge, baß ber Großhanbel geneigt ngar, nur bann Aufträge zu erteilen, wenn er ii r e s Weiterverkaufs sicher war, also Nicht gezwungen würbe, sie auf sein Lager zu neh- NLn unb zu versteuern. Die Aufträge an bie Jn- i bmftrie würben also nur stoßweise gegeben, was I) ufig zu einer Zusammenbrängung von Aufträgen jil)rte, benen nachher eine geschäftliche Stille folgen nufete. Das neue Umsatzsteuergesetz führte einen e nhei11ichen Steuersatz von Y? v. H. e n ohne Rücksicht barauf, ob bie Ware aiuf bas Lager genommen wirb ober nicht. J ‘-ü dieser erheblichen Senkung oerbinben bie in- htreffterten Wirtschaftskreise bie Erwartung, nun Hilf weite Sicht große Aufträge an bie Jnbustrie S“5611 3U können unb bamit einen neuen Beitrag pm Kampfe gegen bie Arbeitslosigkeit zu liefern. L’r Großhanbel ist ferner von ber Umsatzsteuer einiger Massengüter gänzlich befreit worben, so u. a. für Baumwolle, Wolle, Brennstoffe, Metalle, vlle, Düngemittel, Mehl, betreibe, Milch, Gemüse uiK) Kartoffeln. : Mn weiterer Grunbgebanke ber neuen Steuersätze liegt in ber Bevorzugung kinberrei- H" r Familien, steht also im Dienste ber Nationen Bevölkerungspolitik. Die Kinberermäßi- rngenbei ber Einkommen st euer inner- lib bestimmter Höchstgrenzen finb wesentlich er- 1 äb‘t worben. Sie betragen bei einem Kinb 15 v. H., 1 ?i zwei Kinbern 35 v. H., bei brei Kinbern 55 v. H., >i vier Kinbern 75 v. H., bei fünf Kinbern 95 o. H. ! i’" bei sechs Kinbern 100. Prozent ber Einkommen- ' et er. Wie gesagt, bleiben aber bestimmte Höchst- tuzen bestehen, sofern bas Einkommen 100 000 < 3M. nicht üderfchreitet. Auch diese Höchstgrenzen i inb wesentlich erhöht worben. Wichtig ist auch, baß Kinberermäßigungen bis jum 25. Lebensjahr jebes Kinbes gewährt werben, sofern es sich noch in berAusbilbung befinbet, auch außer- halb bes elterlichen Haushalts, unb baß ber Abzug für Hausgehilfinnen bestehen bleibt. Die B ü rgersteuer bleibt weiter bestehen bis jur enbgültigen «Steuerreform, bie mit bem Abschluß ber Reichsreform verknüpft werben soll. Eine Milbe r u n g ber Bürgersteuer soll aber insofern ein- ™™n'n-al5 Steuerpflichtige mit weniger als 2400 NM. Einkommen ihren Grunbbetrag für bie Bür- gerfteuer um je 2 RM. für das 2. unb jebes weitere Kinb ermäßigen bürfen. Bei Einkommen von 2400 RM. bis 12 000 RM. beträgt He Ermäßigung bes Grunbbetrages ber Bürgerteuer bes 2. unb 3. Kinbes 1 RM., für jebes weitere 2 RM. Ferner ist bei biefer Steuer bie Freigrenze von 120 auf 130 v. H. bes allgemeinen Wohlfahrtsunterftützungsfatzes erhöht worben. Fn bie gleiche Richtung ber bevölkerungspolitischen Steuerpolitik fällt bie Erhöhung ber Freigrenze für bie Erbschaftssteuer bei Kinbern unb Enkeln. Sie betrug bisher 5000 RM., fie soll in Zukunft 30000 RM. für bas Kind und 10 000 RM. für das Enkelkind betragen. Diese Beträge bleiben auf jeden Fall erbfdjaftsfteuerfrei, auch wenn de?> gesamte Erbschaftsbetrag die Freigrenze übersteigt. Bei der Vermögens ft euer betrug die Grenze bisher 20 000 RM., fie wird abgelöft durch Freibeträge, die bei einem Steuerpflichtigen, für feine Ehefrau unb feine minber- jährigen Kinber auf je 1 0 0 0 0 R M. festgesetzt ist. Das ist eine berjenigen Steuern, bie erst im folgenden Fahre wirksam werben können. Eine ganze Reihe weiterer steuerlicher Gesetze liegt gleichzeitig vor unb manches von ihnen wirb noch in ber Zukunft zu besprechen fein. Dazu gehören Bei feiner Ankunft auf dem Flugfeld in Sem- lin wurde Ministerpräsident Göring von- dem südslawischen Handelsminister Demetrowitsch und dem Kommandanten der südslawischen Luftstreitkräfte General Neditsch, dem nach Belgrad in außerordentlicher Mission entsandten Botschafter von Keller, dem deutschen Gesandten von Heeren, dem Militärattache bei der deutschen Gesandtschaft Oberst von Falkenhorst und einer großen Menschenmenge begrüßt. Fm Hafen wurde er vom Admixal der Donauflotte erwartet. Auf den Schiffen der Flotte war die Mannschaft zur Begrüßung angetreten. Bei der Ankunft im . •. . Belgrader Hafen erwies ihm eine Matrosenko-m- griechische ------ panie die Ehrenbezeugung. Hier hieß ihn auch der- "u n 9 ""^r Führung der Außenminister Rüschti Kriegsminister, General Milowanowitsch, £ V ,u™ Maxi mos em. Sie wurden auf dem willkommen. Gener-al Göring begab sich in das Hof- n """ Marschall amt, wo er sich in das Buch eintrug. Dann fuhr er zur deutschen Gesandtschaft. Am Abend legte General Göring an der Bahre des Königs zwei Kränze nieder, einen im Namen der deutschen Wehrmacht und einen in seinem eigenen Namen. Die Kranzschleife der Wehrmacht hat folgende Inschrift: „Fhrem einstigen heroischen Gegner in schmerzlicher Ergriffenheit die deutsche Wehrmacht." Nach der Kranzniederlegung besuchte General Göring den Präsidenten der Skupschtina. Im Prä- idium hatte sich auch eine große Anzahl von Abgeordneten eingefunden, die den Ministerpräsidenten auf das herzlichste begrüßte. Fn der Oeffentlichkeit wurde die -Ankunft Görings mit außerordentlicher Befriedigung aufgenommen. Bei den Erörterungen über die ausländischen Gäste wird sein Name vom Volk am häufigsten,genannt. Bei der Ankunft im Save-Hafen hörte man aus der Menschenmenge viele Rufe: „Heil Göring!" manische Priester und Mekka-Pllger mit weißen Tüchern um ihre Kopfbedeckung sowie S ü d s e r b e n mit breiten, reich bestickten Schärpen. Irr# des feinen Regens, der ununterbrochen niederrieselt, stehen die Menschen in langer Schlange, die kilometerweit bis in die Borstadt reicht, um an der Bahre des Königs vorbeiziehen zu können. Stark sind auch die Soldaten der fremden Militärabordnungen vertreten, die gruppenweise durch die Straßen ziehen. Im alten K ö n i g s p a l a st, wo Alexander aufgebahrt ist, häufen sich die Kränze, von denen bis zum Mittag schon über 2000 niedergelegt worden waren. Nur wenige Räume des alten Schlosses sind für den Präsidenten der französischen Republik freigehalten worden. Die übrigen Gemächer sind mit den Blumenspenden angefüllt. Man sieht unter ihnen die prächtigsten Gebinde aus dem Auslande und einfachste Laubgeflechte kleiner und kleinster Dörfer des Landes. Besonders auffallend ist die große Zahl der Dornen- kränze, die vom Landvolk ihrem toten König als letzte Grüße gesandt worden sind. Sie sollen den heldenhaften Leidensweg versinnbildlichen, den der Herrscher gegangen ist. Um Mitternacht wurde der Sarg in die griechisch-katholische Kathedrale gebracht, von der aus Donnerstagvormittag nach einem feierlichen Gottesdienst der Trauerzug fernen Anfang nehmen wird. Der Terrorist pofpifchil sagt aus DNB. P a r i s, 17. DEL Der Untersuchungsrichter in Marseille hat den einen der beiden von Anne- masse nach Marseille überführten Terroristen verhört. Dieser gab an, D o s p i s ch i l zu heißen uno am 9. Juni 1904 in Bukoniva bei Agram geboren zu sein. Bon Beruf sei er Zentralheizungsmonteur. Er gehöre der von Rechtsanwalt Ante P a w l e • witsch geleiteten kroatischen r e v o l u t j o - nären Organisation an,die die Unabhängig' feit Kroatiens erstrebe, lieber seine Einreise nach Frankreich und über seine Helfershelfer machte Pofpifchil die bereits bekannten Angaben, ohne daß er den Namen des bisher unbekannten „Delegierten" hätte nennen können, der die Der- schworenen geleitet und ihnen Anweisunaen hatte Zukommen lassen. Der Delegierte, der am 6. Oktober in einem Hotel in Paris abgestiegen fei, habe die Teilung der vier Verschwörer angeordnet. Zwei wurden nach Marseille gesandt, die beiden anderen blieben in Paris. Als Pospischil und sein Begleiter Raitsch in Paris von dem gelingen des Anschlages in Marseille Kenntnis erhielten, hätten sie über die Grenze flüchten wollen, seien aber verhaftet worden. Als der Untersuchungsrichter Pospischil über feine Einstellung zum Anschlag fragte, soll der Verhaftete in erregtem Tone geantwortet haben: „Ich hatte keine Ahnung, was ich in Paris hätte tun sollen, mein Begleiter ebensowenig. Menn ich aber gewußt hätte, daß ich den König hätte töten sollen, so würde ich vor dem Auftrag nicht zurückgeschreckt sein, sondern wäre den Befehlen der Organisation, der ich angehöre, nachgekommen." Auf die Frage, ob er einen Anwalt wünsche, erwiderte Pospischil: „Ich brauche keinen Anwalt. Ich werde übrigens den Anwalt annehmen, den mir d i e Organisation zur Unterstützung benennt." Danzig und Polen. Eine berliner Trauerfeier für König Mander. Berlin, 17.Okt. (DNB.) Die südslawische Gesandtschaft hatte zu einer Irauerfeier für König Alexander I. in die Mathai-Kirche 'M Tier- gärtenviertel geladen. In Stellv c r *r e J 9 des Führers und Reichskanzlers war der Chef der Präsidialkanzlei, Staatssekretär M e i ß- ner, erschienen. Ferner bemerkte man den ^tell- v e r't r e t e r d e s F ü h r e r s, Reichsmim er R u- dolf Heß, die Neichsmimster von Neurath, Seldte, Dr. S ch a ch t u n d K e r r l, den Reichs- leiter Alfred Rosenberg, die Staatssekretäre von Bülow und Dr. Lammers, den Stadtkommandanten von Berlin Generalmajor scha um- b u r a in Vertretung des Reichswehrmmlsters, die Botschafter von Frankreich, Großbritannien der Türkei und der Vereinigten Staaten sowie fast sämtliche in Berlin anwesenden Gesandten und Geschäftsträger. Die Kirche war schlicht mit Lorbeer ausgeschmuckt. Vor dem Altar stand das trauerumflorte Bild des verewigten Herrschers, gegenüber hing vom Chor herab die blauweißrote Fahne. Vor dem Bildnis des Königs zelebrierten der griechisch-orthodoxe Bischof T i ch o n und der griechische Archimandrit unter großer Assistenz in liturgischer Form da s Totenamt, unterstützt von dem Kirchenchor der rustischen Kathedrale „Zur Auferstehung Christi . Nach dem Trauergesang „Ewiges Gedenken" nahm der fud- slawische Gesandte Balugdschitsch om ZIus- gange der Kirche im Beisein des gesamten Personals der Gesandtschaft die Beileidsbezeugungen der Geistlichkeit, der Mitglieder der Reichsregierung und des Diplomatischen Korps entgegen. * Von den Beisetzungsfeierlichkeiten in 'fen« det der Deutfchlandfender am 18. Oktober in der Zeit von 21.30 bis 22 Uhr einen Hörbericht. Es werden Ausschnitte gegeben von der Trauerfeierlichkeit in der Belgrader Kat hed ra l e und von der Ueberführung nach der 82 Kilometer von Belgrad entfernt gelegenen Kirche von T o - p o l a. . Anläßlich der Beisetzung Sr. Majestät des> Königs Alexander flaggen am Donnerstag die ©ebauöe der Präsidialkanzlei, der Reichskanzlei, des Reichstags und sämtlicher Reichsministerien halbmast. V- W M MW I I WS Unser Bild zeigt Staatssekretär Meißner (vom auf dem Sessel) als Vertreter des Führers. In der ersten Reihe von rechts nach links: Reichsminister K e r r 1; der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß: Reichsarbeitsminister Seldte; der Leiter des Außenpolitischen Amtes Rosenberg; Reichsaußenminister Freiherr von Neurath. Hinter Seldte Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht. Jenseits des Ganges das Diplomatische Korps. Bleibt Frankreichs außenpolitischer Kurs im alten Gleis? KeineAendcrung in derPolitik der NSDAP. Danzig, 17. Okt. (DNB.) Der Gauleiter von Danzig, Staatsrat Forster, nimmt in der Danziger Presse zu einem Aufsatz der „Gazetta Polska" Stellung, der sich unter der Überschrift „M i t Polen — Gegen Polen" mit dem Verhältnis Danzigs zu Polen beschäftigt. Die „Gazetta Polska" hatte u. a. ousgeführt, daß sich in der Danziger NSDAP, zwei Richtungen gegenüberständen, von denen die eine das Danziger Statut als Unterlage einer Politik der Zusammenarbeit mit Polen anerkenne, die andere hingegen seine Revision fordere. Gegen diese Auffassung nimmt Gauleiter Forster Stellung. Er erinnert daran, daß er sich bereits bei der Machtübernahme zu einer Politik der Verständigung zwischen Danzig und Polen bekannt habe. Am 20. Juni 1933 habe er erklärt, es sei der Wille der NSDAP., aus dem Pulverfaß Danzig in friedlicher Zusammenarbeit mit Polen den Zündstoff zu entfernen. „Der Weg — so erklärt Forster weiter — den damals die Partei als einzig richtigen Weg erkannt hatte, und der von der Danziger Regierung beschritten worden ist, trug unbestreitbar zur Verständigung zwischen Danzig und Polen bei. Es hat in der ganzen Zwischenzeit nie Veranlassung bestanden, einen anderen W e g zu beschreiten, und die Partei trägt sich auch heute keineswegs mit dem Gedanken, diesen Weg zu verlassen. Staatsrat Forster stellt weiter fest, daß die Danziger NSDAP, niemals daran gedacht habe, eine Revision des Danziger Statuts herbeizuführen. Die Partei habe vielmehr wiederholt erklärt, daß sie die vom Völkerbund garantierte Danziger Verfassung sowie die bestehenden Verträge i n n e h a 11 en werde, wenn der andere Vertragspartner das gleiche tue. Die Partei habe außerdem stets ihre Bereitschaft zur w i r t- schaf11ichen Zusammenarbeit mit Polen und zur Bereinigung von Streitfragen durch unmittelbare Verhandlungen bekundet.'Keine Partei habe mehr dafür Sorge getragen, daß der innere Frieden in Danzig seinen Einzug gehalten habe und die Polen die ihnen zustehenden Rechte gewährleistet erhielten, als gerade die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. In der Danziger NSDAP, herrsche nur eine Ansicht, sie laute: „Alle Kraft der nationalsozialistischen Bewegung gehört der Erhaltung des schönen, alten deutschen Danzig, das mit Polen nach jeder Richtung hin in Frieden leben will." ♦ Gleichzeitig veröffentlicht Senatspräsident Dr. R a u s ch n i n g über angebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Partei- und Regierungsstellen in Danzig eine Erklärung, die olqenden Wortlaut hat: „Ich erkläre hiermit, daß alle in der letzten Zeit in der polnischen und sonstigen ausländischen Presse ausgestellten Behauptungen über einen Streit zwischen dem Gauleiter der NSDAP, in Danzig, Herrn Forster, und mir unrichtig sind. Wenn alle diese Zeitungen an meine schon seit längerer Zeit bestehende Krankheit diese Vermutung knüpfen, so ist daraus nur zu erkennen, daß Kräfte am Werk sind, die der sowohl von der Partei als auch von der Regierung gewollten und durchgeführten Verständigung mit Polen entgegenarbeiten." Laval will „Öen Frieden retten", fürchtet aber angeblich eine direkte Aussprache mit Deutschland. - Die Bomreise in Frage gestellt. pettinax ist beruhigt. Paris, 18. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Der Außenpolitiker des „Echo i>e Paris", Pertinax, hat sich durch ibie verschiedenen in Umlauf befindlichen Gerüchte über einen angeblichen Kurswechsel der französischen Außenpolitik unter der Leitung des neuen Außenministers Laval beunruhigt gefühlt und sich deshalb an die „zuständige Stelle" begeben, um einige Fragen zu stellen. Die Antworten haben ihn sichtlich beruhigt. Wie sie sich in seinem Kopf widerspiegeln, ist aus dem heutigen Leitartikel des „Echo de Paris' ersichtlich. Pertinax hat die Versicherung erhalten, daß die französische Außenpolitik so wie sie von Barthou bisher betrieben worden fei, nicht nur keine Aenderung erfahren, sondern im Gegenteil noch aktiviert werden solle. Es handele fiefy darum, den Frieden zu retten, und die Frage sei, ob man, um dieses Zieles willen, eine unmittelbare Verständigung m i t Deutschland suchen müsse. Dies erklärt er jedoch für ein hoffnungsloses Werk, das außerdem mit großen Gefahren verbunden fei. Das nationalsozialistische Regime bedeute ein Deutschland „in dauerndem Mobilisierungszustand". Um sich mit Deutschland verständigen zu können, müsse sich Frankreich zu der Erklärung bereitfinden, daß feine Interessen am Rhein aufhörten und daß Deutschland freie Hand in Mitteleuropa habe. Eine solche Politik würde aber die Isolierung Frankreichs bedeuten und es sei unschwer, sich die Folgen auszudenken. Ohne sich selbst zu verraten, könne Frankreich die Verbündeten nicht verraten. Mit der französisch-russischen Annäherung dürfe nicht länger gezögert werden. Selbst diejenigen, die einer solchen Annäherung nicht freundlich gegenüberstanden, könnten heute nicht mehr auf diesen Plan verzichten. Denn eine Abkehr Frankreichs von Sowjetrußland würde notgedrungen eine deutsch-russische Annäherung zur Folge haben. Es gehe deshalb darum, ein Abkommen abzuschließen, jedoch mit Vorsicht und Weitblick. Man könne z. B. auch für die Luftfahrt einen Modus für eine enge Zusammenarbeit finden. Was Italien angehe, so erlaubten es die augenblicklichen Umstände nicht, die beabsichtigte Romreise zu unternehmen. Die diplomatischen Verhandlungen würden aber mit um so größerer Energie fortgesetzt. Frankreich sei entschlossen, Italien in den afrikanischen Fragen gewisse Zugeständnisse zu machen, aber nur unter der Voraussetzung, daß Rom seine Be- z i e h u nge n zu den französischen Freunden in Mitteleuropa regele. Denn ohne eine solche Regelung könne Frankreich nicht mit Italien Zusammenarbeiten. Lebhafterer Außenhandel. Erste Erfolge der Umstellung der deutschen Handelspolitik. Die Ergebnisse der Außenhandels st ati st ik für den Monat September find in mehrfacher Hinsicht befriedigend. Sie lassen den Schluß Zu, daß die Schrumpfung des deutschen Außenhandels beendet ist. Wenn der Passiv- saldo des deutschen Außenhandels, der im Monat August noch 9 Millionen Mark betrug im September auf 2 Millionen Mark gesunken ist, so daß die Außenhandelsbilanz so gut wie ausgeglichen ist, so darf man das wohl als eine selbstverständliche und gewollte Auswirkung der deutschen Einfuhr- und Devisenpolitik ansehen. Ein Land, das über keine nennenswerten Gold- und Devisenreserven mehr verfügt, kann sich den Luxus einer passiven Handelsbilanz nicht mehr leisten. Denn womit soll es das Pafsivsaldo ausgleichen? Aber bedeutungsvoll und ein Anlaß zur Befriedigung ist die Tatsache, daß der notwendige und gewollte Ausgleich zwischen Einfuhr und Ausfuhr nicht, wie die Wirt- schaftspesfimisten befürchteten, auf einem tieferen, sondern im Gegenteil auf einem höheren Ni- d e a u erfolgt ist. Einfuhr und Ausfuhr weisen im Monat September eine beträchtliche Steigerung auf. Dabei hat sich aber dieAusfuhr in stärkerem Maße als die Einfuhr erhöht. Bei der Einfuhr hat sich das Bestreben, die Rohstoffimporte aus denjenigen Ländern, die ihrerseits wenig deutsche Waren aufnehmen, nach Möglichkeit einzuschränken, offenbar bereits in gewissem Maße ausgewirkt. Infolgedessen ist die Einfuhr aus den meisten überseeischen Ländern, insbesondere aus den Vereinigten Staaten, Niederländisch-Jndien, Bri- tisch-Jndien u. a. zurückgegangen. Eine Ausnahme bildet hier Argentinien, dessen Käufe deutscher Waren eine Zunahme aufweisen, und von dem daher Deutschland auf Grund der getroffenen Gegenseitigkeitsvereinbarungen Wolle, Leinsaat usw. in erhöhten Mengen bezogen hat. Eine Zunahme weisen ferner die deutschen F e r t i g w a r e n i m- porte aus einer Reihe europäischer I n - dustrieländer, so z. B. aus Frankreich, der Schweiz und Belgien-Luxemburg auf. Die deutsche Fertigwarenindustne ist infolgedessen von 63,7 Millionen Mark im August auf 74,8 Millionen Mark im September gestiegen. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um Mehrbezüge von Textilwaren (Baumwollwaren), Leder und Pelzwaren sowie Walzwerkserzeugnisse. Die Zunahme des Imports dieser Waren ist wohl teilweise jahreszeitlich begründet. Das. gleiche gilt für die E r h ö h u n g d e r Rohstoffeinfuhr um 4,9 auf 199,8 Millionen Mark. Hier fällt vor allem eine Mehreinfuhr von 4,3 Millionen Mark Blumenzwiebeln ins Gewicht, die alljährlich in dieser Jahreszeit zu erfolgen pflegt. Auch die starke Zunahme der Woll- einfuhr ist wohl auf jahreszeitliche Ursachen zu- rückzuführen. Ihr steht ein entsprechender Rückgang der Einfuhr von Baumwolle, Papierholz und anderer Rohstoffe gegenüber. Die Lebensmitteleinfuhr ist von 81,4 auf 75,5 Millionen Mark gesunken. Am stärksten haben die Obstimporte aus den Der« einigten Staaten abgenommen, ebenso die Einfuhren von Kaffee, Weizen usw. Dagegen hat Deutschland mehr Eier aus Dänemark und Bulgarien eingeführt. Ein Teil der Einfuhrsteigerungen steht tn eng- ftem Zusammenhang mit Vereinbarungen, Die Deutschland gleichzeitig eine erhöhte Ausfuhr nach den Vertragsländern gewährleisten. Wenn daher die deutsche Ausfuhr von 333,9 Millionen Mark im Monat August auf 350,3 Millionen Mark im Monat September, also um rund 5 v. H. gestiegen ist, so ist das zweifellos auch den Gegenseitigkeitsverträgen, die mit einer Reihe von Ländern auf Grund der neuen handelspolitischen Grundsätze abgeschlossen wurden, zu verdanken. Die Reichsregierung hat durch diese Abmachungen in erster Linie Oie deutsche F e r - tigwarenausfuhr au stärken versucht, weil sie am meisten der Arbeitsbeschaffung dient. Wieweit ihr das bereits gelungen ist, geht daraus hervor, daß die deutsche Fertigwarenausfuhr im Monat September um 15,7 auf 277,9 Millionen Mark gestiegen ist. Insbesondere konnten Textilfertigwaren, Eisenwaren, Pelzwaren, Kinderspielzeug und Maschinen in beträchtlich höheren Mengen ausgeführt werden. Dagegen weist allerdings der Export von Chemikalien und (wiederum aus jahreszeitlichen Gründen) von Kraftfahrzeugen einen Rückgang auf. Eine Besserung hat vor allem die deutsche Ausfuhr nach den Niederlanden, der Tschechoslowakei und Frankreich erfahren, während Italien weniger deutsche Waren als im August kaufte. Ferner haben von überseeischen Ländern China und, wie schon erwähnt, Argentinien mehr deutsche Waren bezogen, während der deutsche Export nach den Vereinigten Staaten weiter zurückging. Vergleicht man die Außenhandelsziffern mit denen des entsprechenden Dorjahrsmonats, io ergibt sich freilich noch immer eine Abnahme Der deutschen Ausfuhr um beinahe 20 v. H., während die Einfuhr etwas zugenommen hat. Aber man gewinnt trotzdem aus der näheren Betrachtung der neuesten Außenhandelsziffern den Eindruck, daß der Tiefstand der Entwicklung auch auf diesem Gebiets jetzt überschritten ist, und daß die Maßnahmen der Reichsregierung, die eine völlige Neuorientierung der deutschen Handelspolitik zum Ziel haben, im Begriffe sind, die Stellung Deutschlands im internationalen Warenaustausch wesentlich zu verbessern. Der von Deutschland erhobene grundsätzliche Anspruch auf Gegenseitigkeit von Leistung und Gegenleistung wird dazu führen, daß sich alle Länder, die künftig ihre Erzeugnisse nach Deutschland verkaufen wollen, genötigt sehen werden, auch ihrerseits deutsche Waren in entsprechend großen Mengen zu beziehen. Das Ergebnis wird dann nicht nur die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Einfuhr und Ausfuhr, fpndern auch eine Belebung des deutschen Außenhandels sein. Achtung! Gaarabstimmungsberechtigte! Berlin, 17. Off. (DBB.) Die nicht in die Abstimmungslisfen aufgenommenen Personen haben, soweit die Ablehnung durch den zuständigen Gemeindeausschuß.des Saargebiefe ihrer Meinung nach zu unrecht erfolgt ist, so- fort Einspruch gegen die Bichlausnahme einzulegen. Die'Frist hierzu läuft am 2 5. Oktober 19 3 4 ab. Die vorschriftsmäßigen weihen Formulare \^x das Elnfpruchsverfahren sind kostenlos durch die Ortsgruppen des Bundes der Saarvereine und durch deren Beauftragte erhältlich, die auch jede weitere Auskunft erteilen. Personen, die zwar in die Abstimmungslisten eingetragen sind, deren Eintragung aber Fehler aufweist (z. B. unrichtiges Geburtsdatum, Verstümmelung des Bor- und Zunamens und ähnliches) haben ebenfalls bis zum 25. Oktober 1 9 3 4 im Vege des Einspruchs Berichtigung zu beantragen. Die hierfür in Frage kommenden (grünen) Formulare find ebenfalls bei den obengenannten Stellen kostenlos zu haben. ©er Generaldirektor der pleßschen Unternehmungen in Kattowitz verhaftet Kattowitz, 17. Okt. (DNB.) Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Kattowitz wurde der Generaldirektor der Pleßschen Unternehmungen A. Iren- eget verhaftet. Er wird beschuldigt, in die Zwangsvoll st reckung bei den Pleßschen Betrieben dadurch hemmend eingegriffen zu haben, daß er her Pfändung unterliegende Gegenstände, die gerichtlicherseits der Zwangsvollstreckung zur Verfügung gestellt worden waren, beiseitegebracht hat. Weiter wird er beschuldigt, gewisse Gläubiger der Pleßschen Unternehmungen zum Schaden des polnischen Staates b e g ü n f t i g t zu haben. Dr. Trenczek wurde in das Kattowitzer Gerichtsgefängnis eingeliefert. Ein Winterhilfs-Aufruf des BeichS.nnenministerS. Berlin, 18. Okt. (DNB.) Reichsinnenminister Fr. Frick hat einen Aufruf an die Beamten, Singest eilten und Arbeiter im gesamten Reichsgebiet erlassen, in dem sie aufgefordert werden, sich am Winterhilfswerk zu beteiligen. „Für alle", so heißt es in dem Aufruf u. a., „die das Glück haben, in Arbeit und Brot zu stehen, muh es auch in dem kommenden Winter Ehrenpflicht sein, durch eigenes Opfer den Volksgenossen deizu stehen, die ohne Schuld schwere Not leide n." Der Minister empfiehlt den Beamten, Angestellten und Arbeitern, die sich an dem gegenwärtigen Winterhilfswerk monatlich mit einem gewissen Betrag beteiligen zu wollen, d i e für die Auszahlung der Dienstbezüge zuständigen Stellen zu ermächtigen, diesen Betrag von ihren Dienstbezügen einzubehalten und dem Winterhilfswerk zuzuführen. Die plätte des Amtes für Brisen, Wandern, Urlaub. Berlin, 17. Okt. en, zu töten. Kuba hat bie biplomatifchen Beziehungen mit leer Dominikanischen Repub l i k abgebrochen, ba bie Dominikanische Republik die Ausliefe- "ung bes borthin geflüchteten früheren kubanischen spräsibenten M a ch a b o abgelehnt hat. Zwecksparen. Berlin, 17. Oft. Anläßlich bes Banks üh° ' ^er-Schulungskurses an ber Universität Frankfurt a.M. führte ber Vertreter bes Führers »er Fachgruppe „Zwecksparunternehmungen", Dr. §ssers, Berlin, folgenbes aus: Der Gebanke bes Hemeinschaftssparens habe sich tatkräftig burchge- Ltzt, es gebe gegenwärtig mehr als 120 000 i egelmäßig zahlenbe Zwecksparer. Gelobe ber Mittelstanb sei am Zwecksparwesen inter« (Jfiert, bie Auszahlungen, bie von Dr. Friebrichs, tem ersten Direktor ber Bau- unb Bobenbank, mit M Millionen Reichsmark angegeben seien, seien zu i4 v. H. bem Hanbwerker unb Kleingewerbetreiben- i$n, zu 25 v. H. Angestellten unb Arbeitern, zu je 14 v. H. ben Beamten unb Lanbwirten, zu 9 v. H. i-en freien Berufen unb zu 4 v. H. übrigen Volksschichten zugeflossen. Man könne heute mit Recht ligen, baß 80 bis 90 v. H. ber Ausschüttungen reine Mittel st andskrebite feien. Ober» fier Grunbsatz sei bie Sicherheit ber Spareinlagen unb bie Gewährleistung einer pünktlichen Auszahlung. Heber diese wache der Reichs- beauftragte für Zwecksparunternehmungen, ber eine biktatorische Gewalt gegenüber ben Zwecksparunternehmungen besitzt. Die Zahl ber Zwecksparunternehmungen betrage gegenwärtig 80. Der Reichsbeauftragte habe seit ber Uebemahme bes Amtes in jebem Falle bie Belange ber Sparer unb die Belange ber Zwecksparunternehmungen mit wirtschaftlichem Weitblick gegeneinanber abgewogen. Es habe sich als richtig herausgestellt, baß bie Reichsregierung einen erfahrenen Wirtschaftler mit ber Leitung ber Behörbe beauftragt habe. Die noch junge Zwecksparbewegung fei in ihrer Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Tariffragen, Zuteilungsfragen, bie Frage ber Sicherheiten, bie Frage ber Zins- ober zinslosen Tarife seien noch im ftänbigen Fluß. Da bie Aufsichtsbe- hörbe aber nicht nur beaufsichtige, fonbern auch an ber Weiterentwicklung bes Zweckspargebankens m i t a r b e i t e, sei bie Gewähr bafür gegeben, baß bei absoluter Sicherheit ber Spargelber bie zweckmäßigste Form bes Gemeinschaftssparens gefunben werbe. Durch bie Einschaltung von Frembgelb, die bevorstehe, werde auch das Problem ber Warte- zeit gelöst, unb bamit würben bie Zwecksparunternehmungen in bie Lage versetzt, ihre Hauptaufgabe zu lösen, nämlich Kapital für ben Mittelstanb zur Entschuldung unb Kapitalbilbung bereitzuftellen. Gerabe bie Krebitehrlichkeit bes kleinen Krebitnehmers versetze bie Zwecksparunternehmungen in bie Lage, mit einem ganz geringen Risikozuschlag zu arbeiten. Statistisch sei fest- gestellt, baß 98 v. H. ber Tilgungsraten ohne jebe gerichtliche Zwangsmaßnahme eingekommen seien. Die Zwecksparunternehmungen wollten keine Konkurrenz ber herkömmlichen Kre- bit i n st i t u t e sein, fonbern solche Krebite geben, bie sowohl wegen ber niebrigen Höhe (Durchschnittssatz 1150 Mark) wie auch wegen ber mangelnben Sicherheiten ber Kleinsparer unb enblich wegen ber langen Laufzeit von ben herkömmlichen Krebitinstituten nicht gegeben werben konnten. Durch bewußte Pflege bes Personal-Kre- bites sei es ben Zwecksparunternehmungen immer mehr gesungen, in weiten Dolkskreisen Derstänbnis zu finben. Kunst und Wissenschaft. Generalmusikdirektor Karl Muck 75 Jahre alt. Generalmusikdirektor Dr. Karl Muck, einer der bekanntesten deutschen Wagner - Dirigenten, vollendet am 22. Oktober bas 7 5. Lebensjahr. Muck war erster Kapellmeister am Prager Deutschen Landestheater, dann von 1892 bis 1912 Kapellmeister ber Königlichen Oper in Berlin, dirigierte kurze Zeit bie Deutsche Oper in Lonbon, die Sinfonie-Konzerte in Boston und die Konzerte bes Wiener Hoftheaters. 1922 übernahm er die Leitung des Philharmonischen Orchesters in Hamburg. Als Dirigent der Bayreuther Festspiele hat er Weltruf erlangt. Die Reichsmusikkammer lagt in Darmstadt. Die erste Landestagung ber Reichs- mufiffammer in Hessen-Nassau begann im alten Palais in Darrnstabt. Lanbesrnusikerschafts- leiter Fichtrnüller (Darrnstabt) eröffnete bie Tagung mit einem herzlichen Willkommensgruß. Die Grüße ber Stabt übermittelte Oberbürgermeister Kreisleiter Wambolb. Jntenbant Fricke (Frankfurt) sprach im Namen bes bienstlich in Berlin weilenden Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, Glückwünsche aus. Präsidialrat Ihlert, Geschäftsführer der Reichsmusikkammer, hielt eine Rede, in der er bie gesetzlichen Grunb- lagen ber Reichsmusikkammer unb ihr jetzt zum Abschluß gekommenes organisatorisches Werk umriß. Dr. Jhlert unterstrich bie Bebeutung, bie bie beut« scheu Gemeinben im Kulturleben bes Reiches hätten. Deshalb fei bie Einsetzung ber Musikbeauftragten in allen größeren Gemeinden erfolgt, um regelnd, ratend und überwachend zu wirken. Unter keinen Umständen dürfte bie private Initiative im Musikleben ausgeschaltet werben. Im Gegenteil wolle man burch intensive Pflege ber Hausmusik zu einer Belebung im Konzertbesuch kommen. Im Musikleben ber Gaststätten werde ein grundlegender Wandel erfolgen, um ben Geschmack bes breiten Publikums zu verbessern. Der Rebner schloß mit bem Appell, bas große Werk ber Reichsmusikkammer zu unterstützen. Das Hessische Lanbes- theater gab zu Ehren ber Gäste Beethovens „Fi- belio" als Festvorstellung. Die Bayreuther Festspiele im Olympiajahr. Die Festspielverwaltung in Bayreuth gibt jetzt das Programm der Fe st spiele imOlympia- j a h r 1 9 3 6 bekannt. Die Spielzeit wurde wieder vom 20. Juli bis 22. August festgelegt. Im Spielplan sind neben einer zweimaligen Aufführung des Ringes der Nibelungen acht „Lohengrin"- und sechs „Parsival"-Aufführungen vorgesehen. „Oie 6 Bücher des Monats^ Oktober. Die Reichsschrifttumsstelle teilt mit: Die Liste ber „6 Bücher bes Monats" Gilbharbt (Oktober) trägt diesmal bem hohen politischen Interesse dieser Zeit Rechnung. Sie behanbelt insbeson- bere politische Themen, bereu Grundsätzlichkeit für bie gegenwärtige unb fernere Gestaltung unseres Vaterlaubes von Bedeutung ist. Bei dem großen Streben, bas allenthalben uns insbesondre jetzt roieber nach bem Parteitage unb ber gewaltigen Kundgebung ber deutschen Bauern für bie richtige Erkenntnis unb Verwirklichung ber fieitgebanfen bes Nationalsozialismus zutage tritt, werben gerabe biefe Bücher ein besouberes Echo finben. Denn es liegt ja im Wesen bes Deutschen, nicht nur zu hören und danach zu handeln, sondern bie Dinge geistig unb in ihrem Ursprung zu erfassen unb sich zu eigen zu machen. Dabei will bie neue Liste helfen unb bem politischen Stubium bes einzelnen, wie ber Schulung ber Gesamtheit, in gewohnter Weise ein zuverlässiger Wegweiser fein. Im einzelnen fetzt sich bie Liste ber „6 Bücher bes Monats" aus folgenben Büchern unb Schriften zusammen: Darre: Das Bauerntum als Lebensquell ber norbischen Rasse. — Dietrich: Mit Hitler in bie Macht. — Frank: Zur Geschichte bes Nationalsozialismus. — Fuchs: Heimkehr ins Dritte Reich. Eine farbige Schilberung ber großen Auslanbsreife bes Kreuzers „Köln". — R o - f e n b e r g : Das Wesensgefüge bes Nationalsozialismus. — Schulz: Jube unb Arbeiter. Enthüllungen über bie Drahtzieher unb Nutznießer ber beutschen Elenbsjahre. Aus aller Wett. Beugt Berg spendet zum deutschen Tvinterhilfswerk. Der bekannte schwedische Schriftsteller Bengt Berg spendete dem „W interhilsswerk des deutschen Volkes 1 9 3 4/35" den gesamten Erlös einer größeren Artikelreihe. Das bem WHW. zufließende Honorar beträgt mehrere tausend Mark. Diese Liebestat Bengt Bergs wird überall freudigen Widerhall finden, da sie im diesjährigen Winterhilfswerk des deutschen Volkes die erste bekannt gewordene Spende eines ausländischen Freundes Deutschlands darstellt. Tagung des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands. Zu Beginn der Tagung bes Reichsverbau b e s ber Zahnärzte Deutschlanbs in Berlin, bie unter bem Motto: „Der nationalsozialistische Zahnarzt" staub, ergriff ber Reichs- zahuärzteführer Dr. Stuck das Wort und gab einen Ueberblicf über die großen Aufgaben, die der deutschen Zahnärzteschaft im Aufbauprogramm eines nationalsozialistischen deutschen Volksgesundheits- dieustes erwachsen. Nachdem verschiedene Redner zu den Fragen des zahnärztlichen Volksgesundheitsdienstes Stellung genommen hatten, sprach Pg. Dr. Rehm, MdR., über die nationalsozialistische Schulung des deutschen Zahnarztes, die sich in eine Be- rufsstandesdienstpflicht im Referendarlager Hanns Kerrl nach bestandenem Staatsexamen unb in bie Schulung ber in ber Praxis steheuben Zahnärzte gliebert. Der Zahnarzt ber Zukunft hat in erster Linie bie nationalsozialistische Weltanschauung vor- zuleben, inbein er in wissenschaftlicher unb sittlicher Berufsausübuug Diener feines Volkes wirb. Vierter Internationaler Vuchdruckereibesiher- kongreß in Utrecht. In Utrecht (Hollanb) findet am 25. unb 26. Oktober ber vierte Internationale Buchbruckereibefitzer- Kongreß statt. An dem Kongreß nehmen die Buch- druckereibesitzervereiuigungeu der meisten europäischen Staaten teil, nämlich von Deutschland, Holland, England, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, Schweden, Norwegen, Estland, Ungarn und der Schweiz. Von außereuropäischen Staaten werden vertreten sein: die Vereinigten Staaten, Südafrika, Indien unb Australien. Mit bem Kongreß ist bie „Grat o", Ausstellung graphischer Maschinen unb Erzeugnisse ber ho l - länbi scheu Buchbruckerkunst, oerbunben. Die von bem Kongreß zu behanbelnben Fragen erstrecken sich auf bie Organisation unb Ausbilbung des Buchdruckernachwuchses, den internationalen Austausch von Jungbuchdruckern, auf bie Beachtung bes Preisniveaus, bie Einhaltung von Preistanfen sowie ben Schutz bestehenber Auftragsbestänbe, auf die technischen Fortschritte im Druckgewerbe, auf Lohn- und Manteltarifverträge sowie auf das Verhältnis zwischen den Lieferindustrien in den verschiedenen Ländern. Deutschland wird auf bem Kongreß durch den Deutschen Buchdrucker-Verein vertreten fein. Die deutsche Delegation besteht aus Frisch-Berlin, Oldenbourg-München, Dr. Vogtmann- Berlin und Hofrat Weber-Leipzig. „Gras Zeppelin" in Pernambuco. Das Luftschiff „Gras Zeppelin" ist am Dienstag um 21.35 Uhr in Pernambuco angenommen. Llly Beinhorn in Hollywood. Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn ist aus San Diego kommend in Hollywood eingetroffen. Es fängt an zu schneien. Durch ben frühen Schneefall würben beson- bers in Steiermark schwere Schöben an den Gartenanlagen sowie an den Obstkulturen und an Waldungen verursacht. Auch die Licht- und Telephonleitungen wurden an zahlreichen Stellen gestört. * Seit Mittwoch nacht herrscht überall in der Rhön starkes Schneetreiben, so daß auf dem Bergen überall eine Schneehöhe von 10 bis 15 Zentimeter gemessen wird. * In Rostock hat ber Winter ungewöhnlich frühzeitig begonnen. Seit Mittwoch vormittag herrscht lebhaftes Schneetreiben. Sturmschaden an der Ostfeeküste. Der plötzlich nach Norbosten umgesprungene Sturm hat bie Badeorte unb Fischerdörfer in der Swinemünber Bucht schwer heimgesucht. Am ge- fährlichsten war bie Lage am Streckelberg, ber sich bei Koserow in die See erstreckt. Die hochgehenden Wellen rissen am Fuße der Steilküste große Erd- massen hinweg, wodurch ber obere Teil bes Berges in Bewegung geriet unb abstÜ r z t e. In 40 Meter Höhe sinb große Risse entstanden, bie auch ein hart am Rande ber Steilküste gelegenes Hotel gefährden. In große Bedrängnis kamen bie Koserower Fischer, die zu nächtlicher Stunde ihre Boote bergen wollten. Da die Fischer allein gegen bie hochgehende See machtlos waren, würbe in ber Nacht die Feuerwehr gerufen. Mit vereinten Kräften konnten gegen Mit- ternacht sämtliche Boote in Sicherheit gebracht werben. Glücklicherweise hat ber Sturm keine Opfer an Menschenleben geforbert. In Albeck hat ber Sturm ten Fischern schwere Netzverluste gebracht. Nachts gingen bie Wellen bis an bve Düne. In Misdroy würbe durch Sturm und hochgehenbe See bie See- brürfe hart in Mitleidenschaft gezogen. Furchtbares Autounglück in der Mark. 6 Tote, 8 Schwerverletzte. An einem ungeschützten Bahnübergang an bet Slrerfe Treuenbriehen—Jülerborg in der Mark ereignete sich ein schweres Unglück. Als ein mit Arbeitern und Arbeiterinnen besetzter Lastkraftwagen mit Anhänger den Bahnübergang passieren wollte, erfolgte ein Z u f a m m e n st o ß mit dem Personenzug, der im gleichen Augenblick aus der Richtung Treuenbriehen kam. Der Anhänger des Lastkraftwagens wurde vom Zuge erfaßt und stürzte um. Sämtliche Insassen wurden herausgeschleudert. Eine Arbeiterin wurde vom Zuge überfahren und sofort getötet. Ein Arbeiter geriet unter die Maschine und wurde 60 bis 70 Meter weit mitgeschleifl; auch er war aus der Stelle tot. Bon den übrigen Insassen erlitten vier weitere gleichfalls tödliche Verletzungen, während außerdem acht Personen schwer und fünf leicht verletzt wurden. Bei ben Verunglückten handelt es sich um Arbeiter und Arbeiterinnen aus Potsdam und Rowawes. Deutscher Kraftwagen siegt in einem aufregenden Rennen in Südafrika. Der erste deutsche Autosieg nach bem Kriege auf afrikanischem Boben wirb aus Johannesburg gemelbet. A. S. buTort, ein Sohn bes bekannten Führers aus bem Burenkriege, gewann auf einem Trumpf-Sportwagen bas schwere Kimberley-Rennen über 160 Kilometer in 1:25,43 mit einem Stunbenmittel von 112,8 Kilometer gegen stärkste englische unb amerikanische Gegner. Das Rennen würbe bei tropischer Hitze unb fast sturm- artigen Wind auf einer ebenso krümmungsreichen wie staubbedeckten Strecke entschieden, wobei be sonders ein Bahnübergang mit einer dicht darauf folgenden Biegung äußerst gefährlich war. Die Wagen machten bei der Schienenüberquerung wahre Luftsprünge. Der deutsche Wagen sprang jedesmal 16 Meter weit, ehe er wieder mit den Rädern aufsetzte. Er ging bann in unoerminberter Geschwirr- bigfeit, ohne zu schleubern, in bie Biegung. Du Tort siegte mit über brei Minuten Vorsprung. Stürmischer Jubel umbrauste ben beliebtesten afrikanischen Rennfahrer, bem ber Sieg gleichzeitig bett Hobnett-Humphreys-Wanberpokal eintrug. Durch Unachtsamkeit eine Kirche eingeäschert. Die Kirche von Heukewalbe (Kreis Gera) ist bis auf bie Umfassungsmauern niebergebrannt. Vernichtet würbe bie gesamte Einrichtung, barunter bie Orgel, bie Glocken unb wertvolle Malereien, bie bie Kirche zu einem ber wertvollsten Bauwerke ber gesamten Umgebung gemacht hatten. Der Schaben dürfte sich auf etwa 50 000 Mark belaufen. Die Ursache bes Branbes bürste barin zu suchen sein, baß ber Kirchenbiener versuchte, im Glocken- stuhl Kehricht zu verbrennen. Als diefer nicht brannte, trat ber Kirchenbiener bie Glut aus. Ein zurückgebliebener Funke bürste bann ben Turm in Branb gesetzt haben. Ehe noch bie Feuerwehren wirksam eingreifen konnten, stürzte ber Turm über bem Kirchenbach zusammen unb vernichtete bas gesamte Bauwerk. An ber Branbstelle erschienen sechs Feuerwehren ber Umgebung mit zwei Motorspritzen, aber jebe Hilfe war vergebens. Das Bauwerk brannte vollkommen aus. Fünf blinde Passagiere im Marschau—Rom-Expreß. Auf dem Bahnhof von Leoben (Steiermark) wurden auf der Achse eines Pullman-Wagens des Warschau—Rom-Expresses fünf junge Polen ent» teckt, bie in Warschau heimlich diese gefährlichen Sitze eingenommen hatten. 27 Stunden lang saßen sie in zerlumpten Kleidern trotz der eisigen Kälte auf den Gestängen des Wagens. Die Burschen sind zwischen 13 und 18 Jahre alt. Sie erzählten, daß sie während der Fahrt furchtbar gelitten hätten, da in der Tschechoslowakei unb auf dem Semmering ber Schnee bereits hoch gelegen habe. Sie werden von den Behörden nach Warschau zurückgeschickt werben. Die Ehefrau aus Eifersucht erwürgt und aufgehängt. In Ludwigshafen erwürgte der erwerbslose etwa 4Ojährige Franz Phuelb feine in den 30er Jahren stehende Ehefrau unb hängte sie nachher auf, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Phuelb beging bie Tat aus Eifersucht, obwohl hierfür kein Grunb vorlag, ba bie Frau allgemein als korrekte unb burchaus anstänbige Ehefrau bekannt war. Der Mörder würbe verhaftet unb in bas Amtsgerichtsgesängnis eingeliefert. Wettervoraussage. Obwohl bie Storungstätigkeit infolge Luftdruckanstiegs von Südwesten her über Deutschland nachgelassen hat, kommt die Wechselhaftigkeit des Witterungscharakters noch nicht zum Stillstand. Ein kräftiges Tief rückt im Norden östlich vor und schneidet zunächst die Kaltluftzufuhr ab, wodurch auch bei uns Milderung eintritt. Mit der Zufuhr milderer Ozeanluft ist aber auch erneut Bewölkungsaufzug verbunden, der vereinzelt zu Niederschlägen führen wird. Aussichten für Freitag: Wechselndwolkig mit vorübergehender Aufheiterung, etwas milder, vereinzelte Niederschläge. Aussichten für Samstag: Weiterhin wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 18. Oktober: morgens 3,8 Grad. Maximum 6,6 Grad, Minimum 1,2 Grad. — ©rbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Oktober: abends 6,2 Grad; am 18. Oktober: morgens 5,4 Grad Celsius. — Niederschläge 7,5 mm. Hauplschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. NIVEA CREME *24 Möglichkeiten rechnen zu können, sollten wir uns .. cm . ' _ ... j, r TDurue ver vhut ,iu ömm5=.c/!UDau) ui*m ymiiiieici, .n-wi. uuerse3en”ärti9en' “* unferc 8,rthn9e '"j TM i“mt Junten? - bas ist nur noch der ®ü‘e meiner .Weise n°chU°n.„ ja,sie sogar Über- Di- nüchternste unb klarste Auskunft gibt uns hier dritte Teil der Unglückssälle wie bei den Ein- bis die Statistik. Erstaunt und erschreckt stellen wir j Fünfjährigen. Die Zahl der Verkehrsunfalle ist hier hier fest, daß schon die kleinsten Kinder — unter s ganz erheblich zuriickgegangen, narnlidj auf runb |crDen „ezeigi. xne ^rnmuerunq iau m .uuhuku einem Jahr — durch Unfälle bedroht sind. 368 dieser j 200 l"s9efa™t <3Ut$। atteL^ri^n Unfattarten, fmb beg Obstbauinspektors Metternich (Büdingen) kleinen Wesen starben durch Unfälle. Durch Verbru- schwach vertreten nur sterben immer noch auffallend - - - ..... ... -..... hen durch Ersticken durch Ertrinken und durch viele Knaben in diesem Alter durch Ertrinken. Wir lesen wohl in der Zeitung: ein Kind ist über-' stufe ist ganz besonders gefährdet, und es geschehen fahren worden, — ein anderes ist beim Spielen er-\ viel mehr Unfälle als im fpäteren Lebensalter oer trunken, — ein drittes hat sich gar mit kochendem Kinder. Rund 2100 Kinder verunglückten in diesem Wasser tödlich verbrüht. Wir denken, wie traurig Lebensalter, und zwar die meisten Zon ihnen o// das ist! Glücklicherweise kommt so etwas nicht so oft Knaben und 178 Mädchen — durch C r t r . vor, — und bei uns könnte es schon gar nicht pas-, Aber auch durch verbrühen sterben ch z h- sieren! reiche Kleinkinder. Daneben spielen in diese Alter Sind nun aber derartige Unglücksfälle wirklich so' die Verkehrsunfalle schon eine bedeutende Rolle 309. selten? Die Statistik belehrt uns, daß Kinder v i e l' Knaben und 170 Mädchen wurden 1E-Ä ft ä r f e r der Möglichkeit von Unfällen! Aber auch durch Sturz aus dem Fenster starben loO ausgesetzt sind, als wir annehmen möchten. In Kinder in einem Jahr. Deutschland hat zwar in den letzten Jahren die Ge- Auf der nächsten AltersstufeErwischen fünf und samtzahl der tödlichen Unfälle von Jahr zu Jahr ab- zehn Jahren sind zwar die U^°llmoglichkeiten — genommen, — gleichzeitig aber ist die Zahl der schon durch die Wege 3^r <5d) 9 fe L h ' Unfälle von Kindern gestiegen. Unter den. Aber gleichzeitig haben ^mbar die Kinder den 22 700 Menschen, die insgesamt durch Unfall gelernt, selbs aus Gesahren: zu achten In diesem sterben, waren 4400 Kinder, - das sind rund 20 Alter verunglückten nur ^O Kinder todlich Be^ v.H. aller Unfälle überhaupt! Diese Feststellung ders die Mädchen scheinen auf dieser Lebensstufe sollte uns nachdenklich stimmen. Geschieht denn nicht, verständiger 9eworden zu senii, denn bei ihnen ging alles, um die Kinder vor Unfällen zu bewahren? die Zahl der Unglucksfallevon rund 800. auf 3^0, Offenbar müßte noch viel mehr geschehen als bis-1 also um mehr als die Halste Zun-ck. In diesem Leher, — denn die meisten Unfälle der Kinder sind auf bensalter steht aber d e r V e r k e h r s u n f a l l ganz die Unachtsamkeit der E r w a ch s e n e n ! offe^^^ uroenutajes zu vieren, uen ’anjorueiuiiytn. u« «« zurückzuführen. Auch wir, die wir unsere Kinder so falle starben 386 Knaben und 5 'b^n’ ?u9r^ Obstbauinspektion Büdingen-Schotten gestellt hatte, wohl zu behüten glauben, sollten unsere Aufmerk- Ertrinken verunglückten^Zahlreiche Knaben mit 227 .......a- " samkeit noch mehr schärfen. Und um stets mit allen war ihre Zahl doppelt so hoch wie Wnh^n * Lang-Göns, 18. Oft. F'">r die Einmohner- schgst unseres Ortes, wie auch für die benachbarten Großen-Lindener ist es wichtig zu wissen, daß der bisher gefahrene Vormittags zug ab Lang- Göns 9.57 Ubr, ab Großen-Lindon 10.01 Uhr (an Gießen 10.08 Uhr) auch im Winterhalbjahr 193V35 in den Fahrplan aufaenommen ist. * Watzenborn-Steinberg, 17. Okt. Im Rahmen der Reichswerbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen", veranstaltete der hiesige Turnverein am Sonntag ein Werbetur- neu, mit dem das 9Jpr einsabturnen verbunden war 23efant)ere Bedeiltuna erhi"lt die Veranstaltung dimch die Anwesenheit des Kreisführers D a u p e r t (Wieseck), der in einer packenden Rede | und des Gutsbesitzers Fischer (Hof Zwiefalten), tag gingen in Großen-Buseck 83,20 RM., in Biuck- »yen, uulu.) «.qiiutH, .uulu, Li,........ — -----v _ ,f , . . . . . ... I Das Ergebnis mar günstig. Für besonders gute s hardsfelden 27,95 RM., in Oppenrod 15,80 RM. Stürze. Schon auf dieser Altersstufe sind die K n a -1 Alle diese Zahlen aber sprechen eine eindrinaliche $^are ^afeläpfel in 1. und 2. Qualität sortiert)! ein. Jnsaesamt konnten an das Winterhilfswerk ben stets mehrgefährdetals die Ma d - Sprache; sie rufen Vater und vor allem Muttern wuröe öer 3U Salms-Laubachschen Gärtnerei, 165,05 RM. abgeliefert werden. — Die D i ck w u r z- -c - rs.... j. r . • ll s»: . 11 v, ((UX». I i ri Pn»kot nt£> 'Hf nhnif HIP i niHPT TI nm nrntn 11HPF 2)1 - — . . ' __ < • r. • r nx ..ft _ r_____v -L cs* Schwarzer Jäger Johanna mit der großen Besetzung: 6069 C Marianne Hoppe I Paul Hartmann Dazu: Erstklassiges Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche • Täglich 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr e Telephon 4077 Major Kortes, der große Patriot organisiert als Führer des Schwarzen Korps die Erhebung gegen Napoleon Heute Donnerstag bis Sonntag: Wieder ein Ereignis das von allen Gießenern mit Spannung erwartet wird nach dem Roman der Berliner Jil. von Georg von der Vring Johanna Luerssen ein Heldenmädchen reitet gegen Napoleon Dr. Forst - Napoleons Spion hat in der Erhebung von 1809 seine Hände hüben und drüben im Spiel Gustaf Gründgens l?6A und zum Bauen BberiMim IAstorie-Llchtspiele gj Von heute Donnerstag bis Sonntag W Tom Keene in dem spannenden Wild-Westfilm Der Kampf um Recht (Dar Rächer) D 6068 C Ä WW Vorher: Großes Beiprogramm und Ton-Woche B8 H täglich 4, 8.30 Uhr, Ssnntags 3, 5.30, 8.30 Uhr fi Mädchen 15 16 Jahre, täglich bis nach dem Spülen, gesucht. Borzustellen Ludwigstr. 38 v. 10-12 Uhr. C5031 Keine Ursprungs Zeugnisse, ondern nur Zeugnis abjchrlsien dem Be werbungsichreibenbei legen I — Lichtbiidei undBewerbungöunler lapen müijen zur Ver Meldung von Verlusten auf der >Nüd Lärm und bringt Hände und Arme, den ganzen «Oberkörper des Mannes in heftiges Schüttern und 'Zittern. Fast unsichtbar riefelt unter ihm ein feiner, für die Lungen gefährlicher Staub weg, den uns der Steiger mit der 'Hand auffing. Er ist gelblich, sägemehlartig, nur unendlich zermalmter und fliegend wie Blütenstaub. Neuere Bohrhämmer versuchen, durch Wasserzuführung die verderbliche Staubbildung zu verhüten. Solange wir sprechen, mußte der Mann, damit wir uns verstehen formten, die Arbeit einstellen. Ein Oelkännchen, das wie ein kleines Sprachrohr geformt am Boden lag, interessierte uns, da es in keiner Stellung auch nur einen Tropfen hergibt, wenn man den Mechanismus nicht kennt. Nicht minder mühsam als der Aufstieg war der Abstieg über die Steigeleitern Als wir wieder am Förderschacht waren, hörten wir in der Tiefe Sprengschüsse, und der Steiger forderte einen Fördcrkorb an der mit uns im Nu auf 485 Meter Tiefe hinabsauste. Ein mächtiges, baumdickes Ventilationsrohr führte in die Strecke hinein und saugte die von Sprengstaub geschwan- I gerte Luft auf. Aber es umhüllte uns noch immer ein gelber Nebel, als wir „vor Ort" an der Sprengstelle anlangten. Die beiden Bergmänner waren beim „Verschaffen", das heißt, nur einer von chnen darf nach dem Verhallen der Schüsse das noch hängengebliebene lockere Gestein niederreißen, da die Gefahr, von einem niederpolternden Block getroffen zu werden, nicht gering ist. Die Situation war besonders brenzlich, da nach Angabe der Männer der eine Schuß nicht losgegangen fei. Sterne. Beim Rückmarsch atmeten wir schon völlig staubfreie Luft. Hinter einer Streckenkreuzung, wo das Gewölbe sich ausweitete, standen an der Wand in einer Reihe die kuriosen Liegestühle der Bergleute, wo sie bei Halbschicht zu rasten pflegen. Es sind etwa fußhohe, leere umgestülpte Munitionskisten, nahe an die Wand gerückt, so daß der dahinter aufgestellte Deckel eine schräge Lehne bildet. Ihr ..Sofa" nennen mit leisem Humor die sonst so ernsten Männer mit den bleichen hageren Gesichtern diese Ruhegelegenheit. Zwei von ihnen bestiegen mit uns den Förderkorb, der uns — jetzt nicht schnell genug, der düsteren Unterwelt entriß. Als wir den Ausgangsstollen verließen, war es inzwischen auch über Tag Nacht geworden. Aber frische Luft wehte uns an. Das Herbstlaub roch. Und wie Schwimmer sich m die erquickenden Fluten stürzen, so sogen unsere Körper sich gierig voll der herrlichen Himmelsgabe. Rasch bliesen wir die Grubenlampen aus und nahmen in der Steigerstube die letzte Uebertagoerroanblung vor. Wie tat das Wasser Gesicht und Händen wohl. Von den schweren Schuhen befreit, traten wir leichten Schritts auf die glatte Landstratze Wie eine Liebkosung spürten wir den Wind im Haar. Und Sterne grüßten uns. und unsere Augen grüßten freudig wieder. Sterne, immer mehr Sterne. Gintritt frei! gez.: Hainbach, stellv. Kreisamtsleiter gez.: Kloß, Kreisamtsleiter Bür- 3um SO Todestag von Karl Hillebrand. eine 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten! eit entstammen, neue Arbeit bitten, gnädiges Fräulein? ,Du hörst doch nicht schwer, Udo!" .Deine Sekretärin? Heiliger Bim! Wenn da deine offen, was sie denkt. Und ob's wirklich stimmt, weiß Si- tun wie das von ein Es waren zwei große Tränen langsam die schmalen Wangen heruntergerieselt. Käthe wischte sie «schnell fort, «schämte sich, setzte sich still ans Fenster an den kleinen Tisch, auf dem die Schreibmaschine stand, und wartete, was er sagen würde. man ja auch noch lange nicht. — Die beiden Inspektoren verließen die Stube. Grüßend, sehr höflich. Und Arndt von Berken blickte Das ist doch der blonde Filmnachwuchs!" „Ist er — jawohl!" „Seit wann werden bei euch in Berkenhofen Filme gedreht?" „Sie ist meine Sekretärin!" „Was?" „Wie gesagt, nur ein paar Tage, dann wird's gemütlicher. Ich werde das Bureau drüben einrichten. Es ist da ein nettes, kleines Zimmer, das nie benutzt wird. Ich habe hier einige Briefe zu diktieren. Wir können anfangen. Ach so, Fischer, was wollen Sie noch?" Der jüngere Inspektor hatte dagestanden, hatte immerzu auf Käthe Randolf gesehen. Inspektor Graf jrnr auch wieder eingetreten. ihnen nach. Ganz genau wußte er, was jeder den beiden dachte. Und in seine Augen kam Grübeln. Hatte er das Mädelchen in eine verfängliche tuation gebracht? Wieso? Käthe Randolf stand drüben im Schloß unter dem Schutz Brigittes! Das gnügte. Brigitte würde aufpaffen. Sie hielt zu ihm durch dick und dünn. Mt Bemerkungen mochte ihr ja keiner in die Quere kommen; der konnte etwas erleben. „Ja, also wir fangen an. Hier ist Papier. Drüben in Ihrem eigentlichen Arbeitszimmer richten Sie sich alles handlicher ein. Hier ist nun mal noch das Reich Ihrer Vorgängerin. Also, es muß einstweilen gehen." Und Arndt, wartete noch ein Weilchen, dann aber diktierte er. Und als die ersten zwei Briefe fertig waren, bei denen er übrigens Rücksicht genommen und langsam diktiert hatte, da betrachtete er unauffällig den gesenkten blonden Mädchenkops. Ganz kühl und kritisch betrachtete er das goldig schimmernde davon, ihr leicht zunickend. Draußen auf dem Hose hörte sie ihn mit irgend jemand sprechen. Kurz, befehlend. Und es war doch immer die schöne, tiefe Stimme, die sie so sehr liebte. Käthe arbeitete! Blickte nicht mehr auf. Schrieb und schrieb. War bald genug mit den Briefen fertig, blickte unschlüssig vor sich hin. Er hatte ihr nicht I gesagt, wo sie die Briefe hinbringen sollte. Ob sie unangenehm das wäre! Sie dankte ihm und schlüpfte schnell an ihm vorbei. Und jetzt j^on war sie Arndt von Berken unendlich dar \afür, daß er sie drüben im Schloß in einem geschützten Zimmer arbeiten lassen wollte. Denn sie wußte nicht, wie sie sich dann benehmen sollte. Grob durfte sie doch ganz gewiß zu einem Inspektor nicht sein. Und vielleicht wäre hier in dieses Bureau doch dieser oder jener von den anderen Leuten, die hier auf dem Wirtschaftshofe zu hatten, gekommen. Käthe ging über den Hof. Und da sah sie, Herr von Berken drüben durch das Hoftor ritt. Wie schön er zu Pferde sah! Und wie wild Pferd ausgriff! „Natürlich bin ich gern gekommen. Nach Elses Heimat fahre ich erst in drei Wochen. Da wird Der- lobung gefeiert. Die Mama hält auf alte gute Sitten, und es ist gut so. Es ist sehr gut, daß es noch Mamas gibt, die der guten alten Zl " und die nicht noch mit sechzig Jahren an Schlittschuhkonkurrenzen teilnehmen. Ja, aber Freund meines Herzens, hab' ich da eigentlich recht gesehen? Wen hast du dir denn da mitgebracht aus Berlin? Schon nach drei Wochen war es Käthe, als fci sie nie von hier weg gewesen. Ganz und gar eingelebt hatte sie sich. Und wenn sie am Abend noch ein Stückchen in den Park ging, dann dachte sie: Wie schön ist Arndt von Berkens Heimat! Wenn ich doch nie wieder hier fort brauchte! Wenn ich doch immer hier bei ihm und seiner Schwester bleiben dürste! Er blickte sie unschlüssig an, sah sich unbehaglich! in dem kahlen Raum und meinte dann: Wenn — er stürzte? Käthes linke Hand griff nach dem Herzen. „Ich könnte es nicht ertragen, wenn ihm etwas zustieße. Schütze ihn, lieber Gott!" Käthe ging schnell zum Schloß hinüber. Arndt von Berken aber jagte weiter. Immer weiter. Der wilde Ritt tat ihm wohl. Käthe aber meldete sich bei Brigitte. Die sah ein bißchen erstaunt auf. Sie saß am Fenst*"- und hatte eine große Brille auf. Sie hatte ein dickes Buch auf dem Schoß liegen und schrieb da etwas hinein. „Sie wünschen, Fräulein Randolf?" Es klang sehr freundlich. Käthe sagte: Schwester Brigitte dahinter kommt, gibt's was!" „Sag' mal, was denkst du dir denn eigentlich?" Der andere sah ihn starr an, bann lachte er. „Hör' mit Lachen auf! Du denkst nämlich falsch! Brigitte ist vollkommen mit dem Hievsein der kleinen Randolf einoerftanben. Das heißt also so viel, daß Brigitte alles weiß unb mir dennoch vertraut." „Wundervoll umschrieben! Ist* die kleine FM' schönheit deine Geliebte — ober ist sie es nicht?" „Nein!" „Brülle mich doch nicht so an! Was sind das denn eigentlich für Moden? Erst wird man freundlich eingelaben, unb bann wirb man angebrüllt. Ich reise ab!" „Udo, sei endlich vernünftig. Ich habe die Kleine lediglich aus einem gefährlichen Beruf herausneh- men wollen. Unb sie wollte auch gern heraus. Sie war nämlich nur eine kleine Filmkomparsin — verstehst du? Unb sie hatte selber die Sehnsucht, ihren richtigen Beruf mieber ausüben zu können. Sie ist kaufmännisch ausgedilbet." „Ist bas bie Möglichkeit! Wer soll dir das denn glauben?" ,^Ich lüge nicht." „Gewiß nicht. Sonst nie! Das geb' ich zu. Don dir braucht man nie bas große Ehrenwort unb so zu verlangen. Dir hat man auch so zu glauben. Aber ich meine, wenn es sich um so ein kleines Mädel handelt, schwindelst du vielleicht doch?" „Mit dir ist nicht zu reden." (Fortsetzung folgt!) „Ja, gnädiger Herr — bas ist so eine Sache. Ich schreib' ba lieber doch mit ber Hanb." „Dann bleibt's babei. Die Herren machen mir Ihre Abrechnungen hier fertig, unb drüben wird bann alles geprüft." Kurt Fischer, der jüngere Inspektor, blickte miß- sprochen hatte. Dann waren die Briefe fertig. Er blickte noch ein Weilchen auf den blonden Mädchenkopf, und dann chcn, haben alle Amtsleiter der NSD. unb die germeifter des Kreises Gießen teilzunehmen. Erscheinen i st Pflicht!! Heil Hitler! K l ö ß, Kreisamtsleiter. H a i n d a ch , stellv. Kreisamtsleiter. Käthe Randolf lächelte schwach. Und er dachte: Was für hübsche weiße Zähne sie hat? Dann ging er troffen, um Brot für die notleidenden Volksgenossen zu sammeln. Nun warten die kleinen schwarzbraunen Pimpfe daraus, losstürmen zu dürfen unb recht viele Brote dem Jungzugführer zu bringen. Laßt sie nicht an euren Türen stehen unb vergeblich bitten! Es geht hier nicht nur barum, Not zu Hubern. Der Führer unb Reichskanzler Adolf Hitler hat gerabe für biese Aktion ganz bewußt die Iugenb eingesetzt. Er*will besonbers die Iugenb als bie fommenbe Generation unb Trägerin des nationalsozialistischen Gedankengutes zur Volksgemeinschaft erziehen. Wir ältere Generation wollen die Jugend aber schon jetzt Volksgemeinschaft, bas heißt ben Einsatz bes einen für ben anbern erleben lassen, benn die Jugend glaubt an uns. Wir wollen diesen Glauben nicht zu schänden werden lassen und durch die Tat beweisen: „Wir gehen mit, Wir wollen nicht stehn, Wir wollen keinen hungernden Bruder mehr sehn, Seine Not ist auch unsre, Da komme, was mag, Das gebe ihm Licht auch im dunkelsten Tag." ASOAp. - Amt für Volkswohlfahrt. Kreisamtsleitung Gießen. An alle Ortsgruppen-, Stützpunkt-, Zellen- unb Blockamtsleiter ber NSD., sowie Bürgermeister bes Kreises Gießen. würbe am 17. September 1829 geboren Carl Hillebranb, hervorragend» als Philosoph, Gelehrter unb Schriftsteller, gestorben in Florenz am 19. Oktober 1884." Ferner würbe nach ben beiben Hillebrands (Vater und Sohn) die Hillebrand st raße benannt. Daten für Donnerstag, 18. Oktober. Eröffnungsfeier des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes 1934-35 Kreis Gießen Am Freitag, dem 19. Oktober 1934, abends 8 llhr, findet in »er Volks- Halle zu Gießen die feierliche Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934/35 ftatt, wozu alle Volksgenossen des Kreises Gießen eingeladen sind. Redner: pg. Klostermann Gaubeaufiragter des WHW. pg. Haug Zu dieser Veranstaltung werden insbesondere die Hilfsbedürftigen der Stadt Gießen und der näheren Umgebung erwartet An der Veranstaltung nehmen weiterhin teil: SA., (5(5., Hitler-Jugend, Frauen- schäft, BdM., Arbeitsdienst, 71(5. Beamtenschaft, AS.-Hago, Kreisbetriebs- zettenabteilung mit den Betrieben usw. Durch die freiwillige Bereiterklärung der Leitung des Stgdttheoters zur Mitwirkung wird die Eröffnungsfeier wesentlich bereichert werden. Zeder Volksgenosse zeigt seine Verbundenheit mit Führer und Volk durch sein Erscheinen! Arn morgigen 19. Oktober jährt sich zum 5 0. Male ber Todestag bes früheren Gießener Professors Karl Hille b ranb. Er war ber einzige Deutsche, bem auch in Italien, unb zwar in Florenz, wo er am 19. Oktober 1884 verstarb, in bankbarer Erinnerung eine Gedenktafel an seinem bortigen Hause gestiftet würbe. An seinem hiesigen Geburtshause am Horst-Wessel« Wall 7 befindet sich bekanntlich ebenfalls Gebenktafel mit folgender Inschrift: „In biesem Haufe Haar. Echt ist's!, buchte er befriebigt. Käthe war fertig, legte bie Schreiben neben bie Maschine. Er nahm einige andere Notizen zur Hand, und gleich darauf war er mitten drin in einem rücksichtslosen Diktat. Es war eine Sache, die ihn ganz ; unb gar gefangen nahm. Er sprach sehr schnell, unb Käthe schrieb unb schrieb. Der vierte Brief schien ihm nicht so wichtig; er diktierte mieber langsamer, unb vielleicht war es auch deshalb, weil er sich plötzlich besonnen, mie rücksichtslos schnell er ge- Wenn er doch niemals heiraten würde! Wenn alles bliebe, wie es heute ist! — Käthe liebte ben hochgewachsenen Mann völlig wunschlos. Sie wollte nichts, was ihr ewig unerreichbar bleiben mußte! Sie wollte nur hier sein dürfen. In seiner Nähe, für ihn arbeiten wollte sie, unb wenn er zusrieben mit ihr war, «bann war bas ihr schönster Lohn. 9. Kapitel. 1663: Prinz Eugen von Savoyen in Paris geboren (gestorben 1736); — 1777: ber Dichter Heinrich von Kleist in Frankfurt a. d. Oder aeboren (gestorben 1811); — 1914: Eröffnung ber Universität Frank- furt a. M.; — 1933: Führertagung ber NSDAP.; Aböls Hitler: „Wir wollen ben Frieben, aber mir ging er zur Tür: „Na, nun sehen Sie, mie Sie zurechtkommen, Fräulein Randolf. Und — mas ich noch sagen mollte: Sie können mit allem zu mir kommen. Wenn man mutig drein. Nun hatte er sich so sehr gefreut, ab und zu mit diesem schönen, blonden Mädel sprechen zu können, und jetzt kam es so! _ Inspektor Graf aber dachte: Aha! Die Mittrasch sich bei Fräulein von Berken meldete? ist gar nicht so dumm. Aber sagen darf sie nicht s Die Briefe in der Hand, verließ sie das Bureau, offen, mas sie denkt. Und ob's mirklich stimmt, weiß Inspektor Fischer machte ihr galant die Haustür auf. ‘ Er mußte hier herumgestanden haben. Vielleicht hatte er gar auf sie gewartet. Wie häßlich, wie Oie SA bei der Eröffnung des Winterhilfswerks. Am morgigen Freiing, 18. Oktober, freien fäml- ljche 52L-Jorma(ionen des Standorts Gießen um 19.20 Uhr auf dem Landgrafphilippplah jum Blarfd) zur Kundgebung In der Votkshalle an. Großer Dienstanzug. Die Blarschspihe mit den zu einer Fahnengruppe vereinigten Sturmfahnen steht an der Senckenbergstrahe. Der Einmarsch in die Volkshalle erfolgt im Blarschschritt. Spielmannszüge und Blusikzüge von SA.-Forrnattonen können mit- geführt werden. Der Rückmarsch durch die Stadt erfolgt geschlossen mit Vorbeimarsch am Kriegerdenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Plah vor dem Standortältesten. Das Treffen der alten SA.-Kämpfer in Laubach. Wie schon kurz berichtet, findet am kommenden Samstag und Sonntag in L a u b a ch eine Ehrentagung der alten SA. - Kämpfer der Standarte 116 statt. Der Verlauf dieses Treffens wird folgender fein: Am Samstag um 1 Uhr werden die alten Kämpfer unter Mitführung des Feldzeichens der Standarte 116 und sämtlicher Fahnen der Standorte von Wett er seid her in L a u b a cf) ein- marschieren. Der Musikzug von Gießen wird babei zugegen sein. Dann folgt ein Vorbeimarsch auf bem Marktplatz. Um 21.45 Uhr finbet im Schloßhof Großer Zapfenstreich mit Beleuchtung bes Laubacher Schlosses statt. Anschließend vereinigen sich bie SA.-Kameraben zu gemütlichem Beisammensein. Sonntag vormittag ist zunächst gemeinsamer Kirchgang mit anschließenber feierlicher Kranz- nieberlegung am Kriegerbenkmal. Im weite- ren Verlaufe bes Tages folgt Preis-Schießen und geselliges B e i f a m m e n f e i n ber Karne- raben. t , .. .... Zu ber Ehrentagung werben nicht nur bie fuh« renbcn Persönlichkeiten ber SA. unb PO. erscheinen, sondern auch die stüheren Standartenführer zugegen jein. Das Treffen soll in dem altbewährten Geiste der SA. durchgeführt werden. Jede Rücksicht auf körperbehinderte Volksgenossen! DNB. Der Reichsmimster des Innern hat bie ßanbesregierungen ersucht, bafür Sorge zu tragen, baß bei polizeilichen Absperrungen unb bei ber Durchführung der Verkehrsregeluna gelegentlich von Aufmärschen, Aufzügen unb bei ähnlichen Gelegenheiten Schwerbeschädigten durch bie Zuweisung bevorzugter Plätze am Ranbe ber Wegbahn ober Fahrbahn bie Möglichkeit gegeben wirb, an solchen Ver- anstattungen teilzunehmen. Auf körperbehinderte Volksgenossen, bie sich im Rollwagen ober Selbstfahrer fortbewegen, soll jede nur mögliche Rücksicht genommen werben. . Oie Ausstellung von Zagdpäffen. Der Hessische Staatsminister veröffentlicht in der gestrigen Ausgabe der amtlichen „Darmstädter Zeitung" die nachstehende Zweite Verordnung über bie Ausstellung von Jagdpässen vom 16. Oktober 1934: Auf Grund des §66 des Reichsjagdgesetzes vom 3. Juli 1934 wird mit Zustimmung des Reichs- jäqermeifters verordnet: Artikel 1. Jahresjagdpässe nach den Bestimmungen des Hef- fischen Jagdpaßgesetzes vom 25. März 1929 dürfen nur noch mit Gültigkeit bis zum 31. März 1935 ausgestellt werden. Die Geltungsdauer von Jahresjagdpässen, die bereits für einen über diesen Zeitpunkt hinausgehenden Zeitraum ausgestellt sind, erlischt mit Ablauf des 31. März 1935. Artikel 2. (1) Für einen Jahresjagdpaß, dessen Geltungsdauer nach Artikel 1 nicht mehr als 11 Kalender- „Hm!" Brigitte legte mit einem merklichen Laut ber Erleichterung bas dicke Buch auf ben Tisch. ,Za, liebes Fräulein Randolf — hier, mein Wirtschaftsbuch. Da ist so vieles liegengeblieben, was alles noch hinein muß. Ich hab' zu so etwas nie Lust gehabt. Wenn Sie sich mal ein bißchen damit beschäftigen möchten, wäre bas hübsch von Ihnen. Aber Sie können gleich ein wenig hierbleiben, bas Büro ist so kahl unb unfreundlich. Unb mein Bruder kommt bann hierher, ba kann er seine Briefe ja gleich begutachten. Kommen Sie, hier am Fenster ist ein nettes Fleckchen. Ich gehe einstweilen mal in bie Küche." Brigitte wußte gar nicht, wie lieb und nett sie war. Daß sie es war, die die kleine Käthe behandelte, als gehöre bie längst mit hierher. „3a, ba können wir gleich noch eine andere Frage erledigen. Wo mochten Sie essen? Das Personal ißt für sich im großen Speiseraum unten. Die beiden Inspektoren und unsere alte gute Mamsell essen zusammen neben dem großen in einem kleineren Raum. Möchten Sie mit denen zusammen essen ober ziehen Sie es vor, auf Ihrem Zimmer zu speisen?" „Wenn es nicht unbescheiben ist, bann möchte ich auf meinem Zimmer essen, gnädiges Fräulein. We- nigjtens vorläufig. Sie finb mir alle so fremb, die vielen Leute, unb — unb ich bin gern allein." „Na, ba ist bie Sache ja geklärt", sagte Brigitte sehr befriedigt. Dann ging sie hinaus. Käthe aber vertiefte sich in Brigittes dickleibiges Wirtschaftsbuch. neuen Austrieb. Im besonderen blieb der Jubilar ein treuer Hüter des Geräteturnens. W. Mills ganzes turnerisches Tun wurzelte fest im alten Jahnschen Turnen und dem Gedankenschatz des Turnvaters. Ein Vorbild war er in der Betätigung vaterländischer Gesinnung. Bei aller glücklichen, erfolgreichen Lebensarbeit im Dienste der Allgemeinheit ist W. Will immer bescheiden geblieben. Obwohl äußeren Ehren im Grunde seines Wesens abhold, durfte er mit berechtigter Befriedigung die schlichten Auszeichnungen yinnehmen, die ihm seine Turner in dankbarer Verehrung und Hochschätzung darbrachten. Er ist Ehrenmitglied einer Reihe von Turnvereinen und wurde zum Ehrengauoberturnwart des ehemaligen Gaues Hessen ernannt. Als dieser nach der Neuordnung aus dem bisherigen Mittelrheinkreis ausschied und dem Bezirk Gießen im neuen Turn- gau Nordhessen zugeteilt wurde, ehrte man W. Will durch Ernennung zum Ehren-Bezirksoberturn- wart und Berufung in den Gauturntag des Gaues Nordheffen. Nachdem W. Will 1926 auf dem mittel- rheinischen Kreisturnfest auf der Marksburg schon den Ehrenbrief der DT. erhalten hatte, wurde ihm auch die höchste Auszeichnung der DT., die Ehre n - urkunde, beim 100. Gauturntag des früheren Gaues Hessen im Jahr 1932 verliehen. W. Will ist heute noch ausübender Turner, ^m Turnverein 1846 Gießen leitet er die Frauenabteilung und konnte erst kürzlich Reichswerbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen" in einem Turnstundenbild zeigen. Daß er als «siebziger hier noch erfolgreich tätig ift. uRog cs dem rüstigen Jubilar vergönnt sein, nochrecht lange der Turnfache dienen zu tonnen. Das if Geburtstagswunsch des Turneroolkes in Stadt und Land. Achtung! Deutsche! Herhören! Das Jungvolk sammelt am Freitag, 19.Oktober, für die hilfsbedürftigen Brot! Die Bevölkerung der Stadt Gießen sowie des Greifes wird gebeten, zu diesem Zweck Brot bereit zu halten! . heute am Donnerstag, 18. Oktober, geht das Jungvolk von haus zu haus und stellt die Zahl der am Freitag zu sammelnden Brote fest. Denke jeder daran, daß et geben muß, wenn das werk gelingen soll! heil Hitler! Kreisamtsleitung der ItSB. K lö h, Kreisamtsleiter. hainbach, stellv. Kreisamtsleiter. Eine Tat der Volksverbundenheit! Die Firma A. L-W. Denninghoff, Gießen, unterstüht das Winterhilfswerk des Führers mit einet Zahlung von 3000 Blatt Die Tonwerke Abendftern geben 300 Blatt Wer will, daß in Deutschland ein Volksgenosse hungern und frieren soll? Wer will, daß der Wunsch des Führers, daß kein Volksgenosse hungern und frieren darf, erfüllt wird, der zeichne Spenden auf das Konto Bezitksspar- (affe Gießen 4600 ober Postscheckkonto Frankfurt a. Bl. 5979. heil Hitler! Kreisamtsleitung der BSV. Kloß, Kreisamtsleiter. h a i n b a ch, stellv. Kreisamtsleiter. Oie Lugend sammelt Brot! Der morgige Freitag wirb in unserer Stabt im Zeichen einer großen Brotaktion stehen. Unb wieder wird sich die Jugend mit ganzer Begeisterung für das Gelingen dieser einzigartigsten aller «Sammlungen einfetzen. Die Vorbereitungen sind schon ge- „Ja, meine Herren, ich denke, daß Sie bie paar öie luimen um uucm nm luuuutn. «u». »*«** Sachen, die Sie zu schreiben haben, auch mit der 'Ihnen nicht mit der nötigen Achtung begegnet, dann Hand erledigen können. Ich kann auch noch für 1 melden «Sie mir das. Ich fahre da mit einem Don= drüben eine Schreibmaschine beschaffen, so daß die ! nermetter dazwischen. Verzeihen Sie, aber das heißt alte hierbleiben kann. Lieber Graf, «Sie können doch hier so!" so ein bißchen tippen?" Käthe Randolf lächelte schwach. Und er dachte: „Herr von Berken hatte mir Briefe diktiert. Ich bin gewöhnt, sehr schnell zu schreiben. Nun bin ich fertig. § Herr von Berken aber ist fortgeritten. Darf ich um MMMelw. Vornan von Gert Rothberg. Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (S.). Oie Volkshalle wird geheizt! Heil Hitler! Kreisamtsleitung der 716>V. An ber am Freitag, 19. Oktober, abenbs 8 Uhr, in ber Volkshalle zu Gießen ftatfinbenben Eröffnungsfeier des Winterhilfswerks für den Kreis xtuui| jjiuti. „xvn ivumn vtm u««vuv^ **w~ *r*- Eießen, bei der der Pg. Klostermann, sowie lassen uns nicht als Nation zweiten Ranges be- der ©aubeauftragte des WHW. Pg. Haug spre->handeln!".__________ Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in r „Darmstädter Zeitung" in Kraft. der „Darmstädter Das neue pharmakologische Institut sich auch hier wieder auswirken, denn >. aus Pfungstadt wurde wegen zweier genommen. Jahr sechs Der Vertreter der Anklage hatte ein flügel an der nördlichen Seite des Grundstücks Verkäufe (Büfett) und 1662 der Grundbetrag . 24 RM. . 120 RM. Äka Anzeigen-Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Bettungen u. Betticbnften Gießen / Gchulstraße? Es beträgt für Ziffer la des Tarifs Nr. 43 ä . . . . Klavier! Fabrikat Lipp & Sohn, gebr., im beft.Zuftand,gute Stimmlialtung, Anschließend nach der klinikstrahe zu folgt der zur Zeit im Neubau erstehende hörsaal, ein ansehnlicher Rundbau mit kuppelförmiger Decke, der für rund hundert Hörer Raum bietet und mit allen neuzeitlichen technischen Ausrüstungen versehen wird. merlichen Zustand entscheidend zu ändern. Nunmehr ist es erfreulicherweise gelungen, durch großzügigen Entschluß der hessischen Regierung auch dem Pharmakologischen Institut unserer Universität eine angemessene und würdige Arbeitsstätte zu bereiten. Durch Grundstückstausch mit der Stadt Gießen erwarb der hessische Staat die frühere sog. städtische Cholerabaracke, den einstöckigen Bau neben dem Lupusheim an der Gaffkystraße in Richtung yach der Klinikstraße zu. Das zugehörige Hof- und Gartengelände wurde dem Staat auf dem Wege des Erbbaurechtes von der Stadt überlassen. Seit einiger Zeit ist nun ein Umbau und Anbau auf diesem Grundstück im Gange, durch zahlreiche Volksgenossen erhalten auf diese Weife lohnende Beschäftigung und können dadurch ihre Kraft in den Dienst des deutschen Wiederaufbaues stellen. Die Schaffung dieser neuen Arbeitsstätte für das Pharmakologische Institut kann daher unter den auf Antrag erstattet. Artikel 3. der monatl. Zuschlag 2 RM. für Ziffer 2a desselben . . 120 RM. 1O RM. (2) Eine hiernach zu viel gezahlte Abgabe wird 5tflöttöeatet Wicncn. Freit., 19. Ctt, 20 b. 22.15 Uhr 3. Freitag-Abon. Gewöhnt. Preise Krach um Jolanthe. Bauernkomödie in 3 Akten von Aug. Hinrichs. . hauvtverhandluna entbunden war, machte am 17. September d. I. in der Gemarkung Wölfersheim abfällige Bemerkungen bezüglich der neuen Milchversorgung. furter Straße wird nach dem Umzug in das neue Heim für die Zwecke des von Prof. Dr. Zwick geleiteteten Tierseucheninstituts zur Verfügung gestellt und entsprechend umgebaut werden. Vezirksschöffengericht Gießen. Vor dem Gericht hatte sich zunächst der W. M. aus Gießen zu verantworten, der in den Monaten Juni und Juli 1934 aus einem der Stadt Gießen gehörigen Geräteschuppen einen Pickel, einen Spaten, eine Böschungshacke, zwei Schaufeln, eine kleine Bank und eine Anzahl Bretter entwendete. Die Gegenstände wurden später aufgefunden und konnten der Eigentümerin zurückgegeben werden. In der Hauptverhandlung erklärte der Angeklagte, die Sachen nur zum vorübergehenden Gebrauch on sich genommen zu haben. Dieser Einwand wurde jedoch durch die Beweisaufnahme entkräftet. In Anbetracht des geringfügigen Wertes der Gegen- f.uur 15O.-RM. an schnell entschl. Käufer sof.z.verk. ErwinZollinger Gießen 6o-id Seltersweg 69H. Televbon 3119. | Kaufgesuche ] KanfcRegale und Schränke für mein Lager mitHolz- o.Glas- türen, Angabe der Höhe, Breite u. Tiefe. Kaufe Tische für Fabrikationsräume, Angabe d. Länge u. Breite. Schr. Ang. unt. 05043 an o. Gieß. Anz. Generalvertretung: Gustav Heuser, Frankfurt a.M. Ruf: Carolus 41987/88 Hanauerlandstraße 200 rnonate beträgt, wird die Stempelabgabe nach Taris Nr. 436 des Urkundenstempelgesetzes in der Fassung des Jagdpaßgesetzes vom 25. März 1929 ermäßigt. Die ermäßigte Stempelabgabe besteht aus einem Grundbetrag und einem Zuschlag für jeden angefangenen Kalendermonat der Geltungsdauer des Jagdpasses. den auf das bisherige einstöckige Haus ein Stockwerk aufgesetzt wurde, das noch durch ein Dachgeschoß erhöht ist, ferner wird zur Zeit im Innern des Hauses ein gründlicher Umbau durchgeführt, daneben nach der Klinikstraße zu ein Anbau errichtet, der den Hörsaal des neuen Pharmakologischen Instituts darstellt. Die Pläne für diese neue wissenschaftliche Arbeitsstätte sind im Einvernehmen mit dem Direktor des Pharmakologischen Instituts, Prof. Dr. Hildebrandt, vom Hessischen Hochbauamt in Gießen ausgearbeitet worden, das auch die Durchführung des Um- und Erweiterungsbaues mikalien und Glas, ein schöner großer Raum für Bibliothekszwecke, ein Zimmer zur Aufnahme der analytischen Waagen, eine Dunkelkammer und ein schöner großer Raum für Kursuszwecke. Das Dachgeschoß enthält die Wohnung für den Jnstituts- gehilfen. Auf dem Hofgelände ist ein einstöckiger Bau für Spezialversuche geschaffen worden. Die Heizung des gesamten neuen Instituts erfolgt von der Zentralheizungsanlage der Kliniken inmitten des Kliniks- gcländes aus. Die Bauarbeiten fallen so beschleunigt werden, daß sie bis zum April nächsten Jahres beendet sind, damit das neue Pharmakologische Institut mit Beginn des Sommersemesters 1935 in Benutzung genommen werden kann. Gießener Frauenaröeit für den Kolonialgedanken. Am Montag hielt die Abteilung Gießen des Frauenbundes der Deutschen Ko« lonialgesellschaft im Hotel Schütz eine außerordentlich gut besuchte Mitgliederversamm« lung ab. Die Führerin der Abteilung, Frau Leonie Hummel, eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßung der Anwesenden, stattete dann ganz besonderen Dank der langjährigen Schatzmeisterin Frau Emmy N o l l ab, die leider aus Gesundheitsrücksichten ihren Posten niedergelegt habe, den sie in vorbildlichster und aufopferndster Weise bekleidete. Seit der Gründung der Abteilung im Jahre 1910 hätte Frau Roll dem Bunde angehört und seine Sache ganz zu der ihren gemacht. In lebendiger Weise führte Frau Hummel sodann aus, wie die Mitgliederversammlungen neben anderen Zwecken auch dem der Werbung zu dienen hätten, da gerade die Arbeit der kolonialen Vereinigungen noch keineswegs von den großen nationalen Verbänden abgelöst sei, weil es unsere außenpolitische Lage nach wie vor erheische, daß die Unterstützung des Deutschtums in unseren früheren Kolonien von privater Seite zu erfolgen habe. Die Mitarbeit an diesen Bestrebungen wäre demnach Pflicht einer jeden deutschen Frau, da es doch gelte, den Nachwuchs unserer Kolonisten dem Deutschtum zu erhalten. Vielen der Pflanzer und Farmer wäre es aus pekuniären und aus Gründen der enormen räumlichen Entfernungen unmöglich gemacht, ihre Kinder in die bestehenden deutschen Internate zu schicken. Da müßten Stipendien und abermals Stipendien geschaffen werden, und die jungen Leute müßten später die Gelegenheit haben, ihre Studien in D e u t s ch.l a n d zu vollenden, um so die lebendige Verbindung mit der alten Heimat zu erhalten. Zu allelln diesen umfangreichen Arbeiten brauche man viel Geld. Gerade die zahlenmäßig gar nicht kleine Abteilung Gießen müsse mehr aufbringen können und rühriger sich regen, da es innerhalb des Bundes eine ganze Reihe viel kleinerer Abteilungen gäbe, die weit stärker am Opferwerk beteiligt feien. Auch müsse eine viel intensivere Zusammenarbeit mit der Frauenschaft erreicht werden, da es heute mehr denn je Pflicht sei, den kolonialen Gedanken in immer breitere kreise unseres Volkes zu tragen, das dankbar und aufnahmebereit diesen Fragen da, wo sie angeschnitten würden, das größte Interesse entgegenbrächte. Frau Hummel betonte sodann, wie sehr dieses Wirken dem Willen des Führers entspreche, der oft und eindeutig die Wiedergewinnung eines größeren Lebensraumes für das deutsche Volk gefordert habe. Treu und unablässig mühten wir unsere Arbeit tun, bis es dem Führer gelinge, das koloniale Problem zu lösen, denn wenn es überhaupt einem gelänge, dann nur ihm. Mit dreifachem Siegheil auf den Führer schloß die Ansprache. Als musikalische Einlage spielte Frau Horst Heermann, begleitet von Frau Irmgard Heermann, auf ihrem Cello mit wunderbar weichem und kultiviertem Ton eine alt-italienische Aria. Es folgte der überaus fesselnde Bericht von $rau Zeh über die Kieler Tagung der kolonialen Verbände, die sich in Anwesenheit des Reichsstatthalters, Ritter von Epp, zu einer großen und eindrucksvollen Kundgebung gestaltete. Anschaulich wußte Frau I e ß von den verschiedenen Veranstaltungen zu Ehren der Gäste zu berichten, so von dem Besuch auf dem Linienschiff „Hessen", der Segelregatta und nicht zuletzt von der Besichtigung der kolonialen Frauenfchule in Rendsburg, deren gesamte Einrichtung vorbild- lich genannt werden könne. Eine dreijährige Ausbildungszeit läßt die Schülerinnen allen harten Anforderungen des Existenzkampfes draußen gewachsen sein. Schreinern, Drehen, Schmieden» Schustern, Reiten, Sport, Viehzucht, Pferdepflege, Gartenbau; denkbar vielseitig und fördernd ist das Lehrprogramm. Zum Schluß ermahnte Frau I e ß alle Anwesenden, die Arbeit des Bundes weitestgehend zu unter st ütze n, da Dienst am Deutschtum Dien st am Vaterlande sei. Die Kosten des gesamten Bauunternehmens belaufen sich auf rund 100 000 Mark, die aus Mitteln des Arbeitsbeschaffungsprogramms von der hessischen Regierung in anerkennenswerter Weise für diesen guten Zweck verfügbar gemacht wurden. Daneben sind dem Leiter des Pharmakologischen Instituts von industrieller Seite in erfreulicher Ob:rstaatsonw^" Dr. Aodoege in Gegenwart der Beamten der Staatsanwaltschaft zu Ehren des Jubilars eine Ansprache und überreichte ihm hierbei ein Schreiben des Hessischen Staatsministers, in welchem dem Jubilar der Dank der Hessischen Regierung für die langjährigen treuen Dienste aus- gedrückt wurde. ** Ferdinand Harnickel f. Ein in weiten Kreisen Gießens bekannter Gastwirt wurde — wie man uns schreibt — am Dienstag zu Grabe getragen. Herr Harnickel war nahezu ein halbes Jahrhundert Gastwirt in Gießens Mauern, in Röhrles Bierhalle, im Cafe Leib, in dem früheren Hotel Kaiserhof und zuletzt im Philosophenwald. Durch seinen Beruf ist er vielen Gießenern bekannt geworden, und alle, die ihn kennenlernten, schätzten den einfachen, bescheidenen, ganz in seinem Pflichtenkreis aufgehenden Menschen, dessen Leben eine einzige immerwährende fürsorgende Arbeit für seine Familienangehörigen war. In ehrenden Worten gedachte der Geistliche der hohen sittlichen Werte, die ein solches Leben der Pflicht birgt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gastwirte-Jnnung und ein Altersgenosse legten mit Worten ehrfurchtsvoller Hochachtung vor dem Ehrenmitglied und Kameraden Kränze am Grabe nieder. Ferdinand Harnickel hat den Abschied vom Philosophenwald nicht lange überleben dürfen, und mancher alter Gießener bewahrt ihm ein ehrendes Gedenken in Wehmut, daß mit ihm wieder ein Stück Alt-Gießen dahin- geganaen ist. ** Den Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei Gießen im heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders darauf hingewiesen. — Tageskalender für Donnerstag: NS.-Frauenschaft Gießen-Süd, 20.15 Uhr, „Bür- Weise Stiftungen an die Hand gegeben worden, UM mit lüft- und wassergekühlten Vergaser- oder Dieselmotoren für 2-81 Nutzlast verschiedensten Gesichtspunkten nur mit Anerkennung begrüßt werden. Das jetzige Gebäude des Instituts in der Frank- Kein Lastkraftwagen für Schulausflüge LPD. Im Hinblick auf die häufigen schweren Unfälle, die sich aus der Benutzung von Lastkraftwa- gen zur Personenbeförderung immer wieder ergeben, hat der Reichsunterrichtsminister die Verwendung von Lastkraftwagen zur Beförderung von Schülern und Schülerinnen bei Schulreifen und -ausflügen verboten. Wenn die Reisen nicht mit der Eisenbahn, sondern mit Kraftfahrzeugen gemacht werden sollen, sind künftig nur noch solche Fahrzeuge zu verwenden, die zur Personenbeförderung bestimmt sind. Kurzschrift für höhere Lehramts-Bewerber notwendig. Nach einer Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus besteht für die Anwärter auf das Lehramt an höheren Schulen, die ab 1934 die Prüfung ablegen oder ablegen wollen, erst bann die Möglichkeit der nicht- etatmäßigen Anstellung, wenn sie die Lehramtsprüfung in der Kurzschrift bestanden haben. Auch die erste Verordnung zur Durchführung der Justiz-Ausbildung bestimmt in § 42: Von den Bewerbern wird erwartet, daß sie die Deutsche Kurzschrift (früher Einheitskurzschrift) schreiben und lesen können. Oer neue Geschäftsführer der Handwerkskammer. Wie die Hessische Handwerkskammer Darmstadt uns mitteilt, ist Syndikus Dr. Reif, nachdem er bereits feit 1. Mai 1933 die Geschäfte der Handwerkskammer kommissarisch führte, zum ordentlichen Geschäftsführer bestellt worden. Vom Schulungslager Gleiberg der Gießener Studentenschaft. Die Reichsführung des Nationalfozialistifchen Deutschen Studentenbundes, Abteilung Schulung, veranstaltet vom 18. bis 27. Oktober auf der Burg Gleiberg ein Reichsschulungslager, an dem ungefähr 40 Studenten teilnehmen. Arbeitsdienst-Abiturienten-Treffen im Arbeitsgau XXII. Wie an den vorhergehenden beiden Sonntagen, so fand auch am letzten Samstag und Sonntag eine Zusammenkunft der sich z. Z. im Arbeitsdienst befindenden Abiturienten und Studenten statt. Aus den Abteilungen 220/1, 4, 5, 6 und 221/1, 2, 3, 4, 5, 6 kamen ungefähr 100 Arbeitsmänner in der Jugendherberge in Kassel zusammen, um sich die letzten Informationen für ihr nun beginnendes Studium zu holen. Auch dieses Treffen stand unter der Leitung von Unterfeldmeister Erdmann vom Arbeitsgau XXII. Von dieser Zusammenkunft seien erwähnt ein Referat von Pg. Bloch von der Berufsberatungsstelle Kassel, ferner ein Vortrag über die Universitätsstadt Gießen von Pg. Hans-Fritz Schuster und die Ausführungen des Kameradschaftsführers der Univerfiät Gießen, Pg. Gerhard Pall- mann über die neue Form der Kameradschafts, erziehung. Mit diesem letzten Treffen schieden die Abiturienten nach Ableistung ihrer Arbeitsdienstpflicht aus dem Arbeitsdienst aus und ziehen in den nächsten Tagen, voll des Erlebnisses und ihrer Eindrücke, in die Hochschulen ein. Wandergewerbe-, Hausier- erlaubmsscheine und Legitimationskarten für 1935. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Wandergewerbe-, Hausiererlaubnisscheine und Legitimationskarten gelten jeweils nur bis zum 31. Dezember. Zu Beginn des neuen Jahres häufen sich meistens die Anträge derart, daß sich die Ausfertigung der neuen Ausweise verzögert. Es erscheint daher unerläßlich, schon jetzt die Anträge auf Neuerteilung der Scheine zu stellen. Nur bei rechtzeitiger Antragstellung kann Gewähr dafür übernommen werden, daß die Scheine bei Gebrauch zur Verfügung stehen. Schnee im Vogelsberg. Während es gestern bei uns im Tale regnete, ist im hohen Vogelsberg Schneefall eingetreten. Wie wir heute früh auf Anfrage beim Klubhauswirt auf dem Hoherodskopf hörten, hat der gestrige Schneefall eine vier bis fünf Zentimeter hohe Schneedecke gebracht, die geschlossen bis etwa zur Wasserscheide zwischen Breungeshain und Michelbach reicht. Dazu herrscht heute früh eine Kälte von 4 Grad. Rach den Wetteraussichten im hohen Vogelsberg sei weiterer Schneefall zu erwarten. Gietzener Wochenmaritprei,e. * Gießen, 18. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische Kühlhauseier) 11 bis 12, (ausländische) 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 4 bis 5 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8, Unter- kohlrabi 8 bis 10, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 50 bis 70, Tomaten 12 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4^ Pf., der Zentner 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 8 bis 12 Pf., Nüsse 25 bis 30, junge Hähne ;80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 65 bis 70, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10 bis 12, Endivien 15 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Wund 10 Pf. g^rhost', Ortsgruppenabcnd. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarzer Jäger Johanna". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Kampf um Recht". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Landaras-Philipp-Platz, 17 Uhr, Platzkonzert der Militärkapelle. — „Schwarzer Jäger Johanna." Dieser Film nach dem Roman von Georg von der Dring, der das Heldenschicksal eines deutschen Mädchens behandelt, läuft von heute ab im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Näheres im Anzeigenteil. — Eine Kräuter-Lehr-Wanderung veranstaltet die hiesige Ortsgruppe des Kneipp-Bun- des. Abends wird sich ein Vortrag über „Hausmittel aus der Kräuterapotheke" anschließen. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. ♦ ** Dienstjubiläum. Am Dienstag beging der Verwaltungsinspektor Herr Wilhelm V e i d t aus Gießen sein 40jähriges Dienstjubiläum beim Versorgungsamt Gießen. Aus Anlaß dieses Tages wurde dem Jubilar von dem Amtsleiter ein vom Führer und Reichskanzler gefertigtes Glückwunschschreiben überreicht und ihm dabei für seine dem Reiche treu geleisteten Dienste die besten Wünsche der Reichsregierung und der vorgesetzten Dienststellen sowie sämtlicher Beamten, Angestellten und Arbeiter des Dersorgungsamts Gießen ausgesprochen. ** Vierzigjähriges Dienstjubiläum. Am gestrigen 17. Oktober war Justizoberwachtmeister Max S ch i e tz e l, Staatsanwaltschaft Gießen, 40 Jahre im Staatsdienst. Aus diesem Anlaß hielt [Verschiedenes [ Nachhilfe in Latein gesucht. Schrift!. Ang. m. Preis u. 05033 a. d. G.A. 4 Monate alter Zunge in liebem Pflege zugeben.Schrift- liebe Ang. unter 05040 a. den Gie- ßener Anzeiger. Mündlich können (sie es nur wenig en sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie esellen Gegenwärtig wird das in den Zimmererwerkstätten des Sägewerks Nuhn in Lollar für den Hörsaal hergerichtete und auf die Konstruktion zugeschnittene Holzwerk, bestehend aus Balken und Bogen, zusammengesetzt, eine Arbeit, die seit Anfang dieser Woche im Gange ist und in aller Kürze beendet — sein wird. Dann wird die Ausmauerung der Gefache Hpophippophpank erfolgen, zugleich wird das Kupferdach auf den Uüobllllloumaim Kuppelbau gelegt werden. \ (Büfett) und In dem aufgestockten Obergeschoß befinden sich Anrichte (Mhm.) ein großer Unterrichtsraum für die Zwecke des sehr gut erhalten, chemischen Unterrichts, ein Untersuchungsraum mit preiswert z. ver- den erforderlichen Spülvorrichtungen, ein Zimmer kaufen osmi für Quecksilberarbeiten, ein Vorratsraum für Che- Htndenbnrgw.71 leitet. ' i stände erkannte das Gericht auf eine Gefängnis- Das neue Heim, das früher eine Zeitlang für strafe von vier TOonaten. Die Kosten des die Zwecke der Lupusheilstätte mit verwandt wurde, j Verfahrens tragt der Angeklagte, enthält im südlichen Querflügel im Parterrestock D-rP. S. aas mf-nnstadt mm rechts von der Eingangstür zunächst eine kleine Diebstahle im Rückfall zu einem Jahr sechs Spülküche, neben der ein Mechanikerzimmer mit Mo naten Gesangnis verurteilt. Der An- Werkstatt geschossen roirt>. Anschließend folgt ein geklagte wurde aus dem Gefängnis entlasten und großer Arbeitsraum für Versuchszwecke des Jnsti- beabsichtigte zunächst, sich im Vogelsberg Arbeit zu tuts. Der Längsbau nach der Front der Gaffky-! M« 3n Nidda sah er morgens brei herrenlose straße zu wird das Arbeitszimmer des Direktors Fahrräder nahm eines davon und verkaufte es für mit dem Privatlaboratorium enthalten, auf der Zwanzig ®art Nachmittags versuchte er dasselbe, gegenüberliegenden rückwärtigen Seite des Gebäu- wurde ,edoch bald von der Po,ze, feftgenmnmen. des befinden sich ein Beobachtungsraum für Ver- Der Nertrettr der Anklage hatte em Jahr sechs ucz» VC HLVCIl IUI CHI Xjcuuuuiiuiiyjiuum L L suche und einige Zimmer für Bürozwecke. Im Quer- Monate Alcht.haus beantragt. flügel an öer nördlichen Seite des Grundstücks Wegen Beeidigung der^Reichsregierung wurde der befinden sich ein größerer Raum für Wissenschaft- K. K. aus Mehlbach zu drei Wochen Gefängnis liche Untersuchungen und Versuche, daneben ein verurteilt. Der Angeklagte, der vom Erscheinen zur Dorbereitungszimmer für die Vorlesungen und ein Kartenzimmer. Die Arbeits- und Unterrichtsräume in dem jetzi-' die für die Ausstattung der Räume und für Biblio- gen Pharmakologischen Institut in der Frankfurter thekszwecke Verwendung finden werden. Straße 85 waren schon seit einer Reihe von Jahren! Ein Gang durch die Räume gibt dem Besucher völlig unzulänglich für die Aufgaben, die an dieser den Eindruck, daß hier ein Werk im Werden be- Stätte der Wissenschaft zu bearbeiten sind. Enge griffen ist, das unserer Universität und Räume, verhältnismäßig wenig natürliches Licht, ihrer Arbeit zum Wohle der Volks- unzweckmäßige Gliederung des Gesamtraumes — gesamtheit würdig ist. Daneben legt dieser das sind die großen Nachteile dieser Unterkunft Bau Zeugnis dafür ab, wie erfreulich die starken eines für die wissenschaftliche Forschung und Lehre Bemühungen der Regierung um Arbeitsbeschaffung an unserer Universität wichtigen Instituts. Leider war es in den letzten Jahren unmöglich, diesen küm- Werbehiife Lm Dienste des Ginzeihandels als uverlässiges Nachschlagewerk steht das Ädvetzbuch der Stadt und des Kreises Gießen - / , Wo 11 e , W6 11 wäre n Wolle, Handarbeiten Strümpfe, Strickwaren im Spezialgeschäft ElseDßßtME Inh.Gustav Bergan jetzt Settersweg Nr. 52 MM Einzelhändler werben! Ihr Fischlieferant sei das Fachgeschäft Seit 1750 £ ZentRa-Uhren Ihr Haushaltgeld BRÜDER SCHMIDT beratet Sie fadunänmfdi Instrumente, Noten Sprech - Apparate, Schallplatten | •'ej'n kost - ■ B eie U-'C htüngsa r'.t-i Fische, Fisc h kopserven ßesc hä ft sdT.uc'k'sachen rK '/ <■; L r^IWi i U h ren, rö'oTd - t/. Si l berwaren J Handschuhe SCHIRM j Haus- u. 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