Br. 2 8 Erstes Blatt 184. Jahrgang Dienstag, 18. September 1954 tr|d)einl »ägltch, aufcci ionntags und Feiertags beilagen: Die Illustrierte Sietzener Familienblätter beimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugsprets: Bit 4 Beilagen RM. 1.9b bhne Illustrierte , 1.80 smstellgebühr .. „ -.25 !uch bei Nichterscheinen Ion einzelnen Nummern -folge höherer Gewalt .Hernsprechanschlüffe guter Sammelnummer 2251 Umschrift sür Drahtnach- schien: Anzeiger Liehen Postscheckkonto: fianlfurt am Main Hb86 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Such- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und GeschSftrstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lächelnde Diplomatie. 5s gibt ein französisches Sprichwort: „Qui B'ixcuse s’accuse — Wer sich entschuldigt, klagt sich er“. Wie weit dieser primitive psychologische Satz ei die Diplomatie anzuwenden ist, der bekanntlich Lii Sprache dazu gegeben wurde, um die Gedanken 31 verbergen, kann man im allgemeinen dahin fjrellt sein lassen, aber bei den diplomatischen Geglichen, die soeben in Paris und Tokio Dunbar gleichzeitig zwischen den beiderseitigen Bot- lr. Völkerbund, dem Japan den Rücken ge- krsiit hat, seit man in Genf versucht hatte, die oft» aiiitischen Vorrechte Japans durch die Kontrolle des Mkerbundes zu beschneiden. Diesen Genfer Tenden- Vi sieht sich Japan in verstärktem Maße ausge- jetz wenn jetzt Sowjetrußland als asiatischer Gegen- ||üer sich der Genfer Klaviatur bedienen kann. Uüq dafür ist Frankreich verantwortlich, t>a: in seiner traditionellen deutschfeindlichen Po- liti befangen, die Wirkungen auf internationale . Behältnisse nur zu leicht vergißt. fjun ist es daran erinnert worden, denn sobald bielßinien seiner neuen europäischen Allianzpolitik eibnnbar wurden, traten auch sofort Gerüchte auf, dieivon einer Annäherung Englands an 3cip an, ja von einer Erneuerung des früheren Siiibniffes wissen wollten. Dies ist zwar von dei- ; bm Seiten bestritten worden, was natürlich kein 'ßwnö ist, daß man solche Pläne nicht wirklich und 'LAllich verfolgt. Jedenfalls ist man in Paris et- im< ängstlich geworden und hält es an der Zeit, ibi japanischen Verstimmung entgegenzuarbeiten. Ißeisn Zweck sollten die beiden erwähnten diplo- tüatischen Unterredungen in Paris iiinj Tokio dienen. Der japanische Außenmini- sstrLHirota hat die Versicherungen des französischen ! Lüchafters, daß die neue Orientierung Frankreichs e)i -JOwjetrußland die guten Beziehungen zu Ja- jpNi nicht berühren und Japan keine Schwierigkei- ilei bereiten würden, mit der gebührenden diplo- 1 iratifc^en Höflichkeit ausgenommen, und zu gleicher t, giii hat der japanische Botschafter Sato in Paris 1 Mstellt, daß nach den Erklärungen des Quai ibv'say ein» französische Vermittlung in den lau- t fflfcn Konflikten zwischen Japan und Sowjetruß- llol in Ostasien nicht in Frage komme. Mit dieser klimatischen Uebermalung ist natürlich die Tat= sich! nicht beseitigt, daß die intime Zusammenarbeit 5 Maus mit Paris, die Einbeziehung Sowjetruß- Ulcuti in alle internationalen Berechnungen und 2ffaditfpiele eine völlig neue Lage geschaffen h Iden, welche die andern Großmächte, übrigens rtihi nur Japan, sondern auch England und die SBinmigten Staaten zur Vorsicht und gegebenen» f|a!s zu Umlegung des Steuers veranlassen müs- f |ei | pne ähnliche Situation ist, beschränkt auf den e inaääischen Raum, in dem Verhältnis zwi - f 14:.unehmen. Angeblich wird als eine der ersten Fc gen die Rekrutierung einer inter- itcttionalen Polizeitruppe erörtert wer- hei Der Dreierausschuß soll der Ansicht zuneigen, l>ä die von der Regierungskommission des Saar- Debets vorzuschlagenden Länder Einzelrekrutierungen sozunehmen hätten. ^glaublicher Terrorakt an einem Mitglied der Deutschen Front. i aarbrüd en, 17. Sept. (DNB.) Auf dem Öi;ge von der Grube „Frankenholz" nach Münch- .Bibö wurde der Bergmann Anton Schulz, Mit- Ilioo der Deutschen Front, auf dem Nachhauseweg duich zwei unbekannte, in schwarze Umhänge ge- [üL e Männer zum Stehenbleiben aufgefordert. Auf -iieArage, ob die Männer Zollbeamte seien, wurde :£)ii geantwortet: „Kommen Sie nur mit!", worauf । Edmlä mit den Männern, die er für Zollbeamte ieU mitging. In diesem Augenblick kamen zwei 11 n>o e i e u d) t e t e Autos. Schulz wurde hinter- Lmdii gepackt, niedergeschlagen, mit Fußtritten und «EdVgwerkzeugen erheblich mißhandelt und ins 'tim geworfen. Schulz konnte sich noch einmal be- wurde jedoch an der Flucht durch sieben bis n_t)! Männer gehindert, die erneut aufs Unmensch- ' lifyie auf ihn einschlugen. Man legte ihm Hand- :« Locarno-Abkommens hinzulenken. 8r.ndeskanzler Schuschnigg hat vor seiner Ab- iiefcibem Sonderberichterstatter des „Paris Soir" 6 Enormem erklärt: Es trifft zu, daß die Genfer 2 Bmter der Großmächte und der Nachbarstaaten lvitrreichs in einen eingehenden Meinungsaus- WlafiO darüber eingetreten sind, wie man künftig L)^-rreich gegen die Einmischung Dritter in seine SJmmpoIitif schützen könnte. Die Initiative ist o o n i i e n i f d) e r Seite ausgegangen. Sie be- 0|ptct den Abschluß eines Abkommens, das diesem Wunsche Rechnung trägt. Sollte ein solches Abkommen die Empfindlichkeit gewisser Staaten verletzten, so kann ich dazu sagen, daß Oesterreich größten Wert darauf legt, daß ein derartiges Abkommen keinen gegen irgendeinen interessierten Staat gerichteten Charakter trägt. Wir wünschen ganz im Gegenteil, daß alle in Frage kommenden Nachbarstaaten mitwirken, weil wir ein wesentliches Interesse an einer Verständigung haben, die nicht nur unsere Ordnung im Innern, sondern auch den Frieden Europas garantiert. Wer immer auch aufrichtig die völlige Unabhängigkeit unseres Landes will, wird freudigen Herzens eingelaben, an dem Werk der Befriedung Oesterreichs und des Schutzes gegen Störungen, die von außen kommen könnten, teilzunehmen. Die in Kreisen der Kleinen Entente herrschende Auffassung faßt der Berichterstatter wie folgt zusammen: Oesterreich muß in einer internationale Entente unter Öen A u - spizien des Völkerbundes geschützt werden, so daß keine Großmacht auf eine b e- vorzugte Stellung Anspruch erheben kann. Es muß auch gegen die Wiedereinsetzung der Habsburger und gegen den Anschluß „in Schutz genommen" werden. Kunst und Wissenschaft. Große Modeschau des Deutschen Modeinstituts in Berlin. ?r Berliner Kaiserhof veranstaltete das Deut» f CjelüRo beinftitut eine große Modenschau. J»! große Säle reichten nicht aus, um die Menge ii Kassierter Besucher aufzunehmen, ein Zeichen, önoj man die Bedeutung der Veranstaltung in weite chr Kreisen vollauf anerkannt hat. j. iD i l l e n z, der für die künstlerische und fad)» liiidi ^Gestaltung verantwortlich zeichnete, wies in fe ihi Begrüßungsansprache auf den Sinn dieser DAljchau hin, die Spitzenleistungen eines Hand- wjfj zeige, das bereits als Kunst bezeichnet werd'»: müsse, sie solle bewußt werden lassen, daß die im Leben eines Volkes keine Nebensache, fon= Ötkn sein wichtiges Gebiet seiner Wirtschaft und äIil- ist. Bei dieser Gelegenheit müsse er betonen, bilar ?.s eine deutsche Mode vorläufig noch nuq :gebe, daß es aber eine der vornehmsten Auf- giPir des Modeinstituts fei, diejenigen Ansätze, die < Qmtmidlung eigener Modelle dienen, sorgfältig 31)1? iegen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen hierfür sei der persönliche und lebendige Kontakt zwischen Textilfabrikanten und führenden Modehäusern. Dillenz wandte sich weiter gegen gewisse Greuelmärchen, wonach in Deutschland Kleiderregeln eingeführt werden sollen, die jeglichen Schmuck und Aufwand unterbinden. Daß es in Deutschland auch keineswegs an Stoff mangele und keine Papierkleider getragen werden, werde diese Schau nachdrücklichst unter Beweis stellen. Dagegen könne die Mode weitgehend dazu beitra- tragen, das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung zu unterstützen. Wenn man beispielsweise ein Modell aus Spitze wähle, so helfe man der Plauener Spitzenindustrie und trage dazu bei, die Arbeitslosigkeit in Sachsen zu bekämpfen. Werde ein Kleid aus den neuen Faserstoffen gewählt, dann habe man ein Material gekauft, das von deutschen Erfindern geschaffen ist und im eigenen Lande her- gestellt wird, wie überhaupt fast alle hier gezeigten Stoffe deutschesMaterial sind. Dillenz schloß mit dem Appell, sich gegen alle Saboteure zu wenden, die geflissentlich Die Meinung ausstreuen, daß der Nationalsozialismus die deutsche Frau nicht gut und schön angezogen sehen wolle. >5 N . hL. t • • Sfcfc . U M-h Ein grausiges Zild von der „Morro Lastle" Eines der Promenadendecks auf dem durch eine Feuersbrunst völlig ausgebrannten amerikanischen Dampfer. Weiß und Schwarz in Südafrika. Probleme der Eingeborenenpolitik. — Das Ende des weißen Südafrika? Don unserem Or. B.-Berichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Johannesburg, September 1934. Ein drängendes Problem in Südafrika ist das der Eingeborenen. Der Schlüssel, es zu lösen, ist noch nicht gesunden. Auch das von den Koalitionsführern H e r tz o g und S m u t s vorgelegte Programm für die neue Fusionspartei enthält kein klares Wegziel für die Eingeborenenpolitik. Anerkannt wird darin nur das vorherrschende Interesse der weißen Bevölkerung. Fest- gelegt ist aber auch die „Anerkennung der Eingeborenen als ein dauernder Bestandteil der südafrikanischen Bevölkerung unter der christlichen Treuhänderschaft der weißen Rasse". Offen bleibt die Frage, ob der Eingeborene durch diese Politik allmählich zum bewußten Bürger des Staa- t e s herangezogen werden soll, also im Gegensatz zu der heute noch vorherrschenden Einstellung irgendwelche Bürgerrechte erhalten soll. Der neueste Erlaß des südafrikanischen Ministers für Eingeborenenfragen deutet aber darauf hin, daß man in der Eingeborenenbehandlung neue Wege gehen will. Minister Grobler, der diesen entscheidenden Schritt tat, gab eine Verfügung heraus, die eine Lockerung der „Paßgesetze" anordnet. Zur Erklärung dieses Schrittes sei hier kurz gesagt, daß die Schwarzen in der Union bislang regift r i e r t wurden. Kein Schwarzer in der Union konnte sich zu bestimmten Tageszeiten ohne Paß frei bewegen. Wurde er dennoch ohne Paß angetroffen, wurde er bisher verhaftet und bestraft. Derjenige Schwarze aber, der im Dienst eines Weißen steht, muß beim Antritt des Arbeitsverhältnisses seinen Paß abgeben und erst nach Ablauf seiner Dienstzeit erhält er ihn wieder ausgehändigt. Will er in der Zwischenzeit nach 20 Uhr ausgehen, so muß er die schriftliche Genehmigung seines weißen Arbeitsherrn einholen. Unterläßt er das, macht er sich strafbar. Die schwarzen Frauen dagegen sind dieser Kontrolle nicht in diesem Maße unterworfen. Sie werden nicht registriert, und das ist nicht zuletzt der Grund, daß bei ihnen die Freude des Dienens nicht lange anhält. Daß sie eines schönen Tages verschwinden, nicht nur mit ihren eigenen Habseligkeiten, sondern häufig auch mit dem, was sie sonst noch greifen können. Afrika ist groß, und eine „Mary" zu finden, die sich zwei Stunden später ..Johanna" nennt, gelingt selbst der besten Polizei nur in den seltensten Fällen. „Johanna" und „Mary" wissen das. Sie richten ihr Benehmen gegen die weiße Herrin auch danach ein. Das heißt: sie tun das, was sie für richtig halten, oder sie verschwinden einfach spurlos. Die alten Buren und die englischen Kolonisatoren vertraten den Standpunkt des strengen und gerechten Herrn. Der Schwarze erkannte diese Einstellung an und war zufrieden, solange der Herr auch wirklich Herr war. Seitdem sich aber Weiße in den „Joint Councils" mit Schwarzen treffen, um die „Mentalität der Eingeborenen näher kennenzulernen", und mit diesen über das Wohl der Ein- geborenen zu beraten, änderte s i ch die Einstellung oer Schwarzen sehr schnell. Offensichtlich schließen ie nun diesen Menschheitsbeglückern, die nicht nach der Haut des Mannes urteilen, auf die anderen Weißen. Sie sehen in diesen nun ebensowenig Herren wie in den geschickten Sisfuffionsreonern, ihren weißen Freunden aus den „Joint Councils", die alles durch eine schwarze Brille sehen. B o l s ch e w i st i s ch e Hetzer, mit denen Südafrika durchsetzt ist, nutzen diese Situation für ihre Zwecke geschickt aus. In öffentlichen Versammlungen rufen sie zu offenem Widerstand gegen die jetzigen Gewalten auf. In der in englischer Sprache und in der Bantusprache erscheinenden Zeitung „Umsebenzi", dem Organ der kommunistischen Partei Südafrikas, fordern sie die Errichtung einer südafrikanischen Eingeborenen-Republik. Immer wieder hämmern sie den Eingeborenen ins Gedächtnis, daß nur 7,8 Prozent desgesam- ten Landbesitzes in der Union in der Hand der Eingeborenen ist, daß der Anteil der Eingeborenen-Ländereien am gesamten Grundbesitz im Mandatsgebiet Deutsch-Südwestafrika nur 8,7 Prozent ist, daß dieser Anteil in den britischen Protektoraten Betschuanaland sich zwar auf 20 Prozent beläuft, im Swaziland sogar auf 39 Prozent, daß aber den Eingeborenen in den Protektoraten der Landbesitz nicht sicher sei, daß er ihnen vielmehr jederzeit genommen werden könnte. Die Entdeckung von Mineralvorkommen genüge, um sie von diesem Besitz zu vertreiben. Imperialisten, fremdländische Grundherren und Minen- Magnaten ließen ihnen diesen Besitz nur, um jederzeit aus diesen Reservaten billige Arbeitskräfte herausholen zu können. Langsam aber sicher wirkt diese Minierarbeit unter den Eingeborenen, die durch den Einfluß der wesensfremden weißen Zivilisation in ihren gesunden Instinkten irre geworden sind. Wenn die Schwarzen auch nicht alles von dieser geschwollenen Phraseologie glauben, sie hören aber, daß der Weiße nicht mehr im Befehlston mit ihnen spricht. Das genügt. Es ist für sie das Zeichen, daß dem weißen Mann die Macht entgleitet. Und schon stellen sie selbst Forderungen. Sie protestieren dagegen, daß man ihnen, die die Zivilisation des weißen Mannes angenommen hätten, die Privilegien dieser Zivilisation versage. Sie werfen wie die wahlberechtigten Kapfarbigen — jeder Kapfarbige darf wählen, wenn er 75 Pfund Vermögen ober 60 Pfund Einkommen hat — der Regierung in etwas schwer verständlichen Redewendungen vor, daß das Kaffernwahlrecht einmal „hintenherum" ihnen genom men werden könne. Als zukünftige Bürger der Union mischen sie sich bereits auch in die Außenpolitik des Landes ein. Abgesehen davon, daß sie Deutschland als einen möglichen Angreifer Südafrikas bezeichnen, fordern sie, die in der Union ansässig sind, von Großbritanien, daß die britischen Protektoratsgebiete Betschuanaland, Basutoland und Swaziland nicht an einer fremde Macht — gemeint ist hiermit die Südafrikanische Union — übertragen werden, ohne die Eingeborenen in den Protektoraten zu fragen. Sie begründen diese Forderung damit, daß die Eingeborenen in der Union schlechter behandelt werden, als in den unter englischer Verwaltung stehenden Gebieten. Von den Weißen Südafrikas wird daher vielfach auch die Lockerung der Paßgesetze durch Minister Grobler als eine Geste gegenüber den Schwarzen ausgelegt; als ein wirksames Mittel, die Hetzer, die gerade diese Paßbestimmungen für ihre Agitationszwecke ausnutzten, zum Schweigen zu bringen. Teilweise dürste diese Wirkung auch erzielt werden. Zum mindesten dürften im Augenblick diejenigen Schwarzen beruhigt sein, die von den Paßgesetzen nicht mehr betroffen werden. Es sind dieses fast die Hälfte aller Schwarzen. Denn von jetzt ab brauchen keine Pässe mehr zu tragen: Jeder Eingeborene Polizist oder Gerichtsdiener, dem vom Vorsteher seiner Behörde ein Ausweis ausgestellt wurde, daß er in behördlichen Diensten steht, ferner sämtliche Häuptlinge und deren Unterhäuptlinge, weiter jeder Eingeborene, der eine leitende Stellung in den Selbstverwaltungseinrichtungen der Eingeborenen ein nimmt. Befreit sind ebenfalls die eingeborenen Geistlichen, sämtliche Lehrer, die landwirtschaftlichen Wanderlehrer, die eigeborenen Angestellten in dem Ministerium für Eingeborenenfragen und die Schreiber und Dolmetscher, im staatlichen oder städtischen Dienst, Schließlich kann jeder Eingeborene von Ansehen, gutem Charakter und Benehmen, dem der Eigeborenen-Kommissar ein diesbezügliches Zeugnis ausstellt, von den Paßbestimmungen befreit werden. Gerade diese letzte Bestimmung ist sehr dehn- b a r. Anscheinend wurde sie in die Verordnung ausgenommen, um den übrigen Schwarzen einen Ansporn zu geben, sich gut zu führen, um ebenfalls die Vergünstigungen zu erlangen, Wieweit diese Wirkung erzielt wird, ist schwer im voraus zu jagen. Vielleicht ist die einzige Wirkung, wie ein guter Kenner des südafrikanischen Lebens annimmt, nur die, daß die Bevorzugten von den weniger Bevorzugten gehaßt werden. So geteilt die Anschauungen über diese Einzel- bestimmungen sind, so verschieden sind auch die Urteile über den Erlaß dieser Verordnung überhaupt. Die Gegner sehen darin den Anfang vom Ende des weißen Südafrikas. Sie erkennen die Verordnung auch nicht als vorübergehende Geste an und bezeichnen sie als schädlich. Sie wollen sich nicht auf den guten Willen der Schwarzen verlassen und fordern eine scharfe Trennung zwischen Schwarz und Weiß, denn nur eine solche Trennung könne die wachsenden Massen der zivilisierten Schwarzen in Schach halten. Jedes Abweichen von den Regeln der strengen, aber gerechten Eingeborenenbehandlung der alten Pioniere würde bei den Schwarzen immer nur neue Wünsche wecken und schließlich zur Beseitigung der Vorherrschaft der weißen Rasse in Südafrika überhaupt führen. Von den Befürwortern der neuen Verordnung werden diese Einwände vielfach auch als berechtigt erkannt. Sie sehen aber keine andere Lösung. Vielleicht vertreten sie auch die Ansicht, daß der Zeitpunkt, einen anderen Weg zu gehen, schon verpaßt ist. Rückhaltslos stimmen nur die der Verordnung zu, die als Weiße Öen Stanöpunkt vertreten, öaß Süöafrika auf öie Dauer nie weißen Mannes Lanö fein kann. MkSWW mit allen kaufmänn. Arbeiten l Buchführung, Stenographie, Schreibm.) vertraut, für das Büro eines gröberen Geschäfts- betriebet sofort o. 1. November gesucht. Selbstgeschriebene ausführliche Bewerbungen mit Bild unter Angabe der Gehaltsansprüche unt. 5404D an d. Gieh. Anzeig. // eil Aus aller Dr. der Sitte ein einfacher Doktorschmaus statt. Einweihung der Ehrenhalle im Kyffhäuserdenkmal. „Ein freies Letzen führen wir Romantische Räubergeschichten aus Litauen. Der deutsche Botschafter in Washington, Luther, überreichte in Boston dem Dekan «v* Juristischen Fakultät der Havard-Universität, Pros. P o u n d , das Diplom eines Ehrendoktors der Rechte der Universität Berlin. Prof. Pound hat besonders zur Verbreitung der Kenntnis des deutschen Rechts beigetragen und stets Liebe und Verständnis für Deutschland bekundet. Botschafter Luther wies in einer Ansprache darauf hin, daß die Rechtswissenschaft ungeachtet der vielen internationalen Probleme, die sie umschließe, doch im wesentlichen eine nationale Wissenschaft sei, weswegen jedes Volk das Recht anderer Völker mit Achtung zu behandeln habe. Prof. Pound dankte mit warmen Worten in deutscher Sprache. Im Anschluß an die Feier fand nach alter deutscher gesamten Hausgesinde in ein Zimmer em. Bei der Durchsuchung ergab sich der betrübende Umstand, daß kein Bargeld im Hause war. Als Die Gräfin dies damit entschuldigte, daß sie gerade in der Stadt ihre Steuern bezahlt hätte, ließ Kaslaus- kas die Steuerquittungen vorlegen, prüfte sie und sagte befriedigt: „Es stimmt!" Uhren, Tücher, Sommerkleidung mußten ausgeliefert werden. Aber dann fanden die beiden Räuber mehrere Flaschen Wein und Schnaps und luden die ganze Gesellschaft noch zu einem fröhlichen Abschiedsgelage ein. Dann mußte der Kutscher anspannen und einen Brief an die Polizei mitnehmen, worin Balsis und Kaslauskas unter den» schönen Namen „der freie Adler" und der „Champion von Litauen" den Raubüberfall persönlich zur Anzeige brachten. Mit Dank „für die freundliche Aufnahme" küßten die beiden Banditen als Gentlemen der Gräfin sogar noch die Hand zum Abschied. Dutzende von Geschichten sind im Umlauf, wie die gefürchteten Räuber armen Leuten und Landstreichern Schonung angedeihen ließen und ihnen das abgenommene Geld wieder zurückgaben oder einen Trunk mit ihnen teilten. Hier liegt offenbar auch das Geheimnis ihrer unleugbaren Volkstümlichkeit: Nicht nur die Angst erklärt es, daß ihr Versteck trotz ausgesetzter hoher Belohnung bisher nicht verraten wurde ... Oer letzte lleberlebende einer deutschen Amazonas-Expedition. Reuler verbreitet folgende aufsehenerregende Meldung aus Quito (Ecuador): Dr. Hermann Huth, der einzig Ueberlebende einer Expedition von 24 Teilnehmern ist nach fast zehnjährigem Aufenthalt in den Dschungeln des Amazonas zur Zivilisation zurückgekehrt. Zehn Mitglieder der Expedition einschließlich des Führers Dr. Otto Schulz wurden von der Voro-Gruppe der Dfchibaro-Kan- nibalen ermordet. Die übrigen sind an Mala r i a und den Entbehrungen der Reife zugrunde gegangen. Die von Dr. Otto Schulz ausgerüstete Expedition bestand aus 24 deutschen Anthropologen, Naturforschern und Botanikern. Die Expedition sollte das ungesunde, unbewohnte südamerikanische Gebiet zwischen dem Amazonenstrom und dem Pu- lomayo-Fluß erforschen. Sie brach im Jahre 1924 aus Euzco (Peru) auf. 3m 3ahre 1927 waren nur noch elf Mann am Leben. Am Phelaza-Fluß (östliches Ecuador) wurden sie von den Dschibaro- kannibalen angefallen und ermordet. Dr. Schulz war das erste Opfer. Dr. Huth, der in Ohnmacht fiel, als er sah, wie seine Freunde a b g e s ch l a ch - t e t wurden, war glücklicher als sein Führer. Eine Eingeborene nahm sich seiner an. Rur dadurch, daß er mit ihr die Ehe einging, konnte er dem Schicksal seiner Gefährten entgehen. Dr. Huth fristete fünf 3ahre lang sein Leben bei dem Stamm als „Zauberer". Seine Tätigkeit erregte jedoch die Eifersucht und Feindseligkeit des Medizinmannes der Dfchibaro-Kannibalen, der dauernd neue Wunder verlangte. 3n der Erkenntnis, daß fein Leben in Gefahr fei, floh Dr. Huth mit seiner Frau, als einmal die Dfchlbaro-ürieger abwesend waren. Drei Monate lang wanderten beide durch den pfadlosen Dschungel, bis sie eine Morgan-Missions- slation erreichten. Dritter deutscher Volkskundetag in Heidelberg. Die Abgeordneten des Verbandes der volkskundlichen Vereine, die zahlreich aus dem In- und Auslande zu der großen Heidelberger Volkskundetagung gekommen waren, gestalteten ihre erste Sitzuna zu einer Ehrung des Leiters der Tagung, Professor John Meier (Freiburg i. Br.), der seinen 7 0. Geburtstag feierte. Die ersten Referate behandelten das Thema führertagung, bei der der Bundesführer, Oberst a. D. Reinhard den Arbeitskreis der Organisation umriß. Im Laufe dieser Tagung wurde die neu ausgestaltete Ehrenhalle der Öffentlichkeit übergeben. Im Mittelpunkt der Halle befindet sich eine Gedenktafel zur Erinnerung an die zwei Millionen Kriegsgefallenen, die Gefallenen der Freikorps und der natio- nalfozi aliftischen Erhebung. Oberst Reinhard legte mit Worten des Gedenkens an den verewigten Reichspräsidenten zugleich für alle fürs Vaterland gefallenen Kameraden und Kämpfer einen Kranz nieder. Die Kriegsgefangenen-Tagung In Mühlhausen. Die Bundesgedenkttagung der Reichsverein i- gungehemaligerKriegsgefangenerm Mülhausen erreichte ihren Höhepunkt mit einer Fest- sitzung, in der Bundesführer von Lersner sprach. Anschließend fand ein gewaltiger Aufmarsch statt. In Reih und Glied standen die Abordnungen der Reichsvereinigung mit ihren eichenlaubgeschmückten Fahnen, des Kyfshäuserbundes, der Kriegerver- einigung, der SA., SS., PO. und des NSDFB., die Kolonnen des Arbeitsdienstes und die Jugend. Die Kundgebung begann mit der Weihe mehrerer Fahnen des Ky'ffhäuserbundes. Es sprach dann der Reichsstatthalter in Thüringen, Sauckel. Nie mehr, so erklärte er, werde der deutsche Arbeiter der Stirn und der Faust Deutschlands Ehre und Gleichberechtigung preisgeben. Bleiben wir ein einiges starkes deutsches Volk, dann werde man draußen in der Welt Deutschland besser achten, besser behandeln und besser würdigen als in der Vergangenheit. Oberstlandesführer der SA.-Reserve II, Oberst Reinhardt überbrachte die Grüße des Reichskriegerbundes Kyffhäuser und gedachte der seid- grauen Kameraden, die im Völkerringen den Heldentod fanden. Der Reichsführer der NSKOV-, Gruppenführer Dr. Zuncke, sprach von der Kameradschaftlichkeit und dem Dienst am Volke und Vaterland. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer scholl einem Gelöbnis gleich über den weiten Platz. Die Kundgebung schloß mit einem Vorbei- marsch der Kolonnen der ehemaligen Soldaten mit den jungen Kämpfern für das neue Reich. Großer Erfolg der deutschen Militärmusiker in Turin. Im Rahmen der großen internationalen Veranstaltung für Militärmusik in Turin fand am Sonntag das Haupt-Gala-Konzert statt. Beim Ein- und Ausmarsch waren die deutschen Musiker und Spielleute Gegenstand überaus herz- licher Begeisterung. Insbesondere erregte der Schellenbaum des ehemaligen 3. Garderegiments zu Fuß das größte Interesse. Die deutsche Kapelle erzielte mit Wagners Finale zum dritten Akt der „Walküre" und Preußens Gloria-Marsch einen außerordentlichen Erfolg. „Gazetta del Popolo" bezeichnet die Musikkunst des Wachregimentes Berlin als höchst bewundernswert in ihrer vollendeten Technik und Präzision. Auch die Haltung der Deutschen hat in ihrer musterhaften Exaktheit enthusiastischen Beifall ausgelöst. Ein bekanntes Turiner Blatt weift besonders auf Haltung und Paradeschritt der Deutschen und ihre einzigartige Ordnung hin. Siebenhundert „falsche Fuffziger". — Falschmünzer- Werkstatt ausgehoben. Den Beamten -der Falschgeldstelle -der Kriminalpolizei Köln äst ein großer Schlag gegen Falschmünzer geglückt. In einer der letzten Nächte wurde in Römlinghoven (Siegkreis) eine Falschgeld werk st ätte aus geh oben, in der falsche Fünfzigpfennigstücke hergestellt wurden. Die Werkstätte war aus das modernste eingerichtet. Bisher sind fünf Personen festgenommen worden, unter denen sich der Hersteller des Falschgeldes sowie die Vertreiber befinden. Annähernd 7 0 0 fal - s ch e Fünfzigpfennigstücke wurden bei den Verhafteten vorgefunden. Tausende dieser Falschstücke sind bereits m den Verkehr gebracht worden. Danbifen-UeberfaU auf einen Lisenbahnzug in der Mandschurei. Man sage nicht, daß die Romantik in Europa ausgestorben sei und nur noch in Albaniens Bergen ein wenig geräubert werde. Schon seit Monaten hält ein Banditenpaar in Litauen die Umgebung der Stadt Telschi in Schrecken und die dortige Kriminalpolizei in Atem. Dabei sind diese Verbrecher von besonderem Typ. Sie betreiben den Raub beinahe wie ein ehrliches Handwerk. Sie halten Maß. Und sogar Formen. Man tonnte der verwegenen Burschen, die stets schwer bewaffnet auf Beute ausgehen, bisher nicht habhaft werden. Der eine, Balsis, ist ein alter Zuchthäusler; aber der andere, Kostarikas, eine Art verlorener Sohn Er war Gefangenenwärter im Zuchthaus Bajohren. Dort hat er aus Abenteuerlust den jetzigen Gefährten befreit und ist mit ihm gezogen. Sie haben sich in den Kopf gesetzt, ein freies Leben zu fuhren. Schon oft waren sie umstellt, von Polizei und aufgebotenen Schützenfreiwilligen verfolgt und in Feuergefechte verwickelt, bei denen es Verwundete, einmal auch einen Toten gab. Aber die beiden Banditen sind stets entkommen und spurlos untergetaucht. Sie finden sicherlich Hilfe und Unterschlupf bei den kleinen Bauern der Gegend. Kürzlich statteten die verwegenen Kerle dem Gut einer Gräfin P a t u l i ck i einen unerbetenen Besuch ab. Sie hatten kunstgerecht die Telephonleitungen zerschnitten und sperrten die Besitzerin mit ihrem „Die Welt des Bauern im Licht der volkskundlichen Forschung". Professor H e l b o ck (Innsbruck) spraä) über „Siedlung und Haus im Leben des Bauern', Konservator A. Lämmle (Stuttgart) über „Wesen und Bedeutung von Sitte und Bräuchen im Leben des Bauern". Zu den Beratungen über die Stellung der Volkskunde in der Schule führte Prof. Freudenthal (Hirschberg) aus, die Volkskunde fei die nationalkundliche große Wissenschaft einer neuen deutschen Bildungs- und Erziehungslehre und eine fachkundliche Lehre von den volkstümlichen Gegenstandsbereichen, deren sie sich bedient. Volkserziehung müsse gerade heute Volkskunde sein im Sinne unserer Wissenschaft. Zum Thema „Volkskunde und höhere Schulen" sprach Studienrat Dr. Böhm (Berlin). Professor Meier (Freiburg) betonte in längeren Ausführungen über Sinn, Bedeutung und Ausgabenkreis des Verbandes der deutschen Dolkskundevereine die Tatsache, daß der Verband seine Tätigkeit auf den gesamten deutschen Kulturboden ausdehne. Der Beifall für seine Ausführungen steigerte sich, als Professor S p a h m (Berlin) in warmen Worten John Meier als Forscher würdigte und dadurch ehrte, daß er ihm als Dank der Wissenschaft die neugeschaffene goldene W.-H.-Riehl-Medaille überreichte. In einem anschließenden Vortrag setzte sich Ministerialrat Professor Dr. Eugen F e h r l e (Karlsruhe) mit dem Thema „Antikes und Christliches im deutschen Volkstum" auseinander. Die deutsche Rechtswissenschaft ehrt einen amerikanischen Gelehrten. Nach einer Meldung aus Mukden ist auf einer Zweiglinie der Eisenbahn Mukden — Kirin ein Äug, bestehend aus einem Personenwagen und 15 offenen Güterwagen, von 150 roten Banditen überfallen worden. Nack dreistündigem Kampfe wurden die Angreifer in die Flucht geschlagen. Don den Insassen des Der Deutsche Reichskrieaerbund „Kyffhäuser" Zuges wurden 14 Personen, darunter drei veranstaltete auf dem Kyffhäuser eine Landes-» japanische Polizisten und fünf Fahrgaste getötet und fünfzehn, darunter fünf Japaner, verwundet. Die Banditen ließen viele Tote an der Stätte des Kampfes zurück. In den Güterwagen wurde Tele» fonmaterial und Benzin befördert. Oie Landstingwahlen in Schweden. Stockholm, 17. Sept. (DNB.) Da die Wah. len zu den provinzialen Landstingen noch nicht abgeschlossen sind, kann ein endgültiges Urteil über das Ergebnis noch nicht abgegeben werden. In palj. tischen Kreisen wird jedoch die Ansicht vertreten, daß die Stimmengewinne der Sozial, demokraten ihnen doch wohl nicht die ab, solute Mehrheit gegen die vereinigten bin, lichen Parteien sichern dürften, selbst bei Unter, stutzung der kleinen kommunistischen Parteien, Don denen eine sich Sozialistische Partei nennt. Sir wurde durch Zusammenschluß der von den Komin, tern unabhängigen Kommunisten mit den extreme» Elementen der früheren Sozialdemokraten gebildet Die Haltung der Landwirtschaftliche» P a r t e i, die bei den Wahlen auf Kosten der Kon, servativen und der Volkspartei Erfolge zu oen buchen hatte, ist indessen noch ungewiß. In her Reichstagsperiode 1933/34 waren nämlich viele Fragen durch ein Zusammengehen der Sozialdetno, traten mit den Landwirten gelöst worden. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 19. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk i Deutsche Märchenoper. Zum 80. Geburtstag do» Engelbert Humperdinck. 10.15: Praktische Rat. schlüge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezi.k. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittags. konzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 14.50: „Uebr die Bedeutung der deutschen Feuerschutzwoche' spricht der Führer der deutschen Feuerwehr, &i< desbranddirektor Adolf Ecker. 15.10: 3mal 15 9h nuten aus dem Sendebezirk. 16: Nachmittagskon, zert. 17.30: Dem Kulturphilosophen des Drillen Reiches Paul Krannhals f zum Gedächtnis. Vertrag von Univ.-Prof. E. Jaensch, Marburg. 17.45: Stunde der Jugend. „Der Schimmelreiter". Ein hör- spiel. 18.20: Interessantes von unserer Reichsbahn. Zwiegespräch. 18.35: Dichter am Bodensee: Ernst Backmeister. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung. 20.35: Stunde der jungen Nation. 21: Lachender Funk I. 22.20: Nach, richten. 22.30: Blick in die Leichtathletik der Welt 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Volksmusik. 24 bis 1: Kammermusik. 24 bis 1: De Mer Wald — deutsches Feld — deutscher Strom, ßmt Folge von Liedern und Gedichten. Wettervoraussage. Der Kern der nördlichen Störung, der nach Island zurückgedrängt worden ist, hat sich noch etwas vertieft. Gleichzeitig schrumpft das östliche Hoch von Norden her zusammen, so daß sich im Laufe der Zeit die Weststörung fortsetzt und allmählich zu unbeständigerem Wetter führt. Nach lokal bedingten Frühnebeln wird es zwar tagsüber vorerst noch aufheitern, jedoch kommt es auch zu Dunst- und Wolkenbildungen, die dann stärkeren Anstieg der Temperaturen verhindern werden. Aussichten für Mittwoch, nebelig, dun^ stig, tagsüber auch wolkig, sonst auf Reiter nb, ini ganzen kühler. Aussichten für Donnerstag: Allmäh-! liches Abflauen der beständigen Schön-Wetterlage. Lufttemperaturen am 17. September: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 15,5 Grad; am 18. September: morgens 11,2 Grad. Maximum 23,7 Grad, Minimum 14,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. September: abends 18,7 Grad; am 18. September: morgens 15 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer 4,3 Stunden. ___ Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans M, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 0)517 Am Montag, dem 17. d. M. entschlief sanft nach langem, mit grober Geduld ertragenem Leiden mein herzensguter Mann, unser stets treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Friedrich Maus zwei Tage vor seinem 38 Lebensjahre. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen r Elisabeth Maus Wwe,geb. Schieferstein, und Kinder. Sieben (Neustadt 47), den 18 September 1934. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 19. September, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Aquarium WaMorstrahe 5 53730 Süßer Apfelmost Für das Büro eines Konfektionsgeschäftes wird junges Fräulein mit kaufm. Vorkenntn. (Handelsschule) als Lehrmädchen gesucht Selbstgeschr. Bewerbungen unter Wie erhalte ich durch Abschluß eines Vertrages bei einer ZwecUvarunternehrnung Geld 5408 V und wofür? Beratung: kostenlos. Generalascntur Rühl Gieüen, Stein*traüe 88 der Nationalen Spar-1. Darlehnsge- melnsehad,Hannover,Herschelstr.83 Dr. Schott Zahnarzt verreist bis 7. 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M Zu diesen Terminen können alle in 1933 ow früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachwe>- der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbrav wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen n* rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, r denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind m» zugelassen. Gut erb. emailt. z. kaufen gesucht. Hindenburgwall 4 p. Gießen, den 17. September 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. A.: Kolb. Spinat, tagt frisch geblättert, 2 Pf d. 25 Pf.; Erdbeerpflanzen, Ober- schlesier, 100 St. 2.50,1 St. 3 Pf. empfiehlt Gärtnerei Seitz, Neuenw.52.oL»» | Empfehlungen"] la Speise- Kaiiofleln die beliebtesten Sorten, billigst UMsler Steinstr.73, Tel. 3581 SSSS5> Bretter Sperrholz Latten ,,:i° Dachpäf?6 CarbolineW' HappiÄ; Mühistr.18^: Verschieden^ kommen.^ Südviertel der Stadt, zu verk. Schr. Ang. unt. 04J500 a. d. G.A. Wen. gebraucht. iuei6.Wtö (JunkerLRuh)z. üert.Ludwigspl.fl II. Tafel- und Sonigbilnen, Quitten zu verkaufen 04523 MrvurgerStt.83. [ Kaufgesuche | Kelter- Obst kauft 6406D jedes Quantum Stand. Stt. 83. ltt. 218 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, Zeptember 1934 Schnellfeuer auf Atome. Oie neuesten Fortschritte der Atomzertrümmerung. - Oie Experimente Irene Euries und das „Element 93". Don Or. W. Sanders. e miteinander zu tun haben. nur gelungen sei, mit ganz Atome von 45 chemischen El neuen Methoden die Energie in in neuester denen die wie Stick- mehr erreichen kann. Sie benutzten sogenannte Wasser st offkanal st rahlen, und tatsächlich gelang es ihnen, schon bei Spannungen von nur 100 000 Volt Lithiumatome in ziemlich umfangreichem Maße zu zertrümmern. Ihr Prinzip beruhte darauf, den Atomkern dauernd mit zahlreicher, relativ kleiner Munition zu beschießen, ihn sozusagen unter Maschinengewehrfeuer zu nehmen — und sie hatten damit bessere Erfolge als die anderen Forscher. Ein wichtiger Fortschritt auf diesem Gebiet gelang kürzlich Irene Curie, der Tochter jenes be- , , Elementen zu zertrümmern, sondern daß er auch einen Stoff künst- lich hergestellt habe, den es bisher weder auf der Erde, noch irgendwo im Universum gab: das Element 93. Der italienische Gelehrte erzielte seine Erfolge durch ein Vo nrb a r d e m e n t nungen erzeugen und erfolgreich zur Atomzertrümmerung verwenden konnten. Inzwischen hat sich nun herausgestellt, daß solche von Jahren vergehen, bis diese Form von Strahlen frei wird. Um so interessanter sind daher die Zeit durchgeführten Experimente, bei mit „Neutronen" — das sind elektrisch neutrale Teilchen der Atome, deren Existenz erst seit ganz kurzer Zeit überhaupt bekannt ist. Mit dieser winzigen Munition also beschoß er auch solche Elemente, die bisher allen derartigen Versuchen erfolgreich Widerstand geleistet hatten, zum Beispiel das Uran, das in der Einteilung der Elemente an letzter Stelle steht und die Nummer 92 trägt. Soweit sich aus den bisherigen Berichten ersehen läßt, hat bei diesen Experimenten der Atomkern des „bombardierten" Urans eines der Geschosse, ein Neutron, in sich ausgenommen — Atome nicht-radioaktiver Substanzen, stoss und Lithium, durch ein Bombarde- v „ , . , Zahl der zertrümmerten Atomkerne weitaus zu rühmten Ehepaares Curie, dem wir die Entdeckung gering. Noch niemand hat es bisher fertiggebracht, v . «v_v.--------- -e ~ ~ rößere Mengen von Substanzen in ihren e । Atomen zu zertrümmern — und wenn das (was f vorläufig sehr zweifelhaft ist) wirklich in abseh- : * u i aaGmmam Sntttn hrinn märo h o r r o i « Nach Deutschland und Frankreich meldet sich nun • 'n weiteres Land mit wichtigen neuen Mitteilung „ ** 'n der An.o-:g:nh::t „Atomzertrümmerung"! zum Wort: Italien. Durch alle Zeitungen der I Welt lief vor kurzem die Meldung, daß es dem be-: kannten italienischen Physiker Prof. Fermi nicht' uns die foacnannten radioaktiven Elemente (Radium, Uran usw.) gezeiat: ein Teil der Atomkerne dieser seltsamen toloffe „platzt" ohne jeden äußeren Anlaß und dabei wird eine ungeheuer starke Energie entwickelt, die sich in Form jener bekannten durchdringenden Strahluna äußert, die im Dienst der Bekämpfung des Krebses zum unentbehrlichen Heilmittel der Aerzte geworden ist. Könnte man nun diesen Zerfall der Atomkerne künstlich fördern, so hätte man eine ungeheure Quelle von nützlicher Energie. In einem Gramm Radium ist nämlich so viel Energie enthalten, als sich bei einer Explosion von 40 Zentnern Nitroglyzerin entwickelt; es müssen aber Tausende gewisser — natürlich sehr kleiner — Teil von den Atomen des „bearbeiteten" Magnesiums, Bors und Aluminiums begann von selbst zu zerfallen — und es ließ sich sogar auf chemischem Wege nachweisen, daß gleich eine ganze Reihe von Element-Umwandlungen auf diese Weise erreicht wurde. So entstanden durch die Beschießung des Aluminiums die Atome eines ganz anderen Stoffes, des Phosphors, und die neu entstandenen Phosphor- Atome zerfielen ihrerseits wieder und bildeten (unter Verlust einer elektrischen Ladung) Atome des Radiums zu verdanken haben. Die junge For- , a i scherin mit dem berühmten Namen machte die I Ai außerordentlich wichtige Entdeckung, daß sich aus ,.o künstlichem Wege Radioaktivität bei barer Zeit gelingen sollte, dann wäre der Preis ment mit sehr schnellen Elektronen oder Kernen v - zertrümmert wurden. Bekanntlich gelang es vor auJ neu geschaffene einiger Zeit den deutschen Forschern A. Brasch Element mit der Nummer 93 gebildet, wenn auch und F. Lange besondere Röhren und Anlagen nur in ro,n3,9en' kaum meßbaren Mengen. zu konstruieren, in denen sie Millionen-Volt-Span- 1 Das alles ist wissenschaftlich höchst interessant und wichtig — praktisch bedeutsam aber ist es i n keiner Weise, und die daran geknüpften Hoffnungen auf Energie-Gewinnung aus atomaren Kräften gehören vorläufig jedenfalls noch i n d a s Reich der Utopie. Daß man durch ein Bombardement mit gewissen Strahlen Atomkerne dazu veranlassen kann, ein Stück der „Munition" in sich aufzunehmen und damit schwerer zu werden, ist schon seit einiger Zeit bekannt; daß man auch mit Hilfe von Neutronen Atome zertrümmern kann, bedeutet nur eine — allerdings sehr wichtige — Bereicherung der vielen bereits zu diesem Zwecke verfügbaren Methoden, mehr aber nicht! Von einer Energie-Gewinnung aus Atomen aber kann auch nach den neuen Ergebnissen Prof. Fermis gar keine Rede sein — dazu sind vorläufig die in Betracht kommenden „Treffer", das heißt die gigantischen Energien gcrr nicht nötig sind, um die Atomkerne zu zersprengen. Cockroft und Walton fanden, daß man mit viel kleineren Geschossen In letzter Zeit häufen sich die Meldungen Stoffen erzeugen läßt, die normalerweise keinerlei über immer neue, immer überraschendere Neigung zeigen, von selbst zu zerfallen. Irene Curie Erfolge auf dem Gebiete der Atomzertrüm- setzte einige recht „harmlose" Stoffe — Aluminium, merung — und im Zusammenhang damit Bor und Magnesium — unter besonderen Ver- ist bereits von phantastischen Hoffnungen suchsbedingungen dem Strahlen - Bombardement auf „Energlegewlnnuna aus Atomen" die eines sehr starken Radium-Präparates aus und Rede, die angeblich unsere Kraftwerke dem- : erreichte auf diese Weise, daß die bombardierten nächst überflüssig machen sollen. Was ist nun Substanzen selb st radioaktiv wurden. Ein von diesen sensationellen Berichten zu halten? Wir haben unseren Fachmitarbeiter gebeten, uns über den gegenwärtigen Stand des immer mehr in den Brennpunkt des Interesses rückenden Problems „Atomzertrümmerung" zu berichten. Was Atome sind, weiß heute fast schon jedes Kind — schon längst hat die Wissenschaft herausgefunden, daß die letzten Bausteine aller Materie aus einem positiv geladenen Atomkern bestehen, um den die negativen Elektronen kreisen, wie die ; rc. . ■ —----- Planeten um die Sonne. Die Atome selbst aber ?es Elements Silizium. Das ist immerhin em feit- interessieren die Oeffentlichkeit zur Zeit weniger als 'ame5 Durcheinander, wenn man bedenkt, wie die Versuche, die noch vor kurzem von der Wissen- wenig Aluminium und Phosphor oder Silizium schäft für „unteilbar" gehaltenen Atomkerne miteinander zu tun haben, auf künstlichem Wege zu zertrümmern und damit einen Grundstoff in den anderen umzuwandeln, ein Daß die Natur selbst eine solche Atomzertrümme- gen in^ der ^Angelegenheit rung ständig im größten Maße durchführt, haben der neu gewonnenen Energie sicherlich sehr viel höher, als etwa die Unkosten für Kraftgewinnung aus Kohle oder Benzin Noch stehen wir auf diesem Gebiet durchaus am Anfang, noch haben wir nur einen Zipfel von jenem Schleier gelüftet, der uns die Erkenntnis vorn Wesen der Materie und ihrer letzten Bestandteile verhüllt. Aber in fast allen Ländern der Erde wird mit gewaltigen Mitteln fieberhaft an der Lösuna der hier vorliegenden Probleme gearbeitet — und niemand kann Voraussagen, welche Ueber- raschungen sich hierbei noch ergeben werden. Oer Vertrieb der Feuerschutzbroschüre ist gestattet. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Die Wichtigkeit der Feuerschutzwoche vom 17. bis 23. September ist von allen führenden Stellen im Deutschen Reich anerkannt. Menn es gilt, dem deutschen Volk Sach- und Lebenswerte zu erhalten, die alljährlich den Flammen geopfert werden, darf niemand zurückstehen. An alle geht der Ruf: „Helft mit ^Brände zu verhüten! — Brandschaden ist Land- Der Reichsschutzmeister Schwarz in seiner Eigenschaft als Bevollmächtigter des Führers hat im Einvernehmen mit dem Reichsministerium der Finanzen unter dem 13. September 1934 den Vertrieb der Feuerschutzbroschüre im Rahmen der vom Reichsministerium des Innern angeordneten Feuerschutzwoche genehmigt. Der Verkauf der Feuerschutzbroschüre „Brandschaden ist Landschaden" erfolgt durch die Feuerwehrleute, Mitarbeiter der NSV., sowie der NSV. nahestehende Personen. Die Stellungnahme des preußischen Ministers des Jnnnern zum Vertrieb von Schriften anläßlich der Feuerschutzwoche ist, laut Runderlaß II D. 2411. IV vom 21. August 1934 wie folgt: Durch beschleunigte Zusammenarbeit der Stellen, die gewerbe- und verkehrspolizeiliche Fragen zu bearbeiten haben, ist dafür Sorge zu tragen, daß der Vertrieb von Schriften polizeilicherseits in jeder Weise gefördert wird. Vom Manuskript zur Aufführung. !■ Blick in das Ausstellungs-Schaufenster. Unter diesem Motto veranstaltet das Gießener Stadttheater gegenwärtig in einem Schaufenster der F erb er sch e n Buchhandlung im Seltersweg eine Ausstellung, die mit Zustimmung des Intendanten von dem Stadttheater- Dramaturgen Paul Nieren geschaffen wurde. Die Ausstellung will der Oeffentlichkeit zeigen, wie weit und mit wieviel Stationen versehen der Weg ist, den ein Bühnenwerk vom Manuskript bis zur Aufführung zurücklegett muß. Die interessante Schau geht von den Prospekten der wichtigsten Bühnenverlage aus, weist bann auf die erste Tätigkeit des dramaturgischen Büros in Gestalt des Bestellbriefes hin, dem die Leseexemplare folgen Nun geht das Manuskript reihum; das Buch kursiert im Regiekollegium, dessen Mitglieder unabhängig voneinander ihre Meinung auf einer Urteilskarte niederschreiben, die in einer Kartothek aufgehoben wird. Daraus gewinnt das Theater eine Heberfidjt über das Schaffen der Bühnenliteratur. Sodann folgt der Abschluß des Aufführungsvertrags mit dem Verlag, wobei mancherlei Klauseln aufmerksam zu beachten sind. Der nächste Schritt ist die Regiesitzung, bei der die Intendanz und die Bühnenvorftände gemeinsam über den Spielplan, Rollenbesetzungen usw. beraten. Dann folgt der Rollensatz, d. h. das Material, wie es von den Schauspielern zum Lernen benutzt wird. Heber das Regiebuch, das Inspektionsbuch und das Soufflierbuch geht's weiter zum Besetzungszettel, der den Namen des Stückes, des Regisseurs, des Inspizienten, sowie Mitteilungen über die Besetzung der einzelnen Rollen aufweist. Vom Probenbuch, in dem sämtliche Proben und Aufführungen eingetragen werden, über den Probenzettel und den Strafzettel (dieser für Verfehlungen im Dienst, Zu» kmlls zur Geltung kommt. Musiker und Mathematiker. Ein Kapitel über Vererbung und Begabung. „Maskerade." Lichtspielhaus. Dieser Film ist, wie wir hören, einer der großen Erfolge der neuen Produktion und hat in Berlin in den ersten drei Wochen eine Rekordbesucherzahl > gebracht. Das Merkwürdigste an diesem Erfolg ist wohl, daß der Film ein Thema behandelt, welches luns heute einfach nichts mehr angeht: einen feit »einem Menschenalter verschollenen Wiener Skandal ker Hans Moser, den man in letzter Zeit häufig sah. Auch sogar die Stimme des toten Caruso ist zuletzt in all ihrem strahlenden Glanz zu vernehmen. — ll cherlich wirkenden Modenschau von anno dazu- ri.al zu entgehen. Außerdem Ist der Fi'rn sehr ge- scyickt, stellenweise sogar mit Raffinement photo- psaphiert, in Ton und Bildschnitt abgestimmt und fi ab gepaßt, daß jeder der zahlreichen Effekte und Das Zusammengehen der musikalischen und der mathematischen Begabung ist eines der mteressante- »au3 dem Jahre 1905; eine Affäre, die in mehr als seiner Hinsicht gewagt genannt werden muß, Text- Luch für einen regelrechten Theaterreiber großen Stils und mit allen Mitteln. Man könnte bei manchen Bildern an eine Gesellschaftsszenerie von Sar- itiou denken und bei manchen Effekten an Sudermann. Diese Gestalten im Kostüm von vor dreißig fahren muten gelegentlich gradezu gespenstisch an, Ddwohl die Aelteren unter uns doch noch aus eigenem Erlebnis und eigener Anschauung den Anschluß an diese Vergangenheit mühelos herzustellen Die Inszenierung leitet der aus vielen Filmen bekannte Bonvivant Willi F v r st, der sich bisher :aum als Regisseur DorgefteUt hat, hier aber eine tarfe und vollkommen überzeugende Probe seiner Begabung auch für nicht darstellerische Leistungen iefert er gibt genau das, worauf es ankommt: keine Bilder haben wirklich die Atmosphäre, die Ge-. a ellschaft und den Lebensstil erfaßt und lebendig ften Phänomene, denen wir bei der Beobachtung <3emad)t, der unter dem Kennwort „Wien 1905" der über die Vererbung geistiger Anlagen begegnen. .Wandlung die eigentümliche und schon so verblüf- Fast regelmäßig kann festgestellt werden, daß f-nd historische Einkleidung gegeben hat, obwohl mathematische Größen zugleich musikalisch begabt man in gewissen Einzelzügen (des Kostüms z. B.) sind, obzwar es auch Ausnahmen gibt, wie Abel, t?wußt stilisierte, um der Gefahr einer nur I Lagrange und Klein. Selbstverständlich ist damit sind, obzwar es auch Ausnahmen gibt, wie Abel, ! Lagrange und Klein. Selbstverständlich ist damit ! nicht gesagt, daß beide Begabungen zu schöpferi- i scher Leistung befähigen müssen, aber hie Anlage ' ist doch zumeist unverkennbar. I Ganz allgemein ist die mathematische Begabung , v__, 7... _||we ' in bezug auf die Vererblichkeit von allen geistigen erraschungen mit der Präzision eines Theater-1 Anlagen am leichtesten festzustellen. Ein interessan- lls zur Geltung kommt. I tes Beispiel dafür ist die Familie B e r n o u 111 Die große Entdeckung dieses Films ist, wie bereits allenthalben festgestellt wurde, die junge Schauspielerin Paula Wessely: äußerlich ist ihre Erscheinung durch eine merkwürdige Doppelähnlichkeit mit Lucie Höflich und mit der Tschechowa ge- kenntzeichnet, die übrigens selber auch hier mitspielt. Die Wessely ist eine große und ursprüngliche Begabung; sie spiell klar, natürlich, mit ganz einfachen Mitteln, mit Gefühl und sogar mit Humor; KUW,H wunderschön ist die Liebesszene, weitaus das Wert- iiener Skandal ^."ste a,m ganzen Film, und man wird hier und spater wieder daran erinnert, daß die Wessely auf Im Beiprogramm gibt es u. a. die neue Wochenschau mit den ersten Aufnahmen vom Reichspartritag und vom Iugendaufmarsch in Frankfurt. Ferner einen Vorspann zu „Charleys Tante" mit Paul Kemp. —r— der Sprechbühne mit der Rose Bernd begonnen hat und eigentlich schon da „entdeckt" worden ist. Ihr Partner ist im Film bereits bekannt: W o h l- b r ü cf, der knapp und scharf einen fast dämonischen Kavalier darstellt. (Solche Mephistos im Frack von 1905 können einem Schauspieler leicht gefährlich werden.) Die Tschechowa spielt eine Dame, die man eigentlich nur ein Biest nennen kann, aber sie spielt sie vorzüglich; ebenso sicher und treffend Hilde von Stolz als Gerda. Sehr zu beachten ein vermögen ' " ~ , neuer Name: Peter Petersen; außerdem Walter Sehen wir also von der Fabel ab, die leicht als ' p a n H e n 3ulia Serba und der Wiener Komi- eine neue Bestätigung der oft genug getroffenen Feststellung aufgefaßt werden könnte, daß es dem rechnisch, regiemäßig und darstellerisch so hoch entwickelten Film unserer Zeit an wirklichen guten, wirklich großen und wertvollen Stoffen fehle, — so erklärt sich der Erfolg am zwanglosesten aus dem Eindruck, daß dieser Film in der Tat ausgezeichnet sßemacht ist, und daß er technisch, regiemäßig und darstellerisch jene Qualitäten aufweist, von denen weben die Rede war. mit ihren acht Musikern, auf die Dr. von Behr- Pinnow in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" hinweist. Die acht Mathematiker Bernoulli haben sowohl arithmetische wie geometrische Begabung und zu diesen beiden Faktoren kommen, wenn auch nicht bei allen, so doch bei den meisten, die physikalische und häufig auch die obenerwähnte musikalische hinzu. Nicht in allen Fällen ist eine Feststellung über die Vererbung geistiger Anlagen indes so leicht zu treffen wie in bezug auf die mathematische Begabung. Eine Reihe von Bealeit- umständen erschweren die Forschungsarbeiten, denn die Beeinflussung durch andersartige seelische Erbfaktoren und körperliche Bedingungen, wie Unterstützung durch Gesundheit und Behinderung durch Krankheit oder Schwäche ist oft von großer Bedeutung. Vielseitigkeit der Begabung kann leicht irreführen, und auch die Umweltseinflüsse, wie Berufsbestimmung durch den Vater, Wechsel des Aufenthaltsortes oder das Auftauchen neuer möglicher Berufe erschweren die Ermittlung der Dererbungs- tatsachen. Vor allem haben wir noch keine zuverlässige Kenntnis der Erbfaktoren, welche für die Begabung in Frage kommen; für die Vererbung der musikalischen Begabung werden beispielsweise von den verlchiedenen Forschern sehr unterschiedliche Erbfaktoren angenommen. Auch ist das Erbgut der Mutter, das in der Vererbung eine bedeutende Rolle spielt, oft schwer abzuschätzen, da das Offenbarwerden der geistigen Begabung der Frauen allgemein unter ungünstigeren Verhältnissen gestanden hat als bei Männern. Behr-Pinnow führt als Beispiel Sophie von la Roche und ihre weibliche Deszendenz an. Ihre Tochter Maximiliane, die mit dem etwas materiell denkenden Kaufmann Brentano verheiratet war, konnte in seelischer Bedrücktheit und übergroßem Zeitaufwand zur Betreuung ihrer eigenen Kinder und ihrer Stiefkinder ihre geistigen Anlagen nicht weiterentwickeln. Dagegen fand ihre Tochter Bettina in von Arnim einen Gatten, der ihr geistesverwandt war, so daß ihre geistige Begabung sich frei entfalten konnte. Aehnlich günstige Umstände wirkten sich bei ihren Nachkommen aus. Jedenfalls vermögen Frauen das Erbgut des Mannes erheblich zu verschlechtern ober zu verbessern. So hat der Komponist Franz Anton von Weber, der mit der Familie Bach verschwägert war, aus erster Ehe musikalisch nur mittelbegabte Söhne, während aus seiner zweiten Ehe mit einer hochrnusikalischen Frau der Komponist Carl Maria von Weber entsproß. Jahrhundertelange Kultur, Wohlstand und Bodenständigkeit, sowie wenigstens vorwiegende Wahl der Frauen aus Familien, die in diesen Punkten gleichartig sind, bieten dem Forscher die beste Gelegenheit, die Vererbung geistiger Anlagen zu untersuchen, vor allem weil hier auch das genealogische Interesse gepflegt wird und zahlreiche Familien- aeschichten und Porträts die Ahnenreihe leicht erkennen lasten. Ein ungewöhnliches Beispiel dafür, daß auch Inzucht zur Erhaltung und Förderung der Begabung wirken kann, ist die Familie des Kulturhistorikers Jacob Burckhardt aus Basel. In einer Stammtafel der Familie Burckhardt, dis sich auf zehn Generationen erstreckt, ist 37mal unter den väterlichen Ahnen der Name Burckhardt zu finden und dreimal unter den weiblichen Ahnen. In der zehnten Generation haben alle diese Familienmitglieder einen gemeinsamen Stammvater. Eine ungewöhnlich große Anzahl tüchtiger und hervorragender Persönlichkeiten ist in dieser Familie vertreten. Aber ganz abgesehen von diesem besonderen Fall, erleichtert selbstverständlich eine genaue Kenntnis der Vorfahren, ihrer Fähigkeiten, ihres Charakters und ihrer Gesamterscheinung dem Erbforscher die Feststellungen über die Vererbung der geistigen Anlagen. Im Hinblick auf die Gestaltung sozialer Prognosen und nicht am wenigsten auch für die Geschichtsschreibung und -forschung sind solche Untersuchungen jedenfalls von hohem Wert. „Es gilt nicht nur festzustelleri, „wie es eigentlich gewesen ist", sondern bei der Untersuchung, warum es so kommen mußte, die führenden Persönlichkeiten erbbiologisch zu prüfen und dabei zu untersuchen, wieweit ihnen ihr Erbgut das Gesetz des Handelns vorgeschrieben hat. Je weiter die Zeiten zurückliegen, desto schwieriger wird allerdings ein solches Beginnen, und es wird auch oft unmöglich fein; nicht aber ist das für die kürzlich verflossenen und die jetzigen der Fall. Wesentlich ist jedenfalls, daß die Biographien von Führern und Forschern, von Dichtern, Musikern und Künstlern in ihren Büchern das Erbbiologische niemals außer acht lassen sollten." dodyfcbulnochricbtetL Am 19. September feiert der Jenaer Rechtslehrer Geh. Justizrat Professor Dr. Dr. phil. h. c. Rudolf Hübner den 70. Geburtstag. Hübner habilitierte sich 1891 in seiner Vaterstadt Berlin unö lehrte bann in Bonn, Rostock, Gießen und Halle, bis er 1921 nach Jena berufen wurde. Seine Arbeiten behandeln das deutsche Privatrecht, ferner die ältere und neuere deutsche und englische Dersassung»- geschichte. t ---------- ger (9e< 3 RM. Wirtschaft Der Tag der deutschen Schute Landkreis Gietzen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. FranksuN a.JJl. Berlin $ramiur< a. _U<. Bern.. tur* börse 'U" bdrfc börse 15 3- | 17-9. 15-9. j 17-9. 15-J- | 17.9- 25,25 25,5 25,5 93,65 99,25 Ol 0 116,75 127,5 o| Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau Gritzner................. Ol Mainkraftwerke Höchst a.M^». 4 Süddeutscher Zucker.........8| I 28 I 27,75 I I 186?5I 188 I — Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Mannesmcmn-Röhren 8 8 Die hinter den Papieren 99,5 91,5 95 94 96,8 93 94 101,7 27,13 148 103 118 76,75 111,75 94,5 148,5 124,25 87,75 116 60,5 104 130,5 78,75 72,25 lagen mit 94,65 v. H. unverändert. Don fremden Werten zogen russische Dorkriegsanleihen zunächst etwas an, später gingen sie leicht zurück. Don mexikanischen Anleihen 4,50, Irrigation 8,13 v. H. (8,30). Im Verlauf der Börse standen Valutapapiere unter Kursdruck, besonders Chade-Aktien, die bis auf 212 Brief nach anfangs 218 zurückfielen. Ferner verloren AKU. 1,25 v. H. und auch Schweiz. Bahn- 93,65 90,25 95,25 94,7 97,9 0 0 o 4 0 0 6 6 0 0 29,25 72,5 96,65 67,75 72,5 75 151 29 72 96,9 68,5 73,13 76 150,5 29 71,65 96,5 68,5 73,25 76 150,5 79 47,4 246 90 40,5 14,5 127,65 127,5 143,75 218,5 94,5 42,5 92,75 81 118 127,5 63,66 81,46 34,08 94,75 94 97 94,75 94,5 98,13 93.75 90,25 90 98,5 99,5 90,75 90,5 90,9 91 93 93 101,7 27,4 147,65 102,65 118,5 76,5 111.5 94,75 149 124,5 87,75 116 60,5 104,25 76,25 170,25 130 79,4 72,13 79,25 47,75 89,75 40,65 14,25 128 159 145 218,25 94 42,5 93 79,75 58,545 0,189 3,047 55,26 81,87 12,375 5,46 16,495 169,63 21,48 0,738 5,714 62,21 48,95 11,235 63,83 81,64 34,22 10,44 2,475 143,25 94 42,5 93 81,5 BuderuS Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener..... 64,25 68 50 69,5 49,25 57 28,5 209 131,25 27,5 148 102,9 117,25 76,5 112,25 103,5 95 148,75 123,75 88 116,13 60,9 105,25 75,5 170,25 131 78 72,13 93,75 90,25 90,25 98 99,25 90,75 90,5 90,5 90,75 93 93 101,65 Erzeugermindestpreise für Hühnereier. Der Bezirksbeauftragte und Vorsitzende des Eierverwertungsverbandes Hessen teilt mit: Die Erzeugermindestpreise für Hühnereier werden mit Wirkung vom 17. September 1934 auf Grund der 2. Verordnung über die Regelung des Eier- marktes vom 3. Mai 1934 im Einvernehmen mit dem Reichskommissariat für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft für das Wirtschaftsgebiet des Eier- verwertungsverbandes Hessen auf 1,3 0 M a r t j e Kilogramm festgesetzt. Eine Ausnahme bilden das Gebiet der Landesbauernschaft Kuchessen und der Bezirk O b e r h e s s e n. Für diese Bezrke wird der Erzeugermindestpreis auf 1,2 5 M ar r je Kilogramm festgesetzt. Die Preise verstehen sich ab Hof des Erzeugers. Die festgesetzten Preise sind Erzeugermindestpreise und dürfen seitens der Aufkäufer nicht unterboten, wohl aber überboten werden. Stückweises Aufkäufen ist nicht statthaft. Die Preisfestsetzung vom 23. August d. I. wird durch diese Verordnung aufgehoben. Eierhändler, die gewerbsmäßig, d. h. also aus Uebernahmeschein Eier aufkaufen und in den Verkehr bringen, sind verpflichtet, alle erfaßte Ware, auch diejenige aus eigenen Hühnerbeständen, der Kennzeichnungsstelle zur Standardisierung zuzuführen. Der auf Grund eines Uebernahmeschems aufkaufende Händler, sowie offene Ladengeschäfte dürfen daher in Zukunft nicht mehr mit ungestempelter Ware aus eigener Hühnerhaltung handeln. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., Der Frankfurter Getreidemarkt zeigte gegenüber der Vorwoche wenig Aende- rung. Weizen war weiterhin ziemlich angeboten bei fehlender Nachfrage, während Roggen bei ebenfalls stärker gewordenem Angebot etwas bessere Aufnahme fand. Am Futtergetreidemarkt wird Hafer und Futtergerste bei guter Nachfrage nur unzureichend offeriert. Industrie- und Futtergersten sind weiter nur schwerer verkäuflich. Von Mühlennachfabrikaten war Weizenkleie hiesiger Gegend zum Festpreis gut gefragt, Roggenkleie wird seitens der Mühlen Nachfabrikaten war Wssssistßqg GeSnasij Mühlen nur wenig angeboten. Für ölhaltige Futtermittel bestand seitens der Verbraucher für Sep- tember-Dezember-Lieferung weiter gute Nachfrage. 63,92 81,78 34,22 27,4 I 148,13 102,25 । 116,4 76,25 112 103,5 95 149 124,13 88,4 I 116,75 60,5 i 105,5 170 130,65 78,25 72 K Steinbach, 17. Sept. Das F e st d e r d e u t- schen Schule feierten die hiesigen Schulklassen am Sonntag früh in einer gemeinsamen Feier, die von Lehrer Kißling veranstaltet und geleitet war. - Alb ach, 17.dept. Das Fest der deutsch e n S ch u l e wurde hier im Gottesdienst gefeiert. Nach der Predigt von Pfarrer 2)011, der die Be- deutung und Aufgaben des Tages zeigte, boten die Abendbörse freundlich. Bei freundlicher Grundstimmung verzeichnete die Abendbörse nur kleine Umsätze. Nach den teilweisen Rückgängen im Mittagsschlußverkehr ergaben sich überwiegend leichte Erholungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Montanwerte und Elektroaktien zeigten gut behauptete Kurse, Farbenindustrie und Zellstoff Waldhof waren mäßig fester» Von Auslandsaktien konnten sich Aku um insgesamt 1,40 v. H. erholen. Laurahütte erschienen mit Plus-Zeichen und kamen schließlich mit 23,40 um 2 v. H. höher zur Notiz. Am Kassamarkt lagen Großbankaktien behauptet, DD.-Bank 0,40 v. H. fester. Doigt & Häffner wurden zu 9,50 v. H. nur beschränkt zugeteilt. Am Rentenmarkt setzte sich die Befestigung der Altbesitzanleihe bis auf 98,13 (97,90) fort, daneben erhielt sich weiteres Interesse für Anteilscheine von Hypothekenbankaktien. Die besonders im heutigen Mittags-Nachbörsenverkehr schwachen Schweizer. Bundesbahn-Anleihen waren ebenfalls fester, wenn auch die amtliche Notiz von heute abend noch unter der von heute mittag liegt. U. a. notierten: Ältbesitzanleihe 98 bis 98,13, 6-v. H.-Stahlverein 79,50, 6-v.-H.-Frankfurter Hyp. Bank Gold R 13 bis 16 90,75, 5V--v.-H.-Rhein. Bank Liquidation 91, Commerzbank 68,50, DD.- Bank 73,13, Dresdner Bank 76, Reichsbank 150,50, Buderus 87,75, Gelsenkirchen 60,50, Harpener 104, Phönix 47,40, Rheinstahl 90, Laurahütte 23,40, Stahlverein 40,50, Aku 63,50 bis 64,25, Bekula 148, Gement Heidelberg 118, Daimler 49,50, Scheideanstalt 218,50, Licht und Kraft 118, IG. Farben 143,75, Goldschmidt 94,50, Hanfwerke Füssen 47, Holzmann 81, Junghans 59, Schuckert 94,50, Siemens 148,50, Zellstoff Waldhof 50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 112,25, Anatolier 36,75, 4-v.-H.-Schweiz. Bundesbahn von 1912 195, 3'/--v.-H. do. 182. An der Nachbörse galten Farben 143,75, Aku 64,25, Altbesitzanleihe 98,13. Eleklr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Selten & Guilleaume 0 Gesellsch.s.EIektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co...............6 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Lo 10 Datum I .......o .......0 0 10 .......0 .......0 ....... 0 .......5 ....... 5 ?'/- 58,665 0,191 3,053 55,38 82,03 12,E 5,# 16,$ 169,41 21,51 0,740 5,726 62,33 49.05 11,255 63,95 81,80 34,28 10,46 2,479 0,660 58,545 0,184 3,047 55,30 81,92 12,385 5,465 16,50 169,73 21,50 0,740 5,714 62,25 48,95 11,24 63,87 81,67 34,27 10,44 2,476 93 93 101,65 33,5 8,35 7,65 7,5 11,8 112,25 62,9 136,5 50 70 127 49,5 57 91,75 28,65 208 179,75 131 28,4 1,2 7,4 7,65 1,15 7,9 7,65 7,65 11 1,2 8,15 7,5 11,9 A.E.G. Bekula 66,5 69,25 48,5 69 49 57,5 27,4 219 180 131 27,75 78,5 185,75 25,13 24,5 28,75 72,5 96,25 67,75 72,5 75 150 9 0 0 0 anleihen lagen zirka 2 bis 3 v. H. schwacher. Auf den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftsstille bei eher nachgebenden Kursen. Farbenindustrie 143,75. Etwas fester waren anderseits Licht und Kraft (plus 1 v.H.), Westdeutsche Kaufhof (plus 1,13 v. H ), Cement Heidelberg (plus 0,75 v. H.). Deutsch-Atlanten-Telegraph erschienen mit Plus- Zeichen und wurden mit 124,50 um 5 v. H. fester taxiert. Schwächer waren noch Bemberg (minus 1,25 v.H.). . m . Am Rentenmarkt blieben die variablen Papiere voll behauptet. Stadtanleihen konnten sich zumeist leicht erhöhen. Der Pfandbriefmarkt lag still und gut behauptet, teilweise auch bis 0,25 v. H. freundlicher. Auslandrenten lagen im ganzen still und uneinheitlich, Mexikaner meist niedriger, auch Anatolier nachgebend, dagegen Rumänen leicht anziehend. Im Freiverkehr nannte man folgende Kurse: Growag 62, Adler Kleyer 37,50, Wayß & Freytag 85, Pokorny 71,50 bis 72, Ufa 26. Tagesgeld blieb unverändert 3,25 v. H. Mansselder Bergbau ... Kokswerke............ Phönix Bergbau....... Rheinische Braunkohlen Nheinstahl............ Vereinigte Stahlwerke.. Otavi Minen ......... Kaliwerke Aschersleben.. Kaliwerke Westeregeln .. Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt Goldschmidt ......... Rütgerswerke........ Metallgesellschaft Phllipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cem entwert Karlstadt.. Buenos Atre, Brüssel----- Rio de Jan. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo : Wien Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest .. Neuyork... 0.664 58,665 0-186 3,053 55,42 82,08 12,415 5,475 16,54 170,07 21,54 0,742 5,726 62,37 49,05 11,26 63,99 81,83 34,33 10,46 2,480 Banknoten. 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrenie ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... leider zu Unrecht über keine allzu große Beanspruchung durch das zahlende Publikum klagt . Zum Schluß will die Ausstellung nod) daran erinnern, daß nach dem weiten Weg vom Manuskript zur Aufführung dem Theaterpublikum allerlei Freude winkt, das Theater sich täglich das letzt leider nur wenig benutzte grüne Schild ''^ver kauft" wünscht, Schauspieler, Verleger und Dichter gerne Erfolge sehen, die Theaterkritik dabei ein sehr wichtiger Faktor ist, der Kassenrapport dem Intendanten oft als Schmerzenskind entgegentritt unD schließlich das Theater m semer Gesamtheit an Die Bevölkerung die Frage richtet: W o b>l,-1 6 e n Du e Abonnenten? Wo ist Ihr Platz im Stadt- theate r?" Und als Antwort auf diese Frage wird von unseren Gießener Theaterleuten ein viAtlm- miqes starkes „Hier!" erwartet das dem Stadttheater Förderung und Stütze für die kommende Spielzeit bringt. MHI. 1447 58,625 55,33 12,38 16,515 169,89 21,51 62,29 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. spStkotzimen usw.) geht's zur Schauspielprobe, bann zu den Dekorationsentwürfen, zum Buhnenbild- modell, zur Gewandabteilung und Schneiderei (sämtliche im Bühnenbild benötigten historischen Kostüme und Trachten werden in eigener Werkstatt hergestellt) zu den Kostümentwürfen, Kostümmodellen und zur Tätigkeit des Friseurs in der Anfertigung der Perücken. Die nächsten Stationen sind die Tischlerei zur Anfertigung der Möbelstücke, der Malersaal zur Herstellung der Kulissen und Dekorationsstücke, die Technische Werkstatt (Beleuchtungsund Lichtangelegenheiten), die Beleuchtertabelle und der Requisitenzettel, der alle auf der Bühne benötigten Gegenstände genau aufweisen muß. Sodann folgen der Schminkkasten, das Jnfpizienien- pult („Feldherrnhügel" für den Technischen Leiter), der „Kastengeist" (Souffleuse), dann die Werbung in der Presse, der Spielplan, das Programmheft und schließlich die Theaterkasse, den man in Schauspielerkreisen bezeichnet als „Arbeitsraum, der heute Treber zogen tm Preise an, auch Stroh lag erneut um 10 Pf. höher. . Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W IX 198, W XIII 202, WXVI 206. Roggen RIX 158 RXIII 162, RXV 166, Futtergerste GIX 160, G XI 163, G XII 165, Hafer H XIII 158 H XIV 160, Weizenmehl WXIII und XVI je 26,90 plus 0,50 Frachtaus- gleich, Roggenmehl RIX 23, R XIII 23^35, RXV 23,75 und plus 0,50 Frachtausgleich, Welzenkleie WXIII 10,30, WXVI 10,50, Roggenkleie R XIII 9,48, RXV 9,72, Soyaschrot 12,80, Palmkuchen 13,10, Erdnußkuchen 14,30, Trebe? 17,25 bis 17,35, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepretzt oder gebündelt je 3,50, Kartofsesn: Industrie hieste- qer Gegend 3,50 RM. gelbfleischige hiesiger Gegend 3 RM. je 50 Kilogramm frei Frankfurt bei Wag- gonbezug ohne Sack. lere Mastlämmer 28 bis 30. Schafe nicht notiert. Schweine a)52 bis 53, b) 51 bis 53, c) 48 bis 53, d) 45 bis 51, gl) 46 bis 48, g2) 40 bis 45. Markt- verlauf: Rinder mittelmäßig, ausverkauft. Kälber ruhig, geräumt. Hämmel und Schafe ruhig, lieber- stand. Schweine rege, ausverkauft. Fleifchgroßmarkt. Beschickung: 686 Viertel Rindfleisch, 72 ganze Kälber, 9 ganze Hammel, 242 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch b) 52 bis 56. Bullen- fleisch b) 48 bis 54, Rindfleisch b) 48 bis 52. Äub- fleisch b) 38 bis 44, c) 25 bis 35, Kalbfleisch b) 64 bis 72, c) 54 bis 60. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 73. — Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Rindvieh- und Schweinemarkt in Hungen. Hungen, 17. Sept. Der heutige Rindvieh - und S ch w e i n e m a r f t in unserer Stadt war gut besucht. Es waren aufgetrieben: 85 Stuck Großvieh (Bullen, Kühe und Rinder), 13 Fresser und 625 Ferkel. Das Handelsgeschäft auf dem Ferkelmarkt war mäßig, es verblieb Ueberftanp. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel bis zu 9 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 10 bis 13 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 14 bis 16 Mark, 10 bis 13 Wochen alte bis zu 20 Mark pro Stuck. Auf dem Rindviehmarkt kosteten Zungrinder 60 bis 210 Mark, trächtige Rinder 240 bis 300 Mark pro Stück. Mit dem Großviehmarkt war eine Prämiierung verbunden, über deren Ergebnis noch berichtet wird. X W ie se ck, 16. Sept. Die Leitung unserer 1 Schule hatte für gestern abend in den großen Saal von Braun die Eltern und Freunde unserer Schuljugend zur Feier des Tages des deutschen Volkstums eingeladen. Bis auf Den letzten Platz füllten die Kinder mit ihren Angehörigen Den Saal, um Den verschieDensten Darbietungen Der SchuljugenD zuzusehen unD Die LieDer unD GeDichte zu hören. Lehrer Stoll ergriff Das Wort zu einer längeren ReDe, in Der er Das Wesen Des Deutschen Volkstums entwickelte, Das mit Der Schule fest ver- bunDen fei. Von ganz bestimmter Eigenart, gebe jeDes Volkstum in feinen Trachten, ßieDern unD Aus- Drucksformen von feinem inneren Wesen und Wert Zeugnis. Das verschiedene Volkstum z. B. in Hüttenberg, Schwalm und in allen Teilen unseres Vaterlandes zeige, daß das Volkstum in seinem Ausdruck an ganz bestimmte Gegenden gebunden ist. Mit Schmerz erfüllt es uns immer wieder, wenn gerade in unseren abgetretenen Gebieten, aber auch in Oesterreich usw., das deutsche Volkstum bekämpft wird und restlos vernichtet werden soll in der Absicht, das Deutschtum hier am sichersten zu treffen. Mit Stolz aber auch müsse es uns erfüllen, daß unsere Volksgenossen dort trotz aller Anfechtungen ihr deutsches Wesen bewahren. Immer mehr komme Die Erkenntnis, Daß sich ein Kampf für Dieses Deutschtum lohne. Das Männer wie Luther, Jahn, FrieD- rich Den Großen, Bismarck, HinDenburg, Hitler u. a. m. hervorbrachte. In Der Erkenntnis, Daß Die Aufgaben Des VDA. erweitert roerDen müssen, rourDe unter Der Führung Hitlers Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland geschaffen. Mit besonderer Freude können wir feststellen, daß seit einiger Zeit auch bei uns in Wieseck eine starke Schulgruppe des Dolksbundes besteht. UnD so wollen auch wir heute Das, was wir sehen unD hören, nicht als Selbstzweck gelten lassen, sonDern als Das, was es in Wirklichkeit ist: ein lebenDiges Bekenntnis^zum Deutschen Volkstum. In bunter Reihe lösten Dann GeDichte von Schülern unD Schülerinnen, LieDer unter Leitung von Lehrer B e p p l e r unD Lehrer Zinßer und Reigen und Volkstänze einander ab. Die letzteren unter Leitung von Lehrer Heller brachten den Zuschauern viel Freude. Der Turnverein stellte sich in dankenswerter Weise in den Dienst der Sache und erfreute : durch gutes, exaktes Können an Barren und Reck unter Führung der Turnwarte Bernhard und Bettin, ebenso durch SoDentainen und Freiübungen. Die Gesangsabteilung brachte unter Leitung von G. Weller zwei Männerchöre von Heinrichs und Silcher „Mahnung" und „In der Ferne", die gute und, sichere Schulung verrieten. In seinem Schlußwort gedachte Rektor Petri in em- dringlichen Worten unseres Führers. Mit „Sieg- Heil" auf den Führer und den beiden Nationalliedern schloß die wohlgelungene Feier. schluß. § Lumda, 17. Sept. Die Schulen von Lumda, Geilshausen und Odenhausen feierten gemeinsam Den Tag Des Deutschen Volkstums. Unter schneiDigen Marschweisen Der Kapelle Horst bewegte sich Der Zug Der KinDer nach Dem schönen Festp'latz im Geilshäuser WalD. Dort rourDen Die zahlreich erschienenen Volksgenossen von Ortsgruppenführer Seipp begrüßt. Musikstücke und VolkslieDer, GeDichte unD Sprechchöre leiteten über zur Ansprache De s Lehrers Roth- Geilshausen. Rückblicken!) in Die Deutsche Geschichte zeigte er die Not und Die Zerrissenheit unseres Volkstums. Schonungslos deckte er ihre Ursachen auf und geißelte die Versäumnisse der früheren Zeiten. Er schloß mit Der Mahnung, in Treue zu unseren Brüdern im Ausland zu stehen, und gedachte im besonderen der bald ins Reich zurückkehrenden Volksgenossen an der Saar. Stehend sangen alle Anwesenden das Saar- lied. Dann erfreute sich Jung und Alt an den wohl- gelungenen Reigen, Die von Den BDM.-Gruppen Geilshausen und Odenhausen vorgeführt wurden. Pg. Lehrer Keller-Odenhaufen schloß Die schone Feier mit einem Dankbaren Bekenntnis für Adolf Hitler, dem Bringer Der Deutschen Einheit. 4= Dorf-Gill, 16. Sept. Das Fest Der deutschen Schule wurde in unserem Dorje gemeinsam von Schuljugend und BDM. zu einem eindrucksvollen Erlebnis gestaltet. Nach einem Umzug durch das Dorf versammelten sie sich in Der Schule zu einer auslandsdeutschen Feier, an Der auch viele Erwachsene teilnahmen. Als Auftakt wurde „Deutsch ist die Saar" gesungen. Es folgten Sprechchöre unD LieDervorträge Der Schüler unD Des BDM., in Denen ine blutsmäßige VerbunDenheit aller Deutschen zum AusDruck gebracht rourDe. Im Mittelpunkte Der Feier ftanD eine Ansprache von Lehrer Jung, Der Die VerDienste Des VDA. würdigte, hauptsächlich aber auf Die NotwenDigkeit Der Rückkehr Des SaarlanDes zu sprechen kam. Seine ReDe ließ er in einem Sieg-Heil auf Den Führer ausklingen. Mit Dem DeutschlanDlieD unD Dem Horst-Wessel-LieD fanD Die kleine Feier ihren AD- schluß. Gchlußk. mittag* börse 17-9 79* 101,5 47,25 245,5 90,13 40,5 13,75 128,25 Geld 2,427 58,385 55,11 12,34 16,455 169,21 21,43 62,05 Frankfurter Börse. Mittagsbörse still. Frankfurt a. M., 17. Sept. Die Börse eröffnete zum Wochenbeginn in sehr stiller Haltung, hatte aber weiterhin freunDliche Grundstimmung aufzuweisen. Da das Publikum nur für einige Spezialpapiere im Markte war, hielt die Lethargie der Kulisse in vollem Umfange an. Demgemäß hielten sich die Umsätze allgemein in sehr engen Grenzen. Eine Stütze erhielt die Börse von Der verbesserten AußenhanDelsbilanz für Den Monat August. Die Kursgestaltung gegenüber Dem WochenenDe war wieder uneinheitlich. Montanwerte fanden etwas Beachtung bei leicht anziehenden Kursen für Gelsenkirchen, Klöckner, Mannesmann, Rheinstahl und Phönix, während Harpener um 1,25 v. H. zurückgingen. Elektroaktien tendierten überwiegend etwas schwächer, wobei Siemens 0,90, Schuckert 0,50, Gesfürel und AEG. je 0,25 v. H. verloren, ferner gaben Chade-Aktien um 1 Mark nach. Zellstoffwerte blieben gefragt und zogen weiter an, und zwar Aschaffenburger um 0,50 und Waldhof um 0,65 v. H. Von Spezialpapieren konnten sich Gebr. Junghans um etwa 1,50 v. H. befestigen, ferner lagen Hanfwerke Füssen 1,50, Holzmann 1,25 und Daimler 1 v. H. fester. Schiffahrtsaktien blieben ebenso wie AG für Verkehrswesen behauptet. Farbenindustrie gaben bei weiterhin starker Vernachlässigung um 0,75 auf 144,25 v. H. nach, während Rütgerswerke, Goldschmidt und Metallgesellschaft 0,25 bis 0,50 v. H. höher notierten. Sonst eröffneten noch u. a.: Reichsbankanteile und Kunstseide AKU. je minus 1 v. H., Deutsche Linoleum minus 0,25 v. H. Am Rentenmarkt war die Stimmung freundlich, Das Geschäft zeigte allerdings auch keine nennenswerte Ausdehnung. Altbesitzanleihe im Verlaufe bis 0,25 v. H. anziehend, ferner Zinsvergütungsscheine 0,13 v. H. höher, späte Reichsschuldbuchforderungen Frankfurter Schlachtviettmarkt. Frankfurt a. M., 17.Sept. Auftrieb: Rinder insgesamt 1429 (gegen 1203 am letzten Montagsmarkt) davon 462 Ochsen, 116 Bullen, 372 Kühe und 479 Färsen. Kälber 494 (378), Schafe 10 (37), Hämmel 45 (53), Schweine 4103 (4268). Rotiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 36 bis 37, b) 33 bis 35, c) 30 bis 32, d) 24 bis 29. Bullen a) 33 bis 34, b) 30 bis 32, c) 27 bis 29, d) 23 bis 26. Kühe a) 31 bis 33, b) 27 bis 30, c) 23 bis 26, d) 12 bis 22. Färsen b) 33 bis 35, c) 29 bis 32, d) 24 bis 28. Kälber a) 46 bis 48, b) 37 bis 45, c) 30 bis 36, d) 24 bis 29. Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 32 bis 33, c) mitt» Schlußkurs 15 9. 79,25 101,75 47,9 247 90,4 40,65 14,25 128,75 127,75 Schulkinder unter Leitung ihres Lehrers Groh zwei Sprechchöre und fangen einen Chor._ Die Beteiligung Der ©emeinDe hätte besser sein können. § Harbach, 16. Sept. Unsere Schule beging feierlich Den Tag Des Deutschen Volks- tu ms. Mit Rücksicht auf Die NS.-Frauenschaft, Die am Nachmittag einen Gegenbesuch bei einer be- freunDeten Gruppe abstattete, wurde Die Feier auf den frühen Morgen verlegt. Um 9 Uhr marschierte das Jungvolk mit seinem Musikzug Durch Die Straßen unD Gassen Des Dorfes. Ein riesiges Werbeplakat tünDigte schon von weitem Die braune Schar an. Um 9.30 Uhr begann im Schulhof Die Feier, Die von ßieDern unD GeDichten umrahmt war; Mehrer S ö h n g e n hielt einen fesselnden Vortrag über die Ziele Des VDA. und die Bedeutung des 16. September. In beredten Worten schilderte er Die Not Der auslanDsDeutschen BrüDer unD ihre Sehnsucht nach Dem MutterlanDe. Seine Ausführungen gipfelten in Der Ermahnung, Die Volksgenossen außerhalb Der Reichsgrenzen nicht zu vergessen unD tatkräftig mitzuarbeiten am Aufbau eines großDeutschen 23a- terlanDes. Mit Dem DeutschlanDlieD unD Dem Horst- Wessel-ßieD fanD Die erhebenDe Feier ihren Ab- Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................. 0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas...............1 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstein & Koppel 0 Leonhard Tietz..............0 Chade......................10 Accumulatoren-Fabrik O Conti-Gummt...............0 Berlin, 17. September Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten ........ Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ü 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Noten AL Odium 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehe m.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 6*/z% Doung'Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 614% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ligui Oberhesscn Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehe in. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6>/r% ehem. 4*4% Franks. Hyp.° Bank-Liqu.-Psandbriese....... 6/2% ehem. 4*/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Sleuergutsch. Verrechnungskurs.. 145 94,4 42,75 92,5 । 80,65 j 113,4 66 139,5 49,25 69 127,65 49.25 57,25 91,75 27,65 219 • 180,25 i 131,25 Hamburg-Amerika-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hcmsa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Reichsbank ........ 12 angefupnen Ziffern geoei uie jjuijv uv .yraniiuri u. 2)1. t (JUlVtjl UV|UJIU ■Öerlin Schlußkurs Gchlußk. Llbend- börle Schluß- kurs Gchlußk. Mittag- börse Datum 15.9. 17-9. 15-9. 17.9. 4% desgl. Serie 11 ............. 8 8 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,25 4,65 4,6 — 4VrA,Rumän.vereinh.Rentev.l913 7 — 7 — 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,1 4,15 4,13 4,13 2y*% Anatolier............... 38 36,75 38,1 37 15. September 17. September Amtliche Notierung ffVih I Lrte> Amtliche Notierung Geld | Lrie Nr 218 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 18. September 1954 9er Erweiierungsbau her kacholischen Mche in Gießen. Das Schaubild zeigt die katholische Kirche, wie sie sich nach ihrer Vollendung darbieten wird. (Die Kirche ist von der L-iebigstraße aus gesehen.) I Nachdem sich die im Jahre 1840 errichtete kcttho- !i sche Kirche, Ecke Frankfurter und Liebigstraße — ^tziges Vereinshaus — als zu klein erwies und nicht vergrößert werden konnte, wurde anfangs dieses Jahrhunderts an der Liebigstraße ein Bau- inlatz erworben und in den Jahren 1903/04 ein Teil 'er neuen Kirche, Chor, Kreizzschiff und ein Hoch des Langs-chisses, darauf errichtet. Leider lie- ’jcn es die Verhältnisse inzwischen nicht zu, den Bau zu vollenden. Es konnte jedoch in den Jahren 1928/29 ein neues Pfarrhaus, das mit der Kirche in Verbindung gebracht werden soll, erbaut Derben, und nun hat der Kirchenvorstand der Ka- Holischen Gemeinde beschlossen, durch Erw ei teil n g der Kirche die bestehende Baulücke an l$r Liebigstraße zu beseitigen. Die Pläne zum Voll- mdungsbau liegen bereits vor, die Bauarbeiten vollen in Kürze vergeben werden. Um ein möglichst einheitliches Bild zu erzielen, ift der Bau, wie der bereits bestehende Teil, in spätgotischem Stile geplant und besteht aus dem Turm, einem Erweiterungsbau der 5 irche und einem Verbindungsbau. Der Aiurm, an der südöstlichen Ecke vor dem Seitenschiff ssehend, erhält eine Höhe von 65 Meter, und da hsr etwa 14 Meter tiefe Vorplatz 5 Meter über der Straße liegt, wird die Gesamthöhe 70 Meter be- bagen. Der Haupteingang zur Kirche wird durch tune zweiarmige, in der Einfriedigungsmauer lie- xmde hohe Freitreppe erreicht. Der Turm und ein großer Teil des Kirchenbaues werden unterkellert, um im Winter Zierbäume u. dgl. aufbewahren zu können. Auch ist eine Ergänzung der im vorhandenen Teile der Kirche bereits bestehenden Luftheizung, System Mahr (Aachen), vorgesehen. Ueber den Eingangsräumen ist eine kleine Empore und darüber die Orgelempore geplant. Der Verbindungsbau erhält eine Durchfahrt und einen besonderen Eingang, der einerseits zu dem, dem westlichen Seitenschiff vorgelagerten Treppenhaus, anderseits zum Raum der Borromäus-Biblio- thek führt. Im ersten Obergeschoß ist ein Uebungs- raum für den Kirchenchor, der auch als Durchgang zum Pfarrhaus dienen wird, vorgesehen. Die Treppe führt auch zu den beiden Emporen und zu der im oberen Stockwerk des Verbindungsbaues einzubauenden Küsterwohnung Die Architekturglieder sollen in behauenen Lung- und Sandsteinen hergestellt und die Mauerflächen verputzt werden, so daß die Gebäude als eine Baugruppe in Erscheinung treten. Die Pläne wurden von der Architektenfirma Professor L. Becker, Ant. F a l k o w s k i und Hugo Becker in Mainz, die auch die vorhandenen Bauten seinerzeit projektierte, gefertigt. So wird das Straßenbild der Liebigstraße durch die Ergänzungsbauten zur katholischen Kirche in schöner Weise ergänzt und das Stadtbild um ein weithin sichtbares Wahrzeichen bereichert werden. Alarm!—Großer Brandangriff! Auftakt zur Ieuerschuhwoche in Gießen. Die großen Steigleitern der Feuerwache beim Einsatz. JÄ# 4 •£ ' •Iw • Ä e »SM •'M*' Eigentlich war es kein richtiger Alarm! Derjenige Feuerwehrmann, der Zeitung liest, hatte es nicht schwer, schnell und in voller Uniform zur Stelle zu sein. Wichtiger aber wie der Alarm an sich war diesmal die Fassade, daß das Augenmerk unserer Bevölkerung auf die Feuerwehr gelenkt werden sollte, die für unsere Sicherheit jetzt und in Zukunft sehr wichtig ist. Gleichzeitig sollte gezeigt werden, daß Gießen über gut ausgerüstete und gut ausgebildete Feuerwehren verfügt. Der tiefere Sinn der Hebung war andererseits auch der, die Einwohnerschaft darauf hinzuweisen, daß Feuer verhüten leichter ist als Feuer zu löschen. Gegen 17 Uhr erklangen die Feuersirenen. Die Feuerwache rückte daraufhin sofort aus, die Mitglieder der Freiwilligen und der Gailschen Feuerwehren waren auch sehr bald zur Stelle. Schauplatz der Uebung waren Lindenplatz, Marklauben und Brandplatz. Hunderte von Zuschauern hatten sich eingefunden, um die Uebung zu verfolgen. Es war angenommen, daß ein Fliegerangriff über unsere Stadt gegangen sei und eine Bombe zwischen dem Marktlauben-Gebäude und dem Hochstätterschen Hause am Brandplatz eingeschlagen habe. Die Feuerwache hatte sich sofort um den ausgebrochenen Brand im Dachstuhl zu bemühen und einen in bedrängter Lage befindlichen Bewohner des Hauses über die Leiter zu retten. Schlauchleitungen waren rasch gelegt, Wasser spritzte in hohem Bogen über die Dächer. Die Freiwillige Feuerwehr unterstützte, nachdem sie mit großer Geschwindigkeit ihre Gerate aus dem Turmhaus am Brandplatz geholt hatte, die Brandbekämpfung. Eine Explosion zwang die Mannschaften für kurze Zeit zum Zurückgehen. Die Freiwillige Feuerwehr übte dann äußerndem mit dem Sprungtuch. Ein Mann sprang aus einem der oberen Stockwerke des Marktlaubengebäudes in die von vielen Händen gehaltene Zeltbahn. Auch der Rettungsschlauch wurde zur Uebung mit herangezogen. Eine weitere Aufgabe wurde den Wehren im Schutz der anliegenden Gebäude, die nach dem Plane des Brandangriffs sehr gefährdet waren. Insbesondere mußte dem Möbellager an der Schloßgasse Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Gailsche Feuerwehr hatte die Aufgabe, den Dachstuhlbrand des Marktlaubengebäudes am Lindenplatz und Lindenhof — dort hatte nach der Annahme ebenfalls eine Bombe getroffen — ZU bekämpfen. Ferner galt es, das anschließende Wohnhaus zu schützen, das von dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Gailsche Feuerwehr unternahm ebenfalls eine großangelegte Hebung mit dem Rettungsschlauch und konnte mit diesem Hilfsmittel fünf oder sechs Personen aus dem „brennenden" hochgelegenen Stockwerke retten. Das Feuer wurde aus einigen Schlauchleitungen bekämpft, für die der Wasserdruck durch die Handdruck-Pumpen gegeben war. Die vielen Zuschauer verfolgten die disziplinierten Hebungen mit starkem Interesse. Das äußere Bild dieses großen demonstrativen Brandangriffs war recht vielfältig. Mehrere hohe Leitern ragten zum hellen abendlichen Himmel. Feuerwehrleute standen auf den Leitern hoch über den Dächern. Auf den Plätzen wurden eifrig die Wasserdruckpumpen bewegt, während andere Feuerwehrleute das Schlauchmaterial rasch an- und abrollten. Alles vollzog sich in vortrefflicher Exaktheit. Die Polizei hielt die „Brandstätte" gut ab- gesperrt, so daß man über das Arbeiten der Feuerwehren einen klaren Heberblick gewinnen konnte. Die Freiwillige Sanitätskolonne nahm mit einigen ihrer Helfern an der Uebung teil. Als Vertreter des Kreisamts verfolgte der Feuerwehrdezernent des Kreißes Gießen, Regierungsrat Grein, die Uebung, für die Stadtverwaltung war deren Feuerwebrdezernent Bürgermeister Dr. Hamm, für die Polizei Polizeioberinspektor Hofmann erschienen. Die Uebung stand unter der Leitung von Branddirektor Braubach. Nachdem das Signal zum Abschluß der Uebung verklungen war, sammelten sich die Mannschaften — etwa 120 Feuerwehrleute nahmen teil — auf dem Brandplatz vor dem Turmhaus. Branddirek- oor Braubach erläuterte kurz den der Uebung zugrunde liegenden Plan und unterzog dann die Leistungen der Mannschaften einer kritischen Würdigung. Er gab seiner Zufriedenheit über den Verlauf der Uebung Ausdruck, insbesondere über den > > E j V ' fW - Uebung der Gailschen Feuerwehr mit dem Rettungsschlauch. Anmaisch, das Ausrücken und das Bedienen der Geräte. Bürgermeister Dr. Hamm hielt ebenfalls eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß Feuerwehr heute weniger denn je zuvor eine Spielerei fei, da der Feuerwehr gerade in der Zukunft zu jeder Stunde große und verantwortungsvolle Aufgaben zugewiesen werden könnten. Der Feuerwehrmann müsse sich dessen würdig erweisen, wenn er der Feuerwehr angehören wolle. Bürgermeister Dr. Hamm dankte der NS.-Volkswohl- fahrt für die Veranlassung der Feuerschutzwoche in unserer Stadt. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, dem alle große Initiative zu verdanken sei, schloß der Redner. Der Ruf wurde begeistert ausgenommen und beschloß die Uebung in würdiger Weise. Die Mannschaften traten sodann zu ihren Geräten und rückten ab. SA -Aufmarsch in Bad-Nauheim. iM ■ I ■ twH X t W I V v V- — i *.z- Brigadesührer Schmidt spricht bet Der Vereidigung in Bad-Nauheim. Rechts Daneben: Gruppenführer Beckerle. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Am Sonntag fand ein großer Aufmarsch der SA. - Standarte 22 2, der SA.-Reserve- Standarte 116, soweit diese ihre Formationen im Kreise Friedberg hat, und der SA.-Reiter- Standarte Oberhessen-Wetterau in Friedberg und Bad-Nauheim statt. Mit dem Aufmarsch war die Vereidigung der SA.-An- wärter. verbunden. Rund 6200 SA.-Männer waren angetreten. Am Vormittag standen die Stürme auf der Seewiese bei Friedberg aufmarschiert, wohin sich Brigadeführer Schmidt in Begleitung der Standartenführer Schäfer und Games begab. Nach dem Abschreiten der Fronten nahm Brigadeführer Schmidt die Vereidigung der SA.-Reiterstandarte Oberhessen-Wetterau vor, wobei er in einer Ansprache auf die tiefe Bedeutung dieser Verpflichtung hinwies. Anschließend marschierten die Kolonnen nach Bad-Nauheim, wo zunächst auf verschiedenen Plätzen die Verpflegung der Stürme erfolgte. Sodann wurde zum Abmarsch nach dem neuen Sportplatz im Hochwald angetreten. Auf diesem großen Platze nahmen die Standarten in langen Fronten Aufstellung. Bald darauf erschien der Führer der SA.-Gruppe Hessen Gruppenführer B e ck e r l e, dem von Standartenführer Schäfer rund 6200 SA.-Männer als angetreten gemeldet wurden. Nach dem Gruß des Gruppenführers an die braunen Kolonnen und deren Gegengruß hielt Brigadeführer Schmidt eine Ansprache, die in der Vereidigung der SA.-Anwärter ausklang. Hierauf Während Der Ansprache von Gruppenführer Beckerleandie SA. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) 5 "W Aus her provinzialhauptstaht and lge muß die Hausfrau Gut, ihre Lieben vor die Wohnung — sei sie nun Teil eines großen Hauses oder eines kleinen Hauses für sich. Sie ist ein bedeutender Wert, besonders in unserer immer noch von Wohnungsnot beherrschten Zeit. Ihre Räume sind erfüllt von den Dingen des täglichen Gebrauches — oft auch noch von viel Ueberflüffigem dazu. Aber jeder Stuhl, jedes Bett, jedes Stuck Wasche oder Geschirr ist ein Teil unseres Vermögens. Sie alle sind der Hausfrau unterstellt, die mit der guten Pflege ihres Heims, dem guten und richtigen Einkäufen und Wirtschaften eine hohe Der- antwortung in ihrem kleinen Reich und damit auch Die Formblätter sind beim zuständigen Arbells- amt erhältlich. Die ordnungsmäßige und richtige Ausfüllung der Formblätter wird vom Arbeitsamt nuchgeprüft. Von diesem wird auch die Durchfüh- im Volksganzen hat. Die Frau hat auf ihrem Posten mit allerlei Feinden zu kämpfen. Jeden Tag muß sie Krieg gegen Staub und Schmutz führen, muß ihre Teppiche, Möbelbezüge, Kleider vor den gefräßigen Motten schützen, vor dem Verbleichen durch Sonnenstrahlen, vor Beschädigung durch das Toben der Kinoer. Daß sie dabei frisch und tapfer bleibt, statt vor lauter Sorgen und Sparen ganz nervös und grämlich zu werden, ist freilich vor allen Dingen zu wünschen — lieber mal ein Fleck, ein Kratzer in der Politur, ein zerschlagener Teller, als ewiges Scheuern und saure Gesichter! Denn diese kleine Feinde sind alle noch nicht lebensgefährlich. Aber den Kampf gegen einen Feind kann man gar nicht ernst genug nehmen — er hat schon unendlichen Schaden angerichtet, liegt in jedem Haushalt auf der Lauer und wartet nur auf den unbe- wachten Augenblick, wo er über dieses kleine Reich mit allen seinen vielen hübschen Dingen, ja womöglich gar über seine Bewohner herfallen, sie verschlingen, vernichten kann — das Feuer! Es lauert in jeder Streichholzschachtel, in jedem Ofen und jedem Licht, es wartet, ob einmal nicht aufgepaßt wird, ob das Kind mit Zündhölzern spielen wird, ob die glimmende Zigarette in den Papierkorb fliegt, ob die Christbaumkerzen die Gardine erfassen, elektrische und Gasleitungen schadhaft sind, glühende Kohlen aus dem Herd fallen, ob die Benzinflasche dem offenen Licht zu nahe kommt — ach, und wie oft findet es solche und andere Gelegenheiten, um auszubrechen und seinen wilden Tanz aufzuführen! ~ Diesem unheimlichsten Feind im Reiche der Frau kann sie nur mit großer Vorsicht, Umsicht und Ge- Die Hausfrau im Dienste der Feuerverhütung. wenigen nötigen Küche-nmöbeln', alle Kochger sind im Schrank untergebracht, statt an der Wi herumzuhängen. So stauben sie nicht ein, machen weniger unnötige Arbeit und helfen so auch mit dazu, daß in diesem feuergefährlichsten Bezirk des Hauses Ordnung und Uebersicht herrscht, und damit eine wichtige Voraussetzung zur Feuerverhütung. Unendlich viele kleine Dinge muß die Hausfrau wissen, um ihr Heim, ihr Gut, ihre Lieden vor Feuersnot zu schützen. Sie alle hier auch nur anzudeuten, würde zu weit führen. Aber viel Wichtiges und Wissenswertes kann sie darüber erfahren in der kleinen Schrift „Brandschaden ist Landschaden", die anläßlich der Feuerschutzwoche vom 17. bis 23. September in ganz Deutschland verbreitet wird und die jeder lesen und beherzigen sollte. Das Volksvermögen geht zum großen Teil durch die Hände der Hausfrau. Ein Staatswesen besteht aus einer riesigen Zahl von Hauswesen; jedes enthält feste Werte, die vor allen Dingen von der Frau gehütet und erhalten werden müssen. Da ist die Wohnung — sei sie nun Teil eines großen Hauses oder eines kleinen Hauses für sich. Sie ist hat die gesetzliche pflicht, sich für die Durchführung der Bestimmungen persönlich emzusehen. Schon im Laufe des September hat jeder Betriebs- und Verwaltungsführer nach der Verordnung den Bestand feiner Gefolgschaft zu überprüfen und zu ermiteln. wieviel und welche jugendlichen Kräfte unter 25Jahrengegenüllerefreige stellt werden können und zu welchem Zeitpunkt die Freistellung erfolgen kann. Lehrlinge werden von dem Austausch nicht erfaßt. Die Führer derjenigen Betriebe und Verwaltun- aen für die ein Vertrauensrat zu bilden ist (Betriebe mit in der Regel mindestens 20 Beschäftigten), haben ohne besondere Aufforderung bis zum 1 Oktober 1934 dem zuständigen Arbeitsamt auf einem besonderen Formblatt mitzuteilen, wieviel Arbeiter und wieviel Angestellte über und unter 25 Jahren, nach Geschlechtern getrennt, zur Zeit der Prüfung in dem Betrieb (Derwallung) tätig waren. Sofern ein Betrieb (Verwaltung) außerörtlich oder betriebstechnisch voneinander getrennte Abteilungen hat, sind die Mitteilungen für jede dieser Abteilungen gesondert zu machen. wissenhaftigkeit auch im Kleinsten begegnen. Und zu der gleichen Achtsamkeit muß sie ihre Kinder anhalten, nicht durch Ueberängstlichkeit mit dem ewigen: , faß dies oder das nicht an". Rein, die Kinder sollen so früh wie möglich alle Dinge unter Aufsicht der Großen anfassen und mit den gefährlichen richtig umgehen lernen. Dann wird es ihnen eine Selbstverständlichkeit, vernünftig und vorsichtig zu sein. Die Hausfrau kann sich den Kampf gegen die Feuersgefahr durch die Anordnung und Einrich- tung ihrer Wohnung sehr erleichtern. Ueberfüllte Stuben, wie die stil- und geschmacklose Zeit.der 80er Jahre bis um 1900 sie liebte, mit ihrer Anhäufung von Möbeln, Nippes, Etageren und Portieren find dem Feuer äußerst willkommen; da findet es leick- ter eine Gelegenheit zum Zünden, als in den schlichten, klaren und übersichtlichen Räumen unserer Zeit. Wenn man auch nicht „modern" eingerichtet ist, sondern alten Hausrat geerbt hat, man kann doch den entbehrlichen Kram, der weder schön noch praktisch ist, aber sehr gut brennt, hinauswerfen und seine Wohnung dadurch schöner und prakischer machen. Mit der Küche ist es dasselbe. In der praktischen heutigen Küche steht nichts herum außer den ' "Geräte Die Anfahrt erfolgt über die schöne deutsche Grenz- i stadt Passau, die Rückfahrt über Regensburg. Zur I Besichtigung beider Städte wird ausreichend Zeit ’ zur Verfügung stehen. Die Kosten für diese Fahrt I betragen nur 31 Mark. Anmeldungen werden bis < zum Dienstag, 18. September, entgegengenommen. I Heimatbund Staufenberg. ! Am Samstagabend wurde auf der Burg Staufen- i berg in Gegenwart von Volksgenossen aus Staufen- i berg und den benachbarten Orten, wie auch aus . Gießen ein „Heimatbund Staufe n b e r g gegründet, dem die Aufgabe gestellt wurde, fordernd und werbend für die Burg Staufenberg als altehrwürdiges Denkmal der Heimatgeschlchte tätig zu sein. In der Aussprache trat allseitig Uebereln- stimmung über die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieses Heimatvereins zutage. Die Versammlung bestimmte als Führer des Heimatbunds Stausen- bera Dekan Guß mann (Kirchberg b. Lollar). Die weiteren Mitglieder des Vorstandes sind: Universitäts-Bibliothekar Dr. W a l b r a ch (Gießen), stellvertretender Vereinsführer; Bankbeamter Kern (Gießen), Kassenwart; Gemeinderechner Stephan (Staufenberg), stellvertretender Kassenwart; Lehrer Rabenau (Staufenberg) 1. Schriftführer; Kaufmann Völzing (Gießen) 2. Schriftführer; Beisitzer: Weinhändler August Balzer (Gießen), Gartenarchitekt Schwarz (Gießen), Obersorst- meister Lipp (Gießen), Bürgermeister Reuter, Polizeidiener Geißler, Werkmeister i. R. Fuchs, sämtlich von Staufenberg, Bürgermeister Wagner (Lollar), Bürgermeister Schwarz (Ruttershausen), Bürgermeister Greiling (Mainzlar), Bürgermeister Deines (Saubringen). Der Beitrag wurde aus 1 Mark pro Jahr festgesetzt, da man es jedem Volksgenossen ermöglichen will, dem Heimatbund anzugehören. Bis jetzt zählt der Bund etwa 60 Mitglieder. Konzert der Klavierschule Kömer. Die Klavierschule Körner hielt zugunsten der NS.- Volkswohlfahrt am Sonntag nachmittag ihr diesjähriges Schülerkonzert ab. Solche Veranstaltungen sind vor allen Dingen ein Rechenschaftsbericht, den der gewissenhafte Lehrer vor den Eltern seiner Schutzbefohlenen ablegt. Jetzt, wo leider viele junge Menschen auf eine musikalische Ausbildung verzichten, sind solche Schülerkonzerte doppelt nötig und wichtig, da sie werbend und belehrend zugleich sind. Letzten Endes aber sind sie ein Prüfstein für die Art und Weise der Ausbildung selbst, denn einem schlechtgeleiteten Schüler wird es unmöglich sein, sich im Feuer des öffentlichen Auftretens zu behaupten. In den staatlichen Mufikinftituten des Reiches wird die Erteilung eines Reifezeugnisses von der Bewährung im öffentlichen Auftreten abhängig gemacht. Die Darbietungen bewiesen, daß hier eine erfahrene Pädagogien zielbewußt ihren Weg geht. Finger, Arme und Schulter werden gleichmäßig gebildet und der Technik dienstbar gemacht. Nebenbei werden Stilgefühl und Vortrag gefördert. So stand der Abend auf recht hoher Stufe und rechtfertigte das Vertrauen, das man der Schule Körner entgegenbringt. Margret K r ö ck und Lina Brunnengräber spielten kleinere Stücke von Mozart, erstere mit schon gutem Anschlag, letztere dynamisch gut stufend, rhythmisch noch etwas befangen. Bei Hans Iun - k e r freute man sich an dem frischen, sagenhaften Mufikantentum, das schon Ansätze zur Eigenart zeigt. In den Regerstücklein bewies Margret Bill sinniges Eingehen in die Vorlage. Herr Kopp und Herr Müller spielten zwei vierhändige Stücke von Beethoven technisch zuverlässig und dynamisch recht farbig. Davon war das selten gehörte Lied mit Veränderungen, in dem Herr Müller (Schule Heermann) den gesanglichen Teil ausführte, besonders interessant. Fräulein Annemarie Stoll begleitete die Violinsonate und die Schubertlieder. Ihr weicher Anschlag macht sie dazu recht geeignet; die rhythmische Verschiebung im Menuett der Violinsonate will zu dem Klassiker Mozart nicht recht passen. Herr Erwin Müller ist seiner Lehrerin zu viel Dank verpflichtet, daß sie ihn so in die Höhen und Tiefen der Kunst einführt. Ohne Zweifel ist er eine technische Begabung, das bewies er in der Etüde vonPaganim-Lifzt(auch jetzt noch ^-Erreichung höchster Meisterschaft unentbehrlich), auch bei der Beethovensonate stand das technische Moment noch im Vordergrund, aber auch der Ausdruck hat gewonnen und wird bei zunehmender Lebenserfahrung weiter sprach Gruppenführer B e ck e r l e in kurzer Rede zu den Kameraden, anschließend nahm er die Weihe neuer Fahnen vor. Nach Dankesworten des Standartenführer Schäfer an den Gruppenführer wurde zum Schluß mit begeisterten Sieg-Heil-Rufen des Obersten SA.-Führers A d o l f H i t l e r gedacht. Sodann traten die Kolonnen zum Marsch durch die Stadt an, bdr mit einem Vorbeimarsch vor dem Gruppenführer und den Standartenführern abfchloß. DerAustausch von Arbeitskräften Wichtige Anordnungen für Betriebsführer und Behördenleiter. LPD. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes wachsen. Erfreulich war wieder, daß zur mufifat lischen Weitung des Konzerts Schüler anderes Musikschulen beitrugen. Fräulein Minna ©toll (Schule Heermann) sang mit gut gebildeter Stimme und deutlicher Sprache erfolgreich Schuberts lieber, Fräulein Gretel Seyffarth (Schuld Schüttler) spielte warm und kammermusikalisch eine Mozartsonate. Ein Streichquartett: Waltraud und Martha Schüttler, Gretel Seyffarth (Schule Schüttler), Heilwig R o l o f (Schule Heermann), musizierte in einem Quartettsatz von Beethoven tonrein und dynamisch sehr gut fdjattie» rend zur Freude der Zuhörer. Es ist dringend zu wünschen, daß der Vortrags« abend den Erfolg hat, daß die Eltern mehr wie bis« her, ihre Kinder auch musikalisch bilden lassen. Der schwer um seine Existenz ringende Musiklehrerstand wird ihnen dafür dankbar sein. a Herbstversammlung der Imker. Die O r t s f a ch g r u p p e Gießen der Reichsfachgruppe I rn k e r hatte für gestern nachmittag in den „Tannhüufer" Einladung zur üblichen Herbftverfammlung ergehen lassen, zu der sich eine recht stattliche Zahl Mitglieder eingefunden hatte. Der Fachgruppenvorsitzende erteilte nach em« leitenden Begrüßungsworten Obertelegraphensekre» tär i. R. H. Pfeiffer, Launsbach, das Wort zu seinem Vortrage „Erfahrungen bei der diesjährigen Seuchenrevision . ll. a. führte der Redner folgendes aus: Nach Der für ganz Preußen bestehenden Verordnung, betr. Feld» und Forftfchutz, ist die Faulbrut anzeiaepflichtig. Im Unterlassungsfälle können neben hohen Geld« strafen dem lässigen Imker noch die Kosten der Entseuchung auferlegt werden. Das gleiche besagt das Seuchengesetz, das in Hessen gültig ist. Wer Bienenvölker einführt, erhält innerhalb der ersten zehn Wochen für Faulbrut- oder Nofemaverlustr keine Entschädigung. Auf dem Bienenstand muß größte Sauberkeit herrschen, und verwaiste Kasten sind immer fluglochdicht zu halten. Zur Gesund» erhaltung der Völker ist dem Bau-, Vermehrungs« und Sammeltrieb entsprechend Spielraum zu las« sen. In sechs Ortschaften diesseits und jenseits der Lahn wurde sowohl die gutartige als auch die bös« artige Faulbrut festgestellt. Schwache sind auf dein Stande nicht zu dulden, denn nur mit starken Völkern und hochgezüchteten Edelköniginnen find Höchsterträge zu erzielen. Der Redner erntete für feine aus der Praxis als Seuchenfachverftändiqet erwachsenen klaren Ausführungen reichen Beifall. Der Fachgruppenvorsitzende sprach noch über das Einwintern der Bienen und konnte insbesondere den zahlreich anwesenden Jungimkern wertvolle Fingerzeige für diese wichtige Bienenpflegemaß. nähme mitgeben. Zu dem Thema „Bienenzucht im Klein« bauernhof" übergehend, forderte der Redner, daß nur der Imker werden soll, der dazu geboren ist und Lust und Liebe zur Sache mitbringt. Wei« ter ermahnte er, jede Gelegenheit zur Verbesserung der Bienenweide auszunutzen und insbesondere die Salweide als vorzüglichen Pollenträger zur An« Pflanzung zu bringen. In der anschließenden regen Aussprache wurde noch die Behandlung von Schwächlingen, die Der« einigung mehrerer Völker, die Durchführung der Honigverordnung, die Bedienung des Wachs« schmelzers und die Gewinnung der bisher nicht organisierten Imker besprochen. Der Vorsitzende gab dann noch den nun endgültigen durchgeführten Aufbau der deutschen Jmkerschaft bekannt. Die Bienenzucht ist in den Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter eingegliedert und steht unter der Reichsfachgruppe Imker als Dachorganisation. Diese gliedert sich in Landesfachgruppen. Die Landesfach' gruppe Hessen-Nassau umfaßt fünf Kreisgruppen: Hessen, Biedenkopf mit Dill und Wetzlar, Rhein« Taunus, Lahn und Main-Taunus. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Vereinsangelegenheiten wurde die Tagung in üblicher Weife geschloffen. Gictzener W-Ernmarktpreise. * G i e ß e n, 18. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Mattr 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (in« ländische), Klasse S 11, Klasse A 10/2, Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 9, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römisch« Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Fahrt in den Bayrischen Wald. Vorn 29. September bis 7. Oktober veranstaltet die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eine Fahrt in den herbstlichen Hochwald des Bayrischen Waldes. Die Abfahrt erfolgt in Frankfurt am 29. September abends. Rückkehr am 7. Oktober nachmittags. Die Urlauber werden in Zwiesel am Fuße des Arbers und in den Orten des bayrischen Hochwaldes untergebracht. Diese Fahrt in den Bayrischen Wald mit seinen Wildbächen und seinen freundlichen Menschen wird ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. Hessen teilt mit: Die Besserung der Arbeitslnge ist bisher in einem besonders großen Ausmaße den jugendlichen Arbeitskräften zugute gekommen. Die Einstellung von Arbeitslosen mittleren und höheren Alters, d. h. also insbesondere der Familienväter und Kinderreichen, ist demgegenüber unverhältnismäßig zurückgeblieben. Die Verordnung übrr Verteilung der Arbeitskräfte vom 10. und 28. August 1934 bezweckt, hierin den erforderlichen Wandel zu schaffen. Auf den Inhalt der Verordnung ist durch wiederholte Veröffentlichungen bereits hingewiesen. Jeder Velriebsführer eines privaten oder öffent- nacyyepiun.. «uu uki»» UJk*’v, w Uchen Betriebes, aber auch jeder Vehördenleiter | rung des Austausches überwacht. ORenntiere. Erinnerung an eine Nordlandreise. Von Hanns Lohst. Skarrag ... klingt es nicht, als ob diese Silben von Nomen, die in Wolkengestühl verwurzelten, aus dem Wurf der Runen gefunden wurden? Skorrag ... klingt es nicht wie der vom Sturm erpreßte heisere Ruf hungernder Raben? Skorrag ... klingt es nicht wie Einöde, Moor, Moräne und einsamer See in wellenloser Verlassenheit, ein See, dessen Ufer in Gewölk zu zerfließen scheinen und ewigem Nebel? Skorrag ... klingt es nicht wie girrendes Werben springender Lappen hinter trappelnden Hufen jagender Renntierherden? Wir wurden in Skorrag ausgebootet und es hieß, wir würden eine Renntierherde zu Gesicht bekommen. Die Sonne hing wie ein feuriger Gong im blauen Jubel des Tages, und die trübe Dämonie des Ortes und feines Namens schien vor diesem seltenen Tag entthront. Die gedörrten Klippfische, die zur Bleiche längs der Ufer hingen, raschelten im verwegenen Zuge eines kichernden Windes. Die Leute, die uns erstaunt entgegensahen, standen in unbeholfenen Anzügen herum. Die Arme, die aus breiten Schultern kamen, ließen klobige Hände in die Hosentaschen fallen. Die Stummelpfeife vergrößerte und spitzte den Ausdruck der Neugierde zu, der die langen und vom Meerwasser eingesalzenen Gesichter zur Physiognomie von gutmütigen Robben verwarn oelte. Ein paar winzige Schafe und verkümmerte Ziegen umstanden die spärlichen Katen, die mit den zerfressensten Lehmwänden und niedrigsten Gras- Dächern den ärmlichen Versuch machten, sich zu einer Art Soff zurechtzurücken. Ein paar breite, wuchtige Boote waren auf Sand geschleppt und sonnten sich. In ihrem Holze krachte es wohlig, wie in Gelenken von Bummlern, die sich auf der Walze einmal nach taufend Heuschobernächten, in einem Federbette strecken. „Land" — schummerten die alten überteerten, wetterfesten Gesellen. — „Soll das Meer untergehen? Hol's der Teufel! Land!" — und sie sogen die zitternde Luft noch einmal in ihre Plankenrippen, daß es nur fo krachte. Wie schritten auf Moosbänken und zierlichem Preifelbeergeftrüpp an kleinem Hange hin. Sanfte Hügel, wie verfteinte und übersandete Dünung, engten den Blick mit jener geduldigen und verhaltenen Gebärde ein, die ihn der nächsten Umgebung mit verdoppelter Eindringlichkeit verpflichtet. ■ Eingebettet in dieses Kuttenbraun und abgenutzte Grün des schrägen Bodens, fand sich die schwarze Fläche eines Sees, der wie ein lidloses Auge, ohne mit der Wimper zu zucken, ununterbrochen und wie Rechenschaft fordernd, grimmig und streng den Blick des Himmels suchte. Rötliches Gestein umlagerte die Ufer wie eine böse und giftige Entzündung. Plötzlich standen auf der Höhe des Westens die scharfen und kantigen Zeichnungen von den tausend Geweihen einer anstürmenden Renntierherde. Die Körper wuchsen nach ... die schmalen Schatten der Beine begannen zu wirbeln ... Die Tiere waren auf uns zugetrieben worden und sollten dicht an uns vorüberfliehen. Stille war das Gebot und regungsloses Verhalten. Die Renntiere hatten ihrem Hirten gegenüber Vernunft angenommen, sie kamen. Aber die Passagiere konnten diesen Gran Zucht nicht aufbringen. Hundert entfesselte Linsen und starre Prismen sausten der Erscheinung knuffend und stoßend, schupfend und stolpernd entgegen ... und erreichten eine Kehrtwendung der ersehnten Herde, die Potsdam Ehre aemacht hätte und ein Verschwinden auf Nimmerwiedersehen ... Worauf sich die Passagiere untereinander Vorwürfe machten und jeder dem anderen die Schuld in die Schuhe schob. Ich wälzte mich wie Till Eulenspiegel im Grase vor lauter Lachen, indes die unwillige Herde von Passagieren an mir vorüberzog, dem Dampfer zu, der im Licht zu schaukeln schien, so strahlte das Meer in der Tiefe. Und plötzlich waren es Renntiere ... Die Beine warfen freilich dickere Schatten, auch waren die Bewegungen breiiger und die Geweihe unsichtbarer, aber Renntiere blieben es, sie graften mit der Kamera und dem Cookticket um die Welt. Zuletzt wurde ein Renntier eingebootet. Am Halse hing das blaue Gerinnsel des Blutes. Schließlich mußte man so ein Tier doch wenigstens auf der Souperplatte kosten, wenn man es schon nicht auf die lichtempfindliche Platte zu zwingen vermochte. Das Tier hatte das große Auge, das überdunkelt war von dem Entsetzen des Todes, weit offen. Wie der See eben unter dem Himmel lag und zu fragen schien und zu suchen, so schaute dieses Auge in das Nichts und in das Alles ... Die Schwalben werden weniger. Naturfreunde und Vogelliebhaber stellen seit einigen Jahren bekümmert fest, daß der Bestand eines unserer schönsten und zierlichsten Vögel in vielen Gegenden Deutschlands im Abnehmen begriffen ist. Diese betrübliche Wahrnehmung gilt für beide Schwalbenarten, also sowohl für die Rauchschwalbe als auch für die Mehlschwalbe. Zu der Auseinandersetzung über die Gründe dieses Rückganges äußerst sich Dipl.-Landwirt K. F. F i n u s in der im Hugo Bermühler Verlag in Berlin erscheinenden Zeitschrift „Der Naturforscher". Unter den verschiedenen von ihm angeführten Ursachen ist zunächst der in südlichen Ländern und besonders in Italien sehr verbreitete Vogelfang zu nennen, dem jährlich Tausende dieser anmutigen Flieger zum Opfer fallen. Erfreulicherweise hat Mussolini inzwischen ein Verbot des Schwalbenfangs erlassen, so daß hier ein Wandel eintreten dürfte. Die Zahl der Schwalben, die auf dem Frühjahrs- und Herbstzug zugrunde geht, ist noch immer sehr hoch. Noch kürzlich hörten wir aus Wien, daß in der österreichischen Hauptstadt und seiner Umgebung viele unserer gefieberten Freunde infolge des stürmischen und regnerischen Wetters in völlig erschöpftem Zustand angekommen seien und daß ihnen jede Kraft fehle, die Weiterreise vorerst anzutreten. Derartige Verluste unter dem Schwalbenbestand hat es aber immer gegeben; sie können also nicht den außergewöhnlichen Rückgang der letzten Jahre erklären. Eine wichtige Ursache ist jedenfalls in dem Vorhandensein der Starkstromleitungen zu sehen, denen viele Schwalben zum Opfer fallen, denn sie haben bekanntlich eine Neigung, sich auf Leitungsdrähten niederzulassen. Alljährlich gehen so viele Schwalben bei den großen oberitalienischen Kraftwerken am Comersee zugrunde. Vor allem wird ihnen dort ein sogenannter „Schwalbenpaß", der als Ausruheplatz bei dem Flug über die Alpen bevorzugt wird, zum Verhängnis. Eine Abhilfe könnte nur durch eine geeignete Isolierung der von den Vögeln angeflogenen Leitungsdrähten geschaffen werden. Die Katzen können übrigens für das Abnehmen des Schwalbenbestandes nicht verantwortlich gemacht werden, denn diese Vögel sind ausgesprochene Lufttiere, nehmen ihre Nahrung im Fluge auf und halten sich an Stellen auf, die den Katzen im allgemeinen unerreichbar sind. Manche Opfer fordern die natürlichen Feinde, Baumfalk, Wiesel und Ratten, und auch tierische Schmarotzer reißen manche Lücke. Wesentlich bedrohlicher ist aber Anhalten des Regenwetters, das für die Schwalbenjungen den Hungertod bedeuten kann, denn die für die Ernährung fo notwendigen Infekten fitzen während dieser Zeck in ihren Schlupfwinkeln. Einer der Hauptgründe aber ist das Ueberhandnehmen der Sperlinge, o,e den Schwalben ihre Nester streitig machen. nn itnh ht>r Cflnntmtrpnmort Dl. xlS 0 0 Q aus« Gießen und der Gautourenwart Dr. W o d a e g e - einer Leiter t gung (D Gedanken unnötig. Preußen. Kreis Wetzlar. -r- Ober-Schmitten, 17. Sept. Anläßlich des Geburtstages ihres Chefs, des Papierfabrikan- ten S t a f f e l zu W i tz e n h a u s e n bei Kassel, un° ternahm auf Einladung die hiesige Belegschaft des Zweigwerkes Ober-Schmitten au Autobussen eine Fahrt nach Witzenhausen. Dort besichtigte sie die ausgedehnten Anlagen des Mutterwerkes und war Gast des Jubilars, der sie Arbeit beobachtet, ihr Entwicklungsgang erklärt und ihre Bekämpfung praktisch ausgeführt werden. Am Vogelschutzgehölz, das nun im dritten Jahre nach der Anpflanzung sicht, gab der Leiter einen kurzen Umriß über die Bedeutung solcher Anlagen, die als Nistgelcgenheit für Freibrüter und Schutzstätte gegen Flug- und Bodcnräuber gar nicht hoch genug em- geschätzt werden könnten. Dem aus der Versammlung heraus geäußerten Wunsch, noch vor Laubfall einen weiteren belehrenden Gang durch die Baumanlagen zu veranstalten, soll zur gegebenen Zeit entsprochen werden. Der Bercinsführer teilte noch mit, daß im Laufe der kommenden Woche das vom Verein angeschaffte Süßmostgerät praktisch vorgeführt werde und dann den Mitgliedern unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. ° Lollar, 12. Sept. Am Samstag fand die V e r ft e i g e r u n g des der G e m e i n o e gehört- 24. Februar in Gersfeld (Rhön) Prüfungen für DSD.-Leistungsabzeichen. 7. bis 9. Janckar: Jugendführerlehr. gang in Gersfeld (Röhn). 25. Dezember bis 6. Januar: Trainingskurs im kleinen Walfertal. wünschen. , , . _, ,, Hierzu nehme ich wie folgt Stellung: Soweit Beamte aus beruflichen oder gefundheit- Gez. Löwer, des staatlichen Turn- und Sportamtes. Oer Skisportplan düng der Jugend wird ein besonderes Augenmerk zugewandt. Auf ihren Gebieten berichteten und trafen Anordnungen der Gaulehrwart Neubert- M., der Gausportwart K ü n d a h l - aegend hatten sich eingefunden. Es wurden gute Preise erzielt. Je nach Behang und Qualität kam der Baum Aepfel auf 10 bis 25 Mark, teilweise auch höher. Die Baumfrüchte sind in diesem Jahre sehr gut entwickelt, was nicht zuletzt auch für die behördlicherseits im letzten Winter angeordnete systematische Pflege zurückzuführen ist. Einige Obstaufkäufer bezahlten hier für den Zentner Zwetschen 4 Mark. Da wieder mehr als in den vergangenen Jahren Honig gekocht wird, waren Honigbirnen sehr gesucht. gen Obstes statt. Der Behang der Bäume war schlecht bis mittelgut. Es wurden durchschnittlich gute Preise erzielt. — Die früher in sehr schlechtem Zustand befindliche H a u p t st r a h e wurde in den letzten Wochen mit K l e i n p f l a st e r versehen. Diese Arbeit ist nunmehr beendet. Auch die eine der Brücken im Zuge der Straße, die beide wesentlich verbreitert werden, ist fertig, die andere geht ihrer Fertigstellung entgegen. Augenblicklich ist inan daran, die Hofzufahrten zu pflastern und die Bürgersteige zu erhöhen. Die Arbeiten werden im Rahmen des Arbcitsbeschaffungsprogramms durchgeführt und geben einer ganzen Anzahl von Volksgenossen Brot. * Beuern, 17. Sept. Die 23 Jahre alte Zigarren-Wickelmacherin Luise L i n d e n st r u t h von hier stürzte gestern so unglücklich, daß sie den linken Arm brach und der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. u. K l e i n - L i n d e n , 17. Sept. Am gestrigen Sonntagvormittag sprach im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" Herr S ch i r m b e ck (Gießen) vom hessischen Landesverband deutscher Neuhaus- und E i g e n h e i m b e s i tz e r über das Thema: „Wie kann die Not der Neuhaus- und . Krofdorf-Gleiberg, 16. Sept. Am Freitag fand die Versteigerung des Gern e i n d e o b st e s in hiesiger Gemarkung statt. Zahlreiche Kaufliebhaber von hier und aus der Umälteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Katharina Funk, geb. Bücher, Witwe, im Alter von nahezu 90 Jahren unter großer Bcteili- z u Grabe getragen. Außerdem sind in den Gauen eine Reihe von Fernfahrten, insbesondere in das bayerische Hoch' gebirge geplant. Dazu kommt noch die Tätigkeit der einzelnen Vereine, die ihre Mitglieder durch Trockenkurse, Gymnastik, Lichtbildervorträge für den Ski- lauf vorbereiten. Im Schneegelände wird durch geprüfte DSV.-Ski-Lehrer Unterricht erteilt. Der Tou- L—tV.i nnnfföM Ttor lki„sprischen Ausbil- GRG77-Verbandsachier493S Trainingsarbeit für die Olympiade. ihr Fahrrad und rannte ... ---- ~ , hinein Dabei erlitt das bedauernswerte Mädchen, die einzige Tochter der Eltern, so schwere Verletzungen, daß es auf dem Transport geboten. 3 Millingen, 16. Sept. Nachdem erst kürzlich die Eheleute Johannes Zimmer XVII. und Frau Katharine, geb. Konrad, das Fest der Goldenen Hochzeit feiern konnten, war es heute den Ehe- leuten Schreinermeister Georg Zimmer IV. und Frau Elisabethe, geb. Diehl, vergönnt, im Kreise ihrer Angehörigen ebenfalls das Fest der Goldenen Hochzeit begehen zu können. Nachmittags wurde das Jubelpaar in der Kirche feierlich eingesegnet. Der Gesangverein „Eintracht", dem der Jubilar schon seit 54 Jahren angehört, brachte dem Paar am Abend einen Fackelzug und einige Lieder dar. Der Jubilar sprach dem Verein und der ganzen Gemeinde für die herzlichen Ehrungen wärmsten Dank aus. — Gestern fand hier die diesjährige Ob st Versteigerung statt. Für Aepfel, die in diesem Jahre in ausgezeichneter Qualität vorhanden sind, wurden 5 bis 6 Mark pro Zentner am Baum bezahlt, für Zwetschen belief sich der Preis auf 3 bis 4 Mark pro Zentner. Kreis Schotten. (Ausgeschieden sind demnach die Großstädte Ham- bürg und Köln). Die Zusammenstellung zu Rennmannschaften der Olympiavorbereitung erfolgt unter Führung von Regierungspräsident Pauli und unter der Leitung eines Sonderbeauftragten, durch Ruderlehrer des Deutschen Ruderverbandes. Den ausgewühlten Lüderern wird die Bedeutung der rudersportlichen Gemeinschaftsarbeit dargelegt werden und die Ruderer haben sich dann freiwillig zu entscheiden, ob sie an der großen, gemeinsamen, vaterländischen Aufgabe mitwirken wollen. Ruderer, die sich nicht aus innerster lieber- zeugung mit ganzer Hingabe ihres Wollens und könnens zur Verfügung stellen, sind unbrauchbar. Die Rudervereine, in deren Hand die AusbiMung dieser Verbandsmannschaften liegt, haben das Recht, zur Verstärkung ihrer Zelle Ruderer aus den Jui» dervereinen ihres Sitzes auszuwahlen. Die bet - Vereine haben Ruderer bereitzuhalten und es sich als besondere Ehre anzurechnen, wenn aus ihrer Mitte Ruderer in die Verbandszelle berufen wer- den. Diese Vereine werden auch an den Slegesehrcn beteiligt sein. Jedem Versuch, die Gerne,nschasts- arbeit zu durchkreuzen oder zu gefährden, wird von feiten des Verbandsführers entgegengetreten weroen- Außerdem wurde beschlossen, den Zweier m >' Steuermann wieder in das Programm ”ts deutschen Meisterschaftsruderns aufzunehmen. Die Vereinsleitung der Gießener Ruders schäft 1877 «ft sich der erneuten ehrenvollen rufung zum Verbandsachter wohl bewußt uw) es sich deshalb zu ihrer vornehmsten Pflicht J macht, ihre Mannschaften auf das sorgfältigste zubereiten, um 1935 wohlgerüstet in die Ereig eingreifen zu können. Nach kurzer Ruhepause der diesjährigen Rennsaison wird Ruderlehrer' M Brahm anfangs nächster Woche mit dem Mkm tischen Wintertraining beginnen. In Fahrten Schulzweier und im Schulvierer werden Een', und Jungruderern die technischen Feinheiten Ruderkunst beigebracht werden. (Bei ungun Witterung wird voraussichtlich dafür an befi ten Tagen in der Woche Bassinrudern treten- Ergänzungssport im Winter wird..ebenfalls Gymnastik und Lauftraining (Langläufe) bet . Außerdem wird an den Klubabenden nn .' Haus dei GRG. 1877 durch fachtechnische Vonr y der Gesichtskreis der Ruderer erweitert we • ? Die Gießener Rudergesellschaf ‘ Vn wird jedenfalls mit allen Kräften an der 9 - , und gemeinsamen rudersportlichen Aufgabe 3 ö0I1 tüchtigung unserer Jugend und zur 1935 Höchstleistungen mitwirken, um auch im -üay Gießens rudersportlichen guten Rirf zu bew y Nach den Deutschen und nach den Europameisterschaften dieses Jahres bildete der Derbandsfuhrer des Deutschen Ruderverbandes, Regierungspräsident Pauli, einen, aus früheren, erfahrenen Renn- rudern bestehenden Olympia-Ausschuß, Dem die Herren Dr. Karl Aletter (Mannheim), Oskar Cordes (Mainz)', Bruno Müller (Berlin), Ferdinand Reich (Berlin), S. S e i d e n s ch n u r (Ber- lin) und Hermann W i l k e r (Ludwigshafen) angehören. Bei der ersten Tagung dieses Olympia-Ausschusses, Anfang September in Berlin, wurde nach den Erfahrungen und Lehren der Saison 1934, für das kommende Jahr 1935 folgendes bestimmt: Die Leistungssteigerung im Deutschen Rudersport ist nach den Rennergebnissen der Saison 1934 eine dringende Notwendigkeit, wenn Deutschland bei den olympischen Ruderwettkampfen 1936 in Berlin erfolgreich bestehen will. Sie kann nach dem Gutachten des Olym- pischen Ausschusses des Deutschen Ruderver- bandcs nur erreicht werden, wenn die Gemein- fchaftsarbeit vertieft wird. Eine unentbehrliche Voraussetzung des Rudersieges, die seelische Verbundenheit der Rudermannschaft ist bei einer reinen Dereins- mannschaft leichter erreichbar, verspricht aber, bei einer auf breiterer Grundlage gestellten Ausbildung von Mannschaften, die höhere Leistung, lieber die Zugehörigkeit zu einem Verein hinaus, haben sich die deutschen Ruderer als Einheit zu fühlen. Diese innere Verbundenheit, die der Führer für das deutsche Volk fordert, hat auch die deutsche Rudergemeinde auszuzeichnen. Im Jahre 1934 ist erstmalig der Versuch gemacht worden, durch Schaffun avonVerbandsachterzellen, die bei der Auswahl und Zusammenstellung ihrer Mannschaften über den Rahmen des eigenen Der- eins hinausgreifen durften, den Gedanken der G e - mein sch a'ftsarb eit zu verwirklichen. Der Versuch mit Verbandsmannschaften hat Ansporn dazu gegeben, eine beträchtliche Anzahl guter Achter- Mannschaften herauszubringen, also für den wei- tercn Aufbau wertvolle Breitenarbeit geleistet. Die Ernennung von Verbandsmannschaften wird daher auch für das Jahr 1935 beibehalten und folgende Zellen ernannt: Berlin (sämtliche Vereine) Würzburger Ruderverein 1875 Gießener Rudergesellschaft 1877 Renngemeinschaft Leipzig 1 Mainzer Ruderverein 1 Ruderklub „Germania" Königsberg Lübecker Ruderqesellschast 1885 Renngerneinschast Schwerin. für den Winter 1934/35. Der Verband MitteldeutscherSkiver- eine (Sportqau XII und XIII) im Deutschen Ski- verband (DSV.) hielt seine diesjährige Tagung am 15. und 16. September unter der Führung von Kurt I e n i s ch, Frankfurt a. M., in Bingen ab. Für den kommenden Winter ist folgender Sport- plan aufgeftellt: 5. und 6. Januar: Bezirksläufe. 11. bis 13. Januar (Derfchiebetermin 18. bis 20. Januar): Gauwettläufe in Gersfeld, Rhon. 9. und 10. Februar: Gau-Jugendwett- läufe im Taunus. 25. Dezember bis 6. Januar: Jugend kur s im kleinen Walfertal und in der Rhön. 25. bis 31. Dezember: Lehrwartkurs (Ski- lehrerprüfung) und Kurs für das DSV.-Leistungs- abzeichen im kleinen Walfertal. 3. Februar auf dem Hohen Meisner und am Gießen. An der Tagung nahm zum ersten Mal ein Vertreter der Deutschen Turnerschaft teil, ein Beweis dafür, wie durch sinnvolle Ordnung im Sportwesen frühere Reibungen überwunden werden können. Königsschießen des Schützenvereins Gießen. Am Sonntag fand das Königsschießen des Schützenvereins Giehen statt. Die Beteiligung war sehr gut. Besonders hervorzuheben ist das Interesse, das von vielen Gästen diesem Schießen entaegenge- bracht wurde. Es ist dies ein Zeichen dafür, daß das alte Vogelschießen ein Volksschießen im wahren Sinne des Wortes ist. Um 9 Uhr begann es mit dem Schießen der Krone des auf 100 Meter aufgestellten Schützen- adlers, der außerdem noch mit einem Szepter und dem Reichsapfel ausgerüstet und von sieben Sternen umrahmt war. Mancher Schuß war notwendig, um sie alle nacheinander in der Reihenfolge Krone, Szepter, Apfel und Sterne abzuschießen. Die Krone wurde von dem Schützenbruder H. Sauer, der Szepter von dem Schützenbruder H. Herrmann, der Apfel von dem Schützenbruder Fr. K l o k ab- geschossen. Hiermit wurde H. Sauer zum Kronprinzen, H. Herrmann zum 1. Ritter und Fr. Klotz zum 2. Ritter bestimmt. Die Sterne erschossen die Schützenbrüder: Franz Möbs, Otto Schönau, Karl Peter, Georg Schilling, Friedrich Linker, H. v. Bent- heim, W. Bette. Nach einer Pause begann das Schießen auf den Adlerkörper. Hier wird derjenige König, der das letzte Stück herunterholt. Um 15.30 Uhr fiel unter größter Spannung der Rest, nachdem ca. 190 Schutz gefallen waren. Sieger und damit König für 1934/35 war Schützenbruder August Balzer. Mit großem Jubel wurde er auf den Schild erhoben und anschließend im gemütlichen Zusammensein gefeiert. Sportverein 1920 Heuchelheim. UNeseck I — Heuchelheim I 3:7. Die Heuchelheimer haben bei Üiesom Treffen endlich gezeigt, daß wieder mit ihnen zu rechnen ist. Die 2. Elf spielte auf dem hiesigen Platze flepen die 1. Mann-schaft von Erda und erzielte ein eindeutiges Ergebnis von 5:0. Die Gäste stellten eine körperlich starke Mannschaft, die bis zum Schluß unverdrossen kämpfte. 2)ie Hiesigen, die eine erstklassige Partie lieferten, waren jedoch nicht zu über- winden. Die 1. Jugend - Mannschaft fertigte die gleiche von Kinzenbach erwartungsgemäß mit 7:3 Toren ab. A Millingen, 17. Sept. Deute ereignete sich in unserem Orte ein schwerer Ungluckssall, dem leider ein junges M e n s ch e n l e b e n z u m Opfer fiel. Die im 24. Lebensjahre stehende Marie Jung wollte auf dem Fahrrad Frühstück ins Feld bringen. Auf dieser Öaljrt oerlor fie an {teilen Stelle des Weges die Herrschaft über ahrrad und rannte in ein Fuhrwerk gruppe des N S D F B. (Stahlhelm) ein Kranz am Gedenkstein niedergelegt, der folgende Inschrift trug: „Dem Kameraden und großen Soldaten zum 20. Jahrestag seines Heldentodes". lieber sein Leben sei kurz folgendes imtgeteilt: Ludwig Steinmetz wurde am 15. April 1860 als Sohn des damaligen Pfarrers Emil Steinmetz in Grünberg geboren. Seine Vorliebe für das Militär lieh ihn die militärische Laufbahn einschlagen. Nach Besuch der Kadettenanstalt wurde er mit achtzehn Jahren Leutnant beim Huh-Artillerie-Regt. Nr. 3 in Mainz. Seine militärische Begabung und Tüchtigkeit lieh ihn rasch in höhere Stellen aufsteigen-, mit 53 Jahren wurde er Generalleutnant und bald Inspekteur der 3. Fuhartillerie-Jnspektion in Köln. Arn Anfang des Weltkrieges leitete er die weltberühmt gewordene Beschießung der Festungen Lüttich, Namur und Maubeuge als Kommandeur der gesamten Belagerungs-Artillerie. Nach dem Rückzug von der Marne befehligte er einen Sonder- Truppenteil der 2. Armee (von Bülow) bei Berry- au-Bae an der Aisne. Hier wurde er bei Guigni- court am 15. September durch einen Granatsplitter an der Halsschlagader tödlich verwundet und ver- starb bald nach seiner Einlieferung ins Lazarett. Seine Leiche wurde nach Köln überführt. Mit ihm verlor die deutsche Armee einen Führer, der wegen seiner hohen artilleristischen und taktischen Begabung Hervorragendes geleistet hatte und der berufen gewesen wäre, noch entscheidend beim weiteren Verlaufe des Weltkrieges mitzuwirken. 3n ein Fuhrwerk gerannt und tödlich verletzt. verstarb. Von einem Auto totgefahren. —r. Büdingen, 17. Sept. Gestern vormittag wurde in der unübersichtlichen Kurve der Straßenkreuzung Ortenberg — Bleichenbach — Selters der 24jähriae Schneider Vogel aus Bleichenbach, der auf seinem Fahrrad unterwegs nach Büdingen war, von einem entgegen- kommenden Kraftwagen angefahren, zu Boden geschleudert und so schwer verletzt, dah er wenige Minuten später oerftarb. Um den Ver- unglückten trauern seine junge Frau und ein kleines Kind. Landkreis (Sicftcii. -s- Wieseck, 17.Sept. Der hiesige Db ft- und Gartenbauverein führte seine übliche Herb st Versammlung am gestrigen Sonntag- morgen als Gemarkungsrundgang durch. Trotz anderweitiger Abhaltungen hatte sich eine stattliche Teilnehmerzahl eingefunden. Der Vereinsführer, Lehrer B e p p l e r , sprach über den Sinn und den Wert solcher Führungen und betonte, daß trotz der bereits erfolgten Sortenverminderung immer noch zu große Sortenvielheit herrsche, so daß leider noch nicht genügende Mengen einheitlicher Ware auf den Markt gebracht werden könnten. Von den Standartsorten seien hier besonders der Schöne von Boskoop und der Gelbe Edelapfel zum Anbau zu empfehlen. Die Ernte in diesen Sorten sei in diesem Jahre durchweg als gut zu bezeichnen. Baurn- wart Ludw. Haas zeigte die Erfolge der planmäßigen Schädlingsbekämpfung von Laub» und Fruchtentwicklung an gespritzten und nichtbehandel- ten Baumstücken, die so augenfällig waren, daß sich jeder Teilnehmer von der Notwendigkeit richtiger Bekämpfungsmaßnahmen überzeugen mußte. Eine durchgeführte Versuchsdüngung mit Jauche, Kali, Superphosphat und Kalk hatte sich trotz der anhal- tenden Trockenheit in bester Weise ausgewirkt. Schäden, die durch schlechte, oder zu enge Baumbänder entstehen, wurden an Jungbäumen aufgezeigt und Maßnahmen zur Verhinderung besprochen. Die Hauptfeinde des Obstbaues, vor allem die Obstmade und der Weidenbohrer, konnten bei ihrer schädlichen feit, für einen Ausbau des Dollstreckungsschutzes und für eine Neugestaltung des GrunDstucks- und Hypo- thekenrechts, welche den Hausbesttz von der faP^ tischen Spekulation befreit und den Hausbesitzer unn gesicherten Treuhänder der Lohnwirtschaft macht. Es wurde eine Ortsgruppe gegründet, der etwa zwölf Neuhausbesitzer beitraten. f X Steinbach, 17. Sept. Am Sonntag hielten ble 50er dieses Jahres ihren gemeinsamen Kirchgang. Pfarrer D ö l l gedachte in feiner Predigt und im Gebet der Altersgenossen. Nachmittags folgten die 50er einer Einladung ms Pfarrhaus. Die 50er und ihre Manner und Frauen verlebten einige gemütliche Stunden im P^rrhaufe und Garten. Die Albacher Alterskameraden be- teiligten sich ebenfalls an der Feier. 4- Hattenrod, 17. Sept. Dieser Tage ver- u n g l ü ck t e aus einer Radtour unsere L e hrers - rQU Sie wollte ihren Vater in Dillmgen beuchen. In der Nähe von Nonnenroth stürzte sie auf cmen Schotterhaufen und zog sich schwere Ver- letzungen im Gesicht, an den Händen und Füßen zu. Hilfsbereite Menschen aus Nonnenroth brachten die Bedauernswerte mit einem Wagen nach Villingen. Da der Arzt keine Reisebedenken hatte, ließ sich Frau Dräut noch am Abend nach Hattenrod zurückfahren. Inzwischen hat sich erfreulicherweise ihr Befinden gebessert. A , . tn. Lang - Göns , 17. Sept. Am Samstag fand hier die Verfteigerung des Gemeinde- o b st e s statt. Es waren zahlreiche Kauflustige erschienen. Im allgemeinen wurden recht gute Preise erzielt. Tafeläpfel, wie Goldparmäne, Boskoop und Renette von Blenheim, kosteten am Baum etwa vier Mark der Zentner. Wirtschaftsäpfel, Schafnase, Trierscher Weinapfel u. a. kamen auf 2 bis 3 Mk. Ziemlich hoch waren die Preise für Kelterbirnen. Einzelne Bäume kamen auf über 12 Mark, auch die Zwetschen wurden verhältnismäßig gut bezahlt. Kelterbirnen und Zwetschen werden fast durchweg zur Herstellung von „Honig" benutzt. in fröhlicher Feier um sich versammelte. Am folgenden Tage besuchte die Belegschaft Kassel mit seinen Sehenswürdigkeiten und kehrte in der Nacht wieder hierher zurück. Neben der Bewirtung hatte der Inhaber der Papierfabriken auch den größten Teil der Fahrtkosten übernommen, so daß in dieser Fahrt auch eine soziale T a t und das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft zu sehen ist. — Der hiesige Fußballverein, der den politischen Wirren der Jahre 1930 und 1931 zum Opfer fiel, ist jetzt wieder ins Leben gerufen worden. Ein großer Teil der Spieler von ehedem hat sich bereit gefunden, den Kampf mit dem Leder erneut aufsunebmen. tötete Schotten. ch Groß-Eichen, 17. Sept. Am 15. September konnte der Landwirt Heinrich Rock dahier in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. ch Höckersdorf, 17. Sept. Gestern wurde die 2. von Beamten, die aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen von dem Eintritt in einen piuj« Turn, ober Sportverein entbunden zu werden renlauf wird; gepflegt. Der .laufenden M T Aus der nördlichen Wetterau, 17. Sept. Gegenwärtig besteht starkes Angebot an Ferkeln, doch ist auch infolge der Kartoffel- ernte die Nachfrage rege. Es werden bezahlt: Ferkel bis zu 6 Wochen alt mit 8 bis 11 Mark, 6 bis 8 Wochen alte mit 11 bis 14 Mark, 8 bis 10 Wochen alte mit 14 bis 18 Mark, Läufer mit 18 bis 22 Mark und darüber. Für Schlachtschweine werden von Händlern und Metzgern 46 bis 47 Pf. bezahlt, Kälber gelten 26 bis 27 Pf. und Rinder 25 bis 26 Pf. je nach Qualität. Alle Preise verstehen sich für das Pfund Lebendgewicht.