KT. 165 (Elftes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 18.ZU1NYZ4 Erscheint tägltd), anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild • Die Scholle Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschtüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen PoftschecNonto: fitanffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UnioersttStsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Seitdem feien 8 Jahre und 9 Monate vergangen und noch habe die Abrüstung nicht ihre Verwirklichung gefunden. Die Leistungen und Gegenleistungen sowohl in Paris wie in Berlin klar zu legen, sei nunmehr Pflicht der italienischen und englischen Makler. Japan gegen ein Ost-Locarno. Pakt den jetzigen Status quo garantierten. Man glaubt, daß die neuen Verhandlungen gewisse Hintergedanken hätten, die zur Zeit noch nicht zu erkennen seien. Die deutsche Stellungnahme gegenüber dem Ost- Locarno-Plan und gegenüber den Versuchen, den Völkerbund zum Machtinstrument gewisser Staaten zu machen, wird hier mit Sympathie auf- ge n o m m e n. In maßgebenden Kreisen erklärt [man, daß Ehrlichkeit niemals zur Vereinsamung Orkan. Dem Träger der Spitzengruppe ritz der Orkan die Last vom Rücken. Der Schlafsack flog in hohem Bogen in die Tiefe. Aschen- brenner und Schneider erzwangen im Sturm und Schnee mit äußerster Anspannung den Abstieg vom Lager 8, also aus 7600 Meter hohe, nach Lager 4. Am 9. Juli wütete der Schneesturm fort. Am 10. herrschte strengste Kälte. Der Gipfel irn Zusammenhang mit der Spannung im Fernen Osten zur Zeit besonber's interessant. Es lägen nach japanischer Auffassung gar keine Gründe dafür vor, das gesamte Osteuropa in das Netz eines Sicherheitspaktes einzuspannen, da die Lage in diesem Gebiet vollkommen entspannt sei und überhaupt keine Kriegsgefahr bestehe, abgesehen davon, daß der Viermächte pakt und der Kellogg- Berlin, 17. Juli. (DRV.) Am Dienstagmittag trafen aus englischer Quelle beunruhigende Meldungen über das Schicksal der Spitzengruppe der deutschen Himalaja-Expedition ein. Dem Nachrichtendienst des Deutschen Rundfunk liegt nunmehr ein ausführlicher Bericht vor, der von dem Teilnehmer Becht - hold abgesandt wurde. In diesem Kabelbericht heißt es u. a.: Am 7. Juli wurden wiederum zwei Kulis im Lager 7 höhenkrank. Sie wurden unter größten Anstrengungen von Bechthold über den Rakiot-Peak nach Lager 5 gebracht. Hier wurde im Schnee st urm der Weg verloren Bechthold erreichte allein das Lager 4. Vernarb und Müller konnten die zusammen gebrochen en Kulis retten. Am gleichen Tage er- reichte die Spitzengruppe dank der anstrengenden Stufenarbeit von Schneider und Aschenbrenner den Silbersattel am Nanga Parbat. 3n 7600 Meier höhe wurde das Lager 8 errichtet, nachdem Schneider und Aschen- brenner vier Stunden lang unter dem Hauptgipfel in etwa 7900 Meter höhe gestanden hatten. Rach der späteren Schilderung von Schneider und Aschenbrenner erlebte die Spitzengruppe furchtbare Stunden in den fchneeverwehten Zelten. Immer neue Schneeböen zwangen sie dazu, die Zelte mit aller Kraft festzuhalten. 3n fieberhafter Erwartung des erfolgbringenden Gipfelsturmes wurde die Rächt in dieser Lage verbracht. Am 8. Juli versuchten Vernarb, Bechthold und Müllritter von Lager 4 aus Rahrungs- lasten nach Lager 6 und 7 zu bringen. Sie blieben im Pulverschnee und im Sturm schon vor dem Lager 5 stek- f e n. Run wandte sich das Detter endgültig zum schlechten. Der Sturm wuchs zum Auch in Frankreich sieht man Schattenseiten. Skeptische Pressestimmen aus der Rechten. Willi Mer kl (links), der Leiter der Expedition» und Ulrich Wiekanb Hechts). Paris, 17. Juli. (DNB.) Arn Schluß der Parlamentstagung und vor Urlaubsantritt der Re- gerungsmitglieber hat Ministerpräsident D o u m e r- gue, einer von ihm eingeführten Gepflogenheit entsprechend, am Dienstagabend eine Rundfunkansprache an das französische Volk gehalten. Er wandte sich an feine „lieben Mitbürger", um sie zunächst darüber aufzuklären, daß die ziemlich schlechte Organisation und die Verwirrung bei vielen staatlichen Stellen darauf zu- rückzuführen sei, daß sich in der Vergangenheit die Regierungen zu oft abgeloft hätten und die Arbeit dadurch erschwert worden sei. Doumergue sprach seine Ueberzeugung aus, daß die große Mehrheit der Franzosen ihry das Vertrauen schenken würde, wenn eine solche Ausdrucksweise praktisch möglich wäre. Er betonte, daß er bei Erledigung seiner Aufgaben von dem gewohnten parlamentarischen Verfahren hätte abweichen müssen, denn sonst würde der Haushalt für 1934 wohl noch nicht verabschiedet sein. Bei Auszählung der Verdienste seines Kabinetts erwähnte Doumergue auch, daß feit März 5,5 Milli a r d e n Goldmetall nach Frankreich hereingekommen feien. w e Die außenpolitische Stelle der Rundfunkansprache lautete: „Die Regierung hat nie nachgelassen, sich rege mit der S i ch e r h e i t s f r a g e und damit zu beschäftigen, die Grenzen Frankreichs in $ e r t e i b i g u n g s x n ft a n b zu versetzen. Ich spreche von Di meine lieben Freunbe, benn niemanb m Frankreich Gelbmarktes gehen. Wenn wir uns ber Hoffnung hingegeben hatten, daß nun enblich bas Verstänbnis für unsere wirtschaftliche Lage Allgemeingut geworben wäre, so märe biefe gute Meinung burch einen Schritt schwer erschüttert worben, beffen Hintergrünbe völlig um burchsichtig erscheinen müssen. Soeben haben nämlich bie Treuhänber für bie Dawes- Anleihe bie Faustpfänber beschlagnahmt, bie ihnen bei Unterzeichnung bes Dawes- Paktes gegeben worben finb. Äm 15. Juli waren Devisenzahlungen im Werte von 4,22 Millionen Reichsmark a conto Dawes-Anleihe fällig geworden. Diese Summe st and in deutschem Gelde zurDerfügung. Ferner belief sich das deutsche Devisendepot bei der BIZ. auf ungefähr 50 vH. dieser Summe. Aber, wie gesagt, die Beträge waren nicht transferiert worden. Aus dieser Tatsache haben die Treuhänder für die Dawes-Anleihe nun den Schluß gezogen, daß Zwangsmaßnahmen am Platze feien. Sie haben die Hand auf sämtliche Einkünfte des Reiches gelegt, die aus den Zöllen der Bier-, Tabak- und Zuckersteuer sowie aus dem Branntweinmonopol aufkommen und die zur Zeit etwa 200 Millionen Reichsmark im Monat ausmachen. Das ist etwa das Fünfzigfache dessen, was für den Monatsdienst der Dawesanleihe einschließlich Tilgung überhaupt aufzuwenden wäre. Und zwar sind es nicht etwa Devisen-, sondern ebenfalls Reichs- marfbeträge; sie machen das Rückgrat der Finanzgebarung des Reiches aus. Natürlich hat die Reichsregierung fofort Maßnahmen ergriffen, um die Sperrung dieser erheblichen Betrage unwirksam zu machen. Es gibt Mittel und Wege genug, um jeden Schaden für das Reich zu verhindern. Es bleibt aber zurück die beschämende Feststellung, daß ihre schikanöse Einstellung diese sogenannten Treuhänder in die Lage versetzt hat, auch nur für einen Augenblick die Hoheit des Reiches anzutasten und eine Demonstration herbeizuführen, die nur darauf ausgehen kann, Deutschland in Mißkredit zu bringen. Man sucht den Anschein zu erwecken, als habe man einen böswilligen Schuldner vor sich, gegen den ein Beitreibungsverfahren nach Art des Gerichtsvollziehers angebracht und gerechtfertigt fei. Wir sind gewohnt, den Begriff des Treuhänders anders aufzufaffen. Treuhänder fein heißt, n a ch bestem Wissen und Gewissen seine Pflicht zu tun; eine Pflicht, bie auch bas Interesse bes Schuldners im Auge zu haben hat. Es sind die Symptome bes liberalistifchen UBirh schaftsprinzips, ben Schulbner auszupfanben auch wenn fein guter Wille unb fein gutes Recht feftt stehen. Man macht ben Schulbner nicht badurch zahlungsfähiger, baß man ihn in ben 5)ungerturm sperrt. Es wirb ber Schaben, ben man burch eine solche Demonstration anrichtet, letzten Enbes auf bie gesamte Weltwirtschaft zurückfallen. Wie wäre es wenn auch Amerika hingehen würbe, um feine Guthaben in Englanb unb Frankreich beizutreiben? Guthaben, bie einem regulären Warengeschäft entsprungen finb, wahrenb Deutschland Verpflichtungen nur politischer Natur finb. Uns hat man ben Schulb- fchein bamals abgepreßt, jetzt geht man hin unb brüstet sich mit biesem erpreßten Schein als ob er moralisch unb rechtlich unantastbar fei. Deutschland will zahlen. Jawohl! Aber nicht auf diese Deutschland soll die Katze im Sack kaufen. Eine Schweizer Stimme zum Ostplan. Bafel, 17. Juli. (DNB.) Die „Basler Nachrichten" machen auf die verschiedenen Wider- sv rücke in den bisherigen Veröffentlichungen über den Ostpakt aufmerksam. Nach alledem sei heute noch nicht einmal klar was der Ostpakt, dessen Unterstützung Deutschland zugemutet w.rd eiaentlid) sein soll. Ein großer Widerspruch klafft zwischen dem was Deutschland durch England und Italien und dem was ihm durch Frankreich an Rüstungskonzessionen in Aus- Seltsame Treuhänder. Von unserer Berliner Redaktion. Um keinen Zweifel darüber zu lassen: Dawes- und Pounganleihe sind politische Schulden, find „kommerzialisiertes" Friedensdiktat von Versailles. Die Beträge, die aus diesen Anleihen der deutschen Wirtschaft zugeflossen sind, wurden nicht etwa zu deren Ankurbelung verwendet, sondern gingen auf dem nächsten Umwege wieder dahin zurück, woher sie gekommen waren; als Zins- und Amorti f a t ionsraten für unsere Reparationsschulden, die wir aus eigener Kraft niemals hätten begleichen können. Als wir den Transfer dieser umgewandelten Reparationsleistungen vor einigen Wochen ein» stellten, geschah das nicht, weil wir zahlungsunfähig geworden wären. Wir waren auch nicht zu böswilligen Schuldnern geworden, wie das Amerika mit mehr Recht von feinen Kriegsschuldnern behaupten kann, die — Frankreich und England an der Spitze — schon seit geraumer Zeit ihre Verpflichtungen nicht mehr erledigen. Sondern wir haben der Welt bewiesen, daß es aus klar ersichtlichen Gründen unmöglich geworden war, unsere Währung in Devisen umzuwandeln. Unser Außenhandel war passiv geworden; man hatte ihn von außen her mit Zwangsmaßnahmen zollpolitischer oder nurpoliti- scher Art passiv gemacht. Man hat allmählich überall eingesehen, baß uns f e l b ft feine Schulb baran trifft. Wir haben auf gütlichem Wege, unser Schulbenverhältnis zu zahlreichen ßänbern bereinigt; zuletzt mit Englanb, mit bem ein aufschiebenbes Abkommen getroffen worben ist. Allgemein war eine Beruhigung zu verzeichnen. Wir konnten roieber an ben Aufbau eines neuen Systems ber Rohstoffwirtschaft unb unseres Paris, 17. Juli. (DNB.) Die Oftpaktpolitik { Barthous wird auch in Frankreich selbst von ver- , schiebenen Seiten scharfer Kritik unterzogen. Die ( „Action Fran? aise" äußert sich ebenso wie , bas rechtsstehenbe „Journal bes Debats" \ recht skeptisch über bie Möglichkeiten unb greif- : baren Garantien, bie Frankreich burch den Ostpakt , gewinnen könne, zumal bie Gefahr, baß bas Abrüstungsproblem roieberum in unmittelbare Nähe rücke, gerabe burch bie Paktpolitik entstehe. Erwähnenswert ist ferner ber Leitartikel bes „Paris Mib i", eines Blattes, bas im allgemeinen nicht aus ber Reihe ber Regierungsblätter tanzt. „Paris Mibi" stellt fest, baß ber Ostpakt Frankreich verpflichtet, feine Solbaten jeweils nach Königsberg ober Berlin im Falle eines russischen Angriffs auf Deutscklanb unb umgekehrt zur Unterstützung ber Roten Armee im Falle eines beutschen Angriffs zu entfenben* „Der französische Solbat steht also in Zukunft im Osten an allen ge - fährbeten Grenzen Wache." Es wirb her- vorgehoben, baß Englanb ebenso wie Italien neutral bleiben unb Gewehr bei Fuß stehen werben, wenn Frankreich sich auf Grunb des Ostpaktes und feiner Verpflichtungen gegenüber Sowjetrußland in einen Krieg gegen Deutschland verwickeln sollte. „Kämpft nur allein, meine Herren Franzosen!" so hätten sich sinngemäß sowohl Sir John Simon wie Mussolini ausgedruckt. Außerdem müsse man gewärtig fein, daß Deutschland nach Annahme des Ostlocarnopaktes sofort die Gleichberechtigung, d. h. die 2Ibrüftung Fr ank- reichs und feine eigene Aufrüstung, verlangen werde. Die Engländer und Italiener stimmten darin mit Deutschland überein. In einem Leitartikel des „Mati ist wird bie Einbeziehung S o w j e t r u ß l a n b s in bie Ostpaktpläne grunbsätzlich mißbilligt. Man erkenne nicht recht, so heißt es, inwiefern ein Zusammengehen mit ber „Macht bes Bürgerkrieges' bie ßanbesoerteibigung Frankreichs verstärken könne. Die Sowjetunion könne mit keinem anbe- ren Staat befreunbet ober oerbünbet fein, weil nach ihrer Auffassung zeber Konflikt ein brauchbares Mittel fei, um bie Revolution unb bie Zerstörung ber bestehenben Zivilisation zu beschleunigen. In biefer Eigenschaft wolle Sowjetrußlanb an ben europäischen Angelegenheiten teilnehmen. Es sei schwer benfbar, baß Frankreich sich verpflichten wolle, einem solchen Partner gegebenenfalls zu Hilfe zu eilen. Die Aussicht auf diese gefährliche Waffenbrüberschaft scheine ber Prüfstein bes neuen ßocarno werben zu sollen. ,,Statin empfiehlt als nachzuahmenbes Beispiel bie Zuruck- Haltung Polens, bas am besten placiert fei, um bie ßage beurteilen zu können. Polen stehe auf bem Standpunkt, daß in Osteuropa seine stark gerüstete und wachsame Neutralität die Rußland von Deutschland und Europa trenne, die beste Friedensgarantie für Europa fei. Geringe Hoffnungen in England. Sir John Simons Gleichberechtigungsformel. denkt daran, mit irgend jemanden einen Streit anzufangen ober gar unter irgenbeinem Vorwand die Initiative zu einem Angriff zu ergreifen. Wir finb leibenschaftlich bem Frieben verbunben, wir werben niemals ben Frieben bes anberen stören. Aber mir wollen auch nicht, baß bie Unzulänglichkeit unserer Verteidigungsmittel und unserer Widerstandskraft irgend jemanden die Absicht beibringen könnte, mit Gewalt unsere Tür einzuschlagen und einen Einfall auf unser Gebiet zu unternehmen. Frankreich wird unermüdlich die Aufrechter- Haltung des Friedens in der Welt verfolgen. Wenn ich Wert darauf gelegt habe, daß unser ßanb außenpolitisch eine Haltung einnimmt, bie seiner Vergangenheit, feinem Ruhm unb seiner Menschlichkeitsliebe entspricht, so beshalb, um so wirksam wie möglich zur Aufrechterhaltung des Friedens beizutragen und gleichzeitig die volle Sicherheit zu erlangen, die Frankreich braucht. Den Ausdruck dieses Bedürfnisses und gleichzeitig unseres festen Willens, aufrichtig und herzlich an jeder Maßnahme, an jeder Verständigung und an jedem Abkommen mitzuarbeiten, das die anderen wie uns selbst in Frieden leben und arbeiten und Fortschritte machen läßt, hat der Außenminister den be- reunbeten Nationen überbracht, benen er Besuche abzustatten begonnen hat." — Die Schlußworte waren ein Aufruf zur Wahrung ber Einigkeit. „Erhört biefen Wunsch", so schloß er, „mehr m euerem Weise! , Auflösung der ungarischen national' sozialistischen Kampforganisationen. V u b a p e ft, 17. Juli (DNB.) Der Innenminister hat bie Auflösung sämtlicher Kampf Organisationen ber ungarischen Nationalsozialistischen Partei ange- arbnet Die ßeitung ber Bubapester Polizei würbe angewiesen, bie Nationalsozialistische Partei auf» zuforbern, alle Kampforganisationen sofort aufzulösen. Tokio, 17.Juli. (DNB.) In Kreisen bes japa- KÄÄÄ S ÄÄM M* -teibigenbei ben Ost-ßocarno-Plänen. Man erklärt bie Schaf- Volk werbe vom Himmel gesegnet. fung eines neuen Sicherheitspaktes in Osteuropa fei | ßonbon, 18. Juli. (DNB.-Funkspruch) lieber bas weitere Schicksal bes französisch-russischen Ostpaktes tappte bie englische Presse vEg nn Dunkeln. „News Chronicle" sagt ber eisige Winb unb die feinbfeiige auslänbische Kritik habe bas erste Entzücken in Englanb über ben Pl?" wollig hmweg- gefegt In ßonbon wage man nicht mehr langer ?u hoffen, daß Deutschland sich letzt ohne weiteres überreden lasse. Man hoffe aber daß es sich> zu einer Erörterung der Vorschläge bErelt erklären könnte, wenn Frankreich seinerseits die Ru stungsgleichheit erörtern wolle In einem ß,citartifel gibt das Blatt der Ansicht Ausdruck es se letzt an Deutschland, die genauen Be bi n g u ngcn mitxuteilen unter denen es den Pakt besprechen wolle. „Wenn die Mitteilung Sir John Simons im Unterhaus über die deutsche Gleichber ech- t i g u n g überhaupt etwas bedeutet, bann nur, daß die englische Regierung anerkennt, Deutschland müsse die Rüstungsgleichberechtigung gewahrt werden, wenn es den neuen Pakt unterzeichne Wenn eine weitere Aeußerungen in der Rede Sir John Simons ebenfalls etwas bedeutet, dann nur, daß Frankreich sich diese Stellungnahme zu eigen gemacht hat. Dailn Telegraph" spricht von einem diplomatisch en R ät s el", da die zur Teilnahme emgela- benen Mächte nicht wüßten, ob sie ihre Antwort nnj, q>nr;a nber nach ßonbon schicken soitten. P en allein habe das Rätsel insofern gelöst, als sich birekt nach Paris gewandt habe. Ein neuer Schicksalsschlag sürdiedentscheHimalaja Expedition Drei Teilnehmer nach furchtbarem Schneesturm vermißt. - Heldenmütiges Hingen um den Nanga parbat. lleue Mndfunkansprache Doumergues Frankreich in der Pose des Friedensengels. hing in schweren Schneefahnen. Vom Lager 4 aus wurde der Abstieg von neun Kulis über den Rakiot-Peak beobachtet. Vier von den Kulis trafen mit teilweise erfrorenen hän- «en und Füßen, völlig erschöpft, im Lager 4 ein. Sie berichteten, daß Lager 5 und 6 vom Sturm weggefegt seien. Die anderen fünf Kulls sind wahrscheinlich erfroren, zwei davon sind bestimmt lot. Seit der Erreichung des Lagers l durch TNerkl, Wieland und Welzenbach fehlt jede Nachricht von ihnen. Die Kameraden find außerstande zu helfen, weil die Darjeeling-Träger fast ausnahmslos krank find und weil die Witterung eine Hilfeleistung durch die Europäer unmöglich macht. So ist alles in schwerster Sorge um Merkl, Wieland und Welzenbach. Am II.Juli klarte das Wetter auf. Es herrschte Windstille. Alle Deutschen Bergsteiger stiegen mit den gesunden Kulis von Lager 4 zur Hilfeleistung nach Lager 5 auf. Bechthold brachte drei tchwererkrankte Kulis ins Hauptlager. Finsterwal- der, Raechel und Misch sind inzwischen ebenfalls im Hauptlager eingetroffen. Raechel und Misch gingen am 12. Juli zur Hilfeleistung nach Lager 4. ♦ Au dieser Meldung gibt die Vertretung der deutschen Himalaja-Expedition in München u. a. folgendes bekannt: Die Gefahr, in der sich die Spitzengruppe befindet, ist groß. Es besteht noch eine Hoffnung, denn Merk!, Wieland und Welzenbach gehören zu den besten und erfahren st en Bergsteigern Deutschlands. Durch ihr überragendes alpines Können und ihre unerhörte oft bewährte Energie werden sie sich vielleicht doch noch einen Weg zur Rettung erzwingen. Merkl und Wolzenbach sind schon in Lagen gewesen, in denen es für andere kaum mehr eine Rettung gegeben hätte. Ungeheure Schwierigkeiten der wissen- schastlichen Himaaja-Erpedition Hannover, 17. Juli. (DNB.) Don dem wissenschaftlichen Teil der Himalajaexpedition, die unter Führung von Dr. F i n st e r w a l d e r von der Technischen Hochschule Hannover steht, ist noch am Montag durch Flugpost Nachricht hier eingetroffen, wonach die Aufgaben der Expedition ungeheuer schwer sind. Doch gibt Dr. Finsterwalder der Hoffnung Ausdruck, trotzdem mit der Durchführung der Aufgabe zu Ende zu kommen. Das Gelände bietet, wie er schreibt, geradezu unvorstellbare Schwierigkeiten durch die ganz außerordentliche Wildheit und Schroffheit der Grate. Die wissenschaftliche Abteilung der Exvedition geht völlig getrennt von der Merklichen Bergitei- aerexpedition vor, und es ist durchaus möglich, daß beide 100 Kilometer voneinander getrennt sind. Dr. Finsterwalder nimmt das gesamte Gebiet um den Nanga Parbat im umfang von rund 100 Quadratkilometer wissenschaftlich auf. Englische Bewunderung für die deutschen Bergsteiger. London, 18. Juli. (DRB. Funkspruch.) Die Berichte über das Schicksal der deutschen Nangat Parbat-Expedition nehinen in der englischen Presse einen großen Raum ein. „Daily Telegraph" schreibt in einem Leitartikel unter der Ueberschrift „Heldentum und Tragödie", wenn Willi Merkl und zwei seiner Begleiter in einem Schneesturm ums Leben gekommen seien, so sei das einZeichenfür ihre mutigen An- strengungen. Das Blatt erinnert daran, daß die Bergsteiger den Kampf um den Berg nicht auf- gegeben hätten, wo einer ihrer Kameraden an Grippe verstorben sei. Die Menschheit werde niemals zugeben, daß sie etwas nicht erreichen könne, und eines Tages würden die großen Gipfel des Himalaya-Gebirges erstiegen sein. Der Zwischenfall auf Samos. England fordert gemeinsame Untersuchung London, 18. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Dem englisch-tllrkischen Zwischenfall bei der Insel Sarnos mißt die englische Presse vorläufig noch keinen sensationellen Charakter bei. Sie verhält sich abwartend. Die von englischen Kriegsschiffen angestellten Nachforschungen nach der Leiche des englischen Marinearztes Robinson sind bisher erfolglos geblieben. Aus Jstambul wird gemeldet, daß die vom britischen Botschafter in der Türkei an die türkische Regierung gerichtete Forderung, eine g e • meinsame Untersuchung des Zwtschenfal» les durch britische Flottenoffiziere und türkische Beamte vornehmen zu lassen, in türkischen Negierungskreisen beträchtlicheUeber- raschung hervorgorufen habe. In spater Abend- stunde wurde in Jstambul angedeutet, dah die tür- tische Regierung diese Forderung w a h r s ch e i n » lich nicht anneymen könnte. Zwischen dem englischen Botschafter und dem türkischen Außenminister Tewfik Rüschtü Bey findet am Mittwoch. !^.?^"ag in Angora eine Unterredung statt. Der türkische Ministerpräsident Ismet Pascha soll wegen des Zwischenfalles seinen Urlaubsantritt verschonen haben. Der türkische Krieasminister Zekai Bey ist nach dem Schauplatz des Zwischenfalls abgereist. Zwischen der türkischen und der englischen Dar- V.fi ^er Ereignisse bestehen vorläufig noch be- trachtliche Unterschiede. Während die türkischen Behörden erklären, daß sich die englischen Offiziere bet der Beschießung an Land befunden hätten wird von den englischen Flottenbehörden en klart, dah die Offiziere an Bord des Segelbootes des Kreuzers „Devonshire" gewesen eien. Nach einem aus Athen eingelaufenen Bericht soll das Segelboot durch Maschinengewehr- feuer und nicht durch Gewehrfeuer angegri fen worden sein Wie der Reuter-Bcrichterstatter aus Jstambul wissen will, soll dort der Eindruck be- stehen, daß der Zwischenfall auf die N e r v o s i t ä t « hÜ rr! ftd) Behörden infolge der R e d e Mussolinis im Februar zurückzuführen sei, in der der italienische Ministerpräsident die Notwendig- keit einer "altonischen Expansion in Asien angedeutet habe. Die türkische Regierung habe daher befürchtet, daß diese Erklärung mög- ucherweise eine i t a l i e n ! s ch e Aktion gegen Küste angedeutet habe und habe daher die türkischen Küstenwachcn und Zollbeamten angewiesen, äußerste Wachsamkeit an den Tag zu legen. Abwehr einer Schikane derTreuhänder derDawes-Anleihe Berlin, 17. Juli. (DNB.) Infolge der bekannten Devisenlage der Reichsbank konnten die am 15, Juli fälligen monatlichen Devisen für den Dienst der Dawes- und Young-Anleihe nicht zur Verfügung der Treuhänder gestellt werden. Diese Fälligkeiten machten in RM. 4,22 Millionen für die Dawes- und 6,3 Millionen für die Young-Anlethe aus. Die Zinszahlungen an die einzelnen Anleihegläubiger sind bei der Dawes-Anleihe erst am 15. Oktober und bei der Young-Anleihe am 1. Dezember fällig. Die deutsche Regierung hat sich daher mit den Regierungen der Länder, in denen die Anleihen ausaegeben sind, ins Benehmen gesetzt, um eine Besserung der Deoisenlage und der deutschen Transferfähigkeit herbeizuführen. Mit England ist bereits eine solche Vereinbarung zustandegekommen. Um die Sicherstellung des Anleihedienstes, soweit er die Aufbringung der Reichsmarkbeträge für die Devisenzahlungen betrifft, außer Frage zu stellen, hat die deutsche Regierung die fälligen Monats- veträge für die einzelnen Länderausgaben der Anleihen in Reichsmark auf Sonderkonten bei der Reichsbank am Fälligkeitstage eingezahlt. Außerdem war für die Dawes- Anleihe von den Treuhändern ein Betrag von 4,3 Millionen Reichsmark aus den verpfändeten Anlagen als Sicherheit bereits für diese Fälligkeit zu- rückbehalten worden. Ohne Rücksicht hierauf haben die drei Treuhänder der Dawes-Anleihe gestern der Reichsbank mitgeteilt, daß sie den zurückbehaltenen Betrag von 4,3 Millionen Reichsmark nicht frei- geben und ferner ihren der Reichsbank erteilten ständigen Auftrag widerrufen. Nach diesem Auftrag überwies die Reichsbank alle bei ihr eingezahlten verpfändeten Einnahmen aus den Zöllen, der Tabak-, Bier- und Zuckersteuer und dem Branntwein- monovol automatisch an das Reich zurück, sobald o i e Devisen für den Anleihedienst gezahlt waren. An diesen Einnahmen besteht nur für die Dawes-Anleihe ein Faustpfand. Sie machen monatlich bis zu 200 Millionen aus, mitunter mehr, also etwa das Fünfzigfache des Monatsdienstes der Dawes-Anleihe. Dabei enthält der Monatsdienst der Dawes-Anleihe sehr wesentliche Tilgungsbeträge. Die Treuhänder haben nun das gesamte Aufkommen der verpfändeten Einnahmen gesperrt, obwohl diese Einnahmen nur Reichsmark-Einnahmen darstellen und obwohl der am 15. Juli fällige Monglsdienst der Dawes-Anleihe bereits doppelt gesichert war. Ferner sind auch für die oben erwähnte Fälligkeit der Dawes-Anleihe vom 15. Oktober bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich 50 v. H. bereits in Devisen vorhanden. Das Vorgehen der Treuhänder kann nur als Schikane odera l sVersuch,einen Druck auszuüben, gewertet werden. Die Reichsmarkzahlungen sind nicht gefährdet, die Transferierung hängt aber nicht von der Zahlungsfähigkeit Deutsch- lands allein ab. Durch die Handlungsweise Der Treuhänder würde ein wesentlicher Teil der Einnahmen der Reichsfinanzverwaltung seiner Bestimmung entzogen werden. Damit würden lebenswichtige Aufgaben der deutschen Regierung gefährdet. Um diese Gefahren abzuwenden und da das Vorgehen der Treuhänder mit dem allgemeinen Grundsatz, daß schikanöse Ausübung bestehender Vertragsrechte nicht berechtigt ist, nicht im Einklang steht, hat die deutsche Regierung die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um die Einnahmen für ihre Zweckbestimmung s i ch e r z u st e l l e n. * Siehe auch den Leitaufsatz auf der Titelseite dieses Blattes. Oie Schweiz lehnt Herabsetzung des Zinsfußes für deutsche Anleihen ab. Genf, 17. Juli. (DNB.) Der Bundesrat hat Minister Stucki die nötigen Weisungen zu den am Donnerstag in Berlin wiederbeginnenden deutschschweizerischen Wirtschafts- und Finanzverhandlungen gegeben. Cs verlautet, dah der Bundesrat die von Deutschland geforderte Herabsetzung des Zinsfußes für die deutschen Anleihen auf 4 Prozent nicht angenommen habe. Der Schweizer Delegation, die sich unter Führung von Minister Stuckl am Dienstag zu neuen Verhandlungen über die Einrichtung einer Verrechnung s^asse nach Berlin begeben hat, gehören außer Den bisherigen Mitgliedern an der Direktor Ioehr von der Schweizerischen Kreditanstalt, Dr. Hornberger vom Schweizerischen Handel- und Jndustrieverein sowie Dr. S ch n e r f von der Schweizerischen Nationalbank. Vor Beendigung des Generalstreiks in San Franzisko. Die Streikleitung will sich einem Schiedsspruch unterwerfen.—Scharfes Vorgehen gegen die kommunistische Streikhehe. San Franzisko, 18. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die Streikleitung hat das Anerbieten gemacht, den Streik durch einen Schiedsspruch belju» legen. Der Beschluß der Streikleitung wird als Beweis dafür aufgefaßt, daß die befonneren Elemente wieder die Oberhand erhalten haben. Diese Wendung ist hauptsächlich dadurch herbeigeführt worden, daß mehrere 100 Mitglieder des vom Bürgerausschuß organisierten Selbst- s ch u tz e s, der anscheinend auch von den weniger radikalen Arbeiterkreisen unterstützt wird, am Dienstag eine Reihe von kommuni st Ischen Aktionszentren zerstörten. Bis zum Dienstagabend waren bereits über 300 Kommunisten von der Polizei in Hast genommen. Einige Kommunisten wurden von der Menge so verprügelt, dah sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Die Behörden kündigen an, daß sie die Staatszugehörigkeit aller Verhafteten untersuchen und sämtliche Ausländer, die an der Streik- Hetze teilnahmen, der Bundesbehörde zur Ausweisung übergeben werden. Diese Säuberungsaktion sowie die ständig wachsende Einsicht, daß weder die unmittelbar betroffene Bevölkerung noch bic öffentliche Meinung des ganzen Landes den Generalstreik als gerechtfertigt ansieht, haben das Einlenken des Streikausschusses herbeigeführt. Der Streikausschuß hatte sich bereits am Dienstag zu Zugeständnissen bequemt, anscheinend in der Erkenntnis, daß eine übermäßige Verschärfung der Lage für die Streikenden selbst nachteilige Folgen haben würde. So hatte der Streikausschuß die Wiedereröffnung beinahe sämtlicher Restaurants erlaubt. Auch die Straßenbahnen verkehren wieder. In einem Erlaß des Streikausschusses heißt es, daß niemand in San Franzisko hungern solle und daß die Lastwagen mit Lebensrnitteln ungehindert passieren könnten. Auch die Postsendungen sind planmäßig abgegangen. Großes Interesse in Moskau. Reval, 17. Juli (DNB.) Wie aus Moskau gemeldet ward, bringt die s o w j e t ru s fisch e Presse ausführliche Mitteilungen über die Lage in San Franzisko. Die „Prawda" betont, daß die Ereignisse in San Franzisko bald große sozialpolitische Bedeutung annehmen würden. Sie würden sich unbedingt auf die gesamte wirtschaftliche und politische Lage der Vereinigten Staaten auswirken. Andere sowjetrussische Blätter bedauern, daß die Führung des Generalstreiks noch nicht völlig in den Händen der Kommunistischen Partei liege. Die amerikanischen Kommunisten müßten sich um die Gefamt- führung bemühen, um so dem Generalstreik einen sozialistisch-kommunistischen Charakter zu verleihen. Hochwasserkalaslrophe in Westgalizien. diesige Ausmaße der üeberschwemmungen im Weichselgebiet. - Oer Eisenbahnverkehr unterbrochen.-Krakau gefährdet. Bei den Üeberschwemmungen im Dorkarpatengebiet der Wojewodschaft Krakau handelt es sich um eine Katastrophe größten Ausmaßes. Am Dona j e c und am Poprad wurden die Städte und Dörfer von der Hochwasserwette überrascht und in kürzester Zeit unter Wasser gesetzt. Durch die Zerstörung der von Neu-Sandec nach Tarnow und Limonowa führenden Eisenbahnlinie ist Neu-Sandec von der Umwelt völlig abgeschnitten. Besonders hauste das Hochwasser an dem Fluß Kamieneca, dessen Fluten das Städten Zalubince und die nm- liegenden Dörfer in wenigen Minuten unter Was« fer setzte. In Zalubince konnten die Einwohner ihre Habe nicht bergen, sondern mußten sich f l u ch t a r - tig aus die Dächer der Häuser retten. Mehrere Kinder und alte Leute, Deren An- gehörige sich auf den Feldern befanden, sind e r - trunken. Auch in der Gegend von Rzeszow hat der Fluß W i s l o k das Gebiet zwischen Jaslo und Rzeszow überflutet. Die Eisenbahnverbindung zwischen den beiden Städten ist unterbrochen. Bei Ta r no w stieg der Spiegel des kleinen Flusses Wontok innerhalb kurzer Zeit um über drei Meter. Zon zahlreichen Ausflüglerautobussen, die am oonntaa von Krakau nach Zalubince unterwegs waren, hat man noch keine Nachrichten. In Krakau ist bereits am Dienstag mit her Syutnung der niedriger gelegenen Stadtteile begonnen worden. Dabei mußten Planiere und Feuerwehr eingesetzt werden. An mehreren Stellen ist die Weichsel aus den Ufern aetreten. In der Nacht zum Mittwoch ist das Heber- schwemmungsgebiet von einem gewaltigen G e • m 111 c r mit Hagelschlag heimgesucht worden. Der unaufhörliche wolkenbruchartige Regen verschlechterte die Lage von Stunde zu Stunde. Das Wasser, insbesondere das der Weichsel, die Krakau selbst gefährdet, [telat fortgesetzt. Das staatliche S t i ck st o f s w e r k Mo sc Ice bei Tarnow ist stark gefährdet. Die Maschinen dieses modernen Werkes werden von Pionieren abgebaut. Der Eisenbahnverkehr auf der Linie Krakau—Lemberg mußte e i n g e ft e 111 werden, da einige Brücken niedergerissen worden sind und der Oberbau zerstört wurde. Auch der San tritt aus den Ufern und gefährdet die Stadt Przemysl. In vielen Überschwemmten Ortschaften hat die Bevölkerung auf den Dächern Zuflucht gesucht. Militärflieger überfliegen das Ueberschwemmungsgeblet, um die Rettungsabteilungen über den Stand im gefährdeten Gebiet zu unterrichten. Jrn Ueberschwemungsgebiet befinden sich z a h l- reiche Ferienlager der Jugendverbände. Gestern gelang es, 500 Pfadfinder ^u retten, die sich auf hohen Bäumen in Sicherheit gebracht hatten. Ailch die Wojewodschaft K i e l c e ist in Mit- Leidenschaft gezogen. Mehrere Ortschaften sind über, schwemmt. Infolge des anhaltenden Regens ist noch gar nicht zu übersehen, wann her Höhepunkt her Gefahr erreicht sein wird. Ministerpräsident Professor Kozlowski sowie ^enminister Zyndrarn-Koszialkowski haben sich im Kraftwagen in das Ueberschwem- mungsgediet begeben. In her Hauptstaht hat sich ein Zentral aus schuß für bas Hilfswerk für Die von der Ueberschwernmung betroffene Be- volkerung gebildet. Oie nationale Bewegung und das Kabinett Dollfuß. Eine Rede des österreichischen Sozial- Ministers. Wien, 17. Juli (DNB.) Der Bundesminister für Sozialverwaltung Neu st ädter-Stürmer erklärte auf einer Tagung des Linzer Heimatschutzes es müsse einmal mit aller Offenheit Darüber gesprochen werden, auf welchem Wege eine Eingliederung der nationalen Bewegung in die Regierungsfront mügllch sei. Sie sei nicht möglich im Rahmen einer nationalsozialistischen Partei oder überhaupt einer Partei. Selbst die Idee, die Versöhnung her Nationalsozialisten hurch den Eintritt einzelner nationalsozialistischer Minister in hie Regierung herbeizuführen, erklärte er für ab» jurh, von chrer völkischen Gesinnung brauchten hie Nationalen nicht bas Geringste zu opfern. Niemand werde in Oesterreich deswegen verfolgt, weil er sich programmatisch zum A n» schluß bekenne. Die Nationalen müßten nur erkennen, daß bas Festhalten der Regierung Dollfuß an der Unabhängigkeit Oesterreichs unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Deutschland und in Europa bas em zig Richtige und Mögliche sei. Bei der überstürzten Entwicklung Europas könne kein Staatsmann voraussagen, was in zehn oder 20 Jahren richtig sein werbe. Das Staatspro- gramm her Regierung sei, „den Gegensatz zwischen dem parteipolitischen Nationalsozialismus und dem parteipolitischen Klerikalismus zu überwinden und das wertvollste Gut der christlichen wie her nationalen Ideen z u elnerEinheitzu ergänzen." In nationalen Kreisen haben die Ausführungen des Sozialministers großes Interesse hervorgerufen. Sie vermochten aber nicht zu über« zeugen, daß etwa mit einer wirklichen Aenderung her Haltung her Regierung gegenüber hem Nationalsozialismus in absehbarer Zeit zu rechnen sei. Ganz abgesehen havon, haß auch zwischen Worten und Taten der Regierung ein krasser Unterschied besteht. Der fett her letzten Kabinettsumbildung eingeschlagene verschärfte innerpolitische Kurs kommt jetzt täglich in neuen Anordnungen Der Regierung zum Ausdruck. Es wurde verfügt, daß In Zukunft die Erlaubnis zum Betreiben eines Gewerbes ober sonstige behördliche Bewilligungen zur Ausübung eines Berufes nur gegen ben vorherigen Nach- weis oaterlanhstreuen Verhaltens erteilt werden können. Weiter sollen die Steuerbehörden angewiesen werden, Begünstigungen, Stundungen oder Ratenzahlungen von Stevern nur dann zu gewähren und Steuerbittgesuche nur bann günstig zu beantworten, wekm Der Antragsteller sein staatstreues Verhalten nach- gewiesen hat. Ebenso soll bei Erteilung von behörblichen Erlaubnissen zu Veranstaltungen jeglicher Art her Nachweis staatstreuen Verhaltens • zur Voraussetzung gemacht werben. Bei allen Vereinen, gleichgültig, welche Ziele sie verfolgen, soll eine Ueberprüfung der staatstreuen Gesinnung durchgeführt werben. Die Regierung hat ferner ein Gesetz beschlossen, wonach blejenlgen Personen, hie sich gegen bas Sprengstoffgesetz vergehen, ben Schutz ihres Obdachs durch das sogenannte Mietgesetz verlieren sollen. Schwerer noch wiegt der Umstand, daß dieser Verlust des geschützten Obdachs auch jenen droht, die in ihrer Wohnung Nationalsozialisten in größerer Zahl zu einem Besuch oder zu einer Versammlung empfangen ober in beren Wohnung „illegales" Propaganbamaterial burch Der- vielfältigungsapparate hergestellt wird. Erfolgreiche Genofsenschasts- arbett in Heffen-Naffau. Für die bäuerliche Wirtschaftsentwickelung ist d i e Arbeit der ländlichen Genolsenschaf- ten von überragender Bedeutung. Die enge Ver- bundenheit mit dem Bauerntum wird dadurch gekennzeichnet, baß ihre Tätigkeitsberichte In gewissem Sinne als Maßstab für hie wirtschaftliche Lage des Bauerntums angesehen werden können. Aus diesem äüyften einige Angaben über die genossen- chaftliche Entwicklung innerhalb her Hauptabtei- ung III der L a n d e s b a u e r n s ch a f t Helsen- Aassau besondere Beachtung verdienen. Danach »st innerhalb her dortigen Landesbauernkasse eine Erhöhung des Kassenumsatzes um 56 v. H. und eine Erhöhung im Ueberweifungsverkehr um 100 v H 3u verzeichnen. Die Verbindlichkeiten bei der deut-' chen Zentralgenossenschaftskasse sind um 2 600 000 J.urürfg*flöngen. Weiter ist es gelungen, die Sd)ulb3in5fahe für die einzelnen Genossenschaften fühlbar herabzusetzen. Durch Zusammenlegung her ?ieJ.ben JruI)er getrennt arbeitenden genossenschaft- lichen Warenanstalten in Frankfurt und Darmstadt ist es gelungen, ben Warenumsatz bereits in ben erften nier Monaten des laufenden Jahres um rund oier Millionen Mark gegenüber dem Umsatz der beiden getrennt arbeitenden Institute in der gleichen §eit des Vorjahres zu steigern. Welche Bedeutung dieser genossenschaftlichen Warenvermittlung zu- kommt, — besonders im Hinblick auf die zur Zelt herrschende Futterknappheit — geht daraus hervor daß bis Ende Wonnemond werktäglich 3000 Zentner Futtermittel und feit Anfang Brächet sogar 4000 Rentner täglich abgegeben wurden. Die (Betreibe« erfassung weist eine Zunahme um 33 v. H. und der Umsatz in Düngemitteln um 35 v. H. auf. Die Steige- rung im Absatz von Luzernesaat um nahezu 50 v. H. aßt erkennen, wie weitgehenb sich die Genossen- schäften durch ihre aufklärende Tätigkeit für die “ der nationalsozialistischen Bauern- politit die eine stärkere Erzeugung wirtschaftseige- ner Futtermittel erfordert, einsetzen. Dlefe Entwick- ung innerhalb der Landesbauernschaft Hessen-Nos- fau ist deshalb besonders erfreulich, weil sie kenn- ^"Zuet doß die nationalsozialistische Bauernpolitik tatsächlich ihren Zweck erfüllt, indem sie gerade d?fn kleinen Bauern, hie in diesem Landes- teil bei weitem überwiegen, zugutekommt. Endgültige Treuhänderernennungen, htt?LV or1 k (DNB.) Folgende Treuhön- 9 "unmehr endgültig in ihrem Zimt bestätigt und zu Reichsbeamten ernannt wor- oen: 1. Treuhänder Schreiber für das Wirtschafts, gebiet Ostpreußen, 2. Treuhänder (Staffen für das Wirtschafts, gebiet Pommern, 31 ^Äber Döltzer für das Wirtschaft., gebiet Nordmare, 4' Aeuhänder Dr. D aef thner für das Wirtschaftsgebiet Brandenvurg, 51 ^"Kinder Börger für das Wlrtfchaftsge« oiet Rheinland, 6. Treuhänder Hahn für das Wirtschaftsgebiet W e ft f a l e n , 7. Treuhänder Dr. Wiesel für das Wirtschaftsgebiet Mitteldeutschland, 8. Treuhänder Dr. K i m m i ch für das Wirtschaftsgebiet Südwestdeutschland, 9. Treuhänder Frey für das Wirtschaftsgebiet Bayern, 10. Treuhänder Stiehler für das Wirtschaftsgebiet Sachsen. Die neue brasilianische Verfassung verkündet. Rio de Janeiro, 17. Juli. (DRB.) Die neue brasilianische Bundesverfassung wurde am Montag tn einer Festsitzung des Parlaments feierlich verkündet. Für die Sitzung waren nach Meldungen der Polizei Ruhestörungen geplant, die jedoch von der Polizei im letzten Augenblick vereitelt wurden. Die Polizei drang kurz vor der Festsitzung überraschend in die Geschäftsräume der „L e g i o n d e s 5. I u l i" ein, beschlagnahmte zahlreiche Handgranaten und Bomben und verhaftete eine Reihe von Mitgliedern dieser Organisation. Auch einige Mitglieder des „Oktoberclubs" wurden in diesem Zusammenhang verhaftet; die Leitung des Clubs hat jedoch versichert, daß sie den Vorbereitungen zur Störung der Par- lamentssitzung fernstehe. Das Parlament hat am Dienstag mit 175 von 248 Stimmen Getulio Vargas zum Bundes- Präsidenten für die nächsten vier Jahre gewählt. Dargas' Gegenkandidat Borges de Me- betrog erhielt 59 Stimmen. Handhabung der Margarinepreife und der Margarinezuteilung von unerträglichen Belastungen — infolge der Einschränkung der Margarineproduktion und der Erhöhung der Butterpreise — bewahrt bleibt. Ganz abgesehen davon, daß in einem späteren Zeitpunkt mit der Erhöhung der deutschen Buttererzeugung auch die Preise ür Butter sich der mit der Beseitigung der Arbeitslosigkeit wachsenden Kaufkraft der Wenigerbemittelten schrittweise werden anpassen können, ohne daß dem Bauern (in Anbetracht des erhöhten Absatzes) irgendein Schaden entsteht. Das ist der Sinn und Erfolg der weitschauenden na- tionalsozialistischen Politik auf dem Gebiete der Butterwirtschaft, die ihre Rettung einzig und allein dem Nationalsozialismus zu verdanken hat. Kunst und Wissenschaft. gepaßt, daß man sich eine schönere Eröffnung nicht hätte denken können. Hans Brausewetter und Hanna H ä f e l i n spielten die Titelrollen in feinen zarten Schattierungen und fanden gleich den übrigen Mitwirkenden begeisterten Beifall. Von kräftigerer Art war dann das folgende Kleistfche Stuck „Der zerbrochene Krug" mit Heinrich George als Dorfrichter. Nach Kurleskers paffender Einleitung mit einem Mägdefpiel entwickelte sich die Dorfkomödie um den im Schuldbewußtsein Zappelnden Dorfrichter, dem George all feinen verschlagenen Humor und seine glänzende, wenn auch derbe Mimik gab, bestens unterstützt von Fritz Albert, Eugen Rex, Lina Carstens, Hans Brausewetter, Elisabeth S t i e l e r und andere. Die Aufführung wurde ein voller Erfolg des Spielleiters Detlef S i e r ck. Sochschulnachrichten. Die Sanierung des deutschen Vuttennarltes. Eine der wichtigsten Einnahmequellen der bäuerlichen Wirtschaft ist neben der Milch, dem Schwein und dem Getreide, die Butter. Es ist bekannt, welche katastrophalen Zustände aus dem deutschen Buttermarkte vor der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus und der Einleitung einer energischen Bauernpolitik durch den Reichsernährungs- Minister Darre herrschten. Der deutsche Markt war zum Tummelplatz der ausländischen Buttereinfuhr zu Schleuderpreisen geworden, weil ein genügender Schutz der deutschen Buttererzeugung niajt vorhanden war. Im Jnlande wurde aber einfach drauflos produziert, wobei die Herstellung der sogenannten Landbutter im eigenen Betrieb im großen Umfang und ganz ungeregelt geschah und — ganz abgesehen von der Qualitätsfrage — durch die ungeregelt auf den Markt kommenden Mengen die Preise weiter unterwühlte. Mit dieser Unordnung hat die nationalsozialisti- sche Bauernpolttik radikal aufgeräumt. Die Einfuhr aus dem Auslande wurde durch Einführung fester Kontingente auf ein tragbares und den faifonmähigen Bedürfnissen entsprechendes Maß beschränkt und sowohl die Auslands- als auch die Jnlandsbutter über die neu geschaffene Reichs st eile für Fette, Oele, Milcherzeugnisse und Eier in den Verkehr, auf den Markt gebracht. Durch die Einführung des Angebots zwanges an die Reichsstelle und ihre dem Reichsnährstand angeschlossenen Unterorgane der Milchwirtschaft, die Wirtschaftsverbände, Meiereien und Genossenschaften, durch das Instrument des Uebernahmescheines und die festgesetzte Uebernahmegebühr ist eine einheitliche Erfassung des gesamten Butterange, bots, eine durchgehende Kontrolle der Butterpreise und ihre schrittweise Aufbesserung möglich geworden. Wenn dabei der Bauer angehalten wird, keine sogenannte Landbutter mehr in feinem eigenen Betriebe herzustellen, seine Milch an die zuständige Meierei zu liefern oder die Herstellung der Land- butter einzuschränken, so sind dies alles Maßnah» men, die durchaus in feinem Interesse liegen. Nur dadurch wird es möglich, ein übermäßiaes und ungeregeltes Angebot zu verhindern und ihm angemessene Preise zu sichern. Es ist einfach unumgänglich, daß die Erzeugungsmenge kontrol- liert und gesteuert wird. Daher ist auch die freie Buttererzeugung und -Verwertung, wie sie unter dem liberaMischen System möglich war, jetzt nicht mehr am Platze. Selbstverständlich ist eine Aufbesserung der But- terpreise nur im Gesamtrahmen des nationalsozialistischen Fettplanes möglich gewesen. Denn erst durch den Fettplan wurden der deutschen Butter erheblich erweiterte Absatzmöglichkeiten geschaffen, indem man die Margarineherstellung wesentlich beschränkte und die Einfuhr von Margarinerohstoffen entsprechend herabsctzte. Es ist ja bekannt, daß die Margarine in steigendem Maße die deutsche Butter infolge ihrer Billigkeit verdrängte: bei ihrem wichtigsten Rohstoff, dem Waltran, sind überhaupt keine Aufwendungen für Pflege und Aufzucht notwendig und bei der Soya- bohne sind die Herstellungskosten infolge der niedrigen chinesischen Kulilöhne außerordentlich gering. So trägt die Einschränkung des Margarmever- brauchs in gewaltigem Maße zur Erhaltung und Förderung der deutschen Bauernwirtschaft bei, die sonst in immer bedrohlicher Weise in einer ihrer wichtigsten Einnahmequellen, der Buttererzeugung, eingeschränkt wurde. Die höheren deutschen Butterpreise retten also die deutsche Bauernwirtschaft und müssen von der Gesamtheit des deutschen Volkes im Interesse des deutschen Bauernstandes getragen werden. Daß der Nationalsozialismus dabei in keiner Weife den minderbemittelten Volksschichten gegenüber unbillig verfahren ist, ist bekannt. Wenn auch die Mar- darinepreise erheblich heraufgesetzt wurden, ist auf. der anderen Seiten den Minderbemittel- ten der Bezug von billiger Margarine in großem Umfange ermöglicht worden. Außerdem trägt die nationalsozialistische Agrarpolitik den sozialen Belangen insoweit Rechnung, als in den Sommermonaten, der Zeit der stärksten Butterproduktion, die Preise für deutsche Butter herabgesetzt worden sind. Die Marktregelung für Butter, die Beschränkung der Auslandseinfuhr und der Margarineherstellung im Rahmen des Fettplanes sind ein'organisches Ganzes, eines der wichtigsten Mittel zur Sicherung der Bauernwirtschaft und zur Erreichung des Zieles der deutschen Nahrungsfreiheit durch die schrittweise Ausweitung unserer eigenen Butterproduktion. Die Erfolge dieser Politik spiegeln sich in der ganz gewaltigen Erholung der Butte r p r e i s e wieder, die um die Jahreswende 1932/33 auf einen nie gekannten Tiefstand gesunken waren und den katastrophalen Weltmarktprei- fen entsprachen. Wie tief heute die deutschen Butterpreise sein würden, wenn die nationalsozialistische Bauernpolitik nicht mit starker Hand durchgegriffen hätte, ergibt sich aus folgender Vergleichs- meiffi Zusammenstellung der wichtigsten Notierungen Ende Juni 1934: Deutschland 250 Mark je 100 Kilogramm (Berlin, Markenbutter), Dänemark 76 Mk. je 100 Kilogramm (Kopenhagener Butternotierung), Holland 74 Mark je 100 Kilogramm (Molkereibutter in Leeuwarden), England 95 Mk. je 100 Kilogramm (London, neu« seeländ., austral., holl, oder sch. Butter), England 110 Mark je 100 Kilogramm (London, dänische Butter). Der einigermaßen auskömmliche Preisstand für die Butter bewahrt also den deutschen Bauern zusammen mit der erzielten Preisaufbesserung für Milch vor solchen Verzwetflungsfchritten, wie Verarbeitung von Milchkühen zu Fleischkonserven und Fleischmehl, wie sie in großem Umfange noch in der letzten Zeit in Holland und Dänemark vorgekommen sind. Der deutsche Bauer kann bei der Wahrung der notwendigen Disziplin auch in seiner Butterbilanz f e st k a l k u l i e r e n und mit auskömmlichen Preisen rechnen, während der deutsche Verbraucher, so- weit er minderbemittelt ist, durch b-te sozialistische Die Relchsfesisplele in Heidelberg. Im wiederhergestellten Bandhaussaal des Schlosses wurde als erstes Werk das altflämische Spiel „L a n z e l o t und <5 a n b e r e l n' in der Verjüngung durch Markus Hübner gegeben. Das Spiel fand eine so entzückend seine Darstellung und wurde so wundervoll an den Stil des Saales an= Der bisherige Privatdozent an der Freiburger Universität, Dr. Wilhelm Felgenträger, wurde mit Wirkung vom 1. Mai zum ordentlichen Professor für römisches und deutsches Recht, Rechts-, vergleichung und internationales Privatrecht ernannt. Seit Beginn des Sommersemefters ist Dr. Felgenträger Kanzler der Universität Freiburg. Aus aller Welt. Grisly-Bären töten ihren Wärter. 3m Zoologischen Garten von Denver (Kolorado, USA) töteten zwei Grisly-Vären, die anscheinend durch die h i h e bösartig geworden waren, ihren vertrauten Wärter. Hunderte von Besuchern waren Augenzeugen des grauenvollen Vorganges. Andere Wärter versuchten vergeblich, mit Schrotschüssen die Tiere von ihrem Opfer zu vertreiben. Der 70jährige Wärter halte, während er den Käfig auswusch, den Wasser- slrahl wie immer au cf) aus die beiden Baren gerichtet: dadurch gereizt, stürzte sich zuerst das Weibchen auf den Unglücklichen und verletzte ihn durch einen Prankenschlag im Gesicht, woraus das Wännchen ihn ga n z n i e d e r s ch l u g. Vergeblich suchte der Wärter die Bestien von sich abzuhalten, indem er den Wasserstrahl auf ihre Augen richtete. Die nun völlig rasend gewordenen Tiere rollten ihn unter furchtbarem Gebrüll hin und her, bi-er in den Wassergraben fiel. Das Weibchen schwamm mit ihm den Graben entlang und ertränkte ihn, indem sie seinen Kopf unter Wasser drückte, dann verschwanden die Bären in ihrer höhle, aus der man sie erst durch Leckerbissen hervorlocken muhte. Die beiden Tiere wurden getötet. Ein Engländer will allein den Mount Everest besteigen. Wie die „Times" aus Darjeeling meldet, wird der bekannte englische Fliegerhauptmann Maurice Wilson seit einigen Tagen im Mount Everest-Gebiet vermißt. Wilson soll zunächst die Absicht gehabt haben, den Mount Everest zu überfliegen. Das fei ihm von den britischen Behörden verboten worden. Darauf hin habe er fein Flugzeug verkauft, um nach Beschaffung der nötigen Ausrüstungsgegenstände eine Allein- befieigung d e s Berges zu versuchen. Wilson soll tatsächlich in Begleitung einiger Träger Darjeeling verlassen und die Aufstieglinie der vorjährigen Ruttledge-Expedition eingeschlaaen haben. Die Träger habe er schließlich zurückgelas- sen. Seit dieser Zeit fehle jede Nachricht v o n i h m. Die vielen erfolglosen Mount Everest- Expeditlonen der letzten Jahre haben gezeigt, mit welch ungeheuren Schwierigkeiten selbst große, aut ausgerüstete Expeditionen beim Angriff auf den höchsten Berg der Welt zu kämpfen haben. Sollte sich die Nachricht von der Absicht des englischen Fliegerhauptmanns tatsächlich bestätigen, so durfte über das Schicksal Maurice Wilsons keinerlei Zweifel mehr möglich sein. Vielleicht ist die Meldung aus Darjeeling aber auch nur eine der üblichen Sensationsmachen. Riesenbranb in einer vorpommerischen Landstadt. In Demmin kam aus bisher noch nicht bekannter Ursache in einer Tischlerei ein Brand aus, der sich schnell ausbreitete, daß dieFeuer- wehr machtlos war. Das Feuer hat inzwischen auf einen großen Häuserblock übergegriffen. Die Speicher der Getreidegroßfirma Klänhammer standen in Flammen. Verschiedene Häuser der Stabt wurden durch Flugfeuer in Brand gesteckt. Die Feuerwehren aus fast ganz Vorpommern erschienen an der Brandstelle. Der Brand ist wahrscheinlich infolge überkochenden Teers entstanden. Ebenso wie die Tischlerei ist auch der Speicher r e st l o s nieder- gebrannt; ebenso sind drei im gleichen Block liegende Wohnhäuser und das Geschäftsgebäude der Gelreidegrohfirma den Flammen zum Opfer gefallen. Auch der Kirchturm der Stadtkirche wurde von den Flammen erfaßt. Der Schaden geht in die Hundertausende. Bei den Löscharbeiten wurden mehrere Feuerwehrleute und freiwillige Helfer verletzt. Fünf Todesopfer einer Munitionsexplosion in Frankreich. Lin schweres Lxplosionsunglück, das sich in den frühen Worgenslunden auf dem Artillerie- schießstand von Waifon-Laffitte ereignete, hat fünf Soldaten das Leben ge - k o st e t. 26 wurden außerdem verletzt, davon zwölf schwer. Kriegsminister Warschall Petain, General W e y g a n d und der Wililärkommandant von Paris General Pretelat haben sich sofort nach Vekanntwerden des Unglücks nach Waifon-Laffitte begeben, um die Untersuchung einzuleiten. Die Explosion ist auf das unvorsichtige hantieren mlteinemGeschoß durch einen Unteroffizier zurückzuführen. Der Unteroffizier hatte auf dem Schiebstand einen Blindgänger gefunden, den er seinen im Kreise um ihn stehenden Kameraden zeigte. Plötzlich lieh er das Geschoß fallen, das fofort explodierte und vier Soldaten in Stücke riß, während 27 andere verletzt wurden. Einer von ihnen starb kurz nach der Ueberführung ins Wilitarlazarett von St. Billige Woll-Musseline in neuen Farben und modernen Mustern, auf guter Grundwarel Jtlfred Sliditet Das Spezialgeschäft für gute Qualitäten 4203 A M - 'M 8in neues ffefdjenüßud) für cNaturfreunde DSwAfOttS LMKU Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Hatm Von Kart Otto Bartels 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Blldunterschnsten, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Deegener, Universität Berlin. Preis: karton. Reichsmark 3.90, gebund. Reichsmark 4.80. 3n meisterhaften Lichibildem Hot hier einer der feinsinnigsten 3eobod)ler die wunderbarsten Jlotururfunöcn jener kleinen Tierwelt zusammengeiraaen, deren Lebensgewohnheilen im allqemeincn sehr wenig bekannt sind. Auch In den kleinsten Dingen offenbart die Natur iyre Schönheiten, die uns Menschen lief beglücken können, wenn wir sie «u sehen verstehen. Verlangen Gie kostenlos das bebilderte Werbeblatt Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag * Berlin-Lichterfelde Donnerstag, den 19. Juli 1934, nachmittags 3 Ubr, versteigere ich int „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung : 2 Warenschränke, 2 Klaviere» 1 Negistraturschrank, 1 Schreibmaschine, 1 Vertiko, 1 Trumeau« wiegel, 1 Schreibtisch, 2 Büfetts, 3 Gläserschränke, 1 Wirtschafts' Büfett, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Lüster, 1 Divan, 1 Grammophon, 1 Kommode, lKleiderschr. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteige- "^Sessel! 2 Berlik., 2Chaiselong., 4 Sofas, 1 Nähmaschine, einen Personenwagen, 1 Cautsch, ein Grammophon, 2 Büfetts, zwei Kleiderschränke, 1 Warenlchrank, 1 Schreibmasch., 2 Schreibtische, 1 Ladentheke, 1 yrisiertisch,„eme Kommode, 1 Tisch, 6 Stuhle, 1 Veit, 1 Waschtisch, ITrumeau- spiegel, 40 Feldflaschen, 1 Blechherd, 1 Schubkarren. «imD m-ll, Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstraße 33, Telephon 3239. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI Waldeslust am Flughafen 4201 ü Morgen, Donnerstag: Stadtkaffee-Kapelle WWWWWWWWI 418ÄV Marmelade aus allen Früchten Rezept Opekta Aus Früchte« gewonnen 4 Pfund entsteinte Aprikosen oder Sauerkirschen, Pflau* men, Mirabellen, Reineklauden, Pfirsiche usw. — einzeln oder in beliebiger Mischung — sehr gut zerkleinern und mit 4 Pfd. Zucker zum Kochen bringen. Hierauf 10 Minuten« stark durchkochen, dann 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfg> hinzurühren und in Gläser füllen. — Ausführl. Rezepte sowie Etiketten für Ihre Marmeladengläser liegen jeder Flasche bei» Trocken-Opekta (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für 31/» Pfund Marmelade 45 Pfg., für Torten« Überguß 23 Pfg. — Genaue Rezepte sind aufgedruckt «Mit Oftelrta mvkL Marmelade, ßttige*! Früher-ohne Opekta — nahm man auf 4 Pfund Früchte etwa 3 Pfund Zucker; das waren zusammen 7 Pfund. Man mußte jedoch eine Stunde und noch länger kochen, bis die Masse endlich fest wurde; dann war aber durch das stundenlange Kochen ein Drittel.bis fast die Hälfte eingekocht. Von 4 Pfund Früchten und 3 Pfund Zucker, elso von zusammen 7 Pfund, erhielt man nur etwa 4»/r bis höchstens 5 Pfund Marmelade. Solche Kochverluste gibt es mh Opekta nicht mehr; denn die Kochzeit betrügt ja heute nur noch 10 Minuten. Und jetzt überlegen Sie einmall Man erhält! eus 4 Pfund Früchten und 3 Pfund Zucker nur etwa 4 K Pfund Marmelade umm. aus 4 Pfund Früchten und 4 Pfund Zucker etwa 8 Pfund Marmelade Wenn man Opekta verwendet, erhält man also so viel an Marmelade mehr, daß man das Opekta nicht allein ganz umsonst hat, sondern daß außerdem noch Jede» einzelne Pfund Matmeldde erheblich billige/ In der Herstellung wird». Germain. Zwölf andere haben so schwere Verletzungen erlitten, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt. Lin Jahr Gefängnis für den Urheber des Warener Daldbrandes. Vor dem Warener Schöffengericht unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrates Dr. Poll hatte sich der-Schäfer WilhelrnJörß aus Charlotten- hof wegen fahrlässiger Brandstiftung zu verantworten. Jörß ist geständig, während er die aum Gut Charlottenhof gehörigen Schafe hütete, sich eine Pfeife mit einem Streichholz angezündet und das brennende Streichholz i n das Gras geworfen zu haben. Er will das Streichholz ausgetreten haben und in der Meinug, daß es verlöscht sei, weitergegangen sein. Erst durch das mit rasender Geschwindigkeit um sich greifende Feuer, das er zu löschen versuchte, will er auf das von ihm angerichtete Unheil aufmerksam geworden sein. Der Angeklagte wurde wegen feiner groben Fahrlässigkeit, durch die Millionenschaden entstanden ist, zu der gesetzlichen Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis verurteilt. Vier Todesopfer einer Unvorsichtigkeit. In einem kleinen Ort bei Olkusch (Ostoberschlesien) ereignete sich ein furchtbares Unglück, dem vier Menschenleben zum Opfer fielen. Die vier Kinder des Landwirts Boranek im Alter von 13 bis 17 Jahren hatten sich in der Küche zu Bett gelegt, als die Mutter im Küchenofen noch einmal Feuer anmachte. Die Frau ließ die Ofentür offen und legte sich im Nebenraum gleichfalls zur Ruhe nieder. Als sie nach mehreren Stunden erwachte und in die Küche ging, fand sie ihre vier Kinder leblos in den Betten vor. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den inzwischen durch Kohlengasvergiftung eingetretenen Tod feststellen. Hundert Boote durch Feuer vernichtet. In Breslau brach in dem an der Klosterstraße gelegenen Ohle-Haus Feuer aus. Da der Brand rasch großen Umfang annahm und die Umgebung durch Funkenflug stark gefährdet war, wurden fast sämtliche Breslauer Löschzüge eingesetzt. Das Gebäude brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder. Etwa hundert Paddelboote und Kleinmotorenboote mit Ausrüstung sowie die Umkleideräume wurden vernichtet. Rund 50 Paddelboote können noch in Sicherheit gebracht werden. Kindeshand wirft Hundertmarkschein ins Herdfeuer. In Niederschelden (Westerwald) hatte, um Einkäufe zu tätigen, eine Hausfrau einen Hundertmarkschein auf den Küchentisch gelegt. Sie machte sich dann noch einen Augenblick im Nebenzimmer zu schaffen. Als sie in die Küche zurückkam, war der Hundertmarkschein verschwunden. Die noch offen st ehende Tür am Herdfeuer und das davor st ehende Kind der Familie zeigten der Frau, wohin das Geld gekommen war. Drei Todesopfer eines Racheaktes. In Fenkensees bei Seybothenreuth überfiel der 22jährige Fritz Gottfried den 54 Jahre alten Gastwirt Thomas Beringer, dessen 20jährige Tochter Lina und den früheren Gemeindediener von Seybothenreuth Andreas Haber. Er stach alle drei mit einem Schlächtermessen nieder. Die Tochter des Gastwirts erhielt einen Rückenstich und war sofort tot, während sich Beringer selbst noch in den Hausflur schleppen konnte, wo er bewußtlos zusammenbrach und verschied. Allein Haber gelang es, sich bis zur Wohnung des Bürgermeisters Werner zu schleppen. Dort brach er bewußtlos zusammen; er konnte nur noch einige unverständliche Worte stammeln und verschied dann ebenfalls. In Fenkensees war am letzten Sonntag Kirchweih. Auch Gottfried befand sich mit auf dem Tanzboden. Er war ziemlich angetrunken und b e - lästigte die Kirchweihgäste so sehr, daß der Gastwirt ihn schließlich gewaltsam ent- Die berliner Minen-Ausstellung vor ihrer Vollendung. Die neuen gärtnerischen Anlagen im Freigelände der Ausstellungshallen am Kaiserdamm, w jetzt Berlins größte Freiland-Blumenschau vorbereitet wird. (Im Hintergrund das Haus der Deutschen Arbeitsfront mit seinem beherrschenden Wahrzeichen.) ■*♦*-*♦ < fernen mußte. Aus Rache dafür hat Gottfried die furchtbare Bluttat begangen. Als ihm bewußt wurde, was er angerichtet hatte, stürzte er sich in einen am Rande der Ortschaft gelegenen Weiher. Ein in der Nähe arbeitender Ortsbewohner zog ihn aus dem Wasser. Gottfried lief jedoch in die Scheune seines Dienstherrn und erhängte sich dort. Kartoffelkäferauftreten schlagartig unterdrückt. Auf einem Acker im Stadtbezirk Stade (Hannover) hat sich der Kartoffelkäfer gezeigt. Es handelte sich um einen kleinen Befallsherd, der er st im Entstehen begriffen war. Durch sofortiges Eingreifen des Bekämpfungsdienstes wurde nach der Anweisung der Biologischen Reichsan st alt unter Einsatz von SA., Freiwilligem Arbeitsdienst und Arbeitslosen die Gefahr wieder vollkommen beseitigt. Nicht nur der kleine Acker, auf dem Insekten aufgetreten waren und der noch nicht einen Morgen groß war, sondern auch die umliegenden Kartoffelschläge von insgesamt acht Morgen Größe wurden vorsichtshalber vernichtet. Der Boden wurde mit 90 000 Liter Rohbenzol und Schweröl getränkt. Die Umgebung ist unverzüglich genau abgesucht und schädlings f r e i befunden worden. Sicherheitshalber werden die Kartoffelfelder in einem Umkreis von zwei Kilometern mit Bleiarsenat bespritzt. Die ganze Gegend ist unter Ueberwachung gestellt. Die Tilgungsaktion war innerhalb von sechs Tagen beendet. Erhöhte Gefängnisstrafen für die Einbrecher Gebrüder Sah. Von dem Kopenhagener Stadtgericht wurden am 4. Juni die berüchtigten Brüder Erich und Franz Saß wegen Uebertretung des Fremdengesetzes, Paßfälschung sowie vollendeten und versuchten Einbruches zu drei Jahren Gefäng- n i s, dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, Schadenersatz von 4000 Kronen und Ausweisung aus Dänemark nach Strafverbüßung verurteilt. Die von den Brüdern Saß gegen dieses Urteil eingelegte Berufung kam am Dienstag vor dem Landgericht in Kopenhagen zur Verhandlung. Der Staatsanwalt verwies auf die mit beispielloser Dreistigkeit begangenen Verbrechen und beantragte Verschärfung der Strafen im Hinblick darauf, daß nach dem ersten Urteil neue Einzelheiten über einen geplanten Einbruch in der Zweigstelle einer Kopenhagener Sparkasse bekannt geworden sind. Dort waren vor der Eröffnung an dem Schloß eines Geldschrankes Manipulationen vorgenommen worden, die ein einfaches Oeffnen des Schrankes ermöglichten. Der Verdacht fiel auf die Brüder Saß, weil man bei ihnen eine Skizze der Räumlichkeiten und den Paraffinabdruck eines Türschlosses gefunden hatte. Ericht Saß mußte zugeben, daß sich die Skizze auf einem aus seinem Notizbuch stammenden Blatt befand. Das Landgericht erhöhte die vor der ersten Instand verhängte Gefängnisstrafe um je ein Jahr auf je vier Jahre. Der Tod in den Bergen. Im Oberwallis» sind auf einem Gletscher ander Rhone plötzlich große Wassermassen hervorgebrochen. Ein Ehepaar und ihr achtjähriger Sohn wurde von den Fluten hinweggetragen. Während die Frau gerettet werden konnte, wurden der Vater und der Junge nur a l s Leichen geborgen. rNassenvergiftung auf einem Abendfest. In der bulgarischen Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer nahm eine Abendveranstal- tung im Offizierskasino ein schlimmes Ende. Als die Feier in vollem Gange war, brachen der Reihe nach zahlreiche Gäste unter furchtbaren Schmerzen zusammen, während viele andere von schweren Uebelkeits- erscheinungen befallen wurden. Als sich heraus- stellte, daß die Unfälle auf den Genuß von vergiftetem Speiseeis, das den Gästen gereicht worden war, zurückzuführen seien, brach eine allgemeine Panik aus. Da sich bei nicht weni- iger als 75 Personen zum Teil schwere Vergiftungserscheinungen zeigten, wurden sofort alle erreichbaren Aerzte herbeigerufen. Dadurch konnte schwereres Unglück verhütet werden. Der Zustand von sechs Personen ist ind^sen noch äußerst besorgniserregend. Unter den Schwerkranken be- finden sich auch der Garnisonkommandant und seins beiden Kinder. Die Untersuchung ergab, daß es sich um eine Kupfervergiftung handelt; das Eis war in einem Kupfergefaß ausbewahrt und durch Grünspan giftig ge- worden. Der Kasinowirt wurde verhaftet. Wagners kaisermarfch „auf japanisch". Als Huldigung für den japanischen Kronprinzen Tsugu, der am 23. Dezember des vergangenen Jahres geboren wurde, veranstaltete die kaiserliche Musikakademie ein festliches Konzert, dessen Programm in Richard Wagners „Kaiser- marsch" gipfelte. An der Aufführung, an der unter Professor Klaus Pringsheims Leitung alle Profeffo- ren und Schüler der Akademie teilnahmen war besonders bemerkenswert, daß der das Werk krönenden Hymne ein japanischer Text unter- l e g t wurde, der für diesen besonderen Zweck von einem bekannten japanischen Dichter im Auftrage der Akademie verfaßt worden ist. Die Hymne, mit der Richard Wagner bekanntlich den Deutschen eine neue Volkshymne geben wollte, wurde von dem vielhundertköpfigen Chor auswendig gesungen und verspricht in Japan volkstümlich zu werden. Drei Deutsche der Hitze in China erlegen. Die außerordentliche Hitze in China hat a l l e i n in der deutschen katholischen Mission Denchoufu in der Provinz Südschantung drei Todesopfer gefordert und zwar zwei Patres und einen Bruder. Taufende von Opfern der Cholera in Indien. Begünstigt durch die Verhältnisse nach den Ueber- schwemmungen ist in vielen Bezirken die Cholera ausgebrochen und hat Tausende von Opfern gefordert. In der letzten Juniwoche wurden aus den Zentralprovinzen allein 1055 Todesfälle gemeldet. In ganz Indien wurden in der ersten Juliwochs 5155 Erkrankungen an Cholera, davon 2799 mit tödlichem Ausgang beobachtet. Sechs Verletzte bei einem Klosterbrand auf dem Peloponnes. In dem uralten Kloster Megaspelion bei Kalavrita auf dem Peloponnes, das am Montag ein Raub der Flammen wurde, ereignete sich eine schwere Explosion. Durch die Hitze war das seit dem griechischen Freiheitskampf im Jahre 1821 aufbewahrte Pulver in die Luft geflogen. Es sollte damals dazu dienen, das Kloster bei einer etwaigen Einnahme durch die Türken in die Luft zu sprengen. Durch die Explosion wurden sechs Personen schwer verletzt. Außerdem wurde eine kostbare Bibliothek sowie zwei Riesenweinfässer mit Inhalt vernichtet. Wettervoraussage. Der hohe Druck über Zentraleuropa ist erheblich zusammengeschrumpft und über dem Kanal hat sich ein Wirbel entwickelt. Da infolge der großen Hitze das Barometer weiter fällt, kann sich das Tief ostwärts fortbewegen und wird durch Zuzug kühler ozeanischer Luft Anlaß zu Gewitterstörungen geben. Im großen ganzen bleibt aber der Witterungscharak- ter noch sommerlich. Aussichten für Donnerstag: Noch zeitweise Aufheiterung und heiß, aufkommende Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 28 Grad Celsius, abends 19,2 Grad; am 18. Juli: morgens 17,3 Grad. Maximum 29 Grad, Minimum 10,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juli: abends 26,6 Grad; am 18. Juli: morgens 20,1 Grad. — Sonnenscheindauer 14,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: J.V.: H.L.Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10 100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. bittet und zum Bauen Äbermann wahren. Bavaria. 4188 D erwähnten Fragebogen. 4192C Neuen Friedhof können bezahlt 4205D Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei die Führerschaft ________________ 4193 D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Zwangsbeitreibuna. Die Einzahlung kann täglich an unserer Kasse oder auf Postscheckkonto Nr. 10833 Frankfurt a. M. erfolgen. Allgemeine Orlskrankenkasse für den kreis Gießen. Moos, Rechner. Wein gelbfleischig, gibt laufend billigst ab, Wiederver- täufer Großhandelspreise 42020 Job. Müller Franks. Str. 60 Telefon 3571. Krieüerverein GieBen Die Beerdigung unseres lie- ben Kameraden Theodor Loos findet am Donnerstag, dem 19. Juli, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung Mahnung! Die Beiträge für den Monat Juni 1934 noch bis zum 25. Juli 1934 ohne Kosten werden. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Betr.: Statistik der Obsternteschätzung. Eine Anordnung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und der Ministerial- abteilung le (Landwirtschaft) des Hessischen Staatsministeriums zufolge findet auch 1934 eine Obsternteermittlung statt. Allen Gemeinden, die 1932 mindestens 100 tragfähige Obstbäume hatten, werden vom Landesstatistischen Amt in Darmstadt im Verlauf des Monats Juli unmittelbar Fragebogen zugehen. Die Bürgermeister bestimmen im Einvernehmen mit dem zuständigen Ortsbauernführer, welche Sachverständigen zur Durchführung der Obsternteermittlung hinzuzuziehen sind. Für die ehrenamtliche Tätigkeit als Obsternteschätzer kommen insbesondere führende Persönlichkeiten des Obst- und Gartenbaues, Baumwärter, Feldschutzpersonal usw. in Frage. Die Fragebogen sind nach gewissenhafter Ausfüllung bis fpäleflens 5. Oktober 1934 unmittelbar an das Landesstatistische Amt einzusenden. Richtlinien für die Durchführung der Obsternteermittlung befinden sich auf der Rückseite der vor- BnboMgioielil gibt laufend ab aisoü Dampfsägewerk Abendstern, Tel. 3580 TORPEDO nur RM. 188.- schon für 4189d 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausen&Co. Bahnhofstraße Üo^enäb.Hotel Schütz Sanierungen SlWlle Wannen durch Hermann Kirchner Fernruf 4167 Auto-Möbelwagen zur Mitnahme von Gütern per 21. d.M., von Gießen nach Frankfurt a.M.; ver 23. d.M. v. Gteßen- Wetzlar-Braunfels bietet an 42ooD Stückrath & Bender, Möbeltransport, Telephon 3519. 4000 Tonnen Wil MIM in großen Posten ab srachtyünstig gelegener Bahnstation preiswert abzugeben. Schriftliche Angebote unt. 4204V an den Gieß. Anzeig. Dienstagabend 6V2 Uhr starb nach einem arbeitsreichen Leben unsere hebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Der Vorstand. 41950 1878-1928 Wir machen unseren Alterskollegen die traurige Mitteilung von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden und Vorstandsmitgliedes Herrn Theodor Loos und bitten um zahlreiche Beteiligung bei der Trauerfeier am Donnerstag, dem 19. Juli, 14.30 Uhr. auf dem Unseren Bundesbrüdern machen wir die traurige Mitteilung, daß uns unser lieber Freund Theodor Loos durch den Tod entrissen wurde. Mit ihm ist einer unserer Treuesten von uns gegangen, dem wir stets ein ehrendes Gedenken be- Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 19. Juli, nachmittags um 6 Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße Nummer 29, aus statt 4199U Frau Marg. Schleenbecker Witwe geb. Germer im Alter von 81 Jahren Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Schleenbecker Heuchelheim, den 18. Juli 1934 Im Beiprogramm: 41R4A Ufa-Ton-Wochenschau Anfangszeiten: 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr. Donaumärchen ........ Kulturfilm v. d. schönen blauen Donau Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Ab heute Mittwoch bis einschließl. Sonntag: Das unerreichte, künstlerisch vollendete Meisterwerk deutscher Filmkunst! Ein großer, herrlicher „Schubert - Film“! **» mit I Martha Eggerth als Gräfin Esterhazy, vollendet in Gesang und Darstellung I Luise Ullrich ... als Pfandleihers - Tochter Emmy, eine Wiener Annabella I Hans Jaray.... als Franz Schubert, überzeugend und tragend I Willi Forst .... als alles überragender Regisseur. I Ferner: Das Wiener Philharmon. Orchester und die Wiener Sängerknaben. I Ein Film von dem Gießen sprechen wird! fci M ' WK MW Wein 9 drei iS und 28 Grad morgens um 10,5 jefe am morgens irden. onoiag: jh voll- itscher k von [trage i, mit l eine . dem I u n • itben. Film“! J IN <8fr',lN >en. Heber« Cholera 9esvr- us den imeldet. ilimodja nit tüd« Noch zeit« ende Ge« nnes. m bei Montag reignete ie Hitze npf int Luft ’n, das rch die Explo. c Der* iblio« er mit erheblich l hat sich ßen Hitze . Tief ost« ig kühler en geben. Hscharak- < r Lange. ) Wilhelm Lange, für ügenleiter: lt der An« 100. Druck Such- und in Gießen. Mittwoch, 18.ZulU934 Kr. 165 Zweiter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhesien) Ein Musikpavillon am Andenbmgwall °°llen Genuß des Konzertes haben. An d-m^jetzt unbedingtem Geh°r,°m^rner Dhz.pli Don der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Zu der schon gemeldeten Unterredung zwischen dem Herrn Reichsminister R u st und dem Herrn Rektor der Universität Gießen wird weiter mitgeteilt, daß dabei hauptsächlich die Fragen des weiteren Ausbaus der Universität Gießen besprochen wurden. Der Herr Reichsminister äußerte sich sehr befriedigt über das, was er von der Universität Gießen gesehen und gehört hat. Von der Pressestelle der Universität wird ferner folgendes zur Kenntnis gegeben: Herr Lic. Karl Friedrich Euler, der sich für das Fach der Alttestamentlichen Wissenschaft und der biblischen Geschichte an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hätt am Donnerstag, 19. Juli, 16.15 Uhr, in der Kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „Orientalistische Da sich an der von dem Verkehrsvereinsvorstand, vorbehaltlich der Genehmigung der Stadtverwaltung, ausgewählten Baustelle eine Anzahl Anlage« wege befinden, wird es in Zukunft nicht mehr nötig fein, daß die Zuhörer sich unmittelbar um den Standort der Kapelle gruppieren, sondern sie können vollen Genuß des Konzertes haben. An dem jetzt vorliegenden Bauplan sind nur ganz geringfügige Aenderungen vorzunehmen, die sich in der gestrigen Besprechung des Vereinsvorstandes ergeben haben. Wenn auch die Stadtverwaltung ihre Zustimmung zu dem Vorhaben bald gibt, wird schon in aller Kürze mit dem Bau begonnen werden. Mit diesem neuen Werk bürgerlichen Gemeinsinns wird für unsere Promenadenkonzerte ein fester Mittelpunkt geschaffen, den man bisher immer vermißt hat und der den Darbietungen unserer Gießener Kapellen einen würdigen Rahmen gibt. Zugleich ermöglicht der Verkehrsvereinsvorstand mit diesem Werk auch ein ansehnliches Stück Arbeitsbeschaffung, bei dem eine Anzahl Volksgenossen für einige Zeit lohnende Beschäftigung finden können. Man muß also in doppelter Hinsicht diesen Entschluß des Verkehrsvereinsvorstandes dankbar begrüßen in der Hoffnung, daß auch die Stadtverwaltung sich mit dem in allen Einzelheiten ausreichend fundierten Plane einverstanden erklären wird, damit die Inangriffnahme des Bauprojektes rasch erfolgen kann. Man wird dann wohl vom Herbst ab Promenadenkonzerte schon von dieser Stelle aus hören können. Es besteht ferner der Plan, im Einvernehmen mit den zuständigen Männern unserer Gießener Kapellen die Promenadenkonzerte künftig so zu gestalten, daß an jedem Samstagnachmittag und am Sonntagvormittag Platzmusik vom Musikpavi- l o n aus zu hören sein wird. Dieser Tage trat abends die Gefolgschaft 1 Unterbann 1/116 der Hitlerjugend an, um ihr neues Heim einzuweihen. Am Bergwerk liegt dieses Heim, ein einfaches Holzhaus, das in den letzten Tagen von Hitlerjungen den letzten Schliff für ein wohnliches und nettes Kameradschaftsleben erhielt. Gefolgschaftsführer Erwin Boß hiell eine kurze senbild zusammengefügt. Kein einzelner Held überragt die anderen und kristallisiert sich um seine Mitte. In endloser Folge heben die Wellen sich, wölben sich und versinken. Von Zeit zu Zeit nur glänzt eine Welle im kosmischen Sonnenblitz leuchtender auf: das sind die kulturhistorischen, eigentlich dichterischen Einzelbilder, die stets nach sechs historischen etwa die Handlung aus der Politik und Strategie wieder in das Reich des Ewig-Menschlichen führen. Da lebt Kepler auf, da glüht Fried- rich Spees franziskanisches Herz, da huscht visionär der ewige Jude durch das Werk. In seinem wilden Kampf und Gewirr und tragischen Ausgang erinnert das Werk an unser Nationalepos, das Nibelungenlied: ein Sinn- und Schreckbild deutschen Volkstums, das so oft sich selbst zerfleischt, ein Mahnruf zur deutschen Em- heit und Würde. Probleme im Alten Testament in der Geschichte unserer Wissenschaft". Ebenda hält Herr Lic. Dr. Edmund Schlink, der sich für das Fach der Systematischen und der Praktischen Theologie zu habilitieren wünscht, am Dienstag, 24. Juli, 16.15 Uhr, eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: „In welchem Sinn kann von einer Erkennbarkeit göttlichen Handelns in der Geschichte gesprochen werden?" Der Tag des Deutschen Volkstums. Das Hessische Staatsministerium, Ministerialabtei- lung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum gibt in einem Schreiben an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter folgendes bekannt: Aus Oer provinzialhauptstadt. Gefiederte Freunde unserer Heimat. Maler und Dichter haben das Abbild der deutschen Vögel gern und kunstvoll in ihre Lieder und Gemälde verwebt. Wer könnte sich unsere Märchen ohne die Mitwirkung von Rabe und Storch, von Waldoogelsang und Kuckucksruf denken? Wie innig muß doch der deutsche Mensch mit seinen gefiederten Nachbarn verbunden sein, wenn er sie immer wieder zum Träger seiner Gedanken, seines frommen Glaubens und seiner abergläubischen Furcht macht? Ungemein rätselhaft ist uns das Gebaren des Kuckucks, der nicht einmal ein eigenes Nest zu bauen, nicht einmal feine eigenen Jungen aufzuziehen vermag. Man bezeichnet ihn als „Teufelspriester", dem allerlei Geheimkünste geläufig sind. Beim ersten Kuckucksruf des Jahres schüttele deine Brieftasche, dann wird es dir das Jahr über nicht an Barem fehlen. Oder frage nach deiner Lebensdauer und zähle die ersten Rufe des Jahres. Dann wirst du Antwort von dem klugen, aber unfrommen Tier bekommen. Wer unter einem Baume steht, auf dem ein Kuckuck ruft, hat drei Wünsche an das Schicksal frei. Der Kiebitz, der Kiwitt, ist der urechteste Seelenvogel des deutschen Märchens, die Verkörperung einer Menschenseele, die keine Ruhe im Grabe findet, weil ihr Unrecht geschehen ist, oder weil sie Unrecht von ihren Lieben daheim abwehren will. Die Tauben sind im Aschenputtelmärchen zwar keine echten Seelenoögel mehr, aber als liebe und treue Haustiere schützen sie auch im Namen der verstorbenen Hausherrin das Aschenbrödel gegen die böfe Stiefmutter. Als Seelenvogel darf auch der Rabe gelten, wie das „Märchen von den sieben Raben" andeutet. Allerdings übernimmt der Rabe und auch die Krähe meist nicht die Hege der Verstorbenen, sondern der verzauberten Seele. Deshalb verzaubern sich auch Hexen und Hexenmeister mit Vorliebe in Krähen. Daß die Krähe gescheit ist und das Wetter anzeigt, weiß man auf dem Lande gar wohl. Schreien die Krähen, sitzen sie scharenweise tief auf der Erde gibt es Schlechtwetter. Sitzen sie im Baumgeäst, wird's schön. Ganz entsprechend ist ja der Schwalben Tal- und Höhenflug zu bewerten. Wenig Vögel sind so beliebt. Des Jahres erste Schwalbe bringt dem Glück, der sie zuerst erspäht. Wenn Schwalben im Hause nisten, bedeutet es Gutes für die Familie ihres Gaftgebäudes. Vom ersten Erscheinen des vielbesprochenen Storches erwartet der Mensch vielerlei Prophezeiung. Sieht ein Mädel den ersten Storch des Jahres fliegend, so heiratet sie bald. Steht der erste Storch, den sie sieht, so bedeutet es nichts Gutes, deutet zugleich auch darauf hin, daß das Mädchen durch Faulheit das ganze Jahr nichts Gescheites zustande bringt. Klappert der erste Storch, so gibt es in der Küche „Bruch". Aus allen diesen Gemütsbeziehungen des deutschen Menschen zum Vogel spricht eine tiefe Vertrautheit und Liebe zur belebten Umwelt der Heimat. gen Dichterinnen Gabriele Reuter, Helene V ö h l a u, Clara Viebig sich den aufsteigenden Zeitproblemen zuwandten, der Frauenbewegung und den sozialen Fragen, leitete sie mit ihren tiefgründigen Bänden über „Die Blütezeit" und den „Verfall der Romantik" die neuromantische Gegenbewegung ein. Ihr erster Roman „Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren" (1893) schildert den Untergang des alten Patriziergeschlechts der Ursleu und mutet vielfach an wie ein musikalisches Gegenstück zu den naturalistischen „Buddenbrooks". Am reinsten und tiefsten offenbart sich Ricarda Huchs romantisch-musikalisches Lebensgefühl in den Erzählungen „Aus der Triumph gaffe (1902). Eine italienische Hafenstadt (Triest), eine Gasse hoch auf dem Berge, in die ein alter romi» Während das Lied der deutschen Jugend „Vorwärts, vorwärts..." in die nächtliche Stille klang, wurde die Fahne aufgezogen. Wg. Ricarda Huch. Zum 70 Geburtstag der Dichterin am 18 Juli Von Professor Dr. Philipp Witkop, GOS. Ricarda Huch gilt heute wohl unumstritten als Deutschlands größte lebenöe, Dichterin. Im Jahre 1931 erhielt sie den Goethepreis der Stadt Frankfurt. In diesem Frühjahr sandte ihr Mussolini jein Bildnis und seinen Dank -für ihre Romane aus den Freiheitskämpfen Italiens. Ihre Anfänge liegen im Zeitalter des deutschen Naturalismus. Aber während die fast gleichaltri- Opfern und Triumphen. Wenn wir von Italiens Begrabenfein und Auferstehen singen, wird Gari- baldi hören; er steigt aus dem flutenden Schoße des Weltengottes — seht, über den Felsen türmt sich sein Leib, sein Haupt umkreisen Wolken, des Ozeans blauer Ring flieht um seine Füße." Gerade der Wechsel zwischen dithyrambischem Zuruf, zwischen klingendem Pathos und epischem Bericht entspricht dem italienischen Lebensgefühl, gibt dem Heldenlied seiner Einigung den nationalen Klang. Wie sein tragisches Vorspiel klingt „Das Leb en des Grafen Federigo Gonfalonieri" (1910), des ersten, der die Idee des einigen Italien aufgenommen, der für sie in den Kerkern des Spielberg fein Leben geopfert hat. Und um Garibaldi und Gonfalonieri drängen sich die Charakterköpfe „Aus dem Zeitalter des Risorgimento" (1908). Alle durchglüht die Flamme nationaler Kampf-, Opfer- und Todesbereitschaft. So fühlt sich das italienische Volk der Dichterin (die in erster Ehe einem Italiener, dem Arzte Ceccom vermählt war) dankbar verbunden. Und dem hat Mussolini vor wenigen Wochen Ausdruck gegeben, da er ihr sein Bild übersandte. Ihrer Liebe zum deutschen Land und Volk hat Ricarda Huch Ausdruck gegeben in der wi sen- schaftlich-künstlerischen Darstellung großer deutscher Lebensschicksale: „Wallenstein" (1905), „F r e i- herr vom Stein" (1925), in farbig liebevollen Bildern alter deutscher Städte, ihrer Geschichte, ihrer Atmosphäre, ihrer Architektur („Im alten Reich" 1927 und „Neue Städtebilder", 1929), in der tiefgründigen Deutung großer deutscher Lebensprobleme: „Luthers Glaube" (1916), „Der Sinn der hl. Schrift" (1919), „Entpersönlichung" (1921). Eine umfassende Darstellung der deutschen Geschichte soll über diese Einzelstudien hinaus demnächst ein großes Gesamtbild des deutschen Wesens und Werdens geben. Ihre dichterische Gewalt lieh Ricarda Huch der Darstellung düstersten deutschen Schicksals im Dreißigjährigen Krieg. Kurz vor dem Weltkrieg erschien „Der große Krieg in Deutschland (1912/14) wie ein prophetisches Schreckbild des nahenden Unheils. Eine ganze Kulturwelt zieht an uns vorüber, sämtliche Staaten des damaligen Europa, mehrere Generationen. Historisches, Kultur- und Religionsgeschichtliches, Diplomatisches, Strategisches, Bio- graphisches fügt sich in zahllosen farbigen Steinchen zum kaum noch übersehbaren Mosaikbild. Eme bewunderungswürdige Forschungskraft und -andacht hat das ungeheure Material durchstöbert, gedeutet, geordnet und zum wissenschaftlich-künstlerischen Rie- Aus den Bekenninisschristen Mcarda Huchs. Was suchen wir eigentlich auf der Erde anderes als Menschen? Das einzige, wonach wir mit Leidenschaft trachten, ist das Anknüpfen menschlicher Beziehungen, nichts ist uns umgekehrt so schmerz- lich als das Auflösen derselben. Unser Glück und Unglück hängt von unseren menschlichen Beziehungen ab. Eltern, Geschwister, Geliebte, Kinder, Freunde, Lehrer, Jünger — in diesem Kreise bewegt sich unser Leben, wir leben nur, soweit andere in uns, soweit wir in anderen leben. Insofern ist das ewige Leben eine Fortsetzung des irdischen und bauen wir uns im irdischen Leben das jenseitige Haus. Wir leben geistig nur, insofern wir gei- tig wirken, und je größer die Wirkung des Meuchen auf andere ist, desto fester hat er ins Ewige gebaut. Der Ungeliebte, der Böse, muß als Ge- penst schweifen, weil er nirgends Heimat in Men- chen hat, die ihn lieben und beherbergen. Wie tief ist das Wort: Und ihre Werke folgen ihnen nach. Von uns selbst hängt unsere Unsterblichkeit ab: nicht von der sinnlichen Liebe, die wir erregten, nicht von der Bewunderung, die etwaigen Leistungen gespendet wird, sondern von dem inneren Leben, das unser Hauch ansacht, von dem erroar« menden Feuer, das von uns ausstrahlt. Das Ge- fühl, in die Seele eines anderen aufgenommen zu sein und in ihr zu wirken, kennen wir aus dem irdischen Leben als höchste Seligkeit; es ist der Himmel, wie Hölle die Finsternis des von der Liebe Ausgeschlossenen ist. Der Sinn der Heiligen Schrift (erschienen im Insel-Verlag zu Leipzig). A Der Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Gießen hat in erfreulicher Weise Mittel und Wege gefunden, um den schon seit längerer Zeit gehegten Plan der Er- richtuna eines Musikpavillons am Hindenourgwall nun in die Tat umzusetzen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverwaltung, deren Entscheidung hinsichtlich des Grund und Bodens und auch in bezug auf die bauliche Gestaltung des Musikpavillons für den Verkehrs- und Verschönerungsverein ausschlaggebend ist, wurde in einer Vorstandssitzung am gestrigen Dienstagabend die Errichtung dieses Musikpavillons b e - schlossen. Als Platz ist ein Geländestück in den Anlagen zwischen dem Stadttheater und der Johanneskirche vorgesehen, das in der Verlängerung der Plockstraße nach dem Hindenburgwall zu inmitten der kleinen Geländesenkung liegt. hier soll ohne Beeinträchtigung des gärtnerischen Anlagenbitdes ein Musikpavillon von etwa acht Meter Durchmesser und 3,2 Meter lichter Weite (vom Fußboden bis zur Decke) errichtet werden. Der Pavillon soll für rund 50 Musiker. Raum bieten. Der Fußboden wird, um die Klangwirkung der Konzerte nach allen Richtungen hin frei hinausdringen zu lassen, ein Meter hoch gelegt werden. Die Fundamentierung wird aus Mauerwerk geschaffen, das rundherum mit Sträuchern umgeben werden soll, um das fchöne Bild der Anlagen nicht durch ein Mauerwerk beeinträchtigen zu lassen. Der Oberbau des Pavollons wird aus acht Säulen bestehen, die ein nach dem Bauentwurf des städtischen Hochbauamtes geschmackvoll gestaltetes Dach tragen. Durch diese Gestaltung wird erreicht, daß der Musikpavillon nach allen Seiten hin offen ist, so daß man an jeder Stelle der Anlagen die musikalischen Darbietungen ungehindert hören kann. pottzeibencht. Festgenommen: Am 16. Juli abends wurde der 23jährige Bäckergehilfe Hans B ö t t ch e r aus Ilmenau (Th.) wegen eines Sittlichkeitsoerbrechens, begangen an einem noch nicht 4jährigen Kinde, feftgenommen. Böttcher, der geständig ist, wurde dem Amtsgericht zugeführt. Er kam in Untersuchungshaft. Fahrraddiebstähle: Herrenräder: Borussia, Fabrik-Nr. 1066335, schw. Rahmen, gelbe Felgen m. schw. Streifen, graue Bereifung, englische Lenkstange, Torpedofreilauf, Gepäckträger. Göricke, Fabrik-Nr. 786045. Krefto, Fabr.-Nr. unbekannt, schwarzer Rahmen, grünen Streifen, verchromte Felgen, rote Ballonbereifung, engt. Lenkstange, Torpedofreilauf, Klotzpedale, Kettenschutz. Marke Cito, Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, rote Bereifung, deutsche Lenkstange mit roten Gummigriffen, braun-grünlicher Sattelschoner. Marke Miele, Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen, graue Bereifung, deutscher Lenker mit roten Gummigriffen, Torpedofreilauf, Gepäckträger. Marke Gritzner, Fabriknummerunbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, graue Bereifung, gewöhnt. Lenkstange. Torpedofreilauf, alter Sattel. Damenräder: Marke NSU., Fabriknummer 516063, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, graue Bereifung, gewöhnliche Lenkstange, NSU.-Freitauf, Klotzpedale, brauner Sattel, Kettenschutz. Marke Opel, Fabriknummer 16366, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, graue Halbballonbereisung, gewöhnt. Lenkstange, Radlaufgtocke, gelbschwarzes Schutznetz. Statistisches aus Hessen-Nassau und Hessen. Im soeben erschienenen Julihest von „Wirtschaft und Statistik" werden u. a. auch die Anbauflächen für Getreide, Frühkartoffeln, Zuckerrüben und Mais in Hessen-Nassau und Hessen zu Ende des Monats Mai veröffentlicht. Die entsprechenden Zahlen lauten in 1000 ha für Roggen in Hessen-Nassau 140, in Hessen 51; für Weizen und Spelz 72 und 34; für Gerste 27 und 45; für Hafer 142 und 47; für Mais 0,03 und 0,06; für Frühkartoffeln 5 und 7; für Zuckerrüben schließlich 2 und 7. Zu statistischen Zwecken werden die im Deutschen Reich angebauten Gemüsekulturen lausend auf ihre Güte hin beurteilt. Man bedient sich dabei eines Notensystems, in dem 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering und 5 sehr gering ist. Die Mitte Juni das letzte Mal vorgenommene Begutachtung ergab für Hessen - Nassau und Hessen folgende Noten: Weißkohl in Hessen-Nassau 2,9, in Hessen 3,1 (die beste Note entfällt für Weißkohl mit 2 auf Oldenburg); Rotkohl 3 für Hessen-Nassau, für Hessen 3,1 (2,5 Hannover); Wirsingkohl 2,5 bzw. 2,8 (Hamburg 2,3); Blumenkohl 3,2 bzw. 3,1 (Oldenburg 2); , Kohlrabi 2,5 bzw. 2,2 (Oldenburg 1); Zwiebeln 2,3 bzw. 2,5 (Hamburg 2); Gurken 2,8 bzw. 2,9 (Hamburg und Oldenburg 2); Grüne Pflückerbsen 2,4 bzw. 2,9 (Hamburg 2,2); Grüne Pflückbohnen 2,6 > bzw. 2,8 (Oldenburg 2); Möhren und Karotten 2,3 bzw. 2,4 (Hamburg 1,9); Sellerie in beiden > Gebieten 2,6 (Bayern 2,4); Tomaten in beiden . Gebieten 2,5 (Hamburg 2,2); Meerrettich in Hessen- Jungen, für die Zukunft mitzuarbeiten an den gro- ßen Aufgaben der HI. mit eben demselben Eifer, mit dem sie dieses Heim hergerichtet hätten, auch dann, wenn schwierigere Aufgaben und weniger schöne Arbeit zu leisten wären. Und wenn wir heute unsere Fahnen auf diesem Heim aufziehen, so erklärte der Gefolgschaftsführer, dann wollen wir der Bürgerschaft kundtun, daß hier oben am Bergwerk Hitlerjugend arbeitet, arbeitet für ihre Aufgaben, Pflichten und Ziele. Dann forderte er die Jungens auf. VDA., Landesverband Hessen, Darmstadt, Lager- hausstrahe 7." 1'/-Millionen warten aufihreGewinner Eine einzigartige große Gewinnaussicht bietet die dritte Arbeitsbeschaffungslotterie. Neben der hehren vaterländischen Aufgabe, noch arbeitslosen Deutschen zu Arbeit und Brot zu verhelfen, verfolgt die nationalsozialistisch gehaltene Lotterie den Zweck, vielen Deutschen eine Gewinnfreude zu schenken. Sie hat, um dieser Absicht ein ehrliches Genüge zu leisten, von einem einzelnen großen Hauptgewinn Abstand genommen und damit Raum für viele mittlere Gewinne geschaffen. 1 500 000 Reichsmark werden in zwei Abteilungen dieser dritten Lotterieserie gespielt. Wer aus der Gruppe A und B je ein Los mit der gleichen Nummer gezogen hat, besitzt natürlich ein Doppellos und erhält — wenn auf feine Nummer ein Gewinn fällt — das Doppelte ausgezahlt. Nur noch kurze Zeit bieten sich diese Gewinnmöglichkeiten. Jeder erwerbe das braune Los, ehe es zu spät ist, denn am 21. und 22. Juli findet schon die Ziehung statt. Gefolgschaft l des Gießener Unter- Hannes der HI. weiht ein neues Heim. scher Triumphbogen einführt, in deren verfallenen Palästen die Armut und das Elend wohnt. Ader Schmutz, Hunger, Schande, Verbrechen und ^Verzweiflung, die vor uns aufsteigen, sind entförpert und entrückt, sind nur wie Klänge aus metaphy- ischen Tiefen; mit einem Traum beginnt, mit einer Vision schließt die Erzählung. Traum und Wirklichkeit, Wahrheit und Märchen tönen ineinander zur „großen Klage des Lebens, um seine Schönheit und seine Vergänglichkeit und feine Blindheit". Der folgende Roman „Von den Königen und der Krone: (1904), stellt eine romantische Sagen- und Mythenwelt am Adrigtischen Meer mitten in die industrielle Gegenwart. In Lasko, dem Helden, der keine episch-objektive Einheit besitzt, sondern die lyrische Stimmungsemhell aller Volksromanzen, perlen die schmerzlich-schönen Ntt- lodien der „Triumphgasse" noch einmal aus. Er ist der Sproß eines alten, verarmten Komgsge- fchlechts, der Hüter einer heimlichen Krone, der „Fremdling von den Sternen". Aus alten Volksromanzen scheint auch der Glanz und Ruhm Garibaldis aufzuklingen, des Italien., schen Volks- und Freiheitshelden, den die beiden folgenden Romane „Die Geschichten von Garibaldi" feiern, „Die Verteidigung Roms" (1906) und „Der K am p f um R 0 m (1907) Sie gestalten in Garibaldi den Helden und seine Berufung im Kampf mit der Welt, die Tragödie des Genius, die geschichtliche Notwendigkeit, die auch über ihr größtes Werkzeug unerbittlich hin- weggeht, wenn es seinen Dienst getan hat und wenn seine mythische Gröhe der unerläßlichen neuen Ordnung entgegensteht. Cavour, der Staatsmann, der Mann der Brille und Feder der schicksalsvolle Gegenspieler Garibaldis, erklärt diese tragische Notwendigkeit des Weltverlaufs, als er Victor Emanuel, dem Garibaldi die Krone des geeinten Italiens erobert hat, zuruft: „Dankbarkeit solle er Garibaldi beweisen, soviel er wolle, aber zuvor möge er ihn von der Hohe herunter, auf die das Gluck und der Genius den Mann unverhofft gehoben hätten, dahin stellen, wohin der Untertan gehöre Im stillen möge er Garibaldi bewundern, hi/ unbegreifliche Kraft, die ihm mnewohne, verehren vorbin Augen des Volkes müsse er ihn behandeln wie der Herr den treuen Diener. In mythischer Größe steigt Italiens Volksheld, „Der Löwe der Insel", vor uns auf: „Wir wollen alte Lieder fingen, um den Toten der Insel zu beschwören. Eine Aeolsharfe wollen wir zwischen die Klippen spannen: wenn der Wind daruberfährt, wird sie von heiligen Erinnerungen tönen: von । wehenden Fahnen und rasenden Schwertern, von „Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland hat im vorigen Jahre in einer Reihe von Großstädten durch das „Fest der deutschen Schule" die Aufmerksamkeit weitester Volkskreije auf die deutsche Schule jenseits der Reichsgrenzen gelenkt. Auch in diesem Jahre soll das „Fest der deutschen Schule" begangen werden und als „Tag des deutschen Volkstums" zu einem gewaltigen Bekenntnis des gesamten deutschen Volkes zu den auslandsdeutjchen Volksgenossen gestaltet werden. Die Veranstaltung wird daher in jeder Stadt und in jedem Dorf durchgeführt. Der Zeitpunkt ist auf den 16. September festgesetzt. Wir ersuchen, den VDA. bei den Vorbereitungen und der Durchführung des Festes weitgehendst zu unterstützen bzw. dort, wo noch keine VDA.-Schul- gemeinschaft oder Ortsgruppe besteht, alsbald für die Organisation der Veranstaltung Sorge zu tra- . - gen. Auskunft über die Durchgestaltung erteilt der Ansprache an ine Gefolgschaft: Er ermahnte die Ober-Hessen ** n e r Steuerermäßigungen sürZnstandsetzlings und Ergänzungs-Arbeiten. * er-Jubiläum in der Gieße- Verbandstag desHessischenBäckerhandwerksinAlsfeld goldenes Priesterjubiläum. Entsprechend der Weihe des Tages findet Mittwoch, Donnerstag und Freitag, abends 8.15 Uhr, in der Pfarrkirche ein feierliches Triduum in Form dreier von einem Dominikanerpater gehaltenen Predigten statt. Das Triduum findet feinen würdigen Abschluß in einer Generalkommunion der ganzen Pfarrei und dem Jubelgottesdienst am Sonntag, dem 22. Juli. Am Nachmittag findet ein Festakt im Vereinshause statt. Auf Leben und Wirken des Jubilars behalten wir uns noch vor zurückzukommen. ** A l s Fleisch beschau er verpflichtet. Der Tierarzt Wilhelm Martin Zimmer zu Gieße n wurde als Fleischbeschauer für ine Stadt Gießen verpflichtet. ** Promenaden-Konzert des Stadt- theater-Orchesters. Wegen der Bespielung Bezüglich der Steuervergünstigungen für Jn- standsetzungsarbeiten und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden muß ein Unterschied gemacht werden, je nachdem es sich um die Auswirkung des Gesetzes 1?' Znli 1933 oder der Verordnung vom 20. April 1934 handelt. Steuervergünstigungen für Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiken an Betriebsgebäuden. Gemäß dem Gesetz über Steuererleichterungen vom 15. Juli 1933 wirken sich solche Arbeiten auf die Einkommens- bzw. Körperschaftssteuer aus. Diese beiden Steuern werden aber nur für die Steuerabschnitte ermäßigt, welche nach dem 30. Juni 1933-unb vor dem 1. Januar 1935 enden, und zwar um 10 v. H. des Betrages, den der Steuerpflichtige für Instandsetzung^ und Ergänzungsarbeiten an Betriebsgebäuden aufgewendet Han Damit aber eine Steuervergünstigung Platz greift, müssen folgende drei weiteren Voraussetzungen erfüllt sein: holischen Kirche. Am 20. Juli begeht der Hochwürdige Herr Ehrendomherr Geistliche Rat und Dekan, Pfarrer Johannes Bayer sein + Alsfeld, 17. Juli. Am vergangenen Sams- tag und Sonntag hielt der Zweigverb anb Hessen des Zentralverbandes „Germania" Deutscher Bäckerinnungen in Alsfeld feinen diesjährigen ordentlichen Verbandstag ab, zu welchem zahlreiche Vertreter des hessischen Bäckerhandwerkes aus allen Teilen des Hesfenlandes erschienen waren; ebenso war der Präsident des Germania-Verbandes aus Berlin anwesend. Die Stadt hatte zu Ehren der Gäste reichen Flaggenschmuck angelegt. Die Arbeitstagung begann am Samstagnachmittag mit einer Sitzung des Vorstandes im „Hessischen Hof", an die sich eine Besprechung der Obermeister anschloß. Sie war der Erledigung des geschäftlichen Teiles des Verbandstages gewidmet. Abends fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein Bunter Abend statt, der einen bis auf die letzte Ecke gefüllten Saal sah. Das reichhaltige Programm bot eine Fülle sehr guter Darbietungen. Vom Gießener Stadttheater wirkten dabei die Herren Vieren und Wrede mit. Obermeister Karl Klingelhösfer (Alsfeld) begrüßte die Gäste. Die Verbandstagung begann am Sonntagmorgen, sie war recht gut besucht und fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" statt. Das Trompeterkorps der Alsfelder Hitler-Jugend eröffnete mit Fanfarenmusik die Tagung. Der Verbandsführer Steinmann hielt die Eröffnungsansprache. Obermeister Klingelhösfer (Alsfeld) begrüßte die Teilnehmer im Namen der Alsfelder Bäckerinnung. Bürgermeister Dr. Dölsmg überbrachte die Grüße der Stadt Alsfeld, wobei er insbesondere daraus hinwies, daß die Stadt Alsfeld ihrer ganzen Vergangenheit nach eine Pflegestätte regen Gewerbefleißes gewesen sei, in welcher auch die Zunft der Bäcker eine angesehene Rolle gespielt habe. Das Handwerk bilde im Dritten Reiche eine Hauptsäule im ständischen Aufbau und dürfe nunmehr wieder mit Vertrauen und voll Hoffnung in die Zukunft blicken. Er wünschte der Tagung einen vollen Erfolg. Das erste Referat hielt der Landeshandwerksfiihrer Gamer, der sich in seinen Ausführungen mit dem neuen Handwerkergesetz befaßte. Dieses müsse die Grundlage handwerklichen Denkens und Handelns im nationalsozialistischen Staate sein. Das Handwerk habe volles Verständnis für die Not der Zeit gezeigt. Auch bei der Organisation des Handwerks müsse das Führerprinzip angewandt werden, und nur solche dürften Führer werden, die oen wahren Nationalsozialismus in sich ausgenommen haben. Nicht diktatorische Gewalt sei das Entscheidende, sondern jeder Führer muß durch seine Tat und sein Leben zeigen, was er verlangt. Der Redner befaßte sich sodann noch mit der Frage der Preisbil- Preußen. Kreis Wetzlar. CfJ V rJ?' V- Juli. Beim Gleibergfest am h»r h• r d'e eingerichtete Sanitätswache von ihr«, %n.ne verschiedentlich Gelegenheit, ,-"lichkelt zu beweisen und helfend ein- x’ ^leiberger Jungen fiel ein ab- brockelnder Stein des Mauerwerks auf den Kopf S" e -me Fl-i,chwstnd°. Etwa ein halbes Dutzend Insektenstiche mußten behandelt werden. Ein junger Mann von Vetzberg erlitt einen starken Nie- renkolikanfall; er wurde mit dem Sanitätsauto in ferne Wohnung verbracht. Beim Eintreffen des Gauleiters Sprenger rutschte ein Krofdorfer Bursche Lohten Platz und erlitt einen Sein« brud) davon; er befindet sich in der Klinik. Jnsqe- samt wurden 13 Fälle behandelt. Nassau 2,3 (Oldenburg 2); Salat 2 bzw. 2,2 (Oldenburg und Bayern 2); Spinat 2,5 bzw. 3,4 (Oldenburg 2); Erdbeeren 2,7 bzw. 3,4 (Oldenburg 2). Aus den Veröffentlichungen über Arbeitslosigkeit in Großstädten über 200 000 gewinnen wir einen Einblick in die Erfolge der von der nationalsozialistischen Regierung durchgeführten Arbeitsschlacht. So hatte Frankfurt a. M. am 31. Mai 1933 noch 61 875 Arbeitslose, d. h. von 1000 Frankfurter Einwohnern waren 111,5 ohne Arbeit. Am 31. Mai 1934 beträgt die Zahl der Arbeitslosen in Frankfurt nur noch 40 340 oder auf 1000 Köpfe der Gesamtbevölkerung entfallen noch 72,7 Arbeitslose. Das bedeutet einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Frankfurt um 34,8 v. H. in der Zeit vorn 31. Mai vorigen bis zum 31. Mai dieses Jahres. Daten für Donnerstag, 19-Jnli. 1810: Königin Luise von Preußen in Hohenzieritz gestorben (geboren 1776); — 1819: der Dichter Gottfried Keller in Zürich geboren (gestorben 1890); — 1834: der französische Maler Edgar Degas in Paris geboren (gestorben 1917). Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Leise flehen meine Lieder". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 17 bis 18 Uhr, Ausstellung „Das Tier im Bild". — Bergschenke, 20.15 Uhr, 6. Abonnement-Konzert der Militärkapelle. st. Kirtorf, 17. Juli. Die hiesige Gemeindevertretung trat dieser Tage zu einer Sitzung zu- jammen. Der Antrag zur Herstellung einer Mauer JJ” Mischen der Braugasse und der Alsfelder Straße wurde genehmigt. Der Wirtschaftsplan für 1935 über die Waldungen der Gemeinde Kirtorf fand Genehmigung. Ebenso wurde den Vor- ^6«! einer monatlichen Beihilfe für den Jungbann <5/2/116 (Jungvolk) und verschiedenen Holzoerkaufs- oertragen aus dem laufenden Wirtschaftsjahr zu- r?m Anschluß an die Tagesordnung be- icyastigte sich die Gemeindevertretung in einer eingehenden Beratung mit dem diesjährigen Jakobi- markt am Donnerstag, 19. Juli. Tödlicher DerkehrSunfall. & Lauterbach, 17. Juli. Heute mittag ereignete sich auf der Hauptstraße Lauterbach—Herbstein in der Nähe des Eisenbacher Bahnhofs ein Derkehrsunfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Riedeselsche Förster N e e b aus Eisenbach kam um die angegebene Zeit die steile Stockhäuser Straße, dem sogenannten Fuchsküppel, mit dem Fahrrad heruntergefahren und wollte die Hauptstraße rechtwinklig überqueren, um nach seiner Wohnung bei Schloß Eisenbach zu fahren. In dem gleichen Augenblick kam aus Richtung Lauterbach ein mit mehreren Personen besetzter Personenwagen angefahren. Ein Zusammenstoß war, da beide Fahrer nicht mehr rechtzeitig halten konnten, unvermeidlich. Der dabei tödlich verunglückte Forstmann wurde vom Auto noch 15 bis 20 Meter mit« geschleift und war, orts der Wagen zum Stehen kam, bereits tot. Die sofort herbeigerufene Gerichtskommission stellte mit Kreisarzt Burger die Einzelheiten des tragischen Unfalls fest; die Schuldfrage ist allerdings noch nicht völlig geklärt. Der so jäh aus dem Leben Gerissene war ein von seinen Vorgesetzten wie auch von seinen Mitmenschen sehr geschätzter Forstbeamter. Landkreis Rieften. in früheren Zeiten das Einnehmen besserer Vorderplätze als ein gewissermaßen selbstverständliches Vorrecht der Begüterten oder „Vornehmen" an, war es bei einem gesteigerten Kirchenbesuch in gewissem Sinne notwendig, sich durch Ankauf eines Platzes eine gute Sitzgelegenheit für die Dauer des Gottesdienstes zu sichern, so können heute beide Gründe nicht mehr als stichhaltig und im Zeichen der Volksgemeinschaft erst recht nicht mehr als zeitgemäß gelten. * Obbornhofen, 18.Juli. Die 15 Jahre alte Frieda Peter von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz erhebliche Verletzungen am lin. k e n Knie und mußte in die Chirurgische Klinik in Gießen eingeliefert werden. * Bellersheim, 17. Juli. Gegenwärtig beunruhigt wieder einmal ein Einbrecher die Bevölkerung unseres Ortes. In der Posthilfsstelle wurde zum zweiten Male einaebrochen und Geld gestohlen, einem Arbeiter, der feine ersparten Gelder in einem Schrank aufbewahrte, wurden diese Ersparnisse ebenfalls gestohlen, ein Landwirt vermißt aus seiner Räucherkammer einen schweren Schinken, einem anderen wurden Kartoffeln aus dem Keller gestohlen. Von dem Täter, der mit den örtlichen Verhältnissen sehr gut vertraut zu sein scheint, fehlt noch jede Spur. Kreis Frievberg. * Bad-Nauheim, 17. Juli. Am Montag' hielt der als Bienenzuchtschriftsteller bekannte Pfarrer i. R. A i f cf) im Kerckhoff-Jnstitut einen Vortrag über den Honig als Kraftquelle für das Herz. Er war von über 400 Personen, darunter vielen Kurgästen, besucht. Der Vortrag knüpfte an das an, was vor einem Jahre auf dem deutschen Jmkertag in Bad-Nauheim Professor Dr. med. Koch zu dem gleichen Thema gesagt hatte und war im Auftrage der Reichsfachgruppe Imker von dem Vortragenden mit Bildern ausgestattet. Mit großer Spannung lauschten alle Zuhörer den Tatsachen, aus denen hervorgeht, daß der Honig ein geradezu vollkommener natürlicher Herzbetriebsstoff ist, der durch seinen Reichtum an Traubenzucker den Herzmotor speist, durch seine Phosphate die Herztätigkeit unterützt und sie durch Kalzium anregt. Dazu kommt, daß seine Fermente aue Mehlspeisen so umwandeln, daß sie schon halb verdaut genossen werden, und daß der im Honig enthaltene Zucker schon in die Form übergeführt ist, die der Körper ohne jede weitere Arbeitsleistung ohne weiteres vom Magen aus in den Blutkreislauf aufnimmt. Als Beweis dafür, wie sehr die Sportsleute diese Tatsachen ausnutzen, um die Erschöpfungszustände, die sie anfallen, schnell zu überwinden, wurde ein Bild des Bienenstandes gezeigt, den sich der Weltboxer Max Schmeling in seinem Heim am Scharmützelsee in der Mark angelegt hat. Viele Fragen, die aus den Kreisen der Zuhörer gestellt wurden, brachten noch ein Zusammensein über die Zeit des Vortrages hinaus zustande. Kreis Schotten. * Wetferfeld, 16. Juli. Heute morgen stürzte der Wärter Karl Trapp von hier auf der Straße Wetterfeld—Gießen, als er nach feiner Arbeitsstätte in Gießen fahren wollte, vom Fahrrad. Er erlitt verschiedene innere und äußere Verletzun- g e n, so daß er nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht werden mußte. Kreis Alsfeld. des Kurtheaters Bad-Nauheim fällt das Promenadenkonzert am heutigen Mittwoch aus und wird auf morgen, Donnerstag, verschoben. Beginn um 20 Uhr, Ende 21 Uhr. Die Leitung hat Konzertmeister K e r z i s n i k. Programm: „Deutschlands Waffenehre", Marsch (Blankenburg; Ouvertüre zur Operette: „Der Zigeunerbaron" (I. Strauß); „Rosen aus dem Süden", Walzer (I. Strauß); Fantasie über die Oper „Cavalleria rusticana" (Mascagni); Paraphrase über die „Rosenlieder" (Eulenburg); Potpourri aus der Operette „Land des Lächelns" (Lehär); „Der Rose Hochzeitszug", Charakterstück (Morena); „Seid einig", Marschpotpourri (Mo- rena). ** Sonderzüge zum 116er-Tag in Gießen. Der Verkehrsausschuß für den am kommenden Samstag und Sonntag stattfindenden 116er- Tag in Gießen bittet uns, darauf hinzuweisen, daß die Fahrpläne für die Sonderzüge zum 116er-Tag an allen Bahnhöfen einzusehen sind. Extrafahrpläne gehen den Vereinen außerdem zu. D i e Wasserversorgung in den Kleingärten. Das Gas- und Wasserwerk teilt in Erwiderung auf ein gestern von uns veröffentlichtes „Eingesandt" mit, daß die Maßnahmen zur Einschränkung des Wasserverbrauchs, besonders aber die Beschränkung des Wasserverbrauchs in den Kleingärten, wieder aufgehoben werden konnten. Die Sperrung der Wasserzufuhr für Kleingärten erstreckte sich lediglich auf drei Tage (Freitag, Samstag und Sonntag). In Anbetracht dessen, daß auch weiterhin mit heißen Tagen zu rechnen ist, empfiehlt das Gas- und Wasserwerk, mit dem Leitungswasser nicht verschwenderisch umzugehen, da sich in anderem Falle Zwangsmaßnahmen nicht vermeiden ließen. Es ist notwendig, die Anordnungen des Gas- und Wasserwerks zu beachten. ** Der Xintenftift im Auge. Wie von ärzlicher Seite berichtet wird, haben in letzter Zeit Verletzungen durch den Tintenstift zu schweren Schädigungen des menschlichen Auges geführt. Die Chemie lehrt, daß die Anilinfarbe des Tintenstiftes ein Methylviolett ist, das die Eiweißstoffe des Gewebes verflüssigt und rasch in die Tiefe dringt. Der gefährliche Stoff kann auch bis zum Augenhintergrund Vordringen; Komplikationen können zur Blindheit führen. Zur Heilung empfiehlt man die gehörige Entfernung der Tintenstiftteile, darauf eine Spülung mit lOprozentigem Wasserstoffsuperoxyd oder mit 5- bis lOprozentiger Tanninlösung. Die ins Gewebe eingekeilten Fremdkörper beseitigt man durch Watte, die mit 96prozentigem Alkohol getränkt ist und die den Rest auflöst. 1. Die Gesamtlohnsumme des Betriebes, dessen Inhaber die obige Steuervergünstigung für N, in Anspruch nimmt, muß in dem Steuerabschnitt, innerhalb dessen die Jnstandsetzungs- und Erganzungsarbeiten oorgenommen worden sind, wegen welcher die Steuervergünstigung eintreten soll, mindestens um den Betrag gegenüber dem Atzten Steuerabschnitt höher sein, in dessen Höhe bie Steuerermäßigung verlangt wird. Ist die Ge- amtlohnsumme gegenüber dem letzten Steuerab- schnitt nicht in die Höhe gegangen, jo tritt eine Steuervergünstigung nicht ein; ist die Gesamtlohn- umme gegenüber Dem letzten Steuerabschnitt um weniger gestiegen, als der Betrag ausmacht, der auf Grund der Jnstandsetzungs- und Ergänzungs- arbeiten von der Steuerschuld in Abzug gebracht werden soll, so faen die Steuervergünstigung höchstens in dem Maße gewährt werden, auch wenn 10 v. H. der für die Jnstandsetzungs- und Erganzungsarbeiten aufgewendeten Summe mehr ergeben, um welchen die Gefamtlvhnfumme im oetreffenben Steuerabschnitt höher ist als im vor- ausgegangenen. 2. Material: Das Gesetz verlangt^ daß zu oresen steuerbegünstigten Jnstandsetzungs- und Erganzungsarbeiten ausschließlich inländi« ch e E r Zeugnisse als Mkterial verwendet worden sind. ei 3 u 3 e i t p u n 11 der Ausführung d e r jnstandsetzungs- und Ergänzungsar- JJe 1 „W Schließlich müssen die Arbeiten nach dem 30. Juni 1933 begonnen und vor dem 1. Januar 1935 beendet worden sein. Es sei nochmals ausdrücklich bemerkt, daß sich dlese Steuerermäßigung aus dem Gesetz vom 15. Jul: 1933 aber nur auf Jnstandsetzungs- und Erganzungsarbeiten an gewerblichen Gebäuden, Gebäudeteilen und Belriebsgebäuden erstreckt; sie tritt also nicht in Kraft bei Arbeiten an andwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Be- bert ° Un& Wirtschaftsgebäuben und Wohngebäu- ofte ^Ordnung über Steuererleichterungen oom 20. April 1934 werden alle Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten, Zuschuß gewährt worden ist, steuerlich begünstigt, und zwar wiederum in bezug auf die Einkommens» und Körperschaftssteuer. duna im Handwerk und mit der E r z i e h u ng der Lehrlinge im Handwerk. Hierauf sprach der Präsident der Hessischen Handwerkskammer Müller. Er betonte in seinen Ausführungen hauptsächlich die soziale Seite. Das Handwerk habe die Aufgabe, diejenigen Elemente zu beseitigen, die unsozial denken und handeln. Die Rangordnung bestimmt sich nach Arbeit und Charakter und nicht nach der Funktion, die jemand zu erfüllen hat. Scharf wandte sich der Redner gegen die nörgelnde und unehrlich gemeinte Kritik. Zum Schluffe gab der Vortragende Erläuterungen zu Fachzeitschriften. Anschließend erstattete der Geschäftsführer des Hessischen Zweigoerbandes, Dr. Maurer, den Geschäfts- und Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und berichtete über die vor der Tagung stattgefundene Obermeisterbesprechung. Alsdann ergriff der Präsident des Germania-Verbandes Grüßer-Berlin das Wort. Er überbrachte die Grüße des Zentral» verbandes und sprach in gut durchdachten Ausführungen über die Zwecke und Aufgaben des Handwerks, Voraussetzung sei das gegenseitige Vertrauen und Verstehen. Eine selbstverständliche Voraussetzung für die Einführung in bas Wesen bes neuen Staates sei auch bie praktische Ertüchtigung in ber Werkstube. Die Ausbilbung ber Lehr- finge bürfe unter keinen Umftänben leiben. Primär sei es, baß überhaupt Menschen in Arbeit unb Brot gebracht werben, sekunbär bagegen fei bie Entlohnung nach bem Tarif. Es müsse überall Maß ge- holten werben. Die Arbeit ber Regierung bürfe von bem Bäckerhanbwerk nicht erschwert werben. Dieses habe ben ehrlichen Willen mitzuarbeiten an bem großen Aufbauwerk unseres Führers Abolf Hitler. Jeber Hanbwerker werbe bazu aufgerufen, in diesem Sinne mitzuarbeiten. Die Kritik müsse von Ehrlichkeit getragen sein. Das Schlußreferat erstattete der Lanbesbilbungs» referent H e i b (Darmstabt). • Im Laufe bes Nachmittags versammelten sich biß Teilnehmer im schönen Kasinogarten bei Kaffee und Kuchen, wobei die Kapelle bes Arbeitsbienstlagers Alsfelb konzertierte. Abenbs fanb eine Veranstal- tung ber Bäckerinnung Alsfelb im Gasthaus „23a- terlanb" mit Konzert, Tanz unb unterhaltenben Darbietungen statt. Am Montag unternahmen bie noch anroefenben Teilnehmer ber Tagung zusammen mit ber Alsfelber Innung einen Ausflug nach ber schönen Burg Harzberg. Die Teil-' nehmer waren von bem gastlichen Empfang unb den Schönheiten ber altertümlichen Stabt Alsfelb ehr begeistert. Es war eine in allen Teilen gut vorbereitete unb ebenso gut burchgeführte Tagung. Llch, 17.Juli. Unter Führung von Professor Corbier besuchte gestern bas theologische Seminar Gießen — etwa 25 bis 30 Damen "no Herren unser Städtchen, um bie sehenswerte 400 Jahre alte Marien st ijtskirche zu besichtigen. Mit großer Aufmerksamkeit folgten sie einem ihnen gebotenen Vortrage unb nahmen bann Anblick in einzelne Teile bes Gotteshauses. Besonders interessierten die im Chor unb an ber Süb- wanb aufgestellten prächtigen Grabbenkmäler, unter benen bas des Cuno v. Falkenstein und seiner Gemahlin Anna von Nassau (1330), ein Meisterwerk edelster gotischer Steinmetzkunst, immer wieder jeden Beichauer entzückt, und die im Renaissancestil gehal- tenen farbigen lebenswahren Standbilder ber ©raten Philipp, Reinhard und Otto von Solms mit tljrcn Frauen (1548) durch ihre Schönheit hervorragen. Von besonderem Interesse waren bas an bem Sater bes preußisch - hessischen Zollvereins, ben Stistspfarrer Georg Frank erinnernbe, zum 400. ©eburtslage ßuthers gestiftete farbige Fenster des jublichen Seitenschiffes unb bas nur sehr selten sich finbenbc sog. Schinberbänkchen im Trep- penaufgang zur Orgel, das einen anschaulichen Be- ?eI5JorfDenkweise vergangener Zeiten bietet. Als em Kunstwerk besonderer Art wurde die aus der Barockzeit stammende mit ben Figuren ber Kirchenvater geschmückte Kanzel mit Schallbeckel berounbert, ber Moses mit ben Gesetzestafeln trägt, unb beren holzgeschnitzte Rückwanb, bie Gesetzgebung xenV®Jnat darstellenb, jetzt ein Schmuckstück der Subwanb der Kirche bildet. Nach ber Besichtigung würben in ber Kirche von einzelnen Mit- ghebern des Seminars Referate über theologische Fragen gehalten unb bann die Wanderung nach ber nahen Klosterruine Arnsburg fortgesetzt. chJ7- Auli. Unter bebeutenbem Kostenaufwand wird gegenwärtig die im Jahre 1922 erst- mahg eingerichtete Heizung ber Marien- ftift5fir$e neu instanb gesetzt, ba sie sich all die Jahre hmburch nicht hinreichenb bewährt hat Zu diesem Zweck wird bie nörbliche Seitenkapelle >og- Sakristei, in ber bie Heizungsanlage untergebracht war mehrere Meter tief ausgeschachtet, um bie Heizkessel tiefer zu legen unb so eine bessere ©irfung zu erzielen. Gleichzeitig wirb bannt ein Jtaum zur Lagerung unb bequemeren Hineinschaf- fung bes Heizmaterials geschaffen. So hofft man, den gewaltigen Kirchenraum mit einer wohligen Temperatur versehen zu können, unb auch baburch im Winter einen stärkeren Kirchenbesuch herbeizu- fuhren. Demselben Zweck bient auch eine Verbesserung ber Sitzgelegenheiten, befonbers ber Frauenstühle im Mittel,chisf, die seither allzu schmal unb beren Rückwänbe zu steil waren Bei biesen Ausbesserungsarbeiten an ben Bänken ist auch eme seit Jahrhunberten hier wie an anberen ?.rten gebräuchliche Einrichtung beseitigt worben: bie Bezeichnung bestimmter Kirchenplätze burch Namensschilber, ber sog. „Kirchenenben". Sah man Diese Begünstigung erstreckt sich also im Gegen- >atz zu ber unter I gemäß bem Gesetz vorn 15. Juli 1933 aufgefuhrten Regelung auf Jnstanbsetzungs- und Erganzungsarbeiten an Gebäuben unb Ge- baubeteilen aller Art, also auf gewerbliche Gebäube Gebaubeteile, auf lanbwirtschaftliche, forftmirt- Wirtschafte unb Setriebsgebäube unb aUL r °^flebäube in der Stabt unb auf bem Lanbe. Dlese Vergünstigung wirb für Jnstanbsetzunqen unb Ergänzungen gewährt, bie in Steuerabjchnit- ten liegen, welche in ber Zeit vorn 1. Januar 1934 bis zum 31. Dezember 1935 enben, unb zwar wieberum in Höhe von 10 v. H. ber Aufwenbunqen für bie vorgenommenen Arbeiten. Die Voraussetzungen zur Herbei- s u h r u n g de rSteuervergünstigung sind ebenfalls wieder dreierlei Art: 1. Beginn und Ende der Instandsetzungen und Ergänzungen müssen in ber Zeit vom 1. Ja- nuar 1934 bis 31. März 1935 liegen. Die Aus- legung bes Begriffes ber JnstanbfetzungS- unb Er- gan^ungsarbeiten richtet sich nach bem Verkehrs- -c TÄ- ""Here Ausführungen hierüber bürsten uberfluffig fein, nachbem sich jeber Interessent im taufe bes letzten Jahres über biesen Begriff ge- nugenb informiert haben wirb. Dagegen sinb Um- bauten eines gewerblichen Gebäubes zu Wohnun- gen weiterhin ebensowenig steuerbegünstigt, wie Neubauten. 2. Nichtgewährung von Zuschüssen- Für die betreffenden Arbeiten dürfen Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln des Reiches, ber ßänber unb der Gemeinben roeber mittelbar, noch unmittelbar gewährt worben fein, also insbefonbere keine Reichszu chusse. Trotz ber Gewährung von solchen Reichszuschussen unb Zinsvergütungsscheinen nach bem Gesetz vom 21. September 1933 sinb Jnstanb- 'Otzungs- unb Erganzungsarbeiten an gewerblichen ©ebauben ober ©ebäubeteilen steuerbegünstigt. 3-r te r t al; Schließlich müssen auch hier ausschließlich mlanbische Materialien verwenbet werben, außer wenn beren Verwenbung zu einer unverhaltnismaßigen Verteuerung führen würbe oder menn solche Materialien in geeigneter Qualität ober Form nicht zugänglich sinb. iÄeuHnia£ ?er ^elung nach bem Gesetz vom 15. Juli 1933 fommt es bei biefer zweiten Art ber ©teuerbegunftigung gemäß ber Verorbnung vom 20 Slpnl 1934 also vor allem nicht mehr auf bie Hohe ber Lohnsumme an. Dr. Rösler. Mr den Büchertisch. Aus dem Buch der Geschichte Bücher für die Krau Aus fremden Literaturen Wirtschaft und Aecht praktische Bücher lande. S ÄrKS'wTKHMM. = -2 £_“«?JB JKlSSL S Einführung und den ausführlichen Erläuterungen eine vollkommene Anschauung von dem heute wieder oft genannten Buch vermitteln. Gerade in den Bildern, die uns die verschiedenen Rechtsbräuche zu Beginn des 13. Jahrhunderts in drasti- cher Weise verdeutlichen, offenbart sich aufs schönste der volkstümliche Charakter des Buches, das im deutschen Rechtsleben eine so entscheidende Rolle gespielt und in einzelnen Teilen Deutschlands bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Geltung gehabt hat. Weit über den Kreis der Juristen hinaus wird man nunmehr Kenntnis von den Rechts- und Lebensgewohnheiten unserer Vorfahren erhalten. Das ungemein wohlfeile Büchlein ist ein willkommenes ausgezeichnet gelungenes Seitenstück zu dem farbigen „Minnesinger"-Bändchen. — Wilhelm Zimmermann, Der deutsche Bauernkrieg, bearbeitet von Gottfried Falkner, mit 85 Holzschnitten von Karl Rössing. Verlag „Das Bergland-Buch", Deutsche Vereins- Druckerei AG., Graz. — (32) — Obwohl wir seit kurzem eine ausgezeichnete neue Darstellung des Bauernkrieges aus sachkundiger Feder besitzen, ist diese Neuausgabe des zuerst 1841 erschienenen Buches von Zimmermann zu begrüßen. Zimmermann, ein schwäbischer Pfarrer, hat der Frankfurter Nationalversammlung als Abgeordneter der äußersten Linken angehört und der politischen Interessiertheit dieser Jahre verdankt sein Buch über den Bauernkrieg seine Entstehung. Es ist weniger eine systematisch-kritische Darstellung als eine ungemein anschauliche und eindrucksvolle Ausbreitung des gesamten, damals vorliegenden Ouellenmaterials. Die Bearbeitung des Zimmermannschen Werkes durch Gottfried Falkner hat durch Streichung der lehr- haften Anspielungen auf die Zeit des Vormärz und durch weitere Kürzungen, eine Form gefunden, die die Lektüre dieses Werkes zu einem großen Reiz — William Somerset Maugham: Ein Stück Wege s". Südsee-Rvman. Im Propyläen-Verlag, Berlin. Preis: brosch. 3,50, in Ganzleinen 5 Mark. — (152) — Der Engländer ist tret uns in Deutschland vorwiegend mit etlichen effektvollen Theaterstücken bekannt geworden. Sein neues Buch spielt in der Südsee. Auf kleinen Seglern, die zwischen den felsigen Inseln der Südsee verkehren, am Rande des Dschungels in halb europäischen Städten und Einwohnerdörfern treffen sich Menschen aus aller Herren Länder, sonderbare Existenzen die das Leben in diesen märchenhaften, aber gefährlichen Weltteil verschlagen hat: verkrachte Kapitäne, alte holländische Pflanzer, Glücksspieler, Abenteurer, Männer und Frauen, Farbige und Dichterin abgestimmt ist. — Karl Linnebach: Karl und Marie von Clausewitz. Ein Lebensbild in Briefen und Tagebuchblättern. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin. (530) — In der ersten Reihe der besten deutschen — Das Reichs-Telegramm-Adreß- buch (38) ist vor kurzem in 11. Auflage erschienen. Die Herausgabe erfolgt auf Grund eines Vertrages richtige Telegrammadresse einer Firma schnell und zuverlässig festzustellen. Außerdem ist dem Werke ein Branchenregister mit Bezugsquellenverzelchnls angegliedert. Das Branchenregister ist für den Auslandsgebrauch in die acht Welthandelssprachen übersetzt und macht das Reichs-Telegramm-Adreß- buch zu einem brauchbaren Nachschlagewerk für Firmen, Banken und Behörden im In- und Aus- Moltke. Die Schule des Generalstabs schuf auch jenen kristallklaren, Personen und Dinge durchdringenden, aber bei aller scharfen Logik warmen und ungemein plastischen Stil, der die Lektüre der militärischen Schriften, der Briefe und Tagebuchblatter dieser großen Soldaten zu einem ungewöhnlich hohen ästhetischen Genuß, aber weit darüber hinaus durch die ethische Haltung, die diesen Mannern die Feder geführt hat, zu Stunden innerer Sammlung und Aufrichtung macht. Clausewitz war em Schuler Rudolf Beyer, Amtsgerichtsdirektor. Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig. — (215) — — Friedrich Markus Huebner: Schaffen und Ruhen. Adel der Arbeit. Sinn der Erholung. 91 Seiten. Verlegt bei Gotthard Pefchko, Darmstadt. — (248) — Eine übersichtlich gegliederte, aphoristisch sich äußernde, leicht lesbare und zu fruchtbarem Nachdenken anregende Philosophie Leibes und der Seele. Sie handelt in kurzen, klaren, wohldurchdachten Kapiteln von der Arbeit und vom Müßiggang, von Körperpflege und Ernährungsweise, Wohnen und Geselligkeit, Tanzen und Schlafen und manchem andern; sie will ein kleiner Führer sein zu einem neuen Lebensstil, richtet sich gegen Mechanisierung, Rationalisierung und „Tempo-Besessenheit" und setzt sich ein für erlebnisreiche Arbeitsgestaltung und schöpferische Erholung. — Ratschläge und veranschaulicht sie durch viele Bilder. Fütterungstabellen geben die Möglichkeit, das geeignete Futter nach dem jeweiligen Nährwert zusammenzusetzen. — Vom schlechten zum rechten Hande l s b r i e f. Von H a n s G l o y. 22. Tausend. 70 Seiten: Kart. 1,80 RM. Hamburg, 1934. Hanseatische VerlagSLnstalt. — (83) —Dieses flott geschriebene Buch Figt anregend, rote der neuzeitliche Geschäftsbrief aussehen muß, der — frei von allen Phrasen des berüchtigten Kaufmannsdeutsches — persönlich wirkt, überzeugt und eine enge Verbindung zum Kunden schafft. Durch treffende Gegenüberstellungen weist der Verfasser auf alle Fehler und Mängel hin, die in Kaufmannsbriesen noch zu finden sind. Er gibt jedem die Möglichkeit, seinen Stil kritisch zu prüfen und sich eine klare, einfache und wirkungsvolle Ausdruckswelse anzu- — Helmut Verve: Kaiser Augustus. Insel-Verlag, Leipzig. Preis 0,80. — (146) — Selten haben sich die Anschauungen schon der Zeitgenossen über einen Staatsmann während seines öffentlichen Wirkens so gewandelt, selten aber auch hat die Historie einen Mann wechselvoller beurteilt als den Neffen und Nachfolger des großen Caesar, den ersten römischen Kaiser. Und tatsächlich ist das Bild des eisigkalten, nüchtern berechnenden, brutal zynischen, alle heroischen Attribute entbehrenden Jünglings Octavian, der sich nach der Ermordung Caesars mit unbeirrbarer Zielsicherheit in den Wirren des Bürgerkriegs gegenüber der weit anziehenderen Persönlichkeit des Antonius durchsetzte, kaum vergleichbar mit dem des erhabenen und weisen Herrschers, dessen kluge Mäßigung innerund außenpolitisch für das römische Imperium nach den Stürmen der letzten beiden Jahrhunderte jene statische Form schuf, die für die kommenden Jahrhunderte der Weltgeschichte ihr Gesicht gab. Die Fäden zwischen diesen beiden Polen spinnt Helmut Verve ungemein fesselnd und anschaulich. — Der Sachsenspiegel. Bilder aus der Heidelberger Handschrift. Eingeleitet und erläutert von Eberhard Freiherrn von Künßberg. Im Insel- Verlag zu Leipzig. Insel-Bücherei Nr. 347. In Pappband 80 Pf. — (282) — Durch die in diesen Tagen erfolgte feierliche Einweihung des Denkmals für Eike von Repgow in Reppichau ist der Name dieses anhaltischen Ritters heute wieder in vieler Munde gekommen. Wer aber kennt sein Werk, den „Sachsenspiegel"? Wer hat eine Vorstellung von der besonderen Art dieses ersten deutschen Rechtsbuches? Das vorliegende neue farbige Insel-Bändchen bringt auf zweiunddreißig Tafeln in druck- technisch bewunderungswürdiger Wiedergabe Bilder . aus dem Werke Eikes, die in Verbindung mit der — Lydia Gottschewski, seit Jahren eng mit der nationalsozialistischen Frauenbewegung verwachsen, läßt in I. F. Lehmanns Verlag, München, ein Buch unter dem Titel „M ännerbund und Frauenfrage" (Preis einzeln 1,20 RM., 20 Stück je 1,10 RM., 100 Stück je 1 RM.) er- cheinen, das bei allen deutschen Frauen großen Widerhall und lebhafteste Zustimmung Hervorrufen wird. Die Verfasserin geißelt mit treffenden Worten die Sünden der alten Frauenbewegung libera- listisch-marxistischer Prägung. Die Verfasserin legt dann den Sinn, das Werden und das Wesen der nationalsozialistischen Frauenbewegung dar, die nicht ausschließlichen, sondern „zusätzlichen" und zeitweiligen Charakter habe und die Erfüllung nicht in der eigenen Mitte suche, sondern Vorbereitung, Durchgang und Ergänzung sein wolle zu den ewigen Urformen der Menschheit, zu Ehe und Familie. Sie spricht weiter vom neuen Sozialismus, vom Blut- und Boden-Gedanken, von all den Problemen, die sich im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit der Frau ergeben, und legt zum Schluß ein begeistertes Bekenntnis zur Volksgemeinschaft ab. —Else Frobenius: Die Frau im Dritten Reich. Eine Schrift für das deutsche Volk. Nationaler Verlag Joseph Garibaldi Huch, Berlin-Wilmersdorf. — (554) — Die Verfasserin greift die Probleme und Ideen auf, die die Frauen im neuen Staat vor große Aufgaben stellen. Sie behandelt die Rasse- und Bevölkerungsprobleme, tn — D i e deutsche Volkswirtschaft der Gegenwart. (Wirtschaftslehre 4.) Don Professor Dr Friedrich Raab. Reclams Universal- Bibliothek Nr. 7231. — (219) — Auf Grund der neuesten Unterlagen, aber ohne Dorkenntnisse vor- auszusetzen, in. allgemeinverständlicher, sachlicher Form werden zunächst die natürlichen Grundlagen der deutschen Volkswirtschaft und die Beschaffenheit der in ihnen wirtschaftenden Menschen geschildert; alsdann Gliederung und Wirksamkeit der wichtigsten einzelnen Wirtschaftszweige, ferner die gerade heute in der Umbildung begriffene Rechtsordnung des Wirtschaftslebens und schließlich die Beziehungen der deutschen Volkswirtschaft zu den Wirtschaften des Auslandes. Auf diese Bestandsaufnahme der'wirtschaftlichen Kräfte folgt die Schilderung ihres Zusammenwirkens bei Erzeugung, Verteilung und Verbrauch. Auf diese Betrachungen gründet sich zum Schlüsse eine knappe Schilderung der Zukunftsaussichten und Zukunftsaufgaben der deutschen Volkswirtschaft. — Der wirtschaftliche Kreislauf und seine Gesetze. (Wirtschaftslehre 7.) Von Dr Georg Halm, o. Professor an der Universität Würzburg. Reclams Universal-Bibliothek. Nr...7234. — (222) — Der Verfasser sucht gemeinverständlich zu zeigen, wie die gegenwärtige Wirtschaft geord- ( net wird. Es wird nachgewiefen, daß die' Gesetze i der Preis-, Lohn-, Zins- und Rentenbildung der ; Wirtschaft wesenseigentümlich und daß sie unent- - behrlich sind, solange man grundsätzlich am Privat- eigenhun festhält. Um dies ganz klar herauszuarbeiten, stellt der Verfasser am Ende seiner Unter, suchung der „Verkehrswirtschaft" eine „kollektivistische Planwirtschaft" gegenüber und zeigt, rote infolge der Zerstörung des Tausches und der Preisbildung, bei Aufhebung von Privateigentum und Privatinitiative, eine solche Wirtschaft notwendig im Kommunismus enden würde. Die Ablehnung der zentraliftifch-gemeinwirtschdftlichen Experimente soll dazu dienen, die Grenzen klar erkennen zu las-1 kn, in denen die Neuordnung der entarteten kapitalistischen Wirtschaft nach nationalsozialistischen Grundsätzen zu erfolgen hat. _ Gaupp — Stein — Jonas, Komme n t a r z u r Z i v i l p r o z e ß o r d nu ng in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. November 1933 15- Auflage, in zwei Bänden, Lieferung 7 und 8 Subskription. Preise in der 1. Subskription (bis 31. Dezember 1933): 9,90 und 7,20 Mark, in her 2 Subskription (all 1. Januar 1934): 11 und 8 Mark — (237—301) — Die Lieferungen 7 und 8 dieses Kommentars behandeln die Zwangsvoll- streckuna das Aufgebotsverfahren, das Schiedsgerichtsverfahren And das Einführungsgesetz zur -oMO Die Lieferung 8 bringt außerdem tm Ge- dppe das Gesetz zur Aenderung des Verfahrens in^ bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vom 27. Df ober 1933 ferner die Bekanntmachung zur Entlastung anschauung. — Studenten greifen an. Nationalsozialistische Hochschulrevolution. Von Jndreas F e i - (fert. 39 Seiten. Kart. 1 RM. Hamburg 1934. Hanseatische Verlagsanstalt. — (159) — Feickert stellt aus unmittelbaren Erlebnissen und Erfahrungen Forderungen auf, die allgemeine Beachtung verdienen. Es ist der Geist der Revolution, der aus den Zeilen dieser Schrift spricht und der hier die alten Formen der Hochschulerziehung, die lebens- und volksfremd waren, anklagt. Von dem großen Umschmelzungsprozeß, der uns alle erfaßt hat und der zu einer völligen Neuordnung des Lebens auf nationalsozialistischer Ebene führen wird, glaubt der Verfasser auch heute noch die Universität am wenigsten berührt. Ihre oft in jahrhundertelanger Tradition erhärtete Form wird hier einer scharfen Kritik unterzogen. Das Ziel ist: die echte nationalsozialistische Hochschule, die eine Stätte bewußter Erziehung zu den Ideen des Nationalsozialismus sein soll. Studentischer Arbeitsdienst und die Frage der Kameradschaftshauser werden in ihrem gemeinschaftsbildenden. Charakter von dem Verfasser eingehend untersucht. Die politische Wissenschaft, die er fordert, soll die neue Grundlage jeder akademischen Ausbildung sein. Was die Schrift vor allem auszeichnet, ist die Forderung einer charakterlichen Ausbildung und Festigung der später an verantwortlicher Stelle des Staates stehenden jungen Generation. — Hanns Arens: Befreiung der Jugend. Mit einem Geleitwort von Staats- kommiffar Hans Hinkel und einem Brief von Paul Ernst. Verlag der Breisaauer Zeitung. Freiburg i. B. — (273) — Eine knappe Auseinandersetzung mit den Problemen unserer heran- wachsenden Generation; Rückblick und Ausblick in die Zukunft einer starken und gläubigen Jugend, der Schlageter ein leuchtendes Vorbild bedeutet, während Lerfchs Wort „Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!" ihrem Tun und Denken die Richtung weist. machen. v , — Johannes Haller, Reden und Aufsätze zur Geschichte und Politik. Prem geh. 5,20 Mk. Verlag I. G. Cotta, Stuttgart. — (29) — Der bedeutende Tübinger Historiker, der durch seine Lehrtätigkeit vor dem Kriege auch mit unserer' Gießener Universität verbunden ist, gibt in diesem umfangreichen Bande ein ungemein farbenreiches Bild aus zwei Jahrtausenden europäischer Geschichte. Don höchstem aktuellem Interesse ist schon der einleitende Aufsatz über den Eintritt der Germanen in die Geschichte. Ungemein aufschlußreiche und anregende Streifzüge durch alle Epochen deutscher Vergangenheit gibt der Aufsatz „Nord und Süd in der deutschen Geschichte". Ebenso reizvoll ist die Untersuchung über „die Monarchie im Wandel der Geschichte". Andere Beiträge befassen sich mit der Reformation, der Bismarckschen Aera und dem Weltkrieg. Sie alle geben dem aufmerksamen Leser scharf gesehene, zum Nachdenken anregende Bei- piele meisterlicher historischer Essays, die besten Beweise für die Richtigkeit der Behauptung vom „bildenden Wert der neueren Weltgeschichte", von dem der Verfasser in einem dieser Aufsatze selber handelt. m . — Ricarda Huch, Im alten Reich. Lebensbilder deutscher Städte. Der Norden 44 Städtebilder. In Leinen geb. 3,25 Mk. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (294) - Nun liegt auch der zweite Band jener Lebensbilder deutscher Städte vor, die den Deutschen zeigen, wie im Antlitz ihrer Städte die Geschichte des Reichs geschrieben steht. Hildesheim, Lübeck, Münster und viele andere Namen werden beschworen, Namen, mit denen glänzende und ehrwürdige Architekturen, zugleich aber große, herzbewegende geschichtliche Erinnerungen verknüpft sind. Wer mit Ricarda Huch durch alte Giebelgassen, durch das Dämmerlicht riesiger Dome, über hochgelegene Burgplätze wandert, dem begegnen, als wäre vergangene Zeit durch die Zauberkraft der Dichterin geweckt, Ratsherren und Richter, Kaiser und Fürsten, Ritter, Landsknechte, Soldaten deutscher und fremder Länder, Dichter, Musiker, Gelehrte. Auch dieser Band ift geschmückt mit meisterlichen Tuschzeichnunaen von Hans Meid, deren märchenhafte Anmut auf die Sprache der der Gerichte in der Fassung vom 13. Mai 1924 sowie das ausführliche Sachregister. Das gewichtige und gründliche Erläuterungswerk ist damit vorläufig abgeschlossen, Bearbeiter und Verleger stellen aber bei Gesetzesänderungen Ersatzbogen in Aussicht, wie jetzt gleich wieder ein Ersatzbogen beigefügt ist. Die Einbandmechanik ist, wie bereits früher mitgeteilt, für die Einfügung von Ersatzbogen eingerichtet. Das für jeden mit dem Zivil- prözeß befaßten Juristen unentbehrliche Werk sei nochmals der Beachtung empfohlen. E. — Wechselgefetz vom 21.Juni 1933 nebst dem S ch e ck g e s e tz vom 14. August 1933 samt den Einführungsgesetzen, den wesentlichen Bestimmungen und Auszügen aus den Genfer Abkommen zur Vereinheitlichung des Wechsel- und Scheckrechts und anderen Bestimmungen. (Hitlergesetze VII) Textausgabe mit kurzen Anmerkungen. Herausgegeben von — Sonnenwende. Feier der Hitlerjugend. Herausgegeben von der Abt. S (Schulung, Kultur) des Obergebietes IV/Mitte HI. Bearbeitet von Eberhard E ck a r d t. Verlag „Junger Wille", Leipzig und Gera, 1934. — (249) — Hier haben die HI.-Kameraden aus dem Erlebnis der Kameradschaft und Gemeinschaft heraus ihr Wollen und ihre Art durch schöpferische Arbeit in Liedern, Sprechchören und chorischen Spielen zum Ausdruck gebracht. Nur junge Menschen, die in der lebendigen, blutvollen Kameradschaft der HI. Petzen, sind imstande, der jungen Front derartige Werke zu geben. Auch die kleinste Gemeinschaft muß im Besitz dieses Buches sein. Für Feste und Feiern ist es unentbehrlich. Thema. Es liegt dabei in i>er Natur der Sache, daß das Schwergewicht des Romans allmählich von dem mißratenen Knaben Heini allmählich übergeht auf die prachtvolle Gestalt der Frau Marie, die gesund an Leib und Seele, energisch und tüchtig, voller Kraft, voller Güte und Liebe, nicht nur mit diesem Heini fertig wird, sondern ihn wirklich aus seiner Verwahrlosung herausreißt, ihn an sich fesselt und innerlich umformt kraft ihrer starken, mütterlichen, ausstrahlenden und aus/ichtenden Persönlichkeit, — so daß am Ende aus ihrer Heirat und Ehe ein starkes selbstbewußtes und blühendes Bauerngeschlecht hervorblüht. Mag der Wirklichkeitssinn Walschaps, von dorn schon die Rede war, sich ge- I legentlich für manchen Leser ein wenig kraß äußern, i mag über die Behandlung des Motivs von Schuld 1 und Sühne gestritten werden können, — die natürlich und liebevoll geschilderte Frauengestalt im Mittelpunkt der Ereignisse zeugt für die ^dichterische Kraft und Reise des hämischen Erzählers, und man muß dem Insel-Verlag dafür dankbar sein, daß er uns die Bekanntschaft mit ihm vermittelt hat. -y- __ Am Bienenstand", ein Weaweiser zum einfachen und lohnenden Betrieb der Imkerei von Ma?rer A Ludwig, Dozent sür Bienenzucht an der Universität Jena 144 Seiten star. mit zahU reichen Abbildungen 8. Auslage, Pr - W5 ™ ?‘tCl ÄÄ W°g°eser und daneben doch auch sür den geübteren Imker als Fundgrube ausgeprobter, zweckmäßiger Maßnahmen. Wer feine Bienen neuzeitlich pflegen und sich dabei der Anweisungen eines alten Bienen- I züchters bedienen will, dem die Erfahrungen aus der Bewirtschaftung eines eigenen großen Standes r • «{«-r ah nhriaen Lehr- und Vortragstätigkeit ! °U?S U° stSn zu diesem Alle. U einen zuverlässigen »er für Öen ..einfachen, lödnenden Betrieb der Imkerei" suchen, können die eZt mit Nutzen für sich verwenden, sie ist in reinem Deutsch geschrieben und weist eine allgemein "ndliche'DarsUllung aus, >e durch zahlreiche anschauliche Bilder unterstützt wird. ani^auim; r n h a r d G r z i rn e k: D a s k l e l n e e f I ü a e I b u cf). Ein praktischer Ratgeber ur hpn Kleinbetrieb J Mit 36 Abb. im Text. Verlag b« Grünen P°st, Berlin. - (233) - Für Siedler, Kleimchrtner und Bauern ist dieses Buch gemacht, die mit Sem Pfennig rechnen müssen, die sich Ent- täuschunae7 und unnötige Unkosten nicht leisten können sondern mit einfachsten Mitteln gesunde Eierleg'er und kräftiges Schlachtgeflugel ziehen wollen Dr Grzimek baut auf den Erfahrungen langjähriger Praxis auf, gibt klare, unmißverständliche deren Mittelpunkt der Schutz der Mutter und des werdenden Lebens steht, und sie verteidigt den Standpunkt, daß die Frau als Hüterin und Führerin in der Familie ihre Kraft zu den großen Aufgaben empfangen muß aus der unlöslichen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft zwischen Mann und Frau. Die lebendig und anregend geschriebene Broschüre ist dem Volkskanzler gewidmet und wird von der Reichsregierung aus Aufklärungsschrift und Schulungsmaterial angelegentlich empfohlen. „ — Helene Lange. Eine prophetische Persönlichkeit. Von Marie B o u s s e t. 28 Seiten. Sonderdruck und Verlag der „Göttinger Zeitung , 1933. — Die kleine Broschüre ist ein Versuch, einige wesentliche Züge der Gestalt und des Wirkens der bekannten verstorbenen Frauenführerin nach ihren eigenen Darlegungen und den Aussagen Berufener über sie zusammenzustellen. Zugrundegelegt wurden dabei vornehmlich Helene Langes „Lebenserinnerungen" und „Kampfzeiten" und Gertrud Bücher der Jugend. — Politische Jugend. Eine Aussprache unter Studenten. „Schriften an die Nation" Bo. 23 (Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Gebunden 1,20 RM. — (202) — In fünf Aufsätzen nehmen Studenten als geistige Exponenten der deutschen Jugend zu den großen innen- und außenpolitischen Fragen und ihrer Lösung vom Standpunkt der Jugend aus Stellung! K. Ellersiek zeichnet den revolutionären sozialistischen und politischen Soldaten. K. Gengenbach zeigt die politische Ju- gend, die geistige SA. mit ihrem einfachen Befehl: Kampf und Opfer für Volk und Nation. G. Kaufmann weist das Primat der außenpolitischen Erziehung nach, F. A. Six schreibt über die neue Gemeinschaft der Jugend. Karl Rau zeichnet den Beitrag: Politische Juaend und Staat! Der Staat ist begründet auf Herrschaft und diese Herrschaft ift Führertum, begründet auf Raffe, Art und Welt- — Das Gilgamesch-Epos. Neu übersetzt , und mit Anmerkungen versehen von Dr. Albert i Schott. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7235. i Geheftet 35 Pf., geb. 75 Pf. - (57) - Das älteste Heldenlied in neuer, zuverlässiger Uebertraigung. Der ■ Faust des Alten Zweistromlandes. Vor über viertausend Jahren entstanden, kündend von Mannen- treue und Göttertücke, von Kämpfen und Träumen, von ewigem Ruhm und vom Schicksal nach dem । Tode. Die vorliegende Ausgabe in der metrischen Übertragung von Dr. A. Schott ist im Unterschied zu anderen nach dem Urtext geschaffen und berücksichtigt auch kürzlich neuaufgefundene Teile, die hier zum ersten Male in deutscher Sprache erscheinen. — Gerard Walschap: Heirat. Roman. Aus dem Flämischen übertragen von Elisabeth und Felix A u g u st i n. 163 Seiten. Im Insel-Verlag zu ; Leipzig. — (147) — Die flämische Dichtung alter und neuer Zeit ist von jeher ein mit besonderer Sorgfalt gepflegtes literarisches Lieblingsgebiet der Insel gewesen: in der stattlichen Reihe der Übertragungen von Conscience und de Coster bis zu Ernest Claes und Anton Coolen steht inmitten das Werk von Timmermans, der den breitesten und volkstümlichsten Bucherfolg unter seinen Landsleuten zu verzeichnen hatte. Als der neben Timmermans bedeutendste flämische Dichter unserer Zeit wird nun der bei uns bisher unbekannte Gerard Walschap vorgestellt und mit seinem Roman „Heirat in Deutschland eingeführt. Obwohl man ihn, abgesehen etwa von Claes, mit keinem seiner obengenannten Landsleute unmittelbar vergleichen konnte, hat er doch mit den meisten von ihnen zweierlei aus eine sympathische Weise gemeinsam: Wirklichkeitssinn und Humor; und beides kommt der Fabel seines Buches sehr zustatten. Walschap schildert, wie ein durch Anlage und falsche Erziehung verdorbener 1 junger Busche, der schon «us ^em Weg st , Zz"iße^Sie alle führt der Zufall zusammen und be- , ausgemachter Luderiahn und uEveyerucy klieren, gehen sie ein Stuck 1 Lumpenkerl 5U werden, durch E Frau 3 I gemeinsam. Mit Eindringlichkeit und viel ! SÄ I Humor Zeichnet Maugham diese Gestalten. Bäumers Schriften. . . — D i e Welt der Mädchen. Erlebnisse m höheren Mädchenklassen. Don Nikolaus Jenne- b a ch. 156 Seiten, kart. 2,20 RM., Leinen 3 RM. Bergstadt-Verlag,Breslau. — (131) — Jennebach erzählt in diesem Buch von jungen Mädchen, die ihm in seinem Berufsleben begegneten. Es sind lebendige, amüsante Geschichten, schulpädagogisch wertvoll, und spannend zu lesen für Lehrer und Erzieher, Eltern und Schülerinnen. Scharnkorsts, Mitarbeiter Blüchers und Gneifenaus, dessen Generalstabschef er später war, und mit dem er das tragische Geschick teilte, im polnischen Aufstand von 1831 ein Opfer der Cholera zu werden. Von ihm ist wenigstens der Titel seiner bedeutendsten militärpolitischen Arbeit „Vom Kriege" in aller Munde, sein Briefwechsel mit seiner Frau, einer geborenen Gräfin Brühl, ist wohl fast vergessen, obwohl er sich an Innigkeit der Empfindung und Anschaulichkeit der Schilderung mit den berühmteren Brautbriefen Moltkes messen kann, oo ist es ein Verdienst Karl Linnebachs, daß er diesen Briefwechsel des großen Soldaten im Jahre 1916 aus dem Rahmen der großen Clausewitz-Biographie herauslöste, um sie, mit einer ausgezeichneten Einführung versehen und durch Tagebuchblätter ergänzt, einem größeren Kreis zugänglich zu machen. Der Volksband- hat der für seine Mitglieder bestimmten Neuausgabe ein buchtechnisch würdiges Gewand gegeben. R. McNair Wilson: Letizia, die Mutter Napoleons, mit 20 Bildern. Preis Ganzleinen 5,40 RM. Sozietäts-Verlag Frankfurt a. M. — (243) — Man hat gesagt, Napoleon sei an seiner Familie zugrunde gegangen. Das mag überspitzt sein, Tatsache ist jedoch, daß das auf dem Urgrund der eigentümlichen korsischen Sippenverfassung ruhende, merkwürdig zwischen Haß und Liebe schwankende Verhältnis Napoleons zu seiner Familie für den großen Kaiser ein Problem war, das ihn auf alle Stufen seines steilen Weges zum Ruhm begleitet und ihm in kritischen Situationen immer wieder die größten Schwiergkeiten gemacht hat. Der Verfasser, ein schottischer Arzt, aus dessen Feder schon eine Reihe Napoleonbücher vorliegt, hat nun versucht, das Familienschicksal der Bonaparte aus ihrer korsischen Herkunft abzuleiten. So. ist ein großer Teil seines fesselnd geschriebenen Buches der Jugendgeschichte Letizias und ihrer Kinder und ihrer engen Verquickung mit den Sippenfehden auf Korsika und den Kämpfen der großen Seemächte um die Insel. Napoleons Erfolge ziehen die Familie auf das Festland. Wie Kletten hängen sich Brüder und Schwestern an ihn mit ihrem Ehrgeiz, ihren Eifersüchteleien und ihren Liebschaften. Letizia, die Mutter, sucht immer wieder auszugleichen und zu vermitteln, aber im Grunde ist auch ihr die dämonische Gestalt ihres zweiten Sohnes unheimlich und seine Forderungen auf politische Rücksichten oft genug unverständlich und lästig. Nicht viel anders als die Geschwister sucht auch sie aus der Macht des Sohnes für sich Kapital zu schlagen und ihre Zukunft sicher zu stellen. Erst als die Tragödie des Sohnes sich dem Ende nähert, beginnt sie zu begreifen und erst im römischen Exil wird sie die treueste Hüterin seines Erbes. — Joachim von Kürenberg: „Fritz von H o l st e i n. Die graue Eminenz." Biographie. Pappe 5,20 Mark. Universitas Deutsche Derlags- AG., Berlin W. 50. — (265) — Die Neuauflage will die Fehler und Unrichtigkeiten, die bei einer ersten Biographie, noch dazu eines so umstrittenen Mannes wie Holstein, verständlich sind, berichtigen und auch die neuesten Dokumente über diese Persönlichkeit verwerten. — Vierzig Jahre lang hat Fritz v. Holstein die deutsche Politik unter Bismarck, Caprivi, Hohenlohe und Bülow beeinflußt. Minister und Staatssekretäre wechseln, er aber bleibt immer auf seinem gleichen Platz, ohne an den Hof zu gehen und ohne gesellschaftliche Verbindungen mit der Diplomatie zu haben. Er macht auch keine Reisen ins Ausland, sondern wirkt von seinem Schreibtisch in der Wilhelmstraße auf die Geschicke des jungen Reiches und wird durch feine Unsichtbarkeit bald eine mystische, legendäre Gestalt. Von vielen gefürchtet, aber nur von wenigen gekannt, wird er durch einen Zufall gestürzt und endet als verbitter- ter, einsamer Mann in einer Mietswohnung in der Großbeerensttaße. — Man liest diese Biographie mit größter Spannung und muß gestehen, daß, diese „graue Eminenz" in der Tat zu einer der interessantesten Figuren der Politik, gehört. Eine ganze Welt gegen uns, eine Geschichte des Weltkrieges in Bildern. Im Ullstein-Verlag Berlin SW 68. Preis in Leinen gebunden 8,50 RM. — (95) — Diese von Wilhelm Reetz zusammengestellte Bilderchronik des großen Krieges wirkt heute wie eine Illustration zu der ernsten Mahnung, die der Stellvertreter des Führers in seiner großen Friedensrede der erneut in Waffen klirrenden, von Bündnissen und Verabredungen fabelnden Welt rings um uns zurief. Das Antlitz des Krieges ist hart, und die, die es betrachten, sollen Männer sein," so schreibt Werner Beumelburg in seiner starken und mutigen, gänzlich phrasenlosen und deshalb ganz wahrhaftigen Einführung zu diesem erschütternden Buch, dessen Seiten ebenso phrasenlos und ehrlich, aber grade deshalb so ergreifend den Helden dieses Krieges zeigen, den schlichten namenlosen grauen Feldsoldaten, Träger einer stummen Pflichterfüllung in einem Ringen, das die Kunst der Strategie durch die Herrschaft der Zahl ersetzt hat. Wie Rudolf Heß und vor ihm der Führer selbst in all seinen großen Kundgebungen sagt dieses auch auf jeder Seite, weil wir den Krieg kennen, wollen wir den Frieden, nicht in weichlichem feigem Pazifismus, sondern aus dem harten männlichen Fronterlebnis heraus, das auch die Kraft gibt, den Krieg nicht zu fürchten, wenn ein Frieden in Ehren unse- rem Volke nicht gegönnt wird. Köniaschießen und Einweihung der Slemfaliber Schießstände der Schühengesellschaft 1926 Gießen e. D. Am vergangenen Sonntag hielt, wie man uns berichtet, die Schützengesellschaft 1926 Gießen ihr diesjähriges Königschiehen, verbunden mit der Einweihung der neu erbauten Kleinkaliber-Schieß- stönde, ab. Es wurde auch diesmal wieder auf Adler mit Großkaliber geschossen. Gastwirt Heinrich D e ch e r t wurde Schützenkönig, Eduard Gond - ner 1. Ritter und Hans Kummerow 2. Ritter. Zu bemerken ist hierzu, daß der Adler, der bei einer Entfernung von 100 Meter mit nur 241 Schuß von der Stange geschossen wurde. Es ist dies eine ganz besondere Schießleistung, die allen Schützen zur besonderen Ehre gereicht. Gleichzeitig wurde auch die Königswürde der der Schützengesellschaft angegliederten Jung- schützen mit Kleinkaliber herausgeschossen, und zwar wurden hier die Jungschützen Ludw. Schneider Schützenkönig, 1. Ritter Kurt Beyer und 2. Ritter Alois Pflicht. Bei dem anschließend stattgefundenen Preis- schießen mit Großkaliber erhielt Hans Kummerow den 1. Preis, Willy Götz den 2. Preis, Ed. G o n d n e r den 3. Preis, Conrad Becker den 4., Hans Götz den 5., K. N e e b den 6., Erich B e y e'r den 7., Conrad Stroh den 8., Hermann Gebauer den 9. und Rud. Schmidt den 10. Preis. Bei dem Kleinkaliberschießen erhielten die Jungschützen , Kurt Beyer den 1. Preis, Pflicht den 2., Schneider den 3., Gebauer jr. den 4., Wen z den 5. und Blum den 6. Preis. Es wurden durchweg gute Schießleistungen erzielt. Nach Beendigung des Schießens nahm der Vereinsvorstand Ed. G o n d n e r die Einweihung der neu erbauten Kleinkaliber-Schießstände vor. Er erwähnte zunächst, daß das Kleinkaliber-Schießen vor dem Kriege hauptsächlich in England und Amerika sehr gepflegt wurde und daß es sich bei uns erst, nach dem Kriege nur sehr langsam einführte, weil durch die frühere Regierung allen Schützenverbänden große Schwierigkeiten bereitet wurden. Erst nach der Machtergreifung durch unseren Führer Adolf Hitler hat das Kleinkaliberschießen seinen Aufschwung genommen. Dem Wunsche des Führers folgend, habe man den Bau der neuen Schießstcmd- anlage beschlossen und denselben, trotz der großen Geldknappheit, nur mit gestifteten Geldspenden seitens der Mitglieder durchführen können. Er dankte allen Gebern und schloß seine Ausführungen mit den Worten: „So weihen wir denn diese neue Schießstandanlage mit dem Wunsche, daß sie von allen Unfällen verschont bleiben möge, daß sie eine Stätte zur Pflege des echten deutschen Schützengeistes und der Kameradschaft werde und unserem Volke diene." Mit dem Gelöbnis, an dem Wiederaufbau unseres geliebten Vaterlandes in unverbrüchlicher Treue zu unserem Führer Adolf Hitler mitzuarbeiten, schloß die eindrucksvolle Weihe mit einem dreifachen Sieg- Heil auf unser Vaterland, auf unseren altehrwürdigen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und unseren genialen Führer Adolf Hitler. Acht Stunden Segelflug über der Ostsee. Heber den Sanddünen der Kurischen Nehrung wurden bei den herrschenden Ostwinden einige gute Segelflüge durchgeführt, wobei mehrmals Dauerflüge von über fünf Stunden erzielt wurden. Dem Meisterfluglehrer Arndt gelang es sogar, nach achtstündigem Dauer-Segelflug noch Anschluß an eine Gewitterfront zu erhalten. Er erreichte über der Ostsee eine Höhe von 1200 Meter und landete 25 Kilometer entfernt von seinem Startplatz. Der Führer des Deutschen Luftsports hat hierzu der Segelfliegerschule Rossitten folgendes Telegramm übermittelt: „Zum Achtstundenflug mit anschließendem Gewitterflug über der Ostsee, bei dem es Meisterfluglehrer Arndt erstmalig nach Hangstart in der Ebene gelang, Wolkenanschluß zu gewinnen, spreche ich meine vollste Anerkennung aus. Gez. L o e r z e r." Weitere Neisevergünftigung für Nürnberg. Der Reichssportführer 'teilt mit, daß entgegen den bisherigen Bestimmungen die Ver- waltungs - Sonderzüge zu den Deutschen Kampfspielen auch von Jugendlichen benutzt werden können, die eine Ermäßigung von 75 Prozent erhalten. Für die Sonderzüge ist bekanntlich eine vOprozentige Fahrpreisermäßigung zugestanden worden. Beide Gruppen können also in ein und demselben Sonderzuge zu den Kampfspielen nach Nürnberg fahren. Oie r000-Kilometer-§ahrt im Hessen-Nassauischen Gebiet. Am 21. und 22. Juli findet die diesjährige 2000- Kilometer-Fahrt durch Deutschland statt. Diese von NSKK. und DDAC. gemeinsam veranstaltete und unter der Schirmherrschaft des Reichsinnenministers stehende Fahrt ist zweifellos das größte motorsportliche Ereignis, das je die Welt gesehen hat, 1731 Fahrzeuge nehmen daran teil. In diesem Jahre wird die Strecke auch durch die Provinz Hessen-Nassau und durch Frankfurt geführt, fo daß die Bevölkerung unseres Gruppenbereiches die Möglichkeit haben wird, einen großen Ausschnitt aus diesem größten Rennen von 1934 unmittelbar mit zu erleben. Die Streckenführung, soweit sie in das Hessen-Nassauische Gebiet fällt, wird folgendermaßen aussehen: Altenkirchen, Limburg, Kamberg. Esch, Königstein, Bad Soden, Höchst über die neue Autoumgehungsstraße nach Frankfurt. Die Gruppenstaffelführung Hessen, die den Absperrdienst für die oben angegebene Strecke zu leiten hat, macht heute schon im Interesse der Anwohner darauf aufmerksam, daß während der ganzen Zeit des Rennens sämtliche Straßen, durch die die Strecke führt, hermetisch abgeschlossen sein werden und bittet die Bevölkerung, sich jetzt schon danach einzurichten. In Limburg werden die in Frage kommenden Straßen von 12 Uhr nachts (Samstag/Sonntag) bis 16.30 Uhr Sonntag und in Frankfurt von 1.30 bis 18 Uhr gesperrt fein. Strengste Verkehrsdisziplin sollte an diesen Tagen eine Selbst» Verständlichkeit fein. Kurze Gportnotizen. Der englische Fußball-Verband hat beschlossen, in Zukunft keine Reisen einer englischen Nationalelf nach dem Kontinent nach Ende der offiziellen Spielzeit mehr zu gestatten. Länderspiele mit Nationen des Kontinents dürfen nur mehr innerhalb der „Saison" ausgetragen werden. ♦ D i e neuen deutschen Rennwagen von Auto-Union und Mercedes-Benz werden den nächsten Start am 29. Juli beim Großen Preis von Belgien in Francorcharnps bestreiten. * Hans Stuck, der Sieger im Großen Preis von Deutschland, hat auch die in diesem Jahre erstmalig ausgeschriebene deutsche Straßenmeisterschaft für Kraftfahrer mit 8 Punkten vor Manfred von Brauchitsch, Momberger und Pietsch gewonnen. ♦ Die 12. Etappe der „T o u r", die am Montag von Cannes nach Marseille über 195 Kilometer führte, endete nach einer Fahrt von 6:49,29 Stunden mit einem Siege des Franzosen Lapebie, der im Endspurt nach hartem Kampf den Berliner Kurt Stöpel sowie Morelli, Bonduel und Louviot auf die Plätze verwies. Siegreiche deutsche Sportlerinnen. 3? <5- • «■ -M । ‘ h 1 r <■; Ä M i w il 'M . V ...... T - Die Teilnehmerinnen am Leichtathletik-Frauen-Länderkampf Deutschland — Polen, der in Warschau zum Austrag kam und mit einem deutschen Siege von 64:35 Punkten endete, nach ihrer Ankunft auf dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße. 1. Frl. Krauß, Siegerin im Weit- sprung und im 200-Meter-Lauf. 2. Frl. Niederhofs, Siegerin im Hochsprung. 3. Frau Engelhard, Zweite im 80-Meter-Hürden-Laus. 4. Frl. Dollinger, Siegerin im 100- Meter-Lauf. 5. Frl. Mauermeyer, Siegerin im Kugelstoßen (Weltrekord). 6. Frl. P i r ch, Siegerin im 80-Meter-Hürden-Lauf. llm die Deutsche Misterschast im Achter. Verbandsachter der GNG. bei der Nur noch wenige Tage sind es bis zu dem größten Ereignis im deutschen Rudersport, der Meisterschaftsregatta in Mainz, die diesmal auch zugleich Kampfspielregatta ist. Bereits am heutigen Mittwoch fährt der Verbandsachter der Gießener Rudergefellfchaft 1877 in Begleitung des Trainers Kurt B r a h m nach Mainz, um sich dort mit der Strecke vertraut zu machen. Die Mannschaft, die schon auf der großen Berliner Regatta sich den Beifall der Fachleute errang, geht, unter Verzicht auf billige Lorbeeren in dieser Saison, auf das Gewissenhafteste vorbereitet in diesen schweren Kampf und befindet sich zur Zeit in Höchstform. Welch großen Wert man auf die Erringung des Titels „Deutscher-Meister im Achter", dem klassischen Rennen in der Ruderei, legt, geht aus den Tatsachen hervor, daß z. B. der Berliner Ruderklub auf einen Start im Vierer mit Steuermann, wo ihm unbedingt eine erste Siegeschance zuzusprechen ist, verzichtet und seinen Achter mit dieser Mannschaft verstärkt hat. Oder der vorjährige Deutsche Meister Würzburger Ruderverein, dessen Mannschaft feit Ende vergangener Woche auf Kosten der Stadt Würzburg in der Kurstadt Wiesbaden zur Erholung weilt, um aufs Beste gerüstet in die Ereignisse einzugreifen. Nicht weniger als 13 Boote haben zu diesem Rennen gemeldet. In vier Vorrennen, die am Freitag 10.30 Uhr gefahren werden und in zwei Zwischenläufen um 18.30 Uhr desselben Tages werden die Teilnehmer des Entscheidungsrennens ermittelt. Meisterschastsregatta in Mainz. Gleich der erste Vor lauf in dem Gießen auf den Berliner Ruderklub, „Germania" Königsberg und den Ulmer Ruderklub „Donau" trifft, dürfte eines der härtesten Rennen dieses Tages werden. Es dürfte ein erbittertes Ringen um die fo begehrten zwei ersten Plätze werden, die die Qualifizierung für einen der Zwischenläufe bedeuten. Der Endkampf wird sich zwischen den drei erstgenannten abspielen. Ulm wird wohl keine bedeutende Rolle dabei zu spielen haben. Im zweiten Vorlauf erwartet man den Mainzer RV. vor Ruderklub am Wannsee Berlin und Berliner Rudergef. 84 in Front. Je die beiden ersten Boote dieser zwei Vorläufe bestreiten den ersten Zwischenlauf und jeweils die zwei ersten Boote der zwei Zwischenläufe kommen in die Entscheidung. Der dritte Vorlauf dürfte „Hellas" Berlin vor der Renngemeinschaft Leipzig und dem Frankfurter Ruderverein 1865 nicht zu nehmen fein. 9m vierten Vorlauf wird der Würzburger Ruderverein der Lübecker Ruderges. 85 und der Mainz-Kasteler Ruderges. 1880 den Weg ins Ziel Zeigen. Als Endsieger dieses Zwischenlaufes dürfte man wohl „Hellas" Berlin und Würzburger RV. erwarten. Hoffentlich rechtfertigt unsere einheimische Mannschaft das in sie gesetzte Vertrauen und besteht erfolgreich diese schweren Kämpfe zu Ehren der Gießener Rudergefellfchaft 1877 und zu Ehren ihrer Vaterstadt Gießen. MWkMWi zu Kauf- u. Entschuldungszwecken, Er menzgrün düngen, bei günstigen Bedingungen. 4(l7fiv Zweckspar A.-G., Mainz (General-Agentur: Ctto Wagner, Grvnen-Buseck, Adolf Hitlerstr. 4 / O Kannst Do knipsen V0 e wi 6 kann ich ^as ■ — Das wäre | ja auch noch schö- ner.wenneinMädel von heute nicht photographieren könnte ! V on Anfang an, war Photo -Winterhoff mein Photo- Berater. Deshalb mache ich auch so hübsche Bildchen, die von allen Freundinnen bewundert werden. Ich gehe immer zu Photo 4188 A Kreuzplatz 9 Das Heimatbuch vom deutschen Walde! tz WMAWKtzON Oie Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern ISO Naturaufnahmen aus demTier-undpflanzen- leben des heimatlichenWaldes auf irsKupserties- drucktaselN/Mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Preis in Leinen NM. 4.80 -Das ist eine herrliche Welt! Oie beiden Kameramänner sind ihr bis in töstliche Verschwiegenheiten nahe gekommen. — Köstlich ist alles und zauberhaft schönt Dresdner Anzeiger Verlangen Sie das bebilderte Werbeblatt Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder vom Hugo Vevmühlev Verlag (Stark verkleinerte Abb. aus Daldweben) BerliN'Lichterfelde Vermietungen | Schöne, sonnige 2-3-Zimmer-Wohn. zu vermieten.Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. oases | Mietgesuche [ 3 4gimm - Wohnung sofort gesucht. Schriftl. Angeb. unt.03572 an ben Gieß. 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D. non Osten nach Westen marschieren. vonstatten, L7rzf°hrt°^^^ °°r °ben,°>°uf den Baumen wuchs. Wenn man ihm non den keine Gefahr scheuen. Godefrey, der junge Tramp, hatte keine Angst. Auf Schusters Rappen und auf den Achsen der Eisenbahnwagen kam er allmählich vorwärts. Es gab ja damals noch keine so schöne durchgehende Verbindung wie heutzutage. Aber endlich landete er glücklich im oberen Tal des Sacramento — und begann nun, wie Tausende von Abenteurern und Glücksjägern, nach dem kostbaren Metall zu suchen. Nach wenigen Monaten mußte Godefrey Pierce erkennen, daß auch in Kalifornien das Gold nicht freundschaft zu beweisen. . In später Nachtstunde bestieg er das Auto seines Gastgebers, um in sein Hotel zurückzukehren. Der Wagen fuhr auf seinen Wunsch einen Umweg durch das Zentrum der Stadt. Bei langsamer Fahrt ließ er seine Blicke durch die hell erleuchteten Straßen schweifen, in denen noch ein Verkehr herrschte, als wäre es Mittagszeit und nicht Mitternacht schon vorüber. Klein-Paris! Lichtstadt, in der man zu leben verstand! Man merkte hier wahrhaftig nichts von Wirtschaftsnot, Sorgen... Für einen Augenblick dachte Wolterstorff daran, den Wagen stach Hause zu schicken und sich in den Strudel des Nachtlebens, wenn auch nur für kurze Zeit zu stürzen. Er ließ jedoch den Gedanken wieder fallen. Sein immer noch übermüdeter Körper heischte nach Ruhe, da eine lange Flugzeugreise bevorstand. ihm in jener Gegend nach Gold gesucht hatten, ein Hühnchen zu rupfen. Der eine oder der andere wird vermutlich von ihm auch ein Andenken in Gestalt einer Schußnarbe mit sich herumgetragen haben. Und da Godefrey seine Wildwestkumpane kannte, war er der Meinung, daß es am besten wäre, so rasch wie möglich aus San Franzisko zu ver- Feinde zu entgehen hoffte. Es war sein Prinzip, niemals zwei Nachte hintereinander in derselben Stadt zu schlafen. Wo es Eisenbahnen gab, benutzte er dieses Beförderungsmittel. In den weniger zivilisierten Gegenden setzte er sich in die Postkutsche und ließ sich so von Ort Nicht immer war Godefrey Pierce so bequem gereist. Es gab eine Zeit, da er als gewöhnlicher Landstreicher über die Landstraße tippelte und von Zeit zu Zeit die Gelegenheit ergriff, um eine kleine X___rit—A 'TiiofoG fRpifon mnr phpnm 1 Protokoll die Stempel und Unterschriften des rumänischen Wirtschaftsministers und des deutschen Ge- Fall. In Bukarest schwirrten die verrücktesten Gerüchte über das Wohin der Verschleppung und über ihre Ursache umher. In amtlichen Kreisen war man geneigt, politische Hintergründe zu suchen. Man konnte alles nicht wissen — möglicherweise hatte bei dieser Geschichte die ausländische Konkurrenz die Hände im Spiel, in der Hoffnung, daß das große Rumänengeschäft scheitern würde, sobald der Kopf der Geyerling- Werke fehle. Das allerdings kam nicht in Frage. Der Auftrag in all seinen Grundlagen und Entwicklungsstufen war genauestens schriftlich festgelegt und konnte ausgeführt werden ohne jegliche Be- Hinderung. In Berlin rief die Nachricht von der gewaltsamen Entführung Wolterstorffs Beunruhigung, ja, im Anfang sogar Bestürzung hervor. Erst mit den Tagen machte sich eine ruhigere Auffassung breit, die von dem Optimismus getragen war, daß es sich höchstwahrscheinlich um eine gewaltsame Entführung mit erpresserischen Absichten handelte, und daß über kurz oder lang sicherlich eine Lösegeld, forderung eintreffen würde. Die Geyerling - Werke stellten demjenigen eine hohe Belohnung in Aussicht, der Aufklärung ver. schaffen würde. .. Einen ansehnlichen Betrag stiftete die rumänische Regierung zum gleichen Zweck. orUehung folgt) In ^Berliin arbeitete man mit Hochdruck. Em Telegramm jagte das andere. Mit Luftpost wurde ein fast regelmäßiger Kurierdienst eingerichtet. Und so hieß es denn auf dem Posten sein, auch für Hans von Kirchhofen. Mehrfach bekam er Gelegenheit, seinen Scharfblick und seine Initiative zu beweisen. Wolterstorff hatte ihm dafür bei einem Telephongespräch Dank gewußt. Mochte er! An sich legte er lein Gewicht auf Dank durch Wolterstorff. Der würde ja bald ausgedankt haben. — Hilda mußte sich in diesen Tagen bescheiden. Das geschah ihrerseits nicht gern. Sie vermißte die Gesellschaft des Liebsten. Aber auf der anderen Seite reute sie sich darüber, daß sich ihr Verlobter scheinbar so glänzend in die Arbeit hineinfand. Der Mutter war die Leistungsfähigkeit des werdenden Schwiegersohnes natürlich nicht unbekannt geblieben, und sie machte aus ihrer Anerkennung kein Hehl. Ieüt wartete Hilda auf den Geliebten, der ihr soeben am Telephon versprochen hatte, ihr für eine tune Zeit Gesellschaft leisten zu wollen. Wie sehnte sie sein Kommen herbei! — Die Tür des Wohnzimmers wurde aufgerissen. In ihrem Rahmen stand Liesgreta. Ein liebliches Bild, dieses braungelockte, schlanke Mädchen das offenbar vom schnellen Gehen erhitzt war und das Feuer freudiger Erregung auf den ^N"d?h°tt° -- auch Ich°n die G-h-imräiin umarmt. Ein Jubelschrei: (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) „(9.JV antwortet nicht... In den frühen Morgenstunden klopfte der schwarze Schaffner an die Tür des Schlafwagenabteils Mr. „G.P." — es gab keinen Schlafwagenkondukteur, der den alten Sonderling nicht kannte — wollte um acht Uhr früh geweckt werden. Der Neger wunderte sich, daß aus dem Abteil feine Antwort kam. Er verständigte den Zugführer, und die beiden öffneten gemeinsam das Coupe. Der alte Herr lag t o t i n d e n K i s s e n. Der schwarze Schaffner war ehrlich betrübt. Denn Mr G. P., oder wie er mit seinen rechtschaffenen Namen hieß, Godefrey Pierce, pflegte reichliche Trinkgelder zu geben. Und der Tod des Siebenundneunzigjährigen war ein Ereignis, das für alle Angestellten der amerikanischen Eisenbahnlinien eine kleine Sensation bildete. Tramp wird Goldgräber. schwierig wie gefährlich. Wurde man vom Schaffner erwischt, so hieß es entweder in voller Fahrt, -----, - - - -/ - ■ -. ~ abfpringen ober eine Ladung Blei schlucken. Manch- ben Anschlägen seiner wirklichen ober vermeintlichen mal fuhr man Hunderte von Meilen weit unter dem Wagen auf den Achsen des rollenden Gefährts. Nein, gemütlich war diese Art des Reisens entschie- ZiveiMnner und Hilda Vornan von Hermann W. Walber. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 6 Fortsetzung Nachdruck verboten! Liebkosend strichen die Hände der Geheimrätin der Tochter über die Wangen. Hilda kuschelte sich recht warm in die Arme der Mutter. , „Mutti, ich bin ja so glücklich! . Das Mädchen errötete über und über bei diesen Worten, und ihr Körper wurde dabei von einem leisen Zittern der Angst befallen, als befürchte es, irgend einer könnte kommen, ihr das Glück zu Inoden letzten Tagen hatte Hilda ihren Verlobten nur wenig gesehen. Er entschuldigte sich nut Arbeitsüberlastung, und tatsächlich durfte er davon reden. Wolterstorff hatte es verstanden, das Rumanen- geschäft auf eine ganz neue Basis zu stellen. Sem fachmännischer Blick erkannte sofort ungeahnt günstigere technische Möglichkeiten. Die Rumänen stimmten ihm zu und gestatteten ihm Einblick m alle wichtigeren Unterlagen, sich habet bewußt, daß auf diese Weise für sie ebenfalls nur etwas zu ver- ~ dienen war. So wurden neue Berechnungen not- können wir ja Dvppelverlvbung f-iernl" DemWvlterstorjstch-n biplvmatischen Geschick und seiner auf h-rvvrrag-nber Sachkenntnis g-grunb- en Ueberzeugungskunft. bem Willensbrang, unter allen Umstanden einen Erfolg herbe,Zufuhren, war es gelungen, bas Geschäft mit den Rumänen zustande ^Am zwölften Tage fernes Bukarester Aufenthaltes tonnte er an die Geyerlmg-Werke em Telegramm ablchicken das nur die beiden Worte enthielt, ”srlabnt9eCtnW; daß wenige Nunben später ein Telegramm von Berlin nach Bukarest ging m dem lediglich stand: Wünschen guten Erfolg l Und er wußte noch viel weniger, daß dieses postlagernde Telegramm aus ihn gemünzt und daß sein Leben nunmehr in dringender Gesahr war. Die Abschluhverhandlungen waren protokolliert. Der Bedeutung des Auftrages gemäß erhielt das Der letzte Ritter des Schienenstrangs. „Reine zwei Nächte in derselben Stadt b -Oie seltsame Marotte eines Millionärs. kommen?" „, , , ., . . Liesgreta setzte sich, erhob sich aber gleich wieder — so erregt rfar sie —, die Freude lag m ihren Augen, und hastig sprudelte sie hervor: „Denkt euch! Also ich gehe — ihr wißt ja, ich war einkaufen —. ich gehe nichtsahnend über die Kaiserftraße, höre schnelle Schritte hinter mir, denke, da will dich sicher einer belästigen. Ich eile hastig weiter. Sagt der Kerl plötzlich: Menschenskliid, Lies- qretalein, warum rennst du denn so? Ich suhle, daß ich rot anlause. Ich erkannte doch die Stimme. So ’ne Frechheit! Wie kam Doktor Becker dazu, mich bei meinem Vornamen anzurufen' Ich wandte mich — entriistet! — um. Zwei blanke, lachende Augen sahen mich an. Jawohl, sagte er was du hier vor dir siehst, das ist seit einer Stunde em leibhaftiger Chefarzt, der aber auf fernen neuen Posten nur gemeinsam mit seiner Frau geht, und die e grau, das wirst du fern. Ich war starr. Aber nur einen Augenblick. Wißen Sie das denn so genau?, fragte ich ihn. Da nickte er ganz ernsthaft, stellte sich in Positur und erwiderte: Ich bitte das gnädige Fräulein, der gnädigen Frau Tante gütigst zu bestellen, daß ich ihr im Laufe des Tages meine Aufwartung machen wurde. Sprach s, grüßte drehk sich um. Weg war er! Worauf ich "llnuihlich auch zur Besinnung kam. Na - und nun bin ich hier, Un®nneUn8reuteniräneUrann.ber Erzählerin über die Wangen. Sie schmiegte sich wieder eng an die Geheimrätin, die ihr zur Mutter geworden war und jetzt auch wie eine Mutter zart über des Kindes Braunhaar streichelte . „Ich freue mich mit dir, mein Kind! Und Hilda umarmte die Freundin und küßte sie Kontraverse Bahn oder Straße sprechen. Doch die Frage der Art der Haifa—Bagdad- Verbindung ist ja von untergeordneter Bedeutung; wichtiger ist die Tatsache, daß die Engländer auf dieser Linienführung bestehen und es außerdem gern sehen würden, wenn der Irak einen Teil, seiner Staatseinkünfte aus den Konzessionen für diesen „gemeinnützigen" Zweck zur Verfügung stellen würde. Der Irak ist aber weit entfernt davon, diesen Wunsch der Engländer zu erfüllen, und stellt — tempora mutantur — die Gegenforderung auf, daß selbst eine ausschließlich mit englischem Gelde erbaute Bahnlinie nach einer Anzahl von Jahren kostenlos dem Jrak'schen Staat zufallen müsse. Um ihrer Entscheidungsfreiheit lebhafteren Ausdruck zu geben, liebäugelt die Jrakregie- rung mit dem französischen Projekt der Mandatsregierung in Beirut, die auf Ausbau der Bahnlinie Aleppo —Niffibin bis Bagdad drängt, also einer Neuausgabe unseres alten deutschen Traumes der Berlin—Bagdadbahn. Der Irak hat sogar Frankreich gegenüber Verpflichtungen zum Bau eines nördlichen Weges bis zur irako-syrifchen Grenze übernommen, doch steht dem immer noch der englische Widerstand entgegen. Nach dem Kurswechsel der französischen Politik zu Sowjetrußland hin hat England heute mehr denn sandten. ,, .. Die Zeitungen brachten ausführliche Einzelheiten über das Abkommen und würdigten es in dem verdienten Maße und waren des Lobes voll über den jungen, tatkräftigen deutschen Direktor, der nunmehr mit einem Schlage in die erste Reihe der deutschen Wirtschaftsführer gelangte. Heinz Wolterstorff war abgespannt und müde. Die Anstrengungen der letzten Wochen machten sich jetzt, nachdem das Werk vollbracht war, in besonders heftiger Weise bemerkbar. Indessen konnte er vorläufig noch an keine Ruhe denken. Erst wenn das Geschäft richtig im Laufen war, würde eine kurze Ferienzeit möglich sein. Die Abreise war auf den nächsten Tag festgesetzt. Wenigstens einen Tag wollte er dazu benutzen, die rumänische Hauptstadt kennenzulernen. Bei der Hetze der Konferenzen, Bankette und Briefschreibereien während des bisherigen Aufenthaltes war ja daran nicht zu denken gewesen.-- Wolterstorff schlief bis in den späten Morgen hinein. Die lange Ruhe erquickte ihn. Beim Frühstück wurde ihm ein Telegramm überreicht, in dem ihm Frau Geheimrat Geyerling Glückwünsche und Dank aussprach. Mit Genugtuung erfüllte ihn auch ein zweites Telegramm, das von Kirchhofen und den übrigen Mitarbeitern unterzeichnet war. Dazu kam der Dank der deutschen Regierung, den diese ihm in einer amtlichen Presseauslassung abstattete, die von seinem Sekretär aus dem Adeverul übersetzt oorgelesen wurde. Bald darauf wurden einige Bukarester Industrielle gemeldet, die verabredungsgemäß ihn zu einer zwanglosen Besichtigungsfahrt nach verschiedenen großen Werken, die er kennenzulernen gewünscht hatte, abholten. So verstrich der Tag abwechslungsreich und interessant. Als der Abend kam, weilte er in kleinem Kreise beim Wirtschaftsminister, der sich nicht genug darin tun konnte, dem Deutschen rumänische Gastschwinden. Seine Nerven waren durch die langjährigen Ent- bedungen und Enttäuschungen, durch das ewige Gehetztsein und Auf-der-Lauer-Bleiben schwer mitgenommen. Und so läßt sich vielleicht der sonderbare Einfall erklären, durch den Godefrey Pierce so Jahre auf Nädern. In den ersten Jahren seiner ständigen Flucht begnügte sich Godefrey Pierce damit, tagsüber zu fahren und des Nachts in einem Hotel ober Bungalow zu bleiben. Später genügte ihm auch diese Le- bensweise nicht mehr. Eine fieberhafte Unrast hatte sich feiner bemächtigt. Er konnte überhaupt nicht mehr schlafen, wenn fein Bett an einem Ort stillst and. Und so wählte Godefrey Pierce den Schlaf- wagen zu feinem Domizil. Ein volles Menschenalter hindurch schlief er Nacht für Nacht im Putt- man-Car. Sein Reichtum hatte sich durch vorsichtige Anlagen inzwischen noch vermehrt, aber „G. P." war um keinen Preis dazu zu bewegen. Das Auto hielt vor dem großen stattlichen Hotel. Der Chauffeur sprang ab und öffnete den Wagenschlag. Und was dann geschah, war das Werk weniger Sekunden. Vier stark gebaute, kräftige Mannsgeftalten, die bisher in lebhafter Unterhaltung in allernächster Nähe an einem Auto gestanden hatten, eilten herzu, als Wolterstorff die Freitreppe des Hotels höchsteigen wollte, packten den Ueberrafchten und sich sofort nach Kräften Wehrenden und zogen ihn in ihr Auto, dessen Motor inzwischen in Gang gesetzt worden war, und das dann in rasender Fahrt davonjagte. Der Chauffeur des Staatsautos, mit dem Wolterstorff angekommen war, lag regungslos am Boden. Ein heftiger Schlag gegen den Kopf hatte ihn unschädlich gemacht. Wolterstorff spürte noch, wie ihm ein Tuch über den Kopf geworfen wurde. Er wehrte sich gegen den andringenden süßlichen Geruch. Dann verlor er die Besinnung ... Das war für die Welt eine Überraschung, eine tolle Sensation, als der UeberfaU auf Direktor Wolterstorff bekannt wurde. Die Tageszeitungen, die großen Weltblätter wie die kleinsten Organe, überschlugen sich geradezu in dem Erjagen und Veröffentlichen von Sensationsnachrichten über diesen „Tantchen, ich bin Braut!" Verständnisinnig nickte die alte Dame, und Hilda fragte erstaunt und froh: „Ja, aber — wie ist denn das so schnell ge- dien auch nur streckenweise durch französisches Ein-1 glücklichen Funden der anderen erzählte, so lächelte lußgebiet verläuft. er bitter und spuckte in weitem Bogen aus. Aber Wir möchten nicht daran zweifeln, daß England das Goldschürfen gab er trotzdem nicht auf. schließlich seinen Willen durchzusetzen weiß und mit Fünf Jahre vergingen. Hin und wieder gelang allen Widerständen fertig werden wird. Berner- es dem abgerissenen, bis auf die Knochen abgema- kenswert bleibt immerhin, daß solche Widerstände gerten Goldsucher, einige Körnchen des gelben Me- nicht nur von europäischen Rivalen ausgehen, son- talls zu finden. Davon fristete er fernen Lebens- dem daß überall der neue Begriff asiatischen unterhalt. Aber das erträumte Gluck, der große Selbstbewußtseins sein Haupt erhebt und England Fund, blieb aus. Bis eines Tages ... wie überhaupt Europa entgegentritt. Die Eckpfei- Der MillwNLN 6vUv. ler dieses asiatischen Erwachens das m lungerer eine5 z die Glücksgöttin auch dem ar- 3 ?! Tnfin unh Mna1rba men Tramp lächelte. Er stieß auf ein richtiges S- Q Jte^vn sind heute9 mehr Goldlager. Godefrey wurde fast verrückt vor Freude. Die Leiter der irak schen Pol tik sindheute mehr 1 « a w nod) blieb er an der Fundstätte, oder weniger türkisch orientiert was sich mAl meinen Mund und war mit größter Vor- aüem aus ber ^erganQen^rt erflibedacht, daß ihm niemand hinter sein daraus daß überhaupt. Mustafa: Kemal I& Geheimnis kam. Und eines schönen Tages machte Orient führend ist. Wie in Teheran Kabul unbl > nad) San Franzisko. Sein Bangkok, so wird auch m Bagdad, tur f. . I «maulefel trug zwei pralle Ledersäcke, in denen sich spiel folgend, ein s ch a r f er e i g e n t Goldstaub im Werte von vielen tausenden Dollars n a.llsm ushochgezüchtet der alles Lemde ver.! Godefrey war entschlossen, jedem, der die drangen will. Die Ueberreste der englischen Der-■ ’b , 2in'm Besitz ausstrecken sollte, sofort maltung aus jüngster Vergangenheit werden mag- ! xn den Leib zu jagen. Nach einigen lichst radikal ausgerottet; nicht emmal Fremde dur- e^ug^ aber schließlich glücklich mit sen mehr ihre Anschreiben an die Regierung m Goldsäcken in San Franzisko ein. Und hier frember Sprache richten unb ftnb auf bte arabische Bank von Kalifornien, ber er sein Gold Lanbessprache verwiesen ”nbu bieö Schürfrechte an der neuentdeckten Mine Europa^ift^EnMnds Verteidig^ seiner Oelinter- ^11^ Er bekam nur ein Ausschnitt und ein Vorläufer der kommen- G.H. MNN Nicht 10)101611. den Auseinandersetzung Asien — Europa.Wenn ^nt, die die Goldader kaufte, hatte dieses auch in die em Kampf diesmal England noch fern Ziel bereuen Denn die Mine barg un- erreidjen dürfte, so fehlt es doch nicht an nie.^„bereuem achten sich hie beflüglidj ^erbes inoeftierten Äaprtals |0^Qr Stillen gebucht haben, baß Godefrey der englischen vergesellschaften m Mesopotamien ih ß Dummkopf sei. Nun, der junge Mann (Anglo-Persian-Oil-Co., Irak-Petrol-Co.) aus lang I iprfrfüilfenen An-ma und den zerrissenen Schuhen Sicht recht pessimistisch gestimmt sind undSchwie- rigkeiten sich ankundigen sehen, die mcht all e ' wußte ganz genau, warum er ' englische Oelpolitik, sonbern ganz Europa und die I r mine ^rückkehren wollte. Er ' mit "ML-n g°fähr,i^n, Bur,ch°n^di- gl-i-h i könnten auch einmal, so sagen hiefe Pessimisten, i Solbaten in umgekehrter Richtung als ge- SieSelflraßeHaisa-Sagdad. Don unserem Dr. N.-Äerichterstaiter. (Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Haifa, Juli 1934. Die alte Kalifenstab^ Baah ab steht im Zentrum politischer Werbung. Englanb nerteibigt feine zusammenschrumpsenbe Vormachtstellung am Bagbaber Hofe, bemüht sich um ben wirtschaftlichen Anschluß Iraks an hie britische Einflußsphäre im nahen Osten (Palästina unb Transjorbanien) unb ist besorgt um ben Ausbau seines Lanb- weges vorn Mittelmeer nach Jnbien unb besten erster Etappe, ber Oelftraße Haifa —Bagbab. Seine Losung heißt: Mesopotamiens Mittelmeerhafen ist Haifa! — Frankreich will ben Hanbel bes Irak zum Mittelmeer, ebenso wie benjenigen Persiens in sein syrisches Manbatsgebiet lenken, burch bas ja auch ein Zweig her Oellinie aus Mostul führt, unb kämpft um Leitung bes Jrakhanbels über seinen Hafen Beirut, ber bisher ben Hauptteil bes Tranfithanbels nach Mesopotamien unb Persien burch hie Syrische Wüste vermittelt hat. — Daß eine Verkehrslinie Haifa—Bagbab gebaut werben wirb, ist entschieben; unentschieben ist nur noch, ob es eine Bahnlinie ober eine Asphaltstraße wirb. Strategisch ist bie Eisenbahn zu befürworten, bereu Traste unb Dermessun- gen bereits vor einigen Jahren von bem englischen Colonel Robertson ausgeführt würbe. Anbere befürworten eine breite moberne Asphaltstraße, wo- burch ben Oel- und Wirtschastsinteressen mehr gedient sei als mit einer Eisenbahn, die heute in der ganzen Welt dem Auto an Wirtschaftlichkeit unterlegen fei. Wenn erst mit Hilfe der vor Monatsfrist vom Unterhaus bewilligten Palästina- Anleihe der neue Oelhafen in Haifa errichtet fein wird und wenn Haifa damit die Rolle eines neuen Bunkerhafens für die englische Mittelmeerflotte erhält, dann werden wahrscheinlich Englands Admiralität und Generalstab das letzte Wort in der Indessen die Rivalen England und Frankreich sich in Bagdad gegenseitig auszustechen suchen, treiben dort rings um den jungen König Ghasi extürrische Generäle protürkische Politik. Während der verstorbene König Feisal, IjerDorgegan« gen aus ber biplomatischen Schule Abbulhamidscher Prägung, schmiegsam unb elastisch war unb beson- bers biesem Umftanbe es verbankte, baß er trotz vieler Mißerfolge immer wieher auf hie Füße fiel, ist sein Sohn lebhaft unb temperamentvoll unb erlaubt sich manches, was ber Diplomatennatur feines Vaters miberftrebte. Wenn er freilich heute bem englischen Vertreter am Bagbaber Hofe auf besten sanfte Vorwürfe, daß er von König Feisal niemals ähnliche Deutlichkeiten zu hören bekommen hätte wie jetzt von Seiner Majestät, antwortet, daß bie Zeiten seines Vaters Feisal eben v o r bet seien, so muß man berücksichtigen, bah König Feisal I. seinem Nachfolger schon eine recht solibe Basis für felbftänbige Politik hinterlassen hat. Aber wenn auch ber junge irakische Staat seine ©lieber bereits im Gefühl eigener Kraft unb Macht reckt, so wirb hoch heute nicht einmal in Bagbab mehr Politik von Königen allein gemacht. Im Gegenteil, Bagbab barf heute weniger benn je isoliert betrachtet werben. Die Unabhängigkeit Mesopotamiens würbe nicht allein burch ben Ausgang des Weltkrieges entschieben, sonbern mehr noch burch ben Kampf MustafaKemal Paschas auf ben anatolischen Felbern gegen bie Griechen. Gab der Ausgang bes Weltkrieges Mesopotamien bie Form eines Staatengebilbes unter her ©nahem sonne einer europäischen Macht, so entschieb erst der ungeheure Erfolg Mustafa Kemals gegen die bis dahin siegreiche Entente, die von ihm 1923 mit ben ©riechen geschlagen mürbe, bie ©runblage her Unabhängigkeit bes Jrakstaates. Der Sieg ber türkischen Republik nach außen, ihre Reformen im Innern, bie Machtergreifung burch Riza Schah Pah- lavi in Teheran, bie Revolution m Afghanistan, ber japanische Kurs in Siam, — das alles sind ebensolche Etappen auf bem Wege Asiens zur Emanzipation vom europäischen ftolomab Imperialismus, wie bie Selbstänbigkeitsgeluste bes Königreichs Irak, bas feinen. Vormunb England immer mehr abschütteln will. Dabei erheischen gerade jetzt Englands wirtschaftliche Interessen (Oel) mehr denn je eine sichere Ber- kehrsverbindung zwischen Irak und Mittelmeer durch ausschließlich englisches Einflußgebi > Schnel- ler als veranschlagt geht der Bau bei Del- röhrenlinie Mossul-Haifa r- den nicht. Eines schönen Tages machte sich Godefrey Pierce wieder einmal auf große Fahrt. Aus dem fernen । Pw.y ... — - >-> - - ■ . Kalifornien tarnen Nachrichten von märchenhaften zu Ort führen So ging es Jahre und schließlich Goldfunden. Man flüsterte sich die Namen von s Jahrzehnte hindurch. armen Teufeln zu, die in das damals noch wüste Land gepilgert waren und mit einem Schlag zu Millionären wurden. Da hieß es flink fein und Die lÄ V «wj Heren Ernte eb lastet lvi Men 9 gerühmte öeteitii klnhejt regeln lern, t ^ege llO(f Jpl» ®,s ü «fleh die q dafür getrei tuna leidet ,b f e"- m S um seine men, ern zum De nehmen der Eino zwischen markten Lauer n mäßigen angeblich ertrage winne i seiner n Mit System gründlic 5Dfl’1eu- ' • 1 r xu- gen zum Meineid verleitet zu haben, verhaftet und Provinz Oberhessen insgesamt. Die Festpreise für Weizen sind folgende: Für sofort abgeführt. November 202 RM., Dezember 203,50 RM. Für LPD. Fran Zeit vom 1.5. bis 16. 8. 210 RM. pro Tonne. wild soll dagegen abgeschossen werden. Diese Maßnahmen sind darauf zurückzuführen, daß der Bestand an Mutterwild im Taunus viel zu groß geworden ist, wodurch das Geweihwild gelitten hat. LPD. Darmstadt, 17. Juli. Das hessische Sondergericht verhandelte gegen eine Anzahl Nörgler und Leute, die sich schwere Herabsetzungen der Reichsregierung hatten zuschulden kommen lassen. Der Richard Oppenheimer aus Lorsch hatte schwere Verdächtigungen gegen den deutschen Arbeitsdienst ausgesprochen, hatte sich zudem seiner vorläufigen Festnahme widersetzt und sich zu Drohungen hin- reihen lassen. Wegen der besonders provokatorischen Art, in der sich der Angeklagte benommen hat, wurde er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. — Der ehemalige Reichsbannermann Coy aus Eber- ftadt erhielt sechs Monate Gefängnis, wobei das Gericht dem Angeklagten seine gute Führung im Kriege zugute hielt. — In einem andern Falle setzte das Gericht Zweifel in die Aussagen von Zeugen und sprach den Angeklagten aus Wald- rnichelbach frei. — Otto Mahr aus Neuß, der zuletzt in Darmstadt wohnte, hat bei einem Rundfunkvortrag tatsächlich unwahre Behauptungen über den Führer und den Reichsminister Göring gemacht. Das Gericht verurteilte ihn deshalb zu acht Monaten Gefängnis. Der Zeuge Friedrich Morchel, der in dieser Sache Dernommen worden war, wurde vom Gericht unter dem dringenden Verdacht, einen Zeu- Brieffaften der Keöaffion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. h. in G. Trotz Einleitung des Entschuldungsverfahrens über den Betrieb des Hauptschuldners bleiben die Verpflichtungen des Bürgen bestehen. Sie müssen also auch die Zinszahlungen leisten. h. B. in G. Das Fischereirecht steht grundsätzlich der politischen Gemeinde für ihre Gemarkung zu. Es kann aber auch ausnahmsweise dem Grundstückseigentümer zustehen. Ob dies hier der Fall ist, ist aus Ihrer Anfrage nicht ersichtlich. Der Müller müßte sich jedenfalls auf einen besonderen Rechtstitel berufen, wenn er das Fischereirecht für sich in Anspruch nehmen will. Hessen-Nassau: W XIII: Reg.-Bez. Kassel: Gelnhausen, Marburg Stadt und Land, Schlüchtern, Reg.-Bez. Wiesbaden: Kreis: Biedenkopf, Dillkreis, Limburg, Oberlahnkreis, Oberwesterwaldkreis, Wetzlar. Hessen (Freistaat): W XIII: 0,50 v. H. fester. Auch im Verlauf e blieb das Geschäft klein und die Kurse uneinheitlich. Fest lagen Aschaffenburger Zellstoff mit plus 2 v. H. auf 65 v. H., ferner Gebr Junghans mit plus 1,25 v. H. auf 42,75 v. H. und Goldschmidt mit plus 1 v. H. auf 74,50 v.H. Andererseits gaben Harpener 0,50 v. H, Phönix 0,75 v. H., AKU. 0,25 v.H., Waldhof 0,75 v. H. und Reichsbankanteile 0,25 v. H. nach. Farben Hieben unv. 149,75, fest lagen Elektr. Lief, plus 1,50 v. H. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz um 0,25 o. H. auf 95,25 v. H. Geld an. Goldpfandbriefe blieben meist gut behauptet, vereinzelt noch etwas höher, nur Rhein. Hyp. waren etwas angeboten und weichend. Liquidationspfandbriefe meist um 0,25 v. H. niedriger, Kommunal-Obligationen gut gehalten, teilweise 0,25 bis 0,40 v.H. höher. Stadtanleihen gingen überwiegend zurück, besonders Heidelberger minus 1 v. H. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. leicht und unverändert. Abendbbörse still. Die Umsatztätigkeit an der Abendbörse war infolge des herrschenden Auftragsmangels sehr klein 17 CE.-Ir hipfp« qnhr 'bie ersten Monate des Jahres 1935 betragen die 8Ä596 »«ÄßÄte Mtiagsbörfe lustlos. Frankfurt a. M., 17. Juli. Die Börse verharrte angesichts der wieder nur geringen Publt- kumsbeteiligung weiter in Geschäftsstille. D)aauch die Kulisse'nur wenig Neigung zu Eigenschaften zeigte, beschränkte sich die Umsatztättgkett auf em Minimum. Unter diesen Umständen blieben einige günstige Nachrichten, wie der Stickstoffpakt und der günstige Stand der deutsch-französischen Wirtschafts- Verhandlungen sowie Untersuchungen über die steigende Ertragsfähigkeit der deutschen Aktiengesellschaften fast ohne Einfluß. Auch die neueste Entwicklung unserer Außenhandelsbilanz, die für ben Monat Juni eine weitere Verminderung der Passivität brachte, machte keinen sichtbaren Eindruck. Immerhin gaben diese Mitteilungen der Tendenz [Ute Stütze. Die Kursentwicklung war etwas Noch heute erwirb das Zeichen der Sportflieger! Jeder deutsche Volksgenosse kann es besitzen, wenn er Mitglied einer Flieger - Ortsgruppe wird. kein Deutscher darf bei dieser Förderung unserer Sportftiegeret fehlen. TNonatsbeltrag: Aktive Mitglieder 1,— Mark, fördernde Mitglieder 2,— Mark. Jedes Mitglied darf das Flieger-Abzeichen tragen. Anmeldungen an die Geschäftsstelle der Alle- ger-Ortsgrnppe Gießen, Kreisamt Gießen. ♦ Di e Pariser Stickstoffeinigung. Durch die auf der Pariser Konferenz zwischen den chilenischen Stickstoffherstellern und den europäischen Erzeugern von synthetischem Stickstoff getroffenen Vereinbarungen soll dem Pretskampf in der Stickstoffindustrie ein Ende gesetzt werden. Den Chilenen wurden ferner auf Grund eines besonderen Quoten- systems gewisse Zugeständnisse für die Belieferung des europäischen Marktes gewährleistet. Frankfurter Börse. Reichsbank nur geringfügig um 7 Mill. Mark verringert. Lediglich der Bestand an Lombardforderungen ist um 12 auf 60 und der Bestand an Reichsschatzwechseln um 6 auf 20 Mill. Mark zuruck- gcgangen, während der Bestand an Wechseln und Schecks sogar eine geringfügige Steigerung um 4 auf 3305 Mill. Mark aufweist. Diese etwas ungewöhnliche Bewegung könnte in Zusammenhang gebracht werden mit der täglichen Devisenrepartierung, indem die Firmen das Bestreben haben, über Giroguthaben zu verfügen, um bei etwas stärkeren Devisenzuteilungen die notwendigen Guthaben bei der Reichsbank zu haben. Die Steigerung der Giroguthaben um 48 auf 606 Mill. Mark läßt auch auf einen solchen Zusammenhang schließen. Der Bestand an deckungsfähi- gen Wertpapieren ist weiter um 7 auf 387 Mill. Mark angestiegen, während die sonstigen Aktiven einen Rückgang um 9 auf 571 Mill. Mark verzeichnen. Der gesamte Notenumlauf ist um 36 auf 3596 Mill. Mark, der Umlauf an Rentenbankscheinen um 4 auf 331 Mill. Mark zurückgegangen. Aus der anderen Seite sind 22 Mill. Mark Scheidemünzen in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen. Neu ausgeprägt wurden 9, wiedereingezogen 8 Mill. Mark. Der Deckungsbestand weist insgesamt eine kleine Steigerung um 0,8 Mill. Mark auf. Der Goldbestand stieg um 2 auf 72 Mill. Mark, während der Bestand an deckungsfähigen Devisen um 1,2 auf 5,6 Mill. Mark zurückging. Der Deckungsbestand deckt den Notenumlauf mit 2,2 v. H. gegen 2,1 v. H. in der Vorwoche. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf beträgt 5520 Mill. Mark gegen 5321 Mill. Mark zur gleichen Zeit des Die Zunahme bei' den Baubeginnen betrug 140 v H 875 900 cbm umbauter Raum wurden in Angriff ' genommen. Die Bnuerlaudniffe wie,en gegenüber dem Vormonat etne Abnahme um 21 n. S). auf, mit 741 800 cbm war das Ergebnis doch noch beträchtlich. Bei allen drei Baustadien wurden die Voriahrsziffern übertroffen und zwar um 210279 und 197 o. S). Der April ro.es eme Zunahme der Bauaollendungen und Bauerlaubmste auf, dagegen eine Abnahme der Baubeginn- Im Berichtsmonat gingen die Fertigstellung öffentlicher (Bebäube um 78 o. S). auf 17 900 cbm_ umbauten Raum zurück, die Bauerlaubm fe um 6t> v. ch. auf 55 000 cbm. Die Baubegmne stiegen um 282 vH. auf 146 000 cbm. Die Borjahresergebniffe wurden durchweg übertroffen, bei ben Baubeginnen um fast das Siebenfache. Geschäft nahm einen mittelmäßigen Verlaus. Es er» zielten: Blumenkohl 15 bis 35, Buschbohnen, grüne 10 bis 12, gelbe 12 bis 14, Stangenbohnen 15 bis 18, Erbsen 25, Eskarol 10 bis 12, Salatgurken 10 bis 30, 20 bis 25 holl.., Einmachgurken, Salz 1,80 bis 2,30, dieselben, Essig 1 bis 1,40, Karotten, Bdl. 4 bis 5, Kartoffeln, Erstlinge I 7,50 bis 7,75, II 4,50 bis 5, Böhms I 7 bis 7,25, II 4,50 bis 5, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 9, Rettich 4 bis 5, Römischkohl 5 bis 6, Rote Rüben 6 bis 7, Rotkraut 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Tomaten I 16 bis 18, II 12 bis 15, ital. 10, holl. 11 bis 12, bulg. 8 bis 9, Weißkraut 5 bis 6, Wirsing 5 bis 7, Zwiebeln mit Schlotten 4 bis 5, Pfälzer 7 bis 7,50, ital. 7 bis 7,50. Der Ob ft mar ft wies reichliche Zufuhren von Frühbirnen, Pfirsichen und Pflaumen auf. Gutes Angebot hatten hatten Aprikosen, Himbeeren, Sommeräpfel und Frühzwetschen. Preise für Aprikosen etwas höher, sonst kaum verändert. Das Geschäft war in besseren Obstsorten lebhaft, im übrigen schleppend. Es erzielten: Sommeräpfel I 15 bis 23, II 8 bis 12, Aprikosen I 25 bis 35, II 18 bis 22, Frühbirnen 12 bis 16, Brombeeren 50, Heidelbeeren 26 bis 28, Himbeeren, Garten 28 bis 35, dieselben, Wald 20 bis 22, Johannisbeeren 11 bis 13, Kirschen 16 bis 24, Sauerkirschen 12 bis 16, Pfirsiche I 20 bis 25. II 15 bis 18, ital. 17 bis 32, Pflaumen 12 bis 18, Reineclauden, unreif 15 bis 16, Spillinge 20 bis 24, Stachelbeeren 8 bis 12, Trauben 100 bis 115 holl., Frühzwetschen 20 bis 23, Zitronen, 150 Stück, 550. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 17. Juli. Auftrieb: 517 Rinder, davon 35 Ochsen, 16 Bullen, 466 Kühe oder Färsen, 311 Kälber, 780 Schweine. Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen al) 28 bis 31 c) 23 bis 27, Bullen c) 23 bis 25, Kühe a) 23 bis 28 b) 15 bis 22, c) 8 bis 14, Färsen a) 27 bis 33, b) 23 bis 26; Kälber b) 32 bis 42, c) 25 bis 31, d) 18 bis 24; Schweine b) 48 bis 50, c) 44 bis 50, d) 43 bis 48. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Heber* stand; Kälber ruhig, geräumt; Schweine mittel, kleiner Ueberstand. Vorjahres. Oie Neuordnung der Festpreisgebiete für Roggen und Weizen. Mit der Neuordnung der Getreidewirtschaft ist auch eine Aenderung und Vermehrung der bisherigen Festpreisgebiete vorgenommen worden. Im einzelnen interessiert folgende Zusammenstellung, die die Einordnung heimischer Bezirke in die einzelnen Festpreisgebiete zeigt: Koggen. Hessen-Nassau: R XIII: Reg.-Bez. Kassel, Kreis: Gelnhausen, Marburg Stadt und Land, Reg.-Bez. Wiesbaden, Kreis: Biedenkopf, Dillkreis, Limburg, Oberlahnkreis, Oberwesterwaldkreis, Wetzlar. Hessen (Freistaat): R XIII: Reg.-Bez. Oberhessen insgesamt. Die Festpreise für Roggen in den genannten Gebieten (R XIII) sind folgende: Für die Zeit vom 16. 7. bis 31. 8. 157 RM. je Tonne, im Monat September 158 RM., Oktober 160 RM., November 162 RM., Dezember 163,50 RM. Für die erste Hälfte des Jahres 1935 gelten folgende Festpreise: Januar 165 RM., Februar 166,50 RM., März 168 RM., April 169 RM., Mai 170 RM., 1. 6. bis 15. 7. 170 RM. Weizen. Oie Belebung der Bautätigkeit. Die Belebung der Wohnbautättgkeit setzte sich im Mai weiter fort, in allen Baustadien wurden sowohl die Ergebnisse des Vormonats als auch die des Mai 1933 beträchtlich übertroffen. In den Gemeinden mit 10 000 und mehr Einwohnern sind laut „Wirtschaft und Statistik" insgesamt 1 5 0 0 0 Wohnungen durch Neu- und Umbau fertiggestellt worden, das sind 8 v.H. mehr als im April und 106 v. H. mehr als im Vorjahre. Die Zahl der Bau- beginne (9400) hat gegenüber dem Vormonat um 19 v. H. und gegenüber Mai 1933 um 38 v. H. zugenommen. Bauerlaubnisse wurden für 10 600 Wohnungen erteilt, das sind 21 v. H. mehr als im April und 49 v. H. mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Bei den Bauanträgen, über die nur von den Städten mit 50 000 und mehr Einwohnern berichtet wird, war das Ergebnis um sich ein Auto anzuschaffen. Er blieb feinem Schlafwagen treu, der ihm den trauten Familienkreis ersetzte. Verwandte hatte er nicht, und seine ein- zigen Freunde waren die Angestellten der Schlafwagengesellschaft. Und so starb Godefrey Pierce, wie er gelebt hatte: im Pullman-Wagen, der ihm zu seiner Heimat auf Rädern geworden mar. H. S. Amtsgericht Gießen. Der Wilhelm Sch. aus Dillenburg fuhr am 27 März d. I. gegen 20 Uhr auf seinem Fahrrad die Frankfurter Straße in Richtung Stadt, ohne dasselbe mit einer hellbrennenden Laterne, mit einer helltönenden Glocke und mit einem Rückstrahler versehen zu haben. Das Gericht erkannte auf eine ©elbftrafe von 9 Mark. Wegen Zuwiderhandlung gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz hatten sich die Friedrich R. jun. und fen. aus Heuchelheim zu verantworten. Die Angeklagten unternahmen Lohnfahrten mit einer Taxe, ohne dieselbe versteuert zu haben. Halter des Wa- aens war der Vater. Das Gericht verurteilte ihn zu 150 Mark Geldstrafe, während der Sohn als Fahrer mit einer Geldstrafe von 75 Mark belegt wurde. . Aus Anlaß der Einleitung eines Strafverfahrens schrieb der Friedrich R. fen. aus Heuchelheim einen Brief an das Finanzamt in Gießen, 'N dem er auf die gröblichste Art die dortige Beamtenschaft beleidigte. Diese schwere Entgleisung brachte dem Angeklagten 2 Wochen Gefängnis em. Auger- dem trägt er die Kosten des Verfahrens. Strafkammer Gießen. Arn Montag weilte die Strafkammer Gießen bis gegen 17 Uhr in Bad-Nauheim. Gegenstand der dortigen Verhandlung waren schwere Verfehlungen des Damian Schöffel. Der Angeklagte, der seinerzeit am Amtsgericht in Nauheim tätig war, ließ sich im Laufe der Zeit erhebliche Unterschlagungen zu Schulden kommen. Um (eine Unregelmäßigkeiten zu verdecken, vernichtete der Angeklagte eine Anzahl Akten. Nach umfangreicher Beweisaufnahme — es wurden etwa 27 Zeugen vernommen — erkannte das Gericht auf eine Zuchthaus st raße von ein Jahr sechs Monate n u n d 6 0 0 .— R M. G e l d st r a f e. Dem Angeklagten fallen nach gesetzlicher Vorschrift die Kosten der Verfahrens zur Last. Äom hessischen Gondergericht. eine gute Stütze. Die Kursentwicklung war eiroas uneinheitlich, es ergaben sich aber nur geringfügige Veränderungen. Die Grundstimmung der Börse ist weiter freundlich und zuversichtlich. Farbenmdustrie eröffneten mit 149,75 unverändert, ebenso Deutsche Erdöl mit 117 v. H., während Goldschmidt ihre Steigerung um 0,50 auf 73,50 v. H. fortsetzten. Am Elektromarkt lagen die meisten Papiere mäßig und zwar von 0,25 bis 0,75 v.H. fester, nur Schlickert und Siemens gaben um je 0,50 v. H. nach. Am Montgnmarkt lagen Buderus Eisen 2 v. H. schwächer, ferner gingen Klöckner und Rheinstahl um je 0,25 zurück, dagegen zogen Harpener 0,50 v.H., Phönix 0,50 v. H. und Ilse Genuß 0,75 v. H. an. Am Schiffahrtsaktienmarkt gewannen Hapag 1 v. H. und Nordd. Loyd 0,13 v. H. Sonst eröffneten u. a. Zellstoff Aschaffenburg nach der jüngsten Steigerung 1 v. H., Daimler Motoren 0,75 v. H. schwächer, Ce- ment Heidelberg und Kunstseide AKU. behauptet, Gebr. Junghans 0,50 hoher. Am Rentenmarkt hatten Stahlvereins-Obligationen im Hinblick auf die Urteilsbegründung des Kölner Oberlandesgerichts in dem bekannten Streit größeres Geschäft bei um 1,25 v. H. höherem Kurs. Altbesitzanleihe und spate Neichsschuldbuchforderungen sowie die übrigen variablen Werte eröffneten unverändert. Von fremden Werten lagen neben Anatolier Eisenbahn (plus 0,13 v. H.) vor allem mexikanische Anleihen bis zu und meist nur auf wenige Spezialwerte beschrankt. Die Grundstimmung war weiter freundlich, wenn auch die Kursgestaltung wieder unregelmäßig war. Indessen hielten sich die Veränderungen nach beiden Seiten in engen Grenzen. Fest lagen Chadeaktten Lit A bis C mit plus 1,50 Mark.. Höher gesucht waren außerdem Kali Salzdetfurth, merklich niedriger notierten Reichsbank mit minus 1,5 v. H., ferner gaben Zellstoff Aschaffenburg und Lahmeyer bis 1 v. H. nach. Renten lagen ebenfalls sehr ruhig, Altbesitz minus 0,15 v. H., 6proz. Stahlverein-Bonds minus 0,50 v. H. Bon fremden Werten zogen Schweizer Bahnanleihen weiter an; 4proz. oon 191Z 177 (176), 3,5prozentige 166 (165). Sonst notierten u. a. Altbesitz 95,25, 6proz Stahlverein 79,75 Reichsbank 153, Gelsenkirchen 59,75, Harpener 106 Salz, detfurth 165, Phönix 46,25, Rheinstahl W,25, Be- kula 142,75, Chade 199, Daimler 49,13, JG.-Farben 149,65, Lahmeyer 121, Schlickert 90,50. Frankfurter Lbst- und GemMernarkt. Frankfurt a. M., 17. Juli. Am Gemüse- markt bestand in ausländischen Tomaten lieber- angebot, ferner starkes Angebot von Bohnen, Gurken und Kartoffeln. Erbsen knapp, Kohlrabi, Kopfsalat, Wirsing, Weißkraut und Rotkraut genügend. Die Preise für Gurken, besonders Einmachgurken, Kartoffeln und Tomaten gaben nach, für Erbsen zogen sie etwas an, für Salat und die übrigen Gemüsearten waren sie nicht merklich verändert. Das Taunushirsche dürfen nicht geschaffen- «Ä™ M°, werden. r ' ~ ' ....... Berlin $ranlfurt a. M. Berlin Frankluri a.M. Sranflur: a. 2)1 Berlin Schluß!. börsc 16-7. Oatum 16-7. | 17.7. 76,75 93,4 93,25 93,5 93,5 46 91,1 90,9 95,25 95,13 95,4 91,75 91,75 91,75 89,5 89,75 89,5 89,5 149,9 3. ®. Farben-Jndustrte ScheideanstaU........ 95,5 95,4 95,25 95,5 95,6 89,5 89,75 89,5 89,5 89,25 89,5 Bantnoten. 90,5 92,5 92,25 133,13 Srttzner................ 01 Mainlrastwerke Höchst a,vk.... 4 Süddeutscher Zucker e| 75,5 39,9 86,5 1 ö 0 0 0 62,25 67,75 47,73 64,75 73,25 39,13 85,5 22,75 198,5 177 133,5 Schluß. Mlnag- börse 93 101,4 93 101,4 93 101,4 93 101,4 Schluß« furd 149,75 207 73 39,25 48 60,65 46,25 241,25 90,25 39,75 13,75 124,75 124 165 22,25 199 177,25 149,65 207 75,5 39,25 86,4 115,75 62,5 68 48,25 64,5 129,9 48,4 60,9 69,5 22,5 196,5 115,65 62,25 67,75 47,5 65,5 128,9 49,4 60,65 71,4 22 197,5 176,5 132,13 49,13 61 77 93,65 45,75 242 90,75 39,75 13,5 124,75 124,5 164,75 Goldschmidt .... Rütgeröwerke ... Metallgeiellschast. 26,25 1,15 7,4 6,9 7,13 9,25 7,5 Mansfelder Bergbau .. Kokowerke .......... Phon»; Bergbau...... Rheinische Braunkohle» Rheinstahl......... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 26,5 1,2 7,55 26,25 1,15 7,3 6,9 7 9,13 7,5 7,2 9,13 62,5 67,65 48,5 64 Datum .......01 .......0 .......0 10 241,75 .. 0 90,75 . 0 39,75 .. 0 13,75 .. 5 124,75 .. 5 125 7y,| 164,5 26,65 1,25 7,5 7,13 7,13 9,25 Philipp Holzmann ... Zementwerk Heidelberg »emeutwert Karlstadt.. •% Deutsche ReichSanIeibe v 1927 •% ehern.7% Di Reichöanl.v. 1929 5Vi% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche ölnI.-Ablüs.-Schuld mit Lutlos.Rechten ....... DeSgl. ohne Audlos.-Rcchte...... 6% ehem.8°/o Hess. Bolkästaat 1929 trückzahlb. 102%) ........ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ....... 5y«% Hess. Lander-Hypothekenbank Darmstadt Liqui Oberhessen Provinz-Anleihe mit Au-ilos.-Rechten.......... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten •% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl ®olbpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar bU 1936 tyL% ehem. «'/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbrtese....... ehem. Rumän.vereinh.Renrev.lüi3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier ..... Yamvurg-Amertka-Pakei .0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff........0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............O Reichsbank ................ 12 A-ir.G......................o Bekula.....................o Elektr. LieferungSgesellschast ... 6 Licht und Kraft ... 6 gelten & Guilleaume......... O Gesellsch.s.EIektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert L Eo..............5 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer & Lo............. 10 Buderus ...................0 Deutsche Erdbl ............... Gelsenkirchener.......... c 7,6 4,25 7,1 35,1 26,5 30 64,75 89,75 57,75 62 64,5 154 23 143 91 109,25 66,5 108 101 91 149,5 122,4 76 117 59,25 106 — 160,25 — 71,75 65 7,6 4,4 7,1 4 35,25 27,4 30,4 65 90,25 57,5 62 65 153 23,13 142,75 92,75 109,75 66,75 108 102,25 9 .15 148 25 121 74,75 117 59,75 106 163 126,75 72,25 65,13 7,1 3,9 35,3 26,4 24,75 30,75 65 90,75 58 62 64,5 154 23,25 143 91,25 109 66,5 108,4 91,4 148,75 122', 75 76,5 117,5 60 106 74,65 161,5 127 71,75 65,65 4,4 7,1 4,13 35,25 27,4 25,5 30,5 65,5 91 57,5 62,25 65 154,5 23,25 142,9 92,5 110 66,65 108,5 102,5 90,75 148 121,9 75,5 117,25 59,65 106 74,4 163 128 72,25 65 Harpener...................( Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. c Ilse Bergbau ...............< Ilse Bergbau Genüsse ........< Klöcknerwerke ........ < WanoeSmanu-Rüde, ........ Berlin, 17.Juli | Geld Briei Amerikanische Noten.............. 2,465 2,485 Belgische Noten.................. 58,45 58,69 Dänische Noten ................. 56,41 56,63 Englische Noten ................. 12,60 12,66 Französische Noten............... 16,46 16,52 Holländische Noten............... 169,31 169,99 Italienische Noten................ 21,46 21,54 Norwegische Noten .............. 63,37 63,63 Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten............... — —4* Schwedische Noten............... 65,04 65,30 Schweizer Noten................. 81,49 81,81 Spanische Note» .................. Ungarische Note»................