Nr. W Erstes Vlatt 184. Jahrgang Mittwoch. 18. April 1934 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Postscheckkonto: Statt ifntt am Main 11686 Druck an»Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Such- und Steindruckerei «.Lange in Siehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u, behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. 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Goebbels erklärte, daß er vor dem Empfang durch den Füh- r e r den Hauptträgern des Winterhilfswerkes einige Danke sworte im Namen der Partei und der Regierung sagen wolle. Er tue das an der- elben Stelle, von der im September des vorigen Jahres der Ruf des Führers erging: „In diesem Winter soll niemand frieren und hungern". „Wir wußten gar nicht", so führte Dr. Goebbels aus, ,wie groß die Aufgaben dieses Winterhilfswerkes ein würden. Aber wir Nationalsozialisten sind es ;ia gewöhnt, austauchettde Schwierigkeiten, wie groß ue auch sein mögen, mit Intelligenz und Kraft zu überwinden. Unser einiger Ehrgeiz war, im ersten Winter der nationalsozialistischen Macht ein Symbol der wiedererwachten Volksgemeinschaft zu geben. Tausende und Zehntausende von Briefen, die an mich gelangt sind, geben Zeugnis davon, daß Ihnen dies gelungen ist. Die Arbeit des Winterhilfswerks hat Millionen von Menschen in Deutschland das Leben wieder lebenswert gemacht. Die vielen Armen haben Sie geholfen! Dor allem rber: Wie vielen ehemaligen Feinden und Gegnern 1*5 Nationalsozialismus haben Sie das E i n - cangstor zum Verständnis unserer Üdeen geöffnet' Der größte und edelste Ge- Kante des Nationalsozialismus wurde von Ihnen verwirklicht: der Sozialismus der Tat. Ich weiß, wieviel Arbeit hinter diesem Hilfswerk steckt, sch selbst bin ja kein Faulenzer, der nur eine Anlegung gibt und sie dann laufen läßt. Ich weiß, iaft Sie Tage und Nächte im Dienst des WHW. [»arbeitet haben, und ich danke Ihnen dafür. Es ! i t ein glücklicher Gedanke für mich, daß in dieser I tiefenhaften Organisation ein Einschreiten bei irgendwelchem Verfehlungen nur in ganz verschwindend l^tenen Fällen nötig war, die an den Fingern her- Wählen sind. Dafür statte ick meinen Dank vor tllem dem Reichsleiter des WHW., dem Amtsleiter Iss Amtes für Volkswohlfahrt, dem Pg. Hilgen- I«e l d t, ab. Aber mit her jetzt hinter uns liegenden Leistung ist die Arbeit noch nicht zu Ende. Zunächst gilt es, das h i l f s w e r k „Mutter und Kind" durchzuführen. 2 ann werden wir im September aufs neue an das Vinterhilfswerk Herangehen, das eine ft a n- *| tii g e Einrichtung sein und bleiben wird — such wenn es keine Erwerbslosen mehr gibt. Anschließend versammelten sich die Gauführer d^s WHW. im Arbeitszimmer des Reichskanzlers in b?-r Neuen Reichskanzlei. Der Führer begrüßte d>e Erschienen einzeln und drückte jedem die Hand. Reichsminister Dr Goebbels wies einleitend hierauf hin, daß er im Juli vorigen Jahres vom siührer den Auftrag zur Organisation eines Winter- hlfswerks erhalten habe. Hier stünden nunmehr die Männer, die bei der Vorbereitung und Durch- fi hrung des Winterhilfswerks halfen. Reichskanzler Adolf Hiller eilklärte darauf, daß ohne die soziale Tätigkeit des xo'ßen Hilfswerks niemals ein solcher politischer, piychologischer und wirtschaftlicher Erfolg hatte er- riid)t werden können-, ohne dieses Werk wäre der vergangene Winter nicht ohne Rückschläge auf allen Gebieten zu überwinden gewesen. „,Der Erfolg des Winterhilfswerks", |o sprach der Führer weiter, „ist nicht nur im Illand zu beobachten, er ist auch im Ausland se tzustellen. Es ist schwer zu sagen, wieviel Tau- jenbe von Ausländern gerade durch dieses soziale h lfswerk von dem Wert der Neuordnung in Deutschland unmitetlbar überzeugt wurden. Sicher isl aber, daß diejenigen Ausländer, die in Deutschland gewesen sind, sich dem großen Eindruck, den tzcs WHW. auf sie machen mußte, nicht entziehen tonnten. Ein großer Teil des Sttmmungsumschwunges ün der welk ist auf die Erfolge der nationalsozialistischen Revolution, insbesondere ober auf das WHW. zurückzuführen; denn aus ihm wuchs die Erkenntnis von der überragenden ozialen Bedeutung der nationalsozialistischen Idee ln unserem Vaterland. 3c re Arbeit, meine Parteigenossen und Partei- qinossinnen, ist jedoch noch nicht beendet. Ein ge- vlsser Prozentsatz von Arbeitslosigkeit wird in itiem Volk von 65 Millionen immer bleiben. Wir holten auch vor dem Kriege eine Arbeitslosigkeit von etwa 800 000 Mann. Wenn es uns gelingt, i Zahl der Arbeitslosen auf etwa i im e Million herunterzudrücken, dann können ö't das Problem der Erwerbslosigkeit als aelöft de rächten. Auf dieses Ziel ist zunächst unsere c nze Arbeit rückhaltlos eingestellt. Ton muß sich bei der Fülle der Probleme auf die )|unfl einer Ausgabe beschränken, well man nicht alles aus einmal machen kann. Das brennendste Problem, das zunächst gelöst werden muß, ist die Arbeitslosigkeit. Wenn auch die Lohnsätze noch nicht wesentlich erhöht werden konnten, so mutz doch bewiesen werden, daß etwas geschieht. Und das Winterhilfswerk hat gezeigt, daß wir tun, was wir überhaupt nur tun können. Es lebt die Ueberzeugung in Deutschland, daß der Dille da ist, alle für einen und einen für alle einzusehen." Der Reichskanzler bat dann Dr. Goebbels, mit seiner Energie und Kraft wieder die Organisation des Winterhilfswerkes zu übernehmen, und gleichzeitig die Anwesenden, ihre Dienste wieder zur Verfügung zu stellen. Im vergangenen Winter traten wir vor Aufgaben, für die es noch kein Vorbild gab. Es mußten ganz neue Wege gesucht werden, und schon wurde Großes gel eist e t. Das Ergebnis des nächsten Jahres muß noch besser werden. Nach der Verminderung der Zahl der Arbeitslosen und nach der allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage wird es uns gelingen, im nächsten Jahr ein noch größeres Hilfswerk aufzubauen. Sie, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen, die Sie im Dienste des Winterhilfswerkes stehen, müssen stets das soziale Gewissen der Partei sein, das im Winterhilfswerk einen immer neuen, lebendigen Ausdruck findet. Die schönsten Programme nützen nichts, wenn sie nicht durch Kleinarbeit ergänzt werden. Man kann nicht nur in die Zukunft blicken, man kann nicht nur an den großen Problemen arbeiten, auch die Sorge des Tages muß berücksichtigt werden. Immer erneut mutz der Appell an die Nation und an das sozialistische Empfinden gerichtet werden. Das Winterhilfswerk soll die Not beseitigen, die durch offizielle Maßnahmen nicht beseitigt werden Fann. Es soll ferner dazu beitragen, das Volk zum sozialistischen Denken zu erziehen. Man soll nicht vom Opfer reden, wenn man das, was nan gibt, nicht auch selbst als Opfer empfindet. Sie müssen klarstellen, daß es kein Opfer für einen Millionär bedeutet, wenn er fünf Mark spendet, ein Opfer aber ist es, wenn ein Arbeiter bei einem Monatslohn von hundert Mark fünfzig Pfennige gibt. Wenn wir diesen Opsergedanken ins Volk tragen, dann Helsen wir beim Aufbau der neuen Gemeinschaft. Es kommt auf das s o z i a - listische Gemeinschaftsgefühl an. Im reichen Deutschland der Vorkriegszeit ist es nicht möglich gewesen, ein ähnliches Hilfvwerk durchzuführen. Das Deutschland vor dem Kriege erzielte bei monatelanger intensivster Propaganda nicht mehr als sieben Millionen Mark für die Zeppelin- Spende, die eine hadje des ganzen Volkes war. Wir haben in einem einzigen Winter in dem verarmten Deutschland 320 Millionen Mark aufgebracht. Diese gewaltige Summe ist nicht nur eine Tat an sich, sondern sie ist ein DerMrrrausdempanzerkreuzer„DeuWand" „Deutschland", an desse die skandinavischen Gi mehrtägiger Fahrt in rale genau so wie gegen die Mannschaften. — wässer er teilgenommen hat, bei der Rückkehr nach Unser Bild zeigt Reichskanzler Adolf Hitler an Wilhelmshaven. Neben dem Führer Reichswehr- Bord des Panzerkreuzers „Deutschland", an dessen Minister von Blomberg. Oer norwegische Lotse über den Sübret. Oslo, 17. April. 1DNB.) Die Fahrt des Reichskanzlers durch die westnorwegischen Fjorde an Bord des Panzerkreuzers „D eutsch - land" kam der hiesigen Oeffentlich- feit völlig überraschend. Die Zeitungen brachten die Nachricht unter großer Aufmachung mit Bildern des Reichskanzlers und des Panzer- kreuzers. „Nation" bedauert, daß der Reichskanzler die Fjorde nicht einige Wochen später, in der Zeit der Baumblüte, besucht habe. „Tidens Tegn" veröffentlicht ein Gespräch mit dem norwegischen Lotsen Karl- s e n , der die „Deutschland" durch die Fjorde geführt hat. Der Reichskanzler habe, so sagte der Lotse, beinahe die ganze Zeit auf der Brücke gestanden und fei von den Gebirgsformalionen und dem strahlenden Wetter b e ge i ft e r t gewesen. Er sei auch an Bord herumgegan- qen und habe mit allen gesprochen, Matrosen und Offizieren, und es sei so, als ob es für Hitler keinen Rangunterschied gebe. Er sei bei der ganzen Besatzung sehr behebt gewesen: aber er sei ja eben auch ein angeneh - merund gemütlicher Mensch. Es lasse sich nicht leugnen, daß Hitler durch seine Bescheidenheit besonders auffalle. Er sei einfach und offen und gegen die Gene- Ehrenbrief Gelsenkirchener Bergleute für den Führer. Diefer Ehrenbrief wird dem Führer an feinem Geburtstage von Gelsenkirchener Ruhrbergleuten überreicht werden. Das plastische Mittelfeld ist aus Steinkohle geschnitten und mit verschieferten Abdrücken vorgeschichtlicher Pflanzen und Bäume eingefaßt Das Werk schuf der in Gelsenkirchen wohnende junge Bildhauer Robert Nielsch. T : ■ Oer H. Mai! 5. Anordnung. Zur Ausgestaltung der Aufmarfchplähe zum Tag der nationalen Arbeit werden die Mitglieder des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure sowie alle Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste hiermit aufgefordert, sich unverzüglich über ihre Bezirksleitungen mit den Kreispro- pagandaleltern zu ehrenamtlicher Mitarbeit zur Verfügung zu stellen bzw. sich dort zu melden. heil Hitler! Gez.: Müller-Scheld. Beweis des Opfergedankens, der in unserem Volke lebt. Sie hat ihre psychologischen Wirkungen im Inland und auf das Ausland nicht verfehlt. „So danke ich", damit schloß der Führer, „dem Reichsminister Dr. Goebbels und dem Leiter des WHW., Hilgenfeldt, und Ihnen allen, die Sie hier erschienen sind. Ich bitte Sie aber auch, allen denen im Lande meinen Dank zu übermitteln, die ihre Arbeit dem WHW. zur Verfügung gestellt haben, all den Hunderttausenden von namenlosen Volksgenossen, all den unbekannten Soldaten der großen Hilfsarmee." Flaggen heraus am Geburtstag des Führers! Berlin, 17. April. (DNB.) Auf Anordnung des Herrn Reichsministers des Innern flaggen am Geburtstag des Reichskanzlers, Freitag, 20. April, sämtliche Dienstgebäude des Reiches, der Länder und Gemeinden, sowie die Gebäude der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Oer Reichsaußenminister beim Reichspräsidenten. Berlin, 17. April. (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg empfing Dienstag vormittag Reichsminister Freiherrn von Neurath zum Vortrag. Admiral Or. h. c. paeder dankt. Berlin, 17. April. (DNB.) Der Chef der M a r i n e le i t u n g teilt mit: Anläßlich meines 40jährigen Dienstjubiläums sind mir von. so vielen Seiten Glückwünsche ausgesprochen worden, daß ich zu meinem Bedauern außerstande bin, sie alle persönlich zu beantworten. Ich bitte daher, auf diesem Wege meinen herzlichen und aufrichtigen Dank für die vielen Zeichen freundlichen Gedenkens zum Ausdruck bringen zu dürfen. gez.: R a e b e r, Admiral, Dr. h. c., Chef her Marineleitung. Gruppenführer Weiß spricht vorauslandischenZournalisten Die rechte Pflichterfüllung des Pressemannes. Berlin, 18. April. (DNB.) Im Haus der Deutschen Presse fand am Dienstagabend ein Kameradschaftsabend statt, an dem diesmal auch eine große Anzahl ausländischer Journalisten als Gäste des Reichsverbandes der Deutschen Presse teilnahmen. Gegen 23 Uhr erschien der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß. Gruppenführer Hauptschriftleiter Weiß betonte in seiner Ansprache, es gebe keine größere Auf- klärungsarbeit, wie die des Journalisten. Aber es gehöre eines dazu, das sei der gute Wille. Es könne nicht die Aufgabe des Journalisten fein, nur die Angriffspunkte, die er in einem Volke sehe, herauszustellen und sensationell zu verbreiten; es sei vielmehr des Journalisten durchaus nicht unwürdig, wenn er auch die Vorzüge, die er bei einem Volke sehe, offen und ehrlich anerkenne, und besonders dann, wenn man innerlich zugeben müsse, daß sich eine Nation ehrlich bemühe, durch Lei st ungen und Arbeit hoch zu- ko m m e n Hauptschriftleiter Weiß führte sodann weiter aus, daß in der Auslandpresse in der letzten Zeit wiederholt die Zustände innerhalb der deutschen Presse erörtert worden seien. Man könne gelegentlich davon lesen, daß der Grundzug in der deutschen Presse heute durch ein gewisses Angstmoment bestimmt würde. Derjenige, der so etwas schreibe, vergesse, daß im deutschen Schriftleiterberuf im Lauf eines Jahres einige Veränderungen vor sich gegangen feien; was man dem Ausland Angst nenne, das sei heute im Wahrheit der freiwillige Entschluß der beut» chen Journalisten, durch Disziplin und durch Verantwortungsbewußtsein mitzuhelfen amAufbauunseres Staates. Oie Schmähungen der Emigranten in Prag entfernt. P r a g, 17. April. (DNB.) Laut mündlicher Mitteilung des tschechoslowakischen Außenministeriums an den Prager deutschen Gesandten sind die von diesem beanstandeten Kartka- tu ren aus der Prager Manes-Ausstellung Diens- tü^jrüh entfernt worben. Frankreichs Antwort an England überreicht. Barthou will Rüstungsbegrenzung auf der Grundlage des Status quo. Französische (Sehnsucht nach Genf. Einmütige Billigung des pariser Ministerrats. Paris, 17. April. CDJ123.) Die Minister haben in ihrer Dienstagberatung sich in der Hauptsache mit dem Text der Antwortnote an die englische Regierung beschäftigt. Rachdem Außenminister B a r t h o u über den Stand der Abrüstungsverhandlungen Bericht erstattet hatte, legte er die Role vor, die er gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten ausgearbeitet hatte. Der Text fand einmütige Billigung. Barthous Standpunkt setzte sich durch. In dem Ministerrat sind zwei Tendenzen aufeinandergestoßen. Der sogenannte Kleine Abrüstungsausschuß, in dem die Staatsminister herriot und Tardieu eine besondere Rolle gespielt haben, hat den Standpunkt vertreten, daß bei der gegenwärtigen Lage der Abschluß jedes Abkommens Unerlräg- lichkeiten mit sich bringe, daß Frankreich gegen jede Aufrüstung Deutschlands Stellung nehmen müsse und daß schließlich Frankreich möglicherweise mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einen etwaigen deutsch-französischen Streitfall bereinigen müsse. Gegen diese Auffassung hat sich entschieden Außenminister Barth ou gewandt, der für den Abschluß eines Abkommens eintrat, daß eine Rüstungsbegrenzung unter Zugrundelegung des Status quo befürworte. Barthou suchte seine Auffassung damit zu stützen, daß eine Reihe von Gegenmaßnahmen, u. a. eine Wirtschaftsblockade, im Falle der Verletzung des Abkommens ausreichende Gewähr für die Garantie- rung der französischen Interessen bieten würden. Der Ministerrat hat sich schließlich der Auffassung Barthous angeschlossen. Frankreich schiebt dieAbrüstlings- konserenz vor. Paris, 18. April. (DRB. Funkspruch.) In guk unterrichteten französischen Kreisen verlautet, daß die am Dienstagnachmittag nach London abgegangene französische Antwort an England drei Schreibmaschinenseiten umfaßt. Die französische Regierung erkläre darin u. a.» bafj sie trotz der hohen Bewertung der englischen Garantie und trotz Anerkennung des besseren Verständnisses, das die englische Regierung dem französischen Standpunkt entgegenbringe, kein Abkommen annehmen könne, dahdie „in Verletzung der Verträge" vorgenommene Aufrüstung Deutschlands legalisiere. Wenn Frankreich vielleicht zu einem solchen Abkommen bereit gewesen wäre, dann wäre es infolge der Erhöhung der deutschen Rüstungsausgaben und der deutschen Antwort auf die englische Anfrage in der Rüstungsangelegenheit davon abgekommen. Die französische Regierung halte es für z w e ck l o s, die direkten Abrüstungsbesprechungen zwischen den hauptsächlich interessierten Mächten fortzusehen, da keinerlei Aussicht bestände, daß diese zu einer Vereinbarung führen. Es sei jetzt Sache der Abrüstungskonferenz, in der Hoffnung auf einen besseren Ausgang die Beratungen wieder aufzunehmen. Der Wortlaut der Rote soll alsbald veröffentlicht werden, wenn London mit der Veröffentlichung einverstanden ist. Barthous Demagogie. „Gefährdung Londons durch die deutschen Flugzeuge." London, 18. April. (DNB.-Funkspruch.) Einer Reutermeldung zufolge hat Außenminister Barthou dem britischen Geschäftsträger gegenüber sein Bedauern darüber ausgedrückt, daß Frankreich außer st ande gewesen sei, in einer weniger k a t e g o r i s ch e n A r t auf die britische Versöhnungsbemühungen zu antworten, deren Bedeutung und freundschaftlichen Charakter er zu würdigen wisse. Barthou habe hinzugefügt, er hoffe indessen, daß die Beweggründe der französischen Entscheidung in Großbritannien Verständnis finden werden und daß Großbritannien die „Gefahre n der deutschen Aufrüstung" und besonders die „Gefährdung Londons durch die deutschen Flugzeuge" (!) richtig einschätzen werde. Oer rumänische Trabant klatscht Beifall. »Par i S 17- April. (DNB.) Der rumänische Außenminister T, itulescu ist heute hier zu einem offiziellen Besuch emgetroffen. In einer Unterredung die er nachmittags mit dem Außenminister Barthou hatte, spielte nach Mitteilungen in politischen Kreisen in der Hauptsache die Abrustungsfrage eine Rolle. Barthou hat dem rumänischen Staatsmann den Wortlaut der vom heutigen Ministerrat angenommenen Antwortnote an England vorqe- legt. Angeblich ist der Inhalt dieser Rote von Ti'tu- lescu völlig gebilligt worden, da in ihm erneut die französische Stellungnahme gegen die Legalisierung der deutschen Aufrüstung zum Ausdruck käme und die Notwendigkeit betont werde, nach Genf vor den allgemeinen Abrüstungsausschuß z u r ü ck zu- kehren. Die Staaten der Kleinen Entente, die wegen der Forderungen besorgt seien, die eine solche Konzession an Deutschland bei ihren Nachbarn, soweit sie vertraglich entwaffnet seien, wachrufen könnten, erblickten in der französischen Note eine Beruhigungspille. Unter diesen Umständen verdiene die offizielle Reise Titulescus eine ganz besondere Bedeutung, weil in ihr die Ide eng e- meinschaft zwischen Frankreich und seinen osteuropäischen Freunden in allen großen internationalen Fragen zum Ausdruck gekommen sei. Wie im Anschluß an die Unterredung des rumänischen Außenministers Titulescu mit dem französischen Außenminister verlautet, hat sich Barthou nunmehr endgültig entschlossen, diesen Besuch zu erwidern und sich demnächst nach B u k a r e st zu begeben. Die Bukarester Reise Barthous wird jedoch erst nach der Rückkehr des Außenministers aus Warschau und Prag stattfinden. Titulescu wird während seines offiziellen Besuches mit zahlreichen politischen Persönlichkeiten Fühlung nehmen. Im Laufe des Mittwochs wird er Staatsminister Tardieu, alsdann den Vorsitzenden des auswärtigen Kammerausschusses, B a st i d , ferner Kolonialminister Laval und anschließend Staatsminister herriot einen Besuch abstatten. Auf dieser Grundlage keine Vereinbarungsmöglichkeit. „Frankreich hat die Abrüstungsbesprechungen zueinem jähenEndegebracht" London, 18. April. (DNB. Funkspruch.) Der liberale „News C h r o n i c l e" erklärt, Frankreich habe die Abrüstungsbesprechungen zu einem jähen Ende gebracht und den deutschen Wehr haushalt dabei als V o r - wand'benutzt. Die Extremisten der Rechten hätten die gemäßigteren Mitglieder des Kabinetts mit sich fortgerissen. Es sei eine Note nach London geschickt worden, die tatsächlich den ganzen Besprechungen ein Ende bereite. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Herold" will wissen, daß die französische Note e i n förmliches Versprechen britischenBei- standes an Frankreich im Falle der Not und ein Versprechen militärischen Vorgehens im Falle einer Verletzung des Abrüstungsabkommens durch Deutschland fordert, und daß sie die Zusage wirtschaftlicher Sanktionen für ungenügend erklärt. Es scheine, daß das Aeußerste, was Frankreich zugestehen wolle, 1. eine leichteErhöhung desdeutschen Kriegsmaterials sei, die durch die Umwandlung der Reichswehr in eine Miliztruppe wiederaufgehoben werden soll, und 2. eine Begrenzung der französischen Rüstungen auf dem jetzigen Niveau. Der Mitarbeiter fügt hinzu, für eine Verein- barungauf dieser Grundlage dürfte zwischen London und Paris, von Berlin und Paris ganz zu schweigen, keine Möglichkeit bestehen. Der französische Plan sei jetzt, die A b - rüstung vollständig beiseite zu schieben und ein Bündnis mit Großbritannien zur Aufrechterhaltung und Unterstützung einer übermäßigen militärischen Ueberlegen- heit Frankreichs gegenüber seinen Nachbarn zu erlangen. Oie Suche nach neuen Wegen. Von unserem ständigem p.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 15. April. Das Abrüstungsproblem scheint in der gegenwärtigen Phase vor allem zu einer englisch-französischen Streitfrage zu werden. Vielleicht ist es dieser Umstand, der der optimistischen Stimmung, die mancherorts in Europa zu bemerken ist, einige Berechtigung verleiht. Die französische Außenpolitik möchte letzten Endes mit England nicht gern in Gegensatz geraten, weil das für sie leicht die Isolierung bedeuten könnte. Ist eine Einigung in der Abrüstungsfrage möglich, so ist sie wohl nur auf der Grundlage der italienischen Vorschläge zu erreichen. Was freilich Konzessionen für die anderen Richtungen nicht auszuschließen braucht. Selbst die Optimisten gestehen, daß auch im besten Falle sehr mühsame und schwierige Verhandlungen mit London erwartet werden müssen. Die Haltung der englischen Regierung scheint in vielen Punkten nicht klar umrissen: man möchte offenbar in London den diplomatischen Auseinandersetzungen einen möglichst weiten Spielraum geben. Es steht aber bereits fest, daß von einer einseitigen Garantie für Frankreich nicht die Rede se in kann. — In diesem Punkte hat sich weder die Einstellung der öffentlichen Meinung in England, noch die der Regierung Macdonald geändert. Kenner der englischen Politik versichern, daß selbst ein Regierungswechsel in England nichts daran ändern könne. Wenn man heute in Paris in der Abrüstungsfrage gemäßigtere Töne anschlägt, so ist das nicht zuletzt eine Folge der Erfahrungen, die die französische Außenpolitik mit den starren Methoden Barthous machte. Man hat die Grenzen abgetastet, um zu sehen, wie weit man gehen kann, und das ist eines der wenigen Ergebnisse, die man in der letzten Zeit überhaupt aufzuweisen hatte. Vielleicht hätte man diese Feststellung mit geringerem Kraftaufwand treffen können, — immerhin hat das ganze Manöver für den Wert des französischen Bündnissystems eine recht aufschlußreiche Lehre erteilt. Die Tatsache jedenfalls, daß Frankreich zwischen Warschau und Prag vermitteln muß, um eine Verschärfung des polnisch-tschechoslowakischen Konflikts zu vermeiden, besagt genug. Wobei übrigens behauptet werden darf, daß der latente polnisch-tschechische Gegensatz ohne die unglückliche französische Politik in Mitteleuropa schwerlich eine so offene Zuspitzung erfahren hätte, wie sie jetzt verzeichnet werden muß. Die Erfahrungen, die Frankreich mit Bukarest und Belgrad machte, sind auch nicht besser. Die wenig stabile innenpolitische Lage in Rumänien und die deutlichen Tendenzen in Belgrad, einen selbständigen außenpolitischen Kurs einzuschlagen, wirken in Paris ernüchternd. Schon vor seiner Reise kann der französische Außenminister über die Stimmung bei den Verbündeten so manches erfahren. Es wäre übrigens nicht richtig, zu glauben, daß ein vollständiges Fiasko der Abrüstungsbemühungen Frankreich — auch ganz abgesehen von den außenpolitischen Folgen — unbedingt angenehm wäre. Gewiß schätzt man in Paris die Vorteile einer militärischen Machtposition, aber ein allgemeines Wettrüsten wäre auch für Frankreich eine unerträgliche Belastung. Man verfügt zwar über große fingnzielle Reserven, sogar über die größten auf dem Kontinent, aber die Schwierigkeiten des französischen Staatshaushaltes und die wirtschaftliche Lage, die entschieden ungünstiger ist, als bei anderen führenden Mächten Europas, mahnen zur Vorsicht. Man hatte ja Gelegenheit genug, zu sehen, wie groß die Budgetsorgen Frankreichs sind: der mühsam aufrechterhaltene innerpolitische Burgfrieden ist wegen der Ersparungsmaßnahmen beinahe in Brüche gegangen. Und noch ist man sehr weit davon entfernt, alle Schwierigkeiten als überwunden erklären zu können. Die Angleichung der wirtschaftlichen Situation in Frankreich an die Weltwirtschaftslage ist ein äußerst gefahrvolles Unternehmen, in dessen Interesse es nötig wäre, die auswärtigen Schwierigkeiten auf ein Minimum zu reduzieren. In den Wirtschaftskreisen setzt sich mehr und mehr die Auffassung durch, daß zur Ueberwindung der Krise eine Entspannung — sowohl inner- als auch außenpolitisch — eine u n - bedingt notwendige Voraussetzung ist. Ueberhaupt ist man allgemein davon überzeugt, daß das den Weg zur Wiederherstellung der weltwirtschaftlichen Beziehungen erst frei machen könnte. Solange es Frankreich nicht gelingt, mit den anglo- sächsischen Staaten, vor allem natürlich mit England selbst, in ein festeres finanzpolitisches Verhältnis zu kommen, kann die französische Wirtschaft nicht gesunden. Der Weg zu einer solchen Einigung kann freilich durch einen Bruch in der Abrüstungsfrage nur versperrt werden. Wie schwer die Weltwirtschaftskrise gerade auf Frankreich drückt, wird man wohl bald durch die koloniale Wirtschaftskonferenz die in Paris stattfinden soll, erfahren können. Die französischen Kolonien und mehr noch die französische Schiffahrt befinden sich in einer schier verzweifelten Lage. Die eigenwirtschaftlichen Tendenzen haben nämlich in Frankreich gerade in dem Verhältnis zu den Kolonien am meisten versagt. Es ist wahr: ein spezifisches liebel der französischen Kolonialpolitik hat sehr viel dazu beigetragen, die Lage so schwer zu gestalten. Die offizielle Politik in Frankreich hat bisher immer zwischen zwei Auffassungen geschwankt: bald wollte man die Kolonien direkt in das französische Wirtschaftsleben einschalten, bald wieder versuchte man, ihnen ein wirtschaftliches Eigenleben zu verleihen. In der heutigen gedrängten Lage stoßen beide Auffassungen besonders hart aufeinander, und ohne ein Prophet zu sein, kann man von der kolonialen Wirtschaftskonferenz in Paris eine Verstärkung der Einsicht erwarten, daß Frankreich seine Außenpolitik mehr auf eine i n - ternationale Verständigung basieren muß, als bisher. Die Regierung des Burgfriedens in Frankreich steht in jeder Beziehung einer heiklen Situation gegenüber. B:! all ihrer innerpolitischen Geschicklichkeit muß sie scheitern, wenn sie die großen weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Aufgaben nicht erkennt. Arbeiter und Unternehmer gehören zusammen! Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Or. Ley spricht in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 17. April. In einer von der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront und dem Verband Mitteldeutscher Industrieller gemeinsam veranstalteten Kundgebung sprach heute vormittag der Führer der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley über „Die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront und das Zusammenarbeiten zwischen NSBO. und Unternehm e r v e r b ä n d e n". Einleitend begrüßte der Vorsitzende des Verbanoes Mitteldeutscher Industrieller, Dr. Braun, 5uaLt?)F' Ley und den ebenfalls erschienenen Reichsstatthalter Sprenger. Die Stärke der Arbeitsfront liege in ihrer Einheit und L i n i g k e i t. Wir alle, so schloß der Redner, wollen in gegenseitiger Achtung gute A r - Tiio1 gr/k ? b ? H*c Betriebsführer sein. A.^?tsfront ist nicht die Front der Arbeiter „ nicht die der Unternehmer, sie ist die Front aller derer, die am großen Werke mitschaffen wol- Siaatsrat 0r. Frauendorffer führte als nächster Redner u. a. aus, jede Revo-. lution se. em schöpferischer Akt. Die Hauptsache sei die geistige Umgestaltung der Menschen. Der Nationalsozialismus habe dem Volk ein neues Denken vermittelt, seine Revolution habe einer neuen Weltanschauung Bahn gebrochen. Das Ziel sei ein organisches Verhältnis von Staat, Wirtschaft und Volksgenossen. Schon im Parteiprogramm werde der ständische Aufbau gefordert. Diese Organisation sei nicht Selbstzweck, sondern Instrument zur Erreichung eines hohen Zieles. In diesem ständischen Aufbau falle jedem ein Funktionieren an seiner Stelle ermöglicht werden, damit das Leben des Gesamtvolkes ficher- gestellt fei, denn dieses Volk fei kein Haufen von Einzelindividuen, sondern ein einheitlicher Körper. Der Ständestaat sei keine neue Staate- form und feine neue Wirtschaftsform, er fei der nationalfozialistifche Vlachtslaat als Träger aller Staatsautorität. So fei der ständische Aufbau die Reugliederung des schaffenden Volkes. Vorbild sei die deutsche Armee, in der alle Waffengattungen gleichberechtigt nebeneinandergestanden hätten, in der es nur Soldaten gegeben habe, wie es im Ständestaat nur Arbeiter gebe. Entscheidend aber fei der Inhalt dieser Form. Dieser Inhalt sei das deutsche Volk, der Gei st, der es erfülle. Staatsrat Schuhmann führte u. a. aus, es sei heute fein Platz mehr f ü r ein Nebeneinander und Gegen» einander von Arbeiter-, Angestellten- und Unter» nehmerverbänden. Früher habe man die Gegensätze organisiert, heute baue man an der Gemeinschaft. Zweck der Gewerkschaften fei es gewesen, dem Arbeiter seinen Platz zu sichern. Die Syndici und Gewerkschaftssekretäre hätten diesen Zweck verfälscht. Deshalb wollten wir heute keine Syndici und keine Gewerkschaftssekretäre mehr, sondern Kerle, die uns führten (starker Beifall). Es sei notwendig, daß das neuentstandene vertrauen der Arbeiter zu dem Betriebsführer nicht im geringsten enttäuscht werde. Wenn wir zusammenhielken, würden wir das Geschehen der Welt umformen nacy unseren Grundsätzen. (Beifall.) Das Vertrauen sei die b e ft e A r» beitsbeschaffung, die wertvollste Wirtschaftsankurbelung. In diesem Vertrauen müsse der Unternehmer mit seiner Mannschaft durch Dick und Dünn gehen. Dann werde das Werk Adolf Hitlers gelingen, ohne den wir alle nichts, mit ihm aber alles feien. Stürmisch begrüßt von der Versammlung, sprach dann der Führer der Deutschen Arbeitsfront Or. Ley. Regieren heiße Erziehen, sonst nichts. Deshalb reisten die Führer herum, predigten und redeten und hielten nicht in Büros Konferenzen ab, um Beschlüsse zu fassen. Eine Regierung, die nur Gesetze mache, ohne daß das Volk sie verstehe, könne nur mit der Gewalt regieren. Der neue Staat wolle, daß das Volk aus tiefster Seele nach den Gesetzen schreie, daß es Anteil an ihnen nehme, weil man ihm ihre Notwendigkeit eingehämmert habe. Eine soziale Ordnung sei nichts anderes als Einordnung der Menschen an den Platz, den sie a u s f ü l l e n könnten. Das sei nicht hundertprozentig möglich, als Ziel aber müsse es aufgestellt werden. Deshalb würden die Führer nicht ruhen, man werde sie stets mehr unter dem Volk finden, als auf den Schreibfeffeln. Viele fragten, was Wirtfchaft mU Weltanschauung zu tun habe: Soviel wie ein Haus mit feinem Fundament. Weltanschauung durchpulse alles Leben, sowohl das des einzelnen als das der Gesamtheit. Die nationalsozialistische Revolution sei der Sieg einer vernünftigen Weltanschauung über eine unvernünftige. Auf die Dauer könne kein System der Unvernunft bestehen, immer werde sich der gesunde M e n« schenverftand durchsetzen. Deshalb sei die nationalsozialistische Bewegung nicht von Männern des alten Systems oder der Wissenschaft gemacht, sondern entstanden aus der Tiefe und Breite des Volkes, aus den Massen der Bauern und Arbeiter. Wissenschaft allein mache es nicht; Wissenschaft ohne Charakter und Instinkt sei schädlich für ein Volk. Gesunder Menschenverstand sei aber in erster Linie Instinkt. Wer den Instinkt noch verstandesmäßig überprüfen könne, fei der wahrhaftige Führer. Eine Popularität sei aber nur dann auf die Dauer möglich, wenn das Volk an das vernünftige handeln feiner Führer glaube. Die Revolution habe das Volk zur Primitivität zurückgeführt und von allem Ballast befreit. Die Größe des Führers bestehe darin, daß er am Har ft en und einfachsten denken gelernt habe. Gott baue nicht kompliziert. Der Mensch baue sich Turmbauten von Babel, nicht aber das Schicksal, heute sei es Aufgabe, ein Fundament zu errichten, das stets erinnere: Kehrt zurück jum^in» fachen! Der Führer frage stets danacy, wie weit es gelungen fei, den Gedanken der Gemeinschaft ins Volk zu tragen. Nur darauf könne auf- gebaut werden. Staat und Volk beruhten auf der Familie, die Arbeitsfront auf der -Gemeinschaft des Betriebes. Man habe ftüher die Sünde wider den Geist begangen, die Gemeinschaft zu leugnen, heute wolle man keineswegs auf Fordern und Verlangen verzichten. Das werde immer fo bleiben. Man müsse aber einen Weg der Einigung finden. Der etwas leiste, solle fordern, denn das entwickle ein Volk weiter. Es dürfe aber auch keinen Wirtschaftsführer geben, der zu allem 3a und Amen sage, so daß das Werk darunter leide. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit könne nur Wert haben, wenn die Menschen, die dort zusammengeführt werden, sich gegenseitig achteten. Gelei st et könne nur im Rahmen der Gemeinschaft werden. Nur in der Gemeinschaft sei der Begriff der nationalen Arbeitsehre möglich. Bequemer sei es vielleicht gewesen, Tarifverträge zu machen. Die Unternehmer müßten im Rahmen ihres Betriebes Tarifpolitik machen. So könnten sie beweisen, ob sie gute Kaufleute, gute Techniker, vor allem aber gute Menschenführer seien. Sie sollten Herr im Hause sein. Dieser Herren st andpunkt müsse aber ein Standpunkt der Ehre und der Achtung sein. Ein Herr sei kein Despot. Führung sei nicht so sehr eine Tatfrage, wie eine Taktfrage. Der Arbeiter habe nicht um die Lohntüte gekämpft, sondern um seine Ehre und feine Achtung. Takt aber fei der Gleichklang des Blutes. In zwei Jahren würden wir viel mehr Arbeit haben, als wir Menschen hätten, diese Arbeit zu leisten. Dann brauchten wir uns um eine Lohnerhöhung nicht zu kümmern. Urlaubsfragen und ähnliche Dinge würden sich von selbst regeln, wenn es uns einmal gelinge, die Gemeinschaft zu gestalten, und wenn es uns zweitens gelinge, die Ehre als einen Begriff Soldatenehre für alle gleich zu gestalten. Der Unternehmer solle Führer, aber zuerst äoldal, Kamerad fein. (Beifall.) Der sich gegen die Gemeinschaft vergehe, gleichgültig ob Unternehmer oder Arbeiter, der dürfe in Deutschland keinen Platz mehr haben. (Beifall.) Dir müssen zwei Fronten errichten, die Front der Anständigen, und die andere Front der Eha- raklerlofen und Unehrlichen. Arbeiter und Unternehmer gehörten zusammen, und wenn wir sie mit Ketten zufammenschmieden sollten. (Brausender Beifall). Es gäbe in Deutschland keinen Menschen mehr, der sich dem Einfluß des Nationalsozialismus entziehen könne. Man werde jeden zwingen, Stellung zu nehmen, und nicht eher ruhen, als bis der letzte anständige Deutsche Nationalsozialist geworden sei. (Lang- anhaltender Beifall). Die Versammlung wurde mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer und mit dem Gesang des Horst- Wessel-Liedes geschlossen. Englands Lleberschuß-Budget. In der Kriegsschuldenpolitik keine Aenderung.- Abbau der Lasten und Opfer London, 17. April. (DNB.) Im Unterhaus hat heute der Schatzkanzler Neville Chamberlain die Haushaltszahlen für das Jahr 19 3 3/34 bekanntgegeben. Er konnte die Feststellung machen, daß im Staatshaushalt ein beträchtlicher Ueberschuß von 31 148 000 Pfund Sterling erzielt worden ist. Der effektive Ueberschuß ist sogar noch höher als der rechnerische. Der Schatzkanzler berechnet ihn sogar auf 39 Millionen. Zu Beginn seiner Rede wies der Sch atz kanzle r auf den neuen Geist der Hoffnung und des Vertrauens hin, der sich jetzt in England bemerkbar mache. Zu warnen sei aber vor der Versuchung, aus dem bisher Erreichten allzu große Hoffnungen abzuleiten. Die wirtschaftliche Besserung beruhe zum großen Teil auf der Belebung des Binnenmarktes. Auf dem Gebiete der Ausfuhr fei zwar ebenfalls eine Besserung zu verzeichnen, sie stehe aber noch weit zurück. Es gebe gewisse Grenzen und Einschränkungen, denen Rechnung getragen werden müsse. Der Ueberschuß von 31 Millionen Pfund sott für die Schuldentilgung benutzt werden. Er bildet dann einen beinahe vollständigen Ausgleich des Betrages von 32 Millionen Pfund, den der Schatzkanzler seinerzeit borgen muhte, um den Fehlbetrag des vorangegangenen Haushaltsjahres zu decken. In der Frage der Kriegsschuldenpolitik wird trotz des lleberschusses keine Aenderung eintrelen. Für den sonstigen Schuldendienst werden 224 Millionen Pfund bereitgestellt. In der Zukunft werde es allerdings notwendig fein, größere Beträge bereit zu stellen. Die Ausgaben für das Haushaltsjahr 1 9 3 4/35 werden von Chamberlain auf 698 124 000 Pfund geschätzt. Auf der Einnahmeseite erwartet der Schatzkanzler gesteigerte Einnahmen aus allen wichtigeren Zöllen und indirekten Steuern. Die gesteigerten Einnahmen aus Zöllen und indirekten Steuern sind mit 299 Millionen Pfund veranschlagt. Die Gesamteinnahme aus der bestehenden Besteuerungsgrundlage sei mit 727 200 000 Pfund anzunehmen. Das ergebe einen rechnerischen U e b e r- schuß von 29 100 000 Pfund Sterling. „Seit 10 Jahren", so sagte Chamberlain, „haben wir einen derartigen Ueberschuß nicht zu verzeichnen gehabt. Er ist groß genug, um es zu rechtfertigen, wenn wir, wie es schon lange von uns erwartet wurde, damit beginnen, die Lasten und Opfer der vergangenen Jahre allmählich abzubauen. Demgemäß kündigte der Schatzkanzler unter allgemeiner Spannung an, daß die hälfte sämtlicher im Jahre 1931 vorgenommenen Gehaltskürzungen ab 1. Juli d. I. wieder aufgehoben wird. Diese Erleichterungen kommen einer ganzen Reihe von Beamten- kalegorien zugute. Auch die Arbeitslosenunterstützung wird ab 1. Juli d. I. wieder auf ihre volle ursprüngliche höhe zurückgebracht, auch die Höchstsätze für die Uebergangsunterstühung werden entsprechend geändert. Durch diese Verfügungen wird der theoretische Ueberschuß des Staatshaushaltes auf 1,3 Millionen Pfund herabgedrückt. Die Sensation hob sich der Schatzkanzler jedoch in wohlberechneter Steigerung für den Schluß seine Rede auf: Die Herabsetzung der Einkommensteuer. Der Standardsatz für die Einkommensteuer wird, wie Chamberlain mitteilt, um 6 Pence herabgesetzt. Der Einnahmeausfall, der dadurch entsteht, ist mit 20,5 Millionen Pfund in Ansatz gebracht. Im Hause wurde die Rede mit begeistertem Beifall ausgenommen. detektivs OerWattershausenerMordprozeß Die Aussagen der Köchin ßreszenz bischer. — Die jRolte des privat- Schweinfurt, 17. April. (DNB.) Im Wal- tershausener Mordprozeß wurde am Dienstag die Zeugin Creszenz Fischer vernommen, die in zeitlichen Abständen viermal auf Schloß Walters- Hausen als Köchin bedien st et war. Im Jahre 1928 sei die wirtschaftliche Lage auf dem Schloß bereits sehr schlecht gewesen. Im Laufe der Zeit habe sie häufig aus eigenen Mitteln Lebensmittel für den. Unterhalt im Schloß gekauft. Sie habe auch von ihren Verwandten aus Niederbayern Lebensmittelpakete schicken lassen und aus Thüringen Wurstpakete bestellt. Der gnädigen Frau habe sie gesagt, sie hätte diese Pakete geschenkt bekommen. Sie habe hierbei allerdings gelogen. Wenn Frau Werth er gesagt habe, sie, die Zeugin, wäre eine verlogene Person, so habe sie in der Beziehung recht, als sie ihr damals gesagt habe, daß sie die Wurstpakete geschenkt bekommen, während sie sie in Wirklichkeit aus ihrer eigenen Tasche bezahlt habe. Das Verhältnis der Ehegatten Werther fei ein korrektes, wenn auch nicht sehr herzliches gewesen. Der Zeugin gegenüber habe Hauptmann Werther sich nichts zu Schulden kommen lassen, dagegen habe sie von zahlreichen Dienstmädchen gehört, daß sie vom Hauptmann belästigt worden seien. Frau Wer- kher habe ihr selbst einmal milgeteilt, daß sich ihre eigene Tochter nicht zu Hause aufhalte, weil ihr Wann dem Wädchen immer nachstelle, lieber Waffen im Hause kann die Zeugin nichts angeben. Rur einmal, als Frau Werther mit ihrem Wann nach Schloß Salzburg zum Baron Guttenberg gefahren fei, habe sie beobachtet, wie Frau Werther neben ihre Tasche eine Revolvertasche hingelegt habe. Sie habe zu Frau Werther gesagt: „0, gnädige Frau, was tun Sie mit dem Revolver?" Frau Werther habe erwidert: „Ja, es ist sehr unsicher. Karl (Liebig) fährt heute nicht mit." Der Hauptmann habe das Auto auch des öfteren allein gesteuert und auch einmal gerade an dem Tage, an dem ihn Frau Werther mit einem Dienstmädchen in ihrem eigenen Schlafzimmer ertappt habe. Als sie von der Autofahrt zurückkamen, habe Frau Werther zu der Zeugin gesagt: „Ereszenz, wir hätten heute tot sein können. Wein Wann hat sich über die Vorhalte so aufgeregt, daß wir in Wölfershausen in einen Graben fuhren. Bauern haben uns dann herausgezogen. Die Zeugin erzählt dann noch, mit welch geringen Mitteln sie in der Küche auskommen mußte, und wie sie oft gesagt habe, sie müsse einen Zauberspruch finden, damit das Fleisch mehr werde. Bei der weiteren Vernehmung der Zeugin Fischer wird bekannt, daß Frau Werther einen zweiten Schlüssel zum Zimmer Liebigs gehabt haben müsse. Liebig hatte sich nämlich einmal das Plätteisen ausgebeten, er vergaß aber, es wieder sogleich zurückzubringen, obwohl die Zeugin ihm dies eingeschärft hatte. In der Abwesenheit Liebigs habe dann Frau Werther das Eisen aus Liebigs Zimmer geholt und in der Küche der Zeugin Vorhaltungen gemacht, daß sie doch wisse, daß sie (Frau Werther) es nicht gern habe, daß Gegenstände aus dem Schlosse hinausgingen. Die Zeugin habe dann Liebig den Vorwurf gemacht, er hätte seine Tür zusperren sollen, worauf Liebig entgegnet habe: „Ich habe ja zugesperrt-, die Gnädige muß dann einen zweiten Schlussel dazu besitzen!" Der Vorsitzende fragt die Zeugin Fischer weiter, was Liebig am morgen nach dem Worde. als er sie getroffen habe, gesagt habe. Liebig habe gesagt: „Der Hauptmann Ist erschossen, wie mich der erbarmt. Als die Zeugin Liebig später auf dem Gang sah, sei er g e f e s s e l t gewesen: er habe zu ihr gesagt: „Da, schauen Sie mich bloß an? und habe zu weinen begonnen. Die Zeugin habe zu ihm gesagt: „Karl, sind Sie ruhig, wir glauben an Sie." Vorsitzender: „hielten Sie das Benehmen Liebigs für echt oder für Verstellung?" Lehnert Zeugin: „Wir ist nicht der Gedanke gekommen, dah es Verstellung fei; mir ist noch niemals der Gedanke gekommen, dah dieser Wensch es gewesen ist." Vorsitzender: „Sie glauben also nicht, dah sich die Sache so verhält, wie sie von Frau Werther erzählt wurde; warum glauben Sie es nicht?" Zeugin: „Weil es nicht meine lleberzeugung ist." Die Zeugin fährt weiter fort: „Wir sagten im Schloh immer: Das nimmt kein gutes Ende; die machen so fort, bis nichts mehr da ist. Dann legen sie Hand an sich. Das war mein ehrliches Gefühl, das ich hatte." Das Verhalten zu Frau Werther kennzeichnet die Zeugin dahin, dah der junge Baron sehr an der mutter gehangen habe. Das Verhältnis zum Stiefvater fei ein korrektes gewesen. Etwas ironisch sagte die Zeugin: „Der heilige Geist ist es nicht gewesen." Vorsitzender: „Liebig?" Zeugin: „Ausgeschlossen, es müsse ihn doch jemand hinein- oder herausgelassen haben." Vorsitzender: „man sagt, Frau Werther oder Herr Werther —?" Die Zeugin glaubt nicht daran, dah der Hauptmann sich selbst erschossen hat. Anfänglich habe sie geglaubt, der Hauptmann hätte sich erschossen und Frau Werther habe sich die Wunden selbst beigebracht. Vorsitzender: „Glauben Sie das heute noch?" Zeugin: „Es muh ein Fremder hereingelassen worden sein. Der junge Baron ist es nicht, und von Lippok kann ich nichts sagen." Der Vorsitzende ruft dann noch die Zeugin Grete Witt mann, die dem Verhör der Köchin beiwohnen durfte, auf und'fragt, ob sie noch etwas hinzuzufügen habe, worauf die Zeugin Wittmann die Aussage der Fischer vollinhaltlich bestätigt. Beide Zeuginnen werden dann, nachdem der Staatsanwalt und der Verteidiger noch einige Fragen an sie gerichtet haben, vereidigt. Außerordentlich wichtig für die Beurteilung der Zeugin Fischer war folgende Frage, die der Vorsitzende vor der Vereidigung an sie richtete: „Sind Sie heute Frau Werther feindlich gesinnt? — Die Zeugin verneinte dies, sie bedauere Frau Werther auf das tiefste und herzlichste. — Dann wurde die Verhandlung bis zum Nachmittag ausgesetzt, wo die Zeuginnen Fischer und Wittmann Frau Werther gegenübergestellt werden sollen. In der Nachmittagsverhandlung wurden Zeugen aus Waltershausen vernommen. Der Propagandaleiter der dortigen SA., August Dietrich, der zugleich ein guter Freund des Angeklagten ist, stellt Liebig das Zeugnis aus, daß er der beste SA. - Mann gewesen sei. Der Glasermeister Köhler und seine Ehefrau sollten darüber Aussagen machen, daß Liebig ein Verhältnis mit der Grete Wittmann gehabt habe. Dieses Liebesverhältnis stellt sich aber als eine sehr harmlose Sache heraus. Der Zeuge Dietrich, der auch von dem Privatdetektiv Lehnert vernommen wurde, war der Ansicht, er könnte, wenn er die Aussage verweigere, sechs Wochen eingesperrt werden. Auch war er der Meinung, daß Lehnert zu ihm gesagt habe, er komme im Auftrage der Staatsanwaltschaft. Der Staatsanwalt erklärt, es sei deshalb eine Anzeige gegen Lehnert eingelaufen-, Lehnert habe aber erklärt, der Zeuge könnte das wohl falsch verstanden haben. Immerhin bestehe die Möglichkeit, dah der Privatdetektiv Lehnert bei diesem Zeugen den Eindruck erweckt habe, als sei er irgendwie in beamteter Eigenschaft dort. Es werde vielleicht eine Untersuchung des Benehmens des Lehnert D i e t r i ch gegenüber notwendig. Der Zeuge Landwirt Gustav Widder, der bei seinen Eltern wohnt, bei denen Frau Werther nach dem Morde Zuflucht suchte, schilderte die Vorgänge während der Anwesenheit der Frau Werther auf dem elterlichen Hof und gibt dann weiter an, Frau Werther habe ihm den Revolver aus- gehändigt mit den Worten, er solle ihn wegtun, damit nichts passiere; es seien noch Schüsse darin. Er habe nichts dagegen gehabt, als später Liebig der Frau Werther gegenübergestellt wurde. Der Zeuge Walter E b e r w e i n von Oberbach, der dic Pistole, die Liebig jetzt gehört, einige Tage vor dem Mord an diesen verkauft hatte, gibt an, er habe diese Pistole von einer Witwe bekommen und weiteroerkauft, weil er sie nicht tragen durfte. Mil der Pistole habe er zugleich vier Patronen verkauft. Eine davon habe Liebig am gleichen Tage als Probeschuß abgefeuert. Am 30. November, also am Tage vor dem Morde, habe er den von seiner Brau! zurückkommendcn Liebig getroffen. Er habe ihn ge fragt, ob er die Pistole noch habe. Liebig habe fii ihm gezeigt und den Schlitten zurückgezogen. Dabei habe er bemerkt, daß im Magazin noch eine Pa trone lag. Er könne jedoch nicht sagen, ob es nur eine oder drei Patronen waren. — Die Verhandlung wird fortgesetzt. Reichsminister Darre spricht vorDiplomaten und der Weltpresse. Berlin, 17. April. (DNB.) Reichsleiter Alfred Rosenberg, der Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., hatte am 17. April zu einem Bierabend im Hotel Adlon eingeladen, bei dem der Reichsbauernführer und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther Darr6 grundlegende Ausführungen über „National- sozialistische Agrarpolitik" machte. Unter den zghlreichen Gästen bemerkte man die Vertreter aller ausländischen Missionen und der Weltpresse. Reichsleiter Alfred Rosenberg konnte in seiner Einführungsrede u. a. begrüßen: Den englischen Botschafter P h i p p s, die Gesandten von Argentinien, Bolivien, Brasilien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Mexiko, Norwegen, Oesterreich, Persien, Peru, Rumänien, der Tschechoslowakei, die Geschäftsträger von Afghanistan, Kuba, Lettland, Litauen, Nicaragua, Panama, Venezuela und die diplomatischen Vertreter der Türkei, von Polen, Frankreich, Italien, Japan und Spanien. Ein ausführlicher Bericht über die Rede des Reichsministers wird voraussichtlich am Mittwoch veröffentlicht werden. Keine nachträgliche Verleihung von Kriegsauszeichnungen. Berlin, 17. April. (DNB.) Der Amtliche Preu- ßische Pressedienst teilt mit: Der preußischen Staatsregierung gehen noch immer Anträge auf nachträgliche Verleihung von Eisernen Kreuzen zu. Die preußische Staatsregierung sieht sich zu ihrem Bedauern außerstande, den Anträgen zu entsprechen oder sie an andere Dienststellen weiterzuleiten, da die Wiederaufnahme der Verleihung Eiserner Kreuze schon wegen der Unmöglichkeit, geltend gemachte Verdienste heute noch zuverlässig festzustellen, außer Betracht bleiben muß. Die Einreichung von Anträgen auf Verleihllng Eiserner Kreuze an preußische Dienststellen ist also zwecklos. Bei dieser Gelegenheit wird weiter mitgeteilt, daß auch andere Orden und Ehrenzeichen der vergangenen Zeit jetzt nicht mehr verliehen werden. Das ailt sowohl für alle Orden und Ehrenzeichen für Kriegs- oder Friedensverdienst, deren Verleihung früher dem König zustand — und zwar ohne Rücksicht darauf, ob seinerzeit ein Verleihungsvorschlag schon eingereicht war oder nicht —, als auch von der Verleihung von Abzeichen ehemaliger Freikorps, Grenzschutzverbände usw. Es wird deshalb gebeten, von weiteren Anträgen auf Verleihung von Orden und Ehrenzeichen der früheren Art ober von Abzeichen der letzterwähnten Art abzusehen. Trotzki wird abgeschoben. Paris, 17. April. (DNB') Der Minister- rat hat beschlossen, die Aufenthaltsgeneh- migung für Leo Trotzki, die der damalige Innenminister C h a u t e m p s bewilligt hatte, rückgängig zu machen, da Trotzki die Neutra l i t ä t s v e r p f l i ch t u n g, zu der er sich bereiterklärt hatte, nicht erfüllt habe. Trotzki soll ersucht werden, seine Koffer zu packen. Man spricht davon, ihn über die Grenze abzuschie - den. Zu der Ausweisung Trotzkis erklärt man an zuständiger Stelle, daß Trotzki versucht habe, die Kommunisten, die sich von Moskau losgesagt haben, zu einer Art IV. Internationale zusammenzuschmieden, und daß er sich sehr aktiv an einer in Paris erscheinenden f o m m u n i ft i ■ schen Zeitung beteiligte, die sich in erster Linie mit innerpolitischen französischen Fragen beschäftigte. Damit habe er seine Zusagen gebrochen; denn er habe versprochen, sich jeder politischen Betätigung zu enthalten. Trotzki ist am Dienstag aufgefordert worden, das Land anzugeben, in das er abgeschoben zu werden wünscht. ßr wollte Diktator in Frankreich werden. Paris, 18. April. (DNB.-Funkspruch.) Das „Journal" behauptet, daß Trotzki während der Straßenunruhen im Februar eine Re- volution habe entfesseln wollen, die mit einer Trotzki-Diktatur über Frankreich hätte enden sollen. Trotzkis Wochenschrift „La V6rit6" sei in den kritischen Februartagen zu einer täglich erscheinenden Zeitschrift geworden. „La V6ritö", die sich als Organ der kommunistischen Liga bolschewistischer Leninscher Tendenz bezeichnete, habe besonders in Frankreich ansässige italienische Arbeiter für eine Revolution gewinnen wollen. Aus aller Wett. Oer Führer beim Frühlingskonzert der GG. im Sportpalast. Der Oberabschnitt Ost der SS. und die SA.-Leib- standarte Adolf Hitler veranstalteten im Berliner Sportpalast in Fortsetzung ihrer berühmten Winterkonzerte ihr erstes Frühlingskonzert. Die künstlerische Gesamtleitung hatte SS.-Truppführer Karl C l e w i tz. Der Sportpalast war schon lange vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt. Zu der Veranstaltung erschienen — von einer großen Menschenmenge und vor dem Sportpalast mit Jubel begrüßt, der Führer, der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf H e ß, Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, Stabschef Reichsminister Röhm, Vizekanzler v. Pap en, Reichswehrminister v. Blomberg, die SA.-Gruppen- sührer Prinz August Wilhelm und E r n ft, Reichspressechef SS.-Gruppensührer Dr. Dietrich, der Adjutant des Führers, SA.-Gruppenführer Brückner, der zweite Adjutant des Führers, SS.-Oberführer Schaub, der Staatskommiffar von Berlin, Dr. Lippert, der Oberpräsident und Gauleiter der Kurmark, SS.-Gruppenführer Kub e sowie der SS.-Standartenführer Ministerialrat Diels, der Inspekteur der Geheimen Staatspolizei. Der Führer wurde vom Führer des Oberabschnitts Ost und dem Führer der Leibstandarte empfangen. Das Programm des Konzerts, das immer wieder begeisterten Beifall fand, war in erster ßFnie auf klassische Märsche abgestimmt. Es wurden Märsche von Beethoven, Mozart, Weber, Schubert, Lortzing, Richard Wagner und Richard Strauß gespielt. Weltmeister-Schachpartie mit lebenden Figuren. Als Abschluß der Kämpfe um die Schach Weltmeisterschaft hatte Villingen zum Besuch einer Aufführung mit lebenden Schachfiguren eingeladen. Auf dem alten Münsterplatz war ein riesiges Schachbrett gemalt. Der Weltmeister im Schach, Dr. Aljechin, nahm seinen Hochsitz ein, ihm gegenüber war sein Gegner B o - g o l j u b o w auf seinen Podest gestiegen. Unter flotter Marschmusik erschienen die beiden Heere. Die Streiter der weißen Armee, die der Weltmeister dirigierte, waren in die alten Dillinger Stadttrachten'gekleidet, während die Getreuen des deutschen Meisters Schwarzwälder Trachten trugen. Die aufgeführte Partie war eine früher gespielte, in deren Verlauf es ein sehr bewegtes Geschehen gab. Frühzeitig opferte sich die weiße Dame auf h 7, um ins feindliche Heerlager eine Bresche zu schlagen. Der König der Schwarzwälder mußte sich auf die Wanderschaft begeben, umbrandet von donnernden Schachs, so daß ihm bald der Angstschweiß von der Stirne lief. Er wurde über das ganze Brett gejagt, nirgends nahte Rettung, überall starrten feindliche Waffen entgegen. Mehrmals mußte er sich eine Stärkung in Form eines kräftigen Schlucks Schwarzwälder Kirschwassers verabreichen. Aber es half alles nichts, der König mußte auf die erste Reihe, also ganz ins Feindeslager, verlassen von seinen Getreuen. Dr. Aljechin verkündete durch die lange Rochade matt. Damit war die Sache der Schwarzwälder verloren. Ueberall großer Jubel, auch bei den 'Zuschauern, denn es war für diese ein außergewöhnliches Erlebnis. Nachher wurden Sieger und Besiegte durch Geschenke geehrt. Bogolju- bow erhielt ein Radiogerät, Dr. Aljechin eine Standuhr. * Beifallsstürme für Furtwängler in Paris. Wilhelm Furtwängler leitete am Dienstag in der Großen Oper in Paris ein Konzert der Berliner Philharmoniker vor ausoer- kauftem Hause. Der festliche Abend vereinigte das gesellschaftliche, das geistige und kulturelle Leben von Paris. Auch der Präsident der Republik und Frau Lebrun waren anwesend. Als Gäste des Präsidenten wohnten der deutsche Botschafter K ö • ft er und seine Gattin dem Festkonzert in der Loge des Präsidenten bei. Furtwängler, der schon bei seinem Erscheinen vom Publikum begrüßt wurde, erntete B e i f a l l s st ü r m e. Er wurde in der Pause vom Präsidenten der Republik persönlich empfangen und beglückwünscht. Das reiche Programm des Abends enthielt außer Werken von Mozart und Schumann und „Al-so sprach Zarathustra" von Richard Strauß auch Stücke der französischen Komponisten Ravel und Debussy, deren Interpretation besonders lebhaften Beifall fand. Ein zweites Konzert findet am .Donnerstag statt. Schwere Bluttat in Dresden. — Vater erschlägt beide Söhne und erschießt sich selbst. In Dresden hat der in der Haydnstraße wohnende 33 Jahre alte Hutmachergehilfe G ö r n e r, der seit drei Jahren erwerbslos ist und vor einem halben Jahr seine Frau durch den Tod verloren hat, nach einem vorausgegangenen Wortwechsel mit seiner Braut feine acht- bzw. sechsjährigen Söhne Manfred und Harry, die schlafend im Bett lagen, m i t einem Beil erschlagen. (Börner tötete s i ch dann durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Zu der Familie Gorner gehörte noch ein lOjähriges Mädchen aus der ersten Ehe, das ebenfalls im Schlafzimmer war. Dieses Kind ließ Gorner unversehrt. Bei der Tat war die Braut Gorners anwesend. Sie benchrichtigte sofort die Polizei. Ein Wutkranker beißt sieben Personen. In das Staatskrankenhaus von Nyikegyhaza (Ungarn) wurde ein 44jähriger Landwirt eingeliefert, der von einem tollwütigen Hund gebissen worden war. Als die Aerzte bei der Untersuchung waren, bekam der wutkranke Landwirt einen Tobsuchtsanfall, in dessen Verlauf er fünf Aerzten, einer Oberschwester und einer Schwester gefährliche Biß- und Kratzwunden beibrachte. Der Landwirt verschied darauf unter entsetzlichen Qualen. Die sieben Gebissenen wurden in das Pasteur-Institut nach Budapest eingeliefert. Wettervoraussage. Da über dem Kontinent der Luftdruck weiter gefallen ist, kann sich die Störungstätigkeit östlich ausbreiten. Durch die einsetzende Zufuhr ozeanischer Luft wird sich das Wetter jetzt mehr wechselhaft gestalten, die Temperaturen erfahren einen allgemeinen Rückgang. Dabei ist vereinzelt auch mit Niederschlägen zu rechnen, doch tritt zwischendurch wieder Aufheiterung ein. Aussichten für Donnerstag: Etwas kühler, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, vereinzelte, teils gewitterhafte Niederschläge. Aussichten für Freita g: Weiterhin etwas wechselhaftes, aber nicht unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 17. April: mittags 29,8 Grad Celsius, abends 19,4 Grad; am 18. April: morgens 15,6 Grad. Maximum 31,6 Grad, Minimum 9,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. April: abends 17,7 Grad; am 18. April: morgens 13,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: i. 23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwort- lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, KG., sämtlich in Gießen. Biedenkopf-Ludwigshütte, den 17. April 1934. Wetzlar, den 17. April 1934. Hessen-Nassauischer Hüttenverein, G. m. b. H 2357 D 2355 D Nachruf Nachruf. Der stellvertretende Vorsitzende unserer Geschäftsführung Am 16. April d. T- ist unser Mitglied Herr Hüttendirektor Dr. Adolf Hecker Herr Hüttendirektor Dr. Adolf Hecker Biedenkopf-Ludwigshütte Biedenkopf-Ludwigshütte rat gewählt und hat an dessen Arbeiten regen Anteil genommen. Wetzlar, den 17. April 1934. Wetzlar, den 17. April 1934. Der Aufsichtsrat Buderus-Jung’sehe Handelsgesellschaft der Buderus’schen Eisenwerke. Ley. 2356 D 2358 D Schön ist jeder Tag 1598 V Wasch ahrigen Mädchen unzüchtige Handlungen vorgenommen hatte. Nachdem der Anklagevertreter kaot@hn?fn,gn'5‘ra,e. T 1 3af)r 3 Monaten bean- tragt hatte, erkannte das Gericht auf eine solche oon neun Monaten. ,0lct)e ®in Kaufmann, früher in Gießen, jetzt in Essen rouröe vor einiger Zeit vom hiesigen Schöffengericht wegen Abtreibung zu zwei Monaten Gesa n g n i s verurteilt. Die aeaen diese-; iMoir gelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Als Abschluß des ersten Reichsberufswettkampfes der deutschen Jugend fand am Sonntag in Gießen der Wettkampf der Gruppe „Deutsche Angestelltenschaft" statt. Schon in den rühen Morgenstunden fanden sich vor dem Hause der Kaufmännischen Berufsschule und der öffentlichen Handelslehranstalt fröhlich plaudernde Gruppen ein, die sich im fröhlichen Wettstreit messen wollten. Die Fahne des Dritten Reiches und die der Deutschen Jugend grüßten von dem Gebäude herab. Um 8.30 Uhr hatten sich ungefähr 250 deutsche Mädels und Jungens eingefunden. Ortsgruppenleiter Pg. Schwarz sprach zunächst von der Bedeutung des Reichsberufswettkampfes und dem Wert einer gediegenen deutschen Qualitätsarbeit. Die Qualitätsbezeichnung „Made in Germany" sei heute bereits in der ganzen Welt bekannt. Sein Gruß und Gelöbnis galt dem Führe r, dessen Tatkraft und Energie allein die Durch- ührung des Reichsberufswettkampfes zu verdanken fei. Die Anwesenden stimmten freudig in den Ruf ein. Im Anschluß daran ermunterte Berufsreferent Becker die Wettkampfteilnehmer, die Ruhe nicht zu verlieren. Niemand brauche Angst vor den gestellten Ausgaben zu haben, wenn er von sich überzeugt sei, für seinen Beruf einen klaren und gesunden Sinn zu haben. Gemäß der Vielgestaltigkeit der Angestelltenschaft und der Menge der einzelnen Fachgruppen war eine Verteilung in eine große Anzahl von Lehr- alen unumstößlich. So fanden Prüfungen statt für kaufmännische Gehilfen des Einzel- und Großhandels, für Drogisten und Chemiker, Banken, Sparkassen und Buchhandlungen. Daneben fanden Prüfungen für die Behörden-Angestellten statt. Bei der weiblichen. Jugend wurden Prüfungen für Kontoristinnen, Verkäuferinnen und Kindergärtnerinnen abgehalten. Wie bei den anderen Berufsgruppen, war auch die Gruppe Deutsche Angestelltenschaft nach Leistungsklasse und Alter untergeteilt. Diese Gliederung, einmal nach Berufs- und Fachgruppen, anderseits nach dem Maß der Ausbildung zeigt, daß ein Unmaß oon Arbeit und Vorbereitung nötig war, die Organisation und die Prüfung reibungslos durchzuführen. Verantwortlich für diese Vorbereitungen und die Durchführung war Wettkampfleiter Brack, der die ihm gestellten Aufgaben mustergültig durchführte. Es ist unmöglich, alle gestellten Aufgaben hier aren" ^ur emige Beispiele mögen zeigen, welche Aufgaben oon den Wettkampfteilnehmern verlangt wurden. Bei den Situationsaufgaben wa- ^2r--«9en 6e stellt, aus deren Beantwortung Schlüsse zu ziehen waren, wie sich der Einzelne bei unvorhergesehenen Vorfällen im Geschäftsleben verhalt Weiter folgten Fragen über die Mitglieder der Reichsregierung und deren Maßnahmen, aus deren Beantwortung hervorging, inwieweit die jungen Derufskameraden die Maßnahmen und den Sinn mtr21En^naIf031QlJ5mU5 begriffen haben. Bei den Pflichtfächern mußten praktische Aufgaben gelöst werden, schließ!^»war noch ein Aufsatz zu liefern. Bei den Wahlfächern konnten Uebersetzungen aus dem Französischen, Englischen und Spanischen geliefert werden. Interessante Fragen wurden bei den Behördenangestellten gestellt. Es war z. B. schlechtes Amtsdeutsch in gutes Deutsch zu verwandeln Stenographie wurde am Schlüsse als Wahlfach geprüft Es fanden Diktate oon 60 bis 200 Silben vro Minute statt. r Die Kontoristinnen hatten ebenfalls verschiedene Aufgaben au losen. In Deutsch waren Geschäftsbriefe zu Liefern, verschiedene Rechenaufgaben w ^n und Vuchführungsaufgaben zu fertigen. Im Anschluß daran mußten die Mädels ihre praktische Arbeit unter Beweis stellen. Es mußten Telegramme geschrieben werden, und Formulare waren auszufüllen. Manche vielleicht etwas unerwartete 6rage war bei den Situationscmfgaben zu lösen „Was ist zu tun, wenn id) mein Sparkassenbuch : erstatteten Rechnungsberichte wurden oon der Versammlung gutgeheißen. Auf Antrag des Finanz- vorstandes und der Rechnungsprüfer wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Der oorgetragene Voranschlag für 1934/35 wurde angenommen. Mit einem Sieg-Heil auf unseren Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adol Hitler schloß der Wehrführer, Brandinspektor Wenzel, die Versammlung. ** Geschäftseröffnung. Im Hause Seltersweg 71 wurde gestern ein Spezialgeschäft eröffnet, das unsere Frauen besonders interessieren wird. Der Inhaber der Firma, Herr Adolf Richter, führt Kleider-, Mantel- und Kostümstoffe, Woll- mousselins, elegante Seidendrucks, ferner Shawls, Gürtel, Kragen usw. Die Geschäftsräume sind geschmackvoll und übersichtlich gehalten. Insbesondere wurde auf die zweckmäßige Gestaltung des Verkaufsraumes Wert gelegt. Für die Durchführung der Arbeiten wurden durchweg Gießener Handwerker in Anspruch genommen. Auf Veranlassung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda haben die Haupt- gemeinschaft des Deutschen Einzelhandels und die Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute über die Ausschmückung der Schaufenster zum Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes am 1. Mai 1934 nachstehende Richtlinien vereinbart: Die Schaufenster sollen der Bedeutung dieses Tages entsprechend in festlicher und würdiger Form ausgeschmückt werden. Mit der Ausschmückung wird empfohlen, wo dies aus technischen Gründen erforderlich ist, am Sams- 28- April, zu beginnen. Für die Dekoration ist frischer Grunschmuck, vor allem an den Außen- ln0I!>trßn'?cr i^och erst frühestens am Montag, den 30. April, abends anzubringen ist. Geflaggt' wird nur nm 1. Mai oon Sonnenaufgang bis Sonnen- untergang. Die Dekorationen find am Mittwoch, öem 2. Mai, wieder zu entfernen. Reichsblind Volkstum und Heimat Kreisringführung Gießen. Situationsaufgaben waren verschiedentlich zu losen, die von der praktischen Arbeit Zeugnis ablegen sollten. Jrn Anschluß daran mußten die Mädels Basteleien und Zeichnungen entwerfen, die von großem Kunstverständnis der Mädels zeugten und eine frohe Farbenzusammenstellung offenbarten. Zusammensafsend muß gesagt werden, daß die Wettkampfteilnehmer mit Eifer bei der Sache und bestrebt waren, möglichst günstige Ergebnisse zu zeigen. Auf das Ergebnis dieses Kampfes der Deutschen Angestelltenschaft darf man mit Recht gespannt sein. H—e. Werdegang des Vereins und nahm am Schlüsse seiner Ausführungen Ehrungen und Auszeichnungen verdienter Sänger vor. Er bezeichnete es als eine ganz besondere Ehre (ür den Verein, in dem Ehrenvorsitzenden GeorH Todt einen Kämpfer der Männerchorsache zu haben, der jetzt 60 Jahre dem Verein als aktiver Sänger angehöre und trotz seines hohen Alters bis heute noch die Proben regelmäßig besucht habe. Die höchsten Auszeichnungen, die der Verein sowie der Hessische Sängerbund und der Deutsche Sängerbund zu vergeben haben, seien ihm zuteil geworden. Aus Dankbarkeit und besonderer Verehrung überreichte ihm der Ver- einswalter ein Geschenk. Weitere Anerkennungen widmete der Vereinswaller dem Ehrenmitglied Karl Schmidt und dem Ehrenvorsitzenden Louis Belloff, von denen ersterer 45 und letzterer 42 Jahre dem Verein als aktive Sänger angehört und die ebenfalls heute noch die Proben regelmäßig besuchen. Auch diesen wurde der Dank des Vereins durch Ue-er?eichung eines Geschenks zum Ausdruck gebracht. Die Mitglieder Heinr. L i ch und Heinrich Senf wurden für 25jährige aktive Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt. Weitere Auszeichnungen verdienter Sänger erfolgen bei dem demnächst stattfindenden Herrenkommers. ** Die Gießener Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstag im „Frankfurter Hof" ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab, die — so berichtet man uns — oon 70 Mitgliedern besucht war. Nach Eröffnung der Generalversammlung erstattet Brandmeister Wenzel den Jahresbericht, der zeigte, daß die Geschäfte der Wehr in fünf Vorstandssitzungen, einer außerordentlichen und einer ordentlichen Hauptversammlung wahrgenommen wurden. Im Sommerhalbjahr fanden sieben Hauptübungen statt, die gut besucht waren, so daß die Besucherziffer etwa 90 Kameraden betrug. Ferner waren Die Lehrübungen für die Jungmann- )chaften sehr gut besucht. Im Winterhalbjahr fand, wie üblich, jeden ersten Montag im Monat eine Monatsversammlung statt. Vom 22. bis 24. Juli Es war, als hätte der Lenz all feine Mannigfaltigkeit, all seine Schönheit und Laune auf diese Aprilferientage aufgespart, um bester Mitgestalter zu sein, an der Lagerwelt des Deutschen Jungvolks auf dem Trieb. Kaum ein Gelände im Stadtbereich bietet einer Jungenzeltstadt Besseres als dieser Uedungsplatz, das fanden alle, die Jungen und die zahlreichen Besucher. Vier Tage eiferten da draußen Die einzelnen Fähnlein des Stammes Welfen um den besten Lageraufbau. Jeder Tag brachte Neues, zeigte Eigenformen in der Ausgestaltung. Als „Musterlager" waren sie bezeichnet worden. Aber es war da nichts außerordentliches, nichts oon normalen Fahrtlagern Verschiedenes oorgebracht worden. Ganz naturgetreu, ganz ohne Richtlinien, die bestimmte „Dressur" vorschreiben, wurden die Zeltlager aufgezogen. Die ungezwungene, unbeengte Echtheit des Jungenlebens wirkte sich hier vier Tage vor unserer Stadt aus. Da gab es gehetzte „Räuber", „Ueberfälle" von Gegnern" und weiträumige Spiele, die Mut und Findigkeit erprobten. Aber es ging alles planvoll vor sich. Ein Bestreben wird in alle diese Dinge, in diese „Spielereien" unmerklich mit eingeflochten, nämlich kraftvolle Ertüchtigung zu betreiben. Darum sind die Lager, die ja immer, wie auch in diesen Tagen, alle Witterungsverhältnisse erleben, die besten Möglichkeiten Abhärtung zu bringen. Da soll keiner mehr weichlich beiseite stehen, wenn eine Jungenbalgerei entsteht; da soll einer seinen Mutsprung in Den weichen Sand der nahen Kaute tun. Aber zwischen allem erscheint auch die Verantwortlichkeit des Dienstes. Die Straffheit, die von der wechselnden Lagerwache beispielsweise verlangt wird, ist nicht immer angenehm, zumal wenn man dabei auf ein großangelegtes Spiel verzichten muß. Aber der Stolz Wächter der Fahnen und Zelte sein zu dürfen, drängt alle andern persönlichen Stimmungen zurück. Die Haltung der Unabhängigkeit, die jeden Jungen da draußen beseelt, ist wunderbar in ihrer Auswirkung. Wenn auch der Reisbrei oder der Pudding seinen unnatürlichen bräunlichen Bodenbelag nicht verleugnen kann, weder im Geschmack noch in den leeren Pötten, so wird er doch mit Stolz und Heißhunger verzehrt, denn er wurde selbständig gekocht. Manche Nörgelei findet hier ihr Ende. Jeder ist allein auf sich gestellt, das soll jedem einzelnen bewußt werden, denn nur so wird Letztmögliches ür die echte Gemeinschaft erreicht werden. Das alles mag den Eltern und Freunden unserer Jungen und unserer Sache beim Besuch dieser Lager ' Der Leitgedanke für die Schaufensterdekoration foü die Verbundenheit aller werktätigen sein. In geschmackvoller Form sollen die Erzeugnisse hei. Knx CcvGS Wurdiaung finden. Erwünscht die Mitarbeit der einzelnen Wirtschaftszweige im Rahmen des Wiederaufbaues. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen Diebstahls wurde ein bei einem Landwirt in Sickendorf bei Lauterbach beschäftigter Mann zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte nahm einem seiner Arbeitskollegen mehrere Kleidungsstücke und bares Geld aus dessen Koffer. Vom Amtsgericht in Lauterbach wurde er freigefprocfyen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft erkannte das Gericht auf die erwähnte Strafe. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 19. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I. 6.30: Stuttgart: Gymnastik II. 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Frühkonzert. Appetitsbissen zum Morgenkaffee. 8.15: Stuttgart: Wasserstandsmeldungen, Wetterbericht. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik. 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschlage für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienft. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. „Ehrt Eure deutschen Meister!" (VI). Josef Haydn (1732—1809). 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.40: Karlsruhe: Kinderftunde. Buntes Tierbilderbuch". 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Südfunk- orchefters. 17.30: Kann das Leben das Lesen ersetzen? Von Otto Drescher. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Stuttgart: Familie und Rasse 18.25: Stuttgart: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Sozialdienst. 19: Nur ein Viertelstündchen. 19.15: Kaiser schlafen am Rhein. Hörfolge aus der Domgruft zu Speyer. Leitung: Dr. Paul Laven. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.15: Leipzig: Reichssendung: Stunde der Nation: Ein Abend am Weimarer Musenhof. Gespräche und Anekdoten von Mitgliedern des Musenhofes. Zusammengestellt zu einer heiteren Unterhaltung auf Grund des historischen Materials van Dr. Fritz Adolf Hünisch. 21.15: Stuttgart: Musik und Wort aus 1001 Nacht. Orientalische Märchen zur Musik von N. Rimsky-Kors- sakow: Scheherazade. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.20: Vom Deutschlandsender: Worüber man in Amerika spricht. Von Kurt G. Sell. 22.40: Frei» bürg: Zwischenprogramm. 23: Stuttgart: Kapelle Kermbach spielt Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Heinrich Schlusnus und Franz Volker fingen. Nachstehend gebe ich die Fachamtsleiter unseres Kreises bekannt. In allen die einzelnen Fachümter betresfenden Fragen setzen sich die Orlsiingsührer unmittelbar mit den entsprechenden Facharntsleitern in Verbindung. Alls sonstigen die Organisation unseres Kreisrings betressenden Anjragen sind an mich zu richten. Fachamt für heimatgeschichle und Denkmalpflege- Dberforftmeifter Nicolaus, Gießen, Stephan- straße 4. v ’ Volksbildung und Volkskunst: Christ, Gießen, Wetzsteinstraße 8. Naturschutz und Tierschutz: Dr Karl Rudolf Fischer, Gießen, Friedrichstraße 6. Ländliche Heimatpflege und Sprachpflege: Lehrer Hans Jmmel, Gießen, Beethovenstr. 8. Brauchtum und Trachten: Georg Heß, Leihgestern, Schillerstraße 36. Singkreis, Tanzkreis und Laienspiel: Walter Plank, Gießen, Bahnhofstraße 62. Propagandaapbeii! Presse, Vorträge und Werbung: Studienrat Dr. Kraft, Gießen, Ludwigsplatz 10 Bild: Sefirer Ernst Horr, Gießen, Wernerwall 47II. Bucher, Archive usw.: Studienrat Clarius, Gießen, Goethestraße 40. $ür den Bücheriifch. Deutsche Erzähler. — Gustav Schröer: Land „Not". Roman. 51.—55. Tausend. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. 381 Seiten. Gebunden 4,40 Mk. — (360) — Land „Not", ist das Land, dessen Schicksal in allen deutschen Gauen widerklingt. Seinen Derzweif- lungskampf schildert Schröer an der Geschichte eines Thüringer Dorfes. Er stellt es in den großen Rah- Mn des politischen und wirtschaftlichen Geschehens der letzten Jahre, wo der Arbeiter den stillgelegten Schacht verlassen mußte, die Roggenanleihe den Bauern um den Ertrag seines mühevollen Schaffens betrog, als Kreditnot und Wucherzins Haus und Hof zum Erliegen brachten. Da ist nichts phantastisch, nichts beschönigt. Immer wechselnd, vollziehen sich hier die menschlichen Geschicke: Unzufriedenheit, Klassenhaß, Verschwörung, Verzweiflung, Revolten; bis praktischer Bauernstand und zäher Bauernwille das schaffende Volk zusammenschweißen zum Kampf für eine neue Zukunft deutscher Menschen. — Hans Christoph Kaergel: Bunt die Erde unter Dir. Martin Warneck Verlag Berlin W 9. Kart. 0,90 Mark. — (626) — Die sieben kleinen Erzählungen in diesem Bändchen ordnen sich zu einer wohltuenden Buntheit in ihrem Ernst und Humor, in ihrer Liebe zu Mensch und Natur. Erheitert einen die Weihnachtsgeschichte „König Hero- des streikt" oder die Pfingsterinnerung „Ein Mädchen ging vorbei", so wird man getroffen durch die Frage nach dem Nächsten in der anderen weihnachtlichen Erzählung „Das Christkindl im Heu", durch die Begegnung mit dem Heiland, die „Der Klarinettenspieler" in seinem Leid erlebte. Im ganzen weist die Titelzeile auf die Stimmung der Freude des Liedes, aus dem sie genommen ist. — Gustav Renker: Die Hirten von Rocca. Aus dem Tagebuch des Pfarrers Johannes Sartoris. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Leinenband 6,50 Mk. — (383) — In Tagebuchblättern erleben wir die Schicksale eines jungen Pfarrers, der einer Berufung nach einem ltalienischen Bergdorf an der Schweizer Grenze folgt. Mit wenigen, einaeschüchterten Bergbauern steht der Geistliche einer Schar gewalttätiger Hirten gegenüber, die ihm feindselig gesinnt sind und völlig unter dem Banne eines unheimlichen, hoch über dem Dorfe hausenden Mannes stehen. Gian Pa- drutt, so heißt ihr Führer, ist ein begabter, mit der Welt zerfallener Ingenieur, der sich hier zum Schmugglerkönig aufgeworfen hat. In zähem Kampf ringen diese beiden willensstarken und doch so verschiedenen Männer um die Herrschaft im Dorfe. Mit starkem Empfinden ist die alpine Umwelt des Geschehens geschildert. — Friede H. Kraze: Land im Schatten. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. Volksausgabe 16. bis 20. Tsd. Gebunden 3,50 Mk. — (103) — Friede H. Kraze, selbst eng dem Grenzlanddeutschtum verbunden, hat in diesem Roman einen gewaltigen Stoff gemeistert. Die Zeit der Grenzkämpfe 1919, welche Fülle spannenden Geschehens. Ernst und schwer, gleichwie bleigrauer Schneehimmel über westpreußischer Ebene, drückt das Geschehen auf den Leser. Unerbittlich rollt das deutsche ^Schicksal dahin wie der Weichselstrom. Aber die gewaltige, tiefreligiöse Darstellungskraft der Dichterin läutert das Dunkle dieses Schicksals. Es keimt unb wächst der Glaube dieser gehetzten und gequäl- cken Menschen: Durch Leiden geht der Weg aufwärts — und einst wird auch dem Lanoe im «Schatten wieder die Sonne scheinen. — Hans Fallada: Wer einmal aus idem Blechnapf frißt. Roman. 510 Seiten. Mowohlt, Berlin 1934. — (119) — Von Fallada haben wir früher an dieser Stelle den Roman „Bauern, Bonzen und Bomben" besprochen, der den bekannten Fall von Neumünster in Holstein Gehandelt und das erste klare Zeugnis für die un- Dewöhnliche erzählerische Begabung des jungen Autors ablegte. Falladas großer Erfolg war der Roman „Kleiner Mann — was nun?7', der ihn mit einem Schlage bekannt machte und entschieden sein bisher wertvollstes Buch ist, dem auch eine mit unzulänglichen Mitteln unternommene Verfilmung lucht wesentlich geschadet hat. Den negativen Helden des vorliegenden neuen Romans, den Strafgefanae- ien Willi Kufalt, nennt Fallada selber einen „be- »chatteten Bruder des kleinen Mannes Pinneberg", iinb in ber Tat könnte bie Geschichte Kufalts mit Fug unter bem gleichen Titel laufen wie bie Geschichte von Pinneberg unb seinem Lämmchen. Aber lonft ist bieser Roman boch sehr anbers. Was Fallaba gewollt hat, faßt er in einem kurzen Vorwort zusammen: kein Geschwätz von Humanität für Strafgefangene, sonbern Arbeit für Strafentlassene, ‘■eine öbe berufsmäßige Betreuung, sonbern Ver- Stänbnis. Keine ©nabe, sonbern Strich barunter, rnd nun zeige, wer bu bist. — Die Ueberschrift nuß allerdings folgenbermaßen ergänzt werben: Wer einmal aus bem Blechnapf frißt, frißt immer oieber baraus; also: wer einmal im Gefängnis luß, kommt zuletzt boch wieber hinein. Unb bie Geschichte bes kleinen Ganoven Kufalt, ber freilich cuch diesen „Beruf" verfehlt hat, liest sich wie ein Ohefenroman, eine keinesfalls erfreuliche, aber ciußerorbentlich spannende und aufschlußreiche Lektüre, ein ungemein geschickt und begabt geschriebe- nes Buch. Das Beste gibt Fallada im ersten Teil, hi ber Schilderung des Gefängnislebens, bie schiech- drbings von einer erstaunlichen, oft unheimlichen Sachkenntnis unb Anschaulichkeit ist. In späteren teilen gerät bas Buch ein wenig in bie schon bekannten Bezirke bes holsteinischen Bauernromans, Ö>n wir oben erwähnten. ..Wie bei „Bauern, Bon- 3?n unb Bomben", wie beim „Kleinen Mann" fonnte ber Verfasser nur barstellen, was er sah, ncht was ba sein wirb. Dies schien ihm seine Auf- gnbe, sonst nichts." Aufgabe des Lesers, der mehr äs nur „Leser" zu sein wünscht, mag es sein, sich selbständig mit den Problemen ein wenig ausem- anderzusetzen, bie ber Roman reichlich zur Dis- Mfion stellt. — Wir unsererseits sinb einstweilen aif bas schon angefünbigte neue Buch von Fallaba g spannt bas zu Weihnachten unter bem Titel .Dir hatten mal ein Kinb" erscheinen soll -y- _ Der Ausblick Jahrbuch neuer beutscher Achtung. Herausgeber: Hanns Maria Braun inb Rudolf Schmitt Sulzthal. 224 Seiten. Tukan-Verlag, München. — (118) Der rührige, bchonbers um bas Schaffen ber lunaen unb iung° fte-n Generation eifrig unb idealistisch bemühte v Ünchener Verlag legt hier eine stattliche Anthologie neuer beutscher Prosa vor. Von den 28 Mit- aifeeitern haben einige bereits einen fluten Namen urb gesicherten Platz im beutschen Schrifttum; alle hb schon hier unb ba mit größeren unb kleinen 21- beiten an bie Öffentlichkeit gekommen; etliche ö rben selbst bem Kenner ber jüngsten Literatur sicher noch nicht begegnet sein. Sinn unb Ziel des Jahrbuches werben von Verlag unb Herausgebern mit folgenben Sätzen zusammengefaßt: „Ein neuer Stil- unb Kulturwille, eine gefestigte bichterische Haltung unb ein strenges künstlerisches Verantwortungsgefühl sinb bie Mittel, mit benen unsere formende Jugend das Werk des geistigen Wiederaufbaues leisten will. Viele der Mitarbeiter haben sich als Lyriker die Beherrschung des reinen Wortes unö die tiefe seelische Beschwingung des Inhaltes erworben, und so dürfen wir hoffen, daß diese Erfüllung klassischer Bedingungen Weg und Ausblick öffnet für eine neue Landschaft deutscher Prosa- kunst." Auch wem die Ernte des Bandes mehr Hoffnung als Erfüllung, also vornehmlich eben Ausblick zu sein scheint auf das zu erwartende Neue und Kommende, wird die Bereitschaft und Opferwilligkeit des Verlages begrüßen, jungen und noch unbekannten Schriftstellern eine Möglichkeit zu bieten und einen vielleicht ersten Weg in bie Oeffentlichkeit zu bereiten. Als bie stärksten unb reifsten Arbeiten ber Sammlung empfanben wir bie Erzählung „Merret" von Hans Franck, ber unfern Lesern seit langem vertraut ist, unb „Das Gespräch" von Fritz Diettrich, bem schon rühmlich bekannten Dresdener Lyriker, der hier außerordentlich eindrucksvoll eine Begegnung Gandhis mit dem Repräsentanten des britischen Weltreiches schildert. Von den übrigen Mitarbeitern nennen wir Hans Brandenburg, Wolfgang Petzet, Karl Ude und die leider zu früh verstorbene zarte Lyrikerin Maria Luise Weißmann. Biographisch-bibliographische Notizen runden die Anthologie erfreulich ab und geben dem interessierten Leser Gelegenheit, sich mit Werk und Leben ber jungen Erzähler ein wenig vertraut zu machen. —y— Volkstanz, Lied — Deutsche Lieber für bie Jugend. Herausgegeben von hessischen Schulmännern. 114 Lieder mit Noten, 1,50 Mark. — Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M. — (39) — Dieses neue Liederbuch, das von der hessischen Unterrichtsbehörde sämtlichen Schulen zur Anschaffung empfohlen wurde, bringt neben 55 der im Volke noch lebendigen und gern gesungenen Lieder zu den Themen: Heimat, Feld und Wald, Wandern, Leid und Freud 59 meist neuere vaterländische Lieder n zum Teil ein-, zum Teil mehrstimmigem, gefälligem Tonsatz. Textbücher mit den zeitgemäßen Liedern stehen zwar in großer Zahl zur Verfügung, nicht aber Liederbücher mit einem für den Schulgebrauch und zum häuslichen Musizieren und Singen geeigneten Melodienschatz. Bei mehreren Liedern sind auch Hilfen zur Lautenbegleitung angegeben. — Aus der Reihe der „Deutschen Volks- t ä n z e", herausgegeben von Oswald F l a d e r e r im Bärenreiter-Verlag zu Kassel, liegen uns vor Heft 1: Deutsche Volkstänze aus verschiedenen Gauen mit einstimmiger Sangweise, mit Beschreibung und Tanzschlüssel. Erschienen als Heft 19 des „Musikalisch Hausgärtlein", für die deutsche Jugend und die Singgemeinde angelegt von Walther Hensel. Heft 2: Die sudetendeutschen Volkstänze, I. Teil. Sangweisen mit Tanzbeschreibungen ver- und Laienspiel. sehen aus den deutschen Gauen ber Tschechoslowakei, Gesammelt unb herausgegeben von Oswalb F lade r e r. — (10) — Die Sammlung bemüht sich, dem Volkstanz wieder eine ähnliche Geltung zu verschaffen wie dem verwandten Volkslieds. Die Hefte sammeln altes echtes Volkstanzgut aus deutschen Gauen und wollen die vielfach schon in Vergangenheit geratenen Weisen neu lebendig machen. Die Bestrebungen des Herausgebers verdienen gerade heute nachdrückliche Förderung. Volkstanz, Lieb unb Laienspiel. — Erich Scharff: Ha ndb uch für bas Laienspiel. 333 Seiten. Im Verlag Eduarb Bloch, Berlin. — (644) — Der Verfasser, seit langem Vorkämpfer in ber Laienspielbewegung, hat hier ein sehr brauchbares Hilfsbuch für Spielleiter geschaffen, bas Lehrern, Jugenbführern unb Spielgemeinschaften wertvolle Dienste leisten wirb. Aus langjähriger Erfahrung gibt Erich Scharff mancherlei Hinweise unb Anregungen für eine praktische Spielgestaltung; auch über bie Geschichte und die Dramaturgie des Laienspiels findet der Leser will- fommene Aufschlüsse. Die Auswahl der besprochenen Stücke ist, ohn engherzig oder künstlerisch übertrieben anspruchsvoll zu sein, so bunt und vielgestaltig, baß jeder schnell das für ihn Passende herausfinden wird. Geschichte der bildenden Kunst. — Paul Schultze-Naumburg: Die Kunst der Deutschen. 120 S. in großem Format (23 X 31 cm) mit 160 Abbildungen und drei Kunstbeilagen. In Leinen 3,75 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart/Berlin. — 112) — Schultze- Naumburg ist seit Jahren als einer der verdientesten Vorkämpfer für gute und echte deutsche Kunst bekannt. Hatten sein Wort und sein Urteil schon früher Geltung bei allen, denen die Erhaltung arteigener Kultur und Kunst am Herzen lag, jo kommt ihm heute, nachdem er durch die nationale Erhebung zur Leitung der staatlichen Kunsthochschulen in Weimar berufen wurde, besonders autoritative Bedeutung zu. Die Aufagbe, die Schultze-Naumburg sich hier gestellt hat, charakterisiert er selbst im Vorwort mit folgenden Sätzen: Es ist hier versucht, eine Schilderung der deutschen Kunst zu geben wie sie aus der Blickrichtung des nationalsozialistischen Staates entsteht. Daß bei einem solchen Unternehmen mit sehr vielen Anschauungen und Urteilen gebrochen werden muß, die bisher zu den scheinbar unerschütterlichen „Wahrheiten" gezählt werden, darf nicht wundernehmen. — Auf die Ausstattung und Bebilderung des Werkes ist besonderer Wert gelegt worden. So ist schon das flüchtige Blättern in dem prachtvollen Bande ein Vergnügen. Der ungewöhnlich niedrige Preis für ein Werk von solch reicher und vorbildlich schöner Bebilderung sichert dem richtungweisenden Buch weitere Verbreitung. — Leo Bruhns: Das neunzehnte Jahrhundert. 355 Seiten. Mit 106 Bildern. Gebunden 5 Mk. Verlag von E. A. Seemann, Leipzig. — (106) — Dies ist der Schlußband (leider der einzige uns vorliegende) einer achtbändigen, unter dem Titel „D i e Meisterwerke" zusammengefaßten „Kunstgeschichte für das Deutsche Volk", die der ausgezeichnete, früher in Frankfurt, jetzt in Leipzig aus dem Lehrstuhl von Wilhelm Pinder wirkende Kunsthistoriker Leo Bruhns nunmehr abgeschlossen hat. Pinder selbst hat die besondere Eigenart des Werkes folgendermaßen gekennzeichnet: „Diese Kunstgeschichte sieht zum ersten und einzigen Male die gesamten Vorgänge in der Geschichte ber abendländischen Kunst ausschließlich vom deutschen Standpunkt an." Es liegt wohl im Charakter des in diesem achten Band behandelten Zeitraumes, wenn hier die großen, repräsentativen und wegweisenden Werke der französischen Kunst des vorigen Jahrhunderts verhältnismäßig breiten Raum beanspruchen in einer Darstellung, die mit dem berühmten „Schwur der Horatier" von Jacques Louis David beginnt und mit dem „Pferdeführer mit Nymphe" von Hans von Marees abschließt. Wir glauben, wenn wir nach dem Schlußbande das Gesamtwert beurteilen dürfen, daß dieses seine besondere Ausgabe wirklich erfüllen wird und in der Tat eine Kunstgeschichte für das deutsche Volk werden kann. Bruhns ist ein vorzüglicher Pädagoge, der Schüler wie Leser unmittelbar und intensiv an die Dinge heranführt, sie nicht mit abstrakter und toter Gelehrsamkeit abschreckt oder langweilt, ihnen vielmehr in einer außerordentlich lebendigen, glänzend stilisierten Darstellung gleichsam einen Extrakt seines profunden Wissens vermittelt; er ist auch, wie man beim Lesen sehr bald gewahr wird, nicht nur Gelehrter, ein Wissenschaftler und Historiker der Kunst, sondern ein mit Herz und Auge impulsiv beteiligter und empfindender künstlerischer Mensch. Das beweisen zahlreiche Einzelanalysen der in schönen und klaren Reproduktionen vorgeführten Werke auf den ersten Blick. Indessen reiht die Darstellung nicht einfach chronologisch aufzählend Werk an Werk, sondern Bruhns versteht es hervorragend, durch die bestechende und immer Überzeugende Schilderung des Außeneindrucks hindurch ins Innere und Wesenhafte vorzudringen, Parallelen und Verbindungslinien zu zeichnen, Hintergründe aufzureißen, Zusammenhänge zu schaffen und Ausblicke zu öffnen. Wir kennen kaum eine Kunstgeschichte, die Wissenschaftlichkeit und Genauigkeit so glücklich mit wohlverstandener Volkstümlichkeit und anregender Lesbarkeit und Verständlichkeit verbindet. Die Handlichkeit des Formates, klarer Druck, gediegene verlegerische Ausstattung und nicht zuletzt ein übersichtliches Register gehören zu den weiteren Vorzügen dieses Bandes, auf den wir mit nachdrücklicher Empfehlung Hinweisen möchten. —y— Politik und Geschichte. — Erich Czech-Jochberg: Cäsaren. Bildnisse römischer Kaiser. Nach dem Geschichtswerk des Suetonius. Mit 16 Tafeln und einem Stadtmodell des alter Rom. In Ganzleinen 4,80 RM. Verlag „Das neue Deutschland", Leipzig CI. — (140) — Sueton, der berühmte, pedantische, oft ein wenig schrullenhafte Biograph von zwölf Cäsaren, ist Rohstoff für einen politischen Schriftsteller geworden, der aus der Pedanterie Suetons das lebendige Bild des alten Rom für moderne Menschen aufbaut. Czech-Jochberg schält aus Suetonius die dramatischen Svenen, übersetzt den Alltag, die Mode, die Küche Des alten Rom, übersetzt die Atmosphäre des römischen Hauses ins Moderne Erschütternd ist der Fall des Weltreiches von dem Gipfel unter Cäsar und Augustus in das Chaos unter Caligula und Nero Vor den Toren der zusammenbrechenden antiken Welt steht schon der künftige Weltherrscher: das aufsteigende Volk ber Germanen. Dieses gewaltige Völkerdrama weiß Czech-Jochberg in ungemein farbigen Kapiteln zu schildern. — Professor Paul Wentzcke: „Der Freiheit entgegen." Ein Buch vom deutschen Abwehrkampf an Rhein, Ruhr und Saar. Im Verlag Uststein, Berlin. Mit zwei Karten und 39 Photos. Preis: broschiert 3,80 Mark, Ganzleinen 5 Mark. — (98) — Der Autor, Direktor des Stadtarchivs und des Historischen Museums in Düsseldorf, Professor an der Universität Köln, hat die schwere Zeit an Rhein und Ruhr selbst miterlebt und gehört zu denen, die in stiller Energie die Ab- schüttelung der fremden Herrschaft vorbereiteten. Sein Bericht damaligen Geschehens ist knapp und klar. Aber wenn Professor Wentzcke die Dergewal- tigung des deutschen Volkes schildert und die Gefahr oes Separatismus aufzeigt, der von französischen Generälen gefördert wurde, bis in führende deutsche Wirtschaftskreise drang und das Land zu zerreißen drohte, wenn er endlich zeigt, wie das deutsche Volk, Arbeiter und Unternehmer, Bauer und Wirtschaftsführer, aufstand, um den Zerfall zu hindern, so wandelt sich sein trockenes Tatsachenmaterial zum großen vaterländischen Schauspiel. Noch einmal steigen aus der Vergangenheit Schicksalsstunden unseres Volkes auf; dankbar gedenken wir der Männer, die die Einheit des Reiches retteten — Hans Schomerus: „Kaiser unb Bürger. Gestaltwandel deutscher Herrschaft in der Geschichte." Leinen 4.90 RM. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (126) — In einer umfassenden Schau gibt ber Verfasser eine Darstellung jener Kräfte, bie zur Bildung von Reich und Gegenreich in der deutschen Geschichte geführt haben. Die Darstellung richtet den verhängnisvollen Lauf der deutschen Geschichte als stete Mahnung vor uns auf unb läßt uns erkennen, daß das Reich sich nur da vollendet, wo echte Herrschaft und Ordnung besteht. Wir erfahren aber auch, daß das nationalsozialistische Reich eine Rückkehr zur vollen Wirklichkeit im politischen Raum bedeutet. — Dr. Johann von Seers: Geschichten a u f rassischer Grundlage. Reclams Uni- versal-Bibliothek Nr. 7249. Gebunden 75 Pf. — (52) — Der politische Schulungsleiter der Deutschen Studentenschaft gibt in diesem neuen Reclam-Buch einen großangelegten Durchblick durch die Menschheitsgeschichte vom rassischen Standpunkt. Von der Steinzeit bis zum Staate Adolf Hitlers zeigt Seers den „Weg unseres Blutes" und weiß bie Fülle der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf die einfachsten Grundzüge der Rassenkunde zurückzuführen und jedem klarzumachen. Obst- und Gartenbau. — E11y Petersen: Das Gelbe Gartenbuch. Ausgabe 1934. 400 Seiten mit 125 Zeich- nungen und 7 Farbtafeln. Geh. 4 RM., Seinen 5.30 RM. Verlag Knorr 8t Hirth G. m. b. H., München. — (73) — Mit Recht nennt sich das Gelbe Gartenbuch von Elly Petersen, das „Gartenbuch für jedermann". Denn gleichviel, ob man einen Garten fein eigen nennt, ober feine Blumen im 3immer und auf dem Balkon hegt, ob man Rosen und Kakteen züchtet, ober Obst unb Gemüse ernten will — für alles gibt es Rat unb Anleitung. Es ist von einer Frau geschrieben, bie — einst von der Großstadt aufs Sand gezogen — nach langen Jahren des Versuchens und Mißlingen sich selbst mit einfachen Mitteln und bei größter Wirtschaftlichkeit einen ertragreichen Garten geschaffen hat. Sie will anderen Gartenfreunden unb solchen, die es werden wollen, die vielen Enttäuschungen ersparen, die sie selbst durchgemacht hat und teilt hier alle ihre Er- fahrungen langer, arbeitsreicher Jahre mit, aber nicht trocken und lehrhaft, sondern anschaulich und lebhaft, aus vollem Herzen und so einfach und klar, daß das Sefen und Semen eine Unterhaltung und das Arbeiten danach eine Freude ist. 125 Bilder unb mehrere Farbtafeln erläutern den sehr übersichtlich angeordneten Text. — Neuzeitlicher Obstbau. Don Obstplantagenbesitzer Hans Schmitz-Hübsch. Gartenbauverlag Trvwitzsch 8r Sohn, Frankfurt/Oder. 90 Seiten Text mit 69 Abbildungen unb Zeichnungen und vier zweifarbigen Svrtentafeln. Preis kartoniert 3,60 RM. — (306) — Das Buch behandelt alles, was der Obstgärtner beachten muß, um mit seinen Erzeugnissen den Sieg auf dem Markt zu erringen. Das praktische Werk, das mit mehreren Dutzend Abbildungen und Skizzen ausgestattet ist, verbreitet sich über die wichtigsten Obstarten, gibt Sorten» tabeilen für jede dieser Früchte, spricht von ber Anlage, Bodenuntersuchung und -bearbeitung, Düngung, Bauformen, Straßenobstbau, über Ernte, Verpackung und Schädlingsbekämpfung — alles auf Grund eigener praktischer Erfahrungen des Verfassers. — Flüssiges O b st. Don Prof. Dr. Kochs und Gartenbauinspektor H. Schieferdecker, Berlin-Dahlem. Neuzeitliche Obstverwertung ohne Gärung im Haushalt und Betrieb. Gartenbauverlag Trowitzsch & Sohn, Frankfurt/Oder. Zweite verbesserte Auflage. 79 Seiten Text mit 71 Abbildungen und Skizzen. Preis kartoniert 2,50 RM. — (307) — Das Buch ist sowohl für denjenigen, der sich ber häuslichen Herstellung ber Süßmoste widmen will, geschrieben, wie auch für den gewerblichen Erzeuger. Die guten Abbildungen im Verein mit dem verständlichen Text geben eine umfassende Anleitung. Die Kapitel des Buches handeln von dem Dampfentsaften, von der Saftgewinnung durch Mahlen und Pressen, vom Haltbarmachen durch Pasteurisieren in Flaschen und Apparaten, und vom Kaltentkeimen, nebst allen sonst wichtigen Fragen. Tierkunde. — Walter Rammner, Die Tierwelt der deutschen Sandschaft. Das Seben der Tiere in ihrer Umwelt. VIII, 455 Seiten mit 577 Abbildungen im Text und 17 mehrfarbigen Tafeln. Großoktao. In Ganzleinen gebunden 7,80 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Seipzig. — (638) — Seit einiger Zeit ist die Biologie in einer Umstellung vom Systematischen auf das Sebenbige begriffen. Nicht mehr das Tier als solches erweckt unsere Anteilnahme, sondern die Tiere innerhalb ihrer besonderen Sebensgemeinschast, ihr Nebeneinander am gleichen Ort, ihr Nacheinander im Verlauf der Jahreszeiten, ihre Beziehungen untereinander und zu ihrer Umwelt wollen wir kennenlernen. Dazu will dieses Buch verhelfen. Es schildert die gesamte einheimische Tierwelt so, wie sie uns in der freien Natur entgegentritt. Daß über ein Drittel des Buches den Wäldern gewidmet ist, entspricht ganz unserer seelischen Verbundenheit mit dem deutschen Wald. Ueberraschend vielgestaltig ist ferner die Tierwelt der Heide, Oedländereien, Wiesen, Felder, Sümpfe und Moore. Die Darstellung der Sebensgemeinschaften des Süßwassers (Tümpel, Teich, See, Bach, Fluß) dürfte besonders der Schule eine hochwillkommene Stoffsammlung barbieten. Das über die Meerestiere Mitgeteilte versetzt uns in die Sage, uns ohne besondere Kenntnisse am Strand zu orientieren, und der Abschnitt über die Alpentiere gibt ein abgerundetes Bild von den eigentümlichen Sebensoerhältnissen, die das Hochgebirge der Tierwelt darbietet. Schließlich wird noch die Tierwelt der Park- und Gartenanlagen behandelt. Das Buch zeigt eindringlich, daß die deutsche Tierwelt voller Wunder und ungelöster Rätsel ist. Wir brauchen nicht erst in die Tropen zu gehen, um andächtig vor Geheimnissen zu stehen. Mit der rein materialistisch-utilitaristischen Betrachtungsweise wird in diesem Buch gebrochen. An vielen Beispielen wrd auf das Autonome des Sehens hingewiesen, auch das Seelische im Tier wird gewürdigt. Ein erheblicher Teil des Werkes gründet sich auf eigene Beobachtungen und wissenschaftliche Untersuchungen des Verfassers, auch sind im einzelnen die neuesten Forschungsergebnisse verwertet worden, so daß ein durchaus modernes Bild der deutschen Tierwelt geboten wird. Die Bebilderung ist reich und vielseitig. — F. W. Fitz Simons: Schlangen. Einzig berechtigte Uebersetzung aus dem Englischen von Rudolf I m s ch e i d t. Mit 27 Bildern; 204 Seiten. Kart. 4 Mark, Seinen 5,50 Mark. I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. — (156) — In der Reihe seiner interessanten und spannenden Tierbücher gibt der Verlag Engelhorn ein neues heraus, das sicher besondere Beachtung finden wird, denn es behandelt diesmal eine Tierart, die ganz besonders mit dem Menschen durch Sage, Mythos, Aberglauben, Verehrung und Furcht verbunden ist: die Schlangen. Doch in diesem Buch ist weniger von der Hydra, dem Medusenhaupt, dem Sündenfall oder der Märchenschlange mit der Krone die Rede, sondern von ihrem tatsächlichen Dasein, ihrem Seben, ihren Gewohnheiten und Giften. Fitz Simons, ein gebürtiger Ire, einer der besten Schlangenkenner Südafrikas, gliederte dem Port-Elizabeth-Museum dort in jahrelanger Arbeit einen Schlangenpark an, in dem bis zu 1000 Schlangen — giftige und ungiftige — fast wie in Freiheit leben und beobachtet werden können. Auf diese Weise konnte er ein riesiges Material über ihr Seben und ihre Gewohnheiten sammeln. Und er versteht es, davon zu berichten. Nicht nur von dem Schlangenpark mit seiner Einrichtung und Erhaltung, von dem trefflichen Schlangenwärter Johannes oder von den Schlangendieben, sondern auch von den Schlangen in der Wildnis, der schwarzen Mamba — „Schatten des Todes" genannt wegen ihrer unglaublichen Schnelligkeit und ihres furchtbaren Giftes —, den zischenden Puffottern, der Speikobra, den Eierschlangen und Phytonen erzählt er, von merkwürdigen Erlebnissen mit ihnen, spannenden und aufregenden Abenteuern, tragischen und tragikomischen Ausgängen, Schlangenjagden und so fort. Das Buch wird in seiner flüssigen und humorvollen Schreibweise den Naturwissenschaftler wie den Laien interessieren. Oberheffen. Gemeinderat in Nidda. ED Nidda, 17. April. Die jüngste Sitzung des Gemeinderats fand unter dem Vorsitz des Beigeordneten Supp statt, der den zur Zeit erkrankten Bürgermeister R u l l m a n n vertritt. Es wurde zunächst mitgeteilt, daß das Telegraphenbauamt die Errichtung eines Selbstanschlußamtes im hiesigen Postamt plant, lieber eine Beteiligung der Stadt an den Kosten mürbe noch kein Beschluß gefaßt. Die Straßenrein i- a u n q wurde für das Jahr 1934 gegen eine jährliche Vergütung von 470 Mk. an F. Moderegger vergeben. Das Gesuch eines Großabnehmers um Ermäßigung des Wassergeldes wurde genehmigt. Don den beiden angeschafften Eisenbahnwagenkasten wurde einer der Segelflieger-Ortsgruppe Nidda als Unterkunftsraum überlassen. Die Preise für die Benutzung des städtischen Schwimmbades im Jahre' 1934 sollen in der vorjährigen Höhe erhoben werden. Für die öffentlichen städtischen Gebäude wurden Luftschutzwarte bestimmt. Generalversammlung der Molkerei-Genoffenschast Hungen. <£ Hungen, 17. April. Die Molkerei- G e n o s s e_n s ch af t e. G. m. b H., Hungen hielt am öonntag im Saale des Gasthofes „Zur Traube" ihre 4 0. ordentliche Generalversammlung ab, die überaus starken Besuch aufwies. Der Vorsitzende Hesse gedachte zunächst der im Weltkrieg und der im Kampfe um die nationale Erhebung gefallenen Kameraden. Besonders gedachte er auch des im vergangenen Jahr verstorbenen Geschäftsführers der Genossenschaft, Jean P u t h. Sodann erstattete Geschäftsführer Berk den Jahresund Geschäftsbericht, sowie den Abschluß im Verlust- und Gewinn-Konto. Aus dem Bericht war u. a. zu ersehen, daß die Molkerei im Jahre 1933 eine eingelieferte Milchmenge von 6 329 739 Liter verarbeitet hat. Insgesamt zählte die Genossenschaft Ende 1933: 1197 Mitglieder. Da gegen den Geschäftsbericht keine Einwendungen erhoben wurden, erteilte der Vorsitzende dem Vorstand für die Geschäftsführung Entlastung. An Stelle des durch die Abtrennung des Lieferortes Geiß-Nidda ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes Gustav Beltz er wurde Ferdinand Bopp (Bellersheim) neu bestimmt. Ferner wurden in den Alifsichtsrat neu bestimmt: Robert Alter (Berstadt) und Karl Fritz (Nonnenroth). Sodann wurde der Revisionsbericht für das Jahr 1932 zur Kenntnis gebracht, aus dem zu ersehen war, daß die Geschäftsführung sich in bester Ordnung befindet. Anschließend machte der Vorsitzende Ausführungen über die Frischmilchlieferungen und die Magermilchverwertung. Direktor Schneider sprach hierauf über Ine neue Milchversorgungsordnung, die in praktischer, planvoller Arbeit unsere gesamte deutsche Milchwirtschaft auf eine vollständig neue Grundlage stellt und die sich schon heute für den deutschen Bauer sichtbar auswirkt. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Volkskanzler und Führer des neuen Deutschland, sowie mit dem Horst-Wessel-Lied wurde die Versammlung geschlossen. Landkreis Gießen. + Grünberg, 17. April. Der Vorschuß- verein Grünberg e. G. m. b. H. veröffentlicht soeben seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1933, fein 71. Geschäftsjahr. Im Geschäftsbetrieb haben sich die Umsätze nur um einen geringen Betrag von 6 629 460,26 Mk. auf 6 506 998,16 Mk. vermindert; dagegen ist die Zahl der Buchungen gestiegen. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 672 919,94 Mk. au: 707 733,69 Mark. Der Hauptanteil hieran entfällt auf die Erhöhung der Einlagen in laufender Rechnung. Das eigene Vermögen, bestehend in Rücklagen und Geschäftsguthaben, erhöhte sich von 115 456,08 Mk. auf 119 660,72 Mk. Die ausstehenden Kredite gegen Hypotheken, einschließlich der aufgewerteten Hypotheken, Darlehen gegen Wechsel und Schuldscheine, in laufender Rechnung und gegen Geschäftswechsel betrugen Ende des Geschäftsjahres 597 351,33 Mk. Kredite konnten in bescheidenen Grenzen während des ganzen Jahres wieder aus- gegeben werden. Die Wertpapiere find mit 52 585,20 Mark eingestellt, Guthaben bei Banken sind in Höhe von 25 620,81 Mk. vorhanden und der Kassenbestand einschließlich Postscheckkonto weist 6544,57 Mk. auf. Die Gesamteinlagen weisen 551797,41 Mk. auf, davon sind in laufender Rechnung 73548,24 Mk., Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten und länger 362 325,55 Mk. und aufgewertete Spareinlagen 115 923,62 Mk. Da bei einer Anzahl Schuldner das landwirtschaftliche Entschuldungsoerfahren schwebt und daher mit der Möglichkeit von Abstrichen der bestehenden Forderungen gerechnet werden muß, wurde für diese Fälle ein besonderes Rückstellungs- und Wertberichtigungskonto in Höhe von 32 030,62 Mk. vorgesehen. Die Sollzinsen wurden gegen das Vorjahr wieder um 1 v. H. gesenkt. Die Mitgliederzahl betrug zu Beginn des Jahres 443, am Schlüsse desselben 439. Da durch eine Entscheidung des hessischen Verwaltungsgerichtshofes die Geschäftsguthaben als steuerpflichtig erklärt wurden, stieg die Steuerlast von 2201,05 Mk. in 1932 auf 4283,37 Mk. in 1933 an. Das Ministerium hat jedoch aus Billigkeitsgründen einen Nachlaß in Höhe der Hälfte der auf die Geschäftsguthaben entfallenden Gewerbekapitalsteuer bewilligt, was an Landes- und Gemeindesteuer den Betrag von 541,10 Mark ausmacht. Der ausgewiefene Reingewinn beziffert sich auf 3796,82 Mk., woraus eine Dividende von 4,5 v. H. (5 v. H. in 1932) zur Verteilung kommen soll. > Dorf-Gill, 17. April. Dieser Tage fand in unserer Gemeinde die Vereidigung von Bürgermeister Karl Knöpper statt. Die feierliche Einführung nahm Oberregierungsrat Dr. Schönhals vor. Am Abend versammelte sich ein großer Teil der Gemeinde zu einer schlichten Feier vor dem Hause des Bürgermeisters. Nachdem eine hohe, stattliche Tanne gesetzt, SA. und SA.- Reserve aufmarschiert waren, richtete zunächst SA.- Oberscharführer R e u h l einige Worte an den Bürgermeister. Darauf trug der Gesangverein „Heiterkeit" ein vaterländisches Lied vor. Zellenleiter G. Sarnes wies in einer kurzen Ansprache auf die Umwälzungen in der Kommunalpolitik hin und betonte deren Notwendigkeit. Zuletzt dankte Bürgermeister Knöpper für die ihm erwiesene Ehre und gelobte, sein Amt in vollem Verantwortungsbewußtsein zum Wohle der Gemeinde zu führen. Nachdem er ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer ausgebracht hatte, wurde gemeinsam das Lied „Nun danket alle Gott" gesungen. )( L i ch, 17. April. Zur Eröffnung des Volksopfertags der Inneren Mission sand am Samstagabend in unserer Turnhalle unter Mitwirkung des Kirchenchors ein Gemeindeabend statt. Nach einem Chor des Kirchengesangvereins (Leitung Lehrer Stein) und einer einleitenden Ansprache von Stiftsdechant Kahn, der zum Glauben, der in der Liebe tätig ist, aufforderte, hielt Stiftspfarrer D r a u d t an Hand von 70 Lichtbildern einen Vortrag über „Die Arbeit, die Anstalten und Leistungen der Inneren Mission in Hessen". Der Vortrag hinterließ einen tiefen Eindruck. Am Sonntagoor- mittag wurde in beiden Gottesdiensten über die Innere Mission gepredigt. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und das Apostelwort „Einer trage des anderen Last" führten die Gemeinde weiter in die Aufgaben der Inneren Mission ein. Am Nachmittag begann dann die Haus- sammlung für das Werk der Inneren Mission; für die Sammlung hatten sich in dankenswerter Weise die Kirchenvorsteher zur Verfügung gestellt. Es kann ein gutes Ergebnis erwartet werden. — Am Mon- tagoormittag wurde in der Marienstiftskirche zur Einweisung des neuen Jahrgangs in bie Volksschule eine Schulanfängerandacht gehalten. Unter feierlichem Orgelspiel zogen die ABC.-Schützen begleitet von ihren Eltern und Lehrern in die Kirche ein, in der nach Lied und Schriftoerlesung Stiftsdechant Kahn im Anschluß an das Wort „das Kindlein wuchs und ward stark im Geist" herzliche Worte an die Kinder und ihre Eltern richtete. Nach Beendigung des Gottesdienstes wurde eine photographische Aufnahme gemacht, von der jedes Kind zur Erinnerung an diesen Tag im Auftrag der Kirchengemeinde ein Bild erhalten soll. cv> Li ch, 17. April. Das neue Schuljahr wurde heute von der hiesigen Volksschule durch eine schlichte Feier mit Flaggenhissung eingeleitet. Lehrer S a - m e 5 richtete an die versammelten Schüler und Lehrer eine Ansprache, in der er auf den Frühling, auf das Erwachen der Natur hinwies und hierzu in Parallele das Erwachen des deutschen Volkes unter der nationalsozialistischen Regierung tellte^ Weiterhin sprach er über das Streben deut- cher Jugend, in Schule und Vaterland etwas Tüchtiges zu leisten. Anschließend begrüßte Rektor Erb die beiden neuen Lehrkräfte: Fräulein Maria W is- 5 l aus Darmstadt (seither in Ober-Ingelheim) und Herrn Karl O 11 aus Birklar (seither in Münster). Die Feier fand mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes ihren Abschluß. Kreis Büdingen. * Echzell, 17. April. Am Sonntag wurde im Gasthaus „Zur Traube" die Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Echzell abgehalten. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Pg. O. Scheuermann begrüßte die Teilnehmer. Nach dem Vortrag der Bilanz und des Geschäftsberichtes wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Es wurde beschlafen, den Reingewinn auf das neue Geschäftsjahr vorzutragen. Auf Vorschlag des Kreisfachberaters für den Kreis Friedberg, Bürgermeister P^, V e i t h - Reichelsheim, wurde Ortsgruppenfachberater Pg. T r e u f ch, der seit längerer Ziet die Geschäfte der Molkerei geführt hat, einstimmig zum Direktor gewählt. Nach der Ergänzung des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurde beschlossen, daß der Genossenschaft nur noch Mitglieder arischer Abstammung angehören können. Ferner wurde bekanntgegeben, daß jenen Genossen, die Geschäfte mit jüdischen Händlern tätigen, die Milchabnahme gesperrt wird. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden interne Genossenschaftsfragen, Änderungen der Satzungen usw. beraten. Bürgermeister Pg. Veith - Reichelsheim hielt einen Vortrag über die Judenfrage. Pg. Direktor T r e u s ch empfahl, erholungsbedürftige SA.-Männer aus den Städten aufzunehmen. Im Gedenken an Adolf Hitler und feine bewährten Mitarbeiter wurde die Versammlung geschlossen. Starkenburg. Wegen Irassenschändung in Schutzhast genommen. LPD. Darmstadt, 17. April. Das Staatspresseamt gibt bekannt: Der 27jährige jüdische Kaufmann Willi Bendorf aus Ober-Ramstadt wurde zum Schutze seiner eigenen Person dem Staatspolizeigefängnis zugeführt, weil er mit der 17jährigen Deutschen Emma Katharina Kehr geschlechtlich verkehrte. Der Name der Kehr wird deshalb veröffentlicht, weil sie dem Begehren des Juden keinerlei Widerstand entgegensetzte und damit ihre Pflichtoergessenheit gegenüber ihrer Rasse zum Ausdruck brachte. Preußen. Oie Einführung des neuen Wetzlarer Bürgermeisters. LPD. Wetzlar, 17. April. Am Samstagvor- mittag ist der neue Bürgermeister der Stadt Wetzlar, Pg. Kindermann, durch Landrat G r i l l o in fein Amt eingeführt worden. In seiner Einführungsrede gab der Landrat dem Bürgermeister einen Ueb erb lief über die Lage der Stadt Wetzlar und gab der festen Ueberzeugung Ausdruck, daß Bürgermeister Kinder mann alle Kraft einsetzen werde zum Wohle der Stadt und ihrer Bevölkerung. Nach der Vereidigung des Bürgermeisters dankte dieser und gelobte,'im Sinne „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" seinen Dienst zu verrichten. Den Schluß der Einführungsfeier bildete die Vereidigung der neuen Ratsherren durch den Bürgermeister. Hüttendirektor Or. Adolf Hecker -f. LPD. Biedenkopf, 17. April. Einer der bekanntesten Wirtschaftsführer des Lahn-Dill-Gebiets, Hüttendirektor Dr. Hecker- Ludwigshütte, der Leiter des Heffen-Nasfauifchen Hüttenvereins, ist in Berlin plötzlich gestorben. Dr. Hecker erlitt auf der Reife nach der Reichshauptstadt, wo er an einer Konferenz tettnehmen wollte, im Eisenbahnabteil einen Schlaganfall, dem er in einem Berliner Krankenhaus erlag. Der Verstorbene, der ein Alter von 56 Jahren erreicht hat, war feit mehr als 30 Jahren in der Geschäftsführung des Heffen-Nassauifchen Hüttenvereins tätig. Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERN ARD 1790 A ROGO-Damen-Strümpfe a. Bem- A Qe berg Matt, des. feinfäd. Qualität I■ w w ROGO-Damen-Strümpfe. Flor mit A QE Seide plattiert, besond. elastisch In neuen Farben zum neuen Kleid ROGO-Strümpfe zur Frühlingszeit. Vom Besten das Beste, der Grundsatz für cotts Emulsion bei der Rohstoffwahl. Verstellung seit 1898 in Frankfurt am Main. Ein bewährtes, deutsches Hausmittel für Mutter und Kind. In allen Apotheken u. Drogerien Depots: Med.-Drogene, Elges, Seltersweg 68a Kaiser-Drogerie, Noll, Lindenplatz 5 o363v Germania-Drogerie, Seibel, Frankfurt. Str 39 MJESSENxNlÄÜSBUR Gl <3 235? 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Gerichtlich vereidigte Sachverständige stellten fest, daß nach dem Bohnern mit Perwachs die Glättefreiheit am größten ist. Je dünner Sie Perwachs auftragen, desto schöner wird der Glanz. Also:Hochglanz ohne Glätte durch Perwachs. Perwadis Perwachs jetzt auch farbig zu haben Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Heinrich Ludwig Balser in Oppenrod wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 2.40 Uhr nachmittags eröffnet. 2361D Die Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar e. G. m. b. h. in Frankfurt a. 21t, Dackenheimer Landstraße 25, wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 15.2Hai 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 9. April 1934. Hessisches Amtsgericht. Nr. 90 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Mittwoch, (8. April (934 Operation oder Hamen - was ist schlimmer? Merkwürdige Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung. Von Or. H. Rebmann. Daß Lie Aussicht auf eine Blinddarmoperation mit der Erwartung des Weihnachtsmannes vergli- chen werden könnte, wird auch der Blasierteste nicht behaupten wollen. Man mag als ausgeklärter moderner Mensch sich auch der Errungenschaften der Medizin noch so sicher fühlen, ein kleiner Rest pri» mitiver Angst bleibt doch. Diese Operationsan g st kennt jeder Arzt, sie tritt auf in ben verschiedensten Formen je nach dem Temperament des Patienten oder der Schwere des beabsichtigten Eingriffs. Leichtes Herzklopfen hat wohl jeder, und das Blaßwerden verstehen im allgemeinen nur die Damen zu verhindern. Im übrigen sind es durchaus nicht immer die Frauen, die sich als besonders schwach vor dem Messer des Chirurgen erweisen, es kann sein, daß ein Berufsboxer schon vor dem Zahnarzt zittert, ein Mann, der sich nichts daraus machen würde, im Ring mit lädiertem Gebiß weiterzukämpfen. Es gibt aber noch etwas, vor dem der Mensch mehr Ängst hat als vor dem Messer des Arztes, das Examen. Diese merkwürdige Tatsache ist kürzlich durch eine wissenschaftliche Untersuchung ans Licht gekommen. Elf Studenten, davon acht männlichen und drei weiblichen Geschlechts wurden als Versuchsobjekte benutzt. Direkt nachdem die gestrenge Prüfungskommission ihre letzten Fragen an die Studenten gerichtet hatte, maß man deren Blutdruck, Puls und Blutzusammensetzung, und als der Examenskater überwunden war, wurden Kontrollmessungen vorgenommen und siehe da, es erwies sich, daß der Doktortitel oft mehr Sorgen macht als der Kaiserschnitt. Der Blutdruck war bei allen Exa- mens„patienten" gesteigert, der P u l s s ch l a g b'e» schleunigt und die weißen Blutkörperchen vermehrt. Die interessante Untersuchung ist übrigens ein wertvoller Beitrag zu der Frage, wie weit die Angst und Schreck körperliche Veränderungen Hervorrufen können. Daß Menschen durch Schreck über Nacht graue Haare bekommen können, ist ein alter, von der Wissenschaft heute bestätigter Volksglaube. Während solche Fälle jedoch nur selten vorkommen, sind Nervenschädi- gungen um so häufiger. So ist der Fall eines Mädchens bekannt, das 60 Stunden nach einem Einbruch plötzliche Lähmungserscheinungen zeigte, die sich allmählich über den ganzen Körper verbreiteten. Eine der häufigsten Folgen des Erschreckens ist ein starkes Zittern, das vor allem nervöse Menschen überfällt. Diese Erscheinung kann in schweren Fällen zu dem gefürchteten Dauerzustand werden, den man in und nach dem Kriege oft bei Verschütteten erlebt 'hat. Bekannt ist auch, wie sehr gerade der Magen darunter leidet, wenn dem Kopf nicht wohl ist. Kummer und Sorgen finden oft ihren Niederschlag in Funktionsstörungen des Ernährungsapparates, und wem hat noch nicht Aerger den Appetit verdorben? Es gibt allerdings auch solche Menschen, denen umgekehrt das Essen in diesem Fall besser schmeckt. Zum Schluß sei noch ein besonders eindrucksvolles Beispiel für den Zusammenhang zwischen seelischen und körperlichen Vorgängen erwähnt, das sich an Zuckerkranken oft beobachten läßt. Bei diesen steigt der Zuckergehalt des Bluts immer dann, wenn sie von Kummer und Aufregung gequält werden. Da unter den Börsenmaklern Zuckerkrankheit häufig sein soll, hat man in Amerika das boshafte Sprichwort geprägt: „Wenn in Wallstreet die Kurse fallen, steigt der Zucker." „Brauche per sofort drei Känguruhs!" OeutschlanvliefertliaubtiekenachAfrika-OasseltsamsteArbeitszimmerderWelt. „Eben ist ein Telegramm aus Kalkutta eingetroffen, ob wir in drei Monaten zwei männliche Löwen und eine gefleckte Hyäne liefern können." Heinrich Hagenbeck, der Seniorchef des gleichnamigen Hauses, blättert ein paar Augenblicke in einem großen Buch und gibt dem Boten die Anweisung, sofort zuzusagen. Kaum hat er es ausgesprochen, klingelt das Telephon. „Sie werden aus Rom verlangt", meldet das Fräulein vom Amt. Ein Zirkus möchte im Lauf der nächsten Wochen einen tanzenden Bären kaufen und erkundigt sich nach den Zahlungsbedingungen. „Die Lage des deutschen Tierhandels hat sich in | Der letzten Zeit gebessert", erzählt Herr Hagenbeck ; En seinem in Stellingen bei Hamburg gelegenen Arbeitszimmer. Dieses Arbeitszimmer stellt eine Weltsehenswürdigkeit dar. Ein Museum :ür den uneingeweihten Besucher, eine Forschungsstätte für den Sachverständigen! Schon die Stühle, auf denen man Platz genommen hat, sind einzigartig und für den Fachmann von unermeßlichem Wert. Einer der Sessel ■ beftefjt zum Beispiel aus handgearbeitetem Anti- sopengehörn. Ein anderer ist vollständig mit !ostbarer Schlangenhaut überzogen, während »ei einem dritten eine besondere Art von Rhino- z. erosleder zur Polsterung verwendet wurde. Tin sehenswürdiges Kabinettstück ist der Aschenbecher, der auf dem formschönen Rauchtisch steht. „Er ist aus der Fußschale eines alten Elefanten gefertigt und wird von Nilpferdzähnen getragen", erklärt Heinrich Hagenbeck und berichtet, daß die Rahmen der in seinem Arbeitszimmer aufgehängten Familienbilder aus Elefantenzähnen angefertigt worden sind. Stolz zeigt er dem Besucher sein Bierglas. Ein Becher, der vor einem Jahrhundert aus besonders wertvollem, seltenem Holz von tibetanischen Handwerkern geschnitzt wurde. Teppiche kennt man in diesem Raum nicht. An ihrer Stelle befinden sich scheckige große Felle von Leoparden und Löwen, von Bären und Tigern! Auf dem Schreibtisch liegen unzählige Briefe. Sie stammen zum großen Teil von Menschen, die sich einen Privatzoo anlegen wollen. Fast immer wieder sind es die gleichen Anfragen: Wie teuer sind drei Edelfasanen? Halten sich Kraniche gut in einem kleinen Privattierpark? Wie hoch sind die monatlichen Ernährungskosten für drei Pelikane, zwei Schimpansen und fünf Marabus? Lassen sich Seebären leicht dressieren? — Eine winzige Auslese aus der Fülle unzähliger Fragen.. Die Privatleute bilden selbstverständlich nur einen kleinen Teil unserer Abnehmer — erzählt der Seniorchef. Die Hauptkunden im Tierhandel bleiben jedoch die großen Wanderzirkusse, die herumreisenden Schausteller und die Tierparks der ganzen Welt. Ein paar Schreiben beweisen es! Ein weltberühmter Zirkus braucht zum Monatsersten unbedingt eine dressierte Tiger- gruppe. Ein auswärtiger Zoo sucht umgehend einige Füchse, während der Unternehmer einer bekannten Varietenummer laut Telegramm sofort drei gelehrige Känguruhs braucht. lieber dreitausend, nach besonderen Angaben konstruierte Spezialtransportkäfige befinden sich in dem hundert Meter langen Schuppen draußen auf dem Gelände des Tierparks. Kleine Kisten und gewaltige, groß angelegte Käfige beherbergen hier die Tiere, die zum Teil die Reise von Guatemala oder Melbourne bis nach Deutschland hinter sich haben. Aus Singapore und Athen, aus Sumatra, Japan und China sind Sendungen eingetroffen. „Vorsicht! Lebende Tiere!" steht auf den roten Zetteln, die auf sämtlichen Käfigen prangen, in allen erdenklichen Sprachen geschrieben. Mehrere aus dicken Bohlen gefertigte hölzerne Kisten, die die Größe eines Wohnzimmers haben, lagern am Ende des Schuppens. „Hier drin sind See-Elefanten vom Eismeer nach Deutschland befördert worden. Die Ueberfahrt ist ihnen glänzend bekommen", versichert Heinrich Hagenbeck und erzählt, daß nicht nur Tiere nach Deutschland geliefert werden, sondern daß häufig sogar Raubtiere von Hamburg aus in die afrikanische Wildnis geschickt werden. Erst vor einiger Zeit wurden zahlreiche Löwen nach Marokko verschickt. Während des Hereroauf- standes wurden über zweitausend Kamele auf dem Seewege von Nordafrika nach Deutsch-Südwestafrika „vermittelt". Deutschland liefert also exotische Tiere aller Art für die Zoologischen Gärten der ganzen Welt. Nicht selten werden auch die Tiere zum Tausch angeboten. Da bietet zum Beispiel eine englische Tierhandlung zwei Zebras für eine ganz besonders seltene Papageienart an. Ein Privatmann sucht dagegen einen Gepard und bietet außer einem erheblichen Geldbetrag drei dressierte Hunde. Selbstverständlich kantt man solche Tauschgeschäfte nur mit langjährigen zuverlässigen Kunden 'abschließen. Denn häufig versuchen die Tierbesitzer alte kranke Tiere gegen junge wertvolle Exemplare einzutauschen. Nur in wenigen .Fällen kann man sich daher auf diesen Tauschhandel einlassen. Zur Zeit sind arktische und antarktische Tiere im Handel am stärksten gefragt, und Heinrich Hagen- deck versichert, daß viele Länder gerade diese Tiere am liebsten in Deutschland einkaufen, da sie glauben, hier am besten und sichersten kostbares Ziert material vorzufinden. Oie Eröffnung des Leinberger-Kurses in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 22. April, in diesen Tagen also, wird in Gießen der Ausbildungslehrgang für den Fußball-Nachwuchs in unserem Bezirk unter der Leitung des Fußball-Lehrers des DFB., Leinberger, zur Durchführung gebracht. Der Kursus wurde am Montag auf dem Waldsportplatz durch den Fußball-Kreisführer Hugo Henkel- Gießen eröffnet. Der Fußball-Kreisführer begrüßte die erschienenen Gäste, insbesondere den Kreisbeauftragten des Reichssportführers, Turnlehrer Mohr, den Gau-Jugendwart Von- dran, den Fußball-Bezirksführer Happ und den Kreis-Fußballfachwart Z i tz e r. Der Fußball-Bezirksführer, Herr Happ, wies in einer kurzen Ansprache an die Teilnehmer des Kurses auf den Sinn des Lehrgangs hin, der insbesondere der Förderung von Nachwuchsspielern dienen solle. Den Spielern sollten die Feinheiten des Fußballspiels (Freistellen, in Stellunggehen, Körperbeherrfchung und Ballbehandlung) vermittelt werden. Es solle erreicht werden, daß die Spielweise verbessert und die Leistungen gehoben werden. Von den Teilnehmern solle beachtet werden, daß im Dritten Reich Sport nicht um des Sportes willen betrieben werde, sondern daß hinter dem Spiel das Bestreben stehen müsse, mitzuhelfen an der Wiedererstarkung unseres Volkes und an der Erziehung eines einsatzbereiten Geschlechtes. Die technische Leitung des Kurses, an dem 32 junge Fußballspieler aus den verschiedenen Vereinen im Bezirk Gießen teilnehmen, liegt in den bewährten Händen des Mittelläufers Leinberger, der 24mal in der deutschen Ländermannschaft unser Vaterland vertrat. Fußball-Lehrer Leinberger ist zur Zeit im Gau 12 des DFB. tätig. Neben der rein praktischen Arbeit, die in diesem Lehrgang gepflegt werden soll, ist auch theoretische Ausbildung vorgesehen. Am Dienstagabend hielt der Kreisschiedsrichter-Fachberater, Herr Hohmann, im Saal der „Germania" einen Vortrag, in dem er die Fußballregeln in großen Ilmriffen erläuterte. In regem Wechsel von Frage und Antwort wurden die Regeln im einzelnen durchgesprochen. Am Samstagnachmittag wird eine kombinierte Kursisten-Elf gegen eine kombinierte Stadtmann- schäft (1900, VfB.-Reichsbahn) ausgetragen. Am Sonntag findet ein weiteres Spiel, und zwar eine Begegnung der Stadtmannschaft Marburg mit der Leinberger-Elf statt. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1 — Ockershausen I 1:1 (1:1). Am Sonntag kam eines der letzten Meisterfchafts. spiele auf dem 1900-Sportplatz an der Liebigshöhe zum Austrag. Die Gegner lieferten sich einen wenig befriedigenden Kampf, der gerechterweise unentschieden endete, obwohl es die Einheimischen mehrmals in der Hand hatten, einen sicheren Sieg zu landen. Das Treffen stand nie auf einer hohen Stufe. Es wurde verbissen und hart durchgeführt, hatte aber auch in dem Ersatzschiedsrichter aus Hanau einen schwachen Spielleiter. 1900 trat mit Schlarb; Zeller, Lippert; Heinbach, Hellmann, Schmelz; Grünewald, Wilhelmi, Roth, Hofmann und Jäger an. Während die Schlußleute vollauf ihre Schuldigkeit taten, fingen die Schwächen der Platzelf schon in der Läuferreihe an. Die Gießener Angriffsreihe zeigte ihrerseits schon bald solche Ermüdungserscheinungen, daß sie in erster Linie die Verantwortung dafür trägt, daß auch dieses Spiel nicht zu einem siegreichen Abschluß führte. Ockershausen spielte wuchtig und mit weiten Vor- laaen auf die schnellen Flügel, die immer Ge- fayrenmomente vor dem Gießener Tor schufen. Es wurde aber auch hier zuviel durch zu hartes Angehen und die dadurch bedingten Freistöße verdorben. Zu einem richtiggehenden Kombinationsspiel kam dadurch keine der Parteien. Schon bald nach Beginn schoß Roth (1900) eine aussichtsreiche Sache daneben. Die Gießener erzielten dann einige Ecken, bevor die Gäste nach blitzschnellem Durchbruch der rechten Seite durch unhaltbaren Schuß zum Frührungstreffer kamen. Dann verfehlte ein Kopfball von Hofmann (1900) nur ganz knapp das freie Ziel. Eine brenzliche Sache am Gießener Tor klärte der Spielleiter durch Schiedsrichterball, da er irrtümlicherweise schon auf Tor erkannt hatte, Schlarb aber im letzten Moment ganz glänzend wehrte. Erst kurz vor dem (Seiten- weches fiel nach schönem Durchspiel der längst ver- S)ie echte und die falsche Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 39 Fortsetzung Nachdruck verboten! Peter Konstantin zuckte die Achseln. „Für mich bleibt alles sehr rätselhaft, und ich cCaube nach wie vor daran, daß ich Ihre Tochter hmnengelernt habe. Ich vermag mir, nebenbei bemerkt, kein Gesicht vorstellen, das weniger zu lammen Streichen paßt als ihr edles, fast streng- gsschnittenes Gesicht." Fritz Wolfram lachte laut auf. „Na, da hätten wir ja den Beweis, daß Ihre 2 oralies und meine zwei ganz verschiedene Per- onen sind. Meine Doralies hat zwar sehr hübsche, -ine Züge, aber kein edles und strenggeschnittenes Besicht. Ihr Gesicht hat den gewissen Uebermuts- lluppdich. Lachend braune Augen..." Er wurde unterbrochen: „Tief dunkelblaue Augen irit einem Blick, der wie nach innen gerichtet ist." Der Aeltere fuhr fort: „Doralies hat krauses, irottblondes Haar..." Der andere berichtigte: „Ihr rotblondes Haar leuchtet förmlich; sie trägt es in großen, weichen Wellen." Fritz Wolfram lachte ärgerlich: „Hören Sie auf, oin dem fremden Mädel zu schwärmen, Herr Jaktor! Denn Sie schwärmen, haben mich vorhin schon beinahe um ihre Hand gebeten, als Sie das nprfmürbige Vögelchen, das an Stelle meiner Toch- ler ins Nest der Frau von Stäbnitz geflogen, für meine Doralies hielten. Die von Ihnen Beschriebene ist jedenfalls meine Tochter nicht; aber vielleicht stellt sich heraus, wer sie ist, nachdem ich mit Dora- liks gesprochen." Man las Fritz Wolfram die zornige Stimmung Dom Gesicht ab, und Peter Konstantin empfahl sich ziemlich schnell. Er war im Auto gekommen und saß nun am Steuer wie einer, der sich noch nicht fahrsicher fühlt, so sehr hatte ihn die Mitteilung erregt: Die junge Dame, die er vor ein paar Wochen vom Malter Bahnhof als Doralies Wolfram abgeholt, Der gar nicht Doralies Wolfram. Dadurch gewann oder der Brief, den sie Frau von Stäbnitz zurück- tzllafsen, eine ganz andere Bedeutung. Doch wer Bor sie, und weshalb hatte sie sich unter falschem Nomen in das Haus Stäbnitz eingeschmuggelt? Es Bor jedenfalls von Anfang an ihre Absicht gewesen, für Doralies Wolfram gehalten zu werden. Aber aus welchem Grunde? Slim, mochte es Zusammenhängen wie es wollte - er wußte jetzt, warum sie sich so sehr getroffen gefühlt, als er gegen die Lüge gesprochen. Warum sie deshalb das Haus verlassen! — Sie hatte plötzlich einfach den Mut verloren, die Lüae ihrer Existenz bet Frau von Stäbnitz weiter aufrecht zu erhalten. Wer mochte sie sein, und wo befand sie sich jetzt? Er berichtete Frau von Stäbnitz, was er erfahren, und zuckte zusammen, als sie sich äußerte: „Es ist doch eigentlich der Gipfelpunkt der Unverschämtheit, was sich die Fremde geleistet hat." Konstantin konnte nicht widersprechen. Aber er, der jeder kleinsten Lüge, die nicht aus großer Not oder aus Mitleid und Nächstenliebe geboren war, Fehde angesagt, empfand schon beinahe Verzeihen für eine große Lüge, ehe er noch wußte, weshalb sie begangen worden. Er dachte an das schöne, ernste Gesicht der Fremden, an ihren tiefen Blick unter langen Wimpern, an das Gold ihrer Haare. Er liebte die Fremde, liebte — die Lügnerin. Frau von Stäbnitz meinte: „Es ist wirklich ein starkes Stück, was man uns oorgefpielt hat; aber irgendwie muß die echte Doralies um alles Bescheid gewußt haben, sonst wäre die falsche Doralies nicht so gut unterrichtet gewesen. Des Rätsels Lösung liegt da irgendwo, und wir werden sie ja erfahren. Aber das muß ich gestehen: Nun ich weiß, das Mädel, für das ich wie eine Mutter besorgt war, ist eine Schwindlerin, traue ich so leicht niemand mehr." Wieder mußte Peter Konstantin Frau von Stäbnitz Recht geben, und doch taten ihm ihre Worte weh. Er stellte fest: Die Fremde, die er unter dem Namen Doralies Wolfram kennengelernt, war die größte Enttäuschung seines Lebens. Edda von Stäbnitz erklärte: „Die Detektivin brauchen wir jetzt natürlich nicht mehr! Sagen Sie ihr, Fräulein Wolfram fei zu Haufe bei ihrem Vater anggfommen, damit ist die Sache für Frau Steinmetz erledigt. Wohin sich die fremde Person, die falsche Doralies gewandt hat, kann uns ja gleichgültig fein." Er bestätigte: „Natürlich, das kann uns gleichgültig fein!" Aber es war ein leichter Beiklang von Traurigkeit dabei, den die Frau mehr fühlte als hörte. Sie sah ihn ernst an. »Das Mädel gefiel Ihnen, lieber Doktor? Ich glaube es gern. Mir gefiel sie ja auch und meinem Manne gleichfalls. Er wird gucken, wenn er die Wahrheit erfährt! Aber wenn Sie Ihnen noch so sehr gefiel: Hände davon! So eine paßt ja nicht zu Ihnen. Sie ist eine Betrügerin." Edda von Stäbnitz war verbittert; sie schämte sich, zu einer Fremden von ihrer einstigen Liebe zu Fritz Wolfram gesprochen zu haben. Was ging eine Fremde ihre erste Liebe an?! Peter Konstantin überlegte: Sollte er Frau Steinmetz einweihen? Sie auf die Suche nach der Fremden schicken? Doch er schob den Einfall weit von sich. Edda von Stäbnitz hatte recht: Hände davon! So eine paßte nicht zu ihm. * Reaina Graven fühlte sich sehr wohl im Hause des Landgerichtsrats Freese. Obgleich sie erst ein paar Tage hier lebte, war es ihr doch, als lägen schon lange Wochen zwischen dem Jetzt und dem Augenblick, seit sie vor Peter Konstantin geflohen war. Denn eigentlich war sie nur vor ihm geflohen, das gestand sie sich ein. War geflohen vor ihm und sehnte sich nach ihm. Morgens um neun Uhr saß sie an der Arbeit. Erst Stenogrammaufnahme, dann Uebertragung in die Maschine. Jetzt zeigte die große Standuhr Punkt zwölf Uhr, und nun war sie fertig. Jobst Freese betrat das Arbeitszimmer. Er war ein Weilchen im Garten herumspaziert; nun wollte er sich überzeugen, wie weit Regina gekommen war. Er staunte: „Schon fertig? Na, wollen mal sehen, wieviel Fehler sich durch das Schnellschreiben eingeschlichen haben." Regina schüttelte den Kopf. „Gar keine, Herr Landgerichtsdirektor! Ich habe schon alles noch einmal genau durchgelesen. Es ist so interessant und spannend, und ich freue mich sehr auf das Weiterdiktat." Er lächelte: „Ein schnurriges Menschenkind sind Sie! Könnte lange suchen unter Ihren Altersgenossinnen, bis ich eine darunter fände, die so denkt wie Sie." Er fragte: Haben Sie denn etwas von dem, was Sie geschrieben haben, im Gedächtnis behalten?" Sie nickte eifrig: „Alles! Es hat mich doch so sehr interessiert." Er bezweifelte ihre Antwort doch ein wenig und stellte eine Frage, die sich auf das von ihm schriftlich behandelte Thema bezog. Sie antwortete prompt, drückte sich äußerst klug und klar aus. Er stellte eine zweite Frage, und es wurde ihm wieder glatte, klare Antwort zuteil. Eine dritte Frage hatte den gleichen Erfolg. Er war begeistert, erkannte: es war also wahr, das junge Mädel hatte die juristische und sogar etwas spitzfindige Abhandlung aufmerksam in sich ausgenommen und begriffen. Das verdiente eigentlich ein Lob. Doch hielt er damit zurück. Es war wohl besser so, Regina Graven nicht gleich zu verwöhnen. Es klingelte am Gittertor. Regina schaute durch das Fenster in den Vorgarten, in dem die Bäume herbsttrübe und blätterlos standen. Sie sah einen großen Herrn vor der Tür warten und wurde totenblaß: es war Peter Konstantin, den sie da draußen erbliche. Jobst Freese hatte das Erbleichen Reginas bemerkt. Er sah auch jetzt hinaus, fragte: „Was ist Ihnen, Fräulein Graven?" Sie erwiderte mit niedergeschlagenen Augenz »Herr Doktor Konstantin kommt, und Sie können sich denken, wie peinlich es für mich wäre, wenn ich mit ihm zusammenträfe." Jobst Freese schüttelte lächelnd den Kops. „Wenn Sie den Herrn vor dem Gartentor meinen, so heißt er Doktor Holm Meerhold und ist Rechtsanwalt oben im Norden Berlins. Ein begabter Kopf, der sich bis jetzt leider noch mit kleinen und kleinsten Fällen befassen muß. Ein armer, aber stolzer Mensch und von natürlicher Fröhlichkeit." Regina Graven sah, wie das Mädchen, das tagsüber im Haushalt half, die Tür aufschloß und den Wartenden einließ. Sie faßte sich an den Kopf; sie begriff nichts. Der Herr, der jetzt auf das Haus zukam, war dennoch Peter Konstantin. Sie sah den Landgerichtsdirektor ängstlich an. Er hatte sich einen Scherz mit ihr gemacht — einen Scherz, der sie quälte. Sie bat: »Ich darf mich wohl entfernen? Ich möchte Ihrem Besuch auf keinen Fall begegnen." Jobst Freese erwiderte ernst: »3d) muß Sie bitten, zu bleiben, Fräulein Graven! Laut unseren Abmachungen ist Ihre Arbeitszeit noch nicht um. Zugleich wiederhole ich Ihnen, Sie irren sich! Mein Besuch, noch dazu ein stets gern gesehener Besuch, ist Doktor Meerhold. Wir haben zu- fammen eine volkstümliche Broschüre verfaßt: ,Die Grenzen zwischen Recht und Unrecht', und wollen nun eine neue gemeinsame Arbeit beginnen." Es klopfte. Das Mädchen meldete: „Herr Doktor Meerhold!" Regina saß ganz zusammengeduckt da, als müsse im nächsten Augenblick doch Peter Konstantin ins Zimmer treten. Ihre Augen hatten einen ängstlichen Ausdruck, um ihren Mund zuckte es, und ihr Herz klopfte toll und wild. Jetzt trat er ein. Jobst Freese war ihm entgegengegangen. Reginas Augen aber schauten und schauten. Da stand Peter Konstantin nur wenige Schritte von ihr entfernt, und wiederum war er es nicht. Zum Verwechseln ähnlich sähe er dem andern, wenn nicht der Ausdruck seines Gesichts ein anderer gewesen wäre. Froher und vergnügter war das Gesicht und etwas jünger als das Konstantins; die Augen blickten nicht so scharf und seine Züge wirkten nicht so herb. Seine Stimme aber klang ganz anders. Vorbei war der Spuk, der sie geschreckt hatte. Sie richtete sich auf. Die Angst in ihren Augen erlosch. Jobst Freese stellte sie vor: „Meine neue Sekretärin, Fräulein Graven!" Doktor 'Meerhold sah sie jetzt erst an, reichte ihr freundlich die Rechte. „Da haben Sie eine gute Stellung erwischt, Frästlein Graven! Hier hat man's gut." (Fortsetzung folgt) Wirtschaft Aus b Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. ftranffurf a. M. hird börsc 16.4. | 17.4. 16-4. | 17-4. 27,5 27 27 Banknoten. 63,65 66,13 30,25 65,4 86,5 47 60,5 62,25 149,5 30,25 65 86 47 60,5 62,25 . 149 26,75 25 30,25 62,75 86 46,5 59 62 150,4 72 113 62,13 92 139 112,65 61,25 64,5 30,13 62,5 86,25 46,75 59 62 150 24,65 131,25 100,25 105,5 58,5 95,75 92 99,5 139,75 116,5 72,25 112.13 62,13 91,5 72 138,5 113,5 61.5 65 Gesellschaft . Dresdner Bant Reichsbank 73 114,25 63,5 92 24,65 130,65 99 106,25 57,5 95,25 92 97,75 137,5 115 A.C.G. Bekula 24,5 130.5 100 106 57,75 95,25 92 98,5 116 4,5 7.4 4,15 29,25 Wer „Di Sutton olcnd und VN e i na Mvolutio jtjn. Die Mute den tipDolutior )0 nten. An die j und der ‘Berti 3@oebb «Den Fest ütlärung SKorps liesse. Eleklr. LteferungSgeiellschafi.. 8 Licht und ilTart 6 Felten & Guilleaume ....... 0 Gesellsch.s.Elektr.Uiiternehmung. 5 Rheinische Elektrizität .......6 schlickert L Co............... 5 Tiemens L Halske.....'....... 7 SabweverLCo............. 10 4,75 7,3 4,3 29,3 .. 0 .. 0 . 12 6,8 4,6 7,1 4,13 29,65 diente Ausgleichstreffer. Wilhelmi 1900 war der Schütze. Mit 1:1 ging es in die Pause. In der zweiten Spielhälfte ließen die Leistungen außerordentlich nach. Die Blauweißen erzielten wiederum einige Eckbälle und hatten auch sonst Chancen übergenug. Die Gießener Angriffsreihe konnte sich aber nicht zur vollen Energie aufraffen, denn sonst hätte mit dem Schlußpfiff noch der verdiente knappe Sieg sichergestellt werden müssen, als Hofmanns Bombenschuß, vom Ockershäuser Hüter zu knapp abgewehrt, Sekunden vor dem ungedeckten Tor lag. 1900 II — Dehlar 05 11 3:2 (1:0). 2m letzten Meisterschaftsspiel sicherte sich die Liga- reserve nochmals den Sieg, der an sich verdient war, jedoch nur durch ganz glückliche Umstände zustande kam. Auch hier war die Gießener Hintermannschaft fast ohne Tadel, jedoch der Angriff ein loses Gebilde, der in dieser Art und Weise nicht zu Erfolgen kommen konnte. Es half alle Feldüberlegenheit nichts. Selbst die zahlreichen Eckbälle blieben unausgewertet. Dafür machten sich aber die Wetzlarer zwei schöne Eigentore. „ IC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Teutonia — BS(£. Sinn 1:1. Auf dem Sportplatz der „Teutonen" in Watzenborn-Steinberg herrschte am Sonntag Hochbetrieb. Die erste Mannschaft hatte die gleiche des Ball- Spiel-Bereins Sinn zu Gast. Sinn spielt in der Bezirksklasse und hat einen guten Platz in der Tabelle. Die Mannschaft zeigte die erwarteten Leistungen und spielte einen produktiven Fußball. Die Teutonen traten mit einer neuen Aufstellung auf den Plan: Otto Burger, Wehrum, Fett, Schäfer, Schmandt, Ernst Burger, Jung, Buß, Lang, Haas und Burk. In Anbetracht des spielstarken Gegners und der vollständig neu zusammengestellten Mannschaft ist das Resultat 1:1 als recht beachtlich anzusehen. Die Hintermannschaft schlug sich über Erwarten gut und ließ den Gegner, der ost gefährliche Durchbruche machte, nur einmal zu Erfolg kommen. Einen Strafstoß hart an der Strafraumgrenze für Burger unhaltbar, mußte man passieren lassen. Die Läuferreihe schaffte unermüdlich in der Zerstörung, ließ es aber am Aufbau etwas fehlen. Die Stürmerreihe hatte gegen die ausgezeichnete Hintermannschaft der Gäste eine fast unlösbare Aufgabe. Nach vorbildlicher Kombination zwischen Lang und Buß gelang es ersterem, einen Treffer zu landen. Das Spiel war zu jeder Zeit offen und stand sportlich auf hoher Stufe. Die 2. Mannschaft spielte gegen die 1. von Grü- ningen und siegte 4:1. Die Gästemannschaft hat spielerisch beachtliche Fortschritte gemacht und hätte bei etwas mehr überlegtem Spiel ein besseres Resultat erzielen können. Die Jugend spielte gegen die 1. Jugend von 1900 Gießen. Die Gäste traten mit einer vorzüglichen Mannschaft an und lieferten eine sehr gute Partie. Um so mehr ist die Leistung der körperlich weit unterlegenen einheimischen Jugend anzuerkennen, die das Spiel zu jeder Zeit offen hielt und bei etwas mehr Glück zu Erfolgen hätte kommen müssen. Endresultat 0:3. Schiri Rüspeler (Krofdorf-Gleiberg) der 1. Mann- schafts- und Jugendspiel leitete, versah sein Amt einwandfrei. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Scholten I 6:0 (2:0). Die Gäste gingen von Anfang an mächtig aus sich heraus und kamen öfters in bedrohliche Nähe des Heuchelheimer Heiligtums. Die einheimische Hintermannschaft war jedoch nicht zu schlagen. Bei den hiesigen fehlte zunächst noch das nötige Zusammenspiel im Sturm, der diesmal in veränderter Aufstellung antrat. Nach 20 Minuten Spieldauer fiel der erste Treffer. Bor der Pause wurde das Ergebnis noch auf 2:0 erhöht. Nach Halbzeit zeigten die Heuchelheimer ein flüssiges Flachpaßspiel, bei dem der Gegner nichts mehr zu bestellen hatte. Der Ball rollte von Mann zu Mann und so konnten noch weitere vier Erfolge erzielt werden. Bei den Gästen gefiel der Mittelläufer durch sein bestechendes Spiel, ferner der linke Verteidiger und der Tormann. Schiedsrichter Becker (Marburg) war in seinen Entscheidungen korrekt. Die 2. Mannschaft verlor das Gesellschaftsspiel gegen Schottens 2 Mannschaft unerwartet mit 0:3 Toren. Kuhballahteilung des Tv. Kinzenbach. Zu einem Gesellschaftsspiel weilte am Sonntag die erste Jugendmannschaft uen Waldgirmes in Kinzenbach. Nach einem schönen Spiel — in dem die Gäste durch ihre körperliche Ueberlegenheit und die Einheimischen durch die bessere Technik auffielen — kam ein gerechtes Unentschieden von 2:2 zustande. der 8. Minute das zweite folgte. Holzheim kam bis zur Halbzeit noch zweimal zum Erfolg, wahrend die Gäste nur auf Verteidigung angewiesen waren Nach der Pause ließ der Sturm der Gastgeber stark nach und mußte den Gästen einige Tore zukommen lassen. Gegen Schluß fand sich Holzheim wieder des er zusammen und konnte das Resultat auf 7-4 erhöhen. Mit diesem Spiel steht Holzheim ungeschlagen an der Tabellenspitze der Kreisklasse 3. Brieftaubensport. Wie in allen Sportvereinen mit dem Eintritt der wärmeren Jahreszeit eine regere Sporttätigkeit einsetzt, so auch im Brieftaubensport. Was für den 30,75 । 1001 106 I 59 95,5 92 99,5 140 117,5 6,75 4,6 7,1 4,1 29,25 Dieiie' Heimat" Dia' * 4-g Dl)««3" Auch h von ein infolge unter bc ; Anschüf nästeir p' jinnilst . 0 0 «r*1 73 1 113,51 63,4 । 92,13 74 140 | 112,5 63,13 66,131 Auf der Suche nach dem unbekannten Sportsmann. Begünstigt von herrlichem Frühlingswetter nahm der Tag der Langstreckler in Gießen einen glatten Verlauf. Nachdem die Teilnehmer von dem Kreis- athletikfachwart Herrn Richtberg auf den hohen vaterländischen Sinn und Zweck der Prüfung hingewiesen worden waren, erfolgte der Start zum Gehen um 8.20 Uhr und zum Laufen um 10 Uhr. Leider war die Beteiligung eine viel zu geringe. Außerdem waren in Gießen die meisten Wettbewerber Sportler, die sich schon länger an ähnlichen Konkurrenzen beteiligten, wenn auch ohne sonderlichen Erfolg. In Gießen wird man daher in Zukunft weiterhin auf die bekannten Läufer angewiesen sein. Zu wünschen wäre jedoch, daß bei den kommenden Prüfungen der denkbar weiteste Rahmen gespannt werden könnte, wie dies beispielsweise in Marburg der Fall gewesen ist. Ergebnisse von der Prüfung des unbekannten Sportsmannes: 10 000-Meter-Laufen (10 Läufer am Start, 7 am Ziel): 1. K. Münch, 42/116 Trupp Hausen, 39,09 Min.; 2. Sobezak, OSC. Gießen, 39,10,1 Min.-, 3. C. Bäcker, Kraftsportklub Gießen, 39,12,3 Min. Schon bald bildeten diese drei Läufer eine Spitzengruppe, die während des ganzen Rennens von Bäcker geführt wurde. Munch fiel zeitweilig etwas zurück, hatte jedoch zum Schlug die größere Kraftreserve und siegte nach einem 400 Meter langen Spurt verdient 2 5 - K i l 0 nie ter-Gehen (10 Geher am Start, 8 am Ml): 1. W. Miebach, 23/116, 2,50,13 Std.; 2 H Faber, 23/116, 2,54,20 Std.; 2. Gg. Müller, 16/116, 2,54,20 Std.i 3. K. Luh, 11/116, 3,00,46 Stunden. Mannschaftssieger: 11/116 (Luh, Beiz, Werner, Dunkel). Wenn auch die Gangart des Siegers noch nicht ganz einwandfrei war, so steckt hier doch viel Talent und ist die Leistung relativ gut Auch die beiden nächst Placierten gingen beachtlich, fielen jedoch zum Schluß zurück. Handball im Gau XII der DT. Aufstiegsspiele zur Vezirksklasse. Der Sonntag brachte mit dem Fortgang dieser Spiele zwei Ueberraschungen. Die hohe Abfuhr der Allendorfer Mannschaft in Krofdorf und der knappen Niederlage von Garbenteich in Katzensurt. Tv. Krofdorf — Tv. Allendorf a. d. Lda. 9:3 (4:2). Die Mannschaft der Einheimischen befand sich in einer vorzüglichen Verfassung. Der Elf der Gäste merkte man die längere Pause an. Während noch in der ersten Hälfte einigermaßen Widerstand geleistet wurde, war es nach der Pause für den Gastgeber ein Leichtes, einen klaren Sieg zu erringen. Tv. Kahenfurt — Tv. Garbenteich 8:7 (3:5). Wider Erwarten ließ sich Garbenteich in Katzen- furt die beiden wichtigen Punkte abnehmen und schied somit als Anwärter auf den ersten Platz vollkommen aus. Während in der ersten Hälfte die Gäste durch gutes Spiel ihres Sturmes das Spiel leicht überlegen durchführten und auch zahlenmäßig einen Vorsprung von zwei Toren herausholten, verlor die Mannschaft nach der Pause durch Umstellungen an Zusammenhang zum Schluß noch 8:7. Gesellschaftsspiele. Tv. Ahbach II — Tv. Münchholzhausen II 1:8 (0:5). Die Gäste waren den Platzbesitzern weit überlegen und errangen einen verdienten Sieg. Die erste Hälfte stand vollkommen im Zeichen der Gäste und brachte ihnen 5 Erfolge ein. Nach der Pause setzte die Platzmannschaft etwas mehr Widerstand entgegen und konnte gegenüber 3 weiteren Erfolgen der Gäste das Ehrentor erzielen. Tv. Ahbach I — Tv. Münchholzhausen I 4:7 (1:3). Das Spiel der ersten Mannschaften war recht spannend und wechselvoll und brachte gleichfalls einen verdienten Sieg der Gäste. Auf beiden Seiten wurde hart gekämpft. Die Gäste fanden sich zuerst und spielten leicht überlegen. Bereits in der 4. Minute fiel der erste Erfolg und kurze Zeit später durch einen scharfen Schuß des Mittelstürmers das zweite Tor. Nachdem die Gäste durch einen verwandelten Strafstoß ihre Torzahl auf 3 erhöht hatten, kam Atzbach zum ersten Gegentreffer. Die zweite Halbzeit sah zunächst wieder die Gäste im Vorteil und in kurzer Zeit auf 5:1 erhöhen: dann gelangen Atzbach in kurzer Folge zwei prächtige Tore. Das Spiel wurde nun wieder ausgeglichener und brachte den Gästen als Abschluß zweier schneller Vorstöße zwei Tore ein. Durch den Leichtsinn des Gästetorhüters kommt Atzbach kurz vor Schluß noch zu einem billigen vierten Erfolg. Holzheim I — Lang-Göns I 7:4 (4:0). Am Sonntag stand die hiesige 1. Mannschaft zu ihrem dritten Aufstiegfpiel der 1. vom Turnverein Lang-Göns auf eigenem Platze gegenüber. Be.ide Mannschaften mußten mit Ersatz antreten. Gleich nach Beginn gingen die Einheimischen zum Angriff über und bedrängten das Gästetor stark In der 5. Minute fiel das erste Tor für Holzheim, dem in Sportler das Training bedeutet, sind für die Brief, tauben die Uebungsflüge. Diese beginnen mit 20 Kilometer Entfernung vom heimatlichen Schlag und werden etappenweise bis auf zirka 150 Kilo, meter fortgesetzt. Von da ab beginnen die Wettflüge. Der Brieftauben-Klub Gießen beginnt am heutigen Mittwoch mit dem ersten Uebungsflug Grünberg, als weitere Uebungsflüge kommen Alsfeld, Hersfeld, Gotha hinzu. Die Wett- fiüge beginnen am 20. Mai ab Weimar, 200 Kilometer Luftlinie, und endigen am 4. August mit einem großen Wettflug ab Insterburg (Ostpreußen) 1000 Kilometer. Ueber die Ergebnisse der einzelnen Wettflüge wird zu gegebener Zeit berichtet. Bubeni» ...................0 ®eutfd)c Oxböl ..............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener.............. g Hoesch Eisen—«öln-Neuessen .. 0 Me Bergbau ............... « alte Bergbau Genüsse........- Klöcknerwerke ............. q Mannesman n-RLbren......*’ 0 i:ion, eb inims, die Was, die ' Mn 1789 vom Hundert) und Licht und Kraft (plus 0,50 v. H ). Am Rentenmarkt gingen Neubesitz bis auf 21,90 zurück, konnten sich aber später wieder leicht erholen, und zwar auf 22,05 v. H. Altbesitzanleihe gaben 20 Pf. von ihrem Anfangsgewinn ab. Stadtanleihen tendierten uneinheitlich bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten: Staatsanleihen lagen geschäftslos. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft gering, auch die Abweichungen hielten sich in engen Grenzen. Fremde Werte lagen still. Am Kassamarkt erschienen Gebr. Adt, die gestern mit 45,50 v. H. nach der Wiederzulassung erstmals notiert wurden, mit Minus-Zeichen und lagen zirka 2 v. H. niedriger. Tagesgeld blieb leicht und zu 3,25 v.H. unverändert. Abendbörfe geschäftslos. Die Abendbörse war wieder weitgehendst geschäftslos, die Stimmung neigte eher weiter nach unten. Während die Bankenkundschaft dem Markte mit Aufträgen weiter fernblieb, baute die Kulisse ihr Positionen neuerlich eher ab, so daß die Berliner Schlußkurse in den meisten Fällen kaum behauptet blieben. Wenn sich auch die Rückgänge in engen Grenzen hielten, so waren überwiegend Abschwächungen um 0,25 bis 0,50 v. H. festzustellen. IG. Farbenindustrie gingen um 0,40 v. H. zurück. Am Rentenmarkt lagen Meubesitzanleihe 20 Pf., Altbesitzanleihe 0,13 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H. und 6-v. H.-Stahlverein-Bonds 0,40 v. H. niedriger. Bei anhaltender Geschäftsstille zeigten die Kurse im Verlaufe und bis zum Schluß keine Veränderungen mehr. Lediglich Neubesitz hatte kleine Bewegung aufzuweisen. Von fremden Werten waren Schweiz. Bundesbahn-Anleihen mäßig fester. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 21,65 bis 21,60, Altbesitzanleihe 95,25, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 72 bis 71,75, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,50, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn von 1912 142,50, 3,50 v. H. do. 134,50, Reichsbank 150, Gelsenkirchen 62,13, Mannesmann 64,50, Rheinstahl 92,50, Aku 64, Bekula 130,50, Conti Gummi 142, Scheideanstalt 183, Deutsche Linoleum 56,50, Licht & Kraft 106, IG. Farbenindustrie 139,13, Gesfürel 95,25, Rütgerswerke 55,50, Zellstoff Waldhof 51, Reichsbahn-Vorzugsaktien 112,75 bis 112,65, AG. für Verkehrswesen 62,50, Nordd. Lloyd 30,13. Nachbörse: Neubesitz 21,62'/- bis 21,65, JG.-Farben 139,13. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 608 Stück Großvieh, 97 Fresser und 106 | Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragende Kühe 1. Qualität 330 bis 470 Mark, 2. Qualität 220 bis 300, 3. Qualität 150 bis 210; Schlachtkühe a) 130 bis 265, b) 70 bis 120; Rinder, y»- bis jährig 50 bis 100, bis 2jährig 70 bis 150, tragend 190 bis 350; Kälber, das Pfund Le- bendgewicht 25 bis 35 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf mittelmäßig. Fra:. Hurter PserSemarkt. Frankfurt a. M., 17. April. Der Frankfurter April-Pferdemarkt hatte einen mittleren Auftrieb von nur 250 Pferden, und auch der Besuch war infolge der günstigen Witterung seitens der Landwirtschaft gering. Trotzdem war die Nachfrage nach jungen mittelschweren Arbeitspferden sehr rege und die Preise haben merklich angezogen. Für Schlachtpferde sind ebenfalls höhere Preise gefordert und auch bezahlt worden, da die Zufuhr knapp war. Für 1. Qualität wurden etwa 32 bis 34 und für 2. Qualität etwa 24 bis 26 RM. je 50 kg angelegt Der nächste Pferdemarkt findet am 14. Mai statt Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 17. April. Auftrieb: 41 Ochsen, 28 Bullen, 512 Kühe oder Färsen, 312 Kälber, 754 Schweine. Notiert wurde pro 1 Ztr. Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 29 bis 31, b2) 26 bis 28, c) 20 bis 25. Bullen c) 20 bis 26. Kühe a) 21 bis 28, b) 16 bis 20, c) 10 bis 15. Färsen a) 26 bis 33, b) 22 bis 25. Kälber b) 35 bis 46, c) 28 bis 34, d) 18 bis 27. Schweine b) 40 bis 43, c) 38 bis 43, d) 36 bis 42. Marktverlauf: Rinder und Kälber ruhig, langsam geräumt. Schweine schleppend, Ueber« stand. * Die deutsche K r a s t s a h r z e u g i n d u- strie im Februar. Der Absatz an Krafträdern und Kraftwagen hat sich im Februar in sämtlichen Produktionszweigen erhöht. Der saisonmäßige Tiefpunkt, der im Februar zu verzeichnen war, ist damit überschritten worden. Der Absatz von Personenkraftwagen erhöhte sich It. „Wirtschaft und Statistik" um fast 100 v. H., der von Liefer- und Lastkraftwagen um 18 v. H. und der der Krafträder sogar um 40 v. H. Die Produktionsentwicklung verlief nur in der Liefer- und Lastkraftwagenindustrie aufsteigend, während sie in der Personenkraftwagen-Industrie rückläufig war. Im Vergleich zum Februar 1933 ist vor allem der Verkauf von Lieser- und Lastkraftwagen, und zwar auf mehr als das Doppelte, gestiegen, der Absatz von Personenkraftwagen hat sich um etwa Zweidrittel erhöht. Bei den Kräfträdern entfällt die Zunahme lediglich auf die Großkrafträder mit über 200 ccm Hubraum. Der Auslandsabsatz zeigte gegenüber dem Vormonat bei den Krafträdern und Personenkraftwagen eine geringe Verbesserung. Im Vergleich zum Februar 1933 hat sich die Ausfuhr von Kraftwagen kaum erhöht. Der Auslandsabsatz von Krafträdern zeigt jedoch eine beachtenswerte Steigerung. * D i e Bautätigkeit im Februar. Die Wohnbautätigkeit war im Februar, laut „Wirtschaft und Statistik", recht lebhaft. Durchweg wurden die Vorjahrsergebnisse bedeutend übertroffen. Gegenüber dem Vormonat haben sich die Bauanträge und Baubeginne wieder erhöht. Bei den Baugenehmigungen ergaben sich feine nennenswerten Änderungen, und nur die Bauvollendungen gingen mit Ende des alten Baujahres in erheblichem Umfang zurück. * Der Zementabsatz im März stark b e- I e b t. Der Zementabsatz belief sich im März nach Mitteilungen des Deutschen Zementbundes auf 546 000 Tonnen gegenüber 322 000 Tonnen im Februar und 318 000 Tonnen im März 1933. Frankfurter Börse. TNittagsbörfe schwächer. F r a n k s u r t a. M., 17. April. Die außerordentliche Geschäftsstelle, die die Börse schon seit einigen Tagen beherrscht, war heute nod) ausgeprägter. Von der Kundschaft lagen nach keiner Seite hin Aufträge vor, dagegen setzte die Kulisse infolge der Stagnation ihre Glattstellungen fort, so daß auch heute Kursrückgänge überwogen, die zum Teil beachtliches Ausmaß annahmen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich durchschnittliche Verluste von etwa 1 v. H. Stärker unter Kursdruck standen Bergwerksaktien, ganz besonders Klöcknerwerke mit minus 2,40 v. H.; daneben büßten Mannesmann, Rheinstahl und Stahlverein je 1,25 v. H. ein. Für Braunkohlenwerte hielt dagegen kleines Interesse an, Rhein. Braunkohlen plus 1 v. H., Ilse Bergbau Genuß plus 0,65 v. H. Am Elektromarkt fehlten erste Notierungen nahezu vollkommen, lediglich Siemens kamen 2 v. H. niedriger zum Kurs. Kunstseideaktien setzten ihren Rückgang fort. AKU minus 1,65 v. H., Bemberg minus 1,13 0. H. Auch Zellftoffwerte gingen weiter zurück, Aschaffenburger verloren 0,90 v. H., Waldhof 1 0. H. Von Schiffahrtsaktien Hapag minus 0,50 v. H., Nordd. Lloyd aber unv. 30,25 v. H. IG.-Farbenindustrie lagen unter kleinen Schwankungen (140 bis 139,50 bis 140) 0,25 v. H., Scheideanstalt 0,50 vom Hundert freundlicher. Im übrigen eröffneten Reichsbankanteile 0,50 v. H. höher, anderseits AG. für Verkehrswesen und Daimler Motoren je 0,90 vom Hundert schwächer. Auch der Rentenmarkt litt unter großer Geschäftsstille bei uneinheitlicher Kursentwicklimg. Während Altbesitzanleihe mit 95,70 0,50 v. H. gewannen, gaben späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,40 auf 93,75 v. H. und Neubesitzanleihe um 15 Pf. auf 22,25 v. H. nach. Umgetauschte Dollar-Bonds lagen geschäftslos und abbröckelnd. Im Verlaufe setzten sich die Rückgänge bei fast völliger Geschäftsstille fort. Farbenindustrie gaben 0,75 v. H. nach, auch sonst hielten sich die Abschwächungen innerhalb eines Prozentes. Von den später notierten Werten verloren Deutsche Erdöl, Mans- felder, Lechwerke und Schuckert je 1,50 v. H., etwas höher lagen lediglich Kali Aschersleben (plus 0,75 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papiere» ui>geführlen Ziffern geben öle Hohe der zuletzl befch lossenen Dividende an. — Relchsbankdiskoru 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v H. Hamvurg-Amerika-Paket .... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa-Dampfschifs......... 0 Norddeutscher Lloyd ........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank .. 0 Deutsche Bank und Dlsconll» • & m u Mh eta Wfote |ei Als Del Hills roi I Noch fofg 1 welche 'Dellansc 'valsozialj Bflierf roe Miner De [Raffen,, Waliftifd Kniefjunc Sann Unj &er leh^ Kenner ö( Die SH ganger 7'9(n des 1 barstst Lieder Me» 5t iÄ Ulltsl5. 6 L.d % ihi 3 »vL 'Bdenr M Men, me neue * Wien, das I ras Ar itErfdieinun i'ionslager iLtand, de wen Nati Wunlich, '-lstischk gegangen Me die IWeii^min Eauf fr Mr ifter Mr gefol 3u Tausend Mich die £ Mordest Greueln, n Se :"fs sei Uli 1; hen, we 6 itensgru Berlin AXAI..R- ^cblußk. Mu'«? wr« börie Datum 4% desgl. Serie II /......... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 sy,%Numän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y*% Anatolier . ........ 5ran»uri u. 2)1. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß- kurS Schlußk. Miltagbörse Datum 16.4. | 17-4. 16.4. 17-4. 6% Deutsche RetchSanlethe v 1927 94,5 94,75 95 95.13 6% ef)em.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 99,9 99,9 100 99,9 6%% Daung-Anlelhe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit 93,13 93-3 93,4 93,75 AuSlos. .Rechten 95,25 95,25 95,5 95,4 Desgl ohne AuSlol..Rechte..... 6% ehem.8% Hess. Bolköstaat 1929 22,4 21.6 22,4 21,8 lrückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt — 93 92,75 92,5 Gold R. 12........... 92 92 _ _ 614% He». Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaut 91 91,25 — —— Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auülos.-Rechten ..... Deutsche Komm. Sammelabl. An- 94 94,25 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehe in. 8% Franks. Hyp.-Bank 95 94,7 95,25 95 Gvldpse. 15 unkündbar btS 1935 8% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 92 92 — 92,5 Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92 92 — — Wx% ehem. 4y,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Psandvriese...... 90,25 90,4 Wi% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. brie^anstalt, Pfandbriefe R »9 91,5 91,6 — — 94,25 34,25 94,25 94,25 8% «hem. 7% Pr. LandeSpsand- briefanslalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Steuergutsch. Verrechnungskurs 97,8 97,8 97,8 97.8 4% Oesterretchtlche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 22 _ 22,5 1,15 1,15 1,15 1,15 4% Ungarische Goldrente..... 7,9 7,8 8 8 8 7,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8 4y,% desgl. von 1913....... 8 8.65 8,1 8,7 7.85 8,5 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8,75 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4%tüdi|d)e Bagdadbahn-Anlcthe 6,65 6-65 >6,7 Gerte 1..................... 6,7 6,7 — Aranksun a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Minag. börse Datum 16.4. 17.4. 16.4. 17-4. Mansselder Bergbau .. . 0 — 72,25 73 72 Kokswerke....... . 0 — — 97 96 Phönix Bergbau...... . 0 50 49,13 50,4 49,65 Rheinische Braunkohlen 10 210 211 210 210 Rheinstahl . 0 94 92,5 93,75 92,5 Vereinigte Stahlwerke. . 0 42,4 41,25 42,4 41,13 Otavi Minen ... . 0 15,25 15 15,13 14,75 Kaliwerke Aschersleben. . 6 112,25 113 112,75 112,25 Kaliwerke Westeregeln . . 5 112,5 112,5 112,5 112,5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... ?y2 144,75 144,5 3. ®. Yarben-Jndustrie .. 7 139,75 139-13 139,9 139,5 Scheideanstalt........ .. 9 182,5 183 Goldschmidt ......... Rütgerswerke........ .. 0 .. 0 62,75 56,75 59,5 55,5 62,4 56,9 60 55,65 Metallgesellschaft...... ..... .. 0 83 82,25 83,75 82,9 Philipp Holzmann .... .. 0 72 69 72 69 Zementwerk Heidelberg • eee .. 0 103 101,5 Zementwerk Karlstadt.. .. 0 110 110,5 Schultheis Payenhoser .. 0 _ _ 104,5 104,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 66,25 64 66,4 63,9 Bemberg.......... .. 0 —— 68 66 Zellstoff Waldhof ..... .. 0 52,5 51 52,4 51 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 — 42,13 43 42,5 Dessauer Gas ..... .. 7 — 122,75 122,5 Daimler Motoren..... .. 0 46,5 45,25 46,25 44,75 Deutsche Linoleum .... .. 0 57 57 57’25 57,25 65,75 Orenstetn L Koppel ... .. 0 — 66,65 Leonhard Tietz ...... .. 0 20 20 2Ö 19,9 Thade ............... ..10 159,5 159,5 158,75 Aeru muIatcren-Fabrü. e ■ e e • .. 0 — — 173,75 Lonli-Äummt........ .. 0 144 142 143 141,75 Gritzner............. .. 0 27 26,65 27 27 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 Süddeutscher Zucker .. • •••• .. e 168 167 1 167,5 16. April 17.Apru Amtliche Notierung Amtliche Rotierunq Meld | Sriei Geld Brie Helftngfor«.. 5,689 5,701 5,694 5,706 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10.40 10,38 10,40 Budape» ... — —— —— —- Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,43 169,77 169,48 169,82 Oslo....... 64,74 64,86 64,84 64,96 Kopenhagen. 57,54 57,66 57,64 57,76 Stockholm... 66,38 66,52 66,53 66,67 London ..... 12,885 12,915 12,910 12,940 Buenos Aires 0,628 0,632 0,626 0,630 Neuyork.... 2,502 2,508 2,505 2,511 Brüssel..... 58,46 58,58 58,46 58,58 Italien..... 21,41 21,45 21,42 21,46 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz.... 80,96 81,12 80,92 81,08 Spanien.... 34,24 34,30 34,24 34,30 Danzig..... 81,60 81,76 81,56 81,72 Japan...... 0,759 0,761 0,761 0,763 Rio de Jan. . 0,214 0,216 0,214 0,216 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon.... 11,74 11,76 11,76 11,78 Berlin, 17. April Geld Briefs Amerikanische Noten.............. 2,458 2,478 Belgische Noten.................. 58,30 58,54 57 61 Französische Noten .............. 116^46 116^52 Holländische Noten............... 169,06 169,74 Italienische Noten................ 21 35 21,43 Norwegische Noten .............. 64,67 64,93 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 66,37 66,63 Schweizer Noten................. 80 74 81,06 Spanische Noten................. 34’24 Ungarische Note» ••••••••••••«•••