Fontag, 17. Dezember MH 184. Jahrgang 294 Erster Blaff Gießener Anzeiger 2 2 .r e: IMM )W V SELTER n Der SomalikonW in Gens anhängig die auf Grund der Verord- scheu1 ■ '1 yelche Freudti Selters^ ■ «ZSto c u im Besitz eines saar - Reisepasses oder eines Personenausweises ipaß; Wersonen, die ländischen saarländischen issind; esPersonen, die Ot Memel-Prozeß in Kowno GäLmicheAnträge derBerteidiger abgelehnt Sfi::on o, 15. Dez. (DRV.) Im Laufe der weite- renn Sdirhandlung im Mervelländer Prozeß handelt es h irn wesentlichen um die Frage der Zustän- digichc!des Kriegsgerichtes und die Frage, ob es inöinic ist, den Prozeß gegen alle Angeklagten auf j emrnal durchzuführen. Rechtsanwalt Prof. Stckaicsicius erklärt, daß das Prozeßmaterial nach 1 llgendes: ^.Die Personen, die in der oben angegebenen it in das Saargebiet einreisen, müssen im Besitz , waes ordnungsmäßigen Reisepasses, i (ner besonder en Genehmigung zur (unreife in das Saargebiet sein. De Antrag auf Einreisegenehmigung ist un- Ichersendung des Reisepasses an die fR e- ßmngskomrnission, Abteilung des i r r n , in Saarbrücken, zu richten. Bei der litauischen Prozeßordnung hätten die Angeklagten das Recht, nicht nur die Anklageschrift, sondern auch das Anklagematerial vor Beginn der Beweisaufnahme zu hören. Daraus würde sich eine Verlesung der Anklageschrift und des Beweismaterials ergeben, die mindestens einen Zeitraum von fünf Monaten umfassen müsse, denn es seien 303 Bände mit über 18 000 ©eiten Material vorhanden. Die übrigen Anwälte schließen sich diesen Darlegungen von Prof. Stankevicius an, der für den Fall einer Ablehnung seiner An- offenbar nichts von seinem gewaltigen Kolonialbesitz preisgeben, obschon es keinen Bevölkerungszuwachs hat, für den es in Nordafrika oder anderswo Raum braucht. Aber die Bevölkerung Italiens ist schnellwüchsig, muß also den Rahmen sprengen, in dem sie in Europa eingezwängt ist. Tripolis und Lydien reichen dazu nicht aus, denn das Hinterland ist trostlose Wüste, während ita- i -uarvereins. Di Einreisegenehmigung ist innerhalb 2 4 : l b en nach der Einreise der Orts- 1 ;eibe Ijörbe bes Saargebiets v o r- lljgen. Sie berechtigt zu wieberholter nie in bas Saargebiet innerhalb bes in bem Paris peinlich berührt von der Reichhaltigkeit des italienischen Wunschzettels. Rechtsanwalt Lichtenstein legt auf bas schärfste Der- wahrung dagegen ein. Das Gericht erklärte, daß sämtliche Änträge der Verteidigung a b g e l e h n t seien. Damit stellt es sich auf den Standpunkt, daß eine Notwendigkeit, neue Zeugen zu laden, nicht vorliegt und daß andererseits die» jenigen geladenen Zeugen, die nicht erschienen sind, aufgrund der neuen litauischen Prozeßbestimmungen nicht verpflichtet seien, vor Gericht z u erscheinen. Dann wurde der Prozeß auf Montag vertagt. ß e n Anzahl von Zeugen für notwendig hält. Jetzt greifen die beiden Staatsanwälte und die Zivilkläger ein. Während General Wiemer verhältnismäßig ruhig bleibt und erklärt, daß nach feiner Auffassung neue Zeugen nicht zu laden seien, daß ferner auch die Zuständigkeitsfrage des Kriegsgerichtes einwandfrei feststehe, unterstreicht der zweite Staatsanwalt in sehr temperamentvoller Weise diese Auffassung. Sie setzen als unbedingt sicher voraus, daß die Angeklagten ihrer Schuld bereits überführt feien und halten es nicht für notwendig, irgendeine Aenderung zu treffen. lienifcher Fleiß und italienische Betriebsamkeit aus Tunis wohl etwas anders machen könnten, als was es heute ist. Laval wird also wohl noch andere Dinge in seinen Koffer packen müssen, um sie in Rom anzubieten. Der Faschismus, der das größere Italien will, kann sich nicht wieder prellen lassen, wie das Italien von Frankreich bisher immer widerfahren ist. vnung der Regierungskommission vom 27. Ja- inuar 1932 betreffend die Arbeitszentralstelle Mr das Saargebiet ausgestellten Legiti- nmationskarten sowie die Grenz- musweise gemäß Protokoll über die Ge- >rauchsrechte an der saarländisch-französischen Wrenze vom 13. November 1926 besitzen. geständnisse machen, nicht aber in Nord- afrita. Denn diese Gebiete seien der natürliche Verbindungsweg zwischen Europa und Zentralafrika. „Echo de Paris" stellt fest, daß die optimistische Haltung eines großen Teiles der französischen Presse gegenüber den französisch-italienischen Verhandlungen über die Schwierigkeiten dieser Besprechungen hinwegtäusche. Wenn man der Wahrheit die Ehre geben wolle, müsse man zugeben, daß die Verhandlungen nicht von der Stelle kämen. Gewiß würde man in den afrikanischen Fragen leicht zu einem Abschluß kommen, aber in der Frage einer Z u» sammenarbeit in Mitteleuropa sei man an dem gleichen toten Punkt wie vor drei Monaten. Frankreich bemühe sich, dis zwischen der faschistischen Regierung und der K l e i- nen Entente bestehenden Meinungsverschiedenheiten über die Gewährleistung der österreichischen Unabhängigkeit und den Aufbau der Wirtschaft im Donauraum beizulegen. Mussolini neige, nachdem er eine Art Schutzherrschaft gefordert habe, die weder die Tschechoslowakei noch Südslawien zu bewilligen bereit seien, jetzt dazu, die Aussprache hierüber zu vertagen. Frankreich habe gehofft, Mussolini werde durch eine öffentliche Erklärung den in Südslawien fest verankerten Glauben entkräften, daß Italien sich nicht gern mit der Einheit des südslawischen Staates abfinde. Selbstverständlich könne Frankreich nach dieser Richtung keine unmittelbaren Forderungen stellen, sondern habe sich damit begnügt, einen Wunsch zu äußern. Aber man erzähle, daß der Duce keineswegs bereit sei, derartige Zusicherungen zu geben. inden Sie w Spezia^5 rturwisst ständlich ge«te islagen bieten ir inen tiefen Eiö :schehens unter ite Freude and« jr. - Verlang; chrilt„DeW' ig. Berlin-UcMe Ms Freiheit der Meere. t|tato sich Amerika noch einmal für seine Rüstungsindustrie schlagen? IMeuyork, 16. Dez. (DNB.) Die Sonntags- bläi in berichten, daß die Vereinigten Staaten in cim künftigen Krieg auf die nach bisheriger amu ionischer Auffassung einem neutralen Staat ,3ufiiiodit)e „Freiheit der Meere" verzichte» würden. Im Staatsdepartement wird zuge- gebvv,! daß diese Frage Gegenstand sorgfältigen Qtriilirms ist. Der Präsident plant seine Stellung zg lei gesamten Neutralitätsrechten neu zu defi- njeami Er kann dies jedoch nicht ohne Zustimmung des, kmgresses tun, und dort dürfte sich über diese Frcux i ein scharfer Kampf entspinnen. Aus dem Be gij der „Freiheit der Meere" hat, wie erinner- lichu.Li ilso n seinerzeit die offizielle Bearündung zur : K r i e g s e r k l ä r u n g an Deutschland o begeh et. Die Feststellungen, die des unter Senator" he tagenden Ausschusses, der sich vornehmlich mit! tor Verschiffung von amerikani - s chiiiW! Kriegsmaterial an dritte Staate nbrfdjäftigte, haben im ganzen Lande die Förden iuci wachgerufen, Vorkehrungen zu treffen, daß dass amerikanische Volk nicht abermals in ein-e, ü blutigen Krieg ziehen müsse, um d e r R i i( ii n g s i n b u ft r i e ihre riesigen G e- ro iiiine an der Belieferung frember Staaten mit To. id; Werkzeugen sicherzu stellen. Schwierigkeiten für Lavals Ronisahrt Oie Bemühungen um einen italienisch-französischen Ausgleich. ■ famfeit des Völkerbundsrates auf den Ernst ber Lage. Eine ausführliche mit Beweisen versehene Bestätigung folgt. (>gez.): H e r o u y , Minister bes Auswärtigen/ Die italienische Darstellung. Rom beharrt auf seinem Verlangen nach Wiedergutmachung. Rom, 16. Dez. (Agenzia Stefcmi.) Die italienische Regierung hat bem Völkerbunbssekretariat eine Mitteilung zugehen lassen über bie Nachrichten, bie sich im Besitz ber italienischen Regierung befinben und aus benen hervorgeht, baß alle Italien belastenben Angaben ber abessinischen Regierung über ben Zusammenstoß bei Ualual jeber Begrünbung entbehren. Ganz im Gegenteil geht baraus mit voller Klarheit hervor, daß ber Angriff von ben Abessiniern bewert st elligt würbe, auf bie bem* nach auch bie Verantwortlichkeit entfällt. An Abessinien würbe eine Note gerichtet, in ber bie ber italienischen Steuerung zustehenben Wiebergut* machungen geforbert würben, und zwar eine Entschuldigung des abessinischen Provinz* gouverneurs, eine besondere Ehrenbezeugung vor der italienischen Flagge, die B e st r a - f u n g der Schuldigen und Sühnegelder für die Familien der Getöteten und Verwundeten. Diese Note kreuzte sich mit einer abessinischen Note, in ber ein Schiebsverfahren verlangt würbe. Die italienische Regierung konnte auf bieses Verlangen nur antworten, es fei ihr unklar, welche Frage zum Gegenstand eines derartigen Schiebs* oerfahrens gemacht werben könne, da ein plötzlicher, ohne Anlaß erfolgter Angriff abeffi* nifcher Truppen auf ben italienischen Militärposten vorliege. Man müsse deshalb bei ber Forberung entsprechenber Entschulbigungen und Wiebergutmachungen, auf bie man Anspruch habe, verharren. ■e 1 Ni Abessiniens Telegramm an den Völkerbund. Genf, 15. Dez. (DNB.) Das Dolkerbundssekre- tariat gibt bas Telegramm ber Regierung von Abessinien an ben Generalsekretär bes Völkerbundes bekannt. Das Telegramm lautet: , „Die Kaiserliche Regierung hat bie Ehre, gleichzeitig zur Uebermittlung an ben Rat unb die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes zu Ihrer Kenntnis zu bringen, daß bie englisch - abessinische Kommission beim Stubium ber Weibeplätze in ber abessinischen Provinz Ogaben von italienischer Seite mit militärischer Gewalt seit ihrer Ankunft in Ualual, also feit bem 23. November, a n ber Fortsetzung ihrer Arbeiten d erbt n b e r t worben' ist, an einer Stelle, bie ungefähr hundert Kilometer innerhalb ber Grenze liegt. Am 5. Dezember hat eine italienische Truppe mit Tanks unb Militär- f lu gzeugen überraschenb unb ohne heraus- geforbert zu sein, bie abessinische Begleitung ber Kommission angegriffen. Die abessinische Regierung hat in einer Note vom 6. Dezember Einspruch erhoben. Trotz dieses Protestes haben italienische Militärflugzeuge drei Tage später Abo unb Ger- logibi in derselben Provinz mit Bomben b e - legt. Auf unseren Protest vom 6. Dezember unb auf unsere Forberung vom 9. Dezember, einen Schiedsspruch nach Artikel 5 bes italienisch- abessinischen Vertrages vom 2. August 1928 herdei- zusühren, hat ber italienische Geschäftsträger, ohne von bem Protest Kenntnis zu nehmen, in einer Note vom 11. Dezember eine Entschädigung unb moralische Wiedergutmachung verlangt. In einer weiteren Note vom 14. Dezember hat er erklärt, baß seine Regierung nicht einsehe, wie ein berartiger Zwischenfall burch einen Schiebsspruch gelöst werben könne. Da ein italienischer Angriff vorliegt, richtet bie abessinische Regierung bie Aufmerk - ’a Auswik 10 r.« 4 !*■in a{19. November 1934 gilt für bie Einreise r b. s Saargebiet für bie Zeit vom 27. De- e «6:: 1934 bis zum 26. Januar 1935 einschließ- Paris, 16. Dez. (DNB.) Die Informationen über bie französisch-italienischen Verhandlungen haben in gewissen französischen Kreisen lebhafte Beunruhigung ausgelöst. Besonbers bie afrikanischen Fragen werben als ein sehr heikles Thema angesehen, unb man befürchtet, baß sich bie französische Regierung z u zuweitgehen den Zugeständnissen b e - wegen lassen könnte. Das Organ der Radikalsozialisten, bie „Ere Nouvelle", schreibt, man solle doch endlich einmal erklären, worin denn bie angebliche Verständigung zwischen den beiden Ländern bestehe; wahrscheinlich bedeute sie die Abtretung von Gebietsteilen, in benen für die Aufrichtung der französischen Fahne französisches Blut geflossen sei unb in benen Frankreich sein Zivilisationswerk burchgeführt habe. Man kenne nicht die Gründe, bie Frankreich dazu veranlassen könnten, biese Gebiete aufzugeben, um den Ehrgeiz anderer zu befriedigen. Man wisse aber, daß diese Gebiete den Schlüssel für die Verbindung zwischen Nordafrika unb bem Tschad-See darstellten unb baß diese Abtretung an Italien f ü r die Zukunft schwere Folgen Haden könnte. Das Manöver erinnere stark an bie Agadir-Angelegen- heit von 1912. Wenn Frankreich damals nach- gdgeben1 hätte, so hätte es später die Hälfte Don Marokko abtreten müssen. Italien fordere von Frankreich sehr viele Geschenke für ben Weihnachtstisch, und alles nur aus reiner Freundschaft. Es könne sehr wohl möglich sein, daß dieser Weihnachtstisch für Frankreich gewisse Ueberraschungen bringe. „L'Ordre" ist etwa der gleichen Ansicht. Frankreich könne in der Nationalitätenfrage in Tunis unb hinsichtlich ber Grenzziehung in Somalilanb weitgehende Zuck iDig des Antrages erfolgt zweckdienliche Be- üui. durch bie Vertrauensleute und Ortsgruppen Um Aordasrika. Frankreichs Außenminister Laval will vor oder nach dem Weihnachtsfest nach Rom fahren, um aus bem französisch-italienischen Gegensatz einen Ausgleich zu machen. Das alles wirb vorbereitet vom Senator Beranger sowie von bem französischen Botschafter in Rom. Der französisch-italienische Gegensatz ist eigentlich so alt, wie das neue Italien selbst, denn Frankreich hat sick seine Hilfe unb Unterstützung für biese Einigung sehr hoch bezahlen lassen, ohne mit bem vollen Gegenwert aufzuwarten. Daß es Bismarck gelang, mit Oesterreich- Ungarn unb mit Italien einen Dreibunb abzuschließen, war, soweit Italien in Frage kam, mit darauf zurückzuführen, bah es sich von Frankreich immer wieder übers Ohr gehauen fühlte. Aber bie italienischen Staatsmänner, bie seit der Jahrhundertwende Italiens Politik leiteten, hatten diese Erfahrungen vergessen, so daß es Frankreich nicht schwer fiel, Italien durch allerhand Versprechungen vom Dreibund zu lösen. Das stand eigentlich schon seit dem Handel um Marokko fest, denn die diplomatische Hilfe, bie Italien in Algeciras trotz seiner Dreibund-Pflichten Frankreich leistete, wurde mit einem Wechsel auf Tripolis und auf andere nordafrikanische Gebiete, die Frankreich allerdings nicht gehörten, bezahlt. Als Italien 1911 scheinbar unvermittelt ben Angriff auf Tripolis begann, war das der erste Akt des blutigen Geschehens, das im Großen Kriege 1914/18 aus- münbete. Auf den Tripolis-Krieg zwischen Italien und der alten Türkei folgten die Balkankriege zwischen der Türkei auf der einen unb Bulgarien und Serbien auf der anderen Seite. Italien hatte durch den Angriff auf Tripolis Rechte angemelbet, die in ber Glanzzeit des römischen Imperiums gegründet waren. Inzwischen hatte sich allerdings mancherlei ereignet, inzwischen war das römische Imperium völlig untergegangen, nicht nur staatlich, sondern auch bevölkerungspolitisch. Die Italiener von heute sind nicht unmittelbare Nachkommen ber alten Römer ober ber Völkerschaften, die den römischen Stadtstaat unb bas römische Imperium grünbeten unb trugen. Aber bas neue Italien hatte schon vor der Jahrhundertwende die Entdeckung gemacht, daß der Bevölkerungszuwachs einmal bie zu eng gewordenen Grenzen sprengen müßte. Wenn Italien nach Nordafrika vorstoßen wollte, so hätte es rechtzeitig Tunis erobern müssen. Aber die Franzosen waren auch hier zuvorgekommen, geradeso wie schon vorher in Algier, während der Versuch, Aegypten unb ben S u - ban ber französischen Einflußzone einzugliedern, allerdings an bem Wiberstanb Englands scheiterte. Frankreich hatte schon um bie Jahrhunbert- roenbe ein Kolonialreich aufgebaut, bas zehn Millionen Geoiertkilometer umfaßte mit einer Bevölkerung von 50 Millionen Farbigen. Dies Kolonialreich ist durch bie Beute aus bem großen Kriege auf über 10 Millionen Geoiertkilometer sowie auf rund 60 Millionen Farbige gewachsen. Italien hat es im Verhältnis dazu nicht weit gebracht, denn es ist mit dem Anspruch, traft geschichtlichen Rechtes sowie traft seines Bevölterungszuwachses ein Kolonialreich zu jein, sehr spät aufgetreten. Als es sich darum handelte, Italien völlig vom Dreibund zu lösen, um seinen Eintritt in den großen Krieg an die Seite Frantreichs und Englands zu erzwingen, wurde mit Versprechungen in Hinsicht auf die Siegesbeute nicht getargt. Auch Gebietszuwachs in Nordafrita wurde reichlich versprochen, so daß die italienischen Imperialisten glaubten, daß nach dem Kriege das italienische Kolonialreich sich von Tripolis über Lybien und Abessinien hinweg bis an bie Küste bes Roten Meeres sowie bis an bie Gestabe des Tschadsees erstrecken werbe. Daraus ist-, nicht viel geworden, denn Frantreich hielt es für viel zweckmäßiger, alles in die eigene Tasche zu stecken,' wie es auch nicht zögerte, den Dölkerbundsauftrag für Kamerun unb Togo anzunehmen. Italien würbe auch hier nach allen Regeln ber diplomatischen Kunst geprellt, wobei es zum Schaden auch noch ben Spott einstecken mußte. Wie es Frankreich fertig bringen will, Italien zufriedenzustellen, ist noch ein Geheimnis. Lavals diplomatische Künste sind gewiß nicht gering, aber daß Italien sich mit dem zufrieden geben soll, was in der französischen Presse angedeutet wird, mit einem schmalen Gebietsstreifen in Lybien und im Somaliland, das ist sehr wenig wahrscheinlich. Die Geschichte wird auch nicht besser dadurch, daß durch besonderen Vertrag die Häkeleien über die staatsbürgerlichen Rechte ber in Tunis angesessenen ober eingeroanberten Italiener ein Ende finben soll. Wie bie französische Presse zu berichten weiß, soll aber auch bieser Vergleich zugunsten Frankreichs erfolgen, so daß Italien auch diesmal wieder auf der ganzen Linie das Nachsehen hat. Frankreich will !>c!mcmigungsvermerk bezeichneten Zeitraums * |Scionen, denen bie Genehmigung zum vorüber- jclipe *n Aufenthalt im Saargebiet schon jetzt erthüift, müssen diese Genehmigung vor dem 2 7!|. ezember 1934 erneuern. Die er- ftcilki1 Genehmigung berechtigt sie zu wiederholter kiM'iund A^sreist in das Saargebiet. I !®li Geldstrafe bis zu 750 Franken ober mit entffpckchenber Haft wird bestraft, wer diesen Be- ftirhir.-ngen zuwiderhandelt. - MG ebühr für bie Einreisegenehmigung be- trätzi M Franken, die Gebühr für bie erneuerte Gekklnigung 2 Franken. Die Gebühr kann in be- griMten Fällen, insbefonbere bei Bebürftigkeit ben enreifenben Personen, falls ein bringlicher Anlaß!! i Einreise besteht, erlassen werden. F einer Einreisegenehmigung bedürfen dagegen n i i^t ss(außerhalb des Saargebiets wohnende ab- Istimmungsberechtigte Personen, ^ür sie genügt der von der Abftimmungs- kommission ausgestellte Abstimmungs- m u s w e i s in Verbindung mit dem Reise- ber putschen Strafprozeßordnung s o u n f a n g • r e 'M -sei, daß es unmöglich sei, gegen alle Angeklagten in einem Verfahren zu ver nein. Es fei somit notwendig, winde st ens v i itei Einzelverfahren durchzttsühren. Aus dieft> (Grunde beantrage er, die Anklage an die StcL^ nwaltschaft zurückzuverweisen und ihr an- . . heickr>ileben, die Verfahren zu „vierteilen". Nach träge zum mindesten die Ladung etner gro- Annahme von Anzeigen SOaid.tags und Feiertags ▼ ▼ für die Mittagsnummer vsxzs? iniPKrllPl /■ llirlilr I kä”" Y tiltt Beilagen RM.1.95 H ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ '■k M Hi ■ von 70 mm Breite c hck Illustrierte „ 1.80 M ■ B W B 60Npf.,Plahvorschrist oder »Mgebühr .. w - 25 ■ B B B B schwieriger Satz 25°/„ mehr 4XÄÄ Kr V stuw. i tfrqe höherer Gewalt M < < ** Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger fnr Sberheffen ZZ-W , behördliche Anzeigen 6Rpf. j-ai’urt «m main liess Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch- und Steindruckerei R.Lange in Giehin. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulstrahe r M-ng-nabichlLN-Staff-IS t e n b e - einer So sehr die Schlußfolgerung der Regierungskommission begrüßt werden kann, so sehr muß es befremden, daß der bereits jetzt eindeutig f e ft • gen mit aller Strenge vorzugehen und Verfehlungen ohne An sehen der Person unnachsichtlich zu verfolgen. Bis zur endgültigen Klärung der Angelegenheit ist der Polizeioffizier seines Amtes enthoben worden." ter den schwersten Verhältnissen Disziplin gehalten. Wir werden sie auch weiter halten. Aber alle jene, die uns dauernd sagen: Haltet Disziplin! — sie mögen zunächst einmal dafür sorgen, daß diese Disziplin a u Der Kirchenkonflikt. Der württembergische Ministerpräsident warnt vor ernsten Folgen. Stuttgart, 15. Dez. (DNB.) In diesen sprach Ministerpräsident und Kultusminister fr fessor Mergenthaler über das Derhültni.« Nationalsozialismus und Kirche. Er betonte besonders: Ich persönlich bin der Ueberzeugun^- viele Gegensätzlichkeiten verschwinden und tas« stehen auf religiösem Gebiete besser würde, M man sich mehr wie seither bewußt würde, daß B dogmatische Verschiedenheiten entscheidend sind. dern der Glaube, daß über den Sternen ein W» waltet, das allem Geschehen erst den letzten od tiefsten Sinn gibt. Wir wollen praktisch'' Christentum der Tat statt dogmatisti Streitigkeiten. Ich sehe mich veranlaßt, -i- Kultusminister, dem die Wahrnehmung der ft1 diese Disziplin auch von ihnen geh al- wird und daß sie sie selbst garantieren müssen. Wir setzen alles daran, um eine freie Abstimmung zu garantieren, Zwischenfälle unmöglich zu machen und dem vom Völkerbund eingesetzten Regime die ihm durch den Schiedsgerichts- oertrag übertragene Aufgabe so leicht wie möglich zu machen. Aber wir müssen verlangen, daß diese Behörde uns garantieren kann, daß sie wirklich Sachwalterin einer Bevölkerung ist, die am 13. Januar endgültig zu entscheiden wünscht, welchem Lande sie auf ewig angehören will. Als Eintopfspende sind am Sonntag in Ben nach dem vorläufigen Ergebnis 411 741,57 RM. gekommen. Das sind etwa 11OOO RM w'! als bei der vorläufigen Abrechnung im vera genen Monat. Ein deutsches Hauskonzert bei Veichsminister Frick. wußte Verdunkelung erführt. Massenkundgebung der Deutschen Krönt. Saarbrücken, 16. Dez. (DNB.) In Ernster Zwischenfall in Saarbrücken Deutscher Protest bei der Abstimmungskommission. — Entstellungen des amtlichen Berichts. eihnachtsfeiern der Volksgemeinschaft Am LZ.Oezember bringt dieNSOAP.im ganzen Reich jedemWeihnachtSfreude g e st e l l t e T a t b e st a n d in der Darstellung der Regierungskommission geradezu eine be - Frauen beim Wintersport in alter Zeit. Die uns heute selbstverständliche Teilnahme am Wintersport hat sich die Frau erst schwer erkämpfen müssen, und aus den ersten Zeugnissen über die wintersportliche Betätigung der Frau ist immer wie- der deutlich der Vorwurf herauszuhören, daß es sich nicht schicke, wenn die Frau an den Freuden der Gassenjungen in Schnee und Eis teilnehme. Einem „nutzbaren, galanten und kuriösen Frauen- zimmer-Lexikon" aus dem Jahre 1715 entnehmen wir eine genauere Beschreibung, wie weit sich die Frauen schon damals am Schlittenfahren und Schlittschuhlaufen beteiligten. Es sei „ein Diver- tissement und Zeitvertreib im Winter vor das Frauenzimmer, da sie sich von einem Mannsvolk auf einem einspännigen und mit allerlei Zuerra- thes ausgeputzten Renn- und Schellenschlitten ent- weder in der Stadt herum oder über Land führen und leiten lasse," lesen wir da, und auch des zu dieser Zeit noch sehr seltenen Schlittschuhsportes teln gewähren. Werden Arbeiterrückfahrkarte: (50 v. H. Fahrpreisermäßigung) in Anspruch gencr i men, so muß der Urlaub in die Zeit vom 21.!*• zember 1934 bis 3. Januar 1935 (14 Tage) gelt:: werden. Auf die Möglichkeit der Benutzung von Fr I tagsrückfahrkarten (33,33 v.H. FahrpreisermäßiM; für die Zeit vom 21. Dezember 1934 bis 3. Ianuc: 1935 wird hingewiesen. Eine Pflicht des Reifem sich im Urlaubsort beim Arbeitsamt zu meßen, bt“ steht nicht. wird Erwähnung getan. Die Schlittschuhe kleine hölzerne und mit Stahl unterlegte Äufm so das Frauenzimmer in Holland sich an die M umbindet und damit über das Eis zu Lust uti Zeitvertreib zu fahren pfleget, sie können mit bigen weiter als mit Pferden kommen." Aber W1 mit war der Ausübung dieser Sportarten noch neswegs die Bahn frei gemacht, sondern wieder wurden die jungen Mädchen und Frau" ernstlich davor gewarnt, wobei sich die „ToW bin", die Frau des Dichters Johann Christoph sched, die maßgebend für die gute Mädchens hung jenes Jahrhunderts war, als Tadlerin teintv wegs zurückhielt. Aber ihres Mannes gröfier1' legen, Klopstock und Goethe, hatten daru ganz andere Ansichten, und wie jener die ooim verehrte Cäcilie Ambrosius „aufs Eis loatf warb dieser an der Weimarischen HofgestW^ ’ f den Eislaufsport, den er schon in FranksU" den Rödelheimer Wiesen an der Nidda mit flr°ö‘ Freude ausgeübt hatte. So sehen wir nunM'dr vornehme Weimar mit Schlittschuhen sich 011 " Eisbahn vergnügen; „auch die regierende ' die Frau von Stein und mehrere andere ließen sich dazu herbei, den Schlittschuhlauf lernen, und es war eine Freude, die WdH tigste Frau mit vollem Anstand über das E>s Wr den zu sehen. Die (Schauspielerin) Corona <5®.* t e r hatte viel Fertigkeit darin erlangt; ^ihre Figur nahm sich dabei vortrefflich aus. »u® Arzt äußerte sich nun als Erzieher empfehleno den Wintersport der Frau, so lesen wir m „System einer vollständigen medizinischen aus dem Jahre 1791: „Dos Schlittschuhlauf" . die allgemeine Ergötzung der holländischen und verdient, überall mit Fleiß eingeführt zu den. Das weibliche Geschlecht hat in den J landen Kräfte genug, um der Kälte mtt i Fuß Trotz zu bieten, währenddem unsere z liehen Dinger hinter dem Ofen Filet .^i» ließen sich die „zimperlichen Dinger' mal sagen, und wenn auch noch mancher uffl stand zu brechen war, so eroberten sich D,eA-- doch im Verlaufe des 19. Jahrhunderts o bahn, und als der Skilauf aufkam, war ’ ganz selbstverständlich, daß auch die Frau Sportart teilnahm. tisch stelle, zwischen Tintenfaß und Kalender, und das kleine Wesen dann seine Harfe spielt: Lukrezia Borgia und das Wiener Blut, den Tauber und den lustigen Kriegswalzer, erst ein wenig leidenschaftlich, zu schnell, dann ruhiger werdend, langsamer, und schließlich, auf eine unaussprechliche rührende Weise, wie von großer, träumerischer Müdigkeit mehr und mehr überkommen, auf einmal innehält, mitten im Satz, daß man noch sekundenlang lausckt und wartet und dann, wie über einem geliebten Atem, fühlt: so, nun ist es gut, nun ruht sie, nun wollen auch wir zur Ruhe gehen... oh, dann weiß ich, dann meine ich so viel zu wissen von dieser kleinen Seele Spieluhr, daß mir ist, als wäre darin enthalten, hauchzart und heimlich, ein Ahnen um hunderttausend Seelen, die in diesem Augenblick zur Ruhe verlangen, sehnsüchtig-müde zur Ruhe, und vielleicht auch ein Ahnen um solche, die die letzte, die ewige Ruhe schon genießen, vielleicht auch ein Ahnen um die verhutzelte und grundgütige Seele eines alten Frauenzimmers... Mein kleiner Junge macht sich auch nichts aus Marzipan und Buttersemmeln. Ich will ihm die Spieluhr zeigen, und er soll sie ganz allein aufdrehen dürfen. Massenkundgebung im Riesenzelt an der Hellwig- straße nahm der stellvertretende Landesleiter der Deutschen Front, N i e t m a n n , zu dem durch ein englisches Mitglied der Saarpolizei verursachten traurigen Vorfall Stellung. In seiner mit stürmischer Zustimmung von 50 000 saardeutschen Volksgenossen aufgenommenen Erklärung wies er zunächst auf die ungeheure Disziplin hin, die die Deutsche Front in allen ihren Versammlungen bisher bewiesen habe. Sodann führte er aus: „Wir haben in unseren Versammlungen nicht nur Anklage und Rückschau gehalten, sondern wir haben auch auf die Stimmen hingewiesen, die in den letzten Tagen für eine Verständigung zwischen den beiden großen Völkern Deutschlands und Frankreichs sprachen. Wir haben gesagt, daß wir ein Volk sind, das immer deutsch war und deutsch bleiben wird, und ein Volk/ das sich seine Ehre nicht nehmen läßt. Man hat uns hier an der Saar immer wieder gesagt: Haltet Disziplin! Wir haben 14 Jahre lang un- Saarb rücken, 16. Dez. (DNB.) Eine ebenso ernster wie bedauerlicher Zwischenfall hat sich in der Nacht vom Samstag zum Sonntag in Saar- brücken ereignet. Gegen 3 Uhr nachts fuhr ein mit drei Personen besetzter Personenkraftwagen an der Ecke Hohenzollern- und Soeben- Straße in starker Fahrt in eine Menschengruppe auf dem B ü r g e r st e i g. Der Autolenker, ein vor mehreren Wochen in die saarlün- dlsche Polizei eingestellter Polizeioffizier englischer Nationalität, hatte die Herr- schäft über das Steuer verloren, da er sich in stark angetrunkenem Zustande befand. Vier Personen wurden bei dem Unfall zu Boden geschleudert und sind teilweise erheblich zu Schaden gekommen. Besonders bedauerlich ist es, daß dabei eine junge Frau verletzt wurde, die guter Hoffnung ist. Auf die Hilferufe eilten mehrere Passanten zur Unglücksstelle, die sofort die Polizei alarmierten und an den englischen Polizeioffizier das Verlangen stellten, vor den notwendigen polizeilichen Ermittlungen den Tatort nicht zu verlassen. Als er trotzdem Anstalten traf, den Wagen wieder in die Fahrbahn zu bringen, stellten sich ihm mehrere Personen in den Weg und machten abermals darauf aufmerksam, daß das Eintreffen der Polizeibeamten' abgewartet werden müßte. Darauf zog der Engländer, ohne irgendwie bedroht zu sein, die Pistole und schoß, als ihm der Weg nicht freigegeben wurde, in die Menschengruppe. Er gab zwei Schüsse ab, durch die eine Person verletzt wurde. Als er zum dritten Schuß anlegte, wurde ihm von einem der über das unmenschliche Verhalten aufgebrachten Passanten der Revolver entwunden. Der Polizeioffizier, der sich in Zivilkleidung befand, setzte sich heftig zur Wehr, so daß die Umstehenden gezwungen waren, den Rasenden zu überwältigen. Das Bekanntwerden dieses unentschuldbaren Vorfalls hat in der Bevölkerung der Stadt Saarbrücken tiefste Entrüstung und Empörung ausgelöst. Die verantwortenlichen Stellen haben nunmehr die Pflicht, ebenso schnell zur Sühne dieser Untat zu schreiten wie die Bevölkerung diese Sühne erwartet. Der stellvertretende Landesleiter der Deutschen Front, N i e t m a n n, begab sich nach Be- kanntwerden und Prüfung des Zwischenfalls in Saarbrücken zu dem anwesenden holländischen Mitglied der Abstimmungskommission, Herrn de Jongh, um gegen das undisziplinierte Verhalten des englischen Polizeioffiziers — bei dem es sich wohlgemerkt nicht um einen Angehörigen der im Anmarsch befindlichen Abstimmungspolizeitruppen handelt — schärfste Verwahrung einzulegen. Gleichzeitig verlangte Nietmann neben schnellster Ahndung vorbeugende Maßnahmen dafür, daß die Bevölkerung in Zukunft vor derartigen Vorfällen bewahrt bleibe. Amtliche Mitteilung der Regierungskommission. Ueber den Zwischenfall mit dem englischen Polizeioffizier gibt der Präsident der Regierung s k o m m i sf i o n folgende amtliche Mitteilung heraus: „In der Nacht zum 16. Dezember 1934 versuchte ein Polizeioffizier einen Kraftwagen in der Goeben- Straße zu drehen und verletzte, als er bei dieser Gelegenheit mit dem Wagen auf den Bürge rst ei g kam, eine dort stehende Person. Dies war der Anlaß zu einer Menschenansammlung. Die Menge nahm gegen die Insassen des Wagens — cs waren außer dem Polizeioffizier noch zwei weitere Personen in dem Wagen — auseinembis je t noch nicht endgültig geklärten Grunde (!) eine drohende Haltung ein, insbe- 1 sondere gegen den Polizeioffizier. Es kam zu einem Handgemenge, wobei mehrereSch ü s se : fielen (Wer hat geschossen? Die Schriftleitung.), । durch die eine Person durch einen Bauchstreifschuh ' verletzt wurde. Der Polizeioffizier wurde durch i Hiebe und Schläge ebenfalls verletzt und mußte ins > Krankenhaus gebracht werden. Die bisher getätig- i ten Ermittlungen werden von der Polizei nach Ab- i fchluh dem zuständigen Gericht übergeben werden, i Die Polizei hat für die Behandlung dieses Falles ' die besondere Weisung erhalten, bei den Erhebun- i Oie Spieluhr. Von Georg Grabenhorst. Im allgemeinen soll ich kein unartiges Kind gewesen sein (hat mir meine Mutter versichert), nur Fremden gegenüber und alten Tanten habe ich mich nicht immer so gezeigt, wie man es erwartete. Ich weiß das noch sehr gut. Ich haßte das Getätschel und Getue, das diese Leute an sich haben. Ich fühlte mich beleidigt durch die Offensichtlichkeit, mit der sie mich als „Kind" behandelten, mühelos, obenhin, als merkte ich nicht, wie eingebildet und falsch ihre Zärtlichkeit war. Unter diesen Tanten gab es eine, ein kleines verhutzeltes altes Frauenzimmer, das mir ganz besonders unsympathische war, und ich sträubte mich jedesmal mit Händen und Füßen, bei ihr zu bleiben, so viel sie meinen Eigensinn mit Marzipan und Buttersemmeln zu besänftigen suchte. Da zeigte sie mir einmal ihre Spieluhr. Ich durfte das kleine Ding sogar selbst mit dem Schlüssel aufdrehen. Don diesem Tage an duldete ich, nicht ohne gelegentliche Hemmungen und Rückfälle, ihre erwachsenen Gefühle. Meine gute alte Tante hat diese Welt der Mißverständnisse und Enttäuschungen hinter sich gebracht. Die Tränen, die an ihrem Grabe gemeint wurden, sind gewiß nicht heiß gewesen, und was mich angeht, so war ich sieben Jahre alt und freute mich über meinen neuen Anzug und den Trauer- flor, um den sie mich in der Schule beneideten. Ihrer Wandlungen auf dieser Erde hat meine Tante schließlick keine Spur gelassen, außer ein paar silbernen Löffeln und — der kleinen Spieluhr hier, die neben meinem Schreibtisch steht, auf der Fenster- bank. Es ist ein braunes Holzkästchen, sechs Zentimeter hoch, zwölf lang und acht breit, sauber geriffelt, mit einer wunderschön geschnitzten Rose auf dem Deckel, der sich übrigens etwas gezogen hat, weil er so oft in der Sonne steht. Wenn man den Deckel aufklappt, sieht man gleich das kunstvolle Werk; es ist ganz aus Messing, nur der Stimmkamm nicht, und die Stifte sind so präzise auf die Walze gesetzt, daß man es kaum glauben kann. Wenn man schräg dagegen guckt, sehen sie wie Bartstoppeln aus, kleine blonde Bartstoppeln, mit häufigen Lücken darin und unregelmäßig wie bei einem Primaner. Links Auch sonst ist die nationalisozialistische Bewegung bemüht, die Weihnachtstage zu einem F e st e aller Volksgenossen zu machen. Innerhalb der Volksgenossenschaft der Betriebe, der Büros, der Blocks uisw. soll dafür gesorgt werden, daß alleinstehende Personen ohne Rücksicht auf ihre wirtschaftliche Lage am Heiligen Abend von Familien mit Kindern ein geladen werden. Junggesellen sollen zu armen Familien gehen und mit diesen den Heiligen Abend feiern, umgekehrt sollen arme alleinstehende Volksgenossen und Familien von wohlhabenden Familien eingeladen werden. Der dritte Eintopfsonntag.-Im Zeichen weihnachtlicher Sebefreudigkeit. DNB. Berlin, 16. Dez. In Anbetracht des bevorstehenden Weihnachtsfestes war gerade der dritte Eintopfsonntag von besonderer Bedeutung, da von seinem Ergebnis Höhe und Umfang der Weihnacht s b e s ch e r u n g der Bedürftigen, besonders auch ihrer Kinder, abhängt. Das Winterhilfswerk hatte daher den heutigen Sonntag zu einem Großkampftag für Berlin gestaltet. Alle Gliederungen der Partei und alle Organisationen hatten sich zur Verfügung gestellt. Am frühen Morgen sah man bereits in den Straßen Abteilungen der HI., SA., SS., des BdM usw., begleitet von einem Trompeter, Trommler oder Hornisten. Signale ertönten. Die einzelnen Trupps gingen von Haus zu Haus. Sprechchöre erinnerten auf den Höfen an die Abgabe der Weihnachtspakete. Das NSKK., die Reichspost, die Fuhrmannsinnung und zahlreiche Privatleute hatten ihre Wagen zur Verfüguna gestellt, um die Sondergaben in Form von Weihnachtspaketen in Empfang zu nehmen und an die zuständigen Ortsgruppen weiterzuleiten. Als man am Nachmittag einen Streifzug durch die verschiedenen Sammelstellen unternahm, glaubte man überall, die Räume einer Reichspost-Paketannahme zu betreten. Unzählige freiwillige Helfer waren damit beschäftigt, die Spenden zu sichten und Es ist leider heute nacht ein Unglücksfall vorgekommen. Wir wollen auf die Methode Hinweisen, die bei diesem Unglück gezeigt wurde und auf die man Hinweisen muß, weil wir unsere Ehre zu verteidigen haben. Es kann ein Unglück passieren, wenn man nicht mehr ganz nüchtern ist. Wenn dann aber der Betreffende hingeht und die deutschen Volksgenossen wie wilde Tiere glaubt über den Haufen knallen zu können, so ist das eine Methode, die wir niemals annehmen. Wir sagen nicht, daß dieser Mann die Methode seiner Nation befolgt hat, sondern wir wissen, daß diese Nation ein solches Vorgehen nicht billigt. Wir wollen wünschen, daß jetzt unsere Mahnungen verstanden werden, und wir hoffen, daß man angesichts dieses Vorfalles dafür Sorge tragen wird, daß durch Auswahl geeigneter Leute solche Zwischenfälle in Zukunft unmöglich gemacht werden. Wir wollen das notwendige Vertrauen auch jetzt noch entgegenbringen. Wir wollen nicht aus diesem Einzelfall auf die Gesamteinstellung schließen. Aber wir wollen eines tun: wir wollen am festesten uns selbst vertrauen und unserer Disziplin. Wir werden den Kelch bis zur Neige leeren, was uns auch noch bevorstehen mag, denn wir wissen, daß wir bald heimkehren werden in unser heißgeliebtes deutsches Vaterland." Berlin, 15. Dez. (DNB.) Der „Völkische Beob- achter" schreibt: Die selbstverständliche Verbundenheit der nationalsozialistischen Bewegung mit allen Volksgenossen, besonders aber mit den ärmeren und bedürftigen, wird am 23. Dezember in ganz Deutschland einen besonders starken Ausdruck erhalten. Für diesen Vorabend des Weihnachtsfestes sind von der Reichspropagandaleitung der NSDAP, volkstümliche Feiern im ganzen Reiche geplant. In den meisten Städten sollen auf Straßen oder Plätzen mächtige W e i h n a ch t s - bäume brennen, und an langen, weißgedeckten Tischen werden Kinder bedürf tigerVolks- gen offen vom Winterhilfswerk, der Parteiorganisation und der SA. beschert werden. Der zuständige Propagandaleiter der PO. arbeitet mit der Winterhilfswerk - Dienststelle zusammen und zieht für die Feier selbst alle Gliederungen der Partei heran. Die Feiern werden auf weihnachtlich ge- schmückten Plätzen in den Arbeiter- vierteln der Städte abgehalten. Sie sollen wirkliche Feiern aller Volksgenossen sein. Kapellen der SA. oder der PO. werden Weihnachtslieder spielen, und hier und da wird auch eine Gruppe der HI., eine Singeschar oder ein Schulchor zum guten Gelingen der Feier beitragen. Dor der Bescherung wird ein Politischer Leiter eine Weihnachtsansprache halten und über den Sinn der Feier sprechen. Die Bescherungen der Kinder werden gründlich vorbereitet, besonders bedürftige Volksgenossen werden dazu durch die Blockwarte der Partei eingeladen werden. Als Geschenke für die Kinder kommen in erster Linie Aepfel, Nüsse, Süßigkeiten und Spielwaren in Frage. Die Gaben werden auf weißgedeckten Tischen ausgebreitet und vom Lichterglanz der Weihnachtsbäume überstrahlt werden. Bei ungünstiger Witterung werden die Feiern in benachbarte Säle oder Hallen verlegt werden. zu ordnen. Ueberall wurde von den Ortsari (eitern bestätigt, daß reichlich gesn?^ worden sei. Zahlreiche Pakete waren mit To grün geschmückt oder auch in farbiges Dani?' hüllt. Kartengrüße und Glückwünsche an di- 11 bekannten Empfänger waren beigefügt. e in der Ecke ist ein kleiner Propeller eingehängt. Wenn er stillsteht, ist er empfindlich wie ein junges Mädchen. Man braucht nur ein wenig daran zu Uppen, gleich dreht er sich um. Wenn man die Feder aufgezogen hat, dreht er sich so schnell, daß man ihn überhaupt nicht mehr sieht. Dann sind da noch viele kleine Zahnräder, Stangen und Bügel, eine Dose, von der ich glaube, daß die Feder darin- sitzt, eine richtige Lyra, die mit rotem Tuch unterspannt ist und sehr festlich aussieht, und unzählige winzige Schrauben wie in einer Taschenuhr. Im Deckel einaeklebt befindet sich das Programm: -A Aires. Harfe. 1. 's ist mein echtes Wiener Blut. Marsch. 2. Der Tauber. 3. Der lustige Krieg. (Nur für Natur. Walzer). 4. Lukrezia Borgia. „Di pesca- tore'. Folgt der Name des „Kapellmeisters": des Herrn „I. H. Heller in Bern". Das ist die kleine Spieluhr, so gut ich sie be- schreiben kann, und wie sie hier neben mir steht. Aber das ist ja nur das Aeußere. Das ist nicht mehr von ihr beschrieben, als wenn ich von meiner Tante sagte, daß sie ein kleines verhutzeltes Frauenzimmer war. Wie soll ich das andere aber beschreiben, wie soll ich das beschreiben, was wir Menschen unter uns Seele nennen, so oft übersehen und mißverstehen und verhärmt und verbittert zu Grabe tragen? Wie soll ich das beschreiben bei meiner kleinen Spieluhr hier, wenn ich es nicht einmal vermag bei meiner armen alten Tante da an ihrem Grabe? Nein, das kann ich nicht. Aber abends, wenn es anfängt, dunkel zu werden, in der Dämmerung, wenn die Schritte da unter meinem Fenster leiser gehen, wenn keine Wagen mehr vorbeirollen, keine Lastautos, wenn der Lärm des Tages seine Ruhe findet, — abends, wenn ich die Feder hinlege, die Brille absetze und die Bücher da beiseite schiebe, wenn ich mich in den Stuhl zurücklehne und die Lider schließe über den müden brennenden Augen, — wenn dann diese Stille da ist, diese horchende Stille nach dem Laut der Dinge, diese Stille hinter dem mühsam Vollbrachten, hinter dem mühsam Bezwungenen, diese Stille, die das Heiße, das Brennende kühlt und dem Wissen vom Ewig-Unzulänglichen die Hände faltet, — dann, wenn ich dann zur Seite taste, nach der Fensterbank, nach dem Kästchen, wenn ich den Schlüssel hineinstecke, ein paarmal umdrehe und es auf den Schreib- Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeit;«^ mittlung ist damit einverstanden, daß dem bau-) lichen Besitzer, der seinen Landhelfer & seine Landhelferin über Weihnachtens urlaubt, die Landhilfesörderun^ die Urlaubszeit weitergewährt wird berstens 14 Tage Urlaub in die Zeit vom 20. Sept 1934 bis 6. Januar 1935. Voraussetzung ist, daß; - Barlohn dem Helfer für die Urlaubszeit vv g e zahlt wird. Die Reichsanstalt erwartet, daß d : bäuerlichen Besitzer den Landhelfern für bie Ur-i-l laubstage auch über die vertraglich festgesetzten- Leistungen hinaus nach Möglichkeit UntechüMi durch Uebernahme eines Fahrtloften anteils und Mitgabe von Lebensmi! DNB. Berlin, 17. Dez. Reichsminister " Frick und Frau Margarethe Frick hatten * Sonntagabend einen befreundeten Kreis zu e;J deutschen Hauskonzert eingeladen, ba9™ großer künstlerischer und gesellschaftlicher En« wurde. Frau Frick entzückte mit ihrer präch,,» Mezzosopranstimme die überaus zahlreiche (S schäft mit sechs stimmungsvollen Liedern Brahms. Kammersänger Heinrich Schluss" begeisterte die Zuhörer durch vier Schubert-L-^ und vier Lieder von Wolf. Ein Äamm; konzert unter der Leitung von Staatskon»- meister Georg Kniestädt, am Klavier W-, Raucheisen, in Begleitung der Äammew Steinberg (Violine), Klemm (Cello) Zschenker (Kontrabaß) beschloß den ftimmuM vollen Abend. — Unter den zahlreichen Tastens man den Reichsjustizminister Dr. Gürtni, Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, die Slao sekretäre Dr. Meißner, Pfundtner.Obr- H i e r l, ferner den Sonderbevollmächtigten L Führers und Reichskanzlers, Herrn von Ribbentrop, den Reichssportführer von Tschamm^- und Osten, den Generalforstmeister don dell, den Präsidien des Reichsgesundheitsa^. Reiter, den Reichsleiter des Winterhilfsw!*' Hilgenfeldt. Ferner sah man den cnglij^ Zeitungsmagnaten Lord Rothermeremit fein Söhnen und zahlreiche Persönlichkeiten der Wd Kund Kunst. Das Reinerträgnis ds fällt zur Gänze dem Winterhilsi werk zu. Weihnachtsurlaub für Landhelfn Lu ' $ct eh Paris terteiMul er 5ena intr bebei ninhier5 ötgcs ai :iung ezenti K r"r in «H »«»' itierl ehmen 1 uch bel. nanh ' n der ° Uellu le 'N ,aben, 1 Ken "\a fc* tu -usaim reges do fe eneralsta aubi hc eneralsta i iz Sesiä : üge eine : adt zu tl s igrisfe h ! ichtSl i ibe nur r n ihre V \ er Berte [ um ur mer 5 ter Fori beschütze : zuf das 1 i Heftens ei j Pierre Ilie feiner je» Friedl len von jpblencn fi erung ü außerhalb !'l Beifall ge r muffe o i e und „ba z l flugjeugen i di« Zivil-1 6 nationales 8 die Bildung i notmnbig. ü i D ö S ! : C I 1 : It I !i i i I i i Die ( btt W Pari« 6d)wertri tunbgebui am Trc ten begi mencei teilnebm in ihren Champs-i B 3u| 5" Fah Fahne c fchiedene N Mi Ortsgrup in btt ei rung doc «chwerlr neuen vor der j -bestreit hielten d flfinui uyö iit Außnahn Lluss hUtung f Oer j Meslanz fr Ueb, »bQri - fr’onbt : SS । I ^eten n i (h । K. tss M n Syi U°«Ä "StiS iraÄ Wf. “,"9 °°» 4 ungVrf *?Ä Ähl«h i(t*M '.In«.* be*«»h5. '°L»L „d-- ob man ben r "Hernie^ jonlnfjfeiten fci nnertiö«- )em WintI ’ für £on!ij( sanftalt für z. nden, daß fr seinen LaG Deihnlltz ilfesördkiL ewährtwi- e Zeit Dom Drausfetajj) r die Urlaub anstalt ertm- !andhelfern •’ vertraglich Möglichkeit L ines Fohr e oon ßfbti i tolmüdf: ungjm-chchi in A? M Dom l 19% (14 Tages ( on IM ne Pflicht te' w'/snmt ju- intonfir ? Minisiem stcn Kolgkl MB.) W nd Kultus" Iber das AeE Ürche. $r hit- n der UebM- -schwinden E. iete besser c bemßt ®uriV: ?n entscheiden Sterner.; en erst den I? wollen Pr£ t statt doßl sehe mich WahmlM Die LchlA Stahl unten'-' solland Mr das Sir h •«et, fn *a dm ton*: ■I« ®rtJ iemachi. F i Vadchk"^ oobei sich^s .306“»’| di- T®°*1 \0ttM ) wie W rito”»^ Sfc di- --«< Frellde- twVW ’M »« A &-s; w 4 |f!%' i nf® fii M TO «( c D v’ tu r l D ji tzyigen zwischen Staat und Kirche obliegt, in il t-rfsorm zu erklären, daß, wenn der Friede m der t ru elischen Kirche in Württemberg nicht in Bälde itcrt, die Folgen sehr schwerwiegend . t verden, Folgen, die wU im Interesse srucht- > ce: Beziehungen zwischen Staat und Kirche, wie ie ii Württemberg und in ganz Deutschland histo- i h geworden sind, sehr bedauern würden. Z>r ^rage der religiösen Betreuung der ) t'xrjugend bemerkte der Ministerpräsident I. ». Als Kultusminister bin ich gewillt, im Einver- lGnm mit der Gebietsführung der Hitlerjugend ii flj'öei den Unterführern durchzusetzen, daß nie» ei!b in d e r Hitlerjugend wie überhaupt d • Bewegung wegen seiner kirchlichen teilung irgendwie angefeindet wird, e Kuben und Mädchen sollen die Möglichkeit t»e. ihren religiösen Derpflichtun- inmachzukommen. Wenn aber trotzdem ge- s-silhohe kirchliche Stellen glauben, gegen uns S iurn laufen zu können, so erklären wir, daß wir x;a\ die Dauer einfach nicht dulden und die fgelingen daraus ziehen werden. u ,es kenne. Heute gegeben in einer Welt- ef|ie einen Kilometer zurücklegen. j ' [Shre Cot erläuterte dann die Maßnahmen, r o-ortschritt auf dem Gebiet der Luftabwehr- f).3ie sei ungenügend, denn bevor ein Geschütz ‘ rs Flugzeug eingestellt sei, könne dieses min- dais; Besicht des Zukunftkriem nüifjeMne Nacht, um alles Li Lustkrieg der Zukunst. 3ir ehemalige französische Luftfahrt- it!ittjfter über ungenügende Verteidigung. @ nr i 5, 16. Dez. (DNB.) Die „Tagung für die ;,!rt^igung des Friedens", unter dem Vorsitz le > Senators Henri b e Jouvenel, war mit giiiiierbebeutfamen Rebe bes ehemaligen Luftfahrt- iii'hihers Pierre (Tot über bie Gefahr bes Luft- trlH.'- ausgefüllt. Er forberte bie Verstaat - I i mim g ber Waffenherstellung unb bie D!!lZ'ntralisierung ber Flugzeugin- b iMl i e, bie augenblicklich in unb um Paris her- unir. zlammengezogen sei unb im Falle eines Luft- n-ipe vollkommen vernichtet werden würbe. Die LMsseitkräfte hätte man wührenb bes Krieges al h uaffe zweiten Ranges benutzt, ba ber Große fct meialftab nicht an ihren militärischen Wert ge- |k|ut habe. Er sei überzeugt, baß ber Große edpit.ulftab auch heute noch nicht genügenb talfjl'ju töten. Die Verteibigung gegen Luft- njflThe habe mit ben Fortschritten im Flugwesen ilch Schritt gehalten. Die Jagbfliegerei olteur moralischen Wert, beim er glaube nicht nljihs Wirksamkeit. Wie groß aber auch ber Wert ei: !i?rteidigung gegen Luftangriffe sei, so könne ic^niun möglich bie Bombardierung i «i7 Stadt wie Paris verhindern. ■teil Inner Ansicht nach für die Aufrechterhaltung bi-?il friebens notroenbig seien. Es hanbelt sich um bcrlh :on Frankreich schon mehrfach warm emp- fofjld em) Vorschlag einer Internajionali- Jiijifiing ber gesamten Luftfahrt, ber ausls ervalb gewisser französischer Kreise noch wenig Dclfa gefunben hat. Die Militärfluftfahrt müifle vollkommen adgeschafft werben, unlD M zwischen Hanbelsflugzeugen unb Bomben- fkiwjf^en praktisch kein Unterschieb bestehe", müsse bieöjiil- unb bie Hanbelsluftfahrt unter ein inter- natii onliles Regime gestellt werben. Außerbem fei bie D Bübung einer internationalen Luftpolizei nat^jbig. 5Die Gchwerkriegsverletzten demonstrieren in Paris. Ausammenstötze mit der Polizei. SBo’is, 16. Dez. (DNB.) Die französischen Scki>v^ kriegsverletzten veranstalteten eine Straßen- turOf'öung, bie mit ber Kranznieberlegung a rrrr (o r a b m a l bes unbekannten Svlba - t e hn izgann unb vor bem Stanbbilb Cl 6 - mein nie aus endete. Währenb sich die etwa 1OOO leii'.liviimer an der Kundgebung auf Krücken ober in MHm Rollstühlen vom Triumphbogen über bie CH!!»ir>-s-Glys6es bewegten, kam es verschiebentlich zu : Zusammenstöhen mit ber Polizei. Giri lahnenträger ber Jnvaliben schlug mit ber Faihn auf einen Polizeibeamten ein, der ver° fchkiH«e Kopfverletzungen erlitt. Dor dem Stanb« biliii tilömenceaus hielt der Präsident der Pariser Orüig^ppe der Vereinigung eine kurze Ansprache, in ii kü er darauf hinwies, daß bie von ber Regie- rur»i wrgeschlagenen Verbesserungen ber Invaliben- unliti-f itzung nicht genügten unb daß die Scktzrc"kriegsverletzten vor allen Dingen jeden n e lein Krieg ablehnten. Clömenceau habe Dorrle- Kammer erklärt, daß bie Frontkämpfer sich uniiblt1 teilbare Rechte erworben hätten. Am Abenb bielilfllri bie Abordnungen sämtlicher Vereinigungen bertt Mwerkriegsverletzten im Wagramsaal eine Ku it.'c?bung ab, in der sie erneut gegen bie Kflihijiun g ihrer Pensionen protestierten unddiie von ber Regierung kürzlich getroffenen McL Mhmen als un^ureichenb bezeichneten. Girh klÄsschuß soll bei Der Regierung auf bie Ein- -h-lEn: früherer Versprechungen bringen. Mr österreichische Staatsbesuch in Budapest. Geist des römischen Protokolls." S^ihapeft, 15. Dez. (DNB.) Der österreichische DuÄiieKanzler Schuschnigg unb Außenminister Deälai'r-Walbenegg haben Bubapest Der» laff'ljei JUeber ben Besuch wirb folgende amtliche $eiftliujbarung veröffentlicht: Im Laufe bes Besuch ix- rauben wieberholt Besprechungen der beider- seitiün Staatsmänner statt. Diese wurden in frecubchaftlichster Weise geführt unb behandelten nick hi vE eingehend wirtschaftliche Fragen, foniir auch alle politischen Probleme, an i hen die beiden Staaten interessiert sind. Der Geiibiivenaustaufd) vollzog sich im Geiste bes r ö mii d) e n Protokolls und ergab volle 11 e i : e i n ft i m m u n g ber beiberfeitigen Auf- f aff iiicm." lili<7 bas Ergebnis bes Besuches wird aus unter» richte Kreisen bekannt, daß neue Beschlüsse n i :qi getroffen worden sind. In den vertrau- lichihei Unterredungen ist auch ber Gedanke einer eni^tßi Zusammenarbeit zwischen Ungarn unb OeMiriich für ben Fall künftiger Derhanblungen mitTi Ir Kleinen Entente behandelt worden. Der Prcic i - erklärte Bundeskanzler Schuschnigg, man könün heute einwandfrei feststellen, daß der r ö - m i ' Pakt einen neuen Weg eröffnet habe, aufÜ hn weiterzuschreiten im Interesse der Erhal- tunfigö ;5 europäischen Friedens liege. Der Bundes- kan^Nebachte ber Errnorbung bes Bunbeskanzlers D oili lljcu ß, bie nicht fjabe vechinbern können, baß bie neue österreichische Verfassung, bie keine Diktatur errichten, sonbern einen Stäube st aat auf» bauen wolle, in bie Praxis umgesetzt werbe. Kampf gegen die Opposition in Sowjetrußland. Der Mörder Kirows ein Anhänger der Sinowjew-Gruppe. Moskau, 17. Dez. (DNB.) In Moskau unb ßeningrab tagten bie Parteifunktionäre ber kommunistischen Organisationen. In einer Entschließung ber Moskauer Parteiorganisation wirb b i e Politik Stalins voll gebilligt. Man müsse rücksichtslos gegen bie Feinbe ber Sowjetunion unb ihre Agenten vorgehen, bie sich augenblicklich unter verschobenen Deckmänteln verbergen unb versuchen, ben Sowjetstaat ins Herz zu treffen. Dor allem müßten biejenigen ausgemerzt werden, die zu der Sinowjew-Gruppe gehörten und heute ins Lager der Oegenj reoolution übergegangen seien. In der Leningrader Entschließung wird ebenfalls die Notwendigkeit schärfsten Kampfes gegen die Feinde ber Sowjetunion betont. Das Schwert ber kommunistischen Diktatur müsse sich mit aller Schärfe gegen bie Kreise richten, bie aus ber Sinowjew- Gruppe stammten unb s i ch als Kommuni st en ausgäben. Sie sollten nicht benfen, bie Diktatur sei barmherzig geworben. Der Tob Kirows beweise, baß bie klassenfeinblichen Elemente ben Staat solange bebrohen würben, bis sie vollstänbig vernichtet seien. Die beiden Entschließungen bestätigen die Gerüchte, daß Nikolajew, ber Mürber Kirows, ber Sinowjew-Gruppe an gehört, die in Opposition gegen die Partei und Stalin steht. Die Sinowjew-Gruppe, die gerade in Leningrad sehr stark vertreten war, hat Kirow als Vertreter der Parteileitung in der Zeit ihres Kampfes gegen Stalin stark anaegriffen. Der ehemalige Vorsitzende der Kommunistischen Internationale, Sinowjew, der bis 1927 eine ausschlaggebende Rolle im politischen Leben der Sowjetunion gespielt hatte, wurde bekanntlich nach dem Zusammenbruch seiner Politik in die Verbannung geschickt. Später wurde er begnadigt unb Anfang 1934 zum Rektor ber Universität in Swerb- lowsk ernannt. Oie Sowjetregierung verbietet Lohnerhöhungen. Moskau, 16. Dez. (DNB.) Die für ben 1. Januar vorgesehene freie Bewirtschaftung von Brot, Mehl unb Graupen scheint zu ben er ft en Schwierigkeiten führen zu wollen. Bekanntlich verteuert sich ber Brot- preis burch bie freie Bewirtschaftung um 100 bis 150 v. H. Die von ber Sowjetregierung angeorb- nete Lohnerhöhung, für bie ber Staat eine halbe Milliarbe Rubel bereitgefteüt habe, schafft aber fe i n e n Ausgleich für bie Verteuerung ber Lebenshaltung, fo baß viele Betriebe von f i ch aus eine Erhöhung ber Bezüge beschlossen hatten. Das hat nun bie Sowjetregierung in einem be- sonberen funkentelegraphischen Befehl verboten. Für Zuwiberhanblungen hat sie sofortige Verhaftung unb ftrenge Strafen an» gebroyt. abwies mit dem Bemerken, seine Frau sei Vorkommen betrunken. Der Jnbustrielle verwahrte sich entrüstet gegen bie Behauptung. Er holte einen Arzt, ber zu ber Verhafteten ebenfalls nicht vor- gelassen würbe. Erst als nach ftunbenlangem Warten ein Polizeioffizier erschien, würbe der Arzt vorgelassen. Er stellte sofort fest, daß die unglückliche Frau an einer Gehirnblutung litt. Ein Professor der Silier Universität bestätigte diese Feststellung und veranlaßte die sofortige Ueberführung ber Frau in ihre Wohnung. Dort ist sie 24 Stun- ben später gestorben, ohne bie Besinnung wiedererlangt zu haben. Der Gatte hat beim Generalstaatsanwalt Klage gegen die Silier Polizei eingeleitet. Der Führer als pale. Der Führer unb Reichskanzler hat bei den am 20. November bieses Jahres geborenen Dril - lingsgeschwistern bes Ehepaares Fritz S ch m i b t in Gosenbach (Kr. Siegen) bie Ehrenpatenschaft übernommen. Relchshandwerkslag 1935 in Frankfurt (L 21t. 1935 findet in Frankfurt a. M. der große Reichshandwerkstag statt. Die Durchführung liegt in ben Händen der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk. Mit der Vorbereitung unb Organisation sinb der Drganifationsroalter Paul Wal - t e r unb ber Reichssachgruppenwalter Bruno Febtke beauftragt. Neuschnee im Allgäu. In ber Nacht zum Sonntag hat in ben Tälern im Allgäu Schneefall eingesetzt. In ben Bergen gab es am Sonntag eine Schneebecke bis zu 20 Zentimeter. Der neue Stern in ben Zwillingen. Oie Reform der deutschen Polizei. Berlin, 15. Dez. (DNB.) Ein Berliner Pressevertreter hatte Gelegenheit, sich mit dem Befehlshaber ber deutschen Polizei, General ber Sanbespo» lizei Daluege unb feinen Sachbearbeitern über bie Reform ber deutschen Polizei zu unterrichten. Nachdem bie nationalsozialistische Staatsführung einbeutig ihre feste Absicht erklärt hatte, dem Verbrechertum ein Ende zu machen, mußte die preußische Polizei innerlich und äußerlich so umgeformt werden, daß sie mit Zuverlässigkeit unb Umsicht ben Willen ber Staatssüh- rung praktisch burchführen konnte. Das war nur burch bie Säuberung bes gefam« ten Beamtenkörpers möglich, die inzwischen durchgeführt ist. Außerdem mußte in ben Dienst- zweigen vieles organisatorisch geänbert werden. Bekanntlich setzt sich die Exekutivpolizei aus vier uniformierten Sparten zusammen, nämlich Sandespolizei, Schutzpolizei, Gendarmerie und Gemeindevollzugspolizei, und drei nichtuniformierten Sparten, nämlich Kriminalpolizei, Geheime Staatspolizei und Verwaltungspolizei. Die Bedeutung der Gendarmerie geht schon aus der Tatsache hervor, daß sie auf dem flachen Sande die einzig sichtbare Vertretung ber Staatsautorität in ber gesamten polizeilichen Exekutive ist. Gerade deshalb mußte der nationalsozialistische Staat es sich angelegen sein lassen, die in ber Gendarmerie vorhandene Manneszucht unb Diszplin zu stärken. Selbstverstänblich hat bas Berufsbeamten- gesetz aud) in ben Reihen der Gendarmerie wirksam werden müssen. Die hierdurch frei gewordenen Offiziersstellen sind zu 50 v. H., die Gendarmen- stellen fast durchgängig mit bewährten Angehörigen ber S S. und SA. besetzt. Aber es bleibt auch für die Zukunft noch manches zu tun. In erster Sinie handelt es sich dabei um eine Förderung ber technischen Hilfsmit - t e l ber ©enbarmerie, wie z. B. bie Ausrüstung mit Kraftwagen, mit Pferben, mit kriminalistischem Gerät usw. Wenn in ber neuen Polizei der solbatische Geist bewußt gepflegt wirb, so knüpft man bamit an bie beste preußische unb beutsche lleberlieferung an. Die zukünftige Reichspolizei, beren organisatorisches Fundament nunmehr geschaffen wird, soll und wird vom gleichen Geist getragen fein, damit ungestört von Streiks und Unruhen, von Verbrechern unb Unverbesserlichen ber Deutsche leben unb arbeiten, glücklich unb zufrieden werden kann. Selbstverständlich ist die polizeiliche V e r w a l - tungstätigfeit von der Polizei selbst ebensowenig zu trennen wie von dem Reformwerk, das eingeleitet wurde. Die Polizei ist ja erst in ber Gemeinsamkeit mit einem georbneten Verwaltungsapparat in ber Sage, ben vielfachen an sie gestellten Anforberungen zu genügen. Von ber Dieseitigkeit ber Derwaltungspolizei macht man sich meist kaum bie richtige Vorstellung. Gerabe bie Verwaltungspolizei hat eine Fülle neuer Aufgaben. Man erinnere fich nur an die Arbeiten für Durchführung zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses, die neue Reichsstraßen- verkehrsordnung usw. Die Einwohnermeldeämter sind stark angespannt, neue Paßvorschriften sind erlassen worden unb bie neuen Vorschriften für ben Grenzverkehr finb zur Durchführung zu bringen. Damit bie Beamtenschaft in der Sage ist, die neuen Vorschriften unb Gesetze nicht nur bem Buchstaben nach, sonbern auch bem nationalsozialistischen Geiste nach burchzuführen, würben nationalsozialistische Schulungskurse eingerichtet. Jeder Poli^eiangehörige muß sich das nationalsozialistische Geoankengut aneignen und nach ihm leben, denken unb hanbeln. Das ganze Beamtenrecht, insbefonbere bas Dienststrafrecht mußte auf bas Ziel abgestellt werben, bem Staate ein sauberes unb zuverlässiges Beamtentum zu sichern. Zur Zeit finb bie Vorarbeiten zu einem deutschen Beamtengesetz im Gang, das die Grundlage für die Rechtsstellung des gesamten Beamtentums im Reich, Sänbern unb (Bemeinben geben wirb. Das Reichsgesetz vom 30. Juni 1933 wirb in bas neue Gesetz mit nur kleinen Aenderungen übergehen. Damit tritt bann eine enbgültige Stabilisierung bes geschaffenen Zustanbes ein. Mit der Reichspolizei unb bem Reichsbeamtengesetz bürste bie äußere Form für die Polizei im wesentlichen enbgüttig geschaffen sein. Deutschlanb besitzt bann eine moberne unb bestorganisierte Polizei, bie nur dem Volks- ganzen bienen will mit ehrlichem Eifer unb aus innerer Ueberzeugung nach bem Grunbsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Als Machtinstrument bes Staates soll unb muß bie Polizei Vor - b i I b werben f ü r alle anberen Volksgenossen in freubiger Hingebung an ben nationalsozialistischen Staat zum Wohle ber Volksgesamtheit unb bamit bes einzelnen. Aus aller Well. Das 6hrenkreuz des Weltkriege« noch vor Weihnachten. Der Reichsminiister bes Innern hat bie Verleihungsbehörden für das Ehrenkreuz des Weltkriegs ersucht, bem in weiten Kreisen ber Kriegsteilnehmer bestehenben Wunsch, bas Ehrenkreuz bes Weltkriegs noch vor bem Weihnachtsfest zu erhalten, tunlichst Rechnung zu tragen. Trauer um die Opfer von Langwedel. Oie »Camper Speeldeel-'. Das Eisenbahn-Unglück von Langwebel hat in Stabe große Trauer ausgelöst. Der Stabt- teil Campe, in dem die meisten Getöteten wohnten, hat Haus bei Haus Halbstock geflaggt. Die Glocken aller Kirchen stimmten ein Trauergeläut an. Auf den Straßen stehen bie Menschen in größeren Gruppen unb besprechen bas Unglück. Fast jeber hat einen guten Bekannten ober Verwanbten unter ben Opfern. Die Toten sollen in einem g e - meinfamen Grabe beigesetzt werben. Zu bem Unglück schreibt das „Hamburger Fremdenblatt": Der Verlust, dem die Stadt Stade durch ben Unfall ber „Camper Speelbeel" erlitten hat, ist unermeßlich. Es war die einzige plattdeutsche Spielgruppe des Gaues. Die Spieler haben ihre Requisiten selbst hergestellt unb führten biefe auf allen Fahrten mit sich. Alle Spieler waren durch tatsächliche Volksgemeinschaft aufs engste verbunden. Besonders bekannt ist die Speeldeel durch bas Hin- richsche Stück „Swinskomöoi" („Krach um Jolanthe") geworben. Die „Camper Speelbeel" hat bieses Stück aus ber Taufe gehoben. Verfuchsschnellfahrlen mif elektrischen Lokomotiven. Die Reichsbahnbirektion Halle veranstaltete zwischen Halle unb Stußdorf, einem Teilabschnitt ber seit bem 7. Oktober elektrisch betriebenen Strecke Halle-Köthen, versuchsweise Schnellfahrten. Die Streckenausrüstung weist einige erstmalig ausgeführte Neuerungen auf, deren Zweck möglichst sichere Stromzuführung zu besonders schnellfahrenben Zügen ist. Die Fahrten wurden nicht mit Triebwa- gen, sondern mit elektrischen Lokomotiven ausgeführt unb erreichten für den größten Teil ber zu durchfahrenben Strecke eine Fahrtgeschwinbig» (eit von 150 Kilometern in der Stunde. Das ist dieselbe Geschwindigkeit, mit der die bekannten Schnelltriebwagen zwischen Berlin und Hamburg verkehren. Die Ergebnisse der Versuchsfahrten sollen wichtige Grundlagen für den Schnellbetrieb auf Hauptbahnstrecken mit elektrischer Oberleitung liefern. Schon jetzt war feftzustellen, daß die hohen Geschwindigkeiten mit der gleichen Sicherheit gefahren werden können wie zwischen Berlin unb Hamburg. ♦ Im kommenden Sommerfahrplan, und zwar voraussichtlich bis Juli 1935, werden u. a. auf der Strecke Nürnberg—Frankfurt a. M. Schnell- tr iebroagen eingesetzt. Die Züge werden eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde entwickeln können. Dr. Eckener in Spanien. — Einrichtung eines Flughafens in Sevilla. Dr. Eckener ist auf ber Durchreise nach Sevilla mit bem fahrplanmäßigen Flugzeug ber Sübame- rikalinie ber Deutschen Lufthansa in Marseille ein3 getroffen unb wenig später nach Spanien roeiter» geflogen. Pressevertretern erklärte er, er begebe sich nach Sevilla, um bort bie Einrichtung bes Flughafens ovrzunehmen, auf bem bie deutschen Flugzeuge des Südamerikadienstes regelmäßig Zwischenlandungen vornehmen. Es handele sich um die Einrichtung ber Flugzeugschuppen unb bie Aufstellung von Gas- unb Brennstoffbehältern. Dr. Eckener, ber die Absicht hat, mit dem spanischen Ministerpräsidenten und dem spanischen Lustsahrt- ministerium zu verhandeln, wird mit dem „Graf Zeppelin" nach Friedrichshafen zurückkehren. Schwerkranke Frau wegen angeblicher Trunkenheit verhaftet. — Verhängnisvoller Mißgriff der polet in Lille. Ein bedauerlicher Vorfall kostete der Frau eines Industriellen aus Roubaix das Leben. Die Frau war dieser Tage nach Lille gefahren unb suchte dort ein Lichtspielhaus auf. Plötzlich brach sie auf bem Stuhl zusammen. Ein Polizeibeamter stellte „vollkommene Trunkenheit" fest unb ließ sie zur nächsten Wache bringen, wo man sie i n eine Zelle einsperrte, in ber sie ihren angeblichen Rausch ausschlafen sollte. Als ber Ehemann ben Aufenthaltsort seiner Frau erfahren hatte, begab er sich sofort zur Wache, wo man ihn aber Der neue Stern in ben Zwillingen konnte jetzt erstmalig vom Potsbamer Aftrophyfi- kalifchen Observatorium aus beobachtet werben. Es wurde feftgeftellt, daß es fich zweifellos um einen neuen Stern handelt, der aber feine größte Helligkeit bereits überschritten hat. Eine Reihe von Spek- tralaufnahmen konnten gemacht werden. Mit der Auswertung der Beobachtungen ist das Obser« oatorium zur Zeit noch beschäftigt. Veifehung des Polarforschers Andree unb feiner Gefährten in Stockholm. In Stockholm fand auf dem Nordfniedhof unter großer Teilnahme der Bevölkerung, namentlich der Studentenschaft, die feierliche Enthüllung eines Andree-Denkmals und die B e ft a 11 u n g der Urnen mit den letzten Ueberreften ber im Jahre 1897 im Nordpolareise umgekommenen drei schwedischen Forscher Andrse, Strindberg unb Fraenkel statt. Vergilbte Briefe von Galapagos. Der Fifchbampser „Santa Amara", ber biefer Tage in Los Angeles eintraf, brachte von ber Insel Marchena etwa 40 Briese mit, bie bei ben bort verbursteten ©alapagos-Einsieblern Lorenz unb Nuggrud gefunben worben waren. Die amerikanischen Zollbehörben übergaben biefe Briefe bem beutschen Konsulat zur Weiterleitung. Die meisten Umschläge waren so vergilbt unb vom Wetter zerstört, daß sie kaum leserlich waren. Kapitän Hancock teilte in einem Funkspruch mit, daß er das Rätsel der ©alapagos-Jnseln sehr bald zu lösen hoffe. papagelenplage in Australien. Jnnerauftralien, bas sich eben von einer großen Heuschreckenplage erholt hat, wirb von einer neuen Plage bedroht. Millionen grüner Papa- geien befinden sich auf einem Fluge von der Grenze Westaustraliens nach dem Osten. Sie bilden so dichte Massen, daß der Erdboden, wo sie sich niederlassen, weithin grün gefärbt ist. Die Vögel machen die Wasservorräte für Mensch und Vieh ungenießbar. Man ist Tag und Nacht damit beschäftigt, die Wasferquellen vor den Papageien zu schützen. Man befürchtet, daß die Vögel, wenn sie in die Farmgebiete kommen, auch die von den Heuschrecken noch übrig gelassenen Saaten unb Früchte vernichten. Messerstecherei zwischen vier Brüdern. In Merzig (Saar) kam es zu einer Messer» ft e cf) e r e i zwischen vier Brübern. Einer von ihnen wurde tödlich getroffen und starb am Tatort. Die drei anderen Brüder erhielten teils schwere, teils leichtere Verletzungen. Der Tote wurde vor- läufig ins Leichenhaus gebracht, wo eine gerichtliche Leichenöffnung erfolgen wird. Einer der verwundeten Brüder ist ins Gefängnislazarett in Saar» brücken eingeliefert worden. Auto in einen Kanal gestürzt. — Die drei Insassen ertrunken. Auf ber Chaussee Mittenwalde—Zossen hat sich in einer ber vergangenen Nächte ein furchtbarer Unglücksfall ereignet. Ein Personenkraftwagen, in bem ein Berliner Fabrikbesitzer, ein Berliner Gastwirt unb ein Polizeioffizier saßen, fuhr infolge bes bichten Nebels in ben Galluner Kanal unweit von Mittenwalbe. Der Wagen über» schlug s i ch beim Sturz in bas Wasser. Die brei Insassen konnten sich trotz verzweifelter Bemühung nicht befreien. Sie fanben ben Tob. Man konnte bie Leichen ber brei Insassen bergen. Brennenbes Wachs flieht durch die Straßen. In einer Wachsfabrik in ber Ortschaft Elmsforb bei Neuyork brach ein Branb aus. Das Feuer griff rasch um sich, unb brennenbes Wachs ergoß sich aus Fabrik- unb Lagerräumen auf die Straße. Der feurige Strom wälzte sich bald durch alle Straßen in der Umgebung der Fabrik und setzte ein Haus nach dem anderen in Brand. Die Einwohner flüchteten angsterfüllt vor ber glühenden unb brennenden Masse und konnten sich nur unter großen Schwierigkeiten in Sicherheit bringen. Grauenhafter Kinder mord in USA. aufgeklärt. Mit ber Verhaftung und bem Gestänbnis des 65jährigen Anstreichers Albert Fish wurde in Neuyork ein grauenhafter Kindermord aufgeklärt, der schon über sechs Jahre zurückliegt. Fish hat gestanden, am 3. Juni 1928 Die zehnjährige Grace Budd in ein unbewohntes altes Haus im Westchester Bezirk gelockt und bort auf scheußliche Weise ermorbet zu haben. Als ©runb für ben Morb gab ber vertierte Verbrecher feine „Blutgier" an. Das Gestänbnis bes Mörbers fanb burch bie Ermittlung ber Polizei volle Bestätigung. Man fanb im Walbe in ber Nähe bes Mordhaufes ein fast vollstänbiges Mäbchenfkelett sowie bas Hackmesser unb bie Säge, bie Fish zur Zerstückelung ber Leiche benutzt hatte. Um ben Morb enbgültig unb ein- wanbfrei aufzuklären, ist der Zahnarzt, ber bie kleine ©race Bubb behanbelt hatte, beauftragt worben, bie Zähne bes aufgefunbenen Skeletts einer genauen Untersuchung zu unterziehen. Die Polizei vermutet, baß Fish auch noch anbere Mvrbe an Kindern, bie in ben letzten Jahren spurlos verfchwunden finb, auf dem Gewißen hat, jedoch Wettervoraussage. MÖBEL | Mietgesuclie~| [Stellengesuche] Rödgen (Gießener Straße 9), Gießen, Bonn, den 16. Dezember 1934. Die Beerdigung findet am Dienstag. 18. Dezember, nachm. 2 Uhr statt. er 05948 werb 7415 A EL, wi't? MyMpwS einJUNO-GÄSHERD 7426 D Geschmackvoll cltyt, 6x?an.6J ■1 Vornehm Persönlich Brühl'sche Auf Wunsch Teilzahlung bis zu 24 Monats-Raten. Lassen Sie sich dieses Qualitätserzeugnis deutscher Werkmannsarbeit in meinen1 Verkaufslokal im Betrieb vorführen. Hüten Sie sich vor unbekannten Marken und verlangen Sie Referenzen-Ll***’ Unzulässige Methoden der Zeitungswerbung. FORMSCHÖN GUT PREISWERT Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. [Stellenangebote <4u alleinstehend. Dame nach Bad- Nauheim für sofort besseres Mädchen oderHauotochter zur Aushilfe für 5-6 Wochen, bei Eignung evtl, für üauerd gesucht. Vorzustellen mit Zeugnissen am 19.Dez.zw.15 u. 18Uhrb.Dr.Gail in Gießen,Bahnhofstr. 71II. 7424D leugnet der Verbrecher hartnackig, außer der Ermordung der Grace Budd noch weitere Verbrechen begangen zu haben. Aufgedeckter Turfschwindel. — Ein Pferd läuft unter falschem Namen. Bei dem letzten Rennen in Mühlheim ist ein Schwindelmanöver aufgedeckt worden. Bei dem Zimmermann-Rennen wurde u. a. eine Stute gestartet, von der sestgestellt werden konnte, daß sie unter falschem Namen lief. Bei dem Rennen spielte aber auch das vertauschte Pferd keine Rolle und konnte nur den vierten Platz besetzen. Der geplante Schwindel war nicht von Erfolg begleitet. Die Oberste Rennbehörde hatte von dem Tausch schon einige Tage vor dem Rennen Kenntnis erhalten und hat mit Absicht den Betrugsfall sich abwickeln lassen, um energisch gegen die in die Angelegenheit verwickelten Betrüger zum Nutzen des gesamten Rennsportes und des wettenden Publikum einschreiten zu können. Gleichzeitig mit der Beschlagnahme des Pferdes wurde zugunsten des auf den 5. Platz eingekommenen Pferdes gegen die auf den vierten Platz eingelaufene Stute von feiten der Obersten Behörde Protest eingelegt. Die Untersuchung des Falles wird mit größter Energie betrieben. Es dürfte erwiesen sein, daß kein aktiv am Rennsport Beteiligter dabei seine Hand im Spiel gehabt, daß vielmehr eine Clique von Außenseitern das Schwindelmanöver ausgeführt hat. Französischer Abgeordneter lot aufgefunden. — Opfer einer Gasvergiftung. Der der radikalen Linken angehörende französische Abgeordnete Chamooux, der seit einem Monat in einem Pariser Hotel wohnte, wurde jetzt vom Hotelbesitzer tot in seinem Bett aufgefunden. Im Zimmer war starker Gasgeruch zu verspüren. Die ersten polizeilichen Ermittlungen deuten darauf hin, daß der Abgeordnete das Opfer zufällig ausströmender Gase aus dem Heizofen des Badezimmers geworden ist. Auf dem Schreibtisch lag noch der Entwurf zu einer Rede, an deren Vorbereitung der Abgeordnete gearbeit hat, bevor ihn der Tod ereilte. Ende März 1934 wurde vom Verlag einer nichtnationalsozialistischen Zeitung in Oberhausen gegen den Verlag eines nationalsozialistischen Blattes in Essen eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs angestrengt. Die Essener Zeitung hatte einen Kontrollbeamten eingestellt, mit der Aufgabe, die abgesprungenen Bezieher aufzusuchen; dieser Kontrollbeamte übte zugleich eine Werbetätigkeit aus, indem er den Leuten deutlich zu verstehen gab, sie selbst, der Mann oder der Sohn, könnten ihre Arbeits- [teile verlieren, oder auch die Rente sei in Gefahr, wenn das nationalsozialistische Blatt nicht abonniert werde. In erster Instanz vor dem Landgericht Duisburg- Hamborn wurde die Klage der Oberhausener Zeitung abgewiesen mit der Begründung, die „katholische Presse" sei überflüssig; die Klägerin habe sich selbst unlauterer Werbemethoden bedient, insofern liege also Notwehr vor. Das Oberlandesgericht Düsseldorf dagegen hat im Wege der einstweiligen Verfügung sowohl gegenüber dem Koutrollbeamten als auch gegenüber dem beklagten Verlag die weitere Anwendung der beanstandeten Werbemethoden unter Androhung von Geldstrafen untersagt. Der Verlag des nationalsozialistischen Blattes hatte u. a. den Einwand erhoben, daß sein Werber gar nicht zu Wettbewerbszwecken, sondern aus „staatspolitischer Notwehr" gehandelt habe. Der Verlag sei kein gewerbliches Unternehmen im Sinne des Wettbewerbsrechts, und die Anordnung der Reichsprefsekammcr über unzulässige Werbemethoden dürfe deshalb keine Anwendung finden, weil sie sonst zum Schutze eines „getarnten Zentrumsorgans" mißbraucht rxürde. Auch „persönliche Notwehr" des Werbers liege vor, denn beim Mißerfolg seiner Tätigkeit würde sein Arbeitsplatz in Gefahr geraten. Das Gericht hat demgegenüber öffentliches Amt und geschäftliche Tätigkeit, politischen Kampf und wirtschaftlichen Konkurrenzkampf im Pressewesen gegeneinander abgegrenzt. Das Schriftleitergesetz habe die Presse zwar zum Träger öffentlicher Aufgaben gemacht, aber der Träger |ia) zur Zeit noch über Frankreich, der Ml sowie im Mittelmeergebiet geltend. Im OfaJ ist ein neuer Sturmwirbel in Entwicklung 3 baut sich zunächst ein flaches Zwischenhoch aij auch für unser Wetter maßgebend sein wird. Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten schnell und zu mäßigen Preisen Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 -Teppiche TlNoleUM Stückware -Läufer Staatsangestellt, sucht f.2 Person. 3-4-3immei- MMg i einschl. Küche z. l.Ian.35. Eiloff. n.FranN.Denssen Gelsenkirchen Margaretenhof 32 MI.MM von berufstätig. Fräulein sofort oder 1. Jan. gesucht. Preisoffert. unt.05947 an den GiehenerAnzeig. ist gesund! Die rechte Freude daran und eine gute Laufsicherheit bieten aber nur gute Schlittschuhe Lassen Sie sich die große Auswahl der sportgerechten Schlittschuhe zeigen bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 7177 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 ________________________________________________________vi und zum Bauen Äbermaiw selbst sei nur der Schriftleiter, welcher privatrechtlich Angestellter des Z e i t u n g s u n Lerne h m e n s bleibe, dessen rein wirtschaftliche Tätigkeit nach wie vor eine gewerbliche sei. Auch beim Zeitungsverlag sei eine Grenze zwischen der Erfüllung öffentlicher Aufgaben, also der politischen und kulturellen Arbeit, und der rein geschäftlichen Tätigkeit zu ziehen. Zur letzteren gehöre d i e Arbeit der Bezieherwerber, bei denen der Wettbewerbszweck auch dann nicht aufgehoben werde, wenn politische Seroeggrünbe mitbestimmend seien. Die Situation werde ja illustriert dadurch, daß der Werber sich selbst in diesem Falle auf „Notwehr" berufe, weil er seinen Arbeitsplatz habe erhalten wollen. Das Urteil hebt hervor, daß nach Anordnungen der Reichspressekammer eine Verpflichtung zum Bezug bestimmter Zeitungen nicht zulässig sei, msbesondere nicht durch Anordnungen oder Befehle. Die Werber dürften auch keinerlei unwahre Behauptungen aufstellen und nicht zur Abbestellung eines anderen Blattes auffordern. „Dem Werber ist untersagt, in irgendeiner Hinsicht auf den zu werbenden Bezieher einen Zwang oder Druck auszuüben, insbesondere dürfen nicht irgendwelche Nachteile, z. B. persönlicher, wirtschaftlicher, beruflicher oder sonstiger Art für den Nichtbezieher einer Zeitung oder Zeitschrift angedroht werden ..." Danach sind jene Fälle zu beurteilen, in welchen der Werber zu bedenken gibt, ob nicht Schwierigkeiten bei der Erhaltung des Arbeitsplatzes entstehen könnten oder ob die Rente nicht in Gefahr gerate. Zwischen den nationalsozialistischen Zeitungen und den anderen sei kein Unterschied in der Gleichberechtigung erlaubt: „Mit der »Schaffung der Reichspreffekam- mer hat der nationalsozialistische Staat das deutsche Zeitungswesen befriedet. Diesen Rechtsfrieden genießen nicht nur die nationalsozialistischen Parteiorgane, sondern alle deutschen Zeitungen ... Diese Gewährleistung des innerpolitischen Rechtsfriedens im deutschen Pressewesen schützt jede auf diese Art durch einen Hauptschriftleiter ge- TREFZGER-MDBEL / Frankfurt a Große Friedberge f-teme entschlief nach einem segensreichen Leben meine innigst- geliebte brau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Sybille Löwenstein, geb. Schul im Alter von 81 Jahren sanft dem Herrn. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Löwenstein und alle Angehörigen. Wieseck, Mühlhausen (Thüring.), Wetzlar, den 15. Dezember 1934. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 18. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Alicenstraße 52 aus statt. Aussichten für Dienstag: VielfoS >. stig oder neblig, sonst im wesentlichen trode-“ zeitweilig aufheiternd, für die Jahreszeit no4 Windrichtung veränderlich. Aussichten für Mittwoch: Voro^ lief) wieder zunehmende Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 16. Dezember: mitto; Grad Celsius, abends 6,1 Grad; am 17. Dez^L morgens 6,5 Grad. Maximum 6,9 Grad, Mj^ 4,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tie», 16. Dezember: abends 5,5 Grad; am 17. morgens 5,5 Grad Celsius. fetzmäßig geleitete deutsche Zeitung vor einen » Ligen innerpolitischen Kampfmaßnahnien eines Berufsgenossen und gibt ihr insoweit Gleichberechtigung vor Gesetz und Gericht" v eine Zeitung sich etwa gesetzwidrig verhalte das „Schriftleitergesetz" oder aber auch dö- » setz gegen die Neubildung von Parteien" Staate ausreichende Handhaben, um zu beseitigen. Unlauterer Wettbewerb ab?^ kein erlaubtes Mittel zur Beseitiou^ * meintlicher Mißbräuche. «„Wie Neu“; Ihren Anzug „ and Damen • Kleidungs- Stücke t/i bügeln, dämpfen u. auffrischen 5 per Anzug Reichsmark 1.80 g, Reparaturen billigst. Abholen 2 und Zusenden kostenl. Tel.2503 * „Wie Neu“ Bügelanstalt ließen, Wolkeng.23, Inh.: L. Pitz, Schneider Der zum Ende der Vorwoche bei Irland li,... Sturmwirbel hat sich ostwärts weiter bewem aber rasch aufgefüllt. Einige Reststörungen 1 sich zur Zeit noch über Frankreich, der ' Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm La«, Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. &•, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den üSj Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans £ verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: D > Kümmel. DA. XI. 34: 11500. Druck und ir- Brühl'sche Universitäts-Buch- und SteindriL- R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 2f: Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 1! • mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 Uebernehme Helfepofitlon. Ang. u. Nr. 2866 an Germer & Wag- ner, Neuenw.50. | Verkäufe [ Mass, dreistöckig. Wohnhaus Klein-Linden Wilbelmstraße5 nt verkauf. 05942 Näheres in d.Ge- schäftsst. d. G. A. IP.Ski zu verk. ToNNU 05945 Ludwigstratze 8. Gut erhaltenes Paddelboot (zweisitzig) sowie sehr schöne Puppenstube preiswert abzugeben. 7429V iMtMw.-lvall 181 Emil Pistor Nacht” Verkauf: MarktstraBe W Ausstellung: Hlndenburgwall 80 _ Bekanntmachung. £>ie Ausgabe der Brennstoff-Bezugsscheine (zweite Rate) für die Bezieher von Arbeitslosen- und Krisenunterstützung sowie für verschämte Arme erfolgt am Mittwoch, dem 19. Dezember 1934, für die Buchstaben A—K, Donnerstag, dem 20. Dezember 1934, für die Buchstaben L—Z in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in dem Hause Lonn- straße 2 (Erdgeschoß, Schalterraum). Gießen, den 13. Dezember 1934. 7418D Städtisches Wohlfahrtsamt. | Kaufgesuche Beschäl od.beteil.michm. einig. 1000 Mk. Ang. u. Nr. 2867 an ßermer&Wagner, Neuenw.50.74-’'-’v Verschiedenes] Derjenige Herr der in der Nacht vom 10.auf ll.d. M.vord.Bürger- hof-CafH in der Plockftraße ohne jed. Grund mißhandelt wurde, wird von Zeugen d. Angelegenheit um Mitteilung feiner Adresse gebeten unt.7421D an den Gießener Anzeiger zwecks Einleit, der dies- bezugl. Schritte. BtaöttWier G«eßen 7392D Dienst., 18.Tez., 20 bis 23 Uhr 12. Dienst.-Ab Cpempreife Der Freischütz. Rom. Oper in 3 Aufzügen von C. M. v. Weber. Szenische Neubearbeitung von Paul Wrede. Musik.-Leitung Gen.-Mus.-Dir. Walter Stöver Bad-Nauh.a.G. Mein herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel u. Pate Wilhelm Jost ist im Alter von 57 Jahren nach längerem Leiden heute nacht seinen vor kaum drei Wochen heimgegangenen Schwiegereltern in die Ewigkeit nachgefolgt. Marie Jost, geb. Brück Heinrich Jost Wilh. Kraushaar und Frau Kath., geb Jost, nebst Sohn Kaspar Jost und Familie Marg. Muth, geb. Jost, nebst Kindern Ludwig Jost und Familie Georg Jost und Familie Christoph Balser und Familie. 05943 7425 D| Allen denen, die uns beim Heimgang von Frau Marie GutjahrWwe. ihre Anteilnahme bewiesen haben, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Für die Hinterbliebenen: Justus Formhals Großen-Linden, den 17. Dezember 1934. ■vF I Aus einem arbeitsreichen Leben wurde gestern morgen ganz plötzlich und unerwartet unsere innigstgeliebte, unvergeßliche, treusorgende Mutter Frau Marie Kirschbaum Wwe. im Alter von 55 Jahren in ein besseres Jenseits abgerufen, Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Kirschbaum. Gießen (Wolkengasse 23), 17. Dezember 1934. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 18. Dezember, nachmittags 2y2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. von bleibendem * '“"’lage. Rh 'Ä iw r-ch Ls5' “A: KU Wnleitetjk WS? Ud)‘ und 6(? Eich in Gik> 2<05 einf^J Mtrierten 15*. '[ und Canisltz। 2 Dom 2.3ulii£| kä: GUT PREIS? 6x L / FrankM Große Frie*r Ittr. 294 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)Montag, 17. Dezember (934 Oie Olympiaanwärter-Verpflichtung in Gießen. Zu der feierlichen Verpflichtung zur Olympia- ivorbereitung in Gießen hatten sich zahlreiche Sportler und Freunde des Sports im Studentenheim :am Leihgefterner Weg eingefunden. Der große Saal des Studentenheims war prächtig geschmückt. !Auf dem breiten Podium prangte inmitten von irischem Grün das Bildnis des Führers. Die Flag- igen des Dritten Reiches und die Olympische Flagge iWeiß mit fünf bunten Ringen) boten den würdigen chintergrund Zur Eröffnung der Feier marschierten die zu verpflichtenden Sportler und Sportlerinnen unter der Mhrung ihrer Trainer in den Saal und nahmen Aufstellung. Den Teilnehmern der Feier bot sich t?in schönes Bild, denn die Sportler waren durchHarmonie bleibe aber nur erhalten, wenn jeder dazu beitrage, daß der ganze Bau gleichmäßig in allen seinen Teilen vorwärtsgetrieben werde. Eine echte Revolution zeichne sich immer dadurch aus, daß sie alle Gebiete des Lebens erfasse. Die nationalsozialistische Revolution entspreche diesem Wesen. Nationalsozialistische Grundsätze begegneten sich in vieler Hinsicht auch in den Gedanken der olympischen Idee. Der olympische Gedanke diene dem nationalsozialistischen Staat. Um so mehr sei jeder zur Mitarbeit an der Olympiade verpflichtet. Jedermann, auch wenn er nicht aktiv Sport treibe, könne mithelfen. Die Arbeit am Sport im Dritten Reich sei keine Arbeit zweiter Ordnung. Es gebe immer nur die Höchstleistung durch einen jeden einzelnen. auch nur annähernd ähnliche Vorbereitung gefunden, wie die des Jahre 1936. Der nationalsozialistische Staat hat sich mit allen seinen Gliederungen restlos in den Dienst der Olympiavorbereitungen gestellt. Es ist alles nur Erdenkliche getan, um die Oympischen Spiele zu einem Markstein auf dem Gebiet des internationalen friedlichen Völkerverkehrs zu gestalten. „Nun zu euch, meine Kameraden und meine Kameradinnen, die ihr euch in den ersten Anfängen unserer sportlichen Vorbereitung für 1936 aus der breiten Masse herausgeschält habt. Große Aufgaben verlangen große Vorbereitungen. Mit Freude und Genugtuung habe ich feststellen können, daß ihr mit eisernem Willen und größter Einsatzbereitschaft die bisher von mir aestellten Aufgaben erfüllt habt. Für das kommende Jahr werden weit größere Anforderungen an euch gestellt, Anforderungen, die Hintansetzung aller persönlichen Wünsche verlangen, Kameradschaft, restlose Diszi» plin und Unterordnung unter die beauftragten Lehrer, Konzentrierung aller geistigen und körperlichen Kräfte. Euch diesen Pflichten zu unterwerfen, seid ihr bereit. Dafür seid ihr im ganzen Reich, von Garmisch-Partenkirchen bis Hamburg, von West bis Ost versammelt. Eure Verpflichtung, euer Gelöbnis gilt nicht mir, es gilt dem Vaterland und seinem Führer." Im Namen der Aktiven sprach der Berliner Leichtathlet Voigt die Eidesformel und alle gelobten mit ihm die Erfüllung. Der Reichssportführer schloß die Verpflichtungsfeier mit der Aufforderung, nun an die Arbeit zu gehen mit dem Ziel, der Welt zu zeigen, daß Deutschland in der Zeit seines Aufbaues allerarößter Leistungen fähig ist. - i "-> :• : V ■ A" ß Die verpflichteten Gießener Olympia-Anwärter. Dr. Möckelmann verpflichtet die jungen Sportler durch Handschlag. weg im Sportdreß erschienen. Insgesamt waren es ül Personen, die sich bereit erklärten, die Verpflichtung zu unterschreiben und sich den harten Trai- 'üngsbestimmungen zu unterwerfen, die aus dem :?ager des deutschen Rudersports übernommen wur- t'n und von den Sportlern ein außerordentliches Maß an Selbstdisziplin verlangen. Der Führer des Reichsbundes für Leibesübungen,Ortsgruppe Gießen, Or. Möckelmann Hielt eine kurze Ansprache. Er wieß darauf hin, raß uns nur noch ein Jahr von der Olympiade wen ne. Es fei also Zeit, ernsteste Vorbereitung auf . e Wettkämpfe in Angriff zu nehmen. Wir seien uns Ile dessen gewiß, daß zur Olympiade die deutsche ilogge häufig am Siegesmast gehißt werde, wichtiger ii es aber, daß zur Olympiade deutsche Lebenskraft md unerschütterlicher Lebenswille des ganzen deut- Hen Volkes bewiesen werde. „Ihr Sport-Kamera- >en", so suhr er fort, „übernehmt eine große Verantwortung, jeder muß sich mit seiner ganzen Kraft iafür einfetzen, daß das deutsche Volk würdig verbeten werde." Den Sportkameraden sei große ihre zuteil geworden, indem sie für Deutschland Impfen dürften. Jeder solle sich aber auch dessen ewußt sein, daß ein Bruch der Verpflichtung ein .Äortdruch gegenüber dem deutschen Volke sei. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung hörte :ian die Uebertraqung der Feier von Berlin, die jurd) das Deutschland-Lied und das Horst-Wessel- .'ied, von allen im Saale Anwesenden mitgesungen, ^schlossen wurde. Nachdem Dr. Möckelmann durch Handschlag jeden mnzelnen der Sportkameraden verpflichtet hatte, nutzte jeder von ihnen durch Unterschrift sein Ge- ■jbnis bekräftigen. Zum Schluß hielt der ! Kreispropagandaleiter pg Schmelz rine eindrucksvolle und vom tiefen Ernst der stunde getragene Ansprache, der folgendes entnommen sei: Das deutsche Leben wachse mehr und mehr zu- zammen zu einer wunderbaren Einheit. Die Ver- angenheit habe sich ausgezeichnet durch Verwir- ung und Verantwortungslosigkeit. Mit der deutschen neinigkeit seien jahrzehntelange Geschäfte gemacht morden. Aber wir lernten daraus. Nun werde alle Kraft eingesetzt für den Aufbau. Der Aufbau sei c*ber auch ein Neubau. Zwar gebe uns die Vergangenheit wertvolle Bausteine: eine ausgezeichnete militärische Tradition, eine Fülle kulturellen Gutes, hie politischen Bausteine seien aber aus der national» ' liizialistischen Bewegung herausgewachsen. Der Auflau müsse harmonisch erfolgen. Die notwendige gleich, was er arbeitet und was er tut. So sehe er, der Redner, als Sportkamerad und als politisch denkender Mensch in der Arbeit an der Olympiade eine dankbare Aufgabe im Aufbau des Dritten Reiches. Dem Führer sei es zu verdanken, daß wir auf diesem Gebiete arbeiten dürften. Möge jeder dafür sorgen, daß seine sportliche Arbeit ein Teil des Aufbaues des Vaterlandes werde. Es sei ein absurder Gedanke, wenn jemand glaube, daß die Spitzenleistung nicht mehr betrieben, sondern nur Breitenarbeit gepflegt werden solle. Die Breitenarbeit habe stets die große Aufgabe, die Spitzenleistung zu tragen. Die Spitzenleistung müsse aus ihr herauswachsen. Nur durch die Spitzenleistung sei es möglich, mit anderen Nationen in den Wettbewerb zu treten. Der olympische Gedanke werde im Laufe I des kommenden Jahres mit allen Mitteln gefördert werden. Hinter dem Sportler, hinter dem deutschen Kämpfer der Olympiade stehe nicht nur der Staat und die Bewegung, sondern das ganze deutsche Volk. Mit den Worten: „Es geht um Deutschland! Erfüllen Sie Ihre Pflicht so, wie es einem deutschen Menschen geziemt!" schloß Kreispropagandaleiter Schmelz seine Ansprache. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland klang die Feier aus. Die Feierstunde in Berlin. Die nach Tausenden zählenden Mitglieder der Olympia-Trainingsmannschaft des deutschen Sports, die am Sonntag zu Verpflichtungsfeiern in allen Gauen versammelt waren, hörten den Aufruf des Reichssportführers an alle, die auf Grund iyrer körperlichen, aber auch charakterlichen Befähigung sich einreihen wollen in die große deutsche Trainings-Gemeinschaft für 1936. Das Deutsche Opernhaus in Charlottenburg war bis auf den letzten Platz besetzt, als Richard Wagners Musik „Siegfrieds Rheinfahrt" aus „Götterdämmerung" die Weihestunde einleitete. Die Ministerien, Partei- und SA.-Behörden und Sportver- bände hatten ihre Vertreter entsandt. Für die Olympiaanwärter und für alle im Reich standen auf der Bühne neben dem Reichssportführer ca. 100 Aktive im neuen weißen Sportanzug. Hinter ihnen leuchteten zwischen den Farben des Reiches die fünf Ringe des olympischen Wahrzeichens. Nach dem von G. von Mengden verfaßten Vorspruch nahm der Reichssportführer von Tschammer und Offen das Wort und führte u. a. aus: Noch niemals haben die Olympischen Spiele eine Wahrend der Olympia-Anwärter-Verpflichtung im Saale des Studentenheims. Im Hintergrund (Mitte) die olympische Flagge, die zmn erstenmal in Gießen gezeigt wird, W ■ W Um die Hochschulmeisterschast im Handball Universität Gießen verliert gegen Die Handballmannschaft der Universität Gießen, die in den Spielen um die Hochschul-Handballmeisterschaft recht gut abgeschnitten hatte und mit Hoffnungen auf Sieg auch in den Kampf gegen die Handdallmannschast der Technischen Hochschule München ging, mußte am Samstag auf dem Universitätssportplatz vor vielen Zuschauern eine Niederlage hinnehmen, die dazu Üoch sehr eindeutig ausfiel. Die Gäste gingen bereits in der dritten TH. München 9:15 (2:9). Situation vielleicht doch noch grundlegend wandeln könnte und vielleicht ein Unentschieden erreicht werden könnte. Es kam aber anders. Wenn sich das Spiel nun auch ziemlich ausgeglichen gestaltete, so antworteten die Münchener auf jeden Gießener Erfolg doch ebenfalls mit Tor und fo kam es, das bei einem Schlußergebnis mit 9:15 Toren den Studenten unserer Universität das kürzere Ende blieb. Für die Mannschaft kann als Trost HW 1 Die Mannschaften des Kampfes um die Handball- Technischen Hochschule München, dahinter Minute in Führung und eröffneten damit einen Torreigen, der die Hiesigen bald beunruhigen sollte. Zwar kam es zwei Minuten später zum Ausgleichstor, aber die Münchener vermochten durch einen Fehler der Gießener Verteidigung im Gegenstoß sofort auf 1:2 zu erhöhen. Die Spielhandlung wurde in der Folge von den Gästen diktiert, da sich die Hiesigen lange nicht finden konnten. In Der 9. Minute lautete die Torzahl bereits 1:3, eine Minute später 1:4, durch einen Strafwurf erhöhten die Gäste auf 1:5 und durch einen tadellosen Wurf aus dem Lauf konnte der Halblinke der Münchener das sechste Tor erzielen. Erst jetzt tarnen die Gießener durch einen Strafwurf, vonAcker geschickt verwandelt, zu ihrem zweiten Erfolg. Für die Platzbesitzer blieb es bis Halbzeit bei dieser Torausbeute, die Gäste aber konnten bis zum Wechsel auf 2:9 erhöhen. Mancher der gegnerischen Erfolge hätte allerdings vom Gießener Tormann verhindert werden müssen. Allerdings trug auch die Verteidigung einige Schuld. Nach dem Wechsel — das Spiel hatten bisher die Bayern eindeutig überlegen geführt — gestaltete sich der Kampf ausgeglichener. Die Einheimischen fanden sich besser, wurden im Sturm energischer und arbeitete eine stattliche Anzahl von Torchancen heraus. Nun aber bewies der Gästetorhüter sein ganzes und großes Können: er lief zu einzigartiger Form auf und hielt fast jeden, irgendwie erreichbaren Ball. Die Gießener fetzten außerdem etwa drei oder vier Bälle an die Latte, während die Gegner glücklicher waren. Immerhin holten die Hiesigen zunächst ein Tor auf, dann wurde aber von den Bayern bald die Halbzeitdifferenz wieder hergestellt. In der Folge vermochten die Gießener Studenten jedoch zwei weitere Tore zu erzielen. Das Ergebnis lautete nun 5:10. Man hegte um diese Zeit die Hoffnung, daß sich diel Hochschulmeisterschaft. Im Vordergrund die Elf der • Die Mannschaft Der Universität Gießen. gelten, daß sie sich gegen einen ausgezeichneten Gegner ausgezeichnet gehalten hat unD ehrenvoll unterlag. * Handballspiele im Gau Rordhessen: Kurhessen Kassel — Tuspo Bettenhausen 6:6; Tv. Kirchbauna — CT. Kassel 4 :7. Kuhbatt der Gau i aniannschasten. Gau NorDhessen: Germania Fulda — Kurhessen Kassel 3:2; Spielverein Kassel — Borussia Fulda 3:2; SC. 03 Kassel — Hessen Hersfeld verlegt; Hanau 93 — VfB. Friedberg verlegt. Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Union Niederrad 1:1; FK. Pirmasens — Phönix Ludwigshafen 1:2; 1. FC. Kaiserslautern — Borussia Neunkirchen 4:3; Saar 05 Saarbrücken — Wormatia Worms 1:5; Kickers Offenbach — FSV. Frankfurt 6:1. Gau Bayern: Spvgg. Fürth — 1860 München 1:1; Bayern München — ASV. Nürnberg 4:0; Schwaben Augsburg — 1. FC. Nürnberg 1:4; Jahn Regensburg — FC. Schweinfurt 05 3:3. Oie Spiele der Bezirksklafse Gruppe Gießen-Oill. VfB. Gießen — BC. Sinn 1:2 (0:1). 05 Wetzlar — Dillenburg 4:2 (2:1). Naunheim — Frohnhausen 3:2 (1:1). Bei dem Spiel 05 Wetzlar — Dillenburg gewann Wetzlar mit viel Glück. Wetzlar führt in Der 10. Minute 1:0, in Der 20. Minute 2:0. Dillenburg kommt gut auf unD Drängt! Der Rechtsaußen Meixner nimmt einen Ball vom Mittelstürmer auf und verwandelt unhaltbar zum Tor, 2:1. In Der zweiten .Halbzeit läßt Der Dillenburger Tormann Den Ball 1 fallen, Wetzlar fchießt mühelos ein, 3:1. Dillenburg schießt kurz darauf wieder ein, 3:2. Dann kamen bange Minuten für die Wetzlarer Anhänger. Aber Wohlgemuth erzielt schließlich das 4. Tor für Wetzlar, und kurz darauf ist das fair und ritterlich ausgetragene Spiel zu Ende. VfB.-Reichsbahn Gießen. Sinn siegt 2:1 (1:0). Dieses Spiel stellt durch seinen kämpferischen Charakter alles im Schatten, was man im Laufe dieser Serie auf dem Waldsportplatz gesehen hatte. Der Ausgang eines Spieles, das die Hiesigen in die Gefahr des Abstieges brachte, muß um so deprimierender wirken, als er durch die Geschehnisse auf dem Spielfeld in keiner Weise gerechtfertigt erscheinen kann. Die ©inner zeigten wohl in der ersten Halbzeit den besseren Spielaufbau und Spielauffassung. Sie waren schneller und vor dem Tor entschlossener und schußsähiger. Die zweite Halbzeit stand vollkommen im Zeichen der Grün-Weißen, wenn es trotzdem zu keinen Erfolgen kam, so war dafür in erster Linie der ©inner Tormann dafür verantwortlich, der durch sein entschlossenes Eingreifen, die sichersten Chancen der Gießener zunichte machte. Die Gießener erschienen ohne Knauß, für den Heß Mittelläufer spielte. Der neue rechte Läufer zeigte, daß er bei längerem Spiel in der Mannschaft auf diesem Posten durchaus seinen Mann stellen wird. Die Entscheidungen des Schiedsrichters fanden bei dem Publikum verschiedentlich Widerspruch. Die Gäste eröffnen mit einer Serie von Angriffen unter richtigem Einsetzen ihrer Außen das Spiel und erzwingen kurz hintereinander zwei Ecken. Das Tempo ist äußerst schnell. Birkenbiel gibt zu Ritter, aber der Tormann klärt. Bei einer Rückgabe des linken Läufers der Gäste kommt Fehling den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Die Gießener erzwingen eine Ecke, aber Fehling schießt zu schwach. Die ©inner werden durch die gute Aufbauarbeit ihrer Läuferreihe überlegen: aber Erfolge bleiben vorläufig aus. Ritter hat eben einen Freistoß verschossen und schon erzwingen die ©inner erneut eine Ecke. Der Halblinke schießt, aber Helmert klärt. Der Linksaußen der ©inner hat sich durch- gesetzt, feine Flanke lenkt der Mittelstürmer zum Halbrechten, der mit unhaltbarem Schuß die Führung erzielte. Eine Minute später faust ein Schrägschuß des Halbrechten längs am Tor vorbei. Ein scharfer Schuß des Linksaußen, der eine Flanke von rechts aufnahm und dann ist Halbzeit. Nach Wiederbeginn drängen die Hiesigen ihren Gegner sofort in feine Hälfte zurück. Fenster kombiniert mit Birkenbiel, der zum Linksaußen weiter verlängert, aber dieser verliert den Ball. Ein Freistoß für die Gäste wird abgewehrt und kommt zu Birkenbiel, der aus vollem Lauf dem Tormann in die Hände schießt. Im nächsten Moment meistert er einen Fernschuß von Sauer. Die Gastgeber rücken zu weit auf und geben dem Außen der Gäste immer wieder Gelegenheit, gefährliche Angriffe vorzutragen. Zu allem Ueberfluß verschießt Ritter einen wegen Handspiels verhängten Elfmeter. Elf Minuten vor Schluß fällt der Ausgleich. Sauer hatte eingeworfen, der zurückgespielte Ball wird zur Mitte geflankt, Feuster springt und befördert den Ball mit Kopfstoß in die äußerste Ecke. Die Hiesigen wollen siegen und ihre Läuferreihe ist zu weit vorne. Hierdurch bedingt kann der Rechtsaußen vier Minuten vor Schluß bis zur Höhe des Strafraums laufen, seine Flanke wird von dem Halblinken gestoppt und mit Kappenschuß unhaltbar unter die Latte befördert. Noch einmal werfen die Hiesigen alles nach vorne, aber vergeblich. Die ©inner haben zwei wichtige Punkte errungen. FVB.-R. III — ©pv. Alten-Buseck I 3:1 (2:1). Kunstturnwettkampf Saar-Hessen. Bezirk Gießen siegt vor Kastel und Saar. Vor 1200 Zuschauern wurde am Sonntaanach- mittag im festlichen Bühnensaale des Kurhauses zu Bad-Nauheim der Kunstturnwettkampf zwischen den Bezirken Saar (Gau 13), Kassel (Gau 12) und Gießen (Gau 12) ausgetragen. Da damit die letzte Gaartreuekundgebnng im Gau Nordhessen vor der Abstimmung verbunden war, fand die Veranstaltung die starke Beachtung aller Partei- und Behördenstellen und der Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen, die alle durch Fahnenabordnungen vertreten waren. Nach dem feierlichen Fahnenaufmarsch und der Begrüßuna durch Sturmbannführer Walter (Bad-Nauheim) und Gauoberturnwart Paul (Gießen), fanden starken Beifall die begeisternden Worte des Saarturnerführers Karl Burk (Saarbrücken), der unter der stürmischen Zustimmung des Hauses ausführte, daß das Saarvolk sich durch nichts in feiner Ruhe und Besonnenheit beirren lasse. Die deutschen Brüder und Schwestern an der Saar wissen, daß mit ihnen der Führer Adolf Hitler und das ganze deutsche Volk ist, und das erfüllt sie mit Glauben und Hoffnung für die Zukunft. Das Saarvolk will am 13. Januar wieder heim zum Reich. Gauoberturnwart Paul (Gießen) sprach, anknüpfend an die gewaltige Kundgebung der Saarlandtreuestaffel, den Turnern von der Saar Dank aus, daß sie im Kampf für die deutsche Sache stets in vorderster Stelle gestanden hätten und damit zu einem Eckpfeiler der Deutschen Front geworden seien. Begeistert wurde von der großen Gemeinde das Saarlied gesungen. Feierlich war anschließend auch die Verpflichtung der Olympia-Anwärter durch den örtlichen Leiter des Reichsbundes für Leibesübungen, Studienrat Dietz (Bad-Nauheim). Außer den Turnern der drei Mannschaften bekannten sich auch noch zehn Turner und Sportler aus dem Kreise Friedberg eidlich zu den Pflichten der Olympiavorbereitung. Der Kunstturnkampf selbst begann mit dem Turnen am Barren. Hier ging der Bezirk Gießen in Führung, die er bis zum Schluß des Kampfes behauptete. Die Mannschaft holte sich 250V2 Punkte, gefolgt vom Bezirk Kassel mit 235V2 Punkten und Bezirk Saar mit 229 Punkten. Am Seitpferd verbesserte Bezirk Gießen seinen Vorsprung noch um zwei Punkte. Gießen erreichte 242V2, Kassel 240V2, Saar 239 Punkte. Nach der Freiübung, die von je drei Turnern der Zehnermannschaften geturnt wurden, stand der Kampf 574 (Gießen), 556 (Kassel), 540 (Saar). Auch das Turnen am Reck, an dem ganz ausgezeichnete Leistungen geboten wurden, brachte in dem Leistungsverhältnis der drei Mannschaften zueinander keine wesentlichen Aenderungen mehr. Der Bezirk Gießen konnte sich auch hier einige Punkte mehr holen und wurde damit der Sieger des hochwertigen Kampfes, der alle Zuschauer bis zum letzten Augenblick aufs stärkste fesselte und begeisterte. Nach Abzug der Wertungen des schlechtesten Turners jeder Mannschaft von dem Gesamtergebnis ergibt sich folgende Rangfolge: 1. Sieg: Bezirk Gießen (Gau XII) 767 P. 2. Sieg: Bezirk Kassel (Gau XII) 746 P. 3. Sieg: Bezirk Saar (Gau XIII) 7I8V2 P. Den Kampfverlauf ersieht man aus folgender Zusammenstellung: Barren: Gießen 250V2, Kassel 235V2, Saar 229 Punkte . Pferd: Gießen 242V2, Kassel 240% Saar 239 Punkte. Freiübungen: Gießen 81, Kassel 80, Saar 72 Punkte. Reck: Gießen 259, Kassel 252, Saar 24172 P. Als beste Einzerturner (ohne Freiübung) erwiesen sich: W. Kehrer, ACT. Kassel 8372 Punkte: 2. Richard Busch, Tv. Limburg, 83 P.: 3. Schwarz, Mtv. Saarbrücken, Ernst Schössmann, Tv. Wieseck, 82 P.; 4. A. Schmitt, ATD. Dudweiler, 8172 P.; 5. Richard Seht, Tv. Großen-Linden, 81 Punkte. Bei Einrechnung der Freiübung sieht die Rangfolge der fünf Besten etwas anders aus: 1. A. Schmit t, ATV. Dudweiler, 107 P.; 2. Hch. Schweißing, TSp. Witzenhausen, Kurt Wedekind, ACT. Kassel, 106 P.; 3. W. Schwarz, MTV. Saarbrücken, 10472 P.; 4. L. Guthörl, Tv. Göttelborn (Saar), 101 P.; 5. Karl Schick, Tv. 1846 Gießen, 99 Punkte. Zu eindrucksvoller Handlung, wie man sie feierlicher bei solchen Anlässen wohl noch nie erlebt hat, gestaltete Gauoberturnwart Paul die Siegerehrung Beim Ueberreichen der Kränze an die Siegermannschaft verlieh er dem nach vielen Seiten hin ausstrahlenden Gemeinschaftsgedanken in der DT. durch finnige Deutung überaus wirkungsvoll Ausdruck. Als nach einem starken einmütigen Bekenntnis zum Führer und zum deutschen Volke die erhebenden Feierstunden ausklangen mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied, war eine Veranstaltung durchgeführt, die allen Teilnehmern ein unvergeßliches Erlebnis bleiben wird, und die den Glauben unserer Brüder an der Saar an das neue Deutschland von neuem gestärkt hat. Die Deutsche Turnerschaft und insbesondere unser Gau Nordhessen dürfen stolz fein auf den hohen Stand ihrer Festkultur. Daten für Dienstag, 18. Dezember. 1737: der Geigenbauer Antonio Stradivari in Cremona gestorben (geboren 1644); — 1786: Karl Maria von Weber in Eutin geboren (gestorben 1826); — 1803: der Dichter Johann Gottfried von Herder in Weimar gestorben (geboren 1744); — 1829: der Naturforscher Jean de Lamarck in Paris gestorben (geboren 1744). Neues für den Büchertisch. — WilhelmDreysse: Langemarck 1914. Der Opfergang der deutschen Jugend. Ganzleinen 2,85 Mark. Wilhelm Köhler Verlag. Minden i. W. — (568) — Das Buch eines Mitkämpfers; Dreysse wollte den Kampf von Langemarck, an dessen Ende er selbst schwer verwundet wurde, so berichten, wie ihn damals der einfache Frontkämpfer nur von sich aus sah, und ihn so umleuchtet zeigen von neuer deutscher Zukunft. Um dies zu erreichen, war nötig Ehrlichkeit bis ins Kleinste, nichts durfte nachträglich hineingesehen werden. Und eben aus dieser Erlebnistreue wird uns Langemarck klar als die Feuertaufe des völkischen Gedankens. Eine wertvolle Bereicherung des schönen Buches bedeutet die Kunstbeilage „Gefechtsstand in Flandern" nach einem Aquarell Adolf Hitlers, das dieser seinem ehemaligen Regimentskommandeur aus dem Felde sandte. — Richard Wichterich und Fritz Th. Pabst:CarlPeterserobertOst-Afrika. Mit 33 schwarzen Bildern von Wilhelm Petersen. Halbleinen 2 Mark. K. Dhienemanns Verlag, Stuttgart S. — (540) — Carl Peters mach fernem Volke das Geschenk einer großen und zukunftsreichen Kolonie, er führt fein Vaterland aus der festländischen Enge heraus in die Welt kolonialer Geltung. Außergewöhnlich ist fein Entwicklungsgang. Kaum fünfzehnjährig verlor er feinen Vater, 1876 verläßt er die Klosterschule zu Ilfeld am Harz, bezieht die Universität Göttingen und verdient sich als Werkstudent die notwendige Beihilfe. 1879 besteht er die Doktorprüfung. Aus diesen Jahren der Kindheit^ der Schul- und Universitätszeit wird hier in fesselnder Weise erzählt. Wir erleben, wie Peters in England immer mehr seine Lebensaufgabe erfaßt. Er erobert weiträumige und fruchtbare Gebiete und unterwirft mit einer Handvoll Leute die kriegerischsten Cingeborenenstämme. Mit großer Begeisterung wird unsere Jugend die Schilderungen der von Peters geführten Emin Pascha-Expedition aufnehmen. Zahlreiche eindrucksvolle Zeichnungen unterstützen die Anschaulichkeit der Schilderungen aufs beste. — Fluggast über Europa. Ci» der langen Strecken. Von Alfons Paquet T Seiten. Verlag Knorr & Hirth, München. 4,70 RM., Seinen 5,80 RM. -(632)- hat in einem Sommer ganz Europa beflogen » in so zeitlicher Zusammenfassung alles zu erlebt den Flug, Länder und Städte, und vor allem h>’ Menschen, die sich in diesem grandiosen Verkehrs?' bewegen, die Fluggäste, die Flieger, die Menst! in den Flughäfen... Was für Leute sind das in der kleinen Kabine die Länder überfliegen V in den Städten abgesetzt werden? Merkwürd Menschen und Dinge. Paquets Schilderungskr- ist so stark, daß das Ganze wirklich zu ein? Roman der langen Strecken wird. — Franz Schmid, Rudolf Peter-? Gefährten am Seil. Ein Buch von kameradschast und schwersten Kletterpfaden. Mir Bildern in Tiefdruck. In Ganz!. 5,20 Mark. (Bnt lein & Co. Nachf. GmbH., Leipzig. — (625). x Diesem „Buch von Bergkameradschaft und fdriften Kletterpfaden" ist als Leitmotiv die Mana horn-Nordwand, das Denkmal der Eroberer und Franz Schmid, vorangefetzt. Schmidt schilp die Bezwingung der Matterhorn-Nordwand rr seinem Bruder Toni und dessen letzte Bergsahn die Nordwestwand des Großen Wiesbachhorn. dvlf Peters, einer der hervorragendsten Alpini' - der jüngsten stürmenden Bergfteigergenerati neuerdings viel genannt durch sein furchtbares lebnis in der Nordwand der Grandes Joraffes, urs andere, erzählen vom alpinen Erleben. In öie'.r Buche erleben wir im unerhörten Kampf Schwierigkeiten und Gefahren eine Steigere menschlicher Kräfte zur Befreiung vom Alltag ur zur sonnigen Gipfelfreude. So führt uns die Tj stellung nicht nur zu den „letzten Spitzen" Berge, den letzten noch menschenmöglichen Höchst- ftungen im Fels und Eis, sondern ebensosehr zu h letzten Spitzen menschlichen Strebens übedjaurJ Durch all den Ernst zieht ein unbekümmerter jp mor, wie er auf freien Höhen gern gedeiht. Wirtschaft. * Deutsche Jndustriearbeit im Ausland. Die Siemens-Reininger-Werke, Berlin, erhielten den Auftrag, für das in der Hauptstadt des südamerikanifchen Staates Columbien neu erbaute „Institute National de Radium“ die gesamte Röntgen- und elektromedizinische Einrichtung zu liefern. Auch die Signal-, Fernsprech- und Uhrenanlagen sind vom Hause Siemens erstellt worden. * Keine Auflösung der Hapag-Lloyd- Uni 0 n. Die in der ausländischen und zum Teil auch in der inländischen Presse verbreitete Mitteilung, daß die Hamburg-Amerika-Linie und der Norddeutsche Lloyd das Unionsverhältnis aufgelöst und die Fahrtengebiete unter sich aufgeteilt hätten, entbehrt jeder Grundlage. Frankfurter Börse. Knapp behauptet. Frankfurt a. M., 15. Dez. Die Börse wurde auch am Wochenschluß von außergewöhnlicher Geschäftsstille beherrscht und hatte infolge der lustlosen Haltung zumeist nur knapp behauptete Kurse. In manchen Werten kam etwas Angebot heraus, das bei der geringen Aufnahmeneigung etwas stärkere Kursrückgänge brachte, im allgemeinen hielten sich die Veränderungen aber in engen Grenzen. Der Rentenmarkt hatte etwas unsicheren Beginn, nach den ersten Kursen zeigte sich jedoch eher etwas Kaufinteresse. Don Anfang an gefragt waren Kommunal-Umschuldung mit + 0,13 v. H. Späte Reichsschuldbuchforderungen zunächst 97,50 bis 97,25 bis 97,65 (97,65), Altbesitz 103,75 (103,90), Zinsvergütungsscheine lagen unverändert. Nachdem nunmehr das Reichsgericht auch für Stahlverein- Bonds das Urteil gefällt hat, schritten Kulisse und Mitläuferschaft zu kleinen Realisationen, so daß ein Rückgang um 0,50 v. H. auf 90,50 v. H. eintrat. Am Aktienmarkt waren Schiffahrtswerte bei kleinem Umsatz weiter bis 0,50 v. H. erholt. Montanpapiere tendierten durchweg von 0,13 bis 0,50 v. H. leichter, Harpener waren mit —1,75 v. H. etwas mehr gedrückt. IG. Farben lagen mit 131,25 bis 131 um 0,75 v. H. niedriger, wogegen Scheideanstalt 0,50 v. H. und Metallgesellschaft 0,65 v. H. anzogen. Von Elektroaktien gingen Gesfürel um 1,50 v. H., Licht & Kraft und Siemens um je 0,25 v. H. und Schuckert um 0,65 v. H. zurück. Sonst eröffneten: Reichsbankanteile (—1 v. H ), Zellstoff Aschaffenburg (—0,40 v. H.), andererseits blieben Daimler mit 48,25 bis 48, Hanfwerke Füssen mit 50,75 und Feinmechanik Jetter mit 55,50 behauptet. Im Verlaufe ergaben sich keine nennenswerte Veränderungen, das Geschäft blieb auf allen ME. gebieten sehr klein. Verschiedentlich bröckelten K> Kurse noch leicht ab, so bei Reichsbank und einic' Montanwerken. Weiter nachgebend waren Ku- feibeattien, AKU. und Bemberg je —0,50 1* Schiffahrtsaktien konnten sich weiter erholen, Ha;, auf 24,75 und Nordd. Lloyd auf 28,50. IG. Färb.", lagen bei unverändert 131. Am Rentenmarkt waren die variablen Äurff« ebenfalls fast unverändert, eher etwas leichter lagen jedoch Kommunal-Umschuldung. Am Pftndbriei- - markt war das Geschäft bei fast unveränderte?' Kursen sehr klein. Stadtanleihen lagen ebenfalls ruhig und wenig verändert, teilweise ergaben W noch leichte Rückgänge. Staatsrenten und lanoswerte lagen still. Am Kassamarkt blieben Schnellpresse Franko thal stark angeboten, die Notiz wurde auch beiei ausgesetzt. Tagesgeld blieb zu 3,75 v. H. unverändert Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Dez. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb.- 160r.‘ Rinder (603 Ochsen, 154 Bullen, 446 Kühe, 4038. Färsen), 934 Kälber, 46 Schafe, 4119 Schweine. kosteten: Rinder: Ochsen 24 bis 39 Mark, Bullen 248 bis 35, Kühe 11 bis 34, Färsen (Kalbinnen) 24 biss 39, Kälber 25 bis 54, Hämmel 30 bis 35, Schwer: 40 bis 53 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhi:, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schwein-1 flott Rundflinkprogramm. Dienstag, 18. Dezember. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6> Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen sprach. Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: GM' nastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.«: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11^ Musikalischer Gabentisch. 12: Mittagskonzert Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus Dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: richten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Für Die Frau! 16: Bunter Nachmittag. In der Kunstbericht der Woche. 18: Italienische SM' unterricht. 18.15: Aus wirtschaft und Arbeit. W „Weiße Kohle." Ein Gespräch. 18.50: Unterhai' tungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten 20.15: Stunde der Nation: Sternsingen. Der Saum' steftenlenz singt mit Kindern aus dem Bayerischen Wald Weihnacht, Neujahr und Heilig-DreikoW an. 20.45: Spanische Musik. 22: Nachrichten. Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 192: 6% ef)em.7% Dt.ReichSanl.v.1929 6‘/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% efcm.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 614% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Vank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. dy,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6X2% ehem. 4'/,% Rheinische Hyv.-Bank-Liau.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Gvldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4/,% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Frani'ur. a. jji. -der.. . lö.Oezenikl lurs 14-12- | 15-12. 14-12- 96,75 96,75 79,5 98,25 97,9 103,9 103,75 103,9 103,65 97,25 97,25 97 107,5 94,5 94,5 94,5 94,5 93,5 93,5 131,9 131,13 105,5 102,75 102,75 102,9 102,9 94,25 94,25 I 105,25 I I 134,51 75,75 75,5 94,25 94,25 2,490 94,65 1 94,5 94,75 94,75 95 96 96 96 96 24 24 24,5 30,75 132,75 Grthner....................01 Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zucker..... 8| 177! 176,5 5 v. H. 96 104 96 104 6,25 6,15 6,25 11,13 75,75 105 134,5 48 61,5 48 61,9 . 0 . 0 . 0 6 . 5 7yz il 9 0 0 0 ii Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,25 6,1 6,1 4% Rumänische vereinh. Rente 3,6 3,55 3,65 3,7 L^% Anatolier............. .30,95 30 5 30,75 30,3 Hamburg-Amerika-Paket .... 0 24 24,9 23,9 24,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 20 21,5 Hansa-Dampfschiff........... 0 — — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 -- 29 27,9 28,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 75,25 74 75,75 74,25 Berliner Handelsgesellschaft .. 4 91,75 91,75 92,25 92,5 Commerz- und Privat-Bank... 0 68 68,25 68 68,25 Deutsche Bank und $) IS conto- Gesellschaft................ 0 70,25 70,25 70,25 70 Dresdner Bank.............. 0 73.25 7.3 25 73.2^ 73,25 Reichsbank ................ 145 144 145 144,5 A.E.G...................... 26,13 26.25 26,13 Bekula..................... 130,5 130,4 130,4 130,13 Elektr. Lteferungsgesellschast... 6 98 98,65 98 Licht und Kraft ............. q 117,75 117,5 118 117,5 Felten & Guilleaume......... 0 74,65 75 74,75 75,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 108,5 107,75 108 107,13 Rheinische Elektrizität ........ 5 99,25 99,25 99,75 99,75 Schuckert L Co............... 6 93,13 92,5 93,25 92,5 Siemens L Halske............ 7 136,5 136,25 137 136 LahmeyerLLo............. 10 107 107 106,5 107,25 Buderus ................... 0 84,5 84,75 85 84,13 Deutsche Erdöl .............. 4 98,5 99 98,13 99,25 Gelsenkirchener.............. O 58,5 59,13 58,65 59 Harpener................... 0 100,5 99 99,5 98,5 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen .. 0 — 75,65 76,13 Ilse Bergbau .............. 6 1 146 148 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 116 117 116,25 117 Klöcknerwerke ............... O 71 71 71,5 71,5 Mannes Mann-Röhren ...... O 72,75 72,25 72)4 72 14.Dezember Amtliche Notierung Seid | 25riei Buenos Atre- 0,628 0,632 Brüssel..... 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0,204 0,206 Sofia...... 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,88 54,98 Danzig..... 81,18 81,34 London ..... 12,29 12,32 HelstngforS.. Paris ...... 5,425 5,435 16,40 16,44 Holland ... 168,23 168,57 Italien..... 21,30 21,34 Javan ...... 0,717 0,719 Jugoslawien 5,664 5,676 Oslo.....: 61,75 61,87 Wien....... 48,95 49,05 Lissabon.... 11,17 11,19 Stockholm... 63,38 63,50 Schweiz .... 80,72 80,88 Spanten.... 33,99 34,05 Prag....... 10,39 10,41 Budapest ... — Neu York ... 2,490 2,494 Banfnolen. Ler1in,15-Dezember GeW, Amertkanilwe Roten.............. 2,442 Belgische Noten.................. 58,01 Däntkckie Noten ................. 54,80 Englische Noten ................. 12,275 Frmizöstikste Noten............... Holländische Noten............... 167,87 Italienische Roten................ 21,06 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling 61,68 Rumänische Noten............... 63,30 Schweizer Noten.............. •• 80,54 33,78 U"9 Ä ' °"d J't SÄ 'KV ÄS ?4? wird. “ ft, ?uUn hn jd N VeiP5>g. _,/ M 4 1"Nivj,v bi, » W"s>; LZL 'Ltz SP i"g?6: n Trieben v. r r.en eme :,U|?9 Dom ’°,Srt uns 5 Atzten 6pi6, *K* n unbekümni!? 11 Sern gtbtiiji' blieb aus oCta! benllich bröfc MsMimJ. ‘ gebend motff. । iberg je j weiter erholp auf 28X56' die variad!- er etwas lei? mg. Am ; ei fast um leihen lagen - teilweise ergibt aatsrem uni i tyntHprelit ftranl ch mürbe auch he l,7öv.h.UMM dez. Drbeiv je: ßorauth len, 446k e, 4449 vr 15 39 M'- fen fKalbiM ' el 30 bis 35, □erlauf: M" mittelmäßig er »gram igember. >: Gymasti! I düngen. 6.55: > rt. 8.15 to » 15: SchulM üche und -°L MittagskE ): NachM»! !onzertll.^ -richt, tb.1v ittag. 3"^ : 3t°l>enL rach- ly-, lieget AI- * -ternfmgen ' i aus bem ; UNd E 22: stlachl^ Sonniagmorgen, UH und das Märchen. Don Johann Sebastian Dang. Sonntagmorgen. iim Elternschlafzimmer tickt leise der Wecker. Ime Fliege macht ihre morgendlichen Rundgänge u dem Glas und läuft sich die Kälte aus den keimen: es sieht aus, als wolle sie feststellen, ob urnicht bald an der Zeit sei zu frühstücken. In ski Betten aber rührt sich nichts. Die Fliege pro- fort ihre Kküges und begibt sich auf den (Erfurt- lu^gsflug. Sie fliegt durch die offenstehende Tür lioas Zimmer, wo die drei Buben schlafen. Aber btt ist es dunkel, wie wenn es keinen Morgen ilue. Da wendet sie im Flug, kreuzt eine Weile ir den großen Betten und landet schließlich auf bri gewölbten Felsen, der da aus dem Kissen ne- Der Felsen zieht sich kraus und pustet, eine jtf b kommt unter der Decke hervor, und erschreckt nwt sich die Fliege auf das Betthaupt. Zu ihren jireien aber wirft sich ein Mann auf die Seite, daß Aej Federn knirschen und die Lade knackt. — Na Eich! denkt die Fliege. Uli. fca endlich! denkt auch Uli, der Jüngste da Hindi in dem dunkeln Zimmer. Er wartet schon eine L. le mit offenen Augen auf die erste Regung im ll^rnschlafzimmer. Jetzt wirft er einen prüfenden kl!tk auf die Brüder: sie schlafen. Der Uli freut st denn nun wird ihm niemand den Platz neben !c er streitig machen. Leise klettert er aus dem le:it. Und überhaupt: wenn die Brüder dabei sind, st er immer still sein und nicht fragen dürfen. Hbleibt einen Augenblick in der Tür stehen. Der lener liegt wieder so ruhig, und die Augen hat t Mud) geschlossen. Ob man es trotzdem wagen K ? Hu, kalt ist es hier. Auf den Fußspitzen nähert ksisich Vaters Bett. Nun steht er auf dem weitem Vorleger. „Dati" sagt er leise und fragend. Der liner blinzelt müde und verschlafen. „Was ist bnn los?" Uli kommt mit dem Mund ganz nahe e Vaters Ohr. „Zu dir, Vati", flüstert er. je-: Vater besinnt sich und besinnt sich: er ist ue noch gar nicht von dieser Welt. Uli weiß üj, ob er jetzt gleich weinen oder lachen wird, folg da kommt die große Vaterhand unter der Äii« hervor und zieht ihn herein. ,Komm schnell, h Knirps!" lürib ob das schnell geht! Zwei winzige kalte lachen schieb en sich zwischen Later» Beine. Ditz Fliege oben auf dem Betthaupt putzt sich die Flügel und streicht sich den Kopf. Der Uli liegt in des Vaters Arm und guckt nach der Decke. — Die Großen find morgens immer viel müder als die Kleinen, denkt er vielleicht. Vorsichtig dreht er den Kopf. Der Vater blinzelt ihn an. „Vati ..." — „Was denn?" — „Erzähl mir doch ein Märchen." — Der Vater streckt sich und gähnt. „Ich weiß keines." — Da rutscht der Uli ein Stück herauf und sieht dem Vater in die Augen. „Doch, Vati", sagt er, „du weiht eines. Du hast ja ganz viele Märchen in den Augen." Horch, aus dem andern Bett, wo man nur so ein dunkles Wuschelhaar sieht, da gluckerts leise. Der Uli hebt das Köpfchen ein wenig. „Die Mutti", sagt er und dreht dem Vater den Kopf nach der Seite. „Ach, wahrhaftig, da liegt ja die Mutti", sagt der Vater und greift nach dem Wuschelhaar. Es brummt von drüben her, und das Haar verschwindet unter der Decke. „Schlaf Mutti, schlaf", singt der Vater. Im Kinderzimmer knarrt ein Bett. Der Uli verkriecht sich fast in den Vater. „Die Buben", sagt er leise und hält den Atem an. Aber es wird wieder still, und der Uli taucht aus seinem Versteck auf und lächelt. — „Dati ..." — „Was denn?" — „Ei, das Märchen!" Das Märchen. Der Vater räuspert sich. Uli kuschelt sich fest an ihn und wartet. Er wartet mit Mund und Augen. Die Fliege spaziert ein wenig auf dem Betthaupt hin und her. „Es war einmal ein Müller, der hatte eine wunderschöne Tochter ..." Da legt der Uli dem Vater die Hand auf den Mund: „Einen Esel, Vati. Der Müller hatte doch einen Esel." „Jaja, das war ein anderer Müller. Dieser da, der hatte aber eine wunderschöne Tochter." „Aber auch einen Esel, Vati." „Ja, ich glaube, er hatte auch einen Esel. Aber weiht du, der steht jetzt im Stall, den kann man gar nicht sehen, und der Müller sitzt mit seiner Tochter auf der Bank vor dem Haus. Da kommt plötzlich der König dahergeritten. Er hält an und steigt vom Pferd und ..." „Vati ..." — „Was denn?" — „Ich hab auch ein Pferd." — „So?" — „Ja, das hat aber ein Bein ab." — „Ach, das arme Pferd." — „Aber Dati! Das tut ihm ja gar nicht weh. Es ist ja gar nicht lebendig." „Ach so. Na also, nun paß mal auf. Er steigt also ab und ..." — „Der König, Vati?" — „Ja, der Lmüg, und jagt zum Müller, fciaa Tochter wäre ja ein ganz wunderschönes Mädchen. Oh, sagte da der Müller, sie kann auch Stroh zu Gold spinnen." Der Uli hält dem Vater wieder die Hand auf den Mund: „Vati!" — „Was denn?" — „Im Hof fjab ich auch eine ganz dicke Spinne gesehen. Aber der Klaus hat sie mit dem Fuß verquaatscht." „Das war aber nicht lieb vom Klaus." „Ich bin aber lieb, Vati." „So, bist du lieb?" Da rutscht der Uli ganz schnell am Vater hinauf und gibt ihm einen Kuß: „Du bist aber auch lieb, Vati." „So? Na, wenn du's sagst. Nun paß aber mal auf. Der Müller sagte also zum König: meine Tochter kann Stroh zu Gold spinnen. Da klatschte der König in die Hände und rief: Ach, das ist ja herrlich, Herr Müller, so ein Mädchen habe ich gerade gesucht! Ich nehme sie sofort mit mir ..." „Die Tochter, Vati?" „Ja, die Tochter ... Und wenn sie wirklich Stroh zu Gold spinnen kann, dann nehme ich sie zu Frau und mache sie zu einer Königin ..." „Kriegt sie da auch eine Krone, Vati?" „Oh, eine große, aus lauter Gold und Edelsteinen." „Der Hans hat gestern mit einem Stein geworfen, Vati." „So? Nein, das darf er aber nicht mehr tun. Ja, und da ... da nahm der König vor Freude eine Feder vom Hut, warf sie in die Lust und ließ sie fliegen ..." „Aber Vati ..." — „Was denn?" — „Die kann ja gar nicht fliegen." — „So? Warum denn nicht?" — „Ei, da ist ja niemand dran." Horch, da knistert es wieder im Bett nebenan und gluckert. „Du Goldbub!" sagt die Mutter. Und jetzt blinzelt sie ins Helle und lacht. Aber der Uli hebt den Kopf. „Sei doch ruhig, Mutti!" Doch die Mutter kann nicht gleich wieder aufhören. Sie stützt sich auf den Ellbogen. „Ich will doch auch zuhören", sagte sie. Da legt sich der Uli über Vaters Gesicht und streicht der Mutter über die Backe. „Du darfst auch, Mutti." Doch vielleicht hat die Mutter zu laut gelacht, oder die Brüder dort drinnen haben im Schlaf gespürt, daß da etwas ohne sie geschieht, kurz und gut: plötzlich hört man nackte Füße trippeln, ein freudiges Entdeckergeheul bricht durch die sonn- tagene Morgenstille, und das Elternschlafzimmer wird von zwei schreienden Nachthemdindianern gestürmt. Entsetzt flüchtet die Fliege auf den Schrank. Der Lag ist erwacht. Das Märchen ist aus. Montag, 17. Dezember 1954 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) rr.294 Drittes Blatt Fahri ins Gpihenlan-. Wie die Ianuarplakette des Winterhilfswerks entsteht. Von Dr. £. Kühle. Don der Reichswerbestelle haben wir erfahren, daß vor wenigen Tagen wieder ein Millionenauftrag auf Herstellung von Spitzenplaketten für das Winterhilfswerk nach Plauen abgegangen ist. Jetzt müßte die Arbeit sckon in vollem Gange sein, wir beschließen also, die Januarplakette des Winterhilfswerks bei ihrer Herstellung kennenzulernen. Mit Wetterpech beginnt die Fahrt. Dichter Novembernebel hüllt die Straßen ein. Sieben große Ferntransporter zählen wir zwischen Berlin und Plauen, die beim Ueberholen, beim Ausweichen, beim Bremsen in den Straßengraben gerutscht sind. Von den Schönheiten des Vogtlandes sehen wir wenig. Plauen, die Spitzenmetropole, ist eine Stadt, deren Name in Japan ebenso' bekannt ist wie in Kanada, und deren Erzeugnisse vor dem Kriege in allen Ländern der Erde ihren Markt hatten. Für 100 Millionen Mark pro Jahr sind früher vogtländische Spitzen exportiert worden. Der Weltkrieg hat die feinen Fäden des Handels zerstört, andere Länder haben Spitzenmärkte erobert, Modenwechsel mt ein übriges und heute ist die Stadt mit ihren 115 000 Einwohnern und ihrem Hinterland, das fast ausschließlich von der Spitzenindustrie lebt, noch immer ein Gebiet großer Arbeitslosigkeit. Zweifache Winterhilfe. 1 'Blauen ist eine verzwickt gebaute Stadt. Mit r; ger Mühe finden wir uns zur Handelskammer i>.-ch, die die Aufträge für die Plakettenherstellung v die einzelnen Firmen verteilt und von der aus d Durchführung überwacht wird. Ich bin zuerst ctiaunt zu erfahren, daß der Fabrikant den Auf- ti:g bekommt und nicht die vielen arbeitslosen ^imarbeiter direkt. Das hat aber seine einleuchten- d Gründe. Der Fabrikant beschäftigt nicht nur frsie Fabrik, sondern er vergibt die Arbeit in der i iptfadje an die sogenannten Lvhnsticker und eigene Kostüme oder Mäntel geschaffen, Handschuhe und kleidsame Hütchen sind nicht tu- Viel Freude macht ein von der Leiterin^ !ung, Frl. W e st p h a l, entworfenes -i Gardinenstoff angefertigtes Maskenkostüm. Bei i den Arbeiten wurden auch für die Winterhilfe 31® anfertigungen oder Umänderungen vorgenomm Im ganzen gesehen ist die Ausstellung ein tüchtiger Arbeit, die mit einfachem Materials! sparsamen Mitteln der zukünftigen Hausfrau : Mutter aus der Enge des Alltags und den? schränkungen, die eine schwere Zeit uns auferle:: Wege zum freien Spiel der Kräfte und zur freute an der eigenen Tat weist. Ostdeutscher Heimatabend. Die im Bund heimattreuer Schlesier vereinig!^ ostdeutschen Landsleute hatten ihre Dezembr: Versammlung zu einem ostdeutschen Abend gebaut, mit dem sie eine Kinderbescherung w banden. Zu diesem Abend waren im Vereinsle ! Hotel Köhler auch auswärtige Mitglieder erschiene Nach einer Kaffeetafel, für die reichliche «Sperrt# rorlagen, wurde die Kinderbescherung durch gernrr am gesungene Weihnachtslieder und den Vorb.< von Gedichten und einer Weihnachtslegende m bereitet. Die Landsleute Bertha und Ernst Mojp erfreuten durch ein weihnachtliches Melodram, bt;t große Freude auslölte. Vereinsleiter Roftor/ prach einige besinnliche Worte über den im Dfttra msgeprägten Sinn des weihnachtlichen Familik'i estes. Er ermahnte weiter zu engerem Zusamme k chluß und tatkräftiger Mitarbeit. Den fiinbtr konnte dank reichlich zugeflossener Spenden ot;? giebig beschert werden. Im zweiten Teile des Atm! - wurde durch Lieder, Gedichte und Sagen her r1 deutschen Heimat gedacht. Vom Ostseestrand, ' das Weichselgebiet und Danzigs hansastadt, e raden zu Wiedersehensfelern zusammen, die 1925 zum ersten großen Heimatfest, dem „Braunfelser Tag", führten. Schleifer betonte damals in seiner Begrüßungsrede, das Gelingen dieses Heimatfestes fei ein erhebendes sicheres Zeichen des Gefühls der Zusammengehörigkeit eines Volkes von Brüdern, ein Gelöbnis, in gleicher Liebe Kinder einer Heimat und eines Vaterlandes zu sein. Der zweite Heimattag fand noch größere Beachtung und wurde wieder in echt deutscher Weise gefeiert. Der nächste „Braunfelser Tag" soll voraussichtlich 1935 stattfinden. Herr Schleifer ist Mitbegründer und derzeitiger Vorsitzender der „Vereinigung gelbe Brigade Wetzlar-Dillenburg", die sich aus Angehörigen der ehemaligen Regimenter 112/142 aus Mühlhausen i. E. zusammensetzt, gehört der Technischen Nothilfe in Gießen als förderndes und einigen Militärvereinen als Mitglied an. Seit 15 Jahren ist er treuer Leser des „Gießener Anzeigers". Oer Silberne Sonntag. Das günstige Wetter am gestrigen Silbernen Sonntag brachte unserer Stadt wieder einen außerordentlich umfangreichen Verkehr. Die Reichsbahn fuhr alle planmäßigen Züge bis zur Höchstlast verstärkt, zum Teil mußten die Züge sogar mit Vorspann gefahren werden, um die Volksgenossen aus der Umgegend hierher zu bringen. Der gleiche starke Zugbetrieb war bei der Heimfahrt festzustellen. Die Kraftomnibusse aus den verschiedenen Orten der Umgegend fuhren gleichfalls mit höchster Belastung, die Straßenbahn von Wieseck her mußte sogar Wagen einlegen, um dem Andrang Genüge leisten zu können. Bereits von der Mittagsstunde an war Großverkehr in den Geschäftsstraßen. Je weiter die Zeit vorrückte, desto stärker wurde der Betrieb. Im Seltersweg, am Kreuzplatz, in der Mäusburg und ouf dem Marktplatz wogte eine dichte Menschenmenge auf und ab, aber auch die angrenzenden Geschäftsstraßen waren von den Interessenten des Weihnachtsgeschäfts sehr stark besucht. Erfreulicherweise konnte man feststellen, daß auch gestern wieder in sehr starkem Umfange gekauft wurde, während gleichzeitig die Inaugenscheinnahme der vielen reizvollen Schaufensterauslagen sehr lebhaft war. Man konnte als Beobachter weiter bemerken, daß diesmal auch solche Waren wieder erheblich gesteigertem Interesse begegneten, für die in früheren Jahren infolge der damaligen ungünstigen Verhältnisse keine Neigung bestand, ein Beweis dafür, daß die Kaufkraft in weiten Bevölkerungskreisen auch dem Erwerb von Gegenständen zugute kommt, die nicht unmittelbar zur Befriedigung der unabweisbarsten Lebensbedürfnisse dienen. Als Gesamtergebnis kann man berichten, daß der Silberne Sonntag im großen und ganzen wohl den Erwartungen aller Geschäftsinhaber entsprochen hat und ein wichtiger Beitrag zur Wiederbelebung unseres heimischen Wirtschaftslebens geworden ist. Erfreulicherweise wickelte sich der Massenverkehr in allen Teilen ohne Reibungen und Störungen ab. Rund 2000 Weihnachtsspendenpakete für Offenbach. Am gestrigen Sonntagvormittag wurden von den Gießener Ortsgruppen der NSV. insgesamt rund 2000 Pakete mit Weihnachtsspenden für hilfsbedürftige Volksgenossen in Offenbach a. M. von hier zum Versand gebracht. Die Amtswalter der Ortsgruppen stellten sich in aufopferungsvoller Weise für die Beförderung der Spendenpakete zur Verfügung. Mit Lastkraftwagen oder mit Fuhrwerken der Reichswehr wurden die Pakete zum hiesigen Erlgüterbahn- hof gebracht, dort in Güterwagen verladen und dann nach Offenbach geschafft. Neben dieser Spende aus der Stadt Gießen stehen noch große Spenden an Weihnachtspaketen aus den Landorten des Kreises Gießen, die von den einzelnen Ortschaften aus direkt nach Offenbach geschickt wurden. Die. Zahl der auf diese Weise übermittelten Spendenpakete ist bis jetzt hier noch nicht bekannt. Mit diesen Spenden haben unsere Volksgenossen in Stadt und Kreis Gießen erneut den Beweis geliefert, das sie im Geiste des Führers praktische Hilfsbereitschaft pflegen und vorbildlichen Sozialismus der Tat zu erfüllen bereit sind. NSL8. Gießen-Land. Eine Konferenz des NS.-Lehrerbundes Gießen-Land findet am kommenden Mittwoch, 19. Dezember, 15 Uhr, im Hotel Köhler in Gießen statt. Zu der Versammlung find die Mitgliedskarten der Partei und des NSLB. mitzubringen. Am Erscheinen verhinderte Mitglieder haben die entsprechenden Angaben über den Eintritt und die Mit- gliedsnummer zu beiden Organisationen einem Kollegen mitzugeben. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag über Morgengymnastik in der Schule, ferner wird über Verschiedenes verhandelt werden. Das Offene Weihnachtssingen, das von der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" veranstaltet wird, findet, wie schon mehrfach angekündigt, am kommenden Donnerstag, 20. Dezember, um 20.30 Uhr, bei freiem Eintritt in der Aula des Gymnasiums statt. Es soll der Versuch gemacht werden, für einen Abend eine Singgemeinschaft zu bilden, der die alten, serndeutschen Weihnachtslieder für zwei Stunden zum gemeinsamen Erlebnis werden. Gerade das Weihnachtsfest, an dem einmal alle Hast für kurze Zeit verstummt, wenn Heimatliebe, Chri- stenliebe, Menschenliebe unsere oft so harten Her- Zen erweicht, ist von einem Singen und Klingen umgeben, in dem das deutsche Gemüt in seiner gesunden, kindlichen Art zum Vorschein kommt. Bei arm und reich, in Stadt und Land, in Haus und Kirche ertönen beim Kerzenschein die einfachen Weihnacktsweifen innig und froh und schließen im Lied unser Volk zu einer Gemeinschaft zusammen, über die nicht geredet zu werden braucht. Aus dieser Gesinnung heraus und mit diesen Gewißheiten in der Seele wollen wir versuchen, unser Offenes Weihnachtssingen zu gestalten. Alle sind deshalb eingeladen, denen das echte deutsche Weihnachtslied Herzensangelegenheit ist. MMMVEm. Vornan von Rainer Ielden. Urheberrechtsschutz: Fünf-Turme-Verlag, Halle (S.) 17. Fortsetzung. Nachdruck oerbotenl Der Hauptpostdirektor war einigermaßen erstaunt, als er durchs Telephon von Mac Lean angerufen wurde: „Hören Sie, lieber Mister Surboum, ich möchte Ihnen nur sagen: es wird ein Monteur zu Ihnen kommen; Ihre Lichtleitung ist kaputt." „Was für ein Unsinn, Mac Lean — bie funktioniert ausgezeichnet." „Ich sage Ihnen, sie ist kaputt. Lassen Sie bitte den Monteur, der sich unter dem Namen Dumbee melden wird, vor." Kopfschüttelnd hing der Direktor ab. Ein paar Minuten später kam der Diener herein. „Sie haben einen Monteur bestellt, Mister Surboum?" „Jawohl, hier am Schalter meiner Schreibtischlampe ist etwas nicht in Ordnung. Lassen Sie den Mann hereinkommen — ich möchte die Angelegenheit gleich erledigt haben." Erstaunt sah Surboum auf den Monteur, der mit einem bescheidenen Gruß hereinkam. Aber noch erstaunter war er, als, nun die Tür sich hinter dem Diener geschlossen hatte, der Monteur mit Mac Leans Stimme sagte: „Guten Tag, Direktor! Nun, wo haben Sie meine Liste?" Surboum sah Mac Lean geradezu ehrfurchtsvoll an. „211(0 großartig, Mac Lean! Wenn ich Ihre Stimme nicht kennen würde, ich hätte geschworen, ich hätte Sie noch nie gesehen." „Na, dann ist es ja recht." Mac Lean setzte sich hin. „Na, das ist ja ein dickes Buch geworden", sagte er. „Herrgott, was die Leute in London so zusammentelegraphieren! Unheimlich!" Und dann prüfte er aufmerksam die Namen. An einer Stelle hielt er inne. ."Hoben Sie es?" fragte Surboum. Die geheim- msvolle Sache Mac Leans begann ihn zu inter- effteren. ° „Vielleicht!" Mac Lean war auf einmal sehr lakonisch. „Sagen Sie, Direktor, haben Sie vielleicht ein neues Kursbuch hier?" „Natürlich hier bitte! Liegt immer griffbereit auf meinem Schreibtisch. Ich muß ja sehr oft zu Inspektionsreisen in die Provinz." Mac Lean blätterte. „Ach, hier haben wir es ja!" Mac Lean stand eilig auf. .„Ich danke Ihnen vielmals, Direktor. Ich habe keinen Augenblick zu versäumen, wenn ich heute noch erreichen will, was ich mir vorgenommen habe." 9. Kapitel. 2ln dem Fahrkartenschalter, an dem man die Fahrkarten in Richtung Lominghton erhielt, war wenig Betrieb. Lominghton war ein kleines Nest. Offenbar fuhren wenig Leute von dort nach London und wieder zurück. Ein Monteur ging langsam durch die Halle des kleinen Vorortbahnbahnhofs. Er schien noch Zeit zu haben, denn er musterte langsam und gemächlich die aufgehängten Fahrpläne sowie die wenigen Reisenden, die jetzt die Halle durchquerten. Dann setzte er sich auf eine Bonk, die dem Fahrkartenschalter benachbart war. „Nach Lominghton", hörte er eine Frau sagen, bann einen Mann eine Karte nach einem anderen Ort verlangen. Endlich tarn ein junges Mädchen. Man sah ihr die Kleinstädterin an. „Ein Billett nach Lominghton", sagte sie und kramte umständlich den Betrag aus ihrem abgeschabten braunen Portemonaie. Wann geht denn der Zug nach Lominghton, gramem? fragte der Monteur und zog höflich die Mutze von dem Kopf. „In einer Viertelstunde", sagte das Mädchen. Dann rief sie aufgeregt: „0 Gott, o Gott, da muß ich mich ja beeilen." „Aber warum denn, Fräulein? Da haben Sie ja noch lange Zeit." Jlber bas junge, aufgeregte Mädchen hörte gar P’rk ®,e ^ckte ihr Portemonnaie m ihre fjanb« lösche zurück, ergriff einen kleinen Koffer, ben sie abgestellt hatte, unb rannte davon. Der Monteur schaute sich einen Augenblick schnell nach recht und links um. Niemand war mehr in der Halle. Er war offenbar der letzte. „Ein Billett nach Lominghton bitte!" sagte er 3U dem Schalterbeamten. Dann ging er gemächlich dem Bahnsteig zu. Der Lokalzug nach Lominghton war schwach be- ‘ , omr schon Abend. In dem knapp besetzten Abteil saßen nur ein paar Leute, die offenbar in einem der kleinen Orte rechts ober links beheimatet waren, ferner ein paar Landleute und kleine Rei- sende Der Monteur schlenderte langsam auf dem Bahnsteig hin und her. Er schaute unauffällig in tue verschiedenen Abteile und konnte sich'offenbar nicht recht entschließen, wo er einsteigen sollte. Da sah er an dem Fenster des einen Abteils das junge Mädchen von vorhin sitzen. Lächelnd zog er wie- oer seine Mütze unb stieg bann elastisch die zwei Stufen hinauf: „Ist es erlaubt, Miß?" sagte er unb stellte seinen Monteurkasten in bie Ecke. „0 bitte!" Das junge Mäbchen rückte ein wenig 3ur Seite. „Hier ist ja Platz. Ich hatte nur Angst, der Zug wurd» mir fortjahreiU" „Nein, nein, Miß, er wartet, bis wir ba sind. Nicht viel Verkehr hier auf der Strecke — nicht wahr?" „Ach nein, das find ja auch alles hier nur kleine Nester in der Umgegend. Wer soll da wohl schon hinfahren? Ja, London — das ist doch was anderes ..." Ihre hübschen braunen Augen bekamen einen sehnsüchtigen Schimmer. „Sind Sie so gern in London, Miß?" lächelte der Monteur. „Ach, schrecklich gern. Ich finde London zu schön. Ich wollte, ich könnte immer dort sein." „Na, und warum können Sie denn das nicht?" „Aber ich habe doch meine Eltern in Lominghton", lachte das junge Mädchen. „Nun ja, nun ja! Aber wer so hübsch und reizend ist wie Sie, Miß, der wird ja schließlich nicht ewig bei den Eltern hocken. Der wird ja mal heiraten. Haben Sie vielleicht schon einen Bräutigam?" Die Kleine wurde dunkelrot, schüttelte den Kopf. „Also Sie haben noch keinen — das ist aber nett!" 1 „Wieso nett?" Sie blickte unter der gesenkten Stirn halb scheu, halb kokett zu ihm auf. „Na, weil ich das eben nett finde. Und wissen Sie, wenn ich Sie wäre, so würde ich einmal nur einen Mann heiraten, der aus London stammt." „Sind Sie aus London?" fragte die Kleine schnell und wurde im gleichen Augenblick feuerrot. Sie merkte wohl, was sie unbeabsichtigt mit dieser Frage gezeigt hatte. „Jawohl, Miß, ich bin aus London. Und sehen Sie, das freut mich jetzt besonders. Ich möchte nämlich mal eine Frau heiraten, die nicht aus London ist. Die Londoner Girls, die sind mir zu verputzt und zu anspruchsvoll! Aber so ein nettes junges Mädchen aus einer kleinen Stadt — das wäre doch so etwas. Na, und wenn's nun eine wäre, die gerade auf London versessen ist, bas märe herrlich." Und damit rückte er ein bißchen näher. Die Kleine atmete schneller. Sie schien sehr verlegen, sprang auf, stellte sich ans Fenster. ,Zch möchte bloß mal sehen, ob nicht dort jemand aus Lominghton mitfährt." In diesem Augenblick hörte man die letzte Tür an einem der Abteile zuschlagen. Der Stations- beamte hob die Scheibe. Ein leises Zischen von der Lokomotive — ein Ruck — der Zug begann sich in Bewegung zu setzen und fuhr an. „Na, sehen Sie, Miß, da ist keiner mehr gekommen. Hätt' mir auch richtig leib getan, wenn untere Unterhaltung gestört worben wäre. Ist wohl ein sehr kleiner Ort, dies Lominghton?" „(Sehr klein", sagte bas junge Mädchen. ,Lm Sommer ist ja manchmal was los — da find oft ^lfPaar Sommergäste da zum Angeln ober i „Sind denn sonst Sehenswürdigkeiten dort, W 1 Dann würde ich sie gern einmal anschauen. habe in der Nähe, in Middleford, zu tun." „2lch, bas liegt ja in ber Mitte zwischen Nr gote unb Lominghton", unterbrach die Kleine b(-' Monteur schnell. „Ja, genau in der Mitte, Miß. Ich habe es mir i auf der Karte angesehen. Und ich weiß nun eigen«1 ■ lich nicht recht: Soll ich in Haringote Wohnun:: nehmen oder in Lominghton?" „Ach, dann wohnen Sie doch bei uns", sagte bii! Kleine und warf ihm einen warmen Blick zu. „Mei° । Vater hat nämlich ein Gasthaus in Lominghton. Sie würden bei uns gut unterkommen. Unb teuer • sind wir auch nicht. Das heißt, wenn Sie vielleuv i lieber woanders wohnen wollen ..." „Aber wo denken Sie hin, Miß! Selbstverfmd' ■ lich wohne ich bei Ihrem Vater. Das ist ein nett« > Zusammentreffen." Er griff nach ihrer Hand und drückte sie ■ „Und wissen Sie was? Am Sonntag, wenn i® nicht arbeite, da machen wir beide zusammen t'nen Ausflug." Die Kleine lachte: „Sie sind aber schnell, Mister, Mister. „Ach, entschuldigen Sie, Miß. Ich Ihnen noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße S)Qn fon — Archie Harrison ..." „Ein hübscher Name, Archie!" meinte die - „Das ist aber nett von meiner Mutter, batz n mir einen Namen gegeben hat, der Ihnen Miß." Er lachte sie fröhlich an. „Aber nun seten =■ lieb und sagen Sie mir, wie Sie heißen." „Kate Both heiße ich, Mister Archie!" . „Kate Both!" Er sagte es vor sich hin. Es wie ein Streicheln in seiner Stimme. Uno junge Ding fühlte es wohl. „Na, das wird schön werden, Fraulein * ' wenn wir beide miteinander am Sonntag Sagen Sie, welche Herrlichkeiten in der Umgeg^ Ihres kleinen Lominghton werden Sie mir D zeigen!?" . « । „Ach, da können wir erst einmal in Die o Hills", meinte Kate überlegend. „Da ist W ’ p ner Wald. Da ist auch ein großer Dierpor dem Herzog von Durshire. Schade, daß man nicht mehr Black Castle besuchen kann. „Black Castle? Was ist denn das?" Dßn „Ach, das ist ein kleines Schloß am^En Forrey Hills. Es gehörte früher dem Herz h ^r,, Durshire. Es wurde bei größeren Jagden zur » , nachtung benutzt. Seitdem der alte Herzog ö ' t, ben und der junge drüben in Amerika ist, werden hier keine Jagden mehr aog Das kleine Schloß ist verkauft worden. t Fortsetzung folgt!) materinnerungen schloß der anregend verlaufene Khtnb. „helft der Polizei helfen! Am 18. und 19. Dezember: Tag der Deutschen Polizei!" i zum Angeln iwürdigkeiten V i einmal o# dleford.zutR »r Mitte M Zerbrach die» leimet* uer Schlesier nt hatten tyrt ostdeutsche te i KickÄ/ch-M§ wann m mn ige Meder erschien r hi rei^ch Äk seschvM^d) et itbei uno ! Wechnachtsleet rtf)a und G* Mches M tot\x\ÄiV: orte über taji leihnachüilhen« zu engerem Jr Mitarbeit tat Zossener Ech zweiten Teile ini hte und 6oo'!' Vom vstseeM Danzigs hnnD P-'en und hinüber zum Lande Rübezechfs und zü 5'i-rschlesiens Eigenarten klang das Lied der oft- !»«.tschen Heimat, und es wurde auch derer gedacht, Öii ihre angestammte Heimat verloren haben. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beschlossen Ur heimatlichen Teil, an dessen Ausgestaltung sich bic Vorstandsmitglied Frau Köttgen und das $::paar Motz erfolgreich betätigten. Mit humo- Uf scheu oberschlesischen Mundartvorträgen und den demnteren „Vierzeilern" sowie dem Austausch von »itungshypothek bleiben unberührt, werden d weiter durchgeführt. . Die in Gesetz, Satzung oder Vertrag vorge- se!.nen besonderen Fälle vorzeitiger Fäl- lükeit (Zinsrückstand, Nichtversicherung usw.) Haoen unberührt. Unberührt, d. h. nach den bisherigen gesetzlichen Dlznahmen zu behandeln, bleiben Aufwertungs- s Mheken bis zum Betrage von 300 Mark. In allen anderen Fällen muß der Gläubiger Jnkraftreten des Gesetzes (nicht »ffsier) nochmals schriftlich mit dreimonat- jl in e r Frist kündigen, und zwar nur auf den ßuuß eines Kalendervierteljahres. Diese Rbibigung muß spätestens am dritten Werktag deiKalendervierteljahres im Besitz des Schuld- 1( sein. »weit hiernach eine Kündigung zum 31. März l$i nötig ist, soll sie spätestens am 3. Januar 1 !sitz im Besitz des Schuldners sein. Bei Kün- !> tragen kann der Schuldner einmal binnen belthinter Frist bei der Aufwertungsstelle Stundung irir bestimmten Voraussetzungen bis längstens l-ll Dezember 1935 beantragen. Dem Antrag ist tilgt zu entsprechen, wenn die Stundung für den ■ 0 iubiger eine unbillige Härte bedeuten Divöe. hierüber werden die Ausführungsbestim- i «g gen des Reichsjustizministeriums näheres an- l leim. Kanarienvogel-Ausstellung. dm gestrigen Sonntag hielt der Kanarienzucht- itn! Dogelschutzverein für Gießen und Umgegend s eir diesjährige allgemeine Ausstellung im Re- ftonant „Zum Andres" ab. Die Ausstellung war -Mich Jubiläumsausstellung zum 35jährigen Be- f ühn des Vereins. Zis am Freitag durch die Preisrichter Acker- t nein n»Offenbach und Perfcheid-Frankfurt < u?(L vorgenommene Prämiierung hatte folgendes > Sidbnis: 1 Selbstzuchtklafse 1 9 3 4 :1. Karl Becker, l@r’ien, 342 Punkte, 1. Ehrenpreis, Vereinswander- sM-, faroie Ehrenpreis für beste Hohlklingel und । |(!ie goldene Medaille. 2. Heinrich Schmidt, 324 \ jn'fte, 2. Ehrenpreis, sowie Ehrenpreis für beste j Rnirre, ferner Ehrenpreis für beste Pfeifen und I ri?---e goldene Medaille. 3. Rich. Frenzel, Gießen, I MW., Ehrenpreis und große silberne Med. 4. Joh. !Si:'r, Friedberg, 312 P., Ehrenpreis und kleine | [iltrrne Med. 5. Hugo Schul, Hartenrod, 309 P., i Shnpreis und kleine silberne Med. 6. Paul Dietzel, i Zhien, 300 P., Ehrenpreis und kleine silb. Med. ' r. i'asper Schmidt, Marburg, 300 P., Ehrenpreis i MÜ! kleine silberne Med. 8. Heinr. Becker, Gießen, !WP-, kleine silberne Med. 9. Kasper Schmidt, ! Murg, 291 P. kleine silberne Med. 10. Aug. l -n Gießen, 278 P., kleine silberne Medaille. if^L Neö l äxÄ °7°b S '^1 .»tobe?1*6*; ?e. ^Qd)en i W LtzÄ *lr*t 'N ®erbe9 ;: Amkeit gefe ^neiberei bi SÖerÜÄ' tU(f n nach, owplet bi/J ten- Mit Surfift EisenbaL Elchen sind h e'n von berfc "U, entroorh 1 JDcasfcnfoftüm' lür die Sßinteh oerungen dok,. e. Ausstellung einfachem künftigen j)Qi" 5 Alltags M vere Zeit uns: f Kräfte und? private Aufwertungshypotheken zum 1. Januar 1935. Hon der Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes töib uns geschrieben: ■*as am 13. Dezember dieses Jahres vomReichs- Ecinett beschlossene „Gesetz über einige Maßnahmen Dri dem Gebiete des Kapitalverkehrs" bestimmt be« »dich der privaten Aufwertungshypotheken und brn Verfügbarkeit zum 1. Januar 1935 u. a. fohmbes: Die von den Vertragsteilen getroffenen 23 er« t iibarungen über die Rückzahlung der Auf- KF I tßtw’ , * W e, Miß. 2-h^ Jnb ich weißt, in Häringe!-'■ an?" doch WjJ; warmen dasthaus in t unter WW- je®, wollen •" |in, Miß! Bat«. ®lsr b unb br*! Am Son^ nr beide JHr Wster, J .Miß-Z gestellt. rch^: M meines * 651' »4 vor 17. r 'n« 6^ E' Allgemeine Klasse: 1. K. Becker, Gie- s tzn! 331 Punkte, Ehrenpreis und große goldene Me- 1 SiLe. 2. heinr. Becker, Gießen, 330 P., Ehrenpreis 1 wd! kleine goldne Med. 3. heinr. Mahr, Gießen, ' 30? P. Ehrenpreis und große silberne Med. 4. ? 9c Frenzel, Gießen, 315 P., Ehrenpreis und t ssii-k silberne Med. 5. Paul Kluge, Bad-Nauheim, T Farbe Heller gegenüber den echten Münzen. Td ^alschstücke tragen die Jahreszahl 1932. Man darf vermuten, daß die Falschmünzer und deren Hintermänner besonders während der Weihnachtseinkäufe den Vertrieb der Falschstücke versuchen werden, so daß Vorsicht am Platze ist. ** Der Weihnachtsapfel. Von alters her gehören deutsche Aepfel zur deutschen Weihnacht. !!lls erste in deutschen Gauen erbaute Baumfrucht, als uraltes Symbol der Fruchtbarkeit wurden sie zum selbstverständlichen Schmuck des deutschen Christbaumes, des Adventskranzes, des Weihnachtstellers, des festlichen Tisches. Aepfel als frische Frucht oder in irgendwelcher leckeren Form als Nachtisch, schmückend als Lichthalter oder als Apfelzweig mit luftig bemaltem Rußgeficht, gehören zu den festlichen Mahlzeiten, wie fchmurgelnde Bratäpfel zum richtigen Behaaen der Winterabende. Gewiß haben wir auch andere traditionelle Leckereien, die oft viel kostbarer sind, Aepfel bleiben trotzdem in Gunst bei jung und alt. Man ißt sie nicht zum Ueberdruß, Kindern reichen wir sie mit Vorliebe und fühlen im Unterbewußtsein oder wissen es auch, daß ihr Genuß manche Eßsünden wieder wettmacht. Und wann sündigten wir mehr in dieser Beziehung als an weihnachtlichen Feiertagen? Schätzen wir darum unsere deutschen Weihnachtsäpfel, geben wir ihnen darum das Plätzchen, das ihnen gebührt auf unserem Gabentisch. ** helft Brände verhüten ! Ohne grünen Tannenbaum mit seinen brennenden Kerzen ist's kein richtiges deutsches Weihnachtsfest. So schön und stimmungsvoll er ist, ein Christbaum birgt aber Feuersgefahren in sich und macht daher Vorsicht nötig. Er soll in einem kräftigen Fuß fest ein- aesetzt werden. Teppiche, Tücher und sonstige leicht brennbare Unterlagen gehören nicht unter den Baum, ebenso wie Gardinen und Portieren von ihm ferngehalten werden sollen. Papierschmuck und Sprühkörper sind zwar sehr hübsch, erhöhen aber die Feuersgefahr. Beim Anzünden der Kerzen fange man oben am Baume an, da sonst leicht die Kleidung in Gefahr gerät. Kinder sollte man nie mit dem brennenden Baum allein lassen und ihnen auch keine feuergefährlichen Spielzeuge ober gar Feuerwerkskörper schenken. Auch für den 2Veih- । nachtsbaum gilt das Sprichwort: „Aus einem | Funken wird ein großes Feuer". Advenisseier der Gießener Zranenschast. Die Adventszeit ist für uns Menschenkinder, die täglich hasten und um das tägliche Brot kämpfen müssen, recht dazu angetan, besinnlich die Blicke und Gedanken dorthin zu richten, von wo einst der Stern von Bethlehem in tiefer, dunkler Nacht aufleuchtete und aller Welt verkündete: „Euch ist heute der Heiland geboren". So wie sich dort in dieser Nacht Hirten, Könige und Volk zusammenfanden zu gläubiger Anbetung des in der Krippe auf Stroh gebetteten Gotteswunders, wie sie ihre Knie in Ehrfurcht beugten und aus tiefstem Herzensdank und innigster Freude ihre Geschenke darbrachten, so sollen auch wir alle Jahre wieder im Glauben an Gott und aus dankbarem Herzen, daß er uns feinen Sohn gab, in der Zeit des Advents dieses große Weihnachtswunder auf uns wirken lassen und aus seinem tiefen Glanze Glauben und Zuversicht schöpfen für die vor uns liegende Zeit. Die NS.-Frauenfchaft von Gießen hatte den gestrigen Nachmittag dafür ausersehen, insbesondere die alten, hilfsbedürftigen Volksgenossen unserer Stadt mit in den Kreis des großen weihnachtlichen Erlebens einzuschließen und sie zu einer gemeinsamen Adventsfeier in das CafL Leib zu rufen, um ihnen dort ein schönes, altes Krippenspiel zu zeigen. Der Saal war lückenlos gefüllt und sehr anmutig und weihnachtlich hergerichtet, um den alten Volksgenossen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Ueberall waren bereitwillige, helfende Hände bemüht, den lieben Gästen behilflich zu sein, denn bei vielen hatten sich schon die Beschwerden des Alters eingestellt. Adventskränze erstrahlten im Scheine brennender Kerzen, aber ein noch viel hellerer Glanz spiegelte sich in den Augen derer wider, die hier versammelt waren. Nach kurzen, herzlichen Begrüßungs- roorten durch die stellvertretende Kreisfrauenschasts- führerin Frau W r e d e , die der Freude darüber Ausdruck verlieh, daß man ihrer Aufforderung fo zahlreich nachgekommen wäre, begann das Spiel, das durch feine vortreffliche Wiedergabe in aller Herzen den tiefsten Widerklang fand. Wie schon an den vorhergehenden Tagen, so hatten auch diesmal wieder die Darsteller ihr bestes Können in den Dienst der guten Sache gestellt, so daß sie am Ende des Stückes überaus reichen Beifall ernteten. Nach der Aufführung wartete der Gäste ein gemütliches Kaffeestündchen im Glanze vieler brennender Kerzen. Es war für die NS.-Frauenfchaft eine besonders schöne Aufgabe, diese alten Leutchen betreuen zu dürfen. Am Abend wiederholte sich das Krippenspiel vor den Mitgliedern der NS.-Frauenschaft und vor den geladenen Frauenverbänden. Auch hier richtete Frau W r e b e herzliche Worte der Begrüßung an alle Erschienenen. Bevor das Weihnachtssingspiel „Der Menschensohn" zur Aufführung kam, sang Frau Weyl-Eichenauer unter der bewährten Klavierbegleitung von Frau Luley in harmonischem Zusammenklang „Advent" von Rich. Frank. Zur Verschönerung des Abends wirkten ferner mit: der Singkreis der NS.-Frauenfchaft Mitte mit zwei altdeutschen Weihnachtsliedern und Wallfahrerliedern und Frau Emmy Güngerich- D i l t h e y, die in sprachlich vollendeter Form ein Gedicht „heilige Tage" vortrug und außerdem die schöne Weihnachtslegende „Die heilige Nacht" von Selma Lagerlöf Aur Vorlesung brachte. Auch sonst hörte man noch sehr schöne musikalische Darbietungen. Dieser wohlgelungene Abend stimmte so recht zu weihnachtlicher Andacht und klang aus in einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer. ZungjmW-Schulungslager auf dem Gleiberg. Regierungsassessor Dr. Dexheimer vom Finanzamt Gießen sprach am Samstag vor den Jungjuristen über Fragen des Steuerrechts. In außerordentlich interessanter Weise verstand es der Vortragende, die Zuhörer in die Steuerpolitik nach dem Reinhardprogramm einzuführen. Er wies insbesondere auf das ständig wachsende Steuereinkommen des Reiches hin, das im Jahre 1929 — 9 Milliarden, 1932 = 6 Milliarden und 1934 wieder etwa 8 Milliarden betrage. Fünf Grundsätze sind es namentlich, die bei der nationalsozialistischen Steuerpolitik ausschlaggebend sind, und zwar Gewährung von Steuervergünstigungen, allgemeine Senkung und Beseitigung der Steuern zwecks Bedarfsanregung, außerdem bevölkerungspolitische Gesichtspunkte, schließlich die Berücksichtigung des Persönlichkeitswertes. Der Redner kam sodann auf die verschiedenen Steuergesetze zu sprechen und erwähnte in diesem Zusammenhang das die Regelung des sog. Abschrei- bungswesens bezweckende Gesetz über die Steuerfreiheit von Ersatzbeschaffungen, eine Maßnahme, durch die der Wirtschaft erhebliche Summen zu- geführt worden seien. Sodann ging der Redner auf die praktische Auswirkung der Ehestandsdarlehen ein, sowie auf das sog. Steueranpassungsgesetz, den jetzt klar hervor-gehobenen Einkommensteuertarif, die Bürgersteuer, die Vermögenssteuer, die Erbschaftssteuer, die sämtlich bevölkerungspolitische Gesichtspunkte im Auge haben. Der Vortragende erörterte schließlich noch das Umsatzsteuergesetz, das im Gegensatz zu früher den gesamten Großhandel besteuert, und das Kapitalverkehrssteuergesetz, das sich mit dem Einbringen von Kapital in Kapitalgesellschaften befaßt und das Verantwortungsbewußtsein des Einzelkaufmanns gegenüber der Verschanzung hinter anonyme Kapitalzusam- menballunaen fördert Die Tendenz der neuen Entwicklung gehe dahin: Weg von den großen Konzernen und hinein in den Einzelbetrieb. Zuletzt befaßte sich der Redner mit der Steuermoral, die soweit gehen müsse, daß die Steuerzahlung als eine nationale Pflicht angesehen werde. Die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen wurden durch eine rege Aussprache ergänzt. Am Samstagabend sprach Dr. med. Kranz (Gießen) über das Thema: Raffen- unb Bevölkerungspolitik. Wenn man von diesem Thema heute reden kann, so erklärte der Redner u. a., so ist das der Tatsache zu verdanken, daß unsere heutige Regierung gewissermaßen auf biologischer Grundlage fußt. Das Leben eines Menschen ist abhängig von Erbanlage und Umwelt. Die Erbanlage ist unbeeinflußbar, konstant, im Gegensatz zur Umwelt. Volksgesund- heit heiße Erhaltung des Erbgutes. Das Erbdild könne man nur entwickeln unter Umweltseinflüssen. In der vergangenen Zeit wurde gegen drei Gesetze verstoßen, nämlich gegen das der Fortpflanzung, der Rasfenreinheit und das der Auslese. Das Erbkranke überwucherte das Erbgesunde. Man finde keine Kreuzung innerhalb der Erbarten, sondern nur innerhalb der Erbrassen. Bis 1900 waren wir noch ein wachsendes Volk, dann trat der katastrophale Geburtenrückgang ein. Man müsse von einem Dolks- tod reden. Wenn wir ein wachsendes Volk sein sollten, wie das von den Gegnern behauptet wurde, je müßten wir 8 bis 10 Millionen Kinder mehr haben. Seit Jahren hätten wir aber ein ungeheures Geburtendefizit. An diesem bevölkerungspolitischen Weg sei vor allem schuld die ganze geistige Grundhaltung des deutschen Volkes, die sich seit der Machtergreifung Adolf Hitlers erheblich gebessert habe. Der Redner erinnerte an die ungeheuren Ausgaben für Asoziale und deren enorm starke Fortpflanzbarkeit, und kam sodann auf den Verstoß geaen die Rassenreinheit zu sprechen. Besonders katastrophal sei das Eindringen der Juden in alle exponierten Stellen gewesen. Das deutsche Volk sei rassisch bedingt. Die Gefahr des Verschwindens des nordischen Rassenelements sei groß gewesen. Wir müssen dafür sorgen, daß die uns bestimmende nordische Rasse nicht ausstirbt. In scharfen Worten wandte sich der Redner gegen die sogenannten Rassenfanatiker. Er kam sodann auf die ungeheure Menge schwarzen Blutes zu sprechen, die vor allem durch die „Grande Nation" und in Der Vinter steht bevor. Kampf der Arbeitslosigkeit! Kaust Arbeitsbefchaffungstofe! Ziehung am 22. und 23. Dezember. den Hafenstädten Eingang gefunden habe. In kurzen Worten streifte der 23ortragenbe die rassische Gesetzgebung. Zum Schluß setzte sich der Vortragende mit den Bedenken der Dogmatiker auseinander und unterstrich das biologische Recht unseres Volkes, dem entgegenzutreten. Der Kampf dieser mittelalterlichen Dogmatiker gehe jedoch zu unseren Gunsten aus. Die Zuhörer dankten dem Redner für feine überaus interessanten Ausführungen mit großem Beifall. An den Vortrag schloß sich eine eingehende Aussprache an. Raubüberfall auf eine Sammlerin. Der Täter ohne Beute entkommen. LPD. Frankfurt a. M., 16. Dez. Arn Sonntag gegen 13 Uhr wurde vor dem Hause Günthersburg- allee 61 eine Sammlerin beim Verlassen des Hauses von einem Unbekannten überfallen. Der Täter, der vermutlich der Sammlerin aufgelauert hatte, schlug der Frau mit der Faust von hinten auf den Kopf und versuchte, ihr die Handtasche zu entreißen. Sie hielt die Tasche jedoch fest und schrie um Hilfe; dann fiel sie bewußlos zu Boden. Der Täter ergriff, ohne sein Vorhaben ausführen zu können, die Flucht. Nach Angabe der UeberfaUenen handelt es sich um einen Mann, der 1,80 Meter groß ist und einen grauen Mantel trug. Zur Aufklärung des Verbrechens ist die Polizei auf die Mitarbeit des Publikums angewiesen. Personen, die den Täter vor oder nach der Tat beobachtet haben oder sonst sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich alsbald beim Raubdezernat im Polizeipräsidium, Zimmer 404, zu melden. Das Autounglück an der Hohemarkstraße Lpd. Oberursel, 15. Dez. Zu dem Autounglück an der Hohemarkstraße teilt die Polizeiverwaltung Oberursel mit, daß es sich bei dem tödlich Verunglückten um den Rittmeister a. D. Walter Knappe aus Frankfurt a. M. handelt. Der Füh- rer des Wagens und die übrigen Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Die Leiche des Getöteten wurde von der Polizei beschlagnahmt. Ueder die Ursache des Unglücksfalles ließ sich bis- her genaueres nicht feststellen, da der Führer des Wagens infolge eines Pervenzusammenbruchs noch nicht vernehmungsfähig war. Oberhessen. Feuersbrunst im Vogelsberg. § U l r i ch st ein, 15. Dez. Gestern brannte im benachbarten Rebgeshain das Anwesen des Otto Fink vollständig nieder. Die Ursache des Brandes, der gegen 19 Uhr ausbrach, ist noch nicht ganz geklärt. Glücklicherweise war es ziemlich windstill, so daß ein Weitergreifen des Feuers vermieden werden konnte. Die Arbeit der Rebgeshainer und der Ulrichsteiner Feuerwehr, die sehr bald an dem Brandort erschienen waren, beschränkte sich auf den Schutz der umliegenden Gehöfte. Das Feuer nahm in der Scheune seinen Anfang und fand hier fo reichlich Nahrung, daß auch bald das darangebaute Wohnhaus in Flammen stand. Personen kamen bei dem Unglück nicht zu Schaden, auch konnte das Vieh noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Gegen Mitternacht war die Gefahr so weit eingeschränkt, daß die Ulrichsteiner Feuerwehr abrücken konnte. Landkreis Gießen. * Wieseck, 17. Dez. Der Land- und Gastwirt Karl C h r i st von hier feiert am heutigen Montag, 17. Dezember, in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag. Der Jubilar ist bereits feit 40 Jahren Bezieher des Gießener Anzeigers. * Beuern, 16. Dez. Zum kommissarischen Bürgermeister unseres Ortes wurde Wilhelm Fuhr von hier bestellt. = Steinbach, 16. Dez. Die NS.-Frauen- schäft hatte für den heutigen Sonntagabend zu einer Adventsfeier eingeladen, die in der Wirtschaft „Zum Einhorn" stattfand und einen harmonischen Verlauf nahm. Nach dem Gesang bps Chorals „Wie soll ich dich empfangen" begrüßte die Leiterin Frau K1 ü ck e r die in großer Anzahl erschienenen Gäste. Es folgten in buntem Wechsel Deklamationen der Kinder und Chöre der Frauenschaft, die von Frau K l ü ck e r selbst eingeübt und dirigiert wurden. Die Adventsansprache hielt ebenfalls die Leiterin. Nach kurzer Pause folgte ein Weihnachtsstück, gespielt von einem Mitglied der NS.-Frauenschaft und Kindern. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenem Stück kam der Nikolaus, er brachte in der üblichen Art für jedes Schulkind der Gemeinde ein Geschenk, von der Frauenschaft gestiftet. * Harbach, 15. Dez. Am Tage der nationalen Solidarität fand hier eine Haussamm- l u n g statt, die einen sehr schönen Betrag ergab. Einige Tage vorher wurde eine Listensammlung für Das Winterhilfswerk in die Wege aeleitet, die ebenfalls recht günstig verlief. Der Aufforderung der politischen Leitung, Weihnachtspakete für notleidende Offenbacher Volksgenossen anzufertigen, kam man bereitwillig nach. So konnte heute eine stattliche Anzahl von Liebesgabenpaketen in Reiskirchen abgeliefert werden. Zum größten Teile wurden Lebensmittel, wie Reis, Mehl, Hülsenfrüchte, Grieß, Haumacher 2Burft, Obst und Gebäck usw. gespendet. Wenn man bedenkt, daß ein großer Teil der hiesigen Einwohnerschaft infolge der finanziellen Nachwirkungen der Feldbereinigung und jahrelanger Arbeitslosigkeit schwer zu kämpfen hat, dann muß man sich immer wieder über den Opfersinn der Leute wundern und freuen. Es ist dies der beste Beweis, daß unser Dorf den Nationalsozialismus der Tat tief erfaßt hat. V Watzenborn-Steinberg, 16. Dez. In der Nacht auf Sonntag wurde bei dem hiesigen Einwohner Ludwig Jung III., Gießener Straße, eingebrochen. Der Dieb kam durch den Garten, sodann durch die Scheuer in die Waschküche und gelangte in die Wohnküche. Hier entwendete er alles, was einigermaßen für ihn brauchbar erschien. U. a. stahl er Kleidungsstücke, wie Mantel, Rock, Knickerbockerhose und Schuhe. Sodann suchte er Schrank und alle Schubladen ab nach Geld, jedoch hatte er dabei kein Glück. Auch ließ er 80 Zigaretten, die sich in der Küche befanden, mitgehen. Da der Bestohlene eine Geschäft hat, mußte der Dieb Bescheid gewußt haben, dennoch wagte er nicht, den Laden zu betreten, der neben der Küche liegt. Vermutlich hat der Dieb feine Beute in einem Sack, den er in der Waschküche fand, verstaut und das Weite gesucht. Die behördlichen (Ermittlungen sind im Gange. ch Großen-Linden, 17. Dez. Die NS.- Frauenschaft von Großen-Linden hatte gestern abend die älteren Frauen und Männer des Ortes zu einem gemütlichen Beisammensein in den schön geschmückten Saal der Gastwirtschaft Schaum ein- geladen. Zur Unterhaltung wurden Adventssprüche und Gedichte von Mitgliedern der NS.-Frauenschaft und von Kindern vorgetragen, Fräulein Schultheiß trug mehrere Lieder mit Klavierbegleitung sehr schon vor und die Schüler Heinz und Rudi Junker spielten auf ihren Violinen. Dann wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen — von der NS.-Frauenschaft gestiftet — bewirtet. Anschließend wurden noch lebende Bilder und ein Krippenspiel aufgeführt. Die alten Damen und Herren waren über die ihnen erwiesenen Aufmerksamkeiten sehr erfreut. Mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes nahm die Feier ihr Ende. * Obbornhofen, 16. Dez. Der 31 Jahre alte Bergmann Otto H an je l von hier erlitt bei einem Unfall so schwere Kopfverletzungen, daß er zur spezialärztlichen Behandlung nach Gießen übergeführt werden mußte. Kreis Friedberg. f B u tz b a ch, 15. Dez. Bei dem diesjährigen Auszeichnungsfest des Wandervereins „Taunus- b u n d" konnten vergoldete Abzeichen verliehen werden an einen Dereinsangehörigen, der zum 20. Male, ein zum 17., ein zum 15., ein zum 9., zwei zum 8., zwei zum 6., zwei zum 5., ein zum 4. und drei zum 3. Male ausgezeichnet wurden. — Gestern abend fand im kleinen Saale des „Hessischen Hofes" ein Amtswalterappell für den Nordbezirk des Krevses Friedberg statt, an dem fast olle Amtswalter teilnahmen. Ansprachen hielten der stellvertretende Kreisleiter Vieth und Kreisleiter Seipel. Beide gaben einen Rückblick über die Ereignisse des verflossenen Jahres und legten in großen Zügen die Pflichten der Amtswalter in der kommenden Zeit dar. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen und mu dem Gesang des ,^Horst-Wejsel-Liedes" beendet. Kreis Büdingen. tz. Nidda, 15. Dez. Ein erhebliches Mißgeschick betraf gestern den im benachbarten Geiß- Nidda wohnhaften Milchfuhrmann Wilh. Hof. Als er einen mit Holz beladenen Wagen in die Scheuer einfahren wollte, scheute sein Pferd vor auffliegenden Tauben und stieß den Wagen rückwärts in die vertiefte leere Dung- grübe. Dabei wurde es mit hineingerissen und brach ein Hinterbein. Infolgedessen mußte das Pferd, das mit etwa 450 Mark bewertet wird, geschlachtet werden. — Gegenwärtig suchen Die neuen Lohnsteuerbestimmungen geschieden sind und aus deren der Schweizer Alpen mit 7420A Ludwigftrafte 59 Varl. 05934 von 7428 D geschlachki Drogerie Kreuzplatz 10 seines A. Kircher, Bleichstr.15 Ruf 2145—2146. Der ^Kinder / Freude verwitwet oder früherer Ehe ein Iungfuchs (6farf verkleinerte Abb. aus Daldweben) einer Dienst- oder Kriegsbeschädigung mindeste! 30 v H. gemindert ist. Auch für sonstige beschädig Personen (z. B. Zivilbeschädiate, Blinde, nicht r werbstätlge Schwerbeschädigte), sowie für Eniosä, der einer Hinterbliebenenrente nach d,- Reichsversorgungsgesetz, oder nach dem Gesek übe die Versorgung der Kämpfer für die nationale fr Hebung werden auf Antrag bestimmte Beträoe cis steuerfrei durch das Finanzamt auf der Steuers .'ind hervorgegangen ist, das auf der Steuerkarte nicht vermerkt ist, weil z. B. keine Kinderermäßigung mehr gewährt wird oder das Kind verstorben ist, sowie Vollwaisen, die am 10. Oft. 1934 das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten und sich in der Ausbildung für einen Beruf der, die zu seinem Haushalt gehören, Kinderermäßigung zu, und zwar im Gegensatz zu früher auch dann, wenn die Kinder eigene E i n- befinden, wird auf Antrag durch die Gemeindebehörde auf der Steuerkarte bescheinigt, daß sie für die Berechnung der Lohnsteuer wie kinderlos verheiratet zu behandeln sind. Da aus der Steuerkarte fünfte beziehen. Die Kinderermäßigung wird auf Antrag jetzt auch für volljährige Seidenschirme 1 Nachttischlampen Rauchverzehrer preiswert und in großer Auswahl Kovftueb durch Sehstörung? Oester als man glaubt, haben 57ovfweb, Nervosität, ja seelisches, körperliches Unbehagen ihre Ursache i. mangelhafter Funktion der Augen, auch bei Kindern. Dann Hilst nur eines: Die Brille von Optiker Magnus Seltersweg 33. Lieferant sämtl. Krankenkassen. „ , „ , , , itnber gewährt, die auf Kosten des Arbeitnehmers für einen Beruf ausgebildet werden und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und zwar auch dann, wenn sie nicht zum Haushalt des Arbeitnehmers gehören. Volljährige Kinder werden im Sinne der Marleluise Claudius — Olaf Bach Mathias Wiemann - Lotte Spiera - Harry Hardt auswärtige Händler hier und fri der Umgegend bessere Sorten A e p f e l auf^uf auf en. Für Goldparmänen und Schöner von Boskop wurden 8 bis 9 Mark, für Landsberger und Baumanns Renetten 8 Mark je Zentner geboten. Kreis Alsfeld. * Maulbach , 15. Dez. Am heutigen Samstagmorgen wurde der 29 Jahre alte Landwirt Carl ^Teppich Müller von hier beim Holzfällen im Walde von einem schweren Unfall betroffen. Dem bedauernswerten Manne fiel ein ft a r k e r A st so unglücklich auf den Kopf, daß er einen schweren Schädelbruch davontrug und nach erster ärztlicher Hilfeleistung nach der Chirurgischen Klinik in Gießen gebracht werden mußte. Lichtspielhaus ■ Gießen Heute Montag bis Mittwoch Ein Film ans der grandiosen Bergwelt 1935 nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Arbeitnehmer ledig, verheiratet, verwitwet oder geschieden ist, wird von der Gemeindebehörde in folgenden Fällen die Steuerkarte auf Antrag entsprechend ergänzt: 1. Bezieht eine Ehefrau Arbeitslohn, so ist auf ihrer Steuerkarte 1935 im Regelfall kein Familienstand vermerkt. Die Arbeitnehmerin ist auf Antrag bei Anwendung der Lohnsteuertabelle als kinderlos verheiratet zu behandeln, wenn sie die Tatsache der Verheiratung darlegt. Für die Berechnung der Lohnsteuer sind in diesen Fällen vor Anwendung der Lohnsteuertabelle dem tatsächlichen Arbeitslohn bestimmte, von der Gemeindebehörde auf der Steuerkarte zu vermerkende Beträge hinzuzurechnen. 2. Kinderlos verheiratete Arbeitnehmer, die dauernd getrennt leben und auf deren Steuerkarte 1935 weder der Ehegatte noch Kinder vermerkt sind, sind aus Antraa bei Anwendung der Lohnsteuertabelle als kinderlos verheiratet zu behandeln, wenn sie das Fortbestehen der Ehe (z. B. durch eine polizeiliche Bescheinigung) nachweisen. 3. Verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und auf deren Steuerkarte keine Kinder vermerkt sind, weil aus der früheren Ehe keine Kinder hervorgegangen sind, sind auf Antrag bei Anwendung der Lohnsteuertabelle als kinderlos verheiratet zu behandeln, wenn sie durch eine amtliche Bescheinigung (z. B. Heiratsurkunde) nachweisen, daß sie verheiratet gewesen sind. Dem Arbeitnehmer steht für minderjährige Kin- Lohnsteuerbestimmungen nur dann auf Kosten des Arbeitnehmers für einen Beruf ausgebildet, wenn dieser die Kosten der Berufsausbildung einschließlich der Kosten des Unterhalts ganz oder überwiegend trägt. Zum Haushalt des Arbeitnehmers zählen auch minderjährige Kinder, wenn sie sich mit seiner Einwilligung außerhalb seiner Wohnung befinden. Gehören zum Haushalt eines Arbeitnehmers eine oder mehrere Hausgehilfinnen, so wird ihm auf Antrag, der bei dem für den Wohnsitz des Arbeitnehmers zuständigen Finanzamt zu stellen ist, ein Betrag von 50 Mark monatlich für jede Hausgehilfin als steuerfrei auf der Steuerkarte vermerkt. Der Anspruch auf Berücksichtigung einer Hausgehilfin fällt fort, wenn die Hausgehilfin entlassen und nicht innerhalb eines Monats eine Hausgehilfin wieder eingestellt wird. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, spätestens nach Ablauf eines Monats nach Entlassung der Hausgehilfin unter gleichzeitiger Vorlage seiner Steuerkarte die Berichtigung zu beantragen. Auf Antrag hat das Finanzamt des Wohnsitzes des Arbeitnehmers, wenn besondere wirtschaftliche Verhältnisse die st e u e r l i ch e L e i st u n g s - fähig keit des Arbeitnehmers wesentlich beeinträchtigen, einen nach Ermessen zu bestimmenden Betrag ft euer frei zu lassen und auf der Steuerkarte zu vermerken. Als Verhältnisse dieser Art gelten insbesondere außergewöhnliche Belastung durch Unterhalt oder Erziehung einschließlich Berufsausbildung der Kinder, durch gesetzliche oder sittliche Verpflichtung zur Unterhaltung bedürftiger Angehöriger, auch wenn diese nicht zum Haushalt des Arbeitnehmers zählen, durch Krankheit, Körperverletzung, Verschuldung, Unglücksfälle oder durch besondere Aufwendungen, die einer als Arbeitnehmerin tätigen Witwe mit minderjährigen Kindern infolge Erwerbstätigkeit für den Haushalt 2 375*m.„, m. Ein-Druck-Zentralschmierung, hydraulischer Vierradbremse, Viergang-Getriebe.Tiefrahmen, Ganzstahl - Karosse u. ». w. Jll. Drude so dien, Probefahrt kostenlos. 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I dann beeinträchtigt, wenn bei einem Arbeit« besondere wirtschaftliche Verhältnisse vorlieoen > ihm schwerere Belastungen auf erlegen, als Ars?' nehmer mit gleichen Einkommens- und Sermon Verhältnissen und gleichem Familienstand im afi *' meinen zu tragen Haden. au9H Werbungskosten und Sondern, gaben, die den Betrag von 40 Mark monntrl zusammen übersteigen, werden auf Antraa »n, Eintragung eines steuerfreien Betrages aus Steuerkarte durch das Finanzamt berüdfiL; . Werbungskosten sind Aufwendungen zur bung, Sicherung und Erhaltung der (Einnahm ' Zu den Sonderausgaben rechnen insbesondere c? chensteuern, Beiträge und Versicherunaspraw^ des Arbeitnehmers für sich, seine Ehefrau und bi Kinder, für die ihm Kinderermäßigung aem^' wird, zu Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Anae^ ten-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherun^ zu Versicherungen auf den Lebens- oder Todes« , und zu Witwen-, Waisen-, Versorgunqs- Sterbekassen. Weiterhin kommen noch in Betrag Beiträge des Arbeitnehmers für sich und feine fr der, für die ihm Kinderermäßigung gewährt m? an Bausparkassen zur Erlangung von Baudarlch Den erwerbstätigen Arbeitnehmern, die wes einer Kriegs- oder Dienstbeschädigung eine H, schädigtenversorgung nach dem Reichs sorgungsgesetz erhalten, wird durch das Finanz auf Antrab je nach der Minderung der Erwerb fähigkeit em bestimmter Betrag mit Rücksicht a- ihre besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse und ihnen in der Regel erwachsenden höheren bungskosten und Sonderausgaben steuerfrei ! lassen und auf der Steuerkarte vermerkt. Georg Appel, Inh. F. Schmidt Seltersweg 54 - Telephon 3566 Wenn Sie einen zuverlässigen Wagen kaufen wollen, der Ihnen viel Freude macht, dann kaufen Sie einen Hanomag, zu haben von Die Bestimmungen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn haben in vielen Punkten eine wesentliche Aenderung erfahren. Die neuen Bestimmungen gelten für die Lohnsteuer von dem Arbeitslohn, der für einen Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, der nach dem 31. Dez. 1934 endet. (Eine grundsätzliche Aenderung besteht darin, daß der Arbeitgeber die Lohnsteuer nur noch aus der Loh n st euertabelle ablesen und sie nicht mehr ohne eine solche berechnen kann. Die Abführung der einbehaltenen Lohnsteuer durch den Arbeitgeber erfolgt zukünftig nur noch durch Einzahlung (lieber* Weisung ober Barzahlung) an die zuständige Finanzkasse. Das seither für Arbeitgeber mit wenigen Arbeitnehmern zugelassene Markenverfahren ist in Fortfall gekommen. In der Steuerkarte 1935, die dem Arbeitnehmer durch die Gemeindebehörde seines Wohnortes zur Zeit des Stichtages der Personenstandsaufnahme (10. Okt. 1934) ausgestellt wird, ist außer der Zahl der beim Steuerabzug zu berücksichtigenden Kinder auch vermerkt, ob zur Haushaltung des Arbeitnehmers eine Ehefrau zählt. Den Arbeitnehmern, die WMAWKtzKN Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150Raturaufnahmen aus demTier-undpflanzen- leben desheimatlichenWaldes aufl28Kupfertief- drucktafeln,mit lebendigem und aufschlußreichem Sinsührungstext von K.Gerhard und G. Wolff Edgar Bormann Eisenhandlung, fließen,Neuatadt 6 Briefumschläge bei Brühl, Gießen ,ßai ist eine herrliche Welt! Die beiden Kameramänner sind ihr bis In köstliche Derschwiegenbeiien nahe gekommen. — Köstlich ist alles und zauberhaft schön." Dresdner Anzeiger Verlangen Sie das bebilderte Werbeblatt Zu beziehen durch jede Buchhandlung ober vom Anso Vevmühlev Vevlaa Berlin-Lichterfelbe SdtVMtl 'Vuntfi LE fÜÄ, oüu ßtAorg&n! Frohes Weihnachtsfest ist für die Dame u. den Herrn gesichert, wenn einige beliebte Kleinigkeiten nicht vergessen werden. Für die Dame: Kölnisch Wasser „4711" u.,.Gegenüber“, auch in schönen Geschenk- Toilette-Seifen, 3 St. i. Karton 0.70, 0.75,1.-, 1.20, 1.50 Mk. usw. 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