Ur. 270 Erstes Blatt 184. Jahrgang Samstag, 17. November 1954 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: granffurt am Main 11086 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn>» und Verlag: vrühl'sche UaivrrfitStrvuch- und Steindruckerei «.Lange In Stehen. 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Er knüpfte an den A u t o st r a ß e n b a u in unserm Gau an, wies auf das große Ried- Projekt hin, erinnerte an die Erfolge der Elek- t r o - G a s - F r o n t und an die Förderung der Jnftandfetzungsarbeiten für Wohnungen durch den Rhein-Mainischen Garantieoerband, die auch von den Reichsstellen als mustergültig anerkannt worden sei. Selbstverständlich könne jetzt zu Beginn des Winters auch bei bestem Vorsatz ein Rückstrom nicht vermieden werden. Aber es komme darauf an, in welchem Maße man ihn auffange. Staatliche Hilfe sei nicht mehr zu erwarten, weshalb man sich auf Selbsthilfe einstellen müsse. Der (Bauleiter führte in erster Linie ein neues großes Siedlungsvorhaben an, für das der Landesplanungsverband gute Vorarbeit geleistet hat. Die Vorarbeiten find bereits so weit gediehen, daß wahrend des Winters im ganzen Gau rund 2 0 0 0 Siedlungen in Angriff genommen werden können. Diese Siedlungen sollen nicht wie früher Werk-, Beamten-, Eisenbahner-, poft- usw. Siedlungen fein, sondern Siedlungen, in denen ohne Rücksicht auf Stand und Beruf s l ch das Volk trifft. Der größte Teil der großindustriellen Unternehmungen ist bereit, mit namhaften Zuschüssen es zu ermöglichen, daß ihre Werkangehörigen die Möglichkeit haben werden, sich ein Eigenheim zu erwerben. Die Siedlungen sollen in erster Linie Eigenheime sein. Wenn alle diejenigen, die sich an diesem Werk beteiligen, in ihrer Opferwilligkeit wirklich bis an die Grenze des Möglichen gehen, dann werden wir erreichen, daß ein Rückschlag in der Arbeitsschlacht verhindert wird, vielmehr noch weitere Volksgenossen in Arbeit und Brot kommen können. Der Präsident des Rhein-TNainischen Industrie und Handelstages, prof. Dr. Earl £ ü e r erläuterte die einzelnen Maßnahmen. Um nach Fortfall der Reichszuschüsse den Auftraggebern einen Anreiz zu bieten, ihren Bedarf im Winter 1934/35 zu decken, wurde den Elektrizitätswerken der Vorschlag gemacht, zugunsten der Arbeltsbe- schaffungsaktion für eine begrenzte Zeit a u r o i e volle Ausnutzung des durch die öffentliche enischer Stellen lenken wolle. Der österreichische Bundeskanzler in Vom. Strom und Gas zu verzichten. Die Werke des Rhein-Main-Gebiets haben sich daraufhin sofort bereit erklärt, 20prozentige Zuschüsse in Form oon Stromgutschriften zu gewähren, die auf den Mehrverbrauch eines Jahres monatlich angerechnet werden. Voraussetzung ist, daß ein Mehrverbrauch eintritt. Die Beteiligung der Elektrizitäts- und Gaswerke konnte sich daher nur auf Neuinstallationen, Erweiterungen und den Kauf oon Geräten erstrecken, während reine Jn- standsetzungsarbeiten oon den Werken nicht bezu- schußt werden. Insgesamt erfolgt eine Verbilligung oon 28 o. H. für Neuinstallationen und Erweiterungen, 25 Prozent für den Kauf oon Geräten. Es soll auch die Instandsetzung von Wohngebäuden gefördert werden. Handel und*Handwerk werden einen Barzuschuß von je 5 Prozent im Falle der Barzahlung oon dem Rechnungsbetrag in Abzug bringen. Der Rhein-Mainische Garantieverband hat ferner die Laufzeit der von ihm neu zu garantierenden Kredite oon 2 auf 3 Jahre ausgedehnt. Für das S i e d l u n g s p r o j e k t ist in Verhandlungen mit der preußischen Landespfandbriefbank, der Nassauischen Landesbank und den Sparkassen die Finanzierung der Gelände- und Baukosten sicherge- st e l l t. Der Vorsitzende des Landesplanungsverbandes Stadtrat Dr. Niemeyer errechnet d i e kosten für die Eigenheimbauten auf 8000 bis 15 000 Mark. Die Gemeinden haben sich bereiterklärt, günstiges Gelände zu vorteilhaften Bedingungen zur Verfügung zu stellen. Die Amortisation soll erst mit dem Beginn des zweiten Jahres einsehen. Die monatlichen Lasten für den Eigenheimbesiher (Zinfendienst und Tilgungsrate) werden nicht höher als die bisher bezahlte Miete betragen, durchschnittlich etwa 27 bis 30 Mark, in einzelnen Fällen auch nur 5 Mark pro Woche. Der Landeshandwerksmeister Garner betonte, daß, wenn d e r Voranschlag für ein Eigenheim auf 12 000 Mark laute, das Haus bann auch bei der Fertigstellung nicht mehr als 1 2000 Mark kosten werde. Die Brandversicherungskammern hätten etwa 350 000 Mark Kredite zu verbilligtem Zinsfuß von 3 bis 3,5 v. h. zur Verfügung ge- stellt, jedoch nur für solche Arbeiten zur Beseitigung von Feuergefahr. mit dem Außenminister von Berger-Waltz e n e g g und dem Staatssekretär für Unterrichts- wesen Dr. P e r n t e r in Rom eingetroffen. Unter Eine südslawische Denkschrift über die politischen Hintergründe des Attentats von Marseille Die Belgrader Regierung wird eine Untersuchung beantragen. Propaganda erzielten Mehrabsatzes Ein umfassendes Giedlungsprojekt für Hessen-Nassau. Die Errichtung von 2000 Eigenheimen geplant.-Instandsetzungen und Neuinstallationen tatkräftig gefördert. südslawische Volk verknüpfen. Arn besten wäre es, wenn die Großmächte den Versuch machen würden, die Aufregung der Leute zu beschwichtigen, die den Wunsch hätten, die Streitfragen in ihrer bedrohlichsten Form wieder aufzurollen. e In einem Pariser Bericht der „Times" heißt es, die Bemühungen um eine französisch - italienische Verständigung hätten eine Verständigung zwischen Italien und der Kleinen Entente zur Voraussetzung. Jede Reibung zwischen Südslawien, dem Freunde Frankreichs, und Ungarn, dem Freunde Italiens, könne unglückliche Folgen haben. Aus diesem Grunde hoffe man, daß der Streit sich in den juristischen Grenzen halten werde. Die südsla- wische Denkschrift sei maßvoll im Ton. Aber viel werde oon dem in Genf beschlossenen Verfahren abhängen. Der Pariser Berichterstatter der „M o r n i n g Poft" äußert große Sorge über die Folgen einer Erörterung der südslawischen Angelegenheit in Genf, er betont, Italiens Ansehen als Großmacht hänge von seiner Fähigkeit ab, d i e Demütigung eines seiner kleinen Bundesgenossen (Ungarn) z u verhindern. Frankreich wäre es peinlich, wenn das Versätzen der Marseiller Polizisten vor einer internationalen Körperschaft erörtert würde. Auch würde es verschiedenen Mächten nicht schwer fallen, Aktenmaterial über die gefährliche Tätigkeit einer der Dutzend iübflaroiens beim Völkerbund potitfd) und derj 1 and habe diese Lage benutzt, um die Bedeutung ------ der Bande hervorzuheben, die das deutsche und das hiesige südslawische Gesandte haben den französischen Luhenminister davon in Kenntnis gesetzt, daß rüdslawien beim Völkerbund eine Untersuchung über die Ermordung König Alexanders beantragen werde. Die „Information" rechnet damit, daß wegen der starken Idaftung der bevorstehenden Völkerbundsrats- tigung und der Unvollständigkeit der südslawischen c'tenmäßigen Unterlagen die Angelegenheit wahr- scheinlich erst aus der 3anuarfagung Los Völkerbundsrats zur Behandlung kommen wird. Der türkische Außenminister Tewfik Rüschtü leg verhandelte in Belgrad mit dem südslawischen Außenminister I e f t i t s ch. Südslawien hat eine Denkschrift vorbereitet, die es in Gens über In Marseiller Königsmord vorlegen will. Der drkische Außenminister hat sich mit Jeftitsch ein- x hend über die Denkschrift unterhalten. Frankreich in der Zwickmühle Anklage gegen Ungarn zu entwickeln, sondern zu einer Aussprache über die Möglichkeit der Unterdrückung terroristischer Organisationen. Auch ein ungarischer Schritt in Genf? Budapest, 16. Nov. (DNB.) In gut unterrichteten Kreisen heißt es, daß die ungarische Regierung ebenfalls einen Schritt beim Völkerbund beabsichtige, um die Aufmerksamkeit des Völkerbundsrates auf die Tatsache zu lenken, daß die südslawische Regierung durch die Verfolgung der in den abgetretenen Gebieten lebenden Ungarn sowohl den Vertrag von Trianon als auch die übernommenen Minderheitenschutzbestimmungen verletzt habe. Amtlich werden bisher keinerlei Mitteilungen über die Absichten der Regierung gemacht. Man glaubt, daß der Schritt der südslawischen Regierung beim Völkerbund sich weniger gegen Ungarn als gegen d i e italienische Regierung richtet und daß Belgrad durch die Aufrvllung der Schuldfrage des Marseiller Anschlages die Aufmerksamkeit auf eine Mitverantwortung ita - Man hofft ans die »beschwichtigende Atmosphäre" von Genf. Paris, 16. Nov. (DNB.) Die französische Presse is in der Beurteilung des südslawischen Schrittes s hr zurückhaltend. Einige Blätter vertreten jmvch den Standpunkt, daß Frankreich nicht umhin ' firme, denen zu helfen, die Klarheit in diese Ange- liyenheit bringen möchten, so daß Frankreichs Ver- ii-ter sich darauf oorbereiten müßten, an einer veileicht sehr heiklen Aussprache t! i l z u n e h m e n. Der „Paris Soir" schreibt, zwei- elos werde die Aussprache über die südslawische ^nkschrift lebhaft und leidenschaftlich em, aber die Umsicht, die Belgrad bisher bewiesen Hube, und die beschwichtigende Atmosphäre von Genf gestatteten die Hoffnung, daß nun die von der Gerechtigkeit geforderte Festigkeit ni.t der Mäßigung in Einklang bringen könne, die fir die friedliche Entwicklung der internationalen ^Ziehungen notwendig sei. Laval werde sich darum bnnühen. Das „Echo de Paris" berichtet, die Note der Wgraber Regierung werde durch eine tsche- ! ^slowakische und eine rumänische tote unterstützt werden, die die Einigkeit der Steinen Entente bekräftige. Es fei noch unentschie- im, ob bann auf Grund des Artikels 11 der Völ- Ikrbundssatzung der Dringlichkeitsantrag gestellt n?rbe. Die Kleine Entente wolle keinen Aufschub, las „Echo be Paris" berichtet weiter, baß ber Ge- [tmbte Fotitfch in seiner Besprechung mit L a - on l ben Sinn bes sübslawischen Vorgehens erläu= fort habe unb ber französische Außenminister habe bes Borgetragene nur billigen können. Das £ att wendet sich gegen bie Möglichkeit einer Vermischung ber Angelegenheit burch die Annahme eher allgemeinen Entschließung zur Bekämpfung Terrors. Besser fei es, einfach bie Wahr- Ih>. j t z u bekunben unb im übrigen möglichst billb ben Bunb berer zu schaffen, die den Frieden lvollen. Frankreich und seine Verbündeten Belgrad, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die .Tolitika" gibt eine Unterredung mit einem der mchsten Mitarbeiter Lavals wieder, der zu dem Schritt Südslawiens in Genf erklärte, Frank- i- ich steht auch in dieser Frage hinter d r Kleinen Entente. Es handelt sich nicht nur um Südslawien, sondern ebenso sehr auch um bi- Ehre Frankreichs. Wir verstehen vollständig )(tn Wunsch Belgrads, die Hintergründe b s Anschlages zu durchleuchten und glauben, hß Südslawien Anspruch auf eine recht- lirfje Genugtuung hat. Frankrelcy wünscht einzig und allein, daß in dieser Frage feine 6« gensätze zwischen Südslawien und g wissen Nachbar st aaten ausgelost wer- bci, mit denen Belgrad gute Beziehung Herstellen linnte. Sorge in London. London, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Daily LUegraph" schreibt, der Beschluß Südslawiens hübe in mehr als einer europäischen Hauptstadt r n ft e Sorge verursacht. Wenn Belgrad seine il»sichten bis zum logischen Ende durchführe, könne nm auf eine ernstliche Verschlechterung ö r Lage in Zentraleuropa gefaßt fein. Silber glaube die südslawische Regierung, daß sie otii) beträchtliches belastendes Material gegenüber Lilien habe. Der Vertreter Belgrads in Gen D:rbe behaupten, hohe italienische Beamten seien o i] kroatischen Komplotten beteiligt ceivesen, bie auf italienischem Gebiet g e - sct mi e b e t würben. Frankreich fei burch biefe Entwicklung in eine unglückliche Lage gelt te n. Es habe ernsthaft gewünscht, freunbschaft- Me Beziehungen zwischen Italien und Südslawien in fördern. Südslawien habe diese Bemühungen ines Alliierten mit ausgesprochenem Mißtrauen Machtet, das Versagen der franz o sich en Polizei in Marseille habe der Un- Gruppen politischer Flüchtlinge in Frankreich vorzulegen. In französischen amtlichen Kreisen errege , „ das Vorgehen Südslawiens daher k e i n e B e g e i - den Klängen der österreichischen Nationalhymne be- st e r u n g, wenn es auch als natürlich unb viel- grüßte Mussolini ben Bunbeskanzler. Das Proleicht als notroenbig anerkannt werde. Es bestehe ber gramm für ben viertägigen Aufenthalt entspricht lebhafte Wunsch, bie Erörterung mög 1 ich st all- bem eines hohen Staatsbesuches. Am Montagabend gemein zu halten und nicht zu einer förmlichen gibt Mussolini im Capitol einen großen Empfang. GchafftArbeiimid Brot! Ein Ausruf des Gauleiters Sprenger. Deutsche Volksgenossen! Wieder sieht der Winter vor der Tür. Gegen Hunger und Not, zur Unterstühufty bedürftiger Volksgenossen ruft uns das Winterhilfs- werk. Daneben aber gilt es, auch vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um allen Arbeits - kameraden bie bisherigen Arbeitsplätze z u erhalten und — wenn irgendmög- lich — die noch unbeschäftigten Volksgenossen wieder in die schaffende Front einzureihen. Jeder einzelne muß hieran zu seinem Teil durch Vergebung von Aufträgen Mitarbeiten! Das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Winters 1934/35 sieht mehrere durchgreifende Aktionen vor. Dabei wird der deutsche h a u s b e s i h wie im Vorjahre wieder mit in vorderster Reihe stehen. Elektrizitätswerke, Gasanstalten, Handwerk und handel haben sich in einmütigem opferbereitem Zusammenwirken bereit erklärt, für Instandsehungs- und Ergänzungsarbeiten im Rahmen der Llektro-Gas- Front sowie für alle sonstigen Hausreparaturen beträchtliche Zuschüsse zur Verfügung zu stellen. Ich richte daher an die Bevölkerung des rhein-mainischen (Baues die dringende Aufforderung: Seht eure Häuser und Wohnungen instand und verbessert eure (Bas- u n b Elektrizitätsanlagen! Gleichzeitig aber rufe ich alle biejenigen Volksgenossen, bie noch kein eigenes Haus besitzen, aber über ein kleines, wenn auch noch so be- scheibenes Bauguthaben vorfügen, zum Bau eines billigen unb gefunben Eigenheimes auf. Släbte, (Bemeinben unb krebitan- ffalten stellen bafür günstiges Baugelänbe unb billiges Kapital zur Verfügung. Auch von ber 3 n b u ff r i e erwarte ich eine nachhaltige Unterstützung bes Sieblungsprogramms unb richte an sie ben einbringlichen Appell: Verhelft euren Stammarbeitern burch Gewährung von Spihenbarlehen zu einem eigenen heim! 3hr fördert damit Arbeitsfreude und Gesundheit. Deutsche Volksgenossen! Stellt euch während dieses Winters ohne Ausnahme in den Dienst der Volksgemeinschaft! Scheut euch nicht, gewisse Opfer auf euch zu nehmen! Denkt immer an die Worte unseres Führers: „3eder einzelne hat die Pflicht, von sich aus nicht zu zögern und nicht zu warten mit feinen Anschaffungen, mit dem, was er machen soll und einmal machen muß. 3eber hat bie pflicht, von sich aus, oerkauenb auf bie Zukunft, feinen Teil sofort beizutragen." gez. Sprenger. Kameradschaft der Hafion. 2Jon Franz V. Maddalena Je besser es dem einzelnen, je besser es dem Durchschnitt eines Volkes geht, um so mehr verliert er häufig den Sinn für die Gemeinschaft. Es ist eine alte Erfahrungstatsache, daß der Reiche unb Wohlhabende, der selber nie Not am eigenen Leibe gespürt hat, häufig weniger opfer- und hilfsbereit ist als der Arme. Echte Kameradschaft schmiedet sich von selbst bei allen denen, die gewohnt sind, in gleicher Gefahr im Die n ft für d i e Menschheit stets dem Tod in die Augen zu sehen. Echte Kameradschaft finden wir bei dem Bergmann, der ohne zu zögern sein Leben einsetzt bis zum äußersten, um die in der Grube verschütteten Kameraden zu retten. Echte Kameradschaft zeigt der Seemann. Wenn der Ruf „SOS“ durch die Wellen des Aethers gejagt wird, verläßt jedes Schiff, ganz gleich, wie stark der Sturm ist, feinen Kurs und fetzt jeder Mann unbedenklich Gut und Leben ein, um den von Seenot bedrängten Kameraden zu helfen. Echte Kameradschaft finden wir bei den Fliegern aller Nationen, finden wir bei den Forschern, die in fremde unbekannte Länder eindringen oder im ewigen Eis neue wichtige Erkenntnisse für die Menschheit zu gewinnen suchen, finden wir i n d e n Bergen, wo im schwersten Schneesturm Hilfsexpeditionen ausgerüsttet werden, wenn Bergsteiger verschollen sind. Echte Kameradschaft bedeutet nicht nur Gemeinschaftsgefühl, gegenseitige Hilfe unb Unterstützung, sie bedeutet Einsatz des einen für den anderen und Einsatz aller zusammen für die Gemeinschaft bis zum äußersten unter vollbewußtem Opfer auch des Letzten. Unser deutsches Volk war vor dem Kriege — heute wissen wir das — ein reiches Volk. Der Begriff der Volksgemeinschaft, der Kameradschaft aller Volksgenossen und aller Stände begann zu schwinden, Standesdünkel auf der einen, Klassenkampfhetze auf der anderen Seite zerstörten ihn mehr und mehr. Wohlleben, das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit ließ den Sinn für Hilfsbereitschaft zurückgehen. Da brach mit Sturmge» walt der Krieg über dieses Volk herein, unb feine Gewitter wuschen alle Schlacken von dieser Nation ab. In alter Stärke und Bereitschaft trat sie an, alle Grenzen der Stände und Kasten fielen, vom Ersten bis zum Letzten eilte alles, was Waffen tragen konnte, zu ben Fahnen, stellte sich jeder ein- zelne in den Dienst der Gemeinschaft der Nation. Als das Volk im ganzen sich der Gefahr bewußt wurde, die der Gemeinschaft und damit jedem einzelnen galt, da erstand in ihm neu der Begriff der Kameradschaft, da erlebte die Nation Kameradschaft. In seiner ganzen eindringlichen Kraft aber erfuhr draußen im Feuer der Frontsoldat das, was eigentlich in ihrem tiefsten Sinne Kameradschaft bedeutet. Soldaten und Kameraden, diese Begriffe gehören ganz eng zusammen, Soldat sein, ohne Kamerad zu sein, ist im Feuer der Schlachten unmöglich. Woran der einzelne früher vielleicht nie gedacht hätte, das wurde hier in dem unerbittlichen Ernst der Front zu einer Selbstverständlichkeit: Einsatz des Lebens, Einsatz wirtschaftlicher, menschlicher, sonstiger Vorteile, Opfer des Letzten für den andern, Opfer auch dann, wenn es für den Augenblick schier unvernünftig schien, Opfer oft nur um 'des Opfers selbst willen. Wenn in den Großkampftagen vor Verdun, in Flandern oder an der Somme die Essenträger zurückgeschickt worden waren, um Verpflegung und Post, um Munition und Meldungen zu holen für die Kameraden, die in den Erdlöchern der vordersten Stellung unter grauenhaftestem Feuer aushielten, welche Macht der Erde wäre imstande gewesen, diese Männner durch die Hölle des Sperrfeuers in den fast sicheren Tod zurückzusenden zu ihren Kameraden nach vorne, wenn sie selbst es nicht gewollt hätten? Me Strafen der härtesten Disziplin reichten nicht an Das Schwere heran, das sie auf dem Weg nach vorn erwartete. Wie kann den Mann, der rm Begriff ist, in eine Stellung zu gehen, in der ihm tausend Tode drohen, noch die Drohung mit der Todesstrafe schrecken können? Und dennoch gingen sie vor mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit, obwohl sie ganz genau wußten, wohin sie gingen und daß sie besonderes Glück haben würden, wenn sie heil bis zu ihren Kameraden kommen würden. Sie gingen vor, weil sie wußten, wie sehr die Kameraden vorne warteten auf das, was sie zu bringen hatten. Weil sie wußten, daß die Kameraden vorne ihnen vertrauten genau so, wie sie sich auf die Kameraden unbedingt verlassen konnten. Sie wußten, daß, wenn ihnen etwas zustößt, ihre Kameraden alles versuchen würden, was nur menschenmöglich ist, ihnen zu helfen. Wieviele haben ihr Leben gelassen, als sie schwerverwundete Kameraden zu bergen sich bemühten, die zwischen den Gräben im Drahtverhau oder im Feuerbereich des Feindes lagen und um Hilfe riefen! Wie hätte die Front ihre Aufgabe erfüllen können, wenn nicht jeder einzelne Mann, wenn nicht jeder Truppenteil sich fest darauf verlassen konnte, daß die Nachbartruppen rechts und links ihre Aufgabe mit gleicher Selbstverständlichkeit erfüllen würden bis zum letzten Mann. Tagelang hielten sie im furchtbarsten Feuer aus, weil sie wußten, den anderen ging es ähnlich so, weil sie wußten, daß es auf ihr Aushalten ankam, damit die Kameraden ihre Pflicht erfüllen, damit die Front ihr Ziel erreichen kann. Und wenn die Gruppe zusammengepfercht im Erdloch hockte, abgesperrt von der Welt und von allen anderen durch rasendes Trommelfeuer, gepeinigt von Durst und Hunger, weil neue Verpflegung nicht herankommen konnte, dann wurde dennoch die letzte Feldflasche nicht angerührt, damit ihr Inhalt noch Verwundete laben konnte. Und wenn dann noch einer irgendwo eine letzte Zigarette fand, so war das ein Schatz, der mit Selbstverständlichkeit zwischen allen geteilt wurde, jeder bekam einen Zug, keiner wurde übersehen. Und diese kleine „Kippe" einer schlechten Pfennias-Zigarette war vielleicht für jeden in dieser Lage der größte denkbare Genuß. Der letzte Bissen Brot, der letzte Schluck aus der Feldflasche wurde zwischen denen, die ganz vorne lagen, geteilt. Man war gegenseitig auf sich angewiesen, auf Tod und Leben, und man hielt die Kameradschaft auf Tod und Leben. Nur auf ihr, auf dieser in der größten Not und Gefahr eisenhart geschweißten Kameradschaft, auf dieser Sicherheit, mit der sich ein jeder auf den anderen verlassen konnte bis zum letzten, stand die Front. Stand sie besonders in den letzten Jahren des Krieges zu einer Zeit, da keine Macht der Welt stärkere Mittel aufzuwenden hatte als die Gefahren, unter denen der Soldat der Front ständig stand und bis zum letzten Tage selbstverständlich seine Pflicht erfüllte. Wehe der Truppe, in der diese Kameradschaft zu Bruch ging! Wehe der Nation, in der diese Kameradschaft zwischen Heimat und Front verloren ging! Nichts hat verheerender auf die Kampfkraft unserer Truppen gewirkt, als die Zustände, die in den letzten Jahren in manchen Gebieten der Etappe einrissen, wo Leute, die vor den Gefahren der Front sicher waren, gut lebten und alles hatten, was der Frontsoldat vorne entbehren mußte. Als im November 1918 jene Etappe die Kameradschaft der Front gegenüber vergaß, da erst brachen Teile der Front zusammen. Als in dieser Zeit gewisse Kreise der Heimat die Kameradschaft der Nation zerstörten, da brach das Reich zusammen. Der Verrat an der Kameradschaft der Nation war die Ursache des furchtbaren Niederganges unseres Volkes, der schweren Jahre, die das deutsche Volk von nun an durch- zumachen hatte. Diejenigen aber, die die echte tiefe Kameradschaft der Front erlebt hatten, wurden nicht müde in den Jahren des Niederganges, sie blieben zusammen undkämpften,bis dieserGeist der Front siegreich wurde im Volk. Das Dritte Reich ist geboren aus dem Geiste der Front. Es ruht mit allen seinen Wurzeln in dem Wesen der echten Kameradschaft. Der Geist der Kameradschaft, wie ihn die vorderste Front kannte, soll und muß Gei st und Wes en der ganzen Nation werden. Das Deutsche Reich ist von Gefahren umgeben und steht im schwersten Lebenskampf. Es muß sich durchsetzen gegen starke, mächtige und unser Wesen tief hassende Gegner. In diesem Kampf um seine Lebensgrundlage und um sein Lebensrecht muß das ganze Volk zusammen st ehen in festester Kameradschaft. Derjenige, dem es besser geht im wirtschaftlichen Leben soll abgeben von dem, was er hat, an den anderen, der noch Not leidet.Abgeben nicht von seinem Ueberfluß, sondern mehr. Erst durch und im Opfer erweist sich die echte Kameradschaft. Das ist der Sinn des großen Winterhilfswerks der Nation, zu dem der Führer, der Frontsoldat Adolf Hitler, das ganze deutsche Volk aufgerufen hat. Die alten Frontkämpfer, die selbst gespürt und erlebt haben, was die Kameradschaft in der größten Not bedeutet, werden diesem Ruf ihres Kameraden und Führers, als erste unter allen folgen. Sie, die in schwersten Augenblicken Kameradschaft bis aufs äußerste erlebt haben, die der Kameradschaft der anderen heute ihr Leben verdanken, werden sich auch jetzt in vorderster Front dafür einsetzen, daß die einstige Kameradschaft der Front heute zur vorbildlichen Kameradschaft der ganzen Nation wird. 'IX' irtschastliche Belebung in den Städten Hamburg und Bremen Neben Bremen, bas vor allem als Einfuhrhafen für Baumwolle in Betracht kommt, ist H a m - bürg die größte der deutschen Hansestädte, als Handels- und Industriestadt unter dem neuen Regime auf dem Wege des Wiederaufstiegs. Schon daß die Arbeitslosenziffer zurückgeht, ist beispielhaft. Als der Führer die Regierung übernahm, zählte Hamburg 160 000 Arbeitslose. Die Industrien mußten sich immer mehr einschränken. Aber seitdem sind über40v. H. derArbeitslosen wieder beschäftigt worden. Das ist um so anerkennenswerter, als Hamburg, der Haupthafen Deutschlands, infolge der Störungen und der Schrumpfung des Handels zwischen den Ländern ganz besonders hart getroffen worden ist. Man hat in Hamburg zielbewußt damit begonnen, sich auch wirtschaftlich zu sanieren. Das bei der Machtübernahme Vorgefundene D e f i z i t von über sechzig Millionen Mark wurde durch Einsparungen auf 28 Millionen Mark heruntergedrückt. Die alten G ä n g e v i e r t e l sind niedergerissen, und am 1. Dezember wird mit dem Aufbau der neuen Häuser begonnen. Gerade diese Gänge- viertel waren nicht nur der Unterschlupf von Verbrechern, sondern wurden auch von den Aermsten als Wohnstätten benutzt. Nichts aber ist deprimierender als das Wohnen in Elendsquartieren. Der Wiederbelebung der hamburgischen I n d u ° strie entspricht nur teilweise die des Handels. Aber auch hierfür sind die Aussichten gut, die vor allem das enalisch-deutsche Zahlunas- ob tommen dem einzelnen Exporteur und Importeur wieder Bewegungsfreiheit gibt und ihn von den Sprüngen des Amtsschimmels befreit. Daher ist dieses Abkommen gerade in Hamburg, wo vielfältige Handelsbeziehungen zu England vor. Händen sind, mit besonderer Freude begrüßt worden. Der Aufschwung zeigt sich auch im Schiffsverkehr. Im September war der W a r e n e i n g a n g in Hamburg mit 1 077 000 Tonnen um 43 000 Tonnen höher als im August, während er im September 1933 nur 941000 Tonnen betrug. Der Waren- a u s g a n g betrug für Hamburg im September 1934 562 000 Tonnen gegen 541 000 im September 1933. Schon darin zeigt sich der Aufschwung, der übrigens auch die zweite Hansestadt Bremen erfaßt hat,' da dort der Wareneingang 254 000 Tonnen betrug gegen 191 000 im Jahre 1933 und der Warenausgang 347 000 Tonnen gegen 200 000 lm Jahre 1933. Trotz der großen Absatzschwierigkeiten ist also der Warenoersand erheblich gestiegen, am stärksten in Bremen. Die Steigerung in Hamburg betrifft neben Rohstoffen auch wichtige Fertigwaren wie Metallwaren, Chemikalien und Maschinen. In Bremen sind die höheren Zahlen durch erhöhte Kohlenverschiffungen erreicht worden. Für Bremen ist besonders wichtig, aber auch in zweiter Linie für Hamburg, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, eine halbe Million Baumwollballen gegen deutsche Waren einzutauschen, denn der Rückgang des Baumwollversandes der USA. zwingt zu einer Abhilfe, weil der Baumwollbestand zu Anfang August bereits 10 Millionen Ballen betrug, dazu kommt die diesjährige Ernte von 9,6 Millionen und die voraussichtliche nächste Ernte von 11,8 Millionen Ballen. Eine Belebung des amerikanischen Tauschgeschäftes würde naturgemäß die der ganzen Hansestädte nach sich ziehen. Feierliche Vereidigung des Reichsbauernrates auf den Führer. Goslar, 16. Nov. (DNB.) Im großen Saal der Kaiserpfalz fand die feierliche 23ereibigung des Reichsbauernrats und des nationalsozialistischen Führerkorps im Reichsnährstand auf den Führer statt. Der Reichsbauernführer strich noch einmal das Wichtigste über Wesen und Bedeutung und Aufgabe des Reichsbauernrates heraus, der den grundsätzlichen, nationalsozialistischen Gedankengängen entstamme. Nach einer außerordentlich klaren Formulierung des grundsätzlich Verschiedenen und Neuen in der nationalsozialistischen Auffassung hob der Reichsbauernführer dann das Aufgabengebiet des Reichsbauernrates heraus, der aus der Kampftruppe des agrarpolitischen Apparates als eine Auslese innerhalb der Landbevölkerung, die ihre Führerbegabung auf einem durch und durch antiliberalen Grundsatz unter Beweis gestellt hatte, erwachse. Alle Führung sei immer eine Fragedes Charaktersund des Könnens, nicht eine Frage des intellektuellen Wissens. Der Reichsbauernrat habe den alten Kampfgeist des agrarpolitischen Sturmbataillons der NSDAP, in einer Sondereinrichtung zu erhalten, damit künftig die Führung des deutschen Bauerntums im Geiste dieser Kampfgemeinschaft weitergeführt werde. Damit dieser Geist in jedem Mitglied des Reichs- bauernrates über dem Kleinkram des Alltags erhalten bleibe, gebe ich den Mitgliedern jetzt und für alle Zukunft einen Richtspruch mit, nach dem sie sich stets ausrichten können und ihr Tun und Handeln zu überprüfen vermögen. „Handle als Deutscher st e t s so, daß dich dein Volk als Vorbild erwählen kann!" Stehend hörten die Mitglieder des Reichsbauernrates dann die abschließenden Worte des Reichsbauernführers, mit denen er ihnen sagte, daß der Mann, der sie gelehrt habe, für die Gesetze des Blutes zu kämpfen, und der sie in diesen Kampf geführt habe, Adolf Hitler, nun auch der gesetzlich anerkannte Führerdes ganze n Volkes fei, auf den sie nun den E i d der Treue und des Gehorsams bis zum Tode leisten sollten. Wie ein Mann erhoben die Mitglieder des Reichsbauernrates die Schwurhand und sprachen Satz für Satz dem Reichsbauernführer die Worte des feierlichen Schwures nach: „Wir schwören dir — Adolf Hitler — Treue und Tapferkeit. Wir versprechen dir — und den von dir bestimmten Vorgesetzten — Gehorsam bis in den Tod — so wahr uns Gott helfe." Vauemland Bürgschaft des Friedens. Der Reichsbauernführer empfängt die ausländischen Abordnungen. Goslar, 16. Nov. (DNB.) Am Freitag empfing der Reichsbauernführer die in Goslar weilenden Bauernführer Englands, Polens, Frankreichs, Ungarns, Dänemark, Norwegens, der Tschechoslowakei, Lettlands sowie den Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes in Genf. Der Reichsbauernführer führte aus, in Goslar werde der Versuch unternommen, die völlig desorganisierte Wirtschaft, die ja nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa sich in Schwierigkeiten befände, auf einem neuen Weg in Ordnung zu bringen. Das könne nur geschehen, wenn man sich auf die Grundlage stelle, die unsere Vorfahren als solche betrachtet hätten: auf die Agrarbafis. Jedes Land müsse die Fragen nach seiner Eigenart lösen. Der Reichsbauernführer wies dann auf die Zusammenarbeit mit Polen hin, die bereits bewiesen habe, daß man dasselbe wolle, wenn auch auf verschiedenen Wegen. Durch eine solche Aussprache bekomme man Verständnis für die gesamte Lage und aus diesem könne man zu einem neuen wirtschaftlichen Prinzip kommen, aus dem sich der Friede ergebe, der heute d i e dringlichste Aufgabe in Europa fei. Gerade die Bauern Europas fetzten in jeder kriegerischen Entwicklung nicht nur das Leben, sondern alles ein: denn die Kriegsfurie gehe anders über die Höfe und landwirtschaftlichen Betriebe hinweg, als über Städte, Berufe und Stände, die nicht mit dem Lande verwurzelt feien. Fiireine freie Abstimmung im Gaargebiet Die Pleite der Abstimmungsfälfcher. 85% der Streichungsanträge abgelehnt. (Saerbrücfen, 16. Nov. (DNB.) Die Abstirn- mungskommission machte am Freitag genauere Angaben über die Zahl der bei ihr eingelaufenen Einsprüche gegen die vorläufige Lifte der Abstimmungsberechtigten. Die Gesamtzahl der Einsprüche belaufe sich auf 107 145. Davon sind etwa die Hälfte als berechtigt anerkannt worden. 28 258 Einsprüche bezweckten die Berichtigung geringfügiger Fehler in den aufgestellten Listen, die fast ausschließlich gutgeheißen wurden. 32 000 Einsprüche lauteten auf Neueintra - gung in die Liften; davon wurden 5 6 v. H. anerkannt. Bemerkenswert ist, daß von den 46 000 Anträgen auf Streichung nur 15 v. H. gutgeheißen wurden. Bei den restlichen 85 v. H. handelte es sich um die planmäßigen Sabotgeversuche der Abstim- mungsfälscher in den Reihen der Separatisten. Besonders aufschlußreiche Arbeit haben die Abstimmungsfälscher im Kreise Merzig geleistet, wo sie 3343 Anträge auf Streichung stellten, wovon nur 78 berechtigt waren. bischöfliche Anweisung für die Geistlichen im Gaargebiet. Saarbrücken, 16. Nov. (DNB.) Die Bischöfe von Trier und Speyer haben folgende Verfügung erlassen: Alle Geistliche werden angewiesen, im Geiste der Reichskonkordats sich jedes öffentlichen Auftretens in politischen Versammlungen im Saargebiet zu enthalten. Auch auf der Kanzel und in der katholisch-kirchli- scheu Vereinstätigkeit ist die gleiche Zurückhaltung geboten. Diese Anweisung gilt auch für alle fremden im Saargebiet s i ch aushal- tenden Priester. Diese Priester sollen es vermeiden, auf der Kanzel politische Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher zu empfehlen. Was wir durch diese Anweisung vermeiden wollen und müssen, ist die Hineintragung der Politik in die Kirche und Seelsorge. Unsere Anweisung berührt nicht die sittliche Pflicht der Liebe zum a n- ge stammten Volkstum und der Treue zum Vaterland. Diese Liebe und Treue sind vielmehr nach der katholischen Lehre sittliche Tugenden. Die Priester wie auch die Laien mögen nicht vergessen, die ernste und wichtige Frage der A b st i m m u n g im Gebete und Opfer dem allgütigen und allgerechten Gott zu empfehlen. * Die Katholiken des Saargebietes, fo schreibt die katholische Landeszeitung, nehme diese Anweisung ihrer Oberhirten mit großer Genugtuung und der selbstverständlichen Ehrerbietung hin, die sie der kirchlichen Autorität schulden. Sie sind überzeugt, daß diese Disziplinarmaßnahme notwendig war und dem Frieden und der Seelsorge dient, aber nicht minder auch i m I n t e r e s s e von Vaterland und wahrer Volksgemeinschaft liegt. „Evening AewS" schüttelt Herrn Knox ab. Die beste Sicherheit für ihn ist heimzukehren London, 16. Nov. (DNB.) „Saar-Wahnsinn" ist das Urteil des „Evening News" über die gestrige Unterhausaussprache zur Saarfrage. Das Blatt nennt den Vorschlag Lord M a r l e y s, die britische Regierung solle zwei Bataillone nach dem Saargebiet entsenden, dumm und gefährlich. Weder die Saarabstimmung, noch der Völkerbund selbst seien die Knochen eines britischen Grenadiers wert. Zu der vom Wortführer der Regierung, Lord Stanhope, ausgedrückten Besorgnis über die Sicherheit d o n Knox, der von Scotland Pards Geheimpolizisten bewacht werde, bemerkt „Evening News": „Nach unserer Ansicht ist die angemessenste Weise, Knox von Schaden fernzuhalten, wenn man ihn auffordert, nach Hause zurückzukehren. Wenn dies nicht geschieht, so sollte ihm zumindest klargemacht werden, daß er ein Angestellter des Völkerbund srates und daß niemand anders als dieser für ihn verantwortlich ist. Zu der vom Premierminister Anfang der Woche abgegebenen Erklärung, daß die britische Regierung feine Verantwortung für die Dormaligen britischen Offiziere trage, die vom Völkerbundsrat für die Saarpolizei rekrutiert werden, fragt das Blatt: „In welcher Hinsicht ist Knox' Stellung von der dieser Polizisten verschieden?" Oie studentische Erziehung. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Dr. med. Geh Wagner, der Beauftragte der Partei für Hoch, schulsragen, schreibt zum jüngsten Erlaß des Reichs. erziehungsminifters u. a.: Durch die unter dem 14. November 1934 oom Reichserziehungsminifter an den Reichsführer der deutschen Studentenschaft gegebene Weisung find an den deutschen Hoch- und Fachschulen klare Der. hältnisse geschaffen worden. Die gesamte polj. tisch-weltanschauliche Erziehung ber Studentenschaft übernimmt in Zukunft aus. schließlich der NS D. -Studenten b und und damit die Verantwortung für diese Erziehung bie NSDAP. Der NSD.-Studentenbund ist eine Gliederung der Partei. Die örtliche. Hoch- und F a ch s ch u l g r u p p e n f ü h r er roerber auf Vorschlag bes Neichsamtsleiters bes Studentenbunbes vom zuständigen Gau. I e i t e r als Hoheitsträger der Partei ernannt. Die Richtlinien für ihre Arbeit erhalten sie vom Reichs, amtsleiter des NSD.-Studentenbundes. Mit der gleichen Anweisung des Reichserziehungs- minifters, die dem Studentenbund ausdrücklich bie R?c^' mg ber Kameradschaftserziehung üp' ,t, erfolgt endlich auch eine Klärung dieser in dcn letzten Wochen so stark erörterten und umstrittenen Frage. Die diesbezügliche Verfügung des Studentenschaftsführers Feickert ist außer Kraft gesetzt. Es wird in Zukunft an jeder Hochschule — wo notwendig auch an den Fachschulen — ein Kameradschaftshaus des NSD. - Stu« bentenbunbes geben. Die staatlichen Käme« radfchaftshäufer kommen damit in Wegfall. In diesem Kameradschaftshaus des NSD.-Studenten- bundes sollen die Mitglieder des NSD.-Studenten- bundes und damit der Führernachwuchs im Gemeinschaftsgeist der NSDAP, geschult werden. Ob neben diesem Kameradschaftshaus des Stu- bentenbunbes von den Korporationen noch weitere Wohngemeinschaften errichtet werden, bleibt den Korporationen selb st über« lassen. Die NSDAP, lehnt es jedenfalls ab, einen Zwang in dieser Richtung auszuüben. Korporationen, die ihre bisherige Form derjenigen ber Wohngemeinschaft vorziehen, werden von ber NSDAP, nicht als zweitrangig angesehen werben; denn die Partei betrachtet die Kameradschaftser- ziehung innerhalb der Korporationen nicht als notwendige Voraussetzung für nationalsozialistische Erziehung und Bewährung. Berliner Kundgebung der 71(5. - Kriegsopserversorgung. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Die NS.-Kriegs- opferoersorgung hatte zu einer Kundgebung eingeladen, auf der Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, der selbst Schwerkriegsbeschädigter ist, und Der Kriegsopferführer Oberlindober sprachen. Oberlindober erklärte, wenn von den 350 000 vor einem Jahr erwerbslosen Kriegsopfern heute nur noch 60 000 ohne Arbeit feien, so bedeute da; einen schönen Erfolg, es sei zu hoffen, daß in Jahresfrist auch der letzte, der gewillt fei, feine Familie selbst zu unterhalten, dazu in die Lage versetzt werde. Mit der Gesetzesnovelle im Juni dieses Jahres habe die Reichsregie- rung ihren Willen bewiesen, den Kriegsopfern zu helfen. Staatsminister Adolf Wagner führte u. a. aus, die Kriegsopferorganifation habe nicht nur eine materielle, sondern auch eine große geistige Aufgabe. Der Geist des Frontsoldaten - t u m 9 müsse seine Fortpflanzung in der deutschen Jugend finden. Die Frontsoldaten, die an der Front gelernt hätten, was Deutschtum und was Sozialismus heiße, müßten auch die fanatischsten Bannerträger der revolutionären nationalsozialistischen Idee sein. Man fei draußen gewesen, damit ein anständiges Deutschland leben könne, und dieses anständige Deutschland habe jetzt Adolf Hitler geschaffen. Wenn der alte Soldatengeist und der revolutionäre Geist der nationalsozialistischen Bewegung blieben, dann könne die Welt uns nicht zwingen. Geldbußen zugunsten des Winterhilfswerks. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Geldbußen, die auf Grund einer Betriebsordnung wegen Verstoßes gegen die Ordnung oder die Sicherheit des Betriebes verhängt werden, find nach einer Verordnung des Reichsarbeitsminifters ab 1. Dezember an bie Nationalsozialistische Volks- Wohlfahrt abzuführen. Sie flössen zwar auch bisher schon einer neutralen Stelle, der NS. - Gerne i n s ch a f t „Kraft durch Freude", zu, waren also nicht zum Besten der Gefolgschaft des Betriebes zu verwenden. Die neue Regelung sieht die Verwendung für die wohltätigen Zwecke der alle Volkskreise betreuenden nationalsozialistischen Volks- Wohlfahrt vor. Ihre Beträge sollen in erster Linie dem Winterhilfswerk zugute kommen. Betriebsordnungen, die auf Grund der bisherigen Vorschriften die Verwendung von Geldbußen zum Besten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" vorsahen, sind dahin abzuändern, daß die Verwendung dieser Bußen künftig zum Besten der NS. - Volkswohlfahrt zu erfolgen V* NG.-Frauenschast und Rotes Rrcw- Berlin, 16. Nov. (DNB.) Zwischen der Füh' rer'in der Deutschen Frauen und dein Präsidenten desDeutschenRotenKreu- zes ist ein Abkommen getroffen worden, danach übernimmt das Deutsche Rote Kreuz die A u sbil' düng der Mitglieder der NS. - Frauen- schäft entsprechend den Bestimmungen des Deutschen Roten Kreuzes für die Aus- und Fortbildung der weiblichen Hilfskräfte. Im Dienst des Raten Kreuzes tragen die Mitglieder der Frauenschaft, die zu Hilfskräften des Roten Kreuzes ernannt find, die für die Hilfskräfte des Roten Kreuzes vorgeschne- bene Dienstkleidung mit den vorgeschriebenen Abzeichen. Für den Dienst im Roten Kreuz sind sie vom Dienst in der NS. -Frauenschasi von Fall zu Fall zu befreien. Sollen Hilfskräfte des Roten Kreuzes im Dienste der Frauenschaft, Partei usw., z. & bei Aufmärschen oder ähnlichen Veranstaltungen Verwendung finden, so werden sie auf Anforderung von den zuständigen Organen des Roten Kreuzes unter Führung einerLeiterin vomRoten Kreuz in ihrer vorgeschriebenen Diensttracht zur Verfügung gestellt. Für diese Zwecke sollen in erster Linie Mitglieder der Frauenschaft berücksichtigt werden. Eingliederung des Stahlhelmfrauenbundes in das Deutsche Irauenwerk. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Zwischen der Führerin der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauen- Werkes und dem Beauftragten des Bundesamtes des NS.-Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) wurden nachstehende Vereinbarungen getroffen: 1. Der Stahlhelm-Frauenbund wird mit seinen Gliederungen in das Deutsche Frauenwerk eingefügt. Als bestehende Gruppen werden die angesehen, die bereits vor dem 2 8. Juni 19 3 4 aktiv gearbeitet haben. Damit hat die Reichsführung der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes die oberste Führung über den Stahlhelm- Frauenbund übernommen. 2. Der Stahlhelm-Frauenbund gliedert sich in die Gaue des Deutschen Frauenwerkes ein, die den politischen Gauen der NSDAP, entsprechen. 3. Die Landesführerinnen des Stahlhelm-Frauenbundes setzen sich mit den Gauführerinnen des Deutschen Frauenwerkes in Verbindung und treffen im gegenseitigen Einvernehmen die für die gemeinsame Arbeit notwendigen Anordnungen. 4. Neubildungen von Ortsgruppen des Stahlhelm- Frauenbundes und Neuaufnahmen in bestehende Ortsgruppen des Stahlhelm-Frauenbundes kommen künftig nicht mehr in Frage, auch nicht nach dem 1. Januar 1935. 5. Den Frauen des Stahlhelm-Frauenbundes ist ein Uebertritt in die NS.-Frauenschaft als Einzelmitglied möglich; ein Zwang darf hierbei keineswegs ausgeübt werden. Oie neuen Mntenbankfcheine. DNB. Berlin, 16. Nov. Verschiedene Anfragen über die angekündigte Ausgabe neuer Rente n b a n k s ch e i n e über 50 Rentenmark neben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es sich bei dieser Neuausgabe nicht um eine Ausweitung des Rentenbankscheinumlaufs handelt. Die Neuausgabe erfolgt lediglich, um die alten, verbrauchten Rentenbankscheine, die noch im Umlauf sind, durch neue verbesserte Schei zu ersetzen. Am 31. Okt. 1934 betrug der Umlauf an Rentenbankscheinen 408 893 362 Mk. Don den ursprünglich umlaufenden 2 080178 583 Mk. sind bis zum 31. Okt. 1934 1 671285 221 Mk. aus dem Verkehr gezogen worden. Die noch umlaufenden Rentenbankscheine sind durch die nach wie vor bestehende dingliche Belastung der Landwirtschaft mit der Rentenbankgrundschuld in f)öt)e von 2 Milliarden Feingoldmark voll gesichert. Deutsch-japanische parallelen. Botschafter Nagai über das neue Deutschland. Tokio, 16. Nov. (DNB.) Der japanische Botschafter in Berlin, Nagai, der zur Zeit in Tokio weilt, erklärte einem Pressevertreter, daß das 23er» bältnis zwischen dem Deutschen Reich und Japan sehr freundschaftlich sei. Das sei in erster Linie darauf zurückzuführen, daß beide Staaten national und wirtschaftlich viel Gemeinsames hätten. Auch die internationale Lage der beiden Länder habe viel Aehnlichkeit miteinander Die Annäherung zwischen Frankreich und der Sowjetunion und zwischen Italien und Frankreich seien Versuche, Deutschland zu isolieren. Er glaube nicht an die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund. Die Deutschen verlangten unter Führung des Volkskanzlers Hitler die Gleichberech- t i g u n g. In diesem Punkt kenne Deutschland keine Kompromisse. In der deutschen Forderung auf Gleichberechtigung und Japans Forderung auf Gleichberechtigung zur See sei viel Aehnlichkeit vorhanden. Die inner- politische Lage in Deutschland sei vollständig st a b i l i s i e r t. Er sei Zuschauer beim Reichsparteitag in Nürnberg gewesen, wo das junge Deutschland marschiert, und wo ein neuer Gei st i m W a ch s e n begriffen sei. Die deutsche Regierung werde auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten siegreich überwinden. Ein Festtag für Ungarn. Fünfzehn Jahre vom Kommunisienterror befreit. DNB. Budapest, 16. Nov. Aus Anlaß der 15jährigen Wiederkehr des Tages, an dem der Reichsoerweser und Admiral Horthy an der Spitze der in Szegedin gebildeten nationalen ungarischen Armee in Budapest einzog und d i e Kommunistenherrschaft in Ungarn brach, fand am Freitag auf der historischen Generalwiese eine Parade statt. Der R e i ch s Verweser nahm, begleitet vom Ministerpräsidenten und Honoed-Minister G ö m b ö s den Vorbeimarsch ab. Auf der Ehrentribüne hatten u. a. das ganze Idiplomatifche Korps und die Militärattaches der «auswärtigen Mächte Platz genommen. Bei strahlen- >dem Sonnenwetter bot die Parade ein ungewöhnlich farbenprächtiges Bild. Die Truppen machten einen .ausgezeichneten Eindruck. Die vieltausendköpfige Menge begrüßte den Reichsverweser mit nicht .endenwollendem stürmischem Jubel. Der Tag wird roon der ganzen Nation zur Erinnerung an die Befreiung Ungarns von der kommunistischen Herr- fschaft gefeiert. Während seit dem Vertrage von Trianon Ungarn im Zeichen der Trauer nur halb- imast flaggt, zeigt sich heute die ganze Stadt i m »ollen Flaggen schmuck. Alle Aemter und «Schulen sind geschlossen. In allen Arbeitsstätten rruht pünktlich um 11 Uhr die Arbeit auf fünf Minuten. Die Presse feiert den Reichsverweser Horthy «als den Führer der Nation, der das Land von dem Gift der kommuni ft ischen Idee gerettet und durch seine Energie und seinen Mut Ungarn wieder sich selbst zurückgegeben habe. Der staatsmännischen Persönlichkeit des Reichsverwesers sei es zu verdanken, daß Ungarn heute wieder in hohem Ansehen stehe und Ruhe und Ordnung im Lande herrschen. Der Stolz der Nation über die ungarische Wehrmacht kommt in vielen Blättern zum Ausdruck. Der Führer und Reichskanzler hat an den Reichsverweser folgendes Telegramm gerichtet: „Zu dem Tage, an dem Sie vor 15 Jahren an der Spitze der nationalen Armee in Budapest als Befreier einzogen und damit den Grundstein zum Wiederausbau Ungarns legten, bitte ich Eurer Durchlaucht, meine und des deutschen Volkes warm empfundene Glückwünsche und den Ausdruck aufrichtiger Freundschaft entgegennehmen zu wollen." Kleine politische Rachrichten. Das Wochenblatt „Der B l i tz", das völlig unwahre Behauptungen über den Kardinal Faulhaber verbreitet hatte, ist auf Veranlassung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda wegen Verunglimpfung des Kardinals Faulhaber und Störung des konfessionellen Friedens auf drei Monate verboten worden. * Der Präsident der Republik, Lebrun, eröffnete in Paris die Internationale Luftfahrts- a u s st e l l u n g, die neben Frankreich beachtliche Ausstellungen Deutschlands, Englands, Italiens, Rußlands, Polens, der Tschechoslowakei und der Vereinigten Staaten umfaßt. Präsident Lebrun besichtigte mit eingehendem Interesse auch die deutsche Abteilung, die ihm von Botschafter K ö st e r gezeigt wurde. Als Ingenieur bewies der Sterbende Romantik am Lanate Grande. Venedigs Wafferpaläste sind in Gefahr! etnSarfen Zinssatz zu leisten. Die bulgarische Regierung schlägt vor, eine neue Grundlage zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen zu schaffen. Aus aller Welt. 10 Pf. für die Rolle gekauft hatte, im Hausierhandel zu 20 und 25 Pf. weiterverkauft. Maßgebend für die Höhe der Strafe war die Tatsache, daß durch das Hausieren von Tür zu Tür d i e Hamsterpsychose wie ein infizierendes Gift weitergetragen werde. Da es sich um die Frage des Durchhaltens und damit um eine L e • Präsident Lebrun besonderes Interesse für die Motoren, und als ehemaliger Kriegskampfflieger war Dr. Köster besonders in der Lage, ihm Erläuterungen zu den neuen deutschen Motoren zu geben. Der Präsident ließ sich vor allem den neuen Schwerölmotor, der in dem Junkers-Flugzeug „Ju 52" eingebaut ist, zeigen. Der mit der Kabinettsbildung in Belgien beauftragte Außenminister I a s p a r hat dem König seinen Auftrag zurückgegeben. Daraufhin wurde der ehemalige Ministerpräsident T h e u n i s vom König beauftragt, die ergebnislos gebliebenen Verhandlungen Jafpars wieder aufzunehmen. Theunis erklärte, daß er fein möglichstes tun werde, um feine Mission zu erfüllen, daß aber feine Aufgabe nicht einfach sei. amte leichte Schußverletzungen erlitten. Die vier Verbrecher wurden schließlich überwältigt und Wer kennt noch Katharina Michailowna, die ungekrönte Zarin, deren Lebensbericht manchen Roman an Spannung übertrifft? Als vor zehn Jahren der Karneval in Nizza den Höhepunkt erreicht hatte, beteten in der russischen Kapelle die Popen um das Seelenheil der sterbenden Katharina Michailowna, einer Frau, die viel Segen auf Rußland gebracht und die nun, fern der ae- liebten Heimat, nach einem entsagungsreichen Lebensabend ihre Augen für immer schloß. Als Alexander II. den Thron von Moskau bestieg, atmete das geistige Rußland auf, es hoffte auf eine Zeit der Freiheit und des Fortschritts und hatte nach allem, was man von dem neuen Zaren wußte, durchaus Grund zu solchen Erwartungen. Alexander war ein schöner Mann, groß, breitschultrig, aber durchaus proportioniert. Seine Ehe mit der Zarin Marie war nicht glücklich. Die Zarin war lungenkrank und siechte fast zwanzig Jahre dahin. Der Zar lernte auf einem Hofball die Prinzessin Alexandra Dolgoruky kennen, eine Frau von außerordentlicher Schönheit, dazu eine glühende russische Patriotin mit freiheitlichen Anschauungen, die auf Alexander einen günstigen Einfluß auszuüben verstand. Die großen sozialen Reformen von 1860 entstammen ihrer Anregung und Förderung. Die sehr stolze Familie der Prinzessin sah den rein platonischen Bund der Prinzessin mit dem Zaren nicht gern und setzte es durch, daß sie die Frau eines Generals wurde, dessen Garnison Warschau war. Der Zufall wollte es, daß der Zar bei einer Feier die Schwester Alexandras kennen lernte, die siebzehnjährige Prinzessin Katharina Michailowna. Er verliebte sich in das Mädchen, das noch schöner war, als ihre Schwester, auch die Prinzessin liebte den Zaren vom ersten Tage an, ließ sich jedoch nichts merken, sondern reifte nach Italien. Alexander reifte ihr nach, erklärte sich ihr, wurde aber abgewiesen. Als er sie 1867 in Paris aufsuchen wollte, wurde ein Attentat gegen ihn verübt, das jedoch mißlang. Angesichts der abgewendeten Todesgefahr gab die Prinzessin ihren Widerstand dem Zaren gegenüber auf. Der Einfluß, den die Wettervoraussage. Zwischen einem kräftigen oftatlantischen und einem russischen Hochdruckgebiet spielt sich vornehmlich über Südwesteuropa lebhafte Wirbeltätigkeit ab. Wenn wir auch bei der gegebenen Druckverteilung durch die Alpenkette vor stärkerer Niederschlagstätigkeit, wie sie vornehmlich Ober-Italien aufzuweisen hat, geschützt sind, so sind doch auch bei uns geringfügige Niederschläge nicht ausgeschlossen; im übrigen wird sich die jetzige Witterung vorerst nur wenig ändern. Aussichten für Sonntag: Vielfach dunstig oder neblig, auch sonst überwiegend bewölkt, aber nur geringe Niederschlagsneigung, Tagestemperaturen um 5 Grad Celsius, noch überwiegend nörd- ins Gefängnis gebracht. Kunst und Wissenschaft. Der Kältetechniker Geh. Rat von Linde f. Geheimrat Dr. Dr.-Jng. e. h. Karl v. Linde, Professor an der Technischen Hochschule in München und Erfinder der Ammoniakeismaschine ist, 92 Jahre alt, in München g e ft o r b e n. Karl von Linde wurde 1842 in Berndorf in Oberfranken geboren. 1868 wurde er Professor in München. Er erfand 1875 die Ammoniakeismaschine. 1879 gründete er die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG. in Wiesbaden, fand 1895 ein einfaches Verfahren zur Herstellung flüssiger Luft und 1902 ein solches zur Herstellung von flüssigem Sauerstoff aus der Luft. 1909 schuf er ein Verfahren, aus Wasser- stoffgas mit Hilfe der Tiefkühlung reinen Wasserstoff abzuscheiden. Seit 1925 ist ihm auch die Zerlegung von Koksofengas durch Tiefkühlung in Wasserstoff, Methan, Kohlenoxyd und Stickstoff geglückt. Auch um die Gewinnung der Edelgase aus der Luft hat sich der Verstorbene große Verdienste erworben. Zeppelinverkehr Japan - Amerika? Gewisse japanisch-mandschurische kreise beabsichtigen die Gründung einer Pazifik-Lus t- fahrtsgesellschaft mit einem Stammkapital von 20 Millionen Pen. Zweck dieser Gesellschaft soll sein, einen Zeppelin-Luftverkehrzwi- schen der Westküste Amerikas und Japan über den Stillen Ozean zu eröffnen. Zunächst ist beabsichtigt, ein Luftschiff für den regelmäßigen Verkehr zwischen Tokio und hsinking, der Hauptstadt des mandschurischen Kaiserreiches, einzusehen. Der Dienst auf der Pazifiklinie wird von drei Zeppelin-Luftschiffen versehen werden und zwar werden die Luftschiffe von Japan über die Hawai-Jnseln nach Amerika verkehren, eventl. sollen auch Singapore und die Südsee-Jnseln von den Luftschiffen angelaufen werden. Gefängnis für Nutznießer der Garnpsqchose. Leipzig, 16. Nov. (DNB.) Dorn Amtsgericht Leipzig wurde der 49jährige Paul Auch wegen Preistreiberei zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte Rollen Garn, die er kurz zuvor vom Grossisten zu Katarina Michailowna, die ungekrönte Zarin Das Schicksal einer schönen und ehrgeizigen Frau. Jahren mehr Unheil angerichtet als Ebbe und Flut und die Stürme in all den Jahrhunderten vorher, da die historische Gondel noch die unangefochtene Gebieterin der venekianischen Gewässer war. Sie haben nicht allein geholfen, die Fundamente zu unterwaschen, sondern die durch sie aufgewühlten Gewässer schäumen bis an die Veranden hinauf und lassen das Gemäuer nicht mehr zum Trocknen kommen, so daß es überall fault und bröckelt. Dabei sind die Besitzer der Paläste, deren Ahnen einen großen Teil des Welthandels in den Händen hatten, heute nicht mehr in der Laae, die kostspieligen Reparaturen vornehmen zu lassen; dazu müßte man nämlich die Gebäude trockenlegen, was ungeheure Summen verschlingen würde — fünf Bauten am Canäle Grande wurden unlängst einer Ausbesserung unterworfen, welche die Stadt Venedig über acht Millionen Mark kostete. Erschrocken über diesen allgemeinen Verfall haben jetzt die Bewohner des großen Kanals energisch beantragt, für Venedig den Motorbootverkehr überhaupt zu verbieten und die romantische Gondel wieder in ihre alten Rechte einzusetzen, em Verlangen, mit dem sie kaum durchdringen dürften I— die unerbittliche Zeit schreitet über jede Romantik hinweg. men erhalten hätte. Der Plan Melikows stieß bei der näheren Umgebung des Zaren auf heftigsten Widerstand. Der Zar brachte zwar den Mut auf, den Krönungsukas zu unterschreiben, beschloß aber, gleich nach der Krönung abzudanken und sich mit Katharina ins Privatleben zurückzuziehen. Das Schicksal wollte es anders. Am nächsten Tage nach der Unterzeichnung wollte der Zar Der Parade eines Garderegiments beiwohnen, Melikow riet ab, doch vergebens. Kaum hatte der Wagen den Palast verlassen, als ihn zwei Bomben trafen. Katharina schloß ihrem sterbenden Gatten die Augen. Erst eine Stunde später erschien die übrige Familie. Das erste, was der Thronfolger tat, als er das Sterbezimmer feines Vaters betrat,• war, den unterschriebenen Krönungs» u k a s an der Flamme einer der Totenkerzen zu Derbrennen. Katharina zog sich nach Nizza zurück, wo sie noch vierzig Jahre in strenger Abgeschiedenheit lebte, ehe der Tod sie erlöste. Langsam beginnt Venedigs schimmernde Roman- ! tik zu versickern. Schon ist es durch Mussolini, : der einen neuen Fahrdamm vom F e st l a n d her zu der Lagunenstadt legen ließ, dem Autoverkehr zugänglich gemacht worden, während es bis dahin nur den schmalen Schienenstrang von Mestre : her gab. Und immer mehr der alten Paläste werden von ihren Besitzern zu lächerlich billigen Preisen in Amerika und England ausgeboten, ohne dabei auf Gegenliebe 3u stoßen — man hat nämlich zur Zeit weder in Amerika noch in England das Geld zu der Lebenshaltung, die zu diesen Prachtbauten unbedingt gehört, und schließlich ist es nicht jedermanns Sache, sich niederzulassen in einer Stadt, die fast nur Wasserstraßen besitzt. Dazu aber kommt, daß etwas Unheimli- ch e s mit diesen Palästen vor sich geht. Ein Komitee von Architekten, das damit beauftragt war, die Fundamente der Paläste am Canale Grande in Venedig zu untersuchen, hat soeben einen Bericht erstattet; der das Schlimmste für die einzigartige Verkehrsader befürchten läßt. Die Fundamente vieler dieser Prachtbauten, die bekanntlich auf Pfählen stehen, bedürfen sofortiger Erneuerung oder doch umfaffenber Reparaturen; die Motorboote und! Dampfpinassen nämlich, deren man jetzt schon 900 zählt, haben, so künden die Architekten, in zwanzig, Prinzessin auf den Zaren ausübte, war für feine Frage des Durchhaltens und damit um eine Le- Regierung non großem Gegen und (Erfolg. Katha-1 b e n s f r a g e des ganzen Volkes handele, muffe rina schenkte ihrem Gatten vier Knaben, die er zu gegen derartige Volksschadlmge unnachsichtig Prinzen machte eingeschntten werden. Erschwerend kam hm- Der Nihilismus erhob indessen immer zu, daß der Angeklagte erst in der Zeit der Ham- kühner sein Haupt, bis General Melikow vom | sterpsychose den Garnhandel ausgenommen hatte. Zaren die Vollmacht erhielt, mit äußerster Strenge vier amerikanische TNenschenräuber von der Polizei und Rücksichtslosigkeit gegen die Nihilisten vorzu-, überrascht und unschädlich gemacht. gehen, und es schien^ als ob es gelungen wäre, ihre | 2Ius Darien in Connecticut (USA.) wird berichtet, Kraft zu brechen. Der Zar, der wohl wußte, daß b . .ne @rup M e n s ch e n r ä u b e r, die das es mit der gewaltsamen Nlederwerfunxg allem eines wohlhabenden Schiffahrtsagenten namens nicht getan war, bemühte sich, d>- Mißwirtschast m Westheim überfiel, um dessen zwölfjährigen der Verwaltung zu bekämpfen und schaffte sich da- 3U entführen, eine recht unangenehme lieber- burcf) in ihr viele Feinde. Die Zarin. Marie |rü[$unq erlebte. Da die Familie vor einigen Tagen war 1880 ihrem Leiden erlegen Em halbes Jahr Drohbriefe erhalten hatte, hatten sich in dem Hause Darauf heiratete er Katharina, sie erhielt den Titel , V Geheimpolizisten verborgen. Vier Mitglieder einer Prinzessin Z"rewska, mußte “&er'' ber Bande trafen in einem Kraftwagen ein und xCr H?fetikette gehorchend, bei ^^^'chEeiten h nter , gingen fejn Polizist in Sicht war, ohne weiteres den Großfürstinnen emhergehen. General Melikow £ %, [o5 $n bie|em Augenblick öffnete sich legte dem Zaren einen Plan politischer Reformen । unb Banditen sahen sich sechs schuß- vor und gleichzeitig einen Entwurf eines Krönung^ i bereiten Revolvern gegenüber. Es entwickelte sich Zeremoniells für die Zarin, die anzuerkennen sich . . (& ® f b « Verlauf zwei Be- gewiß das russische Volk bereitfinden würde, wenn es >e,n »11 o c r x g m pT, in ueHen zxuuuj vorher die großen in Aussicht genommenen Refor- Die ägyptische Presse, einschließlich der Wafd- Blätter, begrüßt Erklärungen des neuen Ministerpräsidenten Nessim Pascha, wonach die Aufhebung der 1930 eingesetzten Verfassung und damit die Auflösung des Parlaments, ferner die Inkraftsetzung der alten Verfassung von 1923 unmittelbar bevorstehe und anschließend Neuwahlen geplant seien. * Der spanische Außenminister Samper und Kriegsminister Hidalgo sind z u r ü ck g e t r e - t e n. Der Grund zum Rücktritt sind die Angriffe, die das Parlament wegen ihrer nachgiebigen Haltung gegenüber den revolutionären Elementen im Sommer dieses Jahres gegen sie gerichtet hatte. Bulgarien wendet sich mit einer Denkschrift über die wirtschaftliche und finanzielle Lage an die ausländischen Besitzer bulgarischer Wertpapiere und an den Völkerbund, um darzutun, daß es für Bulgarien ein Ding d e r Unmöglichkeit fei, Zinszahlungen ins Ausland zu dem ver- liche und östliche Winde. Aussichten für Montag: Im wesentlichen Fortdauer des bestehenden Witterungscharakters, doch wieder etwas kälter. Lufttemperaturen am 16. November: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 5,9 Grad; am 17. November: morgens 6,6 Grad. Maximum 7,0 Grad, Minimum 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. November: abends 5,2 Grad; am 17. November: morgens 5,2 Grad Celsius. Hauptschriftleiier: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. 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Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihrer Hände« befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 10. November 1934. Hessisches Amtsgericht. Nhiei £ W ft IliOlIi’l Im 3“ Penfe öiebt ,)ur d L 'Dieneue kslNGER, allerort' gesucht Angebote an Iper lnhete mlso brinui ik das ä wn' in Id) ilus bi leben' Bebt i 611- fteierrongen drei- u. vierräd., mit Heckmotor, fast 100% Kraftausnutzung, zu verkaufen. 6472D C. Faber, Fahrzeuge, Mühütraße 22. Televbon 3096. [, na< kßen Jen w rng lc Dah ®ie oben jjlt *- B tW'■ ‘h01 'M «id) Elektromotor Drehstrom 220 380V. 15 PS., 1430 N., Schleif- ringläuferm.An- lasseru. Automat vreisw. zu verk. Anzus. bei 6687D Elektromotorenb. P. Gnhr, Gießen, Marburger Str. 34 MW & Woröt Sronlfntt am Hioin, SefifttoBe 19. (hoch), u.Sofa, beides sehr gut erhalt., billig zu verk. Näh. in d. Geschäftsstelle d. Gieß. 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Festung bei den einzelnen Orchestermitgliedern; i >ei der Vielseitigkeit des Stiles im Pro- nr konnte jedem Werk das ihm urtümlich Zünd gegeben werden. Man hätte kaum einen ne Prüfstein für die Orchestertugenden wäh- !Smen als die Suite aus der Musik zu Mo- Gießener Konzertverein L Symphonie -Konzert. M nen aft z18 r^ lLustspiel „Ser Bürger a l s Edel- ai:Tr*' op. 60 von Richard S trauß mit ihren HD Anforderungen an musikalische Schlagfertig- f-jflit und technisches Können. Jedes einzelne Jn- UMult war voll an dem ihm zuerteilten Platze; ■ if&enteften dynamischen Grade waren ausge- tma und gesättigt, in allen Stärkestufen war r Plcng einheitlich. Mit besonderer innerer Freude bi&rr Professor Dr. Temesvary die klangliche liotyLit in ihrem schillernden Lichte heraus: Bild- ini int symbolischer Gebärde lebten die Themen li': ibothmisch scharf pointiert, erfüllt mit Schwung Magie; derb zupackend, dann wieder schwel- Msd. tänzerisch nnlant, flüssig und impulsiv; fein- »nmkirische Köstlichkeiten für den verwöhntesten "mein. Mit schwungvoller Eleganz betreute Kon- ^rMtiitter Franz K e r z i s n i k'das Violinsolo im row ar Schneider; Ernst Schneider (Solo- »l,?y Melte mit besonderer Wärme, nicht zu ver- ssm!iiie vielen konzertanten Aufgaben der ande- n ■ ’n ürumente. All: Auftakt der Darbietungen war C. M. von fsMirs Ouvertüre „Der Beherrscher der e i : r " erfüllt von erregter Dämonie wie von imostener Kantabllität und von besonderer Aus- gWoelheit und Weichheit in der Blechgruppe. R'tzrtit Schumanns D-Moll-Syrnpho- i e !iG in ihrer Klangwerdung noch einmal die or'sizi des Orchesters bewußt werden. Professor em Dort) hatte vornehmlich Gewicht auf das rgchijcie Herauswachsen der inneren Entwicklungen i d'W^chmphonie gelegt. Der Uebergang im Tempo uniihlsegro des ersten Satzes wurde ebenso ein- l'riifioct wie das allmähliche Hinführen zum Finale augenblickliche Lösung der Orchesterfrao^e in findet M O ießener Symphoniekonzerten scheint, nach Äustriedo f i dem Verlauf der gestrigen Veranstaltung zu :t. iile-,1, durchaus eine glückliche zu sein, und man liches W1 ^eimpb 5 «entgegen sehen können. Daß dieser neuge- m'Ä* llangkorper (Stadttheaterorchester und Reichs- lijilcoelie) schon beim ersten Male einen so be- ormeiilWr'en Erfolg für sich buchen kann, ehrt den und bezeichnet gleichzeitig den Hochstand mit seinen geisternden Violinen; erschütternd im gewaltigen Aufschwellen ihrer Klangkraft die Bläserakzente kurz vor Eintritt der grandios aufgebauten Cpda. Die Solistin Ria G i n st e r (Frankfurt) wurde förmlich mit Beifall überschüttet; eine Sängerin mit hoher musikalischer Gestaltungskraft, die mit bewußter Beherrschung ein bis ins Einzelste durchgebildetes stimmliches Material in den Dienst des Werkes zu stellen vermag. Mit hoher Kunst durchdrang sie Mozarts Arie „Wehe mir! Ach! wo bin i ch ? " in den dramatischen Akzenten mit der Expansionskraft hoher Schwelltöne und abgeklärter Ausgeglichenheit der Koloratur. Der Schubert fchen Soloszene „Der Hirt auf dem Felsen" kam sie durch fein differenzierte musikalische Nachgestaltung nahe. Ihrer persönlichen Eigenart schien jedoch Mozarts Welt noch vertrauter zu sein. Die Soloklarinette blies mit Wärme und Nachgiebigkeit Heinrich Grau; an Stelle der Klavierbegleitung hatte man die Orchesterbearbeitung von Carl Reinecke gewählt. Dr. H. Oie Zauberstadi. 33 on Georg von der Bring. Ausgewachsen bin ich wie in einem Welttheater. Die Bühne war der breite Weserstrom, unterhalb Bremen, dort wo er sich schon dem Meere nähert. In diesem Theater saß ich auf dem allerbesten Platz, nämlich auf der Kaje von Brake. Wundervolle Bühne! Der Strom, hier fast einen Kilometer breit, glitt mit der Ebbe gen Norden und -kehrte mit der Flut zurück. Er besaß Wellengang oder er lag als glatter Spiegel da. Im Winter trieben riesige Eisschollen auf ihm dahin; dann hing der Himmel düster über der verödeten Landschaft und nur zuweilen schnitt ein Dampfer feine dunkle und eisige Fahrrinne. lieber den Himmel zoa immer und ewig der Rauch von vielen schwarzen Dampfern. Sie fuhren beladen nach Bremen hinauf. Kehrten sie leer zurück, so lagen sie hoch wie Schalen auf dem Wasser und zeigten den roten Unterwasserstreisen; ihre Schraube aber schlug Gischt empor. Die größten Ozeandampfer trugen die rote Signalflagge am Vordermast, welche allen kleineren Fahrzeugen bedeutete: Ich kann nicht ausweichen! Sie waren so groß und schwer und konnten nicht ausweichen, und sie kamen aus allen Ländern der Erde. Es waren Engländer, Griechen, Russen, Holländer, Dänen, Schweden und Norweger — oll diese Flaggen und noch viele andre habe ich in meiner Jugend hier flattern sehen... Brasilien, Belgien, Japan ... Die Landschaft dieser Bühne! Die Ufer voll von Booten und Kähnen, Schleppern und Baggern. Stromauf die kleine spitze Kirche von Hammelwarden. Dort sind meine Vorfahren begraben. Dahinter, weiter östlich, dünn und hoch, die Schornsteine der Fabriken von Blumenthal. Gegenüber, auf der langen Insel, die vier Leuchttürme, zwei große rote und zwei kleine weiße. Dazwischen ein Bauernhaus unter Bäumen und ein kleineres für den Leuchtturmwächter. Hinter der Insel ferne Dörfer und blauer Dunst von Baumreihen und Wald. Stromab, am eigenen Ufer, der Pier, wo viele Getreidedampfer löschen. Jenseits das Dorf Sandstedt mit dem schiefgedeckten Turm, dessen gedrehte Flächen glitzern. Weiter dann ahnt man zwischen Bäumen das Dorf Rechtenfleth, wo einst ein Poet gewohnt hat: Hermann Allmers, der Marschendichter. „Ich ruhe still im hohen grünen Gras und sende lange meinen Blick nach oben..." An Sommertagen, der Himmel blau, Ferien... dann kamen die weißen Lloyddampfer. Sie legten bei und vor der Kaje an und brachten braungebrannte Menschen, Reisende, mit. Wenn ich dann da stand und Weißfische und Aale angelte, gingen sie lachend und singend hinter mir vorbei über die Brücke. Einmal wollte mir jemand die Aale abkaufen und bot eine ganze Mark. Sicher war es ein Liebhaberpreis. Was aber lag mir an Geld? Die Dampfer, die ich meine, hießen „Lachs", „Forelle" und „Hecht". Wer auf der Unterroefer gefahren ist, kennt sie. Sie sind ganz weiß und haben apfelsinengelbe Schornsteine, die an ihrer Spitze angerußt sind. Schicken sie sich zum Anlegen an, so läutet eine wohlklingende Glocke herüber, die vor dem Vordermast wie von Gold glänzt. Heute soll dort, wie meine Mutter schreibt, ein neuer Dampfer verkehren, der „Hanseat" heißt. Ich kenne ihn nicht. Wenn ich an die weißen Dampfer denke, so fällt mir der Dichter Allmers ein. Er ist gestorben, bevor ich recht wußte, was Dichter sind. Ich habe ihn leider nie gesehen. Aber mein Vetter hat ihn gesehen. Ich sollte ihn eigentlich darum beneiden, jedoch der Vetter kann sich gar nicht mehr daran erinnern, daß ein alter Mann mit einer ganz krummen .Nase ihm einmal auf dem Dampfer „Lachs" die Backen gestreichelt hat, denn er war ja erst ein halbes Jahr alt. Einmal aber geschah mir selber etwas Unvergeßliches: Ich muß noch klein gewesen fein, vielleicht neun Jahre alt. Da stand ich eines Abends an der Weser- kaje und spähte über meine spiegelnde Bühne hinaus. Und als ich so ausspäte, sah ich im Norden, hinter dem Pier, ein ganz sonderbares Gebilde liegen. Es glich einem weißgrauen Gebirge, das dort aus dem Wasser getaucht sein mußte, regungslos lag es, und das letzte Licht des Sonnenunterganges ließ es wie eine Stadt mit hellen Türmen und Zinnen aufglänzen. Ich stand lange. Das Abendlicht erlosch. Noch in der Dämmerung sah ich jene Jnselstadt herüberschimmern. Sie lag da wie aus einer Geschichte, so, als ob sie nicht wahr und wirklich da liege. Was für eine Zauberftadt hatte ich damals auf dieser Welt der Schmerzen entdeckt? Heute weiß ich es. Es war der erste Panzerkreuzer, der vor unserer Stadt erschien; gegen Abend war er eingelaufen und hatte Anker geworfen. Hochschulnachrichten. Geh. Rat Professor Dr. Hermann O n ck e n , Ordinarius für neuere Geschichte an der Universität Berlin, beging am 16. November feinen 65. Geburtstag. In Oldenburg geboren, habilitierte er sich in Berlin, wirkte 1905/06 als Austauschprofessor an der Universität Chicago, folgte dann einem Ruf als Ordinarius nach Gießen als Nachfolger von Wilhelm Oncken und 1907 nach Heidelberg als Nachfolger von E. Marcks. Don 1923 bis zu feiner fünf Jahre später erfolgten Berufung nach Berlin wirkte Oncken in München. Berufungen nach Wien, Hamburg und Freiburg hat der Gelehrte abgelehnt. Oncken ist Herausgeber der „Allgemeinen Staatengeschichte" und Mitherausgeber (mit Fr. Meinecke) der „Klassiker der Politik". Dem Andenken Rankes, zu dessen Schule er sich bekennt, hat er eine kleine Schrift gewidmet, die die Frühzeit Rankes an Hand seines Briefwechsels mit dem Verleger Perthes schildert. Professor Dr. Paul R a m d o h r, Ordinarius für Mineralogie und Photographie an der Technischen Hochschule Aachen, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Berlin berufen worden. Privatdozent Dr. Alfred Hübner von der Universität Berlin hat einen Ruf als Professor für deutsche Sprache und Literatur an die Universität Leipzig erhalten. Lic. Dr. Martin Redeker ist zum Ordinarius in der evangelisch-theologischen Fakultät der Univer- fität Münster ernannt worden; er übernimmt den Lehrstuhl für praktische Theologie. Der ao. Professor Dr. Ferdinand K a d e ck a an der Universität Wien ist zum Ordinarius der Rechts- und Staatswisfenschaften ernannt worden. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Samstag, 17.Novembet merung ihren Flug. Dr. T. B. Es ATI. AN" OZ großen Teile a u Verfolgung des französischen Plans zunächst unmöglich gemacht. Um so energischer wurde er jedoch in die Hand genommen, als diese Krise überwunden war. Bereits im Jahre 1926 wurde die Sahara auf Veranlassung des damaligen Generalgouverneurs von Algier, Maurice Violette, von drei Expeditionen auf. Kraftwagen durchquert, die, auf verschiedenen Wegen fahrend, sämtlich innerhalb weniger Tage den Niger erreichten und wertvolle Unter- Du gabst dem Führer dein Ja! Lös dein Wort ein durch die Tat: Iß Eintopf! Bring Opfer!* vielleicht noch nicht ganz, so doch jedenfalls zu einem 2*"c7" ~ ’i f eigenem Grund und Bau einer Eisenbahn von Französisch-Nordafrika quer durch d i e Sahara hindurch nach Französisch - Aequatorialafrika alle Teile des französischen Afrikareiches zu einem einheitlichen Ganzen zusammenzufassen. Dieser Plan der französischen Kolonialpolitik ist nicht neu. Er hat zu wiederholten Malen bereits eine wichtige Nolle gespielt. Das erste Mal trat er Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre durch mehrere französische Expeditionen in die Sahara in Erscheinung, deren bekannteste die Expedition des Obersten F l a 11 e r s war, der bei einem zweiten Versuch, die Verhältnisse des in der Mitte der Sahara gelegenen über 1700 Meter hohen "Hoggar- , Massivs zu erkunden, am 18. Februar 1881 von den Tuaregs im Nordosten dieses Massivs niedergemacht wurde. Wirklich greifbare Gestalt hat er jedoch erst nach dem Weltkriege angenommen, nachdem dieser den Franzosen die große Bedeutung einer solchen Eisenbahnverbindung für die Belange der französischen Landesverteidigung gezeigt hatte. Seine Grundlage bildete zunächst das sogenannte Ber - thelot-Projekt. Dieses Projekt empfahl, die Bahn im Anschluß an die Strecke Constantine — Tugurt in Nordafrika nach dem Tsad- S e e zu bauen und ihr von Hoggar-Massiv aus eine Abzweigung nach Timbuktu zu geben. Es wurde jedoch im Jahre 1923 zu Gunsten eines Vorschlages des Obersten Rates der Landesverteidigung fallen gelassen, der sich für den Bau einer normalspurigen, mit Oelmotoren betriebenen Linie aussprach, die im Anschluß an die von Dran in die Sahara hineinführende Bahn auf dcm technisch kürzesten Wege durch die Wüste nach dem Niger führen und von dort den Anschluß an das bereits bestehende Eisenbahnnetz Französisch-Aequatorialafrikas finden sollte. Der Sturz des Franken und die damit zusammenhängende französische Finanzkrise haben die weitere der Gemeinschaft. Von dieser grundsätzlichen Erkenntnis aus beantwortet sich die Frage nach der Freiheit der Wissenschaft von selbst. „Der nationalsozialistische Staat gibt und garantiert diese Freiheit der Wissenschaft grundsätzlich, wenn sie ihrerseits auch nur die primitivsten Voraussetzungen erfüllt, die von jedem Staatsbürger verlangt werden, das heißt, wenn sie sich in den Grenzen bewegt, die die Natur uns durch das Leben in der Gemeinschaft gezogen hat." Es ist nicht nationalsozialistische Art, sich im trockenen und abstrakten Denken zu befriedigen. Die Volksverbundenheit bewahrt ihn, auch im geistigen Leben ertrotzen zu wollen, was Zeit zur Reife und zum Wachsen braucht. Vielleicht wird erst die Jugend, die heute heranwächst, Träger des neuen universalistischen Geistes sein, jene Jugend, von der der Dichter sagt: „Ein jung' Geschlecht, das wieder Mensch und Ding Mit echten Maßen mißt, das schön und ernst Froh seiner Einzigkeit, vor Fremden stolz, Sich gleich entfernt von Klippen dreisten Dünkels Wie seichtem Sumpf erlogener Brüderei Das von sich spie, was mürb und feig und lau..." Uns älteren aber gelte das Wort, das auch Dr. Dietrich in feinem Vortrag genannt hat: „Die Eule der Minerva beginnt erst mit Einbrechen der Däm- Boden in Afrika zu decken. Was dies aber bedeutet, wird klar, wenn man bedenkt, daß der jährliche Bedarf Frankreichs an Baumwolle heute rund 350 000 Tonnen beträgt, und daß zu feiner Befriedigung jedes Jahr durchschnittlich 4 Milliarden Franken nach Nordafrika und Aegypten fließen. Dem Bau der Transsahara-Bahn kommt also nach jeder Richtung hin eine außerordentliche Bedeutung zu, besonders angesichts der Rolle, die die farbigen Truppen heute im Rahmen der französischen Heeresorganisation spielen. Auch er ist ein Kennzeichen des französischen Imperialismus am Mittelmeer. Jahre in Aussicht genommen. Für feine Ausführung sollen in erster Linie farbige Arbeiter sowie die in Nordafrika liegenden technischen Truppenkontingente verwandt werden, für seine Sicherung an den Hauptpunkten besondere Detachements von Kamelreitern, Panzerwagen und Flugzeugen gebildet werden, die funkentelegraphisch miteinander verbunden sind. Der Bau der französischen Transsahara-Bahn ist also in den letzten Jahren seiner Verwirklichung sehr viel näher gekommen. Seine Ziele sind in erster Linie militärischer und machtpolitischer Natur. Die Bahn soll, wie gesagt, alle Teile des französischen Afrikareiches zu einer Einheit zusam- menfassen und damit die französische Machtstellung in Afrika, im westlichen Mittelmeer und nicht zum wenigsten auch in Europa stärken. Sie soll weiterhin Frankreich die Möglichkeit geben, im Kriegsfälle innerhalb weniger Tage seine farbigen Truppen vom Senegal und vom Niger sowie aus Französisch-Aequatorialasrika nach den Häfen Nordafrikas und von dort über das westliche Mittelmeer nach Europa zu schaffen, und so den Transport derselben, der bisher nur über den Atlantischen Ozean möglich und dort Angriffen feindlicher Seestreitkräfte ausgesetzt war, auf eine sicherere Grundlage als bisher stellen. Darüber hinaus soll sie auch der Verwirklichung von Plänen dienen, die im wesentlichen daraus hinauslaufen, das Nigergebiet zu einem großen Baumwollkulturgebiet nach dem Muster Aegyptens und des Sudans zu machen. Die natürlichen Voraussetzungen hierfür sind im Nigergebiet durchaus gegeben. In Frage kommt eine Fläche von 1,5 Millionen Hektar, von denen zunächst 700 000 Hektar kulturfähig gemacht werden sollen. Die Aussichten, die sich aus diesen Plänen für die Versorgung Frankreichs mit Baumwolle ergeben, liegen naturgemäß noch in weiter Ferne. Es werden noch viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vergehen, ehe sie Ergebnisse zeitigen können, die bei der Versorgung Frankreichs mit Baumwolle ernsthaft ins Gewicht fallen. Alles dies ändert aber nichts an der Tatsache, daß ihre Durchführung Frankreich eines Tages die Möglichkeit geben würde, seinen Bedarf an Baumwolle anstatt wie bisher in Nordamerika und Aegypten, wenn auch lagen für die Wiederaufnahme des französischen Eisenbahnbauplanes lieferten. Kaum zwei Jahre später, im März 1928, wurde der französischen Regierung von der Kammer ein Kredit von 12,5 Millionen Franken bewilligt, um die noch als notwendig erachteten Vorarbeiten und Erkundungen zur Durchführung zu bringen. Diese Vorarbeiten sind dann in den folgenden Jahren von einem aus Fachleuten bestehenden und von der Kammer auf Antrag des damaligen Ministers für öffentliche Arbeiten, Tardieu, eingesetzten Studienkomitees ausgeführt worden. Ihr Ergebnis ist ein Vorschlag, der sich im wesentlichen an denjenigen des französischen Obersten Rates der II. Me Transsahara-Vahn. -bon Major Hans Rohde*. handelt sich um den französischen Plan, durch Frankreichs Imperialismus am Mittelmeer. als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kann", ist geradezu eine klassische Formulierung nationalsozialistischer Ethik, weil fie auf d i e Gemeinschaft abzielt, von der allein aus die philosophischen Grundlagen des Nationalsozialismus gefunden werden können. Denn dieses Eine wissen wir, die wir durch die furchtbare Schule des Krieges gegangen sind: „Der Mensth ist dadurch begrifflich bestimmt, daß er in Gemeinschaft mit anderen lebt; sein Leben verwirklicht sich in der Gemeinschaft." Von dieser Erkenntnis aus gelangen wir zu einer Kategorie des Denkens, die nicht mehr individualistisch, auch nicht korporativistisch wie der Faschismus, sondern u n i v e r s a l i st i s ch ist. Dieser Uni= versalismus hat nichts zu tun mit Lehren, wie sie etwa die Soziologen Simmel und Tönnies vertreten haben. Denn er zielt nicht auf die Gesellschaft, die wohl etwas organisiertes, nicht aber etwas organisches ist, sondern auf die Gemeinschaft: auf Rasse, Volk, Nation. Von diesem Unioerfalismus aus als einem „allgemein gültigen erkenntnistheoretischen Prinzip" muß sich von selbst das alte Problem lösen lassen, „wie individualistische Freiheit im Rahmen der universalistischen Gebundenheit möglich ist." Die Lösung ergibt sich von selbst, da das Individuum ja nur durch die Gemeinschaft existiert. Freiheit der Persönlichkeit, die der Nationalsozialismus gerade um der Gemeinschaft willen fordert, kann sich überhaupt nur entfalten und entwickeln aus und in Landesverteidigung vom Jahre 1923 hält, gleichzeitig aber damit eine Weiterführung der Bohn vom Niger aus diesen abwärts nach Französisch - A e quatorialafrita und ihren fpäteren Anschluß an das Eisenbahnnetz Südafrikas ins Auge faßt. Die Kosten werden auf rund 3 Millarden Franken veranschlagt. Sie sollen vom französischen Staat, den an der Bahn beteiligten Kolonialregierungen und den an ihr interessierten Eisenbahngesellschaften Frankreichs und Nordafrikas aufgebracht werden, die, in einer gemischten Gesellschaft zufammengeschlossen, auch den Bau und späteren Betrieb der Bahn übernehmen sollen. Für den Bau selbst sind im ganzen acht Zweiter Blatt werken i|el2ns in vahll zwang! (6igen« Maphysik retten. g-Ms Pvcr- Bl, Btten Stätte si Vortrag vor Vertretern des rheinischen Gei- Köln Antwort gegeben. Daß er es tat, uns von selbst der Frage nach der Notwen- fe; Dr. Dietrich sagt: „In dem Fehlen einer ge- iklch klar umrissenen Form, in dem bisherigen :ni l einer international verständlichen geistigen ! iQ ie des Nationalsozialismus liegt nicht nur die all vieler Irrtümer und Mißverständnisse, son- itn ie beraubt auch uns selbst der Möglichkeit, rp) ügen Anfeindungen und Verleumdungen mit « Waffen des Geistes entgegenzutreten." Was für all Ausland gilt, hat aber nicht geringere Wichtig- i\\ fr einen großen Teil unserer eigenen wissen- aWIchen Welt, die nach den Worten Dietrichs von i i?r Unsicherheit ergriffen ist, weil es ihr nicht ge= , :ge ist, „das philosophische Streben des rnensch- jpn'Weistes nach letzter wissenschaftlicher Einheit, i ji) legrifflicher Vollendung des positiven Wissens I eil 'm geschlossenen Denkbild des Seins" zu be- pi( n. Baum dem so ist, darauf ist nur eine Antwort ■le, ja wohl die meisten von uns überkommt in Stunden der Besinnung der Drang, alles, was ,ns geschieht, in einem größeren und höheren imenhang zu sehen. Wir suchen dann wohl eine “1 und ein inneres Gesetz in der ständigen ,____:r Erscheinungen. Wir haben das Bedürf- ’ s ' lad) ewigen festen und sicheren Werten und bteRigenfc n alles Geschehen zu messen. Es geht uns hl Undlen wie dem Dr. Faust, der aus dem Osterspazier- no seinem Famulus Wagner bekennt: er htetl 6778 A lit: die Philosophie blieb ebenso wie die ganze - in Individualismus stecken. Der Jn- ■^fihillismus war, um mit der Terminologie Kants ^=-1 !t):n, die Kategorie des philosophischen Denkens ipt. Diesem Denken lag von vornherein — Wl schweigende Annahme des Einzelmenschen als Naß aller Dinge zugrunde. Mit diesem Maß , v mißte das philosophische Denken sich entweder Sd)ä(et ttirien, weil dann die Identität des Subjekts mit [injeft (Selbsterkenntnis des Individuums) un- icch bleibt, oder in einem kühnen Sprung in irr zu geben, die vor den Schöpfungen der gro- «ienfer aller Zeiten, unter denen Deutsche im- Dieber in der vordersten Reihe gestanden ha- | Durch Tiefe der Erkenntnis und Weite des vii. bestehen kann. Das bedeutet aber, daß wir I im die philifophischen Grundlagen |y IQ a t i o n a l f o ,3 i n l i s m u s bemühen. Man in gier die Frage aufwerfen, warum dieses Be- |f ? Genügt es nicht, von der durch den Führer Ijirbeten und nörgelebten Grundlage der Molsozialistischen Weltanschauung aus an die «i nungen heränzutreten? Gilt nicht auch noch itiOas Wort Fichtes: „Was für eine Philosophie n «wähle, hängt davon ab, was für ein kck ch man ist"? Iir diese und noch mehr Fragen hat jetzt der ichxressechef der NSDAP. Dr. D i e t r i ch in Ofr u ,,bd) ist es jedem eingeboren, ofl. fzDg sein Gefühl hinaus und vorwärts dringt..." 1. ’üSx nun könnte dieses Gefühl, das nichts zu tun - 5%( sollte mit verschwommenen Stimmungen, üt machen vor der großen und genialen Erscheint daß ein Volk sich ein neues Gesetz d e s ,'b-n s gibt? Und wenn auch der Dichter in l>ß" Vision die neuen Tafeln dieses Gesetzes auf- [tM hat und von der Zeit spricht, „wo'Großes bi-um groß ist, Herr wiederum Herr, Zucht wie- n Zucht" (Stefan George), so genügt uns diese rire Schau doch nicht. Denn wir wollen nicht Ählen und ahnen, sondern auch wissen. Ja, r ollen sogar so weit gehen, diesem Willen eine i var« Hie1«5 Rätsel hat schon Kant gespürt, von dem die ' b«iLiualistische Erkenntnis - Theorie stammt, er i’te oafjer neben die „reine Vernunft", die er der it. rt'eirrtnis (Kritik) unterwarf, die „praktische Ver- ihre ^*irn |t" des Sittengesetzes, d. h. er endete bei der )em unki m • i n f d) a f t. Seine Forderung: „Handele so, ie in ihNiM Maxime deines Willens jederzeit zugleich m Das Genfer Programm Von unserem W-H.-Äerichterflaiter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Genf, Mitte November 1934. Eine Woche trennt uns noch von der N o v e m - bertaguna des Völkerbundsrats, die diesmal für Deutschland eine große und schicksalsschwere Bedeutung gewinnen kann. Als einziger Punkt der Tagesordnung ist bis jetzt die Saarfrage vorgesehen. Aller Voraussicht nach wird der Völkerbundsrat diesmal sein letztes Wort vor der Abstimmung zu sagen haben. Gewiß sind wichtige Beschlüsse über die Vorbereitung und Durchführung der Volksabstimmung im Saargebiet schon auf früheren Völkerbundstagungen gefaßt worden und die vom Völkerbund eingesetzten Abstimmungs- oraane haben ja inzwischen ihre Tätigkeit schon ausgenommen. Es geht aber diesmal um etwas anderes, nämlich um den Versuch Frankreichs, durch Vermittlung des Völkerbundsrats, stimmungsmähig auf das Ergebnis der Saarabftimmung selbst Einfluß zu gewinnen. Diese Versuche sind ja schon seit Monaten erkennbar und fanden zuerst in dem bekannten französischen Aide Memoire und später in den Erklärungen Barthous während der Septembertagung des Völkerbundsrates ihren Ausdruck. Auch die letzten militärischen Drohungen Frankreichs gehören mit in das Gebiet der Stimmungsmache. Sie sollen den Separatisten, Emigranten und sonstigen Gegnern des Dritten Reichs im Saargebiet Mut machen und der antideutschen Propaganda dort Auftrieb verschaffen. Es wäre allerdings nicht das erstemal, daß sich Franzosen bei der Anwendung solcher Mittel über den deutschen Charakter gründlich täuschen. Bei den Saarverhandlungen des Völkerbundsrats, die am 21. November beginnen, wird es sich nun vor allem darum handeln, ob oder in welchem Umfange der Völkerbundsrat sich dazu hergibt, diesem französischen Manöver Vorschub zu leisten. Bekanntlich legt Frankreich den größten Wert darauf, durch den Rat eine sogenannte Definition des Status quo im Saargebiet zu erreichen, von der man sich in Paris eine starke propagandistische Wirkung im Saargebiet verspricht. Entgegen den klaren Bestimmungen des Friedensoertrages, die kürzlich auch von der Akademie für deutsches Recht nochmals unterstrichen wurden, soll hier dem Status quo ein neuer Sinn gegeben werden. Status quo soll nicht der bisherige Zu st and, also die schwer kompromittierte und unbeliebte Dölkerbundsdiktatur, sondern eine Art Selbstverwaltung unter Völkerbundsoberherrschaft, ähnlich wie in Danzig, sein. Mit diesem Köder hofft man Anhänger für den Status quo zu gewinnen! Darüber hinaus soll die Möglichkeit einer späteren zweiten Abstimmung — ebenfalls entgegen den Klauseln des Friedensvertrages! — mehr oder weniger bestimmt in Aussicht gestellt werden. Da man in Paris genau weiß, daß für den Anschluß an Frankreich so aut wie niemand im Saargebiet stimmen wird, so bleibt die einzige Hoffnung die, durch Vertragsverdrehungen und durchsichtige Täuschungsmanöver wenigstens einen namhaften Prozentsatz für den Status quo oder für das, was Frankreich so nennt, zu erreichen. Daneben geht die französische Politik dahin, eine Reihe von wirtschaftlichen Fragen, die viel besser nach der Abstimmung gelöst werden könnten, schon jetzt in die Debatte zu werfen, um Deutschland damit Schwierigkeiten zu machen und um gleichzeitig Verwirrung und Unsicherheit ins Saargebiet zu tragen. Dazu gehören vor allem die Frage des Rückkaufs der Saargruben und das Schicksal der im Saargebiet umlaufenden Frankenwährung, mit allem was an Einzelfragen damit zusammenhängt. Noch liegen die Beschlüsse des in Rom tagenden D r e i e r k o m i t e e s , das dem Völkerbundsrat Vorschläge für sein „letztes Wort" vor der Abstimmung ausarbeiten und unterbreiten soll, nicht vor. Es steht aber fest, daß Frankreich auch hier schon mit Zähigkeit um die Verwirklichung seiner Pläne kämpft, von denen es allerdings wissen muß, daß sie im Dreierkomitee selbst, wie auch im Völkerbundsrat Wider st and finden. Die künstliche Verdrehung des Vertragstextes zum Nutzen des Saar- separatismus und der französischen Politik ist doch allzu offenkundig. So ist es möglich, daß man in Rom über die technischen Einzelfragen, an deren Verhandlung auch deutsche Sachverständige teilnehmen, nicht viel hinauskommt, und daß der Bericht des Saarkomitees erst unmittelbar vor der Ratstagung in Genf feine endgültige Fassung erhält, nachdem gewisse diplomatische Sondierungen vorher abgeschlossen sind. Neben der besonders heimtückischen Frage des Status quo und neben den wirtschaftlichen und finanziellen Problemen kann man im Hintergrund auch noch andere Fragen entdecken, die auch den Saarausschuß heute schon beschäftigen. Man stellt sich so, als könne man jene kleine Minderheit, die voraussichtlich gegen Deutschland stimmen wird, bei der Rückgliederung des Saargebietes an das Reich nicht ohne besonderen Schutz lassen. Deshalb besteht die Absicht, ein besonderes M i n - derheitenstatut und andere Garantien auszuarbeiten, die in Wirklichkeit natürlich die deutschen Hoheitsrechte einschränken und die Möglichkeit fremder Einmischung in die Angelegenheiten des Saargebiets verewigen würden. Damit hängt auch die Krage des Optionsrechts zusammen, die ebenfalls neue und verwickelte Probleme aufwerfen und spätere Konflikte wahrscheinlich machen würde. * Obgleich natürlich die Saarfrage während der Novembertagung im Vordergrund des deutschen und des internationalen Interesses steht, wird auch die gleichzeitig damit stattfindende Tagung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz nicht ohne Bedeutung sein. Zwar kann diesmal weniger denn je irgendeine Entscheidung gefällt werden, und an eine Wiederbelebung der Abrüstungskonferenz selbst ist wohl auch nicht mehr zu denken. Aber die Stellung der maßgebenden Mächte zu den Abrüstungsfragen, wie sie hierbei zu Tage treten muß, und vor allem die Haltung Sowjetrußlands, werden, im Zusammenhang mit der Londoner Flottenkonferenz und der ganzen internationalen Lage, vielleicht doch interessante Aufschlüsse geben. Henderson hat bekanntlich vorgeschlagen, den Gedanken an ein umfassendes Abrüstungsabkommen vorläufig zurückzustellen und Teilverträge abzuschließen. Dabei denkt er an jene Gebiete, auf denen nach seiner Meinung wenigstens gewisse Fortschritte erzielt und ein Mindestmaß von lieber« einstimmung erreicht ist. Er nannte dabei bekanntlich die Frage des Waffenhandels und der Waffenherstellung, der Rüstungshaus- halte sowie der Einrichtung einer ständigen Abrüstungskommission. Diese Fragen klingen ziemlich harmlos und so, als ob ihnen jeder abrüstungswillige Staat von vornherein zustimmen müsse. Wir wissen aber aus Erfahrung, daß sich auch hinter einer harmlosen Fassade Fußangeln und Fallstricke verbergen können und daß man derartige Methoden gerade gegenüber Deutschland anzuwenden liebt. Da Sowjetrußland — sehr wahrscheinlich nicht ohne Fühlung mit Frankreich — seit einiger Zeit einen Sonderkurs in der Abrüstungsfrage verfolgt und immer wieder den Versuch macht, die eigentliche Konferenz in ihrer alten Form zum Abschluß zu bringen und dafür entweder eine sogenannte ftänöige Friedens- und Sicherheitskonferenz ins Leben zu rufen, oder aber den Völkerbunosrat nunmehr wieder mit der Abrüstungsfrage zu befassen, sieht man, wie erwähnt, der Haltung Litwinows auf der Präsidiumstagung mit einiger Spannung entgegen. Man kann auch gelegentlich die Vermutung hören, daß die von Henderson vorgeschlagene ständige Abrüstungskommission für die Russen ein besonderes Interesse haben müsse und sie vielleicht zu einer deutlicheren Klarlegung ihrer eigenen Pläne veranlassen könne. Wie stellt man sich im übrigen aber etwa eine wirksame Kontrolle sowjetrussischer Rüstungen durch Einforderung und Prüfung des russischen Rüstungshaushalts praktisch vor? — Am wahr- Urlauber. Von Kar» Lerbs Ein Leutnant, dessen jungfröhliche Art sich unter dem harten Griff unerhörten Erlebens zu bewußter Männlichkeit gefestigt hatte, bestieg, seinen Anteil an den wilden flandrischen Kämpfen durch eine Fahrt in die lange entbehrte Heimat unterbrechend, in Brüssel den nach Deutschland bestimmten Zug. Er traf im Abteil mit einem Hauptmann zusammen, der vor dem Kriege in einem westfälischen Städtchen den wenig aufregenden Posten eines Amtsrichters ausgefüllt hatte und durch den ner- venanspannenden Nachtdienst in einem belgischen Küstenort aus der leise beginnenden Beschaulichkeit zunehmender Jahre aufgerüttelt worden war. Da der ältere Offizier an der heiteren Offenheit des jüngeren ein rasch erwidertes Gefallen fand, verging ihnen die Zeit, da der Zug seinen Weg durch den regnerisch verhangenen belgischen Herbsttag nahm, in gutem Gespräch rasch genug. Erst als der wirre Klirrklang der über viele Weichen hineilenden Räder sie aus dem Getriebe des ersten deutschen Bahnhofs entführte, wurde ihr angenehm empfundenes Alleinsein durch eine junge Dame unterbrochen. Indessen die neue Reisegefährtin sich mit anmutig runden, sicheren Bewegungen ihres geschmeidigen Körpers augenscheinlich für eine längere Fahrt einrichtete, tröpfelte das unwillkürlich verlangsamte Gespräch der Herren in spärlichen Worten weiter, da sie beide in der unauffälligen, aber gründlichen Art, wie sie Männern von Welt eignet, ihre Beobachtungen anstellten. Das übereinstimmende Ergebnis war die Feststellung großen natürlichen Reizes, der durch eine schelmische, naiv ungezwungene Koketterie eher vermehrt als vermindert erschien. So kam es, daß dem Leutnant das Zusammentreffen wie ein Gruß und Vorgenuß lange ersehnter friedlicher Heimatstage war' und er sah sich alsbald von rheinischer Fröh- lichkeit, die das Abteil mit Hellem Lachen und Plaudern erfüllte, in ein heiteres Wortgeplänkel verstrickt, in dem er sich in aufqueUenber Frohlaune wacker behauptete. Darüber entging es ihm, daß der ältere Kamerad allmählich' in ein Stillschweigen verfiel, das feinen Grund in einer diesem selbst nicht recht erklärlichen Verstimmung hatte. Hätte jemand sie ihm als Folge einer mißgünstigen Regung gedeutet, so würde er das sicherlich weit von sich gewiesen haben; immerhin gewann sie soviel Macht über ihn, daß er, obwohl seinem Reiseziel noch ziemlich fern, seinen Säbel einhakte und sieb, aufbruchsbereit da- sitzeud, einem verdrossenen Spiel mit der Säbelquaste widmete. Bald aber mischte er sich, einem plötzlichen Antrieb folgend, in das Gespräch der anderen und geriet dabei in einen solchen Eifer, daß in dem anfangs spielerisch harmlosen Hin und Her launigen Wortgefechts zuweilen die schärfsten Waffen einer leichten Spannung flüchtig aufblitzten. Diese seltsame Wendung der Dinge brachte es mit sich, daß in dem Leutnant, der erst nur der prickelnden Regung seines nach langer Hast wieder auf- wallenden Blutes nachgegeben hatte, ein Plan entstand, der, anfänglich fast erschrocken und abweisend beiseite geschoben, bald sich unwiderstehlich aufdrängte. Als daher der unerleuchtete Zug durch den Schacht eines langen Tunnels toste, erhob sich nach einem letzten kopsschüttelnden Zögern der junge Offizier und tastete sich in herzklopfender Spannung vorwärts, um, ohne der möglichen Folgen seines Tuns zu gedenken, von den willfährig lockenden Lippen seines anmutigen Gegenübers in knabenhaftem Trotz die Bekrönung dieser wunderlich erregten Stunde zu pflücken. Da geschah es, daß er innehielt, in dem unabweisbaren, alle Nerven durchzuckenden Gefühl, daß jemand neben ihm stehe; er tat einen unwillkürlichen, heftig zufassenden Griff ins Dunkle und hielt einen Gegenstand in den Händen, in dem er tief erschrocken die Säbelscheide des Hauptmanns erkennen mußte. Es ist sicher, daß beide Herren sich nach dieser Begegnung wieder an ihre Plätze verfügten und die ihnen noch verbleibende kurze Spanne Dunkelheit dazu benutzten, ihre ins Wanken geratene Sicherheit und Unbefangenheit zurückzugewinnen. Nicht sicher dagegen ist, ob die junge Dame, die zu alle dem Anlaß war, des unterbrochenen Erlebnisses inne ward. Denn beide Offiziere wagten keinen Blick in ihr Gesicht. Der Leutnant sah unverwandt zum Fenster hinaus, um nicht zu zeigen, daß ihn nach anfänglichem Aerger eine kaum zu bezwingende Lachlust anwandelte; und der Hauptmann, dem das Blut in die Ohren gestiegen war, saß vornübergebeugt, mit einer scharfen Kalte zwischen den Brauen, und ließ den Zorn über sich selbst an der heftig zwischen den Fingern gewirbelten Quaste seines schuldig-unschuldigen Säbels aus. Als indessen der Hauptmann, seinem Reiseziel nahe, von dem jungen Kameraden Abschied nahm, da sah der Leutnant in dem Gesicht des anderen ein gütiges und von leichter Traurigkeit überschattetes Lächeln, das von einer wehmütigen Resignation Kunde gab, und er umspannte die dargereichte Hand mit festem Druck. Er begriff plötzlich, daß jenem diese Stunde mehr bedeute als den überlegen belächelten Verzicht auf eine flüchtig lockende Tändelei. Und er blieb auf der ferneren Fahrt schweigsam und sinnend, da er sich nicht eines billig natürlich das Geschichten aus aller Welt $ Papage Nachmi I gründe Die Sd fricgc i» der mi! die f)ir |l Ä1T ; Ha wt u ^Gerichts ÄMVnf. Mdeü ' ireue matischen Regelung der schwindigkeit dient. errungenen Sieges freuen mochte. Denn er fühlte tief, daß ihn in diesem Erlebnis ewiges und schmerzliches Schicksal mahnend gestreift hatte. konferenz vielfach auch dahin gedeutet, daß niL es damit den Sowjetrussen unmöglich nuG wollte, den Völkerbundsrat mit der AbrüsttM frage zu belasten, und sie zwingt sich nunmehr L das zuständige Organ der Abrüstungskonfererz L wenden. hervor, Verlierer blieb Herr Lee mit 991598 P ten, während Herr Lindquist leider inzwischen Zeitliche gesegnet hatte. Weltrekordler im Muschelessen ist eine Vertret des „schwachen Geschlechts", eine Miß Rose I ney aus Central Kalls auf Rhode Island. L’1 leistungsfähige Dame verspeiste auf einen n" | Er wc 6 ahnung- F stets zö feilt dem ; 3. Nein. Ist Wan üicbt erteil ||5. Was Ij6. Nein W der, 6 I|7. Ja. W ihn n IHK Ner I 19. Da ,10. ,N |unb übe zgend ge i5Uin l Oegent I empfan 12.3 l weder i men T : ungebei 13. r I mich nc 14. A I lieben 3 fl für läftü nitügcn/" Die non den Siemens-Wertei baute selbsttätige Steuerung Flugzeuge wurde jetzt zum en mal der Oeffentlichkeit vorgeft Der „Auto-Pilot" soll den F zeugführer nicht ersetzen, aber i lasten. Er nimmt ihm die wiä sten mechanischen Tätigkeiten und hält die einmal eingefj Flugrichtung und Höhenlage a matisch ein. — Die Aufnahme j das an der Vorderkante der 5'n flächen angebrachte Pilotro'' einen Staudruckmesser, der zur c. ?GJen Oeber' r°man Ein Flugzeug, das sich selbst Id (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Rekorde in USA. (th) Neuyork. Eine amerikanische Zeitschrift veröffentlich eine ausführliche Liste von einheimischen Rekordinhabern. Diese Liste ist echt amerikanisch und wird in der alten Welt wahrscheinlich nur mit berechtigtem Kopfschütteln ausgenommen werden. Ein kleiner Auszug wird genügen: Da beherbergt z. B. Los Angeles die Rekord- Staubwischerin Fräulein Edna Äselin, der es anläßlich einer Haushaltsausstellung gelang, innerhalb von 38 Sekunden ein TVe Meter langes Wandpaneel völlig staubfrei zu wischen. Wettrekordinhaber ist auch James Aagard in Ord in Nebraska. Er besitzt eine Stimme, die auf zehn Kilometer Abstand noch deutlich zu vernehmen sein soll. Die- 3eiffcbriffen. — „Die Kun ft", Monatsschrift für Plastik und Wohnkultur (Verlag K. Bruckmann^ München) bringt eine interessante, vergleichendes Handlung über Rodin und Hildebrand mit Bildwiedergaben ihrer Werke; ferner fesselndes sätze über Erich Heckel, „Christliche Kunst" Bezugnahme auf die 2. Internationale Aussig christlicher Kunst in Rom), Hermann Gradl, Husmann u. a. m. Aus dem Bereich der Wohlig sind Neuheiten für Tafelschmuck heroorM.^ Ebenso werden die Einfamilienbauten und bilderte Artikel „Der Kleingarten", ferner nenräume aus der Mustersiedlung Ramers^^« achtung finden. Schmuckgegenstände aus und Silber, insbesondere Ketten und Kassette ! Declan 1(388) - äußere W 'M/A jeckA iger David r rund j finale, | Kapitel ■ Schicht I chen y ;!^inbent Ititreten. u. ~ 3i der Vc IW von pb Verl pin schj »Wit. |'*W "s bie t Aba-Ile, ?eb.en eii “ ”nben ui !6 ^an'öerj ^olk kreis. »öie es ?°-> Nh pa rnfte, Ihem , M „„ mit „später" oder „nachmalig" vertauscht. Din Wort rechnet von der Gegenwart aus. Man Ich also von einem Mann nicht erzählen, daß er .; einer bestimmten Gesellschaft seine „künftige mahlin" kennen gelernt habe, sondern darf sagen, daß er dort die Bekanntschaft feiner Jp ren" oder „nachmaligen" Frau gemacht habe. M „schicken" und „übermitteln" werden oft falsch" gewendet. Wer seinem Freund oder Betank einen Gruß oder Gegenstand nicht unmittelbar W gen kann, schickt ihm den Gruß oder den (N9 stand durch einen Boten ober durch ein ai^ Beförderungsmittel. Der Bote und der eleftr" Draht aber übermitteln, denn sie sind das M mit dem Gruß und Gegenstand geschickt werdtt scheinlichsten ist es immer noch, daß die Konferenz, wenn nicht in der Frage der Waffenherstellung, so doch in der des Waffenhandels, zu einer Einigung kommt. Aber selbst bann wäre immer noch mit einer bauernben Durchlöcherung dieser Beschlüsse auf Grund von Vorbehalten und eigenen Auslegungen der verschiedensten Staaten zu rechnen. In dem französisch-tschechischen Propagandablatt, „Journal des Nations", wird hier wieder lebhaft für ein Eingreifen des Völkerbunds gegen die angebliche deutsche Aufrüstung Stimmung gemacht. Dem gleichen Zweck dienen auch zahllose „Enthüllungen" über militärische Rüstungen Deutschlands, mit denen die Weltpresse überschwemmt wird. Da aber die Abrüstungskonferenz selbst sich hier als gleichgültig aber ohnmächtig gezeigt haben soll, so würden eben bestimmte Kreise diese ganze Frage gern an den Völkerbund s- rat abschieben, dessen Zusammensetzung den französischen Wünschen mehr entspricht. Trotzdem ist mit Vorstößen dieser Art während der Novembertagung nicht zu rechnen. Der Rat wird schon an der Saarfrage einen genügend harten und unverdaulichen Brocken vorfinden. Daher wird die gleichzeitige Einberufung des Präsidiums der Abrüstungs- den auch das Interesse der Dame finden. — Im Novemberheft von „Volk u n b a,' (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 Sw» * ‘ 0,70 Mk.) berichtet Enno Folkerts über Bettungen an einem eineiigen Zwillingspaar bringt einige sehr anschauliche Bilder und tr* abdrücke. Der Aufsatz von Dr. Karl Mierke o psychologische Beobachtungen an eineiigen lingen, wobei den Handschriften besondere j sichtigung zuteil wird. Gertrud SchruckenbergL an einem Beispiel aus dem Gebiet der p fieblung, wie gerabe bas alte bobenoerwu . Bauerntum ein steter Erneuerungsquell « Volkes ist. Der Münchener Rassenhygientier Dr. L. G. Tirala nimmt in seinem Aufsatzu Hygiene ober Eugenik?" nochmals Stellung v, bie Verfälschung bes Rassengebankens u Rassenhygiene. Weitere Beiträge, wie: yr unb Kinberzahl, ber Geburtenrückgang m ein Fragekasten unb Mitteilungen Hygiene unb Bevölkerungspolittk oervolls ben Inhalt bes Heftes. Hinter diesen beiden großen Fragen tritt bQ Chaco-Problem, das in derselben Nove woche sogar eine Vollversammlung Völkerbundes beschäftigen soll, naturgemäß ft, europäischen Staaten an Bedeutung zurück, gleich hier um Krieg und Frieden ge wird. Vieles spricht übrigens dafür, daß auch das „Gezerre" weitergehen wird, daß der A bunbsrat im Bewußtsein seiner geringen Au! unb seiner schwachen Eingriffsmöglichkeiten Entscheibungen ausweichen unb bafür biesmal Haager S ch i e b s g e r i ch t s h o f einzusH versuchen wirb. Man barf aber nicht übers baß bie sübamerikanischen Staaten, bie ja im ferbunb sehr zahlreich unb auch im Rat mit Mitgliebern vertreten finb, sich gerabe für Krieg sehr stark interessieren, weil auch " "' 1 Held näher liegt als der Rock., s inem/ ™tle. ÄN iinod) !20 E ii feit lb ! Unb n ! ffllurnwh i lick eine sm1 fer beste Brüller der Wett wird demnach in fift Städtchen Ord kaum ein Telephon nötig haben.. Welt-Bridge-Dauerrekord hält Frau Lindqur i Cincinnati. Im Jahre 1924 kam das Cton Lindquist mit seinem gemeinsamen Freundin ehr m ttigten Mich °>eu a ich"ur Lz ©oft überein, eine Bridgepartie solange zu fpieleir einer der Teilnehmer 1000 000 Punkte enr habe. Der mit den wenigsten Punkten solle K den beiden anderen ein vorzügliches Diner Sekt geben. Kürzlich ging Krau Lindquist - 1006 718 Punkten als Siegerin aus dem Kur ’ VWw Bon den Feinheiten der deutschen Sprache. Bismarck soll einmal einer jungen Französin, der Gattin eines ehrgeizigen aber nicht sehr klugen Diplomaten, auf ihre von Geringschätzung zeu- aende Bemerkung über Geist und Aufbau der deutschen Sprache geantwortet haben, daß sich die Feinheiten im Deutschen nicht so einfach erfassen lassen. So könne die richtige Anwendung der Wörter „senden" und „schicken", die zunächst als gleichbedeutend angesehen werden, eine Wirkung von großer Treffsicherheit erzielen. Dann wandte sich Bismarck zu seiner Nachbarin und beendete — wie in dieser kleinen Geschichte weiter berichtet wird — die kurze Unterredung über die deutsche Sprache mit dem Satz: „Ihr Herr Gemcchl z. B., verehrteste gnädige Frau, ist zwar ein Gesandter, aber kein geschickter." Die boshaft-scherzhafte Erzählung, die gewiß gut erfunden wurde, ist ein Gegenstück zu dem Wirrwarr im Gebrauch einzelner Wörte im Deutschen, der ein bedauerliches Schwinden des Sinns für bie Feinheiten unserer Sprache verrät. Dr. Karl S ch n e i b e r zählt in ber Zeitschrift bes Deutschen Sprachvereins „Muttersprache" eine Reihe berartiger Verwechslungen ober Vertauschungen auf. Häufig werben „Beweisen" unb „unter Beweis stellen" gleichgesetzt. „Unter Beweis stellen" bietet aber erst einen Beweis an; es ist eine zweite Frage, ob baraus bie Wahrheit einer bestimmten Behauptung hervorgeht, ob sie also als „bewiesen" angesehen werben kann. Demselben Schicksal finb „haltlos" unb „unhaltbar" verfallen. Man kann nicht sagen, daß bie Wirkungen bes Alkoholverbots „haltlose Zustänbe" verursacht haben. Richtig ist, baß bie Verhältnisse „unhaltbar" geworben sind unb beshalb nicht mehr aufrecht erhalten bleiben können. „Haltlos" finb hingegen Menschen, begleichen Behauptungen unb Vermutungen, bie keinen Halt in sich haben. Nicht besser steht es mit ben Wörtern „keinesfalls" unb „keineswegs". Eine Verneinung, bie für jeben möglicherweise vorliegenden Tatbestand gelten soll, wird durch „keinesfalls" zum Ausdruck gebracht. „Keineswegs" bekräftigt jedoch die Verneinung eines bestimmten Sachverhalts mit besonderem Nachdruck. Man kann also einem Menschen nicht nachsagen, daß er noch vor einem Jahr der deutschen Sprache „keinesfalls" mächtig gewesen sei. Hier muß es natürlich „keineswegs^ heißen. Auch „künftig" wird von vielen Deutschen sehr stiefmütterlich behandelt und häufig «1 IS befe|tu ft H gehend, I /Bitte al U die es Fl. Ja. D i 2. Ja. j hi? i 4’^ 1 itonifler als 18 Pfund Mufcheli daß Muscheln so billig sind. ^Hlhrodor Fowler in Eureka in I hei unübertroffene Vertilger von Der Mächtiges der men seh lieh wurde fh Gerichtshandlung in Sachen „Boullay gegen 0 Neues für den Büchertisch Freude bereite, wie er Machen, nun bekam er von jemandem, mit dem er gar nicht verwandt war, und der gewiß nichts von ihm haben wollte, ein Geschenk. Oer Betreffende schrieb, es sei nur das kleine Zeichen seiner Dankbarkeit, eine Aufmerksamkeit nur, aber er hoffe, daß es ihm wenigstens halbsoviel gehabt habe, als er es suchte und endlich fand / Dieser Brief bedeutete für den Mächtigen viel! Sollte es wirklich soviel Freude UH rid in ibi 5 i i entdeckt, daß es ein Glück und eine wahr«, tiefe Freude für jeden Menschen gibt, das Glück und di« Freude, andere glücklich machen zu können. Im Schenkendürfen fand er für sich de« große« Weihuachtöseg«. mir. im ■ Wp «n i Ui ’ne w) || Di« Adventswochen wurden für ihn ein einziges Fest. Das Wählen der Geschenke, das richtige Zuteilen und Verpacken bereitete ihm eine Freude, die er bisher nicht gekannt hatte, und noch nie hatte er so vorsichtig wägend eingekaust / Er, der Mächtige, war menschlich geworden, er hatte ir [nv •i# f Vielleicht war er deswegen so unnahbar geworden? Jedenfalls glücklich, innerlich glücklich war er nicht / Eines Tages ftis V k sr K V » L s itf iei ,s zu schenken? Er ertappte sich plötzlich dabei, wie er überlegte, was er wohl jenen, mit denen er täglich zusammenkam, schenken könnte, und er mußte feststellen, daß ihm alle diese Menschen innerlich ferngeblieben waren, daß er noch nicht einmal wußte, worüber sie sich freuen würden / Da fing er an, alle Menschen seiner Umgebung als Menschen zu beobachten, und er freute sich wie ein Kind, wenn er unauffällig einen ihrer Wünsche entdecken konnte / »it -ntger als 18 Pfund Muscheln, und es Ist nur ”nB---- ' ...... " d. Dagegen ist Herr Norddakota der bis- ii Jugenderinnerungen. - Harold Effberg: Ihr englischer «kel. Roman. Ganzleinen mit mehrfarbigem vtzutzumschlag, 2,60Mk. Leipzig 1934. A. H. Payne- Lirlag. — (427) — Das Buch läßt an Spannung Mts zu wünschen übrig und macht uns mit dem L>Äen der feudalen englischen Gesellschaft bekannt. Jitter Freund eines flottgeschriebenen Unterhaltungs- remans wird hier eine angenehme Lektüre finden. — Agnes G. Ruhl: Ein König s u ch t s e i n 3d I k. 208 Seiten. Oranienverlag, Herborn-Dill- riis. Leinen 3,50 Mark. — (424) — Ein jung zur bgierung berufener König, durch ein tragisches •fniebnis tief erschüttert, will fein Volk kennenlernen »iE es wirklich ist, und entschließt sich, unter sein jlllk zu gehen, mit ihm zu leben und zu arbeiten, jr spannender Art gestaltet die Verfasserin teils r ste, teils heitere Erlebnisse. Das Buch ist in inem Geist echter Kameradschaft und der Derant- pnrtung gegenüber sozialer Not geschrieben und )js-d gerade heute viele dankbare Leser finden. — Mein S t a u d e n b u ch. Ein Buch vom um Himmels willen, wenn das mein Mann er-, fährt!" Herr Boullay, mit dem Rufnamen Herbert, horchte auf. Um fo mehr, als die holde Gattin! bei den Worten des vorlauten Vogels einen kleinen Ohnmachtsanfall bekam und der beste Freund des Hauses — John hieß ... Madame leugnete natürlich. Herr John ebenfalls. ! Der Papagei wiederholte aber auch vor dem hohen Gerichtshof seinen fatalen Satz. Der Vorsitzende stellte fest, daß Papageien keineswegs „Sprachschöpfer" feien, sondern nur gehörte, und zwar meist mehrfach gehörte Sätze erlernen und nachschwatzen. Und so wurde die Ehe Boullay „aus Verschulden der Frau" prompt geschieden. Ein Memento für alle Amerikanerinnen dieser Art, die in Zukunft zwischen Hausfreund und Papagei zu wählen haben werden. Kleine Sensation in Rotterdam. H. Rotterdam. Charkow, der südliche Stadtteil Rotterdams, ist seit einiger Zeit das Ziel vieler Spaziergänger und Schaulustiger, denn dieser Vorort hat neuerdings eine Sehenswürdigkeit, über die ganz Rotterdam und die Umgebung spricht: eine Anzahl weißer Sperlinge, die sich Charlois zum Wohnsitz auserkoren haben. Zwei dieser Tiere sind fleckenlos schneeweiß, während die anderen nur kleine graue Flecken besitzen. Man hat, wie bekannte Vogelkundige versichern, noch niemals sowiel weihe Spatzen „auf einem Haufen" gesehen wie hier in Charlois. Und es ist daher kaum verwunderlich, wenn dieses Phänomen den Fremdenverkehr des Vorortes besser gehoben hat, als es irgendeine behördliche Stelle hätte tun können. Im übrigen unterscheiden sich diese weißen Vertreter des Spatzengeschlechtes nicht von ihren unscheinbaren grauen Genossen. Sie sind ebenso frech und schwatzhaft und find, weil sie wahrscheinlich das Interesse der vielen fremden Besucher für sich erkannt haben, in einem Grade zutraulich geworden, I den man schon mehr als zudringlich bezeichnen kann. Jedenfalls aber reiben sich die Geschäftsleute von Charlois erfreut die Hände, denn die vielen Besucher, die kommen, um die weißen Spatzen zu beobachten, lassen immerhin manches Stückchen Geld in dem sonst sehr ruhigen Vorort. — Prof. Dr. F. Hartung: Hindenburg. Rsclams Universal-Bibliothek. Gebunden 75 Pf. — Die Kühe mit dem Schwips. A. Paris. Saint Hilaire du Loulay heißt die in der Nähe von Nantes gelegene Ortschaft, die zwar bestimmt „kleiner" und weniger „vornehm" ist als ihr langer Name, die aber den Ruhm für sich beanspruchen kann, durch die Trunksucht ihrer ortsansässigen Kühe bekannt geworden zu sein. Die braven Winzer von Loulay können eigentlich von Glück sagen, daß ihre Weinlese so außerordentlich reichhaltig ausfiel wie seit Jahrzehnten nicht. Aber sie mußten bald feststellen, daß es weit und breit unmöglich war, die Anzahl von Fässern aufzutreiben. Was machen in solchen Fällen leicht-1 sinnige Leute? Sie gießen den „überflüssigen" Wein einfach weg. So auch ein „gewitzter" Großbauer, I der feine Überschüsse in den großen Wasserbehälter I vor seinem Hause schütten ließ. Am Spätnachmittag machte nun die von der Weide heimkehrende Kuh-Herde vor dem Brunnenbecken Halt, um ihren nicht zu unterschätzenden Durst zu löschen. Das „Wasser" schmeckte an diesem denkwürdigen Tage besonders „würzig", und gar bald war das Bassin I leergetrunken. Kurz danach begann in der Ortschaft ein noch nie dagewesener und ganz toller Kuh- Reigen. Die beschwipsten Wiederkäuer führten allerlei komische Kunststücke auf und benahmen sich nicht minder eigenartig als jene Menschen, die eben mal I, einen zuviel getrunken haben. Die — ausnahmsweise — nüchternen Besitzer der berauschten Tiere hatten große Mühe, bis sie ihre Kühe wieder em- fangen und nach Hause bringen konnten. ff* #! V ü! *ör Vierzehn „vorbeugende" Antworten. lod (Af)) Washington. * ' iS ; IIB ! ich ihn nicht liebte, würde ich ihn nicht ausüben, ob t. Nein. Ick bin nickt verheiratet. I f-, Nein. Ich bin nicht verheiratet. 1S. Warum nicht? Das ist mein Privatgeheimnis. 10. Nein, ich fühle mich keineswegs vereinsamt US überaus gern allein. Ich bin seit meiner Ju- jtrb gewohnt, mich mit meiner eigenen Gesellschaft riien. _. . _, — Jngeborg Maria Sick: Em srem- t r Vogel. Kindheit. Aus dem Dänischen über- ettt von Pauline K l a i b e r - G o 11 s ch a u. Druck mb Verlag von Friedrich Reinhardt in Bafel. Sei« renbanb 5,60 Mark. — (416) — Die dänische Dich- eiin schildert hier ihre außergewöhnlich reiche Ju- e,dzeit. Der besondere Reiz dieser in Ichform si'dergeschriebenen Erinnerungen liegt dann, daß . 5 die Dichterin verstanden hat, uns ganz in die ij.ldankenwelt eines begabten Kindes und jungen Mdchens hineinzuversetzen, das anfangt, sich ins i jenen einzufühlen. Daß es bei diesem gut beobachten und lebhaft empfindenden Mädchen zu Auseinandersetzungen mit der Gedankenwelt der Er- vachsenen kommt, erhöht Spannung und Wert die- (3'.8) — Der Verfasser beschränkt sich nicht auf die elfteren Linien, sondern greift auf die tiefer zu- mnde liegenden Verhältnisse und Kräfte zurück. De Schilderung des Anteils Hindenburgs am Welt- ! reege z. B. ist zugleich eine eindringende Analyse e militärischen und politischen Lage Deutschlands, l Hindenburg während vier Jahren durch seine malen Taten zu meistern wußte. Ebenso gibt das icspitel über den Reichspräsidenten eine von hoher eachichtlicher Warte gesehene Darstellung der deuten Nachkriegsgeschichte, aus der die Leistungen » idenburgs in ihrer vollen Bedeutung hervorversteht, aus der Fülle seiner Kenntnisse, wie kaum ein anderer Praktiker, in kurzen Worten viel zu geben. Er plaudert von den Gartenstauden, von I dem, was jede an Schönheit und Eigenart besitzt, I von ihrer Anzucht, wie man sie pflanzt und pflegt und wie man schöne Staudenbeete, Steingärten und Staudengärten zusammenstellt. Vorzügliche Zeichnungen dankbarer Blütenständen und Bilder schöner Staudenpflanzungen sowie klare Pläne von Staudenbeeten und Gärten ergänzen vortrefflich die Worte dieses Buches. — Ern ft Jünger: BlätterundSt eine. 226 Seiten. Preis kart. 4 Mark, Seinen 5 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1934. — (407) — Wir kennen Jünger als den herosichen Menschen, der dem großen Kriege in seinen Werken gültigen Sinn abgerungen hat. In seinem neuen Werk finden wir ihn als den erkennenden Menschen, dem es gegeben ist, Sein und Werden aller Dinge zu erspüren. In seinem Buch, das so verschiedenartige Beiträge umfaßt, wird immer wieder die gemeinsame Grundhaltung sichtbar. Ob wir den „Dalmatinischen Aufenthalt" lesen, ob wir im „Lob der Vokale" in das Geheimnis der Sprache eindringen, oder im „Sizilischen Brief an den Mann im Mond" den alten Zaubersprüchen, die lange vergessen, aber I immer gegenwärtig waren, wieder näherkommen", — immer sind wir vor die Entscheidung gestellt, die nur das „gefährliche Leben" zu treffen vermag. In vielem werden die großen Linien, die Jünger bereits im „Arbeiter" aufgezeigt hat, fortgeführt. In der Abhandlung „lieber den Schmerz" sucht Jünger zu zeigen, daß nur der Schmerz als der alleinige Maßstab, der sichere Aufschlüsse zu geben verspricht, anzusehen ist. Hundert Epigramme runden das Werk ab. Er wendet sich an alle, die ernsthaft die Probleme unserer Zeit begreifen und überwinden wollen. — Hertha Fricke: Der Sieg des Gewissens. Roman. Ganzleinen 2,60 Mark. Leipzig 1934. A. H. Payne-Derlag. — (426) — In lebensecht gezeichneten Bildern ersteht vor unserem Auge die wirre Zeit des Billionenschwindels unseligen Angedenkens. Die Charaktere sind fesselnd geschildert, die Handlung so packend entwickelt, daß sich die Erzählung wie ein spannender Film vor unseren Augen abrollt. Bevor man zu ihm ins Zimmer trat blieb man unwelger- ; sich einen Augenblick stehen, straffte sich, griff nach der Krawatte und prüfte noch einmal den Anzug vom Kragen L bis zu den Schuhen / Er war in seinem Kreis ein mächtiger Mann. Aber all« feine Macht konnte die merkwürdige Scheu nicht erklären, die jeder, der für oder mit ihm zu tun hatte, vor ihm empfand. Er war gerecht und korrekt, hatte niemals, auch in seiner schlechtesten Stunde nicht, daran gedacht, seine Macht irgendwie zu mißbrauchen oder sie unnötig fühlen zu lassen. Woher also die Scheu vor ihm? Hinter seinem Rücken wisperte man, er sei kein Mensch mehr. Ein Arbeitstter sei er, eine Maschine und ein bedauernswerter Knecht seiner eigenen Macht. — Es gab viele Menschen, die ihn anbeteten, viele, die ihn fürchteten, aber es gab keinen, der ihn liebte. 5ranf Sanford ist einer der beliebtesten Porträten in USA. Er konnte aber in letzter Zeit kaum ni ir in Ruhe arbeiten, denn Tag und Nacht be- hiigten ihn seine zahllosen „Verehrer" — haupt- Wlich weiblichen Geschlechts — mit zeitraubenden B, uchen und Fragen, die ihm heftig auf die Nerve- gingen. Da griff Sanford zu einem einzig- angen Vorbeugungsmittel. Er baute sich inmitten eires Wäldchens ein kleines, behagliches Landhaus Up befestigte draußen, neben der Eingangstür, eik’n Block, der, aus mehreren hundert Blättern drehend, folgenden entzückenden Text enthält: .Bitte abreißen und mitnehmen! Kostenlos! An ols, die es angeht: 1. Ja. Dieses Häuschen habe ich selbst erbaut. !. Ja. Das Haus ist mein Privateigentum mit fant dem Garten. k Nein. Im Winter wohne ich ganz wo anders. i. Warum? Weil ich in einer Kunstschule Unter» t\ )t erteile. .). Was ich unterrichte? Malerei und Zeichnen, h. Nein, lieber meine Einnahmen gebe ich lebig» liki der Steuerbehörde Auskunft. p. Ja. Ich liebe meinen Beruf über alles. Wenn — Edgar Dacqu6 : Vom Werden des Erdballs. Mit Abbildungen. Reclams Universal-Bibliothek. Gebunden 75 Pfennig. — (390) — Das Werk erfüllt den Wunsch, in gemeinverständlicher und anschaulicher Form den Aufbau des Erd- körpers, die Gestaltung der Erdrinde, das Werden I iyruujiöyunuiuiiy m o-y-" dillai)''. Genauer: Scheidungsantrag des Mister , i^bert S. Boullay gegen feine angeblich unge- nue Gemahlin in Francis Boullay. 5r war drei Wochen geschäftlich unterwegs, kehrte chnungslos heim, wurde von feiner Gattin wie si, 5 zärtlich empfangen und — alles wäre in fdnnfter Ordnung gewesen, wenn nicht „Coco", ein pagei und Liebling des Hauses Boullay, eines Dchmittags urplötzlich losgeschnattert hätte: „John, zi begnügen. 1. Nein. Die Einsamkeit stört mich gar nicht. Im Gegenteil: Ich freue mich, wenn ich keine Besucher empfangen muß. 1 2. Nein. Ich fürchte mich auch nachts nicht. Habe toDer vor Gespenstern, noch vor wilden und zah- ttm Tieren Angst. Nur vor lauten Menschen und mqebetenen Besuchern. i 3. Ich fjabe keine Waffe im Hause. Will weder Nch noch meine Mitmenschen töten. 4. Warum ich keinen Hund halte? Er würde die lio.en Waldtiere aus der Nähe verscheuchen. Und fiii lästige Besucher müßte auch diese Auskunft ge- ligen!" Ein Papagei als Kronzeuge. (g) Young st on (Ohio, USA.) ganzen und Pflegen winterharter Blütenstauden nD ihrer Gartengenossen von Ludwig Lesser. -----,-------o — ....... . tt 68 Zeichnungen und Photographien. Preis der Kontinente und der Tiefsee, die Auffaltung oer 23 Mark. Verlag Rud. Bechtold & Como., Wies- Hochgebirge nach neueren Gesichtspunkten behandelt wen. — (399) — Dieser bekannte Gartenfachmann I zu sehen. irruuui ji v i tu vuiv.u ... - • - - - hei unübertroffene Vertilger von rohen Eiern, Deren »r iiich nicht weniger als 62 Stück bei einem Wett- hL>:>erb „einverleibte". Eine weit kniffligere Jurist Ibeserrscht der Schneider Einbinder in Denver (Colo- Wv). Er ist Weltbester geworden, indem er nicht Leiiger als 16 Fäden durch ein und dasselbe Oehr e „-r Nabel zog. Weltrekord-Kleibertrager dagegen David Waldie aus Greenville in Subfarolma. nc runb zweiunbbreißig Fahren zog er die Jacke . bie er auch heute noch tragt unb bie schon hem Vater ein ganzes Menschenalter gebient e Anaeblich ist biefe langlebige Jacke auch heute ..ch'nicht verschlissen. Dazu trägt Walbie seit 20 Jahren schon ein unb bieselben Hcmbschuhe unb sei 15 Jahren benfelben Hut. PZI llnd nicht zu vergessen sinb noch die Baumsitzer, übt Nurrnelspiel-Rekordinhaber usw. usw. Es ist wirk- i if (it eine in mancher Beziehung merfroürbige Welt ir h drüben jenseits des Ozeans ... 11 Gottesdienste: 9.30 und 16 Uhr. Trauringe! I Zhre Vermahlung geben bekannt Di* Herbert Bölime Gießen, Bahnhofstraße 13 67441 Leiter der Abteilung Lyrik in der Deutschen Dichterakademie. Challier, Neuenweg. Abendkasse ab 8 Uhr. 6767 D Wiesede 05511 Lollar, den 17. November 1934. 676* MORGES SONNTAG TANZ S WM D iAUSPAOKASSf Heinrichstrabe 2 6747 D Anfang abends 8 Uhr! Bisher für über 5000 Eigenheime zinsfreie Darlehen mit ca. 60 Millionen zugeteilt! 67181 durch 41480 bei 6789 L FRANKFURT A. M. - Bull rieh-Salz DM I CARLSCH Ml DTP |ölESSEN-BahnhoFsl~r10 Ulolf Nettere Jocobi-UJerkg Eintrittskarten: Mitglieder der veranstaltenden Verbände 40 Pf., Jugendliche 20 Pf., sonstige Karten 60 Pf — Vorverkauf bei Ernst NS.-Knllnr6emeiDile, Abteilung InWragpe Boeihebnoil • Hitlerjugend • Studentenschaft Bausparhasse Deutsche Bau- u. Siedlungs- Gemeiuschait (DBS.) e.G.m.b.B., Darmstadt So legen Ihre Hühner auch jetzt im Winter Donnerstag, 22. November 1934, 8% Uhr liest aus eigenen Werken in der Universitäts- au la der junge nationalsozialistische Für die überaus zahlreichen Älumenspenden, Geschenke und Glückwunschkarten, die uns zu unserer silbernen Hochzeitsfeier zugegangen sind, sprechen wir asten Gratulanten und Spendern auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus wenn Sie täglich etwas HESA-Eierlegemischfutter SbeicA. 4i£ dir •UH*3(ate*tder6M Fahrlehrer Müller Giehen, Frankfurter Straße Nr. 29 bei Albersmann Telephon 2131. Das leistungsfähige, reelle Fachgeschäft seit 18 9 8 ___________________________ 6755 A Kur- u.Erboluoösiieini Falkenedt Braunfels Lahngeb.- Neuzeit!. Jungborn f. Naturheilverfahren. Darmbäd.,Dauerbraus., Sehschule. Vorzügl.Küche u.Heildiät. Jahr- üb. geöff.Weihnachten Gäste herzl.willk. Baptisten-Gemeinde. Sonntag, den 18. November. Uhr: Kindergottesdienst', 20.30: Prediger Lotz. Neuapostolische Gemeinden Giehen. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 18. November. Empfehlenswerte Brennstoffe für Allesbrenner sind Ruhr-Eiformbriketts Ruhrkohle und Ruhr-Brechkoks Bei Erkaltung, Grippe und Epidemien wird durch das Zusammentreffen mit vielen Menschen in Bahnen, Büros, Schulen, Kinos usw. die Ansteckungsgefahr erhöht. Man beugt vor durch Förttisitiiin/ Fritz Kuhl Minna Kuhl, geb. Arnold aus, daß einfach geheizt werden Gedächtnis der im September und Oktober 1914 gefallenen Helden. Montag, den 19. November. Mainzlar. 20 Uhr: Ev. kirchliche Frauenhilfe. Katholische Gemeinden. Samstag, den 17. November. Giehen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 18. November. 26. Sonntag nach Pfingsten. Giehen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder und der Mitglieder des Elisabethen-Ver- eins; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag mit Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag mit Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 21. November. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. 20 Abende brauchen Sie, um schnell, sicher und gründlich Maschinenschreiben zu erlernen, natürlich mit allen zehn Fingern. Kommen Sie daher heute noch zu uns zur Anmeldung . Der Beginn neuerKurseistfürdie nächst. Tage vorgesehen. Vogtsche Handelsschule Gießen, Goethestraße 32 Die Leistungs-Schule mit privatem Charakter seit 24 Jahren. Ihre Brille sitzt schief, das beeinträchtigt das gute und scharfe Geben u. schädigt auch die Augen — Und rvieschlechtsiebt es aus I — Da gibts nur eines: Nichten lassen, bei Optiker Magnus Seltersweg 33. OderSie kaufen sich eine neue. Lieferantsämtl. Krankenkassen. Montag,19. n. Dienstag, 20.November, nachm. 4.30und abends 8.30 Uhr im Stadt-Cafe MODEN-REIGEN Die Mode von einstund jetzt Historische Kostüme ab 16. Jahrh. Das Berliner Modellhaus Mare. v. d. Boogaart Berlin W15, Kurfürsten dämm 184. zeigt eleg. Winter-Modelle, Vormittags-,Straßen-,Tee u. Abendkleider, Mäntel, Hüte Lona May plaudert über die Mode Karin Bars singt Tonfilmschlager Mia Elmenhorst, der entzückende Tanzstar Die Berliner Vorführdamen Elegante Damenspenden der Firma L. Leichner. Berlin. 05516 „Leichner“,die Weltmarke für moderne Haut- und Schönheitspflege. Eintritt:nachm.50Pf.,abends60 Pf. Moderne Trauringe in allen Qualitäten finden Sie preiswert u. in größter ■■■I Auswahl Abendmahl (letztes). — Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Steinbach. 19: Predigtgottesdienst. — Albach. 9.15: Beichte; anschließend Predigtgottesdienst und Abendmahl II; Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die Mädchen; 13: Kinderkirche (2. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Mainzlar. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis an der Lumda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Katechis- muslehre. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kinderkirche. — Watzenborn - Steinberg. 12.45: Beichte; 13: Predigtgottesdienst; anschließend Feier des hl. Abendmahls für die männliche Jugend. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 14.15: Kindergottesdienst; 17: Stiftsdechant Kahn. — Jlie- der-Befsingen. 11: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Birklar. 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 10.45: Kinderkirche. — Langd. 13: Gottesdienst. — Reinhards- Hain. 10: Gottesdienst; anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Kranken. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst; anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Alten; Kollekte. — Ober-Gleen. 9.30: Kinder- gottesdienst; 10.20: Hauptgottesdienst; 15: Trauung. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst. Kindergottesdienst fällt wegen Scharlach aus. 20: Abendgottesdienst mit in jedem Goldfeingehalt Carl Brück Juwelier Gießen Kreuzplatz 8 R4»Z । IhhIM Heren. IotmnneoWeller Zimmerei und Sägewerk Leihgestern b. Gießen soeoD Mittwoch, den 21. November (Buß° und Dettad 9.30 Uhr. Oeffentllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in drinoe^-n Notfällen Telefon 01. u " 01 Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf fon 02. xv Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdi^» 8 bis 21 Uhr. 1,1 Stadtpostamt: Für Schließfachabholer i bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. W. Klein, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Hirschapotheke. Karl Seipp, Sattlermeisier, und Frau Idas Sptvii wjowv äf&stnitd£^ ® Das lästige tägliche Feueran- macheh — bei Dauerbrand hat man das nicht nf^ir nötig. Die Plage mit herausfliegender ( zjj J Asche — der Allesbrenner ist -V unbedingt stubenrein. Jk Geld, bares Geld — der Alles- t ) brenner nützt die Brennstoffe Aufklärungsvortrag Am Montag, dem 19. November 1934, 20.30 Uhr, in Gießen, Frankfurter Hof (Marktlauben), spricht Herr Wilhelm Lang (Darmstadt) über das Thema: Wie kann jede Familie ein schuldenfreies Eigenheim bei geringer Sparleistung erwerben? *)<*s kalte- Beit Da gehört eine Wärmflasche hinein. Und wer besondere Wärme braucht, nimmt den 1^.^- Leibwärmer. Beide Wärmespender bekommen Sie preiswert bei Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Sonntag, 18. November. 25. Sonntag nach Trinitatis. Giehen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrvikar Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrvikar Balz; 17: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. An- thes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Psr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp — Saal der Heuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Tvieseck. 9.45: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Großen- Duseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Beichte und hl. Nach dem Essen nicht vergessen beifüttern. 6483d Samenhaus HESEMANN Gießen, Lindenplatz so vorzüglich nicht billiger kann.. Und das allesamt jedem gebräuchlichen Brennstoff. Am Oswaldsgarten 6685a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrühPschen Druckerei Sonntag, den 18* November 1934 TANZ beiOastwirßnbcn, s zu ch nt* Nür, ( Anzeige sei hingewiesen. — Zuschneide-Kursus. Am Montag, bem 19. November, 19.30 Uhr, finbet im Hotel Hopfelb, Gießen, ein Fachvortrag für Herren- unb Damen- schneiberei mit gleichzeitiger Aufklärung über einen bemnächst ftattfinbenben fachtechnischen Zuschneibe- Kursus statt, ber im Einvernehmen ber Schneider- Pflichtinnung Gießen abgehalten wird. (Siehe heutige Anzeige!) m — Die Bausparkasse Deutsche Bau° unb Sieblungsgemeinschaft (Darmstabt) veranstaltet am tommenben Montag im „Frankfurter Hof" einen Aufklärungsvortrag über bas Thema „Wie kann jebe Familie ein schuldenfreies Eigenheim bei geringer Sparleistung erwerben?" (Siehe heutige Anzeige.) Spende f r d e Winterhilfe Durch gemeinsamen Beschluß von Vorstand unb Aufsichtsrat ber Baugenossenschaft 1894 Gießen würbe dem Winterhilsswerk ein Betrag von 200 Mvrk zum Kamps gegen Hunger unb Kälte überwiesen. Die anerkennenswerte Spenbe verdient Nachahmung. D.e Mitnahme von Schneeschuhen in die Züge. Für bie Mitnahme von Schneeschuhen in bie Züge ber Reichsbahn wirb für ben bevorstehenben Winterverkehr folgenbe Regelung getroffen: Hohrheit Goethescher ober Schillerfcher Gebauten-1 stättengewerdes hat für ben am 18. November statt- $mge zu erfassen. Wieviel Bücher finb nicht um sinbenben Eintopfsonntag für feine Mitglieber fol- 6-e'thes „Faust" ober um Schillers „Wallenstein" j genbe drei Eintopfgerichte feftgelegt: 1. Deutsche schrieben worben! Die Philosophien aller Zeiten. rb aller Weltteile hat man zur ------ x)nre[, uun Illll UHU nicuici Nm NSLB. Bezirk G I e ß e n - S ta b t findet: ich Euch dafür anbieten. Es ist ja beschämend wenig, an kommenden Montag, 17.15 Uhr, Bezirksver-1 aber mejne Lebensstellung als armer Bergmann (cmmlung in der Oderrealfchule mit Vor trag über J cc,,*> vn\v fnhr foth htt ttifflf ttipfir h‘\P= b:s Thema „Die wirkliche Stimmung im Saar- giviet" statt. tarnen ein unmittelbaren starken Eindruck ohne, • - ü>en Kommentar ausüben. Das ist nur deshalb ^lus unserem Leserkreise werden uns die Ab- röglich, weil diese Dichtungen aus bem Ewigkeits- schristen zweier Briefe von beutschen Berg- .... k ——' 'männern an ber Saar, die bank ber bezahlt werben. Auf die heutige Bekanntmachung her Di'ettion der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke sei auimerksam gemacht. Zum Verkauf von Chri st bäumen soll ein Platz im Hofe des städtischen Verwaltungs- acbüudes an der Gartenstraße vergeben werden. Auf die heutige Bekanntmachung sei hingewiesen. *♦ D i e Aufwertungsspareinlagen bei der Bezirks sparkasse Gießen betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, in der über die endgültige Aufwertungsquote und eine Nachaufwertung Mitteilung gemacht wird. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Fahrpreisermäßigung derReichs- bahn zur Kundgebung der National- sozialistischen Kriegsopferversor- 8 u n g i n F r a n k f u r t. Zu der am 18. November in Frankfurt stattfindenden Großkundgebung der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung gibt die Reichsbahn Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. mit verlängerter Geltungsdauer aus. Gültigkeit zur Hinfahrt vom 17. November 0 Uhr bis 18 November 24 Uhr; Rückfahrt vom 17. Nov. 12 Uhr bis 19. November 12 Uhr. Fahrpreis Hin- und Rückfahrt ab Gießen 2. Klasse 5,20 Mk.; 3. Klasse 3,60 Mark. Bei Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. ** Eigenheimbau « Lichtbildervortrag. Die Frage des Bauens und der Finanzierung von Eigenheimen wurde am Donnerstag im „Hotel Prinz Earl" vom Organisationsdirektor Rein der „Bausparkasse Germania AG. Köln" in einem Lichtbildervortrag behandelt. Der Redner gab zunächst einen gedrängten Ueberblick über die Entwicklung der Eigenheimbewegung, deren Vorteile ideeller Art er in der Schaffung freier, heller Wohnräume und der Förderung gesunder Menschen auf eigenem Grund und Boden und in materieller Hinsicht durch die Belebung des Baumarktes, als den Zielen der Reichsregierung entsprechend, schilderte. In Deutschland habe die Gemeinschaft der Freunde, Wüstenroth, den Anfang gemacht. Durch das Eingreifen der Reichsregierung seien jetzt die Blüten der Inflation und der Krisenjahre ausgemerzt und alle Bausparkassen unter Reichsaufsicht gestellt worden. Wie stark das Reich an der Förderung der Eigenheim-Bewegung interessiert sei, gehe daraus hervor, daß über die Bau- und Bodenbank 100 Millionen Mark für diese Zwecke zur Verfügung gestellt wurden, Reichsminister Kerrl das Protektorat über den Bausparkassenverband übernahm und die Reichsregierung ganz bedeutende Steuerermäßigungen für die Bausparer, (sowohl für die Prämien, wie für die Tilgungsbeiträge), sofern sie bis 1937 ihr Haus erstellt haben, eingefüyrt habe. Der Redner legte dann die Vorzüge des Bausparkredits der „Ger- mania AG. Köln" dar. Die im Lichtbild dargestellten fertigen Eigenheimbauten waren eine verlockende Werbung für den Drang zur eigenen Scholle. Anschließend an den beifällig aufgenommenen Vortrag wies Direktor Rein noch darauf hin, daß die „Germania" zur Förderung des Eigenheim-Baues in Gießen durch besondere Vereinbarungen und Bereitstellung von Geldmiteln Baupläne derart fördern kann, daß sie schon im Frühjahr, oder sofort in Angriff genommen werden können. Amtsgericht Gießen. Zehn junge Leute von Steinbach hatten anläßlich einer Feierlichkeit in der Nacht mittels Beil ohne vorherige Genehmigung der Oberförsterei eine größere Tanne geholt. Sie wurden deshalb durch Strafbefehl in eine Geldstrafe von je 20 Mark genommen Dagegen verfolgten die Angeklagten Einspruch. Da die gestrige Hauptverhandlung die Angelegenheit in einem milderen Licht erscheinen ließ, ermäßigte der Amtsanwalt die Strafe auf je zwei Mark. Das Gericht erkannte gegen jeden der Angeklagten auf eine Mark Geldstrafe. Gegen einen der Angeklagten wurde die Klage fallen gelassen. Ausruf des Hauptamtsleiters der AS.-Hago. Solange nicht jeder deutsche Volksgenosse wieder in Arbeit und Brot ist, bleibt der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit oberstes Gesetz. Alle Mittel, die das Aufbauwerk unseres Führers oorantreiben können, müssen eingesetzt werden. Dazu gehört auch, daß alle störenden Momente, alle Hemmnisse und Hindernisse, die sich dem wirtschaftlichen Aufstieg entgegenstellen, weggeräumt und beseitigt werden. Ein solches Hindernis ist die ungerechtfertigte Preissteigerung. Der Kampf gegen diese, von verantwortungslosen Elementen getragene Erscheinung ist seit langem von Regierung und Partei geführt. Wenn die NS.-Hago in den kommenden Wochen Erhebungen über ungerechtfertigte Preissteigerungen anstellt, wenn sie den Stellen nachgeht, die solche ungerechtfertigten Preissteigerungen vornahmen, wenn sie endlich die Ursachen ermitteln will, die derartigen Preissteigerungen zugrunde lagen, so steht sie dabei in gemeinsamer Front mit denjenigen Stellen, die den ungerechtfertigten Preissteigerungen und Rohstoffhamstereien energisch zu Leibe rücken. 3n diese Front sich einzureihen, ist moralische Verpflichtung für jeden verantwortungsbewußten deutschen Volksgenossen. Selbstverständlich wird auf keinen Betriebsinhaber ein Zwang ausgeübt werden. Wir erwarten vielmehr, daß jeder, der guten Gewissens ist, freiwillig und gern seine Beobachtungen und Erfahrungen zur Verfügung stellt. Für die Mitglieder der NS.-Hago, für die Parteigenossen aus Handel und Handwerk, ist es selbstverständlich, daß jeder die gestellte Aufgabe zu seiner eigenen macht! Erst Nationalsozialist sein — dann Kaufmann oder Handwerker! Heil Hitler! Gez.: Renteln, Hauptamtsleiter. Bekanntmachung. Die Reichsleitung der NSDAP., Hauptamt der NS.-Hago, hat im Zuge der von dem Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley angeordneten Aktion gegen Preistreibereien bestimmt, daß bei allen Kreisamtsleitungen der NS.-Hago Abteilungen zur Erhebung gegen Preiswucher errichtet werden. Diese Abteilungen haben den Auftrag, Angaben über ungerechtfertigte Preissteigerungen entgegenzunehmen und an die maßgeblichen Stellen weiterzuleiten. Alle deutschen Volksgenossen haben also die Möglichkeit, durch Uebermittlung von Material an diese Abteilung an der Aktion gegen Preistreibereien mitzuwirken. Es wird jedoch erwartet, daß nur wirklich wichtige Angelegenheiten vorgebracht werden. Die Arbeit der Sammlung und Zusammenstellung von Unterlagen für die Abstellung verantwortungslosen Handelns ist so wichtig, daß kleinliche, unbegründete Denunziationen den reibungslosen Arbeitsablauf nur hemmen und erschweren. Für den Kreis Gießen befindet sich die Abteilung zur Erhebung gegen Preiswucher bei der Kreisamtsleitung der NS.- Hago in Gießen, Goethestraße 7 I. Oie Vieh-, Milch- und Fettwirtschast im Dritten Reich. Hausfrauenversammlung im Cafs Leib. - Milcheiweißbrot der Bäckermeister und GaSgeräte-Aussteltung. In Zusammenarbeit mit der NS.-Frauenschaft und dem Hausfrauenverein Gießen führte der Milchwirtschaftsverband Hessen am gestrigen Freitagabend im Caf6 Leib eine Hausfrauenveranstaltung durch. Damit verbunden war eine Ausstellung der Gießener Bäckermeister und der Gasgemeinschaft Gießen. Die Veranstaltung war von den Hausfrauen so stark besucht, daß bei der Eröffnung nicht ein einziges freies Plätzchen zu finden war. Im Namen der NS.-Frauenschaft eröffnete Frau Harth- Mendorf den Abend. Anschließend sprach im Auftrage des Reichskommissars für Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft der Außenstellenleiter Henrich -Frankfurt a. M. An Hand von Lichtbildern und graphischen Darstel- langen führte der Redner etwa folgendes aus: Als im Jahre 1933 die Nationalsozialisten die Regierung übernahmen, betrachtete es die neue Regierung als ihre vornehmste Aufgabe, Maßnahmen zu ergreifen, die darauf hinzielten, die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen. Daß die Reichsregierung den Hebel gerade bei der Milchwirtschaft ansetzte, hatte seinen besonderen Grund darin, daß die Milchwirtschaft der bedeutendste Zweig der Landwirtschaft ist. Milch sei die ständig fließende Einnahmequelle des Bauern. Während er nur einmal im Jahre Früchte ernten könne, sei es ihm möglich, bei richtiger Milchwirtschaft Milch jeden Tag zu haben. Der Ertrag aus der Milchwirtschaft mache heute etwa ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Produktion aus und erreiche etwa den Markwert der gesamten deutschen kohlen- und Lisenproduktion. Durch die neue Markt- und Preisregulierung sei erreicht worden, daß seit Januar 1934 keine Preisschwankungen im Ladenpreis eintreten konnten. An Hand von anschaulichen Lichtbildern ging dann der Redner näher auf die Näyrwerte ein, die in der Milch enthalten sind, und behandelte in ausführlicher Weise vor allem das Gebiet des Schulmilchausschanks. Die Reichsregierung lege größten Wert auf die Gesundheit und die beste Entwicklung der Jugend. Durch den Ausschank von Milch und Trinkkakao sei dieses Ziel zu erreichen. Anderseits werde dadurch der Landwirtschaft bedeutend geholfen, da der große Ueberschuß von Magermilch zweckmäßig verwendet würde. Auf Grund einer graphischen Darstellung betonte der Redner, daß auch entrahmte Milch äußerst wertvoll sei. Die entrahmte Milch habe sämtliche Nährwerte, außer des Fettes, das ihr bei der Entrahmung zur Herstellung von Butter entzogen werde. Magermilch (360 Kalorien) in Verbindung mit Kakao (240 Kalorien) habe denselben Wert wie Trinkmilch. Der Schulausschank von Milch und Trinkkakao habe eine doppelte Bedeutung: Ertüchtigung und Erstarkung der Jugend, ferner Stützung der Landwirtschaft. Die von der Reichsregierung vorgenommene Gliederung der Milchwirtschaft in Milcherzeuger, Be- und Verarbeitungsbetriebe und Milchoerteiler habe Auswirkungen gezeigt, die zum Nutzen der Erzeuger und Verbraucher geführt hätten. Während der Erzeuger sich hauptsächlich nur noch mit der Milchoiehwirtschaft zu beschäftigen habe, falle den Be- und Verarbeitungsbetrieben die Aufgabe zu, die Milch so zu verarbeiten, daß ein einwandfreies, gutes Produkt geliefert werde. Der Milchverteiler habe die Aufgabe, die Milch und deren Nebenprodukte von den Molkereien zu Übernehmen und dem Verbraucher zuzuführen. Die Molkereien seien die Garanten dafür, daß der Verbraucher ein einwandfreies und gutes Erpeugnis erhält. Auch für Käseartikel sei eine Marktregulierung vorgenommen worden. Heute fei der Händler verpflichtet, Käse* artikel zu führen, auf deren Packungen Herstellungsnummer, Fettgehalt usw. angegeben seien. Die Verwendung von Milcheiweißbrot sei von großer Bedeutung für die Landwirtschaft und für die Ernährung und Gesundhaltung der Jugend. Durch das Milcheiweißbrot, das künftig von allen Bäckern hergestellt werde, fei beabsichtigt, dem deutschen Volke ein Brot zu bieten, das einen höheren Nährwert hat als das übliche Masserbrot. Dann behandelte der Redner eingehend die Butter- Herstellung und den Fettplan der Reichsregierung, durch den ein Rückgang der Herstellung von Mar- garine erreicht wurde. Während früher für die Herstellung von Margarine 95 v. H. der Rohstoffe aus dem Auslande bezogen werden mußten, sei heute die Sachlage so, daß die Margarineherstellung bedeutend zurückgegangen fei und das Ziel der Reichsregierung dahin gehe, auch Margarine ausschließlich aus deutschen Rohstoffen herzustellen. Der Redner schloß seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen mit dem Hinweis darauf, daß es darauf ankomme, Deutschlands Nahrungsfreiheit zu garantieren und im Bauern den Urquell der Volkserhaltung zu sehen. Während der Pause wurden von Mitgliedern de? NS.-Frauenschaft Proben von Milcheiweißbrot und Trinkkakao gereicht. Anschließend sprach Krau Kalbfleisch-Gießen Bevor sie auf die Besprechung der einzelnen Gerichte eingina, die praktisch vorgeführt und von den Hausfrauen durch Kostproben auf ihre Güte geprüft wurden, wies sie auf die Ausstellung der Gießener Gasgemeinschaft hin. Die Werbemaßnahmen der Gießener Gasgemeinschaft würden durchgeführt aus Anregung der Reichsregierung, um die Arbeite beschaffung zu fördern. Ausgestellt waren in erster Linie kleine Gasheizquellen für die Küche, die der Hausfrau zu jeder Zeit die gewünschte Mengen heißen Wassers für Küchenzwecke spenden. Ferner waren Gasheizöfen, die sehr schnell und billig ein Zimmer erwärmen, ausgestellt. Frau Kalbfleisch wies noch auf die neuen Familien-Gasherde mit Brat- und Backofen hin, die praktisch vorgeführt wurden. Die anregend verlaufene Veranstaltung wurde von Frau Harth mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler aeschlofsen. Anschließend wurde der zweite Ver, Des Deutschlandliedes gesungen. ÖJ.-fpor< Aufruf zur deutschen olympischen Schulung. Wir Deutschen haben uns lange damit begnügt, führend im Reiche des Geistes zu fein. Das Volk der Dichter und Denker, wie uns andere Nationen bezeichnet haben, hat es lange nicht vermocht, sich in der harten Wirklichkeit die realen Grundlagen seiner politischen Existenz zu schassen. Das schwere Schicksal, das Deutschland traf, hat ein neues Geschlecht erzogen, das hart und unbeugsam den Tatsachen ins Äuge sieht und sich nicht in einer Welt von Illusionen verliert. Der Bildung des Geistes ist die Erziehung des Körpers an die Seite getreten. Mit der Begeisterung eines jugendlichen Volkes haben wir den Gedanken des Sports aufgegriffen und uns zur ersten Reihe der sporttreibenden Nationen emporgekämpft. Im Jahre 1936 werden wir uns mit den Völkern der Erde messen und ihnen zeigen, welche Kräfte die Idee der deutschen Volksgemeinschaft auszulösen imstande ist. Deutschland hat nie kriegerischen Ehrgeiz besessen, sondern seinen Ruhm im friedlichen Ringen der Nationen gesucht. Für den Wettstreit der Olympischen Spiele 1936 soll sich Deutschlands Jugend in den kommenden Monaten mit aller Kraft rüsten. Das kommende Jahr wird das Jahr der olympischen Schulung sein. Dr. Frick, Reichsminister des Innern. Dr. Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung u. Propaganda, von Tschammer und Osten, Reichssportführer. Vom Wintertraining in der Olympia-Achterzelle Gießen. Seit Anfang Oktober hat die Gießener Rudergesellschaft 1877, die auch im Jahre 1935 auf Grund der 1934 gezeigten, vorzüglichen Leistungen erneut zur Olympiavorbereitung bestimmt wurde, mit dem systematischen Wintertraining begonnen. Samstag und Sonntag sieht man die wetterharten Ruderer sich noch fleißig auf der Lahn tummeln, doch haben sie die schmalen, schlanken Rennboote mit dem breiten Schulvierer und Schulzweier vertauscht, worin sie unter Anleitung ihres Ruderlehrers längere Fahrten unternehmen zu dem Zwecke, Stil und Technik zu vervollkommnen, um zur nächstjährigen Rennsaison, die ja ausschlaggebend für das Olympiajahr 1936 werden wird, wieder eine erstklassige Rolle zu spielen und mit entscheidend in die Ereignisse eingreifen zu können. Aber die Vereinsleitung der GRG. 1877 legt nicht nur Wert auf Betätigung im Rudern während der Wintermonate, an den Mittwochabenden finden für alle Mitglieder, alte Herren, Aktive und Anfänger, vor allem aber auch für die Damen Gym- n a ft i f ft u n b e n in der Turnhalle des Realgymnasiums statt. Es wechseln ßauftraining, Leichtathletik, Bodenaymnastik, rhythmische Gymnastik u. a. m. unter Leitung des Verbandsruderlehrers K. B r ahm ab, und anschließend gibt es zur Kräftigung von Herz und Lungen einen Langlauf, der stets weiter ausgedehnt wird. Der zahlreiche Besuch dieser Gymnastikstunden zeigt, daß man in der GRG. 1877 den Wert der Körperertüchtigung und Selbstzucht erkennt und pflegt, ohne die eine Leistungssteigerung nicht denkbar ist. Bei günstiger Witterung wird die Schneeschuhgruppe, die auch eine stattliche Zahl Mitglieder aufweist, diesem edlen Sport huldigen. Erfreulich ist auch die Tatsache, daß eine Anzahl guter Ruderer, die studien- halber hier weilen, sich sportlich bei der GRG. betätigen, um im Jahre 1935 an der hohen Aufgabe, zu der die Gießener Ruderaesellschaft 1877 als Olympia-Achterzelle vom Deutschen Ruber-Verband berufen wurde, mitzuwirken. Generalversammlung des Ski-Klubs Gießen. e Im Anschluß an den Vortrag in der Aula trafen sich die Mitglieder des Ski-Klubs Gießen im Hotel „Prinz Carl" zur diesjährigen Generalversammlung. Der Vereinsleiter, Oberstaatsanwalt Dr. Wada e g e, eröffnete die Generalversammlung und begrüßte insbesondere den Olympiatrainer S o r e n- s e n, sowie Mitglieder vom Ski-Klub Wetzlar und Alsfeld. Anschließend wurden der Vereinsleiter und seine Mitarbeiter bestimmt: 1. Dereinsleiter: Oberstaatsanwalt Dr. Wodaege; 2. Vereinsleiter: Reg.-Baurat Mangold; Schrift- und Kassenwart: Fritz D ö r f n e r; Sportwart: Erw. Schüß- I e r; Lehrwart: Karl Althaus, DSV.-Skilehrer; Jugendwart: Franz Lotz, DSV.-Skilehrer; Werbe- wart: Karl Hergenrother. Im Anschluß an diese Vereinsleiterwahl gab Herr Althaus noch bekannt, daß auch in diesem Jahre wieder ein Jugend- Ski-Kurs im Walsertal stattfindet. Ferner, daß an allen Schnee-Sonntagen wieder die Postautos des Ski-Klubs nach dem Hoherodskopf und bei gutem Schnee auch nach Bieber verkehren. Außerdem sind in diesem Winter an Schneesonntagen drei DSV.- Skilehrer auf dem Hoherodskopf anwesend. Es ist also hiermit jedem Ski-Läufer die Möglichkeit gegeben, seine Skikunst in den stattfindenden Kursen zu vervollständigen. Oberstaatsanwalt Dr. W o • daege dankte Herrn Althaus für feine mühevolle Arbeit, die er insbesondere mit der Ski-Jugend hat und schloß hierauf die Generalversammlung. Die Mitglieder saßen hieraus noch lange zusammen und plauderten über ihre Erlebnisse in der Winterwelt. Der Gchützenverein Gießen im Jahre 1934. In althergebrachter Form beschloß der Schützen- verein Gießen mit der Königskrönung sein diesjäh- riges Sportschießen. Der Tradition entsprechend, wurde Schützenbruder August Balzer, dem her Meisterschuß gelungen war, in sein Amt als Schüt- zenkonig eingeführt und gefeiert. Rede und Wider- rede, mit viel Humor, sorgten für die Fröhlichkeit. Ein gleichfalls gutgestimmter Hofstaat, bestehend aus den Schützenbrüdern H. Sauer (Kronprinz), H. Herrmann (1. Ritter) und Fr. Klotz (2. Ritter) war eifrig um das Wohlergehen seiner Majestät bemüht, Eine vom Vereinsleiter Schützen- bruder G. Frey veranlaßte Sammlung für ba$ Winterhilfswerk wurde lebhaft ausgenommen unb hatte einen guten Erfolg. Die Ergebnisse: Königsschiehen am 16. September 1934: A. Balzer (König), H. Sauer (Kronprinz), H. Herrmann (1. Ritter), Fr. Klotz (2. Ritter). Fr. Mobs, Gg. Schilling, Fr. Linker, O. Schönau, K. Peter, H. v. Bentheim und W. Bette je einen Stern. Becherschießen: Heinrich-Schmidt-Gedacht- nisbecher Heinr. Appel; Heinz-Münch-Jubiläums- becher Gustav Frey; Frey-Erinnerungsbecher W. Georg; Otto-Seelig-Becher Georg Schilling; Hans-Hammermann-Becher Georg Schilling: Hermann-Röhrig-Becher Heinrich Appel; Adolf- Möhl-Becher Heinrich Appel; Oberbürgermeister Keller-Becher Willi Schilling. Meisterschaften: Meisterschaft über Kimme und Korn (Kleinkaliber, Pistole und Wehrmann): Georg Schilling mit 601 Ringen. — Meisterschaft mit der Scheibenbüchse (300 und 175 Meter): Georg Schilling mit 382 Ringen. Außerdem errang Schützenbruder Georg S ch i 11 i n g bei dem im Verband Baden-Pf alz-Mittelrhein durchgeführten Meisterschaftsschießen den zweiten Preis. Die Kreisdietwarte und Kreispressewarte tagen in Kassel. Unter Leitung des Gaudietwarts und des DT.« Gaupresiewarts tagen die Kreisdietwarte und die DT.-Kreispressewarte am 17. und 18. Nebelmond in der Kasseler Jugendherberge. In der Gemeinsamkeit der Tagung kommt zum Ausdruck, daß Di^ wesen und Turnpressewesen zusammengehören, sie viele Berührungspunkte haben. Dem Kasseler Wochenendtreffen kommt eine besondere Bedeutung zu, nehmen doch der Reichsdietwart und Presse« führer der DT., Kurt Münch (Berlin), und her Schriftleiter der Deutschen Turnzeitung, Willi Buch (Berlin), daran teil. Beide haben die Hauptreferate des Samstags übernommen. Ersterer spricht übet „Die Arbeit des Dietwarts", letzterer über „Presse £cbc gc|ünt>cr-im Sinne Sebastian fintipp’s, trink Kathreiner, dmflmipp-Mahklstcc/ MkÄW. IPW'GSVAI Eiakzen 2 Röhw»-Empfcnge« IAOka ».RöhrentorGhi* « 10^50 end Wed^hiro. e neM^M lÄ^^^erie in herrlichen Edelholzgehäusen mit neuartiger „Schwarz-weiß"-Stationsskala für hervorragenden, selektiven und klangschönen Fernempfang NORA-Undine NORA-Rienzi NORA-Troubadour NORA-600 rüddiopplungifreier Zweikreiser 6 Kreis Superhet «nit Röhren OOC nut Röhren RM 2OOe*ftrWedueltiro* RM Zod>" für Wechselstrom ■^■^^^ErhäMich to eöerttchen Rienzi Oberheffen Elternabend in Heuchelheim. am Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungstag 15. November 1934 44346 47169 62737 69510 71951 72162 83279 Handball im Gau XII Lahn-Oillkreis 83608 65949 86921 91843 91972 92625 Preisklasse I. Unentsch. Verl. Tore Gew. Unentsch. Verl. Tore Ob Groß-Rechtenbach führende Stelle be- 17457 60191 10 Gewinne zu 1000 M. Verl. Tore 0 95976 96893 97487 102883 106496 Kreisklasse III. sich Holzheim. Kreisklasse II. Unentsch. Verl. Tore Unentsch. Verl. 4 Verl. Tore Unentsch. Verl. Tore 4 4 3 2 2 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 68:10 49:25 22:52 15:67 2 2 1 2 2 3 6 42:37 48:33 29:22 35:32 18:19 22:30 26:47 35:16 31:15 21:24 2:2 6:24 12:26 47:28 35:21 38:36 26:27 41:53 16:38 80:15 19:29 25:20 19:19 11:35 15:48 21:24 3 2 1 0 0 0 0 0 0 1 1 3 0 2 2 4 0 2 4 5 :. Tore 49:31 25:22 23:22 24:25 17:24 12:20 :. Tore 41:18 39:29 7:19 11:32 31:25 17:11 15:14 28:27 24:38 13:9 7:5 3:14 Pkte. 4:0 4:2 2:2 0:6 des den 105233 121020 139655 165438 201299 227622 243544 268542 283980 318033 336426 385690 131759 169911 259320 326918 371044 93680 1 110144 144295 171813 183973 201976 230656 263834 294761 332811 363574 380014 107111 122640 146473 166463 203871 233509 243578 269617 285724 328314 342255 392166 145418 170525 273793 337984 391390 115579 151572 175770 184959 214170 242336 268430 297854 335992 365441 380694 151808 193864 279997 343309 395435 108681 125569 150284 168761 208617 234290 247147 271375 285923 328500 342477 397279 115686 151595 176521 188180 218620 242785 270041 300802 336383 366103 395740 109826 126371 153997 189178 213211 234942 248075 272430 291307 329257 372749 160337 240959 287922 347235 396107 133827 161984 176627 193175 226063 244500 273865 309878 340233 369279 396798 134435 168530 179954 194557 229052 249651 278353 312247 340329 375747 112697 129491 160673 189417 216076 240991 254864 275712 314189 332998 377273 161387 244908 296847 352222 103367 116414 138227 161500 199116 220828 242859 258307 282099 317434 334914 377642 0 1 2 0 3 4 0 1 2 3 4 5 0 1 2 1 2 5 3 wird es Mtv. sein. Staffel 5: 1 Tv. Romrod Tv. Alsfeld 1 0 1 0 1 3 3 Pkte. 10:2 8:2 6:4 4:6 2:6 0:10 140984 168590 181463 201399 230505 258729 280579 326762 361934 379536 Pkte. 11:1 6:2 7:5 4:6 4:8 0:10 Pkte. 10:0 6:2 4:4 3:3 2:4 3:11 2:6 Staffel 1: Tv. Niedergirmes To. Garbenheim Staffel 2: Mtv. Gießen Lang-Göns Grüningen Krofdorf Pkte. 8:0 4:4 2:4 2:8 Pkte. 10:0 8:4 4:8 0:10 Pkte. 10:0 6:2 4:4 1:1 1:7 0:8 Pkte. 6:2 4:0 2:2 2:6 2:6 Tv. Gr.-Rechtenbach Tv. Hochelheim Tv. Atzbach To. Krofdorf To. Hörnsheim To. Dornholzhausen Spv. Wetzlar 05 Pkte. 10:4 8:4 6:2 5:5 5:5 4:6 0:12 Spitze einzusetzen. Staffel 2: To. Heuchelheim To. Holzheim Tv. Albach To. Lang-Göns DfB.-Reichsbahn Verl. 1 1 2 3 3 5 warten. Staffel 3: To. Grüningen Mtv. Gießen II Garbenteich Hochelheim II Hausen Gew. 2 2 0 0 0 1 1 0 0 seine Gew. 5 4 3 1 1 Gew. 5 4 2 0 Gew. 6 3 3 2 2 0 Gew. 5 3 2 1 1 1 II 1 Bibelausstellung in Alsfeld. & Alsfeld, 15. Nov. Die unter Leitung Unentsch. 0 0 0 1 1 0 Unentsch. 0 0 0 0 0 0 1 0 1 0 0 0 Unentsch. 0 0 0 1 0 1 0 323674 325606 188227 213146 Jrfolg aufgeführten Werbeabends ,,Die Trommel ruft". haupten wird, steht einstweilen noch dahin. Auf jeden Fall scheint allmählich ein erbitterter Kampf um die (Staffel 1: Tv. Garbenheim Dutenhofen Tv. Nauborn To. Wetzlar II To. Cleeberg Erda Staffel 2: Tv. Dorlar To. Wißmar To. Launsbach Ruttershausen Tv. Lollar Staufenberg Spvg.1900 Gießen Tv. Heuchelheim II Tv. Lützellinden In diesen beiden Staffeln dürften die Tabellenführer, die sich zur Zeit in ausgezeichneter Form befinden, kaum noch einzuholen sein. Interessante Kämpfe find noch um die weiteren Plätze zu er« Gew. 5 3 2 0 0 0 20 Tagesprämien. Auf fede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 7965 96004 171346 237376 244432 288916 307822 314672 320144 362230 Die Ziehung der 3. Klaffe der 44. Preußisch- Süddeutschen (270. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 12. und 13. Dezember 1934 statt. In der heutigen Nachmittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Staffel 1: Gew. Tv. Burg-Gemünden 1 To. Homberg Jugendklasse. Gew. 2 Sewimte gn 100000 TL 12111 2 Gewinne zu 3000 M. 324006 10 Gewinne zu 2000 M. 17457 339646 347033 hiesigen Geschichts- und Altertumsvereins in Räumen des Heimatmuseums veranstaltete Bibel- ausstellung war ein voller Erfolg. Es waren In der heutigen Vormitlagsziehung wurden Gewinne über 150 2)1. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 17037 2 Gewinne zu 3000 M. 187727 4 Gewinne zu 2000 M. 115275 173243 8 Gewinne zu 1000 M. 74655 91317 105469 289967 20 Gewinne ju 800 TL 60389 69962 73933 93920 117074 219171 231170 307475 328860 347623 78 Gewinne zu 500 M. 12903 20895 23550 34861 36780 54465 59397 105720 110676 128393 128972 302143 304666 324598 194 Gewinne zu 300 M. 1339 2371 3073 6100 11193 14630 15167 22883 23268 37706 38481 43051 48295 56986 58797 60719 64258 65129 65369 66308 67110 74679 76447 79789 80137 89130 ------------------------— ------ 110020 Tv. Lich Heuchelheim hält unangefochten die Spitze und dürfte auch kaum noch zu verdrängen sein. Gut hält Tv.Münchholzhausen 2 Tv. Atzbach 216037 262382 10 Gewinne zu 800 M. 11376 69944 201473 236866 884128 38 Gewinne ju 500 TL 60897 65902 70723 103373 104983 138445 149832 171042 176715 180402 191513 226384 227582 230979 231264 252805 164917 249350 298070 359842 " 188 Gewinne ',ü 3ÖÖ M?' 1834 6387 10261 13665 15633 15896 21068 34067 36215 40571 42345 Tv. Niedergirmes Tv.Münchholzhausen 2 Tv. Krofdorf Tv. Holzheim Mit Rücksicht darauf, daß noch eine Anzahl Spiele rückständig ist, kann jetzt noch nicht gesagt werden, wer den ersten Platz einnimmt. Allem Anschein nach Die Jungen wollen hierbei der Bevölkerung zeigen, wie vielseitig ihr Wirken ist. Wieder haben sie die Trommel über ihren Abend gestellt; denn sie steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit, zu der sie den Rhythmus angibt. Wer das deutsche Jungvolk in seiner Mannigfaltigkeit richtig kennenlernen will, versäume nicht, diesen Abend zu besuchen. Er belohnt damit gleichzeitig die Mühe unserer Jungen. Die Trommel ruft! Gemeinderat in Srünberg. Grünberg, 16. Nov. Die Pacht preise für die städtischen Grabstücke für 1934 wurden in folgender Weise festgesetzt: Grabstücke erster Güte 2,5 Pfennig, Grabstücke zweiter Güte 1,5 Pfennig; Bleichplätze 2,5 Pfennig für den Quadratmeter. Seither war ein einheitlicher Pachtpreis von 2,5 Pfennig für den Quadratmeter festgesetzt. Für den Deutschtumsfonds des Deutschen Gemeindetages wird ein einmaliger Beitrag von 10 Mark bewilligt. Von der Gebietsführung XIII der Hitler- Iugendist mitgeteilt worden, daß die bislang noch ausstehenden Forderungen hiesiger Geschäftsleute, die vom Jungvolktreffen in Grünberg im Oktober 1933 herrühren, nunmehr beglichen worden find. Die Zahlung eines städtischen Zuschusses hierzu wird an die Voraussetzung geknüpft, daß von der zuständigen Stelle über die Verwendung des Beitrages der Teilnehmer restlos Aufklärung gegeben wird. Nachdem die eine Hälfte des Färbgraben« g e l ä n d e s vor einiger Zeit an Schlossermeister Schäfer veräußert wurde, soll die andere Hälfte demnächst öffentlich versteigert, oder verpachtet werden. Der am 2. August 1932 mit der Firma Heinrich Schmidt!, abgeschlossene Pachtvertrag wurde aufgehoben. Das Gesuch des Architekten Georg Jäger (Queck- born) um Löschung der Sicherungshypothek (4500 Mark) anläßlich des Schwimmbadbaues wurde bis nach Schluß der Badezeit 1935 zurückgestellt. Ein Schreiben des Kreisamts vom 29. Oktober wies auf den baufälligen Zustand der Scheuer eines hiesigen Bürgers hin. Schon einige Tage später zeigte der Einsturz der einen Dachseite, der glücklicherweise kein Menschenleben gefährdete, die Bau- f ä l l i g k e i t des Gebäudes. Da der Besitzer die Mittel zur Wiederherstellung nicht besitzt, die Stadt aber die Kosten für die Neueindeckung mit Ziegel — etwa 500 Mark — nicht vorlegen will, soll die Scheuer auf Abbruch gegen Ueberlasfung des Materials vergeben werden. Die gegen den jetzigen Friedhofsaufseher vor einiger Zeit ausgesprochene Kündigung wird aufrechterhalten', jedoch soll er noch bis zum 31. März 1935 im Dienst verbleiben. Die Neubesetzung der Stelle soll in der nächsten Sitzung erfolgen. Für den Erweiterungsbau der Turn- halle stellt die Stadt 60 Festmeter Fichtenstamm- holz dem Turnverein unentgeltlich zur Verfügung. Mit den Arbeiten am unteren Teich des Brunnentales soll wegen der vorgeschrittenen Jahreszeit erst im zeitigen Frühjahr 1935 begonnen und die Arbeiten nochmals vergeben werden. Eine genaue Nachprüfung der ursprünglich auf 4700 Mk. veranschlagten Kosten ergab einen weit höheren Betrag, etwa 8000 Mark. Zur Verbesserung der Straßenbe leuch- tung am Volksschulgebäude und an der Kirche wurden die nötigen Mittel bewilligt. wertvolle und sehr gut erhaltene Exemplare alter Bibeln und Gebetbücher zu sehen, die aus Privat- besitz für die Zwecke der Ausstellung zur Verfügung gestellt waren. Die Ausstellung, um deren Zustandekommen sich besonders die Herren Carl Weitz und Schulrat a. D. Rausch verdient gemacht hatten, erfreute sich aus allen Kreisen der Bevölkerung eines recht guten Besuches. Landkreis Gießen. $ Alten-Buseck, 16. Nov. Dieser Tage begann in der hiesigen Försterei die H o l z f ä l l u n g. Zum Einschlag kommen für die Gemeinde Alten- Buseck ungefähr 1700 Festmeter, für die Gemeinde Saubringen 600 Festmeter, für den Staatswald ebenfalls 600 Festmeter Nutz- und Brennholz. Es ist dies ungefähr die Hälfte mehr als im vergangenen Jahr. Im ganzen werden 42 Mann beschäftigt, davon 24 aus Alten-Buseck, 12 aus Daudringen und 8 Mann aus Climbach. Es find fast ausschließlich Erwerbslose, die hierbei für einige Wochen Arbeit und Brot finden. Kreis Friedberg. 4- Butzbach, 16. Nov. Die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes Volkstum und Heimat veranstaltete einen Heimatabend, der einen überaus starken Besuch aufzuweisen hatte. Der Ortsringführer Professor Horst sprach einleitende Worte. Es folgte bann ein abwechslungsreiches Programm: Gedichte, die zugleich des 175. Geburtstages Friedrich v. Schillers gedachten, wurden vorgetra- gen; Tänze der DdA.-Gruppe, sowie einer Anzahl BdM.-Mädchen fanden allgemeinen Anklang; der Turn- und Sportverein trug zur Verschönerung des Heimatabends bei; der Schülerchor der Stadtschule und ein Gemischter Chor brachten passende Volkslieder zu Gehör. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Oberstudiendirektor Dr. Knie- r i e m (Friedberg) über „Land und Heimat", der und Dietmefen*. Der Sonntag beginnt mit Körperschule und anschließender Morgenfeier, mit deren Gestaltung Kreisdietwart S ch w i ck e r t (Nieder- Mörlen) beauftragt ist. Dann sprechen Oberreaie- rungs- und Baurat Bode (Kassel) über „Von deutscher Kultur" und Gauschulungsleiter M e i ft e r (Kassel) über „Die weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus". Die geschäftlichen Verhandlungen finden für die Dietwarte und Presse- warte getrennt statt. Handballgroßkampf auf dem 1900-Sportplatz. Kasseler Tgde. (CI) erstmals in Gießen. Zum Gauligaoerbandsspiel empfängt die 1. Elf der Spieloereinigung 1900 die gleiche der Kasseler Turngemeinde. Die Gäste stellen sich erstmals in Gießen vor und es dürfte sich dabei Herausstellen, daß sie ein würdiger Vertreter der Gauliga find. Ihre bisherigen Erfolge zeugen von solidem Können und stetiger Formverbesserung. Die Hauptstärke der Mannschaft liegt in der Läuferreihe, gefährlich sind auch die Außenstürmer. Die 1900er müssen sich also der Schwere der Aufgabe, die ihnen gegen einen solchen Gegner erwächst, bewußt fein. Ein flüssigeres Spiel, als man es am vergangenen Sonntag gegen Tura Kassel zeigte, wird schon notwendig sein, wenn die Tabellenführung beibehalten werden soll. Besonders im Sturm wird man zielbewußter und auch etwas uneigennütziger arbeiten müssen. Die Spielvereinigungsleute treten voraussichtlich mit folgender Mannschaft an: Enders; Birkenstock, Mann; Reist, Cremers, Hamann; Schüler, Krüger, Steines, Betz, Gurt. Als Schiedsrichter fungiert Walther (VfB. Kurheffen Marburg). VfB.-ReichSbahn Gießen. Die Ligamannfchaft muß zu dem fälligen Verbandsspiel nach Steinberg. Die zweite Mannschaft dürfte in Wieseck keine Aussicht auf einen Erfolg haben, da die Gastgeber sich die Gelegenheit zu weiterem Punktgewinn kaum entgehenlassen werden. Die dritte steht im Lokalderby der gleichen Mannschaft der Spielvereinigung gegenüber. Unter normalen Verhältnissen sollte sie einen eindeutigen Sieg erringen können. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Das für den kommenden Sonntag angesetzte Meisterschaftsspiel der Ligamannschaft gegen Dillenburg (Rückspiel in Dillenburg) fällt aus. Die Ligareserve trifft schon am Sonntagvormittag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe im Verbandsrückspiel auf die 1. Elf vom Verein für Rasenspiele Lich. Der Gast stellt eine äußerst kampfkräftige Mannschaft. Gemessen an dem Vorspielergebnis (2:2) steht auch diesmal den Blauweißen ein harter totrauß bevor. Der eigene Platz und ein eifriges Spiel der Gießener dürfte aber doch den Ausschlag geben. In Anbetracht der ungünstigen Zugverbin- dung spielt am Sonntagnachmittag vor dem Gauligahandballspiel nicht die Ligareserve gegen Lich, sondern 1900s 3. Mannschaft gegen die gleiche Elf des Lokalgegners VfB-.Reichsbahn. In den Gästen stellt sich der bisher ungeschlagene Tabellenführer vor, während die Blauweißen bisher noch nicht günstig abschneiden konnten. Von den Jugendmannschaften steht wiederum nur die zweite im Spiel. Diesmal gastiert sie in Leihgestern und wird gegen die eifrige dortige 1. Jugend ihre Mühe haben, erfolgreich durchzustehen. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Auf eigenem Platze empfängt die Ligamannschaft von Teutonia Watzenborn-Steinberg die gleiche des DfB.-R. Gießen zum Verbandsspiel. Auf dem Waldsportplatz mußten die Teutonen eine knappe Niederlage von 2:1 hinnehmen. Ob es allerdings diesmal den Gießenern gelingen wird, zwei Punkte mit nach Haufe zu nehmen, ist sehr fraglich, da die einheimische Mannschaft durch ihren Sieg in Dillenburg am Vorsonntag wieder an Selbstvertrauen gewonnen und überdies noch den Vorteil des eigenen Platzes hat. Ebenfalls auf eigenem Platze — bereits schon am Vormittag — steht die zweite Mannschaft der ersten Mannschaft von Allendorf a. d. Lahn im Punktekampf gegenüber. Die Gäste liegen nur einen Punkt hinter dem Tabellenführer Watzenborn-Steinberg zurück und dürfte daher der Ausgang dieses Treffens für die künftige Führung der Tabelle von be- jonberer Bedeutung sein. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spvgg. Leihgestern die gleiche des SD. Lollar zum fälligen Verbandsspiel. Die Spielvereinigungsleute, die durch Abgabe einiger Spieler sehr ersatzgeschwächt sind, werden sich wohl mit einem unentschiedenen Ausgang des Spieles begnügen müssen. Trotzdem darf man mit Ruhe dem kommenden Heimspiele entgegensetzen, denn Leihgestern wird sich so ohne weiteres die Punkte nicht abfnüpfen lassen. Vor diesem Spiel treffen sich die 2. Jugend der Spielvereinigung 1900 und 1926 Leihgestern. Hier dürfte man den Einheimischen einen sicheren Sieg zutrauen. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Die erste Mannschaft des Tv. Wieseck hat im ersten Spiele der Rückrunde am morgigen Sonntag auf eigenem Platz die 2 Mannschaft von VfB.-R. zum Gegner. Im Vorspiel erhielt Wieseck kampflos die Punkte. Im morgigen Kampf, zu dem die Gäste in stärkster Aufstellung erscheinen, wird Wieseck alles her geben müssen, wenn die Punkte im Orte bleiben sollen. Vor diesem Spiele hat die Jugendmannschaft die Jugend von Lich ebenfalls im Rückspiel zu Gast. Handball im Männerturnverein (DT). Am Sonntag empfangen die drei Handballmannschaften des Männerturnvereins auf eigenem Sportplatz am Schiffenberger Weg Gäste aus Krofdorf, Grüningen und Goßfelden zu Verbandsspielen. Den Reigen der Spiele eröffnet die Jugend gegen Krofdorf. Die Mtv.-Jugend steht bereits als „Beste" in ihrer Gruppe fest, sie führt die Tabelle ungeschlagen mit einem ungewöhnlich hohen Torergebnis. Zweifellos wird sie auch das letzte Spiel gegen Krofdorf siegreich gestalten, zumal das Vorspiel in Krofdorf 23:3 für den Mtv. endete. Die Mtv.-Jugend sollte in diesem Spiel darauf bedacht sein, etwaige Lücken in der Mannschaft auszufüllen, um für die bevorstehenden Entscheidungsspiele gegen den Besten der anderen Gruppe gut gerüstet zu sein. Nach diesem Spiel tritt die Zweite des Mtv. der Ersten von Grüningen gegenüber. Durch zahlreiche Spielausfälle ist die zweite Mannschaft mit der Austragung ihrer Spiele noch weit im Rückstand und es wäre deshalb gewagt, sich schon jetzt ein Urteil über die Aussichten der Mannschaft zu erlauben. In den drei bisherigen Spielen zeigte sich die Zweite stets von der besten Seite und verriet gutes Können. Grüningen stellt eine zähe Kampf- mannschaft. Das Spiel entscheidet über die Tabellenführung. Den Abschluß der Kämpfe bildet das Treffen Mtv. I — Tv. Goßfelden I. Das Vorspiel in Goßfelden gewannen die Männerturner mit 7:2. Ob die Mtver nun ihren Vorspielsieg wiederholen können, erscheint fraglich. Goßfelden hat sich inzwischen stark verbessert, während die Männerturner sehr unbeständige Leistungen zeigten. Durch den Verlust des Spieles in Münchholzhausen ist sogar der Anschluß an die Spitzengruppe gefährdet und er kann nur durch einen Sieg über Goßfelden wiederhergestellt werden. Die Mtv.-Mannschaft hat auch tatsächlich das Zeug in sich, um auch gegen schwere Gegner bestehen zu können, sie muß sich nur auf ihr wahres Können besinnen und mit mehr Eifer und Geist kämpfen wie seither. Wenn jeder einzelne sich uneigennützig mit ganzer Energie einsetzt, dann liegt ein Sieg durchaus im Bereiche der Möglichkeit. Unentsch. Verl. Tore ~ 8:3 Am morgigen Sonntag, 18. November, findet in der Turnhalle zu Heuchelheim um 20.15 Uhr ein Elternabend des deutschen Jungvolks „Stamm Welfen" statt. Es handelt sich um eine Wiederholung des in Gießen 4. November mit großem Erfolg aufgefüh allgemeinen Beifall fand, denn neben historischen Fragen entwickelte er in großen Zügen auch die Bedeutung des Völkerbundes. In Einlagen erfreute ein Quartett einiger Musikfreunde durch einige Darbietungen. Am Schluß des reichhaltigen Programmes dankte der Ortsringführer allen Mitwirkenden. Kreis Bübingen. Hl Nidda, 15. Nov. Auf Veranlassung des Sportbeauftragten des Gaues XII wurde hier durch Dr. Lauterbach eine Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen gegründet. Der Vorsitz wurde Medizinalrat Dr. F. Koch übertragen, während die technische Leitung Paul Gerhard Hermann übernommen hat. Die einzelnen Fachämter sind wie folgt besetzt worden: Leichtathletik W. Schmidt, Geräteturnen und Sommerspiele W. S t a d l e r, Fußball H. W i n * ter, Handball H. Hugel, Boxen E. Hechler, Schießen Ph. Wenzel, Schneeschulaufen bzw^ Wintersport F. Schmittdiel, Radfahren K« Rank, Wandern F. Stork. y. Nidda, 16. Nov. Außergewöhnlich günstiges Wetter ermöglichte in diesem Jahre die raschere Beendigung der E r n t e sowohl von Kartoffeln, als auch Dickwurz und Zuckerrüben, ferner die B e ft e H u n g mit Winterfrüchten und den Umbruch Der Aecker. Nur eine verschwindend kleine Anzahl von Nachzüglern, die es in jedem Jahre gibt, dürfte noch mit wenigen Feldarbeiten im Rückstand jein« — Hier und in zahlreichen Gemeinden der Umgegend sind die Klagen wegen Schaden der Mäuse allzu berechtigt. Jedoch hat man die schädlichen Nager durch planmäßiges Auslegen von Vertilgungsmitteln seitens vieler Gemeinden erheblich vermindert. Daneben hat sich ein größerer Nager, die Wühl- oder Sch ar maus, bedeutend vermehrt. In einer großen Zahl von Gemeinden der näheren und ferneren Umgebung führt man lebhafte Klagen über das Abnagen der feineren Baumwurzeln und die Abschälung der dickeren Wurzeln bis zum Stamm, wodurch der Baum unrettbar verloren ist, bevor man durch rechtzeitig angewandte ©eaenmittel noch rettend eingreifen kann. Gegen diesen gefährlichen Nager will man nun auch gemeinsam vorgehen, um vor einem großen volkswirtschaftlichen Schaden bewahrt zu bleiben. -8- Nidda, 16. Nov. Das Fest ihrer goldenen Hochzeit begingen im Kreis ihrer Kinder und Enkel im benachbarten Schwickartshau- s e n die Eheleute Landwirt Wilhelm S e u m und Frau Karoline, geb. Müller. Die Jubilare, dis kürzlich ihren 73. Geburtstag feiern konnten, erfreuen sich bester körperlicher und geistiger Frische und gehen noch täglich in ihrer Wirtschaft ihren beruflichen Obliegenheiten nach. 2. Klaffe 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Staats-Lotterie Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II haben begonnen. Zahlreiche Arbeiter erhalten dabei Winter- 5628V ’ * Lollar (Hauptstraße 20), den 17. November 1934. 679" v im 35. Lebensjahr. 6787V Leihgestern, Großen-Linden, Hörnsheim, 17., Nov. 1934. Beuern, Gießen, Großen-Linden, Aliendorf / Lba., den 16. November 1934. Preise ab Werl, Rüsselsheim am Main -er Zuverlässige 0 535 Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 67990 6792 M Kolter W OWWW spiel' 4.60 3.60 2.80 2.10 50.000 um.so.ooo nm.ioo.ooo länterzcu&c 1.500000 Gewinne Reichsmark 6794 A % > Das Trockenbett für den Säugling DieBeerdigung findet Sonntag, den 18. November, nachmittags 23/< Uhr, vom Sterbehaus in Leihgestern statt. Gemar- Drai - sich um Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten lohnende Beschäftigung während der Monate. x» Elpenrod, 16. Nov. In unserer tung sind zur Zeit zahlreiche Arbeiter mit Alle drei Typen werden auch im nächsten Jahr weitergebaut. — Oie Preise werden jedoch ab 14. Februar 1935 wieder erhöht. Die Beerdigung findet Montag, den 19. November, nachmittags 31/2 Uhr statt. Am 16.No v.,morgens 11 Uhr, entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, meine treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante FrauPaulineSommer.geb.Geißler Oie Beerdigung findet Montag, den 19. November, 14.30 Llhr, in Beuern statt f 784 D 3m Muter kostenlos fahren! Gott der Allmächtige rief heute meinen lieben Mann, unseren Vater, Großvater und Schwiegervater beitslosen in unserer Gemeinde mehr vorhanden. st. Ober-Gleen, 16. Nov. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete hier in der Gastwirtschaft von Ruppert einen heiteren Volksliederabend. Nach den einführenden Worten des Ortsgruppen-Schulungsleiters Pg. Engel erfreute Lehrer Schmoll (Elpenrod) durch einen Vortrag über das Wesen und die Bedeutung der deutschen Volkslieder. Lichtbildervorführungen bereicherten den Vortrag. Ferner wurden zahlreiche Bilder der deutschen Heimat gezeigt. st. Kirtorf, 15. Nov. In der Gastwirtschaft von Becker fand eine Tonfilmvorführung statt, in der zunächst ein Film aus der Lüneburger Heide, dann die Wochenschau und schließlich der Hauptfilm „Drei Kaiserjäger" gezeigt wurde. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Lather gedachte zum Schluß unserer Volksgenossen von der Saar, auf die er ein dreifaches Sieg-Heil ausbrachte. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schmerzlichen Verluste unseres lieben Vaters durch Wort, Schrift, Kranzspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank der Fachschaft Reichspost, dem Postverein 1906, dem Krieger verein, der Kameradschaft!. Vereinigung ehern. Leibgardisten, sowie dem Kath. Gesellenverein. In tiefster Trauer: Elisabeth Roth Wwe., geb. Emig Ludwig Melßinger und Frau, geb. Emig Helena Emig, geb. Brückmann, Gießen. 17. November 1934. K In tiefer Trauer: Karl Sommer und Angehörige. Opell,3Lfr.4Zyl.m.„Opel'Synchronfederung< von NM. 2650.- - Opel 2 Ltr. 6Zyl. m. „Opel-Synchronfederung" von NM. 3400."an <20 Jzauph gennnncr zusammen Niedrigere Opel-Preise nur für die Wintermonate. Wer jetzt einen Opel kauft, spart schon mit dem Kaufpreis einen erheblichen Teil der Winterbetriebs- und Garagenk. sten und hat gerade im Winter die Dorteile eines eigenen Wagens. Opel 1,2 Liter 4 Zylinder mit Bier-Takt-Motor von NM. 1750.- 90 Prämien- gewinnet zusammen ,5p uewmner zusammen um. Motorwagen-Verka 1 fsgesellschaft mit beschränkter Haftung Gießen, Srontfurtcr Straße 52-56, Telephon Nr. 2547/8 im 76. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Grün, geb. Klinkei, Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzVofiliCo., Gießen Seltersweg 441766A Wilhelm Arnold, Steinmetzmeisier im Alter von nahezu 78 Zähren in die Ewigkeit. 3n tiefer Trauer: Kaih. Arnold, geb. Konrad Fam. Ad. Lotz, Postsekretär Fam. Hch. Arnold, Lehrer Fam. Wilh. H. Arnold, Kunstbildhauer Fam. Zohö. Konrad DaufiriUQerSir.21 Eheslands-Daplehen nagearbeiten beschäftigt. Es handelt . , Notstandsarbeiten, zu deren Kosten das Reich einen Zuschuß leistet. Ferner sind etwa 20 Arbeiter mit Holzfällen beschäftigt. Infolge dieser anerkennenswerten Maßnahmen sind jetzt keine Ar- Unerwartet wurde uns unser Heber A. H. Dr. med. vet, Fritz Neufeld (aktiv S. S. 14 und S. S. 19. W. S. 20/21) Schlachthofdirektor am 16. November durch einen Unglücksfall entrissen. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. In tiefer Trauer: Die Gießener Turnerschaft,, Arminia" Dr. W. Goubeaud, Bundesführer ______________________________________________________________________6801 D Gott der Allmächtige hat meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Marie Müller, geb. Münch im Alter von 58 Jahren nach schwerer Operation zu sich in die Ewigkeit abgerufen. Löwer4Bectetein/6ie6en Neustadt 2-4_______________ Besichtig. Sie morgen unsere Innendekoration _________________________________________________6793D Gestern abend entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Christian Grün Tafel-,Kaifee-ii.TeeGeschirre in reicher Auswahl finden Sie bei In tiefer Trauer: Heinrich Müller sen. Marie Müller, geb Haas Georg Müller und 2 Enkelkinder Heinrich Müller Burkhardsfelden, .den 15. November 1934. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. November, nachmittags 21/, Uhr vom Trauerhause aus statt. Dienstpflicht genügt hatte, war ein befähigter und vorbildlicher Forstmann. Zuletzt betreute er bis zum Eintritt in den Ruhestand die Försterstelle Haina im Biebertal. Neben seinen geschätzten weidmännischen Eigenschaften genoß er in den deutschen Zucht- kreisen von Jagdhunden den Ruf eines guten Züch. ters, sowie Führers und Schiedsrichters auf Hundesuchen. Bis in die letzten Tage vor seinem Tode ge- stattete ihm große körperliche Rüstigkeit, bei Wind und Wetter seiner Jagdpassion obzuliegen. Man kann sich nur schwer die markante Persönlichkeit des alten Jägers, der allenthalben große Sympathie genoß, aus unserem Dorfbild wegdenken. Kreis Biedenkopf. £ Gladenbach, 14. Nov. Der Arbeiter Kan Willershausen und Ehefrau konnten das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. — An der Bahnhofstraße rutschte auf dem feuchten Pflaster ein Motorradfahrer mit seiner Maschine aus, der Beifahrer kam zu Fall und erlitt Verletzungen am Knie. — In unserer Gemeinde ist ein Beweis wahrer Volksgemeinschaft zu verzeichnen. Der Maurer Emil Kramer mußte, veranlaßt durch einen Dachstuhlbrand, sein ganzes Wohnhaus niederreißen, konnte sich aber aus eigenen Mitteln kein neues Haus bauen. Seine Berufskameraden griffen deshalb helfend ein und arbeiteten täglich einige Stunden freiwillig und unentgeltlich. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 17. Nov. Der bisherige hiesige Tierarzt Dr. Fritz N e u f e l d , der erst vor kurzem nach Marburg versetzt worden war und dessen Familie noch in unserer Stadt weilt, erlitt in der Nacht zum Freitag auf dem Wege zu seiner Wohnung in Marburg auf der Treppe des Hauses einen schweren Unfall. Der bedauernswerte Mann stürzte, anscheinend rücklings, die Treppe hinunter und kam dabei so unglücklich zu Fall, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt. Der Unfall wurde erst am anderen Morgen bemerkt. Der Verunglückte wurde in die Marburger Chirurgische Klinik überführt, dort v e r st a r b er, wie wir auf Anfrage erfahren, am gestrigen Nachmittag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Der tragische Tod des Mannes wird allgemein bedauert. * H a i n b a ch , 16. Nov. Der hiesige 32 Jahre alte Wagner Fritz Krieger erlitt'dieser Tage einen schweren Unfall. Ein Stück Holz war ihm bei der Arbeit an einer Maschine mit großer Gewalt gegen den Leib geflogen, so daß der Verunglückte unter dem Verdacht innerer Verletzungen in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. Burg-Gemünden, 16. Nov. Bei einer Treibjagd in der hiesigen Gemarkung wurden 53 Hasen, 2 Füchse und 2 Fasanen zur Strecke gebracht. Das Rehwild wurde geschont. — Die Holzhauerarbeiten in den hiesigen Waldungen Preußen. Das Ergebnis des NationalenSpariages inHeffen-Aassau Fwd. Frankfurt a. M., 16. Nov. Wie der Sparkassen- und Girooerband für Hessen-Nassau meldet, liegt das auf Grund statistischer Erhebungen festgestellte Ergebnis des zweiten Nationalen Spartages (30. Oktober 1934) von den ihm angeschlossenen 58 öffentlichen Sparkassen restlos vor. An dem genannten Tage wurden auf Sparkonten rund 1,3 Millionen Mark in 11 098 Einzelposten angelegt, gegenüber rund 0,9 Millionen Mark in 8721 Einzelposten am Nationalen Spartag 1933. Die Einzahlungen sind also betragsmäßig um rund 40 v. H., bezüglich der Postenzahl über 25 0. H. höher als am Vergleichstage. Die Durchschnittseinlage betrug 116,80 gegenüber 102,80 am ersten Nationalen Spartag 1933. Auf 1132 (i. V. 597) neu errichteten Sparkonten kamen rund 175 000 Mark zur Anlage. Kreis Wehlar. (D Krofdorf, 16. Nov. Im Alter von 70 Jahren 0 e r sta r b nach ganz kurzer Krankheit der hier im Ruhestand lebende 'staatliche Hegemeister Philipp M a n ß. Der Verstorbene, der bei dem Garde- Jäger - Bataillon in Potsdam seiner militärischen Mflbel in ßröhter Auswahl und guter Qualität durch Fortfall hoh.Lademniete sehr billig! l^He ketts l Es schmeckt nochmal so gut, wenn (Sie Ihn Clfdre zu Sause selbst machen. Die Sache ist einfach, macht viel ?reube und bringt hohe Er» svarms. Denn 1 Fl Reichel Essen; ergibt 2 Fl. Xiför. 135 Sorten in Droa. u. Apoth. erhältlich Dr. TteldteK 7te;cftbütfileln umsonst. Aker nur REICHEL ESSENZEN- natürliche Likörsrundnoffe! Bestimmt zu baden bei: Drog. Seibel, Frankfurter Str. 39 Drog. Elges, Seltersw. 68a. 6753V llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brührschen Druckerei iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiii ÄvdeitrdssthcMmgslokWM TÜTluiHil lllilHVi Ur. 270 viertes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Merhesien) Zamstag, l7. November (954 Bei den Holzhauern im heimatlichen Wald. 'es harte Arbeit um das tägliche Brot — also, einel durchaus reale Angelegenheit. Die meisten von ihnen I sind aber doch auch mit ganzer Seele dabei. Da ist | mancher Rottenführer und mancher Waldarbeiter, der schon seit 20 und 30 Jahren bei der Holzhauerei tätig ist. Die Förstereien wissen sie ob ihrer reichen Erfahrung zu schätzen. Mancher, der heute im Walde bei den Holzhauern tätig ist, war auch nicht immer mit dieser Arbeit vertraut. Aber für viele von ihnen war der Krieg ein Lehrmeister und das, was sie bei Stellungsbau'arbeiten dicht hinter der Front in den Wäldern gelernt hatten, ist ihnen jetzt zunutze. So kam mancher aus jener schweren Kriegszeit „vorgebildet" unter die Holzfäller. Bisher arbeiteten sie in Rotten zu sechs oder acht Mann: in den Staatswaldungen wird heute nur noch zu vier Mann in der Rotte gearbeitet, deren mehrere in einem Revier verteilt sind. Verschiedene Wege führen zum Fall des Baumes. Buchen und Eichen, deren Stockholz wertvolles Brennholz liefert, werden gerodet, 0. h. der Stamm wird unmittelbar am Erdboden mit der Axt rundum tief angeschlagen und dann mit Hilfe der Rodemaschine oder mit einem Drahtseil umgedrückt bzw. umgezogen. Fichten, deren Holzerlös aus dem Stock nicht immer lohnt, werden auf andere Weife gefällt. Es wird zurächst auf einer Seite (auf der Seite, nach der der Baum fallen soll) eine sogenannte „Fallkerb" angeschlagen. Von der anderen Stammseite her wird dann der Stamm auf die Fallkerbe zu angesägt. Mit Keilen, die in den Sägeschlitz getrieben werden, wird nachgeholfen. Schließlich verliert der Baum den Halt und stürzt schwer wuchtend nieder. Es ist natürlich sehr wichtig, daß der Baum im Fallen nicht andere Bäume beschädigt. Hier hat der Rottenführer Verantwor- Der Förster kennzeichnet den zum Fällen vorgesehenen Baum. Der Wald ist fahl geworden. Die Laubbäume )lben dem Wind und dem Regen ihre Blätter über- i sen. Das Laub deckt in dicker bräunlicher Schicht tbn Boden, um sich der Erde wieder zu vermählen. i$- den Buchenschlägen ist es ganz licht geworden. Ü»e Zweige ragen kahl zum Himmel. Fichten und '§sefern dagegen, die ihre Nadeln nicht lassen wollen, ■pingen noch im Grün. Aber der Herbst läßt sich dach nicht leugnen. Es ist eine feuchte Kühle im 1 V.ilde, und die Nebel wollen in diesen Tagen kaum ; v'ichen. Die wenigen Vögel, die während des Win- h”5 bei uns bleiben, sind still geworden, nur hin itib wieder kreischt ein Häher. Spaziergänger auf Cchneisen und schmalen Wegen werden immer fei» hier. Nur die Waldarbeiter sind im Forst unterwegs, ti Holzhauer. — Jetzt ist die Zeit, da überall in unseren Wäldern Holz gehauen wird, jene Zeit, in der der Wald Eingriffe in seinen Organismus SiLben muß. Der Mensch, der die Mühe für die ^lege des Waldes aufgewandt hat, fordert fein R cht. So herrscht jetzt ein emsiges Leben und Iwiben zwischen den Stämmen. Zuerst"war der F rstmann gekommen-, er ging aufmerksam und tri« lisch prüfenden Blickes durch den Wald. Hin und waeder hob er sein kleines, messerscharfes Handbeil U'ld hieb ein Stück Rinde vom Stamm: er zeichnete bn Stamm — für den Baum ist es das Zeichen (flies Falles... Dem Forstmann folgten die Holz- Ijuer mit ihren Aexten und Sägen. Sie halten in dim angewiesenen Revier kurz Ausschau nach den zeichneten Bäumen und gehen dann ans Werk. Wer jetzt in unsere Wälder geht, hört da und dort bn harten Schlag der schweren Aexte im Stammholz, hört die Stimmen und die warnenden Rufe der lWaldarbeiter, dann ein Knistern, ein Knacken von Zweigen, das immer heftiger wird, sich zu einem (cwrfen Prasseln steigert — und dann jenen schwe- rm dumpfen Schlag, der den Waldboden erzittern Ibfit, der sich vielleicht im Echo fängt und erst all- Mhlich/ verklingt. tung zu tragen. Wenn der Baum gefallen ist, wird er gleich aus- aeastet. Wenn das Holz lediglich als Brennholz Verwendung finden kann, dann wird der Stamm zersägt. In den Schneisen und an den Wegen wachsen nun die Holzstöße empor, die auf die Steigerer warten ... Beim Roden. WAUW w - n er» L . .. - &• ->V, 1 . ■' . .A' < ■ . •- Man muß einmal daneben stehen, wenn ein hum gefällt wird, man muß mit den Donnern sprechen, die diese schwere körperliche Ar- 6c t zu leisten haben, man muß diesen Vorgang überleben vom Anfang bis zum Ende. Aber es v! re falsch, dies zu tun unter der Betrachtung, daß ti-s Alltägliches sei, vielmehr muß man dieses Er- kic nis sehen unter dem Gedanken, daß hier der Mansch die Natur sich untertan gemacht hat, daß rlfie aber auch fördert, um sie zu nutzen. Zuzusehen, ow ein Baumriese fällt, sei es eine Eiche, eine che oder eine Fichte, kann ein Erlebnis fein, das ir es hohen Reizes nicht entbehrt. Die Holzhauer, i während der Wintermonate diese Arbeit zu lei- ln haben, sehen das zwar anders, denn für sie ist Wenn der Städter zur Erholung in den Wald geht, dann empfindet er ihn als Teil der Heimat, als Lebensraum, als Umgebung, die ihm schöne Stunden bereitet, ja der Wald ist für ihn verbunden mit einem Begriff der Romantik, er ist etwas Vertrautes, manchmal etwas Mystisches, ein von geheimnisvollem Leben erfülltes Ganzes, das viele Saiten, der Seele immer wieder neu berührt und schwingen läßt. Wer ginge nicht mit einem Gefühl innerer Freiheit durch den Wald, und wer fühlte sich nicht doppelt eingefügt in die Ganzheit der Natur, gerade dann, wenn ihn der Weg unter rauschenden Tannen und Fichten durch die Wälder führt! Mit anderen Augen sieht man aber unseren Wald, wenn man mit dem Forstmann unter den Bäumen geht. Es besteht kein Zweifel: der Forstmann sieht den Wald anders als der Laie. Aber auch auf den Laien überträgt sich die neue Art der Schau, denn unter den Erklärungen des Fachmannes wird der Wald zu einem einzigen großen und wunderbaren Organismus, der vom Menschen gepflegt, gefördert und ihm dienstbar gemacht wird. Der Forstmann arbeitet auf lange Sicht. Wenn er die Früchte seiner Arbeit erleben wollte, dann müßte er, wie „Tannhäuser im schwarzen Tannenwald" (wie es im Mächen heißt), wohl viele hundert Jahre alt werden. Forstwirtschaft ist immer für die kommenden Generationen. Das Ziel der Forstwirtschaft ist, der Natur die denkbar größte Leistung abzuringen. Diesem Gedanken dient der alljährliche Holzeinschlag, der in großem Gesichtspunkt für einen Zeitraum von zehn Jahren fest- gelegt wird. Der jährliche Einschlag wird innerhalb dieses Zehn-Jahresplanes festgelegt. Der Forstmann unterscheidet den Erziehungshieb und den Nutzhieb. Der Erziehungshieb hat den Zweck, all das im Waldbestand auszumerzen, was nicht in voller Lebenskraft steht, was schlechte Erbanlage zeigt und nur den besseren Bäumen Nahrung und Entwicklungsmöglichkeit beschränkt. Dem Erziehungshieb fallen auch solche Bäume zum Opfer, die der Forstmann „Protzen" nennt, die keinen schönen, geraden Stamm haben, sich aber stark entwickelten und dadurch ihre Umgebung unterdrücken, ohne selbst jedoch großen Nutzen zu versprechen. So kommt es nach den in bestimmten Zeitabständen durchgeführten „Durchforstungen" dazu, daß der Wald mit zunehmendem Alter immer lichter wird nuö schließlich nur noch aus Bäumen besteht, die voll entwickelt sind,- gerade und zu möglichster Höhe astfreie Stämme besitzen, so daß sie als Werkholz Verwendung finden können und die höchste Rente abwerfen. Und während der Wald so seiner Erfüllung entgegengeht, sorgt die Forstbehörde schon für die neue Aufforstung, für den neuen Wald. Wenn der "W ■ .< Die Fichte stürzt ... Spaziergänger auf seinem Weg durch den Wald auf eines der kleinen verwitterten Schilder trifft, das in vom Regen verwaschener und von der Sonne gebleichter Schrift die Worte trägt: „Hege — Betreten verboten!", dann wird er über dieses Verbot nicht verstimmt fein, denn er weiß, daß sich an den Bäumen, die in der Hege heranwachsen, dereinst Enkel und Urenkel erfreuen sollen. Wenn man dann vor einem solchen Schilde steht und wenn gleichzeitig irgendwo im Walde ein Baum krachend niederstürzt, dann schließt sich im Geiste ein Kreis ewigen Werdens und Vergehens, vollzieht sich jenes Gesetz, das allgewaltig um uns waltet und dem alles untertan ist. Der Holzfäller. .. . ** > ~ ' WM dir ' "L. • Gemeinderat in Schotten. OO Schotten, 13. Nov. In seiner jüngsten Sitzung befaßte sich der G e m e i n d e r a t zunächst mit der Straßenerweiterung in der Vogelsbergstraße. Baupraktikant Rückert von der Pro- oinzialstraßenverwaltung erläuterte das Projekt. Die Stadt stellt das nötige Gelände, das für die Erweiterung der Straße und des Bürgersteiges beschafft werden muß, zur Verfügung und läßt die Herrichtung des Bürgersteiges vornehmen. Der Steig wird über die neue Niddabrücke hinweg bis in die obere Vogelsbergstraße fortgesetzt und mit Randsteinen versehen. Wegen Geländeabgabe für die Straßenerweiterung wird mit dem Angrenzer nochmals verhandelt. Mit den Vertretern der Molkereigenossenschaft sand dann eine eingehende Aussprache über die Belieferung der Molkerei mit Wasser statt, die im lausenden Sommer bei der herrschen- den Wasserknappheit stark Not gelitten hatte. Die Molkerei hatte den Plan des Baues einer eigenen \ Leitung ins Auge gefaßt. Die Stadt wird jedoch, um die Wasserversorgung der ganzen Stadt und der Betriebe für alle Zukunft sicherzustellen, mehrere Projekte ausführen. Zur Zeit wird das Quellengebiet am Lud- roigsbrunnen aufgegraben und neu gefaßt, wodurch erheblich mehr Wasser zufließt. Hinter dem Forsthaus Charlottenhöhe befinden sich in stattlichem Gebiet ergiebige Quellen, die erworben und der städtischen Wasserleitung zugeführt werden. Ein Wasserleitungsstrang wird vom Hochbehälter aus die Laubacher Straße entlang bis zum Anschlußstrang am Haus Jägle weitergeführt und damit die i Wasserversorgung der oberen Adolf-Hitler-Straße, । der Vogelsbergstraße und der Molkerei erheblich verbessert. Außerdem ist der Bau eines weiteren Hochbehälters als Ausgleichsreservoir, als Brand- reserve, vorgesehen, wodurch eine bessere und stärkere Versorgung der ganzen Stadt mit Wasser erreicht wird. Auch wird eine Revision aller Wasserleitungsschieber in der Stadt vorgenommen zwecks ordnungsmäßiger Regulierung der Wasserzuleitung und evtl. Absperrung. Nach Durchführung dieser Maßnahmen wird die Wasserversorgung auch für die allertrockenste Zeit gesichert sein. Die Deckung der Kosten für die Durchführung dieser Maßnahmen wird aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm beantragt werden, mit den Arbeiten wird im Frühjahr begonnen. Das Kulturbauamt arbeitet die Pläne aus. Erfreulicherweise ist seitens des Reichsnährstandes hier wieder ein landwirtschaftliches Amt, bäuerliche Beratungsstelle, der voraussichtlich auch eine landwirtschaftliche Schule angegliedert wird, eingerichtet worden. Der Leiter des Amtes, der im Vogelsberg bekannte Landwirtschaftsrat Dr. Günther, hat hier feine Tätigkeit bereits aufgenom» men. Die Stadt stellt die Räume für das Amt kostenlos zur Verfügung. w 5-^ Der Wurzelstock wird vom Stamm getrennt. Wohlverdiente Frühstückspause. Wehr und Waffen. Manien ein Sprungbrett Miens? Von Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. O. Als nach dem Balkankriege 1912/13 Albanien zu einem selbständigen Fürstentum erklärt wurde, richteten sich nach diesem bis dahin als türkische Provinz wenig beachteten Lande d i e Blicke Italiens. Schon damals träumten die italienischen Politiker von der Adria als „mare nostro", aus dem sie allzugern ein „mare chiuso" machen wollten, was sie seestrategisch am besten erreichen konnten, wenn sie durch Besitz beider K ü st e n an der Meerenge von Otranto, also auf albanischer Seite des Hafens von V a l o n a, den Adria-Sack abschnürten. Es ist kein Geheimnis, daß der erste Fürst von Albanien, Prinz Wilhelm zu Wied, italienischen Intrigen weichen mußte. Daß dann im Weltkriege die Ententemächte s»-Ä über die „Selbständigkeit" Albaniens ohne weiteres hinwegsetzten, indem sie den linken Flügel ihrer Balkanfront durch albanisches Gebiet bis ans Meer verlängerten, vertrug sich ausgezeichnet mit ihrer Rolle als „Beschützer der kleinen Nationen". Selbstverständlich waren es hier vornehmlich italienische Truppen, die gegen schwache österreichische Deckungstruppen kämpften, wobei sie sich übrigens nicht gerade mit Ruhm bedeckten. Die durch Versprechungen der Engländer und Franzosen vor dem Eintritt Italiens in den Weltkrieg genährte Hoffnung Italiens, daß ihm bei Friedensschluß Valona und andere Häfen Albaniens überlassen würden, erfüllten sich nicht. Albanien wurde als selbständiger Staat anerkannt und trat im Jahre 1920 dem Völkerbund bei, was aber Italien nicht hinderte, die Insel Saseno am Eingang der Bucht von Valona kurzerhand zu besetzen und im Laufe der Jahre zu einem starken Flottenstützpunkt auszubauen. Wenn auch dieser Völkerrechtsbruch von keinem Staat, nicht einmal von der Pariser Botschafterkonferenz anerkannt worden ist, so schloß doch der edle Völkerbund beide Augen dazu. War früher Italiens Politik in Albanien gegen Oesterreich gerichtet, so änderte sich seine Frontstellung mit dem Augenblick, als das neue Gebilde des Königreichs Jugoslawien entstand und allmählich erstarkte. Jetzt sah Italien in diesem einen lästigen Nachbar und vor allem stört es seine Ideen vom „mare nostro", daß auch Jugoslawien einen Teil der Adriaküste mit einigen brauchbaren Häfen besitzt. Italiens Politik gegen Jugoslawien war, wie objektiv gesagt werden muß, von vornherein aggressiv. In frischer Erinnerung ist uns der abenteuerliche Raid d'Annunzios gegen Fiume, der diesem nach deutschen Begriffen etwas „zweifelhaften Nobile" den Herzogstitel eingetragen hat. Jedenfalls hat sich Italien das mit Frankreich verbündete südslawische Königreich zum erbitterten Feind gemacht und hqt nun seine Sorgen für den Fall eines Zweifrontenkrieges gegen Frankreich und Jugoslawien. Ein Krieg gegen Jugoslawien würde trotz der großen Uebe-ll'gcLsM Italiens zu Lande, zur See und in der Lus« keineswegs ein militärischer Spaziergang sein. Der nur etwa 80 Kilometer breite Grenzstreifen zwischen Fiume und der Save mit seinem Gebirgscharakter und dem unwirtlichen Hinterland des Karst ist alles andere als ein günstiges Aufmarschgebiet. In ihm lassen sich überlegene Kräfte gar nicht entwickeln und einem tatkräftigen Verteidiger — und das würden die Serben sicher sein — kann es nicht allzu schwer fallen, mit Minderheiten einen stärkeren Gegner lange Zeit abzuwehren. So mußten die Italiener zwangsläufig darauf sinnen, ihre Aufmarsch- und Angriffsmöglichkeiten gegen Jugoslawien zu verbessern. Sie könnten dies der Breite nach nur über Oesterreich, ein Gesichtspunkt, der wohl bei ihrem Liebeswerben um das einst bestgehaßte Volk mitsprechen dürfte. Aber es ist immerhin zweifelhaft, ob die politische Lage ihnen dereinst gestatten würde, österreichisches Gebiet in ihren Aufmarsch einzubeziehen. Die zweite Möglichkeit wäre ein Z a n g e n a n g r i f f über albanisches Gebiet gegen Südserbien oder die dalmatischen Küstenländer. Wir wollen uns nun die Eigenschaften Albaniens als Aufmarschgebiet gegen Südserbien oder Dalmatien vergegenwärtigen: Die Küste Albaniens weist zur Zeit nur einen für See- und Landungsoperationen bedeutender Kräfte günstigen Hafen, den von Valona, auf, der aber im Südteil von Albanien liegt, also für Operationen gegen Dalmatien ungünstig ist. Auch für ein späteres Vordringen in das für Serbien lebenswichtige M o - r a v a - T a l liegt er zu weit ab. Noch ungünstiger, weil im äußersten Süden des Landes gelegen, ist der auch sonst wenig brauchbare Hafen von S a - r a n d a. Operativ wesentlich günstiger liegen die Häfen von Durazzo, etwa in der Mitte, der Küste, S. Giovanni di Medua und die Bojanamün- dung, beide im Nordteil der Küste. Diese Häfen werden auf Veranlassung der Italiener und unter Anleitung italienischer Ingenieure ausgebaut. Der unmittelbar an die Küste grenzende Gebietsstreifen Albaniens ist in ziemlicher Breite vielfach versumpft, für Bebauung wenig geeignet, ungesund und daher dünn besiedelt. Es ist kein Zufall, daß die Mehrzahl der Städte und größeren Ortschaften, darunter auch die Hauptstadt Tirana, in dem für Anbau und Lebensbedingungen günstigeren Mittelstreifen des Landes liegen. Der Ortsteil ist gegen Serbien durch äußerst unwegsame schroffe Gebirgsketten abgeschlossen, deren Höhe zwischen 1600 und 2100 Meter schwankt, während die höchste Erhebung 2764 Meter beträgt. Nur wenige Pässe mit meist schlechten, nur im Sommer benutzbaren Saumtierpfaden führen in serbisches Gebiet herüber. Als wichtigstes Einfalltor in das serbische Gebiet ist die Gegend von S t r u g a am Nordzipfel des Ochrida-Sees $u betrachten. Struga ist Kopfstation der von hier über Ki^ewo, Tetowo nach U e s k ü b im oberen Wardartal führenden Bahnlinie. Es ist beabsichtigt, in Albanien eine Bahnlinie von Durazzo über Tirana—Elbaf- fan— Librash auf Struga zu bauen. Jetzt schon haben die Italiener eine gute für Kraftwagenverkehr geeignete Straße in diesem Zuge angelegt und diese in der Nähe von Librash durch ausgedehnte Befestigungsanlagen gesichert. Eine zweite Einfalls- pforte führt von Kor^a zwischen Ochrida- und Prefpa-See auf R e s a n in mazedonisches Gebiet. Auch hier sind die Italiener im Begriff, das Gebiet durch Wegebauten mit Valona zu verbinden, von welchem Ort übrigens eine kurze Stichbahn ins Innere in Richtung Tepelena führt. Das wichtigste Operationsgebiet würde aber zweifellos der nördliche Teil des Landes sein. Hier führen von der Bojana-Mündung und S. Giovanni di Medua brachbare Straßen über S k u - t a r i durch das einstige Königreich Montenegro nach Kroatien. Skutari hat auch durch den schiffbaren Bojana-Fluß, einen Abfluß des Skutari- Sees, Seeverbindung. Die in dies Gebiet von Durazzo über Alesfio führende Straße ist ebenfalls von den Italienern gut ausgebaut und am Uebergang über den Mati-Fluß durch eine starke Befestigungsgruppe gesichert. Die Italiener arbeiten zielbewußt daran, allmählich Albanien mit einem brauchbaren Straßennetz zu überziehen, um sich günstig operative Bedingungen zu schaffen, teilweise aber auch, um kriegswichtige Rohstoffquellen zu erschließen. Letzteres trifft besonders für den äußersten Süden des Landes zu, wo im Vojusa-Becken abbauwürdige O e l - und Erzvorkommen festgestellt worden sind, die nur der Erschließung durch Wege- und Bahnbauten harren. Wenn auch Italien das Mögliche getan hat und tut, um sich in Albanien im Laufe der Zeit ein brauchbares Aufmarschgebiet zu schaffen, so dürfen wir uns doch Angriffsoperationen aus Albanien nach Jugoslawien keineswegs als leicht vorstellen. Ganz abgesehen davon, daß die Operationen dort weit getrennt von denen gegen die Nordwestgrenze Jugoslawiens erfolgen müßten und es schwer sein wurde, sie mit diesen in Einklang zu bringen, weisen auch die Einfallspforten über Skutari im Norden einerseits und am Ochrida-See im Südosten andrerseits in ganz verschiedene Richtungen und es besteht die Gefahr, daß die Operationen auseinanderflattern würden, ohne das große Ziel, die feindliche Hauptmacht mit versammelten Kräften zum Entscheidungskampf zu stellen und zu schlagen, erreichen zu können. Die Operationen werden um so ungünstiger, je weiter sie sich von der natürlichen Basis,' der Küste entfernen, da dann mit erheblichen Nachschubschwierigkeiten zu rechnen sein würde. Solange Italien in Albanien einen Bundesgenossen, ober sagen wir richtiger einen Vasallen fjat, wird natürlich die Ungunst der Verhältnisse wesentlich gemildert. Wie aber, wenn Albanien sich dereinst vom italienischen Joch freimacht und seine eigenen Wege geht, worauf, wie wir sehen werden, schon jetzt manches hindeutet? Als nach dem Weltkriege Albanien als selbständiger Staat erklärt wurde, verstand Italien es sofort, sich dort maßgebenden Einfluß zu sichern. Wie überall bei unentwickelten Völkern spielten dabei die „goldenen Kugeln" eine wesentliche Rolle. Das neue Fürstentum, das sich später unter Achmed Zogul zum Kö- Aus Soldaten werden Handwerker. Oie Arbeit der Heeresfachschulen. Soldatsein ist Berufung. Soldatsein ist aber auch Vorbereitung. Der Weg aus der soldatischen Gegenwart soll den Reichswehrsoldaten in eine erfolgreiche Zukunft führen. Diesem Zwecke dienen die verschiedenen Heeresfachschulen. Eine besondere Lehranstalt bildet diejenigen Reichswehrange- börigen aus, die später die Beamtenlaufbahn einschlagen wollen. Eine große Schülerzahl entscheidet sich für den Besuch der Heereshandwerker- schule, ein gutes Vorzeichen für den Wiederaufbau eines gesunden deutschen Handwerkertums. Jeder handwerkliche Beruf kann in diesen Schulen, deren eine sich in der Jnvalidenstraße in Berlin befindet, erlernt werden. Kennt aber der Soldat aus seiner — vormilitärischen — Lehrzeit schon einen Beruf, so kann er jetzt seine Kenntnisse erweitern und vervollkommnen. Die Werkstätten für den praktischen Unterricht unterstehen tüchtigen Handwerksmeistern. Neben der praktischen Ausbildung läuft der theoretische Unterricht, zu dem Erdkunde, Geschichte, allgemeines Rechnen und besonderes Fachrechnen, Wirtschaftslehre, Buchführung für Kleinbetriebe und Betriebskunde gehören. Die Gefellen- und Meisterprüfungen werden vor den Handwerkskammern abgelegt. Schon während der letzten Dienstjahre berät der Fürsorgeoffizier — ein besonders für diese Tätigkeit befähigter höherer Offizier — den angehenden „Zivilisten". Er gibt praktische Ratschläge für Stellungen. Wenn sein Schützling sich selbständig machen will und einen Betrieb kaufen möchte, prüft der erfahrene Fürsorger die Rentabilität des geplanten Unternehmens. In der Schuhmacherwerk st att umdrängen Feldwebel, Unteroffiziere und einfache Soldaten — kameradschaftlich, eine große, wißbegierige Schülergemeinschaft — den jungen, tüchtigen Werkstättenleiter. Der Meister erklärt gerade am anatomischen Modell den Bau des menschlichen Fußes. — Im Nebenraum sitzen die Gesellen mit Pfriem und Ahle auf niedrigen Schemeln vor ihren Schuster- t'schen und nähen und hämmern. Die meisten bereiten sich auf ihre Meisterprüfung vor. „Lehrling ist jedermann — Geselle, wer was kann, — Meister, wer was ersann!"—leuchtet es von der Wand. Gegenüber hängt eine ganze Sammlung von Lederproben. Juchten, Lack, Eidechse, Krokodil, Schlange, ja, sogar ein kleines Stück gegerbter Menschenhaut. Heber einem Brett mit Handwerkszeug ist wieder ein Spruch zu lesen: „Es trug dein Ahn kein Ritterschwert — Ihm waren Pfriem und Ahle wert, In blanker Kugel glomm das Licht — Vergiß das nicht, vergiß, vergiß das nicht!" Die Werkstätten der Sattler und Polsterer. Zwei Soldaten nähen auf einen breiten Polstersessel einen Bezug. Ein Unterwachtmeister, gestiefelt und gespornt, polstert ein kleines Schaukelpferd. Auf einem Holzgestell liegt ein hellbrauner Sattel, fest aber leicht, ein Meisterstück. Im Stockwerk darüber arbeiten die Setzer undDrucker. Da wird das „Setzen" erst am Kasten gelernt. Erst später geht es an die Setzmaschine. Von der Halld- presse bis zur großen Druckmaschine sind hier alle Maschinen der schwarzen Kunst im Betrieb. Neben den Druckern haben die Schneider ihre Arbeitsräume. Die „lauten" Berufe sind am anderen Ende des großen Gebäudes untergebracht. Schon von weitem dröhnt das Hämmern der Schmiede, das Schrillen des Eisenschneiders und das Rattern der Maschinen. „Die Grußpflicht ruht in den Werkstätten" hat der Kommandeur an der großen Eingangstür ankündigen lasten. Die Kun st schlosser haben hier gleich ihr Jnnungszeichen angebracht: ein Wappen zeigt in schöner Treibarbeit das Wahrzeichen der Kunst, und darüber kreuzen sich Zange und Hammer von einer stilisierten Lilie gehalten. Mit großem Stolz zeigen die Schlosser ihre neueste Errungenschaft, eine moderne Fräsmaschine. „Grüß Gott, tritt ein, — Alles, was Rad- und Stell- m ach er fein!" So grüßt es vom nächsten Schiebetor. Hier, bei den Wagenbauern, erhält gerade ein schnittiger Jagdwagen den letzten Schliff. Zwei Soldaten setzen einen großen Rodelschlitten auf Kufen, ein anderer baut eine Burg. Eine richtige, alte Ritterburg mit Turm und Mauer, mit Schloß, Wassergraben und Zugbrücke. „Für meinen Jungen. Der wird morgen ein Jahr alt!" — Nachbarlich grenzen die Werkstätten der Schmiede an. Am Feuer wird an einem Pflug gehämmert. Davor, am Fenster, schweißen zwei Soldaten kunstgerecht Stahl auf Eisen. Die ganze Längswand schmücken die Meisterarbeiten der Kunstschmiede. Große Eichenzweige mit Blättern, schöne Ranken, phantastische Blüten — alles aus Eisen, kunstvoll auf dem Amboß geschmiedet. Alle diese Männer werden, wenn sie in Jahresfrist als Gesellen oder Meister ins bürgerliche Leben übergehen, gute Helfer sein am deutschen Handwerksstand. Sie werden ihrem Berufe alle Ehre machen, denn sie bringen neben ihren erworbenen Fachkenntnissen noch etwas Besonderes mit aus ihrem langen Soldatenleben: Zucht und Ordnungsliebe, Pflichttreue und Zuverlässigkeit. E. K. Be. Oie technischen Truppen Amerikas. Die Verwendung der technischen Truppen in den Vereinigten Staaten unterscheidet sich sehr stark von der aller europäischen Heere. Die Begründung, die seiner Zeit dem Anträge des amerikanischen Generalstabes an den Kongreß über Verdoppelung der Pioniertruppen beigefügt war, macht diesen Unterschied sofort offenbar; in dieser Begründung wurde darauf hingewiesen, daß der größte Teil der Offiziere des „Corps of Engineers" sowie auch ein großer Teil der Unteroffiziere und Mannschaften außerhalb der Truppe im staatlichen Zivildienst, besonders bei Hafen- und Brückenbauten, tätig fei. Die Stärke reiche für alle diese Aufgaben nicht aus, denn es müsse ja schließlich auch ein Teil für den militärischen Dienst verfügbar bleiben. Die eigenartige Verwendung der technischen Truppen in Nordamerika ist durch die Entwicklung der Union historisch begründet. Die amerikanische Armee war ständig aus Vorposten beim Vordringen gegen bie Indianer. Alle Dienste mußte die Truppe selbst verrichten; die Soldaten bauten ihre kleinen Forts sowie die Gebäude darin, legten Straßen an, die meist durch Urwald, oft über reißende Ströme hinwegführten. Sie waren also tm weitesten Sinne des Wortes „Pioniere" des Landes. Dieser weit verzweigte Dienst der technischen Truppen hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten, wird sogar auf Wunsch des Generalstabes in jeder Beziehung gefördert. Die Eigenart des amerikanischen Heeres muß hierbei berücksichtigt werden. Man darf nicht vergessen, daß die Vereinigten Staaten nur eine relativ kleine aktive Armee von 137 000 Köpfen haben; dieses aktive Heer ist über das ganze Land verstreut und oft liegen einzelne Kompanien auf Entfernungen auseinander, die weiter find, als die Strecke von Konstanz bis Königsberg. So kann also diese kleine Stammarme nur als Lehrer für die zahlreichen Reserveformationen dienen (es gibt in Amerika allein 117 000 Reserveoffiziere), allerdings kann Amerika sich auf Grund seiner geographischen Lage mit einer derartig kleinen Landarmee begnügen, denn es braucht sich nicht im eigenen Lande feiner Haut zu wehren zu einem Zeitpunkt, der ihm von den Gegnern diktiert wird. Und ebenso wie es auf Grund seiner natürlichen Lage nicht darauf angewiesen ist, ein ständig einsatzbereites zahlenmäßig starkes Heer zur Verfügung zu haben, so kann es sich auch hinsichtlich seiner technischen Truppen eine gewisse Begrenzung auf- erlegen. Ihre Friedensstärke beträgt im regulären Heere rund 400 Offiziere und 4500 Mann, in der Nationalgarde 438 Offiziere und 7900 Unteroffiziere und Mannschaften. Zu jeder Division gehören vier Pionierkvrnpanien, nur der Hawai- und Panama- Division sind je sechs Kompanien zugeteilt. Daß der gesamte Verkehr im Panama-Kanal einschließlich des dazugehörigen Uferstreifens sich, wie alle Reisenden betonen, außerordentlich reibungslos abspielt, ist sicherlich ein Verdienst der dort stationierten technischen Truppen. Wie vielseitig der Dienst dieser amerikanischen Pioniere ist, davon kann man sich nach europäischen Begriffen doch nicht die rechte Vorstellung machen. Die Leitung der Regierungsbauten, die Verwaltung von Naturschutzgebieten, Anlage von Schutzstellen gegen Hochwasser usw., dies alles liegt in den Händen der „Technischen Truppe". Alle Pläne für den Bau von Straßenbrücken der Gemeinden und Einzelstaaten in diesem großen Lande, das fast die Ausdehnung eines Erdteils besitzt, müssen dem Abteilungschef des amerikanischen Generalstabes, dem das Jngenieurkorps untersteht, zur Genehmigung vorgelegt werden. Die vorzügliche und vielseitige Ausbildung der amerikanischen Pioniere hat sich auch im Weltkrieg bewährt. Dies zeigte sich besonders, als sofort nach der Landung amerikanischer Truppen in Europa von ihren Pionieren in kürzester Zeit eine Bahn von Bordeaux (wo die Amerikaner ausgeladen wurden) quer durch Frankreich bis zum amerikanischen Frontabschnitt angelegt wurde — zum allgemeinen Staunen Frankreichs. Schienen mit angeschmiedeten eisernen Querbalken waren drüben bereits fertiggestellt, so daß der Bau mit ungeahnter Schnelligkeit beendet werden konnte. Auch an der Front selbst wurden die amerikanischen Pioniere ihren Aufgaben durchaus gerecht. La. nigtum erhob, brauchte Geld. Nicht viel, denn eine anspruchslose Bevölkerung von wenig mehr als eine Million ist in ihren Bedürfnissen bescheiden. Bereit, willig und großmütig streckte Italien das Geld vor, das das eigene Budget nicht stark belastete. Ein kleiner Haken war natürlich dabei, nämlich Albanien mußte feinen g an zen Goldschatz verpfänden, der jetzt wvhlbehütet in den Kellern der Banca d'Jtalia in Rom liegt. Selbstverständlich muß Albanien die Anleihen auch verzinsen und zwar anständig. Da aber das Land arm ist und die vielen auf Veranlassung der lieben italienischen Freunde in Angriff genommenen Anlagen von Straßen, Hafen, Bahnlinien, Befestigungen usw. Geld kosten, hapert es mit der Zinszahlung. Schadet nichts, dafür gibt eben Albanien Kon. Zessionen, wie Alleinausbeutung der Oel- und Erzlager, Bahnbauten und dergleichen und mack! neue Schulden. So hält man denn das Ländchen mit goldenen Fesseln fest und zur Vertiefung der Freundschaft macht • man italienische Schulen auf und schickt einen Generalstabschef mit einer Anzahl von Offizieren, um aus den braven Bauernsöhnen und Gebirglern tüchtige in italienischem Geist erzogene und entsprechend ausgebildete Soldaten zu machen, die keine höhere Sehnsucht kennen sollen, als unter den edlen Römern gegen die bösen Jugoslawen zu fechten. Das ging eine Reihe von Jahren ganz gut. Seit vorigem Jahre aber t)at sich mit zunehmendem Er- starken des Nationalgefühls das Blatt etwas gewendet und in fce^ sehr selbstbewußten Albanern hat das peinliche Gefühl der Abhängigkeit von Italien den Wunsch erregt, ihre Geschicke selbst zu lenken. Wesentlichen Einfluß auf diese Bestrebungen hat dann der Balkanpakt ausgeübt. Die anderen Balkanstaaten, besonders aber Jugoslawien, wünschen den Anschluß Albaniens an den Balkanpakt und haben diesem bereits die Wege geebnet, indem sie ihm nicht nur wirtschaftliche Erleichterungen zugestanden, sondern auch einen Teil des Zuschußbedarfs für die Staatsausgaben zu günstigen Bedingungen bewilligt haben. Den Rest haben die Albaner selbst aufgebracht und zwar haben die Beamten und Offiziere auf erhebliche Teile ihrer Bezüge, bis zu zwei Dritteln, opferbereit verzichtet. Sv konnte Albanien zum ersten Male sein Budget ohne italienische Zuwendungen aus- gleichen. Mit diesem Augenblick versteifte sich seine Haltung gegen Italien. Das zeigte sich darin, daß es italienische Schulen schloß und die italienischen Offiziere einschließlich des Generalstabschefs in ihre Heimat zurücksandte sowie sich gegenüber neuen italienischen Konzessionswünschen taub zeigte. Die Italiener, entrüstet über so schnöden Undank, versuchten es mit Druckmitteln, indem sie Ende Juni d. I. ohne Ankündigung mit 22 Kriegsschiffen im Hafen von Durazzo erschienen. Zu gleicher Zeit wollten sie in Tirana Verhandlungen über die Wiedereröffnung der geschloffenen italienischen Schulen und Wiedereinstellung der aus dem albanischen Heere entlassenen Offiziere aufnehmen. Die Albaner v e r w e i - gerten jedoch jede Verhandlung, bevor, 3 zurückgelassene Kriegsschiffe aus dem Hafen von Durazzo abdampfen würden, was dann auch prompt geschah. Das Ergebnis der Verhandlungen ist noch nicht bekannt geworden, man weiß aber, daß das Liebeswerben um Albanien seitens der Mächte des Balkanpaktes eifrig fortgesetzt wird. Jedenfalls wird'sich Italien im Falle eines Krieges weder auf Waffenhilfe Albaniens noch auf Ge- Währung des Durchmarschrechtes sicher verlassen können. Gewiß kann es das Letztere erzwingen, muß aber dabei in Rechnung stellen, daß ihm möglicherweise die albanischen Truppen feindlich gegenüber» treten und außerdem in dem rauhen Gebirgsland, wo fast jeder männliche Einwohner eine Schußwaffe trägt, der Bandenkrieg entfesselt wird. Die albanische Armee beträgt 800 Offiziere und etwa 13 000 Mann, gegliedert in 13 Bataillone Infanterie, 22 Batterien, 4 Pionierbataillone, 1 Pontonier, bataillon, 4 Nachrichtenbataillone, 1 Kampfwagen- Kompanie mit einigen Panzerkraft- und Kampfwagen. Dazu kommt die Grenzwache mit 4 Batail- Ionen, 70 Offizieren und 1300 Mann, und die Gendarmerie mit 145 Offizieren und 3500 Mann. Der Albaner ist immer ein guter Soldat gewesen; die letzten Sultane der Türkei bildeten aus albanischen Soldaten ihre Leibwache. So muß man in der kleinen bewaffneten Macht in Verbindung mit dem Bandenkrieg und der Ungunst des Landes für die Angreifer immerhin einen Faktor sehen, der die Benutzung Albaniens als Aufmarschgebiet für Italien wesentlich beeinträchtigen kann. Ein weiteres Moment der Ungewißheit liegt für Italien augenblicklich in der Haltung Bulgariens. Während früher Italien wohl unbedingt damit rechnen konnte, dieses Land bei einem Kriege gegen Jugoslawien auf seiner Seite zu sehen, zumal da eine Tochter feines Königs dem König von Bulgarien vermählt wurde, ist es der klugen Politik des für Jugoslawien zu früh verstorbenen Königs Alexander gelungen, eine wesentliche Besserung in den Beziehungen zu Bulgarien zu erzielen. Wenn diese von Dauer sein sollte, konnte Italien nicht mehr auf einen Druck gegen die Ostflanke Serbiens durch die Bulgaren rechnen, der ihm die schwierige Angriffsoperation aus Albanien gegen Südserbien erleichtern würde. Vielleicht rächt sich in diesem Falle die stets unzuverlässige Außenpolitik Italiens, von der wir Deutsche ein Lied fingen können, dos wohl auch den Bulgaren im Ohr klingen mW Daher das Fragezeichen am Ende der Ueberfchnff dieser Ausführungen! 3 Milliarden für die Lustwaffe. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben von 1920 bis 1933 für ihre Lust- ftreitfräfte 776,2 Millionen Dollar verausgabt. Damals hatte der Dollar noch feinen vollen Goldwert. Es find also etwa drei Milliarden G o l d m a r f in die Modernisierung und den Aufbau der amerikanischen Luftwaffe hineingesteat worden. Aehnliche Summen haben auch andere S t a a te n für ihre Luftstreitmacht mobil gemacht- Wir brauchen nur an unseren westlichen Nachbarn zu denken. Daß es Deutschland unmöglich ist, einen derartigen Vorsprung wieder aufzuholen, liegt wohl auf der Hand. Damit ergibt sich auch der ganze Unsinn der künstlich hochgezüchteten Furcht vor der Einrichtung einer deutschen Luftstreitmacht- Diese Furcht wird nur von denjenigen genährt, die genau wissen, daß auf diese Weise d i e Regle- rungen unter Druck gesetzt werden uno eher bereit sind, neue Bestellungen zu vergeben- Es handelt sich also um nichts anderes als um nackten Profit! Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auch in dieser Berichtswoche erfuhr das Geschäft am Frankfurter Getrerdegroßmarkt infolge des weiter geringen Angebots keine Ausweitung, während die Nachfrage in den einzelnen Körnerfrüchten und für Futtermittel unverändert stark blieb. Das Angebot in Getreide blieb auf der ganzen Linie klein. Nach der Geschäftsstille in den letzten Wochen hat auf dem Weizen markt eine beachtliche Belebung eingesetzt. Die früher vorgekauften Bestände beginnen sich etwas zu lichten, so daß die Mühlen wieder als Käufer auftreten. Infolge des kleinen Angebots konnte die Nachfrage der Mühlen nicht immer ganz befriedigt werden. Mit der bevorstehenden Beendigung der Feldarbeiten wird eine Besserung des Weizenangebots erwartet. Das Roggenangebot war verschwindend klein, während die Nachfrage dringend blieb. Soweit Angebot oorlag, wurde es zu Festpreisen glatt ausgenommen. Nicht nur die kleinen Mühlen, sondern auch die Großmühlen bekundeten lebhaften Bedarf, dem zumeist nicht genügt werden tonnte. Bei nahezu fehlendem Angebot wird Hafer von allen Seiten dringend gesucht. Die Abgabe von Hafer seitens der Landwirtschaft wurde vielfach davon abhängig gemacht, wenn im Tausch dafür Kleie geliefert wurde. Vereinzelt sollen derartige Geschäfte auch zustande gekommen sein. F u t t e r g e r st e ist überhaupt nicht am Markt. Für B r a u g e r st e , für die am Frankfurter Markt in dieser Woche die amtliche Notiz erstmals ausgenommen wurde und sich auf 195 bis 200 Mark per Tonne stellte, zeigte sich im hiesigen Gebiet nur wenig Interesse. Am Kraftfuttermittelmarkt erfolgten auch in dieser Woche keine Zuteilungen der Oel- mühlen, so daß die starke Nachfrage nicht befriedigt wurde. Auch in Mühlenabfällen blieb die Nachfrage bei fast fehlendem Angebot sehr stark. Das Mehlgeschäst liegt im ganzen wieder sehr ruhig, insbesondere Roggenmehl ist stark vernachlässigt. Für Weizenmehl ist der Abruf normal. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. In der abgelaufenen Berichtswoche machte sich seitens der Metzger im Einkauf von Fleisch starke Zurückhaltung bemerkbar. Das Geschäft nahm infolgedessen auf den meisten Märkten einen ruhigen Verlauf, um so mehr, als die Zufuhren überwiegend etwas stärker waren. Am Großoiehmarkt standen 1496 gegen 1469 Tiere zum Verkauf. Nach ruhigem Geschäftsgang verblieb etwas Ueberstand (82 Stück). Bemerkenswert war, daß die Qualitäten allgemein eine Besserung aufwiesen, so daß die letzten Preise ziemlich unverändert blieben. Die Spitzenpreise für Bullen und Kühe lagen sogar um 1 RM. höher, für mittlere und geringe Tiere gaben die Preise jedoch mit Ausnahme von Bullen etwas nach. Das Kälbergeschäft nahm einen sehr ruhigen Verlauf, wobei der bevorstehende Eintopfsonntag von Einfluß war, da das Interesse sich mehr dem Schafmarkte zuwandte. Der um 160 auf 1435 Stück erhöhte Zutrieb konnte daher nur zu ermäßigten Preisen geräumt werden. Für gute Kälber konnten sich die Preise halten. Der S ch a f m a r k t hatte gute Nachfrage, der wesentlich erhöhte Zutrieb (614 gegen 359) wurde nahezu geräumt. Wenn die Preise keine Besserung aufwiesen, so lag dies daran, daß die' Tiere infolge des Regens vielfach naß ankamen. Am Schweinemarkt hielt sich die Beschickung mit 4488 (4498) im Rahmen der Nachfrage, lediglich gute Qualitäten sind weiterhin nur ungenügend zugeführt. Nach mittelmäßigem Geschäft und bei ziemlich unveränderten Preisen (nur geringe Tiere bröckelten etwas ab) wurde der Markt fast ausverkauft. Frankfurter Börse. Nlillagsbörse: Aktien vernachlässigt. Frankfurt a. M., 16. Noo. Die Börse war weiterhin außerordentlich still. Die allgemeine Lage wies gegenüber gestern kaum Unterschiede auf. Für Renten bestand eher wieder Kaufinteresse, wobei die erneute Ablehnung jeder Währungsentwertung durch den Reichsbankpräsidenten mitsprach, mährend an den Aktienmärkten die Stimmung lustlos blieb und die Kurse infolge kleiner Verkäufe zumeist nachgaben. Infolge der anhaltenden Teilnahmslosigkeit der Privatkundschaft blieb das Ge- schäft wiederum sehr klein. Nach Festsetzung der ersten Kurse machte sich dann immerhin einige Widerstandskraft geltend. Der Bericht des Konjunkturinstituts über die weiter lebhafte Investitionstätigkeit, der starke Rückgang der Feierschichten an der Ruhr und die 70prozentige Steigerung der Roheisengewinnung gegenüber dem Vorjahre fanden etwas Beachtung, auch die aktive Handelsbilanz wirkte noch etwas nach. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hielten sich die Rückgänge innerhalb eines Prozentes. Don chemischen Werten lagen Farbenindustrie und Deutsche Erdöl knapp behauptet, während Elektroaktien zumeist schwächer tendierten, besonders Felten mit minus 2 v. H. Gesfürel, Schuckert und Rhein. Elektro gaben je 0,75 v. H. nach, Siemens lagen unverändert. Am Montanmarkt lagen die Anfangskurse ebenfalls von 0,25 bis 0,50 v. H. leichter, nur Harpener blieben gut behauptet. Etwas niedriger eröffneten noch u. a. Daimler, Südd. Zucker, Cement Heidelberg, AKU. und Hapag, wogegen Reichsbank 0,50 v. H. anzogen. Braubank ex Dividende lagen behauptet, auch Nordd. Lloyd und Deutsche Linoleum hielten sich unverändert. Am Rentenmarkt standen erneut späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 0,40 v. H. im Vordergrund, Stahlverein-Bonds gewannen 0,13 v. H., Kommunal-Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und Altbesitz waren etwa behauptet. Im weiteren Verlaufe blieb das Geschäft ziemlich klein, die Kurse konnten sich auf dem Anfangsniveau zumeist gut behaupten, vereinzelt ergaben sich auch leichte Besserungen von 0,13 bis 0,25 v. H. Scheideanstalt 'kamen zunächst mit 209,25 um 2,50 v. H. fester zur Notiz, gingen aber später um 1 v. H. zurück. Farbenindustrie blieben zu 136,25 behauptet. Am Rentenmarkt konnten sich Stahloerein-Bonds bei etwas lebhafteren Umsätzen auf 85,50 (84,75) befestigen, auch Altbesitz und Zinsvergütungsscheine zogen bis 0,25 v. H. an, während späte Schuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung unverändert lagen. Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen zumeist unverändert, Liquidationspfandbriefe zogen vereinzelt von 0,25 bis 0,50 v. H. an. Staatsanleihen und Auslandsrenten lagen ruhig. Tagesgeld war zu 3,75 v. H. etwas leichter. Abendbörse: behauptet. Auch im Abendbörsenverkehr blieb die Umsatztätigkeit sehr klein. Die Kurse lagen im ganzen gegen Den Mittagsschluß wenig verändert. Farbenindustrie fanden etwas Interesse und zogen insgesamt 0,40 v. H. an. Am Montanmarkt gaben Harpener noch 0,75 v. H., Klöckner 0,13 v. H. und Rheinstahl 0,25 v. H. nach. Knapp gehalten lagen auch die meisten Elektroaktien, nur Gesfürel konnten sich um 0,25 v. H. erhöhen. Von sonstigen Werten lagen Moenus-Maschinen 0,50 v. H. fester, Reichsbankanteile 0,50 v. H. leichter. Am Rentenmarkt erhielt sich einige Nachfrage nach späten Reichsschuldbuchforderungen 97,40 bis 97,50, auch Stahlverein-Bonds waren mit 85,40 bis 85,65 wieder fester, während im übrigen die Kurse bei kleinsten Umsätzen behauptet lagen. Don Stadt- anleihen kamen 6 (7) v. H. Frankfurt von 1926 nach Pause mit 86,25 (87) zur Notiz, 6 (6) o H. Frankfurt wertbest. von 1926 lagen mit 85,90 0,40 v. H. fester. Von fremden Werten gaben 3,50 v. H. Schweizer Bundesbahn um 0,50 v. H. auf 168,50 nach, oierprozentige blieben mit 179 unverändert. 11. a. notierten: Altbesitz 103,65, 6 v. H. Stahlverein 85,40 bis 85,65. 5,50 v. H. Frankfurter-Hypo- theken-Bank-Liquidation 93,40, 5 v. H. innere Mexikaner 4,65, Reichsbank 142,50, Gelsenkirchen 55,50, Harpener 101,25, Kali Aschersleben 108,50, Klöckner 70,65, Rheinstahl 86,75, AKU. 57,75, Bekula 139, Conti Gummi 131,50, Daimler 44, Scheideanstalt 208, Licht und Kraft 116,25, IG. Farben 136 bis 136,25, Gesfürel 105, Metallgesellschaft 80, Moenus 76,50, Schuckert 91, Kaufhof 30,25, Zellstoff Waldhof 45, Reichsbahn-VA. 113,40, Hapag 26,50, Lloyd 28,75. Frankfurter Obff- und Gemüsemarkk. Frankfurt a. M., 16. Nov. Der Gemüse- markt hatte reichliches Angebot. Nach unbefriedigender Nachfrage verblieben Ueberstände in Wirsing, Weißkraut, Eskarol und Feldsalat. Spinat war etwas besser gefragt. Preise weiterhin sehr gedrückt. U. a. notierten: Blumenkohl 15 bis 38, Eskarol 4 bis 8, Feldsalat, groß, 15 bis 20, klein 50, Gewürze!, großes Bündel, 20 bis 30, Karotten 3 bis 5, Kartoffeln, gelbe, per 50 Kilogramm, 3,40 bis 3,60, Kopfsalat 4 bis 8, Meerrettich 20 bis 25, Römischkohl 5 bis 6, Rosenkohl 14 bis 16, Rote Rüben 3 bis 4, Rotkraut 5% bis 7, Sellerie, je nach Größe, 8 bis 30, Spinat 4 bis 6, Schwarzwurzel 15 bis 20, Tomaten, Freiland, 15 bis 25, do. Treibhaus 40 bis 45, Weißkraut 23/< bis 3, Wirsing 3 bis 4, Weiße Rüben 3 bis 5, Zwiebeln 6 bis 6%. Am Obstmarkt war das Angebot in Aepfeln, Birnen und Nüssen sehr stark. Nach schönen Früchten blieb die Nachfrage noch befriedigend, sonst war sie ungenügend. Preise für gute Auslese gehalten, im übrigen weiter rückläufig. 11. a. notierten: Ananas 8Ö bis 90, Aepfel I 12 bis 15, II 8 bis 10, Wirtschaftsäpfel 6 bis 8, Goldparmänen T 12 bis 15, Boskop I 12 bis 14, Renette I 10 bis 13, II 8 bis 9, Schafsnase 6 bis 8, Apfelsinen, Kiste 176, 200, 216 und 252 Stück, 20 bis 23 Mk., Tafelbirnen I 12 bis 15, II 7 bis 10, Kochbirnen 4 bis 5, Feigen, 25 Kilogramm Sack, 8,25 bis 8,50, Haselnüsse, rund, 32 bis 33, lang 33 bis 36 ital, Kastanien 10 bis 15, Mandarinen 16 bis 20 span., Trauben 45 bis 75 holl., do. Steige, ca. 10 Kilogramm, 4,50 bis 5,25 span., Walnüsse 25 bis 30, 32 bis 38 rumän., 27 russ. Frankfurter Vultermarkl. Frankfurt a. M., 16. Nov. Am Buttermarkt übersteigt die Nachfrage weit das Angebot. Holländische und dänische Butter ist ebenso wie deutsche Butter nur in kleinen Mengen am Markt. Die Anlieferungen der Molkereien aus dem hiesigen Gebiet sind ebenfalls klein, so daß das vorhandene Angebot schlank untergebracht wurde. Die Preise für deutsche Butter blieben unverändert, ebenso dänische, während für holländische Butter in der Spitze etwas höhere Preise verlangt wurden. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M.: Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 130 bis 140, dänische Butter 145 bis 148, holländische Butter 145 bis 150. Frankfurter Vermarkt. Frankfurt a. M., 16. Nov. Die Zufuhren an frischen Eiern waren auch in dieser Woche außerordentlich knapp, deutsche Frischeier fehlen vollkommen. Daneben kamen auch von Holland und Dänemark nur unzureichende Angebote herein. Lediglich Rumänen, Jugoslawen und Bulgaren standen ebenso wie deutsche Kühlhauseier reichlicher zur Der« sügung. Der Verkauf an den Konsum war bei unveränderten Preisen gut. In nächster Zeit erwartet man jedoch wieder größere Anlieferungen, zumal die Junghennenproduktion im Steigen begriffen ist. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt am Main: Deutsche Kühlhauseier Kl. S 11% bis 11%, Kl. A 10% bis 11, Kl. B 10% bis 10%, Kl. C 9% bis 9%, Kl. D 9. Ausländische Frischeier: Bulgaren 10% bis 11%, Jugoslawen 10% bis 11%, Rumänen 9% bis 101/». Mainzer Getreidemarkf. Mainz, 16. Nov. Es notierten (Großhandelspreise je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 21, Roggen 17, Hafer 16,70 ab Station, Braugerste 20 bis 20,75, Industriegerfte 19,75 bis 20, Malzkeime 16 bis 16,50, Weizenkleie 10,72 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,96 (Mühlenpreis), Weizenfuttermehl 13,65 bis 13,75, Biertreber 17 bis 17,25, Sojaschrot 13 nom. (Fabrikpreis). Tendenz: (Betreibe und Futtermittel fest bei knappem Angebot. Aus aller Welt. Ohne Führerschein am Steuer. — Drei Mädchen überfahren. In Koblenz wurden in der Dunkelheit drei über die Straße gehende Mädchen von einem Personenkraftwagen überfahren und teils schwer, teils leicht verletzt. Nach dem Unfall flüchtete der Kraftwagenführer mit seinem Fahrzeug, auf Grund der Personalbeschreibung gelang es jedoch der Polizei, den flüchtigen Fahrer zu ermitteln, wobei sich ergab, daß er keinen Führerschein befaß und die Nummer an feinem Kraftwagen zu Unrecht führte. Die Insassen des Personenkraftwagens hatten nach dem Unfall den Wagen verlassen und sich als „harmlose Passanten" unter die Leute gemischt, die sich um die verletzten Mädchen bemühten. Raubmörder John verhaftet. Der Raubmörder Kurt John, der, wie bereits gemelbet, den Kraftwagenbesitzer Pietsch aus Seioenberg (Oberlausitz) ermordet hat, ist von der sächsischen Gendarmerie verhaftet worden. John wurde von einem Arbeitsdienstmann im Walde bei Königswartha, Amtshauptmannschaft Bautzen, gesehen. Der Arbeitsdienstmann machte sofort die Gendarmerie auf den Gesuchten aufmerk- jam; diese nahm sogleich zusammen mit der Kri- minalpolizeit die Verfolgung des Täters auf, der zu fliehen versuchte, so daß die Beamten auf den Flüchtenden mehrere Schüsse abgaben, die ihn jedoch nicht trafen. Da John einsah, daß jede weitere Flucht zwecklos sei, stellte er sich seinen Verfolgern. Er leistete keinerlei Widerstand und gab zu, der gesuchte John zu fein. Der Raubmörder hat nach feiner Einlieferung in das Görlitzer Gerichtsgefängnis einem Gendarmeriewachtmeister gegenüber ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er erklärte, die Tat allein ausgeführt zu haben. Als Grund für den Mord gab er an, er habe bei dem Ermordeten einen Geldbetrag in Höhe von 50 Mark vermutet, den er an sich habe bringen wollen. Bei feiner Vernehmung gab der Mörder weiterhin zu, daß er vor diesem Verbrechen einen anderen Mord geplant hatte. Neun Jahre Zuchthaus für einen Revolverhelden. Das Berliner Schwurgericht sprach den 30jähri- gen Rudolf H a l a m a, der auf der Geburtstagsfeier feiner Frau feinen Schwiegervater durch Re- voloerfchüsfe tötete und zwei Personen verletzte, des vollendeten Totschlags in einem Falle und des versuchten in zwei weiteren Fällen für fchuldig und verurteilte ihn zu neun Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Das Gericht hielt dem Angeklagten zugute, daß er sich durch die unglücklichen Familienverhältnisse, in denen er lebte, in einer ständigen Aufregung befand. Andererseits glaubte es ihm aber wegen seiner persönlichen Rücksichtslosigkeit, seines krassen Egoismus und der Schwere der Folgen eine ganz nachdrückliche Strafe auferlegen zu müssen. Angetrunkener Motorradfahrer fährt in eine SA.-Kolonne. Der Motorradfahrer Hans Bartsch aus Danzig fuhr in einen von Danzig nach Langfuhr marschierenden SA.-Sturm hinein. 20 SA.-Männer wurden umgerissen, vier davon wurden mit erheblichen Verletzungen (Gehirnerschütterungen, Wirbelsäulenverletzungen und Knöchelbrüchen) ins Krankenhaus eingeliefert. Das Motorrad überschlug sich bei dem Anprall. Der Motoradfahrer wurde verhaftet. Der SA.-Sturm war, wie behördlicher- feite festgestellt worden ist, vorschriftsmäßig mit Schluß- und Seitenlichtern ausgerüstet. Schwere Anwetterschäden in Italien. Sechs Fischer ertrunken. Gewaltige Regengüsse haben in Genua und längs der ligurischen Küste große Ueberschwemmun- g e n verursacht. Die Keller, Kaufläden und Warenlager des tiefergelegenen Stadtteiles von Genua wurden unter Wasser gesetzt, Straßen und Plätze überschwemmt. In Gornigliano wurde eine Farben- Mir alle helfen! Wir alle geben! Eintopfs pende! fabrif durch Erdrutsch verschüttet. In Voltri hat das Hochwasser eine 7 Meter hohe Fabrikmauer zum Einsturz gebracht. Bei Rom richtete eine Wasserhose großen Schaden an. — An der Nordküste von Sardinien kenterten zwei Fischerbarken und gingen unter. Die sechs Insassen sind ertrunken. Rundfunkprogramm. Sonntag, 18. November. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier 9.45: Deutsches Schatzkästlein. Die Weltesche Pgdrasil. 10.15: Chorgefang. 11: Bekenntnisse der Zeit: Georg Stammler: „3m Herzschlag der Dinge" 11.15: Hausmusik. 12: Mittagskonzert. I. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Kinderstunde. 14.30: Eine halbe Stunde Lettland. 15: Stunde des Landes. 15.25: Nachmittagskonzert. 17: Reichsbauern- tag 1934. Bauerntumsabend auf dem Osterfeld. 17.50: Jugendfunk. 18.10: Unterhaltungskonzert. 19: Reichsbauerntag 1934. Schlußsitzung des Kongresses im Kongreßzelt auf dem Osterfeld. Es spricht: Reichsbauernführer Walter Darre. 19.35: Sportbericht. 19.40: Waldmeister. Operette in 3 Akten von Johann Strauß. 21.30: 5. Meisterkonzert des Deutschen Rundfunks. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntag. 22.30: Vom Deutschlandsender: Aus dem Sportpalast Berlin: Funkbericht vom Internationalen Eishockey. Montag, 19. November. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstube. 15.30: Bücherfunk. 15.45: Jugendfunk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. Die Trommel ruft. 18.15: Bücher, die uns erwarten. 18.25: Neue deutsche Dichtung. 18.35: Aus Wald und Flur. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Volk und Wirtschaft an der Saar 20.30: Bauernzug. Ausfahrt und Rückkehr deutscher Bauern in die Heimat. 21.10: Neue Klaviermusik. 21.30: Tanzmusik. 22: Nachrichten 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Heitere Lieder. 23: Tanzmusik. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Schluß». Schluß». Stutz' Abend- Schluß- Mittag- kurs b8r(c fort b8rft 15.11. | 16.1b 16-11 - 15-11 26,75 26 26.5 o Banknoten. 27,75 o 12,13 8 8 8,3 7.13 11,75 o 0 0 0 0 81,25 98,75 56,25 102,25 116,25 71,5 72 115,5 70,65 71,65 26,5 24 0 0 12 0 0 0 6 6 0 Ü 80,4 98,5 55,5 101,25 81 98,5 56,75 102,5 73,65 26,13 139,4 98,5 116.4 70,5 104,75 99,25 91,25 134,75 118,65 69 71 143 27,4 1,2 7,5 26,25 139,5 99,5 116 72,5 105,5 99 92,25 135,25 118 28,75 75,5 94 67,75 69 71 142,5 26,65 139,75 99,5 116,4 71,5 105,75 99,25 92. 25 135 118,75 69,75 71 142 28,75 75,25 93 67 28,75 75,5 94 67,75 69,75 71 142 28,75 74,75 93,75 67 116,75 71 71,75 26,25 139 99 116,25 71 105 98,9 91 135,5 118,25 80,5 98,25 55,4 10? 72,75 144 115,5 70,75 71,75 27,5 1,15 7,6 7,13 7,85 7,05 7,3 11,75 4,25 6,9 3,9 33,8 27 1,2 7,5 7,25 7,13 12 8 4,3 6,8 4 33,5 8 4,5 6,8 4 33,5 4.3 6,95 3,9 .vran.iui ... -UL Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Mannesmann-Röhren A.E.G...................... Bekula Elektt. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. g Kelten & Guilleaume........ o Gesellsch.f.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 SchuckertLCo.......... 6 Siemens L Halske..... ’ 7 Lahmeyer L Eo.............*jo 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 AVi% desgl. von 1913.......... 16% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 .4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an — Relchsbankdiskont 4 o. H, Lombardzinsfuß 5 v. H. Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank ...... Retchsbank ........... : Datum 4% desgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. I9c3 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Franttun a.M. Äerlin Schluß- lurs Schluß?. Abendbörse Schluß- turü Schluß!. Miitag- börle Datum 15-11- 16-11- 15-11- 16-11- Mansfelder Bergbau....... .. 0 75,25 — 75,25 74,75 Kolswerle ............... .. 0 — —— 91 90,75 Phönix Bergbau.......... .. 0 44,25 44 44,5 43,75 Rheinische Braunkohlen .... Rheinstahl............... . 10 213 212,25 213,5 213 .. 0 87,75 86 75 87,4 87 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 37 75 37,25 37,9 37,13 Ltavi Minen ............. .. 0 12 12 12,13 12 KaliwerkeMchersleben...... .. 6 109 — 109,25 109 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 6 109 — 109 109 iVi 149 149 148,25 148,75 I. G. Farben-Jnvustrie..... .. 7 136,4 136,25 136,4 135,9 Scheideanstall............. .. 9 207 208 — — Goldschmidt .............. .. 0 88,25 87,5 88,25 88 Rütgerswerke ............. .. 0 37,4 37 93,9 93 Metallgesellschaft........... . 0 80 80 80,5 80 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 0 74 73,75 74 73,75 .. o 109 108,75 Cementwerl Karlstadt....... .. 0 134 134,25 — Schultheis Patzenhofer .. 0 — — 100,5 100,13 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 58,13 57,75 58,4 58 Beinberg................ .. 0 134,75 133,25 134,75 134 Zellstoff Waldhos .......... .. 0 45,5 45 45,5 45,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 60,25 60,75 60,75 61,25 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 117,13 117,65 Daimler Mo Wien.......... .. 0 45 44 44,65 44,13 Deutsche Linoleum......... .. 0 59,75 69 60 60 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — —— 83,25 84 Leonhard Tieh ............ .. 0 30,25 30,25 30,5 30,4 ..10 — 216.5 217,9 217,25 Attumulatoren-Fabrik...... .. 0 — 160 160 160 Conti-Gummi............. .. 0 133,13 131,5 132,75 131,75 Grttzner.........• • • ------ .. 0 27,5 27 Mainkraftwerke Höchst a.M.. " i 83 82,5 184 Süddeutscher Zucker....... .. 8 184,5 183,5 185 • Jrannur. a. -Ul. ■Öen. Schluß- lurü Schlußk. Abend- börse Schluß- lurs Schlußl. Mittag, börse Datum 15.11 16-11- 15-11- 16-11- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 96,75 96,5 96,4 96,4 6% ehem.7% Dl. Reichsanl.v. 1929 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. —• — — — 95,1 95,4 95,5 95,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 103,25 103,65 103,13 103,65 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... — — — — 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 96,25 96,25 96,25 (rückzahlb. 102%)............ 96,25 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 93 93 93 93 6%% Hess. Lander-Hypotheken- bank Darmstadt Ltqui......... 93 — — — Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auclo,.-Rechten .. - - —— — —— Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Sene 1 mit Auslos.-Rechten 100,9 100,5 100,9 100,75 6% ehem. 8% Arants. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 92,75 92 75 'IT 92,75 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92,75 92,75 _ 92,75 6'/2% ehem. 454% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbrtefe...... 92.9 93,4 6/z% ehem. 4>/r% Rheinische Hyv.-Banr-Liqu.-Goldpfe. . 93,75 93,9 93,5 94 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 94,75 94-75 94,75 94,75 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94,75 94-75 94 75 94,75 Steuergutsch. Verrechnungskurs. 102,5 102,65 102,5 102,65 15. November 16.November Amtliche Meld Notierung 25ric Amtliche Notierung Geld Lrie Buenos Atrer 0,629 0,633 0,629 0-633 Brüssel----- 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0.204 0-206 Sofia ...... 3,047 3,053 3-047 3-053 Kopenhagen. 55,44 55,56 55-51 55-63 Danzig..... 81,07 81,23 81-02 81,18 London ..... 12,415 12,445 12,435 12,465 Helsingfors.. 5,485 16,38 5,495 5-485 5,495 Paris ...... 16,42 16,38 16-42 Holland ... 168,10 168,44 168,10 168-44 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan...... 0,724 0,726 0,725 0,727 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5-706 Lslo..... : 62,39 62,51 62-47 62,59 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,28 11,30 11,285 11,305 Stockholm... 64,02 64,14 64-10 64,22 Schweiz .... 80,77 80,93 80,65 80-81 Spanien.... 34,00 34,06 33,97 34-03 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... —— — — — Neuyork... 2,490 2,494 2.490 2,494 LerllnJ 6-November Geld ■'2toef ’ Amertkanyche Noten.............. 2,441 2,461 Belgische Noten.................. 57,91 58,15 Dänische Noten ................. 55,31 55,53 Englische Noten ................. 12,385 12,425 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,34 167,59 16,40 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,08 62,25 21J6 62,49 Deutsch Lesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 63,87 64,13 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. ' 33,86 34,00 Ungarische Noten................ MWUMSMelsl? Vornan von Klothilde v. Stegmann. 18. Fortsetzung. Nachdruck oerboten! Da hob Edelgard den schlanken Kristallkelch mit dem goldenen Wein und stieß mit Robby Herman an. Selbstvergessen ruhten die Augen der beiden Menschen ineinander — zärtlich, sehnsüchtig, in! heißer, verschwiegener Sehnsucht. Und dann legte! Edelgard den blonden Kopf zurück und trank wie eine Verdurstende das Glas bis auf den Grund leer. Und als hätte der Wein alle Schwere, alle Angst | von ihr genommen, veränderte sich nun ihr ganzes | Wesen. Sie vergaß alles, was hinter ihr lag, vergaß, । daß morgen der graue Arbeitstag wartete, an dem sie nichts weiter war als eine kleine Sekretärin und der geliebte Mann der Chef, zu dem keine Sehnsucht die Brücke schlug. Sie lebte nur in der Gegenwart. In dem Glück der heutigen Abendstunde. Ihre Augen begannen zu leuchten, ihr Lachen, erst schüchtern, wurde mutiger, sie strahlte förmlich von Lebensfreude und Heiter- ' feit. Sie scherzte und hatte auf jedes Wort Hermans eine heitere und übermütige Antwort. Und wenn er staunend fragte: „So kenne ich Sie ja gar nicht, | Fräulein von Dönitz — Sie sind ja eine ganz, ganz andere wie im Büro", so war immer nur ihre Antwort: „Heute ist es auch anders." „Unfr schöner?" fragte er leise. „Ja, schöner!" Ihre Stimme war tief und glücklich; sie hörte sie nur wie von ferne. War es der Wein, der sie beschwingt? War es der Rausch des Glücks? Sie wußte es nicht. Und auch der Mann fragte nicht weiter; er gab sich dem süßen Zauber dieser Stunde hin. Sie sahen nicht die Umwelt um sich — sie sahen nicht, wie ein dunkles, scharfgeschnittenes Gesicht eines eleganten Herrn zwischen den Türen des Verbindungszimmers auftauchte und finster spähend herüberblickte, um gleich darauf wieder zu verschwinden. Erst als der Oberkellner leise mahnend hereinblickte, erwachten sie beide zur Wirklichkeit. „Wir müssen gehen, Fräulein von Dönitz — man will schließen." „Oh, schon?" Es klang wie von einem enttäuschten Kinde. Aber sie erhob sich sofort. Und noch einmal die Fahrt allein mit dem Geliebten durch die Nacht. Nun ließ er den Wagen nur langsam fahren, als ahnte er ihren geheimen Wunsch, diese Fahrt zu verlängern. Bald lag die Stadt hinter ihnen, die Waldchaussee nach Wannsee nahm sie auf. Die Sterne sahen groß und feierlich herab. Da wurde es auch Edelgard so still und feierlich zu Sinn. Sie wollte nichts, sie wünschte nichts mehr. Er, den sie liebte, saß neben ihr, die Spannung und Kälte zwischen ihnen waren gewichen; auch schweigend fühlte sie, daß er ihr nahe war. Mehr konnte man vom Schicksal nicht verlangen. Auch der Mann neben ihr empfand zum erstenmal wieder einen sanften Frieden. Seit Margaret hatte er sich entfernt gehalten von allen Frauen, hatte keiner geglaubt, hatte allen mißtraut. Nun in dem schweigenden Beisammensein mit Edelgard kam zum erstenmal jener süße Frieden über ihn, den eine Frau zu geben vermag. Wie gern hätte er gesprochen! „Halte diese Stunde fest!", mahnte es in ihm. „Sprich aus, was dein Herz erfüllt — zögere nicht?" Dennoch schwieg er. Edelgard hatte sich ihm anvertraut — sie hatte einen Anspruch darauf, daß er sie sicher und ungefährdet heimbrachte. Wie ein, Ueberfall wäre es ihm erschienen, hätte er ihr jetzt von seiner Leidenschaft gesprochen. Alles war ja so jäh und überwältigend gekommen; er war kein bedenkenloser Junge, der sich einfach von seinen Wünschen treiben ließ. Das alles mußte bedacht und reiflich erwogen sein. Dann erst durfte er sich erklären. In den nächsten Tagen mußte er ohnehin geschäftlich ein paar Reisen zu den Filialen der Firma nach Frankfurt und München machen. Diese Tage sollten eine Prüfung seiner selbst bedeuten. Von Frankfurt aus konnte er dann an Edelgard l schreiben und, wenn sie fühlte wie er, ihre Mutter aufsuchen. Wenn sein Haus fertig sein würde, so würde sich eine Begegnung ja doch nicht vermeiden lassen. Aber ehe er Edelgards Mutter aufsuchte, mußte alles klar sein. „Wir sind da!" Edelgard erwachte aus ihrem Wachtraum. „Links, Herr Direktor, bitte, wenn Sie vielleicht hier halten wollen —" Er bremste ab, sprang aus dem Wagen. „Nun gute Nacht, Fräulein von Dönitz, und morgen schlafen Sie aus." „Vielen — vielen Dank, Herr Direktor!" Ihre Hand lag heiß in der seinen. Er beugte sich über diese kleine, zitternde Hand. „Ich habe zu danken, Fräulein Edelgard. Auf gutes Wiedersehen!" „Auf gutes Wiedersehen, Herr Direktor!" Ihre Stimme war ganz leise; aber es schwang etwas darin von Liebe, von zartester Zärtlichkeit. Das Licht im Treppenhaus des Kavalierhäuschens war schon längst erloschen, da stand Robby Herman immer noch da, an den Wagenschlag gelehnt, und schaute sehnsüchtig hinauf, wo ein einziges Licht in die Nacht leuchtete. Und hinter der kleinen weißen Mullgardine verborgen stand Edelgard — ihr Herz war unten bei dem Manne dort in der Dunkelheit. Am nächsten Tage trat Herman seine Reise an. Er hatte kurz zuvor noch eine Besprechung mit Studczynski, der die Lizenzabteilung für die Oststaaten bearbeitete. Studczynski sollte ihn auch jetzt während der kurzen Abwesenheit vertreten. Studczynskis erster Blick fiel auf die geöffnete Tür und auf den Arbeitsplatz Edelgards. Er war leer. „Fräulein von Dönitz ist für heute beurlaubt", sagte Robby Herman, der Studczynskis Blick gefolgt war. „Sie hat diese Tage sehr scharf arbeiten müssen, mehr als man gerechrerweise verantworten kann. Darum habe ich sie beurlaubt und wäre dafür, daß sie erst wiederkommt, wenn ich zurück bin. Sie haben ja Ihre eigene Sekretärin, Studczynski." „Gern, wenn Sie es wünschen!" Studczynski machte eine kleine Pause; dann fuhr er etwas ironisch fort: „Sind Sie immer so rücksichtsvoll gegen Ihr Personal, lieber Herman — oder nur in diesem besonderen Falle?" „Was meinen Sie damit?", wollte Robby gerade scharf fragen; aber als er den leichten Spott um die Lippen Studczynskis sah, schwieg er. Es lag etwas Verstecktes in den Mienen des Polen; aber es war besser, es nicht zu beachten. Schließlich hätte er sich noch verraten — und es hätte Klatschereien im Werk gegeben. Die aber mußten um Edelgards willen vermieden werden. So ging er über diese versteckte Anspielung hinweg und gleich zum Geschäftlichen über. Studczynski war ein glänzender Mitarbeiter und fand sich in den verschiedenen Akten ^ermans sogleich zurecht. „Seien Sie ohne Sorge. Es wird während Ihrer Abwesenheit alles klappen." Damit begab sich Studczynski in fein Arbeitszimmer zurück. Robby Herman hätte gar zu gern Edelgard an- gerufen. Er mochte gar nicht fortfahren, ohne ihre liebe Stimme gehört zu haben. Aber vielleicht schlief! sie noch. Er mochte sie nicht stören, und so mußte | er darauf verzichten. Außerdem waren die zwei i Stunden bis zu seiner Abreise noch mit Geschäften aller Art angefüllt. Auch der Architekt, der sein Haus einrichtete, hatte noch tausend Fragen. Robby nahm ihn im Auto mit zur Bahn, um noch alles mit ihm zu besprechen. „Die Einrichtung für den Fremdenflügel des Schlosses haben Sie immer noch nicht bestimmt, Herr Direktor. Ich muß nun genaue Weisungen haben, um die Arbeiten beendigen zu können. Direktor Herman lächelte. „Wir wollen es mit diesen Zimmern vorläufig noch lassen; ich bin noch nicht ganz entschlossen. Und mit dem Durchbruch der Wände in den leeren Zimmern neben meinem Schlafzimmer wollen wir auch noch warten. Ich habe keine Eile." Der Architekt schüttelte unmerklich den Kopf. Erst hatte der Direktor so zur Eile getrieben, und nun auf einmal hatte die Fertigstellung noch Zeit. Was wollte er denn eigentlich? Diese Bauherren wußten auch nie genaue Dispositionen zu treffen. Aber ihm konnte es nur lieb sein. Je länger zu tun war, desto größer der Verdienst. Der erste Schnee fiel weich vom Himmel, als Robby Herman aus dem Anhalter Bahnhof herausfuhr. Solange er noch im Weichbild der Stadt war, fah er den Schnee zu einer grauen, schmutzig^ Masse tauen. Der Himmel, in den die Schornsteine und Häuser der Riesenstadt ragten, war voll von Rauch und Schmutz. Aber je weiter er kam, um so reiner wurde es. Draußen auf dem freien Lande legte sich der Schnee wie eine reine, kühle Decke über die Welt. Als der Zug sich den Thüringer Bergen näherte, kam die Sonne heraus. Der Himmel wurde klar. Die Hänge und Berge, vom ersten Weih um- kleidet, waren wie unberührt. Robby Herman saß in dem behaglichen Abteil. Die Aktenmappe mit seinen Papieren lag neben ihm. Er hatte eigentlich hier im Zuge noch arbeiten wollen. Aber das schien er vollständig vergessen zu haben. Er saß da und schaute in die schöne Landschaft hinaus. Und feine Gedanken zauberten Edelgard hierher. Wenn sie sein würde, oh, dann würde er mit ihr hinausfahren in die schöne Natur. Sie kannte noch nicht viel von der Welt da draußen. Das hatte sie ihm an dem Abend in der Weinstube erzählt. Mit wenigen und schlichten Worten hatte sie den Inhalt ihres Lebens vor ihm ausgebreitet. Er wußte, wie anders es geworden, als ihre Eltern es für sie geplant. Aber an seiner Seite würde sie entschädigt werden für Armut und Not dieser Jahre. Er sah sie plötzlich neben sich dahingleiten auf den schnellen Skiern, schlank und geschmeidig. Er sah sie in Gedanken neben sich wandern durch sonneflimmernden Wald. Und er sah sie in seinem Heim, das er für sie zu einem Märchenschloß schaffen wollte. Darum hatte er dem Architekten ein langsameres Tempo in der Fertigstellung anempfohlen. Es konnte ja fein, daß Edelgard andere Wünsche hätte. Ach, alles — alles wollte er ihr erfüllen, was in seiner Kraft stände. Wenn sie ihn nur lieben würde! Wenn er nur bei ihr vergessen würde, was eine andere ihm angetan! Edelgard hatte tief und traumlos bis in den Morgen geschlafen. Spät erst erwachte sie. Sie besann sich im ersten Augenblick gar nicht, was eigentlich geschehen war. Ihr war so froh und leicht zumute, wie seit langem nicht. Einen Augenblick dehnte sie sich noch halb verschlafen in den Kissen. Da setzte sie sich erschreckt auf. Die Uhr im Nebenzimmer hatte neunmal geschlagen. Und jetzt wurde sie ganz wach. Ach, sie brauchte ja heute nicht ins Büro. Sie hatte ja heute Urlaub. Welch glücklicher Morgen nach einem glücklichen Abend! Im Hause war noch alles still. Sicherlich hatten Mutti und Marie alles drangesetzt, sie recht aus« schlafen zu lassen. Aber nun war es genug. Durch die Jalousien floß ein zartes, goldenes Licht. Sie lief zum Fenster, zog die Läden hoch. (Fortsetzung folgt!) lielel w IVWrtV I Mielewaschrmaschine Zu haben in den Fachgeschäften, MielewerkeA.G.Güfersloh/Wesif. Größte Waschmaschinenfabrik Deutschlands. MIELE-Erzeugnisse in größter Auswahl zu Originalpreisen am Lager. Um zwanglose Besichtigung wird höflichst gebeten. - Für Händler besondere Vereinbarungen. eisoA J. B. Häuser • Gießen Hans- und Küchengeräte. Am Oswaldsgarten, Fernspr. 2145, 2146 Klaviere, t Harmoniums w mdtßtmnü u.vreisw. gestimmt u.rev «5 Gieren, Lüdwifistrabe5p. Televb. 2403. Verkanfo.neu u aebr Klan. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 Wintertiitfswei* desDeutschenvolde? 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