m.164 Erstes Blatt 184. Zahrgang Dienstag, 17.M 1934 Wie sieht Italien zu einem Ostlocarno? In den Kußstapfen Englands Oie neue Linie bedarf einer Lteberprüfung zu ver- " Frank« a.M. Frank«. ein neues bietet, die ! r ü st u n g wohl als regionalen d i n g u n g sind in worden, der ita- stung für eine Annahme des Ostlocarno sprechen. Die Manöver der französischen Presse Italien bisher geflissentlich übersehen Aber würde es nicht gerade im Interesse q Italiener erkennen, daß sie sich die Prüfung des Ostlocarnos doch allzu leicht gemacht haben. Sie werden solche Leichtfertigkeit auch nicht damit entschuldigen können, daß Italien an diesem Pakte selbst nicht unmittelbar beteiligt sei und daß es deshalb solchen Problemen ferner stehe, denn, wie wir hören, gehört zu dem französischen Sicherheitssystem auch ein Mittelmeerpakt und ein Balkanpakt, deren eigentliches Wesen ebenfalls in der Einkreisung einiger Länder besteht. Diese Pakte sind zweifelsohne auf Italien und Bulgarien gemünzt, und wir treffen nur eine sachliche Feststellung, wenn wir uns daran erinnern, daß sie von der italienischen Oeffentlichkeit bisher in den schärfsten Ausdrücken a b g e l e h n t wurden. Wir meinen aber: Was dem einen recht ist, sollte dem andern billig sein! die Musiker st r e i k e n. Der Streikausschuß hat 19 Lokale bezeichnet, in denen sich die Streikenden und ihre Familien b e k ö st i g e n dürfen. Die wenigen noch geöffneten Restaurants werden von zahllosen Gästen überlaufen. Die Lebensmittelpreise sind im Steigen begriffen, obwohl von behördlicher Seite erklärt wird, daß die Großhandlungen noch über Lebensmittel im Werte von 10 Millionen Dollar in Speicherhäusern verfügen. Der Streikausschuß hat den Ge- müsöhändlern erlaubt, ihren Bedarf an Obst und Gemüse am Dienstag aus dem Markt von Oakland zu decken. Die Streikleitung hat zwar eine eigene Streikpolizei geschaffen, die Gewaltakte verhindern soll, doch setzt sich meistens der Einfluß der Radikalen durch. Im Laufe des Montag ist es bereits zu ziemlich schweren Ausschreitungen ge- kommen. Eine Menge von etwa 1500 Menschen stürmte und plünderte die Lebensmittelläden in verschiedenen Teilen der Stadt. Etwa 50 Personen drangen in das angebliche kommunistische Hauptquartier in Haytward ein, schleppten das Mobilar hinaus und verbrannten es. Um Ausschreitungen gleich im Keime zu ersticken, sind weitere starke Kontingente der Nationalgarde nach San Franzisko zusammengezogen worden. Ein Infanterieregiment in Los Angeles erhielt den Befehl, sofort nach dem Streikgebiet aufzubrechen. Eine Abteilung Feldartillerie aus Las Linas mit 7,5-Zen- timeter-Gefchützen ist unterwegs nach San Franzisko, ferner mehrere Tanks mit Maschinengewehren. Bis zum Montagabend dürfte die Stärke der in San Franzisko stehenden Nationalgarde etwa 6000 Mann betragen. Die Nationalgarde ist damit beschäftigt, auf den Dächern der Lagerhäuser Maschinengewehrnester einzurichten. Das Gefchäftsoiertel wird von Patrouillen der London, 17. Juli. (DJIB. Funkspruch.) „Daily Mail" greift das geplante Paktfystem in einem Leitartikel mit großer Schärfe an und erklärt, es würde ern fte Gefahren für England mit sich bringen. Es fei nicht klar, warum die englische Regierung diesen Vorschlägen ihre Unter st ühung leihe. 3n vielen Kreisen erhebe man starke Einwendungen dagegen, daß England unnötigeVerantwortlich- feiten in Osteuropa übernehme und damit von seiner historischen Politik der Nichteinmischung in Osteuropa abweicht. Das unvermeidliche Ergebnis der neuen Pakte sei, daß gewisse Länder diese diplomatische Waffe als gegen sich gerich- t e t betrachten. Sie würden sehr darüber aufgebracht fein, daß sie dadurch von Gegnern umringt werden. Das Blatt ist der Ansicht, daß die neuen französisch-russischen Vorschläge wie viele ihrer Vorgänger in den diplomatischen Papierkorb gehörten. Der diplomatische Mitarbeiter der französischen Kreisen nahestehenden „M o r n i n g p o st" meint, daß Deutschland den Ostlocarnopakt nicht a b- lehnen werde. Deutschland werde aber ohne Zweifel versuchen, als Gegenleistung für feine Annahme genau festgelegte Versprechungen in der Frage der R ü st u n g s g l e i ch h e i t zu erhal- fen. | Oie Aufrüstung schreitet fort England sucht Kriegsvorräte sicherzustellen. London, 17. Juli. (DNB.-Funkspruch.) . Die mit Spannung erwartete Regierungserklärung über die Aufrüstungsmaßnahmen für die englischen L u f t st r e i t k r ä f t e wird aller Voraussicht nach am kommenden Donnerstag vom stellvertretenden Premierminister Baldwin im Unterhaus abgegeben werden. Das englische Kabinett wird in seiner allwöchentlichen Sitzung am Mittwoch den Inhalt der Erklärung vorbereiten. Eine Unterhausaussprache über die neuen Vorschläge wird dann voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche statkfinden, wenn die Haushaltsvoranschläge des englischen Luftfahrtministeriums erneut zur Erörterung kommen. Wie,, Daily Heralb" meldet, soll die Belieferungs- ab^cllung im englischen Kriegsministerium, die sich mit der Vorbereitung von Plänen für die Beschleunigung und Erhöhung der Lieferung von Kriegsoorräten im Falle der Mobilisierung befaßt, zur Zeit mit Hochdruck arbeiten. Sechs Sachverständige, nämlich drei Chemiker und drei Ingenieure, seien neifr eingestellt. Die Kosten der Belieferungsabteilung seien in diesem Jahre annähernd auf das Dreifache des Vorjahres, nämlich 22200 Pfund, erhöht worden. Diese Verstärkung der Abteilung sei auf einen Beschluß des englischen Armeerates zurückzuführen. Man wünsche „festzustellen, wel- che Fabrikenim Kriegsfälle von ihrer normalen Tätigkeit umgeschaltet werden können". Drohungen gegen Simon. London, 17. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der englische Außenminister Sir John Simon ist, wie „Daily Telegraph" meldet, in letzter Zeit mehrfach telephonisch mit dem Tode bedroht worden. Infolgedessen wurde eine besondere Polizeiwache am Hause des Außenministers aufgestellt. Erst kürzlich wurde Lady Simon von einem Unbekannten angeläutet, der erklärte: „Sir John Simon führt England dem Krieg entgegen. Es ist ein gezeichneter Mann. Ich werde ihn vernichten." Russische Fühlungnahme in London, Pans und jfiom. Reval, 16. Juli. (DNB.) Wie aus Moskau gemeldet wird, hat Außenkommissar Litwinow die russischen Botschafter in Rom, London und Paris aufgefordert, mit den Außenmini st e- rien der betreffenden Länder in Fühlung zu treten über die Frage der Verwirklichung des Ostlocarno-Planes auf Grund des Meinungsaustausches zwischen Moskau, Paris, Rom und London. „Zn den diplomatischen papiettorb!" Wachsende Bedenken in der öffentlichen Meinung Englands gegen Barthous Paktsystem. I Klassen Mer, big Mbe am Mun im Me hat, ■n- zum ■ m die ■ Co fiel Mwsky MrMe. M Rade »nd auf. M „Ger- Wund dem 8. die I wurden, Won ihm I Strecke iel. 23er« ert und llee, als ng 1900 iren das löst sich ranksutt) iem Bor« >ie beiden sich mit lte fii) ts I rr mit r °uf I loZae, M. p>- ju IDaub, rr der ersuchte lr aber [°s der M dem pusein, r meist V fo !;ehn Me I der arger Deutschland zu werden, die Rüstungsgleichheit herbeiführt." Der Chor der höchst wachen „Träumer" hat sich inzwischen erheblich verstärkt, obgleich eine englische Zeitung wahrheitsgemäß die Mitteilung machen konnte, der Berliner englische Botschafter sei nicht in der Lage gewesen, bei seiner Unterredung mit dem deutschen Reichsaußenminister diesem die Erfüllung der Mindestforderungen in der Rüstungsfrage als Gegenlei- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen zu prüfen (!). Verhandlungen können eine Folge der Verwirklichung dieser Pakte beginnen, aber als Vorbe- für die Pakte können sie nickt ein- g e l e~i t e werden." Mit anderen Worten: Die französische Regierung denkt nicht daran, die italienischen'Hoffnungen auf eine Gleichheit der Rechte unter den Völkern Europas zu verwirklichen, sie denkt nicht daran, das Ziel einer Polizeiherrschaft über diesen Erdteil aufzugeben, sie denkt nicht daran, den Völkern den ersehnten inneren und äußeren Frieden zu gewährleisten. Warum sollte auch Bar- thou die „Politik der Allianzen", die er noch vor einigen Tagen offen und brutal als sein Ideal erklärte, in dem Augenblick aufgeben, in dem sie ihm den ersten größeren Erfolg versprach? Das Spiel mit scheinbaren Zugeständnissen und groben Hintergedanken, mit pathetischen Friedens- roorten und nüchternen Kriegsoorbereitungen geht unentwegt weiter. Puris mischt wieder die Karten, und seine Trümpfe sollen die Partner bis zur Unterwürfigkeit einschüchtern. Es bauerte nicht vier- uiidzwanzig Stunden, uls schon in der französischen Rüstungs- und Regierungspresse die Opposition gegen die Rede des englischen Außenministers Simon im Unterhaus laut wurde. Noch einen Tag vorher hatte man den Erfolg der Barthouschen Reise nach London in allen Tonarten gepriesen, aber nun hieß es: „Man glaubt zu träumen, wenn man an Hand der Ausführungen des englischen Außenministers feststellt, daß das Ostlocarno a n st a t t e i n S ch utz gegen Mit der Frage der Streiks ist unmittelbar verknüpft auch der Kampf um die politische Macht. Die Marxisten haben daher eigentlich jeden Streik nicht unter dem ökonomischen, sondern unter dem politischen Gesichtswinkel betrachtet. Sie unterschieden sich nur gradweise, aber nicht prinzipiell von jenem Anarcho-Syndikalismus, der vor allem in Frankreich, hauptsächlich in den Jahren 1903 bis 1910, politische Streiks inszenierte, genau wie bei uns der Marxismus. Diese Streiks wurden anqesetzt, um dadurch der herrschenden Gesellschaft den Atem zu rauben. Durch revolritionare Streikaktionen, die im einzelnen, wie die Theoretiker z B Sorell und in Deutschland Rosa Luxemburg und Liebknecht zugaben, mit dem Elend der Streikenden bezahlt wurden, sollte aus einzelnen Scheiterhäufchen ein großer Reoolutions- brand und aus dem Elend und der Verbitterung der Beteiligten ein radikaler Revolutionswille erstehen. Dieses den Organismus zerstörende Fieber wird also auch in Amerika künstlich erzeugt. Verschärfung in San Franzisko. Umfangreiche Maßnahmen zur Vorbeugung von Ausschreitungen. San Franzisko, 16. Juli. (DNB.) Der Generalstreik ist am Montag punkt 8 Uhr in Kraft getreten. Von diesem Zeitpunkt stockte jeglicher Verkehr auf der Straße. Gas und Elektrizität sind noch in Betrieb. Auch die Zeitungsstände, Milch lad en und die Bäckereien sind noch offen. Ferner funktioniert noch die Müllabfuhr. Fleisch und Gemüse gibt es nicht mehr. Theater und Kinos sind geschlossen. Darbietungen im Rundfunk gibt es nur in beschränktem Ausmaße, ba auch Ä'Ä'« AP? 4 Heimat im Bild Die Scholle ■ WHU ■ ■ ■ ■ ▼ ■■ M 1 W MV Grundpreise für l mm höhe Monatr-Vezugspreir: ■ H W ■ WW ■ K W W H M H WWW "XJ' H für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MW ■ ■ HT W M ■ H ET ■ WWW WWW W Breite 7 Rpf., für Text« Ohne Illustrierte „ 1.80 ■ H W W . W H WL. ■ W W UVL. W H BL . H anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. „ -.25 ■ W W W WWW W- wM W 60 Rpf.,Platzvorschrift oder V WU S.undp-.is.- -WD General-Anzeiger für SberWen HW Stanifurt am Main 11686 Druck unö Verlag: vrühl'sche UniverfitStr vuch- und Steindruckerei R. Lange in Eiehen. Schriftleitnng und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse^Staffel'k lienischen Politik liegen, sich eingehend mit diesen Manövern zu beschäftigen? Würde man aus ihnen nicht sehr gute Lehren für die eigene Zukunft ziehen können? Außerdem würden die Die italienische Presse hat sich gegen die deutsche Auffassung gewehrt, als ob die Zustim - m u ng Mussolini szum Ostlocarnopakt einen plötzlichen und radikalen Frontwechsel der römischen Politik bedeutete. Die große Veränderung sei nicht in Rom, sondern in London eingetreten, wo die englische Auffassung über die französische Auffassung gesiegt hätte und wo aus einem deutsch-feindlichen Plan ein völlig neuer Vorschlag in Gestalt des Ost-Locarnopaktes entstanden sei, der durch gegenseitige Garantie der Grenzen das französische Sicherheitsbedürfnis ausreichend befriedige und der deshalb die völlige Gleichberechtigung Deutschlands in sich schließe. Dieser sehr optimistischen italienischen Auffassung konnte sich Deutschland von vornherein nicht anschließen, da von deutscher Gleichberechtigung nur in sehr unbestimmten allgemeinen Wendungen die Rede war, während der Einkreisung s ch a r a k t e r der neuen Vorschläge überaus deutlich aus dem gleichzeitig vom englischen Botschafter in Berlin überreichten r us sif ch - fr a n- zösischen Bündnisvertrag hervorging. Von einer „Gegenseitigkeit" durch das Ostlocarno konnte um so weniger gesprochen werden, als im Ernstfälle die in der Mitte des Systems liegenden Länder, also Polen und besonders das von modernen Waffen entblößte Deutschland, zu Durch- zugsgebieten oder Kriegsschauplätzen fremder Heere werden müßten, während die am Rande des Systems befindlichen hochgerüsteten Staaten von solchen Gefahren verschont bleiben würden. 1. '.r tjatten Die bis« Wahrer« mb große t Rennen reffe wur« lschenbahn erschiebene jrhen bei« hmen zum eiber ging ch heroor- n scharfes tragen zu es feinen jürfungen, i nicht zu ngten her. vier Bor« Reibungen en 1. und r Johann lif seinen n Kölner m sich an bie Fah' h belegen Teilnehmer en Siegel >umann r mit sich iinfl jeder ufen aus- ls wieder r mit 1* (KoblenZ' en-Vanm r beiden ttad> e Shre^ begrüßt- s-Nen- '"sich * eine am te Sieger >n)eikamp! L. Paar ^charias * * Generalflmkfieber in WA. Streiks, also eine mehr oder minder organisierte Arbeitseinteilung und ihr Gegenpol, die Aussperrung sind nur dort möglich, wo der Staat nicht den Ausdruck der Volksgemeinschaft ist und die machtmäßige Austragung von Lohnstreitigkeiten möglich bleibt, weil eine ungeregelte Produktion unter einem liberalistischen Wirtschaftsprinzip zu Spannungen führt, die ter Staat nicht beseitigen will. Im neuen Deutschland, das mit dem Klassenkampf auch die Klassenspannungen beseitigte, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer als Faktoren eines Machtkampfes nicht mehr betrachtet, sondern die Betriebsgemeinschast zur Grundlage hat, sind daher Streiks ein Ding der Unmöglichkeit. Sie widersprechen dem nationalsozialistischen Wirtschaftsprinzip ebenso wie es Aussperrungen tun würden; in einem gesunden Organismus gibt es keinen Kampf ter Glieder um die Vormachtstellung. Die in San Francisco ausgegebene Generalstreikparole ter amerikanischen Arbeiterschaft ist nur eine Folgeerscheinung der großen Wirtschafts- und Sanierungskrise, die nach dem Absinken der Prosperity-Periode das klassische Land des Wirt- schaftsindividualismus zerfrißt. Die amerikanische Wirtschastsentwicklung, aus der allein die jetzige soziale Revolutionswelle verständlich wird, ist vielfach der europäischen abseitig gewesen. Das Koalitionsrecht der Arbeiterschaft, das eine rechtliche Folge ter Anerkennung von Arbeitnehmerkoalitionen fein müßte, ist in den USA. bisher nur a u f dem Papi er vorhanden gewesen. Daher trugen die Arbeitskämpfe wesentlich einen anarchischen Charakter, sie waren vermengt mit politischen Bestrebungen, aber sie scheiterten durchweg daran, daß in einem rein kapitalistischen Staat ganz naturgemäß die Staatsgewalt in den USA. gegen die Arbeiterschaft eingesetzt wurde. Die Sher'fs mit ihren Milizen waren in den einzelnen Bundesstaaten zumeist von den Unternehmern besoldet und daher trugen auch in früheren Jahr^ zehnten dort die sozialen Kämpfe einen ausgesprochen blutigen Charakter. Erst Roosevelt versuchte im Niraprogramm das Koalitionsrecht der Arbeiterschaft, also die G l e i ch - berechtigung der Gewerkschaften mit den mächtigen Unternehmer- und Trustverbänden herbeizuführen. Aber ein großer Teil der Unter» nehmerverbände weigerte sich, mit Gewerkschaftsvertretern über Lohnfragen zu verhandeln und versuchte, Betriebsgewerkschaften, was früher bei uns gelbe Verbände hieß, aufzuziehen, die natürlich schon aus rein materiellen Zwangsläufigkeiten nichts anderes gewesen wären als eine verkappte Unternehmerschutztruppe. Da in den USA. der Klassengegensatz außerordentlich groß ist, vermengen sich heute, wo infolge der Inflation d Kaufkraft der Löhne hinter den Preisen herhinkt, politische und wirtschaftliche Ideologien auf der Gewerkschaftsseite und natürlich benutzt der Korn« m u n i s m u s die Sage, um in Kalifornien so etwas wie einen Herd der Revolutionierung zu schaffen. Es ist übrigens falsch, wenn behauptet wird, abgesehen vom Pullman-Streik, seien die USA. von großen Streikbewegungen verschont geblieben. Schon 1886 sahen die Vereinigten Staaten den größten Streik, der eine halbe Million Arbeiter umfaßte. Dort, wo wirtschaftliche Verbände im Staate um die Macht und um die Beherrschung des Staates ringen, find die Streiks an der Tagesordnung. Wir können es uns heute kaum noch vorstellen, daß allein 1919 und 1920 rund zehn Millionen Arbeiter nicht weniger als 5307 Streiks anzettelten, die fast 80 000 Betriebe betrafen und die nicht etwa den Zweck einer Lohnerhöhung hatten, sondern rein politische Streiks waren, daß allein in den Jahren 1924 bis 1928, vom Ende der Inflation bis zum Einsetzen der Wirtschaftskrise, fast 71 Millionen Arbeitstage durch Streiks und Aussperrungen verloren gingen, und daß in Deutschland jährlich im Durchschnitt 1 bis IV2 Milliarden Mark Volksoermögen durch Streiks und Aussperrungen verloren wurden. Gemeinhin standen die durch Streiks und Aussperrungen erzielten Ergebnisse in gar keinem Verhältnis zu dem Verlust der Beteiligten und dem Gesamtverlust an Dolksvermögen. Diese politischen Streiks sind fast durchweg ein Ausfluß der rein marxistischen Betrachtungsweise. In einem Staate, dessen Formgebung das Gegenteil eines nationalsozialistischen ist, tritt der Kampf der Jnteressentengruppen rein machtpolitisch fo tn die Erscheinung, daß durchweg der Staat se bst nicht führt, sondern n u r a l s O r d n u n g s p 0 l i - z i st auftritt und sich nicht darum kümmert, welche Einbuße und Vergeudung mit ben Wirtschaftskräften vorgenommen wird. Wahrend die Unternehmerschaft in einer solchen Armrchle sich zu- sammenschließt, tritt in der Arbeiterschaft das 23e= streben zutage, als reine Lohnempfangermasse auch politisch Macht zu gewinnen Das Land der großen Streikbewegungen ist eigentlich England gewesen, seit vor 110 Jahren, 1824, das Koalitions- ?echt auch der Arbeiterschaft gewährt werten mußte. Unmittelbar darauf setzten die großen Streiks wahrend der Chartistenbewegung em, sie flauten ab, als England in den fünfziger und sechziger W™ fast ein Industrie- und Handelsmonopol hatte, sie etzten nach 1870 derart em, daß bis 1880 England nicht weniger als 2352 große Stre.kbewegun- gen zählte, darunter 1879 den ersten Generalstreik mit 300 000 Streikenden, der an Umfang nur durch den obenerwähnten General reik m USA mit 500 000 Beteiligten übertroffen wurde, ©egen Streiks und Aussperrungen gibt es m einem nicht- nationalsozialistischen Staat kemerle, H°'lmtttest sie sind in parlamentarisch regierten Staaten -'N Aus- stutz des sinnlosen Klassenkampfes und des Kamp- fes der einzelnen Wirtfchastsgruppen um die Macht im Staate selbst. «chatte WM 1:0) w Nationalgarde durchstreift. Im Hafen warten 170 Dampfer a u f ihre Abfertigung. Als Folge des langen Hafenarbeiterstreiks ist die Proviantversorgung Alaskas, wo die Sommerzeit nur sehr kurz ist gefährdet. Auch die Materialversorgung Hawaiis ist bedroht. Auch in anderen Städten der pazifistischen Küste macht die Streikbewegung Fortschritte. In Dani e l s o n (Connecticut) traten 500 Wollspinner in den Streik, weil die Leitung der Werke eine 25pro- zentige Lohnerhöhung ablehnte. In Birmingham (Alabama) traten 22 000 Textilarbeiter am Dienstag in den Streik. Die Hafenarbeiter von Vancouver weigerten sich, amerikanische Schiffe zu löschen, weil diese mit Streikbrechern als Besatzung fuhren. Die Streikleitung hat angeordnet, daß in den Städten Oakland, Alameda und Portland umgehend Streikabstimmungen durchgeführt werden. Man rechnet damit, daß diese Städte sich dem Generalstreik anschließen werden. Der Leiter der NRA., L o h n s o h n, ist in einem Armeebombenflugzeug nach San Franzisko unterwegs. Senator Wägner ist dabei, Neuyork im Flugzeug zu verlassen, um zu versuchen, den Generalstreik beizulegen. Gpürbare Ernüchterung. Wie lange hält die gute Laune des Publikums an? San F r a n z i s k o, 17. Juli (DNB. Funkspruch). Das starke Truppenaufgebot, das nach dem Eintreffen weiterer Verstärkungen jetzt 7000 Mann beträgt, sowie die demonstrative Aufstellung von Geschützen, Maschinengewehren und Tanks scheinen zusammen mit der Unsicherheit hinsichtlich der Haltung der Bevölkerung einen ernüchternden Einfluß auf bie Streikleitung aus- Wie berechtigt unsere Kritik an ber italienischen Haltung war, bas zeigt nunmehr mit schonungsloser Offenheit bie sonntägliche Festessen-Rebe bes französischen Außenministers B a r t h o u , bie in bem Satz gipfelte: „Man kann noch nicht sagen, ob nach Verwirklichung jener regionalen Pakte (Ostlocarno) Zeitalter beginnt, bas bie Möglichkeit Auswirkung biefer Pakte auf bie A d - Lehren der Außenhandelsbilanz 3. 4 DieAufgabenderNG.-Kulturgemeinde Berlin, 16. Juli. (DNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, hat Dr. Walter Stang zum Amtsleiter der NS.. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" für das Amt NS. - Kulturgemetnde er» nannt. Zwischen dem Leiter des Amtes Volkstum und Heimat der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und dem Leiter der N S. - K u l t u r g e. m e i n d e wurde vereinbart, daß die NS.-Kultur« gemeinde ihre Aufgaben nunmehr gleichzeitig für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" durch, führt. Ihr Aufgabengebiet umfaßt die künstlerisch kulturellen Veranstaltungen auf dem Gebiete des Theaters, des Konzerts, des Filmes, der bildenden Künste, des Vortragswesens und des Schrifttums. Die Aufgaben des Amtes für Volkstum und Heimat werden hiervon nicht berührt. schlage M General berW sollen. Die bejehung ° gelegen Del der i ehemalige traten W ben Unter alte Äämpi lieber sei preußisi rer der 9 die reiche wesen, ging hand-mch^ len vor sie lichezer stilnmung rein poli für notwc klar ab zei ohne petenzen. erreicht, nalMiat Oii Kirä 6iit«o LPD. Aula de desbischo Deutsche Lande- Führers arbeit bei Zeil b i e sten-Le offizielle! W 'm ' und die 9 flUttfl rch die jeder Kirche sl Reichs nur eine! z eua n i f s e hieraus herste l le n, die Getreide oder Erzeugnisse hieraus ver teilen, -janete dadurch de .„■3ur | Meit Q6t Wj s es jä,” $ 1 Dtri JrankreiOs innerpoliiisches System in Gärung Werden sich neue Fronten bilden? 4. die Brot her st eilenden Betriebe. Die 19 Getreidewirschaftsverbände, deren Gebiete mit denen der gleichnamigen Landesbauernschaften übereinstimmen, werden untereinander zur Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft zusammengeschlossen. Die wirtschaftliche Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen wird der Hauptoereinigung angeschlossen. Der zweite Abschnitt hat die Uebergangsregelung der Ablieferung und der Verwendung von inländischem Roggen und inländischem Weizen zum Gegenstand. Bis zur Regelung des Absatzes durch die Zusammenschlüsse werden besondere Bestimmungen So ergab sich für die Rohstofflieferanten ein erheblicher Einnahmeausfall, für die Rohstoffprodu- zenten ein verringertes Absatzgebiet mit der dazu gehörigen Erwerbslosigkeit. Das lind zwei Lehren, die die jüngste Entwicklung des Warenaustausches hervorgeoracht hat und die eindringlicher nicht sein könnten. Aber die Erkenntnis solcher größerung des Warenaustausches sich s e l b st Nutzen gebracht, denn eine Erweiterung des Warenverkehrs hat uns zusätzlich«' Devisenmengen gebracht, die wir teils für Zinszahlungen, teils aber für Bestellungen — in den letzten Wochen waren es in Holland Frühkartoffeln — wieder bereitstellen konnten. Den anderen gegenüber sahen wir uns jedoch vor die Notwendigkeit gestellt, nicht mehr abzunehmen, als sie uns an Bestö^. lungen deutscher Waren zukommen lassen. Betrieben und für die Verwirklichung des neuen Arbeitsethos zuständig sind. Sie betreuen nicht die einzelnen Menschen, sondern Betriebe. . Die Reichsberufsgruppen haben allem die Aufgabe der B e r u f s e r z i e h u n g. Ihr Auf. bau soll Arbeiter- und Angestelltenberuse gleichermaßen umfassen. Die Stellenvermittlung und die Unterstützungseinrichtungen für Erwerbslose sind ein wesentlicher Bestandteil der Reichsberufsgruppen, da ihre Aufgabe in höchstem Maße berufspolitisch ist. Selbstverständlich werden bei diesem Organisationsumbau die Rechte älterer Der- bandsmitglieder gewahrt werden. Abschließend besichtigte Staatsrat Dr. Ley noch die Entwürfe einer beruf stündlich en Ausstellung und gab seiner vollen Befriedigung über den Stand dieser Arbeit Ausdruck. Keine Störung -er Berufsausbildung. Rücksicht auf den Facharbeiternachwuchs bei derErsetzung von jugendlichenArbeitern durch ältere Erwerbslose. Berlin, 16. Juli (DNB.) Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup, der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, der Führer der Wirtschaft Graf von der Goltz und der Reichsjugendführer Baldur von Schirach geben folgendes bekannt: Bei der Freimachung von Arbeitsplätzen für ältere Arbeitslose sind in einer Reihe von Fällen auch junge Facharbeiter, die eben ihre Lehre beendet hatten, ja sogar Jugendliche, deren Lehroer- .stabile Mehrheit sich die Möglichkeit, autonom zu regieren, verschaffen könnte, ohne deshalb gegen eine von der äußersten Rechten dro- benden Gefahr ein zeitweiliges Bündnis mit der sozialistisch-kommunistischen Front auszuschlagen? — Von sozialistischer und kommunistischer Seite wird jedenfalls versichert, daß man die gegenseitig eingegangenen Verpflichtungen loyal einhalten wolle, um der gemeinsamen Aktion ein Höchstmaß von Erfolg zu sichern. Pichot, der Vorsitzende der Bundesvereinigung der ehemaligen Frontkämpfer, also derjenigen Frontkämpfer-Vereinigung, die innerhalb des Spitzenverbandes die stärkste Mitgliederzahl aufweist und gemäßigt links eingestellt ist, ist auf einem Gaufest in Albi für eine Verfassungsreform eingetreten. Pichot verlangt eine starke Regierung unter parlamentarischer Kontrolle, bei gleichzeitiger Revision der französischen Verfassung von 1 875, vor allem auch durch Heranziehung der Möglichkeit einer Kammerauflösung. Verfassungsrechtlich müsse ein W i r t s ch a f t s r a t geschaffen werden, vor dem alle wirtschaftlichen Probleme offen zur Diskussion gestellt werden. Die Befugnisse der Ministerpräsidentschaft müßten verstärkt werden. Wenn das Parlament diese Reform wolle, würden die Frontkämpfer für den Zusamm en tritt einer verfassunggebenden Versammlung eintreten. Der wirtschaftliche Liberalismus sei vorüber, der Kapitalismus habe bankrott gemacht. Das neue Menschenrecht sei das Recht auf Leben durch Arbeit Eine wahre Revolution sei im Entstehen. Man müsse sie nach dem Grundsatz leiten, daß der Gedanke höher stehe als das Geld und daß der Mensch Achtung verdiene. Paris, 17. Juli (DNB.-Funkspruch.) Die Sozialistische Partei beschloß, mit den Kommunisten zusammen eine gemeinsame Aktion gegen den Faschismus und den Krieg einzuleiten. Der Beschluß wird von der Presse als der erste entscheidende Schritt zur Schaffung der proletarischen Einheitsfront und als ein politisches Ereignis von größter Tragweite bezeichnet. Die soziale Revolution und der Klassenkampf würden damit nach Auffassung weiter Kreise in ein neues Stadium treten. Geteilter Meinung ist man höchstens darüber, ob fortan zwei geschlossene Blocks — rechts und links — aufeinander prallen werden, zwischen denen sämtliche Zwittergebilde verschwinden müßten, oder ob vielleicht zwischen diesen beiden Gruppen ein Sammelbecken für die wirklich aufbauenden Kräfte der Nation entstehen könnte. Für die nationalistischen Kreise gibt es nur eine Lösung: zwischen der nationalen Einigung und dem revolutionären Block ist kein Raum für eine Mittelgruppe. Die Stunde der Entscheidung habe geschlagen, denn die Ereignisse würden sich überstürzen. Der öffentliche Friede und die Zukunft der Nation ständen auf dem Spiel. lieber eine mögliche Zwischenlösung äußerte sich die linksradikalsozialistische „R e p u b l i q u e". Das Blatt fragt, werden wir eine Spaltung und die Bildung einer Reformpartei als Mittelding zwischen Reaktion und Revolution erleben, die von dem wirtschaftlichen Realismus und politischer Freiheit getragen nach der Mitte und nach links übergreifen wird, die pazifistisch und national zugleich ist und sich bemüht, die Verbindung zu den verschiedenen Schichten der arbeitenden Bevölkerung aufrecht zu erhalten, einer Reformpartei, die durch eine Die Ordnung der Getreidewirtschaft. Organisatorische Zusammenfassung. — Ablieferung, Verwendung und Preisfestsetzung. - Ausreichende Brotversorgung ohne allgemeine Preiserhöhung. zuüben, die sich bemühte, hinsichtlich der Nahrungs- mittelzusuhr Zugeständnissezu machen. Trotzdem werden die Folgen des Streiks von Stunde zu Stunde fühlbarer. Hunderttausende an dem - Streik nur mittelbar Interessierte können unter dem Druck der zunehmenden Entbehrungen ihre bisherige Zurückhaltung rasch ändern. Während sich das Publikum am Montag mit einem gewissen Humor mit Schokolade und Rollschuhen über Nahrungsmangel und Verkehrslahmlegung hinweghalf, verurteilt die Presse der gesamren Pazifik-Küste die Generalstreikbewegung mit größter Schärfe. „Los Angeles-Times" führt aus, Generalstreik fei eine falsche Bezeichnung für die Vorgänge in San Franzisko. Es handelte sich hier um eine kommunistische Revolte gegen die Regierung. Ein weiteres Blatt verlangt die Rückkehr Roosevelts vom Urlaub und sein Eingreifen zur Beendigung der Streikbewegung. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Rossi hat sich in San Franzisko ein Bürgerausschuß von 500 Mitgliedern gebildet, um die Nahrungs- mittelzusuhr sicherzustellen. Gouverneur Merriam erklärte im Rundfunk, daß er die Truppen erst ausgeboten habe, nachdem ihm von einem Ausländer, gemeint ist offenbar der Streikführer B r i d g e s , ein Australier, mitgeteilt worden sei, daß der Betrieb der durch den Hafen führenden Staatsbahn nicht gestattet werde. Sollten die Truppen nicht ausreichen, so behalte er sich die Anwendung aller für die Erhaltung des Gemeinwohls notwendigen Mittel vor. Oie Komintem fordert zur Unterstützung der Streikenden auf. Moskau, 16. Juli. (DNB.) Die Streiklage in San Franzisko findet in Moskau großes Interesse. Die amerikanische Sektion der Komintern fordert die Arbeiter in einem Aufruf zur weiteren Unterstützung der Streikenden auf. hältnis noch nicht abgeschlossen war, aufgefordert worden, den Arbeitsplatz zu verlassen und in den Arbeitsdienst ober in die Landhilfe einzutreten. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Auswechslung Jugendlicher gegen ältere und kinderreiche Erwerbslose keinesfalls unter Benachteiligung der Wirtschaft und unter Gefährdung des notwendigen F a ch a r b e i t e r n a ch w u ch- s e s vorgenommen werden darf. Es herrscht heute schon in einer Reihe von Berufen Mangel an qualifizierten Facharbeitern und an Nachwuchs hierfür. Es liegt daher im Interesse der deutschen Volkswirtschaft und des organischen Aufbaues der werktätigen Bevölkerung, daß die berufliche Aus- bildung der Jugend in keiner Weise gestört wird. Der vorzeitigen Beendigung des Lehrverhältnisses stehen schon die gesetzlichen Bestimmungen der Gewerbeordnung entgegen. Besonders bei qualifizierten Berufen ist die Ausbildung zum Facharbeiter keineswegs mit der Lehre abgeschlossen. Zum brauchbaren Facharbeiter reift der Jugendliche erst in den ersten Ge- hilsenjahren heran. Seine vorzeitige Auswechslung würde daher sein berufliches Fortkommen behindern. Selbstverständlich ist die Teilnahme am Arbeitsdienst auch für ihn vaterländische Pflicht, nur muß versucht werden, sie auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Im übrigen weisen wir nochmals darauf hin, daß die Entscheidung für die Freimachung von Arbeitsplätzen, die bisher von Jugendlichen eingenommen wurden, in der Verantwortung des Führers des Betriebes liegt, der bei allen diesen Maßnahmen ausschließlich vom Vertrauensrat beraten wird. s* stz ;:rt breitet. * d°b d° ° /rolll,ek » < I« M ® l Ministerialdirektor Moritz vom Reichsernährungsministerium wies vor Pressevertretern besonders auf die Schaffung der Hauptvereini- gung der Getreidewirtschaft hin, der die Mühlenvereinigung, die 30000 deutsche Mühlen umfaßt, anaeschlossen wird. Die Getreide- wirtschaftsverbände, bie von der Hauptvereinigung geschaffen werden, umfassen alle Erzeuger von Getreide, alle Vermittler der Getreidebewegung, alle Verarbeiter und Bearbeiter des Getreides und schließlich Brotfabriken und Bäcker. Diese Getreidewirtschaftsverbästde mit der Hauptvereinigung in Berlin werden das Rückgrat der gesamten Getreidewirtschaft in organisatorischer Beziehung sein. Sie werden die Aufbringung des Getreides vom Hof zum Markt, die Bewegung der Ware, ihre Verwendung und schließlich die Preisbildung sowie die Preisspannenfestsetzung regeln. Wenn Die Getreidewirtschaftsverbände und die Hauptvereinigung zum 31. Oktober fertig fein werden, bann werden sich alle Fragen auf dem Getreidemarkt von selbst regeln. Die Organisation wird verhindern, daß beim Absatz von Getreide für den Erzeuger ungünstige Stockungen auftreten und sie wird sicherstellen, daß der Getreide- und Brotbedarf immer gedeckt werden kann. Ueberfchüfsiger Roggen und Weizen geht in die Hand des Reiches über und wird für das Ende des Vierteljahres aufbewahrt. Zu ben Preisen ist zu bemerken, baß wir im vergangenen Jahr eine sehr gute Ernte hatten. Es war ein Preis festgesetzt worben, der bem Dor- kriegspreis angenähert war. In diesem Jahr beträgt der Minderertrag der Ernte für bas (Betreibe berechnet ungefähr 22 bis 23 v. H. gegenüber bem Vorjahre. Würde der Minderertrag durch eine entsprechende Erhöhung der Festpreise ausgeglichen werben, bann würde die daraus resultierende Brotpreiserhöhung nicht gering sein. Es muß deshalb den sozialen Bedürfnissen im laufenden neuen Getreidewirtschaftsjahr zu Lasten ber Landwirtschaft Rechnung getragen werden. Es wird einmal der Ausmahlungsgrad für Roggen, dem wichtigsten Brotgetreide, auf 75 v. H. (jetzt ungefähr 68 v. H.) erhöht. Dadurch wird eine Mehrausbeute von 450 000 Tonnen erzielt. Infolgedessen kann der Müller 6 Mark für die Tonne mehr zahlen. Zum zweiten, da nach jahrzehntelangen Erfahrungen bis Neujahr 60 bis 65 v. H. der Getreideernte abgeliefert fein werden, werden gleich im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr erhöhte Ausgangspreise festgesetzt. Bei Roggen macht bie Erhöhung im Jahresdurchschnitt 6 Mark mehr aus und für Weizen 10 Mark für bie Tonne. Für Weizen macht das beim Konsumenten nichts aus. Bei dieser Preisfestsetzung wird ben landwirt- fchaftlichen Betrieben bewußt etwas zugemutet, benn es muß auf bie Kaufkraft der Bevölkerung Rücksicht genommen werden. Deshalb ist an eine allgemeine Brotpreiserhöhung nicht zu denken. Das schließt nicht aus, baß hier und dort eine örtliche Korrektur des Brotpreises vorgenommen werden muß. Ehe das aber zugelassen wird, wird dem Getreidehändler, dem Müller, bem Mehlhändler und dem Bäcker vorerst genau so viel wie dem Bauern zugemutet werden: d. h. herunter mit ber Preisspanne. Veranlassung zu Besorgnissen gibt es nicht, denn eine ausreichende Versorgung ist gesichert. Türkisch- englischer Zwischenfall. Badende englische Marineoffiziere von türkischer Küstenwache beschossen. Athen, 16. Juli. (DNB.) Nach Meldungen aus Samos wurde ein mit drei Offizieren besetztes Boot des vor Samos ankernden englischen Kreuzers „D e v o n sh ir e", das zu einem Badeausflug auf die nahegelegene Küste Kleinasiens zusegelte, von der türkischen Küstenwache beschossen. Der Marinearzt, Leutnant Robinson, wurde von einer Kugel getroffen, stürzte über Bord und ertrank. Die beiden anderen Offiziere, von denen einer eine Fleischwunde an der Schulter erhielt, sprangen ins Wasser und brachten sich durch Schwimmen nach der Insel Samos in Sicherheit. Der Leichnahm des getöteten Offiziers konnte noch nicht gesunden werden. Die türkische Regierung hat, wie Reuter meldet, nach Prüfung des Zwischenfalles den türkischen Botschafter in London angewiesen, der englischen Regierung ihr Bedauern auszusprechen. Nach der amtlichen türkischen Darstellung des Zwischenfalls hat ein türkischer Zollbeamter beobachtet, wie drei unbekleidete Männer auf einem Segelboot an Land stiegen. Er forderte sie auf, st e h e n z u bleiben. Sie Männer kamen jedoch dem Befehl nicht nach und kehrten zu ihrem Boot zurück. Der Beamte gab hierauf einen Warnungsfchuß ab und, als dies keinen Erfolg hatte schoß er scharf. Der Beamte hat erklärt, daß er die Männer für S ch m u ggler gehalten habe. Andere Meldungen besagen, in Jstambul vermute man, daß der Schauplatz des Zwischenfalls eine verbotene militärische Zone an der türkischen Küste war. Die Küstenwachen hätten nicht gewußt, aufwensie geschossen hätten, bis die Insassen eines englischen Motorbootes ihnen gesagt hätten, daß bie Opfer britische Offiziere feien. Es ist unbekannt, ob das Segelboot die britische Flagge geführt habe. Das Willkürregiment im Memelgebiet. Memel, 16.Juli. (DNB.) Das neue Direktorium im Memelgebiet nimmt fortlaufend Willkürmaßnahmen, insbesondere Entlassungen autonomietreuer Beamter vor, obwohl es mit dem Mißtrauensvotum des verfassungsmäßigen Landtags rechnen muß und daher nur Repräsentant der litauischen Minderheit ist. Seit dem 11. Juli sind neben mehreren Magistratsbeamten 83 Justizbeamte entlassen worden. Die Entlassung von 35 Forst beamten und 20 Amtsvor st ehern steht bevor. Für den genannten Geschäftsbereich der Autonomieverwaltung ist der a u s s ch l i e ß l i ch e Gebrauch der litauischen Sprache anbefohlen worden. Der Kriegskommandant Hat, gestützt auf die Aen- öerung des § 10 I des Staatsfchutzgefetzes die Neumann-, Saß- und vor allem auch die Memelländische Landwirtschaftspartei als geschlossen erklärt. Diese bedeutet praktisch, daß alle Angehörigen dieser Parteien, also die überwiegende Mehrheit aller nicht großlitauisch eingestellten Wahlberechtigten des aktiven und passiven Wahlrechts beraubt werden und weder Beamte noch Mitglieder von öffentlich-rechtlichen Körperschaften sein können, denn nach dem bisherigen radikalen Vorgehen gegen alle autonomietreuen Beamten usw. ist nicht zu zweifeln, daß die in Ziffer 2 § 10 geforderte „Gefahr ihres Wirkens für öen Staatsschatz" durchweg behauptet werden wird. Dr. Ley bei den Berufsgruppen. Von ber Deutschen Angestelltenschaft wird uns rmtgetellt, daß der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. L e y, am Mittwoch das a r 5 u Reichsberufsgruppen in Berlin besuchte und an einer Arbeitstagung der Bezirksleiter der Reichsberufsaruppen der Deutschen Arbeltsfront teilnahm. Die Bezirksleiter der verschiedenen deutschen Gegenden berichteten. Anschlie- hend schilderte Staatsrat Forster, rote in dem letzten Jahre bereits für die Angestellten eine wertvolle Berufserziehung aufgebaut werden konnte. Staatsrat Forster gab auch verschiedene Anregungen für den organisatorischen Ausbau der Deutschen Arbeitsfront. Staatsrat Dr. L e y schilderte die Entstehung der in den Organisationsplan der Deutschen Arbeitsfront und der „NS.- Gemeinschaft Kraft durch Freude" festgelegten Organisation. Künftig werden drei ver- schledene Bestandteile der Organisation nebeneinanderstehen. Einmal die B l o ck s , Z e l l e n usw. der PO. und der DAF., denen weltanschauliche und organisatorische Aufgaben übertragen find. Daneben wirken die R e i ch s b e tr i e b s g e m e i n- schäften bie für die sozialen Vorgänge in den erlassen, wonach jeder Erzeuger, dessen landwirtschaftlich genutzteFläche im Getreidejahr 1934/35 fünf Hektar übersteigt, verpflichtet ist, für Zwecke ber menschlichen Ernährung ober für technische Zwecke inländischen Rogge n vom 16. Juli bis 31. Oktober 1934 in einer Menge abzuliefern, die 30 v. H. ber Menge entspricht, die ber Erzeuger aus ber Roggenernte 1933 bis zum 15. Juli 1934 ab geliefert hat, ferner inländischen Weizen vom 16. August bis 31. Oktober 1934 in einer Menge abzuliefern, bie 29 v. H. der Menge entspricht, bie der Erzeuger aus ber Weizenernte 1933 bis zum 15. August 1934 abgeliefert hat. Wenn ein Erzeuger im Rahmen der für ihn festgesetzten Liefermenge ober ein Erwerber von inländischem Roggen ober inländischem Weizen für solches (Betreibe keinen Absatz findet, so hat er dies bem für ihn zuständigen Getreidewirt- schaftsverband zu melden, ber bie Aufgabe hat, für die Ware eine Absatzmöglichkeit nachzuweisen. Die Regelung ber Ablieferung von inländischem Roggen und inländischem Weizen für die Zeit nach dem 3i. Oktober 1934 erfolgt durch die Zusammenschlüsse. Der Reichsernährungsminister verteilt die von ihm festgestellte Gesamtmenge auf die Getreide- wirtschaftsverbände. Für den Verkauf von inländischem Roggen, Weizen, Futtergerste und Hafer Berlin, 16. Juli. Im Reicksgesetzblatt wird eine Verordnung zur Ordnung ber Getreidewirtschaft veröffentlicht. Der erste Abschnitt bestimmt, daß zyr Regelung ber Versorgung sowie des Absatzes unb ber Verwertung von Getreide, von Erzeugnissen hieraus unb von Brot sowie ber Preise unb Preisspannen für Erzeugnisse aus (Betreibe unb für Brot folgenöe Betriebe zu Getreibewirtschaftsverbänben zusammengeschlossen werden: 1. Die Betriebe, die inländisches Getreide erzeugen, 2. bie Getreide bearbeiten ober E r • ganz Sei gemeinsch Platz hak Luther daher au, beseelt 9N dürf Nomtei Gin Surbefi M! Reichsbift nannten feie La niig bas foaltuna ^Isen ur desk'rchei Mel z. °.llen geg d'e Eir Lande in J Den Wiener wjntnig An un Aederun «hbietj ,Me ^enne Soll Achter P’ 'n bunen r «n. 2l gramtn Men lnndeg Nlch, durch den Erzeuger werden feste Preise festgS» setzt. Der- Erzeuger hat den Preis zu beanspru. chen, der auf den Monat festgesetzt ist, in dessen Verlauf die Lieferung zu erfolgen hat. Dom Erzeuger dürfen ohne besondere Erlaubnis nur Mühlen kaufen, die eine Gefamtleistungs» fähigkeit von 10 Tonnen Roggen und Weizen und darunter haben oder für die von der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen» und Weizenmühlen für Roggen und Weizen zusammen ein Grundkontingent von nicht mehr als 1500 Tonnen festgesetzt ist. Mühlen mit mehr als 10 Tonnen Gesamtleistungsfähigkeit und einem Grund- kontingent von 1500 bis einschließlich 3000 Tonnen dürfen vom Erzeuger nur kaufen, wenn es ihnen vom zuständigen Landesbauernfüh» rer erlaubt worden ist; ist das (Brunbtontin- gent auf mehr als 3000 Tonnen festgesetzt, so kann ber Lanbesbauernführer mit Zustimmung bes Reichsbauernführers erlauben, vom Erzeuger zu kaufen, wenn biefe Mühlen nachweifen, baß sie bisher Roggen unb Weizen überwiegend vom Erzeuger gekauft haben unb bie Erteilung ber Erlaubnis ben Belangen ber Erzeuger dient. Jede Mühle ist verpflichtet, ein ihr von der Reichs st eile zugehendes Angebot über den Verkauf von inländischem Roggen oder Weizen an die Mühle anzunehmen, wenn die Reichsstelle es verlangt. Für inländische Futierg erste und in- ländischen Hafer werden die Preisspannen geregelt. Verteilungshändler und Verteilungsge» nosienschaften, die inländische Futtergerste und Hafer von einem anderen als einem Erzeuger kaufen, müssen den Festpreis zuzüglich eines Ausgleichsbetrages zahlen. Jede im deutschen Zollgebiet liegende Mühle darf von der Weizenmenge, die sie vermahlt, vom 16. August bis 30. September 1934, in den einzelnen Monaten von Oktober 1934 bis Juli 1935 und vom 1. bis 15. August 1935 höchstens 20 v. H. Auslandsweizen vermahlen. Aus Roggen darf nur solches durchgemahlenes Mehl hergestellt werden, das eine Asche von mindestens 0,967 v. H. hat. Die Verordnung tritt am 16. Juli in Kraft, mit Ausnahme der Bestimmungen über den Zusammenschluß der deutschen Getreidewirtschaft, deren Zeitpunkt des Inkrafttretens der Reichsernährungsminister bestimmt. Mit der Juni-Bilanz unseres Außenhandels ist den Ländern, die mit uns in regem Warenaustausch stehen, ein Dokument ausgehändigt worden, bas ganz gewiß nicht unbeachtet zur Seite gelegt werben wirb. Hoffen wollen wir jeboch, baß bie zu ermartenbe Kritik sich nicht im Negativen erschöpft, svnbern sehr gründlich untersucht, welche Rückwirkungen sich für bas Auslanb aus beit Devisenschwierigkeiten Deutschland unb ben bamit verbundenen Drosselungen ber Rohstoffein- fuhr ergeben. Ein Blick aus bie Bilanz genügt, um sofort zwei Gruppen zu erkennen: Die Vernünftigen, zu benen bie Schweiz, bie Nieberlanbe unb Dänemark gehören, bie uns größere Exportmengen als bisher abgenommen haben, unb bie Unvernünftigen, bie ba glauben, baß man gut baran tut, sich gegen eine ver- ..... .......... ... ............. mehrte Wareneinfuhr aus Deutschlanb zu! Binsenwahrheiten scheint boch vielen reichlich schwer sperren. Die erste Gruppe hat burch bie Ver-1 zu fallen. e r maqnetischen Karten dieser Gebiete zu ver- r rr . ' ' .....'AnrA fntnrt in Ti: Heidelberg, Mitte Juli. „Mondbeglänzte Zaubernacht, die den Sinn gefangen hält, wundervolle Märchenwelt, steig' auf in der alten Pracht! schlüge zugegangen. General Daluege betonte, daß seine Maßnahmen der Reorganisation lediglich Grundlagen habe gehen sollen. Die Gestaltung im einzelnen (Neu- Reichsernäh. retern befon- tvereini' t hin, der die 1000 deutsche Die Getreide- Ptvereinigung z e u g e r von Tetreidebewe- Spiel im Schloß. Ein Besuch bei den Heidelberger Reichsfestspielen Von unserem Sonderberichierstaiier Ernst Mesner. _^r als in s®4. ‘."9 der fit. '"«• 3ebe °°n de, e.°ot übet Reichs, *e M in. ^l9lpannen Steilungen», rgerste und Zeuger kau. eines Auz, Mühle darf Dom 16. einzelnen 11 1935 und J9 20 o. h. ?.U9, Roagen hl hergestellt r 0,967 v. H. n Kraft, mit den Infam- schäft, deren rernährungs- ).r« £ rt ß?'et9t®-; t«k ud- ;*>' «,'A'L i'S- ' s- itföbrihn hastsverbästde i werden das haft in orga- 'den die Auf- m Markt, die ig und schließ- eisspannenfest- inbe und die rüg fein wer- auf dem Ge- nifation wirt reibe für den ceten wL sie nd Brotbedarf issiger Roggen Reiches über iljahres aufbe- , daß mir 'm nte hatten. Es der dem Dor- efem Sahr be- Lrnte für das 23 o.h. gegen« berertrag durch Zeftpreise aus- daraus reful- ering fein. 69 dürfniffen tschaftsjahr zu unfl gelt;; r Ausmah' • -m °E - efäfjr 68 rausbeut« °°" jfen kann de« m-hrz-hl» E Ersah FrA M^mncht die 'N nichts aus^ IbP°"^cht 11 kd H NI">-k Os SÄ' 4^ /ftun«“'. Minister Dr. Goebbels als „reichswichtig" erklärten F e ft f p i e l e dieses Jahres durchzufuhren. Seltsamer Zauber der Sommernacht! Hoch über uns der Himmel, der nun schwarz und schwärzer wird, während die ersten Sterne in den Schloßhof strahlen. Ihr Schein wird nicht ausreichen, um die Spieler sichtbar zu machen, die hier in Heidelberg einer besonderen Aufgabe nachgehen sollen. Es müssen noch Scheinwerfer hinzukommen und andere stark leuchtende Lampen, und schon bekommen wir ein bißchen Angst, daß diese Geräte vielleicht illusionshemmend und störend wirken könnten, wenn sie zur vollen Ausleuchtung des großen Hofes eingesetzt werden. Aber es ist den verantwortlichen Männern von den Heidelberger Festspielen gelun- spiele einsetzte. In einigen Wochen wird die Heidelberger Fest- spielzeit ihren Abschluß mit der Wiedergabe eines Spieles finden, das E u r i n g e r besonders für das deutsche Thing geschaffen hat. Hier findet die Uraufführung statt. Und das ist von besonderer Sinngebung. Denn Heidelberg leistet schon jetzt in der ersten Etappe seiner Entwicklung Vorbildliches; Heidelberg soll deswegen richtunggebend für alle deutsche Festspiele sein, die in der Landschaft, unter freiem Himmel veranstaltet werden. Ein Spiel im Schloß, das aus sich selbst heraus wirkt. Eine neue Epoche des deutschen Theaters wird hier in Heidelberg eingeleitet. Oie Reorganisation der SA. Eine Unterredung mit Polizeigeneral Daluege. Magdeburg, 16. Juli. (DRB.) Der Befehlshaber der preußischen Polizei und Führer der gesamten Reichspolizei General Daluege erklärte einem Redaktionsmitglied des „Mitteldeutschen" über die Reorganisation der SA. u. a., daß im Vordergründe der Aufgaben die lieber» prüfung der Finanzen und die P e r föne n f r a g e gestanden habe. Es sei eine genaue Überprüfung der Geldoerwaltung auf Einnahmen, Ausgaben und Schulden, auf sachliche oder unsachliche Manipulationen angestellt worden, lieber eine einwandfreie künftige Finanzgebarung wurden bei diefer Gelegenheit eingehende Vorschläge unterbreitet. Insbesondere ist dafür gesorgt worden, daß belastete SA.-Führer in ihren Verfehlungen finanzieller Art festgenagelt wurden. Ferner wurde mit peinlichster Sorgfalt die Lebensführung bestimmter SA.-Führer kontrolliert und nach Maßgabe der Kontrollergebnisse gejätet bzw. Maßregelung vorgeschlagen. Besonderer Wert wurde auf eine Ueberprüfung der Beförderungen gelegt, um nach nationalsozialistischem Geist, nationalsozialistischer Zuverlässigkeit und nach dem Lebenswandel ungeeignete Elemente auszumerzen und dadurch den alten Kämpfern in der SA. den Weg frei zu machen. Auch in dieser Hinsicht sind den zuständigen SA.-Stellen Vorvielen deutschen Gauen. Süddeutschland ist mit heiligem Eifer bemüht, seine führende Stellung zu behaupten und noch auszubauen. Für Heidelberg bestand der besondere Auftrag, im Sinne des Nationalsozialismus deutsches Theater zu spielen, das wegweisend für unsere Geisteshaltung sein soll. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein; verinnerlichtes Theaterspiel vermag ihm Werte zu vermitteln, die der Alltag sonst nicht hergeben will. Heidelberg chenkt verschwenderisch aus der Fülle seiner Natur und aus dem Ueberfluß der deutschen Bühnenkunst allen seinen Besuchern, was sie sich nur wünschen können. Romantik, wenn sie wollen: mondbeglänzte Zaubernacht; daneben aber auch, an gleicher Stelle stehend, das Spiel, das eherne Lebensgesetze abzeichnet: „Götz von B e r l i ch i n g e n", das Drama des jungen Kämpfers Goethe. Der unsterbliche „S o m m e r n a ch t s t r a u m" steigt auf in alter Pracht, und wir glauben beinah unter dem Eindruck des Zaubers, wie er vom Theater im Heidelberger Schloßhof ausgeht, daß wir selbst in einem Sommernachtstraum Mitwirken. Das eindrucksvolle Spiel beweist jedoch, wie unvergänglich schön gerade dieses Spiel sein kann, wenn es am rechten Ort, von den rechten Menschen dargestellt und verwirklicht wird. „Götz von Berlichingen" wird zunächst die eindrucksvollste Leistung der ersten Festspieltage sein, muß es wohl sein, weil dieses Drama von der vitalen Energie eines Heinrich George lebt. Der ist nicht nur ein überragender Götz, ein so lebensechter Ritter, daß man glauben konnte, er fei von der gar nicht so weit entfernten Stammburg der Berlichingen an der Jagst herübergeritten um fein Leben selbst zu spielen; er ist auch ein Regisseur von vielen Graden, der ohne Kulisse Lebensechtes gestalten kann. Wie er moderne technische Mittel des Theaters hier im Heidelberger Schloßhof einfetzt, um eine gewaltige Schau durchzufuhren, in der aber das Wort, die Charakteristik, bestimmt nicht zu kurz kommt, das ist eine Meisterleistung, die den Mann von einer neuen Seite zeigt. Otto ßaubinger, der unermüdliche Betreuer der Reichsfestspiele im Neckarschloß, wird feine besondere Freude daran gehabt haben, daß hier ein kongenialer Mitarbeiter sich für den Sinn der Fest- Wieder Großfeuer In Freiburg. Noch ist feine Woche vergangen seit dem schweren Brandunglück in der Freiburger Universität, als die Stadt Freiburg abermals von einem Groß- euer heimgesucht wurde. Diesmal wurde das bekannte Kaffeehaus Kopf betroffen. Hier brach gegen V2II Uhr ein Kaminbrand aus, der in der engen Gaffe mit den vielen alten engangebauten Häusern bald gefährliche Formen annahm. Binnen kurzer Zeit stand der ganze Dachstuhl in hellen Flammen. Mehrere Löschzüge der Freiburger Feuerwehren waren sehr rasch zur Stelle und konnten, trotzdem die Winde die Flammen stark anfachten, dennoch nach etwa einer Stunde den Brand auf seinen Herd beschränken. Das Dach ist aber vollkommen ausgebrannt Leichtsinn mit dem Leben bezahlt In Miltenberg wurde ein Opfer des Mains der 21 Jahre alte Erwin Sämann, der morgens 7 Uhr die Pferde feines Dienstherrn im Main gewaschen hatte. Er nahm anschließend selbst. ein Bad, wagte sich aber, obwohl er des Schwimmens unkundig war, zu weit in den offenen Main hinaus und ertrank vor den Augen einer ganzen Reihe von Zuschauern. Verhaftung eines mazedonischen Terroristen, der 50 Morde auf dem Gewissen hat Die bulgarischen Behörden haben den mazedo- Nischen Terroristen Zren Kiro verhaftet, der un Kreise Petritsch die von der inzwischen aufgelösten inneren mazedonischen revolutionären Organisation (Irnro) gegen ihre Gegner verhängten Todes- urteile v 0 llstreckt hat. Kiro, der ein volles Geständnis abgelegt hat und in das Gefängnis ein« geliefert worden ist, soll allein im Laufe der letzten 12 Monate über 50 Personen ermordet haben. Der ganze Kreis Pettitsch hat vor dem Fememörder gezittert, weil er als rück- sichtsloser Vollstrecker der Todesurteile des revolutionären Komitees bekannt war. Schwerer Aulounfall auf der Simplonstraße. Auf der Simplonstraße bei der Napoleonsbrücke oberhalb Krieg ereignete sich in einer unuber- sichtlichen Kurve ein schwerer Autounfall. Der Ber- liner Fabrikant Ernst Kopp stieß mit seinem Kraft- wagen mit voller Wucht gegen einen entgegenkommenden englis ch en Kraftwagen, wobei Kopp zur Seite geschleudert wurde und die etwa 70 Meter tiefe Saltinaschlucht mit s e i nem Auto hinunter stürzte. Kopp erlitt einen schweren Schädelbruch und starb. Die Insassen des englischen Autos kamen mit dem Schrecken Menschen besucht, darunter von Tausenden von Ausländern, die ihre Freude darüber äußerten, daß sie sich nicht durch die Lügenberichte der ausländischen Hetzpresse von dem Besuch des Passionsspieles abhalten ließen. Apothekertagung in Weimar. Die Standesgemeinschaft der deutschen Apotheker hielt in Weimar ihre erste deutsche Apothekertagung ab. Ueber zweitausend Apotheker aus dem ganzen Reich waren erschienen. Nach der Eröffnung der Tagung durch den Führer des Reichsstandes der Apotheker, Pg. Schmierer, wurde in der Weimar- Halle eine pharmazeutische Ausstellung eröffnet. Der Sonntag begann mit einer Weihestunde, in der Ministerialrat Dr. Klibb den Apothekerstand an seine Verantwortung gegenüber der Volksgemeinschaft, die eine große gemeinsame Arbeitsfront zur Erhaltung des nationalsozialistischen Gedankens und Staates zu bilden habe, erinnerte. Ministerialrat Dr. Kahler übermittelte die Grüße des Reichsinnenministers. Nach Ansprachen des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes Dr. Reiter, des Vertreters des Reichswalters für den Gesundheitsdienst Dr. G. Wagner u. a. schloß die Weihestunde mit einer ergreifenden Ehrung der Opfer des Weltkrieges und der Bewegung. Am Sonntagnachmittag fand eine große Fachtagung statt. Schweizerischer Oberstdivifionär Sonderegger f. In Bern starb im Alter von 66 Jahren nach kurzer Krankheit Oberstdivisionär und früherer General st abschef Sonderegger. Ursprünglich Fabrikant, widmete er sich später aus» chließlich der militärischen Laufbahn. Im Jahre 1912 wurde er Stabschef des nachmaligen Generals Wille, im Jahre 1919 wurde er Generalstabschef und blieb in dieser Stellung bis 1923. Oberstdivisio- när Sonderegger betätigte sich auch als Militär- Starke Ueberschwemmungen bei Krakau. Jnfolae der starken Regenfälle find in der Wojewodschaft Krakau einige Flüsse aus den Ufern getreten. Mehrere Ortschaften sind überschwemmt. Der Eisenbahnverkehr mußte unterbrochen werden. Den überschwemmten Ortschaften ist Militär zu Hilfe geeilt. Man befürchtet, daß bei den Ueberschwem- mungen zehn bis zwanzig Menschen um- gekommen sind. Besonders schwer heimgesucht wurde die Stadt N e u m a r k t, wo Brücken von der Flut weggerissen und feste Gebäude vom Wasser fortgetragen wurden. Das städtische Elektrizitätswerk steht gänzlich unter Wasser. Auch der Luftkurort Zakopane wurde hart betroffen, so daß ein Teil der Stadtgeräumt werden mußte. Da das städtische Elektrizitätswerk unter Wasser steht, ist der Kurort gänzlich ohne Licht. Der Wasserstand steigt weiter. Ungewöhnliche Hitze und Trockenheit in China. Die ungewöhnliche Hitze und Trockenheit, unter der ganz China bereits feit Wochen leidet, hält weiter an. Tausende von Menschen find bereits an Hitzschlag und Sonnenstich gestorben. Von den etwa 40 Begleitern des Pantschen Lama, des Oberhauptes der Lamaistischen Kirche, der am Sonntag in einem Flugzeug der Verkehrsgesellschaft „Eurasia" in Peiping eintraf, während die Begleiter die Eisenbahn benutzten, starben fünf im Zuge. Vor allem Süd- und Mittelchina leiden unter außerordentlicher Trockenheit. Viele Flüsse und Kanäle führen gar kein Wasser mehr, so daß der Bootsverkehr und die Versorgung der Städte in Frage gestellt wird. An eine Bewässerung ber Felder ist schon seit langem nicht mehr zu denke n, so daß mit einer völligen Mißernte gerechnet werden muß. Im Gegensatz hierzu hat Nordchina und vor allem die nordwestlichen Provinzen sehr starke Niederschläge au verzeichnen, so daß dort Ueberschwemmungsgeiahr herrscht. Als Höchsttemperatur für ganz China wurde in Sianfu eine Temperatur von 47 Grad Celsius im Schatten gemessen. schriftsteller. Munitionslager bei Bukarest in die Luft geflogen. Die Bewohner von Bukarest wurden durch eine heftige Explosion geweckt. Diele Fensterscheiben zerbrachen, Türen und Fensterläden sprangen auf. Auch die Reifenden in den Zügen verspürten die Erschütterung. Erst nach einiger Zeit erfuhr man, daß es sich um die Explosion e 1 n es M u n 1 - t i 0 n s I a g e r 5 handelte. Die Explosion ist ofsen- sichtlich auf Entzündung durch d te starke Hitze zuruckzuführen. Einige Soldaten der Wachmannschaft wurden durch Sprengstucke verletzt Ferner trugen eine Frau und em Mädchen auf einem Felde Verletzungen davon. Maisfelder» fingen durch Funkenflug Feuer und brannten ab. Hochwasser am Bodensee. Die starken Niederschläge in den letzten Tagen haben ein Ansteigen des Bodensees um 15 Zenti- meter zur Folge gehabt. Die Flüsse und Bache fuhren überallHochwasser. Mehrere Flusse sind aus den Ufern getreten. Feuerwehr und Militär arbeiten um meliere Wasferdurchbrüche zu vermeiden. In Lustenau steht das Wasser fußhoch in den Straßen und bringt in die tiefergelegenen Hauser ein. Diele Felder stehen unter Wasser. Auch über das bayerische Alpengebiet und d a s A l p e n - vorland, insbesondere über den westlichen Teil sind sehr ergiebige Regenfälle von 50 bis 100 Millimeter mebergegangen. Unter dem Einfluß dieser Regenfälle stiegen Iller, Wertach, Lech, Ammer und Loisach rasch von der Mittelwasserlinie in den Hochwasserbereich an. Die Regen- I fälle hielten im Alpengebiet an, so daß die Flusse I noch in weiterem Steigen begriffen sind. Wie seltsam mutet es uns an, wenn wir zu vorgerückter Abendstunde den großen Hof des Heidelberger Schlosses betreten, wenn die Sonne sinkt und die Dämmerung hereinbricht und alle scharfen Konturen des sonnendurchglühten Tages auslöscht ober weich macht. Beinahe etwas befangen gehen wir zu unferm Platz im Theater. Denn wir finb hier in einem Theater. Der Schl 0 ßh 0 f in :a ist bazu bestimmt, die vom Reichs- Goebbels als „reichswichtig" erklärten davon. Zwei Nürnberger Bergsteiger in den Alpen verunglückt. Die beiden Nürnberger Bergsteiger Heubner und Ponater wurden beim Abstieg von ber Ortlerhutte durch Steinfchlag verletzt. Ponater erlitt eine Fußverletzung und blieb zurück, wahrend Heubner Hilfe holen wollte. Dabei stürzte er t n eine Gletscherspalte. Bergführer aus Salden kamen später Ponater zu Hilfe und brachten ihn zu Tal. Heubner konnte erst nach langem Suchen als Leiche geborgen werden. Geständnis eines Brandstifters. ][ Marburg, 16.Juli. Der Buchhalter Pfaff von der Eierverwertungsgenoffenschaft in Ziegenhain hat eingestanden, den Brand angelegt zu haben, durch welchen in der Nacht zum 4. Juli d.J. das Lagerhaus 'ber Eierverwertungsgenossenschaft ver- nichtet wurde. Der Grund zu dieser Tat ist wahr- scheinlich in Unregelmäßigkeiten in der Kassenver- waltung zu suchen. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich östlich verlagert und de- findet sich mit seinem Kern über Deutschland. Im Bereich seiner absinkenden Luftmassen wird daher das meist heitere und heiße Wetter fortbauern. Aussichten für Mittwoch: Meist heiter, heiß und trocken. _ ,. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der Schönwetterlage. n K Lufttemperaturen am 16. Juli: mittags 24,9 Grad Celsius, abends 16,4 Grad; am 17. Juli: morgens 15,7 Grad. Maximum 25,8 Grad, Minimum 10,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juli: abends 23,8 Grad; am 17. Juli: morgens 18,5 Grad. — Sonnenscheindauer 12,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange für den übrigen Teil: J.V.: H.L.Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Anhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck unb Verlag: Brühl'fche Univerfitäts - Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. besetzung ber Führerstellen) sei allein interne An- gen, ihre weniaen Theaterrequisiten, die unbedingt gelegenheit der neuen SA.-Führung, notwendigen Hilfsmittel, so geschickt einzubauen, Bei der Durchführung seines Auftrages habe er daß sie nirgends störend wirken. ehemalige Polizeioffiziere verwendet, um den neu- In herrlicher Ruhe liegt der Schlvßhof da. Zwei- tralen Charakter feiner Aktion zu unterstreichen. Zu taufend Gäste find erschienen; sie kamen entsprechend den Untersuchungen seien aus demselben Grunde der Wichtigkeit dieser für das ganze Reich vorbild- alte Kämpfer aus der SA. zuge^ogen gewesen. lichen Spiele aus allen Teilen Deutschlands. Unter lieber feine Arbeit als Befehlshaber der ihnen befindet sich Reichsminister Dr. Goebbels, preußischen Landespolizei und F ü h - der zum wesentlichen Teile dazu beigetragen hat, rer ber Reichspolizei erklärte Daluege u. a., daß hier ein neues deutsches Theater errichtet unb die reichs-reformerischen Maßnahmen im Polizei- gespielt wird, ein Theater, bas aus ber Landschaft wesen gingen reibungslos durch das ausgezeichnete heraus geboren ist. Hand-in-Hand-arbeiten der beteiligten Länderftel- Denn die Heidelberger Landschaft, bie unzerstörbare len vor sich. Er halte vor allem eine einh eit- Schönheit jenes Landstrichs, dem die kitschigsten liche zentrale Führung und emheituche Ab- g^ber aU5 der Vergangenheit, die verlogenste Sen- ftimmung der verschiedenen beamtenrechtlichen wie timentalität früherer Zeiten nicht Gewalt antun rein polizeirechtlichen Bestimmungen au einander x^nnte, wirkt in voller Eindringlichkeit mit. Die für notwendig. Das erstrebenswerteste Ziel fei eine Schloßruine, der Schloßhof, die laue Sommernacht, klar abgegrenzte Stellung der P 0 l 1« ber Sternenhimmel, sie alle tragen dazu bei, einen z e i ohne Überschneidungen mit den anderen Rom- Heidelberger Sommernachtstraum zu gestalten, der petenzen. Das hohe Ziel der Polizeireform sei i j^e lebendige Erinnerung an die deutsche Romanerreicht, wenn jeder Polizeibeamte von echt natio- m nalsozialistischem Geist erfaßt werde. Mb er es soll ja gar fein kühner Griff in die Der- (Hto rthnnrteftfidfoe gangenheit getan werden. Wohl haben wir allen VlV AJCUlfU/v Grund, uns der Zeiten zu erinnern, in denen junge Kirche in denLahren 1933/34 D^terlänöifc^en Hochstimmung dichteten und fangen; |j Ein Vortrag des hessischen Landesbischofs. “x, LPD. Frankfurt a. M., 16. Juli In ber ba5 im qan,cn Reiche für besondere Aufgaben ein- Aula der Universität sprach der evangelische Han- ^setzt werden könne. Festspiele auf sogenannten desbischof von Nassau-Hessen Dietrich über Die I -Freilichtbühnen gibt es endlich wieder bei uns in 1 Deutsche Evangelische Kirche in den Jahren 1933/34. Landesbischof Dietrich ging von dem Appell des--—--- - Führers vom März 1933 aus, in bem er die Mit- schließen, daß das magnetitreiche und schwere arbeit der Kirche erbat. Diesem Rufe seien nur zum yrgebirge in Tibet in großer Tiefe unter der Erd- Teil d i e Anhänger der Deutschen Chri- Oberfläche liegt, daß es also vorläufig prafti» sten-Bewegung gefolgt, während die übrige r er Auswertung entzogen ist. Diese offizielle Kirche stumm geblieben fei. Nachdem er Feststellung ist auch für die Weltwirtschaft von bann in längeren Ausführungen über die Erfolge ^eresse. und die Mißerfolge dieser Deutschen Christen-Bewe- Die n e u e geo-physikalische Expedition Filchners gurig referierte, stellte er die positive Forderung auf, < den Zweck, die lineare Verteilung feiner Mef- die jeder nationalsozialistische Protestant an seine un ,u einer flächenhaften zu erweitern. Kirche stellen müsse, nämlich die Einheit & e r ■ u m bie magnetische Vermessung eines Nord- Re i ch s k i r ch e. Diese Einheit habe aber bann Derlaufenben Querschnittes durch die nur einen Sinn, wenn sie wie ein einigendes Band ,entralasiatische Hochebene erforderlich, ohne jeglichen Konfefsionismus durch Notfälle ist eine Ost-West verlaufende Meß- ganz Deutschland gehe. In dieser großen Glaubens- -m ber Nähe des Nordabsturzes des tibetani- gemeinschaft, in der alle gläubigen Protestanten Hochplateaus vorausgesehen. Da sich Filchner Platz haben sollen, müsse das Primat b e 1 m RA r^ner letzten unter den ärmlichsten Verhältnis- Luthertum liegen. Der Protestantismus müsse . ' burchgeführten Expedition schweren körperlichen daher auch von einer neuen Lauterkeit Schaden zugezogen hat, begrüßt er es, daß er beseelt werden und die ganze Einigungsbewe- k i e s m a l e t ro a s besser a u s g e r ü ft e t ist gung dürfe nicht mehr auf dem Gebiete theologischer unb ^er etwas größere, wenn auch immer noch Regsamkeit stecken bleiben. recht bescheidene Mittel verfügt. Der Forscher hofft (?infl(iCÖCriinü der £ot1öe5fird)C auch diesmal auf die Unterstützung der anglo-indi- Kurheffen-Waldeck m die MichSkirche. I ^un^Sen,k°'°ub-r°'rd°n.üch LPD. Kassel, 16. Juli. Der durch den vom Dienste hatten angedeihen lassen. Reichsbischof für die Landeskirche Hessen-Kassel er- -- nannten Kirchenkommissar Dr. Richter einberu- — <«t» « jene Landeskirchentag genehmigte einftim« Aus aller x»en. Subn95 b^öwn 8aCnÄ öon L AoN-n.sch- 2-u^chnung Jranffut.er «Wer. Hessen und Waldeck. Ebenso wurde von dem Lan- Der ordentliche Professor der inneren Medizin an deskirchentag Kurhessen-Waldeck Pfarrer Theis- ^r Frankfurter Universität vr. weck Franz V 01- Kassel zum Bischof der Landeskirche mit U a r ö ijt oon ber A c a d e m i a m e d 1 c o 11 s 1 c a allen gegen eine Stimme gewählt. Schließlich wurde fiorentina in Florenz zum korrespondierte Eingliederung der Evangelischen renden Mitglied ernannt worden. Dis gleiche Aus- Landeskirche von Kurheffen und Wal- Zeichnung wurde dem nichtbeamteten auherordent- deck in die Reichskirche einstimmig beschlos- jjchen Professor der inneren Medizin Dr. med. et jen. Dem Reichsbischof wurde von der be- phii £rmin Becher zuteil. schloffenen Eingliederung mit folgendem Telegramm Deutscher INarinebesuch in Kopenhagen. Kenntnis gegeben: „Der Landeskirchentag von Kur- Die nierte Torpedo b'o otshalbflotille Hessen und Waldeck hat soeben einstimmig die Em- -Dl^D*e r 1 e. °,rJ?e , niortäaiaern Aufenthalt flüeberung b°Ich,°,!°n ulb grüßt d-n R-ich.bischosIbrtne("ng/. Nachdem n°ch die Neuwahlen zum Sir; Irrten 0W chengericht und L a n d e s k i r ch e n g e r i ch t und die vorgenommen waren, und nach Vornahme der und semer Ur Qebunfl bänifd)en glätten» Wahlen zum Vorstand des Landes-- Offtglere einer h sßorb des „Greif kirchentages brachte der Kirchenkommissar Dr. chefs gefolgt jn,J b „eben dem dänischen Richter ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer Frühstück statt, an oem ^rine- aus, in das die Abgeordneten und das auj den Tn- Flottenchef, e fiiCran schloß sich auf den feft» bünen versammelte Kirchenvolk begeistert einstimm- ?/!'^o/sckmückten Booten ein Empfang der deutschen ten. An den Führer wurde folgendes Tele- Uch^geschmückten Stunbe ber Abgramm abgesandt: „Der Landeskirchentag von Kur- Kolonie m M b 9 • gn auf öer Langen Hessen und Waldeck dankt dem Retter des Vater- ahrt » Kopenhagenern einqefunden, land-- und gelabt ihm unwandelbare Treue/' Z717ge° den »n n°chwlnkten?etn Be- Filchner zu neuer Forschungsreise nach weis Dafür, d°h sich di- blauen Jung-ns " Dane. Zentralasien aufgebrochen. "art nou«gW^= °rw°; d - Ein- Zur selben Zeit, wo Sven Hedin seine Forscher- Zeisen der Besatzung ber Torpedoboote^bei einem tätigfeit in Zentralasien zum Abschluß bringt, oer= ^p[o|ion9Ungjürf an Bord eines dänischen Segel- läßt Wilhelm Filchner Europa, um seine Arbei- bootes zurückzuführen. ten in Zentralasien fortzusetzen. Vor sieben Jahren ttamesische Königspaar in Oberammergau. hatte bie anglo-inMe Regierung aus Lh-ssa die ' . b bie Königin von Siam wohnten Mitteilung von Fi chners Tob erhalten. 1^ Jahre Der Komg unö üi » fpieies bei. Die öffent» später traf ber Totgesagte m Jnbien em, nachdem ^weittn Teil bes Nationalflaggen er von Moskau kommend, Sinkiang ostwärts bis lichen^^/Ämesischen Fvrben, und auch bie nach Kansu und von bort aus Tibet m Gubn)eft= waren mit ber siame- unb Westrichtung burchquert hatte. Auf dieser ferner Log^sitze des Kon g Äönlg äußerte sich letzten geo-physlkallschen Expedition sischen F^gge^g lch^ ba5 Spiel und sprach dem war es Filchner gelungen, die luckerlreichen erd- sthr a (Baftgefcfynf der Gemeinde magnetischen Karten dieser Gebiete zu ver- Bur^erme'ur Madonna des bessern unb zu vervollstanbigen Durch seine m Ti- ' Wittrnann, seinen befonberen Dank aus. bet ausgeführten Messungen ist bewiesen, bah Ti- Bildhauers, m , DDn 120 000 bet verhältnismäßig störungsfrei ist. Daraus laßt! Das Passtonsfp.et wurue HOLLAND 15 DLD Die Abstimmung im Gaargebiet Von je 100 Arbeitsplätzenwaren besetzt 51,3 46-5 Baugewerbe Die verheiratete Saargebiet wohnten. Kanarienvogel geb.Hitlerw.12ll Mein lieber Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Herr Theodor Loos Gießen (Kirchenplatz 13), den 16. Juli 1934. 4179 0 Stellenangebote] Mietgesuche Tüchtiges 03556 IM Zentrum der 1 ........ zum 1. August UÄ ommersprossen Stadt per 1. 8. gesucht. Schrift!. Angeb. u. 03560 a.d.Gietz.Anzeig. Aber man muß auch gut ausgerüstet sein, sonst leidet die Bequemlichkeit Mittwoch, den 18. Juli 1934, nachm. 2 Uhr, versteigere ich da- iFebr. 1954 Fede 1933 6?5 25,6 DLD Febr. 1934 ?1,9 mit elektr. Antrieb, für Kohl.-, Gas-und elektrische Heizung Vorführung unverbindlich. Kraußniederlage Frankfurt Hemmerichsweg 147. Platzvertreter gesucht. ossm Tüchtig. Mädchen im Kochen und Haushalt erfahr^ für halbe Tage und länger sofort gesucht. Schrift!. Angeb. m.Zeugnisabschrift. und Lobnansvrüchen unter 4180 D an denGietz.'Hnzeig. kodien, Wasdien Heiß- und Kalt- Spülen in einem Arbeitsgang | Vermietungen | 4-Zimmer-Wohn. mit kompl. Bad, Balkon u.Loggia per 1. od. 15. 8., evtl, mit Garage, zu vermiet. 0355s Rodh.Str. 411. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag Reisen >macn+ Freude Mieten der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Rgts.-Vereine $.116fMflO Samstag: 5,15Uhrnachm., Hitler-Wall (vor d.Liebigdenkm.). Sonntag: 1 Uhr nachm., Hitler-Wall (vor d.Liebigdenkm.). Beteiligung sämtlich. Kameraden der ange- schloss. Vereine ist Pflicht. 4175D Müller. Landbutter muß in der Stadt aeprüfi werden. LPD. Frankfurt a. M., 16. Juli. Vor dem Einzelreichter hatten sich zwei Männer und eine Frau zu verantworten, weil >sie ungesalzene Landbutter, die 19,64 v. H. Wassergehalt hatte, in den Verkehr gebracht hatten. Solche Butter darf aller- höchstens 18 v. H. Wassergehalt haben. Die Frau hatte die Butter aus der Rhön erhalten und einem Kolonialwarenhändler in der Nähe des Hauptbahnhofes verkauft. Der Händler seinerseits hatte die Butter an ein Vorstadtgeschäft weitergeliefert. Die Zum 15. August od.l.Sept, wird tücht., zuverlüss. Mädchen gesucht, das im Haushalt erfahr, ist und Liebe zu Kindern hat?'^v Näh. b. krau Prof. Dr. Pfähler, Gieß., Ludwigstraße 29. Wieder eingctroffcu! 4169D Wörishofer Herztee alterprobt bei Herzbeschw. all. Art, Herzkl., Herzerwtg., Herzverfettg., Schlaflosigkeit u.Kopfdr.usw.Jetzt kalt gen., wohlschm. Hausgetränk. Krüuterhaus Jung, Gießen in d. Schulstr. Versand nach ausw. Das neue Ehrenkreuz, das vom Reichspräsidenten auf Vorschlag der Reichsregierung für alle Kriegsteilnehmer gestiftet wurde. — Links: Das Frontkämpferkreuz. ■— Mitte: Das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer. — Rechts: Das Ehrenkreuz für Witwen und Eltern Gefallener. — Die beiden ersten Kreuze am schwarzweißen Bande mit rotem Mittelstreifen, das letzte am weißschwarzen Bande gleichfalls mit rotem Mittelstreifen. e) Personen, die am 28. Juni 1919 von ihrem ständigen Wohnsitz im Saargebiet verreist waren und sich polizeilich abgemeldet hatten, um z. B. während der Reise am Aufenthaltsort Brotkarten zu erhalten: f) Personen, die am 28. Juni 1919 zwangs- weise, z. B. durch Ausweisungsbefehl der damaligen Besatzungsmächte, von ihrem ständigen Wohnort im Saargebiet ferngehalten worden sind oder die aus dem Saargebiet geflüchtet und bis 28. Juni 1919 nicht zurückgekehrt waren. Der Aufenthalt von Minderjährigen und Entmündigten am 28. Juni 1919 bestimmt sich nach dem Aufenthalt der Personen, die die väterliche Gewalt oder die Vormundschaft über sie ausüblen. Der Aufenthalt der Eltern oder des Vormundes hat aber dann keine entscheidende Bedeutung, wenn ein Minderjähriger, der zu dieser Zeit getrennt von seinen Ellern oder seinem Vormund wohnte, selb st für seinen Unterhalt sorgte. Eine am 28. Juni 1919 im Saargebiet beschäftigte M i n d e r j ä h r i g e, die dort ihren Unterhalt als Hausgehilfin selbst verdiente, ist also abstimmungsberechtigt, auch wenn ihre Eltern damals nicht im / SPANIEN g Ich empfehle: Schwanunbentel, Reiserollen, Badehanhen — Zur Erfrischung: Kölnisch Wasser in allen Preislagen — Gegen Sonnenbrand: Drowe Nnßöl und Drowe Hantfnnktionsöl, alle Sport-Cremes—Bei Wanderungen: Fnßpnder, Praes. Creme, Hirschtalg — Alles, was Sie für die Reise brauchen, kaufen Sie in größter Auswahl 51 Drogerie «mA Kreuzplatz 10 gesucht. Borzn- stellen bitte nachmittags n.4U6r. Liebigstr. 68 II. 38,2 Maschinenbau 31,8 Fahrzeugbau 13,3 Büchertisch. — R. Walther Darre, Unser Weg. „Zeitgeschichte", Verlag und Vertnebs-G. m. b. H.— (244) — In dieser kleinen Schrift erläutert der iggjiy Genussmittelind. ^=4^ 60,5 68,5 Textilindustrie 4?6 63,? Sgz Nichteisen-Metalle Hütten 57,1 62,5 SjöQJanrungsmittelind. , 47i 58.? Grosseisenindustrie Frau teilt den Aufenthalt ihres Ehegatten, sofern die Ehe vor dem 28. Juni 1919 geschlossen war. An alle im Reich außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die auf Grund der vorstehenden Richtlinien die Verleihung der Abstimmungsberechtigung beanspruchen können und sich bisher noch nicht gemeldet haben, ergeht die Aufforderung, sich umgehend bei der Saarmelde- slelle ihres jetzigen Wohnortes (beim Einwohnermeldeamt, in den Städten beim zuständigen Polizeirevier) zu melden. Soweit möglich, sind Rachweise über den Wohnsitz am 28. Juni 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Beschäftigungszeugnisse, Militärpapiere usw.) mitzubringen. Huberilis 18. Juli, 4i8id 17-19 Uhr: Kugel- und Schrotschießen! Künstliche Aulen4,72 v fertigt n. d. N atur an u. setzt ein Carl Müller, Augenkünstler, Jena. In Gießen: Hot.Viktoria am 20. Juli, Sprechzeit 8-16 Ühr.Lief.all.Kass. jA POLEN 1? itmsguLo-suwaku g Cif’!*’« cHttim DEUTSCHLAND V V V W VVV Allein- Mädchen häuslich, zuverlässig, das schon in Stellung war, gesucht. 03557 Koehler - Kaeß, Franks. Str. 44. Illlllllllllllllllllllllllllll u. Hau/unreinigkeiten durch Dl Druckreys Drula Bleichwachs W4 restlos beseitigt jetzt nur 2.2sm. Nur in Apotheken erhältlich! Wie sich die Arbeitsbeschnsfungsmaßnahmen auswirkten. Das Bild zeigt die Erfolge der Arbeitsschlacht. Man sieht, daß vor allem der Fahrzeugbau, das Baugewerbe und der Maschinenbau eine verhältnismäßig starke Belebung erfuhren. Aber auch die übrigen Wirtschaftszweige konnten eine große Zahl von Arbeitern einstellen. Im Gesamt- durchschnitt war im Februar 1934 etwa ein Fünftel mehr Arbeitsplätze besetzt als im Februar 1933. Gleichzeitig wurde aber auch die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von 6,7 Stunden auf 7,3 gesteigert. Das ist der Erfolg der nationalsozialistischen Aufbauarbeit im ersten Jahre nach der Regierungsübernahme. Ord., selbständig. Mädchen das schon in gut. Hause war, gesucht. Wo, sagt dieGeschäftsst.o. Gieß. Anz. 03559 Bedeutung für die nationalsozialistische Erneuerung der Agrarverfassung erklärt. Die Schrift des Reichs- bauernsührers ist in ihrer gedrängten Darstellung eine ausgezeichnete Einführung in die Gedankenwelt, auf der die große Bauernreform unserer Tage beruht. An der Schrift wird daher kein interessierter Volksgenosse vorübergehen können. — Wilhelm Scharrelmann, In der P i ck b a l g e. Roman einer deutschen Gasse. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (255) — Eine versinkende Zeit wird in dieser Geschichte einer alten Gasse lebendig. Roch ragt sie in die breiten, lärmerfüllten Verkehrsstraßen der Großstadt hinein, diese spitzgiebelige, verräucherte, verschlafen lächelnde Kleinwelt unserer Väter. Morgen wird die Spitzhacke sie zerschlagen. Dennoch ist diese Welt nicht tot. Die Pickbalge liegt am Strom, dessen Häfen Kontinente verbindet. Auch durch sie zittern die Erschütterungen, die die Welt wanken machen. Auch über den Dächern der Pickbalge graut bereits der Tag, dem wir Lebenden entgegenziehen. Die ruhige, breit dahinströmende Erzählung mutet ein wenig altertümlich an, aber vielleicht, sofern wir eine Zeit der Sammlung und Verinnerlichung erwarten dürfen, ist sie bereits die Sprache von morgen. Das Werk stattete Hans Meid, Berlin, in bekannter Meisterschaft aus. — „Die Brücke zwischen Harz und Kyffhäuser", so heißt die Aufschrift eines kleinen Führers durch die tausendjährige Stadt Nordhausen und ihre Umgebung. Das Heftchen enthält neben einer großen Anzahl Tiefdrücke auch eine kleine Harzkarte und eine Wegweiserkarte durch Nordhausen. Ferner sind darin Vorschläge enthalten für Ausflüge in den Südharz und zum Kyffhäuser mit Nordhausen als Standort und Ausgangspunkt. — Deutscher Hotelführer 1934. (Verlag „Deutsche/ Hotel-Nachrichten, vereinigt mit „Küche und Keller", Hamburg 3.) — In diesem Jahre ist der Deutsche Hotelführer zum ersten Male in fünf Sprachen herausgebracht worden. Die bewährte Gliederung der letztjährigen Ausgaben ist auch für den neuen Führer beibehalten worden. Er ist aber inhaltlich wesentlich vervollständigt: die Zahl der aufgeführten Orte ist von 924 auf 1261 gestiegen, ebenso ist eine ganze Reihe von Städten und Kurorten mit mehr Betrieben vertreten als in der vorjährigen Ausgabe. Der vom Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes unter Mitwirkung der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr herausgegebene Hotelführer 1934 stellt ein authentisches und vollständiges Verzeichnis der guten deutschen Beherbergungsbetriebe und ein zuverlässiges Auskunftsmittel über deren Einrichtungen und Preisgestaltung dar. zwangsweise gegen Barzahlung: Schreibtische, Sofas, Chaiselongues, Sessel, Kleider- u. Wäscheschränke, 1 Kassenschrank, einen Cisschrank, 1 Drogenschrank, 1 Warenschrank, 1 Büfett, eine Kredenz, 2 Vertikos, 2 Tru- rneauspiegel, 1 Tisch, Stüble, Uhren, 1 Nähmaschine, eine Schreibmaschine, 3 Wurstfüllmaschinen, 1 Speckschneider, 200 Mistbeetfenster. 4178V Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16, Telephon 3383, AUnter Garantie werden auch Jhre____ In den letzten acht fahren zwischen den beiden Volkszählungen 1925 und 1933 hat sich die deutsche Bevölkerung nur um 0,50/0 vermehrt. Um 1900 herum betrug die Zunahme der Vs- völkeruna noch nahezu 1,5%, also dreimal soviel. Damit hie BevölkerungSzunahme slm Deutschen Reiche geringer, als in den meisten europäischen Staaten und nicht mehr h-lher als in Frankreich und England. Zn Polen und in den südosteuropäischen Staaten ist aber die Be- völkern'ngSzunahme noch immer dreimal so hoch, als in Deutschland. Man sieht aus diesen Zahlen, wie notwendig eine zielklare Be- völkerungspolitik in Deutschland ist. entflog. Geg. gt. hier,Neuenweg 28 „Zum Löwen' Belohnung abzu- heißt es, die Zungenprobe habe von allen drei Angeklagten durchgeführt werden müssen. Es müsse dazu kommen, daß nur ganz sorgfältig geprüfte Butter auf den städtischen Markt komme. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Wasserversorgung der Kleingärten. So sehr die Maßnahmen des Städtischen Gas- und Wasserwerks zur Sicherung der Wasserversorgung berechtigt sind, so wenig durfte jedoch auch die vollständige Unterbindung jeglicher Wasserzuleitung für Nutzgärten angebracht fein, dies um so weniger, als ja die Reichsregierung das deutsche Volk auch hinsichtlich der Gemüseversorgung vom Auslande unabhängig machen will. Es durfte möglich fein, ohne daß dadurch die Wasserversorgung der Stadt wesentlich ungünstig beeinflußt wurde, wenn wenigstens an einem Tage tn her Woche die Zuleitung des Wassers zu den Nutzgärten angeordnet würde. Es entspricht dies gerade in der jetzigen Zeit, wo Neupflanzung und Neusaaten durchgeführt werden müssen, einem dringenden Bedürfnis, sollen diese nicht vollständig in Frage gestellt werden. Ein Kleingärtner. JmmerMchrKsKer-vchmfich! iiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiii Kaufmann als Mitarbeiter ($nn.= u.Außendienst geeignet) bei sehr bedeu- tenderVerdienst- Möglichkeit ist dauernde Beschäftigung geboten. Kleines .Kapital erforderlich. Schriftliche Angebote unter 03562 a.d.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll BELGIEN g FRANKREICH 5 Devtschlanvd geringe DevN- kerungsvermehrung. Von zuständiger amtlicher Stelle wird mit- geteitt: Der Völkerbundsrat hat die Volksabstimmung im Saargebiet auf Sonntag, 13. 3 a- nuar 1 935 festgesetzt. Abstimmungsberech- tigt ist ohne Unterschied des Geschlechts und der Staatsangehörigkeit jede Person, die a m 1 3. I a- nuar zwanzig Jahre alt ist und am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, das ist der 2 8. Juni 1919, im Saargebiet gewohnt hat. Rach dem vom Völkerbundsrat festgesetzten Abstimmungsreglement ist grundsätzlich jede Person abstimmungsberechtigt, die an diesem Tage im Saargebiet ihren gewöhnlichen Wohnort hatte und sich dort mit der Absicht des Verbleibens niedergelassen halte. Eine bestimmte Anwesenheitszeit wird somit nicht verlangt; auch wer sich erst am Stichtag, dem 28. Juni 1919, im Saargebiet niedergelassen hat, ist abstimmungsberechtigt. Andererseits ist die vorübergehende Abwesenheit vom ständigen Wohnort im Saargebiet ohne Einfluß auf die Stimmberechtigung, vorausgesetzt, daß der Wille bestand, den tatsächlichen Aufenthalt im Saargebiet beizube- h alt en. Es sind sonach beispielsweise auch abstimmungsberechtigt: a) Personen, die aus einer Gemeinde des Saargebietes zur Erfüllung des Militärdienstes ei »gezogen, am 28. Juni 1919 aber noch nicht an ihren ständigen Wohnort im Saargebiet zurückgekehrt waren, weil sie noch bei ihrem Truppenteil standen, oder sich i n G e f a n g e n s ch a f t befanden oder infolge Verwundung oder Krankheit noch nicht in das Saargebiet zurückkehren konnten; b) aktive deutsche INilitärpersonen, die vor der Besetzung des Saargebietes bei einem im Saargebiet garnifonierenden Truppenteil standen und bei der Besetzung das Saargebiet verlassen mußten, ihren Wohnsitz daselbst aber bis 28. Juni 1919 noch nicht aufgegeben hatten. In Betracht kommen Offiziere, Wilitär- beamte, Unteroffiziere und Kapitulanten, nickt aber die lediglich zur Erfüllung ihrer RUlitär- dienstpflicht Eingezogenen; c) Personen, die sich über den 28. Juni 1919 z u Besuchs-, Studien- oder Ausbildungszwecken außerhalb ihres im Saargebiet gelegenen ständigen Wohnortes aufgehalten haben, selbst wenn sie am 28. Juni 1919 im Saargebiet polizeilich nicht gemeldet waren: d) Personen, die über den 28. Juni 1919 vorübergehend außerhalb ihres ständigen Wohnortes im Abstimmungsgebiet eine Dienst- xvnmTiUNGARN 8 Illlllllllllllllllllllllllllll 2 sch. leere Zimm. irnSüdv./evtl.rn. Kochgel., an 1-2 angen. Mieter, auchält.Eliep.,zu verrn. Schr.Ang. u.03564 a.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll Auf 1000 Einwohner jedes Landes l J kommt eine jährliche Zunahme von Menschen: a C \ Frau wurde zu 30 Mark, die beiden Männer zu je oder Arbeitstätigkeit ausgeübt haben. 10 Mark Geldstrafe verurteilt. In der Begründung Reichsbauernführer ebenso knapp wie prägnant und erschöpfend die gefchichtsbildende und rechtsschöpferische Kraft des Bauerntums, den scharfen Gegensatz zwischen dem Schmarotzertum nomadischer Zwingburgenherrschaft und dem Führertum grundherrlich abgeftimmter geimanische. Oberherrschaft. Der Begriff des Odal, des Sippeneigelnums, wird aus dem germanischen Grundgedanken von Blut und Boden entwickelt und in seiner.grunblegenbennadjmittag geschlossen. wurde heute nachmittag 4 Uhr von seinem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 56 Jahren durch einen sanften Tod erlöst Die trauernden Hinterbliebenen: Ottilie Loos, geb. Müller Familie Karl Ott Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 19. Juli, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. D Kr.164 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, fl.Zuli 1934 manchen mit ihrem bleichen Licht aufs Feld hinaus, denn in der nächtlichen Kühle schwingt sich die Sense rascher durchs Korn. Um wieviel gescheiter fühlt sich der Stadtjunge von damals heute geworden und weiß oft vor lauter Lernen und Wissen nicht mehr, der studierte Herr, wo er mit all seiner Gescheitheit hin soll. Wie hat er vieles bezweifeln gelernt, was andere noch glauben mögen. Aber daß er als Junge das Uebernatürliche in Gestalt eines feurigen Reiters mit eigenen Augen gesehen hat, daran wird er nie zweifeln. Apollo. bon Hermann Hesse Der Wandrer lag allein, abseits des Weges, in der warmen Sonne. Sein Blick ging dem Spiel des Lichtes auf den gelben Felsen nach, sein Ohr ruhte im Geräusch des rückwärtigen Sturzbaches aus, welches aus der Ferne noch eben heranreichte, leis und stetig. Seine Seele, im leichten Halbtraum, ruhte wie ein Vogel mit ausgebreiteten Flügeln über dem lichten Land seiner Kindheit. Ein brauner Falter flügelte langsam über der Straßenmauer und durchschnitt mit der unruhigen Linie seines Fluges die Umrisse der schmalen Seefläche, die dem Liegenden ins Auge leuchtete. Auf dem dunkelgrünen glänzenden Grund spielte die matte Farbe der Falterflügel heller und reicher, die zarten Flügelränder zitterten wechselnd in einem weißlichen Lichtstreif, als ob der bewegte scharfe Umriß das Licht anzöge. Im Gedächtnis des Ruhenden stiegen die leidenschaftlichen Wonnen der Knabentage auf, die erregte Lust der sommerlichen Schmetterlingsjagd auf großblumigen Gartenbeeten und auf windstillen, duftenden Matten, über denen die heiße Luft in glänzenden Wellen zitterte. Dem Träumer glitten unvermerkt die schwergewordenen Lider über den ermüdeten Blick. Sein Traum lief in atemloser Luft salterjagenü über heimatliche Matten und Hänge, und aus der entschleierten Tiefe ferner Erinnerungen überkam den Schläfer eine langvergessene Sehnsucht aus Kinderzeiten — einen Apollo zu sehen. Das Ziel begieriger Knabenwünsche, schneeweiß mit roten Flecken, hing das Bild des schönen Falterkönigs vor ihm im Blauen. Vertraut und leise anklingend traten andre jeltsame liebe Melodien aus vergangenen Jahren yeran. Heber den Schlafgedanken des Wanderers wölbte sich wundervoll und zart dkk Himmel seiner Kindheit in sehnlicher Bläue empor. Ein leichter Wind flog kühl vom jenseitigen Gebirge her und traf die gesenkte Stirn des Schlafenden. Lächelnd und langsam schlug er die Augen auf, von der Klarheit der reinen Seeluft und von den fröhlich leuchtenden Farben der Landschaft erquickt. Er richtete sich wohlig auf. Da glitt ein weißer Schein an ihm vorüber. Er hielt inne, er blickte leuchtend auf. Unhörbar und ruhig senkte sich ein heller Schmetterling in elegantem Bogen aus der Luft herab, flog am Boden hin, flatterte, Umschau haltend und blieb an der abschüssigen, sonnenbeglänzten Fläche eines Felsens hängen. Er schien zu lauschen, er bewegte die feinen Fühlhörner, und dann breitete er alle vier Flügel weit und ruhig im warmen Licht aus. Apollo! Auf den seidenen, weißen Flügeln traten dunkle Adern in garten Linien mit metallischem Glanz hervor, und mitten auf dem weißen seidenen Grund glänzten hellblutrot die prachtvollen Augen. Der Apollo schlug die Flügel zusammen, daß ihre vornehm längliche Form mit der untadeligen Rundung der Oberflugel deutlich sichtbar ward, breitete sich noch einmal wohlig, wie atemholend, in voller Dehnung aus und flog auf. Er flog vom Felsen auf die Spitze einer hohen violetten Distel, von da gegen den See in die dunklere Tiefe. Dann erhob er sich wieder, schwebte einen Augenblick unschlüssig, tat plötzlich eine Reihe jauchzender Flügelschläge und verschwand nach oben in den tiefen, leuchtenden Himmel. Meine Kinder, deine Kinder und unsere Kinder. Eugen ü'Albert, der berühmte Klaviervirtuose und Komponist, war schon mehrfach verheiratet gewesen, als er sich mit der amerikanischen Pianistin Teresa Carreno vermählte, die damit ebenfalls schon ihre dritte Ehe einging. So brachte jeder von ihnen aus früheren Ehen schon Kinder mit und da sie selbst auch Kinder bekamen, so tummelte sich bald eine große Kinderschar in ihrem Haus, wobei es äußerst schwierig war, die Verwan-dtschaftsoerhältnisse der Kinder zu einander richtig zu benennen. Wenn es nun zwischen den Kindern hin und wieder zu einem Streit kam, flüchtete d'Albert und überließ das Friedenstiften seiner tatkräftigen Frau. So kam er eine« Tages von dem Kampfplatz in sein Musikzimmer gelaufen und rief ganz verzweifelt: „Teresa, meine Kinder und deine Müder hauen unsere Kinder!" Aufgaben der Erbhofbauern. Abstammungsnachweis und Besihnachweis. Nach dem Reichserbhosgesetz ist der Erbhofbauer verpflichtet, seine arische Abstam- mung bis zum Jahre 18 0 0 nachzuweisen. Dieser Nachweis ist schwieriger als bie. Nachweise, die im Hinblick auf das Beamtengesetz und ähnliche Gesetze gefordert werden. Immerhin ist der Nachweis durchaus zu erbringen, ohne daß Schwierigkeiten außergewöhnlicher Art auftreten. Ja, es stellt sich sogar heraus, daß diejenigen, die ihre Vorfahren bis 1800 festgestellt haben, auf Grund dieser Arbeiten dann auch in der Lage sind, noch sehr viel weiter zurückzugehen, und so sind die Fälle nicht selten, wo 300jährige Besitznachweise erbracht werden können. Dieser 300jährige Nachweis ist deshalb von Bedeutung, weil bei einem solchen Nachweis die Erbhöfe in das Buch der alten Erbhöfe eingetragen werden. Im neuesten Heft des Archivs für Beoölkerungswiffenschaft behandelt Erich Kittel dieses Problem in besonderer Bezugnahme auf die Mark Brandenburg. Aber was er für die Mark Brandenburg sagt, gilt auch für große Teile außerhalb der Mark. Bei der Feststellung der Besitznachweisung sind nicht nur bevölkerungsgeschichtliche Kenntnisse erforderlich, um die Faktoren zu beurteilen, die auf die Seßhaftigkeit bäuerlicher Bevölkerung überhaupt fördernd ober ftörenb einwirken, fonbern es müssen, um bie gesetzlich vorgeschriebenen Bebingun- gen zu erfüllen, historische Forschungen in konkreten Einzelfällen getrieben werben. Unb mit einem Schlage entsteht ein ganzer Zweig historischer Forschung, ben es bislang eigentlich kaum gegeben hat: neben bie Dorf- unb Familiengeschichte tritt bie Hofgeschichte! „Blut" unb „Boben" werben eben nicht mehr isoliert betrachtet, fonbern gerabe in ihrer Verknüpfung. Die Ergebnisse bieser neuen historischen Forschungen werben in Beziehung gesetzt werben müssen zu ben getroffenen Maßnahmen. Wir haben zunächst einen Gang zu tun zu alten Folianten unb Akten, vergraben in verstaubten Re- aiftraturen unb in den riesigen Beständen der Archivmagazine. Denn was wir an historischen Quellen brauchen, ist in den seltensten Fällen im Druck zugänglich. Drei Gruppen lassen sich unterscheiden: 1. gerichtliche Aufzeichnungen, 2. Aufzeichnungen aus der allgemeinen Landesverwaltung und 3. Aufzeichnungen der Grundherrschaften. Wenn ein Bauer seine unmittelbaren Vorbesitzer sucht, so wird er von selbst den richtigen Weg einschlagen: zum Grundbuch seines Dorfes beim zuständigen Amtsgericht. Das Amtsgericht oder, wie es vor 1877 hieß, das Kreisgericht, führt dörfliche Grundbücher seit 1848. Die Grundbücher, bie bei ben Amtsgerichten liegen, werden in der Regel nicht über das 19. Jahrhundert hinausführen. Die älteren geschlossenen Bände sind in den letzten Jahren, um sie vor Verlust zu schützen, in das Preußische Geheime Staatsarchiv übergeführt worden, das für die Zentralbehörden des preußischen Staates und zugleich für die Provinz Brandenburg unb Grenzmark Pofen- Westpreußen Sammelstelle aller abgelegten, wegen ihrer Wichtigkeit aber dauernd aufzubewahrenden staatlichen Akten ist. Preußische Hypothekenordnungen sind 1783 und, erstmalig, 1722 erlassen worden. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts reichen im Geheimen Staatsarchiv etwa die erhaltenen dörflichen Grund- und Hypothekenbücher zurück. Kaum zwei- hundertjährigen Besitz vermögen wir auf diesem Wege nachzuweisen, und wohlgemerkt längst nicht für alle Dörfer sind solche Bücher erhalten. Wollen wir weiter zurück, müssen wir nach anderen Quellen suchen. Als solche bieten sich uns in manchen Fällen dörfliche Schöffenbücher. Das sind Bücher mit Eintragungen von Akten freiwilliger Gerichts- Einweihung der osisriesischen Ianernsiedlung Nen-Westeel il *y , W • j /, X MK In Anwesenheit des Reichsbauernführers Waller -l .irre wurde die Siedlung Neu-Westeei als erste nationalsozialistische geschlossene Bauernsiedlung Ostfrieslands eingeweiht. Sie entstand auf dem Boden, der im Jahre 1373 einer gewaltigen Sturmflut zum Opfer fiel und durch den zähen Aufbauwillen des neuen Deutschlands berti Meere wieder abgerungen wurde. 45 Bauern- und Arbeiterfamilien werden auf Höfen mit 20 bis 90 Morgen Land eine neue Heimat finden. Unser Bild zeigt links die Ehrenpforte am Eingang zur neuen Siedlung; rechts Reichsdauern- führer Darre bei feiner Festrede. _________________ barfeit, vor allem von Auflassungen, vor dem alten Dorfgericht, dem Schulzen mit seinen Schöffen oder Aeltesten. Damit verlassen wir die Auszeichnungen, die an den Gerichten über bäuerlichen Besitz entstanden ind, und wenden uns zur allgemeinen Lanbesoer- waltung, um feftguftellen, ob einschlägige Statistiken oorliegen. Wir finden sie vor allem bei der Steuerverwaltung. Die Steuer des platten Landes war im alten Brandenburg und Preußen die Kontribution ober ber Schoß, ber von jeber Hufe Lanb bezahlt werben mußte. Befreit waren Geistlichkeit unb Abel. Der Staat mußte, um feine Einnahmen berechnen zu können, wissen, wieviel steuerbare Hufen vor- hanben waren. Dieser Steuerberechnung bienten bie sogenannten Schoßkataster, eben Aufzeichnungen, wieviel zu befteuernbe Hufen jeber Ort hatte. Freilich werben hier bie einzelnen Wirte in ber Regel nicht aufgeführt, fonbern nur bie Gesamthufenzahl bes Dorfes. Von größtem Wert finb für unsere Zwecke dagegen bie Protokolle ber „Hufenklassifikation" von 1717/19. Zur Abstellung von Mißstänben im Be- steuerungswesen und in den bäuerlichen Verhältnissen überhaupt ließ Friedrich Wilhelm I. feststellen, wie viele steuerbare Hufen denn nun tatsächlich noch in bäuerlichem Besitz waren. Jeder Bauer hatte vor der Bauernbefreiung ber preußischen Reformzeit zu Beginn bes vorigen Jahrhunberts über sich eine Grunbherrschaft. Aus biefem Verhältnis entstammen verschiebenartige Bauernverzeichnisse. Am besten ist es ganz allgemein bestellt um die Amtsdörfer, d. h. diejenigen Ortschaften, die zum Verband eines staatlichen Domänenamts gehört haben. Hier war der Staat Grundherr, und von ihm werden wir am ehesten Aufzeichnungen zur Verwaltung der Güter erwarten dürfen. Das Wichtigste sind da die sog. (Erbregifter, auch Erb- ober Hausbücher, bie für ein bestimmtes Jahr ben ganzen Umfang einer Domäne mit allen einzeln aufgeführten Hintersassen unb ihren Leistungen und Abgaben festhalten. Eine stattliche Anzahl stammt noch aus dem 16. Jahrhundert. Und zu diesen Registern kommen bann noch die ganzen Akten der Domänenverwaltung. Wessen Vorfahren Domänenbauern waren, hat am ehesten Aussicht, die Kette der Vorbesitzer zurückverfolgen zu können. Daß schließlich für die Geschichte der einzelnen Höfe auch die örtlichen Kirchenbücher heranzuziehen find, fei hier nur festgestellt. Der „Tag der deutschen Rose" in Berlin. wi 1x4 I l Der Wagen der „M i n n e b u r g" vor dem Brandenburger Tor — ein Bild aus dem Festzug, der am Tag der deutschen Rose in der Reichshauptstadt veranstaltet wurde. Oer Kampf gegen das Ertrinken. Neue Wege zur Errettung Tausender. Der Hochsommer, die beliebteste Jahreszeit für Schwimmen und Baden, fordert leider auch immer eine Menge von Opfern durch Ertrinken. Wie beträchtlich die Zahl derer ist, die dieser Todesart anheimfallen, geht aus der Statistik hervor. Von den 805 962 Toten des Jahres 1929 starben 3648 infolge Ertrinkens, im folgenden Jahr gingen von den 710 850 Toten des Deutschen Reiches 3499 auf diese Weise zugrunde und 1931 von 725 816 Toten 3224. Daraus ergibt sich, daß die Zahl der auf Ertrinken zurückzuführenden Todesfälle ziemlich gleich« bleibt und immer noch xk Prozent aller Todesfälle ausmacht. Bedenkt man, daß es sich bei diesen Toten meist um junge kräftige Menschen handelt, so muß man sagen, daß der Tod im Wasser dem deutschen Volke Verluste bringt, die sehr beträchtlich sind. Der Kampf gegen den Ertrinkungstod ist daher eine hochbedeutende Aufgabe, und die neuen Wege, die dabei eingeschlagen werden, müßten unser ganzes Interesse erwecken, lieber solche neuen Erkenntnisse berichtet Dr. E. Sehrt in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift", lieber die Ursachen des Ertrinkungstodes ist man sich immer noch nicht ganz klar geworden. Erfolgt der Tod im-Wasser nach einem vorherigen Ankämpfen gegen die Gefahr, so geht ihm Bewußtlosigkeit voraus. Diese Oer Feuerreüer von Kart Ludwia Este Ich will von einer seltsamen Erscheinung erzählen, die mir vom schicksalsvollen Iulimonat des Jahres 1914 noch heute deutlich vor dem Auge der Erinnerung lebt. Ich war damals ein junger Gymnasiast, ein bleicher Stadtjunge, ben bie Eltern einem schon lange geübten Brauch zufolge rorkrenb der Sommerferien wieder zu Verwandter aufs Land schickten. O, war das eine Freude für den Jungen, wenn er wochenlang nichts um sich sah als Aecker und Wiesen und Wald, und kuhwarme Milch trank oder aus irdenen Häfen die kühlen Molken der Dickmilch schöpfte, wenn er Eier austrinken konnte, die man eben noch dem Huhn unterm Schwanz wegnahm und von den mühlsteingroßen Brotlaiben aus kernigem Mehl ringsherum Stücke bekam, die ihm die Großmutter dick mit frischer Butter schmierte. Eines Tages sprachen sie im Dors vom feurigen Reiter, und ich war aufgeregt wie die Dorsjugend, als mich der Großvater am Spätnachmittag einmal fragte, ob ich mit ihm aufs Hochfeld wolle, wo man vielleicht den feurigen Reiter sehen werde. Und ob ich wollte. Als wir den steilen, steinigen Kirchenpfad hinaufschritten und der Saum des Hochfeldes immer näherrückte, klopfte des Jungen Herz mächtig unterm Kittel des Matrosenanzugs, und es war ihm lieb, baß ihn ber Großvater auf einmal an ber Hanb faßte Droben wogte bas reife Korn wie ein Meer, unb Großvater sprach mit einem Bauern, man werbe die Frucht bald schneiden können. Dann gingen mir weiter zum Wald hinüber, der aus dem Tal heraufwuchs. Dort hatte Großvater einen Rübenacker unb wollte nachsehen, ob man bie Runkeln halb wieber hacken muß. Mir würbe noch ängstlicher zumute, je näher wir bem Wald kamen, benn ich bilbete mir ein, ber feurige Reiter werbe plötzlich aus bem Walbesbuster hervorgeritten kommen. ..Dummer Bub", lächelte ber Großvater, als er m-ch fo bänglich neben sich zittern sah. „Du wirst dich doch nicht gleich fürchten? Der feurige Reiter ♦u» dir nichts Der reitet fern von ben Menschen unb reitet so rasch, daß bu scharf Hinblicken mußt, dm ihn zu erkennen." Gtrnhoater ließ mich nun allein auf bem sanbi- ii. n 1 t’g stehen, währenb er selbst ein paar Schritte in n F?ld ging. Wie mein Herz klopfte, je ro iti. sich ber Großvater von mir entfernte. Die Sonne ftanb schon sehr tief überm Wald. Das meiste Felb bis hin zu ben Aehren lag im Schatten, unb bie Sonne zeichnete bie Wipfellinie bes Walbsaums klar in bie offene Lanbschaft. Jenseits bes Schattenrisses sah ber Junge noch einen gol- benen Glanz auf bem Aehrenfelb schwimmen, unb bann öffnete sich ber Horizont weit unb weiter bis hin, wo gerabe eine kleine Wolke ber Erde zusteuerte. „Ja, dort mußt bu Hinblicken, wenn bu etwas sehen willst", rief nun ber Großvater zum Enkel herüber unb bückte sich wieber seinen Runkeln zu. Ich hab bamals wohl recht zaahaft geantwortet: „Komm boch zurück, Großvater.' Da geschah es, was ich fürchtete unb erwartete, weswegen ich mit bem Großvater aus bem Tal zum Hochfelb herauf- ftieg unb woran ich boch nur mit Bangen bachte: ich sah ben feurigen Reiter, sah ihn plötzlich bort, wo bie kleine Wolke bie Erbe berührte, sah ihn gleichsam aus ber Wolke sich lösen unb mächtig emporwachsen Mar es em Schattenspiel bes sinkenben Ab'enbs?" frag ich mich heute. Deutlich unterschieb ber Junge Roß unb Reiter, unb am Roß sogar ben fliegenben Schweif unb bas stete Auf unb Ab bes Reitenben, ber sich manchmal im Sattel vorüberneigte beim Reiten. Unb es war alles wie beim Anblick eines gewöhnlichen Rittes, nur baß bas Pferb viel höher ausholte mit ben Hufen, benn es war ja kein gewöhnliches Pferb, unb auch ber Reiter selbst hatte übermenschliche Größe. Was mir aber bis heute unvergeßlich geblieben ist, bas ist der Feuerkreis um bie Erscheinung und Die flammende Röte unter den Hufen des Rosses. Es gibt Krieg." Das wurde das Gespräch aller Leute im Dorf. Vor einigen Wochen schon hatte man vom Mord in Serajewo gehört, und nun, da der Anzeiger von Verwicklungen zu melden wußte, die sich daran knüpften, loste sich die Spannung der Veteranen des Siebziger Krieges unb ber älteren Leute bie ben feuerroten Reiter zu ihrer Zeit auch gesehen haben wollten. Nun bachte man sich ben kommenben Krieg weit entfernt noch im Balkon, dachte, baß bas eigene Lanb wohl bavon verschont bleibe. Was barf auch ein Bauer im Sommer viel an Krieg unb Kriegsgeschrei benfen, wenn es gilt, schon früh vorm ersten Hahnenschrei mit ber Sense aus- -usahren unb bis zum spaten Abenb braußen auf bem Felb zu stehen unb ber Glühhitze bes Mittags nicht zu achten, wenn es gilt, an biefen Sommer« fonnentagen Garbe um Garbe ber golbschweren Frucht umzulegen und einzufahren in die weitge- I öffnete Scheuer?, Selbst öle Mondnächte locken Wirtschaft Itd) nur an kommet B einem etwas größeren Geschäft am Farbenmarkte wie gerechnet hatte. Vielmehr herrschte eine ausgeprägte ich! Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. Lerlin $ranrtun a. 2)1. Dalum 112-7- 12.7. weit 16.7. 12-7. I 60,25 1 60,25 I I 125,5 I -I 60,5 Banknoten. »oesch Eisen-Söln-Neuesfea .. 0 l|e Bergbau 6 72 U die Witterung weiter günstig gestaltet, gegenüber den Vorjahren um einige Tage früher einsetzen zum man o 4 0 0 Qn1 des o 0 6 6 0 23,65 142,75 87,5 110,25 66,25 107,25 '01,75 152 121 76,25 117,5 59,75 163 127,25 31,75 64,25 89,75 58,5 62 65,5 155 23,5 143,25 87,75 110,5 66,5 107,9 102 90,5 152,5 121,65 78 47 237 91 40 14 124,5 125 165 60,5 108,5 125,5 62,5 67,65 48,5 64 48 60,65 22,75 198,5 177 133,5 Schluß- fUTö 78,13 94,4 46,75 237 91 40,25 13,75 124,75 124,75 163,5 - Abe o 0 0 0 0 ♦ 0 0 0 1» 23 143 91 109,25 66,5 108 101 91 149,5 122,4 76 117 59,25 106 160,25 71,75 65 30 64,75 89,75 57,75 62 64,5 154 46 241,75 90,75 39,75 13,75 124,75 125 164,5 117,5 62,9 65,75 48.13 60 128,75 47,75 60,65 66 23 196 178 135 62,75 67 48,5 60,75 47,75 60,5 23,25 196 177 135 21,75 724 18? A.S.G. Bekula 23,25 143 91,25 109 66,5 108,4 91,4 148,75 122,75 76,5 117,5 60 106 74,65 161,5 127 71,75 65,65 76,65 117,75 59,9 106,25 75,25 163 127,5 72,25 64,» Amtseinführung von Landrat Krawielizki. Krawielizki, Mombart in feierlicher geführt. Im Auftrage des preußischen Staatsministeriums sprach Regierungspräsident von Mombart. Er führte u. a. aus, daß der preußische Innenminister bei Uebertragung des Landratsamtes an Pg. Krawielizki sich davon leiten ließ, daß er damit einen Mann einsetzte, der sich als alter Kämpfer der Bewegung in langen Jahren des Kampfes große Verdienste erwarb und auch an verantwortungsvoller Stelle in vollstem Umfange den außerordentlich hohen Ansprüchen entsprechen wird, welche jedem Beamten im nationalsozialistischen Staat gestellt werden. Es gelte für den Landrat nach wie vor der schöne Grundsatz, daß es ein Nichtzuständigsein für ihn nicht gibt. Er müsse für den Kreisbewohner stets da sein. Aus dem reichen Arbeitsfeld des neuen Landrats seien vor allem die Arbeitsbeschaffung durch Landeskulturarbeiten und die Siedlung zu erwähnen. Ferner fei es eine große Aufgabe, den erst vor kurzem aus zwei wirtschaftlich und kulturell zusammengehörenden Kreisen gebildeten Großkreis Marburg-Land mehr und mehr zu einer Einheit zu verschmelzen. Was der Führer in seiner großen Reichstagsrede über die Aufgaben und Pflichten jedes Führers sagte, möge der Leitstern alles Handelns des neuen Land- rats sein. — In diesem Sinne nahm 'der Regie- 28 24,5 31,65 64,5 90,5 58,5 62 65,5 154,75 26,25 1,15 7,4 6,9 7,13 9,25 7,5 gefuaj biirof] Cs 115,75 62,5 68 48,25 64,5 129,9 48,4 60,9 69,5 22,5 196,5 133,13 23 188,6 25,75 1,13 7,4 7 >,95 8,9 7,5 k-8 26,5 1,2 7,55 7,1 7,2 9,13 7,1 3,9 35,3 26,4 24,75 30,75 65 90,75 58 62 64,5 154 3,9 35,4 wird. Dis heute sind die Aussichten für die mende Weinernte der Pfalz überaus günstig. frankfurter Börse. ZNittagsbörse knapp behauptet. 4% Oesterreich«He Holdrentt.... 4,80% Oesterretchifche Ellberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4%% deögl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4%Xü^ Lagdadbaha-AMeche ‘Jlun herunt die hä Merschs tieiw fast Di Papas Wirts! Frankfurt a. M., 16. Juli. Die Börse lag Wochenanfang sehr ruhig, was überraschte, da schon auf Grund der Einigung zwischen den europäischen und chilenischen Stickstoffproduzenten mit rungsprästdent die Verpflichtung von Landrat Krawielizki vor. Staatsrat Gauleiter W e i n r i ch betonte in seiner Ansprache, daß mit der Einführung von vor $ >ch ÄUS n Äuge wir Alpe, tolle Idq eine Ur buch und b«ru beseli t Ja tzbst dies. wie kn Her in den meisten Fällen zum ersten Kurs sogar Ver- kaufsaufträge hergelegt wurden. Immerhin war das Kursnioeau nicht wesentlich niedriger und eine ziemliche Widerstandskraft festzustellen. Farbenindustrie eröffneten mit 149 (149,90), waren aber nach der Anfangsnotiz wieder etwa 149,50, allerdings ohne besonderen Umsatz. Deutsche Erdöl lagen 0 50 v. H. fester, offenbar auf den Erwerb einer neuen Braunkohlengrube. Am Elektromarkt setzten Siemens 2 v. H., AEG., Bekula und Schuckert von 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger ein, während Licht und Kraft 0,75 v. S). und Gesfürel 1 v. H. anzogen, letztere jedoch wieder 0,50 v. H. nachließen. Montanwerke sehr still bei kleinsten Veränderungen nach beiden Seiten. Schiffahrts- und Transportwerte gaben durchweg 0,25 v. H. nach. Zellstoffpapiere uneinheitlich, Aschaffenburger wieder 1 v. H. fester, Waldhof dagegen 0,50 v. H. leichter. Sonst eröffneten u. a. Aku 0,25 v. H., Reichsbank 1 v. H. schwächer, Daimler und Cement Heidelberg unverändert. Renten eröffneten bei großer Geschäftsstille nur knapp behauptet, also Altbesitz,' Stahl- Bonds, Kommunal-Umschuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen. Im Verlaufe blieb die Börse sehr still bei kaum veränderten Kursen. Licht und Kraft büßten 1 v. H. ein, auch Hapag und Daimler gaben bis 0,40 nach, während Aschaffenburger Zellstoff nochmals 0,40 v. H., ferner Deutsche Linoleum 0,50 v. H. und Bemberg 0,75 v. H. gewannen, Farben unverändert 149,25 bis 149,50. Der Rentenmarkt zeigte Goldpfandbriefe meist von 0,25 bis 0,50 v. H. fester, Kommunal- Dbligationen behauptet, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich. Stadtanleihen lagen ruhig, teilweise bis 0,75 v. H. schwächer. Staatsanleihen und fremde Werte lagen still. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse behauptet. Der Mangel an Aufträgen ließ die Abendbörse in ausgesprochener Geschäftsstille verkehren, da auch die Kulisse Zurückhaltung bekundete. Die neueste Entwicklung des Außenhandels im Monat Juni blieb, obwohl sie eine weitere Verminderung der Passivität aufweist, infolge der Geschäftslosigkeit ohne sichtbaren Einfluß, gab aber der Börse eine Stütze. Die notierten Kurse waren in den meisten Fällen nomineller Art, lagen aber gegen den Berliner Schluß behauptet. Farbenindustrie bröckelten bis auf 149,40 (150) ab, zogen aber im Verlaufe wieder auf 149,75 v. H. an. Fest kamen Riebeck Montan mit 101,50 (nach 94,50 am letzten Freitag) zur Notiz. Renten lagen gleichfalls nahezu geschäfts- los bei gehaltenen Kursen. Von Auslandwerten zogen Chade-Aktien Lit. A bis C um 2,50 RM. und 4prozentige Schweiz. Bundesbahn von 1912 um 2 v. H. und ZVeprozen- tige do. um 1 v. H. auf 164 v. H. an. Die Börse schloß in stiller Haltung. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 78,50, SV- v. H. Franks. Hyv. Liquid. 89,25, 6 v. H. Rhein. Hyp.-Bank Gold R 26 bis 30 91,50 Br., Commerzbank 57,75, Reichsbank 154, Harpener 106, Klöckner 71,75, Phönix 46, Rheinstahl 90,75, Stahlverein 39,75, AKU. 62,50, AEG. 23, Chade 198,50, Scheide- brachte. * Bereits reife Trauben in der V Order p fa l z. Die heiße Witterung der letzten Zeit bewirkte nicht nur eine frühe Blüte der Weinberge, sondern die Reifezeit wird gegenüber früheren Jahren wesentlich früher liegen. In den letzten Tagen mehren sich immer mehr die Nachrichten aus den einzelnen Gemarkungen des vorderpfälzischen Weinbaugebiets, daß reife Trauben, selbstverständlich nur an besonders bevorzugten Sonnenlagen, gesunden werden. Gegenüber Jahren mit normaler Witterung reifen diese Trauben dieses Jahr durchweg um etwa 14 Tage früher. Es ist zu hoffen, daß auch die allgemeine Traubenreife, sofern sich wirb nicht durch Eindringen von Wasser in den Körper verursacht, sondern dadurch, daß der Ertrinkende die Lunge sich übermäßig mit Luft voll- pumpt, diese Luft aber durch die stoßweißen Ausatmungen nicht mehr in ausreichendem Maße von sich geben kann: es entsteht dadurch eine Kohlen- säure-Dergiftung des Blutes, die zur Bewußtlosigkeit und Dann zum Tode führt. Das Angstgefühl, das jeden Ertrinkungsoorgana einleitet, ist wohl eine Folge der Blutleere im Gehirn und des Versagens des Herzens-, diese Erscheinungen entstehen dadurch, daß die Haut sich infolge des Kältereizes des Wassers zusammenzieht und plötzlich bedeutende Mengen Blut in die Bauchgefäße abgezogen werden. von großer Wichtigkeit ist die erst in letzter Zeit gewonnene Erkenntnis, baß bei bewußtlos Untergegangenen bie Wiederbelebung noch nach 15 bis 20 Minuten von Erfolg fein kann. So lange kann bet Organismus ben Sauerstoffmangel aushalten. Man barf also bas Tauchen nach bem Untergegangenen auf keinen Fall vor der 20. Minute nach dem Versinken einstellen und es barf auch nicht nach dem Ertrunkenen mit Stangen gesucht werden, bie scharfe Haken haben. Zur Dermeibung von Gefahren, die zum Ertrinken führen können, sind noch immer vor allem die all- bewährten Regeln zu beachten: man soll sich vor dem Schwimmen abkühlen, nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen und seine Kräfte bei längerem ♦ Devisenzuteilung für den Monat August 1 934. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung ordnet an, daß der Grundbetrag der allgemeinen Genehmigungen für die Warenemfuhr im August 1934 nur bis zur Höhe von 5 vH. in Anspruch genommen werden darf. Das gleiche gilt für den Grundbetrag der Ausländern und Saar- ländern erteilten allgemeinen Genehmigungen. Der- selbte Kürzungsfatz ist auch bei Erteilung von Ein- zelgenehmigungen zur Anwendung zu bringen. Weiterhin wird angeordnet, daß die auf Grund von Feftfetzungsbefcheiden zugeteilten Rembourskredite nur bis zur Höhe von 10 v. H. im August 1934 in Anspruch genommen werden dürfen. * Liquidierung einer alten 9 ran t • für ter Bankgeschäftes. Die fast ausschließlich aus Mitgliedern des Speyerfchen Familie de- stehenden Kommanditisten der Bankfirma Lazard Speyer-Ellissen haben beschlossen, aus Familien- gründen di- Gesellschaft zum 1. Oktober 1934 3u liquidieren. Die Gesellschaft wird ihren Angestellten den Uebergang zu anderen Arbeitsmöglichkeiten nach Kräften erleichtern und durch die Mittel des Unter« ftützungs- und Pensionsvereins und besondere Zuwendungen die Zukunft ihrer alten Angestellten zu sichern suchen. , * 2,9 Millionen Tonnen Zementab - satz im ersten Halbjahr 1934. Der Absatz der verbandsmäßig zusammengeschlossenen Zementindustrie ist. im Juni noch etwas gestiegen, und zwar auf 568 000 Tonnen gegen 535 000 Tonnen im Mai. Für das erste Halbjahr 1934 ergeben sich 2,7 Millionen Tonnen, da zu dieser Zahl noch etwa 8 Prozent für den Absatz außerhalb der Verbände stehender Werke hinzuzurechnen sind, hat sich der gesamte deutsche Zementabsatz in den ersten sechs Monaten auf rund 2,9 Millionen Tonnen belaufen, während das erste Halbjahr 1933 nur einen solchen von etwas über 1,6 Millionen Tonnen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 12.7. 4,13 6,75 3,8 35,5 27,75 Schluß^. Minag- börse 16.7. 77 93,65 45,75 242 90,75 39,75 13,5 124,75 124,5 164,75 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Juli. Am Frankfurter Getreidegroßmarkt herrschte in Anbetracht der in Kürze zu erwartenden neuen Festpreise starke Zurückhaltung. Preise in Getreide neuer Ernte wurden daher auch nicht notiert. Das Geschäft in altem Brotgetreide blieb bei ausreichendem Angebot klein, die Mühlen nahmen lediglich beste Qualitäten Weizen in kleinem Umfange zum unveränderten Preise auf. Neuer Roggen wird noch nicht gehandelt. Aus hiesiger Gegend wurden erstklassige Muster gezeigt, die ein Naturalgewich bis 77/78 Kilogramm aufwiesen. Lediglich auf Sandboden gewachsener Roggen ist etwas durstiger ausgefallen. Hafer alter Ernte war weiter angeboten und gab erneut um 2,50 Mark nach, der Preis wird immer noch für zu hoch erachtet. Am Futtermittelmarkt blieben Mühlennachprodukte, wie Nachmehle und Kleie, gefragt, auch ölhaltige finden angesichts der Trockenheit weitere Beachtung bet äußerst knappem Angebot. Das Mehlgefchaft ist sehr still, es erfolgen lediglich laufend kleine Abrufe zu unveränderten Preisen. , Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 208 bis 210; Roggen 180; Hafer 200; Weizenmehl Type 563 Festpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 Mark Frachtausgleich, do. Festpreisgebiet W VII 28,60 plus 0,50; Roggenmehl Type 610 Festpreisgebiet R VIII und R VI je 25,25 plus 0,50; Weizenmehl IV B 17 bis 17,25; Weizennachmehl 16,50 bis 16,75; Weizenfuttermehl 12,75; Weizenkleie fein 11,40 bis 11,50, grob 11,75 bis 11,85; Roggenfuttermehl 13,25; Roggenkleie 12,50; Sojafchrot 15,80; Palmkuchen 15,70; Erdnußkuchen 17,20; Treber 17 bis 17,25; Heu 11; Weizen- und Roggenstroh draht- gepreßt oder gebündelt je 2,80 bis 2,90. Kartoffeln: Das Angebot ist wieder besser, der Markt lag ruhig. Erstlinge hiesiger Gegend 6,30 Mark, andere gelbfleischige Sorten 6 Mark pro 50 Kilogramm ab Station ohne Sack. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 1390 (gegen 1335 am letzten Montagsmarkt), davon 362 Ochsen, 129 Bullen, 380 Kühe, 519 Färsen. Kälber 632 (633), Hämmel 39 (54), Schafe 12 (11), Schweine 4251 (3439). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 23 bis 26; Bullen a) 29 bis 30, b) 27 bis 28, c) 24 bis 26, d) 20 bis 23; Kühe a) 29 bis 30, b) 25 bis 28, c) 18 bis 24, d) 11 bis 17; Färsen a) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 22 bis 26. Kälber B a) 42 bis 45, b) 35 bis 41, c) 28 bis 34, d) 18 bis 27. Hammel b2) 32 bis 34, c) 27 bis 31, d) 22 bis 26; Schafe gestrichen. Schweine al) 50 bis 51, a2) 46 bis 48, b) 44 bis 47, c) 42 bis 47, d) 38 bis 45, e) 33 bis 40, f) —, gl) 37 bis 40, g2) 33 bis 36. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt blieben Rinder und Hämmel sowie gute Kälber unverändert, geringe Kälber büßten 5 Mark ein, während Schweine 1 Mark anzogen. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer lieber- stand. Kälber, Hämmel und Schafe etwas lebhafter, geräumt. Schweine lebhaft, nahezu ausverkauft. 16.7. tTg" 4,25 7,1 35,1 26,5 js Marburg, 16. Juli. Im festlich geschmückten Kreishaus wurde heute vormittag der neue Land- rat des Landkreises Marburg, Kreisleiter Hans ' ' ‘ , durch Regierungspräsident von feierlicher Weife in fein Amt ein» ®ettr. fiieferungSflefenftfiaft... Licht und straft Kelten & Guilleaume Gesellfch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität 5 Schuckert S Eo & Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Eo............. 10 Schwimmen richtig einschätzen; Ohrenleidende dürfen nicht ohne Schutz des Gehörganges schwimmen. Menschen, die zur Wasser-Nesselsucht neigen, sind besonders gefährdet, da dieser plötzlich auftretende Zustand in ganz kurzer Zeit Zur Bewußtlosigkeit fuhrt. Bei der R e 1t u n g s f r a g e ist das Stadium zu berücksichtigen, in dem die Rettung am besten durchgeführt werden kann. Der Bewußtlosigkeit geht eine Bewußtseinstrübung voran, in der der nicht mehr weiß, was er tut, und so zur Gefahr für seinen Retter werden kann. Jedenfalls erfordert das Herausholen aus dem Wasser in diesem 3uftanö ein hohes Maß an Überlegung und körperlicher Kraft. So unmenschlich es auch klingen mag, wenn man empfiehlt, den Bewußtseinsgetrübten, der sich nicht mehr zureden läßt, erst ganz bewußtlos werden zu lassen, bevor man ihn rettet, so wird doch dieses Abwarten den besten Erfolg gewährleisten. Dabei ist wichtig ZU wissen, daß derjenige, der im Wasser aus irgendwelchen anderen Ursachen stirbt, fast senkrecht in die Tiefe versinkt, während der durch das Ertrinken bewußtlos Gewordene diagonal in der Strömungsrichtung untergeht und sich in der ersten bis zweiten Stunde bei normaler Strömung nur wenige Bieter von der Untergangsstelle finden läßt. Zu beachten ist auch, daß Schwimmer, die sich schwach fühlen, stets um Hilfe rufen, nicht mit den Armen winken, denn der aus dem Wasser heraus- aestreckte Arm drückt den Schwimmer nur tiefer ins Rundfunkprogramm. Mittwoch, 18. 3uti. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: Lachende Saar, eine Hörfolge. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Dreimal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Zum 70. Geburtstag von Ricarda Huch. Dortrag von Frau Dr. E. Gottlieb. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: Wie das Nibelungenlied mit ägyptischen Darstellern in Kairo zur Aufführung kam. Bericht von Dr.L. Franck, Dozent an der Kgl. Universität in Kairo. 18.35: Junge deutsche Dichtung: Uli Klimsch. 18.50: Griff ins Heute. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar: Den Weg frei zur Verständigung! 20.35: Stunde der jungen Nation: Appell durch den Reichsjugendführer und Obergebietsführer Dr. Stellbrecht. 21: Kammermusik für Violine und Klavier. 21.40: Tanzmusik. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... Donnerstag, 19. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8 40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.40: Kafperlstunde. 15.35: Wirtschaftsbericht. 15.50: Kunstbericht Der Woche. 16: Nachmittagskonzert des Orchesters des Königsberger Opernhauses. 17.30: Die sechs Bücher deutscher Dichtung. Zwiegespräch von Büchereidirektor Dr. Beer, Frankfurt a. M. 18.15: Aus Zeit und Leben: Familie und Rasse. 18.25: Die Entwicklung des Segelfluges. Zum Beginn des 15. Rhön-Segelflug-Wettbewerbs, Vortrag von Josef Schneider, Fulda. 18.50: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 19: Unterhaltungskonzert. 19.30: Saarumschau. 19.40: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leden. 20.15: Reichsfendung: Stunde der Nation: Bayreuth. Sinn und Wesen der Arbeit auf dem Festspielhügel. 21.15: Klavierkonzert: Walter Niemann spielt eigene Klaviermusik. 21.45: Das Weserbergland, Hörfolge. 22.20: Nachrichten. 22.30: Vom Deutschlandfender: Obergruppenführer Hühnlein spricht über 2000 km durch Deutschland 1934. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Daten für Mittwoch, 18.Jrrli. 1864: die Dichterin Ricarda Huch in Braunschweig geboren; — 1865: der Geograph Robert Gradmann in Lauffen am Neckar geboren; — 1870: Verkündigung des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas auf dem Vatikanischen Konzil in Rom. toanefelbCT Bergbau.........O| Äolöroerte ..............0 Phönix Bergbau 0 Rheinische Braunkohlen 10 Rheinstahl o Vereinigte Stahlwerke 0 Otavi Minen 0 Kaliwerke Aschersleben 6 Kaliwerke Westeregeln 6 Kaliwerke Salzdetfurth 7y,| stehen. Ich! per Qr en S. °>e So c Ham durg-A m ertka-P ake» Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Dampfschtff Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Discont» Gesellschaft Dresdner Bank RetchSbank ................ ; Datum 4% desgl. Serie II ~ ...... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^,?LRumän.vereinh.Rentev.l913 <% Rumänische vereinh. Rente .. »V^Anatoller Buderus Deutsche Srdök Gelsenkirchener Harpener Philipp Holzmann 01 Zementwerk Heidelberg ..... 0] Lemeutwerk Karlstadt O| Schultheis Patzenhofer 0 Aku - s Das Wurst- und Brezelschnappen machte allen großen Spaß. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) In Reiskirchen wurde am 14. Juli durch die dortige Gendarmerie der am 18. Juli 1911 zu Nierstein am Rhein geborene Gärtner Jakob Hammel auf Grund eines Ausschreibens festgenommen. Er hatte ein noch fast neues Fahrrad in seinem Besitz, das er am gleichen Tage vor der hiesigen Bezirkssparkasse entwendet hatte. Hammel wurde dem Amtsgericht zugeführt. Diebstähle: Von einem Fahrrad, das in der Nähe des Theaters aufgestellt war, wurde eine Aktenmappe mit einem neuen Buch betitelt „Wurms Handbuch für Religionsgeschichte" entwendet. — In der Nacht zum 11. Juli wurde im „Alten Feld" ein Gartenhäuschen erbrochen und folgende Gegenstände entwendet: Ein brauner Filzhut, gez. A. B., eine schwarze Lüsterjacke, eine graue fast neue Hose, ein neuer brauner Damenkittel, ein weißes Kopftuch, ein Paar schwarze Herrenschnlirschuhe und ein Paar schwarze Damenhalbschuhe. Sachdienliche Mitteilung erbittet die Kriminalpolizeistelle. Verreiste Menschen. Von Or Walther Allerhand. Nun ist die Stadt ein bißchen schläfrig geworden. Heruntergezogene Gardinen muten an, als hätten die Häuser die Augen geschlossen zu kurzem Sommerschlaf. In den Anlagen gibt es Bänke, auf denen niemand sitzt. Besonders Mamas und Kinder sind fast vollzählig verreist, während zurückgebliebene Papas, die die Budenangst haben, allabendlich in Wirtshausgärten und Hemdärmeln ihre Melancholie mit Bier löschen. Die Menschen sind verreist. Aber nicht auf Reisen. Sie sind genau so seßhaft tote daheim, nur ein kleiner Szenenwechsel hat stattgefunden und auf neuem Schauplatz geht das alte, bürgerliche Schau- oder Trauerspiel weiter. Es gab Menschen, die mir sagten: Morgen reise ich! Und am nächsten Tage sah ich sie mit Liegestühlen und Hutschachteln zum Bahnhof trotten. Merkwürdig, was Menschen unter „Reisen" verstehen. Ich habe noch Zeit. Ich will warten bis der Som mer ans Abschiednehmen denkt. Dann will ich mit den Schwalben hinter dem Sommer Herreisen und die Sonne suchen. Aber langsam beginne ich mich vorzubereiten. Immer öfter schicke ich meine Gedanken auf Reisen, weit voraus, lang voran. Ich bereite mich langsam vor wie für eine große Andacht, indem ich mich manchmal loszuläsen beginne von meinem Alltag. Aus großen Kursbüchern schreibe ich mir Züge ins kleine Notizbuch. Ich weiß, ich werde keinen dieser Züge benützen. Die Züge aus meinem Notizbuch find mir noch immer davongefahren, weil irgendein Alpental, eine kleine Kirche zwischen Zypressen, die tolle südliche Buntheit eines Fischerdorfs mich einen Tag lang an Stätten festhielten, wo der Zug nur eine Minute bleibt. Und trotzdem blättere ich in meinem alten Kursbuch wie ein Pfarrer in seiner alten Bibel blättert, und meine Andacht ist nicht geringer und die Offenbarungen dieses alten Kursbuches sind nicht weniger beseligend. Ja reifen sie denn überhaupt, diese vielen? Sie selbst und ihre Wirte haben doch alles darangesetzt, daß [je sich — wie zu Hause fühlen. Wozu dann die Reise, wozu den dreifachen Preis bezahlen für dieses Surrogat-zu-Hause? Während ich es für wesentlich halte, daß nichts, aber auch gar nichts so ist wie zu Hause, weshalb ich mir möglichst entfernte Landstriche suche, in denen ich niemanden aus meiner Heimat treffe, wo sogar die Ochsen anders gebogene Hörner haben als daheim und die Katzen anders gescheckt sind. Nichts darf an daheim und an Alltag erinnern, weil das den eigentlichen Sinn des Reisens zerstören würde: die Romantik und die Andacht. Viele verreisen, aber wenige sind unterwegs. Sie verlangen auf der Reise ihre Bequemlichkeit, ihre Ordnung. Als ob nicht Reisen das gerade Gegenteil von Bequemlichkeit und Ordnung wäre, nämlich Unraft, Bewegung, Begegnung mit Unvorhergesehenem, Erlebnis des Unerwarteten, eine entschiedene Absage an die zwangsläufige Ordnung des Alltags ; und des Daseins. Wie verschrumpft ist das Gefühl für Welt und Weite, wenn wir in der Fremde die Erinnerung an die Heimat brauchen, um zufrieden zu sein. Wir kennen es nicht mehr, was man „die Leidenschaft nach der Welt" nennt. i Und dann, wer da reift, um zufrieden zu fein, der 1 tut wohl eine Reise ins Land der Enttäuschung. Etwas stimmt immer nicht: bald die Speisekarte, bald ist das Bett zu kurz, das Klima zu heiß oder zu rauh, zu trocken oder zu feucht. Den Jdealzuftand zu suchen, darf man nicht auf Reisen gehen. Reisen heißt entbehren, heißt manchmal in harten Betten liegen und schlaflose Nächte in Kauf nehmen, verdorbenen Magen und schlechte Bedienung. Reisen heißt leben und leben heiß nicht, faul und fett bas reine Bett von zu Hause und die heimische Küche genießen. Meist unterscheidet man jchon am Gepäck den Reisenden vom Verreisten. Je größer das Gepäck, desto kleiner der Sinn für das Reisen, der sich endlich bei den großen Schrankkoffern rimerareifenber Engländer als überhaupt nicht vorhanden erweist. Woran das „wonderful" englischer Ladys m „Aemelfi" (gemeint ist Amalfi) gar nichts ändert. Omnia mea mecum porto, all mein Gut trage ich mit mir, es mochte der stolze Ausspruch eines Weisen sein bei Reisenden ist es bestimmt nicht ein Zeichen 'der Weisheit. Wer so vieles von daheim braucht, der beweist nur, daß er es nicht versteht, im Fremden Heimat zu finden. Kofferpacken das heißt für Tausende Aufregung, Kummer und Kopfzerbrechen unfreiwilliges, mißvergnügtes Sichbe- schränkenmüffen. Aber dem wirklichen Wanderer, und Wanderer kann man auch sein, wenn man im v-Zuq sitzt dem wirklichen Wanderer bedeutet Kofferpacken ein lachendes Abschiednehmen von allem Tand und Kleinkram seiner Tage: ich fahr' weg und du bleibst hier! Es ist ein Sichloslosen von all den lächerlichen Bedürfnissen eines Jahres, ein Freiwerden von den kleinlichen Fesseln unserer Burgerlichkeit von Sofakissen, Pantoffeln und Hausrock. Durch Koffer aber offenbaren sich Menschen noch in anderer Weise. Wie ihr weiterer Reiseweg durch Zimmerbestellkarten und Telegramme festgelegt ist, hinterläßt ihr bisheriger Reiseweg sorgsam gehütete Spuren in Gestalt von Hotelvignetten auf ihren Koffern. Wie eine Weinbergschnecke hinterläßt ihre Reise eine Spur auf ihrem Koffer. Du willst ein Wanderer sein? Eine wandelnde Litfaßsäule bist du,. Herr mit den verklebten Koffern. Und diese Dame? Mit dem Hut in der Hand kommt man vielleicht durch das Land, aber mit der Hutschachtel unter den Gepäckstücken kann man die Welt umsegeln und ich weiß, man hat nichts von der Welt gesehen. Man braucht keine Hutschachteln, um etwas zu sehen, man kann sie dazu gar nicht brauchen. Wanderer muß jeder Reisende sein, auch wenn er nicht zu Fuß gehen kann. Was freilich das Schönste wäre. Aber man muß auch als Bahn- reisender ein Wanderer bleiben, man muß das Herz haben, einen Zug wegfahren zu lassen, wenn ein Ort schön ist, zu schön um durchzufahren. Man muß achten, daß sich nicht das Wort Nietzsches an einem erfüllt: „Sie steigen wie Tiere den Berg hinauf, dumm und schwitzend, man hatte ihnen zu sagen vergessen, daß es unterwegs schöne Aussichten gäbe." Wie sich der Reisekünstler oder der Reisestümper durch das verraten, was sie auf die Reise mitnehmen, verraten sie sich auch durch das, was sie von der Reise mitbringen: Erinnerungen: „Es gibt: a) materielle Erinnerungen, b) geistige Erinnerungen, und wenn sich einer, wie es bisweilen oortommt eine Gattin von der Reise mitbringt, noch c) eine Legierung von geistiger und materieller Erinnerung. Diese Andenken sind die seltensten und kostspieligsten, wenngleich zollfrei. Am schwersten mit Erinnerungen belastet sind die wirklichen Wanderer. Aber ihr Koffer bleibt dabei leicht. Nur ein paar Stück Schmutzwäsche find darin und vielleicht ein paar abgelaufene Fahrscheine, die zumindest ich mit Vorliebe den raffenden Händen des Bahnportiers der Endstationen entziehe. Weil an ihnen so viel Glück und Freude hängt. Alle anderen Erinnerungen aber tragen die Wanderer in ihrem Geist und in ihrem Herzen. Sie blättern jahrelang in diesem Bilderbuch ihrer Erinnerung. Und manchmal sind es nicht Bilder, manchmal ist es einfach ein großes Leuchten, das ausstrahlt von dem Rückerinnern an das große Erleben des Reifens, und manchmal wie eine Sonne, die alles durchwärmt. Karl Stieler hat einmal von der Einnerung gesagt: „Nur eines gibt es, das bleibt ewig jung und keiner nimmt’s, du bift’s, Erinnerung, du bist die Patina am Erz des Lebens." Das gilt nur von den Erinnerungen der wirklich Reisenden, der Unterwegv-Menschen, deren Erinnerungen mit den Jahren immer stärker werden, wie Wein, der ajtert, immer sehnsüchtiger und lockender, je mehr die Last des Alters den wirklichen Weg in die Weiten der Welt erschwert. Die Menschen waren verreist, das ist wahr. Die Fensterläden waren geschlossen und die Polstermöbel mit Staubschiitzern bedeckt. Aber die wenigsten waren auf Reisen losgelöst vom Daheim und vom Alltag, von Uhr und Ordnung, hingegeben dem Zufall und Abenteuer. Man hat sich in der Fremde gefreut, Bekannte aus der Heimat zu treffen, trank in Rom einen Münchener, hat Neapel gesehen und ist nicht gestorben, sondern rechnet es zu den größten Vorzügen dieser Stadt, daß man dort ein richtiges Wiener Schnitzel mit Häufelsalat bekam. Aus der Geschichte der Butter. Die kürzlich durch Gesetz verordnete Standardisierung der deutschen Butter gibt Veranlassung zu einem Rückblick auf die Geschichte der Butter. Wer als der eigentliche „Erfinder" der Butter angesprochen werden kann, ist allerdings nicht völlig geklärt. Es wird angenommen, daß schon manchen alten Hirtenvölkern der Butterungsoorgang bekannt war, doch vielleicht gab es nur die Käsezubereitung. Die lateinischen Schriftsteller bekunden übereinstimmend, daß die Germanen den Genuß von Milch und Milchprodukten sehr geschätzt haben, und Plinius kann nur die Butterzubereitung meinen, wenn er berichtet, daß bei großer Kälte die Milch erst erwärmt werde, aus der man ein festes Produkt schaffe, und das Butterfaß, das er beschreibt, muß mit den heute noch in vielen Gegenden gebräuchlichen große Aehnlichkeit haben. Im 17. und 18. Jahrhundert haben die Gelehrten sich jedenfalls noch den Kopf darüber zerbrochen, ob Tacitus unter „lac concretum“, der Milchform, die er als die gewöhnliche Speise der Germanen bezeichnet, Käse oder Butter gemeint habe. Die Römer sollen jedenfalls die Zubereitung der Butter von den alten Deutschen gelernt haben. Den Griechen aber ist diese Kunst wahrscheinlich durch die Scythen vermittelt worden. Herodot berichtet, daß das Nomadenvolk der Scythen Pferdemilch in hölzernen Gefäßen stark geschüttelt und das von Ihr abgenommen hat, „was sich oben auf fetzt, weil es dieses für schmackhafter und schätzbarer halte, als das, was sich darunter sammelt." Noch deutlicher beschreibt Hippokrates die Butterbereitung der Scythen, und er gibt auch der aus der Milch gewonnenen Substanz zum ersten Male den Namen „Butyron", der in unserer deutschen Bezeichnung fortlebt, die sich aus dem althochdeutschen butera entwickelt hat. Der griechische Dichter Anaxandrides erzählt, daß bei der Heirat des Jphi- crates mit der Tochter des thrakischen Königs Cotys die Griechen zum ersten Male Butter gegessen hätten, die ihnen von den Thrakiern oder Scythen vorgesetzt wurde Im allgemeinen wurde die Butter allerdings nicht als Speise, sondern als Salbe und Heilmittel verwendet. Der große Arzt Galen, der ihre Heilkräfte genau beschreibt, empfiehlt sie als Salbe: Plinius hält sie für besonders heilkräftig, wenn sie mit Honig vermischt als Mittel beim Zahnen der Kinder aber auch bei Mundgeschwüren von Erwachsenen verwendet wird. Daneben kommt di» Butter als Brennmaterial für Lampen an Stelle von Del vor. Zur Zubereitung von Speisen wurde sie nur in Ermangelung von Del verwendet. Der Klassiker der vornehmen antiken Küche Apicius spricht überhaupt nicht von ihr und andere Schriftsteller erwähnen nur so nebenbei, daß man beim Zubereiten von Gemüsen und beim Backen in Ermangelung von Del auch frische Butter verwenden könne. Die Tafelbutter war ihnen ganz unbekannt. Deutsche INolkereibuNer Sttmerrf Weiler Lsulsche lanöbuttec VeiMskochmMer Hur noch 5 deutsche Suttersorten! der .Deutsche Markenbutter" .Deutsch« Feine Molkereibutter' .Deutsche Molkereibutter" .Deutsche Lanbbutter" .Deutsche Kochbutter". malen entspricht. Die „Deutsche Markenbutter" stellt da- Dom Milchwirtschaftsverband Hessen wird uns geschrieben: Der bisherige Sortenwirrwarr auf dem Butter-- markt machte es der Hausfrau unmöglich, eine wirklich ihrem Wunsch entsprechende Buttersorte zu erhalten. Unzählige Marken und Bezeichnungen waren meist unter der Steigerung von „feinste", „allerfeinste" bis „erstklassige" angeboten worden und ebenso verschieden waren die dafür zu zahlenden Preise. Heute kennen wir nur noch 5 deutsche Buttersorten, die nach ihrer Güte streng unterteilt sind: Generalversammlung des Aliceschulverems e. D. Gießen werk Mutter und Kind) eigentlich nicht zu verantworten wäre. f v Die Frauenschule, die nach der Reichsschul- reform dem Lyzeum angegliedert werden wird, ist vorläufig im Rahmen der Aliceschule aufgebaut und weist eine beachtlich hohe Schülerinnenzahl auf. — Im Laufe des Jahres fanden umfangreiche Neu- anfchaffungen und Verbesserungen in Haus- und Schulbetrieb des Vereins statt. Aus dem Kassenbericht, der von Derwaltungsamt- mann Martin vorgetragen wurde, ergab stch, daß die Finanzlage des Vereins zwar recht angespannt, aber im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse immerhin als nicht ungünstig anzusehen ist. 2m abgelaufenen Jahr erhielt der Verein an Zuschüssen vom Hessischen Staat 4050 Mark, von der Stadt Gießen 4000 Mk., von dem Kreis Gießen 400 Mk. und von der Bezirkssparkasse 100 Mark. Den Gebern sei auch an dieser Stelle der Dank des Vereins ausgesprochen. In der Zusammensetzung des Vorstandes find verschiedene Aenderungen eingetreten. Dieser besteht nunmehr aus Geheimrat Fromme als Ehrenvorsitzenden, Oberstudiendirektor S ch e l h o r n als 1. Vorsitzenden, ferner Frau Tamm und den Herren Oberstudiendirektor Dr. Kalbfleisch, Schulrat Professor Dr. Alles, Schulrat N e b e ° ling, Beigeordneter Bartholomäus und Amtmann Martin. Mitglieder des Ausschusses sind: Frau Bän- n i n g e r, Frau G i s e v i u s, Frau Lange, Frau S e i b, Frau Mayer, die Herren Oberstudiendirektor Wolkewitz und Professor Dr. Schmoll. Dem Ausschuß gehören ferner an die jeweiligen Leiterinnen des Fröbel- und des Haus- wirtschafts-(Handarbeits-)Seminars. Außerdem sollen noch drei Frauen der RS.-Frauenschaft in den Fischsterben in der Lahn. ][ Marb urg, 16. Juli. Seit gestern macht sich auf der Lahnstrecke zwischen Marburg - Süd und Roth ein großes Fisch st erbende merkbar. Zentnerweise treiben die toten Fische auf dem Wasser. Man vermutet als Ursache mangelnder Sauerstoff bei dem zur Zeit sehr niedrigen Wasserstand. bei die Spitzenqualität dar und wird unter der Ueberwachung und Aufsicht der der Kontrollstellen nur von ganz wenigen besonders dafür zugelassene» erstklassigen Betrieben hergestellt und in den Verkehr gebracht. . ... Ein ebenfalls hochwertiges Erzeugnis ist die Deutsche Feine Molkereibutter, die 'ohne weiteres mit allen Auslandssorten noch in Wettbewerb treten kann. Deutsche M o l k e r e l b u t te r" muß ebenfalls ganz besonderen Wertmalen der Güte ent< ^Deutsche Londbutter" ist als jetzig« Sorte ein neuer Begriff, der mit der früheren Bauernbutter wenig mehr gemeinsam hat. Um rn dieser 4. Klasse eingereiht werden zu tonnen, mutz Eine weit umfassende zuverlässige Kontrolle dafür verantwortlichen Stellen und Behörden sorgt dafür, daß unter der angebotenen Bezeichnung auch wirklich nur das Erzeugnis zum Verkauf gelangt, das den gesetzlichen Anforderungen in seinen Wertstellen. , . Dolly Haas, als quicklebendiges Töchterchen des , Schlossermeisters Schierke, gibt allein durch ihr , Temperament dem Film einen Teil des ihm innewohnenden Schwunges. Ihr Partner Willy Elch- : berger ist ihr ebenbürtig. Adele S a n d r o ck als alte adelsstolze Gräfin ist in dieser Rolle stets am richtigen Platze. Die kleineren Rollen sind sehr gut besetzt. Man hört eine eingängige Schlagermelodie und sieht viele gute Bilder. Der Film unterhält ausgezeichnet. Gics;ener Wochenmarktpreise * G i e ß e n, 17. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse 8 10 J4, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben, Bund 10 bis 12, Spinat, das Pfund 15 bis 18, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen grün 15 bis 20, gelb 20 bis 25, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte), das Pfund 5/i Pf., der Zentner 5,50 Mark, neue, das Pfund 8 bis 9 Pf., Frühäpfel 20 bis 30, Falläpfel 8, Him- beeren 20, Birnen 20 bis 35, Aprikosen 20 bis 25, Kirschen 20 bis 25, Heidelbeeren 25 bis 35, Stachelbeeren 12 bis 15, Johannisbeeren 12 bis 15, Pflaumen 25 bis 30, Mirabellen 30 bis 35, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 8 bis 10, Suppengrün 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, Bund 8 Pf. *00 nw tuen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleines Mädel — großes Glück". ♦ ** Besprechung zwischen Reichsmi- ii i st e r Rust und dem Rektor der Landesuniversität. Reichsminister R u st, der in der Nacht zum Montag in Gießen weilte und .m Hotel Schütz wohnte, hatte am Montagvormittag kurz vor seiner Abreise nach Berlin eine über eine Stunde dauernde Unterredung mit dem Rektor der Landesuniversität Gießen über die weitere Arbeit und den Ausbau der Gießener Universität. ** Stadtkinder fahren aufs Land. Am gestrigen Montagvormittaa wurden von Gießen aus 40 Kinder unter der Betreuung von fünf Begleitern des Städtischen Wohlfahrtsamtes Gießen vom Bahnhof Gießen aus über Fulda nach Rottleberode im Harz zum Ferienaufenthalt ge- Deufldje Seine ntoläeteibutter ■ i i ift iiiiiWmpw wolt-nissll-MlÄott Strffia ab 17.54 Uhr, Mornshausen ab 17.59 Uhr, Gladenbach ab 18.02 Uhr, Erdhausen ab 18.05 Uhr, Wer- denhausen an 18.08 Uhr; Kp 4393: Weikenhausen ab 18.18 Uhr, Gladenbach an 18.22 Uhr. ** Brandschadenstatist i k Die bet den Gesellschaften der „Arbeitsgemeinschaft privater Feueroersicherungsgesellschaften m Deutschland im Deutschen Reich angefallenen Schaden betragen sur den Monat Juni 1934 insgesamt 6 473 363 Mark gegenüber 6155 886 Mark im vorvergangenen Monat Mai. Die Schadenkurve, die bekanntlich nn Mai gegenüber den Vormonaten nicht unbeträchtlich angestiegen war, bewegt sich also jetzt auf an- nähernd gleicher S)öf)e. Die Gesamtsumme der Schäden in den Manaten J°nu°r bm Juni d°- Jahres beläuft sich auf insgesamt 29 023 364 SDlart. auch diese Butter ganz bestimmten Anforderungen entwrechen. Andere Butter, die hauptsächlich für Koch- und Backzwecke dienen soll, ist die 5. und letzte Sorte — „Deutsche Kochbutter" —. Die Hausfrau muß verlangen, daß die Butter ihr nur noch unter diesen Umständen und Bezeichnungen angeboten wird. Als wertvolles Hilfsmittel dient ihr dabei die einfache und klare Beschriftung und Kennzeichnung der neuen Butterpackungen. Soweit die Butter direkt aus dem Faß verkauft wird, muß auch dieses in der gleichen klaren Werse mit einem Schild versehen sein. Die für jede Sorte typische Farbe muß sich in Zukunft allen einprägen. Darum achtet von nun ' ab auf das doppelfarbig gekennzeichnete Edelerzeugnis, die „Deutsche Markenbutter", mit der roten Schrift und dem blauen oval umrahmten Adler als Schutzzeichen, die blau beschriftete „Deutsche Feine Molkereibutter", die grüne „Deutsche Molkereibutter" und die in Schwarzdruck erscheinende „Deutsche Landbutter" und „Deutsche Kochbutter". Für ausländische Butter ist eine Unterteilung in den Sorten nicht statthaft. Sie muß lediglich mit der Bezeichnung des Herkunftslandes in derselben einfachen und klaren Weise wie das deutsche Erzeugnis zum Verkauf gelangen. »Kleines Mädel - großes Glückt Den Besuchern des Lichtspielhauses Bahnhofstraße wird in einem Lustspielpro- aramm, das seit gestern läuft, eine recht unterhaltsame Geschichte ausgetischt. Em findiger Kopf hat aus einer Reihe von Zufälligkeiten eine Handlung aufgebaut, die aus einer komischen Situation in die andere führt. Es begann damit, daß die kleine fesche Tochter des Schlossermeisters mit einer Kol- lektion von Vorhängschlössern in das Schloß Peters- fclde geschickt wurde, in dem man zu gleicher Zeit eine Komtesse erwartete, die der verschuldeten Gräfin das Schloß, das Besitztum abkaufen will. Dank des Irrtums der Domestiken wird des Schlossermeisters Töchterlein im Wagen ins Schloß gefahren, als Komtesse ausgenommen, bewirtet, während die richtige Komtesse ihre Koffer höchst eigenhändig von der Bahnstation zum Schloß schleppen muß. Zwischen den beiden Mädchen klart sich die Situation bald, der Gräfin gehen aber erst spater die Augen auf. In der abwechslungsreichen Geschichte spielen auch großartige Autos eine Rolle, weil verschiedene der Akteure von der „Branche sind. Da auch hierdurch verschiedene Irrtümer hervorgerufen werden, fpitzt sich die Situation heftig zu, bis sich endlich und zwar mit Hilfe der Polizei alles klärt und zum Schluß zwei verlobte Paare das einzige eindeutige Ergebnis der Handlung dar« Ausschuß berufen werden. Zum Schluß machte der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß die Besichtigung der Schule und ihrer m.iutui u^uuu., .... ________- —, Einrichtungen Interessenten jederzeit gestattet und sozialen Aufgaben (kinderreiche Familien, Hilfs-1 erwünscht ist. bracht. — In der vergangenen Woche wurden viele Kinder aus den Städten Darmstadt, Mainz, Frankfurt usw. durch die NS.-Volkswohlfahrt des Gaues Hessen-Nassau nach Gießen und von hier aus mit den Anschluß^ügen in die verschiedenen Orte unserer oberhessischen Provinz gebracht. Etwa 1000 Kinder haben insgesamt in der vergangenen Woche in Oberhessen zum Ferienaufenthalt Einzug ge- ^**6 chichtzüge für die Belegschaft der Buderus werke. Ab 16. Juli verkehren zur Abbeförderung der um 17 Uhr schließenden Schicht Buderus Wetzlar-Lollar versuchsweise folgende Personenzüge: Kp 991: Lollar ao 17.16 Uhr, Friedel- Hausen ab 17.20 Uhr, Fronhausen ab 17.26 Uhr, Nieder-Walgern an 17.31 Uhr; Kp. 3384: Nleder- Walgern ab 17.43 Uhr, Damm ab 17.49 Uhr, Lohra Dieser Tage fand, wie man uns berichtet, die ordentliche Generalversammlung des Aliceschulver- eins e.D. Gießen statt. Dem von dem 1. Vorsitzenden, Oberstudiendirektor Schelhorn, erstatteten Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß die Anstalt im vergangenen Jahr eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung genommen hat. Dies zeigt sich an der Steigerung der Besucherzahl von 240 in diesem Jahre gegen 173 im vorigen Jahr (39 v.H.). Im Zusammenhang damit steht auch eine Vergrößerung des Lehrkörpers der Anstalt. Zu den seither schon laufenden Kursen: Fröbel- seminar, Kinderpflegerinnenschule, Hauswirtschaftseminar, Haushaltungsschule, Kochkursus, Fachschule Schneidern, Weißnähen, Handarbeit) und Turn- eminar, kamen im Laufe des Jahres neu hinzu: Frauenschule, ein Diätkurfus, und ein Kochkursus für Angehörige des graphischen Gewerbes der NSBO., die sämtlich großen Anklang gefunden haben. Das drückt sich in der Besucherzahl und den bereits erfolgten Neuanmeldungen aus. Zu bemerken ist noch, daß das Turnseminar in Gießen jetzt das einzige seiner Art in Hessen darstellt und voraussichtlich demnächst verstaatlicht werden wird. Die technischen Seminare (Handarbeit, Hauswirtschaft) werden von diesem Jahr ab von dem Hessischen Staat nicht mehr bezuschußt, so daß also, falls die Stadt Gießen keine erhöhten Aufwendungen zu machen bereit ift, diese an sich dringend notwendigen Einrichtungen leider in ihrem Fortbestand gefährdet sind. Die F a ch s ch u l e weist nach wie vor eine gute Besucherzahl auf, was sich leicht dadurch erklärt, daß ihr Besuch von dem Besuch der Berufsschule entbindet. Außergewöhnlich hohe Zuschüsse erfordern die von der Stadt Gießen als Ausbildungsstätten für das Fröbelseminar übernommenen Einrichtungen: Mädchenhort und Kindergarten Walltorstraße. Falls es nicht gelingt, einen erhöhten städtischen Zuschuß zu erlangen, müßte mit einer Schließung dieser beiden Einrichtungen gerechnet werden, was im Hinblick auf die ZweiMnim und Hilda Vornan von Hermann W. Walber. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 6 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das Gespräch plätscherte bald wieder munter dahin, bis mit einem Male Doktor Becker sagte: „Was ich Sie immer schon mal fragen wollte, Herr von Kirchhofen! Mein Vater, der, wie Sie ja alle wissen, als Oberstabsarzt im Felde stand, hatte beim Regiment, dem er zugeteilt war, einen Kameraden, der Ihren Namen trug. Mein alter Herr sprach letzthin auch davon. Es muß sich wohl um einen Verwandten von Ihnen gehandelt haben?" „Das ist möglich. Zweifellos wird es ein Verwandter gewesen sein, wenn auch ein entfernter. Ich bin da nicht im Bilde. Er gehörte wahrscheinlich Aur Hauptlinie meiner Familie, mit der ich keine Verbindung habe. Ein alter Zwist — verstehen Sie..." Der Ton, in dem er diese Auskunft gab, trug so merkbar den Stempel des Wunsches, van dieser Familiengeschichte nichts mehr zu hören, daß Doktor Becker es vorzog, die weitere Erörterung abzubrechen. Immerhin — eigenartig wirkte Kirchhofens Bescheid und Verhalten doch auf ihn... „Wir wollen einen Bummel machen!" zerriß Hilda Geyerling die peinliche Situation. Alle stimmten freudig zu. Man brach sofort auf, doch zeigte sich bald: Stimmung wollte nicht mehr so recht aufkommen, sie war und blieb verdorben. Alle Versuche, sie wieder zu heben, scheiterten, ohne daß man so recht wußte, woran. Als man sich trennte, geschah es bei Hans von Kirchhofen mit einem Gefühl der Erleichterung. „Verdammte Lage vorhin!" Und er beschloß, auf den Schreck erst einmal ordentlich einen zu genehmigen. Er rief ein Auto heran und ließ sich nach einem Kabarett fahren. In später Nachtstunde erst fand er den Heimweg. In diesen Nachtstunden reifte ein neuer Plan in ihm. Ihn auszuführen, wollte er nicht lange zögern. Er hatte einmal „Hott!" gesagt, also mußte er auch „Hü!" sagen. Gewissensbisse? O nein! Die kannte er schon lange nicht mehr. Er befand sich nun einmal auf der Laufbahn des Verbrechens. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Es gab nur noch eins: durchhalten bis zum Ziel, koste es, was es wolle! Auf ein Opfer mehr oder weniger sollte es ihm dabei nicht ankommen. Und am nächsten Tage schritt er gleich zur Tat. Am Abend. Mya Körber war in höchstem Maße überrascht, als unter ihren Gästen auch Hans von Kirchhofen wieder auftauchte. Waren seine Pläne gescheitert? Und suchte er nun wieder Anschluß bei ihr, wie es schon einmal der Fall war? Oder brauchte er sie nur zur Unterhaltung, gewillt, sie eines Tages von neuem abzuschütteln, wenn es ihm gerade in den Kram paßte? Oh, sie wollte schon nicht mit sich spaßen lassen. Glaubte er etwa, sie hätte die Mißhandlung vor einigen Tagen in seiner Wohnung vergessen? Da sollte er sich aber gewaltig getäuscht sehen. Auf alle Fälle durfte sie gespannt darauf sein, was ihn wohl hergeführt hatte. Die Begrüßung war so, als sei überhaupt nichts vorgefallen. Mit der ihm eigenen Nonchalance fand er sich in die neue Situation hinein. Von den Gästen wurde der lang Vermißte freudig willkommen geheißen. Den wenigsten war bekannt, in welch ganz andere Lebensspi)äre er inzwischen getreten war. Hans von Kirchhofen gab sich ganz wie früher. In dieser Luft der Lebewelt fühlte er sich sicher. Hier brauchte er so ohne weiteres keine Angst zu haben, daß man hinter seine Schliche kommen würde. Und wenn doch, dann war es auch noch nicht einmal so schlimm... Es gelang ihm vorübergehend, Mya Körber allein zu fassen. Verflixt, war die schwarze Katze pikiert! Sowas an Zurückhaltung, Ablehnung! Na, er würde sie schon herumkriegen! Ganz einfach: Er brauchte ihre Hilfe. Mit ihrem weiblichen Instinkt und bet ihrem Raffinement würde sie ihm schon zu raten wissen, wie er mit seinen Plänen weiterkäme. Notfalls würde er sie eben an dem materiellen Erfolg teilhaben lassen. Er zweifelte nicht, daß es ihm gelingen würde, die schwarze Mya umzustimmen. Notwendig war da^u aber, wieder gutzumachen, was er an ihr gesündigt. Und dann widmete er sich wieder dem Spiel, ohne allerdings recht bei der Sache zu sein. Auf seine Falschspielertricke verzichtete er diesmal. Er mar ja nicht des Erwerbswillens hier. Wichtigere Dinge gingen durch feinen Kopf... Immer wieder glitten feine Augen zu einem jungen Menschen, der abseits vom Spieltisch stand und nur zögernd mit Einsätzen herausrückte. Er kannte ihn seit langem. Es handelte sich angeblich um einen rumänischen Studenten, von dem er aber wußte, daß er in allerhand obskursen Angelegenheiten verwickelt gewesen war, die ihm viel Geld eingebracht haben mußten. So oft er die Abende bei Mya Körber besuchte, offenbarte er, daß er stets gut eingedeckt war. Man sah ihn gern, und vor allem waren es die, weiblichen Gäste, die sich seiner annahmen, die einen in redlicher Neigung, die anderen in der Hoffnung auf ein einträgliches Geschäft, Seine Mienen zeigten indessen nicht die gewohnte Lebhaftigkeit. Mehr als einmal fuhr er sich mit den Fingern durch das dickschwarze, langwellige Haar. Alle diese Anzeichen in Verbindung mit seiner Zurückhaltung beim Spiel an diesem Abend ließen vermuten, daß es ihm finanziell gegenwärtig nicht besonders gut ging. Wahrscheinlich war ihm seine Geldquelle verstopft. Schwer für einen, der an Wohlleben gewohnt ist, sich mit dem Gedanken vertraut machen zu müssen: jetzt heißt es darben. Den Rumänen drückten Geldsorgen, das war offensichtlich. Hans von Kirchhofen zog sich vom Spieltisch zurück und bat den Rumänen, mit ihm zu Nacht zu essen — eine Einladung, die dankend angenommen wurde. Alexander Prachianu war der Sohn angesehener Leute, die in der Hauptstadt feines Vaterlandes wohnten. Das böfe Beispiel falscher Freunde trieb ihn auf die Lotterbahn. Er wurde von Hause verstoßen und geriet in die Hände anarchistischer Elemente, die die Wissens- und Personenkenntnisse Prachianus weidlich für ihre Zwecke ausnutzten. Ein mißglücktes Attentat mit anschließender scharfer Verfolgung der Urheber zwang ihn mit anderen zur Flucht ins Ausland. Er wandte sich nach Deutschland, um von hier aus in versteckter, unauffälliger Weise weiterzuarbeiten. Er war an sich nur eine Puppe, die an einem Faden hing, an dem dann und wann einmal gezogen wurde. Dann hatte er zu tun, was ihm anbefohlen wurde. Er kannte die Fadenzieher kaum. Ebenso geheimnisvoll war für ihn die Herkunft des Geldes, das ihm von Zeit zu Zeit in allerdings reichlicher Weife zufloß, und dessen Eingänge erst jüngst aufgehört hatten, so daß er sich jetzt in Bedrängnis befand und nicht wußte, wie er weiter sein Leben fristen sollte. Der schwere Portwein löste dem Rumänen mehr und mehr die Zunge, so daß er sogar Dinge aus« plauderte, die er in nüchternem Zustande gewiß für sich behalten hätte. Sein Gastgeber triumphierte. Also hatte er sich von vornherein nicht getäuscht. Diesen Alexander Prachianu — übrigens ein Pseudonym, sein wirklicher Name, mit dem er nicht herausrücken durfte, lautete ganz anders —, diesen jungen Menschen wollte er als fein Werkzeug benutzen, um denjenigen unschädlich zu machen, der ihm auf feiner weiteren Lebensbahn im Wege stand. Der Wolterstorff glaubte wohl, ein Hans von Kirchhofen würde zeitlebens den „jungen Mann" darstellen. So haben wir nicht gewettet. Das rumä- nifche Geschäft mochte er ruhig erst perfekt machen. Daß Wolterstorff Dies schaffen würde, war kaum zu bezweifeln. Dann aber mußte er abtreten, und da Wolterstorff bestimmt nicht freiwillig von der Betätigungbühne bei den Geyerling-Werken zu verschwinden Lust haben mochte, wollte er, Hans von Kirchhofen, chm ein wenig nachhelhen. Und wenn nicht anders, dann unter Anwendung von Gewalt. Nach vorsichtiger Sondierung, die ihm die Gewißheit verschaffte, daß Prachianu gegen einen ansehnlichen Vorschuß und gutes Honorar nach dem Gelingen ihm unbedingt Gefolgschaft leisten würde, weihte er ihn dann genauestens in seine Pläne ein. Bedenkenlos stimmte der Rumäne ihm zu und erklärte sich bereit, nach Empfang des zugesagten Vorschusses schon am nächsten Tage die Reise in seine Heimat anzutreten, um zur xat schreiten zu können, sobald Befehl dazu erging. Im Nebenraum hatte zeitweilig, unbemerkt von den beiden, Mya Körber ihr Ohr an die dünne Wand gehalten. Nur Bruchstücke der Unterhaltung hörte sie; aber sie genügten ihr — sie verstand, worum es sich handelte. Hans von Kirchhofen, du bist in der Hand eines Weibes, das unter Umständen genau so brutal sein kann wie du, das aber jedenfalls eine einmal erfahrene Demütigung nicht vergessen und sich dafür bei passender Gelegenheit rächen wird. — Kirchhofen war zufrieden. Er verabschiedete sich bald, wobei er Mya Körber guflüfterte: Ich komme wieder! Er sah nicht, wie die Frau, nachdem sich die Haustür hinter ihm geschlossen hatte, drohend ihre kleine Faust hob ... Der Rumäne aber bekam neuen Spielmut. Eine hohe Einnahme stand in Aussicht. Da konnte er ja seine Barschaft aufs Spiel setzen. Er spielte und gewann, und spielte und gewann weiter, bis die Glückssträhne ihn verließ, er alles auf eine Karte setzte und dann vor dem Nichts stand. Was scherte es ihn? Morgen war ein neuer Tag, morgen stossen ihm ja neue Gelder zu... Mya Körber verstand es, Prachianu festzuhalten, und er war auch noch bei ihr, als die übrigen Gäste das Haus längst verlassen hatten. Sie ließ all ihre weiblichen Künste spielen, und so dauerte es nicht lange, bis er sich völlig im Bann der schönen Frau befand und — ihr erzählte, was sie ja schon wußte, wenigstens zum Teil. Sie warnte ihn. Er machte lediglich eine Bewegung, die bedeuten sollte, ich muh Geld haben. Da schrieb sie ihm einen Scheck aus, dessen Höhe ihn nicht wenig in Erstaunen setzte. Als Prachianu Mya Körber verließ, wußte er, in welcher Weise der Auftrag von Kirchhofens zur Ausführung zu bringen war. Auf dem Heimwege lachte er: „Na, da winken ja allerhand schöne Einnahmen! Vielleicht kann ich sogar obendrein die schwarze Mya erobern?! Ein Teufelsweib! Soll mich nur wundern, wie sie das Ding fingern will! nun — mir solls recht sein! Schließlich ist es mir sogar lieber so, daß dem Wolterstorff kein Haar gekrümmt wird. Man kann nie wissen.. . „Geburtstag und Verlobung zugleich, Kindchen — das wird aber einen Freudentag für dich geben!* (Fortsetzung folgt.) Oberhessen unterscheidet. Durch diesen Eifer und die darin begründeten Leistungen kann die Mannschaft sich heute mit ~ '' ' ' ~ " *' ber DT. genann- für zwei Geigen und Cello, „Sarabande" von Joh. Seb. Bach für Violine und ein Quartett von Schein für zwei Geigen, Bratsche und Cello. Ausführende waren außer den Geschwistern Rettig Lehrer Oppenheimer, Groß-Eichen (Cello) und Lehrer Müller, Lardenbach (Violine). Den Schluß bildete der gemeinsam gesungene Choral „Erhalt uns Herr bei deinem Wort". # Vom Vogelsberg, 16. Juli. Endlich ist einem schon lange gehegten Wunsch der Landverteidiger Werner (Breslau) gab aus halber Strecke auf. Bei den Damen schlug die Verteidigerin Marg. Hartmann (Charlottenburg) in 1:08:15,4 ihre einzige Gegnerin Dora Fischer (Weißensee) LanvLrelS Gietzcn wg. Groß en-Bus eck, 16. Juli. Durch die $ Trockenheit ist die Reife des Getreides stark vor- s geschritten. Der Schnitt der Wintergerste ist be- > endet und der Schnitt der Sommergerste und des . Roggens hat begonnen. Das Brummen der Dresch- maschine ist in unserem Dorfe wieder zu hören. , Durch die anhaltende Dürre ist der Stand des Grases, der Hackfrüchte und des zweiten Klees stark zurückgegangen. Auch die Bäume, die eine gute Ernte versprachen, spüren die große Trockenheit. Das Wasser wird bereits knapp, so daß sich die Gemeinde gezwungen sah, jeden Nachmittag einige Stunden das Wasser abzustellen, um im tfaUe eines Brandes genügend Wasser zu haben. — Durch die rege Bautätigkeit in unserer Gemeinde in den Nachkriegsjahren wurde die Adolf-Hitler- Straße, der Grünberger Weg, die Horst-Wessel- Strahe und der Beuerner Weg vollständig ausgebaut. Die Gemeindevertretung gab nunmehr eine neue Baulinie in der Talstraße und in Verlängerung der Wilhelmstraße frei. Ein Wohnhaus und eine Werkstatt sind in der neuen Straße schon im Entstehen. Kanalisations- und Wasserleitungsarbeiten werden gegenwärtig bereits ausgeführt. Der Anger, der tiefstgelegene Teil unseres Dorfes, der bei schweren Regenniederfällen immer unter Wasser steht, wird dem neuen Kanalnetz angeschlossen. + Treis a. d. Lda., 16. Juli. Die Konfirmanden des Jahres 1898 hatten sich gestern dahier ein Stelldichein gegeben zur gemeinsamen Feier ihres 5 0. Geburtstages. Die meisten der noch von ihnen lebenden waren anwesend, zwei waren im Kriege gefallen. Die Feier begann mit einem gemeinsamen Kirchgang im Nachmittagsgottesdienst, wobei die „Fünfziger" vom Pfarrer im Namen der Gemeinde begrüßt wurden. Dann besuchten sie die Gräber der Verstorbenen und vereinigten sich nachher zu einem gemeinsamen Kaffee- trinken bei Gastwirt A m e n d, wo unter dem Austausch alter Erinnerungen und dem Gesang alter Volkslieder die Stunden rasch verflogen. — Der Kriegerverein „Germania" hielt gestern Abend bei Kamerad Will seine Vierteljahresversammlung unter Vorsitz von Förster Bing dahier ab. Nach der Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder teilte der Vorsitzende den neuesten Beschluß des Knffhäuserbundes mit, den Beitrag aus monatlich 0,50 Mk. zu erhöhen. Diesem Beschluß wurde nicht beigetreten. Das Vereinsschießen soll in diesem Sommer wieder stattfinden. Zum Fecht- wart, der den neueingeführten Fechtpfenmg zu erheben hat, wurde der Kassenwart Schaaf ernannt, der seine neue Tätigkeit sofort begann Alle Kameraden, die eine Bestallungsurkunde für die Kyss- Häuser-Denkmünze erhalten haben, sollen diese an den Vereinsführer abgeben, damit sie dafür das vom Reichspräsidenten gestiftete Kriegsehrenkreuz erhalten können. . ,. > Holzheim, 15. Juli. Am Freitag fand hier ein Gemarkungsrundgang unter der Führung von Landwirtschaftsassessor B e r n h a r d (Gießen) statt. Ortsbauernführer Wilhelm A r ch eröffnete den Rundgang. Auf alle Fragen, die gestellt wurden, konnte Herr Bernhard wertvolle Antworten geben. — Am Freitagabend fand hier im Saale des Pg. Sarnes ein Filmvortrag durch die Gaufilmstelle statt. Es wurde der Tonfilm „Helden der Luft" gezeigt. Ortsgruppenleiter Wenzel (Lang-Göns) schloß die Veranstaltung in der üblichen Weise. — Am vergangenen Sonntag konnten die Eheleute Konrad und Juliane Schneider in völliger körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Kreis Büdingen. Jugendklasse II (17 bis 18 3af)re : 1. $. Möver, Tv. Lauterbach, 63 P.; 2 L. Stock, Tv. Lauterbach, Adolf Klinkel, Tv. Lollar, 61; 3. Helmut Diehl, Tv. Lollar, 60; 5. Reinhold Menges, Mtv. Gießen, 56; 9. Willi Ellermeier, Tv. 1846 Gie- ßen 50; 10. Hans Happel. Tv. 1846 Gießen, 49; | 16. Willi Hußke, Mtv. Gießen, 43. ! Dreikampf, Knaben:1. Egon Kley, Mtv. Gießen 85 P.; 3. Benno Walter, Mtv. Gießen, 72; 3. R. Müller, Tv. Flieden, Hrch. König, Tschft. ^^rH La m p f, Altersklasse I: 1. W. Frick, Turngemeinde Walldorf, Jos. Huber, Turnerschaft Neustadt, 47; 2. Ernst Södler, Tschft. Lauterbach, 42; 3. Hrch. Heiß, Tv. Frischborn, A. Derbort, Tv. Petersberg, 39. Dreikämpf, Altersklasse II: 1. H- Bolze, To. 1860 Frankfurt a. M., 62 P.; 2. G. Darthelmes, TSpv. Berlin-Wilmersdorf, 56; 3. H. Thöt, Tv. Alsfeld, 55; 5. Franz Sauer. Tv. 1846 Gießen, 41; 6. Karl Müller, Tv. 1846 Gießen, 37. Dreikampf, Turnerinnen: 1. Gerda Brehl, Tgm. Fulda, 60 P.; 2. Erika Röhrnig, Mtv. Gießen, 57; 3. Marie Wegel, Tv. Schlitz, 53. schritten. Neben dem Reiz, den der Wettkampf auf einem der höchstgelegenen deutschen Bergfest-Turnplätze auf jeden heimatverbundenen Turner ausubt, hat die Wasserkuppe vor allem als der „Berg der deut- schen Segelfliegerei" manchen neuen Freund für das Turnfest gewonnen. Auf dem über dem Fliegerlager gelegenen Turnplätze traten Turner und Turnerinnen nach der Kampfrichtersitzung zur feierlicheri F l a genhl ' sung an. Der Vorsitzende des Rhonturn-Ausschus- ses, Oswald M i l k e r - Fulda, eröffnete dieses erste Rhönturnen im Dritten Reiche mit Gruß- und Dankesworten und dem Wunsche, daß das Rhon- turnen als das Bergfest des neuen Turngaues Nordhessen und als das Heimattreffen der Turner und Turnerinnen in dem großen hessischen Raum zwischen Main und Weser von Jahr zu Jahr mehr an Bedeutung gewinnen möge. Zu den Flaggen des neuen Reiches und der deutschen Segelfliegerei, die auf der Bergeshöhe frisch im Winde flattern, stieg am Maste noch die deutsche Turnerfahne hoch. Freudig stimmten Turner undTurn er innen dem Redner zu, als er sie mahnte, ihre MichAtun unter den Symbolen der sieghaften Hakenkreuzflagge, der ruhmreichen schwarzweißroten Fahne, der Flagge des luftbezwingenden Segelsports und unter dem Turnschaftsbanner. f hpn DT - Gauführer D a m e r - Hersfeld entbot den Wttlkomm des Gauführerstabes und gab unter lebhaftem Beifall auch den folflenben Drahtgruß des Gaubeauftragten Meister-Kassel befannt fielt und Gruß alten, die 311m Rhonfest gekommen sind. Ein schweres Jahr liegt hinter uns, aber zäh in deutscher Turnerart wird weiter gearbeitet, bis jeder Volksgenosse in uns erkennt ein Vollwerk der Treue und Hingabe für Deutschland und unseren Führer Adolf Hitler. Gut hellt heil Hitler!" Nach dem Gesang des Horst-Wesset-Liedes und des Deutschlandliedes marschierten Turner und Ti.rM»rinnpn in 17 Riegen zu den Wettkämpfen auf. Unter der Leitung von Gauoberturnwart R. P a u l- Gttßen, dem in Joseph D eu t er - Fulda, dem Turnwart im Rhönturn-Ausschuß und m einem S?ab bewährter Kampfrichter und Riegenfuhrer iVtfrnftiae fielfer zur Seite standen, wickelten sich die^ Kämpfe auf dem herrlichen Turnplatz bei bestem TOetter re bunasloTab. Ein Blick in di- ©ieflerlifte ^w-ist dah in °ll-n ffiettfampfftufen Leistungen -rM Eden, die vor jeder Kritik zu bestehen per- moaen Die zahlreichen Zuschauer nahmen l-bhas- kÄnteil an dem srisch-srohen turnerischen Lebem Mit arößter Spannung wurden vor allem die gut , ^etzttn Staffelläufe verfolgt. Die 4X100-Meter- Pendelstaffel um den Staatswanderpreis gewann überlegen. Einen deutschen Damen-Schwimm- r e k o r d gab es bei den Brandenburgischen Mei- sterschasten. Frl. Halbsguth-Nixe Charlottenburg er- zielte mit 5:59,3 für die 400 Meter Kraul eine um 7,1 Sek. bessere Zeit als der bisherige Rekord Frl. Salberts. • Der deutscheAmateur-Fliege rm ei- ft er Toni Merkens konnte einen neuen Erfolg buchen. Er holte sich in Manchester ein Zehn-Meilen- Pokalrennen in großem Stil vor dem Engländer Wyld. ♦ Erich Metze und Albert Richter verteidigten ihre Titel als deutsche Steher- bzw Flie- qermeister erfolgreich. Bei den Meisterschaften in Hannover siegte Metze vor Krewer bei den Stehern und Richter vor Engel bei den Fliegern. Ungarn schlug die Tschechei in einem in Prag ausgetragenen Wasserballkampf überlegen mit 8:1 (5:1)'Toren. dieser Tage nachts aus einem verschlossenen Hof ein Herrenfahrrad entwendet. Kreis Schotten. — Schotten, 16. Juli. Nach vierjährigem Dienst an der Deutschen Auslandsschule zu Kopenhagen wurde die Lehrerin Frl. A. Friedmann aus Darmstadt wieder dem hessischen Schuldienst zugeführt. Sie erhielt eine Lehrerstelle in Eichels- dorß Dor ihrer Auslandtätigkeit war sie schon in Eichelsachsen und Ober-Schmitten beruflich tätig. Frl. Elisabeth Roth wurde von Eichelsdorf nach Eschenrod versetzt. — Eichelsdorf, 16. Juli. Schule und Turner schäft veranstalteten am Samstag einen „Bunten Abend" in dem stark vergrößerten und neu hergerichteten Möserschen Saale, der bis zum letzten Platz gefüllt war. Im Vordergründe standen die turnerischen Vorführungen, die sehr beachtenswerte Leistungen aufwiesen und einen vorzüglichen Eindruck hinterließen. Turner und Turnerinnen zeigten bestes Können und treffliche Durchbildung des Körpers. Ein heiteres turnerisches Zwischenspiel gab den Turnern Gelegenheit, sich als behende Verwandlungskünstker zu betätigen. Ein lebendes Kasperltheater der Kleinen ergötzte Jung und Alt. Reigen und Volkstänze umrahmten die übrigen Darbietungen und ernteten ebenso den dankbaren Beifall der Zuschauer. Der Führer des Turnvereins, Rudolf Repp, sowie der Vorsitzende des Schulvorstandes, Lehrer Kurz, würdigten in Ansprachen den Sinn der Veranstaltung, um deren Zustandekommen sich der Turnwart des Turnvereins, Lehrer M i s ch l i ch , sowie die Lehrerin Frl. Elisabeth Roth besondere Verdienste erwarben. 4= Groß-Eichen, 16. Juli. Um den Wasser- mangel zu beheben, wird jetzt ein ergiebiger Brunnen im Ort an die Wasserleitung angeschlossen. ch Groß-Eichen, 16. Juli. Am gestrigen Sonntag fand hier die übliche Erntebeginnfeier statt. Wegen des eintretenden Regens mußte die sonst im Freien ftattifinden.de Feier in die Kirche verlegt werden. Die Feier bekam diesmal eine besondere Note durch eine an den Gottesdienst sich anschließende musikalische Feierstunde. Nach einem Kinderchor „Wie schön leuchtet der Morgenstern" trug der Violinkünstler Herr Rettig aus Ellmshausen bei Bensheim die „Ciaccona" von Joh. Seb. Bach vollendet vor. Es folgte ein Gedicht „Erntebeginn", oorgetragen von einigen Konfirmanden. Alsdann kam ein Trio „Sonate von Corelli" ♦ Nidda, 16. Juli. Der in einer hiesigen Metzgerei beschäftigte Metzgergeselle O. Spengler wurde beim Heimführen eines Rindes von diesem in ein Auge gestoßen, so daß seine sofortige Ueber- führung in die Augenklinik zu Gießen notwendig wurde — Die diesjährige Sauerkirschenernte der Gemeinde ergab eine gute Einnahme. - Eine nrnfepre Anzahl Schwimmer erwarb im hiesigen Schwimmbad denGrundscheinfürLebens- Rettung — In Anbetracht der überhand neh- -menden Felddiebstähle wurde ein pensto- fionierter Beamter als Ehrenfeldschütz bestellt und verpflichtet. — Einem hiesigen Einwohner wurde Kundgebung der AG-Hago. X Wieseck, 16. Juli. Die Ortsgruppen- leitung der NS. - Hago veranstaltete vor einigen Tagen im großen Saal des Parteilokals Braun eine Kundgebung. Ortsgruppenamtsleiter Pg. K. K i r ch n e r eröffnete mit herzlichen Begrüßungs- worten, worauf der Kreispropagandaamtsleiter der NS.-Hago Pg. Stühler das Wort ergriff. In eindringlicher Weise zeichnete er ein treffendes Bild der Schwätzer und Miesmacher, die sich gerade auch in Handwerk und Wirtschaft breitmachten und Feinde des ehrlich ringenden und aufbauenden Handwerkers und Geschäftsmannes seien. Der Redner streifte kurz die Innungen und die Pflichten der Handwerker diesen Organisationen gegenüber. Diese zu erfüllen sei erstes Gebot im Interesse aller, wie jedes einzelnen. Von dieser Notwendigkeit mühten alle überzeugt sein. Es gehe auch nicht an, daß wenige in Hülle und Fülle lebten, solange noch andere Volksgenossen den schweren Kamvf um das tägliche Brot kämpften. Wer hier gegen Den Willen des Führers arbeite, habe mit empfindlichen Strafen und der Entziehung der Handwerkerkarte für zwei, fünf und mehr Jahre zu rechnen. Kreisamtsleiter der NS.-Hago Pg. Schimmel (Gießen) .sprach sodann in längerer Rede, in der er eingangs seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck gab, und sie als gutes Zeichen nahm dafür, dah keiner sich ausschliehe im gemeinsamen Kamvf zum Aufbau unseres Volkes und seiner Wirtschaft. Ein Kampf gegen Miesmacher und Kritiker wäre wohl niemals nötig gewesen, wenn jedes Glied aller Unterorganisationen seine Pflicht getan hätte. Hier auch erzieherisch zu wirken, sei Aufgabe der NS.- Hago. Pg. Schimmel forderte dann Disziplin der Volksgenossen, die durch Kauf in deutschen Geschäften ihr Teil zum Aufbau am Staat, den unser Führer bankerott übernommen habe, beitragen sollten. Jenen, die meinten, daß mit der Zahlung des Beitrags ihre Pflicht erfüllt sei, sei gesagt, daß es vor allem auf den Einsatz der Persönlichkeit ankomme. Ueber die Aufgabe der Innungen sprechend, erklärte er, daß diese dazu beitragen müßten, daß der Nationalsozialismus voll und ganz auch in die Wirtschaft übertragen werde. Der deutsche Kaufmann habe die Aufgabe, als ehrlich schaffender Volksgenosse einer der wichtigsten Repräsentanten des neuen Deutschland zu sein. Starker Beifall dankte den trefflichen Ausführungen der beiden Redner. Mit einem Rückblick auf das Geschehen des 30. Juni und seine Folgen für das deutsche Volk schloß Pg. Kirchner die Kundgebung. Der erste Versuch, das von der Turnerschaft vor nun mehr als drei Jahrzehnten begründete Rhönturnfest als das amtliche Bergfest des neuen Gaues Nordhessen aufzuziehen, darf in bezug auf Verlauf und Erfolg als durchaus gelungen bezeichnet werden. Die Turner zwischen Main und Weser waren in recht stattlicher Zahl dem Ruse der Gauleitung gefolgt, und auch aus dem Nachbargau Südwest waren alte Freunde des schonen Bergfestes wieder zur Stelle. Mit rund 400 Meldungen wurde die Teilnehmerzahl der letzten Jahre wesentlich über- bevölkerung Rechnung getragen worden. Es handelt | sich um die Verlängerung der Verkaufszeit in den Krämerläden von 19 auf 21 Uhr. Es ist im Sommer auf dem Lande so, daß bis spät nach 19 Uhr die meisten Leute draußen im Felde sind und ihren Arbeiten obliegen. Erst beim Herrichten des Abendessens wird festgestellt, daß Essig, Del oder sonst etwas fehlen. Es wäre eine unbillige Härte gewesen, weiter auf dem Standpunkt des Siebenuhrladenschlusses zu beharren und Einwohner wie Kaufleute mit dem Gesetz in Konflikt zu bringen. Die gesamte Landbevölkerung begrüßt dankend die nunmehr getroffene Maßnahme, aus welcher das Verständnis für die ländlichen Verhältnisse spricht. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 15. Juli. Dieser Tage fand in der Gastwirtschaft „Zur Krone" eine außerordentliche Generalversammlung der hiesigen Spar- und Darlehenskasse statt. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates Wilhelm L a t h e r erklärte der Hauptabteilungsleiter III. Schröder- Elpenrod, daß die Befugnis hinsichtlich einer Zu-1 fammlegung mit dem Spar- und Darlehnskafsen- verein (Raiffeisen) nunmehr für erledigt angesehen werden könnte, da dieser in Liquidation trete. Die Spar- und Darlehenskasse e. G.m. b. H. Kirtorf steht heute gefestigter denn je und sei zu hoffen, daß es ihr gelinge, noch viele Volksgenossen als Mitglieder zu gewinnen. Es sprach Dann Verbandsrevisor Bayer- Lauterbach über das Pfennig-Sparsystem sowie über organisatorische Fragen und ermahnte die Genossen zum Gemeinschaftsgeist. Der frühere Direktor Lehrer Erdmann sprach nachdem er den beiden Rednern im Sinne aller gedankt hatte, über das Schulsparwesen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Wilh. L a t h e r stellte den festen Stand der Kasse nochmals in den • Vordergrund. Ein Schlußwort des Präsidenten L a t h e r und ein drei- faches „Sieg-Heil!" auf den Führer beendeten die Versammlung. # Ober - Ohmen, 16. Juli. Dieser Tage wurde das hiesige Schwimmbad fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben. 21m ______ ... _ , , , Samstag wurde das Wasser der Ohm (das Bad ist Recht zu den in der Spitzenklasse im Lauf der Ohm angelegt) erstmalig im hergerich- ten und in dieser bekanntesten Mannschaften zählen, teten Becken gestaut und alsbald tummelten sich die Dies zeigte erst vor kurzem Freunde des nassen Elements in der kühlen Flut. das nationale Faustballturnier der I. G. In Das Bad Ist für ein Dorf von 700 Einwohner ge- Frankfurt sehen sehr zweckmäßig eingerichtet. Die Stauung ge- ' . .. schieht durch starke Betonmauern am Ausfluß, wäh- Dort hatte man die Mannschaft in tue ©nippe mit ren die Seitenwände durch Quader gestützt sind. Die dem deutschen Meister Schweinfurt und dem Turn- Wasserhöhe wird durch in 0-Eisen einzuschiebende klub Hannover nebst zwei weiteren Mannschaften Bohlen reguliert. Die Größe des Bades befriedigt eingereiht. . nicht nur das Bedürfnis der hiesigen Einwohner- Gleich das erste Spiel führte gegen den Meister, schäft, sondern kann auch für Bade- und Schwimm- der in seinem linken Dorderspieler einen Mann lustige aus den Nachbarorten Rechnung tragen. von überragendem Können besitzt. Trotzdem getong st Ober - Gleen, 15. Juli. Am Samstagabend es den Gießener Hinterspielern, die wuchtigen Balle fand hier im Saale der Gastwirtschaft Ruppert zu holen und nur einigen schwachen Minuten ist es bei gutem Besuch eine Tonfilmveranstaltung der zuzuschreiben, daß das Spiel mit einer Punkt- NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt, in differenz von 13 Fehlern verloren ging. Um so er- der der Tonfilm „Wenn am Sonntagabend die folgreicher war das Spiel gegen Hannover, das auf Dorsmusik spielt" zur Aufführung gelangte. Neben Unentschieden gestellt werden konnte. Nach Ansicht diesem wurde noch der Klangfilm „Weimar die der Sachverständigen eines der spannendsten Spiele I Stadt der deutschen Dichter" gezeigt. des Turnieres. Die beiden wetteren Gegner kann- itotaot Der Deuten -uiajier fld ö i ^^gt werden. Durch den Verlust gegen I Schweinfurt kam allerdings die Mannschaft nicht ---- ----Jk in die Endrunde. _ ,. « W f KS Hs» MM Md I Acht Tage später hatte die Mannschaft die Pflicht, JjF • eZv MM M» I den Gau bei der I Vorrunde um die deutsche Meisterschaft Oswaldsgarten stehen und sehen gerne einige Minuten dem frohen Uebungsspiel zu, das sich oft wenig von den schweren Wettspielen im Verband Dreikamps, Jugendturnerinnen: 1. Margret Weyel, Mtv. Gießen, 64 P.; Christine Schmidt, Mtv. Gießen, 60; Annemarie Milker, Tgm. Fulda, 59; 14. Anna Schreiner, To. Kefenrod, o3. Einzelwettkämpfe. Weithochsprung (Turner): 1. Adolf Dau- del, Tv. Hersfeld, 1,65/3,40 Meter; 2. Peter, Tv. Lauterbach, 1,60/3,30 Meter; 3. Schöpf, Turn- und Fechtkl. Fulda, 1,55/3,20 Meter. Weithochsprung, Jugend: 1. Kiel, Tv. Lollar, 1,30/3,10 Meter; 2. Hennemuth, Tgd. Fulda, 1,25/3,00 Meter. Stein st oßen: 1. Storch, Turn- und Fechtkl. Fulda, 7,90 Meter; 2. Peter, Lauterbach, 7,80; 3. Schöpf, Turn- und Fechtkl. Fulda, 7,72; 4. Becker, Polizei Hanau, 7,64; 5. Michels, Tv. 1846 Gießen, 7,57 Meter. Mannschaftskämpfe. 4 mal 100 - Meter - Pendel-Staffel (Staatswanderpreis): 1. Polizei Hanau, Zeit: 48,4 Sekunden; 2. Tv. Hersseld; 3. Tv. 1860 Frankfurt. 4 mal 100-Meter-Pen del staffel (Jugend): 1. Mtv. Gießen, Zeit: 50,4 Sek.; 2. Tgd. Fulda. Sch lagball: Turngemeinde Fulda A- gegen 8-Mannschaft 34:27. §austballspieledesT.V.v.1846Gießen Meister, von denen man nicht viel spricht, sind vor Jahren in diesen Spalten einmal die Faustballer genannt worden. In diesem Jahre ist es nicht anders. Die 46er sind mit ihrer ersten Mann- schäft an den vergangenen Sonntagen zu großen Siegen gekommen. Sauer verdient sind diese Erfolge, denn rastloses lieben seit Februar an jeweils zwei Wochentagen ist die Grundlage dafür. Immer wieder bleiben die abendlichen Spaziergänger am Mdhessens Turner auf der VaffeckWe. MSSELSW Eindrucksvoller Verlauf des rr.Rhönturnfestes. - Schöne heimische Erfolge. I °«n der Polizei-Sportverein Hanau vor Tv. Hersfeld Zustände um den erwarteten Sieg gebracht. Auf und Tv. 1860 Frankfurt a. M. in der guten Zeit die siebenstündige Fahrt hin fanden die Spieler, von 484/b Sek. die um Mitternacht ankamen, keine Quartiere vor 3n der Jugendklalse tonnte der Zlifo. ©leben und muhten sich daher mit Notquartieren begnitflen. mit Su/T lef die 4X loo-Meter-Vendelstasfel So traten sämtliche Spieler anderentags völlig un- mil 50» W; KW YV/v - f- ' Der Sieger des Rennens der ^-Klaffe „Um den großen Straßenpreis von Gießen", Hupfeld (Dortmund). Die Sieger des Ein-Stunden-Mannfchafts-Rennens. Van links nach rechts (auf den Rädern): Die Brüder Schorn (Köln), Zacharias und Müller (Koblenz). B V Oer Verlauf der Bahnradrennen. Die große Bahnveranstaltung des Radfahrvereins von 1885 am vergangenen Sonntag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 (wir berichteten gestern bereits kurz darüber) nahm mit den Rennen „Um den Großen Fliegerpreis" ihren Anfang. Mit wenigen Ausnahmen starteten sämtliche für die Bahnrennen gemeldeten Fahrer, etwa 20 an der Zahl. So war es notwendig geworden, daß vier Vorläufe ausgefahren wurden, die über je 2% Runden führten. Für die Zwischenläufe qualifizierten sich 8 Fahrer: H o v e s (Bocholt), Müller (Koblenz), Cerni (Bocholt), Neumann (Dortmund), Zacharias (Koblenz), L. Schorn (Köln), I. Schorn (Köln) und M o - l e n d a (Bochum). An Stelle von Neumann fuhr im ersten Zwischenlauf Wollenschläger. Für die Entscheidungen qualifizierte sich Hoves und Zacharias im Lauf um den 3. bzw. 4. Platz, während Wollenschläger und Schorn I. um den 1. und 2. Platz rangen. Der favorisierte Schorn I. fand hier seinen Bezwinger. Wollenschläger rang ihm in einem überaus heftigen Endspurt den Sieg ab. (Der gestrige Bericht gab irrtümlich Schorn I. als Sieger an!) Das Ausscheidungsfahren, das für alle Fahrer, die im ersten Rennen nicht Plätze belegen konnten, offen war, verlief ebenfalls sehr spannend. Jeweils der letzte einer jeden Runde mußte ausscheiden, bis schließlich die letzten vier Fahrer um den Sieg zu ringen hatten. In der Zielkurve der letzten Runde gab es einen schweren Sturz, dem sämtliche vier Fahrer zum Opfer fielen. Hohbein (Frankfurt a. M.) und Neumann! (Dortmund) rafften sich aber auf, nahmen ihrej Räder und gingen in das Ziel. Den Sieger stellte Hohbein. 3m Punktefahren bewies der junge Kölner Schorn erneut seine Ueberlegenheit. Auch hier gab es zpiei Vorläufe, die je über 10 Runden führten. Auch der Endlauf wurde über 10 Runden geführt und brachte bei jeder zweiten Runde eine Wertung. Schorn I. und der ebenfalls hervorragend fahrende Zacharias lagen ständig in hartem Kampf miteinander, ein Kampf, den Schorn nur mit einem Punkte Vorsprung für sich entschied. Das Ergebnis lautete: 1. I. Schorn 14 Punkte; 2. Zacharias 13; 3. Hoves 9 und Wollenschläger 6 Punkte. Mit großer Spannung sah man dem IStunde-TNannschaftsrennen entgegen. Das Rennen wurde in einem sehr raschen Tempo durchgefahren. Während des Rennens wurden nicht weniger denn etwa 88 Runden zurück- gelegt, die einer Strecke von etwa 35 Kilometer gleichkamen. Das Rennen wurde wieder nach 6-Tageart ausgefahren. Es traten 10 Mannschaften an. Sehr bald wurde klar, daß es hier wiederum die beiden Kölner I. und L. Schorn waren, die die Aussichten auf Sieg hatten. Aber beide fanden ihre härtesten Gegner im Paar Zacharias- Müller (Koblenz), die ihren Gegnern keine 10 Meter gewinnen ließen. Ständig wechselten sich die beiden Mannschaften in der Führung ab. Die übrigen Mannschaften lagen nicht sehr viel zurück. Nur drei Mannschaften konnten das Tempo nicht ganz halten und verloren eine Runde. Plötzlich aber hatten die Brüder Schorn Pech, denn Louis Schorn stürzte und wurde für einige Runden aus dem Rennen geworfen. Sein Bruder mußte, nachdem das Rennen für drei Runden neutralisiert war, allein den Kampf aufnehmen. Er fuhr eine Anzahl Runden ohne Ablösung, behauptete sich aber trotzdem ausgezeichnet. Er vermochte sogar während dieser Zeit noch einen der 6 Spurtsiege zu gewinnen. Dann trat der andere Schorn wieder in Aktion und der Kampf gegen Müller und Zacharias wurde in der alten Form wieder ausgenommen. Mit einer Spurtwertung, der 6. in diesem Wettbewerb, wurde der Kampf beschlossen. Noch in der Zielkurve hatte der Bochumer Mo len da das Pech schwer zu stürzen. Sieger wurden die Brüder Schorn (Köln), vor Zacharias - Müller (Koblenz). Unter großem ■ Beifall fuhren die Sieger ihre Ehrenrunde. Die Preisverteilung. Im Anschluß an die Rennen fand die Preisverteilung im „Schützenhaus" statt. Für die Sieger standen wertvolle Ehrenpreise, sowie auch Geldpreise zur Verfügung. Die Preisverteilung wurde von dem Führer des Radfahrervereins 1885 Erwin Hauck vorgenommen und stellte einen würdigen Abschluß der Veranstaltung dar. Soweit wir bisher hören konnten, wird der Verein im Monat August ober im September wiederum eine Bahnveranstaltung abhalten. Die am Samstag und Sonntag beteiligten Fahrer haben fast ausschließlich auch für ein weiteres Rennen ihre Teilnahme zugesagt. Die Organisation der Rennen war sehr gut. Der Vorsitzende des Wettfahrausschusses, Herr Deibel, hatte bewährte Kräfte zur Verfügung, sodaß den Rennen ein einwandfreier Verlauf gesichert werden konnte. Die Gesamtleitung lag in Händen von Herrn A. Deichert. Die Freiwillige Sanitätskolonne hatte sich für das Straßenrennen, wie auch für das Bahnrennen zur Verfügung gestellt und leistete tatkräftig Hilfe. Sportfest in Flensungen. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Alsfeld, veranstaltete ein Sportfest in Mücke- Flensungen. Die Veranstaltung wurde eingeleitet mit einem Fußballwerbespiel zwischen Nieder- Ohmen und Altenburg- am Samstagabend in Nie- der-Ohmen. Anschließend daran verbrachten die beiden Mannschaften, sowie die Sportanhänger, m guter Kameradschaft noch einige gemütliche Stunden. Die Veranstaltung am zweiten Tag in Flensungen nahm bei herrlichem Sommerweticr ihren programmäßigen Verlauf. Pünktlich um 9 Uhr begannen die leichtathletischen Wettkämpfe. Es wurden hierbei sehr beachtliche Ergebnisse erzielt. Anschließend wurden die Wettkämpfe in Fußball und Handball, die nach dem Pokalsystem erfolgten, aus- getragen. Der Abend wurde ausgefüllt, von Dar- Die Siegerliste: Kugelstoßen: 1. Karl Grün, Nieder-Ohmen, 9 Meter; 2 Georg Rühl, Romrod; 3. Otto Peter, Groß-Eichen. Keulenwurf: 1. Hugo Kratz, Nieder-Ohmen, 56,50 Meter; 2. Willi Fey, Burg-Gemünden; 3. Leo Schauß, Durg-Gemünden. Speerwerfen: 1. Hugo Kratz, Nieder-Ohmen, 39 Meter; 2. Werner Eisentraut, Grünberg. Hochsprung: 1. Hugo Kratz, Nieder-Ohmen, 1,55 Meter; 2. Georg Rühl, Romrod; 3. Georg Rahn, Groß-Eichen. Weitsprung: 1. Hugo Kratz, Nieder-Ohmen, 6,50 Meter; 2. Willi Nickel, Nieder-Ohmen; 3. Gg. Rahn, Groß-Eichen. 100-Meter-Lauf: 1. Georg Rühl, Romrod, 11,3 Sek.; 2» Willi Nickel, Nieder-Ohmen. 400-Meter-Lauf: 1. F. Greb, Altenburg, 582/6 Sek.; 2. Truppführer Wolf, Burg-Gemünden. 1000 - Meter - Lauf: 1. Heinz Duchene, Burg-Gemünden, 3:33 Sek.; 2. Georg Dörr, Alten- bürg. 3000-Meter-Lauf: 1. Ernst Otto, Nieder« Ohmen, 12:03 Min.; 2. Willi Dehnert, Bernsfeld. 4 mal 100-Meter-Staffel: 1. Arbeits- dienstlager Burg-Gemünden, 51 Sek.; 2. Turnverein NiederOhmen. Fußballspiele. Klasse A: 1. Sportverein 06 Alsfeld. Klasse 8: 1. Fußballklub Flensungen- Mücke; 2. Fußballklub Hopfgarten. Jugend: L Sportverein 1933 Nieder-Ohmen; 2. Sportverein Nieder-Gemünden. Handballspiel: 1. Turnverein Romrod. Der obere Teil des 62 Meter hohen Turmes des Oppelner Rathauses, der in den letzten Tagen wegen Umbauarbeiten versteift wurde, ist am Sonntagabend plötzlich in sich zusammengebrochen. Statt Karten! Oie Verlobung unserer Tochter Gerda mit Herrn Kurt Fett, Oberleutnant im 15. 3nfant.