rrr. 89 Erstes Blatt 184. Jahrgang Dienstag, 17. April 1934 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Postscheckkonto: frnrtfwt °m mein 11686 Drittk und Verlag: vrühl'sche llniverfitütrvuch- unö Steindruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschgftrftelle: Schulftrahe 7 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschluffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Oie deutsche Antwortnote an England. Auskünfte des Reichsaußenministers.-Orei Bedingungen Frankreichs?-Will England sich jetzt mit Rüstungsbeschränkung begnügen? landes und Deutschlands eingesetzt hat, hat während seiner Tätigkeit als Botschafter die bestehenden Freundschaftsbande unserer beiden Länder nicht nur zu erhalten, sondern immer fester zu ge st alten und enger zu knüp- f e n gewußt. Dem treuen Freunde Deutschlands werde ich stets ein dankbares Gedenken bewahren. gez. Reichspräsident von Hindenburg." London, 16.ülprit. (DNB.) Im Unterhaus wiederholte am Montag das konservative Mitglied B o o t h b y seine kürzliche Anfrage an den Staatssekretär des Aeußeren, ob er irgendeine weitere Information über die Erhöhung der deutschen Marine-, Militär- und Luftfahrtvoranschläge geben könne, und ob die britische Regierung beabsichtige, irgendeine Aktion in dieser Angelegenheit zu unternehmen. Simon bestätigte tn seiner Antwort, daß die deutsche Regierung auf die Nachfrage geantwortet habe, die von dem britischen Botschafter in Berlin an sie gerichtet worden sei. Er fügte hinzu, daß die deutsche Regierung Informationen über diese Frage ' in Form einer Note geliefert habe, deren wichtigsten Teil er in dem amtlichen Bericht abdrucken lassen wolle. Boothby, dem diese Antwort nicht zu genügen schien, stellte hierauf die Zwischenfrage, ob aus dem Inhalt der deutschen Note hervorgehe, daß tatsächlich im gegenwärtigen Augenblick ein Wiederaufrüsten in Deutschland in ganz beträchtlichem Ausmaße im Gange sei. Sir John Simon wich dieser Frage in seiner Antwort aus, indem er erklärte: „Ich glaube, es wird in unser aller Interesse liegen, daß wir e r st d i e N o t e p r ü s e n." Im Unterhaus wurde am Montagnachmittag der größere Teil der deutschen Antwortnote auf die neuerliche. Anfrage über die Erhöhung des deutschen Flotten- und Militärhaushalts in Umlauf gesetzt. Der Inhalt ist folgender: Wie aus dem kürzlich veröffentlichten Reichshaushallsplan für das Haushaltsjahr 1934/35 hervorgeht, ist der haushalt für das Heer auf 654,6 Millionen Mark festgesetzt worden, was gegenüber dem vorjährigen haushalt eine Vermehrung um 172 Millionen Mk. bedeutet. Diese Mehrausgaben sind erforderlich für die im Haushaltsjahr 1934/35 vorgesehenen Vorbereitungen für die Umwandlung des Reichsheeres in eine Armee mit kurzer Dienstzeit. Die Aufnahme der Haushaltsmittel für diesen Zweck ergibt sich aus dem Stande der Verhandlungen über die Abrüslungsfrage. Die Ausgaben des Marinehaushalles sind mit 236 Millionen Mark angesehl worden, was gegenüber dem letzten Jahr eine Vermehrung von etwa 50 Millionen Mark bedeutet. Diese Mehrausgaben sind durch die Kosten für die systematische Erneuerung des l ä n g st überalterten Schiffsmaterials der deutschen Flotte begründet, dessen Ersah teilweise schon aus Gründen der Sicherheit der Besatzung nicht noch länger hinausgeschoben werden kann. Der Haushall des L u f t f a h r t Ministeriums kann nicht als R ü st u n g s haushalt angesehen werden. Er bestehl aus einem Luftfahrthaushall und einem Luflschuhhaus- halt. Die für die Luftfahrt vorgesehenen Ausgaben betragen 160 Millionen Mark, während in dem haushalt des letzten Jahres für diesen Zweck etwa 77 Millionen Mark vorgesehen waren. Die Erhöhung findet ihre Begründung in dem Ersah des veralteten Flug- zeugmaterials der deutschen privaten Luftverkehrsgesellschaft (Lufthansa), die wie in anderen Ländern staatlich subventioniert ist, wobei es sich hauptsächlich um den Ersah der einmotorigen durch zwei- bis dreimotorige Flugzeuge handelt, ferner darin, daß bei der Lufthansa zur Besserung der Verkehrsbedingungen der Streckenflug auch im Winter durchgeführt und der Rachtverkehr erheblich erweitert wer- den soll. Durch die letztere Maßnahme werden erhebliche Ausgaben für erhöhte Flugsicherung, Ausbau des Befeuerungswesens und des funkentelegraphischen Peilverfahrens notwendig. Außerdem ist die Erhöhung durch die Förderung des lleberseeluftverkehrs und der wissenschaftlichen Forschung auf dem Luft- fahrtgebiet veranlaßt. Die Ausgaben für L u s t s ch u h belaufen sich auf 50 Millionen Mark Mark. In dem haushalt des letzten Jahres waren für diesen Zweck nur 1,3 Millionen Mark vorgesehen, weil damals die Organisation des Luftschutzes sich erst im ersten Anfangsstadium befand. Die neuaufgebaute Organisation Hal den Schuh der Zivilbevölkerung gegen Luftangriffe zur Aufgabe: ihre Tätigkeit besteht in dem Bau von splitter- und gassicheren Kellern, der Ausbildung von Entgiftungstrupps, der Förderung des Feuerlöschwesens, der Ausbildung von Fachlrupps (Warn-, Jnstandsehungs- und Entgiftungstrupps) und anderen ähnlichen Maßnahmen. (Gez.): Neurath. Rätselraten um Frankreichs Antwort an England. Drei Bedingungen für eine defensive Aufrüstung Deutschlands. Paris, 17.April. (DNB.) Die neue französische Note an England, in der Frankreichs Garantieforderungen erläutert werden sollen, dürfte nicht vor Ende der Woche abgehen. Die Note wird, der „Agence Economique et Fi- nanciere" zufolge, wiederum betonen, daß Frankreich sich auf irgendeine A b r ü st u n g angesichts der deutschen Aufrüstung unmöglich einlas- s e n könne. „O euere" vertritt die Ansicht, daß die französische Antwortnote in der Abrüstungsfrage an England so gut wie fertiggestellt sei, nachdem Die militärischen Grundzüge am vergangenen Sonntag von einem Studienausschuß durchgeprüft worden seien, dem der Kriegsminister, der Marineminister, der Luftfahrtminister, die beiden Staatsminister ohne Portefeuille H e r r i o t und T a r d i e u , die Generale W e y g a n d und G a m e l i n , Admiral Durand und mehrere hohe Beamte des Quai d'Orsay angehören. Nach dem „E x c e l s i o r" dürfte die französische Antwort an England nicht das letzte Wort der Verhandlungen sein. Die Note sei vielmehr eine Etappe und ziehe keineswegs den Schlußstrich unter die politischen und rechtlichen Diskussionen über die Garantien und Sanktionen. Gewiß bedeute Mobilisierung noch nicht den Krieg. Aber die „vollkommene Mobilisierung des deutschen Volkes mache wenig Mut, an einen Friedenswillen zu glauben" (!). Die französische Regierung werde daher folgende Bedingungen für die tatsächliche Anerkennung einer defensiven Aufrüstung Deutschlands stellen: 1. Beibehaltung der derzeitigen französischen Streitkräfte; 2. Möglichkeit für Frankreich, in den Krisenjahren 1934 b i s 19 3 9, in denen die Zahl der Rekruten infolge des Geburtenausfalles der Kriegsjahre niedriger sein werde, die Dien st zeit zu verlängern, um die Lücken auszufüllen; 3. Möglichkeit, das alte Material zu erneuern, und zwar entsprechend dem Niveau des neuen Materials, mit dem das deutsche Heer ausgerüstet werden wird. In einem längeren Ueberblick über den Stand der Rüstungsbesprechungen zieht der Außenpolitiker des „M a t i n" eine Art Bilanz, in der er u. a. schreibt: Wir müssen zu der Taktik zurück, die die Verhandlungen auf der französisch- englischen Grundlage allein zu fördern vermag. Diese Taktik muß auf einen Präzedenzfall zurückgreifen. Das Protokoll vom 11. Dezember 1932 über Gleichheit und Sicherheit. Deutschland aber hat aus diesem Protokoll nur die Gleichheit herausgegriffen, während die Sicherheit sehr bald in den Hintergrund trat. England braucht ein Abkommen, Frankreich antwortet mit der Forderung nach ganz genau bestimmten Garantien. Man darf zunächst also nicht ein Abkommen schaffen, sondern muß erst ein Sicherheitssystem aufstellen, andernfalls wollen wir unsere Handlungsfreiheit behalten. Kurz, die beginnenden Verhandlungen beziehen sich nicht auf ein garantiertes Abkommen, sondern in er ft er Linie auf G a - r a n ti e n , die durch ein Abkommen zur Beschränkung und Kontrolle der Rüstungen ergänzt werden können. Der Außenpolitiker des „Matin" ist Gegner der Auffassung, daß sich aus dem etwaigen Eintritt Rußlands in den Völkerbund ein weiterer Sicherheitsfaktor erblicken lasse. Er will in Genf den Eindruck gewonnen haben, daß Rußland über die Unterzeichnung von Nichtangriffspakten nicht hinausgehen werde, da ein europäischer Vorschlag, der ihm nicht eine Garantie im Fernen Osten geben würde, für die Sowjets nichts Verlockendes hätte. JehttemeRüstungsvermmdenmg Vorschläge der „Times". London, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Time s" beschäftigt sich in einem Leitaufsatz mit der A b r ü stu n g s f r a g e. Am Schluß seiner Ausführungen gibt das Blatt, das bisher an der Forderung auf sofortige Rüstungsverminderung der schwer bewaffneten Mächte festgehalten hatte, zu, daß eine Rüstungsverminderung gegenwärtig wohl nicht zu erreichen sei. Das anzustrebende Abrüstungsabkommen sollte daher nach Ansicht der „Time s" folgende Punkte umfassen: Begrenzung der Rüstungen der schwer bewaffneten Mächte auf dem jetzigen Stand und ein Versprechen, innerhalb einer bestimmten Zahl von Jahre» diese Rüstungen herabzusehen. Die schwersten Waffenarten dürfen nicht mehr neu hergestellt werden, auch nicht für Ersatz- Zwecke. Die Ausbildungszeit der Heimattruppen in allen Ländern wird auf ein Jahr oder noch weniger beschränkt. Line internationale Ueber- wachung wird eingerichtet. Dies würde nach Ansicht Les Blattes ein Ausgangspunkt sein, von Lern aus i m Verhältnis zur Rückkehr des Vertrauens durch Abschluß drastischer regionaler Abmachungen ein stetiger Fortschritt möglich wäre. Daß ein gewisses Maß von deutscher Ausrüstung unvermeidlich ist, gibt die „Times", wie schon wiederholt, zu. Allerdings zeigt sie, wie schon öfter, volles Verständnis für die französischen Besorgnisse. Sie hält ihnen aber entgegen, Laß ohne eine Vereinbarung über die Abrüstung keine wirkliche Beruhigung und keine wirtschaftliche Wohlfahrt in Europa zu erhoffen sei. Barthouö ZReifeplan. Paris, 16. April. (DNB.) Der Reise plan Barthous nach Warschau und Prag wird jetzt amtlich bekanntgegeben. Der Außenminister verläßt Paris am Samstag, 21. April, abends. Er trifft am 22. April nachmittags in Warschau ein. Am 25. nachmittags setzt Barthou seine Reise nach Krakau fort, von wo er am 25. sich nach Prag weiterbegibt. Die Abreise aus Prag ist auf den 28. festgesetzt worden, so daß die Rückkehr nach Paris am 29. abends stattfindet. Deutschlands Trauer um Kemaleddin Sami. Berlin, 16. April. (DNB.) Anläßlich des Adle b e n s des türkischen Botschafters Kemaled - bin Sami Pascha hat der Herr Reichspräsident an den Präsidenten der Türkei Ghazi Mustapha Kemal folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die soeben erhaltene Mitteilung, daß der Botschafter General Kemaleddin Sami Pascha entgegen bisher gehegter Hoffnung einer heimtückischen Krankheit erlegen ist, bitte ich Eure Exzellenz, die Versicherung meiner aufrid)= t i g ft e n Anteilnahme an dem für Ihr Vaterland unersetzlichen Verlust entgegenzunehmen. Der Dahingegangene, der sich in schwerer Zeit in treuer Waffenbrüderschaft für das Wohl seines Vater- Gleichzeitig hat Reichspräsident von Hindenburg an die Wi t w e des Botschafters Kemaleddin Sami Pascha ein Handschreiben gerichtet, in dem er feiner tiefempfundenen Anteilnahme an dem tragischen Tode des Botschafters Ausdruck gib't und versichert, daß er dem Verstorbenen, dem treuen Freunde und Waffengefährten, ein ehrendes Gedenken bewahren werde. Ferner stattete im persönlichen Auftrage des Reichspräsidenten von Hindenburg Staatssekretär Dr. Meißner im Laufe des Vormittags in der türkischen Botschaft einen Beileidsbesuch ab. Die Reichskanzlei, der Reichstag und das Aus- roärtige Amt haben die Flaggen auf Halbmast gefetzt. Der Reichskanzler hat dem türkischen Ministerpräsidenten, der Reichsmini st er des Auswärtigen dem türkischen Außenminister telegraphisch Beileid in herzlichen Worten zum Ausdruck gebracht. Der Reichskanzler, der Reichsminister des Auswärtigen und der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes haben ferner durch Kartenabgabe bei dem türkischen Geschäftsträger ihr Beileid übermittelt. Der Chef des Protokolls, Gesandter Graf von Bassewitz, hat dem türkischen Geschäftsträger das Beileid der Reichsregierung persönlich ausgesprochen. Die Anteilnahme der zuständigen Länderabteilung des Auswärtigen Amtes hat Ministerialdirektor Dieckhoff durch persönlichen Besuch bei dem türkischen Geschäftsträger zum Ausdruck gebracht. Oie neue politische Balkanfront. Minister auf Reisen. Oer bulgarische Ministerpräsident in Berlin. London, 16. April. (DNB.) Wie Reuter erfährt, wird der bulgarische Ministerpräsident M u - f d) a n o ff am Dienstag von London nach Ber - l i n abreifen, um dort mit der deutschen Regierung politische und wirtschaftliche Fragen zu besprechen. Seine Begleiter S t e p a n o s s und S t o y a n o s s bleiben in London, um die Verhandlungen mit den Inhabern bulgarischer Wertpapiere fortzusetzen. Nach kurzem Aufenthalt in Berlin wird Muschanoff Rom und Budapest besuchen und bann nach Sofia zurückkehren. ♦ Am Mittwoch wird der bulgarische Ministerpräsident M u s ch a n o w zu einem offiziellen Besuch in Berlin eintreffen. Bereits bei der Anwesenheit des Königs Boris vor einigen Wochen ist von deutscher und bulgarischer Seite mit aleicher Herzlichkeit auf die zwischen den beiden Ländern bestehende traditionelle Freundschaft und die weitgehende Ueberein- ft i m m u n g der beiderseitigen Auffassungen und Interessen politischer und wirtschaftlicher Art hingewiesen worden. Anders als in Paris und London, wo die Angelegenheit der bulgarischen Vor- und Nachkriegsanleihen im Vordergrund stand, hat der bulgarische Ministerpräsident in Berlin keine akuten Fragen zu regeln. Bei seinen hauptsächlich der eigenen Information dienenden Besprechungen werden naturgemäß die gegenwärtigen deutsch-bulgarischen Beziehungen und die Möglichkeiten ihrer weiteren Entwicklung erörtert werden. Beide Länder haben den verständlichen Wunsch, die Zusammenarbeit auch auf wirtschaftlichem Gebiet so fruchtbar wie möglich zu gestalten, und haben zu diesem Zweck z. B. jenes Kompensationsgeschäft ins Auge gefaßt, das eine Lieferung von Eisenbahnmaterial im Werte von 22 Millionen Mark gegen Uebernahme der noch in Bulgarien lagernden Tabakbestände vorsieht. In politischer Hinsicht hat Bulgarien in den letzten Wochen mit Erfolg um internationales Verständnis für seine Stellungnahme zum Balkan- p a k t geworben. Nach Pressemeldungen hat Musch a n o w auch feinen Pariser Aufenthalt dazu benutzt, um die Haltung feines Landes nochmals darzulegen. In Deutschland hat man von Anfang an vollkommen verstanden, daß Bulgarien an seinem Recht auf Revision nach Artikel 19 der Völkerbundssatzung festhalten muß, ohne deshalb eine Politik der gewaltsamen Aenderung seiner Grenzen zu betreiben. Wie fern ihm jeder Gedanke an militärische Abenteuer liegt, hat Bulgarien noch zuletzt durch das Angebot von Nichtangriffs Pakten gegenüber seinen Nachbarn bewiesen. Der Ministerpräsident selbst hat diesen Standpunkt erst kürzlich im Parlament entwickelt und die Zustimmung aller Parteien gefunben. Bulgarien steht jetzt vor der Aufgabe, auch unter der durch den Bal- k a n p a k t geschaffenen oder wenigstens vertraglich festgelegten neuen Konstellation feine Politik der Verständigung mit seinen Nachbarn fortzusetzen. Ein Hauptgrund für den beschleunigten Abschluß des Paktes in seiner jetzigen Form war zweifellos die Besorgnis Griechen- lands, daß andernfalls die Annäherung zwischen Bulgarien und Südslawien weitere Fortschritte machen und sich schließlich in einem gemeinsamen Druck der beiden slawischen Staaten nach der Aeaäis auswirken würde, wobei der eine in Dedea- gatsch, der andere in Saloniki das Ziel eines Strebens erblickt hätte. Jedenfalls ist es den vereinten Bemühungen Griechenlands, Rumäniens und der Türkei gelungen, in dem Pakt vom 9. Februar den viel erörterten Artikel 2 durchzusetzen, der u. a. bestimmt, daß keiner der Vertragsschließenden irgendwelche politische Verpflichtungen gegenüber irgend einem anderen Balkanstaat übernehmen darf. Diese Bestimmung, wahrscheinlich die einzige des Paktes, die eine gewisse praktische Bedeutung erlangen wird, kann freilich nur vertragliche Bindungen, nicht aber eine Annäherung von Volk zu Volk, wie sie zwischen Bulgarien und Südslawien bereits im Gange ist, verhindern. Diese Annäherung, die auf südslawische Initiative zurückgeht, hat bereits zu dem Austausch von Gelehrten, Künstlern und Journalisten geführt und in beiden Ländern großen Anklang gefunden. Wer diese Entwicklung unvoreingenommen betrachtet, muß erkennen, daß das Bemühen um eine wirkliche Entspannung zwischen den zwei Nach- barftaaten für niemand eine Bedrohung, wohl aber für die beiden Beteiligten einen wichtigen Fortschritt und für ganz Europa eine Hoffnung auf die endgültige Befriedung des Balkans bedeutet. Südslawien und die übrigen Balkanniächie. Sofia, 16. April (DNB.) Der südslawische Außenminister Jeftitsch traf am Montagmittag Der AussieKungsskandal in Prag. Das Blatt des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten gegen die Hetze der Emigranten. auf der Durchreise nach Ankara in Sofia ein. Er wurde am Bahnhof von Vertretern des Königs, dem Stellvertreter des zurzeit in London weilenden Ministerpräsidenten Muschanoff .unb dem Innenminister, dem Sofioter Gesandten der Kleinen Entente und zahlreichen anderen Persönlichkeiten begrüßt. In einer Unterreduno mit Pressevertretern erklärte Ieftitsch, daß sein Besuch in Ankara nicht mehr als ein Höflichkeitsakt und die Erwiderung der Besuche des türkischen Außenministers in Belgrad darstelle. Anfang Mai werde er auch der bulgarischen Regierung einen offiziellen Besuch abstatten. Er hoffe noch immer, daß sich auch Bulgarien und Albanien dem B a l k a n p a k t anschließen würden, damit dieser alle Staaten des Südostens umfasse und zu einem wirklichen Friedensinstrument werde. Auf die Frage, ob es bald zu einer Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen b£n Staaten ber Kleinen Entente unb ber Sowjetunion komme, erroiberte ber Minister, baß ein enb- gültiger Beschluß noch nicht gefaßt sei. I e f t i t s ch kam bann auf bas beutsch - f ü b = slawische Verhältnis zu sprechen unb sagte, oaß beibe ßänber starke gemeinsame Interessen oerbinben. Die Wirtschaftsverhanb- lungen mit Deutschlanb entwickelten sich für beibe Teile sehr zufriebenstellenb unb ftänben vor ihrem Abschluß. Die freunbschaftlichen Beziehungen zwischen ben beiben Staaten würben burch die neuen Wirtschaftsabkommen noch weiter vertieft werden. Nach einstündigem Aufenthalt setzte der südslawische Außenminister seine Reise nach der Türkei fort. 40Fahre im Dienste der Flotte Persönlicher Glückwunsch des Führers. Berlin, 16. April. (DNB.) Anläßlich der Feier des 40 jährigen Dienstjubiläums des Chefs der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Rae - b e r am Montag erschien als erster Reichskanzler A d o l f H i t l e r, um Admiral Raeder unter lieber« relchung seines Bildes die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. Im Lause des Vormittags überbrachten der Reichswehrminister, sowie zahlreiche Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden Admiral Raeder ihre Glückwünsche. Hieran schloß sich die große Zahl der Vertreter ber Wehrmacht und Beamtenschaft. Mittags überreichte der Obe r- bürgepmeister von Kiel dem Ches ber Marineleitung den Ehrenbürgerbrief der Stabt Kiel unb übermittelte gleichzeitig die Glückwünsche ber Stadt, die sich mit Admiral Rae- ber aus ber Zeit, in ber er als Chef ber Marinestation ber Ostsee ein enges Band zwischen ber Marine unb ber Stadt Kiel knüpfte, besonders verbunden fühlt. 3um Schuhe des nationalsozialistischen Schrifttums. Einsetzung einer amtlichen Prüfungskommission. Berlin, 16. April (DNB.) Der Stellvertreter des Führers gibt folgende Verfügung bekannt: In letzter Zeit find in steigendem Maße von den verschiedensten Verlagen Bücher und Schriften herausgegeben worden, die sich in der Behandlung politischer, wirtschaftlicher, kultureller unb allgemein weltanschaulicher Probleme, sowie in historischen, insbesondere biographischen Darstellungen führender Persönlichkeiten der NSDAP, mit dem Wesen und denZielen der nationalsozialisti- schen Bewegung befassen.Obwohl diese Bücher 3u einem nicht unwesentlichen Teil ohne die erfor- oerliche Sachkenntnis geschrieben sind, und die Probleme und Stoffe unvollständig und unzulänglich, oder auch aus nicht nationalsozialistischen Gedankengängen heraus entstellt behandeln, werden sie auf Grund ihres Titels und ihrer Aufmachung in der Öffentlichkeit unterschiedlos als ernsthafte Beiträge zur nationalsozialistischen Literatur gewertet. Sie sind damit geeignet, ein gänzlich falsches Bild von der Entwicklung und Zielsetzung ber Bewegung bem Volke zu vermitteln. Die NSDAP, hat bas souveräne Recht unb bie Pflicht, bar üb er 3U w a chen, baß bas natio- nalsozialistische Jbeengut nicht von Unberufenen v e r f a l s cht unb in einer bie breite Öffentlichkeit irrefüfjrenben Weise geschäftlich ausgewertet wirb. Ich verfüge daher folgendes: Mit dem heutigen Tage wird eine amtliche „Prüfungskommission zum Schuhe des nationalsozialistischen Schrifttum e s“ gebildet, zu deren Vorsitzenden ich den Pg. Reichsleiter PH. V o u h l e r ernenne. Die Kommission, die im engsten Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Volksausklärung und Propaganda und dem mit der Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung ber Partei und aller gleichgeschalteten verbände, sowie des Werkes „Kraft durch Freude" Beauftragten arbeiten wird, hat die Aufgabe, alle einschlägigen Bücher und Schriften zu prüfen. Bücher des bezeichneten Inhalts dürfen nur dann im Titel, in der Aufmachung, in Verlagsanzeigen oder auch in der Darstellung selbst als nationalsozialistisch ausgegeben werden, wenn sie der Prüfungskommission vorge- legen haben und deren Rnbedenklich- kellsvermerk tragen. Die NSDAP, erwartet, daß Manuskriple, die nationalsozialistische Probleme und Stosse zum Gegenstand haben, in erster Linie dem Zentral- parleiverlag, der Eigentum der NSDAP, ist, zum Verlage angeboten werden. Die Ausführungsbestimmungen zu dieser Verfügung wird Reichsleiter Bouhler erlassen. * Zu ber Verfügung des stellvertretenden Führers hat ber Reichsgeschäftsführer ber Partei Ausfüh - rungsbestimmungen erlassen, in denen es u. a. heißt: Die Einreichung der zu prüfenden Bücher und Manuskripte kann nicht durch die Autoren, sondern muß durch die Verlage erfolgen, die die Bücher herausgegeben haben ober eine im Manuskript vorliegend Schrift herauszugeben beabsich- Ligen. Bei Vorlage eines Buches ober Manuskripts ist eine Prüfungsgebühr einzusenden, die das sechsfache des vom Verleger für bereits erschienene Bücher festgesetzten, für Manuskripte kalkulierten Prag, 16. April. (DNB.) Das politische Ereignis des Sonntags war ein Aufsehen erregender, mit aller Deutlichkeit unb Schärfe gegen bie Frechheiten ber jüdischen Emigranten in Prag gerichteter Artikel bes tschechisch-agrarischen Blattes des M i n i st e r p rä s i be n t e n, bes „Benko v". Darin heißt cs u. a.: „Unser neuer Konflikt mit Deutschlanb beweist, baß wir nicht einmal Herren unserer ei gen en Heimat sein können. Wir haben ben jübischen Emigranten aus Deutschlanb, bie hier bei uns ihre Rechnung mit Hitler austragen wollen, Asyl geboten. Das setzt aber ein Benehmen voraus, bas roeber zu innen- noch zu außenpolitischen Konflikten führen barf. Es wäre eine Sache des Taktgefühls. Die Emigranten aus Deutschland besitzen aber dieses Taktgefühl nicht. Sie geben Druckschriften heraus, in denen systematisch durch Wort und Bild der Leiter der neuen deutschen Regierung unb ferne Mitarbeiter in einer Art beleibigt werben, die bei allen gutherzigen Leuten Ablehnung her- oorruft. Diese Fremdlinge bespeien ihre Widersacher, durch den Rücken anderer gedeckt. Aber von unserer Seite ist noch etwas viel Schlimmeres geschehen. Was sagt man dazu, wenn ber Kün st lerne r- banb „Mane s" sich zu seiner Ausstellung Karikaturen ausborgt, bie ben Führer bes Nachbarstaates erniebrigen. Was würden wir dazu sagen, wenn die Deutschen dasselbe tun würden. Das jetzige Deutschland tut so etwas nicht. | Wien, 17.April. In dem Konzentrationslager Kaiser st einbruch, in dem sich nach amtlichen Angaben über SOO^äf Hinge, darunter 390 Nationalsozialisten, befinden, ist es in den letzten Tagen zu ernsten Ereignissen gekommen. Infolge des Verhaltens eines Beamten entstand unter den Häftlingen der Eindruck, daß eine Aenderung der politischen Lage eingetreten sei und ihre baldige Freilassung bevorstände. Als jedoch die Schutzmaßnahmen im Lager weiter verschärft wurden, brach dort ein allgemeiner Aufruhr aus, der, wie berichtet wird, einen ernsten Charakter trug. Die Wachmannschaften, die eine weitere Ausdehnung der Unruhen befürchteten, machten von der Waffe und dem Gummiknüppel Gebrauch. Eine Reihe von Häftlingen wurde hierbei verwundet. Die Insassen des Lagers sind seit Sonntag in den hunger st reik getreten. Das Konzentrationslager Kaisersteinbruch soll in der nächsten Zeit abgebaut und die Häftlinge nach Wollersdorf übergeführt werden. Nach übereinstimmenden Berichten sind die Zustände in diesem Lager außerordentlich ungünstig unb die gesundheitlichen Einrichtungen völlig ungenügend. Entlassungen aus den Konzentrationslagern. Wien, 17. April (DNB.) Amtlich wird mit- geteilt: Wie bereits vor Ostern gemeldet wurde, hat die Bundesregierung der eingetretenen innerpolitischen Beruhigung dadurch Rechnung getragen, daß sie nationalsozialistische Parteigänger in größerer Zahl aus den Anhaltelagern ent = lassen kann. Nachdem dieser Zustand der Ruhe auch in den abgelaufenen Wochen nicht wesentlich gestört wurde, hat die Bundesregierung in den letzten Tagen aus dem Anhaltelager Kaiser- st e i n b r u ch über 100, aus dem Anhaltelager Wölkersdorf über 60 Nationalsozialisten entlassen. Es handelt sich dabei um Personen, die freiwillig die Erklärung abgegeben haben, sich in Hinkunft jeder verbotswidrigen Tätigkeit zu enthalten, deren Führung einwandfrei war und deren Entlassung auch mit Rücksicht auf die Verhältnisse in ihren Wohnorten unbedenklich zu sein scheint. Bei dem Zutreffen vorerwähnter Umstände beabsichtigt die Bundesregierung, solche Entlassungen auch weiterhin vorzunehmen. Aber erinnern wir uns nur, daß unser Gesandter Tusar seinerzeit in Berlin zu einer ähnlichen Intervention gezwungen war, wie sie jetzt der deutsche Gesandte in Prag unternehmen mußte, als es sich um eine ähnliche Erniedrigung der Tschechen in Berlin handelte. Das geschah aber unter dem Regime Eberts. Es wäre daher sehr am Platze, sich an eine Stelle der Bibel zu erinnern: „Was Ihr nicht wollet, das Euch bie Leute tun ..." Ja, wir haben Freiheit, eine republikanische Freiheit, wir wissen aber nicht, was wir damit anfangen sollen. Wir gewähren sie in vollem Maße jenen Frem- ben, die sie zu unserem Schaden mißbrauchen. Bei uns ist es so wie in Rußland unter Kerenski, der mit demokratischem Elan das Wahlrecht auch den Gefangenen gewährte. Wir müssen uns einmal sagen, daß eine solche Politik, durch die wir uns nirgends Freunde schaffen, uns in eine Lage bringen kann, in der wir unsere geringe Voraussicht beklagen werden. Niemals war unser Verhältnis zu den anderen Staaten so unefreulich wie jetzt. Den Konflikt mit Deutschland, der durch tendenziöse Zeich- ncreien jüdischer Emigranten hervorgerufen wurde, sehen wir als schädlich für unsere Interessen und unser Prestige an." Man kann das tschechische Volk zu dieser vollständig richtigen Erkenntnis der Lage nur beglückwünschen. Um so leichter müßte es der Prager Regierung fallen, dem jüdischen Skandal der Manes-Ausstellung ein Ende zu machen. Das DNB. meldet weiter aus Wien: Dreizehn Nationalsozialisten, die in Wöllers- dorf an Ruhr erkrankt waren unb darauf in das Wiener Kaifer-Franz-Ioseph-Epidemie-Krankenhaus gebracht wurden, sind in Freiheit gesetzt worden. Von bekannten Persönlichkeiten befinden sich darunter Bundesrat Schattenfroh, Gemeinderat Prof. Suchenwirt und Richard Frauenfeld, der Bruder bes Gauleiters Alfreb Ebuarb Frauenfelb. Die Entlassenen dürfen nicht in Wien wohnen, sondern müssen der leichteren polizeilichen Ueberwachung wegen in der Provinz Aufenthalt nehmen. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete und Gemeinderat V a r o u s e k, Vertreter der Wiener tschechischen Sozialdemokraten, wurde aus der Haft entlassen. _ Schutzkorpsleuie in der Gendarmerie. Starhemberg tritt in die Regierung ein. Wien, 16. April. (DNB.) Die Bundes- gendarmerie wird nach einer amtlichen Mitteilung in der nächsten Zeit durch Neuaufnahmen von Aspiranten ergänzt werden. Berücksichtigt werden jedoch nur Angehörige des Freiwilligen Schutzkorps. Insgesamt sollen hierbei einige tausend Schutzkorpsleute in d i e Gendarmerie aufgenommen werden. Von amtlicher Seite wird erklärt, daß die im Vertrag von St. Germain Oesterreich zugestandene Gesamtzahl der Gendarmerie und Polizei bisher noch nicht voll ausgenutzt war. In dem Vorgehen der Regierung erblickt man allgemein die Absicht, die Mitgliederzahl des Freiwilligen Schutzkorps, das bisher als ein unabhängiger politischer Wehrverband der Regierung gegenüber stand, zu vermindern und das Schutzkorps der Regierung direkt zu unterstellen. Im Zuge difer neuen Regelung wird der Bundesführer Starhemberg, wie jetzt auch von feiten des Heimatschutzes erklärt wird, als Mitglied der Regierung mit Sitz und Stimme aufgenommen werden. Eine Entscheidung, ob Starhem- berg hierbei den Charakter eines Vizekanzlers erhält, ist bisher noch nicht gefallen. Das Ziel ber Romreife des Bundesführers Starhemberg, ber am Samstag nur in Begleitung seines Schwagers, bes Grafen Thum, sich nach Italien begeben hat, wirb nach wie vor streng geheim gehalten. Starhemberg soll bereits heute von Mussolini empfangen werben. tag Barbizon nicht Snd gültig verlassen, fonbern nur einen Ausflug unternommen habe. Das Blatt vertritt bie Ansicht, daß Trotzki abwarben bürste, welche Entscheidung ber Ministerrat am Dienstag fällen werbe. Es fei anzunehmen, baß bie französische Regierung Trotzki auf Korsika einen Wohnsitz anweisen werbe. „Journal" verlangt bie sofortige Ausweisung Trotzkis. Trotzki lebe nämlich nicht als Privatmann, ber sich von der Politik zurückgezogen habe, fonbern als Agitator, ber eine neue Internationale unb eine neue bolschewistische Weltrevolution vorbereite. Zum Beweis führt bas Blatt eine von Trotzki herausgegebene „Zeitschrift ber Opposition" an. Durch biefe Zeitschrift sei es Trotzki bereits gelungen, neue f o m m u n i ft i ■ s ch e Ligen unb ein Aktionszentrum in Frankreich zu schaffen. Das Blatt will über beweiskräftiges Abreffenmaterial verfügen, dessen Bekanntgabe es sich für später vorbehält. Die Geheimnisse um Trotzkis Billa. Paris, 16. April. (DNB.) Der „Figaro" wirst die Frage auf, was Trotzki in feiner Villa in Barbizon eigentlich getan oder vorbereitet haben mag. Die Villa scheine ihre Geheimnisse zu haben; denn es seien Arbeiter während der Ausführung einiger Erneuerungsarbeiten im Haufe einge- fchlöffen worden. Außerdem sei der Verbrauch an Strom verdächtig hoch. Da man in ber Villa nach 22 Uhr gewöhnlich nur eine elektrische Lampe habe brennen sehen, könne ber Stromverbrauch eigentlich nur bie Schlußfolgerung zulassen, baß in ber Trotzkischen Villa ein elektrischer M o - t o r laufe, ber möglicherweise ein geheime Druckmaschine für bie Herstellung von Flugblättern treibe. Selbstmord des japanischen Marine- attach^s in Jtom. ßonbon, 17. April. (DNB.-Funkspruch.) Nach einer hier vorliegenden Reutermeldung aus Rom ist der japanische Marineattach6 in Rom Commander O h t a n i im Schlafzimmer eines Hotels in Neapel erhängt aufgefunben worben. Es hanbelt sich zweifellos um Selbst - mord. Ohtani war Montagnachmittag im Hotel angekommen. Er hatte wenig oder gar kein Gepäck bei sich. Als um 20 Uhr ein Hotelangestellter an die Zimmertür klopfte, erhielt er keine Antwort. Er öffnete die Tür unb fanb Commanber Ohtani im Babezimmer tot auf. Er hatte sich mit Hilfe eines Handtuches am Brausetrichter aufgehängt. Ein Brief oder ein sonstiger Hinweis auf bie Grünbe der Tat würben nicht gefunben. Aus aller Wett. Die BVG.-Räuber hingerichtet. Berlin, 17. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Iustizpressestelle teilt mit: Heute früh um 6 Uhr würben bie sogenannten BVG. -Räuber, ber 22 Jahre alte Erwin Hilbebranbt, ber 24 Jahre alte Alfons Hoheisel, ber gleichaltrige Willi Krebs unb ber 31 Jahre alte Erich Achtenhagen, im Hofe bes Strafgefängnifses Plötzensee von dem Magbeburger Scharfrichter burch bas Beil hingerichtet. Zu ber Hinrichtung teilt bie Justizpressestelle mit: Die vier Verbrecher waren durch das Urteil des Schwurgerichts beim früheren ßanögeridjt II in Berlin vom 6. Juli 1933 wegen gemeinschaftlichen Mordes und wegen gemeinschaftlichen Raubes mit Todeserfolg zum Tode verurteilt worden. Die von ihnen gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde im Dezember vorigen Jahres vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Der preußische Ministerpräident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil die Verurteilten monatelang Raubüberfälle verübten, sich als berufsmäßige Verbrecher erwiesen und eine jedem geordneten menschlichen Zusammenleben feindliche Gesinnung gezeigt haben. Sie waren als Schädlinge au betrachten, die für bie Volksgemeinschaft endgültig verloren waren. Die Taten dieser k o m m u n i st i s ch e n Untermenschen haben monatelang die Berliner Bevölkerung in Aufregung unb Schrecken versetzt. So hatte die Staatsanwaltschaft seinerzeit 13 im Berliner Westen auf Passanten, Tankstellen unb Laden- geschäste verübte Raubüberfälle zur Anklage gebracht. Die Verbrecher fanden mit der Erschießung des Architekten Sauer am Abend des 13. Mai 1932 in einer Gastwirtschaft in Martendorf unb mit der Ermordung des BDG.-Jnspektors Meyer am 15. September 1932, bei der der Bande 33 000 Mk. Bargeld in die Hände fielen, ihren Höhepunkt. Die Verurteilten, die größtenteils der sog. „Clique E i e r s ch l a m m" angehörten, haben mit einer bei- piellosen Kaltblütigkeit und Roheit die unglaub- I i cf) ft e n Banditen st reiche ausgeführt und scheuten sich dabei keineswegs, rücksichtslos über Leichen hinwegzugehen. Ihr Plan ging.sogann dahin, von dem durch bie zahlreichen Ueberfälle erlangten Gelb einen eigenen Kraftwagen zu erwerben, ber ausschließlich für ihre Raubüberfälle benutzt werben sollte. Auf dem Transport vom Polizeipräsidium zum Untersuchungsgefängnis unb später burch ausgetauschte Kassiber haben sie selbst weitere von ihnen begangene Straftaten an ben Tag gebracht. So würben von ber gleichen Verbrecher- banbe in der Nacht zum 1. Juli 1932 lieber» äHe auf bie beiben nationalsozialisti- chen Verkehrslokale „Zum alten Zielen" unb „Die Ameise" gemacht unb babei insgesamt neun Nationalsozialisten zum Teil chwer verwunbet. Bei allen Taten ver- roenbeten sie vorher an bie Banbenmitglieber verteilte Pistolen. Bei ihrer Verhaftung würbe neben anderen Beweisstücken sogar eine Maschinenpistole beschlagnahmt. 22 Arbeilsbieustkamerabeu gemeinsam getraut Eine Veranstaltung, die wohl wie selten eine andere den Gemeinschaftsgeist des neuen Deutschland zeigte, fanb in Heidelberg statt: die Karnerab- chaftshochzeit von 22 Angehörigen des Freiwilligen Arbeitsbienstes. Dse 22 Hochzeiter kamen aus den verschiedensten Orten Nordbadens und wurden am Bahnhof festlich empfangen. Sie wurden dann zur Stadthalle geführt, wo sie an einem großen gemeinsamen Mittagessen mit Eintopfgericht teilnahmen. Auf bem Universitätsplatz wurden die Paare im Beisein des Reichsstatthalters Wagner zueft standesamtlich vom Bürgermeister und bann die 17 evangelischen Paare ebenfalls unter reiem Himmel kirchlich getraut. Dann ging der Zug nach der katholischen Kirche, wo die Trauung der fünf katholischen Paare erfolgte. unb ber Prüfungskommission bei Einsendung mitzu- teilenben Ladenpreises beträgt. Für die bereits erschienenen einschlägigen Werke muß nachträglich um ben B i! I i g u n g s v e r- mert nachgesucht werden. Oer Saarausschuß tagt in Nom. Rom, 16. April (DNB.) Im Außenministerium sand am Montag bie Sitzung bes Ausschusses statt, ber vom Völkerbund beauftragt worden ift, bie mit ber Saarabstimmung zusammen- hangenben Fragen zu beraten. Der Ausschuß, ber "ch aus Baron A l o i s i als Präsibenten, C a n - P o ( o unb Lepez Olioan als Mitglieber zu- sammensetzt, hat bie Prüfung ber juristischen Gutachten unb ber verschiebenen Schriftstücke begonnen, bie ihm seit seiner letzten Sitzung zugegangen sinb, um seinen Bericht vorzubereiten, ber ™ höchsten Sitzung bes Völkerbunbsrates vom 14. iJcat unterbreitet werben soll. Die nächste Atzung roirb am Dienstag, 24. April, ftattfinben. Aufführung deutscher Festspiele im Saargebiet untersagt. nli?>.axrb<5ücf M ry . WW; zuuw&en. ERNTEN 28 BIS 30 ♦ MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M 'aus folgenden Distrikten: ;uft REEMTSMA CIGARETTEN FABRIKEN G.M.B.H. ALTONA-BAHI Die Cigaretten sü methoden. die zu. Fabrikations- yetellupg aut Der ungewöhnlich zarte und reine Chanakter dieser Mischung beruht darauf, daß — -------------le wird ausschließlich ohne sämtlicheTabake zweimal Mundstück hergestellt Dl Dl AkM Diese Cigaretten werden in den FafrikaÄsafllagen unseres technischen Musterbetriebes in Altona-Bahrenfeld völlig neuen Methoden hergestellt Are echte und die falsche (Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Frau Hensel fragte: „Was gibt's denn, Kind? Sei doch nicht gleich so vor den Kopf geschlagen!" Lutz Gärtner zog Doralies die Depesche aus der Hand, las laut: „Mache nicht mehr mit, bin fort von Frau von Stöbnitz, die aber nicht weiß, wo ich mich aufhalte. Habe Stellung angenommen. Du mußt Deinen Vater sofort darüber aufklären, was wir getan; auch Frau von Stübnitz muß unterrichtet werden. Ich bedaure die Torheit von ganzem Herzen. Wahrheit ist notwendig, Doralies; jede Stunde ist kostbar. Brief folgt in einiger Zeit. Deine Regina." Frau Hensel nickte tragisch. „Na, siehst du, Doralies — die Komödie war rasch genug aus. Gut, daß dein Vater nicht hier ist! Kannst dich, bis er kommt, wenigstens ein bißchen vorbereiten. Ich muß das übrigens auch tun." „So'n Kindskopf, die Regina — so rasch daoon- zulaufen", schimpfte Doralies. „Sie hätte doch wenigstens noch ein Weilchen aushalten können." „Du weißt ja nicht, weshalb sie es hat tun müssen", warf Lutz ein. „Es war aber auch eine ziemlich tolle und für deine Stellvertreterin brenzlige Geschichte, die du arrangiert hast. Ich muß dir bekennen: ich bin froh, daß der Schwindel nicht mehr weitergeht." Frau Hensel erinnerte: „Hier ist doch noch eine Depesche!" Doralies nahm das zweite Telegramm, gab es zurück. „Die Depesche ist nicht für mich, da steht doch dein Name drauf." Sie setzte hinzu: „Wahrscheinlich will Regina auch von dir was." Frau Hensel brummte: „Ich habe keine Brille hier — lies mir also, bitte, vor, Doralies!" Doralies öffnete das Telegramm und las mit stockendem Atem: „Doralies hat Berlin gestern mittag verlassen. Ist sie dort angekommen? Sofort, da ich mich ängstige, Antwort an mich, Hotel Excelsior Berlin." Beim letzten Wort sanken, wie auf Kommando, sowohl Frau Hensel als auch Doralies auf einen Stuhl nieder. Und Lutz Gärtner stand zwischen ihnen, sah von einer zur anderen, lächelte dann: „Lügen haben kurze Beine, deshalb jetzt raus mit der Wahrheit! Ich stehe dir gut bei, Doralieselein, kleine Schwindlerin, falls sich dein Vater sehr aufregen sollte. Sage ihm ruhig und offen, warum du hierbleiben wolltest; unsere Liebe soll und muß er begreifen." „Butt farm doer schrecklich bockig sein", klagte Doralies. Frau Hensel entschied sich: „Ich telegraphiere, daß Doralies hier ist, und alles andere wird sich finden. Er ängstigt sich, das darf er nicht — er hängt doch so sehr an dir." Sie lief schon zur Tür, rief noch von dort her: „Das kann ein schönes Kriegsgericht werden!" Lutz Gärtner hatte zu tun, Doralies zu trösten. Sie klammerte sich an ihn, als wollte man sie ihm entreißen, und flüsterte immer wieder: „Ich gehöre dir, und was konnte ich denn tun, wie konnte ich mir denn helfen, als mich Vati gerade nach Berlin schicken wollte, als du kommen solltest? Ich wäre ja todkrank geworden, wenn ich dich nicht hätte wiedersehen dürfen!" Sie küßte ihn. „Lutz, hilf mir — ich kann ohne dich nicht leben." Frau Hensel aber warf nur ein dickes Tuch um und eilte, so rasch sie konnte, nach der Post. Dort am Schreibpult im Schalterraum füllte sie das Depeschenformular aus. Ohne viel zu überlegen und um jetzt vollständig bei der Wahrheit zu bleiben, schrieb sie: „Doralies befindet sich hier, ist damals hiergeblieben, war überhaupt nie in Berlin bei Stübnitz'." Fritz Wolfram erhielt das Telegramm gegen zwanzig Uhr im Hotel Excelsior. Seit ein paar Stunden wartete er schon darauf, obwohl er sich sagen mußte, vor Anbruch des Abends könne keine Antwort einlaufen. Er las das Telegramm mehrmals und zerknitterte es dann in der geballten Faust. Wütend war er, sehr wütend. Doralies befand sich daheim, war überhaupt nicht in Berlin gewesen. Toll war das, ganz toll! Aber es paßte zu den übrigen Dreistigkeiten, in denen sich sein Töchterchen manchmal gefiel. Er saß in seinem Hotelzimmer, und seine Augen hingen an dem Tapetenmuster, als könne er davon die Antwort ablesen auf die schwere Frage, die ihm den Kopf belastete; Wenn Doralies nicht in Berlin bei Frau von Stübnitz gewesen: wer war das, die bei Edda von Stübnitz diese paar Wochen hindurch als Doralies Wolfram gelebt? Wer war die, die den sonderbaren Brief für Edda von Stübnitz zurückgelassen und betonte: „Selbstmord ist eine schwere Sünde." Wer war sie? Der Gedanke an diese schwere Sünde mußte sie doch gestreift haben, sonst hätte sie nichts davon erwähnt. Er wagte nicht an Edda von Stübnitz zu telephonieren. Jetzt war ihr Mann sicher zu Hause, und der sollte doch Ruhe haben, bis sein großer Prozeß vorbei wäre. Also mußte er bis zum nächsten Vormittag warten. Es klopfte. Ein Hotelpage trat ein, brachte eine Karte. Er las darauf: Doktor Peter Konstantin. Hm! Der kam eigentlich ganz gelegen. Er ließ bitten. Ein großer, schlanker Herr trat ein, verneigte sich. Fritz Wolfram erwiderte den Gruß, begann: ,Lch hörte von Frau von Stübnitz, Sie arbeiten mit ihrem Manne zusammen, Herr Doktor." Er reichte ihm die Hand, bot Platz an. Peter Konstantin verneigte sich wieder. „Allerdings, Herr Wolfram! Außerdem bin ich ein Freund des Hauses. Frau von Stübnitz hat mich zu Ihnen geschickt. Sie ist so voll Unruhe. Das heißt, ich auch. Ich möchte vorausschicken: Ich las schon viel von Ihnen, Herr Wolfram, und gehöre zu Ihren Anhängern. Im Hause Stübnitz lernte ich Ihre Tochter kennen und trage, wie Ihnen wohl Frau von Stübnitz mitteilte, anscheinend den größten Teil der Schuld daran, daß Ihre Tochter das Haus verließ. Ich gebe Ihnen mein Wort — wenn ich geahnt hätte, was ich damit anrichten würde, hätte ich mich nicht so scharf ausaedrückt. Ich bin überzeugt, die Lüge, die das Gewissen der jungen Dame plötzlich so beschwerte, war leichter Natur. Aber ich eiferte zu sehr, es war lächerlich; ich bin mir jetzt darüber einig und ..." Er druckste, setzte wieder an: „Herr Wolfram, Frau von Stübnitz meint, Ihre Tochter Hütte meine Worte sicher nicht so stark empfunden und wäre danach nicht förmlich geflohen, wenn ich» ihr gleichgültig gewesen. Ich quäle mich jetzt herum mit diesem Wissen, denn ich glaube daran und ..Er nahm einen neuen Ansatz, gestand rasch: „Ich weiß jetzt, was ich sonst vielleicht noch nicht wüßte, denn ich bin, was man einen Streber nennt, und sitze zu fest in der Arbeit — ich liebe Fräulein Doralies, und das mußte ich Ihnen gleich bekennen, damit Sie begreifen, welchen Anteil ich an dem Verbleib der jungen Dame nehme." Fritz Wolfram, der sich dem Besucher gegenübergesetzt hatte, lächelte sonderbar, fragte aber nur: „Sie sind hauptsächlich gekommen, Herr Doktor, um im Auftrag der Frau von Stübnitz und im eigenen Interesse zu fragen, ob ich nicht schon Anwort aus Mooshausen erhalten habe — nicht wahr?" Eine leichte, stumme Verbeugung seines Gegenübers bedeutete Zustimmung. „Gut", sagte der Schriftsteller, und das sonderbare Lächeln um seinen Mund vertiefte sich noch, „ich erhielt bereits Nachricht von meiner Wirtschafterin. Meine Tochter Doralies befindet sich daheim in Mooshausen ..." Er wollte weitersprechen, doch der zufriedene Ausruf Peter Konstantins unterbrach ihn: „Dem Himmel sei Dank! Jetzt wissen wir wenigstens, wohin sie sich gewandt hat." Fritz Wolfram machte eine leichte Handbewegung und fuhr, jede Silbe stark betonend, fort: „Aber meine Tochter Doralies hat Mooshausen überhaupt nicht verlassen; sie ist überhaupt nicht in Berlin gewesen. Also, Herr Doktor, dieser ziemlich deutliche Antrag war an eine falsche Adresse gerichtet. Die junge Dame, tn die Sie sich verliebten und die anscheinend den Namen meiner Tochter mißbraucht hat, ist nicht identisch mit Doralies." Peter Konstantin zwinkerte nervös mit Den Lidern, was er sonst nur tat wenn er sich in einem sehr schweren juristischen Fall zurechtzufinden suchte. Ihm fiel erst jetzt das sonderbare, fast ein wenig überlegene Lächeln um den Mund des Schriftstellers auf, und er erwiderte befangen: „Das kann wohl kaum stimmen, Herr Wolfram. Die junge Dame kam doch mit dem erwarteten Zug an, trug in der Hand das brieflich angekündigte Erkennungszeichen, eine leuchtend grünes Taschentuch. Ich holte sie selbst von der Bahn ab, da Frau von Stäbnitz gerade nicht von Hause fortkonnte." Das überlegene Lächeln Fritz Wolframs schwand langsam, nachdenklich gab er zu: „Sonderbar ist das allerdings, ganz unfaßbar." Er erhob sich. „Ich werde schon morgen nach Mooshausen zurückreisen, dann — hoffe ich — wird sich alles klären und die volle Wahrheit Herausstellen. Ich begreife nichts, gar nichts mehr von der ganzen mysteriösen Geschichte." Er begriff aber, daß er an jenem Abend keine Punsch- oder gar richtige Vision gehabt, sondern daß die Doralies, die er in Hellem Mondlicht gesehen, die richtige Doralies gewesen. Ihn so zu foppen, ein solches Narrenspiel mit ihm aufzuführen, dessen Grund und näheren Umstände ihm zwar nach verborgen waren, die er aber bald erfahren würde! Peter Konstantin schüttelte den Kopf. „Herr Wolfram, daß Ihre Tochter nicht hier war, kann nicht stimmen — nein, das ist unglaublich. Das Telegramm Ihrer Wirtschafterin ist vielleicht verstümmelt. Durch das Fehlen eines einzigen Wortes ergibt sich manchmal ein ganz anderer Sinn." Fritz Wolfram stutzte. Er mußte zugeben, die Möglichkeit bestand, und er wurde noch nachdenklicher, sagte schließlich: „Eines aber geht bestimmt aus dem Telegramm hervor — meine Tochter Doralies befindet sich daheim in Mooshausen. Alles andere ist ja für mich zunächst auch lange nicht so wichtig. Ich reife morgen früh nach Hause, und dann wird sich der Fall schon klären." Er zeigte Peter Konstantin die Depesche, die, wie der feststellte, allerdings nicht den Eindruck machte, als ob etwas verstümmelt wäre. „Grüßen Sie bitte Frau von Stäbnitz, Herr Doktor", bat Fritz Wolfram. „Ich kann sie leider nicht mehr persönlich besuchen, da mein Zug schon um sechs Uhr früh fährt; ich Möchte keinen früheren Zug benützen." Er fetzte hinzu: „Ich werde ihr aber schnellstens mitfeilen, wie diese verworrene Geschichte zusammenhängt. Sobald ich Doralies gesprochen habe. Bin aber schon jetzt überzeugt, es kommt dabei einer ihrer allerdümmsten Streiche zutage." (Fortsetzung folgt.) g. unt. 02081 d. Gieß. Anz. an 32330 2326 A breit, stets vorrätig 2188 A die firohe Mode für Frühjahr und Sommer Biergroßhandlung und Eisfabrik Fernruf 3883 Frankfurter Straße 7 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllill Finden Sie die Glatze schön? Alleinverkauf Niederbaufen&Co. Bahnhofstraße geßenüb. Botel Schütz | Kaufgesuche"] Gebraucht., gut erhaltener personen- Kleinwagen eventl. Cabriolet geg. bar zu kauf, gesucht. Schriftl. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Meine Eiswagen fahren jetzt regelmäßig. Lieferung ab Hof u. frei Haus von Natur- u. 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Ordinarius der Geo- zraphie an der Berliner Universität, zusammen mit Geheimrat Albrecht Penck um die Unterstützung !ver Akademie der Wissenschaften nachgesucht. Man rrrklärte sich auch grundsätzlich damit einverstanden; aber dabei beließ man es. Die geldliche Förderung blieb aus. Erst jetzt ist man darauf wieder zurückgekommen. Das Kultusministerium hat dieses Unternehmen begrüßt und tatkräftige Mitarbeit versprochen. Es kann nun an die Ausführung gegangen werden. Die Vorarbeiten sind schon in Angriff genommen, die Vollendung wird jedoch erst in einigen Jahren möglich sein. Ein großer Stab von Helfern ist erforderlich. Die Kosten dürften sich auf weit mehr als hunderttausend Mark belaufen, aber man darf nicht vergessen, daß es sich dabei um eine wissenschaftlich wie vaterländisch gleichoedeutsame Arbeit handelt. Ja, in der heutigen Zeit des völkischen Wiedererwachens ist ein „Atlas des deutschen Lebensraumes" nicht mehr länger zu entbehren. Denn wie will man den Deutschen klar machen, wo eigentlich überall ihr Volk lebt, wenn man es ihnen nicht einmal bildlich vor Augen führen kann? Die erste Adolf-Wer-Bniüe inDeuischland Blick auf die Moselmündung bei Koblenz mit den drei Brücken. Die letzte, weiß leuchtende, ist die neue Adolf-Hitler-Brücke, die größte Betonbogenbrücke Europas, die nach zweieinhalbjähriger Bauzeit am 22. April eingeweiht wird. Beginn des Reil-Turmers in Ma. 1 1 1 1 U "IWMWMM miWJLUMMMga In Nizza findet jetzt das große Reitturnier statt, an dem sich die besten Mannschaften fast aller europäischen Nationen beteiligen. Deutschland nimmt seit 1870 zum erstenmal an einem Reitturnier auf französischem Boden teil. — Die Offiziellen während der Eröffnung auf der Tribüne, darunter General Freiherr von D a l w i g k, der Leiter der Kavallerieschule Hannover (1) und der Führer der deutschen Mannschaft Freiherr von Waldenfels (2). Die Schulhaus-Einweihung in Großen-Linden. Links: Ministerialrat Ringshausen übergibt dem Schulleiter den Schlüssel zum Haus; im Vordergrund rechts Ministerialrat Ringshausen beim Händedruck mit dem Schulleiter Rektor Siegfried. Im Hintergrund rechts Kreisschulrat Dr. Weigand, links Bürgermeister Lang. — Rechts: Die große Menschenmenge vor dem geschmückten neuen Schulhaus. >: ""*■ I; W j» ........ Ministerialrat Ringshausen bei seiner Rede. Ml Der Schulleiter Rektor Siegfried spricht. Rundfunkprogramm Mittwoch, 18. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I. 6.30: Stuttgart: Gymnastik IL 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 1. Servus Wien! 2. Neue Märsche des Dritten Reiches. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik. 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: „Land an der Saar" — Hörfolge 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I des Südfunkorchesters. W. A. Mozart. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: MittagskonzertII. Ja, wenn... ... aber wir kriegen was gepfiffen! 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14. Stuttgart: Mittagskonzert III. Vor dem Nickerchen. 14.30. 3 mal 15 Minuten aus dem Sendergebiet. 1. Karlsruhe, 2. Kaiserslautern, 3. Mannheim: Pfälzische Soldatenlieder. Ausführende: Das Landhäufer-Quartett. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert. 17.30: Arbeiter dichten! Ausgewählt und eingeleitet von Arthur Pfeiffer, Frankfurt a. M. 17.45: Stunde der Jugend. Von deutscher Sehnsucht! Ein Spiel von Hellmut Werner 18.20: Friedrich List in Frankfurt. Ein Bericht von Fritz Meingast. 18.35. Stuttgart: Deutsch für Deutsche 18.50: Griff ins Heute. 19: Stuttgart' Operettenkonzert des Südfunkorchesters. 20: Nachrichten. 20.10: Von Frankfurt: Reichssendung: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung! 20.30: Das Ochsenmenuett. Kleines Zwischenspiel von Hans Feineis. 21.10: „Der Affe sehr possierlich ist, zumal, wenn er vom Apfel frißt!" Hörfolge mit Musik von Dr. Wilhelm Fraenger. 21.45: Ein Hörbericht aus Meckersdorf. 22: Stuttgart: Nachrichten. , Volk und Staat. Den Finnen und Franzosen gegenüber sind wir dadurch im Nachteil, daß bei uns Volk und Staat nicht das Gleiche sind Bekanntlich wohnt ein Drittel aller Deutschen jenseits der Grenzen ihrer Heimat. Wenn man allein aus Europa blickt, so sind sie in nicht weniger als achtzehn Staaten „zuhause". Ueberallhin haben sie die deutsche Kultur mitgenommen — es ist daher wertvoll, einmal eine Anschauung von der Ausdehnung des deutschen Volkstums zu erhalten. Dabei mußte man aus praktischen Gründen die in abseits gelegenen Bezirken lebenden Deutschen, z. B. Balten, Siebenbürger und Südslawen fortlassen, da ihr Wohngebiet in einem handlichen Atlas keinen Platz mehr hätte finden können. Außerdem will man ja nur den geschlossenen deutschen Lebensraum aufzeigen. Dieser erstreckt sich über eine Flache, deren Grenzen sich von den Niederlanden nach Littauen sowie von Süddänemark nach Südkärnten hinzieht. Man will alles auf ein noch handliches Blatt bringen: der Maßstab 1:3 Millionen erfordert eine Größe von 43 mal 38 Zentimeter. Würde man noch größere Blätter nehmen, könnte leicht die Ueber- jichtlichkeit leiden; und das soll vermieden werden, selbst auf die Gefahr hin, daß sich sonst manche Einzelheiten stärker betonen ließen. Aber es erscheint Professor Krebs wesentlicher, die Unterschiede zwischen Westen und Osten mit einem Blick überschauen zu können — und das ist nur bei dieser Beschränkung möglich. Selbstverständlich werden Einzelkarten mit größerem Maßstab als Ergänzung hinzugefügt. Ferner wird eine Reihe von Karten mit kleineren Maßstäben gezeichnet, nämlich dann, wenn es sich empfiehlt, größere Gebiete miteinander zu vergleichen. Im ganzen wird der Atlas 40 bis 50 Karten umfassen. Vor fünfzig Jahren zum letzten Mal... Für Deutschland ist ein derartiger Atlas beinahe etwas vollkommen Neues. Der letzte, der angefertigt wurde ist ungefähr so alt wie Professor Krebs. Er wurde im Jahre 1876 von dem bekannten At- lanten-Bearbeiter Richard Andree zusammen mit Oskar P e ch e l herausgegeben. Dieser Atlas hat den Fehler, daß er das jenseits der Reichsgrenzen wohnende Volk unberücksichtigt läßt. Das gleiche gilt von dem für Oesterreich bearbeiteten und ebenfalls über fünfzig Jahre alten Atlas, der inzwischen natürlich längst überholt ist. Es ist in der letzten Zeit lediglich ein Teilatlas für Schlesien herausgekommen. Für Pommern, die Rheinlands und Elfaß-Lothringen sind welche in Vorbereitung. Das ist aber auch alles. Das Ausland ist uns zum Teil darin voraus. Finnland besitzt einen Atlas, der vorbildlich fein könnte. In Frankreich ist einer seit 1931 im Entstehen begriffen, der lieferungsweise erscheint und im Laufe der Zeit achtzig Karten erhalten soll. Der Lebensraum-Atlas hat ganz andere Aufgaben zu erfüllen als der in Arbeit befindliche Sprach-, geschichtliche und Volkskunde-Atlas. Gliederung in vier Teile. Dabei werden Hie Zeichnungen von kurzen Erklärungen begleitet werden: die Textseiten werden so eingeheftet, daß sie sich jederzeit entfernen und auswechseln lassen. Der Inhalt wird in vier Teile gegliedert, der erste Teil befaßt sich mit der physischen Beschaffenheit des Raumes, der zweite ist der Kulturlandschaft gewidmet, der dritte betrachtet den Menschen im Raum, der vierte sucht den kulturellen und politischen Begriff Deutschland herauszuarbeiten und das Wesen seiner Grenzen aufzuzeigen. Da gibt 6s Karten der Höhenschichten, der Bodenschätze, der wahren Temperaturen, der Wassernutzung, der pflanzengeographifchen Gliederung; da sind Karten vorgesehen über die Umwandlung der Landschaft durch die Menschen, über den Grundbesitz, die Industriegebiete, Städte und. Marktflecken, die Bevölkerungsverteilung, die Volksdichte, die Bevölkerungsoerschiebung in den letzten 50 Jahren, da wird man die Entwicklung des Geburtenüberschusses, die Länderbewegungen, die Sprachgrenzen, Rassenkennzeichnungen, Bekenntnisverbreitung, Siedlungsformen und Berufszusammengehörigkeit erkennen; da wird man schließlich sich über den Zustand Deutschlands in alter Zeit, im 16. Jahrhundert und der Gegenwart unterrichten können, selbstverständ- wird man dabei auch die neue Reichsreform berücksichtigen. Das alles wissenschaftlich genauestens zu erfassen, bedarf sorgfältiger Tätigkeit, Professor Krebs hat sich als vorläufiges Ziel fünf Jahre gesetzt, aber da er außer auf seine Assistenten noch auf eine Anzahl anderer Mitarbeiter angewiesen ist, hängt es davon ab, ob jeder von ihnen pünktlich seinen Anteil abliefert. Dabei ergeben sich große Schwierigkeiten. Die fremden Staaten haben zum Teil ihre Berechnungen nach ganz verschiedenen Gesichtspunkten aufgestellt: sie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, ist eine der dringlichsten Aufgaben. Verhältnis zu den Nachbarn. Der Zweck ist, die Eigenheit des deutschen Raumes und der deutschen Kultur, ihre Gegensätzlichkeit zu den Nachbarn, außerdem aber auch die innige Berührung mit ihnen aufzuzeigen. Dazu muß man aber den Raum innerhalb ihrer Grenzen ganz ausfüllen. Denn erst durch die Hineinstellung des deutschen Volksgebietes in seine Umwelt läßt sich der kulturpolitische und wissenschaftliche Sinn des Atlasses ganz erreichen. Er macht die anderen Arbeiten, die klimatologischen, sprach- und geschichtswissenschaftlichen Kartenwerke keineswegs überflüssig, sondern er ergänzt sie vielmehr. Er wird nur das bringen, was dem Verständnis von Volk und Raum dient. Man wird — um an zwei Beispielen zu zeigen, was gemeint ist — wohl die Verbreitung der Kulturen der deutschen Wald- und Feldlandschaften, dagegen nicht die Verbreitung bestimmter Kulturge- wachse zeichnen; oder: man wird den Erfolg jahri hundertlanger Arbeit am deutschen Boden übersehen können, doch nicht die geschichtliche Entwicklung. Alle Zahlen und Hinweise, die nicht unbedingt zu dem Begriff „Volk und Raum" gehören, bleiben fort; bei der Uebernahme der Unterlagen aus anderen Werken wird man nicht einfach „abschreiben", sondern die Angaben entsprechend verarbeiten. Schon aus dieser kurzen Aufzählung erkennt man, welche außerordentliche Aufgabe sich Professor Krebs oestellt hat: mit Hilfe der Assistenten des geographischen Institutes der Berliner Universität und eines Stabes von Mitarbeitern im ganzen deutschen Lebensraum hofft er sie vollenden zu können. Oberheffen. Lanvkrcis töicften. * Großen-Buseck, 16. April. Am Sonntag fand in den Kirchengemeinden Großen-Buseck und Oppenrod Kirchenoisitation durch den Herrn Propst von Oberhessen, Propst Knodt, statt. In dankenswerter Weise wirkten im Festgottesdienst in Großen-Buseck der Posaunenchor und der Kirchenchor mit, in Oppenrod der Kirchengesangverein. Der Ortsgeistliche predigte über das Evangelium vom „guten Hirten", anschließend hielt Propst Knodt eine Ansprache, in der er die Gemeinden zu verantwortungsbewußter Mitarbeit in Kirche und Volk ermahnte. Des weiteren wurde mit der konfirmierten Jugend eine Katechese abgehalten, die in beiden Gemeinden einen befriedigenden Verlauf nahm. Anschließend an den Visitationsgottesdienst fand in beiden Gemeinden eine Sitzung des Kirchenvorstandes statt. Die Feiern hinterließen einen tiefen Eindruck. wg. Großen-Buseck, 16. April. Dieser Tage hatten sich die hiesige NS.- Frauenschaft und die Frauenschaften der beiden Nachbarorte Burkhardsfelden und Oppenrod im Saale von Gastwirt Wagner zu einer Dersammluna eingefunden. Die Führerin Frau Schneider hieß die Teilnehmerinnen willkommen. Die Kreisfürsorge-Schwester Lotte sprach sodann in längeren Ausführungen über die Volkswohlfahrt und über die Kreisfürsorge auf dem Lande. In ihren Ausführungen legte sie hauptsächlich Gewicht auf die Säuglingspflege und die Erziehung der Kinder. Anschließend hieran sprach Frau Schneider über die Aufgaben der deutschen Frau und Mutter. Mit dem Deutschlandlied und einem dreifachen „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland wurde der Abend geschlossen. # Weickartshain, 16. April. Der Betrieb der B e r g w e r k s g e w er k s ch a f t „L o u i f e" ist wieder fast in vollem Umfang ausgenommen worden. Es werden täglich ca. 140 Tonnen gewaschenes Brauneisenerz den Hochöfen zugeführt. Gegenwärtig baut die Gewerkschaft noch eine Drahtseilbahn nach der Gemarkung Freienseen. Ein Bagger ist schon zur Abdeckung des Mutterbodens im Freienseener Feld aufgestellt und in Betrieb gesetzt worden. 00 Klein-Linden, 16. April. Der Volks- opfertag der Inneren Mission brachte einen stark besuchten F e st g o t t e s d i e n st. Pfarrer Bremmer predigte über das Bibelwort „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen". Zur Verschönerung des Gottesdienstes trug Der Kirch,enchor .zwei passend» Chöre vor. Nach dem Gottesdienst spielte der Posaunenchor an den öffentlichen Plätzen Choralmelodien und geistliche Volkslieder. — Der Anregung des Reichs- und Landesbischofs folgend ging der Schulaufnahme am Montagvormittag ein Gottesdienst voraus, an der sich die neu in die Volksschule aufzunehmenden Kinder mit ihren Eltern beteiligten. Die Zahl der aufgenommenen Schüler beträgt 35, nämlich 15 Knaben und 19 Mädchen. Y" Großen-Linden, 16. April. Am Samstagabend fand im Saale des Gastwirts Ludwig Faber das Stiftungsfest des im Jahre 1850 gegründeten Gesangvereins „Harmonie" statt. Die Vortragsfolge wurde eröffnet mit einem Musikstück der Kapelle E i n b r o d t (Gießen), die den musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt. Unter der Leitung des Dirigenten Wilhelm Schüttler (Gießen), einem geborenen Großen-Lindener, trug der Gesangverein dann die verschiedensten Chöre vor, die gut zu Gehör gebracht worden und lebhaften Beifall der Zuhörer auslösten. Im zweiten Teil sorgte ein mit viel Geschick gespieltes einaktiges Theaterstück für die Unterhaltung. Im Verlauf des Abends ergriff der 2. Vorsitzende, Zigarrenfabrikant Wilhelm Stroh das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er die Freunde und Gönner des Vereins herzlich willkommen hieß. Indem er auf die Bedeutung des nun schon 84 Jahre bestehenden Derems hinwies, betonte er die hohe Aufgabe, die den Gesangvereinen als Beschützer und' Pfleger deutscher Art und deutschen Volkstums im Lied zukomme. Im Anschluß hieran wurden folgende Herren ausgezeichnet, und zwar mit der Sänger- nadel für aktive Beteiligung innerhalb des Vereins in Gold (50 Jahre): Heinrich Dern, Weißbindermeister, Ludw. Nepp, Eisenbahnoberschaffner i. R., Johannes Leun, Landwirt, Heinrich Magnus Eisenbahnoberschaffner i. R.; in Silber (30 Jahre): Heinrich Weigand II., Jnstallationsmeister, Wil- Helm Velten, Landwirt, Ludwig Keßler, Landwirt und Philipp Schüttler, Schreinermeister. > Holzheim, 16. April. Der Maurer Karl Buß jun. stürzte dieser Tage bei Ausbesserungsarbeiten an einer Scheune vom Gerüst und zog sich Verletzungen am Bein zu. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 16. April. Gestern nachmittag fand im Saale des „Hessischen Hofs" die ordentliche Generalversammlung der Vereinsbank für Butzbach und Umgegend statt. Aus dem Geschäftsbericht über das Jahr 1933 ist zu entnehmen, daß der Gesamtumsatz mit 39 Millionen Mark gegenüber dem Jahre 1932 um 5,6 Millionen höher ist. Die Spareinlagen haben sich um zirka 30 000 Mark vermehrt, an neuen Sparbückern wurden 62 Stück ausgegeben. Der Genossenschaft gehörten am 31. Dezember 1933 557 Mitglieder mit 629 Anteilen an. Die Vermögensbilanz schließt mit 1 449 493,50 Mark; die Gewinn- und Verlustrechnung mit 111 993,79 Mark ab. Der Reingewinn in Höhe von 8619,44 Mark wurde wie folgt verteilt: 7434,80 —5 v. H. Dividende, 500 Mark an Reservefonds, 500 Mark Betriebsrücklage, 184,64 Mark Vortrag auf neue Rechnung. Der bisherige Vorstand wurde ergänzt durch die Herren Wörner (Fauerbach v. d. H.) und Kunz (Butzbach). Dem Aufsichtsrat traten bei: Bürgermeister Schneider (Ostheim b. Butzbach) und Oberpostschaffner Reitz (Butzbach). Die Gleichschaltung wurde durch Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck und Oberrevisor Hartmann (Gießen) herbeigeführt. Ferner wurde noch die Verschmelzung der Spar- und Darlehenskasse Ostheim mit sämtlichen Aktiven und Passiven mit der Vereinsbank beschlossen. Kreis Alsfeld. N. Mücke, 16. April. Der vor einiger Zeit hier ins Leben gerufene NS.-Stützpunkt hielt am Samstagabend im Saale des Gastwirts Hörle eine autbefuchte Versammlung ab. Als Redner war Pg. Bartholomäus-Gießen erschienen. Er sprach über den Sinn, Zweck und Ziele des wirklichen Nationalsozialismus. Unter dem Motto: keiner kavn leben ohne den anderen, führte er an Hand vieler treffender Beispiele an, daß kein Stand, sei er auch noch so unscheinbar, der Volksgemeinschaft entbehrlich sei. Er führte ferner aus, daß der echte Nationalsozialist nicht an Rangabzeichen und Parteizugehörigkeit, sondern genau wie der echte Christ an seinen Werken zu erkennen sei. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners. — Vom 9. bis 15. April weilten sämtliche Spielmannszüge des Iungbannes 2/116 in einer Gesamtstärke von etwa 80 Jungens in unserem Ort. Sie bezogen in Mücke, Flensungen, Merlau, Ilsdorf, Wettsaasen und Kirschgarten Quartiere. Musiklehrer Heyme (Grünberg) hatte die Aufgabe übernommen, die Spielmannszüge des Iungbannes einzuschulen. Am Sonntagnachmittag wurde die Schulung durch eine Gesamtdarbietung auf dem Flensunger Sportplatz beschlossen. * Nieder-Ohmen, 16. April. Der 20jährige Arbeitsdienstwillige Heinrich Maas kam am Sonntag beim Fußballspiel so unglücklick zu Fall, daß er einen Bruch des linken Unterschenkels erlitt und in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. * Merlau, 16. April. Das achtjährige Söhnchen des Viehhändlers Münch stürzte beim Spiel mit anderen Kindern auf eine Eisenschiene, und zwar so unglücklich, daß es schwere innere Verletzungen erlitt und der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. ll. Merlau, 16. April. In einer öffentlichen Versammlung, an der sämtliche Gliederungen der NSDAP, teilnahmen, sprach Pg. Bartholomäus- Gießen über den Nationalsozialismus. Seine Ausführungen baute er auf drei wesentliche Punkte auf: 1. Keiner kann ohne den anderen leben, 2. Jeder ist notwendig, 3. Wir brauchen Frontgeist! Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Stützpunktleiter Münch beschloß die Versammluna mit einem dreifachen „Siea-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. — Die Eheleute Georg P i g g u s und Frau, geb. Erdmann, feierten dieser Tage das Fest der silbernen Hochzeit. * Büßfeld, 16. April. Im Kreise der Familie und der nächsten Angehörigen feierten am vergangenen Freitag die Eheleute Wilhelm Schäfer und Frau Elisabeth, geb. Keller, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 78. und die Jubilarin im 72. Lebensjahr. Beide lesen eifrig den „Gießener Anzeiger". Preußen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 16. April. Am Sonntag wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein treuer Diener unserer Gemeinde zu Grabe getragen: Wilhelm Leib, der von 1905 bis 1913 den Posten des Flurhüters und von da ab bis 1932 das Amt des Ortsdßeners versehen hat. Besonders im Krieg und i/ den Nachkrieasjahren stellte er seine Kraft in der gesteigerten Fülle kommunaler Obliegenheiten in den Dienst der Allgemeinheit, stets das Interesse der Gemeinde wahrend. Während Pfarrer C a p e l l (Wißmar) in der Grabrede den menschlich-familiären Weg des Verstorbenen kennzeichnete, sprach bei der Kranzniederlegung Orts- oürgermeister Will von der treuen Pflichterfüllung des Verblichenen und seiner Wertschätzung bei Behörden und bei der Bevölkerung. Auch der Obstund Gartenbauoerein legte durch I. I o st in Dankbarkeit einen Kranz am Grab nieder. Wilh. Leib erreichte ein Alter von 62 Jahren. Wirtschaft. * Preußengrübe A G. wieder 5 v.H. In der Aufsichtsrats-Sitzung der zum Petschek-Kon- zern gehörenden Preußengrube AG., Berlin, wurde beschlossen, der Generalversammlung am 9. Mai wieder 5 v. H. Dividende für 1933 auf 12 Millionen Aktienkapital vorzuschlagen. * Cornelius Heyl A G-, Worms. Im Geschäftsbericht zum 31. Oktober 1933 kann für dieses Unternehmen der Lederindustrie noch keine nennenswerte Belebung festgestellt werden, da sich das Geschäft der Branche erst allmählich zum Inlands hin verlagert. Außerdem folgte dem Wiederanstieg der Rohwarenpreise keine entsprechende Besserung der Lederpreise. Der Abschluß zeigt nach 0,68 (1,27) Mill. Mark Abschreibungen auf Anlagen und 0,45 (0,47) Mill. Mark anderen Abschreibungen einen neuen Verlust von 612 410 (650 109) Mark, um den sich der Verlustvortrag auf 1,61 Mill. Mark erhöht (Aktienkapital 15 Mill.). Im neuen Geschäftsjahr entferne sich die Firma weiter vom Tiefpunkt und hoffe, auch einer bilanzmäßigen Auswirkung der Besserung entgegenzugehen, falls nicht neue Exportschwierigkeiten auftreten. frankfurter Börse. TNittagsbürse still und schwächer. Frankfurt a. M., 16. April. Zum Wochenbeginn hatte die Börse zwar manche Anregungen von der Wirtschaft her, doch blieb das Geschäft still und die Kurse lagen eher schwächer. Die Bankenkundschaft ist zur Zeit am Geschäft kaum beteiligt, dagegen neigt die Kulisse gerade unter dem Eindruck der Geschäftslosigkeit zu Glattstellungen, wodurch bis auf wenige Ausnahmen die Börse eher schwächer blieb. Besonders gedrückt waren Daimler Motoren, die auf 46,50 (48,25) zurückfielen, und desgleichen Bem- berg, die 2,75 v. H. nachgaben, auch AKU. 0,50 v. H. leichter. Hier sprechen die zu erwartenden Sanierungsmaßnahmen mit. Farbenindustrie bei kleinem Umsatz 0,50 v. H. niedriger. Am Elektromarkt waren AEG. mit 4- 0,40 v. H. leicht erholt, auch Schuckert 0,75 v. H. fester, Siemens behauptet, dagegen Bekula 0,50 v. H. und Gesfürel 1,40 v. H. schwacher. Montanwerke bröckelten durchweg ab im Ausmaße von 0,25 bis 0,75 v. H., nur Harpener lagen um 0,40 v. H. freundlicher. Bon Schiffahrtswerten Nordd. Lloyd 0,13 v. H., Hapag 0,50 v. H. abgeschwächt, AG. für Verkehrswesen verloren 1,13 v. H. Im übrigen eröffneten Bank für Brauindustrie 1,13 v. H., Reichsbankanteile 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. und Deutsche Linoleum 0,40 o. H. freundlicher. Auch der Rentenmarkt lag still bei nachgebenden Kursen. Es verloren Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen je 0,40 v. H., Neubesitzanleihe 15 Pf. Reichsmark-Obligationen waren ruhig und meist um 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger. Fremde Werte lagen still. Infolge der außerordentlichen Geschäftsstille, die auch den weiteren Verlauf der Börse beherrschte, bröckelten die Mehrzahl der Kurse weiter leicht ab. So u. a. Farbenindustrie um 0,65 v. H., AEG. um 0,25 v. H., während Bemberg um 0,65 v. H. erholt waren. Von später notierten Werten konnten sich Rhein. Braunkohle um 1,25 v. H. und Zement Heidelberg um 1 v. H. verbessern, dagegen verloren Deutsche Erdöl 1,50 v. H. und Stahloerein 0,90 v. H. Der Rentenmarkt verharrte gleichfalls in Geschäftsstille, doch zeigten die variablen Reichswerte keine Veränderung. Man notierte Neubesitz 22,70, Altbestz 95,25 bis 95,50, späte Schuldbücher 94,13 d. H. Stadtanleihen lagen uneinheitlich bei Abweichungen von 0,50 bis 1 v. H. nach beiden Seiten. Staatsanleihen waren ruhig. Auch der Pfandbriefmarkt wies nur kleinste Umsätze auf, wobei Goldpfandbriefe meist unverändert lagen, dagegen Liquidationspfandbriefe überwiegend 0,25 bis 0,50 ver- toren und Kommunal-Obligationen ungleichmäßige Kursbildung bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 v. H. zeigten. — Tagesgeld unverändert 3,25 v. H. Abendbörse geschäftslos. Die Abendbörse litt unter starkem Auftragsmangel und war daher auf allen Marktgebieten nahezu geschäftslos, zumal auch die Kulisse jegliche Unternehmungslust vermissen ließ. Die Grundstimmung war zwar nicht unfreundlich, trotzdem bröckelten die Kurse, soweit sie notiert wurden, gegen den Berliner Schluß meist etwas ab. Anfangs zeigte sich etwas Interesse für IG. Farbenindustrie, die im freien Markt vorübergehend einen Kurs von 140,25 (139,90) erreichten, im Verlaufe gingen sie aber Spenden für die NGD. werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen. unter dem Einfluß der Stagnation wieder auf 139,75 v. H. zurück. Etwas höher lagen nur Licht & Kraft und Reichsbankanteile, die je 0,50 v. H. höher lagen. Auch der Rentenmarkt wies minimale Umsatztätigkeit auf, Altbesitzanleihe gaben 0,25 v. H., Stahlverein-Bonds 0,13 v. H. nach, während Neubesitzanleihe gehalten waren. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 94,13 v. H. unverändert. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,40, Altbesitzanleihe 95,25, 6 v. H. Stahlt)ons 72,40, Schutzgebietsanleihe von 1913/14 9,50, Reichsbank 149,50, Gelsenkirchen 63,50, Harpener 92, Phönix 50, Rheinstahl 94, Bekula 130,75, Conti Gummi 144, Scheideanstalt 182,50, Deutsche Linoleum 57, Licht & Kraft 106, IG. Farben 140 bis 139,75, Gesfürel 95,50, Holzmann 72, Metallgesellschaft 83, Schuckert 99,50. Frankfurter Schlachtvre^markt. Frankfurt a. M., 16. April. Auftrieb: Rinder insgesamt 1358 (gegen 1199 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 436 Ochsen, 92 Bullen, 435 Kühe und 395 Färsen. Kälber 590 (431), Schafe 32 (41) darunter 19 (20) Hämmel, Schweine 3915 (4256). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 26 bis 28; Bullen a) 31, b) 29 bis 30, c) 27 bis 28, d) 25 bis 26; Kühe a) 28 bis 29, b) 25 bis 27, c) 20 bis 24, d) 14 bis 19; Färsen a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 28 bis 31, d) 24 bis 27. Kälber: Sonderklasse nicht notiert, andere a) 49 bis 50, b) 45 bis 48, c) 37 bis 44, d) 26 bis 36. Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 36; Schafe e) 30 bis 32, f) 24 bis 28. Schweine al) Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 50, a2) 37 bis 42, b) 36 bis 41, c) 35 bis 41, d) 34 bis 40, e) 32 bis 36, k) nicht notiert, g) Sauen 30 bis 35. Im Preisvergleich zum letzten D)ontagsmarkt gaben Ochsen 1 Mark, Kälber 1 bis 2 Mark, Schweine 2 bis 4 Mark nach; Bullen, Kühe, Hämmel und Schafe blieben unverändert, Färsen zogen 1 Mark an. Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, nahezu ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine schleppend, geringer Ueberstand. Fleischgroßmarkt: Beschickung: 642 Viertel Rindfleisch, 61 ganze Kälber, 9 ganze Schafe, 179 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 52 bis 56, II 46 bis 52; Bullenfleisch 48 bis 53, Kuh- fleisch II 38 bis 43, III 25 bis 35; Kalbfleisch II 70 bis 80, III 65 bis 70. Hammelfleisch 70 bis 75. Schweinefleisch I 58 bis 62. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. April. Die lustlose Stimmung für Brotgetreide, insbesondere für Weizen, hielt angesichts der starken Voreindeckungen im März an; das Geschäft stagnierte fast vollkommen. Die Preise blieben sowohl für Weizen als auch für Roggen unverändert. Hafer war gefragt und notierte fester, Sommergerste, die nicht mehr für Brauzwecke in Frage kommt, gab im Preise nach. Das Mehlgsschäft blieb klein. Der Futtermittelmarkt lag weiter fest, ganz besonders Kleie, Weizenfuttermehl, ferner Soyaschrot und Erdnußkuchen in vorderer Ware. Es notierten: Weizen 203 nom. (Mühlenpr.), Roggen 173, Sommergerste 167,50 bis 172,50, Hafer 159 bis 162,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29,70 bis 30,25, do. ohne 28,20 bis 28,75, Roggenmehl 0- bis 60prozentig 24 bis 24,50, do. südd. Spez. 0 24,50, Weizenkleie 10,75, Weizenfuttermehl 11,80, Roggenkleie 11, Soyaschrot 15,50 bis 15,65, Palmkuchen 14,05 bis 14,30, Erd- nußkuchen 16,30 bis 17,15, Treber 14, Trockenschnitzel 10,10, Heu südd. 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2, Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,85 Mark (zuletzt 2,80 Mark) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz ruhig, Futtermittel befestigt. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 27,75 27,5 27 92 94 0 95 95,25 92 92,25 92 72 103 110 72,13 72 Banknoten. 10 0 20,25 145 -I -I 1681 169,51 Die hinter Den 's 92 91 95,25 92,5 o 0 12 5 5 0 0 63,65 66,13 94,25 99,9 93,25 95,65 22,85 91,5 94,5 95,3 92,25 94,5 99,9 93,13 95,25 22,4 93 91,5 95 100 93,4 95.5 22,4 92,75 0 0 0 0 0 0 Ö 0 r! 72,5 102 66,25 52,5 95 100 93,25 95,6 22,9 8,1 8,7 100 106 59 95,5 92 99,5 140 117,5 73,75 114,9 64,25 92,25 75,25 136,75 112,5 64,5 66,4 46,5 57 27,25 25 25,13 131,9 100,5 107 60 96,75 92 100 141 73 113,5 63,4 92,13 74 140 112,5 63,13 66,13 94,25 94 97,75 94,25 94 97,8 100 106,75 60 97,65 92 100 140 31 65,25 86,25 47,25 60,5 62 149 24,65 131,25 100,25 105,5 58,5 95,75 92 99,5 139,75 116,5 20 159,5 144 90,5 92 34,25 94 97,75 30,25 65 86 47 60,5 62,25 149 104,5 66,4 68 52,4 43 122,75 46,25 57,25 66,65 20 159,5 173,75 143 27 167,5 73 114,25 63,5 92 74 115,25 64,5 92,13 135,5 111,5 64,25 66,65 27,5 169 66,75 71,75 52 44,25 48,25 56,5 22,5 8,25 8 8,85 6,7 6,7 ■thitwnü ....... Deutsche «rdiU ........... ®elfenfi:ttaut....... Harpener -oelch ttifen—ftöta-Weueffen Nie Bergbau Nie Bergbau öenüffe klücknerwerke DlanneflmamuSlöBerti 106 66,75 71,5 52,5 43,5 123,75 48 57 67,4 20,4 158,5 144,65 22,5 1,15 8 22,5 1,15 8,1 7,8 8,1 8,8 6,65 6.7 1 30,9 66,5 86,5 47,25 60,5 62 149,5 90,25 91,5 94,25 94 97,8 22 1,15 7,9 7,8 8 8,75 6,65 6,7 Grchner.................. o| Mainkrastwerke Höchst a.M-.. 4 Süddeutscher Lucker e| 30,25 65,4 86,5 47 60,5 62,25 149,5 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt . 24,75 I — 131,75 ! 130,75 vamvurg-Amertka-Daket Hamburg-Südam. Dampfschiff'. Hunia-Dampsschifs...... Norddeutscher Lloyd fQt Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Vrivat.Bank ... und DtSconto- Gesellschaft Dresdner Bank... Reichsbank Schultheis Patzenhofer 0 Wtu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg............... 0 Hellstoff Waldhos .. 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer @afl ............... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum o vreiistetn & Koppel o Leonhard Tietz ..............o Thade....................io Aerumulatoren-Fadrü o Lontt-Sumwt...............o Ü.S.»........ Bekula... .............. ssr-ÄhÄäÄii':::« Selten 6 Guilleaume n Schuckert L Co. Siemens S Halske ' Labweper &($o. " ' 4% OeHerreichtschr Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarisch, StaatSrente v. 1910 4Vi% deSgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 Vagdadbahn-Anleche •% Deutsche RetchSanleihc v. 1927 •% ehem.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 •Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöf.-Schulb mit AuSlos.-Rechten ............ DeSgl. ohne AuSIos..Rechte...... •% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 irückzahlb. 102%) ............ «% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................. 6J4% Hess- Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit -Luttos.-Rechten Deutsche Komm. Sammel ab l. An- leih, Serie 1 mit Auslos.-Rechlen 4% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpf«. 15 unkündbar bis 1935 4% eben. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 ehem. 4%% Franks. Hyp.- Sank-Ltytu-Psandbriese..... #tm. andern Last, so werdet ihr das Gesetz Ehr füllen". Zur Verschönerung des Gottesdienst der Kirch,enchor zwei passende Chöre vor. No Gottesdienst spielte der Posaunenchor an den lichen Plätzen Choralmelodien und geistliche lieber. — Der Anregung des Reichs- und 1 bischofs folgend ging der Schulaufnahme am tagvormittag ein Gottesdienst voraus, an i die neu in die Volksschule aufzunehmenden mit ihren Eltern beteiligten. Die Zahl der nommenen Schüler beträgt 35, nämlich 15 und 19 Mädchen. Y Großen-Linden, 16. April. Am tagabend fand im Saale des Gastwirts . Faber das Stiftungsfest des im Jahre 1850 । deten Gesangvereins „Harmonie Die Vortragsfolge wurde eröffnet mit einem stück der Kapelle E i n b r o d t (Gießen), ! musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt der Leitung des Dirigenten Wilhelm S ch c (Gießen), einem geborenen Großen-Lindene der Gesangverein dann die verschiedensten vor, die gut zu Gebör gebracht worden und ten Beifall der Zuhörer auslösten. Im zweit sorgte ein mit viel Geschick gespieltes en Theaterstück für die Unterhaltung. Im Verb Abends ergriff der 2. Vorsitzende, Zigarrenfo Wilhelm Stroh das Wort zu einer kurz spräche, in der er die Freunde und Gönr Ver^ns herzlich willkommen hieß. Indem die Bedeutung des nun schon 84 Jahre bestr Vereins hinwies, betonte er die hohe Aufgi den Gesangvereinen als Beschützer und deutscher Art und deutschen Volkstums ii zukomme. Im Anschluß hieran wurden f Herren ausgezeichnet, und zwar mit der <: naöcl für aktive Beteiligung innerhalb des ' in Gold (50 Jahre): Heinrich D e r n, Weif meister, Ludw. Nepp, Eisenbahnoberschaffn Johannes Leun, Landwirt, Heinrich M a Dte hinter Den Sranltun a. 2JI Datum 14.4 | 16.4 14.4. 92 95 92 92 94,5 99,9 93,13 95,25 22,4 Schluß furd 95,2! 92,! 94,25 99,9 93,25 95,65 22,85 92 91 94 91,5 94,5 95,3 92,25 92,25 90,5 92 94,25 94 97,75 94,2! 91 97,7! 90,25 91,5 94,25 94 97,8 95 IOC 93,2! 95,k 22,! 93 91,! •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 •% ebem.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 6Yi% Poung-Anleihe von 1930 .. Deutsch« AnI.-llblös.-EchuIb mit Auslos.-Rechten ............ Dekgl. ohne llu«lo1..Rechte...... •% ebem.8% Hess. öolUftaai 1929 irückzahlb. 109%) ............ •% Hess. Landesbank Darmüadt ®olb HL 12................. 6y«% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Ltaut........ Oberhessen Provinz-Anleihe mit - AuSlos.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leih« Serie 1 mit Auöiol.-Rechtcn «% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank ®o(bpfe. 15 untünbbor bi« 1935 6% ehem. 7% Frank,. Hyp.-Baak Äolbpfe. 16 unkündbar bis 1936 ebem. *H% Frank,. Hyp^ Sank-Liqu.-Psandbrte,e...... Holzheim, 16. April. Der Maurer Karl Buß jun. stürzte dieser Tage bei Ausbesserungs- arbeiten an einer Scheune vom Gerüst und zog sich Verletzungen am Bein zu. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 16. April. Gestern nachmittag fand im Saale des „Hessischen Hofs" die ordentliche Generalversammlung der Vereinsbank für Butzbach und Umgegend statt. Aus dem Geschäftsbericht über das Jahr 1933 ist zu entnehmen, daß der Gesamtumsatz mit 39 Millionen Mark gegenüber dem Jahre 1932 um 5,6 Millionen höher ist- Die Spareinlagen haben sich um zirka 30 000 Mark vermehrt, an neuen Sparbüchern wurden 62 Stück ausgegeben. Der Genossenschaft gehörten am 31. Dezember 1933 557 Mitglieder mit 629 Anteilen an. Die Vermögensbilanz schließt mit 1 449 493,50 Mark; die Gewinn- und Verlustrechnung mit 111 993,79 Mark ab. Der Reingewinn in Höhe von 8619,44 Mark wurde wie folgt verteilt: 7434,80 —5 v. H. Dividende, 500 Mark an Reservefonds, 500 Mark Betriebsrücklage, 184,64 Mark Vortrag auf neue Rechnung. Der bisherige Vorstand wurde ergänzt durch die Herren W ö r n e r (Fauerbach v. d. H.) und Kunz (Butzbach). Dem Aufsichtsrat traten bei: Bürgermeister Schneider (Ostheim b. Butzbach) und Oberpostschaffner Reitz (Butzbach). Die Gleichschaltung wurde durch Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck und Oberrevisor Hartmann (Gießen) herbeigeführt. Ferner wurde noch die Verschmelzung der Spar- und Darlehenskasse Ostheim mit sämtlichen Aktiven und Passiven mit der Vereinsbank beschlossen. Kreis Alsfeld. N. Mücke, 16. April. Der vor einiger Zeit hier ins Leben gerufene NS. - Stützpunkt hielt am Samstagabend im Saale des Gastwirts Hörle eine autbesuchte Versammlung ab. Als Redner war Pg. Bartholomäus-Gießen erschienen. Er sprach über den Sinn, Zweck und Ziele des wirklichen Nationalsozialismus. Unter dem Motto: keiner kavn leben ohne den anderen, führte er an Hand Spielmannszüge des Jungbannes einzuschulen. Am Sonntagnachmittag wurde die Schulung durch eine Gesamtdarbietung auf dem Flensunger Sportplatz beschlossen. * Nieder-Ohmen, 16. April. Der 20jährige Arbeitsdienstwillige Heinrich Maas kam am Sonntag beim Fußballspiel so unglücklich zu Fall, daß er einen Bruch des linken Unterschenkels erlitt und in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. * Merlau, 16. April. Das achtjährige Söhnchen des Viehhändlers Münch stürzte beim Spiel mit anderen Kindern auf eine Eisenschiene, und zwar so unglücklich, daß es schwere innere Verletzungen erlitt und der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. ll. Merlau, 16. April. In einer öffentlichen Versammlung, an der sämtliche Gliederungen der NSDAP, teilnahmen, sprach Pg. Bartholomäus- Gießen über den Nationalsozialismus. Seine Ausführungen baute er auf drei wesentliche Punkte auf: 1. Keiner kann ohne den anderen leben, 2. Jeder ist notwendig, 3. Wir brauchen Frontgeist! Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Stützpunktleiter Münch beschloß die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. — Die Eheleute Georg P i g g u s und Frau, geb. Erdmann, feierten dieser Tage das Fest der silbernen Hochzeit. * Büßfeld, 16. April. Im Kreise der Familie und der nächsten Angehörigen feierten am vergangenen Freitag die Eheleute Wilhelm Schäfer und Frau Elisabeth, geb. Keller, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 78. und die Jubilarin im 72. Lebensjahr. Beide lesen eifrig den „Gießener Anzeiger". preutzen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 16. April. Am Sonntag wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein treuer Diener unserer Gemeinde zu Grabe getragen: Wilhelm Leib, der von 1905 bis 1913 den Posten des Flurhüters und von da ab bis 1932 das 9f ml ie« rirtfihhnor« n orlohon hni SRofnnhat-a ; Kursbtldung bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 v. H. zeigten. — Tagesgeld unverändert 3,25 v. H. Abendbörse geschäflslos. Die Abendbörse litt unter starkem Auftragsmangel und war daher auf allen Marktgebieten nahezu geschäftslos, zumal auch die Kulisse jegliche Unternehmungslust vermissen ließ. Die Grundstimmung war zwar nicht unfreundlich, trotzdem bröckelten die Kurse, soweit sie notiert wurden, gegen den Ber- liner Schluß meist etwas ab. Anfangs zeigte sich etwas Interesse für IG. Farbenindustrie, die im freien Markt vorübergehend einen Kurs von 140,25 (139,90) erreichten, im Verlaufe gingen sie aber Spenden für die 7lGD. werden eingezahlt auf Konto 7!r. 4513 bei der Bezirkssparkaffe Gießen. unter dem Einfluß der Stagnation wieder auf 139,75 v. H. zurück. Etwas höher lagen nur Licht & Kraft und Reichsbankanteile, die je 0,50 v. H. höher lagen. Auch Der Rentenmarkt wies minimale Umsatztätigkeit auf, Altbesitzanleihe gaben 0,25 v. H., Stahlverein-Bonds 0,13 v. H. nach, während Neubesitzanleihe gehalten waren. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 94,13 v. H. unverändert. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,40, Altbesitzanleihe 95,25, 6 v. H. Stahlbons 72,40, Schutzgebietsanleihe von 1913/14 9,50, Reichsbank 149,50, Gelsenkirchen 63,50, Harpener 92, Phönix 50, Rheinstahl 94, Bekula 130,75, Conti Gummi 144, Scheideanstalt 182,50, Deutsche Linoleum 57, Licht & Kraft 106, IG. Farben 140 bis 139,75, Gesfürel 95,50, Holzmann 72, Metallgesellschaft 83, Schlickert 99,50. Frankfurter Schlachtvielmrarkt. Frankfurt a. M., 16. April. Auftrieb: Rinder insgesamt 1358 (gegen 1199 am letzten Mon- iaäsmarftk darunter befanden fidi 436 Ockfen. 92 An die Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehende Bekanntmachung des Landesbauernführers vom 7. April 1934 wollen Sie umgehend in ortsüblicher Weise zur allgemeinen Kenntnis bringen. Gießen, den 16. April 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Bekanntmachung betreffend die „Wirtschaftliche Vereinigung der Butter- und Käsegroßverteiler im Gebiet des Milchwirtschaftsverbandes Hessen". Vom 7. April 1934. Auf Grund des § 5 der Verordnung über den Zusammenschluß der deutschen Milchwirtschaft vom 27. März 1934 (Reichsgesetzblatt I, S.259) wurden innerhalb jedes Milchwirtschaftsverbandes die Betriebe, von denen Butter und Käse, die nicht im Betrieb selbst erzeugt sind, an Wiederverkäufer abgesetzt werden, zur Wirtschaftlichen Vereinigung der Butter- und Käsegroßverteiler (Großverteilervereinigung) zusammengeschlossen. Zu den Betrieben im Sinne des vorstehenden Satzes gehören auch die genossenschaftlichen Absatzorganisationen für Butter und Käse. Die bei dem Milchwirtschaftsverband Hessen gebildete „Wirtschaftliche Vereinigung der Butter- und Käsegroßverteiler im Gebiet des Milchwirtschaftsverbandes Hessen" befindet sich am Sitz des Milchwirtschaftsverbandes in Frankfurt a. M., Hermann-Gü- ring-Ufer 31 (Telephon Nr. 34721). Mitglieder der Großverteilervereinigung sind die Inhaber der Betriebe, die Butter oder Käse, die sie nicht selbst erzeugt haben, an Wiederverkäufer absetzen (Großverteiler) und innerhalb des Gebietes des Milchwirtschaftsverbandes Hessen ihren Sitz haben. Mitglieder sind auch solche Vetriebsinhaber, die nur einen Teil ihrer Ware an Wieöerver- käufer absetzen. Um mit den Mitgliedern der neu gebildeten Vereinigung in Verbindung treten zu können, werden diese hiermit aufgefordert, bis spätestens 20. April 1934 die genaue Anschrift ihrer Firma nebst Bezeichnung ihrer Unternehmnngs- fvrm dem Milchwirtschastsverband Hessen, Frankfurt a. M„ Her- mann-Göring-Ufer 31, schriftlich mitzutcilen. Da bei der künftigen Absatzregelung von Butter und Käse nur solche Mitglieder der Vereinigung Berücksichtigung finden können, die rechtzeitig in die Liste der Mitglieder der Vereinigung eingetragen wurden, liegt es in deren eigenstem Interesse, die Anmeldung rechtzeitig zu vollziehen. Frankfurt a. M., den 7. April 1934. Der Beauftragte für den Milchwirtschaftsverband Hessen: Dr. Wagner, Landesbauernführer. Betr.: Die Ausstellung von Duplikatarbeitsbüchern. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen bis spätestens l.Mai 1934 Ihrem Bericht darüber entgegen, ob und gegebenenfalls wieviel Duplikatarbeitsbücher von Ihnen im Rj. 1933 ausgestellt und welche Beträge dafür vereinnahmt worden sind. Fehlbericht ist nicht erforderlich. Gießen, den 14. April 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Ortssatzung über die Erhebung einer Kanalbenutzungsgebühr in der Gemeinde Allertshausen. Auf Grund des Art. 21 der Hess. Gemeindeordnung vom 10. Juli 1931 wird zufolge des Beschlusses des Rats der Gemeinde Allertshausen vom 29. Januar 1934 und mit Genehmigung des Hess. Staatsministers vom 6. April 1934 zu Nr. St. Ib 19755 die nachstehende Ortssatzung erlassen. § 1. Für alle entsprechend der Polizeiverorönung, betr. die Entwässerung von Grundstücken in der Gemeinde Allertshausen vom 18. ijunj 1928 an das Kanal netz der Gemeinde Allertshausen an- geschlossenen oder später zum Anschluß gelangenden Grundstücke ist von den Eigentümern, Eigenbesitzern oder Nießbrauchern eine jährliche Kanalbenutzungsgebühr zur Gemeindekasse zu zahlen. Mehrere hiernach Verpflichtete haften als Gesamtschuldner. Die Verpflichtung zur Zahlung der Gebühr ruht auf den Grundstücken als dingliche Last und unterliegt der Zwangsbeitreibung wie die direkten Gemeindesteuern. § 2. ar Sle Gebührenpflicht beginnt mit dem Monat nach erfolgtem Anschluß. Die Zahlung der Kanalbenutzungsgebühr geschieht in halbjährlichen Zielen, fällig im April und Oktober jeden Jahres. § 3. Die Gebühren werden nach Art. 108 der Hess. Gemeindeordnung festgesetzt. § 4. Die Ortssatzung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Allertshausen, den 12. April 1934. Hessische Bürgermeisterei Allertshausen. S ch u b a ch. Dienstnachrichten des Kreisamts. Die Ministerialabteilung Ib des Hessischen Staatsministeriums hat genehmigt: „23. Geld-Lotterie zur Wiederherstellung der St. Lorenzkirche" in Nürnberg: Vertriebsgebiet Volksstaat Hessen; Vertriebszeit: 28. März bis 7. September 1934. Die Ministerialabteilung Ib des Hessischen Staatsministeriums hat genehmigt, daß die Lose der „St.-Paulskirche-Jubiläums-Lot- terre ,Frankfurt a. M. im Bertriebsgebiet des Volksstaates Hessen über den 20. Februar 1934 hinaus bis zum 5. Mai 1934 vertrieben werden können. Ludwig Arnold HL, Karl Balser HL, Wilhelm Ludwig Langs- dors und Hciurich Schwalb II. sind zu Ehrenfelüschützen der Gemeinde Albach bestellt und verpflichtet worden. 4% OeHerretd)t|d)e (Solbrente... 4,20% Cefteneidufcpe Silberrente 4% Ungarische Dolbrente..... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% besgl. von 1913 ........ 6% abgeft. Dolbmepkaner ton 99 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 B^babbabn-atalribe 22,5 1,15 8,1 7,8 8,1 8,8 6,65 6.7 j 22 1,15 7,9 7,8 8 8,75 6,65 6,7 22,! 8,2! I 8,8! 6,1 6,1 ®ru-~n b S t - i n d rn cker-i. R. Lange, Diehen. m. 89 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Dienstag, (7. April Oer 1. Mai im Gau Hessen-Nassau. Zwei Millionen schaffender Menschen marschieren in den 38 Kreisen des Gaues auf. — Lieber eine Million Hakenkreuzsahnen wehen über allen Straßen. — Gauleiter pg. Sprenger wird in Frankfurt a. M. aus der Ostparkwiese die aufmarschierten Zweihunderttausend begrüßen. Der Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Pg. Müller-Scheld gibt als allein verantwortlich für die Ge- ftaltung und Durchführung des 1. Mai nachfolgende Richtlinien bekannt: Keine Organisation, gleich welcher Art, keine Behörde und keine Dienststelle irgend einer Partei- oliederung darf für den ganzen Gau bestimmte Anordnungen treffen und veröffentlichen, die mir nicht zur Genehmigung Vorgelegen haben. Unternehmungen irgendwelcher Art anläßlich des 1. Mai, die nicht von mir angeordnet sind, werden verboten. Die Bedeutung des Nationalen Feiertags des deutschen Volkes besteht darin, der ganzen Welt zu zeigen, mit welch unerhörter Geschlossenheit das gesamte schaffende deutsche Volk hinter seinem Führer Adolf Hitler steht und ihn dadurch bei den fast übermenschlichen Anstrengungen, das Schicksal des deutschen Volkes zu wenden, unterstützt. Am 1. Mai gibt es außer den Kundgebungen und Feiern, die unter der Führung der NSDAP, stehen, keinerlei Privatinteressen. Ohne Rücksicht auf Rang, Stand und Einkommen marschiert die gesamte Bevölkerung zusammen. Oeffentliche Gebäude, Lokomotiven, Straßenbahnen usw. werden mit Maiengrün und mit Blumen geschmückt. Millionen Hakenkreuzfahnen wehen allein in unserem Gau über allen Straßen. Oie Führung der Aufmärsche und Kundgebungen. Das Gesamtprogramm wird von mir als dem in diesem Fall zuständigen Vertreter des Gauleiters, sowie des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda in engster Zusammenarbeit mit dem Landesobmann der NSBO. Hessen und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Willy Becker entworfen und überwacht. In den 38 Kreisen des Gaues sind verantwortlich für die Gestaltung und Durchführung meiner Maßnahmen die Kreispropagandaleiter in engster Zusammenarbeit mit den Kreisbetriebszellenobmännern. Sie haben die geplanten Maßnahmen mit dem zuständigen Kreisleiter zu besprechen, dem die letzte Entscheidung zusteht. Die Kreispropagandaleiter bestimmen Leiter für die geplanten großen Aufmärsche und ziehen sich geeignete Fachberater für die einzelnen Aufgaben heran. Mit der Gestaltung des Rahmens zu den großen Kundgebungen sind künstlerisch hochstehenoe Architekten zu beauftragen. Diese Tätigkeit der Architekten ist ehrenamtlich und bedeutet eine besondere Auszeichnung. Festfolge im Gau Hessen-Nassau. Von dem umfangreichen Programm in Berlin werden nur zwei Parallelveranstaltungen für den ganzen Gau angesetzt. 1. Um 9 Uhr findet im Lustgarten in Berlin eine Kundgebung der Berliner Schuljugend in Gegenwart von Vertretern der Reichsregierung und der Behörden statt. In unserem Gau marschiert die gesamte Schuljugend einschließlich der Mittel-, höheren, Fach- und Hochschulen unter Führung der HI. auf. Sie haben sofort die Stärke ihrer Beteiligung den zuständigen Ortsgruppenleitern zu melden, die die Meldungen umgehend an die Kreispropagandaleiter weitergeben. Bei diesem Aufmarsch der Jugend sind übergroße Kundgebungen zu vermeiden. Vielmehr sind in den großen Städten sowie in den übrigen Kreisen mehrere Kundgebungen anzusetzen, um Ueberanstrengungen der Beteiligten zu vermeiden. (Z. B. in Frankfurt etwa: Vor dem Schausp.ielhaus, auf dem Opernplatz, Römerberg.) Die HI. meldet den zuständigen politischen Kreisleitern, welche Redner sie für diese Kundgebungen in Vorschlag bringt. Es kommen nur ganz starke Redner in Frage. Sollte die HI. über geeignete Redner nicht in genügender Anzahl verfügen, so sind von den Kreispropagandaleitern bei der Gau- propagandaleituna sofort entsprechende Kräfte anzufordern. Die Ansprachen, die vor der Uebertra- gung der Berliner Kundgebung gehalten werden, dürfen 10 Minuten nicht überschreiten. Sollte die Berliner Uebertragung infolge Versagens der Apparatur gestört werden, so haben die Leiter dieser Kundgebungen von sich aus die Aufmärsche mit einer entsprechenden Rede beschließen zu lassen. Bei diesen Iugendaufmärschen ist wiederum besonders auf gute Disziplin zu achten. Entstehende notwendige Unkosten siehe Kapitel Unkostendeckung. 2. Um 16 Uhr geht voraussichtlich der Staatsakt auf dem Tempelhofer Feld vor sich mit der Rede des Führers und dem feierlichen Gelöbnis der Mitglieder des Vertrauensrates der Betriebe. Auch im Gau Hessen-Nassau finden zu diesem Staatsakt überall große Aufmärsche im Freien statt, an denen sich die gesamte schaffende Bevölkerung beteiligt. In den größeren Städten sind Zentral- kundgebungen zu organisieren. In den Landkreisen dagegen können je nach Notwendigkeit mehrere Kundgebungen gestaltet werden. Außerdem wird voraussichtlich Gauleiter [ Sprenger in der Rächt vom 30. April f auf den 1.7Nai auf der Lorelei den ersten r Spatenstich zum Bau des ersten Thlngplahes r im Gau vollziehen. Bei diesen Kundgebungen ist vor allen Dingen darauf zu achten, daß die Teilnehmer nicht durch stundenlanges, nutzloses Herumstehen, sowie durch andauernde Stockungen während des Aufmarsches ermüdet und dadurch mißgestimmt werden. Die Kreispropagandaleiter haben umsichtige und energische Aufmarschleiter auszusuchen (möglichst ehemalige Soldaten oder anerkannt energische Organisatoren). Alle Betriebe, Innungen, Fachgruppen, Bauernschaften usw. melden rechtzeitig schriftlich dem zuständigen Kreispropagandaleiter die Zahl ihrer Teilnehmer. _ , .. Auch den Hausangestellten muß Gelegenheit gegeben werden, an den Aufmärschen und Feiern tei^unehmen Qrfcf)(eifer haben auf Grund dieser Meldungen genau festzustellen, welche Länge der Zug bei Zwölferrechen voraussichtlich haben wird. Nach dieser Berechnung sind die Aufmarschzeiten genau festzulegen. Die Antrittszeiten und -orte sind ebenfalls minutiös zu errechnen. Wenn dies ^fchehen ist wird das Antreten und der gesamte Aufmarsch sich in unermüdlicher Folge abwickeln. Die angedeutete Zwölferreihe ist nach Möglichkeit einzichalten Wo ftdoch die Straßenverhältnisse dies nicht zulassen, sind Achter- oder Sechserreihen zu wählen. Die Aufmarschleiter haben die Platze für die Kundgebung genau emzuteilen und diese Einteilungen so zu kennzeichnen daß jede Gruppe weiß, wo sie sich aufzustellen hat. Oie Festzüge. In den Festzügen marschiert das schaffende deutsche Volk, eingeteilt in die Belegschaften der einzelnen Betriebe, oder wo dies notwendig ist, in Betriebs-, Fach- oder Berufsgruppen. Dazwischen marschieren von der SA. und HI., dem Deutschen Arbeitsdienst, der Reichswehr und der Polizei nur Ehrenabteilungen mit Kapellen und Fahnen. Die einzelnen Ehrenabteilungen dürfen jeweils die Stärke von einhundertzwanzig Mann nicht überschreiten und marschieren in Marschkolonnen in Achterreihen. Diese Formation ist aus Gründen der Einheitlichkeit des gesamten Zuges streng einzuhalten. Alle andere nSA. - und HI. - Kameraden marschieren mit den Belegschaften ihrer Betriebe nicht uniformiert. Die hpssischen Kreisleitungen setzen sich direkt mit der Reichswehr in Gießen in Verbindung und fordern Abteilungen für die Festzüge an. Vereine und Verbände irgendwelcher Art und studentische Korporationen können als solche nicht mitmarschieren: sie haben aber ihre Fahnen mit je zwei Begleitern im Zug mitmarschieren zu lassen. Diese Fahnen werden mit den übrigen Fahnen zu großen Fahnengruppen innerhalb der Züge zusammengefaßt. Bei den Riesenzügen in den größeren Städten sind mehrere solcher Fahnengruppen auf die Züge zu verteilen. Kleidung der Festteilnehmer. Da der 1. Mai der Ehrentag der deutschen Arbeit ist, marschieren alle in Arbeitskleidung. Stöcke und Regenschirme dürfen nicht mitgeführt werden. Ebenso wird in den Zügen unter keinen Umständen geraucht. Die einzelnen Berufsgruppen, wie Friseure, Bäcker, Metzger, überhaupt Handwerker jeglicher Art marschieren in ihrer Berufstracht. Nur die- senigen Volksgenossen der Deutschen Arbeitsfront, die bereits ihren Festanzug besitzen, können in diesem erscheinen. Sie sind aber jeweils innerhalb der einzelnen Gruppen zusammenzufassen. Für diejenigen Volksgenossen, die bei keiner der obenerwähnten Gruppen organisiert sind und doch im Zuge mitmarschieren wollen, ist für jeden Festzug ein Führer, sowie ein Sammelplatz zu bestimmen. Es darf keinem deutschen Volksgenossen verwehrt sein, bei diesen Zügen mitzumarschieren. Arbeitslose schließen sich ihren Berufsgruppen an. Wo dies nicht möglich ist, marschieren sie mit den obenerwähnten Sammelkommandos. Die Aufmarschleiter haben dafür zu sorgen, daß das Marschtempo der Züge an der Spitze so geregelt wird, daß unter keinen Umständen die nachfolgenden Abteilungen nicht mitkönnen und infolgedessen große Lücken entstehen. Die Marschkolonnen müssen als eine einzige dichtauf- e i n d e r f o l g e n d e Säule aufmarschieren, damit ein gewaltiger Eindruck der Geschlossenheit erzielt wird. Alle im Gau a u f m a r s ch i e r e n d e n Volksgenossen sind durch den Gau gegen Unfälle versichert. Kreise und Ortsgruppen haben von einer Sonderversicherung Abstand zu nehmen. Antreten. Alle Belegschaften sind rechtzeitig in ihren Betrieben zu versammeln und marschieren zusammen mit der Betriebsleitung einschließlich aller Beamten und Angestellten unter Führung des zu- ständigen Betriebszellenobmanns der NSBO. zu den verabredeten Sammelplätzen. Die Kapellen. Es ist wiederholt festgestellt worden, daß bei solchen Aufmärschen sich die Kapellen gegenseitig stören und es dadurch den Marschierenden unmöglich machen, Schritt zu halten. Die Aufstellung der Kapellen ist deshalb unter Hinzuziehung der Kapellmeister so vorzubereiten, daß eine solche Störung vermieden wird. Außerdem ist es zweckmäßig, anzuordnen, in welcher Reihenfolge die Kapellen spielen, so daß die zweite Kapelle erst dann mit ihrem Spiel beginnt, wenn die erste geendet hat usw. Festwagen und Sondergruppen. In Berlin wird neben den großen Aufmarschkolonnen ein Festzug in einer ungefähren Länge von 1500 Meter besonders aufgestellt. Aus verschiedenen Gründen ist die Bildung ähnlicher großer Sonderfestzüge innerhalb des Gaues nicht zweckmäßig. Ich ordne daher an, daß am Anfang aller Marschkolonnen einige auserlesen schöne Fe st wagen fahren oder Sonder- gruppen marschieren. Diese Festwagen und Sondergruppen müssen Motive des Bauerntums, des Handwerks, sowie sonstiger Berufszweige enthalten. Diese Wagen und Sondergruppen sind in engster Zusammenarbeit mit den Kreiswarten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" durchzuführen, die wiederum mit ihren zuständigen Volkstumswarten die geplante Gruppe besprechen. Es ist darauf zu achten, daß diese Wagen rechtzeitig vor den Festplätzen abgeleitet weroen, damit sie die Aufstellung nicht hemmen. In den ganz großen Städten des Gaues, in denen mehrere Kolonnen aufmarschieren, sind diese Wagen nach beendigtem Aufmarsch zusammenzufassen und nochmals als geschlossener Zug durch große Straßen zu fahren. Bei diesen Festwagen und Sondergruppen ist jede Maskerade (auch historische Gruppen) zu vermeiden. Auch darf keinerlei Geschäftsreklame damit verbunden werden. Allgemeines. Ich verbiete der nichtmitmarschierenden Bevölkerung, daß sie, wie dies im letzten Jahr vorgekommen ist, aus den Fenstern Zigaretten, Schokolade, Blumen usw- in die marschierenden Kolonnen wirft. Ich lasse jeden Fall dieser Art rücksichtslos verfolgen. Wer das Bedürfnis hat, den Marschierenden Erfrischungen zu reichen oder sonstioe Aufmerksamkeiten zu erweisen, soll sich die Mühe machen, auf die Straße zu gehen und die Er- friscyungen in den Zug hineinzureichen. Sollte dennoch es jemand wagen, Dinge aus den Fenstern in die Kolonnen hineinzuwerfen, so erwarte ich von den marschierenden Volksgenossen, daß sie von einem solch unwürdigen Verhalten keinerlei Notiz nehmen und die Dinge auf der Straße liegen lassen. Oie Gestaltung der Aufmarschplätze. Ueberall sind weit sichtbare, architektonisch wuchtige Tribünen zu errichten, auf denen neben der Leitung Kapellen, Fahnen sowie die Lautsprecheranlagen aufgestellt werden können. Es ist hierbei auf den Stand der Sonne um 16 Uhr besonders zu achten, die die Aufmarschierenden nicht belästigen darf. Um diese Tribünen sind entsprechende Masten für riesige Hakenkreuzfahnen zu errichten. Diese Hakenkreuzfahnen müssen die übliche Größe noch übertreffen und sind rechtzeitig in Auftrag zu geben. In der Nähe der Tribünen oder in der Mitte des Platzes, je nach der örtlichen Lage, sind große M a i b ä u m e aufzustellen. (Näheres siehe angedeutete Richtlinien. des Ministeriums.) Es ist bei der Gestaltung der Aufmarschplätze darauf zu achten, daß allen Teilnehmern sich das Symbol des Hakenkreuzes unauslöschlich einprägt. Außer den Hakenkreuzfahnen dürfen um die Tribünen nur noch das Symbol der Deutschen Arbeitsfront gezeigt werden, sowie das Hoheitszeichen Verwendung finden. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß auf den Aufmarschplätzen genügend Stände mit Erfrischungen, vor allen Dingen mit Milchausschank, aufgestellt werden. Alkoholausschank ist möglichst zu beschränken. Ich ersuche die Kreispropagandaleiter, dafür Sorge zu tragen, daß vor allen Dingen nichtalkoholische Getränke zu mäßigen Preisen zu haben sind. Sanitätsstationen mit telephonischer Verbindung, sowie Bedürfnisan st alten für beide Geschlechter sind ausreichend vorzubereiten. Auch sind bei den Aufmarschplätzen der Großstädte Telephonzellen vorzusehen. Sanitäts- a u t o 5 sind bereitzuhalten. Mit den Stadtverwaltungen ist zu vereinbaren, daß Träger des Festabzeichens für Straßenbahn und Omnibus am 1. Mai eine Fahrpreisermäßigung erhalten. Unkostendeckung. Soweit Unkosten nicht durch den Verkauf des Festabzeichens gedeckt werden können, haben die Kommunen entsprechend beizusteuern. Dies gilt auch für die Iugendkundgebungen am Vormittag. Die Herren Oberbürgermeister und Bürgermeister werden die führenden Industriellen, Geschäftsleute und Körperschaften zusammenberufen und durch eine Mnlage die Unkostenfrage regeln. Es ist für jede Kommune Ehrensache, ohne Rückfrage die Angelegenheit zu ordnen. Ordnungsdienst. Die gesamte Absperrung der Aufmarschstraßen, sowie der Aufmarschplätze hat die SS. Wo nicht genügend SS. vorhanden ist, ist SA. anzufordern. Polizei soll hierbei nicht in Erscheinung treten. Der gesamte Ordnungsdienst ist bei aller Energie mit der nötigen Höflichkeit durchzuführen. Kameraden, die sich hierzu nicht eignen, sind im Hintergrund zu halten. Abmarsch. Der Abmarsch der Massen nach Schluß der Kundgebung erfolgt nicht im geschlossenen Zug, sondern betriebst oder abteilungsweise. Oer Abend des l.Mai. Der Abend soll im Zeichen echter Volksfreude stehen. Alle Lokale haben ihre Säle und Wirtsstuben der großen Bedeutung des Tages entsprechend festlich mit Blumen und Hakenkreuzfahnen zu schmücken. Außerdem haben alle Wirte für entsprechende Musik zu sorgen. Kein Wirtszimmer, kein Saal, in dem nicht an diesem Tag fröhliche Lieder, deutsche Tanzweisen und Märsche erklingen! Schlager der liberalistischen Zeit sind zu vermeiden. Ich verzichte auf große Festlichkeiten durch Parteigliederungen, so wie mir solche empfohlen wurden. Dafür erwarte ich aber, daß alle Wirte, der Bedeutung des Nationalen Feiertags entsprechend, das Aeußerfte aufbieten, um ihren Gästen ein paar heitere Stunden zu ermöglichen. Dazu gehört vor allen Dingen auch, daß weder irgend ein Eintritt erhoben, noch irgendwelche Aufschläge auf Speisen und Getränke gelegt werden. Ebenso wünsche ich nicht, daß Tanzabgaben erhoben werden. Vor allen Dingen aber erwarte ich, daß alle Wirte ein ganz billiges Essen vorbereiten, so daß es auch Volksgenossen mit geringem Verdienst möglich ist, einmal zur Entlastung der Hausfrau mit ihren Angehörigen außerhalb des Hauses zu essen. Die NS.-Hag o bereitet notwendige Besprechungen vor, um ein Einheitsessen im ganzen Gau (etwa eine gute Suppe mit Wurst für 30 Pfennig pro Person) zu ermöglichen. Besonnene Parteigenossen sind überall für Streifen durch alle Lokale vorzusehen, Trunkenbolde und Streitsüchtige sind sofort zu entfernen. Feuerwerk und Fackelzüge sind in Anbetracht der großen Unkosten unerwünscht! Notwendige Vorbereitungen. Die Kreispropagandaleiter rufen nach vorheriger Besprechung mit den Kreisbetriebszellenobmännern und den Kreisleitern alle Führer der einzelnen Parteigliederungen, sowie die zuständigen Vertreter der Behörden zu einer grundlegenden Besprechung zusammen. Zu dieser Besprechung sind vor allen Dingen auch die Vertreter der Polizei, sowie der Straßenbahn- und Omnibuslinien zuzuziehen, damit rechtzeitig alle Verkehrsmaßnahmen getroffen werden können. Die Aufmarschstraßen müssen unter allen Umständen von jeglichem Fährverkehr freigehalten werden. Straßenbahn- und Omnibuslinien sind für die Stunden des Aufmarsches umzuleiten und dies nicht möglich ist zu sperren. Zu den Besprechungen sind ferner ganz besonders die Vertreter der Forstbehörden zuzuziehen, mit denen wegen des Schmucks der öffentlichen Gebäude, der Eisenbahnen, Straßenbahnen und Postkraftwagen genaue Vereinbarungen zu treffen sind. Es ist hierbei auf folgendes zu achten: Hauptsächlich kommen als Maiengrün Birkenreifer in Frage. In vielen Teilen des Gaues ist der Birkenbestand sehr gering und ist durch zu starke Inanspruchnahme in Gefahr, vernichtet zu werden. Deshalb ist nur das notwendigste Grün in Anspruch zu nehmen. Die Kreisleitungen machen bei den zuständigen Forstbehörden Sammelbestellungen. Einzelpersonen dürfen nicht selbständig Maiengrün aus den Wäldern holen. Uebertretung dieser Anordnung ist aufs rücksichtsloseste zu ahnden. An die Bevölkerung! Dolksgenossinnen und Unser Führer Adolf Hitler hat in noch nicht anderthalb Jahren fast vier Millionen der Arbeitslosigkeit entrissen. Den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai mit ausgestalten helfen und bereichern, bedeutet Dank an Adolf Hit - l e r. Wer diesem Feiertag gleichgültig gegenüber« steht, steht dem Aufstieg des deutschen Volkes feindlich entgegen. Darum H a k e n k r e u z f a h n e n heraus, denn sie find das Zeichen des Führers! Schmückt eure Häuser! Jede deutsche Familie zeigt wenigstens eine Hakenkreuzfahne. Stellt Blumen in die Fenster! Verseht euch rechtzeitig mit dem Festabzeichen. Der 1. Mai muh wiederum den einheitlichen, unhemmbaren Aufstiegswillen des deutschen Volkes der ganzen Welt zeigen. gez. Müller-Scheld. Volksgenossen! Eröffnung des Programms zum 1. Mai für den Gau Hessen-Nassau im Schauspielhaus in Frankfurt a. Main vor über tausend Propagandaleitern. Im Einvernehmen mit dem Gauleiter Pg. Sprenger hatte der Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Müller-Scheld die 38 Kreispropagandaleiter des Gaues, sowie die Propagandawarte aller Ortsgruppen und Stützpunkte nach Frankfurt a. M. eingeladen. Der stellvertretende Gaupropagandaleiter David Müller, der die Tagung leitete, konnte 1230 Propagandaleiter melden. Für den dienstlich abwesenden Gauleiter war befe fen Stellvertreter Regierungsrat Reiner erjchie- Späte Skitour. Don Sofie von Llhde. Die Wiesen in Garmisch stehen voller Himmels- schlüssel; gelb leuchtend ziehen sie sich weithin bis unter das wuchtige Zugspitzmassio. Seidelbast duftet, und die eiligen Bäche rauschen. Was denn nur zieht uns aufeinmal so mächtig hinauf in die Höhe, noch einmal zurück in den Winter, zurück in den Schnee? Es wird ein rechter Sauschnee sein, Zement und Bruchharscht, man sollte meinen, es sei der Leiden genug für dieses Jahr. Aber schließlich ist des Menschen Wille sein Himmelreich: also noch einmal raus mit den erstaunten Bretteln. 7 -.Zugspitze natürlich.- - „Mit d-r Bahn? — „Selbstredend mit der Bahn, warum Lu auch mal ein bißchen bequem haben? Robby spricht nicht mehr vor Verachtung ober mitfahren tut er doch. a CHn bißchen deplaciert kommen wir uns schon vor mit unseren von Skiwachs imprägnierten Hosen mit unseren uralten Rucksäcken, mit unserem ganzen, braven, treugedienten, in Stürmen bewährten Eporrzeug auf diesen weichen Polstern — und em wenig blamiert dazu, ja das stimmt schon. Aber Gott, warum nicht mal ein wenig Blamage, wenn sie so komfortabe ist? Man ist ein Schriftsteller in Urlaub Und mit der Zeit wird Robby den ver- achtungsvoll geschlossenen Mund schon wieder auf- tun. 1 Wir steigen gewaltig. Schief liegen die Berg- walder vor den Fenstern, näher und näher kommt das herrliche Massiv. Aus leuchtender Bläue schaut das schneeumhüllte Münchner Haus herab tief unter uns liegt dunkel der Eibsee zwischen den Tannen. In Riffelriß schluckt der Tunnelmund uns ein. Männer haben keinen Charakter: Robby hat den Mund längst wieder aufgetan; faul klebt er auf ^^o^bhose in der weichen Ecke, raucht sein Pfeifchen und sprüht Behagen. „Schicke Sache, was Robby, diese Bahn?" Er überhört es. ,m'r ?ach anderthalb Stunden mitten im Schneefernerhaus auf etwa 2700 Meter aus dem Zug steigen, liegt blendend in Sonne und Weiß vor den großen Fenstern der Halle das Platt, und gegenüber schimmern Oetztaler und Miminger, Arlberg und Silvretta, schimmert die ganze Pracht der Zentralalpen. ö 1 „Ra, Robby??" Aber Robby starrt fasziniert durch eine Glastür, bpeUaal leuchtet. Blumen stehen auf den Tischen, Kristall und Silber glänzt, Ober teilen. M. Aus der Provinzialhauptstadt nen. Außerdem waren erschienen der Landesobmann der RSBO. Hessen und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Willy Becker mit seinem Propagandaleiter Pg. von Rekowski, ferner der Gaugeschäftsführer Pg. Reise, der Gauwirtschaftsberater Eckard, sowie aus der Adjutan- tur des Gauleiters Pg. Lange, der mehrere Jahre in der Gaupropagandaleitung führend tätig war. Dieser Tagung kommt auch deshalb eine weittra- aende Bedeutung zu, weil Gaupropagandaleiter Müller-Scheld zum ersten Mal versuchte, eine Besprechung der Amtsleiter aus den sonst üblichen Wirtsfraussälen heraus in ein Theater zu legen. Dieser Versuch ist gelungen. Das Schauspielhaus war völlig verwandelt. Eine Fülle von Hakenkreuzfahnen belebte Ränge und Bühne. Auf der Bühne selbst hatten auf besonders dazu errichteten Stufen die 38 Kreispropagandaleiter, sowie alle Kreisbetriebszellenobmänner des Gaues Platz genommen. Den Hintergrund bildete ebenfalls eine riesige Ha- kenkreuzfahne. So sahen die anwesenden Propa- gandaleiter als Erstes ein Musterbeispiel der wirkungsvollen Ausschmückung eines Saales. Nachdem die Tagung eröffnet war, entbot der Leiter der Tagung dem Führer ein dreifaches Kampf-Heil. Darauf wurde die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen, und von dem Landes- sympbonieorchester unter Führung von Kapellmei- fter Pg. Cornelius die Ouvertüre „Ans Vaterland" gespielt. Dann begrüßte der stellvertretende Gauleiter Pg. Reiner die Anwesenden im Auftrag des Gauleiters. Anschließend entwickelte Gau- propagandaleiter Müller-Scheld erschöpfend die Richtlinien für den Na tionalen Feiertag desdeutschenDolkes, des 1.Mai 1934. Müller-Scheld erinnerte kurz daran, daß im Gegensatz zu allen anderen Revolutionären Adolf Hitler sich als erster in der ganzen Weltgeschichte eine Macht von so unerhörtem Umfang nicht mit Gewalt, nicht mit Kanonen. Granaten und Bajonetten, nicht mit Terror und Brutalität, sondern mit den Mitteln der Propaganda erobert habe, d. h. daß der Führer so lange um die Seele des deutschen Volkes gerungen habe, mit allen propagandistischen Mitteln der Ueberzeugung, bis ihm die Macht zu- gcfallen sei. Mit den geistigen Mitteln der Propaganda sei die Macht erobert worden und mit denselben Mitteln müsse die Macht erhalten werden. Die Ausgabe der Propaganda werde erst dann zu Ende sein, wenn das Dritte Reich nicht mehr ist, und da nach dem Willen des Führers und aller echten Nationalsozialisten das Dritte Reich ewig dauern soll, wird auch die Propaganda ewig sein. Dann entwickelte Pg. Müller-Scheld die große propagandistische Bedeutung des 1. Mai gegenüber dem Ausland und die große erzieherische Bedeutung für das deutsche Volk selbst Daraufhin sprach er alle Einzelheiten des Programms eindringlich durch. Alle Ausführungen des G«upropa- ganbaleiters waren noch im Laufe der Nacht von Samstag auf Sonntag in Form einer Broschüre gedruckt worden. Jeder Kreispropagandaleiter erhielt nach der Tagung die bereits gedruckten Ausführungen des Gaupropagandaleiters in so zahlreichen Exemplaren ausgehändigt, daß er alle irgendwie betreffs der Organisation des 1. Mai in tVrage kommenden Stellen damit versehen kann. Ein Auszug dieser Ausführungen geht durch die gesamte Presse des Gaues. Der Gesamteindruck der Tagung war überwältigend. Man fühlte an der Art, wie die über tau send Parteigenossen aus allen Teilen des Gaues sich durch die Ausführungen mitreißen ließen, daß der lebendige jugendliche Schwung, der von jeher die NSDAP, ausgezeichnet hat, noch in alter Stärke vorhanden ist. Mit einem Gelöbnis für Adolf Hitler schloß der , stellvertretende Gaupropagandaleiter David Müller die mit starkem Beifall aufgenommene Tagung. Gaupropagandaleiter Müller-Scheld hatte für seine Propagandaleiter eine Aufführung der : Komödie „Schneider Wibbel" vorbereiten lassen. Das Haus war auch hier bis auf den allerletzten , Platz gefüllt. Mit von Szene zu Szene wachsender Anteilnahme lebten die Propagandaleiter dieses echte Volksstück mit und spendeten den Darstellern stürmischen Beifall. der Schule fühlen sie bald, daß sie nicht machet dürfen, was sie wollen, daß nicht nur ihr Mills gilt, sondern daß sie nun Glied des Ganzen sind. Echte Kameradschaftlichkeit und gegenseitige Hilfe» leistung, .das lernt das Kind im Kreise seiner Mitschüler. Viele Einzelwünsche müssen jetzt zurück» gestellt werden. Und das ist gut so. — Deshalb sollen auch die Eltern mit Mut und Zuversicht in die Zukunft schauen und die Freude ihrer Kindei begegnen wollen und der großen Einsamkeit, die vom Himmel ist. Schnallen wir beschämt unsere Brettln an, gehen wir heimlich und leise. Vorher aber wäre ich noch für einen guten Kaffee in dem leuchtenden Speise- saal — wozu diese übertriebene Charakterstärke?! darüber, daß gewisse vier Buchstaben unter Um- fmnöen letztes Heil in Todesnot bedeuten: alle drei Meter setzen sie sich mit der wuchtigen Anmut von Titanen auf ihre Hinterteile. Was so ein Mensch aushalt! ../'Schau nur gar nicht hin" — sagt Robby, und 'st 9run vor Verachtung. Aber ob ich hin- schaue! So was lasse ick mir nicht entgehen, sie sind wunderbar zum Ansehen. At^r schließlich meldet sich auch bei mir Menschenliebe. Sie müssen das Gewicht weiter nach ä?riJe , ~T rate ich christlich. Zwei gläubige Kinderblicke heften sich auf mich, zwei gewichtige Oberkörper neigen sich vor, zwei stattliche Podexe klagen gen Himmel — los geht s! Vier ganze Meter diesmal, dann sitzen beide — krach, bums! auf ihren Nasen, die dazu nicht berufen sind. ^UGtlg liegen sie platt nebeneinander, nie sah ich Preußen und Bayern so einig. Der Berliner richtet sich rasch wieder auf, sicht- hd) verlegen darüber, daß auch unter so fachmänni- fttjer Leitung das Ding schief geht. „Eine äußerst implizierte Chose!" meint er betreten. >11 mÄ ffr^ünd)mer schimpft: „Ganga's mer doch zu mit Eahnara Vordergewicht, Fräulein, da sitz l mt liaba auf mein Hintern, der halt's aus." if‘ n£>t3 Jagen. Robby pfeift vor 3 ? £ P^ern fährt fort nach eigenem 58erIiner' Heller Mann des Fort- mh^hn hnnU^leS °?ch künftighin mit Vorlage, m fur besser, mich zu drücken; I* X"*.Ei’b"".1”"1""* ”»■" Ä “Ä E-s drüben liegt mein Vorarlberg, dieser schönste Got° tesgarten echter Bergfahrerfreude, da liegt Daluga, i>a wartet die einfache Geborgenheit der Unter- Xß XrCtkan 3 , ’’ > , er. Robby, alter Kamerad, da drüben war s besser was? Aber der schimpft noch immer: '(Ein Saustall ist bas, Renntiere da oben, und diese Leute, die nick! skilaufen können, das gehört nicht auf einen Berg " Aber ich glaube bu hast unrecht, Robby, sie ae- horen sehr wohl frier herauf Die Renntiere um wie es nun mal das Los der Tiere scheint auf Crben in Leiben zu beweisen, wie fragroürbia bie Überlegenheit des Menschen ist, _! unb die an. beren roeil diese Bahn und dieses Haus für sie gemacfrt tft für die verhetzten Großstädter denen es eine schnell erreichbare, und nie versiegende Quelle der Erholung, der Gesundung, der irische bedeutet im sinnlosen Tempo ihres Daseins " $ .Aber wir sind es, bie hier nicht mehr hergehören wir, die wir im Berge dem Leben und dem Tod tascken zeigte. Nun deckt ihn schon lange Frankreichs Erde. — Dann gingen die Eltern fort. Da gab es schon mehr Kinder, die laut meinten. Aber der Lehrer beruhigte alle. Er holte feinen schwarzen Kasten hervor und spielte einige Liedchen. Wir dursten auch einmal „singen", mehrstimmig natürlich. Dann wurden uns Bilder gezeigt, eine Geschichte hörten wir auch. Zum Schluß erhielt jedes Kind ein Geschenk. Wir konnten nach Hause gehen. Die Mütter warteten am Schultor. — So sind nun wieder Tausende und aber Tausende deutscher Kinder auf dem Weg, um in der Schule eine zweite Heimat zu finden. Umhütet von mütter- licher Liebe konnten die Kleinen bis jetzt dahinleben, spielen und wieder spielen. Sie waren Herr ihrer Zeit, manchmal sogar die Herren des Hauses. Nun kommt der Staat und befiehlt: Du mußt zur Schule! Die Kinder freuen sich, denn nun fühlen sie sich als „Große". Mit Stolz werden sie den neuen Ranzen tragen. Monatelang haben sie schon davon gesprochen, daß sie jetzt in die Schule kommen. Ihr Wunsch ging in Erfüllung. Für bie Eltern freilich mischt sich in die Freube der Kinder etwas Wehmut. Sie denken vielleicht an das viele Lernen, das nun beginnen soll, an die „bösen" Buben, mit denen nun ihr Kind in Berührung kommt unb vieles anbere. Aber sie sollen hier nicht zu schwarz sehen. Kind ist Kind. Sie haben ja immer noch den Schutz des Elternhauses. Denken wir doch auch daran, wie wichtig gerade die Schule für die Erziehung der Kinder ist. Besonders in den ersten Jahren will das eigentliche Lernen kaum etwas besagen. Aber daß die kleinen Kerlchen sick nun einfügen müssen in eine größere Gememsckaft, das ist von allergrößter Bedeutung und die beste Vorbereitung für das Leben. Hier in Koloniales Gedenkjahr -1934 OieSchulaufnahmeder ABL-Gchützen Wenn wir in einer stillen Stunde mit unfern Gedanken zurückwandern und uns an die Kinder- zeit erinnern, dann tauchen aus dem Meer der Vergangenheit einzelne Tage unb Stunben wie Er- innerungsinfeln grüßend hervor. Es find solche Ereignisse, die sich oem kindlichen Gemüte unauslöschlich einprägten, und wenn sie freudiger Natur waren, so können sie uns heute noch wie Sonnenstrahlen das Leben erhellen. Für bie meisten Menschen ist der Tag der Schulaufnahme sicher auch eine solche Erinnerungsinsel. Wir sehen uns im Geiste, geführt von ber mütterlichen Hanb, bie Treppen jenes hohen Hauses, das wir immer mit gehöriger Achtung von außen betrachtet hatten, hinaufsteigen unb in ben großen Saal treten. Dort stauben schon zahlreiche Frauen mit Kindern, zum Teil waren es Bekannte, aber auch viele frembe Gesichter tauchten auf. Unsere Augen hielten Ausschau nach bem Mann, von dem wir zwar schon gehört hatten, daß er ganz gut fei, aber uns erjefrien er doch wie ein Mensch aus einer andern Welt. Nun sahen wir den Lehrer. Er hatte eine Liste in ber Hand und fing an, unsere Namen zu verlesen. Wir erhielten unsere Plätze. Da gab es schon bei einigen verzärtelten Kindern die ersten Tränen, als sie sich von der Mutterhand lösen mußten. Andere wieder waren ganz vergnügt und plauderten ruhig weiter. Neben mir saß ein schwarz- lockiges Bürschlein, dessen Mund keinen Augenblick stillstand. Er zeigte mir feine neuen Hosen und die zwei großen Taschen. Das war für mich natürlich etwas ganz Besonderes, denn die Kleider der kleinen Fünfjährigen hatten zu unserer Zeit noch keine Taschen. Und so oft ich meinen Schulkameraden später im Leben traf, mußte ich an jene Stunde denken, in der er mir seine schönen Hosen- Der Reichskolonialbund hat mit Zustimmung der zuständigen Stellen bei der Reichsleitung der NSDAP, einen Aufruf zur Veranstaltung eines deutschen kolonialen Gedenkjahres erlassen zur Erinnerung an den Erwerb der deutschen Kolonien vor 50 Jahren und zur Bekundung des kolonialen Willens des gesamten deutschen Volkes. Höhepunkt dieser Veranstaltung soll ein allgemeiner deutscher Kolonial-Gedenk- tag am 8. Iuli sein. Der Sinn dieses Gedenkjahres ist nicht, wie aus gewissen Presseäußerungen entnommen werden könnte, lediglich der einer Traditionsfeier, und sein Zweck steht keineswegs irgendwie im Widerspruch zu den grundsätzlichen Forderungen des Führers hinsichtlich der nationalsozialistischen Bodenpolitik der Zukunft. Der Führer hat seine programmatische Forderung in Punkt 3 des Parteiprogramms „Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und zur Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses" aufgestellt. In feiner großen Reichstagsrede vom 23. März 1933 hat er ausgeführt: „Wir wissen, daß die geographische Lage des rohstoffarmen Deutschland eine Autarkie für unser Reich nicht zuläßt" und hinzugefügt, daß wir die Verbindung mit der Welt nötig haben, und daß die Arbeit für den Absatz der deutschen Waren in der Welt viele Millionen deutscher Volksgenossen ernährt. Was die Versorgung mit Rohstoffen aus eigenen Kolonialgebieten anbetrifft, hat er bereits am 11. Februar 1933 dem Vertreter des „Sunday-Expreß" gegenüber erklärt, daß Deutschland koloniale Bestrebungen keineswegs aufgegeben habe, ,und daß auch dieses Problem gerecht gelöst werden müsse, unb er sagte wörtlich: „Es gibt eine große Menge Dinge, die Deutschland aus ben Kolonien beziehen mutz, unb wir brauchen Kolonien genau so nötig wie irgenb eine anbere Macht." In seinen Erklärungen gegenüber bem Vertreter ber „Daily Mail", Warb Price, vom 18. Oktober 1933 (23. B. 293 vom 20. Oktober 1933) hat er erneut zum deutschen Raumproblem Bornotizen. ' — Tageskalender für Dienstag! Stadttheater, 20 bis 22,30 Uhr „Robinson soll nicht 1 sterben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gold". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. Anordnung des Landesbischofs zum 1. Mai. Eingedenk ihrer hohen Aufgabe, durch Darbietung des Evangeliums dem Volke zu dienen, begeht die evangelische Landeskirche in inniger Volksverbundenheit die Feier des 1. Mai. Einer Anregung des Herrn Gaupropagandaleiters Müller- Scheld folgend, ordne ich an, daß in allen evangelischen Kirchen unseres Landes am Vorabend des 1. Mai feierliche Gottesdienste gehalten werden. 3n Lied, Gebet und predigt soll die reformatorische Erkenntnis vom Segen der Arbeit als einem Gottesdienst und zugleich der aufrichtige Dank zum Ausdruck gebracht werden, den wir dem allmächtigen Gott schulden, daß er uns den Führer geschenkt hat, dem es gelungen ist, in der Zeitspanne eines Jahres Millionen deutscher Menschen der Verzweiflung zu entreißen und ihnen wieder Arbeit und Vrot zu schaffen. In besonderen Fällen kann an Stelle der Abendfeler ein F r ü h g o t t e s d i e n st am 1. Mai abgehalten werden. Wer wagt es, noch abseits zu stehen? Don ber Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront wirb mitgeteilt: Arn 1. Mai, bem Tag ber nationalen Arbeit, werben bie Reihen ber Deutschen Arbeitsfront geschloffen. Die Deutsche Arbeitsfront ist die einzige Organisation, bie alle schaffenben Volksgenossen vom Werkbirektor bis zum Lehrling, vorn Architekten bis' zum letzten Bauarbeiter umfaßt. Sie verkörpert bie große beutsche Volks» gemeinschaft. Welcher rechtschaffene Deutsche will sich freiwillig aus biefer Gemeinschaft ausschließen? Die Deutsche Arbeitsfront führt Millionen schasfenbe Volksgenossen aus ihrem täglichen zermürbenben Lebenskampf hinauf zu einer lebendigen Mitwirkung beim organischen Aufbau unseres Staates. Jebes Mitglied wirb als wertvolles Glied einer Wirtschaftszelle burch bie Arbeitsfront belebt, geschützt unb vorwärts getragen. Welche Gefolgschaftsleute unb welche Führer ber Betriebe wollen sich ihrer Pflicht ber unbedingten Verbundenheit ben Volksgenossen gegenüber unb ihrer Verantwortung vor bem Führer unb ber Na- tion freiwillig unb bewußt entziehen? Bedenkt immer wieder: Es gehtumDeutsch- land, um unser endlich miebergefunbenes Deutsch- land! Die Lotterie der nationalsozialistischen Idee. Wieviel Lotterien sind schon ins Leben gerufen worben! Aber hat je eine daran gedacht, Gewinne für viele zu bringen? Bisher hat noch jede Geldlotterie das Hauptinteresse auf einen ansehnlichen Hauptgewinn gelenkt. Nur einer konnte wirklich durch sie Glück finden... Da erwachte plötzlich unter Adolf Hitler s Führung im deutschen Volke das einzigartige, nationalsozialistische Empfinden, das nicht erlaubt, baß nur ein Einzelner glücklich werde, sondern das Glück und Wohlergehen aller unserer Brüder, Freunde und Kameraden, also aller Volks- genossen ins Auge faßt. Und aus diesem starken, völkisch-kameradschaftlichen Empfinden reifte die Idee ZU einer wahren nationalsozialistischen Lotterie, die vielen Deutschen etwas bringen dahin Stellung genommen, daß Deutschland zu viel Menschen auf seiner Bvdenfläche habe und es im Interesse der Welt liege, einer großen Nation die erforderlichen Lebensnotwendigkeiten nicht vorzuent- halten. Deutschland sei genau so fähig, Kolonien zu verwalten und zu organisieren wie andere Völker, und die Frage der Zuteilung kolonialer Gebiete werde auf dem Wege von friedlichen Verhandlungen zu lösen sein. Die Rückgewinnung ber Kolonien hat aber nach Ansicht des Reichskolonialbundes neben ber Sicherung der Versorgung der Heimat mit kolonialen Rohstoffen und der Erschließung eigener überseeischer Absatzgebiete für bie heimische Arbeitsbeschaffung vor allem auch ben Zweck, bem stetigen Abströmen bes deutschen Bevölkerungsüberschusses in frembe Länder Einhalt zu gebieten und bie deutsche überseeische Auswanderung, soweit sie in Zukunft noch stattfindet, in eigene nationale Siedlungsgebiete überzuführen, zur Erhaltung des Volkstums im Sinne bes Grunbgebankens von Blut unb Boben. Der Reichskolonialbund will daher bas koloniale Gebenkjahr burchführen nicht nur als eine Aeuße- rung bes Dankes für bie großen Taten unserer Kolonialpioniere burch ein ganzes Menschenalter hinburch, fonbern auch als Bekundung des Willens des deutschen Volkes, seine verletzte koloniale Ehre wieder herzu stellen und fein gleiches Recht unter den Völkern auch auf kolonialem Gebiete, sowie die Erfüllung seiner kolonialen Notwendigkeiten zu fordern. Der Aufruf des Reichskolonialbundes hat daher im ganzen deutschen Volke ein lebhaftes Echo gefunden, und der koloniale Gedenktag des 8. Juli wird im einmütigen Zusammenwirken aller in Betracht kommenden Stellen mit dem Reichskolonialbund zu einem wahren deutschen Volkstag ausgestaltet werden. Kolonialdeutsche und Kolonialfreunde wollen sich zwecks Anschluß melden bei O. W. Baller, Frankfurt am Main, Postfach 1682, Fernruf 63 250. Diskrete Musik erklingt, eine Menukarte wird uns überreicht, Kellner huschen; vor den Fenstern lachen verächtlich bie Bergbohlen. Der Sitz wird uns zu warm unter unfern braven, gewachsten Hofen: alter Robby, ist bies für bieses Jahr das Ende unserer ehrlichen Skifahrerlaufbahn? Wie sollen wir jemals wieder unfern anständigen Brettln in die Augen schauen? Aber nun heißt's durch. Und wir beginnen mit Hummern in Gelee und enden mit Halbgefrorenem ä la Sevilla. Bisher war es unsere Gewohnheit gewesen, auf sonne- und windumstossenen Gipfeln Speck, Delfarbinen und Dörrpflaumen zu verzehren. Man muß seine Schmach bis zu Ende durchleben: nun noch ein Mokka in der Bar. Tiefe, herrliche Sessel, Mixbecher, ein Barkeeper; man glaubt sich in Berlin W. und ist es auch, ein Blick in die Runde bestätigt es. Wir werden mit großem Interesse angestarrt, gleich wird man die Feldstecher auf uns riffrten, wie auf die erhofften Gemsen, die doch meistens Ziegen sind. Robby, alter Junge — So, nun erhebe dich, Genosse meiner Schmach, nun wollen wir sehen, ob Hummer und Halb- gefrorenes, und was dazwischen lag, uns noch ge» patten, einen Christiania stehend zu durchleben. Schamvoll niedergeschlagenen Auges schnallen wir oie Brettln an, sie, die uns durch die Nebel- und ^chneeeinsamkeiten der Dreitausender getragen haben; verwundert besehen sie sich die sanfte xibene — Was kreuzt unfern milden Lauf?!! Seltsame, große Tiere wandern gekrönten Hauptes durch den ? !5ren Insten schwarzen Augen steht Heimatlosigkeit. Renntiere sind es, hier herauf ver- um Herren und Damen auf kleinen Schlit- Sin anarh>e«nne»^tUt burd) ben Schnee zu ziehen, den TmnUn U£terfQnS.en' bei dem die Tiere mit unh hiJ Sfl((ÖQUfn(,n,t tiefen Schnee versinken Sendiinn en' ?° ^J’ewufet ihrer hochalpinen hPimnJhn' .^regende Photographien für die Da- beimgebliebenen anfertigen. Berlin-W. muß seine Rob^n Penntier schweigt. Nur Robby schweigt nicht, doch was er sagt ich schwer baiuwar.sch und entzieht sich der Äiedergab? Neben uns üben im Schweiße ihres Anaestckts ein Bager aus München und ein Preuße aus Ber^ in. Bayern ist in kurzen Krachledernen M handfest treuherzig und bodenständig; Preußen in wun- b7barem Skäreß, ist smart und charmant. Können tun sie beide nichts, sind sich aber von Herzen klar Zeitschriften. Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik, Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde — Diese prächtig ausgestattete, mit wertvollen Beiträgen und zahlreichen schönen Ab- bildungen und Bildtafeln'versehene Monatsschrift, die in gutverständlicher Darstellungsweise über das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und Technik berichtet, wendet sich an jeden Natur- und Heimatfreund. Der neue Jahrgang hat soeben begonnen. In jeder Hinsicht kann der „Naturforscher" zu den führenden naturkundlichen Zeitschriften gerechnet werden. Die wertvollen Bestrebungen, unsere Wälder als ewige Kraftquelle für Körper und Geist in ihrer natürlichen Gestalt zu erhalten, findet heute überall großen Widerhall. In den vergangen nen Jahrzehnten sind große Teile unserer Wälder unter alleiniger Berücksichtigung wirtschaftlicher Grunde verschandelt und jeglicher Reize beraubt worden. Heute hat man Wege gefunden, die es er- möglichen, durch Waldpflege und Waldschuh die gleiche Nutzung zu erzielen, ohne daß dadurch die Schönheit der Waldnatur verloren geht. Hierüber berichtet im Aprilheft Geheimrat Prof. Dr. Fabri« cius in seinem mit vielen Bildern geschmückten Beitrag „Urwald und Kulturwald". Privatdozent Dr. Ernst Nowack zeigt auf Grund feiner eigenen Beobachtungen und Aufnahmen, daß sich vor unseren Augen auf dem Balkan Erdumgestaltungen von solchem Ausmaß vollziehen, daß wir sie den früheren Umgestaltungen des Erdkörpers (z. B. Entstehung der Alpen) mit Recht an die Seite stellen können Zu einem anderen Gebiet der großen Fragen führt uns Privatdozent Dr. ten Brüggen- cate m seinem Aufsatz über die „Entwicklung der Sterne" und zeigt, wie man aus der Lichtmenge und Lichtbeschaffenheit auf den Zustand der Sterne schließt. Besonders reizvolle Beobachtungen von „seinen" Wanderfalken gibt Volkmar Graumüller wieder. Der Verfasser hat allen Gefahren und Beschwerden zum Trotz in einem als Beobachtungskorb hergerichteten Wäschekorb bis zu 34 Stunden hintereinander, 65 Meter über der Talsohle schwebend, ausharren können, um zuzusehen, wie die Wanderfalken in einsamer Höhe leben. Prächtig« Bilder lohnten die Geduld und Anspannung. im Frack eilen umher. Das gibt uns doch einen U. schmerzlichen Riß in unsere skihüttenerfüllten Herzen; stä Robby verstummt wieder. M Aber man muß dem Feind begegnen, indem man chn angxeift: wir setzen uns zu Tisch. soll und allen Deutschen den großen ideellen Gewinn: Arbeit! Ab 2 0. April sind die braunen Lose mit dem symbolischen Bild der deutschen schaffenden Aufbauarbeit und der gewichtigen Inschrift: „Dem beut- scheu Volke" überall zu haben. Eineinhalb Millionen Mark werden ausgelost. Vielen Deutschen ebnet damit die neue NSDAP.- Geldlotterie den Weg zum Glück und allen bietet sie eine gute Möglichkeit, im Sinne der nationalsozialistischen Idee das Ihre zur deutschen Aufbauarbeit beizutragen. 7!S.-Gemeinschast„Krast durchIreude" Mr fahren auf die See! Im Rahmen der Ferienfahrten der RS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" fährt ein Urlauberzug am 6. Mai d. I. nach Hamburg. Die Teilnehmer kommen am Montag, 7. Mai, vormittags in Hamburg an, nehmen eine Hafenbesichtigung vor und besteigen am Machmittag das Schiff „Monte Olivia". Anschließend eine Seefahrt auf die Nordsee bis an die englische Küste bis Samstag oder Sonntag vormittag. Preis der Fahrt einschl. voller Verpflegung, jedoch ohne Getränke und Rauchwaren 45.— RM. für die Zeit vom 6. bis 13. Mai pro Person. Für das ganze Gaugebiet können 368 männliche, 195 weibliche Personen und 17 Ehepaare teilnehmen. Wer daran teilnehmen will, hat sich umgehend der zuständigen Dienststelle der NSBO. zu melden, die Die Meldungen bis spätestens 22. April 1934 an die Kreisbetriebszellenabteilung, Abtl. „Kraft durch Freude" abgeben muß. Dieser Termin ist unter allen Umständen einzuhalten. Was nach dem 2 2. April kommt, kann nickt berücksichtigt werden. Eine zweite Ferienfahrt im Monat Mai geht vom 12. bis zum 20. Mai nach Wildungen/Waldeck. Ge- samtkvsten 25.— RM. Letzter Meldetag 28. April 1934. Eine dritte Fahrt geht im Monat Mai in die Bayerische Pfalz vom 18. bis 27 Mai. Gesamtkosten bis zu 24.— RM. Auch hier letzter Meldetermin: 28. April 1934. Für die beiden letzten Fahrten gilt im wesentlichen dasselbe wie oben. Gießen, 16. April 1934. Heil Hitler! gez. Christ, ftreismart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", f. d. R. gez. E. Sack, Geschäftsführer. Au« parteiamtlichenBekanntmachungen Die Ortsgruppe Gießen des Bundes Natio- fozialistischer Deutscher Juristen, Gruppe Referendare und Assessoren, veranstaltet am morgigen Mittwoch, 18 April, 17.15 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeit einen weiteren Schulungsvortrag, den Beigeordneter Bartholomäus über das Gesetz zum Schutz der nationalen Arbeit halten wird. Den in Gießen wohnhaften Kameraden wird der Besuch der Veranstaltung zur Pflicht gemacht, die auswärtigen Kameraden müssen nach Möglichkeit erscheinen. Gäste und Mitglieder der anderen Fachgruppen des BNSDJ. sind willkommen. Die in der N S. - F r a u e n s ch a f t Gießen- O st für morgen angesetzte Chorstunde findet bereits n Gießen jederzeit im Schul- gebäude Goethestr. 32 knrrW fn Herborn vormittags v. 8-1 lm Schulgebäude Sdilageter- wandte er sich an die zur Aufnahme in die Trainingsgemeinschaft versammeltes Leichtathleten und bedeutete sie, daß eine unbedingte Ein- und Unterordnung verlangt werde. Der Kreisathletikwart streifte alsdann noch kurz die Frage, ob in Gießen die Bildung einer Trainingsgemeinschaft am Platze sei. Dank der zielbe- wußten Arbeit der Gießener Sport- und Turnvereine könne das mit ruhigem Gewissen bejaht werden. Unsere Stadt habe im Laufe der Jahre auf leichtathletischem Gebiet einen sehr guten Rus erhalten. Angehörige Gießener Vereine hätten schon die deutschen Farben gegen das Ausland vertreten bzw. eien bereits in die spezielle Olympiavorbereitung eingereiht. Von den Anwesenden traf dies zu auf Gerhardt, Kilo, Gugel und Jung (sämtlich Spielvereinigung 1900). Mit einem Wort Adolf Hitlers beschloß der Leichtachletikfachwart seine Aus- ührungen. M.SkWWm in allerbester Lage, mit modernen Schaufenstern, weit unter Preis sofort zu verkauf. Schriftl Anaeb unt. 02073 an d. Gi?ßen. Anzeia.' gruppen gövllvek, wo sie kn der Hand- habuna des Sprengstoffes auf Weisung der Hauptbeschuldigten Schulz und Eberts von den Mitangeklagten Karl Götzinger und Gutsmütel unterrichtet wurden. Ferner wurden Schulungskurse abgehalten, in der die Sprengung von Eisenbahnschienen und Brucken sowie die Erstürmung und Besetzung öffentlicher Gebäude erörtert wurden. Den gleichen umstürzlerischen Absichten entsprang auch das Bestreben der Angeklagten nach Schußwaffen, die sie sich zum Teil sogar durch Einbruchsdiebstähle zu verschaffen erdreisteten. Wenn sie heute ihrer Waffenleidenschaft eine harmlose Deutung zu geben versuchen, so können sie hiermit angesichts des vorliegenden Belastungsmaterials keinen Glauben finden. Rach mehrstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende des Strafsenats das Urteil, wonach auf insgesamt 27 Jahre und 9 Monate Zuchthaus und 17 Jahre und 8 Monate Gefängnis erkannt wurde. Es erhielten Zuchthausstrafen die Angeklagten Otto Kästner Box-Europameister. Noch in den späten Abendstunden des Sonntags wurden in Budapest die Europameisterschaften der Amateurboxer entschieden. *Dabei gelang es auch einem Deutschen, sich in den Besitz des' Titels zu bringen. Der deutsche Federgewichtsmeister Otto Kästner-Erfurt schlug im Endkampf seinen ungarischen Gegner Grygyes sicher nach Punkten. Der zweite Deutsche, der Berliner Schwergewichtler Runge lieferte ebenfalls einen überraschend guten Kampf, unterlag aber gegen den bärenstarken Finnen Baerlund doch nach Punkten. Die neuen Europameister vom Fliegengewicht aufwärts zeigen folgendes Bild. Palmer- England, E n e k e s - Ungarn, Kästner-Deutschland, F a c ch i n - Italien, Mac Cleave-England, S z i g e t i - Ungarn, Zehetmeyer-Oesterreich und Baerlund- Finnland. Im Länderklassement liegt Ungarn mit 22 Punkten vor England (12 P.) und Deutschland (12 P.) an der Spitze. Deutsche Reiter in Nizza. Der Empfang. Das 14. Internationale Militärreitturnier in Nizza wurde Samstag durch einen Empfang zu Ehren Flimm, Walltorstraße 63 <04’L Legler, Hindenburgwall 5 Buchacker, Neuen Baue 11 ben? Aufgabe der Trainingsgemeinschaft sei die dauernde Erfassung der Könner und die Eingliederung der Talente ohne Rücksicht auf irgendwelche Vereins- oder Verbandszugehörigkeit. Die Ausbildungsziele in der Trainingsgemeinschaft hätten zu sein: Nationale Erziehung, Führer- und Leistungsprinzip, Förderung des Sportgeistes und Pflege der Kameradschaft. Des weiteren würden erfolgen disziplinäre Schulungen und Ordnungsübungen nach den Richtlinien des deutschen Leichtathletik-Verbandes. Den weitesten Raum werde natürlich die technische Weiterbildung der Teilnehmer einnehmen. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1936 könne die Arbeit nicht ernst genug genommen werden, machten doch die leichtathletischen Uebungen den Kernpunkt des olympischen Programmes aus. Herr Richtberg wies weiter darauf hin, daß es für die Trainingsgemeinschaft eine Notwendigkeit sei, in steter Verbindung mit den Behörden, Vey? bänden, Organisationen und der Wehrmacht zu blei- ben. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen Links oben: Ruderer auf dem Werbemarsch. — Rechts oben: Während der feierlichen Trat- ningsverpflichtung. — Links unten: Die Damen bringen ihr Boot zu Wasser. — Rechts unten: __ Während dem Anrudern. | Alsdann nahm der Krelsbeaufkragte Mohk bte I eigentliche Verpflichtung vor. Zunächst legte Kilo (1900) für die Aktiven das Gelöbnis ab, als ehrliche Kämpfer ein sportgerechtes Leben zu führen untz sich mit allen Kräften auf die große nationale Aufgabe vorzubereiten. Der Handschlag jedes Mitgliedes der Trainingsgemeinschast mit Herrn Mohr be. kräftigte dies. Der Kreisbeauftragte wünschte ersprießliche Arbeit und teilte mit, daß er von Zeit zu Zeit Einblick nehmen werde. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler wurde die Feier abgeschlossen. Darauf wurde noch ein Stück Trainingsarbeit der Mittel- und Langstreckler in Form eines Viertel- bzw. Halbstunde-Paarlaufens gezeigt. Es gab abwechselungsreiche, spannende Kämpfe. Die Plazierungen waren wie folgt: Viertelstunde: 1. Peters/Linsemann 5245 Meter; 2. Grünewald/Jung 5194 Meter; 3. Mootz/ Bepperling 5050 Meter. Halbstunde: 1. Gebr. Reidel, Heuchelheim 9753 Meter; 2. Gerhardt/ Schaaf 9596 Meter; 3. G. Koch/Holzapfel 5050 Meter. MS? Geiern „Beton-Iinä rSjZ ...... r ■ ' ' tamrlrtii ftfnaoinon.Ml Wir bekennen offen II daß wir wissen, warum wir mit Stolz und I Freude unsere Verteilungsstelle besuchen. II Hier wieder ein Zeichen I größter Leistungsfähigkeit. ■ I Diese Woche: Zusammen 1 Pfund Gulasch und q g" 1 Pfund Schnittnudeln.....O53 Pfl I £p*20.April beginnt die neue \ Ziehung der Preuss.-Südd. i Klassenlofterie. 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