Nr. 65 Mer Matt M- Jahrgang Somstog, 17. März 1934 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Hernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrantfurl am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Buch- und Steindruckerei R. 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Anscheinend sucht man am Quai d Orsay nur nach einer entsprechenden Form des französischen „Nein", um das Odium für das endgültige Scheitern der Abrüstung von den französischen Schultern abzuwälzen und die Verantwortung Deutschland in die Schuhe zu schieben. Einen Vorgeschmack der französischen Note erhält man aus den französischen Dokumenten und dem Begleitschreiben des Außenministers Barthou, die Henderson, der Präsident der im Todeskampf liegenden Abrüstungskonferenz, im Rahmen einer Dokumentensammlung jetzt veröffentlicht hat und die den zwischen den Mächten in den letzten Wochen gepflogenen Schriftwechsel enthält. Zum erstenmal wird in dieser Dokumentensammlung auch das deutsche Metnoranüum veröffentlicht, das am 18. Dezember dem französischen Botschafter übergeben wurde und auf das die französische Denkschrift vom 1. Januar die Antwort bildete. Während die deutschen Vorschläge eine aufrichtige Verständigungsbereitschaft bekunden, zeigen die französischen Dokumente, daß Frankreich nach wie vor allen praktischen Abrüstungsmaßnahmen gegenüber unnachgiebig geblieben ist. Barthous Brief besonders läßt erkennen, daß mit einer negativen Antwort Frankreichs auf die Frage, die Eden als Ergebnis feiner Rundreise in Paris vorgelegt hat, zu' rechnen ist. Es ist unschwer vorauszusehen, daß die französische Antwort an England sich in den gleichen Gedankengängen wie das Schreiben Barthous bewegen wird. Nach den Andeutungen der maßgebenden französischen Presse wird sich Frankreich jeder Verstärkung der deutschen Rüstung, abgesehen von einer solchen, die im Zuge der Reorganisation der Reichswehr liegt, widersetzen, auf dauernder und effektiver internationaler Kontrolle sowohl der Mannschaftsstärke wie des Materials und vor allen Dingen auf der Auflösung der deutschen sogenannten „militärähnlichen Formationen" bestehen. Von deutscher Seite ist unablässig und eindeutig dargelegt, aus welchen Gründen diese Verbände nicht als militärisch bewertet werden können. Frankreich will diese Argumente nicht gelten lassen, es sucht eben einen Vorwand für ihre Beseitigung. Die deutschen „militärähnlichen" Verbände sollen aufgelöst, oder zum mindesten auf die deutsche Truppenzahl angerechnet werden. Auch hier mißt Frankreich mit doppeltem Maß. Die „ausgebildeten Reserven", für die das entsprechende Kriegsmaterial sofort greifbar vorhanden ist, will Frankreich sich nicht auf die eigene Truppenstärke anrechnen lassen. Dabei handelt es sich aber bei den ausgebildeten Reserven, und ebenso bei den Kolonialtruppen, nicht bloß um „militärähnliche", sondern um durchaus militärische Faktoren, die mit den völlig unbewaffneten Formationen der SA. und SS. nicht einmal im Scherz in einem Atem genannt werden können. Das Reservoir der französischen Winkelzüge ist unerschöpflich, wenn es gilt, Vorwände zu finden, um sich der vertraglichen Verpflichtung zur Abrüstung zu entziehen. Plötzlich wird die Abrüstungs- Verpflichtung aus dem Versailler Diktat überhaupt verneint und die Sicherheitsfrage erneut mit der Gleichberechtigungsfrage dergestalt in Zusammenhang gebracht, daß die Gleichberechtigung Deutschlands niemals bedingungslos anerkannt fei, sondern lediglich unter der Voraussetzung der Sicherheit, die aber fehle. Der längst in der Versenkung verschwundene alte Tardieu-Plan, den der damalige französische Ministerpräsident zu Beginn der Abrüstungskonferenz am 5. Februar 1932 der Konferenz vorlegte mit seinen Anklängen an das.Genfer Protokoll und seinen unhaltbaren Vorschlägen auf Zurverfügungstellung der Zivilluftfahrt an den Völkerbund und Bildung einer Völkerbundsstreitmacht zur Durchführung von Sanktionen auf Grund des Artikels 16 der Völkerbundssatzung taucht wieder auf. Um allem die Krone aufzusetzen, wird mit der Saarfrage als Erpressungs- und Druckmittel gegen Deutschland gedroht. Deutschland habe, so argumentiert man in Paris, durch seine Ausrüstung den Versailler Vertrag gebrochen, also könne Frankreich das Saargebiet nicht räumen. Als ob Frankreich allein über die Rückgabe der Saar zu entscheiden hätte, und nicht der Völkerbund in seiner Gesamtheit! Anscheinend glaubt man in Paris in dem Völkerbund ein willfähriges Werkzeug der französischen Erpresserpolitik zu finden. Kurz, das ganze Abrüstungsproblem scheint wieder um Jahre zurückgeworfen; es ist als ob man 1925 und nicht 1934 schriebe. In jedem Falle ist die Hoffnung, daß sich Frankreich auf den Boden des enalischen Memorandums stellen werde, trügerisch gewesen. Selbst wenn, was unwahrscheinlich ist, die französischen Manöver nur daraus hinauslaufen sollten, England zu einem erneuten Druck auf Deutschland' im Sinne eines weiteren Nachgebens ^u veranlassen, keine deutsche Konzession wäre weit- -gehend genug, um Frankreich zu befriedigen. Jedes Deutsche Nachgeben würde nur neue französische Forderungen äuslöfen. Die Möglichkeiten deutscher Zugeständnisse sind aber erschöpft. Darüber dürfte die deutsche Antwort auf die völlig unbefriedigende französische Note vom 14. Februar, die inzwischen der französischen Regierung zugestellt worden ist, Dem Quai d'Orsay keinen Zweifel gelassen haben. Jede weitere Vermittlertätigkeit, von welcher Seite sie auch kommen mag, könnte nur in Paris einsetzen. Ob England sich aber zu einem energischen Druck auf Frankreich bereit finden lassen wird, muß nach Heute Ltnterzeichnung zweier Protokolle als Ergebnis der Oreierbesprechung in Rom. Das politische Protokoll Wird veröffentlicht. Andere Länder zum Bditritt eingeladen. Rom, 17. Mörz. (DRV. Funkspruch.) Laut Mitteilung der Agenzia Stefani hat am Freitagnachmiltag im Palazzo Venezia zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös eine neue Zusammenkunft stattgefunden, die drei Stunden dauerte und in der die am Donnerstag begonnene Erörterung der wirtschaftlichen und politischen Fragen mit der Paraphierung zweier Protokolle abgeschlossen wurde. Die Protokolle sollen b e - ceits am heutigen Samstag unterzeichnet werden. Der römische Vertreter von havas erklärt, es sei wahrscheinlich, daß neben der gemeinsamen Verlautbarung, die im Laufe des heutigen Samstags herausgegeben werde, auch der Wortlaut des einen der beiden Protokolle veröffentlicht werde, das politischen Charakter trage. Dieses Protokoll vereinige die drei Länder jedoch nicht zu einem festen Block, sondern beschränke sich darauf, die gemeinsamen Interessen und die Notwendigkeit einer dauernden Zusammenarbeit festzustellen. Es sei im übrigen von denselben Gedankengängen getragen wie der Viererpakt und enthalte eine Einladung 3 u m Beitritt an alle anderen Mächte, die an der Wiederher st ellung des Gleichgewichts in Mitteleuropa interessiert seien. Es scheine auch nicht, daß im politischen Protokoll von einer möglichen Revision der territorialen Klauseln der Friedensverträge die Rede sei. Das Echo m LonSou London, 17. März (DNB. Funkspruch) Der römische Berichterstatter der „Times" nimmt an, daß man sich endgültig über eine Art Gegenseitigkeit s-K onsultativpakt geeinigt hat, während die wirtschaftlichen Verhandlungen noch nicht völlig abgeschlossen seien. Das politische Abkommen werde für den Beitritt anderer Staaten offengelassen werden, aber man könne annehmen, daß niemand eine besondere Einladung erhalten wird. Es erscheine überhaupt sehr problematisch, ob irgend ein anderes Land einen Beitritt wünsche. Besonders scheine die Zeit für ein solches politisches Abkommen zwischen Ungarn und der Tschechoslowakei noch nicht gekommen zu sein, das Ungarn befriedigen würde. Außerdem könne die Tschechoslowakei angesichts der Bedingungen des Abkommens zwischen den Staaten der Kleinen Entente unter keinen Umständen in eine Abmachung mit Ungarn eintreten, ohne seine beiden Verbündeten befragt zu haben. Der italienisch-österreichisch-ungarische Konsultativpakt werde daher sehr wenig dazu beitragen, den gegenwärtigen Tatsachenbestand zu ändern. Man könne besonders erwarten, daß er die Stellung von Dollfuß moralisch stärken und Oe st erreich fester an Italien binden werde. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" weiß, daß der Geist und die Methoden der römischen Besprechungen in englischen Kreisen begrüßt werden. Der Duce habe irgendwelche wirtschaftlichen Vereinbarungen und besondere politische Bindungen, die gegen die Interessen der anderen Nachbarn Oesterreichs und Ungarns verstoßen würden, sorgfältig vermieden. Deutschlands A n - den letzten Erklärungen Edens im Unterhaus bezwei feit werden. England scheint mehr durch die frau.y fische als durch die deutsche Brille zu sehen. Doch de' Lordsiegelbewahrer sollte aus der Geschichte seine- eigenen Landes wissen, daß Frankreichs Suche nach Sicherheit nicht auf „tiefverwurzelten Erinnerungen" beruht, wie er dozierte, sondern auf sehr handgreiflichen rein machtpolitischen Ambitionen. Die Geschichte der letzten Jahrhunderte ist ja geradezu eine Kette von Abwehrmaßnahmen der übrigen europäischen Völker gegen Frankreichs Streben nach Vorherrschaft auf dem Kontinent, und vor allem Englands Beteiligung an den festländischen Koalitionsfrieden sowohl gegen Ludwig XIV. und Ludwig XV., wie später gegen Napoleon ist doch der schlagendste Beweis dafür daß man damals auch in England die Tendenz der französischen Machtpolitik durchaus richtig erkannt hatte. Eben weil Frankreich darauf ausgeht, das Gleichgewicht der Mächte auf dem europäischen Kontinent zu vernichten und seine eigene Vorherrschaft aufzurichten, wurden König Wilhelm III. von England, die beiden Pitts und Castle- reagh, die Seele der Koalitionen gegen Frankreich, eben deshalb haben die großen britischen Feldherren Malborough und Wellington wie der Seeheld Nelson ihre Siege gegen französische Waffen erfochten. Wenn man schon historische Erinnerungen ins Gedächtnis zurückruft, um politische Forderungen der Gegenwart begründen zu helfen, stände es einem britischen Minister besser an, sich auf die Rolle des eigenen Landes im jahrhundertelangen Kampf um den Frieden Europas zu besinnen. Denn heute steht der .europäische Kontinent erneut im Kampf um recht auf seine Teilnahme werde voll anerkannt. Mussolini habe verschiedenen Mächten, die neuerdings die italienischen Motive und Schritte scharf kritisierten, eine Lektion in inter- national-freundschaftlichem Ton erteilt. In einem Leitartikel desselben Blattes wird allerdings eine gewisse Besorgnis ausgesprochen, daß Mussolinis politische Erklärung nicht ganz reibungslos ausgenommen werde. Man könne nicht erwarten, daß der Text des Abkommens die besorgten Gefühle in Berlin und innerhalb der Kleinen Entente völlig zerstreuen werde. Dies könne kaum der Fall sein, wenn Italien d i e Rolle des „großen Bruders" für Oesterreich und Ungarn übernommen habe. Das neue Abkommen fei aber weder von exklusivem, noch von aggressivem Charakter und insbesondere sei nicht davon die Rede, daß damit ein neuer europäischer Block zustande gekommen sei. Was das wirtschaftliche Ergebnis anlangt, so wird in London besonderer Nachdruck auf die Entscheidung gelegt, die Häfen von Triest und Fiume für den österreich-ungarischen Handel zu öffnen. Dies sei auch für die englische Schiffahrt von Interesse. Die österreichischen Bundesbahnen hätten den Kauf englischer Kohle über Triest an Stelle mitteleuropäischer auf dem Landwege beförderter Lieferungen erwogen. Englische Kohle werde gegen österreichisches Holz ausgetauscht werden. Befriedigung in Frankreich. Keine Revisionsforderung. — Der Fühler zur Kleinen Entente. Paris, 17. März. (DNB. Funkspruch.) „Jour" glaubt die Auffassung der amtlichen französischen Kreise über die Verhandlungen in Nom wiederzugeben, wenn er betont, daß man am Quai d'Orsay den Ereignissen ohne Ueberraschung folge. Man weise besonders darauf hin, daß das Abkommen auch anderen Mächten offen st ehe und sehe darin den Beweis dafür, daß das Protokoll nicht im Gei st einer Revision der Verträge abgefaßt sei, weil es dann den Beitritt der Kleinen Entente von vornherein unmöglich machen würde. Es sei natürlich, daß Frankreich den Bemühungen Mussolinis sympathisch gegenüberstehe, zumal es selbst eine Annäherung an Rom versuche. Dies schließe aber nicht aus, daß die französische Regierung dem Protokoll nur dann beipflichten werde, wenn es dieZustimmung seiner mitteleuropäischen Verbündeten finde. Die Pariser Morgenpresse hält vorläufig noch mit ihrem Urteil zurück, solange die Einzelheiten nicht bekannt sind. Pertinax schreibt im „Echo de Paris", es sei unwahrscheinlich, daß Ungarn d i e Garantie für d i e Unabhängigkeit Oesterreichs in einer Form übernehme, die es mit Deutschland Überwerfen könnte. Die territorialen Forderungen U n - g a r n s seien nach wie vor sehr stark und Ungarn bleibe sich bewußt, diese Forderungen nur im Verein mit Deutschland durchsetzen zu können. Im übrigen könne nur ein Abkommen zwischen Italien und der Kleinen Entente den österreichischen Angelegenheiten Stabilität geben. Eine solche Verständigung sei aber unmöglich, wenn sie vorher Ungarn zur Begutachtung unterbreitet werden müßte. Für Frankreich sei die Hauptfrage die, ob Mussolini auch nach den Verhandlungen mit Ungarn und Oesterreich noch soviel Handlungsfreiheit habe, um mit der Kleinen Entente eine Verständigung herbeizuführen. — Das „Oeuvre" zieht aus den Verhandlungen die Schlußfolgerung, daß Italien und Ungarn d i e Unabhängigkeit Oesterreichs garantieren und ein Wirt- schaftsabkommen treffen würden, um dann gleichartige Verhandlungen mit der Kleinen Entente aufzunehmen. Das Blatt begrüßt diesen Gang der Ereignisse und erklärt, daß die Lage in Rom noch nie so gut für Frankreich gewesen sei. — Die Nachrichtenagentur Radio will wissen, daß Mussolini den Oesterreichern eine Freihafenzone in Triest und den Ungarn eine solche in Fiume eingeräumt habe. Wmkestan imRänkespiel derGroßmchte Blutige Kämpfe um Kaschgar. - England sucht Japans Einfluß abzustoppen. Ein Bericht aus Moskau. Kaschgar, 16. März. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Eine Truppenabteilung der Tunga- nen hat Kaschgar und die in der Nähe von Kaschgar gelegene Festung Iangischar eingenommen und die darin eingeschlossene Tunganen-Garnison befreit. Bei dieser militärischen Operation wurden etwa 2 0 0 0 uigurische Einwohner niedergemetzelt. Handel und Wandel in der Stadt Kaschgar sind völlig lahmgelegt. Der von dem englischen Konsulat vorgeschlagene Plan, wonach eine unabhängige Regierung gebildet und die Stadt aus den Händen der Tunganen zurück- erobert werden sollte, ist als mißglückt zu bezeichnen. Die Truppen der „unabhängigen Regierung" mußten sich zurückziehen. Sie versuchten, sich auf dem Gebiet des englischen Konsulats zu verbergen. Das Konsulat wurde jedoch durch Truppen der Tunganen beschossen. Einige Mitglieder des Personals des Konsulats wurden getötet, mehrere verletzt. Die sich zurückziehenden Truppen besetzten gemeinsam mit Abteilungen des Emirs von Chotan die Stadt I a r k e n d. Die Straßen in der Nähe von Kaschgar wurden von Verbündeten der Kirgisen und Üiguren besetzt. Das Kommando über die Truppen der Tunganen in Kaschgar wird Matschung übernehmen,^ der sich mit dem Rest seiner im Norden durch die Truppen der Provinzialregierung geschlagenen Armee auf dem Wege nach Kaschgar befindet. Im Gegensatz zu den japanischen Plänen in Ostturkestan sollen englische Kreise dafür eintreten, daß sich Kaschgar, Jarkend und Chotan — die drei größten Städte im Südwesten Dftturfeftans — zu einem unabhängigen mohammedanischen Fürstentum vereinigen, zu dessen Führung ein mohammedanischer Prinz Britisch-Jndiens aufgefordert werden soll. ine Sicherheit, die von niemanden sonst als Frank- ichs Streben nach Vorherrschaft bedroht wird. Au' ? Frage nach seinem Beitrag für die Befriedung curopas hat Frankreich seine Antwort bereits geben: Für die Aufrüstung aller Waffengattungen, Verstärkung der Grenzbefestigungen, Veroollkomm- ung der Militärluftfahrt und Modernisierung der Kriegsflotte sind im gleichen Augenblick Milliarden- 'reöi'te angefordert worden, wo sich noch eine letzte Möglichkeit zur Rettung des Abrüstungsgedankens bot. Frankreich will keine Bindung. Der Senatsausschuß lehnt eine Abrüstung Frankreichs ab. Paris, 16. März. (DNB.) Dem Senatsausschuß für Auswärtige Angelegenheiten berichtete der Vorsitzende Verenger anhand der diplomatischen Unterlagen des Quai d'Orsay und seiner letzten Unterredungen mit Außenminister Barthou über die Abrüstungsfrage, besonders über die deutsche Note vom 13. März. Nach eingehender Aussprache wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Der Auswärtige Senatsausschuß bekennt sich zu der vom Senat am 18. Januar 1934 mit 257 gegen 3 Stimmen als Abschluß der Jnterpellations- aussp'-ache über die Außenpolitik angenommenen Entschließung und bestätigt seine früheren Beratungen, wonach Frankreich angesichts der Aufrüstung Deutschlands und nangels jeder organisierten Sicherheit sich nicht durch ein Abkommen ' i n d e n kann, dessen Wortlaut es zwingen würde, ntroeber seine Rü st ungen herabzusetzen oder auf die unerläßlichen Bedingungen feiner eigenen Sicherheit zu verzichten. Englands Heimatverteidigung. London, 17. März. (DNB. Funkspruch.) lieber die Rekrutierung für das neue „Königliche Verteidigungskorps", dessen Gründung im Unterhaus mitgeteilt wurde, ist jetzt eine amtliche Mitteilung vom englischen Kriegsministerium veröffentlicht worden. Die Rekrutierung wird auf frühere Soldaten der Regulären und Territorialarmee beschränkt, die zwischen 45 und 60 Jahre alt sind, ober unter 45 Jahren, falls sie ein ärztliches Zeugnis über ihre Untauglichkeit für ben aktiven Dienst beibringen. Jeber Anwärter hat eine Erklärung zu unterzeichnen, daß er sich im Falle eines Kriegszustandes sofort zum Dien st in jedem TeileEng- l a n d s meldet. Die Erklärung wird gesetzlich bindend und ihre Nichtbefolgung strafbar sein. Bei ihrer Aufstellung werden die Mitglieder des Korps mit Uniformen und Waffen ausgerüstet. Die Aufgabe des Korps, dessen Charakter sehr stark an den der früheren Reserveformationen der englischen Territorialarmee erinnert, wird in der Hauptsache blc Bewachung strategischer Punkte sein. Ser amerikanische Betrüger Mull aus abenieuer- licher Flucht aus Griechenland festgenommen. Die Untersuchungen des Staviskys-Skandals ergeben immer wieder, daß die verschiedensten Pariser Regierungen, deren Mitglieder und nicht zuletzt auch nicht wenige von den zur Wahrnehmung der Interessen des Volkes gewählten Parlamentarier immer nur die eine Sorge hatten, daß dem Bayonner Großbetrüger nur kein Haar gekrümmt werde und er seine Raubzüge auf die Taschen der französischen Bürger ungestört durch die Polizei fortsetzen könne. Äehnliche Sorgen hatten einstmals auch bei uns gewisse Größen der Vergangenheit. Aber auch in Griechenland scheint es nicht anders auszusehen. Der Betrüger I n s u l l, der in Amerika unerhörte Reichtümer auf Kosten vertrauensseliger Mitbürger zusammenraffen und dann das Weite suchen konnte, muß es verstanden haben, die ganze Aufmerksamkeit verschiedener griechischer Minister in Anspruch zu nehmen. Jedenfalls hat er burch seine Flucht einen Mini st er st urz aus- gelöst. Jnsull hat seine Flucht sehr sorgfältig vorbereitet. Durch Mittelsmänner hat er in London den griechischen Dampfer „M a i o t i s" g e - charchert, um Griechenland vollkommen unbemerkt verlassen zu können. Als alte Frau verkleidet hat er sich dann des Nachts aus seinem Hause geschlichen. Als seine Flucht mit dem Dampfer „Maiotis" bekannt wurde, nahm ein griechi- scherTorpedobootszerstörersofortdie Verfolgung auf. Das Kriegsfahrzeug konnte die „Maiotis", die bereits bis zur ägyptischen Küste gelanat war, noch rechtzeitig einholen und nach Pyräus zurückgeleiten. Nachdem der g r i e - chischeJnnenministerimZusammenhang mit der Flucht Jnsulls gezwungen worden war, seinen R ü'ck t r i t t einzureichen, ist auch d e r Polizeipräsident von Athen seines Amtes enthoben worden. Nach der Rückkehr des Dampfers „Maiotis" in den Piräus wird Samuell Jnsull sofort an Amerika ausgeliefert werden. In Toronto (Kanada) hat das Berufungsgericht nach einem Juristenstreit von 17 Monaten die Auslieferung Martin Jnsulls an Amerika angeordnet. Martin Jnsull, ein Bruder Samuel Jnsulls, wird bekanntlich mit diesem zusammen großer Betrügereien in Chi- kago beschuldigt, die zum Zusammenbruch des Jnsull - Konzerns führten. Die Bildung der Berlrauensräle in den Betrieben Voraussetzungen für die Bestellung zum Vertrauensmann. Berlin, 16. März. (DNB.-Funkspruch.) A m t - l i ch wird mitgeteilt: Wie aus Anfragen zu entnehmen ist, haben sich in Betrieben bei der Bildung der Vertrauensräte verschiedene Zweifel sowohl über den Kreis der Abstimmungsbe- r e ch t i g t e n wie über den Kreis der als Vertrauensmänner in Betracht kommenden Personen ergeben. Zur Klarstellung teilt das Reichs- arbeitsministerium mit: Zum Kreis der Abstimmungsberechtigten gehören alle Angehörigen der Gefolgschaft vom Lehrling bis zum leitenden Angestellten. Nicht abstimmungsberechtigt sind lediglich die Unternehmer selbst, bei juristischen Personen diejenigen Persönlichkeiten, die das aeschäftsführende Organ der juristischen Person bilden, also zum Beispiel die Vor st and s- mitglieder einer AG., die Geschäftsführer einer G. m. b. H. Nicht abstimmungsberechtigt sind ferner die zuyi Stellvertreter des Führers des Betriebes be- stellten Persönlichkeiten. Prokuristen werden hiernach in der Regel abstimmungsberechtigt sein, sofern sie nicht im Einzelfall Stellvertreter des Führers des Betriebes sind. Als Vertrauensmänner können diejenigen abstimmungsberechtigten Personen bestellt werden, die den besonderen Voraussetzungen des § 8 des Gesetzes entsprechen. Das Gesetz schreibt vor: „Vertrauensmann soll nur sein, wer das 2 5. Lebensjahr vollendet hat, mindestens ein Jahr dem Betriebe oder Unternehmen angehört und mindestens zwei Jahre im gleichen oder verwandten Berufsoder Gewerbezweige tätig gewesen ist. Er muß die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen, der Deutschen Arbeitsfront anaehören, durch vorbildliche menschliche Eigenschaften Gewähr bieten, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt. Von der Voraussetzung einer einjährigen Betriebsangehörigkeit kann bei der ersten Ernennung von Vertrauensmännern, die nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erfolgt, abgesehen werden. Von den Voraussetzungen der Vollendung des 25. Lebensjahres und einer zweijährigen Tätigkeit im gleichen oder verwandten Berufs- ober Gewerbezweig kann gleichfalls abgesehen werden, wenn in besonderen Ausnahmefällen Personen, die neben den sonstigen Voraussetzungen auch den Erfordernissen des Alters und der zweijährigen Zugehörigkeit zum Berufs- oder Gewerbezweige entsprechen, nicht vorhanden sind. Die Zugehörigkeit zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist nach dem Gesetz nicht Voraussetzung für die Bestellung als Vertrauensmann. Die Entscheidung, ob ein Vertrauensmann die Gewähr bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt, ist nicht nach der Parteizugehörigkeit, sondern nach der Persönlichkeit des einzelnen Angestellten oder Arbeiters zu treffen. Bei der Auswahl der Vertrauensmänner ist neben der politischen Zuverlässigkeit entscheidender Wert auf ihr Sachverständnis zu legen, da sie andernfalls ihren Aufgaben nicht gerecht werden können. Es ist selbstverständlich, daß auch leitende Persönlichkeiten eines Betriebes — mit Ausnahme des Führers des Betriebes, der kraft feiner Stellung auch der natürliche Führer des Vertrauensrates ist — als Vertrauensmänner bestellt werden können. Aushebung der Mitgliedersperre der AeuMen Arbeitsfront. Berlin, 16. März. (DNB.) Das Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront gibt bekannt: „Um den Volksgenossen, die noch nicht Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind, die Möglichkeit zu geben, die Mitgliedschaft zu erwerben, wird mit Wirkung vom 3 0. März d. I. die Mitgliedersperre der Deutschen Arbeitsfront aufgehoben. Die Aufhebung der Sperre soll es ermöglichen, daß Volksgenossen, die in der Wirtschaft tätig sind, und die als Vertrauensräte usw. nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit kandidieren wollen, die für die Kandidatur erforderliche Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront erwerben. Die Aufnahme wird über die Obleute der NSBO. in den Betrieben und die sonstigen Dienststellen der NSBO. und NS.-Hago vollzogen. Der Klotz der poliüschen Auslandsverschuldung m Bein der deutschen Wirischast. Reichsbankpräsident Or. Schacht über die Voraussetzungen zur Belebung des Welthandels und der Rohstoffmärkte. Berlin, 16. März. (DNB.) Auf dem Jahresbankett der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland führte Reichsbankpräsident Dr. Schacht über das Auslandsschuldenproblem u. a. aus: Seit vier Jahren leben wir in einer Krisis, die den Bestand der Weltwirtschaft langsam untergräbt. Wenn auch einzelne Volkswirtschaften eine gewisse interne Belebung zeigen, so wollen wir doch nicht verkennen, daß, international gesehen, das Geschäft nach wie vor außerordentlich schlecht liegt. Wir haben keine freie Wirlschafts- entwlcklung, weil die Politik ständig die Wirtschaft unter Druck hält. Das ganze Konglomerat von politischen und aus dem politischen Druck her- rührenden Schuldenverpflichtungen lastet als dauernder Alb auf der internationalen'Wirtschaft. Vor 10 Jahren hat der Dawes-Plan es klar ausgesprochen, daß internationale Schulden nur mit Waren und Dienstleistungen abgegol- t e n werden können und internationale Kreditoperationen die Abtragung von Schulden wohl zeitweilig verschleiern können, aber sie nicht endgültig ermöglichen. Es gibt aber immer noch Theoretiker, die glauben, daß die politischen Schulden aus dem Versailler Diktat durch seine Nebenabmachungen einmal voll bezahlt werden können. Diese Schulden können nur voll bezahlt werden, wenn der Gläubiger bereit ist, Waren des Schuldners in Zahlung zu nehmen. Bis jetzt hat sich herausgestellt, daß der Gläubiger hierzu nicht bereit ist. Der Gäubiger macht demnach die Bezahlung seiner Forderung unmöglich. Daß man mit Anleihen eine Zahlungsfähigkeit nur vortäuscht, hat sich an den deutschen kommerziellen Schulden als richtig erwiesen; 10,3 Milliarden Mark aus den kommerziellen Anleihen sind niemals in die deutsche Volkswirtschaft hineingelangt, sondern direkt zu Reparationszahlungen verwendet worden. Diese 10,3 Milliarden Mark Schulden aber bestehen nun in kommerzieller Form weiter. Wenn man zu ihnen noch die Zinsen hlnzuzählt, und wenn man weiter beachtet, daß unsere Auslandsschuld heute nach den ungeheueren Rückzahlungen, die wir geleistet haben, nur noch 15 Milliarden Mark beträgt, so sieht man, daß der gesamte heute noch bestehende deutsche Auslandsschuldenbetrag genau seinem politischen Ursprung entspricht, während wir alle die kommerziellen Schulden, die nicht für Reparationen, sondern für die deutsche Wirtschaft verwandt worden sind, restlos zu- rückgezahlk haben. Die ganze Welt schreit förmlich nach neuer Wirtschaftsbetätigung und wird so durch den Schuldenklotz am Bein fe st gehalten. Die Deckung beläuft sich heute nur noch auf 274 Millionen. In der letzten Woche allein haben wir 45 Millionen RM. Gold und Devisen eingebüßt. Unsere Gold- und Devisendeckung beträgt heute 8 v. H. Eine weitere Kürzung der Devisenzuteilung für die Einfuhr wird die unmittelbare Folge sein müssen. Ich kann mir aber auch denken,daß es notwendig sein wird, die Einfuhr von Roh st offen unmittelbar zu beschränken. Damit ist die Frage der Belebung oder Nichtbelebung des Welthandels wieder aufgerollt. Denn ob man Deutschland mit Sympathie oder Antipathie gegenübersteht, ist völlig gleichgültig gegenüber der Tatsache, daß der Ausfall von 66 Millionen hochwertiger Verbraucher für die Weltwirtschaft ein Unglück bedeutet. Man spricht immer davon, daß Deutschland sich autarkischen Bestrebungen zuwende. Aber die geschilderten Verhältnisse rechtfertigen es, wenn ich erkläre, daß nicht Deutschland sich der Autarkie zuwendet, sondern daß d i e sinnlose S ch u l d e n p o l i l i k gegenüber Deutschland uns in die Autarkie hlneinzwingt. wir haben keinen lebhafteren Wunsch, als einen internationalen handel zu treiben, wir können aber zur Zelt keine Erzeugnisse in der Welt mehr kaufen, weil man uns gezwungen hat, Schulden zu zahlen, die wir nicht aufbringen konnten, Schulden zu zahlen, für die wir niemals einen Gegenwert bekommen haben. 2ch sehe heute einen einzigen Mann in der Welt, der den Kern des internationalen Pro- b/erns richtig sieht und anzupacken entschlossen lst. Dieser Mann ist Präsident Roosevelt. Wenn man das Große Los gewann! Wie fühlt man sich, wenn man das Große Los gewonnen hat? Diese Frage bewegt alle Lotteriespieler, wenn wieder einmal der große Tage vorbei ist, und sie die Gewißheit haben, daß sie nicht zu den Glücklichen gehören, sondern wieder einmal andere vom Glück bedacht wurden. Es ist heute schwer, Gewinner des Großen Loses festzustellen, weil von der Lotterie die Namen nicht mehr bekannt gegeben werden, um die Gewinner vor Belästigungen zu schützen. Trotzdem bleibt es von dem einen oder anderen nicht geheim. Man muß schon sagen, daß das Glück seine Gaben diesmal gerecht verteilt hat. Es sind durchweg arme Leute und kleine Angestellte, denen der Segen in Form von 100 Tausend-Markscheinen in den Schoß fällt. Eine Abteilung des Glücksloses wurde i n Magdeburg gespielt. Bei den glücklichen Gewinnern handelt es sich um zwei Beamte, einen Dreher und eine Witwe, die alle das Geld gut gebrauchen können. Besonders gerecht hat Fortuna gehandelt, indem sie das Los einem Taubstummen gab, der sein Dasein mit den geringsten Mitteln bestreiten mußte. Das Geld für ein Achtel-Los hatte er sich stets vom Munde abgespart. Immer wieder brachte er die drei Mark in dem festen Glauben an sein Glück auf. Zuletzt wollte es aber nicht mehr reichen und vor der letzten Ziehung war er entschlossen, aufzuhören. Auf einen Zettel schrieb er die Worte: „Ich kann nicht mehr bezahlen." Mit diesem Zettel ging er wenige Tage vor Zeichnungsschluß zu seinem Lotterieeinnehmer, der ihm noch einmal zuredete, doch die fünfte Klasse, die die Hauptgewinne bringt, noch zu spielen. Mit vieler Mühe gelang es dem Taubstummen denn auch die drei Mark zusammenzubringen, die ihn über Nacht zum wohlhabenden Manne gemacht haben. Die zweite Abteilung des Loses ist nach Berlin gefallen. Mit großer Mühe gelang es einem Journalisten, einen der Gewinner ausfindig zu machen. Er ist Angestellter und Vater von drei Kindern. Eine zeitlang ging es ihm sehr schlecht. Seit einiger Zeit hat er wieder Stellung gefunden. Er selbst möchte gern einmal nach Afrika und Indien reifen. Das war fein Spleen als Junge und jetzt wird er sich die große Reife leisten. Wenn feine Frau nicht mit will, dann nimmt er feinen ältesten Sohn mit. Seine Frau ist ganz aus dem Häuschen, sie wird aber wohl bald in ein eigenes kleines Häuschen hineinkommen, denn das Geld, das von der großen Reife nach Indien und Afrika übrigbleibt, wird auf die Bank gebracht werden. Denn abgesehen von dem Reisespleen ist der Gewinner ein solider Mann, der seine Stellung nicht aufgeben und auch keinem im Büro von feinem großen Glück etwas erzählen wird. Seine alten Eltern werden ihren Teil kriegen, aber alle anderen Verwandten und Bekannten wird er rausschmeißen. Er hat niemals vergessen, daß die Wiederbelebung des internationalen Rohstoff m a r k t e s der Ausgangspunkt jeder wirtschaftlichen Gesundung der Welt sein muß. Zwischen 1929 und 1933 sind die Welthandelsumsätze von 277 auf 97 Milliarden Mark, also auf ein Drittel zurückgegangen. Diesem Verhältnis entspricht genau, daß Deutschland in 1929 für 7,2, in 1933 aber nur für 2,4 Milliarden Mark Rohstoffe eingeführt hat. Wenn es Roosevelt gelingt, für die wichtigsten Roherzeugnisse seines Landes und der Länder, an denen er als Gläubiger interessiert ist, stetige Abnehmer zu festen Preisen zu finden, so würde das die unmittelbare Gesundung nicht nur der amerikanischen Farmer bedeuten, sondern auch der südamerikanischen Länder, an deren Gedeihen Amerika und die übrigen Industriestaaten der Welt, besonders auch Deutschland, interessiert sind. Jedes Land muh in sich selbst versuchen, die größtmögliche Belebung seiner inneren Produktionskräfte herbeizuführen. Innerhalb des ersten Regierungsjahres ist es unserem Führer Adolf Hitler gelungen, 2,7 Millionen Menschen wieder in den Arbeitsprozeß einzuführen, und es ist kein Zweifel daran, daß ein weiterer erheblicher Fortschritt im zweiten Jahr erzielt werden wird. Wir haben damit die inneren Voraussetzungen füreine Wiederbelebung desWett- .Handels geschaffen. Run gilt es, die große weitere Aufgabe zu lösen, den Welthandel wieder in Gang zu bringen. Die Bereinigung der zwischen st aallichen Verschuldung ist eine Vorbedingung hierfür. Ich sehe die Möglichkeit einer Verbindung diese Problems mit der von Präsident Roosevelt ins Auge gefaßten Besserung der Rohstoff m ä r k t e. Die Schulden der Vergangenheit lassen sich aber nicht aus dem gegenwärtigen Beharrungszustand, sondern aus der künftigen Geschäftsbelebung abzahlen. Die Gründung der Reichsschast Hochschullehrer. Berlin, 16. März. (DNB.) Der „Dölk. Beobachter" meldet u.a.: Nachdem in Preußen im Herbst v.J. die D o z e n t e n s ch a s t als staatlich ständische Organisation des akademischen Nachwuchses gebildet worden war, sind im Laufe der letzten Monate in fast allen deutschen Ländern ebenfalls Dozentenschaften auf Anordnung staatlicher Stellen entstanden. Die einzelnen deutschen Dozentenschaften waren als „Deutsche Dozentenschaft" der Fachschaft 1 dem NSLB. beigetreten. Die endgültige Klärung des Verhältnisses zum NSLB. war aber bisher nicht erfolgt, nunmehr sind Anfang März die Verhandlungen über diese Fragen zwischen dem Führer des NSLB. Staatsminister Schemm und dem Führer der Deutschen Dozentenschaft im NSLB. Dr. (Breite erfolgreich abgeschlossen worden. Die Fachschaft 1 im NSLB. heißt künftig: „Reichsschaft Hochschullehre r". Sie besteht aus der Deutschen Dozentenschaft und aus Einzelmitgliedern, d. h. allen deutschen Hochschullehrern, die nicht Mit- alieder einer örtlichen Dozenten- 1 chaft sind. Die „Reichsschaft Hochschullehrer" bildet eine Verwaltungseinheit entsprechend der Stellung eines (Baues. Der Leiter der Reichsschaft hat die Funktion eines Gauobmannes und beruft selbständig die Leiter der Untergliederungen. Im Sinne der Gemeinschaft aller deutschen Führer arbeitet die Reichsschaft im engsten Einvernehmen mit den landschaftlich zuständigen (Bauen. Ein vom beiderseitigen Vertrauen getragenes Mitglied der Reichsscha'st wird als Referent für Hochschulfragen für die bei jedem (Bau gebildete Abteilung „Erziehung und Unterricht" berufen 3m Anschluß an diese Regelung ist der Landesführer der bayerischen Dozentenschaft Professor Dr. Gall (München) als Referent in die Reichsleitung des NSLB. berufen worden. Ferner hat der Führer der „Reichsschaft Hockschullehrer" Ministerialrat Dr. Haupt Berlin) den Führer der Deutschen Dozentenschaft Dr Greif zum Führer d e r R e i ch s s ch a f t ernannt und ibn mit der Durchführung der gesamten Oraanisa- hon und Verwaltung beauftragt. Ein musikalischer Abendempfang beim Reichspräsidenten. Der Herr Reichspräsident Generalseldmar- schall von Hindenburg veranstaltete am Fr-i- tagabend einen musikalischen Abendempfang, an dem neben zahlreichen andern Gästen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichsaußenminister Freiherr von Neurath teilnahmen. Das Klingler- Ouartett spielte in bekannter Meisterschaft frag Mozartsche B-Dur-Quartett und das Haydnsche Kaiser-Quartett, und Kammersänger H. Schlußnus begeisterte die Zuhörer durch seinen wundervollen Gesang von Schumann- und Schubert-Liedern. Die Industrie feiert die Arbeitsostensive am 21. Marz in den Betrieben. Berlin, 16. März (DNB.) Der Reichsverband der Deutschen Industrie teilt mit: Mit freudiger Zustimmung hat die Industrie den Rus der Reichsregierung, mit ihr und dem ganzen deutschen Volk zusammen den 21. März als Beginn der neuen Arbeitsschlacht zu feiern, ausgenommen. Handwerk und Handel werden diese Feiern in öffentlichen Versammlungen begehen. Dagegen wird die Industrie diese Feierstunde ihrer Struktur entsprechend in den Betrieben selb st abhalten, um hierdurch auch gleichzeitig der Volksverbundenheit von Werkführung und Gefolgschaft gerade ander Stätte der gemeinsamen Arbeit sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Bei dieser Gelegenheit wird die Werksleitung die seit dem 1. Oktober v.J. neueingestellten Arbeitskräfte feierlich in den Betrieb einführen und einen Ausblick auf d i e geschäftliche Entwicklung des Unternehmens in der nächsten Zeit geben. Die Berichte stimmen darin überein, daß der Aufruf der Reichsregierung überall in der Industrie einen begeisterten Widerhall findet. Dem Reichsstand der Deutschen Industrie ist aus allen Teilen des Reiches gemeldet worden, daß die Durchführung der vorgesehenen Feier überall sichergestellt ist. Gemeinsame Kunstreisen derLandbevölkerung in dieStadi. In Kreisen des Deutschen Gemeindetages wird es als besonders notwendig empfunden, bessere und geeignetere Kulturarbeit für das Dorf zu leisten. Der Kulturreferent im Deutschen Gemeindetag, Dr. B e n e rf e, hat einen interessanten Vorschlag in dieser Hinsicht ausgestellt. Grundgedanke des Planes ist es, dem Bauern das zu geben, was die Stadt nur in ihren eigenen Mauern geben kann: Theater, Konzerte, Museen. Der Referent empfiehlt gemeinsame Kun st reisen der Landbevölkerung in die Städte. Wenn der Gemeindevorsteher oder sein beauftragter Kulturvertrauensmann mit den Intendanten der städtischen Theater, der Reichsbahn oder der Reichspost zusammenarbeite, bann werde eine Reisegesellschaft ihre Kunstreife für den halben Preis durchführen können, wie jeder einzelne Landbewohner, wenn er für sich eine Stadtreise unternehme. Weiter werde eine Z u - fammenarbeit von Landgemeinden mit kleineren Städten es ermöglichen, daß auf dem Lande selbst Vorstellungen von guten Wanderbühnen oder Konzerte guter Orchester durchgeführt werden. Dafür sei Zusammenarbeit mit der „Gesellschaft für Volksbildung", mit der „Deutschen Bühne", der „Deutschen Musikbühne" und dem Freilichtspielbund erwünscht, wodurch viele Möglichkeiten entständen, die städtische Kultur auf das Land oder mindestens bis an das Land heranzutragen. Selbstverständlich müsse bei all diesen Plänen be- rütfficf)tigt werden, daß der Bauer nicht über über« flüssige Zeit in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten verfüge. Während dieser Monate müsse versucht werden, die Stadtkultur auf öas Land reifen zu lassen. Dagegen sei cs in den Wintermonaten möglich, Kunstreisen durch« zuführen. Der Kulturwart des Dorfes müsse mit freudigem Herzen an die Arbeit gehen und dürfe sich durch erste Fehlschläge nicht entmutigen lassen. Polsterung der 3. Wagenklaffe. DNB. Berlin, 16. März. Um der notleidenden Industrie einen weiteren Arbeitsauftrag zukommen zu lassen, und um damit gleichzeitig den vielfachen Wünschen der Reisenden nach Erhöhung der Bequemlichkeit nachzukommen, hat sich die Reichsbahn entschlossen, die Sitze der HI. Wagenklasse polstern zu lassen. Für die Polsterung sind zunächst die O - Z u g- rn a g e n und die vierachsigen stählernen Eilzugwagen vorgesehen, ferner die Triebwagen, soweit sie nicht im Stadt- und Vorortverkehr verwendet werden. Noch im Jahre 1934 sollen die Sitze Hl. Klasse in den seit Beginn des Jahres 1919 in Betrieb befindlichen v-Zugwagen gepolstert werden. — Die Polsterung soll in der Weise geschehen, daß die Sitze eine Polsterung unter Verwendung der Regelfedern und die Rückenlehnen eine Filzauflage mit Plüschbezug erhalten. Aus der Arbeit der Strafrechtskommission. Die Regierungskornrnifsion zur Erneuerung des Strafrechts, die der Reichsjustizminister Dr. Gür t« ner im vorigen Herbst einberufen und deren Der- Handlungen er persönlich geleitet hat, hat jetzt d i e Beratung des allgemeinen Teils bes Gesetzbuches abgeschlossen. Damit sinb bie (Brunbltnien bes künftigen Strafrechts her- ausgearbeitet. Die Beratung bes-b e f o n b e r e n Teils bes Strafgesetzbuches beginnt am 16. April. Eine Unterredung mit dem Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger. Die organisatorischen Voraussetzungen. Zusammenfassung und Vereinfachung. Frankfurt a. M., 16. März. (LPD.) Der Sonderberichterstatter der „Nachtausgabe", Dr. Otto Kriegt, hatte Gelegenheit, den Neichsstatthalter in Hessen, Jakob Sprenger, in Darmstadt zu sprechen. „Meine vordringlichste Aufgabe", so führte der Reichsstatthalter aus, „war der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Diese Aufgabe ist angesichts der hohen Zahl von Arbeitslosen in meinem Gebiet heute noch die wichtigste. Die besondere Not erklärt sich im Rhein-Main-Gebiet dadurch, daß wir sehr viele verarbeitende Industrien haben, denen eigentlich nur durch Exportmöglichkeit geholfen werden kann. Dieser Weg zur Ausfuhr ist vorläufig noch nicht zu schaffen. Wir werden uns im Jahre 1934 ganz besonders im Rahmen und Zweck der Arbeitsbeschaffung der Förderung der Ausfuhr widmen müssen. Ich habe vorweg die wohlverdiente Versorgung der alten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung in meinem Gaugebiet vollständig durchgeführt. Von den alten Parteigenossen mit der Nummer 1 bis 300 000 ist jeder wieder an die Arbeit herangebracht. Ich habe im Laufe desJahres 1933 außer dem besonderen Ausschuß für die Durchführung und Ueber- wachung der Arbeitsbeschaffung im rhein-mainifchen Wirtschaftsgebiet noch folgende Verbände gegründet: 1. Den Rhein - Mainischen Garantie- verband GmbH., und zwar zur Erleichterung der Finanzierung der öffentlichen und privaten Aufträge in der Arbeitsbeschaffung. 2. Den Landesplanungsverband des rhein-mainifchen Gebietes e. V. zur gemeinsamen Planung von Siedlungen, Straßenbauten und Verkehrsunternehmungen. 3. Den Rhein - Mainischen Industrie- und Handelstag als Zusammenfassung der' Preußischen Industrie- und Handelskammer für das rhein-mainifche Wirtschaftsgebiet im Zusammenhang mit sämtlichen Industrie- und Handelskammern des Landes Hessen. 4. Den Rhein - Maimfchen Verband deutscher Presse, und zwar zum Zusammenschluß aller Presseorganifationen in diesem Gebiete. 5. Den Landesverkehrsverband Rhein- Main zum Zusammenschluß aller Verkehrs- organifationen. 6 Ans meine Anregung ist eine Außenhandel s st e l l e für das Rhein-Main-Gebiet im Rahmen der Handelskammer durch Reichsgesetz geschaffen worden. Daraus ergibt sich schon ohne weiteres die Wichtigkeit des rhein-maini- schen Gebietes für den Export. 7. Im Rahmen des«Rhein-Mainischen Jndustrie- und Handelstages habe ich eine besondere Organisation für den Einzelhandel gebildet. 8. Bildung des Rhein-Mainischen Handwerkstages. 9. Zusammenschluß der landwirtschaftlichen Genossenschaften für das ganze Gebiet. 10. Bildung der Hessen-Nassauischen Bauernschaft als Lanbesbauernschaft im Zuge der Maßnahmen des Reichsbauernführers. Alle diese Organisationen gelten nicht etwa nur für das Land Hessen, sondern für den ganzen Gau. Ich habe außerdem eine Elektro-Gas- Front ^bildet, die im kleinen die Arbeitsbeschaffung besorgt und uns sehr viele Vorteile gebracht .hat. Dann wurde in unserem Gebiet mit dem Autostraßenbau begonnen. Der Führer Adolf -Hitler hat den ersten Spatenstich für die erste 'Autostraße in unserem Gebiet getan und damit ,zum Ausdruck gebracht, wie ernst und außerge- nvöhnlich die Verhältnisse in unserem Gebiet liegen, nvie sehr aber auch bei uns die Organisation der Arbeitsbeschaffung von vornherein richtig in die -Hand genommen wurde. Heute kann ruhig gesagt werden, daß der erste Spatenstich für die erste Reichsautobahn überhaupt die Eröffnung der Arbeitsschlacht in Deutschland gewesen ist. Ich habe aber auch auf dem Gebiete der Verwaltung sofort Maßnahmen ergriffen, die damals noch sehr ungewöhnlich waren. Als erste Maßnahme habe ich, bevor ich überhaupt irgendetwas anderes in dem mir als Reichsstatthaller übertragenen Gebiet tat, die Gesandtschaft des Landes Hessen in Berlin aufgehoben. Den parteipolitischen Gesandten habe ich sofort entlassen und als erstes Land in Deutschland angeordnet, daß bis zu einer endgültigen Regelung dieser Einrichtung in Berlin nur noch .Vertretung Hessens beim Reich' zu nennen sei. Außerdem habe ich d i e hessische Regierung auf den einfach st en Nenner gebracht, nämlich auf einen Minister. Jede überflüssige Bürokratie ist beseitigt." Besondere Hilfe für die Notstandsgebiete. Neue Dörfer durch Meliorationen. - Oie Ausfuhrindustrien Hanaus und Offenbachs. — Hilfe für den Weinbau. Das Winterhilfswerk zeigte in unserem Gebiet eine ganz große Opferwilligkeit, besonders auch bei derAblieferung de r-Land wirtschaft an Getreide, Mehl und Kartoffeln. Wir stehen auf dem Gebiete der Durchführung des Winterhilfswerks mit an der Spitze der Gaue Deutschlands. Dabei ist aber zu beachten, daß wir besondere Notstandsgebiete haben, und zwar im hohen Westerwald, im Vogelsberg und inüerRhön. Trotzdem haben auch dort die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingesetzt. Im Land Hessen, wo die entsprechende Gesetzgebung vorhanden ist, schaffen wir durch die Flurbereinigung und Entwässerung sogar die Gründung neuer Dörfer, und zwar im Ried, zwischen Bensheim und Worms und im Westerwald. Durch Meliorationen könnten wir, besonders im letzteren Gebiet, noch weitere Bauernsiedlungen schaffen. Aber die preußische Gesetzgebung gibt uns da noch nicht die notwendige Bewegungsfreiheit, die wir haben müssen. Als besonderes Notstandsgebiet muß Hanau betrachtet werden, dessen Edel- steinverarbeitung ebenso wenig in Fluß kommen konnte wie die bekannte O f f e n b a ch e r Lederindustrie. Diese beiden Industriezweige werden noch so lange Schwierigkeiten haben, wie es nicht gelingt, die Ausfuhr nennenswert auf die Beine zu bringen. Ein weiteres Notstandsgebiet war das Weinbaugebiet, wo außerdem besonders der Schaumwein hergestellt wird. Hier sind die größten Sorgen überwunden, nachdem die Sektsteuer gefallen ist. Wir haben außergewöhnliche Umsätze gehabt, die wie vorauszusehen war, auch die Ingangsetzung der gesamten Nebenindustrien nach sich gezogen habe und einer außergewöhnlichen Anzahl von Menschen wieder Arbeit und den Bauern Weinabsatz verschafft haben. Zu der Förderung des Deutschtums im Saargebiet haben wir dadurch beigetragen, daß eine besonders große Anzahl von S a a r k i n - dern in unserm Gebiet untergebracht wurde. Dadurch haben sich Eltern und Kinder davon überzeugt, wie Deutschland wieder aufgebaut wird. Gelegentlich der Saarkundgebung am Niederwalddenkmal haben Tausende deutscher Männer von der Saar den Führer sehen und sich persönlich den Eindruck verschaffen können, wie es in Deutschland oorwärts- Zeht.. Auch im Kulturleben gehen wir neue Wege. In meinem Gebiet verfügt heute jeder Oberbann der Hitlerjugend über seine eigene Schule, womit wir für die nationalsozialistische Erziehung eine feste Grundlage geschaffen haben. Die vorhandenen Kulturstätten sollen zunächst belebt werden. In Frankfurt ist dieser Weg bereits erprobt und hat zu einem Aufschwung der Theater geführt, wodurch eine allgemeine Teilnahme am Kulturleben wieder erreicht ist. Für ganz außergewöhnlich große Veranstaltungen der Organisation „Kraft durch Freude" haben wir gerade in unserem Gebiet besondere Möglichkeiten mit der großen Festhalle in Frankfurt a. M., mit der Elisenhöhe bei Bingen gegenüber dem Niederwalddenkmal und mit dem Feldberg im Taunus sowie anderen historischen Stätten, an denen unser Gebiet sehr reich ist. In Vorbereitung befinden sich mehrere Thingplätze. Das Programm für die Arbeitsschlacht 4934. Es bleibt nur noch die Frage zu erörtern, was wir 1 9 3 4 erreichen können. Manches hängt dabei natürlich auch von den zukünftigen innerpolitischen Maßnahmen ab. Ich werde den Hauptstoß 1934 wieder gegen d i e Arbeitslos i gk e i t ansetzen. Die seitherige öffentlich-rechtliche Arbeitsbeschaffung und die Er w e i t e r u n g des Arbeitsdienstes haben den freien Arbeitsmarkt schon nennenswert gelockert. Die in Aussicht genommenen Steuererleichterun- g e n werden der freien Wirtschaft weiteren Auftrieb geben. Es werden aber neue Arbeitsbesch a f f u n g s m a ß n a h m e n öffentlich- rechtlicher Natur für das rhein-mai'nische Gebiet nicht zu vermeiden sein, da eben die Exportindustrie auch im laufenden Jahre noch nicht die große Entfaltung haben wird, die zu erhoffen wäre. Was aus innerer Kraft in unserem Gebiet erreicht werden kann, wird durchgeführt werden, besonders auch im Zusammenhang mit der Weiterführung der Autobahnen, deren Bau sehr viele andere Industrien, insbesondere die Steinindustrie, angeregt hat und ingang- halten wird. Wir sind mit unseren besonderen organisatorischen Maßnahmen für die Arbeitsbeschaffung in der Lage, allen Anforderungen des Führers gerecht zu werden und jeder öffentlich-rechtlichen Hilfe noch durch eigene Kraft besondere Wirksamkeit zu geben. Neuer russisch-japanischer Zwischenfall an der Ostchinabahn. Tokio, 17. März. (DNB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, haben die japanischen Behörden in der Mandschurei am 10. März auf der Station Po gran i- t sch na ja eine Untersuchung des Eisenbahndepots eingeleitet, um den Bestand der Lokomotiven und des übrigen rollenden Materials zu überprüfen. Es habe Veranlassung zu der Annahme vorgelegen, daß dieRussen rollendes Material für sich behielten, das der chinesischen Ostbahn gehöre. Obwohl die russischen Behörden der japanischen Kommission den Zutritt zu den Depots verweigerten, nahm diese dennoch eigenmächtig eine Durchsuchung des Depots vor. Krifsnstimmung in derGchweiz Bor einer Umbildung des Bundesrats. Genf, 16. März. (DNB.) Der Kampf um die Umbildung der Regierung, deren Ansehen durch den Fehlschlag der Volksabstimmung über das Staatsschutzgesetz erschüttert zu sein scheint, geht in Bern hinter verschlossenen Türen weiter. Bundesrat M u sy hat dem Bundesrat ein politisches, wirtschaftliches und soziales Programm in acht Punkten übergeben, von dessen Annahme er sein Verbleiben im Amt abhängig gemacht hat. Die „Suisse" glaubt, daß der Bundesrat diese Bedingungen des Finanzministers nicht an- nehmen werde. Für den Fall eines R ü ck - ♦ fg Mufys soll Me Bundesversammlung einer außerordentlichen Tagung zusammen- cken, da man bis zum 22. März unmöglich zwei neue Minister finden kann. Trotzdem werden schon jetzt Namen genannt, darunter der konservative katholische Abgeordnete Maederaus (St. Gallen) und Nationalrat Ludwig aus Basel. Gleichzeitig kommt in der westschweizerischen Presse eine starke Kritik über die Regierungsweise der gegenwärtigen Regierung zum Ausdruck. Es wird eine Verjüngung des Bundesrats verlangt, da nur so die schwebenden Aufgaben bewältigt werden könnten. Gesteigerte Kaufkraft — erhöhter Fleischverbrauch. Die soeben veröffentlichten amtlichen Ziffern über den deutschen Fleischverbrauch im Jahr 1933 bestätigen erneut die Richtigkeit der von der nationalsozialistischen Politik eingeleiteten Wirtschaftspolitik. Es ist gelungen, den Rückgang des Fleischverbrauchs aufzuhalten und sogar eine wesentliche Verbrauchs st eigerung je Kopf der Bevölkerung zu erzielen. Gegenüber dem 4. Vierteljahr 1932 hat sich der Fleischverbrauch je Kopf der Bevölkerung von 13,24 Kilogramm auf 13,81 Kilogramm erhöht. Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, daß die Vermehrung des Verbrauchs nicht mit einer Senkung der Preise verbunden war. Es zeigt sich hier, daß die allgemeine Wirtschaftsbelebung bereits eine Steigerung der Nachfrage nach Fleisch hervorgerufen hat. Auch bei dem durchschnittlichen Gewicht der Schlachttiere sind beträchtliche Verschiebungen eingetreten. Die Anzahl der Schweineschlachtungen ging um etwa 800 000 Stück zurück, während die Fleischmenge aus den Schweineschlachtungen um etwa 610 000 Doppelzentner zugenommen hat. Wir sehen daraus, daß die von der Reichsregierung erstrebte Ausdehnung der Mast von Fettschweinen bereits zu beträchtlichen Erfolgen geführt hat. Kleine politische Nachrichten. Reichsjustizkommissar Dr. Frank spricht am Dienstag, dem 20. März, im Deutschlandsender über das Thema: „Der deutsche Rechtsstaat Adolf Hitlers". Kirchenamtlich wird mitgeteilt: Der evangelische Äüon Berlin Dr. Karow hat beantragt, ihn ’i in den Ruhestand zu versetzen. Der Reichsbischof hat dem Antrag entsprochen. Dr. Karow tritt zunächst einen längeren Urlaub an. * Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen hat die „O st p r eu ß i s ch e Zeitung" in Königsberg auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes auf die Dauer von 14 Tagen verboten. Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit hält weiter an. Durch die über die britischen Inseln herannahenden Wirbel gelangt fortgesetzt ozeanische Luft nach Deutschland und gestaltet den Witterungscharakter veränderlich. Boi wechselhafter Bewölkung, die teils durch Aufheiterung unterbrochen wird, treten zeitweise schauerartige Niederschläge auf. Die Temperaturen sind dabei infolge 5er Zufuhr der Westluft und dem vorübergehenden Durchdringen der Sonnenstrahlen gewissen Schwankungen unterworfen. Vorhersage für Sonntag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, vereinzelte schauerartige Niederschläge. Vorhersage für Montag: Fortdauer des wechselhaften Westwetters. Lufttemperaturen am 16. März: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 4 Grad; am 17. März: morgens 1,3 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum 1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. März: abends 4,5 Grad; am 16. Mürz: morgens 2,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer 6% Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. AS Ettlcbius ____A. - u. denkt meisE Preise von RM MIT »< ab Werk Rüsselsheim Wer VOn den «e—- ise hält nur an seine Leistung daß auch auf guten Straßen der er es dabei für gemeinen mehr auf gutem XX«, komm, den Fahre.gensclraf.en aut guten Straßen mehr Bedeutung zu Möglichkeit, Die »Opel SYnchJon^e5r“"fSliaßen schnell und sicher zu fahren, über schlechte und schlechte . ■ einzelnen oft kaum. Brrt-S s Sää- — Händler eine unverbindliche Probefahrt. 5,3 LITER UND 6 Z Y L 1 ” ' - 8 Abä: a •'* Die seither von Herrn Dr. Wertheim innegehabten 01458 Praxissaume Parterre, sind z. 1. Juli sehr preiswert anderweitig zn vermieten Bahnhofstraße soll Kaufgesuche"] Grasmäher zu [01478 lung. Bekanntmachung Hofen- hat auch einmal Sorgen Lichtbildervortrag 01458 I Vermietungen Poensgen Heißmangeln MWM Waschmaschinen, Wäscheschleu- Die Wohn, kann IDie W geteilt u. 5-L i. eine 4= 01492 a.d.G.A sucht. 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In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 1605D Am 22. Februar 1934: die Firma herz & Co. in Gießen. Gesellschafter sind Moritz Herz, Bankier in Gießen, und Moritz Herz Ehefrau Hanna, geborene Meyer, in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 27. Januar 1934 begonnen. Moritz Herz Ehefrau Hanna, geborene Meyer, ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Moritz Herz betreibt das Geschäft als Einzelkaufmann unter der seitherigen Firma weiter. Am 3. März 1934: bei der Firma Heinrich Kuhl, Kommanditgesellschaft Kinzenbach, Zweigniederlassung Gießen: Der Sitz der Firma ist von Kinzenbach nach Gießen verlegt. Gießen ist Hauptniederlassung. Der Alma Kuhl, geborene Kuhl, in Gießen ist Prokura erteilt, die sie zur Vertretung der Firma in Gemeinschaft mit einem Gesellschafter ermächtigt. Die Prokura der Elisabethe Weydemeyer in Gießen ist erloschen. Am 7.7Närz 1934 bei der Firma Kaiser-Magazin Carl Mahnkopp in Gießen: Firma nebst Geschäft ist auf Karl Mahnkopp Witwe, Else, geborene Rüter, in Gießen als Alleininhaberin übergegangen. Die Prokura der Else Mahnkopp, geborene Rüter, in Gießen ist erloschen. Am 9. März 1934 die Firma Paul heidlindemann in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Paul Heidlindemann in Gießen. Am 10. März 1934 bei der Firma A. Joerges 8z Co., Kommanditgesellschaft in Gießen: Die Prokuren des Paul Heidlindemann in Gießen und des Heinrich Müller in Hanau sind erloschen. Gießen, den 13. März 1934. Hessisches Amtsgericht. Ale, innere gcpltaianlage Zur Erweiterung eines gut eingeführten älteren Geschäfts werden 15000 RM. gegen gute Zinsen und la hypoth. Sicherheit auf 5 Jahre fest gesucht. Schr. Ang, u. 01482 a. d. Gtz. Anz. LegresZimmer m. etw Küchen- benutz. von ält. Frau gesucht. Schr. Ang. unt. 01471a. d.G.A. "Wie ein g'ediefjt... sagte seine Freundin ... wundervoll in Farben und Muster ohne jedoch aufdringlich zu sein— Sie meinte damit seine neue knitterfreie LA-VISTRA-MA Krawatte mit Wollcharakter. Für 1.75 Mk. (schön in Zellophan verpackt) ist sie gewiß nicht teuer bei SKerrenmodenSlicßter Bekanntmachung Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt und lieber- landgebiet für den Monat Januar 1934 können noch bis zum 26. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Richt- Zahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. Gießen, den 16. März 1934. l637t-D Direktion der Elektrizitätswerke und Ueberlandanlage Gießen. Braubach. Bekanntmachung. Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt: Dienstag, den 20. März 1934: Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt. Auftriebszeit von A8 bis A9 Uhr vormittags. Mittwoch, den 21. März 1934: Schwememarkt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr. 1618C Auf dem Rindoiehmarkt wird sämtliches Vieh aeaen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 17. März 1934 Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Bartholomäus. Wenin# S» Forsthous bei Echzell, Oberheffen. Gegr. 1809. IBir nehmen Ihnen d e Gorge für die Erziehung und Bildung Zhreei Zungen ab. Sei allen Dor- xiigen eines Lanoheims lebrplonmäßiger, sorg- fälliger unterricht, in kleinen Klassen. Erziehung zu selbständiger Arbeit. Frisches, kameradschaftliches Zusammenleben; viel Körperschule. Sexta - Lfttiersekundo - Oberrealschule, Realgymnasium. Beste Empfehlungen, prosp. frei durch Or.Lucios. Ja. Ehep. mit Kd. sucht v. sof. l-2-Zimm.-Woliiig. ob. großes, hell. Zimmer. Schr. Ang. unt. 01449 a. d.G.A. Jg. Ehev. sucht zum 1. Avril 1- od.2-Zimm.- Wohnung Schr. Ang. unt. 01455a. d.G.A. MUMM im Honötlöet Selten von W.Kelber-Nürnberg am Mittwoch, 21. März, 20.15 Uhr, in denunterenRäumendesHauses Schwarz, am Bahnhof. Eingang gegenüber der Paketvost. Unkostenbeitrag Mk. 0,50; Minderbemittelte nach Belieben ober frei. Oie Ehnstengemeinschast Bewegung f.religiöse Erneuerung. 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Januar 1934 auf Hans Plank in Gießen als alleiniger Inhaber mit Aktiven und Passiven übergegangen. Die offene Handelsgesellschaft ist erloschen. Am 9. Februar 1934 bei der Firma Otto pickert in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 22. Februar 1934: a) bei der Firma Heinrich 3rle in Leihgestern: Die Firma ist erloschen, b) Die Firma Wilhelm Hermann Weyer & Co., Kommanditgesellschaft in Gießen. Persönlich haftende Gesellschafter sind: Wilhelm Hermann Meyer, Bergwerksdirektor in Gießen und Wilhelm Hermann Meyer Ehefrau Berta, geborene Will, in Gießen. Die Kommanditgesellschaft hat am 22. Februar 1934 begonnen. Es sind 3 Kommanditisten vorhanden. Gießen, den 13. März 1934. Hessisches Amtsgericht. Baul mehr Fullergersle Wir empfehlen z.Frühjahrsfaat: 1. Hohenfinower vierzeilige Sommergerste, anerkannte II. Absaat, anspruchslos, ertragreich. 2. Bethges XIII Sommergerste, anerkannte I. Absaat, standfest und sehr ertragreich. uuD Auf Wunsch gebeizt I MerWls-MMWk „Unterer Hardthof" bei Gießen. 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Soweit nicht das Gesetz schon Regeln (etwa bezgl. Kündigungsfrist, Arbeitszeit, Betriebsschutz, Versicherung usw.) trifft, sind diese ganz vorwiegend in Tarifverträgen vereinbart. Namentlich die Löhne und Gehälter haben in der überwiegenden Mehrheit aller Fälle ihre Grundlage in einer Tarifnorm. Die geltenden Tarifverträge treten mit dem 30. April außer Kraft. Aber damit fallen nicht ohne weiteres die Rechtswirkungen ihres Inhaltes weg. Sondern dieser kann als Inhalt von amtlichen Tarif Ordnungen des Treuhänders der Arbeit aufrechterhalten werden. Rechtlich ist die Tarifordnung etwas ganz anderes als der Tarifvertrag. Dieser war ein kollektiver Vertrag zwischen einer Gewerkschaft und einem Arbeitgeberverbande oder einzelnen Unternehmern. Er ist schon durch die Auflösung der, vertragsschließenden Verbände erledigt. Es gibt künftig keine Parteien mehr, die' Tarifverträge mit den Rechtswirkungen der Nachkriegszeit schließen könnten. An ihre Stelle tritt der Treuhänder, der eine vom Reichsarbeitsminister abhängige Reichsbehörde ist. Die von ihm zu erlassende Tarifordnung hat die gleichen Rechtswirkungen wie die bisherigen Tarifverträge: die darin festgesetzten Arbeitsbedingungen, insbesondere die Löhne, gehen automatisch in alle davon betroffenen Arbeitsverträge ein und können nicht zu ungunsten der Arbeitnehmer abgedungen werden. Im Einzelfalle können also wohl höhere, aber nicht niedrigere Löhne und Gehälter vereinbart werden als die tariflichen. Der Geltungsbereich der künftigen Tariflöhne ist weiter als der der bisherigen: Diese galten nur zwischen den Mitgliedern der Tarifverbände. Für Außenseiter galten sie nur, wenn diese sie besonders vereinbart hatten oder wenn der Tarif vom Reichsarbeitsminister für allgemein verbindlich erklärt war. Für diese Allge- meinoerbindlicherklärung ist jetzt kein Raum mehr, sondern die neuen Tariflöhne gelten als behördliche Verordnung immer für alle Arbeitsverhältnisse, die nach Ort, Zeit und Art der Arbeit darunter fallen. Wichtiger noch ist die zweite Aenderung, die das Gesetz vom 20. Januar gebracht hat. Während bisher die Tarifverträge ganz überwiegend die Löhne für ganze Wirtschaftszweige und für Bezirke einheitlich regelten, soll künftig die Regelung innerhalb der Betriebe erfolgen. Die Hauptgrundlage für die kollektive Lohngestaltung soll die „B e - triebsordnung" werden, die vom Unternehmer als dem „Führer" des Betriebes einseitig erlassen wird, und die für alle Betriebe mit mindestens 20 Arbeitsnehmern vorgeschrieben ist. Der Inhalt der Betriebsordnung, also auch die Löhne und Gehälter, soll zwar vorher vom Führer mit den Vertrauensmännern der „Gefolgschaft" (Belegschaft) beraten werden. Aber über den Erlaß entscheidet nur der Führer, und die Vertrauensmänner haben nur das Recht, gegen unangemessene Festsetzung die Entscheidung des Treuhänders anzurufen. Da nach dem Gesetze der amtliche Erlaß von Tarifordnungen die Ausnahme fein soll (für den Fall, daß er zum Schutze der Belegschaften dringend notwendig erscheint), so würden am 1. Mai alle Unternehmer von allen Tarifbindungen frei werden imb in ihren Betriebsordnungen oder auch in den »einzelnen Arbeitsverträgen die Löhne ihrer Arbeiter und die Gehälter ihrer Angestellten nach iihrem Ermessen festsetzen können. Daß ein solcher plötzlicher Uebergang von beruflicher zu betrieblicher Regelung, der zugleich ein Uebergang von Vereinbarung zu herrschaftlicher Satzung ist, große Unruhe und Schwierigkeit Hervorrufen müßte, ist klar. Die neue, sittliche Grundlage der Arbeit ist wohl noch nicht so tief eingelebt, daß sich nicht der Arbeiter und Angestellten eine gewisse Sorge vor den Aenderungen bemächtigen müßte. Das Bedürfnis nach einheitlichen Löhnen in den Geschäftszweigen als Grundlage gleichmäßiger Kalkulation und anständigen Wettbewerbes ist auch sicher heute nicht geringer als in der Vergangenheit. Deswegen ist eine vorsichtige Ueberleitung unentbehrlich. Sie ist bereits im Gange. Mehrere Treuhänder haben bereits öffentlich erklärt, daß die Arbeiter und Angestellten sich keine Sorge wegen Herabsetzung der Bezüge zu machen brauchten, sondern daß alle geltenden Tarifverträge in der Form der amtlichen Tarifordnungen über den 1. Mai fortbestehen würden. Das würde nicht nur eine Aufrechterhaltung aller Tariflöhne, sondern ihre Ausdehnung auch auf alle bisher nicht betroffenen Außenseiter bedeuten. Deswegen hat der Reichsarbeitsminister in einer Bekanntmachung in den Zeitungen ausgesprochen, daß die einfache Umwandlung der geltenden Tarifverträge in Tarifordnungen nicht erwünscht sei, sondern daß man versuchen müsse, rechtzeitig neue Tarifordnungen, die den Bedürfnissen der verschiedenen Gegenden und Wirtschaftszweige angepaßt seien, zu erlassen. Auch der Reichsarbeitsminister rechnet also offenbar damit, daß auch nach dem 1. Mai die tarifliche Ordnung der Löhne und Gehälter zunächst die Regel bleiben wird. Aller Voraussicht nach wird also der 1. Mai keinen tiefen Einschnitt in das Gewohnte und keine allgemeine Erschütterung des Lohnstandes bringen. Sondern es wird praktisch zunächst alles beim Alten bleiben, und die Beteiligten werden kaum merken, daß die Rechtsgrundlagen der Bezahlung sich geändert haben. Die Treuhänder werden sich vom Sachverständigen darüber beraten lassen, ob eine Aenderung der geltenden Tariflöhne und -gehälter erforderlich ist. Diese Sachverständigen werden großenteils dieselben Leute sein, die bisher die Tarifverhandlunaen geführt haben. Trotz der neuen Grundlage des Arbeitsverhältnisses (Gefolgschaft statt Klassengegensatz) werden die Unternehmer selten eine Erhöhung der Löhne befürworten und die Arbeitnehmer erst recht nicht eine Herabsetzung. Infolgedessen ist anzunehmen, daß im wesentlichen die alten Löhne und Gehälter fortgelten werden, soweit nicht tatsächliche Mißstände sich Herausstellen oder erhebliche Aendcrun-gen in den Wirtschaftsbedingungen eintreten. In welchem Umfange und Tempo dünn die Tarifordnungen aufhören und den Betriebsordnungen die Bahn freigeben werden, dürfte ganz davon abhängen, wie die Unternehmer von den ihnen neu übertragenen Befugnissen Gebrauch machen. Der Nationalsozialismus ist sicher nicht gewillt, die Lebenshaltung der Arbeiter und Angestellten zugunsten erhöhten Gewinnes der Unternehmer beeinträchtigen zu lassen. Er wird ebensowenig einen Druck auf die Löhne als Mittel unlauteren Wettbewerbes zulassen. Beides um so weniger, als vorläufig noch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durchaus im Vordergründe der Regierungspolitik steht, die Kurzarbeit im Interesse der Mehrbe- jchäftigung von Menschen gefördert wird, also ein großer Teil der Arbeitnehmer nicht das volle tarifliche Entgelt bezieht. Einer betrieblichen Erhöhung der Löhne und Gehälter steht die Tarifordnung nicht entgegen, denn ihre Sätze sind nur als Mindestbedingungen rechtsverbindlich. In dem Maße, in dem die erhoffte Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit und zur Steigerung der Arbeitseinkommen führt, wird vielleicht ganz von selbst der Betriebslohn „über" dem Tariflohn praktisch maßgebend werden und die tarifliche Lohnsicherung überflüssig machen. Einstweilen wird die Tarifordnung zur Sicherung des Mindesteinkommens fortdauern. Faschistische Kolonialpolitik. Von Alfred W. Kames. Als Abschluß seiner Reiseberichte (Gießener Anzeiger vom 25. Januar, 3., 10. und 17. Februar) faßt unser Sonderberichterstatter in folgendem seine Eindrücke über die italienische K o l o n i a l a r b e i t in Tripolis zusammen. Der Aufstieg des Faschismus in Italien hat das Gesicht dieses Landes von Grund auf gewandelt. Das ist heute schon eine Binsenwahrheit und bedarf keiner Beweise mehr. Aber es ist doch immer wieder interessant und für den inneren Kern aller dieser Autoritätsbewegungen in der Welt bezeichnend, wie die neuen Ideen in alle Lebensgebiete eindringen und wie sie hier Gestaltungen materieller wie geistiger Art hervorbringen, die schlechthin schlüssige Lösungen scheinbar unlösbarer Probleme bedeuten. Zu den Problemen, über die man sich in der Vorkriegszeit und zum Teil heute noch in Europa die Köpfe zerbricht, die vielfach weltanschaulich angefaßt werden und deshalb einer, wie es schien, fast ewigen Gegensätzlichkeit der Betrachtung unterliegen, gehört auch die Frage der Kolonialpolitik, die Frage, ob die europäischen Länder überhaupt berufen sind, in fremde Erdteile einzudringen, dort Kolonien zu schaffen und sie auszubeuten, oder ob die Vergewaltigung anderer und andersfarbiger Völker nicht einem tieferen Gesetz her Ethik widerspricht, dessen Verletzung sich einmal auf das schwerste rächen wird. Italien scheint auch hier auf dem Weg zu einer Lösung zu sein, die in ihren Grundzügen sich gegebenenfalls epochal auszuwirken vermag. Allerdings besitzt Italien auch ganz andere Voraussetzungen für seine koloniale Betätigung, als sie anderen europäischen Ländern zu Gebote stehen. Italien ist das einzige europäische Land, das eine Kolonie im unmittelbaren Angesicht des Mutterlandes besitzt. Nicht umsonst und nicht ohne tieferen historischen, aber auch in die Zukunft weifenden Sinn wird diese nordafrikanische Kolonie, das aus den beiden Teilen Tripolitanien und Cyrenaika bestehende Libyen von den Italienern heute als die „vierte K ü st e" bezeichnet. Es ist die „vierte" Küste der Apennin-Halbinsel, und es ist sie um so mehr, als das alte Rom sich hier bereits einen ausgebauten Besitz geschaffen hatte, durch den erst eigentlich die römische Vorherrschaft im Mittelmeer begründet und gesichert wurde. Die Zeugen dieser ruhmvollen römischen Vergangenheit sind heute noch wohlerhalten. Sie werden von den Italienern mit Sorgfalt und Pietät ausgegraben und, soweit es möglich ist, auch wieder hergestellt. Die von Kaiser Septimius Severus glanzvoll ausgebaute Hafensiedlung Leptis Magna, eine der drei Städte der „Dreistadt" Tripolis, ist ebenso wie die andere früher ebenfalls zur Stadtgemarkung des alten „Oea" gehörige Siedlung S o b r a t h e schon in ihrem jetzigen Wiederherstellungszustand zu einem vorbildlichen Freiluftmuseum geworden, das eindringlich die Lehre einer Vergangenheit predigt, zu der Der Faschismus unmittelbare Anknüpfung sucht. Diese Anknüpfung soll sich keineswegs darin erschöpfen, daß man „Steine reden" macht, sondern sie will eine lebendige Verbindung Herstellen, und zwar eine Verbindung, die durch das Gesetz des Blutes die Berechtigung und die Pflicht Italiens feststellt, in seiner „Gegenküste" nicht einen anderen Kontinent, sondern einen Teil des eigenen Volksraums zu sehen. So wird man in Gießener Stadttheater. Robert Stolz: „Der verlorene Walzer". Der Fall entbehrt nicht der Originalität: bisher nvar es meist so, daß die Drehbücher im Film „,nach einer Operette" ober „nach" sonst irgenbeiner miehr ober tninber literarischen Vorlage aeschrieben örourben, was, nebenbei bemerkt, bem Film nicht immer besonbers gut bekommen ist. Hier ist es umgekehrt; biesmal war spaßiger- aveise ber Tonfilm bei weitem zuerst ba: er hieß ,Zwei Herzen im Dreivierteltakt" von Walter Reisch unb Franz Schulz, unb ist auch seinerzeit mit großem Erfolg in Gießen gelaufen. Er bot bie Vorlage für bie Operette in brei Akten acht Bildern) von Paul K n e p l e r und I. M. W e l l e m i n f k y. Und es darf gesagt werden, Äaß die Operette dabei sehr gut gefahren ist. * Zunächst ist der Einfall mit der verlorenen Melodie ein bühnenmäßig brauchbares und wirklich hübsches Motiv, aus bejn sich auf dem Theater wie «n Atelier allerlei machen läßt. Daß das in Wien kassiert, unb daß es gerade ein Walzer ist, der i em Komponisten einfällt, abhanden kommt und im allerletzten Moment, ungefähr fünf Minuten Dor der Premiere, zum zweiten Mal beschert wird, k ersteht sich beinahe von selbst. * Es paßt auch in ein Operettenbuch, wenn dieses musikalische Leitmotiv mit einer Liebesgeschichte verbunden wird dergestalt, daß dem Komponisten ter so dringend gesuchte Schlager nicht einfällt, neil feine Herzensgeschichte sozusagen im Verblühen ist; und daß die Suche nach einer neuen Melodie für ihn zugleich die Suche nach einer reuen großen Liebe wird, nach der namenlosen, gütigen Fee, die ihm geheimnisvoll erscheint, ihn mit dem Dreivierteltakt beschenkt, ihn verläßt und endlich wiedergefunden wird zusammen mit dem Balzer, der den Erfolg der Operette, der gespielten unb ber richtigen, sogleich entscheidet. * Die Musik ist von Robert Stolz und entstammt f)ier im wesentlichen der gleichen Partitur wie im Tonfilm. Mit dieser Partitur steht und fällt die Operette, denn das Buch würde, so reizvoll die Jabel an sich auch sein mag, zur Wirkungslosigkeit v-rdammt sein, wenn die Idee, auf der das ganze Stürf aufgebaut ist, sich nicht musikalisch-unmittel- birr §u legitimieren vermöchte. Das ist Stvlzens vielseitiger Begabung in der Tat gelungen. Er hat für den Walzer den großen, ausholenden und mitreißenden Schwung gefunden, der gerade hier unentbehrlich war, und er hat den Dreivierteltakt echt wienerischer Prägung mit straff rhythmisierten moderneren Klängen lebendig und prickelnd zu kontrapunktieren verstanden. An dem unterlegten Text — „Das ist der Schmerz beim ersten Kuß"; „Das ist kein Zufall, daß das Glück in Wien wohnt"; „Auch du wirst mich einmal betrügen" — war unter so günstigen musikalischen Umständen nicht mehr sehr viel gelegen. Die Aufführung kam unter Wredes Regie lebendig und flüssig heraus. Cuj6 dirigierte mit Temperament, brachte die melodische Fülle und Weichheit der Partitur wirksam zur Geltung unb überbrückte auch mit einprägsamen Zwischenspielen bie notwendigen Umbaupausen. Löffler und Keim hatten eine geschmackvolle Ausstattung geschaffen unb insbesonbere bie Wohnung ber beiden Librettisten mit gediegener Eleganz eingerichtet. Auch die hier recht wesentlichen Beleuchtungseffekte halfen die gewünschte Stimmung erzeugen. B ä u I f c steuerte ein paar hübsch zusammengestellte Tanz- nummern bei. Das Tanzpaar Leny Haase und Otto B e l l o f f fand mit einer Sonder ein läge im letzten Bild lebhaften Anklang. * Auch die Besetzung ließ nichts zu wünschen übrig. Heinz-Albrecht Marcks und Kurt L ü p k e machten mit beweglichem Humor das feindliche Zwillingspaar ber Librettisten, brachten ihre Duette im wesentlichen parlanao, schienen aber auch von ben Comedian Harmonists einiges gelernt zu haben. Die brollige spanische Tanzparobie mußte von Herrn M a r ck s gleich wiederholt werden. * Erna Renz sang die Anny Lohmeyer apart und mit verständnisvoller Einfühlung in die Psychologie dieser Figur. Maria Perry als Hedi war die gütige Fee und liebreiche Muse, die dem armen Komponisten den rettenden Einfall schenkt: eine gesanglich unb darstellerisch geschickte und erfreulich ausgeglichene Leistung. Elisabeth Wielander holte sich mit der naiv burschikosen Soubrette Mizzl durch ihr animiertes und lustiges Spiel einen verdienten kleinen Sonderapplaus. ♦ Fierment gab den Komponisten Toni Hofer halb lyrisch, halb nervös und kam naturgemäß erst gegen Ende — mit dem wiedergefundenen Walzer — richtig in Fahrt. Hub als komisches Theaterfaktotum gab ein mit großem Beifall aufgenommenes aktuelles Chanson zum Besten. Karl F e u ß e r verdiente sich mit dem stimmungsvoll vor- getragenen Heurigen-Lied besondere Anerkennung. In kleineren, humoristisch abgestimmten Aufgaben: Kühne als Direktor, Geiger, Nieren und Frau Schubert-Jüngling. — * Zum Schluß gabs viel Beifall und Blumen. hth. „Elisabeth und der Narr." Dies ist eine Schöpfung der bisher kaum bekannten Edda-Film G. m. b. H. in Berlin. Es erscheint nicht ganz leicht, die höchst phantasievolle und romanhaft-romantische Handlung auf einen Generalnenner zu bringen. Zwar steht ein kriminalistisches Motiv im Mittelpunkt der Fabel, aber in den rätselhaften Mordfall spielt auch eine Liebesgeschichte hinein, und der Schauplatz wechselt effektvoll und unvermittelt zwischen dem Mädcheninternat in einem Nonnenkloster unb einem Wanber- zirkus. Möglicherweise hat gerabe bie aus so verschiedenartigen Elementen gemischte Handlung — der Verfasser des Drehbuches ist uns nicht bekannt — die Regisseurin Thea von H a r b o u gezeigt, die teils mit ganz realistischen, teils mit symbolischen Stilmitteln inszeniert und übrigens eine Anzahl malerischer Naturaufnahmen aus der Bodenseelandschaft in die Szenenfolge aufgenommen hat. Gottfried Huppertz schrieb eine Musik, die, dem eigentümlichen Charakter der Handlung angepaßt, nicht nur einfache Begleitung ist, sondern sich gelegentlich zu melodramatischer Wirkung steigert. Die weibliche Hauptrolle spielt Herta Thiele, die wir seit langem hier nicht mehr gesehen haben: sehr lieblich, zart und jugendlich, zuletzt freilich durch die strenge klösterliche Tracht der „weißen Schwester" ein wenig im Ausdruck gehemmt. Rudolf Klein- Rogge hat die nicht übermäßig dankbare Aufgabe, den halboerblödeten Michele unheimlich lebendig zu machen. Das Gießener Publikum wird es interessieren. Eduard W e \ e n e r wieder einmal zu sehen, der früher am Stadttheater wirkte und allmählich ganz zum Film hinüberzuwechseln scheint; eine saubere Darstellung, die aus der nicht besonders ertragreichen Rolle das Möglichste herausholt. Theodor Loos, vornehm und zurückhaltend, Erna Lorena und Fritz Alberti sind vom Ensemble zu erwähnen. — Das Beiprogramm bringt einen Varietöfilm, Aufnahmen aus der Lüneburger Heide, die neue Wochenschau und einen Vorspann zu „Hans Westmar" nach dem Roman „Horst Wessel" von Evers. (Lichtspielhaus.) allen italienischen Kolonialkreisen immer und immer wieder dem Hinweis begegnen, daß die eigentlichen Eingeborenen der nordafrikanischen Küstengebiete, die Berber, den Römern flamm- verwandt seien. Sie seien Blut von ihrem Blut. Es ist hier nicht der Oct, diese Behauptung wissenschaftlich zu untersuchen. Tatsache ist aber jedenfalls, daß sie audi in der Sagengeschichte der Berber anklingt und daß sie gerade durch dieses solkloristische Moment einen starken Rückhalt findet. Die Berber beschränken sich nun nicht auf das eigentliche Libyen, sondern ihre Siedlungsgebiete z^hen sich den ganzen Küsteystreifen von Tanger bis nach Alexandria entlang. Hier ist eine ideelle Untermauerung politischer Ziele Italiens in Nordafrika im Werden, die man nicht übersehen kann. Dabei sind die Berber siedlungsmäßig äußerst bedrängt von den Arabern, den Juden und auch von den Nachkommen der eingeroam berten oder versklavten Negerstämme. Sie sind volk- lich vielfach derart aufgespalten, daß man nur noch in einzelnen Gegenden reinrassige Volksteile findet. Offensichtlich geht die italienische Eingeborenenpolitik darauf hinaus, die natürliche Abgrenzung rassischer Eigenarten eher zu unterstützen als sie zu verwischen. Ganz besonders das Berberturn kann sorglicher Pflege gewiß sein, um es vor dem völligen Verschlacken durch Arabertum und Judentum zu bewahren. Die Berber waren es aber auch, die den Italienern im Weltkriege sowohl wie in den Senussi-Aufständen treue Gefolgschaft leisteten und die deshalb, wenn sie heute als Soldaten in die Kolonialarmee eingestellt werden, einen ganz besonders hohen Fez tragen dürfen. Nach welchen Gesichtspunkten der Fascio seine Eingeborenenpolitik in Libyen verfolgt, wird eigentlich schon auf den ersten Blick erkenntlich, wenn man nach Tripolis kommt. Unmittelbar am Rande der Europäerstadt liegt in einer Schlucht ein Negerdorf, das sich höchstens durch seine Größe und seine Ausdehnung vor irgendeinem Kraal Jnnerasrikas unterscheidet. Dieses 'Negerdorf wird bestimmt nicht des Fremdenverkehrs wegen in seiner Ursprünglichkeit erhalten, sondern es ist einfach ein Prinzip, das auch sonst überall in den Städten sowohl wie im Innern festzustellen ist, daß man den Eingeborenen nach Möglichkeit sich selb st über- läßt. Der Italiener greift weder in das äußere noch in das innere Leben der verschiedenen Volksteile ein, wenn es nicht, aus übergeordneten zwingenden Gründen notwendig erscheint. Jeder Europäer, ja selbst jeder Hund eines Europäers hat sich strikte nach den strengen Vorschriften zu richten, die in jeder italienischen Stadt bestehen. Aber der Eingeborene wird in der Freiheit seiner Lebensart eigentlich durch nichts behindert. Er kann in jeder Ecke schlafen, wenn es ihm Freude macht, er kann in den Städten genau so wie in der Wüste leben, er darf tun und lassen, was er will, wenn seine Handlungen nicht unmittelbar wichtiges Interesse der Kolonialmacht verletzen. Die Italiener sind in keiner Weise sentimental. Sie betrachten sich durchaus nicht als berufen, nun aus diesem vorwiegend mohammedanischen und zum Teil noch heidnischen Volk etwa fromme Christen zu machen. Will ein Mann die drei Frauen haben, die ihm der Prophet zubilligt, so braucht er nur nachzuweisen, daß er sie auch zu ernähren vermag. Dann steht der offiziellen Legalisierung dieses Bundes nichts im Wege. In den Oasen des Innern ist auch der Frauenkauf durchaus noch eine gebräuchliche Erscheinung. Man kann von den Eltern für eine Ziege oder wie der Preis sonst gerade ist, ein junges Mädchen erwerben und ihm am andern Tag den Scheidebrief geben. Niemand denkt daran, anläßlich eines solchen Vorganges Folgerungen aus europäischen Moralvorstel- lungen zu ziehen. In dieser von den Methoden anderer Kolonialmächte so grundverschiedenen Eingeborenenbehandlung liegt einer der Hauptgründe dafür, daß sich nach so lange dauernden, fanatischen und blutigen Kämpfen die Pazifizierung überraschend schnell vollzog! Der Faschismus ist seinem Wesenskern nach keineswegs, wie ihm so oft vorgeworfen wird, Weibliche Kriminalisten. Ganz in der Stille arbeitet in den Großstädten die weibliche Kriminalpolizei. Mit Erstaunen liest man, daß die weibliche Kriminalpolizei im letzten Jahre nicht weniger als 11000 Fälle bearbeitete. Es ist nicht die Aufgabe der weiblichen Kriminalbeamten, Kapitaloerbrechern nachzujagen und schwere Fälle aufzudecken. Diese Arbeit bleibt die Sache der männlichen Kollegen. Der Dienst des weiblichen Kriminalisten ist gewissermaßen ein Er- gämungsbienft und eine Verbindung mit «-bem Sürforgebienft. In Preußen wurde bie weibliche Kriminalpolizei zuerst 1926 in Frankfurt a. M. eingerichtet. Die guten Erfahrungen, bie Frankfurt mit ben weiblichen Kriminalbeamten machte, veranlaßten im folgenben Jahre bie Polheipräsibenten von Dresbcn, Hamburg, Berlin uno Karlsruhe, weibliche Kriminalbeamte einzustellen. Heute fteh in Deutschlanb etwa 150 weibliche Beamte im Kriminalbienst tätig, bavon allein in, Berlin 34. Die Bewerberinnen, bie im Alter von 25 bis 30 Jahren stehen müssen, haben bas staatliche Examen als Wohlfahrtspflegerin bestauben unb werben in einem Polizeikursus für ihren schwierigen Dienst vorbereitet. Die Berliner weibliche Kriminalpolizei ist in brei Abteilungen eingeteilt. Die erste Abteilung bearbeitet Kriminalfälle von Kinbern unb Jugenb- lichen unb Delikte, bie Kinber in irgenb einer Weise berühren, wie Kinbesmißhanblungen ober Mißbrauch von Kinbern bei Diebstählen usw. Die zweite Abteilung hat sich mit ber Vernehmung von Frauen unb Kinbern zu beschäftigen, an benen Verbrechen begangen würben, Verführung, Entführung, Blut- schanbe usw. Die brüte Abteilung umfaßt bie weibliche Gefährbetenpolizei. Diese Abteilung unterstützt besonbers bie öffentlichen Fürsorgestellen, von benen sie alle Fälle von sittlicher ober krimineller Gefährdung überwiesen erhält. Von ber weiblichen Kriminalpolizei wirb auch ein Streifenbienst unterhalten. Im Gegensatz zu Englanb ist bie weibliche Krimi- naliftin bei uns nicht uniformiert. Man hat sich auf ben Stanbpunkt gestellt, baß ber weibliche Kriminalbeamte feinen Dienst möglichst unauffällig zu versehen hat. Im Falle bes Einschreitens verfügt ber weibliche Beamte über bieselben Rechts- unb Machtbefugnisse, wie ber männliche Kollege. Die Berliner weibliche Kriminalpolizei untersteht einer Kriminalrätin. Für bie Zukunft hofft man auf eine starke Abnahme ber Straftaten, weil versucht wirb, vom Wege abgeirrte junge Menschen durch rechtzeitige verstänbnisvolle Behanblung roieber zu nützlichen ©Hebern ber Volksgemeinschaft zu machen. Unb gerabe hier fällt ber weiblichen Kriminalpolizei bie schwierigste, aber auch bie bankbarste Aufgabe zu. „imperialistisch". Er will nicht Gebiete erobern um der Eroberung willen, sondern es drängt ihn vielmehr zum Gebietsaufbau als zur Gebietserweiterung. Die Pazifizierung Libyens mußte schnell vor sich geyen, damit endlich nach so langer türkischer Mißwirtschaft, nach so viel Unfähigkeit des italienischen Vorkriegssystems der Aufbau beginnen konnte. Italien ist eines der übervölkertsten Länder Europas. Es war allzu lange dazu gezwungen, seinen Menschenüberschuß nach allen möglichen Richtungen hin geradezu abzustoßen. Der Fascio ist aber ein Autoritätssystem, das nicht um seiner selbst willen da ist, sondern das diese seine Autorität nur um des Volkes willen selbst aus- übt. Wollte der Fascio seiner großen Sendung gerecht werden, so mußte einer seiner ersten und dringendsten Sorgen darauf gerichtet sein, den Menschen, die in Italien keine Nahrung mehr fanden, eine Heimat zu geben, die als italienische Heimat angesprochen werden konnte. Diese neue Heimat war bis dahin ein ödes, ein nicht einmal militärisch gesichertes Gebiet, ein Spielball weltpolitischer Jnteressenkreuzungen und Intrigen. Nun mit der Herrschaft Mussolinis steigt die Kurve der militärischen Besitzergreifung und Sicherung des libyschen Kolonialgebietes ebenso steil an wie die Kurve einer ganz planmäßigen Kolonisation, die vor keinem Experiment zurückscheut und jedes Geld, das notwendig ist, zum Ausbau des Landes zur Verfügung stellt. Bei allen staatsschöpferischen Persönlichkeiten verbindet sich mit der Erkenntnis von der Wichtigkeit zugleich auch eine besondere Vorliebe für einen denkbar großzügigen Straßenbau. Wie es in Italien, mehr noch im Spanien Primo de Riveras der Fall ist, so hat man auch in Tripolis in ganz kurzer Zeit ein Straßensystem geschaffen, das in dieser Vollendung und in dem Tempo seines Ausbaus wahrscheinlich in der ganzen Welt kaum seinesgleichen findet. Die Straße stößt vor und erschließt das Land. Und sofort werden dort, wo gestern noch Steppe war, Wüste vielleicht, Kolonistenfamilien angesetzt, die niemanden etwas wegnehmen, sondern Neues schaffen. Der gefährlichste Feind des Straßenbaus, aber auch des Kolonisten, ist der Flugsand, die Wanderdüne. In einer jahrelangen Arbeit, die auch heute noch keinen Tag, noch keine Stunde abreißt, hat man diese Wanderdünen bepflanzt und damit festgelegt. Man hat darüber hinaus durch Anpflanzungen von Bäumen, insbesondere durch Verwendung der australischen Akazie natürlichen Windschutz geschaffen, wie man überhaupt, gestützt auf die umfassende Arbeit der großen staatlichen Versuchsfarm Sidi Mesri, an eine planvolle Aufforstung, die zugleich dem Lande kostbares Holz bringen soll, herangeht. Die Ansetzung von Siedlern geht im allgemeinen so vor sich, daß der Staat ein gewisses Stück Land zur Verfügung stellt und ihnen darauf sogar schmucke kleine Häuser baut. Ein Kredit, der leicht zu erlangen ist, tut das Übrige. Ist das Land kultiviert, so fällt die Hälfte des Besitzes wieder an den Staat zurück oder muß vom Siedler eigens erworben werden, während Haus und übriger'Besitzteil automatisch in sein Eigentum übergehen. Die Großkolonisation, mit der man begann, scheint heute mehr und mehr abzuflauen. Es gibt bereits eine Reihe größerer Landgesellschaften, die ihren Besitz systematisch wieder zerschlagen und selbständige Güter daraus machen. Auch der Gedanke der Siedlung durch Arbeitsdienst ist in Form der sogenannten „Libyschen Leaion", militärisch straff aufgezogen, bereits verwirklicht worden. Versucht der Faschismus den 500 Kilometer breiten Meeresarm zwischen Sizilien und Nordafrika als Kontinentsgrenze und sogar als Volksgrenze zu Überwinden, so unterscheidet sich seine Kolonialpolitik auch dadurch fast bis zur Grundsätzlichkeit von der machtpolitischen Kolonisation anderer Länder, daß sie durch Arbeit und Ausbau, durch Vorstoß in jungfräuliches Land den Besitz er st schafft, den Italien erworben hat. Hier kennt der Fascio dann allerdings auch keine Grenze. Soll Libyen gewissermaßen organisch mit dem Mutterland verschmelzen, so ist es für Italien auf die Dauer einfach unerträglich, daß das eng- lischeMolta als Sperrfort dazwischen liegt. Auf her Schulbank. 13on Siegfried von Vegesack. Der Klassenlehrer unseres Jungen hatte zu einer Elternversammlung eingeladen. Nur widerstrebend, mit heimlichem Gruseln, machte ich mich mit meiner Frau auf den Weg zur Schule. Elternversammlung, — das klingt etwas komisch: lauter Papas und Mamas, die nur deshalb zusammenkommen, weil sie eben Papas und Mamas find. Immerhin: warum sollen nicht auch einmal die Eltern zusammenkommen, um etwas über ihre Kinder zu erfahren, über ihr Schicksal zu beraten? So wichtig eine Aktie, eine Dividende auch sein mag, im Depot unseres Volksvermögens find die Kinder vielleicht doch das beste Wertpapier, das wir besitzen. Durch endlose Korridore geht es, treppauf, immer «Heber treppauf, dann öffnet sich eine Tür, und wir befinden uns in einem Klassenraum der Schule: Pulte, Bänke, eine große Tafel, ein kleiner Tisch als Katheder, sonst nur weiße Kalkwände. Die Papas und die Mamas, — bei manchen geht es schwer, — drücken sich zwischen die Schulpulte hinein, setzen sich auf die harten kleinen Bänke. Die Klasse ist schnell gefüllt, ein umfangreicher Papa muß sich noch ein Stühlchen hereintragen, — und nun sitzen alle wie Mädchen und Buben hübsch aufgereiht nebeneinander. Und in diesem Augenblick, während ich mich mit meiner Frau hinter ein Pult zwänge, die Bank herunterklappe und mich auf dieses harte, vom Sitzen vieler Schülerhinterteile blank geriebene Holz setze, geschieht das Wunder: ich schrumpfe zusammen, die Schultern ducken sich, die Beine, die ich noch eben kaum ausstrecken konnte, werden kurz und dünn, die viel zu langen Arme und Ellbogen schieben sich ineinander, nehmen auf dem schwarzen Schulpult den gewohnten Platz ein, die Hande, — schmal und merkwürdig unruhig geworden, — tasten zum Blechdeckel des Tintenfasses, klappen ihn auf und zu, befühlen die vertraute Rinne für den Federhalter, eine Kruste eingetrockneter Tinte... Verstohlen sehe ich mich um, und da bemerke ich: auch alle andern Papas und Mamas haben sich verwandelt. Nein, das find keine würdigen Väter und Mütter, die dort fitzen, sondern lauter Schuljungen und Schulmädchen, man tuschelt, blickt scheu zum Lehrer hinüber, der dort hinter einer schwarzen Hornbrille sitzt: wen wird er jetzt aufrufen? Ich fühle deutlich, wie meine Hände vor Angst feucht und kalt werden, schreckliche Fragen quälen wich: wann war der zweite punische Krieg? Wann war die Schlacht bei Salamis? Und wie hieß dieser römische Feldherr, der bei Karthago...? Und mann stand Hannidal „ente portas“? Es ist weiter unerträglich, daß heute keine Möglichkeit direkter Verbindung mit Italien i s ch-E r y t h r ä a am Roten Meer besteht, und daß der uralte Karawanenweg nach und aus Zentralafrika, der Weg zum Tschadsee, durch englisch-französisches Abkommen verschlossen ist. Schon diese wenigen Andeutungen lassen erkennen, daß es weltpolitische Aspekte sind, in deren Zeichen die Kolonialpolitik des Fascio steht. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Kampf um die Millionen. (b) Rio de Janeiro. In Sao Paulo hat der Verwandtenkampf um den Alleinbesitz einer Millionenerbschaft Formen angenommen, die in der gesamten brasilianischen Oeffentlichkeit großes Aufsehen erregt haben. Die viele Millionen besitzende alte Dame Dona Iosina Amaral hatte als Erben nur zwei Söhne, von denen aber einer noch zu ihren Lebzeiten starb. Nach dem Tode dieses Sohnes verschwand sie plötzlich und wurde bereits als verschollen erklärt, bis man sie eines Tages in der Wohnung ihres noch lebenden Sohnes in einem Kleiderschrank versteckt fand. Der Sohn hatte sie auf diese Art gefangengehalten, um zu verhindern, daß sie über ihr Vermögen in einer für ihn ungünstigen Weise verfüge. Dona Iosina Amaral wollte nämlich in erster Linie ihren Enkel Paulo Prado Amaral, das Kind ihres verstorbenen Sohnes, bedenken. Obgleich die alte Dame unter Polizeischutz gestellt wurde, verschwand sie kurz danach wieder, wurde wiedergefunden und starb bann aber nach wenigen Monaten infolge der ausgestandenen Aufregungen. Die Erbschaft sollte nun geteilt werden, wobei an den Enkelsohn Paulo Prado Amaral die Summe von acht Millionen Milreis gefallen wäre, wenn nicht auch er plötzlich auf geheimnisvolle Weife verschwunden wäre. Die Polizei suchte lange vergeblich nach ihm, bis er vor wenigen Tagen von einer Kusine, seiner früheren Verlobten, völlig zerlumpt und ausgehungert als Bettler auf den Straßen Sao Paulos angetroffen wurde. Die medizinische Untersuchung ergab, daß Paulo durch unsägliche Entbehrungen und wahrscheinlich auch Mißhandlungen in einen Schwächezustand versetzt worden war, in dem er auch das Erinnerungsvermögen verlor und so trotz seines Millionenerbes als Bettler vegetierte. Was sich zwischen seinem Verschwinden als gesunder und blühender Mensch und seinem Wiederauftauchen als zerlumpter und schwachsinniger Landstreicher ereignete, liegt noch in Dunkel gehüllt. Natürlich wird von der öffentlichen Meinung Brasiliens fein Onkel, der bereits feine Mutter gefangengehalten hatte, auch mit diesem Fall in Verbindung gebracht. Die Polizei will bereits festgeftellt haben, daß Paulo von privater Seite gefangengehalten und, nachdem er völlig heruntergekommen war, als Gedächtnisloser freigelassen wurde. Bis zu seiner Wiederherstellung in einem Sanatorium wird jedenfalls dieser arme Märtyrer einer Millionenerbschaft streng beroaefjt, um eine neue Entführung zu verhindern. Flaschen-Capone hats überstanden. th Ehikago. Niemand wird behaupten wollen, daß die Capo- nes das verkörpern, was man sich unter einer „feinen Familie" vorftellt. Zu Beginn dieses Jahres saßen sämtliche Mitglieder dieser Familie hinter Gittern. Vom Jüngsten bis zum Großpapa. Mit der Höchststrafe war Alphonse, genannt Al, „ausgezeichnet", der bekanntlich elf Jahre verbüßen soll. Allerdings sprach man kürzlich schon davon, daß es dem alten Gauner vermutlich gelingen werde, in absehbarer Zeit sich der gleichen Freiheit zu erfreuen, die jetzt schon seinem jungen Bruder zuteil geworden ist. Bruder Ralph, genannt der Flaschen- Capone, hat nämlich die drei Jahre schon abge- brummt, die man ihm zudiktierte. Die aus der Alkoholschmugglerfamilie Capones stammenden Betrüger werden immer nur wegen Steuervergehens eingebuchtet. Etwas anderes kann man ihnen eben nicht nachweisen. Auch dem „kleinen Bruder" Ralph drehte man daraus einen Strick. Uebrigens hieß er Flaschen-Capone, weil er mit den Flaschen handelte, die sein Bruder für feine riesigen Alkoholschiebungen brauchte ... Wo Heinrich VIII Anna Boleyn traf... (—) London. Jetzt haben die Installateure die schönen, weißen, nagelneuen Badewannen fertiggeftellt und eingemauert. Die Nummernschilder sind auf den Türen angebracht. Alles ist bereit, so bereit, wie einst das Kenter Wickham-Schloß Tag und Nacht sein mußte, wenn der König Heinrich VIII. hierher kam und langsam die schmale Allee hinabritt, an deren Ende die schöne Anna Boleyn stand. Einst ein königlicher Treffplatz, der Ausgangspunkt einer fraulichen Tragödie, die Ursache der großen Kirchentrennung — heute ein Hotel. Nichts anderes. Deshalb die weißen Badewannen. Deshalb die Nummernschilder. Heinrich VIII. und Anna. Ueberall sieht man ihre Namen. Verschlungen und eingeritzt. In die Seitenwände des Kamins und in die Spiegelscheiben an den Fenstern. Noch heute zeigt man den Weg, auf dem Anna Boleyn am liebsten spazieren ging, die Allee, wo der König mit der schönen Anna am häufigsten wandelte. Vorbei, vorbei — ein Hotel wurde aus diesem historischen Platz. Odo, der Halbbruder Wilhelms des Eroberers, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sähe, was aus einem großen Hause geworden ist. Nur der große Schlüssel von 50 Zentimeter Länge hängt noch unten neben dem Tor. Sonst ist wirklich alles anders geworden, ganz anders. Siebenmal um die Erde. (a) Amsterdam. Der Poftbesteller des Dörfchens Hauwert bei Hoorn, Mijnheer G. Ettes, feierte kürzlich fein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum, Wie beliebt der Jubilar bei seinen „Kunden" ist, zeigt, daß zu seinem Ehrentage sämtliche Dörfer und Bauernhöfe der Umgebung festlich geflaggt hatten. Auf dem Lande kommt dem Postboten ja beinah noch eine größere Bedeutung zu als in der Stadt. Ein bei den Feierlichkeiten anwesendes statistisches Gemüt hat sich die Aufgabe gestellt, die von dem Jubilar während dieser 25 Jahre zu Fuß zurückgelegte Entfernung auszurechnen und kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, daß Ettes rund 600 000 Kilometer per pedes apostolorum, das heißt siebenmal den Erdumfang,zurückgelegt hat. Ettes selbst schätztdieZahl der von ihm vollzogenen Bestellungen auf IV2 Millionen. So kann auch ein einfacher Postbote auf dem Lande Rekordbrecher werden. In Spanien wird Wein getrunken. (u) Madrid. So — nun wird aber Wein getrunken in Spanien. Ob du willst ober nicht, ob du Abstinenzler bis ober im Gegenteil. Dein Viertelliter Wein wirb bir serviert. Ob bu ihn bestellst ober nicht. Da gfbt es keine Ausnahmen. Da heißt es eben — trinken! Denn also lautet bas neue Weinhilfsgesetz, das allen in Restaurants effenben Junggesellen das Herz im Leibe vor Wonne hüpfen macht: „Zu jeber Mahlzeit, die weniger als 10 Pesetas kostet, hat ber Wirt aus eigenem Aufwanb unb ohne baß dadurch bie Qualität des Essens beeinträchtigt werden darf, einen Viertelliter Wein hinzuzuservieren. Wird ein Gastwirt bei einer Unterlassung dieses kostenlosen Weinausschankes betroffen, so wird er in eine — von Fall zu Fall steigende — Geldstrafe genommen." Jeder, auch der kleinste Eßladen in einer Winkelgasse von Barcelona, wo man für eine halbe Pe- fete essen kann, wird davon getroffen. Der Wein gehört dazu, auch wenn der Wirt vor Wut explo- Nichts, nichts weiß ich. Ich habe mich schlecht vorbereitet. Soll ich heimlich unter dem Pult im Buch nachschauen? Oder meinen Nachbar fragen? Am besten, ich mache mich ganz klein: dann sieht mich der Lehrer nicht. Und ich schrumpfe noch mehr zusammen, verkrieche mich hinter dem Rücken des dicken Schülers, der vor mir fitzt, ducke mich, wie ein Hase in einer Ackerfurche. Und während ich so versteckt dasitze und ängstlich zum Lehrer hinüberschiele, verwandelt sich auch sein Antlitz hinter ber dunklen Hornbrille und eine ganze Galerie von Lehrern, längst vergessene Gesichter, ziehen an mir vorüber, sehen mich streng unb fra- genb an. Wieber habe ich den vierten und fünften Schöpfungstag miteinanber verwechselt, wieber muß ich besroegen aus ber Reibe hinaustreten, mich beschämt an bie Wanb hinstellen. Und bann taucht bie boshafte Tatarenfratze unseres russischen Geschichtslehrers auf, unb wieber verlangt er, daß wir in unsere Hefte schreiben sollen: „Ich bin ein Russe", und wieder weigere ich mich, dies zu tun, werde zum Direktor befohlen, einem strengen Verhör unterzogen, aber ich bleibe dabei, daß ich kein Russe bin... Auch ein paar gutmütige Lehrergesichter mit rosigen Bäckchen und weißen Haaren blicken mich vom Katheder an, lächeln mir freundlich zu. Aber bie meisten Köpfe finb hart und böse, ich fühle nichts als Angst und Entsetzen, unb sonst nur grauenhafte, bleierne Langeweile. Warum hatten wir solch eine furchtbare Schule? Warum verfolgen mich Schulerinnerungen noch jetzt im Traum wie ein böser qualvoller Albbruck? Langsam erwache ich wie aus tiefem Schlaf. Cine freunbliche, von innerer Teilnahme erwärmte Stimme spricht, kluge humorvolle Augen sehen mich hinter ber schwarzen Hornbrille halb ernst, halb belustigt an. Der Lehrer erzählt von seinen Schülern, vom Unterricht, malt mit bunter Kreide Bilder an bie Tafel, belebt sogar bie toten Buchstaben unb Zahlen mit sinnvollen Märchen. Man fühlt und sieht es ihm an, mit welcher Hingabe, mit welcher Begeisterung hier ein Mensch von seinem Beruf, seiner Berufung erfüllt ist, mit welcher Liebe, wel- chem Verständnis für jede Eigenart, jedes kleine Ich, er sich in die Seele uer ihm anvertrauten Kinder versenkt. Nichts von Drill, nichts von Zwang, nichts vom oben Geist jener alten Schule, bereu harte Bänke wir einmal brücken mußten. Die Stunbe ist zu Enbe, bie Buben unb Mädchen verwandeln sich wieder in würdige Papas und Mamas. Die Beine dehnen sich, die Schultern wachsen, nur mühsam richten sich die großen Glieder hinter den kleinen Schulpulten auf. Noch ein» juat tastet meine Hand zum Blechdeckel des Tinten- lasses, befühlt die eingekratzten Rinnen und Runenzeichen auf dem Pultbrett, die frühere Schüler- generationen hier eingegraben haben. Unb ein heimlicher Wunsch regt sich: hier bleiben, noch einmal bie Schule, das Leben beginnen zu dürfen. Erwartung. Von Ilse Johrenholh. Abend. Die weite große Bahnhofshalle liegt in grauem Halbdämmerlicht. Wie schwarze Kanäle graben sich bie Schienenstränge burch die langen Reihen ber Bahnsteige. Dumpfe, hallende Urwelt- aeräusche dröhnen und ächzen, ballen sich finster zusammen und verebben wieber bis zu ben stumpfen Lauten, die wie jene unwägbaren Gerüche die Atmosphäre „Bahnhof" schaffen. Draußen, am Enbe, lauert schwarze Nacht, von vielfachen Hellen Lichtpunkten burchflimmert. Lampen, Signale, wartende Maschinen ... Weißer, gischtender Dampf steigt dazwischen sekundenlang zu Wolken auf. Dann starrt wieder dunkle Nacht mit Lichtern wie Raubtieraugen. Ein hochgewachsenes Mädchen mit schmalen Schultern unb federndem Gang schreitet langsam auf dem ersten Bahnsteig auf unb ab. Sie blickt auf die nächste große Uhr: noch zehn Minuten finb es bis zur Ankunft bes v-Zuges, mit dem er kommen muß ...! Zehn Minuten, — eine Ewigkeit, wenn man es kaum noch erwarten kann! Zum Glück ist niemand in ber Nähe, denn ihr Gesicht ist einen Augenblick wie eine offene Schale: Aufgeschlossenheit, Innigkeit, Freude unb Spannung liegen darin, von einem unnachahmlich herzensheiteren Lächeln überstrahlt. Denn bies Gesicht, so jung es scheint, hat Kummer unb Tränen tennengelernt, die ihm die Leere des bloß Anmutigen nahmen: es ist wirklich ein Gesicht ... Sie geht, um die Zeit abzukürzen, bis ans Enbe des langen Bahnsteigs. Und als sie zurückkommt, sind es wirklich fünf Minuten weniger geworben. Den Mantel fester um bie Schultern ziehenb, steht sie unb schaut in die Dunkelheit, aus der der Zug später auftauchen muß. Ihre Gebauten fliegen bem Erwarteten entgegen. Aber sie denkt nichts Zusammenhängendes. Das erste Kennenlernen, ein bestimmter Brief, ein gemeinsamer Hutkauf, eine Stelle aus Gmelins „Mädchen von Zacatlan", das letzte Zusammensein — alles dies verbichtet sich zu einem einzigen Silbe, bas so vertraute Züge trägt... Das heitere Lächeln erscheint wieder auf ihrem Gesicht. Auf dem Bahnsteig herrsckt nun einiges Leben. Sie steht unbeweglich und schaut bas Schienenband entlang in bas ferne Dunkel. „Noch drei Minuten", verrät die Uhv. diert. Sogar im Speisewagen der Expreßzüge muß bie Vorschrift eingehalten werben. Man achtet auf bie Erfüllung mit ber Wachsamkeit eines Luchses. Kommissare gehen still umher im Lande und essen unb trinken und trinken und essen — zur Kontrolle. Wehe bem, ber keinen Wein verschenkt — natürlich nur in Spanien ... Achtzehnjähriger Don Inan. er. Athen. In bem Städtchen Chalkis auf Eubäa, bas an den Ufern bes Euripos gelegen ist unb an jener rätselhaften, unerklärlichen Strömung, die sechs Stunden am Tage aufwärts unb sechs Stunden mit Riesenkräften abwärts, bas heißt in gerade entgegengesetzter Richtung fließt, ereignete sich eine Tragi- komöbie, bie zum minbeften für Europa unglaublich erscheint. In bem bärtigen Flüchtlingsviertel kleinastatischer Griechen verliebte sich ein achtzehnjähriger Jüngling unsterblich in ein Mäbchen ober besser in ein Kind von 13 Jahren. Die arme Mutter bes Kindes gab ihre Einwilligung zur Hochzeit, der Priester kam, und zwei Kinder wurden getraut, in ben heiligen Stanb ber Ehe gezwungen. Aber nicht lange währte bas hier tatsächlich „junge" Eheglück. Der frisch- gebackene Ehegatte verliebte sich bald nach ber Hochzeit in ein fünfzehnjähriges Mäbchen unb beide versicherten sich ebenfalls ihrer „unsterblichen" Liebe. Trotz strenger Beobachtung b°r Fünfzehnjährigen durch die Eltern gelang es dieser doch, durch das Fenster zu entweichen unb zu bem jungen Ehemann zu fliehen. Doch ohne Geld ist nicht gut fein, und .so nahm das Fräulein alles mit, was Geld ober Gelbeswert hatte. Sobann verschwanb man spurlos aus bem Stäbtchen Chalkis, in bem eine verlassene junge „Ehefrau" von 13 Jahren ihrem ungetreuen Gatten nachweint. Vielmehr nicht nachweint, denn die kleine Hausfrau ist noch viel zu jung, um überhaupt zu erfassen, was ihr geschah. Sie glaubt, ihr Gatte sei verreist und käme dem- nächst mit schönen Geschenken wieder nach Chalkis zurück ... Die Polizei konnte bisher der Flüchtlinge nicht habhaft werden. Dem jungen Ehemann, der alle Eigenschaften eines Don Juan zu besitzen scheint, blühen bei seiner Verhaftung allerlei Ueberraschun- gen: die Eltern bes entführten Mädchens haben gegen ihn Anzeige wegen Diebstahls unb Verführung erstattet, unb auch bie böse Schwiegermutter klagt gegen den ungetreuen Schwiegersohn. Prozeß um einen Bart. (ht) Bukarest. Als Zeichen ihrer Würde tragen bie orthodoxen Priester einen Bart. Wer sich an diesem Bart vergreift, vergreift sich am Allerheiligsten, an der Kirche selber. Trotzdem kommt es auf dem flachen Lande alle Augenblicke vor, daß die Bauern einem mießliebi- gen Popen gewaltsam den Bart abschneiden. Nun hat sich in einem Dorfe in der Nähe von Jassy ber umgekehrte Fall zugetragen: Dort war ein gewisser Rusu aufgetaucht, 'der zwar kein Geistlicher war, ber sich aber als Sektenprediger betätigte unb viel Anhang fanb. Um ben aufs höchste bebrohten Frieben seiner Gemeinbe wieder herzustellen, lauerte der rechtmäßige Pfarrer, mit einer mächtigen Papierschere bewaffnet, bem Setten« prebiger auf ber Gasse auf unb säbelte ihm nach einem erbitterten Hanbgemenge den unrechtmäßig gewachsenen Priesterbart herunter. Rusu ließ sich bas nicht gefallen. Er verklagte den Popen wegen Körperverletzung. Der Angeklagte konnte jedoch nachweisen, daß ber Kläger mit feinem Barte zusammen schlagartig alle seine Anhänger verloren hatte unb daß auf diese Weise, im Interesse bes Staates unb ber Kirche, der Frieden in der Gemeinde wieder hergestellt worden sei. Also wurde ber Pope freigesprochen, und bem Chronisten bleibt nichts weiter übrig, als feiner Freube barüber Ausbruck zu aeben, wie leicht sich biefer Kirchenstreit beilegen ließ. Spreckstunven der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Das Mäbchen atmet tief auf. Noch dreimal sechzig Sekunden ... Doch, was ist das? Zwei Lichteraugen tauchen bort an dem Punkt auf, wo die Schienen enden. Sie werden schnell größer, glühender: ein dunkler Körper, wie ein Ungetüm, schiebt sich langsam vorwärts. Das Mäbchen durchzuckt es: Schon? — dann ist sie nur äußerste Spannung, sie denkt unb fühlt nichts mehr. Ein einziges intensives Empfinden hält sie in Bann: völlig selbstvergessene Erwartung. Sie weiß so wenig von sich, obschon sie hellwach ist, wie ein begnadeter Musiker beim Vortrag eines Beethovenschen Furioso ... Schnaubend, donnernd rollt ber Zug in die Halle. Fenster offnen sich, Hände und Arme winken. Er halt, und eine Menschenflut ergießt sich auf den Bahnsteig. Das Mädchen schaut und sucht umsonst, ihre Augen werden ganz weit und dunkel. Sie drängt sich durch die Menschen, eilt auf und ab und findet doch den Erwarteten nicht. Kein Zweifel, er ist nicht gekommen. Der Bahnsteig leert sich allmählich, der Zug fährt langsam aus der Halle. Sie bleibt fast allein zurück und lehnt sich, um sich zusommenzusinden, an die Rückwand einer Holzbank. Sie sieht unsäglich rührend und traurig aus. Ein alter Bahnbeamter, der sie beobachtet hat, tritt freundlich zu ihr: „Fräulein", sagt er begütigend, „Sie haben wohl jemand erwartet? Der kommt noch! Das eben war nur ein ein geschobener Vorzug. Da vorne auf der Tafel steht es ja angeschrieben. Der fahrplanmäßige Zug hat zwanzig Minuten Verspätung, er kommt erst tn zehn Minuten ...!" „Oh, vielen Dank —!" Auf ihrem Gesicht ist in jähem Wechsel wieder Sonnenschein. Unb das Spiel mit ben zehn Minuten, wiewohl biesmal in gebämpftem Moll, beginnt von neuem ... Sochfchulnachnchten. Die Errichtung eines Lehrstuhls für Luftfahrt wirb an ber Universität Jena geplant; Dipl.-Jng. Hermann John von der thüringischen Landes- wetterwarte in Jena soll den neuerrichteten Lehrstuhl übernehmen. Der Ordinarius für Dermatologie an der Universität Münster, Bros. Dr. Alfred Stühmer, hat einen Ruf an die Universität Freiburg i. Br. angenommen. Die Verkehrswerbung im Rhem-Rain-Gebiei. den Verband gestellt worden seien, restlos erfüllt würden und daß es der Führung gelingen werde, jenes höchste Ziel Bedeutsame Reden auf der Wiesbadener Tagung. zu erreichen, daß unser Gebiet in Deutschland und in der ganzen Welt bekannt wird, und daß Lpd. Wiesbaden, 15. März. Der Rhein- Mainische Verkehrsverband hielt im Kurhaus feine erste öffentliche Sitzung ab. Besondere Bedeutung erhielt die Tagung durch die Anwesenheit des Gauleiters Sprenger. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Verbands- sührer des Rhein-Mainischen Verkehrsverbandes Trefz sprach Oberbürgermeister Schulte (Wiesbaden) einige kurze Begrühungsworte. Mit besonderem Dank begrüßte er den Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, dessen Initiative in erster Linie die Gründung des Rhein-Mainischen Verkehrsverbandes zu danken sei. Reichsstatthalter Sprenger habe sich neben seinen anderweitigen großen Aufgaben das Ziel gesteckt, den rhein-mainischen Wirtschaftsverkehr zu einer lebensfähigen, kraftvollen Gesamtorganisation zusammenzufassen und ihn nach Beseitigung der bisher trennenden Landesgrenzen zu einem bedeutsamen Faktor im rhein-mainischen Wirtschaftskörper zu machen. Verbandsführer pg. Trefz berichtete dann über Organisationund Aufgaben des Verkehrsverbanües. Er betonte, daß die nationalsozialistische Regierung sich in größerem Maße um den Fremdenverkehr kümmere, ol's dies in den früheren Zeiten der Fall gewesen fei. Habe doch der größte Propagandist, den zurzeit unser kleiner Planet aufzuweisen habe, Reichsmmi- fter Dr. Goebbels, selbst die Führung und Förderung des Fremdenverkehrs in -bie Hand genommen. Durch das Gesetz zur Hebung des Fremdenverkehrs vom 23. Juni 1933 fei Deutschland aufgeteilt worben in Verkehrsgebiete. Die Verk^hrsoerbände und der Bäder-Verband seien dann mit einer gemeinsamen Spitze im Bund deutscher Verkehrsverbände und Bäder zusammengefaßt worden, dessen Bundespräsident Staatsminister Esser (München) ist. Es wurden 24 Landesoerkehrsverbände gebildet, deren Führung größtenteils in den Händen alter natio- nalsozialistlscher Kämpfer liegt. Nur der könne ja für die Heimat werben, der sie kenne. Und wer sollte sie besser kennen gelernt haben, als der Nationalsozialist, der jahrlang als Redner durch die deutschen Gaue gezogen sei. Der Rhein-Mainische Verband wurde gebildet aus den beiden früheren Verbänden: Nassauischer Der- kehrsverband und Hessischer Verkehrsverband. Sein Vorstand besteht neben dem Verbandssührer Pg. Trefz aus den beiden früheren Leitern des Nasi säuischen und des Hessischen Landesverbandes. Er umfaßt die Führer sämtlicher Gebiets- und Fach- ausfchüsse und die Führer des Handels und der Industrie des Rhein-Main-Gebietes. Zu dem Verband gehören die Gebietsausschüsse Taunus, Westerwald, Lahn, Frankfurt, Rheinhessen- Nord, Rheinhessen-Süd Oberhessen-Wetter- ou, Oberhessen - Vogelsberg, Odenwald- Bergstraße. Don den Fachausschüssen seien erwähnt: Werbeausschuß, Bäderausschuß, Straßenausschuß, Luftverkehrsausschuß, Schiffahrtsausschuß, Kraftverkehrs-, Fahrplan- und Tarisausschuß und der Historische Ausschuß. 2Ntt den benachbarten Verkehrsverbänden, so namentlich mit Württemberg-Vaden und Nord- bayern, find Arbeitsgemeinschaften gebildet worden. Als Werbemaßnahmen für das kommende Jahr find in Aussicht genommen die Herausgabe eines Faltblatt-Prospektes, der in einer Auflage von 100 000 Exemplaren an 550 Reisebüros in Deutschland versandt wird. Dazu kommen Gebietsfaltblattprosvekle für die einzelnen Gebiete auf Grund der Initiative der einzelnen Gebietsausschüsse. Besonders zu erwähnen ist die bereits einaeleitete großzügige Werbung für die Bergstraße, für eine rheinische Burgenreise und die Beteiligung am „Fest der Reise" in Berlin u. a. Mit besonderem Interesse wurde die Mitteilung des Verbandsführers ausgenommen, daß der Verband in der glücklichen Lage sei, 9 0 Prozent der Gesamteinnahmen von jährlich e f m a 5 0 000 Markfür pro- duktlve Ausgaben zu verwenden, weil sämtliche Mitarbeiter ehrenamtlich tätig seien. Gauleiter Sprenger sprach dann zunächst dem Verbandssührer Dank und Anerkennung aus für die Sachkenntnis und Intensivität, mit der dieser an die Organisation des Rhein-Mainischen Berbandes herangetreten sei. In seinen weiteren Ausführungen wies Gauleiter Sprenger besonders darauf hin. daß im nationalsozialistischen Deutschland G'ebietseinhei- t e n geschaffen worden seien. Daher müsse auch in unserem Gebiet Einheit, keine Zweiheit, herrschen. Die frühere Rvalität der einzelnen Städte habe keinen Platz mehr. Wer in eine Organisation eintritt, betonte Gauleiter Sprenger, muß zunächst einen Teil seines Selbst aufgeben im gemeinsamen Interesse. Das ganze Rheln-MalnGebiel läuft in Wirtschaft, Kultur und Verkehr ebenso wie in der Politik in einem gemeinsamen Mittelpunkt zusammen. Daher ist es eine Selbstverständlichkeit, daß dafür Sorge getragen wird, daß kein Schreibtisch dazwischen steht. Wir haben die Verpflichtung, auf der einheitlichen rhein-mainischen Grundlage auch unseren Verkehrsverband zusammenzufassen. Bei dieser einheitlichen Zusammenfassung hat jeder die Möglichkeit, lokal für sich das höchste herauszuholen und es In verstärktem Maße durch den Gesamlver- band nutzbar zu machen. Die lokale Führung hat sich vor allem darauf zu werfen, daß sie das Beste macht, was in den örtlichen Interessen liegt, um dann im Zusammenslehen mit der Einheit den bestmöglichen Erfolg herauszuholen. Die Zusammenarbeit ist gewährleistet am Rhein und nach dem Süden. Der Gauleiter warf bann die Frage auf, ob wir in unserem Verband nicht verpflichtet seien, etwas ganz Besonderes zu tun. Ich bin der Auffassung, sagte er, daß in der heutigen Zeit etwas Außergewöhnliches gemacht werden muß. Denn es ist außergewöhnlich, daß in einem so kleinen Raum eine solche Fülle von guten Bädern zusammenliegt. Ist doch soeben wieder in Ems eine Quelle erbohrt worden, die weit über die Güte der bisherigen Quelle hinausgeht. Wiesbaden, Nauheim, Ems, und darum herum rankt sich der Kranz der kleinen Bäder! Wir haben die Verpflichtung, diesen Schatz zu heben und diese Propaganda in die Welt hinauszutragen. Das Vertrauen, das Deutschlands Aufstieg im Auslande hervorgerufen hat, muß ausgewertet werden. Bei den ausländischen Gästen müsse für Deutschland geworben werden. Zum Schluß gab der Gauleiter seiner Ueber- zeugung Ausdruck, daß die Anforderungen, die an durch die Güle, Reinheit und Klarheit unserer Verkehrspolitik das rhein-mainlsche Verkehrsgebiet Hessen-Nassau wieder zu der Geltung gebracht wird, die ihm gebührt. Starker Beifall bekundete die Begeisterung der Versammlung für die ihr vom Gauleiter Sprenger gestellten Ziele. Verbandssührer Trriz dankte dem Gauleiter und wies in seinen Schlußworten besonders auf die politische Bedeutung der Verkehrswerbung hin. Besonders wichtig sei es, die Lust am Reisen zu fördern. Das Rei- s e n sei heute in Deutschland nicht mehr ein Luxus, auch nicht mehr nur Erholung, sondern nationale Pflicht. Ueber unserer Werbung stehe nicht mehr das Wort „Verdienst", sondern das Wort „Dienft am Volke". Größer als unsere lokalen Interessen seien die Interessen des Gesamtverkehrsgebietes, größer aber als diese sei das Interesse des gesamten deutschen Volkes und Valerlrmdes. Deshalb nicht Rhein-Main, nicht Rheinland, nicht Württemberg, nicht Baden, sondern Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt! Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel- Lied und einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Volk schloß die Sitzung. Der Rat freier deutscher Bauern. Erste Sitzung des Landesbauernrats der Landesbauernschast Hessen-Nassau. LPD. Frankfurt a. M., 16. März. Im Sitzungssaal der Landesbauernschaft Hessen-Nassau war heute erstmalig der Landesbauernrat der L a n d e s b a u e r n s ch a f t Hessen-Nassau zusammengetreten. Mit dem erstmaligen Zusammentritt des Landesbauernrats der Landesbauernschaft Hessen- Nassau hat ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Neuaufbaues und der Neugliederung des rhein- mainischen Bauerntums begonnen. Dem Landesbauernrat gehören an: der landwirtschaftliche Gaufachberater, die landwirtschaftlichen Abschnittsfachberater und die landwirtschaftlichen Kreisfachberater des agrarpolitischen Apparats der NSDAP., der Landesbauernführer, der Landesobmann und die Kreisbauernführer und schließlich die vier Hauptabteilungsleiter des Verwaltungsamtes der Landesbauernschaft. Neben den Landesbauernrat tritt der Landesbauernthing. Er fetzt sich zusammen aus den Mitgliedern des Landesbauernrats, der Kreisobmänner, der Bezirksbauernführer und solcher Persönlichkeiten im Bereich einer Landesbauernschaft, die der Landesbauernführer in Würdigung ihrer unmittelbar geleisteten Arbeit am Bauerngedanken dem Reichsbauernführer vorschlägt und von diesem bestätigt erhält. Landesbauernrat und Landesbauernthing stehen unter Führung des Landesbauernführers. Ihm zur Seite stehen für beide Einrichtungen gemeinsam ein Sprecher, welcher die Versammlungen leitet, und ein Geschäftsführer. Zum Sprecher beider Einrichtungen wurde der LKF. des Kreises Alsfeld, Pg. Geiß, zum Geschäftsführer der Stabsleiter des Landesbauernführers, Pg. Schönheit, bestimmt. Landesbauernführer Dr. Wagner eröffnete die Sitzung. Der Landesbauernrat habe den Zweck, über alle Dinge, die die Landesbauernschaft und ihre Aufgaben angeben, offen zu sprechen. Hier habe jeder einzelne, der als Mitglied berufen wurde, Gelegenheit, offen, freimütig und unverhohlen über die Dinge, die ihn bewegen und die ihm nicht richtig erscheinen, seine Meinung zu sagen. In der Aussprache wurden die wichtigsten agrar- politischen Fragen eingehend behandelt. Im Vordergründe standen dabei die Fragen der Regelung der Schweinemärkte, der Fleisch- und Viehmärkte und der Pferdemärkte, deren Bereinigung in Angriff genommen wird. Weiterhin wurden Fragen des ländlichen Genossenschaftswesens, der Entschuldung usw. behandelt. Aus aller Well. Verheerende Feuersbrunst in einem bosnischen Dorf. — vom reichen Grundbesitzer zum Bettler. Nach einer Meldung der „Prawda" wurde das Dorf Sonja in Bosnien von einer verheerenden Feuersbrunst heimgesucht. 80 Häuser sind dem Brand, der sich infolge starken Sturms schnell ausbreiten konnte, zum Opfer gefallen. Die Einwohner mußten dem Feuer tatenlos zusehen, da die Löschgeräte sich in so schlechtem Zustand befanden, daß sie nicht verwendet werden konnten. Erst als Militär eintraf, konnte man systematisch gegen das Feuer ankämpfen. Das Rote Kreuz hat Hilfsmaßnahmen für die Obdachlosen eingeleitet. Ein reicher Grundbesitzer wurde durch den Brand zum Bettler. Er verlor fünf Häuser und außerdem 360 000 Golddinare, die er in seiner Wohnung versteckt hatte. Wie die „Prawda" weiter meldet, wurde das Dorf Surftchia bei Belgrad zu gleicher Zeit an sechs verschiedenen Stellen von Verbrechern angezündet. Diese wollten den Brand zu Plünderungen und Einbrüchen benutzen. Ein Feuerwehrmann wurde auf offener Straße überfallen und verletzt. Der Bevölkerung gelang es jedoch, den Brand zu löschen und die Plünderer zu vertreiben. Die Bevölkerung des Dorfs ist zum großen Teil schwäbischer Herkunft. Neuer feiler der Heilsarmee in Deutschland. Der bisherige Ebefsekretär der Heilsarmee in Deutschland Oberst Franz S t a n k u w e i t ist zum Leiter der Heilsarmee in Deutschland ernannt worden. Oberst Stcmkuweit stammt aus Tilsit, steht im 60. Lebensjahr und ist feit 1897 Heilsarmeeoffizier in Deutschland. Seit August 1933 bekleidet Oberst Stankuweit das Amt des zweiten Leiters, den Cheffekretärposten am Haupt- ouartier in Berlin. Als Kriegsteilnehmer hat Oberst Stankuweit sich das Eiserne Kreuz erworben. hauseinstnrz in einem badischen Dorf. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte. In dem badischen Dorf Nieder-Schlettenbach ereignete sich ein E i n st u r z u n g l ü ck. Ein im Umbau befindliches altes Fachwerkhaus stürzte während der Arbeiten ein. Dabei wurde ein 48- jähriger Hilfsarbeiter, Vater von drei Kindern, auf der Stelle getötet. Der Sohn des die Arbeiten ausführenden Baumeisters erlitt einen schweren Schädelbruch und schwere innere Quetschungen, so daß er in Lebensgefahr schwebt. Ein zweiter Sohn des Baumeisters trug schwere komplizierte Knochenbrüche davon. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Sieben Schiffbrüchige kurz vor der Rettung ertrunken. Ein englisches Tankschiff entdeckte am Freitagabend auf der Höhe des irischen Hafens Queenstown ein Rettungsboot, in dem sich die 12köpfige Besatzung eines gesunkenen belgischen Dampfers befand. Als das Tankschiff beidrehte und Strickleitern heruntergelassen wurden, legten sich die Schiffbrüchigen alle über eine Seite des Bootes und brachten es zum Kentern. Infolge der Dunkelheit und der außerordentlich stürmischen See konnten nur fünf Mann gerettet werden, die anderen sieben ertranken: unter ihnen befand sich auch der Kapitän des belgischen Schiffes. Als das Boot von dem englischen Tanker gesichtet wurde, hatten die Schiffbrüchigen bereits eine 19« stündige Irrfahrt hinter sich. Kunst und Wissenschaft. Der neue Frankfurter Funkintendant stellt sich vor. Der neue Intendant des Südwestdeutschen Rundfunks, Hanns Otto Fricke, nahm Gelegenheit, sich der Frankfurter Presse vorzustellen und sich darüber zu verbreiten, wie er sein neues Amt auf= zufassen gedenke. Er sehe seine Aufgabe darin, sich um die einzelnen Abteilungen des Rundfunks zu bekümmern. Zunächst müßten die Leistungen der einzelnen Abteilungen gesteigert werden. Er stimme mit seinem Vorgänger darin überein, daß die einzelnen Abteilungen wohl das Programm machen, der Intendant aber den Geist des Senders bestimme. Dem Nachwuchsproblem werde er die größte Aufmerksamkeit schenken. Je volkstümlicher der Funk gestaltet werde, desto mehr neue Hörer könnten gewonnen und ein gewisses Mißtrauen, das aus den Kreisen der schlichten arbeitenden Bevölkerung dem Funk entgegengebracht werde, beseitigt werden. Weiter werde sich der neue Intendant die Heranbildung eines Reporternachwuchses besonders angelegen sein lassen. Intendant Dr. Fricke ist kein Freund der langfristigen Programmgestaltung, sondern er möchte das Programm variabler gestaltet wissen. Die „Stunde der Nation" müsse so gestaltet werden, daß sie die einzelnen Landesteile einander näher bringt. Mit dem Star- system müsse Schluß gemacht werden. Er werde selbst auf die Suche gehen nach neuen Gesichtern und einen vollwertigen Nachwuchs heranziehen, wo er ihn finde. Zum Schluß bat Intendant Fricke die Presse um ihre wohlwollende Unterstützung. Mussolini ehrt Ricarda huch. Ricarda Huch, die in Heidelberg lebende Dichterin, erhielt dieser Tage durch den italienischen Botschafter in Berlin ein Bild Mussolinis mit dessen eigenhändiger Unterschrift zugesandt, mit dem der italienische Regierungschef sie besonders als Verfasserin dreier meisterhafter Werke aus der neueren italienischen Geschichte auszeichnen will. Ricarda Huch, die sich von dem kürzlich erlittenen Unfall inzwischen erholt hat, begeht am 16. Juli ihren 70. Geburtstag. Eine deutsche Komödie um den Grafen Zeppelin. Eine deutsche Komödie um den Grafen Zeppelin nennt Harald Bra11 im Untertitel sein bühnensicheres Werk „S e i n e E x z e l l e n z, der Narr", das im Preußischen Theater der Jugend in Berlin mit starkem Erfolg seine Erstaufführung erlebte. Der Verfasser gibt in acht Bildern einen Ausschnitt aus dem Leben des Grafen Zeppelin und zeigt darin den Kampf dieses unvergeßlichen Mannes. Mit dem Tage von Echterdingen findet das Stück feinen Höhepunkt. Es mutet wie ein Vorgang aus unseren Tagen an, wenn das ganze deutsche Volk fick zusammenfindet, um das, was es als gut erkannt hat,mit aller Kraft zu unterstützen, und wenn gerade die Geringsten und Aermften im Volk ihre Pfennige opfern, um das Werk zum Gelingen zu bringen. Aus dem umfangreichen Personenverzeichnis ist vor allem Eduard von Win ter st ein hervorzuheben, der den Grafen in Maske und Spiel vortrefflich verkörpert. Ihm zur Seite standen Armand Zaepfel als Oberingenieur Dürr und Jakob Sinn als Professor Hergesell. Der langanhaltende Beifall galt nicht nur dem Verfasser, dem Intendanten H. Maisch , der das Stück in Szene gesetzt hat, und >den Darstellern, sondern mehr noch dem Lebenskampf und dem Werk des Grafen Zeppelin selbst, der gerade in den Tagen seines anscheinend größten Unglücks den Weg zum Herzen des deutschen Volkes fand. Nikolaus Schwarzkopf 50 Jahre all. Der Reichsverband Deutscher Schriftsteller, Gau Hessen-Nassau, veranstaltet aus Anlaß des 50. Geburtstages des hessischen Dichters Nikolaus Schwarzkopf am Sonntag, 18. März, eine Feier zu Ehren des Dichters. Schwarzkopf wurde am 27. März 1884 in Urberach geboren. Mit den Handwerkern des Dorfes und ihrem Handwerk wurde er groß. Mit fünfzig ist er noch der gleiche unverbrauchte Natur- und Bauernbursch, wie damals, als er heranwuchs. Denn stets blieb er der heimischen Scholle verhaftet, so sehr, daß er ihr Dichter wurde. Und aus oem hessischen Boden, aus dem hessischen Blut wuchsen ihm seine Geschichten, seine Romane. Als Anerkennung für feine bodenständige Kunst wurde ihm im Jahre 1930 der Georg-Büchner-Preis verliehen. Die Spatzengeschichte „Flickdich" und „Riesele", die Geschichte eines kleinen Pferdes, sind neben seinen Hauptrvmanen „Greta Kunkel", „Die Häfner aus dem Erbseneck", dem schonen Märchen aus der Wirklichkeit, „Das Domkind" viel gelesen und viel verbreitet. Den Lesern des Gießener Anzeigers ist Schwarzkopf aus feinen Beiträgen im Feuilleton und im Familienblatt feit langem gut bekannt. Max v. Schillings in Frankfurt beigeseht. Der bedeutende deutsche Komponist und weltberühmte Dirigent Mar von Schillings, der im Vorjahre in Berlin starb, ist, wie ein Frankfurter Blatt meldet, in der Gruft der Familie von Brentano auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beige» setzt worden. Die Beisetzuna erfolgte in aller Stille. Die Großmutter v. Schillings mütterlicherseits entstammte der Familie von Brentano: aus diesem Grunde erfolgte auch die Beisetzung in der Familiengruft. Die „Sammlung für deutsche Volkskunde" zieht um. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wird die Sammlung für deutsche Volkskunde, die bisher in den unzulänalichen Räumen des alten Palais von Ersatz in Berlin unterqe- bracht war, nunmehr endgültig in das Schloß Bel- spvue übersiedeln. Auf Anordnung des preußischen Finannninisters und des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, wird der Mitteltrakt des Schlosses für die Aufnahme der Sammlung eingerichtet. Di^ Arbeiten sollen so gefördert werden, daß die Räume im Spätherbst 1934 ihrer neuen Bestimmung übergeben werden können. Rio Grande do Sul feiert die deutsche Kolonisation. Der brasilianische Bundesstaat Rio Grande do Sul veranstaltet in Sao Leopoldo eine große Ausstellung, die die Entwicklung der deutschen Kolonisation in diesem Staate zeigen soll. Die Eröffnung findet am 13. April im Rahmen einer großen Gedenkfeier statt. Damit verbunden ist die Einweihung einer Zementstraße zwischen Sao Leopoldo und Porto Alegre. Der deutsche Gesandte ist eingeladen worden, an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. Auch der Regierungschef hat feine Anwesenheit in einem Telegramm zuqefagt, in dem er die deutsche Kolonisation als besonders fruchtbar für die Entwicklung von Rio Grande bezeichnet. Deutschlands Feinschmecker bevorzugen CLUB. Zahllose Raucher in allen Gauen des Reiches erkennen den Qualitäts-Unterschied und schätzen wahren Tabak-Wert. Deshalb ist CLUB eine der Meistgerauchten, denn alle die sie probierten rauchen nur noch CLUB 31 «W sisn ■'M tHosfcmorie, ffioscmaeie... Roman von Käthe Metzner. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 8. Kapitel. Marion Tinius erholte sich nur langsam von ihrem Unfall, den sie jetzt fast als einen Wink des Schicksals betrachtete. Es war unbestritten: die Bergmann hatte ihr den Rang abgelaufen! In Berlin war für sie kaum noch etwas zu erhoffen. Sollte sich ihre Genesung nur noch recht lange Anziehen! Eine Aussicht auf Erneuerung ihres Vertrages bestand nicht mehr. Oft wollte es ihr gar nicht in den Kopf, daß die Bergmann sie so schnell aus dem Herzen des Berliner Theaterpublikums verdrängt hatte. Bitter war der Haß, der sich in Marion Tinius ßtgen die arglose Rosemarie festfraß. Das eine stand bei ihr fest: sang- und klanglos würde sie nicht von der Bildfläche abtreten. Wenn sie ging, bann ging die Bergmann mit. Die Strehle, ihre alte Garderobiere, hatte ihr eine Waffe in die Hand gegeben, die sie nicht ungenutzt lassen würde. Stundenlang konnte sie aus ihrem Liegestuhl zubringen bei ihren tückischen Plänen. Sobald sie nur erst wieder hinaus konnte, würde sie alle Hebel in Bewegung setzen, zu erfahren, was die Bergmann für ein Geheimnis zu verbergen hatte. Es mußte ihr gelingen. Keinen Weg würde sie scheuen. Aber dann, wenn sie erst Bestimmtes wußte, konnte die Bergmann sich freuen! Mochte sie inzwischen ruhig die Gunst des Publikums genießen, mochte Erfolg auf Erfolg sie stolz, hochmütig machen! „Je höher du steigst, um so tiefer ist dann der Absturz!" lachte die Tinius in bösem Hohn. War es nicht seltsam, daß Rosemarie vor kurzer Zeit dieselben Worte gesprochen hatte? Ging ihre Seele wirklich ahnend den Dingen voraus? ♦ In Brunners Hause herrschte zu dieser Zeit eine Hochstimmung, wie sie nur ganz selten vorkommt, wenn Erfolg, berechtigte Freude und harmonische Menschen beisammen sind. Tante Berta hatte ihren Einzug gehalten. Rosemaries Ueberraschung war grenzenlos gewesen. Erst jetzt, wenn sie die geliebte alte Frau in der Loge wußte, freute sie sich von ganzem Herzen über den prasselnden Applaus der Zuhörer. Wie schön waren die Tage, die den strahlenden Abenden im Schauspielhaus folgten. Immer wieder ermunterte die fröhlich herzhafte Art ihrer Tante die sonst oft schwermütige Rosemarie. Die vielen Blumen, die ins Haus kamen und die sie sonst fast achtlos beiseite hatte stellen lassen, wurden geordnet und sinnvoll verteilt. Alles wurde mit Tantchen besprochen. Bei allem mußte Tantchen helfen. Wie ein Kind war Rosemarie in der Freude ihres Erfolges. Und nicht selten geschah es, daß ihre Gedanken zu Marion Tinius flogen, aber immer war in ihrem Herzen ein warmes Mitleid und etwas Scham, daß gerade sie an die Stelle der anderen treten mußte. Schon dreimal hatte sie sich bei Marion melden lassen. Wie gern hätte sie ihr ein paar Worte gesagt, die die andere fühlen lassen sollten, wie sie mit ihr litt! Aber immer war sie abgewiesen worden, unter dem Vorwand, Marion Tinius fühle sich noch nicht fähig, Besuche zu empfangen Fürst Lueberg war noch nicht wieder im Hause Doktor Brunners gewesen, aber er war an jedem Abend, an dem Rosemarie spielte, im Theater. Brunner war es oft unmöglich, seinen forschenden Blicken auszuweichen. Er wartete auf einen Bescheid, das wußte Brunner, aber in seiner weichherzigen Art brachte er es nicht fertig, ihm eine krasse Ablehnung zu geben. „Ich habe Rosemarie von Ihnen gesprochen, Durchlaucht, und weiß, daß Sie ihr em sympathischer, angenehmer Mensch sind. Von ihren Plänen habe ich noch nichts sagen können. Sie ist in dieser Zeit so sehr auf ihr künstlerisches Schaffen eingestellt, daß sie die Umwelt darüber zu vergessen scheint. Vielleicht, wenn die Gewohnheit ihre Seele in ruhigere Bahnen geleitet hat." Der Fürst atmete auf. Roch war also nichts verloren. Noch konnte er hoffen. „Ich verstehe ihre Gründe vollkommen, Herr Doktor. Wollen wir ruhig abwarten." Aber täglich brachte fein Diener einen Korb dunkelroter Rosen in die Brunnersche Villa. Rosemarie nahm sie, ohne ein Wort darüber zu sagen. Aber Brunner erfüllte die unermüdliche Werbung des Fürsten mit leiser Besorgnis. Doch das war auch das einzige, was seine Seele beschwerte. Sonst gab er sich sorglos dem Glück und der Harmonie hin, die die beiden Frauen in sein vereinsamtes Heim und in sein Leben getragen hatten. Wunderschön waren die Stunden, die man in seinem Zimmer beim traulich flackernden Kaminfeuer verplauderte. Immer mehr wuchsen die drei Menschen ineinander, die ein seltsames Schicksal auf so wunderbare Weise zusammengeführt hatte. Doktor Brunner trug sich mit dem Gedanken, seinen Dienst im Theater mit Ablauf dieser Spielzeit aufzugeben. Er wurde achtundsechzig Jahre. Das war für feine geistige Beweglichkeit zwar kein Alter. Aber man mußte auch einmal den Mut haben, einem Jüngeren Platz zu machen!, dachte der hochherzige Mann. Manchmal hatte er das starke Empfinden, daß durch Rosemarie seinem Schaffen erst die Krone aufgesetzt sei. Er hatte durch sie der Schauspielkunst eine ganz große Könnerin zugeführt, wie sie in jeder Generation nur einmal vorkam. Rosemarie war auf der Probe. Alles klappte ganz vorzüglich; aber immer wieder machte der Regisseur im geheimen die Feststellung, daß die Bergmann sich tatsächlich auf der Bühne erst völlig ausgab. Wer sie hier in den Proben sah, hatte wohl den Eindruck einer ausgezeichneten Schauspielerin, doch ihre wahrhafte Größe offenbarte sich hier nicht. Ueberhaupt schien die Bergmann heute nicht recht in Stimmung zu sein. Kein Wunder zwar: vorhin war Marion Tinius aufgetaucht und hatte, noch auf den Stock gestützt, der Probe beigewohnt. Regisseur Mendel hatte merkwürdigerweise sofort den Eindruck gehabt, daß Marion Tinius ihren Neid auf die Bergmann nur schwer verbergen konnte. Rosemarie hatte die Tinius, die leise herein- aekommen war und sich unauffällig neben die Statisten gestellt hatte, gar nicht gleich bemerkt. Erst als eine kleine Pause gemacht wurde, entdeckte sie diese. Mit herzlicher Freundlichkeit ging sie sofort auf die Tinius zu: „Grüß Gott, Fräulein Tinius! So weit find Sie also schon wieder hergestellt? Da gratuliere ich Ihnen aber wirklich recht herzlich!" Marion Tinius übersah die Hand, die Rosemarie ihr entgegenstreckte, vollkommen. Mit spöttisch verzogenem Munde erwiderte sie den Gruß und sagte auffallend kühl: „Ja, soweit bin ich schon wieder hergestellt. Na, Sie haben es ja inzwischen sehr weit gebracht hier! Macht Spaß, so der auserkorene Liebling zu sein — nicht? Na, jeder wird es ja auch nicht so leicht gemacht wie Ihnen. Ihnen geht es ja wie Ihrer Mutter. Sie haben Protektion über Protektion. Da geht der Ausstieg natürlich schnell. Ob eine da viel kann oder nicht." Rosemarie erbleichte. Es war nicht schwer, die Feindschaft zu fühlen, aus der Marion Tinius offenbar gar kein Hehl machte. Aber noch immer war sie zum Verzeihen geneigt. Sie verstand vollkommen, daß die andere erbittert war, erbittert sein mußte. Das Pech hatte sie während dieser Spielzeit doch geradezu verfolgt. So versuchte sie noch einmal einzulenken: „Ich habe sie mehrmals besucht, Fräulein Tinius. Aber leider hatte ich nicht die Freude, bei Ihnen vorgelassen zu werden. Ihr Unfall hat mir fo herzlich Leid getan, und es ist mir wirklich nicht gleichgültig, daß gerade ich es bin, die an Ihre Stelle treten mußte. Sie werden mich ja hoffentlich bald wieder ablösen." Fühlte die Tinius nicht den hohen Adel dieser Seele? Einen Augenblick lang senkte sie, offenbar aufs höchste erstaunt, einen Blick in Rosemaries Augen. Aber zu sehr schon hatte sie sich in den Gedanken eingesponnen, die Bergmann zu vernichten, als daß bessere Gefühle die Oberhand gewonnen hätten. So erreichten Rosemaries liebe, herzliche Worte gerade das Gegenteil. So eine falsche Katze!, dachte die Tinius. Mir auch noch solche Phrasen ins Gesicht zu sagen! Dabei glitt ihr Blick sekundenschnell über Rosemaries wundervolles Gesicht, haftete ebensolange an ihrem Haar, in dem in der hellen Morgensonne goldene Funken tanzten. Magst du sie alle mit deiner gespielten Naivität kapern, dachte sie haßerfüllt, mich fängst du mit deinen süßen Worten nicht. Und wenn sie dir alle zu Füßen liegen, ich werde dir die Maske herunterreißen, hinter der du dein Geheimnis verbirgst. Dann wirst du nicht wissen, wohin du dich wenden sollst. Ich aber werde lachen!" Am selben Morgen hatte sie von einem Auskunftsinstitut zweiter Klasse, das sie beauftragt hatte, eine Auskunft über die Vergangenheit der Bergmann einzuholen, so wichtige und interessante Mitteilungen erhalten, daß sie wußte, es würde ihr nun ein leichtes sein, die Bergmann unmöglich zu machen. z7i„ ., Vorerst wollte sie noch schweigen. Günstiger noch mußte sich die Gelegenheit gestalten. Ihre Niederlage mußte ganz vernichtend wirken. Aber jetzt wollte sie die Gelegenheit nutzen, die rosige Stimmung der Bergmann wenigstens durch ein paar feine, spitze Andeutungen gründlich zu verderben. „Ja, allerdings habe ich Sie nicht vorgelassen, Fräulein Bergmann", sagte sie langsam und die Wirkung ihrer Worte beobachtend. „Ich war doch etwas zu mitgenommen und brauchte dringend Ruhe. Und dann — ich bin ein etwas seltsamer Mensch. So leicht bin ich für neue Freundschaften nicht zu haben. Wir kennen uns doch noch zu wenig. Sie tauchten hier fo plötzlich in Berlin auf, ohne daß man recht wußte, aus welcher Atmosphäre Sie zunächst kamen. Ich verkehre nicht gern mit Menschen, deren Werdegang mir nicht restlos bekannt ist. Man erlebt zu leicht Enttäuschungen. Aber bitte..." Als sie sah, daß Rosemarie blaß wurde, setzte sie boshaft hinzu: „Ich spreche im allgemeinen, liebes Fräulein Bergmann; es ist doch nicht auf Sie persönlich gemünzt. Daß Sie nicht aus Langfingersdorf kommen, kann man doch annehmen." Rosemarie war es, als ob in diesem Augenblick eine würgende Hand nach ihrer Kehle griffe. Sie fühlte, daß von Marion Tinius etwas Drohendes ausging, das mit langsamen Schritten, aber unaufhaltsam auf sie zukam und sie zu vernichten drohte. Doch schon klingelte Regisseur Mendel wieder zur Fortsetzung der Probe. (Fortsetzung folgt.) _________ 1 CJ223Ä3t'b £) \KH£ CUÜih Hergesiellt in -en Persilwerken! — In Gießen TlAHtö W1 verkaufe an für NM. 2000- absolut sichere Existenz bietendes Geschäft. 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ThOrlnfliche landwirtschaftliche Saatenstelle Arno Siegfried, Großfahner-Erfurt 292 Nr. 65 Drittes Blatt Girhener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, l7.MrzM4 Ein M von der Autostraße München-Landesgrenze. V y rW 'TJ' 75 X"' Die neueste Aufnahme von den Arbeiten an der künftigen Reichsautobahn, die von München nach der Landesgrenze bei Salzburg führt. Von hier aus wird am 21. März der Führer zum deutschen Volk sprechen, um an dem historischen Gedenktag die neue Generaloffensive gegen die Arbeitslosigkeit einzuleiten. 350 Millionen Mark spendete das deutsche Bott. Unser Schaubild verdeutlicht die gewaltige Summe, die das deutsche Volk bisher für das Winterhilfswerk zusammentrug. Nicht weniger als sieben Voll-Waggons würde die Summe füllen, wenn sie aus 20-Mark-Gold stücken bestehen würde. Würde man dagegen die Summe aus 2 0- -M a r k - S ch e i - neu zusammensetzen, so würden diese, übereinandergelegt, fast die Höhe des Brockengipfels im Harz (1142 Meter) ergeben. Setzte man die Summe aus Einmark ft ücken zusammen und reiht diese aneinander, so entsteht eine Kette von 8050 Kilometer, die von Berlin bis nach Bombay in Indien reichen würde. 7/7 20 Mark. Goldstücken: 7 GEFÜLLTE GÜTERWAGEN (WO io) 1100m.HOHE SÄULE In 20 Mark Scheinen; 7/71Mark Silberstücken: BROCKEN 1142m. ANEINANDERGEREIHT - 8050 Km Aus der Provinzialhauptstadt. Schon geht der erste Pflug ins Feld. Der Frühling kommt erst in den Tagen, in denen der Bauer sich zu neuer Arbeit rüstet. Und man kann sich kaum ein schöneres Wahrzeichen der jungen Jahreszeit vorstellen, als den pflügenden Bauer. Langsam, mit schweren Schritten, stampft der Mann hinter den dampfenden Pferden einher. Der Boden ist noch feucht, und der Pflug geht tief. Am Ende des Ackers rastet er kurze Zeit, überschaut die frisch gezogenen Furchen und atmet tief auf. Still steht er, wie mit der Erde verwachsen. Dann wendet er, und wieder schneidet das glänzende Eisen tiefe Furchen in das Land. Da schreitet er einher auf seinem Acker, auf seiner Scholle, in gelassener Ruhe seinen Pflug haltend. Tausend Fäden verbinden sein Denken, sein Fühlen mit der Mutter Erde. Er pflügt und sät und streut zahlreiche Wünsche für das Wachsen und Gedeihen in die braune Erde. Ich habe gerungen, ich habe geschafft; ich pflügte die Erde mit gläubiger Kraft; ich habe voll Andacht den Samen gestreut und hoffnungsvoll mich auf die Ernte gefreut. Ich habe gebetet: Herr, segne mein Gut, nimm Felder und Fluren in sorgliche Hut, daß nimmer die Wetter vernichtenden Zorn auf Früchte entladen und werdendes Korn! (I. Kamp) Wir kennen noch alle die Sage vom alten Grafen, Ler sein Erbe unter seine zwei Söhne teilte. Der .eine erhielt das Schwert, der andere den Pflug. „Im Tal, wo stille Hütten sind, da magst du friedlich leben." Das Leben hat gesprochen: Der Berg öst wüst, das Schloß zerfiel, das Schwert ist längst zerbrochen. Doch liegt das Tal voll Fruchtbarkeit im lichten Sonnenschimmer, da wächst und reift es weit und breit: Man ehrt den Pflug noch immer! Es gab wohl Zeiten, in denen man glaubte, die Landwirtschaft sei nur ein Anhängsel der deutschen Gesamtwirtschaft. Aber der Irrtum ist erkannt worden. Die national-sozialistische Regierung weiß, daß die Landwirtschaft die Grundlage von allem bildet. Das Abwandern von den Dörfern nach den Städten hat schon seit Jahren aufgehört. Tausende, Hunderttausende sehnen sich aus der Stadt hinaus auf das Land. Und es sind Arbeitsmaßnahmen vorgesehen, daß überall neues Land geschaffen wird. Alle Bauernsöhne, die sich einst in Verkennung ihrer Lage vom Stadtleben anlocken ließen, können wieder zurückkehren und sich auf eigner Scholle ansiedeln. Sie können sich wieder eine Heimat schaffen! Wie oft mögen sie am Abend — müde und matt oom Tagewerk, oder auch ohne jede Arbeit — vor ihrer Wohnung gesessen und im strahlenden Abendrot an das ferne Dörfchen gedacht haben! So wird es jetzt zu Hause sein: Am Fenster rauscht die alte Linde von fernen Wiesen kehren sacht die letzten müden Abendwinde zum Schlummer in die Zweige ein, und in die we.iche Dämmernacht stiehlt heimlich sich durch die Gardinen ein schmaler, blanker Lampenschein .. (Lobsien) Kein Stand ist so mit der Heimat verbunden wie ier Bauernstand, und e- ift für <*m> r>>- ou» Dorfe gehen, eine der schwersten Stunden, wenn sie erkennen, was sie verloren haben. Das Heimatgefühlt hat nur geschlummert. Eines Tages bricht es hervor, und dann kommt das Erwachen. Ich kann es nicht verstehen, daß du zur Stadt den Schritt gewandt. Hat dich ein letzter Blick ins Tal nicht an die Scholle gebannt? ... Die Frühlingswolken wandern, der Märzwind trocknet Weg und Rain. Schon geht der erste Pflug ins Feld — möcht es der deine fein! (Huggenberger.) Der Gauleiter spricht zur Arbeitsschlacht. Vom Gaupresseamt wird mitgeteilt: Die Deutsche Arbeitsfront veranstaltet am 2 0. März in der Frankfurter Festhalle ' eine Massenkundgebung um 20 Uhr mit dem Thema: „Auftakt der Arbeitsschlacht 1934". Der Gauleiter spricht! NS.-Dolkswohlfahrt, Ortsgruppe Mitte. Am Dienstag, 20. März, ab 9 Uhr, findet im Gebiet der Ortsgruppe Mitte die Eiersamm- l u n g für Ostern statt. Jede Familie wird gebeten, pro Kopf der Familie mindestens je 1 E i für die Bedürftigen zu stiften. Die Eier sind in Papier einzuwickeln, bereitzulegen, und werden im Hause abgeholt. Fahnenübergabe der Fünfziger. Vom Vorstand der Altersvereinigung 1884/1934 wird uns folgendes berichtet: Auf Samstag, 10. März, war die Uebernahme der Fünfziger-Fahne durch die diesjährige Altersvereinigung angesetzt. Sämtliche Vereinigungen von 1879—1929 ab hatten Einladungen zu diesem Festakt im Cafe Leib erhalten und waren der Aufforderung so zahlreich gefolgt, daß der Saal stark besetzt war. Nachdem zwei Musikstücke die Veranstaltung eingeleitet, ergriff der 1. Vorsitzende des Jahrgangs 1884—1934, Adam Wehrheim, das Wort zu einer längeren Begrüßungsansprache, der er die Eingangsverse des „Bundesliedes" von Louis Frech zugrunde legte: Seid willkommen! Nutz und Frommen unferm hehren Freundschaftsbund! Mög' dies Wort all unserrn Streben Weihe, Reiz und Rückhalt geben, Dann steht es auf festem Grund! Was wir pflegen woll'n und hegen, ist die gute deutsche Art. Eintracht, Biederkeit und Treue halte hoch, dagegen scheue, was als Schund sich offenbart! Er stellte die Fünfziger-Vereinigungen in Gegensatz zu den sog. Gesellschaftsvereinen, indem er darauf hinwies, wie gerade die ersteren schon immer den Prinzipien des Nationalsozialismus, eine große Volksverbundenheit, d. h. ein einheitliches Hand-in-Hand-Gehen aller Volksgenossen ohne Rück- Vor einem neuen Stratosphärenflug. H i rl‘> In allernächster Zeit werden die einstigen Assistenten von Professor Piccard, C o s y n s und de Bruyne, einen neuen Aufstieg in die Stratosphäre unternehmen. Piccard selbst überwacht die Vorbereitungen. — Unser Bild zeigt die neue Kugelgondel im Laboratorium der Brüsseler Universität, wo sie überprüft wird und wo dfe Meßinstrumente eingebaut werden. des deutschen Vaterlandes herzustellen, gehuldigt haben, und betonte, daß diese Aufgabe zu erfüllen auch fernerhin das erste und größte Bestreben der Fünfzigervereinigungen sein müsse und sein werde! Ein Sieg-Heil auf die Lenker des Deutschen Reiches schloß die kernige Ansprache, zu deren Tendenz sich die Versammlung durch den Gesang des Deutschlandliedes und des Horft-Wesfel-Liedes einmütig bekannte. Ein Musikstück leitete dann zu der Uebergabe der Fahne, dem Hauptpunkt des Abends, über. Dieser Akt wurde in feierlicher Weise von dem 1. Vorsitzenden der Fünfzigervereinigung 1883—1933, Richard Appel, vorgenommen, wobei er die Fayne als das Feldzeichen pries, um welches sich nicht nur die jeweiligen Alterskameraden scharen, sondern zu dem auch alle früheren Fünfzigervereinigungen in Treue halten und alle kommenden halten werden, um das von dem Vorredner so treffend gezeichnete gemeinsame Ziel zu verfolgen und zu erreichen. Herr Adam W e h r h e i m übernahm die Fahne in die Obhut der jüngsten Fünfzigervereinigung mit dem Versprechen, sie im Sinne ihrer Bestimmung zu hüten und als Symbol des gemeinsamen Strebens den Kameraden stets vor Augen zu halten. Der Gesang des „Bundesliedes" bekräftigte die trefflichen Worte der beiden Vorsitzenden und schloß den feierlichen Akt. Nachdem noch die Vorsitzenden der anderen anwesenden Altersvereinigungen auf die Bedeutung des Tages im besonderen und auf den schönen Brauch der Fünfziger-Kameradschaften im allgemeinen hingewiesen hatten, denen sich Herr Louis Frech, das Ehrenmitglied sämtlicher Altersvereinigungen, mit einer von Humor durchsetzten, aber doch eindrucksvollen Ansprache anschloß, gab es noch einige Musikstücke der Hauskapelle, und dann kam der „gemütliche Teil" zu seinem Recht. Dieser brachte neben gemeinsamen Gesängen verschiedene Solovorträge, musikalische Darbietungen usw., so daß die Zeit bis zur Polizeistunde für alle Teilnehmer des Abends nur allzu schnell verging. Erwähnt mag noch sein, daß durch eine Sammlung ein namhafter Betrag einging, der dem Winterhilfswerk überwiesen wurde. Unzulässige Werbemethoden. Nicht verblüffen lassen! — Taschen zu! Werber für Bücher, Reklameplakate und -Kalender, für Zeitschriften oder Zeitungen kommen nicht im Auftrage von Kreisleitern oder sonstigen amtlichen Stellen, um Anzeigen oder Bezieher zu werben. Auch wenn mehrere Werber gleichzeitig vorsprechen, vertreten sie lediglich das geschäftliche Verlagsunternehmen, von dem sie zur Werbung, in einwandfreier Form verpflichtet sind auf Grund der Werbeverordnungen. Wenn die Werbung unter irgendwelchem Druck, oder nicht in höflicher, kaufmännischen Grundsätzen angemessener Weise erfolgt, verlange man die oorgeschriebene Ausweis- karte und erstatte Anzeige. itiornotifrer. — Tageskalender für Samstag: NSLB. Kreis Gießen: 15.30 Uhr Tagung der Arbeitsgemeinschaft Eugenik. — Bauerscher Gesangverein: 20 Uhr Jubiläumskonzert in der Neuen Aula der Universität. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Elisabeth und der Narr." — Astoria-Lichtspiele: „Frauengefängnis". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr: Ausstellung. — Tageskalender für Sonntag. Tagung des NSLB.: 16 Uhr Kundgebung in der Liebigshöhe. Es sprechen Kreisobmann Pg. N e b e- l i n g (Gießen) und Gauobmann Pg. Rings- hausen (Darmstadt). — Stadttheater Gießen: 19 bis 22 Uhr: „Der verlorene Walzer". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr: Ausstellung. — Deutsche Stenographenschaft, 9 Uhr: Wettschreiben. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Elisabeth und der Narr". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Frauengefängnis". — D i e Reichspoft veranstaltet in der Zeit vom 30. März bis 2 April einen viertägigen Osterausflug durch Rheinhessen, Württemberg und Baden. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Sparerbund hält am Montag im „Hotel Hindenburg" eine öffentliche Versammlung ab, in der Pg. Justizrat Brink-Berlin über das Thema: „Der Sparer im nationalsozialistischen Staat" sprechen wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Christengemeinschaft (Bewegung für religiöse Erneuerung) veranstaltet am Mittwoch, 21. März, im Haufe Schwarz am Bahnhof einen Lichtbildervortrag. W. Kelber - Nürnberg spricht über das Thema „Das Christus- bilb im Mandel der Zeit". (Siehe heutige Anzeige.) Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 17. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing, das Pfund (gelb) 18 bis 20, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 35 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 bis 12 Pf., Meerrettich 35 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3,— Mk., Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 12 bis 20, junge Hähne 90, Suppenhühner 65 bis 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 80, Salat 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. * ** Finanzpersonalie. Mit Wirkung vom 1. April wurde der Obersteuerinspektor Metz von Finanzamt Gießen unter Beförderung zum Steueramtmann an das Finanzamt Mainz-Land versetzt. ** E i n Siebzigjähriger. Dermessungs- inspektor i. R. Karl Niersthe imer, Mäusburg 1, kann am morgigen Sonntag in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist seit 1904 Leser des Gießener Anzeigers. ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten. ** Keine Wintersportler aus Gießen verunglückt. Von der Polizei wird uns mitgeteilt, daß nach ihren amtlichen Feststellungen keine Gießener Wintersportler bei einem neuen Lawinenunglück im Kleinen Walsertal zugegen waren und mithin auch nicht zu Schaden gekommen sind. ** Die Aliceschule zeigt am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag in ihren Räumen Sonnenstraße 2 eine Ausstellung der Arbeiten der Schülerinnen im Weißnähen, im Schneidern und aus der Fachschule. Die Ausstellung der Haushaltungsschule findet am 22. März statt. (Siehe gestrige Anzeige.) ** Mittlere Reifeprüfung an der Vogtschen P r i v a t h a n d e l s s ch u l e , Gießen. Am Donnerstag fand — wie man uns berichtet — die vom Hess. Staatsministerium, Ministe- rialabteilung für Bildungswesen, Kultus/Kunst und Volkstum angesetzte mittlere Reifeprüfung für die zweijährige Handelsfachklafse statt. Den Vorsitz im Prüfungsausschuß führte als Vertreter des Ministeriums der Leiter der Anstalt, Dipl.-Hdl. und Dipl.-Kaufmann H e y d e r. Neben dem Inhaber und dem Lehrerkollegium der Schule gehörten zum ersten Male zwei Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, Herr I. Sauer, Mitinhaber der Firma Benner, Krumm & Sauer, Gießen, als Vertreter des selbständigen Handels, und Herr A. Wolff, Prokurist in Fa. Wilhelm Moefer GmbH., Gießen, als Vertreter der Handlungsgehilfenschaft, dem Prüfungsausschuß an. Sämtliche Prüflinge haben bestanden und wurden mit dem Zeugnis der mittleren Reife entlassen. ** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Die Märzwanderung führte, nach Bahnfahrt bis Frie- delhausen, anfangs auf der Straße Gießen—Marburg entlang, wobei zweimal das rote H, die Bezeichnung des Hessischen Rennwegs, gekreuzt wurde, bis zu einem Waldweg links ab nach dem Friedel- häufer Schloß. Nach einem Gang durch den mit mächtigen Edeltannen, Wacholder und anderen Nadelhölzern bepflanzten Park, in dem die ersten Frühlingsblumen schüchtern aus dem Grase leuchteten, ging es, größtenteils durch schöne Fichtenwälder, nach Hassenhausen. Während der Rast in Hassenhausen hellte sich der graue Himmel auf, und dis die Anhöhe vor Roth erreicht wurde, lag strahlende Sonne über der Landschaft. Weithin streifte von hier der Blick nach dem Lollarer- und Leidenhoferkopf, nach dem Frauenberg, nach Marburg, nach den Gladenbacher Bergen und nach dem Düns- berg. Zu Füßen der Wanderer lag das Dörfchen Roth, von der Lahn, die bis an die Häuser herantritt, in gewundenem Lauf umflossen. Von Roth ging es nach Fronhausen. Während der Schlußrast hatte sich der Himmel mit dunklen Wolken überzogen. Auf dem Wege nach Friedelhausen, von wo die Rückreise mit der Bahn erfolgte, setzte starker Regen ein, der die gute Stimmung der Wanderer jedoch nicht beeinträchtigen konnte. eine 833 in den Gießener Familienblättern im Wirtschaftsleben, die ihre Wirkung auf die Aus-1 6.05 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühmeldungen. 7.10: landsgläubiger nicht verfehlt hatten, das Bekannt- Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachwerden der Zurückziehung der Auslandgelder, führ»*richten. 11.50; Sozialdienst. 12: Mittagskonzert L Mr freuen uns, unsere Leser zum ersten Male mit einem größeren Prosawerk des Dichters Hans Franck bekannt machen zu können, der ihnen seit Zähren aus zahlreichen Beiträgen als ein Meister der Anekdote und der Novelle wohlvertraut ist. „Die Schufterkngel" - das ist die dramatisch bewegte Schicksalsgeschichte des mecklenburgischen Sandwerksmeisters August Micheelsen, ein echtes Stuck deutschen Lebens, wie es vor kurzem — in anderer Landschaft, aber aus gleicher Liebe — die Erzählungen von Friedrich Schnack und Wilhelm Schäfer geschildert haben. Der neue Roman beginnt am Montag des für um dadurch betätigt, daß sie mit Vollendung Baues, ab l.Ianuar 1934, die Zinssätze Hypotheken, Darlehen und Kredite erneut ein halbes Prozent gesenkt Hal. Gießen und der näheren und weiteren Umgebung durch den Bau für sich und ihre Belegschaften Arbeit. Durch diesen, den neuzeitlichen Bedürfnissen entsprechenden Um- und Erweiterungsbau erhielt die Bezirkssparkasse Gießen neue schöne Geschäftsräume. Die Sparkasse ist damit dem Wahnwort der Regierung, alle Kräfte in den Dienst der Wirtschaft und der Arbeitsbeschaffung zu stellen, freudig gefolgt. Sie Hal aber auch ihre Bereitwilligkeit, zu dienen und nicht zu verdienen. „Die Schuslerkugel" °° HansFranck „Ehret Eure deutschen Meister!" (5) Ludwig van Beethoven. 13.15: Mittagskonzert II. 14.30: (Nur Kassel): Nachrichten. 14.40: Kinderstunde. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 17.30: „Das bißchen Ehrlichkeit, das nötig ist." Vortrag. 17.45: Volkstümliche Lieder. 18.25: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins heute. 19: Stunde der Nation: Neues von Joseph Haydn. 20: Nachrichten. 20.10: „Mein Kleingärtchen!" 20.25: Aufstand um Henriette". Ein Hörspiel. 21.10: Anton Bruckner:. Erste Sinfonie in C-Moll. 22: Nachrichten. 22.15: Du mußt wissen ... 22.25: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Nachtkonzert, Werke von Hans Fleischer. 24 bis 1: Nachtmusik. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger besucht das Basaltwerk Nickel. * Oberwiddersheim (Kreis Büdingen), 16. März. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Ministerialrat Ringshausen und andere Vertreter der Regierung besuchten gestern das hiesige Basaltwerk der Firma Johannes Nickel. Sie besichtigten eingehend die ausgedehnten Anlagen des Werkes und verfolgten mit größtem Interesse und Verständnis den Gang der Steingewinnung, Verarbeitung und des Abtransportes. Besonders begrüßt wurde, daß das Werk seinerseits durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einer großen Zahl Erwerbsloser für einige Monate Arbeit und Brot gibt. Am Schlüsse der Besichtigung wurden noch zwei größere Steinsprengungen ausgeführt, die den Herrn Reichsstatthalter und die übrigen Vertreter noch besonders interessierten. Nach der Besichtigung begrüßte der Inhaber des Betriebes, Herr Karl Nickel, im Beisein der ganzen Belegschaft, die zur Zeit über 200 Köpfe beträgt, den Herrn Reichsstatthalter Gauleiter S p re n g e r und Ministerialrat Ringshausen, sowie die übrigen Herren mit einer kurzen Ansprache, die in einem „Sieg-Heil!" auf den Herrn Reichsstatthalter, den Herrn Reichspräsidenten und unseren Dolkskanzler Adolf Hitler ausklang. Der Reichs st atthalter dankte und gab seiner Freude Ausdruck, daß durch das ausgedehnte heimische Basaltvorkommen die Möglichkeit gegeben sei, einer großen Zahl Volksgenossen Beschäftigung und Verdienst zu geben. Er gab weiter der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß es den Arbcitsbe- schaffungsmaßnahmen der Regierung in Kürze gelingt, alle Volksgenossen in den Arbeitsprozeß einzugliedern. Wenn jeder Volksgenosse in der Arbeitsfront das richtige Verständnis für die hohen Ziele unserer Regierung habe, dann werde es nur Segen für Volk und Vaterland bringen. Als Vertreter der Gemeinde war der Bürgermeister und Zellenwart Müller zugegen. Die Bevölkerung begrüßte trotz des unerwarteten Besuches den Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger mit lebhaften Heilrufen, die Kinder brachten ihm die ersten Frühlingsblumen freudig dar. Nach etwa ein* stündigem Aufenhalt fuhren die Herren wieder ab. Rundfunkproqramm. Sonntag, 18. Rlärj 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. 10.15: Katholische Morgenfeier. 11: Konzert der Saarsänger. 11.30: Volkmusik. 12.05: Konzert, Musikzug der Leibstandarte Adolf Hitler unter Leitung von Musikmeister Müller-John. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: „Gemischte Gesellschaft". 14.20: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft. 14.30: Stunde des Landes. 15: Blas-Konzert. 16: Kasperle-Stunde. 17: Unter- Haltungs- und Tanzmusik. 18: Zum 60. Geburtstag von Börries von Münchhausen. Vortrag. 18.20: Fröhliches Zwischenspiel. 18.50: Don Heilbronn- Ausschnitt aus dem Hockey-Spiel Süddeutschland gegen Mitteldeutschland. 19.10: Giovanni Boccaccio: „Der Falke". 19.50: Sportnachrichten. 20: Sinfonie Nr. 3 (Rheinische) Es-Dur op. 97 von Robert Schumann (Südfunkorchester). 20.30: Evvioa. Ein Hörspiel von Enrico Caruso. Don Curt Elwenspoek. 22: Nachrichten. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Tanzmusik der Kapellen Wilcken und Boerschel. 24 bis 2: Nachtkonzert. IHonfag, 19. Würz und Leihkassen" In Gießen entstand schon zu Anfang des Jahres 1833 bei mehreren Wannern der Stadt der Gedanke, ähnlich, wie an anderen Orten, auch hier eine „Spar- und Leihkasse" zu errichten. Als hauptsächlicher Zweck einer solchen Kasse wurde bezeichnet: „der unbemittelteren Klasse der Unter- thanen, insbesondere den Dienstboten in hiesiger Stadt Gelegenheit zu geben, auch kleinere Geldvorräte jederzeit zinstragend und mit Erfolg kündbar anzulegen und hierdurch zugleich das Bestreben nach einem Erwerb durch Sparsamkeit zu wecken, letzteres um dem verderblichen Wucher auf eine dauernde Art zu begegnen." Schon anfangs des Jahres 1833 hatte ein Ausschuß, der sich zur Errichtung einer „Spar- und Leihkasse" gebildet hatte, Statuten entworfen und sie am 10. Juni 1833 an den damaligen Kreisrat des Kreises Gießen, Geheimrat Knorr. übersandt, um die Gemeinden des Kreises Gießen für die Anstalt zu interessieren und die Garantie für sie zu übernehmen. Neben der Haftung von Privatpersonen, die darin bestand, daß jedes Mitglied eine Aktie von 5 Gulden — übrigens unverzinslich — übernehmen mußte, mußte versucht werden, die Garantie der s Gemeinden zu erlangen, um — wie es in den Akten ■ heißt: „Die Garantie der Kasse und das Zutrauen 311 derselben zu fördern." In der Folgezeit wurde nun versucht, die Anstalt auf eine breitere Grundlage zu stellen. Der damalige Kreis Grünberg wurde noch in den Bereich des Sparkassenbezirks gezogen. Am 22 Dezember 1833 erging dann von den Großherzogl. Kreisräten Geh. Rat Knorr in Gießen und Ouvrier in Grünberg, eine Einladung zum Beitritt zu einem Verein für „Errichtung einer Kredit- und Sparkasse für die Kreise Gießen und Grünberg auf Montag, den 6. Januar 1834 in den Saal des Gasthauses „Zum Einhorn" in Gießen In dieser Versammlung wurde ein gegen früher verbesserter Entwurf der Statuten vorgelegt und angenommen. Nach diesem Entwurf war die Bürgschaft (Garantieübernahme) der Gemeinden nur als eine beschränkte vorgesehen. Diese beschränkte Haftung wurde dann von den meisten Gemeinden angenommen. Interessant ist, daß schon der damalige Entwurf der Statuten neben der Realkreditgewährung auch schon den Personalkredit kannte. Am 7. Oktober 1834 fanden die Statuten die landesherrliche Genehmigung des Großherzogs, während die „Gesellschaftsbeamten", also der Direktor, Rechner und Sekretär, am 19. Wärz 1834 gewählt wurden. Die Anstalt wurde in der Folgezeit durch die Mitgliedschaft von Privaten und die erwähnten Bürgschaften getragen, von dem „Spar- und Leihkasse- Derein für die Kreise Gießen und Grünberg". Die Sparkasse erfreute sich in der Folge einer stets steigenden Sympathie des Publikums. Ende 1834 betrug der Stand der Einlagen, die übrigens in den Statuten als „Darlehen an die Kaste" bezeichnet wurden = 18 218 fl., Ende 1913 stieg dieser auf 21 246 413 Mark, die auf 22 784 Sparbücher angelegt waren Im Jahre 1846 wurden die zum Kreise Grünberg gehörigen Orte abgetrennt und die in dieser Stadt bis dabin bestehende Filiale in eine selbständige Sparkasse umgewandelt Durch den Friedensschluß mit Preußen im Jahre 1866 trat wiederum eine Verkleinerung des Bezirks der Sparkasse ein, indem die bis dahin zur Sparkasse gehörigen Orte des Hinterlandes: Krumbach. Fellingshausen, Königsbern. Rodheim a. d. Bieber, Frankenbach, her- mannftein, Naunheim, Waldgirmes an Preußen abgetreten wurden, heute besteht in Rodheim eine eigene Zwecksparkasse, der die genannten Orte größtenteils als „Haftungsgemeinden" angehören. Der Bezirk der hiesigen Sparkasse umfaßt heute die Stadt Gießen und 39 Landgemeinden mit etwa 75 000 Einwohnern. In den auf die Gründung folgenden Jahrzehnten nahm nun die Sparkasse eine rasche Entwicklung: so erreichen Ende des Jahres 1874 die Spareinlagen einen Bestand von 1 200 934 fl. Manche segensreiche Einrichtung wurde mit der Sparkasse verbunden, so die 1881 gegründete „Pfennigsparkasse", die 1889 ganz auf die Sparkasse überging. Doch nicht nur der Erweckung des Spürsinnes galt die Aufgabe der Bezirkssparkasse in der Folgezeit, sondern auch dem Gedanken, „wohltätigen und gemeinnützigen Zwecken" zu dienen, am Gemeinwohl auch in anderer Weise mitzuarbeiten, als nur durch Anregung zum Sparen und durch her- gabe von Darlehen an den Mittelstand. Im Jahre 1841 wurde zum erstenmal der bewährten Sparern unter den Dienstboten" in Form von „Zinsennachzahlungen" Prämien bewilligt. Diese Prämien erreichten später allmählich höhe von insgesamt 1200 Mark pro Jahr. Auch an „brave Dienstboten", Sie mindestens 10 Jahre lang bei ein und derselben Herrschaft gedient hatten, wur- Die Gründungszeit der Sparkassen fällt in eine Zeit bitterer Not und Armut des deutschen Volkes. Als Ende des 18. und anfangs des vorigen Jahrhunderts durch Gemeinden, sonstige kommunale Körperschaften oder durch Private, Sparkassen ins Leben gerufen wurden, bot Deutschland ein Bild innerer Zerrissenheit. Durch lange Kriege waren die Länder arm geworden, durch Brandschatzung waren die Dörfer und Städte zum Teil zerstört, das Volk in Not geraten. Allenthalben machte sich Wucher und schnöde Habsucht breit. Der kleine Mann, insbesondere der Mittelstand, war dem Treiben gewissenloser Wucherer preisgegeben. Da entschlossen sich in den verschiedensten Teilen des Vaterlandes einsichtige Männer zur Gründung von „Ersparniskassen", „Leihkasten", die zum Teil auch den Bestrebungen auf „Minderung der Ar- menlaften" ihre Entstehung verdankten. Allen gemeinsam ist aber der Gedanke, der minderbemittelteren Bevölkerung Gelegenheit zu bieten, ii)re kleinen Ersparnisse sicher anzulegen, ihr im Falle der Not und für das Alter einen Rückhalt zu bieten. Mit den „Ersparniskassen" waren meist die sog. „hilfskaffen" verbunden, deren Zweck es war, „redlichen, unverschuldet in Not versetzten Land- und Gewerbsleuten, welche keine Mittel zur Abstellung derselben besitzen, mit Kapitalien gegen billige Verzinsung und fristenweise Rückzahlung, aufzuhelfen und sie in bürgerlichen Ehren zu erhalten." Nachdem im übrigen Reiche bereits eine ganze Anzahl solcher Kassen errichtet worden waren, wurde als erste in Hessen im Jahre 1827 eine Sparkassen in Mainz (städtische) und im gleichen Jahre die „Sparkassenanstalt für den Kreis Dornberg (letztere wurde im Jahre 1833 auf den Kreis Groß-Gerau ausgedehnt) gegründet. In die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts entfallen dann in Hessen weitere Gründungen von „Spar- den Prämien verteilt. Zur Förderung von Lehranstalten für Handwerker, Kaufleute, für landwirtschaftliche Zwecke, Lese- oereine, wurden große Summen aufgewandt; so erhielt z. B. zum ersten Male 1859 die Handwerkerschule in Gießen eine Unterstützung, nachdem schon 1843 den Industrieschulen in den Gemeinden des Svarkassenbezirks eine solche bewilligt worden war. Reiche Unterstützungen erhielten im Laufe der Jahre auch die Kleinkinderbewahranstalten. Von Anstalten, die sich mit der Krankenpflege befassen, wurde 1879 das Kinderhospital in Bad-Nauheim mit einem Betrage bedacht, ihm schloß sich der „Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege" an, der von 1883 ab laufend Unterstützungen erhielt. Desgleichen wurde der „Verein für Krankenpflege" durch Beiten zu einer neuen großen Erschütterung des Der-! trauens des sparenden Publikums, zur Julikrise 1931. Die bekannten Ereignisse des Juli 1931, der 13. Juli 1931 brachte die besorgten Sparer vollends in Verwirrung. Es setzte ein Ansturm auf die Sparkasse ein, wie er selbst in den Augusttagen 1914 nicht festzustellen war. Das Vertrauen der Sparer war vollständig erschüttert Bis in den Herbst 1932 hinein setzten sich die Abhebungen, die die Einzahlungen meistens ganz erheblich überstiegen, fort. Erst von Ende 1932 an trat eine allmähliche Beruhigung ein. Die Bezirkssparkasfe Gießen, die über reichlich liquide Wittel verfügte, hat auch diese schwere Krisenzeit, ohne irgendwelche Kredite in Anspruch nehmen zu müssen, überstanden. Inzwischen hatte der sich immer mehr und mehr erweiternde Geschäftsverkehr, insbesondere die Ausdehnung des Giroverkehrs, und die hierdurch bedingte Annahme weiteren Personals die Erweiterung der Geschäftsräume dringend notwendig gemacht. Durch den Ankauf von Nachbargrundftücken konnte man sich zur Ausführung eines Um- und Erweiterungsbaues entschließen, der im April 1933 nach einem von Herrn Architekten Hans Brandt (Berlin) — Spezialarchitekt für Bank- und Spar- faffenbauten — ausgearbeiteten Projekt, bei welchem Herr Architekt Hamann (Gießen) die örtliche Bauleitung hatte, begonnen und anfangs 1934 fertiggestellt wurde, bzw. der Benutzung des Spar- kastenbetriebes und des Publikums übergeben werden konnte. Während des ganzen Sommers und herbstes 1933 und noch anfangs 1934 erhielten zahlreiche Handwerker und Gewerbetreibende der Stadt Das eben zu Ende gegangene 100. Geschäftsjahr der Bezirkssparkasse Gießen, das Jahr 1933, ist zu einem Jahr der Schicksalswende des deut- ch e n Volkes geworden. Dem leidenschaftlichen, unerbittlichen und zähem Kampf eines Mannes, des Volkskanzlers Adolf Hitler, ist es gelungen, auf allen Gebieten, über alle Schranken und Zerklüftungen hinweg, die die Kräfte des Volkes lahmgelegt hatten, eine Umwälzung zu schaffen, die sich auf das gesamte menschliche, soziale und auch wirtschaftliche Leben erstreckt. Auch die Bezirks sparkasse Gießen hat mit der Entwicklung neuer Aufgaben ihren alten und vornehmsten Zweck, zu welchem sie vor hundert Jahren, von weitschauenden, von Gemeingeist erfüllten Männern gegründet worden war, nie außer acht gelassen. Sie wird auch in Zukunft daran festhalten, den S p a r g e d a n k e n in die Bevölkerung hineinzutragen, den schwächeren Wirtschaftskreisen, besonders auch dem Mittelstände, durch Kredithilfe zu dienen, wohltätige und gemeinnützige Zwecke zu fördern, in wahrer Volksverbundenheit auf dem beschrittenen Wege weiter zu arbeiten, zum Wohle der engeren Heimat und damit auch des gesamten deutschen Vaterlandes. Von den Jahren 1925/26 an schien sich ein schneller Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft vorzube- reiten, doch fehlte es an einer starken Hand der Regierung, die rechtzeitig regulierend eingegriffen und der sich immer mehr breit machenden unseligen Pumpwirtschaft ein frühzeitiges Ende bereitet hätte. Die starke Verschuldung der deutschen Wirrschaft an das Ausland, die Kurzfristigkeit der Auslandkredite, die verschiedensten Zusammenbrüche, Konkurse usw. im Wirtschaftsleben, die ihre Wirkung auf die Aus- träge unterstützt. Die Diakoniffenstationen in den einzelnen Gemeinden erfuhren ebenfalls seitens der Sparkasse eine nicht unbedeutende Förderung. Leider mußte in der Kriegs- und Nachkriegszeit infolge allmählichen Schwindens der Rücklage von der Bewilligung von Beiträgen zu wohltätigen und ähnlichen Zwecken aus den Reingewinnen ganz abgesehen werden. Insgesamt wurden zu wohltätigen Zwecken ---913Markundl7 155 Mark aus den Reingewinnen bewilligt. Diel Segen ist von den Anstalten, die seitens der Sparkasse reichliche Unterstützungen erfuhren, für die Bevölkerung des Bezirks ausgegangen. Auf diesen gemeinnützigen Grundlagen setzte auch im 20. Jahrhundert für die Sparkassen, damit auch für die Bezirkssparkasfe Gießen — insbesondere feit Schaffung des Sparkasfenge- fehes vom 8. August 1902 — eine durchaus günstige Weiterentwicklung ein, die bis zum Ausbruch des Weltkrieges anhielt. In diese Jahre fällt auch die Errichtung des Geschäftsgebäudes in der Johannesftraße. Eine starke Erschütterung erlitt die Entwicklung durch den Kriegsausbruch, die aber zu einer eigentlichen Vertrauenskrise nicht führte. Denn, soweit in den ersten Kriegsmonaten Angstabhebungen von Einlagen vorgenommen wurden, kehrten diese nach den unerhörten Erfolgen der deutschen Heere als „neue Einlagen" in den ersten Kriegsjahren zurück. Erst das furchtbare Ende des Krieges, tue Politik der Nachkriegsjahre und vor allem die Zeiten der Inflation von 1920 bis 1923 zerstörten vollkommen das Vertrauen des sparenden Publikums zu den Sparkassen. Diese Nachkriegsjahre bis 1924 zählen zu den schwersten, die die Sparkasse zu bestehen hatte. Die dem deutschen Volk durch den Schmachfrieden von Versailles auferlegten und untragbaren Lasten zerstörten bas Dolksvermögen vollends, da auf feine Kosten die Leistungen an die Auslandsgläubiger erfolgen mußten. Auch die Bezirkssparkasfe Gießen hat in diesen Jahren schwere Rückschläge erlitten. Die gesamte Rücklage war der Inflation zum Opfer gefallen, die Spareinlagen, die Ende 1913 21 246 413 Mark betrugen, waren fast vollständig zufammenge- schmolzen. Mit einem Spareinlagenbeftanb von 67 000 Billionen Mark und 21 700 Rentenmark und einem Giroeinlagenbestand von 35 600 Billionen Mark ging die Sparkasse in das neue Rechnungs- (Geschäfts-) Jahr 1924 über. Ende 1924 ereidjten die Spareinlagen wieder einen Bestand von über 1 000 000 Mark, die Giroeinlagen einen solchen von 771 000 Mark. Langsam kehrte das Vertrauen der Sparer wieder! Wenn auch die im Juli 1925 geschaffenen Auf- wertungsgesehe den Gläubigern und Sparern keine volle Befriedigung gebracht haben, so trug doch die Tatsache, daß die Spareinlagen der alten Sparer überhaupt aufgewertet werden konnten, erheblich dazu bei, das Vertrauen des Publikums zu den Sparkassen wieder zu gewinnen und dem erneuten hinaustragen des Spargedankens unter die Bevölkerung den Weg zu bereiten. In rascher Folge stiegen nun von Jahr zu Jahr die Spareinlagen bei der Sparkasse, Ende 1930 auf 14 200 000 Mark, die Giroeinlagen auf 2 500 000 Mark. 100 Zahle VezirNparkasse Gießen Von Sparkaffenvlrettor Zacheis. | Jungvolk imEn-kampfe Oie Brotsammlung. An allen Türen hängen nun die Brotmarken des oberhessischen Jungvolkes, künden von der Bereitschaft aller Opferfreudigen. Roch ein Tag, dann werden die Jungens übergeben dürfen, was sie mit freudigem Herzen gesammelt haben. Roch ein Tag, dann werden die Wagen mit Brote beladen in Begleitung des Jungvolks durch Oberhessen rollen. An den einzelnen Standorten der Iungbanne werden Kundgebungen stattfinden, an die sich die Abfahrt der Wagen und gleichzeitig der Start der Stafetten anschlieht, die das gesamte Oberhessen durchlaufen mit den Urkunden über die gesammelten Brote. Iungbann 1/116: Kundgebung in Gießen um 8 Uhr morgens. , 3.15 Uhr Abfahrt der wagen über Butzbach — Fried- ; berg — Windecken — Hanau — Offenbach. Verlauf der Stafette: 8.15 Uhr Start Gießen — ’ Butzbach — Friedberg — Vilbel — Offenbach. Iungbann 2/116: Samstag abend in Alsfeld Kundgebung. Abfahrt der Wagen und Abgang der Staffel nach 1 Grünberg. Sonntagmorgen 8 Uhr: Kundgebung in ' Griinberg. 8.15 Uhr Abfahrt der Wagen: Hungen — Wölfersheim — Friedberg — Windecken — Hanau — Offenbach. Verlauf der Staffel: Grünberg — Ruppertsburg — Hungen — Utphe — Friedberg — Vilbel. Iungbann 1/254: 9.15 Uhr Kundgebung in Friedberg. Anschließend Abfahrt der Wagen, Abgang der Staffel nach Vilbel. Iungbann 2/25 4: 7 Uhr Kundgebung in Schotten. Anschließend Abfahrt der Wagen nach Büdingen — Lieblos — Hanau — Offenbach. Abgang bet Staffel: Samstagabend in Lauterbach — Schotten. Sonntagmorgen: Schotten 8 Uhr — Ridda — Dauernheim — Reichelsheim — Affenheim — Vilbel. Ab Vilbel werden die Staffeln mit Pferden weitergetragen. Eintreffen 17.20 Uhr Wilhelmsplah Offenbach. Oberheffen! Tut eure Pflicht! Rur find es wenige Stunden noch zum Abschluß der Sammlung. Schließt euch nicht aus der großen Volksgemeinschaft aus, die nicht müde wird zu opfern. heil Hitler! Der Führer des Oberjungbannes 4/13, gez.: hernt. Philippi. Weisse und gesunde Zähne Kundgebung der Ortsgruppe Gießen-AordMUß mit Gewalt sei in dieser Hin- herbeizuführen. Ein Volk, Hinter den Kulissen der Außenpolitik „ . , könne sich aber keine Stellung ... — Außenpolitik erringen. In Deutschland habe sich die Entwicklung anders vollzogen. Deutschland stehe freiwillig hinter Adolf Hitler. Der Gummiknüppel sei längst vergessen. Die Geschichte mache manchmal unergründliche Umwege. Man brauche nur an das Jahr 1866 zu denken. Vielleicht sei auch das Blut der marxistischen Aendenmgen im neuen Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, hielt gestern abend im Cafe Leib in Verbindung mit der N S. - Do l k s w o h l f a h r t eine Kundgebung ab, die von den Mitgliedern der beiden Organisationen außerordentlich gut besucht war. Der Musikzug der SAR. leitete die Kundgebung mit schneidigen Märschen ein. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches wurden die Fahnen der Ortsgruppen eingebracht. Der Leiter der Ortsgruppe Gießen-Nord, Pg. Thomas, eröffnete die Kundgebung mit herzlichen Worten der Begrüßung. Kreisschulungsleiter pg. Dr. Schmidt-Darmstadt sprach sodann über das Thema „Hinter den Kulissen der Außenpolitik!" Den Ausführungen sei folgendes entnommen: Als vor einem Jahre der Reichstag gebrannt habe, sei es von vielen deutschen Volksgenossen nicht für möglich gehalten worden, daß Adolf Hitler unser deutsches Vaterland so schnell vor dem Bolschewismus werde retten können. Aber heute sei der Nationalsozialismus bereits eine Selbstverständlichkeit, und die Verhältnisse würden allgemein so betrachtet, als seien sie schon immer so gewesen. Wert und Unwert einer Revolution sei immer beurteilt nach dem seelischen, sittlichen und wirtschaftlichen Gewinn und Ruhen des betreffenden Volkes. Daran gemessen sei die Revolte von 1918 keine Revolution, sondern ein Börsenmanöver gewesen, das von Minderwertigen inszeniert worden sei. Die darauf folgende Entwicklung habe bestimmte Wissenschaftler auf den Gedanken gebracht, von einem „Untergang des Abendlandes" zu sprechen. Der Nationalsozialist sei anderer Meinung. Der Führer Adolf Hitler gründe das neue deutsche Volk auf Blut und Boden und auf die immer wieder neu daraus erwachsenden Kräfte. Nur aus der Kraft im Innern könne eine bedeutungsvolle Stellung des deutschen Volkes in der Außenpolitik errungen werden. Die Arbeit des Nationalsozialismus gründe sich stets auf die Gesamtheit des Volkes. Noch seien nicht alle deutschen Volksgenossen Nationalsozialisten. Sie müßten es aber werden. Wer heute noch in das Volk den Zankapfel der Republik oder aber der Monarchie hineintragen wolle, fei ein Feind des Volkes. Wenn die Monarchie etwas für das Volk geleistet hätte, so wäre sie heute noch da. — Man gehe nicht freiwillig über Bord, wenn das Schiff in der Gefahr sei, steuerlos zu werden... Man brauche heute auch nicht nach einem Führer zu rufen — denn er sei ja da — Adolf Hitler! Im Ausland habe man einmal mit Adolf Hitler nicht verhandeln wollen. Nach dem 12. November seien jene aber anderen Sinnes geworden. Das deutsche Volk habe aus dieser Tatsache ersehen können, daß man mit Einigkeit Eindruck machen könne. Der Nationalsozialismus und Adolf Hitler würden der Welt ein neues Gesicht geben. Der Völkerbund aber stehe nur noch vor der Frage, w i e er begraben sein wolle. Der Kampf gegen den Poungplan sei mit Erfolg geführt worden. Die Welt habe sich damals, als von deutscher Seite nachdrücklich darauf hingewiesen wurde, daß Deutschland wohl die internationalen Verpflichtungen anerkenne, aber nicht bezahlen könne, auf den Boden der Tatsachen gestellt. Das sei aber nur dadurch erreicht worden, daß hinter dem deutschen Vertreter eine einige Regierung stand. Die Auswirkungen seien nicht ausgeblieben. In Frankreich habe sich, nachdem von Deutschland keine Zahlungen mehr zu erwarten waren, die Situation grundlegend geändert. Die Rassensrage dränge sich nun auch in Frankreich und Polen in den Vordergrund. An der Stellung zur Judenfrage erkenne man, wie ein Volk zu Blut und Rasse stehe. Der Handel müsse dem Juden beschränkt werden. Tietz in Dresden und Wronker in Frankfurt a. M. seien bereits geschlossen. Der Einzelhandel habe die Angestellten der geschlossenen Kaufhäuser übernommen. Für Deutschland müsse, hinsichtlich der Außenpolitik, immer der Grundsatz gelten: „Die Feinde unserer Feinde sind unsere Freunde!" Mittel der deutschen Außenpolitik müsse die deutsche Außenhandelspolitik sein. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Verhältnis Deutschlands zu Rumänien, wandte sich aber dann der asiatischen Frage zu. Alle Augen seien nach dem fernen Osten gerichtet. Die Entwicklung sei aber nicht abzusehen. Der Asiate sei für unsere europäische Gedankenwelt nicht faßbar. Hinter seinem Lächeln verberge er alles. Vielleicht komme die Entwicklung so, daß sich Japan mit Rußland verbinde — gegen Amerika und England. Für England sei nicht etwa der eventuelle Krieg die große Gefahr, sondern vielmehr das Eindringen der japanischen Industrie in die europäischen Absatzgebiete. Japan schicke gegenwärtig einen Teil seiner Flotte in das Mittelmeer zu Besuch. Japanische Offiziere überreichten an Mussolini altjapanische Schwerter. Japan baue jetzt in Abessinien Baumwolle an, um sich von der englischen und amerikanischen Baumwolle freizumachen. Schließlich aber heirate ein japanischer Prinz eine abessinische Prinzessin. England sehe mit gemischten Gefühlen zu. Der Redner beschäftigte sich ferner mit dem Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich und zotz darüber hinaus die Haltuntz des italienischen Mlnisterpräsidenten in den Kreis seiner Betrachtungen. Oesterreichs Schicksal werde von den österreichischen Nationalsozialisten bestimmt. Deutschland könne nichts dazu tun. Oesterreich müsse sich nach Adolf Hitler sehnen und nach dem Heimatland. Das Schicksal einer jeden Regierung stehe und falle mit der Frage der Arbeitsbeschaffung. Mit Ma- Zu dem neuen Fahrplan der Reichsbahn, gültig ab 15. Mai, ist jetzt der oor- läusige Entwurf von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. veröffentlicht worden. Er enthält für den Bahnhof Gießen folgende wichtige Aende- rungen: Strecke Gießen-Küln: Pz. 1645 Gießen-Eitorf, gegenwärtige Abfahrt in Gießen 20.52, wird künftia erst um 21.19 in Gießen abfahren, so daß auch der Anschluß an den O-Zug 74 von Hamburg, Gießen an 21.11, und an den Eilzug 79 von Frankfurt, Gießen an 21.07, erreicht wird. l)°Zug 276 Dortmund—Frankfurt a. M., z. Z. Gießen an 12.43, ab 12.50, wird im neuen Fahrplan wie folgt verkehren: Gießen an 12.28, ab 12.34. Strecke Gießen—koblenf: Die z. Z. nicht verkehrenden v-Züge 218 Gießen— Trier, Gießen ab 6.00, und D 217 Trier—Gießen, an 23.31, mit direkten Kurswagen von und nach Berlin, verkehren wieder. Zwischen Gießen und Weilburg werden täglich zwei neue Züae verkehren und zwar: Pz. 482 Gießen ab 19.56, Weilburg an 20.45, und Pz. 483 Weilburg ab 21.12, Gießen an 22.02. Strecke Gießen—Fulda: Pz. 553 Gießen—Fulda z. Z. Gießen ab 8.28, wird erst Um 8.38 in Gießen abfahren. Pz. 532 Fulda—Gießen, z. Z. Gießen an 7.50, wird schon um 7.43 in Gießen eintreffen. Pz. 574 Fulda—Gießen, z. Z. Gießen an 9.21, wird schon um 9.02 in Gießen eintreffen und dadurch den wichtigen Anschluß an D 73, Gießen ab 9.12, erreichen. Strecke Gießen—Lollar—Londorf—Grünberg: Keine wesentliche Aenderungen. Der Sonntaas- zug Gießen—Londorf, im vorigen Sommer-Fayr- plan Gießen ab 22.53, wird erst um 23.00 in Gießen abfahren. Der z. Z. bis vorläufig 31. März verkehrende Werktagszug nach Grünberg über Londorf, Gießen ab 17.06, wird auch ab 15. Mai nicht verkehren. Strecke Gießen—Gelnhausen: Keine wesentlichen Aenderungen. Der letzte Zug nach Nidda, zur Zeit Gießen ab 22.54, wird erst um 23 Uhr von Gießen abfahren. Der Pz. 501 von Gelnhausen, zur Zeit Gießen an 7.16, wird schon um 7.08 in Gießen eintreffen. Der Pz. 505 von Gelnhausen, zur Zeit Gießen an 15.13, wind schon um 15.05 in Gießen eintreffen. Schutzbündler nicht umsonst geflossen. Der Nationalsozialismus in Oesterreich müsse aber den verhetzten Arbeitern beweisen, daß sie auf der verkehrten Seite kämpften. (Lebhafter, anhaltender Beifall!) Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler schloß der Ortsgruppenleiter Pg. Thomas die Kundgebung. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Horst-Wessel- Liedes gesungen. Strecke Frankfurt — Gießen — Kassel. Neu verkehrt Sonn- und Feiertags beschleunigt verkehrender Pz. 769 Frankfurt — Gießen, Ankunft 9.49 und Pz. 770 Gießen — Frankfurt, Abf. 20.56. Das gegenwärtig verkehrende v-Zugs-Paar D 179 Frankfurt a. M. — Berlin P.,. Gießen an 22.29, ab 22.32, und D 180 Berlin P. — Frankfurt a. M., Gießen an 7.19, ab 7.21, wird im neuen Fahrplan nicht mehr verkehren. Die gegenwärtig verkehrenden Fern-v-Züge 191 Basel — Hamburg — Bremen und Berlin mit nur 1. und 2. Klasse, Gießen an 1.06, ab 1.13, und Nr 192 Berlin, Hamburg — Bremen — Basel mit Oer letzte Monat erfordert doppelte Opfer. Zeigt auch im Mürz neuen Opfersinn I nur 1. und 2. Klasse, Gießen an 4.35, ab 4.36, werden in gewöhnliche O-Züge mit 1., 2. und 3 Klasse umgewandelt. Diese Umwandlung wird sehr begrüßt werden, besonders von Reisenden, die früh von Frankfurt a. M. nach Süddeutschland reifen wollen. Seither mußten diese Reisenden schon abends nach Frankfurt fahren, um dort die Frühzüge nach Süddeutschland zu erreichen. Der Pz. 790 Marburg — Gießen, gegenwärtig Gießen an 7.44, wird schon 7.39 in Gießen ein» treffen. Der Pz. 780 Kassel — Frankfurt a. M., zur Zeit Gießen an 12.17, ab 12.27, wird im neuen Fahrplan später verkehren, und zwar Gießen an 12.29, ab 12.41. Diese Späterlegung wird besonders von den Schülern der höheren Gießener Schulen begrüßt werden, die seither nur mit großer Hetze den Zug noch erreichen konnten. Flugzeug-Notlandung bei Echzell. = Echzell, 16. März. Am Freitagnachmittag mußte — unmittelbar in der Nähe des Dorfes —- ein Verkehrsflugzeug notlanöen. Bei der Landung brach der Propeller. Die beiden Piloten erlitten keinerlei Schaden. Das Flugzeug mußte durch einen Lastkraftwagen abtransportiert werden. deder krifik- über Der wundervolle, figurverbessernde Schnitt und die elegante Form braucht nichts extra zu kosten. Es ist Sache des modernen Fachmannes. Sehen Sie sich die Auslagen an — da merken Sie’s schon. Herren-Anzüge Ein- und zweireihige Formen, mit der neuen Achselpartie, den gefäll. Revers, in grauen u. bräun 1. Streifen od. dezente Karo-Musterungen und alle mit dem Garantie-Gütezeichen. Niedere Preislagen RS. 28.00, 34.00. 38.00 Mittlere Preislagen.......... 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Erne gewisse Selbstkontrolle ist notig, sowohl in geistiger als auch in körperlicher Beziehung, hinsichtlich der eigenen Stärke als auch der eigenen Schwächen. Kraftvolle Naturen mit gesundem Optimismus haben es leichter, sich mit den kleinen Widerwärtigkeiten des Alltags abzufinden, Schwierigkeiten, die weniger glücklich Veranlagten schwer zu schassen machen, existieren für sie oft gar nicht. Ihre Kraftnatur verleitet sie oft zu ungewollten, kleinen Rücksichtslosigkeiten ihren Mitmenschen gegenüber. Um ein gedeihliches Zusammenarbeiten im Interesse der Allgemeinheit zu gewährleisten, sollten die von der Natur bevorzugten sich nicht nur jeder Überheblichkeit enthalten, sondern kraft ihres stärkeren Einsatzes an Widerstandsfähigkeit, den Mitschwestern kameradschaftlich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Den Feinnervigen und besonders Empfindlichen wäre damit oft geholfen, zumal wenn diese selbst täglich aufs neue bemüht wären, die eigenen Schwachen zu bekämpfen. Erfolg ist nur dort, wo neben dem Wissen um die eigene Stärke auch das Erkennen der eigenen Schwächen besteht. Nicht nur körperliches Training, das jeder berufständigen Frau aufs wärmste empfohlen fei, ist notwendig, sondern auch geistiges Training, um im Beruf zur eigenen Freude und zum Nutzen der Allgemeinheit erfolgreich wirken zu können. Daher mit Energie da einsetzen, wo man selbst die Mängel der eigenen Veranlagung spürt. Schon das Aufstehen in der Frühe ist für viele ein schwerer Kampf mit dem „Ich", zumal in der dunkeln Jahreszeit. Ob man die Morgentoilette gründlich und ausgiebig vornimmt, ob der Anzug mit Sorgfalt beendet, ob das erste Frühstück in Ruhe genossen wird oder ob alles in größter Hetze vor sich geht, ist ausschlaggebend für die Nervenverfassung des ganzen Vormittages. Also lieber zehn Minuten Schlaf opfern als den Tag mit Hetze beginnen. Es ist unendlich wichtig, mit Lust und Liebe zur Sache, an die tägliche Arbeit heranzugehen. Wenige Minuten Gymnastik während der Morgentoilette können schon das körperliche Wohlbefinden steigern und damit auch belebend auf Geist und Gemüt wirken. Ein ausgeruhter, wohftrainierter Körper, ein frischer, klarer Kopf, sind die glücklichsten Vorbedingungen für restlose Erfüllung der übernommenen Pflichten. Daher sollte auch jede berufstätige Frau, die nicht mehr als höchstens eine halbe Stunde Gehzeit bis zur Arbeitsstätte benötigt, den Weg z u Fuß zurücklegen und nur in Ausnahmefällen die Elektrische besteigen. Auch wer, der größeren Entfernung wegen, gezwungen ist, Bahnen oder Rad zu benutzen, sollte wenigstens eine kurze Strecke vor Dem Ziel zu Fuß gehen. Die unverbrauchte Mor- getauft gibt Kraft für den ganzen Tag. Vieles, was am Abend zuvor noch unübersichtlich und verworren erschien, klärt sich beim Gang durch die frische Luft; die Gedanken ordnen sich leichter ein und begünstigen dadurch die Erhaltung des seelischen Gleichgewichts. Niemand versäume dieses einfache Mittel zur Stärkung seiner körperlichen und geistigen Gesundheit, denn wer morgens in seelisch aufgewühltem Zustand an der Arbeitsstätte erscheint, belastet nicht nur sich selbst, sondern auch die Arbeitsgefährtinnen. Ferner ist auch das regelmäßige Einhalten der Mahlzeiten, bei Berufstätigen also insbesondere Moraenfrühstück und Mittagsmahlzeit, von hoher gesundheitlicher Bedeutung. Leider wird auf diesem Gebiete außerordentlich viel gesündigt. Eine der übelsten Gewohnheiten ist es, morgens nüchtern von Hause fortzugehen und erst im Laufe des Vormittags dem Magen etwas zu bieten. Man vermindert dadurch in erheblichem Maße die eigene Widerstandskraft, schwächt den Magen und behindert die Verdauung. Auch braucht jeder normale Mensch einmal am Tage eine warme Mahlzeit. Ist für diese aus beruflichen Gründen erst abends Zeit, so wähle man eine möglichst frühe Abendstunde. Zu spät eingenommene Mahlzettrn stören und beunruhigen den Schlaf. Niemals aber kann und darf eine Mahlzeit durch Kasfetrinken ersetzt werden, was leider viele berufstätige Frauen glauben. Zum Abschluß der Hauptmahlzeit, wenn diese zur Mittagszeit eingenommen wird, kann eine Tasse Kaffee keinen gesundheitlichen Schaden anrichten, wohl aber zu später Abendstunde genossen, wegen der dann häufig folgenden Schlaflosigkeit. Vor allem aber, wie eben erwähnt, wenn mit Kaffee eine Mahlzeit ersetzt werden soll. Unsere Zeit aber braucht gesunde und nervenstarke Frauen. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Stimmung am Frankfurter Getreidegroßmarkt blieb in Nach- und Auswirkung der letzten getreidewirtschaftlichen Maßnahmen auch in der abgelaufenen Woche zwar freundlich, das Geschäft zeigte aber an saft allen Märkten kaum eine Begebung. In Brotgetreide trat keine Veränderung in der Preislage für Weizen und Roggen ein. Für Weizen waren nur 197 Mark per Tonne zu erzielen. Roggen notierte ebenfalls unverändert 172,50 bis 173 Mark. Weiter festen Markt hatte Hafer. Das Angebot aus der Landwirtschaft war klein. Die Notiz erfuhr eine neuerliche Befestigung um 7,50 Mark, ließ aber später auf Grund des ruhigeren Geschäfts um 2,50 Mk. nach, immerhin blieb aber ein Gewinn von 5 Mark und die Notiz lautete 157,50 bis 160 Mark per Tonne. Der Gerstenmarkt tag weiterhin fast ohne jedes Geschäft. Braugerste notierte unverändert 175 bis 177,50 Mark. Die Abwicklung der alten Mehlbestände ist noch nicht soweit gediehen, daß der Konsum aus neuen Abschlüssen kaufen muß. Die Forderungen der Mühlen blieben unverändert, nur 0- bis öOprozen- tiges Roggenmehl hat in der unteren Spanne eine Ermäßigung um 25 Pfennig pro Sack erfahren und notiert jetzt 23,25 bis 24. In Futtermitteln hat sich die an sich schon geringere Umsatztätiakeit noch weiter vermindert. Treber, Palmkuchen, Trockenschnitzel und Roggenkleie bröckelten um 35 bis 15 Pfennig ab, wogegen Wei- zenkleie 10 Pfennig und Sojaschrot 20 Pf. höher bezahlt wurde. Je 100 Kilo notierten in Mark: Weizenkleie 10,15, Roggenkleie 10,50 bis 10,60, Weizenfuttermehl 11 bis 11,25, Sojaschrot 15,45, Palmkuchen 14,85 bis 15, Erdnußkuchen 16,30 bis 17,25, Treber 15,15, Trockenschnitzel 9,60 bis 9,70. Wochenberichi »om Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das milde Wetter in der verflossenen Woche hat auf den Fleischabsatz einen etwas ungünstigen Einfluß genommen, so daß an) Frankfurter Schlachtviehmarkt in den meisten Fällen nur bei sehr ruhigem Geschäft und etwas nachgebenden Preisen das Angebot an Schlachtvieh untergebracht werden konnte. Die Auftrieoe yielten sich durchweg etwas stärker als in der Vorwoche. Am Rindermarkt hielt sich der Auftrieb mit 1299 etwa gleichstark wie in der Vorwoche (1245). Rach ruhigem Handel verblieb etwas Ueber- stand, die Preise waren jedoch kaum verändert, nur Kühe gaben 1 RM. nach. Das Kälbergeschäft war bei ziemlich unveränderten Preisen ebenfalls ruhig, doch wurde der Zutrieb von 1635 (gegen 1619) ausverkauft. Geringe Kälber gaben allerdings weiter 1 bis 2 RM. nach. Lämmer, Hammel und Schafe hatten trotz erhöhten Auftriebs (223 gegen 133) unveränderte Preise und wurden ausverkauft. Bei Schweinen fetzte sich der Preisrückgang um weitere 2 bis 3 RM. fort. Die Beschickung betrug 4918 (gegen 4683 Stück). Das Geschäft nahm nur schleppenden Verlauf, so daß Ueberftanb verblieb. Frankfurter Börse. TNiklagsbörse: Reubesihanleihe fest, sonst guf behauptet. Frankfurt a. M., 16. März. Die heutige Mittagsbörse erfuhr durch die starke Nachfrage und weitere Kurssteigerung der Neubesitzanleihe eine allgemeine Anregung. Die Publikumsbeteiligung erstreckte sich fast ausschließlich auf dieses Papier, so daß die übrigen Marktgebiete zwar etwas vernachlässigt, aber gut gehalten, zum Teil sogar etwas fester blieben. Im Ablauf der ersten halben Stunde war in der Neubesitzanleihe ein Umsatz von etwa 2 bis 3 Millionen zu verzeichnen bei einem Kurs von 22.75 nach gestern abend schon 22.55 und gestern mittag 22.15 v. H. Die übrigen Rentenwerte lagen fast vollkommen ohne Geschäft, blieben aber behauptet. Nur späte Reichsschuldbuchforderungen gaben um 0.13 v. H. auf 94 v. H. nach. Am Aktienmarkt waren es wieder IG. Farbenindustrie, die um 0,75 v. H. anzogen. Die lebhafteren Umsätze waren größtenteils durch Neueindeckungen der Kulisse verursacht. Ueberyaupt beteiligte sich die Spekulation, nachdem die Kundschaft an ihrem Besitz festhält, wieder mehr am Geschäft und geht in größerem Umfange Neuengagements ein. So war auch bet Elektromarkt im Grunbtone fest und die Kurse lagen meist etwas höher. AEG. 4- 0,65 v. H. Montanwerte lagen uneinheitlich. Während Gelsenkirchen allein um 1 v. H. niedriger eröffneten, waren die übrigen Bergwerkspapiere durchschnittlich etwas gebessert. Der Rückgang am Automarkt scheint zum Stillstand gekommen zu fein, aber auch die Umsätze sind merklich geringer geworden. Daimler und Adlerwerke Kleyer lagen unverändert. Kunstseide- werte waren bei ruhigem Geschäft bis 0,40 v. H. niedriger, Zellstoffaktien befestigten sich dagegen bis 0,75 v. H., auch Schiffahrtswerte gewannen 0,25 bis 0,50 v. H. Reichsbankanteile bröckelten weiter um 0,75 v. H. ab. In der zweiten Börfenstunde blieb die Nachfrage nach Neubesitzanleihe erhalten, ohne daß eine wesentliche Kursoeränderung eingetreten wäre, die Notiz schwankte zwischen 22,70 bis 22,80 v. H. Alt- besitz und späte Schuldbücher blieben weiter vernachlässigt, aber behauptet. Staats-, Länder- und Stadtanleihen hatten wie allgemein nur ruhiges Geschäft bei kaum veränderten Kursen. Reichsmark- Obligationen blieben lustlos bei weiter sinkenden Kursen (etwa —0,25 bis 0,50 o. H.). Goldpfandbriefe und auch Kommunal-Obliaationen lagen meist behauptet, vereinzelt bis 0,13 v. H. leichter. Liquidationspfandbriefe gaben bis 0,25 v. H. nach. Don fremden Werten waren 4 v. H. Einheitsrumänen bei einer Steigerung von 0,20 v. H. weiter gesucht, Mexikaner dagegen lagen etwas stiller, ebenso Ungarn. Am Aktienmarkt war die Haltung zumeist freundlich, nur IG. Farben gingen um 0,40 v. H., Rheinstahl um 0,25 v. H. und Nordd. Lloyd um 0,25 v. H. zurück. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Anfangskurse ziemlich unverändert. Höher lagen jedoch Deutsche Erdöl um 1 v. H., Conti Gummi und Ilse Genuß um je 0,50 v. H. Tagesgeld etwas gefragt und um 0.25 v. H. auf 3,75 v. H. befestigt. Gegen Börsenschluß ließ das Interesse für Neubesitz nach und auf Gewinnmitnahmen bröckelte der Kurs auf 22,60 v. H. ab. Auf den übrigen Aktien- und Rentenmärkten traten keine Aende- rungen ein. Das Programm der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen sieht für den morgigen Sonntag wiederum vier Spiele vor: DsB. Gießen — Groß-Karben. Wetzlar — 1900 Gießen. Marburg — Lollar. Ockershausen — Bad-Nauheim. Don besonderem Interesse ist die Begegnung zwischen Ockershausen und Bad-Nauheim. Es ist zwar kaum zu erwarten, daß sich die Mannschaft aus der Badestadt in dem Marburger Vorort schlagen lassen wird: die Ockershäuser werden sich es aber als Ehrensache betrachten, die Gäste nicht so hoch gewinnen zu lassen. Vielleicht gibt es sogar eine lieber« raschung. Lollar bat gegen Germania Marburg anzutreten und hat keine großen Chancen, selbst unter Dem Gesichtswinkel nicht, daß die Germanen einen Formrückgana aufzuweisen haben. VfB. Gießen — Graß-Karben. Groß-Karben hat auf dem Waldsportplatz anzutreten und trifft im VfB./Reichsbahn auf eine Mannschaft, gegen die sie kaum einen Sieg wird erringen können. Das Ergebnis der Groß-Karbener aegen die Spielvereinigung 1900 sollte an dieser Tatsache kaum etwas ändern. Die Grünweißen, die in jüngster Zeit in recht konstanter Form auftraten, werden sich, zudem auf eiaenem Platz, die Dünkte nicht nehmen lassen. Technisch werden sie den Gästen bestimmt überlegen sein und von dieser Seite her müßte, bei allem Eifer der Gäste, das Spiel gewonnen werden Spielüereiniquna 1900 in Wetzlar. Die Mannschaft der Spieloereinigung 1900 soll, wie man hort, in Wetzlar wieder einmal mehr in veränderter Aufstellung antreten. Die Maßnahme kann sich zum Guten auswirken, mit größerer Wahrscheinlichkeit aber wird sie sich als zum Nachteil erweisen. Mit Umftellunaen hatte man bei der Mannschaft der Spieloereinigung nie viel Glück. Trotzdem sollte die Elf nicht ohne Hoffnung nach Wetzlar fahren. Wenn es mit dem Geiste in der Mannschaft nicht zu schaffen fein sollte, kann es vielleicht durch die Technik zu einem Unentschieden ober knaoven Sieg kommen. Die Wetzlarer Mannschaft befindet sich aege^märtig in ausgezeichneter ftorm und ist in allen Teilen aut disponiert. Die Blauweißen stehen vor einem schweren Kamps. Die Abendbörse still. Die Abendbörse verkehrte wohl in freundlicher Haltung, das Geschäft war aber nicht nennenswert groß, obschon von der Kundschaft einige Kauforders Vorlagen. Die Kulisse übte jedoch, offenbar im Hinblick auf den Wochenschluh, Zurückhaltung, zumal sie heute mittag in größerem Umfange Engagements eingegangen war. Das Kursbild erfuhr im Vergleich zum Berliner Schluß keine bemerkenswerte Veränderung, teilweise traten jedoch Gewinne von 0,50 bis 0,75 v. H. ein. Etwas lebhafter waren Farbenindustrie mit plus 0,65 v. H. Anderseits gingen Südd. Zucker um 1,25 v. H. und Kunstseideaktien bis zu 1 v. H. zurück. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark zusammen, die Kürse lagen aber gut behauptet. Am Rentenmarkt war das Geschäft überraschend klein, was insbesondere für die Neubesitzanleihe zutrifft, zieht man einen Vergleich zur Umsatztätigkeit von heute mittag. Auch Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen bröckelten bei Geschäfts- stille bis zu 0,13 o. H. ab. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,60, Altbesitzanleihe 96, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,50, 4proz. Ungar. Goldrente 8,80 bis 8.70, 4proz. Einheitsrumänen 4,75, Reichsbank 159, Gelsenkirchen 68, Harpener 94, Mannesmann 70.65, Rheinstahl 95, Stahloerein 45,50, Aku 60, AEG. 31,65. Bemberg 59, Daimler 48.50. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 16. März. Je 100 kg Einstandspreis notierten im Großhandel loco Mainz in RM.: Weizen 19,90, Roggen 17, Hafer 15,75, Braugerste 17,40 bis 17,75, Jndustriegerste 17 bis 17,25, Malzkeime 13,25 bis 13,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 30,10. Roggenmehl (0 bis 60 v. H, norddeutsches) 23,50, Roggenmehl (süddeutsches) 24, Weizenkleie (fein) 10,30 bis 10,40, Weizenkleie (grob) 10,80 bis 10,90, Roggenkleie 10,30 bis 11, Weizenfuttermehl 11,50 bis 11,60, Biertreber 15,25, Sojaschrot 15,40, Trockenschnitzel 7,55. Allgemeintendenz: Brotgetreide fest, Gersten unverändert, ruhig, Futtermittel stetig. unteren Mannschaften der Spielvereinigung 1900 sind spielfrei. Die 2. Mannschaft des VfB. hat gegen die 2. Elf des Sportvereins Wetzlar anzutreten, hat aber, zudem das Spiel auf eigenem Platze stattfindet die Chancen für sich. Die 3. Mannschaft fährt nach Grü- ningen und wird sich ihren Siegeszug dort nicht unterbrechen lassen. Die Schüler des VfB. treten gegen die Schüler der Spielvereinigung 1900 an. Es handelt sich durchweg um Pflichtspiele. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Wieseck I — Naunheim I. Arn morgigen Sonntag werden sich auf dem Wiesecker Sportplatz Wieseck I und Naunheim I im Freundschaftsspiel gegenüberstehen. Bereits am vergangen Sonntag fand das Vorspiel in Naunheim statt, wo Wieseck, das mit Ersatz antrat, eine überraschende, aber unverdiente 7:3-Niederlage hinneh- men mußte. Das kommende Spiel, das Wieseck wiederum mit Ersatz bestreiten muß, wird beweisen müssen, ob die Gäste ihren Sieg vom Vorsonntag erneuern können. Die Wiesecker werden, wenn sie nicht mehr Siegeswillen aufbringen, um eine Niederlage nicht herumkommen. Vor diesem Spiel wird die erste Mannschaft des Sportvereins „Adler" Hausen zu einem Freundschaftsspiel gegen die zweite Mannschaft des Turnvereins Wieseck antreten. Wiesecks Jugend muß zum fälligen Verbandsspiel in Alten-Buseck gegen die dortige Jugend antreten und wird auf einen harten Gegner treffen. Handball im Holzheim, 16. März. Zu Mitgliedern des Ortsgerichtes Holzheim wurden die Landwirte Zellenwart Heinr. Mart. Kuhl, Heinr. Konr. Gg. Jung, Heinrich Kuhl II. und Heinr. Jung neu ernannt und verpflichtet. — Für die Brotsammlung des Jungvolkes am 16. und 17. März wurden hier 168 Laib Brot gezeichnet. Die Eiersammlung ergab annähernd 500 Stück. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. März. Judika. Skadttirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Balz; Konfirmation der Kinder aus der Matthäusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 14: Pfr. Ausfeld; Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Johannes- und Militärgemeinde; 18: Pfr. Trapp; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten, Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Pe- trusgemeinde; Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wieseck. 9.30: Vorstellung der Konfirmanden (1. Abteilung); Kollekte; 13.30: Vorstellung der Konfirmanden (2. Abteilung); Kollekte. — Allen-Vuseck. 10: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte; 19.30: Passionsandacht. — Grohen-Duseck. 10.30: Prüfung und Vorstellung der Konfirmanden; Kollekte. — Oppenrod. 8.45: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte. — Albach. 12.30: Vorstellung der Konfirmanden; Kollekte. — Steinbach. 10: Vorstellung der Konfirmanden; Kollekte; 19: Passionsandacht. — Heuchelheim. 10: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte für die Epileptischen-Anstalt Nieder-Ramstadt; 13: gemeinschaftlicher Kindergottesdienst für die 1. und 2. Abteilung. — Kirchberg. 10: Prüfung und Vorstellung der Mädchen- Konfirmanden; Kollekte für das Krüppelheim; 13.30: Prüfung und Vorstellung der Knaben-Kon- firmanden; Kollekte./— Trels a. d. Lda. 10: Haupt, gottesdienst; Kollekte; 13: Vorstellung der Konfirmanden. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Vorstellung der Konfirmanden; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte; 13.30: Passionsandacht. — hausen. 10: Vorstellung der Konfirmanden. — Garbenteich. 13: Vorstellung der Konfirmanden. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 20: Abendmahlsfeier für die Jugend. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 19.30: Gottesdienst. — Langd. 13: Vorstellung der Konfirmanden. Katholische Gemeinden. Samstag, den 17. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 18. März, Passionssonntag. Giehen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Anbetungsstunde. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag mit dacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vor* trag. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. —i Sitten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 20. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Mittwoch den 21. März. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Freitag, den 23. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer T bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Sanitätsrat Dr. Schliephake und Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr.Kockerbeck. Apotheke: Pelikanapotheke. Aufforderung! Bis zum 1. April 1934 nicht eingesandte Anteilscheine (Ausgabe 1924/25) sind verfallen. Die noch rückständigen Fragebogen für Bestellung der diesjährigen Badekarten sind auch bis obigem Termin spätestens einzusenden, damit die Karten ausgestellt werden können. Beitragszahlung nur noch im voraus auf unser Konto bei der Handels- und Gewerbebank, nicht mehr in der Badeanstalt. Dort werden ab l.Mai nur noch die Badekarten abgegeben. Männerbadeverein L A. Karl Zimmer,Rechner, Karl-Vogt-Str. 8 1613 u WEINE von H. Elges der Inbegriff von Preiswürdigkeit u. Qualität! Rheinwein von 80 Pf- per Flasche an Moselwein von 90 Pf. per Flasche an Verlangen Sie bitte Preisliste! Zur Konfirmation und Ostern Elges weine! 153qA Weingroßhandlg. H. Elges Selters weg 68 a Ruf 3458 Solange Vorrat! F ettheringe inTomatensoße, 32 Pf. große Dose nur Tha-Ga-Fahweine Deutscher Wermut... Liter 65 Pf. Oberhaardter Weißwein, schön, mund. Tischwein, Lit. oZ Pf. 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