Nr. 41 Erstes Blatt 184. Jahrgang Samstag, 17. Zebruar 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Zrankfurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttats-Vuch- und Zteindruckerei R. 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Später hat der Ministerpräsident den italienischen Botschafter und anschließend den Generalsekretär des Völkerbundes A o e n o l empfangen. Der englische Geschäftsträger hatte eine Besprechung mit dem Generalsekretär Leger. Ministerpräsident Dou - mergue hat auch den österreichischen Gesandten empfangen. In diplomatischen Kreisen neigt man der Auffassung zu, daß zwischen Paris, Rom und London über eine Erklärung z u - gunsten der Unabhängigkeit Oester- r e i ch s verhandelt werde. Welcher Zweck damit verfolgt wird, enthüllt das Journal, in dem es heißt: „Das einzige Mittel zu verhindern, daß die österreichischen Zuckungen zugunsten Deutschlands ausgehen, besteht Darin, Dollfuß durch eine internationale Aktion zu unter st ütze n. Sonst kann Oesterreich der deutschen Umklammerung nur durch die Annahme der italienischen Schutzherrschaft entgehen, die ihrerseits eine Reaktion in der Tschechoslowakei und in S ü d s l a w i e n auslösen würde. Man muß Dollfuß die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er sich der Notwendigkeit bewußt ist, die Gefahren einer Einzelhandlung zu vermeiden. In diesem Sinne sind die Meldungen aus Rom auszulegen, nach denen Italien den Augenblick für eine internationale Aktion für gekommen hält, und wonach es trotz seines Mißtrauens gegen den Völkerbund bereit fei, nach Genf zu gehen, damit von dort aus ein feierliches Anrufen des Protokolls von 1922, durch das die Unabhängigkeit Oesterreichs garantiert wird, erfolgt. Man möchte hoffen, daß Unterstaatssekretär Eden Englands Zustimmung zu diesem Plan überbringt. Zurückhaltung in London. England wünscht keine neuen Verpflichtungen zu übernehmen. London, 17. Febr. (DRB.Funkspruch.) Der Pariser „Times'-Berichterstatter meldet zu der angeblichen italienischen Anregung einer Dreimächle- Lrklärung, für die Unabhängigkeit Oesterreichs, man glaube, daß die englische Regierung erklärt habe, sie sei nicht gewillt, einen solchen Schritt zu unternehmen. Reuter will wissen, daß die Antworten der drei Mächte England, Frankreich und Italien auf die österreichische Rote über die angebliche deutsche Einmischung und den Plan, den Völkerbund anzurufen, Meinungsverschiedenheiten hervorgerufen hätten. Besonders Italiens Haltung habe Oesterreich entmutigt. Um Gerüchten von Meinungsverschiedenheiten über grundlegende Punkte zuvorzukommen, habe die italienische Regierung die gleichzeitige Veröffentlichung einer Verlautbarung in den drei Hauptstädten vorgeschlagen, die den gemeinsamen Wunsch der drei Mächte, daß die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs geachtet werden müsse, aussprechen würde. „Daily Telegraph" meldet, daß der Vorschlag einer gemeinsamen Erklärung von dem tschechoslowakischen Außenminister Bett e s ch bei seinem Besuch in London besprochen worden fei. Die Meldung dagegen, daß der italienische Botschafter G r a n d i dem englischen Außenminister Sir John Simon bereits einen Entwurf der geplanten Erklärung vorgelegt habe, sei nicht zutreffend. Die englische Regierung müsse sich noch darüber entscheiden, ob sie sich einer gemeinsamen Erklärung anschliehen könne. Aber das eine lönne unzweideutig sofort gesagt werden: Die englische Regierung werde keine Erklärung unterschreiben, die irgendeine neue Verpflichtung für England oder in anderen Worten irgendein Versprechen oder eine Garantie zur Verteidigung Oesterreichs durch militärische Aktion mit sich bringen würde. Die englische Regierung, so meldet auch der sozialistische „Daily Hera Id", lehne es durchaus ab, irgend etwas zu tun, was in irgendeiner Weise als eine Billigung des Verhaltens der österreichischen Regierung aufgefaßt werden könnte. Ein phantastischer plan. Tschechische Sozialisten wollen den Schutzbündlern zu Hilfe kommen. Budapest, 16. Febr. (DNB.) „Pesti Hirlap" veröffentlicht einen Wiener Sonderbericht, wonach ein Plan bestanden haben soll, nach dem aus der Preßburger Gegend bei einem Kampf um das Wiener Rathaus 30 000 tschechische S o - zialdemokraten über Mainburg in Oe st erreich einzufallen hätten. Die Abmachungen hätten in einer für den 18. Februar nach Zürich einberufenen Konferenz der Sozialdemokraten der Nachfolgestaaten bestätigt werden sollen. In letzter Minute sei jedoch die Prager sozialdemokratische Parteileitung offenbar zu Dollfuß Hai in Wien London, 17. Febr. (DNB. Funkspruch.) Englische amtliche Kreise haben bestätigt, daß die englische Regierung dem österreichischen Bundeskanzler Dollfuß angeraten hat, Milde gegen seine geschlagenen Widersacher auszuüben. „Daily Herald" meldet, bei Beobachtung vollständiger diplomatischer Korrektheit seien sowohl in London wie in Wien Mittel gefunden worden, der österreichischen Regierung vor Augen zu führen, daß die Ereignisse der vergangenen Woche in London mit schärfster Verurteilung betrachtet werden. Auch andere Blätter berichten, daß der englische Gesandte in Wien in persönlicher Eigenschaft dahingehende Andeutungen gegenüber der österreichischen Regierung gemacht hat. „Time s" schreibt, es müsse tiefes Bedauern über die Leiden herrschen, die vier Tage und Nächte des Bürgerkrieges einem Volke zugefügt haben, das für seine Freudigkeit und seine gute Laune bekannt sei. Dollfuß könne kaum darauf hoffen, in gleicher Weise an die volkstümlichen Sympathien im Auslands als Vorkämpfer der Unterdrückten zu appellieren, nachdem er sich nunmehr selbst in einenUnterdrücker verwandelt habe. Dollfuß würde es wahrscheinlich vorgezogen Haden, wenn die Heimwehren gegen d i e öfterreichi- schen Nationalsozialisten anstatt gegen die Sozialisten vorgegangen wären. Die Nationalsozialisten seien aber klug genug gewesen, sich still zu verhalten. Reuter meldet aus Wien, die Ansicht gehe dahin, daß durch den Bürgerkrieg und die großen Opfer an Menschenleben d i e Stellung von Dollfuß geschwächt worden sei. Die Heimweh- ren könnten jetzt den Anspruch erheben, Dollfuß vor den Sozialisten gerettet zu yaben, man glaube, der Ueberzeugung gekommen, daß dadurch ein gewaltiges Chaos in Europa entstehen würde und sie habe die Aktion abgeblasen. Dadurch sei der Einmarsch unterblieben. Die Arbeiterschaft von Wiener-Neustadt sei während des Aufstandes neutral geblieben, weil dieser tschechische Einmarsch bei Hainburg nicht erfolgt ist. eine schlechte presse. daß sie ihren Preis dafür verlangten. Die Hauptgefahr internationaler Verwicklungen ergebe sich aus der Möglichkeit, daß die geschlagenen Sozialisten sich auf die Seite der Nationalsozialisten stellen. In diesem Falle würde sich die österreichische Regierung einer mächtigen Bewegung gegenübersehen, die unvermeidlich im Auslande Befürchtungen für die politische Unabhängigkeit Oesterreichs erwecken würde. — Auch der Wiener Berichterstatter der „Times" schreibt, daß Dollfuß sich durch die Niederschlagung des Sozialismus neue Feinde gemacht habe. Man könne noch nicht voraussehen, ob die heftigen Zuckungen der vergangenen Woche zur Errichtung des österreichischen faschistischen Staates, wie er von Italien gewünscht werde oder des österreichischen nationalsozia- listischen Staates, wie er von Deutschland erstrebt wird, beitragen würden. — Die liberale „News Chronicle" läßt sich melden: Nur zehn oder zwanzig vom Hundert der österreichischen Bevölkerung stehe hinter der Politik von Dollfuß. Die österreichischen Nationalsozialisten erklärten wahrscheinlich mit Recht, daß bie eine Anhängerschaft von 40 bis 50 vom Hundert der Bevölkerung hätten. Daß irgendein Staatsmann mit so geringer Unterstützung des Volkes wie Dollfuß in Oesterreich den Frieden aufrecht erhalten könne, fei kaum anzunehmen. Stündlich werde es klarer, daß d i e drei wirklich führenden Männer die H e i m w e h r m ä n n e r Starhemberg, Fey und Fürst Schönburg-Hartenstein, der Staatssekretär für das Heerwesen, sind. Alle drei erstrebten, die Habsburger Dynastie wieder aufzurichten. Ein österreichischer Sozialist erzählte dem Korrespondenten des Blattes: „Ich u rrb meine Freunbe sinb jetzt für Hitler!" Die Straßenlämpse in Wien eingestellt. Oie Eniwaffnungsattion. Wien, 18. Febr. (DNB.) Nyr langsam finbet Wien nach vier Tagen blutigen Bürgerkrieges von unerhörtem Ausmaß wieher das Gleichgewicht des Alltags zurück. Die Absperrungsmaßnahmen find im Inneren der Stadt im wesentlichen beseitigt worden, b. h. Drahtverhaue und Polizeistreifen sind aus bem Straßenbild ver-, schwunben. Die Straßenbahnen verkehren wieber in vollem Umfange. Theater unb Kinos öffnen am Samstag wieber. Die öffentlichen Gebäude werben nach wie vor von Truppen unb Polizei bewacht. Durch die Straßen ziehen größere Truppen- und Heimwehrabteilungen. Die Polizei- und das S i ch e r h e i t s k o r p s, die in den letzten Tagen ununterbrochen in die Kämpfe eingesetzt waren, sind heute zur Erholung in die Kasernen zurückgezogen worden. In den Außenbezirken und in den großen Kampfabschnitten wird die militärische Ueber- wachung voll aufrecht erhalten. Der allgemeine Bereitschaftszustand bleibt bestehen. Die Entwaffnungsaktion und Waffe nsuche in dem ganz Wien umgebenden Gürtel der Gemeindebauten, die in den Kämpfen die strategischen Stützpunkte des Aufstandes bildeten, werden systematisch fortgesetzt. Neue umfangreiche Waffenlager sind in den Nachtstunden entdeckt worden. Es wurden gefunden: 73 Maschinengewehre, 3276 Gewehre, 3700 Revolverpistolen und 228 000 Patronen. Die meisten Maschinengewehre find in dem Arbeiterviertel Favoriten gesunden worden. Das Viertel Schmelz zeichnet sich durch 3000 Revolverpistolen und 19 000 Schuß Infanteriemunition aus. Da jedoch das Ergebnis der Waffensuche der Hauptkampfabschnitte in Floridsdorf unb Ottakring fehlt, muß für bas Endergebnis mit weit höheren Ziffern gerechnet werden. Weiter ist bis jetzt festgestellt worden, baß in den lebenswichtigen Betrieben, in Lebensmittellagern, Konsumvereinen und städtischen Betrieben ein großes Netz von Feldtelephonen angelegt war. Die verhafteten Schutzbündler haben erklärt, daß diese Anlagen schon vor längerer Zeit in die Betriebe geschafft worden seien. Die Regierung schreitet in der Säuberung der Wiener Verwaltung von sozialdemokratischen Elementen weiter fort. Das alte Wappen der Stadt Wien, der Doppeladler, ist von heute ab wieder eingeführt worden. Aus den Amtsräumen des Rathauses verschwindet der sozialdemokratische Bilderschmuck. In. den Schulen und in der Schulverwaltung sind sämtliche sozialdemokratischen Persönlichkeiten von ihren Po st en enthoben worden. Aufhebung des Standrechts in Tirol und im Burgenland. Die sozialdemokratischen Mandate für erloschen erklärt. Wien, 17. Febr. (DNB.) Der Ministerrat, der von Freitag 16 Uhr bis Samstag gegen 1 Uhr tagte, stellte u. a. fest, daß das Standrecht mit vorläufiger Ausnahme der Länder Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark bereits aufgehoben werden könnte. (Die Aufhebung könnte also in Tirol und im Burgenlande erfolgen.) Auch in den genannten vier Ländern solle möglichst bald die Aufhebung erfolgen. Der Bundespräsident hat ferner den Staatssekretär für Arbeitsbeschaffung, Neustädter-Stürmer, der bisher den Heimwehren angehörte, zum Mini st er für soziale Verwaltung und den bisherigen Sozialrninister, Schmitz, der B u n d e s k o m m i s s a r für die Gemeinde Wien geworden ist, zum Mini st er ohne Portefeuille ernannt. Die Aufgaben des bisherigen Staatssekretärs Neustädter-Stürmer gehen auf das Handelsministerium über. Bundesminister Schmitz wird weiterhin mit der ständischen Neugestaltung betraut. Schließlich wird ausdrücklich als Beschluß des Ministerrates festgestellt, daß die Verordnung über das Betätigungsverbot für bie Sozialdemokratische Partei dahin ausgedehnt wird, daß sämtliche Mandate, die auf Grund eines sozialdemokratischen Wahlvorschlages erworben wurden, als e r - loschen zu gelten haben. Dollfuß und die Heimwehren Wien, 16.Febr. (DRV.) Von zuständiger Stelle werden die in der ausländischen Presse umlausenden Gerüchte über einen Bruch innerhalb der Regierung und ernste Weinungsverschiedenhei- ten zwischen den Kabinettsministern in der üblichen amtlichen Weise dementiert. Das Dementi soll sich gegen die Gerüchte richten, daß die h e i m - wehr seit dem Ausstande innerhalb der Regierung die allein maßgebende Rolle spielen werde und daß insbesondere der Vizekanzler lllajor Fey zukünftig In er ft er Linie maßgebend sein werde, während der Bundeskanzler immer mehr in den Hintergrund gedrückt werde. Tragödie Oesterreichs. Die blutige Tragödie, die sich in diesen Tagen in Wien abspielt, bringt uns wieder in Erinnerung, daß es grade das Wien der Vorkriegszeit war, in dem Adolf Hitler den ersten politischen Anschauungsunterricht erhalten hat. In seinem Erinne- rungs-, Bekenntnis- und Lehrbuch „Mein Kampf" schreibt der Führer, daß die ersten persönlichen Eindrücke in Wien auf seine Stellung zum Marxismus und zur sozialen Frage von größter Bedeutung gewesen sind. Wir dürfen hinzufügen, daß aus dem Werden der völkischen Weltanschauung des Nationalsozialismus die Wiener Schule seines Begründers gar nicht Hinwegzudenken ist. Denn das damalige Wien war zwar noch die alte Kaiserstadt an der blauen Donau. Aber das Heiter-Melancholische der Straußzeit — dies sonderbare Gemisch einer uns in Operetten und Tonfilmen leider allzu einseitig konservierten Atmosvhäre — war in dem letzten Jahrzehnt vor dem Weltkrieg wenigstens in den Kreisen des deutschbewußten Oesterreichertums schon einer düsteren Schwarzseherei gewichen, die Zerfall und Zusammenbruch voraussah. Ungemein anschaulich schildert der Führer grade den seelischen Kampf des Deutschtums in der Donaumonarchie, das in Beamtenschaft und Heer durch Jahrhunderte die treueste Stütze des Hauses Habsburg gewesen war und sich nun an die slavischen und ungarischen Nationalitäten verraten fühlen mußte. Werden und Vergehen der alldeutschen Partei Georg von S ch ö n e r e r s und der unerhörte Aufstieg der christlich-sozialen Partei unter der Leitung des Wiener Oberbürgermeisters Dr. Karl Lueger waren für Adolf Hitler die erste und vielleicht auch eindrucksvollste und nachhaltigste politische Schule seines Lebens. Damals kam er aber auch zum ersten Male in engste Berührung mit der Sozialdemokratie. Daß es bie Sozialdemokratie österreichischer Prägung war, eine schon damals besonders radikale unter dem Kennwort „Austromarxismus" später berüchtigt gewordene Spielart, war gewiß nicht ohne Bedeutung für die Entwicklung der sozialen Grundanschauungen des Führers. Nicht als ob er die niederdrückenden persönlichen Erlebnisse nicht auch überall in Deutschland hätte machen müssen. Aber die gereizte Untergangsstimmung im Wien der letzten Kaiserzeit warf ihre düsteren Schatten in alle Winkel. Dem erbitterten Nationalitätenkampf, in dem die Deutschen nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts hoffnungslos an die Wand gequetscht wurden, entsprachen nicht minder heftige sozialpolitische Auseinandersetzungen, die ihre besondere Färbung dadurch erhielten, daß die Sozialdemokratie alle Nationalitäten umfaßte, wenn auch später in Gruppen geteilt, aber unter gemeinsamer Führung, und infolgedessen als zuverlässige Stütze des um sein völkisches Lebensrecht ringenden Deutschtums nicht in Betracht kam. Aus dem Zerfall der habsburgischen Monarchie verblieb nun ein national fast rein deutsches Oesterreich, aber dieser Rumpf konnte nach Abtrennung der den sog. Nachfolgestaaten zufallenden Gebiete nur durch den Anschluß an den großen Wirtschaftskörper und die starke politische Einheit des Deutschen Reiches wieder lebensfähig werden. Der Frieden von St. Germain zwang indessen Oesterreich die staatliche Unabhängigkeit auf. Die Jahre wachsender wirtschaftlicher Verelendung namentlich der Mittelklassen, ständiger Finanznot des Staates und heftiger innerpolitischer Erschütterungen haben gezeigt, welches Danaergeschenk dem deutschen Volk in Oesterreich mit der Gewähr oder besser gesagt mit der Verpflichtung staatlicher Unabhängigkeit von denen gemacht worden ist, die von dem allen wirtschaftlichen und völkischen Gesetzen entsprechenden Zusammenschluß eine Gefahr für den Bestand ihrer Kriegsgewinne befürchteten. In diesem nun wider Willen selbständigen „Bundesfreistaat" Oesterreich nimmt der Wasserkopf Wien, die einstige Hauptstadt einer Großmacht von 52 Millionen Einwohnern, heute fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung Oesterreichs in feinen Mauern auf. Während die andern ganz überwiegend landwirtschaftlich orientierten Bundesländer von der christlich-sozialen Partei beherrscht wurden, wurde die Zweimillionenstadt Wien eine ausschließliche Domäne der Sozialdemokratie, die keinen Finger rührte, um die hier in der einstigen Verwaltungszentrale des Gesamtreichs zusammengedrängte, jetzt brotlos gewordene Beamtenschaft vor der wachsenden Verelendung zu bewahren, ja die vielmehr in dieser zunehmenden Proletarisierung des Mittelstandes nur einen eigenen Machtzuwachs erblickte. Die Wohnungsbaupolitik der marxistischen Stadtverwaltung hat den alten Hausbesitz wirtschaftlich ruiniert, aber die Gemeinde Wien zum größten Hausbesitzer gemacht, der seine Wohnungen indessen nur an organisierte Sozialdemokraten abgab. So entstanden mit den dem alten Hausbesitz abgepreßten Steuergeldern die riesigen Baublocks und Wohnhöfe, moderne Massensiedlungen, einst von aller Welt als soziale Glanzleistungen des Austromarxismus bestaunt, heute als planmäßig zur Verteidigung eingerichtete Stützpunkte die Hauptwiderstandsnester des Republikanischen Schutzbundes im Bürgerkrieg. Denn mochten auch die Wiener Austromarxisten auf ihrer roten Insel im schwarzen Meer der christlich-sozial orientierten übrigen Bundesländer keine Möglichkeit sehen, legal zur Macht zu kommen in dem Staate, dessen Hauptstadt sie nur beherrschten, so haben sie die Eroberung der Macht, geaebenenfaüs mit revolutionären Mitteln, stets im Auge behalten. Im Linzer Parteiprogramm der österreichischen Sozialdemokratie vom September 1926 steht schon der Satz: „Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei muß in ständiger geistiger und physischer organisierter Bereitschaft zur Verteidigung der Republik stehen und die engste Geistes- gemeinschast zwischen der Arbeiterklasse und den Soldaten der Wehrmacht pflegen; aber sie muß Das Reichskabinell verabschiedet fünf neue wirtschasts- und kulturpolitische Gesetze. Reichsregierung wird durch dieses Gesetz auch auf dem Geoiete des Filmwesens eine größere werden als bisher. Berlin, 16. Febr. (DNB.) Das Reichs- k a b i n e t t genehmigte ein Gesetz zur Aenderung der Verordnung über die Devisenbewirtschaftung vom 23. Mai 1932, das zur Ausfüllung gewisser Lücken des materiellen und prozessualen Strafrechtes für Devisenvergehen notwendig geworden war. Durch das Gesetz wird die Verfolgung in Strafsachen wegen Devisenoergehens vereinfacht und wirksamer gestaltet. Ferner verabschiedete das Reichskabinett ein Gesetz über Kassenvereinigungen in de'r Krankenversicherung, wodurch das Recht der Kassenvereinigungen übersichtlich geregelt wird. Die bisher in verschiedenen Verordnungen erlassenen Vorschriften werden in die Reichsversicherungsordnung eingegliedert und hierbei Unstimmigkeiten beseitigt sowie Mängel, die sich in der Praxis ergeben haben, behoben. Das vom Reichskabinett genehmigte Gesetz über die Realsteuersperre 1 9 3 4 ist notwendig geworden, weil die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse einen Verzicht auf die Realsteuersperre nicht zulassen. Durch die Aufgabe der Realsteuersperre würde d i e Wirtschaft der Gefahr erhöhter Belastung ausgesetzt werden. Den Gemeinden, die für das Rechnungsjahr 1933 ihre Steuersätze gesenkt hatten, soll die Möglichkeit gegeben werden, im nächsten Rechnungsjahre unter bestimmten Voraussetzungen auf den normalen Stand zurückzukommen, wenn sich die Fortsetzung der Senkung als untragbar erweisen sollte. Eine besondere Regelung sieht das Gesetz für den Fall vor, daß ein Land ein anderes Land in sich aufnimmt. In diesem Falle tritt eine Vereinheitlichung der Steuersätze ein. Das Kabinett nahm ferner ein Gesetz über Hinausschiebung der Besteuerung der t o t e n H a n d an, die für notwendig gehalten wird, weil sich Schwierigkeiten hauptsächlich w i r t s ch a f,t l i ch e r Art der Erhöhung der Steuer entgegenstellten. Die Veranlagung und Erhebung dieser Steuern wird bis auf weiteres ausgesetzt. Es handelt sich hierbei um eine Ersatzsteuer für Grunderwerbs st euer für Grundstücke, die ihren Eigentümer nicht oder selten wechseln. Schließlich verabschiedete das Reichskabinett das vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda vorgelegte Lichtspielgesetz, das eine völlig neue Regeluna der Filmprüfung und auch neue Bestimmungen für das Lichtspielgewerbe enthält. Während bisher die Wirkung der gesamten Regelung des Lichtspielwesens insbesondere a u f dem Gebiete der Filmzensur eine rein negative gewesen ist, erwächst dem neuen Staat die Aufgabe und Verantwortung, positiv am Werden des deutschen Filmes mitzuarbeiten. Dieser Aufgabe kann der Staat nur gerecht werden, wenn er d e m gesamten H-erstellungsoorgang des Filmschaffens seine Aufmerksamkeit zuwendet. Das neue Gesetz regelt die Aufgaben und Rechte des Reichsfilmdramaturgen, dem die Vorprüfung der Filme obliegt. Die Verantwortung der Das neue Lichtspielgeseh. Berlin, 16. Febr. (DRB.) Mit der Schaffung einer F i l m b a n k und der Errichtung einer Reichsfilmkammer sind die Maßnahmen der nationalen Regierung zum Wiederaufbau des deutschen Filmwesens auf wirtschaftlichem Gebiet zunächst abgeschlossen. Es ergibt sich nun die Aufgabe, dem Film als Kultur - und Prapa- aandainstrument die ihm gebührende Stellung zu sichern. Rur durch intensiv st e Beratung und Betreuung der Filmgestal- tung kann verhindert werden, daß Filme zur Vorführung gelangen, die dem Geiste der Zeit zuwiderlaufen. Dies ist daher dem R e i ch s f i l m - dramaturgen übertragen worden. An der Prüfpflicht aller deutschen oder in Deutschland laufenden ausländischen Filme wird festgehalten. Da die moralischen, sozialen, ästhetischen und ethischen Anschauungen in der Welt verschieden sind, wird die Prüfstelle ermächtigt, die zum Beispiel für das Inland verbotene Darstellung eines Tierkampfes zur Verbreitung im Auslande zuzulassen. Das Verbot das nationalsozialistische, religiöse, sittliche oder künstlerische Empfinden verletzender Filme ermöglicht es, künftig die Wahrung der nationalen Würde auch im Film durchzusetzen. Die Nachprüfung reichsgeprüfter Filme auf ihren künstlerischen und kulturellen Wert wird künftig in Wegfall kommen. Filme, bei denen die Ausschnitte ge- gegenüber dem zulassungsfähigen Teil überwiegen, sind von der ferneren Vorführung auszuschließen. Ein für die öffentliche Vorführung verbotener Film kann künftig nicht einem so weit gefaßten Perfonen- kreis zugänglich gemacht werden, daß die Zulassung die Wirkung einer öffentlichen Vorführung erhält. Die Jugendschutzbestimmungen sind einer Nachprüfung dahin unterzogen worden, daß eine übermäßige Bevormundung Jugendlicher und ihrer Eltern hinsichtlich des Kinobesuches künftig in Fortfall kommt. Unterstützt sollen schwache Filme mit einer besonders anreißerischen Reklame nicht werden. Unzulässig ist künftig der Hinweis auf frühere Verbote eines Films. Die zensurmäßige Ueberwachung der Schmalfilme wird von der Ortspolizeibehörde ausgeübt. Die Verantwortung für die Zulassung von Filmen ruht künftig allein bei dem Vorsitzenden der Prüfstelle, der sich der Mithilfe erfahrener Persönlichkeiten aus den Kreisen des Lichtspielgewerbes, der Kunst, des Schrifttums und anderer Kulturkreise zu bedienen hat. Die Auswahl dieser Persönlichkeiten obliegt den Präsidenten der betreffenden Kammern. Ihre Ernennung ist Sache des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. Für eine wirksame Kontrolle der Lichtspieltheater ist es unerläßlich, daß den mit der Ueberwachung betrauten Amtspersonen des öffentlichen Sicherheitsdienstes gegenüber jederzeit der Nachweis der Genehmigung des vorgeprüften Films und feiner Reklame geführt werden kann. auch bereit fein, die Staafsmacht mit revolutionären Mitteln zu erobern und sich zu behaupten, falls die Gegenrevolution die Demokratie sprengt." Dieses Linzer Programm sah also die bewaffnete Erhebung des Proletariats für den Fall vor, daß die marxistische Vormachtstellung in Wien, die den Parteibonzen und Schutzbundhäuptlingen ein wahres Paradies sicherte, von irgendwem angetastet werden würde. Daß dies Programm nicht bloß auf dem Papier ftanb, sondern mit aller Energie in die Tat umgesetzt wurde, das haben die furchtbaren Ereignisse der letzten Tage erschreckend deutlich gemacht. Diese Aktivität der Austromarxisten hat in Oesterreich einen eigentlichen Kommunismus überflüssig gemacht. Das Linzer Programm bot keiner radikaleren Partei noch genügend Möglichkeiten der Propaganda. So waren auch die Beziehungen der marxistischen Stadtväter Wiens zum Moskauer Bolschewismus keineswegs so kühl wie die der Sozialdemokratie im Reich. Die den in St. Germain geschaffenen österreichischen Staat beherrschende C h r i st l i ch - s v z i a l e Partei, das österreichische Zentrum, empfand die rote Gemeinde Wien als Staat im Stagte. Die ständig wachsenden Gegensätze zwischen dem Wiener Austromarxismus und den übrigen Bundesländern — man erinnere sich an die Brandstiftung im Wiener Justizpalast vor sieben Jahren — wurden aufs äußerste zugespitzt, als neben die Christlich-Sozialen als parlamentarische Partei die Heimweh- ren als politische Kampforganisationen traten, die zwar ähnlich wie die Christlich-Sozialen mit monarchistisch - legitimistischen Elementen beträchtlich durchsetzt sind, aber einen speziell österreichischen Faschismus auf ihre Fahne geschrieben haben und infolgedessen das demokratisch-parlamentarische System durch eine Diktatur ersetzen und den Austromarxismus vernichten wollen. Das letztere hätten auch die Christlich-Sozialen billigen können, aber die restlose Zerschlagung des parlamentarischen Systems mußte ja auch zwangsläufig ihr eigenes Ende bedeuten. Hier hörte also die Freundschaft mit den Heimwehren auf, die ja überhaupt nur immer neue Stütze erhielt durch den gemeinsam mit aller Brutalität geführten Kampf gegen die n a - tionalfozialistische Bewegung, Zne zwar heute schon die große Mehrheit der österreichischen Bevölkerung umfaßt, die man aber — Christlich- Soziale und Heimwehren in trautem Verein und sich in rücksichtslosem Terror gradezu überbietend — durch verfassungswidriges Versagen von Neuwahlen nicht ans Ruder kommen lassen will. Zwischen Christlich-Sozialen und Heimwehr sicht der Bundeskanzler Dollfuß, von beiden hin- und hergezogen und zwischen beiden lavierend, denn er kann natürlich nicht ohne seine eigene Stellung zu gefährden die Christlich-Soziale Partei, der er selber angehört, auflösen, wie es der Führer der Heimwehren, Fürst Starhemberg wünscht. Er kann aber auch der Heimwehr nicht die Freundschaft kündigen, denn er braucht sie zum Kampf gegen die lawinenartig anschwellende nationalsozialistische Bewegung. Er kann die Unterstützung der Heimwehr auch nicht durch ein Bündnis mit den Austromarxi- ften ersetzen. Diese hätten zwar den Kampf gegen den Nationalsozialismus mitgemacht und vielleicht sogar die Pläne des Bundeskanzlers für ein autoritäres Regiment als das „kleinere Hebel" hin- genommen, aber Herrn Dollfuß eigene Partei, die Christlich-Sozialen hätten kaum sich widerspruchslos emem Kurswechsel gefügt, der dem ursprünglichen Programm des Bundeskanzlers so entgegengelaufen wäre. Das war zu Beginn dieser Woche noch die recht verwickelte Lage, in die sich Dollfuß durch seine blinde Feindschaft gegen die nationalsozialistische Bewegung hineinmanövriert hatte. Mag er nun geglaubt haben, sich die Heimwehr dadurch zu verpflichten, daß er endlich ihren Wunsch entsprach und zum Vernichtungsschlag gegen den Austromarxismus ausholte oder mag ihm bei der. Waffensuche im Linzer Parteiheim der Sozialdemokratie ein Zufall zu Hilfe gekommen fein, kurz der Funke ist auf ein Pulverfaß gefallen, das mit furchtbarem Knall in die Luft gegangen ist. Einzelheiten des schrecklichen Bürgerkrieges, der drei Tage lang in den Mauern Wiens und anderer österreichischer Industriestädte getobt hat, sollen hier nicht wiederholt werden. Die Berichte der Wiener Korrespondenten haben davon ein grausig-anschauliches Bild geliefert. Heute kam es uns nur Darauf an, Vorgeschichte und Voraussetzungen des Wiener Bürgerkriegs in Erinnerung zu rufen und kommende politische Möglichkeiten zu erwägen. Diese knüpfen sich vorerst einmal an die Frage, ob die Vernichtung des Marxismus dem Bundeskanzler Dollfuß die erwartete Erleichterung auch in der Richtung bringen wird, daß die Heimwehr nun mit ihm durch dick und dünn marschiert. Das ist kaum anzuneymen, eher möchte man glauben, daß den Heimwehrleuten durch den militärischen Erfolg gegen die Sozialdemokratie — zu dem nebenbei gesagt sie am allerwenigsten beigetragen hat — der Kamm so stark geschwollen ist, daß ihre taktische Stellung gegenüber den Christlich-Sozialen sehr zu ihren Gunsten verschoben ist. Das muß sich ja bald Herausstellen, wenn die durch den marxistischen Aufruhr verschobenen Verhandlungen über die geplanten Verfassungsänderungen in Richtung auf den autoritären Staat beginnen werden. Vermutlich werden dabei die Gegensätze zwischen Dollfuß und Starhemberg bald auf- einanderplatzen. Es ist das Groteske an diesem ganzen Machtkampf, daß er, man möchte sagen im luftleeren Raum vor sich geht, der durch offenbar verfassungswidrige Mittel hermetisch abgeschlossen wird gegen den, um dessen Schicksal und Zukunft es doch dabei geht: das österreichische Volk. Wenn heute in den Leichenhallen und Spitälern Wiens die vielfache Zahl von Toten und Verletzten liegt, wie der vierzehnjährige Kampf des Nationalsozialismus um die Macht in Deutschland gefordert hat, so hat das österreichische Volk das Recht zu der Frage nach den Verantwortlichen für dieses Blutbad, dem neben den Toten der aufständischen Schutzbündler so viele Angehörige der Polizei und Wehrmacht und sogar der unbeteiligten Bevölkerung zum Opfer gefallen sind. Seit Jahren schon mußte die Regierung wissen, daß die Sozialdemokratie für einen Bürgerkrieg rüstete. Man hat immer wieder marxistische Waffenlager entdeckt oder Waffenschiebungen aus dem Auslande feststellen müssen. Aber zum rechtzeitigen energischen Zupacken konnte man den Entschluß nicht fassen. Der Funke konnte ungestört weiterschwelen, und als man ihn endlich austreten wollte, schlugen die blutigroten Flammen des offenen Bürgerkrieges aus ollen Fenstern der marxistischen Parteiheime. Der Vorwurf mangelnder Voraussicht trifft die für die Sicherheit des Staates Verantwortlichen mit doppelter Schwere, da sie ihre Kraft im Kampf gegen die in der nationalsozialistischen Bewegung zusammengeschlossene staatstreue und aufbauwillige Bevölkerung kurzsichtig und eigennützig nur auf die versönliche Macht schauend verzettelt haben, statt dort beizeiten zuzupacken, wo man dem Staat ans Leben wollte. Und als die Dollfuß, Starhemberg, Fey und Genossen dann losschlugen, geschah es in einer so erbarmungslos brutalen Weife, baß die Kanonade dieser Tage das Vertrauensverhältnis zwischen Volk und Regierung in Oesterreich für alle Zeiten zerstört haben wird. Auf Bajonette allein kann sich heute keine Regierung mehr stützen. Hätte Dollfuß den Mut aufgebracht, durch Ausschreibung von Wahlen den Willen des österreichischen Volkes zweifelsfrei festzustellen, wie es der Nationalsozialismus immer wieder verlangt, wäre uns die erschütternde Tragödie dieses Brudermordes erspart geblieben. Mag heute eine kleine Gruppe politischer Hasardeure, deren Anhang im Lande täglich mehr dahinschwindet, von ausländischen Mächten geschoben, zur Diktatur greifen, das österreichische Volk, dessen nationalsozialistische Masse in berounoerungsroüroiger Disziplin mit Gewehr bei Fuß dem blutigen Trauerspiel des Bürgerkrieges zugeschaut hat, wird mit gleicher Selbstbeherrschung und nie erlahmender Zuversicht die Stunde erwarten, wo ein volksfremdes Regime feine letzte Karte ausgespielt haben wird. Weitere Todesurteile des Gtandgerichts. Wien, 16. Febr. (DNB.) Das Standgericht fällte weitere Todesurteile. Der Gruppenführer des Republikanischen Schutzbundes, der Arbeiter Karl Swoboda, der verheiratet ist und drei Kinder hat, wurde vom Strafsenat zum Tode durch den Strang verurteilt. Die Todesstrafe wurde um 21.25 Uhr vollstreckt. Von fünf Straßenbahnern des Straßenbahnhofs von Floridsdorf wurden Zwei zum Tode durch den Strang verurteilt, die übrigen an das ordentliche Gericht verwiesen. Wegen der Kämpfe um den Reumannhof wurden der 26jährige Bauzeichner Seiler und der 22- jährige Schlossergehilfe Kastinger zum Tode durch den Strang und der 18jährige Klavierbauer Mosko zu sieben Jahren schweren Kerkers verurteilt. Das Standgericht in Sankt Pölten verurteilte den 25jährigen Malergehilfen Rauchenberger zum Tode durch den Strang, weil er einen Bataillonskommandanten des Heimatschutzes ermordet und an einer Zusammenrottung von Mitgliedern des Schutzbundes teilgenommen hatte. Ferner wurde der 34jährige Arbeiter Johannes H o y s wegen versuchten Mordes und Aufruhrs zum Tode verurteilt. Zwei weitere Angeklagte, ein Hilfsarbeiter und ein Altersrentner, wurden wegen Aufruhrs zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. Die beiden Todesurteile sind am Freitagabend vollstreckt worden. Sechs zum Tode verurteilte Sozialisten, deren Todesstrafe gegen Mitternacht hätte vollzogen werden sollen, hat der Bundespräsident zu schweren Kerkerstrafen begnadigt. Die Opfer des Bürgerkriegs. Wien, 16. Febr. (DNB.) Nach einer amtlichen Aufstellung wurden im ganzen Bundesgebiet a u f öeitenber Exekutive 101 Personen ge» ! 0 t e t und 319 verwundet, davon 115 schwer. Allein m $$ien die Regierungsseite 42 Tote und 125 Verwundete zu verzeichnen. Die Verluste an 11 D 1 l p e r s o n e n werden im ganzen Bundesgebiet mit 13 7 Toten und 339 Verwundeten angegeben, davon in Wien 105 Tote und 248 Verwun- bete. Zum Vergleich sei erwähnt, daß bei dem marxistischen Umsturzversuch am 15. Juli 1927 98 Personen getötet und über 700 verletzt wurden. Ferner wird mitgeteilt, daß insgesamt bis jetzt in Wien 2500 Angehörige des ehemaligen Republikanischen Schutzbundes verhaftet worden sind. Das Präsidium desZndustrie- undHandelsiagesbeimKührer Berlin, 16. Febr. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler empfing am 15. Februar das Präsidium des Deutschen Industrie- und Handelstages. Präsident Dr. von Renteln gab ein Bild über die Tätigkeit der Industrie- und Handelskammern. In wahrhaft nationalsozialistischem Sinne werde durch sie nicht Jnteressenpolitik, sondern Betreuung der in Frage kommenden Wirtschaftskreise betrieben. Industrie- und Handelskammern seien einerseits die Beauftragten des Staates und andererseits Selbstverwaltungskörper der Wirtschaft. Dr. von Renteln sprach den Wunsch aus, zur strafferen Zusammenfassung der Jndustrie- und Handelskammern den Deutschen Industrie- und Handelstag zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu erheben. Dr. von Renteln trug ferner vor, daß ein Kongreß der deutschen im Ausland ansässigen Handelskammern geplant sei. Zum Schluß betonte Dr. von Renteln die Notwendigkeit eines planmäßigen Vorgehens bei der Umsiedlung von Produkts o n s st ä 11 e n , sowie der damit zusammenhängenden Aussiedlung der Arbeiter aus den Großstädten. Der Reichskanzler nahm den Vortrag Dr. von Rentelns entgegen und erwiderte hieraus in einigen kurzen Ausführungen. Die Reichszuschüffe für Znstand- setzungs- und Llmbauarbeiien. Berlin, 16. Febr. (DNB.) Der R e i ch s a r - beitsminifter gibt folgendes bekannt: Durch die Reichszuschüsse für Jnstandsetzungs- und Umbauarbeiten soll in den Wintermonaten Arbeit geschaffen werden. Es ist daher erneut eine Nachprüfung dahin angeordnet, ob die Arbeiten auch tatsächlich ausgeführt werden. Wird festgestellt, daß mit den Arbeiten nicht sofort oder innerhalb der von der örtlichen Stelle gestellten Frist begonnen ist, so wird d e r V o r - bescheid zurückgezogen. Eine Zurückziehung muß auch dann eintreten, wenn die Arbeiten etwa deshalb nicht durchgeführt werden, weil die Finanzierung noch nicht sichergestellt ist. Oer erste Spatenstich zum Haus der Deutschen Erziehung. In Bayreuth nahm der Reichsleiter des NS.- Lehrerbundes Kultusminister S ch e m m den ersten Spatenstich zum Hause der Deutschen Erziehung vor. An der Feier auf dem Baugelände nahmen viele Tausende, Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden sowie der Schulen und der Partei teil. Kultusminister Schemm wies darauf hin, daß dieser Bau für die kommenden Jahrhunderte e i n Bollwerk deutscher Erziehung und deutschen Charakters sei. Alle deutschen Leh. rer sollen von Bayreuth aus die Kraft und die richtigen Gedanken für ihr Wirken in alle Gaue hinaustragen. Der Minister dankte dann allen deutschen Lehrern für ihre freudige Opferwilligkeit, die den Bau ermöglicht habe. Randnoien. Der Monat Januar 1934 hat erstmalig nach einer Reihe von Jahren einen Ueberschuß der W a - reneinfuhr über d i e Warenausfuhr, also eine passive Handelsbilanz, gebracht. Das Reichswirtschaftsministerium hat diese Tatsache eingehend kommentiert und ist zu dem Schluß gelangt, daß es falsch wäre, aus einem einzelnen Monatsergebnis auf eine allgemeine Tendenz zu schließen. Zur Beurteilung der unerfreulichen Januar-Ziffern muß zunächst auf die Tatsache hingewiesen werden, daß die A b s ch l i e ß u n g der wichtigsten für uns als Abnehmerländer in Betracht kom- menden Märkte Fortschritte gemacht hat. Weiter pflegt im Januar nach dem lebhaften Geschäft der letzten Monate im Kalenderjahr stets e i n Rückschlag einzutreten. Die Verschlechterung der Handelsbilanz ist ganz überwiegend auf den Rückgang der Ausfuhr, (um 74 Millionen Mark) und nur zum kleinen Teil auf eine Zunahme der Einfuhr (7 Millionen Mark) zurückzuführen. Die Gesamtoerschlechterung beträgt 81 Millionen Mark und hat den Ausfuhrüberschuß vom Dezember (50 Millionen Mark) in einen Einfuhrüberschuß im Januar (31 Millionen Mark) verwandelt. Bis zu einem gewissen Grad war eine Verschlech- terung der Handelsbilanz mit ziemlicher Gewißheit vorauszufehen. Neben der Zunahme der Absper- rungs-, Kontingents- und Präferenzpolitik, die sich gegen unsere Ausfuhr richtete, konnte der Bedarf an ausländischen Rohstosfen bei der Durchführung der Arbeitsbeschaffungspolitik keine weitere Einschränkung erfahren. Die Reichsregierung hat alles getan, um die Vergebung von öffentlichen Aufträgen an die Verwendung inländischen Materials zu knüpfen. Das für die Aufbauarbeit benötigte Eisen, Kupfer usw. konnte jedoch nur aus fremden Erzen gewonnen werden, deren Einfuhr also geradezu zwangsläufig war. Bekanntlich wird sich ein großer Teil des Arbeitsbefchaffungs- planes erst während der nächsten Monate voll auswirken. Die Tendenz zur verstärkten Einfuhr unentbehrlicher industrieller Rohstoffe wird also noch weiter bestehen bleiben. Völlig verfehlt wäre es, wollte man die zur Ueberbrücfung der schlechten Weltkonjunktur eingeleiteten öffentlichen ober durch öffentliche Zuschüsse erleichterten Arbeiten deswegen dros- seln, weil sie handelspolitisch zunächst eine unerfreuliche Nebenwirkung herbeiführen. Kein vernünftiger Mensch kann fordern, daß wir uns für den Rückgang der Ausfuhr durch eine weitere Einschränkung der Einfuhr revanchieren sollen. Der Erfolg würde sein, daß zahlreiche Unternehmungen ihre Erzeugung und damit ihren Betrieb einschränken und Arbeitskräfte entlassen müssen. Ein einseitiger handelspolitischer Entschluß würde also den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit empfindlich stören. Es hat wenig Zweck, jetzt eine neue internationale Wirtschaftskonferenz anzuregen. Die Londoner Konferenz vom vorigen Jahr ist durch die Abneigung der Amerikaner gesprengt worden, sich in schwe- bende Währungsmanöver hinein international zu binden. Hierin hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Wenn nach dem 30. Juni dieses Jahres der amerikanische Dollar stabilisiert sein sollte, und wenn vielleicht gar England einen Währungsaus- glsich mit Amerika trifft, hat die Anregung einer neuen internationalen Konferenz einige Aussicht. Sollten allerdings bis dahin andere Länder — wie jüngst die Tschechoslowakei — aus handelspolitischen Gründen ihre bisherige Währungsgrundlage verlassen haben, so würden sich wiederum neue Hindernisse für internationale Wirtschafts- und Schuldenabmachungen ergeben. Das Vertrauen der Menschheit in den Segen internationaler Kongresse ist tief gesunken. Wenn man sich überhaupt noch etwas von Verhandlungen in einem Kreis von vier Dutzend Völkern versprechen kann, so muß man einen materiell und psychologisch besseren Zeitpunkt abwarten, als der gegenwärtige ist. * Englands zweiter Außenminister, der Lordgeheimsiegelbewahrer Eden, hat sich also jetzt auf die große Frühjahrstour begeben. Er will nach Paris, Rom und Berlin fahren, um Eindrücke zu sammeln und die Möglichkeiten abzutasten, wie die Abrüstung nun weiterzutreiben ist. Es ist immerhin schon eine Nuance, daß Sir John Simon diesmal zu Hause bleiben muß, offenbar doch wohl, weil das englische Kabinett sich von Eden größere Zurückhaltung verspricht. Dabei ist für den Ausgangspunkt feiner Reise natürlich entscheidend die Bedeutung, die international der Antwortnote Barthous auf die Berliner Denkschrift zugemessen werden muß. Sie ist auslegungs- jähig, wobei dahingestellt sein mag, wieweit das beabsichtigt ist. Wer Sinn für Textauslegung hat, könnte fast auf die Deutung kommen, daß Barthou den von Dalabier und Paul-Boncour vorbereiteten Entwurf nur ü b e r a r b e i t e t hat, so daß dadurch eigentlich zwei Noten übereinander entstanden sind, die sich nicht überall vollkommen decken. Der steife Ton der Note kann nur mühsam die sachliche Unhaltbarkeit des französischen Standpunktes verdecken. Es bleibt doch ein innerer Widerspruch, wenn Doumergues Dokument sich gegen die deutsche Feststellung, die hochgerüsteten Mächte seien zu einer wirklich einschneidenden Abrüstung nicht bereit, mit der Behauptung wehrt, die französische Regierung habe einwandfreie Vorschläge zur Abrüstung gemacht, um dann in der ganzen Note eine tatsächliche Abrüstung in irgendwelcher Form ab« zulehnen. Wäre Frankreich wirklich zur Ab- rüftuna bereit, dann hätte es auf die dreizehn deutschen Fragen eingehen müssen. Es hätte zum Beispiel schon zur Beruhigung der aufgestörten englischen Meinung angeben können, ob es die Hälfte seiner Bombengeschwader, sein schweres Angriffsmaterial einschrotten, also vernichten würde. Es hätte sich ferner darüber aussprechen können, welche Menge von Soldaten zu den über vier Millionen ausgebildeten Reservisten und welche Menge und Art von Waffen es für seine Sicherheit als unbedingt erforderlich ansähe. Damit wäre eine Diskussionsbasis geschaffen worden. Aber gerade etwas Konkretes lehnt Frankreich von vornherein ab. Es bewegt sich in der Note in Behauptungen, für die Frankreich keinen Beweis antreten kann und Deutschland keinen Gegenbeweis zu führen notwendig hat. Das alte Spiel mit Worten und Behauptungen soll nur dazu dienen, den Nichtabrüstungswillen Frankreichs zu verdecken. Frankreich behauptet, Deutschland sei bereits ausgerüstet, die „militarisierte" Polizei und die außer- militärischen Formationen der SA. und SS. trügen militärischen Charakter, müßten also zur Zahl der Reichswehrsoldaten hinzugerechnet wer- den. Frankreich hat ebensolche Polizeikrafte, sie haben, wie der blutige Dienstag in Paris und in der Provinz bewies, genau dieselben Waffen wie die deutsche Polizei. Frankreich hat ferner militärähn- uche Verbände, es hat hie gesamte Zivilbevölke- riing durchmilitarisiert. Es hat weiter für oitt Mck lionen Reservisten alles Material bereitliegen, Bombengeschwader, Geschütze aller Art, Minenwerfer, Maschinengewehre, Gewehre und Flammenwerfer, um im Nu dieses Millionenheer marschieren zu lassen. Daß die SS. und SA. nicht einmal Waffen besitzen, ist offenkundig. Wogegen sich Deutschland wandte, war nicht eine unparteiliche Kontrolle, aber diese Kontrolle muß überall mit den gleichen Maß- städen angesetzt werden und darf nicht einseitig gegen Deutschland gerichtet sein. Alles Drehen und Deuteln, um den eingefrorenen französischen Standpunkt zu retten, kann die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß Frankreich jeden positiven Vorschlag zur Angleichung der Rüstungen zuruckweist. Die Engländer beurteilen wohl die Aussichten einer weiteren unmittelbaren deutsch-französischen Aussprache sehr gering. Sie rücken deshalb ihren eigenen Vermittlungsvorschlag mehr in den Vordergrund, der für den Fall gedacht war, daß der Faden zwischen Deutschland und Frankreich abriß. Dieser Zeitpunkt könnte jetzt gekommen sein. England will ihn aber nicht abwarten, sondern schon vorher eine neue Verhandlungsbasis schaffen. In Rom und in Berlin wird Eden dabei kaum irgendwelche Schwierigkeiten haben. Die deutschen Noten und die Rede des Reichskanzlers haben ja deutlich genug gezeigt, daß wir zu dem denkbar weitesten Entgegenkommen bereit sind, sobald nur der gute Wille auf der anderen Seite vorhanden ist. Denn wir wollen ja bis zur äußersten Grenze abrüsten, unter der einen Voraussetzung, daß auch die anderen Staaten das tun und nur, soweit unsere Nachbarn ihre Sicherheit für so gefährdet halten, daß sie mit allen technischen Mitteln eine Verteidigungsstellung beziehen zu müssen glauben, verlangen wir für uns das gleiche Recht, schon weil kein anderes Land aus seiner Lage in Mitteleuropa und aus der Gestaltung seiner Grenzen heraus so bedroht ist wie wir. Die Abrüstung bleibt also für uns die grundsätzliche Forderung, und erst als Ersatz kommt für uns der Ausgleich der Rüstungen in Frage. Nach der französischen Note ist kaum noch ein Zweifel darüber möglich, daß die neue französische Regierung an eine Abrüstung ernsthaft nicht denken wird. Eden wird daher die deutsche Gleichberechtigung in der Richtung eines deutschen Rüstungsausgleiches mehr in den Vordergrund schieben. Und aus der englischen Presse glauben wir auch herauslesen zu dürfen, daß London sich den notwendigen Folgerungen nicht verschließt. Eden wird also in Berlin jedes Entgegenkommen finden bis an die Grenzen, die der deutschen Regierung durch die Selbstachtung und die Notwendigkeiten der nationalen Sicherheit gesetzt sind. Oer Gaarausschuß des Völkerbundsrats. Der Polizeiantrag der Regierungskommission bis zum März verschoben. Genf, 16. $ebt. (DRB.) Der Dreierausschuß für.die Saar hat Freitag nachmittag mit den zugelassenen Völkerbundsbeamten und juristischen Sachverständigen etwa zweieinhalb Stunden beraten. Trotz aller Geheimniskrämerei sind die wichtigsten Ergebnisse der Freitagstagung des Saarausschusses durchgesickert. Die Frage der etwaigen Inanspruchnahme ausländischer Polizeitruppen ist auf die Märztagung des Ausschusses verschoben worden, da darüber keine Einigung möglich war. 7Nan rechnet noch mit zwei bis drei Tagungen bis zur Sitzung des Völkerbundsrates im 7Nai. IRit der Einsetzung eines Juristenausschusses wird schon für Samstag gerechnet. Unsicher bleibe, ob der Ausschuß über den genauen Termin für die Saarabstimmung und über die Einsetzung des Abstimmungskomi- tees schon Beschlüsse fassen wird. ♦ Zu der Forderung des Präsidenten Knox, während der Abstimmungszeit eine internationale Polizeitruppe'im Saargebiet zu stationieren, schreibt die „Sa ar front" u. a.: Die Saarbevölkerung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß eine solche internationale Polizeitruppe überflüssig ist und daß Dank der vorbildlichen Disziplin es auch in der Erregung des Abstimmungskampfes durchaus möglich ist, die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung durch die vorhandenen einheimischen Polizeikräfte zu gewährleisten, die ja in ihrer höchsten Spitze noch nicht einmal einem Saarländer, sondern einem Franzosen unterstehen. Die Saarbevölkerunq gibt der Erwartung Ausdruck, daß der Dreierausschuß nicht etwa seine Entscheidung auf Grund dieses Vorschlages der Saarregierung fälle. Es wäre vielmehr Aufgabe des Ausschusses, an Ort und Stelle unter Fühlungnahme mit den wirklich berufenen Vertretern der Saarbevölkerung selber zu prüfen, ob diese Forderung der Regierungskommission berechtigt ist oder nicht. Unter dem Einfluß der marxistischen Greuelpropaganda ist im Ausland die Meinung aufgekommen, daß im Saargebiet schon jetzt alles drunter und drüber gehe. Ausländische Journalisten, die in das Saargebiet gekommen find, geben offen ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß im Saargebiet eine solche m u st e r g ü l - tige Ordnung herrscht. Die Saarbevölkerung ist gewillt und entschlossen, komme was da kommen mag, auch weiter eiserne Disziplin zu wahren. Sie hat aber dabei den dringenden Wunsch, daß alles vermieden wird, was zu einer Verschärfung der Lage führen muß. Man wird erwarten dürfen, daß der Dreierausschuß diese Frage auch einmal unter diesem Gesichtspunkt prüft. Das Ergebnis einer sorgfältigen Prüfung kann nur das sein, daß unter feinen Umständen internationale Polizei ins Saargebiet entsandt werden darf. — Im gleichen Sinne äußert sich die katholische Presse im Saargebiet. Kleine politische Nachrichten. Die in Berlin unter dem Vorsitz von Frank C. Tiarks (London) zusammengetretene S t i l l h a l t e- konferenz ist beendet worden mit dem Ergebnis, daß das am 28. Februar 1934 ablaufende Stillhalteabkommen durch ein neues Abkommen mit Laufzeit bis 28. Februar 1935 verlängert wird. Eine allgemeine Kürzung der Kredite findet diesmal nicht statt. Es wurde eine vorläufige A u f - fchiebung der Ratenzahlungen vereinbart, die die deutsche Golddiskontbank aus ihrer Garantieverpflichtung bis Ende Februar 1935 zu leisten hätte. Das Registermark-System, das sich für Deutschland wie für die ausländischen Gläubiger gut bewährt hat, wird fortgesetzt. Das Kreditvolumen, das durch das neue Kreditabkommen erfaßt wird, beträgt zu ietzigeu Deoiienkurlerr noch rund 2,6 Milliarden Mark, worin ca. 270 Millionen Mark ungenutzte Linien enthalten find. * Reichspr ä f i dent von Hindenburg empfing den Reichshandwerksführer Schmidt-! Wiesbaden, dessen Stellvertreter S e l e n y - Berlin und den Generalsekretär Dr. Schild, welche Über die Neuorganisation des Handwerks, die Durchfüh- rung des Führerprinzips im Handwerk und die gebesserte wirtschaftliche Lage berichteten. Der Herr Reichspräsident wies auf die wichtigen Aufgaben und die Bedeutung des Handwerks für das gesamte Volk hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr auch für das Handwerk wieder bessere Zeiten gekommen sind. ♦ Der Reichskanzler empfing in Gegenwart des Reichsminifters Rudolf Hetz den Schwaben- bifchof Dr. Augustin Pacha von Temes- v a r, in dessen Begleitung sich der Vizepräsident der deutschen Fraktion in der rumänischen Kammer Abg. Dr. Franz Kräuter und der Führer des Reichsverbandes für die katholischen Ausländsdeutschen Dr. Clemens Scherer befanden. Der Bischof entbot dem Reichskanzler die Grüße der Banater Schwaben und wünschte ihm für das große Werk der Erneuerung und des Wiederaufbaues des deutschen Volkes Gottes reichen Segen. * Das preußische Staatsministerium hat ein Gesetz beschlossen, das die bisherigen Bestimmungen über die Zusammensetzung der Prooinzialräte in einigen Punkten abändert. Das Gesetz ist vom preußischen Ministerpräsidenten erstmals mit den Worten verkündet worden: Im Namen des Reiches verkünde ich für den Reichskanzler das vorstehende Gesetz, dem die Reichsregierung ihre Zustimmung erteilt hat. ♦ Reichsdauernführer R. Walther D a r r 6 hat den Reichskommissar für Milchwirtschaft, Freiherrn von Kanne, mit der Leitung der Reichshauptabteilung II des Reichsnährstandes beauftragt. Die Reichshauptabteilung II, die aus dem früheren Deutschen Landwirffchaftsrat hervorgegangen ist, hat alle mit dem Hof des Bauern in Beziehung stehenden praktischen Fragen zu betreuen. Der bisherige Leiter Dr. Karl K r ä u t l e wird mit einem wichtigen Auslandauftrag betraut werden. Laut Verfügung des Geheimen Staatspolizel- amtes ist das bis zum 17. März 1934 ausgesprochene Verbot der „Deutschen Wochenschau" derart abgekürzt, daß die Nummer vom 24. Februar 1934 wieder erscheinen darf. ♦ In japanischen Kreisen Mukdens wird erklärt, daß die mandschurische Regierung die Zwecklosigkeit von Verhandlungen mit Sowjetrußland über den E r - werb der chinesischen O st bahn eingesehen und beschlossen habe, die Bahn auf Grund eines Gesetzes zum Schutze der Selbständigkeit des mandschurischen Staates zu beschlagnahmen. * In Neufundland, dem ältesten Dominion Großbritanniens, wird die Regierung durch eine Regierungskommission ersetzt werden. Diese besteht aus drei von Großbritannien und drei von Neufundland ernannten Kommissaren. Die Aenderung war kürzlich vom britischen Parlament wegen der finanziellen Schwierigkeiten der Insel bewilligt worden. Der 25. Februar - Heldengedenktag. Berlin, 16.Febr. (DRB.) Der fünfte Sonntag vor Ostern (25. Februar) wird a t s Helden- gedenktag einheitlich im ganzen Reiche begangen. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat die Landesregierungen ersucht, die zur würdigen Begehung dieses Tages erforderlichen Maßnahmen unverzüglich zu treffen und besonders alle Lustbarkeiten zu verbieten. Am Sonntag, dem 25. Februar, findet in der Reichshauptstadt um 12 Uhr ein Staatsakt in der Staatsoper Unter.den Linden mit folgendem Programm statt: Trauermarsch aus der Eroica von Beethoven, Gedenkrede des Reichswehrministers von Blomberg, Lied: Ich halt' einen Kameraden!, Einzug der Götter in Walhall aus der Oper „Rheingold" von Richard Wagner, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Der Staatsakt wird auf alle deulfchen Sender übertragen. Die im ganzen Reiche angetretenen Amtswalter der R S D A P. und ihrer Unterorganifatio- nen hören nach der Vereidigung die Ueber- tragung des Staatsaktes auf den Aufmarfchplähen. Rach dem Staatsakt findet ein Vorbeimarsch der Reichswehr und anderer Forma- ti o n e n statt. Aus aller Well. Schönheitspflege tut not. Im Informationsdienst der Deutschen Arbeitsfront bejaht Dr. M. G a r n i ch die Frage, ob die deutsche Frau Schönheitspflege treiben solle. Er sagt, daß es Frauen gebe, die die Schönheitspflege als Luxus und „undeutsch" bezeichneten. Manche bildeten sich ein, wegen dieses Irrtums besonders frauenhaft und besonders deutsch zu sein. In Wirklichkeit sei die Sache so, daß Anmut und Gepflegtheit nicht nur als erlaubter, sondern sogar als unbedingt wichtiger Schmuck zum Bilde der deutschen Frau erscheinen. Leider gestatteten die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse bisher den wenigsten Frauen, ausreichenden Gebrauch von diesem Schmuck zu machen. Schönheit und Gepflegtheit seien aber um so mehr ein erstrebenswertes Ziel für jede Frau, als sie ohne Gesundheit nicht denkbar sei. In eingehenden Darlegungen weist der Verfasser darauf hin, daß Schönheitspflege bereits so lange getrieben wird, wie die Menschheit besteht, und daß auch die alten Germanen sich an der Schönheitspflege beteiligten, indem sie zum Beispiel, wie der Römer Plinius berichtet, ihren Körper mit Butter und Deien einrieben und Buchholzasche zum Haarfärben benutzten. Der Referent betont zum Schluß, daß man bei der Schönheitspflege allerdings die deutschen Erzeugnisse bevorzugen müsse und daß wir in Deutschland wirklich nicht ausländische Parfüms nötig hätten, da an wissenschaftlicher Zuverlässigkeit und Sorgfalt der Herstellung das deutsche kosmetische Erzeugnis Weltruf besitze. Der Tabakverbrauch steigt. Es wird mehr geraucht in Deutschland, aber es wird billiger geraucht. Im Jahre 1932 wurden in Deutschland noch 2108 Millionen Mk. für Tabakwaren ausgegeben, im Jahre 1933 nur noch 2043 Millionen Mark. Auf den Kopf der Bevölkerung find die Ausgaben um 3 o. H. von 32,48 Mark auf 31,45 Mark zuriickgegangen. Der Zigarrenverbrauch ist von 84 auf 87 Stück pro Kopf der Bevölkerung gestiegen, der Zigarettenverbrauch von 483 auf 506 Stück. Der Verbrauch von Rauchtabak ist aber von 533 Gramm auf 513 Gramm zurückgegangen. Der Mehrverbrauch von Tabakwaren ist eine Folge der verminderten Arbeitslosigkeit. Dem widerspricht nicht, daß der geldliche Aufwand der Raucher 1933 geringer war, als 1932. Die Ursache liegt vielmehr in der Verbilligung der Tabakwaren. Besonders bei Zigaretten wurden zahlreiche billige Marken eingeführt. Der Durchschnittspreis der Zigarre ist von 11,05 Pfennig im Jahre 1932 auf 9,75 Pfennig im Jahre 1933, und der Durchschnittspreis der Zigarette von 3,8 im Jahre 1932 auf 3,6 Pfennig im Jahre 1933 gefallen. Aus dem Umstand, daß, während der Verbrauch an Zigarren und Zigaretten gestiegen, der Verbrauch aber an Tabak gefallen ist, kann geschlossen werden, daß viele Pfeifenraucher zur Zigarre übergegangen sind. Römerfunde in der Pfalz. An dem umstrittenen Brunholdisstuhl bei Bad Türkheim (Pfalz) wurden Versuchsgrabungen vorgenommen. Man fand eine Inschrift, aus der sich einwandfrei ergibt, daß sich hier ein römischer Stei.nbruch befand. Er diente offenbar der 22. Legion, die in Mainz lag. Nach früheren Funden hat sich hier vor der Besitzergreifung durch die Römer eine germanische Kultstätte befunden. Eine ähnliche Inschrift wie am Brunholdisstuhl ist in der Nähe von Reinhardsbrunn bet Zabern im Elsaß bekannt, wo eine Felswand als Steinbruch der in Straßburg liegenden 8. Legion bezeichnet wird. Wildschwein greift eine wandernde Schulklasse an. Als eine Knabenklasse aus dem Ort Föhren (Landkreis Trier) einen Schulausflug in den Wald machte, sichteten die Jungen auf einer Waldwiefe ein Wildschwein. Plötzlich sprang das Wildschwein auf die Knaben zu und griff sie an. Diese versuchten ihr Hell in der Flucht und kletterten auf die Bäume. Ein Junge wurde jedoch von dem wütenden Eber erreicht und zu Boden geworfen. Geistesgegenwärtig eilte der Lehrer hinzu und versuchte mit seinem Spazierstock gegen das Wildschwein vorzugehen. Dadurch konnte sich der Knabe in Sicherheit bringen, doch auch der Lehrer mußte schließlich Reißaus nehmen. In der Zwischenzeit hatten die anderen Jungen einen Jagdhuter benachrichtigt, der das Wildschwein mit einem wohlge- Aielten Schuß zur Strecke brachte. Der Jagd- Hüter, als bester Wildschweinschütze weit und breit bekannt, hat mit diesem Abschuß sein 50. Wildschwein in wenigen Jahren erlegen können. Sühne für die Ermordung des SS.-IHannes von der AHL Unter außerordentlichem Andrang des Publikums wurde in dem Prozeß gegen die Mörder des SS.- Manns Kurt von der Ahe vom Berliner Sondergericht folgendes Urteil verkündet: Der 25jährige Arbeiter Richard H ü 1t i g wird wegen schweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit versuchtem Mord zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. 14 weitere Angeklagte wurden zu insgesamt 94 Jahren Zuchthaus und 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Mit diesem Urteil wird eine Mordtat gesühnt, die sich vor etwa einem Jahr in Charlottenburg ereignet hat; dort wurde, wie erinnerlich, der Scharführer der SS. Kurt von der AH6 bei Nacht auf offener Straße von Kommunisten überfallen, niedergeschlagen und erschossen. Der Urteilsverkündung wohnten die Frau und zahlreiche Kameraden des SS.-Mannes von der AH6 bei. Seinen schweren Brandwunden erlegen. Wie gemeldet, hatte in dem Koblenzer Vorort Moselweiß eine Anzahl Kinder „Feuerchen gespielt", wobei die Kleider eines neunjährigen Schülers Feuer fingen. Mit schweren Brandwunden war der Junge ins Krankenhaus gebracht worden; Wie jetzt aus dem Krankenhaus gemeldet wird, ist der Junge den Brandwunden erlegen. Die Aufnahmesperre für den Kampfring der Deutsch- Oesterrercher im Reich aufgehoben! Die von der Reichsleitunq des Kampfringes verfügte Mitglieder-Auknahmesperre ist seit 6. Februar 1934 vorübergehend aufgehoben, so daß foroohl öfterreidjiMt'’, als auch reichsdeutsche Staatsangehörige als Mitglieder aufgenommen werden können. Der Kampfring dient durch feine Aufklärungstätigkeit dem Gesamt-Deutschtum. Von der karnevalssihung auf die Bühne. In der großen Mainzer Fremdensitzung wirkte im musikkünstlerischen. Teil als Sängerin Elisabeth Müller aus Mainz mit, deren Darbietungen begeisterten Beifall fanden. Die hervorragenden Leistungen der jungen Künstlerin veranlaßten den der Sitzung beiwohnenden Opernintendanten Trede, Fräulein Müller für das Fach des ersten lyrischen Soprans an die Mainzer Bühne zu verpflichten, keffelerplosion in einer Danziger Fabrik — Ein Toter, ein Schwerverletzter. In der Danziger Maschinenfabrik von, Gebr. H e y k i n g ereignete sich beim Ausprobieren eines neuen eisernen Luftdruckkessels eine schwere E x - p l o s i o n. Der 28jährige Schmied Ewald Schulz wurde so schwer verletzt, daß er sofort st a r b. Der 16jährige Schlosserlehrling Walter D i e b o w s k i wurde s ch w e r v e r l e tz t ins Krankenhaus eingeliefert. Mordversuch und Selbstmord in einem Riviera-Hotel. Wie „Havas" aus Nizza meldet, hat sich dort ein seltsamer Mordversuch und Selbstmord ereignet. Ein Züricher Antiquitätenhändler, Albert Meier, der in Trier geboren ist, war in einem Hotel mit einer Begleiterin abgestiegen, von der man nur den Vornamen Jaqueline wußte. Aus unbekannten Gründen gab die Frau auf Meier einen Revolverfchuß ab, der ihn in die Brust traf. Sie nahm sich dann das Leben durch einen Kopfschuß. Man vermutet, daß die Tat entweder im Zustand der Trunkenheit oder eines narkotischen Rausches begangen worden ist. Nach dem „Matin handelt es sich bei der Begleiterin Meiers um Juli» ette Pompon, Tänzerin und Mannequin aus (Senf. Lawinenunglück in Steiermark. — Fünf Tote. Auf der Mühlbach-Alpe bei Judenburg in Steiermark wurde eine Ski-Abteilung des Wiener Uni- oerfitätsinftituts für Turnlehrerausbildung von einer Lawine überrascht. Von 15 Teilnehmern des Lehrgangs wurden fünf Teilnehmerinnen verschüttet. Sie konnten nur als Leichen geborgen werden. Die Verunglückten find Wienerinnen. Schneestürme in der Türkei. In der Türkei herrschen seit drei Tagen heftige Stürme, die von starken Schneefällen begleitet sind. An zahlreichen Orten sind die Eisenbahnverbindungen unterbrochen. Zahlreiche Schiffsunfälle find zu verzeichnen. Die Schiffe suchen so schnell wie möglich in den Häsen Schutz. Ein griechischer Segler von 120 Tonnen und ein Kohlendampfer sind gekentert. Verheerende Brände in Aegypten. Wie Reuter aus Kairo meldet, wurden zwei ägyptische Städte von verheerenden Bränden heimgesucht. In Ben-Haelasal wurden durch einen Brand 36 Häuser zerstört, fünf Menschen kamen ums Leben. Ein anderer großer Brand kam in der Stadt Zagazig, dem Mittelpunkt des unterägyptischen Baumwollhandels, zum Ausbruch. Hier fielen 250 Häuser den Flammen zum Opfer. Vom Karnevalstreiben in den Tod. Ein Einwohner von Koblenz, der sich an den Karnevalstagen als Bärentreiber maskiert hatte, wurde mit einer schweren Schädelverletzung aufgefunden und sofort in das städtische Krankenhaus eingeliefert. Hier ist er wenig später geworben. Man nimmt an, daß der Bedauernswerte die Haustreppe hinuntergestürzt ist und sich dabei den Schädelbruch zugezogen hat. Der Raubmord bei Welle aufgeklärt. Vor einigen Tagen war, wie gemeldet, auf der Landstraße in der Nähe von Melle (Hannover) der Brotkutscher Brandhorst erschlagen aufge- funben worden. Der Verdacht der Täterschaft hatte sich sofort auf einen jungen Mann namens D o - g e lschmid t aus Neuß a. Rh. gelenkt, der sich erst kurze Zeit in der Gegend aufgehalten hatte und der mit Brandhorst bekannt war. Er hatte wiederholt geäußert, daß er wegen Geldmangels nicht nach Neuß zurückkehren könne. Nach dem Ueberfall war er plötzlich abgereist, nachdem er vorher Einkäufe gemacht hatte. Sofort nach feiner Ankunft in Neuß war er verhaftet und nach Melle zurückgebracht worden. Hier legte Dogelfchmidt nach mehrtägigem Leugnen das Geständnis ab, daß er den Brotkutscher ermordet habe, um ihn zu berauben. Düchertisch. — Marie Madeleine: Wie starb Stella Blackborn? Kriminalroman. — D i e Klein st a d t Babylon. Kriminalroman. — Kart, je 1,90 Mark, in Ganzleinen je 3 Mark. — (14/15). — Heil Deutschland! Hinaus mit den Jesuiten! Von Karl Revetzlow. 43 Seiten. Edelgarten-Derlag, Horst Posern, Beuern (Hessen). — (280). — Arnold Hoellriegel: Das Mädchen von Sankt Helena. Roman. 252 Seiten. 8°. E. P. Tal u. Co., Verlag, Leipzig, Wien, 1933. — (133). — D i e Herkunft Jesu. Im Lichte freier Forschung. Von Dr. Emil Jung. Dritte Auflage. Neubearbeitet und wesentlich erweitert. 291 Seiten. Wingolf-Verlag in Wien, 1934. — (423). — I. Kirchner: Schrifttum und wissenschaftliche Bibliotheken im nationalsozialistischen Deutschland. Leipzig 1933. 8°. — Sonderabdruck aus „Zentralblatt für Bibliothekswesen", Jg. 50, Heft 8/9. Preis 1 Mark. Otto Harrasfowitz, Leipzig 1933. — Prof. D. Dr. Ernst Barnikol: Zurück zum alt en Glauben Jesus der Christus. Ein evangelischer Ruf an deutsche Theologen und Laien. 68 Seiten. 1 Mark. Dritte Auflage. Akademischer Verlag, Halle, 1933. — (302). — Kegelschnittlehre. Von Oberstudiendirektor Dr. W. L i e tz m a n n. Mit 36 Figuren im Text. 46 S. kl. 8°. Mathematisch-physikalische Bibliothek, Reihe I, Heft 79. Kart. 1,20 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1933. - (325.) — In der Sammlung „Der Weg der Kirche" erschien als 2. Heft: „Kirche und junge Generation im Ringen der Zeit" von Hans Böhm. 31 Seiten. 0,95 Mk. Walter de Gruyter & Co., Berlin und Leipzig, 1933. — (83, Wettervoraussage. Die Luftdruckverteilung zeigt keine wesentliche Verschiebung. Noch immer lagert der Kern des Hochdruckgebiets über den britischen Inseln, und an seiner Vorderseite fließt bei meist nordwestlichen Winden vielfach ozeanische Luft nach Deutschland. Sie verursacht neblige Bewölkung, stellenweise sogar etwas Nebelregen, zwischendurch dürfte aber auch bei verhältnismäßig hohen Barometerständen Aufheiterung eintreten. Aussichten für Sonntag: Neblig-wolkig mit Aufklaren, nachts Temperaturen um Null, tagsüber mild, meist trocken. Aussichten für Montag: Noch keine wesentliche Aenderung des Witterungscharakters. Lufttemperaturen am 16. Februar: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 3,7 Grad; am 17. Februar: morgens 3,6 Grad. Maximum 10,4 Grad, Minimum — 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Februar: abends — 0,2 Grad; am 17. Februar: morgens —0,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 23/< Stunden. Amtliche Winlersporlnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 2 Grad, 25 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit mäßig. Sauerland. Winterberg: Nebel, — 1 Grad, 20 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit mäßig. Schwarzwald. Feldberg: Klar, — 3 Grad, 60 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit mäßig. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, — 2 Grad, 35 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit gut. Haupffchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei L. Lauge. K. G, iämtlich in Gießen. I... . . 11 Beamten-Witroe Mietgesuche 11 mit Tochter sucht r . 1 zum 1. April Suche f. Anfang Gießen. Anzeig. Wohnungstausch Stellenangebote Schr.Äng. unter 0670 a. b. G. A. 0835 a.b. G. A Ang. unter 0874 an Suche Sonnige 2 bis 3 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii | Vermietungen | 5'6 Ziniffl.-W0llD. Schöner Grotz./bess.möbl. Sonnige 088© W 34-3iminei-“ Äladen **Zimmer Vorzuasw.-Blll-I . XSnitfr tmnnlirfv- besser. vorzugsw.Part Hause (möglichst 257 D verm. behör, Erdgesch. ausgesclil., yiim in freier Lage, mit Heizg. ges. Schr. Ang. unt. Nämlich: neue Kunden für Ihr Geschäft, Schüler für Ihren Unterricht, Mieter für Ihre Wohnung, Käufer für Ihre Waren, für Ihre Grundstücke und Ihre üb ei flüssigen Sachen. Diese vielen Kunden und Käufer macht eine Anzeige in der altangestammten Heimatzeitung auch Ihnen sichtbar. 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Die Lieferung des Bedarfs an Butter unb Milch für das Rj. 1934 sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungsgegenständen (mit Ausnahme von Fleisch-, Wurst- und Backwaren) und an Reinigungsmaterial (Seife usw.) für die Zeit vom 1. April 1934 bis 30. Juni 1934 (Verlängerung des Vertrages von Vierteljahr zu Vierteljahr bis zum 31. März 1935 ist nicht ausgeschlossen) soll für die Universitätskliniken in Gießen vergeben werden. 940D Die Lieferungsbedingungen für Verzehrungsgegenstände können an Werktagen von 15 bis 17 Uhr (außer Samstags) bei der Verwaltung der Universitätskliniken, Klinikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7, diejenigen für Reinigungsmaterial Zimmer 10 ein- gefehen, die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen unb mit enlsprechenber Aufschrift versehen, an die obige Verwaltung bis Montag, ben 5. März 1934, 10 Uhr, einzureichen. Eröffnung der Angebote für Verzehrungsgegenstände 10 Uhr, für Reinigungsartikel IVA Uhr. Zuschlagsfrist bis zum 13. Mär; 1934. v. aUeiniteb. ält. Ehepaar gesucht. Schr.Äng. u. 0850 a.den Gieß.Anz. Christ!. Studen- tenvereinigung sucht Große 259 D unb Nia- schinenschreiben (300 Anschläge) sucht (Stellung für Büro eo. auch Lehrst. Schr. Angeb. u. 0840 a. d. G. A. Tüchtiges, solib. Mädchen v. Lande, 22 I., sucht Stelle in bürgl. Haushalt. B-eugn. Vorhand. Schriftl. Angeb. unt. 0838 an ben Gieß.Anz.erbet. 3 4-Zimmer- Wohnung Miete nicht über 50Mk.Schr.Ang. u.0855a.d.G.A. Schöne 3-4-ZilNNI.- Wohnung in gut. Lage von älterem Ehepaar z. 1.4. ob.später gesucht. Schriftl. Angeb.unt.0868 a. 0. Gieß. An;. M-ZimmJohn. sowie 1-2 Zimmer m. Küche per 1.4. gesucht. Schriftl. Angeb. unt.0877 an oen Gß. Anz. 531N.MW. Liebigstr. 461 sof. z. verm. Näheres A. Becker, Kev- lerstr. 9. 258 P Schöne, sonnige 5-Ziram.-Wohn. mit Bab u. Zen- tralheiz., in heft. Lage, evtl, für Praxis ob. Büro zu üermieten. 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Für die Provinzial-Pflegeanstalt Oberhesfen kn Gießen sollen auf dem Wege öffentlicher Ausschrei- bung die Lieferung von 500 Zentner gut überwinterter Speisekartoffeln vergeben werden. Bemusterte Angebote sind bis zum Mittwoch, dem 21. Februar 1934, vormittags 11 Uhr, einzureichen. 983D Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. Zuschlagsfrist 5 Tage. Gießen, den 17. Februar 1934. Verwaltung der Provinzial-Pflegeanstalt Oberheffen. Rutzhotzversteigerung. Dienstag, den 20. Februar d. 3., von vormittags 9 Uhr ab, findet in den Waldungen der Gemeinde Alten-Bufeck eine Versteigerung von Nutzholz statt. Es kommen zur Versteigerung: 980D Stämme: Langholz und Abschnitte, Güteklasse A und N. Eiche: 1. Kl. 4 Stück = 0,75 fm; 2. Kl. 58 Stück = 19,32 fm; 3. Kl. 27 Stück = 12,64 fm; 4. Kl. 6 Stück = 4,44 fm; 5. Kl. 6 Stück = 6,78 fm. Buche: 3. Kl. 3 Stück = 2,93 fm; 4. Kl. 9 Stück = 6,16 fm; 5. Kl. 4 Stück = 4,23 fm. Birke: 2. Kl. 1 Stück = 0,45 fm. Kiefer: 2b-Kl. 9 Stück = 3,86 fm; 3a-Kl. 9 Stück = 4,13 fm; 3b-Kl. 3 Stück = 1,86 fm. Lärche: 2b-Kl. 4 Stück = 3,01 fm; 3a-Kl. 2 Stück = 1,41 fm; 3b-Kl. 2 Stück = 1,81 fm. Fichte: la-Kl. 40 Stück = 5,19 fm; Ib-Kl. 51 Stück = 12,87 fm; 2a-Kl. 9 Stück = 5,17 fm; 2b-Kl. 2 Stück = 2,30 fm; 3a-Kl. 2 Stück = 2,19 fm; 3b-Kl. 1 Stück = 1,59 fm; 5. Kl. 3 Stück = 4,48 fm. Derbstangen: Fichte 1. Kl. 109 Stück = 9,81 fm; 2. Kl. 126 Stück = 7,56 fm; 3. Kl. 727 Stück - 21,81 fm. Reisslängen: Fichte 4. Kl. 90 Stück = 1,70 fm; 5. Kl. 20 Stück = 0,26 fm. Nuhscheit (rb.) Eiche: 2,20 m lang = 3,7 rm. Zusammenkunft Distr. I, Abtlg. 6b Eichbusch. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Kahl. Fichten-Stäm Kiefern-Abschniite N. Angebote sind bis 979D sehen werden. Klasse 1 Stück = 1,59 fm (A) (N) 3. 13 0,30 | Kaufgesuche"] 4 7 1 4,91 1,51 4 1 2 7 1 3 4,71 8,99 1,41 1,27 4,12 0,58 4,12 3b- 4a- woch, dem 21. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Die Bedingungen können daselbst einge- 2,50 fm 11,33 „ 25,41 „ 24,79 „ 7,58 „ zum Mitt- Gavten anteil zu verp.oss« Näh. Wcrnerwall46I 5. 4. 5. 6. la-Klasse lb- „ 2a- „ 2b- „ 3a- „ 3b- „ me N. 30,35 fm 109,53 „ 146,70 „ 87,73 „ 18,44 w 4,84 w 3a- 3b- 4a- 4b- Eschen Neisstangen: 4. Klasse 29 Stück = 0,58 fm (N) Die Zusammenkunft ist im Distrikt Eichwald. 1036 D Großen-Buseck, 17. Februar ^934. Hessische Bürgermeisterei. 3.93.: Wagiier, Beigeordneter. Stauf enberg,d.l5.Febr. 1934. Bürgermeisterei Staufenberg. Reuter. 173 Stück 269 ,, 201 „ 79 „ 10 „ 2 „ 4 Stück 16 „ 26 „ 21 „ 7 „ Holzsubmission. Die Gemeinde Staufenberg verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots folgendes Holz: SkMM entlaufen! Abzugeben loses Lindcnvlatz 4. Suche Einfamilienhaus mit Garten geg. 7< bar zu kaufen ob. Garten ob. -stück zu kauf. ob. pachten. Schr. Eil-Ang. nur von Eigent. u. 0865 an b. Gieß. Anz. 2a-Klasse 2b- „ 3a- „ 3b- „ 4a- „ Eschen Derbstangen: 2. 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Februar, 1934 vormittags von 9 Uhr an kommen aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Buseck, Distrikt Kirschbaum, Radenkops, Eichwald und Galgenberg zur Versteigerung: Buche Abschnitte: Oinöenoagen zu kauf, gesucht. Schr.Äng. unter 0859 a. d. G. A. Kiefern Stamme: 3a-Klasse 26 Stück = 21,65 fm (N) Lärchen Stämme: 4b-Klasse 1 Stück = 3,02 fm (N) Fichten Stämme: 2b-K!asse 2 Stück = 1,09 fm (N) TRIO gesucht Mittw. Samst. Sonntag Ang.m.Lichtbilb, Geyaltsang. Instrument. u.0842 an b. Gieß. Anz. Haus imSübviertel zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. mit Angabe bes Preises unb Anzahl ber Zimmer u.0834a.b.G.A. Holzversteigerung. Die Gemeinde Krofdorf-Gleiberg verkauft am Freitag, dem 2. März, von vormittags 9 Uhr an in der Wirtschaft 2Noos zu Krofdorf öffentlich meistbietend aus den Distrikten 8a, b; 9a, b, 10b; Eichwald; 14a Lefchenwald; 16 Seileshau und Totalität: 1 Kiefernstamm Kl. 3a Distr. 12 Kloswald; Liche: 104 rm Nutzholz, 2 m lang,' 594 rm Scheit und Knüppel, 891 rm Reisig; Buche: 90 rm Scheit und Knüppel, 175 rm Reisig; Fichte: 470 Stangen I.—III. Kl., 65 rm Scheit und Knüppel. 1033D Der Ortsbürgermeister. [Verschiedenes] Existenz für Mediziner 0. Medizinerin biet, sich Gelegenheit, gute Allgemeinpraxis zu Übernehmen. Schr. Angeb. U.1032D a.d.Gieß.Anzeig. Großer weißer HERD (125X80), Kessel m.Gußgeft (3001) u. kl.Herd zu verk. IHtth.Straße 26 II. Nr. 41 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)5am§tag,l7.5ebruarl934 Der Arbeitsdienst — ein Weg zur Volkskultur Von Or. Wilhelm Gempene Als die Deutschordensritter im 13. und 14. Jahrhundert gegen den Osten oordrangen und mit Pflug und Schwert Neuland eroberten, da trugen sie die schwere Bürde einer großen Kulturaufgabe auf ihren Schultern. Kulturbringen bedeutete im allereinfachsten Sinne zuerst einmal: den Boden unter die Herrschaft des Menschen zwingen, ihm in harter Arbeit Frucht und Ertrag abzuringen, Menschen anzusiedeln, die bereit waren, die Ueberlieferung des Werkes als kostbares Gut von Geschlecht zu Geschlecht weiterzutragen, und aus diesem Gemeinschaftsleben in Zucht und höchstem geistigen Auftrieb die schöne Blume handwerklicher Meisterschaft und der hohen Stilkunst zur Entfaltung zu bringen, wie sich eine Pflanze aus dem Erdreich nährt, Blatt um Blatt entwickelt und schließlich als Krönung des Ganzen ihre Blüte zur Sonne entaegenstreckt. Das schwere Tagewerk des rodenden, pflügenden und erntenden Bauern, die wehrhafte Haltung der ritterlichen Herren, die geistliche Gelehrsamkeit und die ihrer Kraft bewußte Kunst der Baumeister verschmolzen au einer kulturellen Eigenart und Einheit, die sich folgerichtig aufzulösen und zu zersetzen begann, als der Deutsche Orden sich immer mehr mit einem schwunghaften Großhandel im engen Einvernehmen mit der Hanse befaßte und sein aroßartiges Siedlungswerk und die ihm gestellte Kulturaufgabe im Stiche ließ. Noch heute aber verkündet die Marienburg, das machtvolle Denkmal der Ordenszeit, weithin die Stärke und den Glanz einer Kultur, die bis in ihre erlesensten Formen von den Säften des Bodens erfüllt war und von der zugleich die einfachste körperliche Arbeit ihren Adel empfing. Es war das Verhängnis in der Entwicklung späterer Jahrhunderte, das sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer anscheinend unabwendbaren Tragik verdichtete, daß Stadt und Land sich entfremdeten, daß die Bewertung von geistiger und körperlicher Arbeit immer mehr auseinanderklaffte. Das ist die Lage, in die sich die Bewegung des Arbeitsdienstes in Deutschland eigentlich schon seit Beginn hineingestellt sah und die auch verständlich macht, warum ihre Führer — besonders jetzt im neuen Reich — an die Gedanken des Deutschen Ritterordens in seiner Aufstiegs- und Blütezeit anknüpfen. Aus dem wiedererweckten kulturellen Verantwortungsgefühl der Nation heraus soll auch die anscheinend geringste Arbeit mit der Faust als Dienst auf Volk aufs neue geadelt und die „entschwebende Geistigkeit" wieder mit den Kräften des Bodens verbunden werden zu „einem ausgeprägten Sozialismus der deutschen Geschichte". „Wer bewirkt, daß dort, wo vorher ein Halm wuchs, nunmehr deren zwei wachsen, der leistet mehr für sein Volk als ein Feldherr, der eine 'große Schlacht gewinnt." Dieser Ausspruch Friedrichs des Großen aus Anlaß der von ihm im Oder-, Warthe- und Netzbruch geleisteten Kultivierungsarbeiten ist von der Führung des Arbeitsdienstes zum. Leitsatz erhoben worden. Das Ausland hat sein Wesen und seine Bedeutung vielfach mißverstehen müssen, weil man versuchte, seine Berechtigung rein aus dem Wirtschaftlichen zu begründen oder weil man hinter ihm gar militärische Absichten vermutete, beides Auslegungen, die an dem Sinn des Arbeitsdienstes Vorbeigehen. Wohl ist auch die Steigerung des wirtschaftlichen Ertrages im Dienste der Volkswirtschaft, der in Ziffern aus- drückbare Produktionszuwachs besonders solange eine wichtige Aufgabe, als die beschränkten Mittel Deutschlands zu einer sparsamen Verwendung auf allen Gebieten zwingen. Kulturpolitische, staatspolitische und volkspädagogische Gründe aber stehen an e r st e r Stelle, wie schon die Vorgeschichte des Arbeitsdienstes zeigt. Die seit 1929 einsetzende Dauerarbeitslosigkeit hatte zudem im Inneren einen Zustand geschaffen, der schon lange nicht mehr als ein nur wirtschaftliches und (vom Staat her gesehen) finanzpolitisches Problem angesehen werden konnte, sondern der in seinen Auswirkungen besonders auf die Heranwachsende Jugend als eine gegen den Geist der Volksgemeinschaft drohend heranrückende Gefahr empfunden werden mußte. Der Arbeitsdienst will aber keineswegs nur ein Mittel zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen fein, als was er vielfach allein aufgefaßt wird, sondern die große Erziehungsschule für die Jugend der gesamten Nation, um, wie es Adolf Hitler in seiner Rede am Tage der Nationalen Arbeit ausgesprochen hat, „das entsetzliche Vorurteil auszurotten, daß Handarbeit minderwertig sei". Der Arbeitsdienst, der durchschnittlich bis zu 250 000 junge Menschen bis zu 25 Jahren umfaßt, ist also eine Angelegenheit der Jugend und soll der Handarbeit die Würde, die sie in der überstürzten kapitalistischen Entwicklung des vorigen Jahrhunderts verloren hat, wiedergeben. „Der Materialismus hat die Schicksalseinheit geleugnet und die Begriffe des Kapitalisten und des Proletariers geschaffen. Der Staat ist dabei seiner Lebensgrundlaae, seiner Kräfte beraubt worden, weil die sittliche Idee der Arbeit zerstört wurde. Der Idealismus schafft jene innere Wechselbeziehung zwischen Arbeit und Staat, weil er d i e Arbeit als das Ehrengesetz des deutschen Menschen empfindet. Nicht Schimpfwort, nicht Klassenbezeichnung barf das Wort „Arbeiter" sein, sondern es ist der selbstverständliche Ehrentitel des deutschen Menschen", sagt Will Decker, der Lehrer für staatspolitischen Unterricht an der Reichsschule des deutschen Arbeitsdienstes in seinem bei Köhler & Amelang in Leipzig erschienenen Buch „D e r deutsche W e g". Wir hören schon die besorgte Frage: sind dann die kulturellen Nöte unserer Zeit aus diesem Punkte zu Furieren? Was haben diese Leistungen des „unbekannten Arbeiters" aller Schattierungen mit der Kultur eines Volkes $u tun, die sich doch in den genialen Werken der Großen offenbart? Wir meinen hier nicht die Arbeit des Einzelgängers und des „geistigen Kleinrenters", die lediglich um ein möglichst bequemes Auskommen getan wird und deren Leistung nur von dem persönlichen Vorteil vorwärtsgetrieben wird. Und wir meinen hier nicht eine „Kultur", die unter Glasdächern wie eine Treibhauspflanze gedeiht und sich selbst zum langsamen Absterben verurteilt, weil es ihr an der Verwurzelung in der nahrungspendenden Erde fehlt. Arbeit und Kultur in diesem Sinne sind tragische Mißverständnisse der Geschichte, deren Folge wir besonders seit der Jahrhundertwende bewußt und drückend empfunden haben. Alle Kultur als Ausdruck der zur Einheit gesammelten Kräfte der Nation fordert Zwar immer schöpferische Einzelleistung großer Menschen, die sich in der Stille vollzieht, aber auch zugleich den aufnahmefähigen Boden im Leben des Volkes nicht nur in seltenen Feierstunden einiger Begnadeter, und die ewige Heimkehr des Geistes zur Mutter Erde. Das ist die tiefste Weisheit des reifen Goethe, der feinem Faust am Ende feines langen Weges den Spaten in die Hand nehmen läßt, um dem Meer Boden abzuringen. „(Eröffn ich Räume vielen Millionen Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen. Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde Sogleich behaglich auf der neusten (Erbe .. Die Arbeit ud die Bewertung der Arbeit in der Gemeinschaft knüpft in der Kultur das geistige Band zwischen Gebenden und Nehmenden, die ihre Rolle in fruchtbar wechselseitiger Förderung immerwährend vertapschen. Nur vom Arbeitsleben her kann in der Gesellschaft der Gegenwart die Brücke zur Teilnahme auch der breiten Volksschichten an Der kulturellen Entwicklung geschlagen werden. Sozialpolitik und Kulturpolitik fließen so zusammen, und es ist kein Zufall, daß die deutsche Lösung des Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tripolis, Februar 1934. Unser Planwagen saust auf der schnurgeraden Straße nach Gargaresc dahin. Wie alle Siedlungen Nordafrikas ist auch Tripolis in weiter Ausdehnung von einer Verteidigungsmauer, die richtige Wehrgänge nach mittelalterlicher Art besitzt, umgeben. In einer Schlucht hat sich ein ganzes Negerdorf angesiedelt, das in derselben Art, auch in Kleidung und Benehmen seiner Bewohner, irgendwo mitten im dunkelsten Sudan stehen könnte. Da sind Hütten aus Palmenblättern kunstvoll zusammengefügt, mit ein paar irgendwo aufgetriebenen Blechstücken zusammengehalten. Dazwischen spielt sich ein Leben ab, das nichts mehr, aber auch rein gar nichts mehr von (Europa zeigt. Nackte Kinder und junge Ziegenböcke, Lämmchen, Hunde, deren Rasse nur schwer erkennbar ist, Kinder und immer wieder Kinder tummeln sich dort. Der Fremde wird sich in diesem Völkergemisch kaum auskennen, aber der Einheimische liest an der Frisur, an den Tätowierungen, der Art des Schmuckes und der Nasenringe genau ab, aus welcher Ecke des dunklen Erdteils diese Leute eigentlich stammen. Links liegt der Bahnhof hinter einem Gebüsch von Tamarinden, Vambussträuchern und Palmen. Die Kleinbahn zieht sich die ganze Küste entlang und ein Stück auch ins Innere hinein. Rechts steht Kaserne an Kaserne und daneben sind schmucke Ansiedlerhäuschen errichtet worden. Flüchtig erhascht man einen Blick auf das weitgestreckte Gebäude des „Lido di Tripoli". Aber das wundervoll aufgebaute Strandbad liegt öde und verlassen da, weil in den „kalten" Monaten kein hier ansässiger (Europäer Daran denkt,' im Moor zu baden. Der Begriff „Winter" sitzt ihnen im Blut, obwohl alles um sie herum grünt und blüht und auch während dieser Zeit immerhin 20 bis 23 und noch mehr Grad Wärme herrschen. Die Straße führt in die Steppe. Aber das ist keine Steppe mehr, sondern bestkultiviertes Land, das gewiß reiche Erträgnisse liefert. Am Horizont tauchen wieder Palmen auf; wir kommen zur O a s e Zanzara, die eine besondere Merkwürdigkeit aufweist. Hier haben sich die Kolonisten eine Kirche gebaut. Aber weil das Geld noch nicht für die ganze Kirche reichte, haben sie zunächst nur die vordere Hälfte hingesetzt und warten nun auf Mittel, um das Gotteshaus fertigstellen zü können. Ganz dicht bei der italienischen Neusiedlung liegt das Araberdorf. Und da ist man nun wieder mitten im tiefsten Afrika. Das sieht aus wie ein Schutthaufen, entpuppt sich aber bei näherem Zusehen als ein planvoll angelegtes Dorf von dicht aneinandergedrängten mit hohen grauen Lehmmauern umfriedeten Gehöften. So nahe dieses Dorf auch an der großen Autostraße liegt — scheint es dach eine Seltenheit zu jein, daß hier ein (Europäer auftaucht. Der Photo- * Siehe auch die vorausgegangenen Aufsätze in Nr. 21 des Gießener Anzeigers vom 25. Januar, Nr. 29 vom 3. Februar und Nr. 35 vom 10. Februar. Freizeitproblems „Kraft durch Freude" und das neue Gesetz zum Schutze der Würde der Arbeit auf« einanberfolgen. Im Arbeitsdienst aber soll das junge Geschlecht geschult werden, das mithilft, diese Gesetze zur lebendigen Wirklichkeit werden zu lassen und durch eine (Erneuerung des Arbeits- und Berufslebens die deutsche Kultur aus der Umklammerung der letzten Jahrzehnte zu befreien. graphenapparat wird gebührend bestaunt und erregt, vor allem natürlich bei dem weiblichen Teil der ' neugierig versammelten Jugend, lebhaften Schrecken, wenn das große Linsenauge ein geeignetes Objekt sucht. Frauen mit Lasten auf dem Kopf, Männer in langen weißen Haiks, hochbeladene Kamele und kleine Esel beleben das farbenprächtige Bild, das wie ein stummer Film wirkt, weil man kaum einen Laut vernimmt. Wir find nicht weit von S a b r a t h a, der alten Phönizierstadt, und ein kurzer Abstecher läßt uns den großartigen Umfang der Ausgrabungen sehen. Kilometer um Kilometer führt uns der Weg durch die Steppe. Einmal überrascht uns ein Sandsturm, der im Nu Augen und Ohren verklebt und mit [einen Sandwehen den Wagen fast einzubetten droht. Nachdem die Region überwunden ist, erinnert nichts mehr daran, daß man noch eben ein solches Wüstenerlebnis hatte. Die Stadt Z u a r a, die größte Ansiedlung im Westen von Tripolitanien, unweit der Grenze oön Tunis, streckt sich uns weit entgegen. Hier ist viel Militär stationiert, und offenbar legt die Verwaltung Wert darauf, durch Heranziehung von Kolonisten eine Art lebendigen Grenzwall zu schaffen. Die eingeborene Bevölkerung scheint rein berberisch zu sein. Man könnte sich unmittelbar nach Marokko versetzt fühlen,.wenn die Sauberkeit and) dieser Stadt nicht davo'n zeugte, daß man sich unter einem anderen Regime befindet. Auf der Rückfahrt treffen wir eine Anzahl Straßenarbeiter. Im schnell hereinbrechenden Abend sind wir ihre Gäste, lagern bei zwei Kompressoren am offenen Feuer und verzehren ein stark gepfeffertes, aber trotzdem ausgezeichnet schmeckendes Gericht. Von fern her bellen herrenlose Hunde, vielleicht sind's auch Schakale. Ging es gestern nach dem Westen hinaus, so führt uns heute unser Weg in Ostrichtung nach der Sirte. Wir haben Glück und erwischen einen Markttag in El-Giuma. Dort wimmelt es von Menschen jeder Hautfarbe, von Kamelen, Pferden und Eseln — und wohl auch noch anderen kleineren Tierchen, von denen der gebildete (Europäer im allgemeinen nicht spricht. Tausende von Eseln sind in langer Kette mit den Vorderfüßen aneinandergefesselt und warten so des Augenblicks, wo ein Käufer sie ersteht. Kamele in unendlicher Reihe liegen nebeneinander und mahlen mit den Kiefern. Hier hocken Eisenschmiede auf dem Boden und verfertigen primitives lanbwirtjchaftliches Gerät. Dort hat eine Gruppe von Beduinen etroap Holz gesammelt und stellt diese armselige Habe zum Verkauf. Andere wieder, Araber zumeist, schon als Wohlhabende in dieser sozialen Schichtung geltend, haben auf Tüchern Mais, Gerste oder andere Körnerfrüchte aufgeschichtet und warten in Hockstellung, tief in sich versunken, bis Allah ihnen einen Abnehmer schickt. Geschrei und Bewegung herrschen lediglich auf dem Pferdemarkt, wo genau so wie überall in der Welt gefeilscht und gestikuliert wird, bis ein Handschlag den Kauf besiegelt. Es gibt nichts Eindrucksvolleres als ein solcher Markt, zu dem auf uralten Kara» Kreuz und quer durch Mpoliianien. Von unserem Sonderberichterstatter Alfred W. Kames* Kleines Notizbuch. Von Hans Thyriot. Anekdote mit Bart. Die Rolle des Vollbartes in der deutschen Geistesgeschichte — von Barbarossa bis Sudermann, vom böjen Zwerg in „Schneeweißchen und Rosenrot" bis Theodor Däubler — ist noch nicht hinreichend gewürdigt worden: eine reizvolle Aufgabe, die über das rein Anekdotische und bloß Amüsante hinaus beachtliche Ergebnisse zutage fördern könnte. Uns fehlt zu einer Jo systematischen Untersuchung mehr als nur der nötige Raum, und wir wollten den in der Ueberschrift genannten Bart auch durchaus im eigentlichen, und nicht im übertragenen Sinne verstanden wissen. Wer eine nicht mehr ganz fabrikneue Geschichte zum Besten gibt, dem kann es, ehe er noch damit zu Ende gekommen ist, geschehen, daß man seine Erzählung mit den verächtlichen Worten „So'n Bart!" umbringt, um ihr greisenhaftes Alter vernichtend zu kennzeichnen. Nein: hier soll von richtigen, haarigen und sogar berühmten Bärten die Rede sein. Die älteren „Kunst- wart"-Leser werden fick vielleicht der herrlichen Karikatur von Gulbransson erinnern, der eines Faschings Hermann Sudermann „mit Bart und ohne Bart" porträtierte. Trotzdem hat sich der Dichter erst spät entschließen können, sich Der wallenden Zierde zu entledigen, und ist mehr als einmal mit der bösartigen Frage belästigt worden, ob er seinen Bart bei Nacht über ober unter der Bettdecke habe. Eine hübsche Geschichte „mit Bart" wird Hermann Bahr zugeschrieben und ist vor kurzem in (Erinnerungen an den nun Verstorbenen in einigen Blättern wieder aufgetaucht. Bahr wurde in einer Gesellschaft von einer ihm fremden Dame mit den schwärmerischen Worten begrüßt: „Ach, verehrter Herr Däubler, wie freue ich mich, Ihnen einmal persönlich zu begegnen!" Bahr, der Sinn für ungewöhnliche Situationen hatte und außerdem geistesgegenwärtig sofort erkannte, welche Rolle fein Vollbart bei dieser peinlichen Verwechslung auf der Jagd nach berühmten Männern spielte, antwortete liebenswürdig: „Sie irren, ich bin nicht Däubler, sondern Brahm s." Worauf die Same, keineswegs betroffen von Dem UmftanDe, einem längst Verstorbenen zu begegnen, einigermaßen enttäuscht in Die Worte ausbrach: „Ach, <5 i e finb Der Verfasser von Brahms Tierleben? — Wie interessant!" Fenstersturz. Die großen unD Die kleinen Sensationen Des Lebens bieten sich Dem Zeitungsmann auf Die verschiedenste Weise an. Nicht immer roirD es einem so bequem gemacht, wie es uns vor Jahren in Berlin aeschah; da lag eines Morgens ein Brief auf Dem Tisch mit Der geheimnisvollen (Einlabung: „Bitte seien Sie um 9.30 Uhr vor Dem Hause Unter Den ßinben Nummer 31 — Sie roerben Dort etwas sehen, was Sie noch nicht gesehen haben." Aller- yand versprochen. Blick auf die Uhr, Mantel an, Hut auf, UntergrunD, Autobus, Brandenburger Tor, Linden, Nummer 60, 52, 45, halt, raus! Fünf Minuten vor halb. Da ist 31. Gewöhnliches Mietshaus. Nichts zu sehen. Doch, gegenüber, auf Dem Fußweg, ein Grüppchen Menschen, Die offenbar nichts zu tun haben, ober auf etwas warten unD mehr oder minber unauffällig nach Dem Haus hinüber schauen. Ein paar Vorbeigehende bleiben natürlich auch stehen, obwohl keiner weiß, was eigentlich los ist, aber ehe es einen Straßenauflauf gibt und Der nächste Schutzmann aufmerksam roirD, ist es 9.30. UnD nun rollt sich innerhalb einer Minute, wie ein Ausschnitt aus einem Film, folgern Des BilD vor unseren Augen ab. Im ersten Stock Des Hauses Nummer 31 öffnet sich ein Fenster, eine junge schlanke Frau in einem hellgrünen Kleid erscheint im Zimmer, steigt aufs Fensterbrett, tritt hinaus aufs Gesims, schaut prüfend unter sich auf Den Bürgersteig, schon kommen in eiligem Lauf Drei Männer mit einem Handkarren um eine Seitenstraßenecke, laden unter Dem Fenster eine Matratze ab, Drei- oDer viermal so Dick wie eine gewöhnliche Bettmatratze, stellen sich Daneben, einer ruft „fertig!", Die Frau oben macht Kehrt, stößt sich kurz ab, fliegt, sich mehrfach überschlagend, Durch die Luft, lanDet auf Der Matratze, steigt hinunter, ver- schwinDet im nächsten Hauseingang, Die Drei Männer packen Die Matratze auf Den Karren, rollen sie eilig davon, fix um Die Ecke, weg... Vom Brandenburger Tor her nähert sich ein Schutzmann, aber Die Leute zerstreuen sich schon, ein paar Photoappa- rate roerDen verstaut, ein Filmoperateur nimmt fein Stativ auf Die Schulter, und im nächsten Augenblick ist vor Dem Hause Nummer 31 nichts mehr zu sehen. Uhrzeit: 9.33. — Der Brief, Den wir vorhin erhielten, trägt Den Absenderstempel „Scala". Die Scala ist eines Der beiDen größten Varietes von Berlin. Dort roirD Die junge Dame im grünen KleiD morgen abenD zum ersten Male auftreten... Notiz d om Schreiben. Hin unD wieder, aber nicht sehr oft, kommen Besucher in Die Sprechstunde, Die etwas anderes auf Dem Herzen haben als Die meisten Leute, Die so im Laufe Der Zeit bei uns in Der ReDaktion erscheinen: sie wollen keinen Gedenkartikel ablaDen, kein Bild unD nicht einmal ein GeDicht; sie wollen nicht wissen, wann Dieser oDer jener Aussatz in Der Zeitung geftanDen hat, und sie wollen uns auch nicht eine mehr oDer minder gründliche Berichtigung in Die HanD Drücken. Es sinD immer ganz junge Leute, ziemlich schüchtern unD sehr erwartungsvoll, obwohl es hier in unserem nüchternen Zimmer gar nichts BefonDeres zu sehen gibt. Sie haben etwas geschrieben und Das Geschriebene gleich mitgebracht. Das ist ja nun auf einer Schriftleitung nichts Merkwürdiges; Das MerkwürDige ijt vielmehr. Daß wir Das Geschriebene nicht etwa „in Die Zeitung rücken" j sollen, wie Die meisten Besucher begehren. SonDern wir sollen nur, falls wir jeit Dazu haben, das Ge» Ischriebene lesen und Dem Besucher unsere Meinung Darüber sagen. Was wir Davon hielten, ob es gut ober schlecht sei, ob sich lohne, weiter zu schreiben, unD wie es mit Dem Stil bestellt sei. Natürlich haben wir keine Zeit, im Gegenteil: die Arbeit türmt sich auf Dem Schreibtisch, unD es ist mal roieDer kein Ende abzusehen. Aber solche Besuche sinD nicht nur um Der Seltenheit willen etwas Be- sonDeres und Schönes, etwas, wofür man, bitte sehr, ganz einfach Zeit haben muß. Für diese jungen Besucher gibt es, sobald sie auf dem „Beichtstuhl" Platz genommen haben, immer die gleiche Vorfrage. Sie Dürfen wählen: ehrliche Meinung oDer paar unverbindliche Worte. UnD immer Die gleiche Antwort: unbeDingte, ja schonungslose Offenheit roirD geforDert. Nun ist uns beiden leichter. Zum Zwecke einer gewissenhaften Prüfung muß dann die Besprechung der Sache gewöhnlich vertagt werden, und beim zweiten Besuch entfpinnt sich oft ein sehr anregendes und vielfältig aufschlußreiches Gespräch. Wir nehmen Das Manuskript zur HanD unD sprechen es gemeinsam durch. Denn wir halten beiDe nichts von allgemeinen Redensarten unD wollen es so gründlich wie möglich machen. Die Arbeiten, Die einem Da gebracht werden, gleichen sich, so verschieben sie untereinanber sein mögen, alle barin, Daß sie „unsachlich" sinD in einem ganz bestimmten Sinn, — gefühlsbetont, ob es sich nun’ um GeDichte hanDelt, um eine Naturschilderung oDer um eine allgemeine Betrachtung. Wir sagen Dann unsere Meinung, ganz offen und ehrlich, unD empfehlen unfern jungen Besuchern folgenDes: wenn es Ihnen ernst ist mit Dem Schreiben, eine Sache Des Herzens, nicht bloß eine flüchtige Stimmung oDer Laune, vielmehr Leidenschaft unD Lebensnot- wenDigkeit, wenn Ihnen also an einem guten, klaren, anständigen Deutsch gelegen ist, Dann versuchen Sie einmal etwas ganz Sachliches, ganz Einfaches, ganz Nüchternes zu schreiben. Sie könnten ja vielleicht eine Blume in Der Vase schilDern, oDer ein Tier, oder ein Bild, Das Sie irgendwo gesehen haben; aber Sie würden Dann bewußt oDer unbewußt Doch sehr balD wieder mit ihrem Gefühl auf irgenDeine Weise beteiligt unD eben dadurch im Schreiben gehemmt sein. Schreiben ist schwer. UnD ein Schriftsteller ist', nach einem bekannten Worj, einer, Der nicht leichter, fonDern schwerer schreibt als Die andern. Die meisten von uns müssen roieDer sehen lernen. Erst Anschauung, Dann Gefühl. Erst Das AbbilD, Dann Das SinnbilD oDer die JDee. Nehmen Sie eine ganz alltägliche Sache, eine Streichholzschachtel — gibt es etwas Alltäglicheres? — unD beschreiben Sie Die, so vollkommen wie möglich, so klar wie möglich unD so kurz wie möglich — mit einem Wort so, daß jemand, der noch nie in seinem Leben eine Streichholzschachtel gesehen hätte, aus Ihrer Beschreibung eine erschöpfende Vorstellung davon bekäme. Wollen Sie es mal versuchen? Es ist nicht angenehm, aber lehrreich; und viel schwieriger, als es Ihnen jetzt vorkommt. Wenn Sie Den Mut unD Die Geduld haben, sich mit Der lächerlichen Schachtel zu befassen, werden Sie — vielleicht 1 — über kurz oder lang einmal ein gutes Gedicht schreiben, oder jedenfalls einen guten Aufsatz. — Auf Wiedersehen. Ihr Be> such hat uns übrigens mehr Freude gemacht, als Sie wahrscheinlich vermuten. Der gedeckte Tisch. In einer großen deutschen Stadt hat sich, wie man uns vor einiger Zeit erzählte, folgendes zu- getragen. In einer Straße, deren Name uns entfallen und in diesem Zusammenhang auch nicht wichtig ist, lebte seit langem ein älteres einsames Fräulein still für sich, ohne Verwandte, Bekannte, Freundinnen oder sonst irgendeinen Anhang, wie man fo Jagt. Zwei Zimmer im Dritten Stock eines kahlen Miethauses waren ihre Wohnung. Dieses einsame, ältere Fräulein ist nun eines Tages, ohne krank gewesen zu sein, so still unD unauffällig gestorben, wie sie all Die Jahre hinDurch gelebt hatte. UnD es würde mit keinem Wort von diesem Todesfall Notiz genommen worden sein, wenn man nicht fast gleichzeitig mit der Tatsache, daß die stille Hausbewohnerin nun nicht mehr am Leben war, noch etwas anderes entdeckt hätte: von Den beiDen Zimmern, Die ihr gehörten, war nämlich nur Das eine bewohnt, das an De re aber — offenbar feit sehr langer Zeit — nicht mehr betreten roorDen und fest verschlossen. Als man es geöffnet hatte, bot sich Den (EintretenDen ein Anblick, Der Die halblauten Ausrufe Der ersten Überraschung sogleich erstickte und Die fremDen Besucher in wortloser Bestürzung Den Raum verlassen hieß. Dennoch hatten sie in Dem sonst ganz gewöhnlichen und sehr einfachen Zimmer nichts gesehen als einen gedeckten Tisch: auf geblümter Decke zwei Tassen, zwei Teller, zwei Lösselchen, Kaffeekanne, Milchkännchen ... Teller unD Tassen waren unberührt, im Milchkännchen noch ein winziger Rest, wie wenn es vor langer, langer Zeit gefüllt roorDen sei; aber im Zuckerschälchen tagen etliche jener kleinen weißen Tabletten, Die man während Des Krieges als „Süßstoff" üerroenDete, unD Der armselige, runDe Kuchen, unangeschnitten in Der Mitte Des sauber geDetften Tisches, sah grau unD gleichsam versteinert aus und zerbröckelte bei leiser Berührung zu Staub. — Dieser Tisch war, wie sich später herausstellte, im letzten Kriegsjahr ärmlich-festlich gedeckt roorDen, vorbereitet vom kleinen Fräulein an ihrem Hochzeitstage zum ersten, stillen Liebesmahl zu zweien. Aber Der, für Den sie mit zärtlichen Händen, mit taufenD glückseligen Gedanken und Hoffnungen Tasse und Teller, Löffel und Kännchen zurechtgerückt hatte, war ein paar Stunden später schon nicht mehr am Leben. Als er die Verlobte zur Trauung abholen wollte, auf diesem Wege fiel ein dunkles und sinnlos-unbegreifliches Schicksal über ihn her und löschte ihn aus. Wir können uns nicht mehr besinnen, und es ist auch nicht wichtig zu wissen, ob es eine Fliegerbombe war, ein rasendes Auto, ober ein durchgehendes Pferd es löschte ihn aus. Dem kleinen Fräulein, das sie nun auch begraben haben, blieb, einsam in Trauer und Tränen, nichts als ein Ring, ein Bild, ein Bündelchen Briefe und ein gedeckter Tisch. i sein eigenes Enkelkind. Dann sagte er, der Alte öge im Vorzimmer warten. Am ganzen Leibe zii- an Geschichten aus aller Welt Die Zweifler werden von jene, die sich rühmen, etwas das rund in dem neu in bas BGB. einge- keitsa fügten § Um diesen Mißbräuchen mit Erfolg begegnen zu können, hat die Familienrechtsnooelle vom 23. November 1933 zunächst einen neuen Ehenichtig- die Athener Faschingszeit ihren Schlager; — verhaftete Kamel! (th) Ottawa. Zufall sprechen. Aber Dieb interessiert an: „Schämen Sie sich denn gar nicht? In Ihrem Alter! Wie alt sind Sie eigentlich?" — „Vorbestraft?" — Der Dieb bekreuzigte sich: „Um des Himmels willen! Wie kommen Sie darauf!" — „Na, spielen Sie hier nicht den Anfänger! Was haben Sie eiKntlich gestohlen?" — möge im Vorzimmer warten. Am ganzen r-eioe zitternd fragte dieser: „Bis mich die Polizei holt?" Er erhielt keine Antwort. Zwei Minuten später aber überreichte das Fräulein dem „Schutzhäftling" ein sauberes kleines Päckchen. Darin lagen die gestohlenen Sachen und ein Geldschein. Zehn Schilling, ein kleines Vermögen! Der Delinquent schwieg. — „Na, das werden mir gleich haben!" — Das Fräulein meldete, daß man bei dem Dieb zwei Baar Kindersocken und ein Kinderspielzeug gefunden hatte. Der Herr Generaldirektor wurde stutzig: „Für wen haben Sie das gestohlen?" — Tonlos erwiderte der alte Mann: „Für mein Enkelkind. Ich konnte nicht mehr mitansehen, wie das Kind friert. Es sollte wenigstens Strümpfe haben. Und endlich einmal ein kleines Spielzeug, das arme Würmchen. Mein Sohn ist im Krieg gefallen, meine Tochter wurde vor kurzem abgebaut und meine Pension ... Der Generaldirektor antwortete nichts. Er dachte , „ „ 1325a geschaffen und des weiteres auch das Verfahren für die Geltendmachung der Nichtigkeit einer Ehe und der sich daraus ergebenden Folgen Haltsanspruch gegen den Vater gibt lieber die Geltendmachung der Nichtigkeit sei hier, da Einzelheiten nur den Juristen interessieren, nur bemerkt, daß die auf § 1325a BGB. gestützte Nichtigkeitsklage nur von dem Staatsanwalt erhoben werden kann. Der Gesetzgeber war dabei von der Erwägung geleitet, daß durch die sittenwidrige Eheschließung in erster Linie die Allgemeinheit, der Staat verletzt ist, der Staat, der nach den ihn beherrschenden Ideen nicht dulden kann, daß geheiligte Einrichtungen seines Familienrechts zu unlauteren Machenschaften benutzt werden. Aus den gleichen Erwägungen müßte es auch ermöglicht werden — im Gegensatz zum bisher geltenden Recht —, auch noch nach dem Tode eines der Ehegatten oder nach der Scheidung der Ehe der verletzten Allgemeinheit Genugtuung zu verschaffen. Deshalb ist der Staatsanwaltschaft die Befugnis eingeräumt, die Nichtigkeit der Ehe im Wege einer gegen die Frau — nicht gegen den Mann — und nach ihrem Tode gegen die Kinder zu richtenden Feststellungsklage mit Wirkung gegen jedermann festellen zu laßen. Auch ist dafür Sorge getragen, daß die festgestellte Nichtigkeit der Ehe in den Standesamtsregistern gewahrt wird. Das Gesetz richtet sich auch gegen die vor feinem Inkrafttreten seit dem 8. November 1918 geschlossenen Namensehen. Jedoch muß alsdann die Klage von der Staatsanwaltschaft innerhalb 6 Monaten seit dem Inkrafttreten des Gesetzes erhoben werden. In Uebereinftimmung mit diesen die Namensehe treffenden Vorschriften ist der § 1754 BGB. über die Bestätigung der Annahme an Kindes Statt dahin abgeändert worden, daß die Bestätigung nicht nur — wie bisher — zu versagen ist, wenn ein gesetzliches Erfordernis der Annahme fehlt, sondern auch, wenn begründete Zweifel daran bestehen, daß durch die Annahme ein dem Eltern- und Kindesverhältnis entsprechendes Familienband hergestellt werden soll, oder wenn vom Standpunkt der Familie des Annehmenden oder im öffentlichen Interesse wichtige Gründe gegen die Herstellung eines Familienbandes zwischen den Vertragschließenden sprechen. Der Gesetzgeber geht gegen sittenwidrige Adoptionen noch strenger vor als gegen sittenwidrig geschlossene Ehen, indem er die gerichtliche Bestätigung der Annahmeverträge an strengere Voraussetzungen knüpft und damit den Abschluß sittenwidriger Vorträge zu verhindern sucht, während der Abschluß sittenwidriger Ehen regelmäßig kaum verhindert werden kann und die neuen Bestimmungen hier nur die nachträgliche NichtigkeitsfesUtellung bezwecken. Das Gericht kann die Bestätigung eines Annahmevertrages nur aus den in dem § 1754 BGB. in der neuen Fassung angeführten Gründen versagen, nicht etwa um deswillen, weil der Vertrag den Interessen eines der Vertragschließenden wider- fvricht. Diese Interessen können nur Berücksichtigung finden, wenn ein Vertragsteil der vormundschaftsgerichtlichen Genehmigung bedarf. Dann wird das Vormundschaftsgericht diese aber verfoaen. Nach den neuen Bestimmungen des § 1745 Abf. 2 Nr. 2 müssen di- Vertraaschsiekenden die Absicht haben, ein dem Eltern- und Kindesnerhältni--; ent- svrechendes Familienverbältnis herzustellen. Bestehen nur begründete Zweifel am Vorhandensein dieses Willens, so ist die Bestätigung zu nerfaaen. Bei der Adovtion Minderjähriger werden solche Zweifel z. D. schon dann nahefieaen. wenn der M>- deriährige nicht in den H^nqstund des Adrintieren- den aufgennmmen und dm-t Unieickalt und Erriedung erdnlten soll. Auch die G-wähnina eines Entnolts spricht aegen die gen. Absicht und wird regelmäßig tur Versagung der Bestätigung des Vertrages führen müssen. Denkbar sind anderseits Fälle, in denen eine sog. Namensadoption nicht fiftenmibriq ist, z. B. bann nickif, wenn sie bezweckt, da« Aussterben des Familiennamens des Annehmenben zu verbäten. Dabei ist jedoch immer Voraussetzung der Zulässigkeit, daß auch wirklich Familienbeziehungen unter den Vertragschließenden hergestellt werden sollen. Anlaß zu Bedenken geben in dieser Hinsicht Fälle, wie sie noch in neuester Zeit bekannt geworben sind in denen die Annahme au dem Zweck erfolat. nach (Ei*-- tritt des Erbfalls die Erbschaftssteuer gan* »der teilweise zu ersparen. Hier wird häufig nicht die Absicht bestehen, ein engeres Familiendand unter den Vertragsteilen zu begrünten, auch wenn Das Gesetz gegen Mißbrauch bei der Eheschließung und der Annahme an Kindes Statt vom 23. November 1933 Von Richard Schudt, Landgerichtsdirekior i. R. geregelt. Nach dem geltenden Recht (§ 1323 BGB.) war eine Ehe nur in den Fällen der Paragraphen 1324 bis 1328 BGB. nichtig, also wegen Nichtbeachtung der für die Eheschließung vorgeschriebenen wesentlichen Förmlichkeiten, wegen Geschäftsunfähigkeit usw. eines der Eheschließenden, wegen Doppelehe, wegen gewisser verwandtschaftlicher oder schwäger- schaftlicher Beziehungen der Eheschließenden zu einander und wegen vorausgegangener Scheidung der früheren Ehe des einenTeils wegen Ehebruchs mit dem andern Teil. Das BGB. war beherrscht von dem Grundsatz möglichster Aufrechterhaltung einer einmal geschlossenen Ehe. Nunmehr bestimmt § 1325a BGB.: „Eine Ehe ist nichtig, wenn sie ausschließlich oder vorwiegend zu dem Zwecke geschlossen wird, der Frau die Führung des Familiennamens des Mannes zu ermöglichen, ohne daß die eheliche Gemeinschaft begründet wird. Haben die Ehegatten nach der Eheschließung 5 Jahre ober, falls einer von ihnen vorher gestorben ist, bis zu seinem Tode, jedoch mindestens 3 Jahre, als Ehegatten miteinander gelebt, so ist die Ehe als von Anfang an gültig anzusehen. Diese Vorschrift findet keine Anwendung, wenn bei dem Ablauf der 5 Jahre oder zur Zeit des Todes des einen Ehegatten die Nichtigkeitsklage erhoben ist." Danach genügt also für die Nichtigkeit der Ehe künftig nicht, daß die Eheschließenden die eheliche Gemeinschaft nach Eingehung der Ehe nicht Herstellen; es muß hinzu kommen, daß die Ehe ausschließlich oder vorwiegend zu dem Zweck geschlossen ist, der Frau die Führung des Namens des Mannes zu ermöglichen. Wenn diese Absicht, und zwar für den Zeitpunkt der Eheschließung, nicht festgestellt werden kann oder nicht Vorgelegen hat, die Frau beispielsweise auf den Namen des Mannes kein Gewicht gelegt hat, die Pflicht, ihn zu führen, vielleicht sogar lästig empfunden hat, sie die Che etwa Kleine Ursache — große Wirkung. A. v. K. Belgrad. Einen Fehltritt, der nicht weniger als vierzehn Schwerverletzte innerhalb einer knappen Stunde forderte, hat sich ein Herr Atif Krivic geleistet. Einmußte diesen Fehltritt der Bonbonhändler Alija Fetahovic. Die Sache ereignete sich in der Ortschaft Kljuc in Jugoslawien. Man könnte geneigt fein, einen Akt balkanischer Blutrache zu vermuten. Weit gefehlt! Der Fehltritt, um den es sich hier handelt, ist ganz wörtlich zu verstehen: Atif trat Alija auf den Fuß. Nicht böswillig, sondern aus Versehen. Alija leidet aber an rheumatischen Schmerzen. Und außerdem ist er ein temperamentvoller Sohn der Balkaninsel, der sich auch schmerzhafte Versehen nicht widerspruchslos gefallen lassen will. Im Gegenteil! Er rächt es an Ort und Stelle. Auch dann, wenn sich der bedauerliche Vorfall in der Kirche ereignet. In Ermangelung anderer Waffen tat es Alija mit seinem Spazierstock. Der Hodscha (Priester) aber stand auf dem Standpunkt, daß die Angelegenheit ihn zwar nichts angehe, daß sie aber auch nicht gerade in das Gotteshaus gehöre. Er griff persönlich ein, indem er die beiden Kampfhähne eigenhändig hinauskomplimentierte. Vor der Moschee setzten Atif und Alija ihren Kampf fort. Das aber wurde verhängnisvoll. Denn es ergriffen in wenigen Minuten sämtliche Mitglieder von zehn Familien, Männlein und Weiblein — wie auch nicht anders zu erwarten' — Partei. Es ging los mit Stöcken, Messern und sonstigen Gebrauchsgegenständen „täglichen Bedarfs". Die zwischendurch von einem „Verräter" alarmierte Gendarmerie kam bald hinzu. Aber vierzehn Schwer- verwundete hatte die Fehltritt-Schlacht bis dahin bereits gefordert. Die Polizisten hatten leichte Arbeit: Die Hauptbeteiligten hatten sich bei ihrer Ankunft schon davongemacht. Polizeigefangener: ein Kamel. C. R. 211 f) e n. So steht es schwarz auf weiß in der Athener Zeitung: „Ein Kamel wurde heute in den Straßen Athens verhaftet und in Begleitung eines Polizisten zur Polizeidirektion gebracht." Was mag nur die Polizeidirektion beim Erscheinen des Kamels in den Amtsräumen gesagt, und was mag das arretierte Kamel verbrochen haben? — Es hat in einer für Kamele verbotenen Straße „getanzt!" Neues Erstaunen! Seit wann tanzen Kamele? Auch der Athener Zeitung, die diese sensationelle Meldung brachte, kam die Sache offenbar nicht geheuer vor. Sie ging der Sache nach und ermittelte, haß das verhaftete gar kein „richtiges" Kamel war, kein Vierbeiner, sondern ein „Karnevalskamel", das heißt ein Vierbeiner, in dem aber zwei Zweibeiner steckten und das durch seine tollen Sprünge die Athener in der Faschingszeit erfreute und unter ohrenbetäubender Musik die unglaublichsten Bewegungen und Verenkungen zeigte, während seine „Treiber" diesen Kunstgenuß durch das staunende Publikum in klingende Münze umsetzen ließen. Und so hatte Die geldgierige Maus. (int.) Prag. Schon feit längerer Zeit war der Vorsteher des Bahnhofs der Stadt Kolin in höchster Aufregung, denn beinahe täglich verschwand aus einer von ihm verwalteten Kasse Geld. Einmal höhere, manchmal kleinere Beträge, es hörte nicht auf. Der unglückliche Beamte sah sich schon im Mittelpunkt einer Korruptionsaffäre und vor hochnotpeinliche Untersuchung gestellt, weil es ihm nicht gelingen sollte, den Dieb zu ertappen. Eines Nachts aber hörte ein Beamter plötzlich ein Geräusch in dem Schubfach, das die Kasse enthielt. Er riß die Schublade blitzschnell auf und erspähte gerade noch--eine Maus, die mit einem Zwanzigkronenschein zwischen den Zähnen durch ein Loch in der Rückwand der Geldschublade verschwand. Und als man der Sache auf die Spur ging, entdeckte man einen kleinen Schatz, bestehend aus Banknoten in verschiedener Höhe, den die diebische Maus nach und nach verschleppt hatte. Zwei Söckchen und ein Spielzeug. k Wien. letzten kriegerischen Vergangenheit an. Große Kasernen, Verwaltungsgebäude, ein gutes Hotel, ein ausgedehntes Krankenhaus, eine neue Kirche, zeigen die Bedeutung dieses Platzes, der aber offenbar doch noch eine wohlüberlegten militärischen Sicherung bedarf. Jeder Eingeborene ist angehalten, jeden Europäer, der auch nur entfernt militärisch aussieht, zu grüßen. Zum Aufzug und zur Nieder- holung der Flagae hat jeder stillstehend die Hand zum römischen Gruß zu erheben. Weiter im Innern kommen wir in Tagiura gerade zu einem feierlichen Empfang für Marschall B a - d o g l i o zurecht, der feine Abschiedsbesuche macht. Araherscheichs auf ihren mit kostbarem silbernen Zaumzeug geschmückten Hengsten vollführen Kunststücke, während eine Musikkapelle eine sich immer wieder zu den höchsten Tönen steigernde, durch dumpfen Gongschlag begleitete Melodie spielt. - Der Höhepunkt aber aller Fahrten kreuz und quer durch Tripolitanien, nicht nur wörtlich genommen, ist das 800 Meter hoch gelegene (Sarian. Eine prächtige Kunststraße führt in Serpentinen auf die Hochfläche. Stundenlang sieht man keinen Menschen, keine Ansiedlung. Die Menschen sind buchstäblich vom Erdboden verschwunden. Sie hausen in tiefen, künstlich ausgeschachteten Löchern, die in den Seitenwänden Kammern haben, Troglodyten- Nester, die ein Fremder eigentlich kaum zu Gesicht bekommt, weil die Mohammedaner eifersüchtig die Heiligkeit ihres Heimes bewachen. Und von hier führt der Weg in Abfall der Hochfläche über Mizda hinein in die Sandwüste, in das Geheimnis der Sahara... wanenstraßen das Volk tief aus dem Innern in langen Tagereijen herbeiströmt, um manchmal nur auf' wenige Pfennige zu bewertende Produkte an den Mann zu bringen. Zauberer und Tänzer in grotesken Masken dazwischen, die viel Zulauf finden. In Homs find wir wieder in zivilisierter Umgebung. »Hier ist am Strand ein Hotel errichtet, das allermodernste Architektur zeigt. Wenn diese neue Sachlichkeit mit flachem Dach, weit ausholenden überdeckten Veranden, Stahlgestänge und Glas, viel Glas, irgendwo hineinpaßt, dann hier in diese Gegend, in der sie doch auf den ersten Blick umso grotesker wirkt, als in unmittelbarer Nachbarschaft sich jenes berühmte römische Trümmerfeld von Leptis Magna befindet, das in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat und das selbst Pompeji fast in den Schatten stellt. Die Italiener haben aus Den prachtvoll erhaltenen Ueberresten dieser ehemaligen Hauptstadt des römischen Lybiens, des Geburtsortes des Kaisers Septimus Severus, ein wahres Freilichtmuseum 'gemacht. Was diese Ruinen von Leptis Magna erzählen, ist ein Traum von Pracht und Größe. Das Kaiserforum, die heute noch hochragende Basilika, das Gerichtsgebäude und vor allem die Thermen mit einem Heißwasserschwimmbad und fäulengetragenen großen Atrium geben einen so eindrucksvollen Begriff von der einstigen Schönheit dieser Stadt, daß man glauben könnte, die Römer hätten in ihren Kolonialgebieten bewußt größere und schönere Bauten geschaffen als vielleicht mit Ausnahme von Rom, in der eigenen Heimat. In Misurata atmet uns noch ein Hauch der jv.tv, v.v von der Tierseele zu stehen, bleiben dabei, daß das alte Pferd den Tod Diese Novelle zu dem Familienrecht des Bürger« lichen Gesetzbuchs (BGB.) richtet sich gegen Mißbräuche der letzten Jahrzehnte, namentlich der Nachkriegszeit, auf dem Gebiete des Eherechts und der Kindesannahme, die sog. Namensgeschäfte und Adelskäufe, gegen Rechtsgeschäfte, bei denen es dem einen Teil auf das Geld, dem anderen „auf Befriedigung der Eitelkeit- oder die Verdeckung dunkler Geschäfte" ankam. Der Grund für die Zunahme solcher sittenwidriger Rechtsgeschäfte liegt einmal in dem allgemeinen moralischen Niedergang in unserem Volk in jener Zeit und vornehmlich auch in der durch die Weimarer Verfassung veränderten Bedeutung des Adelsbegriffs. Der Adel, der früher nur durch Ehe oder eheliche Geburt, nicht aber durch Legitimation ober Annahme an Kindes Statt übertragen werden konnte, bildet heute einen Bestandteil des Familiennamens und geht mit dem Namen ohne weiteres auf den angenommenen über. Die Fälle sog. Namensgeschäfte und 2ldelskäufe sind offenbar sehr viel häufiger, als der breiten Masse des Volkes bekannt geworden ist. Jedem mit den Verhältnissen Vertrauten sind Fälle bekannt, in denen verarmte, haltlos gewordene Adlige, aber auch Mitglieder angesehener Bürgerhäuser zweifelhafte Frauenspersonen geheiratet und dabei mit ihnen vereinbart haben baß ein Zusammenleben überhaupt nicht ober nur für ganz kurze Zeit stattsinben unb baß fobalb als möglich bie Ehe- scheibung herbeigeführt werben sollte. Anbere Träger alter Namen haben reiche Leute, oft Mgleich mit Frau und Kind, an Kindes Statt angenommen; auch hier in der Absicht, ein Familienband nicht zu begründen Die Vertragschließenden sind vielmehr gleich nach der Adoption wieder auseinanbergegan» gen, ohne sich weiter um einanber zu kümmern. In zahlreichen Fällen hat dieselbe Person in dieser Weise ihren Namen mehrmals verkauft. Diese schamlosen und sittenwidrigen Rechtsgeschäfte wurden ermöglicht durch die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen und ihre Anwendung in der Praxis, wobei betont werden muß, daß es den Gerichten, namentlich im Falle regelmäßigen Wohnungswechsels der Beteiligten, häufig gar nicht möglich war, die sittenwidrigen Absichten der handelnden Personen zu erkennen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Eine Kirschenplantage zu gewinnen! (an) Sidney. In der Nähe von Poung in Neusüdwales in Australien liegt eine der größten Obstplantagen der Welt, deren Besitzer Mr. Baldo Cunich ist, der vor vierzig Jahren seinen heute so imposanten Betrieb mit nur 29 Morgen Land aufzog. Heute bedecken allein seine Kirschenplantagen weit über 200 Morgen und feine Weintraubenzucht z. B. liefert jährlich fast 1800 Zentner Trauben. Augenblicklich fiepen etwa 20 000 Kirschbäume auf feiner Plantage. Da aber unter der Weltwirtschaftskrise auch der Obsthandel erheblich leidet, hat Cunich in englischen und australischen Zeitungen ein geradezu sensationelles Reklameangebot veröffentlicht. Er erklärt, demjenigen seine riesige Kirschenpflanzung vermachen zu wollen, der imstande sei, hintereinander von jedem feiner Kirschbäume nur eine einzige Kirsche au essen. Da auf ein Pfund Kirschen durchschnittlich hundert Früchte gehen, müßte derjenige, Der sich auf diese appetitliche Weise in den Besitz von Mister Cunichs Eigentum bringen wollte, nicht weniger als 200 Pfund Kirschen hintereinander vertilgen. Und das bekommt wohl der stärkste Mann nicht fertig ... Pferdetreue bis ins Grab. nur eingegangen hat, um für die Zukunft oerforgt ,u sein, jo ist eine solche Ehe, auch wenn die Gatten darüber einig waren, eine eheliche Gemeinschaft nicht au begründen, auch künftighin gültig. Anders liegen die Verhältnisse bann, wenn es ber Frau in erster Linie oorwiegenb darauf ankam, den Namen des Mannes, etwa eines adligen zu erwerben, sie die Ehe aber auch noch aus anderen Gründen ein- geht und aus diesen heraus selbst die Wohnung des Mannes bezieht, ohne jedoch mit ihm bie eheliche Gemeinschaft aufzunehmen. . Der Mangel bes Gemeinschaftswillens macht eine (Ebe nur nichtig, wenn er bei b e i b e n Eheschlie- fienben besteht. Di- fog. Zeit - ober Prob- — ober Kamerabschasts-H- sollt nicht unter § 1325a, wenngleich ouch hier bie Absicht, ein- eheliche, d. h. bauernbe Gemeinschaft zu begründen, fehlt, weil hier bie Namensübertragung nicht ber ausschließliche ober wenigstens vorwiegenbe Zweck ber Eheschließung ist, vielmehr ber Wunsch nach bem Zusammenleben. Zu ber nach Abs. 2 bes § 1325a gegebenen Möglichkeit ber Heilung ber Nichtigkeit einer Oje fei nur bemerkt, baß selbstoerstänblich burch ben Fristablauf nur die Nichtigkeit ber Namensehe geheilt wirb, bie Nichtigkeit der Ehe aus anderen Gründen, z. B. wegen Bigamie, aber bestehen bleibt. Eine Ehe, bie unter Verstoß gegen § 1325a BGB. geschlossen wird, ist von Anfang an nichtig, em etwa für den Abschluß von einem Teil gegebenes Entgelt kann mitRü'sicht auf Z817BGB.nicht zuruck- geforbert werben. Die Ehegatten können, ba ihre Ehe als nicht geschlossen gilt, auch die Eheschließung jederzeit rechtswirksam wiederholen, sobald sie entschlossen sind, künftig in ehelicher Gemeinschaft zu leben. v „ Besonders hervorzuheben ist, daß durch bie Novelle in einem neuen Abs. 3 zu § 1699 BGB. bestimmt ist, daß Kinder aus einer nach § 1325a nichtigen Ehe nicht als ehelich gelten. Solche Kinder — sie werden nicht allzu häufig sein, können aber Vorkommen — sind damit schlechter gestellt als die Kinder aus Ehen, die aus anderen Gründen nichtig sind, da nach § 1699 Abs. 1 BGB. sonst Kinder aus nichtigen Ehen als ehelich gelten, sofern nicht beide Ehegatten die Nichtigkeit ber Ehe bei ber Eheschließung gekannt haben. Im Falle ber Nichtigkeit einer Ehe wegen Formmangels gelten die Kinder, falls die Heirat im Heiratsregister eingetragen ist, zunächst auch als ehelich. Einen Ausgleich für diese strengere Behandlung der Kinder aus einer nach § 1325a nichtigen Ehe bringt bie Bestimmung in Ar. I Nr. 3 ber Novelle, die den § 1703 BGB. auf sie anwendbar erklärt unb ihnen damit einen Unter- In einem großen Wiener Warenhaus gibt es für besonders geschickte Verkäufer Sonderprämien. Nicht etwa für die, die den größten Absatz erreichen, sondern für diejenigen, denen es gelingt, Diebe auf frischer Tat zu ertappen. Da gibt es stets drei Schilling in bar. Eine besonders tüchtige junge Dame der Wäscheabteilung holte sich im Laufe eines einzigen Jahres genau 178mal bie Belohnung. Die , , . „ Kleine oerbiente also bie ansehnliche Summe von bes Herrn fühlte unb deshalb wenige Tage nach 1534 Schilling als Privatdetektivin. diesem starb. | Dieser Tage konnte das kleine Fräulein ihren 179. „Brock" hieß das Roß, bas ben alten General Dieb fassen. Einen alten Herrn, zittrig unb gebrech- Sir Arthur Currie, ben ehemaligen Chefkomman-1 uch. Man sah bem Alten an seiner Kleibuna an, beur ber kanabischen Streitkräfte, stolz burch den daß er früher einmal bessere Tage gesehen haben Krieg getragen hatte. Nach dem Kriege bekam ! mußte. Er wurde leichenblaß bei seiner Verhaftung „Brock" das Gnadenbrot. Der General hatte es auf j und ließ sich völlig gebrochen in bas Büro bes Di- bie Farm feines Arabers geschickt, wo es gut ver-1 rettors führen. Dieser, selbst ein alter Herr, sah ben pflegt würbe. Als Currie starb, war „Brock" schon - - — — -' *• zu alt, um an bem Begräbnis bes Generals teilzunehmen. Das Tier hätte die Reise nach Montreal wohl nickt überlebt. So bestand eigentlich feit Jahren keine Verbindung mehr zwischen dem General und „Brock". Aber seit Der Sterbestunde des Generals fraß das Pferd kaum noch etwas. „Brock" wurde zusehends schwächer; er trauerte ganz offensichtlich seinem Herrn nach. Und eines Morgens, acht Tage nach dem Tode des Generals, war auch das alte treue Tier gestorben. Razzia auf Hähne. (im.) Brüssel. Eine blutige Rauferei in ber belgischen Stabt Menin, bei der ein Mann erschossen und zwei schwer verletzt wurden, hat der Behörde Anlaß zu einer Razzia gegeben, die sich von anderen politischen Razzien dadurch unterscheidet, daß sie sich nicht gegen die menschliche Unterwelt, sondern gegen — Federvieh richtete. Beim Verhör der an dem Rauf- Handel Schuldigen stellte sich nämlich heraus, daß sie samt und sonders einem heimlichen Hahnenkampf zugesehen, am Toto viel Geld gewonnen und diesen Anlaß bann zum Trinken riesiger Alkoholmengen benutzt hatten. Da Hähnenkämpfe in Belgien aber verbotene Vergnügungen sind, bot bie Polizei ihre Mannen auf, um in ben Gehöften nach ben gefieberten Kämpfern zu pirschen. Es gelang auch, vier Kampf» Hähne zu finben, bereu Herren nun schwere richterliche Strafen zu gewärtigen haben. Der Schönheitsfehler. D. Haarlem. In ben Straßen Haarlems sah man vor einigen Tagen einen Mann betteln, ber großes Mitleib erregte, besonbers beswegen, weil ein mächtiger Buckel feine sonst stattliche Gestalt verunzierte. Seine Klei- bung war sehr schäbig unb bie Bewegungen feiner Arme, wahrscheinlich gehinbert burch ben mißgestalteten Rücken, waren mehr als hilflos. Es war kein Wunber, baß bie mitleibigen Haarlemer bem Bettler so manches Zehn-Centstück in bie Hanb brückten. Er schien sich in ber Stabt recht wohl zu fühlen, bettelte fort unb fort, ohne baran zu benfen, weiter seines Weges zu ziehen. Eines Tages aber sollte seinem Glück ein jähes Enbe unb ben Haarlemer Bürgern eine Ueberraschung bereitet werben; benn ber Bettler würbe von einem Polizisten kurzer- hanb festgenommen und auf bie Wache geführt. Zwar setzten sich bie Bürger für ben armen Menschen ein, unb er selbst bat flehentlich, ihm bie Freiheit zu lassen; es half ihm nichts. Auf ber Wache begann bie Untersuchung. Die Papiere bes Mannes, soweit sie eben vorhanden waren, zeigten bei genauer Durchsicht allerhanb Unstimmigkeiten mit seiner vorherigen Aussage.Das Merkwürbigste aber bei ber ganzen Geschichte war bie folgenbe Prüfung bes riesigen Buckels. Die Polizisten begannen nämlich, ben Buckel „fortzuzaubern". Ein Packen von Stoffen aller Art kam zutage unb wurde ausein- anbergeroicfelt, bis man zuletzt auf einen gefüllten Strickstrumpf stieß. Dieser Strumpf aber barg ein schönes Süwmchev holländischer Gulden. sie schon in verwandtschaftlichen Beziehungen zu einander stehen. Um eine Gewähr dafür zu schaffen, daß sittenwidrige Verträge verhindert werden, ist angeordnet, daß die obere Verwaltungsbehörde vor der Bestätigung zu hören ist, und es ist ihr auch das Recht verliehen, den Bestätigungsbeschluß anzufechten. Besonders weitgehend ist die Bestimmung, daß die Bestätigung zu versagen ist, wenn die Interessen der Familie des Annehmenden oder öffentliche Interessen durch die Adoption verletzt werden. Dar- au? folgt, daß die Interessen der Vertragschließenden selbst, insbesondere das Wohl des Anzunehmenden, für sich allein — im letzteren Falle von der obenerwähnten Annahme Bevormundeter abgesehen — die Versagung der Bestätigung nicht rechtfertigen. Auch hier können in der Zeit vom 9. November 1918 bis zum Inkrafttreten des Gesetzes bestätigte sittenwidrige Adoptionen der Rechtswirksamkeit entkleidet werden. Das Nähere hierüber interessiert hier nicht. von Kanada und USA. vertreten durch die „Saskatoon Quäkers" und die „USA.-Rangers", nochmals die Schläger kreuzen. * 26 Nationen wurden zum Internationalen Reitturnier in Aachen eingeladen, das vom 23. Juni bis 1. Juli stattfindet und als Höhepunkt wieder den Kampf um den „Hindenburg-Pokal" bringt. * Auf der Riessersee-Bobbahn wurden am S.A-fport Hörnsheim I. — Lützellinden L Am Sonntag kommt das Protestspiel der beiden Ergebnis erwarten dürfen. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. 1. Df7-a7! (droht Tb6—b5). Ke4Xd5. 2. Da7 am 1. 1 1 1. 1 1 TV. Garbenleich — 1. Komp. Inf. Reg. 15. Nach längerer Spielpause hat sich der Turnverein burgs Vorstadt, anzutreten. Das bedeutet keinen leichten Gang für die Grünweißen. Ockershausen ist w i tz (Hanau). ' , Vor diesem Spiel tragen die Reservemannschaften von Watzenborn-Steinberg und Lollar das fällige Punktspiel aus. Spiele der unkeren Mannschaften. Schach-Ecke. Bearbeitet von Otto Denkner. Problem Rr.362. Von Fritz Müller, Fürth. Weiß 10 Steine: Kd7; Df5; Tb3; Th4; Lgl; Ldl; Sa2; Sg2; Bb5, d6. Schwarz 9 Steine: Kc4; Dg4; Tb6; Lf3; Lc5; Sb2; Sh8; Bc6, b7. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Partie 7!r. 254. Aus dem Turnier um die Rhsinmeisterschaft in Wiesbaden. Weiß: Bogardts, Köln a. Rh. Schwarz: H u s s o n g, Mannheim. Handball im Gau XII der OT. Lang-Göns I — Wohnbach I. 1. d2—d4, d7—d5. 2. c2—c4, e7—e6. 3. Sbl—c3, c7—c5. (Die Tarrasch-Verteidigung! Sie ist keine Verteidigung im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern ein sofortiger Gegenangriff. Allerdings ist der Zug c7—c5 etwas verfrüht und bringt den Schwarzen bei richtigem Spiel in eine schwierige Lage, da er sich dann während der ganzen Partie mit dem Problem des isolierten Damenbauern be- 1 fassen muß und keine anderen Vorteile dafür hat. Theoretisch besteht die Möglichkeit, daß Schwarz bei gutem Spiel Ausgleich erreicht. Aus den modernen Meisterturnieren ist jedoch die Tarrasch-Verteidigung wegen der praktischen Schwierigkeiten fast vollständig verschwunden.) 4. e2—e3. (Zu vorsichtig und zurückhaltend gespielt. Dieser Zug führt nur zum Ausgleich. Bessere Fortsetzungen sind: I. 4. c4 Xd5, die konsequenteste Spielweise! 4. ..., e6Xd5. 5. Sgl—f3, Sb8—c6. 6. g2—g3!, Sg8—f6. 7. Lei —g2, Lf8—e7 8. 0—0, 0—0. 9. d4Xc5, Le7Xc5. 10. Sc3—a4! Dies ist die stärkste Fortsetzung für stellt Schwarz vor schwierige Verteidigungsaufgaben. II. 4. Sgl—13, Weiß versucht hiermit, Schwarz in eine ungünstige Variante zu locken. 4. ..., c5Xd4. Richtig ist: Sg8-f6! 5. Sf3Xd4, e6—e5. 6. Sd4—b5, d5—d4. 7. Sc3—d5, SbS—a6. 8. e2—e4!, Sg8—f6. 9. Ddl—a4, Lc8-d7. 10. Lei—g5, Lf8—e7. 11. Lg5 Der Siegeszug der Bad-Nauheiiper war bisher nicht aufzuhalten. Es ist sehr fraglich, ob es den Blauweißen gelingen wird, sich zu behaupten. Bad- ben, Nauheim hat den besseren Sturm. Die Spielvereinigung tritt voraussichtlich in der bekannten Aufstellung an. Lediglich für Koch wird wieder Luft ' „ ,-----,-,r------ ------- Mitwirken; vielleicht muß auch Schlarb ersetzt wer- Mannschaften im TV. Allendorf/Lahn zum Aus- den. Für die 1900er bedeutet das Spiel die härteste trag. Wer den Sieger stellen wird, kann im Voraus Kraftprobe der Runde. Man sollte ein ehrenvolles, nicht gesagt werden. Die 2. Mannschaft der Spielvereinigung hat im Verbandsspiel die 1. Mannschaft von Naunheim zu Gast. Die Gäste stellen einen harten Gegner dar. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. Die 3. fährt nach Hausen und spielt dort gegen die 1. Mannschaft des noch jungen Sportvereins „Ad- lcr". Der Sieg sollte hen Gießenern nicht zu nehmen sein. Die 3. Mannschaft des VfB. bestreitet in Bieber gegen die dortige 1. Elf ein Verbandsspiel. Man erwartet einen Sieg der Grünweißen. Problem TU. 361. Von E. Ferber, Forbach. Weiß 7 Steine: Kbl; Dd5; Td7; Sg2; Bc2,h4,h6. Schwarz 7 Steine: Kh3; Lei; Lg6; Bb2, g3, Donnerstag die Klubmeisterschaften des Sportclubs Riessersee im Zweier- und Viererbob abgewickelt. In beiden Wettbewerben war Weltmeister Kilian nicht zu schlagen. Er siegte im Viererbob mit Bob „Olympia" in 2:48:22 Min. für zwei Fahrten und gewann die Zweiermeisterschaft in 1:29:88. Eiskunstlauf-Ouett Schäfer-Baier in Stockholm. Stockholm ist am bevorstehenden Wochenende der Schauplatz der Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen für Herren. Der Titelhalter Karl Schäfer- Wien wird sich hier in erster Linie mit dem deutschen Meister Ernst Baier- Berlin auseinanderzusetzen haben, der zu beweisen haben wird, ob und in welcher Beziehung er hinter dem Oesterreicher noch zurücksteht. Auftakt aur 11. Winterfahrt Garmisch-Partenkirchen. Die 11 Winterfahrt Garmisch-Partenkirchen wurde mit der Deutschlandfahrt eingeleitet. Die Teilnehmer hatten auf ihrer Fahrt nach Garmisch durch Nebel und Eisbildungen größte Schwierigkeiten zu überwinden. Bei den-Motorrädern kamen überhaupt nur drei Teilnehmer rechtzeitig ins Ziel. Es waren dies die in Coetyen gestarteten Jnsterburger Rudolf Lei- p o l d und Kurt Rinn und der Münchener Josef Linner, die alle drei 628 Luftkilometer zurückgelegt haben und je 120 Punkte erhielten. Bei den Wagen passierten von 31 gestarteten Fahrzeugen 21 rechtzeitig das Ziel, von ihnen steht der Berliner Bernet auf Wanderer mit 1503 Kilometer und 524,16 Punkten am besten. Sportv. Heuchelheim I — Spielogg. Leihgestern I. Die diesjährigen Verbandsspiele der Kreis- klasse I gehen dem Ende entgegen. Die erste Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim hat während dieser Serie sehr gut abgeschnitten und sämtliche Spiele überzeugend gewinnen können. Heuchelheim führt die Tabelle mir 18:0 Punkten an. Am morgigen Sonntag ist die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern in Heuchelheim zu Gast. Auch diese beiden Punkte dürften den Einheimischen ziemlich sicher sein. Der Gegner darf aber nicht unterschätzt werden. Leihgestern hat bei den letzten Treffen keine glückliche Rolle gespielt. Vorher spielt die 2. Mannschaft gegen die 1. Elf von Waldgirmes. Heuchelheim müßte den Kampf für sich entscheiden können. Außerdem spielt die erste Jugend Heuchelheims gegen die gleiche von 1900 Gießen. «. Große deutsche Erfolge bei den FZG-Rennen in St. Moritz. ..., Dc2—cl. 2. Sd5—f6+, usw. ..., Lei—c2 2. Sd5—f6+, usw. ..., Lei—f2, oder g3, h4. 2. Sd5—c3+ usw. ..., Sg2—f4 oder h4. 2. Tb6—e6+, usw. ..., f5—f4. 2. Da7—g7, usw. Lösung des Problems Tlx. 360. Von A. F. Arguelles. Sg3-f5! Können aufbieten müssen, >wenn sie ehrenvoll bestehen wollen. Kurze Sportnotizen. Eine Weltmeisterschafts-Revanche im Eishockey hat sich München gesichert. Dort werden am 28. Februar und 1. März die Mannschaften Der Fußball des Sonntags. Das Fußballprogramm des Sonntags sieht in der Bezirksklasse — wie schon kurz berichtet — vier Begegnungen vor. Es begegnen sich Spielvereinigung 1900 und Bad-Nauheim, Ockershausen und VfB. Gießen, Watzenborn-Steinberg und VfR. Butzbach, sowie Germania Marburg und Sportverein Wetzlar. Im Vordergrund steht das Spiel 1900 — Bad-Nauheim. Die „Fis"-Skirennen in St. Moritz wurden ____ Freitag mit dem Slalomlauf der Damen fortgesetzt. Der Tag brachte einen großen Triumph für den deutschen Wintersport. Christi Crantz- Freiburg und Lisa Resch-Partenkirchen belegten nicht nur im Slalomlauf, sondern damit auch in der Kombination für die Europameisterschaft (Abfahrtsund Slalomlauf) die beiden ersten Plätze. Schließlich sicherten uns unsere tüchtigen Vertreterinnen auch Xf6, g7Xf6. 12. b2—b4, usw. zugunsten von Weiß, noch den ersten Platz in der Länder wer-Nach „Collijns Lärobok".) 4. ..., Sg8—f6. 5. Sgl tung vor Schweiz, England und Italien. I—f3, Sb8—c6. (Nunmehr ist die Normalstellung des Damengambits entstanden. Die Stellungen find ausgeglichen. Beide Spieler könnten mit symmetrischer Entwicklung fortfahren: z. B. 6. Lfl—d3, Lf8—d6. 7. 0—0 0—0. 8. b2—b3, b7—b6. 9. Lei—b2, Lc8 —b7. 10. Ddl—e2, Dd8—e7, nebst Entwicklung der Türme.) 6. c4Xd5, e6Xd5. 7. Lfl—b5. (Dieser Zug ist zu tadeln, da er zu schweren Tempoverlusten führt und schließlich Weiß in Nachteil bringt. Lfl—e2 mußte geschehen.) 7 ..., Lc8—d7. 8. d4Xc5. (Dieser Abtausch entwickelt nur den Schwarzen, ohne daß Weiß in der Lage ist, die Isolierung des schwarzen Damenbauern auszunutzen.) 8. ..., Lf8Xc5. 9. 0—0, a7—a6. 10. Lb5—a4. (Hier sollte Weiß mit 10. Lb5—e2 seinen 7. Zug korrigieren.) 10. ..., b7—b5. 11. La4—b3, Ld7—e6. 12. Ddl—e2, b5—b4. 13. Sc3—a4, Lc5—d6. 14. Lei —d2, Sc6—a5. 15. Lb3—c2, Sa5—c4. (Schwarz hat den 7. Zug von Weiß gut ausgenutzt und ist auf dem Damenflügel mit Tempogewinn und ohne Nachteile zum Angriff übergegangen; er steht nunmehr dort sowie im Zentrum völlig überlegen. Die erzwungenen Läuferrückzüge hinderten Weiß an einer wirksamen Gegenaktion. Man beachte die Wanderung des schwarzen Damenspringers zum Zentralfeld e5.) 16. Ld2—el. (Weiß ist bereits nicht mehr in der Lage, den drohenden Königsangriff zu parieren. Z. B. 16. b2—b3, Sc4—e5. 17. Sf3Xe5, erzwungen! 17. ...» LdXe5. 18. Tal—cl, Le5Xh2+ und gewinnt. Auf den die Königsstellung schwächenden Zug h2—H3 kann er sich ebenfalls nicht einlassen.) 16. ..., Ld7—g4. 17. h2—h3, Lg4—h5. 18. Lc2—d3, Sc4—e5. 19. Ld3Xa6? (Allerdings stehen dem Weißen keine besseren Züge mehr zur Verfügung.) 19. ..., Se5Xf3+. 20. g2Xf3, Ta8Xa6! 21. De2Xa6, Lh5Xf3. 22. LelXb4, Ld6Xb4. 23. Da6—b5+, Sf6—d7. Weiß gibt auf, da nun 24. ..., Dd8—g54- entscheidet. Eine lehrreiche Partie, die wieder beweist, daß frühzeitige und gewagte Gegenangriffe bei nicht richtiger Widerlegung zu schnellen und wundervollen Erfolgen führen können. Lösung des Problems Rr. 359. Von L. V ete sni k. Ockershausen — VfB. Gießen. , , ...... » LD°.d» BfS. bat in Ota^ufen, in Mar- Die beiden Mannschaften, die sich morgen in Lang- Göns gegenüberstehen, kennen sich schon aus manchem Kampf. In den bisherigen Spielen hatten meist die Gastgeber ein kleines Plus. Die Gäste stellen jedoch einen spielstarken Gegner dar. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorauszusagen. Ruttershausen I. — Wißmar I. Durch den Punktgleichstand der beiden Mannschaften ist ein Entscheidungsspiel notwendig geworden, das am Sonntag in Lollar ausgetragen wird. bekanntlich auf dem eigenen Platz sehr schwer zu schlagen. Der Ausgang des Spieles ist völlig offen.! Die VfBer haben sich in der letzten Zeit recht stabil gezeigt und wenn auch die Leistungen im Sturm nicht voll befriedigen, so läßt der Geist, der in der Mannschaft herrscht, einige Hoffnungen zu. Die Mannschaft tritt mit Ausnahme von Fenster, an dessen Stelle Haupt tritt, in der Aufstellung des Vorsonntags an. „3<£. Teutonia" Watzenborn-Steinberg. VfR. Butzbach I weilt am morgigen Sonntag in Watzenborn-Steinnberg zu Gast. Das Vorspiel in Butzbach kanten die Teutonen klar für sich entscheiden. Trotz dieser Tatsache wäre es verkehrt, einen sicheren Sieg der Einheimischen vorauszusagen. Die Resultate waren bisher stets knapp. Es .< ist alle Vorsicht geboten. Die Butzbacher Hinter- . Mannschaft ist sehr sicher. Schiedsrichter ist Bonne- Weiß! Weiß hat den kühnen 3. Zug von Schwarz am folgerichtigsten beantwortet und sein strategisches Ziel, die Isolierung des schwarzen d-Bauern, erreicht. Er strebt jetzt die Besetzung des Punktes c5 an. Weiß steht positionell bereits etwas besser und Aus der Schachwett. Der Weihnachtskongreß in Hastings 1933 brachte eine Ueberraschung. Weltmeister Dr. Aljechin und Lilienthal teilten mit je 6% Punken den 2. und 3. Preis. Erster wurde mit 7 Punkten der junge Prager Meister Flohr, der damit einen großen Erfolg errungen hat. 4.15. Alexander und Elis- kafes mit je 5 Punkten, 6. G. A. Thomas, 4% P., 1.18. Tylor und Weltmeisterin Miß Menchik, je 3 P., 9. Michell, 2% P., 10. Milner-Barry, 2 P. Daß der Weltmeister in diesem Turnier, das bedeutend schwächer besetzt war als die Riesenturniere von San Remo und Veldes (wo er mit großem Vorsprung überlegen siegte) sich mit dem 2.13. Platz begnügen mußte, hat allgemein überrascht. Offenbar waren seine letzten Schachfahrten und Vorstellungen (Blindsimultan-Vorstellungen anläßlich der Chika- goer Weltausstellung) doch zu anstrengend. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttsch. Der weise Richter. Ein Mann kam in Stambul in einen Fleischerladen, besah sich das Fleisch und ging wieder hinaus. Der Schlächter lief ihm nach und verlangte Bezahlung. Als der Mann dagegen Einspruch erhob, erklärte er: „Du mußt bezahlen. Du hast an meinem Fleisch gerochen." Die Sache kam vor den Kadi, der von dem Beklagten die Geldbörse verlangte. Dann klingelte er vor dem Schlächter mit den Geldstücken: „Nun mußt du zufrieden weggehen, denn du hast ebensoviel gehört, wie dec andere gerochen hat." B. Gegenseitige Leistung. In Piepenkrog an der Waterkant hat sich Herr Sörensen ein Radio angeschafft, und man muß sagen, der Apparat funktioniert ausgezeichnet. Abends hatte er Bekannte zum Zuhören eingeladen, man probierte auf verschiedenen Wellenlängen, und wahrhaftig, auf einmal war man mit Italien verbunden! Das Rundfunkprogramm ließ darüber gar keinen Zweifel, es stimmte auf die Minute, das waren die Klänge eines Opernchors in Rom! Ausrufe des Erstaunens: Dunnerflag! Wi säten hie in Piepenkrog und hüren Rom! Sörensen ergänzte: „Nu wöllen wi mal eins singen — wat roern die erst in Rom staunen, wenn fe Piepenkrog hüren roern." (Lust. Bl.) Das Engelchen. An Fritzchens Bett stehen allabendlich zwei Stühle, damit das Deckbett nicht herausfällt. Die Mutti hat mit ihm gebetet, daß zwei Engelchen ihn nachts behüten. Dann hat sie, versehentlich, nur einen Stuhl hingestellt. Auf einmal ruft Fritzchen ihr ganz entrüstet nach: „Na, soll's zweite Engelchen vielleicht die ganzS Nacht steh'n?" (Lust. Bl.) preutzen. ftret* Wettlar < Wißmar, 16. Febr. Am Dienstagabend gelangte hier durch die Landesfilmstelle Frankfurt am Main im Saale des Gastwirts Heinrich Wolf der Tonfilm „Der Rebell" zur Aufführung. Dank der eifrigen Vorarbeit der politischen Leitung und des BdM. war die Veranstaltung von 300 Personen besucht. Am Nachmittag war der Film den Schulen gezeigt worden. — Dieser Tage hielt der hiesige Turnverein „Gut Heil!" im Saale von H. Wolf einen Werbeabend zugunsten der Winterhilfe ab. Unter den Klängen des Spielmannszuges marschierten Schüler und Turner mit der Vereinsfahne in den Saal. Vereinsführer Hermann hielt sodann eine kernige Ansprache. Das Programm brachte eine Reihe von Gedichten, ferner Zwiegespräche sowie turnerische Darbietungen der ältesten und der jüngsten Turner. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangte ein dreiaktiges Volksstück zur Aufführung, das von der Theatergruppe des Vereins vorzüglich wiedergegeben wurde und lebhaften Beifall fand. Auch ein lustiger Einakter wurde sehr dankbar ausgenommen. Stützpunktleiter Haibach hielt dann eine kurze Ansprache, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Bei Gesang und humorvoller Unterhaltung blieb man noch geraume Zeit beisammen. Q Gleiberg, 16. Febr. Der am Westhang nach Vetzberg zu gelegene alte Burgkeller mit seinem Eingang von Der Kirche her ist nach jahrelangem Verschlossensein nunmehr geöffnet worden. — An dem ersten Kursus der neu eingerichteten Luftschutzschule in Gießen nehmen 6 Mitglieder des Vorstandes der Ortsgruppe Krofdorf-Gleiberg des Reichsluftschutzbundes teil. _L Waldgirmes, 16. Febr. Bei der hiesigen zweiten Brennholzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheite 20 bis 22, Buchenknüppel 16 bis 18, Eichenscheite 15 bis 17 Mark je zwei Raummeter, 8 Meter Buchenastreiser kosteten 20 bis 22 Mk., Eichereiser 14 bis 16 Mark. SvrertHüiiiöcn Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag aachmilkao aefdiloflen Kammacher ,rf$ I M MMM Dieser Aufdruck kennzeichnet das (Name ges. gesch.), das laut Gutachten der StaatL Chem.-Techn. Prüfungs- u. Versuchsanstalt, Karlsruhe, als neues Zigarettenpapier zu betrachten ist, welches besser glimmt, milder und neutraler schmeckt und angenehmer riecht als die seither in Deutschland benutzten Zigarettenpapiere des In- und Auslandes. ist die einzige 3 Va Pf.-Zigarette mit dem neutral schmeckenden Das Rätsel einer Frühlings nacht Vornan von Geri Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Graf — hm! Wie heißt der Graf, der große Graf?" „Graf Härtlingen?" „Ja, richtig! Graf Härtlingen. Der gefällt mir. Ich werde einige Male herüberkommen, weil ich mich mit ihm unterhalten will. Die anderen Leute sind mir — schnippe." „Schnuppe wahrscheinlich!" berichtigte die Fürstin trocken. Innerlich war sie begeistert von dem Temperament dieses jungen Geschöpfes, das sich absolut niemals in eine Schablone pressen lassen würde. Aber es ging natürlich nicht, daß sie das so offen zeigte; in der deutschen Gesellschaft ging das nicht. „Graf Härtlingen, Gertraude und Sie, Fürstin- Tante, sind die einzigen, die mir gefallen. Ich mag die anderen nicht. Uirklich!" „Sie reisen auch nächstens alle ab. Auch Graf Härtlingen wahrscheinlich. Das heißt, er wird sich erst noch — hm!" „Was denn, Tante Fürstin?" Dolores Augen sprühten vor Neugier. „Ich meine nur, der Mann ist längst verheiratet." „Ach!" „3a! Leider!" sagte die Fürstin ernst. Dolores stocherte mit der Reitgerte in dem echten kleinen Teppich, der an der Wand hing. „Möchten Sie nicht die Gerte ein bißchen dort auf den Tisch legen, Dolores?" Dolores klemmte die Gerte unter den Arm. „Ich steche nicht mehr in den Teppich. Darf ich jetzt heim zu Dietz Langenbirkholz?" Die Fürstin stand auf. Gütig strich ihre Hand über das dunkle Haar des kleinen Wildlings. „Ich glaube, es gefällt Jl)nen in Langenbirken. Und der Dietz ist bestimmt em lustiger Bursche. Der paßt sehr gut zu Ihnen!" In den großen, dunklen Mädchenauaen stand plötzlich Angst. Scheu rang es sich von den roten Lippen: „Ist er — sein er auch eine Mädchenjägerei?" „Ein Mädchenjäger? Einen Mitgiftjäger meinen Sie wahrscheinlich? Nein, mein Kind, das ist Dietz Langenbirkholz bestimmt nicht. Er ist selbst sehr reich und braucht nicht nach Geld zu heiraten." Dolores' Gesicht hellte sich auf. „Oh, das ist schön. Ich habe solche Angst vor Mädchenjäger. Mädchenjäger? Falsch! Mitgiftjäger! Ein Mann, der nur mein Geld will!" Da wußte die Fürstin, daß dieses reiche Mädchen sich im stillen ängstigte, daß es einem gewissenlosen Mitgiftjäger in die Hände fallen könnte. Also war diese kleine, wilde Dolores nicht so oberflächlich, wie sie nach außen hin schien und auch scheinen wollte. Sie freute sich, daß sie sich wieder einmal in einem Menschen gut ausgekannt hatte. Die Fürstin zog das junge Mädchen an sich. „Ich werde mich freuen, wenn Sie recht oft herüberkommen, Dolores!" sagte sie herzlich. „Ich uerde kommen. Ich uill ein Fest mitmachen. Schön uill ich sein, sehr schön. Auf Uidersehen, Tante Fürstin!" Jean, von seiner Herrin gerufen, begleitete die junge Dame korrekt hinunter. Sie drehte sich um und gab ihm einen Nasenstüber. Das war Jean doch noch nicht vorgekommen, und sein faltiges Gesicht war nur noch eine einzige Grimasse. Ein Auto stand bereit. In diesem nahm Miß Leehourt Platz, und Dolores ritt wieder den Waldweg entlang, während das Auto auf der breiten, schönen Landstraße hinfuhr. Am Walde erwartete Dietz Langenbirkholz die junge Dame. „Na, wie war's denn?" fragte er eifersüchtig. „Oh, es seien sehr nette Leute dort drüben. Ich uerde oft hinreiten. Graf Härtlingen gefällt mir sehr. Ich uill mich mit ihm unterhalten; ich uill —" Verdutzt brach sie ab. Dietz hatte sein Pferd gewendet und jagte wie der Teufel am Walde hin. Was war denn das? Hatte er ihr einen schlechten Reiter nur vorgespielt? Sie preschte hinter ihm her, holte ihn jedoch nicht ein. Da kamen ihr die Tränen. Weshalb nur mochte er plötzlich so häßlich zu ihr fein? Etwa wegen der Bemerkung, daß ihr Graf Härtlingen gefiele? Ratlos hielt die kleine Dollarprinzeß auf ihrem weißen Pferde am Waldrande. Dietz ritt weiter, war schon auf Langenbirkener Flur. Er blickte sich nicht um nach ihr, kümmerte sich nicht um sie. Endlich folgte ihm Dolores; aber in ihrem Herzen war heller Zorn. Dazu also hatte sie Dietz Langenbirkholz dort drüben in Kleven so gelobt? Daß er sich ihr gegenüber nun so benahm? Sie wollte nicht mehr mit ihm reden, gar nicht mehr ansehen würde sie ihn, und nun gerade würde sie jeden Tag einmal nach Schloß Kleven reiten oder fahren. Ja, fahren wollte sie. Denn dann konnte sie den Damen dort wenigstens einmal ihre Toiletten zeigen. Trotz und Schmerz trieben der kleinen Dolores von neuem die Tränen in die Augen. Ganz traurig kam sie in Langenbirken an, wo sich zunächst kein Mensch um sie kümmerte. Endlich kam ein Stallknecht, dem sie das Pferd übergab. Von Dietz war nichts zu sehen. Daß er sie oben von seinem Zimmer aus beobachtete, konnte sie nicht wissen. Dietz Langenbirkholz freute sich, diebisch, als die schwarzen, noch tränennassen Augen die Fensterfront absuchten. „Aha, das bist du nicht gewöhnt; aber ich werde dich mir schon erziehen, mein Kindchen!" sagte er leise vor sich hin. Dolores machte sich am Abend sehr hübsch. Sie wählte ein dunkelrotes Samtkleid. Als Dolores dann das Speisezimmer von Langenbirken betrat, fand sie nur die Dame des Hauses und deren Gesellschafterin vor. Frau Langenbirkholz begrüßte ihren jungen Gast sehr herzlich und meinte, daß diese Toilette eigentlich zu schade sei für das einfache Abendessen. Man wartete noch ein wenig auf Dietz, der sich hatte entschuldigen lassen. Endlich kam er. Aber er war im Gesellschaftsanzug, und Dolores freute sich sehr, daß sie sich auch so sorgfältig angekleidet hatte. Dietz war zu allen drei Damen gleich freundlich und höflich; er erklärte dann aber, daß er noch in die Stadt wolle. Er hätte feinen Klub ganz und gar vernachlässigt und müsse das wieder gutmachen. Wann er heimkomme, könne er nicht sagen, aber spät werde es sicherlich. Dolores sah ihn entgeistert an. Das — konnte er ihr antun? Er wollte fort, in die Stadt, sich amüsieren, und sie wollte er den ganzen langen Abend den beiden alten Damen überlassen? Ja, war denn das nur möglich? Er, der doch gesagt hatte, er fahre nicht mehr in den Klub, es fei daheim viel, viel schöner, seit sie, Dolores, in Langenbirken sei? Und jetzt wollte er doch wieder in die Stadt fahren? Dietz küßte den Damen die Hand. Sein Blick, ging aber an Dolores gleichgültig vorüber. Und da hätte sie am liebsten laut aus- geweint. Ruhig entfernte er sich. Aber in ihm sah es nicht so ruhig aus. Er liebte Dolores aufrichtig, unh es wurde ihm schwer genug, ihr Schmerz zuzufügen; doch er mußte ihren Trotz und ihren Eigenwillen, ihre Launen zähmen, sonst kam kein echtes, großes Glück nach Langenbirken. Und so fuhr Dietz Langenbirkholz eben im Auto zur Stadt und sah sich nicht mehr nach der kleinen Dolores um, die auf dem Söller stand und fassungslos dem Wagen nachblickte. Wie gut Dietz jetzt wieder ausgefehen hatte! Und wie gleichgültig und höflich er zu ihr gewesen war! Einfach — unerträglich war es gewesen. t Dolores stampfte mit dem zierlichen Fuß auf. „Ich mache mir nichts aus ihm. Weshalb stehe ich hier? Ich werde mich amüsieren in Kleven. Ja, in Kleven. Gleich morgen fahre ich hin, denn lange sind die Gäste nicht mehr dort, und dann reift ja auch Graf Härtlingen mit fort", dachte sie zornig. Aber dann war es doch sehr merkwürdig. Dolores wartete in dieser kalten, stürmischen Herbstnacht auf die Heimkehr Dietz Langenbirkholz's Doch er kam in dieser Nacht überhaupt nicht heim. Und Dolores litt tausend Qualen. So weh hatte ihr noch nie im Leben ein Mensch getan, wie Dietz Langenbirkholz es durch sein Fortbleiben in dieser Nacht tat. Aller Trotz war fort, Dolores meinte: „Dietz, ich lieben dich doch, ich lieben dich!" Aber auch diese inbrünstigen Worte riefen den Mann nicht heim. 15. Kapitel. Die sonnigen Herbsttage schienen nun endgültig vorüber zu sein. Der Wind trieb das Laub vor sich her; er holte das letzte noch von Baum und Strauch herunter. Hastig wurden große Körbe Obst und Nüsse hereingeschafft, denn ein kalter, harter Frost- schauer lag früh über den Fluren. Die Herren, die passionierte Jäger waren, wollten anderntags noch einmal hinaus. Vor der Abreise wollten sie doch noch etwas schießen. In den letzten Tagen hatten sie sich sowieso den Damen widmen müssen, wenn sie ihre Kavalierpflichten nicht ganz und gar vernachlässigen wallten. Und so freuten sie sich nun auf diesen letzten Jaadtag. Rudolf Härtlingen war auch mit von der Partie. Horst Bredow schloß sich diesmal aus. Er hatte sich mit Edelgarde ausgesprochen, und nun hatten sie sich geküßt und sich heimlich verlobt. Fürstin Kleven freute sich sehr, als Horst ihr zu- flüsterte: „Tante Agnes, es ist alles gut!" Gertraude stand draußen auf der Holzveranda, auf die ein leiser Sprühregen fiel. Unfreundlich genug sah es ringsum aus; aber es war ihr, als schiene die Sonne hell, als sei es Frühling, als jubilierten die Vögel und blühten die Blumen. Das machte das Glück, das große Glück, das in ihrem Herzen blühte und alles ringsum hell und licht erstrahlen ließ. Die Dämmerung neigte sich tiefer, und der Regen wurde stärker. „Gertraude, wie kannst du so leichtsinnig sein? Willst du dich durchaus erkälten?" Eine zärtliche, heiße Männerstimme. Im nächsten Augenblick drückten sich zwei Lippen auf die ihren. „Kleines Mädel du! Ueberall hab ich dich gesucht. Jetzt komm aber schnell mit ins warme Zimmer." Gertraude legte wieder mit jener glückseligen Bewegung den blonden Kopf an die breite Brust des Mannes. „Es ist so unfaßbar, das Glück, so unirdisch, Rudolf, daß ich fast nicht daran zu glauben vermag!" flüsterte sie. (Fortsetzung folgt.) uiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiiiiiiiiimiiiimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu Meine Dem I Frühjahrs-Neuheiten-1 Auswahl ist groß! | Kein Zweifel, daß auch Ihnen die | | entzückenden Stoffe | E gefallen! | Noch weniger ein Zweifel, daß Sie ß sich für die | | eleganten Kleider Kostüme»Mäntel | begeistern E E E Ich lade Sie höflichstzu einerBesichtigung = E meines Lagers und meiner Auslagen ein | I CARLJ\jowflrR | JNHABER; CARL HEINZ SCHLÜTER e GIESSEN SELTERSWEG 81 i E 947 A = ....................................um ............................................. Familien-Drucksachen Verlobungaanzelgen Vermählung eanzelgeo Del Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Besuchen Sie die im Saal des Cafe Ebel in Hieben Kunstgewerbliche Bandgewebe für persönliche Kleid- und Heimgestaltung! Das handgewebte Kleid in der deutschen Mode! 17. bis 22. Februar 1934, werktags 11—19 Uhr, Sonntags von 14 bis 18 Uhr. Eintritt 20 Pf. Handweberei Schlofe Westerburg Gemeinnützige Werkbetriebe auf der Jugendburg Westerburg im Westerwald. 1018d Dr. Heisler, München, spricht über die Uberwi ndu ng des Judentums im Christentum am Montag, dem 19. Februar, 2014 Uhr, in den unteren Räumen des Cafe Schwarz, Bahnhofstraße 90. 10i3D Eintritt 50 Pfg., Erwerbslose nach Belieben oder frei. Die Christengemeinschaft Bewegung für religiöse Erneuerung. Trennungswände aller Art, leicht und schallsicher, werden ausgeführt durch Einziges Spezialgeschäft für Verputz-, Stuck- und Rabitzarbeiten aller Art am Platze. 842D Poensgen- Heißmangeln Waschmaschinen, Wäscheschleudern (Zentrifugen), Kragenplättmaschinen Ing. Petras, Hamm (Westfalen) Lindenfelderweg 33, Ruf 894 1002y AnldennaneriLaherenz,Hieben Lahnstraße 3, Fernsprecher 2463 Tierschutzverein Gießen EINLADUNG zur Haupt-Versammlunü auf Montag, 26. Februar 1934, 2OV4 Uhr, im Kaufmännisch. Vereinshaus, Wern er wall 15. Tagesordnung: 1. Erstattung des Jahresberichts. 2.Vorlaged. Rechnung für 1933 und Entlastung des Rechners. 3. Vorstands wähl. 4. Verschiedenes. 997D Für den Vorstand: H. Müller. Gesetzliche Gesellenprüfung für Schneiderinnen Anmeldung zur Gesellenprüfung der Schneiderinnen in Stadt und Kreis Gießen von Montag, den 19. bisMittwoch, den 21.Februarl934, nachm.von5—7Uhrbei Schneidermeister Gustav Pfeifer,Gießen, Weserstraße 71. Mitzubringen sind der Lehrvertrag und 6.— RM. Prüfungsgebühren. 9oid Schneider-Pflicht-Innung fürStadt und Kreis Gießen Käte Janisch Anion Wegner Verlobte Gießen Essen Kaiserallee 8 z. Z. Gießen, Eichweg 5 Gießen, den 17. Februar 1934 0828 Für die uns zu unserer Verlobung gesandten Glückwünsche und Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Herta Spatz / Fritz Zöller Gießen/Schlitz, im Februar 1934 HÖCHSTGEWINN RM | Sofortiger ßewinnenlscheld 996 D Dienstag, den 20. Februar 1934, 20.15 Uhr, üeuc Aula von Kapitän Schmehl über: MMmiWAMesMlmm .Wir mit IM MM „WINm" — 130 Lichtbilder — Oer Vortrag findet zugunsten der studentischen Fürsorgearbeit statt. Preise: 1. Platz RM. 1.—, 2. Platz RM. 0.50; Studierende gegen Ausweis RM. -.25. — Karten an der Abendkasse. 978d fNWiMmÄinN Jungholz Meter) uuv M 56.- mtt SkiHutevvicht einschließlich allen Abgaben ab Darmstadt u. zurück Beginn am 25. Februar (8 Tage) 806d Auskunft: Svovthaus «tbtvarr. 111111111111111111111111111111 Hartholz v.Wag. 5 Ztr. 5.-RM. Anmachholz pro Wag. 6 -RM. frei ans Haus. Sagemehl zum Rauchern sow. Streuen billig abzugeb. gmoü J.Wellhöfer, Marburg.Str.24 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiin Technifche Lehranftalten Offenbach a.M. Kunftgeroerbefdiult Höhere Baufdiule Mafcbinenbaufchule Der ftaatl. Direktor: Prof. Dr. Hugo Eberharöt fordern Sic Druchfachen! Nr. 41 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für VberWen) Samstag, 17.8ebruaNYZ4 Die Verlegung des Lahnbeltes bei Gießen. Die Arbeit in der Tiefe des neuen Flußbettes. (Im Hintergründe links das Elektrizitätswerk.) 4 - ’k9 X7 z ■ > ■ <■ , , WS W W WAL Ns* Blick auf eine der Arbeitsbühnen. ^4* KW ’ Wik ,FML Yj Auf dem Gelände an der Lahn, unterhalb des Elektrizitätswerkes, find zur Zeit wieder viele Hände bei der Arbeit, der Lahn ein neues Bett zu graben. Die Arbeit ist auf weite Sicht abgestellt. Sie soll eines Tages die Schiffahrt auf der Lahn bis nach Gießen ermöglichen. Das neue Bett wird in völlig gerader Linie geführt und schaltet dadurch den alten, dort vielfach gewundenen Lahnlauf aus. Die Maßnahme erfordert einen außerordentlichen Arbeitsaufwand. Insgesamt sind 67 000 Kubikmeter Erde zu bewegen. Die gesamte Arbeit ist auf 76 000 Tagewerke berechnet. In der Zeit vom 1. Dezember 1932 bis heute wurden schätzungsweise etwa 34 100 Tagewerke abgeleistet. Gegenwärtig sind etwa 105 Notstands- und 50 Pflichtarbeiter an zwei Arbeitsbühnen beschäftigt. Die Ausschachtungsarbeiten sind in dem jetzt bearbeiteten Abschnitt bis unmittelbar an die Lahn herangeführt. Das Bett ist bisher bis auf Mittelspiegel, und zwar auf eine Tiefe von etwa 3,1b Meter, ausgehoben. Das Uferprofil ist klar zu erkennen. Hitler schafft Arbeit! Bewilligte Maßnahmen im Reinhardt-Programm zur Arbeitsbeschaffung im Gebiet des Landesarbeitsamtes Hessen: Maßnahme: Tagewerke: Herstellung von Wasserleitungen zur Verbesserung der Wasserversorgungsverhältnisse in Wiesbaden-Bieb- rich 3300 Aufforstung von Oelandflächen, Somborn 628 Verbesserung der Wasserleitung, Kreis Bensheim 1400 Umwandlung ertragslosen Niederwaldes in Hochwald, Gem. Langenhain 564 Dränage von 8,7 Hektar Ackerland 840 Aufforstung von 7 Hektar ertragslosen Niederwald in Hochwald, Gemeinde Röhrda 240 Aufforstung von Oedlandflächen im Umfang von 155 Hektar, Gemeindezweckverband Waldeck 7750 Klcinpflasterherstellung auf den Straßen Dorn-Assenheim — Reichelsheim — Bingenheim, Provinzial - Direktion Oberhessen 1800 Kleinpflasterherstellung auf der Durch- gangsstrahe Nr. 5 Gießen — Gelnhausen 2500 Herstellung einer Zementschotterdecke auf der 82-Strahe Nr. 63 Butzbach- Griedel — Steinfurth — Bad-Nauheim 4000 Herstellung von Mittel- u. Kleinpflasler- steinen sowie Randsteinen für später auszuführende Pflasterarbeiten auf den provinzialstrahen 3500 OerGauparieiiaginHeffen Nassau Oie Vereidigung der politischen Leiter. In acht Tagen findet, wie bereits bekanntgegeben, der große Gauparteitag in den 3 8 Kreisstädten des Gaues statt. Die Größe der Partei machte diese Dezentralisation im G a u Hessen-Nassau notwendig. In Frankfurt, dem Sitz der Gauleitung, wird sich nur die alte Garde des Gaues mit dem Gauleiter und eine Anzahl Kreisamtsleiter der PO. zu Sondertagungen zusammenfinden. Diese Veranstaltungen beginnen bereits am 24. Februar. Am Abend des Samstag wird von München eine Rede des Führers übertragen und im ganzen Reich von den versammelten politischen Leitern und Amtswaltern gemeinsam ungehört. Am Sonntagmoraen wird die Hitlerjugend um 7 Uhr in den Kreisstädten den Tag der V e r- eidigung der politischen Leiter mit einem großen Wecken einleiten, worauf um 8 Uhr die Aufstellung der politischen Leiter der Partei und der Amtswalter der Sondergliederungen erfolgt. Die Vereidigung wird um 11 Uhr durch den Rundfunk vom Stellvertreter des Führers Pg. Rudolf Heß vorgenommen. Hierbei werden sämtliche politischen Leiter der Partei, sämtliche Amtswalter der Sondergliederungen und sämtliche Hitlerjugendführer Deutschlands mit der Formel vereidigt: „Ich schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den mir bestimmten Führern unbedingten Gehorsam." Es kann schon jetzt gesagt werden, daß der 24. und 25. Februar in ganz Deutschland, besonders aber in Hessen-Nassau., die Straßen der Städte in das Zeichen dieser großen politischen Demonstration der Partei stellen werden. Die Bevölkerung wird ihre Verbundenheit mit der Partei als der Kraftquelle des neuen deutschen Lebens durch stärkste Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Feierliche Enthüllung eines Hiller-dildes im Gießener Studentenhaus Die Gießener Studentenschaft hatte für Freitagmittag die Dozenten und die Vertreter der Korporationen und Fachschaften zur feierlichen Enthüllung eines Hitler-Bildes, welches von der Deutschen Wehr schäft in Erinnerung an den Verbandstag 1933 in Gießen der Gießener Studentenschaft übergeben wurde^ eingeladen. Der Chor des studentischen Kameradschaftshauses eröffnete die kurze Feier mit dem Lied „Brüder in Zechen und Gruben". Darauf begrüßte der Führer der Gießener Studentenschaft die zahlreich erschienenen Dozenten und Studenten und erteilte dem Geschäftsführer des Gießener Studentenwerkes Direktor Friedrich Grebe das Wort. Dieser führte u. a. folgendes aus: „Als Beauftragter der Deutschen Wehrschaft habe ich an Sie, Kamerad Adam, als den Führer der Gießener Studentenschaft, ein Bild unseres Führers Adolf Hitler zu übergeben, welches in diesem Hause seinen Platz finden soll. Die Erkenntnis von den tieferen Ursachen unserer völkischen Not, die zur Bildung der nationalsozialistischen Bewegung geführt hatte, ist auch für die Gründung der Deutschen Wehrschaft am 29. Juni 1919, dem Tage von Versailles, ausschlaggebend gewesen. Der Verband entstand im Rahmen des Deutschen Waffenstudententums, gegründet und getragen aus dem Erlebnis des Frontkämpfers. Seine Haltung war neu, und das Alte hatte nur Bestand, soweit es den geistigen und soziologischen Erfordernissen der noterfüllten Gegenwart unseres Volkes gerecht wurde. Die Deutsche Wehrschaft forderte von ihren Angehörigen keine „nationale" Einstellung schlechthin, sondern sie forderte das Bekenntnis zur völkischen Weltanschauung, sie forderte ein Blutsbekenntnis. Adolf Hitler, der den gleichen Kampf vom Volke aus aufnahm, den die Deutsche.Wehrschaft zur selben Zeit innerhalb eines bestimmten Standes begann, hat durch seinen Sieg über den unpolitischen deutschen Menschen die natürliche Folgerichtigkeit einer völkischen Staatsentwicklung bewiesen. Der Deutschen Wehrschaft erwuchs aus ihrer kämpferischen Zielsetzung ein von Jahr zu Jahr steigender Widerstand, der nicht zuletzt durch die übrigen studentischen Verbände genährt wurde. Der alles ergreifenden Wucht der nationalen Revolution im Frühjahr 1933 stand die Deutsche Wehrschaft nicht fassungslos gegenüber, sie hatte das Ereignis dieser Tage ersehnt und hatte seit ihrer Gründung dafür gekämpft unter den größten Opfern und trotz nicht erlahmender Angriffe seitens ihrer Gegner. In den Ostertagen des Jahres 1933 tagte der Verband in den Räumen des Gießener Studentenhauses, und der Erinnerung an diese Tage, die die Ziele der Wehrschaft durch den Sieg ihres Schirmherrn und Volkskanzlers Adolf Hitler verwirklicht sahen, gilt dieses Bild, welches ich im Namen meines Verbandes enthülle und der Gießener Studentenschaft übergebe, zugleich als Ausdruck der Verbundenheit der Deutschen Wehr- schast und der Deutschen Studentenschaft in ihrem Kampf um das Dritte R e i ch." Kamerad Adam Übernahm im Namen der Gießener Studentenschaft das gestiftete Bild und gab der Hoffnung Ausdruck, daß künftighin im Gießener Studentenhaus ein Oie Rasputiza im Wolgadeutschen Lande. Von Loses Ponten. Es schneite draußen stark. In diesem Jahr hatte es nur einen armen Winter in den Südländern gegeben, der Schnee hatte sich weit nach Norden zurückgezogen — plötzlich und gerade an dem Tage, an dem Christian in den Sprengelvorort Holstein gefahren war, stieß der Schnee wieder vor. Es schneite dicht und lautlos bei völliger Windstille. Flocken und Wattebäusche kamen daher, dick wie Kinderfäuste, wollig, als würden alle Wolkenschäfchen der Himmelsflur auf einmal geschoren. Die Luft war mild, fast warm, der Himmel schien ausdrücken zu wollen, daß er es trotz neuem Winter gut meine, es solle ein Vergnügen sein, sich beschneien zu lassen. Gestreichelt wurde man, dick bedeckt wurde man, eingehegt in himmlische Wolle — und gab man sich der Lust, sich so angenehm beschneien zu lassen, nur ein wenig hin, so war man bereits eingeschneit. Christian und der Pfarrer traten bald, nachdem sie sich verwundert ein Weilchen umgeschaut hatten, in den Kriliz zurück —schwer zogen sie die Windfangtür hinter sich zu, so viel Schnee war gefallen, während sie draußen gestanden hatten. Kaum konnten die zur Abfahrt schon angeschirrten Pferde noch ausgespannt und in den Stall gebracht werden. Eines solchen Schneefalls erinnerte sich weder der Pfarrer noch der Schulmeister. Wer draußen war, mußte elend umkommen. Nicht die Länge eines ausgestreckten Armes weit konnte man sehen. Vom Pastorat bis zum Glockenstuhl war nicht /netter als ein Steinwurf, aber weder der Stallknecht des Pfarrers noch dieser selbst noch der Schulmeister aus Bellmann durften es wagen, hinauszugehen und die Glocke Verirrten zum Wegzeichen zu läuten. Es wäre auch sinnlos gewesen zu läuten, der Glockenton würde nicht über das Dorf hinausgedrungen fein, aller Schall starb sofort im Schnee, aus Weiche und Wolle kam kein Hall. Die weite Welt beschränkte sich plötzlich für einen Menschen, der draußen war, auf ihn selbst, er bekam Angst, er fühlte sich total allein, er begann zu laufen, wenn er noch eine Richtung wußte, er erreichte ein Haus, und dort, bei seinesgleichen entging er der über ihn hereinbrechenden Weltangst. Man schichtete im Pfarrhause von Holstein dem unfreiroiigen Gaste das hohe Bett auf. Am Morgen wurde es nicht Tag, das Haus war eingeschneit vis über hie Fenster. Das Schneien hörte auf. Man grub Gassen von Haus zu Haus, die auf einen Mittelgang mündeten. Der lockere Schnee würde, tags ein wenig I tauend und nachts frierend, unter eigener Schwere sich setzen, man würde Christian einen Schlitten geben, und er würde heimeilen können. Aber es fror nachts nicht, und der Schnee blieb auch nicht liegen. So unversehens wie der verspätete Schnee aus Norden gekommen war, tat sich ein Wind aus Süden auf. Schwarzmeer und Kaspis schickten ihn und die bereits lange sonnenwarmen Kalkfelsen der Krim. Der Südwind warf sich schwer und warm auf den Schnee, der gar nicht aufwirbelte, sondern naß wurde und in sich zusammenbrach. Zusammenschrumpfte, man konnte es sehen, man konnte es messen mit der Uhr in der Hand. Die Häuser tauchten sichtbar aus einer absinkenden Wollwelt empor. Der Wind tobte und raste. Am Mittagsgebirge der Krim blühten schon Lorbeer und Myrte, an der Küste von Kolchis in der warmen Meerfeuchte Teesträucher und Orangenbäume, die Kalmücken im Manytschlande verbrannten den Wintermist ihrer Herden — nirgendwo riecht so der warme Tauwind auf der Welt! Der Himmel atmete die Erde an und atmete sie nackt. Als wollte der überalterte Winter sich auf die schnellste Weise davonbringen, an Ort und Stelle unsichtbar werden, in der Erde verschwinden, verwandelte der Schnee sich schleunigst in Wasser. Jeder Fußbreit Landes bekam plötzlich die Aufgabe, einen auf ihm stehenden Turm von Schnee auf das schnellste zu verarbeiten. Die Erde schluckte, füllte sich, und schluckte wieder, bis zum Aeußersten. Und so schmolz in zwei Tagen all der Schnee. Aber vollgesogen, wie das Land vom Wasser war, ein Polster, ein Schwamm, war es nicht mehr imstande, ein kleines Gewicht zu tragen. Die Erdhasen kamen aus ihren Höhlen hervor, sich vor dem Ertrinken zu retten; aber sie hüpften nicht wie sonst über die Flur, sondern, die Läufe mit dicken Erdhosen bedeckt, krochen sie wie Schlangen. Matt geworden im warmen Wind, wagten die Vögel nicht, am breiigen Boden zu rasten. Christian ging vor die Tür des Pastorats von Holstein und schaute nach der Gegend hinüber, wo Bellmann lag. Den Belagweg vom Kriliz bis zum Hoftor' konnte man gehen, wenn man sich nichts daraus machte, daß die Tonplatten wie Klaviertasten sich bewegten und einem aus den Fugen Wasser an die Beine spritzte. Aber der Steig entlang den Höfen schien sich auflösen zu wollen und die Koloniestraße war ein schwarzer Sumpf. Auf Springsteinen querte ihn, was in den Höfen auf der anderen Seite zu tun hatte, und wer von den Alten nicht mehr springen konnte, war vom Gassen- i gegenüber abgeschnitten, mochte in den Häusern oor- I gehen was wollte. Eine Karre auf der Straße lief I mit dem Kasten über den Boden hin, ähnlich einem Schlitten, ihre Speichenräder wurden Radscheiben; die Pferde aber schienen auf den Knien zu gehen, sie zogen vor jedem.Schritt die Beine mühsam aus einer schlürfenden Erdröhre, und bald blieben sie stehen, schweißtriefend, sich zu verschnaufen. Der Fuhrmann, der nur von einem Dorfende zum andern unterwegs war, gab das Fahren schon inmitten der Kolonie auf, verzichtete darauf, innerhalb von acht Tagen heimzukehren und stellte Wagen und Pferde bei der Kirche ein. Christian sah sich das, fiebernd vor Ungeduld, an. Grün war, von Holstein aus gesehen, die Luft hinüber nach Bellmann, eigentümlich grün, gelb auch und wieder grün. Man konnte den Kirchturm von Bellmann eben sehen. Christian war von Unruhe bis an denKolonialrand oonHolstein oorgetrieben worden. Hier aber hörte die begehbare Welt auf. Die Dörfer waren Inseln im Schlamm-Meer der Steppe, Schmutzig-weiße Schneepatzen lagen hier und da hinter dem Windschirm einer Bodenwelle, in einer Fahrrille, in einer Fußspur. Aber auch sie vergingen, zusehends, und wenn es still war, hörte man sie langsam verapern. Der Grund glänzte vor Nässe. Vor Christian in der Bahn des auf die Steppe hinausführenden Weges hing schief eine Tarantasse halb versunken, der Fahrkasten saß auf dem Boden, es war dem Fuhrmann noch gelungen, die Pferde auszuspannen und wegzuführen. Im Widerschein des grauen Himmels schien das speckig- nasse Ackerland leicht angeschneit. Es war erst Nachmittag, aber die Nacht begann schon hereinzusinken. In den Streifen von Grün und Gelb und wässrigem Blau in der Luft mischte sich Grau, und das nasse Braun und Speckigblanke des Bodens, den die Schneeflecke mit unreinem Weih durchfcheckten, fingen an zu dunkeln. Der Wind knatterte und fauste, jetzt hielt er ein und fiel dann gewaltig nieder. Wer festen Grund ün der Jnfelküste des Dorfes hatte, mochte sich darauf halten. Da und dort steckte eine deutsche Kirche den Zeigefinger ihres mageren Turmes über den Rand der Landschaft herauf, die metallne Faust der Kirchenkuppel von Russisch-Tscherbakoffka ließ sich auch sehen, aber die Dörfer waren in der Tauzeit fern wie sibirische; unerreichbar. Man mußte bleiben, wo man war und sich einrichten. Der Wind blies von Sstden mit Macht. Wie ein an ein Eiland Geworfener irrte eine Woche lang Christian rundherum im Außenkreise von Holstein und schaute hinaus auf das Meer von Erde, unfähig, es betreten zu können. Der Südwind war warm und süß. Schneefetzen verschwanden. Aber jede Karrenspur wurde ein eiliger Bach, und in allen Geländefalten brauste reißendes Wasser. Das Licht wechselte noch immer zwischen Grün, Gelb und Braun. Am Himmel eilten fetzige Wdl- ken nach Norden. Man hatte Zeit auf der Insel Holstein im Dreckmeer Rasputiza. Rasputiza sagen die Russen und meinen den Weltschmutz der Tauwoche. In der Rasputizazeit steht das öffentliche Leben des Landes still. Rasputiza zur Tauzeit in Rußland ist wie das Chaos vor Zeitbeginn im Weltall; nur der Geist Gottes konnte es beschreiten. Zeitschriften. — Der Mann, der die Lithographie erfand, ist in Deutschland und der Welt wenig bekannt ustd doch hat er der Menschheit mit seiner Erfindung bedeutsame Werte geschenkt. Die Leipziger „ 111u - strirte Zeitung" (Verlag I. I. Weber) hat darum dem Erfinder, Alois Senefelder, anläßlich feines 100. Todestages einen großen, reich illustrierten Sonderbeitrag gewidmet. Der Text und die Bilder, unter denen sich ein mehrfarbiges Offfetbfptt befindet, geben einen interessanten Ueberblick über das Leben Senefelders, seine Erfindung und deren Entwicklung. — Das Heft enthält außerdem noch eine mit bisher unveröffentlichten Bildern aus- geftattete Reportage aus der italienischen Feierabendbewegung (Dopolavoro) sowie einen Bilderartikel „Erziehung zum Führertum". Daneben finden wir ausführliche Sonderbeiträge aus dem Gebiete der Literatur, des Theaters und der Mode. Oochfchulnachnchten. Professor Dr. Wilhelm Kaehler, Ordinarius der Nationalökonomie an der Universität Greifswald, der dem kommissarischen preußischen Kabinett vom 1. November 1932 bis 2. Februar 1933 als stellvertretender Reichskommisfar für Kultus und Unterricht angehörte, ist im Alter von 63 Jahren in Berlin verstorben. Kaehler stammte aus Halle und studierte dort und in Berlin Rechts- Wissenschaft und Nationalökonomie. 1897 habilitierte er sich in Halle. 1900 wurde er zum Ordinarius an der Technischen Hochschule in Aachen ernannt und folgte 1914 einem Ruf an die Universität Greiss- wald, wo er bis zu feinem Lebensende als oröent» kicher Professor wirkte. Kaehler gehörte als deutsch- nationaler Abgeordneter viele Jahre dem Preußi- schen Landtage an. Seine Verdienste sind von der nationalsozialistischen Regierung durch die (Ernennung zum Mitglied der Akademie für Deutsches Recht anerkannt worden. Sozialismus der Tat herrschen möge. Das Studentenwerk hatte seit seiner Gründung die Aufgabe, bedürftigen Kommilitonen während ihres Studiums zu helfen und sie zu fördern. An die anwesenden Kameraden richtete er die Mahnung, dieses Bild auf sich einwirken zu lassen und für die Zukunft den Nationalsozialismus durch die Tat zu beweisen. Er übergab dann das Bild dem Vorsitzenden des Gießener Studentenwerkes, Professor Or. Eger, der schon seit vielen Jahren an diesem sozialen Wirtschaftskörper in uneigennützigster Weise arbeitet. Professor Eger übernahm das Bild und betonte, daß es schon lange der Wunsch des Gießener Studentenwerkes gewesen sei, die Tageshalle des Studentenhauses mit dem Bilde des F ü h r e r s zu schmücken. Er versprach, daß auch weiterhin in diesem Hause der Geist unseres Führers Adolf Hitler walten solle. Die Feier klang in einem vom Führer der Studentenschaft auf den Reichskanzler ausgebrachten dreifachen „Sieg-Heil!" und dem gemeinsam gesungenen Lied „Volk ans Gewehr" aus. Aus der Provinzialhauptstavt. Sonne über der Stadt. Tagelang hing der Himmel wie ein riesiges graues Gespinst über der Stadt. Ueberall graue Eintönigkeit. Endlich: frei ist der Blick, weit leuchtet die Ferne, hoch wölbt sich der blaue Himmel. Die Sonne ist da! Tausendfingrig gleiten ihre Zauberhände über das Land und alles, was sie berührt, strahlt wie verjüngt und erneut in frischen Farben, in hellem Glanz, in freudiger Derklärtheit. Der alte Zaun vor meinem Fenster ist ein lebendiges Farbenspiel aus Braun und Gold geworden. Seine rostigen Eisenbänder glühen, als wären sie frisch aus dem Feuer gekommen. Hinter ihm die Obstbäume sind kaum noch als die alten wiederzuerkennen. Schlank schießen sie, trotz ihrer breiten Kronen empor, und die Spitzen ihrer Zweige sind nur noch Glanz und Licht. Don ihnen tropft und perlt es auf die tieferen Zweige, auf Aeste und Stamm. Die Rinde leuchtet in allen Farbentönen vom fahlen Moosgrün bis zum dunkelsten Braun, je nachdem sie jung oder alt, glatt oder schrundig ist. Aehnlich bunt aemustert prangt die Erde unter ihnen, auf der die Sonnenstrahlen wie Goldstaub liegen. Wie Menschen im Sonntagsstaat stehen die Häuser nebeneinander. Ihre Fassaden sind lachende Gesichter, aus denen blankäugig die Fenster blitzen. Die roten Ziegeldgächer haben den warmen Glanz der tiefen Bläue, die sie umflutet. Gar nicht schwarz und alltäglich qualmt Rauch aus einem Schornstein, sondern silbergrau und in zierlichen Kringeln und Schnörkeln, wie dem Munde eines frohgelaunten Rauchers entquirlend. Ebenso rasch verflüchtigt er sich auch. Die Sonne wischt alles fort, was ihren reinen Lichthimmel trüben könnte. Der leise herumschleichende Wind weiß nicht, was er beginnen soll. Wolken, die er gerne jagt, sind keine da. Endlich hat er einige lange Leinen voll aufgereihter Wäsche entdeckt. Er bläst die Stücke nacheinander hoch wie Fahnen, bauscht sie wie Segel und zerrt an ihnen, als wollte er sie samt Leinen und Pfosten davonwirbeln. Zuweilen pumpt er seinen vollen Atem in baumelnde Hosen und Hemden, daß sie zu grotesken Ballons anschwellen, die er johlend hin- und hertreibt. Die Spatzen in den Dachtraufen schilpen dazu wie helles Gekicher. Warum sollten sie nicht froh sein? Die Sonne hatte ihr goldenes Tischtuch weithin ausgebreitet, da wird es Brosamen genug geben. In den Straßen spielen die Knaben mit Murmeln. Sie haben lange genug darauf gewartet und ihren Reichtum in den kleinen, von der Mutter genähten Säckchen schon mehr als einmal durchgezählt. Natürlich mußten auch für einzelne Pfennige ein paar neue farbenbunte Kügelchen dazugekauft werden. Das Neue reizt! Die alten, abgegriffenen und unansehnlich gewordenen Murmeln gehen so zwischen drin mit aber um ihretwillen allein spielte man nicht. Rasch ist in den Sand mit einSm Messer ein Kreis geritzt — mit zwei sicher hingehauenen, einander überschneidenden Halbbogen ist es geschehen — und ebenso schnell ist er mit den Einsätzen der Spieler gefüllt. Es ist eine Lust, mit größeren Kugeln aus Achat oder Eisen in den dicht besetzten Kreis zu werfen, daß etliche Murmeln hinausspritzen, aber es wird schon schwerer, wenn nur noch einzelne darinsitzen. Mit um so größerem Eifer wird auf die „Drückeberger" gezielt. Natürlich geht es dabei laut zu. Die Begeisterung muh sich austoben. Zwei Mädchen sausen auf Rollern in der Nähe auf und ab. Von Zeit zu Zeit schießen sie in kühnen Kurven herbei und erkundigen sich nach den Gewinnern. Im nächsten Augenblick flitzen sie wieder davon. Sie flögen am liebsten immer gerade aus, immer der Sonne zu. Sie rufen einander an und jauchzen ihren Uebermut in hellen Schreien. Die Menschen, die ihnen begegnen, freuen sich mit den Frohen. Sie möchten am liebsten selber so ausgelassen sein. Die Sonne! Sie brennt am Himmel wie ein Herz, das in Liebe lodert. Ihre Strahlen wärmen Gesicht und Hände. Wen sollte solche Liebkosung nicht froh stimmen? Es ist Licht ausgegossen, es herrscht wieder Liebe von Hoxizont zu Horizont. Es ist ein Traum vom Frühling, der nun kein Ende mehr nimmt, den auch die kühlen Abende und Nächte nicht mehr zerstören können. Die kleinen Meisen in den Bäumen werden morgen wieder weiter Zwitschern und zwirnen und nicht ruhen, bis auch Amsel und Fink den Jubel über die wiedergekommene Sonne in die Straßen schmettern werden. P.B. Begrüßung des Landesbischoss. EPH. Der Landesbischof erhielt von dem Präsidenten der Landessynode Nassau-Hessen folgendes Telegramm: „Dem Herrn Landesbischof und seinen Räten Gottes Segen. Heil Hitler! Synoden-Präsident Dr. Berck." Daten für Samstag, 17.Februar. 1772: Erste Teilung Polens zwischen Rußland und Preußen; — 1819: Max Schneckenburger, Dichter der „Wacht am Rhein", geboren; — 1823: der preußische Feldmarschall Graf Kleist von Nollen- dorf gestorben; — 1827: Johann Heinrich Pestalozzi gestorben; — 1854: der Großindustrielle Alfred Krupp in Essen geboren. Daten für Sonntag, 18.Februar. 1546: Martin Luther in Eisleben gestorben; — 1564: der Bildhauer und Maler Michelangelo Buonarotti in Rom gestorben; — 1813: Errichtung des Lützowschen Freikorps; — 1857: der Maler, Radierer und Bildhauer Max Klinger in Leipzig geboren; — 1918: Beginn des uneingeschränkten ;-Boot-Krieges. Generalleutnant von Madai 90 Jahre alt. Am kommenden Montag, 19. Februar, vollendet Generalleutnant a. D. Karl von Madai in Dessau, Boelkestraße 2, sein 9 0. Lebensjahr. Der Jubilar ist ein Sohn des im Jahre 1892 verstorbenen langjährigen Berliner Polizeipräsidenten von Madai. Im Januar 1863 trat Karl von Madai als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment Nr. 58 ein. Den Krieg gegen Oesterreich im Jahre 1866 machte er als Leutnant mit. Im Jahre 1867 wurde er zum Infanterie-Regiment 93 versetzt, mit dem er am Krieg gegen Frankreich teilnahm. Im September 1870 zum Oberleutnant befördert, war er von 1874 ab Adjutant der 8. Infanterie-Brigade, kam dann im Jahre 1876 zum Grenadierregiment Nr. 4, bei dem er Hauptmann und Kompaniechef wurde. Bereits ein Jahr später, im Frühjahr 1877, wurde er in derselben Dienststellung in das Infanterie-Regiment Graf Tauentzien von Wittenberg (3. Brandenburgisches) Nr. 20 versetzt, bei dem er im Jahre 1887 Major wurde. Im Februar 1889 erfolgte seine Ernennung zum Bataillonskommandeur im Großh. Mecklenburgischen Grenadier-Regiment Nr. 89 in Schwerin. 1893 kam er als Oberstleutnant wieder zum Infanterie-Regiment Nr. 93 zurück. Am 15. April 1896 wurde Karl von Madai zum Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 in Gießen ernannt. Drei Jahre lang stand er als Führer an der Spitze unserer 116er. Während dieser Zeit hat er sich durch sein vorbildliches Soldatentum und durch seine ausgezeichneten menschlichen und charakterlichen Eigenschaften sowohl bei seinen Soldaten, wie auch in den weitesten Schichten der Hitler-Jugend. Das Obergebiet West teilt mit: Mitte März findet auf der Gebietsführerschule des Gebietes Hessen-Nassau ein Lehrgang „Fest und Feier der HI., Schulungswoche für Lied, Spiel und Sprache" statt. An diesem Lehrgang nehmen sämtliche Spielscharführer und Leiter des Amtes für Fest und Feiergestaltung teil. Am 18. Februar Führerinnenbesprechung des BdM. in Friedberg für den Gau Oberhessen. Butzbacher Betriebe werden besucht. Don dem Vorsitzenden des Arbeitsamts Gießen wird uns mitgeteilt: Die 1933 begonene Arbeitsschlacht kann 1934 von günstigen Ausgangspunkten fortgesetzt werden. Es bedarf aber zur Erreichung des für 1934 gesteckten Zieles der Eingliederung von weiteren zwei Millionen arbeitslosen Volksgenossen in den Arbeitsprozeß der engsten Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und allen an der Arbeitsbeschaffung beteiligten Behörden und Dienststellen. Um diese Zusammenarbeit sicherzustellen, werden in den nächsten Wochen die maßgebenden Betriebe Oberhessens von den Vertretern des Arbeitsamtes Gießen, der Handeskammern, der Bürgermeistereien, der Deutschen Arbeitsfront, der politischen Leitung und der SA. besucht werden. Am Montag, 12. Februar, wurden die Butzbacher Schuhfabriken Rumpf & Sohn und Joutz, die Firma Bamag-Meguin A.-G. und die landwirtschaftliche Maschinenfabrik Tröster besichtigt. Nach einem Rundgang durch die Betriebe unter der persönlichen Führung der Betriebsinhaber und Leiter wurden die Sorgen und Nöten der Betriebe durchgesprochen Ein Mann namens Schmitz die neue Novelle des Dichters Wilhelm Schäfer, wahrhafte Schilderung einer heiter mißglückten Brautschau und zarte Liebesgeschichte zugleich, besinnlich und anmutig zu lesen, beginnt Montag in -en Gießener Familienblättern Gießener Bürgerschaft viel Liebe und Wertschätzung erworben. Von vielen unserer Mitbürger kann man bei Unterhaltungen über unsere frühere Gießener Garnison immer wieder hören, in welch' hohem Ansehen und in welch' guter Erinnerung der damalige 116er-Kommandeur von Madai noch heute steht. Am 18. April 1899 wurde Oberst von Madai unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 79. Jnf.-Brigade ernannt. Am 15. November 1901 wurde er unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant zur Disposition gestellt. Während des Weltkriegs stellte sich der bereits 70 Jahre alte Militär sofort dem Vaterland zur Verfügung. Er fand Verwendung als Kommandeur der stellvertretenden 14. Jnf.-Brigade in Halberstadt, wo er seine ganze Kraft wieder für sein Vaterland einsetzte. Zum letzten Male weilte Generalleutnant von Madai anläßlich der Hundertjahrfeier der 116er im Juli 1913 in den Mauern der Stadt Gießen. Der frühere Kaiser verlieh dem hochverdienten Soldaten damals das Recht, die Uniform des Kaiser- Regiments 116 zu tragen, eine Auszeichnung, die den General, dessen ganze Liebe seinem alten Regiment gehört, mit berechtigtem Stolz erfüllt. Er ist der einzige General, der diese Uniform im Ruhestand tragen darf. Seit feinem Uebertritt in den Ruhestand lebt Generalleutnant von Madai in Dessau. Am 11. Januar 1933 konnte er dort die 70. Wiederkehr des Tages seines Eintritts in die deutsche Armee begehen. Die alten 116er, die unter ihm gedient haben, und feine zahlreichen Bekannten aus der Gießener Kommandeurzeit werden sich am Montag gerne des hochverdienten Generals erinnern. NS -Dolkswohlfahrt, und erörtert, welche Wege zur weiteren Belebung der Betriebe beschritten werden könnten. Von Seiten des Arbeitsamts wurde auf die immer noch starke Arbeitslosigkeit, vor allem in den Berufen des Metallgewerbes, hingewiesen und auf die Schwierigkeiten bei der Vermittlung von Arbeitslosen, insbesondere von weiblichen Arbeitskräften für die Landwirtschaft. Es wurde die Aufmerksamkeit der Betriebsleitung auf die Möglichkeit der Auswechselung weiblicher durch männliche Arbeitskräfte hingelenkt. Von der Leitung der Schuhfabriken wurde versichert, daß nach Maßgabe der Eigenart des Betriebes, der Eignung für die Tätigkeiten und der Konkurrenzlage schon bisher immer zahlreiche männliche Kräfte beschäftigt würden, daß aber trotzdem noch eine Überprüfung stattfinden soll. Von allen Betrieben wurde zugesichert, daß Einstellungen zur Wahrung des Ueberblickes und der Vermittlung der alten Kämpfer nur durch das Arbeitsamt erfolgen. Entlastung besonders notleidender Hausbesitzer. Von zuständiger Seite in Darmstadt erfährt der LPD., daß das Reich dem Lande Hessen einmalig Mittel zur Verfügung gestellt hat, mit deren Hilfe es möglich ist, solchen Hausbesitzern, die sich in ganz besonderer Notlage befinden, eine vorübergehende Entlastung' zuteil werden zu lassen. Da die Mittel sehr beschränkt sind, können grundsätzlich nur solche Schuldner berücksichtigt werden, deren Einkommen nachweislich nicht höher ist als der gehobene Fürsorgerichtsatz. Bei Berechnung des Einkommens können die Ausgaben abgezogen werden, die durch den Besitz des Hauses entstehen, wie Steuern, Zins- und Tilgungsbeträge und Hausunterhaltungskosten. Die Erleichterung, die in begründeten Fallen den betreffenden Neuhausbesitzern gewährt werden kann, folgende Ich 1 2. Rechenschaft ziehen vornotizen. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 11, Wirsing (gelb), das Pfund 15, (grün) 20 bis Mark. Aepfel, das Pfund 12 bis 25 Pf., Birnen 12 bis 20, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 60, Salat 30, Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. besteht darin, daß die Zins- und Tilgungsbeträge für die staatlichen Baudarlehen für eine gewisse Zeit ausgesetzt bzw. erlassen werden. Etwaige Gesuche sind in den Landgemeinden durch Vermittlung der zuständigen Bürgermeistereien an die Ministerial- abteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft), in den Städten an die Bürgermeistereien zu richten. Gießener Wochenmarktpreise. * (9 i e 6 e n , 17. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Gau Hessen-Nassau. Kreis Gießen. Eilt sehr! bitte die Ortsgruppenwalter um Heil Hitler! gez-: Klöß, Kreiswalter der NSV. F.d. R. gez.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer des WHW. Haffenhygienischer Iortbildungskursuö im AG -Aerziebunt) Heute um 17 Uhr Beginn des rassenhygienischen Fortbildungskursus im NS.-Aerztebund im Großen Hörsaal der Universität. Fortsetzung des Kurses 20 Uhr im Physiologischen Institut, Friedrichstraße. Amt für Beamte der NSDAP Kreis Gießen. Der Schulungskurs am 19. Februar 1934 im Cafö Leib fällt aus. I.A.: Ulrich, Abteilungsleiter. NGLB./Bezirk Gießen-Stadt. Meldungen: wieviel Mitglieder die NS.-Volkswohlfahrt in Ihrer Ortsgruppe in den Monaten September, usw __ ö Xö___z, ____ ri , , _ _ . „ Welches Ergebnis die Deffnung der Büchsen 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe des Zwillings- bzw. Winterpfennigs erbracht Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 30, Unterhat und was bis jetzt abgeführt worden ist. ; kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 25, Rosenkohl 35 Pf., Beide Meldungen haben spätestens bis 19. Fe - Feldsalat 1,— bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf., b r u a r zu erfolgen. Ich werde die Ortsgruppen- Meerrettich 40 bis 50. Schwarzwurzeln 25 bis 30, walter bei Nichteinhaltung dieser Termine zur Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3,— M)hnc SHfatnh 19 hie 9£ SUr 10 Oktober, November, Dezember 1933 und Januar 1934 hatte. Die,Meldung hat nach nachstehendem Schema zu geschehen: September 1933 ........Mitglieder Oktober 1933 ........Mitglieder — Tageskalender für Samstag: Oberheff. Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wilhelm Teil". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Mann ohne Furcht" und „Helden des Alltags" — VWA. und DHD., 20.15 Uhr, DHV.-Heim, Geselliges Beisammensein. — 224er, Zusammenkunft bei Kamerad Wenner. — Johan nesfaal, 14.30 und 20 Uhr, Evangelisationsvorträge. — Saal der Stadtmission, 20.30 Uhr, Vortrag von Zelt-Evangelist Krupka. — Großer Hörsaal der Universität, 17 Uhr, Beginn des rassenhygienischen Fortbildungskursus im NS.-Aerztebund, 20 Uhr, Fortsetzung des Kurses im Physiologischen Institut, Friedrichstraße. —Kreisbetriebszellenabteilung Mittwoch, 21. Februar, 16 Uhr, findet in der --------------u......— Turnhalle der Oberrealschule eine Bezirksversamm- (Kreisleitung der DAF.), 20 Uhr, Haus der Deut- lung statt. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilun- j schen Arbeitsfront, Schulung über das „Gesetz zur gen, 2. Vortrag von Geh.-Rat Prof. Dr. 0(1:1 Ordnung der nationalen Arbeit" für alle Amtswal- „Ewigkeitsgesetze im neuen Staat". *ter der NSBO. und Betriebsratsmitglieder. — Handweberei Schloß Westerburg, Caf6 Ebel, 11 bis 19 Uhr, Handgewebe-Ausstellung. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19 bis 22.15 Uhr, „Die gold'ne Meisterin". — Goethe-Bund, 20 Uhr, Großer Hörfaal der Universität, Max-Dauthendey-Abend und Ausstellung deutsche Heimatliebe... deutsches Heimweh. — Ober- hess. Kunstoerein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Neue Aula der Universität, 20.30 Uhr, Saar-Kundgebung der Gießener Studentenschaft. — Gustav-Adolf-Frauenverein, Stadtkirche, 20 Uhr, Lichtbilderoortrag über „Verpflichtung der evangelischen Frauenwelt für Ueberfee". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wilhelm Tell". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Mann ohne Furcht" und „Helden des Alltags". — Handweberei Schloß Westerburg, Caf6 Ebel, 14 bis 18 Uhr, Handgewebe-Ausstellung. — 1900, 20.30 Uhr, Frankfurter Hof, Familienabend. — VfB., 15 Uhr, Waldsportplatz, Handball To. Lich I gegen OSC. I. — Saal der Stadtmission, 20.30 Uhr, Dortrag von. Zelt-Evangelist Krupka. — Eine Handgewebe - Ausstellung wird von den Gemeinnützigen Werkbetrieben der Jugendburg Schloß Westerburg von heute bis 22. Februar im Cafe Ebel veranstaltet. (Siehe heutige Anzeige.) — Ein Lichtbildervortrag von Kapitän S ch m e h l findet am nächsten Dienstag in der Neuen Aula der Universität statt. (Siehe heutige Anzeige!) * ** Theaterperfonalie. Das frühere Mitglied des hiesigen Stadttheaters, der Gießener Schauspieler Ludwig L i n k m a n n, wurde durch den neuen Darmstädter Generalintendanten Everth für weitere zwei Jahre als 1. Charakterkomiker an das Hessische Landestheater verpflichtet. ** Arbeitsjubiläum. Der Zuschneider Ro- loff Smalbil, Weserstraße8, kann am morgigen Sonntag, 18. Februar, auf eine 25jährige Tätigkeit im Herrenbekleidungshaus vorrn. Gebr. Stamm zurückblicken. ** Abiturientenprüfungen im Realgymnasium. Unter dem Dorsitz von Ministerialrat Glück er t wurden am Donnerstag 22 Abiturienten des Realgymnasiums geprüft. Sämtliche Prüflinge konnten bestehen. Am gestrigen Freitag wurden die Prüfungen unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Angelberger fortgeführt. 13 Abiturienten, die sich der Prüfung unterzogen, konnten ebenfalls sämtlich bestehen. ♦* Spende für d i e Winterhilfe. Der Verein ehemaliger Offiziere des Jnf.-Reg. 116 überwies dem Winterhilfswerk den Betrag von 100 Mk. ** Das Museeum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. ** Funkreportage „Bilder aus der Deutschen Arbeitsfront". Eine hörenswerte Funkreportage bringt der Deutschlandsender am Sonntag, 18. Februar, 15.30 Uhr, unter dem Titel: „Bilder aus der Deutschen Arbeitsfront". Es sprechen Dr. Ley, Albert Forster und August Haid über ihre Eindrücke bei dem Besuch der Berliner Kaufmannsschule des Deutschen Hand- lungsgehilfen-Derbandes. Dr. Ley wird dabei bedeutsame Ausführungen über die Berufsbildungs- arbeit der Kaufmannsgehilfen machen. Amtsgericht Gießen. Ein ehemaliger Angehöriger des hiesigen Bataillons und jetziges Mitglied eines Arbeitslagers erhielt einen Strafbefehl in Hohe von einem Monat Gefängnis. Dagegen legte der Angeklagte Berufung ein. In der gestrigen Hauptverhandlung trat zutage, daß der Angeklagte ein Paar Stiefel gestohlen hatte. Der Staatsanwalt beantragte, die in dem Strafbefehl festgesetzte Strafe von einem Monat Gefängnis auf drei Monate zu erhöhen. Das Urteil lautete auf einen Monat Arrest. Außerdem erging Beschluß, in dem dem Arbeitslager mitzuteilen ist, daß der Angeklagte in der Hauptverhandlung trotz Verbots in Uniform erschienen war. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Nr. 100 f>. 2L Der Eigentümer eines Grundstücks ist nach § 910 BGB. berechtigt, aus dem nachbarlichen Grundstück herüberreichende Wurzeln eines Baumes abzuschneiden und zu behalten. Bezüglich der Zweige ist oorgeschrieben, daß dem Nachbar vorher eine Frist gesetzt wird, damit jener sie selbst beseitigen kann. Erst nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist kann der Eigentümer zur Selbsthilfe schreiten. Der Eigentümer kann aber auch auf Beseitigung der Störung durch die Wurzeln und Zweige durch den Nachbarn selbst klagen. Unmittelbar auf der Grenze stehende Bäume gehören nach dem BGB. senkrecht geteilt jedem bis zur Grenze. Anhangsweise sei noch bemerkt, daß Früchte dem Eigentümer des Baumes gehören. Wenn sie aber auf das fremde Grundstück herunterfallen, werden sie Eigentum des Besitzers dieses Grundstückes. Der Eigentümer des Baumes hat dann keinen Anspruch mehr auf diese Früchte. Wichtig ist auch, daß nach § 226 BGB. die Ausübung eines Rechts nur zu dem Zweck, einem anderen zu schaden, verboten ist. Ehestandsdarlehen. Gemäß § 1 des 5. Abschnitts des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit ist für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens unter anderen Voraussetzungen, daß die künftige Eheftau sich verpflichtet, eine Tätigkeit als Arbeitnehmerin so lange nicht wieder aufzunehmen, als der künftige Ehemann Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes von mehr als 125 RM. monatlich bezieht und das Ehestandsdarlehen nicht restlos getilgt ist. Diese Bestimmung wird dahin ausgelegt, daß die Ehefrau erst einmal aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden muß. In dieses alte Arbeitsverhältnis darf sie nicht zurückkehren. Dagegen ruht an sich die Verpflichtung, eine andere arbeitsrechtliche Tätigkeit nicht aufzunehmen solange, wie der Ehemann nicht über 125 RM. verdient. Unter dieser Voraussetzung kann also gegen die Aufnahme einer Tätigkeit auf einem anderen Arbeitsplatz nichts eingewandt werden. Man geht dabei offenbar von dem Gesichtspunkt aus, daß die Ehefrau zuerst in die Familie gehört. Ehen, bei denen von vornherein die Frau nicht der Mittelpunkt einer neuentstehenden Familie ist, sondern außerhäuslichem Erwerb nachgeht, wünscht man nicht und fördert sie insbesondere nicht durch Ehestandsdarlehen. Diesem großen Grundsatz gegenüber müssen persönliche Rücksichten zurücktreten. Der Begriff „Tätigkeit als Arbeitnehmerin" muß dabei dem Gesetz entsprechend sehr weit gefaßt werden. Es ist jede entgeltliche Arbeit in einem abhängigen Arbeitsverhältnis darunter zu verstehen. Das cheinsrällkische Gebiet als geschichilicheLinheil Am letzten Vortragsabend dieses Winters im Oberhessischen Geschichtsverein sprach Dr. W a l b r a ch über „Das r h e i n f r ä n k i s ch e Gebiet als geschichtliche Ein hei t". Nach einer kurzen Einleitung, in der er erklärte, daß ein großer Teil des Vorzutragenden in der Historischen Abteilung der Anstalt für hessische Landessorschung an der Universität behandelt worden sei, und einem Dankeswort an ihren Leiter, Prof. Dr. Theodor Mayer, führte Dr. W a l b r a ch etwa folgendes aus: Seit der Errichtung des Rhein-Mainifchen Industrie- und Handelstages im September 1933 sind Die Grenzen des Gebietes festgelegt, das man das „Rhein-Main-Gebiet" nennt. Dieses Gebiet ist aber nur das Kern- und Hauptstück einer größeren Landschaft, die man am besten mit „Rheinsranken" bezeichnet, und deren gewissermaßen ideeller Grenzstreifen von Trier über Lahnstein nach Haiger geht, ins Fuldatal hinübergreift, weiter über Gemünden und Wertheim nach Tauberbischofsheim führt und von da über Bruchsal und den Rhein überquerend nach Trier. Die Untersuchung der Frage, ob dieses Gebiet geschichtlich zusammengehört, hat, da die topographische Lage als bekannt vorausgesetzt werden darf, mit der Bevölkerung zu beginnen. Das Ergebnis ist, daß die rheinfränkische Landschaft von Franken bewohnt wird — und nicht von Chatten (Hessen). Die Betrachtung der politischen Geschichte Rheinfrankens geht von dem Herzogtum Franken aus. Sein letzter Herzog war Eberhard aus dem Geschlecht der bei Weilburg beheimateten Kouradiner, die auch die Erbauer und Besitzer der Burg Gleiberg sind. Er beteiligte sich an einem Aufstand gegen König Otto I. und fiel im Kampfe. Dieses Zerschlagen des Herzogtums Franken im Jahre 939 ist das schlechthin Entscheidende dafür gewesen, daß Rheinfranken von nun an rund tausend Jahre hindurch ein in kleine Herrschaften zersplittertes Gebiet gewesen ist, das als Spiegelbild des deutschen Schicksals erscheint. Wie im Reiche die Zentralgewalt, so hat in Rheinfranken ein Machtmittelpunkt gefehlt, durch den es der Kern des Reiches hätte werden können. Statt dessen zerfiel es in zahllose kleine Territorien. Als diese Territorialherren die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses erkannten, begann das, was den Ausgangspunkt der ganzen Betrachtung der rhein- fränkischen Landschaft bildet: die Entstehung der mittelalterlichen Landfriedensbünde. Da es nie zu einer das gesamte Reichsgebiet umfassenden Verwaltungsorganisation gekommen ist, hatte allein der König die hohe Pflicht, das Recht zu wahren und den Frieden zu sichern. Vom 12. Jahrhundert ab ging diese Pflicht mehr und mehr an die Territorialfürsten über, die untereinander Landfriedensbünde abschlossen. Als eine auf solche Weise zusammengefaßte Einheit erscheint unsere Landschaft zum erstenmal bei der Aufrichtung des Rheinfränkischen Landfriedens im Jahre 1179. Außer diesem sind aus einer großen Zahl von Landfrieden noch vier zu nennen, die unsere besondere Beachtung verdienen. Als Ergebnis ihrer Untersuchung ist festzustellen, daß das rheinfränkische Gebiet als eine gewisse politische Einheit im Mittelalter angesehen werden barf. Diese Zusammengehörigkeit wird noch deutlicher, wenn man die Stellung der beiden Städte Mainz und Frankfurt in unserer Landschaft betrachtet. Ntainz war der kirchlich-kulturelle Mittel- und Ausstrahlungspunkt, aber auch der Haupt-Verkehrsund Wirtschaftsort Rheinfrankens während des Mittelalters. Daß es später von Frankfurt überflügelt wurde, lag an der Verschiedenheit der Le- bensbedingunaen der Bischofs- und der freien Reichsstadt. Nebenbei sei bemerkt, daß die sog. „Mainlinie", eine Fiktion, nicht vor der Geschichte bestehen kann. Die Untersuchung erstreckte sich nun auf die verschiedenen Kulturgebiete, wie Sprache, Volkskunde, Literatur und Kunst. Ihr Ergebnis ist nicht gleichartig. Sowohl die Sprachforschung, die seit langem den Begriff der rheinfränkischen Sprachlandschaft kennt, wie auch die Dolkskundeforschung stellen unzweifelhaft die kulturelle Zusammengehörigkeit des Gebietes fest. Bei der Literatur kann das nicht gesagt werden, bei der Kunst — Architektur, Plastik und Malerei — wiederum darf die Frage der Einheit Rheinfrankens mit allen Vorbehalten bejaht werden. Im letzten Abschnitt war zu untersuchen, ob die politisch-geschichtlich und kulturell vorhandene Gemeinschaft auch für die Gebiete der Wirtschaft, des Verkehrs und des Rechts als gegeben angesehen werden kann. Wenn schon vorher oftmals auf das Fehlen von Einzeluntersuchungen hingewie- I sen werden mußte, so ist das besonders bei der Wirtschaft der Fall. Aber gerade auf diesem Gebiet ist der Mangel nicht so bedeutsam, weil es sich hier in der Hauptsache um die Wirtschafts- und Organisationszentren Mainz und Frankfurt handelt, durch die die rheinfränkische Landschaft entscheidend beeinflußt wurde und wird. Die Frage nach den einheitlichen Rechtserscheinungen kann dahin beantwortet werden, daß in ganz Rheinfranken das sal- fränkische Recht gegolten hat. Wenn abschließend festgestellt werden kann, daß man die rheinfränkische Landschaft als geschichtliche Einheit ansehen darf, so hat das nichts mit Par- tikularismus zu tun, für den es im Dritten Reich keinen Raum mehr gibt. Rheinfranken ist anzusehen als eine gliedhafte, geschichtlich gewordene Lebensgemeinschaft innerhalb des Gesamtorganismus des Deutschen Reiches, in dem auch in Zukunft die landschaftlichen Eigenarten ihre Bedeutung behalten werden. Aber alles Denken und Handeln muß auf das im mationalsozialistifchen Staat zusammengefaßte Deutschtum bezogen werden. Nur aus der Vielzahl der einzelnen Kulturlandschaften, wie Rheinfranken eine ist, entsteht das, was wir Deutschland nennen. In seinem Schlußwort wies Prof. Mayer darauf hin, daß mit diesem Vortrag eine Reihe abgeschlossen sei, durch die in diesem Winter der Verein versucht habe, darzulegen, wie man eine Kulturlandschaft zu betrachten habe. Der Versuch, die Vorträge eines Winters unter ein einheitliches Thema zu stellen, werde im nächsten Jahr fortgesetzt. Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. Oie Ergebnisse der Arbeit im Jahre 1933. Im Laufe des Jahres 1933 wurden von dem Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier in 41 Gemeinden des Kreises Gießen die Feuerlöscheinrichtungen besichtigt und bei dieser Gelegenheit je eine Hebung der Wehren abgehalten. Als sehr g u t wurden die Feuerlöscheinrichtungen in den Gemeinden Allendorf (Lda.), Bettenhausen, Eberstadt, Ettingshausen, Geilshausen, Gr.-Buseck, Grünberg, Hattenrod, Holzheim, Hungen, Lich, Lollar, Langsdorf, Obbornhofen, Queckborn und Villingen bei der Inspektion bezeichnet. Gut waren die Einrichtungen in den Gemeinden Annerod, Beltershain, Beuern, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Göbelnrod, Grüningen, Lang-Göns, Lauter, Londorf, Klein- Linden, Mainzlar, Münster, Nonnenroth, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern, Odenhausen, Oppenrod, Rödgen, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff und Trohe. Im ganzen gut wurden die Einrichtungen der Gemeinden Climbach und Reiskirchen angetroffen. Die Freiwilligen Feuerwehren wiesen im Jahre 1933 folgende Mitgliederstärke auf: Allendorf a.d.Lda. 49, Annerod 61, Großen-Buseck 93, Grünberg 142, Hungen 64, Klein-Linden ■'7, Lang-Göns 67, Lich 140, Lollar 152, Buderussche Eisenwerke Lollar 30. Die Pflichtfeuerwehren hatten zur Zeit der Besichtigung folgenden Mitgliederstand: Allendorf a. d. Lda. 46, Annerod 46, Großen-Buseck 104, Beltershain 60, Bettenhausen 66, Beuern 110, Burkhardsfelden 95, Climbach 45, Dorf- Gill 59, Eberstadt 76, Ettingshausen 100, Geilshausen 86, Göbelnrod 57, Grüningen 100, Hattenrod 52, Holzheim 139, Hungen 140, Langsdorf 95, Lauter 92, Londorf 133, -Mainzlar 82, Münster 54, Nonnenroth 57, Obbornhofen 71, Ober-Bessingen 70, Ober-Hörgern 51, Odenhausen 61, Oppenrod 61, Queckborn 109, Reiskirchen 104, Rödgen 84, Röthges 50, Steinheim 76, Trais-Horloff 78, Trohe 53, Villingen 94. Neueinrichtungen und Verbesserungen. Im Jahre 1933 hat die Gemeinde S t e i n h e i m ein geräumiges Gerätehaus erbaut, ebenso wurde in Göbelnrod ein neues Gerätehaus errichtet. In der Gemeinde Ettingshausen wurde das Gerätehaus neu hergelichtet und der Bodenbelag mit Pflaster versehen. Von der Gemeinde Klein- Linden wurde eine Schiebeleiter von 12 Meter und ein neuer Schlauchwagen angeschafft, die Städte L i ch und Hungen haben die Einrichtung ihrer Wehren durch die Anschaffung von je einer kleinen Motorspritze verbessert. Die Brandstatistik verzeichnet für das Jahr 1933 im Kreise Gießen insgesamt 24 Brände (einschließlich einer Brandhilfe bei dem Großfeuer am 12. Juni v. I. in Atz- bach). Diese Aufzählung kann aber, da vielfach keine Meldungen über die für das Feuerlöschwesen wichtigen Vorkommnisse (Brände, kalte Blitzschläge und Explosionen) eingingen, auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben. Hinsichtlich der 'Anmeldung derartiger Vorkommnisse werden vom Kreis- feue'rwehrinspektor die Bürgermeistereien von Lich, Hungen und Lollar als vorbildlich bezeichnet. Eine Hebungsfahrt der Kreismotorsprihe wurde am 30. Juni v. I. nach den Gemeinden Röthges, Villingen, Trais-Horloff und Hungen unternommen. Bei dieser Gelegenheit wurde die Kreismotorspritze den Ortsfeuerwehren und den Feuer- wchren aus der Nachbarschaft in der Arbeit vorgeführt, zugleich wurden die Feuerwehrleute mit den Arbeiten vertraut gemacht, die sie bei Bränden an der Kreismotorspritze zu verrichten haben. Ehrung von Feuerwehrleuten. Staatliche Ehrenzeichen für 40- und 25jährige Dienstzeit als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren wurden verliehen in Lollar an 1 Kameraden, Großen-Buseck 4, Grünberg 3, Annerod 1 und Hungen 5 Kameraden. Ferner wurde das Hessische Feuerwehr-Ehrenkreuz für 50jährige aktive Dienstzeit an Wilhelm Wacker- Gießen verliehen und ihm gleichzeitig ein Dankschreiben des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg überreicht. Für 40jährige aktive Dienstzeit, darunter 20 Jahre als Kommandant, erhielt Gerhard Rohrbach- Lollar das Hessische Feuerwehrehrenkreuz. Heinrich Meyer IV. in Grünberg wurde für 50jährige aktive Dienstzeit mit dem Reichs-Feuerwehr-Ehren- kreuz und mit einem Dankschreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg geehrt. Weiter erhielten noch vom Landesverband Hessischer Freiwilliger Feuerwehren die Kameraden Heinrich Schmidt, Wilhelm G r a i l i n g, Ludwig Freitag Heinrich Germer, Karl Germer und Philipp D e ch e r t aus Heuchelheim für hervorragende Verdienste um die Feuerwehrsache als aktive Mitglieder der Wehr das Hessische Ehrenkreuz. Neue Freiwillige Feuerwehren. Auf Anregung und unter Mitwirkung des Kreisfeuerwehrinspektors Bouffier wurden im Jahre 1933 in sieben Gemeinden des Kreises Freiwillige Feuerwehren neu gegründet. Die Gründung erfolgte in den Orten Allendorf (Lahn), Eberstadt, Hausen, Lauter, Münster, Reiskirchen und Queckborn. Weitere Neugründungen von Freiwilligen Feuerwehren sind für das Jahr 1934 geplant. Luft- und Gasschutz. Die Aufgaben des Luft- und Gasschutzes, die jetzt mit erfreulicher Energie in Angriff genommen werden, finden die bereitwilligste und verständnisvolle Mitarbeit der Feuerwehren, die dabei ein sehr bedeutsamer Faktor im Gesamtpläne des passiven Luftschutzes sein werden. Geeignete Maßnahmen zur Erfüllung dieser neuen Pflichten der Feuerwehren sind von der Kreisfeuerwehrinspektion des Kreises Gießen geplant, zum Teil auch schon durchgeführt oder den zuständigen Stellen zur Verwirklichung vorgeschlagen. Oberheffen. Neue Bürgermeister in Oberheffen. Zu Bürgermeistern sind am 7. Februar 1934 ernannt worden: Im Kreise Gießen: Heinrich Menge! II. in Hattenrod, Heinrich Schepp I. in Saasen. Im Kreise Schotten: Heinrich Beyer in Gedern, Karl Luft in Hartmannshain, Heinrich U s i n g e r XIII. in Kaulstoß, Wilhelm Lind II. in Ruppertsburg, Hermann Oechler in Sichenhausen, Heinrich Krahl in Stornfels, Otto Scharmann I. in Wohnfeld. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Friedberger Stadtrats. Friedberg, 16. Febr. (LPD.) Die gestrige Sitzung des S t a b t r a t s hatte sich im wesentlichen mit Arbeitsbeschaffungsvorschlägen ber nationalsozialistischen Stabtrats- f r a k t i o n zu befassen. Das Kollegium gab zunächst seine Zustimmung zur Regulierung ber Usa und des Straßbachs. Durch eine Verkürzung des Laufs der Ufa fall ein schnellerer Wasserabfluß und damit eine natürliche Reinigung des Flußbettes erzielt werden. Die Regulierung der Ufa und des Straßbachs ergeben zunächst 15 500 Tagewerke. Der zweite Vorschlag, der ebenfalls einstimmige Annahme fand, sieht die Verlegung der Gießener Straße am sogenannten Kühlen Grund vor. Damit würde in der Zukunft die für den Verkehr so gefährliche, enge Usabrücke an der Gießener Straße ausscheiden. In der Frage des israelitischen Friedhofs tarn es vor einigen Jahren im Stadtrat zu einer heftigen Debatte. Fraktionsführer Dörr gab in der gestrigen Sitzung Kenntnis davon, daß die israelitische Gemeinde mit der Aufhebung der bestehenden Verträge einverstanden ist und der Schließung des derzeitigen israelitischen Friedhofs zustimmt. Ein geeignetes Gelände soll an anderer Stelle zur Verfügung gestellt werden. (tilgen X Wieseck, 16. Febr. In den Distrikten „Kornberg", „Heide", „Rehäcker" und „Hegwald" unseres Gemeindewaldes wurden auf der gestrigen H o l z - Versteigerung infolge äußerst großer Nachfrage wesentlich höhere Preise erzielt, als bei den vergangenen Versteigerungen. Für Nutzholz wurde für den Raummeter Eichennutzscheit 12 bis 13 Mk. und für das Stück Fichte-Derbstangen 1 bis 1,10 Mk. bezahlt. Brennholz: Eichenscheit 7 bis 7,50 Mk., Eichenknüppel 4,50 Mk., Eichenstock 6 bis 6,50 Mk., Eichenreifer 0,60 bis 0,80 Mark. Für Buchenscheit 11 Mk., Buchenknüppel 8,50 Mk., Buchenstock 7 Mk., Buchenreifer 1,10 Mark. Für Kieferscheit 6,50 Mark. Für Fichteknüppel 4 Mk., Fichtefcheit 5 Mark. $ Alten-Bufeck, 15. Febr. Am Dienstagabend erlitt der hiesige Ortsgruppenleiter Heinrich Freund am Ortsausgang von Trohe einen A u t o u n f a l l, indem er an einer engen Straßenkrümmung gegen einen Steinhaufen fuhr. Durch den starken Anprall wurde er mit der Brust so heftig gegen das Steuerrad geschleudert, daß dieses zerbrach. Obwohl der bedauernswerte Mann noch in der Lage war, das Auto heimzusteuern, mußte er bald darauf wegen anscheinend inneren Verletzungen in die Klinik verbracht werden. tn. Lang-Göns, 16. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Geflügelzucbtoerein seine Hauptversammlung ab. Es wurden in der Hauptsache geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Der Vereinsführer, Wagnermeister Otto May, ermahnte zu weiterer treuer Mitarbeit zum Nutzen der Volkswirtschaft Aus dem Bericht über das letzte Vereinsjahr ging hervor, daß der Lang-Gönser Geflügelzuchkverein als einer der rrührigsten im Gau Hessen anzusehen ist. Seit seiner Gründung (1912) ist er stets bestrebt, sich für alles, was mit der Geflügelwirlschaft zusammenhängt, einzufetzen. Sein eifriger Vorsitzender May spornte immer wieder zu neuer Arbeit an. Die Erfolge, die einzelne Mitglieder des Vereins im letzten Jahre errangen, können sich sehen lassen. Auf der großen Geflügelschau in Marburg war Lang-Göns ifiit 9 Nummern vertreten. Ergebnis: 1 E, 3 sg I, 2 sg II. Auf der- allgemeinen Schau in Großen-Linüen stellte der Verein 22 Nummern. Ergebnis: 4 E, 5 sg I, 1 sg II, 1 sg III, 1 sg. Auf der Gauschau in Butzbach war Lang-Göns mit 40 Nummern vertreten und konnte 10 E, 7 sg I, 4 fg II, 5 sg III und 7 sg erringen. Zur Kreisgeflügelschau in Wat- Oie Plauener Spitzenarbeiter wollen ihr tägliches Brot haben? Damm opfert am 18. Februar! zenborn - Steinberg war Lang-Göns mit 56 Nummern erschienen und hatte dabei die zweithöchste Nummerzahl von allen an der Schau beteiligten Vereinen. Auf Grund dieser Beteiligung wird die Kreisschau 1 9 3 4 in Lang-Göns abgehalten. Ergebnis in Watzenborn-Steinberg: 7 E, 21 fg I, 6 fg II, 2 fg III, 4 fg. Auch auf der Nationalen Schau in Stuttgart und auf der Reichsschau in Leipzig fehlte Lang-Göns nicht. In Stuttgart konnten die Aussteller mit vier Tieren 1 E, 1 sg II und 1 sg III erringen. Neben der Ausstellung von Rassetieren wurde aber auch die volkswirtschaftliche Seite der Geflügelzucht vom Verein Lang-Göns in den Vordergrund gestellt, nach dem bekannten Wahlspruch: „Durch Rasse zur Leistung!" Mit einem Sieg-Heil auf den Volkskanzler schloß der Vorsitzende seine Ausführungen. # Dorf-Gill, 16. Febr. Die hiesige N S. - Frauenschaft hielt dieser Tage im Rathaus eine Versammlung ab, die mit einem Lied einge- leitet wurde. Die Führerin Frau Lutz eröffnete die Versammlung. Beigeordneter Pg. Bartholomäus (Gießen) sprach sodann über den Zweck der NS.-Frauenschaft und über die Pflichten der Frau in Familie und Stadt. Alles im deutschen Vaterland müsse Hand in Hand arbeiten. Das deutsche Mädchen solle nicht mehr in der Fabrik, sondern im Haushalt tätig sein. Es gelte nicht, der Mode nachzurennen, sondern dazu beizutragen, daß das deutsche Wirtschaftsleben gefördert werde, damit, wenn auch nicht für uns, so doch für unsere Nachkommen ein gesundes Deutschland geschaffen werde. Nach dem Gesang eines Frauenschaftsliedes uni) des zweiten Verses des Deutschlandliedes wurde die Versammlung geschlossen. — Dieser Tage konnten die Eheleute Karl Pfannmüller das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Kreis Schotten. ][ Ober-Schmitten, 16. Febr. Unter der Regie von Kurt Richter wurde gestern Abend im Döllfchen Saale von der NS. - Kampfbühne Gießen das dreiaktige Schauspiel von Heinrich Bartholomäus „Erst bann wird Deutschland frei!" aufgeführt. Das ob seiner Gestaltungs- und Ueberzeugungskraft wertvolle Stück, das in feiner Steigerung und in der packenden Wirkung feiner Aktschlüsse den Zuhörer ergreift und mitreißt, wurde von den Darstellern mit allen Mitteln schauspielerischen Könnens und Gestaltens wiedergegeben. Das Publikum dankte mit wohlverdientem Beifall. Eine kurze Ansprache des Spielleiters Kurt Richter und die erste Strophe des Horst-Wefsel-Liedes beschlossen den denkwürdigen Theaterabend. — Auch in Eichelsdorf und Rainrod gab die NS.- Kampfbübne Gießen im Laufe der Woche Gastspiele. Alle Vorführungen erfreuten sich eines guten Besuches. UltonenfcuQ£ IMI jD cO & o r> zum Auswaschen, Spülen und Reinigen-siir Geschirr und alles Hausgerät l 7Uch< nur (n -er Küche, beim Geschirrauf- wafchen und Reinigen, auch in Speise, fammer, La-eraum, Toilette, furz: überall, wo es gift schnell un- gründlich alles sauber un- schön zu machen, ist @ der treue Wächter -er Reinlichfett! n den k en Sn der heutigen Nachmlttagszlehung wurden ®e»W über 150 M. gezogen 1068 370 Gewinne 13279 7 z Lang-Göns, Pohlgöns, den 16. Februar 1934 Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Februar, nachm. 3‘/2 Uhr, in Lang-Göns statt 0825 1007 D Eisenbahn - Fahrbeamten - Verein gießen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Becker Gießen (Steinstraße 67), im Februar 1934 Heuchelheim, den 17. Februar 1934 10150 1009 D W.ids A! Zu haben: 1028V am 'WetutWivLie am am am Im Bedarfsfalls mehr als einen Tag. zur an 1019C 1933. durch 1008D Gärtnerei Schwarz, Tel. 4082 222263 232929 247478 259627 273256 284377 294194 312376 323930 333493 344016 356368 370175 382242 399712 11348 26899 44784 61916 75414 85247 103613 117203 125458 141370 151235 163465 183049 199728 210313 38208 53982 72540 78739 92551 19898 40024 56855 73219 81902 97807 42085 60490 74607 83127 98661 113689 122958 141058 149792 163242 182645 198917 205774 222087 232379 246028 257977 271493 281829 291713 311736 319636 333297 342430 356074 364487 381842 394778 • 5066 17870 24973 33910 48419 57063 83599 20229 30869 42436 51468 79046 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Blumen- und Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank. 344714 176164 99210 316859 56121 211127 285016 383695 187553 236158 57511 335550 38787 186143 271297 > 3925 17356 24525 33088 47918 56182 80939 110460 128501 134123 159646 176576 188667 223950 238114 253915 272557 283708 302850 326939 335275 351922 370461 379756 389157 30266 50171 71754 75682 88270 111655 120496 131470 143052 160145 176420 187469 201702 211691 223555 241595 250638 261872 275058 288719 295194 315503 324601 335395 348235 361991 373268 386797 19217 30622 38003 50897 Drogerie Bornemann, Bahnhofstraße 11 Viktoria Drogerie Apoth. E. Guth, Marktstr.5 Löw.-Drog. W. Kilbinger Nchf., Seltersw.79a Gwmania-Drog. Carl Seibel, Frankf. Str. 39 Drogerie Hans Noll, Roonstraße 2 Pellk.-Apotheke H. Dornberger, Kreuzplatz2 Univ. Apoth.z.gold. Engel, A.Habrich, Markt Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager 109538 120012 130036 141808 153150 166135 183120 201196 210908 222540 233993 248295 260931 274706 288027 294902 312935 324102 334268 344360 360351 371216 383653 111885 121416 131931 145130 160576 178033 193226 204365 214976 228194 241929 250939 263511 277256 289273 295720 317551 325188 340203 350284 362023 374127 388717 Nachdruck verboten 15. Februar 1934 35644 284867 29044 195675 266392 1000 M. 600 W. 150371 226279 331748 123589 131525 149089 174153 180999 208905 232060 246354 264380 275489 285193 320611 331581 341375 360731 374162 382368 393852 254382 134911 1556 159648 230813 107312 128253 133991 158737 175562 181370 223759 235514 253382 270334 277544 301431 324383 334511 351355 367448 378508 387304 11378 27080 50066 66784 75440 86600 18042 39758 65430 72871 81273 93499 113483 122001 140876 147053 162123 178676 196021 204921 215746 229743 243703 255813 266003 279944 290904 299676 317724 325832 341501 352935 • 362778 378724 390692 111473 129004 137420 159690 177372 191650 226772 243066 257431 273083 285030 312405 327723 336351 355509 371232 380881 390404 130301 148188 162153 180333 198879 227465 246235 260391 274513 285117 319763 330453 338842 357367 371850 381950 393038 97383 124346 132613 153671 174587 181105 213912 234888 246603 264549 277113 290190 320635 332736 347348 364442 374204 382778 395267 13368 21444 31266 43932 54331 79342 279971 14434 173937 261283 284693 24653 156894 247658 323982 634 „Konzentra“ Standard zum Selbstmischen , Konzentra“ gebrauchsfertig „Konzentra“ Kükenfutter Familien-Drucksachen venobun0sanzei0en Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen heute morgen im Alter von 71 Jahren abzurufen I. N. der trauernden Hinterbliebenen; Familie Ernst Alfred Rompf (früher „Einjähriges“ genannt). — Anmeld, tägl. von 8-1 u. 3-6 Uhr Vogtschen Privat- Handelsschulen Großen-Llnden, Hanau a. M„ den 17. Februar 1934 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 18. Februar, 147, Uhr, vom Trauerhause Frohnhofstraße 9 aus statt hinweist, Einsicht der Beteiligten offen. 70887 94261 194505 67987 145948 29963 215721 33958 41887 Ohne Gewähr 7. Ziebunastaa 2 Gewinne zu 30000 M. 6 Gewinn« zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 W. 12 Gewinn« >u 2000 M. 286211 313642 335077 20 Gewinne ni 1000 M. 152706 160993 272890 Beide Steuerverordnungen gelten hiernach unverändert bis zum 31. März 1935 weiter. Wetzlar, den 14. Februar 1934. Der Vorsitzende des Kreisausschusses. 3- 23.: gez.: Engser, Rogierungsassessor« Direktion: Gießen. Goethestraße 32 Fernruf 2484 _________9'1 A Im Namen der Hinterbliebenen: in tiefem Schmerz Heinrich Köhler L, Dachdeckermeister 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer bis 13 Uhr. w r Sanitätskolonne: Telefon 2500. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Aerzte: Dr. Schäffer, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Engelapotheke. 23080 166818 243740 15090 346588 32265 137793 Gewlimauszug 5. Klaffe 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Neoaitf genommen: GeiW-Fntter Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen in so reichem Maße zuteil wurden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Weisel, seines Chefs Herrn Fabrikant Ludw. Rinn, Herrn Ad. Schleenbecker und des Gesangvereins Germania unseren tiefgefühlten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Kath. Volkmann, geb. Hartmann Zu früh von uns, doch Gottes Wille Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgellebte Frau, unsere gute treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Köhler, geb. Luh am 15. Februar, 5 Uhr früh, 4 Wochen nach dem tödlichen Unfall ihres Sohnes, im 64. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen Unser Vereinsmitglied Oberschaffner L R. Theodor Schupp ist gestorben. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. Februar, 14‘/2 Uhr, in Klein-Linden statt. — Wir bitten alle dienstfreien Kollegen sich recht zahlreich zu beteiligen. Der Vereinsführer. 1031D würden Sie unbedingt Ihren Bedarf in Herren-und Damen-Stoffen bei uns decken. Verlangen Sie sofort Muster. Lehmann & Assmy Spromberg I. L 171 Atlletltl Tuchvetundhiu» mit eigener Pibrikelion. revifion stattfinden. Jeder Besitzer eichpflichtiger Gegenstände, soweit er namhaft gemacht worden ist, erhält durch das Eichamt eine Aufforderung zur Nacheichung, worin Tag und Tageszeit der Einlieferung angegeben ist. Die Einhaltung des Eichtermins ist zur raschen Abwicklung der Eichgeschäfte dringend erforderlich. Interessenten, die keine Aufforderung erhalten, sind ebenfalls verpflichtet, ihre eichpflichtigen Gegenstände zum obengenannten Zeitpunkt zur Nacheichung vorzulegen. Die Gegenstände sind gehörig hergerichtet und gereinigt zu der auf dem Anforderungszettel festgesetzten 3eit einzuliefern. Sind Reparaturen an Waagen nötig, so empfiehlt das Kreisamt, solche nur nach Anforderung von Kostenvoranschlägen von einem Fachmanns ausführen zu lassen. Die Auftragserteilung für die Reparatur ist Sache des Besitzers. Die Eichbeamten haben damit nichts zu tun, und die Waagenreparaturschlosser sind nicht Beauftragte der Eichbehörde, sondern private Gewerbetreibende, Anmerkung: Die Gemeinde Röthges nimmt dem Eichtag in Laubach (Kreis Schotten) am 16. April d. I., Stockhausen und Weickartshain am Eichtag in Lardenbach (Kreis Schotten) am 23. April d. I. teil. Der Einlieferungstag wird den Gemeinden durch das Eichamt Gießen besonders mitgeteilt. In gleicher Reihenfolge und angemessenem Abstande wird die polizeiliche Maß- und Gewichts- Aus erstklassigen Haushaltungen haben wir gebrauchte, nur gut erhalt. MÖBEL Speisezimmer,Schlafzimmer Herrenzimmer, Küchen Einzelmöbel: Büfetts,Kredenzen,Tische Stühle, Schreibtische, Schränke, Bettstellen, Matratzen, Teppiche, Sofas, Standuhren, Bilder sowie alle anderen Hanshaitnnps - Gegenstände ständig am Lager. Verlangen Sie kostenl. Auskunft oder besuchen Sie das AnkilonshauzTh «Schlett Frankfurt am Main Fahrgasse 91/93, Tel. 22862 1017 V Anton NernVII. 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Kollekte für Basel. katholische Gemeinden. Samstag, den 17. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntax, den 18. Februar. 1. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Dortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 20. Februar. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Mittwoch, den 21. Februar. Hungen. 9.15 Uhr: Messe. Freitag, den 23. Februar. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Oeffenllicher Sonnlagsdienfk. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele- fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdjenst Reise-Vertreter! gesucht von führendem Industrieunternehmen der chenusch-techn. Branche. 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Die in zweijähriger Wiederkehr gesetzlich vorge- chriebene Nacheichung der im eichpflichtigen Verkehr befindlichen Meßgeräte (das sind Längen- und Flüssigkeitsmaße, Meßwerkzeuge für Flüssigkeiten, Hohlmaße, Gewichte und transportable Handelswaagen bis ausschließlich 3000 kg) soll im Kreise Gießen demnächst beginnen und nach folgendem Rundreiseplan durchgeführt werden. 1020C Zur Durchführung der Nacheichung werden örtliche Eichtage in nachstehender Reihenfolge abge- Die Neigungswaagen, Schaltgewichtswaagen sopne solche Gegenstände, die wegen ihrer Größe oder Befestigung am Aufstellungsort oder ähnlichen Gründen nicht eingeliefert werden können, werden auf besonderen Antrag am Standort des Gegenstandes nachgeeicht. Eichungen, die am Aufstellungsort der Gegen- stände stattfinden sollen, sind während der Eichtage beim Eichamt zu beantragen, widrigenfalls der nicht ermäßigte Mindestgebührenzuschlag (5 Mk.) in Ansatz gebracht wird. Es empfiehlt sich, daß die Bürgermeistereien den Beginn der Eichtage in ortsüblicher Weife bekanntgeben lassen und kurz vorher nochmals darauf Hinweisen. Eine Benachrichtigung betreffs Tag, Tageszeit und Anzahl der je Tag abzufertigenden Interessenten wird den Bürgermeistereien durch das Eichamt Gießen rechtzeitig zu^ehen. Vetr.: Feldbereinigung Trohe; hier Hauptgeldausgleich. In der Zeit vom 14. Februar bis einschließlich 20. Februar 1934 liegen auf dem Amtszimmer der hessischen Bürgermeisterei zu Trohe das Hauptgeldausgleichungsverzeichnis nebst Ab- schrift des Artikels 42 aus dem Feldbereini- gungsgesetz, worauf der Hessische Feldbereinigungskommissar die dinglich Berechtigten und insbesondere Hypothekengläubiger ausdrücklich RirAfidte 7!a»n'ckken. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. Februar. Jnvokavit. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Stosch-Wittenberg (Katharinenstist); 11: Kinderkirche für die Matthausund Markus-Gemeinde, Pfarrer Stosch-Wittenberg; 18: Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- Gemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 18: Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche für die Luther-Gemeinde, Pfarrer Lenz. — Pelruskapelle. 9.45: Pfarrer Trapp; 11 Kinderkirche für'die Petrus-Gemeinde, Pfarrer Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes-Gemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Johannesfaal. 14.30 und 20: Bibelstunde, Evangelist Gehring aus Möttlingen. — Wieseck. 10: Gottesdienst. — Albach. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Steinbach. 13.30: Festgottesdienst der Evangelischen Frauenhilfe: Pfarrer Steiner. Mit- wirkende: Evangelischer Frauenchor. Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11.15: erster Kindergottesdienst; 13: zweiter Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden: 9: Gottesdienst und heiliges Abendmahl für die älteren Verheirateten; 11: Kinderkirche. — Watzenborn-Steinberg: 10.30: Hauptgottesdienst; 19: Passionsfeier mit Lichtbildern für Kinder und Erwachsene. — hausen. 9.30: Gottesdienst. — Garbenleich. 10.45: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftspfarrer Draudt; 13: Kindergottesdienst. — Hungen. 8.30: SA.-Gottesdienst; 9.45: Hauptaottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst. — Langsdorf. Missionsfonntaq (Missionar Weißer), 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst. Kollekte haltey: Dom hessischen Eichamt Gießen aus: Am 7. März in Wieseck; 13. März in Großen-Buseck, zugleich für Alten- Buseck, Trohe, Rödgen und Beuern; 21. März in Burhkardsfelden, zugleich für Hat- Denn durch den Besuch unserer Schule erhaltenVolksschüler und Schüler höherer Schulen die mittlere Reite Mm W. f. Küchenhei- lung, Zimmeröfen, Heizunasanl. Perl-Koks, ca. 8 15 mm Körnung . Zentner RDI. 0.80 Senarlert.Koks.ca.15/40 mm Körnung ......... Zentner BDI. 1.40 frei Keller, bei Abnahme von zusammen mindest. 15 Ztr. Brenn- stosse beliebia.Sort. Unter 15 3tr. vro Ztr. 9 Pf. mehr. Nuhrkohlen - Ruhrkoks - Kammerofen-Koks, sowie Rubr-Eiform-, Rubr-Nun- briketts und Union-Briketts zu den in Gießen allgemein gültiaen Preisen, empfehlen töeüLfitilil.fiolilenW. Gegr. 1870. — Telefon 2287. 6soD Obstbaumschnitt Obstbaumspritzung Jüngerer intelligenter Bau- iechniker zur Durchführung bzw. Ueber- wachung eines industriellen Bauvorhabens gesucht. Schrift!. Ang. mit Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen unter 10061) an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Nachstehende Steuerordnungen waren bis zum 31 .März 1934 genehmigt. Der Herr Regierungspräsident zu Wiesbaden hat die Genehmigungen, bis zum 31. März 1935 verlängert, und zwar: 1. am 12. Januar 1934 — 1.2a 119 — für die Ordnung, betr. die Erhebung einer Hundesteuer im Landkreis Wetzlar, veröffentlicht im Wetzlarer Anzeiger Nr. 86 vom 11. April 1933, 2. am 15. Januar 1934 — 1.2a 120 — für die Ordnung, betr. die Erhebung einer kreissieuer von der Erlangung der Erlaubnis zum ständigen Betriebe der Gastwirtschaft, Schankwirt- fdjoft oder des Kleinhandels mit Brannwein oder Spiritus im Landkreise Wetzlar, veröffentlicht im Wetzlarer Anzeiger Nr. 84 vorn 8. April 324335 ------ 3817 6141 9854 ----- 21943 Nr. 41 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, l7. Zebruar 1954 Der zweite Opfertag des VOA. a W V k v- w t* A X 1 8 x k A SL X. WH gT- W Am Freitag, dem 23. Februar, veranstaltet der Volksbund für das Deutschtum im Ausland seinen zweiten Opfertag für das Winterhilfswerk. — Unser Bild zeigt das Ausstanzen der Abzeichen im sächsischen Notstandsgebiet. Das Abzeichen zeigt diesmal den VDA.-Wirnpel und wird in einer Auflage von 20 Millionen Stück hergestellt. Vom Schauplatz des Wiener Bürgerkriegs. Das Innere des Arbeiter-Kaffeehauses „Goethehof", das im Mittelpunkt der Kämpfe stand nach der Niederringung des Aufstandes. V M R ■ I 7 ...... ML Oer „Luchs" im Gau Hessen. Von Geheimrat Im „Gießener Anzeiger" vom 30. Januar wird üb-er das Auftauchen des Luchses in W e r- b,rf bei Wetzlar berichtet. Genannt ist als Berichterstatter für fraglichen Aufsatz Herr Jagdaufseher F., der durch langjährigen Dienst in Ungarn den Luchs und seine Jagd Innen soll — so wird in dem Aufsatze gesagt —. Er „berichtet außerordentlich klar und interessant über den Niß mehrerer Rehe". F. folgert: „Ich be- hcupte steif und fest, es war der Luchs." Am 27. Januar ist kurz vor der Haltestelle ein ler angefahren worden. (Ein Bahnsteigschaffner hcbe nachgesehen und gemeldet: „Es läge ein Tier w ischen den Schienen mit ganz langen Ohren und Difem Schwanz, hätte die Farbe wie ein Reh (es sei aber kein Reh und auch kein Hund). Bei seinem Mherkommen hätte es hinten nicht aufgekonnt, an them Auge hätte es geblutet, und mit den Vorderbeinen nach ihm geschlagen. Die beiden wecken daraufhin einen Jäger gegenüber der Haltestelle, und ncch etwa 20 Minuten begaben sie sich zu dritt an die bewußte Stelle, aber das Tier hatte sich indischen wieder erholt und war weg." „Zwischen br Schienen lag eine kleine Schweißlache und dickbreiiger Kot. Auf einer stark bereiften Stelle be- (aiöen sich zwei Trittsiegel." In jagdlichen Belangen hielt ich (Verfasser) es tir geboten, der Sache auf den Grund zu gehen. Bor allen Dingen wollte ich Blutspuren auf den NiEursprung untersuchen. In Werdorf belehrte auch Herr Jagdaufseher Freitag, der Erfahrun- oen aus Ungarn haben soll, wie der Luchs und kctzenarten überhaupt rauben. Als ich dann die fririge an ihn richtete, ob er schon einmal einen Luchs gesehen habe, erhielt ich die kleinlaute Ant- D?rt „ja ausgestopft!" Auch hat er auf Be- frogen zugegeben, noch keiner Luchsjagd bei- xewohnt zu haben. Nach weiterem Ausforschen ge- iDinn ich die Ueberzeugung, daß er auch über die 9'öße der Luchsspur eine falsche Ansicht hat. Am Drte zwischen den Schienengleisen wurde mir von Harrn Freitag in Gegenwart des Herrn Bahnhofsvorstehers die Stelle gezeigt, wo das fragliche Tier bt-erfahren worden roar. Reste der „Blutlache" D(Ten nicht zu finden. Der Herr Bahnhofsvorsteher |ag:te, es seien nur Blutspritzer gewesen; dem wurde nicht widersprochen. Herr Freitag zeigte dann den ,gelben Kot des Luchses", nahm die mulmige fast Or. Olt, Gießen. trockene Masse in die Hand, und nun stellte sich heraus, daß es moderndes Brot war. Einige Tage später konnte ich den Streckenarbeiter Mandler aus Aßlar, der gleich nachdem das Tier angefahren worden war, dieses besichtigte, mündlich befragen. Er sagte mit aller Bestimmtheit, es sei ein Schäferhund gewesen, den er mit der Laterne beleuchtet und so genau betrachtet habe, daß er ihn bei einer Begegnung wiedererkennen werde. Der Hund sei hinten gelähmt gewesen. Herr Mandler sagte mir noch, es sei ihm zugemutet worden, den verunglückten Hund totzuschlagen, er habe das verweigert, um nicht etwa haften zu müssen. Ueber den Vorfall sei viel gelogen worden, man habe ihn aber nicht zur Aufklärung befragt. Hierzu bemerke ich, daß Herr Mandler einen sehr vertrauenerweckenden Eindruck macht und frei von Phantasie, klar und bestimmt sich ausdrückt. Seit bald 50 Jahren befasse ich mich systematisch mit der Erforschung der Krankheiten des Wildes. Ohne Ueberhebung darf ich wohl sagen, daß noch niemand soviel Fallwild und gerissene Rehe untersucht hat, wie ich. In dem mir unterstellten veterinär-pathologisch-anatomischen Institut fallen an manchen Tagen mehrere Rehe an. In einem Falle sind zwei Hunde an einem Reh überrascht worden, dem zwei Rippen durchbißen waren. Auch hatte es Fleischwunden und Schrammen der Haut. Solche Verletzungen werden von Unkundigen als Kralleneingriffe des Luchses gedeutet. Daß Hunde recht oft an gewilderten Rehen den Kopf abnagen, ist mir von zahlreichen früheren und in jüngster Zeit vorgekommenen Fällen aus den letzten Tagen bekannt. Gestern ist mir ein Schaf zur Obduktion zugegangen, das ein Hund am Halse tödlich verletzt hat. Oberförster Swart, Abtshagen in Pommern, hat in der „Deutschen Jägerzeitung" vom 12. Mai 1933 eine beachtenswerte Abhandlung über wildernde Hunde veröffentlicht, aus der ich einige Sätze herausgreife. „Der Schweißgenuß peitscht die Leidenschaft der wildernden zum äußersten auf, sie reißen aus Gier, nicht mehr, um sich an ihrer Beute vollzufressen." „Wahllos wird gerissen, was ihnen in den Weg kommt Kein Wunder also, wenn die Klagen über diese Pest für unsere Wildbahnen in jagdlichen Zeitschriften nicht verstummen wollen." Ost wird das Jagdgebiet täglich oder nächtlich kilo............ *4 ■ v, M f w- g 1 Mussolinis Napoleons-Drama in Berlin. Eine Szene aus dem Schauspiel „100 Tage", das. der Duce verfaßte, und das jetzt mit Werner Krauß als „Napoleon" im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin feine reichsdeutsche Erstaufführung erlebte. Jeder einmal Lokomotivführer. Ü li y M Irn Hauptbahnhos Leipzig veranstaltet die Reichsbahn gegenwärtig eine Ausstellung, die einen Ueberbtitf über den modernsten Stand der Verkehrstechnik bietet. Besonderen Anklang findet der Führerstand in der Schnellzuglokomotive, auf dem sich jeder Junge selbst wie ein Lokomotivführer vorkommen kann. meterweise durchstreift. Ich habe es erlebt, daß ein wildernder Hund einen Jagdgefährten in einem acht Kilometer abgelegenen Dors gefunden hatte; habe auch Hunde abgeschossen, die zehn Kilometer vom Tatort zu Hause waren. Der Schäferhund ist, wie ich selbst erfahren habe, ohne weiteres fähig, Rotwild (Hirsche) zu reißen. Swart erzählt von einem Schäferhund, der mit einem schwarzen Viehhund früh jagte. Ein flüchtender Hirsch wurde gesehen, „ein Hase ohne Kops und ein Hirschkalb gefunden, aus dessen Halsschlagader noch Schweiß rieselte. Nach kurzer Zeit kehrte der eine Hund zum Kalb wieder zurück und wurde abgeschossen." Dazu bemerte ich, daß im Gau Hessen die wilderndem Hunde, besonders die der Rasse „Schäferhund", genau so in unseren Wäldern ihrer Mord- gier stöhnen wie in Pommern, Schlesien und anderen Gebieten. Durch das Ueberhandnehmen der Schäferhunde wird diese Pest unserer Wildstände immer schlimmer. Fast jeder, der sich einen Hund zulegt, verfällt auf den blutgierigen Schäferhund, als gäbe es keine anderen Rossen. Das Reißen der Rehe unter den Erscheinungen, für die der vermeintliche Luchs verantwortlich gemacht wird — abgebissener Kopf und Kralleneingriffe — hat nicht aufgehört, im Gegenteil, die Pest unter dem Wilde steigert sich ständig, wie Mitteilungen und Einsendungen bis zum heutigen Tage beweisen. Es ist an der Zeit, daß endlich einmal die Jägerwelt zielsicher Stellung zu dieser Frage nimmt, jeden im Revier strolchenden Hund abschießt, Magen- und Darminhalt auf Wildbret untersuchen läßt, und die Hundebesitzer für den angerichteten Schaden haftbar macht. Kirche und Schule. Dekanatskonferenz der Geistlichen des evangelischen Dekanats Gietzen. Die zweite Konferenz tagte am Donnerstag im Markussaal unter dem Vorsitz von Dekan Gußmann; sie wurde von Pfarrossistent Bernbeck (Lollar) mit Schriftlesung und Gebet eröffnet. Nach Besprechung einer Reihe dienstlicher Fragen hielt dieser einen Vortrag: „Die deutsche evangelische Kirche und ihre Volksdeutschen Aufgaben jenseits der Grenze". Der Vortrag war ein interessanter Gong durch alle Gebiete, mitunter durch eigene Eindrücke belebt; auch Proben aus auslanddeutschen Zeitungen dienten der Veranschaulichung. Von einem lebendigen, geistigen Austausch, auch der Theologen kann man sich viel versprechen. Der Vortrag wurde von einer lebhaften Aussprache beantwortet. Bund deutscher Gebrauchsgraphiker (Bezirk Hessen-Nassau.) Fachverband in der Reichskammer der bildenden Künste. Auf Grund des Reichskulturkammergesetzes vom 22. September 1933 ist der „Bund deutscher Gebrauchsgraphiker" (BDG.) in die „Reichskammer der bildenden Künste" eingegliedert. Der Bund ist der einzige und allein zuständige Fachoerband für alle auf dem großen Gebiete der Gebrauchsgraphik schaffenden Künstler. Wer nicht Mitglied des Bundes ist, darf in Zukunft nicht mehr Aufträge ausführen, die dieses Gebiet betreffen. Also: der BDG. in der Reichskammer der bildenden Künste ist die Z w a n g s o r g a n i f a t i o n für alle diejenigen Künstler, Die selbständig oder als Angestellte Schutzmarken, Signete, Geschäftsformulare, Warenpackungen, Plakate, Inserate, Kataloge, Prospekte, Lichtreklame, Messestände, Schrifttypen, Buchausstattungen, Illustrationen, Ehrenurkunden, Exlibris, Gelegenheitsgraphik ufw. entwerfen und zeichnen. Die von dem unterzeichneten Bezirksvorsitzenden, Maler und Graphiker Albert W i n d i s ch, berufene und von dem Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau der Reichskammer der bildenden Künste, Herrn Architekt B l a 11 n e r, bestätigte Aufnahme- kommis f i o n entscheidet unter dem Vorsitz des Bezirksvorsitzenden über die beantragte Aufnahme. Die von der Aufnahme endgültig ausgeschlossenen Antragsteller haben das Recht, nach Verlauf von 12 Monaten ihre Aufnahme erneut zu beantragen. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt ausschließlich im zuständigen Bundesbezirk und ist bei dem Unterzeichneten zu beantragen, bei dem auch die Aufnahmeformulare, die in zwei Stücken auszufüllen sind, vormittags zwischen 10 und 12 Uhr abzuholen sind. Auswärtigen Bewerbern können die Formulare auf Wunsch zugesandt werden. Nach Zurücksendung der ausgefüllten Formulare an den Unterzeichneten erfolgt Mitteilung. Nach erfolgter Aufnahme hat jedes neue Mitglied einige feiner Arbeiten an das Bundesarchiv nach Berlin (für Ausstellungszwecke ufw.) einzureichen. Hiermit werden jetzt alle im Bezirk Hessen-Nassau und Hessen auf dem Gebiete der Gebrauchsgraphik tätigen Künstler, die noch nicht Mitglied des seitherigen BDG. waren, aufgefordert, umgehend ihrck Aufnahme in die Reichskammer der bildenden Künste (Fachverband BDG.) bei dem Unterzeichneten zu beantragen. Diejenigen Künstler, deren Aufnahme noch durch das frühere Reichskartell (Gau Heffen-Mittelrhein) erfolgte, gelten als Mit- glieder der Reichskammer. Albert W i n d i f ch , Frankfurt a. M. 1, Am Dornbusch 9, Fernruf 58 204. Studentenleben und Studentenbrauch in alter Zeit Von Or. Hans Schaar. Das neue deutsche Studentenrecht bedeutet einen Markstein in der mehr als halbtausendjährigen Geschichte unserer Hochschulen; es will das Volk der Studierenden wieder in die Gesamtheit des Volkskörpers eingliedern, wie dies vorher wohl noch nie, jedenfalls nicht seit den Zeiten des Mittelalters, der Fall war. Der Student hat im kulturellen Leben stets eine bedeutende Rolle gespielt; aus den Kreisen der Akademiker kamen viele der geistigen und oft auch der politischen Führer. Es konnte deshalb nicht gleichgültig sein, wie sich dieser Rachwuchs entwickelte. * Die Entwicklung der studentischen Anschauungen und Daseinsformen vollzog sich im Rahmen des allgemeinen geschichtlichen Ablaufs; bei ihr aber tritt das Verhältnis von Gesamtheit und Einzelnem, von Volk und Stand besonders stark hervor. Je mehr sich die „Burschen" aus dem festgefügten Organisationen eines kollektiven Lebens befreiten, je stärker der einzelne hervortrat, desto mehr sank sein Ansehen, desto weniger vermochte die Welt der Gebildeten die breite Masse zu beeinflussen. Daher ist eine neue Einfügung der Hochschulen in das deutsche Gemeinwesen eine notwendige Maßnahme, die segensreiche Früchte tragen wird. Die ersten Universitäten sind in Italien und Frankreich entstanden, und zwar in Italien auf einer genossenschaftlichen Grundlage, die demokratische Formen hatte. Die nationalen Körperschaften der Scholaren, die die Universitas bildeten, wählten ihre Rel iren, Lehrer und Beamten selbst. In Pares aber waren die Träger der Organisation die Lehrer der von Anfang an vorhandenen vier Fakultäten, und es herrschte ein aristokratisches Prinzip. Bei den deutschen Hochschnlgründnngen, so bei der er st en deutschen Hochschulein Prag, wurden italienische und französische Einflüsse verschmolzen, indem die Lehrer in vier Fakultäten und die Schüler in vier „Nationen", der böhmischen, sächsischen, bayrischen und polnischen, zu einer gemeinsamen Verwaltung zusammentraten. Der Charakter der Universitäten war noch im 15. Jahrhundert recht mittelalterlich. Die Schüler, die unter strenger Aufsicht standen, wohnten in den sog. „Bursen" beisammen; die gemeinsamen Mahlzeiten wurden mit Gebeten eröffnet und beschlossen; schon um 5 Uhr früh begannen die Vorlesungen, die Nahrung war kärglich, der Trank etwas reichlicher. In den einzelnen Bursen fanden sich die Landsmannschaften zusammen, und die Aufnahme vollzog sich in jenen strengen zünftigen Formen, die im Mittelalter allen Korporationen ihr Gepräge verliehen. Diese Einweihung des Neulings, die sog. Deposition, war in ihren Einzelheiten von den Handwerken übernommen, aber dann ins Burleske verzerrt worden und bildet das erste seltsame Zeugnis des st u d e n t i s ch e n Brauchs, der dann so reich und eigentümlich ausgebildet wurde. Der Grundgedanke war, daß der Novize, der noch nicht als richtiger Mensch, sondern als gewöhnliches „Tier des Feldes" betrachtet wurde, erst in einen echten Bruder Studio verwandelt werden müsse. Er erhielt also eine phantastische Verkleidung, die in gewaltigen Hörnern, riesigen hölzernen Zähnen, wildem Bart und Haarschmuck bestand. Unter grobem Scherz und Spott wurden die Hörner mit einem hölzernen Beil abgeschlagen, die Zähne mit einer Zange herausgerissen, die Haare gestrählt, der Bart geschnitten, die langen Nägel gefeilt, die Ohren gereinigt, der Körper abgehobelt usw. Erst nach dieser drastischen Prozedur war er zu einem „Vursen- knecht" geworden. Im 15. Jahrhundert trat das Bestreben der Studentenschaft nach Verweltlichung immer leidenschaftlicher hervor und führte zu ernsten Unruhen. Die Burschen warfen die langen Mäntel und talarartigen Röcke von sich und paradierten in der phantastischen Tracht, die damals die burgundische Mode brachte. Alle Verbote der weltlichen Kleidung nützten nichts. Auch Waffen trugen die Burschen nun, | weil sie in ihren ewigen Streitigkeiten mit Hand- I roerfern und Stadtknechten nicht wehrlos sein wollRatzonaterziehung im ©ritten Reich. Von Or. Gerhardt Giese In der Hanseatischen Verlagsanstalt AG., Hamburg, erschien von Dr. Gerhardt Giese das Buch „Staat und Erziehun g", Grundzüge einer politischen Pädagogik und Schulpolitik (Leinen 6,80 Mark). Diesem umfassenden Werk, das zum erstenmal die politische Willensbildung des jungen Menschen aufzeigt und damit der Pädagogik die Wege künftiger Aufgaben weist, entnehmen wir folgenden Abschnitt: Wollen wir einmal klar sehen und uns deutlich machen, was der Staat in der Erziehung erreichen kann, müssen wir scharf scheiden zwischen „Staatsgedanken", „Staatsauffassung" und „Staatsgestn- nung". Die Staatsauffassung ist stets subjektiv, persönlich, parteiisch und weltanschaulich bestimmt; sie sieht den Staat perspektivisch, von einem bestimmten „Standpunkt" aus. Hierher gehören also die Staatstheorien der Parteien. Je nach dem, ob wir „liberal", „konservativ", „katholisch", „evangelisch" denken, haben wir eine ganz verschiedene Auffassung über Entstehung, Wert und Aufgabe des Staates, gehen unsere Meinungen über Fraaen der Staatsform, Verfassung, der Innen- und Außenpolitik auseinander. Es ist unwahrscheinlich, anzunehmen, es sei auf die Dauer möglich, diese in einem modernen Staat vorhandenen unterschiedenen politischen Auffassungen durch Zwang oder Kompromiß in einer uniformen, sozusagen offiziellen Staatsauffassung zu „einigen". Gerade das nun, was trotz und jenseits jener stets perspektivischen und einseitigen Auffassungen die verschiedenen Menschen, Gruppen und Richtungen eint im Willen zur Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Aufgabe, ist die S t a a t s g e s i n n u n g. Wir bezeichnen damit die sittlich-geistige Grundhaltung, in der alle Gefühle und Empfindungen sich verdichten als Wille zum Staat, als die Bereitschaft zum verantwortungsbewußten Dienst, zur Mitarbeit, ganz gleich an welcher Stelle. Durch die Staatsgesinnung wird der Mensch zum Organ des Ganzen. Was damit gemeint ist, hat niemqnd tiefer verstanden und deutlicher ausgesprochen als Hegel: „Diese Gesinnung ist die letzte Garantie, die Regierung und Volk haben, die Gesinnung, die das innere Walten der Gesetze ist, nicht nur Sitte, sondern das Bewußtsein, daß die Gesetze und die Verfassung überhaupt das Feste seien, und daß es die höchste Pflicht der Individuen sei, ihren besonderen Willen ihnen zu unterwerfen. Es können vielerlei Meinungen über Gesetze, Verfassung, Negierung sein, aber die Gesinnung muß die sein, daß alle diese Meinungen gegen das Substantielle des Staates untergeordnet und aufzugeben sind." In anderem Zusammenhang hat Hegel das einmal den „inneren Hintergrund des Staates in der Seele seiner Bürger" genannt. Hiermit ist mehr gemeint, als ein bloßes Gefühl, hier handelt es sich um jenes Staatliche in uns, um die mit dem menschlichen Wesen gegebene geistige Gebundenheit an den Staat, ohne die weder wir als Menschen, noch der Staat als menschliche Lebensform denkbar wäre, und so kann man mit vollem Recht die Staatsgesinnung mit dem von Hans Gerber geprägtem Wort den „unsichtbaren Staat" nennen als die Substanz und den inneren Halt des sichtbaren Staates, und wir brauchen nicht zu scheuen, mit diesem Ausdruck in die Nähe der „unsichtbaren Kirche" zu kommen, denn wir wissen ja, wie auch der Staat zutiefst an die „unsichtbare Kirche" gebunden ist, vom Reich Gottes her begründet und zugleich begrenzt wird. Nun ist deutlich, weshalb wir unter Erziehung zum Staat die Erziehung zur Staatsgesinnung verstehen. Zum Staat erziehen kann nicht heißen, bloß zu einer bestimmten einseitigen und zeitlich bedingten Staatsauffassung zu erziehen, sondern eben zur Staatsgesinnung. Für unsere Erziehung, Kultur- und Bildungspolitik darf nicht leitend sein eine einseitige Staatstheorie, sondern der umfassende nationale Staatsgedanke. Was ist nun der Staatsgedanke? Wir müssen den Staatsgedanken von der Staatsauffassung unterscheiden, obwohl man im allgemeinen den Staatsgedanken einfach der Staatsauffassung gleichsetzt und also auch ihn für subjektiv und parteiisch ansieht. Dieser nationale Staatsgedanke ist keine „Konstruktion" und keine „Abstraktion" lebensferner und unpolitischer Theoretiker, sondern aus Jugend und Hochschule. unserem Erleben des politischen Geschehens der Jahre seit 1914 geboren. Dieser Staatsgedanke begreift nämlich den Staat so, wie er in der Staatsgesinnung erlebt und intendiert wird; er sieht den deutschen Staat als das übergreifende Ganze, als die Schicksals-, Arbeits- und Kampfgemeinschaft des deutschen Volkes; und im Einparteien-Staat wird, zum mindesten in Deutschland, der herrschende Staatsgedanke alles Parteiische von sich abstreifen und umfassend, wirklich „total" werden, indem er über allen Spannungen immer von neuem die Einheit in der Staatsgesinnung außer Frage stellt. Mit diesem nationalen Staatsgedanken haben wir für die Erziehung zum Staat und für die Bildungspolitik einen Leitgedanken gewonnen, der uns zur richtigen Staatsgesinnung erziehen läßt. Mag sein, daß die Menschen des alten Parteienstaates diesen nationalen Staatsgedanken nicht verstehen können; eben dieser Staatsgedanke ist in einer ganz neuen Weise „überparteiisch", nicht im Sinne einer standpunktlosen politischen „Neutralität", sondern weil er den Staat als das Ganze umfaßt, wie ja auch der Staatsmann stets in dieser Weife staatspolitisch, d. h. vom Ganzen, nicht von der Partei aus denken wird. Ebenso muß der Erzieher als politischer Bildner denken und handeln: er darf nicht eine einseitige Auffassung, Meinung und Ueberzeugung aufzwingen müssen oder wollen, sondern er soll Menschen bilden, die zu dienen bereit sind und in.sich den Volks- und Staatsgedanken tragen; er wird und soll durch diese bewußte Bindung des einzelnen an das Ganze helfen, das Volk über alle Unterschiede hinweg zur Gemeinschaft zu bilden und den Staat als unser aller Kampf- und Schicksalsgemeinschaft verstehen lehren; und er soll schließlich durch diese Bildung zur nationalen und politischen Willenseinheit die Grundlage mitschaffen für den außenpolitischen Kampf unseres Volkes um seine Freiheit und Ehre! Immer muß also in der Erziehung der nationale Staatsgedanke führend sein als der alle Spannungen in sich begreifende und „aufhebende" Gedanke an den Staat als das Ganze, Was willst Oie Berufsberatung for< Unser Berliner Dr. R. - Mitarbeiter hatte Gelegenheit, sich mit Oberregierungsrat Dr. Handrick von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Berlin, über den neuesten Stand und die aktuelle Bedeutung der Berufsberatung zu unterhalten. Wenn man bedenkt, daß zu Ostern 1 255 000 junge Menschen aus den Schulen entlassen werden, so wird man begreifen, welche Bedeutung der modernen Berufsberatung zukommt. Was soll aus den sechshunderttausend Knaben und sechshunderttausend Mädchen werden, die in diesem Jahre aus der Volksschule entlas- s e n werden? Die Zahl der Schulentlassenen hat sich im Vergleich mit der Ziffer des vorigen Jahres nahezu verdoppelt. Es handelt sich hier um jene junge Menschen, die im Jähre 1920, da die Geburtenziffer besonders hoch war, zur Welt kamen. Zu den Volksschülern gesellen sich noch rund vierzig- tausend Abiturienten und fünfzehntausend andere Schüler. Sie alle werden in diesem Jahre vor einer der wichtigsten und entscheidendsten Fragen ihres Lebens und ihres Schicksals stehen: Was soll ich werden? Zu welchem Beruf habe ich Lust? Es ist eine Frage, die nicht nur die Schüler selbst, nicht nur ihre Eltern angeht, sondern in erster Linie das gesamte deutsche Volk. Nach einem Ausspruch Adolf Hitlers ist die deutsche Jugend der lebende Garant für die Zukunft, das Weiterleben des Volkes; 1 255 000 Jugendliche warten darauf, in das wirtschaftliche und kulturelle Lebensgefüge eingeordnet zu werden, und über ihrem jungen Schicksal schwebt die eine, die entscheidende Frage: Wie diene ich meinem Volke am besten? Der Berufsberater hat das Wort. Die wenigsten jungen Menschen fühlen in sich den Drang, einen ganz bestimmten Beruf zu ergreifen, die wenigsten wissen genau, was sie werden sollen. Die meisten schwanken zwischen verschiedenen Berufen hin und her und manche greifen blindlings nach der ersten Chance, die sich ihnen eröffnet, ohne viel zu fragen, ob sie dafür die nötige (Eignung besitzen. Hier haben sich die Verhält- an den deutschen Staat als die geistig-sittliche Willenseinheit des deutschen Volkes. Wie uns der Gedanke an den Staat als das Ganze davor bewahrt, eine nur begrenzte, subjektive Staatsausfassung für die Erziehung zum Staat leitend fein zu lassen, so läßt uns der Staatsgedanke auch als die Erfassung der Staatsidee in der Erziehung zum Staat die Werdenden nicht auf die zufällige Erscheinung des gegenwärtigen Staates seftlegen, sondern an d i e Idee des deutschen Staates binden. Deshalb werden wir uns auch hüten müssen, so sehr wir selbst den neuen Staat freudigen und dankbaren Herzens bejahen, unserer Jugend jemals einen errungenen politischen Zustand als etwas Endgültiges hinzustellen. Diesem Gedanken hat Reichsminister Dr. Frick mit erfreulicher Deutlichkeit Ausdruck gegeben: „Das zur Zeit Heranwachsende Geschlecht wird in einem Geiste groß werden, der ein ständiges Weiterbauen am Reformwerk erleichtern und neue Zielsetzungen mit sich bringen wird Wir dürfen dieser Jugend nicht in allem bereits ihre eigene Entwicklung vorwegnehmen, sondern müssen behutsam und förderlich die Entwicklung anbahnen helfen. Der natür- liiye Schwung ist bereits vorhanden und wird stets vorhanden sein, wenn wir verständnisvoll und liebevoll das Heranwachsende Geschlecht als unser köstlichstes Gut betrachten und behandeln. Er braucht nicht erst von der Schule den Kindern eingeimpft werden, aber Verantwortungsbewußtsein gebietet Regelung und Führung. Das ist die Aufgabe des Erziehers in einem nationalsozialistischen deutschen Vaterlande." So erziehen wir Menschen des deutschen Staatsgedankens, Menschen, die dienen wollen, die nicht zuerst an ihre Rechte denken, sondern an ihre Pflichten, die nicht Freiheit vom Staat, sondern Freiheit zum Staat wollen und denen die Pflicht zum Staat ihr höchstes Freiheitsrecht ist. Kurz: Zum Staat erziehen heißt Menschen bilden, die im Staat und für den Staat leben, weil der Staat in ihnen lebt. du werden? f für die deutsche Lugend. nisse gründlich geändert. Früher war oft der Besitz entscheidend, heute sind es Begabung und Charakter. Es ist heute keine Schande mehr, ein Handwerker oder ein Arbeiter zu werden. Durch die Aufhebung der Klassenunterschiede und vor allem durch die Beseitigung des Klassenhasses, ist die Lage der schulentlassenen Jugend eine völlig andere geworden. Die (Ergreifung eines Berufes hängt jetzt weniger von wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Momenten ab als vielmehr von der Bedeutung, den der jeweilige Beruf für das Wohl des gesamten Volkes besitzt. Die Berufsberatung hat die Aufgabe, die jungen Menschen so in das Leben hineinzuleiten, daß sich ihre körperliche und geistige Begabung im Dienste der Nation ungehemmt entwickeln kann. In diesem Sinne hat die Berufsberatung eine große, n a - tionalpolitische Aufgabe zu erfüllen. Es ist dies die Aufgabe, die Schulentlassenen jenen Berufen zuzuführen, in denen sie ihre (Eignung und ihren Charakter voll bewähren können. Die von der Reichsanstalt für die Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ausgeübte Berufsberatung unterhält in allen 361 Arbeitsämtern Berufsberatungsstellen, die sowohl mit den Eltern und Schülern wie auch mit der Schule in engster Verbindung stehen. Begabung und Persönlichkeit. Die hauptsächlichste Frage, mit der sich der Berufsberater beschäftigen muß, ist die: Welche Fähi-gkeiten stecken in diesem oder jenem Jungen? Für welches Gebiet besitzt er eine besonders starke oder außergewöhnliche Begabung? Ist er ein geborener Mechaniker oder ein Ingenieur, oder schlummert in ihm vielleicht ein großer Künstler? Es wird nachgeforscht, ob der betreffende Junge wertvolle Charaktereigenschaften besitzt ober besondere moralische Mängel aufweist. Der Berufsberater arbeitet immer Hand in Hand mit dem Lehrer und mit den Eltern. Der Junge wird auf Herz und Niere geprüft, aber dies geschieht nicht mehr, wie es noch vor nicht allzu langer Zeit üblich war, in einem Raum mit verwirrenden Maschinen und Apparaten, sondern auf eine zwanglose Weise, die dem Jungen Freude macht. So gewinnt man nach und nach ein vollständiges und geschlossenes B l IS seiner Persönlichkeit. Er wird auf samr« liche Fähigkeiten sowohl körperlicher wie geistiger An geprüft, die ein Mensch überhaupt besitzen- kann. Der Fragebogen, der den Schülern zum Ausfüllen vorgelegt wird, ist dafür bezeichnend. Er ist so angelegt, daß daraus ein übersichtliches Bild entsteht. Auf diesem Wege ist es nicht schwer, herauszufinden, für welchen speziellen Beruf der Schuler in Frage kommt. Es ist erstaunlich, wie sich oft die Begabung auf ein spezielles Gebiet beschränkt. Der eine besitzt eine hervorragende Fertigkeit im Zusammensetzen komplizierter Apparate, man merkt auf den ersten Blick: er ist ein glänzender manueller Arbeiter und verfügt über eine enorme Geschicklichkeit, der andere wieder zeigt ein verträumtes, grüblerisches Wesen und läßt in seinen ersten Versuchen schon den kommenden Künstler erkennen. Es sind merkwürdige Spezialbegabungen darunter, die vielleicht nie an ihren Platz gestellt werden könnten, wenn die Berufsberater nicht so scharfe Augen hatten. Es zeigt sich, wie in vielen Jungen schon im frühesten Alter ein lebhaftes Interesse für diesen ober jenen Beruf rege wird. Die Beispiele, bie mir Dr. Handrick aus feiner eigenen reichen Erfahrung mit Schuljungen erzählt, sind der schlagendste Beweis, daß sich die wirkliche Begabung oft in einer spielerischen und kaum erkennbaren Form an- kündigt. Liebhabereien als Wegweiser. Am schönsten sind die Beispiele von Schülern, die ihre Freizeit mit nichts anderem verbringen, als ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Sv wird mir unter anderem von einem kleinen Jungen erzählt, der wochenlang damit beschäftigt war, einen genauen Plan des Dresdener Straßenbahnparks aufzuzeichnen. Er beobachtete dabei die kleinste Kleinigkeit und war selbst mit den schwierigsten Signalsystemen vertraut. Dieser Junge hatte einen unbezähmbaren Drang für diese Berufswelt. Seine Pläne und Zeichnungen waren von einer verblüffenden Genauigkeit. Dr. H a n d r i ck , der sich selbst um ihn bemühte, erreichte es, baß man den Jungen bei der Straßenbahndirektion vorlieh. Der Direktor erkannte auf den ersten Blick seine enorme Begabung und der Junge wurde eingestellt. Ein anderer Fall: Da hatte sich ein vierzehnjähriger Schüler in den Kopf gefetzt, die Eisenbahn zu reformieren. Er zeichnet Abend für Abend, wenn er von der Schule nach Hause kommt, die modernsten und kompliziertesten V-Zug-Lokomotiven, ohne von diesen Dingen eine Ahnung zu haben. Er konstruiert sogar besondere Röhrenleitungen, um den ausströmenden Dampf nutzbar zu machen, eine Uebertegung, die sich bei späterer Nachprüfung im Prinzip als durchaus vernünftig, wenn auch unwirtschaftlich erweist. Ein anderer wieder findet sein Vergnügen darin, durch ein unübersichtliches Gelände eine Eisenbahnlinie zu legen. (Er zerreißt einen Plan nach dem anderen, da ihn immer wieder neue Lösungen reizen, Aus ihm wird bestimmt ein glänzender Ingenieur werden. Wieder ein Junge gehört zu den leidenschaftlichsten Zvv-Besuchern. (Er versäumt es nie, Zeichenstift und Papier mitzubringen und müht sich in hartnäckiger Ausdauer, einen Löwen z u zeichnen. Auch in ihm steckt ein innerer Trieb, der ihm den zukünftigen. Beruf vorzeichnet. So findet sich bei den meisten, wenn man sich mit ihrem jugendlichen Leben und Treiben, ihren Wünschen und Sehnsüchten, ihrer Neigung und ihrem Charakter liebevoll beschäftigt, eine Anlage, eine Vorliebe, irgendeine besondere Eignung. Diese zu entdecken und zu pflegen, ist Aufgabe der Berufsberatung. ♦ Die deutsche Berufsberatung will aufbauen, sie will alles aus dem jungen Menschen herausholen, was an moralischen- körperlichen und geistigen Werten in ihm schlummert. „Wir wollen möglichst viel Positives wissen", bemerkt Dr. Handrick, „und wir wollen vor allem die in der Jugend vorhandene (Energie und Entschlußfähigkeit auf das Höchste steigern. Es ist nicht die Ausgabe der Berufsberatung, einem jungen Menschen zu sagen, du mußt diesen ober jenen Beruf ergreifen. Er soll selbst auf Grund unserer Beratung zu diesem Entschluß gelangen." Hingabe, Freude, innere Leidenschaft: das sind die Bedingungen für bie Ausübung eines Berufes. Die verfehlten Berufe sind ein ungeheurer Verlust für bas gesamte Volk. Jeder junge Deutsche soll auf den Arbeitsplatz kommen, auf den er nach seiner Begabung und Leistungsfähigkeit Anspruch hat. ten. Aus dem „Halbpfasfen" wurde ein Gesell in buntem Kleid, der mit dem Degen an der Seite einherschritt und ungebärdig die „akademische Freiheit" verlangte. In die beständigen Streitigkeiten zwischen Lehrerschaft und Hörerschaft griff die Landesregierung oft ein; die Korporationen der Professoren und Studenten, die zuerst eine Einheit gebildet hatten, standen sich schroff gegenüber, und je feindlicher sich die Umwelt dem Studiosus zeigte, desto fester schloß sich die Studentenschaft zusammen. Dieses Gemeinschaftsgefühl prägte sich in dem damaligen Ehrbegriff aus. Wenn die Studenten einander mit Worten oder Taten beleidigten, so galt das keineswegs als ein Schimpf, aber wenn ein Außenstehender einem Burschen zu nahe trat, so wurde das von allen als eine Tat empfunden, die gerächt werden mußte. So stehen die Studenten in allen ihren Bestrebungen und Kämpfen wie ein Mann zusammen, und dieser korporative Gemeinsinn ist geradezu die Hauptwurzel des ganzen Studentenwesens geworden. Schon auf den italienischen Universitäten hatten „Nationen" oder „Landsmannschaften" bestanden, zu denen sich noch die Heimatgenossen in der Fremde zusammenschlofsen, um sich gegenseitig Hilfe in allen Nöten und beim Tode ein ehrliches Begräbnis zu sichern. Auch die landsmannschaftlichen Verbindungen, die nun an die Stelle der Bursen traten, waren zunächst auf gegenseitige Unterstützung gerichtet, entwickelten sich bann aber im 17. Jahrhundert zu Gemeinschaften, in benen bas gemeinsame Vergnügen den Mittelpunkt bilbete. In biefem Milben Zeitalter bes 30jährigen Krieges würbe Bruder Stubio zu einem tollen, unbändigen Kumpan der ganz soldatischen Charakter annahm. Diese viel- beklagte Perrvhung wirb besonbers bem sog. Pen - nalismus zugefchrieden; bie jungen Studenten hatten nicht mehr nur das Fegefeuer der einmaligen Aufnahme zu überstehen, sondern die harten „Pen- naljahre" durchzumachen, in denen sie ganz in die Gewalt der älteren Burschen gegeben waren. Eine andere Erscheinung des Studentenwesens, die man — freilich vergeblich — auszurotten versuchte, war der Zweikampf. Das im 17.Jahr- ' hundert aufkommende Duellwesen ist ein Zeichen für die Wandlung des studentischen Ehrbegriffs. Jetzt fühlen sich die „Musensöhne" nicht mehr als rein korporative Einheit, in der die Person des Einzelnen zurücktrat, sondern nach dem soldatischen Vorbild vertritt jeder seine eigene Ehre, die er gerade dem Standesgenossen gegenüber besonders eifrig hütet. Bruder Studio entwickelt sich nun all- mählich zum Kavalier, der das rauhe studentische Wesen nach Möglichkeit ablegt und sich als Lebemann in den feinen Gesellschaftskreisen heimisch macht. In Z a ch a r i ä s komischem Epos „Der Renommist" wird uns in entzückenden Bildern gezeigt, wie sich aus dem soldatischen Radaubruder des Barock der Kavalier des Rokoko entwickelt. Freilich waren diese Typen des groben „Schönsten" und des fei-, nen Stutzers nur die äußersten Gegensätze einer Entwicklung, in der der fleißige Student doch stets den guten Durchschnitt bildete. Sind doch auf den deutschen Hochschulen die geistigen Waffen geschmiedet worden, mit denen gegen Ende des Jahrhunderts der gewaltige Sieg der klassischen Blütezeit unserer Wissenschaft und Dichtung erfochten wurde. Die Studenten waren es, die alle geistigen Anregungen aufnahmen und den nationalen Gedanken vertraten. Als in den Befreiungskriegen das Volk aufstand, da fand die von Jahn geführte Turner- Bewegung auf den Hochschulen den stärksten An- klang, und der Aufruf zur Erhebung rief 1813 unter den Studenten den begeistertsten Widerhall hervor. Aus dieser patriotischen Stimmung wurden die Burschenschaften geboren, die eine neue Blüte des Korporationswesens brachten. Deutschtum und Christentum waren die Grundlagen dieser Verbände, die die vaterländische Ehre und die volkstümliche Ausbildung für den Dienst am Volk auf ihre Fab- nen schrieben. Auch bie Verfolgungen unb Verbote ber Reaktionszeit konnten bie Fortentwicklung der Burschenschaften nicht hemmen, neben bie tn starkem Wettstreit bie Korps traten. In diesen Verbänden haben die Studenten ein gut Teil zur । (Einigung des Deutschen Reiches beigetragene Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im Januar. Die Handelsbilanz schließt im Januar mit einem Einfuhrüberschuß von 31 Millionen Reichsmark gegenüber einem Ausfuhrüberschuß von 49 Millionen Reichsmark im Vormonat ab. Seit Januar 1930 ist damit die Handelsbilanz zum er st en Male wieder passiv geworden. Im Januar vorigen Jahres war eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen. Immerhin blieb die Handelsbilanz noch mit 23 Millionen Reichsmark aktiv. Wenn slch gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres eine Passivierung um rund 54 Millionen Reichsmark ergeben hat, so ist dies einmal auf die ^mengenmäßige Erhöhung der Ein- fuhr, überwiegend aber auf.den Rückgang Der Ausfuhrpreise zurückzuführen. Hinzumeisen ist darauf, daß der Deviseneingang aus dem Außenhandelsgeschäft nicht mit dem ausgewiesenen Ausfuhrwert übereinstimmt. Die Einfuhr betrug im Januar 381 Millionen Reichsmark, sie hat gegenüber dem Vormonat um 7 Millionen Reichsmark, d. h. um nicht ganz 2 v. H. iugenommen. Die mengenmäßige Zunahme macht nicht ganz 1 v' H. aus.Die Steigerung der Einfuhr dürfte im Gegensatz zu der saisonüblichen Bewegung Stehen. Sie ist ausschließlich bei Rohstoffen em» | getreten, während die Lebensmittel und Fertig- maren mengen- und wertmäßig vermindert sind. Die Erhöhung der Rohstoffeinfuhr von 208,1 MC- ionen Reichsmark im Dezember auf 233,5 Millionen Reichsmark im Januar stellt zum Teil- wohl ,och einen Ausgleich für die verhältnismäßig niedri- zen Eindeckungen in den Monaten Oktober und November dar. Die Zunahme der Einfuhr entfällt überwiegend auf die überseeischen Rohstoffländer. Die Ausfuhr betrug 350 Millionen Reichsmark, lie ist gegenüber dem Dezember vorigen Jahres um Ü74 Millionen Reichsmark, d. h. um 17,5 v. H. ge- Rmken. Mengenmäßig betrug die Verminderung «gar 18,6 v. H. Die rückläufige Bewegung entspricht Jen vorhergehenden Jahren. Im vergangenen Jahr »ar der Rückgang der Ausfuhr wert- und mengenmäßig im Januar sogar etwas größer als diesmal. Der Ausfuhrrückgang dürfte ebenso wie im Vor- juhre im wesentlichen als Saisonerscheinung zu ? etrad)ten sein. Der Durchschnittswert der Gesamt- Ausfuhr bleibt hinter dem Januarergebnis 1933 um 10 v. H., bei Fertigwaren sogar um 12 v. H. zurück. In dem starken Rückgang der Ausfuhr sind Fertigwaren und mit einem geringen Betrag Lebensmittel beteiligt. 2)ie Ausfuhr der Fertigwaren ging on 331,4 Millionen im Dezember auf 258,6 Millionen zurück. Wochenbericht som Frankfurter Gchlacbtviebmarkt Obwohl die Zufuhren am dieswöchigen Vieh- narft kaum größere Austriebe aufzuweisen hatten cls in der Vorwoche, nahm das Geschäft einen ziemlich schwachen Verlauf. An den meisten Märk- |»n verblieb etwas Ueberstand. Die Preise haben : sch jedoch nicht wesentlich verändert. Am Rindermarkt nahm das Geschäft einen imhiaen Verlauf. Es verblieb einiger Ueberstand. >ie Preise lagen aber etwas gebessert, so bei besten 'Ichsen und Kühen, nur Bullen und geringe Ochsen liißten 1 bis 2 Mark ein. Der Auftrieb betrug 1458 (gegen 1402) Stück. Für Kälber entwickelte sich nur langsames Geschäft, doch wurde der Markt bei um 1 bis 2 Mark imchgebenden Preisen, geräumt. Die Zufuhr stellte । sib mit 1404 um 29 Stück stärker. Die weitere Verminderung der Auftriebe bei | tz. ch a f e n brachte diesen erneut einen Preisanstieg im 1 bis 2 Mark. Das Geschäft war ebenfalls nur langsam, jedoch wurde ausverkauft. Der Auftrieb tetrug 223 gegen 310 Stück. Am Schweinemarkt machten sich anfangs ter Woche auf Grund der geringen Beschickung Ansitze zu einer Preiserhöhung bemerkbar, die später wieder verloren gingen, so daß die Woche nach shleppendem Geschäft und Ueberstand mit unveränderten Preisen abschloß. Die Beschickung war mit M63 um 697 Stück vermindert. Wochenbericht vom Frankfurter vrobuktenmarkt. Die außerordentliche Zurückhaltung der Korn- israrbeiter war auch im abgelaufenen Berichts- owschnitt das Kennzeichen des Frankfurter Getreide- tz-oßrnarktes. Der M e h l a b r u f in Süddeutschland itt immer noch sehr langsam. In R o g g e n m e h l ist die Lage etwas besser, in der Brotkonsum immerhin einen gewissen Be- ?nrf bedingt. Dadurch ist auch die Situation am S oggenmartt selbst viel ausgeglichener, als 6»im Weizen, an dem das Angebot, besonders vvn Material aus unserem Bezirk, die Nachfrage s'heblich übersteigt. Lediglich das Festpreissystem verhindert das Abgleiten der Preise, die Notiz blieb mit 195 bis 196 Mark per Tonne unverändert. Der Roggenpreis notierte gleichfalls unverändert mit 172,50 bis 173 Mark per Tonne. Das Angebot in G e r st e blieb im Vergleich zur Nachfrage stark. Für Brauzwecke bestand fast kein Interesse, und auch zur Verbitterung wurde nur wenig gekauft, da Gerste im Verhältnis zu Hafer zu teuer ist. Braugerste blieb zu 175 bis 177,50 Mark per Tonne unverändert. In Hafer war das Angebot zwar ausreichend, aber nicht drängend. Saathafer in besten Qualitäten war hier und da gefragt. Die Forderungen blieben unverändert und man notierte wie in der Vorwoche 146 bis 148 Mark per Tonne. Am Kraftfuttermittelmarkt ist die Tendenz stetig. Außer Roggenkleie, die mit 10,50 bis 10,60 per 100 Kilogramm unverändert notierte, bröckelten die Preise bei den übrigen Artikeln um 5 bis 25 Pf. ab, wobei Treber abermals am stärksten gedrückt lagen, Weizenkleie 10,35, Weizenfutter 11,45, Sojaschrot 14.90 bis 15,15, Palmkuchen 15 bis 15,15, Erdnußkuchen 16 bis 17,20, Treber 16,50, Trockenschnitzel 9,80. Kartoffeln gaben im Preise weiter um 10 Pf. nach. Industrie hiesiger Gegend kosteten 2,50 per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. 3<5.=^ar6enimvierfenSierfe(jot)M933 In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der JG.- Farben wurde folgender Bericht über die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft im letzten Vierteljahr 1933 erstattet: Auch im letzten Vierteljahr 1933 hat fick die günstige Entwicklung unseres G escyäftes fortgesetzt. Im einzelnen ist über die Geschästsent- wicklung in der Berichtszeit, verglichen mit dem 3. Vierteljahr 1933, folgendes zu sagen: Im Farbengeschäft hat der Umsatz etwas über demjenigen des Vorguartals gelegen. Der Chemikalienumsatz weist eine leichte weitere Umsatzsteigerung auf. Der Düngestickstoffabsatz im Inland hat im 4. Vierteljahr ebenso wie im vorausgegangenen eine geringe Zunahme, verglichen mit dem gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres, erfahren. Im Auslandgefchäst Konnte dagegen die im 3. Quartal erzielte Zunahme infolge des Rückganges in schwefelsaurem Ammoniak gegenüber dem Vorjahr nicht gehalten werden. Es ist zu hoffen, daß der Rückgang des Auslandabsatzes im lausenden Düngejahr ausgeglichen wird, wenn die in Verbindung mit dem Beitritt der Außenseiter zum Stickstoff-Syndikat erfolgte Herabsetzung der Inlandspreise zu einer Belebung des Jnlandmarktes führt. Bei dem technischen Stickstoff zeigen die Umsatzzahlen des 4. Quartals eine leichte Aufwärtsbewegung. Die Benzinproduktion wurde wieder gesteigert. Diese Zunahme ist vor allem eine Folge der in immer größerem Ausmaße angewandten direkten Hydrierung von Braunkohle. Das deutsche Geschäft in Pharmazeutika und Pflanzenschutzmitteln zeigte auch in der Berichtszeit eine Belebung. Dagegen litt das Exportgeschäft weiter unter den bekannten Schwierigkeiten. Der Photoabsatz zeigt nahezu den gleichen Saisonverlauf, wie im Vorjahr. Der mengenmäßige Absatz in Discose- Kunstseide weist sowohl gegenüber dem 3. Quartal 1933, wie gegenüber dem 4. Quartal 1932 eine Steigerung auf. Für Viftrafafer und Acetat-Kunstseide liegt der mengenmäßige Absatz ungefähr auf der Höhe des 4. Vierteljahres 1932. Frankfurter Börse. Nliltagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 16. Febr. Nachdem bereits gestern abend wieder eine freundlichere Stimmung zum Durchbruch gekommen war, eröffnete auch die heutige Börse in durchaus freundlicher Tendenz. Auf der ermäßigten Basis zeigte sich sowohl seitens der Kundschaft, als auch der Kulisse Rückkaufbedürfnis, zumal in außenpolitischer Hinsicht die Beruhigung in Oesterreich befriedigte. Daneben hegt man weiterhin große Hoffnungen auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm. Außerdem lagen aus der Wirtschaft einige günstige Meldungen vor, insbesondere gute Dividendenerklärungen. Zu den ersten Kursen kam c f manchen Marktgebieten noch kleines Angebot I, raus, so daß die Kursbildung zunächst uneinheitlich war; später beseitigten sich die Kurse aber allgemein. Farbenindustrie nach etwas niedrigerer Eröffnung gut erholt, Deutsche Erdöl unverändert, nur Scheideanstalt weitere 0,50 v. H. abbröckeind. Von Elektroaktien gewannen Betula 0,65 v. H., AEG. und die Mehrzahl der übrigen Papiere lagen gut behauptet, Gesfürel allerdings 0,75 v. H. niedriger. Montanaktien verzeichneten überwiegend -Befestigungen, so Buderus, Klöcknerwerke und Mannesmann bis 1 v. H., nur Gelsenkirchen und Phönix setzten knapp gehalten ein. Schiffahrtsaktien waren noch leicht angeboten und Hapag und Nordd. Lloyd je 0,50 v. H. schwächer. Im einzelnen lagen Daimler 0,25 v. H. fefter,Gement Heidelberg und AG. für Verkehrswesen gut behauptet. Am Rentenmarkt war das Geschäft in Neubesitzanleihe lebhaft; sie eröffnete mit 19,20 gut behauptet, um dann auf 19,40 v. H. anzuziehen. Altbesitz lag etwa behauptet, dagegen späte Reichsschuldbuchforderungen matt und 0,50 v. H. niedriger. Stahlverein-Bonds waren nach dem gestrigen Rückgang gut erholt und 1,50 v. H. fester. Von fremden Werten lagen Mexikaner weiter freundlich, 5 v. H. Gold im Verlaufe bis auf 10 v. H. (+ 1 v. H.) ansteigend. Im Verlaufe war die Tendenz ausgesprochen fest, besonders Montanaktien zeigten stärkere Kurssteigerungen. So gewannen Gelsenkirchen, Mannesmann, Harpener, Phönix, Rheinftahl und Buderus bis 2 o. H., ferner Deutsche Erdöl 1,50 v. H., Elektroaktien zogen meist um 0,50 bis 1 v. H. an, Gesfürel gewannen darüber hinaus 2 v. H. und überschritten die Parigrenze. Farbenindustrie unter Schwankungen leicht erhöht. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Erhöhungen im Ausmaße von 0,25 bis 0,75 v. H., nur AKU. schwächten sich um 0,75 v. H. und Südd. Zucker um 1,50 v. H. ab. Am Rentenmarkt bröckelten deutsche Anleihen etwas ab, späte Schuldbücher und Stahlverein- Bonds blieben behauptet. Staats- und Länderanleihen lagen ruhig, Stadtanleihen eher etwas leichter. Reichsmark-Obligationen waren im Verlaufe um etwa 0,25 v. H. freundlicher. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen ziemlich unverändert, dagegen Liquidationspfandbriefe bis 0,50 v. H. niedriger. — Tagesgelb blieb zum Satz von 3,50 v. H. unverändert. Abendbörse: fest. Im Anschluß an den Mittagsoerkehr war auch die Abendbörse fest gestimmt, da seitens der Kundschaft wieder Kauforders Vorlagen. Allerdings hatten sie im Hinblick auf den Wochenschluß kein größeres Ausmaß, wodurch auch die Umsatztätigkeit weniger lebhaft als heute mittag war. Im Vergleich zu den Berliner Schlußkursen ergaben sich durchschnittliche Steigerungen um 0,25 bis 0,50 v. H., lebhafter waren IG. Farbenindustrie und Daimler. Am Rentenmarkt waren die Umsätze minimal. Altbesitz und späte Reicksschuldbuchforderungen lagen etwa behauptet, Reicnsmark-Obligationen geschäfts- los, während Neubesitz um Bruchteile eines Prozentes höher notierten. Don fremden Werten setzten Mexikaner ihre Aufwärtsbewegung fort. Im Verlaufe hielt die feste Tenbeiv an, wenn auch bas Geschäft keine nennenswerte Belebung erfuhr und sich meist nur auf wenige Spezialpapiere, wie IG. Farben, Daimler unb einzelne Montanaktien, beschränkte. Immerhin waren vielfach weitere Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 zu verzeichnen, Reichsbank gewannen ebenso wie Siemens je 1 v. H., Aschaffenburger Zellstoff 0,75 v. H. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,30, Altbesitzanleihe 96,30, Schutz- gebietsanleihe van 1913—14 9,35, 6prvz. Stahlver- ein-Bonbs 70,13, 5proz. innere Silbermexikaner 4,65 bis 4 75, Reichsbank 167,50. Buderus 80, Harpener 95,50, Kali Aschersleben 118, Klöckner 65 bis 62,65, Mannesmann 67, Phönix 50, Rheinstahl 90,75, Stahlverein 43,25, Aku 46, AEG. 30,75, Conti Gummi 157, Daimler 46,50 bis 46,65, Deutsche Erböl 110, Licht unb Kraft 105,50, IG. Farben 131,50 bis 132, Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 16. Febr. Das Angebot in Gemüse war gut, besonbers stark war es in ausländischem Eskarol und Spinat. Bei fast unveränderten Preisen nahm das Geschäft einen lebhaften Verlauf. Es erzielten: Blumenkohl Steige 12 und 18 Stück 425 bis 500 itaL, Eskarol, Steige 18 unb 24 Stück, 300 bis 350 itaL, derselbe, Steige mit 36 Stück, 325 itaL, Feldsalat 80 bis 100, Gewürze!, großes Bündel, 30 bis 40, Karotten 6 bis 8, Jn- duftriekartoffeln (50 Kilo) 300 bis 325, Mäuschen (rot, 50 Kilo) 500 bis 600, dieselben (gelb) 700 bis 800, Kohlrabi 5 bis 6, Kopfsalat, Steige 24 Stück, 425 bis 550 span., Lattich (Treibhaus) 100 bis 110, Lauch 2 bis 6, Meerrettich 12 bis 25, Petersilie 250 bis 280, Rosenkohl 23 bis 28, Rote Rüden 4 bis 7, Rotkraut 6 bis 7, dasselbe (holl.) 6,5 bis 7, Sellerie, je nach Größe, 5 bis 30, Spinat 20 bis 25, derselbe (ausl.) 18 bis 20 itaL, Schwarzwurzeln 14 bis 20, Weißkraut 6 bis 6,5, dasselbe (holl.) 6 bis 7, Wirsing (spitz) 12 bis 14, (rund) 9 dis 11, derselbe (holl.) 5,5 bis 7, Winterkohl 12 bis 15, Weiße Rüben 7 bis 8, Gärtner-Zwiebeln (50 Kilo) 600. In Obst und Südfrüchten waren die Zufuhren gut. Bei kaum veränderten Preisen lag das Geschäft zufriedenstellend. Es erzielten: Aepfel I 22 bis 28, II 16 bis 20, Wirtschaftsäpfel 11 bis 13, amerikanische Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, rote 775 bis 1000, dieselben, gelbe 1200 bis 1300, Apfelsinen, blond 9 bis 17 span., Blut 12 bis 15 span., kernlos 14 bis 20 span., blond 12 bis 15 itaL, Blut 18 bis 22 itaL, Birnen I 12 bis 20, Kochbirnen 6 bis 8, Erdnüsse 14 bis 16, Mandarinen 13 bis 19, Zitronen, Korb, 200 bis 250 Stück, 250 bis 400 ttol. Rundfunkprogramm. Sonntag, 18. Februar. 6.35 Uhr: Bremer Freihafenkonzert. 8.45: Evangelische Morgenfeier. 9.30: Feierstunde der Schaffenden. 10: Katholische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Johann Sebastian Bach. 12: Promenadenkonzert. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15 bis 14.20: Mittagskonzert. 14.20: Zehn Minuten für die Landwirtschaft. 14.30: Stunde des Landes. 15: Konzert. 16: Kasperl-Stuicke. 17: Nachmittagskonzert. 18: „Die Seele des Bauern", Vortrag. 18.20: Meier Heimbrecht. Ein Sittenbild bäurischen Lebens. 19: Fröhliches Zwischenspiel. 19.30: Junge Dichtung. 20: Konzert, anläßlich der Gründung des Berufsstandes deutscher Komponisten. 22.45: Das hohe C. Eine heitere Hörfolge um Tenöre. 24 bis 2: Nachtmusik. TUontag, 19. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. Gemischte Frühstücksplatte. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes Robert Schumann. 16: Nachmittagskonzert. 17.30; „Frühlingsfahrt nach Sizilien". Vortrag. 17.45: Eine Viertelstunde Franz Völker. 18: Stunde der Jugend. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation. „Godeke Michels". Ein Hörspiel vom Untergang der Likedeeler Anno 1401. 20.10: Zweites musikalisches Roman-Rätsel. 21.10: Tankstelle bei Nacht. Hörfolge. 21.35: Unbekannte Kammermusik von Josef Haydn. 22.40: Kleine Unterhaltung von Trier. 23.25: Tanzmusik 24: Nachtmusik. Dienstag, 20. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. Zwischen 7 und 8: Nur was Freude uns macht! 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Tacitus", Vortrag. 17.45: Eine Viertelstunde Klaviermusik. 18: „Pyramide und Sphynx", Vortrag. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit (Kurzberichte). 19: Stunde der Nation. Das zweite Gesicht. Eine Hörfolge. 20: „Dokumente und Elemente", Vortrag. 20.25: Don Carlos. Oper von G. Verdi. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Allerlei Volksmusik. 24: bis 1: Kammermusik. Mittwoch, 21. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk. „Mit einem Nautilus in die Tiefsee." Eine naturkundliche Hörfolge. 12: Mittagskonzert. 14.30: 3X15 Minuten aus dem Senderbezirk. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus Zeit und Leben. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: „Von den Sorgen und Nöten der Provisionsvertreter". 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation. Bilder deutscher Meister. 20.10: Bunter Südwestfunk-Abend. 22.40: Weltpolitischer Monatsbericht. Von Pros. Karl Haushofer. 23: Ael- tere Tanzmusik. 23.30: Kleine Stücke für Klavier. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 22. Februar. 7.10 Uhr: Frühkvnzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskvnzert. von guten und bösen Geistern. 14.40: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Märchen und Legenden. 17.45: Eine Viertelstunde volkstümliche Lieder. 18: Oeffentliche Arbeitsbeschaffung für das kommende Frühjahr. 18.15: Familie und Raffe. Vortrag. 19: Stunde der Nation. Der Kampf des Amtswalters der NSDAP. Eine Hörfolge. 20.15: Konzert anläßlich des 124. Geburtstages von Fr. Chopin. 20.55: Operettenmusik. 22.20: Aus Neuyork: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 23: Nachtmusik. Kompositionen saarländischer Komponisten. 24 bis 1: Nachtmusik. „Frauenliebe und Leben". Freitag, 23. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert der Theaterkapelle Rolf Miller. 13.35: Mittagskonzert (Schallplatten). Im Tanz um die Welt. 14.40: Stunde der Frau. Frau und Mode. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Was ist Gemeinnutz, was ist Eigennutz?" 17.45: Eine Viertelstunde Tanzmusik. 18: Stunde der Jugend. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation. Unsere Fahne flattert uns voran. Zum Todestag Horst Wessels. 19.30: Ansprache Dr. Ley. 19.55: Mandolinenkonzert. 20.25: lieber- tragung der Sportpalast-Kundgebung in Berlin. 21.45: Klaviermusik zu vier'Händen. 22.45: Kleine Unterhaltung: In der hessischen Spinnstube. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Samstag, 24. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: „Die Landschaft spricht: Maare in der Eifel." 12: Mittagskonzert. 14.30: Fröhliches Wochenende. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 19: Stunde der Nation. Volkstümliche Wagner-Musik. 19.45: Ansprache des Reichsleiters Pg. Alfred Rosenberg. 20.05: Konzert des Reichssymphonie-Orchesters. 21.30: Erster Teil der Vereidigung der politischen Amtswalter. 22.40: Kleine Unterhaltung. 23: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an — Retchsbankdiskont 4 o f). Lombardzinsfuß 5 o. H. Aranitun u. DL Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« tuns Schlußk Mittag« Datum 15.2- 16 2 15-2 16-2. r» Deutsche Reichsanleihe v. 1927 95,5 95,75 95,75 96 t'» ehern.7"/<» Dl. ReichSanl. v. 1929 100,1 100 100,1 100 5!b% Young-Anleihe von 1930 . 93,4 93,13 93,5 93 D uljche Aul.-Ablöl.-Schuld mit SuMo|.-flted)ten 96,4 96,3 96,4 96,4 tHgl. ohne AuSlol.-Rechte 19,175 19,3 19,1 19,25 i'» et)em.8% Heft. Volksstaat 1929 94,85 94 94,4 94 S‘„ Heft. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 .. 90,75 90,75 91,5 h‘,,% Hess. LandeS-Hypotheken« *anf Darmstadt Staut 90,25 90,25 — — Lierhessen Provinz-Anleihe mit Auölvs.-Rechten 92,5 92,5 — — brutsche komm Sammelabl. An- -ethe Serie 1 mit AuSlvs.-Rechten 94,5 94,4 94,9 94,7 UV ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Soldpfe. 15 unkündbar b(S 1935 91,5 91,5 — —• jt® ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Boldpfe. 16 unkündbar bis 1936 91,5 91,25 — 1!) % ehem. ® ehem. 8% Pr LandeSpsand- ; niefanftalt, Pfandbriefe R 19 94 94 94 94 $ ehem. 7% Pr LandeSpsand- irtefanstalt, Psandbrtese R. 10 94 94 94 94 Srmergutsch Verrechnungskurs 97,13 97,13 97,13 97,13 |<9: Oesterretchtsche (Svlbrente. . 17 19 17 — 1,1D% Oesterretchtsche SUberrente 1,05 1,05 1,05 i,05 t? Ungarische Goldrente . . 6,5 6,3 6,45 6,45 Ungarische Staatsrente v. 1910 6,13 6,25 6,3 lpj'% oesgl. von 1913 6,25 6,13 6,2 6 |>( abgest. Goldmexikaner von 99 9 10 8,9 10 % Türkische Zollanleihe von 1911 % Türkische BagdadbahwAnleihe 6,2 6,25 6,15 — £lse Inh.: Gustav Bergan (Heben, Löwengasse 18 ♦ Fernsprecher Nr. 2423 Dankbare tiühner das sind die Muskator- Hennen. Sie erhalten aber auch das gute, gehaltvolle und vielseitige Kraftfutter ü SHuikaid Klariere, i Karmins w. fachgemäss • u.vreisw. gestimmt u.rep. EMS Gieren. Ludwiöstrafie 5p. Televh. 2403. Verkaufo.neu u gebr.Klav. 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