Mittwoch, 17. Zanuar 1934 184. Jahrgang 14 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,Ut)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Latz 25°/0 mehr Ermühigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. 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Man dürfe sich nicht von der deutschen Taktik leiten lassen, die Schwierigkeiten einzeln in Angriff zu nehmen, sondern man müsse sämtliche zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen auf einmal anpacken, damit man sich über die Ziele der Politik jedes be- Wenn die Abrüstungskonferenz mißlinge, so würde es ein Wettrüsten geben. Frankreich werde dann alle Wahnahmen ergreifen, die die Umstände erforderten. Vorher aber wolle es alles tun, um die Abrüstungskonferenz zum Erfolg zu führen. Die in der Denkschrift gemachten Vorschläge würden die französische Sicher- Oie Zukunst der chinesischen Ostbahn. London, 17. Jan. (DNB. - Funkspruch.) Der japanische Außenminister Hirota soll dem Sowjetbotschafter Pureneff mitgeteilt haben, daß die Freilassung der in Charbin verhafteten sechs russischen Eisenbahnbeamten bevorstehe. Der Botschafter habe hierauf zugesagt, den Preis für die chinesische Ostbahn in 'Papieryen statt in Goldrubel zu nennen. Die japanische Presse vermutet, daß der Außenminister zuerst die Eisenbahnfrage lösen wolle und dann die Ernennung eines Dreistaaten- Ausschusses zur Regelung der Grenze zwischen Sibirien und dem Mand schuft a a t vorschlagen werde, damit würden möglicherweise die Vorbedingungen für den Abschluß eines Nichtangriffpakts geschaffen sein. Oer Kampf gegen die Aufständischen in $ufien. Schanghai, 16. Ian. (DNB.) Nach Mittei- lungen aus Futschau ist dort die Lage nach wie vor sehr ernst. Sämtliche Ministerien der Fukien- Regierung sind jetzt von den Nankinger Marinesoldaten besetzt Die Kavallerie der ehemaligen Fukienarmee versuchte, sich in der Richtung nach Tschangtschun durchzuschlagen, wo das Hauptquartier der aufständischen chinesischen Truppen sich befindet. Heute mittag landeten 100 amerikanische Matrosen, die sofort den Schutz der amerikanischen Interessen übernommen haben. Die Kantoner Regierung soll, rote em Gerücht wissen will, trotz ihrer feierlichen Versprechungen versucht haben, sich mit der 19. A r - m e e in Verbindung zu setzen, die, wie bekannt, die Hauptarmee der Fukienarmee bildete. Kanton will angeblich diese Armee in eigenen Dienst nehmen. Die Kantonregierung will auch auf ihrem Gebiet eine Verfolgung der flüchtenden Truppen durch die Nankingarmee nicht zulassen. ßttfllanb baut acht neue Zerstörer. L o n d o n , 17. Ian. (DNB. Funkspruch.) Die Admiralität hat acht Zerstörer des Flottenbauprogramms von 1933 beträchtlich früher als erwartet worden war, bei vier Privatfirmen i n Auftrag gegeben. Die Fahrzeuge werden je Paris, 16. Ian. (DNB.) Der Senat setzte seine außenpolitische Aussprache fort. Der Vorsitzende Des Heeresausschusses, General Bourgeois, gab "ine Schilderung dessen, was er die Mobil- machungsm'öglichkeiten Deutschlands m Jahre 1934 und 1935 nannte. Er behauptete, Einteilung und Aufbau der Reichswehr sei derart, vaß sie bereits jetzt eine Führerschule darstelle. Sie gebe ein Rahmenheer, das man später durch ousgebildete SS.- und SA.-Leute fülle. Feldgraue Uniformen zur Einkleidung der Mitglieder der poli- Uschen Verbände seien bereits in ausreichendem Maße vorhanden, ja es sei sogar motorisiertes Kriegsmaterial und Pferde verfügbar. Dies ermög- iche, sofort 20 bis 30 Millionen a u f die Beine zu bringen. Fast ebenso starke Trup- □enoerbänbe kann der Grenzschutz (?) stellen, dessen Kriegsmaterial wahrscheinlich eingelagert sei. Der Redner versuchte ohne jede Rücksicht auf die Gesetze der Wahrscheinlichkeit, Deutschland seinen Hörern als ein Land hinzustellen, das über eine prungbereite, mit modernen Kriegsmitteln ausgerüstete Armee verfüge, eine Armee, die dazu erlogen sei, sich die Vorteile der Offensive zu sichern. |$r verlangte natürlich, daß Frankreich seine Streitkräfte im gegenwärtigen Umfang beibehalten müsse. Außenminister Paul-Boncour erklärte, man habe ihn aufgefordert, klar zu sprechen. Frankreich habe bisher stets eindeutig gesprochen. Man habe vielleicht nicht so viel Lärm gemacht wie in gewissen anderen Ländern. Man solle Die gegenwärtigen Schwierigkeiten nicht übersehen, ober sie rechtfertigten keine Nervosität oder Mutlosigkeit, besonders im Hinblick auf die Unterstützung, »ie Frankreich von anderen Ländern zu erwarten vabe und die Uebereinstimmung mit vielen Nach- oarn. Die deutsche Revolution stelle Europa vor in Fragezeichen, man sehe noch nicht klar, »elches die wirklichen Ziele Deutschlands I ^ien. Es sei natürlich, wenn verschiedene Länder sich beunruhigt fühlten. Die nationalsozialistische Aufastung von der Nation gehe dahin, die Grenzen j;u überfluten, um die Menschen der gleichen Raste ür sich zu gewinnen. Der Beweis sei das Problem Des Saargebietes und das Problem Oester- -eid). Trotz vorteilhafter Angebote, die man Frankreich auf wirtschaftlichem Gebiete gemacht habe, !°önne Frankreich der Saarbevölkerung das Recht auf freie Abstimmung nicht nehmen. Ebenso wünsche Frankreich auch, Oesterreichs Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten, die der Schlüs- el zum europäischen Gleichgewicht sei. Hierüber begehe zwischen Frankreich und Italien vollkommene । illebereinstimmung. Frankreich habe immer die friedfertigen Länder um sich zu scharen versucht, nicht um Deutschland einzukreisen — dieses Wort habe vor dem Kriege schon zu viel Schaden angerichtet , sondern um mit allen Völkern zusammenzuarbeiten. Es hänge nur von Deutschland ab, sich dieser Zusammenarbeit anzuschtiehen. Gerüchte von einer Lockerung der französischen Beziehung en zu Polen und der Kleinen Entente seien eine Legende, die Uebereinstimmung mit diesen Ländern sei ft ä r- ker denn je. Frankreich wünsche nur nicht, diese Freundschaften in Form eines Blockes einem anderen Blocke gegenüberzustellen, sondern versuche immer wieder, neue Freundschaften dazu zu gewinnen. Deutschlands Absage an Genf. Kein Grund für das Mich, dem Völkerbund die Verantwortung für eine korrekte Durchführung der Saarabstimmung abzunehmen. heil nicht gefährden. Nach der Rede Paul-Boncours erging sich Mille r a n d in maßlosen Ausfällen gegen Deutschland. Wenn Deutschland die Revision der Verträge betreibe, so setzten sich 150 Millionen Menschen da-, mir man jiaj uuec uie o^lt gegen zur Wehr. Deutschland habe nicht nur auf-1 teiligten Landes klar werde. Berlin, 16. Ian. (DNB.) heute abend ist d 1 e Antwort hinsichtlich der Beteiligung der Reichsregierung an den Beratungen des Völkerbundsrates über die Saarfrage abgegangen. Sie wird über den deutschen Konsul in Genf an den Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol. geleitet. * Der Völkerbundsrat hat bekanntlich die indirekte Aufforderung an Deutschland gerichtet, es möge wegen der Verhandlung der Saarfrage seinen Platz inGenf wieder einnehmen. Deutschland ist aber nicht einfach aus dem Völkerbund ausgetreten, um bei irgendeiner sich bietenden Gelegenheit wieder dort zu erscheinen, wenn andere Wächte dies wünschen. Die Aufgabe, die der Völkerbundsrat in der Saar- fr a g e jetzt zu leisten hat, ist außerordentlich einfach. Es ist durchaus nicht schwer, eine geheime Abstimmung zu organisieren. Heber die M a h l- listen der Abstimmungsberechtigten sind bereits Vorarbeiten vorhanden. Es kommt lediglich darauf an, daß der Völkerbundsrat feine Aufträge in anständiger undloyalerWeife durchführt. Ganz abwegig find die Anregungen der englischen Presse, man solle eineWiliz von 40002Uann ins S aar gebiet bringen. Im Saargebiet haben niemals Unruhen in erheblichem Wahe ftattgefunben. Die beiden einzigen Toten, die dort zu beklagen find, waren Nationalsozialisten. Wenn weiter sogar der ungeheuerliche Plan einer Teilung des Saargebiets auftaucht, so sind sich die betreffenden Persönlichkeiten des gefährlichen Ernstes eines solchen Vorschlages offenbar nicht bewußt. Die Ablehnung des Genfer Vorschlages bringt nicht Deutschland, sondern höchstens den Völkerbund in eine peinliche Lage. Die französisch-italienischen Verziehungen hätten sich in den letzten Monaten !sehr gebessert. Gegenüber Rußland betreibe Frankreich eine entschlossene Annäherung s po 1 i t i k, die im Abschluß des Nichtangriffspaktes und des franzöftsch-russifchen Wirtschaftsabkommens ihre ersten Ergebnisse gezeigt Ebabe Zusammen mit den übrigen Nichtangriffs- patten Rußland, fei es gelungen, im Osten ein öidierunasneh au spannen, Paul-Boncour kündigte dann de^l-eoorstehenden Abschluß eines Balkan- »aktes an dem Rumänien, Sudstawien, Griechenland und die Türkei beitreten würden. Es be= iitünbe die Hoffnung, daß auch Bulgarien sich diesem Pakt anschlösse. Die italienische Regierung, die diesem Pakt zunächst skeptisch gegenüber gestanden habe, stimme ihm jetzt zu, Im übrigen betreibe Frankreich eine entschloßene B o 11 e r < üundspolitik. 3m Zusammenhang mit den Forderungen nach einer Reform des Bo kerbundes Fei Frankreich zu gewissen Anpassungen sreaäapta. tions) bereit, könne aber nicht zugeben, daß an die Grundsätze des Völkerbundes gerührt werde Der Senator Lemery habe behauptet, er, Pau-Bon- aour, hätte erklärt, daß man den Art k e l 213 Mölkerbundsuntersuchung gegen Deutschland) zum alten Eisen legen könne. Er, Paul-Boncour, habe fjedoch nur gesagt, daß, wenn dieser Artlkel an- gewandt werden sollte, Frankreich nicht allein zu lein wünscht. Wenn die französische Regierung zur Abrüstungskonferenz gegangen fei, so habe sie das nicht getan, um den französischen Rüstungen einen Schlag zu versehen, wie man in Rechtskreisen behauptete, sondern, weil Frankreich durch die Verträge dazu ver- p s l i ch t e t sei, und weil die Abrüstung eine der höchsten Ausgaben des Völkerbundes darftelle. pariser Echo. Paris, 17.Ian. (DNB. Funkspruch.) Die ftan- zösische Presse beschäftigt sich ausführlich mit der Saarfrage. Die meisten Blätter machen Deutschland wegen seiner Haltung gegenüber der Genfer Einladung heftige Vorwürfe, aber keine Zeitung gibt sich die Mühe, die Gründe für die deutsche Zurückhaltung zu würdigen. Die Berichterstatterin des „O e u v r e" meldet ihrem Blatte aus Genf, der Bericht des Vorsitzenden der Saar-Regierungskommis- sion habe eine „U e b e r r e i 3 u n g" im Saarge b i e t gezeigt, die viel e r n ft e r sei, als man geglaubt habe. Die Phantasie der Berichterstatterin scheint jedenfalls Symptome der „Ueberreizung" zu zeigen, wenn sie darauf hinweist, daß man in Völkerbundskreisen zur Aufrechterhaltung der Ordnung an die Entsendung srem - her Truppen ins Saargebiet denke. Um die Nationalsozialisten möglichst herauszufordern, wolle man für diese Aufgabe spanische Gendarmerie herausziehen. Der Völkerbund, fügt die Korrespondentin hinzu, würde „übermütigerroeife" sicher die Kosten tragen. Eine Abordnung der Deutschen Front in Genf. Genf, 16. Jan. (DNB.) Eine Abordnung von sieben Mitgliedern der Deutschen Front des Landesrates des Saargebietes traf am Dienstagvormittag in Genf ein, um mit den verschiedenen hauptsächlich an der Saarfrage interessierten Völkerbundskreisen und auch mit Mitgliedern des Völkerbundsrates Fühlung zu nehmen. Die Frage der Erneuerung des Mandates der Regierungskommission wird in der nichtöffentlichen Ratssitzung des Mittwochoor- mittag behandelt werden. Wie verlautet, beabsichtigt man im Rat, die bisherigen Mitglieder der Regierungskommission w i e d erzürn ä h l e n. gerüstet, sondern es verlange jetzt auch noch die Abrüstung der anderen. Der bewaffnete Friede sei zwar sehr teuer, aber der Krieg koste noch mehr. Senator de I 0 u v e n e l erklärte zu den Ver- Berlin, 16. Ian. (DNB.) Vor der 4. Strafkammer des Landgerichts Berlin begann am Dienstag der Prozeß gegen den früheren ersten Restaurator der staatlichen Gemäldegalerie, Professor Hauser wegen Betruges und sch w e r e r Urkundenfälschung. Gewisse Kreise des Kunsthandels hatten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Professor Hausers ausgenutzt, und sich von ihm gegen geringe Bezahlung Gutachten nach ihren Wünschen ausstellen lassen. Nach dem Ergebnis der Voruntersuchung hat Hauser in dem letzten Jahre Hunderte von bewußt unrichtigen Gutachten erstattet, wobei er sich häufig noch als Restaurator der staatlichen Museen bezeichnete, obwohl er bereits 1928 aus dieser Stellung ausgeschieden war. Die Kunsthändler, für die Professor Hauser arbeitete, haben durch dessen Gutachten phantastische Summen verdient Neben Hauser haben sich heute noch zwei Händler, Willy Bor - ch a r d t und Alfred Joseph, wegen gemeinschaftlichen Betruges, schwerer Urkundenfälschung, Untreue und Unterschlagung zu verantworten. Der Prozeß brachte bereits am ersten Verhandlungstage aufsehenerregende Enthüllungen über die Praxis dieses Expertisen- und Blldfal- s ch e r s er aus einer angesehenen Familie stammt, und dessen Vater und Großvater internationalen Ruf als Kunstsachverständige genossen. Hauser ist vor einigen Jahren pensioniert worden, weil er u. a. zehn Gemälde, die er für eine Auktion begutachten sollte, zugunsten des Eigentümers sämtlich falschen Meistern zugeschrieben ^Der Vorsitzende machte dem Angeklagten zum Vorwurf, daß er einen Rembrandt u n t e r - schlagen und jahrelang hinter einem Schrank verborgen gehalten habe. Gegenüber einem Mitangeklagten soll Hauser geäußert haben, wenn Exzellenz von B 0 d e (der 1929 verstorbene Generaldirektor der königlichen, später staatlichen Museen in Berlin) einmal stirbt, kann ich den Rembrandt ganz verschwinden lassen. Der Angeklagte bestritt diese Beschuldigung. Hauser hat ungefähr 300 Expertisen ausgestellt, von denen ein großer Teil nach seinem eigenen Geständnis unrichtig war. Der Angeklagte widerrief seine früheren Protokolle. Prof. Hauser bestritt, nach seiner Entlassung aus dem Staatsdienst noch Bilder restauriert zu haben. Der Vorsitzende hielt ihm vor: „Doch, einmal ist Ihnen das zoologische Wunder passiert, daß nach Ihrer Restauration auf einem Bilde aus einem Hund eine Katze wurde." Im weiteren Verlauf der Verhandlung kamen einige der dem Angeklagten zur Last gelegten Fälle zu Sprache. Einmal hat Hauser den Verkauf eines „Spitzweg" vermittelt, der als echt einen Wert von 22 000 Mark gehabt hätte: tatsächlich hatte das Bild jedoch nur einen Wert von 350 Mark. Nachdem Hauser das Signum Spitzwegs in das Bild hineinges Lischt hatte, wurde es für 3500 Mark verkauft. Zu diesem Fall gab Hauser als Entschuldigung an, daß er damals 3000 Mark zur Beschaffung von Morphium dringend benötigt habe. Ein anderer Fall betrifft eine „Madonna von Ruben s". Dieses Bild, das angeblich von dem niederländischen Maler H 0 b b e m a stammt, war von zwei anderen Sachverständigen nicht als ein echter Rubens anerkannt worden. Hauser erklärte, daß er auch heute noch das Bild für einen echten Rubens halte. Der Leipziger Physiker Prof. Carolus, der seinerzeit dieses Bild mit einem anderen Gemälde von Hobbema für zusammen 11000 Mark gekauft hatte, erklärte als Zeuge, daß er sich nicht geschädigt fühle. Er halte das Bild für einen Morelli und als solches sei es immerhin 4000 bis 5000 Mark wert. Am Donnerstag wirb die Verhandlung fortgesetzt. vorweg. Frankreich in der Mandschurei. Wie uns aus London geschrieben wird, ist e i n „französisch-japanisches Konsortium für die Entwicklung der Mandschurei gebildet worden. Es liegt ja auf der Hand, daß das neue Kaiserreich „Mandschukuo" das 30 Millionen Einwohner, aber eine Fläche drei mal so große als Deutschland haben wird, für das Kapital einen ft arten Anreiz bietet. Japan ist nun einmal der Pate des neuen Staates, von seiner Gnade ist Henry Puji berufen, den Thron in der neuen Hauptstadt Tschangtschun zu besteigen, aber finanziell kräftiger ist Frankreich. England und Amerika wären für tue Beteiligung an der Entwicklung der reichen Schätze der Mandschurei gewiß geeigneter, doch liegt es nahe, daß Japan in diesen Staaten eine unliebsame Konkurrenz im Fernen Osten erblickt. Das Abkommen soll bereits für die Unterzeichnung zwischen den Vertretern der Südmandschurischen Bahn einerseits und dem Vertreter der „Französischen Nationalen Vereinigung für wirtschaftliche Expansion , Herr Andre Bolivier, andererseits fertig gestellt sein, der die Möglichkeiten für französische Kapitalanlagen in der Mandschurei während der letzten sechs Mo- nate eingehend studiert hat. Nach den Bestimmungen des Abkommens soll ein französisch - japanisches Büro zur Feststellung der Bedürf- nisse von Mandschukuo und zur Mitteilung derselben an interessierte japanische und französische Firmen organisiert werden. Präsident des Konsortiums soll ein hoher japanischer Beamte r der Südmandschurischen Bahn werden. Bolivier wird als Vizepräsident fungieren. Im Aufsichtsrat werden je sechs Vertreter der japanischen und der französischen Industrie sitzen. Für die Ausdehnung der geschäftlichen Unternehmungen durch das Konsortium sind keine Schranken gesetzt, wenn zunächst auch nur kleine Kapitalien benötigt werden, die zum Aufbau der Organisation nötig sind. Frankreichs außenpolitische Linie. paul-Boncour spricht im Senat.—Kein Wille zum Begreifen der deutschen Friedenspolitik. FrankreichsSchrei nachSicherheit Mailand, 16. Jan. (D^B.) Der Popolo d 'Italia beschäftigt sich mit Ausführungen der ranzäsischen Zeitschrift „Hebdomadaire" über tue .Bedrohte Sicherheit" Frankreichs. Der Popolo d'Jtalia zitiert wörtlich die Klagen der Zett- chrift über die „unzureichende Bewaffnung, die mangelnden Kriegsmittel, die veraltete Fliegerei, die unzureichenden Seestreitkräfte" und endigt mit der Feststellung der „Hebdomadaire", daß „Deutschland in furchtbarer Bereitschaft sich anschickt, über den „friedlichen Schafft a l l" herzufallen. Das italiewsche Blatt chreibt dazu stark ironisierend: „Ja, es ist wahrhaftig ein wirklicher Angriff, der sich vorbereitet zum Schaden des gänzlich wehrlosen, bescheiden st en und arglose st en Volkes Europas. Hannibal steht vor den Toren mit einem Musterheer, mit den modernsten und morde- rischsten Waffen, die man sich vorstellen kann. Seme chemischen Industrien sind die mächtigsten der Welt, von seiner Luftwaffe ganz zu schweigen. Wie wird ihnen Frankreich widerstehen? Mit wehrlosen Schäflein? Mit armen Negern? Mit jenen kleinen F l u g z e u g l e i n, die n i ch t m e h r als eine Tonne Bomben tragen könneni Der Popolo d'Jtalia schließt lakonisck: Die örafti- scheu Aufschneider der Gascogne sind in der Tat noch nicht ausgeftorben, sie nehmen den Karneval Der echte Rembrandt und der fatsche Spitzweg Aufsehenerregender Betrugsprozeß gegen Professor Hauser. 1375 Tonnen Wasserverdrängung haben. Der Antrieb erfolgt durch Turbinen von je 36 000 PS., die den Fahrzeugen eine Geschwindigkeit von 35% Knoten geben sollen. Jeder Zerstörer wird annähernd 288000 Pfund Sterling (zirka 3,8 Millionen Reichsmark) kosten. Die noch zu vergebenden Aufträge für zwei Kreuzer von je 8000 Tonnen, einen Kreuzer von 5500 Tonnen, einen Flottillenführer, zwei Unterseebooten und drei Schaluppen werden vielleicht mit Ausnahme der Unterseeboote ebenfalls an Privatreedereien gehen. Die hessischen Finanzen im Rechnungsjahr 1932. LPD. Darmstadt, 16. Jan. Für das Rechnungsjahr 1932 liegt nunmehr, wie das Staatspresseamt mitteilt, der endgültige Abschluß vor. Er weist im Berwaltungsteil einen Fehlbetrag von 12,7 Mill. Mark aus, ein Ergebnis, das um so unerfreulicher erscheint, als der Staatsooranschlag seinerzeit ausgeglichen erschien. Die Erwartungen, die auf die finanzielle Entwicklung gesetzt waren, haben sich also in weitgehendem Maße nicht erfüllt. Am meisten enttäuscht hat die Einnahmeseite. Gegenüber dem Staatsvoranschlag haben sich die Einnahmen um 14,9 Mill. Mark verringert. Davon entfallen auf die Reichssteuerüberweisungen allein 4,9 Mill. Mk., auf die Landessteuern 3,7 Mill. Mark. Das sind effektive Einnahmeausfälle, während der weitere an 14,9 Mill. Mk. noch fehlende Fehlbetrag im wesentlichen auf Außenständen beruht. Inwieweit diese Außenstände in späteren Jahren noch eingehen werden, ist zweifelhaft. Ein großer Teil wird schon um deswillen abgeschrieben werden müssen, weil inzwischen weitgehende Nachlässe bei der Abtragung rückständiger Schuldigkeiten gewährt worden sind. Die Ausgaben stellen sich in ihrer Gesamtheit um 2,285 Mill. Mk. geringer als im Voranschlag vorgesehen ist. Diese Ausgabenminderung ist das Ergebnis der bei den einzelnen Ausgabenzwecken im Laufe des Jahres entstandenen Verschiebungen nach der einen oder anderen Seite. Niemals entwickeln sich die Verhältnisse eines Haushaltsjahres genau so, wie es bei der Aufstellung des Voranschlages angenommen wurde. Er- Höhungen der Ausgaben auf einzelnen Gebieten werden Verminderungen auf anderen Gebieten gegenüberstehen. So ist auch dieses Ergebnis entstanden. Das unerfreuliche Ergebnis dieses Rechnungsjahres 1932 läßt mit eindeutiger Klarheit erkennen, daß, wenn auch die Einnahmen inzwischen den Tiefstand überschritten haben, esimmernoch der rücksichtslosesten Sparsamkeit bedürfen wird, um die Finanzen des Landes in Ordnung zu bringen. Daran wird es die Regierung nicht fehlen lassen. Anordnungen des Stellvertreters des Führers. München, 15. Jan. (DNV.) Der Stellvertreter des Führers erläßt folgende Anordnungen: „Es ist den Leitern irgendwelcher Organisationen, Abteilungen, Vereine usw., die die Amtsbezeichnung »Der Führer .. / in Verbindung mit der Bezeichnung ihrer Organisation tragen, untersagt, sich ohne Angabe des ihnen unterstellten Dienstbereiches lediglich als .Der Führer‘ zu b e - zeichnen. Daraus ergibt sich von selbst, daß auch ein besonderes Hervorheben der Amtsbezeichnung »Der Führer' auf Verordnungsblättern, Briefen usw. nicht statthaft ist. ,D e r Führer' ist lediglich Adolf Hitler. Die Bezeichnungen ,N e i ch s l e i t e r' oder .Reichsführer' und »Gauleiter' find ausschließlich den vom Führer oder mir ernannten Reichsleitern und Gauleitern der NSDAP, vorbehalten." ♦ Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß Verbände, Innungen, Wirtschaftskammern und ähnliche Organisationen um- gebildet oder neu errichtet wurden, ohne vorhergehende Benachrichtigung der zu- st ä n d i g e n P a r t e i d i e n st st e ll e n. Um die gerade auf diesem Gebiet unbedingt nötige Zusammenarbeit von Partei und Staat in vorbezeichneten Stellen zu gewährleisten, dürfen in Zukunft organisatorische Veränderungen der genannten Art von allen Parteidienststellen und Staatsbehörden nur mit meinem Ginnet« ständnis vorgenommen werden. Freie Wirtschaftsgebilde werden davon nicht berührt. Erleichterungen für die Auflösung der Logen in vr uß^n Berlin, 16. Jan. (DNB.) Amtlich. Der preußische Ministerpräsident Göring hat an die drei großen Landeslogen in Preußen A) Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln"; 6) Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland „Deutsch-Christlicher Orden"; C) Große Loge von Preußen genannt „Zur Freundschaft" eine Anordnung gerichtet, in der es heißt: Ohne zu der Frage Stellung zu nehmen, ob die drei altpreußischen Großlogen und die ihnen angeschlossenen örtlichen Logen auf Grund irgendwelcher Mitteilungen oder aus sonstigem Anlaß etwa ebenso wie die anderen, der Weltfreimaurerei zugehörigen Logen als staatsgefährliche Vereinigungen anzusehen sind, kann ich bei der jetzigen durch die nationale Bewegung geschaffenen Einheit des deutschen Volkes jedenfalls keinerlei Bedürf- nis mehr für die Erhaltung dieser Lo- gen und für die besondere Förderung erkennen, die ihnen bisher von Staats wegen zuteil geworden ist. Dem vielfach in den örtlichen Logen her- vorgetretenen Bestreben, sich im Hinblick auf die gesamte politische Entwicklung in Deutschland auf» zulösen, muß Rechnung getragen werden. Die der Erfüllung solcher Wünsche entgegenstehenden oder sie erschwerenden besonderen Vorschrif- ten in den Satzungen der Großloqen kann ich unter diesen Umständen nicht mehr für ge- rechtfertigt halten. — Es wird daher in Abänderung der vorhandenen Loqensatzungen angeordnet: Die Auflösung einer Loge erfolgt durch Beschluß der Mitgliederversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit. Die Mitgliederversammlung ist zu diesem Zweck zu berufen, wenn ein Mitglied dies fordert. Kein Mitglied einer Loge darf wegen der Stellung des Antrags auf Einberufung der Mitgliederversammlung oder wegen seiner Abstimmung zur Verantwortung gezogen oder gar ausgeschlossen werden. Die Liquidation des' Vermögens einer aufaelöften Loge erfolgt nach den Vor- fchriften des BGB. Die neuen Grundlagen der deutschen Sozialverfassung. Oie Minister Geldie und Gchmiii verkünden das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Berlin, 16. Jan. (DNB.) Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda fand em Presseempfang statt, bei dem die Minister S e l d t e und Schmitt Sinn und Ziel des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit darlegten. Die beiden Minister waren in Begleitung ihres engeren Mitarbeiterstabes erschienen. Neichsarbeitsmmister Seldte dankte zunächst dem Reichswirtschaftsminister, sowie Staatsrat Dr. Ley für ihre hingebungsvolle Arbeit bei den Vorarbeiten zum Gesetz und führte dann u. a. aus: Es ist in der Tat das erste große so- z ale Gesetzgebungswerk, das die Grundgedanken der Weltanschauung unseres neuen Reiches zum Ausdruck bringt. Die Hervorhebung des Führer- gebanfens in der deutschen Wirtschaft, die B e = feitigungderunseligen Klassengegensätze, unter denen die deutsche Wirtschaft zusammengebrochen ist und die Hervorhebung des Begriffes der s o z i a l e n E h r e in der Wirtschaftsführung sind die nationalen und sozialistischen Grundpfeiler, auf denen dieses neue Werk errichtet ist. Der Unternehmer erhält als Führer des Betriebes die verantwortliche Stellung, die ihm nach den Grundsätzen nationalsozialistischer Weltanschauung, nach dem Führerprinzip, zukommt. Daß die Freiheiten, die ihm gegeben sind, richtig verwertet werden und daß aus den verliehenen Rechten nicht eine Willkürherrschaft im Betriebe ersteht, dafür sorgt die soziale Ehrengerichtsbarkeit, die wohl zum ersten Male in der ganzen Welt durch dieses Gesetz begründet wor- den ist. Im ersten Abschnitt des Gesetzes haben wir bewußt dem endgültig beseitigten marxistischen Klassenkampf die Gemeinschaftsarbeit aller Betriebsangehörigen gegenübergestellt. Wir führen im Betriebe Unternehmer und Gefolgschaft zueinander. Das Arbeits- verhältnis wird zum Treueverhällnls. Nicht aus papierenen Vertragsbestimmungen sollen künftig das Recht der Arbeit, die Rechte und Pflichten aller Mitglieder der Vetriebs- gemeinschaft hergeleitet werden, sondern aus dem lebendigen Begriff der Treue, der Treue des Führers zur Gefolgschaft und dieser zu ihrem Führer. Der Unternehmer oder ein mit der verantwortlichen Leitung des Betriebes Beauftragter tritt als Führer künftig der Gefolgschaft gegenüber. Die Ausschaltung aller unverantwortlichen Zwischeninstan- 3 en bringt und zwingt Führer und Gefolgschaft zusammen und sorgt für die notwendige Gemeinschaftsarbeit und das gegenseitige Vertrauen. In großen Betrieben ist diese allerengste Gemeinschaftsarbeit nicht möglich. Für sie sieht daher das Gesetz die Einschaltung von Vertrauensmitllern vor, die als Angehörige der Gefolgschaft dem Führer beratend zur Seite treten und mit ihm und unter seiner Leitung den Vertrauensrat bilden. 7Nit ihm ist nicht eine dem alten Betriebsrat entsprechende Interessenvertretung geschaffen. Interessengegensahegibtes nicht mehr, vielmehr haben alle nur ein gemeinsames Interesse, den Betrieb, der ihnen allen Arbeit und Brot gibt. Der Vertrauensrat ist zur Mitwirkung bei der Regelung der Arbeitsbedingungen berufen, soll Mitwirken bei der Ausgestaltung des Betriebsschutzes und bei der Beilegung etwa auftauchender Streitigkeiten. Die Institution der Treuhänder der Arbeit, die ihre Bewährung in den vergangenen Monaten hinreichend bewiesen haben, bleibt er« halten. Die Treuhänder der Arbeit werden nunmehr Reichsbeamte mit allen Rechten und Dflichten. Sie unterstehen der Dienstaufsicht des Reichsarbeitsministeriums und haben von ihm und dem Reichswirtschaftsminister Weisungen zu empfangen. Zur Erhaltung des Arbeitsfriedens haben sie ganz bestimmte, im Gesetz einzeln aufgeführte Aufgaben zu erfüllen. Die soziale Ehre wird künftig die Grundlage der gemeinsamen Arbeit in den Betrieben sein. Die Entwicklung dieses Begriffes der sozialen Ehre und die Schaffung einer besonderen Ehrengerichtsbarkeit bildet eines der Kernstücke des Gesetzes. Ein besonders eingehend ausgestalteter Kündigungsschutz ist gleichfalls dazu angetan, die kameradschaftliche Verbundenheit in den Betrieben zu ftärken. Das große Gesetz wird am 1. Mai dieses Jahres, dem zweiten Tage der nationalen Arbeit, in Kraft treten. An diesem Tage werden die Vertrauensleute der Betriebe feierlich vor der festlich versammelten Gefolgschaft zum ersten Male geloben, daß sie im Geiste ehrenhafter Kameradschaft dem Gemeinnutz und dem Wohle aller Angehörigen des Betriebes dienen werden. Neichswirtschaffsmin ffer Or. Schmitt führte u. a. aus: Ein Volk hat wahrhaft Großes immer nur dann geleistet, wenn es sich geschlossen und entschlossen für die ihm ge st eilten Aufgaben eingesetzt hat. Das gilt wie für ein Volk so für feine Wirtschaft, ja auch für jedes einzelne wirtschaftliche Unter» nehmen. Jeder wirklich tüchtige Führer weiß, daß er den Erfolg nur dann auf die Dauer an seine Fahne heften kann, wenn die Gefolgschaft ihm vertraut und mit vollem Herzen dabei ist. Jeder vernünftige Gefolgsmann weiß, daß er nur dann auf festem Boden steht, wenn er nach alter deutscher Art sich wirklich selbst ganz einsetzt, seinem Führer folgt und ihm die Treue hält. Absichtlich ist das Gesetz in vielen Einzelheiten so locker geholten, daß Spielraum für Entw'cklungs- möglichkeiten gelassen ist. Möge dieser immer in dem Sinne benutzt werden, den großen Gedanken des A r b e i t s f r i e b e n s zu vertiefen und nichts zu v e r w ä ss e r n. Zum Schluß dankte der Reichswirtschaftsminister noch ganz besonders dem Reichsarbeitsminister S e 1 d t e, der Hauptbeteiligter an dem Gesetz sei. Es fei symbolisch für den neuen nationalsozialistischen Geist, daß dieses Gesetz in engster Zusammen- arbeit zwischen dem Reichsarbeitsministerium, der Arbeitsfront, Vertretern der Wirtschaft und dem Reichswirtschaftsministerium bearbeitet und herausgebracht worden sei. Dieses Verhältnis zeige, daß man gerade in der obersten Svitze sich darüber klar sei, daß Arbeit und Wirtschaft ein unzertrennlicher Begriff für das ganze Volk sind. Dieser glückliche Anfang werde hoffentlich zum Glück unserer ganzen Nation führen. OerFnhali des neuen Gesetzes Berlin, 16. Jan. (DNB.) Die Ablehnung des Klassenkampfgedankens hatte zu einer Beseitigung der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände geführt. Mit dem neuen Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit wird nunmehr die Arbeitsverfassung auf eine neue Grundlage gestellt. Elf arbeitsrechtliche Gesetze, darunter das Betriebsräte» gesetz, die Tarifvertragsverordnung, die Schlichtungsoerordnung und die Stillegungsverordnung werden ersetzt und aufgehoben. Die Grundlage der neuen Sozialverfassung ist der Betrieb. Dessen Führer ist der Unternehmer. Er entscheidet gegenüber der Gefolgschaft des Betriebes in allen betrieblichen Angelegenheiten. Zur sozialpolitischen Beratung des Führers wird ein Vertrauensrat gebildet, dem Vertrauensmänner aus der Gefolgschaft als Mitglieder und der Unternehmer als Vorsitzender angehören. Die allgemeinen betrieblichen Arbeitsbedingungen werden vom Unternehmer nach vorheriger Beratung im Vertrauensrat in einer Betriebsordnung geregelt. Gegen die Entscheidung des Führers des Betriebes kann jedoch die Mehrheit des Vertrauensrates den Treuhänder der Arbeit anrufen. Der Treuhänder der Arbeit ist der oberste sozialpolitische Vertreter der Re ichs- regierung in seinem Wirtschaftsgebiet. Er tritt in Streitigkeiten aus der Betriebsverfassung an die Stelle der Arbeitsgerichte. Er hat bei größeren Entlassungen die bisher den obersten Landesbehörden nach der Stillegungsverordnung obliegenden Aufgaben wahrzunehmen. In feiner Hand liegt insbesondere die Ueberwachung der L o h n g e ft a 11 u n g in den Betrieben. Er kann auch Richtlinien für den Inhalt von Betriebsordnungen und Einzelarbeitsverträgen feftfetzen und in Ausnahmefällen eine Tarifordnung erlassen. Im Bezirk des Treuhänders der Arbeit wird unter dem Vorsitz eines richterlichen Beamten ein Ehrengericht gebildet, das über Verletzungen der sozialen Ehre durch Angehörige der Betriebs- gerneinschaft zu entscheiden hat. Gegen Entscheidungen der Ehrengerichte sind Berufungen an den Reichsehrengerichtshof zulässig. Auf dem Gebiete des Kündigungsschutzes ist der Grundsatz des bisherigen Rechtes aufgegeben worden, nach dem das Arbeitsgericht nur angerufen werden konnte, wenn die Betriebsvertretung den Einspruch des Gekündigten als begründet erklärt hatte. Den Gekündigten steht in Zukunft unmittelbar das Recht zu, auf Widerruf der Kündigung zu klagen, wenn diese unbillig hart und nicht durch die Verhältnisse des Betriebes bedingt ist. Große Siedlimgspläne im AachenerKohlenrevier Auftakt zur Neugestaltung von der Deutschen Ein Aufruf Or. Leys. Aachen, 17. Jan. (DNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, erläßt einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Die Neugestaltung eines Volkes ist feine Wiedergeburt, die vor allem auch in Verbindung der Raffe mit dem Boden zu suchen ist. Die Verbindungen sind die ländlichen Siedlungen des Volkes, fein Heim, feine Wohnung. Jedoch diese Wohnung darf wiederum nicht als einzelnes gesehen werden, sondern nur im Zusammenhang mit der Umgebung, mit dem Dorf, mit der Stadt, mit der Landschaft. Mit einem Wort, die Wiedergeburt liegt in dem Erwachen des Volkes für das Schöne, Edle und Erhabene, für das Zweckmäßige, das allein ist fein Glück und fein Wohlstand. Wir wollen einmal ganz Deutschland erneuern, wissen aber auch, daß wir es nicht verzetteln können. Deshalb fangen wir an einem Punkt an, und zwar auf Wunsch und Befehl des Führers, in dem Wurmkohlen- gebiet des Aachener Landes, weil dort im Laufe der Jahrzehnte sehr viel gesündigt wor- den ist, aber auch deshalb, weil wir Nationalsozialisten das Herz der Nation an der Grenze sehen. Wir werden für dieses Gebiet einen General- plan aufstellen, der von dem Gedanken ausgeht, wie man diese häßlichen Siedlungsgebiete wohnlich. schön und zweckmäßig ge st alten kann. Der Generalplan wird alle Gebiete umfassen, die Siedlungen, Verkehrsverhältnisse, Sportanlagen, Erholungsstätten, selbst die Fabriken und Zechen, damit die Menschen, wenn sie aus dem Schacht em* porfteigen, Schönheit, Würde und Freude erleben. Arbeiter und Bauern, Beamte, Handwerker und Mittelstand werden in diesen Siedlungen vereinigt sein. Dieser Gedanke ist auch wirtschaftlich gefuno. Haus, Garten, Kleintierzucht, alles wird eine Ganzheit sein und wird immer die Existenz- möglichkeit des anzusiedelnden Me"'chen bedeuten. Die Siedlung wird von zwei finanziellen Gedanken getragen sein. Einmal dem, der schon Erspartes einsetzen kann, ein Eigentum zu erhalten, zum Volk und Land.—Oie Aufgabe Arbeitsfront. anderen, um auch denen Menschen, die wurzellos geworden find, wiederum die Bodenständigkeit zu geiben und sie mit Hilfe menschenwürdiger Siedlungen dem Volke zu verankern und damit an die Nation zu binden. In dem Wissen und Glauben, daß dieses allein die Voraussetzung für die rassische (Erneuerung unseres Volkes bedeutet, werden auch jene Menschen, die diese Siedlungen schaffen sollen, nicht ausgesucht werden als Einzelarchitekt, Einzelgärtner, Einzelvolkswirt, sondern es werden Arbeitsgemeinschaften aus all diesen Männern gebildet werden müssen, die uns Pläne für dieses Werk Herrichten. Zu diesem Zweck wird die Arbeitsfront Preisausschreiben veranstalten. Träger dieses Gesamtplanes ist die Deutsche Arbeitsfront und das Werk „Kraft durch Freude". Innerhalb dieser Organisationen ist ein Heimstättenamt gebildet. Der andere Träger innerhalb der Arbeitsfront ist das Amt für Würde und Schönheit der Arbeit. Der Stellvertreter des Führers, Heß, hat dem Heim- ftättenamt das alleinige Recht gegeben, über die Gestaltung des Siedlungswesens in Deutschland zu wachen. Die Vorarbeiten für das erste große Projekt im Wurmgebiet sind heute beendet. Dieses kühne Werk kann mir vollendet werden, wenn es getragen wird von dem Willen, der Energie und Kameradschaft der gesamten Nation. Deshalb rufe ich alle schaffenden Deutschen auf: Helft mit, daß wir hier an der nordwestlichen Grenze ein Stück Sozialismus vollenden, damit wir alsdann in Oberschlesien und an der Ruhr das Werk fortsetzen können. Wir werden sofort beginnen. Der erste Spatenstich, der bereits in einigen Wochen getan wird, soll für dich, deutscher Arbeiter, das Sinnbild der Verwirklichung deines Schaffens und Sehnens fein. Er soll den Beginn eines neuen Zeitalters bedeuten. Adolf Hitler zeigt uns den Weg. Er führt und lenkt uns. An dir liegt es nun, deutscher Arbeiter, mitzumarschieren, damit auch dir und deinen Kindern das Glück und die Freiheit gegeben werden. Vorwärts mit Hitler. Schaffen wir ein neues Deutschland! Der Weg zur vöUch-pMscheu Hochschule Eine Tagung medizinischer Hochschullehrer im Münchener Braunen Haus. München, 14. Jan. (DNB.) In Anwesenheit des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß fand im Braunen Haus eine Tagung statt, zu der von sämtlichen deutschen Universitäten die Vertrauensleute der NSDAP, für die medizinischen Fakultäten erschienen waren. Außerdem waren Vertreter der Tierärzte und der Zahnärzte anwesend. Der Vertrauensmann des Stellvertreters des Führers für alle Fragen der Volksgesundheit Pg. Dr. med. Gerhard Wagner, der auch der Führer der deutschen Ärzteschaft ist, sieht den Zukunftsweg der deutschen Hochschulen und damit natürlich auch der medizinischen Lehrwissenschaft allein darin, daß deren Träger das Primat des Nationalsozialismus als den Strahlenpunkt neuen deutschen Denkens im Leben und im Lehren anerkennen. Gerade die Wissenschaft und vornehmlich die deutschen Hochschulen werden nur dann ihren Platz im deutschen Staat der Zukunft finden, wenn sie geschlossen in der vom Führer geschaffenen Gemeinschaft des deutschen Volkes mitmarschieren. Nach dem Bericht des Deutschen Nachrichtenbüros stellte dann der Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege, Pg. Dr. med. Walter Groß- Berlin dem verblichenen Autoritätsbegriff und in den letzten Jahrzehnten überschätzten und sich selbst überschätzenden, ohne Volksverbundenheit dogmatisch dozierenden „Professor" von gestern den wissenschaftlichen Führer und Lehrmeister im nationalsozialistischen und revolutionären Staat gegenüber. Der nichtnationalsozialistische Wissenschaftler habe sich, so erklärte Dr. Groß, heute lediglich darauf zu beschränken, sein Fachgebiet zu lehren und die Fragen der Politik, der Geisteshaltung und der Weltanschauung denen zu überlassen, die vielfach ober sogar meistens ohne das Fachwissen und ohne Akademie mehr davon verstanden und verstehen. Er habe sich um so mehr auf fein Fachgebiet zu beschränken, als gerade er nicht nur durch bie Langsamkeit bes Begreifens, fonbern barüber hinaus burch sein Beharren in unbelehrbarer schlei- djenber unb bauernber Opposition, bie um so ent» wlcklungshemmenber war, als sie vom Scheinbe- griff ber „Autorität" gestützt würbe, bewiesen habe, baß er zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis, bie obseits von feinem Fachgebiet gefunben werben mußte, fast durchweg nicht fähig war. Der neue Staat brauche neue Wissenschaftler, bie in einem neuen Denken leben. Dieses neue Denken sei bie Erkenntnis, baß hinter ben einzelnen Erscheinungsformen bes Lebens jene lebendige Totalität stehe, aus der bie nationalsozialistische Jbeenwelt entspringe. Dieses Ganzheit-Erlebnis bes Weltbildes sei selbstoerstänblich nicht von ber einseitigen Blickrichtung naturwissenschaftlich-mechanischen Denkens her zu gewinnen. Professor Dr. Wirz-München forberte die grunblegenbe Bereinigung bes Verfahrens zur Berufung ber Hochschullehrer, Beseitigung bes Mißbrauchs mit ber Verleihung von Ehrenpromotionen unb bie Verbesserung ber rechtlichen unb materiellen Stellung besExtraorbinarius gegenüber bem orbent- lidjen Professor unb babei namentlich Aufhebung bes unerträglichen zahlenmäßigen Mißverhältnisses. Als wichtigste Zukunftsaufgabe betrachtet Pg. Wirz ben Zusammenbau ber Hochschule mit bem nationalsozialistischen Staate unter Betonung bes Primats bes Nationalsozialismus unb bie Verwirklichung ber Grundsätze bes Führergebankens unb ber Volksoer- bundenheit. Selbstverständlich fei babei bie Durchdringung des Hochschullebens unb ber Wissenschaft mit bem Geist bes Frontkämpfertums, ber zum Opfer, Einsatz unb Verzicht bereit ist. Pg. Wirz erwartet von ben Vertrauensleuten, baß sie in ben Fakultäten auf Aenberung ber Fakultäts- unb Rektorats-Verfassung bringen unb bie sich daraus er* gebenben Kämpfe zusammen mit ber nationalsozia- ustlschen Studenten- unb Lehrerschaft im alten nationalsozialistischen Angriffsgeist durchfechten. Der Rektor der Universität Würzburg, Pg. Professor Dr. med. Fischer, zugleich ein Kämpfer von Langemarck unb langjähriger Mitstreiter Aböls Hrtlers, gab zum Derstänbnis ber gegenwärtigen Situation an den deutschen Hochschulen von seinem Standpunkt als Rektor einen knappen geschichtlichen Abriß ber Entwicklung ber beutschen Universität. Der theologischen Universität bes Mittelalters folgte bie philosophisch-humanistische, bie wegen biefer ihrer Geisteshaltung notwenbig eine kosmopolitische sein mußte. Die Universität bes nationalsozialistischen Staates müsse unb werbe hingegen bie völkisch- politische fein. 3n einer anschließenben Aussprache nahm u. a. ber bayrische Kultusminister unb Führer des NS.- Beamtenschaft erträglicher zu machen, ist inzwischen angeordnet worden, die erste Rate im Feil ein neuer bruar am 19. und das volle Märzgehalt vor den O st e r f e i e r t a g e n den Beamten auszuzahlen. >e mrzello, Händigkeit zu rdiger Sied, «mit an die nd Glauben, ' die rassische werden auch -offen sollen, itekt, Einzel. Derben Ar. diesen Man- P l ä n e für Zweck wird den veran- Deutsche rast durch tionen ist ein ndere Träger Amt für rbeit. Der : dem heim- über die Ätschland zu irofc Projekl M. Dieser n, weM e* Lmrqie un) o n. Dechld if: helft s, , Grenze ein ir alsdann ■ Ruhr bti sofort begin- ts in einigen scher Arbeit», nes Schaffet i eines neuen eigt uns den liegt es nun, «mit auch dir die Freiherl LPD. D a r m st a d t, 16. Jan. Das Staatspresseamt nimmt in einem Artikel zu dem „Rollsystem", der Verlegung der Gehaltszahlungen vom Monatsbeginn auf das Monatsende, Stellung und betont zum Schluß: Um für die Restzeit, in der das Rollsystem noch läuft, die Gehaltszahlungen für die gangener Aufforderung mit Begründung bei der Ortspolizeibehörde eingelegt werden. § 10. Dem Sachverständigen des Bauernstandes steht das Recht zu, die Tätigkeit der Kommission zu überwachen und dem Landrat zur Herbeiführung notwendiger Maßnahmen Vorschläge zu machen. § 11. Wird der Aufforderung binnen der gesetzten Fristen von feiten der Baumbesitzer oder Nutzungsberechtigten keine Folge geleistet, so kann die Ortspolizeibehörde die erforderlichen Maßnahmen auf Kosten der Besitzer bzw. Nutzungsberechtigten durchführen lassen. § 12. Sofern es nach Lage der Verhältnisse und im Interesse des Obstbaues zweckmäßig erscheint, ist die Ortspolizeibehörde berechtigt, von einer Aufforderung der Baumbesitzer und Nutzungsberechtigten zur Vornahme der Arbeiten abzusehen und die Maßnahmen unter Leitung des Sachverständigen des Bauernstandes unter entsprechender Verteilung der Kosten auf die Besitzer oder Nutzungsberechtigten selbst ausführen zu lassen. § 13. Sofern es nach Lage der Verhältnisse und im Interesse des Obstbaues zweckmäßig erscheint, ist die Ortspolizeibehörde berechtigt, eine ein- oder mehrmalige planmäßige Bespritzung aller Obstbäume auf Kosten der Baumbesitzer oder Nutzungsberechtigten durchzuführen. § 14. Die Ortspolizeibehörde hat alljährlich dem Landrat bis spätestens 1. April und 1. September über Maßnahmen und Erfolg zu berichten. § 15. Dem Landrat bleibt es überaffen, vorstehende Maßnahmen auch auf Wildbäume, Ziersträucher, Hecken usw. auszudehnen, sofern sich ein Bedürfnis hierzu ergibt. § 16. Für jeden Fall der Nichtbefolgung dieser Polizei- Verordnung wird die Festsetzung eines Zwangsgeldes bis zu 100 RM., im Nichtbeitreibungsfalle die Festsetzung von Zwangshaft bis zu zwei Wochen ange- droht. Soweit die Nichtbefolgung dieser Polizeioerordnung nach Reichs- oder Landesrecht mit Strafe bedroht ist, bleibt die Anordnung der Strafe unberührt. § 17. Die vorstehende Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft. Polizeiliche Verfügung. Auf Grund der Polizeioerordnung vom 12.1.34, betr. Schädlingsbekämpfung im Obstbau wird hiermit angeordnet, daß bis zum 22. Januar 1934 alle Obstbäume abzukratzen, zu bürsten und zu reinigen sind, die Baumkronen sachgemäß zu lichten und von allen dürren Aesten zu befreien. Ferner sind alle dürren und abgängigen Obstbäume zu beseitigen und aus den Obstanlagen zu entfernen. Vom 22. Januar ab werden sämtliche genannten Maßnahmen gemäß § 12 der genannten Polizeioerordnung unter Leitung von Sachverständigen unter Kontrolle aller Obstbestände durchgeführt werden. r» "II, en °bersL ^feinet ® ö 4 ii n trieben. Triebs. Kn unb "assen. Kbeit wird Mn ein jungen I Betrieb;, ^atscheibun. cn °n ben ^schütze; gegeben aur ange. ’SDertretuno Ininbet er- Zukunft un. der Kiinbi. rt unb nicht omgt ist. Amtliche Bekanntmachung aus dem Kreise Wetzlar. Auf Grund der §§ 14, 27 und 33 des Polizeiver- waltungsge etzes vom 1. Juni 1931 und des § 30 des Preußischen Feld- und Forstpolizeigesetzes im Wortlaut der Bekanntmachung vom 21.1.1926 wird für den Umfang des Kreises Wetzlar nachfolgende Polr- zeioerordnung erlassen: dUdL § 1. Zur Bekämpfung von allen pflanzlichen und tierischen Schädlingen des Obstbaues sind vom Herbst bis Frühjahr alle Obstbäume abzukratzen, zu bürsten unb ur reinigen, die Baumkronen sachgemäß zu lichten und °°n allen dürren Aesten zu befreien Alldürren und abgängigen Obstbaume sind zu beseitigen und aus den Obstanlagen zu entfernen. § 2. Zur Durchführung bzw. Duldung der Maßnahmen des § 1 sind die Besitzer der Obstbaume oder die Nutzungsberechtigten bzw. deren Vertreter verpflichtet. § 3. Zur Feststellung der Notwendigkeit und des Umfanges der Maßnahmen und zur Ueberwachung derselben sind für jede Gemeind" eine ober mehrere Kommissionen zu bilden. ..§ 4. Der Kommission gehören an: a) der Bürgermeister ober sein Vertreter, bereitung zum bewaffneten Aufstanb unb zum Bürgerkrieg staatsfeinblich war. Ausnahmen bei der Anwendung des SchristleitergefeheS. Berlin, 16. San. (DNB.) Amtlich. Der Reichsminister für Volksaufklärung unb Propaganba hat bestimmt, baß bie folgenden Blätter von der Anwendung bes Schriftleitergesetzes ausgenommen werben: 1. V e r b a n d s m i t t e i l u n g e n , bie sich auf kurze Mitteilungen tatsächlicher Art in Erfüllung der Verbanbsausgabe beschränken, nur andie Mitglieder des Verbandes geliefert werben, nur nach Bedarf in unregelmäßigen Zeit- crbständen erscheinen, k e i n e A n z e ig e n außer Vereins- und Familienanzeigen enthalten und bei Aufnahme in die Postzeitungsliste keinen Preis aufgeben. 2. Saufmitteilungen (früher Kundenzeitschriften), bie von einem Betrieb zur Unterrich - tung seiner Kundschaft oder Belegschaft über seine Erzeugnisse unb Leistungen nach Bedarf herausgegeben werden, ihre Zweckbestimmung — alsEigenwerbung — in Form unb Inhalt klar erkennen lassen, deren Inhalt ausschließlich ber Werbung für das eigene Haus (Werk) dient, die Fremd anzeigen nicht äufne hm e n unb bei Aufnahme in die Postzeitungsliste keinen Preis angeben. 3. W e r k z e i t f ch r i f t e n , die ausschließlich Berichte über bie Erzeugnisse unb Leistungen des eigenen Unternehmens ober über Geschehnisse innerhalb der Werkgemeinschaft unb keine Anzeigen außer Vereins- unb Familienanzeigen enthalten. Für bie an solchen Zeitschriften tätigen Personen besteht also keine Anmelbepflicht nach bem Schriftleitergesetz. b) ber örtliche Führer für Obstbau, c) ber lanbwirtschaftliche Fachberater, d) zwei an Obstbau interessierte Bauern, e) ein Baumwärter. § 5. Den Vorsitz in ber Kommission führt ber Bürgermeister bzw. fein Stellvertreter. Die Kommission hat alljährlich bis spätestens 15. Oktober alle Obstbäume ber Gemarkung baraufhm nachzusehen, in welchem Umfange bie in § 1 angeführten Maßnahmen erforberlich finb unb alsdann ber Orts» polizei unter Angabe ber Namen . ^.^tbadtIT' besitzer unb ber Beanstanbungen Mitteilung zu machen Wo mehrere Kommissionen gebilbet sinb, teilen sich biese in bie Arbett. 'Die Ortspolizeibehörbe hat bie Baumbesitzer ober Nutzungsberechtigten, bzw. beren Vertreter alsdann unverzüglich aufzufordern, bie von ber Kommission für notwendig erachteten Maßnahmen vorzunehmen. Die Beseitigung ber toten ober abgängigen Baume hat bis spätestens 15. Dezember unb bie Durchführung ber übrigen Maßnahmen bis spätestens 15. Marz zu erfolgen. § g Auf Beschwerben ber Baumbesitzer oder Nutzungsberechtigten gegen bie Notwendigst unb Umfang einer angeorbneten Maßnahme entscheibet ber Lanb- rat nach Anhörung bes zuständigen Sachverständigen des Bauernstandes endgülüg. Die Beschwerde muß binnen acht Tagen nach er» Ein Pfarrer wegen Sabotage des Winterhilfswerks und Verbreitung unwahrer Gerüchte verhaftet. Halle, 16. Jan. (DNB.) Am Samstag wurde der Pfarrer G e n s i f ch e n, Halle-Trotha, durch bie Geheime Staatspolizei in Schutzhaft genommen. Der Verhaftung liegen schwere Beleibigungen bes Gauleiters unb preußischen Staatsrats Iorban sowie Aufwiegelung gegen führenbe Männer bes Staates unb ber NSDAP, zugrunbe. Am Montag würbe ein richterlicher Haftbefehl gegen Pfarrer Gensifchen erlassen unb bieser in bas Untersuchungsgefängnis bes Amtsgerichts überführt. Von anberer Seite wirb bazu noch mitgeteilt, baß Gen- sifchen auch Sabotage bes Winterhilfswerks vorgeworfen wirb. Luvwig Renn vor dem Reichsgericht. Leipzig, 16. Jan. (DNB.) Unter ber Anklage des versuchten Hochverrats wurde dem Reichsgericht am Dienstag ber 45jährige Schriftsteller Lubwig Renn aus Berlin-Stralau zur Aburteilung vorgeführt. Der Angeklagte entstammt einer alten säch- sifchen Abelsfamilie. Er war aktiver Offizier unb machte ben Krieg als Bataillonskommanbeur mit. Unter dem Pseudonym Ludwig Renn gab er die bekannten Bücher „Der Krieg" und „Nachkrieg" heraus. 1928 trat er der KPD. bei und wurde später Mitglied des sogenannten „Aufbr-uch- kreise s", der von zehn Offizieren im März 1931 anläßlich des Uebertritts des Ulmer Reichswehrleutnants Scheringer aus der NSDAP, in die KPD. gegründet wurde. Die Anklage wirft Renn vor, in der Zeitschrift „Der Aufbruch" hochverräterische Artikel geschrieben und in kommunistischen Versammlungen durch Vorträge stark zersetzende Propaganda getrieben zu haben. Renn bekannte sich offen und rückhaltlos zu den kommunistischen Zielen. Er wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 2 V2 Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 11 Monaten unb einer Woche der Untersuchungshaft auf die Strafe verurteilt. Wie in der Urteilsbegründung ausgeführt wurde, ist der Angeklagte für die ideologische Zersetzung der Reichswehr und Polizei eingetreten. Seine Absicht war klar darauf gerichtet, Heer und Polizei für ihren Zweck, den Bestand des Staates zu schützen, untauglich zu machen Als ehemaliger Offizier mußte er erkennen, >n Ms- bie in )entenj« “ rtelniW- fordert- di- Ä* i’Ä« > h? hie Durch' . r lL b»* ""VunbWl' iltn*’»■ “ h Wl! ifen n LS ihrer Das FlugzeugunBü bei Corbigny „Paris Midi" spricht von einem Gavotage-Akt. If Ä U I p D Inventur-Verkauf B1U Fl Li* 11 Gießen / Seltersweg das Fachhaus für gute Herren- u. Knabenbekleidung Aus aller Welt Zwei Todesopfer eines Echlütenunglücks bei Oberstdorf. Auf ber Straße von Wasach nach Langenwang bei Dberftborf (Schwaben) ereignete sich ein schwerer Unfall eines Hörnerschlittens. Zwei ber Insassen kamen ums Leben, einer würbe schwer verletzt. Am späten Abenb hatten zwei Postboten, ein Schuhmacher unb ein Melker auf einem Hörnerschlitten bie Abfahrt nach Langenwang angetreten. Da bie Straße völlig vereist war, erreichte ber Schlitten balb eine rafenbe Geschwinbigkeit. In einer Kurve verloren bie Insassen völlig bie Gewalt über bas Fahrzeug. Der Schlitten sauste über ben Straßenrand hinaus. Der eine Postbote fiel dafei auf die Straße und blieb unverletzt. Der andere Postbote schlug gegen das Straßengeländer und stürzte dann 70 Meter tief einen Abhang hinab. Dort wurde er tot aufgefunden. Der Schuhmacher Biber unb ber Melker Brenner stürzten von Felswanb zu Felswanb etwa 1000 Meter hinab. Schwer verletzt blieben sie auf ber Breitach- straße liegen. Brenner schleppte sich zu bem etwa einen Kilometer entfernten nächsten Wohnhaus, um hin n?;Mmnhnpr xut Anfekiffuna au alarmieren, bann Daventry auf ber Welle des „modus-vivendi“- Plans (203 Kilohertz) in England unmöglich macht. Die Engländer waren daher gezwungen, dem (Eiffelturm auszuweichen und sind auf bie ihnen nach bem Luzerner Plan zugeteilte Welle von 200 Kilohertz (1500 Meter) gegangen. Jnfolgebessen war Deutschland gezwungen, um den bestehenden Fre- guenzabstand zu den Nachbarsendern zu erhalten, für den Deutschlandsender die im Luzerner Plan vorgesehene Welle von 191 Kilohertz (1571 Meter) zu schalten. Der Empfang des Deutschlandsenders wird durch diese Maßnahme in keiner Weise bebrach er zusammen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Der unverletzt gebliebene Postbote hatte die nächste Landjägerstation angerufen. Die Sanitätskolonne Oberstdorf und ein Sanitätswagen aus Loritz rückten sofort aus. Sie fanden die Leiche des Postboten Fock und den schwerverletzten Biber, der auf dem Transport ins Krankenhaus starb. Hundert Todesopfer des indischen Erdbebens. Das schwere Erdbeben in Mittel- unb Ost- inbien hat bisher minbestens 10 0 Tobesopfer unb über 1000 Verletzte geforbert. Darjeeling, bie Sommerresibenz bes Gouverneurs von Bombay ist burch neue Erbstöße am Dienstag vollstänbig vernichtet worben. Schwere Schäben würben auch in Allahabab unb anberen Stäbten in Norb- ostinbien angerichtet. Das inbische Volk ist burch bas große Naturereignis stark beeinbruckt. Es mißt ihm eilweise eine religiöse ober politische Bebeutung bei So würbe am Dienstag in ben Bazaren ber Haupt- ftabt Neu-Delhi erzählt, baß das Erdbeben einen großen Wechsel in der politischen Bestimmung Indiens angekündigt habe. Das Epizentrum des Bebens war, wie jetzt von der Warte in Punak gemeldet wirb, sehr wahrscheinlich in Nepal. Insgesamt mürben am Montag 13 Erbstöße ausgezeichnet. Das Lis fetzt sich in Bewegung. Die Eiswachstelle der Rheinstrombauverwaltung in Koblenz meldet: Der Regen der letzten Tage hat bie Nebenflüsse bes Rheins zum Steigen unb ba- mit bas Eis zum Teil in Bewegung gesetzt. Die Mosel ist oberhalb Bullays eisfrei; unterhalb treibt bas Eis zum Rhein ab. Auf bem Main ift ber Normalstau von ber Münbung bis Hanau erreicht. Von Hanau aufwärts muß mit bem balbigen Abgang ber oberhalb Miltenberg noch vorhandenen Eisdecke gerechnet werden. Drei Arbeiter von einem Felssturz erschlagen. Bei einem Straßenbau in (Serios im Zillertal ging ein Felssturz nieder. Die Gesteinsmassen begruben mehrere Arbeiter. Drei von ihnen wurden auf der Stelle getötet. Einige konnten schwer verletzt geborgen werden. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus nach Schwaz übergeführt. Da die Möglichkeit fremden Verschuldens besteht, ist eine Gerichtskommission aus Innsbruck nach der Unfallstätte gesandt worben. Doppelhinrichtung in Dessau. Am Mittwochmorgen V28 Uhr würben im Hofe des Dessauer Gerichtsgefängnisses bie Mürber Karl Hans unb Wilhelm Dieser, bie burch Urteil des Dessauer Schwurgerichts vom 13. Juli 1933 wegen Ermorbung bes SA. -Mannes Cieslick in Hecklingen (Anhalt) zum Tobe verurteilt worben waren, mit Hanbbeil burch ben Scharfrichter Engelharbt hingerichtet. Diese Hinrichtung ist bie erste in Anhalt seit 1886. Wellenänderung beim Deulschlandsender. Der D e u t s ch l a n b s e n b e r ist von Welle 194 Kilohertz (1546,4 Meter) auf Welle 191 Kilohertz (Welle 1571) umgestellt worben, ba Frankreich bie bisherige Welle bes Eiffelturms, bie im Luzerner Plan nicht mehr vorgesehen ist, weiter benutzt unb daburch ben Empfang bes englischen Hauptsenbers Hanb weisen unb glaubt, daß der Luftfahrtminister deshalb eine schleunige Untersuchung angeordnet habe. Wie der ,Matin" meldet, soll der Absturz des „Smaragd" auf die Lockerung einer Tragfläche zurückzuführen fein, die bereits bei der Notlandung in der Nähe von Gwadar, wo auch das Fahrgestell des Apparates beschädigt wurde, eingetreten und bei dem erneuten Start der Maschine nicht bemerkt worben sei. Allerbings könnte bie Lockerung auch burch bie Explosion einer Sauerstofflasche, bie für ben Betrieb bes Anlassers mit» geführt würbe, erfolgt sein. Im übrigen spielte sich bie Katastrophe mit berartiger Schnelligkeit ab, baß bie Besatzung nicht einmal Zeit hatte, bie Antenne ber Funkanlage einzuziehen. Dieser Antennenbraht hat anscheinenb bie Lichtleitung gestreift unb bie vorübergehenbe Elektrizitätsstörung in Corbigny hervorgerufen. Die Untersuchung über bie Ursache bes Unglücks hat ergeben, baß bie Katastrophe auf ben Hefti- gen Sturm zurückzuführen ist. Das Flugzeug hatte einen Teil feiner Steuerung verloren, gehorchte bem Führer nicht mehr unb ist auf bem Boben zerschellt. Man vermutet, baß bie Insassen sofort tot waren. Teile bes Apparates würben etwa IV2 Kilometer von ber eigentlichen Unglücksstelle entfernt, aufgefunben. Paris, 17. Jan. (DNB.) Der breimotorige Einbecker „Smaragb", ber, wie gemeldet würbe, am Montagabenb bei Corbigny abge stürzt ist, war erst vor kaum vier Monaten in ben Dienst gestellt worben. Unter ber Führung bes bekannten Fliegers D 0 ret statte er Geschwinbigkeitsweltrekorbe über 1000 unb 2000 Kilometer mit 2000, 1000 und 500 Kilogramm Nutzlast geschlagen unb hierbei seine Leitungsfähigkeit erwiesen. Französische Blätter erinnern baran, daß Luftfahrtminister C 0 t mit diesem Flugzeug seinen bekannten Rußlandflug durchgeführt stat. Das aus Metall hergestellte Flugzeug war mit drei Hispano-Suiza-Motoren zu je 575 PS ausgestattet unb galt als bas modernste ber franz irischen Handelsflugzeuge. Die Trauer der französi- chen Luftfahrtkreise um ben Verlust ist beshalb besonders groß. „Wird bie Unglüdsferie ebenso andauern wie die Reihe ber ©fanbale?" fragt bas Mittagsblatt „Paris Midi". Man ist angsterfüllt angesichts ber unaufhörlichen Trauerfälle unb Prüfungen aller Art, bie über Frankreich kommen. Frankreich scheint bas Opfer von Umständen zu fein, in denen bas Schicksal, ber Wagemut, vielleicht auch Unvorsichtigkeit, veraltetes Material unb auch Überalterung gewissen Einrichtungen, möglicherweise vielleicht noch ernstere unb geheimnisvollere Einflüsse eine Rolle spielen. Das Blatt will einen Sabotageakt nicht völlig von ber Lehrerbundes, Pg. Schemm, Anlaß, seine und die Stellung des NS.-Lehrerbundes zu den behandelten Fragen klarzulegen. Anschließend wurde die llebereinftimmung mit seiner Ansicht zum Ausdruck gebracht, daß im Sinne des Primats der Partei auch für den Hochschullehrer nur die Zugehörigkeit zum NSLB. als nationalsozialistischer Erzieherorga- nifation in Frage komme. Sechs Wochen Arrest für Frauenfeld. Wien. 16. Jan. (DNP.) Amtlich wird mitgeteilt, daß die Sicherheitsdirektion der Stadt Wien Frauenfeld mit sechs W 0 che n1 unb den Chefredakteur der „Deutsch-Oeterreichische Tageszeitung" S ch a t t e n f r 0 h, m . t d r e. W 0 ch en 21 r r e ft b e ft r a f t Hobe. In der Mitteilung heißt es ferner, daß am Dienstag 20 Nationalsozialisten nachWöllersdorf geschasst worden ^en. Darunter befänden sich die natlonalsozlalistlschen Gemeinderäte Mühlberger, Holzer und Schuster. Eine Richtigstellung des Keichsbauernführers. Berlin, 16. Jan. (DNB.) In der Presse findet sich eine von noch festzustellender Stelle gegebene Mitteilung, wonach der Landesbauernfuhrer der Provinz Hannover von R h ed e n sechs Bauern seiner Provinz wegen ehrlosen Verhaltens die Bauernfähigkeit aberkannt und das Verfügungsrecht über ihren Hof an ihre Ehefrauen bzw. ihre Kinder übertragen haben soll. Wie der Reichsbauernführer Walter Darrs mitteilen läßt entspricht diese Meldung nicht den Tatsachen und ist auch nicht von einer zuständigen Stelle des Reichsnährstandes veröffentlicht worden. Das Rollsystem bei den Gehaltszahlungen. rührt. Chinesische Seeräuber überfallen einen Dampfer. Die Besatzung des chinesischen Dampfers „Puan", der etwa 100 chinesische Passagiere an Bord hatte, wurde auf offener See zwischen Schanghai und Tsingtau von etwa 15 Seeräubern überat le n. Die Piraten, die als „Passagiere" an Borb gekommen waren, zwangen ben Kapitän, eine Bucht in ber Nähe von Swatau anzulaufen, wo bie Räuber mit ihrer Beute bas Schiff verließen unb neun wohlhabenbe Passagiere als Geiseln mit ich schleppten. Kunst und Wissenschaft. Das Große Schauspielhaus in Berlin wirb wieder eröffnet. Das „Große Schauspielhaus in Berlin, bas seit Monaten geschlossen war, wirb auf Initiative des Herr Reichsministers für Volksaufklärung unb Propaganda am 18. Januar als „Theater de s D 0 l - k e s" mit Schillers Erstlingswerk „Die Räuber' wieder eröffnet. Mit den Vorarbeiten unb ber künstlerischen Leitung bes Unternehmens, bas ben Gedanken der Feierabenb-Organisation „Kraft burch F r e u b e" auf breitester unb gesicherter Grunblage in bie Tat umsetzt, würbe vom Reichsminister Dr. Goebbels, dem bie Verwirklichung bes gewaltigen Planes in erster Linie zu danken ist, Ministerialrat Otto Laubinger, ber Leiter ber Abteilung „Kunst" im Reichsministerium für Volksaufklä- rung unb Propaganba beauftragt. Das „Theater des Volkes" soll ben Mitgliedern der Deutschen Ar- beitsfront bei völlig freiem Eintritt ben Genuß sorgfältig vorbereiteter Thoateraufsührungen mit allerersten Kräften verschaffen. Der Eröffnungsvorstellung werben eine Reihe von Neichsministern unb eine große Anzahl von Vertretern der Reichs- unb Landesregierungen beiwohnen. Wettervoraussage. Durch bie neue Störung wirb sehr schnell Warmluft östlich vorgeschoben, bie ein verbreitetes Nie» berschlagsfelb erzeugt. Das Wetter wirb sich baher auch bei uns unbeftänbig, milber unb regnerisch gestalten. Aussichten für Donnerstag: Milber, meist bebeckt, zeitweise Niederschläge, sübwestliche Winbe. Aussichten für Freitag: Weiterhin wechselhaftes, verhältnismäßig milbes unb regnerisches Wetter. Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags 5,8 Grab Celsius, abenbs 2,7 Grab; am 17. Januar: morgens 2 Grab. Maximum 6,6 Grab, Minimum 0 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Januar: abenbs —0,2 Grab; am 17. Januar: morgens —0,2 Grab. — Niederschläge 0,6 mm. Amtliche Winterfportnachrichten Vogelsberg. Hoherodskopf: Schneefall, minus 4 Grad, 20 cm Schnee, 10 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut.___________ Hauptschriftleiter: Dr. Friebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Friebr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot: für ben übrigen Teil ' Ernst Blumschein unb für ben Anzeigenteil >. D. Th Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700. Statt besonderer Einladung! Meinen Stammkunden, die sich ihren 1 berechtigten Vorteil an meinem großen Inventur-Verkauf sichern wollen, versichere ich an dieser Stelle, anstatt besonderer Einladung, daß Sie auch in diesem Inventur-Verkauf lOOOde von Bekleidungsstücken, wie Mäntel, Anzüge, Hosen usw. außer- [ ordentlich verbilligt vornnden. Für jedes Stück leistet das Haus Köhler schriftliche Garantie und so groß wie dieses Jahr war die Auswahl noch nie. Besonders die erste 1 Etage, das ist die Mantelabteilung, da wurde 1 wirklich Durchgreifendes in bezug auf Preissenkung geleistet. — Wer zuerst da ist, findet die größte Auswahl. aoaA tfufanudcrL, iuZOTabteÜJ^t a 0,3 g ü ■ & | .5 ';' " ?MM S^M Das Rätsel einer Frühlingsnacht jfioman von Gert Tiothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale 1 Fortsetzung Nachdruck verboten! Ihre Liebe mußte ihm gehören. Und sie gehörte ihm auch, diese beglückende Liebe. Denn unter ihren Bewerbern befanden sich genug reiche Leute, die sie hätte wählen können. Warum denn gerade ihn? Die Hochzeit fand auf Wunsch Lelias in Rom statt. Der Vater blieb dann gleich dort, und sie reisten. Monate voll heißen, wilden Glücks. Ein Tug wie der andere. Voll Glück und Sonnenschein. Und dann reisten sie nach Hause. Nach Schloß Härtlingen. Lelia konnte leben wie eine Fürstin. Es standen ihr ein Troß von Dienerschaft und der Reichtum ihres Gatten zur Verfügung. Unbekümmert nahm sie alles in Anspruch. Schmeichelnd drückte sie den blonden Kopf an die Brust des Gatten, wenn sie wieder einmal einen Rieseneinkauf in der Hauptstadt gemacht hatte, und die Rechnungen ihm ins Haus flogen Die nichtigsten Luxusgegenstände kaufte sie ein; teure, seltene Sachen, und sie freute sich dann daran wie ein Kind. Und er bezahlte stillschweigend. Hatte seine Freude, weil sie sich freute! Manchmal hatte er sie auch im Verdacht, daß sie dem Vater heimlich Geld schickte. Er lächelte darüber; aber Lelia sollte nichts Heimliches tun. So sagte er ihr einmal ganz beiläufig, daß er für ihren Vater eine monatliche Rente von lausend Mark ausgesetzt habe. Sie werde ihm vom Rentamt überwiesen werden. Lelia lächelte ihm berückend zu: „Wie gut du bist, Rudolf!" Die Harmonie blieb. Das große heiße Glück war um ihn. Und dann dieser Besuch Denjo Holms! Das waren auch Wochen voll reinstem Frieden. Nur — Venjo war manchmal so eigenartig gewesen. Ob er — Lelia liebte? Dann war es vielleicht doch besser, er reiste ab!, hatte er, der Ehemann, sich gedacht. Denjo fing von der Abreise an. Und er, Härtlingen, von Eifersucht geplagt, hatte ihn diesmal nicht zurückgehalten. Einige Wochen nach der Abreise des Freundes dann dieses furchtbare Unglück. Dieses Unfaßliche: Lelias Tod! Daß er nicht wahnsinnig geworden war! Es war ihm bis jetzt noch ein Rätsel, weshalb er das alles ertrug! Wenn er Venjo in diesen schwersten Tagen hatte zu sich rufen können! Doch wer wußte, wo der sich wieder einmal studienhalber umhertrieb. Jedenfalls war er nichl zu finden gewesen. Bis jetzt hatte er nichts von sich Horen lassen. -Bis dahin nicht. Aber eines Tages würde er da fein. Von der Tragödie in Schloß Härtlingen wußte er nichts, denn sonst wäre er längst gekommen, hatte er ihn keine Minute länger allein gelassen. Blau und hell zuckte ein Blitz auf. Ein grollender Donner rollte langgezogen nach. 5)aj Teehaus war fast taghell beleuchtet. Der Regen klatschte zur Erde nieder, und der Sturm heulte in den Lüften. Durch Nacht und Unwetter schritt der emsame Schloßherr von Härtlingen. . Der Park war groß. Man konnte sich, m trübes Nachdenken versunken, auf Stunden in ihn verlieren. Graf Härtlingen blieb stehen. Er war, ohne daß er es beobachtet hatte, auf der Anhöhe angekommen, die Lelias Lieblingsplatz gewesen war. „Mich stört nur eines an diesem wunderschönen Fleckchen hier oben", hatte sie einmal gesagt. Und dann hatte sie hinzugesetzt: . „Daß man von hier aus den Friedhof von Dorf Härtlingen sieht. Das stört mich. Ich kann nichts von Tod und Sterben hören und sehen. Ganz elend wird mir dann." „Ja, Kind, liebes, bann such' dir ein anderes Lieblingsplätzchen aus. Der Park ist idyllisch genug, und du findest sicher etwas anderes", hatte er lächelnd gesagt. Es war aber doch bei diesem Lieblingsplatz geblieben. Diesen Platz hatte er bis jetzt gemieden. Weil er vermeinte, es nicht ertragen zu können, wenn er hierher ginge, wo Lelias schlanke, biegsame Gestalt sich so oft auf die weiße Bank schmiegte. Die Hand des Grafen Härtlingen strich über die nasse Lehne der Bank. Ganz fest gruben sich seine Zähne in die Unterlippe. Der wütende, wahnsinnige Schmerz kam wieder. „Lelia!" Der Mann keuchte. Grellgelb leuchtete es drüben auf. Der Donner rollte in nächster Nähe. Der Friedhos mit den hochragenden alten Lebensbäumen war hell erleuchtet. Und — war das nicht das große goldene Kreuz auf der Gruft derer von Härtlingen? Dort — schlief Lelia! Lelia, die ihn allein gelassen. Die so rätselhaft starb! An deren weißem, schlankem Hals man Würg- male fand. Diese Male hatten genügt, um ihn, den Gatten, in den Verdacht zu bringen, er könne — seine — Frau — Unsinn —! Die Menschen waren ja wahnsinnig. Er, der Lelia so geliebt hatte, er sollte sie umgebracht haben? Indizien, die aber nicht ganz genügten! Er war, von wilder Sehnsucht nach Lelia getrieben, viel eher von der Zusammenkunft in der Hauptstadt fortgefahren. Lelia allein daheim! Sie roürtie sich langweilen. . Was sollte er auch hier? Was gingen ihn die Maßnahmen an, gegen die die Agrarier protestieren wollten? Er mußte heim zu Lelia. Sie sollte sich nid) langweilen, sie sollte glücklich sein! Diese vorzeitige Rückkehr war ihm zum Verhängnis geworden. Man verdächtigte ihn! Behielt ihn wochenlang, monatelang in Haft, sprach ihn dann frei. Aber für feine Mitmenschen blieb er der Verdächtigte. Vielleicht hatte er es doch getan? Ganz deutlich las er diese Frage auf den Gesichtern der Nachbarn, wenn die sich auch Mühe gaben, zu ihm zu halten. Er zog sich zurück. Von allen! Er entließ die Dienerschaft. Er behielt nur den alten Kastellan und dessen Frau bei sich. Wälder, Wiesen, Felder, Gewässer verpachtete er. Der alte Rentmeister drüben verwaltete alles gewissenhaft. Er aber lebte wie ein Einsiedler dahin. Er empfing niemand mehr, und er ging zu niemandem. Voll Grauen betrachteten die Leute aus den umliegenden Dörfern das herrliche, alte Schloß. „Was mag sich dort wohl alles abgespielt haben?" In den Stuben der Bauern und der anderen Dorfbewohner wurde diese Frage an den langen Winterabenden immer wieder akut. So leicht beruhigten sich die aufgeregten Gemüter nicht Von dem Schloßherrn von Härtlingen aber sah und hörte man nichts. Und wenn der alte Kastellan am Abend die Fenster nachsah, dann meinten die Dorfleute, es sei der Geist der jungen, ertrunkenen Frau! Mit brennenden Augen blickte Rudolf Härtlingen hinüber, wo der Dorffriedhof sich befand, und wo Lelia ruhte. Seine Hand krallte sich um die Lehne der Bank. „Lelia, wie starbst du, und wer — hat es getan? Mit wem hast du vor deinem entsetzlichen Tode gekämpft? Oder — hast du dir die Male in deiner Todesangst selbst beigebracht? Graf Härtlingen fragte es vor sich hin, und ringsum leuchtete es auf. 2. Kapitel. An einem kalten Januartage kam ein etwas altmodischer Schlitten im Schloßhof von Härtlingen vorgefahren. Dem Gefährt entstiegen zwei Herren. Beide grau, hager, groß und verwittert. Sie blickten sich vielsagend an, als sie nach längerem Warten noch immer von keinem Menschen in Empfang genommen wurden. In der Halle stand dann plötzlich, wie aus dem Boden gewachsen, der alte Gormann vor ihnen. „Herr Gras zu Hause? Ja? Dann melden Sie den Grafen Eno Härtlingen und den Geheimrat Welser." „Herr Graf empfängt niemanden." Klar, hart schnitt die Stimme des alten Dieners in die Stille der schönen, alten Halle. „Ich bin der Onkel des Herrn Grafen. Mich wird er ganz bestimmt empfangen", sagte Eno Härtlingen; aber der Zorn stieg ihm in die Stirn, weil er sich hier mit einem Diener streiten mußte. „Was gibt es, Gormann?" Die große, breitschultrige Gestalt Rudolf Härtlingens stand in der Tür. „Ah, das ist ja ausgezeichnet! Denke dir, Rudolf, dein Diener will mich nicht anmelden!" „Er hat Instruktionen! Ich habe mich noch nie im Leben wieder so auf einen Menschen verlassen können wie auf ihn. Da ich aber nun einmal hinzugekommen bin — mit was könnte ich dienen?" Graf Eno blickte etwas ratlos auf ihn, dann auf feinen Begleiter. Endlich stotterte er: „Könnte man nicht — ich weiß doch nicht — ob man hier —es ist eine sehr wichtige Angelegenheit." Heber das düstere Gesicht des Grafen Rudolf zuckte es zornig; doch höflich-kühl sagte er: „Gormann wird draußen warten. Wir können also hier sehr gut besprechen, was zu besprechen ist. Nur möchte ich darauf aufmerksam machen, daß ich bei dieser Unterredung nicht länger als eine Viertelstunde zur Verfügung stehen kann." Graf Eno zuckte zusammen. Gormann verließ die Halle und stellte sich draußen in dem kleinen Vorraum auf, der die Halle von der breiten Freitreppe trennte. Die Hand des Schloßherrn zeigte nachlässig auf die Stühle, die um einen schweren, achteckigen Tisch standen. Zögernd nahmen die Herren Platz. Ruhig wartete Rudolf von Härtlingen, was man wohl von ihm verlange. Graf Eno bsickte den Geheimrat an, und dann sagte er hastig: „Lieber Rudolf, die unliebsamen Dinge der letzten Zeit liegen zwischen uns! Ich will das vergessen, ich habe nur dein Wohl im Auge, wenn ich heute mit Geheimrat Welser hierhergekommen bin. Kurz und gut — der Geheimrat möchte dir raten, dich in eine Nervenheilanstalt zu begeben!" „Warum? Ich sehe keinen Grund dafür ein." Graf Eno erhob sich. Er trat von einem Fuß auf den anderen, dann raffte er allen Mut zusammen und sagte: „Wenn du selbst nicht das Bedürfnis hast, so tue es um des Namens willen, den wir alle tragen!" „Ach fo! Jetzt erst verstehe ich dich. Trotzdem muß ich dir sagen, dein Weg war umsonst. Ich lebe, wo es mir gefällt." Kalt, spöttisch klang die tiefe Männerstimme. Graf Eno richtete sich zu feiner ganzen hageren Größe auf: „Du hast etwas Rücksicht auf die Familie zu nehmen, denke ich!" sagte er scharf. Ein hartes Lachen. (Fortsetzung folgt.) Frau Marie Lenz, geb. Feiling Hof Haina, Löhlbach. Hörnsheim, Kassel, den 16. Januar 1934, 299 D Großen-Linden, Hanau, den 17. Januar 1934. 312 D Gießen, Treis (Mosel), den 17. Januar 1934. 0277 I Vermietungen I 1- ^Dril 1934 । ..üiiiiiiiiiiiiiiiüiiiii.. "roße, ionnige iilillllillllillHIIIhi, Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin u. Kusine Zubehör,Heizg., im Zentrum au vermieten. Sehr. Angeb. u. 0290 a. d. Gieß. Anz. nach langem, schwerem Leiden im Alter von 47 Jahren zu sich zu nehmen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 19. Januar, nachmittags um 2.30 Uhr, in Rodheim an der Bieber statt Für die uns in diesen schweren Tagen bewiesene liebevolle Teilnahme und überaus reiche Kranzspenden danken wir allen herzlichst. Namens der Hinterbliebenen: Therese Deh£ Familie Carl Kops. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Lenz und Kinder. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 18. Januar, nachmittags 31/. Uhr. vom Trauerhause, Bahnhofstraße 53, aus statt. Im Namen der Hinterbliebenen in tiefem Schmerz: Marie Köhler, geb Bopf und Kinder auml 4.tu verm Näber.Tchuberf' strafte > II. ü272 llllllllllllllllllllllllllllll Es ist bestimmt in Gottes Rat, dab man vom Liebsten was man hat. muß scheiden. ■ nfolge eines tragischen Unglücksfalles entschlief Montag nachmittag 31/, Uhr nach qualvollen Stunden in der Klinik zu Gießen mein innigst- geliebter herzensguter Mann, unser stets treusorgender Vater, unser lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Heinrich Köhler II. Dachdecker und Chorleiter im 35. Lebensjahre. In lieft.zentraler Lage schöne 5-Zinim-Wohnung auch fürGeichäft od. Praxis geeignet, mit Heizung iof. ob später zu verm. Schrisfl. Angeboten.0287 andenGieß.Anz. Schöner Laden lM Zentrum zum 1. April o. früher zu vermiet, ftür tüchtig. Arif ein?» chev. gute Exifi Schriftt. Angeb. unt. 0289 an den Gießen. Anzeig. H-Zinun.-Wohn. Heizung u. Bad, vart. od.l.Stock, zum 1. April zu vermieten. 0242 Hindenburg«. 22. 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Dazu finden rund 2000 sog. Aufpasserinnen, Zäcklerinnen, Wick- lerinnen und Näherinnen für einige Wochen Arbeit. Außerdem werden viele Kräfte für Verpackung (50 000 Papiertüten und 5000 Kartons), Bleichen, Aetzen usw. gebraucht. 25 Zentner Sicherheitsnadeln sind erforderlich, usw. usw. So wird aus Kleinem Großes, und Tausende von Arbeitskräften mit ihren Fanstlien dürfen wieder einmal das Bewußtsein haben, nicht mehr hoffnungslos vom Schaffensprozeh und somit von der werkenden Volksgemeinschaft ausgeschlossen zu sein. Und die zuständigen Stellen, welche schon genannt wurden, sind bemüht, auch für andere Gelegenheiten (Tag der deutschen Arbeit und dergleichen) wieder einen solchen Auftrag heranzuschaffen. Die sächische Landesregierung unterstützt sie dabei tatkräftig. Jedem aber, dem im kommenden Monat Februar eine solche Rosette angeboten wird, soll wissen, daß er mit dem Erwerb einen Landstrich von dem drohenden Verfall bewahren hilft —, einen Landstrich, dessen Bewohnerschaft mit entscheidend war für das Gelingen der nationalen Erhebung. Oer Krankensaal als Gemälde-Aussteliunq. Zwischen der Leitung des Krankenhauses von Umea im nördlichen Schweden und den Künstlern aus der Umgebung dieses Ortes ist eine Vereinbarung getroffen worden, die Beachtung verdient. Der behandelnde Arzt hat die Auffassung vertreten, daß die Wände der Krankenzimmer zu kahl und nüchtern seien und daß seinen Patienten die Auffrischung des Gemütes durch Bilderschmuck nur gut tun könne. Er bat die in der Nähe lebenden Künstler, ihm ihre fertiggestellten und noch nicht verkauften Werke zu überlassen, was jene bereitwillig zusagten, denn von dieser Regelung haben beide Teile Vorteil. Mittwoch. N.ZanuaNYZ^ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ar. U Zweites Blatt "f fort. Winterherrlichkeit im hohen Vogelsberg Das Vater-Bender-Heim auf der Herchenhainer Höhe inmitten der vereisten Bäume. Der Wald im Bann von Schnee und Rauhreif. während in den tieferliegenden Gegenden unfe- fälligem Glanze leuchten. Der Nebel hatte sich in oberhefsifchen Heimat zum Teil Regen herrscht, den Bäumen verfangen, jeder Zwerg und jede Natteis die Menschen gefährdet und dann wieder del schmückte sich mit Rauhrerf, der immer dichter Während in den tieferliegenden Gegenden unserer und schwerer wurde, bis schließlich die Bäume mit durch und ließ die winterliche Pracht in tausend- Broune Glücksbriefe! am 18. Januar. .tgch6 n hageren ramilie zu ®as man und dann An- und ........... ,.l strengstem Winter Eis belastet, die Zweige tiefer und tiefer hängen gefangen. Zwar lag "auch über den Bergen viel ließen. Unsere beiden Bilder zeigen diese Winter» Nebel, hin und wieder brach aber doch die Sonne Herrlichkeit. Glatteis die Menschen gefährdet und dann wieder frühlingshafte Lüfte wehen, blieb der hohe Vogelsberg bis vor kurze Zeit in f rr*"‘ tN. L' *» der letzten vergessen, ich heute bin. Kurz *, dich r ein." 11 Fuß auf zusammen >ast, so tue e tragen!" tzdem muß h lebe, wo die tiefe chenfahnen sind die Hoheitszeichen des Reiches — Schwarz-Weiß-Rot und Hakenkreuz — und die Lan- schuld wurde. Eine nur mit der Hand betriebene Erzeugung konnte längst nicht mehr Schritt halten. Und als um 1850 die deutschen Maschinen für Tüll- spitze durchkonstruiert waren und zuverlässig arbeiteten, setzte die Hochblüte ein. Trotz der Konkurrenz, die schon damals mit Preisunterbietungen usw. arbeitete, wurde die hochwertigere „Plauener Spitze" überall verlangt. Vorübergehende Krisen konnten meist rasch überwunden werden. Aber kurz vor dem Kriege kam der schwere, bis heute nicht Wandlungen der Damenmode (Wäsche!), um die Plauener Spitze immer mehr verschwinden zu lassen. Die Stadt ging von über 120 000 Einwohnern zeitweise auf 100 000 zurück, riesige Fabriken verödeten immer mehr, und bis heute sind immer neue Zusammenbrüche einst gutgeleiteter und volkswirtschaftlich unersetzbarer Firmen und Schließungen von Betrieben zu verzeichnen. Aus der Verzweiflung kam der schlimmste Fehler des Maschinenabbruches. Das Ausland kaufte sie nur zu gern, und es zog sogar viele Facharbeiter aus dem Vogtlande über die Landesgrenzen fort. Jeder neue Versuch, diese für eine Großstadt mit ausgedehntem Hinterlande lebenswichtige Industrie neu zu beleben, muß sich allein auf die abermalige Schaffung eines inländischen Kundenkreises richten, wenigstens in absehbarer Zeit. Die amtlichen Bemühungen, eine deutsche Mode zu entwickeln, können nur ganz langsam Erfolge haben, denn da es sich bei der Plauener Spitze nicht um ein billiges Alltagserzeugnis handelt, wird hierzu erst die weitere Besserung der Verhältnisse erforderlich sein. Vielversprechende Anfänge sind schon gemacht, aber die unbeschreibliche Notlage Zehntausender von Arbeitskräften, die beschäftigungslos sind, erfordert rascheres Tempo. Jahrelang stand Plauen in bezug auf die Zahl Erwerbsloser an der Spitze aller deutschen Städte. Die Aussichtslosigkeit ließ den Kommunisten Hölz hier viele Anhänger finden, die ihm wochenlang sogar die räuberische Brandschatzung der kulturell wie wirtschaftlich strebsamen Stadt erlaubten. Aber dieser „Anschauungsunterricht" war so überzeugend, daß gerade ein wesentlicher Teil der Plauener Arbeiterschaft um so früher zur Einsicht kam. Die nationale und wahrhaft soziale Parole Adolf Hitlers fand hier zuerst in großem Maßstab Anhänger. Vor der großen Umwälzung war Plauen die erste und emsige deutsche Großstadt,in welcher derNationalsozialis- mus eine klare Mehrheit erreichte. Das ist u. a. das Verdienst des jetzigen Reichsstatthalters in Sachsen, Martin M u t s ch m a n n, der selbst vorher Spitzenfabrikant war und so die Ursachen des Niederganges am besten kannte. Auch der sächsische Wirtschaftsminister Lenk ist hier zu erwähnen. ♦ Zusammenarbeit der Stadt, der Kreisleitung der NSDAP., der Industrie- und Handelskammer Plauen kann den Erfolg buchen, einen ansehnlichen i Auftrag für Ansteckzeichen aus Plauener Spitze für den Bezirk zu erhalten. Zunächst handelt es sich um fünf Millionen Rosetten, die für Plauen und seine Industrie — etwa hundert Firmen konnten bedacht werden — einen Auftragswert von 800 000 brau, ble halle ^ssig auf lgen Tisch stischer Führung zusammenzufassen, muß jeder an seinem Platze mithelfen, dem an der grundlegenden Neugestaltung von Volk und Vaterland gelegen ist. Die gesamte Volkstumsarbeit ist durch einen erneuten Erlaß des Stellvertreters des Führers ausschließlich dem Reichsbund Volkstum und Heimat übertragen worden. Es ergeht deshalb an alle deutschen Volksgenossen die Aufforderung, sich dem Reichsbund anzuschließen. Wer dies tut und so mithilft, daß unser Volk sich wieder zurückfindet auf seine echte Art, der reiht sich mit ein in die ehrenvolle Gefolgschaft unseres Führers. Beitrittserklärungen zum Reichsbund sind in der I Geschästsstelle des Reichsbundes Darmstadt, Neckarstraße 3, und in den Geschäftsstellen des Gießener Anzeigers", Gießen, Schulstraße 7, und „Gießener Zeitung" zu haben. Der Beitrag beträgt monatlich 0,25 Mk., dafür wird die bebilderte Monatsschrift „Volk und Scholle" umsonst geliefert. Maria Aeiing im Film. Ueber die Tätigkeit der Soubrette Maria Peking vom hiesigen Stadttheater, vbie vor einiger Zeit zur Mitwirkung beim Film von ihrer Tätigkeit am Gießener Stadttheater beurlaubt wurde, berichtet nunmehr eine Filmzeitschrift folgendes: Ein neues Gesicht im Film, und zwar endlich einmal wieder ein ausgesprochen schönes Gesicht, ist die erste Soubrette des Gießener Stadttheaters Maria Beling. Mit den die Welt bedeutenden Brettern ist sie dafür schon seit ihrer frühen Kindheit vertraut — als vierjähriges Mädchen trat sie in „Kammermusik" in Bad Kissingen zum ersten Male V8$enl* igel' Abzeichen des Winterhilfswerkes kauft satt, spendet damit nicht nur sein Scherflein zur jniierung großer Not, sondern er hilft auch in n* Weise Arbeit und Brot schaffen, die ihm toill meist gar nicht bewußt wird. Nämlich: die v ils mit der Herstellung solcher Abzeichen be- n°d) nie IQl biniu, w- bQnn QUf - ob eQ6ni)eit,u a Rudolf J können -rechen 'chen, daß /s eine Aus der provinzialhaupistadt. Feierabend. ))as Wort allein schon gießt Stille in ermattete Hl-zen und müde Körper. Es ist wie ein Ludwig- Rchter-Bild, das Behaglichkeit atmet und die Sttm- mng gleichgearteten Milieus über uns bringt. Wnn du „Feierabend" sagst, so klingt das wie die Drfglode am Samstag, der zur Rüste geht und Brbote des stillen Sonntags ist. In Gedanken sieht itim müde die Menschenbrüder von der Arbeit kom- itini, in ihren Augen aber leuchtet doch Freude und Aiqeklärtheit nach vollbrachtem Tagewerk . .. -ührer sind am Werk, den deutschen Feierabend ne. zu gestalten. Ein löbliches Wollen! Feierabend iftoft genug durch geringe und unvermeidliche An- (ci|? zur Verdrußstunde geworden. Voraussetzungen brachst du zur Feierabendstimmung! Sind die ge= geben — ja dann wird wahrhaft erst jene Ludwig- Vchter-Stimmung uns ins Haus ziehen können, mionenfad) ist in der Welt die brutale Wirklich- tei wie ein ironisches Lachen auf alles Reden vom Böen der Feierabendstunde! •orbei längst die Zeit, da auch in den Städten itc:< die Bürger des Abends norm Haus auf Bänke, saßen; als man noch den gemütlichen „Schwatz" loliunb aufschlug in alten Tagen das große bunte Btoerbud) der Jugendzeit. Nur wenig mehr sieht m Stühle auf der Straße, mag noch so verlockend siisfommerlicher Zeit die Goldschleppe der späten Seme über die Häusergiebel herabfallen aufs Stra- ßeiPflaster. !m uns ist's, zu glauben! Ein Volk, das zu recht- »etlanbener Brüberlichkeit zurückkehrt, wird auch |eii»n verlorenen Feierabendsegen wieder finden. Keine Schirmherrschaften des Staatsmimsters Jung. liie Uebernahrne von Schirmherrschaften und Pro- lehraten ist, wie in einer vom Staatspresseamt ni;ieteilten Erklärung des Staatsministers Jung ie|.,gt wird, in Zukunft grundsätzlich abzulehnen, di! bereits übernommenen werden vom 1. Februar 1914 ab als erloschen betrachtet. Auch die Teilnahme M Veranstaltungen soll nur stattfinden, wenn dies mvffentlichen Interesse als geboten erscheint. „Alle kiiiadungen, bei denen dies nicht zutrifft, können ju meinem Bedauern nicht beantwortet werden. Dengemäfo richte ich an alle Bevölkerungskreise die Siis, bei Einladungen an das Hessische Staats- rtii sterium zu prüfen, ob die Veranstaltung, zu der Hie Sinlabung ergehen soll, den vorbezeichneten Vor- . lusefeungen entspricht." Pfirrer i. 2R. Hainebach 80 Jahre alt. Iig burdi les"Zweck- A.G., Gene* gtr., Gießen, kl. Straße 43 eicbsauMt arbeiten cht! 2mV WM. 6tW eben cuf em it. ÖQöe uni Zustand be> itfj.HU etwa Viertel dtt ien Wertes it.Vobnbnus ließen sofort ckt. Lcbrim. eb.u.0291a, M.An;eig_ ien I ieBen Iperette hlagern Plauener Gpihe. Oie deutschen Ansteck-Abzeichen für den Monat Zebruar. Don Walther Appell, Plauen. Wer die von Monat zu Monat wechselnden n i g e an allen Ecken, Straßen und Plätzen der Stadt bei den grauen Glücksmännern zu kaufen sind. Jedes Fünfzigpfennig-Los trägt Sorge, daß die Härten des Winters in Deutschland gemildert werden, baß bie Aermsten unserer Öanbsleute weber frieren, noch hungern müssen. Dazu schenkt jebes Los noch brei geschmackvolle Bildpostkarten mit Schilderungen aus Deutschlands Geschichte. Aber das Geheimnisvollste an diesen braunen Glücksbriefen ist die Losnummer. Man kann gleich gewinnen. Von 50 Pfennig aufwärtsbiszu 1 0 000 Mark! Das heißt, für ein Fünfzig- Die Spitzen-Plakette, die im Monat Februar zu Gunsten des Winterhilfswerks verkauft wird. auegeglidjene Rückschlag der mehrere Ursachen hatte. Teilweise war auch die Anziehungskraft schuld, welche die gutgehende Industrie aus Unkundige aus- übte die das Verdienen über die Qualität der Ware stellten. Die Mode sah das nicht lange mit an und bevorzugte, zumal sie ja in Paris gemacht wurde, fortab französische (Valencienner) und Brüsseler Spitzen. Als die ehrlichen und gewissenhaften Plauener Fabrikanten von sich aus die abtragstchen Elemente auszumerzen begannen, brach der Krieg aus und machte die berechtigten Hoffnungen auf, eine Besserung gründlich zunichte^Alles weitere war eine einzige, große Katastrophe. Die Internationa en Absatzschwierigkeiten nach den „Friedens -Schlüssen gingen leider Hand in Hand nut umwälzenden liuten Industrien und ihre Arbeiter finden damit l/h ende Aufträge. Jede Plakette, Blume und der- Men stellt an sich schon einen Erzeugungswert hc der durchweg ein Drittel des Kaufpreises aus- nimt Da es sich unz große Aufträge handelt, ist $ schon gelungen, auf diese Weise brachliegende Jn- buftien zu beleben, ihren Arbeitgebern und Arbeit- iKhmern zugleich mit dem Verdienst wieder Ver- tauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu geben. & avar es mit der auftragsarm gewordenen Seb- nifrtr Blumenindustrie, so wird es m einem balin- M Monat mit der Lauschaer Glasindustrie in diiring-n lein, und so ist -s zur Zeit mst der Ncuener bzw. der vogtlandischen Spitzen,ndustne. »i dieser sind soeben als 21 n ft e cf ab ze ichen h, den Monat Februar zunächst sunsM,. ihren Rosetten bestellt worden, Uber deren tzer tel- (u, uto. noch Näheres ausgesuhrt werden so 1. Imiicht einen allgemeinen U-berblick über die ll» u e n e r Spitze, die einen Wintermonat lang it „anz Deutschland als sichtbarer Beweis für eine kitte Notspende getragen werden soll. Lüwohl auch andere vogtländische Städte an der Szugung dieser feinen Spitzen beteiligt smd hat ,i I^ren Namen nach der Kreisstadt des Bogtlan- l, Sachsen), welche dieser Industrie ihre rasche üitwicklung in der zweiten Hal te des vorigen Jahr- hmerts verdankt. Der Begrifs „Plauener Spitze |he einst in aller Welt Geltung, und ihre Wert- Tagung machte sie zu einem wichtigen Export- «i'el Jünger als das benachbarte erzgebirgische L-menklöppeln, blickt dennoch die vogtländische Ligenherstellung schon aus eine Tradition zurück, 'Obis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts reicht. Lt- erst mit der Vervollkommnung der Maschinen ufo“ kam der Aufstieg. Freilich setzte auch damals - m ersten Drittel des 19. Jahrhunderts — schon di! Schweizer Konkurrenz ein. die spater am Zu- strimenbruch unserer Industrie hauptsächlich mit pfennig-Los kann man den Hauptgewinn von 5000 Mark erzielen, der sofort bei der Geschäftsstelle der Lotterie, Walltorstraße 25, oder bei allen staatlichen Banken, Sparkassen ausgezahlt wird, und man kann auf den Prämienschein, der später ausgelost wird, noch 5000 Mark gewinnen! Darum hebe jeder, auch wer keinen baren Gewinn erzielte, den rechts angefügten Prämienschein ^)ie Möglichkeit, einen Hauptgewinn von 5000 Mk. und dazu noch die Prämie von 5000 Mark zu erhalten, besteht dreißig mal!, denn 30 Serien ind ausgegeben. Da die braunen Losbriefe besonders glückliche Geheimnisse bergen, versäume kein Deutscher, sich diese offenbaren zu lassen! Was ist die WSW.-Patenschaft? Die WHW.-Patenschaft sieht vor, daß kinderlose oder kinderarme Ehepaare, oder Einzelpersonen, Geschwister mit eigenem Haushalt und dergleichen für die Dauer des Winterhilfswerks eine Paten- chaft für das Kind eines* bedürftigen Elternpaares übernehmen. Die Paten verpflichten sich, für die Ernährung und, soweit möglich, für andere Bedürfnisse des Kindes aufzukommen. r Die WHW.-Patenfchaft ist der lebendigste Aus- druck der Volksgemeinschaft. Aeltere nehmen tätigen Anteil an dem Schicksal der Jugend, auf der die Zukunft unseres Volkes ruht. Die Ortsgruppen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes weisen Schützlinge, die von Paten betreut werden, gerne zu. Reichsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken — Rassau — Hessen. Durch die Aufführung „Hessisch' Volk bei Sang und Tanz" sind weite Kreise unserer Volksgenossen auf die Bestrebungen des Reichsbundes aufmerksam gemacht worden. Die Pflege des Volksliedes und der Volkstänze, die Fürsorge für die Erhaltung der Trachten und der Sitten des wurzelechten Bauerntums sind aber nicht die einzige Aufgabe des Reichsbundes Volkstum und Heimat. Er ist in der gleichen Weife bemüht, die heimische Natur mit ihren Waldern und Fluren zu schützen, er tritt für die Erhaltung der Bauten und geschichtlichen Denkmäler ein, die gesamte Volksbildung sucht er mit dem Geiste des Heimatgedankens zu durchdringen, und auch der Tierschutz wird in vollem Umfange von ihm gepflegt. An dieser großen Arbeit, die den Sinn hat, alle wertvollen Kräfte von Heimat und Volkstum, von Blut und Boden unter einheitlich nationaksoziali- morgigen Donnerstag vollendet Pfarrer i. R. Mulmig Hainebach sein 80. Lebensjahr. Der Mar wurde in Gießen geboren als Sohn des 'siyTmasiallehrers Dr Johann Heinrich Hainebach : in! feiner Ehefrau Marie, geb. Hahn. Nach Voll- । Irbung seiner Studien fand er im Jahre 1882 in Dittersbach im Odenwald feine erste dienstliche Ver- : so?Dung, zwei Jahre später wurde ihm die dortige siii-rstelle übertragen. Im Jahre 1886 kam er als ' ßirrer nach Bauschheim, 1898 nach Wersau, 1903 Tod Großen-Linden, wo er zweiter Pfarrer und jWsich Pfarrer von Allendorf a. d Lahn wurde. Jahre 1915 wurde ihm die Pfarrstelle in Leih- Ifcrn übertragen, hier wurde er Nachfolger bes i vc kurzem dahingeschiedenen Kirchenrats Strack. ; hä trat er in den Ruhestand, den er seither in kirr Vaterstadt Gießen verbracht hat. Pfarrer . hoiinebach hat der hessischen Landeskirche treu jeisnt und in den Gemeinden, in denen er tätig do durch seine friedliebende Art und die persön- ÖUJU,ulrtSXUClB.yiul u id) Anteilnahme an dem Leben und Ergehen sei- >,p5fQrben ÄU »eiaen ■M ®emeini>eglieber |-g-nsr«ich gewirkt. Mögen d°^°rd°n zu zeigen, ihn noch gute Jahre des Ruhestandes vergönnt sein. WaggUNg der evangelischen Kilchen Gelchlastene Briese tragen stets ein Geheimnis in 11 yy y - ö sich, nur fragt es sich, ob em gutes, frohes oder trübes. Aber es gibt jetzt für jedermann braune frn Einverständnis mit dem Landeskirchenamt geschlossene Briefe, die für jeden, der sie liest, ein Urnen sämtliche Pfarrämter der Landeskirche noch- geheimnisvolles Gluck enthalten. ras daran erinnert, daß am 18. Januar alle kirch-j Das int) die Losbriefe der Reich swin- iijm Gebäude zu beflaggen sind. Neben den Kir- t e r h i l f e , die pro Stuck^fur^u^^Z^^^f^^ 1 MW auf. (Eine besondere schauspielerische Ausbildung hat Maria Beling nie aenossen; sie war nicht nötig, weil ihr das Schauspielerische im Blute lag. Sie entstammt einer alten Schauspielerfamilie; ihre Großeltern waren bereits Theaterdirektoren. Don der Mutter, der badischen Kammersängerin Margarete Beling-Schäfer, wurde die junge Maria im Gesang unterrichtet; dann begann sie ihre Bühnen- tätigkett als zweite Naive am Stadttheater zu Kiel. Nach zweijähriger Wirksamkeit vertauschte sie 1929 das Kieler Engagement mit einem neuen in Gotha. Nun aus der Naiven eine Soubrette geworden, wurde Maria Beling von Stadttheater Gießen als erste Soubrette verpflichtet. Mitten in ihre Gießener Tätigkeit fällt ihre erste Filmrolle. Harry Piel Oie Helfer der NS.-Volkswohlfahrt sind Frontsoldaten des nationalen Sozialismus! sah die junge Künstlerin während feines Aufenthaltes in der hessischen Landeshauptstadt im Sommer 1933, als er Aufnahmen für seinen Film „Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt" machte. Piel fand derart Gefallen an ihrem Spiel, daß er Maria Beling zu Probeaufnahmen nach Berlin einlud. Sie kam, ward gesehen und siegte durch ihre ausgesprochene Operetten-Begabung. Die Ariel-Film GmbH, übertrug ihr die Rolle des Bärbele in dem Film „Schwarzwaldmädel". Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen. Bezirk: Landgericht der Provinz Oberhessen in Gießen. BezirLsobmann: Rechtsanwalt Wilhelm L u l e y , Gießen; Geschäftsführer: Diplom-Volkswirt Referendar Fritz Bau m g ärtner, Gießen; Presse und Propaganda: Referendar W. Reitz, Gießen; Personal: Rechtsanwalt Krüger, Gießen. Facygruppenleiter: a) Richter und Staatsanwalt: Oberstaatsanwalt Dr. Wo da ege, Gießen; b) Justizbeamte: Justizobersekretär Hardt, Gießen; c) Verwaltungsbeamte: Regierungsrat Grein, Gießen; d) Rechtsanwälte: Rechtsanwall Karl Krüger, Gießen, e) Notare:>Rechtsanwalt und Notar Alb recht, Gießen; f) Wirtschaftsrechtler: Dr. Ruckelshaufen, Gießen, g) Referendare und Assessoren: Referendar Klaus, Gießen; h) Hochschullehrer: Professor Dr. Bley, Gießen. Ortsgruppen: Alsfeld: Rechtsanwalt Vogt, Alsfeld; Altenstadt: Rechtsanwalt Dr Wittekind, Büdingen; Bad-Nauheim: Amtsgerichtsrat Dr. Willenbücher; Büdingen: Rechtsanwalt Dr. Wittekind, Butzbach: Oberamtsr. Dr. Plitt; Friedberg: Rechtsanwalt Dr. Wilhelm, Gießen: Rechtsanwalt Luley Grünberg: Rechtsanwalt Lind; Herbstein: Rechtsanwalt Dr. D o m m , Homberg: Rechtsanwalt Dr Wagner; Hungen: Rechtanwalt Schönhals; Laubach: Rechtsanwalt Schonhals, Hungen Lauterbach: Rechtsanwalt Scheer Lich: Oberamtsrichter Bernhard; Nidda: Rechtsanwalt Dr. Meinhardt; Ortenberg: Oberamtsrichter Holzinger; Schlitz: Oberamtsrichter T r i n k a u s ; Schotten: Oberamtsrichter Klose Ulrichstein: Oberamtsrichter Groß; Vilbel: Rechtsanwalt Dr. H e u s e l. Aerkehrsunfall der Biebertalbahn. Gestern gegen 14.40 Uhr ereignete sich auf der Biebertalbahn ein Derkehrsunfall, der den Betrieb auf der Strecke für einige Zeit unterbrach. Der Zug der Diebertalbahn, der um 14.20 Uhr in der Richtung nach Gießen Bieber verläßt, entgleiste mit der Lokomotive und einem Kastenwagen unmittelbar vor dem Windhof an jener Stelle, an der die Schienen von der Landstraße in das Feld nach Heuchelheim zu einbiegen. Die Ursache der Entgleisung war ein Schienenbruch. Die Lokomotive kam quer über die Schienen zu stehen. Glücklicherweise verlief der Unfall harmlos insofern, als Menschenleben nicht zu Schaden kamen. Auch der Materialschaden war nur gering. Der Verkehr auf der Landstraße wurde durch den Vorfall nicht beeinträchtigt. Der Personenverkehr der Biebertalbahn wurde sofort durch Kraftomnibusse besorgt. Die Aufräumungsarbeiten wurden sofort in die Wege geleitet, die Lokomotive noch im Laute der Nacht auf die Schienen gebracht und die zerstörten Schienen aus 27 Meter Länge ausgewechselt, so daß der Verkehr heute morgen in vollem Umfange wieder ausgenommen werden konnte. (tii?fccncr Marktpreise. * Gießen, 17. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1 30 Mark, Kochbutter 1,— dis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 P," Käf^ das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis 13; Wirsing, das Pfund 15 bis 18, Weißkraut 10, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10 bis 12 Rote Ruben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8 Grünkohl 12 bis 20. Rosenkohl 30 bis 35 Pf., Feldsalat 1bis 1,50 Mark, Zwiebeln 8 bis 10 Meer- rettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30 Kartoffeln. das Pfund 3 bis 3/4 Pf., der Zentner 2 80 bis 3 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 20 Pf Birnen 10 dis 15, junge Hähne 80. Suppenhühner 75. Gänse 70, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Salat 20 Endivien 15 bis 20, Lauch 10, Sellerie 10 bis 30 Pf' Vornvtrzcn Elender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Mona Lisa" — Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 17 Uhr Turrn- feT ^ranb' Ausstellung. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schwarzwaldmädel". — Evana Stadtmission: 10 und 20.30 Uhr, Loberstraße 14 Bibelkurs und Volksmissions-Vorträge. __ NS - Frauenschaft Gießen-Süd: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld Ortsgruppenabend. ♦ l^*-?"<^'!tsvorlesung in der Univer- fitat Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Zu einer Antrittsvorlesung des Herrn Professors Dr. Karl Bechert „lieber den -Begriff und die Eigenschaften der Elementarteilchen am Donnerstag, 25. Januar, 17 Uhr c. t. im Großen Hörsaal des Physikalischen Instituts wird eingeladen ** Aus der Medizinalverwaltung Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Der Sohn des in Gießen und besonders im Buseckertal weitbekannten und beliebten praktischen Arztes Dr. Gengnogel in Großen-Buseck, Dr. med. Ernst ® e n g n o g e I, hat in jungen Jahren schon eine glanzende Karriere gemacht, die seine Tüchtigkeit beweist. Dr. Ernst G eng nagel bestand im ** Hauptversammlung des Gewerbevereins Gießen doch notwendig, um der Klarheit in der handwerklichen Organisation willen. Herr Launspach machte ferner den Vorschlag, den Zinsenertrag des Vermögens den hilfsbedürftigen Handwerkern in unserer Stadt zugute kommen zu lassen. Schreinermeister Lenz sah keine Gefahr für den Fortbestand des Vermögens und stimmte dem Vorschlag zu. Bäckerinnungs-Obermeister L o e- b e r sah zwar auch im Jnnungsausschuß eine Institution, die sehr wohl durch den Ortsgewerbeverein dargestellt sein konnte, allerdings werde auch der Jnnungsausschuß in Zukunft stabilere Form haben, als bisher. Es komme indessen nicht auf den Namen an, sondern darauf, daß das Vermögen des Gewerbevereins dem Gießener Handwerk erhalten bleibe. Im übrigen werde, wie schon verschiedentlich betont wurde, das Vermögen des Gewerbevereins gesondert verwaltet und zwar durch einen Verwaltungsausschuß innerhalb des Jnnungsaus- schusies. Schlossermeifter B o u r g o i s fand für die Notwendigkeit der Auflösung des Gewerbevereins Gießen einen humorvollen Vergleich. Er meinte, daß es den Mitgliedern des Gewerbevereins so ergehe, wie einem Vater, der feine liebste Tochter verliere, allerdings nicht, um sie zu Grabe zu tragen, sondern um sie einem frischen Jüngling zur Ehe zu geben. Es gebe also keinen Grund zur Trauer. Glasermeister B i e r a u erwähnte, daß das Vermögen unter der Verwaltung von Professor Krausmüller, wie auch unter seinem Nachfolger, Bäckerinnungs-Obermeister L o e b e r in bester Obhut gewesen sei. Man wolle hoffen, daß es auch für die Zukunft in gute Hände gelange. Der Führer der Gießener Handwerkskammer, Pg. S t ü h l e r, nahm ebenfalls Stellung zu der Frage der Vermögensübernahme und wies insbesondere auf die Notwendigkeit dieser neuen Regelung hin. Der Versammlungsleiter betonte, daß das Vermögen auch in Zukunft im Sinne der Vorfahren, also in sparsamstem Sinne, verwaltet werden solle. Sodann wurde die Abänderung des § 19 der Satzung einftimmig beschlossen. § 19 sah vor, daß im Falle der Auflösung des Ortsgewerbevereins das Vermögen an die Stadt Gießen übergehe. Dieser § 19 wurde nun dahingehend geändert, daß das Vermögen unter den vorerwähnten Bestimmungen an den Jnnungsausschuß zur Verwaltung übergeht. Die endgültige Beschlußfassung über die Auflösung des Gewerbevereins wird einer späteren Hauptversammlung vorbehalten sein. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde über die vorgesehene Kundgeb ung, der N S.- Hago in Frankfurt gesprochen. Der Führer der Handwerkskammer Gießen, Pg. Stühler, teilte jedoch mit, daß diese Veranstaltung auf Februar verschoben sei. Der Vertreter der NS.-Hago, Pg. Steinhäuser, wies abschließend auf die Notwendigkeit des engsten Zusammenschlusses des Handwerks hin, da diese restlose Einigung allein die Voraussetzung sei, um zu dem Ansehen zu gelangen, das heute bereits andere Berufsstände genießen. Nach der Verlesung des Protokolls fand die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler ihren Abschluß. Im Gasthaus Hindenburg fand gestern abend unter Leitung des Führers des Vereins, Bäcker- innungs-Obermeister L o e b e r, eine Hauptversammlung des Gewerbevereins Gießen statt. Die Tagesordnung sah eine Statute n ä nberung zum Zwecke der eventuellen Auflösung des Gewerbevereins vor. Jnnungsobermeifter L o e b e r verlas einen ausführlichen Schriftwechsel mit der Hessischen Handwerkskammer, wie auch mit dem Reichsstand des deutschen Handwerks in Berlin, aus dem die gegenwärtige Lage für die Gewerbevereine und ihre Stellung im neuen Reich klar ersichtlich wurde. Die Gewerbevereine sollen nusgelöst werden und in dem zu bildenden Jnnungsausschuß aufgehen, bzw. in ihm vertreten sein. Der Gewerbeverein Gießen habe zwar gut gewirtschaftet, ein stattliches Vermögen in Ordnung gehalten, er wolle sich aber den großen Gedanken- gangen fügen. Die Ueberleitung des Vermögens an den Jnnungsausschuß solle jedoch erst bann endgültig werden, wenn dem Jnnungsausschuß die Bestätigung seiner Rechtsfähigkeit Juteil geworden sei. In einer Sitzung des Vor- tandes des Gewerbevereins war beschlossen wor- >en, der Hauptversammlung vorzuschlagen, den § 19 der Satzung abzuändern und die Auflösung nur unter folgenden Voraussetzungen zu beschließen: . „Der Verein gilt als aufgelöst, wenn die Hauptversammlung auf Grund von § 19 der Satzung die Auflösung beschließt. Im Falle der Auflösung fällt das Vermögen an den Jnnungsausschuß in Gießen unter der Bedingung, daß das Vermögen in seinem Bestand erhalten bleibt und daß die Erträgnisse desselben im Interesse des Gießener Gesamthandwerks verwendet werden, sowie daß der Jnnungsausschuß in die bestehenden Verträge des Gewerbeoereins eintritt und dessen Verpflichtungen übernimmt. Das zu übertragende Vermögen des Gewerbevereins ist gesondert zu verwalten. Dem zu bildenden Verwaltungsausschuß dürfen nur Gießener Mitglieder des Jnnungsausschusses angehören." Unter Gießener Gesamthandwerk ist zu verstehen die Zahl der in Gießen-Stadt bestehenden Innungen, sowie die in Untergruppen von Kreis-, Provinzial- und Land-Innungen organisierten Handwerker, die im Stadtbezirk Betriebs- und Wohnsitz haben. Dieser Vorschlag loste eine rege Aussprache aus. Weißbindermeister Launspach äußerte sich ablehnend zu diesen Vorschlägen und gab der Meinung Ausdruck, daß doch der Jnnungsausschuß ebensogut im Gewerbeverein aufgehen könne. Syndikus Röhr wies demgegenüber darauf hin, daß es nicht möglich sei, die Innungen (als öffentlich- rechtliche Organisationen) in einem Gewerbeverein aufgehen zu lassen. Es könne nur im umgekehrten Sinne eine Vereinheitlichung durchgefuhrt werden. Das Vermögen und fein Fortbestand fei bis zur äußersten Möglichkeit gesichert. Das Vermögen des Gewerbevereins werde ja besonders verwaltet. Die Handwerkskammer habe kein Verfügunasrecht darüber. Die Interessen des Gießener Gesamthandwerks seien absolut gewahrt. Wenn auch die Auflösung und Eingliederung des Gewerbevereins als einer alten Vereinigung hart erscheine, so sei sie Herbst 1929 an der hiesigen Universität sein ärztliches Staatsexamen. Nach kurzer Tätigkeit am Städtischen Krankenhaus in Offenbach nahm er eine Assiftenzarztstelle an der Heil- und Pflegeanstalt Schkeuditz-Altscherbitz, Bezirk Halle a. d. Saale, an. Schon nach zweijähriger Tätigkeit dort wurde er zum Medizinalrat ernannt (am 1. Oktober 1933) und schon fun daraus, am 1. November 1933, zum Provinzial-Ooermedizinalrat und Direktor der Anstalt. Dies beweist neben der Tüchtigkeit als Arzt auch eine ganz besondere Begabung in der Verwaltung, da doch ein solcher Betrieb (1600 Patienten) dem Direktor sehr große Lasten auf- erlegt. Auch in der NSDAP, ist Dr. Gengnagel eifrig tätig. Bei seinem jugendlichen Alter hat er schon das Amt eines Brigadearztes inne. ** Ein rassenhygienischerSchulungs- turfus für Gemeindeschwestern und Fürsorgerinnen findet im Einvernehmen mit der hessischen Regierung unter Leitung von Dr. med. Kran z (Gießen), Leiter der Abteilung für Erb- aesundheits- und Rassenpflege bei der Hessischen Aerztekammer, am 27., 28. und 29. Januar im Hygienischen Institut zu Gießen statt. Der Kursus nimmt am Samstag, 27. Januar, nachmittags seinen Anfang. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. OO Klein-Linden, 16. Jan. Die vorige Woche war in unserer Kirchengemeinde derVolk s. missionsarbeit gewidmet. Diakon und Volks, missionar O f f e n b o r n (Lüdenscheid) vom Hessischen Landesverein für Innere Mission hielt an Nachmittagen und Abenden Bibelstunden und Vorträge mit ' anschließender Aussprache ab mit dem Zwecke, an der inneren Erneuerung und dem Aufbau unseres \ Volkes mitzuhelfen. Es wurden je ein befonberer Abend für männliche und für weibliche Jugend ge, ' halten. In den Bibelstunden wurden die Sendschrej- ’ ben der Offenbarung behandelt. I Hausen, 16. Jan. Am vergangenen Samsttz . wurde in der Kirche zu Hausen um 17 Uhr und ij der Kirche zu Garbenteich um 20 Uhr der Ost- ' afrika-Film „Andrea, der Sohn des Zaubz, : rers", gezeigt. An Stelle des verhinderten Missü nars Laut erläuterte Missionar Weißer von d? ; Baseler Mission die Bilder. Missionar Weiße: : arbeitet auf Borneo, befindet sich zur Zeit auf hei- . maturlaub und wird im Dezember wieder naj ; Borneo ausreifen. Die erklärenden Worte des Mis sionars ließen die schönen Bilder noch deutlicher her vortreten. Herrliche Landschaftsbilder des uns entrissenen Landes, das Leben der Eingeborenen trat deutlich vor die Seele. Für unsere Zeit bedeutungsvoll war zu sehen die Macht der Sippe. Hinter allen Bildern offenbarte sich aber doch auch zugleich dir Dunkelheit der Heidenwelt und das Erlöstwerdeii aus dieser oft grauenhaften Dunkelheit durch die Arbeit der Missionare. Wer das Bild mit angesehen hat, wie die Mutter auf Befehl des Zauberers ihn kleines Kind aussetzt, der fühlt erst, was die Mission in ihrer segensreichen Arbeit bedeutet. Ain Sonntag predigte Missionar Weißer dann noch im Gottesdienst der beiden Gemeinden Hausen uni Garbenteich in schlichter anschaulicher Weise. )( Lich, 16. Jan. Am Sonntag wurde in unser« evangelischen Gemeinde durch den Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen), eine ordentliche Kirchenvisitation abge- halten. Im Vormittagsdienst wirkten Posaunenchvl und Kirchengesangverein mit. Stiftsdechandt Kahn predigte über 1. Korinther, Kapitel 2, Vers 6 bis 18. Der Visitator wandte sich in einer Ansprache an dir Gemeinde. Anschließend fand eine Besprechung mit der Kirchengemeindevertretung und dem Organisten statt, in der u. a. die Schwierigkeiten, mit denen Posaunenchor und Kirchengesangverein infolge her vielseitigen Inanspruchnahme ihrer Mitglieder zu kämpfen haben, und die Frage der Kirchenerneuerung zur Sprache gebracht wurden. Es folgten am Nachmittag ein außerordentlich gut besuchter, von dem ersten Geistlichen geleiteter Kindergottesdienst, und ein zweiter Gemeindegottesdienst, in dem «Stifts- Pfarrer Draudt über Evaigelium Johannis, Kapitel 1, Vers 43 bis 47, sprach und eine Prüfung der Christenlehrpflichtigen stattfand. Eine Sitzung mit dem Kirchenvorstand schloß die Visitation ab. Y Ruttershausen, 15. Jan. Gestern wurde von den Missionaren der Basler Mission, Weißer und Laut in der Kirche zu Kirchberg ein Misst o n s f i l m von Ostafrika „Andrea, der Sohn des Zauberers" vorgeführt. Beide Gottesdienste, nachmittags für die Schüler des Kirchspiels und abends für die Erwachsenen der Gemeinden, waren sehr gut besucht. Der Film verdient es auch, daß er gesehen wird. Nicht nur weil uns Oftafrika, ti? frühere deutsche Kolonie, innerlich so naheMl, sondern weil auch in treffender Weise, nicht tendenziös, Heidentum und Christentum einander gegenübergefteüt werden. Ganz besonders interessierte die Erwachsenen, wie der bekannte Missionar Gutmann von der „Berliner Mission", dem eine Professur in Deutschland angeboten war, der es aber vorzieht, unter seinen „Schwarzen" ju bleiben und zu wirken, es verstanden hat, afrikanische Sitte nicht zu zerschlagen, sondern soweit als möglich christlich zu beeinflussen. Das trat hervorragend bei der Feier des Erntedankfestes mit feinen Freudentänzen hervor. Jeder nachdenkende Besucher mußte den Eindruck mitnehmen: Gerade heute ist Unterstützung der Missionsarbeit Christen pflicht. Tagung der evangelisch-kirchlichen Frauenvereine des Kreises Gießen. T Birklar, 15. Jan. Unser Dörfchen war am Sonntag das Ziel der Mitglieder der evangelisch - k i r ch l i ch e n F r a u e n v e r e i n e des südöstlichen Bezirks des Kreisverbandes Gießen. Trog des schlechten Wetters hatten sich die Mitglieder der Frauenvereine Hungen, Langsdorf, Muschenheim, Eberstadt und Münzenberg sehr zahlreich eingefun- den. Im Festgottesdienst in der neu her-gerichteten Kirche predigte Pfarrer Weisel (Heuchelheim) über das Gleichnis vom Säemann, und zeigte, wie alle rechte Säeleute sein sollten, die Gottes Wort in die Gemeinden unseres Landes hinaustragen sollten. Nach der Kaffeepause, in der alle auswärtigen Teilnehmer Gäste der Einwohner Birklars waren, and in einem großen Saale die Nachoer samM' l u n g statt. Die Kreisverbandsführerin Frau K r e u d e r hieß besonders die hessische Hauptver- bandsvorsitzende, Frau Heraeus (Offenbach a. M.s willkommen. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen der Kreisverbandsvorsitzenden hielt Frau Heraeus einen Vortrag über das Thema „Unsere evangelische Frauenarbeit in der heutigen Zeit". Die Rednerin führte u. a. aus, daß die Frauenvereine (Frauenhilfen) offiziell anerkannt seien als Arbeit der innerkirchlichen Organisation; sie seien mit aller Arbeit der Kirche Christi verantwortlich. Das Frauenwerk der deutschen evangelischen Kirche gliedere sich in fünf Säulen: 1. in die kirchliche Gemeindearbeit offiziell kirchlicher Dienst), 2. in die Gruppe der ozialen Arbeit (Bahnhofsmission, Verein Freundin' neu junger Mädchen), 3. in die erzieherische Arbeit (Jugendarbeit), 4. in den evangelischen Reichsmütter' dienst und 5. in die weibliche evangelische Diakonie. NS. - Frauenschaft und konfessionelle Frauenhilfe müßten neben- und miteinander arbeiten. Wenn man bei aller Arbeit die Sache in den Vordergrund tdle, sei die segenbringende Zusammenarbeit mÖfl» "ch Frauenarbeit müsse aus der heiligen Schrift ihre Kraft schöpfen. Die Familie müsse die Keimzelle für den Staat sein. Der Staat von heute vünsche die Erhaltung der Familie. Großer Segen ei schon von der Frauenhilfe ausgegangen. Zum Schluß forderte die Rednerin auf, bei der demnächst kommenden Sammlung für den Mütterdienst nach Kräften mitzuhelfen. Die Sammlung im oorigen Jahr hatte für Hessen 6000 Mark ergeben, die restlos für Erholung bedürftiger Frauen und besonders für kinderreiche Mütter verwandt wurden. Mit gemeinsamem Choralgesang fand die Versammlung ihr Ende. Vertreter- bzw. Reisenden-Stande herbeizuführen. Die Ziele des RDHG. gehen dahin, in Zukunft sämtlichen Handelsvertretern sowohl wie auch den festangestellten Reisenden zur Pflicht zu machen, ihm anzugehören, um dem Stande, der seither von allen Seiten ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde, eine feste Form zu geben. Es werde leider immer noch zu wenig anerkannt, daß gerade der reisende Kaufmann einer der Grundpfeiler .ines soliden Handels ist. Große Strafkammer Gießen. Eine in Hamburg wohnhafte Ehefrau wurde vom hiesigen Schöffengericht zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die von der Angeklagten gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde sie gestern freigesprochen. Der Angeklagten wurde zur Last gelegt, während ihres Kuraufenthaltes in Bad-Nauheim marxistisches Hetzmaterial an andere Kurgäste weitergegeben zu haben. Das Gericht konnte aber mit dem Vordergericht insoweit nicht einig gehen, als es im Gegensatz zur ersten Instanz in der Weitergabe der betreffenden Broschüre eine Verbreitung im Sinne der Verordnung vom 21. März 1933 nicht erblickte. Aus diesen Gründen kam das Berufungsgericht zur Freisprechung, nachdem der Vertreter der Anklage die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts stellte. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte die Kammer gegen einen zur Zeit in Göttingen in Strafhaft sitzenden Melker. Dem Angeklagten wurden mehrere Verbrechen im Sinne des § 176 RStGB., begangen an einem Mädchen unter 14 Jahren, vorgeworfen. Das Gericht erkannte unter Einbeziehung der Strafe in Göttingen auf eine Gefängnis st rafevonlJahr9Monate Ein ehemaliger Krankenkassenbeamter aus Alsfeld, der schon wegen Untreue vorbestraft ist, wurde wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung nom 21. März 1933 vom Gießener Schöffengericht zu insgesamt 5 Monaten Gefängnis verurteilt. In der gestrigen Hauptverhandlung standen sich verschiedene Zeugenaussagen gegenüber. Das Gericht hob das Urteil der Vorinstanz insoweit auf, als die Gefängnisstrafe auf 3 M o - nate herabgesetzt wurde. Der Staatsanwalt hatte die Zurückweisung der Berufung und Aufrechterhaltung des erstinstanzlichen Urteils beantragt. BnefToften öer Heöafhon (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. V. in G. Eine gesetzliche Bestimmung dahin, die durch die Nichterhebung der staatlichen Grundsteuer für landwirtschaftlich genützte Grundstücke freigewordenen Beträae dem Pächter zugute kommen müssen, d. h., daß sich der vereinbarte Pacht- preis um die eingesparten Steuerbeträge nottvendia ermäßigt, besteht u. W. nicht. Sie können daher nach wre vor den vertraglich festgelegten Pachtpreis verlangen. Ist eine Einigung über die Hohe des Pachtzinses nicht zu erzielen, so steht dem Pächter die Anrufung des Pachteinigungsamtes, Ihnen selbst die Klage auf Zahlung der vereinbarten Pachtsumme Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteiaerung ! aus den städtischen Waldungen (Försterei Rödgen) wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse 10,50 Mark je Raummeter, 2. Klasse 7,50 Mark. Eichenscheiter 1. und 2. Klasse 7 Mark je Raummeter. Buchenknüppel 7,50 Mark je Raummeter. Eichenknüppel 6 Mark, Buchenreiser 3. Klasse 15 Mark je 100 Wellen. Buchenstöcke 6 Mark je Raummeter. Fichten-Derbstangen 1. Klasse 1,10 Mark, 2. Klasse 0,80 Mark und 3. Klasse 0,50 Mark le Stück. Die angebotenen Brennholzmengen wurden restlos verkauft. ** Heute keine Versammlung der Arbeitsfront und NSBO. Zu unserer gestrigen, auf einer Mitteilung der Frankfurter Verwaltung der Deutschen Arbeitsfront in Hessen-Nassau beruhenden Notiz über eine Versammlung der Arbeitsfront und der NSBO. am heutigen Mittwochabend, in der Pg. Goebel über das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit sprechen sollte, wird uns von der Kreisbetriebszellenleitung in Gießen mitgeteilt, daß diese Versammlung auf nächsten Dienstagabend (23. Januar) verschoben wurde. Die Kundgebung wird in der Volkshalle stattfinden Näheres folgt noch im Anzeigenteil. Versammlung der Handelsverbot e r und Geschäftsreisenden. Am vergangenen «Samstag fand im Hotel Viktoria die erste •uer|ammlung des Reichsverbandes deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisenden (Ortsgruppe ®l.?6en) statt. Der Führer, Pg. Weidig, be- grufjte den als Vertreter der NS.-Hago erschienenen »St e- ' ber. Richtlinien für Handel und Ge- erve tm nationalsozialistiscben Staat erläuterte. Ä sxDor!,eflcnben Mitteilungen ist der Zentral-' vervand der deutschen Handelsvertreter dem RDHG. nunmehr ebenfalls angeschlossen. In längerer Aussprache wurden die Maßnahmen behandelt, die vorerst notwendig sind, um eine Vereinheitlichung im ule. t. be ij,» •» Sw -Ä 6le Eentz nn « !/, Utz der f d«s jj Werten K e‘6erDOn °nar Wei, lr Zeit aus! qL Wieder i Jfrte des; $ deutlicher ’r des uns sia 'pe- hinter c uh zugleich 4, Erlöst^ eit durch dir > mit angej; 1 oaubererr - was die | . bedeutet. 3 er dann । Hausen er Weise. ?urde in um Merintende- Dagnerjt ltationsi ?n Posaunen »dechandt Sc !. Ders 6 bis Sprache an Besprechung dem Organe Uten, mit te rein infolge 1 Mitglied * Kircheneil! ■ Es folgten t besuchter,: indergottesdi.' st, in dem Ä Johannis, fii ine Prüfung ine Sitzung tation ab. ' . Testern k ission, Weif hberg ein Ü ia, der Sohn ttesdienste, t piels und at. )en, waren nid), baß ti ) \o nalitfi Leise, lidjl (a entum M besonders bekannte er Mission',! [eboten war,'. „Schwarzen' aden hat, orn indem foroei! i Das trat fai kfestes mit se° chdenkende? rehmen: Sm Missionsno .firdilidw ses Sieht« vörfchen war r der evan: »reine des )es Stehen, ri ;ie Mitglieds -f Müsches ^hlreich eing«i- xr neu M uilet (»«* jmunn, unbfe in bin““5Wi alle ousei* ■ $irtl«e * adjoerf«1” 1a nW ftl'chen $ «‘»ti! G Kie sflrf r 1 ^(iiarbfiLi e^Ä & „fr** Zuaend und Hochschule teilen »u^Gemeinfchaft, die für beide Teile frucht- z°- erlebt und bepissen werden mutz. Wir Nasianal- L jt, 3j« j)er gjnn der deutschen Erziehung über-1 fozialisten wollen die Wiffenfchaft nicht beseitigen, bü ot Sie umareist alle Stunde des Volkes, ge- sondern wollen sie von innen heraus durchbluten Aiint aber- in edern einzelnen Stand eine besondere' und ihr damit tue Bedeutung zuruckgeben, die ihr | Aufgaven oer nationalsozialistischen Bauernhochschulen mit Weil der Wert der Erziehung im Arbeitslager in qmz kurzer Zeit sich überzeugend klar-gezeigt hat, .. . « V • cwrr:ri- —— aai-aw ton mit nationalsozialistischem Gedankengut vertraut gemacht werden und die zugleich den Studenten einbauen in seinen künftigen Berufsstand. Es ist oft gesagt worden, daß durch die Betonung des Politischen im Nationalsozialismus die Wissenschaft Schaden erleidet. Wir glauben, daß das nicht Schuld der Politik, sondern Schuld der Wissenschaft ist, die länger als ein Jahrhundert alle Gebiete, die ihr irgend zugänglich waren, bis ins einzelne durchforschte und doch niemals zur großen Zusammenschau gelangte, ja, die eben durch die Spezialisierung alle innere Mächtigkeit verlor. Gerade hier durfte sich der wildeste Individualismus austoben, und die Krise, die heute durch die gesamte Wissenschaft geht, ist letztlich nichts als die Haltlosigkeit gegenüber dem Leben, das immer als Gan- als einem Teil des großen Gefüges zukommt. Deshalb werden auch die wissenschaftlichen Forderungen, die wir an den Studenten stellen, härter sein, als sie es bisher sein konnten, und auch in diesem Bereich wird die strenge Zucht, die in den anderen Gebieten waltet, zum Segen der Erwägungen: 1. wendet sich die Bauernhochschule mit ihrer Schulung an Erwachsene, die nach Erledigung ihrer Schulzeit und Besuch der landwirtschaftlichen Fachschulen schon jahrelang im Leben des Alltags standen, ehe sie zur Bauernhochschule kommen. Sie suchen hier keine Kenntnisse und lehnen alle Schulmeisterei von außen ab. Während die Wissensschulen mit Schülern arbeiten, die in der Hauptsache vom Leben noch unbeschrieben und daher wissensdurstig und aufnahmefähig sind, hat es die Bauernhochschule mit Menschen zu tun, die schon über ein bestimmtes Schul-, Erfahrungs- und Berufswissen verfügen, und deren Bildung für ihren Lebenszweck damit ausreicht. Bei ihnen stößt daher jeder Versuch, von außen her Kenntnisse einzutrichtern, nicht als Bauernhochschulen und können nicht auf irgend welche Unterstützung seitens des Reichsbauernführers und des Reichsnährstandes rechnen. Zu diesem Ring nationalsozialistischer Bauernhochschulen gehören zur Zeit in Preußen acht und in )en übrigen deutschen Ländern vier Bauernhoch- !i ihr eigene Form ringen. Schrankenloser Individualismus und dummer Vom neuen Geist out den deutschen Hochschulen Von A. Frhr. von Wangenheim, Sachbearbeiter für Äauernhochschulwesen bei der Heicbeneitung der NSDAP. |iitb jetzt auch die Assistenten und jüngeren Dozenten ii- Teilnahme an solchen Lagern verpflichtet. Nne ähnliche Form studentischer Erziehung ist b: 5 Kameradschaftshaus, das eine in sich cichlosfene junge Mannschaft umfaßt. Den Kern bil- bc hier nicht die körperliche, sondern die geistige Arbeit. Deshalb ist jedem einzelnen für wissem östliche Betätigung genügend Zeit gelaßen, jedoch iifl)t so, daß sie restlos private Angelegenheit wäre, joibern immer ist sie bezogen auf die Kameradschaft mB) gewinnt durch Mitteilung eine besondere Berei* Die Lösung dieser Aufgabe fiel dem bewahrten Vorkämpfer für die Erneuerung des deutschen Bauerntums, dem Reichsbauernfuhrer und Reichsernährungsminister R. Walther Darrs, zu. Mit der ihm im höchsten Maße eignen Zlelstche- ren Klarheit und unablenkbaren Folgerichtigkeit schritt der Reichsbauernführer alsbald zu der Errichtung neuer und zur Umstellung der schon bestehenden Bauernhochschulen im Sinne des Auftrages des Führers. In Deutschland bestand schon seit dem Weltkriege unter der liberalistisch-marxistischen Herrschaft eine größere Zahl von freien Schulen, die sich der Erwachsenenbildung widmeten. Aber nur sehr wenige davon beschränkten sich auf weltanschauliche Ziele, während die meisten ihre Aufgabe in der Vermittlung von Wissen und Fachkenntnissen erblicken. Durch die Vermengung der weltanschaulichen Schulung mit einem Unterricht, der fach- und wissenschaftliche Kenntnisse vermittelt, war der Erfolg dieser Schulen bei der Kürze der Lehrgänge im allgemeinen wenig belangreich. Dies erkannte der Reichsbauernsührer klar und rasch, und aus dieser Erkenntnis heraus schied er beim Aufbau des Reichsnährstandes alle Schulen, die sich mit der Ausbildung Erwachsener des Landstandes beschäftigten, in Fachschulen, die den Landwirtschaftskammern unterstehen und in weltanschauliche Bauernhochschulen, für deren Lehrplan die Hauptabteilung des Amtes für Agrarpolitik zuständig ist. Diese wurden außerdem in einem „Ring nationalsozialistischer Bauernhochschulen zusammengeschlossen. Zur Aufnahme in diesen Ring nationalsozialistischer Bauernhochschulen wurden nur jene Bauernhochschulen zugelassen, ble sich Zur Einhaltung bestimmter Richtlinien verpflichteten, die vom Amt für Agrarpolitik festgelegt worden sind. Nur diese im Ring nationalsozialistischer Bauernhochschulen vereinigten Bauernhochschulen sind vom Reichsbauernführer anerkannt. Alle anderen geltrn 7/r boB man «Ybft ate Prüfender immer wieder »Iller Schrecken feftfteüen mutzte, datz man ein ilbiturientenexarnen nicht mehr bestehen, wurde. L-r Jurist, der Philologe und auch der Theologe bir auf das Volk losyelas en wurde, kannte d - Problematik feiner Wissenschaft, aber baä Volk lebst war ihm etwas Fremdes geblieben. Seine chorakterliche Anlage wurde fast gar, nicht. bei der Beurteilung berücksichtigt, wenn er M) nur in Sie Problematik der Wissens-Hast vertieft hatte, dann mar man mit ihm zufrieden. Auch bei der Volks Id ule war das gleiche Bestreben f estzuftellen, mrner mehr Wiffensgebiele den Jugendlichen zu erschließen. Jetzt nach dem Umsturz macht sich eine große D-fahr auf dem Gebiete der neuen Erziehung be- msrkbar. Zu der Wissenssülle von gestern kommen nun die Wissensgebiete Rasse u n d Der er bungslehre, N a t i o n a l s o z l a l i s• m. u s unc Politik hinzu. Schon beginnen viele Gelehrte in sen, daß das Dasein eines Volkes allein durch die Mittel eines hochentwickelten Verstandes nicht verbürgt wird, daß die Blüte eines Volkes vielmehr von der Stärke der seelischen Kräfte ab- hängt die im Lebenskampf von jedem einzelnen eingesetzt werden können. Auf diesen Kräften, deren ewige Quellen aus Blut und Boden fliehen, soll das Dritte Reich, der nationalsozialistische Staat, errichtet werden. v __ .. . . w Da nun das Bauerntum der Trager eines jeden gesunden Volkes und lebensfähigen Staates ist, so i wird es verständlich, daß der Führer und fern Mitarbeiter Darre ihre erste und vornehmste Aufgabe darin erblicken, den Bauernstand zu einer weltanschaulichen Einheit und geschlossenen Macht zu- sammenzuschweißen, die jedem fremden Einfluß und jeder Zersetzungsbestrebung von innen, wie Granit, unangreifbar Widerstand leistet. Die nationalsozialistischen Bauernhochschulen sind eines der hauptsächlichsten Mittel, die der Reichs- bauernführer für die Erreichung seines, zum Heile des ganzen deutschen Volkes notwendigen Zieles, "" Entschlossenheit einsetzt. griffen mußte die Haltung, das Leben des Soldaten bestimmt werden. Auch wir werden in der Gegenwart die Erziehung zum Nationalsozialismus auf ganz wenige Form t zu bringen haben. Wie der mittelalterliche M nicht durch Problematik zerrissen war, sondern .ifach religiös dachte und handelte, genau so muß der Volksgenosse des Dritten Reiches einfach, schlicht, aber bestl mm t denken und handeln. Es ist vollkommen gleichgültig, ob der Staatsbürger des Dritten Reiches die fünf oder sechs in Deutschland oorkommenden Rassen, ihre körperlichen und seelischen Merkmale aufzu- mhlen weiß, wenn in ihm nicht der Wille vorhanden ist, als ein Glied in der Kette seines Geschlechtes, das ein Teil seines Volkes ist, seine Erbgüter zur Aufwärtsentwicklung des deutschen Volkes wei- terzugeben. Die größte Begeisterung für den nor- bischen Gedanken ist inhaltlos, wenn der junge Mann ein Mädchen heiratet, trotzdem er weiß, daß es schlechtes Erbgut, aber ein reiches Vermögen besitzt. Der Wille zur rassischen Erneue- r u n g des deutschen Volkes muß in jedem tüchtigen Volksgenossen geweckt werden. Das geschieht nicht dadurch, daß er ein Gelehrter für Rassenkunde wird, sondern dadurch, daß das Derantwortungs- bewußtsein und das heißt der Wille, seinem Volke zu dienen, gestählt wird. Ebenso zwecklos bleibt es, wenn in Zukunft der deutschen Jugend aus der Schule pedantisch genau das Wort Nationalsozialismus erklärt wird, und über den Sozialismus Bücher über Bücher geschrieben werden, die sich die Jugend einpauken muß. Der Wille zur Kameradschaft ist nicht lehrbar, wohl ist er aber der Grundpfeiler für das Leben eines Nationalsozialisten. Der Wille zur Kameradschaft und damit zur Gemeinschaft ist nur durch das Leben selbst zu beweisen, nicht aber durch das Wissen über diesen Begriff. Darum hat sich neben die bisherigen Erziehunasmachte Elternhaus, Schule und Kirche bewußt und eigenmächtig der Jugendbund gestellt. Dieser Jugendbund ist im nationalsozialistischen Staat einzig und allein die Hitlerjugend, denn nur aus der dem neuen Gewässer herumzuplätschern. Rührige Verleger lassen ihre Verlage em Werk nach d m andern über Nationalsozialismus und Rahe ausspeien, so daß man der Meinung sein konnte, es würden bereits am lausenden Bande diese neuen Bücher geschrieben. Diesem Verfahren muß em kräftiges und sehr deutliches Halt entgegengesetzt werden Es ist grundfalsch annehmen zu wollen,'die Nationalsozialisten der Zukunft mürben dadurch erzogen, daß zu dem bisherigenc Wissen neue Wissensgebiete hmzugepaukt werden. C muß daher grundsätzlich, schroff und.klar dem Wissen von gestern das neue Erziehung ziel geqenübergestellt werden. In der Vorkriegszeit bestand ebenfalls schon die Gefahr, daß der Volksgenosse mit reichhaltigem Wissen als bevorzugt angesehen wurde. Em Ausgleich war aber in der allgern e i ne n W ehr- pflicht vorhanden, weil der Soldat sich nicht du ch Wissen allein bewähren konnte, sondern durch Tugend und Charakter. Wir wollen heute wieder den jungen Deutschen zum cha r a k t e r v ollen Volksgenossen erziehen Das geschieht keineswegs dadurch, daß er den Anhalt der Eharakter werte auswendig lernt, sie geschichtlich erfaßt ober ihre philosophische Begründung kennt sondern das geschieht einzig und allein dadurch, daß der Ein seitigkeit des Wissens gegenüber die Vormacht- teHung des Willens gesichert wird Um zu wissen, was ich will, dazu bedarf 'ch nicht der Fülle des Wissens. Der sokratische Grundsatz, daß man das Gute wissen müsse, um das Gute tun zu können, ist Mch? dmn das charaktervolle Handeln kommt fast ausschließlich aus unserem Schicksal, das durch das Erbgut bestimmt ist. Darum roirbm der Erziehung zum Nationalsozialismus das Wissen des nationalsozialistischen Inhalts nur auf wenige For- men ober wenn man will, auf wenige Formeln gebracht werben müssen. 8 Der pr-utzifch-b-utfch- Soldat wußte vom Fahnen- : eid und von den Kriegoartiteln, °r -nutzte etwas von Fahnenflucht unb von Treue, Kamerabschäft. t Disziplin und Tapferkeit. Nach diesen wenigen Be. Der „Schülerbogen". Neue Wege der Gchulgesunddertspflege im nationalsozialistischen Staat. Von O. (9. Förster. Von Dr. Stäbel, Führer der Deutschen Studentenschaft. Nit dem politischen Umbruch in Deutschland sind nug die Universitäten vor Aufgaben gestellt, die sie-aus ihrer alten Einstellung heraus nicht zu losen wemögen. Sie sollen mit der wijsenschaftlichen Ar- bei, der sie bisher allein dienten zugleich er zl eheliche Arbeiten leisten und den Studenten zu eii-m Menschen bilden, der in jedem Augenblick sei e Handlung auf eine übergeorbne e G e m e i n- haft bezieht. Liefe lebendige Beziehung des ein- Kl lektivismus stanben sich bislang gegenüber. Die Uiversität, bie wir uns schaffen, stellt bas sichtbare Bi) ber gesunben Beziehungen zwischen Führer ub Geführten, zwischen Gemeinschaft unb Person- lickeit bar. Hier waltet fruchtbarer Austausch, und feiie Seite kann ohne die andere bestehen. Wir wis- fer sehr wohl, daß Träger der schöpferischen Kraft dik Persönlichkeit ist, und niemand wird sie knichten. Wir wissen aber auch, daß Schöpfertum Nehrung braucht und daß es ins Leere stößt, wenn es nicht in feinen Ergebnissen von anderen ausge- nonmen und gewertet wird. Quelle und Mündung ii^pferischen Vermögens aber ist die Gemeinschaft. 3on diesen Grundeinsichten aus sind alle einzelne, Maßnahmen im Bereich des Hochschullebens zu deuten. Gegen die Doktrin des Klassenstaats stelle: wir das Erlebnis der Einheit des Bi l k e s, das dem Studenten im A r b e i t s d i e n st ue- mitten wird. Wenn im Ausland oft der Arbeitslust als verkappte Militärzeit hingestellt wird, form zeugt das von einem gründlichen Mißverstehen feiner wirklichen Aufgaben, von dem dann eire ganze Reihe weiterer Mißverständnisse sich her- leiien läßt. Er hat einzig den Zweck, den jungen Mmschen die Volksgemeinschaft erleben zu lassen, lirD das ist nicht schöner denkbar als bei produk- ür-zr Arbeit. Zugleich werden hier ganz neue 5»r me n d e s Gemeinschaftslebens Äirrhaupt geprägt. Für den Studenten ist deshalb facher Dienst die unerläßliche Voraussetzung für Li wissenschaftliche Arbeit, bie oft bie Gefahr ber Dreinzelung unb Absonberung birgt. Niemals aber galt bei biefem Leden in ber Gemeinschaft ber m- nre Reichtum eines Menschen verloren, sondern nrabe so wird er gefördert und kann sich bewähren. 2. sind^die Lehrgänge der Bauernhochschulen für die Vermittlung eines einigermaßen geordneten und gefestigten Wissens viel zu kurz. Ein Unterricht mit dem Ziele, Wissen und Kenntnisse zu lehren, müßte im besten Falle Halbbildung erzeugen, die m jeder Beziehung schädlich wirkt. Es kann nicht Aufgabe der Bauernhochschulen sein, Besserwisser und Klugredner nach Art der verflossenen marxistischen Funktionäre auf die Menschheit loszulassen. 3. würde ein solches Lehrziel der Bauernhochschulen einen ebenso unnötigen wie durchaus mim berroertigen Wettbewerb gegenüber ben ausreichenb vorhanbenen unb leistungsfähigen staatlichen Unterrichtsanftalten bebeuten. 4. unb enblich aber besteht ber Zweck ber Bauernhochschule barin, in ber Bilbung bes Bauernstanbes eine empsinbliche Lücke auszufüllen, bie ber bisherige staatliche Schulbetrieb mehr ober weniger offen ließ. In ber Zeit bes Liberalismus unb Marxismus, b. h. seit Jahrzehnten unb Jahrhunber- ten, sah Staat unb Gesellschaft ben Zweck ber Schule lebiglich in der Verstandesbildung, wahrend kämpferischen Tradition der nationalsozialistischen Organisation heraus kann die echte Erziehung zur deutschen Dolksge»ossenschaft gewährleistet sein, lieber den Gemeinschaftsgedanken läßt sich überhaupt nicht wissenschaftlich reden, noch viel weniger darf von ihm geschwärmt werden. Die Kameradschaft ist etwas durchaus Hartes und Forderndes. Die Kameradschaft ist nicht eine unklare Romantik. Im Gemeinschaftsgedanken leben heißt, fein Leben unter das Leben vieler anderer unter* ordnen, heißt innerhalb des Lebens der Gemeinschaft Sonderwünsche, Eitelkeit, Ruhmsucht unb Prahlerei ersticken müssen, weil biefe Dinge innerhalb ber Gemeinschaft nicht leben können, ohne baß bie Gemeinschaft stirbt. Wer es heute noch nicht eingesehen hat, baß hier ber Kernpunkt bes Nationalsozialismus liegt, ber hat bas Wesen ber neuen Zeit noch nicht verstauben. Die Erneuerung bes beutschen Volkes ist nur burch bie Erneuerung seiner Tugen- ben möglich. Seine Tugenden aber finb feine Charakterwerte ber E h r e, Treue unb Pfli ch t, mit ihnen oerbunben bie Härte gegen sich selbst, ber Kampf gegen Feigheit, Mübigkeit unb Bequemlichkeit. Nur burch ben Willen zu biefen Werten können wir endgültig das Volk ohne Standesdünkel und ohne Klassenkampf und ohne den Haß der Konfessionen werden, können wir zu neuen For- men in der Wirtschaft kommen, können wir die Probleme Technik, Raum, Blut und Boden lösen. Wer da glaubt, eine derartige Erneuerung des deutschen Volksgenossen sei nicht möglich, der ist niemals ein Revolutionär gewesen. Wir glauben mit der Inbrunst jedes Glaubens an diese Erneuerung, weil die Toten des Krieges und der Bewegung durch den Einsatz ihres Lebens das neue Sehen für die Gemeinschaft bis zu ihrem blutigen Ende Dorgelebt haben. Wir ehren bei jeder Gelegenheit die Toten nicht als militaristische Der- klärer des Krieges, sondern weil sie den Beweis für die Lebensfähigkeit nach den neuen Charakter- werten erbracht haben. schulen. _ , v Selbstverständlich war es in der kurzen Zeit des Bestehens dieser Neuordnung und Neugliederung der landwirtschaftlichen und bäuerlich-weltanschaulichen Schulen noch nicht möglich, bei sämtlichen Bauernhochschulen bie völlige Einstellung auf bie vom Amt für Agrarpolitik herausgegebenen Richtlinien burch- zuführen. Doch ist bie Umstellung auf rein weltanschauliche Schulung bei ber Mehrzahl von ihnen in Angriff genommen. Der Rest wirb folgen müssen, wenn er auf Anerkennung unb Unterstützung burch ben Reichsbauernsührer rechnet. Wie schon erwähnt, scheibet bei ben, bem Ring nationalsozialistischer Bauernhochschulen angeschlossenen Bauernhochschulen bie Vermittlung jeber Art von Fachwissen unb bergleichen aus. Daburch unterscheiben sie sich grunbsätzlich von den Wissensschulen. Bestimmenb für diese rein weltanschauliche Einstellung der Bauernhochschulen waren folgende Die deutsche Schule sicht sich im Rahmen der neuen V o l k s g e s u n d h e i t s p l e g e vor große und neuartige Ausgaben gestellt. Die Schulzeit ist die einzige längere Zeitspanne, in ber eine planmäßige, lückenlose Ueberwachung ber Gesundheit aller deutschen Menschen möglich ist. Acht bis zwölf Jahre lang ist bie Jugenb in unseren Schulen ber ständigen Beobachtung zugänglich. Es ist diesem Sachverhalt gegenüber beinahe unverständlich, daß sich die Schulgesundheitspflege bisher fast ausschließlich auf diese Beobachtung beschränkte, ohne daraus die zur Erhaltung und Förderung der Volksgesundheit notwendigen Folgerungen zu ziehen. Enge Zusammenarbeit aller gefundheitsfürsorgerischen Veranstaltungen und Einheitlichkeit in Zielsetzung und Praxis waren bislang unmöglich gemacht durch , Ueberorganifation und planlose „Ueberfürsorge". | In den vergangenen Jahren wurden gewöhnlich die Schulkinder einmal jährlich schulärztlich untersucht, kranke und erholungsbedürftige Kinder von den Einrichtungen der Kinderfürsorge in Erholungsheime oder zur ärztlichen Behandlung geschickt, schwachsinnige Kinder den Sonderschulen überwiesen. In ländlichen Gegenden konnten selbst diese Maß- . nahmen nur in einem sehr beschränkten Umfang . durchgeführt werden. Schularzt. Kinderfürsorge unb ; Schule arbeiteten bei einem solchen Verfahren nebeneinander und nur selten Hand in Hand. Heute fällt der Schulgesundheitspflege bie bebeut* same Aufgabe zu, bie eugenischen Verhältnisse bei allen Schulkindern zu überprüfen und sie während der Schulzeit zu überwachen. Es muß erreicht werden, daß jede Schule für jeden Schüler einen Schülerbogen führt, ber währenb ber gesamten Schulzeit gewissenhaft bearbeitet wirb unb ein möglichst sicheres Urteil über die Gesamtpersönlichkeit des Heranwachsenden Volksgenossen zuläßt. In manchen deutschen Schulen sind heute derartige Schülerbogen, die besonderen Wert auf bie Gesundheitsentwicklung des Schulkindes legen, bereits eingeführt. In ihnen werden vom Schuleintritt an genau Angaben über bie kindliche Entwicklung gemacht. Hierbei find besonders wichtig und aufschlußreich Mitteilungen über die Familien der Kinder, über die erbgejunö* heitlichen Verhältnisse, die r a f f i s ch e Zugehörigkeit, bie häusliche und soziale Umwelt, bie körperliche unb seelische Gesundheit, Entwicklungsstörungen oder -rückstände infolge Erbanlage ober Milieu- Wirkung. Jahr für Jahr werden diese Aufzeichnungen im Schülerbogen fortgesetzt, ergänzt unb berichtigt. Ein päbagogisches Tagebuch, in dem der Lehrer Einzelbeobachtungen unb Erfahrungen festhält, wird wertvolles Material hierzu liefern. Besuche ber Eltern in ihrer Häuslichkeit, familienkunbliche Nachforschungen unb Umweltunterfuchungen stützen bie gewonnenen Ergebnisse. So steht ^schließlich bie ge- Nach ber Uebernahme ber Staatsgewalt burch bie NSDAP, bezeichnete es ber Führer als nächste unb, vor allem anberen, vorbringliche Aufgabe, zunächst bas Millionenheer ber Mitglieber ber Bewegung unb bann, barüber hinaus, bes gesamten deutschen Volkes zu Bekennern ber nationalsozialistischen Weltanschauung zu machen. Währenb bis dahin im Kampfe um die Ergreifung der Macht alle Mittel der Propaganda und Agitation im Dorkampf standen, befahl ber Führer in ber klaren Erkenntnis ber Dinge, bie ihn auszeichnet, baß n a d) ber Machtergreifung bie weltanschauliche Schulung in erster Linie mit allem Nachbruck voranzutreiben sei. In ben tragenben (Säulenorgani* Rationen der Bewegung entstanden daher überall Führerschulen, deren Aufgabe in ber Hauptsache in biefer Richtung liegt. Bei ber befonberen Bebeutung für ben rassen- unb bevölkerungspolitischen Aufbau bes beutschen Volkes, bie ber Führer dem Bauernstanbe zuerkennt, war es selbstverstänb- lich, baß auch mit ber Schulung ber Jungbauern unb Jungbäuerinnen nach ber Weisung bes Führers sogleich mit befonberem Hochbruck begonnen mürbe. ih- rung. _ , v f Daß Wissenschaft nicht nur Sache bes einzelnen jfl unb baß sie auch im Rahmen ber Gemeinschaft orrieben werben kann, zeigt beutlich die Arbeit der ch s ch a f t e n, in denen die jüngeren Semester Nos neue Erziehungsiveal. Don Dr. Georg Usadel, Negierungsrat im Neichslninisterium des Innern. Bei ber Erziehung zum «Staatsbürger bes neuen Maates geht es um grunblegenbe Aenberungen Gegenüber bem bisherigen Inhalt ber Erziehung. L.enn man bie Jahre nach bem Kriege überblickt KJb darnach fragt, wofür unb zu welchem Ziel bie Sugenb erzogen würbe, so kann man, wenn man auf eine kurze Formel kommen will, nur bas eine je tstellen, baßbieAneignungvonWi s e n di- Hauptforderung war. Je mehr der Jugendliche Qiiernl hatte, um so geachteter war er Wir litten aiu einer derartigen Überschätzung des Wissens daß wir ohne zu übertreiben von einer einseitigen Aus- bÖlung ber Geistesfunken sprechen können Es «urbe freilich wieberholi ber Satz angeführt: „Nicht iir die Schule, fonbern für bas Leben lernen wir . $5 blieb aber leiber bei biefem Zitat. Das Leben ölfnete sich bem Abiturienten nur wenn m feinen Sipf eine berartige Fülle van Wiffen hineingepaukt v e. ______ r-ruf* SUritfonhpr immer wieder mint aber in —......... . 2li ung und ftögt auf besondere Voraussetzungen. Die Universität alten Stils hatte kein eigenes Tllcht. Sie bot Raum für die widersprechendst- Qe ren, und die marxistische Doktrin vom Klass taipf stand — allmählich verstaubt — neben ben nch oerftaubteren Theorien des bürgerlichen Kapl- ta smus. Man wird sagen, daß dies friedliche B, einander doch in dieser Gestalt ungefährlich war, Dii leicht sogar erstrebenswerte Lösung der gesamten B'Dblematif der Wissenschaft darstellte. Wer so ur- feit sieht über ben Rahmen ber Universität nicht hiidus Denn da, wo der Geist ans Praktische stieß, w die Studenten mit diesen Anschauungen in die B-ufe gingen, wurde die ganze Gefahr dieser gruftur sichtbar. Auf diese Weise wurden die Um* □efifäten zu Brutstätten der grenzenlosen Zerspal- tirg des deutschen Volkes. Wenn es Adolf Hitler In [einem gewaltigen Kampf gelang, dies in Klaffen zeiriffene Volk wieder zu einen und einen Staat i,u schaffen, der alle wertvollen Kräfte zusammen- ail, so durfte die neue Gesinnung vor den Hoch- verlangen Sie kostenlos und portofrei Prob« oom Sichtostnl»Kontor, Berlin 235 Friebrtchstr. 287 In allen Apotheken erhältlich Vereinigung einen gut gelungenen Operettenabend ab, der stark besucht war. Vereinsführer K. Balser begrüßte die Gäste, die den Darbietungen mit großem Interesse folgten. Die Sängerschar brachte schöne Lieder, die unter Leitung des Chormeisters Philipp Groß standen. Im Mittelpunkt des Abends stand das Singspiel „Wenn's Mailüfterl weht", das von den Laienspielern vorzüglich aufgeführt und von der Kapelle exakt begleitet wurde. Großer Beifall dankte den Mitwirkenden und zeigte, daß der Verein in der Lage ist, mit seinem vielseitigen Können einen großen und gut angelegten Abend zu bestreiten. Mit Einzel- gesangsoorträgen umrahmten und bereicherten Heinrich Erb, Ernst Römer und Otto Spuck noch in hübschen Liedern den Abend, der einen guten Verlauf nahm und dessen Ertrag von 51 Mark der Winterhilfe restlos zur Verfügung gestellt wurde. * Großen-Buseck, 16. Jan. Dieser Tage wurde hier die Gründung einer Jungmädelschar durch die BDM.-Führerin Erika Adler, amten und Angestellten. Der nationalsozialistische Staat stellt hohe Anforderungen an Gesundheit, Charakter, geistige Leistung und S^inn- kraft seiner Beamten. Ihm ist darum an einer Auslese gelegen, die ihm die Heranbildung eines tüchtigen Beamtennachwuchses ermöglicht. Die bisher üblichen Formen der Beamtenauslese und die Bedingungen, von denen die Anstellung eines Beamten abhängig gemacht wurde, waren von recht schematischen Gesichtspunkten geleitet und ließen es zu, daß Elemente in das deutsche Berufsbeamtentum ein- drangen, die die alten preußischen Grundlagen eines sauberen, pflichttreuen und vaterländisch gesonnenen Beamtentums gefährdeten. Wenn Elternschaft und Jugend wissen, welche Bedeutung den Gesundheitsbogen der Schule beigemessen wird, dann werden sie bald von sich aus alles tun, um ihre Pflicht gegenüber der völkischen Gesundheit zu erfüllen. Durch eine planmäßige Aufklärung der Elternschaft und unserer Jugend über alle Fragen der Volksgesundbeitspflege, der Rassenlehre und der Eugenik muß jede Familie und jeder Einzelne wachgerüttelt und zu dem Bewußtsein seiner Verantwortung gegenüber der Gesundheit unseres Volkes und der kommenden Generation geführt werden. größer wird. ■ res gegründeter BDM. zählt eben 28 Mitglieder. Infolge der neuen Bestimmungen, die verlangen, daß jede Woche eine Turnstunde für jede Schar abgehalten wird, mußte zur Wahl einer Sport- wartin geschritten werden. Gisela Jung wurde damit beauftragt. Als Pressewart ernannte man Käthchen Schmidt und als Kassenwart Lina iiiiiiiiiiniiiiniiniiiiiinniiinfiiiiiiiiiiniiniiiiH Der Naturforscher vereint mit Matur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche,hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwissenschaft. Preis: vierteljährlich nur RM. 250 Probehefte u. Werbeblätter kostenlos! 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Zum Schluß wurden Gruppen gestellt, deren letzte auch einen Turner und einen SA.-Mann in Handreichung zeigten, als Zeichen innerer Verbundenheit. Für vorzügliche Musik sorgte die Kapelle Schleuse. X Wieseck, 16. Jan. Zugunsten des Winterhilfswerkes hielt am Sonntagabend im großen Saal von Gastwirt Hormann die Sänger- Merken Sie bitte: Telephon 2417 Ihr Fildilieferant Fischhaus,Cuxhaven* Marktstraße 23. M2a Die MlliMii Des Htroenloleffls am Sonntag, den 21 Jan. 1934, um H'/z Uhr vünktl. im Physiologischen Institut, Friedrichstr. 24 Veosessov Dv.Vüvkev. Frische Seefische Karvfen und Schleien aosD Raucherware und Muscheln <6. n,e?en ’n der Gastwirtschaft von (Emil Schäfer in Daubringen aus den Forftorten Ober- und Unter» der Försterei Alten-Vuseck versteigert: Stamme: Elsbeere 2. Kl. = 2 St. 0,48 Im. Derb- flangen: St. Fichte I = 68, II = 115, III = 315. 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Die Leerung der in den Geschäftsläden aufgestellten Sammelbüchsen für den Zwillingspfennig brachte 3,42 Mk. — Nach den Standes- a m t s r e g i ft e r n find im Jahr 1933 neun Kinder geboren, fünf Personen verstorben und acht Paare in den Ehestand getreten. — Bei den zwischen Pächtern und Verpächtern über die Pachtpreis- r e g e I u n g für 1 9 3 3 geführten Verhandlungen wurden je nach Lage der Grundstücke folgende Pachtpreise festgesetzt: 1. Klasse 50 Mark, 2. Kl. 40, 3. Kl. 30, 4. Kl. 25 und 5. Klasse 22 Mark. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 16. Jan. Der Zweigverein Butzbach des VHC. beging am Samstagabend im gutbesetzten großen Saal des „Hessischen Hofs" sein Auszeichnungsfest. 58 Mitglieder, die die vorgeschriebenen Wandertouren mitgegangen waren, konnten mit Auszeichnungen bedacht werden, darunter eine ganze Anzahl zum fünfzehnten- mal. Gesangsvorträge des Männerchors des Vereins, sowie Musikstücke und Klaviervorträge trugen zur Unterhaltung bei. Kreis Schotten. □ Laubach, 16. Jan. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Musikverein zugunsten der Winterhilfe im Saale des „Solmser Hofs" einen Konzertabend. Die Kapelle unter der Stab- Kreis Alsield. * Nieder-Ofleiden, 17. Jan. In einer hk. figen Schlosserwerkstatt ereignete sich gestern ein Unfall. Dem 23jährigen Schlosser Heinrich Dickel sprang ein größerer Stahlsplitter an d i e Hand und verletzte ihn derart schwer, daß er sich zur Behandlung in die Gießener Chirur. gische Klinik begeben muhte. preutzen. Kreis Wetzlar. ch Niederkleen, 17. Jan. Das Fest ber goldenen Hochzeit feiern am heutigen Tage der Aushälter Johannes Meier und feine Ehe. frau Anna Elisabeth, geb. Sauber. Das Ehepaar ist 74 und 69 Jahre alt und erfreut sich noch guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit. < Oberkleen, 16. Jan. Einen schwere, Unfall erlitt der im Steinbruch beschäftig Steinbrucharbeiter Wilhelm G l a u m VIII. vor hier. Der Verunglückte war damit beschäftigt, eine Sprengung auszubrechen. Durch das eingetretene Tauwetter löste sich ein Stein, der herunterfiel uni Glaum am Kopfe traf, wodurch er schwer verletzt wurde. * Groß-Alten st ädten, 17. Jan. Der 31 Jahre alte Landwirt Karl Hans von hier kam so unglücklich zu Fall, daß er mit schweren inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden muhte. Dlllkrers. * Hartenrod, 17. Jan. Der 83jährige Schmied Karl Pfeiffer I. von hier kam gestern auf so unglückliche Weise zu Fall, daß er einen Ober, schenkelbruch erlitt und in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Pianohaus B. Schönau 111111111111111111111111111111 jetzt 3iiD WolM lillllllllllllllllllllllllllll Kein Laden Herzstärkend ist BleaenM n. echt, Tannen-, Heide-, Wiesen- usw. Tracht.Pfd. 1.30Mk.Bersand n. auswärts, Oi67 KräuterhansJnno Fachg. f. echt. Honig Gieß jn in d. Schulstr lillllllllllllllllllllllllllll Anmachholz Bestell erbitten wir direkt an uns, möglichst v.Post- von Strahenunterhaltungsrnaterial. Auf Grund ber Reichsverdmgungsordnung soll nachstehendes INaterial für Unterhaltung der Pro- vinzlalstrahen im Rj. 1934 nach Losen getrennt frei UerroenöungsffeUe vergeben werden: 224D 14 000 cbm Unterhaltungskleinschlag aus Hartbasalt (Taunusquarzit). 9 000 cbm Bindematerial (Splitt, Kies). Angebotsoordrucke find, soweit Vorrat reicht, nur bei unseren Bezirksbaubeamten: Enders in Gießen (Rodheimer Straße 41), Kaletsch in Gießen (Mar- burger Straße 14), Schmier in Laubach, Kahlenberg in Homberg (Oberh.), Walter in Alsfeld, Damme! in Lauterbach, Romer in Nösberts, Rückert in Schotten, Brenner in Nidda, Schött in Büdingen, Fiedler und Schilp m Friedberg und Phul in Butzbach erhältlich, woselbst auch die Bedingungen offenliegen Die Angebote fit* bei den Bezirksbaubeamten bis zum Eroffnungstermin Freitag, den 2. Februar 1934 oörmiltags 11 Uhr, verschlossen und postfrei, mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 12. Januar 1934. Provinzialdirektion Oberhessen —Tiefbau. Donnerstag, öen 18.3ßnuflt“i934 Unser langjähriger schwerhöriger Sachverständiger, Herr Fr. Lehrend, Hannover, Lutherstraße 4, Akustikhaus, erteilt Ihnen gern Rat und Auskunft. Wir zeigen Ihnen die neuesten Akuslikmodelle, die, unauffällig im Gebrauch, nebengeräuschfrei jedes Wort lautstark wiedergeben. Niedrige Preise! Wenn Sie am Besuch verhindert sind, fordern Sie Aufklärungsschrift BH gratis. DEUTSCHE AKUSTIK-GESELLSCHAFT m. b. H. Berlin - Reinickendorf • Ost Gegründet 1905. / Lieferant staatl. Behörden und Krankenkassen. I Aerztlich empfohlen. Im neuen Jahr ein neues Haus 35 c Und Abermann führ* es dir aus! Bestand ihres wunderbaren Stromas!- nr6=3 i $ äs' (grossformat verlängert den (jenuss!" MIT BILDERN WIE DIE ANDEREN GEROSTET SIND* TROTZ VERTRAGLICHER ABROSTUNGSPFLICHT. ORIENTALISCHE CIGARETTEN COMPAGNIE „yOSMAJ G-M B H • BREMEN Mittwoch, l7.ZanuarM4 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) tJ4 Drittes Blatt III. antwörtungsvoll schon die Wahl der Themen ist, kommenden Aussage werden uns dann in diese Arbeit 1. Herbert im Kraulschwimmen 100 Meter mit Z . . rxm r» . . . . V -4.41 -—aUa"« Wilf hört vierten Platz zugesprochen bekam. Im 200 Meter JJ U U u UllV / . 1 mit 3:12,4 bzw. 3.13 den dritten bzw. den vierten lehrer. Für Geschichte: teldeutscher Skivereine) des Deutschen Ski-Verban- ei des angehört. Diesmal hielt der Kreis 1 (Vogels- re ö / r • CYÄ........ A a k I HrtM hötrt trt vrmuliert werden. des selbst hineinführen. Arbeitsplan für Januar. Hochsprache. rr , , Bringt die völkische Bewegung die Aufsatzreform weiter? — Sachlicher Bericht oder bildnerische Gestaltung? — Sprachformen der Hitlerjugend — Der Aufsatz und die organische Sprachentwicklung des Kindes — Verdeutschung der Grammatik. Das Deutsche als Kernfach — Deutsch als Leistungsfach und Gesinnungsunterricht — Der Deutsch- Hitlers Forderung an den Geschichtsunterricht Die Geschichte als Lehrmeisterin? — Die Deutung der Geschichte von der völkischen Gegenwart aus — Die Auswahl des Wesentlichen und ihre Maßstabe. Die Rasse als Grundelement der Geschichte — terricht usw. usw. Für die übrigen Fächer ergeben sich ähnliche Möglichkeiten. Allerdings wären die Themen bei der praktischen Anwendung schärfer auf den Unterrichtszweck auszurichten. Also nicht allgemein: „Das Heldische in der deutschen Literatur", sondern „Wie bringe ich das Heldische den Schülern der Mittelstufe nahe?" — „Die Volkskunde auf der Oberstufe." — „Der heimatgebundene Aufsatz auf der Es ist zuständig auch für die Durchführung der für alle Studierenden verbindlichen Leibesübungen, wie auch fernerhin für die Frage der Turnlehrerausbildung und der Leibesübungen der weiblichen Studierenden. Gleichfalls übernimmt es auf Anforderung des zuständigen SA.-Hochschulamtes den sportlichen Teil der Lagerausbil- d u n g der Studierenden während der Semesterferien Die Vertretung der Wahrung der Interessen derjenigen wissenschaftlichen Forschungseinnch- tungen, die dem Gebiet der körperlichen Ertüchtigung dienen, liegt ebenfalls in seinen Händen. Das SA.-Hochschulamt ist demgegenüber allein zuständig für die mit „SA.-Sport" bezeichnete SA.- dienstliche Ausbildung der Studierenden, soweit noch berichteten bereits kurz darüber — am vergange- nen Sonntag Prüfungswettkämpfe zur Vorbereitung der Olympischen Spiele in Berlin. Die Leistungen erwiesen sich fast durchweg als nicht ausreichend für eine solche Veranstaltung; man stellte bei den meisten Schwimmern ein Fehlen regelmäßigen Trainings fest. Die Gießener Schwimmer hielten sich bei der überaus starken Besetzung aller Rennen mit zwei ersten Siegen ausgezeichnet. Max Schüler zeigte sich wieder einmal in ganz großer Form, obwohl er keine geeignete Sprunganlage für das Wintertraining zur Verfügung hat. Er siegte mit über 19 Punkten Vorsprung mit 136 Punkten (10 Sprünge) vor G o e tz s ch (Marburg). Den feiten Sieg für Gießen errang Helga v. Düring, die im Brustschwimmen 200 Meter für Damen mit 7 Sekunden Zeitvorsprung erste Siegerin wurde. - Braun und berg) nochmals sein Rennen getrennt von dem des Kreises 2 (Westerwald) ab. Die Schneeverhältnisse waren günstig. Feste Unter- chicht, tagsüber trockener Neuschnee. Der Langlaus von 12,5 Kilometer ging vom Klubhaus bis in die Nähe von Rudingshain, alsdann zum Gackerstein hinauf und durch den Oberwald hinunter bis unterhalb der Lauterbacher Hütte und von dort wieder hinauf zum Klubhaus. Gesamtsteigung 320 Meter. Sehr interessant war der Abfahrts(Slalom)lauf vom Klubhaus hinunter nach Breungesheim. Schwierige Kurven und flottes Gefälle wechselten miteinander ab. Die Kurven waren mit Fähnchen abgesteckt. Das Wetter gestattete eine Uebersicht über die gesamte Abfahrtsbahn. Hier wurden gute Leistungen gezeigt. Der Sprunglauf litt etwas darunter, daß die Anlaufbahn auf dem Gerüst allzu fest und nut Unebenheiten gefroren waren. Am Rennen nahmen etwa 40 Läufer und Läuferinnen teil. Oberbellen und das Westerwaldgebiet bilden den Ski-Bezirk II, der dem Gau XII/XIII (Verband Mit- Unterstufe" usw. Wir haben diese Themen nur erwähnt, um den geistigen Raum abzustecken, in dem wir uns bewegen können. Doch erweckt die Nennung solcher „Probleme" zweifellos auch Bedenken. Es ist leicht, mit literarischer Fingerfertigkeit eine Vielzahl derartiger Themen aufzustellen und zu beliebiger Auswahl anzubieten. Aber wirklich Wert hat nur das, was aus innerer Not, aus existentiellem Ringen und seelischen Kampf um die Grundfragen der Gießen. Der Führer des Ski-Bezirks II, Dr. JBo - daeqe - Gießen, brachte zu Beginn der Wettlaufe ein ,Sieg-Heil" auf unseren Volkskanzler aus. Bereits gegen 14.30 Uhr konnten die Sieger verkündet werden.' In einer kurzen Ansprache wies der Bezirksführer darauf hin, daß der Sport nunmehr eine vaterländische Angelegenheit sei. Das sei der Wille des Führers Adolf Hitler. Übungen stattfinden, an dem auf Anordnung Reichs-SA.-Hochschulamtes jeweils ein Vertreter des örtlichen SA.-Hochschulamtes teilnehmen wird. Die Abgrenzung der Zuständigkeitsverhältnisse trifft der Erlaß folgendermaßen: Das Institut für Leibesübungen ist zuständig für alle Fragen der rein körperlichen Erziehung, auch soweit sie Voraussetzung für den S2L- dienst ist. qruppenleiter. ~ _... 3. Tagung der Gesamt - Fachschaft „Höhere Schule". (Nähere Anweisung ergeht.) gjL-tfpori Ski-Aennen aus dem HoherodSkopf düng für den Erwerb des SA.-Sportabzeichens und bestimmt, daß das Institut für Leibesübungen die allgemeine körperliche Vorbereitung wahrend des Sommerfemefters durchzuführen hat, während dem SA.-Hochschulamt für die Zeit der Semester- ferien die Vorbereitungen und die Prüfungsabnahme des Abschnitts „Geländeübungen" obliegt. Bezüglich der Ausstellung der Teilnahmebeschei- nigungen trifft der Erlaß für das Wintersemester 1933/34 die Regelung, daß diefe Bescheinigungen über die Teilnahme am SA.-Sport die Führer der SA.-Hochschulämter ausstellen. Die Direktoren der Institute für Leibesübungen haben diese Bescheinigungen anzuerkennen und den Studierenden die für die Prüfungen usw. vorgefchriebenen Teilnahme- Bescheinigungen auszustellen. Vom Sommersemester 1934 ab sollen dann diese Bescheinigungen gemein- s a m vom Institut für Leibesübungen und dem SA.-Hochschulamt unterzeichnet werden. Oer Gießener Schwimmverein beim Olympia-Prüfungsschwimmen in Marburg. Der Gau XII Nordhessen veranstaltete — wir Oie Siegerliste: Lang! auf: Herrenklasse II: 1. Bender- Schotten 1:19,3 Std.; 2. Reinhardt- Bad-Nau- heim 1:19,38; 3. Spieß-Gießen 1:25,41; 4. Gre b- Friedberg 1:26,11 Std. Altersklasse I: 1. spotte l - Bad-Nauheim 1:20,44 Std. Absahrts -(Slalom-) Lauf (600 Meter, 107 Meter Gefälle, vorgefchriebene Bahn: Herren- klasse II: 1. Althaus - Gießen 1:42 Min.; Ha - berkorn - Alsfeld 1:42; 2. Bender- Schotten 1-45- 3. Müller- Bad-Nauheim 1:48; Pfad- Bad-Nauheim 1:48; 4. Kappes- Grünberg 1:50 Min. Altersklasse I: 1. Umsonst - Bad-Nauheim 2 Min.; 2. Stadelmann- Friedberg 2:56 Mm. Jungmannen: 1. Bürrow - Friedberg 2^02 Min., 2 Eilermann - Bad-Nauheim 2:15 Mm. Damen: 1. Mendelberg 3 Min.; Schanze 3; 2. Mangvld - Gießen 3:07 Min. Sprunglauf: 1. Oswald-Friedberg; 2. Kappes- Grünberg; 3. Bender- Schotten. Zusammengesetzter Lauf (Lang- und Sprunglauf): 1. Sieger Bender- Schotten. Mit Recht hat jetzt der Deutsche Ski-Verband Langläufe als zu anstrengend für Damen verboten Sie können nur an Abfahrtslaufen teilnehmen. Diese lassen das eigentliche skiläuferische Können vielmehr hervortreten als der Langlauf. Die technische Leitung des Rennens hatte der Kreis-Sportwart Regierungs-Baurat Mangold- Zacharbeit im AationalfoziaWschen Lehrerbund Lon dem Kreisarbeitsle.ier für die Höheren Schulen Or. Adolph. tig. Um einen Eindruck von seiner Weiträumigkeit zu geben, greifen wir im folgenden einige beliebte Themen heraus. Wir verfahren dabei mit Abficht zwanglos und unsystematisch. Für Deutsch: Die Grundzüge der nordischen Weltanschauung. — Das nordische Menschenideal. — Die ewigen Zeugungskräfte des deutschen Mythos. — Der nordische Gedanke und das Christentum. — Der deutsche Mensch und die Antike. — Das Mittelalter als eine Epoche organischer Bindung. — Der Durchbruch des nordischen Gedankens bei Wolfram (Par- zival), Luther, Goethe. — Das Wesen der faustischen Kultur. — Das Humanitätsprinzip und der völkische Gedanke. — Die westliche Kulturidee und das Gesetz der Deutschheit. — Die Wendung des Nationalsozialismus zu den Ursprüngen germanischen Wesens. — Der Nationalsozialismus als Ziel der deutschen Or. peltzer wieder in Stettin. Deutschlands immer noch bester Mittelstreckenläufer Dr. Otto Peltzer siedelt demnächst wieder ganz nach Stettin über. Dr. Peltzer wurde von seiner Heimatbehörde zum Bezirks-Jugendpsleger bestellt. Die Deutschlandriege in der Pfalz. Die Deutschlandriege der DT., deren Auftreten im Saargebiet einen begeisterten Widerhall gefunden hat wird am 4. Februar in der Pfalz erscheinen. Der in Landau schon lange vorgesehene Start der besten Kunstturner der DT. wird an diesem Tage stattfinden. Die Riege steht unter Führung des Männerturnwartes der DT., Martin Schneider- Leipzig. Das Dortmunder Sechstagerennen. In der Nacht zum Dienstag wurde um Mitter- nacht der dritte Tagesabschnitt des Dortmunder Sechstagerennens beendet. In der letzten Stunde gelang es der deutschen Mannschaft Schön-Jppen sich an die Spitze des Feldes zu setzen und diesen Tag als Sieger zu beenden. Im Gesamtergebnis nach drei Tagesabschnitten führen aber die Fran- zosen Broccar'do-Guimbretiere weiter vor Lohmann- Dinale und Schön-Jppen. Am Dienstagnachmittag gab es vor schwachem Besuch spannende Kämpfe und Jagden, die den Stand des Feldes fast dauernd veränderten. Um 17 Uhr lagen Lohmann-Dinale und Vopel-Korsrneier mit einer Runde Vorsprung vor Schön-Jppen, Bogaert-Jgnat, Broccardo-Guirn- bretiere und Kilian-Pützfeld an der Spitze. Mit zwei Verlustrunden folgten Ehmer-Funda, Rieger- Schenk und Kroll-Nickel, drei Runden zurück lagen Zims-Küsters an zehnter Stelle. Kurze Sportnotizen. Unterzeichnet wurde am Montag in Philadelphia der Vertrag für Schrnelings nächsten Kampf mit Steve Hamas, der jetzt endgültig am 13. Februar in Philadelphia ftattfinbet und über 12 Runden geht. Der Berliner Polizeiboxer Hornern ann konnte bei den deutsch-dänischen Kämpfen am Montag in Berlin den bekannten Knud Jensen, der kürzlich den deutschen Meister Bernlöhr besiegt hatte, auspunften.* 12 Nationen, darunter auch Deutschland, haben zu den Eishockey-Weltmeisterschaften vom 3. bis 11. Februar in Mailand gemeldet. Die deutschen Spieler werden vorher noch an den Deutschen Winterkampfspielen und Deutschen Meisterschaften im Harz teilnehmen. , Kanadas Vertreter bei der Eishockey- Weltmeisterschaft, die Saskaton Quäkers, geben ihr deutsches Debüt am Wochenende in Berlin gegen den Berliner Schlittschuhklub. Am 28. Januar und 1.Februar sind die Kanadier in München und auf ' dem Rießersee Gäste des Sportklubs Rießersee. ♦ ' 3 2 Bobs wurden bis zum Meldeschluß für die - «Deutschen Winlerkgmpfspiele gemeldet. gemeinsame Festlegung eines Iahresausbil- dungsplans der Studierenden, die Verteilung der Uebungselnrichtungen, die Verteilung der Uebungszeiten, die gegenseitige Aushilfe mit Lehrperfonal und die gemeinsame Arbeit an der Vorbereitung und Abnahme der Leistungsprüfungen des SA.-Sportabzeichens. Nach diesem Erlaß sollen die gemeinsamen Jah- resausbildungsplane leweils vier Wochen vor Beginn des Sommerfemefters dem Reichs-SA.-Hochschulamt und dem Minister vorgelegt werden In den Osterferien soll m jebem Jahr- ein oom Mini t-r °-r°ns -lkt-r S chu - -^^H:--tKpÄichen Erziehung m.grage p'e r fo n °N e r! Ä st i t u t e f ü r" LeibeU Weiter ist .es allein zuständig für die Hier- tretung unb Wahrung ber Interessen berjenigen wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, bie sich auf ben SA.-Dienst beziehen ober sich baraus ableiten lassen. . v Der Erlaß beschäftigt sich auch mit ber Ausbil- Die Fachschaften finb weiterhin aufs engste ver- $ Dachsen mit bem Organismus ber Schule. Es Derben Fragen zu behanbeln sein, bie nicht ein ü nzelnes Fach, sonbern bas Leben ber Schule als vlche, die Gestaltung des Unterrichts, die Hand- ■ foabung ber Methobe betreffen. Man könnte hier c>n bie kommende Schulreform, Ausarbeitung der l ehrpläne, die Neuordnung des Schuljahrs denken. 3ood) ist es nicht unsere Sache, über Dinge zu reden, lie ohne unser Zutun von den Behörden entschie- l$n werden. Es widerspräche dem Führerprinzip, tier eine parlamentarische Debatte zu eröffnen. Später jedoch, wenn die betreffenden Verfügungen ergangen sind, wird es Sache der Lehrerschaft fein, fie durchzuarbeiten und sich ihren Inhalt zu eigen M machen. Dann ist die Schulgemeinschaft der rich- t ge Ort für die Aussprache. Auch Fragen von all- csemein pädagogischer Bedeutung gehören in ihren fcreis. Es dürste sich auch empfehlen, die von ber ifcerften Leitung eingeorbnete Durcharbeitung ber t (4) eugenischen Schriften in ben Schulgruppen norzunehmen. Denn erstens haben bie zu erarbeiten Erkenntnisse über Vererbung, Rasse unb lßrbgesunbheitslehre nicht nur fachliche, sonbern tirunblegenbe Bebeutung. Unb zweitens erscheint aerobe hier ber Gebankenaustausch zwischen Biologen unb Laien besonbers anregenb. Es wirb baher Sache ber Schulgruppenleiter fein, bie technischen Aorbereitungen für biefc Tagungen zu treffen. Nun bleibt noch bie eigentliche Facharbeit übrig. J.br liegt ob, bie nationalsozialistische Gebankenwelt cuf bie einzelnen Lehrgebiete zu übertragen unb triefe in ben Rahmen einer völkischen Gesamter- iebung organisch einzuorbnen. Es kann hier zu linem Äuftauen erstarrter Massen, zu innerer Unv hriftaUifation bes Stoffs unb zum Auftauchen ganz teuer Lehrziele kommen. Viel unnötiger Ballast Ioirb ausqefchieben werben müssen. Beschränkung c uf das * Wesentliche erscheint als vordringliche Zfiicht. Was wesentlich ist, darum werben wir geistig zu ringen haben. Es wirb em großes Maß (Df er do 11 er Kleinarbeit nötig fein, um vorwärts zu lammen. Erfolg kann nur erwachsen aus ber l-benbigen Anteilnahme aller. Es gibt wohl kaum tinen Fachgenossen, ber nicht von irgend einem Problem innerlich ergriffen wäre, der nicht um bie Bewältigung ber an ihn herantretenden Aufgaben länge, ober nach einem gangbaren 3Beg fuc^te. Seine Fachschaft soll ber Ort fein, wo er sich aus- svrechen, feinen Zweifeln Luft machen unb feinen Ahnungen lebenbige Gestalt «eben kann. Hier ist er cufgerufen zu selbständiger Arbeit. $ier tarnt er tu einer ganz bestimmten Stelle ben ®obrer an- s-tzen unb sich hineinarbeiten in bas {probe Gestern nuferes Wirkungsbereichs. Gernbe auch bie lugend- lchen Kräfte finb zu aktiver Mitarbeit aufgerufen Sn ihnen wühlt bas Fragen unserer Zett am l-benbigsten; sie finb vor allem berufen, mit revolutionärem Schwung bie Dinge vorwärts zu trei- beu bie nur allzu leicht versacken .. Das Arbeitsfelb ist unenblich groß und viel^e|tal- Im Einvernehmen mit bem Führer bes fReid)s- SA.-Hochschulamtes beim Obersten SA.-Fuhrer bat — wie wir bereits kurz berichteten — ber Preußische Kultusminister R u st in einem Erlaß bie Zu- stänbigkeitsverhältnisse zwischen bem Institut für Leibesübungen unb bem SA.-Hochschulamt mit em= zehenben Anweisungen abgegrenzt unb bestimmt, oah bie Direktoren biefer Institute 3“künftig m ngste Zusammenarbeit mit ben q™3 ter-n treten sollen. Insbesondre soll sich biese Zusammenarbeit beziehen auf bie Platz. Handball im Gau XII der DT. Launsbach I — Krofdorf I 5:4 (3:2). Am vergangenen Sonntag trafen sich die beiden genannten Mannschaften zum fälligen Derdands- spiel in Launsbach. Trotz des schweren Bodens entwickelte sich ein flotter und fairer Kampf, ßauns- bach war ständig überlegen. In den er|ten URtnu- ten fiel bereits der erste Treffer für bie Platzbesitzer, die Gäste gleichen aber bald darauf aus. Mit 3:2 Toren für Launsbach wurden bie Seiten gewechselt. Krofdorf spielte nunmehr mit dem Wind, kam etwas auf, die Hintermannschaft der Platzbesitzer war aber nur sehr schwer zu überwinden. Vor allem zeigte sich der Tormann in ausgezeichneter Form. Mit dem Ergebnis von 5:4 Toren für Launsbach trennte man sich. Rassenmischung unb Verfall ber antiken Kulturen —| tret uni Raffe unb Geist — Wanblungen bes Rassebilbes im ’ "'tt-n beutfdjen Raum — Rasse unb Großstabt — Die Bedeutung des Führers in der Geschichte — Geschichte und Machtgedanke — Der Raum als Voraussetzung völkischer Gestaltung — Die Kolonisation. Die Stellung der deutschen Vorgeschichte im Un- Die Einheit im deutschen Hochschulsport Ausgaben gemeinsamer Arbeit. — Zuständigkeiten. Organisation. Organisation kann niemals Selbstzweck sein. Sie . ht nur bann Daseinsberechtigung unb Sinn, wenn b einer Idee zum Ausbruck verhilft. Wo das innere Leben fchwindet, ber Gehalt verbandst unb ber elifche Schwung nachläht, bleibt nur noch bie , lnube Form unb ber Leerlauf klappernder Ge- ; Lästigkeit. So kann auch die Organisation der achschaften im NSLB. nur bann iljre Maaben erfüllen, menn sie sich als Hilfsmittel für bie Durch- ' I tzung eines großen Gebankens weiß. Von^dieser ' krkenntnis aus ist alle Facharbeit zu betreiben, tebe Zusammenkunft muß Zeugnis ablegen von br Macht ber Bewegung, die hinter uns steht und Ilurch uns hindurch Wirklichkeit werden will. Die heiter der einzelnen Gruppen sind dafür oeranb wörtlich, daß keine Sitzungen „bürgerlichen Stils ntstehen, in denen uferlos über Dinge gerebel wirb, die man fo ober so ansehen kann, wobei sich hnn boch jeber heimlich um bie Entscheibung her- itnbrücft Es muß sich bei uns wirklich um Arbeitsgemeinschaften hanbeln, um bas Zusammen- tiirfen von Menschen, bie von bem gleichen Geist Isurchweht finb unb eine Art Gemeinbe bilben, unb B müssen wirkliche Ar beits-Gemeinschaften erwachsen, wo alle fröhlich am gemeinsamen Werke ,«hen. Wenn nicht jeber- Teilnehmer bas Gefühl ht, baß er Glied eines machtvollen Ganzen ist, lnß er von dem Gesamtleben her eine innere Be- r udjtunq erfährt und sich feinerfeits mit freudiger lAtfchlossenheit in die Arbeit hineinstellen kann, ist hs ganze ziemlich zwecklos, ja gefährlich. Denn bie |i»ine Bürokratie erstickt jegliches Leben. Die Fachschaften finb Teile bes NSLB. Sie ar- Isiten in engem Zufammenhang mit ihm unb wissen sich als seine Unterglieberung. Aber sie treten ilemals aus seinem Rahmen heraus. Der NSLB. lEeibt, was er war: Brunnen ft ube bes (Seiles, Quellkammer bes Lebens, Wur- lfchoß der Ideen. Die Fragen der Welt- mfchauung werden nach wie vor in feiner Mitte cusgetragen. Er gibt die großen Richtlinien und die Antriebe. Die Fachschaften zehren immer nur von ?n Gütern und Werten, die er ihnen schenkt. Und erabe in ber Bezogenheit ber Fachschaften auf bie ibenbige Mitte bes Bunbes liegt bas Geheimnis inferes Tuns: baß es immer in Zusammenhang fceibt mit ben Quellen, baß es nicht seelenlos wirb inb erstarrt. Die lebenbige Klammer bes NSLB. Mietet weiterhin bie Gewähr bafür, baß wir mit innerer Facharbeit nicht ben Grunbsatz ber Ganz- leit verletzen, daß der Leitgedanke der einen, un- 1 ilbaren Lehrerschaft gewahrt bleibt, daß wir uns ,icht in den Winkel einer fachlichen Sonderstellung jurückziehen. Vom NSLB. beziehen wir das Form- Wsetz und den Gehalt unserer Arbeit. Es ist daher ^forderlich, daß die Fachschaften innerlich und (»ißerlich mit ihm verbunden bleiben. Dies muß \d) auch rein technisch auswirken. Alle in Frage bmmenben Stellen haben sich gegenseitig an die jianb zu gehen und am gemeinsamen Strang zu z-.ehen. Es wäre denkbar, daß zu. Beginn des Neu- cufbaues Unsicherheit über Zuständigkeiten und Befugnisse entstünde: das gemeinsame große Ziel muß j de ernstliche Reibung ausschließen und ein unge- hörtes Zusammenwirken gewährleisten. Im übrigen hegt bie Entscheibung bei ber obersten Leitung... Daneben haben bie Fachschaften ein reiches Felb eigener Betätigung. Es finb zunächst Gesamt- । Ita g u n g e n aller an einem Ort ansässigen Mit- illieber möglich, in benen vor allem bie Erträge ’ger Einzelarbeit zusammengefaßt unb abfchließenb Durcharbeitung ber 3 (4) eugenischen Schritten s^eitere gufe Leistungen zeigten B in ben Schulgruppen unter Leitung der Schul- ^erb ert im Kraulschwimmen 100 ------ obmänncr. (Gemäß Verfügung des Kreisob- oeiten DOn 1-97,8 und 1:11, wobei Braun nur den manns und Bezirksobmanns.) oieiivn Plutz ÄUgefprochcn bekam. Im 200 Die Schriften heißen: Kuhn — Kranz, Don Brustschwimmen für Herren starteten die Brüder deutschen Ahnen für deutsche Enkel. Helmut, u unb Friedrich Baumann und erreichten Volk in Gesahr. Graf, Die Bildungs- und Er- o » cAL 2.12 s»« britton him hon vierten ziehungswerte der Erblehre, Erbpflege und Rassenkunde. — Die Schrift von Jörns ist vorläufig zurückzustellen. (Bericht bis 25. Januar.) 2. Einrichtung der Fachgruppen durch die Fach- Geistesgeschichte. Die Auswahl des Stoffs unter dem Gesichtspunkt ........... • - rasst cher Eigenart: Das nordische Stilgesetz in Kunst nationalsozialistischen Weltanschauung heraus ge- unb Dichtung. — Romanische und germanische boren ist. Nur m diesem Falle wird die Arbeit Formgestaltung. — Pyramide. Parthenon und Köl- von letztem Ernst getragen fein. Em weiterer Em- ner Dom als Symbole verschieden gearteten Seelen- wand. Der Nationalsozialismus ist eine politische tums — Die Dichtung als typischer Ausdruck völ- Bewegung, die die Gegenwart umformen will, tischen Seins. — Das Heldische in seiner verschiede- Wird er zu einem Gegenstand, mit dem Schönnen Ausprägung. — Heimatgebundene Dichtung. —, geister und Intellektualisten ihr Wesen treiben, so Die Weltgeltung des deutschen Geistes. — Aesths- besteht die Gefahr, daß er ins Aefthetifch-Unver- tische Schau ober persönliche Entscheidung? bindliche abgebogen wird und damtt seine Stoß- Die Stellung des altgermanischen Schrifttums im kraft und Wirklichkeitsnahe verliert. Schließlich will Unterricht — Die Auswertung der mittelalterlichen bie Lehrerschaft, der die Not der Zeit auf den Dichtung für bie Gegenwart — Dolksgeborene Dich- Nägeln brennt, nicht auf bem Felb der „objektiv- tung als Gemeinfchaftssymbol — Die Menfchheits- wissenschaftlichen" Geistesgeschichte spazieren geführt idee der klassi chen Epoche und der völkische Gedanke werden. Sie will Anleitungen für die praktische — Der politische Gehalt der Dichtung des neunzehn-; Unterrichtsgestaltung, unmittelbare Hilfe für ihre ten Jahrhunderts — Das Fronterlebnis und fein tägliche Arbeit, brauchbaren Stoff und klare Ziel- dichterischer Ausdruck — Die nationale Revolution, setzung. Diese Erwägung zeiat, wie schwer und ver- als Quellort dichterischer Gestaltung. antwortungsvoll schon die Wahl der Themen ist, Die Sprache als Ausdrucksmittel der Volkheit — bie der gemeinsamen Arbeit zugrunde hegen. Die Sprache und Rasse — Deutsche unb romanische -----------hnnn 9fr: Sprachbilbung — Norbische Sachlichkeit unb Sprachstil — „Die Sprache als Bilbnerin der Völker" — Sprachzucht als ^hcirakterfrage — Die Ueberfrem- bung bes beutschen Sprachguts — Munbart unb Wirtschaft Schach-Ecke. Bearbeitet von Otto Benkner. Auslandsrentenmarkt gaben Schweiz. Bundesbahn- Anleihen bis zu 1 d. Sy nach. U.a. notierten: Neubesitzanleihe 18,55, Altbesitzanleche 97,75, Schutz- oebietsanleihe 9,45, 6proz. Stadt Darmstadt v. 1926 85 50 öproz. wertbest. Stadt Frankfurt von 1926 83, 6proz. Frankfurter Hyp.-Bank Gold R 1 bis 4 93 5l/rproz. Frankfurter Pfandbr. - Bank - Liquid. 92 50 4prozentige Schweiz. Bundesbahn von 1912 137,50, 3'/-proz. do. 131, 4proz. Einheitsrumänen 3,40, Reichsbank 166,50, Gelsenkirchen 58, Harpe- n'er' 87,50, Kali Aschersleben 112, Mannesmann 59,75, Phönix 44,75, Rheinstahl 86,50, Stahlverein 38, Aku 42,50, Betula 120, Chade 152,25, Conti-Gummi 150, Scheideanstalt 164,50, JG-Far- ben 125,25, Gesfürel 88, Holzmann 68, Rütgers- werke 52, Schuckert 101,50, Reichsbahn-BA. 110,65, AG. für Verkehr 64,50, Lloyd 29,50. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 16. Ian. Auftrieb: Rinder 720, darunter 48 Ochsen, 8 Bullen, 664 Kühe oder Färsen, ferner Kälber 303, Schweine 766 Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen 25 bis 30, 20 bis 24 Bullen 22 bis 25; Kühe 21 bis 26; 16 bis 20, 12 bis 15; Färsen 22 bis 31. Kälber 32 bis 37, 24 bis 32, 12 bis 24. Lämmer, Härnrnel und Schafe nicht notiert. Schweinemarkt fand gestern statt. Marktverlauf: Rinder schleppend, Ueberstand. Kälber ruhig, langsam geräumt. Kölner Buttermarkt. Köln, 16. Ian. Deutsche Markenbutter 133 bis 136 (unv.); deutsche Molkereibutter, 1. Qualität 132 (uno.); deutsche Molkereibutter, 2. Qualität 127 Mk. (Uno.); deutsche Molkereibutter, 3. Qualität nicht notiert. Schwächer lagen Schöfferhof-Binding mit 173,75 nach 178 v. H. — Tagesgeld blieb zu 3,50 v. H. unverändert. Abendbörse: Sehr ruhig. Die Abendbörse lag infolge der durch die ameri- konische Währungsunsicherheit verursachten Zuruckhaltung nahezu geschäftslos. Die Stimmung war jedoch nicht unfreundlich, indessen bröckelten die Kurse auf Grund der Geschäftsstille gegenüber dem Berliner Schluß um etwa 0,25 bis 0,50 v. Sy ab. Der plötzliche Rückgang der Energieversoraungs- werte an der heutigen Berliner Schlußborse hat die Zurückhaltung eher noch verstärkt, Bekula waren hier aber um 0,75 v. H. erholt, gegen den Frankfurter Schluß büßten sie allerdings noch 1,50 v. H. ein. Bon den zunächst zur Notiz gekommenen Werten gaben IG.-Farben 0,25 v.H. W= nir 0,38 v. H. und Schuckert ebenfalls 0,38 v. H. nach, anderseits konnten sich Scheideanstalt erstmals seit einigen Tagen wieder leicht (plus 0,50 v. H.) und von Auslandswerten Chade um 0,75 Mark befestigen. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr still und brachte im Anschluß an die Mlttagsborse weiter abbröckelnde Kurse. So verloren Altbesitzanleihe 0,38 v. H., Neubesitzanleihe 10 Pfennig und späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 vH. Reichsmark-Obligationen und Dollar-Bonds hatten kein Geschäft, aber auch kaum Kursoeränderungen aufzuweisen. Don .Stadtanleihen zogen 6 v. H. Darmstadt um 0,50 v. H. an. Goldpfandbriefe a- gen, soweit sie notiert wurden, unverändert. Am * Der Güterverkehr auf der Lahn. Im Monat Dezember 1933 wurden an Gütern verfrachtet 1349 Tonnen, und zwar xu Berg 490 Tonnen, zu Tal 859 Tonnen. Geschleust wurden im Monat Dezember 1933 je 9 Güterschiffe zu Berg und zu Tal, je 1 Motorpersonenboot zu Berg und zu Tal, sowie 1 Kleinfahrzeug zu Berg und 3 Kleinfahrzeuge zu Tal. Infolge der starken Vereisung der Lahn mußte die Schiffahrt ab 6. Dezember eingestellt werden. * Der Siegerländer Erzabsatz im Jahre 1933 um 57 v. H. gestiegen. Im Siegerländer Erzbergbau ist die Jahresgesamt' förderung gegenüber dem Jahre 1932 um 54 v H. gestiegen, während sich der Absatz um 57 v. H. erhöht hat. Die Vorräte konnten um 3 028 Tonnen auf 48 251 Tonnen gegen 115 248 Tonnen Ende des Vorjahres vermindert werden, während sie im Januar 1932 noch 187 000 Tonnen betrugen. Sie sind also in den letzten zwei Jahren um mehr als das anderthalbfache eines normalen Monatsabsatzes zurückgegangen. ♦ Neue Lastkraftwagen - Bestellungen der Reichsbahn. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn - Gesellschaft hat das Reichsbahn-Zentralamt beauftragt, bei der straft- Wagenindustrie im Anschluß an die gegenwärtige Lieferung von 1150 Lastkraftwagen noch weitere 720 Lastkraftwagen, und zwar 30 Stück mit 1 k Tonnen, 16 Stück mit 3 Tonnen und 26 Stuck mit 5 Tonnen Nutzlast, in Auftrag zu geben. Um Die verkehrliche und technische Entwicklung des Lastkraftwagens zu fördern, werden ferner zu Versuchszwecken einige Wagen mit Holzgasantrieb und solche mit Dampfantrieb in Bestellung gegeben. Im ganzen beträgt der für Lastkraftwagen-Lieferungen ausgeworfene Betrag 30 Millionen Mark. frankfurter Börse. Mtiagsbörse: etwa behauptet. Frankfurt a. M., 16. Jan. An der heutigen Börse war das Geschäft wiederum klein. Die angekündigten Maßnahmen Roosevelts brachten gewisse Unsicherheit und einen Rückgang des Dollarkurses, auch das englische Pfund lag im Zusammen- hang damit schwächer, zumal man unter Umständen mit gleichen Maßnahmen der englischen Regierung rechnen kann. Dieser Schritt würde zur Folge haben, daß die Beziehungen zu den Exportländern neuen Schwierigkeiten unterworfen würden. Am Markte der Dollar-Bonds lagen diejenigen Werte, die von Amerika noch arbitriert werden können, schwach und gaben bis zu 1,50 v. H. nach. Stahlverein-Bonds verloren 0 n0 v. H. Von deutschen Anleihen konnten sich Altbesitz um 0,13 v. H. befestigen, späte Reichsschuldbuchforderungen lagen aut behauptet und Neubefitz unter mehrfachen Schwankungen 0,25 v. H. niedriger. Am Aktienmarkt wurde die Mitteilung von erhöhtem Kali- Inlandsabsatz mit Befriedigung vermerkt. Die Tendenz war etwa behauptet. Farbenindustrie bei kleinen Umsätzen + 0,40 v. H., auch Metallgesellschaft 0,50 v. H. höher, dagegen Scheideanstalt erneut unter Druck und 2 v. H. schwächer. Montan- werte lagen meist etwas niedriger, Klöckner — 1 v. H., Rheinstahl und Mannesmann je —0,25 v. H., andererseits Harpener 0,75 v. H. und Mansfeld Bergbau 1,25 v. H. höher. Elektrowerte lagen uneinheitlich, Gesfürel aeroannen 1 v. H., Schuckert gingen 0,25 v. H. zurück. Von Zellstoffwerten konnten Waldhof 2,25 v. H. anziehen. Im einzelnen: Daimler — 0,25 v. H., AKU. —0,50 v. H., Continental Gummi 4- 0,25 o. H. Im Verlaufe ging das Geschäft am Renten- markt noch eine Kleinigkeit zurück. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen verloren bis 0,25 v. H., Neubesitz dagegen konnten zunächst 10 Pf anziehen, lagen aber gegen Schluß wieder 20 Pf. schwächer. Staats-, Länder- und Stadtanleihen lagen ruhig und gingen teilweise bis 0,50 v. H. zurück. Dollar-Bonds und Reichsmark-Obligationen büßten erneut bis etwa 1 v. H. ein. Gold- und Liquidationspfandbriefe waren vernachlässigt und gaben größtenteils um 0,50 bis 0,75 v. H. nach. Kommunal-Obligationen lagen teils behauptet, teils bis 0,50 v. H. schwächer. Fremde Werte lagen ruhig, Schweizer Bundesbahnen weiter abbröckelnd. Am Aktienmarkt blieb das Geschäft mit Ausnahme von Farbenindustrie ruhig. Bei stärkerer Nachfrage notierten IG. Farben bei 125,50 nach 124,25 v. H., Gesfürel verloren ihren Anfangsgewinn von 1 v. H., auch Bekula, Conti Gummi und Chadeaktien waren um weitere 1 v. H. bzw. Mark abgeschwächt. Andererseits lagen Klöckner 0,75 ü. Sy, einige andere Montanwerte 0,25 höher. Am Elektromarkt kamen Siemens mit 143,50 nach gestern mittag 145,13 o. H. zur Notiz. Am K a s s a m a r k t traten feine wesentliche Veränderungen ein, nur Grün 8- Bilfinger waren erneut um 4,50 v. H. auf 208,50 v. H., ferner leere 2G Chemie-Basel um 2 v. H. auf 139 v. Sy erhöht. Problem Jlr. 359. Don L. Vetesnik, Osyky. Weiß 6 Steine: Khl; Df7; Tb6; 865; Sg6; Be2. Schwarz 12 Steine: Ke4; Lei; Lh3; Ta4; Sg2; Bc2, c3, c4, a3, ad, 15, g4. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Problem Nr. 360. Von A. F. Arguelles, Barcelona. Weiß 10 Steine: Kc7; Del; Ta4; Te8; La2; La7; Sc4; Sg3; B62, e6. Schwarz 10 Steine: K65; Dc3; La3; Lhl; Sal; Sgl; B63, a5, 66, 16. Weiß zieht und setzt in z w e i Zügen matt. Partie Nr. 254. Eine Schönheitspreis-Partie! Aus dem 1. Nationalen Hauptturnier in Altona- Bahrenfeld 1933. Weiß: Dr. Taube. Schwarz: von Hennig. 1. e2—e4, e7—e5. 2. Sgl—13, Sb8—c6. 3. Lfl—b5. (Die spanische Eröffnung.) 3. ..., a7—a6. Heutzutage die beliebteste Verteidigung, da Schwarz den Vor- toß b7—b5 zur Verfügung hat. Die Verteidigung 3. ..., Sg8—16 ist ebenfalls völlig korrekt.) 4. Lb5 —a4. (Hier kommt auch das Schlagen des Springers auf c6 in Frage, was oft mit gutem Erfolg angewandt wurde. Hiernach könnten sich folgende Spielweisen ergeben: I. 4. Lb5Xc6, d/Xc6. 5. 0—0, Lc8 —g4. 6. H2—h3, h7—h5, und Weiß darf den Läufer wegen h5Xg4 nebst D68—H4 nicht schlagen. II. 4. Lb5 Xc6, 67Xc6. 5. 62—64, e5X64. 6. D61X64, D68 X64. 7. S13X64 mit minimalem Tempovorteil für Weiß. Diese Fortsetzung ist heute wieder sehr aktuell. Der bekannte Kölner Meister K i e n i n g e r hat damit in letzter Zeit ausgezeichnete Erfolge erzielt.) 4. ..Sg8—16. 5. 0—0. (Gilt als das Stärkste!) 5. ..., L18—e7. 6. TH—el. (Der jetzige Weltmeister Dr. A l j e ch i n bevorzugt 6. D61—e2 mit der Absicht, die 6-Linie mit dem Turm zu besetzens 6. ..., b7—b5. 7. La4—b3, 0—0. 8. 62—64, Sc6X64. 9. S13X64, e5X64. 10. c2—c3. (Selbstverständlich kann Weiß den Bauern 64 nicht mit der Dame schlagen, da er dann noch c7—c5 und c5—c4 eine Figur verlieren würde. Ob das von Weiß mit dem 8. Zuge gebrachte Bauernopfer als korrekt gelten darf, ist noch nicht hinreichend geklärt. Jedenfalls ! erhält Weiß ein freies und offenes Spiel mit guten Angriffs-Chancen.) 10. ..., 64Xc3. 11. SblXc3, ! c7—66. 12. 12—14, Lc8—e6?. (Besser dürfte Lc8-b7 sein, da der weiße Bauernsturm (g2—g4) zu pa« rieren ist.) 13. Lb3—c2, c7—c6. 14. 14—15! (Jetzt zeigt sich der Nachteil der Läuferstellung auf eß. Weiß kommt mit Tempo gewinn zu gefährlichen Bauernvorstößen.) 14. ..., Le6—c8. 15. Lei—14, Lc8-b7. 16 D61—13. S16—e8. 17. Tal—61, Le7 —g5. 18. L14—g3, Lg5-h4. 19. e4-e5! Dd8-b6+. 20. Kgl—hl, Lh4Xg3. 21. D13Xg3, 66Xe5. 22. 15 —16! (Ein Vorstoß, der dem Gegner vollkommen unerwartet kam.) 22. ..., Se8X16. (Von Hennig, noch unter Dem Eindruck der Ueberraschung stehend, trifft nicht die beste Verteidigung. Eine Feststellung, die man auf Turnieren oft machen kann. Nach 22. ..., g7—g6! ist ein zwangsläufiger Gewinnweg für Weiß nicht zu sehen. Aus 23. Dg3—h4 könnte c6—c5 geschehen. 23. 161—66! (Die Pointe. Weiß droht 166X16 mit sofortigem Gewinn. Aus 23. ..S16—e8 folgt 24. Sc3—65, Db6—c5. 25. Lc2Xh7+, Kg8Xh7. 26. Dg3—h4+, Kh7—g8. 27. Sd5—e?+ und matt. Auch 23. ..., Kg8—H8 würde T66X16 nicht verhindern.) 23..... 816—h5. 24. Dg3—h4, g7—g6. 25. TelXe5L (Es droht Te5Xh5.) 25. ...» Ta8-68. (Hebt die Drohung Te5Xh5 auf, wegen T68X66. 27. Th5Xh7, Db6—64 mit genügender Parade.) 26. Sc3—65. (Eine neue Ueberraschung.) 26. ..., TaS X66. (Die schwarze Dame ist nicht mehr zu retten, z. B. 26. ..., Db6—a5. 27. 865—e7+, Kg8—h8. 28. Te5Xh5 mit Vernichtung.) 27. Sd5+b6, c6—c5. 28. Te5Xh5!, g6Xh5. 29. Dh4—g5+, T66—g6. 30. Lc2Xg6, 17Xg6. 31. h2—h3. Aufgegeben. Eine von dem Hamburger Meister glänzend durchgeführte Angriffspartie. Lösung des Problems Nr. 357. Von Johann Berger. 1. Le3—b6!, c7—b6. 2. D12-16, b6—b5. 3. c4Xb5, Ke4—65. 4. D16-c6+ matt. 1. ..., c7—c6. 2. c4—c5, Ke4—65. 3. D12—15, K65—c4. 4. Df5—e6+ matt. 1. ...» c7—c5. 2. K62—61, 63—62. 3. Lb6—a5, Ke4—63. 4. D13—12+ matt. Lösung des Problems Nr. 358. Von Johann Berger. 1. Db5—11!, K beliebig. 2. Df 1X17, K beliebig. 3 D17—14+ matt oder 3. D17—65+ matt oder 3. Df7—c7 + matt. 2lus der Schachwelt. Aus dem vom Landesverband Mittelrhein veranstalteten Turnier um die Schach-Rheinmeisterschaft in Wiesbaden ging Engels (Düsseldorf) mit 8 Punkten als Sieger hervor. Es folgten: Hussong (Mannheim) und Orth (Darmstadt) je 6)4, Heinrich (Ludwigshafen) 6, Borgardts (Köln) 5)4, Ulrich (Kreuznach) 4, Bernd (Saarbrücken) 3)4, Loose (Düsseldorf) 3, Breuer (Köln) 2, Stof- f e l (Saarbrücken) 0. Im Kampf um die Berliner Meisterschaft 1934 lieferten sich die Meister A h u e s und S ä m i s ch mit je 8)4 Punkten aus 11 Partien ein totes Rennen. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttfch. Das Huhn. Kleine Szene in der Dorstadt. Ein Herr schlendert eine stille Dillenstraße hinunter. Wer spaziert auf dem Bürgersteig einher? Ein Huhn. Der Herr klingelt an der Gartenpforte des nächsten Hauses. „Hier draußen geht ein Huhn spazieren. Gehört es vielleicht Ihnen?" — Die Frau des Hauses zeigt sich interessiert: „Ach wirklich? Vielleicht ein braunes Huhn?" — Der Herr guckt. „Ja, es ist ein braunes Huhn." — „Einen Augenblick! Da muß ich doch gleich mal herauskommen!" — Alsbald erscheint sie auf Der Straße, betrachtet das friedlich pickende Feoeroieh, schüttelt gedankenvoll den Kops: „Nein, das ist nicht unser Huhn". Und nach einer Weile: „W i r haben auch gar keine Hühner." Ganz falsch. Die fünfjährige Eri interviewt wieder einmal ihre Mama: „Wie alt warst du, Mammi, als du mich getauft hast?" (Für Eri ist getauft und geboren ein und derselbe Prozeß.) „Achtundzwanzig Jahre war ich damals!" erwiderte die Mama, gespannt, was nun noch kommen soll „Und wie alt wirst du fein, Mutti, wenn ich zwanzig Jahre bin?" fragt Eri, deren Wißbegierde sich auch auf das Zukünftige erstreckt. Die Mama kopfrechnet und stellt fest: „Dreiundvierzig Jahre, mein Kind". (Im stillen aber denkt sie: 28 + 15 ist noch lange nicht 43.) Eri ist mit diesem Resultat gar nicht zufrieden, und es fehlt nicht viel, daß ihr die Tränen kommen. Sie will, wie alle Kinder, eine ewig junge Mutter. Vorwurfsvoll sagt sie: „Da hast du nun gedacht, daß du es richtig ge- macht hast. Ganz falsch hast du es gemacht. Als du vierzehn Jahre warst, hättest Du mich taufen müssen." Aus aller Welt. Vier lote bei einem Autounglück in Frankreich. Ein schwerer Automobilunfall, der den Tod von vier jungen Leuten zur Folge hatte, ereignete sich am Dienstagabend auf.der Landstraße von Air nach Marseille. Ein mit fünf Personen besetztes Automobil fuhr gegen Mitternacht i n voller Fahrt auf einen in Fahrt befindlichen Lastkraftwagen auf. Vier Insassen kamen ums Leben. Die fünf jungen Leute tarnen von einem Abendessen, zu dem sie ein gemeinsamer Freund, ein Irrenarzt in Aix, eingeladen hatte. Es kamen bei dem Unglück ums Leben: der Sohn und die Tochter eines Gymnasialprofessors in Marseille, eine Medizinstudentin und der Eigentümer des Wagens. Der fünfte Insasse kam mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davon. Schreckensfahrt einer überfüllten chinesischen Dschunke. Ein schreckliches Ende nahm, wie Reuter aus Singapore meldet, der Versuch von 200 Chinesen, in einer winzigen Dschunke Singapore zu erreichen. Die Chinesen, die in ihrer Nußschale von dem südchinesischen Hasen Hainan aufgebrochen waren, gerieten auf der Fahrt nach Singapore in einen fürchterlichen Sturm, so daß sie sich in den für ihre Zahl viel zu engen Räumen unter Deck zusammen- drängen mußten. Dabei wurden 28 Fahrgäste in einem kleinen Raum derart zusammengedrückt, daß sie e r st i ck t e n. Die Leichen wurden über Bord geworfen. Schließlich lief die Dschunke den Halen von Groß-Cheribon an, wo 16 Fahrgäste zurück- blieben. Was mit den übrigen 156 Reisenden geschehen ist, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Line neue deutsche Himalaja-Expedition. Von einem neuen Angriff auf den „Berg des Schreckens", den Nanga Parbat im Himalaja berichtet Die „Neue Augsburger Zeitung". Danach hat in aller Verschwiegenheit Willy Merkl, einer Der bekanntesten südbayerischen Bergsteiger und Mitglied des Deutsch-Oesterreichischen Alpen- nereins, eine neue Himalaja-Expedition zusammengestellt, die bereits im Februar ihre Ausreise nach Indien und in den Himalaja antreten wird. Eine Reihe der bekanntesten deutschen Bergsteiger wird mit Merkl den zweiten Angriff auf Den Nanga Parbat, Der mit feinen 8120 Metern der siebthöchste Berg der Erde ist, wagen. Die Expedition besteht nur aus Deutschen. Zwei Teilnehmer haben Merkl bereits bei seiner ersten Nanga-Par- bat-Expedition begleitet, zwei andere waren D i) - rensurths Begleiter bei dessen Angriff auf Den KangchenDzoenga im Jahre 1930, Drei hatten an der deutschen Kaukasus-Expedition im Jahre 1929 teilgenommen. Die Expedition wird den zweiten Angriff auf der Route des Jahres 1932 unternehmen. Die Kenntnis des Gebietes wird also beim zweiten Ansturm der Truppe wohl zustatten kommen und ihr schon von vornherein einige Erleichterungen bringen. Ein Todesopfer beim Zusammenstoß zweier französischer Militärflugzeuge. Zwei Militärflugzeuge des dritten Fliegerregiments in Chatellerault stießen auf einem Uebungs- fluge in 1500 Meter Höhe zusammen. Dem einen Piloten gelang die Notlandung; Der Führer der anderen Maschine kam beim Absprung mit dem Fallschirm, Der sich nicht öffnete, ums Leben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt vetchtossenen Dividende an — Relchsbankdiskont 4 o H Lombardztnsfuß 5 o. H. .vrantrur Dl -Seri” Vranffun a. JJl flertln Schluß« hirt Gchlußl. Abend« börse Schluß» für* SchluSk Mittag« dürfe Schluß» tur4 Schluß!. Abend« bSrsc Schluß» kur« Schluß!. Mittag» dSrir 'Datum 15.1 16.1 15.1 16.1 Datum 15.1 16-1 15.1- 16-1. •% Deutsche Reichsanleihe o 1927 96,25 96 95,9 96 4% desgl. Serie II 5,5 4,0?5 5,5 4,1 5,5 3,9 6% ehern.7% Tl. Reichsanl. v. 1929 100 100,20 100,13 100,20 5% Rumän. vereinh- Rente v. 1903 4'05 6%% Boung.Änleche oon 1930 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit AuSlos.-Rechten 95,75 98,4 95,5 97,75 98,6 95,5 98,13 4^%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 4% Rumänische veroinh. Rente .. 8 ¥»% QInatolter 6,25 3,45 27 6,25 3,40 3,45 27-4 6,25 3,45 27 De«gl. ohne illuslos.-Rechte ..... 6% ehern.8% Hess. BolkSstaat 1929 19,05 18,55 19,05 18,65 (cuckzahlb 102%) 95 94,5 95 94,75 xamvurg.ÄmerUa-Paket 0 28,5 28,25 28,5 28,5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Hamburg-Sudam. Dampfschiff 0 23 Gold R. 12 93,5 93 93,75 Hansa-Dampfschif, ......0 _ _ _ Hess LandeS-Hypotheken« oanf Darmstadt Liam Norddeutscher Lloyd .... 0 29,65 29,5 29,65 29,5 93,25 92,75 —. _ ’ä.® für Verkehrswesen Akt. . 0 64,75 64 5 64,75 64,5 Cberhellen Provinz-Anleihe mit Aeritner Handelsgesellschaft . 4 88 87,75 88,25 88 Auslvs.-Rechten 93,5 94 — V-ommcrg. und Privat-Bank . O 51 .5 50,25 5b5 50,5 Deutsche Komm Sammelabl. An> deutsche Bank und Diöconto. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern 8% Franks Hyp.-Yank 96,9 96,65 96,65 96.75 Gesellschaft........ 0 Dresdner Bank...... ' " n 57 55,75 61,5 57 61,5 56,25 61,5 Goldpse 15 unkündbar bis 1935 <% ehern 7% Franks Hyp.-Bank 93,5 93 _ ReichSbank ......... 167 166,5 167,75 166,5 Goldpse 16 unkündbar bis 1936 6^1% ehern