Nr. 269 Erstes Blatt 184. Jahrgang greitag, 16. November 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-vezugLpretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsvrechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Krantturt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Sefchöftrstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Weiter im Kampf gegen Hunger und Kalte! Oie Winterhilfe und Oeutschlands Ringen um wirtschaftliche Selbständigkeit. Von Or. Wilhelm Frick, Reichsminister des Innern. Oie Balkanentente. Von unserem W.-E.-B.-Berichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Istanbul, November 1934. Nach der Beisetzung des jugoslawischen Königs hatten sich die Außenminister der Staaten des Balkan Pakts, wie erinnerlich, in Belgrad zu einer außerordentlichen Tagung versammelt, um jenes aufsehenerregende Kommunique zu verfassen, aus dem man schließen zu können glaubte, Kleine Entente und Balkanpakt seinen nun zwei „gleichgeschaltete" Einheiten geworden. Mit einiger Spannung wurde daher der Tagung von Ankara entgegengesehen, die bereits bei der Verkündigung ber Balkanentente in Aussicht genommen worden war. Daß sie mit dem höchsten türkischen Staatsfeiertag, dem Republikfest, zusammenfiel, war «ine besondere Ehrung für die Türkei, die ja von Anfang an durch ihren Außenminister T e w f i k R ü s ch t ü Bey die treibende Kraft beim Werden Les Balkanpaktes war. Die ehrende Geste wird sich, Diesmal an Rumänien gerichtet, am 10. Mai 1935, dem rumänischen Nationalfest, wiederholen. Das ist der Termin der nächsten Zusammenkunft Der Balkanaußenminister. Ein zehntägiges Erscheinungsverbot für wier der wichtigsten türkischen Zeitungen mußte ,als interessantes Vorspiel zu der Konferenz von Ankara betrachtet werden. Bald nach der Rückkehr 'Rüschtü Beys aus Belgrad fand nämlich eine nicht- iöffentliche Sitzung des türkischen Parlaments statt, rin der über außenpolitische Dinge verhandelt wurde. Die Zeitungen hatten sich in ungeschickten Andeutungen über den Inhalt der Geheimsitzung ergangen runb wurden dafür gemaßregelt. Immerhin steigerte stich durch diese Vorgänge — Geheimsitzung und Leitungsverbot — die Spannung. Man erwartete -geradezu, daß der schon in Belgrad betretene ge- nneinsame Weg der Kleinen und der Balkanentente zu Ende gegangen und durch bindende Ab- »nachungen gefestigt würde. So weit ist es nicht gekommen. Die Kleine Entente wurde überhaupt nicht erwähnt. Griechenland hat ja allzu deutlich seine A b l e h - m u n g bekundet, bei einer außerbalkanischen Er- »veiterung des Balkanpaktes mitzumachen. Und daß inan auch in Griechenland bei aller Befürwortung des Balkanpaktes noch eine „Privatmeinung" hin- ßichtlch der interbalkanischen Beziehungen hat, ist Rängst bekannt. Es war auch gar nicht nötig, den Lusammenschluh der Kleinen Entente mit der Walkanentente zu verkünden. Zwei Staaten: Ru- nnänien und Jugoslawien, gehören beiden Verbänden an, und in diplomatischen Kreisen »glaubt man wohl zu Recht, daß auf der Brücke über Diese beiden Staaten auch die Türkei einen yrnar unausgesprochenen, aber doch bestehenden Anschluß an die Kleine Entente gefun- lden hat. Die kommenden Monate werden zeigen, in welscher Form die „Beziehungen der Freundschaft und lder Allianz" gedacht sind, die nunmehr wechselseitig rund sich überschneidend von Prag bis Ankara be- sstehen. Die Arbeitsleistung der Tagung kam in .einer langen offiziellen Verlautbarung zum Aus- Druck, in der das Statut der „Balkanentente" und nhr organischer Aufbau festgelegt wurden. Die Leitung der Balkanentente — der Ausdruck Balkanpakt" ist fallen gelassen worden und durch Das, stärkere Bindungen anzeigende Wort „E n - tt e n t e" ersetzt worden — liegt in den Händen der wier Außenminister, die den „S t ä n d i g en Ra t" gbilden, dessen Entscheidungen über die gemeinsame «Politik einstimmig zu fassen sind. Dieser Rat muß zweimal im Jahre zusammentreten. Ein ständiges Generalsekretariat, das, wie das Präsi- foium, alljährlich in einer anderen Ententehauptstadt Reinen Sitz bat, besorgt die Geschäftsführung. Die Organisation der Balkanentente trägt also genau Die gleichen Züge wie die Kleine En- Rente! Besonderes Gewicht wurde auf den Ausbau Der Wirtschaftsbeziehungen gelegt, wofür ein st ä n d i g e r W i r t f ch a f t s r a t eingesetzt -wird. Zu seinen nächsten Aufgaben wird die Schaf- ffunq einer B a l k a n b a n k gehören, deren Grün- Dunq schon vor Ankara beschlossene Sache war. Be- geichnend ist, daß in Wiederholung einer programmatischen Tischrede T i t u l e s c u s , die Schaffung neuer Handelswege von der Donau über das Schwarze Meer nach Asien angekundigt wurde um ven Warenaustausch zwischen Mitteleuropa, dem Balkan und Asien zu verstärken. Wie dieser plotz- !ich entdeckte „Drang nach Osten" der Klemen En- liente zu verwirklichen sein wird, muß die Zukunft .ehren. Vorläufig kann man diese neuartige wirtschaftliche Wegrichtung wohl eher als Bestätigung Dafür ansehen, daß weder die Kleine Entente, noch Oie Balkanentente, noch beide Verbände zusammen in der Lage sind, sich wirtschaftlich zu ergänzen. Vorläufig ist die Wirklichkeit noch immer die, daß Rumänien, Jugoslawien, Griechenland und die Türkei in großem Maße vom deutschen Abnehmer ihrer landwirtschaftlichen E r- Zeugnisse abhängig sind. Die politische Aussprache in Ankara stand unter dem Eindruck des Marseiller Alten- : a t 5, Titulescu bestand darauf, daß der tote Kö- iig von Jugoslawien nicht nur ein Anrecht auf die Fortsetzung seiner Politik habe, sondern auch auf Licht und Sühne". Licht ist noch nicht geworden; He Untersuchung läuft weiter, und je nach ihren Ergebnissen wird es sich zeigen, wie weit, dem jugoslawisch-rumänischen Wunsch entsprechend, der Londoner Pakt über die Bestimmung (es Angreifers herangezogen werden kann. Oavon wird schließlich auch abhängen, w e r zu fihncn hat und wie die Sühne aussehen wird. Im 1 Zusammenhang mit dem Attentat von Marseille Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat das deutsche Herz und das deutsche Gewissen zum Winterhilfswerk aufgerufen. „Kein Deutscher soll hungern und frieren" wird auch heuer die Losung im Kampf gegen die Not sein, die der Winter den breiten Massen des Volkes bringt. Der Kampfruf des Führers findet uns diesmal besser g e r ü ft e t als im vorigen Jahre. Denn es ist kein Zweifel darüber, daß die deutsche Wirtschaft sich feit der Machtübernahme durch die Regierung Adolf Hitlers auf allen Gebieten des Binnenmarktes so sehr erholt hat, wie es selbst manchem Optimisten vor zwei Jahren unmöglich schien. Man vergesse nicht, welch trauriges Erbe die Regierung Adolf Hitlers übernahm: mehr als 6 Millionen Erwerbslose, die in hoffnungsloser Not dahinlebten, ein durch andauernde Krisen zerrütetes System, das nicht im entferntesten an einen systematischen Kampf gegen die zermürbende Zeitkrankheit der Erwerbslosigkeit dachte, das Reich nahezu am Rande eines offenen Bürgerkrieges, eines Kampfes aller gegen alle! Was Millionen noch zu Beginn des Jahres 1933 nicht zu hoffen wagten, ist geschehen. Der felsenfeste Glaube an den Sieg des Willens und des Geistes über die Materie hat das Wunder des Wiederaufstiegs der deutschen Nation vollbracht. Der Nationalsozialismus hat den breiten Massen die Lehre in die Herzen und Hirne gesenkt, daß der Staat kein Wirtschaftsbetrieb und keine Zusammenfassung von Unternehmungen zur Erfüllung bestimmter wirtschaftlicher Aufgaben ist. Er verkündete vielmehr, daß der wahre Staat eine viel höhere ethische Einrichtung der Menschheit, eine Gemeinschaft gleich- und ähnlich gearteter Lebewesen zur Vervollkommnung ihrer Art und zum Schutze ihrer Sprache, Kultur unb Rasse ist. Die Wirtschaft barf nur eines der vielen Mittel sein, die zur Erreichung des Staatszweckes nötig find. Der Nationalsozialismus hat d e n Pri - mat der Politik über d i e Wirtschaft wieder hergestellt. Im Deutschen Reich Adolf Hitlers herrscht nicht mehr die Wirtschaft über den Staat, sondern sie dient ihm. Damit ist der Staat den Händen der Jnterefsenten- haufen entwunden und kann wieder seinen hohen Zielen dienen. Kein wirtschaftlicher Druck kann die Staatsführung mehr zwingen, ihre Pläne und Ziele aufzugeben ober zu ändern. Der Staat ist im Innern unangreifbar geworden, und deshalb versuchen die ihm feindlich gesinnten Kräfte, die De- ftrutteure, die vor der Machtergreifung das Reich beherrschten, ihm von außen her Schwierigkeiten zu bereiten. Mit den Mitteln des Boykotts deutscher Waren versucht man vom Ausland her dem Reich zu schaden. Aber unsere Widersacher irren sich, wenn sie glauben, uns dadurch von unserem Ziele abzubringen. Die Boykotthetze und ihre Wirkungen zwingen uns zu A b - wehrmaßnahmen. Die verschärfen gegen unseren Willen die Wirtschaftskrise der Welt und erschweren die Beziehungen der Völker untereinander. Aber sie werden uns zu keinerlei Zugeständnissen veranlassen. Die Reichsregierung ist fest entschlossen, alle Auswirkungen der Boykottbewegung zu beseitigen, und sie weiß, daß sie das ganze deutsche Volk, gegen das ja der teuflische Plan der Boykottbewegung gerichtet ist, hinter sich hat. Sie hat aber auch durch die Machtmittel des Staates die materiellen Voraussetzungen geschaffen, um das deutsche Volk durch alle Schwierigkeiten hindurchzusteuern. Wir wollen gerade in diesem Winter der ganzen Welt ein Beispiel der inneren Geschlossenheit, der brüderlichen Hilfsbereitschaft und der nationalen Solidarität geben. Zum zweiten Male organisiert das Reich nach dem Befehl des Führers und Reichskanzlers das größte soziale Hilfswerk der Welt. Im vergangenen Jahre hatten wir mehr als vier Millionen Erwerbslose und deren Angehörige, die vom Winterhilfswerk betreut werden mußten. Im heurigen Jahr werden es um viele Hunderttausende, ja Millionen weniger sein, denn die Maßsteht auch der Beschluß, in Zukunft im Rahmen der Balkanentente eine ftänöige Zusammenarbeit der Sicherheit organe stattfinden zu lassen. Daß es sich dabei um gemeinsame Abwehr und Unschädlichmachung der zahlreichen auf dem Balkan bestehenden Derschwörerorga- n i s a t i o n e n und irredentistischen Verbände unzufriedener Minderheiten handeln wird, steht ganz außer Zweifel. Dennoch hat man — vielleicht zum letzten Mal — dem Beitritt Bulgariens die Tür offen gelassen. Daß der türkische Außenminister bei der Reise nach Belgrad den ersten Ankündigungen zuwider, aber nach Fühlungnahme mit den jugoslawischen Staatsmännern, den Rückweg nach der Türkei über Sofia genommen hat, daß Titulescu bei der Fahrt nach Ankara einen Umweg über Bulgarien nahm und im Anschluß an Ankara zu einem kurzen Besuch nach Sofia reifte, läßt darauf schließen, wieviel den Gründern der Balkanentente daran liegt, die durch Bulgariens bisheriges Fernbleiben vorhandene Lücke auszufüllen. Da diesmal der antirevifionistifche Ton fehlte, der sonst die Tagungen dieser Ententen auszeichnete, hofft man wohl, Bulgarien den Beitritt zur fBalfanentente schmackhaft gemacht nahmen der Reichsregierung zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit entlasten das Reich und die Wirtschaft in deutlich fühlbarer Weise. Noch immer aber werden es Millionen sein, die der Betreuung bedürfen, und von denen nach dem Wort des Führers keiner hungern und keiner frieren soll. Riesengroß ist das Werk, das es auch dies Jahr zu vollbringen gilt. Darum geht der Ruf eindringlicher als je an alle Volksgenossen: Opfert für die Winterhilfe! Ein Opfer fall jeder Mensch, der ein Einkommen aus Lohn ober Erwerb hat, für jene Volksgenossen bringen, die auch heuer noch der Notzeit grauen Herbstes und eines entbehrungsreichen Winters entgegengehen. Wer in warmer Stube fitzt und fein Einkommen hat, muß der Brüder in Not, die noch immer das harte Los der Erwerbslosigkeit tragen, gedenken und einen Teil feines Einkommens für sie gern und freudig opfern! Das warmfiihlende Herz, die hilfreichen Hände sollen alle Notleidende im ganzen Reichsgebiet zu haben. Man wollte wohl auch die zweiseitige bulgarisch-jugoslawische Verständigung nicht stören. Im übrigen hat im Namen des türkischen Volkes der Führer Gast Mustafa Kemal in einer Rede zur Parlamentseröffnung, in Anwesenheit der Vertreter der Ententestaaten, Den großen Wert der Entente für bie Wahrung ber nationalen Grenzen gekennzeichnet. Allerbings: Die Türkei ist ber Staat innerhalb ber Bünbnisregion von Prag bis Ankara, bem bie Aufrechterhaltung feiner nationalen Grenzen bie wenigsten Beschwerden verursacht. Die Türkei kann mit beneibens- roerter Ruhe, innerlich unb äußerlich befestigt, ber politischen Entwicklung entgegensehen unb kann sich auf ein Minbestmaß von weitgehenben Binbunaen beschränken. Unbehagen verursacht höchstens Die auflebenbe thrakische Jrrebenta, bie Verfolgung ber türkischen Minberheit in Bulgarien. Solange Bulgarien nicht ber Balkanentente am gehört, muß "sich bie Türkei zur Wahrung ihrer Grenzsicherheit auf ber europäischen Seite mit bem türkisch-griechischen Sonberbünbnis begnügen. Darüber hinaus pflegt sie angelegentlich ben Ausbau ihrer Beziehungen zu Jugoslawien unb Rumänien, im Rahmen des Balkanpakies, der erst dann verspüren unb bas herrliche Wort bes Führers und Reichskanzlers Abolf Hitler von ber nationalen Solibarität aller Deutschen verbürgen. Der beutsche Arbeiter, ber in biesen Tagen eine Lehre von ber „Hilfe ber Internationale" erhält, ber am eigenen Leibe bie Folgen ber Boykottbewegung gegen bie beutschen Waren, b. h. bie Wirkungen ber internationalen Hetzer gegen bie beutschen Arbeiter selbst zu fühlen bekommt, ber soll empfinben, baß an bie Stelle bes Hasses unb Betruges ber Internationale bie werktätige Liebe unb Hilfe ber nationalen Solibarität getreten finb. Wir alle wollen ben Notleibenben unb Erwerbslosen keine Gnabengeschenke geben, sonbern wie Brüber unb Schwestern einanber helfen. Wir wollen bem beutschen Volksgenossen im Arbeitskleid in selbverstänblicher Gemeinbürgschaft beistehen im Kampf gegen Hunger unb Kälte. Der Führer rief zum Kampf! Gebt freubig und viel! Es ist für das höchste Gut: Für unser deutsches Volk! wirklicht werden konnte, als die vor zwei Jahren betriebene Politik eines Dreierpaktes Türkei-Griechenland-Bulgarien durch den Widerstand Bulgariens vereitelt wurde. WillBelgraddenKönigemord vor den Völkerbund bringen? Belgrad, 15. Nov. (DNB.) Man glaubt, daß die südslawische Regierung den Königsmord vor den Völkerbund bringen werde, um dort feine Anklagen vor allem gegen Ungarn zu erneuern. „Vreme" stellt sechs Fragen an den ungarischen Ministerpräsident G ö m b ö s. Sie behandeln das A s y l r e ch t und wiederholen die Behauptung von der Ausbildung kroatischer Terrorristen in einem eigens errichteten ungarischen Lager. Als charakteristisch für den Ton sei bie letzte dieser Fragen im Wortlaut wiedergegeben: „Antworten Sie, Herr Görnbös, ob bie Finanzierung von Verbrechern, bie frembe Staatsoberhäupter erworben, auch zu bem berühmten Asylrecht gehört, auf bas Sie sich so verzweifelt berufen?!" „E ch o b e Paris" glaubt, mit Bebauern fefh stellen zu müssen, daß die römische Regierung sich Erziehung zur Gemeinschaft ist -er Weg zu einer neuen Volkseinheit. Reichserziehungsminister Rust über die Grundlagen und Ziele nationalsozialistischer Erziehung. Berlin, 15. Nov. (DNB.) Der Leiter bes Außenpolitischen Amtes ber NSDAP., Reichsleiter Alfreb Rosenberg, hatte bie biplomatischen Vertreter, führenbe Persönlichkeiten ber Partei unb bes Staates unb bie Presse zu einem Dortrags- abenb geloben, auf bem ber Reichsminister für Erziehung, Wissenschaft unb Volksbilbung, R u ft, über „Die Grunblagen ber nationalsozialistischen Erziehung" sprach. Er schilberte zunächst bie Lage in Deutschlanb nach bem Zusammenbruch von 1918, als Abolf Hitler sich entschloß, ben politischen Kampf für ein neues Deutschlanb aufzunehmen. Dieser Kampf habe eine einzigartige Auslese bebeutet. Es sei eine Charakterprüfung gewesen, wie sie in frieblichen Zeiten nicht möglich sei, so habe sich allmählich z. B. in ber SA. eine ganz neue Truppe gebilbet, bie bie Sammlung ber einfachsten aber unentbehrlichsten Tugenben gebracht hätte, bie ein Volk brauche, wenn es überhaupt bestehen wolle. Es seien auch bie Grunbzüge ber neuen Erziehung zunächst zwangsläufig, bann auch bewußt in ber Partei entwickelt worben. Immer roieber betonte ber Minister, baß alle Kämpfer freiwillig zu ben Fahnen geeilt seien — er betonte bas auch gegenüber bem Gerebe von einer angeblichen Diktatur — unb baß bie Männer ber Kampfjahre sich selbst freiwillig gebunben hätten. So habe sich erst bie SA., bie SS., bann bie Hitlerjugenb, ber Ar- beitsbienft unb neuerbings ber Gebaute bes Kamerabschaftshaufes entwickelt, ben ber Jugenb ebensowenig jemanb aufgezwungen habe wie z. B. ben Arbeitsbienst. Der Minister betonte bie Notwendigkeit einer echten Gemeinschaftserziehung für eine neue politische Führerschicht und streifte die Frage, ob für das studentische Kameradschaftshaus unter den heutigen Umständen die geeigneten Leiter ausreichend vorhanden feien, ob nicht auch die Gefahr bestände, daß das Kameradfchaftshaus zu einer Abkapselung der Studentenschaft gegenüber anbeten Volksschichten führen könnte. Grundsätzlich sei es ihm immer bewußt gewesen, daß sofort nach der Machtergreifung die Umstellung der gesamten Erziehung auf den Gemeinschaftsgedanken erfolgen mußte. In der Gemeinschaft mußte durch körperlichen Einsatz bis zum äußersten der neue Vollmensch gebildet werden, und das gelte besonders, wenn man eine Führerschicht schaffen wolle, sonst bekäme man eine Intelligenz, die dann fortliefe, wie 1918, wenn die größten Aufgaben zu leisten seien. Im weiteren Verlauf feiner Rede ging Minister Rust dann u. a. auf die Lehrererziehung ein. Früher fei der in der Großstadt erzogene Lehrer aufs Land gegangen und habe dort die Sehnsucht nach der Großstadt geweckt. Er wolle aber ganz bewußt den umgekehrten Weg gehen, daß der Lehrer das Leben dort kennen lerne, wo es sich noch unzerstört biete: auf dem Lande. In diesem Zusammenhänge sprach der Minister über das Landjahr, dessen Idee von ihm stamme. 22 000 Kinder aus den Großstädten, die feinen jugendlichen Frohsinn kannten, von denen viele nie eine Kuh gesehen hatten, arme verwahrloste Geschöpfe, habe man auf das Land gebracht. Wenn er heute die Landjahrkinder einmal besuche, so kämen ihm glückliche Menschen entgegen, die nicht mehr in die Stadt zurückwoltten. hier lernten sie die Grundlagen jeder menschlichen Ordnung kennen. Es sei auch unmöglich gewesen, die Landjahrkinder nach Konfession getrennt unterzubringen, denn es gelte endlich einmal, die Erziehung zum Bewußtsein als Deutsche allem voranzustellen. Wir wollen Protestanten und Katholiken nicht mehr als Substantiv haben, sondern nur katholische und protestantische Deut- s ch e. Grundgedanke der Erziehung müsse sein, baß bie wirkliche Einheit bes Volkes gewonnen werbe. Zum Schluß feiner Ausführungen wandle sich der Minister gegen solche Ausdeutungen feiner Schulpolitik, nach denen die humanistische Schule verschwinden solle. Er sei selber Altphilologe und werde das Gymnasium im ech - ten griechischen Sinne in dem auf die körperliche Erziehung der allergrößte Wert gelegt werde, wiederher st eilen. Der blaffe mit philologischen Kenntnissen überlastete Schülertyp solle verschwinden, um einem vollwertigen Menschen Platz zu machen. Abschließend wendete sich der Minister gegen die im Auslande manchmal vorkommende Umdeutung der neuen Erziehung als einer Erziehung zum Kriege. Die Jugend hänge am Wort des Führer und der Führer wolle nichts anderes als den Frieden in Ehren — aber nicht den Krieg. gegenüber Paris abwartend verhalte und noch nicht geneigt zu sein scheine, die südslawische Einheit als unabänderliche Tatsache hinzunehmen. Das sei kein gutes Vorzeichen, wenn der Völkerbund jetzt aufgefordert werden sollte, die angebliche Verantwortung Ungarns am Marseiller Anschlag zu pAfen. Italien vermeide gegenwärtig noch jede Stellungnahme. Es werde im Augenblick der Krise seine Entscheidung bekanntgeben, aber wegen dieser Verspätung drohe die Entscheidung selbst ihres vorbeugenden' Wesens beraubt zu werden. Musterlager für die Neichsautobahnen. Berlin, 15. Nov. (DNB.) Mit großer Tatkraft hat die nationalsozialistische Regierung den Bau der Reichsautobahnen in Angriff genommen. Von den vorgesehenen 7000 Kilometer Reichsautobahnen sind schon ungefähr 1000 Kilometer im Bau. Die erste Strecke der Reichsautobahn, die Straße F r a n k f u r t—M a n n h e i m, soll im Frühjahr nächsten Jahres, also IVr Jahr nachl ihrem Baubeginn, eröffnet werden. Die gewaltige Arbeitsleistung ist nur möglich ge-j wesen durch den Opfermut vieler tausender von deutschen Arbeitern, die sich bei geringem Lohn mit ganzer Kraft für das Werk einsetzten. Da die Reichsautobahnen vielfach a u f lange Strecken durch schwach besiedelte Gebiete führen, so sind die Baustellen oft sehr weit von der nächsten Ortschaft entfernt. Es ist daher unvermeidlich, daß von den beim Bau beschäftigten rund 70 000 Arbeitern annähernd 10000 in Lagern wohnen müssen. Da diese Barackenlager infolge des raschen Fortschreitens der Reichsautobahnen oft in sehr kurzer Zeit aufgestellt werden mußten, so ergaben sich in einzelnen Fällen Mängel, die besonders durch Eintreten der schlechten Witterung die Arbeitsfreude beeinträchtigen mußten. Dem Führer, dem das Wohlergehen aller am Werk der Reichsautobahn tätigen Arbeiter besonders am Herzen liegt, hat nunmehr die Deutsche Arbeitsfront veranlaßt, dafür Sorge zu tragen, daß die bestehenden Lager ausgebaut werden. Ferner sollen neue L a - aer errichtet werden, die als Musterlager für alle in Zukunft noch zu errichtenden Lager gelten können. Bewährte Arbeitsdienstführer sollen die Leitung der Lager übernehmen. Das Amt für Schönheit der Arbeit der Deutschen Arbeitsfront hat bereits die Arbeiten ausgenommen. England bereitet seine Verteidigung gegen Lustangriffe vor. Arsenale und Munitionsfabriken werden nach Westen verlegt. London, 16.71ov. (DNV. Funkspruch). „Daily Herold" berichtet, der Verteidigungsausschuh und das Kabinett hatten beschlossen, das königliche Arsenal von Woolwich an die West - oder 71 o r b- westküste Englands zu verlegen, um es gegen Luftangriffe zu schützen, hohe Offiziere der drei Waffengattungen hatten sich bereits nach einem geeigneten Gelände umgesehen. Natürlich müßten Fragen wie die des Schuhes gegen Luftangriffe, der Eisenbahnverbindungen, der Hafenverhältnisse usw. sorgfältig erwogen werden. Die Verlegung des Arsenals könne daher erst In geraumer Zeit erfolgen. Der Bau der notwendigen Fabriken werde viele Monate in Anspruch nehmen. Ueberdies müßten besondere Eisenbahnlinien und Straßen angelegt und Häuser mit Kaufläden, Schuten usw. für die Arbeiter gebaut werden. Die Verlegung des Arsenals bilde einen Teil der Neuordnung und Neuverteilung der Munitionsfabriken, die infolge der Entwicklung der Bombenflugzeuge vorgenommen werden müsse. Jeder Luftangriff auf Großbritannien würde offenbar über die Süd- oder Ostküste erfolgen, und die Arsenale und Munitionsfabriken sollten deshalb in einer allgemeinen Nord- westrlchtung verschoben werden. In Milford Haven an der Südwestecke von Dales seien bereits ausgedehnte Arbeiten im Gange. Dorf werde die Admiralität ihr Hauptlager für Munltions- und Oetoorräte anlegen. Riesige Pelroleumslanks und Munitionslager, die besonderen Schuh gegen Luftangriffe haben, würden bereits gebaut. Weitere Arbeiten zielten darauf ab, den Hafen zur Aufnahme der größten und neuesten Kriegsschiffe vorzubereiten. Verlängerung des IlottenvertragS ohne Japan? Washington, 16. Rov. (Reuter. Funkspr.) Staatssekretär Hüll besprach mit Präsident Roosevelt britische Vorschläge über ein g e - meinsames britisch - amerikanisches Vorgehen im Falle eines Fehlschlages der drei- seitiaen Besprechungen. Es scheine, daß die amerikanische Abordnung im Notfälle für eine (Erneuerung des Vertrages ohne Japan fei, daß aber die britische Abordnung einen mittleren Kurs befürwortet, der sich auf die „grundsätzliche Anerkennung der japanischen Gleichheit" beziehen solle. Vorsichtigere Formulierungen der französischen Gaarpolitik. Was will Laval in Gens? Paris, 15. Nov. (DNB.) Außenminister Laval hat vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer ausführlich über Frankreichs Außenpolitik berichtet. Er gab Aufschluß über die Verhandlungen des Dreier-Ausschusses in Rom und brachte sein Vertrauen in den normalen A b - lauf des Verfahrens zum Ausdruck, das durch den Friedensvertrag und den Völkerbundsrat festgesetzt worden sei. Er betonte den Willen Frankreichs, sich in voller Sachlichkeit an dieses Verfahren zu halten. Frankreich habe nur ein Ziel: Die Sicherung der Abstimmungsfrei- h e i t. Frankreich sei entschlossen, im friedlichen Geist und ohne Hintergedanken seine aus den geltenden Verträgen sich ergebenden Verpflichtungen zu erfüllen und die ihm obliegenden Interessen zu schützen. Es sei kein neuer Plan in Aussicht genommen. Er werde vielmehr mit dem ursprünglich von Barthou ausaearbeiteten Plan nach Genf gehen. Der Dreier-Ausschuß müsse entscheiden, ob dieser Plan dem Völkerbundsrat unterbreitet werden solle. Aus eine Anfrage, auf welche Abmachungen er sich in der Frage der etwaigen Entsendung französischer Truppen ins Saargebiet berufe, soll Laval erklärt haben: Auf eine Entscheidung aus dem Jahre 1926. Jedoch werde Frankreich niemals eigenmächtig, sondern nur auf Verlangen der Regierungskommission Truppen entsendens bie „neutralen Charakter" tragen würden. Zu seiner Rornreise sagte Laval, daß die Bestrebungen Barthous nach einem Einvernehmen zwischen den beiden Regierungen in Zusammenarbeit mit den übrigen an der Erhaltung des Friedens interessierten Nationen fortgesetzt werden müßten. „Richt die Knochen eines französischen Grenadiers wett." Bedenken in derradikalsozialistischenPresse. Paris, 16. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die meisten Berichte über Lavals Erklärungen über die Saarfrage hallen sich an die amtliche Verlautbarung. Besonders wird hervorgehoben, so z. B. im „Figaro", daß Frankreich außerhalb des Völkerbundes keine Initiative im Saargebiet zu ergreifen gedenke. Das radikalfozia- listifche „Oeuvre" berichtet, Laval habe sich wie folgt ausgedrückt: Die Haltung Frankreichs werde untadelig fein. Sie werde weder aggressiv noch verletzend gegen irgendjemand fein. Frankreich habe nur einen Wunsch, nämlich im Saargebiet der Abstimmungsfreiheil Achtung zu verschaffen. Der Abgeordnete Andraud soll gesagt haben: Die französischen Interessen im Saargebiet seien vielleicht sehr bedeutend, aber sie seien nicht die Knochen eines Grenadiers aus der Auvergne wert. „Oeuvre" erhebt Bedenken gegen die Möglichkeit einer Entsendung lediglich französischer Truppen. Im deutschen Volk würde auf diese Weise — gewollt oder ungewollt — der Eindruck erweckt werden, als ob Frankreich die Ergebnisse d« Volksabstimmung porsälsche« wolle. Niemand könne die Rückwirkungen eines solchen fatalen Mißverständnisses übersehen. Wenn die Ereignisse daher einen Eingriff der Polizei notwendig machten, wäre ein Eingreifen internationaler Kontingente wünschenswert. Frankreich dürfe nicht den psychologischen Fehler der Ruhr wiederholen. Der „Pelit Parisien" schreibt, Laval werde mit unbedingter Entschlossenheit die Rechte Frankreichs verteidigen und anderseits darüber wachen, daß die Saarabstimmung ihren internationalen Charakter voll und ganz behalte. Die Frage der Unterstützung der Polizei im Falle von Unruhen werde sehr genau geregelt werden müssen, so daß ihr internationaler Charakter offenkundig sei. — Der „Lx- celsior" erklärt, die französische Regierung halte an der Genfer Erklärung von 1926 fest, durch die Deutschland und Frankreich sich verpflichtet hätten, die Freiheit, Aufrichtigkeit und Sicherheit der Abstimmung zu gewährleisten. Die französische Regierung hoffe und wünsche, daß die Ordnung und Richtigkeit der Abstimmung sie der Kosten und Gefahren einer Einsetzung der in der Nähe der Saargrenze befindlichen Truppen enthebe. England hält sich zurück. Das Selbstbestimmungsrecht der Saarländer soll gewahrt werden. London, 15. Nov. (DNB.) Im Oberhaus bezeichnete der Arbeiter-Lord M a r l e y es als wünschenswert, daß England im Völkerbundsrat darauf dringe, daß sofort eine Definition des Begriffes Status quo veröffentlicht werde. Der Unterstaatssekretär des Aeußeren Lord Stanhope erinnerte daran, daß die Erklärung Barthous, der Rat möge erwägen, ob vor der Abstimmung definiert werde, was unter „Aufrechterhaltung des augenblicklichen Regimes" gemeint fei, an den Dreierausschuß verwiesen wurde. Da die Frage vom Dreierausschuß noch nicht entschieden sei, würde es unangemessen sein, irgendwelche Erklärung dazu zu geben. Die von Marley kritisierte „Nichtzulassung" von drei Agitatoren aus dem Saargebiet in England begründete der Unterstaatssekretär mit dem Hinweis, daß die Abstimmung eine Frage der Saarbewohner sei. Es handele sich um einen sehr klaren Fall von Selbstbestimmung, deshalb sei die englische Regierung bestrebt, in keiner Richtung Partei zu ergreifen. Sie haben gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Völkerbundsrates die Aufgabe eines Kontrollbeamten. Deshalb fei es ihre Pflicht, zuzusehen, daß eine völlig freie Abstimmung erfolge und daß die Abstimmung im Einklang mit den Bestimmungen des Versailler Vertrages durchgeführt werde. ' Die Abstimmung müsse ein durchaus klares Bild der Stimmung der Saar- bewohner geben. Die Pflicht Englands sei, keine Erklärung jetzt darüber abzugeben, was als Folge der Abstimmung geschehen könne. Deshalb müsse der Bericht des Dreierausschusses an den Völkerbund abgewartet werden. Danach werde die englische Regierung tun, was der Rat anempfehlen werd«. Das Goslarer Reichsbauernthing. Goslar, 15. Nov. (DNB.) Schneidige Marschmusik weckt in der Frühe des Tages das verträumte Goslar aus dem Schlummer. Wie ein einziges Tuch im Grün der Girlanden und im Rot der Fahnen liegt der Schmuck über allen Straßen. Die Konturen der jahrhundertealten Bauten sind durch den leichten Nebel verwischt. Ganz Goslar scheint an diesem Tage nur ein Ziel zu kennen: Das Osterfeld im Südosten. Und die neuangelegte Zufahrtsstraße ist lange vor Beginn des Things von einer schier endlosen Wagen- und Fußgängerschlange belebt. Das Thinggelände überragt das Wahrzeichen des zweiten Reichsbauerntages, ein monumentaler Aufbau, der in 16 Metern Höhe das Symbol des Reichsnährstandes und zu beiden Seiten die Odalsrunen trägt. Ein Halbkreis von Tannen und Fahnen umsäumt den Ehrenhof, der dem Thing - Gelände eine einheitlich wirkende Raumgestaltung verleiht. Das Innere des Kongrcß- zeltes ist völlig mit Grün und mit Fahnentuch oer- kleidet. Selbst' um die Lichtträger ziehen sich smaragdene Kränze. Die Stirnwand trägt das Symbol des Reichsnährstandes, das Hakenkreuz mit Aehre und Schwert. Das Podium, das etwas erhöht liegt, ist mit gewaltigen Büschen schönster Chrysanthemen verkleidet. Hier sind die Mitglieder des Reichsbauernrates auf ihren Ehrenplätzen versammelt. Heilrufe künden das Nahen des Reichsbauernführers, dem von seinen Bauern, von denen viele in ihren Trachten erschienen sind, ein herzlicher Empfang bereitet wird. Die festliche Sonate „Feuerwerksmusik" von Händel ist das feierliche Vorspiel zur Eröffnung des Reichsbauernthings. Erschütternd eindringlich fang der Chor der Leibstandarte das alte Bauerntrutzlied „Leever dood as Slav". Dann eröffnet der Sprecher des Reichsbauernthings, Staatssekretär W i 11 i k e n s, das erste Bauernthing im neuen Deutschland. Nachdem in einer Reihe von Sondertagungen die Mitglieder des Bauernthings die wichtigsten Fragen besprochen hätten, versammelten sie sich nun zum ersten Mal, um vor der breiten Oeffentlichkeit d ie Grundfragen zu erklären, die die deutsche Bauernschaft: und die Oeffentlichkeit bewegen. Staatsrat Helmut Reinke. der das erste Referat des Reichsbauernthings übernommen hatte, wies darauf hin, daß der Landarbeiter als vollwertiges Mitglied in die bäuerliche Gemeinschaft aufgenommen fei und daß seine Betreuung im Vordergrund des Interesses stehe. Wichtiger als ein absolut hoher Barlohn sei eine bei gerechtem Arbeitentgelt echt nationalsozialistische Behandlung des Arbeiters. Bei den Landarbeitern habe es auch in der schlimmsten libe- ralistischen Epoche nie eine solche Entfremdung zum. Brotherrn gegeben wie in der Industrie. In vielen Gegenden habe der Landarbeiter und seine Familie zur Familie des Bauern gehört. Bei der Neubildung deutschen Bauerntums werde die Tatsache gewürdigt, daß der Landarbeiter nach seiner Abstammung und feiner bevölkerungspolitischen positiven Einstellung eines der wertvollsten Glieder unserer Rasse ist. Der ostpreußische Landesbauernführer Mathias h a i d n stellte die seelische Betreuung des bäuerlichen Menschen in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Bauer sein, sei eine Angelegenheit der Gesinnung und blutbedingten Lebens- Halt u n g, die nur aus einer Weltanschauung heraus denkbar sei. Die seelische Betreuung müsse diese Gesinnung in der Erhaltung, Rührung und Verbesserung unseres Blutes, das das höchste Gut unseres Volkes, gewissermaßen unsere völkische 6U&. stanz sei, betätigen. Der Bauernführer müsse wissen daß er nicht nur wirtschaftliche Aufgaben zu bei roältigen habe. Nicht die Wirtschaft mache die Ge. finnung, sondern die Gesinnung gestalte die Wirtschaft. Der Leiter der Reichshauptabteilung IV, Karl Vetter sprach über die Getreidewirtschaft als Beispiel einer Marktordnung durch den Reichsnährstand. Aus seinen Darlegungen über Organisation und Durch, führung der neuen Getreidewirtschaft ging hervor, daß die Marktorganisation des Reichsnährstandes keineswegs eine „Kartellierung der Landwirtschaft" darstelle, denn das Kartell erfasse meist nur eine einzigeWirtschafts. stufe, die Getreidewirtschaft dagegen alle Wirt- schaftsstufen von der Erzeugung bis zur letzten Verteilung. Die neue Marktordnung wirkt sich in Jahren geringerer Ernte wie in diesem Jahr zu- gunften der Verbraucher aus und bringe für den Bauer Ablieferungspflichten, gewähre dafür aber in Jahren überreichlicher Ernte auch Ablieferungs- rechte. Stabshauplabteilungsleiter Kurl Motz sprach am Nachmittag über die Werbung im Reichsnährstand. Eine Agrarpolitik, die die Selbst. Versorgung des deutschen Volkes und die Erhaltung und Pflege des Bauerntums als rassische Blutquelle unseres Volkes zur Aufgabe habe, müsse sich zwangs, läufig aufaHeßebensfragen des Volkes auswirken. Die agrarpolitische Aufklärungsarbeit müsse sich daher an alle Schichten des Volkes in Stadt und Land wenden. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Reichsministe- rium für Volksaufklärung und Propaganda fei diese Möglichkeit gegeben. Motz schilderte dann die verschiedenen Aufgabengebiete, Erntedanktag, Ausstellungen, Film- und Lichtbildwerbung und endlich den Landwirtschaftsfunk, der zu einem wahren Bauernfunk geworden sei. Der Erfolg der Werbearbeit sei unverkennbar, das in seinem Fühlen gesunde Volk habe erkannt, daß der Leitsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" kein Schlagwort sondern Wirklichkeit im Dritten Reich geworden ist. Der Gauleiter von Main-Franken Dr. Otto Hellmuth, entwarf zum Schluß ein packendes Bild vorn Leben und Sterben des Vorkämpfers für die bäuerliche Freiheit Florian Geyer, der selbstlos, tapfer und treu bis in den Tod hinein zur Fahne der deutschen Freiheit und Ehre stand, der die Herrenrechte durch das Volksrecht ersetzt wissen wollte und zugunsten des betrogenen Bauernvolkes Enteignung des raffenden und schlemmenden weltlichen und geistlichen Regimes forderte. Verrat und Meuchelmord verhinderten, daß er zum Ziele kam. Sein Geist und. sein Freiheitssehnen leben fort. Seiner wackeren Bauern heiliger Freiheitstod fei Mahnung und Verpflichtung für das heutige Geschlecht, seinem Vorbild folgend unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler im Kampfe gegen alle dunklen Mächte die Treue zu halten! Die Krisis -er Rohstoffmärkte. Die Rohstoffrage ist ein internationales Problem geworden. Wir können von einem Umbruch der Rohstoffmärkte sprechen, von dem sich heute noch gar nicht sagen läßt, wohin er führen wird. Amerika hat seine herrschende Rolle aus dem Baumwollmarkt eingebüßt. Noch 1932/33 belief sich der amerikanische Anteil an der Weltbaumwollernte auf 63,6 v. H.: für 1934/35 sind es nur noch 40,9 v. H. Das Geschäft ist in starkem Maße nach Aegypten abgewandert. Amerika hat die Anbaufläche für Baumwolle stark eingeschränkt, eine in feiner Lage durchaus verständliche Maßnahme, aber damit hat es auch aufgehört, den Baumwollmarkt zu kontrollieren und nach seinem Wunsche zu beeinflussen. Eine andere große Umwälzung scheint sich auf dem Kautschukmarkt zu vollziehen durch den Siegeslauf des synthetischen Kautschuks. Ge- wiß braucht man zur Herstellung des künstlichen Kautschuks 20 o. H. Naturkautschuk, das kann aber den Rückgang des Kautschuk-Bedarfs nicht aufhal- ten. Sowohl in Deutschland als auch in England und in den Bereinigten Staaten, um nur einige Länder zu nennen, ist die Herste11 ung syn- thetischen Kautschuks in großem Stil ausgenommen und die scharfen Restriktionen, die für den Kautschukanbau vorgenommen sind, können trotzdem ein weiteres Sinken der Preise nicht verhindern. Die Weltweizenbe stände zeigen eine täniüg rückläufige Tendenz, weil in vielen Ländern Europas an Stelle von Weizen andere heimische Getreidearten bevorzugt werden. Das trifft für Deutschland, Tschechoslowakei, Oesterreich, England, Schweden, Holland und Dänemark zu. Auf dem K u p f e r m a r f t tritt Afrika als Kup- erproduzent immer mehr in den Vordergrund und bedroht die amerikanische Vorherrschaft. Auf die Nachricht, daß die amerikanischen und afrikanischen Kupfererzeuger gemeinsame Absatzvereinbarungen getroffen hätten, sind die Preise für Kupfer, die sehr tart gefallen waren, wieder etwas gestiegen. Auf dem Weltzuckermarkt vollzieht sich langsam ein Umschwung, der durch Japan hervorgerufen wird, das auf Formosa und in der Mandschurei große Pflanzungen anlegt, wodurch Ost- aficn versorgt werden soll. Auch das Erdölmonopo 1 von Mandschukuo ist ein wirtschaftliches Warnungszeichen, das man besonders in London und den Vereinigten Staaten wohl vernommen hat. Der Ausfall der deutschen Baum- ro o 111 ä u f e macht sich in den Bereinigten Staaten bereits empfindlich fühlbar. Denn Deutschland nahm in der vorigen Saison noch 8 v. H. der amerikani- chen Baumwollernte auf. Jetzt droht den amerifani- chen Farmern die Anhäufung ungeheurer unabsetzbarer Vorräte. Wie es scheint, wollen die beteiligten amerikanischen Wirtschaftskreise jetzt noch einmal den Versuch machen, durch einen organisierten Warenaustausch Deutschland den Weiter- bezug amerikanischer Baumwolle zu ermöglichen. Die Bedeutung dieses Vorgangs liegt vor allem darin, daß in den Bereinigten Staaten die Erkenntnis der Unhaltbarkeit der bisherigen Handelspolitik offenbar Fortschritte macht. Die Amerikaner haben ihre Einfuhr euroMcher Waren immer starker eingeschränkt, wollten aber gleichzeitig den Erport amerikanischer Waren weiter ausdehnen. Währungsmanipulationen und andere künstliche Mittel wurden rücksichtslos angewandt, um die Außenhan- delsbilanz der Bereinigten Staaten zu verbessern, obwohl doch die Bereinigten Staaten das größte Glaubigerland der Welt sind und deshalb naturgemäß mehr kaufen als verkaufen müßten. Diese Handelspolitik führte schließlich dahin, M dreimal so viel amerikanische Waren nach Deutsch- land exportiert als deutsche Waren nach den Vereinigten Staaten eingeführt wurden. Der übersteigerte Druck auf die deutsche Devisenlage hat schließlich aber den Kessel zur Explosion gebracht. Deutschlands Kaufkraft für ausländische Waren ist auf ein Mindestmaß gesunken. Wenn man ihm jetzt nicht Möglichkeit gibt, die Rohstoffe, die seine hochentwickelte Industrie braucht, im Austausch gegen deutsche Erzeugnisse zu beziehen, so wird ihm nichts andres übrig bleiben, als sich der Produktion eigener Rohstoffe zuzuwenden und seinen Bedarf an ausländischen Rohstoffen aufs äußerste einzuschränken. Diese radikale Entwicklung der Rohstoff-Frage ist aber auch vom deutschen Standpunkt aus nicht erwünscht. Es wäre daher zu begrüßen, wenn die Amerikaner noch im letzten Augenblick einen Weg beschreiten würden, der einen künftigen deutsch-amerikanischen Handelsaustausch auf dem Boden gleicher Lei« stung und Gegenleistung ermöglicht. Die Rohstoffproduzenten der ganzen West werden, wenn sie auf den Berbrauch eines 70-Millionen-Volkes nicht verzichten wollen, endlich die Voraussetzungen schaffen müssen, unter denen Deutschland künftig allein ausländische Rohstoffe wird beziehen können. Prüfung derlartettmähigenDindungen Berlin, 15. Nov. (DNB.) Im Jntereffe der von dem Preiskommisiar Dr. Gördeler ange- strebten einheitlichen Prüfung der Frage, ob i& welche kartellmäßigen Bindungen gelockert wU' den können, wurde dem Führer der Wirtschaft die Kartellstelle des bisherigen Reichsstandes der deutschen Industrie bis auf weiteres unmittelbar unterstellt. Diese Stelle wird künftig für die gesamte Wirtschaft im engsten Einvernehmen mit Dr. Gor- deler prüfen, wo zu Erstarrung gewordene privat- rechtliche Bindungen zu lockern ober ZU lösen sind. Die Entscheidung über die Durchfüh' rung solcher Vorschläge liegt bei dem PreiskoM- missar Dr. Gördeler, soweit in solchen Fällen ein Kartellverband nicht freiwillig die entsprechenden Folgerungen zieht. Die Preisüberwachung in der Lederwirtschaff. Berlin, 15. Nov. (DNB.) Zur Behebung von Mißständen die in preislicher Beziehung in.der Lederwirtschaft entstanden waren hat der ReichskoM- missar für Preisüberwachung die Ueberwachungs- stelle für Lederwirtschaft ermächtigt, für V e rst e u gerungen von Fellen und Häuten die maßgebenden Höch st zulässigen Preise vett bindlich festzustellen und dis für dea Verkaw Der Sieg von Tanga. Dem Gedächtnis eines Heldenkampfes vor 20 Zähren. außerhalb 8er Versteigerung hochstzulässigen Preise zu den aus Versteigerungen hochstzulässigen Preisen von Fellen und Häuten in ein a n g e - messe ne s Verhältnis zu bringen. Die auf Versteigerungen hochstzulässigen Preise sind in den Versteigerungsräumen durch Aushang bekannt zu machen. Ferner ist zur Unterbindung des Kettenhandels für Rohwaren, Zwischen- und Fertigerzeugnisse und daraus hergestellte Waren bestimmt, daß bei Verkäufen durch Personen, die sich m nicht- handelsüblicher Weise in die Verteilung emschalten, der Verkäufer höchstens den Preis berechnen darf, zu dem er selbst eingetauft hat. Weitere Preissenkungen in Bayern. DRV München, 15. Nov. Der Münchener T e r t i l e i n z e l h a n d e l hat sich bereit erklärt, die Verkaufspreise im Schnittwarenhan- delum 10 v. H. herabzusetzen. Gleichzeitig sollen die Preise für Herren- und Damenkonfektion der billigeren Preislagen um 10 v H niedriger festgesetzt werden. Der Staatsminister hat diese Vorschläge für München als ver- bindlich erklärt und angeordnet, daß die Preis- fenkung auch in den übrigen Landesteilen den örtlichen Verhältnissen entsprechend angewendet wird. Dr. Gördeler hat die Preissenkungsaktion des Staatsministers gebilligt und zugesagt, daß die Preisregelung für Kartoffeln und Eier beschleunigt durchgeführt wird. Kunst und Wissenschaft. Goethe-Medaille für Professor von Günlker. Der Führer und Reichskanzler hat dem Geheimrat Professor Dr. Otto von Güntter in Marbach am Neckar in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um das Schiller-Nationalmuseum in Marbach die von dem Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg gestiftete Goethe- Medaille für Wissenschaft und Kunst verliehen. Deutscher Werkbund in der Reichskammer der bildenden Künste. Im Zuge des ständischen Aufbaues ist der Deutsche Werkbund in die Reichskammer der bildenden Künste eingegliedert worden. Dem Werkbund ist damit in seinem Kampf für deutsche Wertarbeit eine neue höchst bedeutsame Stellung eingrräumt. Seine Aufgabengebiete werden in Zukunft vor allen Dingen auf dem Gebiete des Ausstellungswesens, der 'Förderung industrieller Wertarbeit sowie der Förderung deutscher Wertarbeit im Ausland liegen. Professor C. Ehr. L ö r ch e r wurde zum Vorsitzenden des Deutschen Werkbundes ernannt. Auch der Ehemie-Robelpreis fällt nach Amerika. Die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm hat beschlossen, dem Professor Harold C. Urey von der Columbia-Universität in Neuyork den Nobelpreis für Chemie 1934 für seine Entdeckung des schweren Wasser st o f - f e s zuzuerkennen. Von dem vom Jahre 1933 aufbewahrten Chemiepreis werden ein Drittel zum Hauptfonds und zwei Drittel zum besonderen Fonds abgesetzt. Der Physikpreis für 1934 wird für das nächste Jahr zurückbehalten. Hegel-Lexikon. Nach jahrelangen Vorarbeiten hat jetzt in Fr. Frommanns-Verlag, Stuttgart, das von Prof. Dr. Hermann Glöckner, Gießen, bearbeitete Hegel- Lexikon zu erscheinen begonnen. Es umfaßt die Eigentümlichkeiten von Hebels Sprache und Wortschatz sowie das gesamte Bildungsqut, welches Hegel in seinen Schriften niederlegte. Es will nicht nur ein umfassenoes Instrument und Hilfsmittel für die Hegelforschung sein, sondern jedem Philosophen zuverlässige Aufschlüsse, Hinweise und Anregungen geben. Außerdem möchte es den Geschichtsschreibern oller Kulturgebiete (Religion, Kunst, Recht, Staat) als Nachschlagewerk dienen Es bildet die Bände 23 bis 25 der Stuttgarter Jubiläumsausgabe von Hegels sämtlichen Werken und rundet diese und die bekannte Hegel-Monographie Hermann Glöckners zu einer einheitlichen Gesamtleistung ab. Aus aller Well. »Sie sind der Attentäter!" Zeugenaussagen im Matuschka-Prozeß Das Zeugenverhör im Matuschka-Prozeß in Budapest erbrachte den einwandfreien Beweis, daß Matuschka in der Attentatsnacht sich überall als schwerverletzten Reisenden des Unglückszuges ausgegeben und Schadenersatzforderungen angemeldet hat. Matuschka hat in der Unglücksnacht verschiedenen Personen gegenüber erklärt, er habe in einem der verunglückten Wagen, gerade während des Unglücks an der Tür gestanden und nur diesem Umstand habe er fein Leben zu verdanken. Der Polizei gegenüber gab sich Matuschka in der Nacht als Fabrikbesitzer aus und machte hierbei phantastische Angaben. So sagte er, es sei für ihn ein Hochgenuß gewesen, im Eisenbahn wagen in die Tiefe zu stürzen. Er würde das gern nochmals durchmachen, wenn er unverletzt bliebe. Aus allen Zeugenaussagen geht hervor, wie raffiniert es Matuschka verstanden hat, an dem Schauplatz feines Anschlages zu bleiben, sich in aller Ruhe die Verwüstung mitanzusehen und den Schein zu erwecken, als ob er selbst zu den Verunglückten ge- höre. t Polizeiinspektor Schweinitzer,der gleich nach dem Eisenbahnanschlag von Bia Torbagy die polizeilichen Untersuchungen geleitet hatte, schilderte unter großer Spannung die Umstande, die zur Verhaftung Matuschkas geführt haben. Am Morgen nach dem Anschlag traf Schweinitzer auf In diesen Tagen wurde die Erinnerung wach an die Seeschlacht bei Coronel, in der das Kreuzergeschwader des Grafen Spee über die englische Flotte siegte und an die Schlacht bei Tanga, in der die deutsche Schutztruppe von Ostafrika die weitüberlegenen Streitkräfte einer englischen Landungsarmee nach siegreichem Kampfe auf ihre Schiffe zurückjagte. Während das deutsche Kreuzergeschwader auf den fernen Gewässern einige Monate nach seinem Siege den zahlenmäßig und technisch weitüberlegenen Gegnern a n den Falklands-Inseln nach ruhmvollem Widerstand unterlag, haben unsere afrikanischen Kolonien sich noch Monate und Jahre hindurch behaupten können. Bis zuletzt standen die tapferen Deutschen und ihre farbigen Hilfstruppen, die As- karis, in Deutfch-Ostafrika im Felde. Der Kolonialkrieg begann dort an der Nordgrenze, in der Gegend des Kilimandscharos und am Viktoriasee durch zahlreiche Kämpfe und Streifzüge. Anfang November planten die Engländer eine starke Offensive und wählten zu ihrem Ausganas- punkt die Hafenstadt Tanga, von der aus die Nordbahn als einzige große Eisenbahnlinie ins Innere der Kolonie führte. Der deutsche Kommandeur v. Lettow-Vorbeck vereinigte in aller Kürze alle verfügbaren Streitkräfte im Bezirk von Tanga, um diese Versuche zu vereiteln. Bei der Schwäche der eigenen Kräfte vermochte er aber kaum 1000 Mann dem Feinde entgegenzustellen, der über eine achtfache Stärke und den Schutz einer starken Schiffsartillerie verfügte. Die deutsche Truppe besaß nur zwei alte Kanonen und verhältnismäßig wenig Maschinengewehre, zudem war ein Teil der farbigen Mannschaft noch in der Ausbildung begriffen. Trotzdem entschloß sich Lettow-Vorbeck, wie er Matuschka, der ihm in lebhaften Worten schilderte, daß er seine Koffer in einem Waggon verloren habe. Hierbei sah der Polizeiinspektor, daß aus der Manteltasche von Matuschka eine Kleiderbürste heraussah. Er fragte ihn deshalb, was er in den anderen Taschen habe, worauf Matuschka antwortete, er hätte dort noch einige Toilettensachen stecken. Schon hier faßte der Polizeiinfpektor Verdacht. Untersuchungen über die Person des Matuschka blieben jedoch ohne jeden Erfolg. Auf Anfrage erklärte man in Wien, daß Matuschka als anständige Persönlichkeit bekannt sei. Schweinitzer begab sich dann nach Wien, um dort die Untersuchung in die Hand zu nehmen. Matuschka wurde vorgeladen und verhört. Schweinitzer beobachtete in Zivil das Gebaren Matuschkas und stellte fest, daß dieser außerordentlich erregt war und ununterbrochen Zigaretten rauchte. In dem Verhör wurde Matuschka dann gefragt, ob er einen Betrieb leite. Matuschka antwortete, daß er Leiter eines Steinbruches fei, in dem auch Ekrafit gebraucht würde. Bei diesen Worten sprang der Polizeiinspektor aus, packte Matuschka an den Schultern und schrie ihn an: „Sie find der Attentäter von Bia Torbagy!" Matuschka erlitt daraus einen Nervenzusammenbruch und gab zu, den Anschlag begangen zu haben. Unsoziales Verhalten eines Gutsinspektors. Das Soziale Ehrengericht der Nordmarkt verurteilte einen Gutsinspektor in Mecklenburg, der böswillig und unter Ausnutzung feiner Machtstellung einem taubstummen Gefolgschaftsangehörigen einen Schlag mit der Reitpeitsche versetzt hatte, angeblich um ihn zu wecken, wegen unsozialen Verhaltens zu einer Ordnungsstrafe von 500 Reichsmark. Als mildernder Umstand wurde außer der Jugend des Anbeklagten berücksichtigt, daß ihm bislang kein böswillig unsoziales Verhalten vorgeworfen werden konnte und er sich feit jenem Vorfall einwandfrei verhalten hat. In der Urteilsbegründung wurde darauf hingewiesen, daß schon das herausfordernde Herumlaufen mit einer Reitpeitsche nicht dem Geiste wahrer Volksgemeinschaft entspräche. Oer »Autopilot". Sin Flugzeug, das sich selbst steuert. Rach jahrelangen Entwicklungsarbeiten hat jetzt die Siemens - Apparate- und Maschine n G. m. b. h. in Berlin die Oeffenllichkeit mit einer automatischen Flugzeug steuer- anlage überrascht, die ihre unbedingte Zuverlässigkeit erwiesen hat. Sie soll und kann den Flugzeugführer nicht ersehen. Ihr Zweck ist, ihn zu entlasten. Die automatische Flugzeugsteueranlage wird „Autopilot" genannt. Der „Autopilot" muh das Flugzeug in dem Flugzustand halten, der vom Flugzeugführer eingestellt ist. Er muh die geforderte Fluglage wiederherstellen, wenn sie durch Böen oder andere Einwirkungen gestört worden ist. Gr arbeitet auch weiter, wenn das Triebwerk ausseht. In diesem Falle bringt er das Flugzeug in den Gleitslug. Die beim normalen Flug verwendeten Instrumente braucht der Autopilot auch. Die von den Instrumenten gegebenen Richtwerte werden aus mechanisch-elektrischem Dege auf Rudermaschinen übertragen, dort hydraulisch verstärkt und in Steuerbewegungen um gesetzt. Der Autopilot kann eine befohlene Geschwindigkeit in jeder Fluglage — sei es Steigflug, Horizontalflug oder Gleikslug — halten. selbst sagt, „alles an alles zu fetzen", um den großen Plan der Feinde zu durchkreuzen. Mit ungeheurer Bravour warfen sich die Europäer- Kompanien und ihnen folaenb die Askaris auf die Landungstruppen der indischen Armee, unter denen sich auch ein weißes englisches Regiment befand. Der Angriff erfolgte in weiter Umfassung und warf die Flügel des Gegners zurück, um dann zum allgemeinen Sturm überzugehen. Nur der rasche Einbruch der tropischen Nacht rettete den Gegner vor völliger Vernichtung. Lettvw schätzt die Verluste des Feindes auf 2000 Mann, während auf deutscher Seite etwa 60 Tote zu beklagen waren, unter ihnen allerdings ein alter bewährter „Afrikaner", Hauptmann von Prince- Smith. Der (Sieg von Tanga war für Deutsch-Ostafrika von entscheidender Bedeutung, denn er stärkte das Vertrauen nicht nur der deutschen Verteidiger, sondern auch der Millionen Eingeborener, auf die die Kolonie zur Fortführung des Kampfes angewiesen war, denn die Sicherung der Verpflegung und der Transport großer Lasten, auf weiten Märschen und Kampfzügen erforderte gewaltige Hilfskräfte. So wurde es möglich, den Verteidigungskampf in zahllosen Kämpfen und endlosen Zügen durch Busch und Steppe durchzuführen und zahlenmäßig große Kräfte der feindlichen Heere zu fesseln. Der Heldenkampf der Deutschen im fernen Ostafrika wurde nicht nur zu einer unerreichten militärischen Leistung, sondern er war gleichzeitig ein Beweis dafür, daß die deutsche Verwaltung es verstanden hatte, das Vertrauen der farbigen Bell ö l ke rungzu gewinnen. Gerade dadurch widerlegt dieser Feldzug auch jene Behauptung der Kriegssckuldlüge, daß Deutschland nicht fähig sei, Kolonialpolitik zu treiben. Außerdem bleibt er bei dem befohlenen Kurs über beliebig lange Zeit. Auch die Höhenlage bleibt beständig, ja er kann sogar selbsttätig Kurven nach jeder Seite fliegen. Da eine automatische Steuerung an den lebenswichtigsten Teilen des Flugzeuges, nämlich an der Steuerung, angreifen muh, ist die automatische Selbststeueranlage so sicher wie nur irgend denkbar gebaut, und sind auch genügend Sicherheitseinrichtungen vorhanden, die jederzeit ein Eingreifen des Flugzeugführers ermöglichen. Sporttreffen der HI. in Weimar aufgeschoben. Das Gaupresseamt Weimar gibt bekannt: Das für den 17. November geplante (Sporttreffen der H I. in Weimar wird im Einvernehmen mit den zuständigen Partei- und Staatsdienststellen wegen ungünstiger Witterung und zur Vermeidung etwaiger Massenerkrankungen aufgeschoben. Auf Grund bekanntgewvrdener Kindererkrankungen in Thüringen hält die Reichsjugettdfüh- rung die Verschiebung der Veranstaltung aus ihrer großen Sorge um das gesundheitliche Wohl der ihr anvertrauten Jugend heraus, für unbedingt erforderlich. Es wird gebeten, die ergangenen Einladungen als für später anzusehen. Es erfolgt lediglich später eine kurze Benachrichtigung zur Teilnahme. Losnummer 12111 gewinnt 100 000 Mark. In der jüngsten Ziehung der Preußischen Süd- deutschen Klassenlotterie fielen 100 000 Mark auf die Losnummer 12 111. Das Los wird in der 1. Abteilung zu Diertellosen in Ostpreußen und in der 2. Abteilung in Achtellosen in Berlin gespielt. Vierlingsgeburt in Breslau. Dieser Tage brachte die 34jährige Frau Lausch- ner aus Breslau im Städtischen Krankenhaus lebendige Vierlinge zur Welt. Von diesen Kindern, drei Knaben und einem Mädchen, ist eins nach einigen Stunden g e ft o r b e n. Das Befinden der Mutter ist verhältnismäßig gut. Die Geburt lebender Vierlinge stellt eine außerordentliche Seltenheit dar. Auf etwa eine halbe Million Geburten kommt bisher eine Vierlingsgeburt. Frau Lausch- ner hatte vorher schon sechs Kinder, davon sind vier am Leben. Zwei schwere Raubüberfälle in Paris. In den letzten Tagen ist wieder eine lebhafte Tätigkeit der Pariser Unterwelt zu verzeichnen. So überfiel ein unbekannter junger Mann eine 68jährige Frau, die Inhaberin eines Gold- und Schmuckwarenladens, und entriß ihr die Handtasche, in der sich Schmucksachen im Werte von 500 000 Franken befanden. Der Räuber entkam in einem Auto. Ein zweiter Raubüberfall wurde von einer sechs Mann starken Bande in der Pariser Vorstadt Garenne-Colombes verübt. Die Bande lauerte einem Auto auf, in dem zwei Bankangestellte den Betrag von 30 000 Franken von der Zweigstelle einer Bank zu deren Hauptsitz beförderten. Mit dem Revolver in der Hand ließen sich die Banditen das Geld aushändigen und suchten dann in einem eigenen Auto unerkannt das Weite. Die Taifunverwüstungen auf den Philippinen. Ein Ausläufer des Taifuns, der in den letzten Tagen Teile der Philippinen heimsuchte, hat auch die Stadt Manila berührt. Der Eisenbahn- und Schiffahrtsverkehr wurde zeitweise unterbrochen. Die Eingeborenenhäuser in den Südprovinzen sind z. T. zerstört. In Tacloban werden 29 Fischer vermißt. Der Küstendampser „Don Hermanos" strandete in der Nähe von Legaspi. Der dänische Dampfer „Noramels" befrnbet sich In Albay-Golf fn Seenot. Der Gouverneur hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen veranlaßt. Nicht weniger als 20 000 Personen sind infolge des letzten Wirbelsturmes ohne Obdach. Furchtbare Bluttat eines Geistesschwachen. — Die eigene Frau, 2 Kinder und ein Enkelkind ermordet. In Schwelm (Westfalen) wurde dieser Tage ein 52jähriger geistesschwacher Mann namens Schü - l e r verhaftet, weil er seine Ehefrau und seinen Sohn ermordet hatte. Bei der Vernehmung gestand der Festaenommene, auch seine in Wuppertal-Elberfeld wohnende verheiratete 29- jährige Tochter und deren zweijähriges Kind e r • mordet zu haben. Er hatte die beiden nach Schwelm geholt und war mit ihnen in den Schwelmer Wald gegangen, wo er sie durch Hammerschläge und Messerstiche tötete. Als Schüler der Polizei die Mordstelle zeigen sollte, irrte er zunächst längere Zeit umher, bezeichnete dann aber die Stätte, wo er die Leichen vergraben hatte. Die Polizei hat für die Bergung der Leichen Sorge getragen. Bücheriisch. — Dr. F. W. Todt: „Gemeinnutz ober Eigennutz im praktischen Wirtschafts- l e b e n". Kart. 1,80 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (367) — Der Verfasser kommt zu der Feststellung, daß der Grundsatz „Wirtschaftlichkeit geht vor Rentabilität" das Wirtschaftsleben durchdringen muh. Die Auswirkungen feiner Erkenntnis werden von ihm auch auf den einzelnen Teilgebieten des Wirtschaftslebens gezeigt. Besonder aufschlußreich sind die Ausführungen, die er zu der Frage eines Zusammenwirkens der nationalen und privaten Wirtschaftlichkeit zu machen weiß. — Karl Theodor Straffer: „Der Unsterblichkeitsglaube der Germanen". 51 Seiten. Kt. 1,50 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg, — (366) — In unseren Tagen, da der Eigenwert der germanischen Kultur vielfachen Mißdeutungen ausgesetzt ist, wird diese Schrift zur Klärung wesentlich beitragen. Die sachliche Behandlung des Themas auf Grund eines genauen und sorgfältigen Studiums der Forschungen und Funde, verbindet sich hier mit der Gabe des Eindringens in die germanische Vvrstellungswelt. Strasser weist den Eigenwert der germanischen Kultur auf religiösem Gebiet nach und läßt uns vieles erkennen, das geeignet ist, unser Bild von dem Leben der Germanen zu vervollständigen.. — Dr. Erich Schneider: Entwicklungsgeschichte der physikalischen Weltanschauung. 322 Seiten. Halbleder 2,90 Mark. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (317) — Die Auswirkungen physikalischer Gesetze durchdringen heute das gesamte Weltbild der Wissenschaft und Technik. Diese überragende Bedeutung verpflichtet, über den Werdegang der Entwicklungsgeschichte der physikalischen Weltanschauung unterrichtet zu sein. Für die praktischen Anwendungen genügt es, die letzten Erlebnisse der Wissenschaft mitzuteilen. Für die Entwicklung unserer Weltanschauung dagegen sind nicht nur die Resultate von Bedeutung, sondern auch die Wege, auf denen sie gefunden wurden, ja sogar die Irrwege, die nicht zum Ziele führten. Dieses Werk schildert daher klar das Suchen nach Wahrheit, und der Verfasser hat es verstanden, der Darstellung eine auch für Laien nicht nur verständliche, sondern auch unterhaltsame Form zu geben. — Ilse - Dore Tanner: Steppke geht in die Welt. Erzählung für Knaben und Mädchen von 8 bis 14 Jahren. Halbleinen, reich illustriert 2 Mark. Leipzig 1934. A. H. Payne-Verlag. — (380) — Steppke, der kleine, verwaiste Dorf- junge, ist nach dem Tode seiner guten Großmutter ganz vereinsamt, alles wird ihm genommen, die Heimat, fein geliebter Hund Flockt und seine anderen Tiere, an denen er zärtlich hängt. Er, der noch nie in der Stadt gewesen ist, fühlt sich in der neuen Umgebung unglücklich und zieht in den Ferien in die weite Welt hinaus Was er dort an guten und bösen Abenteuern erlebt, wird atemlose Spannung bei den Lesern erregen. Steppke ist ein guter Junge und darum hat er auf feiner Wanderung Glück, übersteht alle Gefahren, findet nicht nur neue, liebevolle Freunde, sondern auch seinen treuen Flocki wieder, und schließlich das, was für jedes Kind das allergrößte Glück ist: ein liebes Elternhaus und sogar eine gute kleine Schwester. — Richard Skowronnek: „M utter- e r b e". Die schwere Not. — Morgenrot. Zwei Romane aus dem großen Krieg. (Volksausgabe in einem Bande.) Leinen 2,85 Mk. Verlag Ullstein, Berlin. — (381) — Die Heimat Richard Skowron- neks war Masuren; und noch zuletzt, im Gutsrevier von Höckenberg bei Maldewin, als pom- mersche Landschaft ihn umgab, blieb Ostpreußen für ihn die Mutter Erde. Schon in seinen ersten Büchern hatte er diese stumme Natur zum Reden gebracht. Mit masurischen Dorfnooellen hatte er begonnen. Immer kehrte er mit zäher und aus- harrender Liebe zu dieser Umwelt zurück. Die Romane „Morgenrot" und „Die schwere Not", die seine Volkstümlichkeit begründeten und sicherten, find jetzt ungekürzt in einer neuen, billigen Ausgabe vereinigt. — Major H. Tanner-Samaden: Zehn Jahre Bergführer Kluckers „Herr". Erlebnisse A. von Rydzewskis, Naturschilderungen und Anderes aus unseren Alpen. Erstes Buch: Anton von Rydzewski als Künstler, eine alpine Bildergalerie in Prosa, eine Verherrlichung der Bergwelt. Mit Wiedergabe eines klassischen Gemäldes. 3,20 Mk. Verlag des Literar.-Artist. Bureaus in Bern. — (324) — Verfasser und Herausgeber wollen allen SORTE « denen, die in keinem persönlichen Verhältnis zu den Bergen stehen, Einblick verschaffen in die Wunder- weit der Alpen. Bild um Bild zieht in bunter Folge vorüber. Der Kenner aber fühlt sich wirklichkeitsnahe hinaufversetzt ins Reich seiner Erinnerungen und Wünsche. — Elisabeth Hillebrandt: Ich hab' eine Kameradin. Erzählung, 120 Seiten Text mit farbigem Buchumschlag, in Halbleinen geb. 2 Mark. Leipzig 1934, A. H. Payne-Verlag — (352) — Viel Schönes, viel Ergötzliches, viel Lehrreiches lernen wir in dem Mädchenbuch der bekannten Erzählerin kennen. Bei aller zu Herzen gehenden Schreibweise regt das Buch zur Selbständigkeit im Denken und Fühlen an, weil es modern, im besten Sinne, geschrieben ist. Drei Freundinnen haben sich in echter Kameradschaft zueinander gefunden und werden durch humvorvolle, wie ernste Erlebnisse eng miteinander verbunden. Ein Buch, das die echte Kameradschaft und Treue deutscher Jugend, im besonderen des BdM., verherrlicht und weite Verbreitung finden sollte. — Im Phaidon-Verlag, Wien und Leipzig, ist, herausgegeben von Dr. Otto B u e k, eine deutsche Ausgabe der gesammelten Werke von U n a m u n o in vier Bänden erschienen. (38/41.) Miguel de Una- muno ist Baske; 1864 in Bilbao geboren, begann er im Jahre 1901 seine öffentliche Tätigkeit als Professor des Griechischen an der Universität Salamanca. Die Auswirkung von Unamunos schöpferischer Persönlichkeit ist nicht auf Spanien beschränkt geblieben. In der vorliegenden Gesamtausgabe, die sich durch eine klare Uebertragung auszeichnet, sind besonders schätzenswert die Einleitungen des Herausgebers zum „Ü e b e n Don Quijotes und Sanchos" und von Ernst Robert Curtius zu dem philosophischen Buche über „Das tragische Lebensgefühl"; diese beiden Schriften dürfen als Hauptwerke des Dichters gelten, weil in ihnen die Summe seines philosophischen Denkens und seiner schöpferischen Gestaltung enthalten ist. Ferner umfaßt die Ausgabe den Roman „Rebe l", eine Anzahl Novellen unter dem Titel „Der Spiegel des Tode s", den Frauenroman „Tante Tula" und „Abel S a n ch e z", die Geschichte einer Leidenschaft; von den philosophischen Schriften außerdem „D i e A g o- n i e des Christentum s". — Die vom Verlag gediegen ausgestattete Uebersetzung ermöglicht eine eingehende und persönliche Bekanntschaft und Auseinandersetzung mit der vielseitig anregenden Erscheinung dieses Spaniers, der den Kampf gegen den Rationalismus und gegen einen mißverstandenen Fortschritt proklamiert. — Das Skizzenbuch der toten Lya E s ch. 140 Seiten. Verlag von Ernst Ewert, Kassel 1934. — (300) — Nach den früher hier angezeigten Büchern der früh verstorbenen Verfasserin („Flammen über Danzig", „Die Höhle", „Unstet und flüchtig") läßt der Verlag das vorliegend* Skizzenbuch erscheinen, in dem eine Anzahl meist kurzer anekdotisch gefaßter Schilderungen, Begebenheiten und Erlebnisse vereinigt sind. Diese Skizzen sind fast alle zu einer effektvollen Pointe zugespitzt und behandeln überwiegend düstere, traurige oder unheimliche Motive. Oberheffen. Landkreis Gießen. Z Großen-Linden, 14. Nov. Am Samstag und Sonntag fand hier in der Gastwirtschaft „Zum Rebstock" die diesjährige Lokalausstellung des G e fl ü g e l z u ch t v e r e i n s Großen- Linden statt. Es waren etwa 100 Nummern zur Schau gestellt, darunter sehr.gutes Material. Als Preisrichter fungierte Landwirt Jäger (Ober- Hörgern). Bei einem am Sonntag stattgefundenen Preisschießen waren als Preise gute Zuchttiere ausgesetzt. Nachstehend die Preise der besten Tiere. Abteilung I, Stämme: Karl Heß IV. 1,2 SGI., Z. (Rheinländer). Abteilung II, Leghorn, weiß: Hch. Leun III. SGI., Rheinländer, Ludwig Weigand 1,0 SGI. Z., Karl Heß IV. 1,0 SGII., ders. 0,1 SGI. E., ders. SGI., Ludwig Weigand 0,1 SGII., Karl Heß IV. 0,1 SGI. Z., Hans George 0,1 SGI. E., ders. 0,1 SGII., Karl Heß SGII., Wyandottes, silber, Alfred Jung 1,0 SGI., ders. SGII., ders. SGE., ders. SGII., Italiener schwarz, Wilhelm Walther 1,0 SGI., ders. 0,1 SGE., Heinrich Größer I. 0,1 SGII., Heinrich Wagner SGII., ders. 0,1 SGII., ders. 0,1 SGI., Ostfriesische Silbermöven: Ludwig Faber 0,1 SGE., ders. 0,1 SGI., Heinrich Größer II. SGII., ders. SGII. Abteilung Zwerge: Wyandottes dunkel, Albert Junker 1,0 SGE., ders. 0,1 SGI., ders. 0,1 SGII., Wyandottes gold, Johannes Diez 1,0 SGI. Z., Wyandottes schwarz, Johannes Diez 1,0 SGE., Rhodeländer, Philipp Zimmermann 1,0 SGE., Langschan, schwarz, Wilhelm Walther 1,0 SGE. (bestes Tier der Schau), ders. 0,1 SGII., ders. 0.1 SGI., ders. 1,0 SGII., Neumodische en gl. Kämpfer, rotscheckig, Will). Sommerlad, 1,0 SGI. Z., ders. 0,1 SGII., Antwerpener Bartzwerge, Ludwig Weigand 1,0 SGE., Hans George SGI., ders. 0,1 SGI., Ludwig Weigand 0,1 SGII., ders. 0,1 SGII. Abteilung Tauben: Hessische Kröpfer fahl, Heinrich Wagner SGII., Brünner Kröpfer, schwarz, Hans George SGII., Schönheitsbriestauben (fahl), Philipp Zimmermann 1,0 SGE. > Holzheim, 14. Nov. Dieser Tage fand hier im Saale von Pg. S a m e s eine Tonfilm- vorführung durch die NS.-Gaufilmstelle statt. Der Besuch war gut. Gezeigt wurde der Film „Die letzte Kompanie", der von allen Besuchern mit großem Interesse ausgenommen wurde. — Bei der Fruchtsammlung in unserer Gemeinde, die dieser Tage vorgcnommen wurde, wurden 56 Zentner gespendet, die von SA.-Männern in den Häusern abgeholt wurden. — Die Pfundsamm - lung ergab über 120 Beutel voll allerlei Sachen, die sicher den Hilfsbedürftigen in der Stadt große Freude machen werden. wg. G r o ß e n - B u s e ck , 14. Nov. Hier fand dieser Tage die Einweihung eines S A.» Heimes statt. Die SA. unter Führung von Sturmbannführer Höbe! (Gießen) marschierte mit Musik vor dem Heim auf, wo Sturmbannführer H ö b e l eine Ansprache hielt, in der er den Zweck und die Aufgaben der SA. darlegte. Beim Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Hakenkreuzfahne an dem Fahnenmast gehißt. Bürgermeister Pg. R e b- holz betonte sodann in einer Ansprache, daß die Gemeinde dieses Heim gern geschaffen habe, um der SA. Gelegenheit zu geben, darin sich immer wieder im Geiste des Führers zu stärken. Hierauf übernahm Sturmführer Fuhr das Heim im Namen der SÄ.- Kameraden von Grohen-Buseck. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Feier geschlossen. — Die Holzfällungsarbeiten im hiesigen Gemeindewald haben in den letzten Tagen begonnen. Es werden etwa 5000 Festmeter Holz geschlagen, wozu 30 Arbeiter in fünf Rotten während des ganzen Winters Arbeitsgelegenheit haben. Neben einigen Erwerbslosen werden besonders Kleinlandwirte dabei beschäftigt. — Die Gaufilm st ekle der NSDAP, führte hier im Saale „Zur Germania" den Film „Deutsches Geschwader -im Mittelmeer" vor. Dazu wurde ein gutes Beiprogramm geboten. oo Reiskirchen, 14. Nov. Dem hiesigen SA.- Sturm 36/91.116 wurde bei seiner Vereidigung in Laubach eine große Freude zuteil. Nach der Vereidigung konnte er seine Sturmfahne durch den Standartenführer weihen lassen. Die Fahne wurde nach der Rückkehr in Reiskirchen unter den Klängen der Marschmusik feierlich eingebracht. 3 Villingen, 13. Nov. Die Gedenkfeier am 9. November wurde hier durch die Mitglieder der Partei und ihrer Gliederungen in würdiger Weise begangen. Am Kriegerdenkmal wurde ein Kranz niedergelegt, wobei Ortsgruppenleiter Jung in trefflichen Worten der Helden des Weltkrieges und des 9. November gedachte. Die SA. stellte die Ehrenwache am Kriegerdenkmal. In einer Versammlung am Abend im Saale von Strack hielt Ortsgruppenleiter Jung eine weitere Ansprache, in der er besonders auch der Kriegsgefallenen gedachte. Die Feier schloß in der üblichen Weise. — Zahnarzt Weiß aus Hungen hielt hier einen Lichtbilder-Vortrag über das Deutschtum im Ausland, insbesondere die Sitten und Gebräuche in Siebenbürgen und Rumänien. Der Vortrag wurde sehr beifällig ausgenommen. Kreis Scholten. □ Laubach, 13. Nov. Der SA. -Reserve- Sturmbann IV/116 hatte für Sonntagnachmittag seine Stürme zur Vereidigung und Fahnenweihe nach Laubach befohlen. Von der „Helle" aus, wo der Sturmbann zusammengekommen m(ir, marschierten die braunen Kolonnen unter Vorantritt eines Musikzuges nach dem Schloßhof. Nachdem der Ortsgeistliche Pfarrer Schmidt Gottesdienst abgehalten hatte, wies der Führer der Reservestandarte 116 Sturmhauptführer S a - m e s (Friedberg) mit packenden Worten auf die Bedeutung des Eides hin und nahm sodann die Vereidigung der SA.-Männer vor. Anschließend weihte er fünf Sturmfahnen. Nach einer Gefalle- nen-Ehrung, die am Kriegerdenkmal von 1914/18 oorgenommen wurde, fand ein Vorbeimarsch in der Friedrichstraße statt. Mit kameradschaftlichem Beisammensein in sämtlichen Sälen fand der schön verlaufene Tag seinen Abschluß. Kreis Alsfeld. » A1 s f e l d, 13. Nov. Am vergangenen Sonntag abend veranstaltete der Zweigverein Als feld des Evangelischen Bundes im gro. ßen Saale des „Deutschen Hauses" einen wohlgelun« genen Gemeindeabend. Der Saal war dicht besetzt. Pfarrer B e r ck (Darmstadt) sprach über da; Wesen des Protestantismus und über die Bedeu- tung der Persönlichkeit Martin Luthers. Er kennzeichnete Luther als eine kerndeutsche Persönlichkeit und würdigte in trefflichen Worten sein Wirken und seine Bibelübersetzung als entscheidende Werke deut- scher Kultur. Das Schlußwort sprach Dekan Bern- deck (Alsfeld). Die Veranstaltung wurde umrahmt durch Lieder des Kirchenchors Alsfeld unter der Leitung feines neuen Dirigenten, Lehrers Zoll, und musikalische Darbietungen unter Leitung von Ober» reallehrer Dotter. Mit dem gemeinsam gesungenen Choral „Erhalt uns Herr bei deinem Wort" wurde der Abend geschlossen. # Ober-Ohmen, 15. Nov. Seit einigen Tagen ist hier im Rathaussaal ein Haushaltung s- kursus f ü r Mädchen von 16 bis 20 Jahren eingerichtet worden. An dem Kursus nehmen Mädchen von hier und von Ruppertenrod teil. Der Unterricht umfaßt sämtliche Wissensgebiete, die für die Führung eines eigenen Haushaltes notwendig sind. Wettervoraussage. Auch gestern haben sich über Oberitalien die wol- kenbruchartigen Niederschläge fortgesetzt, so daß dort in den letzten Tagen vielerorts Niederschlagsmengen von mehreren hundert Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen sind. Auch bei uns macht sich eine Zufuhr feuchter Mittelmeerluft bemerkbar, die Anlaß zu Nebel- oder Hochnebelbildung gegeben hat, die aber nur gelegentlich bis zu leichtem Reaen führen wird. Eine durchgreifende Aenderung Der Witterungsverhältnisse ist vorerst noch nicht wahrscheinlich, wenn auch bei der Gesamtentwicklung für späterhin ein Vordringen kälterer Luft zu erwarten ist. Aussichten für Samstag: Vielfach Nebel oder Hochncbel mit Neigung zu gelegentlich leichtem Regen, darüber vielfach heiter, nachts nur ver« einzelt leichter Frost, meist nördliche und östliche Winde. Lufttemperaturen am 15. November: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 2,9 Grad; am 16. November: morgens 3,4 Grad. Maximum 8,2 Grad, Minimum 0,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. November: abends 3,6 Grad. Hauptschriftleirer: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und' Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Krofdorf, den 15. November 1934. D549S Gießen, Eiserfeld (Sieg), den 15. November 1934. Gießen, im November 1934. 05498 Walnüsse 3 Pfd. 1 RM. Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unserer lieben Mutter sagen wir hierdurch innigen Dank. Verkaufe Samstaü aal dem Wochenmarkt, Brandulatz: 9?euc große Haselnüsse u. deutsche Im Namen aller Hinterbliebenen: Karl Andreas und Frau geb. Heyden. Neue Zitronen... 10 Stück 35 Ps. Ja Winterzwiebeln u. schöne frische Karottenrübchen .. .3 Pfd. 25 Ps. Schöner Wirsing ... Pfd. 5 Ps. H. Oster, OlfenbachM. Leupin-Ereme und Seife vorzügliches Hautpflegemittel, ieit langen Jahren bewährt bei Flechte-Hauijulken Ausschlag, Wundsein usw. 5'rofl.$Btntcrboff,$tTCU.WLlO1S7flRV Einem Teil unserer heutigen Ausgabe hegt ein Werbe blatt der ftn. X G. Monson & Co., Frankfurt am Main bei. fi741v I Vermietungen | Schöne («7^0 4 Zimmer- Wohnung in guter Lage per bald zu vermiet. HeditsauiOrüger Seltersweg. Schöne geraum. 3-3UoHn. 3 St., Marburg. Straße p. 1. Dezember zu vermieten. Schriftl. Angeb. u. 05502 a. d. Gieß. Anz. Am 14. Oktober entschlief in Buenos-Aires unser lieber, guter Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Fischbach im 56. Lebensjahr. Geschwister Fischbach. Stellenangebote| Keine Ursprungs- zengnisse, lonbent nur Zeugnis abschriften dem Be werbungöichreiben bei: legen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen »ur Ber meidung von Verlusten aus der Rückleite Na- men und Anschrift bei Bewerbers tragen I Vertreter tüchtig, zuverlässig sucht Buchdruckerei und Stempelfabrtk. Schriftl. Angeb. unter 05504 an d. Gieß. Anzeig. Schreib- und Sprechstund.-Hilfe von vrakt. Arzt sofort gesucht für halbe Tage. Off. unt. Nr. 2846 an Annonc.-Expedit. Carl Förster, Dttsseldort, Vertretung Gießen Neuenweg &0. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, dem 18. November, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Manß, geb. Döring. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen wurde mir mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Philipp Manß Preuß. Hegemeister i. R. im 71. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Jetzt warme preiswerte UnlerzenOe Damen-Hemdchen 6731A Mako und fein gestrickt Mk. 0.95, 0.75, 0.60, 0.35 Damen-Unterjacken mit langem Arm, Arm u.Träger Mk. 1.20, 1.—, 0.75 Damen-Hemdhosen mit Träger und Achselschluß, o Knopf-Form . Mk. 1.90, 1.70, 1.50, 1.25, 1.20 Herrenhosen in Mako. Wolle gemischt und Plüschfutter . Mk. 2.95, 2.45, 1.95, 1.65, 1.30 Kinder-Leib- und Seelhosen in Normal und Plüschfutter, Gr.60 Mk. 1.30, 1.20, 1.10 ML G. Grode Frankfurter Straße. Hasenun-Reh im Ausschnitt, sowie sämtl. Ge- flügel.MeinSvezial-Wild- und Geflügelgeschäft führe ich unverändert weiter, das ich hiermit in empfehlende Erinnerung bringe. Verkaufsraum: 05501 Hause! ngang geradeaus! Gg.Wrb Mäusburg 9 Telephon 2613 Junges «7290 Rädchen vom Lande für kleinen Hauh halt gesucht. Borzu- stell. vormittags. Weserstr. 10 II. [Verschiedenes | Deutscher Sdiälerhund schwarzer Rüde, zugclanf. Ludw. Becker Witwe, Bersrod. «71-0 KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und ncleff-n. Vereine | M-M 2amstag,17.1i. Kobel t Einladung zu einer Mtt- gliederversamm- lung auf Samstag, den 24. November,20'/ Uhr im Gemeindehaus, Lonpstr. 4. Tagesordnung: 1. Berichterstat- tUNg 6737D 2. Rechnungs- ablage 3. Satzungsänderung. DerVorstanddes Israel. Altersheim Gießen. stflöitoefliei Gl eßen 66S7Ü Samstag, 17. Kev. 20-22.30 Uhr NS. Kulturge- meinde Ring Deutsche Bühne 51rach um Jolanthe. Bauernkomödte in 3 Akten von Aug. Hinrichs. Bekanntmachung. Der gemäß § 13 Abs. 2 der Verordnung über Finanzstatistik vorn 28.Februar 1931 (RGBl. I S.32) zu veröffentlichende Halbjahresauswcis über die Einnahmen und Ausgaben der Stadt Gießen für das I. Halbjahr 1934 wird in der Zeit vom 15. bis 29. November 1934 an den für amtliche Bekanntmachungen bestimmten Anschlagtafeln zur allgemeinen Kenntnis gebracht. 6728C Gießen, den 15. November 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Zwangsversteigerung K4n34 Husta-Glycin ist ein ganz vorzügliches Präparat und kann man dasselbe mit ruhigem Gewissen gegen Husten, Heiserkeit, Verse h I e i m u n g und Keuchhusten bestens empfehlen. Zülpich, den 14. Febr. 1633. R. Relland. Von Ärzten u. Prof, empfohlen. I Husta-Glycin Fl. M. 1,65 u. I,-| Hustobons (Bonb.) Dose M. —,75 [ Am Montag, dem 3. Dezember 1934, vormittags 8.45 Uhr, werden durch das unterzeichnete Gericht auf dem Ortsgerid)t (Rathaus in Heuchelheim bei Gietzen), die auf den Namen a) des Ehemannes, b) der Ehefrau, c) des Ehemannes und der Ehefrau eingetragenen Grundstücke versteigert: 6019D A. auf den Namen Alandler, Georg, in Heuchelheim: 1. Grundbuch für Gießen, Band 58, Blatt 3285: Flur 35, Nr. 81, Acker über der Kropbach in der Koppelhut, 1005 qm, Schätzung 331,— Mark. Flur 35, Nr. 258, Wiese in der Kropbach an der Rodheimer Straße, 248 qm, Schätzung 142,— Mark. Flur 38, Nr. 89, Acker an der Leimenkaute, 1132 qm, Schätzung 679,20 Mark. 2. Grundbuch für Heuchelheim, Band 9, Blatt 576: Flur 6, Nr. 27, Acker das Kanalwiefenfeld, 1931 qm, Schätzung 573,— Mark. Flur 10, Nr. 28, Acker über dem Kahnweg, 1279 qm, Schätzung 703,— Mark. Flur 12, Nr. 253, Wiese die Iunkerwiefe, 695 qm, Schätzung 482,— Mark. B. auf den Namen INandler, Helene, geb. Lenz, Ehefrau des Georg Alandler in Heuchelheim: 1. Grundbuch für Gießen, Band 54, Blatt 2857: Flur 34, Nr. 17, Acker auf der Hardt vor der Koppelhut, 502 qm, Schätzung 175,70 Mark. Flur 35, Nr. 170, Acker über der Kropbach an der Hardt, 526 qm, Schätzung 157,80 Mark. Flur 37, Nr. 176, Acker in den krummen Gräben, 1017 qm, Schätzung 610,20 Mark. Flur 37, Nr. 285, Wiese auf die kleine Weide, 764 qm, Schätzung 458,40 Mark. 2. Grundbuch für Heuchelheim, Band 9, Blatt 577: Flur 1, Nr. 670, Hofreite (Kirchstraße 7) im Ort, 443 qm, Schätzung 6800,— Mark. Flur 7, Nr. 145, Acker am Bölzpfad, 1229 qm, Schätzung 737,— Mark. Flur 10, Nr. 95 und 96, Wiese stößt aufs Kahnplätzchen, 715 qm, Schätzung 429 Mark. Flur 11, Nr. 87, Acker in den Laschen, 1456 qm, Schätzung 582,— Mark. Flur 13, Nr. 85, Wiese auf dem Stein, 1026 qm, Schätzung 205,— Mark. Flur 13, Nr. 158, Wiese der Römerfand, 832 qm, Schätzung 208,— Mark. Flur 17, Nr. 228, Acker in Leusel, 764 qm, Schätzung 458,— Mark. Flur 18, Nr. 7, Wiese die Kuhweide, 1053 qm, Schätzung 526 Mark. C. auf den Namen a) IHanbler, Georg, Ünd b) Alandler, Helene, geb. Len;, dessen Ehefrau, Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft: Grundbuch für Heuchelheim, Band 9, Blatt 578: Flur 1, Nr. 294, Grasgarten hinter den Scheuern, 192 qm, Schätzung 153,— Mark. Flur 1, Nr. 671, Grasgarten im Ort, 265 qm, Grabgarten, 127 qm, Schätzung 332,— Mark. Gießen, den 12. Oktober 1934. Im Auftrag des Hessischen Amtsgerichts Gießen: S o l d a n, Ortsgerichtsvorsteher. Dj o g. Otto Winterhoff, Kreuzpl. 1(H Med.-Drog.Haus Hindenburg BTO7v Drog. Kilbinger Nacht., Selters-W. KÜCHEN ZT SCHLAFZIMMER SPEISEZIMMER HERRENZIMMER KAUFEN SIE VORTEILHAFT BEI H. VETTER • GIESSEN WIESENSTRASSE 6. leitet Nett braudit- jetzt zum Winter einen guten modernen Mantel - und wahrscheinlich werden Sie auch noch einen Anzug brauchen. Da trifft sich’s gut, daß wir so vorteilhafte Angebote in gediegener und flotter Herrenkleidung bringen. 6733A Bitte besuchen Sie uns! ltt.269 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Keitag, 1b. November 1934 Wie Clemenceau Wilson betrog. Sie Entstehung der Lüge von den Gaarfranzosen. Von Professor Dr. Friedrich Grimm. In der Hanseatischen Verlagsanstalt Hamburg erscheint soeben ein neues Werk des be- ' kannten Essener Rechtsanwalts: „Frank- reich an der Saar". Dieses Buch ist eine scharfe Waffe im Kampf um die Saar, die in diesem Werk niedergelegte Wahrheit über die Frage der Zugehörigkeit des Saargebiets zu Deutschland verdient gerade in den nächsten Wochen weiteste Verbreitung. Am 28. März 1919 kam es zu der ersten großen Auseinandersetzung über die Frage des Saargebietes während der Friedenskonferenz vonVerfailles. In dem Hotel des Präsidenten Wilson in Paris fand an diesem Tage jene denkwürdige Sitzung der „Großen Drei" statt, in der die Meinungen aufeinanderplatzten. T a r d i e u und Loucheur waren von Clemenceau zu der Beratung hinzugezogen, die Männer, in deren Person die Forderungen der historischen Rheinlandpolitik Frankreichs mit den Bestrebungen des modernen Wirtschaftsimperialismus des comite des forges sich so unselig vereinten. W i l s o n saß da mit „dem fragenden Lächeln, das die Einwendungen ankündigte". Tardieu trug seine Denkschrift vor und machte sich damit zum Anwalt der „historischen" und „wirtschaftlichen" Ansprüche Frankreichs. Lloyd George wollte den französischen Anspruch auf das Eigentum an den Gruben anerkennen. Aber auch er wandte sich gegen die Grenzen von 1814. Er wollte kein „neues Elfaß-Lothrin- gen" schaffen. Wilson hatte lange schweigend zugehört. Dann ergriff er das Wort. Die Szene wurde von dramatischer Spannung. Der Präsident lehnte alle Ansprüche Frankreichs ab, die historischen und die wirtschaftlichen. Er erklärte sich damit einverstanden, daß Frankreich so viel Kohlen erhielte, als seinem Kriegsverlust an Kohlenerzeugung entsprach. Er weigerte sich aber, Frankreich das Eigentum an den Saargruben zuzugestehen. Er lehnte die Grenzen von 1814 ab. Er widersetzte sich auch der Bildung irgendeines Staatswesens mit autonomer Verfassung. „Frankreich selbst", so sagte er, „hat sich bereit erklärt, die Grenzen von 1 8 7 0 als Grundlage des Friedens anzunehmen; von den Grenzen von 1814 war keine Rede. Diese Grundlagen binden die Verbündeten." Deutlich trat da die Rechtsgrundlage hervor, die die Gegnermächte verpflichtete, Wilsons Programm und seine Annahme durch den Vertrag vom 5. November 1918, dem auf Wilsons Anregung alle Verbündeten zugestimmt yatten. In der Saarfrage gab es kein Verhandeln mehr. Die Saarfrage war in der allseitigen Annahme des Programms der vierzehn Punkte festgelegt worden. Wilson fuhr fort: „Die Grenze von 1814 entspricht übrigens keiner wirtschaftlichen Realität. Sie würde den Ruin des Saargebietes bedeuten." Ruin des Saargebietes! So sprach der amerikanische Präsident 1918. Heute aber erhebt sich eine neue Propaganda und möchte den Saarländern den Status quo aus wirtschaftlichen Gründen schmackhaft machen. Der Präsident beschwor die Franzosen. Er wuchs einen Augenblick über sich selbst hinaus zu einer bei ihm ungewöhnlichen Größe. Er fühlte sich als Anwalt des Rechts, als Vertreter des Weltgewissens. Er sah die Gefahren, die sich da aufrichteten, das Gespenst Richelieus, des Begründers der französischen Rheinpolitik, neu erstanden in der Person des alten Tigers, der da vor ihm saß: kalt, undurchdringlich, der Vertreter einer alten Welt, einer Welt des Unverstandes, der Selbstsucht und der Gewalt. Wilson appellierte a n d i e Einsicht Frankreichs: „Es gibt keine intelligentere Nation als die französische. Ich lege, ihr freimütig meinen Standpunkt auseinander. Ich fürchte ihr Urteil nicht. Ich habe eine so hohe Auffassung von dem Geist der französischen Nation, daß ich glaube, sie wird stets einen Grundsatz annehmen, der auf die Gerechtigkeit gegründet ist und mit Billigkeit durchgeführt werden wird." Wilson wollte, daß das deutsche Land den Deutschen verbliebe. Er kämpfte gegen eine Verblendung, von der Clemenceau in einer merkwürdigen Selbstverurteilung gesagt hat, daß es die „Besessenheit eines Volkes gewesen sei, das der Sieg außer Rand und Band gebracht" habe. „Ich bin bereit", so fuhr Wilson fort, „Frankreich die Nutzung der Gruben für eine bestimmte Zeit zuzugestehen. Ich bedauere, diese Einwendungen erheben zu müssen. Ich bitte um Entschuldigung. Es ist mir peinlich, Frankreich widersprechen zu müssen. Aber ich konnte nicht anders handeln, ohne meine Pflicht zu verletzten." Wilsons Pflicht! Es ist, als ob heute eine friedlose Menschheit aufstünde wider Wilson-Pilatus, der seine Pflicht so klar sah und doch seine Hände in Unschuld wusch. Bis dahin hatte Clemenceau seine Mitar- Der nachstehende Artikel gibt einen kleinen Ueberblick über einige besonders interessante Fortschritte, die auf dem Gebiete der Photographie in allerletzter Zeit erzielt werden konnten. Oer Karbenfilm ist -a! Farbenfilm? Wir haben so etwas gelegenlich im Kino gesehen und es war ziemlich scheußlich: wir sahen „kolorierte" Filme, deren giftgrüne und grellrote Farbtöne an Häßlichkeit und völliger Unähnlichkeit mit den wirklichen Naturfarben kaum zu überbieten waren. Nun — das waren eben nur recht kümmerliche Vorstufen zum wirklichen, also nicht nachträglich „kolorierten" Farbenfilm, mit dem sich zahlreiche Wissenschaftler schon seit geraumer Zeit sehr eingehend beschäftigen. Diese Bemühungen haben jetzt zu recht erfreulichen Erfolgen geführt: es gibt neuerdings einen in Deutschland hergestellten farbigen Film (den sogenannten Agfacolor-Linsenrasterfilm), der für sehr viele Zwecke bereits eine durchaus befriedigende Lösung des so lange vergeblich umkämpften Probims des Farbenfilms bedeutet. Auf dem kürzlich in Hannover abgehaltenen Kongreß tzer Deutschen Naturforscher und Aerzte führte Prof. E g - gert (Leipzig) einige mit dem neuen Material aufgenommene Farbenfilme vor. Hier sahen die Teilnehmer zum ersten Mal Farbenfilme, die wirklich diesen Namen verdienten: es wurden Aufnahmen von Rosengärten, bunten Volkstrachten usw. gezeigt, die durchaus „naturecht" wirkten und bewiesen, wie sehr die Kinofilme gewinnen werden, wenn die neuen Verfahren erst allgemein anwendbar sind. Ganz so weit ist es allerdings heute noch nicht; zwar ist das Problem des Farbenfilms nunmehr bereits in „publikumsreifer" Weife gelöst, aber noch bleibt die Aufgabe, das farbige Original ohne allzugroße Kosten und in der gleichen Echtheit auf die Filmkopie oder den Papierabzug zu bringen. beiter Tardieu und Loucheur sprechen lassen, eine weise Regie. Jetzt trat er aus der Zurückhaltung hervor: „Sie vergessen das Gefühl und die Erinnerung", fo sprach schneidend der alte Hasser, der Menschenfeind, „die Welt wird nicht von reinen Grundsätzen geleitet. Sie wollen uns in wirtschaftlicher Hinsicht Genugtuung geben. Ich danke Ihnen. Aber die wirtschaftlichen Notwendigkeiten sind nicht alles. Unsere Erfahrungen haben in uns das tiefe Gefühl für b i e Wiedergutmachung erweckt, die man uns schuldet. Es handelt sich nicht um materielle Reparationen. Das Bedürfnis moralischer Wiedergutmachung ist nicht minder groß." „Es gibt dort einhundertfünfzigtausend Menschen. Das sind Franzosen! Diese Menschen haben 1918 Bittschriften an Poincare gesandt. Die haben auch ein Recht auf Gerechtigkeit." „Sie wollen die Rechte der Deutschen respektieren? Ich will das auch. Aber berücksichtigen Sie das Recht dieser Franzosen, wie Sie das historische Recht Böhmens und Polens zu beachten haben!" Clemenceau hatte gesprochen. Der alte Tiger rang mit Wilson, dem Professor, der seine Grundsätze so gut und Europa so schlecht kannte, daß er durch eine Lüge entwaffnet war. Auf dieser Lüge beruht das Saarstatut. „Bis zwölfeinhalb Uhr hatte diese erschütternde Sitzung gedauert", so schreibt Tardieu. „Um zwei Uhr trafen wir uns wieder, Clemenceau, Loucheur und ich, im Kriegsministerium, machten unsere Bilanz und arbeiteten weiter an der Befreiung der Saarfranzosen." Diese Dinge sind aber bereits energisch in Angriff genommen worden, und die ersten farbigen Filme werden wohl bald in unseren Kinos auftauchen. Mit einer der Üblichen Kleinkameras (Leica, Conta usw.) kann man aber schon jetzt ganz ausgezeichnete farbige Aufnahmen machen und mit den gebräuchlichen Amateurapparaten sogar farbige — und zwar sehr gute! — Filme Herstellen. Für den Amateur ist also nunmehr das Problem des Farbenfilms gelöst! Oas Neueste vom Fernsehen. Eine besonders aktuelle und zukunftsreiche Aufgabe der modernen Photographie besteht darin, gemeinsam mit den Technikern und Physikern die allgemeine Einführung der drahtlosen Bildübertragung, des „Fernsehen s", möglich zu machen. Es ist ja bekannt, daß man für besondere Zwecke Bilder, Dokumente, Steckbriefe usw. schon seit einiger Zeit auf diese Weise übertragen kann. Das interessiert aber die meisten von uns erheblich weniger als das „drahtlose Fernkin o", mit dessen Hilfe es möglich fein wird, irgend ein wichtiges Ereignis am Fernseh-Empfänger zu Hause 'miterleben zu können. Kürzlich gingen durch alle deutschen Zeitungen Berichte über die neuesten Fernseh-Versuche der Reichspost am Brocken, bei denen es gelang, einen von Berlin übertragenen Film in recht guter Wiedergabe zu empfangen. Es ist anzunehmen, daß wir schon in absehbarer Zeit einen im Preise erschwinglichen Fernseh-Empfänger haben werden, wenn auch im Augenblick noch zahlreiche technische Schwierigkeiten überwunden werden müssen, ehe das „Fernkino für Jedermann" Wirklichkeit wird. Ein sehr wesentlicher Fortschritt auf diesem Gebiete ist darin zu erblicken, daß es jetzt gelungen ist, die Zeitspanne zwischen dem Ablauf des photographisch aufzunehmenden Ereignisses (etwa einer politischen Kundgebung, einer sportlichen Veranstaltung usw.) und seiner Uebertragung im „Fern* fino" in geradezu erstaunlicher Weise herabzudrücken. Diese Zeitspanne ist so kurz, daß wir am zukünftigen Fernseh-Empfänger dem Ablauf des zu übertragenden Geschehnisses praktisch ohne Zeitverlust folgen werden. Das wird durch einen neuen Apparat ermöglicht, mit dessen Hilfe der zur lieber* tragung verwandte Film in weniger als einer halben Minute nach der Aufnahme entwickelt, fixiert und drahtlos übertragen werden kann. Die Uebertragung geschieht vom noch nassen Film, wobei gleichzeitig auf elektrischem Wege das Film- Negativ in ein Positiv — also fertig zur Vorführung am Empfänger — umgewandelt wird. Oer lebende Magen wird photographiert! Ein besonderes Hexenkunststück der madernen Photographie wurde kürzlich auf m e d i z i n i sch e m Gebiete erreicht. Bei den relativ häufigen Erkran- kungen des Magens ist es für den Arzt naturgemäß außerordentlich wichtig, den Magen von innen sehen und beobachten zu können. Schon seit einiger Zeit verwendet man zu diesem Zweck sogenannte „Gastroskope", das sind lange Rohre, in denen sich optische Linsen befinden, mit denen man direkt vom Mund aus in den Magen hineinsehen kann. Neuerdings ist nun die Magenphotographie erfunden worden, bei der eine winzige Kamera in den Magen eingeführt und kleine Aufnahmen von der Magenschleimhaut gemacht werden. Zwei deutsche Forscher haben einen von außen lenkbaren Magen-Photoapparat konstruiert, mit dem man nach Belieben jede gewünschte Stelle der Magenschleimhaut einstellen und auch um Ecken herum und in Buchten hinein photographieren kann. Dieses Verfahren ist für Arzt und Patient ungemein wichtig, weil es ganz genaue Abbildungen des Magens liefert, mit deren Hilfe eine frühzeitige Erkennung schwerer Magenkrankheiten, besonders des Krebses, möglich ist. Belichtungszeit: 1 Millionstel Sekunde! In den letzten Jahren ist das Tempo der phototechnischen Entwicklung immer rascher geworden, so rasch, daß der Photo-Amateur ihr nur mit großen Schwierigkeiten zu folgen vermag. Die Empfindlichkeit der handelsüblichen Filme konnte in erstaunlicher Weise gesteigert werden (sie ist heute rund zehnmal so groß wie im Jahre 1924!), die infrarot-empfindliche Platte reagiert auf Lichteindrücke, die für unser Auge gar nicht vorhanden sind, Zeitlupe und Zeitraffer erobern der Photographie Gebiete, die ihr vollständig verschlossen zu jein schienen. Es ist heute möglich geworden, mit Hilfe der beiden zuletzt erwähnten Verfahren die verstecktesten Geheimnisse der Natur aufzuspüren — es gibt einige wissenschaftliche Filme aus der letzten Zeit, die bei aller Sachlichkeit des Themas etwas geradezu Unheimliches an sich haben, weil sie uns Vorgänge in unserem Körper zeigen, bei denen wir bisher nie geglaubt hätten, sie jemals im Film Zehen zu können. So wurden unlängst auf einem wissenschaftlichen Kongreß Filme vorgeführt, die — am lebenden Objekt ausgenommen! — mit aller Deutlichkeit die feinsten Lebenserscheinungen in den Zellen und Adern des Körpers zeigen; ein anderer Film verschaffte dem erstaunten Beschauer Einblicke in die ungeheuer komplizierten Vorgänge, die sich bei der 'allerersten Teilung und Entwicklung der befruchteten Eizelle eines Wirbeltieres abspielen. Ein dritter, besonders unheimlicher Film schließlich führte die Entwicklung und das Verhalten von bösartigen (Krebs!) Zellen im lebenden Körper vor. Es ist heute tatsächlich so, daß der modernsten Photographie kaum ein Gebiet mehr verschlossen ist; mit Mikrofilm, Zeitraffer usw. entschleiert sie das Geheimnis irgendeines „unsichtbaren" Bakteriums, während sie auf der anderen Seite neue Sterne in unbekannten Tiefen des Weltalls auf- Hexenkünste der Photographie. Oer Farbenfi!m ist da. — Oas Neueste vom Fernsehen. — Oer lebende Magen wird pholographiert. Von ©r. H. Schäler. Unrasiert und fern der Heimat. Seegeschichten von Heinrich Hauser. Die Faßgurken. In einer warmen regnerischen Nacht schleichen wir mit sechs Mann nach achtern. Auf dem Achterdeck liegen große Kohlenhaufen, die Reserven, die erst im Verlauf der Reise in die Bunker geschafft werden soll. Vom achtern Mast hängt eine Sonnen- brennerlampe herab, die das Deck taghell beleuchtet. Von der Brücke her kann das Deck eingesehen werden. Kriechend, zentimeterweise, die wenigen Schattenstellen sorgsam benutzend, so überwinden mir in stundenlanger Arbeit dieses Hindernis. Endlich stehen wir vor der Tür des Provianthauses, die natürlich verschlossen ist. Sie wird von Fachleuten erbrochen. Eine jchmale Treppe steigen wir hinab in den Bauch des Schiffes, das in der hohen Dünung stampf, so daß die Schraube unter uns donnernd aus dem Wasser schlägt. Verdammt nochmal! Wir sind noch immer im Vorraum, zum eigentlichen Proviantkeller führt eine zweite Tür, die ist so stark, daß wir sie nicht erbrechen können. Aber da steht unter der Treppe ein Faß. Einer leuchtet mit Streichhölzern hinein: es sind saure Gurken. Keine große Beute, aber besser als nichts. Wir kanten das Faß an Deck und rollen es nach vorn. Vor dem Kohlenhaufen angekommen, merken wir, daß wir das Faß unmöglich über den Berg bringen können, ohne Aufsehen zu erregen. Also kauern wir uns in eine dunkle Ecke und [reffen soviel als möglich saure Gurken in uns hinein. Sonderbar: das Zeug schmeckt komisch. Einige fangen an zu stöhnen, unheimliche Geräusche werden laut. Wir sind vergiftet! Der Magen kehrt sich um. Einer hält so eine saure Gurke in das Licht des Sonnenbrenners und findet sie weiß von Schimmel. Der Proviantmeister hat also das Faß schon ausrangiert, es sollte über Bord geworfen werden. Nach dieser bitteren Erfahrung habe ich immer einen guten Grund, mich vor Beutezügen dieser Art zu drücken. Ein Kerl muß sich wehren können. Eines Abends macht sich ein junger Matrose über das Bild des Mädchens luftig, das über meiner Koje hängt. Damit ist endlich Schluß bei mir: „Zieh die Jacke aus und komm an Deck, wenn du ein .Kerl bist." Im Versaufloch unter der Back fangen wir an jzu ringen. Van der Back her schauen die Heizer i3u und feuern uns mit Rufen an, von der Brücke her die Steuerleute. Sogar der Rudersmann läuft vom Rad weg und beugt sich über die Reeling. Der Seemannsringkampf ist eine Art „Catcn as catch can“, es setzte auch Schläge dabei. Die Wut läßt mich alle Zaghaftigkeit vergessen. Ich gehe drauf wie ein Stier und merke zum größten Erstaunen, daß her andere, trotz viel kräftigerer Muskelbildung gar nicht so stark ist, wie ich erwartet habe. Wir keuchen, stöhnen, knirschen mit den Zähnen, rollen auf dem glatten Eijendeck herum. Ein paar Mal werde ich gegen die Verschanzung ge= jchleudert, wie eine Ratte, die ein Hund abschüttelt. Ich werde immer wütender. Nach zehn Minuten habe ich den andern im Schwitzkasten. Sein purpurroter Kopf liegt zwischen meinen Rippen und meinem Arm gepreßt. Ein paar Mal jrage ich: „Willst du Ruhe geben?" Er stöhnt: „Nein". Und er gibt nicht eher Ruhe, bis ich ihn platt an Deck habe, und als er wieder hochkommt und nochmal anfangen will, habe ich ihn in drei Minuten zum zweiten Male glatt unter mir. Die ganze Mannschaft pfeift und johlt: „Ho, Matrose, der sich vom Leichtmatrosen vertrimmen Von dem Tag an bin ich „ein feiner Kerl" und voll ausgenommen. Eine schon auf der Schule erprobte Lehre hat sich wieder als richtig erwiesen: nur wer den Mut hat, sich zu wehren, der gilt. Zum zweiten Mal vergesse ich das nicht. „Ein gräßlich schönes Original-Trauerspiel." Theaterreklame in der guten alten Zeit. Der Wochenspielplan in der Tageszeitung und an den Anschlagsäulen, der allabendliche Theaterzettel und zu Anfang der Spielzeit ein einfacher Prospekt, der die Spieler einführt, den Spielplan als Einheit erläutert und zum Abonnement einladet — das sind im großen ganzen die Reklamemethoden, auf die sich die deutschen Bühnen in der Gegenwart beschränken. Selbstverständlich hält auch die Kritik an den Aufführungen in den Tageszeitungen das Interesse für das Spiel auf den Brettern, die die Welt bedeuten, wach, und als sicherstes Werbungsmittel sind darum die künstlerische Höhe der Darstellung und die Auswahl guter Stücke anzusprechen. Die eigentliche Grundlage für eine stetige Theaterarbeit ist aber die große Gemeinde der treuen Theaterbesucher, die nicht durch Reklame an- gelockt zu werden brauchen, sondern die der Künst- lcrschar und ihrem Leiter für ihre gewissenhafte künstlerische Arbeit höchsten Dank wissen. Wenn wir in der Geschichte des Theaters zurückgehen, so sehen wir nicht nur ein ganz anders geartetes Theaterwesen vor uns, sondern auch ein gewandeltes Publikum, das sich nicht durch solch stille Werbungsmittel hätte in die Vorstellungen führen lassen. Die Theaterdirektoren mußten mit ihren Ankündigungen ans Herz auch derjenigen rühren, die dem „Komödiantentum" zunächst griesgrämig und mißbilligend gegenüberstanden. Streichen wir rund zwei Jahrhunderte von unserer Jahreszahl ab, da kommt uns eine von einem Direktor Jahnsen geschriebene Ankündigung einer Theateraufführung im Jahre 1740 in die Hände. „Mit gnädigster Erlaubnis wird heute von der Jahnsischen Schauspieler-Gesellschaft aufgeführt, und zwar zum allerersten Male, ein ganz neues und gräßlich schönes Original-Trauerspiel in sechs Akten und mit einem Prologus, mit Chören, Hymnen, Schlachtgesängen und mimischen Gruppen: „Fenzel- mus, Kaiser in Liliput" oder „Die Menschheit im Negligee" ober „Undank und Strafe des Rächers". Hohe Gönner! Viel von diesem Stück vorher zu sagen, würde Sie um einen schauerlich schönen Genuß bringen; daher schmeichle ich mir heute mit Ihrer stets über Alles schätzbaren Gegenwart. Entzückt und mit Tränen in den Augen werden Sie den Schauplatz mit Zufriedenheit verlassen. Die Dekorationen sind neu und die Garderobe auch eigens dazu verfertigt." Fürwahr, wer sollte einer fo freundlichen Einladung zu solchen Genüssen widerstehen können! Aber Direktor Jahnsen lüftet nun noch ein wenig den Zipfel des Vorhangs und verrät uns eine besonders packende Szene aus dem Drama. „Aber ich kann doch nicht umhin, eine kleine Effektszene herauszusetzen, damit Sie, hohe Gönner, urteilen können, was Sie Großes zu erwarten haben. Der große Kaiser Fenzelmus tritt mit gezogenem Damaszener vor die Rebellen: „Kennt Ihr mich nicht mehr, Ihr Mistfinken? Wollt Ihr hinunterfchlucken in Euren Teufelsmagen die Majestät des Kaisers? Lohnt Ihr so meine Huld? Welcher Teufel hat Euch herausgeschnellt, und welche Furien lehrten Euch, der Tugend den Strick an den Hals werfen? Seht mich an, Ihr Esel! Verkennt Ihr einen meiner Züge? Ich bin Fenzelmus, Euer Kaiser, der die Feinde des Vaterlandes schlug, der den König Tolgimuz aufs Eis schleuderte, daß ihm der Kopf' krachte — der Euch alles gab — alles schenkte, was Euch fehlte, Hallunken! — Und er, der Bube Hopaquentin, der Nachdruck des Satans, diese Makulaturseele, die ich aus dem Schlamm zog und auf trockenen Boden pflanzte, wagte es, mit mir zu rechten, mich zur Verantwortung zu ziehen? — Mich! der kein,e Antwort geben darf, ohne sich l zu entehren? — Aber ich will hin. will ihm inst Auge sehen, ihm das Herz aus dem Leibe reißen und ums Maul schlagen, will ihn durch Sonne, Mond und Sterne, durchs ganze Firmament peitschen, daß die blutigen Striemen noch am Auferstehungstage zu sehen sein sollen, damit er fühlen lerne, welche gräßliche Hyäne der Undank ist. Und Ihr — Blutegel uni) Skorpionen-Seelen! Euch werde ich die Glieder stückweise ausreißen, sie vor Euren Augen braten und mir schmecken lassen, und die Völker der Erde zum Schmause einladen. Fürchterlich will ich auftreten! Ich will Taten tun, daß alle Höllen aus Schreck gähnen und die Furien ihr Schlangenhaupt zu schütteln vergessen." Sv folgt eine überraschende Szene auf die andere; darum kommen Sie, hohe Gönner! Denn dieses Trauerspiel kostet mich sehr viel. Aber was opfere ich nicht gern, um Ihre hohe Zufriedenheit zu erlangen! Jahnsen, Direktor." Hochschulnachrichten. Professor Dr. Wilhelm Goetsch von der Universität M ü n ch e n ist zum Ordinarius für Zoologie an der Universität Breslau ernannt worden. Der ao. Professor Dr. Johannes Knauer von der Universität Breslau ist zum Ordinarius für Kinderheilkunde an der Universität Bonn ernannt worden. Professor Dr. Erwin Fues, Ordinarius an der Technischen Hochschule Hannover, ist zum o. Professor der theoretischen Physik an der Universität Breslau ernannt worden. Professor Dr. Wolfgang W i l m a n n s, Ordinarius für landwirtschaftliche Betriebslehre an der Universität Jena, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Leipzig als Nachfolger von Geh. Rat Professor Dr. Falke angenommen und wird seine Leipziger Lehrtätigkeit mit Beginn des Wintersemesters aufnehmen. Der Prioatdozent Dr. Paul R a e t h j e n an der Universität Königsberg ist als Nachfolger des verstorbenen Professors Wigand ab 1. Oktober d. I. zum Ordinarius für Meteorologie an der Universität Hamburg ernannt worden. Der Privatdozent Dr. Fromm von der Technischen Hochschule in Berlin ist als Ordinarius auf den Lehrstuhl der Materialkunde und Festigkeitslehre an der Technischen Hochschule in Danzig berufen worden. Auf den neu errichteten Lehrstuhl für mechanische Technologie an der Technischen Hochschule in Aachen ist Dr.-Jng. Max Matthes berufen worden. findet. fDie meisten großen astronomischen Ent- oeckungen der letzten Zeit sind mit Hilfe der photographischen Platte gelungen!) Die Photographie hat das erreicht, wonach wir Menschen vergeblich gestrebt haben und streben werden: sie hat über die Zeit gesiegt! Es »ft ganz aleichgültig, ob irgendein Vorgang sehr rasch oder sehr langsam abläuft — die Photographie macht ihn sichtbar. Ihr imponiert weder das für unser Auge unsichtbar langsam verlaufende Wachsen einer Pfanze — das macht sie mit dem „Zeitraffer" sichtbar — noch die Geschwindigkeit des Blitzes, den man ja schon mit einem ganz gewöhnlichen Apparat aufnehmen kann. Die „Rekordleistung" einer souveränen Beherrschung der Photographie über noch so rasch ablaufende Vorgänge ist kürzlich bei wissenschaftlichen Aufnahmen physikalischer Erscheinungen aufgestellt worden: man kam dabei auf eine Belichtungszeit von einer Millionstel Sekunde! Ist es bei einer solchen Leistung nicht wirklich angebracht, von „Hexenkünsten" der Photographie zu sprechen? Wirtschast. Japanische Textilwaren auf dem deutschen Markt. Keine fühlbare Einwirkung im Textileinzelhandel. Auf Grund von Feststellungen des Reichsbundes des Textileinzelhandels ergab sich, daß sich im allgemeinen der japanische Wettbewerb auf dem Gebiete der Textilwaren, soweit der deutsche T e x t i l e i n z e l h a n d e l in Frage kommt, noch nicht fühlbar gemacht bat. Vor allem wurden Baumwolle und W o l l m u f s e l i n e für Morgenröcke auf den Markt gebracht. Die Preise hierfür liegen um 30 bis 35 v. H. unter gleichwertiger deutscher Waren. Eine Zeitlang tauchten bei Hamburger Großhändlern billige Herrensocken und Handschuhe auf, ebenso kleine Tischdecken, die jedoch infolge ihrer geringen Qualität bald wieder verschwanden. Vorübergehend wurden über England Makkojacken mit langen Aermeln zu 45 P f. angeboten. Aus Berlin wurde berichtet, daß eine japanische Firma Nessel und andere Textilien bei sechsmonatiger Lieferfrist 30 v. H. unter den deutschen Prei- s e n anbietet. Die angebotenen Stücke weichen jedoch von den in Deutschland gängigen Sorten ab, so daß sie für den deutschen Markt nicht in Frage kommen. Nach anderen Angaben liegen die Preise 10 bis 15 v. H. unter den deutschen. Am empfindlichsten scheint sich der japanische Wettbewerb bei den Handstickereien und Taschentüchern auszuwirken, die zu einem Drittel der deutschen Herstellungskosten angeboten werden. * * Veränderungen in der Verwaltung der Hapag-Lloyd-Union. Die Vorsitzenden der Aufsichtsräte von Hapag und Lloyd teilen mit: Der Vorsitzende des Vorstandes der Hamburg-Amerika-Linie, Herr M. O b o u s s i e r, scheidet auf seinen Wunsch am 1. Januar 1935 aus dem Vorstand der Gesellschaft aus. Ferner sind die Herren Marius B o e g e r und Dr. Leisler K i e p von ihren Aemtern als Mitglieder des Aufsichtsrates zurückgetreten. Außer diesen Veränderungen und dem Ausscheiden der Herren Dr. D e t e r s , Stadtlaender und Ritter haben weitere Veränderungen in der Leitung der Hapag-Lloyd- Union nicht stattgefunden. Alle darüber hinaus- gehenden, von einem Teil der ausländischen Presse angestellten Kombinationen entbehren jeder Grundlage. * Verkauf von festen Brennstoffen nur nach Gewicht. Dem Reichskommissar für Preisüberwachung ist eine Reihe von Nachrichten zugegangen, nach denen der Verkauf von festen Brennstoffen verschiedentlich nicht nach Gewicht, sondern nach dem Stückpreis erfolgt. Bei einem solchen Verkauf sind Verluste und Ueberteuerung für die Bevölkerung zu besorgen. Ilm die Bevölkerung davor zu schützen, hat der Reichskommissar für Preisüberwachung eine Verordnung erlassen, nach der £yr Verkauf von Steinkohlen, Steinkohlenkoks, Steinkohlenbriketts, Braunkohlen, Braunkohlenbriketts, Grudekoks sowie aus diesem hergestellter Briketts oder bayerischer Pechkohle und der aus dieser hergestellten Briketts nur nach Gewicht erfolgen darf. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis oder mit Geldstrafe b e st r a f t. frankfurter B»"rse. Mklagsbörfe: Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 15. Nov. Im Vergleich zu der eher festeren Vorbörse eröffnete die amtliche Börse für den Aktienmarkt enttäuschend. Obwohl das Angebot in den meisten Fällen nur Mindest- beträge ausmachte, drückte es bei der herrschenden Geschästsstille und -Unlust verhältnismäßig stark auf die Kurse, zumal von einer Aufnahmeneigung kaum etwas bemerkt wurde. Die Kulisse übte weiter Zurückhaltung, da Anregungen fehlten. Die aktive Außenhandelsbilanz hinterließ nur wenig Eindruck. Die Stimmung war recht unsicher, da man bei den Abgaben Exekutionen vermutete. Das wenige Kaufinteresse hat sich dagegen vorwiegend wieder dem Rentenmarkt zugewandt, der im ganzen eine freundlich Haltung zeigte, obwohl die Umsatztätigkeit auch hier kein größeres Ausmaß erreichte. Die Altbesitzanleihe eröffnete mit 103,65 v. H. unverändert. Lebhafteres Geschäft hatten jedoch späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97 (plus 0,40 v. H.), auch Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine lagen je 0,13 fester. Stahlverein-Bonds waren mit 84,25 nur knapp gehalten. Zertifizierte Dollar-Bonds nannte man etwas fester. Der Aktienmarkt hatte durchschnittliche Kursrückgänge von 0,50 bis 1 v. H. Don chemischen Werten gaben Farbenindustrie 1 v. H., Deutsche Erdöle 2 v. H. und Scheideanstalt 0,50 v. H. nach, Rütgerswerke lagen gut behauptet. Elektrowerte lagen etwas uneinheitlich. Während AEG. 0,13 o. H., Schuckert 0,25 v. H. und Lahmeyer 0,90 v. H. anzogen, büßten Licht & Kraft 1,13 v. H., Siemens 0,75 v.H. und Geffürel 0,50 v. H. ein. Montanwerte verkehrten zumeist schwächer, nur Phönix waren um 0,25 v. H. gebessert. Stärker gedrückt waren Ilse Genuß mit minus 2,75 v. H., sonst verloren Harpener und Mannesmann je 0,50 o. H., Klöckner und Rheinstahl sowie Stahlverein je 0,25 v. H., und Gelsenkirchen 0,65 v. H. Von Verkehrswerten gingen AG. für Verkehr um 1,25 v. H., Hapag um 0,25 und Nordd. Lloyd um 0,50 v. H zurück. Schwächer eröffneten außerdem u. a. Ce- ment Heidelberg (—0,75 v. H.), Bank für Brau- industrie (— 1 v. H.), Zellstoff Aschaffenburg (—1,50 v. H.). Reichsbank und Hanfwerke Füssen lagen unverändert, Kaufhof und Deutsche Linoleum gaben je 0,25 v. H. nach. Kunstseideaktien konnten sich etwas befestigen, Bemberg plus 0,75 v. H. und AKU plus 0,25 v. H. Im Verlaufe blieb das Geschäft auf allen Marktgebieten gering. Auch am Rentenmarkt sind die Umsätze merklich zusammengeschrumpft, doch bestand zu den Anfangskursen eher noch Nachfrage. Am Aktienmarkt unterlagen die Kurse kleinen Schwankungen, ohne sich aber stärker verändert zu haben. Hanfwerke Füssen lagen mit 47,50 bis 46,50 schwach. Farbenindustrie hielten sich bei ca. 136. Der Pfandbriefmarkt zeigte bei kleinem Geschäft zumeist gut gehaltene Kurse, Liquidationspfand, briefe lagen ganz einheitlich. Weiter unregelmäßig lagen auch Stadtanleihen, wobei sich teilweise Erhöhungen bis zu 1 v. H. ergaben. Stadtanleihen und Auslandsrenten waren sehr ruhig und kaum verändert. Deutsche Pfandbriefe holländischer und englischer Tranche lagen erneut um 1 bis 1,50 v. H. chwächer. Tagesgeld war angesichts des Medios und des Steuertermins stark gesucht, so daß eine weitere Erhöhung um 0,50 auf 4 v. H. eintrat. Abendbörse: sehr still. Auch im Abendbörsenverkehr blieb die Unternehmungslust allgemein gering, das Geschäft nahm einen sehr stillen Verlauf. Nach der Abschwächung von heute mittag war die Grundstimmung indessen eher etwas freundlicher, da sich die Außenhandelsziffern etwas besser Geltung verschaffen konnten und auch Auführungen Dr. Schachts gegen eine Entwertung der Währung einen günstigen Eindruck hinterließen. Gegen den Berliner Schluß war die Kursgestaltung noch uneinheitlich, doch blieben die Veränderungen mit 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten gering. Relativ fest lagen am Schiffahrtsmarkt Hapag mit plus 0,75 v. H., Farbenindustrie lagen mit 136,40 v.H. unverändert, während Scheideanstalt und Metallgesellschaft je 0,50 v. H. nachgaben. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage nach 6-v. H.-Stahloerein-Bonds zu 84,65 (84,25) v. H. Sonst blieben die Mittagsfchlußkurfe unverändert. Von fremden Werten lagen 4-v.H.- und 3,50-v.H.- Schweizer-Bundesbahn mit 179 bzw. 168,50 behauptet. U. a. notierten: Altbesitz 103,25, 6-v. H.-Frankf.- Hyp.-Bank Gold R 1—4 92,75, Braubank 109,50, Reichsbank 142, Gelsenkirchen 56,25, Kali Aschers- leben 109, Phönix 44,25, Rheinstahl 87,75, Stahlverein 37,75, AKU. 58,13, Bekula 139,50, Scheideanstalt 207, Licht & Kraft 116, IG.-Farben 136,40, Geffürel 105,50, Holzmann 74, Lahmeyer 118, Metallgesell- schäft 80, Rheag 99, Schuckert 92,25, Siemens 135,25, Relchsbahnvorzugsaktien 113,40, Hapag 26,75, Norddeutscher Lloyd 28,75. Jranffurfer Schlachkviehmarkl. Frankfurt a. M., 15. Nov. Auftrieb: Rinder 61 (gegen 12 am letzten Donnerstagsmarkt), davon 37 Ochsen, 1 Bulle, 11 Kühe und 12 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 18 Ochsen, 7 Kühe und 2 Färsen. Kälber 952 (819), Schafe 443 (280), Schweine 400 (385). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber Sonderklasse —, andere a) 51 bis 56, b) 41 bis 50, c) 35 bis 40, d) 26 bis 34. Lämmer und Hammel b2) Weide- mafthämmel 35 bis 36, c) mittlere Mastlärnrner und ältere Mafthärnmel 31 bis 34, d) geringere Lämmer und Hämrnel 28 bis 30. Schafe e) beste 31 bis 33, c) 23 bis 30, d) geringe 15 bis 22. Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 48 bis 53, d) 46 bis 51. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt lagen geringe Kälber und Schafe 4 bis 5 Mark niedriger, gute Hämmel gaben 1 RM. nach, beste Kälber sowie Schweine blieben unverändert. Marktverlauf: Kälber ruhig, ausoer- kauft. Hämmel rege, geräumt. Schafe ruhig, Ueber- stand (24 Stück). Schweine ruhig, ausverkauft. Rinder wurden nicht notiert, es verblieb ein Ueber- stand von 34 Ochsen, 2 Kühen und 8 Färsen. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren: Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1266 Viertel Rindfleisch, 195 ganze Kälber, 62 ganze Schafe, 729 Schweinehälften und 2 Stück Kleinvieh. Preise pro 50 kgf in RM.: Ochsenfleisch b) 58 bis 62. Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38. Färsenfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72, d) 58 bis 64, Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 72 bis 75. Roher Speck hiesiger Schlachtung unter 7 cm 80 bis 83, Flomen 90. Marktverkauf: ruhig. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 15. November. Der heutige Schweinemarkt zeigte einen Auftrieb von 380 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: sechs Wochen alte Ferkel 13 bis 15 Mark, sechs bis acht Wochen alte 15 bis 18, acht bis dreizehn Wochen alte 18 bis 22 Mark. — Marktverlauf: Bei lebhaftem Handel wurde der Markt ausverkauft. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 15. Nov. Der gestrige Schweinemarkt in unserer Stadt war mit 382 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 10 bis 15 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark. Martinimarkt in Nidda. Et) Nidda, 15. Nov. Gestern fand hier der Martinimarkt statt. Sowohl der Schweine- als auch der Krämermarkt waren gut besucht. Auf dem Schweinemarkt waren 335 Tiere auf» getrieben, die sämtlich abgesetzt wurden. Es kosteten 6 Wochen alte Ferkel 13 bis 16 Mark, 8 Wochen alte Tiere 22 bis 24 Mark pro Stück. Der Krämermarkt war bis in die Abendstunden sehr besucht. Es waren alle Verkäufer sichtlich zufrieden. Dieser Krämermarkt entwickelt sich immer mehr. Die Konjunktur im Herbst 4934. Der wirtschaftliche Tätigkeitsgrad in Deutschland hat sich, nach dem Konjunkturinstitut, während der letzten Monate weiter erhöht. Die Zahl der „regulär" Beschäftigten war mit 15,26 Mill, im September größer als je während der drei letzten Jahre. Das Einkommen der Lohn- und Gehaltsempfänger, sowie die Kaufkraft des Gewerbes und der Landwirtschaft haben weiter zugenommen und den Verbrauch nachhaltig gestützt. Die Einzelhandelsumsätze lagen — teilweise allerdings infolge von Voreindeckungen — im August um 13 v. H., im September um 11 v. H. über den entsprechenden Vorjahreszahlen. In den öffentlichen Finanzen machen sich die entlastenden Wirkungen der Dirtschaftsbele- bung mehr und mehr bemerkbar. Im Außenhandel und im äußeren Zahlungsverkehr sind dagegen die Schwierigkeiten gewachsen. Die Rohstoffeinfuhr mußte eingeschränkt werden, nur die Fertigwareneinfuhr hat zugenommen. Da sich die Ausfuhr gut behauptet hat, ist der Einfuhrüberschuß fast beseitigt. Rohstoffüberwachung und Einfuhrdrosselung machen sich vor allem in der Textilindustrie, aber auch in anderen Wirtschaftszweigen bemerkbar. In den von der Außenwirt- fchaft weniger abhängigen Branchen konnte sich jedoch der Geschäftsgang im allgemeinen lebhaft entfalten. Dies gilt besonders von der Investitionstätigkeit, die sich seit Iahresmitte in raschem Anstieg dem durchschnittlichen Stand von 1929/30 nähert. Durch die Investitionen wurden Mittel der Kreditmärkte beansprucht, dennoch hat dies nicht zu einer Geldverknappung geführt. Transferaufschub, Lagerabbau und Ertragsbesserung erhöhten die verfügbaren Geldkapitalien. Die Kreditmärkte haben sich daher leicht verflüssigt. Die industrielle Produktion im ganzen hat sich gegenüber dem vorigen Vierteljahr gehalten, gegenüber dem Vorjahre ist sie um rund ein Fünftel gestiegen. In der Weltwirtschaft hat sich die Wirtschaftstätigkeit seit dem Sommer teilweise erheblich abgeschwächt. Die Industrieproduktion ist fast wieder auf den Stand von Ende 1933 gesunken. Die Preise der industriell erzeugten Rohstoffe stagnieren. Der Welthandel hat sich in den Sommermonaten kaum mehr erweitert. Der Menge nach liegt er nur wenig über dem Vorjahresstand. An den Aktienmärkten herrschten Baissetendenzen vor. Die Rentenkurse sind im allgemeinen seit dem Frühjahr nicht weiter gestiegen. Der Hauptherd dieser Störungen liegt in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo im Verlauf des Sommers ein heftiger Rückschlag eingetreten ist. Auch in Großbritannien ist der Aufschwung ins Stocken geraten. Erneut verschlechtert hat sich die Lage in den Goldblockländern, deflationistische Maßnahmen haben ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nur wenig verbessert, zumal die weitere Entwertung des britischen Pfundes und der mit ihm verkoppelten Währungen die Weltmarktpreise, in Gold gerechnet, teilweise ebenfalls gesenkt hat. Die Weltwirtschaft leidet auch darunter, daß I Deutschland trotz des anhaltend hohen Standes 1 seiner Binnenkonjunktur die Einfuhr zu drosseln gezwungen ist. Die üßeltagrarmärfte jedoch sind, durch den ungünstigen Ernteausfall, stark entlastet worden. Die Weltmarktpreise der wichtigsten Agrarerzeugnisse liegen beträchtlich hoher als im Frühjahr. Gleichzeitig hat sich die Zahlungsbilanz und die Kreditlage der meisten Agrarländer weiter verbessert. Damit wird der weltwirtschaftliche Agrarraum auch für die Einfuhr von Industrieprodukten aufnahmefähiger. 2. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden ____________Abteilungen I und H 1. Ziehungstag 14. November 1934 Ön der heutigen Vonnittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 3000 M. 199395 14 Gewinne zu 1000 M. 29100 148552 1 78482 184484 341671 342747 396616 30 Gewinne zu 800 M. 19564 30911 87535 89751 154850 207879 238834 238927 254757 292399 313357 329172 348334 370677 376670 40 Gewinne zu 500 M. 17362 18619 24512 54848 68385 95594 111742 116852 140287 169949 177070 203367 227366 249047 250631 254741 260493 273532 278650 367489 174 Gewinne zu 300 M 2008 6635 8302 17324 20817 26663 30469 34629 42546 44745 51191 89550 92275 93269 98103 109990 111358 132185 147686 165616 189837 219577 263139 286268 320345 369625 380669 397019 127728 144182 161825 187788 209176 252072 283182 317760 352504 380316 396529 133147 155656 165619 193621 229368 268445 287906 340492 373096 381390 133369 167151 166442 196145 232439 269380 f 00664 40940 376017 386889 134023 158242 170449 205616 241331 278564 304617 345937 376602 388671 64428 66595 72302 72607 75172 83602 86151 -------------------- ------ ------ 120468 141272 161087 182685 208078 244373 281953 317632 352316 380106 389203 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 60000 M. 66031 2 Gewinne zu 10000 M. 342091 4 Gewinne zu 3000 M. 16471 22670 6 Gewinne zu 2000 M. 161823 153538 314868 8 Gewinne zu 1000 M. 4386 176399 190709 366602 20 Gewinne zu 800 M. 8763 23164 35268 64487 91723 160190 213015 310274 380233 396001 44 Gewinne au 600 M. 8991 13656 18684 37320 37658 66643 98779 99951 122939 131271 131910 136962 139481 172886 257366 269203 260486 262193 306445 363624 372443 385628 144 Gewinne zu 300 M. 9861 12173 12796 15047 21344 32334 39944 46318 67162 62997 66833 74924 79008 93867 103134 107276 109869 118754 119675 123347 133045 139855 142132 143168 146455 147243 168771 169996 166148 169476 183321 189152 196908 208463 218172 221187 224058 225590 228940 232623 236058 236926 238453 259202 264165 272392 275730 281686 284123 285866 295578 302147 302707 306494 329522 333233 335804 336635 340615 353265 354385 354881 356536 362091 366168 367134 371374 376217 377766 380673 381934 396908 20 Tagespramie«. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 30799 165817 196015 239304 316485 824368 335351 366578 387255 395262 Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse tierim Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL 14.11- | 15-11. 14-11- 15-11- 26,25 26,75 26 136-4 136,4 74.5 74 Banknoten. 0 30,25 7,25 133,5 133,13 12,25 12,13 8 8 8,3 ManueSmann-Röhrer» 71 Sie hinter den Papteren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt 5 v.H. 27-4 1,25 81,25 98,75 56,25 102,25 26 24,5 136,4 207 88,25 37.4 80 74 109 134 88,25 93,9 80,5 2,442 57,91 55,29 12,38 16,34 167,68 21,08 62,23 o 0 26,65 140 99,75 117 72,75 106,5 98,5 92 136 118 81,5 100 56,75 103 69,5 71-75 142 69-75 71,75 142 Schlußk. Mittagbörse 81 98,5 56,75 102,5 73,65 0 0 0 0 .10 . 0 0 0 0 v 0 0 9 0 0 0 30,25 217,75 137 208 88,5 37,25 58,13 134 45.5 62 29,25 76-75 94 68,25 26,25 139,5 99,5 116 72,5 105,5 99 92,25 135,25 118 26,65 139,75 99,5 116,4 71,5 105,75 99,25 92.25 135 118,75 28,75 75,5 94 67,75 64,11 80,81 34,40 28,9 76.5 94 68-25 27,5 83 U4,5 45 59,75 100 58,13 134 45 61,25 117,5 45-75 60 84,25 30 217,9 160,5 133 28,75 75,5 94 67,75 69,75 71 142 81 98-65 56-65 102-5 74 142,5 117-5 69,75 71 142 88 94,25 82-25 45.25 60 7 4 33,75 116,75 71 n« 75 26,5 140 99,25 117,5 73 106,65 99 92-5 136 118,75 58,13 134,75 45,5 60,25 63,85 80,59 33,80 .... 6 .... 6 .... 0 .... 0 116,25 71,5 72 27 1,25 7,5 7-25 7,13 100,5 58,4 134,75 45,5 60,75 117,13 44,65 60 83,25 30,5 217,9 160 132,75 4.3 6,95 3,9 27 1,2 7,5 7,25 7,13 12 27,5 1,15 7,6 7,13 I. ®. Farben-Jnoustrie ScheideanstaU........ Goldschmidt Rütgerswerke MetaUgesellschast 8 4,3 6,8 4 33,5 119 71 72 28; 83 | 1851 .rrannur u. jji. 8 4-? 6,8 4,075 33,65 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg (Sementtoed Laristadt.. 0| 74,5 I o|l°9,75| Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum... Lrenslein L Koppel .. Leonhard Tietz...... Chade .............. Aecumulatoren-Fabrik SontKBummt....... Gritzaer....................oi Mainkrastwerke Höchst a.M.... 41 Süddeutscher Zucker ........ 8| A-E-G. ............ o Bekula..................... Eiektr. LteferungSgesellschast... 6 Licht und Kraft ... ........ g gelten & Guilleaume o Gesellsch.s.Elektr.Uniernehmung. 6 Rheinische Elektrizität ..... 5 Schuckert L Co............... ß Siemen- « Halske 7 Lahmeyer L Co Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiss. 0 Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prkvat°Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Ban! ..........0 Reichsbant 12 Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener..... "SrJeT 2,462 58,15 55,51 12,42 16,40 168,36 21,16 62,47 Hoesch Nsea—Köin-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ...... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Schultheis Payenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS............. 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 V/i% be5gl. von 1913 ....... 6% abgeit. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Datum 4% desgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4^%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3)4% Anatolier Amenkani>ct>e Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schwing Rumänische Noten ............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten - «Ä' E«. furt börse kur- 27,5 | - M , 185 ;vranrun a. )Ji. Äerlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börie Datum 14-11- 15-11- 14-11- 15-11- Mansfelder Bergbau .. Kolswerke........... ...... 0 .......0 75,5 75,25 75,75 91,65 75,25 91 Phönix Bergbau...... ....... 0 44 44,25 44 44,5 Rheinische Braunkohlen .....10 214 213 213,5 213,5 Nheinstahl........... 87 38 12 110 87,75 37 75 12 109 86,5 38 11,5 119,4 87,4 37,9 12,13 109,95 Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ ......0 Kaliwerke Aschersleben. ......6 Kaliwerke Westeregeln . ......6 109 109 108,5 109 Kaliwerke Salzdetfurth .... 145 149 146,25 148,25 Rrannur a. Jf(. L)ern.. Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurü Schlußk. Mittag- börse Datum 14-11- 15-11- 14-11. 15-11- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 96 96,75 96-4 96,4 6% ehem.7% Dt.Reichüanl.v.l92L — 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. — 95,1 95 95,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mll Auslos.-Rechten ............. 103,65 103,25 103,65 103,13 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 96 96,25 96 96,25 6% Hess. Landesbank Darmstadl Gold R. 12................. 93 93 — 93 6¥i% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltg ui......... — 93 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. — — _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 100,9 100,9 101-13 100,9 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 92,75 92.75 — _ 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92,75 92,75 6Yt% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu^Psandbriefe....... 93 92,9 6H% ehem. Wi°/o Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 93,75 93,75 93,75 93,5 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 94-75 94,75 94-75 94,75 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsank briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94-75 94,75 94,75 94 75 Steuergutsch. Verrechnungskurs. 102-5 102,5 102,5 102,5 14-November 15-November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Ärie' Geld 1 Srlr Buenos Atre-. 0,629 0-633 0,629 0,633 Brüssel----- 58,17 55,29 58,17 58,29 dtto de Jan. . 0-204 0-206 0,204 0,206 Sofia...... 3-047 3-053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55-51 55-63 55,44 55,56 Danzig..... 81-02 81,18 81,07 81,23 London ..... 12,435 12,465 12,415 12,445 HelsingforS.. 5-485 5,495 5,485 5,495 Paris ...... 16,38 16.42 16,38 16,42 Holland .... 168,10 168-44 168,10 168,44 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ...... 0,725 0,727 0,724 0,726 Jugoslawien 5,694 5.706 5,694 5,706 . Oslo.....: 62-4? 62,59 62,39 62,51 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,285 11,305 11,28 11,30 Stockholm... 64-10 64,22 64,02 64,14 Schweiz .... 80,65 80-81 80,77 80,93 Spanien.... 33,97 34-03 34,00 34,06 Prag....... Budapest ... 10,375 10,395 10,375 10,395 Neu York ... 2-490 2,494 2,490 2,494 Serlln,15.November Geld - N SGH F ft i t -Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 16. November 1934 Treue um Treue! Saarland und Deutschland unlöslich verbunden! Gestern abend fand im Cafe Leib, veranstaltet von der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine, eine Kundgebung statt, die allen, die daran teilnahmen, die Verbundenheit des Mutterlandes mit dem Saarland auf das Stärkste zum Bewußtsein kommen ließ. Die Kundgebung war sehr gut besucht. Der Musikzug der Standarte 116 unter der Leitung des Musikzugführers Herrmann wartete mit erstklassigen Darbietungen auf. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine, Herr Tbum, hieß besonders die Brüder und Schwestern aus dem Saargebiet, die gegenwärtig für eine Ferienwoche in Gießen weilen, herzlich willkommen, begrüßte ferner den Landesgruppenleiter, Postamtmann A n - schütz, den Kreispropagandaleiter der NSDAP. Gießen, Pg. Schmelz, die Kameraden der SA. und SS., sowie des Arbeitsdienstes. In seinen kurzen einleitenden Ausführungen betonte der Redner, daß die Saar gegenwärtig im härtesten Kampf um die Rückgliederung in das Reich stehe. Kommunisten und Separatisten versuchten mit allen Mitteln, unsere Heimat an Frankreich zu verschachern. 90 v. H. der Bevölkerung im Saargebiet habe mit jenen und mit ihren Führern nichts zu tun. Das Saarvolk wolle zum Reich und möchte heute lieber denn morgen jene Daterlandsverräter aus dem Lande jagen. Aber noch gelte es Disziplin zu halten. Sodann hielt Postamtmann Anschütz Frankfurt a. M. einen Lichtbildervortrag über das Saargebiet. Seit Jahrhunderten bemühe sich Frankreich, so führte der Redner u. a. aus, um das Saargebiet. Bereits Ludwig X IV., später Napoleon und in unserer Zeit Clemenceau, versuchten das Saargebiet an Frankreich zu bringen. Nach dem Weltkrieg sei in einer Note an Wilson von deutscher Seite eindeutig erklärt worden, daß das Saarvolk mit dem französischen Volke nichts gemein habe und auch im Unglück bei Deutschland bleiben wolle. Die deutschen Bemühungen um das Saargebiet seien leider nicht von vollem Erfolg gekrönt gewesen. Das Saargebid sei zum ersten Völkerbundsland geworden, das regiert werde von Leuten, die kaum wüßten, wo es liege. Die Gruben des Saarlandes feien an Frankreich gefallen und in ungeheurem Raubbau würden sie noch heute rücksichtslos ausgebeutet. Zur Abstimmung am 13. Januar stünden drei Fragen zur Beantwortung: „für Deutschlands, „für Status quo“, „für Frankreich". Für uns sei kein Zweifel an dem Ausgang der Abstimmung. Frankreich sei mit allen Kräften bemüht, den bisherigen Zustand im Saargebiet aufrechtzuerhalten, denn in Frankreich wisse man genau, daß die Abstimmung „für Frankreich" sehr negativ ausgehen werde. Das Saarvolk strebe mit allen Fasern zu Deutschland. Den Brüdern und Schwestern von der Saar, die in diesen Wochen und Monaten in Deutschland weilen durften, sei unser Vaterland der Disziplin und Ordnung zum stärksten Eindruck geworden, so daß sie in ihrem Willen nur noch bestärkt worden seien. In seinen weiteren Ausführungen, die er durch Lichtbilder unterützte, uvandte sich der Redner dem Saargebiet als einer deutschen Landschaft zu. Er kennzeichnete die Landschaft in ihrer Schönheit, sprach von den Kirchen und den in ihnen vereinigten deutschen Kulturwerten, von den Städten in diesem Lande (von Saarbrücken, Saarlouis, Merzig, St. Ingbert, St. Wendel, Mettlach usw.), von den Denkmälern, in denen sich die deutsche Geschichte spiegele; er erinnerte an die Kämpfe an der Grenze im Kriege 1870/71 und 1914/18, schilderte aber auch das Saargebiet als das Land einer intensiven Industrie mit vielen Gruben und Eisenhütten. Das Saargebiet fei ein Industriegebiet, dessen wirtschaftliche Bedeutung für unser Vaterland klar werde, wenn man wisse, daß das Saargebiet allein 25 v. h. der deutschen Eisen- (und Thomasmehl-) Produktion hervorbringe. Die Bevölkerung des Industriegebietes fei dabei eine durchaus seßhafte Bevölkerung. Der Bergmann, der heule in den Gruben arbeite, stehe an dem gleichen Platze, an dem schon Vater und Großvater standen. Der Bergmann sei der unbekannte Soldat des Saargebietes. Er müsse unter französischer Trikolore arbeiten, von ihm werde verlangt, daß er seine Kinder in die französische Schule schicke, er sei ständig in der Gefahr, von Haus und Hof verjagt zu werden, und doch sei er der treuste Sohn des Vaterlandes. Der Bergmann brenne darauf, sich endlich mit dem Stimmzettel in der Hand zu Deutschland bekennen zu dürfen, so wie er es bisher durch seine Haltung getan habe. Noch klängen allen Saardeutschen die Worte des Führers vom Niederwalddenkmal und von Koblenz in den Ohren. So, wie das Lied von der Wacht am Rhein in unserem Volke immer wieder aufklinge, so könne auch das Geistesgut in diesem Liede auf das Saarland und seine Bevölkerung bezogen werden. Mit dem Liedvers: Sie sollen sie nicht haben, Die alte, deutsche Saar, Solang noch Deutsche kämpfen, Für das, was recht und wahr, Solang noch Deutsche reichen, Sich einig ihre Hand, Solang noch Männer kämpfen Fürs deutsche Vaterland beschloß der Redner seinen mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag. Gemeinsam wurden sodann zwei Verse des Saarliedes gesungen. Nach einer kurzen Pause sprach bann der Kreisprovagandaleiter Pa. Schmelz Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: In feinem Buche sage der Führer Adolf Hitler auf der ersten Seite: „Volk will zu Volk, Blut zu Blut. Gemeinsames Blut hat das Recht, in einem Reiche zusammenzuleben!" Nach dem Weltkriege sei dem entrechteten Deutschland nur ein Recht geblieben: das Recht, leben zu dürfen im Vaterland. Dieses Recht sei es auch gewesen, von dem die Deutsche Revolution ihren Ausgang genommen habe. Seit Richelieu ziehe sich durch die französische Politik wie ein roter Faden der Wunsch, dem deutschen Menschen dieses Recht auf Vaterland und Heimat zu bestreiten. Diesem Wunsche könnten wir nur immer wieder ein entschiedenes „Nein!" entgegensetzen. Die gegenwärtige Zeit sei entscheidendes Stadium im Kampfe um unser Lebensrecht. Die Entscheidung falle am 13. Januar. Hinter dem Saarvolk stehe das ganze deutsche Volk. 3m Saargebid gebe es keine andere Entschei- bung als für oder gegen Deutschland. Ein Kompromiß sei unmöglich. Der Kampf gehe nicht ] allein um das Land oder um die Kohle, fon- \ dern um den deutschen Menschen an der Saar. Nr. 269 Dritter Blaff Gießener Anzeiger (General Das Winterhilfswerk rüst! Am nächsten Sonntag wird zum zweiten Male. Mahl dem großen Werk der Winternothilfe zuzu- diesem Winterhalbjahr das Eintopfgericht! führen. Mit den Eintopfsonntagen allein ist es aber Der Ndchswehnrompeter bläst zum Sammeln. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) IM 89751 92399 '848 949 741 M4 1191 6151 *0463 I1272 1087 2685 3078 1373 1953 । *632 1316 : 0106 19203 nicht möglich, unseren hilfsbedürftigen Volksgenossen auch in diesem Winter wieder in der erforderlichen Weise beizustehen. Notwendig ist vielmehr a n - dauernde Opferbereitschaft und uneingeschränkte Gebefreudigkeit derjenigen Volksgenossen, deren wirtschaftliche Lage die Hilfe für den notleidenden Nächsten ermöglicht. Dabei handelt es sich nicht etwa nur um ein G e b e n , sondern die Hilfe bekommt erst dann ihren tieferen Sinn, wenn sie für den Spender wirklich ein Opfer bedeutet. Am gestrigen Donnerstag wukde es im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord erneut sichtbar durch die in jenem Stadtbezirk oorgenommine Lebensmittelsammlung. Wie schon in den letzten Jahren, hat sich auch diesmal wieder unsere Gießener Reichswehr in anerkennenswerter Weise mit der Bereitstellung von Fahrzeugen und Mannschaften in den Dienst des Winterhilfswerkes gestellt. Daneben machen es sich die Mitarbeiter und Helfer der NSV. zur dringlichsten Pflicht, alle ihre Kräfte für das Sammelwerk einzusetzen. In gleicher Weise tatbereit ist auch unsere Gießener Bevölkerung, die bisher mit der Spende von Lebensmittel, Kleidungsstücken und Geld immer zur Stelle war und dadurch den hilfsbedürftigen Volksgenossen den Kampf ums Dasein wirksam erleichtert hat. Da wandern bei den Lebensmittelsammlungen vielerlei Pfundpakete aus den Haushaltungen zu den Sammlungen der Reichswehr, die ihre volle Lagung zu den Ausgabestellen der NSV. bringen, von wo aus dann in wirksamster Weise der Kampf gegen Hunger ausgenommen wird. Der vortreffliche Gemeinschaftsgeist, den man in allen Kreisen unserer Gießener Bevölkerung feststellen kann, wird auch weiterhin in besonderer Weise dem Winterhilfswerk zugute kommen, um durch das Werk der Nächstenliebe zugunsten unserer hilfsbedürftigen Brüder und Schwestern wirksam mitzuarbeiten an der Erfüllung der großen Aufgabe des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. en un. en. Die eugnisse Gleich, Kredit« bessert. tUTaum rn auf. in diesem Winterhalbjahr --- . ... bei allen deutschen Volksgenossen die Parole des Tages sein, um die Ersparnis von diesem Die Pfundpäckchen werden herbetgedrächt. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) m >1 3M 131910 160483 16047 66833 118764 143168 169478 221181 236928 281580 306494 35326 36713» 396908 it &|t mb It 924368 11 4 «,i» $ ! tieruflv jM, 58,?E 0.206 3,053 55,$ 81F 12,445 495 M 168,44 21,34 0,726 5,706 £ 80,J l» MU UW Meist? Roman von Klothilde v. Stegmann. 117. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Die Fahrt neben Robby Herman war für Edelgard wie ein Traum. Der Wagen war ein rassiger L-portzweisitzer, schlank gebaut und von neuester Konstruktion. Er flog förmlich, wie von aller Erden- ichwere befreit, über die nächtliche Chaussee. Rechts unb links flogen die Häuser vorbei, entlaubte Bäume Landen wie seltsame Zeichnungen, wenn bas Licht L>es Scheinwerfers sie traf. Edelgard faß sehr still da, sah wie traumverloren o.uf das Profil des Mannes neben ihr. Er schaute t ufmerksam aufs Steuer, feine Hände in den hellen Lederhandschuhen hielten das Lenkrad mit Kraft t nd doch mit Leichtigkeit. Wunderbar geborgen fühlte sie sich, so geborgen Die nie mehr, seitdem Vater und Bruder heimge- ciangen. Von diesem Tage an war die Verantwortung für die Mutter und sie doch eigentlich auf ihre Schultern gelegt. Oft war es ihr schwer gewesen, zu schwer. Aber sie kannte es ja nicht mehr anders. Heute, hier in dem warmen dahinsausenden Geführt, den Augen und den Händen des heimlich gell ebten Mannes anoertraut, dachte sie: Wie mußte (s gut fein, einmal nicht selbst für sich alles allein wissen und können — einmal in der Obhut eines lichtvollen Herzens sein ... „Sie sind ja so still, Fräulein von Dönitz?! Was luchten Sie denn eben?" Er hatte si unvermutet zu ihr gewandt. , „Ich — ich bin wohl doch sehr müde", stotterte sie. Sie konnte ihm doch nicht sagen, was für törichte träume sie soeben gehabt. „Sie Arme, es tut mir wirklich leid, daß ich Sie riicht direkt heimfahren kann." „Oh, das macht ja nichts!" wehrte Edelgard schnell Äb. Sie war ja in Wahrheit nicht müde; für sie lütte diese Fahrt neben dem geliebten Manne stun- knlang dauern können. Und bann schwiegen sie beide wieder. Eine süße, schwere Stille legte sich zwischen sie, Unausgesproche- TT5 schwang im Raum — aber keiner der beiden Menschen wagte dem andern etwas von seinen wirk- kchen Gedanken und Empfindungen zu zeigen. Nun belebten sich die Straßen. Lichter von Re- fhurants, Kinos tauchten auf, aus den Untergrund vihnen kamen plaudernde Menschen. Geschäfte, die and) nachts ihre Auslagen lockend zeigen wollten, st-ahlten in tageshellem Licht. Nun ein großer Platz. Üvbby umfuhr ihn in einem eleganten Bogen und tzxlt gleich darauf in der Ecke. „Hier ist dos Restaurant, Fräulein von Dönitz! kittet" Edelgard stieg zögernd aus, am liebsten wäre sie ja im Wagen geblieben und hätte gewartet. So im Bürokleid in dies elegante Lokal zu gehen ... Aber sie mochte nichts mehr sagen. Direktor Herman war so unberechenbar. Sie war glücklich, daß er im Augenblick so warm und gütig war. Mechanisch strich sie über bas weiche Haar, bas unter dem kleinen schwarzen Hütchen hervorkam, zog den Mantel glatt. Hätte sie doch wenigstens den Pelzmantel angehabt, den sie noch aus den guten Zeiten des Reichtums besaß. Ader sie mußte diese Kleidungsstücke sehr, sehr schonen; sie würde sich kaum jemals wieder etwas Derartiges anschaffen können. So trug sie für das Büro nur ihren braunen Ulster. Robby schien zu fühlen, was in ihr vorging. „Sie brauchen sich nicht die geringste Sorge zu machen, Fräulein von Dönitz — Sie können mit den andern Gästen des Lokals wohl konkurrieren. Von dem Portier mit einer ehrerbietigen Verneigung begrüßt gingen die beiden nun durch das; Portal in das Restaurant. Kein Mensch hätte Edelgard jetzt irgendeine Verlegenheit anmerken können. Sie ging, ganz große Dame, sicher und mit einem etwas hochmütigen Gesicht dahin. Sie übersah die bewundernden Blicke, die ihr folgten. Aber wenn sie auch nichts zu bemerken schien, Robby Herman spürte die versteckte Bewunderung sehr wohl. Und plötzlich verglich er Edelgard mit Margaret. Wenn Edelgard einmal Kleider tragen würde, wie einst Margaret — es würde nicht viele Frauen geben, die mit ihr bann würden wetteifern können. Sie war ja schöner, viel schöner noch — alles edler, durch lange Kultur und durch Generationen von Geschlechtern geformt und verfeinert Es war dach etwas um diese alten Geschlechter. Wenn er es auch Studczynski gegenüber geleugnet hatte. Freilich, es mußte sich mit dem wahren Adel des Geistes und der Seele verbinden. Und auf einmal machte er nicht mehr glauben, was Studczynski ihm von Edelgard gesagt. Vielleicht hatte er etwas falsch verstanden — jedenfalls, er wollte nun erst einmal selber sehen und selber prüfen. Sie durchschritten einige Zimmer, in denen schön gedeckte Tische vor roten" Seidentapeten standen. Es duftete nach Blumen, Zigaretten, Mokka. Viele Plätze waren, der späten Stunde entsprechend, schon leer. Jetzt kam der Oberkellner auf Robby zu. „Verzeihung, mein Herr!" sagte er. „Die Herren • von Ihrem Tisch sind schon fortgegangen. Einer von ihnen hat mir eine Karte für Sie hinterlassen." „Oh", sagte Edelgard halblaut und erschrocken, „daran bin sicher wieder ich schuld: meinetwegen haben Sie sich zu lange im Büro aufgehalten." Aber Robby, der zuerst ein etwas ärgerliches Gesicht gemacht, hatte den Brief schon überflogen. Und nun sah er geradezu vergnügt aus. „Steuwen schreibt mir, baß es ihn heimgezogen hätte, bie deutschen Rheinweine hätten es doch in sich. Er wollte aus diesGn Grunde auch morgen erst am Mittag abreisen und würde noch zu mir kommen. Also haben wir nichts verloren, Fräulein von Dönitz." „Dann können wir wohl gehen." Edelgard wandte sich wieder der Ausgangstür zu. „Wo wollen Sie denn hin?" „Ich dachte, wir fahren jetzt nach Wannsee?!" „Ohne zu essen? Ausgeschlossen! Nein, Fräulein von Dönitz! Ich finde es, offen gestanden, sehr, sehr nett von meinem guten Steuwen, daß er uns hier eine private Abendstunde läßt. — Herr Ober, einen netten Tisch — aber bitte nicht hier; hier ist es für eine Dame zu rauchig." Es war Edelgard unmöglich, zu widersprechen. Der Oberkellner eilte ihnen schon voran. Ohne Aufsehen zu erregen, konnte sie nicht ablehnen. Außer- i dem, sie fühlte jetzt wirklich eine Schwäche in Kopf und Füßen — so ein eigentümlich schwindliges Gefühl; bas war sicher der Hunger und die lieber- anftrengung. Wie die Lichter der Kronleuchter flimmerten — und die kleinen Tischlampen auf den weißgedeckten Tischen begannen zu tanzen. Unwillkürlich griff Edelgard wie haltsuchend um sich — hätte Robby Herman sich nicht schnell zu ihr gewandt, sie wäre gestrauchelt. Er sprach kein Wort; er schob einfach seinen Arm unter den ihren und führte sie schweigend zu dem; Tisch, den der Oberkellner eben erreicht hatte. Es | war ein Platz in einer kleinen Nische, etwas abgetrennt von dem allgemeinen Lokal. Schon schob man Edelgard einen bequemen Sessel zurecht. „Zweimal Kraftbrühe — aber schnell!" befahl! Robby dem Kellner. „Wir bestellen bann weiter. — | Verzeihen Sie", wandte er sich bann an bas Mäd- ; eben, das blaß und noch etwas taumlig in dem ■ kleinen Seidensessel lehnte, „daß ich Sie nicht zu- ; nächst um Ihre Wünsche gefragt habe! Aber mir schien es wichtiger, daß Sie zunächst einmal etwas in den Magen bekommen. Das Weitere bestimmen Sie, bitte!" Edelgard lächelte Robby dankbar an — und wieder rührte ihn dies scheue und kindliche Lächeln bis in die Tiefe der Seele hinein. Nein — nein, Studczynski hatte falsch gesehen: dies war ein feines, vornehmes Menschenkind, un- ! fähig aller unschönen Regungen. Wo hatte er nur , feine Augen und seine Menschenkenntnis gehabt? 1 Daß sie ihm damals bei ihrem ersten Zusammen- j treffen so schroff entgegengetreten, vielleicht war es, nur Schreck, Verlegenheit. Und vielleicht war es ihre Art, dann hochmütig und abweisend zu erscheinen? I Er hatte es heute abend wohl bemerkt, wie sie ihre Verlegenheit beim Hereinkommen in das Lokal i unter dieser hochmütigen Miene verborgen. Außer-1 dem, er war ihr ja schließlich bei der ersten Begegnung in seinem Hause auch nicht gerade liebenswürdig entgegengetreten. Wenn sie wieder einmal fein Haus betreten würde — sie — sein Haus ... Eine heiße Welle ging durch ihn hin — er durfte sich nicht weiter in diese süßen Gedanken verlieren. Noch war alles dunkel verhüllt, was die Zukunft vielleicht einmal bringen mochte. Jetzt war Gegenwart und das Wichtigste, daß Edelgard sich erholte. Der Kellner brachte bie Suppe. Edelgard nahm hastig ein paar Löffel voll. Sogleich färbte ein zartes Rat ihre blassen Züge. „Das tut gut", sagte sie unwillkürlich. „Und wer hat behauptet, daß er gar nicht hungrig wäre? Nun, bitte, suchen Sie weiter aus, Fräulein von Dönitz, ehe uns der Küchenchef die Küche vor der Nase zumacht. Was essen Sie gern? Fisch, eine Vorspeise, dann Geflügel?" „Aber um Himmels willen, Herr Direktor!" protestierte Edelgard. „Das sollte doch nur ein bescheidenes Abendessen sein, kein Festmahl." Da sah Robby Herman Edelgard mit einem zwingenden Blick an. „Vielleicht ist es heute ein festlicher Abend für mich, Fräulein von Dönitz ..." Edelgard verstand nicht. Was meinte er damit? Hatte Direktor Herman heute vielleicht Geburtstag? Aber dann würde er doch nicht abends so spät noch Geschäftsbesprechungen abhalten. Und vor allem nicht mit ihr zusammen den Rest des Tages verleben. Nein, das konnte es nicht sein. Aber was bedeutete es dann? Die ratlose Nachdenklichkeit prägte sich so deutlich auf ihrem lebendigen Gesicht aus, daß Robby Herman lachen mußte. „Raten Sie nicht, Fräulein von Dönitz. Ich wette. Sie bekommen es doch nicht heraus. Aber ich will nett sein und es Ihnen gutwillig sagen. Es ist zwar nicht mein Geburtstag — aber hoffentlich ein anderer." „Hoffentlich ein anderer?" Edelgard verstand immer weniger. Machte sich Direktor Herman luftig über sie? „Herr Direktor, em Geburtstag kann doch nicht choffentlickf fein ... Der i st entweder — oder er ist nicht!" „Meinen Sie?" Er fragte es übermütig. „Wenn ich Ihnen nun aber beweise, daß ich recht habe mit meinem ,hoffentlich'^ Also auf Ihr Wohl, Fräulein von Dönitz! Hoffentlich ist dieser heutige Abend der Geburtstag eines besseren Verstehens zwischen Ihnen und mir!" „Ach, so meinen Sie bas!" „Ja, so meine ich das, Fräulein von Dönitz. Darauf müssen Sie aber Ihr Glas bis zur Neige leerens Dann erst geht der Wunsch in Erfüllung." (Fortsetzung folgt!) 5 am der Bezirk 15, Gießen. Wir geben hiermit unseren Mitgliedern bekannt, daß die Fahrkarten für den Sonderzug, sowie das Festabzeichen für den Kriegsopfertag in Frankfurt am Main umgehend bei dem Ortsgruppenobmann bzw. Stützpunktobmann abgeholt werden können. Ferner erhält jeder dort Auskunft über die Abgangszeit und Rückkehr des Sonderzuges. Pape, Bezirksobmann. Neichsbund Volkstum und Heimat. Die Fachgruppe Tierschutz besichtigt am Sonntag, 18 d. M., 11 Uhr, den S ch l a ch t h o f Außerdem ist ein Fahrrad Marke „Torpedo" und eine Stehleiter sichergestellt. Eiaentumsberechtigte wollen sich auf Zimmer der Kriminaldienststelle melden. Die Kulturkreise der Steinzeit. Fachschaslsslhung „Volksschule" des NSLB. Am Mittwochnachmittag fand im Zeichensaal der Schillerschule eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Volksschule Gießen-Stadt" statt. Der Leiter der Fachschaft, Lehrer H. Frank (Gießen), hieß die Teilnehmer willkommen und gab zunächst verschiedene geschäftliche Mitteilungen bekannt. Anschließend sprach Herr Szczech (Gießen) über „Die Kulturkreise der Steinzeit". Der Vortragende wies in seiner Einleitung Darauf hin, daß uns an der Vorgeschichte unseres Va- terlandes nicht nur die germanische, sondern auch die vorgermanische Zeit interessiere. Die vorgeschichtliche Archäologie glaube heute, die Entstehung der Germanen und Kelten und die Heimat des vielgesuchten indogermanischen Urvolkes zeigen zu können. Dann streifte der Redner die ältere Steinzeit, zeigte die Wirkung, welche die Vergletscherung auf den deutschen Raum ausgeübt hat, und betonte, daß schon im Paläolithikum Westeuropa kulturbestimmend gewesen ist. Denn dieses ist immer eisfrei gewesen, so daß aus ihm die Völker und Kulturen allmählich m den eisfrei werdenden deutschen Raum einrucken konnten. Frankreich, das klassische Land der Diluvia kultur, ließe eine sichere Abfolge der Perioden feststellen, welche die ältere Steinzeit in zwe. große Gruppen scheiden. In die zweite dieser Gruppen fallt die Besiedelung von Treis an der Lumda. Damals entsteht der Urvater des heutigen Euro- paers, dessen Knochen uns zum erstenmal in der ^)ohle von Cromagnon bekannt wurden. Aber die großen Erfindungen und Fortschritte, welche die rr,, . lungeren Steinzeit ausmachen, zeigen sich erst in der Stufe, die man mittlere Steinzeit zu nennen pflegt: beginnende Seßhaftigkeit und „ N^dung der Keramik. Deutschland löst sich allmählich aus der Umklammerung der paläolithischen Weftkultur und wird fortan von vier großen Kul- turkrelsen bestimmt, welche auch auf unsere engere Heimat eingeuurft haben. Der westeuropäische Kreis, dessen Keramik man in der Michelsberger Kultur 1 K-tr'J)er Thüringische mit der Schnurkeramik, der nordische mit der Stichkeramik und der Donaukreis mit der Bandkeramik. An der Michelsberger Kultur und ihren Funden auf der Glauburg zeigte der Vortragende, rote durch solche Grabungen oft ganz neue Erkenntnisse entstehen. Diese Kultur, die aus dem Westkreis an die deutschen Ränder gelangt ist, konnte bisher nämlich in unserer Heimat kaum belegt werden. Die Bandkeramik des Donaukreises gesellt sich dem „Lederstil" des Westens, dem „Korbstil" des Nordens hinzu und zeigt uns in dem Flaschenkürbis, wie naturgegebene Form und hinzukorn» wende Notwendigkeit Gestatt der Gefäße bedingen. Für diese Kultur ist die ® etter a u der klassische Z?den Dort zeigen sich aber auch stichkeramiiche Die auf nordische Kultur uuD Menschen« > Gin Giern fiel vom Himmel Das ist der neueste Vornan von Hans Dominik, dessen „Dschingis Khan" vor zehn Zähren die Leser des Gießener Anzeigers in Atem hielt -: ein höchst interessanter, spannender und abenteuerlicher Zukunffsroman, der dennoch in manchen Motiven sehr gegenwärtige Probleme berührt. Um das elementare Naturereignis eines Sternschnuppenfalles aus der Unendlichkeit des Weltraumes auf unfern Planeten rankt sich in Dominiks Phantasie, die sich dank der naturwissenschastlichen Schulung und der politischen Einsicht eines begabten und scharfsinnigen Erzählers nie ins Uferlose verliert, eine aufregende Geschichte vom ewigenKampf um Gold undMacht. Wer aber von Utopien nichts wissen will, mag sich darauf besinnen, was wir noch vor zwanzig Zähren vom Rundfunk oder vom Stratofphärenstug gehalten haben würden. Lesen Sie unfern neuen Roman: es ist ein echter Dominik, der Zhnen bestimmt gefallen wird- Heute in de« «NietzenerLamilienblättern Die Gaststättengerichte am zweiten Eintopfsonntag. Wie Der Reichseinheitsverband Des Deutschen Gaststättengewerbes mitteilt, sinD für Den zweiten Eintopfsonntag am 18. November foIgenDe Drei Gerichte vorgeschrieben: 1. Deutsche Bohnen mit Einlage (bestehend aus Wurst, Speck oDer Fleisch); 2. Brühkartoffeln mit RinDfleisch; 3. Gemüsetopf mit Fleischeinlage. Polizeibericht. Warnung vor ADrehbuchschwlnDlern. Gegen Den Verlag A. Hanß, Straßburg-Ro- bertsau (Els.), Auguste-Kern-Straße 1, Inhaber unbekannt, ist bei Der Staatsanwaltschaft Köln ein Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet worDen. Der Verlag will angeblich ein „HanDbuch Des Handels" herausgeben. Obwohl weDer Auftrag erteilt, noch ein Vertreterbesuch erfolgt ist, oerfenDet er wahllos von Frankreich aus an ihm bis Dahin unbekannte Firmen Schreiben, in Denen er für Den erteilten Auftrag Dankt unD Den Gegenwert von weift 24 Mark auf ein Postscheckkonto einzuzahlen aufforbert Dies ist ein alter Trick von Adreßbuch» schwindleru. Durch Diess Schreibe« in beu Irrtum unter Führung von SchlachthofDirektor Dr. Keller. Sämtliche MitglieDer Des RVH. unD Gäste sinD hierzu eingelaDen. Unsere MitglieDer erhalten bei Challier gegen Mitgliedsausweis verbilligte Karten zu 75 Pfennig ür Die 20-Jahr-Feier Des Gvethebundes am Sonntag, 18. D. M., 17 Uhr, in Der Aula. 4000 Mk. aus der Astern-Sammlung Der Verkauf Der Astern am 4. November zugunsten Des Winterhilfswerks hat in StaDt unD Kreis Gießen Das Ergebnis von 4027,46 Mark gebracht. Es ist außerorDentlich erfreulich. Daß auch bei Dieser Gelegenheit Die Opferbereitschaft unserer Volksgenossen zum Wohle Des hilfsbeDürftigen Nächten so wirkungsvoll zutage getreten ist. einroanberung Hinweisen. Ackerbau und Viehzucht sinD das Lebenselement Der Bandkeramiker, Die auf Den fruchtbaren Lößflächen Der Wetterau Das ibeife Siedlungsgelände fanDen. Zur Zeit Der höchstem Blüte Der SBetterauer BanDkeramiker roanDern dir Röffener Leute aus Dem Thüringischen Kreis ein, Deren Keramik, die Schnurkeramik, sich in Den Formen an Den Westen anlehnt. Sie sinD Jäger und WanDerer, Die ihre Toten mit Waffen in Der „Schlaflage" (Hocker) beisetzen. (Auffallend sinD dir langen SchäDel, wie man sie bei keinem Volk des Neolithikums wieDerfindet.) Sie sinD beteiligt an Der BilDung des nordischen Menschen, Der entsteht als Der Norden eisfrei gerooröen war. Die westlich Kultur und Die Der „Großsteingräber" (Megalith kultur) im NorDen verschmelzen sich zu Dem nor Dischen Kreis und zeigen uns Den Norden als Das HeimatlanD Der Germanen, Da für Jahrtausende Dort keine EinwanDerung mehr zu erkennen ist. Der „Heilige Stein" bei M u s ch e n h e i m ist Die einzig Spur, welche Die Megalithkullur in unserer Heimat hinterlassen hat. Die Schnurkeramiker müssen also ihren Weg Durch Die Wetterau vom NorDen nach dem SüDen genommen haben. Dieser Weg bezeichnet die JnDogermanisierung Deutschlands. Denn weder Der westliche, noch Der Donaukreis können Daran beteiligt gewesen sein. Die ersten Volks, na men, Die für diese indogermanische Kultur uns in Der antiken Literatur begegnen, sinD Kelten für Den Westen, Illyrer für Den Osten. Doch wo sinD die Kelten entstanden? In dem Gebiet der alten Pfahl, bauern oder in Mitteldeutschland? Die Pfahlbauern, die in Der alpinen Rasse weiterleben, können es wohl nicht gewesen sein, Denn Die klassischen Völker nennen ja Die Kelten nächst verwanDt mit Den Ger« manen. Am Schluß streifte Herr Szczech noch Die Frage, Die sich mit Der Auswirkung Der Deut, scheu Kulturen gegen Den Osten unD SüDosten beschäftigt. Dieser Vortrag, Den Herr Szczech noch Durch Museumsführungen erläutern wird, wurde sehr beifällig ausgenommen. Im Anschluß wies Lehrer Frank noch auf Die wichtige Zusammen- arbeit von Jugend und Erzieher hin. Er kennzeichnete die Aufgabe Des Erziehers dahingehend, der Jugend beispielgebend Der rechte Führer ZU sein, Der sich frei unD freuDig einorDnet, auf feinem Platz zuverlässig unD pflichtbewußt handelt, DienenD und opfernD in Der Nation wurzelt unD so Dem Schicksal seiner Nation verbunDen ist. Die Versammlung rourDe Dann in Der üblichen Weise geschlossen. Schwerer Berkehrsunfall in Klein-Linden. „Bismarck" entwenDet. AußerDem rourDe aus Dem Hofe eines hiesigen Hotels eine KarbiDlampe gefloßen. Personen, Die sachDienliche Angaben machen können, wollen» sich bei Der Kriminalpolizeistelle melDen. Eigentümer gesucht: Bei Der Kriminalpolizeistelle sind vier Dynamos, Davon zwei Marke „Bosch", einer Marke „RaD- sonne" unD einer Marke „Bauer", sichergestellt. Die im Laufe Des Jahres von FahrräDern, Die in Den Unterftelkäumen Der gewerblichen Berufsschule in Der Kirchstraße unD im VolksbaD untergestellt waren, entwenDet rourDen. Wie im vergangenen Monat, roirD auch (ommenDen Sonntag jeDer Volksgenosse eines beliebten Eintopfgerichte essen. Mit Dem Heran- nahen Des Winters, wenn Die Speisekarte nicht mehr Die vielseitigen Gerichte Des Sommers auf» weist, müssen alle Deutschen Volksgenossen sich wieDer Derer erinnern, Denen Das Schicksal kaum Das RotwenDigste zum Leben gibt. Wenn wir am kommenDen Sonntag wieDer „unser" Eintopfgericht e sen, roerDen viele mitessen, Die sonst vielleicht ab- eitsgeftanDen unD mit fnurrenDem Magen ihr Dasein verwünscht hätten. Das gibt es aber heute in DeutschlanD nicht mehr. JeDer Mensch im Dritten Reich ist Dazu verpflichtet, mit feinen HilfsbeDürftigen Volksgenossen zu Denken, zu fühlen unD auch Zu teilen, selbst Dann, wenn er selbst Den Leibriemen um ein Loch enger schnallen muß! Das Opfer, Das wir bringen, bringen wir nicht nutzlos! Es sinD Menschen wie wir, von Demselben Fleisch unD Blut, mit Denen wir teilen, mit Denen wir zu-» ammen unser Eintopfgericht essen roerDen. Wir kennen heute im neuen Reich nur eine Volks- gemeinschaft. Denen, Die zu schwach sind und nicht mitkommen, müssen wir unsere Hand reichen und vorwärts helfen. Das ist ritterlich, edel und deutsch! Oer Neubau der Friedberger Hochschule für Lehrerbildung. LPD. Friedberg, 15. Nov. Nun rücken W großen Pläne für den Neubau der Hochschule für Lehrerbildung im Burghof allmäh' lich in bas Stadium Der Verwirklichung. 5n monatelangen Verhandlungen wurde im besonderen Die Frage Der Baukostenbeschaffung geprüft und dem Vernehmen nach in zufrieDenstellenDer Weise gelöst. Inzwischen hat Baurat Metzger — nach Dessen Plänen auch Das Kerckhoff-Jnstitut in Bad- Nauheim errichtet worden ist — mit einem Modell Den geplanten Einbau Der Hochschule in Das Burginnere Der Oeffentlichkeit bekanntgegeben. Die Pläne sehen neben Der Errichtung Des eigentlichen Schul- gebäuDes auch Die Erstellung einer neuen Turnhalle vor. Das zweistöckige Schulgebäude wird u. a« einen großen Festsaal, Arbeits» und Vorlesungs« räume, einen Musiksaal und einen Zeichensaal eni* halten. Wir besitzen in unserer Stadt eine Reihe solcher befähiater Männer und Frauen, Die sich mit unzweifelhaftem Erfolg im Dienst Der Musikerziehung bewährten. Eine große Anzahl von Schülern ist durch ihre HanD gegangen und viele von ihnen wurden auf eine hohe künstlerische Stufe gebracht. Das einmal zu sagen ist angesichts des Tages der Hausmusik eine Ehrenpflicht. Die Reichsmusikkammer sorgt dafür, daß keine Pfuscher iß Handwerk treiben. Die Elternschaft kann ruhig die Aus- bildung ihres Kindes in die Hand der Gießener Musiklehrer und -lehrerinnen legen. Die Kinder werden es ihnen später danken. Den größten Gewinn hat aber unsere deutsche Musik, wenn recht viele Den Weg ins musikalische WunDerlanD gehen. —a— Deutsche Arbeitsfront. Frauenamt der DAF. — Fachgruppe Hausgehilfen. Auchtung Hausgehilfen! Freitag, 16. November, abenDs 8.30 Uhr, finDet für Die MitglieDer Der Zellen Mitte unD Nord eine sehr wichtige MitglieDeroersammlung imCaföEbel, Burggraben, statt. Da diese Versammlung von größtem Interesse für jedes Mit- glieD ist, wird restloses Erscheinen zur Pflicht gemacht. An diesem Abend spricht die stellvertretende Kreis- leiterin Der NS.-Frauenschaft, Frau WreDe, über Das Thema: „Mütterschulung im nationalsozialistischen Staat»- Wir alle wollten mit ihnen um Die Heimat kämpfen. Französische PropaganDa lasse im Saargebiet nichts unversucht, um zu halten, was zu halten sei. Angesichts Der Wühlarbeit Der VaterlanDsverräter im Saargebiet sei es für Die Dortige Bevölkerung sehr schwer, Disziplin zu halten. Die Saarbevölkerung oerDiene um so mehr BewunDerung. Frankreich müsse unD roerDe am 13. Januar eine eindeutige Lehre erfahren müssen, Frankreich werde das Saargebiet verlieren, weil es nie ein Recht Darauf gehabt habe. Das Saargebiet sei unD bleibe Deutsch, weil es stets Deutsch war. (Lebhafter Beifall.) Nachdem Der VvrsitzenDe Der Ortsgruppe Gießen, Herr Thum, Den ReDnern Des AbenDs Dank gesagt hatte, sprach noch ein Saarurlauber, Der in begeisterten Worten für sich unD feine BrüDer unD Schwestern ein Bekenntnis zum MutterlanDe ablegte. Er sprach Davon, wie ihnen in Gießen Gelegenheit gegeben worDen sei, sich Davon zu überzeugen, Daß es in Deutschland aufwärts gehe, daß alles, was unsere Feinde über Deutschland sagten, ßüge fei. Die Saarbevölkerung stehe unter dem Stern Adolf Hitler, der ihnen Wegweiser sei, wie Den Hirten von Bethlehem, Die Die Geburtsstätte Jesu suchten. Das Ziel roerDe erreicht. Das uns gesteckt fei. NachDem Der Redner noch für den herzlichen Empfang und gastliche Aufnahme in Gießen gedankt hatte, schloß er seine Ansprache mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Den Führer SIDoIf Hitler, in Das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Die gemeinsam gefangenen ersten Verse Des Horst-Wessel- unD Des Deutschlandliedes beschlossen Die einDrucksvolle Kundgebung. Aus der Provinzialhaupistadt. Musikerziehung und Musiklehrer. Wenn ein Kind Musikunterricht erhalten soll, so stehen zwei wichtige Fragen im Vordergrund. Erstens: Welches Instrument soll mein Kind erlernen? (Der Gesangunterricht steht meist erst nach Der Mutation zur Debatte), Dann: Welchen Lehrer wählen wir? An Der Straßengabelung Frankfurter Straße — Wetzlarer Straße in K l e i n - L i n D e n, an dek sich schon häufig Verkehrsunfälle ereigneten, kam cs gestern zwischen 16 unD 17 Uhr wieDer zu einem schweren Unfall. Ein von Gießen her kommende; Lastauto mit Anhänger fuhr auf ein mit fünf Personen besetztes Auto auf, Das aus Der Wetzlarer Straße kam unD in Die Frankfurter Straße einigen wollte. Durch Die Wucht Des Zufammenprall- wurDe Das Personenauto weit fortgeschleudert un) vollständig zertrümmert. Von Den fünf Insassen kamen Die im Derberen Teile Des Wagens sitzenden Zwei Personen unverletzt Davon, währenD Die im rückwärtigen Teile Des Autos sitzenden Drei Perso« neu verletzt rourDen; von Diesen hat Ferdinand Müller aus Frankfurt a. M. einen Beckenbruch Davongetragen, währenD Robert D r o o p aus Frankfurt a. M. unD Jakob Hofmann aus Offen» bad) mit leichteren Verletzungen Davonkamen. Alls Drei mußten von Der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen Der Chirurgischen Klinik zugeführt roerDen. Das Lastauto und feine Faß rer blieben unverletzt. Der zertrümmerte Personenwagen mußte abgeschleppt roerDen. Die behördliche Untersuchung ist im Gange. Vornokizen. — TageskalenDer für Freitag: Deut, sche Arbeitsfront; Frauenamt Der DAF. — Fachgruppe Hausgehilfen, 20.30 Uhr, Zellen Mitte und. RorD, Safe Ebel, Mitgliederversammlung. — RSG. „Kraft Durch FreuDe", 20 Uhr, Aula Des Gymnasiums, offene Singstunde. — Gießener Konzert» verein, 20 Uhr, Stadttheater, 1. Sinfonie-Konzert — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der junge Bo ron Neuhaus". — Astoria-Lichtspiele, SeltersweH „Hafengasse Nr. 4". — NS.-Frauenschaft Gießen, Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen, Gasgemeinschaft, Milchwirtschaftsverband Hessen, Bäcker- Innung, 20 Uhr, Cafe Leib, Hausfrauen-Veranstal- tung mit Lichtbilder-Vortrag. — Stadttheater Gießen. Heute abend erstes Sinfoniekonzert mit Werken von Weber, Strauß, Schubert und Schumann, ausgeführt vom Orchester des Stadttheaters und der Reichswehr« kapelle unter Leitung von Professor Dr. Temes« oart). — Hans Friedrich Blunck liest an Der 20-JahrfeierdesGoethe-Bundes. Man schreibt uns: Der Goethe-BunD kann in Diesem Jahre auf seine 20jährige Tätigkeit zurückblicken. Für Den kommenden Sonntag ist aus diesem Anlaß eine einfache und zeitgemäße Jahresfeier angesetzt. Der bekannte Dichter Hans Friedrich Blunck, Präsident der Reichsschrifttumskammer, lieft aus eigenen Wer« fen. Es ist zu erwarten, daß die Gießener Literatur- freunde durch allseitigen Besuch den Dichtergast und den Goethe-Bund ehren. (Siehe heutige Anzeige.) — Ein F a mi li e n a b e n b Der Lukas« gern einDe mit Vortrag über „Die Deutsche Bibel* findet am kommenden Sonntag statt. (Siehe heutige Anzeige.) ♦ **SilberneHochzeit. Am morgigen Samstag, 17. November, begehen die Eheleute Frieds Philipp K l i n k e l und Frau Luise, geb. Kinzenbcick Muhlstraße 10 wohnhaft, das Fest Der silbern- Hochzeit. versetzt, ein Auftrag sei erteilt, haben viele Firmen gutgläubig gezahlt. Verschiedene Firmen haben reklamiert. Der Verlag hat m einem befanntgeroor- Denen Falle Die Unterschrift eines solchen Reklamationsschreibens auf einen Bestellschein burch- Bunb Durch Die Vorlage Dieses Scheines 4ng erlangt. In anDeren Fällen sinD Abschriften nicht vorhanDener Bestellscheine übersanDt unD mit Zivilklage auf Zahlung geDroht worDen. Bisher sinD Die Postscheckkonten Köln, Karlsruhe, München, Hamburg unD Berlin beschlagnahmt worden. Aus den Einzahlungen ergibt sich, daß Hanß in ganz Deutschland kassiert. Geschädigte werden ersucht, Der Kriminalpolizeistelle Nachricht zu geben. Diebstähle. In Der Zeit vom 5. bis 7. November rourDe an einem Geschäftshaus in Der Frankfurter Straße eine Glasplakette mit Der Aufschrift (GolDschrift) ,Hn Anerkennung hervorragenDer Leistungen Staatsmedaille Des Großherzogtums Hessen", in Der Nacht vom 6. auf 7. November in Der Wilhelmstraße ein Emailleschild mit Der Aufschrift „Behandlung von KrankenkassenmitglieDern", in Der Nacht vom 7. auf 8. November aus einem Hofe in Der Gutenbergstraße eine Holztafel mit Der Aufschrift „Landeskirchliche Gemeinschaft", in Den Abendstunden Des 9. November am Eingang eines Kolonialwarengeschäfts in Der Liebig- straße eine schwarze Holztafel Gröhe 70X50 Zentimeter, in Der Nacht vom 9 auf 10. November aus einer Wirtschaft in Der LuDwigstraße ein fast neuer grellbrauner Filzhut unD ein Paar neue gefütterte, braune Nappa-Herren-HanDschuhe, unD am 13. November ein Herrenfahrrad Marke MitglieDer, Die ihre Beiträge für Monat Oktober noch nicht bezahlt haben, können Diese täglich von 3 Uhr bis 6.30 Uhr im Hause Der Deutschen Ar- beitsfront, Schanzenstraße 18, begleichen. Mit- glieDskarte ist stets mitzubringen. Pünktliches Beitragszahlen ist Die unbeDingte Pflicht eines jeDen Mitgliedes, Denn nur Die MitglieDer können Die Unterstützungseinrichtung Der Deutschen Arbeitsfront in Anspruch nehmen. Die Dieser gegenüber ihre Beittagspflicht erfüllen. Heil Hitler! I. A. W e h r u m, Kreiswalter Der DAF. Zotz, Ortsfachschaftswalter. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V. W z-S/f Ortsgruppe Gießen. Großzügige Spende >er Firma Benner, Krumm & Sauer. Im Rahmen Des Winterhilfswerks hat Die Firma Benner, Krumm & Sauer 2000 PfunD Hülsenfrüchte unD Suppeneinlagen Der hiesigen Kreisführung Des Winterhilfswerks zur Verteilung an Die HilfsbeDürftigen Der StaDt Gießen zur Verfügung gestellt. Wer folgt nach? Am Sonntag gibt es wieder Eintopfgericht! Die Lösung Der ersten Frage macht man sich in Der Regel sehr leicht. Es roirD eben Das Instrument genommen. Das geraDe in Der Familie zur Hand ist, meistens Klavier oder Geige. Rein wirtschaftliche Gründe geben also den Ausschlag. Gewiß hat Das, besonders in Notzeiten, eine gewisse Berechti- B. Aber ganz stimmt Die Sache Doch nicht. 23er- ene Punkte sinD Da zu beachten, die von stößter Bedeutung sind. Ein Kind, dem Die Unter- cheiDung Der Tonhöhen schwer fällt, sollte mög- lichst kein Streichinstrument erlernen, Denn Die Griffreinheit, Die Durch Das Gehör geregelt roirD, wacht Dann oft unüberwinDliche Schwierigkeiten. 3n Diesem Falle wäre Klavier oDer Harmonium vorzuziehen, bei KinDern mit feinem Gehör Dann em Streichinstrument. Aber Das allein ist noch nicht ausschlaggebenD. Wichtig ist auch Die Beschaffenheit Der HanD unD Des Armes. Lange, schmale HänDe zeigen auf Den Klavierspieler, währenD eine breite HanD für Den Violin- oDer Cellospieler von Vorteil ist. KinDern mit geringer technischer Begabung rät man oft Das Cellospiel an. Zeigt sich nach einiger Zeit, Daß die Geeignetheit für das gewählte Instrument fehlt, so soll man ruhig einmal wechseln. Uns ist ein Fall bekannt, wo auf einem berühmten Konservatorium ein Schüler mit Der Geige nicht vorwärts kam. Er erlernte das Klavier» spiel und wurde bald Der beste Spieler Der Anstalt, Der später mit Erfolg an Dem Spiel um Den Meyer- beer-Preis teilnahm. In einem anDeren Fall wechselte ein Schüler von Der Violine zur Flöte und hatte nach nicht allzulanger Zeit eine Stelle an einem Orchester. Bei all diesen Fragen soll man Rat bei Dem Fachmann holen. Welchen Lehrer soll man wählen? SelbstverstänD- hd) Den billigsten, Denn Der ist für Den Anfang gut. So Denken viele unD wissen nicht, wie unrecht sie tun. Wer schon Gelegenheit hatte, ein KinD zu beobachten, das einen billigen und schlechten Lehrer hatte, Der wird sich nicht wundern, wenn der Unterricht bald wieder aufgegeben wird, denn Das Fundament wird so schlecht gelegt, daß an ein Weiterbauen nicht zu denken ist. Wie ganz anders ist die Arbeit eines wirklich berufenen Musikerziehers. Es jeß wohl nicht so schnell wie bei dem Pfuscher, aber Her wird sorgsam Stein auf Stein gesetzt, so daß ich nach und nach das ganze Erziehungsgebäude in einer Folgerichtigkeit erhebt. Ein solcher Lehrer kann auch seinen gerechten Lohn verlangen. Welches ist nun das Ideal eines Musiklehrers? Man ist oft der Meinung, das fei der Virtuose, der durch seine glänzende Technik den Hörer begeistert. Das kann einmal der Fall sein. In der Regel wird es aber umgekehrt sein. Der Virtuose verliert in den weiften Fällen zu leicht die Geduld bei Dem langsamen Fvrtschreiten Des Schülers. Gar nicht geeig- net ist Derjenige, Der sein Instrument nicht vollkommen beherrscht. In Der Regel ist es wohl so, daß ein guter Lehrer zw sich en Dem Virtuosen unD Dem Nichtskönner in Der Mitte steht, Daß er sein Instrument wohl beherrscht, unD vor allen Dingen Die für einen Erzieher unbedingt nötige Geduld besitzt. Außerdem muß er eine charaktervolle Persönlichkeit sein. Gerade das rein Menschliche macht oft auf Den Schüler Den größten EinDruck und erwirbt zuerst das nötige Vertrauen. An der Hand eines solchen Lehrers wird Der Weg ins LanD der Musik nicht schwer fallen. schloß die Hauptamtsleiterin i Baldur von Schirach: amtes besprochen war. einer Strophe von mit Geologie in der Technik -O „Mag unser Sein ins Dunkel gehen, versinken in der schnellen Zeit, es wird doch, was wir wollen, stehen im Sonnenglanz der Ewigkeit." ien Frieol inzenbc silbett pflichiversammlung her Gießener Studentinnen zur Eröffnung des Wintersemesters 34/35. rücke" vornherein bessere Grundlage zu stellen; besonders wichtig sei das bei Kanalbauten, bei der Errichtung von Talsperren, bei Tunnelbauten usw. Gleiche Vorteile für das Gelingen des Baues habe der Techniker, wenn er über die Wasserverhältnisse im Gestein unterrichtet sei und von vornherein die Möglichkeit der Voraussage über das Vorhandensein von Wasser in bestimmten Tiefen, über die Beschaffenheit des Wassers (hart oder weich), Verunreinigungsmöglichkeiten usw. besitze. Bei der Errichtung von technischen Großbauten, wie auch bei Landgewinnungsarbeiten (z. B. jetzt im hessischen Ried und in unseren Küstengebieten) sei die Kenntnis von der Bewegung der Erdrinde für den Techniker ebenfalls von großer Bedeutung, da er im Besitz dieser Kenntnisse bei der Schaffung solcher Bauwerke auf die Senkungsmöglichkeiten oder auch auf das Heben der Erde Rücksicht nehmen und für seinen Bau Vorsichtsmaßnahmen zur Verhütung von Störungen treffen könne. In diesem Zusammenhangs machte der Vortragende u. a. sehr interessante Ausführungen über das hessische Ried, das er als ein ausgesprochenes Senkungs- gebiet bezeichnete, das vielleicht erst dann wirklich zum Stillstand komme, wenn nicht mehr durch Menschenwerk gegen die Senkungserscheinungen angekämpft werde, sondern dem Rhein das Einströmen offen bleibe und sich dergestalt ein See bilde, der erst im Laufe vieler Jahre durch Versandung und Verschlickung vom Rhein her wieder beseitigt und durch festes Land ersetzt werde. Das Zusammenarbeiken zwischen Geologen und Techniker werde aber nichk nur dem Techniker Vorteile bringen, sondern auch dem Geologen sehr nützlich sein, da der Techniker bei der Ausführung von Bauten (z. B. durch Stein- brüche, Geländeeinschnitte bei Straßenbauten, Bahnstrecken usw.) die Möglichkeit habe, dem Geologen Einblicke in das Erdreich zu verschaffen und dadurch der geologischen Wissenschaft neue Erkenntnismöglichkeiten zu bieten. Im Interesse beider Teile und zum Nutzen ihrer Aufgabengebiete, zur Förderung des technischen Fortschritts, zur Vertiefung der Wissenschaft und insgesamt zum Heile unseres deutschen Volkes bat der Vortragende die Techniker um enge Zusammenarbeit mit den Geologen. Im Anschluß an den sehr lehrreichen, mit großer Spannung und mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine kurze Aussprache, an der sich Kreisamtsleiter Kurz, Bürgermeister Dr. Hamm, Stadtbaurat Gravert und der Vortragende Prof. Dr. Hummel beteiligten. Bei diesem Gedankenaustausch wurde anhand von überzeugenden Beispielen (u. a. Erschließung von Erzen und Erdölvorkommen zur Verstärkung unserer Rohstoffgrundlage, Verlauf der Lahn usw.) unterstrichen, rote außerordentlich wertvoll es ist, wenn die Männer der Technik mit den Männern der geologischen Wissenschaft eng Zusammenarbeiten und damit gemeinsam dem Wohle unseres Volkes dienen. Es sei unsere selbstverständlicke Pflicht, gerade im kommenden Winter unsere Kräfte in der NSV. und beim WHW. einzusetzen. Die Erfüllung dieser Pflicht werde uns nicht durch Stempel und Testate bescheinigt. Ebenso müsse von jeder Studentin verlangt werden, daß sie in den Frauendienstkursen sich Fähigkeiten aneigne, mit denen sie ihrem Volk bienen könne. NSV. und Frauendienstarbeit wären im kommenden Semester unsere wichtigsten Aufgaben. Die angefangene volkskundliche Arbeit (Volkslied und kulturelle Schulung für erstes bis viertes Semester, Wandern für fünftes Examenssemester) werde weitergeführt, ebenso die Schulungsarbeit, wenn auch in anderer Form. Sehr dringend wurde den Studentinnen auch empfohlen, sich an der Fachschaftsarbeit zu beteiligen. Hier müsse die Studentin zeigen, daß es ihr ernst um ihr Studium sei, sie müsse Gleichwertiges, wenn auch Anberwertiges, leisten zum Aufbau des Ganzen, dem sie eingefügt sei. Nachdem noch die äußere Gliederung des Hauptstraße - , an n, kam (5 zu einen ommenk i fünf Pc 1 Wetzlr ße eint menpräiti ihm uni §chffm fitzenden die im i Persv- erdinan) denbmt >p aw. s Dffem !N. All. stotonm ltzen W eineFch 3er,0ncn Deut' -W KW > ®F- e-KM unge $ eltersM t Sich i, Ga; i, Bcicl! Leranfic lte aber n M ührt eichst lerne; t an b! Für v । eine ei' j i>er b Prösidk' nen ßiteraht igaft «f njeige-1 Lut->- W*' 'S 5? h I di' Vor dem NSBDT. (Nationalsozialistischer Bund Deutsche Technik) sprach gestern abend im Hörsaal des Geologischen Instituts dessen neuer Leiter Professor Dr. Hummel über das Thema „Geologie in der Technik". Nach kurzen Begrüßungsworten des Kreisamtsleiters Kurz hieß Professor Dr. Hummel die Besucher des Vortragsabends im Geologischen Institut willkommen, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß es ihm als neuen Leiter gelingen möchte, das Institut so zu führen, wie es im Dritten Reich notwendig fei, nämlich ein in innigster Fühlung mit dem Volksleben stehende Wissenschaft zu pflegen. Die Wissenschaft dürfe nie um ihrer selbst willen da sein, sondern müsse sich immer als lebendiges Glied im Dolksganzen fühlen und die hohe Aufgabe haben, um des Volkes willen zu arbeiten. Zukunftsaufgabe fei es nicht, die Forschertätigkeit an sich einzuschränken und eine reine Zweckforschung zu betreiben, sondern es müsse das Gesichtsfeld des Forschers erweitert und die Forschung um des Volksganzen willen mit größter Hingabe getrieben werden. Zu seinem Dortragsthema übergehend, wies der Redner in außerordentlich fesselnden Darlegungen einleitend darauf hin, daß bisher zwischen Geologie und Technik nicht das erforderliche gegenseitige Kennen und Beachten der beiderseitigen Arbeitsgebiete bestanden habe. Erst im Kriege fyabe sich im Verlaufe des Sfel- luugskampfes gezeigt, wie notwendig und wie wertvoll für die Lösung technischer Aufgaben die Beratung und Witarbeik der Geologen war und zu welch großen Vorteilen dieses hand- in-hand-arbeiten führte. Aus den damaligen Erfahrungen sei die Lehre zu ziehen, daß beide Teile künftighin mehr als bisher Verständnis für ihre Arbeitsaufgaben haben müßten, wenn die Arbeit dem allgemeinen Wohl zum Vorteil gereichen solle. Der Geologe könne dem Techniker wertvolle Hilfe leisten, indem er ihm Materialkenntnis (Gesteinskunde) vermittele, ihn mit den L a g e r u n g s v e r h ä l t n i s s e n ider Gesteine bekanntmache, ihm Kenntnis von iben Wasserverhältnissen im Gestein .gebe und ihn schließlich auf die Gesetzmäßigkeiten »der Bewegung der Erdrinde aufmerksam : mache. Die genaue Kenntnis des Gesteinsmaterials werde z. B. verhüten, daß Steine und Teile des «Erdbodens bei Bauten am unrechten Platze Verwendung finden und dann dauernden Nachteil und fortlaufend große Unkosten verursachen (z. B. der Bahnkörper bei Klein-Linden und bei Lang-Göns). Wenn der Techniker durch den Geologen mit den -Lagerungsverhältnissen der Gesteine bekanntgemacht worden sei, werde er sich in der Lage sehen, Ibei Bauten durch die Möglichkeit der Voraussage rüber die Gesteinsschichten besser das Gelingen seines 'Baues vorzubereiten und künftigen Schaden zu ver- lhüten, aber auch die Kostenberechnung und die Durchführung des Bauunternehmens auf eine von Spiele der Kreisklaffen im Bezirk tahn-Oill. Grünberg — Heuchelheim (Zutt, Wetzlar); Leih- geftern — Lollar (Prinz, Aldshausen); Wieseck — VfB. II (Drescher, Wetzlar); 1900 II — Lich (Kautsch, Wetzlar); Burgsolms — Naunheim II (Bernhardt, Tiefenbach); Nauborn — Spfr. Wetzlar Deibel, Gießen); Tgde. Wetzlar — Werdorf 'Schmidt, Dillenburg); Leun — Bissenberg II (Ott, Bonbaben); Ulm — Holzhausen (Küster, Berg- Hausen); Stockhausen — Albshausen (Keller, Naunheim); Lollar II — Steinbach (Kreiling, Gießen); U900 III — VfB. III (Koob, Wetzlar); Steinberg II — Mendorf (H. Rüspeler, Gießen); Wißmar — oGrünberg II (Sack, Heuchelheim); Treis — Londorf (Schnabel, Wieseck); Oberbiel — Schmalbach (Hunger, Wetzlar); Bechlingen — Werdorf II (Lind, Wetzlar); Ehringshausen — Aßlar II (Knapp, Wer- 2ors); Vetzberg — Erda (Bernhardt, Wieseck); Hohensolms — Krofdorf II (Roth, Altenkirchen); Launsbach — Fellingshausen (Post, Wieseck); Rodheim — Heuchelheim II (O. Rüspeler, Gleiberg). Jugendspiele. Nauborn — Naunheim (Niersbach, Wetzlar); Spfr. Wetzlar — Aßlar (Dörr, Werdorf); Wetzlar — Burgsolms (Spieß, Nauborn); Werdorf — Waldgirmes (Willer, Wetzlar); Steindorf — Albshausen Kröner, Oberbiel); Oberndorf — Tgde. Wetzlar Wollmar, Wetzlar); Wieseck — Lich (Grote, Mainzer); Daubringen — Großen-Buseck (Weinandt, Zeihgestern); Leihgestern — 1900 II (Reuschling, Steinbach); Treis — Steinbach (Seitz, Heuchel- t.eim); Stockhausen — Bissenberg (Wolf, Mendorf); Am 12. November kamen die Gießener Studentinnen zum erstenmal zusammen, um die Richtlinien für die Arbeit im Wintersemester entgegenzunehmen. Zu Anfang sprach die Hauptamtslelterm Worte der Begrüßung und gab in knappen Sätzen zuerst ein Bild der Lage: Die Anzahl der Abiturientinnen, die den Weg zur Universität fänden, sinke. So dränge sich wiederum die Frage auf nach der Be- rechtigung des Frauenstudiums. Kameradin Irene Hoffmann zog zunächst die scharfe Trennungslinie zwischen unserer Auffassung von der Arbeit der Studentin und anderen Meinungen, die uns sonst entgegentreten. „Denn Leute, welche die Frau unseres Jahrhunderts einzig in Küche und Kinderstube sehen möchten, haben wohl kaum die richtige Vorstellung von dem Aufgabenkreis einer beuüQen Frau. Auf der anderen Seite würde aber ein Rückfall der deutschen Studentin in die Haltung der Frauenrechtlerin jene Forderungen unterstützen, weil Frauen mit solcher Einstellung für den nationalsozialistischen Staat untragbar sind. Bleibt uns also nur eine einzige Möglichkeit, durch wertvolle Arbeit auf wissenschaftlichem Gebiete und innerhalb des Volksganzen zu beweisen, daß die Studentin ihre Aufgabe und damit ihre Berechtigung hat." Wir fühlten uns verantwortlich für unser Volk, feine Sorgen und Nöte seien unsere eigenen. Holzhausen — Biskirchen (Wolf, Bissenberg); Allen- dorf — Oberbiel (Würz, Holzhausen). Schülerspiele. Naunheim ,— Oberbiel (Wenzel, Schmalbach); Spfr. Wetzlar — Burgsolms (Spieß, Nauborn); Wetzlar — Büblingshausen (Dietzel, Wetzlar); Nauborn — Aßlar (Niersbach, Wetzlar). Fußball im Turnverein Treis a. b.fcba. Der Platzverein hatte gegen Grünberg anzutreten. Nach einer flotten Halbzeit stand das Spiel bereits 4:0 für Treis. Dieser Stand wurde gehalten. Die Jugend hatte Nieder-Ohmen zu Gast und gewann mit 1:0 Toren. Sportverein 1933 Rieder-Ohmen. Einen glatten 8:0-Sieg konnte die erste Mannschaft am vergangenen Sonntag von Inheiden mit nach Hause bringen. Von Anfang an war Nieder- Ohmen tonangebend. Bei einem Stand von 2:0 wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit hatte der Gastgeber nichts mehr zu bestellen und so fielen in kurzen Abständen noch weitere sechs Treffer. Die erste Jugend fuhr nach Treis, um ihr erstes Pflichtspiel auszutragen. Sie verlor mit 1:0 Toren. Handball im Sau XII Lahn-Oillkreis. Kreisklasse L Spv. OöMetzlar — Tv. Groß - Rechten- b ad): Wetzlar wird auch in diesem Spiel alles daransetzen, um die zwei Punkte zu Hause zu halten. Die Platzherren sollten die Gäste knapp aber sicher abfertigen. '«lt CQ «TW s», T’ ei > », 1 i» k Minbk ,®olt 1, > - «tftu w» h ?Qls bö Ist. r, t>le einzi:, SM ujlen qi rden na* l*B 15 tönnr en DG. nr uns ■’ Mür d,- sind b Wauen,! onnen r, M Alk den (9R >ech no: der beit Südostk lod) burd) ! lehr bei 3 Lehre: 'tnmem her hin ,t5 dahj^ le Führe! dci et, au’ t handel, lt und s, übliche. Tv. Hochelheim — Tv. Atzbach: Hochelheim hat mit feiner vorsonntäglichen Leistung wieder sein Können unter Beweis gestellt. Die Gastmannschaft wird daher alles aufbieten müssen, um dem Tabellenführer einigermaßen Widerstand zu leisten. Tv. Hörnsheim — Tv. Dornholzhausen: Hörnsheim muß in dem Spiel weit bessere Leistungen zeigen als in den letzten Spielen, will es ein ernsthaftes Wort bei der Punkteoerteilung mitreden. Das Spiel ist als durchaus offen zu bezeichnen. Tv. Lang-Göns — Tv. Heuchelheim: Der Tabellenführer fährt zum Neuling Lang-Göns und sollte mit einem sicheren Sieg nach Hause kommen, vorausgesetzt, daß die Mannschaft ihr ganzes Können in die Waagschale wirst und kämpft. Tv. Lich — VfB. - R. Gießen: Gießen hat sich in den letzten Spielen nach vorn gearbeitet und hat auch kommenden Sonntag hegen Lich auf dessen Platz eine Gewinnchance. Lich wird aber dem Gegner einen Kampf auf Biegen ober Brechen liefern. Tv. Alback — Tv. Holzheim: Eine offene Angelegenheit spielt sich in 2llbacb ab. Wenn auch bie Platzmannschaft am Sonntag zwei Punkte abgeben mußte, fo ist noch lange nicht gesagt, daß sie nächsten Sonntag gegen Holzheim das gleiche tut. Kreisklasse II. Tv. Wetzlar II — To. Garbenheim; Tv. Erda gegen To. Nauborn; Tv. Dutenhofen — Tv. Cleeberg: Durchaus offen ist die Begegnung in Wetzlar. Erda hat auf eigenem Platz gegen Nauborn Aussicht auf Erfolg. Dutenhofen sollte mit einem sicheren Erfolg rechnen. 1900 Gießen II — Tv. Lollar; Tv. Lollar gegen Tv. Launsbach; Tv. Wißmar — Tvg. Ruttershausen: Ob Lollar in Gießen gewinnen kann, erscheint fraglich. Dorlar hat zu Hause gegen Launsbach nichts zu befürchten, während in Wißmar ein Lokalkampf vonstatten geht, dessen Ausgang im voraus nicht zu bestimmen ist. Tv. Garbenteich — Tv. Hausen; Mtv. Gießen II gegen Tv. Grüningen: Garbenteich hat gegen die Gäste die Niederlage aus dem Vorspiel wieder wettzumachen. Gießen hat in Grüningen einen zähen Kampfgenossen gegen sich, der aber zu bezwingen ist. Tv. Alsfeld — Tv. Romrod; Tv. Homberg gegen Tv. Burggemünden: Falls Romrod keine besseren Leistungen zeigt wie am Dorsonntag, dürften die Punkte sicher in Alsfeld bleiben. Homberg hat auch auf eignem Platz gegen Burggemünden kaum Aussichten auf Erfolg. Kreisklasse III. Tv. Krofdorf II — Tv. Münchholzhausen II; Tv. Lützellinden II — To. Holzheim II; Tv. Niedergirmes II — Heuchelheim II: Die beiden ersten Begegnungen sind offen, während Heuchelheim in Niedergirmes kaum Aussicht auf Gewinn hat. Stucks und Caracciolas Rekorde anerkannt. Sämtliche von Hans Stuck und Rudolf Cara c c i o l a auf der Avus bzw. bei Gyon aufgestellten Weltrekorde und Internationalen Rekorde wurden jetzt vom Internationalen Verband der anerkannten Automobil-Clubs offiziell anerkannt. Deutsche Rudererfolge in Brasilien. Der aus deutschen und ausländischen Ruderern zusammengesetzte und unter Leitung des deutschen Diplom-Sportlehrers Waldemar Moder stehende RC. „Flamingo" Rio de Janeiro hat auf den brasilianischen Meisterschaften in Rio nicht weniger als vier Titel gewinnen können. Die Deutschen gewannen den Einer, Doppelzweier, Vierer „ohne" und zusammen mit einigen Ausländern den Achter gegen schärfste Konkurrenz. Der gesundheitliche Wert des Skilaufs. Don cand. meb. Ruth Heid. Wenn ich in diesem Zusammenhang von dem Skilauf spreche, möchte ich vorausschicken, daß nicht von dem Skiläufen, das nur als Modesport betrieben wird, die Rede ist. Denn inwieweit die Gesundheit derer günstig beeinflußt wird, die, angetan mit den neusten Modeschöpfungen, in die Winterkurorte fahren, dort die Abende bis spät in die Nacht mit Tanz, Alkohol und Nikotin verbringen und deshalb den schönsten Teil des Wintertages verschlafen müssen, so daß zum Skilaufen wenig Zeit bleibt, will ich hier nicht entscheiden. Nein, hier soll von den zünftigen Skiläufern, wie wir sie alle gut kennen und gern haben, die Rede sein. Daß sie gesunde, echte Kerle sind, wagt wohl keiner zu bezweifeln. Wer hat nicht seine Freude an den kräftigen Menschen mit ihrer sonnengebräunten Haut, den strahlenden Gesichtern, den lachenden Augen, denen man die Gesundheit schon von weitem ansieht. Beglückt und mit erneuter innerer Kraft sind sie zu ihrem Tagewerk bereit, an den erlebten Stunden zehrend und voll freudiger Erwartung neuer, sonniger Schneetage. Vom medizinischen Standpunkt aus kann man den Skisport als einen der gesundesten Winter- sportarten, ja aller Sportarten überhaupt betrachten. denn er stellt eine glückliche Vereinigung von sportlicher Ertüchtigung mit dem Aufenthalt in frischer, gesunder Luft dar. Denn mehr als jeder andere Sport drängt der Skilauf zur Verbindung mit der schönen Natur, die in dem Getriebe des Alltags nur zu leicht verloren geht. Fern von der Stadt mit ihren engen staubigen Gassen, fern von der Hast des Geschäfts- lebens, mit sich allein in der einsamen Natur, findet der Skiläufer die nötige Erholung und die Selbstbesinnung, die jedem Menschen nottut. Das Wesentliche beim Skilauf ist einmal der Aufenthalt in der guten klaren Winterluft, andererseits die Betätigung der Muskeln. Denn nicht durch stundenlanges Jn-ber-Sonne-liegen wird der Körper gekräftigt, sondern in erster Linie durch den Gebrauch der Muskeln. Durch die damit verbundene Arbeitsleistung wird der Lufthunger größer, die Lungen werden zum gründlichen Durchatmen angeregt und dadurch ist schädlichen Keimen wenig Gelegenheit gegeben, sich dort festzusetzen. Bewe- Sift zwar mit jedem Sport verbunden; aber e beim Skilaufen kommt dazu, daß die Luft fein und staubfrei ist. Der ausgedehnte Aufenthalt im Freien stellt auch einen gewissen Schutz gegen die im Winter so verbreiteten Erkältungskrankheiten bar. Der Körper wird an die Temperaturunterschiede gewöhnt und paßt sich den Schwankungen ganz anders an als bei Stubenhockern, die sich, wenn überhaupt, nur bis an die Nasenspitze eingemummt ins Freie wagen. Allzu warme Kleidung ist beim Skilauf durchaus unzweckmäßig, denn einmal wird durch die Bewegung reichlich Wörme erzeugt, andererseits hat die Wintersonne eine ganz beachtliche . Wärmestrahlung. der Weise vermehrt. Aber gerade hier läßt der Unerfahrene besser etwas Vorsicht walten; also langsam an die starke Bestrahlung gewöhnen! Denn von Erholung kann kaum die Rede fein, wenn man mit verschwollenem Gesicht herumläuft oder gar mit Fieber das Bett hüten muß. Neben den körperlichen Wirkungen ist die seelische Beeinflussung nicht zu unterschätzen. Der Skiläufer ist der Natur, die ihm ihre Schönheiten verschwenderisch schenkt, ausgeliefert. Kein zwingendes Muß treibt ihn weiter. Beschaulich und ruhig gleitet er über die weißen Flächen. Jeden Blick in die Ferne genießt er, an den märchenhaft verschneiten Tannen- bäumchen, die sich wundervoll gegen den strahlend blauen Winterhimmel abheben, an den statt mit Blättern mit Rauhreif geschmückten Aesten der Laubbäume, an den wie dicke Seile von Mast zu Mast gespannten Telegraphendrähten geht er nicht ohne Staunen und Bewunderung vorüber. Die Krönung eines solchen Tages stellt bann ein Sonnenuntergang bar, der nie so schön wie im Winter ist, wenn die Sonne als feuerroter Ball hinter einem Berg versinkt. Alle diese Schönheiten kann der Skiläufer genießen, weil ihn seine lieben Bretter in die Einsamkeit, mitten hinein in die Winterfeld führen, die ihm allein ihre Geheimnisse kundtut. In dieser Freude über die kleinsten Schönheiten der Natur, in dem Sichverlieren in der erhabenen Winterpracht liegt die große Kraft, die den Skiläufer über die Härten und Grausamkeiten des Alltags hinwegbringt und ihn für den Lebenskampf stählt. Gerade diese seelische Beeinflussung stellt mit einen wesentlichen Faktor für die Gesundung dar. Oberhessen. Ehrenpatenschaft des Führers beim 10. Kind. LPD. Lauterbach, 15. Nov. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat bei dem zehnten Kind des Erdarbeiters Heinrich S e t b e r t in Lauterbach, einem Mädchen, die Ehrenpatenschaft übernommen und der Familie einen Geldbetrag überwiesen. Saardeutsche Feriengäste in Lich. D Lich, 16. Nov. Am vergangenen Samstag hielten in Lich wiederum 21 Brüder und Schwestern von der Saar ihren Einzug, die durch Vermittlung der NS.-Volkswohlfahrt einen achttägigen Urlaub in unserer Stadt verbringen. Die Ääste wurden bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof von dem Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. Karl Kuhn, in Anwesenheit der Amtswalter und einer großen Anzahl Volksgenossen aus der Stadt aufs herzlichste willkommen geheißen und im Anschluß an die Begrüßung von den uuartiergebern in Empfang genommen. Der überaus herzliche Empfang hinterließ bei den Gästen einen freudigen Eindruck, dem sie bann auch des Die frische Lust und nicht zuletzt die Sonnenwir- kung regen den Appetit an, jede Mahlzeit schmeckt, und doch kommt es nicht zu einem unnötigen Fettansatz, denn ein Mittag am Uebungshang schafft das wieder herunter. Alle Muskeln werden gekräftigt und nicht nur einzelne Gruppen. Der Skilauf verlangt den ganzen Körper. Das wird jeder Anfänger ober jeber, der längere Zeit nicht lief, recht gut bestätigt finben durch den „Muskelkater", ber sich als Belohnung nach ben ersten Versuchen einstellt. Wir lernen unsere Muskeln beherrschen, unb es gibt eine ungeheure Freube, wenn bie erste Abfahrt teils mit Schwüngen, teils in Schußfahrt ohne Sturz hinter uns liegt. Nicht nur auf Lungen und Muskeln, auch auf das Blut machen sich die günstigen Einflüsse geltend. Durch die sauerstoffärmere Luft im Gebirge — im Hochgebirge noch in viel ausgesprochenerem Maße — wird die Bildung der roten Blutkörperchen, die die Träger des Sauerstoffs in unserem Körper darstellen, angeregt: außerdem steigt auch der Farbstoffgehalt des Blutes. Durch diesen Dor- gang werben unsere inneren Organe viel besser mit Blut versorgt. Ein nicht geringer Anteil an all biefen Wirkungen kommt ber Sonne zu. Nirgenbs mehr als im Winterschnee ist die Wirkungskraft der ultravioletten Strahlen so ausgezeichnet. Ihre Wirkung ist so groß daß man manche Krankheiten vorwiegend durch Höhensonnenbestrahlung zu heilen sucht unb auch bereits gute Erfolge erzielt hat. Das natürliche Pigment ber Haut wird in ganz hervorragen- 4 knn -/. Pfund Stwelnkbunch ftz-Id mager. d-Id fett), 2 Pfund Kartoffeln und Guppengrün. va« neingeoürfelte Zleifch mit dem Suppengrün In Vh Liter Wasser Haid gartod)en. 3n. "t' Wochen noch '/r Stunde bti »einem Fever gorkochen. Dor dem Anrichten noch Salz abschmecken. 1 Selbstzufrieden MKOHLER ■ Das Spezialhaus Oberhessens für gute H». Neueste Moden Solide Qualitäten 6731 A Große Auswahl Aeußerste Preise SportmSntel Es ladet ein: 05496 . 2.50 1.75 1.50 0.95 «1 Frdr.Teipel | N bringt heute U. HANDSCHUHE Am Markt 6740 WM Herren-Schals, Selbstbinder, Kragen, Taschentücher Gürtel, Hosenträger, Sockenhalter und dergleichen emw.- rliktl l L 3 O [S J Herren-Handschuhe...... Trikot, gestrickt und Krimmer SpreänLuuden ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag gejchlosien. ______ Z- u: S s xc Sc 8 5 3 , .........und das, was SiG suchen, finden Sie bei Imheuser: die ganz große Auswahl und die niederen Preise IDebr. mheuser Um*#! Kürzere Mast I Bete Fresser I durch CT35d Kellers gewürzte Futterkalkmiscliung m.Lebertran, Pld 40P1. Alleinverkauf: Viktoria-Drogerie Kieken. Marktstr .5 deutscher AM ieutsche Wicht, deutsches und zum Bauen Abermann 3- Zi :a g 6j <3 (6 3), o O 3 •&. o 3 . e? Js.- *5' | 65, § öfteren Ausdruck verllehen. Daß die Gaste gut untergebracht wurden, ist insbesondere der außer, ordentlich rührigen Tätigkeit des Lehrers u R- Jakob (Lich) zu verdanken, der die Gast« auch während ihres Hierseins aufs beste betreut. Die bisher hier verlebten Tage zeigten den Feriengästen schon aufs deutlichste, wie alle Telle der Bevölkerung miteinander wetteifern, ihnen den Aufenthalt so angenehm als möglich zu gestalten und ihnen Liebe und Verbundenheit zu zeigen. Diese Tage haben ihnen aber auch schon vielfach Gelegenheit gegeben, sich ein richtiges Urteil über die wahre Lage im deutschen Mutterlands zu bilden, welches ihnen auch die Klarheit und Ueberzeugung gibt, daß sie bei ihrer deutschen Mutter am besten geschützt und aufgehoben sind. Verschiedene Tage dienten den Gästen zu Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten unserer Stadt und der näheren Umgebung. Am Montag fand unter der sachkundigen Leitung von Lehrer i. R. Schneider eine Besichtigung der Marienstiftskirche statt, wobei den Teilnehmern die Geschichte dieses altehrwürdigen Gotteshauses aufs deutlichste vor Augen geführt und zuletzt den aufmerksam lauschenden Zuhörern meisterhaft vorgetragene Orgelwerke von unserem Organisten Lehrer i. R. Stein vorgetragen wurden. Der Besichtigung folgte ein Gang durch die Licher Tonwerke. Der Abend vereinte die Saargäste mit ihren Ouar- tieraebern und den übrigen Volksgenossen der Stadt beim Schulungsabend der NSDAP, in Siems Saal, bei dem Pg. Dr. Röder (Gießen) die Schicksalsverbundenheit aller deutschen Volksgenossen in dem schweren Kampf der Saarländer um die Er- halimntz ihres Deutschtums darlegte.________________ ringenden Dauern im Vogelsberg verdient vollst« Anerkennung. Koioniaiaussteilung in Aisfeld. A Alsfeld, 15. Nov. Am Dienstagabend fand vor einem engeren Kreise geladener Gäste in der Festhalle die Eröffnung der deutschen Kolonial. Ausstellung statt, die vom Reichskolonialbund veranstaltet wird. Bürgermeister Dr. V ö l f i n g be. grüßte in herzlichen Worten namens der Ausstel. lungsleitung die Gäste und betonte die Notwendig, keit den kolonialen Gedanken im deutschen Volke wachzuhalten. Er gab sodann einen Ueberblick über die deutsche Kolonialpolitik, die m diesem Fahre '.hr 50jähriges Jubiläum feiert, und bezeichnete das Jahr 1884 als das Geburtsjahr unserer deutschen Kolonial. Politik, wobei er besonders der großen Verdienste der deutschen Kulturpioniere Dr. N acht i g a l und Dr Carl Peters für die deutsche Kolomalgewin- nung gedachte. Mit dem Hinweis, daß das deutsche Volk unter der starken, dk?lbenmhten unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler auch in der Kolonialfrage wieder mit Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft blicken dürfe schloß der Redner seine Ausführungen mit dreifachem Sieg. Heil auf den Führer. Anschließend fand eine Fuh, runq durch die Ausstellung statt, die eine sehr inter. essante völkerkundliche Sammlung enthalt und M Besuchern wertvolle Einblicke in die Völkerkunde vermittelt. Die Ausschmückung des Ausstellungsrau. mes mit historischen Schiffsflaggen gibt einen sehr stimmungsvollen Rahmen. WVtiixCt -z-RaI 5 I jwifdjen 3 Bürfel Maggi -Rumford-Suppe in '/» Liter kaltem Wasser glattrühren und mit den V Ä ö y** A »Tt XJUPV^ in Scheiden geschnittenen Kartoffeln »um Fleisch geben, gut durchrühren und nach dem W.ederaus. - Ä. B S W I » lochen noch '/r Stunde bti Neinem Feuer garkochen. Dor dem Anrichten nach Salz abschmecken. sättig ende» Eintopfgericht ^üx4-PexbOYiMv Bahnhofstr. 47 16 Markt 16 Hillebrandstr. 2 Beachten Sie bitte meinen Ausstellungsraum im Hause C. Berg, Mäusburg 4 67UA Der Nilelsmarki in Allendorf a d.Lda * Allendorf a. b. Lda„ 14. Nov. Aus dem beutiaen Markt (Nikelsmarkt) waren auf* getrieben: 16 Stück Großvieh, 2 Fresser, 208 Stuck Schweine und 108 Stück Schafe und Lämmer. Der , Handel beim Rindvieh ging langsam,.doch wurden mehrere Verkäufe getätigt. In Schweinen war der sandel fehr lebhaft es wurde ausverkauft. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 12 bis 15 Mark, über 6 Wochen alte 15 bis 18 Mark Lallf-rfchw-.n je nach Qualität entsprechend mehr Der chand-l mit Schafen und Lämmern war lebhaft, es wurde ausverkauft. Der Krämermarkt war sehr stark besucht. Es waren über siebzig Verkaufsstande ausgestellt. Der Verlauf des Marktes hat wiederum gezeigt, daß der Nikelsmarkt auch diesmal wieher seinen alten Ruf bewahrt hat. , Messerschmiedemeister Hartmann Berk aus Grünberg konnte an diesem Tage sein 5 0. Jubiläum als Besucher des N i k e l s m a r k t e s begehen. Aus diesem Anlaß wurde ihm von der Marktkommission das Standgeld erlassen. Große Kartoffeispende für das WHW. * Schotten. 15. Nov. Die Bauernschaften der Kreise Schotten und Alsfeld haben für das W i n t e r h 11 s w - r k i n D ff en« bad) eine bedeutsame Kartofselspende ausgebracht. Die Angehörigen der beiden Kreisbauernschaften haben über 10000 Zentner Kartoffeln für diesen Zweck gestiftet, die in einem langen Güterzug nach Ossenbach gebracht und dort mit gro- feer Freude in Empfang genommen wurden. Diese Opferfreudigkeit der wirtschaftlich ohnehin schwer in modernen grauen Stoffen( fesch verarbeitet, selbstredend alle Größen 22.-25.-29.-35.-42.-49; FnlnH der Lukasgemeinde Sonntag, den 18. November, 20 Uhr, im Lukasfaal Vortrag: Die deotiche Bibe Gefangsvorträge — Rezitationen GoetheBundGießen' Einladung an die Gießener BttrgerschaÜ sur ' 20 Jahr-Feier des Goethe»Bundes Gießen < am SONNTAG, dem 18. November 1934. 1. Nachm.5Uhr in der Neuen Aula Dichter-Vorlesung Hans Friedrich Blunck der Präsident der Belchsschrifttumskammer, liest aus eigenen Dichtungen und Balladen. - Musikalische Umrahmung durch das Rem-Quartett. 2. Abends 8l/2Uhr im großen Saale des Hotel Schütz in Anwesenheit des Dichter - Gastes zwanglose lllitglieder-Znsanimenkunft. Eintrittskarten bei Challier und Abendkasse, Gutschein Nr. 3: Bnndesmitglieder bis zu 2 Plätzen frei: Verbandsmitglieder (Kauf m. Verein, NS.-Lehrerbuna, NS.-Volkshochschule, Reichsbund Volkstum und Heimat, Verband für Deutsche Frauenkultur) zu| 75 Pf.; Nichtmitglieder zu Mk. 1.50; Studenten zuMPf.;I Mitglieder der Deutschen Angestelltenschaft zu 30 Pf. auf der Geschäftsstelle Lonystraße 18. "-"»M Bücher für den Vogelfreund Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch aufgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet von Dr . Oskar und Frau Magdalena Heinroth. Mit 159 Färb- und 352 Schwarztafeln. 4 Bände in Halbleder gebunden RM. 270.—, m Ganzleinen gebunden RM. 235.-. -„Bezug auch in 100 Lieferungen (davon 80 je RM 2 50 und 20 je RM 3. ) möglich. — Verlangen Sie Angebot und Probelieferung! Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer von p. F. Weckmann-Wittenburg. Einführender Text von Prof. Dr. F. Dietrich. Mit64 Kunstdrucktafeln. Broschiert RM.3.—, in Ganzleinen gebunden RM. 4.— Naturdenkmäler aus der Vogel weit vorn Oberstleutnant von Lucanus. Broschiert RM.2. —, gebunden RM.3. Die heimischen, geschützten Raubvögel. Von Dr. Martin Löpelmann. Mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flugtafeln und 26 Abbildungen im Text. Preis RM. 4 - Dle heimischen Singvögel I. (Rabenartige, Pirol, Star, Finkenvögel).Mit8farbigenTafeln,24Abbildungen aut Kunstdrucktafeln, 4 Karten und 11 Abbildungen im Text. RM. 4.50 Die heimischen Singvögel II. (Lerchen Stelzen, Baumläufer, Kleiber, Meisen, Würger. Seidenschwänze, Sänger, Braunellen, Zaunkönige, Schwalben). Mit 59 Abbildungen auf 6 Färb- und 6 Schwarzdrucktafeln. Preis RM. 3.60 Unsere Raubvögel auf der Jagd. Anleitung zum rieh- tigen Ansprechen der Raubvogel mit 35 Abbildungen. Von Dr. C. Demandt. Broschiert RM. 0.60 Hugo BermOhler Verlag • Berlln-Llchterfelde Vie Blei im Magen liegenunverdau* te Speisen. Nach jeder Mahlzeit 1 Gläschen meines vorzüglichen „Eldro“ PepiiDwein schafft eine geregelte Verdauung. In Flaschen zu RM.l ,00u.l,65. Nur bei bssiA Drogerie Wes Seltersweg 68 a. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefbiatter I Briefumschlag* Postkarten Gesch&ftskarten bei Brühl, Schulstr. 7 Frischmelkende Äub (3.Kalb)sow.ein 13 Monate altes Bogelsög. Blnö. fteu n. DWrono Sterbefall halb, zu verkauf. 05497 Annerod Tiefenweg 41. Gas- und elektr. Lampen neu, ver Stück 5.- RM. zu verk. L«avlg,tr. 40 Sehr gut erhalt. Herrenanziige und Mäntel Gröhe44 billig zu verkaufen. 05495 Ludwigstr. 40 I. Briefmarken Sachsen 1 250 BDI Bayern 1 75 „ u.a. Rarität, bill. I Albshansen Nr.73 Unter Führung von Lehrer Jakob würbe amI- Dienstag dem Kloster Arnsberg ein Besuch1 abge- tattet das mit seiner alten, imposanten Ruine gro f ;en Eindruck bei den Gästen erweckte. , Der Mittwochvormittag vereinte die Gäste zu ; einem gemeinsamen Rundgang durch die Stadt; der Nachmittag war der Besichtigung der Brauere Ibrina-Melchior (Lich) gewidmet, die den Teil nehmern manche der vielen Vorbedingungen zur Herstellung des begehrten, edlen Naßes un schon Arbeitsgang vor Augen führte, die ihnen aber auch zugleich die Erkenntnis vermittelte, welch weittragende Bedeutung dieses Unternehmen für das wirtschaftliche Leben unserer Stadt besitzt. Gestern wurde bei schönstem Herbstwetter eine Fahrt nach Münzenberg unternommen, um die alte Burgruine zu besichtigen. Der Abend wurde in kameradschaftlichem Beisammensein mit den Quartiergebern im* Gasthaus Häfner verbracht. Heute nachmittag findet eine Besichtigung der Maschinenfabrik Georg Schieferstein (Lich) statt. Am Abend wird ein Militärkonzert, bas zugleich als saardeutscher Abend zu Ehren unserer Feriengaste gedacht ist, die Bevölkerung der Stadt und der Umgebung mit unserer Saargästen in Der Turnhalle in kameradschaftlicher Verbundenheit verewigen. Auch hierbei wird unseren Brudern und Schwestern von der Saar die enge Gemeinschaft aller deutschen Volksgenossen mit ihrem Geschick unter Beweis gestellt werden, die aus dieser rote all den anderen Tatsachen den starken Glauben an Deutschland und die Kraft und das Vertrauen schöpfen mögen, ihren Endkampf um die Wiedervereinigung mit der Mutter Germania zum Siege zu führen. ____________________ Frauen-Mäntel mit und ohne Besatz, richtig weit geschnitten (verstärkt«1 Hüfte) in riesiger Auswahl, Kinder-Mäntel Große Auswahlen entzücken-1 den Formen, in Größe 50-1^ Der Kirchenvorftandder Lukasgemeinde Ala Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen cfltefteti / SebuMvatze 2 Oberhemden, weiß und farbig 4.75 3.90 3.50 3.00 2.75 Sporthemden mit festen Kragen .. 4.25 3.50 2.95 2.40 Nachthemden, weiß und farbig... 4.75 3.95 3.25 2.75 Unterjacken, Normal, Mako, Plüsch 3.50 2.95 1.75 1.45 Unterjacken, Mako, weiß und gelb...... 2.95 2.25 1.75 Unterhosen, Normal, Mako, Plüsch..... 2.95 1.95 1.50 Unterhosen, Mako, weiß und gelb...... 2.95 2.25 1.75 Herren-Socken ................125 0.75 0.50 0.35 Baumwolle, Mako mit Seide plattiert Herren-Socken,WoUe mit Seide und Mako 1.95 1.25 0.95 Wintermäntel in gutem Marengo, Bouclä oder Velour, gute Besalze, natürlich bis in den größten Weiten, 50-52 33.- 39.- 42.- 45.- 48.- Wintermäntel in Marengo o.Velour, schwarz und marine, mit schönem Lammkragen, alle Größen 26.- 29.- 32.- Kleider Die neuesten Nachmuste" rungen werden jetzt tägh^ angeliefert. Wir zeigen entzückende Sachen in al*eni Preislagen. Preiswerte MSbel bester Qualität kaufen Sie bei Louis Vetter, Kaiserallee 19 Aach Anfertigung von Einzelmöbeln können Sie mit Ihrem Einkauf sein, wenn sich Qualität und vorteilhafter Einkauf, so vereinen, wie es hier möglich ist Winter-Mäntel. Loden-Mäntel Sakko-Anzüge Sport-Anzüge Sport-Stutzer Haus-Joppen Loden-Joppen Verkauf von weltbekannten Firmen Eres — Wiso — Loden-Frey Herren- und Knabenkleidung,fertig und nach Maß GleBen. Seltersweg 17 Dem Warenkaufabkommen mit der Beamtenbank Darmstadt angeschlossen Besuchen Sie uns BAHNHOFSTR. 2-4 7396 A l-^Jener ’S 28.- 38.- 46.- 58.- 64.- 16.50 21.- 28.- 34.- 42.- 28.- 36.- 44.- 52.- 64.- 29.50 38.- 46.50 54.- 68.- 39.- 44.- 58.- 64.- 75.- 11.- 14.50 18.50 21.50 28.- 8.50 14.50 19.75 22.- 26.-