Nr. 242 Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag, 16. Oktober 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Such- und Stcinöruderel R. Lange in Gießen. 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Oder weisen andere wesentliche Züge, die zu dem Bilde dieses Politikers gehören, darauf hin, daß eine Wandlung in den außenpolitischen Methoden Frankreichs keinesfalls zu erwarten ist? Es hängt für das Schicksal Europas viel davon ab, i n welchem Sinne Pierre Laval eine endgültige Beantwortung dieser Fragen zulassen wird. Bei der zusehends stärker werdenden Autorität und Festigung der französischen Regierungsverhältnisse darf damit gerechnet werden, daß Mr. Laval sobald nicht von dem Schauplatz abtreten wird, auf den ihn die Tragödie von Marseille gestellt hat. Das französische K o l o n i a l m i n t ft e r i u m zu führen, ist keine leichte Aufgabe. Was nützt der ungeheure Reichtum, der bedeutende strategische Wert überseeischer Besitzungen, wenn das Volk nicht das mindeste Interesse für die Welt da draußen zeigt? Die riesigen buntfarbigen Plakate in den Straßen von Paris, die mit betörenden Versprechungen die jungen Leute zum Militär- und Verwaltungsdienst in den Kolonien auffordern, locken kaum jemanden zum Meldebüro. Warum sich auch einem ungewissen Schicksal in der Ferne aussetzen, wenn man es zu Hause so gut hat? Der Durchschnittsfranzose hat wenig Verständnis für Auslandsreisen und weltweite Unternehmungen. Wozu auch? Die Heimat ist so groß und fruchtbar, daß nicht einmal ihre natürlichen Schätze ausgenutzt werden können. Weite Strecken fruchtbaren Landes liegen brach. Zwanzig Jahre gemächlicher Arbeit genügen, um im besten Mannesalter mit dem Verzehr des kleinen aufgesparten Vermögens beginnen zu können. Warum in die Ferne schweifen, wenn dieses Rentneridyll durch eine riesige Festungsmauer, durch Friedens- und Sicherheitsverträge aller Art ausreichend vor den bösen Deutschen geschützt ist? Der Franzose war immer nur ein mittelmäßiger Kolonisator. Den Ueberfluß der Heimat vermehrte er am liebsten durch kriegerische Unternehmungen auf dem Festland. Pierre Laval gehört zu den wenigen Franzosen, die von Natur aus eine st a r k e Neigung für Kolonien haben. Er hat schwer kämpfen müssen gegen die Gleichgültigkeit feiner Landsleute, aber er hat in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit als Kolonialminister das Sorgenkind der französischen Politik richtig hochgepäppelt. Er hat den Weltreichsgedanken mit Eifer propagiert und es schließlich erreicht, daß im nächsten Monat zum erstenmal in der französischen Geschichte eine Konferenz von Vertretern sämtlicher Kolonien in Paris stattfindet. Es macht sich hier das Vorbild des englischen Nachbarn bemerkbar. Die Vorteile einer stärkeren Aktivierung der kolonialen Kräfte in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht liegen auf der Hand. Auch eine Wendung in der öffentlichen Meinung Frankreichs deutet sich feit Jahren an. Es erhebt sich die Frage, ob die erfolgreiche Tätigkeit des bisherigen Kolonialministers nur feinem persönlichen und Ressortinteresse entspringt ober ob sie vielmehr auch eine Folge der Anschauung ist, daß die kontinentale Sicher- heit Frankreichs hinreichend gewährte i ft e t ist, um gefahrlos den ergiebigeren und leichter gangbaren Weg in das koloniale Weltreich der Zukunft anzutreten. Der Tod Barthous erhob Herrn Laval zu feinem Nachfolger am Quai d'Orsay. Es wird dabei, wie üblich, von der „Kontinuität" der Außenpolitik gesprochen. Der Begriff der Kontinuität wird jedoch leicht zur Verlegenheitsphrase gegenüber den vielfältigen Schwierigkeiten, die vorhanden sind, gegenüber der Lücke, die vom französischen Standpunkt aus durch den Tod Bar- thous entstanden ist. Man versteht gern unter .Kontinuität" bas zunächst bequeme unb einfache: es bleibt alles beim alten, es wirb in ben alten Geleisen weitergefahren. Vom deutschen Slanbpunkt aus ist die Ernennung Pierre Lavals an Stelle von Barthou zum Leiter ber auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs Feine Angelegenheit voreiliger Beurteilung. Der verstorbene französische Außenminister war ber zähe Wiberpart des heutigen Deutschlanb: er würbe zum „Werkmeister ber Einkreisung Deutschlanbs". Wir wissen nicht, ob am Enbe seiner politischen Linie irgenbwo ber Wunsch unb Gebaute zum Vorschein gekommen wäre, daß die deutsch-französische Verständigung auch vom französischen Standpunkt aus notwendig ist: wir wissen nicht, ob ber Weg, ben Barthou ging, ber von feiner Mentalität aus notwenbige Umweg für ihm war, um eines Tages bas Kartenhaus bes Paktsystems burch bas feste Gebäube beutsch-französischer Zusammenarbeit in Europa zu fetzen. Herr Laval wirb kein minber zäher Vertreter ber französischen Interessen sein. Das wissen wir in Deutschlanb. Denn unter bem Mini- Ifterpräfibenten Laval, ber im Januar 1931 bem Kabinett Tarbieu folgte, entstaub ber ent« sscheibenbe Bruch ber beutsch-französischen 23er* sstänbigungsversuche, bie seit Locarno immer unb hmmer roieber angebahut würben unb bie hie unb foa Erfolge zeitigten. Wenigstens soviel hat Deutsch- lanb erreicht, baß bas Wort Clemenceaus, bas er 20 Jahre nach seinem Tobe von bem französischen Außenminister an seinem Grabe hören wollte, nicht Tatsache würbe, weil ber französische Politiker, ber heute an bas Grad Clemenceaus tritt, ihm sagen Kann die Flottenkonferenz ein Erfolg werden? Die Vorbesprechungen inLondon L o n b o n, 16. Oft. (DNB. Funkspruch). Die heute erwartete Ankunft ber amerikanischen unb ber japanischen Aborbnuug zur Fortsetzung ber in Loubou unterbrochenen Vorbesprechungen über bie Flottenkonferenz von 1935 wirb in ber ganzen Presse eifrig erörtert. Mau erwartet, baß bie Besprechungen vorläufig zweiseitig sei sollen. Zwischen ben japanischen unb britischen Vertretern ist eine balbige Zusammenkunft vorgesehen, wobei Miuisterpräsibeut Macbonalb ben Vorsitz führen wirb. Der japanische Hauptvertreter, Konteradmiral P a m a m o t o, war im Sommer nicht in Loudon, als Macbonalb bie Frage ber Flottenkonferenz mit Norman Davis erörterte. Deshalb soll Macbonalb ben Wunsch haben, möglichst halb mit ihm zusammenzutreffen. Es gilt als wahrscheinlich, baß französische unb italienische Vertreter e r ft später zur Teilnahme an ben Besprechungen nach Loudon kommen werben. Wenn auch bie Verhaublungen zunächst zweiseitigen Charakter haben werben, so werben boch alle fünf Mächte eingeheub auf bem Laufenben gehalten. Bisher ist noch nicht bar über entfliehen, ob unb wann bie Konferenz von 1935 abgehalten werben soll. Als Zeitpunkt werbe April vorgeschlagen unb als Koufereuzort Lonbou, Paris, Rom, Haag unb Lausanne. Die britische Regierung macht kein Hehl aus ihrem Wunsch, bie Konferenz nach ßonbon einzulabeu. Doch werben natürlich bie interessierten Mächte noch um ihre Meinung gefragt werben. „Moruing Post" erörtert bie Aussichten ber Dorbereitenben Besprechungen für bie Flotten- kouferenz. Japans Forberuua nach Gleichheit unb bie Weigerung Amerikas, bie Tonnage ber einzelnen Schiffsarten herabzufetzeu, mache bie Aufgaben ber Konferenz ungeheuer schwierig. Die einzige Hoffnung auf eine Losung bestehe barin, jeber Partei nahezulegen, ihre Ansprüche abzuänbern. Wenn z. B. Japan eine ©efamttonnage anneh- men würbe, bie gegenüber feinem jetzigen Kontingent etwas hoher,aber gegenüberbem yochsten etwas niebriger sei unb wenn Amerika zu einer leichten Herabsetzung ber Tonnage ber großen K a m p s s ch i f s e bereit sei, würbe ein Kompromiß eben noch benfbar sekn. Die Erfolgsaussichteu seien nicht rosig. Aber bie einzige a n b e r e Möglichkeit sei in politischer unb finanzieller Richtung s o erfchreckenb, baß es wahrscheinlich keine Nation mutwillig b a r a u f ankommen lassen würbe. Eine Vereinbarung zwischen ben drei stärksten Seemächten würbe natürlich nur ben Anfang bebeuten. Frankreich wird stärkste Seemacht am Aermelkanal. Auch afrikanische Truppen sollen im Kriegsfall in atlantischen Häfen gelandet werden. „Daily Telegraph" bringt einen Aufsatz feines Marine-Mitarbeiters. Es heißt barin, Nachrichten über bie Neuorbnung ber französischen Seestreitkräfte im Aermelkanal zeigten, daß Frankreich eine neue unb außerorbentlich starke a k - tive Flotte zum Schutze seiner Küste im Aermelkanal unb Atlantischen Ozean schaffe. Nach Durchführung bes Programms, also wahrscheinlich im nächsten Sommer, würben bie auf 23 r e ft unb Cherbourg gestützten Seestreitkräfte umfassen: fünf Schlachtschiffe, sechs Kreuzer, acht Flotillenführer, bie tatsächlich leichte Kreuzer seien, vierzehn Zerstörer, 36 U-Boote unb 30 äußerst schnelle Torpeboboote unb U-Bootjäger. Zahlenmäßig werbe biese Flotte ber britischen H ei- rn a t f l o t t e überlegen unb sogar an allgemeiner Kampfkraft, wenn überhaupt, nur wenig unterlegen sein. Inzwischen fei vom französischen Abmiralstab eine wichtige Aenberung bes Planes vorgenommen worben, ber im Kriegsfälle burchgeführt werben solle. Früher galt es als ausgemacht, baß bei einer Mobilmachung bie weißen unb farbigen Truppen in Norbafrika über bas Mit- meer nach Marseille ober anbere französische Mittelmeerhäfen beförbert würben. Nach bem neuen Plan solle ein großer Teil biefer Truppen stattbes- , fen in Casablanca an ber Atlantischen Küste von Marokko eingeschifft unb nach ben atlantischen Häfen Frankreichs beförbert werben. Hierburch würbe bie gefährliche Reise über bas Mittelmeer vermieben werden. Dank ber jetzigen Neuorbnung werbe Frankreich im Aermelkanal stärker bastehen, als es jemals seit Abschluß ber Entente corbiale vor 30 Jahren gewesen sei. Lm den Frieden im Fernen Osten Japan schlägt einen entmilitarisierten Pufferstaat vor. T s ch n n g tf d) u n, 15. Oft. (DNB.) Mehrere japanische Blätter bringen Auszüge aus einem Artikel eines japanischen Nachrichtenbüros über die politische Lage im Fernen Osten. In bem Artikel wird erklärt, daß die politische Lage im Fernen Osten Sowjetrußland, Japan, China und Mandschu- kuo verpflichte, besonders darauf zu achten, daß der Friede unter keinen Umständen g e - ft ö r t werde. Japan sei besonders besorgt und damtt beschäftigt, ein Mittel zu finden, um einen militärischen Zusammenstoß im Fernen Osten zu vermeiden und schlage vor, einen Pufferstaat zwischen Mandschukuo und der Sowjetunion zu schaffen. Dieser Pufferstaat solle aus einem Gebiet bestehen, in dem sich keine militärischen Formationen irgendwelcher Nationalität aufhalten dürften. Dieser neue Pufferstaat solle die Möglichkeit geben, Grenzstreitigkeiten und andere Zwischenfälle zu vermeiden. Japan würde eine direkte Stütze dieses Pufferstaates fein und darauf achten, daß keine Macht durch ein militärisches Vorgehen das Interesse bes Pufferstaates verletzte. Der Artikel wird in mandschurischen unb japanischen politischen Kreisen stark beachtet. Seine Veröffentlichung wird mit ber Reise bes japanischen Sonderbotschafters Ioshid a nach Moskau in Verbindung gebracht. Moskau lehnt ab. Moskau, 16. Oft. (DNB. Funffpruch.) Die sow- jetrussische Presse veröffentlicht am Dienstag eine Mitteilung, aus der hervorgeht, daß die Sowjetregierung unter keinen Umständen bem japanischen Vorschläge zur BÜbung eines Pufferstaates zwischen Manbschukuo unb ber Sowjetunion annehmen werbe. Nach sowjetrussischer Auffassung liege für bie Schaffung eines solchen Pufferstaates burchaus keine Not- w e n b i g f e i t vor. König Alexanders Rückkehr in seine Hauptstadt. Sanz Belgrad in Trauer. — Oer Sarg im Stadtschloß aufgebahrt. 23 e l g r a b , 16. Oft. (DNB.) Der Zug mit ben sterblichen Ueberresten König Alexanbers lief in ber Nacht zum Dienstag genau um 23.30 Uhr in bie Bahnhofshalle ein, wo bie königliche Familie, ber Regentschaftsrat, bie Regierung, ber Patriarch unb sämtliche Generäle ihn erwarteten. Der Wagen mit bem Sarge war burch brei weiße Kreuze gekennzeichnet. Die Minister hoben ben Sarg auf ben Bahnsteig unb trugen ihn i n ben Hofwartesaal, wo ihn bie Generäle übernahmen. Alles spielte sich in lautloser Stille ab. Die Generäle trugen ben Sarg zu bem vor bem Bahnhof stehenben Leichenauto. Als sie ben freien Platz vor bem Stationsgebäube betraten, fiel bas bort harrenbe Volk auf bie Knie. Der Leichenzug zählte hunbert Automobile. Ganz B e l - grab hatte sich auf ben Straßen versammelt. Die Häuser waren mit schwarzen Fahnen bicht verhangen. Die Straßenlaternen waren mit Trauerflor umrounben. Im fahlen Lichte konnte man ben hellbraunen Sarg bes Königs erkennen. Auf bem Sargbeckel lagen ber Abmiralshut unb ber Degen, bie Alexanber bei ber Ueberfahrt nach Marseille getragen hatte. Der Leichenwagen fuhr zum Alten S t a b t s ch l o ß , wo ber König aufgebahrt würbe. Nach zwei Tagen wirb ber tote König in ber von feinem Vater gestifteten Kirche von T o p o l a zur letzten Ruhe beigesetzt werben. In ber Hauptstadt tragen alle Bewohner schwär z e Kravatten unb Trauerflor. Besonbers bie Bauern, bie in großen Scharen in bie Stabt ! gestromt finb, kaufen Bilber bes Königs, bie sie küssen unb als Kostbarkeit verwahren. Die Bauern haben auch ihre Wagen unb Pferbe mit schwarzen Säubern unb Fahnen geschmückt. Beigrab ist von Besuchern überschwemmt. Der Bürgermeister richtete einen Aufruf an bie Bevölkerung, Zimmer für bie Einquartierung ber Sonberbericht- erftatter aus bem Auslanb zur Verfügung zu stellen. Dank an den Reichskanzler. DNB. Berlin, 15. Ott. Königin Marie von Sübflawien hat an ben Führer unb Reichskanzler folgenbes Danktelegramm gerichtet: „Danke Eurer Exzellenz aufrichtig für bie herzliche Anteilnahme, welche mir Eure Exzellenz anläßlich bes schweren Verlustes, ben ich erlitten habe, bezeugt haben. (Gez.) Marie." Namens bes Regentschaftsrats sandte Prinz Paul bem Führer unb Reichskanzler folgenbes Telegramm: „Ich banke Eurer Exzellenz aufrichtig für bie Worte bes Beileibs, bie mich tief gerührt haben. (Gez.) Paul." Ist her Mörder Alexanders der Mazedonier Georgieff? Beigrab, 15. Ott. (DNB.) Die Blätter beschäf- tigen sich ausführlich mit der Person Wlada G e o r g i e f f s , ben die „Politika" als b e n H e n - ker im Oien ft e bes Mazebonierführers Michailoff bezeichnet. Für bie „Politika" unb die „Wreme" ist es so gut wie sicher, baß er ben Anschlag in Marseille ausgeführt hat. Die „Politika" meldet, daß Georgieff zu ben zehn Mazedoniern gehörte, die von ber bulgarischen Regierung nach Auflösung ihrer Organisation steckbrieflich verfolgt wurden. Die Polizei Sofias hat bie Fingerabdrücke Wlada Georgiens nach Beigrab geschickt, von wo sie nach Marseille gebracht werben. Die Leiche des Marseiller Mörders soll ausgegraben werden, um festzustellen, ob seine Fingerabbrücke mit den Abdrücken aus Sofia übereinftim- men. Die bulgarische Polizei verfügte über die Fingerabdrücke Georgieffs, weil dieser nach der Ermordung Tvmalewskis verhaftet unb einige Zeit ein gekerkert worben war. Die Belgrader Presse wirft bie Frage auf, wie es damals möglich war, baß Georgieff schon nach einem Jahr roieber aus ber Haft entlassen wurde. Die in Sofia lebende Frau Wlada Georgieffs ist festgenommen worden und soll bei ihrem Verhör angegeben haben, daß ihr Mann ein größeres Muttermal am Körper hat, das eine einwandfreie Feststellung der Perfönlichkeit ermöglichen müßte. muß: „Wir sind nicht mehr am Rhein und wir gelangen nicht mehr an den Rhein". Aber das Jahr 1931, das in der französischen Politik im Zeichen von Laval stand, brachte auch die große und entscheidende Weltkrise, die als Folge der R e p a r a t i o n s p o l i t i k kommen mußte. Laval erkannte Ursache und Wirkung mit klarem Blick. Sein Besuch in Washington galt ja doch dem Wunsch, die Grundlagen der Reparationspolitik Frankreichs erneut zu befestigen, die durch das Hoover-Moratorium erschüttert wurden, für die in Wirklichkeit weder damals noch irgendwann eine dauernde Verankerung in einer einigermaßen normalen Weltwirtschaft möglich war. Die Ministerpräsidentschaft Lavals brachte im Jahre 1931 die endgültige Ablösung Briands unb feiner Politik. Brianb resignierte unb blieb bis zu seinem Tobe im März 1932 im Hintergrunb. Der Besuch Lavals unb 23 r i a n b s i n Berlin gehörte nicht zu benjenigen Aktionen internationaler Politik, die sich befruchtend auswirkten, sondern stand in einer Kette europäischer Staatsbesuche, die sich als Rettungsversuche ergaben, ohne daß eine klare programmatische Zielsetzung gegeben war. Aber Pierre Laval hat die Zeiten der deutsch- französischen Verständigungsoersuche aus einem anderen Geiste erlebt und mitgemacht, als es beispielsweise Barthou konnte. Laval ist gut zwan * z i g Jahre jünger als Berthou. Er gehört nicht mehr zu jener Generation, die ihre Politik an bem Kriege von 1870/71 orientiert Er ist zu- bem eine tatkräftige, aufgeschlossene Natur, für neue Gebanken unb Jbeen empfänglich, wie seine Kolonialpolitik ausweist. Die Akten im Schreibtisch feines Vorgängers enthalten viele Zahlen unb Buchstaben, Anbeutungen eines ganzen Systems non vielfältigen Kombinationen unb raffinierten Konstruktionen, bie eine greisenhafte Diplomatenkunst zusammengetragen hat. Wirb Pierre Laval biese Schrift lesen, richtig lesen können, so wie es Louis Barthou getan hätte, wenn er noch am Leben wäre? Wir bezweifeln es. Oer Geist dieser Blätter i st tot. Ein neuer Außenminister muß sie mit neuem Leben erfül« len. Wirb er auf ihre Umschlagseite bas Wort „23 e r ft ä n b i g u n g" schreiben? Zum Tode poincares. Paris, 16 Oft. (02123. Funkspruch.) Oie Pariser Morgenblätter erscheinen anläßlich bes Tobes bes ehemaligen französischen ©taatspräfibenten PoincarL meist mit einem Trauerranb. In spaltenlangen Artikeln wirb bas Leben bes Verstorbenen geschilbert. Seine großen Derbienste um Frankreich werben hervorgehoben. Die rabikalsozialistische „Ere Nouvelle" schreibt u. a.: Poincare sei wegen feiner 23aterlanbsliebe oft ber Mann gewesen, bem es immer roieber gelang, bie Meinungsverschieben- tjciten aus bem Wege zu räumen unb bas Vertrauen roieber herzustellen. Frankreich verliere in ihm feinen größten unb aufrichtigsten Diener. Alle anberen Blätter geben etwa berfelben Meinung Aus» bruck. Einige von ihnen stellen fest, baß Frankreich, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, heute nicht mehr über so große Diener bes Vaterlanbes verfüge, wie es Poincarä, Barthou, Brianb unb Painleve aeroefen feien. Die Presse bringt auch Nachrufe hervorragenber Vertreter des politischen Frankreichs. So schreibt Ministerpräsident Doumergue: „Ich verliere in der Person Poincares einen großen Freund und Frankreich verliert einen seiner arößten Staatsmänner. Der grausame Verlust betrübt und schmerzt mich. Ganz Frankreich wird den Tod Poincarös schmerzlich enmpfinben." Staatsminister Herriot erklärt: „Ich war zeitweilig Gegner unb zuzeiten Mitarbeiter Poincares. Poincars hat stets bie parlamentarische Einrichtung verteidigt, unb auch bie, bie ihn bekämpft haben, werben biese Wahrheit sicher anerkennen. Als Führer der Radikal- sozialistischen Partei will ich, obwohl ich meinen eigenen Ideen treu bleibe, bem Manne bie aufrichtigste Verehrung bezeugen, ber unbestreitbar ben Namen eines großen Franzosen unb eines wahren Republikaners oerbient." Der beutsche Geschäftsträger Botschaftsrat Dr. Forster hat am Montagnachmittag am Qual d'Orsay im Namen ber Reichsregierung unb in seinem Namen bas 23eileib zum Ableben Raymonb Poincarss zum Ausdruck gebracht. Auch Mlny verhaftet. Seine Teilnahme an der Bluttat von Marseille eingestanden. Paris, 16. Okt. (DNB.) Der seit vier Tagen im Walde von Fontainebleau gesuchte Sylvester Malny, der bei seiner ersten Festnahme im Zusammenhang mit dem Marseiller Anschlag den Gendarmen wieder entwichen war, ist am Montagnachmittag auf der Landstraße am Ausgang der Stadt Melun fe st genommen worden. Er erklärte, daß er umhergeirrt sei und in Straßen- graben geschlafen habe. Er habe seitvierTagen nichts gegessen und sei am Ende seiner Kräfte. Man fand bei ihm 700 Franks und einen Kompaß. Malny hatte sich am Montag früh in Melun einen neuen Mantel und eine Mütze gekauft. Zum Verhängnis sollte ihm aber werden, daß er am Ausgang der Ortschaft Melun in einem Caf6 eine Tasse Kaffee trank. Er machte sich nämlich dadurch verdächtig, daß er ein viel zu hohes Trinkgeld, nämlich 2.50 Franks, gab. Dies fiel anderen Gästen auf, und sie benachrichtigten die Polizei, die rechtzeitig erschien, um Malny festzunehmen. Malny hat im Laufe der Vernehmung, die bis in die späten Nachtstunden dauerte, gestanden, mit den übrigen Verhafteten den Anschlag gegen König Alexander vorbereitet zu haben. Malny soll in Wirklichkeit Kralz heißen und 1908 in Koprionco geboren sein. Lemery französischer Justizmmister. Paris, 15. Okt. (DNB.) Ministerpräsident Doumergue hat dem Präsidenten der Republik eine Verordnung zur Unterschrift oorgelegt, durch die Senator Lemery an Stelle des Senators CH6ron zum Justizminister ernannt wird. Der neue Justizminister gehört der radikal- sozialistischen Senatsgruppe an. Er kommt von den „französischen Sozialisten", die sich von den internationalen Sozialisten unterscheiden. Lemery ist seiner politischen Ueberzeugung nach ein bezeichnender Vertreter der Senatsmehrheit, oie in der radikalsozialistischen Gruppe zusammengefaßt ist. Jnnerpolitisch ist er gemäßigt links eingestellt. In sozialen Fragen denkt er konservativ und außenpolitisch huldigt er einem unnachgiebigen Nationalismus. Senator Lemery, der im 60. Lebensjahr steht, ist Vizepräsident des Auswärtigen Ausschusses des Senats. Er gehört zu den regelmäßigen Mitarbeitern der nationalistischen Zeitung „Liberty", einem Blatt, das sich durch besonders starken Ton gegen Deutschland hervortut. Lemery wurde auf der Insel Martinique geboren. Er vertritt diese Insel im Senat. Lemery wählte den Rechtsanwaltsberuf. 1906 wurde er in die Kammer und 1920 in den Senat gewählt. Im Kriegskabinett Clömenceau war er Unterstaatssekretär für Ueberseetransport, Handelsmarine und später für Handel. Lemery hat sich als Sachverständiger auf den verschiedensten Arbeitsgebieten auch durch Veröffentlichungen hervorgetan. Landesleiter Pirro gegen die marxistische Hetze Saarbrücken, 15.Okt. (DNB.) In Massenkundgebungen der Deutschen Front wurde ein Aufruf des Landesleiters Pirro verlesen, der angesichts der ungeheuerlichen Angriffe und gemeinen Verleumdungen der separatistischen Presse zur klaren Trennung der Fronten aufforderte und an jeden Saarländer den Appell richtete, zwischen sich und den Vaterlandsverrätern im Saargebiet einen Trennungsstrich zu setzen. In dem Aufruf Pirros heißt es u. a.: Der Königsmord in Marseille, dem auch der französische Außenminister Barthou zum Opfer gefallen ist, diese ungeheuerliche Bluttat, die in der gesamten gesitteten Welt maßlose Empörung ausgelöst hat, wird von den traurigen Helden der Frei-Hetz-Front skrupellos für i hr e dunklen Zwecke ausgenutzt. Diese Verleumder behaupten, daß der entsetzliche Mord das Werk Deutschlands sei. Sie behaupten, daß dieser Mord der Reichsregierung genehm komme, daß Deutschland hinter den Mördern stände. Das wahre Antlitz der Frei-Hetz-Front ist die Fratze der Niedertracht, des Verrats, der Verleumdung, der Gemeinheit, der Gewissenlosigkeit. — Jetzt scheiden s i ch endgültig die Fronten. Auf der einen Seiten stehen die anständigen Deutschen, und auf der anderen Seite stehen Niedertracht und Verleumdung, steht der unbändige Haß gegen alles, was deutsch ist. Dieselben gewissenlosen Hetzer, die offen zum Krieg gegen Deutschland und das deutsche Volk hetzen, geben vor, die Rechte des Arbeiters zu schützen. Ihr blinder Haß gegen die deutsche Regierung bedroht ein ganzes Volk, bedroht damit Existenz und Leben aller deutschen Arbeiter. Der Status quo wäre die Mörderzentrale Deutschlands, der Status quo wäre der ewige Kriegsherd zwischen den Völkern Europas. Der Aufruf schließt mit der Aufforderung: „Heraus aus der Kriegshetzerfront! Heraus aus der Front der Verleumder am eigenen Bruder!" Oie Abstimmungsgerichte im Saargebietnehmen ihre Tätigkeit«»? Saarbrücken, 15. Okt. (DNB.) Die im Saargebiet eingerichteten neutralen Abstimmungsgerichte werden in diesen Tagen ihre regelmäßige Tätigkeit aufnehmen. Die neutralen Richter weilen schon seit Anfang September im Saargebiet. Bis jetzt ergab sich jedoch noch keine Notwendigkeit, ihre Arbeit zu festen Terminen anzusetzen, da bisher nur wenige und geringfügige Fälle Vorlagen. Es hat sich wieder einmal erwiesen, daß die Behauptungen des Präsidenten der Regierungskommission über die Disziplinlosigkeit der Saarbevölkerung, auf die hin die neutralen Gerichte überhaupt erst eingerichtet wurden, nicht stichhaltig waren. Der unbeugsame Wille der saardeutschen Bevölkerung zur strikten Innehaltung von Disziplin und Ordnung war von vornherein fest entschlossen, alles zu unterlassen, was eine gerechtfertigte Aburteilung durch die Abstimmungsgerichte nach sich ziehen könnte. Man wird den separatistischen Elementen des Saargebietes überlassen müssen, die Daseinsberechtigung der Abstimmungsgerichte zu rechtfertigen. Die Bezeichnung „0er Führer". Berlin, 16. Okt. (DNB.) Der Stabsleiter der obersten Leitung der PO., Dr. Ley, hat folgende Anordnung erlassen: Die Bezeichnung „Der Führer" war für uns Natlonalsozialisten immer ein unantastbarer Begriff. Heute ist der Führer der NSDAP, der Führer des gesamten Volkes und damit ist dieser Begriff staats- und weltpolitisch eindeutig festgelegt, -öd) ordne daher f ü r d i e o b e r st e L e i t u n g d e r P O- am daß kein politischer Leiter, ganz gleich in welcher Stellung innerhalb der Partei oder einer der angeschlossenen Organisationen er tätig[ t t, D a s Wort „Führe r", auch nicht in Verbindung mrt einem anderen Wort, für s i ch verwen en bagfür die Deutsche Arbeitsfront orbne id) an, daß ab sofort für meine Person die Bezeichnung „Führer der Deut chen Arbeitsfront nich t mehr gebraucht werden darf Meine Dienstbezeichnung ist „S t a b s l e i t e r d e r P O. Auch in organisatorischer Hinsicht ist einebesondere Bezeichnung nicht nötig, da meine -Lahgfeit für die DAF. lediglich eine Fortsetzung der Arbeit der NSDAP, ist. Das gleiche gilt für die Leiter der anderen Gliederungen der Partei und aller weiteren Organisationen. Oie Aufnahmesperre zur OAF. aufgehoben. DNB Berlin, 15. Okt. Der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, erläßt nachstehenden Aufruf: „Die Deutsche Arbeitsfront hat am 1. Oktober 1934 ihre organisatorische Gemeinschaftsform vollendet und in Vollzug gesetzt. Wirtschaftsführer und Gefolgschaften der Betriebe sind in einer gemeinsamen Organisation organisiert. Außer Deutschland hat kein Land der Erde eine derartige Gemeinschaftsgesinnung bekundet. Diese gewaltigste Demonstration der nationalen und sozialen Solidarität bedeutet Erfüllung einer Jahrhunderte alten Sehnsucht aller Schaffenden. Nur durch den genial gestaltenden Willen des Führers Adolf Hitler wurden die Voraussetzungen geschaffen, welche die Entwicklung zu solcher Großtat ermög- lichten. Seiner der werdenden Deutschen Arbeitsfront gegebenen Schutz- und Schirmherrschaft ist es zu verdanken, daß das große Werk in kurzer Zeit gelingen konnte. Nun beginnt die zweite Phase der Entwicklung, welche den restlosen Ausbau der Reichsberufsgemeinschaf, te n und der Reichsberufsgruppen zum Ziel hat. Zur Mitarbeit an dieser gewaltigen Aufbauarbeit rufe ich alle Schaffenden in Stadt und Land auf und ordne an, daß vom heutigen Tage, dem 15. Oktober 1934, die Mitgliederaufnaymesperre zur DAF. aufgehoben ist. Alle Voksgenossen, welche in die Gemeinschaft aller Schaffenden ausgenommen werden wollen, haben wieder Gelegenheit, dies bei den Verwaltungsstellen der DAF. zu beantragen. Eine Bekanntmachung des Ehefs des Stabes. Berlin, 15. Ott. (DNB.) Der Chef des Stabes der SA. sieht sich, um böswilligen Gerüchten entgegenzutreten, veranlaßt, folgendes bekanntzugeben: Im Verordnungsblatt der Obersten SA.-Führung Nr. 29 vom 13. August 1934 habe ick grundsätzlich verboten, das sich S A.- Dienststellen dazu hergeben, Empfehlungen an Firunenundderen Erzeugnisse zu geben, und habe ferner angeordnet, daß überall dort, wo geschäftliche Bindung en mit irgendwelchen Firmen bestehen, diese sofort zu lösen sind. Diese meine grundsätzliche Einstellung ist bezüglich der Fabrikate der S t u r m - Z i g a r e t- tenfabrik in Dresden in böswilliger Weise so ausgelegt worden, als ob die Sturm-Zigarettenfabrik mit der Röhm-Revolte zu tun gehabt hätte und von der SA. boykottiert werden müßte. Es ist weder das eine richtig, noch das andere gewollt. Die Sturm-Zigarettenfabrik ist für die SA. ein reines Privat- unternehmen w i e jede andere Firma auch. An die deutschen Erzieher zur Woche des Buches. Ein Aufruf des Beichsleiters des 7!SLB., Staatsminister Schemm. DNB. Bayreuth, 15. Okt. Der Reichsleiter des NSLB., Staatsminiister Hans Schemm, hat zur Woche des Buches folgenden Aufruf an die deutschen Erzieher erlassen: „An die deutschen Erzieher zur Woche des Buches! Deutsches Buch und deutsche Erzieher gehören von jeher zusammen. Wieviele Bücher sind durch besinnliche Dichter, durch schaffende Forscher aus dem Lehrerstande geschaffen worden und in unser Volk hineingegangen! Wieviele deutsche Dichter und Gelehrte sind aus deutschen Lehrerfamilien herausgewachsen, welch ein Strom guter Bücher floß jahraus jahrein in die deutschen Schulhäuser aller Schulgattungen, in die Studierstuben deutscher Erzieher. Sie selbst haben in größter materieller Not sich immer ein Buch vom Munde a b g e s p a r t, wie einst der Führer in seinen Wiener Jahren, weil sie die unerschöpflichen Werte kennen,die im deutschen Buch, im Gedächtnis der Nation beschlossen liegen und die geweckt werden sollen zu neuem Leben. Dem will auch die Woche des Buches dienen. Für uns Erzieher weitet sich die Woche zum Jahr, zur ständigen Arbeit an und mit dem deutschen Buch. Aber auch uns soll und muß die Woche des Buches ein neuer Appell fein, nicht zu erlahmen in unserer Arbeit für die Kulturgüter unseres Volkes, die im Buche aufbewahrt sind. Arbeitet darum mit den örtlichen Ausschüssen, die die Buchwoche durchführen. Sprecht in Lehrerbundsversammlungen über die Aufgabe des Buches, über Buch und Volk, über Jugend und Buch. Sorgt dafür, daß kein Weihnachts- feft im deutschen Lehrerhaus ohne Buch bleibt! Führt die Jugend, die Euch anvertraut ist, zum deutschen Jugendbuch, dem die Reichsamtsleitung durch die heute errichtete Dietrich- Eckart - Bücherei und Dietrich - Eckart - Stiftung auf den neuen Wegen dienen soll. Durch Euren Einsatz für das Buch, dem Ausdruck und Niederschlag deutschen Geistes, deutscher Seele, deutschen Blutes, baut Ihr mit am Jom» bau deutscher Volkheit, am großen Werk unseres großen Führers. Heil Hitler! Gez.: Schemm." Oie NG.-Kulturgemein-e eröffnet ihre Winterarbeit in Hessen. Alfred Bosenberg spricht in Büffelsheim vor 15 OOO Betriebsangehörigen der Opel-Werksgemeinschast. LPD. Rüsselsheim, 15. Okt. In einer gewaltigen Kundgebung vor 15000 Angehörigen der Opel-Werke hat Reichsleiter Alfred Rosenberg die Winterarbeit der NS.-Kultur- gemeinbe, die aus dem Zusammenschluß der „Deutschen Bühne" mit dem Kampfbund für deutsche Kultur entstanden und in den Rahmen der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eingegliedert ist, begonnen. Erstmalig wurde der Versuch gemacht, die deutsche Kultur hineinzutragen in die Arbeitsstätten des schaffenden Menschen. Deutlich wurde damit zum Ausdruck gebracht, daß Kultur Freude und Anregung den Männern und Frauen geben soll, die Tag für Tag ihr Werk für Deutschland verrichten, für die jede freie Abendstunde aber eine Feier sein soll. Das ist das Ziel der NS.- Kulturgemeinde. Geheimrat Or. Wilhelm v. Opel als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Adam Opel AG. begrüßte Reichsleiter Alfred Rosenberg, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Reichsamtsleiter Dr. Stang. Er gab seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß diese erste große Werkskundgebung, der weitere in allen deutschen Werken demnächst folgen sollen, zusammenfalle mit der Eröffnung des vierten Winterhalbjahres der Opel-Werk-Hochschule. Kultur und Arbeit gehörten zusammen. Kultur in weitestem Sinne sei auch Qualitätsarbeit, sei Höherentwicklung. Eine Arbeiterschaft wie die deutsche, deren reiche geistige und kulturelle Entwicklung durch ihr Kulturwerk höher entwickelt werden soll, werde stets auch eine Qualitätsarbeit erzielen, damit aber gleichzeitig die schärfste Waffe schmieden, um gegenüber der ganzen Welt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch in Vorteil zu kommen. Durch eine solche Kulturarbeit würden alle Trennungsstriche zwischen dem Arbeiter der Stirn und der Faust ausgeglichen. Sie würden zusammengeführt und würden bei erwachter Erkenntnis den Gemeinschaftsgeist mehr und mehr festigen. Diese Kulturarbeit werde zur stärksten deutschen Volksgemeinschaft führen. Das aber sei letzter Wunsch und innigstes Sehnen all unserer Arbeit, treu unserem Grundsatz: Alles für Deutschland. BeichSstatthatter Gauleiter Sprenger begrüßte sodann Reichsleiter Alfted Rosenberg und verband damit seinen Dank an die Opel-ÄZerks- gemeinschaft, insbesondere an die WerksHochschule, die vorbildliche Arbeit geleistet habe zur Weiterentwicklung deutscher Kultur überhaupt. Auch in den Jahren des Kampfes habe es ganz klar vor ihm gestanden: nur wenn es gelinge. Den deutschen Menschen z u deutscher Lebensart und zu deutscherKulturzurückzujühren, könne das Hochziel des Nationalsozialismus erreicht werden. In den Opelwerken sei das kulturelle Wollen des deutschen Arbeiters immer schon besonders deutlich gewesen. Ueberall müsse sich nun der Gedanke durchsetzen, daß Kulturträger nicht mehr eine abgeschlossene Schicht spießiger Denkungsart sei, das Volk vielmehr, das Träger her volitifchen Macht sei, solle auch die Kultur fortentwickeln. Beichsleiter Alfred Bosenberg führte dann u. a. aus: am 1. Mai 1933, dem ersten Feiertag der nationalen Arbeit, hat der Führer in plastischer Form dargelegt, wie die nationalsozia- listische Bewegung sich zum deutschen Menschen und zum deutschen Arbeiter gestellt hat. Der Begriff der Arbeit wurde aus einem Versuch, das Volk zu scheiden, zu einem Begriff der Pflicht und der Ehre für alle. Man mag über den Sozialismus als Theorie sagen was man will, entscheidend ist die Tat, die aus einer bestimmten Gesinnung folgt. Und hier glaube ich sagen zu können, daß die Einrichtung des Freiwilligen Arbeitsdienstes die erste wirkliche sozialistische Tat gewesen ist. Wir hoffen, daß einmal die Zeit kommt, da die in unseren Großstädten noch so zahlreich vorhandenen Muttersöhnchen auch in diese harte Arbeitsschule kommen um zu begreifen, was Arbeit ist und was Arbeit bedeutet. Um diese Durchführung der nationalsozialistischen Idee wirklich einschätzen zu können, muß hervorgehoben werden, daß der Deutsche Arbeits- dienst vor allen Dingen eine Kulturtat ist weil er von einer neuen Gesinnung seinen Anfang nimmt. Der Klassenkampf der letzten 70 Jahre war eine politische, eine wirtschaftliche und eine weltanschauliche Tatsache, mit der man fick auseinanderzusetzen hatte. Hier standen sich in erbittertem Kampf schließlich Weltanschauungen gegenüber, die in Form machtpolitischer Gebilde erbittert um die Seele Deutschlands gerungen haben Das Verhängnis für Deutschland war, daß die Führer des Marxismus in einem Minderwertigkeitsgefühl immer nach oben tauchten, nicht in einer bewußten Gleichberechtigung ober Überlegenheit, sondern in dem inneren Bewußtsein, daß die da droben wirk- lich mehr waren und daß man deshalb gegen sie Kämpfe zu führen habe. Wichtig ist, daß die nativ- nalsozialistische Bewegung in dem deutschen K u l t u r g u t st e h t, daß sie die Sehnsucht in den Herzen aller Deutschen, aller Stände zu wecken sucht damit die Stunde, die sie frei sind von schwerer Arbeit, verschönt wird durch die Werke jener die hoch über uns einmal Schöpfungen der einigen Dichtung und Tonkunst gegeben haben. Der Ge- danke, daß der Mensch mehr braucht als die Arbeit, daß er mehr braucht, als den Verdienst den diese Arbeit einbringt, dieser Gedanke muß Gemeingut werden. Und wir müssen diese Sehnsucht in uns stärken, daß nach der Arbeit diese deutsche schassende Menschheit versorgt wird mit den Gaben aller jener, die so Großes für unser Deutschland schufen. Es schafft jede große Zeit ihre Symbole. Die Pyramiden in Aegypten, sie zeugen uns von einem Herr- scherwillen tyrannischer Pharaonen. Der Dom von Köln ist ein Symbol des mittelalterlichen Schöpfens, das Haus der Deutschen Arbeit aber soll das Symbol des Willens des 20. Jahrhundert fein. Hier sollen sich alle jene versammeln, die sämtliche kleinen bürgerlichen Minderwertigkeitskomplexe ab- gestreift haben, Wir erleben heute, daß der deutsche A r b e i- t e r mehr gefeiert und geliebt wird als jemals ein König in der deutschen Geschichte. Das ist die Wiederherstellung der Ehre der gesamten deutschen Arbeiterschaft. Sie hat daher alle Ursache wegzuwerfen, was ihr falsche Propheten einmal sagten, und hinter dem Führer Adolf Hitler zu marschieren. Wenn diese innere Anerkennung zu dem Begriff von Arbeit und Gemeinsamkeit, wenn die innere Kampfbereitschaft, dem Führer zu folgen, lebendige Wur» 3 e l in allen Millionen g e s ch l a g e n hat. Dann werden alle Schaffenden auch zugleich die Träger der deutschen Kultur, des deutschen Wesensgutes, des deutschen Charakters werden. In der nervigen Hand des deutschen Arbeiters liegt das Schicksal Deutschlands, die Freiheit und soziale Gerechtigkeit als Erfüllung der Sehnsucht unserer Zeit. Dieses Deutschland stellt für uns heute dar den ersten echten deutschen Nationalstaat. Mit einer Darbietung des Landessymphonieorche- sters wurde diese erste Kulturkundgebung in einem deutschen industriellen Werk beschlossen. Der Anfang für die umfassende Winterarbeit der NS.-Kulturge- meinde ist damit gemacht. Eine schändliche Tai. lebendig mit Benzin begossen und angezündet. Riga, 15. Okt. (DNB.) Die Leichenöffnung bei dem ermordeten griechisch-katholischen Erzbischof Johann Pommer hat jetzt einwandfrei ergeben, daß der Erzbischof zwar durch die Revolverschüsse tödlich verwundet worden ist, jedoch noch lebend mit Benzin und Petroleum begossen und angezündet wurde. Man hat in der Lunge Kohleteilchen gesunden, die beweisen, daß der Erzbischof noch gelebt hat, als Feuer angelegt wurde. Die feierliche Uebersührung des ermordeten Erzbischofs in die Rigaer russische Kathedrale fand Sonntag unter Beteiligung der gesamten griechisch- katholischen Geistlichkeit Lettlands statt. Annähernd 80 000 Einwohner bildeten für den Trauerzug Spalier. Aus aller Wett. Führerschule der Deutschen Aerzkeschaft am Tollense-See. Am Tollense-See bei Neubrandenburg in Mecklenburg ist ein großes Werk der Deutschen Aerzte- schäft im Entstehen begriffen, eine Führerschule für den ärztlichen Nachwuchs, der dort in allen staatspolitisch wichtigen Fragen wie in Fragen der Bevölkerungspolitik und Rassenpflege erzogen und unterwiesen werden soll. Der große Plan zum Werk, das Dr. D e u s ch l - München seine Entstehung verdankt, kam durch das Richtfest der verschiedenen Neubauten seiner Verwirklichung einen wichtigen Schritt näher. An der Feier nahmen inmitten der Arbeiterschaft Vertreter der Partei und Regierung teil, u. a. Reichsstatthalter Pg. Hildebrandt und Stabsleiter Martin Bormann. 58. Versammlung Deutscher Philologen und Schulmänner in Trier. Vom 2 7. bis 31. Oktober findet in Trier die 58. Versammlung der deutschen Philologen und Schulmänner statt, deren Leitung die Reichsleitung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes mit ihren Fachschaften übernommen hat. Zu der feierlichen Eröffnung des Kongresses am 28. Oktober werden u. a. Reichserziehungsminister Rust und Reichsleiter Stäatsminifter Schemm erwartet. Univer- sitätsvrofessor Ernst K r i e ck (Heidelberg) wird in der Festrede über die deutschen Aufgaben und die Erziehung sprechen. Am Abend des 28. Oktober findet eine große Kundgebung statt, in der Gauleiter Staatsrat Simon (Koblenz) das Wort nehmen wird. An den folgenden Tagen werden vormittags in Gruppen- und Fachsitzungen, nachmittags in Vollversammlungen annähernd 100 Professoren, unter ihnen auch eine Anzahl aus den deutschsprachigen Nachbarländern Oesterreich, der Schweiz usw. grundsätzliche Aufgaben und engere Fachfragen erörtern, und die deutschen Schulmänner über die neuesten Forschungsergebnisse und Aufgaben der Erziehungswissenschaften unterrichten. Aus der Arbeit der Hitler-Jugend. Der Stellvertreter des Gauleiters der Pfalz, Pg. Leiser, besichtigte das Haus der Gebietsführung der Hitler-Jugend in Wiesbaden, wobei er sich anerkennend über Einrichtung und Arbeitsleistung aussprach. Im Anschluß daran stattete er der Gebietsführerschule „Christian Großmann" bei Eltville einen Besuch ab und zeigte lebhaftes Interesse an der Arbeit der Lehrgänge. Im Stabe des Gebietes Hessen-Nassau der Hitler- Jugend wurde mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. die Dienststelle eines Politischen Amtes eingerichtet. Im Hause der Gebietsführung in Wiesbaden fand eine Tagung der Bann- und Jungbannführer sowie x) Bewerbers tragen! Tüchtige Friseuse perfekt in allen Fächern sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 6038V a.d.G.A. Mündlich können «Sie es nur weniges sagen, schrifißlö mehreren, dmcb eine KleinanzeiK sagen Sie es al'tt Turnverein 1846 6085° Nächste Turnstunde derFrauenatteiluog Donnerstag, abends 8 V? Ubt in der Turnhalle des Nealgymna' sium.Neuamnel* düngen werden dorts. entgegen« WtzMl und Gastwirtschaft, gutgich., in Wetzlar z. verpachten b.[5995D Earl Romvf, Jmmob.lRDM.l Wetzlar Wer erteilt BDlen’ichti.Boieo oDd Jiu-Jitsu? Schriftl. Ana. u. 6033V and.G.A, Nachruf! Am 14. Oktober 1934 entschlief nach kurzem schweren Leiden im Alter von 50 Jahren unser lieber Kollege Herr Verwaltungsinspektor Ludwig Kinzenbach Wir verl eren in ihm einen prächtigen Menschen und vorbildlichen Mitarbeiter. Sein Andenken wird in unseren Herzen unauslöschlich weiterleben. Die Beamten, Angestellten und Arbeiter beim Versorgungsamt Gießen. 6031 D 3-5-3immet- MiMg mit Heizung und Bad gesucht. Schr. Ang. unt. 05018 a. b. G.A. Aelt. Dame sucht hübsch möbliert. Zimmer mitod.obnePen- sion. Schr. Ang. anWeber,Plock- strasteSl Laden). Berufstätiger Akademiker sucht ab 1. November MM mit fließ. Wasser. Schr. Ang. unter 05012 a.d.G.A. 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Machtvoll *• S‘J h n n A M ' " " '' n".....<4...-..- steigen im festlichen Raum die getragenen Klange des ,Olsten ald weg a magyart" — ,,@ott segne die „Lange schlägt den Ungarn schon des Himmels Hand ... Soll er fröhlich, traurig sein? Er weiß es nicht." Diese Klage des großen Freiheitsdichters P e t ö f i ist nach kurzen Jahrzehnten des Glanzes und der Herrschaft von neuem grausame Wirklichkeit geworden. Denn eine unendliche Schwermut liegt ütfcr diesem wunderschönen Land. Allein, heute wie vor hundert oder vierhundert Jahren hat sie die Magyaren nicht niederzudrücken vermocht. Ihr Fatalismus behält feinen merkwürdig aktiven Einschlag, und eine tadellose Haltung bietet dem unerträglichen und unbegreiflichen Schicksal Trotz. Seit neuestem ist der 6. O k t 0 b e r 1 8 4 9, an dem in der Festung Arad 13 revolutionäre ungarische Generäle von den Oester- reichern erschossen wurden, unter die staatlichen Feiertage aufgenommen; nicht gerade zur Freude der Habsburger Legitimisten. Dieses aus Schmerz und Stolz gemischte vaterländische Gedenken begeht die nationale Studentenschaft mit einem Aufmarsch und anschließender Trauerzeremonie. Der militärischen Zucht durch den Zwangsspruch von Trianon entwöhnt und doch geborene Soldaten, ziehen die Studenten mit ihren Fahnen unter den ...... m . Klängen der Janitscharenmusik schweigend auf, mit | In feinem Kampf, dessen außenpolitische Bedeu- etner ungezwungenen Jünglingsanmut, die bei die- j jung im Sinn einer Annäherung der ungarischen fern rassischen Menschenschlag keine Spur von süß- j Nation an die sozialen Veränderungen ringsum SUMM m.Aufsatzu.fchw. H. • Wintermantel zu verkauf. 05010 Pleiehstr. 46 HII. Gut erh. älteres Büfett massiv Eicke, bill. zu verkauf. 05015 Moltkestr. 2 I. | Kaufgesuche | Zu kauf, gesucht: 2 Betten m.IOatr., 2 Nacbtt., IHerr.- Sehre.bt.,Bücherregale, 1 Küche, kompl., gebraucht gut erhalten, aus Privath.Schriftl. Angeb. m.Preis- u. 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Sie klagte über heftige Leibschmerzen, so dem Regierungschef auch das junge Ungarn bafo ihr THann, der ebenfalls 26jährige Adam B lu- gewisse Hoffnungen setzt, ebenso geschickt und mutig! schein, sich veranlaßt sah, die Gemeinde- für die »rotze Sache der Revision qetolaaen, rote. Hilfeleistung zu holen, üluf dem Nach- wurde auch er MhNch uon einem hes- Generationen hinroea das Festhalten an der alterjhgen llnroahste.n befallen. Daraufhin enstchlotz man probten staatsrechtlichen Linie, mit der die Ungarn. sich, den Arzt zu rufen. Trotz feiner Hilfe verfchlech- in Wien vor dem Krieg ihre Stellung gehalten terte sich der Zustand bei den Erkrankten. Jnzwi- jVerschiedenes Bmtaerlio Wer arbeit. Pelz im Hause? Schr. Ang.unter 05022 andenGieß.Anz. (4 Schaufenster) für Möbel-, Tapeten und Dekorations-Geschäft geeignet, f. Nov. ob. spät. z. oenn. Schr. Anfr. unt. 6049V a. d.G.A. Laden mit 6 Kabinen, f. erstklass. Damenfriseur-Ehepaar geeignet zu vermieten. Sckriftl. Slngeb. u. 6047V an d. Gieß. Anz. ßr. 242 Zweites Blatt GietzenerAnzetger (General-Anzetger für Vberheffen) Dienstag, (5. Ottober (934 Politik im Ameisenhaufen O.JlXfpOTt kammern zu bauen. Das macht sie so gut, daß selbst und der sich radezu von „Politik" sprechen. Da gibt es wohlvorbereitete Kriege zwischen zwei feindlichen Ameisen- Auch das zweite Pflichtspiel konnten die Männerturner siegreich gestalten. Diesmal war Tv. Hochelheim ihr Gegner, dem sie sich auf dessen Platz stellen mußten. Die Mtv.-Elf, die gegenüber dem ersten Spiel etwas verstärkt, aber noch nicht komplett, antrat, siegte nach einem schönen Kampf verdient mit 9:4. Leider wurde ihr faires Spiel oft unterbrochen. Für einige Zeit mußte sogar der Gießener Mittelstürmer aussetzen, da er von einem Gegner sehr hart angegangen wurde. Trotzdem konnten es die Platzbesitzer nicht verhindern, daß sich die technisch besseren Männerturner immer wieder durchsetzten. In regelmäßigen Abständen schos- und Krofdorf in Rodheim. Krofdorf hat Anstoß ging sofort zum Angriff über, der jedoch von Verteidigung abgewehrt wurde. Rodheim kann Turn- und Gportgemeinde Rodheim a. d. B eber. Rodheim a. d. V. — Krofdorf 7 :0. Zum fälligen Verbandsspiel trafen sich Rodheim mehr in seine Hälfte zurück. Hier war es in erster Linie die zielbewußte Aufbauarbeit der Läuferreihe, die den gegnerischen Sturm nicht zur Entfaltung kommen ließ und auch noch genügend Zeit hatte, den eigenen Sturm immer wieder nach vorn zu werfen. Der Sturm spielte auch heute sehr zerfahren und konnte von den vielen gebotenen Chancen nur drei ausnutzen. Die Marburger spielten einen zweckmäßigen, auf Erfolg eingestellten Handball und hatten in ihren Außenstürmern ihre gefährlichste Waffe, die aber bei der gut arbeitenden Gießener Hintermannschaft auf großen Widerstand stieß. Das Spiel, von Schiedsrichter Bauern- f ch u b (Wetzlar) einwandfrei geleitet, endete somit mit einem verdienten 5:3-Siege für die Männerturner. 1 floaten, bei denen es um die Eroberung bestimmter Jagdgebiete geht, da werden richtige „Sklavenzüge" veranstaltet, bei denen z. B. aus anderen Ameisenstaaten die Brut geraubt wird, um sie zu „Sklaven" aufzuziehen. Aber auch „redliches Handwerk" wird vom Ameisenstaat gepflegt und gefördert, beispielsweise die Gärtnerei. Die tropische Blattschneideameise zerkaut abgeschnittene Blattstücke zu einem Brei und pflanzt Pilze darauf, die nicht nur eifrig gedüngt und gejätet werden, sondern die sogar kultiviert, indem die Pilzfäden regelmäßig abgebissen werden. Auf diese Weise entstehen Anschwellungen der Pilze, von denen sich die Ameise nährt. Auch die „V i e h z u ch t" ist bekanntlich bei den Ameisen sehr beliebt. Als Haustiere werden vor allem Blattläuse gehalten, die ihrer süßen Ausscheidungen wegen sorgsam gepflegt und vor Feinden geschützt werden. Zwischen den oben erwähnten Blattschneideameisen und einer anderen Tv. Dorlar I — Tv. Staufenberg I 18:0. Die Platzbesitzer befanden sich wieder in großer Form und fertigten den Gegner mit diesem nicht alltäglichen Resultat überlegen ab. Bei den Gästen ist die stets unverdrossene Spielweise zu loben, die sie trotz der hohen Niederlage an den Tag legten. Dorlar hat mit diesem Spiel, dem dritten, bereits 50 Tore geschossen, ein Beweis für die gute Arbeit des Sturmes. To. Alsfeld I — Tv. Burggemünben 4:3 (3:0). Beide Gegner lieferten sich einen ausgeglichenen Kampf, der in der ersten Hälft« die Platzbesitzer zu drei Torerfolgen kommen ließ. Die Gäste gingen leer aus. Nach der Pause sah man das umgekehrte Bild, nachdem die Gäste nunmehr das Spiel beherrschten. Trotz guter Leistungen konnten sie aber den Ausgleich nicht mehr erreichen. I Tv. Homberg I — Tv. Romrod I 0:4 (0:2). ’ Das Spiel war jederzeit fair und wurde von Romrod verdient gewonnen. Die Mannschaft hatte sich bereits bis zur Pause einen Vorsprung herausgearbeitet, den sie nach dem Wechsel verdoppelte. SA.-Sportfest in Mainzlar. fen sie 9 Tore. Die Platzmannschaft kämpfte bis zum Schluß und lag sogar die letzten sieben Minuten ständig vor dem Tor der Mtver, die sich schon auf ihren Lorbeeren ausruhten. Mv. Gießen Jgd. — Tv. Cong-Göns 3gb. 7:5 (2:4). Die Jugend des Männerturnvereins weilte am Sonntag in Lang-Göns, um das fällige Verbands- spiel gegen die dortige Jugend auszutragen. Dis körperlich unterlegenen Gießener wurden von Lang- Göns in den ersten zehn Minuten glatt überrumpelt und es hieß 3:0 für Lang-Göns. Bis zur Halbzeit hatten sich die Mtver Jungens auf 4:2 für Lang-Göns heraufgearbeitet. Nach Seitenwechsel setzte sich das bessere technische Können der Gießener durch. Sie rissen das Spiel nun vollkommen an sich und konnten am Schluß als Sieger mit 7:5 Toren den Platz verlassen. Die Jugend führt in der Tabelle mit 6 Punkten aus drei Spielen mit einem Tvrherhältnis von 37:6. Handball im San XII Lahn-Dillkreis. Kreisklasse 1: Tv. Hochelheim I — Tv. Hörnsheim I 3:2 (1:1) abgebrochen. Das Spiel brachte den erwarteten harten Kampf, 3ümal es sich um einen sog. Lokalkampf handelte. Der Kampf war ziemlich ausgeglichen, obwohl dis Platzbesitzer die etwas bessere Mannschaft stellten. Leider mußte das Spiel Mitte der zweiten Halbzeit infolge Spielunfähigkeit des Platzes abgebrochen werden. To. Cich I — Tv. Albach I 4:5 (3:2). Auch in diesem Spiel machten sich die Unbilden der Witterung stark bemerkbar und stellten an die Spieler hohe Anforderungen. Der erwartete knappe Sieg der Gäste traf ein, obwohl sich beide Mannschaften gleichwertig waren. Die Gäste konnten während des Spieles, hauptsächlich nach dem Wechsel eine leichte Überlegenheit herausarbeiten, die zum knappen Sieg ausreichte. Kreisklasse II: I Politik im Ameisenhaufen Der Laie ist meist der Meinung, daß die Bienen Oie Gemeinschaft als Urform alles Lebendigen. Von £r. W. Richter. tammern äu bauen. Las macht sie fo gut, daß selbst trat das erste Mal auf den Plan. Sie spielte in nad) mathematischer Berechnung keine bessere Raum- Gießen gegen 1900 1. Jugend und unterlag mit und Materialausnutzung möglich ist. Diese Bau- dem für sie recht beachtlichen Resultat von 2:1 fünft wird aber nur nebenbei betrieben, die Haupt- Toren. Die einfachste Form der Gemeinschaft im Tier- reich haben wir in der Tierehe vor uns — wir alle kennen ja aus eigener Anschauung oder aus r d-n staat-biw-nden Insekten di- ..klügsten" zu schweigen von den oft geradezu heroischen Taten, feieiL teuere Forschungen haben aber ergeben daß 3U denen die Mutterliebe das Tier in feiner "^n.^l9en<3 ber Mmeifen noch erheblich Fürsorge für die Jungen befähigt. Also auch dieser ist: in chrem Staatswesen kann man ge- Keimzelle des Staates, die Familie, findet sich in allen ihren Formen und Erscheinungen im Tierreich wieder — darüber hinaus aber sind gewisse Tierarten auch dazu befähigt, richtige „Staats- wesen" zu entwickeln, über deren Aufbau und Funktion uns gerade die modernste Forschung immer erstaunlichere Einzelheiten berichtet. Kußball -Ergebnisse der Kreisklaffen aus dem Bezirk Gießen-Oitt. 1. Kreisklasse: Leihgestern — Heuchelheim 2:3; Lollar — Wieseck 5:4; VfB. II — Lich 3:1; Großen-Buseck — 1900 II 6:0; Krofdorf — Grünberg 4:5; Büblingshausen — Nauborn 4:0; Naunheim II — Tg. Wetzlar 0:3;- Wetzlar II — Werdorf 3:2; Holzhausen — Albshausen 4:1; Spfr. Wetzlar — Aßlar 1:0 abgebrochen. 2. Kreisklasse: VfB. III — Wißmar 1:0; 1900 III — Alten-Buseck 3:2; Steinberg II — Steinbach 5:2; Garbenteich — Wieseck II 4:3; Lich II — Lollar II 2:4; Rodheim — Krofdorf II 7:0; Erda — Kinzenbach 2:3; Vetzberg — Frankenbach (Frankenbach nicht angetreten); Werdorf II — Leun II 1:4; Bechlingen — Oberndorf 2:9; Oberbiel — Braunfels 4:1; Aßlar II — Hermannstein 2:3. Sportverein 1920 Lollar. Collar I — wieseck I 5:4. Trotz des schlechten Wetters hatte sich eine stattliche Anzahl Zuschauer auf dem Sportplatz eingefunden, um Zeuge 'dieses Kampfes zu fein. Es war ein Kampf bis zur letzten Minute, aus dem Lollar als verdienter Sieger hervorging. Lollars 1. Mannschaft spielte in einer Aufstellung, die sich als gut bewährte, und dies auch in den nächsten Spielen beweisen soll. Einige Spieler sollten sich ganz besonders bemühen, im Training zu erscheinen, dann wird es auch an den noch schwachen Punkten besser. Schiedsrichter H. R ü s p e l e r leitete das harte aber faire Spiel sehr gut. Die 2. Mannschaft kehrte mit einem 4:2-Sieg von Lich nach Hause. „FC. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Die 2. Mannschaft glich die Scharte vom vergangenen Sonntag wieder aus und siegte gegen Steinbachs erste auf eigenem Platze 5:2. Sie brachte sich damit in die Spitzengruppe der Tabelle. Eine neu zusammengestellte Jugendmannschaft Am Samstag und am Sonntag fand in unserem ‘ Ort das bereits erwähnte Sportfest des Sturm- ' bannes 1/116 statt. Bereits am Samstagabend ab 19 Uhr trafen die Stürme in Mainzlar ein und bezogen Privatquartiere in den Orten Mainzlar, Dauvringen und Staufenberg. Nach Ausgabe der Quartierzettel fand in der Mitte des Dorfes und anschließend im Saalbau Müller ein Konzert statt, das durch den Musiktrupp ausgeführt wurde. Um 22 Uhr war Zapfenstreich. Am Sonntagfrüh wurde durch den Spielmannstrupp geweckt. Anschließend wurde am hiesigen Kriegerdenkmal unserer gefallenen Helden gedacht. Nach einer kurzen Ansprache des Sturmbannführers F a u l st i ch - Allendorf und nach der Kranzniederlegung spielte die Kapelle das Lied vom guten Mlv. Gießen II — Tv. Hochelheim II 9:4 (5:2). ! Kameraden. Hiernach ging es trotz des schlechten Wetters in schneidigem Marschtempo nach dem Sportgelände am Bahnhof Mainzlar, um dort in friedlichem Wettkampf die Kräfte zu messen. Am Vormittag wurden die Mannschaftskämpfe aus- getragen, während am Nachmittag die Einzelwettkämpfe stattfanden. Trotz des strömenden Regens zunächst nicht finden, konnte aber nach kurzem Hin und Her das erste Tor schießen. Durch diesen Erfolg angefeuert gingen die Einheimischen aus sich heraus und konnten bis Halbzeit noch zwei Erfolge buchen. In der zweiten Hälfte ist Rodheim weiter überlegen und bald hieß es 7:0. Krofdorf gibt nun alles her, um wenigstens zum Ehrentreffer zu kommen, jedoch die sicher arbeitende Hintermannschaft der Rod- heimer vereitelte jeden Erfolg. Handball im Männerturnverein (OT ). Mlv. Gießen I — Tuspo. Marburg I 5:3 (2:2). Die 1. Handballmannschaft des Männerturnvereins Gießen trug am vergangenen Sonntag in Marburg gegen den dortigen Turn- und Sportverein das fällige Verbandsfpiel aus. Die Mtver konnten auf dem gefährlichen Gelände einen verdienten Sieg erringen und somit zwei wertvolle Punkte mit nach Hause bringen. Das Spiel litt sehr unter dem nassen und schlüpfrigen Boden. In der ersten Halbzeit waren sich beide Mannschaften gleichwertig. Nach Seitenwechsel wurde das Spiel schneller, die Mtver drängten ihren Gegner immer wurden recht beachtliche Leistungen erzielt. Am Abend fand man sich bei Gastwirt Müller zu einem schlichten kameradschaftlichen Beisammensein ein. Die ersten Sieger: Mannschaftskampf: Schar Ruttershausen (Sturm 2/116); Kugelstoßen: Willi Will, Sturm 2; Eine einfachere Form des Gemeinschaftslebens der Tiere bildet die Herde; in freier Wildbahn ist eine solche Herde die fest geschlossene Vereinigung zahlreicher Tiere, die ihrem Führer — meist dem klügsten und kräftigsten Tier der Herde — blindlings gehorcht, einen ausgezeichnet funktionierenden Nachtdienst organisiert und in Fällen der Gefahr sich gemeinsam verteidigt. Andere Gemeinschaften finden wir zeitweise bei den Zugvögeln, bei Fischzügen usw.; hierbei handelt es sich um die Bildung von Gemeinschaften zu einem bestimmten Zweck, nach dessen Erreichung sich die Vereinigung der Tiere wieder auflöst. Der Stundenplan beratenen. Weit über die ersten Urformen des Gemeinschaftslebens hinaus geht die einzigartige Organisation des B i e n e n st a a t e s. Hier herrscht ein „Gemeinsinn", der den menschlichen weit übertrifft: besteht doch das Volk aus weiblichen Tieren, die auf eigene Nachkommenschaft verzichten, um ihre Kräfte für die Aufzucht der Brut der Königin, die das einzige fortpflanzungsfähige Weibchen ist, zu verwenden. Auch die männlichen „Drohne n" werden der Allgemeinheit geopfert, sie dürfen nur ihren Daseinszweck erfüllen, nämlich die Königin befruchten und gehen dann durch Verhungern oder durch den Giftstachel ihrer Volksgenossen zugrunde. lieber diese schon seit langem bekannten Tatsachen hinaus hat gerade die jüngste Forschung eine Fülle von Einzelheiten aus dem Bienenstaatsl'eben feststellen können, die teilweise eine geradezu verblüffende Ähnlichkeit mit menschlichen Verhältnissen zeigen. So konnte der deutsche Forscher Prof. Rösch einen ganz genauen „Stundenplan" der Bienen fest- stellen, nach dem das Leben jedes arbeitenden Mitgliedes des Bienenstaates in strenger Gesetzmäßigkeit abläuft. Die ersten 3 Tage des Lebens der Arbeiterin sind dem Zellenputzen gewidmet, die nächsten dem Fütternder alten Brut mit Blütenstaub und Honig. Die junge Brut kann diese feste Nahrung noch nicht vertragen, sie muß mit einem nahrungsstoffhaltigen Saft, den die Speicheldrüsen der Bienen liefern, „gestillt" werden. Das kann aber die junge Brutpflegerin noch nicht, erst vom sechsten Lebenstage ab geben ihre Drüsen die nötige „Muttermilch" her. Dann widmet sie sich bis zum zehnten Tage dieser Aufgabe. Dazu gehört noch die Reinigung der Brut und Hilfe beim Verpuppen und Ausschlüpfen. Außerdem muß die Temperatur auf etwa 35 Grad Celsius gehalten werden; dazu ist es bei kühlem Wetter nötig, daß die Brutpflegerinnen eng gedrängt auf den Brutzellen sitzen. Gegen Ende dieser Bruttätigkeit beginnt nun die Arbeiterin sich für den späteren „A u ß e n d i e n ft" vorzubereiten, indem sie Orientierungsflüge in die Umgebung macht. Einstweilen wird sie jedoch noch im Stock gebraucht. Da ist einmal die B a u a r - beit. Die Arbeitsbiene beginnt anstatt des nun versiegten Futtersaftes Wachs auszuscheiden,das sie zuKlümp-, chen knetet, um daraus die Kinderstuben und Vorrats-' arbeit in dieser Zeit (10. bis 18. Tag) ist das Abnehmen des Futters, das die Sammler einbringen und die Verstauung in den Zellen. Außerdem wird noch der Stock von Bauabfällen, Leichen u. a. gesäubert. Die Ausflüge werden ausgedehnt, ohne daß die Biene jedoch Futter mitbringt. Bevor sie dazu zugelassen wird, muß sie noch einige Zeit Wacht- o i e n ft tun, und erst am 20. Tage wird die Bien« Sammlerin. Simeifenart besteht übrigens eine seltsame Feindschaft, die auf eine raffinierte „Geschäftsverbindung" der letzteren mit der sogenannten Ameisen- pflanze zurückgeht. Diese Pflanze bietet bestimm- ten, harmlosen Ameisen geeignete Wohnräume in ihren hohlen Stengeln und stellt ihnen auch besonders beliebte Nahrungsstoffe zur Verfügung. Zum Dank dafür übernehmen die Pensionäre der Ameisenpflanzen deren Schutz vor ihren gefährlichen Artgenossen, den Blattschneideameisen, die in den Tropen oft genug ganze Wälder entlauben. Die Arbeitsteilung hn SImeifenftaat ist bei weitem nicht so starr wie bei den Bienen; wie sehr eingehende Untersuchungen deutscher Zoologen in letzter Zeit gezeigt haben, erfolgt die Verteilung der Arbeit nicht nur unter Berücksichtigung von Körper- große und Alter der Ameisen, sondern sie scheint auch „psychologische" Momente — Arbeitstreue der Beschäftigten und Arbeitsdrang der Unbeschäftigten — zu berücksichtigen. Trotz dieser erstaunlichen Eigenschaften der Ameisen müssen wir uns davor hüten, ihr „Staatsleben" unter allzu menschlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Die geistigen Fähigkeiten der Ameisen sind keineswegs so hoch, wie ihre komplizierten Handlungen vermuten lassen, denn eine Ameise erkennt niemals die direkte Beziehung zwischen Mittel und Zweck, sondern handelt stets rein instinktmäßig. Wenn trotzdem ihr Leben und Treiben oft eine fo erstaunliche Ähnlichkeit mit menschlichen Verhältnissen aufweist, so zeigt uns dies mit aller Deutlichkeit, daß keineswegs nur der Kampf aller gegen alle, sondern auch die gegenseitige Hilfe zu einem der Grundprinzipien der Natur gehört. Auch in den Staaten der t Ameisen und Bienen gilt der einzelne nichts ohne seine Beziehungen zum großen Ganzen, der Gemeinschaft aller. König veters Ankunft in Belgrad. M Der elfjährige König Peter begrlifet bei feiner Ankunft auf dem Bahnhof in Belgrad die Generale der jugoslawischen Armee. Hinter König Peter seine Mutter, die Königin-Witwe Maria; rechts hinter dem König sein Onkel Prinz Paul Karageorgewitsch, der Vorsitzende des Regentschaftsrats. Die Beisetmna Außenminister Barthvus iääiiiiiÄäi M 'T' . ch Der Sarg, der — mit der Trikolore bedeckt — auf einer Lafette ruht, wird zum Jnvalidendom gebracht. Daneben schreiten (beginnend mit dem Zweiten von vorn) der oberste Feldgeistliche der französischen Armee, der Rektor der Pariser Sorbonne, Kriegsminister Marschall PStain und ^dahinter Offiziere mit den Orden des Toten. Wettsprung: WM WlN, Sturm 2; Keulenwett- wurf: Ma thies, Grünberg, Sturm 3; Hochsprung: Wilhelm ©paar, Sturm 2; 3000-Meter- Lauf: Wilhelm Rieb, Odenhausen, Sturm 4. 155 Nennungen für die Vogelsberg-Geländefahrt. Die fünfte Veranstaltung des Gaues Hessen des DDÄC. und der Motorbrigade Hessen des NSKK., die Vogelsberg-Geländefahrt, die am nächsten Sonntag um 9 Uhr in Schotten stattfindet, hat ein überragendes Meldeergebnis — 155 Nennungen — zu verzeichnen. Es beteiligen sich 96 Solo-Krafträder, 18 Krafträder mit Seitenwagen und 41 Kraftwagen. Fast die Hälfte der Teilnehmer hat die große Chance, die ihnen die Mannschaftswertung durch die Möglichkeit der gegenseitigen Hilfeleistung an besonders schwierigen Stellen bietet, wahrgenommen. Allerdings müssen sie dann auch den Nachteil auf sich nehmen, unter Umständen aufeinander warten zu müssen, denn beim Passieren des Zieles darf der Abstand zwischen den einzelnen Fahrern nicht größer als Sichtweite sein. Insgesamt verzeichnet die Meldeliste 21 Mannschaften von je drei Teilnehmern. Besonders bemerkenswert ist die Meldung einer Reichswehr-Mannschaft aus Kassel. Jahreshauptversammlung des Hadfahrer-Dereins 1900 Wieseck. Am Samstag hielt der hiesige Radfahrer-Verein 1900 seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer Adolf Schäfer begrüßte die Sportkameraden und gab einen Ueberblick über die Ereignisse des abgelaufenen Geschäftsjahres. Es folgten dann die "Berichte von Straßenfahrwart Jung und des Saalfahrwarts Schnabel. Beide gaben ein anschauliches Bild von dem sich innerund außerhalb des Vereins abgewickelten radsportlichen Programm. Wenngleich die Mannschaften des Vereins auch nicht allenthalben siegreich waren, so mußte man doch den Eindruck gewinnen, daß im Verein in sportlicher Hinsicht tüchtig gearbeitet wurde. Die noch bestehenden Schwierigkeiten, die sich seither noch bei der Jugend zeigten, hofft man künftig bereinigen zu können. Den Kassenbericht erstattete Geschäftsführer Weiß. Die oorgenom- mene Kassenprüfung hat ergeben, daß die Kassengeschäfte in ordentlichen Händen liegen. Der Verein zähtt M Mitglieder. Dem Gesamtvorstand konnte Entlastung erteilt werden, wobei auch besonders des jungen, rührigen Vereinsfuhrers ge- dacht wurde. Vereinsführer Schäfer dankte allen Sportkameraden und Vorstandsmitgliedern, die ihm stets zur Seite standen. Bis auf ein Mitglied, welches aus dem Vorstand ausschied, blieb der Ver- einsvorstand in der seitherigen Form bestehen, er setzt sich aus folgenden Sportkameraden zusammen. Adolf Schäfer, erster Dereinsfuhrer; Robert Römer, stellvertretender Vereinssuhrer; lltto Lotz, Schriftführer; Ludwig Jung, Straßen- fahrwart; Otto Schnabel, Saalfahrwart, Fritz Weiß, Geschäftsführer; Karl Deibel, Zeug- wart; Fritz Kling, Pressewart; Ldw. Bocher, Gustav Schneider und Hch. K r eil ing, Beisitzer. Die Ausgestaltung des am 10. November beim Dereinswirt Döbus zur Abhaltung kommenden Winterfestes wurde dem Vorstand übertragen. Sodann wurden noch Verbands- und Vereinsange- leaenheiten geregelt. Mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler und Reichssportführer von Tschammer und O st e n wurde die harmonisch verlaufene Versammlung geschlossen. Universität Berlin deutscher Studentenmeister. Universität Erlangen 4:2 (2:2) geschlagen. In Nürnberg kam am Sonntag der Endkampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft der Studenten zum Austrag. Vor etwa 3000 Zuschauern gelang es der Berliner Universität, in einem wechseloollen Kampfe die Elf der Universität Erlangen zu schlagen und damit den Meistertitel zu erringen. Trotz der Niederlage der Erlanger muß betont werden, daß sie den Berlinern den Sieg nicht leicht machten, und sie zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwangen. Die erste Halbzeit war völlig ausgeglichen und die Entscheidung fiel erst nach der Pause, als die Läuferreihe von Erlangen nachließ. Nur auf Grund dieser Tatsache vermochte sich dann der Berliner Sturm besser durchzusetzen und die entscheidenden Tore anzubringen. Der Sieg der Universität ist verdient, denn ais Mannschaftsganzes hatten sie in ihren Aktionen ein kleines Plus und vor allem das bessere Stehvermögen, eine Tatsache, die nicht zuletzt zum Siege beitrug. Wirtschaft. * Zufrieden st ellende Beschäftigung in den Eisengießereien des Dill - und L a h n g e b i e t e s. Die Eisengießereien im Lahn- und Dillgebiet können ihre Belegschaften unverändert in die Wintermonate hinüber aufrechterhalten. Die Belegschaftsziffern haben teilweise die Vor- kriegsziffern wieder erreicht. Die Nachfrage nach Oefen und Herden hält unvermindert an. Durch wesentliche Erweiterungsbauten habe eine Anzahl Werke die Betriebsanlagen erhöht. Zu den Abrufen des Großhandels kommt seit einiger Zeit in verstärktem Umfange auch die Vorratsrüstung des Klein- und Einzelhandels. Src-nffurfer Börse. rNiltagsbörse behauptet. Frankfurt a. M., 15. Okt. Die Börse zeigte am Wochenbeginn wohl eine behauptete Haltung, das Geschäft war aber außerordentlich minimal. Aus Privathand lagen Aufträge kaum vor, während die Kulisse mangels größerer Anregungen sich kaum am Geschäft beteiligte. Die fortwährend bekanntwerdenden günstigen Nachrichten aus der Industrie, Lageberichte, Abschlüsse usw. machten zwar einen guten Eindruck, auch die gebesserte Außenhandelsbilanz für den Monat September fand Beachtung, zu größerer Unternehmungslust reichten sie aber dennoch nicht aus. Die Kursgestaltung war uneinheitlich, ohne daß stärkere Veränderungen gegenüber dem Wochenschluß eintraten. Etwas lebhafter waren anfangs nur Schiffahrtswerte, wobei Hapag und Nordd. Lloyd je 0,25 o. H. anzogen, nach dem ersten Kurs aber wieder abbröckelten. Von chemischen Werten verloren Goldschmidt 1,40 v. H., Metallgesellschaft 1 v. H., Scheideanstalt, Deutsche Erdöl und Farbenindustrie lagen behauptet, im letzteren Papier ist der Umsatz aber sehr klein geworden. Am Elektromarkt konnten sich AEG. 0,13 v. H., Betula 0,25 v. H., Gesfürel 0,40 v. H. und Mainkraft etwas stärker, nämlich 2 v. H. erhöhen, Elektr. Lieferungen gaben 0,25 v. H. nach. Montanpapiere setzten zumeist etwas niedriger ein, so Gelsenkirchen (—0,75 v. H.), Ilse Genuß (—1 v. H.), Mansfelder, Rheinstahl und Stahlverein um je —0,25 v. H. Phönix, Buderus und Klöckner lagen behauptet, Mannesmann 0,90 o. H. fester. Im einzelnen eröffneten u. a. Reichsbankanteile 1 v. H., AKU. 0,25 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 0,50 v. H. freundlicher, Südd. Zucker lagen unverändert, Thür. Lieferung 0,25 v. H. niedriger. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls sehr klein und die Kursgestaltung war gleichfalls unregelmäßig. Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen gewannen je 0,13 v. H., während Kommunal - Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und Reichsmark-Anleihen kaum behauptet waren. Fremde Werte lagen zunächst geschäftslos. Im Verlaufe herrschte auf allen Marktgebieten nahezu Geschäftsstille und die Kurse bröckelten in den meisten Fällen durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. ab. So u. a. Farbenindustrie auf 144,25 (145), auch Elektro-, Montan- und Schiffahrtsaktien gaben bis 0,25 v. H. nach. Don den später notierten Werten lagen Lechwerke Augsburg 1,50 v. H., Brau- bank 0,40 v. H. und Rheag 0,50 v. H. fester. Kunstseide AKU. bei lebhafterem Geschäft unverändert 62,75, Chade-Aktien kaum verändert. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 100,25 (100,90) zurück, auch die übrigen variablen Papiere gaben von 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Der Psand- oriefmarkt lag sehr still bei zumeist unveränderten Kursen. Preuß. Landespfandbrief-Anstalt, Berlin und Pfalz. Hyp.-Bank, Mannheim, waren gesucht. Stadtanleihen wiesen ebenfalls kaum eine Veränderung auf, auch Staatsanleihen und Industrie- Obligationen lagen sehr ruhig. Don Auslandsrenten bröckelten Mexikaner und Ungarn leicht ab. Am Kassamarkt waren u. a. Gebr. Adt, JNAG. und Schramm Lack gesucht, Dürrwerke Ratingen blieben angeboten. Tagesgeld blieb trotz des Medios zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse: ruhig. War schon an der Mittagsbörse die Umsatztätigkeit minimal, so stockte das Geschäft im heutigen Abendbörsenverkehr fast vollkommen. Der Börse gebrach es an jeglicher Anregung, vor allem vermißte man weiterhin Aufträge aus der Kundschaft, wodurch die Zurückhaltung der Kulisse noch erhöht wurde. Don der gebesserten Außenhandelsbilanz ging keine Anregung aus. Die Grundhaltung war indes freundlich, und die Berliner Schlußkurse blieben in den meisten Fällen behauptet, nur hier und da ergaben sich leichte Rückgänge. So gaben Ilse Stamm 0,75 v. H., Rheag 1 v. H. und Metallgesellschaft 0,50 v. H. sowie Kunstseide AKU. 0,65 v. H. nach. Farbenindustrie lagen mit 144 v. H. voll behauptet. Am Kassamarkt lagen Großbankaktien auf den Mittagskursen unverändert. Das Rentengeschäft stagnierte ebenfalls nahezu vollkommen, die Kurse zeigten auch hier kaum eine Aenderung von Belang. Etwas Beachtung fanden einige industrielle Genußrechte. Von fremden Werten1 zogen vierprozentige Schweizer Bundesbahn von 1912 um 0,75 v. H. auf 188,75 v. H. an. U. a. notierten: Reichsaltbesitz 100^25, sechsprozentige Frankfurter Hypotheken-Dank Gold R 8 bis 10 92,50, vierprozentige Ungarn von 1910 7, funj- prozentige Silbermexikaner 6,05, dreiprozentlge Salonik Monastir 6, Commerzbank 73, Vv-Bank 77, Dresdner Bank 78,75, Reichsbankanteile 148, Buderus 87,75, Gelsenkirchen 64,25, Harpener 106,50, Mannesmann 77,75, Rheinstahl 90,75, Stahlverein 42,75, AKU. 62,25, Bekula 146,25, Conti Gummi 132, Daimler 51, Scheideanstalt 215,50, Deutsche Linoleum 58,75, IG. Farben 144, Gesfürel 111,50, Holzmann 79,50, Lahmeyer 122,50. Metallgesellschaft 86, Rheag 99,50, Schuckert 94,13, Siemens 142, Reichsbahn-VA. 112,50, Hapag 29. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Okt. Auftrieb: 1476 Rinder (gegen 1415 am letzten Montagsmarkt), davon 418 Ochsen, 128 Bullen, 468 Kühe und 462 Färsen. Dem Schlachthof direkt wurden zugeführt: 8 Ochsen, 3 Kühe und 2 Färsen, 467 Kälber (475), 113 Schafe (87), 4146 Schweine (4268). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 38, b) 35 bis 37, c) 31 bis 34, d) 26 bis 30; Bullen a) 35 bis 36, b) 33 bis 34, c) 30 bis 32, d) 25 bis 29; Kühe a) 34 bis 36, b) 30 bis 33, c) 24 bis 29, d) 14 bis 23; Färsen a) 38 bis 39, b) 34 bis 37, c) 30 bis 33, d) 25 bis 29; Kälber a) 50 bis 54, b) 40 bis 49, c) 34 bis 39, d) 28 bis 33; Lämmer und Hämmel b2) Weidemast 35 bis 36, c) mittlere 31 bis 34; Schafe e) beste 32 bis 33, f) mittlere 28 bis 31; Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 52 bis 53, c) 51 bis 53, d) 48 bis 53, e) 46 bis 50, gl) 50 bis 51, g2) 42 bis 49. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt blieben Rinder, Hämmel und Schweine ziemlich unverändert, Kälber zogen 1 bis 2 Mark an. Marktverkauf: Rinder rege, nahezu ausverkauft (Ueberstand: 21 Ochsen, 7 Färsen). Kälber ruhig, Schafe rege, ausverkauft. Schweine lebhaft, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und F e t t w a r e n: Beschickung: 653 Viertel Rindfleisch, 49 ganze Kälber, 29 ganze Hämmel, 337 Schweinehälften. Preise für 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 56 bis 60; Bullenfleisch b) 54 bis 56; Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40; Rindfleisch b) 56 bis 60; Kalbfleisch b) 64 bis 68, c) 56 bis 62; Hammelfleisch b) 70 bis 75; Schweinefleisch b) 70 bis 73; Speck unter 7 Zentimeter 80 bis 85, Flomen 90. Marktverlauf lebhaft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Okt. Der Getreidegroßmarkt war wieder sehr ruhig. Brotgetreide ist etwas weniger, aber doch infolge der nur kleinen Mühlen- Nachfrage ausreichend angeboten. Dagegen ist die Zufuhr in Futtergetreide, insbesondere für Futtergerste ungenügend, Aufgelder für höhere Hektoliter- aewichte für Hafer werden nur schwer bewilligt. Von Kraftfuttermitteln blieben ölhaltige Artikel bei sehr knappem Angebot gesucht, daneben zeigte sich vermehrte Nachfrage für Fleisch- und Fischmehl Mit dem Beginn der Zuckerkampagne erwartet man in diesen Tagen auch Angebot in Trockenschnitzel, angesichts der bevorstehenden Festpreisregelüng ist man noch zurückhaltend. Das Mehlgeschäft ist weiterhin außerordentlich schwach, auch für spütere Lieferungen werden nennenswerte Abschlüsse kaum bekannt. Mühlenabfälle liegen ebenso wie Rauhfuttermittel ruhiger. „ . Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mk.: Weizen W IX 200, W XIII 204, W XVI 208, Roggen R IX 160, R XIII 164, RXfV 168, Futtergerste G IX 162, 0X1 165, GXII 167, Hafer H XIII 160, H XIV 162, Weizenmehl Type 790 W XIII 27,15, W XVI 27,15, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24,00, Weizennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,50, Weizenkleie W XIII 10,40, WXVI 10,60, Roggenkleie R XIII 9,60, R XV 9,84, Sojaschrot 13,00, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Treber 17,25 bis 17,35, Heu 11,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 3,75 bis 3,85. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend Mark 2,90 bis 3,00 per 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Tendenz: ruhig. JRunDfunfproaramm. Mittwoch, 17. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruck). Choral. 7: Frühkonzert. 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: Wallenstein. Dramatisches Gedicht von Friedrich von Schiller. 11.30: Sozialdienst für die Saar. 11.45: Programmansage, Wirtschaftsmeldungen, Wetterbericht. 12: Mittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Karlsruhe. 13: Don Stuttgart: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: 3mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Erholung für die Mütter! Aus der Sozialarbeit der NS.-Volkswohlfahrt. — Ein Zwiegespräch. 18.15: Aus Zeit und Leben. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. — Den Weg frei zur Verständigung. 20.35: Stunde der jungen Na- tion. Der siebenjährige Krieg. 21: „Lachender Funk III". Das Rundfunkorchester mit Weiß Ferdl. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik: 24 bis 2: Nachtmusik. Donnerstag, 18. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch. Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9.15: Nur Kassel: Morgenmusik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kind erstünde. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Tanzmusik. 18: Spanischer Sprachunterricht. 18.15: Bücher, die uns erwarten! 18.25: Neue deutsche Dichtung: Albert Schramm. 18.35: Katechismus für Sprachsünder. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: Saar-Umschau. 20.30: Der Opernball. Operette in drei Akten. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Worüber man in Amerika spricht. Don K. G. Sell. 22.30: Kammermusik. 23: Tanzmusik: 24 bis 2: Nachtmusik. Deutsche Außenhandelsbilanz. Steigerung der Ein- und Ausfuhr im September. DNB. Die Außenhandelsumsätze sind im September in Ein- und Ausfuhr gestiegen. Die Einfuhr hat von 342 auf 352 Millionen Mark, d. h. um fast 3 v. h. zugenommen. Da sich die Einfuhrdurchschnittswerte im ganzen kaum verändert haben, entspricht dieser Wertsteigerung auch eine etwa gleich große Mengenzunahme. Die Erhöhung der Gesamteinfuhr ergibt sich in erster Linie aus einer Steigerung der Einfuhr bei der Gruppe Fertigwaren von 64 auf 75 Millionen Mark. An dieser Zunahme sind in erster Linie solche Erzeugnisse beteiligt, die in Deutschland eine Weiterverarbeitung erfahren. Lebende Tiere wurden im September im Werte von 2,1 Millionen Mark eingeführt, gegen 2,5 Millionen Mark im August. Die Einfuhr in Lebensmitteln und Getränken stellte sich auf 75,5 (81,4), die in Rohstoffen und halbfertigen Waren auf 199,8 (194,9) und die Einfuhr fertiger Waren auf 74,u (63,7) Millionen Mark. Die Ausfuhr ist im September weiter auf 350 Millionen Mark gestiegen. Sie lag damit um rund 5 o. H. über dem Augustergebnis. Diese Steigerung ist fast ausschließlich den Fertigwaren zu verdanken. Trotz der vorhandenen Absatzschwierigkeiten hat sich also der in den Herbstmonaten regelmäßig eingetretene Saisonaufschwung auch im September wieder voll durchsetzen können. Im Gegensatz zum Vormonat war an der Steigerung der Ausfuhr im September vorwiegend Europa beteiligt. Hervorzuheben sind Steigerungen des Absatzes nach den Niederlanden, der Tschechoslowakei und nach Frankreich. Abgenommen hat die Ausfuhr innerhalb Europas nach Italien. Die Entwicklung der Ausfuhr nach Außer- europa war unterschiedlich. Die Ausfuhr beläuft sich bei lebenden Tieren auf 0,1 (August 0,2), bei Lebensrnitteln und Getränken auf 6,7 (7,1), bei Rohstoffen und halbfertigen Waren auf 65,6 (64,4) und bei fertigen Waren auf 277,9 (262,2) Millionen Mark. Die Handelsbilanz war somit im September rein warenmäßig betrachtet fast ausgeglichen. Es ergibt sich zwar noch ein kleiner Einfuhrüberschuß, aber er beträgt nur noch zwei Millionen Mark gegen neun Millionen Mark im August. Der Rückgang des Einfuhrüberschusses beruht ausschließlich auf einer Verminderung des Pafsiofaldos im Verkehr mit den überseeischen Ländern. Der im Warenaustausch mit europäischen Ländern bestehende Ausfuhrüberschuß hat sich weiter vermindert. Die Steigerung der Ausfuhr beruht fast ausschließlich auf einer Zunahme des Fertigwarenexports. An dieser war die Mehrzahl der Fertigwarengruppen beteiligt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. • Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., ftraimur. a. i>i. äen. ,Yiannui u. tiu Berlin iVranfiurt a. JDl. Berlin Schluß« kurS Schluvl. Abend- börle Schlußkurs Schlußk Mittag, börsc Schluß« hird Schlußk. Abend« böric Schluß« für« Schlußk. Mittag« börfe Schluß« fürs Schluß!. Abend« börsc Schluß« kurS Schlußk. Miltag- börle Datum 13-10. 15-10. 13.10. 15.10. Datum 13.10. 15-10. 13-10. 15-10- Datum 13-10 15-10- 13-10- 15.10. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 192? 6% ebem.7% Tt. ReichSanI. v. 1929 6%% Doung-Anlcihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. DeSgl. ohne AuSIoi.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolküstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 12.................. 6%% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ligut......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSloj.. Rechten ............. Deutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. V/i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6y,% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- brtesanslalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergulfch. Verrechnungskurs. <% Oesterreichifche Goldrente.... 4,20% Oesterreichifche Silberrente 4% Ungarische Gvldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 454% desgl. von 1913.......... 6% abgcst. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanstihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 95,75 92,9 100,75 94,5 93 93,5 100 92,5 92,5 93 94 94,5 101,75 29 1,35 7-6 7,05 7 13,9 8,1 95,75 93,25 100,25 94,5 93 93,5 92,5 93,13 93,9 94,75 101,75 1,35 6,95 7 13,5 8,1 96,25 93.5 100-5 95 93 93 94,25 94,25 101,75 29,25 7,8 13,9 96,13 93,25 100,25 94,75 93 94,75 101,75 28,75 1,3 7,7 7,1 7,05 13,5 4% deSgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente ti. 1903 4^2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff........... o Norddeutscher Lloyd .........o AG. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. o RetchSbank ................ 12 A.E.G............. 0 Bekula................... Q Elektr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ...........q Felten L Guilleaume....... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische ElekMzttät ..... 5 od)udert LCo............. 5 Siemens L Halske........... 7 Lahmeyer L So............. jo Buderus .................... Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. 0 Ilse Bergbau ............... e Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............... 0 Mannesmann-Röhren........0 8,1 4,75 7 4,3 35 29 31 81,25 96 72,5 76 79,25 147 29 145.65 104,25 119,5 77,25 111,5 94,5 142,5 123,5 87,65 108,25 65 106-5 149,65 118.25 78 77,4 8,1 4,6 7 4,13 35 29 31,13 80 96,65 73 77 78,75 148 29 146,25 58,75 118,9 77 111,5 99,5 94,13 142 122,5 87,75 108,25 64,25 106,5 148,25 117,25 78 77,75 7,1 4,3 35 29,25 27 31,13 81 96,13 72,5 75,75 79,25 146,75 29.25 145,75 104,5 119.75 77.4 111,4 101,5 95 141,25 122,75 87 108,4 64,75 106,75 77,9 150,25 117,75 78,25 77,4 7,15 4,15 35 29,25 26 31,25 80 96,13 73 77 78,75 148 28,9 146,4 104,4 119 76,25 111,25 100,5 94 >42,4 122,5 87,4 107 64,25 106,65 77,75 147 117,65 77,5 77,9 Mansfelder Bergbau......... 0 KokSwerke .................. 0 Phönix Bergbau....... 0 Rheinische Braunkohlen ..... in Rheinstahl .................. 0 Bereinigte Stahlwerke........ 0 Otavt Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ b Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?y, I. G- Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 RütgerSwerke ...............0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Holz mann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Eementwerk Karlstadt....... 0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhos ............0 Zellstoff 'Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Lrenstein & Koppel ..........0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................10 Aeeri mulatoren-Fabril........0 Conti-Gummi...............0 Grttzner....................0 Mainlraftroerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 80,25 50 229 91,25 43 13 118,75 118,5 155 145,25 215-5 92,5 40,5 87 80 115,25 133 62,5 67 48,5 67 51,25 59,13 32.5 211 167,5 132 I 30,9 80 1 189.5 79,5 49,75 230 90,75 42,75 13 119,5 118,25 155 144 215,5 91,25 39,25 86 79,5 116 133 62,25 48,5 66,25 51 58,75 32,4 213 132 30,5 82 1 189,5 80,25 97,65 49,75 229 91,25 42-5 119 119 156 145 92 100,5 86,25 79-9 110,75 63 135 48,75 67-5 124.75 51-13 59 88,65 31,9 212 167 132,25 I 3°1? 1 190 79,5 97,13 49,5 229,5 91 42,25 13,65 119,5 118,5 155,5 144 91,75 98,5 86,5 79 Jj 111,5 62,9 134,25 48 66 124 51 58,5 88,5 33 213,5 131,75 1 30,9 1 190 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. TR. 13.Oktober 15-Oktober Amtliche Notierung Geld | Srie Amtliche Geld Notierung 1 Lrie Buenos Aire- Brüjsel..... Rio de Jan. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... 0,646 58,17 0,204 3,047 54,19 81,18 12,135 5,355 16,39 168-63 21-45 0,709 5,694 60,97 48,95 11,01 62-58 81,15 34,00 10,37 2,467 0,650 58,29 0,206 3,053 54,29 81,34 12-165 5,365 16,43 168-97 21.49 0,711 5,706 61,09 49,05 11,03 62,70 81,31 34,06 10,39 2,471 Banfnoler 0,642 58,17 0,204 3-047 54,04 81-18 12,10 5,345 16 39 168,50 21.45 0,707 5,694 60,80 48-95 10,98 62,40 81,09 34,02 10,38 2,471 L 0,646 58,29 0,206 3,053 54.14 81,34 12,13 5-355 16.43 168,84 21,49 0,709 5,706 60,92 49,05 11 00 62,52 81,25 34,08 10,40 2,475 Budapest .. Neuyork... Berlin,15. Oktober Geld Zrie! 7 Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,423 53,01 53,88 12,065 16,35 168,08 21,33 60,64 2 62,24 80,91 33 88 2,443 58,25 54,10 12,105 16,41 168 76 21,41 60,88 62,48 81,23 34,02 k. er. Nr. 242 Drittes Matt Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Dienstag, lb. Oktober 1934 |e Einweihung eines Heims für den Arbeitsdienst. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger ■ 4 en hielt, faßte er den kamerad» auch der teilnahm. Ehret htehdöengtäber Opfert am2D.unö 21 Oktober Volksbund Deutsche RnegsgräbeiMrforge L ff sr'Ü 81 M-52 h ließ seine Guthaben bei mir meist viele Monate tejen, bis er das Geld brauchen konnte. In der ;rjlationszeit bat ich ihn, sein Guthaben nicht bei in stehen zu lassen wegen der raschen Geldentwer- Wenn die Arbeiten hier abgeschlossen seien, sei Vorsorge getroffen, daß das Gebäude der wandernden Jugend zur Verfügung gestellt werde, die, anknüp- Das beginnt wie ein Sensationsdrama und endet (sehr happy) ungefähr wie ein Schwank; — das übrige, so in der Mitte, könnte beinahe ein Volks- der der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge jede erdenkliche Unterstützung angedeihen ließ. Die SA. und zahlreiche Verbände werden diese Sammlung wirksam unterstützen. Im Reiche Adolf Hitlers ist endlich wieder das Band der Treue und Dankbarkeit mit unseren gefallenen Helden geknüpft, das solange in den Jahren der Schmach zerrissen war. Keine Vertauschten sie wehmütige Erinnerungen an die Heimat aus, in der heute das hohe Fest begangen wurde. Um diese Erinnerungen noch gegenwärtiger werden zu lassen, zeigten sie sich gegenseitig Briefe und Bilder ihrer Angehörigen und bekannten in England. Unter den Photographien, die Cummins Kamerad aus seiner Brieftasche nahm, befand sich auch die eines hübschen jungen Mädchens, und als Cummins das Bild in Hänö tung. Das war die einzige Zeit, in der er ein Bankkonto hatte. Er ließ sich bei der Deutschen Bank in Darmstadt ein Konto einrichten. Da er aber eine unüberwindliche Abneigung dagegen hatte, so etwas wie Zahlungsaufträge selbst zu unterschreiben, beauftragte er G u n d o l f, die Unterschrift „Stefan George" unter den Auftrag zu setzen. Er sagte, Gun- dolf könne seinen Namen so schreiben, daß er selbst später nicht wüßte, ob er oder Gundolf die Unterschrift geleistet hätte Aber die Bank wußte es: er bekam den Brief zurück mit der lakonischen Bemerkung: „Wir bitten um eigenhändige Unterschrift". Das war ihm doch zu dumm, er gab das Bankkonto auf und hat sich niemals wieder eins geben lassen. Auch als er nach dem Tode seines Vaters seine Erbschaft antrat, hatte er kein Bankkonto nötig. Das Geld in „sicheren Werten" anzulegen, das war ihm zu bürgerlich. Er verwendete es lieber für Reisen. Als später die Inflation kam, sagte er mir einmal: „Ich habe damals das Geld sicherer und besser angelegt als wenn ich es auf die Bank gegeben hätte." Bondi wendet sich auch gegen die häufig vertretene Auffassung, daß Stefan George nur von einem kleinen Kreis Auserwählter habe verstanden werden wollen und daß er nichts getan habe, sein Schaffen auch breiteren Schichten nahezubringen. „Das Heilige zu profanieren ist Frevel; dennoch sind Heiligtümer der Menge nicht verschlossen, sondern allen zugänglich, die sie mit Ehrfurcht aufsuchen. ; Genau so war es nicht Georges Absicht, seine Kunst ! seinem Volk zu verschließen, das er heiß geliebt hat und im Geistigen zu führen wünschte. Nur verabscheute er jede Profanierung, daher konnte er seine ßefer nicht suchen, sondern mußte von ihnen gesucht werden. Aber es ist ein Irrtum, zu glauben, daß er je gewünscht hat, sein Werk der Öffentlichkeit zu entziehen." Stefan George, persönlich. Aus den Erinnerungen seines Verlegers. „George war vielleicht der stolzeste, aber zugleich auch der am wenigsten eitle der Menschen." Mit diesen Worten tritt Georg Bondi in einem in seinem Verlag erschienenen kleinen Bändchen dem Ruf entgegen, der den Dichter bisweilen in die Nähe anmaßender Beweihräucherung oder literatenhaiten LRinkels bringen zu können glaubte, ohne seine hohe gestalt damit jedoch in Wirklichkeit anzutasten. Londi ist ein durchaus berufener Kronzeuge. Schon in Jahre 1897 hat er Stefan George kennen ge- Itrnt, dessen Name nur in einem kleinen Kreis Ein- g weihter genannt wurde und dessen Dichtungen bumals nur als Privatdrucke in sehr geringer Äuf- Icqe verbreitet waren. In Georg Bondi hat der lichter einen Verleger gefunden, der aus innerlicher Übereinstimmung mit dem hier wirkenden Geist das Leben Stefan Georges bis ans Ende begleitete und M nem Werk den Weg in die Öffentlichkeit bahnen I)o (f. Das Verhältnis zwischen den beiden ist eines diir schönen Beispiele vertrauensvoller und großzügi- g-ir Zusammenarbeit von Dichter und Verleger, das in deutschen Geistesleben gottlob auch inmitten einer nüchtern auf ihren Vorteil bedachten Zeit nie» irnls verloren gegangen ist. Am 2 0. und 21. Oktober wird der Volks- bund Deutsche K r i e g s g r ä b e r f ü r s o r g e im ganzen Deutschen Reich eine Straßen- und Haussammlung durchführen, die ihm von der Reichsleitung der NSDAP., Reichsschatzmeister Schwarz, mit Schreiben vom 9. August 1934 bewilligt wurde, besonders auch im Hinblick auf den Wunsch des verstorbenen Herrn Reichspräsidenten, Arn Ausgrabungsfeld: Dr. Richter (mit dem Hut in der Hand) erklärt. Links von ihm Ministerialrat Ringshaufen; — rechts: Gaupreffeamtsleiter Woweries Einschränkungen, meist nicht ungern mitangesehen. Der Regisseur Viktor Janson hat die ebenfalls große Chance, die sich aus der oben angedeuteten Mischung ergab, seinerseits wacker ausgenutzt und nicht nur die sozialen Gegensätze der beiden Parteien wirkungsvoll aufgemacht, sondern auch eine bekömmliche Mischung von Spannung, Humor, Gemüt und Satire zustandegebracht, dazu ein Ensemble begabter Schauspieler eingesetzt: Hans S ö h n k e r vor allem, der den sympathischen jungen Mann mit der großen Karriere spielt und fast vergessen läßt, daß er von der Operette herkommt. Camilla Horn wirkt am vorteilhaftesten und überzeugendsten in den Szenen, wo sie sich „ganz klein" macht und ganz natürlich gibt. Zwei hübsche volksstückmäßige Chargen sieht man von Jakob Tiedtke und der verstorbenen Hansi Niese; gut sind auch Steinbeck, Meyerinck und die vergnügte Trude H e st e r b e r g. — Im Beiprogramm gibt es „Berg- und Eiswanderungen in der Marmolata" zu sehen und die „Freischütz"- Ouvertüre von einem französischen Orchester zu hören. Außerdem bringt das Lichtspielhaus einen Vorspann zu dem historischen Film „Schwarzer Jäger Johanna" und die neue Wochenschau. Liedeinlagen nach der bekannten Melodie „Das Märchen vom Glück", die ja von jeher in allen Tonarten und Variationen beim Film gesungen, gespielt und getanzt wird. Die rauhe Wirklichkeit dürfte in manchen nicht unwesentlichen Einzelheiten doch erheblich anders aussehen, aber darauf kam es ja der Terra diesmal nicht an. Hier sollte — nach einem Volksstück von Möller und L o - r e n z — gezeigt werden, wie einer sehr Glück macht, und das wird, mit gewissen Vorbehalten und üf)t' M- 1 im Die große Chance." Zn ein Bild verliebt. Die Liebe auf den ersten Blick hat schon oft Menschen zusammengeführt, die im Vertrauen auf ihre Empfindungen bei ihrer ersten Begegnung alle Widerstände überwanden, die sich ihrer Verbindung zunächst in den Weg stellten. Stanley Ernest Cummins aber, der kürzlich in London mit Mary Rogers vor den Traualtar trat, entschied sich für diese Liebe schon geraume Zeit, bevor er feiner Braut überhaupt begegnet war; allein ihr Bild, das ihm ein Zufall an einem Ort zwanzigtaufend Kilometer von London entfernt vor Augen führte, hatte ihn zu diesem Entschluß geführt. Vor drei Jahren war es, an einem Weihnachtsabend, den Cummins mit einem Kameraden im Polizeipräsidium von Shanghai verbrachte, wo er ange- stellt ist. Die beiden Beamten hatten an diesem Abend Wachdienst, und während sie auf die hell- erleuchteten Straßen der Fremdenstadt hinabsahen. ini. 4 d). iab irt« )ert Bon Achill. ■15: U6 .45: 20: frei 9b. nber erbt nbe. Aeichsstatthalter und Gauleiter Sprenger (im Fordergrund) mit Ministerialrat Ringshausen «rechts neben ihm) und Dr. Richter (im Bilde rechts) vor dem „Jakob-Sprenger-Haus". o-on dem Denkmalspfleger Dr. Richter einen Belicht über den Stand des Glaubergmuse- n m s und die weiteren Ausgrabungen entgegen. Nach der Besichtigung des Museums wurden Runter Führung von Dr. R i ch t e r die Ausgrabungen in Augenschein genommen, wobei sich Reichs- atthalter Sprenger wegen einer Fußver- r Atzung die Beteiligung leider versagen mußte. Dr. dichter führte die Besucher u a. zu den Resten einer f (reigelegten römischen Schmelzofenanlage, wies auf : liie Maurerreste der einstigen Reichsburg hin, erläuterte an den Wänden eines Suchgrabens die Ab- ligerung der verschiedenen Zeitperioden und zeigte md) die vorgefundenen Knochenreste und Toten- !l)äbel. Rach der Führung fand man sich zu kurzer Mit- Ingspaufe in der Unterkunft des Außenzuges der Lrbeitsbienftgruppe Bübingen ein. Reichsftatthal- I litt Sprenger erschien ebenfalls. t auf ■r im be< w'w' aus* MN' fertig' mir r vor- Srei« i, ber w 3ta* * leläuft !), bei ), bei (64,4) Honen :ember 64, <11 ehl ehl 25, 40, 84, )en en. ,75 enb on. !ym- ruch. aftil Jien. für P'üH och- zirk. 1.30: N- * bie [fbert über, iegel. Wtu« Dek chien. 12.20: Sell is L M Entschluß, nur dieses Mädchen und kein anderes auf der ganzen Welt zu heiraten. Er bat feinen Kameraden, ihm Namen und Anschrift des Mädchens zu verraten, und am selben Abend noch schrieb er an Mary Rogers in London, daß er sie liebe. Mit Hangen und Bangen wartete er auf ihre Antwort, die nicht unfreundlich war, und Brief um Brief wanderte nun von Shanghai nach London und von hier aus in das Reich der Mitte. Eine herzliche Freundschaft entwickelte sich alsbald zwischen den beiden jungen Menschen. Als Cummins nach drei Jahren den sehnlichst erwarteten Heimaturlaub erhielt, schickte er sofort ein Kabeltelegramm an „seine Braut" Mary Rogers, in dem er mit- teilte, daß er nunmehr komme, um sie zu heiraten. Würde bei einer persönlichen Begegnung der ganze romantische Liebestraum zu Ende sein? Cummins war seiner Sache ganz sicher. Er trat unbefangen der Geliebten gegenüber und wiederholte seine Werbung. Mary Rogers hat feinen Antrag nicht zurückgewiesen, und diese Liebesgeschichte endet rote im Märchen: sie heirateten sich und sind sehr glücklich! 1% tz !#>'* 21-S 60-88 tnW ?r^, 0,2$ 3,053 54.14 81,3} 12,13 5.355 16-43 168-$ 21-43 0,709 5,7$ 60.3 49,05 IbOj 62- 81-Z ,1,08 1030 2,475 Ehret die Heldengräber! Opfert am 20. und 21. Oktober. Die verräterische Wochenschau. Auf ungewöhnliche Weise ist bie Mobriber Polizei einer Scheckfälscherbanbe auf bie Spur gekommen, von der die Bank von Spanien um nicht weniger als eine halbe Million Mark beschwindelt worden ist. Fünf Schecks waren eingelöst worden, deren Unterschriften, die auf den Namen der Marquise von Padierna lauteten, sich erst nachträglich als geschickte Fälschungen erwiesen Alle Nachfor- schungen der Polizei waren vergeblich, bis sich der Kassierer der Bank plötzlich mit der Behauptung auf einem Polizeirevier einfand, er habe den Mann, der ihm den ersten Scheck vorlegte, soeben in einem Kino wiedererkannt. Sogleich wurden ihm einige Beamten als Begleiter mitgegeben, um den Burschen dingfest zu machen, aber der Kassierer wies auf die Leinwand, über die eben die Wochenschau hinhuschte. „Dies ist der Mann!" Es handelte sich um einen Ausschnitt aus einer Zuschaueraufnahme vom Pferderennen in Barcelona, bei der sich der junge Graf von Villapadierna in der Begleitung eines Mannes befand, in dem die Detektive sofort einen bekannten Spitzbuben namens Mario Finizzio erkannten. Bei der Verhaftung gelang es, gleichzeitig noch einiger anderer Komplizen des Schwindlers habhaft zu werden. Schlussel des nach dem Schirmherr Reichsstatthalter Sprenger benannten Hauses. Oberstfeldmeister Sander übernahm das Heim lrV die Obhut des Arbeitsdienstes. Mit ihm dankten alle Arbeitsmänner dem Ehren - Gauarbeitsführer Reichsstatthalter Sprenger und dem oesten Arbeitskameraden Dr. Richter, dafür, baß sie biefer besonberen Arbeit bienen dürften. Das „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde be- geiftert aufgenommen. Zum Abschluß erklangen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Im Anschluß daran nahm Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger die Besichtigung der zweckmäßigen Unterkunft vor. Nach dieser Einweihung führten die Arbeitsmänner die zahlreichen Besucher durch das Grabungsgelände. Am Abend fand man sich in zwei Gasthäusern (Blaubergs zum ' schaftkichen Beisammensein ein, an dem * (Blauberg, 13. Okt. An der Stätte der Ausgrabungen auf der nahegelegenen Burg G l a u b e r g sand am Samstag in Gegenwart des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger die Einweihung eines U n t e r k u n f t s h a u- ses für die Arbeitsbien st abteilungen statt, bie an den Ausgrabungen auf bem (Blauberg beteiligt ist. Reichsstatthalter (Bauleiter Sprenger erschien in Begleitung von Ministerialrat Rings- Hausen und Gaupresseamtsleiter W o w e r i e s. Ferner waren u. a. Gauinspekteur, Kreisleiter unb Kreisdirektor Klo st ermann, Oberbürgermeister Ritter, der Rektor der Universität, Professor D. Vornkamm, der Kanzler der Universität, Prof. Dr. H u m m e I, die Universitätsprofessoren Dr Rauch und Dr. Herzog, sämtlich aus Gießen, Sheisleiter Dr. Heiland (Büdingen) und Vertreter der Kreisämter Büdingen und Friedberg zugegen. Im Glauberg-Mufeum begrüßte Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger die Gäste, fobann nahm er Vor bem „Jakob - Sprenger -Haus, wie bie neue Unterkunft nach ihrem Förberer unb Schirmherrn ber Ausgrabungen benannt ist, hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunben, bie ben Reichsstatthalter unb (Bauleiter lebhaft begrüßten. Der Reichsstatthalter schritt bie Fronten ber SA. unb bes Arbeitsbienstes ab. Gauleiter (Sprenger hielt bann eine Ansprache unb erwähnte ben tiefen Einbruck, ben ber erste Vortrag bes Leiters ber Ausgrabungen, Dr. Richter, über bas Ziel ber Arbeiten auf ihn gemacht habe. Am meisten interessiere ihn, so sagte der Reichs- statthalter, bie Tatsache, daß durch dieses Werk die tausendjährigen Beziehungen der Besied- lung freizulegen sind, und breiten Schichten des Volkes und besonders der Jugend vor Augen geführt werden kann, wie sehr wir bodenständig sind. Die erfolgreich durchgeführten Arbeiten und die reichen Funde, die Dr. Richter gelungen feien, bewiesen die Richtigkeit seines (des Reichsstatthalters) damaligen Entschlusses der Förderung dieser Arbeiten. Und diese Arbeiten müßten weiter gefördert werden, wenn der (Blauberg in den Dienst des Volkstums gestellt werden solle. Er beglückwünsche den Gedanken, den Arbeitsdienst in den Dienst dieses Werkes gestellt zu haben. Er danke dem Arbeitsdienst, daß er mit der Tat eingesprungen sei. Es sei aber notwendig geworden, den Arbeitsmännern eine Unterkunft zu schaffen, in der sie vor Schäden der Gesundheit bewahrt blieben. Mit dem heutigen Tage solle das Museum zur Besichtigung freigegeben fein. Wenn die Mittel zu beschaffen seien, soll es erweitert werden. (Er, ber Reichsstatthalter, halte nicht viel davon, wenn alle Funde in ein großes Zentralmuseum geschasst würden, es sei richtiger, sie an Ort und Stelle so auszubreiten, daß sie durch fachmännische Erklärung des Beschauers jedem Besucher die Anlage des Werkes verständlich machen. Unser ganzer Stolz sei es, daß mit dem Bau eine Unterkunft geschaffen werden konnte für diejenigen, bie sich um bie Bergung ber Funbe bemühten, fenb an bie große Vergangenheit, ben Glauben finden soll an die Gegenwart und den Mut schöpft, fortzuarbeiten für das Volk in die Zukunft hinein. Mit dem Wunsche, daß der Leiter seine Arbeiten zu gutem Ende führen möge, übergab der Reichs- statthalter dem Denkmalspfleger Dr. Richter den Schlüssel des Heimes. Dr. Richter dankte für das ihm erwiesene Vertrauen. Sein besonderer Dank galt den Männern des Arbeitsdienstes, die sich mit Hingabe unb Ver- ftänbnis als treue Helfer erwiesen hätten. Sie feien zu einem Gefühlsverhältnis an ber Arbeit gelangt, bas (Brunbbebingung zu solcher Arbeit sei unb bas nicht hoch genug eingeschätzt werben könne. Er gab feiner besonberen Freube barüber Ausdruck, daß durch die Unterstützung des Reichsstatthalters diesen Arbeitsdienstmännern gute Lebens- und Unterkunftsbedingungen geschaffen werden konnten. Mit dem Dank an bie Führung bes Arbeitsbienstes übergab er bem Führer ber Abteilung 225 ben George war regelmäßig für mehrere Monate als (haft in Bonbis Haus, unb er erwies sich feines» c^egs als ber allzu feierliche unb abroeifenbe Mensch, fnr ben er häufig gehalten würbe. Er hatte sogar rnen ausgesprochenen Sinn für bie praktischen ringe bes Lebens, schätzte bie Drbnung bes Haus- h- lies unb sprach freubig ben Genüssen ber Tafel }L. In Fragen bes Weingeschmackes würbe seine H-nnerschast häufig angerufen, benn ber Nachkomme üseinischer Weingutsbauern verstanb sich auf einen gi ten Tropfen, unb als seine Gastgeber einmal einige Wochen ohne Köchin waren, erbot er sich al en Ernstes, bas Kochen mit zu übernehmen. In bv* Einstellung bes Dichters zu finanziellen Dingen w ... ... ........ .......... _ gewährt Bonbi einige reizvolle Einblicke: „Das nicht stück fein, allerbings mieberum mit operettenhaften Jihemienhafte aber ganz Unbürgerliche feines !ffie» seins zeigte sich auch in unseren geschäftlichen Bezie- otrgen. Niemals hat er von mir einen Vorschuß 6e~langt (obgleich er wußte, baß er ihn jeben Tag Jütte haben können.) Er tdar bebürfnislos in Bezug curf Bebürfnisse, bie mir Gelb zu befriebigen finb. iropagierung in dem Lehrerschulungslager der NSDAP, zugelassen sind. Waldwegen bis zu einer 1. die- wirkt. Ferner hat er in Mainz bisher vor rund 2000 Schulungsteilneh- zum Dortrag gebracht. Aus Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Güd. Dom Dienstag, 16. Oktober, ab bis Ende ♦* Dem gestrigen Bericht über den Kameradschaftsabend der SS. ist ergänzend nachzutragen, daß Professor Dr. Hummel am Schlüsse der Darbietungen in herzlichen Worten unter starker Zustimmung der Besucher der SS. aufrichtigen Dank für den wertvollen Abend aus- prach. Er gab dabei namens der fördernden Mitglieder den aktiven Kameraden die Versicherung, daß die FM. stets opferfreudig hinter der aktiven SS. stehen und mit ihr gemeinsam eine geschlossene Einheit der Treue und der Hingebung für den Führer Adolf Hitler bilden werden. Teilnehmer, daß die Natur auch im Herbstkleid dem Naturfreund Schönes die Fülle zu bieten vermag. ' ‘ ' ..... aus dem Rucksack ging llkama. 1. Eine Ehefrau hat das Recht, in der gemeinschaftlichen Wohnung ein verschließbares Behältnis zu haben. Sie kann einen Teil des Büfetts abschließen, jedoch nicht das ganze. 2. a) Ihr Sohn darf ohne Ihre Genehmigung das Zim. mer nicht abschließen und auch nicht den Schlüssel mitnehmen, b) Sie können jederzeit anderen Personen den Aufenthalt und das Betreten Ihrer Wohnung untersagen. 3. Sie können Ihre Ange- hörigen anzeigen, diese werden dann bestraft. Die Höhe der Strafe steht in Ermessung des Gerichts. Die Zurücknahme des Strafantrags ist möglich. Für die Propagierung seiner Ideen hat Dr. Kranz bisher in annähernd 100 öffentlichen Dor- träaen nicht nur im Gebiete des Gaues Hessen- Nassau, sondern auch in anderen Gaugebieten ge- Briefkasten der JUMfion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) weist, welch' guter Geist in deisem Unternehmen zwischen den Inhabern und dem Personal waltet, so verdient dieser erneute Ausdruck innerer Verbundenheit zwischen Inhabern und Angestellten als Zei» chen echter Volksgemeinschaft besonders hervorge- hoben zu werden. ** Der Oberhessische Gebirgsverein Zweigverein Gießen, machte seine 12. Iah- reswanderung, die ihn von Ehringshausen (Dill- kreis) über die Dianaburg — Leunerberg — nach mahnte zum Aufbruch, und bald zeigte die Hakenkreuzfahne, die hoch im Winde wehte, daß wir am Endziel angelangt waren. Frohe Einkehr wurde gehalten, fröhliche Lieder unserer Wanderer wechselten ab mit meisterhaft vorgetragenen Liedern Oberbieler Sänger. SA. und SS. ging ein und aus und grüßte uns mit dem Hitlergruß. Ein Stück nationalsozia- listifcher Entwicklung und her Wert chter Volksverbundenheit zog am geistigen Aue? vorüber. Noch ein kurzes Wort der Anerkennung unseren beiden Führern und bald landeten wir wieder, dankbaren Herzens für den schönen Wandertag mit all seinen Erlebnissen, in unserem lieben Gießen. ** Neue Bezeichnung der Landwirtschaf t s ä m t e r. Auf Anordnung des Reichsnährstandes führen sämtliche hessischen Landwirsichafts- ämter und Landwirtschaftsamts-Außenstellen (landwirtschaftliche Schulen) vom 1. Okt. 1934 ab die für das gesamte Reichsgebiet einheitliche Bezeichnung: „Bäuerliche Werkschule und Beratungsstelle der Landesbauernschaft". Sonntagsrückfahrkarten aus: Weilburg (Lahn) — Gießen — Lollar; Grävenwiesbach — Albshaufen; Beilstein (Dillkreis) — Stockhausen (Lahn)—Herborn— Wetzlar; Wetzlar — Atzbach — Lollar; Kirch- Göns— Gießen. Gültigkeit: Samstag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr. Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt ab Gießen: 2. Klaffe 1,10 RM., 3. Klaffe 0,70 RM. Lehrauftrag für Raffenhygiene und Bevölkerungspolitik. Die rassenhygienische und erbbiologische Arbeit, die von der nationalsozialistischen Bewegung schon seit Jahren propagiert wurde, fand in Dr. Kranz in Oberhessen zunächst in kleinerem Kreise, nach der Machtübernahme aber in immer größeren Bezirken erfolgreiche Fürsprache. Zur P—-----7 dieser Forschung und Lehre hat er schon wahrend der Kampfzeit den Aerztebund in Oberhessen organisiert, der nach der Machtübernahme als eine be- ondere Aufgabe seines Arbeitsprogramms die Aufklärung der Volksgenossen über die Notwendigkeit und den Segen der Ausartung und Gesundheitspflege unseres Volkes an die erste Stelle rückte. Jn- olge dieses Wirkens wurde auf Veranlassung des Vorsitzenden der Hessischen Aerztekammer Pg. Dr. Ende im vorigen Jahre eine Abteilung für Erb- gesundheitspflege und Rassenhygiene bei der Hessi- chen Aerztekammer gebildet, deren Leitung Dr. Kranz übertragen wurde. Die Aufgabe dieser Abteilung bestand vor allem in der Propaganda und in der Schulung der Bevölkerung, insbesondere in der Schulung der hiesigen Aerzteschaft über alle Fragen der Erbgesundheitspflege und der Rasenpflege, eine Aufgabe, die im Rahmen des jetzigen Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, fortge- ührt wird, dessen Beauftragter für den Gau Hes- en-Nassau nach Ernennung durch den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger Dr. Kranz ist. Gleichzeitig wurde mit wichtigen erbbiologischen Vorarbeiten begonnen. Dr. med. Kranz wurde am 30.3um l897 ge baren. Im August 1914 eilte er, erst 17 Jahre alt, als Kriegsfreiwilliger zu den Fahnen. Er machte den aanten Feldzug mit und wurde m feinem Der- lauf 9»um 2=™ her 9tefem befördert. Er ftu- bierte bann in Marburg und m Freiburg unb nahm als der Spartakusaufstand in Thüringen ausbrach, an dem Kampfe gegen die dortigen Spartakisten teil. Im Jahre 1926 habilitierte er sich für das Fach der Augenheilkunde. Seit 1928 wirkt er als Augenarzt in Gießen. In der nationalsozialistischen Bewegung kämpfte er schon vor der Machtübernahme als SA.-Mann mit und wurde in der SA. noch während der Kampfzeit zum Sturmführer ernannt. anstaltung des Staates, feine Feier des Volkes findet statt, an der nicht der Gefallenen des Weltkrieges und der Freiheitsbewegung gedacht wird. Der Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist es, der still und unermüdlich ihre letzten Ruhe- st ä t t e n, bis in die fernsten Lande, schlicht und würdig, deutschem soldatischem Empfinden entsprechend, ausgestaltet und Mahnmale schafft, die bis in spateste Jahrhunderte von deutscher Heldengröße und deutschem Opfermut zeugen werden. Erst kürzlich hat der Führer in Worten höchsten Lobes sich über die vom Dolksbund bisher geleistete Arbeit ausgesprochen. Es ist selbstverständliche Pflicht jedes Volksgenossen, diese Arbeit au unterstützen, denn Kriegsgräbersür- sorge ist nicht nur eine Pflicht der Dankbarkeit gegenüber unseren gefallenen Helden, sondern ebenso eine Pflicht der nationalen Ehre und Selbstachtung. Darum opfert, wo immer ihr am kommenden Samstag und Sonntag das Zeichen des Dolksbun- des, die fünf weißen Kreuze auf schwarzem Grunde, seht, damit seine Arbeit fortgeführt und vollendet werden kann! Aus der provinzialhauptstadt. Dorständetagung der oberhessischen evang. Frauenhilfe. Im Marlusfaol zu Gießen versammelten sich ge> ftern die Vorstände der Evangelischen Frauenhuse aus allen Teilen der Provinz Oberhessen unter der Leitung der Verbandsvorsitzenden Frau Heraeus (Offenbach). Nach dem Liede „Fahre fort" hielt Frau Lic. Führer (Berlin) eine religiöse Ansprache; das Gebet mündete im gemeinsam gesprochenen Vaterunser. Die Vorsitzende Frau Heraeus gab einen Uederblick über den Stand des deutschen Frauenwerks. An die Stelle der früheren Fünftellung trat die Zweiteilung der Gemeindearbeit im schen Frauenwerk und der gesamtkirchlichen Arbeit im Evangelischen Frauenwerk. Kirchenpolitik wird ausdrücklich abgelehnt. Unklarheiten im Verhältnis von Frauenhilfen und NS.-Frauenfchaften kamen zur Aussprache. Die Erhaltung der evangelischen Frauenerholungsheime ist nötig. Als Thema für die Winterabende wurde ein Gang durch die Zehn Gebote vorgeschlagen. „ _ . Frau Lic. Führer (Berlin) sprach über die Ent- Wicklung des Mütterdienstes in diesem Jahr. Evan- gelischer Mutterdienst läßt sich als solcher nie auf« geben und darf vor Schwierigkeiten nicht zuruck- schrecken. Von guten Ergebnissen in Westfalen wußte sie zu berichten. Iungmütterabende sind der Ort, wo von kirchlichen Wanderlehrerinnen Bibelarbeit u. ä. getrieben wird. Es ist das ein Teil der Laienschulung. _ e Eine rege Aussprache schloß mit dem Gedanken der Einführung eines monatlichen Jungmütter- abends. Im Jahr des Bibeljubiläums kam auch die Bibelarbeit ausführlich zu Wort. Mit dem Lied „Erhalt uns Herr bei deinem Wort" schloß die Tagung. Lehrgänge für Dassen- und Vererbungsfragen. LPD. Die Schulungswoche für Rassen- und Vererbungsfragen, die das Zentral- inftitut für Erziehung und unterricht in Berlin und die Rhein-Mainische Stätte für Erziehung in Mainz veranstaltet haben, wird wiederholt. Dom 25. November bis zum 1. Dezember 1934 wird sie in der gleichen Form wie die erste Woche durchgeführt. Lehrer und Lehrerinnen aller Schularten können an dem Lehrgang teilnehmen. Die Lehrer sind wiederum in dem Schulungslager der Rhein-Mainischen Stätte für Erziehung, GFZ.-Kaserne, untergebracht, während die Lehrerinnen auf der Zitadelle wohnen. Die Kursusgebühr beträgt 18 Mark. Die Vorträge werden durch den Besuch der Ausstellung „Rasse, Volk, Familie" ergänzt, die die Rhein-Mainische Stätte für Erziehung in Mainz auf der Zitadelle aufgebaut hat. Anmeldungen sind an die Rhein-Mainische Stätte für Erziehung, Mainz-Zitadelle, bis zum 10. November zu richten. Die Teilnehmer werden von dort einberufen und erhalten auf Grund des Einbe- rufungsschreibens eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung fer Woche werden von den Blockfrauen und Blockhelferinnen der NS.-Frauenschaft Spenden für das Winterhilfswerk, wie Bekleidungsstücke aller Art, auch Leibwäsche, Erstlingswäsche und Windeln gesammelt. Ich bitte, die für die Sammlung bestimmten Sachen möglichst verpackt und mit Inhaltsangabe versehen bereitzuhalten. Heil Hitler! Friedel, Ortsgruppenamtsleiter. 7K5£3., Fachschast Höhere Schule. Fachgruppe Deutsch. Nächste Sitzung Freitag, 19. Oktober, 16 Uhr, im Seminarzimmer der Oberrealschule. Dr. Kiefer, Fachschaftsleiter, notigen. — TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Was ihr wollt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die große Chance". — Oberhessischer Kunstverein: 16 bis 17 Uhr, Turmhaus am Brandplatz, Ausstellung. — Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung des Lustspiels von Shakesspeare „Was ihr wollt" unter der Spielleitung des Intendanten. (Siehe gestrige Anzeige!) — Der Konzertverein beruft im heutigen Anzeigenteil eine Mitgliederversammlung auf kommenden Freitag ein. Näheres in der heutigen Anzeige. — Die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine veranstaltet heute einen Vortragsabend, über den im Anzeigenteil Näheres zu ersehen ist. Gictzcncr Woc",. nmarklpreise. * Gießen, 16. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische Kühlhauseier) 10 bis 12, (ausländische) 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zent- ner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 4 bis 5 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8 bis 10, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 50 bis 70, Tomaten 12 vis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Nach einer kräftigen Atzung es weiter auf hübschen W> Waldblöße, auf der die goldene Herbstsonne lag und wo Baumstämme zu einer Ruhepause einluden. Malerisch gruppiert saß und lag die Wanderschar und ließ sich von der warmen Sonne den Buckel bescheinen. Scherzworte flogen hinüber und herüber und frohe Wanderlieder klangen durch den Wald. (Erfreulich wir es, wie gerade beim Wandern unser Volkslied gepflegt wird, und so manches schöne Lied, das unsere nationalsozialistische Volksbewegung wieder aus dem Schutt hervorholte, hat (Eingang gefunden bei uns Wanderern. Doch der Stand der Sonne Wohnung erweitert wird, so wird die Miete für die gesamte Wohnung neu festgesetzt. 3. (Eine Partei ober deren Vertreter kann in einem Prozeß nicht als Sachverständiger gehört werden. 4. Auf Antrag unb nach Aolauf bes alten Rechnungsjahres können bie Müllabfuhrgebühren nur erlassen werben, wenn bas Gebäube leersteht. mein seine Gedanken „ „ „ seiner Feder sind auch mehrere Arbeiten über dieses Fachgebiet hervorgeaangen, wovon an dieser Stelle nur das von Prof. Dr. Kuhn und Dr. med. Kranz gemeinsam herausgegebene volkstümliche Buch „Von deutschen Ahnen für deutsche Enkel" erwähnt sei, das jetzt im 13. bis 18. Taufend erscheint unb zu den „Ersten hundert nationalsozia- listischen Büchern" gehört, die von der Reichsleitung In Vertretung des erkrankten Hygienikers unserer Universität, Prof. Dr. Kuhn, hielt Dr. Kranz während zweier Semester an unserer Universität Vorlesungen über Rassenhygiene, die nunmehr den Lehrauftrag zur Folge hatten. Ferner wurde im Einvernehmen mit der Hessischen Regierung von Prof. Dr. D u k e n, dem Leiter der Kinderklinik, in letzter Zeit durch die Ueberlassung einer Abteilung an Dr. Kranz die Möglichkeit geschaffen, sein Aufgabengebiet in einem eigenen Institut zu erweitern und zu vertiefen. Daneben wird er im engsten Einvernehmen mit dem Gaupropagandaleiter Müller-Scheld die bisherige rassenpolitische Schulung aller Gliederungen der Bewegung im Zusammenarbeiten mit dem Gauschulungsleiter Pg. Demmer durchführen. Ferner sollen allmählich alle Bevölkerungsschichten rassenhygienisch geschult und in den Stand gesetzt werden, die rassenpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung, die für den Wiederaufbau unseres Volkes unb zu seiner Gesundung unbedingt notwendig sind, richtig beurteilen zu können unb zu unterstützen. Zu bem Aufgabengebiet, das Dr. Kranz in diesem Teile der Bewegung bearbeitet, gehören auch Erbbegutachtungen, Gutachten bei (Einbürgerungen usw. Von besonderer Wichtigkeit ist auch die von ihm seit einiger Zeit in Angriff genommene erbbiologische Bestands- aufnahme des hessischen Volkes, eine Arbeit, bie wahrscheinlich viele Jahre in Anspruch nehmen unb grunblegenb fein wird für alle künftigen bevvlkerungs- unb rassenpvlitischen Maßnahmen, für die er schon von jeher, auch vor der Machtübernahme, durch zahlreiche publizistische Arbeiten eingetreten ist. Ferner ist von ihm beabsichtigt, in Gießen in Kürze eine Familien- und Ehe- beratungsstelle zu eröffnen. Außerdem sind wichtige Aufgabengebiete in der Erb- und Rassenforschung, u. a. auch experimentelle Arbeiten, begonnen worden. ** Echte Volksgemeinschaft bei der Ehrung eines Veteranen der Arbei t. Man schriebt uns aus Klein-Linden: Eine frohe Ueberraschung wurde kürzlich unserem Mitbewohner Wilhelm Fink, Steinstraße 29, zuteil. Am . ... ,—r...... Tage seine 50. Geschäftsjubiläums bei der Firma \ vorhanden fern; im ungünstigen Fall kann er 3 W. u. G. Schucharb in Gießen fuhren bie beiben ] bis höchstens 5 v. H. betragen. Sie können baher Chefs ber Firma in Begleitung von zwei Angestell- von bem Verkäufer volle Erfüllung bes Kaufver- ten vor seinem Hause in Klein-Linden vor unb träges, b. h. Nachlieferung der fehlenden Kohlen- überreichten dem Jubilar im Namen der Firma menge verlangen, eventuell können Sie auch Män- einen wohlgefüllten Frühstückskorb, während die An- gelrüge geltend machen, dann aber innerhalb ge« gestellten ber Firma ihn mit einem prächtigen! setzlicher Frist. Blumenkorb beehrten. Obwohl Herr Fink infolge | V. in G. 1. Eine Friedensmiete kann nicht eigen» einer schweren Operation nicht mehr in ber Lage । mächtig ober einseitig erhöht werben. 2. Wenn eine war, bis zum 50. Jahrestag seine Geschäftseintritts OT'- “*:“K '* ", v am 1. Oktober 1884 in seiner ihm in ben langen Jahren ans Herz gewachsenen Arbeitsstätte tätig zu sein, hatten es sich bie beiben Chefs ber Firma unb feine Mitarbeiter nicht nehmen lassen, ben langjährigen Lageristen ihres Geschäfts persönlich zu beglückwünschen. Wenn schon bie große Zahl von Angestellten ber Firma W. unb G. Schucharb, bie 25 Jahre unb länger im Geschäft tätig sind, be- .. Juli 1934 an. . ** Die fälligen Stromgelder für ben Monat 21 u g uft 1934 können noch bis zum 25. Oktober ohne Kosten bezahlt werben. Aus die Bekanntmachung der Direktion des Elekrizitäts- und Wasserwerkes im heutigen Anzeigenteil sei besonders aufmerksam gemacht. ** Fahrpreisermähigungder Reichs- bahn zum Gausängertag in Wetzlar. Zu dem am 20. und 21. Oktober in Wetzlar statt» inbenben 1. Gausängertag bes Gaues 12 bes Deut- chen (Sängerbundes gibt bie Reichsbahn von allen Fahrkartenausgaben ber nachstehenben Strecken ~ ‘ Weilburg (Lahn) — sbach — Albshausen; 5. SL Die Hausbesitzerin kann nach ben heute gültigen Bestimmungen bas Halten von Kaninchen unb sonstigen Haustieren in bem Hose ihres Hauses versaaen. Koksschwund. Nach sachverständiger Auskunft soll bei Koks normalerweise überhaupt kein Schwund Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 4/- Pf., ber Zentner 4 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., ber Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 8 bis 12 Pf., Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10 bis 12, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf. ♦ ** Zum Direktor der Universitätsbibliothek ernannt. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: (Ernannt wurde der Studienrat Heinrich Clarius in Gießen zum Direktor der Universitätsbibliothek Gießen mit Wirkung vom Oberbiel führte. Darüber berichtet man uns: Am Sportplatz Ehringshausen, von wo die frohgestimmte Wanderschar einen prachtvollen Blick ins Dilltal genoß, führte der Weg durch herbstlich gefärbte Wälder zur Dianaburg, wo Frühstücksrast gehalten wurde. Ein Rundblick vom Turm überzeugte die Durch das Hessissche Staatsministerium, Ministe- rialabteiümg für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum wurde Herrn Dr. med. Heinrich Wilhelm Kranz in Gießen mit Wirkung vom W.nte^eme- fter 1934/35 an ein Lehrauftrag für Na! - fenhygiene und Bevölkerungspolitik an der Landesunioersität Gießen erteilt. Oberhessen. Kreisdirektor Dr. Stammler tritt in den Ruhestand. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: In den Ruhestand versetzt wurde der Kreisdirektor des Kreises Alsfeld Dr. Hermann Stammler auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten mit Wirkung vom 1. November 1934 an unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste. . Kirchenrat Münch t- X Schotten, 15. Okt. Gestern verstarb der hier im Ruhestand lebende, weithin bekannte frü« Here Dekan des Dekanats Schotten, Kirchenrat i. R. Emil Münch im 84 Lebensjahre. Lange Jahre war der Verstorbene in Ulfa Pfarrer, bis er 1893 nach Schotten versetzt wurde, wo er ca. 30 Jahre das erste Pfarramt und als Dekan das Dekanat Schotten versah. Durch seinen lauteren Charakter, eine vornehme Gesinnung und seine Pflichttreue genoß er als Pfarrer und Mensch höchstes Ansehen. Sein Andenken wird hier allezeit fortleben. Beisetzung von Pfarrer Laut. y. Nidda, 14. Okt. Unter außergewöhnlich großer Anteilnahme der Bevölkerung van Nidda und der näheren Umgebung wurden heute die sterblichen Ueberrefte von Pfarrer Laut zur letzten Ruhe auf den hiesigen Friedhof gebracht, nachdem der Sarg in der Stadtkirche aufgebahrt worden war, Dekan S c r i b a in treffenden Worten über den Text in Daniel 9, Vers 18, und Propst Dr. Knodt über 1. Th im. 3., Vers 13, unter Anwendung auf das Leben des Dahingeschiedenen, gesprochen hatten. Das geräumige Gotteshaus konnte die Zahl der Trauernden nicht alle fassen, noch viele standen davor. (Ein langer Trauerzug bewegte sich nach dem Trauerakt nach dem Fried- Hofe, wo eine erhebliche Anzahl von Vertretern verschiedener Korporationen, Gemeinden, Schulen usw. Kränze unter Würdigung der Verdienste des Verstorbenen niederlegten. Auftakt zum Grünberger Gattusmarkt. 4- Orünberg, 15. Okt. Als Einleitung zum diesjährigen G a 11 u s m a r f t fand, ähnlich wie in den Vorjahren, am Sonntagabend ein Heimat- abend in der Turnhalle statt. Die geräumige Halle war bis auf den letzten Platz besetzt. Bürgermeister Dr. Mild ner sprach Begrüßungsworte und wies darauf hin, daß der Heimatabend die Liebe zur Heimat, deren Geschichte, Sitten und Brauchtum machhalten wolle. Der Redner des Abends, Studienrat i. R. Walther, sprach dann über „G r ü n • berger Familiennamen", dabei ausgehend von der Entstehung der Namen überhaupt, die teils heidnisch-germanischen Ursprungs, teils nach Einführung des Christentums religiösen Ursprungs sind, oder endlich nach besonderen Merkmalen, wie Stand, Beruf, Wohnort u. a. sich gebildet haben. Eine besondere Ausgestaltung und Bereicherung erfuhr der Abend durch die Mitwirkung unseres oberhessischen Heimatdichters Georg Heß (Leihgestern) und einer hessischen Trachtengruppe aus Erksdorf bei Kirchhain, 11 Mädchen in Begleitung von Lehrer Grünewald. Herr Heß mit seinen ernsten und heiteren Gedichten in Hüttenberger Mundart, Spiel, Gesang und Volkstänze der Trachtengruppe, diese echte, unverfälschte Volkskunst fand allseits stürmischen Beifall, so daß manche Zugabe folgen muß/?. Erwähnt fei noch das Zusammenwirken von Herrn Heß mit Fräulein Wielander vorn Gießener Stadttheater. Den musikalischen Teil des Abends bestritten der Männerchor, der unter Leitung seiner Chormeisters Fr. Leib (Gießen) mehrere passende Chöre gut vortrug, sowie das Goetheorcherster unter Leitung von Tierarzt Dr. H e r d t, dessen Leistungen ebenfalls auf beachtlicher Höhe standen. Nach Dan- kesworten an alle Mitwirkenden schloß Bürgermeister Dr. M i l d n e r mit einem Sieg-Heil! auf den Führer den wohlgelungenen Abend, der mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied ausklang. Leibgardistentag in Hungen. ch Hungen, 15. Okt. Am Samstagabend hielten hier die ehemaligen Leibgardisten vom Infanterie-Regiment 115 Darmstadt einen Deutschen Abend ab. Die Ortsgruppe Hungen hatte die alten Soldaten aus der näheren und weiteren Umgebung in den „Darmstädter Hof" eingeladen. Die Stadt war festlich geschmückt. Vor Beginn erfolgte ein Propagandamarsch durch die Stadt, voran die 24 Mann starke Kapelle ehemaliger Militärmusiker unter Führung von Militärmusikmeister G r e i l i ch , dann folgte eine Abteilung der Traditions-Kompanie vom Gießener Bataillon, der sich die ehemaligen Leibgardisten anschlossen. Darnach begaben sich die Teilnehmer in den „Darmstädter Hof", dessen geräumiger Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nach dem Einmarsch der Fahnen, Begrüßung und Totenehrung durch den Ortsgruppenleiter, Kamerad Gambeiz hob dieser hervor, daß, im Gegensatz vor zwei Jahren, heute unter Adolf Hitler jeder seine vaterländische und nationale Gesinnung wieder offen zeigen dürfe. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Pg. Kirch böfer sprach in Vertretung des oer- hinderten Bürgermeisters und bearüßte mit kernigen Worten die alten Gardisten. Kamerad Glänz aus Darmstadt überbrachte die Grüße vom Bundesvorstand und sprach dem Ortsgruppenleiter und der Stadt Hungen Dank für die reae Anteilnahme aus. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Zell seit 1870/71 gedachte er der Brüder an der Saar und forderte zu Opfer und Aufklärung auf. Die gemeinsame nationale Front mit Reichswehr, ST. und SA. müsse immer enger geschlossen werden und in froher Gefolgschaft und Vaterlandsliebe wurzeln. Hierauf sprach Kamerad S ch l ö r b , eben- falls vom Bundesvorstand, und forderte alle noch fernstehenden Kameraden auf, sich der Vereinigung anzuglledern. Horst-Wessel-Lied und Deutschlandlied wurden gemeinsam gesungen. Musikmeister G r e i l i ch wartete dann mit seinen Musikern in unermüdlicher Weise mit Konzertstücken in wunderbarer und formvollendeter Schönheit auf. Eine Abteilung der Traditions-Kompanie führte Hebungen aus, die beim Publikum große Heiterkeit auslösten. Das Bodenturnen der Reichswehr, das eine Glanznummer war und hohe sportliche und künstlerische Leistungen zeigte, bedarf der besonderen Erwähnung. Landkreis (Rieften. ♦ Heuchelheim, 15. Okt. Im Verlause Der von der Führung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen angesetzten Werbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen" veranstaltete der Turnverein Heuchelheim am Samstagabend in seiner Turnhalle einen Werbeabend. Das Programm des Abends, das ausschließlich von der Turnerinnen* hirlla n üoi affend« ■ untei tungen !; Don- gennei' luf den ut dm isklG arkt, i zum nie in mat. Halle leister wies r aut itiftum tubien« rün« gehend le teils änfüh- 3 sind Stand, ine bt- chr ds i) und 91f bei Lehrer ?n unb Spiel, , dich urmi' A ichntt ndsdp SpendenfürdasWinterhilfSwett Sämtliche Zahlungen für den Kreis Giehen, die das Winterhllfswerk 1934/35 betreffen (Spenden, Strahenfammlungen, Haussammlungen, Eintopfgerichte ufro.), sind nur auf Konto der Bezirkssparkaffe Gießen, Nr. 4600 oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. ZIL Nr. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen. 5F nahe :er ft i ft . tm le ehe- lilitar« Übteb >r Da- en » ,r *&!! in dr» aal bi» >m klin- nehru"l nbe>' >r Zw f voter r off« des iit ferm; A/a"» Wd«' ui\b dl-/ 5er 5 aus, lehr, 1 i wer/, lands^ rb/5 alle. A "il”? ■5*6 •Ä* LbteNung des Vereins unter Leitung des rührigen Frauenturnwarts Otto V o l k m a n n bestritten wurde, zeigte die Vielseitigkeit des Frauenturnens m schöner Form. Es war für alle Besucher eine Freude, die exakt und anmutig ausgesüyrten Vor- führungen anzusehen. Zu Beginn des Abends begrüßte der Vereinssuhrer Otto Rinn die Besucher und wies besonders auf den Sinn der Veranstaltung hin. Am Schluß des Abends stellte der Werbewart, Dr. R e i d t, nochmals die Bedeutung, die das Frauenturnen für die Gesunderhaltung und Stählung von Körper und Geist unserer Frauen und Mädchen hat, heraus. Die hervorragenden Leistun- gen der Turnerinnen tragen hoffentlich dazu bei, daß die Abteilung weiteren Zuwachs erhält und somit die körperliche Ertüchtigung unserer weiblichen Jugend auf immer breiterer Grundlage erfolgen kann. Als augenblicklicher Erfolg des Abends, in Verbindung mit einer eingehenden Einzelwerbung, kann erfreulicherweise festgestellt werden, daß sich neben der Turnerinnenabteilung eine Frauen- abteilung bildet, die bereits in dieser Woche ihre Uebungsstunden aufnehmen wird. I Allen d orf (Lahn), 15.Okt. Am gestrigen Sonntag wurde hier das Winterhilfswerk mit einem Werbe abend eröffnet. Der Amtsleiter der NSV. (Ortsgruppe Klein-Linden - Allen- dorf) Pg. H o f sprach Worte d^r Begrüßung und machte anschließend noch einige grundsätzliche Ausführungen über das Winterhilfswerk und seine Bedeutung. Der Ortsgruppenleiter, Pg. Dr. Cröß- mann, sprach anschließend in ausgezeichneter Weise über olle Segnungen des Winterhilfswerks, erinnerte nochmals an die Ausführungen, die der Führer anläßlich der Eröffnung am 9. d. M. gemacht hat und erläuterte dann anschaulich die Leistungen im vergangenen Jahre. Im Winter 1934/35 soll noch mehr geleistet werden; denn opfern heiße nicht, wenn der gutsituierte Bürger sich in derselben Weise am Winterhilfswerk beteiligen würde, wie der einfache Arbeiter. Seine Bitte, daß Allendorf auch in diesem Jahre wieder mit an erster Stelle stehen möge, wird hoffentlich nicht ungehört verhallen. Liederoorträge des Gesangvereins Einheit, des Kirchengesangvereins, passende Gedichte der Schulkinder und Vorführungen der Turnerinnen des Turnvereins Allendorf umrahmten die Feier. Anschließend wurde von der Gaufilmstelle der Film „Der Kampf um die Scholle" vor ausverkauftem Hause vorgeführt, der, obwohl er erst sehr spät zu Ende war, sehr gut gefiel und den anwesenden Landwirten vor allem vor Augen führte, welche Gefahren ihnen oft von gewissenlosen Händlern drohen. Hoffentlich wird uns bald wieder einmal Gelegenheit gegeben, einen derartig fesselnden Film zu sehen. * Leihgestern, 15.Ott. Frau Marie Haber- mehl von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Oberschenkels und muhte sofort zur Behandlung nach Giehen gebracht werden. * Watzenborn-Steinberg, 15. Okt. Der 33 Jahre alte Arbeiter Karl Freund von hier verunglückte dieser Tage an seiner Arbeitsstätte und mußte mit inneren Verletzungen, wie auch mit Verletzungen am Kopf, durch die Freiwillige Sanitätskolonne in ärztliche Behandlung gebracht werden. wg. Großen-Buseck, 16. Okt. Im Saale der „Germania" fand eine öffentliche Grund st ücks- verpachtung statt. Es hatten sich viele Interessenten eingefunden. Für gutes Ackerland wurden 44 bis 55 Mark, für mittlere Böden 35 bis 40 Mark und für geringere Böden 20 bis 25 Mark pro Morgen Pacht geboten. Wiesenland erzielte Preise von 60 bis 70 Mark. $ f) arb ad), 15. Okt. Auf Anregung der Kirchenbehörde wurden in unserer Gemeinde mit großer Bereitwilligkeit Lebensmittel für das Evangelische Schwesternhaus in Gießen gesammelt. Die Sammlung, die sich namentlich auf Kartoffeln und Gemüse erstreckte, ergab den beachtenswerten Ertrag von 18 Zentner. Landwirt Häuser brachte die Spende mit seinem Fuhrwerk nach Gießen. Die fleitung des Schwesternhauses ließ durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Volz, ihren herzlichsten Dank aussprechen. oo Harbach, 16. Okt. Infolge des schönen Herbstwetters sind bei uns die Hackfrüchte zum größten Teil geerntet. Die Kartoffelernte lieferte über Erwarten einen reichen Ertrag. In manchen Flurteilen war dieser sogar besser als im Vorjahre. Gegenwärtig werden die letzten Futterrüben eingefahren. Ihr Ertrag ist befriedigend. Zwar läßt die'Größe und Dicke in manchen Gemarkungen zu wünschen übrig, jedoch ist die Qualität ausgezeichnet. # ß a u t e r, 15. Okt. In den letzten Tagen wurde hier durch die Konfirmanden eine Naturaliensammlung für das Elisabethen-Stift in Darmstadt durchgeführt. Demnächst soll eine Sammlung für das Johann-Friedrich-Stift in Baubach vorge- nommen werden. — Von dem Fabrikanten August Schlörb wurden 12 Zentner Birnen zur Verfügung gestellt; eine nachahmenswerte Tat. Die Dirnen wurden von der hiesigen Frauenschaft zu Honig gekocht und der NSV. zur Verfügung gestellt. Es konnten 145 Pfund Honig abgeliefert werden. * Lich, 16. Okt. Gestern ereignete sich hier ein Unfall. Der 27 Jahre alte Gespannführer Fritz Lauer mußte mit einer Gehirnerschütterung, mit Rippenbrüchen und Hand- Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Obbornhofen, 15. Oktober. Dieser Tage mahmen die acht erholungsbedürftigen Kinder iber Stadt Hagen (fünf Buben und drei Mädchen), die seit Mai in unserem Dorfe unter« gebracht waren, von hier Abschied. Die Kinder halfen bei den Feldarbeiten, soweit es in ihren Kräften stand, willig mit. Sie haben sich sehr gut «erholt und sehen durchweg frisch und gesund aus. Der Bürgermeister unseres Dorfes, der Ortsgeist- liche, ein Teil der Pflegeeltern sowie die Spiel- und Schulkameraden aus dem Dorfe geleiteten die Kinder zum Bahnhof. Sie waren zum Abschied ReichsstatthallerSprenger eröffnet dieMnlerhilfe im Gan Heffen-Aaffan. noch reichlich beschenkt unb mtf Liebespaketen versehen worden. Als der Augenblick des Abschiednehmens kam, sah man allenthalben auf beiden Seiten, bei jung und alt, feuchte Augen und traurige Gesichter. Noch ein reiches Tücherschwenken, und der Zug brachte die Kinder ihrer Heimat entgegen. * Rabertshausen, 16. Okt. Der 27jährige Maurer Karl Faber, der mit seinem Fahrrad unterwegs zu seiner Arbeitsstätte war, wurde von einem Kraftwagen angefahren, erlitt eine schwere Armverletzung unb mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. Kreis Friedberg. S Münzenberg, 15. Okt. Hier verunglückte der Zimmermann Ludwig D e b u s in seinem Säge- werk schwer. Er geriet mit seiner rechten Hand in d i e Säge, die ihm die ganze Hand mit Ausnahme des Daumens absägte. Nach Mstwoche des Reichsamtes „Volkstum und Heimat" in Friedberg * Friedberg, 15. Okt. Arn Sonntagvormittag hatten sich die Teilnehmer der R ü st w o ch e des Reichsamtes „Volkstum und Heimat" in Friedberg in der Burg versammelt. Das gemeinsame Lied „Ich habe Lust im weiten Feld ..." war der Auftakt zur Lagereröffnung. Reichsamtsleiter Haverbeck sprach zu den Lagerteilnehmern und der Bevölkerung, die sich zahlreich eingefunden hatte. Er führte etwa folgendes aus: Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg ist zum ersten Male das neue Arbeitsgebiet in Erscheinung getreten, das wir nationalsozialistische Volkstumsarbeit genannt haben und das seinen lebendigen Ausdruck in den Stoßtrupps der Deutschen Arbeitsfront findet. Unsere Arbeit fand in Nürnberg die Anerkennung und Bestätigung des Führers und Reichskanzlers. Reichsrüstwoche heißt: wir wollen in strenger Arbeit, harter Zucht und Gemeinschaftssinn uns hier zusammenfinden und als geschlossener Stoßtrupp dieses Lager verlassen. In diesem Sinne: Ans Werk! Es folgte die feierliche Flaggenhissung. Nach dem Liede „Unter der Fahne schreiten wir" erklärte der Reichsamtsleiter das Lager für eröffnet und übergab Pg. Ammon den Befehl über das Lager. Nun sprach Ministerialrat Pg. Ringshausen, der Landschaftsführer „Volkstum und Heimat" für Hessen-Nassau. Er gab zu Beginn seiner Rede seiner Freude Ausdruck, die ßaqergäfte in unserer Stadt begrüßen zu dürfen. Er überbrachte auch die Grüße der Staatsregierung. Die Rüstwoche bedeute, daß wir uns rüsten müßten in kultureller _ Beziehung, um im Kampfe die Vergangenheit zu überwinden. Das neue Volk, das wir formen wollten, stehe heute noch nicht fertig da, wie wir es ersehnen. Wir wollen uns hier das Rüstzeug holen zum Sturm auf das deutsche Haus, die deutsche Familie, Die deutsche Seele. Wir wollen die Türen einrennen, die Jahrhunderte verschlossen waren durch artfremden Geist und artfremde Menschen. Wir wollen das deutsche Volk stürmen in seiner äußeren und inneren Gestaltung. Wir wollen altes deutsches Brauchtum wieder hervorholen. Denn der Deutsche Anlegüng eines Nokverbandes wurde bet 'Schwerverletzte sofort mit dem Auto in das Johanniter- krankenhaus zu Nieder-Weifel verbracht. Lebensge- fahr besteht nicht. Der Verletzte ist Vater von drei Kindern. — Am 5. Oktober 1934 waren es 50 Jahre, daß das hiesige Ehepaar Johann Heinrich Hermann Buß L, geboren dahier am 18. Mai 1858, und Dorothea, geborene Rinker, geboren zu Nonnen- roth, Kreis Gießen, am 19. Januar 1862, zu Mün- zenberg getraut worden war. Am Sonntag, 7. Oktober, beging das rüstige Paar fein Jubelfest im Kreise der Kinder und Enkel, sowie von zahlreichen sonstigen Verwandten und Freunden. Der Ortsgeist- liche Pfarrer ß e n a übergab dem Paar nach einer Ansprache über Psalm 103 und 121 einen vom Probst der Propstei Oberhessen unterzeichneten Gedenkschein der Bandeskirche Nassau-Hessen. Wir wünschen dem Paar noch einen ruhigen, gesegneten ßebensabend. ZHif besonderem Stolz könne er fesistellen, daß der Gau hesfen-Rassau im vergangenen Jahre mit an der Spitze gestanden habe. Ueberall seien im vorigen Jahre um diese Zeit die Kartoffelzüge gerollt. Aber auch in der Gelofamm- lung habe der Gau eine der ersten Stellen eingenommen. Gauleiter Sprenger dankte dann Bürgermeister Haug, der es verstanden habe, ohne feste Organisation mit seinen Helfern improvisatorisch diese Großtat zu vollbringen. Gerade durch die stille Tätigkeit aller Mithelfer sei so Großes erreicht worden. So müsse auch in diesem Jahre das Winterhilfswerk zu einem vollen Erfolg werden. Nur noch eine Stelle gäbe es, das nationalsozialistische Winterhilfswerk. Von hier aus lasse sich die gesamte Arbeit am leichtesten Überblicken, von hier aus könne am besten die Verteilung vorgenommen werden. Besondere Ausgabe sei es, die Winterhilfe auch an die verschämten Armen heranzutragen, die nicht bäten, sondern still in ihren Stuben sähen. Gerade hier müsse das diesjährige Winterhilfswerk eingreifen. Nur in der gemeinsamen Zusammenarbeit aller könne das grohe Werk zu einem Erfolg gebracht werden. Richtschnur müsse das Wort des Führers sein, daß Opfer erst dann gelten, wo sie ein Ausdruck der Setbstbefchränkung feien, daß sie erst da beginnen, wo sie' mit einer eigenen Entbehrung verbunden seien. Wohl sei es dank der Arbeitsschlacht gelungen, eine große Anzahl von Volksgenossen- wieder in Arbeit unb Brot zu bringen, trotzdem seien aber die ßöhne in den meisten Fällen noch so gering, daß zunächst nur das Schlimmste verhütet sei. Auch hier müsse helfend eingegriffen werden, auch hier seien Opfer nötig. Die Normen für das diesjährige Winterhilfswerk feien zum Teil schon festgelegt. Aber auch darüber hinaus müsse sich jeder voll ein« setzen und sich immer des Gedankens bewußt sein: „W e n n i ch opfere, habe ich Anteil an der Not der anderen". Das sei echt nationalsozialistischer Opfergeist, eine solche Einstellung entspräche dem Geist des Führers. Wo aber wären wir hingekommen, wenn er nicht wäre. Aufgabe unserer aller sei es, den von ihm gewollten Sozialismus in die Tat umzufehen. Die Kundgebung wurde mit einem Gelöbnis von (Sauamfeleifer Bürgermeister Haug geschlossen: „Die Parole ist gegeben. Wir wollen der Welt zeigen, daß das Deutschland Adolf Hitlers ein wahrhaft Volk von einigen Brüdern ist." Mit dem Sieg-Heil auf die revolutionäre Idee des Nationalsozialismus, das Deutsche Reich und den Führer und mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-ßied fand die feierliche Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35 für den Gau Hessen-Nassau ihr Ende. war sich selber fremd geworden. Wir wollen ihn sich selbst wieder zurückgeben. Wenn unsere Vorfahren heute wieder zu uns kämen, so würden sie vielleicht staunen über manche Fortschritte auf technischen oder anderen Gebieten, sie würden aber bestimmt entsetzt fein über den Verfall unseres kulturellen Bebens. Es gilt, das deutsche Wesen, die deutsche Seele, auf die die Vergangenheit einen Angriff unternommen hatte, zurückzuerobern. Die Zeiten sind vorbei, da der artfremde Jude uns den Feierabend gestaltete. Aus eigener Arbeit, aus eigenem Empfinden und eigenem Können heraus wollen wir auch die Zeit gestalten, die uns bleibt zur Erholung und Freude nach der täglichen Pflichterfüllung. Es muß endlich der Weg wieder freigemacht werden, auch auf fultrellem Gebiete, zur großen Straße, die da führt nach Deutschland. Bürgermeister Dr. Seyd dankte namens der Stadtverwaltung für die Wahl Friedbergs zum Tagungsort. Er gab der Tagung feine besten Wunsche für fruchtbare Arbeit mit auf den Weg. (Er hob die Verdienste der Männer hervor, die sich in unserer Stadt schon Jahrzehnte in derselben Richtung betätigt haben, wie der Reichsbund für Volkstum unb Heimat es will: Professor Dr. B 1 e - cher und Professor Dreher aus Friedberg und nicht zuletzt Ministerialrat Ringshausen, dem der Bürgermeister nochmals seinen und der Stadt besonderen Dank aussprach für die Errichtung des Pädagogischen Institutes in Friedberg. Ortsgruppenleiter Pg. Dörr dankte namens der NSDAP, den Gästen, daß sie unsere Stadt zu ihrem Tagungsort und Reichstreffen gewählt haben. Mit dem ßiebe „Weit laßt bie Fahnen wehen, wir woll'n zum Sturme gehen" war bie Eröffnung bes Bagers beenbet. Die Bagerteilnehmer mar« feierten bann unter Führung von Bagerleiter A m - mon zur Burgkirche, wo anfchließenb die erste Arbeitstaaung ftattfanb. Diese würbe mit bem Siebe „Wir traben in bie Weite" eröffnet. Reichsamtsleiter Haverbeck aus Berlin sprach über bas Thema „Grunblagen ber natio • nalsozlali st Ischen V o l k s t u m a r b e i t unb bas Bekenntnis der jungen Ge- Darmstadt, 15.Okt. (BPD.) Die.heutige Er- Öffnung des Winterhilfswerks für den Gau Hessen-Nassau durch Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger trug ein überaus feierliches Gepräge. Amtsleiter, Vertreter der Behörden unb Stände, Helfer des Winterhilfswerks und Bedürftige füllten den weiten Raum des Saalbaues unb seiner Nebenräume, bie mit Palmengrün unb bunten Dahlien festlich ausgeschmückt waren. Auf ber Bühne umrahmten Fahnen das Bildnis des Füh- rers. Ms Reichs statthafter Gauleiter Sprenger mit feiner Begleitung den Saal betrat, flammte Beleuchtung auf, die Kapelle spielte den Badenweiler Marsch. Nachdem der Reichsstatthalter und sein Vertreter, Regierungsrat Reiner, sowie Staatsminister Jung, ber Beiter des Winterhilfswerks in Hessen- Nassau, Bürgermeister Haua, unb Darmstabts Oberbürgermeister Wambold auf der Bühne Platz genommen hatten, wurde die Feierstunde mit Beethovens Egmont-Ouvertüre eröffnet. Dann sprach der Oberspielleiter des Hessischen ßandestheaters Jochen ß o e l i g einen Prolog, dem zwei Männerchöre folgten. Darauf begrüßte Bürgermeister Haug die Er- schienenen unb betonte, daß das Winterhi-lfswerk ein Sinnbild für die Not- unb Brotgemeinschaft des deutschen Volkes sei. Hesien-Rassau werde auch im Winterhilfswerk 1934/35 feine Pflicht tun, wie es sie Im Jahre 1933/34 getan habe. Oberbürgermeister Wambold verband mit feiner Begrüßung den Dank an Gauleiter Sprenger. Sein Einsatz und sein Geist seien entscheidend gewesen für den Erfolg des vorjährigen Winterhilfswerkes in Hessen-Nassau. Das Winterhilfswerk wolle keine Almosen geben, sondern es gebe im Geiste des Nationalsozialismus. Veichsstatthalter Sprenger führte aus, das Winterhilfswerk fei ureigenstes Gedankengut des Führers Adolf Hitler, der dem vorjährigen Winterkampf die Worte vorausgestellt habe: „Die Internationale Solidarität des Proletariats haben wir gebrochen, dafür wollen wir die nationale Solidarität des deutschen Volkes aufbauen. Kein Andersdenkender soll von ihr ausgeschlosfen fein." Wenn man bedenke, daß die Systemträger geglaubt hätten, im Jahre 1933/34 würde keine Winterhilfe mehr möglich fein, weil vorher zu große Ausgaben für die Arbeitslofenfürforge gemacht worden feien, dann habe die nationalsozialistische Regierung diesen Zweiflern schlagend das Gegenteil bewiesen. In kurzer Zeit sei eine nationalsozialistische Organisation aufgebaut worden, die von dem Gedanken der Hilfsbereitschaft und des Opfermutes getragen worden fei. Die Ergebnisse der vorigen Jahre seien nicht nur erreicht, sondern übertroffen worden, lieber dreihundert Millionen RM. feien aufgebracht worden. "Or aff oft zu herselken*. Der Redner stellte der Tagung das Wort des Führers voran „Wenn mich einer fragt, was Nationalsozialismus bedeutet, dann antworte ich ihm: .Dienst am deutschen Beden.'" Der Sinn des Bebens ist das Beben selbst. Betrachten wir das Beben im Kosmos: wir sehen es keinem und wachsen, wir sehen wie einen roten Aaden durch alles Beben eine Zweiheit laufen: ©eburt und Tod, Nacht und Tag, Keimen und Entfaltung. Diese Bebenserkenntnis hat uns der Na- twnalsozialismus gebracht. Er hat uns gezeigt, daß die Kräfte, die in uns und außer uns wirken, größer sind als alle Theorie. Diese Gesetze müssen wir in uns erfühlen, um durch ihre Kenntnis zur höch- sten Entfaltung unseres Daseins durchzudringen. Der Begriff Menschheit an sich bringt uns noch keine Vorstellung von derselben, er ist nur denk- bar in einer artgebundenen Form. Die Art, das Blut, die Raste muß in uns zur höchsten Entfaltung kommen. Alles, was wir denken und fühlen, ist im Blute gebunden. Die Raffe ist der Urffoff, aus dem wir gemacht find, aber das Volk ist die Familie, durch die wir geformt werden. Darum muhte Adolf Hitler folgerichtig es aus- fprechen: „Die letzte Bindung ist unser Volk." Außerhalb des Volkes gibt es keine Macht, die einen Anspruch auf die Seele eines einzelnen zu stellen hat. Die Voraussetzung zum Wachsen eines Volkes ist die gleiche seelische Einheit. Die nationalsozialistische Revolution ist das Ergebnis jahrhundertelanger Kämpfe um das Bild des deutschen Menschen. Der Führer hat schon in den Zeiten des Kampfes gesagt, daß es nicht die Macht um der Macht willen sein dürfe, die wir fordern, sondern die Macht, wenn man sie besitze, habe nur dazu zu dienen, den Staat zu erobern. Aber auch der Staat ist nicht das Betzte und darf nie Selbstzweck werden, sondern das letzte Ziel des Staates muß sein, der W i 1 - stensausdruck eines starken und einigen Volkes zu fein. Unser Ziel nach der Machtübernahme muh fein: die Schaffung eines neuen Menschen. Nur darum blieb im Bause ber Jahrhunderte so vielen Revolutionen der Erfolg versagt, weil sie nicht verstanden, den neuen Menschen zu schassen. Wir haben es nicht nötig, alte Schätze aus dem Boden zu buddeln, um uns daraus Mut zu holen für unsere Aufgaben in der Gegenwart. Wir haben es nicht nötig, uns aus der Vergangenheit eine Rechtfertigung unserer Gegenwart zu holen. Volkstum ist uns die Summe aller Ausdrucksformen, die als Gestalten des Glaubens sich eine Volksseele geschaffen hat. Nur durch die Kräfte der Seele ist uns z. B. das Reich der Töne erschlossen. Nur durch die Kräfte der Seele war es möglich, ein ganzes Volk in Marsch zu setzen. Es ist uns die Fahne geworden zu einem Symbol unseres ge«» m e i n f a m e n Glaubens, es ist das ßieb gewesen, bas uns vereint, es waren unsere Kund- gebungen, bie bie beutsche Seele aufrüttelten aus ihren jahrhunbertelangen Schlaf zu neuem Beben. Wenn ein Mensch bereit ist, fein Beben für ein Symbol zu geben, so ist bieses Symbol nicht ein Stück Tuch, fonbern äußerer Ausdruck seines innersten Glaubens. Es ist unsere Aufgabe, in das Gemeinschaftsleben der Gegenwart unseres Volkes diesen Strom deutscher Vergangenheit fliehen und strömen zu lassen, um damit wieder das in jedem einzelnen anzuschlagen, was in ihm als deutschem Menschen noch lebt. Und welches war unser Weg? Wir mußten alle Kräfte, die irgendwie mit dem Volke im Sinne dieser Arbeit verbunden waren, zusammenschließen. Nicht durch einfache befohlene Gleichschaltung, sondern unter zwei Gesichtspunkteck haben wir diese Zusammenfassung durchgeführt: bie Arbeit, bie gewachsen war, würbe von uns grunbsätzalich aner- fann unb nicht zerstört; bie Kräfte, bie bisher führten, würben anerkannt, auch wenn sie nicht an bie Partei gebunben waren. Denn es ging uns hier um bie Sache. Der Grunbkern sämtlicher bis da- hin einzelner und selbständiger Gruppen schloß sich im Reichsbund „Volkstum und Heimat" zusammen. Damit war jeder einzelne eingesetzt zur weiteren Mitarbeit im Kampf um die deutsche Seele. Im Dors ist die Gemeinschaft natürlich gegeben. Im Betrieb mußte sie erst geformt werden. Diesem Zwecke dienten die Stoßtrupps. So wie diese Stoßtrupps eine Gemeinschaft bildeten, so sollten auch in den Betrieben Gemeinschaften entstehen. So wird aus Stamm und Heimat das Bild des Stammes sich runden, und so wird aus den Stämmen sich ein Volk bilden. Mit dem ßiebe „Unb wenn wir marschieren!..." schloß bie erste Arbeitstagung. Wetterauer Dorfertebeu am Nachmittag Nachmittags kam bas Bager am griebber- ger Wartturrn zusammen, wo Professor B l e - ch e r in großen Zügen ben aus ganz Deutschlanb in biefem Bager vertretenen Gästen bie Geschichte Friebbergs unb ber Wetterau erklärte. Dann ging es in frohem Marsche nach Ober -Rosbach, wo man bei Kaffee unb Kuchen eine gemütliche Stunbe verlebte. Durch Sprechchöre unb Bieber bekam man sehr halb miteinander die nötige Fühlung und Stimmung. Inzwischen war, begrüßt durch eine donnernde Rakete, Dr. Weiß aus Berlin erschienen, der Stellvertreter des Führers der N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", der bie Grüße biefer Organisation überbrachte. Dberftubienbirettor Kamerab Philipps bot bann bem Bager Proben oberhessischer Munbart. Er verstanb es in feiner temperamentvollen Art, sogleich ben nötigen Kontakt herzustellen, und begeistert stimmte das ganze Bager in den Kehrreim ein „Die Werreraa soll läwe!" In zwangloser Weise verbrachte man den übrigen Teil des Nachmittags auch in anderen ßofalen Ober-Rosbachs, das gerade die „Nachkerb" feierte. Es war ein Erleben für die Gäste, in wenigen Stunden ein Bild oberhessischen Dorflebens in sich aufzunehmen. Das bißchen Regen tat der fröhlichen Stimmung keinen Abbruch. Mit einem Bastwagen fuhren die Teilnehmer nach Friedberg zurück, um noch zu dem am Abend in der Biebfrauenkirche stattfindenden Abendkonzert zurechtzukommen. NIVEA mild, leicht schäumend, gonz wundervoll im Geichmock 3a al o Ehr-nsrieda hatte ein Gespräch mit Arndt ' - ____ —x wtvnnrioto ihr nnf: DDR ZDfLLCll uiiyci““»1-“- .“7, , t__r'. r' Uch. «ietteicht logar ftEdücher als es sonst ne Und so fuhren sie bal .ul's nicht waren immer ihre schwache Seite. S! „Hier, etwas zu lesen. Und essen Sie, wenn Sie Appetit haben, liebes Fräulein Randolf!" zu. Und einmal dachte ü------ — _ , Was Brigitte sagen wird? Für den Augenblick wird sie ja schön verdutzt sein; aber dann wird sie schon einsehen, daß es ganz gut ist, daß der Posten einer Gutssekretärin geschaffen wird. Und — selbst wenn es ihr nicht recht wäre, es ließe sich nicht mehr ändern. Käthe Randolf mußte aus dem allen heraus! schöne kleine Mädel in seiner Begleitung zu geben. Baronesse Ehrenfrieda fing ein Gespräch mit ihm an, nachdem er sich höflich nach dem Befinden ihrer Eltern erkundigt hatte. Ehrenfrieda hatte das Mädchen beinahe gehässig angestarrt. Sie konnte schöne Zähne blitzten. Dann sagte sie: „Ja — ich weiß wirklich nicht recht, was für eine Stellung du dem Mädel hier geben willst?!" „Gar keine! Es ist wirklich gar nicht nötig, daß du dich darum sorgst. Das kleine bescheidene Ding denkt gar nicht daran, eine Stellung einnehmen zu wollen. Sie ist froh, wieder Arbeit gefunden zu haben." Brigitte sah ihn groß an, dann sagte sie: „Arndt, das Mädel ist noch blutjung. Wie stellst du dir das eigentlich vor? Sie kann doch hier nicht leben wie eine Nonne." „Sie kann sich ja Gesellschaft suchen. Vielleicht die schön, als daß man da nicht gleich etwas vermuten würde." „Es hat mich weiter niemand gesehen als die beiden Baronessen Gleiberg!" „Na — dann ist die Sache ja in den besten Händen. Schon heute nachmittag gibt die Baronin Glei- Situation wurde denn dann daraus, wenn einmal 'unverhofft Gäste kamen! Sie wollte gewiß sehr nett zu dem kleinen Dingel sein, aber eine gewisse Grenze Aber immerhin interessierte ihn die Tatsache, daß Jorwitz nicht länger leerstand. Eines der schönsten Güter. Wahrhaftig, da hatte sich während seiner Abwesenheit allerlei zugetragen. Wmn es ihm auch viel lieber gewesen wäre, Brigitte hätte es ihm in ihrer burschikosen Art erzählt. Dann hätte das alles nicht so bitter-gehässig geklungen wie aus dem Munde der Baronesse Gisela. Und dann kam man auf der heimatlichen Station an. Arndt hatte der Schwester ein Telegramm geschickt, und nun war das Auto an der Bahn. Heinz, gern." „Dann allerdings!" Ehrenfrieda schwieg mürrisch. Gisela aber sagte: ..Dann ist es immer sehr gut, wenn einem gleich Herrin geben? ,, Qf , Voll Vehagen schleppt- -r ine Koffer zum Auto, verstaute sie hinten am Wagen. Dann riß er den Wagenschlag auf. Und da erhaschte er gerade noch einen Blick der schönen, blauen Madchenaugen, die groß an ihm vorüber sahen und sich auf die Hauser richleten. Die Baronessen wurden auch abgeholt. Und sie fielen über ihren Vater her, der gar nicht wußte, wie ihm geschah. Schließlich hatte er alles falsch verstanden, und er sagte: „Ein Gutssekretär ist euch aufgefallen, hat euch gar belästigt, und da hat euch dann der Arndt geholfen? Nett von ihm, sehr nett!" Und Herr Baron Gleiberg ergriff die Zügel und kutschierte seine Töchter heim. Die waren wütend auf ihn. Aber bei der Mama würden sie ja mehr Verständnis finden. 8. Kapitel. Spiel treiben, das wußte sie. Ihn schien wirklich nur der Wunsch getrieben zu haben, Käthe Randolf aus der Umgebung, in der sie sich befand, herauszunehmen. Und er batte persönlich nicht das geringste Interesse an dem Mädel. Das wußte sie nun genau, und nun würde sie Käthe Randolf ja auch schon von sich aus unter einen guten Schutz nehmen. Wenn sie nur sicher sein konnte, daß das Mädel sich auch nichts einbildete! Und Arndt hatte recht! Es gab genügend schriftliche Arbeiten hier auf dem großen Gut. Wenn da ein Menschenkind arbeiten wollte, hatte es den ganzen lieben langen i Sag zu tun. Und sie, Brigitte, hatte sich öfter noch mit den Büchern für den Haushalt, für den Milch-, Eier- und Butteroerkauf abgerackert. Ein bißchen mehr Ruhe würde ihr auch gut tun. Die großen Sachen erledigte Arndt. Die Holzverkäufe, die Viehverkäufe, die Ernteerträgnisse und so weiter. Aber für diese Arbeiten war Julchen Mittrascb gerufen worden. Der Schloßherr hatte ihr dann an einem Tage so viel diktiert, daß sie vollauf zu tun hatte. Julchen Mittrasch war froh, diese Aushilfsarbeit zu haben. Sie war ein kleines, ein bißchen schiefes Persönchen, und sie war kleinlich und gehässig. Jedenfalls war sie ihr, Brigitte, immer unsympathisch gewesen, so viel stand fest. Aber man hatte sie eben gebraucht. Sie erledigte drüben in Unterslau auch die schriftlichen Arbeiten auf dem Gemeindeamt. (Fortsetzung folgtI) was man gesehen hatte. ! was davon gewußt, und die Traute Olthoff sitzt Arndt von Berken hatte die Baronessen sehr Höf- Daheim und heult." lich begrüßt. Ihm war dieses Anstarren Käthes | $r hörte den Klatsch und hörte ihn doch auch nicht, lästig. Die Baronessen ließen das Mädchen nicht aus * ,r ' " r den Augen, und was aus dieser Begegnung für ein Klatscb sich entwickeln würde, das wußte er ja auch. Aber sonst störte ihn das alles nicht. Er war Herr seiner Entschlüsse und dachte gar nicht daran, den beiden Damen etwa gar Aufschluß über das zurückziehen." „Da kann ich immerhin noch ein Machtwort sprechen. Aber ich denke, daß Fräulein Randolf gar keine Gesellschaft will." Brigitte sah den Bruder mißtrauisch an; aber sie sagte nichts. Und er lächelte. Brigitte schwieg eine ganze Weile, dann meinte sie: „Gut und schön! Wo aber soll sie essen? Mit den Inspektoren und der Mamsell vielleicht?" „Ja! Wenn sie nicht vorzieht, allein auf ihrem Zimmer zu speisen." „Na — da wäre das ja auch geklärt." Brigitte fühlte sich sehr erleichtert. Sie hatte tatsächlich geglaubt, er wolle das Mädel mit am Herr- , schaftstische essen lassen. Und was für eine alberne Gleiberg zusammentraf. Sie beugte sich ZU ihm. Eine verwandte, Herr von Berken? .. w . , „Nein! Meine kleine Sekretärin! Fräulein Randolf!, dachte Käthe, nachdem sie ihm! „2lhi Hatten Sie nicht bisher den Gutsbetrieb mir dankbar zugenickt hatte ob feiner Fürsorge. Fräulein Ihrem Fräulein Schwester allein bewältigt? Randolf?! Wenn er doch noch ein einziges Mal । Allerdings! Aber die junge Dame hier suchte eine Fräulein Käthe zu mir sagen würde! r0['ie Stellung, und da ich meine Schwester gern Aber der Mann war in eine Zeitung vertieft, sah entlaßen wollte, so traf es sich gut. Brigitte hat viel j gar nicht mehr zu ihr hin. Und Käthe hörte ihr Die[ fUn." Herz laut und ängstlich klopfen. '0 Und die Räder sangen ihr eintöniges Lied. Sie ist viel zu schön und zu unerfahren, um länger die passende Perlon in den Weg läuft. Haben Sie berg einen Kaffee, darauf kannst du dich verlassen." in dieser Umgebung sein zu können. schon gehört, Herr von Berken, daß Schloß Jorwitz ’ „Man wird dich auch einladen müssen, Brigitte! Auf einer der Heimatstationen fliegen die zwei nngeEauft worden ist? Der neue Besitzer hat alle Man hat es bisher immer etgan. Es ist deine Schuld, Baronessen Gleiberg ins Abteil. Mit glitzernden Ländereien zurückgekauft. Alle Wälder mit dazu, wenn du meist nicht gehst." Augen sahen sie auf ihn und auf das junge Mädel. Der neue Besitzer hat drei Söhne. Und die Herr- | „Heute nachmittag gehe ich aber — verlaß dich Zweifellos gehörten die beiden doch zusammen? schäften kommen am vierten März nach Jorwitz. 1 darauf." Ehrenfrieda Gleiberg stieß ihre Schwester Gisela Die Miltbergs sind auch aus Italien zurück. Das „Das ist köstlich, Brigitte! Der Baronin wird ihr an. Das war etwas. Die Mama konnte das der hoch- Leiden der Gräfin soll sich gebessert haben. Und schöner Kuchen leid tun, der nun völlig ohne Wir- mütigen Brigitte von Berken einmal beibringen, Hugo Walternau hat geheiratet. Kein Mensch hat: kung gegessen werden muß." ------,...1.1.,- uaUa 1---k—- —"ki «»X x;« Trnitto euttinff fibt Sie lachte, und ihre großen, gesunden weißen „Offen gesagt, ich begreife dich nicht, Arndt!" . - .. . ■ _. , . . - . - Brigitte wandte wieder die gewohnte Redensart zu dem kleinen Dingel sein, aber eine gewisse Grenze an, als sie mit dem Bruder am anderen Morgen wußte man schon wahren. Und Arndt schien das ja beim Frühstück saß auch zu wollen, und das war gut. So konnte sie Er strich sich srische Butter und goldgelben Honig doch vielleicht in jeder Weise beruhigt sein Denn sie auf sein Brötchen, dann sagte er: , ™ar d°ch. ^ erschrocken, als er ihr gestern das „Das habe ich mir gedacht, Brigitte!" kleine schone Madel oon der Reise mitgebracht hatte. | „Wir hatten nie eine Gutssekretärin. Obendrein ' .Arndt aber wurde nit rat 'h^.-w hinterhältiges körnst du bloß ins Gerede. Hoffentlich haben dich keine Bekannten gesehen. Die kleine Käthe ist viel zu MM MW. Vornan von Gert Rothberg Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Derlag, Halle (S.). j ’ Ach' Aber Ihr Fräulein Schwester sagte mir erst . - ----- o - s neulich, sie könne ohne viel Arbeit nicht sein." | ihin, Arndt Berkens Heimat „Dann meint meine Schwester sicherlich die Arbeit Arndt von Berken lächelnd: jn &er Wirtschaft — Schreiben und Buchsuhren Menschen nie leiden, vielleicht, weil Mutter Natur sie seloer gar so stiefmütterlich bedacht hatte. Sie war blaß, hager, mit hängenden Schultern und oon einer respektablen Größe. Ihre farblosen Augen sahen stets durch eine Hornbrille, und die Diel zu jugendliche Kleidung wirkte an dieser Dame direkt grotesk. Ihre Schwester Gisela sah etwas besser aus, 15. Forisetzung. Nachdruck verboten! W aber ganz.—Haar rm war X Käthe stieg in die Droschke, und dann fuhr sie zum machte sich diese Dame in Gesellschaft gern mit Bahnhof, wo Herr oon Berken sie erwartete. ihrem Wissen wichtig, und sie hatte tatsächlich aus Sie fuhren zweiter Klasse. | bem Gebiete der Völkerkunde Kenntnisse zu ver- Käthe schmiegte sich in die weichen Polster. Und zeichnen Aber sie war so überheblich, daß man ihr er sah einmal auf den kleinen Fuß im feschen nicht allzu gern zuhörte. . Straßenschuh, dachte: „Immerhin haben die paar i also Ehrenfrieda hatte em Gespräch mit zirnoi Monate Berlin allerlei aus dem kleinen, scheuen DDn Berken angefangen. Und er antwortete ihr hos- Dingelchen gemacht!" lich, vielleicht sogar freundlicher, als sonst ferne Er hatte viele Zeitungen und auch Früchte ge- Gewohnheit gewesen war, wenn er mit Ehrenfrieda lauft. * ' -1-c ,hm‘ her Chauffeur machte große Augen, als der das, beiden Pfarrerstöchter und die Grete vom TWcn- junge Mädchen 7ah Was sollte denn das heißen? besitzet. Das sind nette, gebildete Mädchen." Du meine Gute es würde doch nicht etwa eine junge „Möglich! Ader es kann auch anders kommen. Wenn sie erst wissen, aus was für kleinen Verhältnissen das Mädel kommt, dann werden sie sich schnell MAGGI’WÜRZE 1 feinea/hema.«aut>gie£>tq«jüicimWit W Hotel Köhler Heute Dienstag ab 6 Uhr abends: HasimTopf 0.010 mit Kartoff.-Klößen StaatslotterieW "^3 Mark Ziehung 1. Klasse 19. und 20. Oktober Lose zu haben bei den StiatUchen-Lotterle-Elnnahmen Legler, Hindenbnrgwall 5 Buchecker, Neuen Bäue 11 Flimm, Walltoratraße 63 S637u Achtung! Die Kapelle d.NSDFB. (Stahlhelm) stellt noch einige gute 05017 MUSIKER ein. Meldung erbet an Schleufe, Steinbach. Tel. Lieh 371. Mittwoch, 17. Oft., nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Reuen- wey 28 „3um Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: Bestimmt: 1 Holznagelmaschine, 1 Pelzmantel. An Ort und Stelle, Bekanntgabe in obigem Lokal: 1 Framo-Lie° ferwagen, Schreibmaschinen, eine Nähmaschine, Kassenschränke, eine Registrierkasse, 1 Regulator, ein Grammophon,Küchenbüsetts, eine Flurgarderobe, Kleiderschränke, 1 Wäscheschrank, 1 Gläserschrank, Chaiselongues, Sofas, Schreibtische, 1 Rauchtischchen, Sessel, 1 Partie Herren- u. Damenschnür- schasten, Henenoüerhemden, -Filzhüte, Selbstbinder. 6O34d Helfrich,Stelloertret. desGerichts- vollziehers Junker in Gießen. Gießener Konzertverein e.V. Freitag, den 19. Oktober, 18.30 Uhr im Zimmer 6 des Stadthauses, Gartenstraße 20 Mitgliederversammlung Tages-Ordnung: Tätigkeitsbericht, Rechnungsablage, Voranschlag, Verschiedenes. Der Vorsitzende: Eger. 6029 d Bund der Saar-Vereine Ortsgruppe Gießen 6051 d Am 16. Oktober 1934, um 20.30 Uhr, findet im Cats Bürgerhof in Gießen ein Saar-Heimat-Abend statt. Es spricht Herr Prof. Dr. König, Gießen Uber Frankreichs Ziele an der Saar Es wird den Mitgliedern zur Pflicht gemacht, hierzu zu erscheinen. Freunde u. Gönner sind herzl. eingeladen. ............................................................................................ Bücher von denWundernder Kleinwelt Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. Von K.O.Banels 164Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften. Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 DieMlkroskopie.EineEmführung in gemeinverständlicher Darstellung von Dr.W.Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photographischen Aufnahmen des Verfassers......................................RM.3.60 EinfachsteLebensformendesTier-u. Pflanzenreichs. Naturgeschichte der mikroskopischen Süßwasserbewohner von F. Eyferth. Fünfte, von Prof. Dr. W. Schoenichen vollständig neu bearbeitete Auflage Mit über 1500 Abbildungen. 2 Bände in Halbleder gebunden RM. 38.-. Neue Ganzleinen- Ausgabe RM. 30.- Die Infusorien des Süßwassers und Meeres. Hilfsbuch zum Bestimmen nebst einer kurzen Einführung in deren Biologie. Von Prof. Dr. J. Lepsi. Mjt 550 Abbildungen. Gebunden RM. 4.— Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde Bekannte Grösstem« sucht zurBesetzung einig er Frei bezirke befähigte Vertreter die gewillt sind, durch den vrovisionsweisen Berkaus emes hochwertigen, eingeführten Artikels glänzend zu verdienen. Es kommen nur Herren in, Frage mit gewandten Umgangs- formen, die sich durch Fleiß und Energie eine dauernde gute Stellung erarbeiten wollen. Ausbildung und Verkaussunterstütmng erfolgt durch uns. Borzustellen am Mittwoch, dem 17. Oktober, im Hotel Schütz, von 2-5.30 Uhr. __ 6 41 V Zwangsversteigerung K b34 Am Montag, dem 3. Dezember 1934, vormittags 8.45 Uhr, werden durch das unterzeichnete Gericht auf dem Orlsgerlcht (Rathaus in Heuchelheim bei Gießen), die auf den Namen a) des Ehemannes, b) der Ehefrau, c) des Ehemannes und der Ehefrau eingetragenen Grundstücke versteigert: 60190 A. auf den Namen Mandler, Georg, in Heuchelheim: 1. Grundbuch für Gießen, Band 58, Blatt 3285: Flur 35, Nr. 81, Acker über der Kropbach in der Koppelhut, 1005 qm, Schätzung 331,— Mark. Flur 35, Nr. 258, Wiese in der Kropbach an der Rodheirner Straße, 248 qm, Schätzung 142,— Mark. Flur 38, Nr. 89, Acker an der Leimenkaute, 1132 qm, Schätzung 679,20 Mark. 2. Grundbuch für Heuchelheim, Band 9, Blatt 576: Flur 6, Nr. 27, Acker das Kanalwiesenfeld, 1931 qm, Schätzung 573,— Mark. Flur 10, Nr. 28, Acker über dem Kahnweg, 1279 qm, Schätzung 703,— Mark. Flur 12, Nr. 253, Wiese die Junkerwiese, 695 qm, Schätzung 482,— Mark. B. auf den Namen Mandler, Helene, geb. Lenz, Ehefrau des Georg Mandler in Heuchelheim: 1. Grundbuch für Gießen, Band 54, Blatt 2857: Flur 34, Nr. 17, Acker auf der Hardt vor der Koppelhut, 502 qm, Schätzung 175,70 Mark. Flur 35, Nr. 170, Acker über der Kropbach an der Hardt, 526 qm, Schätzung 157,80 Mark. Flur 37, Nr. 176, Acker in den krummen Gräben, 1017 qm, Schätzung 610,20 Mark. Flur 37, Nr. 285, Wiese auf die kleine Weide, 764 qm, Schätzung 458,40 Mark. 2. Grundbuch für Heuchelheim, Band 9, Blatt 577: Flur 1, Nr. 670, Hofreite (Kirchstraße 7) im Ort, 443 qm, Schätzung 6800,— Mark. Flur 7, Nr. 145, Acker am Bölzpsad, 1229 qm, Schätzung 737,— Mark. Flur 10, Nr. 95 und 96, Wiese stößt aufs Kahnplätzchen, 715 qm, Schätzung 429 Mark. Flur 11, Nr. 87, Acker in den Laschen, 1456 qm Schätzung 582,— Mark. Flur 13, Nr. 85, Wiese auf dem Stein, 1026 qm Schätzung 205,— Mark. Flur 13, Nr. 158, Wiese der Römersand, 832 qm, Schätzung 208,— Mark. Flur 17, Nr. 228, Acker in Leusel, 764 qm, Schätzung 458,— Mark. Flur 18, Nr. 7, Wiese die Kuhweide, 1053 qm, Schätzung 526 Mark. C. auf den Namen a) Mandler, Georg, und b) Mandler, Helene, geb. Lenz, dessen Ehefrau, Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft: Grundbuch für Heuchelheim, Band 9, Blatt 578: Flur 1, Nr. 294, Grasgarten hinter den Scheuern, 192 qm, Schätzung 153,— Mark. Flur 1, Nr. 671, Grasgarten im Ort, 265 qm, Grabgarten, 127 qm, Schätzung 332,— Mark. Gießen, den 12. Oktober 1934. 3m Auftrag des Hessischen Amtsgerichts Gießen: __________Soldan, Ortsgerichtsvorsteher.__________ Druckschriften In Heftform In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft und Behörden. •Jede Lieferung schnell, gut und preiswert durch die BrühPsche Druckerei, Schulstralle 7, Anruf »251 Erprobtes Rezept: Sauerkraut mit Speck für 4 Personen U/2 Pfund Sauerkraut, 1 Pfund frischen durchwachsenen Speck/ 1 Prise Kümmel, 2 rohe Kartoffeln, 1 Teelöffel Maggi's Würze. OaS Sauerkraut leicht auswaschen, knapp mit Waffer bedeckt aufs Feuer bringen, etwas Kümmel beifügen. Nach 1/2 Stunde Kochzeit das Fleisch bozugeben, leicht salzen und garkochen. Oie rohen Kartoffeln reiben, unter bas Kraut rühren, nochmals durchkochen und mit Maggi's Würze abschmecken. Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat August 1934 können noch bis zum 25. Okkober b. 3. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. 60370 Die Kasse des Elektrizitätswerkes befindet sich Gießen, Gartenstraße 3. Gießen, den 15. Oktober 1934. Direktion der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke. Lotz. tasiigir Düngekalk Torlmoll I empfiehlt billigst HcLMIer Steinstr. 73 Tel. 3681 A :;v> B •1 ■ Ehe ’s kalt wird, geh zum Oswaldsgarten! Beizeiten nach einem guten Ofen Umschau halten, heißt, sich viel Ärger ersparen. In den großen hellen Ausstellungsräumen von J. B. Häuser am Oswaldsgarten, können Sie ungeniert eine große Auswahl guter Allesbrenner, Dauerbrandöfen, Kochöfen usw. besichtigen. 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