184- Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Nr. 163 Erstes Blatt 184. Jahrgang lNontag, 16-Iull 1954 . ,. . , ____ Ä Annahme von Anzeigen . . . 4kf. . . .♦ EÄÄSESS ssrgsss miAMAHA# llHAAiAAi* MM- VJlvhvUvl «ClHlVlUvl 8M- i?.ÄiÄü: VJ V MM General-Anzeiger für Oberheffen MW richten: Anzeiger Giehen v w 1 behördliche Anzeigen 6Npf. gMn®Äin 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UnioersttStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Sieben. Schristleitung und SeschSfttftelle: Schulstrahe r M-ng-nabschiuff-Staffel8 Deutschland und die Politik der Pakte bleibt dem Urteil des angeblich Angegriffenen überlassen, so daß der politischen und militärischen Willkür Tor und Tür geöffnet sind. sWie unser H. W.-Mitarbeiter aus Kreisen des Auswärtigen Amtes weiter erfährt, ist Deutschland entschlossen, die Dinge sich organisch entwickeln zu lassen. Der britische Außenminister Sl- m o n glaubte im Unterhaus den Umstand Herausstellen zu können, daß die Grundlagen des Paktsystems auf Gegenseitigkeit beruhen. Einerseits garantierten Frankreich und Rußland ihre beiderseitigen Grenzen; andererseits würden aber auch die Grenzen Deutschlands im Falle eines Beitritts sichergestellt. Wenn die Pakte Wirklichkeit werden würden, dürfte man eine allgemeine Abrüstungskonvention erwarten. Es wäre dann zu hoffen, daß der deutsche Anspruch auf Gleichberechtigung eine vernünftige Verwirklichung finden könnte. Stiftung eines Ehrenkreuzes für die Teilnehmer am Weltkrieg f eji worden ist. Durch das Ostlocarno, in dem Frankreich die Möglichkeit eingeräumt worden ist, überall da zu intervenieren, wo es im Osten Europas seine Interessen gefährdet sehen könnte, sowie auch durch den Einbau des Westlocarno- also des bisherigen eigentlichen „Locarno"-Paktes in das Vertragswerk werden die Bestimmungen der Artikel 10 und 16 des Völkerbundspaktes praktisch beseitigt. Diese Abschnitte beziehen sich auf die Garantie der Grenzen der Unterzeichnerstaaten und auf die Möglichkeit von Sanktionen. Die von England bisher konsequent vertretene Auffassung, daß das Locarno- Abkommen keinesfalls durch irgendwelche zusätzlichen Garantien erweitert werden dürfte, ist fallen gelassen worden. In das ganze Vertragswert find die Interessen Rußlands ausgenommen worden. Die französischen Paktpläne schließen geradezu unmögliche politische Verwicklungen in sich, deren Ausmaß noch gar nicht übersehen werden kann. Deutschland steht bekanntlich auf dem Standpunkt, daß Regionalbündniffe an sich keine Grundlage bilden können für die künftige Befriedung Europas. In unserer Politik Polen gegenüber haben wir den Beweis angetreten, daß selbst unüberbrückbar erscheinende Gegensätze zwischen zwei Nationen bereinigt werden können, wenn beide guten Willens sind. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß solche zweiseitigen Vereinbarungen immer dann von Nutzen sein können, wenn sich nicht eine dritte Wacht als politische Gouvernante dazwischen schaltet und sich das Recht anmaßt, beide Vertragspartner zu bevormunden. Das französische System bricht radikal mit dem fundamentalen Grundsatz der politischhistorischen Entwicklung, daß durch Bündnisverträge und durch zweiseitige Vereinbarungen das Vertrauen der Staaten untereinander gefestigt werden soll. Barthous dreifache Paktsicherung geht nicht von Vertrauen als Voraussetzung aus, sondern vom allerhöchsten Mißtrauen jedes Staates gegen jeden anderen. So enthält das Ostlocarno nicht etwa die Formel, das im Falle von Verwicklungen Verhandlungen aufzunehmen find, sondern es wird darin ohne weiteres angenommen, daß ein Staat den andern angreift und daß dann alle Staaten über den angeblichen Friedensstörer herzufallen haben. Die Definition des Angreifers System des Unfriedens. Don unserer Berliner Redaktion. Am Donnerstag haben die englischen Botschafter in Berlin, Warschau und Rom drei P a k t - entwürfe überreicht, die während der Londoner Besprechungen die Zustimmung Englands gefunden haben und die das praktische Ergebnis der Rundreise Barthous darstellen. Das Studium des Textes dieser drei Pakte beweist eindeutig, daß der französische Standpunkt sich England gegenüber durchgesetzt hat und daß es Barthou gelungen ist, einen völligen diplomatischen Sieg über seine Kollegen in London davonzutragen. Die drei Pakte, die uns zur Kenntnis gebracht worden sind, befassen sich einmal mit der Frage des Ostlocarno, ferner mit dem russisch- französischen Bündnis und schließlich im dritten Vertragswert mit der Zusammenfassung aller bisher aus dem Völkerbund heraus geborenen verschiedenen Verträge mit den zukünftigen französischen Dertragsabsichten. Der Mittelmeerpakt ist uns nicht überreicht worden, weil man es offenbar nicht für notwendig hielt, Deutschland darüber zu informieren, da es nicht unmittelbar daran beteiligt ist. Das gesamte Vertragswert enthält kein einziges Wort über das Abrüstungspro- b l e m ; es enthält nur eine kümmerliche Andeutung, die auf Deutschlands Forderung auf Gleichberechtigung abgestellt ist. Es setzt als selbstverständlich voraus, daß Deutschland wieder in den Völkerbund eintritt. Der Oie Memelländer werden mundtot gemacht. Neuer deutscher Protest bei den Signatarmächten. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Die deutschen Bot- schafter bei den Signatarmachten des Memelstatuts haben die Anweisung erhalten, die Machte auf die neuerliche Verletzung des Statuts Das Ehrenkreuz wird nur auf Antrag verliehen. Der Antrag ist bis zum 31. TNärz 1 935 bei der für den Wohnort des Antragstellers zuständigen Ortspolizeibehörde zu stellen. Zur Antragstellung sind vorgeschriebene Vordrucke zu verwenden. Der Tag, von dem ab die Vordrucke zur Verfügung stehen, wird in den einzelnen Bezirken öffentlich bekanntgegeben werden. Vorher gestellte Anträge sind zweck- t o s und werden nicht erledigt. Nach dem 31. Wärz 1935 können Anträge nur noch berücksichtigt werden, wenn der Antragsteller den begründeten Nachweis erbringt, daß ihm eine rechtzeitige Stellung des Antrags nicht möglich war. Dem Antrag sind die im Besitz des Antrag st ellers befindlichen V e w e i s st ü ck e belzufügen. Näheres darüber ist aus den Vordrucken ersichtlich. Besitzt der Antragsteller keine Beweisstücke, so stellt er den Antrag ohne sie. Die Unterlagen werden alsdann von amtswegen besorgt. Um das Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, 'st bestimmt, daß Beweisstücke, die sich im Besitz von Behörden, Verbänden, Betrieben, Arbeitsstellen, Dereinlgun- aen und anderen Stellen befinden, dem Antragsteller auf Wunsch auszuhändigen smd Es wird darauf hingewirkt werden daß diese Wunsche ! entgegenkommend und bereitwillig behandelt werden Den Kriegsteilnehmerverbänden, die über einschlägiges Material verfügen, bietet sich hier reiche Gelegenheit, ihren Mitgliedern die erforderlichen Beweisstücke an die Hand zu geben. Das Zentra l n a ch w e i s e a m t für Kriegerverluste und Kriegergräber und das Reichsarchiv, sowie deren Zweigstellen dürfen dagegen von dem Antragsteller zur Beschaffung von Unterlagen nicht in Anspruch genommen werden. Gesuche dieser Art bleiben ausnahmslos unbeantwortet. Wegen weiterer Einzelheiten wird auf den Inhalt der Durchführungsbestimmungen verwiesen. Reichspräsident und Reichsregierung statten mit der Stiftung des Ehrenkreuzes den Millionen Helden, die in dem größten aller Kriege zum Schutz und zur Verteidigung oer Heimat in unerschütterlicher Treue und opferwilliger Todesbereuschast einer Welt von Feinden getrotzt haben, d e n Dank des Vaterlandes ab und erwarten, daß die den Beliehenen zuteil werdende Auszeichnung Sinnbild und Ausdruck des Ge- löbnisses aller Volksgenossen werde, daß wie im Weltkrieg, so in aller Z u k u n f t über dem Schicksal des einzelnen das Wohl des ewigen deut- 'schon Volkes steht. B e r l i n, 14. Juli. (DNB.) Amtlich wird mit-1 wie das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer und be- geteilt: Der Herr Reichspräsident hat auf steht aus lackiertem Eisen. Vorschlag der Reichsregierung für alle Teil-' “£~“‘..... nehmer am Weltkriege ein E - men wäre. Einen weiteren Beitrag zum Schicksal der französischen Pläne kann man in der amtlichen italienischen Erklärung der Agenzia Stefani erblicken, die der Ansicht ist, daß man den plan des Ostlocarno eigentlich empfehlen könnte, da er nach einer ursprünglich offenbar deutschfeindlichen Einstellung nach den Londoner Verhandlungen einen wesentlich anderen Lharakter erhalten habe und man auf der Grundlage der Gegenseitigkeit und der deutschen Gleichberechtigung aufbauen wolle. Es ist aber bei dieser amtlichen italienischen Haltung der eine Vorbehalt zu berücksichtigen, daß Italien n i ch t a n e i n e m O st l o c a r n o unmittelbar beteiligt ist. Es sind angesichts der italienischen Empfehlung des Paktes die gleichen Zweifel am Platze, ob der angebliche Standpunkt der Gegenseitigkeit praktisch und formell gegebenenfalls greifbare Wirklichkeit werden würde. Man verweist an maßgebender Stelle darauf, daß doch offenbar Mittelmeer-Pakt Balkan-Pakt und Ostlocarno-Pakt eine deutlich fühlbare einheitliche Linie verfolgen. Der erstere durfte doch wohl auf eine Isolier u n g 3 t a 11 e n s hinzielen, der zweite scheint als Objekt B u l g a- rien ins Auge gefaßt zu haben wahrend der dritte endlich das unangenehme Gefühl erweckt, als ob man Deutschland einzukreisen beabsichtige. Diesen großen Gesichtspunkt muß man bei der Be- Handlung der Paktfragen immer wieder unter- streichen, um zu einer vorsichtigen Auffassung zu kommen. In dieser Beziehung hat sich Polen rme bemerkenswerte Zurückhaltung an den Tag gelegt, obwohl gerade dieses Land eigentlich nicht so sehr im Mittelpunkt der Verhandlungen steht. Man litt al o gut daran, die weitere Entwicklung an sich h - rank ° mm - n zu taffen und Borte. - und Nachteile für Deutschland kühl und sachlich M prüfen. Zunächst scheinen ine Nachteile für Deutsch land in einem solchen Maße zu überwiegen, daß man erst einmal feststellen muß was hinter den Kulis en gespielt werden soll und was man uns a l s G e g e n g a b e zu bieten haben wird. Pacte General, den man als eine Art Dach-Ver- trag bezeichnen kann, ist aufs engste mit dem Dölkerbundspakt verkoppelt. Er sieht jedoch keineswegs etwa eine Reform des Völkerbundes vor, wie sie von Deutschland verlangt worden ist; er sieht auch nicht vor, in welcher Form eine faire Behandlung Deutschlands im Falle eines etwaigen Wiedereintritts gewährleistet würde; er bedingt keineswegs einen Wandel der bisherigen unhaltbaren Genfer Politik, sondern er ist aufgebaut auf der Voraussetzung, daß der Völkerbund in Zukunft ausschließlich e i n I n st r u- ment der französischen Politik darstellen wird. Grundsätzlich muß festgestellt werden, daß die Gesamtheit der paktsyfteme die französische Hegemonie über Europa in politischer und militärischer Hinsicht garantiert; daß Europa von England und Rußland bedingungslos an die stärkste Wililärmacht, Frankreich, ausgeliefert worden ist. Es ist nicht aus dem Werk ersichtlich, was Frankreich England versprochen hat, um den völligen Systemwechsel in der englischen Kontinentalpolitik herbeizuführen. Klar ist nur eins: England zieht sich zugunsten Frankreichs aus dem Europageschäft zurück. Rußland deckt durch die Paktsysteme feine Westgrenze, um im fernen Ostasien freie Hand zu bekommen, und Frankreich wird auf diese Weise der Herr Europas. Das Hegemomekomplott, wie man das russisch- französisch-englische Paktsystem bezeichnen muß, geht über den ablehnenden Standpunkt zahlreicher europäischer Länder einfach hinweg. Es wird nicht danach gefragt, was außer Deutschland u. a. noch Polen, Italien und Finnland dazu zu sagen haben. Man kümmert sich nicht darum, was etwa die genannten ober andere Nationen gegen den Eintritt Rußlands in den Völkerbund einzuwenden haben. Die Pakte stellen schlicht und einfach fest, daß die Aufnahme Rußlands in den Völkerbund b e s ch l o s- In der Wilhelmstraße ist man der Ansicht, daß durch diese Auslegung d i e G e f a h r k e i - neswegs ausgeschaltet wird, die für Deutschland bei einem etwaigen Eintritt in die Paktsysteme zwangsläufig entstehen mühte, vor allem wird mit keinem Wort daraufzurückgekommen, daß der Anspruch Deutschlands auf Gleichberechtigung ja bereits im Dezember 1932 a fier tannt worden ist. Der Anspruch auf Gleichberechtigung soll also noch einmal zu einem Handelsobjekt gemacht werden, anstatt als Voraussetzung anerkannt zu werden. Die geographische Lage Deutschlands und die bisherigen Grundsätze der deutschen Politik stehen nach wie vor im Gegensatz zu der Ansicht Sir Simons. Höchst sonderbar und merkwürdig ist die diplomatische Behandlung des Paktgeschäftes durch die drei federführenden Mächte gewesen. Gut unterrichtete Kreise des Auswärtigen Amtes weisen auf die eigenartige Tatsache hin, daß vor einiger Zeit g u e r ft der französische Botschafter beim Reichsauhenminister Freiherrn von Neurath Vorgesprächen und darauf hingewiesen hat, daß demnächst ein russischer V o r - schlag zu einem Ostlocarno-Pakt zu erwarten sei. Einige Zeit Später machte der russische Außenkom- missar Litwinow einen Besuch beim Auswärtige Amt und gab bekannt, daß demnächst der ranzösische Botschafter den Plan eines Ostlocarno-Paktes vortragen würde, und atn Donnerstag schließlich besuchte der englische Botschafter Sir Eric Phipps den Leiter der deutschen Außenpolitik und unterbreitete ihm ein ganzes Paket von Papieren, die er als das Ergebnis von Verhandlungen über das Pro - blemregionalerPaktsysteme bezeichnete. Vorher schon hatten sich einige der interessierten Mächte zuerst mit England und dann mit Italien in Verbindung gesetzt, um deren Stellungnahme zu den Plänen sestzustellen. Erst als man dort auf eine grundsätzliche Ab lehnung zusätzlicher Garantien stieß, hat man dann den 2ß e g u nmi t - telbarer Fühlungnahme mit Deutschland beschritten. Dieser verschwommene Wirrwarr von einander widerstreitenden Derhandlungsoersuchen und diplomatischen Schritten berührt zum mindesten eigenartig und läßt nicht das Gefühl aufkommen, als ob man bereits zu einer völligen lieber- einftimmung in den verschiedenen Fragen gekom- tragen. 6. Das Ehrenkreuz wird auf Antrag verliehen. Dem Beliehenen wird ein Besihzeugnis ausgestellt. 6. Personen, die wegen Landesverrats, Verrats militärischer Geheimnisse, Fahnenflucht oder Feigheit vor dem Feinede bestraft sind, darf das Ehrenkreuz nicht verliehen werden. ? Der Reichsminister des Innern oder die von ihm bezeichneten Stellen verwahren die namentlichen Verzeichnisse der Ehrenkreuzinhaber. Stirbt der Inhaber eines Ehrenkreuzes, so verbleibt es seinen Angehörigen. Wit der Durchführung dieser Verordnung beauftrage ich den Reichsminister des Innern. Der Reichspräsident: (gez.) von Hindenburg. Der Reichskanzler: (gez.) Adolf Hitler. ntnfpirf! mit der Verordnung des Reichs- Presidenten Im Reich-g-!°tzbl°tt °°r°If-nt,icht-n D u r * f ührungebestimmungen des Reichs- minifters des Innern ist folgendes zu entnehmens Es werden drei Arten von Ehrenkrenzen a) Das Ehrenkreuz für 3 r o n l f ampf e r, b) das Ehrenkreuz für S r > - g s t e ll n - h - c) das Ehrenkreuz für Witwen und El- fern. „ . ein und dieselbe Person kann nur eins Fr7ntk1m7f°r-r-uz besteht aus! , Das ffifen Die vordere Seite tragt em Mitt- fch ld m7t den Jahreszahlen 1914/18, um di- oin nhpn aeöffneter Lorbeerkranz schlingt. Öuer durch das Mittelfchild gehen zwei schräg übereinander stehende S”• icQ5teHnet). Tinci ffhrenfreug für je r i e g s i e u n e 9 m?r ist von gleicher Form und Farbe wie das Kreuz der Frontkämpser ohne d,e beiden quer durch das Mittelfchild stehenden Schwerter. An Stelle des Lorbeerkranzes tragt es einen oben ge- öffneten Eichenlaubkranz. fSa« Ehrenkreuz für die Witwen und tfHern Gefallener, an den Folgen von Verwun- duna oder in der Gefangenschaft gestorbener oder verschollener Kriegsteilnehmer hat tue gleiche Form »| Das Frontkämpferkreuz und das Ehrenkreuz für 1Ilvl « „t ........... _... Ehren -1 Kriegsteilnehmer wird an einem schwarzen, kreuz gestiftet. Die heute im Reichsgesetzblatt I zweimal weiß und in der Mitte rot durchzogenen veröffentlichte Stiftungs urkunde hat fol- Bande, das Ehrenkreuz für Witwen und Eltern qenden Wortlaut' an einem weißen, zweimal schwarz und in der 1. Mitte rot durchzogenen Bande getragen. Die Form Zur Erinnerung an die unvergänglichen Leistun- des Ehrenkreuzes ist der semerzeit l"r die Teil- gen des deutschen Dostes im Weltkriege 1914/18 * am 7n U ff i f f c ich ein Ehrenkr e uz für a e eg getraqen wird, ist d a s gleiche wie bet dieser. Kriegsteilnehmer sowie für die W i t-1 Tradition ist somit gewahrt. wen und Eltern Gefallener, an> den Fo - ßQ5 Frontkämpferkreuz erhalten diejenigen gen von Verwundung oder in Gefangenschaft ge-i ^^bbeutschen Kriegsteilnehmer, die ausweis- torbener oder verschollener Kriegsteil- Ii($ bcr Eintragung in der Kriegs- nehmer. Irangliste oder Kriegsstammrolle auf 2. deutscher Seite ober auf Seite ber JBerbünbeten an Das Ehrenkreuz besieht aus Eisen. Das Ehren- einer Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskreuz für Frontkämpfer (Frontkämpfer- kampf ober an einer Magerung teilgenommen f J i rl„ haben. Allen übrigen Kriegsteilnehmern wirb bas kreuz) tragt zwei Schwerter. Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer verliehen. , 3; ., Kriegsteilnehmer ist jeber Reichsbeutsche, Als Kriegsteilnehmer gilt zeder Reichs- R. -m Weltkriege, b. i. in ber Zeit vorn 1. August deutsche, der auf deutscher Seite oder auf Seite der b-X5 31 Dezember 1918, zur Wehrmacht Verbündeten Kriegsdienste geleistet hat. Front- eingezogen war. Dazu zählt auch bas Perso- kämpfer ist jeder reichsdeutsche Kriegsteilneh- na! ber Freiwilligen Krankenpflege des Freiwil- mer, der bei der fechtenden Truppe an einer ligen Autvmvbilkvrps, soweit sich lm Kriegs- Schlacht, einem Besecht, einem Stellungskamps «Set gebiet Eh- an einer Belagerung teilgenommen hat. nid)t „ach 9bem 31. Dezember 1918 geschlossen wor- 4 . , ., ben ist. Eine spätere Wieberverheiratung ber Witwe Das Ehrenkreuz wird am schwarz weiß- außer Betracht. Zu ben Eltern gehören auch roten Bande auf der linken Brust ge- bie Sties- ober Aboptiveltern. Lknfreun-liche Ausfälle Barthous Ä»politischen Kreisen glaubt man, daß, falls ■ Eröffnung -es Volksgerichtshofes. vor den # aucf) England und Italien für ein Fernbleiben von dem Pakt entscheiden. „News Lhronicle" teilt mit, in London fei man über die ungünstige Aufnahme des pakt- planes in Deutschland enttäuscht. Der englische Botschafter in Berlin sei aber bei seiner Unterredung mit dem deutschen Reichsaußenminister nicht in der Lage gewesen, die Erfüllung der rNindestforderungen i n der R ü st u n gsf ra ge als Gegenleistung für eine Annahme des Ostlocarnos zu versprechen. Anter diesen Umständen sei es vollkommen natürlich, daß Deutschland sich jetzt wie Daniel vorkomme, derindieLöwengrube steigen solle. Man erwarte von Deutschland, daß es in ein Abkommen eintreke, das Deutschland zwar eine Gleichheit der ver- p f l r ch t u n g e n zur Verteidigung anderer Nationen, nicht abereineGleichheit der Rechte zu seiner eigenen Verteidigung gebe. Deutschland fei nicht in der Lage, sich einem System anzuschtiehen, das trotz der Versicherun- £n Simons über dessen Wechselseitigkeit die Einkreisung Deutschlands betreibe. Trotzdem würde Deutschland klug handeln, den Paktvorschlag anzunehmen, da er die allerletzte Bemühung darstelle, ein Wiederaufleben des Bündnissystems zu verhindern. Auf dem Festessen, das der Stadtrat von Bayonne zu Ehren Barthous gab, hielt dieser eine zweite Rede. Rach einem Hinweis auf seine Rundreisen kam Barthou auf Genf zu sprechen und erklärte: In Genf habe ich zu Deutschland Rein gesagt, zu Deutschland, das, ohne anwesend zu sein, doch zugegen war und das gerade wegen seiner Abwesenheit mächtig war. Ich habe gesagt, daß jeder seine Verantwortung auf sich nehmen müsse. Wir brauchen uns ebenso wenig Bedingungen gefallen zu lassen, als wir solche aufzuzwingen haben. Ich habe zu Deutschland gesagt, daß man m i t dieser Abwesenheit ein Ende machen mufi, die voller Gefahren für die ganze Welt ist, weil jeder seinen Anteil von Verantwortung auf sich nehmen muß. Unsere Politik ist auf der Suche nach dem Frieden, nicht dem Frieden, der Staatsblocks organisiert, die sich gegeneinander stellen, sondern einem Frieden durch regionale Pakte, die ihren Unterzeichnern garantieren, daß ste gegen jeden Angriff gesichert sind. Man kann noch nicht sagen, ob nach Verwirklichung jener regionalen Pakte ein neues Zeitalter beginnt, das die Möglichkeit bietet, die Auswirkungen dieser Pakte auf die Abrüstung zu prüfen. Verhandlungen können wohl als eine Folge der Verwirklichung dieser regionalen Pakte beginnen, aber als Vorbedingung für die Pakte können sie nicht einqeleitet werden. Die düstere Stimmung, mit der die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten dem Streik in San Franzisko entgegensieht, erscheint nicht übertrieben, wenn man die alarmierenden Nachrichten berücksichtigt, die aus anderen Hafen- tadten und Industriezentren eintreffen, ^n 0 r t l a n d (Oregon) hat sich die Lage weiter verschärft. Man rechnet dort endgültig mit der Ausrufung des Generalstreiks. In Houston (Texas) wurden drei Neger bei Unruhen streikender Dock- arbeiter erschossen. Birmingham (Alabama) meldet den Streikbeschluß der Textilarbeiter für den ganzen Staat. Auch in der Hauptstadt Washing- ton herrscht eine gedrückte Stimmung angesichts des ersten wirklichen Generalstreiks in einer amerikanischen Großstadt. Ein im Jahre 1919 in Seattle versuchter Generalstreik brach bekanntlich rasch zu- boten. Die beiden erstgenannten Parteien zählen ungefähr 9 0 0 0 Mitglieder. Es steht nunmehr mit Sicherheit zu erwarten, daß allen Mitgliedern dieser drei Parteien, soweit sie nicht bereits vor sechs Monaten aus diesen ausgeschieden sind, sowohl das aktive wie das passive Wahlrecht entzogen wird. Das bedeutet selbstverständlich in außerordentlich weitgehendem Umfang die Ausschaltung der deutschen Bevölkerung auf allen Gebieten im Memelgebiet. Feierliche Eröffnung -er Heidelberger Reichsfestspiele zustandes hat der Gouverneur zunächst abgesehen. Er versicherte jedoch, daß die Truppen die Lebensmittelzufuhr sichern würden. Gedrückte Stimmung im ganzen Lande. N e u y o r k, 16. Juli (DNB. Funkspruch). Die Geschäftswelt teilt die Besorgnisse, daß der Generalstreik in San Franzisko öie (Streiflage im ganzen Lande verschärfen werde. Es wird daher gehofft, daß. Präsident Roosevelt persönlich in San Franzisko eingreifen wird, um eine Vermittlung herbeizuführen. England meint, Zureden helfe Britische Preffestimmen zu den Paktvorschlägen. Staatsmimster Dr. Schmitt Henner sprach lri)ens.:Z>anf dofur aus, daß eine Stadt des badstchen Landes für die Reichsfestspiele auserkoren wurde. Die Reichsfestspiele seien in ihrer Gestaltung unb in ihrem Ziele etwas ganz Neues. Sie leien eine Angelegenheit des ganzen Volkes. Der Ausdruck der neuen Dolkskultur, der neuen Volks- fünft der hier zur Gestaltung komme, müsse zurück- strahlen auf das ganze Volk und auch auf die frem« öen Gaste den Eindruck von dem Ringen des neugeborenen Volkes machen. Hölderlins Ode an Heidelberg leitete über zur An- prache des Heidelberger Oberbürgermeisters Dr. Nein ha us, in deren Mittelpunkt er stellte: Landschaft, Geschichte und Stammes- art der Bewohner fügen sich am Ort der Reichs- festspiele zu einerEinheit zusammen. Zu dem zusammen, was innerhalb und außerhalb der Grenzen des deutschen Volkes als d e u tf ch e m p f u n - o e n wird. Als die mahnenden Weifen der Meister- stngerouverture verklungen waren, gab Pg. Mo- raller ein Telegramm an den Führer und an Öen Sch.rmherrn der Reichsfestspiele, Reichsminister e bA?fe 5 rbefti^nt' runb ^klärte mit einem Sieg-Heil auf unsere Kunst, unser deutsches Volk und unfern Führer Adolf Hitler die Reichsfestspiele c1?nc?Qn.^a[QeI' das etwa 40 Kilometer von S°n Franzisko hegt, Ijat die Polizei ein in einem ??5ö^taUd "erwecktes D y n a m i t l a g e r, das W Ä“Ung ebf" 300 streikenden Hafenarbeitern und Arbeits- SPer,Onen durch Schüsse schwer Ernste Besorgnisse. W»rd die Streikleitung die Massen in der Hand behalten? sä « X Ä; 'L 'S m *.?Ä* rv n d o n, 16. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die An- . stcht, daß Deutschland den Pakt in seiner jetzigen Form ohne weiteres annehmen könne, wird rückhaltlos nur von der „Time s" vertreten, '0 einem anscheinend inspirierten Leitartikel die offiziöse Meinung wiedergibt, unter der Devise, die anderen Staaten hätten in völligem Ernst ihre Absicht gezeigt, für den Grundsatz der deutschen Gleich- berechtigung unter einem System der Sicherheit zu arbeiten. Die deutsche Regierung sollte bemüht fein, an dieser Aufgabe mitzuwirken. Das geplante Pakf- Wstem m der jetzigen von der englischen und italie- mschen Regierung unterstützten Form sei radikal ver- schieden von dem alten System der Bündnisse. Es sei ein Versuch, die Sicherheit im ganzen Kreise ourch gegenseitige regionale Garantien zu fördern. Es biete Deutschland Gelegenheit, mit seinen Nach- barn öusammenzuarbeiten und seine Unabhängigkeit m der Aufrechterhaltung des Friedens zu erhalten. Es wurde ferner versucht, Deutschland in den Völ- kerbund zuruckzubringen. tm Plenarsaal des Preußenhou.,» llul „r neue V o lksgerichfshof zu seiner ersten Sitzung ^ommen. Der R e i ch s j u st i z m i n i st e r eröffnete die Sitzung mit einer Rede, in der er u. a au5fu6rte: Durch das Vertrauen des Reichskanzlers find Sie, meine Herren, zu Richtern des Volksgerichtshofes berufen worden. Sie sollen deute als erste Handlung d a s eidliche Bekenntnisder reue" Erfüllung Ihrer Pflichten ab- legem Der Volksgerichtshof wird in Zukunft über Zv/)- .und Landesverrat richten. Kein Volk wie gesund es auch sei, kein Staat wie feit- gefugt er auch sei, darf einen Augenblick die Wach- samkeit außer Acht lassen, um nicht solchem Angriff zum Opfer zu fallen. Nicht die Führung des unmif- efbaren Abwehrkampfes ist Ihnen in Ihrem Rich- teramt zugefeilf, sondern die Sühne für das . V ? 6 e st e l l t e V e r d r e ch e n. be5 ®e,fe6es und die Waage der Gerechtigkeit ist in Ihre Hand gegeben. Beides zusammen der Inbegriff des Richteramtes, dessen Größe und Verantwortung gerade im deutschen Volk von jeher ehrfurchtsvoll empfunden und m i t der Ge- ®.1’ ensoerpf lief) tun g der Unabhän- g i 9 f e 11 betreibet worden ist. Ich weiß daß ^ie alle von dem heiligen Ernst dieses hohen Amtes durchdrungen sind. Es kann Sie deshalb nicht an- fedjterb wenn Sie draußen in der Welt schon vor dem Beginn Ihres Wirkens als ein Revolutions- tribunat begrüßt worden sind, das dazu bestimmt lungerns vieler zweifelhafter Elemente nur allzu sehr rechtfertigt. Obwohl die Streikenden selbst durch Bildung von Sicherheitsausschüssen Ausschreitungen vorzubeuaen suchen, kam es bereits zu verschiedenen Zusammen st ößen, die nach Ansicht der Behörden von Kommuni st en eingeleitet werden. In der Nähe des Docks wurde die Nationalgarde mit Steinen beworfen, worauf sie Feuer gab. Da sich bereits Nahrungsmitfelman- g e l fühlbar macht, versucht der Streikausschuß die unruhig werdende Bevölkeruna durch die Ankündigung zu tröffen, daß eine Anzahl von Speisehäusern offen bleiben würde. Demgegenüber weist die Presse darauf hin, daß diese Speisehäuser höchstens 3 0 0 0 Personen versorgen könnten, bei einer Gesamtbevölkerung von 700 000. Die Elektroarbeiter haben bekannt gegeben, daß sie die Streikabstimmung hinaus- schieben wollten, da eine Unterbindung der Stromzufuhr auch die Feueralarmanlagen in der ganzen Stadt l a h m l e g e n würde. Trotzdem sieht die Stadtverwaltung der weiteren Entwicklung der Lage mit größter Besorg- n i 5 entgegen, da die Befürchtung Platz greift, daß es sich um einen revolutionären Anschlag an d e r ganzen Westküste handelt, dem gegenüber die besonneneren Führer der Gewerkvereine mehr und mehr an Einfluß verlieren würden. Vielfach wird die Ansicht geäußert, daß für San Franzisko schlimmere Tage bevorstehen, als seinerzeit bei dem Erdbeben. ruf e s aj5 unabhängige Richter ver- nur® n ®efe6' verantwortlich ,uu rGo tt und Ihrem Gewissen In die- 3breSrr $fn*r9h b*e Si.ej'e6t die Treueerfüllung rnh.n dw.cht durch einen feierlichen Schwur zu ge- und toroore" bei Gott dem Allmächtigen IreuÄannIn^}en't 5,6 ^oIt und Vaterland 1 Gesetze beachten und Sie Ä'f4 en- erfüllen, und daß Ff ble Pachten eines Richters des Volksgerichts- 9m-refUÜ^ erfüüen und Ihre Stimme nach .gewissen abgeben werden." ?'besleistung dankte der Präsident M^nerichtshofes Re h n dem Führer und dem Minister für das dem Gerichtshof entgegengebrachte Vertrauen. Wir werden, erklärte Präsident Rehn unsere ganze Kraft daran setzen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Das Gesetz, nach dem wir zu urteilen haben, ist klar und eindeutig. Wir werden es °n,!Qnm,e,nben' wie es dem Willen des Gesetzgebers ent pricht, mie wir es vor Gott und unserem Gewissen verantworten können. Als Vertreter der Reichsanwalfschaft betonte Ober- eJ I1 e T> övß die Reichsanwalt, schaff, die sich in dem Elfer ihrer Pflichterfüllung von v^rfreffen lasse, stolz auf diese Bern- fung sei und ihr freudig folgen werde. Der Reichs- lustlMlnlster brachte daraus ein dreifaches Siegheil auf den Reichspräsidenten und den Führer aus/ sei Die Regierung sei sich ihrer Verantwortuna nur ?umer h n H beutfd)\ Sozialversicherung nicht nurju erhalten und zu sichern, sondern a u ch d e n n e u e n Z e l t v e r h ä l t n i s s e n u n d Anschauungen entsprechend fnrh ftalten Die Aufgaben, die das Reichsversiche-' rungsamf in Zukunft zu bewältigen habe, feien gÄMrfi’äs Aufgabe gerecht werden wird. Minister Seldte aab ^Schutz feiner Rede unter lebhaftem Beifalls Uniöe'rlltät « 8 .^ch^wiffenschaftliche Fakultät der . odem Präsidenten Schäffer C -*P räJ-Lbent &at an den Präsiden. ^^Äbversicherungsamtes nachstehendes ,,(5eI)r geehrter Herr Präsident! ?/^ri^^boerslcherungsamt und allen feinen Mit- " sende ich zur Feier feines 50jährigen Be- herzlichsten Glückwünsche. Die um- Reichsoersicherungsamtes auf _-Jiete der Sozialversicherung, des großen foi durch die Abänderung des § 10 des Staatsschutz, gesetzes nachdrücklichst hinzuweisen. ♦ Auf Grund der Aenderung zum Gesetz über den besonderen Sfaafsschutz hat der Kriegskommandant des Memelgebietes ny^mehr folgende drei deutschen Parteien geschlossen: die Sozialistische Volksgemeinschaft, die Christlich-Sozialistische Arbeitsgemeinschaft und die Memelländifche Land- wirffchaftspartei. Von diesen drei Parteien waren die beiden ersten bereits bisher ver- e i n g e Öen Verkauf ein^eschräM Jaben fahrz-ug-n liegen9 wegen Man°e/ än° Für die Polizei, die Seuerm h?9, „h s- fti“' tigen Betriebe is, behördlicherseits - i n S e nT’i'n’’ öepot eingerichtet morhpn snn* n enzin - abend wurden 5 00 H i l f s p^o U zl'st .^msfag- stellf. Der Gouverneu? haf die Sfaa .nAl-/'^" vuftragt, besondere Borsichtsmaßkahmen 'zu^treß fen, »um die Lebens mi ffelf ran spvrfe auf _en Zufahrtsstraßen nach San Franzisko S aötraT 3UM"^exn,t Der Bürgermeister der i^mÖ h»? Qsrte' er von den Rechten, die ber ^vtstand gebe, unumschränkt Gebrauch Ö-‘ Übrigens haben auch die 4000 I",!: ta ^/s, 15. Juli. (DNB.) Außenminister Bar- thou begab sich am Sonntag in Begleitung des polnischen und des portugiesischen Botschafters nach Bayonne, um bei der Einweihung von Gedenkt afeln für die auf französischer Seife gefallenen polnischen und portugiesischen Kriegs- freiroiUigen am Kriegerdenkmal in Bayonne die Regierung zu vertreten. Bei der Feier erklärte er u. a., er habe bei einer Reise nach der Front im ^ohre 1917 die Disziplin der portugiesischen Armee fesfstellen können, die ohne unmittelbaren Nutzen ihr Blut vergossen habe einzig und allein deshalb, um für die Freiheit, Gerechtigkeit und Zivilisation zu kämpfen, Begriffe, die in Schande untergegangen wären, wenn Frankreich und feine Verbündeten bei diesem großen Kampfe besiegt worden wären. Frankreich und seine Verbündeten hätten für die Sicherheit und im absoluten Sinne für die Ehre der Welf, gekämpft. Der Friedensbegriff lasse sich für Öen Franzosen nicht von öer Würöe Frankreichs und von der Sicherheit trennen. Der Minister warf dann die Frage auf, was ein« treten würde, wenn der von französischer Seite angeregte O st p a k t nicht zustandekommen würde. Mögen alle Länder auf die Stimme Englands und auf die Stimme Frankreichs hören, so rief er aus. Er könne dem polnischen Botschafter die Versicherung geben, daß der in Aussicht genommene Pakt keineswegs die Freundschaffsbeziehungen mindern oder den Geist des polnisch-französischen Bündnisses zerstören könne. ranzisko wurde, nachdem ein von Ö tÄ”“»eingesetzter' Schl°ch?ungs°u°" Ä °m ^^agL"L9'G°7^r'a -9st7^j 'N m K r /ch ^°^9w7?7sch"a ^oe'r3. und nur drpi^e" sich f“jr den Generalstreik aus Streik beginne® loUen'^n^h' 6 v ®“n‘a9 tait dem svSsä; ä wenigen Verbände, deren" Vertr7ter' wnLl/4 Äarf'beÖ 7°0° werden in Reserve gehalten um ?v^onalgardisten Ausschreitungen oder^ ernsteren Gr e antik Io fort WUZZMM ' ■ ’ . haben In Anwesenheit des Reichsstaffhalters und Gau- leiters W a g n e r wurden am Sonntagvorrnittag im pof des Heidelberger Schlosses die Reichsfesf- lplele 1 93 4 feierlich eröffnet. Der Präsident der Reichstheaterkammer, Ministerialrat O. Laubin- ger ging in seiner Aussprache aus von den Worten des Führers: „Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Jtote und Sorgen ist es wichtig, allen Menschen klar Sulchen, daß es auch noch höhere Werfe Die Reichsfestspiele sollen einen sichtbaren r künstlerischen, schauspielerischen Schaf- ens des deutschen Volkes sein. Im neuen Aufbau ?urbe, ? er Grundstock für ein neues ?nVV^e? ^^.E?ter geschaffen und unter Ein- lao großer finanzieller Mittel an vielen kleinen Sühnen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten behoben, so bafj wir heute feststellen können, daß im kom- m e n d e n Winter überall in den deutschen Städ- Kn T/l traditioneller T h e a t e r k u l t u r putsche Schauspieler tätig sein werden. Wir unterstützen dabei nicht die Höchstleistung einzelner, sondern wir wollen aus der Fülle der reichen Begabung das deutsche Genie 'w '7 lassen. Der Sinn der Reichs- estspiele ist: Dem großen Genie schauspielerischer Gestaltung Gelegenheit zum Zusammenwirken mit öen noch jungen, ringenden Berufsgenossen zu bieten und diese weiferzuführen. Generalstreik in Gan Kranzisko. Telegraph" erklärt, die deutsche Regierung könne möglicherweise nur nach aus- ? Le n P^rhandlungen und b e ■ fiApQd)(T !^-ecn Änderungen der gegenroär- Ostpakt und einem französisch- Earantieabkommen zustimmen. Zu- JÄ ^rroarten' daß Deutschland wie auch Polen Aufklärungen über g e wisse Punkte verlangen werden. Deutschland insbe,andere werde eSS Ausmaß Deutschland die von Simon schon angebeutete G l e i ch b e r e ch f i a u n a verlkijen würbe. Die deutschen Mindestforderungen fi vo-st die in der Denkschrift vom Jpm?fe -ff3, ?ufgestellfen. Dem Dölkerbundsstafut gemäß muffe eine Aussicht auf eine Ver- r e D 1 ?.? mit friedlichen Mitteln bestehen Möglicherweise für die Neutra- at fischen Deutschland und Rußland und wie x/'?kpreß" meldet, daß viele Abgeordnete n n ?n x sst°uses über bie neuen Pakfvorschläge b e - u 91 J-eien- Man sei der Ansicht, daß die Behauptung Simons, England werde in keiner Weise Prüfuna^n?^?^!"9^"/7^^Eövgen, bei" strenger ^rnmAhmA^1 stichhaltig sei, die englischen o h !?h 5n r feien vielmehr viel roe i t g e - gehender, als angenommen werde. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung stehen außer der Polizei, die um 500 Mann vermehrt wurde, fammen. ' " und außer der Nafionalgarde etwa 1000 r garde in Fan Franzisko auf etwa 4500 Mann qe= tunq des SoftneXh?« unh -Uf*IC ^red)tert)ab ftiegen ist. Von öer Erklärung des 50 3at>re Reichsversicherungsamf Berlin 14. Juli. (DNB.) Das Reichsversiche- rungsamf beging am Freitag fein 50jähriges Bestehen mit einer Jubilaurnsfitzung im ehemaligen Wenaus. Als Vertreter des Reichspräsidenten und der Reichsregierung war Reichsarbeitsminister Seldte erschienen. Der Präsident des Reichsoer- stcherungsamfes Schaffer hielt die Festrede in hör xer bie beschichte und die Bedeutung d.p bvZloloersicherung schilderte und dann run^n™?"9 "vd öie Aufgaben des Reichsversiche- ungsamteg umnß, das m das gewaltige Gebäude ehmpbhUt!$Cn Sozialversicherung als Grundpfeiler run^ Die deutsche Sozialversiche- ° vß der Präsident, bildet mit ihrem ur- np^ genossenschaftlichen Grundgedanken der gegenseitigen Hilfe und der Förderung und Auf- de^ ^mpi^^Äes gleichsam eine Brücke zwischen npf*A?fro ten- Belch Bismarcks und dem von Hitler 9 .l.m Ausbau begriffenen Dritten Reich WönÄk x^'Eswinister Seldte überbrachte dle °°"lldlicher Weise vorangegangen dem Gebiete der von r I Gereke bekanntlich ebenfalls zu 2Vr Jahren Gefäng« de^Dorsitz^nd e "zunächst^mi^dem ersten ^Anklag^ * erfolgte die Verurteilung gebung. Ein ORofettfeflfgug in Berlin. blieben. , r „ . . Des Rätsels Lösung ist ebenfalls tn dem „Jubiläum" zu suchen, das die Kommunisten am Samstag feiern konnten. Der schwere Sabotageakt der Kommunisten fand aus die elektrische Fernleitung bei Gratweih in Steiermark statt. Dadurch wurde nicht nur die Wiener Stadtversorgung, sondern, auch die Versorgung der Stadt Graz für einige Zeit unterbrochen. Politischer Mord in Wien. In Wien drangen drei unbekannte Männer in die Wohnung des Herrn Cornelius Zimmer in der Himmelpfortgasse ein und verletzten Zimmer durch Revolverschüsse schwer. Zimmer starb auf der Stelle; die drei Männer entkamen u n - e r k a n n t. Da Zimmer als Nationalsozialist seit Jahren bekannt war, nimmt die Polizei an, daß es sich hierbei um einen politischen Mord handelt. Die polizeilichen Ermittlungen haben bisher noch zu keiner Klärung geführt. Zeder Volksgenosse einmal Kleine garten- und Eigenheimbefiher! Staatssekretär Feder auf der Berliner Werbekundgebung der Kleingärtner und Kleinsiedler. Im Rahmen des Festes der deutschen Rase sand am Sonntagnachmittag auf dem Tempelhofer Feld eine Werbekundgebung des Reichsbun- des der Kleingärtner und Kleinsied, l e r Deutschlands statt. Vor der für die Kundgebung aufgebauten Fahnentribüne strömten in acht Zügen die zu einer einheitlichen Organisation zusammengefaßten Kleingärter und Kleinsiedler zusammen. Die Teilnehmerzahl betrug rund 150 000. Der Führer des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands, Dr. Kammler, sprach seine Freude darüber aus, Vertreter des Reiches, der Länder, der Stadt, der SA., SS., des Reichsnährstandes, des Reichsheimstättenamtes, der NSV. sowie der befreundeten Verbände und Organisationen begrüßen zu können. Er sehe darin eine Anerkennung der deutschen Kleingärtner- und Kleinsiedlerbe- wegung und der vom Reichsbund geleisteten Arbeit. Reichskommiffar Staatssekretär Feder komplex, der dem Angeklagten Betrug im Zusammenhang mit der Zeitschrift „T> i e L and- gemeinde" zur Last legt. Das Gericht sei zu dem Ergebnis gelangt, daß sich Dr. Gerede das Eigentum der Zeitschrift durch eine Reihe von Täuschungen in der Hauptsache dem Vorstand des Landgemeindeverbandes gegenüber angeeignet hat. Dr. Gereke fei (Eigentümer ber Zeitschrift geworden, habe dies aber durch 25 e - trug erreicht. Es fei nicht zu widerlegen, daß Dr. Gereke 480 000 Mark für die Gründung einer Zeitung erhalten habe. Dr. Gereke erklärte er habe das Geld mit Zustimmung des Geldgebers anderweitig ver- wandt. Wenn das Geld aber einmal anderwel- tig verwandt worden sei, habe keine re chftl l ch e Begründung für einen An s p r u ch aeaenüber dem Hindenburg-Kurato- rium bestanden, das Geld zuruckzuoerlangen. Wenn Dr. Gereke in diesem Punkte straftrechtlich gefehlt habe, würde er dennoch unter den Schutz der Amnestie fallen, wenn ihn darin nur politische Gesichtspunkte geleitet hätten. Das sei aber nicht der Fall und Gereke habe bestraft werden müssen. Zu dem Strafmaß erklärte der Vorsitzende, von einem Ehrverlust habe das Gericht abgesehen weil der Angeklagte nicht aus schnöder Gewinnsucht und übertriebenem politischen Ehrgeiz um seiner Person willen gehandelt habe. Die Strafe habe aber Nicht gering sein können, weil Dr. Gereke e i n e n g r o - ßen Vertrauensbruch Leuten gegenüber begangen habe, die ein Recht auf seine Ehrlichkeit gehabt hätten. ~ m e Zum Schluß der Sitzung erklärte Dr. Gereke, daß er gegen das Urteil Revision emlegen werde. In der ersten Instanz wurde Dr. Im Hohen Dom der alten Bischofsstadt Mainz wurde am 57. Todestag Wilhelm Emmanuel von Kettelers in einer Gedenkstunde für den sozialen Bischof eine K e t t e l e r l e u ch t e geweiht, die vom katholischen Werkvolk Deutschlands gestiftet worden ist. Nach dem Einzug der Pilger aus dem Ruhrgebiet, dem Saargebiet und aus Süddeutschland in den Dom nahm Bischof Dr. H u g o - Mainz die Weihe der Kettelerleuchte vor und, nachdem sie am Grabe Kettelers in der Marienkapelle Aufstellung gefunden hatte, entzündete der Mainzer Oberhirte ihre Flamme, die nun ständig brennen wird, an dem Licht der Grubenlampen der anwesenden Knappen aus dem Ruhrgebiet. Der Gottesdienst, in dem Bischof Dr. Hugo eine Ansprache und Domkapitular Lenhart die Festprediqt hielt, wurde um die Mitternachtsstunde mit einer großen Lichterprozession über den Liebfrauenplatz und den Markt mit einem Tedeum abgeschlossen. Das Ergebnis des 20. Deutschen Bundesschießens. Das 20. Deutsche Bundesschießen in Leipzig fand am Sonntagmittag mit der Slegerverkundlgung seinen Abschluß. Dabei wurden u a. folgende Ergebnisse bekannt gegeben: Deutscher V undesmeister im Feldschiehen und Standschießen wurde Adolf Bi o h l i g !.un„ Berlin mit 963 Ringen. Deutscher Bundesmeister für Kleinkaliberschießen wurde Franz Meiler aus St. Pölten mit 853 Ringen. Pi- stolenmeisterschützen des 20. ^desschie- ßens wurden der Weltmeister Torsten U l l m a n n, Waeresoe (Schweden) mit 535 Ringen und Dr. Z. W. Schneider (Schweiz) mit 522 Ringen. Mannschaftskampf für fünf Waffen 1. Schützengilde der Hauptstadt Berll n mit 1082 Ringen, 2. Leipziger Schutzengesellschaft von 1443 mit 1060 Ringen, 3 Kgl. p.rwlllgierte Haupt- schützengesellschaft München mit 1047 Ringen. Der Oppelner Rathausturm teilweise eingestürzt. Arn Sonntagabend stürzte der Oberteil des 60 Meter hohen Oppelner Rathausturmes, der in den letzten Tagen wegen Bauarbeiten versteif t werden mußte, ein. Der Turm brach zw nächst in sich zusammen und fiel dann nach d e r Sü d w e st s e i t e um. Ein Teil der Trunnner stürzte auf die Straße. Zum Glück sind Menschenleben nicht zu Schaden gekommen. Lediglich einige Schaufenster in der nächsten Umgebung wurden zertrümmert. Einige Minuten vorher hatte em Auto mit Ausflüglern die Unfallstelle passiert. Die Polize und die Feuerwehr nahmen sofort Absperrungen vor. Autobusunglück im Elsaß. Bei einem mit 30 Personen besetzten Autoomni- bus aus Schlettstadt versagten bet Der Heimkehr von einem Ausfluge die Brem- fen. In rasender Fahrt rollte der Wagen die ab. schüssige Straße hinunter. Die meisten Fahrgaste versuchten, sich durch Abspringen zu retten. Dabei wurde 1 8 P e r s o n e n s ch w e r v e r letzt. Eine Frau ist ihren Verletzungen bereits im Kran- kenhaus erlegen. Dem Wagenführer gelang es schließlich, den Wagen m einen flachen Straßen qraben zu steuern, wobei der Wagen umsturzte. Alle Insassen, die nicht abgesprungen waren, b l i e b e n u n v e r l e tz t. 30 Tote bei einem Tempelbrand in Südindien. In einem Tempel in Südindien kam es w ährend des Gottesdienstes zu einer furcht, baren Brandkatastrophe. Ein Teil der gottesdienst- Berlin, 14. Juli (DNB.) Der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von H i n d e n - bürg hat den Generalleutnant Geyer, Ches des Stabes des Gruppenkommandos II, mit dem 1. August 1934 zum Kommandeur der 5. Division und Befehlshaber im Wehr- kreis V ernannt. , . Der neue Divisionskommandeur ist 1882 m Stuttgart geboren, trat 1900 als Fahnenjunker beim Grenadier-Regiment Königin Olga in Stuttgart em, war als Leutnant mehrere Jahre beim 1. Seebataillon in Kiel mit Auslandskommando, anschließend zur Kriegsakademie und Generalstab kommandiert und wurde am 2. August 1914 Hauptmann im Generalstab. Er war dann meist in der Operationsabteilung der OHL., außerdem als Kompanie- und Bataillonsführer beim Infanterie-Regiment 33, dann als Generalstabsoffizier der 199. Infanterie- Division tätig. Nach dem Krieg gehörte er em halbes Jahr der Waffenstillstandskommisston m Spa an, war dann drei Jahre im Reichswehrministerium, zwischen 1922 und 1928 als Kompaniechef und Bataillonskommandeur beim Infanterie- Regiment 13 in Stuttgart und Ludwigsburg sowie in mehreren Generalstabsstellungen beim Stabe der 5. Division in Stuttgart. 1928 wurde er Abtei- lunqschef im Reichswehrministerium, 1931 Regimentskommandeur des 17. J -R. in Braunschweig, 1932 Jnfanterieführer V in Kassel 1933 Chef des Stabes des Gruppenkommandos II m Kassel, 1934 Generalleutnant. Oie badische Landeskirche in derlieichs- kirche eingegiiederk. Berlin, 14.Juli. (DNB.) Die badische Landeskirche hat in Gegenwart des Rechtswalters der beut (hen evangelischen Kirche und unter ausdrücklicher Zustimmung des Landesbischofs Dr. Kühlwein ihre Rechte auf die Reichs- kirche übertragen. Wie bei jeder Eingliederung wurde auch hier grundsätzlich und kirchengesetzlich festgelegt, daß das Bekenntnis und das geschichtlich gewordene Eigenleben des badischen Kirchengebiete sder besonderen Betreuung durch die Reichskirchenführung versichert ist. Die Eingliederung der badischen Landeskirche ist deshalb von Bedeutung, weil sie nach der p f a l z l ° schen Landeskirche die zweite Kirche Suddeutschlands ist, die nunmehr in dem großen evangelischen Einigungswerke aufgeht. Das stetige Vorwärtsschreiten dieses Werkes wird von den breiten Massen des Kirchenvolkes getragen, deren freu diges Bekenntnis zur deutschen Einheit auch aus kirchlichem Gebiet die mannigfaltigen Schwierigkeiten der Entwicklung überwinden hüft. Mit Dem großen evangelischen Einigungswerk marschiert auch die zunehmende Befriedung des kirchlichen Lebens. Vier Monate Gefängnis für Hermes. Kommunistische „Jubiläumsfeier" in Oesterreich. Wien und Graz durch Sabotageakt auf die elektrische Fernleitung eine Zeitlang ohne Strom.-Kommunistische „Festversammlung " durch Pol,ze, gesprengt. Nach über neunwöchiger Verhandlung wurde rrn Prozeß gegen den früheren Reichsernährungsmlni- fter Dr. Hermes folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte wird wegen Untreue ju vier Monaten Gefängnis verurteilt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Im übrigen wird der Angeklagte freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens werden Dr. Hermes auf- E^Jn der Begründung des Urteils ging der Vor- fibenbe auf bie Schwierigkeiten ein, Die bie Durchführung bes Verfahrens erschwert hätten. Zwei wichtige Personen hätten bem Gericht nicht zur Berfüauna qeftanben, barunter vor allem ber da- malige Präsident ber Preußenkasse, Dr. Kle p - per ber ins Auslanb geflüchtet sei. Zur Rationalisierung bes lanbwirtschaftlichen Genossenschaftswesens seien vom Reich, vom preußischen Staat und von der Preußenkasse zusammen 75 Mill. Mark zur Derfüauna gestellt worden. Davon erhielt die Vereinigung der deutschen christlichen Bauernvereine, aßte. Das Linienschiff „Hesse n" lief am Samstag in den Hafen von Bergen (Norwegen) ein. * Vor dem deutschen Konsulat in Ph iladelpHia kam es zu deutschfeindlichen Kundgebungen. Die Polizei schritt sofort ein, trieb die Menge auseinander und nahm drei Männer und drei Frauen fest. Später versuchte bie Volksmenge bie Festgenommenen ber Polizei auf bem Wege zum Rathaus zu entreißen. Es kam zu einem erbitterten Handgemenge. Erst berittene Polizei konnte die Ordnung wiederherftellen. * Der Sowjetbotschafter in Paris, Dowga- le m f Ci, ist an Darmkrebs gestorben. Dowgalewski, der der Vater des franzöfijch-ruffifchen Nichtangriffspaktes ist, bekleidete den Pariser Posten feit 1928, nachdem er vorher die Belange seines Landes in Japan wahrgenommen hatte. Er stand im 49. Lebensjahr. * Vizekanzler S t a r h e m b e r g ist mit dem Flugzeug nach Italien geflogen. Es heißt, daß der Vizekanzler zuerst in Venedig Aufenthalt nehmen wird. Dann soll ein Zusammentreffen mit Mussolini und Unterstaatssekretär Suvich ftattfmben. Aus alter Welt. Fahnenweihe der Langemarck- Stürmer. Im Lichthof des Zeughauses wurde am Sonntagvormittag eine Fahne der Ortsgruppe Berlin des ehemaligen 26. Reservekorps, des sog. Grünen Korps, geweiht. Kaum 100 Mann umfaßt diese Ortsgruppe; es sind die letzten U e b e r l e b e nden jener todesmutigen blutjungen Kämpfer, die am 21. Oktober 1914 zum ersten Sturm auf Langemarck antraten. Exzellenz Freiherr von Matter, der letzte kommandierende Gene- ral des 26. Reservekorps, weihte vor den überlebenden ßangemartf «(Stürmern und Vertretern der Behörden, der Partei und der nahestehenden Verbände inmitten der Fahnenabordnungen der Studentenschaft, der NS.-Kriegsopferversorgung und des Kyffhäuserbundes die Fahne mit der Mahnung, eingedenk des Spruches zu sein: Wer auf Die deutsche Fahne schwört, hat nichts mehr was ihm selbst gehört. Der Ortsgruppensuhrer Pg.Dier- g u tz gelobte, daß die Fahne immerbar beim Führer stehen werbe. Anschließend fanb ein Helden- gebenfen am Ehrenmal statt. Kelleler-Gedenkfeier im Mainzer Dom. Am Sonntag, ber bem Hilfswerk „Mutter unb Kinb" als Tag ber beutschen Rose geroibmet ist, zog ein großer farbenprächtiger Festzug burch bie Straßen ber Reichshauptstadt, von Tausenden freudig begrüßt. Sinn dieses Festzuges war, die Rose im deut- schenKulturleben darzustellen. An der Spitze unb am Schluß des Zuges marschierten SA.-Ka- pellen. Gegen tausend Männer, Frauen, und Kinder wirkten mit, vorwiegend Junggärtner und Blumenbinderinnen. Den Festzug eröffnete eine Gruppe von Germanen. Prunkwagen mit Sinnbildern 'ber verschiedenen Jahrhunderte folgten. Die „M inne« bürg" umgaben Damen vom Ballett ber (Staats« aper, die vor dem Schloß und vor der Reichskanzlei eine Tanzpantomime aufführten. Den Glanzpunkt des Zuges bildete wohl der Wagen von „Mutter und Kind". Vor unb hinter ihm schritten kleine Mädchen, mit Rosen geschmückt. Auf dem Wagen saß unter einem Thronhimmel von ‘ *' glückliche Mutter mit einer Schar von »taten Dersöhnungswerkes aus der Zeit Bismarcks, hat weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung und Nachahmung gefunden. Entstanden aus kleinen Anfängen ist das Reichsversicherungsamt im Laufe der vergangenen Jahrzehnte Infolge der wiederholten Erweiterung feines Wirkungskreises zu einer großen Behörde von hohem Ansehen angewachsen. Die Ausgestaltung der Gesetze über Sozialversicherung, mit deren Erlaß der deutsche Gesetzgeber völli- ges Neuland betreten hatte, war mehr als bei anderen Gesetzen Sache der zu ihrer Durchführung berufenen Behörden. Durch die von wahrem ( sozialem Empfinden durchdrungene ; Auslegung und Handhabung dieser Ge- ; setze hat das Reichsoersicherungsamt in seiner doppelten Eigenschaft als höchstes Gericht und als oberste Verwaltungsbehörde des Reiches in Sachen der Sozialversicherung sich unvergängliche Verdien st e erworben und vornehmlich dazu beigetragen, daß die deutsche Sozialversicherung sich im Laufe der Jahre das Vertrauen der Arbeiterschaft und der Betriebsführer erwarb. Wenn dem Reichsversicherungsamt jetzt mit der Uebertragung von Aufgaben, die bisher das Reichsarbeitsminfterium, die Landesversiche- rungsämter und andere Behörden erfüllten, e i n neuer bedeutender Wirkungskreis an- vertraut wird, so ist dies die schönste Anerkennung, die das Reich einer langjährigen, treuen und erfolgreichen Arbeit aussprechen konnte. Mit dieser Anerkennung verbinde ich den Dank des Reich e s und den Wunsch, daß die Arbeit des Reichsversicherungsamtes auch in seinem neuen größeren Wirkungsbereiche von nachhaltigem Erfolg gekrönt fein unb bem beutschen Volk auch fernerhin zum Segen gerechen möge. Mit freunblichem Gruß! gez. von Hinbenburg. Präsibent Dr. e. h. Schaeffer bankte im Schlußwort für bie zahlreichen schriftlichen unb münblichen Glückwünsche. Er teilte mit, baß ber Führer bem Amt sein Bild mit Unterschrift, gewibmet habe. Ferner gab er bekannt, baß bie rechts- unb wirtschaftswissenfchafliche Fakultät ber Universität Tübingen bem Direktor bes Amtes Prof. Dr. D e r f ch bie Würbe eines D r. r e r. pol. e. h. verliehen hat. Die Feier schloß mit bem Deutschland unb bem Horst-Wessel-Lied. Handelskammerpräsident piehsch als Führer der Hauptgruppe 5 der Wirtschaft zurückgetreten. Berlin, 14. Juli. (DNB.) Der Präsident der Handelskammer in München, Pietzsch, hat den Wunsch geäußert, von seinem A m t a l s F u h ° r er der Hauptgruppe 5 ber Wl r ts cha ft befreit zu werden. Reichswirtschaftsminifter Schmitt hat diesem Wunsch im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers der Wirtschaft, Graf von der Goltz, entsprochen. Generalleutnant Geyer Befehlshaber im Wehrkreis V. werden dürfte und dessen Endziel die Wiederverwurzelung der deutschen Bevölkerung in der Heimaterde ist. Neue Garten st ä d t e sollen in Deutschland dort erstehen, wo es nach allgemeinpolitischen Gesichtspunkten notwendig und erwünscht ist und wo eine dauernde Existenzgrundlage gegeben ist. Die Zahl der Kleinsiedler beträgt zur Zeit etwa eine Million Volksgenossen. Dies ist, so fuhr der Staatssekretär fort, in meinen Augen noch viel zu wenig. Erst wenn jeder deutsche Volksgenosse Kleingarten - und Eigenheimbesitzer ist, wird unser höchstes Ziel erreicht sein. Der Redner schloß: „Unser Ziel soll sein, aus Deutschland einen blühenden ©arte n 3u machen mit einem in Frieden und Eintracht verbundenen Volk, das froh und freudig seiner Arbeit nachgeht, aber ebenso gewillt ist, die deutsche Scholle zu verteidigen gegen jeden Eingriff von außen. Heil Hitler!" Mit Dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied schloß die große Kund- deren Präsident Dr. Hermes war, 3,5 Mill Mark. Für die Verwendung wurden von einem Reichs- taasausschuß besondere Richtlinien vorge- chrtebem Dr. Hermes habe behauptet, mit dem Damaligen Finanzminister Klepper ein besonderes Abkommen geschlossen zu haben, m bem Mevver von irgenbwelchen Bindungen oder von ber^Beachtung ber Richtlinien abgesehen habe. Maßaebenbe Persönlichkeiten seien sich aber harter klar gewesen, baß bie Richtlinien auch von der Bereinigung beachtet werben mußten. Wenn Dr. Hermes einen Teil der Mittel 3« Qmptfen verwandte, ,o ganueue er Ium Nachteil seines Auftraggebers. Das Gericht halte es für erwiesen, baß Dr. Her- 500 Mark, bie zur Rationalisierung be- big gemacht hat. Nr. Gereke zu 2^ fahren Gefängnis verurteilt. Berlin, 14. Juli. (DNB.) 3m Prozeß gegen ben früheren Reichskomnusiar ®r Ocrete ver- kündete noch etwa Diermonatiger Verhandlung der Vorsitzende der achten Straskammer des Berliner Landgerichtes, Landgerichtsdirektor Lempke, fol- genbes Urteil: Dr Gereke wirb wegen Betruges m , „ff; ctäiien au 2 Vs Jahren Gefängnis nfr urteilt Ein Jahr brei Monate ber Unter- suchungshast werden ihm angerechnet. Der Haftbe- “m bleibt aus den bisherigen Gründen aufrecht- erhalten. Der Mitangeklagte Frey gang wurde freigesprochen. Wien, 16. Juli. (DNB.) Amtlich. Aus einem umfangreichen Propagandamaterial, das den Sicherheitsbehörden in den letzten Tagen in die Hände iel, ist zu entnehmen, daß kommunistische Elemente und radikale Angehörige der Sozialdemokratischen Partei für den 15. Juli, dem Jahrestag der Revolte vom Jahre 1927 (Brand des Justizpalastes), Demonstrationen planten. Verschiedene Versuche zur Durch- ührung solcher Demonstrationen in geschlossenen Ortschaften wurden durch die Exekutive verhindert. Aus idiiesem Grunde unternahmen mehrere h u n - dertKommunistenund ehemalige Angehörige des aufgelösten republikanischen Schutzbundes den Versuch, in der Umgebung Wiens, in der Nähe von Kaltenleutgeben aus einer Wald wiese eine Versammlung abzuhalten, auf der aufreizende Reden gehalten wurden. Als zunächst eine aus zwei Mann beste- hende Ortspatrouille einschvitt, wurde ein Schutzmann tätlich angegriffen und durch einen Hieb aus den Kops erheblich verletzt. Eine zur Unterstützung herbei geeilte Gendarmeriepatromlle kam den Angegriffenen zu Hilfe. Die etwa tausend Mann zah enden Demonstranten, die mit H o 1 z k n u p p e l n , zumTeil a u ch mi t R e v o l ve r n b e w a f f- n e t waren, gingen gegen die Sicherheitsorgane vor unb versuchten, biese einzukresien. Die Patrouille, bie schließlich durch weitere Verstärkung aus acht Mann angewachsen war, gab fünf Schüsse ab, durch welche zwei Demonstranten tödlich und ein dritter schwer verletzt wurden. Der eine der Toten ist ein Kraftwagenmecham er- der andere Tote der Angestellte eines Arbeltskonstlm- vereins. Eine alsbald singetrostene weitere Gendarmerieverstärkung nahm die Verfolgung der De- monstranten, die sich in die Wälder zurückgezogen hatten, auf und zerstreuten sie. Einer der Führer der Demonstranten befindet sich in Haft. In Wien setzte zehn Minuten vor Mitternacht plötzlich im ganzen Wiener Straßenbahnnetz b e~ elektrische Strom aus. Die Wagen ber Straßenbahn blieben auf b en Schienen stehen unb allenthalben bilbeten sich Menschen- gruppen, bie sich über bie möglichen Ursachen biefer Betriebsstillegung unterhielten. Gleichzeitig setzte ber Wiener Senber aus unb in sechs Wiener Gemeinbedezirken erlosch jebe Beleucht u n g. Der Wiener Senber konnte nach verhältnismäßig kurzer Zeit roieber in Betrieb genommen werben, währenb bie Straßenbahnen vorerst stromlos wegen Betruges in einem Falle und, zwar wegen des Anklagekomplexes der Zeitschrift „Die Landgemeinde". Bezüglich des Anklageteiles Hindenburg- Ausschuß erfolgte die Einstellung des Verfahren- auf Grund der politischen Amnestie. Der jetzt frei- gesprochene Mitangeklagte Freygang hatte erstinstanzlich wegen Beihilfe zum Betrug vier Monate Gefängnis erhalten. Kleine politische Nachrichten. In Anwesenheit des Führers, seines Stellvertreters Rudolf Heß, des Reichsbauernführers DarrS sowie zahlreicher anderer Reichsleiter der Partei fanb, wie bie NSK. meldet, am Samstag in Berlin eineBes prechung der Gauleiter der NSDAP, statt, die sich mit agrarpolitischen und organisatorischen Fragen be- erklärte, die Werbekundgebung betrachte er als spontanen Ausdruck des Willens, der Oeffentlichkeit zu zeigen, wie weite Kreise des Volkes von der Kleingartenbewegung schon ergriffen sind. In der unermüdlichen Sorgfalt, die die Kleingärtner ihren Garten widmen, bekunde sich die Liebe zur Heimaterde, der Wille zur Ordnung und das Erwachen der deutschen Rassenseele in ihrer Blut- und Erdverbundenheit; es liege darin zugleich ein Protest gegen Marxis- mus, Bolschewismus, Chaos, Unordnung und gegen das Hausen in Mietkasernen und Hinterhäusern. Dieses Streben sei für den Staatsmann von ganz besonderer Bedeutung. Er brauche diesen richtigen Instinkt nur richtig zu lenken, um die Großstadtbevölkerung wieder seßhaft zu machen und ihr das Heimatgefühl zurückzugeben. Der Redner wies auf feinen eigenen Garten am Fuße der Zugspitze hin, der ihm oft genug in den zermürbenden Kampfesjahren mit feinen Nutzpflanzen und seinem Blumenschmuck Ruhe und Erholung gewahrt ^t°r-b?n^^7°g^7n°S^d11.°n7-°-'; Rosen W Mutter mit einer ^ch°r die Hand, die einmal gls eine der entscheidenden lieblichen Kindern. Die Veranstaltung war Großtaten der Regierung unseres Führers gewertet, schönstem Sommerwetter begünstigt. Kopfichmerzen.Migrine und Nerven idimerzen, Unbe- jtan Deu losiS öes oller kes öint 6rnc tämi !ch°! die allen U hunl abge hohe Late M: Mau Nb, « wir einer Lebe fen ( und llngl Erde umn etwc See lenk Mü mit trbi Sä uni Le M) I UI 9J bc Preußen tragen. Schlagende Welter und von sammeln und zu konservieren, um auf diese Weise schon Vorsorge für das kommende W i n- terhalfswerk zu treffen. Die Hochelheimer hatten den Ruf zum Sammeln aber auch richtig verstanden. Korbweise wurden die Kirschen zusammengetragen und das Ergebnis war sehr reichlich. Eine emsige Tätigkeit der Frauen setzte nun ein. Die Früchte mußten gereinigt, entstielt und zum Teil gemahlen werden. Ein Teil wurde ganz in Büchsen gefüllt, der größte Teil aber zu Marmelade verkocht. Ueber 100 Büchsen Kirschen und Stachelbeeren und ca. 2,5 Zentner Marmelade konnten bereitet und sollen der NSV. für das kommende Winter- hilfwerk zur Verfügung gestellt werden. Möge die Tat der NSV. Hochelheim, die auch ein Bekenntnis zur Idee des Führers darstellt, bei der reichen Obst- ernte, die in diesem Jahr zu erwarten ist, überall Nachahmung finden. in einem südslawischen Bergwerk. In dem Kohlenbergwerk Wofchka bei Zajetschar fanden drei Bergleute durch schlagende Wetter den Tod, während drei schwer verletzt wurden. Das Unglück ereignete sich 300 Meter unter Tage in einem Augenblick, als 23 Dynamitpatronen, die in Sprenglöchern untergebracht worden waren, zur Elbing aus in See gegangen waren, sind nach neunmonatiger Fahrt in Rio de Janeiro eingetroffen. wieder einmal ein Seeungeheuer in Schottland. Ein seltsames, zehn Meter langes Seeungeheuer ist bei Dünnet Head anderschottischenNord- küste an Land geschwemmt worden. Der Kopf des Tieres ist nach Aussagen der Finder groß und flach, und der Hals weift eine A r t Mähne auf. Der Umfang des Rumpfes soll etwa 55 Zentimeter be855 erfaßt und tödlich verletzt. 3n einem Segelboot von (Elbing nach Rio de Janeiro. Die deutschen Segler Grapentin Arendt, die in einem winzigen Segelboot 6.40: 8.40: Rat- Daten für Dienstag, 17. Juli. 1917: Unabhängigkeitserklärung Finnlands; — 1918: Erschießung des Zaren Nikolaus II. in Jekaterinburg (geboren 1868); — 1924: der italienische Politiker Ricciotti Garibaldi in Rom gestorben (geboren 1847). Kirchliche Nachrichten. Mittwoch, den 18. Juli. Gießen. 20.15 Uhr: Predigt. — Hungen. 6.15: Messe. Donnerstag, den 19. Juli. Gießen. 17 Uhr: Beichte; 20.15: Predigt. ». Freitag, den 20. Juli. Gießen. 17 Uhr: Beichte; 20.15: Predigt. Dienstag, 17. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische schlüge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. Explosion gebracht werden sollten. Da die elektrische Anlage des Bergwerks versagt hatte, setzten die Bergleute die Zündschnüre durch Papierfackeln in Brand. Trotzdem eine vorherige Luftanalyse ein negatives Ergebnis hatte, war plötzlich das gefährliche Methangas im Stollen, der in ein einziges Flammen meer verwandelt wurde. Die Bergleute stürzten mit brennenden Kleidern dem Ausgang zu, doch nur drei von ihnen konnten sich schwer verletzt retten. Rundsunkprogramm. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde der Frau: Weibliche Pioniere. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Als der Urahn die Urahne nahm. Eine Sprachplauderei zwischen Hans Heimpel und Studienrat L. Witzel. 17.45: Kleine Unterhaltung. Klaviermusik von Chopin. 18: Schüler wünschen sich einen Beruf! Ein Zwiegespräch zwischen einem Lehrer und einem Berufsberater. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. Kurzberichte. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Jungarbeiter angepackt. Ein Singen und Künden von Arbeit und Kraft. 19.30: Liederstunde. 20: Nachrichten. 20.10: Süddeutsche Blasmusik. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. Oie Einführung des neuen Landrates in Marburg. LPD. Marburg, 15. Juli. In Gegenwart der Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehör- den, des Gauleiters Weinrich, der Parteigliederungen, Berufsgruppen ufw. wird Regierungspräsident v. Mombart am heutigen Montag den kommissarischen Landrat des Kreises Marburg, Pg. Kreisleiter Krawielizki,in sein Amt einführen. Der neue Landrat stammt aus einem alten Bauerngeschlecht und wurde am 26. November 1900 in Vandsburg (Westpr.) geboren. Er kam in seinem 8. Lebensjahr nach Marburg, besuchte hier das Realgymnasium und wurde 1918 zum Ersatzbataillon der 11. Jäger eingezogen. Bei Waffenstillstand befand er sich in einem Rekrutendepot an der französisch-belgischen Grenze, meldete sich nach dem Rückmarsch zum Freikorps Hindenburg und gehörte in diesem Verband zur Wachttruppe des Großen Hauptquartiers in Kolberg. Nach seiner Entlassung gehörte er bis zum Jahre 1922 dem Jungdo an, studierte in Marburg und Berlin Rechtswissenschaft, beteiligte sich 1920 als Zeitfreiwilliger an der Niederschlagung des roten Aufstandes in Thüringen und trat im Jahre 1925 der NSDAP, bei. Seine organisatorischen Fähigkeiten wurden von der Gauleitung dadurch anerkannt, daß sie ihn am 1. Februar 1933 zum Gauschatzmeister berief Reichsbahn-Güterkrastverkehrslinie Marburg-Treysa eröffnet. LPD. Marburg, 14. Juli. In Anwesenheit der Vertreter sämtlicher im Bereiche der Reichsbahndirektion Kassel erscheinenden Zeitungen wurde die Güterkraft-Verkehrslinie Marburg—Treysa, die zunächst eine ganze Reihe von abseits der Bahn liegenden Orten berührt und dann von Kirchhain aus längs der Main-Weser-Bahn verläuft, durch Reichsbahndirektionspräsident Martin ihrer Bestimmung übergeben. Wie Reichsbahnrat Klöbe u. a. in einem Vortrag ausführte, find jetzt bei der Eisenbahndirektion Kassel insgesamt 31 Güterkraftwagen- linien mit 1954 km Streckenlänge in Betrieb, und 78 Orte mit etwa 40 000 Einwohnern durch den Einsatz des Kraftwagens an die Schiene an geschlossen worden. Jrn Laufe des nächsten Jahres werden voraussichtlich noch weitere 20 bis 25 Güterkraftwagenlinien in Betrieb genommen werden können. Festnahme zweier Einbrecher. LPD. Frankfurt«. M., 14. Juli. Wegen fortgesetzter Einbrüche und Felddiebstähle wurden ein 25jähriger und ein 27jähriger Mann aus Höchst sestgenommen. Schon seit geraumer Zeit erfolgten in den westlichen Vororten Einbrüche in Wasserhäuschen und Läden, ohne daß die Täter eine Spur hinterließen. In der Hauptsache wurden Zigarren, Zigaretten, Photoapparate und Uhren gestohlen. Aber auch Felddiebstähle wurden in größerem Umfange ausgeführt, so daß die Diebe ihren ganzen Bedarf an Gemüse auf diese Art decken konnten. Vorgefundene Milchkannen deuten darauf hin, daß sie auch Liebhaber für billige Milch waren. Es ist zu vermuten, daß noch weit mehr Personen bei den Diebstählen beteiligt waren. Dahingehende Ermittlungen sind noch im Gange. Mit der Festnahme der beiden und der Aufklärung der zahlreichen Einbrüche ist eine Bande dingfest gemacht worden, die im letzten Jahr wesentlich zur Unsicherheit der westlichen Vororte beigetragen hat. Kreis Wetzlar O Hochelheim, 15. Juli. Eine überaus reiche Kirschenernte ist der Gemeinde Hochelheim in diesem Jahre beschießen. Die Bäume hängen derart voll, daß wohl kaum alle Früchte verwertet werden können. Die NS.-Frauenschaft Hochelheim hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Kirschen, auch Johannis- und Stachelbeeren im Ort zu Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet, das sich von der Biskaya über Frankre-s nach Deutschland erstreckt, hat sich noch verstärkt. Sein Einfluß wird sich in den nächsten Tagen geltend machen, so daß mit vorwiegend heiterem und trockenem Wetter zu rechnen ist, wobei die Temperaturen tagsüber kräftig ansteigen. Aussichten für Dienstag: Heiter, zeitweise auch wolkig, sehr warm und trocken. Aussichten für Mittwoch: Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 15. Juli: mittags 23,9 Grad Celsius, abends 17,8 Grad; am 16. Juli: morgens 16,7 Grad. Maximum 24,9 Grad, Minimum 12,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juli: abends 21,4 Grad; am 16. Juli: morgens 17,7 Grad. — Niederschläge 1,5 mm. — Sonnenscheindauer 5,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: J.D.: H.L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfitäts - Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. lichen Handlung bestand in dem Wersen bren - nender Stofsbälle. Hierdurch sing das Tempelgebäude Feuer und brannte so schnell nieder, daß sich nur wenige der Gottesdienstbesucher unversehrt in Sicherheit bringen konnten. 30 Personen verbrannten, während 40 schwere Verletzungen erlitten. Schwere Explosion in einer Tiroler Kirche. In Mösern bei Seefeld (Tirol) wurde durch die Explosion eines Sprengkörpers in einer Kirche der Altar und d i e Kircheneinrichtung zerstört, sowie ein zwei Quadratmeter großes Loch in die Kirchenmauer gerissen. Die Decke der Kirche ist teilweise eingestürzt. Die deutsche Himalaya-Expedition 7500 Meter hoch. Die deutsche Himalaya-Expedition ist bis zu 7500 Meter vorgedrungen bei ihrem Angriff auf den noch unbezwungenen Nanga Parbat, einen der höchsten Gipfel der Erde. Nachrichten über Sven hedin. In Tokio ist eine Meldung aus Urumtschi ein- aegangen, wonach Sven Hedin und seine Begleiter sich in Sicherheit befinden. Der englische Generalkonsul in Kaschgar hat den englischen Gesandten in Peking verständigt, daß Sven Hedin seine Forschungsarbeit fortzusetzen gedenkt. Die chinesischen Provinzbehörden haben Sven Hedin ihre Unterstützung zugesagt. Sven Hedin hat die chinesischen Behörden gebeten. Überall hin die Nachricht zu verbreiten, daß ihm nichts passiert fei. Au weit aus dem Zug gelehnt. Die Reichsbahndirektion Nürnberg teilt mit: Am Samstag, 14. Juli, 12.45 Uhr, wurden bei einem Sonderzug der Hitlerjugend zwischen Schweinfurt und Bergreinfeld zwei Hitlerjungen, die sich zu weit aus dem Zuge hinauslehnten, von der Lokomotive des begegnenden Perfonenzuges Verkaufe Ferdinand Zimmer, Kaufmann Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Zimmer, geb. Müller 1 Flügel. 4165D Lieh, Gießen, den 16. Juli 1934 4167 Dl 4158 D Bekanntmachung Bekanntmachung In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 4163V werden, wenn alles versagte, durch Heute entschlief infolge eines Herzschlages mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Großvater, Bruder und Schwager Dr. Erwin Schliephake verreist Dis 20. Anfiust Das einzigartige Bau U. (4O86D Beratung Ph.Sommerkorn Bleichstr. 12. /**xhagef« und Schmerzzustände. Seit Jahrzehnten behauptet sidt Citrovanille dank seiner anerkannt raschen und milden Wirkung. Stets bekömmlich - unschädlich für Herz und Magen. Sie sollten deshalb das bewährte Citrovanille immer zur Hand haben. 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Quod licet Jovi — Auch Cavour wurde wegen seiner „Launenhaftigkeit" angegriffen, ein Garibaldi konnte ihm nie verzeihen. Wie aber urteilt, aus größerer Entfernung, Treitschke? „Dem Staatsmanne ist es nicht gestattet wie dem schlichten Bürger, die flecken- lose Reinheit seines Wandels und seines Rufes als das höchste der sittlichen Güter heilig zu halten. Läßt sich der Widerstand der trägen Welt anders nicht überwinden, so soll er für den Sieg der Idee auch die Mittel der Arglist einsetzen. An den rauchenden Trümmern des Vaterlandes sich die Hände wärmen mit dem behaglichen Selbstlob: ich habe nie gelogen — das ist des Mönches Tugend, nicht des Mannes. Und solange Männer leben, wird kein Makel haften an der Seelengröße des Staatsmannes, der Italien schuf, der das Sittlichste tat, was dem Sterblichen zu tun vergönnt ist." Mussolini ließ es nicht erst zu rauchenden Trüm- meren kommen, er hat noch einmal Italien geschaffen. Mussolini hat Leidenschaft und ist ein Mensch mit seinen Widersprüchen. Ruheloser Ehrgeiz treibt ihn und sein Wahlspruch lautet: Lebe gefährdet! Von Cavour sagte er einmal, er habe das Glück gehabt, einen schlechten Charakter zu haben. Und doch möchte man von ihm sagen, was Garibaldi von Massimo d'Azeglio zu sagen pflegte: Ein Herz voll Gold, aber der Scyädel eines Büffels. Denn Mussolini kann zur gleichen Stunde ganz Unerbittlichkeit und ganz Güte fein. Als ich in meinem Buch „Der W e g zum Kapitol" auch feine Untugenden nicht verschwieg, da denunzierte mich die Generalpächterin der demokratischen und liberalen Tugenden, die „Reue Zürcher Zeitung", und gab der Hoffnung Ausdruck, daß mich fein Zorn nun zermalmen werde. Aber der „Tyrann" beschämte den Demokraten tief; gerade das ge - fiel ihm, daß einer feine Meinung zu äußern wagte, wo andere in By.zantinismus machen zu müssen glauben. Seine berühmten kreisrunden Augen schauen unfehlbar durch alle Vermummungen hindurch und haben ihn die Menschenverach- hing gelehrt. Dennoch ist immer das verstehende Lächeln auf feinen Zügen, das seelengewinnende. Niemals leuchtet es schöner als im Umgang mit den bescheidensten Söhnen des Volkes. Vielleicht ist es Pose, wenn er einem Handlanger die Kelle wegnimmt, um selber ein bißchen zu mauern, wie er es in seiner Jugend tun mußte; aber dann ist es eine so herzlichwarme Pose, daß alles strahlt. Er steht neben seinem König im Aehrenfeld, er hätschelt ein Findelkind, er ist Weltmann durch und durch, wenn er mit fremden Diplomaten verkehrt. Er hat, was nicht alle Italiener haben, ein richtiges Daheim, bleibt Abend für Abend zu Haufe und hat eine Frau, nicht eine Gemahlin. Er läßt sich den Horst Wessel-Film vorführen und erklärt ihr und seinen Söhnen voll jugendlichem Feuer, um was es in Deutschland ging. Don Mussolini kann man sagen, daß er feine Feinde besiegte, indem er fi e b e - kehrte. Das hat er vor den Cäsaren voraus und darum gebührt ihm wie keinem vor ihm der Ehrentitel eines Pater Patriae: Vater d e.s Vaterlands. Litauen im Memelland. *- M J lSM-i i M Man sägt den Ast, auf dem man sitzt, nicht ungestraft ab. Die Natur musiziert... Klingende Geheimnisse der Landschaft. Don Alfred Mello. Wer von uns kennt nicht das zarte Spinnen und Klingen der Sonnenstrahlen, wie wir es an heißen Sonnentagen bei einer Waldrast vernehmen? Die Luft zittert förmlich vor Glut, und wie ein musikalisches Flimmern hört sich dieses leise Schwingen der Sonnenstrahlen an. Niemand hat uns diese Naturstimmung eindrucksvoller zu schildern gewußt als Richard Wagner im zweiten Akt des „Siegfried" mit feinem Waldweben. Das Summen und Schwirren der Mücken und Bienen hat verschiedene Klangfarbe. Die Mücke nähert sich uns mit feinem, stechendem Ton, während die Biene ein leises Surren ertönen läßt, die Hummel oder Hornisse dagegen mit tiefdunklem Schwirren dahinschwebt. Habt acht, sagt uns dieser brummbaßähnliche Klang, ich wünsche freie Bahn. Vom Musiksinn der Mücken erzählt ein Engländer namens Roß allerhand Selbsterlebtes während seines über ein Jahrzehnt dauernden Aufenthaltes in dem kleinen indischen Ort Patna. Sobald er Violine spielte, kamen die Moskitos in dichten Mengen heran und quälten ihn derart, daß er sein geliebtes Violinspiel aufgeben mußte. Beim Klavierspiel blieben jedoch die Mücken fern. Wir wissen auch, daß Spinnen eine besondere Vorliebe für Musik haben, und daß die Musik auf Tiere eine ganz verschiedene Wirkung ausübt. Die einen freuen sich an ihr, besonders die Singvögel, während mancher brave Haushund das Klavierspiel mit jämmerlichem Geheul begleitet. Die Natur aber ist es, die ein machtvolles Lied zu fingen weiß. Die Grundmelodie des Ewig- Schaffenden, Werdenden und Vergehenden läßt sich darin deuten. Woher dieses Tönen kommt — wer kann das Rätsel lösen? Der Sturm, der durch die Tannen braust, er hat seine Akkorde genau so wie das Heulen und Pfeifen des Windes feine Dissonanzen. Und wiederum bringt uns die Luftströmung den Schall des Glockenklanges aus meilenweiter Ferne dicht zu unserem Ohr heran, wie sie auch mit singend-harfenähnlichen Klängen die Telegraphenleitungen zum Schwingen bringt. Die Luft ist der Organist der Natur. Er bringt durch seine Kraft die verschiedensten Naturgebilde zum Tönen, wir wissen darum von den singenden Wäldern Afrikas, wo die sogenannte Flöten- a k a z i e, wenn der Wind durch ihre Dornen streicht, ein eigenartiges Pfeifen ertönen läßt. Singende Wälder sind eine weitere Naturmerkwürdig- keit, die ebenfalls nur durch Luftströmungen möglich wird. Wir kenen das singende Tal von Thronecken im Rheinland, wo der Südwind, wenn er durch eine enge Schlucht hindurch sich seinen Weg nach dem weiter ansteigenden Tal bahnt, jenes glockenähnliche Tonen heroorbringt. Tönende Berge, von denen uns die bedeutendsten Forschungsreisenden erzählen, sind für uns heute ein gelostes Rätsel. Der Sand ist es, der das Klingen und Singen hervorbringt. So beschäftigte sich mit der Ergründung dieses singenden Sandes wohl über zwanzig Jahre durch ausgedehnte Entdeckungsreisen der englische Naturforscher Carus-Wilson. Bekanntlich hat jeder Sand, je nach seiner Beschaffenheit, bei irgendeinem Druck einen knirschenden, mehr oder weniger scharfen Klang. Dieser Klang kann aber, wie sich der genannte Forscher überzeugte, sehr verschiedener Art fein; er kann wie Geigen- oder Trompetenklang fein, aber auch Glocken- und Orgeltönen ähneln. Musikalische Klänge bilden sich aber nur dann, wenn die Sandkörner von regelmäßiger Gestalt sind. Der aus winzigen Kügelchen bestehende mit einer dünnen Glasschicht überzogene Sand der Colo- r a d o w ü st e fängt zu summen an, wenn ihn der Wirbelwind in die Hohe treibt. Reibt man diesen Sand zwischen den Händen, schreit er gleich einer Eule, wenn er aber in ein Gefäß geschüttet wird, klingt er wie das Bellen eines Hundes. Das Merkwürdigste aber ist jedoch, daß dieser Sand all diese musikalischen Eigenschaften verliert, wenn man ihn aus der Wüste fortnimmt. Auch die tonenden Berge, wie zum Beispiel der Gebe! N a t u s am Sinai, hat nur darum Klangcharakter, weil er ein Sandsteinfelsen ist. Wie Gongtäne härt sich hier der Sandsteinklang an. Der erste Europäer, der diesen 300 Fuß hohen Sandsteinkegel bestieg, war der Reisende U. I. S e e tz e n. Schon beim Hinaufsteigen horte er einen säuselnden Ton, der in den Nachmittagsstunden zu einem lauten Drohnen, an sechs Minuten lang, wurde. Alexander von Humboldt erzählt uns von den Granitfelsen a m Orinoko, die bei Sonnenaufgang infolge der erhöhten Wärmezufuhr orgelähnliche Tone hervorbringen. Solche Naturorgeln, die bei der Morgenröte ihren Hymnus anstimmen, gibt es noch in anderen Gegenden. Man nennt daher diese Felsen auch „Orgelsteine". Auch Thüringen besitzt einen singenden Berg, an der Bahnstrecke Arnstadt- Saalfeld. Nach Regengüssen läßt dieser aus Kalkstein bestehende Berg ein singendes Brausen hären. Die Fingalsgrotte von Staffa, eine der größten und schönsten Naturmerkwürdigkeiten Europas, besitzt auch ihre eigene Melodie. Die von der Hohe herabfallenden Wassertropfen geben ein bestimmtes harmonisches Klingen, bei Sturm und Wetter aber ein meilenweit hörbares Geräusch. Mendelssohn hat uns dieses rhythmische und harmonische Klingen der auf die Basaltfelsen herunterfallenden Wassertropfen in seiner Ouvertüre zur Fingalshohle charakteristisch veranschaulicht. Dieses Wassertropfenmotiv bildet den Grundgedanken seiner Komposition. Auch die Wasserfälle haben ihre eigene Musik. Der bekannte Physiker Tyndall hat festgestellt, daß dieses Tonen nicht durch den donnerähnlichen Absturz der Wasiermassen geschieht, sondern durch das Zersprühen Tausender und aber Tausender mit Luft gefüllter Wasserbläschen. Ein Schweizer Gelehrter hat die Musik der Wasierfälle eigens studiert. Er fand, daß ihr Klang immer der C-Dur-Dreiklang, C—E—G ist, mit dem tieferen, nicht zum Akkord gehörenden F. Dieses F mache aber den Grundton dieser Harmonie aus, denn es sei der stärkste Ton und als solcher am meisten zu hären, selbst wenn in der Entfernung die anderen Tone nicht mehr wahrnehmbar sind. Bei kleineren Wasserfällen störe man die gleichen Töne, nur ein, zwei, manchmal drei Oktaven höher als bei starkem Gefälle. Das Sprühen und Glitzern der Wasserstäubchen eines Wasserfalles mit der Lebendigkeit modernster Orchesterfarben zu schildern, hat Richard Strauß in seiner „Alpensinfonie" bewundernswert zu geben gewußt. Wenn wir die Musikgeschichte von Johann Sebastian Bach bis auf unsere heutige Zeit verfolgen, so erfahren wir, daß unsere großen Meister nicht nur Naturerlebnisse musikalisch zu schildern wußten, sondern auch durch die Musik in der Natur zu eigenem Schaffen angeregt wurden. Beethoven gaben seine Spaziergänge selbst bei strömendem Regen neue Schaffensgedanken. Seine Pastoralsinfonie ist im zweiten Satze ein farbenreiches Naturgemälde. Vorbilder dafür fand er in Haydns Naturschilderungen, die er uns in feinen Jahreszeiten" und in der „Schöpfung" so meisterhaft gegeben. Ich nenne noch Mendelssohns Nocturno aus dem „Sommernachtstraum" und von neuromantischer Musik die zu Richard Wagners „Nibelungen". Jeder Meister redet darin feine eigene Sprache, jeder hat dafür feine eigenen Formen und Ausdrucksmittel. wir heute in Deutschland nicht. Wenn ich auch gerade jetzt meine besten Erfolge habe — mehr als zwanzigtausend im Jahr pinsele ich mir mit allem Fleiß nicht zusammen —" — zwanzigtausend — im Jahr — nie im Leben würde Anton Dimpfinger seine Metzgerei das eintragen — „— und wenn man heiraten will, kann man Geld gut gebrauchen. Ich möchte mir nämlich gern ein Haus bauen, irgendwo in den Bergen — und dazu reicht es noch nicht ganz, was auf der Bank liegt." Ein Räuspern. Und merkwürdig knurrend: „Na — vielleicht hat Eahna Braut--" „Nee, mein Lieber. Die wird wahrscheinlich noch nicht einmal ein Bett haben. Sie verfügt nämlich über einen grauslichen Dickschädel von Vater. Wohlhabender Metzgermeister — wird aber wohl keine Mark herausrücken." „So so. Wird er net." „Sicher ein braver Mann — wie käme er sonst zu d e r Tochter — aber ein bißchen beschränkt. Was nicht vom Handwerk ist, das gilt nicht — und nun gar ein Künstler —l Bildermalen, dem lieben Gott die Zeit stehlen — und so etwas in der Familie —l Ich habe Angst, ihn trifft gleich der Schlag..." ,Gut scheinen'S ihn zu kennen, Eahnan Schwiegervätern." „Ich habe ihn überhaupt noch nicht zu Gesicht bekommen — aber meine Braut redet genug von ihm. Der Vater — das ist das einzige, glaube ich, wovor sie Furcht hat. Dor mir — keine Spur von Respekt! Wie die mit mir umgeht — das sollten Sie nur mal sehen! Ader der Vater — er hat noch nicht mal erfahren dürfen, daß sie mit einem hergelaufenen Kunstmaler überhaupt Bekanntschaft hat." „Hat er net.* „Aber jetzt ist es soweit — am Sonntag wird er mich kennen lernen, der Herr Metzgermeister — und am Montag wird das Aufgebot bestellt." „Und wenn er net will — der Herr Metzger- meister?" „Dann wird doch geheiratet. Soweit geht die Furcht vor dem Vater nun wieder nicht — daß meine Braut deshalb von mir läßt. Wir haben uns nämlich so'n bißchen lieb, müssen Sie wissen ... Na und später wird das Einsehen schon kommen — und die Freude an so einem großartigen Schwiegersohn. So noch dem dritten, vierten Kind wird er schon ... Entschuldigen Sie einen Moment, bitte.. Es hatte geklopft — sehr eilig ging Martin Woh- tert hinaus, und langsam erhob sich Anton Dimp- finger. Draußen ün Gang eine Helle Stimme: ,Mär' ich? Ist der Brasilianer gekommen?" Und die tiefe Stimme des Malers: „Ja — aber komm nur herein. Erstens kennt er dich ja schon vom Bild her, und zweitens staben wir sowieso die ganze Zeit von dir gesprochen .. Als Fräulein Anna ins Atelier kam, stand der „Brasilianer" in den Anblick des Bildes vertieft und zeigte ihr den Rücken. „Grüß Gott", sagte sie fröhlich. Da drehte der Mann sich langsam um und — und das Atelier drehte sich mit... „Vater!" Martin Wostlert machte das dümmste Gesicht seines Lebens. Er starrte Anna an, er sah auf den Mann, der steif und stumm vor dem Bild stand und sich nicht rührte — und dann — dann stieg es in ihm auf, unwiderstehlich — dann lachte er, daß es ihn schüttelte — und brachte dann mühsam hervor: „Herrgott — ich Rindvieh — nein, bin ich dämlich! ... Also Sie sind meine Schwiegervater — ?" „Ich habe die Ehre", sagte Anton Dimpfinger feierlich. „Aber Sie — wann der Brasilianer kimmt — den Auftrag nehma S' an! Fuchzehntausend Markl auslass'n zweg'n der Heiraterei — mir war's gnua! Nehma'S doch die Anna mit — nacha Ham S' Eahna Hochzeitsreis' aa gleich!" Vom Knaben, der die seltenste Briefmarke besaß. Eine Schatzsuche eigener Art wird jetzt von einer Gesellschaft von amerikanischen Briefmarkensammlern und -Händlern unternommen, die mit einem Dampfer die Häfen des Karaibischen Meeres besuchen, um auf seltene Marken Jagd zu machen. Dor allem hoffen sie, irgendwo üoch ein anderes Stück der berühmten karminroten 1 Cent-Marke von Britisch-Guyana von 1856 zu finden, die heute die seltenste Briefmarke der Welt ist und deren Wert auf 130 000 Mark geschätzt wird. Diese einzigartige Rarität wurde 1873 von einem Knaben L. D. Vaughan gefunden und später für sechs Schillinge verkauft. Der alte Herr, der immer noch ein eifriger Philatelist ist, hat kürzlich von diesem seinem größten Sammlererlebnis mit gutem Humor und ohne jede Bitterkeit erzählt. „Es kommt mir heute seltsam vor", schreibt er, „daß die Bri- tisch-Guyana 1 Cent-Marke mir einmal gehört hat. Dor 61 Jahren grub ich sie aus alten Familienpapieren aus und verkaufte sie für 6 Schillinge. Jetzt wird sie bei Ausstellungen in einem Glaskasten für sich gezeigt, von einer ganzen Schar von Detektiven bewacht. Ich war damals ein Heiner Junge, den der Briefmarkenfimmel stark gepackt hatte, und als ich eine Menge alter Familienbriefe, hauptsächlich mit Marken von Britisch-Guyana, entdeckte, war ich entzückt. Die jetzt so berühmte Marke von 1856 befand sich auf einem Umschlag, ich loste sie ab und klebte sie in mein Album. Bald aber stacken mir funkelnagelneue ausländische Marken in Die Augen, die ich bei einem Händler in Bath sah, und ich beschloß eine Anzahl meiner Britisch- Guyana-Marken zu verkaufen, um diese reizende Serie erwerben zu känyen. Mein Taschengeld war knapp, aber das Vergnügen, das ich mir damit durch Markenkauf verschaffte, unendlich. Die 1 Cent-Marke rangierte ich besonders gern aus, weil sie mir nicht sehr gut erhalten schien und ich fest überzeugt war, ich würde ein viel besseres Stück finden, wenn ick wieder über die alten Familienbriefe ginge. Ich hatte von einem Mr. McKinnon gehört, der ein großer Sammler war, und zu ihm brachte ich die Marke. Erst wollte er sie nicht haben, denn er sagte, sie sei schlecht erhalten, und er mache sich nichts aus solchen „quer-rechteckigen" Stücken. Als er aber sah, wieviel mir daran lag, sie los zu werden, gab er mir 6 Schillinge und bedeutete mir, daß er damit ein großes Risiko auf sich nehme und mir einen besonderen Gefallen täte. Nachdem er sie zehn Jahre besessen hatte, verkaufte er sie für 25 Pfund auf dem Londoner Markt; seitdem ist sie weiter im Preis gestiegen, und die größten Markensammler der Welt sind heute bereit, phantastische Summen für das Stückchen Papier zu zahlen, das ich einst besah. Die Leute fragen mich immer, was ich dabei empfinde, und ich sage dann, wenn ich die Marke nicht verkauft hätte und sie sich heute noch in meiner Sammlung befände, würde sie keinen solchen Riesenpreis bringen. Nur dadurch, daß sie so oft auf den Markt kam und ihr Ruf mehr und mehr stieg, erhielt sie ihren einzigartigen Wert. Ich denke heute weder mit Bitterkeit noch mit Enttäuschung an jenen Verkauf aus meiner grünen Jugend... Beweis der Echtheit. Ein bekannter Pariser Kunsthändler erzählte gern einen ebenso bezeichnenden wie luftigen Vorfall mit einem feiner amerikanischen Kunden, dem Besitzer einer wertvollen Sammlung der Barbizon- Schule. Der Amerikaner verlangte eines Tages von ihm ein Bild von Görome. „Wie, Sie, der Sie kostbare^ Delacroix und Corots besitzen?" „Ja, einen Gerome." Also, es gab kein Zögern; ich ging zu Gsrome und fragte ihn, was er abzugeben habe, und brachte ihn dann meinem Kunden ins Atelier, nachdem der Maler, dem geschäftliche Angelegenheiten ein Greuel waren, sich zurückgezogen hatte. Wir hatten die Auswahl unter einer Anzahl üblicher Gsrome-Bilder; aber mein Amerikaner streikte. Schließlich entdeckte er in einer Ecke ein miserables Bild, so schlecht, daß man es selbst für einen falschen (Ströme halten konnte. „Aber Sie wollen dies da doch nicht kaufen?" Der Amerikaner bleibt kalt und gelassen: „Was kostet das?" Ich gehe schließlich zu G6röme, der sich selbst sträubt, das Stück aus der Hand zu geben; endlich fordert er 6000. Ich komme zurück: „6000 will er". ,Zch kaufe es, aber ich will einen Garantieschein von Gsröme, der die Echtheit bestätigt." Das Geschäft wird abgeschlossen, wir nehmen das Bild gleich mit, und in einem Wagen fahren wir fort. „M.CLble", fragt mich mein Kunde, „was halten Sie eigentlich von diesem Bild?" „Du lieber Gott, Sie hatten ja die Auswahl." Aber der Amerikaner lächelt seelenruhig: „Sagen Sie, ist es nicht scheußlich?" „Ja, aber warum haben Sie es denn gekauft?" „Ja, sehen Sie... Wenn ich meinen Freunden meine Sammlung zeige, so heißt es immer: „Dieser Corot, der ist falsch, dieser Daubigny, der ist falsch. Wenn ich ihnen jetzt diesen (Ströme zeige, so werden Sie unfehlbar sagen: „Dieser Gsrome, der ist falsch". Aber dann weise ich ihnen den Brief von M.G6rome vor, und Sie werden fortan behaupten, daß in meiner Sammlung nicht ein unechtes Bild ist..B. Ruhm Als Johannes Brahms in Wien weilte, lebte dort ein musikliebender Rentner, der wegen seines boshaften Witzes allgemein gefürchtet war. Brahms war gut mit ihm bekannt und lachte viel über die drolligen Einfälle des wohlhabenden Mannes. An einem schonen Frühlingsmorgen gingen die beiden nun einmal im Stadtpark spazieren und kamen an Franz Schuberts Denkmal vorüber. Da deutete der Rentner Haas auf das Denkmal und meinte lächelnd: „In hundert Jahren wird man auf. der anderen Seite Ihr Denkmal bewundern, Herr Brahms". — „Bitte, lassen Sie das doch!" erwiderte Brahms unwillig. Haas jedoch lieh nicht locker, er begann wieder mit Lobeshymnen, um von feinem Begleiter noch grober angefahren zu werden. „So lassen Sie mich doch ausreden", rief Haas, „Sie wissen ja gar nickt, was ich sagen will". — „Nun, was denn noch?' schrie Brahms ihn noch lauter an. — „Ich wollte sagen", beendete Haas seine Rede, „die Leute werden vor Ihrem Denkmal stehen und werden fragen: ,Nanu, wer war denn das eigentlich?^" Brahms lrr wütend davon und vermied es lange, wieder mit Haas zusammen zu fein. Nr. 163 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, 16.Zuli l93^ Aus der Arbeitstagung im Lager Gleiberg Graeve. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) ken, sei von Tausenden Zwietracht gesät worden, bis dann der Staat am 9. November 1918 zusammengebrochen sei. Nun habe das neue Reich nachzuholen, was viele Menschenalter in Deutschland versäumt worden sei. Der Minister richtete dann ermahnende Worte an die studentische Jugend, wobei er betonte, um wissenschaftliche Probleme sei immer gerungen wor- öen und werde auch weiter gerungen werden. Es gehe um die Einheit des Reiches. Alle Kräfte seien in edelster Harmonie anzuspannen. Ueberall im deutschen Volke zeige sich Fleiß und Tüchtigkeit. Dieses Volk müsse die Führung in der Welt bekommen. Dazu bedürfe es des inneren Zusammenwachsens. Insonderheit müsse die deutsche Jugend in enger Verbundenheit zusammen leben,. sich zusammenschweißen. Der wissenschaftlichen Arbeit bleibe ihr Recht, aber Akademiker, Jungbauer und Arbeiter sollten zusammen leben, zusammen sprechen, zusammen arbeiten und zusammen feiern. Dies würde in idealer Weise im Arbeitslager verwirklicht. Zum Schluß lenkte der Minister die Gedanken aller auf den Führer hin, dem wir es schuldig seien, unser Handeln und Tun so zu gestalten, wie es die Zeit erfordere. Studenten und Arbeiter spielten danach „Mozarts Kleine Nachtmusik". Ein Feuerwerk entzückte zum Schluß alle Anwesenden. Reichsminister Rust (im Bilde links) nach seiner Ansprache. Rechts hinter ihm Reichsstatthalter von Hessen und Gauleiter Sprenger; im Vordergründe rechts Reichsinspekteur der Deutschen Studentenschaft Edler von Graeve. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Reichsminister Rust das Wort. Er wandte sich dabei hauptsächlich an die deutsche Jugend und führte u. a. aus, wie sie heute in später Abendstunde bei frohem Sang zusammen sei, könne man an das Lied von den zwei Königskindern, die zueinander nicht kommen konnten, denken: „das Wasser war viel zu tief" Es klinge uns heute wie das j!ied von der Sehnsucht des deutschen Volkes nach Einheit, und es liege darüber ein Hauch der Tragik, die Deutschland nicht haben einig werden lassen. Im Ausland würden immer wieder Stimmen laut, die uns sagten, man begreife das deutsche Volk der Gegenwart nicht, und auch drinnen stünden Menschen beiseite und wüßten nicht, was das denn solle, wenn dauernd über die Straße jung und alt, Mann und Frau marschierten. Sie wüßten nicht, was unsere Kolonnen bedeuteten und sie verstünden den Sinn unserer Lage nicht. So wollten wir ihnen nachhelfen und wollen zunächst dem Ausland eine Antwort geben, die es wohl verstehen müsse: „Ihr Engländer und Franzosen habt offenbar die deutsche Geschichte mit der euren noch nicht verglichen!" Der Minister sprach dann über den unglückseligen 30jährigen Krieg, in dem zwei Konfessionen sich gegenseitig mit Waffengewalt überzeugen woll» ten, was indessen keiner gelungen sei. Erst Bismarck konnte nach langer Haderzeit ein einiges Reich gründen. Aber anstatt die Einigkeit zu stär- Nation dadurch erleidet, ist nicht abzuschätzen." Am Samstag unternahmen die Lagerteilnehmer eine Fahrt nach Frankfurt, um sich dort die Hochschulmeisterschaftswettkämpfe und die alte Reichsstadt selbst anzusehen. Kaum waren die Lagerteilnehmer ausgeflogen, da herrschte bald wieder reges Treiben in dem alten Burghof. Mitten in die letzten Vorbereitungen des Gleivergfestes traf der Besuch des National- sozialistischen Bundes Deutscher Technik, Bezirksgruppe Wetzlar, auf dem Gleiberg ein. Der Bund hatte einen Ausflug unternommen und war nach der Besichtigung des Umspannwerkes auf der Ruine eingetroffen. Bei echt deutscher Fröhlichkeit verlebten die Mitglieder des NSBDT. einige unterhaltsame Stunden der Erholung auf diesem schönen Fleckchen Heimaterde. Am Sonntagmorgen fand zunächst ein Referat von Andreas Ieickert-Hamburg über „Hochschule und Sozialismus" statt. Feickert, der aus seiner Arbeit in der Deutschen Studentenschaft und aus seinen Schriften her weit über studentische Kreise hinaus bekannt ist, bezeichnete zunächst als Grundlage der nationalsozialistischen Arbeit auf der Hochschule das Fronterlebnis des Arbeitsdienstes. Für uns, so fuhr Feickert fort, sei Sozialismus keine Frage des Wirtschaftssystems, sondern eine innerliche Haltung de« Lebenszustandes. Deswegen sei die Hauptsache die sozialistische Erziehung in der Gruppe, denn „die Gruppe oder die Mannschaft sei die eigentliche nationalsozialistische Lebensform. Diese müßten wir auch für die Neuformung der Hochschule auf diese übertragen. Die einzelnen Fakultäten, welche bisher nebeneinander liefen, müßten als eine Gruppe auf ein Ziel ausgerichtete geiftige Institution gesehen werden, die an einer gemeinsamen Aufgabe, die aus der Nöte und Notwendigkeit der Landschaft entstehe, arbeiten. Von hier aus lasse sich eine Neuformung der Hochschule bis in Vorlesung, Hebung, Examen und studentische Erziehung ableiten. Oer Festabend. Der Abend des Festes stand im Zeichen eines besonderen Ereignisses. Es ist eine jahrzehntelange Erfahrung: Jede größere Gleibergoeranftaltung steht und fällt in erster Linie mit der jeweiligen Wetterlage. So not der Regen tut, fo wünschte man sich doch allgemein einen trockenen Festtag, damit sich auch die Mühen der Veranstalter lohnten. Mit viel Liebe und Sorgfalt hatten Gleibergverein, NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und S S. - Studentenbund die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um in jeglicher Hinsicht der Veranstaltung ein Gepräge zu geben, das in seiner ganzen Ausrichtung den zu erwartenden Volksgenossen Stunden der Freude in der Schwere und in dem Ernst des Lebens geben sollte. Aus allen Richtun- Ein richtiger Polizeidiener aus der alten Zeit mit einer Schelle sorgte für den geordneten Betrieb des Kinderfestes, bei dem es nicht nur Brezel und Würstchen gab, sondern bei dem auch Kasperl in Genf und Kasperl am Nil sich zeigte. Wurf- und Schießbuden lockten viel Jungvolk an. Herr Luft- Gießen sang einige Lieder, und im Innern der Ruine übte ein provisorischer Singekreis mit vollem Erfolg. gen sah man Menschen, jung und alt, zu Fuß und mit Fahrzeugen, den alten Gleiberg erklimmen, um teilzuhaben cm der Fröhlichkeit, die das Fest bringen sollte. Lange, breite Hakenkreuzflaggen grüßten vom Turm und Mauerwerk herabhängend die Ankommenden. Durch geschickt angelegte Lautsprecheranlagen war durch die Uebertragung von Wort und Ton bis in den fernsten Winkel der Burg möglich. Feierliches Anblasen vom Turm eröffnete die Veranstaltung. Kreisleiter Haus pries die Schönheit der Heimat und die Kulturgüter unseres Volkstums in einer Ansprache. In der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wirke sich die Volksgemeinschaft bestens aus. Dem Gleibergverein sei Dank zu sagen für die Aufbauarbeit, die er leiste, auch für die Weihestunden des heutigen Tages, die Lohn für saure Wochenarbeit sein solle. In das dreifache „Sieg-Heil!" und in die Nationallieder stimmte Die Menge begeistert ein. Heimatdichter Georg Heß fand großen Beifall mit seinen eigenen Dichtungen. Kameraden des Kameradfchaftshauses trugen Lieder vor. Besonders gefielen die Volkstänze einer BDM.- Gruppe mit vorzüglicher Instrumentalbegleitung. Zunächst traf Reichsstatthalter Sprenger, lebhaft begrüßt, auf dem Burghof ein. Etwas später erschien auch, von Frankfurt kommend, Reichskultusmini st er Ruft. Reichsminifter Rust schritt die Front der Teil-, nehmer des Kameradschaftslagers (Gaureferenten der Studentenschaft deutscher Arbeitslager) ab und nahm die Meldung des Leiters entgegen. Die abendliche Feier begann wiederum durch das Anblasen vom Bergfried. Sprechchöre und Lieder, darunter ein Kanon der Kameraden des Kameradschaftshauses von Ludwig van Beethoven, gaben den feierlichen Rahmen. Oer fteichsinspekteur der deutschen Studentenschaft Edler von Graeve richtete herzliche Begrüßungsworte an die Gäste. Ausgehend von feiner kürzlichen Rede im Sportpalast in Berlin sprach er von dem Kameradschaftsgeist in Werkstatt und Hörsaal und wie er heute immer mehr seinen Niederschlag finden kann bei ernster Arbeit und froher Feier, und wie er auch im neuen Schulungslager auf unserer Burg gepflegt wird. Anschließend ergriff Im Rahmen der Arbeitstagung im Lager Gleiberg sprach am Freitagnachmittag der Leiter des Deutschen Studentenwerks Or. Streit zu den Gaureferenten über das Thema: „Auslese für die Förderung". Dem Referat entnehmen wir folgendes: Bei der jetzigen Auswahl für die Studienförderung fei man von dem Grundsatz der Viel zu Vielen abgegangen zu der Auslese der Besten. Drei Voraussetzungen müsse man dabei beachten: 1. Gesundheit, 2. Charakter und 3. Begabung. Durch die neu eingeführte Pflichtuntersuchung fei es sehr leicht, in punkto Gesundheit die richtige Auswahl zu treffen. Man solle bestrebt fein, den künftigen Akademiker gesundheitsbewußt zu machen, damit er später im Beruf, sei es als Arzt, Lehrer ober Jurist gerade den Gedanken der Gesundheitserhaltung weiter in das Volk hineintragen könne. Der Charakter des Menschen sei das nach Innen, was Haltung nach Außen bedeute. An allen Forderungen habe sich der feste und aufrechte Charakter zu bewähren. Die Schwelle zwischen Schule und Hochschule sei heule das Werkhalbjahr: hier habe der junge Mensch, der jetzt in dem ersten entscheidenden Umbruch seines jungen Lebens siehe, die beste Möglichkeit, sich zum ersten Male in einer neuen Gemeinschaft, nach der Schule und dem Dienst in HI. oder SA.» zu bewähren. Bei der Prüfung der Begabung müsse man grundsätzlich unterscheiden zwischen einer echten Begabung und einer sich nur durch Fleiß erworbenen Begabung. Nach Berücksichtigung dieser brei Hauptpunkte sei bie Förberung bann nur noch eine soziale Frage. Der Rebner schloß mit einem Wort Adolf Hitlers aus „Mein Kampf": „Jawohl, unerträglich ist ber Gebanke, daß alljährlich Hunderttausende vollständig talentlose Menschen einer höheren Ausbildung gewürdigt werden, während andere Hunderttausende von großer Begabung ohne jede höhere Ausbildung bleiben. Der Verlust, den die Reichsmimster Rust auf dem Gleiberg. Das Gleibergfest 1934. — Zm Zeichen der NGG. »Kraft durch Freude". Zwei Männer und Hilda Roman von Hermann W. Walber. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 5 Forrjetzung Nachdruck verboten! Die Wirtschaftskrise machte sich mehr und mehr bemerkbar. Direktor Wolterstorff sorgte sich bereits ernsthaft um die Zukunft. Die Geyerling-Werke hatten zwar vorerst noch genügend Beschäftigung, aber die Aufträge liefen von Tag zu Tag stockender ein, und es war schon der Zeitpunkt zu ersehen, wo bei gleichem Fortschreiten der Koniunkturkrise Kurzarbeit, wenn nicht gar Arbeiterentlassungen notwendig wurden. Da kam mit einem Schlage neue Hoffnung auf. Aus Rumänien war auf dem Wege über amtliche Kreise eine Anfrage auf Lieferungen eingelaufen, die Millionenumfang hatten. Gelang es, mit den Rumänen einig zu werden und auch die Finanzierung zu sichern, dann waren die Geyerling-Werke aller Sorgen für lange Zeiten enthoben, ja, es tarnen dann unter Umständen sogar Erweiterungen und Neueinstellungen in Frage. Seit über eine Woche gingen schon die Verhandlungen hin und her, ohne daß bisher greifbare Ergebnisse zutage gefördert wurden. Wolterstorff gönnte sich kaum Ruhe. Konferenzen mit feinem Prokuristen und leitenden Ingenieuren wechselten mit Besprechungen auf der rumänischen Gesandtschaft und Verhandlungen mit der deutschen Regierung als Vermittlungsstelle in steter Folge ab. Immer wieder tauchten neue Schwierigkeiten auf, die vorher nicht ober kaum in Erscheinung getreten waren. Seine Vertreter in Bukarest setzten sich für die Verwirklichung des Geschäfts mit hartnäckigem Eifer ein, aber Positives vermochten diese bisher auch nicht zu erreichen. Die Rumänen waren gewiegte Kaufleute und wichen und wankten nicht von ihrer Position, die deshalb so gefestigt war, weil sie ja wußten, daß den Deutschen an diesen Aufträgen außerordentlich viel gelegen war. Aber schließlich konnte Wolterstorff doch kein Geschäft lediglich um der schönen Augen der Rumänen willen abschließen. Ein geringer Verdienst mußte immerhin abfallen, wenn man mit Rücksicht auf die Krise auch nicht allzusehr darauf zu sehen brauchte. Eine Unterredung mit der Geheimrätin hatte als Ergebnis gezeitigt, daß Wolterstorff selbst nach Bukarest fahren sollte, um dort nach dem Rechten zu sehen und durch persönliche Fühlungnahme einen Abschluß zu erreichen "ersuchen. Zwei Stunden lang chatte er seine engeren Mitarbeiter um sich gehabt und mit ihnen die nächsten Schritte beraten. Am anderen Tage schon wollte er reifen. Bis dahin mußten neue Berechnungen gemacht werden. Die Parole lautete, bis zum Aeu- zersten zu gehen. Es mußte doch mit dem Teufel zugehen, wenn dann die Geschichte nicht klappen würde. Jedenfalls wollte man dieses rumänische Geschäft nicht kampflos der französischen Konkurrenz über- lassen! . Bis in die Nacht hinein arbeitete Wolterstorff. Nur einmal gönnte er sich eine kurze Ruhepause, nämlich nach der Unterredung mit Hans von Kirchhofen, den er zu feinem Vertreter bestimmt hatte. Die Gerechtigkeit zwang zu der Anerkennung, daß Kirchhofen in der kurzen Zeit sich verhältnismäßig schnell eingearbeitet hatte. Staunenerregend war vor allem seine immer wieder zutage tretende Beschlagenheit auf finanztechnischem Gebiet. Wolterstorff war ehrlich genug, zuzugeben, daß Kirchhofen ihm, der doch in der Hauptsache technischer Sachverständiger war, nach der rein kaufmännischen Seite hin manch beachtliche Winke gegeben hatte, die denn auch für die Geyerling-Werke zum Guten ausliefen. Er konnte getrost verreisen, ohne befurchten zu müssen, daß in seiner Abwesenheit Fehler gemacht würden. Und schließlich waren ja auch jederzeit seine alten bewährten Mitarbeiter zur Stelle, und er hatte vorsorglich bestimmt, daß Kirchhofen keine Entscheidungen treffen dürfte, die nicht von dem Gremium der Prokuristen und des Chefingenieurs gutgeheißen waren. Zu dieser Anordnung ließ er sich von der Frau Geheimrat ausdrücklich die Ermächtigung geben, und diese wurde ihm auch ohne weiteres erteilt. Zudem verschwand er ja nicht aus der Welt. Er war jederzeit zu erreichen, um stets bei allen wichtigeren Entscheidungen eingreifen zu können Die Frau Geheimrat aber freute sich über das anscheinend gute Einvernehmen zwischen Wolterstorff und Kirchhofen, und sie glaubte, ganz im Sinne ihres seligen Gatten zu handeln, wenn sie es nach Kräften zu fördern suchte. .. Wolterstorff kannte augenblicklich nur die eine geschäftliche Sorge, und ihr gegenüber trat alles Persönliche in den Hintergrund. Er hatte dem neuen Mitarbeiter, als dieser das Chefbüro verließ, gedankenvoll nachgesehen. Zweifellos war Kirchhofen ein tüchtiger Mensch. Das hatte er in der letzten Zeit bewiesen. Aber er traute ihm als Menschen nicht. Wolters» torff konnte den Eindruck nicht loswerden, daß sich hinter Kirchhofens Liebenswürdigkeit und Eifer, hinter dieser Maske redlichen Strebens und anständigen Benehmens etwas anderes verbarg, und er war sich nur nicht klar darüber, was er dort suchen sollte. , . ... Manchmal glaubte er, es fei nur die Eifersucht, die ihm da Hirngespinste normale. Sah er wirklich in Kirchhofen nur den Nebenbuhler, der ihn ausgestochen, schachmatt gesetzt hatte? Er war selbstkritisch genug, zuzugeben, daß dieses Gefühl bei feiner Antipathie eine nicht kleine Rolle spielte. Andererseits aber fühlte er auch, daß sein Inneres sich noch aus anderen Gründen gegen diesen Menschen aufbäumte, und — war er nicht immer ein guter Menschenkenner gewesen?, hatte er seine Menschenkenntnis nicht schon mehr als einmal bewiesen? Wie dem aber auch sei: In dieser Stunde hatte er nur eine einzige Aufgabe, und das war die, das Vermächtnis feines leider toten Freundes und Gönners Geyerling zu schützen und zu wahren. Es würde dann schon noch Zeit genug sein, auch ein etwa drohendes persönliches Unheil von dem Hause Geyerling fernzuhalten. In dem einen wie in dem anderen Falle würde er die Augen aufzuhalten wissen ... Nur wenige Stunden gönnte der junge Direktor sich Ruhe. Am anderen Morgen flog er, lediglich von einem tüchtigen Sekretär begleitet, mit dem Balkanflugzeug über Wien, Budapest nach Bukarest. * Der Garten des Tennisklubs war gut besetzt. In einer Gartenlaube saßen ßiesgreta Geyerling und Doktor Becker, der Assistenzarzt des Sankt- Hedwig-Krankenhauses. Sie kamen eben vom Spiel, waren erhitzt und ermüdet und suchten im Schatten des Weißdorns Ruhe und Erholung. „Ja, aber... Herr Doktor! Sie lassen ja Ihren Kaffee kalt werden!" neckte das Mädchen ihren Spielgenossen von vorhin. Doktor Becker schreckte wie aus tiefem Sinnen auf. „Verzeihung, gnädiges Fräulein!" entschuldigte er sich nun. „Na, na! Wo mögen Sie bloß soeben mit Ihren Gedanken geweilt haben?!" „In der Zukunft!" Ein Aufleuchten seiner Augen begleitete diese Worte. War es ein Zufall, daß fein Gegenüber leicht errötete? Und merkwürdig, wie die bisherige Munterkeit des Mädchens plötzlich einer gewissen Scheu und Befangenheit wich! ßiesgretas Herz klopfte stark, und sie schrak ordentlich zusammen bei dem Gedanken, es könnte fo laut schlagen, daß es gehört wurde. Verlegen strich sie sich die braunen Haarkringel aus der Stirn. Walter Becker beobachtete mit heimlichem Vergnügen diese Verlegenheit. Seine Augen sprachen dabei eine beredte Sprache. Dummes Dummerchen, du!, sagten sie. Tue doch nicht so, als wenn wir nicht längst wüßten, wie es um dich steht! Jawohl! Dein Herz ist erfüllt von Liebe, und es wird nicht lange dauern... Der junge Arzt liebte ßiesgreta Geyerling, und er war ihrer innigen Zuneigung seit langem gewiß. Sie strebten beide mit allen Impulsen zueinander und hatten es bisher nur noch nicht gewagt, ihren Gefühlen freien ßauf zu lassen. Bei Doktor Becker lag dies zum Teil daran, daß er noch warten wollte, bis er sich eine gefestigte ßebensftellung errungen. ßange würde dies ja kaum mehr währen ... In die Gesprächspause hinein drangen muntere Zurufe an ihr Ohr. Hans von Kirchhofen und Hilda Geyerling, des Spielens nun ebenfalls müde, nahmen mit an dem Tisch Platz. Sie füllten die ßaube mit fröhlichem ßeben. Heimlich, daß es niemand sah, drückte sich dabei das Brautpaar unter dem Tisch die Hände. Noch wenige Tage, dann würde das Geheimnistun ein Ende haben, dann wollte man das Verlöbnis öffentlich bekanntmachen. Diesmal mußte das Dekorum noch gewahrt werden. Dabei wußte jedermann schon, was hier gespielt wurde. Es war längst bekannt, daß Kirchhofen sich mit der Geyerling verlobt hatte. Hilda Geyerling fragte Doktor Becker, nachdem man bereits längere Zeit zufammengefeffen hatte: „Wie steht es eigentlich mit unserem Knauer, lieber Herr Doktor?" „Ja, da kann man nichts versprechen." „Ist wirklich keine Aussicht vorhanden?" Doktor Becker zuckte mit den Achseln: „Professor Meyer hält den Fall für hoffnungslos. . Immerhin lebt Knauer noch, und solange ßeben in einem Körper ist, soll man nicht verzagen. Möglich, daß die robuste Natur des Knauer Wunder wirkt..." „Vater hat uns einst das Schicksal des armen Menschen erzählt. Es muß trotz allem, was er hinter sich hat, ein guter Kern in ihm stecken. Er war fleißig und tüchtig und im Betrieb geschätzt. Die arme Frau tut mir leid. So jung verheiratet..." „Hat er die Besinnung noch nicht wiedererlangt?" fragte Hans von Kirchhofen dazwischen. „Nein! Er wird allem Anschein nach ohne Bewußtsein hinüberschlummern in die Ewigkeit!" antwortete der Arzt. In banger Erwartung hatte Kirchhofen feine Frage gestellt, und nun, da er diese Antwort gehört hatte, atmete er auf. Von dieser Seite schien ihm keine Gefahr mehr zu drohen. Geschickt leitete er das Gespräch auf ein anderes Thema über, und man folgte ihm auch willig, aus dem Gefühl heraus, daß ihm jede Erinnerung an den Unfall, dessen Augenzeuge er doch gewesen war, unangenehm sein mußte. (Fortsetzung folgt.) ÄeiiMes Gurken» Gelbe. Döben Aus der Provinzialhauptsiadi Das Staatspresseamt teilt mit: Für die Straßenbau und Ltnfattverhütung 193 338 1932: 20 989 190 994 Einstellung in die hessische Landespolizei im Oktober 1934 werden noch Bewerber, ausgenommen für die Offizierslaufbahn, angenommen. Bewerbungen von jungen Leuten im Alter von 18 bis 20 Jahren können noch biß 31. Juli 1934 berücksichtigt werden. Die Bewerber werden aufgefordert, sich persönlich oder schriftlich bei der Landespolizeischule Darmstadt, Holzhofallee 36, zu melden. Daten für Montag 16.Juli. 1834: der Handelsherr F. A. Lüderitz in Bremen geboren; — 1846: der Philosoph Friedrich Paulsen in Langenhorn geboren (gestorben 1908); — 1872: der norwegische Polarforscher Roald Amundsen in Börse geboren (gestorben 1928); — 1890: der Dichter Gottfried Keller in Zürich gestorben (geboren 1819). geben bei der Bearbeitung staubförmigen Abfall, der zum Teil als Gewerbestaub in die Luft übergeht. Eine Million Festmeter Holzmehl erzeugen die deutschen Sagemühlen und Holzwerke. 5 v. H. beträgt der staubförmige Abfall der Brikettfabriken, in der Textilfabrikation wird er auf 3 bis 5 v. H. geschätzt; mit 2 v. H. rechnet die Tabakindustrie. Straßenstaub entsteht durch die Abfälle der menschlichen Lebensbedürfnisse, durch die Abnützung der Fahrbahnen und ihrer Fahrzeuge, durch die feinen Festteile der Autoabgase. So betrugen die Materialverluste durch den Verschleiß an Schienen, Rädern und Bremsklötzen der Berliner Untergrundbahn im Jahre 1930 allein 210 Tonnen, 0,5 bis 1 Millimeter im Jahre beträgt die Abnützung der Fahrbahndecken stark befahrener Asphaltstraßen. Einstellungen in die hessische Landespolizei. Bornottzcn. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleines Mädel — großes Glück". Zu beachten ist aber auch hier, daß es sich dabei nur um d i e Unfälle handelt, die der Polizei bekannt geworden sind. Da nun aber sehr viele Schadenereignisse, die vielleicht weder Leben, noch Gesundheit verletzten, wohl aber einen großen wirtschaftlichen Schaden anrichteten, niemals zur Kenntnis der Behörde kommen, find derartige Aufstellungen also immer anfechtbar und unvollkommen. Auch müßte die Reichsunfallstatistik in Zukunft besser auf die verschiedenen Kraftfahrzeug- arten abgestimmt werden, als dies bisher der Fall war, schon deshalb, damit die jetzt von der NSV. aufgezogene Unfallverhütung mit einem bestimmten und ein zielsicheres Handeln ermöglichen- dem Material versehen ist. Mit anderen Worten also: mit den heute gegebenen Mitteln läßt sich kaum eine zuverlässige Prag- nen Mtteln läßt sich kaum eine zuverlässige Pro1930: 27 270 Unfälle 178 166 Kraftfahrzeuge 1931: 23 582 „ 193 338 Erlebnisse. Mehr als sonst eine Zeit sind die Ferien ein Feld mannigfachster Erlebnisse. Auf Wanderungen und Reisen tritt Neues in den Gesichts- und Hörkreis. Landschaften, ihre Menschen in ihrem Werktag und in ihrer Sprache, gehen in Auge und Ohr ein und lassen aufmerken. Dieses Aufmerken ist der Auftakt zu dem, was man insgemein ein Erlebnis nennt. Je jünger man sich aus Ferien und Urlaub freute, desto wacher und aufgeschlossener sind gewöhnlich die Sinne, desto tiefer und nachhaltiger kann ein Mensch oft durch eine unscheinbare Kleinigkeit beeindruckt werden. Wie bei einer Wunderlampe zieht der Lichtkegel bei näherem Hinsehen und Hinhören immer weitere Kreise und löst durch Die Zunahme des Kraftwagenverkehrs rückt die Frage in den Vordergrund, ob damit — auf die Dauer betrachtet — nicht etwa auch die Unfallkurve ansteigen wird. Die wenigen Beobachtungen, die bisher vorliegen, können dafür keineswegs ausreichen. Abgesehen davon, daß die neuerliche starke Vermehrung des Kraftwagenbestandes durchweg fabrikneue Maschinen in den Verkehr gebracht hat, bei denen Unfälle aus technischer Unzuverlässigkeit für eine gewisse Zeit wenigstens ziemlich ausscheiden, müßte auch erst noch geklärt werden, in welchem Maße die neu hinzutretende Fahrerschicht durch Schadenereignisse „anfällig" ist. Manche Erfahrung spricht ja bekanntlich dafür, daß „alte" Fahrer eher zu Nachlässigkeiten neigen, als neue, denen anderseits freilich wieder die nötige Routine noch fehlt. Unzulässig ist es auf jeden Fall, aus der heute zweifelsohne sinkenden Tendenz der Unfalltotenziffer in der deutschen Reichsstatistik usw. für die Zukunft eine gleichbleibende Entwicklung herauslesen zu wollen. Abgesehen davon, daß diesen sinkenden Unfallziffern ein Sinken des Kraftfahrzeugbeftandes parallel ging, muß man auch beachten, daß der verbliebene Bestand in der Zusammensetzung sich veränderte: der Abnahme schwerer Motorräder und Wagen stand eine ununterbrochene Zunahme der Kleinkrafträder gegenüber (1928: 103 000, 1933: 478 000), die b'e- kanntermaßen bei weitem nicht so stark für Unfälle anfällig sind, wie starke Maschinen. Man könnte nur dann zum Ziele gelangen, wenn man die Unfälle in Promille-Sätzen auf den Bestand bezöge. Aber eine solche Relation aufzustellen ist unmöglich, da wir keine allgemeine Reichsunfallstatistik haben, sondern nur eine solche der Unfalltoten, und die wenigen Verkehrsunfall-Landesstatistiken, die existierten, seit 1929 bis auf wenige erloschen find; der verbleibende Rest aber ist als Beobachtungsgrundlage zu schmal. Don den größeren deutschen Ländern ist in besonderem Maße nur Bayern heranzuzieyen. Hier ist allerdings ein sehr erhebliches Sinken der Unfallkurve festzustellen, das sich weitaus stärker abwärts bewegt, als die parallel laufende Kurve des Fahrzeugbeftandes: n*Tomö.ten feinen erhellenden Schein Gedanken aus dem Verborgenen, die in dämmrigen Umrissen vielleicht schon einmal zwischen den Gehirndrähten hindurchhuschten und die nun durch diese Begegnung eine klare und einleuchtende Bezüglichkeit erhalten. Das ist das Beglückende an einem Erlebnis, das ist die Ueberraschung und der Gewinn, daß es in dem Unterbewußtsein, in dem so vieles ungeboren lebt, die Richtungsweiser aufstellt, mit denen unser Inneres die Welt aus neuen Blickwinkeln erschaut. Diese Blickwinkel, auf einen Mittelpunkt zusammengeleitet, ergeben die Fundamente zu einer Weltanschauung. Deshalb ist bei Reisen und Wanderungen nicht die Kilometerzahl ausschlaggebend, sondern das: „Blick um dich nur mit frohen, klaren Augen..." Es liegt in dem Wesen eines wertvollen Erlebnisses, daß es sich nicht sofort und in jedem Einzelfall in das Dukatengold erschöpfender Erkenntnisse umzumünzen braucht. Man schaut und erlauscht häufig Dinge, die wie große Fragezeichen vor uns aufstehen, die erst von der Röte der Ahnung bestrahlt sind. Ein Erlebnis kann fein eine Pflanze, die man als abgeschlossenes Ganzes zu kennen meinte. Unter anderen klimatischen und sonstigen Verhältnissen hat sich die gleiche Pflanze beinahe bis zur Unkenntlichkeit verwandelt. Jedes Lebewesen ist eben das Produkt seiner Scholle. Auf Tafeln zwischen zerfallenem Gemäuer lesen wir vielleicht unseren eigenen Na- men. Wir forschen nach, und dabei entdecken wir möglicherweise Zusammenhänge, die zu dem merkwürdigen Gebiet der Sippenwanderungen wertvolle Beiträge liefern können. Ein Hain ober Stein läßt uns den hohen Sinn unserer Vorfahren für das Mythische und ihre Liebe gerade zu dieser Scholle mehr erfühlen als erfassen. Oder der Lauf eines Flusses hat sich einen Weg erzwungen, dessen Anfänge und Vorbedingungen bis in die Eiszeit zurück- gehen. Jedes Erlebnis ist die Bestätigung eines höchsten Wesens im All und des Gottes in unserer Prust. Wenn die Welt erst einmal ohne Wunder [ein könnte, wenn alle Rätsel in ihr gelöst würden, oan wäre der Mensch zwar wissend, aber er müßte seelenlos und gefühlsleer durch sein Dasein schreiten. Die Sonne in unserem Herzen ist ein unverbildetes Gemüt, eine unvernebelte Stirn und ein waches Auge. Dann werden wir, wo wir auch fein mögen eine reiche Ausbeute an Erlebnissen mit nach Hause bringen. Und damit haben wir unsere Freizeit bei unserem anderen Ich verbracht. $ür und wider den Staub! Wenn die Sommersonne auf die Landstraße herabbrennt, bann verursacht jeber Schritt, jebe Rad- umbrefjung eine kleine Staubwolke, bie uns recht läsüg in bie Nase zieht. Staub unb Sommer sind verwandte Begriffe. Der Staub ist aber keinswegs nur etroas Lästiges, sondern es gibt auch lebenswichtigen Staub. Zweifacher Herkunft ist der «Staub, mit dem wir es im täglichen Leben zu tun haben. Freund und Feind ist der Staub dem Men- scheu. Ein Freund ist er, ohne den unser heutiges Leben nicht denkbar wäre, denn viele unserer w'ich- tigsten Gebrauchsgegenstände sind nur im staub- fähigen Zustand verwendbar linb wirksam. So ist Getreide nur als Mehl backfähig, nur in staub- einem zerkleinertem Zustand ist der Zement Linde- sahig, ebensa wie die anderen Baustosibindemittel Kalk, Gips und Magnesium. In der Glasindustrie mutz der zur Verwendung kommende Sand umso seiner gemahlen werden, je besser die Qualität des herzustellenden Glases ift, Düngemittel können nur staubfeinem Zustand gleichmäßig über große Stferf a$en vertei l werden. Ärf-nstaub dient zur Schädlingsbekämpfung. 0 Origen Gesteinsmehl braucht der Teer- und Asphaltstraßenbau auch die Gummiindustrie braucht staubförmige Füllstoffe. Gesteinsmehl ist das wir ams e Mittel gegen Staubexplosionen, in Großkraftwerken gelangt Staubkohle als Feue- rungsmatenal zur Verwendung. Die Ausschließung der Rohguter durch Vermahlung ober Schlem- mung ist ein wesentlicher Bestanbteil ber Güter- erseugung. Diejen wertvollen, gewerblich verwert- baren Massen staubförmiger Arbeitsgüter steht die Masse des in der Luft befindlichen freien Staubes gegenüber die wirtschaftlich unerwünscht ist und gesundheitlich schädigend wirken kann. , .Der natürliche Staub entsteht durch den unauf- yorlichen Einfluß der Naturgewalten auf die Erd- n Kratze Mengen halbverbrannter Brenn- [toffteilchen wirbeln die Schlote der Wohnstätten *er Fabriken und Lokomotiven als Ruft in die öuft. Fast alle Arbeitsgüter und Werkstoffe erste Kapelle wartete wiederum mit einem ausgezeichneten Programm auf und bereitete allen Hörern damit eine große Freude. Als Konzertplatz hatte man sich diesmal eine andere Stelle ausgesucht, die, da sie weniger vom Straßenverkehr umgeben ist, als recht glücklich gewählt, betrachtet werden darf. Das Orchester hatte auf einem Podium auf der Johanneskirche zu liegenden Seite des Stadttheaters Aufstellung genommen und außerdem die Klangwirkung für die Zuhörer noch durch den Aufbau einer muschelartigen Rückwand unterstützt. Die Zuhörer konnten sich auf den Wegen der Anlagen am Hindenburgwall aufhalten; für die älteren Leute waren Bänke aufgestellt worden. Dem Orchester wurde für die Darbietungen reger Beifall zuteil. ** Die Schulferien haben begonnen. Mit dem vergangenen Samstag haben die Gießener Schulen ihre Tore geschlossen und die Schuljugend, die den Tag sicherlich mit Sehnsucht erwartete, erfreut sich nun für einige Wochen der Freiheit. Diele Einwohner unserer Stadt haben sicherlich ihre Urlaubspläne bis zum Zeitpunkt der Schulferien zurückgestellt, damit auch die Kinder an einer je nach den vorhandenen Mitteln, kleineren ober größeren Urlaubsreise teilnehmen können. Die Jugend wird mit Begeisterung dabei sein und nach den Wochen der Schulfreiheit gestärkt zur Schulbank zurückkehren. ** Interessanter Vogelzug. Seit Sonntag, 8. d. M. kann man allabendlich folgende interessante Beobachtung machen: Von west-südwestlicher Richtung her kommt in der Zeit zwischen 19.30 und 21 Uhr eine Schar großer Vögel in beachtlicher Höhe aus dem Lahntal geflogen. Sie fliegen bis über den südlichen Teil der Gemarkung unserer Stadt, kreuzen Klein-Linden und den Gießener Güterbahnhof und ziehen in süd-südöstlicher Richtung (etwa auf Leihgestern und Watzenborn- Steinberg) davon. Die Zahl der Vögel, die etwa Storchen- ober Fischreihergröße haben, schwankt zwischen 40 und 53. Sie wurden auch einmal in den frühen Morgenstunden nach 4 Uhr beobachtet, wie sie aus Südosten kamen, über dem Bergwerkswald nach Westen umbogen und bann im Lahngebiet talabwärts zogen. Man konnte sie seit Sonntag, 8. b. M. jeben Abend beobachten. ** Verlängerung des Rundfunkgebührenerlasses. Arbeitslose Rundfunkteilnehmer, denen die Rundfunkgebühren erlassen sind, müssen Verlängerung des Gebührenerlasses vor Beginn des Monats, für den der Gebührenerlaß erlangt wird, bei dem Postamt beantragen. Der Antrag muß in der Zeit vom 20. bis 25. des vorhergehenden Monats gestellt werden. Sollte ein Arbeitsloser durch Krankheit an der persönlichen Vorlage seines Erneuerungsantrages beim Postamt verhindert sein, so kann ausnahmsweise der Erneuerungsantrag auch von Familienangehörigen und, wenn solche nicht vorhanden sind, auf schriftlichem Wege vorgelegt werden. Die Arbeitslosen müssen, um sich vor Schaden zu bewehren, diese Termine unbedingt genau einhalten. ** Instandsetzung der Straße nach Dutenhofen. Die Hauptverkehrsstraße Gießen bzw. Klein Linden—Dutenhofen wird gegenwärtig neu instandgesetzt. Die Kurven werden stark verbreitet und in der äußeren Fahrbahn gehoben. Die Straße selbst wird mit einer Asphaltteerbetondecke versehen. Die Arbeiten dürften noch einige Wochen Zeit beanspruchen. Die Umleitung nach Wetzlar erfolgt über Heuchelheim. ** Dienstjubiläum bei der Reichs- bahn. Der Reichsbahninspektor Lockemann beim Bahnhof Gießen kann heute auf eine 40jäh- rige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm von dem Vorstand des Reichsbahnbetriebsamts I ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten, der Reichs- bahnhauptverwaltung und der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. überreicht. Oberbaurat Wilke würdigte bei feinem Glückwunsch die hohen Verdienste des Jubilars und dankte ihm für die in den Jahren feiner Dienstzeit erwiesene Treue und große Dienstleistungen. Von feiten der Bediensteten des Bahnhofs Gießen wurden dem Jubilar zahlreiche Ehrungen zuteil. Zur Zeit vertritt der Jubilar den in Urlaub befindlichen Reichsbahnamtmann Wahl. ** Der Tag der Rosen in Gießen. Allenthalben wurden am Samstag und am Sonntag in den Straßen unserer Stadt Rosen verkauft, die überall gerne entgegengenommen wurden. Aus Anlaß des Tages der Rosen veranstaltete das Orchester des Stadttheaters unter der Leitung von Konzertmeister K e r z i s n i k zwei Konzerte. Das Konzert am Samstag zwischen 18 und 19 Uhr war, ebenso wie bas Konzert am Sonntag um die Mittagsstunde, außerordentlich stark besucht. gnose aufstellen, wie sich die Unfallkurve mit der wird. Vielleicht aber darf man eher ein Steigen, als ein Sinken vermuten, da sich ja die Bestandslehrung in erster Linie auf jene Fahrzeuge beziehen wird und überdies auch eine erhebliche Erhöhung der Kraftverkehrsgeschwindigkeit erstrebt und erzielt werden soll. Die Motorisierung Deutschlands, wie sie die Reichsregierung vorsieht, geht nun Hand in Hand mit einer vollkommenen Neugestaltung unseres deutschen Kraftfahrzeuaver- kehrsnetzes, indem — erftmaL in Deutschland — Nurauto st raßen in Erscheinung treten. Es taucht hier also auch das fernere Problem auf, wie sich die Neugestaltung unseres Straßennetzes der Zunahme des Kraftwagenverkehrs unter dem Gesichtspunkt anpaffen läßt, daß trotz Erhöhung der Verkehrsdichte und Ver- kehrsfchnelligkeit eine Verminderung der Unfälle allein schon durch objektive Schutzmaßnahmen im Straßenbau herbeigeführt werden kann. Das Problem ist doppelter Natur: es handelt sich zunächst einmal technisch darum, wie weit überhaupt Unfälle durch den Bau einer Straße im Entstehen und im Verlauf beeinflußbar sind, und dann ist wirtschaftlich zu beachten, wie weit es sich lohnt, beim Straßenbau für derartige Schutzmaßnahmen zusätzliche Mittel aufzuwenden. Dem ersten Teil der Frage käme man um so rascher näher, je besser die deutsche Verkehrsunfallstatistik wäre. Man wäre dann in der Lage, auf breitester empirischer Unterlage sogenannte „typische Kausalitäten" festzustellen, die in der großen Mehrzahl der Fälle — auf Sondervorkommen kann man natürlich nicht eingehen — für die Entstehung eines Kraftwagenunfalls in charakteristischer Häufigkeit immer wiederkehren. In dieser Hinsicht sind die (Ermittlungen des Bayerischen Statistischen Landesamtes wertvoll, das auf Grund feiner Beobachtungsreihe folgende Typen an Unfallursachen aufstellen konnte, die mit großer Regelmäßigkeit für die meisten Unfälle charakteristisch sind: 1. durch schnelles Fahren auf ungeeigneter bzw. zu belebter Straße; 2. Fahren auf der falschen Straßenseite; 3. falsche Ausübung des Vorfahrrechtes bei Kreuzungen; 4. Ueberholen in Biegungen; 5. falsches Verhalten von Fußgängern auf der Fahrbahn. Dieser letzte Punkt läßt sich mit dem Hinweis ergänzen, daß gegenwärtig zuverlässiger Schätzung nach die Frequenz pro Straßenkilometer in Deutschland im Zeitraum von 24 Stunden lediglich von 10 Fußgängern, aber 30 nicht motorisierten Fahr- zeuaen und 60 Kraftfahrzeugen bestritten wird. Daß dieses Nebeneinander verschieden schneller, unterschiedlich wendiger, verschieden raumverbrauchender und unterschiedlich betriebener Verkehrs- mittel eine Reihe von Gefahrenquellen in sich birgt, liegt auf der Hand. ist nun von Bedeutung, daß alle die oben genannten fünf typischen Kausalitäten durch o b - ektive straßenbauliche Maßnahmen suspendiert werden könnten — selbst für Fälle, wo das subjektive Verhalten des Fahrers an sich unfallerregend fein wurde. Die Schaffung von Straßen, die ausschließlich Kraftfahrzeugen Vorbehalten sind und deren Linienführung und Ober- slächengestaltung die Entwicklung großer Tempi gestattet, würde das große und, was bemerkt werden muß, unklare Kapitel des „zu schnellen Fahrens" zu lichten vermögen — ein unklares Kapitel deshalb, weil Unfälle allein wegen zu großer Geschwindigkeit nur in einem bedingten Maße denkbar sind und immer erst durch den Hinzutritt eines weiteren, von der Statistik nicht erfaßten Moments herbeigeführt werden, das seinerseits wiederum in sehr häufigen Fällen im ungenügenden Fahrzustand der Straße zu suchen ist. Die Einführung getrennter Fahrbahnen, wie sie die Reichsautobahnen durch ihre Grünstreifen vorfehen, verhindern automatisch das Gefahrenschwangere der falschen Straßenseite. Die Vermeidung von Kreuzungen durch Heben bzw. Unterführungen wird die Unfälle aus falscher Anwendung des Vorfahrrechts zu mindern vermögen, während zu gleicher Zeit eine genügend reichlich bemessene Straßenbreite ein reibungsloseres lieber- holen gestattet. Daß dabei mit der Zeit ferner die schienengleichen Bahnübergänge in Deutschland zu verschwinden hätten, ist wohl selbstverständlich. Endlich ist auch noch darauf zu verweisen, daß sehr viele an sich gute Straßen oft kleine Partien besitzen, die ihrer großen Gefährlichkeit halber berühmt sind. Jede bessere Stadt hat sozusagen heute noch „ihre Tod es kurve", anderswo gibt es Bergstraßen, die in den Verlustlisten der Verkehrsunfälle häufig wiederkehren; dann vor allem auch gefährliche Ortsdurchfahrten und dergleichen Dinge mehr, Straßenabschnitte also, die durch verbesserte Linienführung durchaus verkehrssicherer gestaltet werden könnten. Möglichkeiten, durch geeignete Rücksichtnahme im Straßenbau Verkehrsunfällen vorzubeugen, bestehen also. Die weitere Frage ist allerdings die, wie weit hier ein zusätzlicher Aufwand volkswirtschaftlich gerechtfertigt ist. Auszugehen hat man hierbei von der obligaten Bauwürdigkeitsberechnung, wie sie jedem Straßenprojekt zugrunde gelegt wird und die sich wie folgt zusammenfetzt: I. Aktivseite. 1. Wertsteigerung erschlossener Grundstücke und damit verbundener Anlagen (z. B. eine Fabrik bekommt bessere Zufahrtswege). 2. (Einmalige Einkünfte aus dem Bau (Verkauf gewonnener Erden). 3. Kapitalisierung der durch den Bau erzielten dauernden Mehreinkünfte (z. B. Verbilligung von Holztransporten von Wald zu Bahn). II. Passivseite. 1. Wertminderung von Grundstücken und Anlagen (z. B. eine Fabrik wird durch die Trace im Lagerplatz beschnitten). 2. (Einmalige Ausgaben (Arbeitslöhne, Material usw.). 3. Kapitalisierung der dauernden erwachsenden Mehrausgaben (z. B. die Unterhaltungskosten der neuen Straße). In dieses herkömmliche Thema wäre nun aber auf der Aktivseite noch ein weiterer vierter Punkt einzusetzen, der den Vorteil erfassen müßte, der sich aus den Einsparungen ergibt, wenn die neue Straße einer anderen, für die gleiche Verbindung bisher in Frage stehenden Strecke gegenüber weniger anfällig ist gegen Schadenereignisse, die ja ihrerseits wieder einmalige und laufende, also zu kapitalisierende Kosten mit sich bringen. Der „Vorbeugungsnutze n", der sich unter dieser Ziffer 4 ins Bauwürdigkeitsschema einfügen ließe, wäre also damit als relative Größe zwar wohl nur auf Fälle beschränkt, wo es sich um einen Straßen- umbau bzw. um eine Straßenneuverlegung handelt, aber da in der Praxis absolute, erstmalige Neubauten in Deutschland kaum mehr in Frage stehen, das Schwergewicht also auf der Verbesserung schon be st ehender Straßenverbindungen beruht, wird er dennoch in vollem Umfange für die Berechnung der Bauwürdigkeit nutzbar. Der konkreten Erfassung dieser Größe stehen naturgemäß außerordentliche Schwierigkeiten im Himbceren’Frühbirnen’Brombeeren M EM M v- 'Yt-'V1;*. 1 Wege. Man wird sie praktisch wohl nur durch Beobachtungen der Unfallfrequenz bestimmter Strecken mit starkem, verlustreichem Verkehr (z. B. Ausfall» straßen) ermitteln können, wozu ja die polizeilichen Unterlagen halbwegs ausreichen mögen. Für größere Strecken freilich kommt dies nicht mehr in Frage. Es wäre aber sehr verkehrt, für die Wichtigkeit des Vorbeugungsnutzens im Rahmen der wirtschaftlichen Rechtfertigung eines Straßenbau- Programms vom Einzelfalle ausgehen zu wollen, man muß vielmehr umgekehrt den Ausgleich in der gesamten Volkswirtschaft in den Vordergrund stellen und den Vorbeugungsnutzen daraus berechnen, wie- viele mögliche Ersparungen durch eine Verbesse- rung des gesamten Straßennetzes insgesamt in einer bestimmten Volkswirtschaft, die ein bestimmtes Schadenvorkommen im Verkehr aufzuweifen hat, erzielt werden können. Die Einschaltung des Vorbeugungsnutzens in die Bauwür- digkeitsberechnung erfordert also unter diesem Gesichtspunkt, daß in geschlossener Totalität das gesamte Verkehrsnetz einer Neugestaltung unter« warfen wird. Die Bedeutung, die in dem geschilderten Maße dem Dorbeugungsnutzen in der wirtschaftlichen Rechtfertigung eines Straßenbauprojektes zukommt, kann man am besten an den Zahlen ersehen, die die Statistik für Deutschland bietet. Abgesehen da- von, daß jährlich etwa 8000 Unfalltote und 200 000 Wirtschaft Oberhessen Landkreis Gietzen. Vraune Besse-Standewoche Vuhbach S.Mpori Am Handwerkertag pb Butzbach, 15. Juli. Auf den Dichtertag am Mittwoch folgte am vergangenen Donnerstag der Tag des Handels und der Industrie, an dem nach einem gemeinsamen Mittagessen im kleinen Saal des „Hessischen Hofes" eine Versammlung stattfand. Namens des hiesigen Organisationsausschusses begrüßte Dr. Todt die Gäste, worauf der Gauwirtschaftsberater Dr. Eckhardt einen längeren Vortrag über die derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse usw. hielt. Alsdann fand eine Besichtigung verschiedener hiesiger Betriebe, u. a. der Schuhfabrik Rumpf & Sohn, Bamaq-Meguin statt. Am Abend fand im H esu scheu Hofsaal bei äußerst starkem Andrang die Aufführung des Dolksschauspiels vom verstorbenen Rektor August Storch „Die Hüttenberger" statt. Sonntag der Tag des nationalen Gedankens fand nach Empfang der auswärtigen Gäste mittags 12.15 Uhr auf dem Marktplatz eine Kundgebung für die Handwerker statt, die von Kreisamtsleiter Pg. D i l l e n b u r - g e r eröffnet wurde. Weiterhin sprachen Gauamtsleiter Becker-Frankfurt a. M. sowie Gaupropagandaleiter Eisendrauth - Frankfurt a. JJL, deren Ausführungen mit großem Beifall ausgenommen wurden. Das Volksschauspiel „Die Huttenberger" wurde nach Anhörung der Rede des Führers am Abend wiederholt. Am Samstag, dem Tag des Arbeiters gingen die Frankfurter Germanen mit ein Drittel Bootslänge durchs Ziel. Das 27. Mönturnfest. Gießener Turner erfolgreich. Mit über 400 Meldungen aus nahezu allen Städten der Gaue 12, 13 und 16 erreichte das 27. Rhön-Turnfest auf der Wasserkuppe vollauf wieder die Beteiligungsziffer der Vorkriegsiahre. Bei schönster Witterung gelangten die Kampfe m neun Stunden zum Austrag. Sowohl die Einzel- wie die Meisterschaftskämpfe nahmen einen span- nenden Verlauf, bei teilweise für ein Bergfest sehr guten Leistungen. So durchlief Werner Po nt ow iTurnaem. Fulda) die 100 Meter in 11,1 Sekunden. Den Staatspreis der 4 X 100-Meter-Staffel sicherte sich die Polizei Hanau. Sieger tm Dlerkampf der Oberstufe wurde Heinz Herrmann, Turnverein 1846 Gießen (Grenadier 2./JR. 15) Im Drerkampf der Turner-Unterstufe konnte K. S t r ack (To. 1846) mit 98 Punkten den 2. Platz und im Dreikamp der Turnerinnen Erika Röhmig vom Mannerturn- verein Gießen ebenfalls einen 2. Platz belegen. Ueber weitere Erfolge Gießener Teilnehmer werden wir noch berichten. Oie Deutschen Hochschul-Meister- schasten in Frankfurt a. M. Der erste Tag. mehr oder weniger Verletzte zu verzeichnen sind, die zusätzlich die deutsche Volkswirtschaft mit ihren Rentenansprüchen belasten, während sie zugleich einen Verlust an Arbeitskraft und Produktivität bedeuten, errechnet sich der materielle Schaden der deutschen Wirtschaft durch Derkehrsunfälle auf etwa 1 Milliarde Mark pro Jahr. Es ist zwar richtig, daß diese eine Milliarde „unter die Leute" kommt, aber es ist falsch, hierin allein einen. Segen sehen zu wollen: praktisch handelt es sich um eine Milliarde jährlichen Substanzverlust, denn eben diese Milliarde, die jährlich nur dazu aufgewendet werden muß, um wieder gut zu machen, was vorher schon da war, könnte in sehr viel nutzbringenderer Weise so investiert werden, daß aus ihr eine neue zusätzliche Mehrung des Sozialproduktes erwächst Der ganze Kapitalbildungsprozeß, der die Sparkasseneinlagen Deutschlands 1933 um eine Milliarde erhöhte, ist also praktisch nur dazu gefördert worden, um — selbstverständlich im Rahmen der volkswirtschaftlichen Wertbeziehung betrachtet — die Verkehrssünden desselben Jahres zu bezahlen. Als Ergebnis läßt sich somit sagen: ohne Rücksicht In Frankfurt nahmen am Samstag die Deutschen Hochschul-Meisterschaften ihren Anfang. In der großen Kampfbahn des Stadions tummelten sich vom frühen Morgen an die Le i cht a t h le ie n zu ihren Vorkämpfen. Erfreulicherweise hatte sich auch Welt- rekordmann Sievert eingefunden. Der erste Tag brachte bereits acht Entscheidungen bei durchweg guten Ergebnissen. Die Schwimmer schufen i tn ihren ersten Entscheidungen gleich eine ganzeReihe von neuen Bestleistungen in der Lagenstaffel Wie den die vier ersten Mannschaften sämtlich unter dem alten Rekord. Leider vermißte nmn hier die Sprm ' ier Viebahn und Zlegler, die abgesagt hatten. Die Gießener Zungruderer auf der Limburger Regatta erfolgreich. Am Samstag und Sonntag starteten die Jungmannen der GRG. und die Junioren der Renngemeinschaft Gießen bei der Limburger Regatta. Im Taunuspreis (1. Jumorachter) trafen fie < auf den in seiner Klasse ungeschlagenen Achter der - Frankfurter Rudergesellschaft Germania (Schuler , des Gießener Ruderlehrers B r a h m) und auf die - ebenfalls in ihrer Klaffe unbesiegten Fungmannen von Köln 77. Gleich vom Start entwickel^ s ch em harter Bord-an-Bordkampf, der unter wechselnder Führung bis 1500 Meter ging. Hier machte sich die größere Routine der Germanialeute geltend, und mit einer guten Länge Vorsprung muß en sich Köln 77 und Gießen, die beide erbittert um den zweiten Platz kämpften, geWagen bekennen 6 Der 3. Iungmannvierer wurde eine zahme Angelegenheit für die Jungmannen der GRG. E Meister, H. Becker, L. Schmidt, Fr. M e i st e r , St.: tz. Loh I-egt-n überlegen mit drei Längen gegen den Limburger RV. 1895. SÜ einem erbitterten Rennen gestaltete stch der Lahnjungmannvierer am Sonntag. Gießen 1877 hatte den Herausforderungsprels zum dritten Male und damit endgültig zu gewinnen. Der Wetzlarer Ruderklub von 1880 brannte darauf, die erlittene Niederlage vom Dorsonntag du Eom- gieren. Auf Startplatz 1 Gießen 77, 2 Wetzlar 3 Limburger RV. gingen die Boote ab..Wetzlar -og mächtig los und konnte sich bis zur Jmbig (1000 Meter) einen Vorsprung von einer Lange sichern. Ein energischer Mittelfpurt der Ebener brachte beide Boote auf gleiche Hohe. Die 1500- Meter-Linie passierte Gießen mit einer Lange vor Wetzlar und mit fünf Langen vor Limburg- Trotz erbitterten Vorstößen des überaus kräftigen Wetzlarer Vierers blieb bis ins Ziel der gleiche Abstand. Die Gießener Jungmannen haben damit den Preis endgültig in ihren Besitz gebracht. Im 3 Achter stellten stch die Senioren der en und Schlesien. ♦ Herabsetzung des Zinssatzes für Hypothekendarlehen. Der Derwaltunasrat der Städtischen Sparkasse Darmstadt hat den Zinssatz für Hypothekendarlehen um ein weiteres % Prozent auf 4% Prozent herabgesetzt. * Einigung zwischen d-r chilenischen und der europäischen Stick st off -Industrie. Die in den letzten Monaten zwischen der chilenischen und der europäischen Stickstoff-Jndustrig geführten Verhandlungen haben nunmehr in Paris zu einer Einigung geführt. Die europäische Dele- . gation unter Führung des Präsidenten der euro- päi chen Stickstoff - Konvention, Geh.-Rat Dr. H. ,! Schmitz, und die chilenische Delegation unter Führung seiner Excellenz des Botschafters Don Enrique Villigaz haben, getragen von ber lieber- zeugung, daß die Schwierigkeiten in der Weltwirtschaft nur durch aufbauende Zusammenarbeit beseitigt werden können, einen Weg gesunden, auf dem die anfangs unlösbar scheinenden Hemmnisse überwunden wurden. Einzelne noch offene Fragen sollen in anschließenden Besprechungen behandelt werden. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 16.Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Doraustrieb: 1390 Rinder (362 Ochsen, 129 Bullen 380 Kühe, 519 Färsen), 623 Kälber, 12 Schafe, 39 Hammel 4251 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 34 Mark, Bullen 22 bis 30, Kühe 12 bis 30, Färsen (Kalbinnen) 22 bis 34, Kälber 20 bis 44, Hammel 28 bis 34, Schweine al) fette Speckschweme über ; 350 Pfund Lebendgewicht 51, a2) Fettschweine über i 300 Pfund 45, sonstige 40 bis 48 Mark. -- Markt . verlauf: Rinder. Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, - Schweine mittelmäßig. * Nidda, 16. Juli. Dieser Tage fanden sich hier auf dem Bienenstände des Lehrers i. R» R u n k, des ,Schriftleiters der Reichsfachschaft Imker, Lan- qruppe Hessen „Die Biene", 40 Bienenzüchter aus den Kreisen Büdingen, Friedberg und Schotten zu einem K ö n i g i n z u ch t l e h r g a n g ein. Den theoretischen Teil hatten der Gaufuhrer für Ober- dessen Lehrer Braun, Rodheim v. d. Hoh, und der Geschäftsführer der Wanderversammlung der Imker Deutscher Zunge, Pfarrer i. R. A t s ch, Bad- Nauheim, übernommen. Den Teilnehmern wurde gezeigt, wie man aus einem Bienenhalter zu einem Bienen z ü ch t e r wird, wenn man den Bienen die Erneuerung der Königin nicht selber überlaßt, sondern sie nach dem Willen des Züchters leitet. Durch Lichtbilder wurden die Vorträge unterstützt. Zu der Tagung hatte sich ferner eingefunden: der Landesqruppenführer von Hessen, Reichsbahnoberinspektor Vogelsang, Kassel, der Fachberater für Südhessen Seydel, Traisa bei Darmstadt, die Gauführer Berndt für Kurhesfen und Wenig für Nassau, die Kreisgruppenführer Mann- Büdingen und Bodenbender - Gießen, der Obmann für Königinzucht, H u p f e l d - Altenritte und der Großimker Haufe» Kassel. Die Landesgruppe Hessen, die seit mehr als fünfzig Jahren das Ge- Die Kreditverschuldung der Wirtschaft beläuft sich laut Statistisches Reichsamt gegenwärtig auf rund 85 Milliarden RM. Dies ist der Gesamtbetrag aller derjenigen Kreditverbindlichkeiten, die die Trager der öffentlichen und privaten Wirtschaft tn der Form von Schuldverschreibungen, Hypotheken und kurzfri- K Bankkrediten aufgenommen haben. Die Be- ng, die diese Kreditverschuldung wirtschaftlich hat, ergibt sich aus den Zusammenhängen, die zwischen ihr und den wirtschaftlichen Vorgängen au der Güterseite bestehen. Mit wachsender Kapitalm- tensität von Erzeugung und Verbrauch geht in der modernen Wirtschaft der Umfang der einzelnen Anlagen sowie der Vorräte über das Maß hmaus, das aus dem Eigenvermögen des einzelnen Wirtschaftlers finanziert werden kann, W also zunehmendem Maße Versorgung mit Kredit voraus. Der soziale Aufbau der Bevölkerung bringt es mit sich, W ber einzelne Vorsorge für len Verbrauch emer späteren Zukunft durch Ansammlung von Geldbetra- 9 Die Kreditverschuldung ist im ganzen niedriger, als in der Vorkriegszeit. Ihre Belastung wird aber wegen des hohen Anteils der Auslands- und den kurzfristigen Schulden stärker empfunden, die Ende 1933 fnit 19 Prozent bzw. 28 Prozent an dem Ge- Revolution bis der Ruf erschallt: Deutschland er- wache! Die Bühne erhellt sich nach und nach, der Badenweiler Marsch ertönt, es folgt der Einzug von SA. SS., Hitlerjugend und BDM. preisen die neue Zeit, die Bühne ist völlia erhellt, die Musik setzt ein, und es ertönt das Lied: Bruder aus Zechen und Gruben. Alle Berufsstände marschieren ein und geloben im Sprechchor dem Volk mit Herz und Hand zu dienen. Die Berufsstände treten dann einzeln aus und schildern ihre Berufstätigkeit, die Austrieb der industriellen Tätigkeit in deutschen Wirtschaftsgebieten. Der wirtschaftliche Auftrieb, wie er seit Anfang 1933 zu beobachten ist, hat alle Wirtschaftsgruppen und -zweige erfaßt. In welchem Grade die einzel» j nen Gebiete an diesem Auftrieb beteiligt sind, zeigt eine Untersuchung des Statistischen Reichsamtes. Von Januar bis November 1933 ist die Gesamtzahl der geleisteten Stunden im Verhältnis zur Beschaf- tigungskapazität am stärksten in Mitteldeutschland gestiegen. Es folgen Hessen, Schlesien, Berlin* Brandenburg und Südwestdeutschland. Derhaltms- mäßig am geringsten war die Belebung in Sachsen! und Rheinland-Westfalen. Um die Jahreswende 1933/34 ist die Beschäftigung in allen Bezirken zurückgegangen, indes war der Rückgang bereits im Manat Februar im ganzen so gut wie ausgeglichen. Im Monat März hat sich der Austrieb in allen Wirtschaftsgebieten verstärkt fortgesetzt. Im Vergleich zum Durchschnitt des Jahres 1932 ist dis Aufwärtsbewegung am stärksten in Hessen und Mitteldeutschland, am geringsten in Sachwiegend abgenommen. Die Ausfuhr war mit 339 Millionen Mark etwas höher als im Vormonat. Dieses Ergebnis ist insofern bemerkenswert, als die Ausfuhr in fast allen Vorjahren von Mai zu Juni wehr oder weniger stark zurückgegangen ist. Gestiegen ist tm 3um die Ausfuhr von Fertigwaren sowie von Lebensmitteln. Die Ausfuhr von Rohstoffen war e was niedriger als im Mai. Die Handelsbilanz schließt. im Juni mit einem Einfuhrüberschuß von 38 Millionen gegenüber 42 Millionen Mark tm Mai ad. Im Juni des vergangenen Jahres war sie mit 28 Mil- Il°5m fr°t e n % albjahr 1 9 3 4 betrugen die Einfuhr 2302 Millionen Mark, tue Ausfuhr 2086 Millionen Mark. Es ergibt sich somit handelsbilanz- mäßig ein Ueberschuß der Wareneinfuhr über die Warenausfuhr von 216 Millionen Mark. Gegenüber dem ersten Halbjahr 1933 ist die Umfuhr dem Wert nach um 10 v. H. gestiegen. Die Ausfuhr war dem Wert nach um rund 12 vH. geringer als im ersten Halbjahr 1933. Zum weitaus größten Teil entfällt diese Verminderung auf den Rückgang der Preise, die im Durchschnitt um 10 v. H. unter Vorjahrsniveau lagen. , Oie Kreditverschuldung der Wirtschaft. biet vom Neckar bis zur Weser umfaßt, ist durch die Eingliederung der Bienenzucht in den Reichsnährstand leider getrennt worden; Kurhesfen und Waldeck wurden Der Bauernkammer Kassel, Nassau und der Volksstaat Hessen der Bauernkammer Frank- furt unterstellt. Es war wohl die letzte gemeinsame Tagung des Verbandes der Hessischen Imker. Vielleicht aber findet sich doch ein Weg, der wieder zur Vereinigung führt. Kreis Schotten. rl. G e d e r n , 14. Juli. Im Bergwirtshaus tagte der Bezirk Gedern des N S L B. und ferne Fachschaft Volksschule. Herr Blum- Burkhards sprach über das Thema „Koloniale Geschichte und Aufgabe". Auch in unserer Schule gilt es den kolonialen Gedanken neu au beleben und zu pflegen. Die Fachschaft Volksschule behandelte in einem Vortrag von Herrn E i t e l - Gedern aus Kriecks „Nationalpolitische Erziehung" die Hauptstücke „Nationalsozialismus", „Familie" und „Beruf . Nationalsozialismus ist nicht Programm, sondern Bewegung aus den Triebkräften des Volkstums. Er will neu schaffen auf allen Kulturgebieten und besonders der Erziehung neue feste Grundlagen geben. Der Charaktermensch, der Willensmensch, der heldische Mensch ist das Ziel. Die Familie ist not- wendige Urform des Menschenlebens. Sie wieder- erschaffen heißt Sinn und Ordnung in das völkische Leben bringen und den Grundstein für alle Erziehung setzen. Beruf ist nicht nur Quelle des Untet- Halts, sondern auch Mittel der Kräfteentfaltung zum Dienst am Ganzen. Berufsnot ist Dolksnot. Kreis Alsielv. Oer deutsche Außenhandel im Juni und im 1. Halbjahr 1934. Die Außenhandelsumsätze haben sich in Ein- und Ausfuhr im Juni kaum verändert. Die Einfuhr war mit 377 Millionen Mark um etwa 2 Millw- nen Mark geringer als im Vormonat. Mengen- mäßig hat fie etwas stärker abgenommen (— 3 v. H.), da der Durchschnittswert gestiegen ist. Im Gegensatz zu der Gesamtentwicklung ergeben sich bei der Einfuhr der einzelnen Warengruppen und Warenarten zum Teil beträchtliche Veränderungen. Während die Rohstoffeinfuhr um rund 14 Millionen Mark gesunken ist, hat die Einfuhr von Lebensmit- teln um 8 Millionen Mark und die Einfuhr von Fertigwaren um 3 Millionen Mark zugenommen. Vermindert war die Einfuhr in der Hauptsache bei den von Einkaufsverboten erfaßten Waren, nämlich Wolle, Baumwolle, Häute und Kupfer, bei denen Rückgänge von 10 bis 40 v. H. cingetreten sind. Auf anderen Rohstoffgebieten war die Einfuhr höher als im Vormonat. Die Steigerung der Lebensmitteleinfuhr ist zum Teil jahreszeitlich bedingt. Die Erhöhung der Fertigwarenausfuhr findet dagegen in ber Saisontendenz ^me Begründung. Soweit sich jetzt schon feststellen laßt, hat im Juni die. Einfuhr aus den Ueberfeelandern über- mit zum Aufbau tätig sein soll. Sodann setzt der ganze Chor ein, und singt das von Frau Pfarrer Steiner, Hausen bei Gießen gedichtete und von ihrem Mann komponierte Lied: „Dir mein Deutschland!" Zum Schlüsse dankte Bürgermeister Dr. Scheller allen, die zum Gelingen der Braunen Messe und der Ständewoche beigetragen haben, insbesondere unserem Heimatdichter Gg. H e ßder die Ausgestaltung der Ständewoche wesentlich geleitet habe. auf die Lage im konkreten Fall bedeutet das S t r a - henbauprogramm der Regierung auch eine großartige Maßnahmezur Minde- rung der Unfallschäden im Verkehr. Es fördert damit die Einsparung an Ersatzaufwand und wirkt somit positiv auf die deutsche Kapitalbildung ein. Aber auch im praktischen Einzelfall wird sich an jeder Straße eine Stelle finden, deren Unfall- Häufigkeit bekannt oder feststellbar ist und deren Umbau, würde auch sonst nichts für die wirtschaftliche Würdigkeit einer Neuverlegung sprechen, allein schon im Hinblick auf die Einsparung an Schaden- kosten notwendig erscheint. Voraussetzung ist freilich, daß die Enge des pn- vatwirtschaftlichen Denkens verschwindet, denn wenn auch z. B. eine Gemeinde keinen positiven Nutzen davon hat, daß der Verkehr, insbesondere der Fern- verkehr, auf ihren Straßen weniger Unfälle nach sich zieht, so müßte doch eben das Verantwortlich k e i t s b e w u ß t s e i n der gesamten Volkswirtschaft und Volksgemein- schäft gegenüber genügen, um dennoch die gebotenen Sicherheitsmaßnahmen durch SUaßenum- oder Neubau alsbald zu ergreifen. D. G. Scha. statt der am Nachmittag im Kundgebung brachte. Zunächst sprach Ortsgruppen- fand nach Empfang der Arbeitskameraden nachmittags ein Zug durch d i e Stadt und weiterhin eine große Kundgebung in d e r F ejt - halle am Wetzlarertor statt, wobei Pg. G ob e l sprach. Abends schloß sich in der überfüllten Fest- Halle ein bunter Abend an, der einen vollen Erfolg hatte. Als Abschluß der Ständewoche fand am heutigen kiter Sorftaffeffor Schneider über den Derlau der Ständewoche: sie habe gehalten und gebracht und auch gezeigt, daß Großes geleistet werden könne. Und die ganze Veranstaltung wurde den Sinn verlieren, wenn nicht der Schluß gezogen würde, daß man auch ferner Zusammenhalten und zusammenstehen müsse. Er nahm Bezug aus den guten Besuch der Messe und die zurückliegenden Tage der Ständewoche, wo nacheinander ein Ser» russstand nach dem anderen vertreten gewestn fei- Alsdann übertrug er das Wort dem inzwischen in die Reichsbauernkammer berufenen Kreisleiter Seipel Kauerbach v. d. H. Dieser schilderte in längerer Ausführung seine verfönlichen Eindrücke von der Fahrt nach Berlin, und d e große Rede unseres Führers Adolf Hit en Er betonte, daß der Führer schwere Tage und Stunden durchlebt, daß man aber bei seinem Er- toe^ncn im Reichstag und während (einer großen Rede Ünb7dingt ben Eindruck gehabt habe, daß er überwunden gehabt hätte, was ihm durch die be» nbfiditiate Meuterei angetan worden sei. Das hJiHrfco mnrp föi imar ein Volk mit guten Charak- SÄ Ä keine einheitliche Ration. Be rach e man seine Geschichte, fo finbe man immer wo Uneinigkeiten, Zwietracht usw. ^e ^Bilduna eines geeinten deutschen Volkes ver» ä ndert hätten. Die Nationalsozialisten unter Fuh» ; nnn Mbolf Hitler würden aus dem deutschen müt» hn« Deutsche Reich und die Nation bildern Er Lß mit den Worten: Nimmer wird da- Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu. Hieraus folgte dann das . große Reit- und Fahrlurmer, SÄ järm» ! -Ää ILWÄb -MW. ♦ Homberg, 13. Juli. Gestern abend fand im Saale von Helm eine Versammlung der Deutschen Arbeitsfront statt. Es sprachen der Kreisamtswalter der DAF. Pg. und dessen Geschäftsführer Pg. Erb. Wahrend Pg. Erb über den geschäftlichen und organtfatori- schen Teil sprach, führte Pg. Hartmann u. a. folgendes aus: Die Deutsche Arbeitsfornt hat als erste und höchste Aufgabe den nationalsozialistischen Gedanken der Gemeinschaft in der breiten Masse des Volkes in die Tat umzusetzen. Sie hat die Verbände aufgelöst und an ihre Stelle die Reichs- betriebsgemeinschaften gesetzt, die sich auf der Betriebsgemeinschaft aufbauen und die Aufgabe haben, Betriebsführer, Angestellte und Arbeiter in einer Gemeinschaft zusammenzuführen, damit die Menschen innerhalb dieser Gemeinschaft ihre In- teressen ausgleichen, sich aussprechen und erkennen, wo die eigenen Interessen diejenigen der Interessengemeinschaft verletzen. Nach dem ^"siosatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" hat die Betriebs- qemeinschaft klarzumachen, daß ihre eigenen Interessen dort aufzuhören haben, wo das Interesse der Gemeinschaft beginnt. Die Deutsche Arbeits- front will die Menschen führen und erziehen und diese Menschen in ihrem eigenen ^teresse zur Anständigkeit und zur echten Kameradschaft hinfuhren. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. ym S. ziajiei fRpnn-laer Viebahn und Ziegler, Oie aDgejagi yuutu. SS ÄnVU'Trirm Lps > L ° k ° r hatten vom Freilichttheater B-fch ergriffen. famtbetrag der Kreditverschuldung beteiligt waren. Eine der wichtigsten Besonderheiten der gegenwärtigen Kreditverschuldung ist der hohe Anteil der An- taltstrebite. Fast zweidrittel der gesamten Kredit- Verschuldung sind durch Notenbanken, Banken, Sparkassen, Bodenkreditinstitute und Versicherungen inanziert. Demgegenüber hat die Schuldenverschreibung als Finanzierungsmittel der Kreditversorgung gegenüber der Vorkriegszeit an Bedeutung oerloreiu Wandlungen in der Form der Geldanlage des Publikums habe diese von der Vorkriegszeit weitgehend abweichenden Gliederung der Kreditverschuldung begründet. Sie wurde dadurch gefördert, daß dir Trager des Anstaltskredits die Anlage in bankmäßigen Kurzkrediten stärker als die Lage in Wertpapieren betonen. 5)0,65 die Abschlußfeier Grohen-Linden, 14. Juli. Heute wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Alt- veteran Georg Müller zur letzten Ruhe bestattet. Unter Vorantritt einer Abteilung der Militärkapelle des Gießener Bataillons, der Kriegervereine von Großen-Linden und Leihgestern bewegte sich der große Trauerzug zum Friedhof, wo Pfarrer Germer dem Verschiedenen einen würdigen Nachruf widmete. Die Kriegervereine legten Kränze nieder, während Ehrensalven über dem Grabe abgegeben wurden, und die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte. Der letzte hier noch lebende 86jäh- rige Veteran von 1870/71, Ludwig Menges, ließ es sich nicht nehmen, am Grabe seines letzten Kameraden einen Kranz niederzulegen. * Hungen, 16. Juli. Auf der Straße Hungen- Inheiden ereignete sich gestern nachmittag em M o - torrabunfall, bei dem der Soziusfahrer Schön hals aus Hungen B e i n v e r I e tz u n ° gen, innere Verletzungen und eine ©e* Hirnerschütterung da von trug. Er wurde sofort der Chirurgischen Klinik in Gießen zugefuhrt. Der Führer des Motorrades selbst erlitt nur leichtere Verletzungen. Die Ursache des Unglücks ist noch m* Vum^"a d), 16.Juli. Der 60 Jahre alte Landwirt Melchior Wißner fuhr am Samstaa mit einem Milchwagen durch eine Straße unseres Ortes. Plötzlich scheuten die Pferde vor einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Auto. Wiß- ner stürzte vom Wagen. Dabei erlitt er durch den Husschlaq eines Pferdes schwere Verletzungen a m U n t e r l e i b , die seine Ueberfuhrung m die Chirurgische Klinik nach Gießen erforderlich machten. Kreis Büdingen. n VMUU,iiv..v ÄÄuÄ» dort kurz zunächst den Niedergang nach Krieg und um in fünf Gewichtsklassen ihre Meister zu ermitteln. Hier schickte die Universität Marburg allein fünf Mann in die Entscheidungen. Bei den Turnern siegte der zweite Zwölskampssieger Heinz Sandrock im Zwölfkampf. In den drei Ruderwettbewerben siegten: der berliner Simon im Einer, die Techn. Hochschule Berlin im Vierer mit Steuermann und die Hochschule Breslau im Achter. Rekorde am Sonntag. Am Sonntag wurden die Kämpfe fortgesetzt und beendet. In der Leichtathlethik gab es sechs neue deutsche Studenten-Bestleistungen und zwar bei den Herren im 400-Meter-Lauf, 800-Me- ter-ßauf und Weitsprung und bei den Frauen in der 4 X 100-Meter-Staffel, im Speer- und Diskuswerfen. Bei den Schwimmern wurden vier Stu- denten-Rekorde verbessert und zwar über 1500-Me- ter-Crawl, in der 3 X 100-Meter-ßagenstaffel, der 4 X 100-Meter-Bruststaffel und der 4 X 100-Meter- Crawlstaffel. Die Wasserball-Meisterschaft sicherte sich die Th. Darmstadt durch einen 5:4-Sieg über die Th. Dresden, Handballmeister wurde die Universität Köln mit 12:8 gegen Universität Breslau. Als beste Universität nach Abschluß aller Wettbewerbe zeigte sich die Universität Berlin mit 95 Punkten vor Universität Köln mit 60 Punkten. Leichtathletiksieg der deutschen Krauen in Warschau. Zum ersten Male traten deutsche Leichtathletinnen zu einem Länderkampfe gegen Polen an, der am Sonntag in Warschau stattfand. Der Kampf endete mit einem in dieser Höhe nicht erwarteten Sieg der deutschen Frauen, die sich in diesem Kampfe selbst übertrafen. Die Polinnen mußten allerdings die Olympiasiegerin Stella W a f a f i e - wicz ersetzen, die das Punktverhältnis wohl wesentlich verbessert hätte. Allerdings befand sich gerade in der 100-Meter-Strecke die Nürnbergerin Dollinger in einer ausgezeichneten Form. Sie durchlief die Strecke in der neuen deutschen Rekordzeit von 11,9 Sekunden. Noch erfolgreicher schnitt die Münchnerin Gisela M a u e r m e y e r ab, der im Kugelstoßen mit 14,38 Meter sogar ein Weltrekord gelang. Im 80-Meter-Hürdenlauf erreichte Frl. P i r ch (Berlin) die deutsche Rekordzeit von 12,1 Sekunden und im Diskuswerfen kam Frl. Mollenhauer (Hamburg) zwar nicht an ihren jüngsten deutschen Rekord heran, aber sie übertraf .mit ihren 41,05 Meter doch die alte Bestleistung. Don den neun Wettbewerben gewannen die deutschen Vertreterinnen allein sieben und außerdem belegten sie noch acht zweite Plätze. Damit fiel der prächtige Wanderpokal des Berliner polnischen Gesandten L i p s k i an die deutsche Mannschaft. Großer Preis von Berlin in Hoppegarten. Der Große Preis von Berlin gelangte am Sonntag zum erstenmal in Hoppegarten zum Austrag. Acht Pferde fanden sich am 2600-Meter-Pfosten zum Kampf um die 27 000 Mark ein, und wiederum triumphierte der Derbyjahrgang über die älteren Pferde. Der Oppenheimsche Blinzen drehte diesmal, von W. Printen umsichtig gesteuert, den Spieß gegen seinen Bezwinger auf dem Derby um und schlug Athanasius sicher mit. einer halben Länge. Arjaman als erster Vorjähriger belegte den dritten Platz. Gießener Springer im Training. Allabendlich treffen sich in der Müllerschen Badeanstalt die Schwimmer und Springer zu einem regelmäßigen ernsthaften Training. Die Springer des Gießener Schwimmvereins lassen es sich sehr angelegen sein, ihre Form ständig zu verbessern. Immer wieder besteigen sie das 3-Meter-Brett, und springen vor kritischen Augen, bemüht, immer bessere Haltung, besseren Absprung und einwandfreie Ausführung des einen ober anderen Sprunges zu erreichen. Das Springen vom Turm erfordert, das wird auch dem Laien angesichts dieses Trainings auffallen, außerordentliche Körperbeherrschung und' Disziplin. Der Springer muß seinen Körper reft- los in der Gewalt haben, wenn jene hohe ästethi- sche Wirkung erreicht werden soll, die mit einem gut ausgeführten Sprung sehr wohl erreicht werden kann. Viele Zuschauer verfolgen deshalb das Training mit großer Aufmerksamkeit. Unsere Bilder zeigen einen der besten Gießener Springer, Max Schüler (Gießener Schwimmverein) in verschiedenen Sprüngen. Schüler ist zur Teilnahme an Den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg gemeldet. — Links oben: Auerbach-Schraube; rechts oben: gestreckter Salto vorwärts; rechts ' unten: Hechtsprung rückwärts. Hans Stuck Sieger im „Großen preis". Kampf vor 250 000 Zuschauern. Deutschlands Automobilsport hat am Sonntag nad) den verschiedenen Fehlschlägen der letzten Zeit einen großen Erfolg errungen. Im größten Rennen Deutschlands, im „Großen Preis", der nach ein- jähriger Unterbrechung wieder auf dem Nürbura- rmg zum Austrag kam, belegten zwei Wagen deutscher Firmen die beiden ersten Plätze. Hans Stuck auf dem Porsche-Wagen der Auto-Union und der Italiener Luigi Fagioli auf dem neuen Renn- magen der Da,mler-Ben§-AG. sicherten sich nach S A'gant.schen Kamps geflen befte ausländische K/asse den Sieg, nachdem Caracciola, kurz darauf erdle Führung erlangt hatte, wegen Motor-' defektes seines Mercedeswagens aufgeben mußte. 2)ritter wurde der Franzose Louis Chiron auf Alfa Romeo. 1 Der Nürburgring war von 250 000 Zuschauern umlagert. Erst gegen Schluß, als der Sieg Stucks und der zweite Platz Fagiolis fast schon feftstand, verließen zahlreiche Besucher vorzeitig den Ring. Unter den Ehrengästen bemerkte man den Reichs- nerfebrsmmtfter Eltz von Rübenach, den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr.Dorp- m aller und den Führer des Deutschen Kraftfahr- sports, Obergruppenführer Hühnlein. ’ Am Start, der pünktlich 11 Uhr erfolate be- fanben sich 19 SBagen. Schon in ben ersten ^unben entwickelte sich em großer Kampf zwischen ben deutschen Wagen unb den Alfa Romeos, ben schließ- M) ^ns Stils für sich entschieb, ba er bald mit kleinem Vorsprung vor Caracciola bie Spitze errang. Die ersten Ausfälle ließen nicht lange auf sich warten. Wahrend Stuck und Caracciola er» biftert um die Führung rangen, schieden nacheinander Hamilton, Varzi, Balestrero, Battilana, Burggaller und Moll aus. Bei Beginn der 9 Runde führte Stuck vor Caracciola, Fagioli, Chiron und Momberger. Das übrige Feld folgte im weiten Abstand nach. Der Abstand zwischen Stuck und Caracciola betrug etwas über eine Minute, als aber Stuck tanken und Reifen wechseln mußte holte „Carratsch" auf. In der 13. Runde erreichte er Stuck und ging an ihm vorbei. Kurz darauf erreichte ihn aber das Geschick, er mußte wegen Motordefektes aufgeben. Stuck hatte nun wieder die Führung. Fagioli folgte mit vier Minuten Abstand, Chiron hielt seinen dritten Platz vor Burggaller, der Momberger in der Führung Des zweiten Auto-Union-Wagens abgelöst hatte. Diese Reihenfolge blieb dann bis zum Schluß, ob- wohl Fagioli bie größten Anstrengungen machte an Stuck heranzukommen. Stuck brehte aber feine Runden mit gleichmäßiger Runde und hielt seinen Vorsprung. Er überführ als vielumjubelter Sieger das Zielband. s Das Ergebnis: ©rofeer Preis von Deutschland für Automobile auf dem Nürburg-Ring (25 Runden gleich 570,250 Kilometer): 1. Hans Stuck-Deutschland (Auto-Union) 4:38:19.2 Stunden. 2. Luigi Fagioli- Italien (Mercedes-Benz) 4:40:26.2 Std Louis Fhiron-Frankreich (Alfa Romeo) ^0:32.4 Sw 4 Tazw Nuvolari-Italien (Maserati) 4:55:10.2 Std. 5. Hans Geyer- Deutschland (Mercedes-Benz) 4:59:05.3 Std. 3m Zeichen des Radsportes... ~ Der Gießener Radsport dürfte am vergangenen Samstag und am gestrigen Sonntag den Höhepunkt der Saison erreicht haben. Der Radfahrverein 1885 Gießen, der in der jüngsten Zeit sehr aktiv war und ben Rabsport in Gießen roieber mehr in bas Licht der Öffentlichkeit rückte, hat alle Mühe auf sich genommen, um ber Bevölkerung unserer Stabt ben Rabsport weiterhin näherzubringen. Die einzelnen Veranstaltungen, bie ber Samstag unb ber Sonntag brachte, fanben außerordentliches Interesse. Meisterschaften im Gaalfahren Einen glücklichen Auftakt bilbete bie Austragung ber Meisterschaften im Saalfahren, bie im idylli- schen Garten ber „Karlsruhe" auf einem eigens dafür hergerichteten Platz durchgeführt wurden. Schon diese Wettbewerbe brachten insbesondere in den Radballwettkämpfen spannende Begegnungen. An den Meisterschaftskämpfen im 2er-Radball beteiligten sich fünf Vereine des Bezirks Gießen (Gau XII des Bundes Deutscher Radfahrer). Die Mannschaften der Vereine von Wieseck, Niedergirmes, Aßlar, Krofdorf und 1885 Gießen lieferten sich zum Teil erbitterte Kämpfe. Insbesondere das Entscheidungsspiel, das zwischen Krofdorf I und Radfahrverein 1885 Gießen ausgetragen wurde, stand auf einer hohen Stufe. Es wurden glänzende Leistungen gezeigt, nicht nur hinsichtlich der gesamten Spielanlage, der Technik, der Ballbehandlung, sondern auch der Körperbeherrschung, die ja eine wesentliche Voraussetzung für Radballspieler ist. Der Entscheidungskampf, der mit einem knappen Sieg der Gießener Brüder Von-Eifs (1885) endete, sah zwei völlig gleichwertige Gegner im Wettbewerb. Diesem Entscheidungsspiel waren verschiedene Vor- bzw. Zwischenrundenspiele vorausgeaangen. Der weitere Verlauf des Abends brachte dann verschiedene Darbietungen im Kunstradfahren. Die Leistungen, die hier gezeigt wurden, grenzten an das Artistische. Walter Göbel (Niedergirmes) wartete mit sehr schwierigen Figuren auf, die, wenn sie ihm auch nicht alle gelangen und er verschiedentlich zu Boden mußte, doch eine intensive Schulung und langes Traininig verrieten. Paul Gaßmann (Großen-Linden) fuhr einfachere Figuren, die er aber sehr beherrschte. Die Meisterschaft wurde Walter Gödel (Niedergirmes) mit 207,9 Punkten zu- aesprochen. Für die übrigen Darbietungen im Kunstfahren hatten sich die Fahrer des Radfahrvereins Großen-Linden zur Verfügung gestellt. Im Zweier- Kunstfahren (Maidt - Lang und Gaßmann - Kolwes) überraschte die große Sicherheit, mit denen die Fahrer ihr abwechslungsreiches Programm hinter sich brachten. Stürmischen Beifall erntete das Gruppen- Kunstfahren der Großen-Lindener, die vier Mann hoch, und zum Schluß gar mit sieben Mann auf einem Rad glänzende Pyramiden bauten. Ein Vierer-Schulreigen und das sehr schwierige Einradfahren, die beide ebenfalls mit größter Aufmerksamkeit von den vielen Zuschauern verfolgt wurden, bildeten den Abschluß. Die Darbietungen bewiesen, daß in Großen-Linden das Kunstradfahren eine Pflegestätte hat, wie sie wohl selten in einer Landgemeinde zu finden sein dürfte. Der restliche Teil des Abends war der geselligen Unterhaltung und dem Tanze gewidmet. Die Ergebnisse. 2er Radball-Gruppe I: 1. Gießener Radfahrverein von 1885 (Von-Eiff) 4 Punkte; 2. Krofdorf II 2 Punkte; 3 Wieseck I 0 Punkte. Einzel- ergeb Nisse: 1885 — Wieseck I 15:7 Tore; 1885 gegen Krofdorf II 13:6 Tore; Krofdorf II — Wieseck I 11:6 Tore. 2er Radball-Gruppe II. 1. Krofdorf I 4 Punkte; 2. Aßlar, 2 Punkte; 3. Wieseck II 0 Punkte. Einzelergebnisse: Krofdorf I — Aßlar 12:6 Tore; Krofdorf I — Wieseck II 18:5 Tore; Aßlar — Wieseck II 11:2 Tore. Das Spiel zwischen Krofdorf II und Aßlar um den 3. bzw. 4. Platz endete mit 12:16 Toren für Krofdorf. Das Spiel um die Bezirksmeisterschaft 1885 — Krofdorf I endete mit 9:7 Toren für die Gießener. „Großer Giraßenpreis von Gießen." lieber den Feldern und Wäldern unserer Heimat lagen noch dichte Nebelschleier, als gestern morgen zu früher Stunde die Straßenfahrer einer nach dem anderen aus ihren Quartieren in der Stadt an der Volkshalle eintrafen, um sich dem Starter zu stellen. Das Rennen wurde in zwei Gruppen gefahren. In der ^-Klaffe beteiligten sich etwa 20 Mann am Rennen, das diese Gruppe über Die Strecke von insgesamt 180 Kilometer führte. Die Fahrer, durchweg alte Kämpen, in vielen Straßenrennen erprobt, wurden punkt 6 Uhr auf die große Reife geschickt. Zehn Minuten später folgte das weitaus größere Feld der etwa 50 Fahrer der 6 - Klaffe, die eine Strecke von 150 Kilometer zurückzulegen hatten. Die landschaftlich hervorragend schöne Rennstrecke führte die Fahrer durch Kaiser- allee, Moltkestraße, Adolf-Hitler-Wall, Marburger Straße. An der Wellersburg und am Fuße des Hangelstein vorbei führte die Strecke nach Daubrin- gen, dann in stetiger, schwer zu nehmender Steigung über den Daubringer Paß, hinunter nach Alten-Buseck, durch Großen-Buseck und schließlich bis zur Grünberger Straße, auf der die Fahrer wieder zum Startplatz zurückkehrten. Diese Strecke mußte von der -^-Klasse sechsmal, von der 8-Klasse fünfmal bewältigt werden. Das Rennen nahm insbesondere in der 8-Klasse einen sehr anregenden Verlauf. Die ^-Klaffe fuhr in einem raschen, ziemlich gleichmäßigen Tempo los und hielt während des größten Teiles der Strecke dicht beieinander. Kaum gelang es einem der Fabrer, Vorsprung zu gewinnen. Die Fahrer bewältigten die Strecke sehr taktisch, verausgabten sich auf den ersten Runden nicht übermäßig, Spurtversuche waren nicht allzu häufig, weil der einzelne nicht damit rechnen konnte, daß er wesentlich gewinnen würde. Erst auf der letzten Runde, und hier wiederum erst in der zweiten Hälfte, zog sich das Feld mehr auseinander, und nun erst wurde das Rennen entschieden. Auf der Strecke gab es nur wenig Ausfälle. Großes Pech hatte der aussichtsreich liegende Hochkeppler (Köln), der beim Sturz eines anderen Fahrers ebenfalls zu Fall kam und durch einen Schaden am Rad 200 Meter vor dem Ziel aus dem Kampf um ben Sieg ausgeschieden wurde. Die Ergebnisse der ^-Klasse. 1. Hupfeld W., Vehmlinde Dortmund, Zeit 5:15 Stunden 2. Meuerer W., „Staubwolke" Köln 3.Rocholl H., RC. 08 Dortmund 4. Hochkeppler P., Kölner Straßenfahrer 5. Schorn L., Köln 6. Figay SX, Vehmlinde Dortmund. Das Rennen der 6-Klasfe gestaltete sich um einiges abwechselungsreicher. Hier starteten Teilnehmer, die zwar noch nicht so routiniert fuhren, wie die Beteiligten der ^-Klasse, aber mit um so größerem Eifer bei der Sache waren. In einem scharfen Tempo wurde, als die Strecke auf der Marburger Straße freigegeben war, losge- Aogen. Im 30-Kilometer-Tempo wurden die verschiedenen kleineren Steigungen genommen, im bis zu 65 Kilometer Tempo wurden die Gefälle bei Daub» ringen, hinter dem Daubringer Paß und hinter ber Ganseburg hinabgefahren. Verschiedentlich versuchte ber eine ober anbere auszureißen. Immer aber würbe er roieber geholt. So blieb bas Gros ber Fahrer stets bicht beisammen unb nur auf bem Wege zur Paßhöhe fiel bas Felb etwas ausein- anber. Aber bei Großen-Bufeck lag roieberum meist alles beisammen. Es wurde durchweg sehr scharf gefahren, so daß es der 8-klasse sogar gelang, die mit zehn Minuten Vorsprung voranliegende ^-Klasse auf der vierten Runde zu sichten und auf der Fahrt durch die Stadt an der Marburger Straße einzuholen. Fast die ganze fünfte Runde fuhren beide Klassen zusammen, das Tempo wurde etwas mäßiger, bis sich die 6-Fahrer auf der Grünberger Straße am Rödger Bahnübergang frei machten und nun im Endspurt dem Ziele zustrebten. Auf der Strecke hatten verschieden Fahrer zum Teil aufgegeben, zum Teil auch so an Terrain verloren, daß sie in die Entscheidung nicht mehr eingreifen konnten. So fiel vor allem der vorzüglich Fahrende C f i k o w s k y von Leipzig aus. Der aussichtsreiche Gießener M e • b u 5 (1885) kam durch einen Schaden am Rade ins Hintertreffen, holte aber wieder glänzend auf. Ganz hervorragend fuhr Preis (Radklub „Germania" Gießen), der unverwüstlich erschien und dem es in ber Hauptsache zu banken war, baß z. B. die ^-Klasse eingeholt wurde. Fast alle Spurts wurden, wenn es einen Ausreißer einzuholen galt, von ihm geführt. Leider gab es auf dem letzten Teil der Strecke ein Mißverständnis über den Weg zum Ziel. Verschiedene Fahrer hatten sich nicht informiert unb fuhren gerabeaus, in ber Richtung Kaiserallee, als es auf ben Sportplatz ber Spieloereinigung 1900 einzubiegen galt. Anbere stürzten ober verloren bas Tempo. Aus bem entftanbenen Wirrwarr löst sich H. Feuerbach (Germania-Wanberlust Frankfurt) zuerst unb entschieb bas Rennen mit knappem Vorsprung vor bem zweiten Sieger für sich. Die beiben Gießener M e b u s unb Preis mußten sich mit bem 2. bzw. 4. Platz begnügen. Die Ergebnisse der 8-Klasse. 1. H. Feuerbach, „Germania-Wanberlust" Frankfurt a. M. 2. A. Mebus, 1885 Gießen. 3. H. Kühling, Mars-Rotweiß Frankfurt a. M. 4. H. Preis, Germania Gießen. 5. P. Trinks, Weftig (Westfalen). 6. W. Möller, „Germania-Wanberlust" Frankfurt a. M. 7. I. Becker, Cransberg (Taunus). 8. Fr. Hofefelb, RC. Fulba. 9. Karner, Frankfurt a. M. 10. A. Kufchke, Brennabor Fulba. Die Bahnradrennen. Nicht weniger als etwa 2000 Zuschauer hatten sich zu ben Bahnrabrennen eingefunben. Die bisherigen Bahnrabrennen, bie von bem Rabfahrer- verein 1885 veranstaltet roorden waren unb große Erfolge zeitigten, hatten biefe Art ber Rennen recht bekanntgemacht. Mit großem Interesse würben allenthalben bie Kämpfe auf ber Aschenbahn ber Spielvereinigung 1900 verfolgt. Verschiebene gute Bekannte aus früheren Rennen wurden beifällig begrüßt. Die einzelnen Rennen nahmen zum Teil einen sehr dramatischen Verlauf. Leider ging es nicht ohne einige Stürze ab, die dadurch hervorgerufen wurden, daß die Fahrer, bie ein scharfes Tempo vorlegten, aus ben Kurven getragen zu werben brohten. Glücklicherweise gab es keinen ernsteren Unfall, fonbern nur Hautabschürfungen, bie bei ben Stürzen auf bie Aschenbahn nicht zu oermeiben waren. Zum Austrag gelangten ber. „Große Fliegerpreis von Gießen", ber vier Vorläufe, zwei Zwischenläufe unb bie Entscheibungen um ben 3. unb 4. Platz, wie auch um ben 1. unb 2. Platz brachte. Sieger würbe ber Kölner Johann Schorn, ber bas Publikum roieber mit feinen glänzenben Spurts begeisterte, vor bem Kölner Wollenschläger. 20 Fahrer beteiligten sich an biefem Rennen. Das Ausscheibungsfahren für bie Fahrer, bie im ersten Rennen keinen Platz belegen konnten, enbete mit einem Sturz aller Teilnehmer ber letzten vier Runben, so baß bie beiben Sieger öohbein (Frankfurt a. M.) unb Neumann (Dortmunb) nur zu Fuß unb ihre Räber mit sich tragenb bas Ziel passieren konnten. Das Punktefahren, mit ber Wertung jeber zweiten Runbe, bas auch mit zwei Vorläufen aus- getragen werben mußte, enbete ebenfalls roieber mit einem Sieg von I. Schorn, ber mit 14 Punkten vor bem vorzüglichen Zacharias (Koblenz, 13 Punkte) erster würbe. Vor ber Durchführung bes Ein-Stunben-Mann- schafts-Rennens fuhren bie Sieger ber beiben Klassen bes Straßenrennens am Vormittag, mit großen schönen Eichenkränzen bebacht, ihre Ehren- runben unb mürben mit herzlichem Beifall begrüßt. Das Ein-Stunden-Mannfchafts-Ren- n e n (Rubolf-Schönhals-Gebächtnis-Rennen), bei dem 10 Mannschaften starteten, konnten sich bie Brüber Schorn (Köln), von benen ber eine am Vormittag bas Rennen bestritt, als erste Sieger qualifizieren. Es gab einen heftigen Zweikampf Zwischen ben Brübern Schorn unb bem Paar Zacharias unb Müller (Koblenz). Zacharias unb Müller sicherten sich ben zweiten Platz. Auf ben Verlauf ber Rennen auf ber Aschenbahn kom- men wir noch zurück. Kurze Gportuotizen. Der deutsche Fußballmeister Schalke 19 0 4 trug anläßlich einer Schlesien-Kundgebung in Gelsenkirchen einen Kampf gegen die schlesische Gauelf aus. Der Kampf fand vor 7000 Zuschauern statt und endete mit einem sicheren 3:0 (1:0) Sieg des neuen Deutschen Fußballmeisters. ♦ Die elfte Etappe her Tour he France von Cannes nach Nizza sah wieder den jungen Franzosen Vietto vor Martano und A. Magne siegreich. Vietto rückte damit im Gesamtklassement auf den dritten Platz. Bester Deutscher war wieder Geyer, der als Zwölfter einkam. Die übrigen Deutschen endeten weit zurück.