««H xmtjaai iui% xaq uiijt HXtz \ X24SLLK Vu 6 *vu* Nr. 158 Erstes Blatt Samstag, 16. Mi 1934 184. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags JeHBS A für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A 7 ▲ ▲ k ▲ a. a ▲▲ bis 8'/,Uhr des V ormittags Gietzener Anzeiger von einzelnen Nummern UV > WM Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt ' 1Stellen-, Vereins-, gemein- MM General-Anzeiger für Oberhessen WM Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Srcntfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unlverfitätz.yuch- und Steindruckeret «.Lange in Stehen. Schrtftleitung und Geschäftrftelle: Schulstrahe 7 M-Ngenadschlüff-Staffel» Des Führers Rückkehr aus Italien. Venedig, 16. Juni. (DNB — Funkspruch.) Um 8 Uhr vormittags hat der Führer mit seinem Gefolge in drei Flugzeugen Venedig verlassen. Auf dem Flugplatz besichtigte Mussolini mit großem Interesse die Maschine des Führers. Der Abschied zwischen den beiden Staatsmännern gestaltete sich sehr herzlich Nach mehreren großen Schleifen entschwanden die Maschinen in Richtung nach Norden. — Um S.SO UHr ist der Führer in München gelandet. W • K L* 'XV >. VW I xM z M C i X £>•' , fs- t * o 9 & c. M EM y' Auf der Tribüne von links nach rechts: Der K von Neurath die Unterführer, so ging der Marsch der feldgrau- schwarzen Miliz vorbei. Neben dem Campanile, dem hohen Glockenturm, war das Podium für Mussolini errichtet, geschmückt mit Purpur und Fahnen. Neben Mussolini, der im Schwarzhemd und feldgrauer Milizuniform erschienen war, stand der Führer. Neben dem Führer Staatssekretär Suvich, dann der Generalstabschef der Miliz Terazzi, Gruppenführer Brückner, der Generalsekretär der Faschistischen Partei S t a r a c e und Reichsaußenminister von Neurath. In ihrer außerordentlich kleidsamen prächtigen Uniform mit flachem Stahlhelm marschiert soeben eine Maschinengewehrabteilung vorbei. Mussolini wendet sich zum Führer und erklärt ihm die einzelnen Abteilungen. Nun rückt die Kapelle der Bersaglieri mit ihren federgeschmückten Alpenhüten im Schnellschritt an. Anschließend an sie beginnt der Vorbeimarsch der Giovuni Fascisti, der Jungfaschisten. Auf ihrem Schwarzhemd tragen sie ihr gelbroies Halstuch, die Farben Roms. Nach den Jungfaschisten beginnt dann der Marsch der Avantgardisten, die etwa unserer Hitlerjugend entsprechen. Auf dem Schwarzhemd leuchtet die weiße Schnur, die ihre Formation kennzeichnet. Den Beschluß des Vorbeimarsches machte die Marinejugend in blauweißen Marineanzügen. a n z l e r (X), Reich und Mussolini. Venedig, 15. Juni. (DNB.) Schon am frühen Morgen stand Venedig im Zeichen der faschistischen Verbände, die sich überall in der Stadt sammelten, um sich dann auf dem Markus-Platz und in den angrenzenden Straßen zum Vorbeimarsch am Duce und am Führer zu formieren. Einen herrlicheren Platz für diesen Vorbeimarsch als die marmorbelegte Fläche der Piazza San Marco, umrahmt von den herrlichen Marmorpalästen der Prokuratoren, den Procurazien, kann man sich für diesen Vorbeimarsch schlechterdings nicht vorstellen. Es war ein Schwelgen in Licht und Farben, in Pracht und Schönheit, und darüber wie immer der blaue Himmel des Südens. Altgold und altgrün die Teppiche, die aus jedem Fenster am ganzen Platz hängen, dann wieder Purpur und Hellgold, 10 Meter breit die italienische Trikolore Grün-Weiß-Rot. Tausende festlich gestimmte Menschen an den hunderten Fenstern, die den Platz umrahmen, auf der Galerie der in verschnörkelt-byzantinischem Stil erbauten San Marco-Kirche ebenfalls, und wie eine Palette in der dicht gedrängten Menschenmenge Mädchen in farbenfreudigen Kleidern Musik in jeglicher Färbung, helle Fanfaren, schmetternde Hörnerklänge revolutionären Tempos: Die Kapelle der 9. Legion San Marco marschiert an. Darauf der Stab und dann die einzelnen Formationen aller Waffengattungen. Mit gezücktem Dolch die Abteilungsführer, mit erhobener Hand ■ < ■ SerDucebegWdenRhrerbeiseinerAnkunstausdmLido -■ Der Führer begab sich am Freitagmittaa vom Grandhotel im Motorboot hinüber zum Lido, wo auf dem herrlichen Gelände des Golfklubs Staatssekretär Suvich zu Ehren des Führers ein Essen gab. An dem Essen nahmen außer dem Führer und seinen Begleitern, Mussolini, eine Reihe von höheren italienischen Beamten, Offizieren und faschistischen Führern sowie die Spitzen der Behörden von Venedig mit Damen teil. Mussolini empfing den Führer am Bootssteg des Golfklubs, begrüßte ihn herzlich und begleitete ihn dann zum Gebäude des Klubs, wo die Anwesenden gemeinsam in angeregter Unterhaltung das Mittagessen einnahmen. Der Führer hatte dabei die Gattin des italienischen Botschafters in Berlin, Madame Cerruti, zur Tischdame, Mussolini die Gattin des deutschen Botschafters in Rom, «Frau von Hassel. Zur Linken des Führers saß die Contessa V o l p i. Nach dem Essen, etwa gegen 14.45 Uhr, begaben sich dann Mussolini und der Führer in den Garten des Golfklubs und unterhielten sich dort etwa zwei Stunden zwanglos unter vier Augen. Sie gingen dabei unter den herrlichen alten Bäumen spazieren, saßen auch einige Zeit auf einer Bank. Diese Unterhaltung wurde in völlig loser Form geführt. Gegen 17 Uhr fuhr der Führer dann wieder zum Hotel zurück. Die amtliche Mitteilung. Neber die Zusammenkunfk wird folgende abschließende amtliche Mitteilung veröffentlicht: Der italienische Regierungschef und der deutsche Reichskanzler haben heute die Prüfung der Fragen der allgemeinen Politik und i die ihre Länder unmittelbar interessierenden Probleme in einem Geiste herzlicher Zusammenarbeit fortgesetzt und abgeschlossen. Die so ein- geleiteten persönlichen Beziehungen zwischen den beiden Regierungschefs werden künftig fortgesetzt werden. Gegen abend empfing der Pressechef und Schwiegersohn Mussolinis, Eiani. dem Staatssekretär Suvich zur Seite stand, einige Vertreter der ausländischen Presse im Hotel Danieli. Er könne so viel sagen, daß es sich nur um eine ganz persönliche Fühlungnahme der beiden Staatsmänner gehandelt habe. Es komme also nicht in Frage, daß irgendwelche festen Abmachungen getroffen worden seien, sondern man habe nur in großen Zügen d i e politische Lage durchgesprochen. Dabei hätte die beiden Staatsmänner weitgehende Ueberein- sl i m m u n g verbunden. So habe man festgestellt, daß weitere persönliche Kontakte wünschenswert feien. In der Abrüstungs- frage sei man sich darüber klar, daß, wenn für Deutschland die Gleichberechtigung tatsächlich und wirksam geworden sei, es in den Völkerbund zurückkehren könne. Auch über Oesterreich sei gesprochen worden, wobei man der Ansicht sei, daß immer auf der Basis der österreichischen Unabhängigkeit dick Herstellung normaler Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich wünschenswert sei. Auf die Frage, ob auch über die russisch-französische Front gesprochen worden sei, wurde erwidert, daß nur ganz allgemein die beiden Staatsmänner festgestellt hätten, daß sie R e g i o n a l p a k t e f ü r n i ch t r i ch - tig, dagegen allgemeine Abkommen für geeignet hielten. Besuch in -erKunstausstellung Der Führer besichtigte auch die alle zwei Jahre stattfindende internationale Kunstaustel- l u n g. Er wurde dort von dem Präsidenten der Ausstellung Grafen D o l p i und dem italienischen Botschafter in Berlin, Cerruti, empfangen und geführt. Zuerst besichtigte der Führer den deutschen Pavillon sehr eingehend, wobei er sich besonders vor den Plastiken von Kolbe und W a ck e r l e und vor Bildern von P ö st e l b e r g e r und Heise aufhielt. Dann folgte noch kurz eine Besichtigung der Haupthalle, in der die Italien v schen Künstler ausgestellt haben und wo sich eine historische Ausstellung internationaler Porträts des 19. Jahrhundert befindet. Vor dem Bismarckbild Lenbachs verweilte der Führer längerer Zeit. Graf Volpi bat daruf den Führer, sich ein Bild des italienischen Malers Vagaagini als Geschenk auszusuchen, der in der Villa Romano in Florenz, Klingerstiftung, wohnt. Nachdem der Führer gewählt hatte, stellte sich heraus, daß Konrg Viktor Emanuel das gleiche Motiv von dem gleichen Maler gekauft hatte. Venedig. Den tatsächlichen Bankrott der Genfer Abrüstungskonferenz vermag auch die in letzter Stunde mit großer Mühe zustande gebrachte Verständigungsformel nicht zu verschleiern. Italiens Mitteilung, daß es die Möglichkeiten des Flotten» abkommens von Washington voll ausnützen und trotz großer finanzieller Sorgen sofort zwei moderne Riesenkreuzer auf Kiel legen werde, zeigt ebenso wie die Ankündigung Englands, daß der Augenblick für eine Verstärkung der L u f t st r e i t k r ä f t e nunmehr gekommen sei, besser als alle aufgeregten Lamentationen der Presse, was man trotz des in Genf zusammengeleimten Kompromisses im Grunde von dem Stand des Abrüstungsproblems hält. Es sind auch die ersten Antworten auf Frankreichs Bündnispolitik, die in dem Stil der Vorkriegszeit Masche an Masche zu reihen sich müht, um auf Kanonen, Luftkreuzern und Tanks ein System der Sicherheit zu errichten, das nichts anderes bedeutet, als die Verewigung der französischen Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent im Rahmen der Pariser Friedensdiktate und das nichts mehr mit der „Sicherheit" gemein hat, die man einst durch eine konsequent dürchgeführte Abrüstungspolitik zu verwirklichen hoffte. So waren für Frankreich die Kulissengespräche wichtiger, als deren erstes Ergebnis durch französische Vermittlung die D e r • ständigung zwischen Sowjetrußland und der Kleinen Entente unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Sie bedeutet namentlich für Rumänien einen großen Erfolg, hat doch die Sowjetunion nunmehr, wenn auch nur stillschweigend, die Einverleibung Bessarabiens in das großrumänische Reich anerkannt. Rumänien ist damit seine größte außenpolitische Sorge los. Es wird vermutlich mit seinem Dank an Frankreich, dem es diese Entlastung an seiner Ostgrenze wesentlich zuzuschreiben hat, bestimmt nicht knauserig sein, wenn in den nächsten Tagen der französische Außenminister nach Bukarest kommen wird, um das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist. Daß S ü d s l a w i e n der Verständigung mit Sowjetrußland noch nicht beigetreten ist, mag tatsächlich in der Hauptsache formale Gründe haben. Der südslawische Außenminister hat eben aus Paris die Versicherung mitgebracht, daß Frankreich unter dem neuen Kurs der „alten Staatsmänner" die Fäden zu den Freunden der Kleinen Entente, die schon reichlich gelockert waren, fester knüpfen wird. Von Belgrad geht die Brücke zu den anderen Balkanstaaten, zu Griechenland und Bulgarien, dessen Beitritt zum Balkanpakt und Anerkennung der Sowjetunion nur noch eine Frage der Zeit zu fein scheint. Und in der Türkei schließlich treffen sich die Einflußlinien von Paris und Moskau. Kemal Pascha hat soeben sich erhebliche Kredite zur Verstärkung der Rüstungen bewilligen lassen. Zudem empfängt er grade jetzt den Besuch seines östlichen Nachbarn, des Schahs von Persien. Die europäische Unruhe setzt sich in Asien fort und stößt schließlich im Fernen Osten auf ein neues und vielleicht stärkstes Zentrum politischer Reibungen und Spannungen zwischen den Interessensphären der Weltmächte. Die Ansatzpunkte der neuen französisch-russischen Zusammenarbeit werden überall deutlich, in Genf sowohl, wie auf dem Balkan und in Mittelasien. Daß England so gut wie Italien bereits den Druck spüren und entschlossen sind, aus der neuen Lage die Folgerungen zu ziehen, sahen wir schon. Aber vorerst scheint es Frankreich noch nicht aufgegeben zu haben, sich die so oft bewährte britische Freundschaft zu erhalten. Barthvus Einschwenken in Genf auf eine versöhnlichere Tonart, nachdem die Engländer seinen massiven Einschüchterungsversuchen die kalte Schulter gezeigt hatte, und der jetzt angekündigte Besuch des französischen Generalftabschefs in England deuten auf ernsthafte Bemühungen hin, die Engländer bei der Stange zu halten und damit der Notwendigkeit einer Wahl zwischen der neuen Freundschaft mit Moskau und der alten Freund- schast mit London zu entgehen. Das Bündnis mit England ist auch heute noch das höchste Ziel der französischen Politik, und nur sehr ungern möchte man sich den Weg dazu durch die Erneuerung der Allianz mit Rußland verbauen. Aber wenn auch in England eine Gruppe ultrakonservativer Politiker seit Jahr und Tag dem Abschluß der Entente mit Frankreich das Wort redet, weil sie darin das beste Mittel sieht, um auf dem europäischen Kontinent Ruhe zu schaffen — die Ruhe eines Kirchhofs versteht sich) für alle Völker, die in Freiheit atmen und schaffen wollen — und der englischen Weltpolitik den Rücken freizuhalten, fo sind es doch dieselben konservativen Ultras, die am entschiedensten einer Zusammenarbeit mit den russischen Bolschewisten widersprechen. Einer Erneuerung des seltsam unklaren und grabe infolge dieser von England absichtlich geförderten Unklarheit so friedensbedrohenden Dreiecksverbältnisfes Paris—Moskau und Paris—London stehen also heute sehr erhebliche Schwierigkeiten entgegen. In dieses unharmonische Stimmengewirr im Konzert der Mächte, das man von Paris aus ganz im überlebten Stil der exklusiven Kabinettspolitik aus der Vorkriegszeit dirigieren möchte, bringt die Helle Fanfare der deutsch-italienischen Zusammenkunft eine ganz neue Note. „In einem Augenblick, in dem der Rhythmus der Aufrüstung beschleunigt wird, in dem verschiedene Mächte sich in ihrer Block- und Bündnispolitik ereifern, in dem das Schiff des Friedens überall leck zu fein scheint, in diesem Augenblick treffen sich Hitler und Mussolini. Zwei große Nationen, zwei große Völker stehen hinter ihnen. Zwei große Bewegungen verkörpern sich in ihnen, die nur durch Tradition und geographische Lage etwas verschieden sind. Zwei Völker wie das deutsche und das italienische haben es nicht notwendig, zur Verstellungskunst und zur Heuchelei der Diplomatie Zuflucht zu nehmen. Männer wie Mussolini und Hitler stehen außerhalb und über diesen „Künsten" der Diplomatie. Sie sprechen mit offenen Herzen zu einander, Auge in Auge. Denn das Schicksal zweier großer Völker liegt in ihrer Hand — vielleicht das Schicksal Europas." Diese Begrüßungsworte, die ein italienisches Blatt dem deutschen Reichskanzler widmet, deuten den tief' gehenden Unterschied an, der auch in Italien empfunden wird zwischen der Diplomatie der Kabinette und Generalstäbe, die im Juli 1914 ebenso wie später in Versailles und auf allen Nachkriegskonfe- rengen so kläglich Bankrott gemacht hatte und einer 'neuen politischen Methode der Aussprache von Volk zu Volk, die allerdings nur dann möglich ist, wenn der leitende Staatsmann zugleich auch Volksmann im wahren Sinne des Wortes ist, Führer der Nation, aus deren Mitte er heraus wuchs, die an ihn glaubt und der er sich bis zum letzten verbunden fühlt in der schweren Verantwortung für ihr Schicksal. So standen in Venedig Adolf Hitler und Mussolini sich gegenüber als zwei Staatsmänner, denen das Vertrauen ihrer Völker eine unbeschränkte Vollmacht politischen Handelns übertragen hat. Beide verkörpern in sich am stärksten den Durchbruch zu einer neuen Zeit, die auch in der Außenpolitik ausgetretene Pfade zu verlassen sucht und mit neuen Methoden die Stabilisi- rung des Friedens und eine europäische Zusammenarbeit erreichen möchte. Aus dieser politischen Grundlinie, die natürlich auch die Zusammenkunft von Venedig beherrschte, wird es klar, wie töricht und gänzlich abwegig es ist, wenn die französische Presse aufgeregt darüber diskutiert, welche Abmachungen wohl zwischen Deutschland und Italien getroffen werden würden, gegen wen sie sich richten könnten, welche Marschroute man vereinbaren werde. Nichts von alledem! Die wilden Kombinationen in der öffentlichen Meinung Frankreichs zeugen nur von dem schlechten Gewissen, mit dem man in Paris nach der Torpedierung des europäischen Friedens durch das tete-ä-tete mit Rußland nach den Aus- und Gegenwirkungen dieser Absage an die Solidarität Europas ausspäht. Davon kann indessen keine Rede sein. Das nationalsozialistische Deutschland wünscht ehrlich die Verständigung mit allen Völkern und am meisten mit seinem großen Nachbarn im Westen. Es weiß aber, daß nichts so sehr diese Verständigung verhindert, als ein System der Bündnisse und Blockbildungen, das, wie es die Vorgeschichte des Weltkrieges und das den Friedensdiktaten folgende Jahrzehnt gelehrt haben, statt Fäden zu knüpfen und Brücken zu schlagen, Gräben zieht und Bindungen zerreißt. Nicht Bündnisse sichern den Weltfrieden, sondern der Wille, die Eigenart der anderen Völker zu achten und auf dieser Grundlage seinen Beitrag für die Zusammenarbeit der europäischen Völker zu leisten. Dieser Grundidee der nationalsozialistischen Außenpolitik hat eben erst wieder Reichspropagandaminister Goebbels in seiner ausgezeichneten Rede in Warschau beredten Ausdruck gegeben. Und von Mussolini ist das ernst mahnende Wort bekannt, daß das alte Europa sich gegenüber den im Osten aufsteigenden jungen politischen Kräften nur durch eine große gemeinsame Anstrengung halten könne. So wenig also die Tendenz der Zusammenkunft von Venedig über eine allgemeine Fühlungnahme und rückschauende Aussprache hinausgeht und man etwa aus der gegenwärtigen politischen Lage heraus irgendwelche gemeinsame Schritte beabsichtigt, so wenig kann und soll aber auch geleugnet werden, wieviel Gemeinsames sich aus dem politischen Erleben des letzten Jahrzehnts für beide Nationen ergeben hat. Wenn Deutschland durch das Versailler Diktat seiner Souveränität in wesentlichen Punkten beraubt, aus der Reihe der Großmächte gestrichen und vom Subjekt zum Objekt der Politik geworden war, so hat auch Italien, obwohl es im Weltkrieg auf der siegreichen Seite gewesen war, die Früchte seiner Opfer nicht in dem Umfang ernten können, wie es berechtigterweise hätte erwarten müssen. Nur ein Bruchteil dessen, was die Alliierten ihm im Londoner Vertrag von 1915 als Gegenleistung für seinen Eintritt in den Weltkrieg versprochen hatte, wurde ihm in Versailles zuteil. Einer Ausdehnung seiner kolonialen Wünsche in Nordafrika widersetzte sich Frankreich und jenseits der Adria entstand aus den Trümmern der habsburgischen Donaumonarchie ein neues südslawisches Reich, dem auch Landstriche zugeteilt wurden, die Italien für sich selbst beansprucht hatte. Dieser territoriale Konflikt, zu dem noch Minderheitenfragen kamen, machte die beiden großen Anrainermächte der Adria zu unversöhnlichen Gegnern unt) trieb Süd lawien naturgemäß in das Lager Frankreichs, de sen Politik der Erhaltung des in Versailles gescha fenen Zustands alle einer Revision der Verträge abholden Mächte um sein Banner scharte, während Italien, dessen Lebensinteressen überall auf die von Frankreich errichteten und sorgsam bewachten Schranken stießen, all den in den Pariser Friedensdiktaten schwer verstümmelten oder benachteiligten Völker Rückhalt bot. So wurde Südosteuropa der Schauplatz eines jahrelangen Ringens zwischen Italien und Frankreich um die Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären. Die eine oder die andere Balkanmacht wechselte als Bundesgenosse hinüber und herüber und es ist nicht zu leugnen, daß im Augenblick die russisch-französische Annäherung auch auf dem Balkan ihre Anziehungskraft bewiesen hat. Damit ist aber auch das Fruchtlose dieser Politik gegenseitigen Werbens um die Gunst der Kleinen deutlich geworden. Die erste Reaktion auf diese Erkenntnis war Mussolinis Diererpakt, der den vier europäischen Großmächten, die die Verantwortung für Schicksal der europäischen Völkergemeinschaft zu tragen haben, auch die Entscheidung über die Gestaltung der politischen Probleme Europas zuweisen will. Diesen Viererpakt nach dem erneuten Mißerfolg in Genf im Sinne fruchtbarer Zusammenarbeit der europäischen Großmächte wieder zu beleben, dürfte zunächst das Ziel der italienischen Politik sein. Das liegt auch durchaus in der Linie der von Deutschland und seinem Führer propagierten Politik der direkten Aussprache mit dem Ziel einer Verständigung von Volk zu Volk, die ja schon im deutsch-polnischen Abkommen seine Früchte getragen hat. Die Zusammenkunft von Venedig hat beiden Staatsmännern erwünschte Gelegenheit ge- geben, die Gemeinsamkeit dieser Grundtendenz in der Außerpolitik ihrer beiden Länder festzustellen und Wege zu erörtern, sie für die europäische Frie- densarbeit fruchtbar zu machen. zu verscheuchen. „Wir haben uns vereinigt zu dem Versuch, die Wolken vom polilischen Horizont Europas Mussolinis Ansprache an die Faschisten in Gegenwart des Führers. Am Freitag gegen 18 Uhr veranstaltete d i e F a s ch i st i s ch e Partei auf dem Marcusplatz zwischen den Prokuratien eine große Kundgebung, auf der Mussolini sprach. Zu der Kundgebung waren aus Venedig selbst und aus der ganzen Umgebung etwa 70 000 Menschen zusam- mengeströmt, die den weiten monumentalen Platz zwischen dem Palazzo Reale und dem Alten Pro- kuratienpalast bis in den letzten Winkel füllten. Die Kundgebung bot ein Bild außerordentlicher Geschlossenheit und Wucht. Es war ein eindrucksvolles Bild, dieser für eine solche Kundgebung wie geschaffenen, menschengefüllte Platz, im Hintergrund abgeschlossen von der Markuskirche. Die beiden Paläste waren mit Teppichen und Fahnen geschmückt. Ein farbenfreudiges Bild. Die verschiedenen faschistischen Formationen in ihren Uniformen und Trachten, mit ihren bunten Schärpen und vielfarbigen Halstüchern, dazu die Mädchenabteilungen der Ballila in weißen Blusen und schwarzen Röcken und dann, eingestreut, die Bevölkerung der Stadt. Als Mussolini, geleitet von Führern der Faschistischen Partei, am Mittelfenster des Quergebäudes erschien, war die Luft minutenlang angefüllt von einem vieltausendstimmigen Brausen. Die Rede Mussolinis war im Hauptteil ihres Inhalts eine Aufforderung an die Stadt Venedig, die er feit elf Jahren nicht gesehen hatte, möglichst aktiv und lebendig am modernen faschistischen Staatsleben teilzunehmen. Elf Jahre find seit dem Juni 1923 vergangen, so sagte der Duce u. a., als ich hier vor euch auf dem gleichen Platze sprach. Ein Jahr war kaum verstrichen seit dem Tage, an welchem das Geschlecht von Vittorio Veneto die alte herrschende Klasse an der Kehle gefaßt hatte, die während des Krieges und nachher ihre politische Unfähigkeit gezeigt hatte, das Geschlecht, das die große Straße für die Zukunft des italienischen Volkes eröffnet hat. (Beifalls Heute nach elf Jahren ist das italienische Volk wie ein Heer zusammengeschweißt, und man kann d i e harte Wahrheit sagen, weil man sicher ist, daß man keiner Niedergeschlagenheit der Gemüter mehr, sondern die Spannung aller Kräfte sehen wird .(Anhaltende Beifallsstürme.) Ls hat in diesen Tagen hier in Vendig ein Treffen siattgefunden, auf das sich die Aufmerksamkeit der wett konzentriert hat. Aber ich sage euch Italienern und allen jenseits der Grenzen, daß Hitler... (Rufe: Es lebe Hitler! Anhaltende stürmische Beifallskundgebungen für den Führer, der auf dem Balkon erscheint)... daß Hitler und ich uns hier getroffen haben, nicht um die politische Karle Europas und der Welt umzu- arbeilen oder gar zu modifizieren oder um sonstige Motive der Unruhe noch denjenigen hin- zuzusügen, die alle Länder schon beunruhigen, vom äußersten Orient bis zum äußersten Okzident. Wir haben uns vielmehr hier vereinigt zu dem Versuch, die Wolken zu verscheuchen, die den Horizont des politischen Lebens Europas verdunkeln. Noch einmal sei gesagt, daß eine schreckliche Aller- native vor dem Bewußtsein aller europäischen Völker sieht: Entweder finden sie ein winde st maß politischer Einheit, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und moralischen Verstehens, oder das Geschick Europas ist unwiderruflich v o r gezeichnet. Wir italienischen Faschisten, wir, das italienische Volk, gehärtet durch den Krieg und die faschistische Revolution, dürfen uns dieser Sprache bedienen, weil wir ein starkes Volk geworden sind. Unser Friede ist also ein männlicher Friede; denn der Friede geht dem Schwachen aus dem Wege und gesellt sich dem Starken zu. Der Regierungschef erinnerte dann noch an die Vaterlandsliebe Venedigs während des Risorgimento und des Krieges und schloß seine vor rund 70 000 Menschen mit immer neuem Jubel aufgenommenen Ausführungen mit der Verheißung des Sieges als Frucht der Treue, des Willens und des Mutes der Schwarzhemden. Kurz vor Beginn der Rede Mussolinis war der Führer erschienen und hatte sich mit Reichsaußenminister von Neurath auf einen Balkon des Palazzo Reale begeben, von dem aus er Mussolini sehen konnte. Zunächst blieb der Führer von der Bevölkerung ziemlich unbemerkt, da sämtliche Fenster der langgestreckten Paläste von Men- schen angefüllt waren. Als dann aber der Duce kurz nach Beginn seiner Rede den Namen des Führers erwähnte und impulsiv auf ihn zeigte, brach sich die Begeisterung der Bevölkerung auch für den Führer Bahn. Immer wieder wurden neue Hochrufe und sogar Hurra auf den Führer ausgebracht. Die Bevölkerung, die solange Front zum Ouergebäude hatte, wo Mussolini stand, wandte sich mit einem Schlage nach der Seite zum Palazzo Reale um, so daß sich der Führer plötzlich der riesigen jubelnden Menschenmenge gegenüber» sah. Als Mussolini dann mehrmals auf seine Zusammenkunft mit dem Führer einging und betonte: „W i r haben uns vereing t", da kam noch einmal minutenlanges Händeklatschen auf, mit dem die Bevölkerung diese Mitteilung quittierte. Als Mussolini geendet hatte und sich mit dem Führer in einen Saal im Innern des Gebäudes begab, klang draußen auf dem längst überfüllten Platz, von einer Musikkapelle gespielt, feierlich das Deutschlandlied auf. Die begeisterte Menge gab erneut durch Händeklatschen ihrer Zustimmung und ihren Gefühlen für Deutschland Ausdruck. Mussolini der Gast des Führers. Venedig, 16. Juni (DNB.-Funkspruch.) Am Freitag um 20.30 Uhr fuhr Mussolini mit seinem Gefolge im Motorboot vor dem Grandhotel vor, um an dem Abendessen teilzunehmen, das ihm der Führer in seinen eigenen Räumen gab. Am Essen nahm nur ein kleinerer Kreis von Personen teil. Gegen 22 Uhr verließ der Duce das Hotelzimmer. Kurze Zeit darauf folgte der Führer. Beide Staatsmänner trafen noch einmal im Garten des Excelfiorhotels am Lido zusammen. Gegen Mitternacht war der Führer wieder im Grandhotel eingetroffen. Vorher hatte er Mitglieder der deutschen Kolonie empfangen, ferner eine Reihe von Amtsleitern der Auslandsorganisation der NSDAP., Landesgruppe Italien. Der Führer ließ sich die einzelnen Parteigenossen persönlich verstellen und unterhielt sich mit jedem einzelnen. Zum Schluß gab ihnen der Führer den Auftrag, den auslands- deutfchen Volksgenossen der einzelnen Ortsgruppen seine Grüße zu übermitteln. Der Führer wieder in München. München, 16. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Führer ist um 9.50 Uhr aus dem Flughafen O b e r w i ese n f e ld g e l ande t. Zu seiner Begrüßung hatten sich Ministerpräsident Siebert, die Staatsminister Wagner, Esser und Frank, zahlreiche Führer der SA., SS. usw. eingefunden. Um %10 Uhr kamen die drei Maschinen in Sicht. Die NSBO.-Kapelle intonierte den Badenweiler Marsch. Aus den Reihen der Massen erhoben sich Tausende von Händen und winkten dem Führer zu. Punkt 9.5Y Uhr rollte die Maschine vor dem Flughafen an. Als der Führer dem Flugzeug entstieg, spielte die Kapelle das Deutschlandlied, das von brausenden Heilrufen begleitet wurde. . Der Führer, in dessen Begleitung sich Reichsaußenminister Freiherr von Neurath und die übrigen Teilnehmer der Jtalienfahrt befanden, begrüßte die §urn Empfang erschienenen Persönlichkeiten. Als er sich zu seinem Kraftwagen begab, hallte das Hör st-Wessel-Lied über den Platz. Einer aus der allerjüngsten Garde überreichte ihm einen Blzst" — Sie fitzen zu dritt um den schwarzbraunen Holztisch: der Fahrer, der Beifahrer und das sechzehnjährige Mädchen, das sie von Geislingen mitgenommen haben. Die beiden Männer reden wenig miteinander, der größere sieht müde aus, seine breiten Hände liegen auf dem Tisch. Sie sind die Empfindung des schlitternden mächtigen Steuerrades noch nicht ganz los — der kleinere schaut bald nach der Zeitung, die neben ihm auf der Bank liegt, bald nach dem Mädchen, das stumm und schüchtern vor seiner Limonade sitzt. Theres bringt dem Fahrer sein Bier und die Zigaretten. „Wo fahrt ihr heute noch hin?" fragt sie interessiert. „Nach Friedberg". „Und das Mädchen?" „Auch — Hans, fahr myl die Streichhölzer her!" „Da!" sagt der kleine Beifahrer und schiebt die Schachtel über den Tisch. Dann erklärt er der Kellnerin die Sache „Sie ist nämlich in Friedberg zu Hause, und ihre Leute haben uns gebeten, wir sollen sie mitnehmen, weil wir ja doch jede Woche oorbeikommen, wenn wir den Schloßbräu-Transport fahren. Bei Verwandten ist sie gewesen. Ja, und da haben wir sie mitgenommen." „Jetzt trinken wir aber aus, damit wir weiterkommen" sagt der Fahrer. Die Männer zahlen und verabschieden sich. In acht Tagen kommen wir wieder vorbei". Dann nehmen die beiden das Mädchen in die Mitte und gehen hinaus zu dem großen blauen Lastzug. Wagen und Anhänger sind hoch mit Bierfässern beladen. Der Fahrer setzt sich in seine Ecke ans Steuer, reckt sich, gähnt und läßt den Motor anspringen. Dann steigt das Mädchen ein und als letzter der Beifahrer. Das rote Licht am Schaltbrett verlischt, die Bierfässer aus dem Wagen klappern unter den Eisenketten, mit denen sie gesichert sind, der Wagen kommt in Fahrt. Schön, daß es weiter aeht, denkt das Mädchen, was es doch alles zu sehen gibt: Soviel Kühe auf den Wiesen — eine alte Kirche — ein Kätzchen läuft über die Straße. Wie dunkel der Himmel da drüben aussieht, am Ende kommt noch ein Gewitter. — Heiß ist es hier drin, wenn man doch nur das Fenster an der Tür etwas runterlassen könnte. Um ihren Kops legt sich die Schwüle des Spätnachmittags, der Dunst des Motors, Geruch von öliger Putzwolle und altem Vier. Rüttelnd aber zieht der Wagen weiter über das endlose helle Band der Straße. — Der Beifahrer will ein Gespräch anfangen: „Ganz gut ist da bei uns herinnen, was?" Sie dreht sich ihm zu: „Bitte?" „Ob Sie gut sitzen, hab ich halt nur gemeint." „Freilich!" Rascher als anzunehmen war, verdunkelt sich der Himmel und von der tiefblauen Wolkenwand zucken vereinzelte Blitze. Aber' der eine hört auf seinen Motor, der andere schaut ab und zu von der Seite nach dem Mädchen, und so spürt niemand außer ihr das nahende Gewitter. Sie hat ein wenig Angst, noch von ihrer Kindheit her, — obgleich ich nun doch schon wirklich erwachsen bin, denkt sie. Da kurbelt der Beifahrer das Fenster hinunter, um nachzusehen, ob auch kein Landstreicher auf den Anhänger geklettert ist, und wie er sich hinausbeugt, blendet ihn rot ein greller Blitz und der erste Donner übertönt die Geräusche der Fahrt, langgezogen, dumpf und drohend. „Da zieht sich was zusammen" sagt er und ruckt etwas näher an das Mädchen heran. Die ersten Tropfen fallen gegen die Scheibe, lassen die Straße dunkel erglänzen, wieder überdröhnt ein Donner den Lärm. Die Konturen der Wolken lösen sich auf, grau schließt sich der Himmel, die Straße führt durch Tannenwälder. Jetzt klatscht der Regen gegen das Glas, der Scheibenwischer beginnt ruhelos feinen Halbkreis zu durchlaufen. Da unten ist ein Sprung im Glas, durch den spritzen die Tropfen gegen das Knie- des Mädchens. „Gib mir mal Feuer, Hans", sagt der Fahrer und angelt mit einer Hand die Zigarette aus der Jackentasche, das Mädchen reicht ihm das brennende Zündholz hinüber. Wie der Wald sich wieder öffnet, ist alles nur mehr ein grauer Schleier — der plötzlich rötlich flimmert — kein Blitzstrahl, sondern der ganze regenerfüllte Himmel ein grelles Flackern. Unter dem Krachen des Donners und dem Schrei des kleinen Mädchens scheint der Motor einen Augenblick zu verstummen. Tiefe Pfützen bilden sich auf der Straße, spritzen unter den dicken Ballonreifen des Wagens in weitem Bogen zur Seite. Gleichmäßig zieht der Lastzug die Hügel hinauf, dumpf holpern die Fässer in Den überhöhten Kurven, der Wagen kommt leicht ins Schleudern, aber dies alles spürt und sieht nur der Fahrer und noch dazu mit schiefem Blick, daß der andere das Mädchen auf feinen Sckoß genommen hat. „Weil ihr auf dem Platz in der Mitte der Regen durch die zerbrochene Scheibe den ganzen Rock vollspritzt." Sie aber weiß in ihrer entsetzlichen Angst nicht, wovor und wohin sie flieht. Sie möchte sich bei den wilden Blitzen und dem gellen Lärm zu den Männern wenden, und dann wieder fühlt sie nur Angst vor der noch schwülen, unheimlichen Kabine und möchte fliehen vor den Beiden, die geduckt ryben einander hocken. 3et}t ist die Straße nur noch ein schmaler Damm zwischen zwei Bächen, die gezausten Bäume werfen ihre Blätter hinein, das Heu der frisch gemähten Wiesen schwimmt herum, und Regen und Spritzwasser werfen Krater und Blasen auf. Es wird immer dämmriger, und greller blenden die Blitze. Bei jedem Donnerschlag wendet sie den Kopf ab und drückt ihn gegen das schwarze unsaubere Lederpolster. Und sie ist unbewußt und aufgeregt genug — jetzt kollern ihr die Tränen über den Hals — daß sie nicht spürt, wie andersartig mit einemmal der Mann sie streichelt, auf dessen Schoß sie hilflos kauert. — Er wundert sich über sich selbst, aber es ist alles jetzt so anders als vorhin: weshalb sie wohl so weint? Es dunkelt stärker, und er streichelt sie immer noch mit nur kaum spürbar anderer Hand und weiß es nicht, woher es kommt, daß es mit einmal so ist, als hielte er ein Kind im Arm. Der Fahrer hält auf einer kleinen Hohe an, der Regen hat etwas nachgelassen und der Donner grollt ferner, zuweilen nur noch einmal hart polternd. Und wie der andere hinausgeht, die Laterne über dem Nummernschild des Anhängers anzustecken, da ist sein Herz voll ungeahnter Freude. , Wiederherstellung eines deutschen Garten-Juwels. Unter den deutschen Garten-Kunstwerken besitzt der Garten von Veitshöchheim unweit von Würzburg eine ganz besondere Bedeutung, da er das einzige erhaltene Zeugnis eines deutschen architektonischen Gartens ist, der grundsätzlich anders gestaltet ist als der französische Garten. Dazu kommt, daß sich hier auch verschiedene deutsche Geistesströmungen, wie das Rokoko und die Empfindsamkeitsperiode, in eigenartiger Weise spiegeln, daß der überreiche Figurenschmuck des Gartens einen hohen künstlerischen Wert besitzt, um dieses abgelegene Paradies zu einem Garten-Juwel zu gestalten. Wie in der jetzt in neuer Gestalt und unter neuem Namen im Deutschen Kunstverlag erscheinenden Zeitschrift'„Deutsche Kunst und Denkmalpflege", Der früheren „Denkmalpflege", mitgeteilt wird, sind Schloß und Garten Veitshöchheim in der letzten Zeit wieder in Stand gesetzt worden. Bei dem Schlößchen, einer Lieblingsschöpfung der Würzburger Herrscher, in dem vom Barock bis zum Biedermeier viele Stilepochen zum Ausdruck kommen, handelte es sich darum, das in langer Entwicklung organisch „Gewachsene" in der Wiederherstellung zum Ausdruck zu bringen und nicht eine hier ganz unangebrachte „Stilreinheit" betonen zu wollen. So wurden für die Neugestaltung die alten Inventare von 1778 und 1819 zu Grunde gelegt. Bei dem Garten, dessen Instandhaltung der im Schlößchen untergebrachten Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau anoertraut ist, handelte es sich darum, außer der fortlaufenden, sehr mühevol- len Erhaltung des Bestehenden die späteren Schä- den zu beseitigen, die das Wesentliche, nämlich den Grundriß, verändert haben. Der wichtige Plan um 1790 gibt ben alten Zustand ganz klar wieder und wurde bei allen Fragen der Wiederherstellung zur Richtschnur genommen. Die Querallee, die vom Freilichttheater nach Westen führt, wurde neu gepflanzt und der alte Charakter der eigenartigen Fichtenzone durch Aufforstung der großen Fichtenallee hergestellt. Am Schloßparterre wurden die früher vorhandenen beiden Teppichbeete neu angelegt. Der Restaurierung des Schlößchens ging die Instandsetzung des stark beschädigten Garten- Pavillons und der großen Zahl von Plastiken voraus. Genaue Aufnahmen über den Zustand der Skulpturen ergaben, daß ein großer Teil der künstlerisch sehr wertvollen Originalarbeiten dem vollständigen Verfall entgegenging. Diese Figuren mußten durch Kopien ersetzt werden, die mit aller Sorgfalt von Würzburger Bildhauern unter ständiger Ueberwachung durch eine besondere Sach- verständiaen-Kommission gearbeitet wurden. Die übrigen Plastiken werden ständig beobachtet, wobei man vielfach einen verderblichen Fortschritt, bei manchen allerdings einen nicht erklärlichen Stillstand des Verfalls beobachtete. Die alten Sandsteinfiguren waren ursprünglich mit einer Oelwachs- farbe gestrichen, die eine stark erhaltende Wirkung ausübt und in ihrer kühlen Tönung einen prächtigen Kontrast zu den abgewitterten und bemoosten warmen braungrünen und braunroten Flächen bildet. Diese eigenartige Farbiakeit hat man mit Glück nachzuahmen gesucht. Den Abschluß der Wiederherstellung bildete die Instandsetzuna des sogen. Grottenhauses, eines reizvollen' Garten- Pavillons mit Freitreppenanlage und farbiger Moscnkarchitektur. Der Garten von Veitshöchheim wird so auch weiterhin eine Pilgerstätte für alle Verehrer der Eigenart deutschen Naturgefühls und deutscher Naturgestaltung bleiben. Ueberall in deutschen Universitätsstädten fanden gestern abend zu gleicher Zeit gemeinsame Auf- Märsche und gemeinsame Kundgebungen der NSBO. und der Studentenschaft statt. Die Aufmärsche und Kundgebungen sollten der äußere und erste Ausdruck einer sich anbahnenden Gemeinsckaft zwischen der Arbeiterschaft und den Studenten sein. Auch in unserer Stadt wurde die Kundgebung abgehalten, und sie gestaltete sich zu einem außerordentlichen Ereignis, das auch von feiten der gesamten Bürgerschaft voll gewürdigt wurde. Die Beteiligung an dieser großen Kundgebung war über alles Erwarten hinaus sehr stark. Richt weniger denn etwa 3500 Arbeiter und Arbeiterinnen. Angestellte, Studentinnen und Studenten nahmen teil und waren, wie man deutlich aus der Stimmung heraus erfühlen konnte, mit viel Freude und mit ganzem Herzen bei dieser erstmaligen, einzigartigen Kundgebung, die zwei Kreise unseres Volkes kameradschaftlich verband, die sich bisher mehr oder weniger fremd aegenüberstanden. Allgemein sand die Hoffnung Ausdruck, daß sich diese neue Kameradschaft vertiefen und von Dauer sein möchte. Der Marsch durch die Stadt. Gegen 19 Uhr fanden sich die einzelnen Betriebsgemeinschaften vor ihren Betriebs- und Werksgebäuden ein, um dann gemeinsam nach dem Platz der Aufstellung des großen Demonstrationszuges, nach dem Oswaldsgarten, zu marschieren. Die Studenten trafen sich meist auch vor ihren Häusern und Die ausgedehnten Räume der Liebigshöhe reichten bei weitem nicht aus, um alle die Teilnehmer der Kundgebung zu fassen. Viele mußten im Freien auf der Terrasse Platz suchen, um von dort aus den Verlauf der Kundgebung zu verfolgen. Dicht gedrängt reihte sich im Saal Kopf an Kopf, als unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Fahnen in den Saal gebracht wurden. Den Augen bot sich ein farbenprächtiges Bild. Die Studenten waren zur Feier des Tages in vollem Wichs erschienen. Der Verbindungsmann der Studendenschaft zur NSBO. cand. rer. pol. Schuster eröffnete die Kundgebung im Namen der NSBO. und der Studentenschaft und wies auf den Sinn der Veranstaltungen hin, die heute in allen Universitätsstädten des Reiches abgehalten würden. Ueberall marschierten die Studenten und die Arbeiter zusammen und sie würden auch fernerhin miteinander marschieren, bis es eines Tages keine Unterschiede mehr gebe und sich jeder als der Volksgenosse fühle, wie ihn der Führer wünsche, cand. rer. pol. Schu- ster teilte mit, daß der Hochschulgruppenführer von Graeve nach Berlin berufen worden fei, um dort im Sportpalast zu sprechen. An seiner Stelle ergriff sodann der Führer der Gießener Studentenschaft/ cand. jur. Adani/ das Wort zu einer einprägsamen Ansprache. Viele Revolutionen seien, so führte er u.a. aus, über unser Vaterlande hinweggegangen, aber immer endeten sie mehr oder weniger kläglich, weil ie immer nur von einzelnen Schichten getragen worden seien und niemals von der ganzen Volks- heit. Immer wieder feien die Kräfte verzettelt worden im Kampfe gegen die äußeren Feinde, ohne daß zuvor die Gemeinsamkeit im eigenen Vaterlande hergestellt gewesen fei. 1914 sei eine große Gelegenheit gegeben gewesen, das deutsche Volk an die Sonne zu bringen, aber es habe eine Enttäuschung gegeben, die am 9. November des Jahres 1918 zu verhängnisvollster Auswirkung gesteigert worden sei. Der Klassenkampf sei heraufgerufen worden, der Schieber habe Oberwasser bekommen und das Volk sei systematisch zerrissen worden. Aber der Weltkrieg sei doch nicht umsonst gewesen, denn aus ihm und aus dem großen gemeinsamen Fronterlebnis fei der einfache graue Feldfoldat herausgewachfen, Adolf Hitler, der aus diesem Erleben heraus dem deutschen Volke neuen Glauben an sich selbst gegeben habe. Er sprach nicht von K l a s s e n genossen, sondern von Volks genossen. 1923 habe seine Kämpfer ein harter Schlag getroffen, aber er habe die Fahne wieder aufgegriffen, sammelte die Massen um sich, er erlebte im November des Jahres 1932 noch einmal harte Tage, bis schließlich der 30. Januar kam, der zur Grundlage der werdenden Volksgemeinschaft, zur ersten Etappe unserer Volkwerdung geworden sei. Dieser 30. Januar sei die Grundlage geworden für eine neue Gemeinschaft zwischen den Arbeitern der Stirn und den Arbeitern der Faust. Aber diese neue Gemeinschaft werde nicht durch Reden und nicht von ungefähr fester gefügt, sie müsse vielmehr erarbeitet werden, indem ein Volksgenosse den anderen kennenlerne. „Wir Studenten wollen euch kennenlernen in eurer Not und eurer Freude und wollen wahre Gemeinschaft pflegen!“ Arbeiter und Studenten - Schulter an Schulter. begaben sich von dort aus auf den Weg zum Sammelplatz. Nach und nach trafen Betriebsge- meinschaften und Studenten ein, wurden einander in Gemeinschaften und Korporationen gegenseitig vorgestellt, und bald befand man sich in lebhafter Unterhaltung und regem Gedankenaustausch. Da erzählte mancher Arbeiter von seinem Wirken am Schraubstock, an der Maschine, von seinem Arbeitsplatz und auch von seinem Leben, da erzählte der Student von seinem Bemühen um die Wissenschaft, von seiner Art der Arbeit im Laboratorium; man sprach auch vom Dienst in der SA., der heute ja vielen derer, die sich hier zusammenfanden, gemeinsam ist, und so fand man allenthalben Gesprächsstoff. Die Zeit bis zum Abmarsch verging sehr schnell. Als der Marsch beginnen sollte, hatte sich zwischen Studenten- und Arbeiterschaft bereits eine herzliche Gemeinschaft gebildet, und zwar schneller, als es wohl mancher Skeptiker je geglaubt hätte. Unter dem Vorantritt des Spielmanns- und Musikzuges der SAR., und unter der Vorantragung der Fahnen der Betriebsgemeinsckaften und der Studentenverbindungen (jeweils folgten abwechselnd Kor- porations- und dann Betriebszellenfahne) fetzten sich die langen Kolonnen in Bewegung. Der Marsch führte durch Neustadt, Kaplansgasse, Seltersweg, Hindenburgwall, Gartenstraße und Kaiferallee zum Trieb und zum Lokal der Kundgebung, zur Liebigshöhe. Der Umzug wurde von Seiten der hiesigen Bevölkerung sehr viel beachtet und allenthalben freudig begrüßt. Während an der Spitze des Zuges der Mufikzug der SAR. für den Marfchrhythmus sorgte, wurden in den später folgenden Gruppen frische Marschlieder gesungen. Oie Kundgebung. Reichsminister Dr. Goebbels habe einmal das Wort ausgesprochen: „Arbeiter und Studenten machten die nationalsozialistische Revolution!" Darauf dürften Arbeiter und Studenten stolz sein. Sie müßten sich aber stets der großen Verantwortung bewußt sein, die aus diesen Worten klinge. Mit den Worten: „Wir dürfen nicht verlieren, wir müssen gewinnen!" schloß der Redner seine mit herzlichem Beifall aufgenommene Ansprache. Als zweiter Redner sprach der Gaubetriebszellen-Schulungöleiter pg. Demmer, Frankfurt a. M. Seinen Worten sei folgendes entnommen: Wir leben in einem gewaltigen Umbruch. Der Arbeiter Adolf Hitler sei es gewesen, der uns zu dem großen Erlebnis der Gegenwart geführt habe, der uns die natürlichen Gesetze des Blutes und der Blutsverbundenheit habe erkennen lassen. Die Zeit, da das deutsche Volk von verantwortungslosen Elementen zersetzt und zerrissen werden könne, sei endgültig vorbei. Vorbei die Zeit, da dem einen die Ueber- legenheit und dem anderen die Minderwertigkeit des Proletariers eingeimpft worden sei. Jahrzehntelang habe die Zerstörungsarbeit am deutschen Volke angehalten, und die damaligen „Führer" glaubten im Jahre 1914, daß der deutsche Arbeiter nicht zu den Waffen greifen werde, um sein Vaterland zu schützen. Aber der deutsche Arbeiter sei doch auf- gestanden gegen eine Welt von Feinden und habe gesiegt. Und der Arbeiter habe die große Fronttamerad- schaft erlebt, fei willig in den Tod gegangen für sein Vaterland, genau so wie der deutsche Student, der mit dem Deutschlandlied auf den Lippen starb. Und als jene Feinde des Volkes des Volkes Kraft spürten, da holten sie zum entscheidenden Schlage aus, zum Dolchstoß, so daß die Mannschaften mit Tränen in den Augen zurückkehren mußten und zu Haufe keinen Führer fanden. Der wahre Führer aber sei dem Volke jahrelang vorenthalten worden. Dem einzelnen Arbeiter dürfe es, so führte der Redner weiter aus, nicht übelgenommen werden, daß er zum Marxisten geworden war, denn er habe im Marxismus feine Rettung zu finden gehofft, und nur zu spät erkannt, daß er nach einem Strohhalm gegriffen hatte. Erst durch Adolf Hitler habe der Arbeiter den marxistischen Volksbetrug in seinem ganzen Ausmaß erkannt. Getragen von Frontgeist seien junge Arbeiter und Studenten zum Kampf» gegen undeutschen Geist angetreten und wurden zur Kerntruppe des Führers. Ein Volk könne nur dann leben, wenn es in sich den Frieden trage und sich blutmähig und durch die Sprache verbunden fühle. Selbstverständlichkeit müsse es fein, daß wir in Zukunft auf Tod und Leben zusammenhielten. Der Sozialismus für das ganze Volk garantiere die Einheit. Um deutschen wahren Sozialismus ganz erleben zu können, müßten wir zurückkehren zu echtem unverfälschtem deutschen Leben, zur Naturverbundenheit, aus der alle Kraft ströme. Der Arbeiter habe lange Zeit nur für sich gelebt und der Student auch. Keiner habe vom anderen gewußt. Jeder sei durch seine Organisation gegen den anderen gestellt gewesen, befangen von Vorurteilen. Erst im Felde von 1914 bis 1918 sanden sich beide im Kampf um die Freiheit des Vaterlandes. Jetzt müßten sich Arbeiter und Student Gießener Wocherrmarklbreise. * Gießen, 16. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) Klasse S 10V2, Klasse A 10, Klasse B 9'/-, Klasse C 9, Klasse D 8, ungestempelte 7'/r, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 18, Gelbe Rüben, das Bündel 15 bis 20, Spinat, das Pfund 15 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 25, Spargel 40 bis 45, Erbsen 25, Tomaten 35 bis 40, Zwiebeln 15, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte), bas Pfund 3‘A bis 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 30 Pf., Kirschen 20 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 40 bis 50, junge Hähne 60 bis 80, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 20 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 25 bis 35, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5, Rettich 10, Sellerie 20 bis 25, Radies- chen, das Bündel 10 Pf. Daten für Sonntag, 17. Juni. 1810: der Dichter Ferdinand Freiligrath in Detmold geboren (gestorben 1876); — 1818: der Komponist Charles Gounod in Paris geboren (gestorben 1893); — 1897: Pfarrer Sebastian Kneipp, Förderer des Wasserheiloerfahrens in Wörishofen gestorben (geboren 1821); — 1915: Schlacht bei Lemberg (bis 22. Juni). Bornonzer: — Tageskalender für Samstag. HI., Unterbann 1/116: 20.30 Uhr, Caf6 Leib, Elternabend. — Arbeitsgemeinschaft für Eugenik im NSLB.: 17 Uhr, Universitäts-Nervenklinik, Besprechung. — Hotel Schütz: 20 Uhr, große Eröffnungsfeier mit Konzert. — Tageskalender für Sonntag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Inge und die Millionen". — Schiffenberg: ab 15.30 Uhr, Heimatfest. — Waldbühne: 15 Uhr, Christliches Waldfest. — Bienenzüchter, Reichsfachschaft: 14.30 Uhr, an der Volkshalle. — Fünfziger-Vereinigung 1875/1925: Ausflug nach der Eiche. — Liebigshöhe: ab 19 Uhr Konzert und Tanz. — Spielvereinigung 1900: 20.30 Uhr, „Postkeller", Familienabend. — Bergschenke, 16.30 Uhr, Künstlerkonzert. * ** Die Museen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Sonntagsrückfahrkarten zur Wiedersehensfeier der 16 8er. Die Reichsbahndirektion gibt von allen Bahnhöfen der Strecken Alsfeld—Gießen, Grünberg—Lollar—Wetzlar, Mücke —Friedberg, Gedern—Vilbel, Gelnhausen—Gießen, Frankfurt—Marburg—Kirchhain—Burg- und Nie- dergemünden Sonntagsrückfahrkarten zur Wiedersehensfeier der 168er nach Butzbach aus. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom heutigen 16. Juni 0 Uhr, bis 17. Juni 24 Uhr und zur Rückfahrt vom 16. Juni 12 Uhr bis 18. Juni 12 Uhr. ** Unfall bei der Arbeit. Der 33;ährige Schlosser Heinrich W i l k e r, wohnhaft Gießen, Steinstraße 45, zog sich bei seiner Arbeit eine schwere Handverletzung zu und mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Gin Siebzigjähriger. Am vergangenen Montag feierte Glasermeister Arnold in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Herr Arnold erfreut sich in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft oller Wertschätzung. In der gestrigen Notiz über seinen Geburtstag hat sich ein Setzfehler eingeschlichen. Es mußte in der vorletzten Zeile selbstverständlich ebenfalls 70. und nicht 80. Geburtstag heißen. ** Baden — aber vorsichtig! Eine der angenehmsten Freuden des Sommers ist ein erquickendes Bad. Der Drang nach Bewegung, nach Luft, Licht und Wasser hat erfreulicherweise weite Kreise unseres Volkes erfaßt. Glücklich die Gegenden, in denen die Natur durch Flüsse und Seen dem Badeleben fördernd entgegenkommt. Aber das Baden will mit Vernunft betrieben sein. Die Beachtung der elementaren Baderegeln kann manches Unglück verhüten. In erhitztem Zustand soll man nicht ins Wasser springen, da das Herz infolge des plötzlichen Temperaturwechsels in den meisten Fällen die Tätigkeit aussetzt. Oft werden beim Baden auch Wirbel und kalte Strömungen gefährlich. Meist sind folche Stellen an besuchten Badeplätzen ja bekannt. In unbekannten Gewässern Muß jedoch auch der beste Schwimmer Vorsicht üben. Nichtschwimmer sollen sich nie zu weit hinauswagen, jedenfalls nicht soweit, daß sie den Boden unter den Füßen verlieren. Der Kopfsprung ist gewiß eine sportliche Leistung, aber im trüben und wenig bekannten Wasser kann ein unter diesem aufragender Stein oder Pfahl gefährlich werden. Unnötig langes Verweilen im Wasser soll gleichfalls vermieden werden. Große Strafkammer Gießen. Wegen falscher Anschuldigung wurde ein hiesiger Einwohner zu einer Gefängnis st rafe von vier Monaten verurteilt. Seine mitangeklagte Tochter wurde freigesprochen. Letztere war vor einiger Zeit vom hiesigen Amtsgericht wegen Diebstahls verurteilt worden. Die Angeklagte hatte einer alten Frau nach und nach Geld gestohlen, einer anderen Frau das Sparkassenbuch weggenommen, das Geld abgehoben und das Buch wieder an seinen Platz gelegt. Die Angeklagte schrieb mehrere Briefe, in denen sie den Verdacht auf andere abzulenken versuchte. Sie erkannte jedoch die Strafe an und das Urteil wurde auch rechtskräftig. Als ein zur Zeit in Marienschloß seine Strafe verbüßender vielfacher Verbrecher in das hiesige Landgerichtsgefängnis eingeliefert wurde, erhielt dieser eines Tages ein Schreiben von einem gewissen „Freund Robert" unterschrieben, in dem ihm nahegelegt wurde, den Diebstahl des Geldes und des Sparkassenbuches auf sich zu nehmen, da die Tochter eines angesehenen Beamten deshalb unschuldig verurteilt worden sei. Ein Delikt mehr ober weniger würde bei seiner Strafzumessung nichts ausmachen. Schreiben dieses Inhalts, verbunden mit stenographischen Kassibern liefen bei jenem Einbrecher wie- derholt ein. Auf diese Weise dachte der Angeklagte, der auf Grund des Gutachtens eines Schriftsachverständigen als der Verfasser dieser Schreiben ermittelt wurde, den erwähnten Einbrecher zu einem Anerkennungsurteil zu veranlassen und eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen seine Tochter zu erzwingen. Diese raffinierte Tat fand durch das obige Urteil ihre gerechte Sühne. Kleine Strafkammer Gießen. Der Sally Weinberg aus Crainfeld wurde wegen Betrugs vorn Amtsgericht Herbstein zu z w e i Wochen Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein, die aber verworfen wurde. Der Angeklagte war als Vertreter tätig und verkaufte Radioapparate unter dem Fabrikpreis. Wegen Betteln erhielt der Heinrich Funk aus Ronshausen vorn hiesigen Amtsgericht sechs Wochen Haft. Außerdem wurde die Ueberweisung in ein Arbeitshaus angeordnet. Gegen diese Anordnung legte der Angeklagte Berufung ein, die in Anbetracht seines brutalen Auftretens verworfen wurde. Zu 300 Mark Geldstrafe evtl. 30 Tagen Gefängnis wurde ein Einwohner von Friedberg verurteilt. Zugleich wurde dem Verurteilten die Strafe bedingt erlassen. Der Angeklagte zog seinen Arbeitern von ihrem Lohn Krankenkassen- und Jn- validenversicherungsdeiträge ab, händigte dieselben jedoch nicht aus. Er handelte in wirtschaftlicher Not. Vom Amtsgericht Friedberg wurde er freigesprochen. 2luf die Berufung der Staatsanwaltschaft kam es zu obigem Urteil. Amtsgericht Gießen. Ein Kraftwagenbesitzer aus Gießen erhielt einen Strafbefehl über 10 und über 50 RM.. da er den Seltersweg hinauffuhr, ohne feine Scheinwerfer abgeblendet zu haben. Außerdem beachtete der Angeklagte nicht das Haltezeichen. Wegen der letzten Sache wurde er freigesprochen. Im übrigen blieb die Strafe von 10 RM. bestehen. Ein Kraftwagenbesitzer aus Frankfurt ließ nachts sein Auto vor einem Hotel stehen, ohne dasselbe ausreichend beleuchtet zu haben. Er wurde deswegen zu 10 RM. Geldstrafe verurteilt. Ein Jahr erfolgreicher Arbeit des Odenwaldklubs. LPD. Weinheim, 14. Juni. Zu feiner 52. Jahreshauptversammlung, die am Samstag und Sonntag in Weinheim stattfindet, veröffentlicht der Odenwaldklub in feiner Vereinszeitschrift einen Jahres- und Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr, der einen guten Einblick in die vielfältige Arbeit des Verbandes vermittelt. Der Odenwaldklub umfaßt zur Zeit an 120 Orten 122 Ortsgruppen. Als Erfolg einer ausgedehnten Werbetätigkeit ist die Mitgliederzahl auf über 11000 gestiegen. 113 Ortsgruppen von 122 haben im Jahre 1933/34 ein bestimmtes Wanderprogramm durchgeführt, und zwar haben sie im ganzen 1409 finden für den Kampf um den Frieden und um die Zukunft der Nation. Sozialismus bedeute Kamerad« fchaft, bedeute „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" Unsere Revolution sei nicht abgeschlossen, bevor nicht jeder Sozialist der Tat sei. Nun, da das Bündnis geschlossen sei zwischen dem Arbeiter und dem Studenten, müsse Schulter an Schulter marschiert werden für den deutschen Sozialismus. Der Kampf aber gelte letzten Endes der Erhaltung des Lebens unseres Volkes in aller Ewigkeit. Die nationalsozialistische Revolution sei eine Revolution des Geistes. Die Umformung unseres ganzen völkischen Lebens bringe es mit sich, daß sich alle Kreise unseres Volkes gegenseitig kennenlernten. Früher sei die Arbeit vielen eine Last gewesen, aber heute sei sie heilige Pflicht im Dien st e des Volkes. Und in der Erfüllung dieser Pflicht sei die Arbeit des einfachsten Volksgenossen genau so wichtig, wie die Arbeit eines Professors. Diese Tatsache fordere die Achtung eines jeden vor jedem Arbeitenden. Die soziale Not in Deutschland müsse beseitigt werden. So, wie sie bisher in weiten Kreisen der Arbeiterschaft bestand, müsse sie uns Warnung sein. Um die Erhaltung eines inneren Friedens willen müsse die Lage des Arbeiters gebessert werden. Der Arbeiter müsse aber auch seinerseits zu erkennen versuchen, daß der Student hart und mühevoll um sein Dissen ringen müsse und schließlich nichts anderes sei als auch der deutsche Densch, der arbeiten müsse mit allen Kräften. Der Student müsse sich bemühen, den Arbeiter in seinem Tagewerk, in seinem Zuhause, in seiner Fa- milie kennenzulernen, um ihn wahrhaft schätzen zu können, und es dadurch möglich sei, daß der Kampf geschlossen und erfolgreich gegen den Reaktionär ausgenommen werden könne. Arbeiter und Studenten seien berufen, den Sozialismus der Tat Wirklichkeit werden zu lassen. Hierzu bedürften wir der herzlichen Kameradschaft. Wenn uns diese Kameradschaft fehle, dann sei der Tod des deutschen Menschen besiegelt. Wer aber die blutmäßige Bindung | in unserem Volke erkannt habe, werde nie abseits stehen. Der zukünftigen Generation müsse auf ihre Frage nach der Mitarbeit ihrer Väter am neuen Deutschland mit einem „Ja!" geantwortet werden können. Mit einem Ausruf des Reichsobmannes der NSBO., Pg. Schuhmann, beschloß der Redner seine Ausführungen. (Anhaltender lebhafter Beifall!) Das Schlußwort sprach der Verbindungsmann der NSBO. zur Studentenschaft, der stellvertretende Kreisbetriebszellenleiter pg. Hahn. Wir lebten, so begann auch er, in einer Zeit der gewaltigen Umbildung, der Einariffe und Veränderungen auf allen Gebieten des Lebens unseres Volkes, in einer Zeit der Schaffung neuer Werte und neuer Formen, die den neuen Werten entsprechen. Die heutige Kundgebung solle ein äußeres Zeichen der Verbundenheit und der Kameradschaft sein. Das Bündnis zwischen der NSBO. und der Studentenschaft solle wesentlicher Teil der Neugestaltung des Lebens unseres Volkes fein. Die Umgestaltung solle sittlich-moralischer, kultureller und wirtschaftlicher Natur sein. Das Bündnis solle bedeuten: Kampfansage gegen Liberalismus und Reaktion. Der Kampf werde ausgenommen und jeder habe an seinem Platze zu stehen und auszuharren. Die Treue zum Vaterland sei unsere Ehre! (Lebhafter Beifall!) Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler, mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes und mit dem Fahnenausmarsch fand die große Kundgebung ihren Abschluß. Bei den Studenten zu Gast. Nach der Kundgebung fanden sich Betriebsgemeinschaften und Studentenverbindungen zusammen und marschierten in größeren und kleineren Gruppen wieder nach der Stadt zu, um in den Verbindungs- Häusern gemeinsam noch einige Stunden in kameradschaftlicher Unterhaltung zu verbringen. Diese restlichen Stunden des Abends verliefen in außer- ordentlich angeregter Stimmung. Allenthalben wurden von den Sprechern der Verbindungen die Gäste willkommen geheißen und in zum Teil launiger Rede und Gegenrede das gemeinsame Denken und Fühlen im Sinne der Volksgemeinschaft zum Ausdruck gebracht. Die Herren der Kreisbetriebszellenleitung, wie auch der Gießener Studentenschaft machten in den einzelnen Häusern die Runde und hielten noch manche, zwar kurze, aber um so begeisterndere Ansprache an die Versammelten. Vielfach wurden die Stunden noch durch unterhaltende, meist humoristische Darbietungen der Studenten und auch der Mitglieder der Betriebsgemeinschaften kurzweilig gestaltet. Verschiedentlich zeigten die Studenten ihren Gästen auch die Häuser und ihre Einrichtungen, und fanden damit das Interesse wohl aller Teilnehmenden. Erst zu später Stunde trennte man sich. Der Abend, der ganz im Zeichen aufrichtigster Volksgemeinschaft stand, wird sicherlich allen, die ihn erleben konnten, in angenehmster Erinnerung bleiben. Wanderungen veranstaltet bei einer Durchschnittsbeteiligung von 25 Personen, d. h. über 35 000 Menschen wurden durch planmäßige Wanderungen in die Heimat und damit zur Kenntnis der Heimat und vertiefter Heimatliebe geführt. Zahlreiche Sternwanderungen schlugen die Brücken von Ortsgruppe zu Ortsgruppe und zu den benachbarten Wanderverbänüen. Die Zahl der ausgezeichneten Wanderer betrug rund 3000. 85 Wanderfeste bildeten Höhepunkts des Vereinsledens der meisten Ortsgruppen und gaben Gelegenheit, wirkliche Hei- matkunst (Volkslied, Volkstanz) zu pflegen. Die Bauten des Klubs sind durchweg in gutem Zustand; namhafte Beträge wurden für ihre Unterhaltung aufgewandt. Neu erstanden sind im Jahre 1933 der Rudi Wünzerturm aus dem Schimmelberg und der Adolf-Hitler-Turm bei Bad König. Geplant sind die Erbauung eines Turmes bei Buchen und die Freilegung des Rodenstein und der Wildenburg. Im ganzen besitzen der Gesamtklub bzw. seine Ortsgruppen 12 Türme, 2 Klubhäuser, 42 Schutzhütten und Schutztempel, weit über 1000 Ruhebänke und unterhält 39 Brunnen« und Quellenanlagen. SJLSpont Die Spiele der Kreisklasse II. gern, unentsch. verl. Tore P. Tv. Heuchelheim Zur Geschichte des Msungenkampfes Zum 81. Felbbergfest am 16. und 17. Juni. Sollen Mädchen Schwimmsport betreiben? 5 4 1 1 2 4 4 34:11 10:0 32:19 8:4 24:44 2:8 18:34 2:8 18:17 16:12 18:23 4:2 2:2 2:4 von und 2 1 1 1 1 2 Tv. Garbenteich Tv. Lützellinden Tv. Krofdorf falsche Prüderei verschwindet, das Mädchen weih, dah ein gesunder Körper ein Schah ist. den sie nicht vergeuden darf. der ungezwungene Sportverkehr schafft Natürlichkeit — kurz, es werden Menschen herangezogen, die der Stolz der Familie sind. Es müssen nur veraltete Ansichten gewandelt werden. Glaube niemand, daß die Sittlichkeit in Gefahr ist, wenn die beiden Geschlechter in freierer Bekleidung als sonst zusammenkommen. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Nirgendwo herrscht ein so guter Ton, frei von allen versteckten Anspiegelun- gen, wie auf dem Sportplatz eines Schwimm- Vereins. Feder Mutter kann nur geraten werden, ihre Tochter einem Schwimmverein zuzuführen. Auch die Betätigung im Wettkampf ist kein Schaden, sie ist frei von jeder Ueberkreibung. Beim Schwimmen kann man sich nicht überanstrengen wie bei anderen Sportarten. Denn wenn der Körper müde wird, tritt die Sorge um die Schnelligkeit hinter die Sorge um das Ertrinken zurück, und man hört lieber auf, als daß man das Sonnenlicht mit dem Halbdunkel des tiefen Wassers vertauscht. Alle Bewegungen beim Schwimmen sind weich und zügig, es fehlen alle ruckarligen. heftigen Stöhe auf einzelne Körperteile. Die Lungen werden nickst zusammengepreßt. Sie weiten sich — alles das ist für die Frau notwendig. Nichts spricht gegen dieschwimmsport- liche Betätigung der Frau. Alle diese Gründe veranlaßten die drei großen Derbände — Deutscher Schwimmverband, Deutsche Tv. Holzheim Tv. Lang-Göns Tvgg. Ruttershausen Tv. Dorlar eine Niederlage kaum herumkommen. Trotzdem sollten die Leihgesterner das Spiel nicht gleich Anfang an verloren geben. Jugendmannschaft Schülermannschaft sind spielfrei. tleberraschungen bei der „Großen Grünauer^. Eine große Ueberraschung gab es am Eröffnungstag der Grünauer Regatta im „Großen Einer". Der dänische Meister hendricksen und der Rüsselsheimer G. v. Opel versteuerten sich und schieden aus. Wecke und wahre die deutsche Art: Ewiglich, frisch, fromm, froh, frei, Was auch der Norne Wille sei — Männlich und wacker den Mut bewahrt! hei, wie lockte zum friedlichen Krieg herrlicher Feldberg, dein heiliger Gipfel. Jauchzende Sänge von Kampf und Sieg Wehen im Wind über wogende Wipfel. Sieger, nun nehmet das Horn zur Hand: heil, dir, du waldfrische Jugendwonne! heil dir, du herrliches Heimatland! heil auch dir, leuchtende Lebenssonne! Bleibt noch ein Tropfen im Horn, dann weiht Wodans Geschlecht ihn, das einst hier gehaust, Als um den Fels noch Wallküren gebraust. Ein Dölsung ist's, der euch dies Horn verleiht. heiß umstritten war bei den Feldbergfesten seit 1912 immer der seltene Wanderpreis. Besonders feierlicher Empfang wurde seweils den Siegern, wenn sie mit dem Dölsungenhorn, dem höchsten turnerischen Preis, den der Feldberg zu vergeben hat, heimkehrten. Schlichte, würdige Ehrenfeiern gaben die siegreichen Vereine ihren wackeren Kämpen, die oft auch einen Kampf mit Sturm und Wetter zu bestehen hatten, um dem trotzigen Bergriesen den kostbaren Preis abzuringen. Neunzehn- mal wurde bisher um das Dölsungenhorn gekämpft: achtmal holte sich der Frankfurter Turnverein 1860 den Sieg, viermal bestand der Turnverein Bieber in Ehren den Kampf. Der Wanderpreis hält auf den Gliedern der Umhängekette für alle Zeiten die Namen der Sieger fest. Sie lauten: 1912: Tv. 1817 Mainz: 1913: Tv. 1860 Frankfurt a.M.; 1917: Tv. Kreuznach; 1918: To. 1846 Mannheim: 1919: Tv. 1846 Mannbeim: 1920: Tv. 1860 Homburg v. d. h.; 1921: Turn- und Sportgemeinde „Eintracht" Frankfurt a.M.; 1922: Tv. 1860 Frankfurt a. M.; 1923: Tv. Bieber; 1924: To. Bieber; 1925: To. „Vorwärts" Frank- furt-Bockenheim; 1926: Tv. 1860 Frankfurt a. M.; 1927: Tv. 1860 Frankfurt a. M.; 1928: To. Bieber; 1930, 1931, 1932: To. 1860 Frankfurt a. M.; 1933: Tv. Bieber. Tv. Heuchelheim I — Tv. Wetzlar (fomb.). Mit der Verpflichtung der Gäste aus Wetzlar hat sich Heuchelheims 1. eine schwere Aufgabe gestellt. Die Gäste, die bekanntlich diesjähriger Meister des Gaues Nordhessen sind, treten mit einer aus Spielern ihrer Ersten und Zweiten zusammengestellten Mannschaft an. Wenn somit für Heuchelheim keinerlei Siegesaussichten bestehen, so wird dieses Spiel doch seinen Zweck dadurch erfüllen, daß die Einheimischen an der Spielweise der Gäste für sich selbst etwas lernen können. Vorher spielen Heuchelheims Schüler gegen Witz- mars Schüler. Sandball der Sp.-Dg. 1900. VfB. Kurhessen Marburg mit zwei Mannschaften zu Gast. In anerkennenswerter Weise wird auch in letzter Zeit im Kreise Marburg dem Handballsport stärkere Förderung als seither zuteil. Besonders sind es die von Kassel nach Marburg versetzten Angehörigen der Jägerkompanie, die binnen kurzem dem VfB. 05 Kurhessen Marburg spielstarke Mannschaften haben schaffen helfen. Eine Probe ihres Könnens werden sie morgen (vor dem Fußballlokalspiel) auf dem 1900-Sportplatz ablegen. Die 1900er werden sich sehr ihrer haut wehren müssen. Besonders wird Die Frage sportlicher Betätigung der Mädchen, soweit Wettkämpfe in Betracht kommen, ist viel- ach umstritten. Nachdem sich der erste Sturm gelegt )at, der ganze Sportbetrieb in geregelte Bahnen geleitet worden ist, kommen auch diejenigen zum Wort, die gegen die Vermännlichung der Frau kämpfen. Seit der nationalen Revolution ist die Frau auf dem Wege in ihr ureigenes Reich — in die Familie. Damit werden die sportlichen lieber« treibungen sehr schnell ihr Ende finden. Es gab deren leider in erschreckendem Maße. Doch die portliche Betätigung darf auch dann nicht aufhören, wenn die Träger Der kommenden Generation gesund und kräftig sein sollen. Zu vermeiden sind alle Bewegungen, die starke Erschütterungen auslösen, die durch ihren harten Kampfcharakter zu Zerrungen führen und dem weichen fraulichen Gesicht harte Züge verschaffen. Damit schränkt sich das Gebiet des Frauensports erheblich ein. Es gibt für die Frau nur eine Sportart, die als Kampfsport bezeichnet werden kann und trotzdem , alle Nachteile für den weiblichen Körper vermeidet: das ist der Schwimmsport, lieber die gesundheitlichen Vorteile des Schwimmsports im allgemeinen braucht kein Wort mehr verloren zu werden. Zu oft wird aber übersehen, daß gerade für die Frau die wichtigsten Muskelgruppen besonders gestärkt werden. Ein Blick in das Reich der „Nixen", in einen Damenschwimmverein, überzeugt den stärksten Pessimisten. Das sind alles gesunde, hochgewachsene Menschen mit klarer, weicher haut — ohne verzerrte Gesichtszüge. Selbst diejenigen, die von Wettkampf zu Wettkampf eilen. Schwimmsport ist der gegebene Jtauenfpotl Turnerschaft, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft —, mit ihren fast zwei Millionen Anhängern, in der vom 17. bis 24. Juni durchzuführenden Reichs- Schwimmwoche die Gewinnung der Frau für den Schwimmsport in den Mittelpunkt der Werbung zu stellen. Alle anderen Frauenorganisationen, mit der^ nationalsozialistischen Frauenschaft und der NS.-Volkswohlfahrt an der Spitze, werden gemeinsam mit dem.Bund Deutscher Mädchen für die Frau im Schwimmsport werben. Eine inhaltsreiche und doch nur 20 Pf. kostende Schrift: „Schwimme richtig!", wird alle Einwände entkräften und den Weg frei machen für die Gesundung der weiblichen Jsuaend. Ein starkes Geschlecht wächst heran, das uns das Reich schaffen wird, von dem unsere Väter nur träumten, weil sie eins vernachlässigten: ihren Mädchen, den kommenden Müttern, das zu geben, was notwendig ist, die Verbundenheit mit der Natur, mit der Sonne, die dem Körper alles häßliche nimmt und ihn schön und stark macht. Denken wir doch daran, wie sehr die Mädchen vor 30 bis 40 Jahren an Blutarmut litten, was für bleiche Geschöpfe sie waren. Aber gab es da schon schwimmsportliche Betätigung? Erinnern wir uns an die Damenbäder, die hermetisch abgeschlossen waren, erinnern wir uns an die hochgeschlossenen Badeanzüge, an die langen Bademäntel, die jede bloße Stelle des Körpers süchtig" verhüllten, denken wir daran, daß noch vor 25 Jahren in vielen Schwimmanstalten nicht einmal gemeinsame Wett- kämpfe ausgetragen werden durften. Versuchte nicht damals die männliche Jugend lüstern ein Astloch ZU ergattern, um einen Blick in das geheimnisvolle Damenbad zu tun? Für Witzblätter war damals Hochkonjunktur — das war aber auch alles. llnfere Jugend wurde erst frei und gesund, als sie alle Vorurteile über den Haufen warf utid einfach aus den Dadekasten ausbrach. Jetzt gilt es, die letzten Säumigen in das Reich des Wassers und der Sonne zu holen, damit die Jugend und damit Deutschland gesunde! Spielplan der Frankfurter Theater. Overnhaus: Sonntag, 17.Juni, 20.15 bis 23 Uhr: Der Zigeunerbaron. — Montag, 18. Juni, Schülervorstellung, 15 bis nach 17.30 Uhr: Die Försterchristl. — Dienstag, 19. Juni, 20.15 bis 22.30 Uhr: Tiefland. — Mittwoch, 20. Juni, 20.15 bis gegen 22.30 Uhr: Ballett-Abend. — Donnerstag, 21. Juni, 19.30 bis gegen 23 Uhr: Margarethe. — Freitag, 22. Juni, 20.15 bis nach 23 Uhr: Der flie- gende Holländer. — Samstag, 23. Juni, 19.36 bis gegen 23 Uhr: Carmen. — Sonntag, 24. Juni, 15 bis nach 17.30 Uhr: Die Försterchristl; 20.15 bis geg. 22.30 Uhr: Ballett-Abend. — Montag, 25. Juni, geschlossen. die erste Mannschaft einen schweren Stand haben, müssen doch nicht roeniaer als fünf der besten Spieler ersetzt werden. Auf die zweite Garnitur wird sich dies natürlich auch auswirken. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Auch für den kommenden Sonntag hat die Fuß- ballabteilung des Turnvereins Wieseck auf eigenem Platze wieder einen Großkampftag angesetzt. Als iniereffanteftes Treffen wird das Spiel der ersten Mannschaft der Gastgeber gegen die Ligareserve von DsB. Kurhessen Marburg anzusprechen sein. Die Gäste stellen eine flinke und technisch gute Mannschaft ins Feld. Die Wiesecker werden alles hergeben müssen, wenn sie keine Niederlage erleiden wollen. Die 2. Mannschaft hat die 3. Mannschaft von DfB. Gießen zu einem fälligen Rückspiel zu Gast. Die Gäste dürften den Platzbesitzern ein gleichwertiges Spiel liefern. Den Beginn der Spiele macht die Jugendmann, schäft, die als Gegner die Jugend von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg hat. Der Ausgang des Spieles, in dem sich zwei der besten Jugendmannschaf- ten der Gruppe gegenüberstehen, ist nicht vorher- zusagen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die erste Elf der Spieloereinigung Leihgestern die Reserve des SV. Wetzlar 05 zu einem Freundschaftsspiel. Die Wetzlarer, die schon einmal in Leihgestern gastierten, mußten damals eine ganz ansehnliche Niederlage von 4:0 hinnehmen. Dieses Ergebnis sollte aber für die Gastgeber kein Anlaß sein, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Man hofft auf einen Sieg der Leihgesterner, wenn er auch knapp ausfallen Dürfte. Die zweite Mannschaft wird in Garbenteich gegen die Erste des Platzvereins antreten und wird um dieses Kampfes zu Gunsten einer der beiden Gegner geklärt fein. Der Tabellenstand ist z. Zt. folgender: gern, unentsch. verl. Tore P. 1900 - VfB. Kurz vor Beendigung der Spielsaison kreuzen die Gießener Lokalgeaner nochmals die Klingen in einem Gesellschaftsspiel. Der Sportplatz der Spielvereinigung 1900 an der Liebigshbhe wird daher am kommenden Sonntaa das Ziel vieler Fußball- anhänger fein. Einer Der beteiligten Mannschaften eine besondere Chance des Sieges zuzusprechen, dürfte verfehlt sein, wenn man auch auf Grund der letzten Verbandsspielbewegung der jüngeren blauweiben Elf wieder größeres Vertrauen entgegenbringt. Auch die Leute vorn Waldsportplatz beginnen nunmehr die Mannschaft durch Einsatz jüngerer Kräfte schlagkräftiger zu machen. Beiderseits werden tüchtige Hintermannschaften wohl weniger erfolgreichen Angriffsreihen gegenüber- stehen, so daß man wohl nur mit einer geringen Tor- Ausbeute rechnen kann. Der eventuelle Sieg dieser ober jener Panei dürfte daher nur sehr knapp ausfallen. Neber die endgültigen Mannschaftsaufstellungen war von beiden Seiten bis jetzt nach nichts zu erfahren. Man erwartet einen ritterlichen fairen Kampf und Leistungen, die dem Ansehen des Gießener Fußballsportes dienlich sind. Nach dem Lokaltreffen tritt 1900s erste Jugend der gleichen vom VfB. Kurhessen Marburg entgegen. ♦ Bereits am heutigen Samstagabend empfängt die Ligareserve der Spielvereinigung 1900 die erste Mannschaft des Turnvereins Wißmar. Es handelt sich um ein noch ausstehendes Rückspiel ays der Verbandssaison. Der Ausgang des Spieles ist vollständig offen. Das Programm der Ueichs-Schwimmwoche in Gießen. Samstag, 16. Juni, 19.30 Uhr: Werbeumzug vom Oswaldgarten. 20.30 Uhr: Eröffnungskund- aebung auf der Liebigshöhe. Redner: Dr. Geisow, Frankfurt a.M. Konzert, sportliche Vorführungen. Sonntag, 17. Juni, 15 Uhr: Schwimm-Veranstaltungen in der Müllerschen Badeanstalt: Staffeln, volkstümliches und humoristisches Schwimmen, Kunstspringen, Reigen, Figurenlegen, Wasserballspiele. Montag, 18. Juni, 17 Uhr: Unterricht für alle im Schwimmen und Retten (kostenlos). Freischwimmer-Prüfungen in den Lahn-Badeanstalten. Dienstag, 19. Juni, 14.30 Uhr: Wettkämpfe der Gießener Schulen in der Müllerschen Badeanstalt. Mittwoch, 20. Juni, 17 Uhr: Langstrecken-Schwimmen, 1000 Meter (offen für alle). Start: Militär-Badeanstalt, Ziel: GRG.-Bootshaus. Donnerstag, 21. Juni, 17 Uhr: Lehrschwimmen für HI-, BdM., JV. und IM. in der Müller- scheu Badeanstalt. Wasserballspiele. Freitag, 22. Juni, 17 Uhr: Schwimm-Wettkämpfe der SA. in der Müllerschen Badeanstalt. Samstag, 23. Juni, nachmittags: Schwimmfahrt nach auswärts. Sonntag, 24. Juni, 15 Uhr: Rettungs-Schwimmen. Große Vorführung an der Lahnbrücke. Bau einer Fähre. Mitwirkende: SA., Sanitüts- kolonne, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Massen-Aufschwimmen und Paddler- Auffahrt. 20.30 Uhr: Strandfest auf der Pulvermühle. Illumination Italienische Nacht auf dem Wasser. Sämtliche Veranstaltungen der Reichs-Schwimm- woche in Gießen werden gemeinsam mit der NS.» Gemeinschaft „Kraft durch Freude" durchgeführt. Der Besuch der Veranstaltungen ist kostenlos. Oie Durchführung der Reichsjugenh- wettkämpfe in Gießen. Die Hitlerjugend, Bann 116, und der Kreisbeauftragte des Reichssportführers geben bekannt: Infolge verschiedener Umstände ist es erst jetzt möglich, die Durchführung der Wettkämpfe in Gießen bekanntzugeben. Die Wettkämpfe sollen nach den Richtlinien die Jugend vom 11. bis zum 21. Lebensjahr einschließlich erfassen. Die Einteilung sieht fünf Altersklassen vor: 1. Jahrgang 1922/23; 2. Jahrgang 1920/21; 3. Jahrgang 1918/19; 4. Jahrgang 1916/17; 5. Jahrgang 1915 und älter. Alle Stufen bestreiten einen Dreikampf, bestehend aus: 75- oder 100-Meter-Laus, Schlagballweitwurf oder Ku- aelstoßen, Weit- oder Hochsprung. Eine genaue Festlegung der einzelnen Uebungsarten für die verschiedenen Altersklassen erfolgt in Kürze. Für die Untersten Jahrgänge der Knaben und Mädchen kommen voraussichtlich 75-Meter-Lauf, Schlagballweitwurf und Weitsprung in Frage. Die Wettkämpfe finden am Samstag, 23. Juni, auf verschiedenen Sportplätzen statt. Die Schulen führen die Wettkämpfe morgens durch, während der Nachmittag alle übrigen Jugendlichen im Wettkampf vereint. Vorgesehen sind einige Rahmenwettbewerbe, wie Staffeln und Spiele. Für die einzelnen Altersklasse^ ist em Mannschaftskampf in Aussicht genommen. Zur Vorbereitung der Wettkämpfe findet am Montag, dem 18. Juni 1934, 21 Uhr, im Haufe der Deutschen Arbeitsfront eine Sitzung statt, zu der hiermit die Vertreter der Leibesübung treibenden Verbände und Vereine der Stadt Gießen geladen werden. Hitlerjugend, Bann 116, Abteilung E. gez. Nachtigall, Scharf. Der Kreisbeauftragte des Reichssportführers, gez. Mohr. Handball im Gau XII her DT. Aufstiegspiele der kreisklasse I. Nachdem der vergangene Sonntag durch das erste Kreisturnfest des Lahn-Dill-Kreises in Großen- Linden keine Austragung der Spiele gestattete, wird kommenden Sonntag ein weiteres wichtiges Spiel zum Austrag gelangen. Schauplatz des Kampfes ist Lützellinden, wo die ersten Anwärter Tv. Lützellinden — Tv. Garbenteich aufeinandertreffen. Das Vorspiel endete seinerzeit in Garbenteich mit der ersten und einzigen Nieder- läge der Platzbesitzer. Die Frage nach dem Sieger in diesem Spiel dürfte schwer fallen, zumal beide Mannschaften ziemlich gleichwertig sind und in ihrer Spielweise einander sehr ähneln. Trotzdem gibt man der Platzelf die besseren Aussichten, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes und das heimische Publikum hinter sich hat. Die Lage in dieser Gruppe wird sehr wahrscheinlich schon mit dem Ausgang' Schauspielhaus: Sonntag, 17. Juni, 20.15 bis n. 23 Uhr: Katz' im Sack. — Montag, 18. Juni, 20.15 bis nach 23 Uhr: Katz' im Sack. — Dienstag, 19. Juni, 20.15 bis 22.45 Uhr, neueingeübt: Das Land des Lächelns. — Mittwoch, 20. Juni, 20.15 bis 22.45 Uhr: Das Land des Lächelns. — Donners- tag, 21. Juni, 20.15 bis 22.45 Uhr: Das Land Des Lächelns. — Freitag, 22. Juni, 20.15 bis 22.45 Uhr: Das Land des Lächelns. — Samstag, 23. Juni, 20.15 bis 22.45 Uhr: Das Land des Lächelns. — Sonntag, 24. Juni, 20.15 bis 22.45 Uhr: Das Land des Lächelns. — Montag, 25. Juni, 20.15 bis 22.45 Uhr: Das Land des Lächelns. Rircbltdw Jldtbricbfen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 17. Juni. 3. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadttirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- aemeinde; 9.30: Pfarrvikar Balz; 11: Kinderkirche ür die Matthäusgemeinde; Pfarrvikar Balz. — 3o- hanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; Militärgottesdienst; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pft. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Sucker; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Sucker. — pe- kruskapelle. 8.30: Christenlehre für die neutonfirmierte weibliche Jugend der Petrusgemeinde; 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte für den Hessischen Diakonieverein; 10.45: Kinderkirche. — Allen-Vuseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Kollekte. — Albach. 8.30: Gottesdienst und Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche (obere Abteilung); 13: Kindergottesdienst (untere Abteilung). — Kirchberg. 10: Kollekte für den Hessischen Diakonieverein; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Wainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kinderkirche. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Christenlehre für die Mädchen; 10.15: Kinderkirche. — wahenborn-Steinberg. 13: Pfr. Döll (Steinbach), anschließend Christenlehre. — Garbenteich. 10: Got- tesdienst, anschließend Christenlehre. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kin- bergottesbienft. — Birklar. 14: Stiftsbechant Kahn. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgot- tesbienft; Kollekte. — Hungen. 9.45: Gottesbienst; anschließend Kinbergottesbienst. — Langd. 14: Gottesdienst. — veitsberg. 9.45: anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Alten. — Harbach. 12.30.— Göbelnrod. 14.30; anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Alten und Kranken. katholische Gemeinden. Samstag, den 16. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 17. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Sakramentalische Bruderschaftsandacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 20. Juni. Hungen 6.15 Uhr: Messe. Veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schlleßfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanität»!olonne: Telefon 2500. Aerzte : Frau Dr. Marx, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Adam. Apotheke: Pelikanapotheke. Unter den DT.-offenen Wettkämpfen des Feldbergfestes begegnet besonderer Beachtung der Mann- schaftskampf um das historische Völsungen- Horn, der nach Art Des Vereinsmehrkampfes ausgetragen wird. Den meisten Turnern und Sportlern ist der Name „Dölsungenhorn" wohlbekannt; aber wenige nur wissen um die Herkunft und Bedeutung des kostbaren Wanderpreises. Gern wird man daher einmal Näheres über die geheimnisvolle Stiftung erfahren: Es war im Hochsommer des Jahres 1911. In Den nordischen Gewässern befand sich auf der Jacht „Wiking" ein begeisterter Turnfreund, der sich mit Stolz als ein Nachkomme des Völfungengeschlechtes betrachtete. Ohne seinen Namen zu nennen oder nur anzudeuten, sandte er dem Feldbergfest-Aus- schuß von seiner Nordlandfahrt die Summe von 1500 Mark. Ein Begleitschreiben enthielt dir Be- stimmuna, daß für den Betrag ein Wanderpreis für die Feldbergfeste in Form eines altgermanischen Trinkhornes geschaffen werden möge. Dem beigefügten Entwurf des Stifters gab der Frankfurter Bildhauer Seiler künstlerische Gestaltung. Wie aus seinen Mitteilungen hervorgeht, war der unbekannte Turnfreund ein glühender Verehrer des volkstümlichen Turnfestes auf dem sagenumwobenen Taunusgipfel. Er hätte gern den Gedanken verwirklicht gesehen, daß das Feldbergfest zu einem deutschen Olympia gestaltet worden wäre. An die Siegfried- und Brunhildis-Sage, die heute noch den Feldberggipfel geheimnisvoll umwebt, knüpfen die Verse des Stifters an, die auf dem Silberbeschlag des Horns in Runenschrift eingegraben sind. Sie haben folgenden Wortlaut: Hei, wie lockte der leuchtende Brand, Als einst, umflackert von flammenden Fluten Siegfried, der Dölsung, Brunhilde fand, Und sie erlöste aus Lokis Gluten! Hier auf der Höhe, wo Brunhilde schlief, Schlummert noch immer ein göttliches Wesen, Wartend des Weckers, der wach sie rief. Auf, deutscher Turner, du barfft es erlösen! An dieser Klasse ist bie Frage nach dem aufsteigenden Verein bereits geklärt. Ohne einen einzigen Punktverlust hat sich die Mannschaft des Tv. Holzheim durchgesetzt und wird nunmehr in der kommenden Serie als jüngster Verein der Kreisklasse I angehören. Es steht hier noch ein Spiel Ruttershausen — Holzheim zurück, das aber auf den Stand der Tabelle keinen Einfluß hat. Der Tabellenstand ist folgender: Sri welcher Weise die deutsche Jugend Turnen und Sport treiben soll, ist mit dem vorher Gesagten schon zum Ausdruck gebracht. Planmäßige Körperschulung in den Entwicklungsjahren durch solche Leibesübungen, die den Körper schnell, gewandt, kräftig, ausdauernd, wagemutig und entschlossen machen, die leicht erlernbar sind und überall möglichst ohne große Hilfsmittel durchführbar sind. Die hitlersungend faßt diese Hebungen in der „Grundausbildung der Leibesübungen" zusammen und verlangt, daß diese jedem jungen Deutschen in Zukunft zuteil wird. Wer darüber hinaus zu besonderen Leistungen veranlagt ist und diese neben dem „Dienst" in seiner Jugendgemeinschaft körperlich durchhalten kann, der kann in den Turn - und Sportvereinen seinen eigenen Neigungen nachgehen und Handball, Fußball spielen, rudern, turnen, Speer werfen, 1500 Meter laufen, Tennis spielen, Fechten usw. Dieser Sondersport ist aber nur durchführbar neben und außerhalb des allgemeinen Dienstes in der Grundausbildung der Leibesübungen. Lediglich diejenigen, die auf Grund ihrer besonderen Leistungen als Olympiakandidaten in Frage kommen, wären von allen anderem Dienst mit Ausnahme der weltanschaulichen Schulung zu befreien, um sie auf ihre Sonderausgabe, Vertretung Deutschlands auf den Olympischen Spielen, entsprechend vorbereiten zu können. Düchertisch. — Ulrich Sander: Inge Holm. Roman. Wilh. Gottl. Kom Verlag. Breslau. — (257) — Durch sein Kriegsbuch „Pioniere" ist Sander schon seit einiger Zett bekannt. Seine Freunde werden sich freuen, wenn sie in dem neuen Roman in eine ganz andere Welt geführt werden, wenn sie sehen dürfen, wie ein Mann mit seinem schweren Kriegserlebnis hier Zeugnis ablegt von feiner starken und fröhlichen Lebensfreude. Er selbst schreibt u. a. folgendes über den Roman: „Es gibt von Friesland bis hinter Königsberg viele Jngeborgs an der norddeutschen Küste. Und es gibt in den Städten des Binnenlandes viele Männer, die in Unruhe kommen, wenn es so weit ist, und suchen, wie sie zu einem jungen Weibe gelangen, das rank und rosig, hochappetitlich und fruchtbar in allen Dingen des Leibes, der Seele und des Geistes ist, nicht zu vregeffen der Wissenschaft von Küche und Keller, Leinenschrank und gebohnerten Dielen, Angelegenheiten, die in Norddeutschland als nicht unbeachtlich erscheinen. Eine solche Jngeborg aber zu finden, ist nicht immer leicht. Man muß dabei schon einmal ausbrechen. Man muß auch die Augen und das Herz weit offen haben, um zugreifen zu können, wenn einem ein solch königliches Geschöpf über den Weg läuft, das gar nicht weiß, wie königlich es ist." — Profess or D r. Albrecht Penck, Berlin: „Nationale E r d k u n d e". Preis 50 Pf. Verlag: Buchholz & Weißwange G. m. b. H., Ber- lin-Eharlottenburg 2. — (122) — Nationale Erdkunde! Was ist das? Eine Synthese aus Geographie, Landschaftskunde, historischer, kultureller und zivilisatorischer Tat! Eine an die deutsche Psyche anknüpfende Wertung der mit deutschem Blut und deutschem Geist gedüngten Lande! Eine Erdkunde des deutschen Kulturbodens im deutschen Raum! Penck belegt seine Forderung mit zahlreichen Beispielen und zeigt auch dem Nichtfachmann den Weg zu kultureller Aufbauarbeit. Auszeichnung für die Kämpfer des s.Member 1923. Das Ehrenzeichen, das der Führer den alten Kämpfern, die an der nationalen Erhebung in München am 9. November 1923 aktiv beteiligt waren, verliehen hat. Die Medaille, die auf der Rückseite die Feldherrnhalle in München zeigt, wird am schwarzweißroten Bande getragen. V 7 CARLlXinwarx IJNHABER- CARL HEINZ SCHLÜTER W »? d)'-. 5® O 353i a GIESSEN SELTERSWEG 81 ^ndä^N6uhe"en;' . n.T.ein«nt.3i34l) Sommerkur KH Nervös-Erschöpfte Spezial Kuranstalt Hofhelm I. Taunus 4 bei Frankfurt n. M. Telefon 214 I L n. II. Klasse / Ermäßigte Preise Prosoekte durch S.-R. Dr. M. Schulze-Kahleyss Nervenarzt £üflhirorlllfeaöoml.Bogel5öetg Erholungsheim Haus „Landfrieden" bietet guteErholg. Waldr. Gegd. u. geschützte Höhenlage. Vorzgl.Küche. a.W. Diät ».Rohkost,Pens. 3-*.35770 Ein wirklicher Genuß! Ein Wochenend in Bad Salzschlirf in den Häusern der Badeverwaltung, im Kurpark gelegen. Von Samstag(Abendessen) bis Montag(Frühst.) einschl. Kurtaxe u. Bedienung Badehof Mk* 19.70 Kurhaus Mk. 15.05 Salzschlirf mit seinem weltberühmten Bonifaziusbrunnen heilt alle Gelenkleiden (Gicht) — Rheuma — Verkalkung — Steinleiden. 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Man konnte beobachten, daß der Ehrbegriff im Laufe der Jahrhunderte in Verfall geriet, daß man gar in den letzten Vorkriegs- und Nachkriegsjahren nur wenigen Berufen eine Standesehre zubilligte, und daß unter der nationalsozialistischen Regierung der Ehrbegriff wieder die Stellung einnimmt, die ihm zukommt. Die Gesetze haben sich nicht besonders tiefgehend mit der Ehre auseinandergesetzt. Im Strafgesetzbuch gibt es eine Reihe von Paragraphen, nach denen Beleidigung und Verleumdung strafrechtlich geahndet wird, auch Ehre Verstorbener wird unter Umständen geschützt: im Bürgerlichen Gesetzbuch überrascht es aber, daß in dem berühmten § 823 BGB. das Wort Ehre fehlt. (§ 823 begründet eine Schadensersatzpflicht für schuldhafte Körper-, Ge- sundheits-, Eigentums- usw. Verletzung.) Auf einem Umwege versuchen aber hier und da die Gerichte, einen Schadensersatzanspruch für verletzte Ehre wieder einzuführen, wo dieser Anspruch recht und billig ist. Dies geht manchmal über den § 847 BGB. Nach § 847 BGB. kann in gewissen Fällen Schmerzensgeld verlangt werden; dies ist eine der wenigen Stellen, wo das Gesetz Ersatz auch für solchen Schaden zubilligt, der „nur" ideell ist. Nun kann es vorkommen, daß jemand sich eine Ehrenkränkung so zu Herzen nimmt, daß er mehr oder weniger ernstlich erkrankt. Es gehört durchaus kein besonders fein besaitetes Gemüt dazu, um durch eine unberechtigte Ehrverletzung so betroffen zu werden, daß auch die Gesundheit Schaden nimmt. Man denke nur an die Möglichkeit, daß jemand, der in einem kleinen Kreise, auf dem Dorfe und auch in der Großstadt lebt, durch eine ehrenrührige Bemerkung diesem Kreise so entfremdet wird, daß er, bildlich gesprochen, seine Wurzel verliert. Das verlorene Vertrauen ist nicht wiederzugewinnen; „etwas bleibt immer hängen", sagt Das Sprichwort. Und ein Mensch, der derart betroffen wurde, soll nicht wenigstens die Möglichkeit haben, sich auf dem Weae des Zivilrechts schadlos zu halten? Es gibt schon Gerichte, die in solchen Fällen einen Anspruch auf Ersatz des seelischen Schadens für gerechtfertigt halten. Die Begründung wird auch, was juristisch ganz in Ordnung ist, aus jenem § 847 BGB. gewonnen. Nun nimmt das Reichsgericht noch einen Standpunkt ein, der mit Recht vielfach kritisiert worden ist. Es sagt nämlich, daß der Täter wohl zur Zahlung eines Schmerzensgeldes für seelischen Schaden verpflichtet ist, aber nur dann, wenn er diesen Schaden voraussehen konnte; in allen andern Fällen ist der Anspruch abzuweisen. Diesen Rechtssatz soll man nicht ohne weiteres hinnehmen. Jemand, der eine Ehrverletzung begeht, muß sich darüber klar sein, daß die Folgen der Ehrverletzung noch weitgehender sein können, als daß sie eine Beleidigung verursachen. Jeder, der die Ehre eines anderen kränkt, hat einfach zu bedenken, daß er damit dessen Gesundheit ebenso wie dessen Existenz schwer schädigen kann. Mit anderen Worten: Es lassen sich kaum Fälle denken, in denen der Täter nicht die Möglichkeit der Gesundheitsschädigung in Erwägung ziehen mußte. Wenn er dies unterlassen hat, so ist das ein schuldhaftes Verhalten, für das er einzustehen hat. Unter diesem Gesichtspunkt ist es nicht ausgeschlossen, daß sich auch unser oberstes Gericht bereitfindet, einen Anspruch auf Schmerzensgeld wegen infolge Ehrverletzung erlittenen Schadens immer zu be- jaben. Andererseits hat auch hier eine Jnteresfenabwä- gung stattzufinden. Niemand darf vergessen, daß Ehre das höchste Gut ist, daß man für Ehrverletzung zwar billig entschädigt werden sollte, daß aber niemand wagen dürfte, aus der Verletzung seines höchsten Gutes ein Geschäft zu machen. Für den, der heute mit solchen Ansprüchen auftritt, dürfte sich heute kein Richter mehr finden. Zum Begriff des Betriebes einer Schankwirtschaft Nach § 30 des Gaststättengesetzes vom 28. April 1930 wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe ober mit einer dieser Strafen bestraft, wer vorsätzlich den Betrieb einer Schankwirt- der „Schankwirtschaft" aus, daß der Wirt nicht das Derfügungsrecht über den Raum zu haben brauche. In subjektiver Hinsicht unterliegt nach den Feststellungen keinem Zweifel, daß dem Angeklagten der sofortige Verbrauch des Bieres an den erwähnten Orten bekannt war. Im übrigen wäre fein Irrtum über den Begriff der Schankwirtschaft als Strafrechtsirrtum unbeachtlich. Was verlangt man vom Autofahrer? Hohe Anforderungen an die Sorgfaltspflicht. e In Kraftfahrerkreisen herrscht noch immer Ungewißheit darüber, was man in juristischer Beziehung zu tun hat, um einem Schadenersatz- und einem Strafprozeß zu entgehen. Die Rechtsprechung des Reichsgerichts in Kraftfahrsachen ist immer noch zu wenig bekannt, und es wird auch zu Unrecht angenommen, daß sich einige strenae, vom Reichsgericht entwickelte Haftungsgrundsätze inzwischen gemildert haben. Das Verlöbnis und Von Landgerichtsrat Was versteht man unter einem Verlöbnis? Einmal meint man damit das, was wir gewöhnlich als Verlobung bezeichnen: das gegenseitige Versprechen, künftig einmal die Ehe miteinander schließen zu wollen; und dann bezeichnet man damit auch oas Verhältnis zwischen den Brautleuten, den Brautstand. Eine Verlobung ist ein gegenseitiger Vertrag, der von einem Minderjährigen rechtswirksam nur mit Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters (Vater, Vormund) geschlossen werden Fann. Zur rechtlichen Wirksamkeit ist aber Nicht nötig, daß sie schriftlich geschieht, daß Ringe getauscht werden oder daß sie in der Zeitung veröffentlicht wird. Es genügt das gegenseitige mündliche Versprechen der Brautleute, sich heiraten zu wollen. Es wirkt, auch wenn zunächst von diesem Versprechen und der Heiratsabsicht niemand etwas erfährt. Doch sind Ringtausch und Anzeige in der Zeitung im Streitfall natürlich wichtige Beweismittel dafür, daß eine Verlobung ftättgefunben hat. Ein Vertrag ist bie Verlobung also. Freilich kann man zum Unterschieb von anberen Verträgen Nicht bie Hilfe des Gerichts anrufen, um die Erfüllung eines solchen Vertrages durchzusetzen, wenn die Braut, der Bräutigam nachträglich sich die Sache anders überlegt. In früheren Zeiten war auch dieser Zwang möglich. Es würde aber unserer Auffassung vom Wesen einer wahren Ehe nicht entsprechen. Brayt oder Bräutigam gegen ihren Willen in die Ehe zu zwingen. Gleichwohl kann man dem Eheversprechen nicht die rechtliche Wirksamkeit absprechen. Sie zeigt sich im wesentlichen allerdings erst bei der Auflösung eines Verlöbnisses. Ein Verlobter, der grundlos von dem Verlöbnis zurücktritt, hat dem anderen Verlobten und dessen Eltern den Schaden zu ersetzen, der daraus entstanden ist, daß sie mit Rücksicht auf die bevorstehende Heirat Aufwendungen gemacht haben ober Verpflichtungen eingegangen finb. So find z. B. zu ersetzen bie Kosten einer Derlobunqs- feier, bie Aufwendungen für eine Aussteuer, für Möbel, die nicht verwendet werden können und mit Verlust verkauft werden müssen. Dazu gehören auch die Ersatzansprüche, bie ber Tischler macht, wenn die bestellten Möbel nicht abgenommen werden, die Ersatzansprüche des Hauseigentümers, bei dem bereits bie künftige Wohnung für bas junge Paar gemietet worden war, weiter die Kosten, die dem Bauern dadurch entstanden finb, daß er in Kauf- verhandlungen über ein Gut eingetreten ist, das er feiner Tochter mitgeben wollte, bie Rechtsanwalts- unb Vermittlerkosten, bie dabei bereits entstanden waren, ober ber Verlust, ber bei dem notwendigen Wiederverkauf eintritt. Dazu gehört auch eine Vergütung für Kost unb Wohnung, bie einem Verlobten ohne Gegenleistung im Haufe der Schwiegereltern gewährt worden waren. Dem anderen Verlobten muß weiter der Schaden ersetzt werden, den dieser dadurch erleidet, daß er mit Rücksicht auf die bevorstehende Heirat Maßnahmen getroffen hat, die sein Vermögen ober Demgegenüber ist festzustellen, daß bas Reichs- gericht nach wie vor bie allergrößten A n - forberungen an einen Kraftfahrer stellt. Einer ber obersten Grunbfätze ist ber, baß ein Kraftfahrer stets so fahren muß, baß er jeberzeit feinen Wagen in ber Gewalt hat. Er muß auf bie kraftverkehrsfremden Elemente ber Straße und Landstraße in erster Linie Rücksicht nehmen; es genügt nicht, daß er sich nach einem Unglück damit her- auszureden versucht, auch der andere, der zu Schaden gekommen ist, hätte die Gefahr erkennen müssen, die ihm durch das Kraftfahrzeug gedroht hat. Die Sorgfaltspflicht erstreckt sich auf das Fahrtempo, die Auswahl der Personen, die den Kraftwagen bedienen und auch darauf, daß der Wagen, der zeitweilig nicht im Betriebe ist, durch keinen Unberechtigten in Betrieb gefetzt werden kann. Man muß sich immer vergegenwärtigen, daß die höchste Sorgfaltspflicht roentger verkehrshemmend als ge- fundheitserhaltend ist. Daß jeder Alkoholgenuß vor und während der Fahrt eine doppelte Verantwortlichkeit fchafft, braucht heute nicht mehr heroorgehoben zu werden, feine Rechtsfolgen. Or. jur. Irih Thier. feine Erwerbsstellung berühren. Wenn die Braut eine gute Stellung aufgegeben hatte und eine gleich gute überhaupt nicht ober nicht sofort nach der Auflösung ber Verlobung roieber finben kann, besteht der Schaben in ber Derdienstminderung. Arbeitete ber künftige Schwiegersohn auf dem Hofe bes Bauern nur gegen Kost und Wohnung, entweder um dem künftigen Schwiegervater zu helfen ober um sich einzuarbeiten, weil er das Gut einmal übernehmen soll, oder weil ihn der Schwiegervater auf feine Eignung prüfen will, und tritt dann die Tochter grundlos zurück, so kann der bisherige Bräutigam nachträglich den angemessenen Lohn für seine Dienste verlangen. Denn wenn er nur für die Kost unb für Kost unb Wohnung arbeitete, so tat er das doch eben mit Rücksicht auf bie künftige Eheschließung. Ebenso ift’s natürlich, wenn die Braut ihren künftigen Schwiegereltern ober ihrem Bräutigam Dienste ohne bas übliche Entgelt leistete. Ersatzpflichtig ist ber Verlobte, ber vom Verlöbnis zurücktritt, ohne einen wichtigen Grund dazu zu haben. Ersatzpflichtig ist aber , auch der Verlobte, der dem anderen schuldhaft einen wichtigen Grund zum Rücktritt gibt. Was ist nun so ein wichtiger Grund? Das kann im allgemeinen nur von Fall zu Fall entschieden werden. In erster Linie ist da natürlich Untreue zu nennen, weiter aber auth schwere, insbesondere ansteckende Erkrankung (z. B. Lungentuberkulose), Täuschung über persönliche Verhältnisse, die für den anderen Verlobten wesentlich waren, so über Vermögensoerhältnisse, Unfruchtbarkeit Da ist heute besonders wichtig und brennend die Frage der deutschen Abstammung. Eine Täuschung hierüber muß auch als wichtiger Grund anerkannt werden, zumal jetzt ja das Reichserbhofgesetz deutsche oder stammesgleiche Abstammung z. B. für den Bauern fordert. Kommt es nicht zur Eheschließung, so kann jeder Verlobte vom anderen das zurückfordern, was er ihm geschenkt ober zum Zeichen des Verlöbnisses gegeben hat, also z. B. Geburtstags- unb Weihnachtsgeschenke ober den Verlobungsring. Das gilt allerbings uneingeschränkt nur, wenn eine Verlobung im gegenseitigen Einverstänbnis aufgelöst wirb. Denn diesen Rückforderungsanspruch verliert ber Verlobte, der ohne wichtigen Grunb zurücktritt ober dem anderen einen solchen Grund gibt. Gleichwohl muß er herausgeben, was er selbst erhalten hat. Hat eine unbescholtene Verlobte ihrem Bräutigam in Erwartung späterer Ehe den Beischlaf gestattet, so kann sie eine angemessene Entschädigung in Geld fordern, wenn später der Bräutigam ohne wichtigen Grund zurücktritt ober ihr einen wichtigen Grund zum Rücktritt gibt. Das gilt auch, wenn bie Braut ben Geschlechtsverkehr schon vor ber Verlobung gestattet hatte. Die Höhe biefer Enstchä- bigung richtet sich völlig nach.den Umftänben bes Einzelfalles. Sie wird vom Richter im Streitfälle nach freiem Ermessen geschätzt. Alle oben genannten Ansprüche verjähren in zwei Jahren, gerechnet von ber Auflösung der Verlobung. schäft unbefugt, b. h. ohne bie im § 1 bes Gesetzes vorgeschriebene Erlaubnis ausübt. Der Begriff „Schankwirtschaft" ist im Gesetz selbst nicht befiniert. Schankwirtschaft besteht in bem gewerbsmäßigen Ausschank geistiger ober auch anberer Getränke zum Genuß auf ber Stelle in ben bem Publikum offen= stehenben Räumen. Der Begriff „Schankwirtschaft" erforbert jeboch keineswegs bas Vorhanbensein eines bestimmt abgegrenzten Raumes (vgl. Hechler, Das Gaststättenwesen in Hessen, Seite 12). In biejem Zusammenhang ist ein Urteil des Oberlandesaerichts Karlsruhe (Juristische Wochenschrift, 63. Jahrgang, Heft 19, Seite 1196) von Bedeutung, bas sich mit ber Frage bes Zusammenhangs zwischen Ausschankstelle unb Verzehrungsplatz befaßt unb bas von allgemeinem Interesse ist. Dem Urteil lag folgender Tatbestand zu Grunde: Ein Flaschenbierhändler war angeklagt, weil er an Arbeiter Bier abgab, ohne freilich dessen sofortigen Genuß auf feinem eigenen Grundstück zu dulden. Diese begaben sich auf den Hof des Nachbars M., tranken dort das Bier, von da auf das 30 bis 40 Meter entfernt gelegene Grundstück des N., wohin ihnen der Angeklagte auch noch Flaschen verabfolgte. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hob das freisprechende Urteil der ersten Instanz auf und kam zur Verurteilung des Angeklagten. Das erkennende Gericht führte aus: Es genügt, daß fich der Wirt in den Stand gefetzt hat, den Derzehrungsplatz zu gewähren, und daß zwischen Platz und Schankstelle eine räumliche Verbindung besteht. Schon ein Urteil des Reichsgerichts vom 7. Juni 1888 hat ausgeführt, zum Tatbeftandsmerk- mal des Verzehrens an der Verkaufsstelle dürfe nicht das Erfordernis aufgestellt werden, „daß der Schankwirt das Recht gehabt haben müsse, über den Platz nach seinem Belieben zu verfügen, ebensowenig, daß auk dem Platz Vorbereitungen zum alsbaldigen Genüsse getroffen fein müßten, ober baß er ausschließlich zum Zwecke bes Betriebes ber Schankwirtschaft biene. Auch bas Bayerische Oberste Landesgericht verlangt nicht eine Vereinbarung bes Wirts mit bem Eigentümer bes Platzes. Nach ber Ansicht bes Bayerischen Obersten Landesgerichts genügt die Benutzung bes Raumes zum Verzehr außerhalb bes Schanklokals mit Wissen und Willen des Getränkeabgebers. Das Kammergericht führt zum Begriff Keine allgemeine Rechtspflicht der Krankenkaffen zur Gewährung von Diesen wichtigen Grundsatz hat das Reichsgericht in einem Urteil des dritten Senats vom 11. Dezember 1933 (Juristische Wochenschrift, 63. Jahrgang, Heft 8, Seite 484) aufgestellt. Eine Rechtspflicht zur Gewährung van Krankenhauspflege, auf die der Versicherte einen im Wege des Spruchverfahrens verfolgbaren Anspruch hätte, besteht für eine Krankenkasse der Sozialversicherung nicht, außer etwa in den Fällen der erweiterten Krankenpflege bei Hausgehilfen und unter Umständen bei landwirtschaftlichen Arbeitern. In der Reichsverficherungsordnung ist bestimmt, daß Krankenhauspflege anstelle der Krankenpflege unb bes Krankengelbes gewährt werben „k a n n" unb in bestimmten Fällen gewährt werben „s o l l" (§ 184 ber Reichsversicherungsord- nung). Daß aber bie Willkür ober bas völlig freie, jeber Nachprüfung entzogene Ermessen ber Krankenkasse über die Gewährung der einen ober anberen Art ber Krankenpflege entscheiben solle, ist bamit nicht gesagt unb auch nicht anzunehmen, weil bie Krankenkassen ber Reichsoersicherungsordnung Einrichtungen ber Sozialfürsorge finb unb nach bem Gesetz Die Pflicht haben, im öffentlichen Interesse für bie Gesunbung erkrankter Mitglieder zu sorgen. Die Art der Erfüllung dieser Pflicht kann also nicht in das Belieben der Kaffe gestellt fein, man muß deshalb annehmen, daß das pflicht- mäßige Ermessen darüber entscheiden soll, ob an Stelle der Krankenpflege unb bes Krankengelbes bie Krankenhauspflege zu gewähren fei. Bei ber Beratung bes Gesetzes wollte man eine starre Verpflichtung zu dieser Art der Krankenpflege für be» l-lnil2}c allgemein nicht feftlegen, dazu waren Die Verhältnisse zu verschieden. Es widerspricht dem nicht, wenn das pflichtmäßige Ermessen im Emzelfall die Entscheidung treffen sollte. Daß dies der Wille des Gesetzes ist, ergibt sich °uA°us der Entstehungsgeschichte des § 184 der ÄxsD. Handelt es sich aber um bas pflichtmäßige Krankenhauspflege. Ermessen, so ist zwar innerhalb bes Spielraums, ben bieses Ermessen gibt, eine Nachprüfung ausgeschlossen; ber über bie Gewährung ber Krankenhauspflege Entscheibende ist aber burch bie Berufung auf fein pflichtmähiges Ermessen nicht jeber Verantwortung lebig, er macht sich strafrechtlich verantwortlich, wenn feine Entschließung außerhalb ber burch bas pflichtmäßige Ermessen eines objektiven Beurteilers gezogenen Grenzen liegt unb er bies erkannt hat ober hat erkennen müssen. Bei der Ausübung des pflichtmäßigen Ermessens stehen zwei Gesichtspunkte im Vordergrund. Einmal der Grad der Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung für die Heilung des Erkrankten und dann die Bedeutung der Kosten einer solchen Behandlung für die bestimmte Krankenkasse. Bei der Beratung des jetzigen § 184 der RDO. ist ausdrücklich als Meinung Der Mehrheit anerkannt worden, daß das Gutatchten des behandelnden Arztes allein nicht ausschlaggebend sein solle; und ohne jeden Widerspruch ist in der Kommission ausgeführt worden, schon allein die Höhe der Kosten solle der Kasse unter Umständen das Recht geben, eine Kran- kenhauspfleae abzulehnen. Das Landgericht irrt also, wenn es den Kosten eine völlig untergeordnete Bedeutung beimiht und der nicht begründeten einfachen Ueberroeifung in ein Krankenhaus durch den behandelnden Arzt ausschlaggebendes Gewicht zuerkennt. Selbst wenn nach Art und Schwere der Erkrankung eine wirksame Behandlung nur im Kranke N ha u s e erfolgen kann, ist die Krankenkasse nicht ohne jede Rücksicht auf die Ko st en zur Gewährung von Krankenhauspflege verpflichtet. Die Kostenfrage wird in solchen Fällen häufig, vielleicht sogar meist, vor ben Interessen des Erkrankten zurücktreten müssen; bas Interesse ber anderen Versicherten erheischt aber zuweilen, daß auch eine weniger wirksame Heimbehandlung eintreten muß, wo eine Krankenhausbehandlung zweckmäßig wäre. Die Krankenkasse darf ihre verfügbaren Mittel selbst bei schwereren Krankheitsfällen durch Gewährung von Krankenhauspflege nicht derart in Anspruch nehmen, daß die ärztliche Versorgung der übrigen Versicherten dadurch gefährdet wäre. Es ist die vornehmste Ausgabe dessen, der über die Gewährung der Krankenhauspflege zu entscheiden hat, die ärztliche Notwendigkeit einer solchen Pflege gegen die Belange der Krankenkasse abzuwägen. Für die Beurteilung der ältlichen Notwendigkeit wird Ausgangspunkt in der Regel die Meinung des Arztes fein, denn der Vorstand oder Angestellte der Kasse wird meist über keine oder keine genügenden medizinischen Kenntnisse verfügen. Bei 3roeifeln, x. B. wenn der behandelnde Arzt, wie hier, für seine Ueberweisung keine Gründe angegeben hat, wird man dem Beurteiler anfinnen müssen, daß er bei dem Arzt, der die Ueberroeifung ausgesprochen hat, oder bei sonst in Betracht kommenden Stellen die zur Aufklärung des Sachverhalts erforderlichen Rückfragen stellt, sofern dies nach Lage der Sache möglich ist, und keine außergewöhnlichen Kosten verursacht. Es ist das Recht, und bei gespannter Kassenlage oder aus anderen Gründen unter Umständen sogar die Pflicht des Beurteilers, sich nicht ohne weiteres auf das Urteil des Arztes zu verlassen, wenn es ihm ohne jede Begründung übermittelt wird, wie es hier der Fall war; dann aber tritt in der Regel die Pflicht zu den obenerwähnten Rückfragen ein. Es ist auch keine Ueberspannung der an den pflichtmäßig entscheidenden Beurteiler zu stellenden Anforderungen, wenn das Landgericht jagt, es könne sich die Pflicht ergeben, den Erkrankten selbst zu befragen, wenn sich z. B. wie im vorliegenden Fall Zweifel aus dem verspäteten Nachsuchen der Krankenhauspflege ergeben. Schweigen ist fast nie Zustimmung. Leider ist sich das Publikum über die Rechtswirkungen des Schweigens häufig genug noch nicht im klaren. Das zeigt sich besonders bei den vielen Prozessen, bie zwischen Vermieter und Mieter geführt werden, und die auf folgenden, fich immer ähnlich sehenden Tatbestand zurückgehen: Der Mieter hatte bie Räume — gleichviel ob es Geschäfts- oder Wohnräume finb -— in einer Zeit der Hochkonjunktur — 1928 — gemietet. Damals war ihm der angemessene Mietpreis nicht zu hoch erschienen. Inzwischen haben sich bie Einnahmen des Mieters verringert, er versuchte, mit dem Hauswirt ein Abkommen über die Herabsetzung der Miete zu erzielen, was aber mißlang, und ba verfiel er auf folgenden Ausweg. Er setzte sich hin und schickte bem Hauswirteinen eingeschriebenen Brief mitdemJnhalt: „Sehr geehrter Herr! Da mir eine Miete von 300,— RM. zu viel ist, kann ich ab 1. n. M. nur noch 200,— zahlen. Falls Sie mir binnen fünf Tagen auf biefen Brief nicht antworten, nehme ich an, baß Sie mit der Aenderung der Miete einverstanden sind usw." Die fünf Tage vergehen, der Hauswirt antwortet nicht, und der Mieter triumphiert, aber zu früh. Dann am nächsten Ersten will der Hausverwalter nach wie vor 300,— RM. einkassieren; der Mieter will ihm nur 200,— geben und beruft sich auf den Brief, den er an den Hauswirt geschickt hat, und der, da er ja eingeschrieben war, sicherlich angekommen sein müßte. Der Hausverwalter meint, daß er sich um diesen Brief nicht zu kümmern habe; der Hausverwalter selbst sagt, daß er nicht hätte zu antworten brauchen, und das Gericht muß eingreifen. Das Gericht wird in solchem Falle dem Hauswirt immer recht geben. „Aber wenn der Hauswirt nicht einverstanden war, dann hätte er doch antworten sollen", meint der Mieter, der das Urteil nicht verstehen kann. Nein, es lag keine Verpflichtung für den Wirt vor, auf das Schreiben des Mieters einzugehen. Der 'Mieter hatte dem Vermieter einen Vertragsantrag gemacht: Der ursprüngliche Mietvertrag, der 300,— RM. vorsah, sollte in einen mit 200,— RM. umgewandelt werden. Verträge kommen aber nur zustande durch Angebot und Annahme. Hier hatte der Vermieter nicht angenommen; Schweigen ist stets Ablehnung eines Antrags, und deshalb mußte Der Mieter zur Zahlung der Differenz verurteilt werden. Dem Tierquäler droht Gefängnisstrafe. Es dürfte allgemein bekannt fein, baß nach bem alten Strafgesetz die Tierquälerei nur eine lieber- tretung war, die mit Geldstrafe bis 150 Mark oder mit Haft bestraft wurde. Erschwerend kam hinzu, daß der Täter auch nur bann bestraft werden konnte, wenn eine Person ba war, die an der Mißhandlung des Tieres Aergernis nahm. Dies ist in neuester Zeit wesentlich anders geworden. Durch die beiden neuen Gesetze ist bie Tierquälerei ein Vergehen geworben, denn das Gesetz bestimmt wörtlich: „Wer ein Tier roh mißhandelt, ober absichtlich quält, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft." Daß es dem Strafrichter voller Ernst ist, dieser neuen Bestimmung über bie Tierquälerei völlig gerecht zu werden, beweist eine Verhandlung, bie vor kurzem in Hannover stattfand. Angeklagt war ein 26jähriger Schlachter B. Es wurde ihm folgende Straftat zur Last gelegt. Er hatte von seinem Arbeitgeber ben Auftrag erhalten, ein 5jäh- riges Pferd nach der Tierärztlichen Hochschule zu führen, um es daselbst auf an ihm etwa vorhandene Fehler unter juchen zu lassen. Der Angeklagte setzte sich auf fein Fahrrad, nahm bas Pferd an die Leine unb machte fich auf den Weg. An einer Straßenkreuzung wollte bas durstig gewordene Tier aus einer Tränke saufen. Darob geriet der Begleiter in Wut, sprana vom Rade und versetzte dem Tier mit feinen schwer beftiefelten Füßen mehrere heftige Fußtritte gegen den Leib. Diese Mißhandlungen wiederholten sich auf dem weiten Wege zur Hochschule in der gleichen Weste; auch die (Entrüftungsrufe des empörten Publikums Kelten ihn nicht von der Fortsetzung seiner Mißhandlung ab. Ein junges Mädchen fuhr ihm auf ihrem Rade nach unb veranlaßte an der Hochschule bie Feststellung ber Personalien. Zwar war ber Angeklagte noch unbestraft, trotzdem hielt ber Richter eine strenge Strafe für notwendig unb verurteilte ben Angeklagten zu einem Monat Gefängnis mit ber Begründung, baß derartige brutale Mißhandlungen wehrloser Tiere in deutschen Landen unter allen Umständen verhindert werden müßten. irsschast. Ausfuhr von Weizen und Weizenmehl mit sofortiger Wirkung gesperrt. Wie der DHD. erfährt, ist die Ausfuhr von Weizen und Weizenmehl mit sofortiger Wirkung gesperrt. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Die vom Futtermittelmarkt ausgehende Beeinflussung am Frankfurter Getreidegroßmarkt hielt weiter an und die Stimmung des Marktes war allgemein fest. Im ganzen war das Getreideangebot seitens der Landwirtschaft weiter nur geringfügig, in Roggen und Hafer sogar ausgesprochen knavp. Weizen gelangte indessen etwas mehr zum Angebot. Der Mühleneinkaufspreis für Weizen blieb zu 207 Mark per Tonne unverändert. Dagegen zeigte der Roggenpreis eine neue Befestigung um rd. 3,50 Mark per Tonne auf 183 bis 185 Mark und am hiesigen Markt wurde die Aufwärtsbewegung etwas abgebremst, da die Rücksichtnahme auf den Brotpreis dazu zwang. Für hessen-nassauischen Roggen bezahlte man vielfach auch über dem Festpreis liegende PreA, besonders für hochwertige Qualitäten. Auch Weizen in schwersten Sorten erzielten Erlöse über Mühlenpreis. Das M e h l g e s ch ä f t war erwartungsgemäß ruhig, nur in Roggenmehl war es noch etwas belebter. Die Preise blieben weiterhin unverändert. Weizenmehl Type 563 (Svez. 0 aus Fnlandweizen hergestellt) Festpreisgebiet w X 28,90 und 0,50 Mk. Frachtausgleich; dasselbe Festpreisgebiet W VII 28,60 und 0,50 Mk. Frachtausgleich. Roggenmehl Type 610 (0= bis 60prozentige Ausmahlung) Festpreisgebiet R VIII und R VI je 25,25 und je 0,50 Mark Frachtausgleich für die 100 Kilo. Am Hafermarkt setzte sich die Preissteigerung um rund 5 Mark auf 187,50 Mark per Tonne fort und die Tendenz war bei weiterhin minimalem Angebot sehr fest. Die Umsätze waren ebenso wie am übrigen Futtermittelmartt eng begrenzt. Von Kraftfuttermitteln standen Erdnuß- k u ch e n im Vordergrund der lebhaften Nachfrage. Die Preise haben sich, nachdem Mitte der vorigen Woche die Nachfrage etwas nachgelassen hatte, wieder stark erhöht, und zwar im Durchschnitt um 0,25 bis 0,50 Mark pro 100 Kilo. Erdnußkuchen notierte mit 17,90 Mark sogar um rund 1 Mark fester. Sojaschrot war gut gefragt und um 40 Pf. auf 16,40 Mk. erhöht, auch Palmkuchen lag mit 15,10 Mark um 10 Pf. fester. Sehr gesucht waren daneben Treber und Trockenschnitzel, die um je 0,75 Mk. auf 15 bis 15,25 bzw. bxm. 11,65 bis 11,85 Mk. pro 100 Kilo anstiegen. Das Geschäft in Kleie läßt immer noch zu wünschen übrig, wobei nur Roggenkleie leicht, und zwar um 10 Pf. auf 11,50 Mk. anzog. Nachmehle sind vernachlässigt, nur Weizennachmehl hat sich um 0,25 Mark aus 15,75 befestigt. Die Rauhfuttermittelpreise haben sich um durchschnittlich 20 Pf. erhöht, so Weizen- und Roggenstroh auf 2,30 Mark, während Heu ohne Angebot und Notiz blieb. Am Ger st en markt fehlte Angebot am hiesigen Markt vollkommen, so daß weder Abschlüsse noch Notierungen erfolgten. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachiviebmarkl. Das Geschäft nahm in der Derichtswoche einen auf allen Märkten ruhigen Verlauf und für manche Gattungen machen sich die saisonmäßigen Einflüsse jetzt stärker bemerkbar. Insbesondere am Kälbermarkt, wo die Zufuhr mit 1714 (gegen 1474) Stück den Bedarf weit überstieg, ergaben sich beachtliche Preiseinbußen. Gute Kälber verloren 3 bis 4, mittlere und geringe von 7 bis 9 Mark. Das Geschäft nahm einen sehr ruhigen Verlauf, doch wurde der Markt geräumt. Am R i n d e r m a r k t haben sich die Zufuhren trotz der Trockenheit auf den Weiden, die seither die Landwirte veranlaßte Vieh abzustoßen, sich»,um 408 auf 1450 Stück verringert und hier und da trat eine geringe Erholung der Preise ein. Geringe Ochsen, Kühe und Färsen ließen um 1 bis 2 Mark nach, während geringe Bullen um 3 Mark erholt waren. Beste Kühe und Färsen lagen 1 Mark höher, ebensolche Bullen und Ochsen unverändert. Nach ruhigem Geschäft verblieb geringer Ueberstand. Am Schweinemarkt brachte eine fast unveränderte Beschickung van 4618 (4631) Stück keine Veränderung der Preislage. Besonders gute Tiere erzielten Preise über Notiz. Fette Speckschweine behielten ihren Preis von 50 Mark. Das Geschäft verlief ruhig, der Markt wurde nahezu ausverkauft. Der S ch a f m a r k t blieb im ganzen gut und trotz der höheren Beschickung (53 gegen 32) konnten sich die Preise bei ruhigem Geschäft behaupten. Dagegen gingen H ä m m e l um 1 bis 3 Mark zurück, besonders in geringer Ware. Der Auftrieb war mit 88 um 34 Stück stärker. Bei ruhigem Geschäftsgang wurde der Markt ausverkauft. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 15. Juni. Der Börsen- begmn lag noch ziemlich ruhig bei freundlicher Grundstimmung. Renten standen zunächst im Vordergründe. Hier stimmte die neuerliche Betonung der Stabilität der Reichsmark und der Hinweis auf die organische Zinssenkung weiterhin zuversichtlich. Erst im Verlaufe entwickelte sich ein lebhafteres Kulissengeschäft, wobei die Aktienmärkte lebhafter und fest wurden. Als Anregung lagen größere Auslandskäufe auf Sperrmarkkonten vor. Insgesamt bot der Börsenbewegung die ruhige Aufnahme unseres Transfer-Moratoriums im Auslonde eine Stütze. Farbenindustrie zunächst 146,13 (146,50), dann bis auf 147,25 v. H. erhöht bei ziemlich großen Umsätzen. Deutsche Erdöl glichen ihren Anfangsverlust von 1,25 v. H. wieder aus, Rütaerswerke gewannen 0,95 v. H. Ruhiger lagen Elektrowerte, hier waren Siemens 0,50 v. H., AEG. 0,13 v. H. leichter, dagegen Gesfürel 0,50 v. H. und Schuckert 0,75 v. H. fteundlicher. Am Montanmarkt waren besonders die Kohlenwerte wieder gesucht, so Har- pener auf 109,50 nach 107,50 v. H. erhöht. Mannesmann gewannen 0,75 v. H„ Stahlverein 0,25 v. H., sonst eröffneten zunächst Gelsenkirchen 0,65 v. H., Klöckner 0,25 v. H. und Rheinstahl 0,40 v. H. leichter. Schiffahrtswerte lagen nur wenig verändert. Allgemeine Lokal & Kraft verloren 1,75 v. H., während AG. für Verkehr 0,50 v. H. anzogen. Im einzelnen setzten Zellstoff Aschaffenburg 1 v. H., Daimler 0,40 v. H, Reichsbank 0,25 v. H. höher, dagegen Zellstoff Waldhof und Deutsche Linoleum je 0,25 v. H. niedriger ein. Der Rentenmarkt war etwas belebt, Neubesitz gut gehalten, Altbesitz um 0,40 v. H., Stahl- verein-Bonds 0,25 v. H. höher. Reichsmark-Obligationen (logen bis 0,50 v. H. an. Auch Kommunal- Umschuldungsanleihe war um 0,75 v. H. auf 79,90 v. H. gebessert. Sehr fest und lebhaft waren erneut Reichsbahn-DA., die 1 v. H. gewannen. Der Pfandbriefmarkt lag weiterhin ruhig bei nur minimalen Veränderungen nach beiden Seiten. Stadtanleihen wiesen etwas unregelmäßige Haltung auf, wobei die Abweichungen etwas 0,50 v. H. ausmachten. Staatsanleihen lagen still. Auch fremde Rentenwerte waren ohne stärkere Veränderung. In der zweiten Börsenstunde zeigte der Aktienmarkt eine weitere Belebung und meist nochmals um 0,25 bis 0,50 v. H. höhere Kurse; später unterlagen die Kurse einigen Schwankungen und das Geschäft schrumpfte merklich ein, wobei die inzwischen an der Börse bekanntgewordene englische Stellungnahme zum Transfer-Moratorium Zurückhaltung verursachte. Eine Sonderbewegung hatten von lokalen Papieren Lahmeyer, die um 9 v. H. höher zur Notiz kamen, auch Scheideanstalt erschienen mit Pluszeichen und gewannen etwa 4 v. H. Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert. Don Aüslandsaktien lagen Schweizer Titel schwach, besonders IG. Chemie-Basel. Die Börse blieb auch späterhin fest. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 15. Juni. Das schon am Mittagsoerkehr stärker zu beobachtende Interesse für den Rentenmarkt hat sich an der Abendbörse sehr verstärkt. Bei lebhaftem Geschäft stand der gesamte Rentenmarkt im Vordergrund und hatte feste Tendenz, daneben blieben auch Aktien noch fest und beachtet, wenn auch die Umsätze etwas kleiner geworden sind. Besonders niedrig im Kurs stehende Titel waren gesucht. So zogen Reichsmark-Obligationen bei lebhaften Umsätzen um durchschnittlich 1 o. H. an, daneben waren 4-v. H.-Kommunal-Umscyuldungs- anleihe gefragt und bis auf 82 v. H. nach heute mittag 81,25 und heute anfangs der Mittagsbörse noch 79,90 v. H. gesteigert. Von deutschen Anleihen waren Altbesitz gegen den festen Nachbörsenkurs noch etwas höher, gegen Berliner Schluß gewannen sie 45 Pf., Neubesitz blieben zu 23,10 gut behauptet. Späte Reichsschuldbuchforderungen wurden zwischen 93,75 bis 94 v. H. gehandelt. Pfandbriefe waren allgemein höher gesucht. Pon kommunalen Werten zogen 7-v. H.-Frankfurter-Schatzanweisungen von 1929 auf 80,75 bis 81,25 v. H. nach heute mittag 79,50 v. H. an. Am Auslandrentenmarkt lagen Schweizer Bundesbahnanleihen bis 2 v. H. fester. — Der Aktienmarkt lag ruhiger und nicht ganz einheitlich, aber doch überwiegend gut behauptet. Farben bröckelten leicht ab, während Rheinstahl 1 v. H. und Akkumulatoren 2,25 v. H. gewannen. Montanwerke waren allgemein gut gehalten. Interesse erhielt sich außerdem für Reichsbankanteile, u. a. notierten: Neubesitz 23,10, Altbesitz 96,25, 6-v. H.-Stahlverein 77,50, Reichsbank 156,75, Harpener 109, Mannesmann 69,25, Phönix 50,13, Rheinstahl 96,65 bis 97,50, Stahlverein 43,50, Akkumulatoren 187,75, Bekula 137,50, Daimler 49,75, Deutsche Erdöl 122,50, JG.-Farben 147,13 bis 147,25, Gesfürel 104,75, Me- tallgesellschaft 87, Schuckert 93,50, Siemens 144,50, Aschaffenburger Zellstoff 47,75, Reichsbahnvorzugsaktien 112, Hapag 28, Norddeutscher Lloyd 34. Frankfurter Obst- und Gemnsemarkt. Frankfurt a. M., 15. Juni. Am Gemüse- markt war das Angebot trotz der herrschenden Trockenheit gut, besonders in Kohlrabi, Karotten und Gurken. Das Geschäft war bei wenig veränder- ten Preisen ziemlich rege. Für Spargel gingen die Preise bei reichlichem Angebot weiter leicht zurück. Reichliche Zufuhren verzeichnete man außerdem in italienischen Tomaten, Bohnen und Kartoffeln sowie in holländischen Gurken und Tomaten. Es erzielten: Blumenkohl (Treibhaus) Stück 25 bis 35, Bohnen (Treibhaus) % kg 35 bis 40, do. ital. Kistchen ca. 3% kg 100 bis 110, Erbsen 14 bis 16, Salatgurken (Kasten) Stück 15 bis 30, holl. 15 bis 20, Einmachgurken 10, Karotten Bdl. 3 bis 4, Kartoffeln alte 50 kg 500, Erstlinge 800 bis 850, do. ital. lange 950 bis 1000, runde 750 bis 825, Kohlrabi Stück 3 bis 4, Kopfsalat Stück 2 bis 4, Rettich Stück 2 bis 5, Römischkohl kg 7 bis 8, Spargel I 20 bis 22, II 12 bis 13, III (Suppenspargel) 6 bis 8, Spinat 8 bis 9, Tomaten (Treibhaus) 22 bis 28, holl. 19 bis 22, 10 bis 15 ital., Frühweißkraut 9 bis 10, Frühwirsing 6 bis 9, Zwiebeln m. Schl. 4 bis 5. Der Obstmarkt hatte im allgemeinen befriedigenden Geschäftsgang, wobei die Preise für Erdbeeren infolge des knappen Angebots anzogen, auch Kirschen waren trotz des sehr reichlichen Angebots fest. Im übrigen waren die Preise kaum verändert. In ausländischen Aprikosen und Pfirsichen war die Zufuhr stark. Daneben ist das Angebot von Himbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren im Zunehmen begriffen. Es erzielten: Aepfel (Kiste ca. 35 kg) 900 bis 1000 austral., Apfelsinen Vi kg 25 ital., do. span. 12 bis 15, Aprikosen kg 15 bis 18 span., Erdbeeren la 42 bis 45, I 35 bis 40, II22 bis 28, unsortiert 30 bis 35, Walderdbeeren 65 bis 70, Heidelbeeren 22 bis 23, Himbeeren (Garten) 35 bis 40, Johannisbeeren 12 bis 14, Kirschen I 16 bis 18, II 10 bis 12, Sauerkirschen 10 bis 15, Pfirsiche 15 bis 25 span., Stachelbeeren unreife 7 bis 8, Zitronen, Kiste 150 Stück 350 bis 400. Schweinemarkt in Homberg. -o- Homberg, 15. Juni. Der Auftrieb zum letzten Schweinemarkt betrug 367 Stück Ferkel. Es wurden für sechs bis acht Wochen alte Ferkel 13 bis 16 Mark gezahlt, für acht bis dreizehn Wochen alte 15 bis 23 Mark. Der Markt verlief schleppend. Es verblieb geringer Ueberstand. Allgäuer Käsemarkt. * Kempten, 13. Juni. Rahmeinkauf frei 42,5 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe fPreisfest- setzung der Milchversorgungsverbände Alpenland) Oeber- und Unterland: 116.— (letzte Notiz: 116.—). Weichkäse mit 20 Prozent Fettgehalt, grüne Ware (Richtpreis des Milchwirtschaftsverbanoes Allgäu) 19.— (letzte Notiz 19.—). Tendenz: gebesserte Nachfrage. Allgäuer Ernrnenthaler mit 45 Prozent Fettgehalt (Richtpreis des Milchwirtschaftsverbandes Allgäu) erste Sorte: 70.— bis 72.— (letzte Notiz 70.— bis 72.—), do. zweite Sorte 65.— bis 67.— (letzte Notiz 65.— bis 67.—). Tendenz: weiterhin freundlich. Rundfunkprogramm. Montag, 18. Juni. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frützkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes. Lieder von Hugo Wolf und Richard Strauß. 15.40: Wirt- fchaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Luftige Erdkunde. Allerlei Feststellungen (mit Musik) von Klär Hoffmann. 17.45: Lieder für eine Singstimme und Klavier von Heinrich Diehl. 18: Stunde der Jugend: Floßfahrt durch Main-Franken, von Heiner Henrich. 18.25: Von Stuttgart: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! 19: Von Breslau: Vom Ring in Frankenstein in Schlesien: Offenes Singen. 20: Nachrichten. 20.15: Richard Wagner, der Deutsche. Feierstunoe der Nation. 21.15: Von Stuttgart: Zehn Mädchen und kein Mann. Komische Operette in einem Akt von Franz v. Supps. 22.20: Nachrichten. 22.35: Zur Reichs-Schwimm-Woche. Von Dr. Hans Geisow. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Von Köln: Nachtkonzert. 24 bis 1 Uhr Nachtmusik. Sonntag, 17. Juni. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen. Veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik, Frankfurt a. M. 9: Katholische Morgenfeier. Von der Grabstätte des heiligen Bonifatius zu Fulda: Bonifatius, der Apostel der Deutschen. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. 10.15: Evangelische Morgenfeier. 11: Der Taunus im Lied. 11.30: Reichssendung: „Wir müssen durch viel Trübsal", Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.15: Von Marburg: Rede des Vizekanzlers von Popen anläßlich der Jahreshauptversammlung des Universitätsbundes Marburg. 13.15: Von Freiburg: Heitere Blasmusik. 14.20: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft „Wie nützt die Maschine dem Bauern?" Ein Zwiegespräch. 14.30: Stunde des Landes. Das neue Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes und die neuen Landhilfe - Bestimmungen sichern dem Bauern Arbeitskräfte. 15: Kinderftunde. 16: Hörbericht von der Grünauer Ruderregatta. Uebertragung des Kaiservierers. 16.15: Nachmittagskonzert. Mit Kurzhörberichten von der Grünauer Ruderregatta. 17: Von Düsseldorf— Rheinstadion: Deutsche Fußball-Meisterschaft. Schalke 04 — Manicheim-Waldhof. 17.45: Nachmittagskonzert. 19: Wunderliche Welten. — Der Zauber der Korallen-Gärten im Roten Meer. Von Gustav Lederer. 19.20: Fröhliches Zwischenspiel. 19.50. Sportbericht. 20: „Die Geisha , eine japanische Teehausgeschichte. 20.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Dreierlei Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Daten für Samstag, 16. Juni. 1815: Blücher wird von Napoleon bei Ligny geschlagen; — 1815: Schlacht bei Quatre Bras zwischen Alliierten urtb Franzosen; — 1821: der Staatsrechtslehrer Georg Jellinek in Leipzig geboren (gestorben 1911); — 1871: Einzug der aus Frankreich zurückkehrenden siegreichen deutschen Truppen in Berlin; — 1919: Note der Alliierten begründet den Raub der deutschen Kolonien mit dem Vorwand, Deutschland sei unfähig und unwürdig zu kolonisieren; — 1922: Teilung Oberschlesiens. Gewinnauszug 3. Klaffe 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 14. Juni 1934 Ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinne zu 3000 M 3433B1 8 Gewinne M 2000 M. 19241 61172 212421 237760 10 Gewinne zu 1000 M. 108465 135935 172539 220137 381645 20 Gewinne zu 800 M. 29437 66061 57019 80424 89829 177032 204141 241157 272916 382681 44 Gewinne zu 500 M. 27535 37869 73467 85734 96433 131242 138058 150598 190609 213209 214785 218340 221591 241867 258486 266036 273782 289605 362707 364161 364902 370322 194 Gewinne zu 400 M. 3282 3489 6333 13896 17313 19931 22439 23352 31486 35363 44361 45664 49995 62672 72654 75433 76224 76619 92482 92676 96107 103102 106278 110649 114039 116143 116822 119364 '19887 127745 129190 131992 136724 140465 153429 154625 165900 166978 160782 169031 169341 171409 195871 202496 203058 217910 218478 224105 230572 234782 235439 237069 237443 237663 237981 246736 247147 249433 257265 266900 270495 271626 275259 278254 281337 283087 285984 286729 288607 292823 296645 299280 302000 305379 311054 312411 318595 320364 321132 327866 330274 340492 350593 353777 354205 363684 363820 366830 374381 374820 377976 378367 381760 384624 387274 387474 390560 3n der heutigen Nachmitlagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinne zu 10Q000 M. 17480 2 Gewinne zu 50000 M. 299692 2 Gewinne zu 3000 M. 189122 8 Gewinne zu 2000 M. 4639 8076 87414 196425 12 Gewinne zu 1000 M. 13468 248796 320349 321877 360946 384817 20 Gewinne zu 800 M. 6702 22966 37931 47078 63041 127700 130072 176311 273240 350117 48 Gewinne zu 600 M. 20373 21714 32811 36635 60462 62419 74698 107550 112046 132806 184870 186023 208320 220599 223491 226718 264502 260019 274186 291232 318917 324853 360648 380215 150 Gewinne zu 400 M. 2777 6708 9723 16463 20710 22193 26188 27571 34923 41926 45725 63963 64698 68337 68261 72386 79279 81486 89970 94148 95668 108894 108984 118661 121397 129483 137553 138902 140298 140316 141036 142024 146851 153029 156816 157066 159915 166040 166492 167150 174483 176069 180434 185322 191867 194063 199638 219423 225149 226663 230848 235037 243338 243546 251777 262327 266630 259613 259677 268872 279897 281835 282043 282111 286768 286896 295323 299381 323466 324067 332999 341638 362128 370451 378638 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer find zwei Prämien zu fr 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 14447 18138 41979 104996 117639 182691 244745 312370 364917 395976 Die Ziehung der 4. Klaffe der 43. Preußisch- Süddeutschen (269. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 11. und 12. Juli 1934 statt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zulegi veichiosienen Dividende an. — ReichsbankDiskom 4 o H Frankturi a. 2)1 Berlin i Hranklun a.M 8 erlln Frantfun a. Ml. Serlin Schlußkurs Schlußk. Abend» börse Schluß enrt Schloß/ Mtttng. . b-rU Schluß» furt Schluß!. Abend- "rsi Schluß» turS Schlußk. mittag» dürst Schluß» turs Schlußk. Abend» börse Schluß» huä Schlußk. Minag- Datum 14-6 156 146 15-6- Datum 14.6. 15.6. 14.6- 15.6 Datum 14-6 15-6. 14-6. 15-6- •% Deutsche Reichsanleihe v. 1987 9% ebem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 6y»% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche ölnl.»Ablöi.-Schuld mit AuSlos.-Rechlen ......... DOgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1989 (rückzahlb. 102%) ........ 6% Hess. LcwdeSban! Darmstadt Gold R. 12 ...... 6y,% Hess. LandeS^Hyvotheken» banl Darmstadt Ltaui....... Oberhellen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 ty,% ehem. *y,% Franks Hnv^ Bank-Liau.-Psandbriefe ey,% ehem ambllrg-Südam. Dampfschiff 0 )ansa» Dampfschiff . V rorvdeutscher Lloyd ...... 0 L®. für Verkehrswesen Ml. .. 0 Zerliner Handelsgesellschaft 4 sommer», und Prioat-Vank 0 Deutsche Bant und Disconto- Gesellschaft ...... o dresdner Bant........... o steichsbank ...... 12 L.G.G.....................o Sekula............,..... o klektr. LleferungSgesellschaft... 6 Sicht und Kraft .... 6 selten L Guilleaume..... 0 Seselllch.s.Eletn.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert S Eo............ 6 Siemens L Halske............ 7 Sabmeyei L Eo. ............ 10 vuderu» .......... 0 deutsche Srdbl...... 4 »elfenttx&MS..............0 >aroener .................0 >oesch Eisen—Köln-Neuossen .. 0 slse Bergbau .............• lse Bergbau Genüsse........• «öcknerwerke ......... • RannctaasMUtaHi 9 8 4,25 3,95 35,25 28,25 34,25 60,5 52,75 59,75 64,5 155 25 136,5 85 110,5 64,9 104,75 98,5 93,25 144,5 77 123 64,4 107,65 158,5 125,75 71,65 68,25 8 4,2 6,8 3,95 35,4 28 34 61 87 52,25 60 64,5 156,75 25 137,5 86,5 112,5 64 104,75 99,5 93,5 144,5 129 76 122,25 64,4 109 123,5 71,75 69,25 35,65 27,9 34,13 60,5 88 52,5 59,75 64,5 155 24,75 136,25 86,5 110,75 64 105,13 98,5 93,5 145 122 76,75 123,5 64,5 108,25 76 159 124 71,65 68,e 6,65 3,95 35,65 27,9 25,5 33,9 60,75 88 52,25 60 64,5 156,75 24,75 137,5 86,5 112,75 64,4 105 101 93,5 144,75 128,5 75,75 122,9 64,5 109,5 76 155,5 123,5 72,13 69,13 Mansfelder Bergbau.........0 Kokswerke 0 Phontr Bergbau ............0 Rheinische Braunkohlen .... 10 Rheinstahl 0 Bereinigte Stahlwerke........0 Olavi Minen ..............0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% 3. G. Farden-Jnduslrie.......7 Scheide anstatt........... 8 Goldschmidt ........... 0 RülgerSwerke ...............0 Metallgeiellschaft.............0 Philipp Hou mann ...........• Zementwerk Heidelberg ......0 Lemenrwerk Karlstadt....... 0 Schultheis Payenhofer .......0 ®u «Allgemeine Kunstseide) .. 0 vemberg ............0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............7 Daimler Motoren ............ 0 Deutsche Linoleum ...........0 vrenstein & Koppel..........0 Leonhard Tietz ...... 0 Lhade......................10 Atkumulatoren-Fabrü........0 lonti-Guwmi ....... 0 Gritzna.................— 0 Mainkraftwerke Höchst 0.VL.W 4 Süddeutscher Zucker....... 8 78,25 50,5 240,5 97,75 43,5 14,9 122 123,5 160 146,5 205 68,5 40,13 87 107,25 63,5 71,5 50 47 48,75 64,75 20,5 188 184,75 141 72 178,5 78,75 50,13 237 97,5 43,25 14,75 121,25 121,5 162 147,25 209,5 68,25 40,5 87 61,25 107,5 62,75 70 49,75 47,75 49,75 64,5 21 185,5 187,75 139 71,5 178 78,5 99,9 50,5 237 97,13 43,5 14,65 122,4 124,9 160 147 68,25 40,4 88 110,75 63,4 70,25 49,5 47,5 131,5 48,75 64,75 65 20,65 188 185 140 24 78,4 98,65 50 237 96,5 43,13 14,65 121,75 . 12? 165 147,5 67,75 40,5 87,13 61,25 109,75 62,9 70 49,75 47,5 132,4 49,9 64,25 66,9 20,9 182 185,5 138 179,75 Lombardzinsfuß 5 o H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2Ü 14.3unl 15-Iuni Amtliche Notierung Geld | »ne Amtliche Notierung Geld | »rie Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan...... Jugoslawien. Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuyork... 0,613 58,59 0,159 3,047 56,47 81,60 12,645 5,589 16,50 169,73 21,63 0,751 5,664 63,57 47,95 11,52 65,20 81,45 34,32 10,44 2,507 0,617 58,71 0,161 3,053 56,59 81,76 12,675 5,601 16,54 170,07 21,67 0,753 5,676 63,69 48,05 11,54 65,34 81,61 34,38 10,46 2,513 0,618 58,55 0,169 3,047 56,49 81,62 12,655 5,594 16,50 169,73 21,61 0,751 5,664 63,59 47,95 11,53 65,23 81,42 34,32 10,44 2,507 0,622 58,67 0,171 3,053 56,61 81,78 12,685 5,606 16,54 170,07 21,65 0,753 5,676 63,71 48,05 11,55 65,37 81,58 34,38 10,46 2,513 Banknoten. 65,33 81,56 34,32 65,07 81,24 34,18 ~ärieT 2,48 58,63 56,56 12,67 16,52 169,99 21,57 63,68 (Selb 2,46 58,39 56,34 12,61 16,46 169,31 21,49 63,42 ~25er1in, 15.Juni flmetttaniW ‘.Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ...... ..... .. Englische Noten ................. Französische Noten ......... ... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, A 100 Schwing Rumänische Noten ............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. ( 1 Aus aller Welt 3603 D s 360' D 3611 D Großen-Buseck, Wieseck, den 15. Juni 1934. Statt Karten! Danksagung. innigen Dank. sagen wir auf diesem Wege Gießen, den 16 Juni 1934. Lollar, im Juni 1934 3619 D 03076 dustrie- müssen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 17. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhaus, Bahnhofstraße 8, aus statt. Ihre Photos vom Sonntag im Grünen bringen Sie am besten gleich zum Entwickeln und Kopieren zu Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranzspenden Für die uns bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen bewiesene innige Teilnahme danken wir herzlichst Ihre Geschäfts- Drucksachen »teilen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen! Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brührsche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Frau Lehrer Veite Wwe, aus Jnteressentengruppen im Wirtschaftskampfe zu Trägern des Wiederaufbaues, Behütern des Gemeinwohls geworden. Grundidee und Aufgabenkreis haben sich analog der Wandlung des Staates verändert. Jeder Verband ist Träger einer überpersönlichen Idee, ebenso wie der Staat, und wurde daher zu einem wesentlichen Bestandteile des Staates selbst. Am Ende dieser Entwicklung steht der ständisch gegliederte Staat, wenn auch der Weg bis dahin noch lang und mühevoll ist. Die fachliche Gliederung in der Art der bestehenden Qualität ihres Verbandes daran bemessen, wieviel er für das einzelne Mitglied an unmittelbaren wirtschaftlichen Vorteilen herausschlägt. Die Organisation müsse sich vielmehr als Diener am Organismus fühlen, womit die Forderung, der Verbandsführung eine feste souveräne Stellung gegenüber der Verbandsgefolgschaft zu geben, keineswegs in Widerspruch stehe. Nie wieder dürfe ein Verband zur Wirtschaftspartei werden. Wenn sich z. B. der Reichswirtschaftsminister letzthin gegen den ruinösen Boykott von Großbetrieben des Einzelhandels gewandt habe, so sei damit bis zum Eintritt einer neuen Wirtschaftssituation das letzte Wort gesprochen. Der Staat werde durch Preiserhöhungen für Konsumgüter nicht zulassen, die zu einer Erhöhung der Lebenshaltungskosten und damit zu einer weiteren Verringerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands führen müßten. Die Tagung nahm durch Satzungsänderung die Umstellung des Verbandes auf das Führerprinzip vor. Im Namen der Hinterbliebenen: Gebrüder Bieler Hauptversammlung des Reichsverbandes Deutscher Schuhhändler e.V. Photo 3573A Kreuzplatz 9 Heute mittag 1 Uhr verschied nach kurzer schwerer Krankheit unser liebes Söhnchen, Enkelchen, Neffe und Pate Wilfried im zarten Alter von 13 Monaten. In tiefem Weh: Wilhelm Lotz und Frau Sannchen, Hildegard Lotz [geb. Hochstein Familie Hochstein, Familie Philipp Lotz V. Verbände werde in enger Beziehung zu dem Horizontal- oder Regionalprinzip nach Art der Jn- und Handelskammern gebracht werden Es gehe nicht an, daß Mitglieder die Tagung des Verbandes ».Deutsche Irauenkultur". Auf der diesjährigen Tagung des Verbandes Deutsche Frauenkultur in Frankfurt an der Oder hielt den Hauptvortrag Frau S ch 0 l tz - K l i n k vor einer kaum übersehbaren Zuhörerschaft über „Frau und Volk". Der Vortrag war ein Aufruf zur endlichen Einheit aller deutschen Frauen in einem gemeinsamen Werk, eine Auseinandersetzung mit denen, die noch auf der Suche zu dem Wege sind, der von der Aufgabe des Ich zum Du führt, das Deutschland bedeutet, eine Forderung alles abzutun, was nicht in den großen Strom der bedingungslosen Hingabe an das neue, geeinte Deutsche Reich mündet, und die Aufstellung des notwendigen Ziels, aus den noch bestehenden 31 verschiedenen deutschen Frauenvereinen einen Organismus des Frauenwillens zu schaffen, der sich unter einheitlicher Führung an die Seite der Männer der NSDAP, geschlossen stellen kann. Frau Agnes G e r l a ch, die Vorsitzende des Verbandes Deutsche Frauenkultur, bekundete die Verbundenheit des Verbandes, der fast vier Jahrzehnte lang unter Opfern um die Erneuerung des deutschen Volkstums gerungen hat, mit dem neuen Staat. — Am nächsten Tage traten die Teilnehmerinnen der Tagung eine Grenzfahrt n a ch T i r s ch t i e g e l an, wo in großzügiger Gastlichkeit die Frauen aus allen Gauen Deutschands mit eigenen Augen schauen durften, was Grenzlandschicksal heißt. Marie Mathias- Meseritz und Studienrat Dr. Willy Schmidt- Booßen, beide im Landesführerrat des Bundes Deutscher Osten, gaben die Einführung in die besondere Not der kurmärkischen Grenzgebiete und in die kulturelle Aufgabe der Frau im Grenzkampf. Dann schloß sich eine Führung durch Tirschtiegel, Stadt, Kirche und Korbmacherwerkstätten an bis zu jener Stelle, wo ein unsichtbarer aber unerbittlicher Schlagbaum den deutschen Bruder vom deutschen Bruder, deutschen Acker vom deutschen Acker riß. Am dritten Versammlungstage wurde die Aussprache über grundsätzliche Fragen der Arbeit des Verbandes und über seine Eingliederung in das Deutsche Frauenwerk mit einem Vortrag von Mathilde S ch m ö l d e r - Bremen eingeleitet, die über die Bedeutung künstlerischer Kultur für unsere Volkwerdung sprach. Die Aussprache war ein einmütiges Bekenntnis zu den alten Zielen des Verbandes, denen der Umbruch in Volk und Staat eine Bestätigung seines Wollens gebracht hat. „M 0 d e und Tracht" war das Thema der letzten Zusammenkunft. Der Verband steht mit der Aufgabe der Zeit, dem Lande wieder zu einer Kleidung zy verhelfen, die arteigen und bodengewachsen ist, auf seinem urältesten Arbeitsgebiet und führt seine eigene Tradition mit den Erfahrungen fort, die in jahrzehntelanger Arbeit an Volkstum und Kleidung in seinen Kreisen gewonnen worden sind. Frau Gerl ach ist in ihrem Amt als erste Vorsitzende bestätigt, als ihre Stellvertreterin hat sie Frau Schulz-Pruß, Hannover berufen. Zum Tagungsort für das nächste Jahr wurde Münster bestimmt. Kriegsgefangenen-Ausstellung in Kassel. Anläßlich des am 7. bis 9. Juli in Kassel stattfindenden Reichskriegertages veranstaltet die Ortsgruppe Kassel der dem Kyffhäuserbund angeschlossenen „Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener" eine Ausstellung über die Kriegsgefangenschaft, deren Grundstock dem Archiv und Museum der Kriegsgefangenschaft entstammt. Die Ausstellung zeigt interessante Dokumente von dem Schicksal der kriegsgefangenen Deutschen in aller Welt. Während diese Dokumente von dem Kampf ohne Waffen zeugen, den die Kriegsgefangenen um ihres Volkstums willen in der Gefangenschaft führten, erläutern handgearbeitete Erinnerungsstücke, künstlerische Arbeiten und dergleichen den Selbstbehauptungswillen der kriegsgefangenen Deutschen hinter dem Stacheldraht und ihre Abwehr gegen die zersetzenden Auswirkungen des Stacheldrahtdaseins. Grohfeuer in Stuttgart. In der Mitternacht zum Samstag brach aus noch unbekannter Ursache im Stadtteil Feuerbach in einem Holzlager ein Brand aus, der schnell einen solchen Umfang annahm, daß auch benachbarte Jn- dustriewerke und Privathäuser in Gefahr gerieten. Frankfurt a. M., 14. Juni. Nach einem Begrüßungsabend am Sonntag begann am Montag vormittag die Tagung des Reichsverbandes Deutscher Schuhhandler. Der erste Vorstandswart, Max P f i tz n e r - Erfurt, eröffnete die Sitzung. Darauf stellte sich der Führer der Reichsfachgruppe Schuhe, Albert Neumann- Berlin, vor und legte einige seiner Leitsätze dar. Zunächst müsse die Führung der regionalen Untergruppen in einheitlichem Geiste gesichert werden, auch die Jugend sei zu aktiver Mitarbeit heranzuziehen. Einen besonderen Platz werde die politische, kaufmännische und fachkundliche Erziehung der Kolleaenschaft einnehmen, um angemessene Leistungen für die deutsche Volkswirtschaft heroorzubringen. Der überwiegend mittelständische Schuhhandel müsse die Forderung weiter vertreten: „Der Handel mit Schuhen dem Schuhhandel". Der Redner appellierte weiter an die Ehrbarkeit und die notwendige gegenseitige Achtung der Händler untereinander und stellte die Einführung von Ehrengerichten in Aussicht. Bei der Rechenschaftslegung für 19 3 3 wies Heinrich Schimmmer - Erfurt darauf hin, daß ein großer Teil der Wünsche des Schuhhandels im vergangenen Jahre Erfüllung gefunden habe, so vor allen Dingen in der Rabatt- und Zugabenfrage. Der Verband habe als freiwilliger Zusammenschluß bisher noch nicht die notwendige Stoßkraft in Verhandlungen mit anderen Stellen gehabt, insbesondere auch infolge der großen Anzahl von Außenseitern, indessen werde die imgange befindliche Neuordnung der Wirtschaft dazu führen, daß man in kürzester Zeit wohlgefügt dastehe. Ein langsamer, tätiger Fortschritt in der deutschen Schuhwirtschaft sei unverkennbar, wofür die Umsatzzahlen der letzten Zeit einen Beweis bringen; sie lauten für Januar 1934: 100 (Januar 1933: 90,9), Februar 150 (88,3), März 128 (89,3). Auch durch die Entwicklung der Unkosten werde dieses Bild nicht getrübt. Die Zusammenarbeit mit der Schuhindustrie sei erweitert worden, die Verhandlungen mit den Gummischuhfabriken („Dergufa") seien noch nicht abgeschlossen; die Schuhhändler fordern Bedingungen, unter denen sie mit der Firma Bata konkurrenzfähig sind, weiter dürfe der Einzelhandel' nicht durch eine Kalkulation der Vergufa beeinträchtigt werden, die Rabatte an den Großhandel auf die gesamte Ware schlägt und so den Einzelhandel in der Preisstellung benachteiligt. Der Führer des deutschen Handels, Präsident Dr. L ü e r, sprach über Aufgaben und Ziele der Wirtschaftsorganisation im nationalsozialistischen Staate. Er betonte, daß wir zur restlosen Eingliederung der Arbeitslojen dringend der Mitarbeit der Organisationen der Wirtschaft bedürfen. Das Organisations- aebäude der deutschen Wirtschaft mit seinen in erster Linie wirtschaftlichen Zielen unterscheide sich grundsätzlich von der Idee des ständischen Aufbaues der Zukunft, dessen Aufgabengebiet im Grunde auf einer völlig anderen Ebene liege. Leider fei die nationalsozialistische Auffassung über Wesen und Aufgaben eines Fachoerbandes noch lange nicht überall dort zur völligen Klarheit durchgedrungen, wo es eigentlich nötig wäre. Die Wirtschaftsorganisationen seien TORPEDO Alleinverkauf: Wrhmen&Co. BahnholstraBe Oeßenüb.Holel Schütz llllllllllllllllllllllllllllil Klaviere z. vermiet, fososs G. Ebert, Klaviermacher, Ludwigstr. 5. Telephon 2403. iiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiiii ausdrücklich Schlüter-Kaffee Besonders groß war die Gefahr für den Güterschup« pen der Reichsbahn, in dem volle Benzinfässer lagerten, die jedoch rechtzeitig in Sicherheit gebracht roer* den konnten. Das Holzlager ist vollständig niedergebrannt. Zwei Todesopfer eines nächtlichen Feuergefechts mit Einbrechern. Aus Gerlfangen (Saargebiet) wird gemeldet: Im benachbarten lothringischen Grenzort Colmen kam es nachts zwischen zwei Einbrechern und der Gendarmerie und den Ortsbewohnern zu einem schweren Feuergefecht, wobei ein Einbrecher sowie ein Einwohner aus Colmen erschossen wurden. Die Einbrecher waren bei einem Einbruch in einer Wirtschaft von dem Besitzer überrascht worden, den sie mit einem Knüppel niederschlugen, worauf sie die Flucht ergriffen. Der Gastwirt, Peter (E r e I,tonnte jedoch die Ortseinwohner alarmieren und mit ihnen die Verfolgung ausnehmen. Als sich die beiden Einbrecher im Walde verfolgt sahen, griffen sie zur Schußwaffe und verletzten den 33jährigen Nikolaus Henn t ö d l i ck durch Herz- schuß. Mittlerweile hatte die Gendarmerie den Wald umzingelt. Als die Einbrecher gestellt waren, feuerten sie abermals und verletzten den Gendarmen Kirsch durch einen Schuß in den Arm. Kirsch schoß ebenfalls und verletzte den einen der beiden Einbrecher, namens Ludwig Pierre, tödlich. Pierre war früher einmal Knecht in der Wirtschaft Erels gewesen. Der zweite Einbrecher, der 22jährige Jakob Wilhelm P f l e d e r e r aus Spittel, der erst vor sechs Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden war, konnte zunächst entkommen, wurde aber später von den Gendarmen in einem Heuhaufen versteckt aufgefunden und festgenommen, wobei die Beamten Mühe hatten, ihn vor der Volkswut zu schützen. Hungersnot droht im rnittclarnerikanischen Ueberschwemmungsgebiet. San Salvador, die Hauptstadt des mittelamerika- nrschen Staates El Salvador, ist von einer Hungersnot bedroht. Tausende arbeiten fieberhaft an der Instandsetzung der durch die lieber« schwemmungskatastrophe zerstörten Straßen, die zum Hafen führen, um die Zufuhr der Lebensmittel, die dort gelagert sind, zu ermöglichen. Im Lande wurde das Kriegsrecht verkündet. Die meisten großen Städte sind ohne Beleuchtung. Die Pfarrkirche von Ocotepeque ist das einzige, was von dieser Stadt übriggeblieben ist.. Die genauen Ausmaße der Zerstörungen sowie die genaue Zahl der Toten festzustellen, ist äußerst schwierig. Gegen- wärtig wird amtlich die Zahl der Toten mit 300 angegeben. Finnische Dacht bei einer hochsee-Regatta gesunken. Zwei junge Leute ertrunken. Während der Hochseeregatta von Helsingfors nach Reval sank in der Mitte des Finnischen Meerbusens die finnische Yacht „Jndro". Eine Sturz- welle hatte die Achterluke zerschlagen, worauf das Fahrzeug innerhalb von zwei Minuten absackte. Zwei junge Finnländer ertranken, während der Besitzer und eine an Bord befindliche Dame von einer vorbeifahrenden Yacht gerettet werden konnten. ____________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschlossen. In tiefer Trauer: Friedrich Kinkel Gießen, den 15. Juni 1934. Zu den Mühlen 14 Die Beerdigung findet Montag, den 18. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bitte ich Abstand zu nehmen. Meine liebe Schwester Fräulein Auguste Kinkel ist heute in der Frühe von langem Leiden durch den Tod erlsöt worden. Familie Karl Will Familie August Schmidt Familie Heinrich Karl Haas Im Namen Familie Karl Henk der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Will Familie Heinrich Will Familie Fritz Schäfer Annerod, Großen-Buseck. Gießen, Hausen, Steinbach, Engelrod, den 16 Juni 1934 Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. Juni, nachmittags 21/, Uhr, von der Mühle. in Annerod aus statt. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Peter Will nach kurzer schwerer Krankheit in der Klinik zu Gießen im Alter von 79 Jahren sanft entschlafen ist ffntnvffe: ba3 alles roar bloß eine turxe, voran