Nr. 64 Erstes Blatt 184- Zahrgang 8reitag,16. März 1934 Erscheml täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. 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Nicht umsonst waltet eine unermüdliche Sorge über den französischen Auslandschulen, Volks-, Mittel- und Höheren Schulen, deren es im gesamten Mittelmeergebiet und auf dem Balkan eine ausfallend große Zahl gibt. Der deutsche Leser muß sich darüber im klaren sein, daß es sich dabei nicht etwa um Schulen für eine französische Minderheit handelt, sondern um solche, die einzig dazu bestimmt sind, in die Jugend jener Völker den Keim einer unwandelbaren Verehrung und Wertschätzung für französische Sprache und Kultur einzupflanzen. Was ist natürlicher, als daß alle diese jungen Menschen nun dem Werberuf der französischen Universität folgen! Und in der Tat ziehen die Sorbonne und die „Grandes Ecoles“, die Hohen Schulen von Frankreich die geistige Elite, die zukünftigen Führerschichten der Staaten Ost- und Südeuropas mit magischer Kraft an und durchtränken sie systematisch mit französischer Kultur und Denkungsart. Das geschieht selbstverständlich kaum merklich, aber gerade in dem verschleiernden Gewände des Universalen, des Weltumspannenden, tritt das Typisch-Französische zutage. „A tous ceux qui sont morts pour la (Zivilisation!“, „Denen zum Andenken, die für die Zivilisation auf dem Felde der Ehre gefallen sind!" lesen wir auf — einer Grabinschrift für englische Soldaten, die in Frankreich gefallen sind. Bedarf es noch eines weiteren Hinweises, um aus dieser Verherrlichung des Weltideals der Zivilisation herauszulesen, daß das großartige Wort „Zivilisation" hier nichts anderes bedeutet als „F r a n f r e i ch". Die Zivilisation der Welt ist eben Frankreich. Diese Ehreninschrift ist Symbol aller französischen Kulturpolitik geworden. Sie ist die höchste Glorifizierung gerade der urfranzösischen Kulturidee. Nur aus ihrem Sinn ist es zu verstehen, wenn Frankreich in der ganzen Welt eine eindrucksvolle Zahl von wissenschaftlichen Instituten unterhalt, die fein Kultur- und Zivilisationsideal pflegen und verkünden. Sei es nun, daß diese an die Universitäten angegliedert sind, wie in Agram und Sofia, oder gar selbst universitätsrechtliche Stellung genießen, wie die Institute in Madrid, Barcelona, London, Prag, Warschau, Athen und Kioto (Japan), zu denen noch die orientalischen Institute in Damaskus und Stambul, das Institut für französisches Recht in Kairo und das franco-rumänische Institut in Bukarest, alle mit dem Ziel der Veranstaltung französischer Sprach- und wissenschaftlicher Vorträge, zu rechnen sind. Nur aus der dem französischen Volk selbst oft unbewußten Gleichsetzung von Zivilisationsideal und französischer Kulturidee ist auch die Verstärkung der französischen Kulturpropaganda im Mittel- meerkreis zu verstehen. Nicht umsonst hat sich das laizistische Frankreich wieder auf seinen alten Ehrentitel eines „G l a u b e n s p r o t e k t o r s" im Mittelmeerkreis besonnen. Die Zunahme der französischen Missionstätigkeit in Nordafrika und Kleinasien legt davon beredtes Zeugnis ab. Daß man die Bedeutung dieses Titels aber auch anders verstehen kann, zeigen die Reden, die vor kurzem anläßlich der Neugründung des Französischen Instituts gewechselt wurden, das sich nunmehr den übrigen zahlreichen französischen Bildungsanstalten an der Hellenischen Universität in Athen zugesellt. Die Verherrlichung der „Freundschaftsbande unter den Schwestervölkern am Mittelmeer, jener Wiege der Zivilisation", feierte in ihnen geradezu Triumphe. Ein besonderes Augenmerk verdient in diesem Zusammenhänge die Gründung des „Centre Uni- versitaire d’Etudes Mediterranneennes“ die vor kurzem in Nizza erfolgte. Für diese Akademie des Mittelmeeres sollen die hervorragendsten Persönlichkeiten der Mittelmeerländer gewonnen worden sein. Daß kein Geringerer als Paul Valery, das gefeierte Mitglied der Academie Franchise, Vater des Gedankens einer Mittelmeer- Universität überhaupt ist, kann ihre hervorragende Bedeutung nur noch unterstreichen. Und wenn sogar der im Grunde genommen herzlich unpolitische französische Rundfunk eine Botschaft Valerys an die Welt des Mittelmeeres sendet, dürfen wir davon überzeugt sein, daß sich die intellektuellen Kräfte Frankreichs zu einem neuen Feldzug der kulturellen Wiedereroberung der Welt rüsten, und daß diesem Werke die nachhaltige politische Unterstützung nicht ermangeln wird, weil- es eben im Letzten um ein eminent politisches Ziel geht. Jeder Franzose ist so Missionar seiner Kultur und seines Zioilisationsbegriffes. Nicht umsonst sind seine Austauschprofessoren und -studenten ausgesuchtestes Material, nicht umsonst gründete schließlich Frankreich jene gewaltige „Citö Universitaire , jene Studenten st adt an der Peripherie von Paris, in der es den Studenten fast aller Nationen gastfrei ihr eigenes Nationalhaus, geschenkt hat. Frankreich weiß wohl, daß aus jenen Häusern seine ergebenen unermü d l.i chen P r o - paganbiften hervorgehen. Gewiß ist die Ausbeutung des Propaganda-Apparates rücksichtslos, aber sie ist geschickt. Nur so ist es erklärlich,, daß ihr schließlich auch der politische Erfolg nicht versagt bleiben kann, der zunächst negativ in der Möglich- lichkeit besteht, auf jede aktive politische Propaganda verzichten zu können. Denn Frankreichs Freunde, die den Geist französischen Wesens, man möchte sagen mit der Muttermilch eingesogen haben, leben und wirken naturnotwendig auch im Geiste seiner Politik. Morgen wird die Antwort Frankreichs erwartet. Scharfe Kritik der Pariser presse an der Llnterhansrede Simons. Paris, 16. März. (DRV.Funkfpruch.) Der französische Außenminister B a r t h o u hat am Donnerstag den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Senats, Henry Verenger, empfangen, mit dem er sich sehr eingehend über die gegenwärtige politische Lage unterhielt. Der Außenminister dürfte dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses auch über die großen Richtlinien der bevorstehenden französischen Antwort an England in der Abrüstungsfrage unterrichtet haben. Die französische Rote wird voraussichtlich Samstag in London überreicht werden. „Jour" glaubt versichern zu können, daß die französische Regierung in sehr höflicher, aber entschiedenen Form, die englischen Abrüstungsvorschläge ablehnen werde. Es habe den Ansechin, so betont das Blatt, als ob die französische Regierung sich wesentlich den italienischen Vorschlägen genähert hätte, wobei sie jedoch nach wie vor größten Wert auf die Kontrolle lege. Der Gedanke dieser Kontrolle sei außerdem mit den notwendigen Durchführungsbestimmungen des Abkommens verbunden. — „Figaro" erklärt, daß die französische Regierung in ihrer Rote auf die enge Verbindung zwischen Abrüstung und Sicherheit Hinweisen werde. Wenn die englische Regierung bereit fei, Frankreich genügend Sicherheitsgarantien zu geben, werde die ganze Abrüstungsfrage ein anderes Gesicht bekommen. Der Sozialistenführer Leon Blum stößt im „Populaire" einen Alarmruf aus und spricht im Zusammenhang mit der französischen Note von einer radikalen Umwälzung der bisherigen französischen Politik in der Abrüstungsfrage. Man habe Mühe, eine so schwerwiegende Handlung zu begreifen. Das französische Volk müsse endlich darüber entscheiden, ob es sich damit einverstanden erkläre, daß sich Frankreich in einen R ü - stungswettlauf stürze. Die Ausführungen Sir John Simons vor dem englischen Unterhaus flohen in der französischen Presse auf heftigen Widerspruch. „Petit Parisien" behauptet, daß die Erfüllung der Wünsche, die Lordsiegelbewahrer Eden und der Außenminister Sir John Simon im Unterhaus nach einem Ab- rüstungsabkommen und der Wiederherstellung der Völkerbundsautorität geäußert hätten, einzig und allein von Deutschland abhänge (!), dessen Forderungen sich nicht geändert hätten. Wenn Sir John Simon meine, daß ein schlechtes Abrüftungs- abkommen immer noch besser sei als keines, so könne er mit dieser Erklärung im Unterhaus großen Erfolg erzielen, aber sicher nicht in Frankreich. Wenn man wünsche, daß wenigstens ein beschränktes Abkommen zustandekomme, und wenn man vor allem wolle, daß die französische Regierung und das französische Parlament es unterschrieben, dann müsse man als Gegenleistung ern st hafte Durchführungsbürgschaften bieten. Die „Times" habe kürzlich geschrieben, daß sämtliche Länder bereit sein müßten, im Falle irgendeiner Verletzung der eingegangenen Verpflichtungen gemeinsam vorzugehen. Frankreich sei stets bereit gewesen, diese Verpflichtung zu übernehmen. Treffe das auch auf England zu? Auf diese Frage komme alles an. „Journal" erklärt, das einzige Mittel, gegen die Aufrüstung Deutschlands Front zu machen, bestehe in einer engen Zusammenarbeit der Verteidiger der Ordnung, die die Freiheit haben müßten, über geeignete Machtmittel zu verfügen, um „Störenfriede in Schach zu halten". — „Echo de Paris" sieht in den Ausführungen Simons einen Ansporn für Deutschland, noch mehr als bisher zu fordern. Seine Erklärung über die Notwendigkeit eines Ab- rüftungsabkommens werde Deutschland davon Überzeugen, daß weder die englische Denkschrift vom 29. Januar noch der Abrüstungsplan vom 14. Oktober das letzte Wort Englands darstellen und daß Deutschland beides nur zurückzuweisen brauche, um mehr z u erreichen. — „Figaro" stellt fest, daß zwischen der englischen Oeffentlichkeit und der Regierung ein tiefer Abgrund bestehe. Während in der Oeffentlichkeit eine sehr starke Strömung für eine europäische Zusammenarbeit vorhanden sei, gebe man sich in der Regierung den Anschein, als ob man das nicht verstanden hätte. Eine solche Haltung leiste den deutschen Forderungen Vorschub und man dürfe sich nicht wundern, wenn der Reichskanzler in seiner letzten Note an Frankreich seine Abrüstungsforderungen hundertprozentig aufrechterhalten habe. — „Ere Nouvelle" zieht aus den verschiedenen Ausführungen im Unterhause die Schlußfolgerung, daß die englische Regierung und das Parlament in erster Linie ihre eigene Sicherheit wünschten. Unter diesen Umständen dürfe man es Frankreich auch nicht verübeln, wenn es sich ebenfalls um feine Sicherheit kümmere. Englands Heeresorganifation wird überholt. London, 15. März. v Tüchtiges, ehrl. Wen nicht u. 18 Jahr., zum 1. Avril ge- 01420 Dr. Menz Liebigstratze 15. Tüchtiges heiraten das selbständig kochen kann, in kleinen Haushalt nach Wetzlar ver sofort gesucht. Vorzustellen zw. 16 und 18 Uhr Frankfurter Straße 391. 15.90 Aus Anlaß der Hundertjahrfeier find die Kaffenräume am Samstag, dem 17. März 1934 ab 10 Uhr vormittags gefchlohen Bezirk sfparkaffe Gießen EmserWasser das altbewährte Mittel gegen K eitel rrh G aller Art Haupt-Groß-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6, Teleph. 3888 1591 D IIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Ein Mädchen für vormittags gesucht. 15970 Hartmann Franks. Str. 84. Hllllllllllllllllllllllllllll Stellengesuche Mädchen t Lande im Kochen und all. Hausarbeit, erfahren, sucht Stellung z. 1.4.o. spät. Schr. Ang. u.01433a.d.G.A. Verkäufe piano für 120 Mk. zu verkaufen. Oi424 Bahnhofstr.65S Motor(A.E.G.) 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Die Presse st elle des Reichssportführers teilt mit: „Der Reichssportführer hat den Sportschriftleiter des „Angriff", Herbert Obscherningkat, zu seinem Presserejerenten berufen. Im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wird er gleichzeitig die ständige Verbindung mit diesem Ministerium ■ aufrecht erhalten." gez. Breitmeyer. Tieusel will Weltmeister werden. Der Bochumer Schwergewichtsboxer Walter Neu- sel, der durch seinen Punktsieg über King Levinsky mit einem Schlage in die erste Klasse der Schwergewichtler der Welt aufgerückt ist, kehrt vorläufig nicht nach Deutschland zurück. Er hofft demnächst Jahreshauptversammlung desTurnveremsMö Zusammenschluß der beiden hiesigen Turnvereine? Die jetzigen Maßnahmen des Reichsbischofs und des Geistlichen Ministeriums auf dem Gebiet des Verfassungslebens bedeuten ohne Frage noch nicht das letzte Wort; aber sie sind bereits ein entschiedener Schritt zu neuen Formen und neuen Zielen. mit Primo Carnera um den Weltmeistertitel boxen zu können und will außerdem die amerikanische Staatsbürgerschaft erwerben und sich für dauernd in den Vereinigten Staaten niederlassen. Auszeichnung für Or. Baumens. Der bekannte deutsche Schiedsrichter Dr. Bäumens- Köln, der seit Jahren an der Wiederaufnahme und Befestigung der sportlichen Beziehungen mit unseren westlichen Nachbarn erfolgreich mit- gewirkt hat, ist von der Luxemburgischen Regierung mit dem hohen Orden eines „Ritter vom Eichenlaub" ausgezeichnet worden. Da Dr. Bauwens am Sonntag verhindert war, dem Länderkampf in Luxemburg beizuwohnen, weil er das Spiel Holland-Belgien leiten mußte, wird die Ueberrei- chung des Ordens gelegentlich des Länderspiels Luxemburg — Frankreich erfolgen. Oie Neuordnung derEvangelischenMrche Von Konsistorialrat Or. Benn. In der letzten Woche des Monats Februar hat der Reichsbischof das Geistliche Ministe- rium neugebildet. Er hat zu Mitgliedern Männer berufen, die nicht in der vordersten Lime des kirchenpolitischen Kampfes gestanden, sondern sich durch sachliche Arbeit in der Gemeinde oder auf kirchlich-charitatioem Gebiet ausgezeichnet haben. Ueberwindung der kirchenpolitischen Auseinandersetzungen d u 'r ch s a ch l i ch e A r b e l t ist dasZiel, das den Reichsbischof mit dem neuen Geistlichen Ministerium verbindet. Diesem Ziele dienen bereits die ersten gesetzlichen Maßnahmen des Mim- teriums. Sie betreffen einmal eine Neuordnung res kirchlichen Dienstes an der Jugend und beziehen ich ferner auf wichtigste Fragen des kirchlichen üerfassungslebens. Die kirchliche Jugendarbeit lief bisher auf zwei verschiedenen Gleisen. Sie lag einerseits in der Hand des einzelnen Pfarrers, der im Rahmen seiner Gemeinde die Jugendlichen sammelte und in besonderer Weise betreute. Sie lag aber andererseits auch in der Hand der evangelischen Jugendverbände, von der Kirche im wesentlichen unabhängiger Organisationen, die die Jugend unter Leitung eigener geistlicher oder Laienkräfte in Verbänden oder Bünden zusammenfaßte. Auf beiden Wegen ist viel fruchtbare Arbeit geleistet worden. Aber bei allem ehrlichen Willen zur Zusammenarbeit waren Ueber- schneidungen und Reibungen unvermeidlich. Schon durch die Eingliederung des Evangelischen Jugendwerkes in die Hitler-Jugend war die Möglichkeit einer Aufrechterhaltung der bisherigen Arbeitsform in Frage gestellt. Das Geistliche Ministerium hat jetzt durch Gesetz bestimmt, daß künftig die Deutsche Evangelische Kirche die gesamte evangelische Jugendarbeit als ihr „Jugendwerk" zusammenfaßt und durchführt. Alle im Jugendwerk tätigen Kräfte sollen im Auftrag und Dienst der Kirche arbeiten und zwar an der gesamten evangelischen Jugend, innerhalb deren Sondermitgliedschaften nicht mehr bestehen sollen. Damit ist die Beseitigung der Zweigleisigkeit und die Zusammenfassung der gesamten evangelischen Jugendarbeit in der Hand der Kirche als Ausgangspunkt der künftigen Entwicklung festgelegt, die zum Ziel zu führen die Aufgabe des vom Reichsbischof berufenen Reichsjugendpfarrers sein wird. Auf dem Gebiet des kirchlichen Derfafsungslebens ist eine Frage zur Lösung gebracht Horden, die im Rahmen des Problems einer „k i r ch l i ch e n Reichsreform" gesehen werden muh. Dieses Problem hat ein doppeltes Gesicht. Es ist einmal territorialer Natur; es stellt die Frage, wie die Vielzahl der großen und kleinen Landeskirchen — es sind noch heute 24 — in organische und lebensfähige Gebilde umgewandelt werden kann; eine endgültige Bereinigung dieser Frage wird nicht ohne Rücksichtnahme auf die Ergebnisse einer staatlichen Reichsreform möglich sein. Die kirchliche Reichsreform hat aber weiterhin auch eine bedeutsame verfassungsrechtliche Seite. Die Deutsche Evangelische Kirche ist auf Grund ihrer Verfassung vom 11. Juli vorigen Jahres in wesentlichen Stücken noch ähnlich 'wie vorher der Kirchenbund, eine Dachorganisation, die zwar den Landeskirchen allgemeine Richtlinien und Ratschläge geben kann, das Ob und Wie der Durchführung jedoch den Landeskirchen überlassen muß. Für die Einheitlichkeit und Geschlossenheit des gesamt-kirchlichen Handelns ist es aber von ausschlaggebender Bedeutung, ob die Hoheit der Gesamtkirche gegenüber den Landeskirchen, ohne dabei deren landschaftlichen oder gar bekenntnismäßigen Eigenarten Gewalt anzutun, doch in allen wesentlichen Punkten gewährleistet ist. Verfassungsrechtlich liegt also für die Neichskirche eine ähnliche Frage vor, wie sie auf staatlichem Gebiet durch die Uebertragung der Hoheitsrechte der Länder auf das Reich im Reichsgesetz vom 30. Januar dieses Jahres bereits gelöst ist. Im Rahmen dieser Frage spielt naturgemäß das Verhältnis der Gesamtkirche zur größten Landeskirche eine besondere Rolle: das Verhältnis zur Evangelischen Kirche der a l t p r e u h i s ch e n Union. Sie umfaßt etwa die Hälfte des Gebiets der Reichskirche, und es liegt auf der Hand, daß etwaige Konflikte zwischen der Reichs- und der Landeskirchenleitung sich hier geradezu zu einer Gefahr für den Bestand der Gesamtkirche auswirken können. Die eigene Verfassungsentwicklung der altpreußischen Landeskirche in den letzten Monaten hat es der Leitung der Reichskirche ermöglicht, diese Gefahr ein für allemal zu beheben. Die gesetzgebende und vollziehende Gewalt in der altpreuhi- schen Union war bereits durch verschiedene Akte der neueren Gesetzgebung in vollem Umfang auf den altpreußischen Landesbischof übertragen worden. Nun hat dieser den entscheidenden Schritt getan, daß er seinerseits alle ihm zustehenden Befugnisse auf die Deutsche Evangelische Kirche übertragen und deren Leitung damit in die Lage versetzt hat, die größte Landeskirche u n - mittelbar in ihre Obhut zu nehmen. Dies ist durch das Kirchengesetz vom 2. März dieses Jahres geschehen. Im einzelnen ist die neue Regelung folgende: Die leitenden Organe der Reichskirche sind künftig gleichzeitig die leitenden Organe für die altpreußische Union. Der Reichsbischof ist also gleichzeitig Landesbischof. Das Geistliche Ministerium erläßt auch die landeskirchlichen Gesetze, unter Umständen unter Hinzuziehung einer besonderen Landessynode, die aus den gewählten Vertretern der altpreußischen Kirche in der Deutschen Evangelischen National- snnode besteht. Die Verwaltung der altpreuhischen Union führt die Deutsche Evangelische Kirchenkanzlei, also die oberste Verwaltungsstelle der Reichskirche. Das Wesentliche dieser Neuordnung liegt darin, daß zwar die Landeskirche der altpreußischen Union als solche noch fortbesteht, daß aber zwischen ihrer Leitung und der der Reichskirche eine nahezu vollständige Identität herbeigeführt worden ist. Das Nebeneinander der reichskirchlichen und der altpreußischen Organe ist beseitigt worden. Eine Fülle von Doppelarbeit, vor allem auf dem Gebiet der Verwaltung, wird künftig vermieden werden. Und mit der Doppelarbeit vor allem auch die Gefahr des Gegeneinanderarbeitens. Es ist von nun ab die unbedingte Gewähr gegeben, daß der Wille der Reichskirchenleitung im Bereiche der größten Landeskirche unmittelbar zu dem einzelnen Pfarrer und der einzelnen Gemeinde durchdringt. Endlich hat das Geistliche Ministerium mit der allgemeinen Neuordnung der Verfassungsverhält- nisse in Altpreußen auch eine Verfassungsreform in den altpreußischen Kirchenprovinzen verbunden. Es hat hier die großen Povinzsynoden, die 100 bis 200 Mitglieder umfaßten, beseitigt und sie durch kleine arbeitsfähige Synoden ersetzt, die nur noch aus 20 Mitgliedern bestehen, nämlich aus dem Bischof als Präses, 12 Mitgliedern, die von der bisherigen Synode gewählt, 6 Mitgliedern, die vom Bischof berufen werden, und einem Vertreter der theolo- aischen Fakultät. Gleichzeitig ist die Arbeitsform der Synoden geändert worden. Sie sollen nicht mehr — und dies gilt auch für die Landessynode — Mehrheitsbeschlüsse fassen, sondern ihre Willensmeinung „in brüderlicher Aussprache" finden. Kommt keine Einigung zustande, so soll die kirchliche Behörde, die zur Entscheidung berufen, ist, die Stimmen nicht zählen, sondern wägen. Das ist eine Form synodaler Arbeit, die gerade die ä l t e st e n Synoden gepflogen haben und die erste in den letzten 100 Jahren durch das System der Mehrheitsbeschlüsse verdrängt worden ist. Neu und eigenartig ist auch die Verbindung zwischen dem Amt des Bischofs und dem des Präses der Synode. Die Gebiete mit lebendiger reformierter Ueberlieferung, vor allem also die Provinzen Rheinland und Westfalen, empfinden das Amt des Bischofs (Landespfarrers) teilweise noch heute als etwas Fremdes. Geht jedoch die Entwicklung dahin, und das ist offenbar die Absicht der gesetzgebenden Instanzen, künftig das Amt des Synoden- Die dieser Tage im „Postkeller" abgehaltene Hauptversammlung des Turnvereins 1846 war, wie man uns berichtet, gut besucht. Mit einem Turnerlied und einer kurzen Begrüßung durch den Vereinsführer A. Reinina wurden die Beratungen eröffnet, denen folgende Tagesordnung zugrunde lag: 1. Bericht des Vereinsführers; 2. des Oberturn- warts und der Fachwarte; 3. Rechnungsablage; 4. Bericht der Rechnungsprüfer; 5. Entlastung des Rechners; 6. Feststellung des Voranschlages für 1934; 7. Wahl der Rechnungsprüfer; 8. Zusammenschluß mit dem MTV.; 9. Verschiedenes. Der Dereinsführer gedachte zunächst der Toten des letzten Jahres, von denen besonders genannt seien: Ludwig K a t t r e i n , der über 75 Jahre dem Verein angehörte, H. Pieper, langjähriger zweiter Sprecher und die so tragisch ums Leben gekommene Schülerin Bruno t t e. Er gab dann bekannt, dag mit der Gleichschaltung auch die alten Satzungen außer Kraft traten. Bis zur Herausgabe der neuen Mustersatzungen der DT. muß sich aber im wesentlichen noch nach den alten Satzungen gerichtet werden. Heute gelten aber schon folgende Bestimmungen, die einen Bestandteil der neuen Satzungen bilden werden. 1. Für die Leitung des Vereins gilt das Führerprinzip; 2. Mitglied des Vereins können nur Deutsche arischer Abstammung sein; 3. der Austritt eines Mitgliedes ist nur noch zum Schluß des Jahres zulässig und muß bis zum 30. 9. erklärt sein. In seinem ausführlichen Bericht wies der Vereinsführer hin auf die große Wandlung im deutschen Volk, wie sie die Welt größer und erhabener noch nicht gesehen hat, auf die Erfolge der nationalen Regierung in ihrem Bestreben nach Einigung des deutschen Volkes, Beseitigung der Arbeitslosigkeit und Linderung der Not unter den Aermsten unserer Volksgenossen. Auch die Turner, im Jahn- schen Geist erzogen, traten freudig ein für die neuen Ziele und Ausgaben, die in vielem mit Jahnschem Gedankengut übereinstimmen. In 16 Turnratssitzungen hat der in der außerordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 1933 vom Vereinsführer berufene Turnrat in bestem Einvernehmen und mit Geschick die Belange des Vereins gewahrt. Alle Veranstaltungen in Kreis, Bezirk, Gau und der Höhepunkt des vergangenen Jahres, das unvergleichlich schöne und große Deutsche Turnfest in Stuttgart wurden besucht und brachten dem Verein viele Erfolge und Ehren. Hoffentlich wird es bald möglich sein, auch in Gießen den herrlichen Film vom Deutschen Turnfest „Treu unferm Volke" zu zeigen. Den Bericht des Oberturnwarts erstattete in dessen Vertretung Männerturnwart K. Müller, der mit Stolz darauf Hinweisen und mit Zahlen belegen konnte, daß das turnerische Leben im Verein und in seinen einzelnen Abteilungen immer lebhaft pulsierte und daß trotz der Schwierigkeiten, die zeitweise den Uebungsbetrieb stark beeinflußten, zahlreiche und schöne Erfolge erzielt werden konnten. Für einen mittleren Herein ist die Zahl von acht guten Siegen beim Deutschen Turnfest eine ganz achtbare Leistung. Sie war nur zu erzielen durch die treue und aufopfernde Hingabe aller Beteiligten an unsere schöne deutsche Turnerei, für die unser Volkskanzler in seiner Stuttgarter Rede den anerkennenden Satz prägte: „Nur wer die Gewalt des Ideals an sich nicht versteht oder leugnet, kann die Bedeutung einer Betätigung verkennen, die Millionen Menschen aus freiem Willen zu mühevollen Leistungen führt, denen jeder persönliche materielle Gewinn versagt ist." Diese Anerkennung war schönster Dank für alle Turner, Vorturner, Turn- und Fachwarte; sie ist ein Ansporn zu gleicher Weiter- und Mitarbeit auch im neuen, Dritten Reich. Rechnungsablage, Bericht der Rechnungsprüfer und Entlastung des Rechners ergaben zwar eine angespannte Kassensage, aber auch den Beweis, daß der Turnrat sparsam gewirtschaftet und der Rechner L. S ch n e i d e r seiüe Kassengeschäfte einwandfrei geführt hat, so daß ihm einstimmig Entlastung erteilt werden konnte. Der Voranschlag für 1934 konnte noch nicht festgestellt werden, weil die Grundlagen, auf denen er sich aufbaut, noch wesentliche Aenderungen erfahren werden. Die Rechnungsprüfer von 1933 wurden auch für 1934 wiedergewö^t. Alsdann verbreitete sich der Dereinsführer über den Stand der Zusammenschlußverhandlungen mit dem TNännerturnverein Gießen. Die Versammlung gab ihre Zustimmung zu diesen Ver- Herr Ruscheweit soll Fisch essen Äon Hans ORiebou Herr Ruscheweit ist ein Mann von Charakter sowohl als von Grundsätzen. Herr Ruscheweit ist nicht umsonst unter dem Sternbild des Stiers geboren. Seine Haupteigenschaften sind: Männlichkeit, Energie und Konsequenz. Aber wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Allzuviel menschliche Vollkommenheit artet nicht selten in Uebertreibungen aus und wird so, unter diesem falschen Vorzeichen, zur Unvollkommenheit. Auch bei Herrn Ruscheweit ist es ähnlich, und es gibt, leider, leider, allzuviel Dinge, die auf ihn, den Stiermenschen, wirken wie das bekannte rote Tuch. Aber es ist wohl am besten, wir fangen gleich an zu erzählen, wie Herr Ruscheweit zum Arzt ging: Herr Ruscheweit also fühlt sich nickt gut. Er weih selbst nicht recht, was es ist. Der Arzt beklopft ihn, behorcht ihn, fragt und fragt, und schließlich kommt er zu dem Resultat: „Es ist die Ernährung, Herr Ruscheweit. Sie müssen mehr Abwechslung in Ihren Speisezettel bringen. Sie müssen mehr Obst und Gemüse essen und auch mehr Fisch. Nicht nur einmal in der Woche, sondern zweimal, und dann abends hin und wieder einen geräucherten Hering." Herr Ruscheweit räuspert sich. „Ich esse keinen Fisch" sagt er und kneift die Lippen zusammen. Ich weiß", lächelt der Arzt, „eben deshalb sind Sie krank, und um gesund zu werden, essen Sie von nun an Fisch!" Damit mir eine Grate im Hals stecken bleibt , knurrt Herr Ruscheweit, „wie dem Bruder meiner Frau, der um ein Haar daran gestorben ist. „Aber ich bitte Sie", ruft der Arzt, „dann nehmen Sie eben Fisch ohne ® r ä t e n !" Herr Ruscheweit starrt den Arzt an. „Fisch ohne Gräten?" flüstert er, „ist das Ihr Ernst? „Aber natürlich", nickt der Mrat. „Das ist denn aber doch allerhand! schnauft Herr Ruscheweit, „Sie als Arzt sollten doch wissen, daß es Fische ohne Gräten nicht gibt. Wie sollte wohl so ein Tier, das nicht einmal ein Rückgrat hat, im Wasser schwimmen, und wie —" Der Arzt fährt sich mit dem Taschentuch über die Stirn. „Sie haben mich mißverstanden", sagt er dann. ^Jch meine natürlich Filets." Herrn Ruscheweits Augen quellen ein wenig aus den Höblen. „Sehr gut", sagt er, „Filets esse ich gern, jeden Tag, mittags und abends; aber Filets, Herr Doktor — das sollten Sie eigentlich auch wissen — stammen nicht vom Fisch, fonhprn vom Ochsen Der Arzt fühlt, wie seine Nerven anfangen zu vibrieren. Aber er nimmt sich zusammen. „Ich meine selbstverständlich Fischfilets", sagt er, „filierten Fisch, das ist Fisch, dem man die Gräten heraus- genommen hat, damit sie Ihnen, Herr Ruscheweit, nicht im Halse stecken bleiben." „Oh", schüttelt Herr Ruscheweit den Kopf, „was mich betrifft: Ich esse überhaupt keinen Fisch." Einen Augenblick ist es ganz still im Zimmer. Der Arzt starrt Herrn Ruscheweit an, und Herr Ruscheweit starrt den Arzt an. Schließlich gibt sich der Arzt einen Ruck und fährt fort: „Also kurz und gut: Ich verordne Ihnen reichlich Gemüse- und Fischkost. Fisch enthält Vitamine —" „Pfui!" ruft Herr Ruscheweit, „Vitamine esse ich schon gar nicht!" und Fisch enthält Jod!" „Hat mir gerade noch gefehlt", lacht Herr Ruscheweit, „wo meine Schwägerin erst vor einem halben Jahr an Jodvergiftung gestorben ist." Die 2lugen des Arztes flimmern. Aber er geht nun auf nichts mehr ein. „Wollen Sie meine Verordnung befolgen?" fragt er. „Ich denke gar nicht daran", schreit Herr Ruscheweit und hat einen knallroten Kopf, „sehe ich aus wie ein Selbstmörder?" Dann nimmt er seinen Hut, verläßt das Zimmer und haut die Tür hinter sich zu. „Donnerwetter", denkt der Arzt, „so ein Kerl! Wenn der noch einmal in meine Sprechstunde kommen sollte —" Er ist zum Fenster getreten, blickt aus die Straße, und mit einem Male stockt ihm der Atem. Herr Ruscheweit nämlich geht, immer noch mit rotem Kopf und mit wütenden Schritten, quer über die Straße und verschwindet — wo? Im Fischrestau- rant von Korrmüller. Der Arzt muß sich auf einen Stuhl setzen, so erschüttert ist er. Zwanzig Minuten später aber entschließt er sich — schon aus psychologischen und medizinischen Gründen — der Sache auf den Grund zu gehen. Er nimmt also auch seinerseits den Hut, begibt sich in das Fischreltaurant von Korrmüller, winkt dem Kellner und fragt ihn, was denn der Herr Ruscheweit hier gewollt habe. „Oh", grinst der Kellner, „das war eine komische Sache. Drei Portionen Bratfisch hat er bestellt, aber es durften keine Filets fein. Die Vitamine, sagte er, sollten wir vorher herausnehmen, und ob wir auch die Garantie dafür übernähmen, daß kein Jod in dem Fisch wäre?!" ,.Ja, und —?" fragte der Arzt. „Dann hat er die drei Portionen gegessen", fährt der Kellner fort, „und dann hat er ein Abonnement genommen und gesagt, Fisch wäre das Gesündeste, was es gibt, und er wollte jetzt jeden Mittag hier essen." Der Arzt aber ging hin und schrieb für die medizinische Wochenschrift einen acht Seiten langen Artikel „über die psychologisch richtige Behandlung von Patienten, die unter dem Sternbild des Stiers geboren sind." Abenteuerliche Schicksale eines Diamanten. Wenn einer der beiden Riefen-Diamänten, die vor nicht langer Zeit bei Elandsfontein aufgefunden wurden, sich als die fehlende Hälfte des „Cullinan"- Steines, jenes berühmten größten Diamanten der Erde, erweisen sollte, so wird damit ein Geheimnis, das die Schatzgräber Afrikas seit 25 Jahren im Bann hielt, sein Ende finden. Den Cullinandiaman- ten — so genannt nach bem Eigentümer des Feldes, auf dem er gefunden wurde, entdeckte im Jahre 1908 ein Aufseher der Premier-Minen in Transvaal. Ein Aufblitzen am Boden weckte das Interesse des Mannes, mit seinem Taschenmesser grub er das glitzernde Etwas aus dem Boden und hielt in seiner Hand den größten Diamanten der Welt. Der Stein wog 622 Gramm und war zehn Zentimeter lang. Was jedoch bei aller Bewunderung für die Größe und Schönheit des Steines die größte Aufregung heroorrief, war die Feststellung der Sachverständigen, daß der „Cullinan" nur die abgebrochene Hälfte eines großen Steines fei! Gräberkolonnen, finanziert durch reiche Unternehmer, haben vergebens nach der fehlenden Hälfte des Diamanten gesucht. Das Gerücht tauchte auf und wollte nicht zum Schweigen kommen, daß sie von einem (Eingeborenen versteckt gehalten würde. Einmal so- aar begab sich der Chef der Diamanten-Detektiv- Abteilung von Jvhannisburg mit einem großen Geldbetrag in den Busch, um die „fehlende Hälfte" des Cullinan-Diamanten zu kaufen. Unverrichteter Dinge kehrte er wieder zurück. Jahre hindurch flüsterten sich die Sträflinge von ftapftabt seltsame Geschichten über den geheimnisvollen Stein zu, um bie Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, benn wem es gelang, die allgemeine Neugierbe zu erregen, der wurde gut behandelt, in der Hoffnung, daß er frü» her ober später einmal fein Geheimnis preisaeben würde. Endlich, nachdem sie Tausende von Mark für di« nutzlose Suche ausgegeben hatte, erklärte die Polizei von Transvaal, daß die Geschichte von der „fehlenden Hälfte" ein frei erfundenes Märchen fei. Im Jahre 1907 verkündete die Regierung von Transvaal, daß sie die Absicht habe, den Cullinan- Diamanten König Eduard VII. zu feinem 66. Geburtstag zu schenken. Kurze Zeit bevor der Stein Afrika verlassen sollte, vertraute ein langjähriger Sträfling aus Kapstadt dem Gefängnisbirektor an, daß er einem Komplott auf bie Spur gekommen sei: Der kostbare Stein sollte noch vor feiner Absenbung aus Afrika entwendet werben, im Fall des Mißlingens des Anschlages aber auf feiner Reife nach England. Scharfe Bewachung würbe eingesetzt und man konnte bie Diebe bei einem Versuch, >ben Diamanten aus einer Bank in Johannisburg zu stehlen, rechtzeitig ergreifen. Dann fertigte man zwei gleiche Kistchen von berselben Größe an, deren eine ben Diamanten während feiner Reise nach London beherbergen sollte. Die Polizei machte bekannt, daß der Diamant als Wertpaket abgehe. Das Wertpaket wurde gestohlen — aber der Cullinan-Dia- mant erreichte feinen Bestimmungsort wohlbehalten in einem gewöhnlichen Postpaket. Zeitschriften. — Hitler-Jugend-Jllustrierte „Die Fanfar e". Erscheint monatlich einmal, Umfang 24 Seiten. Preis 20 Pf. Reichs-Jugend Illustrierte Verlagsgesellschaft m. b. H., Berlin W 35, Lützow- straße 66. — Während die Februar-Nummer ganz unter dem Eindruck der großen Bannerweihe in Potsdam stand, berichtet die März-Nummer über den erhebenden Tag der Führervereidigungen, der die HI. durch den von Hunderttausenden ihrer Oührer geleisteten Eid erneut auf ihren obersten ührer verpflichtete. In Nord und Süd, in Ost und West sehen wir sie hier noch einmal aufmarschieren, die unübersehbaren Scharen dieser Jugend, die einst der Träger des Staates fein wird und auf deren Schultern in wenig Jahren die deutsche Zukunft liegen soll. Aus dem weiteren Inhalt des vielseitigen und lebendigen Heftes ist besonders der wegweisende Aufsatz von Staatsrat Wilhelm Meinberg: „Bauern und Hitler-Jugend, Lebensquell unsere» Volkes" mit dem Vorspruch von Reichsernährungs- minister R. Walther Darrö, und ferner der Artikel „Landjugend in der HI." von Ministerialrat Herbert August Meyer hervorzuheben. Reportagen über die Arbeit von Presse und Rundfunk in HI. und DDM. berichten über bie Aufgaben und Leistungen der Marine- und der Flieger-HI. und Bildartikel aus dem Leben des BDM. vervollständigen die Nummer. Handlungen Ausdruck und überließ es dem Turnrat, die erstrebte und zu begrühende Vereinigung in jeder Weise zu fördern, dabei aber zu beachten, daß der neue, aus dem Zusammenschluß entstehende Verein auf eine gesunde Grundlage gestellt wird. Unter Verschiedenem hörte man, daß die Tennisabteilung wieder in Tätigkeit treten will, nachdem die Platzfrage demnächst eine Lösung finden wird, und daß die Gesellschaft „Turnklub" in den Turnverein aufgegangen ist. Mit einem Sieg-Heil auf die Führer des Reiches und mit der ersten Strophe des Horst-Wesiel-Liebes wurde die anregend verlaufene Versammlung von dem Vereinsführer geschlossen. Olympia-Schwimmlehrgang im Gau XII Nord-Hessen der OT. Am Sonntag, 18. 3Jlän, treffen sich die Turnerschwimmer zu ernster Lehrgangsarbeit in Gießen unter der Leitung des Gauschwimrnwarts Fr. Sauer (Gießen). Aus jedem Turnkreis nehmen die Kreisschwimmwarte und noch je zwei weitere Turnerinnen oder Turner teil. Der Lehrgang dient der Vermittlung der neuen Wettkampfbestimmungen und der praktischen Tätigkeit im Schwimmen und Wasserspringen (Vorbereitung zur Olympiade 1936). Dem Lehrgang geht am Samstag eine Tagung der Turnkreisschwimmwarte voraus. Gpielveremigung 1900 Gießen. Treis 1. Jugend — 1900 1. Jugend 0:9 (0:5) 1900 1. Jugend benutzte den spielfreien Sonntag zu einem Gesellschaftsspiel gegen die neu zusammengestellte und erstmals spielende Jugend von Treis. Die Gäste konnten das Spiel überlegen gestalten und führten bei Halbzeit bereits mit 5:0 Toren. Nach der Pause wurde im gleichen Tempo weitergespielt. 1900 erzielte bis zum Schluß noch vier weitere Tore, während den Gastgebern das Ehrentor versagt blieb. Treis ließ trotz Niederlage den Mut nicht sinken und hielt, so gut es ging, das Spiel offen. Zu bemerken wäre, daß es während des ganzen Spieles auf beiden Seiten keinen Strafstoß gab. Kurze Gporiuotizeu. Der Reichssportführer verbietet allen Verbänden und Vereinen, sich zwecks Stiftung von Ehrenpreisen direkt mit der Reichskanzlei oder den Büros der Herren Minister in Verbindung zu setzen. Alle solche Gesuche sind auf dringendste Fälle zu beschränken und einzig allein dem Reichs- sportführer zuzuleiten, der nötigenfalls sich bei den maßgebenden Stellen für die Stiftung eines Preises verwendet. Eine Einladung nach Finnland haben die deutschen Leichtathleten erhalten. Der Finnische Verband hat als Termin für einen Länderkampf den 18. und 19. August und als Austragungsort die Landeshauptstadt Helsingfors vorgeschlagen. ♦ Rausch/Lohmann führten am letzten Nachmittag des Berliner Sechstagerennens mit fünf Runden Vorsprung vor van Nevele/Slaats und mit sechs Runden vor Zims/Jppen. Der Endsieg der westdeutschen Mannschaft ist unter diesen Umständen kaum noch zu gefährden. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im Februar Dia Einfuhr betrug im Februar 378 Mill. Mk. Es ergibt sich somit eine Steigerung DerEin- fuhrum 6 Mill. Mark gegenüber dem Vormonat. Ausschlaggebend war für die Einfuhrsteigerung wohl die Zunahme des Rohstoffbedarfs, die aus der anhaltend günstigen Produktionsentwicklung folgt. Auf Teilgebieten hat möglicherweise auch die wäh- rend der letzten Monate aufwärtsgerichtete Preis- tendenz zu Eindeckungen über den laufenden Bedarf hinaus angeregt. Insbesondere dürfte dies für Wolle gelten. Die Äbensmitteleinfuhr, die im Vormonat bereits stark zurückgegangen war, hat sich im Februar nochmals um 10 Mill. Mark vermindert. Soweit sich jetzt schon feftfteüen läßt, sind an der Steigerung der Einfuhr überwiegend die überseeischen Rohstofflieferanten beteiligt, und zwar in erster Linie China (Oelfrüchte) und Argentinien (Wolle). Aus europäischen Ländern hat die Einfuhr in der Hauptsache abgenommen. Die Ausfuhr betrug im Februar 343 Mill. Mark. Gegenüber dem Vormonat hat sie um 7 Mill. Mark, d. h. um rund 2 v. H. adgenommen. Die mengenmäßige Abnahme der Ausfuhr hängt wohl ausschließlich mit der geringen Zahl von Tagen im Februar zusammen, Mengenmäßig liegt die Ausfuhr im Februar 1934 noch etwas über dem Vor- jahresstand. Abgesehen von einer unerheblichen Verminderung der Lebensmittelausfuhr liegt der Rückgang vom Januar auf Februar ausschließlich bei Rohstoffen, und zwar sind hier die Kohlenlieferungen gegenüber dem Vormonat stark gesup- fen. Die Fertigwarenausfuhr war leicht erhöht. Nach den vorläufigen Feststellungen entfallt der Ausfuhrrückgang im wesentlichen auf europäische Länder; abgenommen hat besonders die Ausfuhr nach den Niederlanden, Rußland, Norwegen, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Höher war die Ausfuhr nach Großbritannien, Schweden und Tschechoslowakei. Die Handelsbilanz schließt im Februar mit einem Einfuhrüberschuß von 35 Mill. Mark ab, nach 22 Mill. Mark im Vormonat. Die im Januar eingetretene Passivierung der Handelsbilanz hat sich also im Februar noch verstärkt. * ♦ Der Schiffsverkehr auf der Lahn. Im Monat Februar wurden auf der kanalisierten Lahn an Gütern verfrachtet: zu Berg 1221 t, zu Tal 7727 t, zusammen 8948 t. Geschleust wurden im Monat Februar zu Berg und zu Tal je 77 Gütersckiffe, je ein Motorpersonenboot sowie 15 Kleinfayrzeuge zu Berg und 13 Kleinfahrzeuge zu Tal. Frankfurter Börse, mittagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 15. März. Nachdem die gestrige Mittagsbörse schwächere Tendenz gezeigt hatte, war die Stimmung heute wieder ausgesprochen freundlich, wie auch die gestrige Abendbörse die Abschwächungen zum Teil bereits wieder eingeholt hatte. Dies zeigt, daß die augenblickliche Bör- enlage durchaus dem Stande der deutschen Wirt- chaft entspricht. Dieser Vertrauensbeweis ging aus den heutigen Kaufmeinungen sowohl der Kundschaft, als auch der Kulisse unzweideutig hervor, wozu auch wieder günstige Nachrichten aus der Wirtschaft eine weitere Stütze boten. In wirtschaftspolitischer Hin- icht fand die Aufhebung der Einfuhrverbotsliste leutscher Waren nach Polen starke Beachtung. Dazu kam ein Dementi der NSU.-Verwaltung hinsichtlich der Sanierungsgerüchte, was zu einer weiteren Erholung der Daimler-Aktien führte und damit dem Markt ein Schwächemoment nahm. Daimler waren bei lebhaftem Umsatz zum ersten Kurs um 1,25 v. H. erholt, im Freiverkehr lagen Adlerwerke Kleyer 1 v. H. höher. Unterstützt wurde diese Erholung noch durch einen Bericht der Opelwerke über sehr befriedigende Ergebnisse auf der Automobilausstellung. Die Hartnäckigkeit Frankreichs in der Abrüstungsfrage übte anderseits nur wenig Einfluß aus, in gewissem Maße hat sie jedoch die Zurückhaltung etwas verstärkt, so daß die Umsätze nur in einigen Spezialpapieren lebhafter waren. Im allgemeinen betrugen die Besserungen im Vergleich zur Abendbörse etwa 0,25 bis 0,75 v. H. Lebhaft und wieder fest waren besonders Farbenindustrie, die zunächst 1 v. H. und später weitere 1 v. H. gewannen, auch Deutsche Erdöl zogen um 0,75 an, wogegen Scheideanstalt 1 v. H. nach» gaben. Elektrowerte lagen ruhig, AEG. etwas leichter, dagegen Gesfürel, Elektr. Lieferungen bis 0,50 v. H. höher, Siemens und Schuckert lagen gut behauptet. Montanpapiere verzeichneten meist Gewinne bis zu 0,65 v. H., lediglich Laurahütte büßten 1,40 v. H. ein. Am Rentenmarkt waren Neubesitzanleihe bei lebhaften Umsätzen 20 Pf. höher, auch Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen zogen um 0,25 bis 0,40 v. H. an. Der Markt der Dollar-Bonds lag luftlos. In der zweiten Börsenstunde erfuhr die Zurückhaltung noch eine kleine Verstärkung, und ausgehend vom Automarkt entwickelte sich die Kursgestaltung uneinheitlich. Daimler gingen um 0,75 v. H. und Adlerwerke Kleyer um 0,50 v. H. zurück. Auch IG. Farben lagen ruhiger und 1 v. H. niedriger. Anderseits konnten sich Rheinstahl um 1,25 v. H. befestigen. Die übrigen Werte lagen bei widerstandsfähiger Grundtendenz meist behauptet. Später notierte man Mannesmann um 1,40 v. H., Conti Gummi um 1 v. H. leichter, während Lechwerke Augsburg 0,90 v. H. gewannen. Allgemein etwas gedrückt lag der Rentenmarkt, hier gaben späte Schuldbücher und Altbesitz um je 0,25 v. H. und Neubesitzanleihe um 10 Pf. nach. Staats-, Länder- und Stadtanleihen waren bei ruhigem Geschäft fast unverändert. Reichsmark-Obligationen blieben auch späterhin unverändert. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen meist behauptet, Liquidationspfandbriefe gingen bis zu 0,40 v. H. zurück. Von Auslandsrenten waren I Rumänen und Mexikaner gesucht und eine Kleinigkeit freundlicher, Ungar. Anleihen blieben gut behauptet. Tagesgeld war leicht und zum Satz von 3,50 v. H. unverändert. Abendbörse still, aber freundlich. Die Abendbörse hatte eine durchaus freundliche Stimmung, das Geschäft bewegte sich allerdings infolge der nur kleinen Beteiligung des Publikums in engen Grenzen, zumal auch die Kulisse angesichts der ungeklärten außenpolitischen Situation Zurückhaltung übte. Die erneut passive Außenhandelsbilanz machte schon deshalb keinen ungünstigen Eindruck, weil die Einfuhrsteigerung ausschließlich auf die Rohftoffeinfuhr entfällt, was mit der anhaltend günstigen Produktionsentwicklung im Jn- lande zu erklären ist. Einiges Geschäft hatten wohl JG.-Farbenindustrie und Daimler-Motoren, ohne daß aber gegen den Berliner Schluß stärkere Kursverschiebungen eingetreten wären. Daneben waren Zellstoff Waldhof beachtet und um 1 v. H. fester. Weiter etwas nachgebend waren Kunstseideaktien. Am Rentenmarkt konnte sich die Neubesitzanleihe bei allerdings weniger lebhaften Umsätzen als bisher insgesamt um 35 Pfennig auf 22,55 v. H. befestigen, auch Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen wurden etwas höher bewertet. Reichsmark-Obligationen lagen weiter luftlos bei weichenden Kursen. Am Auslandsrentenmarkt erhielt sich Nachfrage nach ungarischen und einigen österreichischen Anleihen, ferner waren 4prozentige und 3/^prozentige Schweizer Bundesbahn von 1912 um je 1,50 o. H. auf 143,50 bezw. 134,50 v. H. befestigt. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,38 bis 22,55, Altbesitzanleihe 96,13, Schutzgebietsanleihe von 1913 9,50, 4prozentige Ungar. Staatsrente von 1910 8,13 v. H., 4^proz. do. von 1913 und 1914 8,13, 4proz. do. Goldrente 8,85 bis 8,90, Reichsbank 160,50, Gelsenkirchen 69,38, Mannesmann 71,13. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. März. Auftrieb: Rinder 42 (gegen 84 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter befanden sich 9 Ochsen, 3 Bullen und 30 Färsen. Kälber 1072 (1177), Schafe 204 (120), darunter 122 (95) Hümmel, Schweine 818 (774). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber Sonderklasse —, andere a) 45 bis 46, b) 39 bis 44, c) 32 bis 38, d) 23 bis 31. Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 34 bis 36, c) mittlere Mastlämmer und ältere Masthämmel 31 bis 33, d) geringere Lämmer und Hämmel 28 bis 30, Schafe e) beste 30 bis 32, f) mittlere 26 bis 29, g) geringe 23 bis 25. Schweine a) —, b) 40 bis 44, c) 40 bis 44, d) 36 bis 43, e) 34 bis 38, f) und g) gestrichen. Jrn Preisvergleich zum letzten Donnerstag blieben Kälber, Hämmel und Schafe gut behauptet, während Schweine 2 Mark einbüßten. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe, ruhig, ausverkauft. Schweine schleppend, geringer Ueberstand. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 971 Viertel Rindfleisch, 182 ganze Kälber, 9 ganze Schafe bzw. Hämmel, 738 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 8 bis 54, II 44 bis 50. Bullenfleisch 46 bis 52. Kuhfleisch II 36 bis 44, III 24 bis 32. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 50 bis 60. Hammelfleisch 65 bis 75, Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Großmarktes: rege. Preußen. Krers Wetzlar. * Krofdorf-Gleiberg, 14. März. Am Montagabend fand bei Gastwirt Appel der 11. Schulungsabend der hiesigen Ortsgruppe statt. Das Lokal war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach der Eröffnung und Begrüßung erstattete Schulungsleiter Pg. Kühne den Wochenbericht. Zunächst beglückwünschte er den Reichsinnenminister Pg. Dr. Frick zu seinem 57. Geburtstag. Alle Anwesenden unterstützten die Wünsche nach bester Gesundheit und langer segensreicher Arbeit für Deutschlands Wohl durch Den Reichsinnenminister Dr. Frick, einen der ältesten Mitkämpfer unseres Führers Adolf Hitler. Der Wochenbericht gab sodann einen Ueberblirt über das Ausmaß Der Winterhilfe bekannt. 75 Millionen Mark bares Geld, 50 Millionen Zentner Kohlen, 12Vt Millionen Zentner Kartoffeln, 1100 000 Kleidungsstücke u. a. feien aufgebracht worden. Im Bericht über die Außenpolitik dominierte Frankreich als Störenfried des Weltfriedens, mit feiner Angst vor Deutschlands Männern ohne Waffen. Die Versammelten waren festen Glaubens, daß die Politik Adolf Hitlers auch diese Situation zu Deutschlands Gunsten meistern werde. Bei der Berichterstattung über großdeutsche Angelegenheiten gab es einmütige und ehrliche Entrüstung, als der Schulungsleiter bekannt gab, daß der Sproß des Hauses Habsburg, das jahrzehntelang die deutschen Kaiser stellte, nämlich Otto von Habsburg, bei seinem Eintritt in Die belgische Universität Löwen mit seinem Namen unterschrieb, daß er von Der Kriegsschuld Deutschlands, und von Der deutschen barbarischen Kriegsführung überzeugt fei. Daran schloß sich ein Referat über Die Stellung Der JuDen Im alten und neuen Deutschland. Die Ausführungen über dieses Thema brachte den Versammelten wiederum klar zum Bewußtsein, daß das ftuhere System mit jüdischer Führung Das Volk tn Armut und Haltlosigkeit trieb und daß die Auferweckung dieses deutschen Volkes zu neuer Kraft, Einigkeit und Größe der Politik unseres Führers zu verdanken sei. Mit einem „Sieg-Heil" auf Führer und Volk wurde der Abend geschlossen. Rückkehr der rhein-main schen Urlauber aus dem Erzgebirge. LPD. F r a n k f u r t a. M., 14. März. Nach einem zehntägigen Ferienaufenthalt im Er 3 g e b i r g e sind die durch das G e m e i n s ch a f t s w e r k „Kraft durch Freude" dorthin entsandten Urlauber aus dem Rhein-Main-Gebiet heute gesund und in bester Stimmung wieder heimgekehrt. Wie bei der Abfahrt, so hatte der Frankfurter Haupt- bahnhof auch diesmal wieder Festschmuck angelegt, und trotz der frühen Morgenstunden hatten es sich zahlreiche Volksgenossen nicht nehmen lassen, zu einem würdigen Empfang der heimkehrenden Urlauber beizutragen. Als der kranzgeschmückte Ur. lauberzug 7.28 Uhr in die Halle einlief, wurden die Heimkehrer jubelnd empfangen. Unter Den Klangen der Musik begrüßten die Angehörigen Die Serien- fahrer, in Deren Gesicht die Freude Der Heimkehr nach erlebnisreichen Tagen zu lesen war. Fast alle trugen schöne Andenken aus Dem Erzgebirge bet sich, und bei Dem Marsch durch das dichte Spalier von Dahnbeamten und Angehörigen und Freunden kam immer wieder durch freudige und begeisterte Zurufe ihre Dankbarkeit für den Mann zum Ausdruck, der ihnen die herrlichen Tage der Erholung erst ermöglicht hat, für den Führer Adolf Hitler. Vor dem Hauptbcchnhof fand dann eine kurze Kundgebung statt, die mit dem Sängergruß und Dem Lied „Wem Gott will rechte Gunst erweisen", vorgetragen vom Gesangverein Concordia, eingeleitet wurde. Dann sprach Der Bezirksleiter Der Deutschen Arbeitsfront und Landesvbmann der NSBO. Pg. Willi Becker herzliche Worte Der Begrüßung. Jetzt heiße es wieder an die Arbeit gehen, nach der Erholung komme jetzt die ernste Tätigkeit, komme der Aufbau unseres Staates und komme der erneute Kampf gegen Die Arbeitslosigkeit. Unter begeisterten Hsilrufen auf Den Führer zogen Dann Die Frankfurter Heimkehrer unter Vorantritt Der NSBO.-Kapelle nach Dem Haus der Arbeit, wo ihnen ein kleiner Imbiß gereicht wurde, während die von auswärts stammenden Urlauber im Wartesaal 1. Klasse und im Fürstenzimmer des Hauptbahnhofes gespeist wurden. So hat denn diese erste Urlaubsfahrt unseres Gaues in jeder Beziehung einen glänzenden und würdigen Verlauf genommen und gezeigt, welch sozialistischer Geist und welch unermeßliche Bedeutung dem Gemeinschastswerk „Kraft durch Freude" innewohnt. Gewinnauszug 5. Klaffe 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Äaats-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 30. Ziehungslag 14. Marz 1934 Ön der heutigen Schluß-Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ©ttoinno ja 1OOOOOO M. 1970B4 2 Oetolnne ja 3000 M. 209903 4 »etoinn« »u 2000 M. 128721 233539 2 Gewinn» tu 1000 M. 31175 34 Gewinn« tu 500 M. 19726 38893 66934 102027 115152 129769 149794 151879 164717 178211 180750 203370 212356 231468 339661 154 Gewinn» ,u 300 M. 4912 9127 10623 19897 21011 27776 28753 32259 36196 38898 40042 40813 42121 45064 49227 51713 59442 68424 77675 79404 85190 90450 101366 107481 116151 123956 126651 137963 144495 147815 150734 155034 158346 174078 179814 180285 195455 213587 213673 217240 221590 228411 228592 232058 237837 239902 240085 252577 259996 268565 277644 277705 280554 281654 289360 291639 296682 300066 302621 311371 311481 311678 315789 317809 318408 326964 337805 340152 346105 347275 347841 353432 364368 369989 376779 380529 391488 20 Tagespramien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 17158 80454 100657 123041 176044 214169 258798 296094 302715 336579 Die Ziehung der 1. Klasse der 43. Preußisch. Süddeutschen (269. Preußischen) Staatslotterie findet am 20. und 21. April 1934 statt. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter Den Papieren Franktun