184. Jahrgang Gietzener Anzeiger Nr. 216 Erster Blatt_____ 184- Jahrgang Zamrtag, 15. September 1934 S-UÄ; d * A G annabm. oon liegen Ä‘": AA |l ▲▲ ▲ AA A AA Hkimal.m Bild Die Scholle M HW ■ « W W F NW jäW MU rl WH KL 18 IW MV Snindpreift für I mm höhe monats=Bc3ugspr«is: M U W U MA BZ ■ ■ HZ W H ■ ■ Al gl Jr W M W 3 v" ■ für Anzeigen von 22 mm mit 4 Beilagen RM.l.SL MM M W MT U M «U H ■ Bf H H H » wk 'M W M W er H Breite 7 Rpf., für Text. Ohne Illustrierte . 1.80 Äv M W. ■ H «L. H ■ «k . H A jH W H HW Wk W Wk ■ WW H anzeigen von 70mm Brette Zustellgebühr. „ V ■ I W | W I V W V 60 Rpf.Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen ~ ~ ” B ^F schwieriger Satz 25°/n mehr MM9nX"er’,"B TVZ V --mWgte Srnnöpreif.t MM General-Anzeiger für Oberhessen WZ gronmirt am Main 11686 vruck und Verlag: Srühl'sche Universttätsvuch- und Steindruckerel «.Lange in Sichen. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsse Staffel B Ernste Belastungsprobe für bas französisch-polnische Bündnis. OieGroßmächtewidersprechen der einseitigenLösungderVertrage.—ItalienspieliaufRevision an. — Wachsende Verstimmung in Paris über den Vorstoß des polnischen Bundesgenossen. Die Antworten an deck Polens Beispiel erschüttert die Autorität des Versailler Diktats. Genf, 14. Sept. (DNB.) Zu Beginn der heutigen Dormittagssitzung sprach der chinesische Gesandte in fionbon. Quo, über die Lage im Fernen Osten. In der Mandschurei habe sich seit der Besetzung durch japanische Truppen nichts geändert. Das Problem sei noch nicht g e l ö st. Der Völkerbund habe weiter Verantwortung in dieser Beziehung. Quo machte dann auf die Folgen des Fortdauerns der oertragbrechenden Tendenzen im Fernen Osten aufmerksam. Sodann begründete er eingehend die Kandidatur Chinas zur Wiederwahl in den V ö l k e r b u n d s r a t damit, daß China als Stützpfeiler der west- lichen Interessen in Asien glaube, dem Völkerbund nützliche Dienste leisten zu können. Dabei wies der Gesandte auch auf den wirtschaftlichen Faktor und auf die Bedeutung Chinas als Absatzmarkt für europäische Produkte hin. der englische Außenminister Simon unter großer Aufmerksamkeit der Zuhörer. Simon erwähnte, daß er der Ueberzeugung sei, daß es „gerade bej der gegenwärtigen ernsten Lage des Völkerbundes" viel wichtiger sei, hier praktische Politik zu machen und sich mit den vielen ungelösten Fragen und den tatsächlichen Aufgaben dieser Völkerbundstagung zu befassen als zu reden. Er habe sich aber durch die gestrige Erklärung des polnischen Außenministers Beck verpflichtet gesehen, nun doch einige Feststellungen zu machen. Beck habe sich mit zwei Fragen beschäftigt: 1. Mit der Verallgemeinerung des Minder- Iheitenschutzes, 2. mit der besonderen Lage Polens im Einblick auf seine eigenen Minderheitsschutzverpslich- itungen. Hier handele es sich aber in Wirklichkeit lum zwei völlig verschiedene Fragen, idie auch vertraglich ganz verschieden {gelagert seien. Sir John Simon führte dann »die Erklärung Becks an, daß Polen vom heutigen -Tage ab seine Mitarbeit an dem internationalen oGararttiesystem ablehne. Simon erklärte, er sei «sich nicht ganz klar darüber, wie diese Geste kon- lkret zu verstehen sei. Er müsse aber feststellen, daß Mein Land die Minderheitenschutzverträge ebenso llwie andere Mächte unterzeichnet hatte. Aber aauch Polen habe sie unterschrieben. Der Mrtikel 39 des Vertrages von Versailles könne nicht seinfach außer acht gelassen werden. Polen habe außerdem auch noch eine gewisse Verfahrens- oorönung über die Art, wie die Garantien aus- ggeführt werden sollen, unterschrieben. Kein Svtaat aber könne sich selbst von Verpflichtungen Wieser Art lösen. Auf jeden Fall fei dies eine Än- Uelegenheit von größter Bedeutung für den Völkerwund. Er habe es für seine Pflicht gehalten, das Hestzustellen; denn Stillschweigen würde die Miß- werständnisse nur noch vergrößert haben. Unmittelbar nach dem englischen Außenminister gab auch !der französische Außenminister Barthou ?ine kurze Erklärung ab, die sich ebenso wie die ±>imon5 lediglich auf die gestrige Rede des polnischen Außenministers bezog. Die Ausführungen bewegten sich auf derselben Linie wie die des britischen Außenministers. Es war ersichtlich, daß sich !oie beiden Minister vorher verständigt hatten. Barthous schloß sich dem Urteil des britischen Außenministers über den Schritt Polens in allen wesentlichen Punkten an. Er wies darauf hin, daß Dolens Beispiel die Autorität der Frie- s ensverträge erschüttern und andere 55 ta a t e n veranlassen könnte, ebenso zu handeln. Kein Staat könne sich einseitig von diesen Verpflichtungen lossagen, ohne das für Aenderun- -en vorgesehene Verfahren zu beachten und mit -oberen Staaten vorher z u verhandeln. Er ®nne es aber nicht glauben, daß es die Absicht iBeds sei, die Versammlung in dieser Weise vor iii n e vollendete Tatsache zu stellen. Richtig uusgelegt, könnte die Initiative Polens dann Dieb i-icht die entstandene Unruhe und die Versuchung, biie sich für andere Mächte bilden könnte, wieder ms der Welt schaffen. Als dritter Redner zu dem Antrag des polnischen Außenministers stellte sich der Vertreter Italiens Maron Aloisi auf den Standpunkt, daß die Ver- l?äge solange in Kraft bleiben müssen, tis sie etwa durch eine Revision a b g e ä n = he r t werden könnten. Warschau mit Veüs Schritt in Gens einverstanden. Massenkundgebungen in Polen. 'Warschau, 15. Sept. (DNB.) Auf dem Pilsub- sb.platz in Warschau fand am Freitag abend eine mm etwa 30 000 Personen besuchte Massenkundgebung der sozialen und Militär- »i2 r b ä n b e statt, um ber Solibarität b e r pialnischen Nation mit bem Genfer Schritt bes Außenministers Beck Ausbruck zu verleihen. In Ansprachen würbe barauf hingewiefen, baß in Polen alle Bürger ohne Unterschieb bie gleiche Behandlung erführen, unb baß Polen burch ben Schritt in Genf bie ungerechte Kontrolle internationaler Organe ab- gelehnt habe. Im Anschluß an bie Kunbgebung marschierte ein großer Zug burch die fahnengeschmückten Straßen unter Hochrufen auf Polen und Marschall Pilsubski. Aehnliche Kundgebungen fanden auch in anderen Städten Polens statt. Zahlreiche Organisationen und Verbände erklären in Entschließungen, die an Beck nach Genf telegraphiert wurden, ihr Einverständnis mit der Erklärung des Außenministers. Die Agentur Iskra schreibt: Die Rede Becks ist ein entschlossener Schritt, der sich nicht nur aus den Vollmachten der Regierung ergibt, sondern auch dem tiefsten Empfinden des polnischen Volkes entspricht. Die polnische Regierung wird ihre Verpflichtungen gegenüber den Minderheiten aus eigenem Willen weiterhin e r f ü I = l e n. Um Mißverständnissen vorzubeugen, muß darauf hingewiefen werden, daß sich die Erklärung Rußlands Einzug in Genf für Ai Genf, 15. 5epf. (DRV. Funkspruch). Am Frei- tagspätnachmittag sind der französische Vertreter 2N a f f i g l i, der tschechische Außenminister V e - nefch und ein Völkerbundsbeamter zum sowjetrussischen Volkskommissar Litwinow gefahren, der sich zur Zeit in der Rühe von Thonon, also auf französischem Boden, dicht bei Genf befindet. Man will mit ihm die endgültigen Bedingungen für den sowjetrussischen Eintritt regeln. Es handelt sich nun darum, ob Sowjekruhland die Prüfung im sechsten (politischen) Ausschuß geschenkt, oder ob sie wenigstens äußerlich durchgeführt wird. Die den Eintritt befürwortenden Mächte haben inzwischen versucht, sich zu vergewissern, daß den Sowjetrussen auch im sechsten Ausschuß keine ernsten Schwierigkeiten mehr gemacht werden. Der Eintritt gilt in Genf unter Vorbehalt ganz unerwarteter Zwischenfälle nunmehr als gesichert. Italien und die Widerstände gegen einen C ® e n f, 14. Sept. (DNB.) Die Außenminister der Kleinen Entente haben wieder über die schwebenden Probleme, besonders über die österreichische Frage verhandelt. Es verlautet, daß zwischen B e - n e s ch^und dem südslawischen Außenminister I e f - titsch noch immer erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. Man spricht auch davon, daß der ursprünglich angeregte Nicht- interventionspakt nur wenig Aussicht aus Verwirklichung hat, und daß man um so eifriger an einem Garantiepakt arbeite, der eine Hilfeleistungsklausel enthalten soll. Hier aber sind offenbar schon durch die Abneigung Englands, neue oder gar automatisch wirkende Garantieverpflichtungen auf sich zu nehmen, ebenfalls Schwierigkeiten entstanden. Oesterreich hält sich, wie man hört, bei diesen Paktverhandlungen sehr zurück Die Initiative geht van Italien und von B e n e s ch aus. Der südslawisch-italienische Gegensatz, den die Franzosen bisher vergebens zu überbrücken suchten, bildet das Haupthindernis für ein Ergebnis dieser Beratungen. Man kann sogar die Meinung hören, daß vor Barthous Reise nach Rom an eine wirkliche Klärung des österreichischen Problems nicht zu denken sei. So ist denn auch die amtliche Verlautbarung, mit der der „ständige Rat" der drei Außenminister seine Besprechung schloß, in der österreichischen Fruge vorsichtig und zurückhaltend abgefaßt und läßt alles wesentliche noch offen. Der Rat hat entschieden, daß die drei Staaten für die Zulassung Sowjetrußlands in den Völkerbund stimmen werden. Den Ostpakt betrachtet die Kleine Entente als eine Verstärkung der Garantien für die Aufrechterhaltung des Friedens und wünscht feinen Abschluß so schnell als möglich. In der Frage der Minderheitenschutzverträge bleibt die Kleine Entente bei ihrer feit langem vertretenen Haltung. Ferner spricht sich der ständige Rat noch einmal für die vollständige Unabhängigkeit aller Staa - ten des Donaubeckens aus sowie für ihre Annäherung auf wirtschaftlichem Gebiet. Der Völkerbund erscheint ihm als die geeignete Garantie für die Aufrechterhaltung des Becks auf eine Reihe zweiseitiger Verträge über den Minderheitenschutz nicht bezieht, die, wie die Genfer Konvention, weder der Souveränität noch dem nationalen Empfinden der Partner widersprechen. Das Oppositionsblatt „Wieczor Warszawki" ist der Ansicht, daß die Rede Becks eine neue Etappe in dem Kampfe Polens umdle Stellung einer Großmacht darstelle. Die Befreiung Polens von der Kontrolle internationaler Instanzen werde vom ganzen Lande mit einem Gefühl der Erleichterung begrüßt werden. Den polnischen Vertretern in Genf sei voller Erfolg zu wünschen. — Das der Rechtsopposition angehörende Blatt „ABC" führt aus: Nachdem dis Appelle an den Gerechtigkeitssinn der internationalen Kreise sich als unwirksam erwiesen hatten, war es notwendig, die Eiterbeule aufzuschneiden und Polen von dem schmachvollen Halseisen zu befreien. Wir fürchten uns nicht, unseren politischen Gegnern Unterstützung zu gewähren. Es handelt sich hier um das höchste Gut: Die Ehre der Nation und des polnischen Staates. mit Litwinow. Ifang nächster Woche angekündigt. Pariser Blätter sind der Ansicht, daß die Aufnahme Sowjetruhlands in den er st en Tagen der kommenden Woche erfolgen werde. Die Unterschriftenliste für die Einladung soll nach dem „Petit Parisien" von heute ab herumgereicht werden, so daß die sowjetrussische Abordnung bereits am Montag oder Dienstag ihren Einzug in den Völkerbund halten könne. Außenminister Barthou wird am Mittwoch Genf verlassen, um sich mit seiner Regierung in Verbindung zu sehen. Er wird dann zur Behandlung der österreichischen Frage und der Saarfrage nach Genf zurückkehren. Das „Echo de Paris" ironisiert die Zusammenkunft zwischen Benefch, dem französischen Vertreter und Litwinow und erklärt: Litwinow habe sich sicher sehr geschmeichelt gefühlt über den Eifer, den man wegen der Aufnahme Rußlands in den Völkerbund an den Tag lege. Kleine Entente. laranfiepaff für Oesterreich. Friedens und der Ordnung. Der Schlußsatz lautet: Der ständige Rat der Kleinen Entente, deren politisches Ziel es ist, die freundschaftlichen Beziehungen mit allen Staaten ohne Ausnahme $u verwirklichen, stellt mit Befriedigung die Annäherung zwischen Frankreich und Italien fest, die geeignet ist, auch zwischen der Kleinen Entente und Italien die Annäherung herbeizuführen, die von jedem Gesichtspunkt aus wünschenswert ist. Oesterreich entscheidet selbst. Ein Interview mit Bundeskanzler Schuschnigg. Wien, 14. Sept. (DNB.) Die „Neue Freie Presse" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, in der folgendes ausgeführt wird: Die Unabhängigkeit Oesterreichs stehe für die österreichische Regierung außer Frage. Die Regierung habe sich daher nicht veranlaßt gefühlt, Vorschläge für eine Garantie der österreichischen Unabhängigkeit in Genf zu unterbreiten. Es sei natürlich, daß die an der Unabhängigkeit Oesterreichs interessierten Staaten die Gelegenheit in Genf wahrnehmen, um über ein System, das die Unabhängigkeit Oesterreichs sicherstelle, Besprechungen zu pflegen. Die österreichische Regierung sei für jedes aufrichtig entgegengebrachte Vertrauen dankbar, werde aber bie Entscheidung selbst z u fällen haben. Oesterreich dürfe nicht zu einem Ob - jekt der europäischen Politik gemacht werden. Die Regierung lehne nach wie vor jede Einmischung in die eigenen Verhältnisse ab. Es müsse endgültig der Vergangenheit angehören, daß die österreichische Innenpolitik von außen dauernd beeinflußt und revolutioniert werde. Oesterreich müsse wirtschaftliche Garantien zurückweisen, die nicht zugleich die politische Unabhängigkeit und Selbständigkeit Oesterreichs restlos anerkennen. Alte österreichische Kultur sei ein entscheidender Faktor Europas. Das junge Oesterreich könne leben, wenn man es leben lasse. Oesterreich werde Leben, weil es wolle. Gens. Es ist nun fast ein Jahr vergangen, seit Deutschland den Völkerbund verlassen hat und das deutsche Volk diesen Beschluß seiner Regieruna mit überwältigender Einmütigkeit billigte. Deutschland hatte damit einer Institution den Rücken gekehrt, die im schroffen Widerspruch zu den ideologischen Gedankengängen feines Gründers vom ersten Tag ihres Bestehens an durch das Fehlen der Vereinigten Staaten und den überragenden Einfluß der französisch-englischen Mächtegruppe und ihres Anhangs sowohl im Völkerbundsrat als auch im Sekretariat zu einem bloßen Instrument der Machtpolitik der Sieger von Versailles geworden war. Als daher Deutschland sich anschickte, als Folge des Abschlusses der Locarnooerträge im Februar 1926 den Antrag auf Aufnahme in den Völkerbund zu stellen, war es nicht verwunderlich, daß sich angesichts dieser Verfälschung des Grundcharakters der Dölkerbundsinftitution in der deutschen öffentlichen Meinung gegen diesen aus den Locarnoverträgen folgenden Schritt der deutschen Regierung ein heftiger Widerstand erhob. Deutschland hat dann nach seinem Eintritt in den Völkerbund in Genf loyal mitgearbeitet, von dem aufrichtigen Willen geleitet, aus dem Völkerbund das zu machen, was feinem Gründer sowohl wie den vielen Vorkämpfern der Völkerbundsidee vorgeschwebt hatte: ein überstaatliches und unparteiisches Instrument des Friedens und der Versöhnung unter den Völkern der Welt. Doch der Völkerbund hat auch in den nächsten Jahren nichts dazu getan, sich die ehrliche Sympathie des deutschen Volkes zu erwerben. Je mehr er von der Siegergruppe dazu mißbraucht wurde, den sittlich, politisch wie wirtschaftlich gleich verhängnisvollen Status quo von Versailles aufrecht zu erhalten und jede Erholung Deutschlands von den Wunden des Krieges und eines brutalen Gewaltfriedens zu hintertreiben, um so mehr wuchs im deutschen Volke die Abneigung, in einer Einrichtung mitzuarbeiten und zu ihrer Aufrechterhaltung beizusteuern, die den Grundsatz des gleichen Rechts und der gleichen Pflichten aller Vertragspartner in ihrer politischen Praxis bei jeder Gelegenheit verleugnete, wo es darauf ankam, Unterdrückte und Mißhandelte gegen die Uebergriffe der Großen dieser Welt in Schutz zu nehmen. So hat das deutsche Volk selten einen Entschluß seiner Regierung freudiger gebilligt, als den, uns vom Völkerbund zurückzuziehen und es andern zu überlassen, für die Jnteresfenpolitik einer Mächtegruppe die Statisten zu machen. Wir haben noch keine Ursache gehabt, diesen Entschluß zu bereuen, wir haben auch wenig Neigung, den uns aus früheren Jahren wohl vertrauten und seitdem nicht interessanter gewordenen Einzelszenen Beachtung zu schenken, die sich mit viel wichtigtue- riscker Gespreiztheit auf der Genfer Bühne abrollen. Aber was auch in unserer Abwesenheit von Genf unsere Aufmerksamkeit verdient, sind die politischen Vorgänge hinter den Kulissen, die heute im Zeichen der Suche nach neuen Konstellationen zwischen den Mächten in der Zeit einer durch die drohenden Kriegswolken im Fernen Osten und die verstärkte diplomatische Aktivität Frankreichs in Europa verursachten unruhigen Spannung besondere Bedeutung haben. Frankreichs Bemühungen, die deutsch-italienische Verstimmung und Roms Enttäuschung über die Erfolglosigkeit seiner Balkanpolitik zu einer Annäherung an Italien auszunutzen, gehen parallel mit dem Versuch, durch den vielgenannten Nordostpakt Sowjetrußland in den Kreis eines von Frankreich beherrschten Bündnissystems einzubeziehen. Hinter beiden steht der Wille Barthous, den Ring um Deutschland immer enger zu schließen, um den in Versailles geschaffenen Zustand der französischen Hegemonie in Europa auch gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland zu festigen, bevor das deutsche Volk, zu Selbstbewußtsein und Selbstachtung erwacht, den Fesseln entschlüpft. So gelten Herrn Barthous Bemühungen einmal der Kleinen Entente, die für die Annäherung des französischen Bundesgenossen an den bisherigen Gegenspieler Italien seelisch reif gemacht werden muß. Italiens Aktivität in der österreichischen Frage hat ja in Paris wie in ben Hauptstädten der Kleinen Entente bisher keineswegs eine einheitliche Beurteilung erfahren, ja einer von Rom anscheinend begünstigten Restauration des Hauses Habsburg-Lothringen würden die drei Mächte der Kleinen Entente höchst wahrscheinlich mit schärfstem Mißtrauen, wenn nicht gar mit militärischen Gegenmaßnahmen begegnen. Eine besondere Stellung zu Italien nimmt natürlich Südslawien ein, das bislang in seinem Bündnis mit Frankreich gerade die Sicherheit gegen etwaige italienische Aspirationen auf Dalmatien sah und auch an der österreichischen Frage nur insoweit interessiert ist, als es aerobe verhüten muß, baß Italien burch eine Ausbehnung feiner Machtsphäre in norböstlicher Richtung Südslawien von seinen Bunbesgenossen abriegelt.1 Es wirb also für Barthou nicht leicht sein, die widerstreitenden Interessen ber alten Bunbesgenossen unb bes künftigen Freunbes unter einen Hut zu bringen. In Genf wirb er Gelegenheit haben, bie große Entreoue, bie er unb vermutlich auch Benefch unb Titulescu im Namen ber Kleinen Entente mit Mussolini in Rom haben werben, biplomatisch vorzubereiten. Nicht geringer finb Barthous Sorgen um bis Lanzierung bes anbern neuen — ober besser gesagt nach langer Trennung roiebergefunbenen Freunbes Sow jetrußlanb, bessen Eintritt in ben Völkerbunb sowohl ber nach Japans unb Deutsch- lanbs Abkehr von Gens arg befähigten Theorie von ber „Universalität" bes Bunbes neuen Glanz verleihen soll, als auch in bem burch bie selbstbewußtere Politik Polens gelockerten Bündnissystem Der National- Der AationalMenkongreß meldet sich zu Wort Oer Völkerbund nicht seiner Kontrollpflicht ledig. sozialismus verlange im Landjahr Führer und nicht Vorgesetzte, Gefolgschaft und nicht Untergeber^. Die Erziehungsmittel des Landjahres feien Disziplin, Tat und Arbeit. Für die Die pariser preffe fordert Sicherungen sm einen polnischen Kurswechsel. tilroh st offen, Mineralölen, Holz und Kautschuk ergaben sich zwar noch nennenswerte Einfuhrrückgänge; ihnen stehen aber auf anderen Warengebieten, vor allem bei Oelfrüchten, Steigerungen gegenüber. Die Fertig- w a r e n e i n f u h r hat sich geringfügig von 62,3 auf 63,7 Mill. Mark erhöht. Die Erhöhung entspricht der Saisontendenz. Die Ausfuhr ist von 321 Mill. Mark im Juli auf 334 Mill. Mark, also um etwa 4 v. H. g e - st i e g e n. An der Steigerung waren Rohstoffe und Fertigware^ in etwa gleichem Verhältnis beteiligt, und zwar stieg die Ausfuhr von Roh- st offen und halbfertigen Waren von 61,9 auf 64,4 Mill. Mark und die Ausfuhr von fertigen Waren von 250,4 auf 262,2 Mill. Mark. Die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken ging leicht von 8,8 auf 7,1 Mill. zurück. Bei der Ausfuhr von Rohstoffen ist eine Erhöhung der Lieferungen von um 1,3 Mill. Mark hervorzuheben. An der Steigerung der Fertigwarenausfuhr waren Textilfertigwaren mit 4,5 Mill. Mark, und das französisch-polnische Bündnis in einer Krisis. Der polnische Außenminister habe sich seil mehreren Monaten gegenüber dem Völkerbund und gegenüber Frankreich durch eine unzweideutige Haltung hervorgetan. Um das Vertrauen beider Teile wieder zu gewinnen, werde man von ihm Sicherungen fordern müssen. Sollte er aber den bisherigen Weg fortsehen, so werde er notgedrungen dazu führen, daß Polen sich sowohl abseits vom Völkerbund als auch abseits von dem französischpolnischen Bündnis stellt. Das „Petit Journal" läßt die Meinung nicht gelten, daß der Viererpakt, von dem Polen ausgeschlossen war, der Ausgangspunkt dieser Meinungsverschiedenheiten sei. Es scheine vielmehr — nach Ansicht des französischen Blattes —, daß zwischen deutschen und polnischen Militärkreisen eine gewisse Gedankengemeinschaft bestünde, die man gern i n d i e T a t um setz en möchte. (I!) Das „Journal" fragt sich besorgt, ob die französische Regierung die Absicht habe, das französisch-polnische Bündnis einer Annäherung an R-u ßland z u opfern und Polen aus dem Völkerbund zu stoßen unter dem Vorwand, daß es die Verfahren-Vorschriften verletzt habe. — „L'Ordre" setzt sich auf das hohe Roß und redet Polen ins Gewissen. Das unvorsichtige Polen vergesse die härtesten Lehren seiner Geschichte und wolle nicht sehen, daß Deutschland auf seinen Zusammenbruch hinarbeite. tionen an der Frage besonderes Interesse hat. So sehr dieser Schritt vom Standpunkt der Millionen in Polen lebender Angehöriger der Nationalitäten auch zu bedauern ist, so muß doch festgestellt werden, daß durch ihn an den Rechten und Pflichten des Rates zur Kontrolle der Einhaltung der Verpflichtungen des Minderheitenschutzes seitens aller an liefen letzteren gebundenen Staaten nicht das Gelingst- geändert wird. chemische und pharmazeutische Erzeug- nisse mit 2,5 Mill. Mark, Maschinen mit 1,9 Mill. Mark und Papier und Papierwaren mit 1,1 Mill. Mark beteiligt. Das Landjahr. Die Gemeinschaftsschule der deutschen Jugend. Berlin, 15. Sept. (DNB. lieber die ersten Erfahrungen mit der Einführung des Landjahres in Preußen sprach der Referent im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Schiffer. Er betonte, daß dieses Gesetz insbesondere die schulentlassene Jugend der G r o ß st a d t umfassen und daher vor allen Dingen das Familienleben der ehemals marxistischen Kreise beeinflussen solle, denn es erstreckt sich auf die schulentlassenen 14jährigen Knaben und Mädchen und bringe sie zur Gewöhnung an menschliche Arbeit und Gemeinschaftserziehung auf das Land. Landaufenthalt und gemeinsame Arbeit mit den Bauern solle der Großstadtjugend in ihrem entscheidenden Entwicklungsalter die Grund- lagen für eine natürliche Lebenshaltung geben. Für den Nationalsozialismus sei das Landjahr die ge. gebene Gemeinschaftsschule, durch die die gesamte deutsche Jugend hindurchgehen solle. Bei der Führerausbildung zum Landjahr werde h SCmHrn/. Sept. (DNB.) Im August konnte die Passivität der deutschen Außen- Handelsbilanz nicht unerheblich vermin- d-rt werden D°r E i n s u h r u b° r, ch u tz er- ?L6'8‘C 1V&KOnJ1 Mill. Mark im Juli auf n d)t gans 9 Mill. Mark. Im August 1933 war aUerötngs die Handelsbilanz noch mit 66 Mill. Mart aktiv. Die Verbesserung der Handelsbilanz .st zuruckzufuhren auf eine Verminderung der Einfuhr einerseits und Steigerung der Ausfuhr andererseits. Die Einfuhr betrua 342,5 Mill. Mark gegen 362,8 Mill. Mark im Vor? monat, war also um 6 v. H. geringer. Den stärksten Anteil an dem Rückgang hatten Lebensmittel und Getränke, die von 98,9 Mill. Mark im Vormonat auf 81,4 Mill. Mark zurückgingen. Diese Verminderung ist ebenso wie ihre Steigerung im Vormonat, als eine S a i s o n e r s ch e i n u n g zu betrachten. Die Rohstoffe in fuhr ging weiter von 199,2 auf 194,9 Mill. Mark zurück. Der Rückgang ist mit 2 v.H. wesentlich geringer als im Vormonat, in dem er mehr als 10 v. H. betra- gen hatte. Bet einzelnen Waren, insbesondere Tex- Oer Einfuhrüberschuß von 41 auf 9 Millionen ermäßigt Die Entwicklung des deutschen Außenhandels im August. gleich großer,Wert auf die handwerkliche praktische Ausbildung wie auf die national- sozialistische Bildung gelegt. ~ jozialismus verlange im Landjahr jungen Mädchen stelle die deutsche Frau und Mutter, deren Verantwortungsgefühl über die Familie hinaus dem Volksganzen zugewendet fei, das Erziehungsideal dar. Das Landjahr wolle aber nicht Berufsschule sein, sondern es erstrebe die nationalpolitische Durchbildung der Gesamtpersönlichkeit im Geiste des Führers. die der Hoffnung Ausdruck gab, daß „die Staaten, die im Hinblick auf ihre Minderheiten dem Völkerbund gegenüber durch keine gesetzlichen Verpflichtungen gebunden sind, nichtsdestoweniger in der Behandlung ihrer rassischen, religiösen und sprachlichen Minderheiten wenigstens das gleiche Maß an Gerechtigkeit und Duldsamkeit beobachten werden, das durch die Verträge und die sonstige Hebung des Völkerbundsrat gefordert wird." Weiter ist bislang der Versuch, die Minderheitenschutzoerpflichtung zu verallgemeinern, trotz verschiedener Ansätze nicht gelungen. Deutschland hat sich im Völkerbund jederzeit mit einer Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes einverstanden erklärt mit dem guten Gewissen eines Landes, das seinen völkischen Minderheiten bereits alles das freiwillig eingeräumt hat, was die Verträge verlangen. Aber namentlich Frankreich und Italien haben sich aus guten Gründen bisher stets dagegen gesträubt. Und diese beiden empfinden natürlich auch den jüngsten Vorstoß Polens besonders peinlich, das in erstarktem Nationalbewußtsein die ihm auferlegte Sonderverpflichtung als diskriminierend und unvereinbar mit seiner Würde als gleichberechtigtes Mitglied des Völkerbundes empfindet. Polen hat sich nun mit der Genfer Erklärung feines Außenministers von einem Vertrage losgesagt, der seinerzeit überhaupt erst die Voraussetzung sür die Bil- oung des polnischen Staates in seinen heutigen Grenzen unter Einbeziehung von mehr als sieben Millionen Angehörigen fremder Nationalitäten (bei insgesamt noch nicht 26 Millionen Einwohnern) Frankreichs eine Lücke füllen soll. Die französischen Wünsche trafen sich mit denen Moskaus auf halbem Wege. In dem Austritt Japans aus dem Völkerbund sah man im Kreml mit Recht, den Willen Japans, sich für feine imperialistische Politik im Fernen Osten freie Hand zu schaffen. Und wenn auch Rußland nicht mit der Unterstützung des Völkerbundes in einem etwaigen Konflikt mit Japan rechnen kann — die Auseinandersetzung zwischen Japan und China hat ja die Unfähigkeit des Völkerbundes eindeutig bewiesen, so verspricht sich Rußland doch von einer Annäherung an die das System des Völkerbundes beherrschenden Weltmächte eine Sicherung seiner Westgrenzen für den Fall eines Krieges im Fernen Osten. Der Nichtangriffspakt mit Polen schien den Russen dazu namentlich nach der deutsch-polnischen Verständigung nicht mehr auszureichen. Frankreich, die stärkste Militärmacht Europas, sollte für die Garantie der europäischen Grenzen des russischen Reiches gewonnen werden. Litwinow und Barthou fanden sich im Mißtrauen gegen das neue Deutschland. Frankreich war bereit, die geforderte Garantie der russischen Westgrenze zu übernehmen, wenn Rußland als Gegenleistung dem Locarnopakt als Garant beiträte und seine Aufnahme in den Völkerbund beantrage. Aber die russisch-französische Rechnung hatte ein Loch. Man bedurfte der Mitwirkung Deutschlands und Polens. Die Reichsregierung hat in unzweideutiger Form feine Teilnahme an einem zum Zweck gegenseitiger militärischer Unterstützung geschlossenen Abkommen, wie Litwinow und Barthou es zur Verwirklichung ihrer Garantiepläne vorgesehen hatten, abgelehnt aus hier schon ausführlich erörterten, auch im unvoreingenommenen Ausland sehr wohl verstandenen Gründen. Polens Antwort steht noch aus, aber es hat nicht den Anschein, als ob die Väter des Ostpaktgedankens in Warschau mehr Glück haben sollten, als in Berlin. Ohne Deutschland und Polen wäre der Ostpakt indessen ein totgeborenes Kind. Die Herren Barthou und Litwinow müßten sich also mit einem durch keinerlei unechte Zierate von Friedenssicherung und Weltbeglückung verbrämten Militärbündnis zwischen Rußland und Frankreich begnügen. Das würde wenigstens den einen Vorteil haben, die Völker klar sehen zu lassen, wie die Dinge in Wahrheit stehen. Schneller scheint Barthou mit seiner Einführung der Russen in den Kreis der Völkerbundsfreunde zum Ziel zu kommen. Schwierigkeiten hat es auch hier gegeben. Aber da England und Italien zur rechten Zeit für den Plan gewonnen waren, konnte der Widerstand der kleinen Mächte, mochte er auch noch so entschieden sein und aus so ehrlicher Sorge um die Sicherung Europas vor dem Gift bolschewistischer Volkszersetzung kommen wie bei der Schweiz, die Aufnahme der Sowjetunion nicht verhindern. Litwinow sitzt bereits mit gepackten Koffern am französischen Ufer des Genfer Sees und wartet, bis fein Freund Barthou ihm die Ehrenpforte errichtet hat, durch die der Künder der kom- munistifchen Weltrevolution in den Palast des Völkerbundes einziehen kann. Es hat noch einiges Geplänkel um den ständigen Ratssitz gegeben, ohne den die Russen natürlich in Genf nicht Platz nehmen wollen. Aber diesmal ist es nicht zu Austritts- dttchungen anderer Mächte gekommen, die seinerzeit die Aufnahme Deutschland verzögert haben. Die Einwände Argentiniens und Portugals sind anscheinend beiseite geschoben. Der Ire de Valero hat zwar nicht sehr freundlich die Anwendung des formellen Aufnahmeverfahrens empfohlen, aber ernst zu nehmender Widerstand, der den Eintritt der Bolschewiken in das Konkurrenzunternehmen der westlichen Demokratien in Frage stellen könnte, ist von keiner Seite zu erwarten. Das dürfte auch wohl von Polen gelten, dessen Vorstoß in der Frage des Minderheitenschutzes zwar in Zusammenhang mit der Aufnahme Rußlands in den Völkerbund steht, aber über diesen aktuellen Anlaß hinaus an die Grundlagen des Völkerbundspakts selbst rührt. Das Minderheitenproblem ist mit der Entstehungsgeschichte des Völkerbundes eng verknüpft. Entgegen den Absichten Wilsons, der in seinem Entwurf eine Bestimmung über den Schutz der völkischen Minderheiten ausgenommen hatte, schweigt die Völkerbundssatzung über, dieses Problem. Indessen legte der Versailler Friedensvertrag den neuerrichteten Staaten Polen und Tschechoslowakei die Verpflichtung auf, mit Den alliierten Hauptmächten einen Minderheiten- Schutzoertrag abzuschließen Auch mit Rumänien, Südslawien und Griechenland kamen ähnliche Verträge zustande und die Randstaaten Litauen, Lettland und Estland wurden bei ihrem Eintritt in den Völkerbund auf die Einhaltung der in den Minder- heitenschutzverträgen niedergelegten Grundsätze verpflichtet. Dabei handelt es sich im wesentlichen darum, allen Einwohnern ohne Unterschied der Geburt Staatsbürgerschaft, Sprache, Rasse oder Religion' Schutz des Lebens und der Freiheit, und freie Religionsausübung zu gewähren, alle Staatsbürger sollen die gleichen bürgerlichen und politischen Rechte genießen, auch bei der Zulassung zu Aemtern und bei dem Gebrauch ihrer Sprache in privatem oder geschäftlichem Verkehr, in Presse und Versamm- langen. Das Recht der Minderheiten auf Errichtung von religiösen und sozialen Anstalten sowie von Schulen wird ebenso festgestellt, wie der Anspruch auf Erteilung des Volksschulunterrichts in der Muttersprache überall dort, wo die Minderheiten einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung ausmachen. Es bedarf nur dieser summarischen Aufzählung des Inhalts der den Polen, Tschechen, Südslawen, Rumänen, Griechen und den baltischen Staaten auferlegten Minderheitenschutzoerträge, um auf einen Blick zu erkennen, daß es ein Hohn auf die Gleich- berechtigung der Völkerbundsmitglieder wäre, wenn man das bolschewistische Rußland, das die primi- tivsten Rechte seiner völkischen Minderheiten (erinnern wir uns nur des furchtbaren Schicksals un- lerer Wolgadeutschen Brüder) mit Füßen tritt, ohne jede Verpflichtung auf die Bestimmungen des Minderheitenschutzes in die Liga der Nationen aufneh- men würde. Der Ausbau des Minderheitenschutzes wurde notwendig, weil die Siegermächte in den Pariser Dorortverträaen mit Völkern und Grenzen willkürlich umgesprungen waren, um — ein Hohn auf das nicht oft genug gepredigte Selbstbestimmungs- recht der Völker — sich selber an fremden Gebieten zuzuschanzen, was sie glaubten, brauchen zu können und ihre treuen Bundesgenossen ebenfalls nach den gleichen Gesichtspunkten zu belohnen. Aber daß man diesem Minderheitenschutz nur die kleineren, entweder neugegerünöetcn ober durch die Friedensdiktate erheblich vergrößerten Staaten unterwarf, sich selber aber fein säuberlich heraushielt, obwohl man allen Grund gehabt hätte, die gleichen Verpflichtungen zu übernehmen, dieses zweierlei Maß hat von vornherein viel Unwillen erregt und zu dem mehrfach wiederholten Versuch geführt, den Minderheitenschutz zu verallgemeinern. So wurde schon 1922 auf Antrag Lettlands in der Dölker- bundsversammlung eine Entschließung angenommen. Das Echo in Rom. Mailand, 14. Sept. (DNB) Die italienischen Blätter bringen in großer Aufmachung ausführliche Berichte über die Erklärungen des polnischen Außenministers in der Minderheitenfrage. Die „Stampa" überschreibt ihren Bericht: „Axt- schlüge gegen den Versailler Vertra g". Die übrigen Blätter sprechen von der Erklärung Becks als einem „dramatischen Knalief f e k t". Uebereinftimmenb wird auf den tiefen Eindruck hingewiesen, den die polnische Stellungnahme besonders in französischen Kreisen ausaelöst habe. Aber auch die Revisionisten seien, meint „Popolo d'Jtalia", sehr unzufrieden, denn sie könnten nicht zugeben, daß die internationalen Verpflichtungen einfach zerrissen würden. Man nehme in Genf an, Polen, das mit Deutschland einig sei, suche nur einen Vorwand, um aus dem Völkerbünde auszutreten. Abschluß des Deutschen Pfarrertages. LPD. Frankfurt a. M., 14. Sept. Der Deutsche Pfarrertag fand am Donnerstag seinen Abschluß mit der Mitgliederversammlung im Vereinshaus Westend. Einstimmig wurde eine neue Satzung angenommen, die a u f bas Führerprinzip aufgebaut ist. Der Vorstcmb ber beutfdjen evangelischen Pfarrervereine nennt sich jetzt Reichsbund ber deutschen eoange- l i sch e n P f a r r e r d e r e i n e. Er ist eine Vereinigung von evangelischen Pfarrervereinen mit dem Zweck, einmütig für die Pflichten, Rechte und Anlie- gen des geistlichen Amtes und Standes einzutreten und die Weiterbildung des gesamten deutschen Pfarrerstandes zu fördern. Der Reichsbund fetzt sich weiter zur Aufgabe, die SIrbeit ber nationalen Regierung zum Wieberaufbau bes Deutschen Reiches nach Kräften zu unterstützen. Jnsbeson- bere soll bies durch Förderung der kulturellen Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit Denoon der nationalen Bewegung gegründeten Organisationen erfolgen. Organe bes Reichsbunbes finb ber Reichsbundes- führ er, ber Reichsbunbesvorstanb, der Reichsführerrat und die Reichsbundestagung. Der Reichs- bundesführer wird vom Reichsführerratpe- wählt und bestimmt seine Mitarbeiter aus den Reihen des Reichsführerrates nach eigenem Ermessen. Die letzte Entscheidung im Reichsführerrat bleibt dem Reichsbundesführer überlassen. Der Reichsbundesführer hat insbesondere dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" praktische Geltung zu verschaffen. Der Reichsbundesvorstand besteht aus dem Reichsbundesführer und acht Beisitzern. Der Reichsführerrat besteht aus den Mitglie« dem bes Reichsbunbesvorstandes und den Führern der Mitgliedervereine. Jeweils im Anschluß an die Reichsbunbestagung finbet eine öffentliche Versammlung bes Reichsbunbes als deutscher Pfarrer- tag statt. Auf bem deutschen Pfarrertag werden u. a. Kundgebungen der Reichsbundestagung zu Fragen der Zeit verkündigt. Nach der Annahme der' neuen Satzung wurde zum ersten Reichsbundesführer der bisherige Vorsitzende des Verbandes der deutschen evangelischen Pfarrervereine, Präses D. Schäfer- Remscheid einstimmig gewählt. Vereidigung der evangelischen Kirchenbeamten. Berlin, 14. 6ept. (DNB.) Der R-ichsbifchos und der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche haben am 13. September eine Verordnung erlassen, der zufolge die Vereidigung der kirchlichen Beamten nach dem Reichsgesetz vom 20. August 1934 über die Vereidigung der öffentlichen Beamten und der Soldaten der Wehrmacht vorzunehmen ist. Zu den kirchlichen Beamten gehören auch die G e i st l i ch e n, die i m S) a u p t- oder Nebenamt im Dienst der kirchlichen Verwaltung stehen, ferner die Kirchengemeindebeamten. Durch dieses Gesetz ist das am 9. August beschlossene entsprechende Kirchengesetz zum Teil aufgehoben worden, lieber die Durchführung des neuen Gesetzes haben die obersten Kirchenbehörden bis zum 21. September 1934 zu berichten. Auf Grund des Gesetzes hat Ministerialdirektor Jäger heute bereits die Vereidigung der Beamten des Oberkirchenrates in Stuttgart vollzogen. Beurlaubung des württembergischen Landesbischofs. Berlin, 14. Sept. (DNB.) Von der Reichs kirchenregierung wird mitgeteilt: „Der Herr Reichs« bischof hat sich veranlaßt gesehen, zur Ordnung der kirchlichen Verhältnisse und Sicherstellung kirchlicher Vermögensteile in Württemberg den Landesbischof Wurm bis auf weiteres zu de« urlauben. Landesbischof Wurm hat sich verleiten lassen, Gelder der Landeskirche den orbent* lichen kirchlichenZwecken zu entziehen. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Landesbischofs wurde von dem Reichsbischof der in kirch« lichen Kreisen geschätzte Stadtpfarrer Krauß in Ebingen beauftragt." Sühne für einen heimtückischen Mord an einem GA.-Truppführer. Berlin, 14. S-Pt. (DNB.) In Hagen ist 6« wegen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilte Franz Sch id zick aus Iserlohn hin gerichtet worden. Dadurch hat die am 16. Januar 1933 an bem SA.-Truppsührer Hans Bernsau verübte Bluttat ihre Sühne gefunben. Wie im Urteil feJJJ gestellt ist, hatten kommunistische Funktionäre ots bildete. Nach Artikel 12 des Minderheitenschutzvertrags können dessen Bestimmungen, die unter die Garantie des Völkerbundes gestellt sind, nicht ohne die Zustimmung der Mehrheit des Völkerbundsrats abgeändert werden. Deutschland ist, obwohl es in Polen eine völkische Minderheit von mehr als 760 000 Volksgenossen hat, an dem polnischen Vorstoß in Genf nicht direkt interessiert, da es ja mit Polen einen besonderen Vertrag hat. Ebensowenig wie sich Deutschland mit feinem Austritt aus dem Völkerbund der Verpflichtung zur Abrüstung entziehen wollte, ebensowenig scheint Polen die Absicht zu haben, den Minderheitenschutz als solchen aufzugeben. Wir erkennen in dem polnischen Vorstoß das gleiche Streben nach politischer Sauberkeit und Ehrlichkeit, das verschwommenen Verhältnissen ein Ende bereiten will. Wenn jetzt Sir John Simon und Barthou in ihrer Antwort auf die Erklärungen bes polnischen Außenministers Beck eine Vertragsverletzung burch Polen feststellen, so vergessen sie, baß England und Frankreich, die sich jetzt zu Garanten des Minderheitenschutzes auf- merfen, nachdem sie vorher herzlich wenig für die Minderheiten getan haben, mit der Nichteinlösung des Abrüstungsversprechens des Versailler Diktates den ersten Schritt auf der abschüssigen Bahn der Vertragsverletzung unternommen hatten. Und es spricht auch nicht für ihre unwandelbare Treue zu den Grundsätzen der Demokratie und des Völkerbundes, daß sie ausgerechnet die russische Höllenmaschine in die bröcklichen Fundamente der Genfer Liga einzumauern suchen. Paris, 15. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die von Polen aufgeworfene Minderheit en frage und die Antworten des englischen, italienischen und französischen Außenministers veranlassen die Blätter zu längeren Erörterungen. Die Ausführungen Aloi - s i s werden hier und da mit Zurückhaltung ausgenommen, da er es nicht versäumt hatte, auf die Notwen bi gkeit ber Revision gewisser territorialer Klauseln hinzuweisen. Vom moralischen Stanbpunkt aus, so schreibt Pertinax, seien bie Ausführungen unangebracht, vom psychologischen Stanbpunkt aus seien sie das Zeichen einer ersten revisionistischen Erklärung, die der Vertreter eines großen Landes vor der Tribüne des Völkerbundes abgegeben habe. 3m übrigen ist Pertinax der Ansicht, daß der polnische Außenminister trotz der drei Erklärungen eine der nächsten Gelegenheiten benutzen werde, um zu sagen, daß Polen den von ihm vertretenen Standpunkt vollinhaltlich aufrecht erhalte. Auf der anderen Seite halt man es für wahrscheinlich, dah die Angelegenheit nochmals vom Völkerbundsrat ober gar vor dem Haager Schiedsgericht s h o f behandelt werden wird. Das „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß auf einer der nächsten Sitzungen ein Mitglied des Völkerbundsrates von Veck Aufklärung über die polnischen Absichten fordern werde. Solange diese Frage nicht völlig bereinigt fei, schreibt Pertinax, befänden sich der Völkerbund G e n f, 14. Sept. (DNB.) Der Generalsekretär des europäischen Nationalitäten-Kongresses erklärte, der Nationalitäten-Kongreß hat sich noch vor wenigen Tagen in Bonn mit dem polnischen Vorschlag £ur Verallgemeinerung des Minder- heitenrechtes und den etwaigen Absichten, bei einer Ablehnung durch den Völkerbund die Bestimmungen des bestehenden Minderheitenrechtes abzu- schütteln, befaßt. Der Kongreß gelangte einmütig zur Entschließung, daß derVorschlagzurVer- allgemeinerung — guminbeften, was ben europäischen Raum betrifft — unbedingt z u unter st ützen wäre. Ebenso einmütig brachte er aber zum Ausdruck, daß, falls bie Verallgemeinerung sich jetzt nicht erzielen ließe, alle in Serbin- bung bamit erfolgenben Angriffe a u f bas bestehenbe Minderheitenrecht auf bas Energischste abgelebt werben müßten. Der Kongreß schlug vor, beim Völkerbunb einen Stu- bienausschuß zu bilben. Es wirkt befrembenb, baß bie Erklärung bes polnischen Außenministers abgegeben würbe, noch bevor bie Völkerbunbsver- fammlung ben polnischen Antrag zur Verallgemei- neruna behanbeln konnte. Die Erklärung, daß Polen „von heute ab sich einer jeden Mitarbeit mit den internationalen Instanzen, soweit es sich um bie Kontrolle ber Anwenbung des Systemes des Minderheitenschutzes durch Polen handelt, versagt", stellt den isolierten Schritt eines Staates dar, der infolge der großen Zahl feiner Minderheiten und der von ihnen kommenden Peti- Teuerung in DeutWanöl 120,3 gerichtet worden. Auch in Apenrade sind zwei wei» LI. Aus aller Welt. r. 3 Z Z iiinigten Staaten bald erschöpft sein werden und dofft daher, daß diese Maßnahme zur baldigen Be- moigung des Textilstreiks beitragen werde. Das muß jeder Verbraucher aus eigener Erfahrung wissen, und nur Leichtfertigkeit oder Böswilligkeit kann angesichts Die deutschen Lebenshaltungskosten Juni 1934 in %von 1913 Immer wieder wird von der ausländischen Presse und auch von heimlichen Hetzern im Lande ein großes Geschrei wegen einer angeblichen Teuerung in Deutschland angestimmt. Wie unsinnig und offensichtlich erlogen solche Meldungen und Gerüchte sind, beweist ein Vergleich der deutschen Lebenshaltungskosten mit denen der wichtigsten europäischen Länder. Nach den Ermittlungen des Instituts für Konjunkturforschung beliefen sich -Die Indexziffern der Lebenshaltungskosten (1928 = 100) um die Jahreswende niedriger als in allen anderen Staaten, wie aus dem Bilde ersichtlich ist. Buntes Allerlei. Immer noch „Schönheitsköniginnen" Im Gegensatz zu Deutschland, wo derartige Schaustellungen heute aufgehört haben, finden sie in anderen Ländern noch statt. So ist kürzlich in Hastings (England) die zwanzigjährige Finnin T o i v o n e n vor 15 anderen Mitbewerberinnen aus den verschiedensten Ländern zur „Miß E u. r o p a" gewählt worden. Sie wird nun mit den übrigen, ihre Länder vertretenden „Schönheitsköniginnen" nach Südamerika fahren, um sich dort zum Wettkampf um den Titel „Miß Univers" zu stellen. — An ihrem Stenotypistinnenberuf dürfte diese „Königin" nachher wenig Geschmack finden. Sieben kleine Negerlein ... In Washington fand dieser Tage eine Trauung tatt, die wohl einen Weltrekord darstellt. Sieben Brüder reichten sieben Schwestern die Hand zum Lebensbunde: die Gebrüder Leroy, John, James, Simon, Richard, George und Willy Cobbs haben ich als ihre besseren Hälften die sieben Schwestern, Lulu, Mildred, Alice, Mary, Rachel, Susie und Julia der Familie Loyal erwählt, und sowohl die ieben Bräutigame wie die sieben Bräute waren wollköpfige, ebenholzschwarze Neger. Der Geistliche des Kapitols, Diminee Simon Drew, vollzog diese Rekordtrauung, die eine riesige Menschenmenge und ein Heer von Reportern, Photographen und Filmkamera-Leuten anlockte. Durchführung einer bewaffneten Aktion gegen die Nationalsozialisten beschlossen, Schidzik, der über den beabsichtigten Angriff genau unterrichtet war, hatte eine Mauserpistole zu sich gesteckt. Während die Kommunisten auf das SA.-Heim zumarschierten, stellte er sich im Schatten eines Baumes nahe dem SA.-Heim auf die Lauer. Aus diesem Hinterhalt heraus sah er Bernsau, der seinen von kommunistischer lieber» macht angegriffenen Kameraden zu Hilfe kommen wollte, im hellen Licht über den Platz kommen und schoß diesen kaltblütig, genau zielend, von hint en nieder. Der preußische Ministerpräsident hat von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, da der Täter in heimtückischer Feigheit ein für das deutsche Volk und die nationalsozialistische Bewegung wertvolles Menschenleben vernichtet und sich damit selbst aus der deutschen Volksgemeinschaft ausgeschlossen hat. dieser Tatsachen von einer Lebensmittel- tenerung sprechen. Abgesehen von diesen Erwägungen, welche zeigen, daß die Behauptung einer Lebens- mittclteuerung unsinnig ist, sollte aber der Verbraucher noch folgendes bedenken. Dadurch, daß die Brotpretsbildung durch die Marktregelung der freien Marktwirtschaft oder — deutlicher gesagt — der Spekulation entzogen wird, erhält ja nicht nur der Bauer die Sicherung auskömmlicher und fester Preise, die ihm eine geordnete Wirtschaft ermöglichen, sondern wird auch dem Arbeiter ein weitgehender Schutz vor plötzlicher Entwertung seines Lohnes verliehen,- denn auf Grund der umfangreichen Erhebungen des Statistischen Retchsamtes über Etnkommen- und Verbraucherverhältnisse in den Haushaltungen der Gehalts- und Lohnempfänger ergibt sich, daß auf die Ausgaben für Nahrungs- und Genußmittel von dem Gesamteinkommen 42 Prozent (in den höchsten Einkommensklassen) bis 48 Prozent (in den niedrigsten EinkommeElassen) entfallen. Die Beseitigung spekulativer Preisschwankungen auf dem Lebensmittelmarkte bedeutet also in der Tat die Sicherung der Wertbeständigkeit wenigstens dieses Teiles der Arbeitslöhne. An der Wertbeständigkeit der Arbeiterlöhne ist aber nicht nur der Arbeiter selbst, sondern auch der Unternehmer interessiert, ^*?ch er auf diese Weise von einem Unsicherheitsfaktor befreit wird, der ihm eine geordnete Wirtschaft außerordentlich erschwerte. Die Marktordnung schützt den deutschen Bauern vor der verbecherischen Spekulation, die durch Übelste Börsenmanöver ihn allzu oft um den Erfolg seiner Arbeit gebracht hat,' sie schützt andererseits den deutschen Arbeiter davor, daß bei schlechter Erntelage und schlechter Devisenlage eine untragbare Verteuerung der Lebensmittel eintritt. Die Marktregelung des Reichsnährstandes ist ,ag mit Krieasminister Dern und dem Komman- loanten des II. Bundesarmeekorvs in Newport !Rhode Island) die Streiklage besprechen. Die Gesamtzahl der streikenden Textilarbeiter wird augenblicklich mit 400 000 angegeoen. Die Wollsortierer-Gewerkschaft ordnete den Streik von 3000 Wollsortierern an, falls Hre Forderung auf Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit nicht bis Samstagabend angenommen werde. Die Textilstreikleitung gab bekannt, sie werde !i ie Transportarbeiter ersuchen, jede B a u rn w o l l w a r e n e i n f u h r zu verhin- em. Die Streikleitung nimmt nämlich an, daß Sie Lagerbestände an Baumwollwaren in den 23er» Südtirol tödlich ab. Die zerschmetterten Leichen wurden nach St. Ulrich im Groedener Tal über» geführt. Trauriges Ende junger deutscher Deltwanderer. Im Krankenhaus Mendrisio (Tessin) sind zwei deutsche Globetrotter g e st o r b e n. Sie waren im Bahnhof Chiasso in einem Zustand völliger Erschöpfung aufgefunden worden und wurden ins Krankenhaus nach Mendrisio gebracht. Schon in Neapel, woher sie kamen, hatten sie im Krankenhaus in Pflege genommen werden müssen. Trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes hatten beide ihre Reise fortgesetzt. Beide sollen an einer Vergiftung gestorben fein. Die beiden jungen Leute wurden festgestellt als Siegfried Ergert aus Hanau am Main und Josef Eikerling aus Paderborn. Ein kalifornischer Kurort durch Feuer zerstört. Der kalifornische Kurort Bartlettsprings mit vier großen Hotels und etwa 50 Sommerhäusern ist durch Großfeuer vollkommen zerstört worden. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekommen. Fallschirmlandung auf dem Löwenkäfig. Ein gefährliches Abenteuer hatte der 24jährige englische Fallschirmspringer Ben Turner zu bestehen. Er sprang in der Nähe von Leatherhead in Surrei) mit seinem Fallschirm aus dem Flugzeug, um als erster auf dem neuen Flugplatz Surbiton Zu landen. Während des Absprunges drehte jedoch plötzlich der Wind, und der Fallschirm verfing sich schließlich in den Bäumen des Zoologischen Gartens von Chesington, während Turner selbst direkt a u f dem Löwenkäfig landete. Die im Käfig befindlichen zwei Löwen wurden wütend und versuchten, Turner durch Sprünge zu erreichen, um ihn von dem hohen Gitter ins Innere des Käfigs zu ziehen. Mehrere Aufseher des Zoologischen Garens und die inzwischen alarmierte Feuerwehr ver- uchten, die wild gewordenen Tiere durch Wasserspritzen von ihrem Opfer abzulenken. Diese Versuche blieben jedoch vergeblich. Erst dem schnell herbeigerufenen Löwenbändiger gelang es, die beiden Raubtiere zu beruhigen, worauf Turner geborgen werden konnte. (Eine rabiate Schiffsbefahung. Der Gouverneur der Provinz Palawan auf den Philippinen teilt mit: Als dieser Tage in der Nähe von Balabac ein amerikanischer Gendarmeriesergeant und zwei philippinische Gendarmen den japanischen Fischdampfer „Hayun Maru" innerhalb der Hoheitsgrenze untersuchen wollten, wurden sie von somit ein überzeugender Beweis dafür, daß die nationalsozialistische Agrarpolitik nicht dre Angelegenheit einer bestimmten Jnter- eßentengruppe und ihrer speziellen Belange ist, sondern daß sie nur das eine Ziel kennt: Die Ernährung des ganzen Volkes zu sichern, gerechte Preise für Erzeuger und Verbraucher zu gewährleisten und damit jedem das Seine zu geben. B. Amerikanische Rüstungsagenten sabotieren ein Waffenausfuhrverbot. Washina ton, 14. Sept. (DNB.) In der weiteren Verhandlung des Untersuchungsausschusses für die Rüstungsindustrie kamen die Machenschaften von Agenten zur Sprache, die gegen ein Waffenausfuhrverbot gerichtet waren. Berichte eines Agenten der Firma Dupont behandelten Gespräche mit einem Marinebeamten über eine Entschließung zugunsten eines Waffenausfuhrverbots. Der Agent war bemüht, eine Opposition im Repräsentantenhause gegen das Waffen- ausfuhroerbot zustande zu bringen. In einem Brief teilt der Agent Duponts einem Freunde mit, er glaube, daß t e i n Grund z u einer Beunruhigung bezüglich eines Waffenausfuhrverbots bestünde. Während der weiteren Verhandlung kam es zu einem lebhaften Wortgefecht zwischen Senator Bone und Jren6e Dupont. Letzterer erklärte, eine 23 er- staatlichung der Rüstungsindustrien würde ein großer Fehler sein, da sie dann nicht so leistungsfähig sein würden. Bone widersprach dieser Auffassung. Er erklärte: Anscheinend j glauben Sie, die Duponts hätten verhindert, daß die Vereinigten Staaten zu einer deutschen Provinz wurden. Dupont entgegnete: Ich glaube, wir hatten viel damit zu tun. Hätten wir nicht nach Frankreich Pulver geschickt, so wäre Frankreich besiegt worden und Deutsch- lland hätte auch England erobert. Auch dann aber imäre der Kaiser mit seinem Weltmachttraum (!) wicht ftehengeblieben. Senator Clark bemerkte, lder Beitrag der Duponts zum Welt- lkrieg sei nicht auf einer patriotischen ^Grundlage erfolgt. Jrense Dupont sprang er» iregt auf und behauptete, daß die großen Gewinne über Firma nicht aus den Vereinigten Staaten selbst ijjtammten, sondern schon vor dem Eintritt Amerikas inn den Weltkrieg aus Europa gekommen seien. der 24 Mann starken Besatzung des Fischdampfers angegriffen, verletzt, ausgeraubt und über Bord geworfen. Alle drei konnten sich jedoch retten. Zwei amerikanische Küstenwachschiffe haben die Verfolgung des Dampfers aufgenommen, der wahrscheinlich versuchen wird, seinen Heimathafen Takao auf Formosa zu erreichen. Lola Schröters Segelschleppflug beendet. Die Segelflugpilotin Lola Schröter ist von Glogau kommend im Schlepp des Flugzeuges O-Saarland auf dem Breslauer Flugplatz gelandet. Lola Schröter hat damit ihren Deutschland- flug beendet. Die Gesamtstrecke betrug annähernd 5000 Kilometer. 3m Nebel havariert. Nordöstlich der Insel Bornholm wurde der estlän» dische Dreimastschoner „Paermunaa" aus Pernau, ein 500-Tonnen-Holzschiff, das von Shorcham in England nach Kotka mit Ballast unterwegs war, bei unsichtigem Wetter von dem Kreuzer ^Königs- berg" angefahren, wobei der Klüverbaum des Schoners beschädigt Wurde. Der Kreuzer „Leipzig", der im Kielwasser der „Königsberg" folgte, konnte nicht vermeiden, daß er den Schoner ebenfalls streifte, ohne daß jedoch weitere schwerwiegende Beschädigungen eintraten. Der Schoner wurde durch ein deutsches Torpedoboot nach Roenne zur Ausbesserung eingeschleppt. Wettervoraussage. Noch steht das Wetter in Deutschland überwie- gend unter dem Einfluß des hohen Druckes. Die im Westen und Nordosten etwas stark auflebende Stö- rungstätigkeit bat allerdings Druckfall und Der- emzelt auch Bewölkungsaufzug veranlaßt. Doch durfte eine Umgestaltung der Wetterlage nur langsam vor sich gehen. Es wird daher tagsüber noch vorwiegend freundliches und warmes Wetter Herr- schen, während nachts starker Temperaturrückgang zu erwarten ist. Aussichten für Sonntag: Stellenweise Frühnebel, tagsüber noch vielfach aufheiternd und warm. Aussichten für Montag: Im ganzen noch Fortdauer der freundlichen Witterung. Lufttemperaturen am 14. September: mittags 25,1 Grad Celsius, abends 16,7 Grad; am 15. September: morgens 13,9 Grad. Maximum 25,5 Grad, Mini- mum 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. September: abends 19,9 Grad; am 15. September: morgens 16,1 Grad. — Sonnenscheindauer 8,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich 233. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Heidel- innerung an die Schlacht bei Karfreit-Flitfch mit Partei den Bildnissen der Heerführer v. Below und Kraus, ferner den Gedenkstein für Oberst B r uchmüller, die Gedenksteine der Kavallerie mit Eberhard v. Schmettow, der Marine mit Admiral v. Scheer, der Pioniere mit General « 4. cm ex v. Mudra, der Flieger mit Boelke und der ÖOtir an OCH Slrpcif^ptcnfi. u.-Boothelden mit W e d d i g e n. Auch am Grabe DNB. Berlin, 14. Sept. Reichsarbeitsführer bcs ehemaligen Polizeipräsidenten Po ehner wer- h er! hat an Den nationalsozialistischen Arbeits- n,1re ?n öe” übrigen Gedenksteinen, Kranze fcnft folgenden Tagesbe seh l erlassene niedergelegt werden. Zu der groben Kundgebung .Arbeitsmänneri Die stolzen Tage von Nürnberg ?°^en zwei Heerführer der verbündeten Armeen !'ü> vorbei. Eure Leistungen haben die h o h e Weltkneges sprechen General Otto v. B e l ° w Umerkennung des Führers gefunden; unb ber österreichische General Alfred Kraus. i)ab^ unimm Führer eine tiefe inner- Vas Bergunglütf am Schüsselkar. — Die listje Freude bereitet. Euer Auftreten hat dem sieben Vermißten tot aufgefunden. ^eitsöienft Die Herzen und Den gegen das Schüsselkar eingesetzten Rettungs- iri di? fSofbnrhhinn 23n^Jen gewonnen Mannschaften gelang es, im unteren Wanddrittel der Ä £ erzwungen, von der Dreizinkenscharte des Schüsselkars herabzie- ^N^ickp L' M Erfolg beigetragen henden Wand in der Schlucht kurz hintereinander lawen, Drucke ich Dankbar Die HanD. Wir kehren die Heben nprmiftten SBerafteiaer tot ihüben un f e* Vm * tUm aufzufinden. Nach Der Lage Der Leichen ist mit un- ober ßm?rrUnl tUs" V beDingter Sicherheit anzunehmen. Daß Die Verun- »aA, "ber wollen wir wieber Rechenschaft glückten in einer steilen schluchtartigen Wasserrinne a.gen über unsere Leistungen unb Die Fort- Biwak bezogen hatten unD von einem wolkenbruch- ifjritte Zeigen, Die wir erzielt haben. artigen Unwetter überrascht unD über steinige steile Hi kinDerlähmungsempidemie in Norbfchleswiq. Wanbstufen hinuntergeschleudert roorDen finD. Der Die spinale KinDerlährnung in Narb- ist t^lweise Durch Verletzungen, teilweise h-i'swig hat ihren Höhepunkt noch nicht überschrit-H"^^^o,^, f f sn Jrn Kreise Habersleben finD in Den letzten Ta- Zwei Bergsteiger in Südtirol tödlich abgesturzt. 60 Krankheitsverdcichtige festgeftellt worden. Der befannnte Groedener Alpinist und Skifahrer hi den ländlichen Schulen Des Kreises finD 77 ge- Matteo Noggler unD eine Dame aus Bayern, !> "ssen, dazu alle stäDtischen Schulen. In Der StaDt Deren Name bisher noch nicht in Erfahrung gebracht Weerstehen finD zwei Schulen als Lazarette her-werben konnte, stürzten in Der Ferneda-Gruppe in Kunst und Wissenschaft. Eröffnungsvorstellung des Deutschen Opernhauses im Beisein des Führers. Die feierliche Eröffnungsvorstellung des Deutschen Opernhauses in Charlottenburg mit Wagners „Tannhäuser" fand vor erlesenem Publikum in einem bis auf Den letzten Platz besetz- ten Hause statt. Der AbenD erhielt Durch Die An- Wesenheit Des Führers unD Reichskanzlers, Der in Begleitung Des Reichspressechefs Dr. Dietrich unD feiner beiDen ADiuDanten, Gruppenführer Brückner unD Oberführer Schaub, erschienen war, eine befonbere Weihe. Die Reichsregierung war burch bie Minister Dr. Frick, Dr. G o e b - b e I s unb General von Blomberg, bie Staatssekretäre Funk unb Feber vertreten. Unter ben zahlreichen Gästen bemerkte man ben Reichsleiter Rosenberg, ben Staatssekretär Meißner unb ben neuen Gesänbten in Wien, Herrn von Papen. Unter ber musikalischen Leitung von Generalmusikbirektor Böhm als Gast in ber Inszenierung burch ben Jntenbanten Robe otgte bas Publikum wie gebannt ben herrlichen Klängen ber Wagnerschen Musik. Neuerscheinungen im Verlag Gerhard SfaUing. Berndt Caspar Klingenberg: Der Jungbauer. Die Geschichte von Klaus dem Jüngeren und Larkin dem Millionär. Roman. — Hellmuth Rößler: Der Soldat des Reiches Prinz Eugen. Vornan. — Visconti Prasca: Der E n t s ch e i - dungskrieg. — Herbert Blank: Der erste Sozialist. Friedrich Wilhelm I., König in Preu- jen. — Schicksalsgemeinschaft der Ostsee. Vorträge, gehalten in der Nordischen Gesellschaft, Lübeck. — Deutscher Wehr-Kalender 1935. — Schriften an bie Nation. Herausgeber Werner Beumelbura. Bb. 61/62 Werner Beumelburg: Friebrich II. von Hohenstaufen. Bb. 63 Willi Fr. Könitzer: H ö l b e r l i n. Ein Schicksal in Deutschlanb. Bb. 64 Herbert Blank: Hermann Löns. — Bilber- bücher. Hurra, bie Reichswehr! Silber von Gurt Schulz, Verse von Hilbe Drahn. Hochzeit im Winkel. Bilber von Else Wenz-Vietor, Verse von Abolf Holst. Es ist also völlig unsinnig, von eine» außergewöhnlichen Teuerung in Deutschland Zu sprechen. Damit bricht eigentlich der gelegentlich gemachte Versuch, ber national- sozialistischen Agrarpolitik bie Schuld an dieser angeblichen Teuerung zuzuschieben, bereits in sich zusammen. Wenn» trotzdem im nachstehenden auf diese Behauptung eingegangen wird, so geschieht das lediglich, um jenen Hetzern den letzten Wind aus deu Segeln zu nehmen. Nein theoretisch betrachtet, wäre eS ja nicht ausgeLchkossen, daß stark erhöhte Lebensmittelpreise durch Senkung ber anderen Lebenshaltungskosten ausgeglichen roerben, Q'n Wirklichkeit aber ist Der Ernahrungs- index auch heute noch der niedrigste aller Indices, welche insgesamt die Lebens-« Beruhigung ®uÄtrten bcf,tmmen- role 6a8 6racite im amerikanischen Textilstreik. AcWeibe"e wwe 11 & 1 oer Ernahrungskosten bedeutet daher Washington, 15. Sept. (DNB.-Funksprucb.) lediglich eine mäßige Angleichung dieser Die ßage im amerikanischen Textilstreik scheint sich Preise an den allgemeinen Preisstand, vllgemem etwas beruhigt zu haben, obwohl in Den Bedenkt man, daß der Inder für die Staaten Connecticut, Maine, Nordkarolina und Lebenshaltungskosten vom Januar 1933 von Seorgia weitere Abteilungen Nationalgarde rnobi- 117,4 bis zum Mai 1934 nur auf 120,3 Mert wurden. Präsident Roosevelt wird am Sonn-1 gestiegen ist und daß die Lebenshaltungskosten seit dem November vorigen Jahres stabil- gewesen find, so muß man zugeben, 048 die von der nattonalsozialistifchen Ägrar- politik durchgefetzte Erhöhung der Agrar- Preife aus ihrem für unsere Landwirtschaft vernichtendem Tiefstand herausgehoben; nach Erreichung dieses Zieles aber hat sie bereits feit Monaten die Agrarpreise bewußt stabil gehalten. Dies gilt für Butter, Milch, Brot, Kartoffeln, Fleisch und all-e anderen wichtigen Lebensrnittel. tere Fälle von spinaler Kinderlähmung zu ver- Drofeffor JtoObrud) liest nicht in Kowno ^id>n™ unb Dier 8.°"°im ®r,e.*,e.®onb^uy8' 3m ' ’ r. .4 /- x «m- Kreise Tondern mußten zehn ländliche Schulen ge- DNB. Berlin, 14. Sept. Wie aus Kowno schlossen werden. Die Sonderburger Garnison, die c-meldet wird, ist Pros Radbruch von seinem dieser Tage aus dem Truppenlager in Harris heims'* t Der Unioerfitat K o w n o g eschlos - kehren sollte, hat Die Rückkehr mit Rücksicht auf Die Je n e n Vertrag, vom nächsten Semester ab KinDerlährnung zunächst bis zum 24. September iiort Vorlesungen über Deutsches Straf- verschoben M ch t abzuhalten, zurückgetreten. ' Wir erfahren hierzu von zustänDiger Siebenfache Denkmalsweihe C telle: Diese MelDung entspricht Den Tatsachen. auf Der fränkischen Burg Hoheneck. $irof. RaDbruch hat sich auf Deutsche amt- Am 23. September wirD Die bei Ipsheim in Mit- l che Veranlassung in loyaler Weise Dazu teifranken gelegene Burg Hoheneck einen Tag erschlossen, Die an ihn ergangene Berufung ab- größten Stils erleben, Da an Diesem Tage am Dor- w I e t) n e n. Hiermit entfallen alle gegen ihn in tigen HelDenweg sieben Denkmäler einge- d:r letzten Zeit in einzelnen Blättern gerichteten weiht werben. Es hanbelt sich um sieben Armee- Smyriffe. — Rabbruch war 1921 unb 1923 Reichs- benkmäler, unb zwar einen Gebenkstein zur Er- i stizminister, bann bis 1933 Professor in 11-------- *• barg; er gehörte ber Sozialbemokratischen 2* 115,5 !QtD 52MAlicemtr.28 | Mietgesuche | Beamtenfamilie, nach hier versetzt, sehr ruh. Mieter, 2 Pers., sucht per sofort od. später 3 bis 4 Zimmer Schr. Ang. unt. 04476 a.d.G.A. Auf dem Lande od. Umg. Gieß, od. in Gieß, slbst. 2-4-Z.-W. od.kl. Häuschen von Nuhegeldempf.z. miet. ges. Miete vktl. gesich., evtl. voraus.Schr.An. u.04464a.d.G.A. 34-Mh mit Zubeb., von kinderl. 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Uhlandstraße, Areiligrathstrahe, Aulweg, Schubertstraße und für den Wartweg. Auf Beschluß des Stadtrates vom 7. Juli 1933 wird nach Begutachtung durch den Kreisausschuß mit Genehmigung des Staatsministers vom l.Juni 1934 zu Nr. F. M. B. 11846 auf Grund des Art. 21 der Gemeindeordnung vom 10. Juli 1931 und der Art. 2, 29, 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 und der §§ 3 bis 5, 7, 9 und 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bau» ordnung vom 1. Februar 1882 folgende Ortsbau» fatzung erlassen: § 1. Zu Art. 29 Allgemeine Bauordnung. Gewerbebetriebe, die unter § 16 der R. G. D. fallen oder die durch schädliche Dünste, starkem Rauch oder lästiges Geräusch Nachteile, Gefayren oder Be» lästigungen für die Anwohner herbeiführen, sind grundsätzlich verboten. Der Baublock 3 bleibt für Kliniks- und ander« Bauten der medizinischen Fakultät vorbehalten. Jedoch können dort auch Wohngebäude für die in den Kliniken beschäftigten Personen und deren Familien errichtet werden. § 2. Zu Art. 37, 59 Allgemeine Bauordnung und § 78 Ausführungsverordnung zur Allgem. Bauordnung. Die Erbauung von Seiten- oder Hintergebäuden bedarf der besonderen Genehmigung. Stallungen oder Kraftwagenschuppen dürfen errichtet werden, sofern sie dem eigenen Bedarf der Wohnungsinhaber dienen. Die Ausführung derselben muß in der gleichen Weise erfolgen wie die Hauptgebäude. §3. Zu Art. 37 und 59 Allgemeine Bauordnung und §§ 66 und 78 Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Für die Baublöcke 5, 6, 7 und 8 wird die offene zweigeschossige Bebauung vorgeschrieben. Außer Einzelhäusern können in der offenen Bauweise Doppelhäuser und auch Gebäudegruppen zugelassen werden, wenn ein einheitlicher Bebauungsplan vorliegt und der Charakter der offenen Bauweise gewahrt bleibt. In dem über den zwei Vollgeschossen liegenden Dachgeschoß der Baublöcke 5, 6, 7 und 8 darf nur die Hälfte der Fläche des Dachgeschosses zu Aufenthaltsräumen ausgenützt werden. Der Einbau von selbständigen Wohnungen im Dachgeschoß ist nur mit der Genehmigung der Bürgermeisterei zulässig. Die Entfernung der Gebäude von der Nachbar» grenze muß in den Baublöcken 5, 6, 7 und 8 mindestens 3,00 m betragen. In diesen Zwischenraum dürfen Balkone, Treppen, Erker, Veranden und dergleichen bis zur Höhe des Fußbodens des ersten Obergeschosses bis zur halben Bautiefe des Bauwichs vorspringen, wenn sie höchstens die Hälfte der @e» bäudestiten einnehmen. Die Gebäude müssen allseitig gut durchgebildet und architektonisch ein gefälliges Aeußere erhalten. § 4. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 14. September 1934. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Dr. Hamm. Bekanntmachuna. Obstversleigerung der Stadt Gießen. Dienstag, den 18. September 1934. soll die diesjährige Obsternte öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar vormittags 9 Ahr beginnend von den Bäumen an der Kläranlage, am Leihgesterner Weg, Licher Straße und hinter dem Neuen Friedhof. 5351C Zusammenkunft: 9 Uhr an der Kläranlage. 10% Uhr am Leihgesterner Weg (Gummifabrik). 11% Uhr Licher Straße (Wirtschaft „Stadt ßid)N)« 12% Uhr hinter dem Neuen Friedhof (Haupteingang). Gießen, den 13. September 1934. Bürgermeisterei Gießen. Dr. Hamm, Bürgermeister. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. An die Bürgermeistereien des Kreises. Infolge der anhaltenden Trockenheit im Laust des Sommers konnten sich die Mäuse in starkem Maye vermehren. Sie bedrohen nun die Futter- undH^ fruchtschläge und werden auch die kommende Wintersaat gefährden. Es ist daher unbedingt notwenol», daß von den Gemeinden Bekämpfungsmahnaym durchgeführt werden. Wir empfehlen Ihnen, im Benehmen mit dem Ortsbauernführer und unter Einholung des -N des Landwirtschaftsamtes sofort das zur Bekamp«""» der Mäuseplage Erforderliche zu veranlassen. Selbstverständlich wird bei Auslegung der bekämpfungsmittel darauf zu achten stm, oatz £ eine Schädigung der Vogelwelt eintritt. Dlestry wird sich auch ein Benehmen mit dem duftanog Forstamt empfehlen. w Ar. 216 Zweites Blaff Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, September 1934 löt und einen guten Einblick in die Verhältnisse n ren sicher kluge Worte, aber die Einsicht des ein; etoas ändern. Uebrigens sagen die Holländer gedehnten Großindustrie der Silikate, in welcher künstliche Bausteine aus hydraulichen Bindemitteln versehen eingeborene Polizisten in tadellosen Uni- Ize-.iers vom 1. September und Nr. 210 des Gießener formen lAiigeigers vom 8. September. Lampei süd- fuhr. Men Hotel verschwindet. Für die Schiffstage brin- die „Hafentage" eine Häufung der Arbeit: Es io-nmen neue Passagiere, es gilt neue Fracht zu Äirnehmen und das mitgebrachte Gut zu löschen, Lcsei ist zu überlegen, wie man die Zeit einteilt. hergestellt werden, die der Bautechnik ganz neue Möglichkeiten eröffnen, von denen sich die alten Zeiten nichts träumen ließen, oder bis zu der Massenproduktion eines klaren, farblosen, fehlerlosen Glases, das ein wahrhaft edler Baustoff der Neuzeit geworden ist, oder zu den künstlerischen Schöpfungen der heutigen Porzellanindustrie mit ihrem herrlichen Reichtum an Formen und Farben! Eine besonders interessante Stellung nimmt die * Vergleiche Nr. 204 des Gießener Anzeigers vom 1. September und Nr. 210 vom 8. September. Ein jedes völkergeschichtliche Museum zeigt die Anfänge der Bereitung von Nutzgegenständen und Werkzeugen erst aus rohen Naturstoffen, wie Feuerstein, Nephrit und dergleichen, dann die weitere Entwicklung zu behauenen und kunstvoller bearbeiteten Werksteinen und Bausteinen, und schließlich zum klaren, farblosen oder gefärbten Glas. Welch ein langer Weg allerdings bis zu der heutigen ausstationiert. Heute sind es 24 Engländer, vier Holländer und nur zwei deutsche. Japaner? Nein, shials Beauftragte des „Sicherheitsdienstes" aus- riuen und die Herausgabe etwa gehamsterter Le- briimittel verlangten. Sie oollführten beträchtlichen Sim, mißachteten alle Proteste, zerkratzten mit ifrtn vernagelten Stiefeln das Parkett, sagten allen willichen Haushaltsmitgliedern schauerliche Dinge Uit zogen schließlich unter Mitnahme eines halben Rih es, das sie in der Speisekammer fanden, davon lies war nicht nur eine Verletzung der Exterritori- iMiüt jener südosteuropäischen Macht, also ein diplo- mi jcher Zwischenfall reinsten Wassers, sondern es :Mi auch ein gewaltsamer Eingriff in das Ernäh- verdrückte, und einen Zahlmeister, der zum Nachtisch ein großes Stück mecklenburgischer Bauernwurst in die Kabine mitführte ... Der Seemann übrigens, der sich nicht inbrünstig in die vielen Spezialschüsseln mit Labskaus, Curry mit Huhn und Reis oder gar Salzfleisch „kniete", muß noch geboren werden. i den Verkehrsdienst. Es gibt rote und grüne Lampen, „Stop" und „Go"; Polizisten mit Ver- Wir machen im Hafen fest. Um uns herum am Pier und an Bojen, hinter dem gewaltigen Wellenbrecher, liegt Schiff an Schiff. Zweiunddreihig sind hier, drei große Postdampfer werden noch er- ~ .......l deutscher Hansa- dampfer. Im Jahre 1911 waren hier acht große deutsche Schiffe, elf Engländer und ein Holländer Das Rohstoffproblem und die technische Forschung M Bezug auf Borneo.- „Sie sollen nur kommen; in demselben Augenblick fliegen alle Del» Das Kalb des Konsuls Bon Karl Lerbs. Goethe als Anekdotenerzähler. In seinen Werken, Briefen und Gesprächen haben wir viele Zeugnisse dafür, daß Goethe ein kurzweiliger und hinreißender Geschichtenerzähler gewesen ist. Unter Freunden entfaltete auch der alte Goethe noch eine bezaubernde Erzählungskunst. „Es spricht von allem mit", berichtet z. B. Johanna Schopenhauer, „erzählt immer zwischendurch kleine Anekdoten, drückt niemand durch seine Größe. Wenn er erzählt, ist er immer die Person, von der er spricht." Eckermann bemerkte einmal, er entsinne sich nicht, daß Goethe je in Gotha gewesen sei. „Das hat so seine Bewandtnis", erwiderte er lachend, „ich bin dort nicht zum Besten angeschrieben. Ich will Ihnen davon eine Geschichte erzählen. Als die Mutter des zuletzt regierenden Herzogs noch in hübscher Jugend war, befand ich mich dort sehr oft. Ich saß eines Abend bei ihr allein am Teetisch, als die beiden zehn- und zwölfjährigen Prinzen, zwei hübsche blondlockige Knaben, hereinsprangen und zu uns an den Tisch kamen. Ueber- mütig, wie ich sein konnte, fuhr ich den beiden Prinzen mit meinen Händen in die Haare mit den Worten: ,Nun, ihr Semmelköpfe, was macht ihr?' Die Buben sahen mich mit großen Augen an, im höchsten Erstaunen über meine Kühnheit — und haben es mir später nie vergessen!" Johanna Schopenhauer berichtet von einem Abend bei Goethe, an dem einige junge Schauspieler da waren und er mit ihnen sein Jugendwerk „Die Mitschuldigen" las. Er hatte selbst die Rolle 'des Gastwirtes übernommen und deklamierte so voll Feuer und Leben, hatte das Komische so in seiner Gewalt, daß die Anwesenden nie etwas Vollendeteres der Art gehört hatten. Zwischendurch rief er den jungen Leuten halb komisch erzürnt und halb im Ernst zu: „Seit ihr denn gar nicht verliebt? Verdammtes junges Volk! Ich bin 60 Jahre alt, und ich kann's besser!" Goethe aß zuweilen bei der Herzogin Amalie in Ti furt zu Mittag. Er beschwerte sich, daß der Mundkoch Goullon so oft Bauernkraut vorsetzte, und als es ihm eines Tages wieder aufgetischt wurde, ging er voll Verdruß ins Nebenzimmer, wo er einen Jean Paulschen Roman auf dem Tisch liegend fand und etwas darin las. Dann aber sprang er auf und sagte: „Nein, das ist zu arg! Erst Sauerkraut und dann 15 Seiten aus Jean Paul! — das halte aus, wer will!" ! es kein Wunder, daß das an sich schon national taff geeinte Volk sich immer fester zusammen- cLieße, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Der Lchuldige sei nicht derjenige, der zuerst losschlage, Indern diejenigen, die durch ihre Rüstungen den Ksammenstoß unvermeidlich gemacht hätten. Das (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Singapore, im August 1934. Wir steuern von Süden her Insel und Hasen von penang an. Damit ist hmterinoijch-brilijcher Bo» Den erreicyl. Die Halbinsel Malakka, die sich von Siam bis dicht an den Aequator zieht, liegt wie sm riesiges Sperrfort am Dfttor des engUjcy-lndl- ichen Reiches. Sie Ichließt das Südchinesijche Meer nach Westen ab und gewinnt für England um so «roßere Bedeutung, als der japanische Expansions- . rang im letzten Jahrzehnt immer bedrohlichere For- !nen anmnunt. Wo man auch hintornrnen mag: Upan istdasTagesgejpräch in den Klubs, lei. Geschäftshäusern und Hotels. Auch auf unserem Schiff wird lange und ausgiebig über den Osten !i Gesichtskreis zu entfernen, widrigenfalls er fifefein weiteres Benehmen keinerlei Gewähr leisten fi&-' . Sein Adjutant indessen, nicht minder riefen» hiv; :aber etwas welterfahrener, daher zu Kom- P 'rrVfen geneigt, klärte ihn darüber auf, daß der TJSr Vertreter eines fremden Staates fei, und die Hiy ukehrung rauher Sitten daher das zur Folge hMir könne, was er „Imponderabilien" nannte. I kommen meist lange vor Abfahrt abgekämpft an Bord, kriechen zufrieden in die Kabine, überrechnen ihre Ausgaben und freuen sich auf den Gongruf zum Essen. Was gibt es wohl heute? Schweinskopf mit dicken Bohnen, gebackenen Aal und irgendeine Vgl. die Aufsätze in Nr. 198 des Gießener An- zeciiers vom 25. August, Nr. 204 des Gießener An- Entwicklung der deutschen Zementindustrie ein. Die Tatsache, daß hydrauliche Bindemittel aus Kalk durch Brennen hergestellt und dann zu Luftmörtel verarbeitet werden können, mag uralte Erkenntnis sein. Im neuzeitlichen Sinne haben wir die ersten Anfänge einer eigentlichen Zementindustrie jedoch bei den Römern festzustellen, die in vorbildlicher Weife unter Verwendung eines deutschen Rohmaterials, des Rhein-Trasses, einen aus, gezeichneten wasserdichten Mörtel gewannen, wie sie ihn z. B. zu ihren Wasserleitungen benutzten. Ein solches Material muß auch heute noch als eine vortreffliche Lösung des Zementproblems anerkannt werden. Im neuzeitlichen Sinne kann von einer eigentlichen Zementgewinnung erst seit der Erfindung des Portlandzements gesprochen werden. Diese jüngste Silikatindustrie, an die sich auf deutschem Boden durch die Verwertung der Eisenhochofenschlacken auch noch die Hütten- ze mente angeschlossen haben, stand von Anfang an fast ausschließlich unter dem Einfluß der exakten wissenschaftlichen Forschung. Es wurden systematisch die Reaktionen zwischen Kalk und Ton beim Brennen untersucht, die Konstitution des ,Klinkers" durch Anwendung der mikroskopischen Technik der Gesteinsuntersuchung weitgehend erhellt, sowie die Erkenntnisse der Kolloidchemie erfolgreich angewandt. Eine Unsumme von wissenschaftlichen Erfahrungen birgt sich in den angedeuteten Erkenntnissen; die Allgemeinheit hat von den Erfolgen solcher Arbeiten wohl nur als Ergebnis erfahren, daß fast Jahr um Jahr die Eigenschaften der Zemente, vor allem deren Druckfestigkeit verbessert wurden. Deutschland ist an silikatischen Rohstoffen e i n reiches Land. So besitzt die Norddeutsche Tiefebene als Gabe der Tertiärzeit und der eiszeitlichen Umgestaltungen Glassande und Tone für alle keramischen Zwecke in reichster Fülle und Mannigfaltigkeit, dabei von einer Vorzüglichkeit und Reinheit, daß sie den höchsten technischen An- sprüchen gerecht werden. Es sei hier vor allem hin- gewiesen auf die Edelfande der Lausitz in der jüngeren Braunkohlenformation, so das berühmte Vorkommen von Hohenbocka, welches feiner hohen Reinheit wegen überaus geschätzt wird. Glassande für gewöhnlichere Gläser, wie Haushaltungsglas, Fensterglas ufro. finden sich in solcher Fülle, daß eine Aufzählung nicht möglich wäre. Ganz besonders wirtschaftliche Bedeutung besitzen für die Keramik die in der Ob er Pfalz sich findenden sogenannten Pegmatitsande, da diese Feldspatsubstanz reichlicher enthalten. kehrsanzeigern oder weißen Aermeln. In den herrlich angelegten Villenstraßen leben auffallend viele Chinefen, die einen großen Teil des Zinn- und Gummigeschäftes in Händen haben. Große Krankenhäuser, verschwenderisch ausgestattete Erholungsheime, Klubs, Sportplätze aller Art, Renn- und Poloplatz, Prachtgebäude der Handelsgesellschaften, der obersten Gerichte, des Gouverneurs, der Banken ufw. geben den englischen Niederlassungen ihr Gepräge. Man möchte fast von dem Anfang einer neuen englischen Kolonialkultur sprechen, die sich dem japanischen Ideal einer groß- asiatischen Kultur in den Weg stellt. Der Trieb, englisch zu scheinen oder gar zu werden, steckt in jedem Eingeborenen oder Zugewanderten. Der Besitz einer Uniform ist ein hohes Ziel, und man wundert sich über die Soldaten der malaiischen Sultanate, die, der Form nach unabhängig, doch in jeber Beziehung englisch wirken: Englisch die Uniform, die Kaserne, der Drill — die Sprache. Englisch ist auch der Sport, der den ganzen Osten erobert hat. Und im Sport allein findet sich Der Chef des Sicherheitsdienstes, dem bisher lediglich verhältnismäßig primitive Erfahrungen auf innerpolitischem Gebiet zur Seite standen, sah sich hier plötzlich sozusagen in die Weltpolitik eingespannt, und zwar auf eine Weise, die alles andere eher als behaglich war. Er hatte keine Ahnung, welcher Art die angedrohten Weiterungen sein konnten, und auch die angedrohten „Imponderabilien" waren ihm gänzlich unbegreifbar; ebensowenig war es ihm gegeben, die mehrfach erwähnte Exterritorialität mit bem halben Kalb in eine sinnvolle Beziehung zu setzen. Doch würbe es ihm nach kurzem Bebenken klar, baß biese gefährlichen Fremdworte nebst Folgen schleunigst aus ber Welt geschafft werben mußten Zu biefem Zwecke erschien es ihm als das Beste, wenn er sich an bas Greifbare hielt. Das in ber Rähe ber Stabt gelegene Altenlanber Felb, wo sich große Viehherben reicher Bauern tummelten, tauchte als Rettungsgürtel vor seinem geistigen Auge auf. ®r rief einen feiner Leute herbei unb erteilte ihm einen Befehl, ber im reizvollen Originalbilbe hier stehen muß: „Lop mal hen na ’n Olenlanner Felle un fang for den Keerl ’n Kalfl" Den ibeellen Teil ber Genugtuung glaubte er burch ben an feinen Besucher gerichteten Satz: „— un bann entschulbigen Sie man!" hinlänglich zu erlebigen. Der Generalkonsul, durch biese Wenbung ber Dinge seinerseits etwas aus ber Fassung gebracht, zog sich hierauf stumm zurück. Balb darauf erschien in bem Hause, das mit bem Wappen ber südosteuropäischen Macht geziert war, in ber Tat ber entfanöte Beauftragte; er trug ein kunstgerecht geschlachtetes unb hergerichtetes ganzes Kalb auf ber Schulter, begab sich bamit in bie Küche, legte es auf ben Tisch unb ging, ohne ein Wort zu reben. Es ist nicht bekannt geworden, baß ber Generalkonsul gegen biese Form ber Wiebergutmachung irgendwelchen Wiberspruch erhoben hätte. Man kann biefes Schweigen, ganz nach Belieben, auf verschobene Grünbe zurückführen: Vielleicht hatte er Mitleib mit bem Chef bes Sicherheitsdienstes unb hielt In zwei Tagen muß man in Singapore fein, unb zwar möglichst in ben Morgenstunben, weil man sonst einen kostspieligen Tag verliert. Außerbem kann es regnen, unb bann ruht bie Arbeit. Unser Schiff bringt Zwiebeln, Baumwolle, Eisenstangen, Teer, Kistenbretter, Kopra unb Ammoniak. Das be- beutet Anstrengungen für bie Offiziere, bie Mannschaft unb bas übrige Personal. Man versteht bes« l)alb gar nicht, woher eigentlich bie vielen Hafen- lieber kommen, bie bie Abenteuer bes Seemanns in ben Häfen besingen. Soviel Zeit, um Sensationen zu erleben, hat er in der Regel gar nicht. Unb außerbem: Was ein richtiger Seemann ist unb schon Jahrzehnte nach Ostasien fährt, ber bleibt an Bord, schont seine Knochen unb spart Gelb. Die Passagiere schließlich, bie schon tagelang vom Hafen unb allem Drum unb Dran träumten unb bann wie eine Herbe Fohlen an Lanb stürzten, Miner Kapitän auf großer Fahrt Von Vera Eraener. Ich habe heute einen Kapitän gesehen, ber trug einen grünen Luftanzug unb war schätzungsweise 3®ei Jahre alt. Auf kurzen, stämmigen Beinchen stanb er auf ben Kissen seines blitzsauberen Wagens wie auf einer Kammanbobrücke unb birigierte seine Leute mit hellen, juchzenben Lauten. Augen gerade- aus unb bie Hanb am Steuer (will sagen, auf bem heruntergeschlagenen Verbeck), so erteilte er feine Befehle, unb willig gehorchten ihm alle. Die junge Mutter, bie ben Wagen schob, Lumpi, ber Hund, ber zickzack nebenher trottete, unb bas kleine Mäb- chen, bas eigentlich -gar nicht zur Familie gehörte, sich aber angefchlosten hatte, weil sie ben kleinen Kapitän so nieblich fanb. Unb niedlich war er auch! Das bestätigten bie Blicke sämtlicher Vorübergehen- ben unb bie freunblidjen Zurufe. »Frohe Fahrt, kleiner Mann!" riefen sie und winkten ihm noch eine Zeitlang nach. Aber der Kapitän sah weder nach rechts noch nach links und ließ sich nicht vom Wege abbringen, wie sich bas für einen richtigen Kapitän gehört, unb erst als er Lanb sichtete — ben großen Sanbhaufen, in ben ihn feine Mutti immer zum Spielen setzte — da krähte er ein paarmal vergnügt und schlug die dicken Patschhändchen zusammen. „Stop!" schrie er, „Stop!", aber weil er es in feiner Sprache schrie — einer vokalreichen aber etwas undeutlichen Sprache — deshalb verstanden ihn nicht alle. Nur die Mutti verstand ihn unb brachte bie kleine Brigg zum Stehen. Zappelnb unb mit wilbem Getrampel stieg ber Herr Kapitän von der Kommandobrücke herunter, ließ Mannschaft Mannschaft sein und widmete sich dem Festlande und dem dazu gehörigen Sand. Und wenn man ihm zusah, mochte man schon gar nicht mehr glauben, daß er eben noch ein Mann ber großen Fahrt unb ber wilben Meere gewesen war, fonbern man mußte ihn für eine regelrechte Landratte halten, beren heimisches Element einzig unb allein ber weiße Sanb war. Doch als bann alle Spiele bis zur Erschöpfung gespielt unb unzählige Sanbkuchen gebacken waren, ba verlangte es ben Kapitän bvch roieber auf sein Scfjiff, unb mit brolligen, jetzt ein wenig müben Gesten lenkte er heimwärts. Durch bie abendlichen Straßen ber Stabt unb vorbei an freundlich lächeln» ben Menschen. Denn fast alle lächelten, als sie ihn so bahinfahren sahen, ben kleinen Kerl in bem bunten Höschen unb mit bem blonben Schopf über ben großen, braunen Augen „Gut Winb ahoi, kleiner Kapitän!" III*. Deutsche Rohstoffe für Glas, Porzellan und Autobahnen. Von Professor Dr. Wilhelm Eitel, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Znstiiuies für Silikat- sorschung, Berlin. Hunderttausende von beutschen Arbeitern verdienen ihr tägliches Brot in deutschen Glashütten, Porzellan-, Steingut- und Steinzeugfabriken, wie in den großen Zementwerken, die vor allem in den dichtbesiedelten Jndustriegegenden Deutschlands sich niedergelassen haben. Ihrem Wesen nach sind diese Industriezweige Teilgebiete der großen deutschen chemischen Industrie, aber von besonderer Eigenart, weil sich ihre Rohstoffe im Mutterschoß der deutschen Erde oorfinden und zwar in Form der sogenannten Silikate, d. h. den Sauerstoff- verbinoungen des Siliziums. Zu ihnen gehören ferner auch das Aluminium, der Kalk und die Magnesia. So bilden die Silikate eine Welt für sich, die der Welt der belebten Stoffe und ihrer Grundsubstanzen, der Kohlenstoffverbindungen, in der Natur nebengeordnet ist. Für den Haushalt des Menschen besitzen sie um ihrer großen Dauerhaftigkeit, ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Druck und Wärme willen, eine zumindest ebenso große Bedeutung wie die Metalle. Ostens" heißt es: „Japan ist der Spiegel der gesamten Gedankenwelt Asiens." Und an anderer Stelle ist die Rede von „Japan, Sammlerin indischer Ideale und chinesischer Ethik." Penang ist wie ein großer Garten. In ganz Englisch-Indien wirb nämlich größter Wert auf ben Ausbau ber Straßen gelegt, unb die Autostraßen suchen ihresgleichen in der Welt. Ueberall öer Engländer der Ueberfee mit den anderen Völkern. Man ist früh morgens auf den Sportplätzen, dann im „Office", man „luncht", Office bis 4 ober 5, bann ein „Drink" im Club, Sport, Ankleiben für ben Abenb, bas „Dinner". In allen Hotels bes englischen Jnbien unb weiter bis nach China hinein tanzt man mit Hingebung. Zweimal in ber Woche ist offizieller Abenb in großer Toilette. Aber man kann sich kaum etwas Langweiligeres (für deutsche Begriffe) vorstellen, als ein „Dancing". Der Jazz ist nicht etwa überholt, fonbern lebt in seiner verschrobensten Form weiter. Allerbings wirb auch Walzer getanzt, ober vielmehr getreten. Die Kolonien tanzen eigentlich nicht, sie treten einen Tanz zusammen. Man schleicht, bie Dame im Arm, im Saal umher, man vertritt sich bie Beine, man schleift gemeinsam, unauffällig, kalt, ohne Behagen. Man genügt einfach einer Pflicht. Die Amerikaner können es schon besser. Sie sinb ausgelassener, unb es kann sein, baß ein innig verschlungenes Paar weltenfern burch ben Saal segelt, steif unb boch roenbig, heiter unb bvch verträumt. Japan, das Tagesgespräch auf einem Ostindiendampfer Don unserem nach Tokio enksandken R.W.-Äerichierstaüer^ trterungen, als Angehörige bes britischen ). vlonialheeres aus Singapore unb Be- einte der britischen Oelgese 11schaft in ’iorbborneo an Bord kommen, um die Bequemlichkeiten eines Hapagdampfers für Tage ober Wochen ■a genießen. Meist sind es Urlauber, bie über Ja- pn unb Amerika nach Europa fahren ober solche, ...... —--------- te eine Erholungsfahrt Singapore—Singapore : ber herrlichen Früchte ber Sübfee, Mangos, Feigen, wer China unb Japan antreten. Alle glauben an- Pvmeloes ober gar Durians. Ich kenne einen Ka- lshmen zu dürfen, daß eine Auseinandersetzung pitän und viele Passagiere, die vom Schweinskopf r it Japan bevorstehe, weil es die Vorherrschaft im zweimal und von den dicken Bohnen \ dreimal fernen Osten unb damit eine Kontrolle bes ge|amten aßen ...Ich kenne einen ersten Offizier, ber nach Bembels forbere. 'Dian erzählt von großartigen anftrengenben Hafentagen brei Schweinskoteletts SsrteibigungsDorbereitungen in Singapore unb fhla» - v v " ' " r la unb versichert, Rußlanb stehe am Amur „be- nt". Die gleichen Gespräche also, bie in Europa : führt werden. Sie wirken nur hier viel plastischer, i: man die Stätten der angeblich bevorstehenden i_iseinanbersetzungen selbst vor Augen hat. Ein Amerikaner, der seit 45 Jahren in Manila fimonnen hat, wies sehr überzeugend daraus hin, V B im Osten sich jeder von jedem bedroht fühle ____ O__M, 1-_l______r|,. _ ir b niemanb ben Mut habe, bie Dinge einmal ruhig wartet. Dort brüben liegt auch ein z besprechen. Statt besten rüste man so lange, bis 1 ' ~ ~ ' lenes Tages bie Gewehre von selbst los« 8 n g e n. Wenn Japan bie Vorbereitungen seiner (!:gner immer stärker zu fühlen bekomme, dann Daraufhin fah sich der Chef, ein wenig herabge-1 das Streitobjekt, da es bereits geteilt war wieder ftimmt durch das bedrohlich klingende Fremdwort, zu einem Ganzen fügte; vielleicht auch war er zu veranlaßt, den Besucher nach seinen Wünschen zu *“*•* rc-e—1“1- *- r ~ ~ " - I fragen. Der Generalkonsul holte tief Atem; Aerger 5ser konsularische Vertreter einersübosteuropäischen über bie anfänglich so schlechte Behanblung, das Litcht in einer Hansestadt, ein beleibter, harmloser, Bewußtsein schändlich verletzter Rechte und der tollgelittener Mann, mußte es in den ersten No- Schmerz um bas halbe Kalb verliehen ihm eine Hlbertagen bes auch sonst unheilvollen Jahres Berebsamkeit, bie wie ein Hagelwetter auf ben M8 erleben, baß einige schwer bewaffnete, mit roten Gegner herab- ober richtiger an ihm in bie Höhe Gdi.eifen geschmückte Männer fein Haus betraten, c“f wir haben erst zwei japanische Schiffe gesehen. Japanische Menschen? Es ist fast unheimlich, aber es ist uns noch kaum ein Japaner begegnet. Dafür ein lebhaftes Gemisch inbisch-malayischer Rassen, zahlreiche Chinesen unb Angehörige von Gebirgsvölkern ber tibetanisch-chinesischen Grenze. . . , z Jnbvchina: ein Durcheinanber von Kulturen, keine Men mirb _an„ ber „Japanerpsychost" schwerlich Geschlossenheit. Ein Auseinanberfluten, das keine Kraft zu neuer Staatenbildung zuläßt. Die Engländer wissen das und haben daraus reiche Erfolge in ihren kolonialen Eroberungszügen geerntet. Weiter im Osten aber gewinnt ein anderes Jnselvolk in stärkster Geschlossenheit immer mehr an weltpolitischer Bedeutung, und das große Problem der Zukunft für Englanb und Holland ist die immer deutlicher in Erscheinung tretende Führerrolle im Osten, die Japan einmal für sich in Anspruch nehmen wird und schon heute ankündigt. In den „Idealen des der Erkenntnis gelanat, daß Form, Beschaffung und prozentuale Bemessung der Entschädigung mit öen Gepflogenheiten der von ihm vertretenen osteuropäischen Macht im Einklang stand. Geschichten aus aller Welt Betörung des Urwaldes. Der Wald hat ihn mit Zeitschriften. ,2) i e Kun st", die führende illustrierte Mo- (Verlag F. Bruckmann, AG., München) bringt in Schlaraffenlandes geschwelgt hat. Er Wort und Klang haben sie an mich weitergegeben, rhörter Faulenzer. So unausdenkbar Das Buch ist ihren Händen entfallen, und das den Hans Thoma einst für den Musttjaal eines i st o ck erhielt em Münchener Privathauses gemalt hatte, und der nun kalische Chemie in der Stuttgarter Staatsgalerie der Oeffentlichkoit «Aachen. Lied ist verklungen, lange, lange schon. Die Liebe zu ihren Büchern habe ich aus ihren Schattenherzen seine Frucht- und Gewürzschiffe, duften noch seine Magazine, blitzen noch die Goldtore der arabischen Bauten. Unter meinen Ahnen lebten Dichter und Musiker. scheu keramischen Werkstätten. 3n anderer Weise wirkte die deutsche Zementindustrie anregend und befruchtend auf die B a u - i n d u st r i e, und zwar zunächst vor allem des H o ch b a u s. Die schon hervorgehobene ständige Steigerung der Güte der Zemente in bezug aus ihre mechanische Festigkeit wirkte sich vor allem bei der Entwicklung des Eisenbetonbaues aus. Großtaten deutscher Jngenieurtechnik zeugen von den Erfolgen dieser glücklichen Verbindung. In der ganzen Welt sind die kühnen und künstlerisch dabei schönen, Bauten deutscher Brücken gerühmt Mit dem Aufschwung des deutschen Wirtschaftslebens feit 1933 hat die allenthalben einsetzende Belebung des Baumarktes die Produktion 1)0^61:11961:5tunft= baustoffe außerordentlich gesteigert. Ganz besonders Zurück bis in die Urzeit reichen sie, zurück bis in das Reich des Urvaters, der vielleicht in den Ge- Auslande. Die Reichsregierung selbst und die führenden industriellen Organisationen sind bemüht, den Abschluß von Kompensationsgeschäften auch ihrerseits nach Möglichkeit zu fördern. So ist soeben zwischen der bulgarischen Regierung und einer deutschen Abordnung ein Vertrag endgültig abgeschlossen worden, auf Grund dessen Bulgarien deutsche Jndustrieerzeugnisse im Gesamtwert von etwa 19 Millionen Mark übernimmt und dafür Tabak neuer Ernten im gleichen Werte liefert. Die deutschen Jndustrielieferungen, an denen 42 deutsche Jndustriefirmen beteiligt sind, bestehen u. a. aus Telephonapparaten, Stahl und Gußröhren, Lokomotiven, Eisenbahnsicherungsanlagen und Weichen, Automobilen, optischen Geräten und Maschinen verschiedener Art. Die Abwicklung dieses großen Kompensationsgeschäftes wird fünf Jahre । dauern; doch sollen die deutschen Lieferungen schon innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren erfolgen. . Aber auch abgesehen von diesen Kompensatwns- aeschäften, deren Zahl sehr bald zunehmen dürfte, sind die Bemühungen um eine Steigerung des deutschen Exports nicht ohne Erfolg geblieben. So teilte z. B. die Demag, der bekannte westdeutsche Maschinenbaukonzern, soeben in ihrem Aufsichtsratsbericht mit, daß im Auslandgeschäft neuerdings eine Besserung eingetreten sei. Die Gesellschaft habe in den letzten Monaten Auslandaufträge im Werte von über 2 Millionen Mark hereingenommen. Die AEG. hat mehrfach bedeutende japanische Aufträge auf Lieferung großer Turbinen erhalten, von denen ein Teil nach der Mandschurei gehen soll. Ferner wird berichtet, daß sich der Warenaustausch mit Brasilien auf Grund der neuen Vereinbarungen belebt habe, und daß die Bezah- lung der deutschen Ausfuhrförderungen durch die sie und verbarg sie in seiner grünen Wildnis. Sie wollten von der Welt nichts wissen und verstanden die Windsprache der dunklen Forste, die Geheimnisse der Winter und die Fabeln der Waldsommermächte. Ihr Wissen ist zu mir gedrungen. Einer von ihnen schillernden Augen verführt. Nie hat einer wieder von ihm gehört. Er sank in die Verschollenheit. überströmenden Fluß — ihr Nachfahre bin ich, der das Bild verschenkt und den Wein getrunken hat. In den sechziger Jahren hing einer von ihnen die Großwildbüchse um und fuhr nach Afrika: er erlegte Löwen und Elefanten. Die Wilden schossen nach ihm mit dem Giftpfeil. Auch ich fuhr nach Afrika ist ebenfalls besonders dadurch ermöglicht morgen, daß im Austausch brasilianischer Kaffee, Kakao, Tabak, Häute usw. nach Deutschland importiert werden. Die Ausdehnungsmöglichkeiten für diesen Kompensationsverkehr sind noch außerordentlich groß. Genehmigungen für solche Gegenseitigkeitsgeschäfte werden in vereinfachtem Verfahren und mit größtmöglicher Beschleunigung erteilt werden. Pach den Ermittlungen der Forschungsstelle für den Handel haben sich die Umsätze des deutschen Großhandels im ersten Halbjahr 1934 beträchtlich erhöht. Das steht zum Teil in Zusammenhang mit der Steigerung der Einzelhandelsumsätze. Außerdem hat der Großhandel aber auch seine Lagerhaltung erweitert. Als Grund hierfür wird angeführt, daß die Käufer mehr und mehr dazu übergehen, bessere Qualitäten zu bevorzugen, so daß die Läger dieser veränderten Bedarfs- und Geschmacksrichtung angepaßt werden mußten. Bemerkenswert ist ferner die Tatsache, daß ein erheblicher Teil der früheren Lebensmittelumsätze der Konsumvereine und der Warenhäuser auf den Fachhandel übergegangen ist. Auch die Belieferung der Arbeitsdienstlager ver- So gestaltet und geartet waren die Männer hinter mir. Ihre Leiber sind Asche und Salz geworden, aus ihrem Lebensstosf keimten andere Wesenheiten, Kreaturen, Pflanzen und Bäume. In mich aber schlossen sie ein ihr ewiges Gleichnis, das Sinnbild ihre beständigen Wiederkunft, das ich verwalte und weitergebe. Alles in allem. Gedanke in Gedanke, Ahnung in Ahnung, Bild in Bild, Blut in Blut. Der Vater ist im Sohne. Sie sind in mir, so rote ich war in ihnen. Ich lebte, weil sie da waren, und sie sind da, weil ich lebe. Ich bin auf sie gestellt im Guten und im Bösen, in Erlösung oder Untergang. zugänglich gemacht ist. Aus dem der Wohnkultur gewidmeten Teil beider Hefte sticht vor allem die ausführliche und auch für den Laien durch viele Abbildungen, Grundrisse und Zahlenangaben aufschlußreiche Besprechung der Deutschen Siedlungsausstellung in München hervor. Hier sehen wir Häuser, die auch dem schmalen Geldbeutel das Ziel eines Eigenheimes beträchtlich näherrücken. Möbel von Richard Münch, geschmackvolle Beleuchtung« körper von Haegele, neuartige Gartenmöbel oex* vollständigen den reichen Inhalt dieser Hefte, mit denen die sorgfältig geleitete Zeitschrift ihren 35.Jayr- -------- - ) I ich denke an ihn. In meinem Weltbild fahren noch sie hierauf, und ihre Geisterfüße straucheln über - - - ' ■ * ~ ......... ' ' ' zahllose eingeebnete Gräber. Die Arbeiten für die künftige einh eitl i ch e Regelung der Einfuhr sind beendet. Ministerialdirektor Sarnow hat die Grundzüge vor den Vertretern der Presse eingehend erläutert. Das Ziel der Neuregelung besteht darin, die deutsche Einuhr in Ueberein st immung mit d en Zah- ungsmöglichkeiten zu bringen. Alle Em- uhrwaren unterliegen künftig der Kontrolle der leberwachungs st eilen, die für alle Importgeschäfte Devisenbescheinigungen auszustellen haben. Nur wer im Besitz einer solchen Bescheinigung ist, kann künftig damit rechnen, daß ihm bie Bezahlung der eingeführten Waren ermöglicht wird. Die Freigrenze ist auf 10 Reichsmark herabgesetzt worden. In erster Linie muß bei der Erteilung der Devisenbescheinigungen natürlich die Exportwirtschaft berücksichtigt werden, denn die Der- orgung der Ausfuhrindustrien mit den erforder- ichen Rohstoffen und Halbfabrikaten soll unter allen Umständen sichergestellt werden. Aber Ministerialdirektor Sarnow hat ausdrücklich betont, daß ganz allgemein das größtmögliche Maß an Sicherheit fürdieBezahlung jeder notwendigen Einfuhr geschaffen werden soll. Der privaten Initiative verbleibt trotz des Uebergangs der Hauptverantwortung für die künftige Gestaltung des Außenhandels auf die Ueberwachungsbehörden noch ein weites Betätigungsfeld auch in der Exportwirtschaft. Es liegt vor allem auf dem Gebiete des Abschlusses von Kompensationsgeschäften mit dem Auch nach mir senden die fernen Urwälder ihre leidenschaftlichen Lockungen aus. Sie atmen zu mir über die Meere. In meine Schlafträume senden sie ihre seltsamen Bilder, ihre Blütenflammen und Abenteuer. Ein anderer der bleichen Ahnenreihe war Kaufmann im Auslande. Die schlanken Türme der arabischen Moscheen warfen ihren dünnen, langen Schatten über sein Haus. Er handelte mit Tabak, Feigen und Rosinen. Seine Schiffe lagen im Hafen. Es ist lange her. Die Schiffe sind gescheitert, die Früchte verzehrt, der Tabak wurde von Matrosen und Herren in allen vier Winden geschmaucht. Aber nüssen eines C , war ein unerhörter Faulenzer. war sein Müßiggang, daß noch ein reiches Erbe auf in der blauen Glut des Mittags, im Zauberlicht der Nacht. Ich liebe das Meer und die Schiffe. Andere bestellten ihr fruchtbares Feld. Sie säten Weizen und Roggen, Mais und Lupinen. Dies alles liebe ich. Tiere zogen sie auf, Esel, Kühe und Pferde. Die Vögel nisteten bei ihnen, und das Wild kam bis an ihre gastliche Siedlung. All dies liebe ich. Viele Vorväter lebten im Wald. Der Wald nährte Gchattenzug her Väter Von Friedrich Schnack. aber stellt das Riesenwerk der deutschen Reichs, auto st raßen höchste Anforderungen. Zwar wurde schon früh die prinzipielle Bedeutung der Betonstraßenbauten für die Entwicklung des zunehmenden Kraftwagenverkehrs auch in Deutschland erkannt; es fehlte aber an der notwendigen Ent- chlußkraft. Daneben waren noch viele konstruktive Fragen unklar verblieben und hemmten die Qmt= Wicklung. Nun aber ist durch die Pläne der Reichs- autostraßen ein unerhört kraftvoller Slnftofe gegeben worden, und mit größter Energie werden die Wege dod)fd)u!nad)rid)fen. Am 16. September begeht der Botaniker Professor Dr. Gottfried B e r t h o Id von ver ° 'ität Gö11inge.n seinen 80. Gebu r ... seit 1926 entrichtete Gelehrte gehört oer .in«-r Gesellschaft d°r W^enschaften an.^ Rus °uf d-n Lehrstuhl für Ml gefunden werden, um die deutsche Betonstraße aus bestem deutschen Material zu bauen. 5)an= beit es sich doch nicht allein um Probleme der Untergrundbeschaffenheit, sondern vor allem auch um die Schaffung bestgeeigneter Zemente von hoher mechanischer Festigkeit, Beständigkeit gegen Witte- rungseinflüffe usw. Hier wiederum ist die deutsche Erde uns gnädig gesinnt, denn Deutschland verfügt in der reichen Auswahl feiner Gesteine und Sedimentlagerstätten über alles, was der Straßenbaumeister für den idealen Beton benötigt. mich aus ihrem Blut. Nichts geht verloren, was einmal war. Botaniker und Zoologen, aus gleichem Saft, trieben sich durch die Jahrhunderte. Bildschnitzer und Weinbauern am Main spiegelten sich im vorschaffte dem Großhandel erhöhte Umsätze. Diese und andere Ursachen wirkten sich dahin aus, daß die Umsätze der Nahrungsmittelgrobhandlungen im Monat Juni d. I. um ein volles Drittel höher als im entsprechenden Vorjahrsmonat waren. Große Umsatzsteigerungen wurden ferner im Tuchgroß. handel und im Baustoffhandel erzielt. Ein Zeichen des Vertrauens zur Stabilität der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ist die stetige Zunahme der Sparkassenem. lagen. Diese betrugen im Juni d. I. insgesamt 11,67 Milliarden Mark und übertrafen damit wie. der den vor der Kreditkrise des Jahres 1931 erreichten Höchststand von 11,23 Milliarden Mark. Diese Krise kann also jetzt als überwunden ange- sehen werden. Auch in dem soeben veröffentlichten Geschäftsbericht des Sparkassen- und Girooerbandes Hessen-Nassau wird betont, daß die schweren Rückschläge der Sparkassen in den Jahren 1931 und 1932 im letzten Jahre nahezu wieder ausgeglichen werden konnten. Die Landeskreditkasse Kassel hat auf Grund der günstigen Entwicklung der Sparkasseneinlagen einen Sonderkredit von 1 Million Mark zur Förderung von Handwerkern und Klein- gewerbetreibenden zur Verfügung stellen können. Die günstige Lage der M o n t a n i n b u ft rh spiegelt sich in dem Abschluß und Jahresbericht der Hoesch - Köln-Neuessen-AG. für Bergbau und Hüt- tenbetrieb wieder. Dieser große Montankonzern hat seinen Rohgewinn im letzten Jahre von 11,4 auf 14,9 Millionen Mark und seinen Reingewinn von 0,94 auf 1,53 Millionen Mark gesteigert. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, daß in den Monaten Juli und August d. I. eine weitere Geschäfts- belebung sowohl bei den Bergwerken als auch bet den Hüttenwerken eingetreten ist. — Die gute Eisen- konjunktur im Verein mit der Einschränkung der ausländischen Erzbezüge kommt auch dem deutschen Eisensteinbergbau an Lahn und Dill sowie in Oberhessen zugute. Dieser konnte im Monat August seinen Absatz von rund 59 000 auf mehr als 65 000 Tonnen und feine Belegschaft von 2141 auf 2265 Mann erhöhen. Die Förderung hat jetzt wieder 55 v. H. der Höchstleistung des Jahres 1927 erreicht. die Jubiläumsfeier in Gegenwart der höchsten Ver« treter feines Fürstentums und der indischen Reaje- rung — unter dem in Indien bei solchen Anlässen üblichen Pomp und Prunk — durch eine eigenartige Zeremonie eingeleitet: der Herrscher des Landes bestieg vor den Augen seines in Ehrfurcht er- schauernden Volkes, das allerdings vorher ara- wöhnifch noch einmal die amtlich geeichten Gewicht; kontrolliert hatte, eine goldene Waagschale... Unb die Armen konnten zufrieden sein! Denn ihr recht gut genährter Landesvater hat ein Lebendgewicht, das in Gold einer Summe von 230 000 Mark in deutschem Gelde gleichkommt. Wohl noch nie ist der Ausschlag des berühmten „Züngleins an der Waage" mit lauterem Freudengebrüll begrüßt worden als bei dieser Gelegenheit! Ausbruch mit grüner Seife. A. Washington. Dieser Tage machten drei Insassen aus dem Stoddard-Gefängnis bei Blomsfield (Montana) einen Fluchtversuch aus ihrer Zelle, der in der Geschichte der Gefängnisausbrüche wohl einzigartig dastehen dürfte. Sie hatten festgestellt, daß die Güter ihrer Zellenfenster gerade so dicht nebeneinaxv der in die Mauer eingelassen waren, daß sich ein nackter und mit grütjer Seife geglätteter menschlicher Körper noch hindurchzwängen kann. Es gelang ihnen, sich in der Gefängniswäscherei einige Pfund grüner Seife zu „besorgen". In der nächsten Nacht schon zogen sie sich splitternackt aus, rieben ihre Körper ganz mit Seife ein und gelangten auch glücklich in diesem Zustande durch die Fenstergitter nach draußen. Da einer von ihnen sich aber infolge seiner Körperglätte nicht halten konnte und in den Gefängnishof stürzte, wo er mit Arm- und Beinbrüchen liegenblieb, wurde der Fluchtversuch von den Wärtern entdeckt und die Verfolgung der beiden anderen sofort ausgenommen, die inzwischen ^be^je^^fmauer^ntfommet^roareiL^la^^iel^ bei Berlin. „ .. . Hat schon die Natur in so reichlicher Weise der deutschen Silikatindustrie ihre Rohstoffe beschert, so haben erfolgreiche Bemühungen der deutschen Chemiker und der Ingenieure der Groß-Technologie über die natürlichen Reichtümer hinaus auch noch Produkte anderer Industriezweige für diese Silikat- industrie nutzbar gemacht. Deutscher Erfindergeist hat z. B. die Verwertbarkeit der in der Eisenindustrie abfallenden Hochofenschlacken für die Herstellung von Zementen erkannt. Eine bedeutende Sonderindustrie, die H ü 1t e n 3 e m e n t e, gründet sich auf diese Erkenntnis. In anderen, mit Hilfe der wissenschaftlichen Forschung entwickelten Spezial- stoffen, bietet die chemische Industrie eint überwältigende Fülle von neuen Anregungen und Möglichkeiten zur Herstellung besonders gearteter Gläser und keramischer Kunststoffe. Es sei hier nur auf die wundervollen Farben hingewiesen, die heute der deutsche Glas- techniker seinen Produkten durch Einführung von Selen, von seltenen Erden, Edelmetallfarben wie Goldrubin, Calmiumgelb usw. zu geben vermag. In keinem Lande ist durch die innige Zusammenwirkung der chemischen Großindustrie mit der Silikatindustrie eine so außerordentliche Mannigfaltigkeit der Produkte entwickelt worden, wie gerade' in den deutschen Glasfabriken und den deut- Wirtschaftliche Umschau. Der Neue plan. — Ein deutsch-bulgarisches Tauschgeschäft. — Hebung des »rutschen Exports. — Steigerung der Großhandelsumsähe. — Die Sparkassen >aben die Kreditkrise überwunden. - Der Montan-Zndustrie geht es besser. Was soll man aber erst zu dem Reichtum Deutschlands an nutzbaren Tonen und insbesondere auch an edlen Porzellanerden sagen. Es ist wohl angebracht, zu erklären, daß der deutsche Boden eigentlich für alle keramischen Zwecke ausgezeichnetes Material in genügenden Mengen bietet. Von den Lagerstätten in Sachsen erwähnen wir als die wichtigsten vor allem die ausgedehnten Felder bei Halle a. d. Saale und bei Meißen, woher die ersten echten Porzellanerden stammten. Die edlen Tonvorkommen der Keramik sind als einzelne Typen für besondere Verwendung reichlich verbreitet, so die Klinkertone, die Tone für Steingut und Steinzeug, die große Gruppe der Tone für feuerfeste Steine und Gefäße und bergt Besonders Mitteldeutschland birgt eine überwältigende Fülle solcher verschiedenartigster guter Spezialtone, von denen nur herausgegriffen seien die ausgezeichneten hochfeuerfesten Tone von Groß-Almerode in Oberhessen, die besonders für Glashäfen verwendet werden, dann die West er wälder Tone, die dem „Krug- und Kannenbäckerlande" feinen Charakter geben, dann die Schamottetone in Neurode in Schlesien, die berühmten Kacheltone von Velten bei Berlin für die Ofenkachelindustrie usw. Für die Rohstoffe der deutschen Zementindustrie ist auch gut gesorgt. Benötigt werden vor allem tonhaltige Kalke und Mergel, wie solche z. B. in der süddeutschen Wellenkalk-Formation in der Nähe von Heidelberg sich finden. Hier hat sich bei Leimen, Wiesloch usw. infolgedessen eine ausgedehnte bodenständige Zementindustrie entwickeln können. Der Schwäbische Jura gab mit seinen reichentwickelten Kalksteinen vor allem im Tale der Blau und der Ach die gesuchten Rohstoffe in unermeßlicher Fülle. Ähnlich sind die Kalke der Kreideformation in der Münste r s ch en Bucht, sowie am Teutoburger Wald Die Rohstoffquelle für die Zementindustrie der dortigen. Auch im Weserberalande, sowie im südlichen Hannover findet sich eine reichentwickelte Zementindustrie, vor allem nahe Hannover, bei Höxter uff. Mergel der Muschelkalkformation für Ze- »mentfabriten finden sich dann vor allem in Thüringen, sowie in der geologisch so interessanten „Insel" der Kalkformation von Rüdersdorf Und wohin ich sie führe, dorthin werde ich ge- ührt sein. Ich habe sie alle, die Glänzenden und )ie Dunkeln, bis hierher getragen, bis in meine .......... .....,_____ .... ~ leichten und schweren Jahre. Erlitten und erduldet, , Prochnow. Mit Staunen erkennen wir an diesem geliebt und geehrt habe ich ihre tausend fernen1 - x;« nr^.m-ikerM Vaterschaften. Und also sagte Laotse voll Weisheit: „Der Sohn ist älter als der Vater!" (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tom sucht den Seehundöfloh. (uy) Sydney. Tom Bicker war trotz seiner Sammelleidenschaft Zeit seines Lebens ein gutmütiger Mann. Aber von seiner Sammlung darf heute niemand mehr sprechen, feit er aus Dublin zurück ist. Was er sammelte? — Flöhe! Er hatte die größte Flohsammlung der Welt: Menschenflöhe, Hühnerflöhe, Hundeflöhe, Tigerflöhe, Elefantenflöhe — alles hatte er schon. Da schrieb ihm ein guter Freund — jedenfalls hielt er ihn bis dahin für einen solchen — er habe aus der Arktis etwas ganz besonderes erhalten: einen Seehundsfloh nämlich. Rot, knallrot, feiten und dick. Ein Eskimo habe ihn mitgebracht, und er halte ihn jetzt für feinen I Freund Tom Bicker bereit. Tom schnürte sofort fein Ränzlein und fuhr nach Dublin, wo dieser Freund mit dem Seehundsfloh lebte. Australien—Dublin, das ist eine lange Fahrt, — und dann noch wegen eines Flohs ... Immerhin — wenn es noch ein Seehundsfloh gewesen wäre! Aber als Bicker aufgeregt und nervös das Glas mit dem Floh zur Hand nahm, stutzte er. Der Floh sah aus wie ein Menschenfloh. Nur war er eben rot. Doch als er ihn unter das Mikroskop spannte, sah er, daß die rote Farbe nur aufgemalt war. Ein Tobsuchtsanfall, Bruch der Freundschaft und eine Schadenersatzklage wegen der überflüssigen Reisekosten — das sind nun die Folgen. Und alles nur wegen eines dummen Flohs. Der Maharadscha läßt sich wiegen. (—) Kalkutta. Dieser Tage feierte der Maharadscha von Gondal 1 sein fünfzigjähriges Reaierungsjubiläum. Zur Feier - dieses Ereignisses versprach er, an die ärmsten ; seiner Untertanen soviel reines Wölb zu verteilen, Ich lebte nicht ohne sie, die hinter mir herziehen, ein unendlich langer, geduldiger Schattenchor, den nur das geistige Auge erschaut. Sie haben ihr -Blut, das nicht im Staub der Erde verrollt, nicht verrollen durste, traft eines unbegreiflichen Lebens- aeheimnisses, weitergegeben durch die Legion der Leiber an mich. , Hinter mir steht die Gestalt meines Vaters, der schon lange zu den Schlafenden hinabstieg; aber sein Gesicht leuchtet noch hell, wenn auch müde und weltabgewandt. Ich sehe ihn noch im klaren Tag t xvi|jcn i|i ö“ wandeln Hinter ihm dunkelt meines Vaters Vater : ging übers Meer und verfiel der Behexung und — doch ihn sah ich nie von Gesicht, und daher ist! Betörung des Urwaldes. Der Wald hat ihn mit fein Leib wie Luft vor mir, umsäumt von einem tausend wilden Augen eingeschlungen, mit tausend gedachten Umriß, und sein Gesicht ist leer, denn ich, -i«- n^hor kann kein Erlebnis aus diesem unbestimmten Antlitz herauslesen. Und weiter hinter ihm taucht auf die Vision des dritten Vaters, ein bildhafter Geist, aufgerufen von mir und bezeichnet, als schon wie eine Sage aus dem Dunkel des eigenen Stammes. Und so einer nach dem anderen, der lebte und entschwand in den Wind der Vergänglichkeit, verweht, vergangen, aufgelöst. Alle erschaue ich, diese luftzarten, Mythenhaften Vaterhäupter, die eine Kette bilden, eine empfindliche Reihe, deren Sicherheit schon ein fremder Gedanke zu stören vermag. Sie spinnen einen riesenhaften Seelenfaden zu mir, eine dünne Linie von Atomen. Streng versenke ich mich in ihre Betrachtung. Aus dem Dunkel der Vergessenheit ziehe ich Sie hatten ihre Erlebnisse und Träume, Leidenschaften und Ahnungen, Hemmungen und Triebe, Einsamkeiten und Gedanken, Kühnheit und Eigensinn, Heldentum und Weichlichkeit, Stolz und Trauer, Gut und Böse: all diese Kräfte und 2lber= j fräfte waren ihr Teil. Der Geist der Sippe, des gang beschließt. .. ~ Stammes, des Geschlechtes mischte und kochte die - 1934 23kr eS Kräfte in iealidiem Blut. tur und Technik . Septemberyeft ihm. znerreqaqr $ ------ «kicher Bezugspreis 2,50 RM., Preis des Einzelhefter 1— RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichter- felde — lieber unser Wissen von den Quellen der Entartung von Mensch und Volk berichtet Professor Dr. Gaupp. An Hand vieler Beispiele und prächtiger Abbildungen von Schmetterlingen, Schnecken unö Säugetieren behandelt Dr. Karl Henke die „Haupt- formen der Zeichnungsmuster bei den Tieren". Aon besonderer Eigenart ist ein mit vielen hervorragenden Ausnahmen geschmückter Austatz „Der Langustenschwanz als statisches Kunstwerk" von Dr. Oskar Jene wieder mit den entschlossenen Mienen ' geschöpft, und die Leidenschaft zur Musik befeuerte hausten in wilden nördlichen Ländern, in der Nach- “:J- :t rof“1 barschaft der Geysire und Jslandvulkane, die jahrhundertelang kochten und schäumten. Ihre Weiber waren stark wie Riesinnen. Ich liebe die tobenden Vulkane. Andere waren Fischer, die mit dem Wurfspeer den Lachs stachen und an den Ufern der Gewässer hausten. Durch ihre Abende rauschte der Schilfwind. Ich liebe den Fischfang. Der eine zog mit dem Segler aus grunumbuschter Bucht hinaus in die Einsamkeit des hohen Meexes^ bildhaften Beispiel, wie die große Baumeisterm Natur bei großen Tierkörpern besondere Bauformt angewandt hat, die wir bei großen Bauten Menschenhand wiederfinden. „Die Ursachen btt u gleichen Verteilung des Fischreichtums der meere" untersucht Professor Dr. Ernst Schulze M legt dar, wodurch der auffallende Fischreichtuni __ Die KUN?r , Oie ,uyrenve mujirterie *jko= Polarmeere zu erklären ist. Dem Photofreuno natssch'vift für Malerei, Plastik und Wohnkultur! den die reizvollen Leicabilder vom Kampf e' (Verlag F. Bruckmann, AG., München) bringt in Bienenwolfs mit einer Honigbiene Anregung ihren beiden letzten Heften (August, September , ähnlichen Aufnahmen geben. Das neue W ' in 1934) eine umfassende Uebersicht über die Inter- i seiner inhaltlich wertvollen Vielseitigkeit u nationale Kunstausstellung in Venedig aus der seiner hervorragenden bilderreichen Auspa Feder von Ulrich Chvistoffel mit zahlreichen Bild-! wieder eine Glanzleistung. „Der Naturforscher Wiedergaben, darunter u. a. Thoma, Fauerbach, ! jedem Naturfreund warm empfohlen weroen. Leibi, Böcklin, Courbet und Renoir. Die Große Münchener Kunstausstellung bespricht, ebenfalls an Hand zahlreicher Abbildungen, Dr. Bruno Kroll. Wilhelm Pinders neuem Blauen Buch „Deutsche Barokplastik" ist ein für die Eigenart des Münchener Kunstgelehrten bezeichnender Abschnitt entnom- versität G men, dazu sehr schöne Abbildungen von Werken der seit lk von Donner, Zürn, Feuchtmayer u. a. Schließlich " s. .. . sei noch erwähnt die Besprechung eines Wandfrieses, , Professor Dr. H. U l i ch von den Hans Thoma einst für den Musiksaal eines istock erhielt einen Rus auf den ^eyrpu^ Münchener Privathauses gemalt hatte, und der nun kalische Chemie an der Technischen 5)oan > findigen Razzien fand man die beiden völlig er- frtipft und immer noch in ihrem paradiesischen Zu- jtjnbe in einem mehrere Kilometer entfernten Busch- tnrf auf. Nga hat seinen „großen Peter" wieder. (k) Riga. Bis auf die Kosten ist alles wieder in bester Ownung mit dem „großen Peter" oder Peter dem Vvßen, wie man ihn in der Geschichte nennt. D-'ser „große Peter" gehörte der Stadt Riga. gj|::n hielt dieses Bildwerk für so bedeutend, daß nun es beim Vormarsch der deutschen Truppen 1915 schleunigst auf ein Schiff brachte und nach Peersburg versenden wollte. !*od) wie das Schicksal es so will — die Statue »ei ank mitsamt dem Schiff. Die Wellen des bal- tiscen Meeres spielten leise darüber hin, während die Welt diesen „großen Peter" infolge anderer 5c gen mehr und mehr vergaß. Äei Bergungsarbeiten stießen nun vor einigen Wchen Taucher der estnischen Regierung auf die tue des Zaren, die auf dem Wrack des Schiffes inner noch festgefunden ein beschauliches Dasein siis-te. Han brachte das Bildnis an die Oberfläche. Die kr gserinnerungen einiger Seeleute reichten noch ns zu diesem Bildwerk — und so bot man denn Hin eines Tages das Kunstwerk wieder an. ^iiga war sehr erfreut und stellte sie erst einmal tu Museum. Man war sich einig darüber, daß Üerstnischen Taucher tüchtige und freundliche Leute |eim. Bis vor einigen Tagen die Rechnung ein- trc: Bergung und Zustellung einer Figur... so urt so viel Lat... h Riga ist man entsetzt: teure Freundlichkeit. DQiu denkt schon daran, die Statue wieder zurück- lutingen und erneut zu versenken. Aber die Esten »Den dennoch auf der Kostenzahlung bestehen. Das einsame Haus in der Arktis. (n) Moskau. Sie Arktis ist groß und weit. Und von ihren lel rraschungen wissen wir kaum etwas. Langsam, |ar langsam erst treten sie in unseren Gesichts- ‘re . Da hat der russische Walfänger „Lensowjet" 'len Arktis-Institut einen Bericht eingereicht, der lür einem überraschenden Fund spricht. 2;5 man auf Kap Fords (Prinz-Georgland) vor- jlici und auf ganz und gar jungfräulichem Boden c 1 'in glaubte, entdeckte man plötzlich ein regel« Haus. Auf keiner Karte ist diese Gegend em tragen, geschweige denn das Haus, lieber dem Ginoang war in das Holz ein norwegischer Spruch scnc ritzt. In der Hütte fand man sehr alte Lebens- nltill — an den Fenstern und am Karnin aber emthcften die Russen Spuren eines ober vieler 9!änn, die sich vergebens bemüht hatten, diesem f :at einen räuberischen Besuch abzustatten. Aich weiß man nicht, zu welchem Zweck und ZM dieses Lebensmitteldepot in dieser völlig un- b 2 feinten Gegend angelegt wurde. Verschollene ni einen Reflektanten für mein Geschäft, und mit dj Geld von Ihnen dazu haue ich ab. -ier in J Gegend habe ich letzthin wenig Glück gehabt, ud Sie werden nie mehr etwas sehen oder hören ool mir." Er zog sich im Nebenzimmer wieder um, unb el dunkelte bereits, als er das kleine -aus in Born-! heim verließ. Ein Maurer sollte die kleine Dehnung über der -austür wieder in Ordnung bringen. Ausreden, um den Schaden zu erklären, gab es genug Nachdem Merten gegangen, sahen sich die br« Menschen an, als wollten sie sich auf diese Weh überzeugen, daß sie nicht träumten, und Wem-, Olden schlug schließlich wieder den Deckel der Heiner Truhe zurück. Sie enthielt kein Geld, keine Papiere, bie irr Laufe der Zeit vielleicht hätten wertlos roerbej können, sondern, in seidenen Lappen gut geborger, Schmuckstücke der verschiedensten Art, vor alle,! aber lose Juwelen. Es gehörte kaum ein Kennerauge dazu, die Eb heit festzustellen. Am nächsten Tage aber gab Besuch bei einem Juwelier, dem Werner Olden eh paar der Stücke vorlegte, volle Gewißheit. Es Han- bette sich um erlesene Edelsteine, deren teilwchr Verkauf sogar in dieser Zeit, in der die Nachfnzr nach solchen Dingen gering war, auch bei billiger Abstoßung ein Vermögen bringen mußte. Der Enke! und die Urenkelin des bösen Tobias Olden batten erst gefunden, was er feinem Sohn zugedacht. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit ersck Detlef Westkamp durch Donata das Neueste. Sie betonte: „Vater wünscht nicht, daß über die Sache gesprochen wird. Detlef, der Gauner hat ja auch wirklich verhältnismäßig anständig gehandelt." Ihm aber war zumute, als packe ihm die schöne Donata Olden eine zu schwere Last auf. In j einen Ohren fauste und brauste das Blut. Das Schichl meinte es fast zu gut mit Donata. Der Zeitpunkt ist günstig, Ihren Herbstbedarf einzudecken! zeigen ihre Vermählung an Gießen, 15. September 1934 5364 D (Trednerstraße 19 Hillebrandstraße 14 Textilhaus Graf S±.i den 15. September 1934 04444 5351 D Dr. med. Ploch 10 04456 04511 Dr. Kranz nur Mk. 68.50. 537 Bü Or.-Zng. Gert Lauermeister und Frau Erika, geb. Szubinski Wir haben uns verlobtl Erika Wittmann Willi Less Von der Reise zurück Von der Reise zurück Von der Reise zurück Künstlerkonzert Sonntag ab 16 Uhr Bergschenke Eintritt frei! Eintritt frei I wiederSprechstunde 0433i I HIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIII Iflnoen- ff AnnwWlz abzugeb. Bestell. erb.wirp.Postk. DampMgewerkLollar B.Nuhn A.6..Lollar, iiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiii Ich bitte zu berücksichtigen, daß Ihnen für diesen Zweck meine reich sortierten Läger, meine grobe Auswahl, meine guten Qualitäten, meine billigen Preise und mein fachmännisch geschultes Personal bei zuvorkommendster Bedienung zur Verfügung stehen. Ich bitte Sie, sich in meinem Hause zwanglos orientieren zu wollen Me Vermahlung beehren sich anzuzeigen » Carl Simon und Frau Marie, geb. 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September, abends ab 8 Uhr, im groben Bühnensaal: Kirchweih-Vall Eintritt: einschl. Garderobe und Tanz 80 Pf. Für Besitzer von Kur- und Dauerkarten, sowie SA. und SS. gegen Vorzeigen des Ausweises 50 Pf. 63ud Tischbestellungen beim Kurhaus- Restauraieur.-Telephon Nr. 2081. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli Kur* n. Erholungsheim ,,Falkeneck“ Braunfels im Lahngebirge. Neuzeitl. Haus, inm. Park u.Wald. Bäderanl. f. ges. Natur- heilverf. Darmbäder, Dauerbrausen, Licht- u. Dermotherapie. Vorzügl. Küche, Heildiät. 13.-17.8.: Ernährungskurs d. W. Thiele. s83,i > IlHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHimil Wieseck Sonntag, den 16. September Tanz 53300 bei Wilhelm Dorfeld Ludwigsburg bei Wieseck (herrlich am Wald gelegen) Sonntag, den 16. September 1934 Tanz 12 Minuten von der Straßenbahn- Endstation Wieseck 5329 d Prof. Dr. Walther Frauenarzt 04475 Luft-u. Kneippkurort Heigenbrücken,Spess. Hotel Hochspessart.484sD ii.Wasj.,taltu.warm,Zenlr.'He?z., Blk.-^im., herri.Terr., m Blick ms Gebirge, wunderb. Berggart mit Liegestüht. ^dyll des Sven. Hier nnd Sie, was Sie suchen. Pens.» Preis b. beit Bervfl., Butterküche, Borsais v. 3.80 nn. Sie sind entzückt und komm, wied Besitzet r^ak Nöcking Tel. 35 Borbestell Nr. 2’6 Drittes Blatt Mrtzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vveryessen)Zamstag, 15. September <934 Momentbilder von der Obstversteigerung. Eßt deutsches Obst! Der zivile Lustschutz und seine Vedeuinng Ein sechstägiger Kursus.-Ein Rundgang. Der Reichsluftschutzbund, Landesgruppe Hessen- ?/.heinland-Süd, führt seit Montag hier in eigens infür zur Verfügung gestellten und zum Teil spe- ksell ausgebauten Räumen einen Lehrgang für iie n zivilen Luftschutz durch, der mit dem heutigen Abend beschlossen wird. Um die Arbeit h diesem Lehrgang kennenzulernen, war am gestri- c°n Freitag den Vertretern der Behörden, Organi- fltionen und der Presse Gelegenheit gegeben, für kurze Zeit am Unterricht teilzunehmen und auf emem Rundgang Einblick zu gewinnen in die praktische Arbeit dieses Kursus. Der Rundgang war außerordentlich demonstratio und ließ einerseits die Bedeutung des Luftschutzes, anderseits die Not- mendigkeit einer sachgemäßen Schulung aller derer, i)$ dazu berufen sind, im Ernstfälle tätige Hilfe zu lessten, erkennen. iAuf Einladung der Ortsgruppe Gießen des ^«ichsluftfchutzbundes hatten sich Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Provinzialver- raltung, des Kreisamts, der Stadt Gießen, der svnchswehr, der Polizei, der Universität, des stsLB., des Arbeitsdienstes, der Technischen Not- sisfe, der Feuerwehr, der Freiwilligen Samtäts- Icionne vom Roten Kreuz, des Hausbesitzer-Vereins kib der Presse eingefunden. Der Führer der Ortsgruppe Gießen, Dr. Walli ach, hieß die Gäste willkommen. Der Führer Ifü Luftschutzlehrganges, Obertruppführer Hafner, I7iriß in einer fu**ion gfnfnrn*» hen Sinn des Lehrganges und die Art seiner Arbeit. Dann folgte man dem Lehrgangsleiter auf dem Rundgang. Nachstehend sei kurz der Sinn des Luftschutzes und die Art der Arbeit des Kurses umrissen. Lustschutz ist Selbstbehauptungswille! Deutschland ist in der Luft noch wehrloser als auf dem Wasser und zu Lande. Das wissen wir alle, und es braucht hier nicht weiter ausgeführt zu werden. Welche Gefahren können uns aus der Cuff drohen? Die größte ist nicht, wie irrtümlich gemeint wird, die der Gase oder, richtig ausgedrückt, der chemischen Kampfstoffe, sondern die der Brandbomben. Diese werden in einem Gewicht von 250 Gramm bis zu 2 Kilogramm hergestellt. Ein Bombenflugzeug kann davon eine erhebliche Menge mitnehmen. Man unterscheidet zwei Arten s>on Brandbomben: die Elektron-Thermit-Brandbombe und die Phos- phor-Bandbombe. Beide sind mit Wasser nicht zu löschen. Man kann sie nur abdecken mit Sand und auf unbrennbarer Unterlage ausbrennen lassen. Unbrennbar heißt hier nur Stein oder Sand, da durch die große Hitze einer Elektron-Thermit-Brand- bombe auch Eisen sofort durchschmilzt. Geaen die Wirkungen von chemischen. Kampf- ■ ■1 #;>**** MM I *"• Oben links: Auf dem Wege zur Versteigerung. — Rechts: Die Kaufliebhaber bei der Versteigerung. Unten links: Der Polizeidiener und der Protokollführer inmitten der Steigerer. — Rechts: Beim Schauen und Prüfen während der Versteigerung. Wer in diesen Tagen auf unseren Landstraßen wandert oder fährt, wird sich nicht nur von dem schönen Bild der Heimat im Spätsommerschmuck beglückt fühlen, sondern er wird auch große Freude über Äen reichen O b st s e g e n empfinden, der beiderseits der Landstraßen, von den Obstbaumstücken der Äecker und aus den Gärten das Auge des Beschauers entzückt. Wohin man blickt, überall find die Bäume mit köstlichen Aepfeln, Birnen, Zwetschen überreich beladen. Das leuchtet im Scheine der Spät- Die Händler aus oer Stadt. ■ Mä"'- sommersonne in herrlichen Farben, in einer Vielfältigkeit und wunderbaren Harmonie des Tons, wie sie nur die Allmacht des großen Schöpfers aller Dinge so schön uns Menschenkindern geben kann. Wir haben in diesem Jahre allen Grund, voll tiefer Ehrfurcht am Erntefesttag auch für diesen reichen Segen dem Allmächtigen von Herzen Dank zu sagen ... Die Fülle des Ertrages und die gute Qualität der Früchte machen es uns allen im kommenden Der- sorgungsjahre noch mehr als bisher zur Pflicht, dem vaterländischen Gebot zu folgen: Eßt deutsches O b st ! Wer danach handelt, hilft dem Obstbauer, stärkt die Grundlagen der straßenbesitzenden Derwaltungskörperschaft, in unserem Falle der Provinz Oberhessen bzw. der Gemeinden, dient damit seinem Volke, indem er es freimacht von Zahlungsverpflichtungen an das Ausland, und erweist sich selbst einen Nutzen, da er als Glied des Volkes ja auch die Erleichterung der Last der Volksgesamtheit angenehm verspüren wird. Und in der Qualität kann unser deutsches Obst es bestimmt mit jeder ausländischen Konkurrenz aushalten ... Nun sind überall die O b st v e r st e i g e r u n - g e n im Gange. Da drängen sich die Kaufliebhaber vom Lande und aus der Stadt schon am frühen Vormittag um die Bäume mit dem reichen Fruchtsegen. Sachkundig und umsichtig walten die Beauftragten der zuständigen Behörde ihres Amtes, denn der Ertrag der Obstversteigerung spielt im Haushalt der öffenlichen Körperschaften vielfach eine hervorragende Rolle. Ein Gebot, treibt das andere; zum ersten, zum zweiten, zum ..., und wieder zum ersten, zum zweiten, zum ... usw. bis schließlich einer der Bieter das Rennen gemacht hat. Ist das Angebot annehmbar, dann wird ohne weiteres der Zuschlag erteilt, und weiter geht's zum nächsten Baum — bis der ganze Versteigerungstermin erledigt, d. h. alles Obst untergebracht ist. Mittler- weile hat bereits das Brechen der herrlichen Früchte begonnen. Mit Leitern, Körben, Säcken oder stroh- gefütterten Wagen, oft auch mit Obstkisten und Lastautos geht's ernst und bedächtig, hier und da auch mit frohem Wort, an das große Abräumen des Baumes, der treu und unermüdlich seinen Le- besnsaft gespendet hat für die köstlichen Früchte, die nun durch Menschenhand von ihm genommen werden, um Menschen zu erquicken und ihrer Existenz dienstbar zu sein. Die Goldparmänen werden gebrochen. - L J WB * 1 stoffen und der Splitter- und Sprengbomben schützen wir uns in den Schutzräumen. Als Schuhraum wählen wir uns einen Kellerraum, der kampfsfoffsicher, splittersicher und einsturzsicher gemacht werden mutz. Das alles lernt man nicht aus Büchern oder Bildern, indem man ähnlich einem Kochbuchrezept dazu sagt: „Man nehme Sand, Schaufel, Eimer usw.", sondern das muß man handwerksnzäßig gelernt haben. Und das ist gar nicht so schwer, wie wir uns überzeugen konnten. Wir sind mit dem Reichsluftschutzbund der Meinung, daß mit gutem Willen und keiner Scheu vor schmutzigen Händen diese gewaltige Luftschutzarbeit um die Hälfte vereinfacht wird. Der Trupp bildet hier in einem sechstägigen Lehrgang, der von morgens bis abends dauert, 100 Personen aus. Diese 100 Personen setzen sich zusammen aus Männern, Frauen, Jungen und Mädels. Sie werden nicht nur theoretisch, sondern vor allen Dingen praktisch ausgebildet und haben dann die Aufgabe, andere weiter auszubilden. Ausgehend davon, dah die Praxis auch hier die beste Cehrmeisierin ist, wird das Löschen oder besser gesagt Abdecken von Brandsätzen auf einem richtigen Dachboden geübt. Feuer sieht man spritzen, es knallt und raucht, und die Hausfeuerwehr, angetan mit alten Kleidern, einem festen Kopfschutz, Atemschutzgerät, deckt schnell und sicher die Brandsätze ab. Kleinere Brände werden verblüffend einfach mit einem nassen Lappen an einer Stange, einer Feuerpatsche ausgeschlagen oder mit einer Kübelspritze gelöscht. Der Lehrtrupp richtet außerdem noch zwei Häuser vom Dachboden bis zum Keller für den Luftschutz ein. Dachböden werden von überflüssigem Gerümpel befreit, zum Zwecke der Verminderung der Brandgefahr. Es ist unglaublich, was alles auf einem Dachboden gestellt wird! Die Schutzräume werden mit einfachsten Mitteln eingerichtet. Da werden Unterzüge unter die Decke eingezogen, Stempel daruntergesetzt und verkeilt. Ein Vorraum wird als Gasschleuse hergerichtet, die Fenster abgedichtet und eines davon als Notausgang hergerichtet. Vor die Fenster werden Sandsäcke gegen die Splitter und Sprengwirkung gepackt. Die Arbeit des Reichsluftschutzbundes und seiner Lehrtrupps erschöpft sich nicht in dieser rein schulungsmäßigen Arbeit, sondern darüber hinaus in dem Willen, das ganze deutsche Volk zu einer Volksgemeinschaft zusammenzuschweißen, die im Ernstfall genau so tapfer und treu ausharrt, wie das Heer an der Front. „Tag des Deutschen Volkstums" in Gießen. Am 16. September wird überall im deutschen Vaterland der Tag des deutschen Volkstums als „Fest der deutschen Schule" würdig gefeiert. Dieser Tag soll der deutschen Jugend die tiefe Blutsverbundenheit aller Deutschen, wo immer sie wohnen mögen, zum Bewußtsein bringen. Am gleichen Tag und zu derselben Stunde versammeln sich überall im Vaterland unzählige junge deutsche Menschenkinder, welche ihres deutschen Volkstums in ernster Feier gedenken und welche an diesem Tag ihrem Deutschtum Treue schwören wollen fürs ganze Leben. Das deutsche Volk ist ein 100-Millionen-Dolk; aber nur 64 Millionen Volksgenossen leben im Reich. Da gilt es, mit aller Eindringlichkeit und in heiliger Verantwortung vor allem der deutschen Jugend das Bewußtsein einer Einheit aller Deutschen in der Welt nahe zu bringen. Die Jugend soll sich ja vorbereiten, dereinst einmal das Dritte Reich nach den Gedanken des Führers auszugestalten. Der 93 b 21. ist mit der Aufgabe betraut worden, bas „Fest der deutschen Schule" durchzuführen. Alle Kräfte des Landesverbandes Hessen sind aufgerufen worden, dazu beizutragen, daß der Gedanke einer unlösbaren Verbundenheit der 100 Millionen Deutschen tief in die Herzen der Jugend sich eingrabe. Auch die Gießener VdA. - Schulgruppe n sind eifrig am Werke, diesen Festtag so vorzubereiten, daß er allen ein Erlebnis werde. Der „Tag des deutschen Volkstums" wird in Gießen am 16. September im Eafs Leib festlich begangen. Zur Ausgestaltung einer würdigen Feier tragen sämtliche Gießener Schulgruppen bei. Schülerinnen der Neuen Pestalozzischule tragen Gedichte vor, die VdA.-Gruppe der Goetheschule singt und turnt, die S t u d i e n a n st a l t tanzt einen Sudetentanz und singt ein Volkslied mit Block- flötenbegleitung. Die Alte Pestalozzischule stellt eine Pyramide und versinnbildlicht die verlorenen deutschen Gebiete. Die Schiller schule bringt ein schlichtes Spiel zur Darstellung: „Wir suchen Deutschland!" Eine gemeinsame Riege der Oberrealschule, des Gymnasiums und des Realgymnasiums bringt Turnvorführungen. Schulrat N e b e l i n g hält eine Ansprache. Das Orchester der Oberrealschule umrahmt und verbindet mit Orchesterstücken. Der VdA. hat also ein reichhaltiges, ernstes, würdiges Programm aufgestellt. Der Veranstaltung wird, so Haffen wir, ein volles Haus beschieden sein. (Näheres siehe heutige Anzeige!) Zeppelin-Fahrt über den Autobahnen. LPD. Frankfurt a. M., 14. Sept. Das Luftschiff „Graf Z e p p e l i n", das mit einer Reihe von Teilnehmern am Münchener Internationalen Straßenbaukongreß und dem Generalinspekteur für das deutsche Straßenbauwesen eine Fahrt zur Besichtigung der Autobahnen gemacht hatte, erschien heute vormittag einige Minuten vor 8 Uhr über dem Frankfurter Flughafen. Um 8.15 Uhr wurde die Landung glatt vollzogen. Am Fenster der Führergondel erschien Dr. Eckener, gleich darauf der Führer der heutigen Fahrt, Ka- vitän Flemming. Die geladenen Gäste, an der Spitze Reichsstatthalter Sprenger und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, begaben sich dann zu dem Luftschiff. Die Fahrgäste stiegen bald darauf aus und äußerten sich begeistert über die Fahrt. Von Frankfurt aus nahmen andere Kongreßteilnehmer eine zweite Besichtigungsfahrt über die südwestlichen Teile d?r Autobahn vor. Nach kaum 20 Minuten Aufenthalt ging der neue Aufstieg vor sich. Das Luftschiff beendete um 17.37 Uhr seine Fahrt im Flughafen Frankfurt-Rebstock. An Bord befanden sich 62 Teilnehmer am VII. Internationalen Straßenbaukongreß, davon 50 Vertreter von 21 ausländischen Nationen. Die Besichtigungsfahrt führte von Heidelberg über Mannheim nach Frankfurt, von dort über St. Goar, Köln und das Industriegebiet nach Hannover, Hildesheim, zur Wasserkuppe und schließlich über Darmstadt nach Frankfurt zurück. Die Teilnehmer äußerten sich begeistert über den Fahrtverlauf und über die großen Fortschritte im Bau der Autobahnen, die ihnen zum Teil von früheren Besichtigungen her bekannt waren. An den Führer und Reichskanzler wurde von den ausländischen Fahrtteilnehmern folgendes Telegramm gerichtet: „Ausländische Teilnehmer des VII. Internationalen Straßenbaukongresses aus allen Teilen der Welt grüßen als Gäste der deutschen Regierung den Reichskanzler und Führer des Deutschen Reiches vom Zeppelinflug mit dem Generalinspektor über die Reichsautobahnen, voll Bewunderung über die Leistungen der deutschen Technik. Die Teilnehmer von Bolivien, China, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Groß-Britannien, Holland, Britisch» Indien, Niederländisch-Jndien, Italien, Japan, Norwegen, Palästina, Polen, Portugal, Rumänien, Tschechoslowakei, Schweden, Schweiz, Spanien." Der abermalige Start des Luftschiffes zur Rückfahrt nach Friedrichshafen erfolgte unter dem Jubel der Tausende von Besuchern um 18.15 Uhr. Wenige Minuten später verschwand es in südwestlicher Richtung. Gießener Anzeiger für — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was bin ich ohne Dich". — Kreis-Obst, und Gartenbauoerein Gießen, 15.30 Uhr, im Katholischen Vereinshaus, Liebigstraße: Hauptversammlung» — Verein ehem. 116er, 20.15 Uhr, im „Postkeller", Vereinspslichtabend. — Stadt- kasfee: Konzert und Tanz. — Tageskalender fur Sonntag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was bin ich ohne Dich". — Klavierschule Körner, Horst-Wessel-Wall 48,16.30 Uhr: Schüler-Vortragsabend. — VDA., 19.30 Uhr, im Lass Leib: Fest der Deutschen Schule. — Reichs- der Bahnhofsmission vor Augen hält, wird zugeben müssen, daß es sich hierbei um ein großes soziales Hilfswerk handelt, dem die Förderung durch eine Geldbeihilfe, auch wenn sie nur aus kleinen Gaben im einzelnen sich zusammensetzt, voll und ganz zu gönnen ist. Darum gebe jeder heule und morgen nach besten Kräften an die Sammlerinnen für dieses gemeinnützige Werk! Wer der Bahnhofsmission Ortsgruppenversammlung der NE-Hago Gießen-Ost und -Nord. Die Ortsgruppen der NS.-Hago Gießen-Ost und Gießen-Nord hielten gestern abend im Saale des Cafe Leib eine gemeinsame Mitgliederversammlung ab, die insbesondere der Erledigung geschäftlicher und organisatorischer Angelegenheiten gewidmet war. Der Führer der Ortsgruppe Gießen-Ost, Pg. S t ü h l e r , hieß die Parteigenossen und Mitglieder der Ortsgruppen willkommen und betonte, daß es nach der längeren Versammlungspause nun wieder mit allen Kräften zu arbeiten gelte. Dies um so mehr, als nach einer Erklärung des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, die NS.- Hago als führende Organisation des Handels und Handwerks besonders wichtige Aufgaben zu erfüllen habe. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit verschiedenen organisatorischen Fragen, insbesondere mit den Rechten und Pflich- ten, die mit der Mitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront verbunden sind. Ferner wies er auf die Möglichkeiten der Sicherstellung des Handwerkers für die Jahre seines Alters durch die Mitgliedschaft in der Deutschen Arbeitsfront hin und ging dabei auf die einzelnen Bestimmungen ein. Im Zusammenhang damit gab er dem Wunsche Ausdruck, daß den Blockwarten, die ehrenamtlich tätig seien, die Arbeit der Beitragseinziehung nicht so schwer gemacht werde, wie es gegenwärtig häufig noch geschehe. Der Redner gab schließlich noch die Beitragssätze in den 20 verschiedenen neu geschaffenen Klassen bekannt und wies auf eine Reihe von Vergünstigungen hin. und seine eigenen Beilagen „Gießener Iamilienblätter", „Heimat im Bild" und „Oie Scholle". - So wohlfeil sicher« man sich MC ÄetttMg -0v KettUKt gibt, leistet seinem Volke einen guten Dienst und fördert eine Aufgabe, die in irgendeiner Weise vielleicht auch einmal für ihn selbst oder seine Kinder als helfende Tat wirksam Die Gießener Lazarette waren nach einer Notiz im „Gießener Anzeiger" bis zum 10. September 1914 mit etwa 900 Der- mundeten belegt, unter denen sich 60 bis 70 Fram zosen befanden. In den nächsten Tagen sollte auch die frühere Alte Klinik für Lazarettzwecke emgench- tet werden. In dem Bericht wird hervorgehoben, daß es den Verwundeten an nichts fehle und alle sich in der Pflege der Lazerette wohlfühlten. Ein Verpflegungsrapport. Das Rote Kreuz Gießen berichtete im „Gießener Anzeiger" vom 14. September 1914 folgendes: Bel der Abrechnung für August ergab sich folgender Verbrauch an Naturalien bei der Verband- und Erfrischungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof Gießen für die durchreisenden Truppen und die deutschen Verwundeten: 1631 Laib Schwarzbrot, 4690 Wecke, 975 Kilo Wurst, 209 Kilo Kaffee, 390 Liter Milch, 250 Kilo Kartoffeln, 60 Kilo Bohnen 3 Kilo Erbsen, 10 Kilo Kakao, 254 Kilo Zucker, 2601 Stück Eier, 15 Kilo Tee, 8 Kilo Schokolade, 190 Kilo Butterersatz, 4 Kilo Salz, 10 800 Zigarren, 32 500 Postkarten, 1 Kilo Pfeffer, 1 Kilo Nelken, 40 Kilo Reis, 5 Kilo Haferflocken, 100 Bullionwur- fei, 68 Maggiwürfel, 193 Kilo Malzkaffee, 46 Kilo Dörrfleisch und Speck, 157 Flaschen Zitronensaft, 26 Kilo Zwieback. Das Gefangenlager in Gießen. Im „Gießener Anzeiger" vom 15. September 1914 wurde die Einrichtung des Gefangenlagers m Meßen mit folgender Mitteilung angekundlgt. „ßer vordere Trieb wird jetzt mit einem hohen Bretterzaun umhegt. Innerhalb der Einfriedigung werden 100 Holzbaracken und die nötigen Wirtschaftsraume erbaut, um 10 000 gefangene Franzosen unterzubringen. Die ganze Einrichtung erhalt den Charakter eines militärischen Lagers. Im Innern der Holzumfriedigung wird ein Weg freibleiben,. der nach dem Lager zu mit Stachelzaundraht einen Schutz erhält. Auf diesem Wege wird die Bema- chunqsmannschaft ihres Amtes zu walten haberu Die Baracken werden, soweit die Umfassungswanoe in Frage kommen, innen und außen wetterdicht verschalt und heizbar angelegt. Interessant durste es jedenfalls fein, daß auf dem Trieb im W 1759, also während des Siebenjährigen Kriegesschon einmal Franzosen gelegen haben." lichen Erzeugnisse hinein, die durch ihre Eigenart bisher den größten Widerstand geleistet haben. Und die Entwicklung geht unaufhaltsam weiter. . Das zeigt, daß beim Käufer ein Bedürfnis nach Markenartikeln vorhanden sein muß. Uno in oer Tat sind seine Vorzüge gerade für den rechnenden und vorsichtig wählenden Käufer sehr 6wß- , Tatsache, daß der Fabrikant eines Markenartikes mit seinem Namen und seiner ganzen Existenz für sein Produkt eintritt, daß dieses m immer 9sicher Qualität und zu gleichen Preisen m l^em Geschäft zu haben ist, daß es gewissermaßen dauernd unter der öffentlichen Kontrolle von Millionen steht, gibt dem Käufer Sicherheit und Garantie, probieren kann man heute nicht mehr alles selbst; deshalb tut man gut daran, solche Artikel zu kaufen, die dauernd unter Einsatz ihres Namens vor dem kaufenden Publikum ihre Bewahrung Nachweisen. Verpflichtung der Obermeister der Kreishandwerkerschast. Man berichtet uns: Am Freitagvormittag ver- sammelten sich im festlich geschmückten Krausmuller- Saal in Gießen die Obermeister der KreiS'Jnnun- aen des Kreises Gießen zur feierlichen Verpflichtung und Entgegennahme der Bestallungsurkunden Der Vorsitzende der Handwerkskammer-Nebenstelle eröffnete die erste Sitzung der Obermeister -innen), begrüßte die Erschienenen und widmete einen besonderen Willkommensgruß dem Kammerpräsidenten Pg. Fritz Müller (Darmstadt/Malnz). Hierauf erhielt das Wort Kollege Pg. Muller. In längeren Ausführungen erläuterte er die Pflichten der Dbermeifter(innen) ihren Jnnungsmltglie- bern und der Kreishandwerkerschaft gegenüber. Im An chluß hieran verpflichtete der Kammerpräsident Im weiteren Verlaufe der Versammlung gab Pg. S t ü h l e r von dem großen Generalappell der NS.- Hago Kenntnis, der am Sonntag, 14. Oktober (Tag des Handwerks) stattfinden werde. Es sei zu erwarten, daß der neue Gauamtsleiter der NS.- Hago dabei sprechen werde. Nachdem der Versammlungsleiter noch zwei Erklärungen des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, hinsichtlich des Verhaltenster Parteigenossen bekanntgegeben hatte, wurde der ossizielle Teil der Versammlung mit der Ausgabe der Mitgliedskarten und mit einem dreifachen Sieg-Heil aus den Führer Adolf Hitler be- schlossen. Helft der Dahnhofsmission! Heute und morgen werden S a m ml er in nen der Bahnhofsmissio n im Straßenbild unserer Stadt erscheinen, um in Sammelbüchsen B e i- hilfen für das gemeinnützige Werk der Bahnhofmission zu erbitten. .Wer die Aufgaben der Bahnhofsmission kennt, die nut viel selbstloser Hingabe und Opferfreudigkeit zu erfüllen sind, wird nicht zögern, bei dieser Sammlung sein Scherflein beizusteuern. Die Bahnhofsmission betreut Kinder und jugendliche, auch Kranke, Blinde und Alte auf den Bahnhöfen und vielfach auch auf den Wegen zu einem Krankenhaus ober zu einer sonstigen Statte. Die Hilfeleistung der Bahnhofsmission wird un- enlgeltlich jedermann ohne Ansehen des Standes und der Konfession gewährt. Erforderlichenfalls wird hungrigen und mittellosen Menschen Speisung gegeben, ja, unter Umstanden greift die Bahnhofsmission auch einmal m ihren knappen Geldbestand und bezahlt für einen Hilfsbedürftigen die Reise. Von besonderer Wichtigkeit ist die Tatsache, daß den Jugendlichen umfasstnder Schutz vor unlauteren Elementen durch die Bahnhofsmission zu teil wird, besorgte Mütter und Vater mit ruhiger Gewißheit ihre Kinder der Obhut der Bahnhofsmission anvertrauen können. DlAU kommt vielfache Rat- und Hilfeleistung in allen Wechselfallen des Reiseverkehrs. Wer sich diese kurzen Hinweise auf das Wirken die Dbermeifter(innen) durch Handschlag und überreichte ihnen die Bestallungsurkunden. Kreishand- werksführer Pg. L. Stühler dankte im Namen ämtlicher Dbermeifter(innen) für das Vertrauen, welches man ihnen durch die Bestallung zum Ober- meifter(innen) entgegenoringe, und diese gelobten alles zu tun, was im Interesse des einzelnen Berufsstandes sowohl wie des gesamten Handwerks liege. Zum Abschluß wurde unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler gedacht, denn nur feiner tatkräftigen Initiative ist es zu verdanken, daß die Aufbauarbeit und die Organisation des Handwerks stetig vorangetrieben wurde und zu der Bildung allgemeiner Pflichtinnungen im Rahmen der Kreishandwerkerschaft geführt hat. Ein dreifaches Sieg-Heil auf unseren Führer und unser geliebtes deutsches Vaterland schloß die eindrucksvolle Feier. Platzkonzert des SA.-Musikzuges. Der Musikzug der Standarte 116, unter Leitung des Musikzugführers Hermann, veranstaltet am morgigen Sonntag, von 11 bis 12 Uhr, ein Anlagenkonzert in der Johannesstrahe/Ecke Plockstrahe mit nachstehender Vortragsfolge: Pour le m£rite, Marsch.........Schwarz Ouvertüre zur Oper „Pique Dame" von Suppe Rosenlieder.............von Eulenburg Estudiantina, Walzer..........2ßalbteufel Hüons Zauberhorn, Fantasie.....von Weber Schule haben. Freilich gibt es auch in europäischen Städten große deutsche Schulen, die oft von vielen hundert Kindern besucht werden. Das sind nicht alle deutsche Kinder. Die Ausländer haben gesunden, daß in unfern Schulen etwas gelernt, etwas geleistet wird. Und fo kommt es, daß viele von ihnen ihre Kinder in die deutsche Schule schicken. Für die Kinder dieser Ausländer ist die deutsche Schule etwas ganz Neues. Sie sehen, wie wir Deutschen in der Schule arbeiten. Sie merken etwas von unserm deutschen Wesen. Sie werden so gewonnen und verstehen vieles, was andern ewig fremd bleiben wird. Deshalb können wir uns freuen, daß unsere Schulen auch von fremden Kindern besucht werden. Deutsche Art und deutsches Wesen bringen so hinaus in alle Welt und zeigen ihr. was wir wollen und was wir leisten können. Wenn ein solches Kind acht Jahre die deutsche Schule besucht hat, dann geht diese Zeit nicht spurlos an ihm vorüber. Es lernt die deutsche Sprache, und die Hauptsacke: es wird allen Lügen entgegentreten, die ja im Ausland immer noch über uns und unser Volk verbreitet werden. — Viele unserer deutschen Soldaten haben im Weltkrieg mit Staunen bemerkt, wieviel Deutsche draußen in aller Welt leben. Wenn sie durch irgendein schmutziges Dorf in Rumänien gezogen waren, sich mühsam durch den Schlamm der Dorfstraße gearbeitet und nur schlechte, schadhafte Hütten erblickt hatten, kamen sie plötzlich in ein sauberes, weit und großzügig angelegtes Dorf mit guten Straßen, freundlichen Häusern, mit Blumen vor den Fenstern und wohlgepflegten Gärten. Wenn sie bann ftau- nenb ftanben unb nicht wußten, wo bieses schöne Dorf auf einmal herkam mitten in ber Fremde, bann wuchs ihr Erstaunen noch, als die Einwohner kamen und lächelnd sagten: „Grüß Gott!" Denn sie standen ja in einem rein deutschen Dorf! Die Freude auf beiden Seiten war groß. Wieviel wurde da erzählt! Wieviel hörten die Soldaten, und wieviel wollten die Deutschen im Auslande von ihrem Vaterlande wissen! Neue Bande wurden geknüpft und neue Freundschaften geschlossen. So haben deutsche Bauern und Handwerker — oft unter Einsatz von Leib und Leben — aus Sumpf und Wüstenei blühendes Ackerland geschaffen und der Erde ein deutsches Gesicht gegeben. Sie haben durch ihre Arbeit dem deutschen Namen in der Welt Ehre gemacht. Mitten unter fremden Völkern haben sie deutsche Art und Sprache, das Erbgut der Ahnen, treu bewahrt. Und sie stehen heute noch in vorderster Front, ganz auf sich selbst gestellt und im Vertrauen auf das Mutterland. Wir wollen darum dankbar aller Opfer gedenken! Unsere Aufgabe soll es sein, dieses Volkstumserleben immer wieder neu zu vermitteln. Dazu dient der Tag der deutschen Schule, ber Tag des deutschen Volkstums. Blut hält zu Blut, trotz Grenze und Wall, Volk will zu Volk, deutsch überall! Aus der Provinzialhauptstadt. Das Fest der deutschen Schule. Millionen von Kindern werden sich am morgigen Sonntag versammeln, um in einer Feierstunde derer zu gedenken, die in der Fremde leben und doch zu uns gehören. Reichskanzler Adolf Hitler hat das neue Deutsche Reich auf eine breite Grundlage gestellt: Auf das deutsche Volk! Und wir erkennen nun, daß das deutsche Volk viel größer ist, als die Gesamtheit aller Bürger, die im Reiche wohnen. Wir sind ein Hundert-Millionenvolk. Zwei Drittel davon wohnen in Deutschland. Das andere Drittel lebt zerstreut in der ganzen Welt. Eine gewaltige Kette deutschen Blutes umgibt uns. Und aller derer zu gedenken, die nicht in ihrem Vaterlande leben können, ist ber Sinn bes Festes ber deutschen Schule. Ueberall ba, wo Deutsche leben und wirken, ist bic Schule der Mittelpunkt. Sie verkörpert ihnen gewissermaßen ihre Heimat. Ein Schulfest im Ausland ist für alle Deutschen das schönste und höchste Fest des ganzen Jahres. Es vereinigt an einem Tage alle Deutschen in einem Raum, oder im Freien. Deutsche Lieder erklingen, deutsche Spiele werden gespielt. Man hört nur deutsche Weisen und nur die Muttersprache. Das ist für all die Menschen, die in fremden Landen wohnen und ständig mit den dortigen Einwohnern verkehren müssen, ein Stück ihrer Heimat, ein Stück von ^nen selbst. Deshalb freuen sich alle auf dieses Fest. Wer es einmal miterlebt hat, der vergißt es nie. Aber wie schwer ist es oft, bis die deutschen Familien eine eigene Schule haben! Wenn unsere Kinder einen etwas weiten Schulweg haben, dann kommen schon Klagen. Wie ist es aber draußen in ber Welt? Da steht mitten im Urwald em einfaches Bretterhaus, viele Stunden von der nächsten Bahnstation. Es ist eine rohe Blockhütte. Die Bänke sind aus rauhen Brettern zusammengenagelt. Der Lehrer hat das Schulhaus selber gezimmert. Am frühen Morgen versammeln sich hier die Kinder. Viele müssen zwei und mehr Stunden durch den dichten Urwald, in dem wilde Tiere, Schlangen und an- deres unheimliches Getier ihr Wesen treiben, gehen, um in die Schule zu kommen. Aber sie sind alle froh, wenn sie wenigstens eine Schule haben, daß sie deutsch sprechen und lesen können. So gibt es Hunderte von einfachen Schulen, die in der Not erbaut wurden. Aber die Deutschen im Auslande fühlen ganz deutlich, daß sie ihr Deutschtum, ihre geistige Heimat verlieren, wenn sie keine werden kann! Schwerer Motorradunfall bei der Weitersburg Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich heute Nacht um 1.30 Uhr auf der Straße Gießen—Lollar kurz vor der Wellersburg. Die etwa 20 Jahre alten, in den Buderus-Werken zu Lollar beschäftigten Arbeiter Emil Pfaff (aus Aborn in Hessen-Nassau) und Wilhelm H e 11 ch e von Lollar, die sich mit dem Motorrad auf ber Fahrt von Gießen nach Lollar befanben, rannten mit großer Wucht gegen einen Baum. Der Führer bes Motorrabes, Emil Pfaff, erlitt babei einen schweren Schäbelbruch, sein Beifahrer Gesichtsverletzungen. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, bie rasch an ber Unfallstätte erschien, brachte bie Verunglückten in bie Chirurgische Klinik. Pfaff liegt schwer barnieder. Das Motorrad wurde stark beschädigt. Heber bie Ursache bes Unfalles sind die Untersuchungen im Gange. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 15. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 8%, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 10 bis 15, (gelb) 15 bis 20, Erbsen 30 bis 40, Feldsalat 60 bis 70, Tomaten 12, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 40, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 8 bis 10 Pf., Falläpfel 2% bis Pfirsiche 15 bis 30, Brombeeren 30, Preißelbeeren 25 bis 30, Birnen 6 bis 8, Zwetschen 5 bis 7, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmachgurken, 100 Stück 50 bis 70, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf. Vornonzen geöffnet. „ . ** Städtische O b st v e r st e i g e r u n g e n. Am kommenden Dienstag finden weitere städtische Obstoersteigerungen statt. (Siehe heutige Anzeige.) ** Kinder fahren in Erholung. Am heutigen Samstag, 15.04 Uhr, treffen Kinder aus dem Kreise Groß-Gerau hier ein, die einen vierwöchigen Erholungsaufenthalt in verschiedenen Orten des Kreises Gießen nehmen sollen. Am Montag, 17. September, kehren die im Kreise Darmstadt untergebrachten Kinder aus dem Kreise Gießen wieder zurück. ** Die Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen beginnt ihr Winter-Semester am 1. November. Durch die Belebung der Wirtschaft werden — so schreibt man uns — in absehbarer Zeit in ihrem Fach gründlich ausgebildete Kräfte erforderlich. Hierzu gehört in ber Technik unb im Hanbwerk neben ber praktischen Ausbildung eine gute theoretische Schulung. Diese Kenntnisse können nur vermittelt werden auf einer Fachschule, bie ben Bebürfnissen der Praxis Rechnung trägt. Mehr wie je erfordert der Kampf ums Dasein praktisches Können von jedem einzelnen, um als fruchtbringen« bes ©lieb am Aufbau der Volksgemeinschaft mit« wirken zu können. Zahlreich sind bie Abteilungen ber Anstalt, so daß für fast jeden technischen Berufszweig beste Ausbildungsmöglichkeit besteht. Man beachte die heutige Anzeige. Gießen in großer Zeit. Erinnerungen vom September 1914. Die Gießener Volksküche. Am 8. September 1914 konnte der „Gießener An« zeiger" berichten, daß die Gießener Volksküche zur Unterstützung bedürftiger Angehörigen von Kriegsteilnehmern und in Not geratenen Familien täglich über 700 Personen mit Mittagessen versorge. Da das Essen völlig unentgeltlich abgegeben wurde, hatte die Volksküche keinerlei Einnahmen zu verzeichnen, außer den Zuwendungen, die ihr in Naturalien und Geld aus der Bürgerschaft Gießens und benachbarter Orte zugeführt wurden. An die Bevölkerung erging daher die Auffordening, die gemeinnützige Einrichtung weiterhin mit reichlichen Gaben zu unterstützen. Roles kreuz und kriegshilfe. Zur Unterstützung der Tätigkeit des Roten Kreuzes hatten Geldspenden von Gemeinden des Kreises Gießen und Stiftungen von Vereinen und Privaten bis Mitte August den Betrag von 7611,76 Mk. ergeben. Von Mitte August bis zum 10. September waren auf dem gleichen Wege 11659,69 Mk. aufgebracht worden, so daß bis zum 10. September der ansehnliche Betrag von 19 271,45 Mk. aus den Landgemeinden des Kreises Gießen an den Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz als freiwillige Spenden abgeführt wurde. H—. Man will wissen, was man kaust ... Seitdem Krieg und Nachkriegserscheinungen das Wirtschaftsleben in Unordnung gebracht haben, sind wir mit wirtschaftstechnischen Fachausdrücken so überschüttet worden, daß weite Kreise unseres Volkes ein leises Grauen vor diesen Dingen gepackt hat. Eigentlich hat ja auch keiner dieser Fachausdrücke für uns etwas Gutes bedeutet. Immerhin gibt es einige wirtschaftliche Begriffe, die es doch wert find, daß jeder sich mit ihnen auseinadersetzt. Dazu gehört vor allem der „Markenarttkel". In der Praxis des täglichen Lebens hat man dauernd mit ihm zu tun. Wenn wir statt „ein Stück Seife", „-eine Flasche Parfüm", „eine Dose Schuh- er em" usw. ganz bestimmte Arten dieser ober anderer Artikel mit Angabe ihres Namens — meistens eines sehr wohlklingenden Namens! — verlangen, so kaufen wir „Markenarttkel". Marken- artikel sind Waren, die von bestimmten Fabriken unter bestimmten Namen mit bestimmter Kenn- Zeichnung (Marke) zu festen, gleichbleibendem Preis herausgebracht werden. Es gibt kaum Branchen, bie sich ganz dem Markenartikel verschließen. Von der Kosmetik über Haushaltartikel, von Gegenständen der Kleidung (Strümpfe, Hüte usw.) über technische Artikel (Zündkerzen, Autos usw.) erstreckt sich der Bereich des Markenartikels heute bis in die landwirtschast- „Ueb Aug und Hand für's Vaterland.- . Der „Gießener Anzeiger" vom 15. September 191’ enthält ferner folgende Notiz: „Jeden Nachmittag befolgen diesen Schützen-Wehrspruch Jünglinge uno Männer aus allen Kreisen unserer Bürgerschaft im Alter von 16 bis' 65 Jahren. Es handelt sich barum, Zivilmannschaften auszubilden, die den BaN bewachungsdienst übernehmen, wenn unser Mium abberufen oder für die Gefangenenbewachung braucht wird. Die Anleitung zum Schießen Schießmeister Noll. Bisher sind 90 ausgebildete Schützen dem Bezirkskommando gemeldet woroe , 50 bis 60 sind augenblicklich in der Ausbildung begriffen, und täglich drängen sich neue M schäften an ben Schießstand, bie ihre Ausbil im Interesse bes Vaterlanbes verlangen. Die militärische Vorbereitung der Tugend. Das Kreisamt Gießen veröffentlichte am 141 jvt temt er 1914 eine Bekannntmachung des Knegsm steriums zu Berttn und des Hessischen Mimsteri des Innern über die militärische Vorbereitung Jugend während des mobilen Zustandes. J g dieses Bekan-nntmachung wurden die jungen fachschaft „Imker", Versammlung bei Kraft. — „Waldeslust", ab 16 Uhr: Konzert und Tanz. * *♦ Eine Achtzigjährige. Morgen kann Frau Margarete Pauly, geborene Riebel, in Klein-Linden bei bester Gesundheit und geistiger Fricke ihren 80. Geburtstag feiern. Diesen Tag verbringen ihre Kinder mtt ihr Zusammen. Sie ist schon seit ihrem Zuzug nach Gießen (1897) Be« zieherin des „Gießener Anzeigers". ** Das Museum im Alten und un Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr Zeitungsbestellung zur Monatsmitter Mr Y0 pfenrrig ohne Trägerlohn bezieht man vom 15. September an bis zum Monatsschluß bei Trägern und Dertriebsstellen den Kußball im Bezirk Lahn-Dill MÖBEL SPEISEZIMMER MÖBEL HERRENZIMMER 5367 D MÖBEL SCHLAFZIMMER 35 IllllllllllllllllllllllllllllllllllllliilllUIIIIIIIIIIIIIIIII fUÄMM Sü!weiz®ü empfiehlt 5333 A D merhaus v. als- 75% Reingewinn 58% Reingewinn 72% Reingewinn 58% Reingewinn sind bekannt für gut und preiswert Süddeutsche Möbel-Industrie Gebr.Trefzger GmbH., Rastatt Frankfurt a. M. Große Friedbergerstraße bald gesucht. Schr. Ang. mit. 04494 n. d. G.A. 1930/31 1931/32 1932/33 1933/34 erzielt haben. Samenhaus Heinrich Hahn Minhofstrafee, Ecke Wolkengasse. Telephon 3403. Ihrschiedenes1 8-1OOOO Schwarzer " Hypothek a. un- fifiiliendrucksachen bei. 4 xg-Zim- ir:obunosanzeloen ir-nahlungsanzelyen urtsanzeigen ««rühl, Schulstr. 7 »aller Jugendpflegeverdne vom 16. Lebensjahre ab, zusammengefaßt, um nach den vorn Kriegsministerium gegebenen Richtlinien unverzüglich in tue militärische Vorbereitung genommen zu wenden. Dabei wurde der Erwartung Ausdruck gegeben, „daß auch diejenigen jungen Männer, die bisher den Ver- cnistaltungen für die sittliche und körperliche Kräftigung ferngeblieben sind, es nunmehr eine Ehrenpflicht gegenüber dem Vaterlande ansehen, sich freiwillig zu den angesetzten Hebungen usw. einzufin- v.Briefträg.ver- loren. Abzug, a. d. Postamt I, Gießen. [04466 VfB.-Reichsbahn — Dillenburg. Am morgigen Sonntag empfängt zum zweiten Verbandsspiel der VfB.-Reichsbahn die 1. Mannschaft des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins Dillenburg. Die Dillenburger, die in der vorigen Spiel- ferie innerhalb ihrer Gruppe keine Rolle spielen Sonnten, wurden durch die Neueinteilung vor dem Abstieg bewahrt und spielen jetzt in der Gruppe 'Giehen-Dill. Der Reichsbahn-Turn- und Sportoer- >ein Dillenburg hat es verstanden, innerhalb einer ikurzen Zeit, gestützt auf bewährte Kräfte, ihre Mannschaft so heranzubilden, daß sie bestimmt einen Ibeachtlichcn Gegner abgeben wird. Die VfB.-Mann- Guropaflieger am Ziel. Pasewaldk-Deulschland Zweiter. Heber 1615 Kilometer führte die letzte Taqes- etappe im Europa-Rundflug-Wettbewerb von Vraa nach Warschau. Um 5.43 Uhr startete in Vraa der Pole Dudzinski als Erster, bald folgten die Deutschen mit Wolf Hirth als Schlußmann. Wlodar- kiewicz traf um 7.22 als Spitzenreiter in Kattowitz ein, wo bald bekannt wurde, daß der Pole auf seinem Weiterflug nach Lemberg notlanden mußte. 9.17 Uhr flog Gedgowd Lemberg an, auf ihn folgten Dudzinski, Pasewaldt, Seidemann, Bayer und Hubrich. Heber Wilna und Grodno ging es weiter nach Warschau. Ueberall erwarteten große Menschenmengen die Flieger, die nach rund 10 000 Kilometer fast ganz Europa umkreist hatten. 50 000 Zuschauer hatten sich in Warschau-Moko- tow emgefunden, die zu ihrer größten Freude einen erste anerkannte Absaat Strubes Dickkopf erste anerkannte Absaat Carsten V erste anerkannte Absaat Von den beiden letzten Sorten u. Heine III auch 2. Absaaten zu Mk. 11- p. Zentner gibt ab Otto Rinn, Utphe Lich am kommenden Sonntag gestellt. Räumt man den Gießenern auch ein kleines Plus hinsichtlich Technik und Taktik ein, so ist damit bei der Zähigkeit und Ausdauer, mit der gerade in den unteren Klassen die Verbandsspiele stets ausgefochten wurden, das Spiel noch lange nicht entschieden. Außerdem bedeutet es für Lich einen Vorteil, auf eigenem Platz spielen zu können. ♦ In der kommenden Verbandsrunde ist der Männerturnverein wieder mit drei Mannschaften ver- treten: 1., 2. und Jugendmannschaft. Die erste Mannschaft trägt bereits am morgigen Sonntag in Goßfelden bei Cölbe ihr erstes Pftjchtspiel aus. Goßfelden ist in dieser Klasse als Neuling zu betrachten. Der Männerturnverein stellt in diesem Satyrc eine durchweg junge Elf. Die zweite Mannschaft ist spielfrei. Die Jugend fährt nach Garbenheim, um dort ihr erstes Verbandsspiel auszutragen. Nach dem vergangenen Sonntag zu urteilen, berechtigt die Leistung der Männerturner in den Derbandsspielen zu großen Hoffungen. Tv. Heuchelhelm I — VfV-Reichsbahn Gießen I. Der Turnverein Heuchelheim eröffnet am Sonn- tag die diesjährige Pflichtspielserie mit Spielen auf eignem Platz. Gegner der 1. Mannschaft ist die 1. Elf des VfB.-Reichsbahn Gießen, die Zweite erwartet vorher die gleiche Mannschaft vorn Turn- und Sportverein Wetzlar-Niedergirmes. Heute nacht verschied plötzlich und unerwartet meine liebe Frau und Mutter, unsere herzensgute Tochter, Schwester, Schwägerin und Kusine Gretchen Zecher, geb. Dort im blühenden Alter von 18 Jahren, Wilhelm Zecher und Kind nebst allen Angehörigen. Daubringen. Münchholzhausen und Worms, den 13. September 1934. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 16. September nachmittags 3,30 Uhr in Daubringen statt. schast, die in einer neuen Aufstellung den Plan betritt, mußte trotzdem, wenn die Mannschaft mit Dem notigen Eifer an ihre Aufgabe herangeht, den Sieger stellen. Die zweite Mannschaft fährt nach Lollar und spielt ein aussichtsloses Spiel gegen die erste Mannschaft des Sportvereins Lollar. Die dritte Mannschaft kommt kampflos zu zwei weiteren Punkten, da es dem Turnverein Wiefeck nicht möglich ist, ihre zweite Mannschaft ins Feld zu stellen. Die erste Jugend in ihrer neuen Aufstell.ung trifft auf die gleiche des Lokalgegners, dessen Mannschaft als routiniertere und körperlich stärkere den Sieger stellen sollte. Spielvereinigung 1900 — Frohnhausen. Das zweite Verbandsspiel der Saison 1934/35 trägt die Spielvereinigung 1900 am morgigen Sonntag in Frohnhausen aus. Die Austragung des Spieles war ursprünglich fraglich, weil die Spiel- oereinigung einen ihrer bewährtesten Verteidiger an die Gaumannschaft für den Kampf gegen Hannover abgeben sollte. Dieses Treffen wurde inzwischen abgesagt. Die Mannschaft wird nunmehr m bestmöglicher Aufstellung nach Frohnhausen fahren, denn es ist allzugut bekannt, daß dort nur schwer zu gewinnen ist. Die Spielkultur der 1900er sollte aber einen Sieg möglich werden lassen, insbesondere dann, wenn sich der Sturm einer größeren Aktivität im Torschuß befleißigt, als es am vergangenen Sonntag der Fall war. Wiefeck I — Heuchelheim 1920 I. Nachdem die 1. Mannschaft des Turnvereins Wiefeck vom ersten Verbandsspiele die Punkte kampflos erhielt, erwartet sie am morgigen Sonntag den vorjährigen Gruppenmeister, die 1. Mannschaft des Sportvereins 1920 Heuchelheim, auf eigenem Platze zum fälligen Verbandsspiele. Beide Gegner zeigten in ihren letzten Spielen eine wenig beständige Form. Die Platzbesitzer werden nun zum Iußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Das zweite Verbandsspiel führt am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft mit der gleichen von Rodheim zusammen. Das Spiel ist fast ein Lokalkampf zu nennen. Die Spielstärke der Gäste dürfte der der Einheimischen fast gleichwertig fein. Die Jugendmannschaft empfängt zu einem Freundschaftsrückspiel die Jugend des Spv. Heuchelheim. Im Vorspiel gewannen seinerzeit die Kinzenbacher überraschend mit 5:1 Toren. Eine Wiederholung dieses Resultates erscheint sehr fraglich. Um die Iugendmeisterschafi der Gruppe Gießen. Pflichlspiele am 16. September. Gruppe A. 1900 Gießen 1.Jgd. — VfB.- Reichsbahn Gießen; Wiefeck — Watzenborn-Steinberg. Gruppe B. Großen-Buseck — Lollar; Treis (Lumda) — 1900 Gießen 2. Jgd. Gruppe C. Heuchelheim — Kinzenbach; Krofdorf-Gleiberg — Wißmar. Die nach Beendigung der Spielserie ermittelten Gruppenmeister spielen im Endspiel um den Ju- genbmejfter der Gruppe Gießen. Es ist angestrebt, daß die Jugendmeister der Gruppe Gießen und Wetzlar um die Jugendkreismeisterschaft des Kreises Gießen kämpfen. Auch werden in jeweiligen Abständen Jugendauswahlmannschaften gegen andere Kreise antreten. In jeder Weise wird der Jugendspielbetrieb so anregend gestaltet werden, wie nur möglich; denn wie überall, so gebührt auch der Sportjugend mehr Aufmerksamkeit als früher. Wenn man im Kreise Gießen den Leistungen anderer Landesverbände gleichkommen will, so muß jedenfalls von Grund auf gearbeitet werden. Oer Turnverein 4846 in der Handballspielrunde 1934/35. Erste Begegnung: Tv. Lich — Tv. 1846 Gießen. Während die letzte Verbandsrunde von den beiden Gießener Turnvereinen gemeinsam burchge- führt wurde, werden sie in diesem Jahre wieder getrennt marschieren. Nachdem der Turnverein die Sommerspielzeit mit großen Erfolgen zu Ende geführt hat, wird sich die Leitung nunmehr mit Energie der Förderung des Handballspiels widmen, das gegenüber den anderen turnerischen Gebieten in der letzten Zeit etwas in den Hintergrund getreten war. Für den Anfang ist in der ersten Kreis- klasse eine Mannschaft gemeldet, die sich zum Teil auf bewährte Kräfte aus früheren Jahren stützt. Ihre erste Aufgabe ist den 46ern mit dem Spiel gegen Butterbrot macht Wangen rot „Hessen - Schwarzbrot“ mit frisch. (Höhen-Kräuter-)But- ter od.Nußbutter ist ein köstl. Essen, das immer mundet, jetzt das 1500-gr-Brot 56 Pf. itaferhäuslUNö Gießen, in der Schulstr. 044?s Achten Sie auf dieses Zeichen. Es bürgt für Qual, sondergleichen. i Klam? Hoooin w. fachgemäß u.preisw. gestimmt u.rev. G.tett Gisfjen. LndwißsiraöeSp. • Televh.2403.: Verkanlo.neu : u. gebr. Klav. ■ be. Bel dieser Ausbildung sollte die Vorbereifuna für den Kriegsdienst in den Vordergrund treten so- meit es ohne Ausbildung mit der Waffe möglich wäre Diese Bekanntmachug stellte den Beginn der überall m Deutschland zu jener Zeit gegründeten Jungwehren dar, aus deren Reihen später dem ö'eldheere über die Ersatztruppenteile nach der militärischen Ausbildung weiterer Nachschub an Kämpfern zugeführt wurde. Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzVoSliCo., Gießen Seltersweg 44 476oa Saatroggen Breustedt's Schladener Hochzucht (ähnlich Petkuser) Saatweizen Breustedt's Extra-Dickkopf Hochzucht Gartens Nr. V, I. anerkannter Nachbau W inter-Gerste Friedrichswerther Berg Hochzucht beginnt am 5336 d Dienstag, dem 2. Oktober, abends 8 Uhr, im Thüringer Hof, Hammstraße 7. — Vorherige Anmeldungen in meiner Wohnung, Wetzsteingasse Nr. 31, erwünscht Einzelunterricht zu jeder Zeit. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Wollen Sie (Ith beteiligen? dann schreiben Sie sofort an: GEMEINSAME EDELPELZTIER-ZUCHT £ Abteilung Tfqu. BERLIN N24, FRIEDRICHSTRASSE 13« kommenden Spiele in veränderter Aufstellung erscheinen. Die Mannschaft hat in Heuchelheim einen der stärksten Gegner vor sich und wird wohl alles daransetzen müssen, wenn es den Gästen den Sieg nicht überlassen will. Vor diesem Spiele werden sich die Jugendmannschaften von Wiefeck und Watzenborn-Steinberg das erste Verbandsspiel liefern. Die 2. Mannschaft muß zum Verbandsspiele gegen die 2. Mannschaft des Sportvereins Lollar in Lollar antreten und sollte von dort, wenn sie den nötigen Willen aufbringt, zwei Punkte mit nach Hause bringen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag spielt die 1. Mannschaft der Blauweißen gegen die Reserve der Spielvereinigung 1900 Gießen auf dem Platze der Gießener. Den letzten Spielen nach, dürfte man den Leih- gefternern etwas Vertrauen schenken. Allerdings sind in Gießen nur sehr schwer Punkte zu holen. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die 2. Mannschaft spielt in Leihgestern gegen die 1. des Spv. Garbenteich. Auch dies ist ein Kampf um die Punkte. Hier werden die Platzbesitzer den Kürzeren ziehen. Jugend- und Schülermannschaft sind spielfrei. Gewlnnbrhwenbe EbtiotiUimndit Fußball-Termine der Bezirksklaffe. September: Frohnhausen — 1900 (Miller Wetzlar); VfB. — Dillenburg (Schnaut, Lollar); Bissenberg (Wissenbach, Frohnhausen). 2 3. September: Sinn — VfB. (Müller, Frohnhausen); Dillenburg — Naunheim (Petry, Wetzlar); 1900 — Steinberg (Deis, Nauborn); Bisienberg — Frohnhausen (Zitzer, Gießen). 3 0. September: VfB. — Bissenberg: Metzer — 1900; Sinn — Dillenburg; Naunheim gegen Steinberg. 7- Oktobe r: 1900 — VfB.; Steinberg — Wetzlar; Bissenberg — Sinn; Frohnhause — Naunheim. 14. Oktober: VfB. — Steinberg; Dillenburg gegen 1900; Naunheim — Wetzlar. 2 1. Oktober: 1900 — Bissenberg; Wetzlar ge- gen VfB.; Steinberg — Sinn; Frohnhausen gegen Dillenburg. 2 8. Oktober: VfB. — Frohnhausen; Naun- heim — 1900; Sinn — Wetzlar; Bissenberg gegen Dillenburg. 4. November: Steinberg — Bisienberg; Sinn gegen Naunheim; Wetzlar — Frohnhausen. 11. November: Frohnhausen — Sinn; Bsi- senberg — Naunheim; Dillenburg — Steinberg. Landsmann als Ersten niedergehen sahen. Gedgowd war es, der um 14.20 Hhr den Sportflughafen vor allen feinen Kameraden anflog. Zehn Minuten später traf Pasewaldt als erster Deutscher em. Der deutsche Gesandte ließ es sich nicht nehmen, ihn persönlich zu begrüßen und zu seinem erfolgreichen Flug zu beglückwünschen. Um 17 Hhr waren sämtliche acht Deutschen niedergegangen. Ein verdienter Turner gestorben. Der im Mittelrheinkreis, besonders im früheren Gau Hessen der Deutschen Turnerschaft weit bekannte Turnerführer Stadt-Oberinspektor i. R. Konrad Günther von Marburg ist gestern abend nach kurzer Krankheit im 67. Lebensjahre plötzlich verstorben. Günther, der in den 90er Jahren zu den besten Turnern des Hessengaues zählte, hat sich m vielen Jahrzehnten um die deutsche Turnsache sehr verdient gemacht. Oer Schießsport im Deutschen Reichskriegerbund „Kyffhöuser". Mannschaslsschießen in Dehlar. Nach einem Bundesbefehl haben sämtliche Kriegervereine des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyff- Häuser" innerhalb ihres Vereins eine Schützen- gruppe zu bilden, die den Schießsport zu pflegen hat. Der Bezirkskriegerverband Wetzlar hat in dieser Hinsicht bereits einen guten Anfang gemacht und konnten am vergangenen Sonntag die Mannschaftsschießwettkämpfe um die Wanderehrenpreise des Deutschen Reichskriegerbundes y f f h ä u f e r" und die des Bezirksverbandes Wetzlar innerhalb 18 Schützengruppen in Stadt und Land auf dem Schießstand des Vorstädter Schützenvereins Wetzlar ausgetragen werden. Nachdem der Bezirksfchützenwart, Kamerad Lehrer Armbrecht (Kinzenbach), die Schützen auf die hohen Aufgaben der Kriegervereine im neuen Deutschland hingewiesen hatte, gab er die Wettkampfordnung bekannt. Dann konnte das Schießen beginnen. Es wurden mit Klein - Kaliber - Büchsen drei Hebungen mit je fünf Schuß geschossen, und zwar auf Zwölfer-Ringscheibe in einer Entfernung von 50 Meter. Die Kämpfe gingen Dank der Mithilfe der Wetzlarer Kameraden bei den Vorbereitungsarbeiten flott üonftatten. Um 17 Uhr war das Schießen beendet und in Anbetracht der noch zum größten Teil jungen Schützengruppen die Leistungen als gut zu bezeichnen. Bezirksschießwart Armbrecht nahm die Preisverteilung vor. Die Ergebnisse. Schützengruppe des Kriegervereins Wetzlar 495 Ringe (Wanderehrenpreis des Bezirksverbandes); Ehringshausen 469 R., 2. Ep.; Katzensurt 439 R., 3. Ep.; Kinzenbach 430 R., 4. Ehrenpreis. Kamerad Rudolf A x t (Kriegerverein Wetzlar) erzielte mit 135 Ringen die höchste Einzelleistung und erhielt als Schützenkönig die Königskette. Die Resultate der übrigen 14 Schützengruppen waren: Bieber 424 Ringe, Wiß- mar 423, Lützellinden 421, Aßlar 404, Naunheim 401, Rodheim 381, Groß-Rechtenbach 379, Klein- Altenstädten 358, Griedelbach 334, Kröffelbach 329, Oberbiel 327, Dillheim 319, Dorlar 305 und Her- mannstein 304 Ringe. Am l.Okt. 1934 erscheintzumBe- sonderen Taris- Heft (Heft B) der Nachtrag 6. Nähere Auskunft erteil, d. Dienststellen. [5363V Frankfurt (M.), oen 14. 9. 1934. Vereinigte Kleinbahnen Akttengesellsch. (Apfelwein- lasser neu und gebraucht in all. Größen empfiehlt billigst 5292D Hurerei • Sommeikorn Bleichstr.12 Elektrische ÄViel- mirhle und Kelter steht zur Benutz, bei 5376 D Kröck, Weserstraße 19. Zirka 13 Morgen Acker am Leih- gesterner Weg a. 6 Jahre zu verp. Nah. A. Becker, Kevlerstraße 9. Tel.3804. [5388D Katze grau u. schwarz gez., entlaufen. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem WegebestenDank. Heinrich Gerdes und Kinder. Gießen (Hammstr. 19), den 15. Sept. 1934. M495 W ■:1X" Noch vor hundert Jahren brachte der Postreiter oder die Fahrpost die „neue Zeytung", freudig begrüßt von Fung und Alt, zu den wenigen Orten mit, die an der „Postroute" lagsn. Und diese Zeitungen kamen damals nicht täglich heraus, sie wurden mit der Hand geschrieben, gesetzt, gedruckt. Man kann in der Ge- schichte der Post von unserem großen Seneralpostmeister von Stephan, dem Schöpfer des Weltpostvereins, lesen, wie langsam im Grunde der Vertrieb der Zeitungen selbst nach 1870 noch vor sich ging. Wie stolz war er auf die Entwicklung seines „post.Zeitungsamtes"! Wenn dieser weitvorausschauende, aus Kleinem zu Großem erwachsene Mann, hätte erleben können, wie sich in unseren Tagen des Aufbruchs die Technik der Zeitungsherstellung und des Vertriebes entwickelt hat, er wurde selbst über die Ziffern lächeln, die ihm schon groß erschienen. Denn die Technik hat den Schriftleitungen für das Nachrichtenwesen den Funkdienst, den Druckern für das Sehen und Drucken die schnellarbeitende Setzmaschine und Druck. Maschinen bis zur Schnelläufer-Votationsmaschine mit fast irrsinnigen Leistungsziffern (30000 Exemplare in der Stunde) zur Verfügung gestellt. Und der Vertrieb? Schnell, fahrende Züge, Triebwagen, Autos, Älihflugzeuge, Flugzeugstühpunkte auf hoher See und der Fernzeppelin ... immer neue Möglichkeiten stellen die Tageszeitungen zugunsten ihrer Leserschaft, zugunsten der Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Streuwirkung in ihren Dienst. Obendrein folgen sie dem starkem Auftrieb der neuen großen Führung mit dem Willen zur vollen Leistung im Gefüge des neuen Werdens. Auch das hat Stephan, der urwüchsige Mann aus dem Volke, bei aller Sehergabe nicht ahnen können,- und doch war ihm klar, was seht in unserem nationalen und sozialistischen Volksstaat zu ganzer Wahrheit geworden ist: Jeder Deutsche ist Leser, Gefolgsmann, Freund einer Tageszeitung! Nr. 2(6 Viertes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, (5. September 1954 Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. Oberheffen. Großfeuer im Kreise Büdingen. Wenn in diesen Tagen die Bevölkerung des Stadt- und Landkreises Gießen durch Plakate und eine sinnreich zusammengestellte Broschüre über die Bedeutung des Feuerschutzes, insbesondere auf die Brandverhütung, unter dem Leitmotiv: „Brandschutz ist Volksschutz" „Brandschaden ist Volksschaden" in ausgiebiger Weise aufgeklärt wird, dann soll ein Blick von der Gegenwart, in der alles als selbstverständlich betrachtet wird, in die jüngere Vergangenheit geworfen werden, der uns einen Vergleich gestattet von Einst und Jetzt. Vor etwa 20 Jahren war das Feuerlöschwesen im kreise Gießen noch recht aufbaubedürftig auf fast allen Gebieten des vorbeugenden Feuerschutzes. Einschließlich der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Gießen und der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr befanden sich 12 Freiwillige Feuerwehren im kreise Gießen, die unbeirrbar ihren Weg gingen, dem Nächsten hab und Gut im Falle von Brandgefahr schützen zu helfen. Wie segensreich sich diese braven Korps im Laufe der Jahrzehnte ausgewirkt haben, davon zeugen die alljährlichen ausgiebigen Jahresberichte. Dem Beispiel der bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehren folgten erst zögernd, dann in etwas rascherem Tempo die Pflichtfeuerwehren auf dem Lande, die, wenn auch verspätet, so doch noch rechtzeitig genug erkannten, was eine Freiwillige Feuerwehr zu leisten imstande ist. Mit den Gründungen Freiwilliger Feuerwehren stiegen auch die technischen Anforderungen, und es zeigte sich bald, daß hier und dort der Wille zum Auf- und Ausbau des Feuerschutzes lebendige Formen angenommen hatte. Nur die Kriegs- und Jnflationsjahre vermochten hier einigen Einhalt zu gebieten, teils hervorgerufen durch die kriegsfähigen Männer von 18 bis 50 Jahren, die gerade die beste feuerwehrfähige Kraft darstellten, die aber dem Vaterlande draußen zum Schutze der Heimat gegeben werden mußten, anderseits waren es die Geldmittel, die z. T. aufgezehrt wurden durch stärksten Bedarf an Kriegsmitteln. So behalf man sich auf gut Glück mit dem Vorhandenen, und in der Tat, der Schutzpatron der Feuerwehren, St. Florian, war mit unserem damaligen kleinen Häuflein zurückgebliebener Kameraden. Die Brandstatistik weist nur geringfügige Zahlen von Bränden auf. Nach dem Kriege ist man erneut an die Aufgabe des Feuerschutzes herangegangen, insbesondere als die Geldverhältnisse wieder in geordnete Bahnen gelenkt waren. Aber auch hier gab es Widerstände, mit denen die Feuerwehrführer nicht gerechnet hatten. Nur schleppend kamen die Neugründungen in Fluß, dan man infolge der Zerfahrenheit der politischen Zeit keinerlei disziplinierte, nach militärischen Grundsätzen ausgebildete Korps duldete. Doch dem damaligen undeutschen Geist zum Trotz ging es frohgemut an die Arbeit! Es wurde Fuß gefaßt in verschiedenen Gemeinden, und es traten einige Freiwillige Feuerwehren auf den Plan. 3m Jahre 1924 waren nach der Statistik im ganzen 14 Freiwillige Feuerwehren im kreise Gießen. Bescheiden nur machte sich der Geist der Freiwilligkeit auf den Weg, um dann, angeregt durch mutiges, entschlossenes handeln verschiedener Feuerwehrführer, bis zum Jahre 1934 sprunghaft anzuwachsen auf die stattliche Zahl von 34 Freiwilligen Feuerwehren mit zwei Werksfeuerwehren. Es seien kurz die Gemeinden aufgeführt, die dem Rufe im Streite Folge leisteten und mit viel Geschick und Hingabe an das Ganze Freiwillige Feuerwehren gegründet haben. Nachstehend folgen sämtliche Freiwilligen Feuerwehren: Allendorf an der Lumda, Allendorf a. d. Lahn, Annerod, Birklar, Daubringen, Eberstadt, Ettingshausen, Gießen, Freiw. Gailsche, Großen-Buseck, Großen-Linden, Grünberg, Hausen, Heuchelheim, Hungen, Klein- Linden, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter, Leihgestern, Lich, Lollar, Lollar-Buderus, Londorf, Lumda, Muschenheim, Münster, Nieder-Bessingen, Ober- ' Bessingen, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, 'Watzenborn-Steinberg und Wiefeck. Mit einer Feuerwehr-Mitgliederzahl von 2000 Mann steht heute der kreis Gießen mit an führender Stelle in der Provinz Oberhessen. :Die Freiwilligen Feuerwehren waren von jeher »von „Hitlergeist" beseelt, der Geist der Nächstenliebe, der Kameradschaft und über Volksverbundenheit war und ist in üihnen lebendig nach unserem Wahlspruch: „Einer «für alle, alle für einen, Gott zur Ehr, dem Nächsten föur Wehr". Die Freiwilligen Feuerwehren haben ihre Aufgabe stets in ernster Arbeit erfüllt, indem ilfie immer der Gemeinde mit Rat und Tat zur Veite gestanden haben; z. B. beim Bau von Was- iserleitungen, Brandteichen, Feuerwehrgerätehäusern iu. a. m. gaben sie wertvolle Winke und Anregungen. Es entstanden im Laufe der letzten zehn Jahre !?ine ganze Anzahl Wasserleitungen, zum Teil selbständig, zum Teil auch Gruppenwasserwerke mit :red)t ergiebigen Wasserbehältern. Der kreis Gießen ist ausgiebig mit Wasserleitungen versorgt, so daß im Brandfalle immerhin schon vorbeugende Maßnahmen zur schnellen Bekämpfung eines Brandes getroffen find. Eine ganz geringe Anzahl von Gemeinden ist bis ieute noch ohne eigene Wasserleitung; es sind die Gemeinden Albach, Dorf-Gill, Harbach, Holzheim, Nieder-Bessingen, Steinheim, Stockhausen undWei- rershain. Aber auch diese Gemeinden werden Mittel und Wege finden, diesen Rückstand im Dritten Reich aufzuholen zum Segen ihrer Gemeindeglie- ner. Ferner haben sehr viele Gemeinden neue Heuerwehr-Gerätehäuser erbaut, z. T. mit beträchtlichem Aufwand an Kosten. Eines der neuzeitlichsten ist das der Gemeinde Klein-Linien; ihr folgen — wenn man die Gießener Ge- Mehäuser, resp. Steigertürme außer Betracht läßt — Hungen, Lich, Lollar, Heuchelheim, Grünberg . a. m. Erwähnenswert ist noch Göbelnrod, das, Obwohl Pllichtfeuerweh., durch seinen rührigen Bürgermeister und Gemeinderat ein sehr aeräu- uniges Spritzenhaus erbaut hat, darin die Geräte !;er noch zu gründenden Freiwilligen Feuerwehr L-ntergebracht werden sollen. Die Gründung dürfte Von Kreisfeuerwehrinspettor Bouffier. ■ 8 W- ; hu?* Die Kreismotorspritze beim Abprotzen des Geräts. in naher Zukunft liegen. Weitere Gemeinden folgen diesem Beispiele, um die Schlagfertigkeit der Feuerwehren zu erhöhen, um Szenen, wie sie sich in früheren Jahren abspielten, wenn ein Brand ausgebrochen war, zu verhindern. Meistens waren nämlich die Geräte verborgen aufgestellt und derart untergebracht, daß kein Mensch heran konnte. Damit verstrich kostbare Zeit, ehe Hilfe gebracht werden konnte. Cs sei bei der Schaffung von erhöhtem Feuerschutz auch der Hess. Brandversicherungskammer gedacht, die bei Anfordern stets ein offenes Ohr hatte und den Gemeinden bei der Ausführung ihrer Pläne unterstützend zur Seite stand durch Bewilligung von namhaften Zuschüssen. Die Gemeinden stellten sich mit ihren Erfahrungen auf dem Gebiete des Feuerschutzes restlos in den Dienst ber guten Sache und, veranlaßt durch zahlreiche größere Brände, ließen sie sofort vorgefundene Mängel beseitigen, selbst unter oft sehr schwierigen Verhältnissen. Hier sei lobend der Bau einer Wasserleitung in G a r b e n t e i ch mit einem Fassungsvermögen des Hochbehälters 250 Kubikmeter erwähnt. Als in der Nachkriegszeit die Motorisierung der Feuerspritzen immer größere Fortschritte machte, im Gegensatz zu den in großen Städten vorhandenen Dampfspritzen, faßte der vor fast zwei Jahren verstorbene Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r 6 den Entschluß, dem Kreis Gießen die Anschaffung einer Motorspritze für den Kreis Gießen vorzuschlagen. Dieser Vorschlag wurde zur Tat. 3m 3ahre 1926 ging der kreis an die Anschaffung einer Motorspritze heran, die der Firma Flader in 3öhstadt i. Sa. in Auftrag gegeben wurde und 1000 bis 1200 mttr. Leistung aufweist. Die kreismotorsprihe hat von dieser Zeit an bei allen großen Bränden im kreise mitgewirkt und dank ihrer Leistungsfähigkeit schon sehr wertvolle und segensreiche Dienste geleistet. Sie itt bis heute noch ohne größere Reparatur voll auf ihrer Leistungszahl und hat erst vor noch nicht allzu langer Zeit beim Brande in Dorf-Gill erfolgreich mitgewirkt. Das dazu gehörige Schlauch- material ist von sehr guter Qualität; es muß selbstverständlich von Zeit zu Zeit ergänzt werden; es ist gummiert aus Ramie-Hanf in Längen von fünfzehn Metern. Der Bestand beträgt einschließlich der diesjährigen Ergänzung 450 Meter, 75 Millimeter Durchmesser und 235 Meter 52 Millimeter Durchmesser, insgesamt 685 Meter, die selbst in den entlegensten Ortsteilen ausreichen dürften, einen Brand erfolgreich zu bekämpfen. (Siehe Dorf-Gill 450 Meter). Die Kreismotorspritze hat bei großen Bränden auf Anforderung mitgewirkt in Großen- Linden, Watzenborn-Steinberg, Röthges, Neuhof bei Leihgestern, Saasen, Heuchelheim, Lumda, Steinheim, Dorf-Gill u. a. m. Dem kreis Gießen, der mit der erste kreis im Hessenland gewesen ist, der eine Motorspritze zur Bekämpfung von Grohbränden im kreise anfchaffte, gebührt Dank und Anerkennung, besonders seinem damaligen technischen Leiter, dem Kreisfeuerwehrinspektor August D i ck o r ö, der in richtiger Erkenntnis ein solches Fahrzeug hat schaffen helfen, das freilich auf allerlei Umwegen der Kostenersparnis halber gebaut wurde, bis das heutige Fahrzeug erstand. Im Laufe der Jahre wurde natürlich auch dieses Fahrzeug von der modernen Feuergerätefabrikation überholt, so daß auch hier manches zu ändern ist, da es den modernen Löschgeräten nicht mehr ganz entspricht. Der Feuerschutz einer Gemeinde darf nie erlahmen, selbst nicht in Zeiten, da sich die Gemeinde in der angenehmen Lage befindet und ausruft, wenn der Aufsichtsbeamte dies oder jenes zur Verbesserung anordnet: „Bei uns hat es schon 50 Jahre nicht mehr gebrannt." Erst recht ist dann Sorgfalt am Platze, und Schillers Worte gewinnen da besondere Bedeutung: „Doch furchtbar wird die Himmelskraft, wenn sie der Fessel sich entrafft einhertritt auf der eignen Spur, die freie Tochter der Natur!" Solange der Mensch den Gebrauch des Feuers kennt, währt auch schon der Kampf mit dem Feuer. Don dem Augenblick an, wo der Mensch das Feuer in seinen Dienst zwang, hat auch die „freie Tochter der Natur" gegen diese Fessel angekämpft. Der Kreis Gießen besitzt heute neun Motorspritzen, und zwar in den Gemeinden Gießen Stadt und Kreis je eine, Allendorf/Lda.» Grünberg, Lollar, Lollar-Buderus, Lich, Hungen und Langsdorf, die den im Brandhilfeverband stehenden Gemeinden auf Anfordern zur Verfügung stehen. Möge diese zusammengedrängte Abhandlung der Bevölkerung des Stadt- und Landkreises Gießen zeigen, daß die maßgebenden Stellen nichts versäumen, dem Feuerschutz die gebührende Aufmerksamkeit zu zollen, die er verdient. Möge aber auch sie selbst m i t h e l f e n und dieser idealen Aufgabe tatkräftig zur Seite zu stehen. Aufruf zur Feuerschuhwoche vom 47. bis 23. September 4934. In Deutschland entstehen jährlich 16 000 Brände. Sie vernichten nicht nur wertvolles Dolksvermögen, sondern auch eine große Zahl Volksgenossen muß in jammervoller Weise hierbei durch Verbrennen oder Ersticken ihr Leben lassen. Mit der im Jahre anfallenden Schadensumme könnten 40 000 Einfamilienhäuser, oder 15 000 stattliche Bauernhöfe gebaut werden. Von der durch Feuer zerstörten Nahrung ließen sich 250 000 Deutsche auskömmlich ernähren, und die in Form von Rohstoffen und Fertigfabrikaten verbrannten Textil- und Wollwaren würden ausreichen, um die gleiche Zahl Volksgenossen mit Wäsche und Kleidung zu versorgen. Alle diese Schäden können durch Aufklärung und Erziehung vermieden werden. 3eber Volksgenosse muß wissen, daß der Verlust an Volksvermögen durch Brände, auf den Kopf des einzelnen umgelegt, eine Belastung von 25 Mark im 3ahre ergibt. Die Schadenfeuer auf ein Mindestmaß herabzudrücken, ist Sache des Volkes. S ch a d e n Verhütung ist besser als Schadenvergütung. Für die in der Zeit vom 17. bis 23. September stattfindende Feuerschutzwoche wurde folgendes Programm festgelegt: 17. September: Ab 8 Uhr Verkauf der Broschüre durch die Feuerwehr. Gleichzeitig erfolgt die Verteilung der Fragebogen über die Durchführung der Entrümpelung. Ab 17 Uhr Brandangriff mit Probealarm. 18. September: Sprechchöre, die die Gießener Bevölkerung auf die Wichtigkeit der Feuerschutzwoche aufmerksam machen. 19. September: Ab 17 Uhr: Platzkonzert auf dem Brandplatz; gleichzeitig ist der Bevölkerung Gelegenheit gegeben, das Gerätehaus am Brandplatz zu besichtigen. 20. September: Von 16 bis 18 Uhr auf Oswaldsgarten Vorführungen von Brandsätzen, Schaumlöschversuchen usw. durch die Feuerwehr und Luftschutz gemeinsam. 21. September. Ab 17 Uhr Gerätevorführungen auf Oswaldsgarten. Ab 18 Uhr Konzert im Hof des Gailschen Depots. Besichtigung von Geräten. 22. September: Fallen alle geplanten Veranstaltungen aus, da am gleichen Tage ein Konzert der 83. SS.-Stan- darte in der Volkshalle stattfindet. 23. September: 7 Uhr Mocken. 9 Uhr Feldgottesdienst und Gefallenenehrung auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Anschließend Werbeumzug. Ab 15 Uhr große Waldbrandübung im Gelände zwischen Trieb und Philosophenwald. Für die Landorte gilt vorstehendes Programm mit entsprechender Abänderung. Fast 400 Millionen Mark kann das deutsche Volk jährlich ersparen, wenn wir den Sinn der Feuerschutzwoche erfassen und stets dessen eingedenk sein wollen, daß nur unsere Unvorsichtigkeit und Unachtsamkeit des Schadenfeuers Nährboden sind. Kreisamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt Gießen. Willi H a i n b a ch , Kreispropaganda- und Pressewaller der NSV. * Hitzkirchen (Kr. Büdingen), 15. September. (Drahtbericht des Gieß. Anz.) Gestern gegen 15 Uhr geriet bei Drescharbeiten auf dem Grundstück des Schmiedemeisters Zahn das in der Nähe eines Bulldoag liegende Stroh auf bis jetzt noch ungeklärte Weise in Brand. Trotz aller Bemühungen breiteten sich die Flammen mit rasender Geschwindigkeit aus und zogen in kurzer Zeit das ganze Gehöft in Mitleidenschaft. Obwohl die Feuerwehr und die Ortseinwohner eifrig tätig waren, brannten das Wohnhaus, die Scheune mit sämtlichen Erntevorräten und Maschinen, sowie die Stallungen des Schmiedemeisters Zahn völlig nieder. Ebenso wurde die Dreschmaschine ein Raub der Flammen. Der Brand griff auch auf die angrenzenden Stallungen und die mit Erntevorräten gefüllte Scheune der Landwirtswitwe Schmidt über; auch diese Gebäude wurden durch das wütende Element völlig zerstört. Eine Anzahl Kleinvieh und ein Stück Großvieh kamen in den Flammen um. Der Schaden ist groß, er soll jedoch durch Versicherung gedeckt sein. Landkreis Gietzen. )( Großen-Linden, 15. Sept. Landwirt Philipp P e p p l e r IV. wird am nächsten Montag 9 0 Jahre alt. Dem hochbetagten Manne mundet noch die Tabakspfeife. $ Alten-Buseck, 14. Sept. Am Mittwoch- abend fand in der Wirtschaft von W. Rühl eine gemeinschaftliche Versammlung der Ortsgruppe des Deutschen Luftschutzbundes, des Kriege r v e r e i n s und der Ortsfeuerwehr statt. Der Leiter der Ortsgruppe Lehrer Dr. Haas sprach in kurz gefaßter Rede über den gegenwärtigen Stand des Luftschutzes und die Aufgaben der einzelnen Ortsgruppen. Er gab bekannt, daß zur Erreichung eines ausreicheiMn Luftschutzes und zur gewissenhafteren Ausführung der notwendigen Maßnahmen künftig ein Zusammenarbeiten der obengenannten -drei Gruppen in Aussicht genommen sei. Die freigewordene Stelle des Geschäftsführers der Ortsgruppe wurde dem Mitglied Ludwig Schreiner II. übertragen. Mit der Aufforderung an die Besucher bei den übrigen Einwohnern für den Beitritt zum RLB. mit Nachdruck zu werben, schloß der Redner die gutbesuchte Versammlung. 5 Steinbach, 14. Sept. Heute fand hier die große Obstversteigerung der Gemeinde Steinbach durch Bürgermeister R?'c statt. Die Gemeinde hatte das Frühobst schon vor einigen Wochen versteigert. Die Ernte fiel mittelgut aus, der Erlös war befriedigend. Anschließend wurde das Obst der Pfarrei Steinbach versteigert. Während in einem Teil der Obstanlage die Ernte relativ gut ausfiel, hatte ein anderer Teils ast gar keinen Behang. Dieser Teil wurde in einem Lose versteigert. Bei starker Beteiligung der Obstliebhaber wurden von der Pfarrei über 500 RM. erlöst. § Harbach, 14. Sept. Am Mittwoch wurde hier das Gemeindeobst versteigert. Der Behang der Bäume war befriedigend. Die Preise für das Kernobst waren durchweg sehr hoch. Dafür ließ aber auch die Qualität der Früchte nichts zu wünschen übrig. Ein Baum mit gutem Behang kostete 10 bis 15 Mark. Die Rekordleistung in der Eiaenzucht erzielte Bürgermeister Heinrich Münch VII. Die besten Exemplare seiner Obstsorte „geflammter Kardinal" wogen durchschnittlich 280 g. oo Eberstadt, 15. Sept. Dieser Tage fand hier im Saale -er alten Schule eine gut besuchte Bauern v e rsam m l u n g statt. Ortsbauernführer G ö r l a ch hieß die Teilnehmer willkommen. Er wies zunächst auf die Möglichkeit der juristischen Beratung durch Dr. K n e i p p hin und sprach dann über Pachtfragen. Leider, so führte er u. a. aus, seien in diesem Herbst noch keine festen Pachtsätze genannt worden. Er schlug den Pächtern vor, sich mit denVerpächtern auf gütlichem Wege zu einigen und warnte bei öffentlichen Verpachtungen vor Preistreibereien. Er betonte in diesem Zusammen- hang, daß der in diesem Herbst teuer pachtende Pächter keine Herabsetzung des Pachtsatzes erwarten könne. Wer seit zwei Jahren mit seinen Verpflichtungen im Rückstand sei, müsse mit dem Entzug des Landes rechnen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung beschäftigte man sich mit der Kar' toffelbewirtschaftung. Das Kartoffelgeschäft soll sich in diesem Jahre so vollziehen, daß der Bauer bei einer alten Kundschaft vorspricht, der Verbraucher bestellt durch Unterschrift seinen Winterbedarf, der Bauer geht mit seiner Bestelliste zum Ortsbauern- führer und läßt sich den Schlußschein ausstellen. Der Ortsbauernführer legte den Versammlungsteilnehmern die Aufnahme von Landhelfern nahe und empfahl zum Schluß den Besuch des Erntedankfestes in Bückeburg und der Grenzlandschau in Bad Kreuznach. Es wurde fsstgestellt, daß aus Eberstadt drei Mitglieder nach Bad Kreuznach (G. Koch, P. Gör lach und F. Weisel) und drei nach Bückeburg (H. G ö r l a ch, H. Eich und K. Rühl) fahren. Kreis Schotten. * Laubach, 14. Sept. Dieser Tage wurde hier das Obst der Stadt versteigert. Da es besonders an Aepfeln viel gibt, war die Nachfrage sehr groß. Von weither waren die Käufer gekommen. Die Preise waren dementsprechend auch gut. Kreis Alsfeld. *c» Nie der-Gemünd en, 14. Sept. Bei der hiesigen Gemeinde - Obstversteigerung wurden pro Korb Aepfel etwa 2 Mark bezahlt. Zwischen konnte man für 1 Mark bekommen. — Zur Zeit ist die Dreschmaschine hier in Tätigkeit. Trotz der langanhaltenden Trockenheit im Vorsommer kann das Ergebnis der Körnerernte sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht befriedigen. Ganz besonders trifft dies für den Roggen zu. — Die Kartoffelernte ist in vollem Gange. Die Erfolge können hier mit „mittel" bezeichnet werden. ss Bleidenrod, 14. Sept. Die Kartoffelernte ist hier soweit beendet. Die (Erträge bleiben infolge der großen Trockenheit etwas hinter denjenigen der Vorjahre zurück. Anderseits zeigen sich aber sehr wenig faule Kartoffeln, so daß ein Ausgleich geschaffen ist. — Die Dreschmaschine arbeitet schon einige Tage hier. Die F r u ch t e r n t e bringt in diesem Jahre zufriedenstellende Erträge. Körner und Stroh bleiben hinter den Erträgnissen des Vorjahres nicht zurück. Die Qualität kann als gut bezeichet werden. । ..." Am nächsten Tage Aus einem alten „Sesundheits- katechismus" für die Schule. Der fierr Reichsunterrichtsminister hat in deutsche Abitur machen. Ich traf sie ün nächsten VDA ftin""ei? Monaten Z°?be"u-t'es - ft von^ ChapÜitepec. "si- waren^inzwischen gebildete beurteilen vermag. Viele Anregungen zu rechter Feierabendgestaltung vermag der Landlehrer auch durch seine Schularbeit eigentlich in einem Glashaus stehen und vor Wind und Wetter an Gedanken, Worten und menschlichen Goethe beobachtet seine Studenten. Oer Auszug der Jenenser Studenten im Sommer 1792. Im Juli 1792 gärte es in der Jenenser Studentenschaft. Unter dem Eindruck des Umsturzes in Frankreich erließen die thüringischen Staaten strenge Disziplinarvorschriften für ihre Landesuniversität, die u. a. studentische Zweikämpfe und Studenten- orden verboten. Um bei Durchführung dieser Ordonnanzen Ruhe und Ordnung in Jena zu sichern, hatte die Regierung von Sachsen-Weimar eine Kompanie Jäger und Husaren nach der Universitätsstadt entsandt. Die Studentenschaft beantroorkv«; diese „Besetzung" mit dem Beschluß, Jena zu verlassen und sich auf kurmainzischem Gebiet in der Nähe von Erfurt niederzulassen. Der Staatsminister von Goethe nahm am 19 Juli 1792 Veranlassung, dem Regenten von Erfurt, dem bischöflichen Koadjutor Freiherrn von Dalberg, über den Ausmarsch der Jenenser Studenten nachfolgenden interessanten Brief zu schreiben, der erstmalig im Jahre 1878 in dem „Grenzboten" veröffentlicht worden ist: Es geht, wie man vernimmt, eine Anzahl in Jena Studirender, die mit den Anstalten, welche mnn dort zu Sicherung der öffentlichen Ruhe zu treffen für nöthig gefunden, unzufrieden sind, nut dem Gedanken um/sich für den Augenblick von der Akademie zu entfernen und nach Erfurt und anderen Orten zu ziehen, um von dorther gleichsam als von einem monte sacro mit den patribus zu kapitulieren und sich beliebige Konditionen zu machen. Man ist keineswegs gesonnen, diejenigen auszuhal» Oie Schule im deutschen Keierabendwerk Don Oskar G. Foerster. Wirkungen oder Erfolge sehen will. Befähigt zu Höchstleistungen wird es in der Schule meist die Leistungsmitte halten, denn es ist feinen Neigungen zu Sport, praktischer Arbeit oder stundenlangem Spiel ebenso unterlegen wie feinen Schul Interessen. Es schafft sich in natürlicher Abwechslung das Gleichgewicht, das nötig ist, um Geist und Körper gleichmäßig zu entwickeln. Das Kind ist leicht erziehbar, es braucht die Außenwelt zur Bestätigung feiner Person und wird sich ihr immer unterzuordnen wissen, auch dann wenn es scheinbar bockt oder nicht gehorcht. Wird das Kind älter, so bleibt sein Leben und seine Laufbahn immer im Kontakt mit eben dieser notwendigen Außenwelt. Ob es nun studiert oder handwerklich arbeitet, stets wird der erwählte Beruf in unmittelbarer Auswirkung „öffentlich" fein. Dieser Typ Mensch hat das Talent, ebenso schnell aufzunehmen wie abzugeben, denn die Verarbeitung eines Stoffes erfolgt bei ihm mit unaeheurer Schnelligkeit. Seine Freuden find nicht tief, haben keine Stille, ebenso wie seine Enttäuschungen und Schmerzen ohne nachwirkende Grübeleien „erledigt" werden. Zeigt die Entwicklung des Außenlebendigey die ständige Beeinflussung von außen, den Immert der Deutschen Schul e" an einem Sonntag veranstalten kann. Die Veranstaltung findet Sonntag, 16. September, statt. Nachstehend schildert ein junger deutscher Schulmann Eindrücke von vierjähriger Tätigkeit in Latein-Amerika. Blauer Himme1,Lärm undWafferflulen Schulmeister in Llebersee Bilder aus deutschen Schulen in Latein-Amerika. Don Dr. Gerhard Hagenmeyer. notwendigen Austausch mit der Umgebung, so finden wir in dem innenlebendigen Menschen das absolute Gegenteil. Von Kindheit an in sich gekehrt, scheu und abgewandt, schwer lernend und noch schwerer der Außenwelt erschließbar, scheint solch ein Kind oft geistig und körperlich zurückgeblieben. Sein Gärungsprozeß, seine Möglichkeit, das Aufgenommene in die Sprache zu übersetzen, dauert lange und ist mit größten innerlichen Schwierigkeiten verbunden. Ein Gegenstand, eine Puppe, ein Hund, ein Mensch wird geliebt mit einer erschreckenden Intensität und einer beglückenden Dauer. Dieses Kind wird sich nicht allein mit Sehen und Hören begnügen, es wird jedes Ding in unmittelbare Beziehung zu seinem „Ich" bringen. Alles wird unter strengster Kritik geprüft und erhält nur Wert durch die fühlbare Verwandtschaft mit dem eigenen Wesen. Wir finden den innenlebendigen Typ häufiger bei Frauen als bei Männern und bei letzteren eigentlich nur bei künstlerisch veranlagten Menschen, gleich, ob sichtbar schaffend oder nicht. Die innenlebendige Frau ist eines jener feinfühligen, seelisch belasteten Geschöpfe, bei denen man immer das Gefühl hat, daß sie Landstreicher, Schulmeister, Bretterbuden. Ich will nicht reden von den großen Schulen in Buenos Aires ober den bedeutenden Seminaren und Internaten in Südbrasilien; wer kennt den Daseinskampf der kleinen Dorfschulen, der „Pikaden- schulen", die zu Hunderten sich mühsam in der Em- samkeit durchschlagen? Am Grenzfluß von Paraguay und Argentinien, am Parana, saß ich em paar Tage in einem Wirtshaus, da kam einer hergewandert, schon Monate unterwegs, Viehhüter, Hühnerzüchter und augenblicklich ohne Beschäftigung. „Aber da draußen, eine Stunde weg, haben mich die Bauern gefragt, ob ich nicht ihr Schulmeister werden will, gegen freie Kost und Wohnung. Aber er wollte abwarten, ob sich nicht noch was Besseres, eine richtige Arbeit für einen Mann, bot ... Zu einer Lehrertagung in Blumenau kam einer acht Tage durch den Wald geritten, hatte noch nie elektrisches Licht gesehen und schlief nachts auf feinem Sattel, weil er ein Bett nicht vertragen konnte Wie manche ärmliche Bretterbude in einer armen Siedlung in Brasilien ober Paraguay trägt nicht doch die rührende Aufschrift „Deutsche Schule", und wer gerade etwas besser mit der Feder ist, oder auch manchmal, wer sich mit der Hacke nicht anstrengen mag, schwingt darin das Zepter. Bei Wolgadeutschen in einem argentinischen Dorf traf ich einen Siebenbürger Sachsen als Lehrer, oft leiht auch der Pfarrer seine letzten Kräfte. In Mühe und Arbeit wird doch Niveau gehalten, und das deutsche Volkstum hat viele stille Helden auf halbvergessenen Außenposten. Denkt die Heimat daran und hilft mit? Der nationalsozialistische Staat ist bemüht, der ; Freizeitgestaltung des schaffenden deutschen Menschen einen neuen Sinn und neue Inhalte zu geben. Im Feierabendwerk der NS.-Gememschaft „Kraft durch Freude" wird versucht, alle Volksgenossen zu den Gütern der nationalen Kultur und des deutschen Volkstums zu führen und in ihrer Pflege alle Schichten des Volkes zu einen. Bei der Durchführung dieses großen Planes wird die deutsche Schule und ihre Lehrerschaft wertvolle Mitarbeit leisten können. Denn das Feierabendwerk gründet sich nicht allein auf soziale und kulturelle, sondern auch auf volkspädagogische Voraussetzungen. In der Erkenntnis dieses Sachverhaltes hat das Amt für Ausbildung in der Gemeinschaft „straft durch Freude" Richtlinien für die Verbesserung der Allgemeinbildung im Rahmen der Freizeitgestaltung herausgegeben, nach denen alle Gauschulungsleiter aufgefordert werden, die Erwachsenenschulung aus eine pädagogisch einwandfreie Linie zu bringen. Zur Erreichung dieses Zieles wird die Mitarbeit befähig ter Beruf'serzieher verlangt, die vom ^tionalsozi - Wischen Lehrerbund ausgewahlt werden sollen, vin Kursen und Lehrgängen werden besonders die Arbeitslosen geschult werden. Die Berufs- und meinbilbunfl in diesen Kursen soll in die Tages- und Berufsschulen gelegt werden. Vorgesehen sind zunächst Lehrgänge in deutscher Literatur Gesc^chtt, Geographie, Geopolitik, Englisch, Französisch, Buchführung und Kurzschrift. Neben dieser mehr der Berufs- ^^.^or^üdung dienenden Arbeit aber erfordert auch du-auf Volkstumspflege und Erneuerung des geistigen Volkslebens gerichtete Freizeitgestaltung die tatkräftige Unterstützung durch Schule und Lehrerschaft. Die völkische Schule, in besonderem Maße die deutsche Land schule, ist heute zu einer Statte der ge st aen Heimat emporgewachsen. Die Dorfschule stellt das Kulturzentrum des deutschen Dorfes dar, von dem aus wahre, der Heimat und ihren Menschen dienende Volksbildung das geistige Leben ,m Dorfe mit neuem Sinn und Ziel erfüllt. Der Landlehrer ist der natürliche Begründer und Führer der dörflichen Kulturgemeinschaft. , . Auch der Feierabend der Landmenschen bedar neuer Inhalte. Die Erneuerung des heimatlichen । Brauchtums gehört zu den wesentlichsten Aufgaben dörflicher Kultur- und Heimatpflege. Deutscher Glaube und echter Bauerngeist lebt in vielen alten Landvolksitten, wie sie besonders mit den dörflichen Festen verknüpft find. Der Tanz um den Maibaum, die lodernden Feuer der Sonnenwende, die heimatlichen Erntebräuche - das find Feierstunden, die in der Verbundenheit des bäuerlichen Menschen mit Scholle und Heimat ihren Sinn finden und der Eigenart und Gesetzmäßigkeit eines, naturnahen und einfachen Lebens würdig find. In vielen Schulen sammeln sich heute schon an den Abenden die Männer und Frauen des Dorfes zu gemeinsamer Pflege des Volksliedes. S i n g t r e i f c und Laienspielgruppen, begründet und geleitet von Landlehrern, verschönen die dörflichen Feste mit ihren Darbietungen, an den arbeitsfreien Nachmittagen und den Sonntagen sammelt sich die Dorsjugend auf den Wiesen und Spielplätzen zu Volkstänzen und allerlei alten Wettspielen. Topf- schlagen, Ringelstechen. Eierlauf, diese scherzhaften Dorfspiele, die zugleich auch eine volkstümliche Art guter Leibesübungen darstellen, wandern von der Schule wieder hinaus in die gesamte Dorfjugend Der Lehrer ist zumeist auch der Verwalter der D o r f b ü d) e r e i, die bei derGestaltung des Feierabends im Dorfe eine überaus wichtige Rolle spielt. An den langen Winterabenden, die der Dorfmensch nicht durch Kino- oder Theaterbesuche ausfullen kann, ist neben der Zeitung das Buch die einzige Unterhaltung. Die Auswahl und Zusammenstellung solcher Bücher wird am besten der Landlehrer übernehmen können, der, selbst im bäuerlichen Lebenskreis verwurzelt, Eigenart und seelische Gestalt des Landmenschen am sichersten zu uÄw' bat nirgend-- * ihrer p^nlle leben. Jede Familie kann durch die m ÖSKSsSÄ (Brüche Lieder und Geschichten aus alter Zeit gesammelt', die wiederum der Anfertigung ^ner Dorf - chronik nutzbar gemacht werden können. — In zahlreichen Dörfern und Kleinstädten sind in der letzten Zeit auch „H ö r g e m e i n d e n" entstanden, die in der Schule zusammenkommen und die Darbietungen des Rundfunkts hören. , In Stadt und Land vermag die Schule auch durch die Pflege der Zusammenarbeit mit den Eltern zur Freizeitgestaltung beizutragen. Die Elternabende und die Veranstaltungen der Klassenelterngemeinschaften, wie sie heute bereits in Ein großes Wohnhaus im alten Kolonialstil — ( meterdicke Mauern, Jnnenhof mit Blumen und 1 einem Brunnen in der Mitte, ein Säulenumgang < für die Regenzeit, die Klassenzimmer tm Viereck 1 drum herum, mit Tür und Fenster nach innen — die Straßenfront nur eine breite Fläche mit em paar hohen vergitterten Fenstern — das ist die Deutsche Schule in Südamerika. Wenn wir Besuch : bekamen, stellte er sich zuerst in die Mitte des Ho- j fes, blickte verzweifelt nach allen vier Seiten, hielt sich die Ohren zu und fragte uns nachher, ob wir in dem Lärm nicht verrückt würden. Denn alle Türen waren natürlich offen für Licht und Luft, und wenn auf der einen Seite gesungen, auf der anderen oorgetragen und auf der dritten geschimpft wurde, war es in der Tat der reinste Lärmzirkus. Dafür gab es keine Treppen zu steigen, und der blaue Himmel lachte von überall herein. In per Regenzeit allerdings hatten wir manche ungewollte Ferienstunde, denn die Straßen konnten zu solchen Flüssen anschwellen, daß kein Mensch drüber konnte und wir warten mußten, bis die Fluten sich gemäßigt hatten. Kostbare Kinder. Die Sorge der Familien um die kostbaren Sprößlinge war mehr als liebevoll. Ich traute meinen Äugen nicht in den ersten Tagen, als ich bemerken mußte, daß um 10 Uhr alle Danke im Hof besetzt waren mit kleinen kupferfarbenen indianischen Dienstmädchen, die, kaum klingelte es zur Pause, auf ihre Schützlinge losftürmten und ihnen Apfelsinensaft, Butterbrote und andere Stärkungsmittel verabreichten. Und um 12 standen sie wieder vor der Tür, schüchtern und barfüßig, nahmen die : Schulmappen ihrer jungen Herrn in Empfang und । zogen die Kleinen an der Hand nach Haufe. Fortschritt in Mexiko. . Wir hatten drei Jungen mit dem Einjährigen t nach Mexiko entlassen, dort wollten sie vollends das Zwei Entwicklungswege. Ein Beitrag zur Erziehung und Erkenntnis des Kindes. Bon Greta Marie Gerber. Schon in der frühesten Kindheit unterscheidet sich der außenlebendige Typ vom innenlebendigen wesentlich und läßt uns frühzeitig die aeiftige und körperliche Entwicklung des Heranwachsens ahnen. Den außenlebendigen Typ stellt jenes Kind dar, das aufgeweckt, hellhörig, fast schon vom ersten Kinderschritt an der Welt zugekehrt alles aufnimmt, alles hört, verarbeitet, und bald sichtbar reproduziert. Es lernt früh laufen, sprechen, es sieht in immer wacher Beobachtung, welchen Nutzen es ziehen, welchen Schaden es anrichten kann, wo seine Vorteile liegen, wo seine Nachteile. Es ist ebenso fähig zum Guten wie zum Bösen. Es hilft mit eben derselben Bereitwilligket, wie es mit seinen Altersgefährten einen dummen Streich ausführt — Hauptsache bleibt in beiden Fällen die immer sprungbereite Aktivität, die sich äußert, die sich entladet, Für das heutige Schulwesen ist die Befolgung । hygienischer Vorsichtsmaßregeln eine Selbstverständlichkeit jedoch dürfen wir andererseits nicht an- 1 nehmen, daß man in früheren Zeiten auf diesem 1 Gebiet völlig nachlässig gewesen sei. Wir besitzen aufschlußreiche Dokumente über die Einrichtung eines Hygiene-Unterrichts, der um die Wende des 18 zum 19. Jahrhundert an manchen Schulen erprobt worden ist. Ein im Jahre 1792 erschienener Gesundheitskatechismus des Leibmedikus der Gräfin Juliane Wilhelmine Luise von Schaumburg-Lippe, Dr. Bernhardt Faust, liefert uns dafür einen Beweis. In verschiedenen Schulordnungen wurde ausdrücklich eine Berücksichtigung der Gesundheitslehre gefordert; so heißt es z. B. in der Ordnung für die Stadtschulen von Darmstadt aus dem Jahre 1802: „Mit der Lektion der Naturlehre ist abwechselnd Gesundheitslehre, doch hauptsächlich nur in diätischer Rücksicht, zu verbinden... Nach den verschiedenen Jahreszeiten, und bei besonderen Veranlassungen, wird der Lehrer das Nötige vorzunehmen wissen, z. B. im Sommer vom Baden und von der Vorsicht dabei, gegen den Monat August von der Derkältung, bei großer Kälte von den Vorsichtsmaßregeln gegen das Erfrieren der Glieder, und von den Mitteilungen zu deren Wiederherstellung ufw. reden, auch muß er in jedem halben Jahr die Wiederbelebungsmittel der Ertrunkenen, Erstickten und anderer. Scheintoter vortragen, und sind dazu Struves Tabellen aus dem Schulfonds anzuschaffen und aufzuhangen. Außerdem wird sich der Lehrer zur angelegenen Pflicht machen, die Jugend für den Glauben an Scharfrichter, Quacksalber und Marktschreier, überhaupt für die Torheit derjenigen zu verwahren, die in Krankheiten immer ihr Vertrauen am liebsten auf solche Personen setzen, die am wenigsten Beruf dazu haben." Fausts Gesundheitskatechismus war nun das Auswirkungen geschützt werden müßten. Das, was diese Frau am tiefsten angeht, wird niemand hören — ihre Sehnsüchte, Freuden und Leiden macht sie am liebsten mit sich allein ab, und selbst Schmerzen sind oft bei der völligen Einkehr zu sich selbst von einer Süße und Kraft, daß aus ihnen schon neue Stärken geboren werden können. Sie braucht äußerlich keine allzu große Beweglichkeit, denn ihr innerlicher Verbrennungsprozeß ist ständig im Gange und nimmt sie so vollkommen in Anspruch, daß sie ihre seelische Kräfteausgabe nur mit körperlicher Ruhe wieder aufholen kann. Sie wird wenige in ihrem Leben lieben, aber diese wenigen mit eben derselben Tiefe und Unvergänglichkeit, mit der sie einst als Kind ihre Puppe, ihre Glaskugel, ihren Hund geliebt hat. Sie ist eine Künstlerin des Alleinseins, Denn sie ist im Grunde in der menschlichen Gesellschaft mit ihren Gedanken ebenso allein, als wenn niemand bei ihr ist. Sie kann sich immer beschäftigen — beschäftigen in sich selbst, mit sich selbst, denn sie bespiegelt mit derselben Eitelkeit, Freude ober Trauer ihr Inneres wie eine andere Frau ihre äußere Fassade. Sie entwickelt sich aus sich selbst heraus, lernt, arbeitet, greift an, zersetzt und löst die Dinge nach eigensten Gesetzen in steter 3ugeni> und Hochschule. Bietungen der Schule und den Vorträgen über die Heim fürdie Ziele der neuen Erziehung, die dmch L Ztbttd hatte ^ein Wort Spanisch hinterlassen. Villa in Blüten. Ich mußte weiter, und in Guadalajara ließ ich mich von einer gemütlichen Pferdedroschke vor das Schulhaus fahren. Hatte sich mein Mann verirrt? Vorstadt mit Blumen, Parks und Gärten, und ich ging noch einmal heraus, ehe ich klopfte; aber da stand „Colegio Aleman“, und es war eingehüllt in Blüten und Blätter, wie ich nie ein Schulgebäude gesehen hatte. Es war gerade Pause, dreißig kleine Mädchen kamen, knixten und gaben mir die Hand, ich kam mir vor wie der Chef des Weißen Hauses und lächelte huldvoll. Der Direktor war schon ein alter Kämpfer; er hatte sein Zimmer voll aztekischer Erinnerungen, war stolz auf die tadellose Einrichtung seiner Schulräume und führte ein schneidiges Regiment. Heim der Hitlerjugend. Als ich nach Miraflores kam, der vornehmen Garten- und Villenftadt von Lima in Peru, „Gringo- flores" sagen die Einheimischen gern, weil so viele Ausländer, Gringos, dort wohnen, war gerade Samstagnachmittag. Ich war zusammen mit einem neuen Lehrer, der eben frisch von Deutschland gekommen war und sich an seiner neuen Arbeitsstätte melden wollte. Nach langem Irren kamen wir hm, glaubten uns erst zu täuschen, weil daneben Tennis gespielt wurde, aber es war richtig, die Plätze gehörten mit dazu. Es mar ein neu gestrichenes, ele- qantes Haus, aber alles leer, nur cm fernes Ge- । murmel im Dachftock ließ sich vernehmen. Wir krochen im Dunkeln über Hühnerleitern und streckten die Köpfe aus der Falltür — da rannten Jungen mit Sieden und Zeltleinwand, ein würdiger Herr i bewegte einen Zollstock, ein Lehrer wachte mit > Luchsaugen. „Kommen Sie ruff, hier entsteht em heilig fei." '__ m , ,. Von der Art des Buches geben einige Katechis- musfraqen und Antworten ein Bild. 171a. Sind Leckerbissen den Kindern schädlich? Ja, Leckerbissen, fette, teigige Mehl- oder Obstkuchen oder Back- um Zuckerwerk und alle süßen Sachen find den W dem sehr schädlich. 171b. Was schaben die SiM ketten? Sie sind nicht nur dem Körper ungeW sondern die Kinder werden dadurch auch zur Lecker« Hastigkeit verwöhnt, sie werden weichlich, empfin0' lich, eigensinnig, halsstarrig und selbstsüchtig. Alles soll ihnen süß sein und alles soll nach ihrem KopI gehen; und da in der Welt vieles sauer ist, uno vieles nicht nach ihrem Kops geht, so werden es mißmutige, mißvergnügte, unglückliche MenM"- 367 h. Wie könnte Die Obrigkeit an den mehrsien Orten Die ansteckenden Krankheiten und den unzähliger Menschen verhüten? Wenn sie die en ansteckenden Kranken an jedem Ort von der w - meinschaft der Gesunden in besondere, zu Diel Zweck errichtete Krankenhäuser absonderte; so wu den an diesen Oertern sich ansteckende Krankhe niemals verbreiten und das Leben unzayi g Menschen würde gerettet werden. . Dr. Faust ist 1842 gestorben; sein Grab m Auae bürg trug später einen Denkstein mit der mung: „Dem deutschen Manne, dem wa Freunde der Menschheit, dem Wohltäter der ZU» weiht diesen Stein die dankbare Schuljugend «o burgs". Bezugnahme, Einnahme und Auslösung auf sich selbst und die wenigen, ihr nahestehenden Menschen. Außenlebendig oder innenlebendig — zwei vorherrschende Typen in der Vielfalt menschlicher Wesensart — beide von gleicher Wichtigkeit in der Entwicklung der geistigen wie körperlichen Welt. Großstadtleute geworden, und dann führten sie mich zu ihrer neuen Schule. Das war allerdings ganz anders, das war ja wie in Deutschland! Ein Riesending mit Stockwerken und Korridoren, und alles ging von Stolz geschwellt umher: war doch nicht nur eine blitzblanke Turnhalle, nein, auch em überwältigender Schwimmtank auf dem Schulgrundstück fertig geworden, und in kurzem sollte das große Schulfest gefeiert werden, zu dem die ganze Kolonie kam, mit Kind und Kegel und Junggesellen, um sich zu vergnügen und Geld im schlaffen Schulbeutel zu Buch, das solchen Unterweisungen vor hundert Jahren am häufigsten zugrunde gelegt wurde; es bestand aus zwei Abteilungen: „Von der Gesundheit" und „Von Krankheiten". Die sechzehn Ab- schnitte des ersten Teils enthielten 106 Fragen; sie handelten u. a. von der Gesundheit und ihren Kennzeichen, von der Wartung der kleinen Kinder, von der Luft, der Reinlichkeit, der Kleidung, den Wohnungen, vom Brot und den Speisen, dem Wein und Branntwein und dem Tabak. Die zweite Abteilung mit acht Abschnitten und 94 Fragen de- schästigt sich u. a. mit dem Verhalten m Krank- beiten und Fiebern, mit den ansteckenden Krankheiten, dem Verhalten nach Krankheiten, den Schulen. Dem Buche geht nach dem Entwurf ein Ge- dicht vorauf, dessen erste Sttophe lautete: „Des Leibes warten und ihn nähren, / Das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. / Mutwillig feinen Bau ver- ehren, / Verbietet mir fein Unterricht. / 0 stehe mir mit Weisheit bei, / Daß diese Pflicht mir I UHU tuen uLutniy L u XI«« I meinte, er habe sich ganz gut mit ihnen unterhalten. Osorno auf der Höhe. Das sind die reichen Schulen, wie sie in den Städten stehen und von Bürgern und Kaufleuten unterhalten werden. Die schönste davon sah id) m Osorno in Südchile, ein Bau, der in ganz Südamerika Epoche machen wird durch seine kühne und moderne Konstruktion; weit ragt sein viereckiger weißer Turm über Die Dächer der Stadt. Eme große Tat derselben Stadt war vor zwei Jahren die Gründung einer landwirtschaftlichen deutschen Schule, zu der aus ganz Chile die Bauernsöhne kommen. echtes Kulturgut enthalten, von Selbstbildung ausgehen können. Was die Schule in ihren Elternabenden, Feierstunden und sonstigen Elternveranstaltungen den Müttern und Vätern vor allem nahedringen mochte, ist jenes Wort Pestalozzis: „Komntt laßt uns unseren Kindern leben!" ßeben und Schaffen für die Kinder — das muß wieder fdjonfter Sinn des Feierabends werden.-Im Kreise der Familie soll das deutsche Kind zum ersten Male die Seele feines Volkes erleben. Das deutsche Märchen und das Kinderlied erschließen ihm das Tor zum deutschen Volkstum. Die deutsche Frau findet hier die schönsten Aufgaben 1^65 ^61361196^1^. 9as Kind bedarf in der Periode des Spiels nicht nur kindertümlicher, feine Anlagen fordernder Befchasti- gungsmittel, mit denen es sich selbst überlassen bleibt, sondern auch eines regen geistigen Verkehrs mit den Menschen seiner Umwelt, in dem die grundlegenden geistigen Funktionen sich entwickeln können. Für solche plan- und sinnvolle Beschäftigung mit TLSNLSM-L wm-ä®» Öen Eltern zugleich auch wertvolle Anregungen für anftaltungen. ________ die Gestaltung ihrer eigenen Freizeit. In den Dar-l Wirtschaft Daten für Samstag, 15.Sevtember. 1834: der Geschichtsschreiber Heinrich v. Treitschke in Dresden geboren (gestorben 1896); — 1882: der Unterseebootführer Otto Weddigen in Herford geboren (gestorben 1915); — 1926: der Philosoph Rudolf Eucken in Jena gestorben (geboren 1846); — 1933: Göring eröffnet den Preußischen Staatsrat. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Daten für Sonntag, 16. September. 1736: der Glasbläser Daniel Fahrenheit im Hang gestorben (geboren 1686); — 1836: der Chirurg Ernst v. Bergmann in Rufen in Livland geboren (gestorben 1907); — 1920: Rückkehr des Abstimmungsgebietes in Ost- und Westpreußen unter deutscher Verwaltung. ten, welche sich In die Anordnungen, die man zum allgemeinen Besten räthlich glaubt, nicht fügen wollen, und wird sie in Frieden ziehen lassen, um so mehr, da die Akademie nur durch diese Krise gewinnen kann, indem sie rohe und unruhige Subjekte los wird, und so kann ihr dieser sonst unangenehme Vorfall zum Nutzen gereichen. Ich werde durch die Herren Geheimräte veranlaßt, Ew. Erzbischöflichen Gnaden hiervon einige Nachricht zu ertdeilen und halte es selbst um so mehr für Pflicht, als ich vermuthen kann, daß es denenselben angenehm sein dürste, die Ankunft dieser Emigranten zum Voraus zu erfahren ... Am 19. Juli 1792 kurz nach der Mittagsstunde begab sich Endesunterzeichneter in das Gartenhaus des Kriegssekretär Mayern, um die Ankunft der wandernden Studenten (in Weimar) zu beobachten. Er sand den Schlagbaum des Kugelthors niedergelassen, der Adjutant hielt vor demselben zu Pferde, zwei Husaren an der Seite der Brücke gegen die Mühle zu. Man sah viele Menschen .die Chaussee herunterkommen; es waren Weimaraner, welche die Neugierde den jungen Abenteurern entgegengeführt hatte. Die nachfolgenden Studenten konnte man weil sie auch ohne Ordnung giengen, von dem Trupp nicht eher unterscheiden, der vor ihnen her nach der Stadt eilte, als bis sie auf der Mitte der Brücke Halt machten und, wie es mir schien, stutzig und mißtrauisch das versperrte Thor, die ins Gewehr getretene Wache, den Adjutanten und die Husaren onsahen. Sie blieben jedoch ohne Schein von Be- rathschlagung einige Minuten stehen, endlich setzten sich dle vordersten In Bewegung, kamen herunter, begrüßten den Adjutanten, der ihnen den Weg an- zeigt, den sie zu nehmen hatten. Die Husaren ritten gegen das Gerberthor zu und die Studenten folgten chnen. Es war ein Einziger dabei zu Pferde der den Zug anführte, nachdem ungefähr ihrer dreißig als Avantgarde vorausgegangen waren. Sie suchten nunmehr ihrem Marsch Ansehen zu geben. Drei oder vier giengen Arm in Arm nebeneinander, einige, die nebenher giengen, bemichten sich vergebens, die Glieder in Ordnung zu bringen und eine langsam anständige Bewegung einzuleiten. Sie waren meisten- cheils sauber gekleidet, theils in sehr kurzen Jäckchen, theils in sehr langen Ueberröcken. Meist hatten sie Säbel und Hirschfänaer Überhängen, und ein Theil trug Stöcke. Wenige hatten Pistolen im Gürtel. Sie gingen alle still und man dürfte wohl sagen verdrießlich, keinen Ausdruck von Frechheit oder Wildheit bemerkte ich. Man schätzt den Zug gegen dreihundert, ob ich gleich niemand gesprochen habe, der sie gezählt hatte. Es folgten einige offene Fuhrwerke zu zwei bis drei Studenten. Sodann etwa zehn Leiterwägen mit Koffern, jedoch nicht schwer beluden. — So ging der Zug, wie ich höre, ruhig den angewiesenen Weg bis zum Erfurter Thor hinaus. I. W. v. Goethe." Die Studenten kehrten am 23. Juli aus ihrem Exil in Nohra nach Jena zurück, nachdem die Regierung den Abzug der Truppen und eine unparteiische Untersuchung vorhergegangener Zwischenfälle in Jena zugesagt hatte. lerem, spater jedoch ruhigem Geschäft geräumt. Die Preise gingen um etwa 1 bis 2 Mark zurück, gute Kälber blieben unverändert. Das Geschäft am Schweinemarkt nahm trotz etwas stärkerer Beschickung (4852 gegen 4778) einen mittelmäßigen Verlauf, es verblieb bei un- veränderten Preisen nur mäßiger Ueberstand. Hämmel wurden bei gut gehaltenen Preisen und ruhigem Handel geräumt, der Auftrieb war um 20 Stück auf 183 erhöht. Am Schafmarkt lagen geringe Schafe empfindlich niedriger, wogegen beste und mittlere ihren vorwöchigen Preisstand behaupteten. Nach mittlerem bis ruhigen Handel wurde der um 47 auf 125 Stück erhöhte Zutrieb etwa geräumt. Frankfurter Börse. rNillagsbörfe: ruhig, aber fteundllch. Frankfurt a. M., Die Börse hatte angesichts einer ganzen Reihe günstiger Wirtschaftsnachrichten einen durchaus freundlichen Grundton, die Umsatz- tätigkeit hielt sich aber nach wie vor in engen Grenzen, da die Zurückhaltung von Kundschaft und Kulisse fortbestand. Lediglich einige Spezialpapiere begegneten etwas größerem Interesse. Obschon besonders für den Montanmarkt die meisten Anregungen vorlagen — verwiesen sei hierbei auf die 70 v. H. höhere Roheisengewinnung gegenüber dem Vorjahr, auf den guten Hoesch-Abschluß und den mexikanischen Rährenauftrag für Deutschland — lag dieser Markt ziemlich vernachlässigt bei uneinheitlicher Kursbildung. Während Harpener 1 und Mansfelder Verbau 0,13 v. H. anzogen, gaben Mannesmann 0,90 und Stahl- verein sowie die meisten übrigen Werte um 0,25 d. H. nach. Auch Chemiepapiere lagen ungleichmäßig. Farbenindustrie weiter vernachlässigt bei 145,25 (145,40), ferner Rütgerswerke 0,13 o. H. niedriger. Metallgesellschaft gaben auf eine weniger optimistische Verwaltungsäußerung in der Dividenden- frage 0,75 v. H. nach, andererseits waren Scheide- anftalt 1,5 v. H. fester, wobei die Nachricht über Gewinnung einer Ersatzgoldlegierung etwas stimuliert haben dürfte. Am Elektromarkt büßten Siemens 1,50, Gesfürel und AEG. je 0,50, Licht & Kraft 0,25 v. H. ein, wogegen Betula 0,90, Elektr. Lieferungen 0,50 v. H. und Schuckert 0,75 v. H. gewannen. Schiffahrtswerte konnten sich etwas erholen, Hapag plus 0,25 v. H., Nordd. Lloyd plus 0,90 v. H. (Fernen! Heidelberg waren erneut kräftig höher gesucht und zunnächst ohne Notiz. Die Sanierungsoorschläge für Zellstoff Waldhof im Verhältnis 2:1 bildeten keine Ueberraschung; Waldhof notierten etwa 48 (47,75). Im einzelnen eröffneten u. a. Reichsbankanteile 1 o. H., AG. für Verkehr und Kunstseide Aku je 0,25 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt lag im ganzen freundlich. Reichsaltbesitz 96,50 (96,40), späte Reichsschuldbuch- forderungen 94,40 bis 94,50, Zinsvergütungsscheine lagen gut behauptet, dagegen Kommunal-Umschul- dungsanleihe schwächer. Von fremden Werten tendierten Mexikaner.und Ungarn bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Im Verlaufe setzten sich am Aktienmarkt bei allerdings weiter kleinem Geschäft überwiegend leichte Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. durch. Stärker erhöht waren Zellstoff Aschaffenburg, die bis 67 , nach anfangs 65,75 notierten. Ferner kamen Ce- - ment Heidelberg mit 116,50 um 1,50 v. H. fester l zum Kurs, andererseits verloren Lahmeyer 1.50 i v. H., Ilse Genuß 1 v. H. Auch am Rentenmarkt zogen die variablen Pa- I Piere eine Nuance an, Altbesitz 96,65, späte Reichs- i schuldbuchforderungen 94,50 Geld. Der Pfandbrief- ■ markt lag bei sehr kleinem Geschäft meist gut be- - hauptet, auch Stadt- und Staatsanleihen wiesen ° keine größeren Veränderungen auf. Etwas größeres ! Geschäft entwickelte sich im Freiverkehr für einige : russische Werte bei höheren Kursen. Warschau gegen 1 Wien 10 bis 10,75, Russen gegen Südwest 3 bis 1 3,25 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 3,25 v. H. zum : Medio etwas gesucht. Abendbörse: freundlich. Anschließend an den Mittagsschlußverkehr lag auch die Abendbörse freundlich, wenn auch die Um- ’ sätze kein größeres Ausmaß erreichten. Der Aktienmarkt zeigte gegen den Berliner Schluß zumeist gut behauptete, teilweise auch mäßig höhere Kurse. Etwas schwächer lagen Bemberg (— 0,50 v. H.). Der Verlauf brachte keine Aende- rungen. Der Rentenmarkt verkehrte gleichfalls in freundlicher Haltung, allerdings war auch hier der Umsatz klein. Interesse fanden Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen mit je plus 0,13 v. H. Lebhafteres Geschäft hatten im freien Markt wieder Russenwerte und Warschau-Wiener zu 11,50. Rus- sen-Südwest galten 3,50 Geld, 1902er Russen 1,55 bis 1,60, Gulden-Russen 1,55. Auch industrielle Genußrechte blieben beachtet und behauptet. Am Kassamarkt notierten Feinmechanik Jetter mit 56,75 um 1,25 v. H. fester. Großbankaktien blieben unverändert bis auf OO-Bank, die 0,25 v. H. verloren. Am Auslandsrentenmarkt erreichten 4 v. H. Schweizer Bundesbahn von 1912 mit plus 0,50 v. H. die 200-Grenze, 3,50 v. H. do. 186,50 (186). U. a. notierten: Altbesitz 96,75, 6 v. H. Stahlverein 78,75, Commerzbank 67,50, vv-Bank 71,25, Dresdner Bank 74,50, Reichsbank 152,75, Gelsenkir- chen 60,50, Harpener 105,25, Phönix 47,13, Rhein- stahl 90, AKU. 67,50, Bekula 147,75, Bemberg 69,50, Chade Lit. A bis C 217,50, Daimler 48,13, Scheideanstalt 217, IG. Farben 145,40, Gesfürel 112, Holzmann 78,75, Junghans 56, Metallgesellschaft 93,50, Schuckert 95,50, Siemens 148,50, Aschaffenburger Zell 66,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 112,13, Nordd. Lloyd 29, Anatolier Eisenbahn 37,90. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 14. Sept. Bei ruhiger Allgemeintendenz und kleinem Geschäft notierten (Großhandelspreise per 100 kg loko Mainz) in RM.: Weizen 20,60, Roggen 16,60, Hafer 16,00 ab Station, Braugerste 19,50 bis 20,25, Jndustriegerste 18,75 bis 19,00, Malzkeime 15,50 bis 15,75, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 9,72, Biertreber 17,00, Soyaschrot 12,80. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 14. Sept. Die Anlieferungen in deutscher Butter bleiben infolge des Rückgangs der Milchzufuhren recht knapp. Auch hier findet ein Ausgleich durch genügende Zufuhren von ausländischer Butter statt. Die Nachfrage des Publikums ist klein und kann voll beftiedigt werden. Die Preise blieben unverändert. Die Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel lauten wie folgt: Deutsche Markenbutter 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 143, deutsche Molkereibutter 138 bis 140, Landbutter 125 bis 130, Holländer 145 bis 146, andere ausländische Butter etwa 140 bis 145 RM. pro 50 kg. Frankfurter Eiermarkt. F r a n k f u r t a. M., 14. Sept. Während noch anfangs der Woche in deutschen Eiern genügend Angebot vorhanden war, zeigte sich am Wochenschluß etwas stärkere Knappheit, die jedock nicht ins Gewicht fiel, da dem ausreichende Anlieferungen ausländischer Eier gegenüberstanden, und zwar aus Holland, Belgien, Dänemark und dem Balkan. Daneben ist die Nachfrage des Konsums wieder sehr klein geworden, so daß die vorhandenen Bestände vollkommen für den Bedarf ausreichen. Die Preise erfuhren gegen die Vorwoche keine Veränderung. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. im Großhandel an den Einzelhandel: Deutsche Markeneier Kl. S 11, Kl. A 10V<, Kl. B 9V2, Kl. C 83/4, Kl. D 8. Holländer Kl. S. IOV2, Kl. A 10, Kl. B 9V2, Kl. C 8V2 bis 9. Flandern Kl. S 10V«, Kl. A 93/4, Kl. B 9V«, Kl. C 8V2. Danen Kl. S 10V«, Kl. A 93/4, Kl. B 9*/4, Kl. C 8V2. Rumänen und Jugoslawen 8’/4 bis 9, Bulgaren 8V< bis 91/«. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 16. September. 16. nach Trinitatis. Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Pfarrvikar Balz; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrvikar Balz. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Bech- tolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neuton- firmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesvrechuna im Johannessaal; Pft. Anthes. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10: Kinderkirche für die Lutherge« meinde; Pfr. Anthes. — petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr- Trapp. — Gemeindefaal (Liebigftraße 56). 14: Taubstummengottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer. — Diefeck. 9.30: Gottesdienst; 10.45: Christen- lehre. — Allen-Vvfeck. 10: Gottesdienst; 13: Ehrt- stenlehre. — Grohen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls; 8.15: Beichte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für die ev. Gemeinden Oesterreichs; 11: Christenlehre (Fest der deutschen Schule). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Lollar. 20: Kleinkinderschule. — Treis an der Lumda. 10: Hauptgottesdienst. — klein- Linden. 9: Gottesdienst; hl. Abendmahl für die Jungverheirateten; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Kirchweihgottesdienst. 11: Kinderfestgottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — Haufen. 13: Gottesdienst. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst; Eröffnungsfeier der Konfirmandenzeit. — Bettenhaufen. 13.30: Hauptgottesdienst; Eröffnungsfeier der Konfirmandenzeit. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, sodann Vorbereitung und Feier des hl. Abendmals; 19.30: Abendmahlsgottesdienst; 21: Frauenhilfe. — Langd. 13: Gottesdienst. — Wirberg. 9.30: Gottesdienst; Kollekte. — Veitsberg. 10.45: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Harbach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Ober-Gleen. 8.45: Kindergottesdienst; 9: Feierlicher Eröffnungsgottesdienst des Konfirmandenunterrichts; 10.10: Letzte Christenlehre; feierliche Entlassung der Christenlehrpflichtigen des Jahres 1932. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14.10: Letzte Christenlehre; feierliche Entlassung der Christenlehrpflichtiaen des Jahres 1932; 14.30: Kindergottesdienst. — Albach. 12.30. — Steinbach. 10. katholische Gemeinden. Samstag, den 15. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 16. Sevt. 17. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; A): Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 19. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Neuapostolifche Gemeinden Gießen. 'Händelsttaße 1 und Ederstrahe 13. Gottesdienste: Sonntags 9.30 und 16 Uhr. Mittwochs: 20.30 Uhr. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Malech, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Nachdem nun auch am Frankfurter Getreide- großmarkt die für das Reichsgebiet einheitlich fest- gefetzten Naturalgewichte für Getreide in Kraft ge= isttzt sind und die Zu- und Abschläge für Getreide unö Futtermittel hinsichtlich der Qualitätsabweichungen festgelegt wurden, ist der erste Abschnitt der Ernteverwertung im Gange. Am Weizen markt zeigte sich umsangreiches Angebot, während die entsprechende Aufnahme fehlte, da die Mühlen allgemein über Raummangel infolge großer Bestände klagen. Hinzu kam, daß sich das Weizenmehlgeschäft in sehr engen Grenzen hält. Im Rahmen der festgesetzten Preise erfolgten nur hier und da kleine Käufe. Für Roggen waren die Absatzverhältnisse wesentlich günstiger. Zwar ist bei den Großmühlen Roggen ebenfalls nur schwer unterzubringen, dafür sind aber die Klein- und Mittelmühlen für den laufenden Bedarf gern Aufnehmer, wobei diese Mühlengruppe in der letzten Zeit an neuen Roggenmehlverkäufen wesentlichen Anteil hatten. Am Hafermarkt bestand weiterhin rege Nachfrage, insbesondere nach gelbem Mittel- und leichtem Weißhafer. Infolge des nur geringen Angebots blieb der Umsatz gering. Schwerer Hafer war in« jjolge^ber erhöhten Aufgelder ziemlich stark am Futtergerste hatte ebenfalls nur minimales Angebot. Das kleine Futtergetreidegeschäft wird -auch vielfach darauf zurückgeführt, daß für die 'Großhändler noch keine Handelsspanne besteht. Die Nachfrage nach Kraft futtermitteln, »besonders zur Lieferung für die Herbstmonate, er lfuhr eine sichtliche Belebung, die Hersteller gehen Ibereits wieder zu geringeren Zuteilungen über. Für 'Muhlennachfabrikate, also Kleie, wurden in die- !ser Woche die Höchstpreise festgesetzt, die merklich unter den Preisen vor dem Erlaß der Höchstpreis- Verordnung liegen. Da die Mühlen aber kaum -War« atz«eberl, hat sich das Geschäft noch nicht ent- 1 wickelt. Die Höchstpreise für Weizenkleie betragen lim Festpreisgebiet WXIII 10,30, für W XVI 10 50 Ifür Roggenkleie im Festpreisgebiet R XIII 9,48 und Wochenbericht 00m Frankfurter Scklachtviebmarkt Bei ruhigem Geschäftsgang zeigte der Frank- Mrter Schlachtviehmarkt in der abgelaufenen Woche Steine stärkeren Preisveränderungen. Die Zufuhren Waren zumeist etwas vermindert, oder bewegten sfich etwa auf der Höhe der Vorwoche. Die Nachfrage aus dem Konsum war in dieser Woche etwas schwächer. Die Metzger hielten in ihren Einkäufen istwas zurück. Am Großviehmarkt standen insgesamt 11334 (— 241) Tiere zum Verkauf. Bei ruhigem Ge- ischäftsgang verblieb etwas Ueberstand. Mittlere lund geringe Ochsen, sowie Färsen konnten ihre greife um 1 bis 2 Mark verbessern, Kühe gaben l bis 2 Mark nach, während Bullen unverändert iolieben. Am Kälb ermar kt wurde der Auftrieb von insgesamt 1565 (—171) Stück nach anfangs mitt- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Franour. u. Dl. Her. .Ttani ui ... Di. Berlin iVranf'urt a.Dc Berlin Schlußkurs' «SchlUßl. Abend- bSrse Schlußkurs (schlußk. Mittag- börse Schlußkurs Schluß?. Abend» börse Schlußkurs Schluß?. Mitiag- börse Schlußkurs Schluß,. Abend» Schlußkurs Schluß?. Mittag- Datum 13-9. 14.9. 13.9-' 14-9. Datum 13.9. | 14-9. 13.9. 14.9. Datum 13-9- | 149. 139. 14.9 ! r'% Deutsche Reichsanleihe v. 192? '-o ef)em.7% Tl.Neichsanl. v. 1929 •%% Young-Anleihe von 1930 .. deutsche Anl.-Ablös.-Schukd mit i AuSlos.-Rechten ............. 94,75 94,75 95 95 4 0 desgl. eerie I> ...... g 8 _ _ Mansfelder Bergbau...... Kokswerke............... Phönix Bergbau.......... Rheinische Braunkohlen ... Rheinslahl............... Bereinigte Stahlwerke..... Ltavi Minen ............ Kaliwerke Aschersleben..... Kaliwerke Westeregeln..... Kaliwerke Salzdetfurth .... 79,25 47,13 246 90 14,25 78 100,13 46,25 247 79 100,9 247 93,25 96,4 93 96-75 93 96,3 94 96,9 vereint». Rente v. 1903 ^.Oiumän.vereinh.Rentev.1913 9 "ercinh. Rente .. 4,25 7 4 37,65 25,4 4,25 7 4 37,9 6 9 4,1 37,75 25,5 4,13 38 26,65 ... 0 ... 0 . 10 247 89-65 14 '-esgl. ohne Auslos.-Rechte...... (% ehern.8°/o Hess. Volksstaat 1929 , lructzahlb. 102%) .... 93,5 90 93-75 90 93,75 93,6 Hamburg-Amerika-Paket .. . 0 .. 0 .. 0 90 40,25 14,13 90 40,4 14,13 V“. Hell- Landesbank Darmstadt Gold R. 12....... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Ö Hansa-Dampfschjff........... 0 — — .. 5 .. 5 129.5 128,5 129 128 129,5 129,5 129 129 ¥*%. Hess. LandeS-Hypotheken. Norddeutscher Lloyd .... 0 28,65 29 29 28,9 vy2 159 158,5 159-5 159 ^“mftabt Liaui......... 90,25 füt Verkehrswesen Akt. .. 0 71,75 71,5 71,5 72,5 Provinz-Anleihe mit Berliner Handelsgesellschaft ... 4 96 — 96 96,25 I. G. Farben-Jndustrie .... R 145,4 145.4 145 145,13 97,5 98 ^0 NI merz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- 67,25 67,5 67,25 67,5 Scheideanstalt ...;........ .. 9 216,5 91 217 92,25 putsche Komm. Sammelabl. Än> Goldschmidt ............. .. 0 90,65 92.6 »leihe sene 1 mit Auslos.-Rechten 98,5 99,4 _ 99,5 Gesellschaft................ 0 72,25 71,25 72,25 71,5 Rütgerswerke............ .. 0 42 42.13 42 L 25 42,25 ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank KGoldpfe. 15 unkündbar bis 1935 ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank «Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5:i% ehern. 4yt% Franks. Hyp^ 90,25 Dresdner Bank........... 0 Reichsbank ............ 12 74,5 153,5 74,5 152,75 74,5 153 74,5 153,5 Metallgesellschaft.......... .. 0 92,5 93,5 92,5 93,75 90,75 90,75 91 Philipp Holzmann......... .. 0 79,75 115 78,75 117,5 79,5 78,75 90,5 90,5 90,75 — A.E.G.................. 0 27,75 146,4 27,25 27,25 27,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 0 90,75 90,5 Bekula....... n 147,75 146,5 147,9 Cernentwerk Karlstadt....... .. 0 127,5 127,5 — —* 1 5'2% ehern. 4'/t% Rheinische — — AAr. Sieferungsgesellschaft... 6 102,75 101,75 102,5 102,25 Hyo.-Bank-Liau.-Goldpse..... : 6 , ehern. 8% Pr. Landespfand. 90,65 90,75 Licht und Kraft ............. 6 116 115,5 116,25 115,75 Schultheis Patzenhofer ..... .. 0 — — 113 112,5 Seitens Guilleaume......... 0 76,75 76 76,4 76,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. .. 0 _ 67,5 67 67,65 nciefanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 101,65 93 Gesellsch.f.Eleklr.Un Vernehmung. 5 112 112 112 112 .. 0 — 69,5 140,5 140 1 P ehern. 7% Pr. Landespfand. E'riefanRalt, Pfandbriefe R. 10 93 94 101,6 Rheinische eieftrtjiidl ......5 Schuckert L Co...............6 102,5 95,25 102,5 95,5 148,5 123 95,5 103 95,25 Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 .. 0 47,75 66 48 66,5 47,75 65,5 48 67 kituergutsch. Verrechnungskurs.. 101,6 94 101,65 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co.............10 _ 148,25 123 149,25 123 87,25 116,65 Dessauer GaS............. Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... Orenstein & Koppel........ Leonhard Tietz............ Chade .................... Accu mulatoren-Fabrik...... .. 7 48,25 57,75 27 48,13 57,75 27,75 217,5 179 125,5 48 57,75 87,5 27,5 127,25 47,9 57,5 89,4 27,9 15 Oesterreichische Goldrente.... 13% Oesterreichische Silberrente 1 13 Ungarische Goldrente....... 32,75 1,15 7,71 7,15 L1 7,9 7,4 32,5 1,2 7,9 7,4 1,05 7,9 7,45 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl..............4 87,4 116 116,13 60,5 105,25 87,75 116,13 .. 0 .. 0 .. 0 1 '°l Ungarische Staatsrente v. 1910 [' % desgl. von 1913.......... *#11 abgest. Goldmexikaner von 99 [’ ■ Türkische Zollanleihe von 1911 ^erte$e Bagdadbahn-Anleihe Gelsenkirchener..............0 Harpener.................0 60 104 59-5 104,25 60,4 105,5 .. 0 _ 215,25 219 179 7,3 11,75 7,4 11,9 7,4 12 7,5 12,13 Hoesch Eisen—Köln-Neue ssen .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............0 170,5 132 71,4 131 72 170,5 131,5 77,25 70,75 74,25 131,5 77,4 70,75 Conti-Gummi............. Gritzner.................. . 0 .. 01 130,5 27,5 1 187! 130,65 27,75 1 78,51 130,13 27-651 130,5 27,5 8 8 77,4 71 Mainkraftwerke Höchst a.M.. vuooeuricher Zvaer....... .. 8| 1871 — Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 13-September 14-September Amtliche Dotierung Geld | Srle> Amtliche □iotierunr. Geld Eric Buenos Sliter 0,666 0,670 0,666 0,670 Brüssel..... 58,545 58,665 58,545 58,665 Rio de Jan. 0,184 0.186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,39 55,51 55,39 55,51 Danzig..... 81,97 82,13 81,97 82,13 London ..... 12,405 12,435 12,405 12,435 HelsingsorS.. 5,475 5,485 5,475 5*485 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland ... 169,73 170,07 169,73 17(LÖ7 Italien..... 21,55 21,59 21,54 21,58 Japan ...... Jugoslawien 0,741 5,714 0,743 5,726 0,743 5,714 0,745 5,726 LSlo..... ; 62,35 62,47 62,35 62,47 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... Stockholm... 11,26 63,97 11,28 64,09 11,26 63,97 11,28 64,09 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... Prag....... 34,32 10,44 34,38 10,46 34,32 10,44 34,38 Budapest ... 10,46 Neuyork... 2,481 2,485 1 2,481 2,485 Berlin, 14-September Geld Brie' Amerikanische Roten.............. 2,433 2,453 Belgische Noten.................. 58,385 58,625 Dänische Noten ................. 55,24 55,46 Englische Noten ................. 12,37 12,4) Französische Noten............... Holländische Noten.............. 16,46 169,31 1M2 169 99 Italienische Noten................ 21,42 21,50 62,43 Norwegische Noten .......... 62,19 Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten..... Schwedische Noten.............. 63,80 64,08 81,81 34 32 Schweizer Noten................. Spanische Rote»................. Ungarische Noten................ 81,49 34J8 Auf diesen Wegen Bedruckte Seidenstoffe Bahnhof Liebigsfr Goefhesir Neusfadf Mark Stoffspezialhaus Neuenbäue CARLNOWACK GIESSEN SELTERSWEG 81 5280A Eine willkommene Verschönerung (Tfuiliisia-fdelmiedcr n U I Oeffentl.Bandelslehranftait U.H.L. Gieren, Lleblßllr. 16 (Alte Klinik) Ausstattungshaus c- o Reuter Seltersweg Nr. 61 5359 A TANZSCHULE BÄULKE EINZELSTUNDEN zu jeder Tageszeit Ein Jahr am Werk EinJahrArbeitu.Erfolg n k Gabardine-Mäntel . . . 74.00 5354 A .INHABER - CARL HEINZ SCHLÜTER Bekleidung für alle Gelegenheiten Knaben-Kleidung - Berufskleidung 42.00 23.00 21.00 10.50 Herren-Anzüge Sport-Anzüge . Loden-Mäntel . 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Wir werden leistungsfähiger I sein in Pflichterfüllung und im Dienste an unserer Kundschaft. In diesem Sinne bitten I wir weiter um das \ ertrauen. Ihn | Gießen, Bahnhofstraße Nr. 2-4 I Kudic für 140 ,Mk’. kaufen Sie günstig bei A. Rudi, Roonstr. 5, am Ludwigsplatz Besichtigen Sie mein Lager! Ehestands-Darlehen werden entgegengenommen. Hora-Räucherverialiren zur Bekämpfung der Feld-und Wühlmäuse Ratten und sonstiger in Höhlen und Gängen lebender Schädlinge! Wirksamer als Gifte und Bakterien - Kulturen. Größte Wirtschaftlichkeit, sehr große Gasmenge, leichte Bedienung des Apparates und ungefährlich im Freien. 621?A Hora-Apparat A, schwere Ausführ., RM. 6.55 p. St. Normal-Patronen bis 100 Stück „ 0.45 „ „ 101-200 „ 0.43 „ ,, empfiehlt Samenhaus Beinridi Hahn Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse, Telephon 3403 h ich gieße Wir räumen bis 1. 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