Nr. 65 Erstes Blatt M- Jahrgang Donnerstag, 15. März 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechcmschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Zteindruckerei R.Lange in Gießen. 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Folgerichtig trieb Italien daher eine S e e p o l i t i t, feine Kraft gravitierte nach dem nahen Orient und nach der nordafrikanischen Küste, seine Kolonialbestrebungen hielten sich in den vorsichtigen Grenzen, die mit den Einflußzonen der Nachbarseemächte Frankreich und England gerade noch vereinbar waren. Die dritte Seemacht, die unter dem Doppeladler, hatte es auf Kolonien nicht abgesehen, und so war das Mittelmeer leidlich „ausbalanciert". Ein Gleichgewicht, das durch den türkisch-italienischen Krieg, dem Wegbereiter des Weltkrieges, noch nicht wesentlich gestört wurde, denn seine territorialen Ergebnisse waren bekanntlich schon lange als gegebener Faktor in den britischen Berechnungen eingesetzt. Inseln zog die eingeschlossene Seemacht an sich, so viel sie konnte; die wenigsten Menschen wissen aufzuzählen, was aus dem Jnselgewirr von Istrien bis Rhodos eigentlich zum Königreich gehört, und diese Entwicklung ist auch nichts weniger als abgeschlossen. Dagegen sah es Len Vorgängen auf dem Lande, in Bosnien, Herzegowina und Albanien, stets mit verschränkten Armen zu, nolens volens, weil die Landpolitik die Domäne eines stärkeren Nachbarn war. Auch der an sich riesige Landerwerb in Tripolitanien war bis in die jüngste Zeit hinein nur strategisch zu werten, als Küstengebiet und Flottenstützpunkt. Italiens Zukunft, so schien es, lag auf dem Wasser. Da brachte das große Schicksalsjahr 1918 d i e Wendung. In dem Augenblick, als das Habsburgerreich überraschend schnell und überraschend gründlich zerfiel, stand Italien plötzlich vor einer ungeheuerlichen Bresche, einer Bresche gerade dort, wo seine Seepolitik aufhörte, sein Reich, seine Macht, sein Einfluß aufhörte. In diesem Augenblick — ein geopolitischer Musterfall — mußte Italien seine P o l i t i k ä n d e r n , ob es wollte oder nicht. Wenn ein Damm bricht, dann, strömt das Wasser mit elementarer Gewalt durch die Bresche, man kann nicht sagen, das sei richtig oder falsch, es ist eben so. Und Italien muß heute gleichermaßen handeln, gleichviel, wie man nun dieses Durchbrechen in den freien nordöstlichen Raum bezeichnen mag. Die Geopolitik war schon da, bevor mir den Begriff formuliert und einen Ausdruck dafür gefunden hatten; ganz ähnlich unternimmt jetzt Italien etwas, was sich noch nicht sachgemäß registrieren läßt. Wir erleben ein Ereignis, das so logisch ist, wie zum Beispiel ein Eisenbahnunfall logischerweise eintreten kann, obwohl ihn niemand wünschte. Oder, wer es lieber mit der Psychologie hält: Mussolini könnte jetzt einen Monolog beginnen wie Wallenstein: Wär's möglich, könnt ich nicht mehr, wie ich wollte? Nicht mehr zurück, wie mir's beliebt? Nein, er könnte nicht mehr zurück, die naturgewollte Politik, die Geopolitik schreibt ihm sein Handeln vor. Italien muß fortan Kontinentalpolitik treiben — es sei denn, daß ein Nachbar sich über Nacht erheben und die Bresche, das Einfallstor wieder verstopfen würde. Schon dieser Gedanke zwingt Italien zum zweiten Schritt: es darf diesen Nachbarn nicht so stark werden lassen, daß er ihm in den Weg treten könnte. Alles geht nun seinen Gang. Die bisherige Jnsel- macht faßt Fuß auf dem Festland und entwickelt sich dort nach alten Gesetzen und Spielregeln. Wer gerne Vergleiche gebraucht, mag an die tatsächlich ähnliche Entwicklung im fernen Osten denken und es Oesterreich und Ungarn überlassen, wer sich von beiden als Mandschukuo und wer als Jehol fühlen will. Wir wollen den Vergleich nicht so weit treiben, denn schließlich haben wir es nicht mit chinesischen Provinzen und Schattenkaisern zu tun, wohl aber mit der Eifersucht der Großmächte, die sehr interessiert um das Schachbrett im Donauraum herumstehen. Es ist nicht anzunehmen, daß sie den Dingen nocheinmal einen albanischen Lauf lassen. Valona, Durazzo, Zogu — damals drückte man ein Auge zu, weil Italien nur seinen Adriabesitz zu arrondieren schien; im Donauraum aber schneiden sich Kraftfelder von weitaus größerer Bedeutung. Niemand vermag heute zu sagen, wie weit die Stoßkraft Italiens reicht, und so wird das Rätselraten in der internationalen Presse um die „Absichten" Roms verständlich. Gestehen wir ruhig ein, daß Italien selber noch über feine Ziele im Unklaren ist und daher auch nicht, im Gegensatz zu Japan, über einen genau durchdachten Aufmarsch- plan verfügt. Es ist infolgedessen auch ausgeschlossen, daß die Romgespräche dieser Woche schon zu einschneidenden Beschlüssen oder gar zu internationalen Bindungen von unwiderruflicher Bedeutung führen werden. Dollfuß und Gömbös vertreten die in erster Linie interessierten Länder, das ist alles; von einer neuen Aufteilung der Welt kann noch lange nicht die Rede fein. Zollunion, Konsultativpakt, Restaurierung usw. usw. — alles Schlagworte ohne Gehalt, denn alle diese „Lösungen" wären keine. Es geht um viel größere Dinge, muß um größere gehen, wo eine Großmacht sich anschickt, das Erbe der Habsburger anzutreten und das Gesicht Europas zu wandeln. Man bedenke, daß sogar der Kampf ums Mittelmeer nun in den Hintergrund treten wird, vielleicht eines Tages, fo paradox es klingt, auf dem Lande entschieden werden wird! Der Weg nach Budapest, heißt es heute in Rom, geht über Wien, und dieser Weg muß immer frei bleiben! Wie die Kraftoerhältnisse augenblicklich liegen, England kämpst um seinen Abrüstungsvorschlag. Eden berichtet im Unterhaus über seine Rundreise. London, 14. März. (DNB.) Trotz der allgemein herrschenden Ansicht, daß vor Eingang des französischen Memorandums jede Erörterung der Abrüstungsfrage eine Rechnung ohne den Wirt sein muß, sprach der Arbeiterabgeordnete Morgan Jones am Mittwoch im Unterhaus über das Abrüstungsproblem. Er beurteilte die Lage sehr pessimistisch und sagte, daß man gegenwärtig beinahe wieder den Vorkriegszustand erreicht habe. Es sei daher sehr wichtig, daß die englische Regierung ihre Stellungnahme völlig klar stelle und mitteile, ob sie gegen oder für den Völkerbund und gegen oder für die Abrüstung sei. Großsiegelbewahrer Eden erklärte im Namen der Regierung, es fei im gegenwärtigen Augenblick sehr unerwünscht, über die Antworten Bericht zu erstatten, die er von den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Italiens während feiner europäischen Rundreise erhalten habe. Er wolle jedoch über gewisse Eindrücke berichten, die er während seiner Reise erhalten habe. Die lange Verzögerung der Abrüstungskonferenz sei nicht darauf zurückzuführen, daß sich die Sachverständigen nicht über die Zahl der Tanks usw. einigen könnten, sondern vielmehr darauf, daß die Staaten der Welt kein genügendes Vertrauen und nicht genüg e n b Wut aufbrächten. Frankreich sei immer noch seit Ende des Krieges um feine Sicherheitbesorgt. Wan müsse aber auch in Rechnung ziehen, daß Deutschland dieselben Gefühle, in anderer Gestalt ausgedrückt, haben könne. Frankreich sei so überzeugt, keine Angriffsabsichten gegen irgendeinen anderen Staat zu haben, daß es kaum glauben könne, daß ein anderes Land, dem keine entsprechenden Rüstungen erlaubt sind, sich nicht vollkommen sicher in der Nachbarschaft Frankreichs fühle. Das Bevölkerungsproblem ebenso wie die „halbmilitärische Ausbildung" in Deutschland erhöhten die Befürchtungen Frankreichs. Ein anderer Beweggrund der Franzosen werde auch von England geteilt. Die Franzosen könnten nur schwer glauben, daß „eine große westeuropäische Macht sehr lange mit guten Absichten von Genf wegbleiben könne". Von Zeit zu Zeit kämen Ereignisse vor und würden Reden gehalten, die diese Befürchtungen erhöhten. Der Großsiegelbewahrer wies dabei, wie später auch andere Mitglieder des Unterhauses, auf eine kürzlich von General G o e r i n g in Potsdam gehaltene Rede hin und fuhr dann fort: Diese Dinge würden nicht so wichtig sein, wenn das Vertrauen zwischen den Staaten instinktmäßig und tief wäre. Da dies aber gegenwärtig nicht der Fall sei, hätten solche an sich geringen Dinge große Bedeutung. Wenn man versucht, durch die deutsche Brille zu sehen, dann ist es ohne Zweifel eine deutsche Auffassung, daß Deutschlands eigene Sicherheit ebenso ein lebenswichtiges Interesse für die Deutschen sein kann wie die französische Sicherheit für Frankreich. Deutschland würde ohne Zweifel erklären, daß es lange a u f die Gleichberechtigung gewartet hat und die Deutschen kaum glauben können, daß Frankreich immer noch mehr Sicherheit wünscht. Da dies die gegenseitigen Meinungen nicht der Regierungen, sondern der nationalen Gefühlsäußerung seit mehreren Jahren sind, ist es klar, daß sie nicht leicht ausgesöhnt werden können. Auf die Frage: Was denn getan werde, um das internationale Vertrauen wiederherzustellen und die Lücke zwischen Frankreich und Deutschland zu überbrücken? könne man antworten, daß die Lage zwar besorgniserregend, aber nicht verzweifelt sei. Wir müssen zwei Ziele verwirklichen, sonst tragen wir nicht genügend zur Wiederherstellung des Vertrauens in Europa bei: 1. Ist eine Vereinbarung zu verwirklichen, die eine gewisse den Wirklichkeiten der Gegenwart Rechnung tragende Abrüstung enthält, kurz: eine Konvention auf der Grundlage unserer neuerlichen Denkschrift. 2. Muß versucht werden, das volle Ansehen des Völkerbundes wie-derherzustellen, das Die Debatte. In der auf die Ausführungen Edens folgenden Debatte greift Winston Churchill (Konservativ) die Abrüstungspolitik der englischen Regierung scharf an. Eden habe den Franzosen einen Abrüstungsplan vorgelegt, dessen Durchführung bedeuten würde, daß Frankreich in Europa keine stärkere Armee als Deutschland, Polen oder Italien haben würde. Es erscheine ihm höchst unwahrscheinlich, daß Frankreich dem zustimmen würde, am wenigsten im gegenwärtigen Augenblick. Die Auffassung, daß Abrüstung Frieden bedeute, sei falsch. Die große Gefahr der englischen Außenpolitik sei die, daß England von den Franzosen verlange, sich selbst zu schwächen. Die nachdrückliche Forderung auf Abrüstung sei der einzige Grund für die große Degeneration Europas. Auch England müsse daher jetzt -für seine Sicherheit sorgen. Der frühere Innenminister Sir Herbert S a - muel (liberal) sagte, die gefährliche Lage der Abrüstungskonferenz sei ohne Zweifel auf die deutsche Revolution, den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und das „Wiederaufleben des militaristischen Geistes in Deutschland" zurückzuführen. Er glaube aber nicht, daß man Deutschland einen Zustand der Abrüstung a n - gefidjts einer gerüftefenIDelf auf- zwingen könne. Seiner Weinung nach müsse die Rüstungsgleichheit in Europa zugestanden werden. Das konservative Witglied Steel W a i t - land sagte, die deutsche Regierung gqße Deutsch- Außenminister Sir John Simon erklärte zum Schluß der Aussprache, angesichts des begrenzten Zweckes der Reise Edens sei es ganz unangebracht, von einem Erfolg oder Fehlschlag zu sprechen. Eden habe feine Mission mit bewunderungswürdiger Gewandtheit erfüllt. Die erzielten Ergebnisse seien von allererster Bedeutung für die unmittelbaren weiteren Besprechungen. Churchill habe sich jeder Abrüstung heftig widersetzt. Er und andere, die denselben Standpunkt verträten, sähen sich aber vor die einzige Möglichkeit gestellt, einem ungeregelten Rü- ftungsmettberoerb der ganzen Welt zuzustimmen. Es wäre eine schreckliche Aussicht. Wenn alle Abrüstungsbemühungen fehlschlagen würden, würde ein f ch n e 1 le s 9t ü ft e n einsetzen, das ungeregelt, unbegrenzt und durch keinerlei Heber» wachung oder Nachprüfung gehemmt wäre, kurz eine Aufrüstung im Nebel. Das Fehlen einer Vereinbarung würde bedeuten, daß Verdacht und Furcht zu groß wären, als daß sich die Völker einigen könnten. Es würde ein Rückschlag für alle Bemühungen zur internationalen Zusammenarbeit fein. Weit besser sei daher ein A b - kommen mit beschränkten Rüstungen, selbst wenn es eine Wiederaufrüstung mit sich bringen würde. Der Außenminister behandelte dann den Gedanken der Beschränkung des Luftkrieges nicht durch Abschaffung oder Herabsetzung der dieser nur durch die aktive Mitgliedschaft aller großen westeuropäischen Mächte genießen kann. Eine möglichst alle in Frage kommenden Staaten umfassende Mitgliedschaft des Völkerbundes ist ein unerläßliches Element. land neue Hoffnung, können wir behaupten, daß Deutschland im Unrecht ist, das sich ohne Waffen inmitten einer voll gerüsteten Wett befindet? Der konservative Abgeordnete Lampson sprach energisch für eine Reform des Völkerbundes, um dadurch einen Wiederbeitritt Deutschlands zu ermöglichen. Die zwei Hauptfehler des Völkerbundes feien die Einbeziehung des Völkerbundsstatuts in die Friedensoerträge und die Strafaktionen. Unter diesen Umständen könne man kaum 'einsehen, wie eine Revision der Friedensverträge zustandegebracht werden solle. Jedermann wisse genau, daß einige europäische Staaten, einschließlich Frankreich und die Staaten der Kleinen Entente, sich jeder Revision aufs bitterste widersetzen. Der Konservative Lumley erklärte, seiner Meinung nach werde Deutschland sich eine zweitklassige Stellung nicht weiter gefallen lassen. Frankreich verlange Garantien, habe aber noch nicht gesagt, welche Gegenlei st ungen es bringen wolle. Der Liberale Henderson Steward sagte u. a.: Hitler hat der Welt gezeigt, daß er s e i n W o r t hält, und feine Unterschrift unter dem Schriftstück würde gegenwärtig ein unschätzbarer Vorteil fein. Der Konservative Evans führte Klage darüber, daß die öffentliche Meinung Englands in außenpolitischen Fragen führerlos fei. Deutschland sei einig und werde durch Ideen vorwärts getrieben, bie eine dynamische Kraft darstellten. Da die öffentliche Meinung in Deutschland einig sei, erringe Deutschland einen diplomatischen Sieg nach dem anderen. In der kurzen Zeit von zwei Jahren sei Deutschland aus einem Zustand der Schwäche in einen Zustand der erneuerten Stärke marschiert. Luftstreitkräfte, sondern dadurch, daß gewisse Gebiete verschont werden, und daß die Luftwaffe nur gegenüber militärischen Objekten benutzt würde. Es bestehen sehr beträchtliche Schwierigkeiten in der praktischen Anwendung dieses Gedankens. „Was ist ein militärisches Objekt? Ist die Hauptstadt eines Landes, in der sich die Regierungsgebäude befinden, ein militärisches Objekt, oder stellt man sich vor, daß durch geographische Experimente besondere Gebiete festgelegt werden, die verschont werden sollen? Wenn man durch ein internationales Abkommen die Abschaffung bestimmter Arten von Luftwaffen' und gleichzeitig eine Nachprüfung und Ueberwachung erzielen könnte, dann würden diese in Frage kommenden Waffen wirklich abgeschafft werden. Wenn man jedoch unter der anderen Methode diese Waffen beibehält, aber die Bedingung stellt, daß sie in bestimmten Gebieten nicht benutzt werden sollen, dann wäre es immer möglich, ein solches Abkommen zu brechen, weil nämlich die Waffen vorhanden sind." Die Politik der englischen Regierung ziele in erster Linie auf die A u f r e ch t e r h a 11 u n g des Friedens hin. Der Friede Europas sei wichtig für Englands eigene Wohlfahrt und möglicherweise auch für Englands eigene Sicherheit. An zweiter Stelle ziele die englische Regierungspolitik auf eine Abrüstungskonvention auf den niedrigsten R ü st u n g s st a n d, der vereinbart werden könne. Oeuifchlands Anspruch auf gleiche Sicherheit durchweg anerkannt. Sie Furcht vor unkontroMertem Wettrüsten. Steuert England auf ein Lufiabkommen hin? dürfte man auch sagen, geht über Wien hinweg. So sieht es in Wirklichkeit aus. Eine weitere Hauptfrage, neben der über die Stoßkraft Italiens, betrifft bie Gegner, die sich feiner kontinentalen Entwicklung (worunter selbst- verständlich keine territoriale Ausdehnung zu verstehen ist) in den Weg stellen könnten. Jeder denkt in diesem Augenblick sogleich an Deutschland, der Italiener selber hat das Gefühl, daß er nun zwangsläufig die „Bagdadlinie" kreuzen und den „Drang nach Osten" stören müsse. Ist das richtig? Deutschland kann, muß aber nicht ein Hindernis sein. Wird nicht die Kleine Entente die Straße in den Donauraum sperren? Auch das bleibt fraglich. Menschlich ist es, in jedem Eindringling — wie er Italien zu fein scheint — zunächst einen Feind zu erblicken; daß man dann auf einmal mit ihm geschäftseinig wird, ist aber auch schon dagewesen. Und in diesem Falle spricht sogar sehr viel für die Annahme, man werde allgemein im Donauraum mit allerhand schönen Dingen handeln, nur nicht mit Maschinengewehren. Das eine freilich ist sicher: Italien steht jetzt im Lande und wird sich nicht mehr verdrängen lassen, so wenig wie in Albanien. Vielleicht wäre die Doppelrnonarchie eine bessere Lösung gewesen, dann hätte man eben damals in den Schlössern um Paris herum daran denken müssen. Jetzt ist es zu spät. Jetzt begnügt sich Italien nicht mehr mit der Rolle des Dritten im Bunde. Möglich, daß es Oesterreich in Triest einen Freihafen einräumen wird, wie Ungarn in Fiume. Aber in erster Linie denkt es an fein Hinterland. Die Würfel sind gefallen, und ein Nachfolger Cäsars ist es, der sie warf. Die Vorbereitung der Dreierkonferenz in Rom. Nom, 14. März. (DNB.) Bundeskanzler Dollfuß legte am Mittwoch vormittag an den Königsgräbern im Pantheon und am Grabmal des unbekannten Soldaten Kränze nieder. Um 12 Uhr wurde er vom Duce in Privataudienz empfangen. Gegen Abend machte Mussolini bei Dollfuß feinen Gegenbesuch. Die erste Dreierbesprechung zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös wird am Donnerstag stattfinden. Gömbös unterrichtete sich am Mittwochvormittag in der ungarischen Gesandtschaft über den bisherigen Verlauf der Besprechungen zwischen dem ungarischen und dem italienischen Sachverständigen und dem österreichischen Gesandten. Um 11 Uhr wurde er d o n Dollfuß besucht. Bald darauf hatte er eine Unterredung mit dem deutschen Botschafter von H a f f e 11. Mussolini gab am Abend zu Ehren von Dollfuß und Gömbös ein Bankett, an dem die Gesandten Oesterreichs und Ungarns beim Quirinal, die Mitglieder des italienischen Kabinetts und zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten teilnahmen. An das Bankett schloß sich ein glänzender Empfang, zu dem das Diplomatische Korps und die hohen Staatsbeamten erschienen waren. Paris erwartet nichts von den römischen Vesprechnngen Paris, 15. März. (DNB.-Funkspruch.) In den Meldungen über die Besprechungen in Rom kommt zum Ausdruck, daß man ihre Bedeutung nicht zu überschätzen geneigt ist. Der römische Haoas- Vertreter hat den Eindruck gewonnen, daß die Besprechungen nicht den Zweck irgendeines politischen Abkommens verfolgten. Es sei unwahrscheinlich, daß irgendwelche endgültige Abkommen, auch keine handelspolitischen, abgeschlossen werden würden. „Echo de Paris" glaubt ebenfalls nicht daran, daß die Besprechungen zum Abschluß wirklich nutzbringender Verträge führen würden. Der Grund dafür liege besonders darin, daß Ungarn auf keinen Fall die Beziehungen zu Deutschland abbrechen werde, und auch Italien könne aus verschiedenen Gründen den Forderungen Ungarns nicht restlos nachkommen. Mussolini könne sich nicht mit Frankreich und der Kleinen Entente Überwerfen. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet sei daher zu erwarten, daß die in Rom getroffenen Abkommen nur nach außen hin bedeutungsvoll aussähen, während in Wirklichkeit die Wiederherstellung des Gleichgewichts in Mitteleuropa noch recht lange auf sich warten lassen dürfte. Oer französische Kammerausschuß stützt -en Kurs Barthous. Paris, 14. März. (DNB.) Der Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat nach einer Beratung über die außenpolitische Lage und die Abrüstungsfrage einstimmig folgende Entschließung angenomen: „Der Ausschuß bestätigt seine Politik, die der kontrollierten und in der Sicherheit organisierten Abrüstung günstig ist. Er ist weiterhin gegen die Wiederaufrüstung Deutschlands und wünscht lebhaft die Ausarbeitung eines allgemeinen Abkommens zur Begrenzung der Rüstungen, um die Gefahren zu vermeiden, die die Wiederaufnahme des Wettrüstens für den Frieden bedeuten würde." In der Sitzung standen sich zwei Auffassungen schroff gegenüber. Der Abgeordnete V i e n o t schlug eine Entschließung vor, nach der Deutschland in den Grenzen des italienischen Vorschlages zur Ausrüstung ermächtigt werden möge. Man könne versuchen, Deutschland die Achtung vor den Verträgen aufzuzwingen. Eine derartige Politik sei aber im Augenblick nur durch Anwendung einer bewaffneten Streitmacht oder gar durch einen Präventivkrieg möglich. Die zweite Möglichkeit bestehe darin, kein Abrüstungsabkommen zu unterzeichnen, auf der anderen Seite auch nichts gegen eine Wiederaufrüstung Deutschlands zu unternehmen und damit dem R ü st u n g s w e t t l a u f die Türen zu öffnen. Die dritte und von ihm befürwortete Lösung bestehe im Abschluß eines Abkommens, das, wenn es vielleicht auch nicht als Abrüstungsabkommen gelten könne, doI zum mindesten eine kontrollierte Rüstungsbegrenzung ermögliche. Gegen diesen Vorschlag wandte sich der Abgeordnete Fribourg, er erklärte, Deutschland habe nicht das Abkommen mit Frankreich abgewartet, um seine Rüstungen und Effektivbestände heraufzusetzen. Wenn Deutschland heute die Zustimmung Frankreichs fordere, so verfolge es dabei nicht den Zweck, seine Streitmacht zu erhöhen, denn dies sei, bereits geschehen, vielmehr wolle es ein Zugeständnis erhalten, das für Frankreich eine glatte moralische Kapitulation bedeuten würde. Die Folgen einer solchen Haltung würden sich bei den ersten internationalen Schwierigkeiten zum Schaden Frankreichs auswirken, dem man oorwerfen würde, die Aufrüstung Deutschlands sanktioniert zu haben. Die britische presse wenig London, 15. März. (DNB.-Funkspruch.) In ihren Besprechungen der Parlamentsaussprache über die Abrüstungsfrage heben die Londoner Blätter hervor, daß sich nichts Abschließendes über die Aussichten sagen lasse, solange die Welt noch a u f die französische Antwort warten muß. Allgemein wird auf die Bemerkung Edens hingewiesen, daß es keinen anderen Weg gebe als die Richtlinien der britischen Denkschrift. „Time s" schließt sich den abfälligen Bemerkungen ausdrücklich an, die in der Unterhaussitzung über die letzte Rede des Reichsministers Göring gefallen sind und behauptet, es handele sich um eine „Herausforderung", die das gegenseitige Vertrauen zerstören müsse.' Wenn dauerndes Vertrauen zwischen den einzelnen Nationen hergestellt werden könnte, dann würde die Rüstungsverminderung beinahe automatisch folgen. Das Blatt wendet sich aber auch gegen Churchill, dem es vorwirft, er habe es versäumt, seine Ausführungen über Abrüstungsbereitschaft und Sicherheit bis zu ihrem logischen Ende fortzusetzen, während es in England mehr und mehr Leute gäbe, die es täten. Der logische Schluß laute, daß alle Länder eine gemeinschaftliche Verantwortung übernehmen müßten, daß sie alle bereit sein müßten, gemeinsam gegen jede Verletzung einer Konvention einzutreten, die die Fähigkeit des einzelnen zu Vergeltungsmaßnahmen geschwächt habe. Die britische Regierung sei nicht gerade bereit, jedem Lande, das in Schwierigkeiten gerate, zu Hilfe zu eilen, wohl aber mit anderen über die Schritte zu beraten, die gegen ein Land zu unternehmen wären, das die Konvention verletzt und dadurch das ganze System der Rüstungsbegrenzung gefährde. „Daily Telegraph" sagt u. a., ein Zusammenbruch der britischen Wehrmaßnahmen nötig werde. Frankreich sei weder vom Locarno- noch vom Kelloggpakt befriedigt, weil der eine so begrenzt in der Reichweite und der andere zu unbestimmt gehalten sei. In diesem Punkt aber gebe es keine Hoffnung auf eine Aenderung der britischen Politik. Mißvergnügen in Paris. Paris, 15. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse gibt die Ausführungen des Lordsiegelbewahrers und des Außenministers Simon im englischen Unterhaus sehr ausführlich wieder. Don wenigen Ausnahmen abgesehen, nehmen die Blätter aber keine redaktionelle Stellung zu den Erklärungen. „Jour" spricht von einem „englisch- deutschen Druck" auf Frankreich. Edens Ausführungen hätten in Frankreich Ueberraschung ausgelöst. Man habe bisher angenommen, daß sich Eden der Ansicht Mussolinis mehr oder weniger angeschlossen habe und daß London sogar Wert darauf lege, die italienische und die englische Ansicht in Einklang miteinander zu bringen. Heute müsse man aber feststellen, daß man sich geirrt habe, denn der englische Standpunkt weiche grundsätzlich von dem italienischen ab, weil England die „deutsche Wiederaufrüstung" mit einer französischen Abrüstung verbunden sehen wolle. Bei den Ausführungen Edens handele es sich ebenso wie bei der letzten Üeutsck^n Note um einen Druck. Man hoffe vielleicht in England, daß die französische Regierung, um einen Abbruch der Besprechungen zu vermeiden, noch einmal den gefährlichen Weg beschreiten werde, der ihre Vorgänger so weit gebracht habe. Es sei aber zu hoffen, daß Frankreich in einer klaren und ent- der Abrüstungskonferenz werde die britische Sicher-1 schlossenen Darlegung die Verantwortlich- heit so gefährden, daß dann sofort eine Revision »feiten f e st l e g e. Prinz Sixtus von Bourbon-Parma f. Oer Vermittler bei Habsburgs Bemühungen um einen Sonderfrieden. Ein trübes Kapitel aus dem Weltkrieg. Habsburgs Dank für „deutsche Nibelungentreue". Paris, 14. März. (DRV.) Prinz Sixtus von Vourbon-Parma ist am Mittwoch kur; nach 15 Uhr in Paris gestorben. Er stand im 48. Lebensjahr. Die frühere Kaiserin Zita, deren Bruder er war, und andere Mitglieder der Familie weilten am Sterbebett. Das Ableben des Prinzen Sixtus von Bourbon- Parma, des Bruders der Exkaiserin Zita von Habsburg, weckt die Erinnerung an ein Kapitel der Niedertracht und des Verrates aus dem Weltkrieg. Die Kaiserin Zita hatte den willensschwachen Kaiser Karl geradezu in eine Sonderfriedensstimmung versetzt. Deutschland hatte im schweren Jahre 1917 bereits eine Gelegenheit versäumt, den Ring der Feinde zu sprengen. Die auf Oesterreichs Betreiben erklärte Loslösung Polens von Rußland machte es dem Zaren unmöglich, zum Frieden zu gelangen. Am 14. März 1917 hatte der Zar abgedankt. Um die gleiche Zeit schickte Poincare, der fürchtete, daß die Kriegspartei in Rußland bald am Ende ihres Lateins sei, den Bruder der Kaiserin Zita, Prinz Sixtus, nach Wien. Prinz Sixtus hatte im belgischen Heere als Artillerieleutnant gekämpft. Sein Halbbruder Elias diente in der österreichischen Armee. Heber das, was Prinz Sixtus erreichen sollte, hat er 1920 in französischer Sprache Erinnerungen veröffentlicht, die jedoch nicht ins Deutsche übertragen werden durften, weil die Exkaiserin Zita durch diese Aufdeckung der wenig schönen Rolle ihres Gatten, des letzten habsburgischen Kaisers Karl, eine Rückwirkung auf die Thronaussichten ihres Sohnes Otto befürchtete. Prinz Sixtus hatte also die Aufgabe, die k. u. k. Monarchie von Deutschland zu lösen. Dann wäre Deutschland isoliert gewesen, denn weder die Briten noch die Franzosen dachten daran, mit Deutschland einen Frieden ohne Sieger und Besiegte abzuschließen. Insofern war Prinz Sixtus der Getäuschte. Kaiser Karl aber ging in die Falle. Er schrieb am 24. März 1917 einen Brief an Poincar 6, in dem er Oesterreichs Friedensbereitschaft betonte und versprach, bei Kaiser Wilhelm darauf hinzuwirken, daß die Reichslande Elsaß-Lothringen an Frankreich abgetreten würden. Don diesem Briefwechsel hatte Graf Czernin, der österreichische Außenminister, keine Ahnung. Am 4. April trafen Kaiser Karl und Graf Czernin in Homburg mit Kaiser Wilhelm zusammen. Dort hat zwar Kaiser Karl angeregt, ob es möglich sei, zu einem Frieden zu gelangen, wenn Deutschland auf die Reichslande verzichtete, aber von seinem Urias-Brief sagte er nichts. Dieser Brief ist am 31. März 1917 Poincarä übergeben worden. Die Verhandlungen gingen noch eine Zeitlang hin und her, aber schon Ende 1917 brach Frankreich die Sonderfriedensverhandlungen ab, da der Entente die Schwäche Oesterreichs offenbar geworden war. Mittlerweile sickerte das Gerücht durch, Kaiser Karl und.die Kaiserin Zita hätten bei Poincarö um einen Sonderfrieden gebettelt. Kaiser Karl gab seinem Außenminister, dem Grafen Czernin, sein Ehrenwort, niemals einen solchen Brief geschrieben zu haben. Darauf veröffentlichte Clemen- ceau, damals Frankreichs Ministerpräsident, am 9. und 12. April 1918 den Brief des Kaisers, und damit war vor aller Welt die Rolle des Kaisers, der Kaiserin und des Hauses Bourbon-Parma entlarvt. Giaviskys Protektoren. Der Polizei wurden die Hände gebunden. Paris, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Der parlamentarische Untersuchungsausschuß im Stavisky- Skandal verhörte höhere Beamte der Sicherheitspolizei, die übereinstimmend der Auffassung waren, daß Stavisky sein Betreiben nur dem großen Einfluß verdankt, den seine Freunde und er in politischen und parlamentarischen Kreisen gehabt hätte. Einer der vernommenen Beamten erklärte sogar, daß er'von feinem Vorgesetzten gezwungen worden sei, den Bericht über einen von ihm ermittelten Betrüger gegen seine eigene Heberzeugung abzusassen, weil man angeblich auf gewisse Parlamentarier Rücksicht nehmen mußte, die sich für die betreffenden Personen verwandt hatten. Ein anderer Zeuge sagte aus, er sei an der Verhaftung eines Buchmachers auf dem Rennplatz durch den ehemaligen Direktor de» „Volonte gehindert worden, der ihm drohte, den damaligen Ministerpräsidenten Tardieu zu benachrichtigen. Der Zeuge erklärte ferner, daß er nach der Aufdeckung eines Z e h n - M i l l i o n e n - D lebst a h l s im Kasino von Juan-les-Pins (Riviera) eine Rüge von einem Vorgesetzten erhalten habe, weil angeblich zwei Minister, die den Wahlkreis von Juan-les-Pins vertreten, einge- fchritten waren. Man habe ihm befohlen, sich nicht mehr um die Angelegenheit zu kümmern. lieue Maßnahmen gegen die Freiheitskämpfer in Estland. Reval, 15. März. (DNB.) Nach einer amtlichen Mitteilung sind bisher 500 Anhänger der Freiheitskämpfer in Hast genommen worden. In ‘einigen ländlichen Bezirken war die Zahl der Verhafteten so groß, daß die Verhafteten in Vereinshäusern und Schulen untergebracht werden mußten. Unter den weiteren Verhafteten befinden sich neben vielen Reserveoffizieren und Rechtsanwälten auch viele Beamte. So wurde in Petschur fast der gesamte Beamtenbestand des Grundbuchamtes und Der Friedensrichter verhaftet. Eine Landgemeinde Südestlands blieb ohne ärztliche Hilfe, da Arzt und Apotheker verhaftet wurden. Der leitende Arzt des Krankenhauses in Oberpahlen wurde in dem Augenblick verhaftet, als er gerade eine Operation durchführen mußte. Die Operation erfolgte dann unter polizeilicher Bewachung. Der Verkehrsminister hat den ihm unterstellten Beamten, die der Freiheitskämpfer- bewegung angehört haben, nahegelegt, ihr Ab» schiedsgesuch einzureichen, da sie sonst entlassen würden. Mit ähnlichen Maßnahmen wird auch bei den übrigen Behörden gerechnet. Bisher wurden 36 Mann des Schutzkorps ausgeschlossen, da sie der Freiheitskämpferbewegung angehört hatten. Es wird ferner mit der Entlassung einer größeren Zahl von Offizieren des Schutzkorps gerechnet. Das Schutzkorps, eine freiwillige Selbstschutzorganisation aller Stände, deren Hauptaufgabe im Kampfe gegen den Kommunismus besteht, hat viele Angehörige der Freiheitskämpferbewegung. Oie englischen Flottenmanöver durch schwere Stürme behindert. Die englischen Flottenmanöver auf der Höhe von Gibraltar sind durch schwere Stürme beeinträchtigt worden. Die Schiffe haben gegen außerordentlich schweren Seegang zu kämpfen gehabt. Die Manöver wurden am Mittwochfrüh beendet. Die Zerstörer „Dimy" und „Versatile" trafen vormittags in Gibraltar ein und gingen sofort ins Trockendock, da sie bei dem stürmischen Wetter schwer beschädi'gt worden waren und erhebliche Lecks aufwiesen. Nachmittags kamen der Kreuzer „Devonshire" und das Unterseeboot „Rover" in Gibraltar an und werden aus dem gleichen Grunde wie die anderen Fahrzeuge ins Trockendock gehen. Während des Manövers gab es einen Unfall auf dem Kreuzer „Devonshire", bei dem ein Mann getötet und ein anderer beide Beine brach. Das Amt berpröbfle in der neuen Landeskirche Aaffau-Heffen. Im amtlichen Gesetz- und Verordnungsblatt der Evangelischen Landeskirche ist ein Kirchengesetz veröffentlicht worden, das Stellung und Aufgabe der fünf Pröbste in Hessen näher umschreibt. Der Probst führt die Oberaufsicht über die Pfarrer und Dekane seines Bezirkes. Er ist ihr Führer und Seelsorger. Der Probst ist in seinem Bezirk der Vertreter de s Landesbischofs in geistlichen Angelegenheiten. Er ist diesem für die Entfaltung des kirchlich-religiösen Lebens verantwortlich. Er hat den Landesbischof über das kirchliche Leben seines Bezirkes fortlaufend zu unterrichten und erhält von ihm Weisung für die Ausübung feines Amtes. Der Probst erhält eine Pre- di g t st ä t t e. Er hat das Recht, in jeder Gemeinde seines Bezirks nach deren Ordnung geistliche Amtshandlungen vorzunehmen, insbesondere zu predigen und an jeder kirchlichen Veranstaltung, auch von kirchlichen Vereinen, mitzuwirken. Der Probst hat insbesondere folgende Aufgaben, soweit diese nicht der Landesbischof sich vorbehält: Er berät die Dekane, Pfarrer, Hilfsgeistlichen und Kandidaten seines Bezirkes, beaufsichtigt deren Arnfs- und Lebensführung und berichtet dem Landesbischof. Er verschafft sich genaue Kenntnis von den Zuständen in den Gemeinden und Dekanaten durch regelmäßige Visitationen. -Die Visitationsordnung erlaßt der Landesbischof. Er wahrt die kirchlichen Belange auf dem Gebiet der Schulen und nimmt sich des gesamten Dienstes an der Heranwachsenden Jugend an. Er pflegt und überwacht die freie kirchliche Arbeit und das kirchliche Vereinsleben. Er versammelt die Dekane seines Bezirkes in der Regel halbjährlich zu einer Arbeitstagung und trägt Sorge für die Förderung der wissenschaftlichen Fortbildung, für Austausch der Erfahrungen und für Festigung der amtsbrüderlichen Verbundenheit der Geistlichen seines Bezirks. Er erteilt Urlaub bis zu vier Wochen unter Anzeige an den Landesbischof. Er regelt die Vertretung in dringenden Fällen. Er führt besondere ihm vom Landesbischof erteilte Aufträge durch. Der Probst wird vom Landesbischof ernannt und entlassen; fein Amtssitz wird vom Landesbischof bestimmt. Oie Auflösung der kirchlichen Gemeindevertretungen. Ein weiteres ftirchengeseh bestimmt: Die nach den Verfassungen der bisherigen evangelischen Landeskirchen in Hessen, in Rassau und Frankfurt (Main) bestehenden kirchlichen Gemeindevertretung en (Kirchengemeindevertretungen, Gesamtvertretungen, Stadtsynoden) sind aufge- l ö st. Ihre verfassungsmäßigen Zusländigkel- t e n gehen auf d i e Kirchenvorstände (Vorstände der Stadtsynoden, Gesamtvorstände) über. Reichsbahn und Motorisierung. Naturgemäße Fortentwicklung beider Verkehrsmittel. Berlin, 14. März. (DNB.) Auf einem Presseempfang sprach Dr. ing. h. c. Dorpmüller, Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, über das Thema „Reichsbahn und Motorisierung". Er führte u. a. aus: Der Urkern jeder Meinungsverschiedenheit zwischen Reichsbahn, Kraftverkehrsunternehmer, Spediteuren und der Autoindustrie ist nichts anderes gewesen, als die Sorge der Reichsbahn für die Erhaltung ihres auf gemeinwirtfchaft- licher Grundlage aufgebauten Tarifgebäudes. Die für die Bevölkerung so wichtigen Massengüter können wir nur deshalb zu so niedrigen Frachtsätzen fahren, weil wir aus den hochwertigen Gütern ungefähr 30 v. H. unserer gesamten Gütereinnahmen herausholen. Dieser Grundsatz wurde van den Kraftwagenbesitzern nicht beachtet. Nachdem aber jetzt ein autoritärer Staat einen ganz anderen Druck im Sinne des Allgemeinnutzes ausüben kann, haben wir die Aussicht, daß Kraftwagen und Reichsbahn das gleiche g e m e i n w i r t s ch a f t l i ch e Tarifsystem annehmen. Die Eisenbahnen werden nach wie vor ihre großen Vorzüge behalten, aber derjenige Verkehr, den der Kraftwagen im Sinne des Gemeinwohls gewinnen kann, muß auch auf den Kraftwagen übergehen. Von dem Gesichtspunkt aus aber betrachtet, daß ein allmählicher Ausgleich zwischen den beiden Verkehrsmitteln stattfindet, ist es Pflicht der Reichsbahn, dafür zu sorgen, daß beide Verkehrsmittel sich naturgemäß weiter entwickeln. Daß wir auf diesem Gebiet arbeiten, mögen Sie daraus erkennen, daß Ihnen auf der Autoausstel- tung neben den Vergasermotoren für b i e Straßenfahrzeuge, auch ein Wagen vorgeführt worden ist, der mit Holzgas betrieben wird, ja auch ein zweiter Wagen, der nach dem Doble-Prinzip mit Dampf betrieben wird. Andererseits ist die Reichsbahn auch zur Motorisierung der Schiene selb st übergegangen. Der diesel-elektrisch betriebene Hamburger Schnelltriebwagen ist Ihnen bekannt, und ich sage nichts Neues, wenn ich Ihnen mitteile, daß wir bereits eine Reihe von weiteren Schnelltriebwagen in Bestellung gegeben haben, die etwa 23 Hauptstrecken der Reichsbahn von zusammen fast 9000 Kilometer Länge bedienen sollen. Ich gab ja schon vor einigen Tagen bekannt, daß es unsere Absicht ist, die Geschwindigkeit auf unseren Eisenbahnen derartig zu steigern, daß es möglich sein wird, von Berlin aus die Hauptstädte in Deutschland in einem Tage zu erreichen und von dort wieder nach Berlin zurückzukehren, wobei noch genügend Aufenthaltszeit in der fremden Stadt übrig bleibt, um geschäftliche Angelegenheiten zu ordnen. Die Motorisierung der Landstraßen durch die Reichsbahn mögen Sie daraus erkennen, daß die Reichsbahn sich entschlossen hat, in großem Um- fange öie Lastkraftwagen in ihr Verkehrsprogramm einzusetzen. Im Herbst hat beispielsweise die Reichsbahn 1140 Lastkraftwagen in Auftrag gegeben und die Beschaffung von weiteren 780 Wagen eingeleitet. 19 Reichsbahnausbesserungswerke haben Jnstandsetzungsabteilun- g e n für diese Lastkraftwagen erhalten und sind mit besonderen Kraftwagenwerk st ätten ausgerüstet worden. Für die Ausbesserung der kleinen Schäden stehen 34 Kraftwagenbetriebswerke zur Verfügung und zur Unterbringung der Wagen werden zunächst 230 Kraftwagenstationen eingerichtet. In 17 Fahrschulen werden tausende von Fahrern nach einheitlichen Richtlinien ausgebildet. Aus aller Well. 250 Tote bei einer Dynamitexplosion in Mittelamerika. Das Reuyorker Büro der All America Cable Co. erhielt eine Meldung aus der mittelamerikanischen Republik Salvador, wonach bei einer Dynamit- e x p l o s i o n in der Hafenstadt La Libertad etwa 250 Menschen ums Leben gekommen sind. Das durch die Explosion ;um Ausbruch gekommene Feuer hat bereits vier Häuserblocks, darunter das Stadthaus, in Asche gelegt. Nachträglich wird noch bekannt, daß insgesamt 2 5 0 ft i ff e n Dynamit, die im Hafenamt lagerten, in die Luft geflogen sind. Der größte Teil der Hafengebäude wurde durch die Explosion und den sich daraus entwickelnden Brand zerstört. Telephon und Telegraph nach La Libertad sind unterbrochen. Außer den Toten sind eine Anzahl Schwerverletzter zu beklagen, von der Stadl San Salvador ist eine Rote ftreuz - Abteilung nach La Libertad abgegangen. Versicherungsbefruger bringen einen Desermünder Fischdampser zum Sinken. Am 26. März sank bei gutem Wetter in der Nähe von Island der Wesermünder Fischdampfer „Wotan". Die Besatzung konnte gerettet werden. Da die Art des Schiffsunfalles verdächtig war, wurden bei der Rückkehr der Besatzung V e r h a f - tungen oorgenommen. Es wurden der Reeder Kuhr sowie der erste Maschinist Skoerup hinter Schloß und Riegel gesetzt. Die ruchlose Tat konnte nunmehr aufgeklärt werden; Kuhr und Skoerup sind voll geständig. Skoerup behauptete zunächst, daß das Schiff unter dem Kessel leckgesprungen sei. Er brachte für feine Angaben sogar Zeugen bei. Bei den Aussagen dieser Zeugen entwickelten sich jedoch erhebliche Widerspräche. Am Tage darauf gestand Skoerup, daß er den Dampfer auf ganz raffinierte Art zum Sinken gebracht hatte. Die Vorbereitungen waren bereits getroffen worden, als das Schiff noch im Hafen von Wefermünde lag. Er gab an, zu dieser Tat von dem Reeder Friedrich Kuhr angestiftet worden zu sein. Der Dampfer war von der Eigentümerin, der Firma Kohlenberg & Putz, mit 180 000 Mark und 1000 Pfund Sterling versichert. Diese Versicherung war durchaus ausreichend. Trotzdem hat Kuhr den Dampfer, der ihm gar nicht gehörte, noch mit weiteren 40 000 Mark für sich persönlich versichert. Diese Versicherung trug schon die Absicht des Betruges in sich. Skoerup waren für das Versenken des Dampfers 10 000 Mark und eine Anstellung auf einem in Hamburg für Rechnung Kuhrs im Bau befindlichen Fischdampfer versprochen worden. Kuhr hat schließlich unter dem Druck des Beweismaterials gleichfalls ein volles Geständnis abgelegt. Hinrichtung eines Mörderpaares in Neuruppin. Im Hof des Strafgefängnisses Neuruppin wurden der Landarbeiter Otto K u h r t und die Landwirtsehefrau Frieda Schenk aus Grüneberg (Mark) durch den Scharfrichter Grübler aus Magdeburg h i n g e r i ch t e t. Kuhrt war wegen Mordes an dem Landwirt Schenk vom Schwurgericht Neuruppin zum Tode verurteilt worden. Frau Schenk hatte mit dem Knecht ein Liebesverhältnis unterhalten und ihn zu der Mordtat angestiftet. Am Abend des 21. Dezember 1933 hatte Kuhrt seinen Dienstherren aus der Wohnung gelockt und ihn mit einem Jagdgewehr aus dem Hinterhalt erschossen, als er in die Hoftür trat. Ueberschwemmungen, Neuschnee und „Blulregen" in Oberitalien. Die anhaltenden Regenfälle der letzten Tage haben es mit sich gebracht, daß in Oberitalien sämtliche Flüsse Hochwasser führen und an vielen Stellen über ihre Ufer getreten sind. Weite Strecken der Po-Ebene sind überschwemmt. Die Schäden sind sehr groß. In Stoffoli umspülten die Wassermassen bedrohlich eine Ansiedlung. Die 14 Bewohner mußten mit Vieh und Habe von der Miliz mit Kähnen aus ihren Häusern geholt werden. In der Nähe von Ferrara ist das Wasser auf 500 Hektar Breite in das neue, urbar gemachte Gebiet eingedrungen und hat dort verheerende Verwüstungen angerichtet. Im Alpengebiet Oberitaliens ist allenthalben Neuschnee gefallen. In den Bergen hat der anhaltende Sturm an vielen Orten Lawinen gelöst. Stellenweise bemerkte man auch wieder die seltsame Erscheinung des sogenannten „B lut" - Regens, der Dörfer, Bäume und Sträucher rot färbt. Er ist vermutlich auf eine Vermengung der Regentropfen mit rotem Sand zurückzuführen, der im afrikanischen Wüstengebiet durch den Sturm aufgewirbelt worden ist. Drei Todesopfer eines Lawinenunglücks im Allgäu. Wie aus Oberstdorf gemeldet wird, unternahmen 13 Herren und Damen im kleinen Walsertal eine Skipartie auf die etwa 1700 Meter hohe Kugern- spitze. Etwa 100 Meter unter dem Gipfel brach eine Lawine los, die drei der Teilnehmer, zwei Herren und eine Dame, etwa 400 Meter in hie Tiefe r i ß. Wenig später gelang es, die zwei Herren zu bergen; sie waren bereits tot. Die verunglückte Dame konnte noch nicht gefunden werden, jedoch besteht kein Zweifel, daß auch sie getötet wurde. Die Namen der Verunglückten sind noch nicht bekannt. Papageienkrankheit in Leipzig. Das städtische Presseamt Leipzig teilt mit: Wie schon 1930, 1932 und 1933 sind auch jetzt wieder einige Fälle von Papageienkrankheit in Leipzig aufgetreten. Es handelt sich um drei Er- krankungs- und drei Verdachtsfälle. Zwei Erkran- kungsfälle sind tödlich verlaufen. Die Erkrankungen lassen sich auf die Berührung von Wellensittichen zurückführen, die von einem Leipziger Privatzüchter stammen. Diese Zucht erscheint als Ausgangsquelle der Krankheit. Es sind sofort sämtliche Maßnahmen getroffen worden, die eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern geeignet sind. Hauseinsturz in Syrien. — 27 Tote, 12 Schwerverletzte. Wie aus Beirut (Syrien) berichtet wird, ist dort auf dem Kanonenplatz ein altes Haus eingestürzt, in dem sich ein Hotel und ein Cafe befanden. Bisher hat man aus den Trümmern 27 Tote hervorgezogen. 12 Schwerverletzte wurden dem Krankenhaus zugeführt. Die Bergungsarbeiten sind mit Hilfe von Militär fast beendet. M?n rechnet nicht mehr damit, weitere Opfer unter den Trümmern zu finden. 49 Leichen aas bett, Zerstörer „Tomotsuru" geborgen. Wie Reuter aus Tokio meldet, konnten aus dem Wrak des gekenterten japanischen Zerstörers „To- motfuru" bisher insgesamt 49 Leichen geborgen werden. Man hat jetzt jede Hoffnung aufgegeben, den Rest der Besatzung noch lebend zu bergen, so daß sich die Gesamtzahl der Ueberlebenden, die 13 beträgt, nicht mehr erhöhen dürfte. französisches Auto stürzt in einen Teich. — Drei Insassen ertrunken. Ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen stürzte bei Limoges in einen Teich. Drei Insassen ertranken. Unbekannte Bilderstürmer im frankfurter Stadel. Im Frankfurter Städel wurde dieser Tage ein wertvolles Gemälde von einem Unbekannten schwer beschädigt. Das Bild stellt fünf Nymphen dar, die einen Mann ins Wasser ziehen. Das Gemälde, das im zweiten Stock des Museums untergebracht war, weist einen Riß auf, der sich von der Mitte des Bildes bis zum untersten Rand hin- Zieht. Ein drittes Todesopfer des Niersteiner Liebesdramas. Die Liebestragödie in Nierstein hat ein drittes Todesopfer gefordert. Georg Jtzstein, der, wie bereits gemeldet, feine Geliebte und deren Mutter erschossen und sich selbst einen Schuß in den Kopf beigebracht hatte, ist jetzt im Krankenhaus zu Mainz seinen Verletzungen erlegen. Trauerkundgebung für die Toten von Karsten-Eentrum. In Beuthen versammelten sich auf dem großen Hof der Grubenanlage, von deren drei Förder- türmen die halbmast gesetzten Fahnen des Dritten Reiches flatterten, die Abordnungen der SA., SS., NSBO. und des Arbeitsdienstes, der Schutzpolizei, des Zolldienstes und zahlreicher nationalsozialistischer Organisationen aus ganz Oberschlesien. Nach Musikvorträgen bestieg Oberpräsident Brückner die Rednertribüne, die aus Grubenholz gezimmert war und die Form eines mit Kohlenblöcken umschichteten Pfeilereinganges hatte. Umflorte Grubenlichter schmückten die Zimmerung, deren schwarz Vildung des Sachverständigenbeirats und derSachverständigen- ausschüste nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Berlin, 14. März. (DNB.) Amtlich. Die vom Reichsarbeitsminister unter dem 10. März erlassene 2. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit enthält neben den Bestimmungen über die Bestellung der Vertrauensmänner auch die näheren Vorschriften über die Errichtung des Sachoerständigenbeirats und der Sach- verständigen-Ausschüsse. Zur Unterrichtung und Beratung stehen den Treuhändern der Arbeit zwei Sachverständigengremien zur Verfügung. Handelt es sich um allgemeine oder grundsätzliche Fragen, so berufen die Treuhänder der Arbeit den Sachverständigenbeirat. Zu ihrer Beratung im Einzelfall können die Treuhänder der Arbeit Sachverständigenausschüsse berufen. Der Sachverständigenbeirat ist also eine st ä n d i g e Organisation, während die Sachverständigenausschüsse von Fall zu Fall gebildet werden können. Der Sachverständigenbeirat setzt sich aus Angehörigen der verschiedensten Wirtschaftszweige zusammen und repräsentiert so die Gesamtwirtschaft des jeweiligen Wirtschaftsgebietes beim Treuhänder der Arbeit, während die Sachverständigenausschüsse nach vornehmlich fachlichen Gesichtspunkten zu bilden sind. Oie Aufgaben des Gachverständigenbeirais. Von den Mitgliedern des Beirats muß daher verlangt werden, daß sie mit allen sozialen und wirtschaftlichen Fragen der Wirtschaft des betreffenden Treuhänderbezirks vertraut find. Vom Sachverständigenbeirat werden daher in der Regel die Anregungen und Vorschläge in allen das Wirtschaftsleben des betreffenden Bezirks berührenden grundsätzlichen Fragen ausgehen. In dem Sachverständigenbeirat besitzt der Treuhänder der Arbeit ein Instrument, das es ihm ermöglicht, sich ständig über alle sozialen und wirtschaftlichen Vorkommnisse in den verschiedenen Wirtschaftszweigen zu unterrichten. Oie Zusammensetzung des Gachverständigenbeirais. Damit die Gewähr besteht, daß sich der Sachverständigenbeirat aus einer Auslese der besten und brauchbarsten Kräfte zusammensetzt, und um andererseits den Treuhändern der Arbeit die Auswahl dieser Kräfte nach Möglichkeit zu erleichtern, ist der Deutschen Arbeitsfront die Verpflichtung auferlegt worden, den Treuhändern der 'Arbeit eine Vorschlagsliste zu übermitteln. Zur Vorbereitung dieser Vorschlagsliste legen die Treuhänder der Arbeit der Deutschen Arbeitsfront zunächst ein Verzeichnis derjenigen Wirtschaftszweige vor, aus denen sie die Mitglieder des Sachverständigenbeirates zu berufen beabsichtigen. In dem Verzeichnis können Wirtschaftszweige von untergeordneter Bedeutung zu einer Gruppe zusammengefaßt werden. ausgeschlagene Krone mit der Hakenkreuzfahne und den Symbolen des Bergbaues, Schlägel und Hammer, geziert war. Oberpräsident Brückner gedachte des Opfers der Toten und grüßte die Angehörigen als Vertreter des Führers. Ehrende Worte richtete der Oberpräsident an die tapfere Rettungsmannschaft, die mit ihrer Opferbereitschaft und Hingabe ein leuchtendes Vorbild nationalsozialistischen Handelns gegeben habe. — Staatsrat Schuhmann überbrachte die Grüße Dr. Leys. Kunst und Wissenschaft. Der Oberammergauer Petrus-Darsteller f- Der Petrus - Darsteller der Oberammergauer Passionsspiele von 1930, der Bildhauer Peter Rendl, der auch für die bevorstehenden Jubiläumsspiele als Petrus gewählt war, ist nach kurzer Krankheit gestorben. Er hatte in den Passionsspielen von 1890 und 1900 den Jünger Johannes verkörpert. Verheiratet war er mit einer Tochter des früheren Chriftus-Darftellers Joseph Mayr. Landwirte, beschafft euch Saatgut für den Flachsbau! Der Zeitungsdienst des Reichsnährstands schreibt: Um die Einfuhr fremder Rohstoffe sowie ausländischer Oelsaaten und Futtermittel zu verringern, und um einer übersteigerten Getreideerzeugung entgegenzuwirken, hat die Reichsregierung der deutschen Landwirtschaft die große Aufgabe gestellt, durch eine gesunde Verteilung d e r landwirtschaftlichen Kulturfrüchte dieses Ziel zu erreichen. Jetzt bei der Zusammenstellung des Bestellungsplanes muß sich jeder Landwirt entscheiden, welche Feldfrüchte er neu anbauen und in die Fruchtfolge aufnehmen will. Dabei kann er den Flachs nicht unbeachtet lassen; denn dieser alten deutschen Kultur- und Faserpflanze ist im Rahmen der Regierungsmaßnahmen insofern eine besondere Aufgabe zugewiesen, als sie ganz besonders geeignet und berufen ist, die ausländische Rohstoff- und Oelsaateneinfuhr zu vermindern. Bei der jetzigen Markt- und Preislage für Flachs und vor allem durch die Flachsbau st ützungsaktion der Reichsregierung, die durch Presse und Rundfunk eingehend behandelt wurde, sichert der Flachsbau dem Anbauer bei Durchschnittserträgen eine Rente, die der des Weizenanbaues gleichkommt und sie bei guten Erträgen erheblich übersteigt. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß der Flachs a l s Vorfrucht beachtliche Vorteile bietet und geeignet ist, Lücken, die durch Auswintern des Getreides entstanden sind, auszufüllen. Neben einer sachgemäßen und sorgfältigen Anbautechnik ist die Verwendung e r st k l a s s i - gen Saatgutes erste Voraussetzung. In Deutschland haben sich die deutschen Flachszuchtsorten. Eckendorfer Frühflachs, Mathis Edelflachs, Sorauer Feinflachs, Daros I und II, ganz besonders bewährt, sie sollten stets in erster Linie ausgesät werden. Nur wenn deutsche Zuchtsaaten nicht zu haben sind, kann auf die gut akklimatisierten Absaaten ausländischer Sorten und Herkünfte zurückgegriffen werden. Wenn diese den an gutes Saatgut gestellten Anforderungen entsprechen, sind Rückschläge im Ertrage nicht zu befürchten. Für die Wirtschaftszweige, für die durch reichsgesetzliche Regelung eine ständische Gliederung durchgeführt ist, wie z. B. für den Reichsnährstand, sind stets als besondere Wirtschaftszweige zu führen. Für die ihr von den Treuhändern der Arbeit bezeichneten Wirtschaftszweige hat die Deutsche Arbeitsfront ihr als Sachverständige geeignet erscheinende Persönlichkeiten vorzuschlagen, und zwar je Wirtschaftszweig fünf Betriebsführer und Gefolg - fchaftsangehörige (Arbeiter und Angestellte). Die Treuhänder der Arbeit können aus besonderen Gründen für einzelne Wirtschaftszweige auch die Benennung einer größeren Anzahl von Sachverständigen Vorschlägen. Als Gefolgschaftsangehörige sollen in erster Linie Vertrauensmänner in Vorschlag gebracht werden. Die Vorschlagslisten haben Gültigkeit für die Dauer eines Jahres (1. Mai bis 30. April). Aus den von der Deutschen Arbeitsfront in Vorschlag gebrachten Personen hat der Treuhänder der Arbeit d r e i v i e r t e l der Mitglieder des Sachverständigenbeirates zu entnehmen ; ein Viertel kann er frei, d. h. ohne Vorschlag berufen. Der Sachverftändigen- beirat muß erstmalig spätestens bis zum 30. Juni einberufen werden. Die Mitgliederzahl des Sach- verständigenbeirates soll 16 nicht übersteigen. lieber diese gesetzlich vorgesehene Begrenzung der Mitgliederhöchstzahl hinaus besteht für den Treuhänder der Arbeit hinsichtlich der Zusammensetzung des Beirates keinerlei Bindung. Wenn es sich auch im allgemeinen empfehlen wird, die Sachverständigen möglich st in gleicher Anzahl den Betriebsführern und Gefolgschaftsangehörigen zu entnehmen, und auch bei den letzteren Arbeiter und Angestellte tunlichst in angemessener Weise zu berücksichtigen, so hat der Gesetzgeber doch bewußt darauf verzichtet, in dieser Hinsicht bindende Vorschriften für den Treuhänder der Arbeit zu erlassen. Das hat seinen guten Grund darin, daß der Sachverständigenbeirat lediglich B e r a t u n g s o r g a n des Treuhänders der Arbeit sein soll, dem also keine irgendwelche Abstimmungen erfordernde Entscheidungen obliegen und bei dessen Zusammensetzung daher auch keine Paritätsgrundsätze zu berücksichtigen sind. Der Treuhänder der Arbeit ist daher auch in der Lage, den Sachverständigenbeirat der tatsächlichen Wirtschafts st ruktur seines Bezirks soweit wie möglich anzupassen. Er braucht daher z. B. nicht peinlich darauf zu achten, daß bei der Zusammensetzung des Sachverftändigen- beirats etwa das StäLkeverhältnis der einzelnen Wirtschaftszweige untereinander rein zahlenmäßig unter allen Umständen gewahrt ist. Vielmehr kann er einzelne Wirtschaftszweige oder auch innerhalb eines Wirtschaftszweiges etwaige Großbetriebe, ihrer überragenden Bedeutung entsprechend, im Sachoerständigenbeirat berücksichtigen, insbesondere für den einen ober anderen Wirtschaftszweig, wenn ihm dies geboten erscheint, auch mehrere Sachverständige bestimmen. Beschaffung dzw. Sicherstellung der für die Aussaat benötigten Leinsaatmenge ist es jetzt h ö ch st e Zeit, da bei dem erhöhten Interesse für den Anbau des Flachses die Bestände sowohl der genannten Zuchtsorten als auch der daraus entstammenden Original- und Absaaten sowie der übrigen brauchbaren Saatpartien bereits stark gelichtet sind. Die Deutsche Flachsbau-Gesellschaft m. b. H., Berlin SW 19, Krausenstraße 25 bis 28, gibt bereitwilligst über alle Saatgut- und Flachsbaufragen Auskunft. „Geistiges Wikingertum " Im Rahmen der von der Gesellschaft für deutsche Bildung und dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstalteten deutschen Abenden sprach Prof. Dr. Wilh. Pinder- München über das Thema „Vom geistigen Wikingertum unserer Kultur im Spiegel der neueren Kunstentwicklung". Prof. Pinder ging von den Fahrten und Taten der alten Wikinger und deren politischem Wirken aus und zeichnete die geistigen Anlagen dieses germanischen Volkes, ihr Streben in die Ferne und nach Abenteuern, ihr unruhiges, kühnes, männliches Wesen. Diesem Charakter aber entsprechen ähnliche Züge auf dem Gebiete des geistigen Lebens, und wir können hier im übertragenen Sinne von einem geistigen Wikinger- tum sprechen, das sich insbesondere in derKunst offenbart. Es äußert sich in seiner außerordentlichen Bewegtheit der Linien, wobei die Bewegung als solche betont wird im Gegensatz zu dem ruhenden Element anderer Kulturen. Dieser nordische Formenstrom zeigt sich in der reichen Ornamentik des Goldschmucks aus der Wikingerzeit. Wir finden ihn in ähnlicher Weife in den folgenden Jahrhunderten auf allen Gebieten der Kunst germanischer Künstler, ob wir an mittelalterliche Dome oder Schlösser des Barock, an Dürer, Leonardo, Rubens, Beethoven oder Bach denken. Die deutsche Kunst weist dabei dieses geistige Wikingertum in weit höherem Maße auf, als etwa die skandinavische. Aber Wandlung ist nicht Fortschritt. Wir Deutsche glauben nicht an den Fortschritt, vielmehr an den Vorsprung und fühlen uns der Zukunft verantwortlich. Wir wissen heute, daß nicht Künstler einen großen Stil schaffen, sondern daß er aus der Gemeinschaft erwächst. So glauben wir auch heute an eine neue deutsche Kunst und danken dies dem Führer des neuen Deutschlands. Oie Mitgliedersperre der AGOAp. bleibt. München, 14. Mär;. (DNB.) Der Reichs- fchahmeister der NSDAP, erläßt folgende Bekanntgabe: Aus gegebener Veranlassung wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß die derzeitige Mitgliedersperre in absehbarer Zeit nicht aufgehoben wird. Gesuche von Volksgenossen um Aufnahme in die Partei sind daher zwecklos. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing den deutschen Botschafter in London, von H o e s ch. ♦ Der südslawische Gesandte in Berlin, Balug- dschitsch, ist in Belgrad eingetroffen. Man Oie Hauptaufgabe der Sachverständigenausschüsse dagegen liegt auf dem Gebiet der F e st s e tz u n g von Lohn- und Arbeitsbedingungen. Tarifordnungen oder Richtlinien für den Inhalt von Betriebsordnungen und Einzelarbeitsverträgen kann der Treuhänder der Arbeit oder sein Beauftragter nur nach vorheriger Beratung in einem Sachverftändigenausschuß festsetzen. Darüber hinaus steht es aber im Ermessen des Treuhänders der Arbeit, sich der Mithilfe des Sachverständigen-Aus- schusses zu bedienen, wenn ihm das im Einzelfalle geboten erscheint. Bei der Bildung von Sachver- ständigenausschüssen ist der Treuhänder der Arbeit an keine Vorschlagslisten gesetzlich gebunden, sondern kann die Sachverständigen aus den ihm geeignet erscheinenden Persönlichkeiten seines Bezirkes bestimmen, und zwar vornehmlich aus den Angehörigen des jeweils im Einzelfalle in Betracht kommenden Wirtschaftszweiges. Die Zahl der Mitglieder eines Sachverständigenausschusses soll acht nicht übersteigen. Die Sachverständigen sollen möglichst in gleicher Zahl aus Betriebsführern und Angehörigen der Gefolgschaft entnommen werden. Die Sachverständigen erhalten eine angemessene Entschädigung für den ihnen aus der Wahrnehmung ihrer Tätigkeit erwachsenden Verdienstausfall und Aufwand, sowie Ersatz der Fahrkosten. Oie Bekanntmachung der von den Treuhändern der Arbeit erlassenen Richtlinien und Tarifordnungen erfolgt im Reichsarbeits blatt. Im Reichsarbeitsministerium wird ein Register der Richtlinien und Tarifordnungen (T a r i f r e g i st e r) geführt und eine Sammlung der erlassenen Richtlinien und Tarifordnungen angelegt. Auf Verlangen wird eine schriftliche Auskunft über die Eintragungen in das Tarifregister kostenlos erteilt. Ferner haben die Treuhänder der Arbeit auf Verlangen kostenlos Auskunft über die von ihnen erlassenen Richtlinien und Tarifordnungen zu geben. Für lohnstatistische Zwecke ist den Führern von Betrieben mit in der Regel mindestens 50 Beschäftigten die Verpflichtung auferlegt, zwei Abdrucke der Betriebsordnung dem Statistischen Reichsamt (Abteilung für Sozialstatistik) einzufenden, falls die Betriebsordnung die Hohe des Arbeitsentgeltes regelt. Auch in sonstigen Fällen können das Statistische Reichsamt wie die Treuhänder der Arbeit die Einreichung eines Abdruckes der Betriebsordnung verlangen. In Ergänzung der Vorschrift des § 28 des Gesetzes bestimmt die Durchführungsverordnung, daß etwa verhängte Geldbußen zum Besten der NS.-G e m e i n sch a f t „Kraft durch Freude" zu verwenden sind. nimmt an, daß seine Reise der freundschaftlichen Ausgestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und Südflawien gilt. * Der ftanzösische Außenminister Barthou wird im April einen Besuch in Warschau abftatten. Im polnischen Verordnungsblatt ist auf Grund des deutsch-polnischen Wirtschaftsabkommens eine Verfügung des Ministeramts erschienen, der zufolge die gegen Deutschland gerichtete Einfuhrver- botsliste mit Wirkung vom 15. März auf« gehoben wird. * In Lettland hat der Präsident der Republik den Führer des Bauernbundes U l m a n i s mit der Bildung der neuen Regierung betraut, nach dem die Besprechungen aller bürgerlichen Parteien zu einer Einigung über ein gemeinsames Programm geführt hatten. * Das Gesetz über die Einschränkung der Befugnis zum Uniformtragen wurde vom irischen Abgeordnetenhaus in dritter Lesung mit 77 gegen 61 Stimmen angenommen. Durch das Gesetz wird vor allem den Mitgliedern der oppositionellen „Vereinigten Irland-Partei" das Tragen von Blauhemden verboten. Wettervoraussage. Das kräftige Tief über den britischen Inseln mit Barometerständen von unter 965 Millimeter nimmt seinen Weg ostwärts und wird auch unseren Bezirk beeinflussen. Zunächst wird feucht-milde Luft vorgeschoben, die stärkere Bewölkung mit Regenfällen verursachen wird. Durch die später an der Rückseite aus höheren Breiten zufließende Ozeanluft nimmt dann das Wetter wechselhaften Charakter an, wobei die Niederschläge mehr in Schauern übergehen. Aussichten für Freitag: Meist bewölkt und milder, zeitweise Niederschläge, südwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Unbeständig, wechselnd wolkig und Temperaturen schwankend, schauerartige Niederschläge. Lufttemperaturen am 14. März: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 4,8 Grad; am 15. März: morgens 5,4 Grad. Maximum 10,5 Grad, Minimum 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. März: abends 4 Grad; am 15. März: morgens 3,7 Grad. — Niederschläge 0,6 mm. — Sonnenscheindauer 2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den Übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Altern Hände schneller?®ci Frauen sehen die Hände aller aus als das Gesicht. Warum eigentlich? Altern die Hände etwa schneller? Ja — aber nur dann, wenn ihre Pflege vernachlässigt wird. Dabei kostet es doch wirklich wenig Mühe, die Hände nach der Hausarbeit und nach dem Waschen jedesmal mit Leokrem einzureiben. Das tut Wunder für die Haut! Die Hände bleiben sammetweich und zart: man kann ihr wahres Alter nicht erraten. Leokrem ist schon von 22 Psg. ab erhältlich. Nachdruck verboten! 16. Fortsetzung. zu diesen Preisen . Mtr. . .Paar Paar -.75, . .Mtr. .50, 150 cm br., buntfarb., weiß u. ecru .. Mtr. 1.-, .Mtr. -.W, RM. 60 10-40 oder traditio- 10—40 1581 A Kaufhaus .15 25 50 35 50 40 .75 .75 Abzeichen der in Form von Mtr. 1-00 neller Armeemarsche zum Tanz. 5. 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Nie spielte sie schöner als in dieser Zeit ihrer ersten Liebe. Das war kein Mensch mehr, der da auf den Brettern stand, das war eine Göttin, die die Worte der Dichter so lebendig machte, daß sich das Innerste der Menschenherzen zuoberst kehrte. In jener Zeit gab Berlin ihr den Namen: die göttliche Bergmann! Kind, Kind! Kannst du mich nun verstehen, wenn ich mir als letzten Wunsch - meines Lebens vom Schicksal erbitte, daß es diese große Zeit durch dich noch einmal lebendig werden läßt? Aber kein Neuß darf kommen, keiner, keiner, der dich zum Weibe begehrt. Ein Schaffender muß frei sein!" Rosemarie war von Brunners Worten aufs tiefste erschüttert. Schon oft hatten sie über ihre Mutter gesprochen, aber noch niemals hatte sich Brunner so von seiner eigenen Begeisterung hinreißen lassen. Ein feuchter Glanz lag in ihren Augen, und zaghaft klangen ihre Worte, als sie sagte: „Daß ich dich niemals enttäuschen möchte, Onkel! Ob 'ich jemals die Größe meiner Mutter erreichen werde? Vielleicht entmutigt es mich auch, immer von euch an ihrem Maßstab gemessen zu werden... Und dann, schon manchmal stand ein unseliger Stern über meinem Leben. Der Name meiner Mutter war rein, aber an mir hängt ein Makel, den ich in aller Zukunft nicht los werde. Du glaubst nicht, wie manchmal eine Angst in mir nagt, daß es eines Tages herauskommen könnte, welcher furchtbare Verdacht auf mir ruht. Je höher ich stehe, um so tiefer ist dann der Absturz." Und wieder, wie schon einmal vor Jahren, gingen in diesem Augenblick ihre Augen weit in die Betr.: Die Ausführung des Gesetzes über den Ur- kundenftempel vom 12. August 1899; hier: Erhebung der Stempelabgabe für Verkaufs-, Spiel- und Waagautomaten, für automatische Kraftmesser, für öffentlich aufgestellte Klaviere und sonstige Wusikwerke. [ Verkäufe~| Wegen Umzug zu verkaufen: 1 kornvl.Wohnz. 2 gr. Spiegel 6Tische,8Stüble Igr.Vorratsschr. 1 vorz. 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Februar 1934 Richtlinien über die Handhabung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole ergangen, die durchweg der in Hessen geübten Praxis entsprechen und nachstehend veröffentlicht werden. 1574C Bei Entscheidungen über Verwendung nationaler Symbole sind die Richtlinien des Reiches künftig streng einzuhalten. Neue Richtlinien für die Handhabung des Gesetzes. Berlin, 18. November. Unter dem 12. Februar hat der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda neue Richtlinien für die Handhabung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole vom -19. Mai 1933 erlassen. Darin heißt es: 1. Bildet der Gegenstand selbst das Symbol, so ist eine Verwendung und Verbreitung nur dann zulässig, wenn er ein Erzeugnis der bildenden Kunst oder des Kunstgewerbes ist, z. B. Bilder und Plaketten führender Persönlichkeiten. Hakenkreuze an Anstecknadeln oder Ketten, SA.-Figuren. 2. Wird das Symbol an dem Gegenstand oder in Verbindung mit ihm dargestellt, so ist seine Verwendung nur dann zulässig, wenn der Gegenstand selbst oder seine Bestimmung eine innere Beziehung zu dem Symbol hat, z. B. das Hakenkreuz an der Fahnenspitze. Nicht zulässig ist die Verwendung des Symbols insbesondere, wenn dieses zu dem Zwecke angebracht wird, den Gegenstand zu verzieren oder seine Absatzfähigkeit zu steigern, z. B. Verwendung des Hakenkreuzes oder der deutschen Farben auf Kinderspielbällen, Sparbüchsen, Papier, Manschet- tcnknöpfen, Schokoladen- und Tabakpackungen. Die Verwendung des Symbols zu Reklamezwecken ist in jedem Falle unzulässig. 3. In allen Fällen der Ziffer 1 und 2 ist die Verwendung des Symbols unzulässig, wenn dessen Ausführungen minderwertig oder mit entstellendem Beiwerk versehen ist, z. B. bei künstlerisch minderwertigen Bildnissen, bei selbstleuchtenden Haken- Moderne 4-5-ZirW in freier Lage zum 1. Juli evtl, auch früher zu mieten gesucht. 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Das Leben ist lang, und ein Zurück ist schwer." „Und mein Herz wird nicht sprechen, Onkel. Niemals. Bei keinem wieder. Einen habe ich geliebt, der keinen Glauben an mich hatte, und ich — ich hätte mein Herzblut geben können für ihn. Ach, meine kurze Liebe war nur ein Traum vom Glück, aber ich weiß, daß ich davon zehren werde mein Leben lang." „Armes, liebes Kind!" sagte Doktor Brunner leise, aber ein Groll war in ihm gegen den Mann, der diesem jungen Weibe, das er liebte, wie er ein eigenes Kind nicht herzlicher hätte lieben können, das Schönste im Leben genommen- hatte — die Liebe. Zart lenkte er das Gespräch auf ein anderes Thema. „Nun ist deine Tante schon lange wieder daheim. Hat sie dir schon geschrieben?" Rosemaries Augen strahlten auf. „Ach, einen wundervollen Brief habe ich von ihr bekommen. Sie ist heute noch so begeistert wie damals. Es hat ihr ja alles hier so sehr gefallen. Aber am glücklichsten war sie, daß wir uns alles einmal vom Herzen heruntersprechen konnten, was sich in der langen Zeit so angehäuft hatte." „Und das war wohl sehr viel?" lachte Doktor Brunner. „O ja!" Rosemarie nickte. „Schade, daß es so kurz war. Nun müssen wir wieder lange warten." In Doktor Brunner zuckte ein Gedanke auf und nahm blitzschnell greifbare Form an: „Möchtest du die Tante immer hier haben, Rosemarie?" Rosemarie sagte ahnungslos «freudig: „Ja!" Doktor Brunner merkte, wie sehr es ihr aus dem Herzen kam. Platz genug war in dem großen, eleganten Hause, und für Rosemarie, die so leicht zur Schwermut neigte, war es vielleicht ganz gut, wenn sie volles Stöhnen. Es war ja alles Lüge gewesen, was er gesagt, alles nur Lüge! Mit müden Gebärden zog sie das Kleid über. Das schlichteste, unauffälligste hatte sie gewählt und wußte doch nicht, wie schön sie darin aussah. Schlank hob sich ihr weißer Hals aus dem dunklen Rot, und wie mattschimmerndes Gold lagen die Locken auf ihren Schultern. Als sie sich mit einem schelmischen Knicks vor Brunner verneigte, riß dieser erstaunt die Augen Kindchen, du siehst ja fabelhaft aus! Na, da wird der Fürst aber Augen machen." Rosemarie erschrak. Sollte sie gerade das Gegen- teil von dem erreicht haben, was sie wollte? Häßlich wollte sie aussehen, sehr häßlich, denn der Gedanke, daß seine Blicke wieder wie damals so unablässig auf ihr ruhen würden, machte ihr schon jetzt Unbehagen. Doch nun war keine Zeit mehr zu langen lieber- legungen. Jeden Augenblick konnte der Fürst em» treten. Und er kam. „ . In anregender Unterhaltung verlies das kleine Abendessen. . , _ Rosemaries Befangenheit wich, sie konnte gegen ßueberg schon etwas Freundlichkeit aufbringen. Kein bewundernder Blick streifte sie, kaum daß er an sie persönlich eine Frage richtete. Fast schien es Rosemarie, als sei sie in einem Irrtum gewesen, wenn sie geglaubt, daß der Fürst damals bei Hiller für sie besonderes Interesse gezeigt hatte. Es war wohl ihre große Erregung nach dem ersten Debüt, die sie Dinge hatte sehen lassen, die nicht existierten. Heute jedenfalls empfand sie ihn wesentlich angenehmer. Seine ganze Art, sich zu geben, verriet alte Kultur. , , e . Kleine, dumme Rosemarie! Sie hatte feine Ahnung davon, wie es in Wahrheit in dem Herzen des Fürsten aussah, wie meisterhaft er sich beherrschte, um seine Empfindungen für sie nicht zu verraten. „ In seinem Herzen klangen tausend Glocken. Wenn eine Fürstin ßueberg werden würde, dann nur Rosemarie Bergmann! Ihre Erscheinung und ihr hoher seelischer Adel zeichneten sie aus vor allen anderen Frauen, die seinen ßebensroeg bisher gekreuzt hatten. Die jüngste Fürstin ßueberg wurde sich vor ihren Vorgängerinnen nicht zu schämen brauchen. r Aber er hatte Zeit. Einmal wollte er Rosemarie durch eine ungestüme Werbung nicht erschrecken, und dann war es ja so außerordentlich reizvoll, ganz zart und leise um sie zu werben. Gegen elf Uhr bereits zog sich Rosemarie zurück. Die Herren waren allein. Ein herzlicher Ton schwang in ihrer Unterhaltung. (Fortsetzung folgt. 1 kreuzen. 4. Durch Erlaß von Polizeiverordnungen (§ 8 d. Ges.) ist die Verwendung von Symbolen durch Singen und Spielen von Liedern und bei der Wiedergabe von Erzeugnissen der ßiteratur oder die Vorführung minderwertig, wenn die Vorführung unter Umständen erfolgt, die der Würde des Symbols nicht entsprechen, z. B. das Spielen der Nationalhymne in Potpourris ' Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Großen-Linden für das Rj. 1934 liegt vorn 15. März 1934 ab acht Tage lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 1582V Großen-ßinden, den 14. März 1934. Hessische Bürgermeisterei: ßang. . , ohne Zustimmung der Reichsleitung der NSDAP, (des Reichsgeschäftsführers (München, Braunes Haus) verwendet werden, ßiegt im Zeitpunkt der Entscheidung eine Erlaubnis oder ein Verbot der Reichs- leitiing vor, so ist die entscheidende Behörde hieran gebunden, ßiegt die Stellungnahme der Reichsleitung noch nicht vor, so ist sie vor Erlaß der Entscheidung einzuholen und dieser zugrunde zu legen. Zum 21. März grauer, neuer dynamischer LaiWreAr und Kraftvcr- stärter zu verkaufen. 01411 SellersmeMll. DekOratiOnS-Stoffe Jacquard-Muster, Baumwolle m. K’seide, 60 cm br. . . Mtr. -.75, SlOkllWler ließen. U55D Freitag, 16. 3., 20 b. geg. 23 Uhr 22. Freit.-Abvn. Operettenpreise. Der verlorene Walzer nach dem Tonsilm: Zwei Herzen im Dreivierteltakt. Operette in 3 Akten, Musik vonRobertStolz 2 Tische i583d 2 schöne Doppel- Stehpulte 4 Lattenzäune (ä 3,50 m lang u. 1,50 m hoch) 3 Le der sttthle billig abzugehen. Wilhelmstr. 12 pt. 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Unter Hinweis auf Artikel 33 obigen Gesetzes sowie auf die nachstehend abgedruckten Ausführungsbestimmungen wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung der Stempelabgabe für die Verkaufs-, Spiel- und Waagautomaten, für automatische Kraftmesser, für öffentlich aufgestellte Klaviere oder sonstige Musikwerke, worunter auch Radioapparate fallen, für das Rechnungsjahr 1934 im Monat März l. I. erfolgt. Die Jahreskarte ist bei der Zahlung vorzulegen. Von allen denjenigen Personen, die ausweislich unseres Verzeichnisses im Jahre 1933 Automaten usw. angemeldet und die Abgabe entrichtet haben, wird die Stempelabgabe zwangsweise beigetrieben werden, wenn sie nicht bis spätestens 15. April 1934 ihre Automaten usw. bei dem Kreisamt zur Abmeldung gebracht oder die Abgabe bezahlt haben. 1. Wer in Bahnhöfen, öffentlichen Wirtschaften oder an anderen öffentlichen Orten und Plätzen einen Geschicklichkeitsspiel-. Verkaufs- oder Waagautomaten oder automatischen Kraftmesser, sowie wer in einem öffentlichen Wirtschaftslokal ein Klavier oder sonstiges Wusikwerk auffteüen will, hat zuvor bei dem Kreisamt seines Wohnortes oder Aufenthaltsortes eine Erlaubniskarte zu erwirken und für die ßöfung dieser Karte die in Nr. 10 des Tarifs vorgefehe Stempelabgabe zu entrichten. Die Abgabe beträgt jährlich: Für besonders leistungsfähige Instrumente kann die Stempelabgabe bis auf den zweifachen Betrag erhöht werden. Stempelpflichtig sind auch solche Musikwerke, die keinen Geldeinwurf haben. Die Aufstellung von Automaten für Bahnsteigkarten ist stempelfrei. Klaviere, die ausschließlich für Vereinszwecke benutzt werden, sind stempelfrei. Solche Klaviere müssen durch Aufschrift oder durch Befestigen eines Zettels an sichtbarer Stelle bes Klaviers mit der Aufschrift „Benutzung nur dem Verein ...... zu Vereinszwecken gestattet", besonders bezeichnet fein. In Zeiten der Nichtbenutzung durch den Verein müssen die Klaviere verschlossen sein. Nichtbeachtung dieser Vorschrift hat Heranziehung zu dem unter Ziffer lb festgesetzten Stempelbetrag zur Folge. einen lieben, verständnisvollen Menschen um sich hatte. Im Moment sprach Doktor Brunner kein Wort mehr darüber, aber er beschloß, sich die Sache einmal genau zu überlegen. Vielleicht war hier eine Möglichkeit, Rosemarie, die sonst niemals einen Wunsch äußerte, einmal eine ganz große Freude zu machen. Schmunzelnd erhob er sich, um auf fein Zimmer zu gehen, wo er jeden Mittag ein Stündchen zu ruhen pflegte. „Im übrigen, daß ich es nicht vergesse: Mache dich ein bissel schön, Rosemarie. Heute abend haben wir fürstlichen Besuch!" Rosemarie lachte. „Im Ernst, Kindchen", sagte Brunner heiter. „Du erinnerst dich wohl an Fürst ßueberg? Er hat sich für heute abend angefagt." Rosemarie brauchte nicht zu überlegen. In ihrer Seele stieg klar und deutlich das Bild eines großen, blonden Mannes auf, der sie mit ernsten Augen anschaute. „Es ist gut, Onkel! Ich werde mich selbstverständlich sehr schön machen." Aber ihr scherzhafter Ton klang etwas gezwungen. Rosemarie hatte gar keine ßuft, sich heute abend besonders schön zu machen. Für wen denn? Für den Fürsten? Oh, wenn er wüßte, wie gleichgültig er ihr war! Es war ja so nebensächlich, was sie heute abend anzog. So entschloß sie sich zu einem schlichten, bordeaux- farbenen Kleid. Auch in diesem Augenblick kreisten ihre Gedanken wieder um Wangenheim. Rosemarie war nicht eitel, aber einmal, wünschte sie sich, einmal sollte er mich in diesen schönen Kleidern sehen. Ob er nicht doch ein wenig verwundert wäre, was für eine Dame aus dem kleinen Tippfräulein geworden war? Und doch, wie glücklich war sie damals gewesen in ihren billigen Kleidern, die Tantchen oft in den Nächten so geschmackvoll und nett wie nur möglich für sie genäht hatte. Ach, und so jubelnd hatte ihr Herz niemals wieder geschlagen wie damals, als sie selig und mit heißgeküßten ßippen nach ihrem ersten Ball die Treppen hinaufgeeilt war. Oft hatte sie ihn heimlich angeschaut, wenn er so elegant neben ihr ging, und sich gefragt, ob er sich ihrer einfachen Kleidung nicht schämte. . Und einmal, ach, wie genau wußte sie noch jeöes seiner Worte, hatte sie befangen auf ihren billigen Mantel geschaut, als er sie in ein vornehmes ßokal eingeladen hatte; aber da hatte er sie lächelnd bei der Hand genommen und gesagt: „Was ist dir denn, ßiebling? Komm nur, wie du bist, so bist du für mich die Schönste, und wehe dem, der dir die Achtung versagen wollte!" Ganz deutlich klangen noch heute seine Worte in ihren Ohren. Ihren ßippen entrang sich ein quäl+Bamenhart (Gesichtshaare) u.a.läst.Haarew. niirb dievonmir angew.,einz.sich. Meth.u.Gar.für imm.mit d.Wurz. schmerzl.entfernt 12Jahre Praxis. Berta Gulden. 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Sanders. schäft, der sich je in dieser massenhaften Form abgespielt hat, ist, daß sie mit dem als nüchtern und ruhig bekannten Charakter des Holländers nicht recht übereinstimmen will. Allerdings hat die Pflanzenzüchtung seit jeher in Holland große Beliebtheit genossen. Am Anfang des 17. Jahrhunderts bildete sich nun aus irgendwelchen Gründen eine besondere Vorliebe für Tulpen heraus. Es begann ein reger Handel mit Tulpen, der bald börfenmäßi- Riesige Vermögen sind schon im alten Babylon und Aegypten entstanden und vergangen. Die Phönizier organisierten einen für damalige Zeiten außerordentlich weitreichenden Wirtschaftsverkehr, der sich bis nach England, vielleicht sogar bis in die Ostsee erstreckte. Unerhörte Reichtümer sammelten sich in Sidon und Tyrus, den phönizischen Hauptstädten, aber seit langem ist diese Pracht verschwunden. Griechenland, Karthago und Rom folgen als Zentren des Wirtschaftsverkehrs. Die Völkerwanderung vernichtet diese Organisationen, und erst langsam beginnt im Mittelalter der Wirtschaftsverkehr und damit die Vermögensbildung sich in Mitteleuropa wieder zu entfalten. Die prächtig aufblühenden italienischen Städte Venedig, Genua, Livorno vermitteln den Seeverkehr mit dem Orient, wobei Konstantinopel den Mittelpunkt darstellte. Von Italien aus zog sich diese Handelsstraße über die Alpen nach Süddeutschland hinein, über Augsburg, Nürnberg, Straßburg, den Rhein entlang, nach Frankreich und Flandern. Ein anderer Teil dieser Handelsstraße verlief nach Halberstadt, Merseburg, Magdeburg, den Seestädten und dem slawischen Nordosten. Der Verkehr mit dem Orient wurde durch die Entdeckung des Seeweges nach Ostindien und die Erfindung des Kompasses in andere Bahnen gelenkt. Spanien und Portugal, die Träger dieses überseeischen Verkehrs, blühten auf. Holland und England folgten ihnen, und in den letzten Jahrzehnten vor dem Weltkriege erlebten wir die mächtige wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Im Altertum, das keine wirtschaftlichen Kenntnisse hatte, erschien der Zusammenbruch großer Vermögen als etwas Unheimliches. Großer Reichtum wirkt auf die Götter als menschliche Ueber- hebung und ruft ihren Neid hervor. Allgemein bekannt ist ja die Geschichte von dem unheimlich reichen Krösus, König der Lyder, der auf dem Scheiterhaufen die Nichtigkeit der irdischen Güter erkennen mußte. Schiller hat einen gleichen Stoff aus dem Altertum in seiner Ballade „Der Ring des Polykrates" verarbeitet. Die Alten blieben also bei der etwas dürftigen Erkenntnis stehen, daß irdische Güter trügerisch und vergänglich seien. Trotzdem steckt ein richtiges Gefühl in dieser Auffassung, daß nämlich überpersönliche Ursachen bei Vermögenszusammenbrüchen mitwirken, wenn auch diese Ursachen nicht im „Neid der Götter", sondern in gesellschaftlichen Verhältnissen liegen. Es war also sehr unlogisch, wenn man im Altertum mit drakonischen Strafen gegen Schuldner, mit Strafen nicht nur gegen das Vermögen, sondern auch gegen die persönliche Freiheit, vorging. Aber die Erbitterung gegen den zahlungsunfähigen Schuldner liegt nun einmal tief in der Menschennatur begründet, daran hat sich auch in späteren Jahrhunderten nichts geändert. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der vielgerühmte und vielgelästerte John L a w, dessen Wirksamkeit im 18. Jahrhundert Ähnlichkeit mit der S t a v i s k y s zeigt. Auch Law baute seine Unternehmen auf dem Kreditbedürfnis des Staates, damals Frankreichs auf, dessen Finanzen durch Kriege und verschwenderische Hofhaltung zerrüttet waren. Er erhielt vom Staat das Recht, Noten auszugeben und die riesigen Ländereien am Mississippi auszubeuten. Er gab auf Grund dieses Landbesitzes Aktien aus, und durch eine riesige Notenproduktion — es handelte sich schließlich um eine Summe von zwei Millarden Livres — sorgte er dafür, daß eine schwunghafte Spekulation mit diesen Aktien aufkam. Die Kurse kletterten, die Vermögen wuchsen, stiegen, wie von einem Zauberer herbeigehext, immer mehr, bis schließlich das ganze Luftgebilde zusammenbrach und Frankreich sich einer größeren Armut und furchtbareren Krise gegenübersah denn je. John Law entging mit Mühe der Lynchjustiz des rasenden Volkes und starb, einst der einflußreichste Mann Frankreichs, verarmt, vereinsamt, verachtet. Zu gleicher Zeit spielte sich in England unter ähnlichen Begleitumständen eine solche künstliche Vermögensaufblähung durch die Spekulation mit den Aktien der englischen Südseegesellschaft ab. Auch hier blieb die Panik und in ihrem Gefolge die schwersten Vermögenszusammenbrüche nicht aus. Das seltsamste Beispiel einer Vermögensumwertung und -Vernichtung, das wohl je in der Geschichte der Krisen vorgekommen ist, bietet die T u l p e n k r i s e in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Holland. Das Seltsamste an diesem übertriebensten Wahnwitz menschlicher Spielerleiden- Buntes Bon der Laus zum Lippenstift. Was hat die Laus mit dem Lippenstift zu tun? Mehr als man denkt. Ueber diesen immerhin reizvollen Zusammenhang plaudert Th. Engelmann in der beim Bibliographischen Institut in Leipzig erscheinenden Zeitschrift „Atlantis". Die Verfasserin beobachtete bei einem Besuch der Kanarischen Insel Gran Canaria weite Kaktus-Pflanzungen, auf denen jede Planze mit kleinen weißen Gebilden bedeckt und mit einem weißen Gazebeutel überzogen war. Auf Befragen erfuhr sie, daß hier Kochenille- Läuse gezogen wurden. Diese nützlichen Tierchen wurden vor etwa 100 Jahren von Mexiko nach den Kanarischen Inseln gebracht, weil man erkannt hatte, daß ihre Ausscheidungen einen vortrefflichen roten Farbstoff liefern. Mit dem Kochenille-Rot wurde dann ein schwunghafter Ausfuhr-Handel getrieben, bis mit dem Aufkommen der künstlichen Anilin-Farben das gute Gefchät ein jähes Ende nahm. Die Kochenille-Kulturen verödeten und verwilderten. Nur wenige Züchter hielten mit hartnäckiger Zähigkeit ihre Zucht noch aufrecht und hofften, daß der Tag kommen werde, an dem ihre Läuse auch wieder zu Ehren kommen würden. Und siehe da, der Tag kam! In Paris wollte man billige Lippenstifte Herstellen und brauchte für diesen Weltartikel einen praktischen Farbstoff. Da erinnerte man sich des guten alten Kochenille-Rots und bestellte bei einem der Züchter auf der Insel Gran Canaria, die ihre Hoffnungen noch nicht begraben hatten, ein Kilogramm zur Probe. Vas konnte gerade noch geliefert werden. Aber als dann weitere Aufträge "kamen, mußte man die Zucht auf eine neue Grundlage stellen. Um mehr liefern zu können, verfielen die Züchter auf den guten Einfall, die Läufe unter Gazebeuteln zu halten, damit sie unter dieser schützenden Hülle ungestört ihr Fortpflanzungsgeschäft betreiben und die gefährlichen Winde ihnen nicht schaden konnten. Die alte Läuseindustrie steht jetzt wieder in neuem Flor ... Patriarchalische Landwirtschaft. Kann man sich wohl ein 64 000 Hektar großes Landgut vorstellen, das noch allein von Menschenhand bearbeitet wird? Ja noch mehr: Maschinen und Traktoren wurden zwar angekauft, aber sie verrosten jetzt in den Schuppen: man braucht sie nicht und will sie nicht. Dieses Landgut liegt, wie I. C. van Scherpenberq in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet, im Irak an einem Kanal, der sein Wasser von einem Nebenfluß des Tigen Charakter annahm. Der Taumel wuchs, ganz Holland beschäftigte sich mit Tulpenzüchtung und Tulpenhandel. Es kam schließlich dazu, daß f ü r eine Tulpe über 2000 Gulden bezahlt wurden, wobei zu bemerken ist, daß in jener Zeit der Gulden eine um vieles höhere Kaufkraft hatte als heute. Alle Vermögensstücke, Häuser, Grundstücke usw. wurden zu den niedrigsten Preisen verschleudert, um sich an dem Tulpenwahn beteiligen zu können, der das ganze Volk ergriffen hatte. So schwanden die Vermögen aus altem Besitz dahin, und die Tulpen blieben zurück. Als im Jahre 1637 eine plötzliche Ernüchterung eintrat, als niemand mehr für die Tulpen auch nur entfernt gleiche Preise mehr anlegen wollte, verursachten die Umwälzungen in den Vermögensverhältnissen eine der furchtbarsten Krisen, die die Welt je erlebt hat. Allerlei. gris erhält und der künstlichen Bewässerung des Bodens dient. Der Ackerbau vollzieht sich hier noch genau so wie vor drei Jahrtausenden. Gepflügt wird mit dem einfachsten Pflug, der vom Menschen oder Tier, wie es sich gerade trifft, gezogen wird. Gesät wird mit der Hand auf gut Glück. Ist das Korn reif, dann wird es mit der Sichel gemäht; Männer, Frauen und Kinder sind wochenlang beim Schnitt, denn es ist eine riesige Arbeit, 21000 Hektar mit der Hand abzuernten. Nur ein Drittel des Bodens wird nämlich angebaut, das übrige liegt brach ober ist Weide. Das Getreide wird in gleichmäßige runde Haufen geordnet, diese werden in große Tücher gebunden, auf Ochsen geladen und zu riesigen Haufen aufgetürmt. Bei der nun beginnenden Drefcharbeit läßt man Esel und Kühe auf den ausgebreiteten Aehren herumtrampeln ober brischt selbst mit Knüppeln barauf los. Beim Verkauf werben Tausenbe von Tonnen Korn mit ber Hanb gewogen. Der Brückenwaage traut ber Araber nicht: bie Gewichte könnten falsch sein ober auch sonst könnte etwas nicht stimmen. Es tritt also ber menschliche „Wäger" in Tätigkeit, ber gut bezahlt wirb, weil er sehr kräftig unb geschickt sein muß. Die Waage besteht aus einem einfachen Balken, an besten Enbe je ein flacher, aus Schilf geflochtener Korb hängt. Mit einem Kilogrammgewicht werben zunächst 25 Kilogramm abgewogen; biefe Getreibe- menge in einen Sack eingenäht, bleibt als Stanbarb- gewicht in bem einen Korb, währenb in ben anbe- ren bas (Betreibe geschaufelt wirb. Der Wäger hebt ben Balken unb wiegt auf biefe Weise immer wie- ber 25 Kilogramm — tagelang. Ein tüchtiger Wäger kann zwischen 30 unb 40 Tonnen pro Tag wiegen. Auch bas Schälen bes Reis geschieht hauptsächlich mit ber Hanb; es ist ausgesprochene Frauenarbeit, unb ba es für bie Mohammebanerin als „Schanbe" gilt, von Männern gesehen zu werben, so arbeitet sie nur bei Nacht. Dann stampfen bie Frauen bas (Betreibe in großen Mörsern unb reinigen bas Mehl burch Sieben. So herrscht noch überall bie Hanb- arbeit, unb unzählige Beispiele ließen sich für bie Primitivität ber Arbeitsformen anführen. Gebuttert wirb, inbem bie Frau ben Rahm so lange in einer Ziegenhaut schüttelt, bis sich bas Fett abfonbert. Das Oel gewinnt man aus ben Oliven auf bie Weife, baß ein Loch in eine abschüssige Felsenplattform gehauen wirb; bann stampft man mit ben Füßen auf bie mit Oliven gefüllte Ziegenhaut, unb bas herausgepreßte Oel wird aus bem Felsenloch geschöpft. Der konservative Geist ber Bevölkerung hält nun einmal an biefen uralten Methoben fest. Dazu ist auch bie Menschenarbeit so billig, baß bie Maschinenarbeit sie nicht unterbieten kann. Vor allem aber fehlt bem Araber jebes Gefühl für Mechanik; er wirb jebe Maschine unfehlbar beinm ersten Ge- braud) ruinieren, unb bie Reparaturen würben ins Ungeheuerliche gehen. Aus ber proviuzialhauptstadi. Alte Gewerbe in neuer Bedeutung. Wenn einem Volke von irbischen Gütern nicht viel mehr übrig blieb als bie Kraft feiner Arme unb ber Fleiß feiner Menschen, dann kommen auch wieder die Gewerbe zu Ehren, die mit fleißiger Hand und gutem Willen, aber ohne viel Geld betrieben werden können. Der Blick auf alle handgearbeiteten Möbel zeigt z. B. mit welchem Verständnis für natürliche, dem Auge wohlgefällige Abmessungen, für harmonische Raumaufteilung und für bewegte, aber in ihren Linien gebändigte Form, mit welcher Liebe zur kleinen Einzelheit, deren Sinn das große Ganze ist, das alte künstlerische Handwerk'arbeitete und schuf. Freilich war nicht immer der Handwerksmeister der Kunstschöpfer, wohl aber stand er in engster Zusammenarbeit mit dem richtunggebenden Künstler und besaß auch die handwerkliche Fähigkeit, sich den vorgezeichneten Wünschen des Künstlers anzupassen. Die gleich- machende Wirkung der Maschine, ihre mit Zirkel und Lineal oder auf Grund von Figuren der analytischen Geometrie sestgelegten Ellipsen und Parabeln geben jedem maschinell hergeftellten Möbelstück, Hausschmuck, Arbeitsgerät etwas Lebloses, Schematisches, Starres, auch dort wo die Ueber- ladung mit unsinnigen Spielereien vermieden wurde. Wenn heute die Hand tischler ei auch nicht auf Maschinen verzichtet, so beginnt sich doch allmählich die Maschine aus ihrer Herrscherstellung zurückzuziehen. Noch stärker wird diese Richtung sichtbar in Weberei und Keramik. In allen Landesteilen Deutschlands gab es bis in unsere Tage , immer noch vereinzelte Bauernhäuser, in denen der Webstuhl nicht vergessen wurde. Aber die große Masse der Webstühle verschwand ober wanderte in die Heimatmuseen. Es war vor allem unsere Jugend nach dem Kriege, die wieder die Verbindung suchte von eigener Arbeit und den Gegenständen des täglichen Gebrauches. Sie war es leid geworden, „sinnlosen Dingen ohne Mut zu dienen". So kam es, daß auch die Handweberei in der Stadt nicht ganz ausstarb. Und da wohl kaum ein anderer Gegenstand mehr Ausdruck des eigenen Wesens ist, als die Art der Kleidung, so beginnt allmählich die Handweberei auch auf Kleiderstoffe sich auszudehnen und sich nicht nur auf Zimmerschmuck zu beschränken. Am deutlichsten' sichtbar ist die Rückkehr zu künstlerischer Handarbeit in der Töpferei geworden. Von der Idee bis zum fertiggebrannten und bemalten Teller, Krug ober anberem Hausrat liegt bas Werk ganz in ber Hanb bes Gestalters. Wir sehen: in Stabt unb Land sucht der Mensch sich wieder zu entfernen von jener grauenhaften Spezialisierung und Einseitigkeit, die die Seele tötet oder ins Gefängnis sperrt und schließlch zu verzweifelten Ausbrüchen treibt. Das Gebet des jungen Mädchens in Hans Benno von Mechows „Vorsommer": „Herr, laß mich das Ganze sehen," ist im Grunde das Gebet aller wachen deutschen Jugend. In der Neigung zur persönlichen Verbundenheit auch mit den einfachen Gegenständen des täglichen Leben drückt sich auf einem Teilgebiet die Liebe zum Heim und bie Sehnsucht nach einem roelfoerbunbenen Sinn bes eigenen Daseins aus. O.H. Daten für Donnerstag, 15. März. 44 v. Chr.: Julius Cäsar in Nom ermorbet (geboren 100 v. Chr.); — 933: König Heinrig I., ber eigentliche (Brünber bes Deutschen Reiches (geboren um 876), schlägt bie Ungarn an ber Unstrut; — 1830: ber Dichter Paul Heyse in Berlin geboren (gestorben 1914). Ubootsleuie wollen auch mal lachen! Don Kapitänleuinani i. Egon von Werner. Wir hatten querab Boulogne „gewirkt", einen (Branatenbampfer für bie Westfront versenkt unb setzten nun unseren Kurs nach Westen fort. Das Meer war frieblich, eine leichte Brise wehte. Ruhig verlief ber nächste Tag. Da, gegen Abenb in ber Dämmerung, ungefähr 15 Meilen füblich von Port- lanb, kam ein Dampfer in Sicht, mit Kurs nach ber englischen Küste. Ich ließ bie Kanone besetzen unb legte bem überraschten Frembling einen Warnungsschuß vor ben Bug. Der Dampfer stoppte unb 'setzte ein Boot aus. Wir näherten uns vorsichtig unb stellten fest, baß es sich um ben französischen Dampfer „Taormin" hanbelte, mit Lebensmitteln unterwegs nach Englanb. Die Besatzung stieg aus. Durch frühere Erfahrungen gewitzigt, fragte ich ben Kapitän in meinen etwas befetten Schulfranzöfifch, ob er eine Kanone an Borb habe. Das bejahte ber kleine ©üblänber unb gleichzeitig überreichte er mir mit einer höflichen Verbeugung — eine kleine Browningpiftole. Wir ftanben verdutzt ob biefes unerwarteten Erfolges unb brachen bann in fchallenbes Gelächter aus. Wie glänzenb muß mein Französisch gewesen fein! Kurz barauf signalisierte mein Sprengkommanbo von bem französischen Dampfer herüber: „Auf bem Dampfer finb 1000 Kisten voll Eier!" Zu einer Antwort kam ich nicht; benn im selben Augenblick meldete mir ber Ausguckposten einen englischen Zerstörer Zum Glück bunkelte es bereits. Trotzbem kam ber unangenehme Gast näher unb umkreiste in großem Bogen ben französischen Dampfer. Es begann ein amüsantes Verfteckspiel. Um nicht gesehen zu werben, bewegten wir uns gleichfalls langsam um ben Franzosen, so baß dieser stets wie eine schützenbe Wanb zwischen mir unb bem Zerstörer lag Das Sprengkommanbo ließ sich mdeyen in keiner' Weise aufhalten unb erschien, nachbem ber Zerstörer sich etwas entfernt hatte, mit einigen hunbert Eiern, Blechkannen voll Olivenöl unb wa- genrabgroßen Käsen. Unb bas zu einer Zeit, wo ein Ei in Deutschlanb nur noch aus iöilberbudjern bekannt war. Nach einigen Minuten erfolgte bann bie Detonation ber Sprengpatrone unb der Dampfer fing an zu finken-sofort drehte der Zerstörer mit hoher Fahrt in die Richtung bes sinkenben Dampfers. Er kam noch gerabe rechtzeitig, um sich davon zu überzeugen, wie wir beide unter dem Meeresspiegel verschwanden ... * Gegen Nachmittag klarte das Wetter auf. Um 16 Uhr kam ein Dreimastschoner unbekannter Nationalität in Sicht. Ich ließ ihm wie üblich einen Warnungsschuß vor den Bug setzen, mit dem Erfolg, daß der Segler mit zwei Kanonen ein sehr gut liegendes Feuer eröffnete. Schon die erste Salve lag deckend. Die Granaten schlugen vor unb hinter unserem Boot ein. Ein zehn Minuten langes hitziges Gefecht entspann sich, in welchem ber Gegner zwei Treffer erhielt. Dann ging ich unter Wasser unb hielt mich bis zum Eintrtt ber Dunkelbeit so in seiner Nähe auf, baß ich ftänbig burch bas Sehrohr beobachten konnte. Unsere (Bebulb würbe belohnt, benn kurz vor Morgengrauen gelang es uns burch einen jähen Feuerüberfall, ben Segler zum Kentern zu bringen. Es hanbelte sich um ben in Dünkirchen beheimateten Segler „Chili", von Sübamerika kommenb, mit 1600 Tonnen Salpeterlabung. Die Besatzung hatte sich unter bem Schutz ber Dunkelheit im Rettungsboot verpflüchtigt. Ein schwimmenber Haufen Planken, Kisten, Fässern unb allerhanb Gerümpel kennzeichnete ben Ort ber Katastrophe. Jetzt setzte eine höchst originelle Rettungsaktion ein, ba meine Leute unter ben treiben- ben' Schiffstrümmern Käfige mit allerhanb Getier bemerkten. Wir fischten zunächst einen Käfig mit acht Hühnern auf, bie infolge ber Taufe höchst flaterig aussahen. Dann folgten einige Körbe mit Tauben, bann ein Vogelbauer mit Papageien, bie jämmerlich um ihr bißchen Leben kreischten unb in frember Kaffernsprache allerhanb wirres Zeug burcheinanber schrieen. Plötzlich behauptete mein alter Unteroffizier Nr. 1, im Zivilberuf Schlächter, aber einer ber gutmütigsten Vertreter unter bieser Sonne, ba schwämme noch ein Hunb, ben er unbebingt retten wolle. Nach einem schwierigen Manöver konnten wir bas Brett, auf bem bas schwarze Etwas schwamm, mit bem Bootshaken erreichen. Wer beschreibt unser Erstaunen, als ber vermeintliche Köter mit artistischer Geschicklichkeit an bem Bootshaken entlang an Deck turnte unb sich als langschwänziger Borneo- Affe vorstellte. Ihm folgte mit ber gleichen virtuosen Behenbigkeit fein kleiner Bruber. Ein großes Halloh begrüßte auch biefen Gast. Hilfsbereite Hänbe machten sich baran, bie nassen unb frierenben Kerlchen mit bem einzig anftänbigen Hanbtuch, bas noch an Borb war,' liebevoll abzufrottieren. Die beiben Passagiere fühlten sich bann auch halb ganz „zu Hause" unb blieben noch ein volles Jahr lang an Borb, teils geliebt, teils gemieben wegen bes fortgesetzten groben Unfugs, ben sie verübten. Später begleiteten sie mich auf einer Urlaubsreife nach Travemünbe, wo sie wegen ihrer Max-unb-Mo- ritz-Streiche schnell populär mürben. Der eine starb schließlich, ber anbere fiel beim Rückzug in belgische Gefangenschaft. Auch ein Affenfchickfcll. * Dieser Tag schien zum Lachen gemacht. Etwa IV2 Stunben nach bem eben erzählten Vorfall versenkten wir einen kleinen Segler. Kaum war bas Fahrzeug in ber Tiefe verschwunben, ba tauchten an berfelben Stelle wie auf Kvmmanbo etwa sechzig Fässer aus bem Schoß bes Meeres empor. Wir fischten uns eins bavon, besten Inhalt sich als Algierwein bester Qualität erwies. Auf allgemeinen Wunsch ber Besatzung würbe versucht, ein Faß mitzunehmen unb burch bas Luk zu vereinnahmen. Bei biesem Versuch klemmte sich bas Faß in bem Deckluk fest, baß es keinen Milimeter vor- noch rückwärts zu bewegen war. Der Zufall wollte es, daß gerade in diesem Augenblick ein französischer Zerstörer gemeldet wurde, der mit höchster Fahrt auf das Boot zulief. Ein gewaltiger Schlag mit dem Vorschlaghammer auf das Faß war die einzige Möglichkeit, die Verstopfung zu beseitigen. Aber 0 Jammer! Bei dieser Gewaltkur ging das Faß aus dem Leim und der edle Inhalt ergoß sich wolkenbruchartig in das Bootsinnere, die darunterstehende Mannschaft überströmend. Nur einige Konservenbüchsen voll wurden gerettet unb brüberlich geteilt. Wir gingen beschleunigt unter Wasser, währenb einige Wasserbomben wirkungslos hinter uns her krachten. — Die Ausgelassenheit meiner Kameraben über biefen Vorfall war ungeheuer, wie ich heute noch versichern kann. OaS trügerische Auge. Daß ber wissenschaftlich geschulte Himmelsbeobachter sich nicht auf bie Einbrücke seines Auges verlassen barf, hob ber Astronom ber englischen Krone, Dr. Spencer Jones, in einem Vortrag vor ber Britischen Optischen Gesellschaft hervor. Diele Täuschungen können auch von bem Laien nachgeprüst werben, obwohl sie in ben meisten Fällen erst von bem Astronomen im Verlauf ihrer Forschungen her- ausgefunben würben. Einige solcher falscher Beobachtungen finb: Das obere von zwei gleich schwachen Lichtern erscheint ben meisten Menschen Heller als bas untere, unb ebenso bas rechte Heller als bas linke. Bei schwachen farbigen Sternen hat man, je länger man sie beobachtet, ben Einbruck einer um so größeren Farbigkeit. In einer klaren Nacht ist ein roter Stern besser zu sehen als seine Nachbarn. „Es ist allgemein bekannt", fuhr ber Gelehrte fort, „baß in einer gewöhnlichen klaren monblofen Nacht, wenn nirgends künstliches Licht zu fehen ist, der Himmel keineswegs dunkel ist. Seine Helligkeit beträgt etwa bie Hälfte von ber ber Milchstraße. Wäre ber Himmel vollkommen schwarz, würben wir mit bloßem Auge achtmal soviel Sterne erblicken, als tatsächlich ber Fall ist. Der Nachthimmel strahlt ein eigenes charakteristisches Licht aus. Dabei ist ein noch ungelöster Streitpunkt, ob bies auf ähnlichen Erscheinungen wie bas Norblicht beruht, bas aus bem Zusammenprall von ben Elektronen aus ber Sonne mit ben oberen Luftschichten entsteht." Zeitschriften. — Die Monatsschrift „Volk unb Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW, Einzelheft 0,70 Mk.) bringt neben vielem anberem im Märzheft zwei reizvolle Querschnitte unter rassen- kunblichen • Gesichtspunkten burch bie Bevölkerung eines Dorfes unb bie Schulklasse eines Gymnasiums. A. P. Krönte schilbert ben Kinbersegen eines nieber- sächsischen Dorfes nach eigenen Untersuchungen unb Beobachtungen. Währenb bie Bewohner eines Dorfes eine gewachsene Einheit bilben, finb bie Schüler eines Jahrganges mehr zufällig für wenige Jahre vereint. So geben bie rafsenkunblichen Erhebungen in einer Schulklasse von Dr. H. Thyen nicht, wie es sonst bei einer Zusammenschau geschieht, bas Bilb einer rassischen Auswahl. Die Rassenkunbe als Unterrichtsfach ermöglicht heute, bie zeitraubenben Messungen unb Aufnahmen, jebes Kinbes genau vorzunehmen. Auf mehreren Seiten finb bie Licht- bilber aller Köpfe naturgetreu roiebergegeben. Durch bas reiche Bilbmaterial empfängt ber Leser einen besonbers lebenbigen Einbruck. Die Arbeit von Dr. Q. Nippert über verschobene Hanbfvrmen zeigt, wie für bte Bestimmung ber Rasse bie Merkmale ber Hänbe sehr aufschlußreich werben, wenn man bie Abwanblungen burch ben Beruf berücksichtigt. Aockschulnachrichten. Der ao. Professor Dr. Bruno Huber an ber Technischen Hochschule Darmftabt ist vom 1. April ab zum orbentlichen Professor ber Forstbotanik in ber Abteilung Forstliche Hochschule (Tharanbt) ber Technischen Hochschule Dresben ernannt worden. Der Frankfurter Ordinarius Dr. Gottfried Raestrup ist vom 1. April ab zum ordentlichen Professor der gerichtlichen Medizin an ber Universität Leipzig ernannt worben. Aus Anlaß bes 25jährigen Bestehens ber Frankfurter Universitäts-Frauenklinik fand im Lebrsaal ber Anstalt eine akademische Feier statt. Der Leiter bes Instituts, Geheimrat Professor Dr. Seitz -gab einen Ueberblick über bas Wesen ber Anstalt,die auch fernerhin ihre vornehmste Aufgabe darin erblicke, am Gefunben bes beutschen Volkes, besonbers durch Beobachtung der biologischen Erbgesetze, mitzuarbeiten. Die Medizinische Fakultät ließ burch ben Kurator Wisser ihre Glückwünsche aussprechen. Schiffbarmachung der Lahn und n damit zusammenhängenden Möglichkeiten zu w e l - kannt geworden war. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger :ur- ien. 80, Blumenkohl, Endivien 10 bis bis 35 Pf. das Stück 40 bis 80, Salat 25, 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 Bornotizen Ganz unverhofft hat gestern nachmittag der Herr Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger der Burg Gleiberg einen Besuch abgestattet. Zu seiner Begrüßung wehte vom Turm die Hakenkreuzfahne, die Bevölkerung von Krofdorf-Gleiberg aufmerksam machend, daß ein besonderes Ereignis bevorstehe. Auf dem Burghof hatten sich der Vorstand des Gleibergvereins und die politische Leitung der Ortsgruppe Krofdorf-Gleiberg versammelt, als gegen 15 Uhr die Autokolonne des Herrn Reichsstatthalters in Begleitung des Herrn Landrats G r i l l o (Wetzlar) und zahlreicher Herren der Gau- und Kreisleitung eintraf. Ein Chauffeur aus Holzheim fuhr auf der Nach- haufefahrt in feinem Heimatdorf einen Passanten an, der seinen schweren Verletzungen erlag. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte einmal nicht abblendete und zum anderen zu schnell gefahren ist. Das Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis, während der Staatsanwalt sieben Monate beantragte. besonders am Herzen liege und daß in der nächsten Zeit wichtige Besprechungen und Beschlüsse auf diesem Gebiet bevorständen. Weiterhin beschäftigte sich der Herr Reichsstatthalter mit der Frage der der Lahn und mit den grüßte die zahlreich unter ihren RSBO.-Fahnen versammelte Belegschaft der Hütte, die Vertreter der angeschlossenen Erzgruben und vor allem die Vertreter der NSDAP, und der Arbeitsfront, voran der Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, der sich bei den Männern der Arbeit schon immer am heimischsten gefühlt habe. Er dankte es Adolf Hitler, daß der heutige Tag als neuer Markstein in der Geschichte der Gesellschaft möglich wurde. Sodann gab er einige technische Erläuterungen zu dem neuerstellten, mit den modernsten Mitteln der Technik erbauten Hochofen. Oer Arbeiterratsvorsihende Haibach begrüßte die anwesenden alten Veteranen, welche 50 und 60 Jahre dem Werk gedient haben. Der Betriebsführung rief er zu, das Werk zum Nutzen der deutschen Arbeiterschaft zu führen. Es gehe nicht um überlebte Privilegien einer Schicht, es gehe heute um das Wohl des ganzen Volkes. terer Arbeitsbeschaffung. Nach etwa zweistündigem Aufenthalt verließ der Herr Reichsstatthalter mit seiner Begleitung die Burg, lebhaft und herzlich begrüßt von alt und Reichsstatthatter Sprenger bei neuer Arbeitsbeschaffung. Bei Buderus in Wetzlar wird ein weiterer Hochofen angeblafen. Anschließend versammelten sich die Teilnehmer im Luxemburger Zimmer zu einer Tasse Kaffee und einem Glase Bier, womit die offizielle Besichtigung des Gleibergs ihren Abschluß fand. Hierbei ergriff Landrat Grillo Wetzlar Ministerialrat Ringshausen in Niederkleen. I Niederkleen, 14. März. Am Sonntag stattete Ministerialrat Ringshausen unserem Dorfe einen Besuch ab, um den Mädchen und Burschen, die an der bekannten Schau Hessischer Trachten in Gießen, Darmstadt, Worms, Mainz und Frankfurt mitgewirkt haben, eine Erinnerungsgabe zu überreichen. Gegen 10,30 Uhr traf Ministerialrat Ringshausen, begleitet von dem Heimatdichter Heß, dem Verfasser des Dolksstückes „Gesang und Tanz" im Hessischen Volksleben und dem Reiseleiter der Trachtengruppen, Herrn Ste^ nicke vor der Schule ein. In der Schule hatten sich die Teilnehmer der Reise unter Führung des Leiters der Niederkleener Trachtengruppe Wilhelm Schupp mit ihren Eltern, Ortsbürgermeister Ohly, stellvertretender Stützpunktleiter Braun, Lehrer Bergheimer und andere emgefunden. Das Niederkleener Jungvolk und die Schulmädchen standen im Schulhof Spalier. Im festlich geschmückten Schulsaal hieß Ortsbürgermeister Ohly den Gast im Namen der Gemeinde herzlich willkommen und begrüßte den Besuch als ein Zeichen der Verbindung über vorläufig noch trennende Landes- Mchsstatthaller Sprenger aus dem Gleiberg Eingehende Besichtigung der Burg und ihrer neuen Einrichtungen. Besprechung von wirtschaftlichen Fragen. Achtung! Am Samstag Brotfammlung des Jungvolks. Gebt Brot für die Armen! Dir holen das Brot am Freitag und Samstag! Wir bitten um möglichst frisches Brot! helft dieNot lindern! Das Gießener Jungvolk. die ganze Ruine hat, erklärte Lehrer Praß die I einzelnen Teile der leider 1646 zerstörten Bauten, gab einen baugeschichtlichen Rückblick, sowie eine kurze Uebersicht über die wechselvolle Geschichte des Gleibergs von der Karolingerzeit bis zur Zerstörung im 30jährigen Krieg. Der Herr Reichs- statthalter bekundete durch allerlei Fragen sein Interesse an der Ruine, die er in ihren einzelnen Teilen, soweit sie noch erhalten sind, eingehend besichtigte. Er ließ es sich auch nicht nehmen, den 31 Meter hohen, 142stufigen Bergfried mit seinem Ge- Winter ade! Mit diesem gestrengen, eisigkalten Herrn scheidet nun auch endgültig die Not des Frierens. Aber denken wir noch einmal zurück: Wem verdanken wir es eigentlich, daß wir und unsere ärmsten Volksgenossen das bitternisreiche Regiment des Winters so gut überstanden haben? Gewiß im Sinne unseres Führers hielten wir in treuer Kameradschaft alle zueinander, opferten und halfen wir, wo wir nur konnten. Aber da war auch mancher, der wirklich nicht wußte, wie er sein Scherflein zum Kampf gegen den rauhen Winter beisteuern sollte. Kam ihm da nicht die große Reichswinterbilfe- Lotterie der NSDAP, in freundschaftlichster Weise entgegen? Sie gab ihm ja nicht nur eine Anweisung zum vaterländischen Helfen, sie schenkte ihm auch Freude in der spannenden Aussicht des Gewinnes, und noch viel mehr, sie sorgte unmittel- LPD. Wetzlar, 14. März. Die Stadt Wetzlar stand heute im Flagaenschmuck. Es war eine besondere Gelegenheit festlich zu begehen, denn im Eisen- und Erzgebiet an der Lahn und Dill wurde ein neuer Hochofen nach mehrjährigem Still st and angeblasen. Schon in früherer Zeit war die Wiederingangsetzung eines Hochofens keine alltägliche Begebenheit, da der Hochofen 10 bis 15 Jahre ununterbrochen in Betrieb bleibt. Um so mehr ist ein solcher Vorgang heute von Be- beutung, da alles dem einen Ziele zustrebt, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch in diesem Falle ist es nur der nationalsozialistischen Regierung zu danken, daß im Zuge der tatkräftigen Arbeitsbeschaffung die Gießereien überall eine Belebung erfahren und erhöhter Roheisenbedarf besteht. Direktor (Sorschlüter von den Buderusschen Eisenwerken, das technische Vorstandsmitglied der Gesellschaft, be- Gefahr laufen will, Reisekosten nutzlos aufzuwenden, muß Samstags vorsprechen. An anderen Tagen ist der Besuch nur nach besonderer Anmel- düng und Einladung möglich. ** Sitzung des Provinzialausschusses. Am Samstag, 17. März, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tages- ordnung: 1. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Landkreis Eschwege gegen den Landesfürsorgeoer- band Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband Kreis Alsfeld, wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Johann Nunn aus Wiesbaden. 2. Klage des Bezirksfürforgeverbandes Kreis Als- — Tageskalender f ü r Donnerstag: Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mutter und Kind". — Astoria-Lichtspiele Seltersweg: „Frauengefängnis". — Hotel Hindenburg", 20.15 Uhr, Wiederholung des Wünschelruten- Vortrags. — Stadttheater Gießen: Morgen Abend die Operette: „Der verlorene Walzer", nach dem Tonfilm: „Zwei Herzen im Dreivierteltakt". Musik von Robert Stolz. (Siehe heutige Anzeige.) selb gegen ben Bezirksfürsorgeverbanb Kreis Schotten auf Ersatz von Fürsorgerosten für Karl Bourree Ehefrau, Elisabethe, geb. Günther, aus Laubach. ** Straßensperrung. Wegen ber Ausführung von Kanalisations- unb Wasserleitungsarbeiten ist biß Provinzialstraße Alten-Buseck— Großen-Buseck vom 14. März ab auf die Dauer von zwei Wochen gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Rödgens-Trohe. EPH. Noch kein Einheitsgesangbuch. Es geht das Gerücht, daß innerhalb der Deutschen Evangelischen Kirche ein „Einheitsgesangbuch" für das Reich im Erscheinen begriffen sei. Dies Gerücht ist unbegründet. Von der Schaffung eines Reickseinheitsgesangbuches in nächster Zeit ist bisher offiziell nichts verlautet. Das wird besonders die diesjährigen Konfirmanden interessieren, die sich also ruhig ein neues hessisches Gesangbuch anschaffen können. Schöffengericht Gießen Vor den Schranken des Gerichts stand gestern wegen Diebstahls im Rückfall ein Mann aus Wetzlar, zur Zeit hier in Untersuchungshaft. Der Angeklagte hatte vor dem Postamt in Bad-Nauheim ein Fahrrad gestohlen, das ihm aber sofort wieder abgenommen werden konnte. In der Hauptoerhandlung war er geständig. Nachdem der Vertreter der Anklage zwei Jahre Gefängnis beantragt grenzen hinweg. Hierauf ergriff Ministerialrat Ringshausen das Wort zu längeren Ausführungen. Er begrüßte zunächst die Teilnehmer der Fahrt und erinnerte sie an die schönen Stunden, die sie zusammen verlebten. In herzlichen Worten dankte er für ihre Bereitschaft zur Mitwirkung und besonders dem Heimatdichter Heß für seine unermüdliche Arbeit bei den zahlreichen Proben und Aufführungen. Er hoffe, daß sie wieder bereit seien, wenn es gelte, hessisches Volksleben in die Stadt zu tragen und so mitzuwirken an der großen Aufgabe, Verständnis zwischen Stadt und Land zu wecken. Das Ziel sei, alle Deutschen in Stadt und Land einander näher zu bringen, um dadurch die Einigkeit zu fördern, lieber den persönlichen Erfolg des Augenblickes hinaus würden sich die Auswirkungen ihrer Volksbildungsarbeit erst später, aber sicher zeigen und der deutschen Jugend, für die wir sorgen und wirken, als unser Erbe deutscher Einigkeit weiter- reichen. Er betonte die Notwendigkeit, daß diese Arbeit vom Lande, dem deutschen Boden und seinen Menschen als einem unerschöpflichen Speicher sich immer wieder verjüngender deutscher Volkskraft ausgehen müsse. Der Sieg über die Nöte der Gegenwart werde bei rastoser treuer Arbeit an diesem großen Ziel auch hier nicht ausbleiben. Ein seltenes Beispiel dieses Strebens habe uns das Schicksal in unserem Führer Adolf Hitler gegeben. Ministerialrat Ringshausen schloß seine tiefgründigen Ausführungen mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler, das von den Versammelten begeistert ausgenommen wurde. Jedem einzelnen der Teilnehmer überreichte er hierauf ein künstlerisches wertvolles Erinnerungs-Diplom an die Hessenfahrt, dazu die Zeitschrift des Reichsbundes für Volkstum und Heimat, die ein Bild ber Gesamtgruppe enthält unb schließlich als Zeichen persönlichen Dankes sein Bilb mit eigenhändiger Unterschrift. Wilhelm Schupp versicherte im Namen ber Teilnehmer ihre Bereitschaft, an einer geplanten neuen Fahrt mitzuwirken. Hierauf ließ sich Ministerialrat Ringshausen bie Eltern ber Fahrtteilnehmer vorstellen unb wechselte mit ihnen im persönlichen Gespräch noch herzliche Worte ber Derbunbenheit. Eine Gruppenaufnahme ,VV1;U|4 ...... _______Jber Teilnehmer, Arm in Arm mit ihrem Führer, jung, nachdem sehr schnell ber Besuch bes Herrn Ministerialrat Ringshausen, unb ben Eltern beendete Reichsstatthalters in Krofdorf unb Gleiberg be- ben fast enstünbigen Besuch, ber in seiner Herzlich- 'ket als ein Zeichen ber Derbunbenheit ber Regierung mit bem Landvolk gewertet werden darf. freien Männern gemacht. Es war schon immer das Ziel Adolf Hitlers, ben deutschen Menschen zu erlösen, wieder frei und stolz zu machen. Nur dieser deutsche Mensch wird auch den Wert ber Arbeit heben, er wirb bie Arbeit verlebendigen, und die Erzeugnisse der verlebendigten Arbeit werden ihren Weg finden in die Heimat unb in die Welt. Wir stehen vor dem Beginn der neuen A r - b e i t s s ch l a ch t. Am 21. März wird der Führer sie eröffnen und zwar wiederum an einer neuen, bedeutsamen Reichsautobahnstrecke. Der plan der Reichsregierung, zwei Millionen Menschen neu in Arbeit zu bringen, soll unb muß hier überboten werden. Wir wollen durchstoßen unb die Geißel der Arbeitslosigkeit ausrotten. Bedeutsame Ausführungen machte der Reichsstatthalter über den Sinn des Gesetzes zum Schutze der nationalen Arbeit, das am 1. Mai in Kraft tritt: „Der Wirtschaftsführer wird künftig vor allem der Reichsregie- rungunb Adolf Hitler verantwortlich sein. Er hat sein Unternehmen so zu führen, daß es zum Nutzen des ganzen deutschen Vol- k e s unb zu feinem Segen arbeitet. Das bedingt, daß jede Pflichtverletzung in dieser Richtung sofort geahndet wird, denn wer gegen die Gesetze des Volkes verstoßt, muß politisch unb wirtschaftlich tot fein. Das Gesetz bringt aber ein Zweites: Im Betrieb stehen Betriebsführer und Belegschaft in gleichem Maße als freie Manuel ** Die Besuchs st unben bes Staats- m i n i ft e r i u m 5. Im jüngsten Amtsverkünbi- gungsblatt bes Kreises Gießen wirb barauf hingewiesen, baß bie Besuchsstunben bes Staatsministers unb ber Ministerialabteilungen auf Samstags von 8.30 bis 13 Uhr festgesetzt finb. Wer nicht folge zu besteigen, um ben wundervollen Blick in die in Sonnenschatten getauchte Heimatlandschaft zu genießen, deren hoher Reiz jeden Gleibergfreund immer wieder entzückt. Anschließend begab man sich in die Unterburg, zunächst ben historischen Räumen bes Nassauerbaues einen Besuch abstat- tenb, bie mit ihren bunten Wappenfenstern unb ber Vielgestaltigkeit ihrer Ausstattung joden Teilnehmer entzückten. Als Abschluß des Ganges, ber gerabezu bie geschichtliche Entwicklung ber Burg von Anbeginn bis zur Neuzeit blitzartig durch neun Jahrhunderte hinburch vor Augen führte, gelangte man zuletzt in die jüngst für Schulungszwecke hergerichteten Räume bes spätmittelalterlichen Albertus- b a u e s, beren gediegene Ausführung aufs beste traditionelle Vergangenheit mit den Ersorbernifsen ber Gegenwart verbindet. Der Herr Reichsstatthalter zollte wiederholt in anerkennenden Steuerungen ben geschmackvollen Arbeiten fein Lob. Im Tagungsraum nahm Vorstanbsmitglieb Edler von Graeve bas Wort, um bie Notwenbigkeit, bas Entstehen unb Werben ber Umbauten zu skizzieren, wobei er ausführte, wie ber Gleibergverein im Zuge ber Zeit, ben gesteigerten Slnforberungen ber Gegenwart Rechnung tragenb, sich weit über bie Grenzen lokaler Bedeutung hinaus im Sinne ber kulturellen Aufgaben betätigen will. Der Gleibergverein strebe bas Ziel an, mit allen verfügbaren Kräften, sowie mit den ihm durch den Besitz der Burgruine verliehenen traditionellen Gütern und räumlichen Möglichkeiten ein Mittelpunkt der heimatkundlichen und n a t i o n a l s o z i a l i- stisch-weltanschaulichenErziehung unserer Landschaft zu werden. So habe man keine bessere Verwendung der ohnehin eine dringliche Reparatur erfordernden Räume vorfehen können, als sie dem neuen Staat dienstbar zu machen, was in engster Zusammenarbeit mit der U n i v e r s i t ä t G i e ß e n, der Studentenschaft und allen der Partei nahestehenden Organisationen geschehen solle. Es sei bei dem Umbau nicht nur an alles gedacht worden, was nötig ist, das Lager feinen Zweck erfüllen zu lassen, sondern darüber hinaus sei es auch gelungen, durch die handwerksmäßige Herstellung der gesamten Einrichtungen im Rahmen des Jugendnotwerkes ein Stück echter deutscher Kultur in alte ehrwürdige Räume der Burg hineinzustel- len. Mit der Bitte um weitgehende Unterstützung der Pläne des Vereins und mit der Einladung an ben Herrn Reichsstatthalter, zu ber nunmehr für Mai geplanten Einweihung bes Schulungsheimes gelegentlich eines studentischen Kurses zu erscheinen, schloß Rebner seine Ausführungen, worauf ber Reichsstatthatter in anerfennenben Worten feine Zufriebenheit über das Gesehene zum Ausdruck brachte und die verschiedenen Möglichkeiten der Verwertung des Lagers einer Betrachtung unterzog, bei der er aus seinen bisherigen reichen Erfahrungen auf diesem Gebiete wertvolle Fingerzeige geben konnte. Er zollte dem ernsten Streben des Gleibergvereins Anerkennung, und er sagte bem geschaffenen Werk feine Unterstützung zu. Es müsse nur vorerst überlegt werben, in welcher Weise bas Heim am fruchtbarsten in ben Dienst ber neuen einsatzfvrbernben Zeit gestellt werben könne. Vor allem sei eine einheitliche Führung notwenbig, bie eigenverantwortlich bie zu bewältigenden Aufgaben in bester Weife erfülle. das Wort, um die schlechten Straßenver- hältnisse des Kreises Wetzlar zu schildern, welche Maßnahmen zur Verbesserung die Kreisverwaltung erwäge und in welcher Weise die Pläne des Reichsauto ft raßenbaues für unsere Gegend nutzbar gemacht werden könnten, lieber dieses Problem, sowie über die aktuelle Frage äs, ».s® - w £e»rer p-ae«r«ftorf 1 ei.Mb.ural «°»-r«-hl.r „ „ e. „ ™ „ ( _ n Er legte die Möglichkeiten dar, wie die wirtschaftlich 5»?»m.S “S,. IS»."««.“ ~ ■ ' • ■ ~ ~ - 11 Oer Reichsstatthalter hatte, erkannte das Gericht entsprechend diesem Antrag unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Eine zur Zeit in Untersuchungshaft befindliche Frau vertrieb Leibbinden und wollte in der Nähe von Friedberg einer Frau eine solche verkaufen. Die Frau lehnte ab und versprach, ihr Mitteilung zu machen, wenn sie eine Leibbinde zu kaufen beabsichtige. Die Angeklagte füllte aber ein Bestellformular ihrer Firma mit dem Namen der Frau aus, um fo in den Besitz der Provision zu gelangen. Wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung erkannte das Gericht auf sechs Wochen G e - f ä n g n i s. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit einem Mädchen, deren Verlobten und einem Ehepaar aus Altenburg wegen versuchter Abtreibung. Das Gericht verurteilte die Eheleute zu je drei Monaten, den Verlobten wegen Beihilfe zum Versuch zu drei Wochen und das Mädchen ebenfalls zu drei Wochen Gefängnis. dar für sofortige Unterstützung vieler Arbeitslosen, denen sie mit dem Lotterieoertrieb und der Los- Herstellung für einige Monate einen ausreichenden Verdienst gab. Fast unsagbar glückliche Stunden schenkte diese wahre Lotterie des Herzens uns und unseren Freun- den uyd Brüdern ... WeM man schon allein an die 4 500 000 ausgezahlten Gewinne denkt, kann man sich oorstellen, wieviel Freude damit in deutschen Familien gestiftet wurde! Fast wehmütig mutet es uns in diesen Frühlingstagen an, daß der wackere graue Glücksmann, der so tapfer und immer heiteren Mutes den Feldzug gegen den Winter behauptete, aus dem Stadtbild verschwunden ist! Dank sei ihm, daß er uns mit den braunen Losbriefen durch graue, dunkle Wintertage in einen sonnigeren, blühenden Lenz führte! Ein Volkstag für Innere Mission EPH. Nachdem die Opferwilligkeit des deutschen Volkes im vergangenen Jahr auf mannigfache Weife in Anspruch genommen worden ist, hat nunmehr auch der Zentralausschuß für Innere Mission die Erlaubnis erhalten, am 15. April und an den Tagen vorher und nachher allgemeine Sammlungen au veranstalten, die im ganzen Reiche stattfinden fallen. Dieser Sammeltag ist der erste seiner Art. Seine Erträge sollen der umfassenden Liebesarbeit der Inneren Mission, die sich um die Kranken, Krüppel, Blinden, Taubstummen und Epileptischen müht, gelten, aber auch den missionarischen Aufgaben, die gerade in der heutigen Zeit im Vordergrund der Arbeit stehen. In einem Gruhwort zum Volkstag der Inneren Mission nannte der Reichsbischof Müller die Innere Mission „den Tatbeweis christlichen Glaubens im deutschen Volk". Weitere Vergünstigungen für den Reiseverkehr. Die Deutsche Reichsbahn hat die Ausgabezeit der Winterurlaubskarten bis zum 30. April verlängert. Winterurlaubskarten werden also bis zum 30. April ausgegeben und gelten wie seither zwei Monate lang. Wird z. B. die Hinreise am 30. April angetreten, dann muß die Rückreise spä- teftens am 29. Juni 24 Uhr beendet sein. In gleicher Weife werden die besonderen Vergünstigungen von Gesellschaftsfahrten während der Winterszeit, die in unentgeltlicher Beförderung eines weiteren Teilnehmers bestanden, ebenfalls bis zum 30. April verlängert. Es werden also bis zum 30. April bei Bezahlung für 12 bis 19 Erwachsene eine Freikarte, bei Bezahlung für 20 bis 39 Erwachsene zwei Freikarten, bei Bezahlung für 40 bis 99 Erwachsene drei Freikarten gewährt. Gictzener Wochenmarktpreisc * Gießen, 15. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,10, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 8V2 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 18, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 28, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 35, Feldsalat 100 bis 120, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 45, Schwarzwurzeln 25, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3V2 Pf., der Zentner 2,80 bis 3 Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 12 bis 20, Suppenhühner 70 bis führte bann u. a. aus: Deutsche Volksgenossen, Männer der Arbeit! Gerade euer Werk war für uns während der Jahre des Kampfes oft Symbol. Hier in Wetzlar war der Kampf schon 1924 entfacht. Wir erlebten es, daß ein Fabrikschlot um den anderen stillaelegt wurde. Wie es im Lahn- unb Dilltal aussah und wie es teilweise noch aussieht, weiß niemand besser als wir, die wir Woche um Woche hier waren. Wetzlar ist eines der sichtbarsten Beispiele des wirtschaftlichen und politischen Zerfalls, denn wenn ein Volk politisch zerfällt, zerfällt es auch wirtschaftlich. Die Wirtschaftsführer von ehedem glaubten, daß der Staat nur dann gehalten werden könne, wenn die Wirtschaft führe. Die Folgen waren zwangsläufig, denn die Gegenströmung der Arbeiterschaft, sich nicht unterdrücken zu lassen, wurde ausgelöst. Die Wirtschaftsführer von ehedem verbündeten sich geradezu mit dem Marxismus, sie wurden durch ihre Grundeinstellung die Väter'des Marxismus. Ein Volk kann sich nicht halten, wenn es keine politischen Führer hat. Die Wirtschaft ist eben nur ein Teil, wenn auch ein wichtiger Teil unseres Lebens. Der 30. Januar 1933 hat dem Volke die Augen geöffnet. IDer die nationalsozialistischen Thesen nicht verstanden hatte, der hat sich durch die Taten der Regierung überzeugt. Seit wir einen Mann an der Spitze, einen willen, eine Führung haben, hat die Stabilisierung des ganzen Dolkslebens begonnen. Die Arbeitsbeschaffung im letzten Jahre hat 2,6 Millionen deutsche Menschen wieder zu selbständigen, ,ab in seiner Antwort zu erkennen, daß ihm das l u t 0 b a h n - und das Straßenproblem zusammen. Es gibt nur ein« Ehre, die Ehrs des freien deutschen Mannes. Wer dagegen verstößt, wird aus dieser Ehrengemeinschaft ausgestoßen. In dem vorgesehenen Ehrenausschuß stehen Arbeiter und Wirtschaftsführer in einer Linie. Damit beginnt ein neuer politischer und wirtschaftlicher Zeitabschnitt. Das große Ziel muh erreicht werden, nämlich das Volk hoch zu führen durch Arbeit in Frieden. Das ist wohl das herrlichste Ziel, das jemals ein Volk in voller Geschlossenheit sich selbst gegeben hat. Dieses Ziel, bei dem jeder an seiner Stelle als ganzer Wann gilt, wird Vorbild für die anderen Völker sein. Unter größter Spannung schritt der Gauleiter zum Hochofen, um die erste Flamme zu entzünden. „So wie die Flamme zum ersten Male jetzt durch den Schlot ins Freie schlägt, so soll die Flamme der nationalsozialistischen Idee, des nationalsozialistischen Bekenntnisses zum deutschen Volke und zu Adolf Hitler in uns auf ewige Zeiten flammen, dann ist Deutschland für alle Zeiten gesichert." UnterGesängen des Werkchores „Flamme empor" wurde der zweite Hochofen der Sophienhütte seiner segensreichen Bestimmung übergeben. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied schlossen die bedeutsame Werkfeier. Dem Festakt folgte eine Werksbesichtigung und dann ein F e st k o m m e r s. Hier sah man den Gauleiter inmitten der Arbeitskameraden, die besonders am Hochofen beschäftigt sind, sitzen. Kommerzienrat Köhler führte einiges über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Anblasung des neuen Hochofens aus. In den letzten 50 Jahren betrug die Jahresdurchschnittserzeugung von Roheisen bei Buderus etwa 10,0 000 Tonnen. Durch den neuen Hochofen steigt die Roheisenerzeugung um 50 bis 55 000. An Erzen und Kalksteinen werden 150 000 Tonnen benötigt, an Koks 60 000 Tonnen. Außerdem schafft der neue Hochofen Gelegenheit für eine Mehrbeschäftigung von 100 Bergbauarbeitern an der Ruhr und für 4 50 Erzbergleute an der Lahn, Dill und Oberhessen. Die Grube „Albert" hat man deswegen schon in Betrieb genommen. Die Sophienhütte selbst wird 10 0 Leute neu b e - sch ästigen. Die Erzeugnisse aus der Hütte werden in den Gießereien der Gesellschaft zumeist selbst weiterverarbeitet, wodurch die Erzeugung an Gußwaren bei Buderus auf 60 bis 65 000 Tonnen jährlich steigt und eine Mehrbeschäftigung von 1500 Mann bedeutet. Alles in allem werden durch den neuen Hochofen etwa 2100 Mann Arbeit finden. Seit dem Tiefstand der Beschäftigung ist bei der IG. Buderus — Hessen-Nassauischer Hüttenverein — die Belegschaft von 4394 Mann am 1. Januar 1933 auf 7 5 4 3 Mann am 1. März 1934 gestiegen. Oderheffen Gemeinderat in Laubach. □ Laubach, 14. März. In der jüngsten G e - meinderatssitzung wurde beschlossen, die Getränke st euer für das Rechnungsjahr 1934 nicht mehr z u erheben. — Zur Besserung der Verkehrsverhältnisse mit unserer Kreisstadt soll bei der Oberpostdirektion der Vorschlag eingebracht werden, das bereits von Schotten aus nach Gonterskirchen—Laubacher Wald und Betzenrod fahrende Postauto über Laubach zu führen, was sich ohne besondere Schwierigkeiten ermöglichen läßt. Eine finanzielle Beteiligung durch die Gemeinde wurde abgelehnt. — Damit die schmale Wetterbrücke nach der Gonterskirchener Straße nur durch den Fuhrverkehr benutzt zu werden braucht, wird der Anbau eines Fußsteges an die Brücke beschlossen. Generalversammlung des Kreditvereins Heuchelheim e. S. ck. Heuchelheim, 14. März. Am Samstagabend hielt der Kreditverein Heuchelheim e. V. im Saale der Wirtschaft „Zum Schwanen" seine 136. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Fritz Rinn eröffnete die Versammlung und wies in seiner Ansprache darauf hin, daß der diesjährigen Versammlung eine besondere Bedeutung zukomme, dadurch, daß es die erste seit dem Bestehen des Dritten Reiches sei, und daß der wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahres auch unser Institut günstig beeinflußt habe. In dem Bericht des Vorstandes führte der Vorsitzende Hermann Römer aus, daß sich die Kasse auch in diesem Jahr weiter gut entwickelt habe. Vor allem sei das Vertrauen in erhöhtem Maße wieder zurückgekehrt, was sich besonders durch weniger Spargeldabhebungen einerseits und auf der anderen Seite durch erhöhte Spareinlagen deutlich bemerkbar mache. Durch diese Tatsache und die gleichzeitig zurückgehende Bankschuld sei die Kasse flüssiger geworden. Den an die Kasse herangetretenen Kreditgesuchen konnte im allgemeinen entsprochen werden. Der Gesamtumsatz belief sich auf 7 938 168,90 Mk. Die Bilanz, die in Aktiva und Passiva mit Mark 1 292 543,97 Mark abschloß, wies folgende Posten aus. In Aktiva Mobilien 1,— Mk., Laufende Rechnung 505 445,82 Mk., Hypotheken 694 757,23 Mk., rückständige Zinsen 11 636,77 Mark, Wertpapiere 22 739,71 Mk., Beteiligungen 6000 Mk., Bankguthaben 20 751,65, Wechsel 17 422,91 Mark, Kasse 13 788,88 Mark. Und in Passiva Laufende Rechnung 86 788,79 Mk., Spareinlagen 1 007 138,50 Mk., Das Winterhilfswerk Hilst den Heimarbeitern von Lauscha! Hoch im Thürinaer Wald liegt das kleine Städtchen Lauscha. Lange dauert hier der Winter, spärlich ist die Ackernahrung, und nur durch mühsame Heimarbeit können sich die fleißigen Bewohner dieses Notgebietes ernähren. Nicht weit von dem weltberühmten Städtchen Sonneberg, in dem die Heimarbeiter Puppen und Spielsachen anfertigen, liegt dieser Jndustrieort, dessen 6400 Einwohner vorwiegend von der Glasbläserei leben. Schon im 16. Jahrhundert wurde hier die erste Glashütte errichtet. Die Heimarbeiter entwickelten ihr Handwerk allmählich zu einer Kunst, die in der ganzen Welt Liebhaber fand. Die Erfahrungen des Glasbläserhandwerks vererbten sich von Geschlecht zu Geschlecht und wurden durch immer neue Verfahren vermehrt. War es früher vor allem Chri st baumschmuck, der hier erzeugt wurde, so sucht man neuerdings nach immer andern Möglichkeiten und hat dabei die entzückenden kleinen Glastiere erfunden, an denen unsere Frauen und Mädchen so viel Freude haben. Mit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise ging aber auch hier der Absatz zurück. In diesem armen Gebiet wirkte sich der Auftragsmangel viel stärker und schneller aus als anderwärts. Oft mangelt es in den vielen kinderreichen Familien der Heimarbeiter sogar am trockenen Brot. Das Winterhilfswerk hat diesen prachtvollen Menschen eines deutschen Kernlandes nicht nur Gaben gebracht, sondern vor allem auch Arbeit. Schon für den Dezember 1933 hatte der Gau Thüringen Glasplaketten als Winterhilfsabzeichen bestellt, durch die 110 Glasbläfer- familien vier Monate lang beschäftigt werden konnten. Die Bedeutung des Auftrags für Lauscha lag nicht nur darin, daß für diese Zeit Arbeit geschaffen wurde, sondern es wurde gleichzeitig eine neue Glasbearbeitungstechnik herausgebildet, auf die man für die Zukunft große Hoffnungen fetzt. Bald find weitere Aufträge des Winterhilfswerks eingetroffen. Am 18. März wird in ganz Deutschland eine Sammelplakette des Winterhilfswerks aus Laufchaer Glas verkauft werden, an der schon seit vielen Wochen eifrig gearbeitet wird. Glasstäbe sind das Rohmaterial. Der Arbeiter erhitzt fein Glas mit eine Gasstichflamme und preßt es in die Messingform, die in einer kleinen Handpresse neben ihm steht. Frauen und Mädchen kitten die Anstecknadeln auf. Den feinen Perlmutterglanz bekommt die Plakette durch P erl- gl a n z, der aus einer Zerstäuberpistole gespritzt wird. Dieser Stoff wird aus den Schuppen eines Fisches gewonnen, der nur in einigen pommerschen Seen vorkommt; mit Hilfe des gleichen Stoffes erhalten auch künstliche Perlen ihren Glanz. In flachen Kartons zu je 25 Stück werden die Plaketten verpackt, nachdem sie sorgfältig geprüft worden sind. Dann werden sie von der Gemeinnützigen Werkgemeinschaft Lauscha, die auch die Aufträge gerecht verteilt hat, in großen Kisten versandt. Fast 3000 Menschen allein in Lauscha und in 15 Orten der Umgebung arbeiten an der Herstellung dieser Glasplaketten. Nadelfabriken aus allen leiten Deutschlands liefern die Nadeln, aus den Braunkohlengruben Mitteldeutschlands kommen die Kohlen zum Schmelzen des Glases, aus Thüringen stammen auch Sand und Soda für das Glas. Lackfabriken stellen den Lack her und Hunderte von Fischern liefern den Perlglanz. Sie alle haben Arbeit durch das Winterhilfswerk, in ihnen allen lebt das Gefühl, etwas geleistet zu haben, wenn sie die sauber geprägten Glasplaketten für das Winterhilfswerk herstellen. An euch, deutsche Volksgenossen, liegt es, sie nicht zu enttäuschen. Siebenundeinehalbe Million Plaketten sollen am 18. März verkauft werden. Die Opferbereitschaft des deutschen Volkes wird dafür sorgen, daß fie restlos Absatz finden. Helft am 18. März! Die Hitler -Jugend rüst zum Reichsberufswetikamps vom 9. bis IS.April Bon Heinz Becker, Berufsreferent im Bann 116 Gießen. Wenn es um das Wohl des Vaterlandes ging, dann hat deutsche Jugend in vorderster Front gekämpft. Die Revolution des vergangenen Jahres war eine Revolution der Jugend. Deutsche Jugend in SA. und HI. ist der Garant zur Erreichung des Zieles gewesen: sie wird mit ihrem revolutionären Geist auch für die Zukunft zur völligen Verwirklichung der Idee einer wahren nationalen und sozialistischen Volksgemeinschaft die Kämpfer stellen. Als die kommende, den Staat tragende Generation ist sie sich bewußt, über die Bejahung dieses ideellen Gedanken die Tat zu stellen. Die Jugend muß für die Zukunft einsatzfähig fein. Zum Einsatz bereit ist aber nur der, der sich für diesen Einsatz stählt. Dies betrifft ins- sondere auch den Beruf. Es wird daher ein Ereignis von grundlegender Bedeutung fein, wenn in der „Woche des Berufes" im April 1934 das schaffende junge Deutschland zum beruflichen Wettstreit antritt. Das deutsche Volk soll erneut mit frohem Glauben für die deutsche Zukunst erfüllt werden, wenn seine jüngsten Soldaten der Arbeit in friedlichem Wettstreit unter Beweis stellen werden, daß sie nicht nur ihren HJ.- Dienst pflichttreu zu erfüllen wissen, sondern daß sie auch an ihrem Arbeitsplatz in ihrer beruflichen Pflichterfüllung ihren Mann stellen. Die deutsche Wirtschaft wird ihre Ausgabe nur meistern können, wenn leistungsfähige Menschen sie gestalten und in ihr schaffen. Adolf Hitler, der nimmermüde Soldat der Arbeit soll uns Vorbild fein. Er hat durch seinen Sieg über ein überwundenes System durch Beseitigung der Unzahl von Gewerkschaften und Ver- ; bänden mit dem Gegeneinander ihrer verschiedenen Richtungen den Weg für die gesunde Berufsertüchtigung der gesamten jungen deutschen Generation frei gemacht. Nachdem die Zeit des politischen Kampfeinsatzes vorüber ist, tritt neben die Ge- finnungs-bilbung der Leistungsanspruch. Wer erzogen ist, eine Arbeit ordentlich und gut zu machen, dem wird Gewissenhaftigkeit und Echtheit zu einem Stück seines Charakters. Jeder deutsche Jugendliche soll wissen, daß er als Deutscher der bestausgebildete Arbeiter der Welt werden muh, damit deutsche Arbeit und Wirtschaft in der Welt führend sind. Deshalb ist es nationale Pflicht jedes jungen Berufstätigen, dem Ruf zum Reichsberufswettkampf zu folgen. Jeder prüfe sich selbst durch seine Teilnahme, wo er seine beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten noch oervollständigen muß. Es geht nicht darum, einzelne Spitzenleistungen zu erzielen, sondern um die berufliche Leistung der gesamten arbeitenden Jugend auf eine gesunde Höhe zu bringen. Der Reichsberufswettkampf ist weit baoon entfernt, den Charakter einer Schulprüfung anzunehmen. Nicht auf die möglichst vollendete theoretische Durchbildung wird großer Wert gelegt! Vielmehr kommt es darauf an, festzustellen, inwieweit jeder einen gesunden Sinn für seinen Beruf und feine Anforderungen hat. Die praktische Tätigkeit ist deshalb vielmehr die Voraussetzung zu diesem Berufswettkampf als das schulmäßige Wissen. Vor den gestellten Ausgaben braucht niemand Angst zu haben, wenn er von sich überzeugt ist, daß er gesund und klar denken kann. Jeder deutsche Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren kann sich am Wettkampf beteiligen. Für die verschiedenen Lehrlingsstufen und Gehilfenjahre, sowie für die verschiedenen Berufe werden getrennte Ausgaben gestellt. Die Anmeldeformulare sind dieser Tage durch die Jugendleiter der einzelnen Berufsgruppen in Umlauf gesetzt. Für die jugendlichen Arbeiter, die nicht in der Deutschen Arbeitsfront organisiert sind, geschieht die Anmeldung durch die Hitlerjugend. Anmeldeformulare sind deshalb auf den Geschäftsstellen der HI. und des DdM. abzuholen. Niemand versäume den Anmelde- termin am 2 4. März! „Wenn du deinem Berufe dienst, dann dienst du Deutschland!" Bankschuld 40 349,62, Geschäftsguthaben 120 740,93 Mark, Reservefonds 19 310,20, Betriebsrücklage 10 100,— und Gewinn 8115,93 Mark. Nachdem dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt worden war, wurde über die Verteilung des Reingewinns folgendes beschlossen: Für die eingezahlten Geschäftsguthaben wird eine Dividende von 6 v. H. ausgeschüttet, der Winterhilfe wurden 100 Mark und dem Verein Kinderfreund 50 Mark überwiesen. Dem Konto Betriebsrücklage wurden 1500 Mark zugeführt und der Rest dem Reservefonds überwiesen. Der Verband hat in de.n Statuten einige Aenderungen oorgenommen, welche durchberaten und von der Versammlung einstimmig angenommen wurden. Hierauf nahm der Kreisbauernführer Dörr- s ch u ck die Gleichschaltung der Verwaltungsorgane vor. Es wurden von ihm vorgeschlagen und ohne Widerspruch gewählt zum Vorsitzenden des Vorstandes Hermann Römer, zum Rechner Ferd. V o l k - mann und zum Kontrolleur Friedrich Kreiling. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates Werner R e h b e r g, als Mitglieder des Aufsichtsrats Frdr. Ludwig R e u s ch l i n g, Jak. Rinn XXIV., Rud. Gilbert, Adolf G e r n a n d t, August Engelhardt, Ludwig K r ö ck IV., Wilh. Reidel und Friedr. Volkmann. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adols Hitler und den Reichspräsidenten von Hindenburg wurde die Generalversammlung geschlossen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 14. März. Der Bund deutscher Mädel und die Jungmädel Klein-Lindens hatten für den Sonntagabend in den Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" zu einem Werbenden Ä eingeladen. Die Mädchen boten mehrstimmige Volks-, Heimat- und Vaterlandslieder, Volkstänze und Sprechchöre dar, die sämtlich den Beifall der vielen Gäste fanden. Ein schönes Theaterstück, aus der nationalsozialistischen Bewegung entstanden, wurde vortrefflich gespielt und von den Zuhörern, unter denen sich auch viele Mitglieder des Gießener BdM. befanden, ^dankbar aufgenommen. Die Führerin des hiesigen Bundes deutscher Mädchen, Frl. M. G l a u m, schilderte in ihrer Ansprache den Zweck des Abends, der zeigen wolle, wie der BdM. im Sinne unseres Führers Adols Hitler mitarbeite an dem hohen Ziel, zu dem wir alle berufen sind. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann sprach sich in seinem Schlußwort über die Aufgaben der nationalsozialistischen Jugendorganisationen aus, die darin bestehen sollen, Volksgemeinschaft zu pflegen und an der Erneuerung unseres Vaterlandes mitzuarbeiten. Er forderte zum Beitritt in diese Organisationen auf, in die heute jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädchen gehörten. Das „Sieg-Heil" auf den Führer und Volkskanzler, das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied beschlossen die Feierstunde. Der Erlös des Abends, nebst den Einnahmen aus einer von dem BdM. veranstalteten Verlosung, kommen dem Winterhilfswerk zugute. ck. Heuchelheim, 14. März. Der Gesangverein „Germania" hielt am Sonntagabend in der gutbesetzten Turnhalle einen Konzert- unb Theater-Abend ab. Die Chöre, die der Verein im ersten Teil des Abends zu Gehör brachte, ließen deutlich erkennen, welche Fortschritte der Verein unter Führung seines neuen Dirigenten Volkmann gemacht hat. Die Theaterabteilung des Vereins zeigte durch die Aufführung eines dreiaktigen Lustspieles, daß sie auch erhöhten Ansprüchen gewachsen ist. Die einzelnen Rollen waren gut besetzt und brachten besonders in gesanglicher Beziehung hervorragende Leistungen. Den musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt die Kapelle V o l k m a n n - Heuchelheim. S Alten-Buseck, 12. März. Am Sonntagabend veranstaltete der Turnverein „Gut Heil" im Saalbau Einhäuser einen Werbe- abend mit Musik und turnerischen Darbietungen. Wie stark die Einwohnerschaft an der Sache des Turnwesens interessiert ist, bewies aufs beste der überfüllte geräumige Saal. Der Spielmannszug des Vereins eröffnete die Feier mit dem flottenMarsch „Preußens Gloria". Hierauf hielt Vorsitzender D ö H die Begrüßungsansprache, worin er eingehend Ziel und Zweck der deutschen Turnvereine erläuterte und ein dreifaches „Sieg-Heil" auf die deutsche Turnsache und ihren Beschützer Adolf Hitler ausbrachte. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes folgten turnerische Darbietungen an Geräten, rhythmische Freiübungen, Keulenschwingen, Reigentänze, Singspiele und Marmorgruppen, wobei durchweg sehr beachtenswerte Leistungen festgestellt werden konnten. Besonders die Turnerinnen und Turner des T v. W i e s e ck , die als sehr willkommene Gäste an der Veranstaltung teilnahmen, fanden mit ihren prachtvollen Darbietungen reichen Beifall. Ebenso wurde ein von den Schülern des Turnvereins auf humoristische Weise aufgeführter turnerischer Zoo mit starkem Beifall belohnt. Der inzwischen erschienene und freudig begrüßte Kreisturnwart Dau- p e r t (Wieseck) gab in einer längeren Ansprache vor allem seiner freudigen Ueberraschung über den in unserer Gemeinde Vorgefundenen turnerischen Geist Ausdruck und ermahnte Turner und Turnerinnen in zündenden Worten, auch weiterhin im Geiste unseres Turnvaters Jahn und im Sinne unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler am Weiterbau des edlen Turnwesens unermüdlich zu wirken zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf Volkskanzler Adolf Hitler und Reichssportführer von Tschammer und Osten und mit dem gemeinschaftlich gefangenen Lied „Turner, auf zum Streite" fand die wohlgelungene Veranstaltung, die der Turnsache viele neue Freunde und Anhänger gewonnen haben dürfte, ihren Abschluß. $ Alten-Bufeck, 14. März. Am Montagabend fand in der Wirtschaft Döll ein Schulungsabend der NSDAP, statt, in dem Pg. Lehrer Ranft über die Innen- und Außenpolitik unserer Regierung sprach. Ferner beleuchtete der Redner die Beziehungen zu unseren Nachbarstaaten und zeigte an treffenden Beispielen, daß Deutschland eine aufrichtige und ernsthafte Friedenspolitik betreibt, allerdings nur unter der Voraussetzung einer völligen Gleichberechtigung und Wahrung unterer nationalen Ehre. Die klaren überzeugenden Ausführungen fanden lebhafte Zustimmung. Nach einem Schlußwort des Ortsgruppenleiters Freund, worin er zu regerer Beteiligung an den zukünftigen Schulungsabenden aufforderte, fand die Veranstaltung mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer ihren Abschluß. ? Reiskirchen, 14. März. Die schon im vorigen Jahre begonnenen Drainagearbeiten in der Flur „Auf der Pfingstweide" sind jetzt in Angriff genommen worden. Die Arbeiten, zu denen ein Zuschuß aus dem Reinhardt-Programm bewilligt ist, und die als Notstandsarbeiten ausgeführt werden, wurden von einem hiesigen Bauunternehmer übernommen, der für die etwa 3000 Meter zu legenden Rohre einer Anzahl Arbeiter einige Zeit Arbeit gibt. • Garbenteich, 13. März. Am vergangenen Sonntag hielt die evangelische Frauenhilfe Garbenteich ihren Schlußabend nach Jeder Raucher weiß, warum er die gute echte meinsrund dick-ohne Mdst. KM wählt: sie ist eine Zigarette von köstlicher Reife. geführt. 74065 72689 72787 72650 81847 81197 81840 80818 109322 106188 108505 oder aber mit NIVEA-OL ^Unterwäsche! Damen-Röcke aus solidem Charmeuse, in 1.95 allen Modefarben, sehr vorteilhaft 2.45 arbeitung, besonders preiswert, 1.50 Damen-Schlüpfer, extra schwere Qualität, mit 1571 D Strickrand, elegante Ausführung 2.75 Damen-Schlüpfer, Bemberg-Interlock, besonders angenehm im Tragen 1.70 Damen-Hemdhosen, 5 - Knopf - Windelform, 2.50 aus Bemberg- Mattkunstseide .2.75 beseitigt. Gießen (Neuenweg 30), den 14. März 1934. Besichtigen Sie bitte meine 7 Schaufenster 1580 D 17087 42944 68384 74787 82470 94629 115760 139509 167438 186354 203437 213900 237702 251099 262057 266474 294609 310188 326564 346034 353203 364002 376607 385973 18424 45316 69600 75025 88914 103089 NIVEA CREME 2.95 3.90 1.25 1.95 1.20 137492 165340 185793 197090 211647 234390 245437 260898 265499 289766 310163 325356 345134 352253 35913t 373633 384990 Preußen. Kreis Wetzlar. Lupembe, Iringa Province, Tanganyika Territory (ehern. Deutsch- Ostafrika), Gießen, Holzheim. 136450 156867 179880 194677 207690 225120 241806 259841 263467 281146 304316 322091 338567 349997 357157 372223 379978 396475 122035 142183 172317 186609 203697 215625 239463 254599 262211 271774 300917 312232 326644 347637 353614 364153 377955 388703 103578 124457 147447 173885 187999 204125 217215 241451 255516 262620 276075 301476 315628 337413 349034 355090 364581 379735 389369 Schmerzloses Rasieren durch vorheriges Einreiben mit 136985 163001 180509 195826 210755 234131 242054 260504 263802 285318 307745 323965 338774 351334 358837 372895 380305 397336 Der Führer als Ehrenpate. LPD. D a r m st a d t, 14. März Der Führer übernahm mit dem 5. März 1934 die Ehrenpatenschaft bei dem neunten Kinde des Maurers Anton Graf II. und seiner Ehefrau Susanne, geb. Schäfer, wohnhaft in Dreieichen- h a i n. Das Patenkind ist der jüngste Sproß einer bis in den Dreißigjährigen Krieg zurückzuverfolgenden rheinischen Familie, die ursprünglich in Worms ansässig war, jedoch schon von 250 Jahren in das hessische Städtchen Hain in der Dreieich kam. Die Beerdigung findet Samstag, den 17. März, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Gewttmauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsch! (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ständig groß. Lager in Juvena - Unterwäsche und Fe I i n a - Hüft- und Büstenhaltern Samstag, 17. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10.10 bis 10.45: Schulfunk. 11.50: Sozialdjenst. 12: Mittagskonzert. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.10: G/ESSEN*M;$UößURG ICT _________________ 1551 A Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Luh, geb. Müller In tiefer Trauer: Missionsarzt Dr. Wilhelm Kuhl und Kind Heinrich Martin Lina Schwöbei, geb. Pfaff Irmgard Schwöbei Familie Heinrich-Martin Kuhl Gott hat es gefallen, unsere unvergeßliche Gertrud Kuhl, geb. Schwöbei die treue Mutter ihres Kindes, durch plötzlichen Tod in der Ferne heimzurufen. Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 3000, 4 zu je 2000, 2 zu je 1000, 34 zu je 500, 152 zu je 300 und 20 Tagesprämien zu je 1000 Mark. Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 12. März. Bei der hier abgehaltenen Holzversteigerung wurden je Raummeter folgende Durchschnittspreise erzielt: Scheiter: Buche 6,95 Mark, Hainbuche 5,90, Eiche 4,90, Birke 4,___ Kiefer 5,20, Lärche 4,90; Knüppel: Buche 4,90,' Hainbuche 3,50, Eiche 3,40, Birke 3,—, Kiefer 2,50, Lärche 3,10 (jeweils 1. Klasse); Buchenreisig 1. Kl. 2,—, Buchenreiser 3. Kl. 1, Eichenreiser 3. Kl. 0,60 Mark. — Die als Notstandsarbeit genehmigte Verschleifung des Mühlgrundes umfaßt 1300 Tagewerke. Die Arbeit wurde an den Unternehmer Otto Kühn (Flensungen) vergeben und wird von den Erwerbslosen der hiesigen und verschiedener Nachbargemeinden aus- Nach einem arbeitsreichen Leben verschied heute mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Georg Luh, Glasermeister im 80. Lebensjahr. Tube 1.60, Dose 3.15 g Drogerie 1673a 8 Kreuzplatz 10 mannszug mit Sprechchören machte die Einwohnerschaft auf die Sammlung aufmerksam. In die darauf umhergehenden Spendelisten wurden insgesamt 113 Vierpfundbrote eingezeichnet. Die Spenden sollen am nächsten Samstag mittels Autobeförderung hier abgeholt werden und am folgenden Sonntag in Offenbach a. M. an bedürftige Volksgenossen zur Verteilung kommen. Die verkauften Winterhilfsplaketten am vergangenen Sonntag brachten eine Einnahme von 14,29 RM. An Schriften über Volksgesundheit wurden für 5,50 RM. verkauft. — Zugunsten des Winterhilfswerks wurden von unserer Gemeinde 10 Raummeter Buchen-Scheit- und -Knüppelholz zur Verfügung gestellt, das im Verein mit dem von der Gemeinde Bellersheim gespendeten Holz auf dem hiesigen Bahnhof zur Verladung kommen soll. * S t e i n h e i m, 15. März. Den Bemühungen der Gendarmerie und der Polizei ist es mit Hilfe eines Polizeihundes gelungen, den gestern gemeldeten, von einer Frau bei einer hiesigen Kaufmannsfamilie verübten Diebstahl aufzuklären. Der Name der Diebin konnte ermittelt und der entwendete Betrag von 100 Mark wieder beigebracht werden. Kreis Scholten. Laubach, 14. März. Am Samstagabend veranstalteten die Vereinigten Männer- gesanavereine „Eintracht" und „Harmonie^ im überfüllten Saale des „Solmser Hofes" einen volkstümlichen Heimatabend. Die Leitung lag in den bewährten Händen des bekannten oberhessischen Heimatdichters Georg Heß (Leihgestern). Eine von ihm mitgebrachte Trachtengruppe aus der Marburger Gegend wartete mit echten Volkstänzen auf. Ein Gießener Sänger und Rezitator, sowie Chormeister Schreiner (Alten- Buseck) und die veranstaltenden Gesangvereine brachten einige Lieder und Chöre zu Gehör. Die Volkstümlichkeit dieses in allen Teilen wohlgelungenen Abends wurde dadurch äußerlich zum Ausdruck gebracht, daß alle Besucher dieser Veranstaltung — nur Vereinsmitglieder und deren Angehörige — in ihrer Arbeitskleidung erschienen waren. Die Mitwirkenden wurden durch die Laubacher Musikkapelle und Herrn Theo Bröckelmann (Klavier) unterstützt. * Ruppertsburg, 14. März. Dieser Tage feierte Lehrer Debus von hier das Jubiläum des 25jährigen Schuldienstes. Die ganze Gemeinde brachte dem Jubilar ihre Dankbarkeit und Verbundenheit damit zum Ausdruck, indem sie ihren treuen Lehrer durch eine schlichte aber eindrucksvolle Feier ehrte. Unter Führung des zweiten Lehrers (E u k e n) marschierte am Abend ein Fackelzug, an dem die Schuljugend, der Posaunenchor, der Gesangverein, der Schulvorstand, sowie noch viele Gemeindemitglieder teilnahmen unter Vorantritt des schneidigen Spielmannszuges der Hitler-Jugend vor das Schulhaus. Man hörte zunächst einen Choral, gespielt vom Posaunenchor unter der Leitung von Lehrer Surfen. Sodann begrüßte Bürgermeister Lind den Jubilar und kennzeichnete die Verdienste des geschätzten Lehrers. Die Schulkinder brachten Gedichte und Lieder zum Vortrag. Auch der Gesangverein, dessen Dirigent Lehrer Debus schon sehr lange ist, sang zwei Lieder. Ansprachen wurden noch gehalten von dem Präsidenten des Kriegervereins und dem Ortsgeistlichen Pfarrer Dr. Fritsch. Die Feier klang aus. mit je einem Vers des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. _____________ Itundfunkprogramm. Freilag, 16. März. 7.10: Frühkonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. Die romantische deutsche Oper. 14,40: Stunde der Frau: Deutsche Frauen in aller Welt. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Kämpfer für das Dritte Reich. — Paul de Lagarde." Vortrag. 17.45.:. Rheinlieder. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Englischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation: „Zum 1999mal Ekkehard- Spiele". 20.10: „Mit 1002 Kilo-Her(t)z." Funkpotpourri. 22.15: Du mußt wissen. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes: „Von deutscher Bildhauerei um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Vortrag. 24 bis 1: Nachtmusik. (Moe Heringe »50 Seefischez.Koch.i-Ausschn.v.35 ^an Filet Marke „Fifi“ Pfd.v.35^an Feinste Marinaden, Marke „Waterkant“ 1/a-Lit.-D. 45 4, Vi-Lit-D. xg,\t empf. 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Wieder konnten zahlreiche Besucher an den festlich weiß gedeckten Tischen Platz nehmen. Der Vorsitzende, Pfarrer Steiner (Hausen) wies in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß die evangelischen Frauenhilfen stolz auf ihre Vergangenheit sein dürften, weil sie in einer Zeit, in der der Gedanke der Volksgemeinschaft nicht Allgemeingut des deutschen Volkes war, durch ihre Arbeit bereits Volksgemeinschaft verkörperten. Sie haben mitgeholfen am Werden des Neuen. Der Abend verlief in buntem Wechsel schöner Darbietungen, die die Gedanken des Heute zu vertiefen suchten. Sie kamen zum Ausdruck in zwei kleinen Theaterstücken, in Deklamationen, in verschiedenen Gesängen. Besonders zu erwähnen ist die Singschar, die innerhalb der Frauenhilfe sich gebildet hat, um den Schlußabend durch Gesang au bereichern und bereits in der Kürze der Zeit schönes Können aufwies. Rasch gingen die Stunden des gemütlichen Zusammenseins dahin. Eine Sammlung während des Abends für das Winterhilfswerk ergab die erfreuliche Summe von 18,44 Mark, so daß die Frauenhilfe mit einer anderen Gabe für diesen Zweck im letzten Winter nahezu 50 Mark für das Winterhilfswerk gespendet hat. Der ganze Abend war erfüllt von dem großen Gedanken: Kraft durch Freude und darf so lange in der Erinnerung der Teilnehmer fortleben. Q] Li ch, 13. März. Am Montagabend fand in Steins Saalbau ein Schulungsabend der NSDAP, statt, der von den Parteigenossen und allen Untergliederungen stark besucht war. Stiftspfarrer Pg. Draudt, der örtliche Leiter der NSV., eröffnete mit herzlichen Begrüßungsworten den Schulungsabend, den zweiten seiner Art. Hierauf hielt Pg. Lehrer Nickel einen fesselnden Vortrag über das Thema: „Das deutsche Land an der Saar". An Hand einiger anschaulicher Karten schilderte der Redner Lage und Bedeutung des urdeutschen Saarlandes, das mit seinen ungeheueren Kohlenlagern zu den reichsten Gebieten Deutschlands gehöre. Daß Frankreich, das diese Steinkohlen für seine Industrie gut gebrauchen könne, alles versuchen werde, das Land an sich zu reißen, liege auf der Hand. Ganz besonders habe es sein Augenmerk auf den Warndt, das nach Lothringen hineinreichende Gebiet, gerichtet. Hier wurden direkt an der Grenze die Kohlen in ungeheueren Mengen zu Tage gefördert und nach Frankreich gefahren. Im kommenden Jahre sei die Abstimmung, für die es drei Möglichkeiten gebe: 1. Das Saargebiet käme an Frankreich, 2. es würde selbständiges Gebiet und 3. es käme zurück zum deutschen Vaterland, was wir alle erhofften. Reicher Beifall dankte dem Redner für seinen Vortrag. Mit dem gemeinsam gesungenen Saarlied „Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar..." gaben die Besucher des Abends ihre unlösliche Verbundenheit mit den deutschen Brüdern an der Saar kund. Pfarrer Draudt dankte dem Redner für seine Ausführungen und sprach dann noch über das Winterhilfswerk und die Schaffung der deutschen Volksgemeinschaft. Zum Schlüsse gab Ortsgruppenleiter Karl Kuhn noch einige geschäftliche Mitteilungen bekannt; er teilte u. a. mit, daß sich die Notwendigkeit erwiesen habe, für die NSDAP, ein Geschäftszimmer im ersten Stock des Rathauses einzurichten. # Obbornhofen, 13. März. In rühriger Weise hat hier am vergangenen Samstag das Jungvolk die Brotsammlung für das Winterhilfswerk übernommen. Ein Spiel- Lernt morsen! 16: Nachmittagskonzert. 17.30: war einmal ein Musikus". 18: Stimme der Grenze. 18.35: Stegreifsendung. 18.50; Sozialdienst. 19: Stunde der Nation: „Daimler." Hörfolge zum 100. Geburtstag Gottlieb Daimlers. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Musik aus heiterem Himmel. 22.15: Du mußt wissen. 22740: Zwischenprogramm. 24 bis 2: Nachtmusik. 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Diese Vorarbeiten werden noch eine geraume Zeit dauern, bis mit den eigentlichen Chaussierungsarbeiten begonnen werden kann. — Seit einigen Wochen gastiert hier eine „Vereinigung deutscher Bühnenkünstler". Die Vorstellungen finden zweimal wöchentlich im Saale von August Bender statt und sind immer gut besucht. Sonntags werden in Kindervorstellungen die schönsten Volksmärchen gezeigt. Wer nicht wilLbralKhtfc a zu haben Denn es gibt ein Mittel, das immer hilft: Fruchfs Schwanenweiß Diese Creme hat eine so große Wirkung, daß sie selbst in alten und hartnäckigen Fällen die häßlichen Sommersprossen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je ejnct auf die Lose gleicher Nummer m den beiden Abteilungen I und II 29. Ziehungstag 13. März 1934 In der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen N5413 MMejlellmisMMS.- Kann abgegeben werden eine beschränkte Anzahl vorbestellter, jedoch unanbring- lich gewordenerAuflagenstücke des neuen ülOteWes NMimmMesMen Abgabe nur gegenKasse in der Geschäftsstelle des Oberhesi. Adreßbuchverlages (Biegen • Schulstrahe 7 | Kaufgesuchej GeMiMer WeiMranl zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote u. 01398 an den Gießener Anzeiger erbet. Illlllllllllllllllllllllllllll 2 gebrauchte Herren- Fahrräder sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. mit Preis u. 01400 an den Gießen. Anzeig. iiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiHiin KuWlWl zu kauf. ges.0,386 Memeler Str. 1. Verschiedenes Darlehen von nm. 300-30 000 Bed.n. kostenlose Ansk.d.Fried.We her I., Rodheim a. d. B. über Gießen, Adolf-Hitlerstr. 4. Bet leert MM mit möglichst im Lande erworb. Kenntniss.?Schr. Angeb. m.Preis- angabe u. 01408 an d. Gieß. Anz. i Billige 1570v Darlehen Kostenlose un- ’v Henny Porten un- in verbindliche Be- Höher