Nr. 39 Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, 15.8ebruar 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mil 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Man beabsichtigt, das gesamte Gebiet jetzt in weitem Umfang durch Truppen abzuschließen und dann mit Hilfe von Artillerie die Säuberung weiterzuführen. Die Schutzbündler haben im Laufe des Tages einige hartnäckig verteidigte Widerstandspunkte aufgeben müssen. In elf verbarrikadierten Arbeiterheimen wurde die weiße Fahne gehißt. In Floridsdorf haben die Regierungstruppen am Mittwoch 800 Schutzbündler gefangen genommen Große Bestände an Gewehren und sechzig Maschinengewehre fielen ebenfalls hier in ihre Hände. In Leopoldsau, das ebenfalls im Flo- ridsdorfer Kampfabschnitt liegt, ist ein Waggon Munition des Schutzbundes erbeutet worden. Die Kampfhandlung geht im Floridsdorfer Abschnitt in Richtung Kag'ram, der Rückzugslinie der Schutzbündler, noch weiter. An der Donau selbst wird noch der Go et he Hof bekämpft, ein großer Gemeindebau, der eine beherrschende Stellung gegenüber der wichtigen Reichsbrücke über die Donau einnimmt. Feuerschein rötete den Himmel in der Richtung Floridsdorf. Von erhöhten Punkten kann man auch im innern Stadtgebiet die Flammen emporsteigen sehen. Das neben dem Goethehof gelegene Eis - werk brennt vollständig nieder. Vom Goethehof selbst sind Stellen des Daches in Flammen aufgegangen. Es ist nicht festgestellt, ob der Brand in dem Eiswerk von den Arbeitern angelegt oder ob er durch das Artilleriefeuer entstanden ist. Am Laaer Berg halten sich noch 2000 Schutzbündler in Gräben, die bis in das Gelände der Anker-Brotfabrik hineinreichen. Ein Teil der Fabrik ist von Schutzbündlern besetzt, die sich dort verschanzt haben. Dennoch geht die Herstellung und der Versand des Brotes ohne Störungen vor sich. Anzeichen der Entfpannunq. Wien, 15. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Nach den neuesten Meldungen haben die Regierungstruppen allein in Wien 2 0 0 0 Personen festgenommen. Wie inzwischen festgestellt wurde, hatten die Roten einen Gasangriff mitChlorgas geplant. Unter den Toten befinden sich zahlreiche Frauen. Es soll sich dabei nicht nur um unschuldige Opfer handeln, sondern es soll auch vorgekommen sein, daß sich Frauen aktiv an den Kämpfen beteiligt haben. Erst Ziffern geringer. In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß es der Regierung nach Aberkennung der sozialdemokratischen Mandate keine Schwierigkeiten mehr bereiten würde, den N a t i o n a l r a t einzuberufen und auf diesem Wege eine Verfassungsänderung auf „l egalem" Wege durchzuführen. Die „Reichspost" macht den Vorschlag, aus dem Vermögen der Austromarxisten ei ne n Fonds zu bilden, der dann zur Wiedergutmachung der durch die Kämpfe angerichteten Schäden zu verwenden sei. Die ersten Todesurteile des Standgerichts vollstreckt. Wien. 15. Febr. (DNB.) Der Senat des Standgerichtes, der aus drei Oberlandesgerichtsräten zusammengesetzt ist, trat am Mittwoch zum ersten politischen Standgerichtsprozeß zusammen. Gegen zehn Mitglieder des Sozialistischen Schutzbundes ist Anklage auf Aufruhr im Sinne des Standrechtes erhoben worden. Zwei der Angeklagten, die bei den letzten Kämpfen schwere Verletzungen erlitten hatten, mußten auf Tragbahren in den Sitzungssaal ge- bracht werden, sie wurden jedoch vom Gericht für verhandlungsfähig erklärt. Bei den Angeklagten handelt es sich überwiegend um erwerbslose Arbeiter. Das Standgericht verurteilte den Angeklagten Karl Munichreiter zum Tode durch den Strang. Bei dem Verurteilten handelt es sich um den Führer einer Schuhbundgruppe. Die übrigen neun Angeklagten sind dem Schwurgericht zur Aburteilung überwiesen worden. Das gegen Munichreiter verhängte Todesurteil ist um 16.41 Uhr durch den Strang vollzogen worden. Am Nachmittag sind drei weitere Standgerichte zusammengetreten. Angeklagt war u. a. der Kommandant der Hauptfeuerwache in Floris- dorf, Ingenieur Weisel. Von dieser Wache wurde die Polizei wiederholt beschossen, wobei zehn Wachbeamte, darunter der Stabshauptmann Friedrich, getötet wurden. Weisel wurde um 21.40 Uhr .zum Tode verurteilt und um 0.42 Uhr hingerichtet. Englische Augenzeugen berichten. London, 15. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Der Wiener Korrespondent der „Time s" sagt in einem Bericht: Die Verlustliste muß eine schreckliche Höhe , erreicht haben. Schätzungen der Sozialisten geben die Zahl ihrer Toten nur bis Dienstagabend auf nicht weniger als 1500 an, und es ist bekannt, daß die Schlacht, die jetzt in Floridsdorf tobt, d i e blutigste von allen ist. Es scheint, daß in , dem Karl-Marx-Hof allein 350 Personen getötet wurden, nicht nur Schutzbündler, sondern auch Bewohner. Die Regierungsstreitkräfte 1 haben ebenfalls schwere Verluste erlitten. Der Korrespondent sagt: Eine derartige Zusammendrängung menschlichen Leidens auf engem Raum kann es in ganz Europa seit dem Kriege kaum gegeben haben. Der Korrespondent des Reuterbüros sagt: Un- । zweifelhaft seien viele von den Toten und Verwundeten nicht am Kampf beteiligt gewesen. Ein höherer Offizier der regulären Armee habe in Floridsdorf im Gespräch zugegeben, daß die meisten Verluste wahrscheinlich unter unschuldigen Personen zu verzeichnen seien, die nicht aus ihren, von der Artillerie des Bundesheeres beschossenen Wohnhäusern entkommen konnten. Die Abschlachtung von Nichtkämpfern werde eine Zunahme des Hasses der Arbeiterklasse gegen die Regierung Dollfuß sein. Der Kordrespondent des „Daily Telegraph" führt aus, daß in Oesterreich nicht von einem kommunistischen Aufruhr gesprochen werden könnte. Der Aufruhr sei vielmehr von den Heimwehr- f ü h re r n ausgegangen, die Dr. Dollfuß gezwungen hätten, die Bestrebungen durchzuführen, die sie in ihrem eigenen Putsch vom 13. September 1929 erfolglos zu verwirklichen versucht hätten, einem Putsch, aus dem keine Todesurteile und nicht einmal Verurteilungen zu Gefängnisstrafen erfolgt seien. Der Korrespondent sagt, die Regierungsartillerie führe jetzt das Ende der demokratischen Republik herbei, wenn auch für einen furchtbaren Preis von Menschenleben. Wenn Dr. Dollfuß dieses Schlachtfeld hinter sich habe, werde er sich einem anderen von äußer st er Tatkraft und Entschlossenheit erfüllten Feinde gegenüberstehen, nämlich dem Nationalsozialismus. Wer Hai angefangen? gestern abend noch soll eine Frau an den Kämpfen um den Bebelhof teilgenommen haben. Der Kommandant der Feuerwache in Floridsdorf, W e i ß l, der, wie bereits gemeldet, kurz nach Mitternacht h i n g e r i ch t e t worden ist, soll vor dem Gericht in seinem Schlußwort erklärt haben, er bedaure es, daß durch seine Schuld viele Männer unschuldig ihr Leben hätten lassen müssen. Sein Vorgehen sei eigentlich ein Versuch mit untauglichen Mitteln gewesen, sowohl in bezug auf Material als auch Menschen. Der Wiener Jndustriellenverband hat bekanntgegeben, daß am Mittwoch in allen Betrieben, soweit sie nicht in den umkämpften Gebieten liegen, Vie Arbeit bereits wieder ausgenommen sei. Die Generalstreikparole habe keinen Widerhall gefunden. Vielmehr seien die Belegschaften nahezu vollständigwieder erschienen. In jedem Bundesland stehen höchstens noch die Belegschaften von ein bis zwei Betrieben im Streik; lediglich in Steiermark haben fünf bis zehn Betriebe die Arbeit noch nicht wieder ausgenommen. Oie Auflösung der marxistischen Verbände. Wien, 14. Febr. (DNB.) Das Bundeskanzleramt hat die Auflösung von insgesamt 36 sozialdemokratischen Vereinen verfügt. Darunter befinden sich sämtliche Zentralorganisationen der österreichischen Sozialdemokratischen Partei einschließlich der Freien Gewerkschaften, deren Spitzenverband, der Bund der Freien Gewerkschaften Oesterreichs, ebenfalls der Auflösung verfallen ist. Die übrigen sind die sozialistischen Arbeitervereine, die Touristen- und Sportvereinigungen, sowie die gesellschaftlichen Vereinigungen, die unmittelbar der Sozialdemokratischen Partei angegliedert waren. Die Wiener Arbeiter bank ist militärisch besetzt und geschlossen worden. Bei der Zentralsparkasse, Gemeinde Wien, fanden bis in Wie Vormittagstunden zahlreiche Abhebungen statt. Das Publikum tand Schlange. Die Regierung hat vor kurzem ämtliche Zahlungen der Zentralsparkasse ein» teilen lassen. Es werden nur geringe Betrage in besonders dringenden Fällen ausgezahlt. In Wien ist der Direktor der Städtischen Leichenbestattungshalle seines Amtes enthoben worden, weil es unter seiner Leitung möglich gewesen sei, daß der Republikanische Schutzbund a u f dem Zentralfriedhof ein Waffenlager angelegt habe. In Niederösterreich sind die Mandate von 4121 sozialdemokratischen Gemeindevertretern erloschen Rund 150 Gemeindevertretungen sind aufgelöst worden. In anderen Bundesländern, die weniger stark industrialisiert sind, sind die entsprechenden Ein aufschlußreiches Telegramm. - Ou widrig zu früh Wien, 14. Febr. (DNB.) Ueber den Beginn des sozialistischen Aufstandes gibt jetzt der Staatssekretär Keuffäbfer - Stürmer in der „Politischen Korrespondenz" eine Darstellung, in der auf das schärfste bestritten wird, daß die blutigen Vorfälle in Linz am Blontag der Anlaß zu dem Aufstand der Sozialdemokraten gewesen seien. Der Sicherheitsdirektor von Oesterreich habe damals keineswegs eine Aktion gegen die Sozialdemokratie geplant. In der Nacht zum Montag sei vielmehr ein Telegramm an den Schuhbundführer Bernaschek aufgefangen worden, das lautete: „Ernst und Anna erkrankt, Unternehmung verfchiebe n.“ Da dieses Telegramm den Behörden verdächtig erschien, sei das sozialdemokratische Parteihaus in Linz beobachtet worden. Man habe eine fieberhafte T ä - (i g f e i t bemerkt und habe wachbeamte in das Haus geschickt, auf die das Feuer eröffnet worden fei. Der Schuhbundführer Bernaschek wurde zwar verhaftet, hatte jedoch noch Zeit, den Befehl zum Angriff zu erteilen. Es stehe somit fest, daß es sich bei den Sozialdemokraten um eine für ganz Oe ft erreich geplante Offensive gehandelt hatte, die durch das verräterische Telegramm um einige Tage zu früh zum Ausbruch kam. Dollfuß bietet Generalpardon an Wien, 14. Febr. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Dollfuß hat am Mittwochabend im Rundfunk die nachfolgende Mitteilung im Namen der Regierung gemacht, die er zweimal langsam verlas: „Wer sich von jetzt ab, Mittwoch, um 23 Uhr, jeder ungesetzlichen oder feindseligen Haltung enthält und morgen, 15. Februar, zwischen 7 und 12 Uhr, sich den Exekutivorganen stellt, kann, ausgenommen die verantwortlichen Führer, auf Pardon rechnen. Ab 12 Uhr gibt es für niemand mehr unter keinen Umständen ein Pardon." Dollfuß stellte in seiner Rundfunkrede einleitend fest, daß das verbrecherische Unternehmen von links ausgegangen sei. Die Arbeiter der Eisenbahn, der Post, des Telegraphen- und Telephondienstes sowie anderer lebenswichtiger Betriebe seien der Generalstreikparole nicht gefolgt. Dennoch marxistische Aktion in Linz programmlosgebrochen. hätten die Ereignisse Blutopfer in Wien, Linz und Steyr gefordert. Die Regierung habe sich daher gezwungen gesehen, die gesetzlichen Bestimmungen des Standrechtes mit voller Schärfe anzuwenden. Zwei Todesurteile seien vollstreckt worden. Der Bundeskanzler schilderte darauf seine persönlichen Eindrücke bei einer Besichtigungsfahrt an den Kampfabschnitten. Er persönlich werde die Vormundschaft für sämtliche Kinder übernehmen, die heute Waisen geworden seien. Die blutige Aktion gegen die gesetzliche Staatsgewalt sei ein Irrsinn. Jeder Arbeiter müsse dies jetzt begreifen. Der Bundeskanzler gab den Beschluß der Regierung bekannt und sagte, die Regierung habe sich zu diesem Hlkt der Milde entschlossen, um den Verhetzten di e Umkehr zu ermöglichen. Niemand sollte diese letzte sich bietende Gelegenheit versäumen. Die Regierung sei einmütig und fest entschlossen, auf ihrem Posten für den Frieden, die Ehre und die Freiheit des geliebten gemeinsamen Vaterlandes Oesterreich auszuharren. Riesige Waffenfunde. Wien, 15. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Einen guten Begriff von der ausgezeichneten Bewaffnung des Schutzbundes geben die Mitteilungen, die der Staatssekretär für das Sicherheitswefen Baron K a r w i n s k y über die Waffenfunde in den eingenommenen Gemeindebauten machte. So sind in den Gemeindebauten in der Sandleiten im Ottakring von den Schutzbündlern freiwillig nicht nur zahlreiche Gewehre, sondern auch 3 0 0 0 Wurfgranaten, größere Mengen Munition und elf Kisten äußerst gefährlicher Sprengstoffe abgeliefert worden. In Jedlersdorf find bezeichnenderweise im sozial- demokratischen Kinderfreundeheim nicht weniger als 600 Mannlicher-Ge- wehre und mehrere Maschinengewehre sowie zahlreiche Handgranaten entdeckt worden. Oie französische Aniwort in Berlin überreicht. Berlin, 14. Febr. (DNB.) Der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath empfing am Mittwochmittag den französischen Botschafter Fran- x o i s - P o n c e t, der die Antwort feiner Regierung auf das deutsche Abrüstungsmemorandum vom 19. Ianuar überbrachte. Der Botschafter gab dazu weitere mündliche Erläuterungen. JRanönoten. Durch ein unter dem 14. Februar verkündetes Gesetz hat die Reichsregierung den Reichsrat aufge hoben. Damit ist auch äußerlich die Flagge des Förderalismus endgültig eingezogen worden. Ein wichtiger Abschnitt deutscher Verfassungsgeschichte findet seinen Abschluß. Der Reichsrat war in gewisser Form Nachfolger des alten Bundesrates gewesen. Der Bundesrat war im kaiserlichen Deutschland die oberste gesetzgebende und entscheidende Instanz, der Kaiser war in ihm nur Primus interpares. Die wichtigste Funktion des Reichsrates war das Zustimmungsrecht zu den Gesetzentwürfen der Reichsregierung, bevor tüefe dem Reichstage vorgelegt werden durften. Zu den vom Reichstage verabschiedeten Gesetzen mußte ebenfalls der Reichsrat zustimmend Stellung nehmen, ein ablehnendes Votum konnte nur durch eine Zweidrittelmehrheit des Reichstages oder durch einen Volksentscheid überwunden werden. Im Gegensatz zur Vorkriegszeit hatte der Reichsrat und hatten damit die Länder nicht mehr ein absolutes Veto. Aber die parlamentarische Geschichte der Nachkriegszeit zeigt, daß mit Hilfe des bedingten Vetos die Länderregierungen noch einen entscheidenden Einfluß auf die Reichspolitik ausüben konnten, der noch dadurch verstärkt wurde, daß der Verwaltungsapparat im wesentlichen in den Händen der Länder und nicht in den Händen des Reiches lag. Wieweit die Rechte der Länder gingen, wurde besonders deutlich durch den für die Nation geradezu lebensgefährlichen Dualismus zwischen Reics^ und Preußen, und der Reichsrat ist stets die Bühne gewesen, auf der diese Gegensätze ausgefochten wurden. Die schlimmsten Auswüchse der Länderrechte waren nun durch das Ermächtigungsgesetz vom 24. März vorigen Jahres bereits beseitigt worden und durch die Einsetzung der Reichsstatthalter war dafür Sorge getragen, daß der Dualismus zwischen dem Reich und den Ländern nicht wieder aufleben konnte. Immerhin aber waren grundsätzlich die Hoheitsrechte der Länder bestehen geblieben, und darüber hinaus hatte nach wie vor der Reichsrat ein Mitwirkungsrecht auf dem Gebiete der Der- dtiltung. Schließlich hatte er bestimmte Bezirke, in denen er sogar selbständig tätig werden konnte. Mit dem Gesetz vom 14. Februar sind auch seine Verwaltungsbefugnisse den zuständigen Reichsmini stern übertragen worden. Damit haben also auch die letzten Lebensäußerungen der Länder aufgehört. In dem Gesetz wird ausdrücklich bestimmt, daß die Vertretungen der Länder beim Reiche- fortfallen. Seit. der Einsetzung der Statthalter hatten diese Einrichtungen ohnehin nur noch untergeordnete, mehr informatorische Funktionen zu retten vermocht. Diese Aufgaben werden jetzt vom Reichsinnenministerium übernommen, wo für die Bearbeitung der Ausgaben in den ja noch immer verbliebenen Verwaltungseinheiten besondere Instanzen eingesetzt werden. Im diplomatischen Corps jedoch werden die Gesandten der Länder beim Reich nicht mehr erscheinen. Daß auch hinsichtlich gewisser Vertretungsrechte einzelner Länder gegenüber dem Ausland Die letzten Reste schrittweise beseitigt werden, ist selbstverständlich. So ist denn der Augenblick gekommen, endgültig vom Reichsrat Abschied zu nehmen. Es wird keinen Deutschen geben, der nicht mit Freude diese Einrichtung endgültig ins Grab sinken sieht, nachdem sie eine besonders wirksame Waffe des Novemberregimes gegen die nationalsozialistische Revolution gewesen ist. Andererseits soll aber nicht vergessen sein, daß gerade in den ersten Jahren vorwiegend marxistischer Herrschaft der Reichsrat wiederhott einen hemmenden Einfluß auf den Gang der Geschehnisse ausgeübt hat, durch den manches Unheil verhindert wurde. ♦ Wie sehr der Nationalsozialismus das System der Jugenderziehung von ganz neuen Grundsätzen und Gesichtspunkten aus ordnet, veranschaulicht das vom preußischen Kultusminister Rust verordnete Landjahr, in dem ein Teil der zu Ostern 1934 entlassenen preußischen Schuljugend für neun Monate internatsmäßig zu nationalpolitischer Erziehung auf dem Lande zusammengefaßt werden soll. Das Ziel, das der Kultusminister dem Landjahr gesetzt hat, ist durch das Leitwort „nationalpoli- tische Erziehung" gekennzeichnet. Mit dieser Forderung wird das Landjahr den schon bestehenden Erziehungseinrichtungen organisch angefügt Vom Arbeitsdienst, vom Dienst in der Hitlerjugend, und in der SA. und vom Geländesport führt eine ungebrochene Linie zu dieser neuen Erziehungsform. Um von vornherein Mißverständnissen vorzu- beußen, hat der Minister unzweideutig erklärt, daß es sich bei der Einrichtung des Landjahres nicht um ein angehängtes neuntes Schuljahr handele, sondern daß hier neue und eigentümliche Erziehungsformen lebendig werden müßten. Durch Selbstverwaltung und Selbstversorgung der Heime solle die Jugend zu Verantwortung und Selbständigkeit erzogen werden. Die sportliche Ausbildung, die Orientierung und Bewegung im Gelände, Fahrten und Märsche sollen ihren Körper und ihren Blick stählen, Land- und Gartenarbeit, handwerkliche Werkarbeit soll sie den Sinn und die Verschiedenheit der praktischen Arbeit lehren. Auch eine weitere geistige Ausbildung ist in begrenztem Umfange beabsichtigt. In erster Linie sollen Heimat- und Volkskunde gelehrt werden; dann muß die deutsche Geschichte lebendig gemacht werden. Weiter muß der Jugend Verständnis für R a s s e n - künde vermittelt werden und ein, wenn auch zu- nächst nur primitives Verstehen für agrarwirtschafk- liehe und bäuerliche Arbeit. Der Hauptwert der Einrichtung liegt aber ohne Zweifel und abgesehen von allem wissensvermitteln- den Unterricht, in der zeitweisen Verpflanzung städtischerJugendaufdasLand. Jugend, die in den steinernen Einöden der großen Städte ausgewachsen ist, die meistens durch Wohnungs- und Wirtschaftselend' körperlich, geistig und charakterlich zu Schaden gekommen ist, atmet hier ein Jahr lang die Gesundheit der Scholle und des Bodens. Gerade in diesem kritischen Entwicklungsalter, in dem der junge Mensch steht, wenn er die Schule verläßt, wird ihn das Leben auf dem Lande und das Zusammenarbeiten in der Kameradschaft Gleichaltriger besonders fördern und zum Guten beeinflussen. Die notwendigen Vorarbeitungen sind bereits in Angriff genommen. Mit das schwierigste Problem dürfte die Auslese der Führer und Heimleiter sein, die vornehmlich aus den Reihen der Junglehrer und Jugendführer genommen werden und gegenwärtig in besonderen, vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstalteten Kursen geschult werden. Die Heime selbst, zu denen auch geeignete Jugendherbergen verwandt werden sollen, werden durchschnittlich mit 70 bis 100 Jungmannen oder Mädchen belegt. Zumeist wird es sich bei dem Ostern dieses Jahres beginnenden Landjahr noch um einen Versuch handeln, was unter anderem auch darin zum Ausdruck kommt, daß der Kultusminister es ausdrücklich nur als ein „Probejah r" bezeichnet. Aber es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß, wenn die notwendigen Erfahrungen gesammelt worden sind und die Auslese und Schulung der aeeig- neten Führer und Leiter gelungen ist, das Landjahr zu einem wichtigen und wertvollen Glied im Aufbau des nationalsozialistischen Erziehungssystems werden wird. Die Reise des polnischen Außenministers Oberst Beck nach Moskau hat eine Fülle von Kombinationen und Gerüchten ausgelöst, die sich im wesentlichen darum drehten, die russisch-polnischen Ber- Handlungen hätten die Lagein E st land, Lettland und Litauen zum Angelpunkt. Diese Versionen sind vom polnischen Außenministerium zurückgewiesen worden, aber irgendwann muß natürlich das Verhältnis von Moskau und Warschau zu den baltischen Staaten selbst geklärt werden, da in diesen Staaten zumeist Parteiregierungen bestehen, deren Tendenzen weder mit denen von Moskau noch von Warschau übereinstimmen. Es ist von Moskau in seiner jetzigen, vor allem durch den Fernen Osten aber auch durch wirtschaftliche Schwierigkeiten hervorgerufenen Zwangslage lediglich ein Zug von Realpolitik, wenn vom Kreml aus darauf verzichtet wird, die kommunistischen Elemente in den Anrainerstaaten weiter zu unterstützen. Eine autoritäre, nicht durch Parteien zersplitterte Staatsmacht ist besser in der Lage, solche inneren Verwicklungen und marxistischen Machenschaften niederzuhalten als Regierungen von Gnaden zerfahrener Parlamente. Diese'^für Moskau bittere Erkenntnis hat die Sowjetaußenpolitik nicht gehindert, die entsprechenden Folgerungen zu ziehen. Rach Abschluß des ungarischen Uebere-in- kommens mit Rußland hat der ungarische Außenminister Kanya ganz offen die Gründe klargelegt, weshalb Ungarn Moskau anerkannt habe. Er hat gemeint, für die ungarische Regierung seien lediglich außenpolitische Erwägungen in Betracht gekommen, denn in Ungarns schwerem Kampf sei jede diplomatische Unter st ützung willkom- men. Dieser Kampf geht bekanntlich, was der Mi- nister nicht sagte, um die Revision des Trianon- Dertrages, und es scheint, als ob in Moskau in der Beziehung gewisse Zusagen gemacht worden sind. Der ungarische Außenminister fügte hinzu, die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Rußland ändere an den innerpolitischen Verhältnissen in Ungarn nichts. Diese saubere Abgrenzung bestimmtauch die polnische Politik. Oberst Beck hat unter Marschall Pilsudski den außenpolitischen Sturs Polens vom Ballast der Völkerbundsaktenfabrik befreit, und durch die direkte Verständigung mit Berlin, die in Polen allgemein begrüßt worden ist, die Sicherheit Polens gegenüber den Besorgnissen, die man in Warschau sonst hegte, g e st e i g e r t. Diese Befreiung von Sorgen macht Polen heute zu einem sehr bestimmten und verhandlungsfähigen Partner mit dem übermächtigen Rußland, da Polen nicht mehr zwischen den russischen und den deutschen Zangenbacken sitzt und in Moskau daher bestimmt auftreten kann. Dem machen die Russen um so mehr Konzessionen, als die Verfassungsänderung Polens den Sieg des autoritären Staatsgedankens darstellt und die in sich zerfahrenen polnischen Parteigruppen, auch die nationaldemokratische Opposition, in völlige Zersetzung geraten sind. Zwar ruft noch die PPS., die Polnische Sozialdemokratie, nach der Diktatur des Proletariats, aber die Sozialdemokratie sowohl wie die Kommunisten, die in Polen nur illegal arbeiten, haben an Mitgliederschwund zu leiden. Der polnische Parteienstaat gehört der Geschichte an, damit wurde der autoritären Legierung die Möglichkeit gegeben, eine vorurteilslose Außenpolitik ohne Rücksicht auf die ehemalige Pariser Vormundschaft zu führen. Mißerfolg -er französischen Kontingentierungspolitik Der Beschluß der englischen Regierung, die französischen Kontingentierungsmaßnahmen mit Züsch l a g s z ö l l e n auf wichtige französische Ausfuhrwaren zu beantworten, ist eine Bestätigung des Fiaskos dieser französischen Handelspolitik. Die französische Regierung hat schon im Jahre 1933 versucht, durch eine immer stärkere Ausdehnung ihres Kontingentierungssystems die Passivität der französischen Handelsbilanz zu verringern. Dieser Versuch ist erfolglos geblieben. Aus der jetzt vorliegenden amtlichen französischen Statistik ergibt sich, daß es Frankreich zwar gelungen ist, die Einfuhr im Jahre 1933 auf 28,425 Milliarden Franken gegenüber 29,808 Milliarden im Jahre 1932, d. h. um 1,383 Milliarden herabzudrücken. Gleichzeitig ist aber auch die französische Ausfuhr von 19,705 im Jahre 1932 auf 18,433 im Jahre 1933, also um 1,272 Milliarden zurück- gegangen. Die Handelsbilanz ist also nach wie vor um 10 Milliarden Franken passiv. Trotzdem ist Frankreich nicht nur auf dem einmal betretenen Weg weiter geschritten, sondern es hat sein Kontingentierungssystem sogar in rücksichtsloser Weise verschärft. Seit August v. I. sind zunächst alle französischen Einfuhr- kontingente auf 25 v. H. ihres bisherigen Umfangs ermäßigt worden. Diese 25 v. H. werden allen Ländern gleichmäßig zugeteilt. Der R e st von 75 v. H. sollte den einzelnen Ländern nur gegen entsprechende Ge- genlei st ungen im Verhandlungswege wieder zuerkannt werden. Die anderen Länder sollten also für die Erhaltung ihres bisherigen handelspolitischen Besitzstandes noch eine Gegenleistung gewähren. Das bisherige Ergebnis der Kontingentierungspolitik ist vom französischen Standpunkt aus alles andere als erfreulich. Der erste Mißerfolg war das Scheitern der deutsch-französischen Verhandlungen, in denen die französische Regierung glaubte, ohne jede Gegenleistung von Deutschland einen einseitigen Verzicht in Höhe von 300 Millionen Franken durchsetzen zu können. Die von der französischen Regierung offenbar a l s Warnungssignal an andere Staaten gedachte Kündigung des deutsch-französischen Handelsvertrages hat allerdings die übrigen Staaten — Italien, England, Belgien usw. — nicht davon abgehalten, ihrerseits Gegenmaßnahmen zu ergreifen. So hat es die französische Regierung mit ihrer im Sommer beschlossenen Kontingentierungspolitik erreicht, mit ihren wichtigsten Abnehmerstaaten in handelspolitische Konflikte zu geraten. Das Kabinett Doumergue findet hier eine Erbschaft vor, deren baldige Liquidierung dringend im französischen Interesse liegt. Günstige Berufsausfichten für -ie Schulentlassenen. Berlin, 14. Febr. (DRB.) Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, der besonders die Vorsorge für die Unterbringung der nicht zum Hochschulstudium zugelassenen Abiturienten übernommen hatte, unterrichtete die Presse über den Stand der bisher auf diesem Gebiet in die Wege geleiteten Maßnahmen. In der gesamten Wirtschaft zeigt sich ein großes Entgegenkommen, so daß dje Aussichten als relativ günstig betrachtet werden können, obwohl von den insgesamt 40 000 Abiturienten rund 30 000, die keine Hochschulzulassung erhalten, nach der Entlassung dem Berufsleben zugeführt werden müssen. Schätzungsweise werden diesmal doppelt so viel V o l k s s ch ü - l e r wie 1932 zur Entlassung kommen, und zwar 600 000 Knaben und 600 000 Mädchen. Auch für die Dolksschüler sind die Aussichten relativ sehr günstig. Einmal wird ein gewisser Hundertsatz von vornherein durch das beabsichtigte Landjahr aus- scheiden, dann zeigt sich aber auch eine grundsätzlich andere Einstellung der Wirtschaft, die der Unterbringung günstig ist. Während man in den vergangenen Jahren von Lehrlingseinstellungen wegen der damit verbundenen langfristigen Bindung im Lehrvertrag gerne absah, ist jetzt die Wirtschaft bei einer grundsätzlich hoffnungsvollen Einstellung zur weiteren Entwicklung viel eher als früher bereit, wieder Lehrlinge aufzunehmen. Auch zeigt sich d a s H a n d- roerf bei der Unterbringung von Lehrlingen sehr aktiv. Sollte es sich doch ergeben, daß nicht alle Schulentlassenen sofort auf geeignete Weise im Berufsleben untergebracht werden, so sind für diesen Fall Kurse in Aussicht genommen, um zu verhindern, daß die Jugendlichen beschäftigungslos auf die Straße getrieben werden. Schwierigkeiten werden sich allerdings bei den Frauenberufen ergeben. Man wird mit einem größeren Ueberschuh an Mädchen, die nicht untergebracht werden können, rechnen müssen, vor allem in den kaufmännischen Berufen. Die Berufsberatung wird hier auf die eigentlichen fraulichen Berufe das Hauptaugenmerk richten. Auf jeden Fall soll erreicht werden, daß die jungen Mädchen so weit wie möglich zusammengefaßt werden, um in landwirtschaftlicher und haus- wirtschaftlicher Arbeit ausgebildet zu werden. Sozialistische Kampfansage an das Kabinett Doumergue. Paris, 14. Febr. (DRB.) Die sozialistische Kammerfraktion hat eine Entschließung angenommen, die eine scharfe Kampfansage an das Kabinett Doumergue bedeutet. Die Fraktion will Donnerstag geschlossen gegen d i e Regierung st im- men und die sofortige Auflösung der Kammer fordern. Sie verlangt außerdem, daß dem noch einzusetzenden Untersuchungsausschuß ge- richtliche Vollmachten gegeben werden. Die Sozialisten werden sich im übrigen jedem Versuch widersetzen, die Haushaltsberatungen zu beschleunigen, indem man über jedes Ministerium auf einmal abstimmt, ohne in die Einzelberatungen der Artikel einzutreten. Die sozialistische Fraktion hat ferner beschlossen, in den nächsten Monaten in einer großen Anzahl von öffentlichen Versammlungen gegen die Regierung Propaganda zu machen. Allein für nächste Woche sind 50 Versammlungen vorgesehen. Um den Absichten des Abgeordneten H e n r i o t gegenüberzutreten, der am Donnerstag die Regierung auffordern will, D a l a d i e r und seine mitverantwortlichen Minister wegen der Schießereien vom Dienstag und Mittwoch unter Anklage E U T S OH — Spaniens Entwicklung zum autoritären Staat. Von unserem v. Gss -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Madrid, Februar 1934. Deutschland führt im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Niger Reden. Unsere Revolution ist soziale Gerechtigkeit. Weder egoistischer Kapitalismus, noch zerstörender Marxismus. Mehr Eigentümer und gerechtere Verteilung des Reichtums. Krieg dem „Senoritismo" — dem eleganten Nichtstuertum — mit seiner Dekadenz und der berufsmäßigen Herumtreiberei (Bettelei usw.). Antiparlamentarismus. Gegen die Diktatur. Das Volk nimmt teil an der Regierung in organischer und hierarchischer Form, nicht durch die degenerierte Demokratie. Neubau Spaniens. Krieg dem Klassenkampf. Die Wirtschaft im Dienst der Nation. Ein starkes Spanien, von der Welt respektiert. Unsere Statistik gibt eine Gegenüberstellung der Arbeitslosenzahlen wichtiger Länder im Dezember 1932 und im Dezember 1933. Nicht nur absolut, sondern auch im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland weitaus am stärk- stengesunken. Obwohl USA. ebenfalls im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erfolgreich war, übertrifft jetzt sein Prozentsatz an Arbeitslosen den Deutschlands bei weitem, nachdem es noch 1932 die deutsche Prozentziffer nicht erreichte. England hat ebenfalls feine Prozentziffer senken können, während bei den übrigen Staaten bis zum Jahre 1933 Die ArbeilslosigFieH- in iwsd'iiedm&K 1933-33 10%8% 7% 6% 5% 4% 3% 3%1% 0% 1% 2% 3% 4% 5% 6% 7% 67- i—-i—i—।—i—i—।--1—।--1--11—i—।—i—i—।--1—i—।— 16. Zuerst die Vernunft. Gegen die Gewalt die Vernunft und Kraft. 17. Prestige der Autorität. Starke vollziehende Gewalt. Vorbeugen besser als Unterdrücken. Obwohl die führenden katholischen Presseorgane in Spanien sehr häufig versichern, daß die spanische Kirche mit dem Faschismus nichts gemein habe, ist schon allein aus diesen Programmpunkten der „Jugend der Volksaktion" klar zu erkennen, daß hier eine neue Abart im Entstehen begriffen ist, die man etwa als „Katholischen Faschismus" bezeichnen könnte. Mit anderen Worten: der Vatikan hat dafür gesorgt, daß die auch in Spanien täglich deutlicher werdende Sehnsucht nach innerer Erneuerung, nach einem autoritären Staat, im engsten Einvernehmen mit der Kirche organisiert und vor- Zeitschriften. — Die „Deutsche Zeitschrift" (Verlag Callwey, München) bringt in ihrem Februarheft wertvolle Veröffentlichungen künstlerischer, politischer und kulturpolitischer Art. Zu einem der brennendsten Gegenwartsprobleme nimmt Dr. Armin Müller in seinem Aufsatz über „Die sittlich-weltanschaulichen Voraussetzungen des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" Stellung. Eine vorzügliche Leistung politischer Geschichtsschreibung ist der'Bei- trag „Weltpolitische Umrisse der Prinz-Eugen-Zeit" von Prof. Heinrich v. Srbik. Max Clauß gibt einen zusammenfassenden Ueberblick über „Europas große Politik" im vergangenen Jahr. Unter der lieber- schrift „Oktobergedanken" wird ein Teil der Aufsätze des hervorragenden schwedischen Gelehrten Prof. Frederik Böök über „Hitlers Deutschland" veröffentlicht, die in Skandinavien Aufsehen erregten und die sich durch vornehme, vorurteilslose Haltung und den aufrichtigen Willen auszeichnen, den tieferen geistigen und ethischen Voraussetzungen der deutschen nationalen Bewegung gerecht zu werden, ohne sich jeglicher kritischen Betrachtung zu begeben. Aus dem künstlerischen Teil des schönen Heftes nennen wir eine Würdigung der Künstlerpersönlichkeit Hermann Stehrs aus Anlaß seines 70. Geburtstages von Hans Rupe. »- ganismus. Starke Rasse. Vormilitärische Erziehung. Abschaffung des Einjährigen-Privilegs. Unterrichtsfreiheit. Die Kinder gehören nicht dem Staat. Liebe zur engeren Heimat, Basis der Liebe zu Spanien. Kraft traten. Aber die Zeit sollte doch schließlich für die Kirche arbeiten. Die marxistischen und freimaurerischen Größen der Republik hatten den eigentlichen Charakter des spanischen Volkes verkannt. Sie haben nicht mit dem auch dem einfachsten Spanier innewohnenden Gerechtigkeitsgefühl gerechnet und mit der trotz aller gegenteiligen Behauptungen feststehenden Tatsache, daß das spanische Volk in seiner überwältigenden Mehrheit katholisch empfindet. Ob nur Unterbewußtsein oder bewußt, spielt dabei keine Rolle. So mußte denn zwangsläufig auf die Verfolgungen die Reaktion kommen, die sich in dem großen Wahlsieg der Rechten bei den letzten Landtagswahlen unmißverständlich äußerte. Nachdem nun die daraus hervorgegangene Regierung Ler - r o u x, die hauptsächlich durch die katholische Volksaktion gestützt wird, auf deren Betreiben eine Reihe von Konzessionen hinsichtlich der Geistlichkeit und der vorläufigen Weiterdauer des religiösen Unterrichts gemacht hat, tut sie mit der in diesen Tagen beschlossenen Entsendung des bisherigen Außenministers Pita Römers als außerordentlichen Botschafter am Vatikan den ersten Schritt.zur Wiederherstellung eines normalen Verhältnisses mit dem Heiligen Stuhl. Pita Romero ist nicht etwa beauftragt, sofort die Schaffung eines Konkordats in Angriff zu nehmen. Seine Aufgabe ist zunächst lediglich die Herstellung eines modus vivendi. So wie die Dinge heute liegen, scheint es allerdings ziemlich sicher, daß nicht die spanische Regierung, sondern der Vatikan die künftige Linie bestimmen wird. Dafür ist nicht nur die Persönlichkeit des neuen Botschafters ein Beweis, von dem ein Teil der Madrider demokratischen Presse behauptet, er sei einer derart schwierigen Aufaabe in keiner Weise gewachsen, sondern auch verschiedene Aeußerungen des Führers der katholischen Volksaktion, Gil Nobles, der klar durchblicken läßt, daß in Madrid die Bedingungen des Vatikans angenommen würden, auch wenn die sogenannten „regalias" (Jnteroentionsrecht des Staates bei der Ernennung von Bischöfen, Treueid derselben auf den Staat u. ä.) nicht anerkannt würden. In diesem Zusammenhang muß auf die neueste Entwicklung Der Politik der katholischen Volksaktion, also der stärksten Partei Spaniens, der Stütze der Regierung Lerroux, hingewiesen werden. Sie vollzieht augenblicklich eine Schwenkung vom Parlamentarismus zum autoritären Staat. Gil Nobles hat die „Jugend der Volksaktion" organisiert, die in den ersten Tagen des April einen großen Aufmarsch im Escorial abhalten wird, wo ihr Führer, eben Gil Nobles, sie verpflichten will. Die Programmpunkte der „Jugend der Volksaktion" lauten: 1. Spanischer Geist. An Spanien denken, für Spanien arbeiten, für Spanien sterben. 2. Disziplin. Die Führer irren sich nicht. 3. Jugend. Glaube, Angriffsgeist, Wille. Jun- aer Geist in der neuen Politik. 4. Annullierung der sektiererischen, sozialisierenden und unspanischen Gesetzgebung. 5*. Christliche Familie gegen den modernen Pa- Facharbeit im Aationalsozialistischen Lehrerbund Von dem Kreisarbeitsleiter für die höheren Schulen Dr. Adolph. Da wird der Patron des Stückes böse. Weil er begeisterter und zorniger ist als drei Dichter zusammen, stößt er zum Angriff vor. Er sammelt Kollegen, denen er die Rollen zugedacht hat, er sammelt eine Schar von Gläubigen um die Sache, eine stille Verschwörung der Tat. Konzentrisch stößt man zum Ziele vor. Hier soll eine Bühne zu pachten sein, dort ist ein Geldgeber auf dem Plan erschienen, die Presse hat von der Sache Wind bekommen, und auf einmal ist alles da: Verlag, Theater, Geld... Schon gehen die Proben los. Mit dem ganzen Zauber und Fieber der Berliner Probenarbeit, der schönen Selbstdisziplin einer Arbeitsgemeinschaft, die sich — im Dienst einer gemeinsamen Sache — der Führung eines Kollegen unterstellt. Es gibt keine Schwierigkeiten, die nicht durch den frohen Arbeitswillen aller zu überbrücken wären. Unerhört schwer ist es, das ganze Ensemble, das teilweise Verpflichtungen in Film und Funk zu erfüllen hat, zu vereinen, und oft dauern die Proben mit einigen Unterbrechungen von 11 Uhr bis um Mitternacht. Auf der Bühne und im Foyer wird probiert. Nachts arbeiten der Bühnenmeister und der Bühnenbildner, denn tagsüber gibt der Regisseur die Bühne nicht her. Äb und zu kriegt man einander in die Wolle, temperamentvolle Zornes- ausbrüche, rasche Versöhnungen, weiter ... Das Erbe, das man in Berliner Theatern, die lange leer standen, übernimmt, ist nicht allzu reich. Und während die Maler zu nächtlicher Stunde auf schwankenden Leitern herumturnen, um die alten Versatzstücke neu zu bepinseln, rattert im Foyer die Nähmaschine, an der der Herr Theatermeister persönlich, unter Stoffballen begraben, den Rundhori- Zvnt näht. Der „Fundus", der Bestand an Dekorationen, Wänden, Hintersetzern, Podesten, Gras- und Sandteppichen und sonstigen Mitteln, mit denen das Publikum begaukelt werden soll, ist mehr als ärmlich, und so knallt und knirscht es von Hammerschlag und Säge bis zum frühen Morgen. Wie ein Mosaik fügen sich die allmählich fertigen Szenen zusammen, und die Stückproben beginnen, die schon ein deutliches Profil der Aufführung zeigen. Fremde im Parkett sind unerwünscht. Unter „Fremden" versteht man im allgemeinen Nicht- Schauspieler, Verwandte und Bräute, die einen Blick in die Werkstatt der Bühne werfen wollen. Der Autor ist im allgemeinen der besondere Schrecken des Bühnenkünstlers. Mit ganzem Herzen an jede noch so überzählige Zeile seines Textes geleimt, zittert er stets vor dem Rotstift des Spielleiters. In seinem Schöpfungstraum sahen einzelne Gestalten des Stückes wesentlich anders aus als auf den Brettern, und in feinen festen Vorstellungen befangen, kann er leicht zum ungeeignetsten Beurteiler der szenischen Gestaltung seines Werkes werden. Es gibt da eine nette und bezeichnende Anekdote eines prominenten Regisseurs. Er sitzt auf der Arrangierprobe, hinter ihm im Parkett der Autor. Dauernd unterbricht der Regisseur die Wortparaden auf der Bühne mit dem Befehl: „Wird gestrichen!" Mit einer höflichen Wendung zum Autor: „Falls Sie nichts dagegen haben." Der Autor wagte nicht zu intervenieren, er nickt in stummer Verzweiflung. Da aber nahte der geliebte Satz, der herrliche Ausbruch, zum ersten N^ale hört er ihn auf einer Bühne sprechen, und — „Wird gestrichen!" schreit der Regisseur. Das war zuviel! Doller Wut springt der Dichter auf: „Nein!" „Niemals! Ich protestiere!" — Darauf, mit kalter Entscheidung in der Stimme, Der Regisseur: „Mrd unter Protest des Autors gestrichen ..." Das sind also die Schmerzen mit t Heater fremden Autoren. Anders gestaltet sich die Zusammenarbeit, wenn die Autoren selbst vom Theater Herkommen, und die unschätzbare dichterische Kraft gerade des Rotstifts lieben und schätzen lernten. — Nachdem die Dekorationen und die Texte gestrichen, die Vor- notizsn verschickt, die Szenen ausprobiert sind, nahen die Haupt- und Generalprobe in Dekoration, Beleuchtung, Maske und Kostüm. Die Requisitenkammer eines Berliner Theaters, das solchergestalt neu übernommen wird, ist leer. Jedes Stück muß angeschafft ober ausgeborgt werden, und die Begeisterung der namhaftesten Berliner Künstler wird erneut auf die Probe gestellt mit Der Bitte, Diesen oDer jenen seltsamen Gegenstand) im eigenen Privatwagen von Spandau oder Köpenick zu besorgen. Auch das geschieht. Jeder einzelne erweitert freiwillig feinen Pflichtenkreis, so daß alle ineinandergreifen — Das ist Das Geheimnis Der vorbildlichen kameradschaftlichen Haltung unserer Schauspielerschaft, oft gerade in schwerer Situation. Nun naht die Uraufführung, und je nach Veranlagung werden alle Herzen vom klopfenden Premierenfieber oder von fatalistischer Energie ergriffen — von jenem kalten Fieber, Das nicht an die Oberfläche kommt. Aber alles ist elekttisch geladen. Eine herrliche Spannung schwingt von Mensch zu Mensch und Dringt wie ein befeuerndes Fluidum schon Durch Den Vorhang... UnD Darsteller unD Autor unD Bühnenmaler unD was sonst sein Schicksal an Das bunte Unternehmen gehängt hat, beklopft Den hölzernen Tisch von oben unD unten, bespuckt sich gegenseitig und murmelt Den Zauber- spruch vom Dreimal schwarzen Kater, bis der Vorhang sich hebt... Oie menschliche Bewertung der Schüler ii. Die Maßstäbe. Die Lehrerschaft Der höheren Schulen sieht sich in diesem Jahre vor die verantwortungsvolle Aufgabe gestellt, ein Urteil über die Eignung der Abiturienten zum Hochschul st uDium abzugeben. Dabei soll zunächst der Charakter, ganz abaesehen von den Leistungen, bewertet werden. Der Lehrer muß sich darüber klar werden, ob er dem Schüler feinen rein menschlichen Eigenschaften nach Die Fähigkeit zutraut, in Die geistige Führer- schichtderNation einzurücken. Die Leistungen roerDen Dann späterhin ebenfalls berücksichtigt werben. Zunächst jeboch gilt es bas Bilb b e r „Persönlichkeit" — wie man früher sagte — festzulegen. Wir nehmen an, baß ber Lehrer über bas innere Sein seines Zöglings im klaren ist. Wie gelangt er nun zu seinem Urteil? Nach welchen Gesichtspunkten wirb er es formulieren? Er wirb, wenn er baran yeht, einen Menschen zu charakterisieren, sehr halb bie Erfahrung machen, baß es keineswegs leicht ist, eine Individualität fo Wie eine Uraufführung entsteht... Von Per Schwenzen. ,,Am ... ten bes Monats Uraufführung ber Korn ö bie ..." Diese bescheibene Voranzeige im Theaterteil ber Zeitungen hat zumeist eine Vorgeschichte, von ber ich hier aus eigener Erfahrung berichten darf. Wir gehen von ber Tatsache Des vollendeten Stückes aus, Das alsbald seine erste Passion in Den Büros Der Theateroerlage beginnt. Unter zweihundert seinesgleichen — Das ist Di« Durchschnittliche Zahl an monatlichen Eingängen eines Berliner Theaterverlages — liegt es unD wartet darauf, von übermüdeten Augen einer raschen Prüfung unterzogen zu werden. Und es kommt mit den üblichen Zeilen höflichen BeDauerns zurück. Aber jetzt! Jetzt ist es geschehen? Ein namhafter Schauspieler hat Das Stück aus Dritter Hand in Die Finger bekommen unD hat sich bis über Die Ohren in Das Stück verliebt. Ja, verliebt! Das ist eine heftige Liebe, wenn Schauspieler in Stücke unD Rollen verliebt finD, unD diese leidenschaftliche Liebe geht über Dornen, durch Zerwürfnisse mit Direktoren und Kollegen Den fanatischen Weg Des Glaubens bis zum Ziel. Er sucht wie für eine angenommene Waise Die notwendigen Paten, das Stück aus Der Taufe zu heben, nämlich erstens einen Verlag und zweitens ein Theater und Drittens GelD und viertens... Er sucht unD kämpft und ringt. Unter großem Verbrauch an Mokka, Kognak und Zigaretten finden Lesungen des Stückes statt. Mißtrauisch bis an Die Haarwurzeln sitzt Da eine Direktions- oDer 23er* lagsaröße in Den Sessel geDrückt unD läßt sich Akt für Akt oorlefen: „Ausgezeichnet", lautet Das Urteil, „ganz ausgezeichnet Dieser erste Akt mit seinem straften Aufbau unD feiner wirklich dialogischen Lebendigkeit — aber — aber", stirnrunzelt er weinerlich: „Aber dieser schwache zweite Akt! Meine Herren! Der scheint mir denn Doch sehr aus Der Fibel abgeschrieben! Nein, Das geht nicht! Vom Dritten Akt ganz zu schweigen, Der hängt ohne jede dramatische 23erknüpfung zum Ganzen in der Luft." Am nächsten Morgen liegt Das schriftliche Urteil einer anDeren Kapazität in Theaterfragen vor: „Der erste Akt ist unhaltbar unD am besten einfach wegzulassen. Die Stärke Des zweiten Aktes ist unverkennbar, in seinen ersten Szenen muß Die HanD- lung exvoniert roerDen, um in Dem ausgezeichneten Dritten Akt Den Höhepunkt zu erreichen. Mit Diesem ersten Akt müssen wir leiDer zur Ablehnung kommen." Ein Dritter hält Das ganze Stück für ein Dilettantisches Machwerk... zu umreißen, daß ein Deutliches Bild von ihr entsteht. Jeder Mensch ist ein schlechthin Einziger, ein in seiner Art unvergleichliches Gottesgeschöpf. Er bildet eine ganzheitliche Gestalt, Die Doch Die verschiedensten Einzelbestandteile in sich enthält und von zahlreichen Spannungen durchzogen ist. Sie hat ihre Vordergründe und Hintergründe, ihre Schichtungen und Abstufungen und befindet sich in beständiger Bewegung. Besonders in Den jugendlichen Uebergangsjahren. Der Dichter mag es fertig bringen, ein überzeugendes Bild feines Helden aufzubauen, dem Beamten, der mit den normalen Mitteln der Psychologie und Dem lanDläufigen Handwerkszeug offizieller Bewertungen arbeitet, fällt das naturgemäß schwerer. Er wird sich sagen, daß er zwar einen sicheren Gesamteindruck des Schülers hat, daß es aber nun Darauf ankommt. Diesen so zu übermitteln unD so zu begrünDen, Daß Durch falsche AusDrucksweise keine Verzerrungen entstehen. Ist Das Wesentliche richtig herausgehoben? Wird anderes DaDurch nicht vielleicht verdeckt? Wird Das innere Gleichgewicht Durch Hervvrziehen einer einzelnen Seite nicht gestört? Tritt Das innere Form- gesetz Des Charakters jenseits Der Einzelheiten klar hervor? Ist berücksichtigt. Daß an dieser jugendlichen Natur noch alles im Flure ist? Sochschulnachnckten. Der Ordinarius für deutsches Recht, bürgerliches Recht, Kirchenrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Tübingen, Dr. Walter Schönfeld, hat einen Ruf als Nachfolger von Geheimrat Prof. Dr. Alfred Schultze an die Universität Leipzig erhalten. Der bedeutende Anglist der Universität Göttingen, Geh. Regierungsrat Professor Dr. Lorenz Morsbach, konnte dieser Tage seit 6Ojähri- ges Doftor jubiläum feiern. Morsbach wurde am 6. Januar 1850 in Bonn geboren, wo er später auch studierte und sich 1884 habilitierte-, 1892 wurde er Extraordinarius in Bonn, im gleichen Jahre wurde er als Ordinarius auf den Lehrstuhl von Aloys Brandl nach Göttingen berufen, den er bis zu feiner Emeritierung (1921) innehatte. Bon Morsbachs Arbeiten nennen wir außer feiner Mittelenglischen Grammatik die Studien über Die Lyrik Robert Burns', über Shakespeare und das Hamlet-Drama. Professor Dr. Paul Großer, vormals Extta- Ordinarius für Kinderheilkunde an Der Universität Frankfurt, ist während eines Aufenthaltes in Frankreich im 55. Lebensjahr gestorben. stehenDen Spaltung Kapital schlagen zu können, sieht sich nun plötzlich mit viel Unbehagen dieser neuen Situation, b. h. Der Rüstung zum Angriff auf feiten Der letzteren, gegenüber. Ihre Antwort ist eine verstärkte Hetztätigkeit: aufrührerische Reden ihrer Führer, Die Die analphabetischen Massen zu Unbesonnenheiten hinreißen sollen, unD Der Ruf nach Dem Zusammenschluß aller Arbei - ter zur „Revolutionären Einheitsfront" kennzeichnen Die Lage. Die Leitung bereitet mit aller Aktivität den Umsturz vor, wobei sie von der Freimaurerei tatkräftig unterstützt wird. Als vor wenigen Tagen ein Minister Der augenblicklichen Regierung scharf gegen das Treiben Der Sozialdemokratie Stellung nahm, rief ihm Der sozialistische frühere Minister Prieto im Parlament Die beDeutfamen Worte zu: „Sie vergessen Ihre Pflichten als Freimaurer." Die MaDriDer Zeitung „Jnsormationes" berichtet aus Barcelona, Daß Dort zwischen Vertretern Der Anarchosyndikalisten und Der Sozialisten entschei- DenDe Beschlüsse gefaßt roorDen seien hinsichtlich einer gemeinsamen Protestaktion in ganz Spanien gegen Den augenblicklichen ßanDtag. Hierfür seien auch maßgebenDen Gewerkschaften (CNT. unD UG.) verpflichtet worden, Deren Bewaffnung täglich weiter fortschreite. Das Blatt weiß weiter von einem umfangreichen Waffenschmuggel an Der katalanischen Küste (Costa Brava) zu berichten, auf GrunD dessen Die Bildung von „sozialistischen Milizen" vorgenommen würde. Zweieinhalb Millionen Peseten stünden hierfür zur Verfügung. Zahlreiche schwere Maschinengewehre und Infanteriegeschütze seien bereits zur Verteilung an die Organisationen gelangt. Der Aufstand werde in Madrid in Der Form Des revolutionären Generalstreiks und im übrigen Spanien mit anarchistischem Charakter geführt roerDen. Wir überlassen Die Verantwortung für Die Richtigkeit Dieser Ausführungen Den „Snformationes", Die als seriöse Zeitung bekannt finD. Möglich sind Diese Vorgänge Durchaus, ja sie finD sogar wahrscheinlich. Wenn man gehört hat, mit welcher Offenheit und mit welchem Zynismus Der frühere sozialistische Arbeitsminister Largo Caballero kürzlich in einer MaDriDer Kundgebung zum Aufstand gehetzt hat. Dann bleiben keine Zweifel mehr offen. Spanien befinDet sich innerpolitisch in einer außerordentlich gespannten Situation und es hat Den Anschein, Daß Die Lösung auf normalem Wege nicht mehr möglich ist. getragen roerDe. JeDem Kenner Spaniens ist es klar, Daß eine wenigstens teilweise auf faschistischen Grundgedanken aufgebaute Erneuerungsbewegung in Diesem Lande nur Dann Aussicht auf DauernDen Erfolg haben kann, wenn sie in inniger Verbindung mit der Dem Volk in Fleisch und Blut übergegangenen katholischen Mentalität (der Mentalität Der kämpferischen Kirche) aufgebaut wirD. So steht es Denn auch ziemlich außer Frage, Daß dieser außerordentlich bedeutende Schritt von Gil Nobles sich zum Nachteil Der rein faschistischen Organisationen wie Der „Ions" unD der „Fe" auswirken wird, wenn er nicht überhaupt im Laufe der Zeit Die bei- Den völlig zu sich herüberzieht. Außerhalb dieses Rahmens bleiben dann nur noch Die reinen Monarchisten, Deren Vertreter sich auch heute merkwür- Digerroeife noch immer nicht vom Liberalismus frei machen können. Die Linke, die bis heute geglaubt hat, aus her zwischen Den Monarchisten unD Der Volksaktion be- Mit dem Sturz der Monarchie im April 1931 waren die engen Bande, die Madrid mit Rom, der Ewigen Stadt, Jahrhunderte hindurch verbanden, plötzlich zerrissen worden. Die ausgesprochen links- eingefteüten republikanischen Regierungen, die die Monarchie ablösten, hatten den Kampf gegen die Kirche auf ihr Panier geschrieben und überboten sich während ber ersten zwei Jahre ihrer Tätigkeit in Maßlosigkeiten gegen die Geistlichkeit, die kirchlichen Orden und den religiösen Unterricht. Nachdem die Kirchen und Klöster an allen Ecken Spaniens in Flammen standen und der Mob feine Befriedigung gefunden hatte, ging die sogenannte republikanische' Elite daran, ihren Religionshaß in Der Verfassung zu verankern, womit Die Unmöglichmachung eines weiteren katholischen Lebens erzielt werben sollte. Nur Dem Geschick Des päpstlichen Nuntius, der ungeachtet des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Rom und Madrid (her allerdings nie offiziell erklärt wurde, sondern nur de facto bestand) in der spanischen Hauptstadt geblieben war, ist es zu verdanken, daß nicht noch „ _ , schärfere Maßnahmen gegen den Katholizismus im nur verhältnismäßig geringe Verände- SLOWAKEI WEICÄ Mer schließlich sind wir keine Dichter, sondern Lehrer. Wir sollen kein künstlerisches Porträt des Schülers geben, keine Charakterstudie, sondern einige klare und wohlbegründete Werturteile fällen: Hältst du diesen jungen Menschen seiner ganzen Art nach zum Hochschulstudium für berufen oder Nicht ....? Hierfür gibt es immerhin einige Handhaben und Maßstäbe. Man kann etwa die Typenbetrachtungen anwenden und fragen: sind an diesem jungen Mann die charakteristischen Wesenszüge vertreten, die man von einem Studenten des heutigen Staates, von einem kommenden Volksführer erwarten muß? Allerdings sollte man sich darüber klar sein, was für den neuen deutschen Menschen typisch ist, welche Werte im Mittelpunkt stehen, welche Wesensbildung hochgezüchtet werden soll. Jedenfalls steht fest, daß dem neuen Reich mit bloßen Intellektuellen, ästhetischen Genießern.und willensarmen Schwächlingen als Führern nicht gedient fein kann. Wir können also positiv fragen: ist der junge Mann dazu berufen, später einmal Führer zu sein? Kommt er dem Ideal nahe, daß wir uns von einem Führer machen? Hat er einen klaren Kopf, einen Blick für das Wesentliche? Vermag er eine Frage richtig zu beurteilen und entschlossen zu meistern? Ist er ein anständiger Charakter? Besitzt er Selbstvertrauen und den Mut zur Verantwortung? Ist er kameradschaftlich? Geht von ihm jener suggestive Einfluß aus, her gefolgschaftsbildend wirkt und die anderen zum Anschluß zwingt? Rur in seltenen Fällen werden alle diese Eigenschaften in einem jungen Menschen vereinigt sein. Es gibt stark uggestive ‘ Charaktere, die doch nicht einwandfrei ind. Scharfe Denker ohne das Bedürfnis, andere um ich zu sammeln usw. Wertvolle Ansätze sind in jedem Falle zu berücksichtigen. Nicht minder wichtig ist die Fruge, ob sich ein Junge einordnen kann, ob er später einmal ein williger und treuer Volksgenosse, ein rechter Gefolgsmann sein wird. Diel erörtert ist das Thema der „ganzen Kerle". Ob einer ein Kerl ist, weiß die Klasse im allgemeinen besser als der Lehrer. Aber auch der wird sich ein Bild machen müssen. Ich weiß von einem Amtsgenossen, der versetzt sich zurück in die Zeit, als er Kompanieführer im Kriege war. Dort mußte er sich oft für besonders gefährliche Kampfzwecke eine Leibgarde zusammenstellen. Dazu wählte er die tüchtigsten Kerle der Kompanie. So fragt er sich heute vor seinen Schülern: Aus welchen würdest du dir im Ernstfall eine Leibgarde bilden? Die ihm hierbei in den Sinn kommen, das sind die K-erle. Andere haben wieder andere Maßstäbe. Immerhin muß man wissen: der bloße „Kerl" ist nicht dasselbe, wie ein Student. Dazu gehört noch einiges mehr... Wir haben für die Hochschule auszuwählen. Dort wird studiert. Zwar wehrt sich die heutige Studentenschaft mit Recht gegen den Nur-Fachstudenten, der rein intellektualistisch ist, weltfern vertrocknet und seine Willenskräfte nicht ausbildet. In der Tat, der Typ der bebrillten .^Jntelligenzbestie" ohne ein Herz im Leib und Mark in den Knochen hat etwas Abstoßendes. Aber nicht jeder geistige Mensch ist ein „Führer". Das "alte Deutschland kannte jene stillen und schlichten Gelehrtennaturen, die mit hingebungsvoller Treue ihrem Werke lebten und in der Zurückgezogenheit ihres äußerlich bescheidenen Daseins nicht nur zur Unsterblichkeit heranwuchsen, sondern auch ihrem Volke ungemein nützten. Ich denke an Männer wie Liebig oder Gauß, die in der SA. vielleicht gar keine besondere Figur gemacht hätten. Soll man diese Typen einer rein sachlichen und fachlichen und doch innerlich glühenden Gelehrsamkeit unterdrücken? Ich glaube nicht. Die religiöse Beurteilung eines Menschen tritt heute fast ganz zurück. In früheren Zeiten war sie ausschlaggebend. Man ist heute scheuer, vielleicht keuscher in diesen Dingen. Man will Verborgenstes nicht hervorziehen und schablonisieren. Und döch ist der religiöse Gesichtspunkt an sich von entscheidender Bedeutung. Denn er berührt den innersten Wesenskern eines jeden. Man denke sich einen Menschen, der ein ganz festes Verhältnis zu seinem Gott hat und seinen Lebensweg in Ehrfurcht, Liebe und Sachlichkeit sicheren Schrittes geht, das Ziel un- verrückt im Auge — wäre ein solcher nicht auch für das Volksganze von höchstem Wert? Vielleicht viel wesentlicher als ein breitbeinig aufgepflanzfer „Kerl", oder ein hochgezüchteter Wissenschaftler? Wie steht es mit der Bewertung des ausgesprochenen Seelenmenschen, in dem ein tiefes Ethos und eine soziale Genialität lebt, mich wenn er in Leistung und Sein auf den ersten Blick vielleicht nicht besticht? Wie steht es mit den stillen,'unbeirrbaren Pflichtmenschen? Wir berühren noch zwei Sonderfragen. Der Sohn aus gutem Haus, wie man zu sagen pflegt. Er sticht nicht besonders hervor, weder durch Leistungen noch durch charakterliche Wucht. Aber er hat den sicheren Takt hochgezüchteten Blutes, das richtige „Benehmen" gegen Menschen und Dinge, auch in schwie- rigen Verhältnissen, und seine sichere Hand, wenigstens auf dem ererbten Berufsqebiet. Und daneben den noch ungeschliffenen, vielleicht ungeschlachten Sprößling aus bäuerlichem Geschlecht, ohne erbliches Durchformtsein, doch mit der ganzen Urgewalt unverbrauchter Naturwüchsigkeit. Darf man das wertvolle Erbgut dort und die Fülle zukünfti- ger Möglichkeiten hier mit in Betracht ziehen? Schließlich: Soll man bei der allgemeinen Charakterisierung des Schülers die Begabung mit berücksichtigen? Unseres Erachtens: ja. Denn Begabung ist ein wesentlicher Zug, der sich aus dem Gesamtcharakterbild nicht austilgen läßt und dort einen ganz bestimmten Ort hat. Und wenn es nicht die Begabung selbst sein sollte, so ist auf alle Fälle die Stellung des Jungen zu seiner Begabung ein Cha- rakterzug. Ob einer sein reiches Talent verkommen läßt oder mit seinem Pfunde wuchert, ob einer genial verlottert oder sich bei minderer Beanlagung zu höchster Leistung zusammenrafft, ist eine eminent charakterliche Frage. So muß auch die Begabung bei einer ganzheitlichen Chorakterbeurteilung mit herangezogen werden. Beanlagung ist noch keine Leistung. Besonderer Maßstäbe bedarf die Beurteilung der Mädchen. An die Stelle des Führergedankens tritt hier der Gesichtspunkt der Mütterlichkeit und was damit zusammenhäugt. Selbstverständlich spielt gerade bei den Mädchen, die zur Hochschule gehen wollen, die Frage der geistigen Begabung — im Rahmen der Gesamtpersönlichkeit — eine besondere Rolle. Wir haben gesehen, welche Verantwortung es mit sich bringt, eine Individualität in ihrem einmalig unwiederholbaren Sein zu charakterisieren. Wir haben dann nach typischen Maßstäben der Beurteilung gesucht und einige davon angedeutet. Schließlich erinnern wir uns des reichen Fachwerks von Wertprädikaten, das dem Lehrer aus seiner Zensurenpraxis zur Verfügung steht. Auch dieser Begriffschatz wird herangezogen und angewendet werden müssen. Der neue Staat verlangt von uns, daß wir den Schüler gerade nach der W i l l e n s e l t e hin schar- fer erproben und prüfen. Er will spartanische Naturen, Menschen von innerlicher Härte, vor allem gegen sich selbst, Männer, die sich zu beherrschen und deshalb zu führen wissen. Solche, die imstande sind. Gefahren zu begegnen und große Verantwortung auf sich zu nehmen. Das Heroische dient irgend- wie als letzter Wertmahstab... Hierfür fehlen uns noch weithin die Gesichtspunkte. Wir halten uns vorwiegend ans Heraebracht-Schulmäßige. Wir sagen etwa: Der Schüler ist fleißig, gewissenhaft, zuverlässig, beständig, ausdauernd, zielbewußt, er läßt nicht locker, es ist ihm keine Arbeit au viel, er nimmt freiwillig Arbeit auf sich, wo sich andere drücken, er ist unverdrossen, ordentlich, ein Pflichtmensch, pedantisch, etwas ängstlich... Oder das Gegenteil: er macht es sich leicht, läßt die Arbeit an sich herankommen, weiß nicht, was Arbeit im Grunde bedeutet, nimmt es nicht Jo genau, arbeitet nicht selbständig, sondern läßt sich von anderen aushalten — er ist ein Pfuscher usw. Oder: der Junge ist ein frischer Kerl, er hat ein offenes, aufgeschlossenes, gerades Wesen — er ist eine heitere, sonnige Natur, er lacht gern und kann sich ungekünstelt freuen, er ist begeisterungsfähig, beschwingt und von innerer Anteilnahme, er hat etwas sehr Bestimmtes in seinem Wesen, er hält sich in Zucht, er legt Wert auf Form, er ist dankbar, treu, opferbereit, er trägt nicht nach, er hat Humor, er ist stark reflektiert, kritisch, spöttisch, (sarkastisch), er ist dumpf, schwerfällig, unaelockert, in sich selbst sprunghaft, wechselnd, unentschlossen, er hat etwas Trübes, befangen Verhaltenes, Lauerndes in feinem Wesen, er ist abweisend, fremd, unaufrichtig, er hat einen scharfen Verstand, ein klares Urteil, bestimmte Ansichten, er ist ein ausgesprochen geistiger Mensch, dem das Materielle gleichgültig ist, er grübelt, hat Ideen und Spekulationen, er schwebt in höheren Regionen, steht f^st auf dem Boden, ist eine materielle Natur, ein Realist, gänzlich phantasielos usw. Wesentlich ist das soziale Verhalten: Der Schüler zeigt Kameradschaftlichkeit, ist hilfsbereit, entgegenkommend, kann schweigen, verrät andere nicht, beschönigt sich selbst nicht, zeigt Bekennermut, hat Selbstvertrauen, ist wesentlich Einzelgänger, hat Takt, wahrt Abstand, sucht etwas aus sich zu ma- chen, will* mehr scheinen als sein, hat die Lehrer innerlich zum Besten, hält wenig von der Schulautorität, läßt sich nie fangen usw... Oder das Verhältnis der einzelnen Charakterzüge zueinander ist abzuwägen: Gute Beanlagung, aber mangelnde Selbstzucht, geringere Geistesgaben, doch eiserner Wille, ausgesprochen einseitige Veranlagung, die Großes verspricht, vielseitige Begabung mit der Gefahr der Zersplitterung, hat noch reiche, unentwickelte Möglichkeiten in sich, ist unausgebacken, kindisch... Der Schüler ist eine sehr einfache und klare Natur, in sich widerspruchsvoll, ein Mensch von Niveau, subaltern, Idealist, Zweckmensch usw. ... Auch das Körperliche ist selbstverständlich zu berücksichtigen. Es kann dem Staat nicht gleichgültig sein, ob einer gesund oder krank, ein glänzender Rassetyp und Träger wertvoller Erbgüter, ein durchtrainierter Sportsmann ist ... Doch fehlen hier vielfach die Maßstäbe. Und es fragt sich, ob hier die Schule urteilen soll. Wir haben einige Wert-Etiketten angedeutet. Ihre Zahl ließe sich ins Unendliche vermehren. Es kann selbstverständlich niemals darauf ankommen, daß der Lehrer diese gleichsam aus einem Sack herausholt und seinem „Objekt" von außen her aufpappt. Er wird sich vielmehr bemühen, jede Eigenschaft des Schülers aus dessen Wesensmitte heraus abzuleiten, sie im organischen Zusammenhang der Gesamtpersönlichkeit zu schauen und von da aus in ihrem eigentlichen Sinn zu verstehen. Die Lehrerschaft ist sich ihrer Verantwortung bewußt. Sie weiß, wie schwer es ist, dem Menschen in feinem persönlichen Sein gerecht zu werden. Gewisse typische Klassifizierungen sind unvermeidlich. Und ohne die Anwendung bestimmter Bewertunas- schemata geht es nicht. Doch ist das Entscheidende, daß der gesamte Veurteilungsapparat richtig, d. h. objektiv gehandhabt wird. Von dem Verfahren der Auswahl soll das nächste Mal die Rede fein. Aus der Provinzialhauptstadt. Zn rwartung des Frühlings. Schöner Frühling, komm doch wieder, Lieber Frühling, komm doch bald! Bring uns Blumen, Laub und Lieder, Schmücke wieder Feld und Wald! Ja, alles hat feine Zeit! Wenn im Herbste die Tage sich verkürzen, wenn im Wiesengrunde die Nebel brauen und der Sturm um das Haus braust, sehnt man sich nach der warmen Stube. Wenn die Tage länger werden, packt uns die Sehnsucht nach dem Frühling. Noch hält der Frost die Erde in ihrem Banne, noch liegt an den Nordhängen eine mehr oder weniger unterbrochene Schneedecke, die nach und nach von der immer höher steigenden Sonne weggeleckt wird, bis nur noch in Furchen und zwischen Schollenvertiefungen Reste verbleiben, die gleich weißen Streifen die braune Landschaft oft noch bis in den Lenzmond hinein zieren. Schon im ersten Monat des neuen Jahres macht sich die belebende Wirkung der wärmer werdenden Sonnenstrahlen an Baum und Strauch bemerkbar. Während die Wetterseite des Stammes noch in glitzerndem Glatteis leuchtet, pulst und arbeitet es schon in den Leitungsbahnen. Langsam setzt sich der Saftstrom, das belebende Blut des Baumes, m Bewegung. Nur bei ganz starker Kälte war ja die Safttätigkeit völlig unterbunden. „Fabian, Sebastian (20. Hartung) treibt den Saft im Baume an", sagt ein alter Bauernspruch. Immer mehr längen sich die Haselkätzchen und schon ein sachter Windzug bringt sie in Bewegung. Immer dicker schwellen die Knospen der Salweiden an, und aus den braunen Hüllen lugt behutsam die filzig- | silbrige Spitze des Kätzchens. Aus der weiblichen Blütenanlage des Haselstrauches kommt das rote I Narbenbüschel zum Vorschein und harrt der befruchtenden Bienen und Hummeln. An den Erlen, die den Wiesenbach besäumen, leuchtet es rötlich von den zahlreichen Troddelkätzchen, und die Espen sind mit sammetweichen Kätzchen geziert. Wohl geht es dem Lenze entgegen, aber gewöhn- lich gibt der Winter im Hornung noch einmal eine kürzere oder längere Gastrolle, ehe er sich ganz zurückzieht. Wenn's um Lichtmeß stürmt und schneit, Ist der Frühling nicht mehr weit! Ist es aber hell und klar, Kommt der Lenz noch nicht, fürwahr! Oder wie eine andere Bauernregel lautet: Lichtmeß Sturm und Schnee, bringt des Frühlings Näh'! Die ersten mittleren Tage des Februar lassen dann die ersten Blllber der Blumenwelt aufwachen. Zaahaft reckt das Schneeglöckchen seine Blüte. Unter Hecken und Gebüsch versteckt, lenkt bald an warmen Südbängen das Veilchen unsere Aufmerksamkeit auf sich. An geschützten Stellen hat das Blattwerk des Gänseblümchens und Leberblümchens der Kälte zu trotzen vermocht, und schon machen sich die krummen Blütenstielchen bemerkbar. Um diese Zeit wird die erwachende Natur auch allmählich von der Vogelwelt belebt. Der Zaun- könig, nächst dem Goldhähnchen der kleinste der gefiederten Freunde, hat auch in Not und Frost seinen melodischen Gesang ertönen lassen. Jetzt aber singt die Lerche ihre Jubellieder zum Preise des Schöpfers und von der Spitze eines einzelstehenden Birnbaumes schmettert die Amsel mit dem er« wachenden Tage und mit der schlafengehenden Sonne ihre herrlichen Meisen. Gewiß ist sie bei ihrer Umfteöuna zum Feld- und Gartenvogel zu Einern großen Teil schädlich geworden. Aber mit ihrem nachtigallähnlichen Schlag macht sie manche Räubereien am Beerenobst vergessen. Vor seinem Hause erweckt der Star, der lustige Herold des Frühlings, mit seinen Weisen neue Hoffnungen in ber Menschenbrust. Das helle „Spitz-die-Schar" der Kohlmeise ruft den Bauer zu den Vorbereitungen zur Frühjahrssaat auf. Noch fehlen die Kleinmusi- kanten der Natur, die Bienen, Hummeln und andere Kerfen. Nur um eine günstige Mittaaszeit macht sich em vereinzeltes Summen bemerkbar. Lerchensang, Schneeglöckchens Läuten, schwellende Knospen, allmählich sich färbendes Grün her Wiesen unö vereinzeltes Jnsektengefumm sind Wegbereiter wr Fruhlmgsglück und Frühlingsauferstehen. Wir aber wollen die werdende Natur in vollen Zügen gemeßen und damit die Tugend paaren in leglichem Geschöpf den Schöpfer zu ehren. „Die Fenster auf, die Herzen auf, Der Frühling kommt mit Saus und Braus In Flur und Hain gezogen, Mit Kindersang und Lerchenschall Und mit dem Lied der Nachtigall, Da kommt das Glück geflogen." Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung -er DAF.) Gießen. Die Neuordnung der Deutschen Arbeitsfront wird bei vielen Verwaltungsstellen der ehemaligen Verbände usw. die Frage aufwerfen, wohin alte Protokollbücher, Jahresberichte jeder Art, Niederschriften und Akten über Versammlungen und besondere Ereignisse, Prozeßakten. Kalender, Bilder und Filme, Kartensammlungen, Verbands- und Dercinsabzei- chen jeder Art, Modelle u. a. abgegeben werden. Es gilt dem deutschen Volk jetzt und für alle Zukunft einen geschichtlichen Ueb erb lick zu erhalten, wie in den einzelnen Zeitabschnitten und in den einzelnen Verbänden, Vereinen usw. Arbeiterinteressen vertreten wurden, wie das schaffende Volk lebte, wie es stritt, wie seine Vertreter ihre Aufgaben lösten, kurz: es gilt, die Geschichte des schaffenden Deutschlands mit Urkunden jeder Art zu belegen. Groß und wert- voll ist schon die Sammlung, die vorhanden ist, sie kann allerdings der Oeffentlichkeit noch nicht übergeben werden. Es ergeht an alle ehemaligen Verbände usw. und Privatpersonen die Aufforderung, dafür Sorae zu tragen, daß nichts von den oben angegebenen Sammlungen verlorengeht, sondern baldigst an die Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung der Deut- scheu Arbeitsfront), Gießen, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, abgegeben wird. Gez.: Hermann Wagner, Kreisbetriebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront. ♦ In dieser Woche findet für alle Amtswalter der NSBO. und Betriebsratsmitglieder die Schulung über das „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" statt, und zwar: 1. in ©rünberg am Freitag, 16. Februar, ab 20 Uhr, bei Pg. Becker (Taunusbecker): 2. in Gießen am Samstag, 17. Februar, ab 20 Uhr, im großen Saal des Hauses der „Deutschen Arbeitsfront" Schanzenfttaße 18. Die Amtswalter und Betriebsratsmitglieder besuchen an dem Orte den Vortrag, wo sie auch zur Schulung eingeteilt sind. Heil Hitler! gez. Herm. Wagner, Kreisbettiebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront. F. d. B.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. Ortsgruppe Gießen-Süb. Die Geschäftsräume der Ortsgruppe befinden sich ab Mittwoch, 14. Februar, in der Cred - nerstraße 24, pari., Telephon 3716. Sprech- stunden: Ortsgruppenleiter: Dienstag, Mittwoch, Freitag, von 19 bis 21 Uhr. Stellv. Ortsgruppenleiter und Organisationsleiter: Samstag, von 16 bis 18 Uhr. Ortsgruppenkasse: Dienstag, Mittwoch, Freitag, von 19 bis 21 Uhr. Winterhilfe: Mittwoch, von 17 bis 20 Uhr. NS.-Volkswohlfahrt Ortsgruppe Walter: Freitag, von 19 bis 21 Uhr. NSV. Kasse: Mittwoch, von 19 bis 21 Uhr. Sämtliche Amts- und Abteilungsleiter, sowie Zellenwarte haben mindestens zweimal in der Woche an den Sprechstunden selbst zu erscheinen ober einen Vertreter zu senden. Besuche in der Wohnung des Ortsgruppenleiters und der Amtsleiter in dienstlichen Angelegenheiten sind vollkommen zwecklos und müssen unterbleiben. gez. Schwarz, Ortsgruppenleiter. 7l(5£3. Kreis Gießen. velr.: Schülerzeitschrift „hilf mit!" Alle rückständigen Beiträge für „Hilf mit!", ein- schließlich der Beträge für Heft 5, sind sofort auf das Postscheckkonto des Kreissachbearbeiters einzu- zahlen. Konto: B. Heller, Gießen, Liebigstraße 84 Frankfurt a. M. Nr. 57 684. Neubestellungen sind bis zum 20. d. M. an obige Adresse zu richten. Velr.: Männerchor. Nächste Singstunde: Donnerstag, 15. Februar 16,45 Uhr, im Zeichensaal der Goetheschule Horsts Wessel-Wall). Alle Sänger, die schon einmal im NS.-Lehrerchor mitgefungen haben, werden zur Mitwirkung aufgefordert. Nebeling, Kreisobmann. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahn^ hofstraße: „Wilhelm Tell". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg.- „Der Mann ohne Furcht" und „Helden des Alltags". — Oberhessischer Geschichtsverein, 20.15 Uhr, Kunstwissenschaft!. Institut, Vortrag mit Lichtbildern über „Das rheinfränkische Gebiet als aeschichtliche Einheit". — Cafe Leib, 15.30 Uhr, Aufklärungsvortrag von Stadtbaurat Graverk über die Einrichtung von Luftschutzräumen und -kellern. — Johannessaal, 20 Uhr, Evangelisations- Dortrag. — Saal der Stadtmission, ßöberftr. 14, 20.30 Uhr, Vortrag von Zelt-Evangelist K r u p t a. — NS.-Kriegsopferoersorgung, OG. Gießen, 20.30 Uhr, Caf6 Leib, Mitgliederversammlung. — NS.» Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte, 20 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppenabend. — Ortsgruppe Gießen-Mitte, 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Zusammenkunft aller politischen Leiter und Helfer. — Ortsgruppe des Stahlhelm, BdF., 20 Uhr, Stahlhelmheim, Appell aller verpflichteten Kameraden. — Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt heute als Premiere das Freiheitsdrama eines Volkes „Wilhelm Tell" erstmalig zur Auf» führung. (Siehe heutige Anzeige!) — E i n Lichtbilder - D ortrag in der S t a d t k i r ch e über das Thema „Verpflichtung der evangelischen Frauenwelt für Ueberfee" wird auf Veranlassung des Gustav-Adolf-Frauenvereins Gießen am kommenden Sonntag mit Pfarrer Stosch - Wittenberg als Redner stattfinden. (Siehe heutige Anzeige.) Oie Einweihung der Führerschule auf dem Gleiberg. Die Einweihung her Führerschule für Angehörige der NSDAP, und ihrer Gliederungen, die durch den Umbau des Albertusbaues auf der Burg Gleiberg eingerichtet wurde, ist auf den 27. Februar, 15 Uhr, festgesetzt worden. Zu der Feier wird auch der Herr Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger erscheinen. Oer Bundesführer der Marinevereine beim Marineverein Gießen. Der Marineverein Gießen e. V. hatte — wie man uns berichtet — am Sonntagabend die Ehre, den Bundesführer Deutscher Marinevereine, Herrn Fregattenkapitän a. D. H i n tz m a n n, in feinem Heim der Kameradschaft begrüßen zu können. Der Gast befand sich auf einer Inspektionsreise durch die einzelnen Gaue und hat dabei auch den Gau Niederwald, dem der Marineverein Gießen angehört, besucht. Anwesend waren außer dem hiesigen Verein die Führer und Dereinsabordnungen der Marinevereine Butzbach, Wetzlar, Weilburg, Dillenburg, Herborn und Limburg. Das Haus war in Anbetracht des Ereignisses voll besetzt. Der Vereinsführer, Kamerad Rödiger, begrüßte den Bundesführer in kernigen Worten und wies darauf hin, daß dies das erstemal sei, daß der Bundesführer in Gießen unter den Kameraden weile. Es sei dies ein gutes Zeichen der Kameradschaft im Sinne unseres großen Führers Adolf Hitler. Der Marineverein Gießen fei bestrebt, im Geiste des Führers die alte Tradition zum Wohle unseres Volkes weiter zu pflegen und an dem Aufbau des neuen Reiches kräftig mitzuwirken. Der Bundesführer gedachte dann in längeren Ausführungen der Reichseinheit, die bei der Marine schon seit Gründung des Dismarckschen Reiches bestanden habe, denn alle deutschen Stämme hätten sich unter der uralten, ruhmreichen Kriegsflagge im Dienst in der Marine zusammen- gefunden und sich damals schon als Deutsche ge» suhlt. Der Begriff der Bundesstaaten sei bei der Marine dadurch schon gefallen gewesen. Er kam bann auf den Wehrgedanken zu sprechen und führte u. a. aus, daß jeder wehrfähige Mann seinen Platz auszufüllen habe, an den er gestellt werde, und Pflichtbewußtsein und die alten soldatischen Tugenden des Gehorsams wieder zur Geltung kommen, damit wir jederzeit in der Lage seien, unserem Führer Adolf Hitler zu folgen, wenn er den Ruf an uns ergehen läßt. Mit einem dreifachen Sieg- Heil auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler schloß er seine erhebende Ansprache.. Anschließend folgte der Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes. Der Abend gestaltete sich unter dem Gesang von vaterländischen Liedern, umrahmt von guter Marschmusik, zu einer erhebenden vaterländischen Feier, die jedem Teilnehmer noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. ** Früherer Unterrichtsbeginn in Hessen. Einer Anordnung der hessischen Schulbehörde entsprechend war vom 15.11.33 bis 15.2.34 in sämtlichen öffentlichen Schulen Hessens der Beginn des Vormittagsunterrichts auf 8.30 Uhr festgesetzt worden. Dm 16. Fevruar an beginnt der Unterricht wieder um 8 Uhr. ** Abiturisntenprüfungen an den Gießener höheren Schulen. Im Landgraf- Ludwigs-Gymnasium wurden gestern in Anwesenheit von Ministerialrat G l Ü ck e r t die Abiturienten« Prüfung mit der mündlichen Prüfung abgeschlossen. Sämtliche 21 Schüler bestanden. Im Realgymnasium werden die Prüfungen heute durchgeführt, während das Matur an der Studienanstalt am 2. März, in der Oberrealschule am 1., 2. und 3. März stattfindet. ** Eine Saarkundgebung der Gießener Studentenschaft findet am kommenden Sonntag statt. Der Beauftragte der Saardeutschen für den Völkerbund, Landgerichtsrat Dr. Freudenberger (Saarbrücken), wird bei dieser Kundgebung sprechen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Nachentrichtung von Beitragsmarken zur Invalidenversicherung. In der Invalidenversicherung freiwillig versicherte Personen, die mit der Markenverwendung feit 1. Januar 1931 ober einem späteren Zeitpunkt im Rückstand sind, können ihre Versicherung durch Nachverwen- bung ber rürfftänblge’h Beiträge in Drbnung bringen. Die Frist läuft am 31. März ab. Nähere Auskunft erteilt bas städtische Versicherungsamt, Lony- sttaße 2. Schöffengericht Gießen. Ein Arbeiter in Gießen erging sich anläßlich von Lohnabzügen in Beleidigungen im Sinne der §§ 185, 186, die das Gericht veranlaßten, eine Gefäng- n i s ft r a f e von 1 Woche auszusprechen. Der Vertreter der Anklage hatte eine solche von einem Monat beantragt. Wegen Verstoß gegen den § 2 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Reichsregierung in Tateinheit des Vergehens gegen die SS 185. 186 RStGB. erhielt der Kellner Walter Fritz aus Gießen, zur Zeit in Untersuchungshaft, 7 Mo- not - G-fängni- unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Der Angeklagte schimpfte m unerhörter Art und Weise auf die Reaieruna und sein deutsches Vaterland. AußeLm b?leiW er die Beamten des Wohl ahrtsamtes auf gröbste 2lrt. Bei allen diesen Straftaten trug er unberechtigterweise das Abzeichen der NSDAP. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte das Gericht gegen eine Angestellte aus Kassel wegen Abtreibung. Das Urteil lautete auf 3 Wochen Gefängnis. Der Kaufmann I. O. aus Butzbach war Inhaber einer Papierfabrik. Nach dem Konkurs des Unternehmens trat eine Frau E. als Leiterin des Geschäfts ein. 0. blieb jedoch, wie der Vertreter der Anklage bemerkte, die Seele des Geschäfts. Als solcher kassierte er Gelder, ohne davon der eigentlichen Inhaberin zu berichten. Das Gericht sprach den Angeklagten von der Unterschlagung frei, weil er eben noch als Hauptstütze des Geschäfts anzusehen war. Wegen schweren Diebstahls im Rückfall — der Angeklagte ist schon achtmal vorbestraft — stand gestern der Dienstknecht L., zur Zeit in Haft, vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte war bei einem Bauer als Dienstknecht tätig. Eines Ta-, ges schlug er die Kommode em und entwendete. bares Geld und eine Taschenuhr. Nachdem der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 2 Monaten beantragt hatte, ging das Gericht über den Antrag hinaus und erkannte wegen Rückfalls auf 1 y» Jahre Gefängnis. Große (Strafkammer Gießen. In zweitägiger Sitzung hatte sich die Kammer unter Ausschluß der Oeffentlichkeit in Lauterbach mit einem dortigen Werkmeister zu befassen. Dem Angeklagten wurden zwei Fälle der Notzucht und vier Fälle tätlicher Beleidigung, begangen an Arbeiterinnen des Betriebs, in dem er tätig war, zur Last gelegt. Nach umfangreicher Beweisaufnahme — es wurden über 30 Zeugen vernommen — erkannte das Gericht wegen Notzucht in einem Falle und unter Freisprechung in den übrigen Fällen auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr. Der Nationalsozialismus in Oesterreich. Vortrag von Prof. Or. Mayer in der Ortsgruppe Süd der NSDAP. dreifachen „Sieg-Heil!" auf utfche Vaterland wurde die gebuntz und mit einem oen Führer und dc Bund zugehörig gewesen seien, mit Deutschland eifrig hingearbertet. Schönerer fei es gewesen, der in Oesterreich den politischen Antisemitismus begründet und ein wirksames nationales und soziales Gedanken- gut geschaffen habe, das von Lueger fortgeführt wurde, dessen Richtung sich unter seiner Initiative aber nach der klerikalen Seite entwickelte. Die politische Nachwirkung Schönerers sei allerdings nachhaltiger gewesen, als die des redegewandten Lueger. In jener Zeit sei, besonders in den sudetenoeutschen Ländern, ein nationalsozialistischer Zug, wenn auch noch unklar, wachgeworoen, der in der Folge auch aut Adolf Hitler sich ausgewirkt und ihm den politischen Weg gewiesen habe. 1914 sei die nationale Bewegung in der Jugend bestätigt worden. Es habe nun gegolten, um die gesamtdeutsche Sache zu kämpfen. Sodann beschäftigte sich der Redner mit den Verhältnissen unmittelbar nach dem Kriege, mit dem Regime der Sozialdemokratie in Wien, mit der österreichischen Judenfrage und mit dem Eintreten der Christlich-Sozialen für die gesamtdeutsche Sache. Oesterreich solle nach dem Willen Frankreichs und Italiens ein selbständiger Staat bleiben. Die Geschichte habe aber bewiesen, daß Oesterreich nie treibender Staat, sondern immer Objekt und Zentrum wichtiger politischer Entscheidungen gewesen sei. Immerwährende Frage in Oesterreich werde, selbst wenn sich die gegenwärtigen Verhältnisse beruhigten, der Anschluß bleiben. Der Nationalsozialismus sei in Oesterreich Volksbewegung geworden, der Kampf um die Behauptung und den Sieg des Nationatsozia- lismus werde aber härter sein, als in Deutsch, land. Oesterreich komme, wenn es seht zu einer Verbindung käme, aus innerer Angleichung und in organischer Folge heraus zu Deutschland. Der Anschluß werde von dem internationalen Judentum mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Die Gewinnung Wiens für den Nationalsozialismus werde eine große Entscheidung für die ganze europäische Welt bedeuten. Diese Entwicklung werde sich allerdings in aller Ruhe vollziehen müssen. Ein Putsch von nationalsozialistischer Seite könne leicht ausländische Mächte auf den Plan rufen. Für den Kampf um den Sieg des Nationalsozialismus in Oesterreich bedürfe es des politischen Soldaten und nicht des frisch-fröhlichen Krieges. Das Volk habe bewußt seine Politik in die Hand genommen und sei bereit, dafür zu opfern. Das österreichische Volk habe sich — gegenüber früher — durchaus gewandelt und die Angleichung an das Reich innerlich entwickelt. So werde auch Oesterreich den Weg einer ein Jahrtausend lang vorgezeichneten Geschichte gehen und in das Deutsche Reich zurück- finden. Für die internationale Politik Deutschlands werde diese Entwicklung von größter Bedeutung sein. (Lebhafter Beifall!) Mit kurzen Schlußworten des Leiters der Kund- Die Ortsgruppe Süd der NSDAP, veranstaltete gestern abend in Verbindung mit der NS. - Frauenschaft der Ortsgruppe eine Kundgebung im Katholischen Vereinshaus, die sehr aut besucht war und von dem stellvertretenden Ortsgruppenleiter Pg. H o l l ä n d e r geleitet wurde. Universilcitsprofeffor Or. Mayer, Gießen, sprach über die geschichtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oester- reich. Der Vortragende schilderte die geschichtlichen Verhältnisse zwischen Deutschland und Oesterreich vom Jahre 955 an, da die Ungarn auf dem Lechfelde geschlagen wurden, und in der Folge Der Vorstoß der Deutschen nach dem Osten begonnen habe, gn dem insbesondere bayerische Stämme maßgebend beteiligt gewesen seien. Er kennzeichnete ferner die große geschichtliche Aufgabe des Hauses Habsburg, die im wesentlichen darin bestanden habe, das Vordringen der Türken nach dem Abendlande zu verhindern. Großstaat sei Oesterreich allerdings erst durch den Prinzen Eugen von Savoyen geworden, der die Türken entscheidend geschlagen habe. Damals habe sich Oesterreich (Pragmatische Sanction) in klarer Entscheidung „gegen jede auswärtige Gefahr" (gemeint waren die Türken) gewandt. In den weiteren Ausführungen hörte man dann von der Kaiserin Maria Theresia, von ihrem schwachen Nachfolger, von der vielfach verkannten Politik Metternichs und schließlich von dem unter Franz Josefs langer Regierungszeit sich vorbereitenden Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie. Es sei erstaunlich gewesen, daß Oesterreich-Ungarn den Weltkrieg vier Jahre lang habe durchhalten können. Das heutige Oesterreich werde meist als Nachfolger der österreichisch-ungarischen Monarchie betrachtet. Das sei absolut unrichtig. An Stelle der Monarchie seien die sogenannten Nachfolgestaaten getreten (Tschechoslowakei, Ungarn, Oesterreich), während große Teile des Landes an Rumänien, Italien usw. gegangen seien. Die Zeit des k. u. k. Oesterreich sei vorbei und werde nie wiederkommen. Im Jahre 1918 sei die Niedergeschlagenheit über die Niederlage im Weltkrieg in Oesterreich nicht so groß gewesen, wie im Reiche selbst. In Oesterreich habe damals die deutsche Bevölkerung gehofft, in engste Verbindung mit Deutschland zu kommen. Oesterreich sei schon als ein Bestandteil des Deutschen Reiches betrachtet worden. Diese Vereinigung wäre zur damaligen Zeit lediglich eine Negative gewesen. Oesterreich habe in der Gegenwart seine zweite große Aufgabe gefunden, und zwar darin, die deutschen Stämme zu vereinigen und zusammenzuhalten. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts sei in Oesterreich schon eine deutsche Bewegung entstanden, die allerdinas damals als „hochverräterisch" betrachtet worden sei. Das Lied „Die Wacht am Rhein" sei das Lied der Bewegung und die Kornblume das Symbol der Sehnsucht gewesen. Man habe damals schon sehr deutlich empfunden, daß das österreichische Schicksal nach Deutschland orientiert sei. So habe Schönerer auf die Verbindung , 6en Führer und das deutsche der österreichischen Lande, soweit sie dem Deutschen | Veranstaltung geschlossen. SJl.-tfpoit Das nationale Reit-Turnier in Frankfurt a. Ri. Die SA.- Gruppe Hessen teilt folgendes mit: Das soeben abgeschlossene große Berliner Turnier ist zu einem großen Erfolg für die deutsche Reiterei geworden. Es hat den Beweis erbracht, daß wir den besten internationalen Mannschaften nicht nur ebenbürtig, sondern ihnen, zum mindesten im gegenwärtigen Zeitpunkt, auf dem Gebiet der rno- oernen Springreiterei überlegen sind. Die großen internationalen Kämpfe der letzten Jahre. Die unsere deutsche Mannschaft vielfach auf ausländischen Plätzen siegreich sahen, haben die absolute Qualität der deutschen Reiter immer wieder bewiesen. Niemals ist dies so eindeutig auch weiten Kreisen des einheimischen Publikums klar geworden, wie bei der letzten großen Berliner Veranstaltung. Die deutschen Reiter sind in der Nachkriegszeit nicht müßig gewesen und haben allen Schwierigkeiten zum Trotz ihren Sportzweig auf allen seinen Gebieten zu einer Vollkommenheit entwickelt, die alle Anerkennung verdient. Das große deutsche Rei- terlager, dessen ungeheurer Umfang erst jetzt vielen bisher abseitsstehenden erkennbar zu werden be- ginnt, ist in den langen trostlosen Nachkriegsjahren immer eine Pflegestätte besten nationalen Geistes gewesen und alle seine Mitglieder und Anhänger sind jetzt freudig bewegt über die Anerkennung und Die tätige Mitwirkung, die ihre Arbeit von den obersten Führern des neuen Deutschland zuteil werden. Adolf Hitler selbst hat das Berliner Turnier besucht und ist mit sichtlichem Interesse den Vorgängen in der Kampfbahn gefolgt und viele seiner engsten Mitarbeiter gehörten zu den ständigen Besuchern der Veranstaltung. Alle diese Umstände lassen deutlich erkennen, daß die reiterliche Führung in Frankfurt a. M. den rechten Weg beschritten hat, wenn sie zu einer Veranstaltung rüsten, die weitesten Volkskreisen zugänglich gemacht wird und wenn sie den im wesentlichen doch exklusiven Rahmen der bisherigen Frankfurter Turniere verläßt und sich dem breiten Publikum stellt. Es gilt hier zunächst, einen allgemeinen Aeber- blick über die verschiedenen Zweige der Reiterei zu geben. Die besondere Aufgabe für das Frankfurter Turnier liegt da: Alles das, was in Berlin in breiter, bunter Folge 10 Tage lang das interessierte Publikum in Atem hielt, in die Programme von zwei Tagen zusammenzufassen, alle Einzelheiten der Veranstaltung, die nicht der unbedingten Anteilnahme auch weniger sachverständiger Kreise sicher sind, in Vorprüfungen zu verarbeiten und den Besuchern der Festhalle nur die Spitzenleistungen und Schlußentscheidungen vorzuführen. Die reinen Reiterprüfungen werden mit Springkonkurrenzen und Zuchtprüfungen in schneller Folge wechseln und im Mittelpunkt der Vorführungen werden große reiterliche Schaubilder stehen, die zum größten Teil von der SA.- und SS.-Reiterei und der Landespolizei gestellt werden. Die Turnierleitung hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, die Programme so zu begrenzen, daß eine rechtzeitige Beendigung der abendlichen Vorführungen sichergestellt ist, damit die von auswärts kommenden Besucher nicht die späten Nachtstunden noch auf der Eisenbahn und auf der Landstraße zubringen müssen. Uebungsabend des Gießener NadfabrervereinS 1885 Der Gießener Radfahrerverein von 1885 veranstaltet am Montag, 19. Februar in der Turnhalle der Pestalozzischule einen Uebungsabend. im Saalsport. (Siehe heutige Anzeige.) Spielerbeurlaubung vom SA.-Oienst. Eine Bekanntmachung der Standarte. Der „Amtlichen Sport-Rundschau" des Gaues XII (Nordhessen) des DFB. entnehmen wir folgende Bekanntmachung der Standarte 116, die für die Vereine unseres Gebietes von besonderer Bedeutung ist: „Um in die Beurlaubung der Spieler der Turn- und Sportvereine einige Regelmäßiakeit zu bringen, bitten wir die Vereine, uns eine Liste der Spieler zugehen zu lassen, die sie zu den Spielreihen benötigen. Diese Liste muß enthalten: Name, Wohnort, Dienstrang und SA.-Einheit (Sturm) des Spielers. Die Namen sollen innerhalb Der einzelnen Mannschaft alphabetisch geordnet sein. Es muß außerdem von Spieltag zu Spieltag nochmals um Beurlaubung für die Spieler nachgesucht werden. Dieses Urlaubsgesuch muß bis spätestens Mittwoch, mittags 12 Uhr, auf dem Büro der Standarte 116 Gießen, Neues Schloß, eingereicht fein. Wir werden weitgehendst die Urlaubsgesuche auch zu sonstigen Wettkämpfen genehmigen, machen jedoch darauf aufmerksam, daß wir Mißbrauch nicht dulden werden. Wir bitten Sie, diese Anordnung den Vereinen des Kreises Gießen, soweit sie zum Standartenbereich gehören, bekanntzugeben." Die nächsten Spiele der Bpnrksklaffe. Für den kommenden Sonntag stehen in der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen folgende Spiele auf dem Programm: Spielvereinigung 1900 — Sportverein Bad-Nauheim FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinb.—VfR. Butzbach Germania Marburg — Sportverein Wetzlar FC. Ockershausen — VfB. Gießen. Mit besonderem Interesse sieht man dem Spiele der Spieloereinigung 1900 gegen die Mannschaft des Sportvereins Bad-Nauheim entgegen. Die Nauheimer liegen, nicht zuletzt durch die Niederlage der Marburger Germanen vom vergangenen Sonntag, ziemlich unangefochten an der Spitze der Tabelle. Die Mannschaft der Spielvereinigung trifft in diesem Spiel auf ihren schwersten Gegner. Ob es möglich sein wird, auf eigenem Platze einen Sieg zu erringen, ist fraglich. Ein ehrenvolles Ergebnis, vielleicht ein Unentschieden, könnte das Zeichen zu einem Wiederaufstieg in der Form der Blauweißen fein. Schiedsrichter ist Pfeiffer-Hanau. Sörensen bringt 82 Meter. Der Norweger Sörensen erreichte auf der Olympia-Schanze am Gudiberg bei Partenkirchen im Skispringen die ungewöhnliche Weite von 82 m. Das ist weitaus der größte Sprung, der jemals auf einer deutschen Schanze ausgeführt wurde. Leistungsabzeichen-prüfung im Skilauf Vor zwei Jahren wurde vom Deutschen Skiverb a n d ein neues Leistungsabzeichen für guten Skilauf eingeführt, das von jedem Skiläufer durch eine Prüfung erworben werden kann. Das Leistungsabzeichen fordert keine Spitzenleistungen, aber doch genügende Beherrschung des Skilaufs. Es wird gefordert, eine flotte Stemmkristiania-Abfahrt, Telemark, Um-, Quer- und Drehumsprung, Geländespringen, Schlittschuhfahrt auf Ski und gute Flachlauftechnik. Der Gau XII/XIII im Deutschen Ski-Verband nahm nunmehr in Der Rhön die erste Leistungs- Prüfung ab. Von 23 Bewerbern wurde 15 das Leistungsabzeichen zuerkannt. Gchmelings Kampf gegen Hamas. Die Hoffnungen, daß sich der ehemalige Weltmeister im Schwergewichtsboxen, unser Landsmann Max Schmeling, durch einen Sieg über den Amerikaner Steve Hamas den Weg zur Wiedererringung des Titels bahnen würde, haben sich nicht erfüllt. Steve Hamas erwies sich im Kampf gegen Schmeling als ein Mann, dessen Klasse vorher gar nicht genügend eingeschätzt wurde. In den 12 Runden der Begegnung, die am Dienstagabend in Philadelphia ausgetragen wurde, kam der Amerikaner zu einem Punktsieg, der durch den Verlauf des Kampfes einwandfrei und verdient war. Selbst Schmeling gab dadurch, daß er sofort nach Be- endiaung der letzten Runde und noch vor dem Urteilsspruch seinem Gegner gratulierte, zu erkennen, daß er sich korrekt besiegt fühlte. Diese neue Niederlage des Exmeisters braucht zwar nicht das Ende feiner Laufbahn zu bedeuten, aber der Traum, wieder Weltmeister werden zu können, ist für Schmeling ausgeträumt. Der Kampf Hamas — Schmeling fand in der amerikanischen Sportwelt ein weit größeres Interesse, als man ursprünglich annahm. Beide Boxer befanden sich in bester Verfassung. Steve Hamas ist übrigens ein Sohn österreichischer Eltern. Schmeling begann den Kampf in seiner üblichen Manier, er wartete den Gegner ab und wurde nur langsam warm. Hamas war von Beginn an weit angriffslustiger. In der zweiten Runde landete Schmeling einige Kinnhaken, die aber nicht sehr viel Wirkung hatten. Die nächsten Runden brachten dann sehr lebhafte Schlagwechsel, die das Publikum in helle Begeisterung versetzten. In der fünften Runde wurde Schmeling mehrfach hart getroffen, jedoch kämpfte er unverdrossen weiter und hatte dann in Der sechsten RunDe selbst eine große Chance, als er Den Gegner mit einem schweren Herz- haken erschütterte. Hamas erwies sich aber als sehr hart. Die neunte RunDe brachte Die Entscheidung. Schmeling wurde über Dem linken Auge schwer getroffen. Es entftanD eine stark blutende Wunde, die sich der Amerikaner nun immer mehr aufs Korn nahm. Schmeling war in der Sicht außerordentlich behindert und mußte in Den letzten RunDen seinem Gegner völlig Die Initiative überlassen. Hamas gewann Diese RunDen hoch und gestaltete Damit Das Gesamtergebnis zu seinem Siege. BeiDe Boxer wurden zum Schluß sehr stark gefeiert. Auch Schmeling, Der immerhin einen sehr schönen Kampfgeist gezeigt hatte, rourDen herzliche Ovationen zuteil. Der Deutsche ist Mittwoch früh nach Neuyork abgereist unD wirb schon am Samstag Die Heimreise antreten. Kassels Etadieif gegen Württemberg. Am kommenden Samstag findet in Kassel unter Leitung von Schiedsrichter Lohr ey - Kurhessen der Fußballkampf Kassel gegen Württemberg statt. Da Kassel, um wichtige Punktespiele nicht zu stören, auf Spieler des Spielvereins und von Sport Kassel verzichten muß, wurden zwei Fuldaer Borussen als Verstärkung herangezogen und zwar Der linke Läufer Straßer und Der Halbrechts-Stürmer Kammer!. Kirche und Schule. Zum Oberlandeskirchenrat ernannt. Konfirmation im Diensianzug der HI. usw. LPD. Frankfurt a. M., 14. Febr. Der Landesbischof hat Den Landeskirchenrat Dr. Fischer (Wiesbaden) unter Ernennung zum Oberlandes- k i r ch e n r a t zum Stellvertreter des rechtskundigen Mitglieds und zum Leiter des Finanzwesens ernannt. Der Landesbischof hat mitgeteilt, daß angesichts der Notlage vieler Eltern Den Konfirmanden gestattet ist, in Dem Dienstanzug Der Hitler- Jugend, des Jungvolks und des B D M. bei Der Konfirmation zu erscheinen. Gewinnauszug 5. Klasie 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 5. Ziehungstag 13. Februar 1934 ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 5000 M. 246822 280267 6 Gewinn« zu 3000 W. 338324 347130 378318 16 Gewinne zu 2000 M. 64094 69843 84954 214975 239645 283379 286821 349150 22 Gewinne zu 1000 M. 44698 84950 96222 126603 141989 176809 184542 213244 217015 307307 324428 54 Gewinne ,u 500 M. 1635 4083 8849 24006 71918 94600 106654 120270 153504 155820 158837 196355 220628 241230 247933 255858 257628 282202 283010 284349 301519 305526 321411 352279 362227 365316 373610 370 Gewinne zu 300 M. 3878 8709 9247 10163 14372 15260 16303 19220 22544 22547 24633 29266 30976 33646 38154 39197 40210 40837 42676 44943 47112 48851 58322 58757 59579 60507 60528 65008 66255 67192 68623 69998 70738 75912 81931 82121 85869 94727 97712 99107 99443 100569 101182 102045 103090 106318 107593 113350 113540 115961 116830 123628 124267 124525 125377 127587 136409 137138 137335 140577 140830 141326 141753 143318 146996 151065 152280 153691 157987 161874 168567 168683 174997 175274 175683 175695 177044 181577 185434 187502 187791 189258 191517 192637 192713 199665 202860 205177 205281 205854 206238 208863 209779 209927 213121 216329 216653 219039 219328 219694 224187 225681 227822 230564 234749 235214 241542 252990 253658 254548 256425 261323 262635 263550 264842 267890 269868 273970 274614 276945 277074 277640 278916 279970 280344 281598 283171 283706 285167 286965 288128 288610 290870 291168 292306 293830 293863 301127 305052 307702 309715 309785 309994 312394 315096 315312 315390 315934 322307 324273 328546 329099 329295 329969 335511 339455 341883 343027 344166 349650 350697 355154 356172 359599 360234 363103 363279 363721 367807 369071 371370 375103 375740 376107 376292 376693 378354 379263 380226 381286 382186 385367 393612 395990 397449 Ön Der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 373510 2 Gewinne zu 5000 M. 197684 12 Gewinne zu 3000 M. 13715 100491 145092 281567 329393 351195 10 Gewinne zu 2000 M. 10275 15764 149939 164685 322261 18 Gewmno zu 1000 M. 59855 110774 123490 141355 153518 179576 189226 216919 324553 42 Gewinne zu 500 M. 6895 53131 76616 90292 91227 93500 128610 141086 190499 225896 235148 250350 252370 283101 293994 298923 319490 331224 338881 360201 380132 340 Gewinne zu 300 M. 7112 9667 12852 14424 20430 20712 21343 24051 25620 26578 29440 29593 31687 41063 42097 43207 44860 45637 46273 46520 <47587 49406 50275 57888 58231 62395 63611 64022 66713 66842 66942 67349 70421 71363 77977 79862 81364 81849 85071 87007 87881 92040 102601 103765 104634 104808 105753 108115 113595 115721 117051 119388 120717 126931 128791 130173 131604 133061 133422 134711 136153 137877 139705 143881 146000 155319 164748 185010 185689 185921 186945 187443 190639 191695 191991 192791 193737 196829 200060 200216 202894 211699 213584 218081 220032 223105 223757 225759 227604 232595 238801 241363 242546 243754 249876 251194 257161 257782 259814 268267 269162 271604 271857 275681 277038 278148 281191 283834 285753 296272 296798 302149 302466 304615 305380 307737 308805 309770 310800 312226 319694 320552 321301 321340 323873 324275 326305 330038 330305 331783 333300 333379 334414 335825 338962 339816 339924 340037 342001 342245 343808 344937 348656 349134 351140 353083 353532 353901 355101 357326 357905 357983 358444 360019 364862 369290 370563 370804 371942 372196 377130 378607 378793 386941 387447 387681 389911 395208 397707 399361 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 33692 58361 71876 108285 112970 194808 249920 278149 328831 397077 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu fe 100 WO, 2 zu je 800000, 2 zu je 75000, 2 zu ,e 5000(), 8. zu je 80000, 12 zu je 20( 00, 34 zu je 10000 178 zu je 5ü00, 318 zu je 3000. 466 u je 2000, 882 zu je 1000, 2500 zu je 500, 16334 m je 800 und 500 Tagesvrämien zu je 1000 Mark. Bezauberndes Lächeln bloßes Lächeln bezaubern lönnen. Und wenn man sie nach dem Geheimnis ihres Erfolges fragen würde, so könnten sie cs wahrscheinlich selber nicht erklären. Wir aber wissen es: der Zauber ihrer Schönheit liegt vor allem in ihren schönen weißen Zähnen. Wenn man sie aber fragen würde, womit sie ihre Zähne pflegen, werden sie wahrscheinlich antworten: mit Chlorodont! Denn Chlorodont und schöne weiße Zähne sind für Millionen ein Begrifft Oer Luchs Von Generalmajor a. Wenn ich in dieser Angelegenheit noch einmal — zum letzten Male — das Wort ergreife, so geschieht es nicht, um Stellung gegen die Vertreter anderer Ansichten zu nehmen, sondern weil ich es für Zeit halte, sie zu einem vorläufigen Abschluß aii bringen. Denn es hat allen Anschein, als ob der Räuber, wenn er nicht irgendwo verendet liegt, es zum mindesten vorgezogen hat, die hiesige Gegend zu verlassen und das Feld seiner Tätigkeit wo anders hin zu verlegen. Die Rehmorde mit den typischen Zeichen — abgeschnittener Kopf, tiefe Kralleneinhiebe auf dem Rücken und zu Seiten beider Blätter, Wildpret nur wenig an hals und Blatt an- gefressen, der übrige Körper unberührt — haben mit einem Male vollkommen aufgehört. Die paar Stücke, die in letzter Zeit aufgefunden wurden, tragen andere Zeichen und sind mehr oder weniger so „zerfleischt", daß hier wohl fraglos Hund und Fuchs ihre Rolle gespielt haben. Denn kein vernünftiger Mensch und Jäger wird bestreiten, oder hat es bisher getan, daß wildernde Hunde furchtbare Schädlinge der Jagden sind, während dem Fuchs mehr das kranke oder schwache Stück Wild in die Fänge fällt. Daher auch der Name „Waldpolizei". Aber ich bleibe nach wie vor bei meiner lieber- zeugung, daß dieser wandernde Tod, der als „Kopfläger en mässe" durch unsere Wälder raste, eine ganz andere, bestimmte Ursache haben muß, und ich stütze mich hierbei nicht allein auf die Fährten- und Krallenkunde, sondern vor allem auf die Ansichten der Jäger, die aus jahrelanger persönlicher Erfahrung urteilen können und nach allen Zeichen und Erscheinungen einstimmig und ohne Schwanken ihre Meinung dahin ausgesprochen haben: „Es kann nur ein Luchs in Frage kommen." lieber die Vermutung des „Woher?" habe ich mich bereits zur Genüge geäußert. Bezüglich der Frage, weshalb er trotz aller Bemühungen bisher nicht zur Strecke gekommen ist, möchte ich auf das Beispiel des schwarzen Panthers bei Zürich verweisen, der, trotzdem seine Anwesenheit mit Sicherheit bekannt war und durch zahlreiche Rehmorde sich zur Genüge erkennen ließ, allen Nachstellungen und Verfolgungen entging, bis ein Zufall, der auf hohen Schnee und starke Kälte zurückzuführen ist, ihm ein klägliches Ende bereitete. Ich möchte ferner darauf Hinweisen, wie unendlich lange Zeit, oft Jahre, es dauert, bis ein bekannter starker Keiler oder Hirsch, endlich zu Schuß kommt. Holzarbeiter, Beerensucher usw. sehen solche gesuchten Stücke öfters, aber vor dem Jäger wissen sie sich stets zu drücken. Das weiß ich aus eigener Erfahrung aus den Vogesen! Und um ein vieles schwerer ist die Erlegung eines so abgehärteten, unsteten Raubtieres, wie der Luchs, der heute hier, morgen 50 Kilometer entfernt eine Gastrolle gibt. Schon der alte Brehm sagt über ihn: „Der Luchs hält sich oft längere Zeit in einem und demselben Gebiet, durchstreift dieses nach allen Richtungen, wandert in einer Nacht meilenweit, wo- b e i er ohn alle Scheu befahrene Wege annimmt, bis in die Nähe der Dörfer sich wagt und selbst einsam liegende Gehöfte besucht, kehrt auch nach mehreren Tagen wieder in dieselbe Gegend zurück, um sie von neuem abzuspüren. Zu seinem Lagerplatz wählt er die allerdichtesten Schonungen, ohne sich dabei im übrigen viel um etwa stattfindenden Verkehr zu kümmern. Der beste Rehstand wird D. Rudolf Mohr, Gießen. von einem Luchs, der dem rächenden Blei des Jägers sich einige Zeit zu entziehen weiß, ver - nichtet." Treffen diese Worte nicht auch für die Vorfälle bei uns den Nagel auf den Kopf?! Früher hat es doch auch wildernde Hunde, mehr als dem Jagdbesitzer lieb war, gegeben, aber wo hat man denn von solchen Massenmorden mit den stets gleichen Merkmalen jemals gehört oder gelesen?! Ich bin auch der festen Ueberzeugung, daß von unbeteiligten Personen, Spaziergängern oder Wanderern, mehr Beobachtungen gemacht worden find, als bisher bekannt wurde. Die Sorge, von „Besserwissenden ausgelacht zu werden", hat wohl manche wichtige Kundgebung unterdrückt. Da ist es denn um so höher anzuerkennen, daß zwei Zeugen, die den Mut ihres Bekenntnisses haben, sich zur Bekanntgabe ihrer Erlebnisse entschlossen haben. Wenn ich ihre Namen einstweilen verschweige — ich bin aber gerne bereit, sie Zweiflern zu nennen — so geschieht es lediglich deshalb, weil ich sie vor Rückfragen usw. bewahren möchte. Der erste Vorfall ist mir durch einen in G i e ß e n besonders hochgeachteten und wegen seiner Tierforschungen weit bekannten Herrn, der wohl noch selbst über fein Erlebnis schreiben wird, bekannt- gegeben worden. Er sagte: „Mitte November 1933 war ich auf einer meiner Wanderungen auf den Höhenweg nach Königsberg und weiter in der Richtung nach Frankenbach gekommen und blieb an dem nach Hohensolms führenden Waldweg stehen, Blick nach dem Helfholz. Da schlich am Waldrand ein sonderbares Tier hervor und zog sich im flachen Bogen wieder nach dem Walde zurück Farben und Einzelheiten des Baues konnte ich aus der Entfernung von 150 Meter nicht unterscheiden. Die Beobachtungszeit schätze ich auf etwa acht Sekunden. Trotz der Kürze und Unoollständig- keit der Beobachtung interessierte mich der Vorgang sehr. Rach der Erscheinung (Umriß und Gangart) war es weder eine Katze, noch ein Fuchs, noch ein Hund. Ich hatte, als Beobachter von Tieren in zoologischen Gärten, durch die Gröhe und Gangart den Eindruck eines kleinen Tigers. An einen Luchs habe ich nicht gedacht, wußte auch nichts von den gerissenen Rehen und von der Annahme eines Luchses als Urheber. Von den Zeitungsartikeln habe ich erst Ende November 1933 gehört." Und nun der zweite Fall: Eine aus Hamburg kommende Dame erzählte Folgendes: „Ich fuhr am 4. d. M. von Gießen mit der Bahn, Richtung Gelnhausen, da sah ich zwischen Garbenteich und L i ch vor dem Walde ein Tier stehen, das ich zuerst für einen Fuchs hielt. Beim Näherkommen erkannte ich es zu meinem größten Erstaunen als einen, mir aus dem Zoologischen Garten wohlbekannten Luchs. Genau habe ich die aus seinen Ohren herausstehenden Haarbüschel (Pinselohren), den kurzen dicken Schwanz und das graue gefleckte Fell gesehen. Eine Verwechslung mit einem anderen Tier ist vollkommen ausgeschlossen. Es war ein Luchs, wie ich ihn oft gesehen und beobachtet habe. Die Entfernung betrug etwa 50 Meter, das Tier stand völlig ruhig und in voller Beleuchtung. Don den Zeitungsartikeln über den „Luchsverdacht" habe ich nicht das geringste gewußt. Ich bin völlig un- beeinflußt und nicht voreingenommen zu meiner Beobachtung gekommen und habe sofort nach Ankunft zu Hause meinem großen Erstaunen über den Vorfall Ausdruck gegeben. Auch heute noch behaupte ich auf das bestimmteste: ,Jch habe einen Luchs gesehen!'" Das sind zwei Vorfälle, an deren wahrheitsgetreuen Schilderung nicht zu zweifeln ist. Ungläubige wird es ja trotzdem geben, wie es immer der Fall Helft den Plauener Spitzenarbeitern! Kaust am 18. Februar Spihenrosetten! war und fein wird. Sehr zur rechten Zeit kommt da die Schilderung des Erlebnisses der beiden Marburger Herren am 10. Juni 1933, einer Zeit, in der gerade zwischen Gladenbach und Marburg die meisten Rehmorde sich abspielten, die gestern im „Gießener Anzeiaer" veröffentlicht wurde. Wieder ein Beweis mehr und ein Stück weiter auf dem dornigen Wege der Aufklärung! Weidmannsheil! eine neue Zuschrift. Mit den Worten: „Schade, daß Sie vor einer halben Stunde nicht bei mir waren, ich hatte soeben eine merkwürdige Begegnung auf der Waldstraße mit einem fremden Tiere, Sie als alter Jäger hätten gewiß Aufschluß geben können" begrüßte mich vor etwa 20 Jahren ein guter Bekannter, ein eifriger Wanderer und Naturfreund. An diese Worte wurde ich beim Lesen des neuesten Artikels über den Luchs lebhaft erinnert. Der Herr gab damals die gleiche Schilderung von der Begegnung, wie Herr E. G. mit der Schlußbehauptung, es könne sich nur um ein ausländisches Tier, wie Luchs, handeln, ein Dachs, wie ich sofort behauptete, sei es unter keinen Umständen gewesen, den kenne er doch noch aus der Schulzeit. Als ich dann im Herbste im Beisein jenes Herrn zwei Dächse beim Graben erbeutete, erklärte er: „Sie hatten damals doch Recht, es war wirklich ein Dachs." Ich möchte mit derselben Bestimmtheit behaupten, daß es sich bei dem im Rothaargebirge beobachteten angeblichen Luchs ebenso wie bei dem zwischen dem Geleise gelegenen, von der Bahn angefahrenen Tiere, von dem in einer früheren Abhandlung die Rede war, um nichts anderes als um einen Dachs handelte. Die kurzen Gehöre — Ohrmuschel — des Dachses können selbst bei naher Entfernung des unbekannten Tieres die Augen-Haarbüfchel des Luchses leicht vortäuschen. Nur unser Dachs, der Feinde über der Erde kaum kennt, kann sich so sorglos, dumm, täppisch dreist benehmen, wie im gestrigen Blatte von dem vermeintlichen Luchs behauptet wird, aber niemals ein so scharfsinniger, gerissener Räuber, der sich solange allen Nachstellungen und Beobachtungen zu entziehen vermochte. Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch folgendes bemerken: Vor mehreren Jahrzehnten wurde in der in Neudamm erscheinenden Deutschen Jäger- Aeitung ein Streit über die gleiche Frage ausge- fochten mit dem Schlußergebnis, daß ein ausländisches Raubtier nicht in Frage kam. Die Rehköpfe, deren Träger infolge von Krankheit, Schußverletzung oder Würgens verendet waren, wurden nachträglich von unserem heimischen Raubwilde, einschließlich Katze, vom Wildkörper getrennt und zum Genüsse in ein ruhiges Versteck verschleppt. Für das Würgen der Rehe kommen, von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen nach meiner festen Ueberzeugung nur wildernde Hunde in Frage. Heil Hitler! Henkel, Kreisgeometer i. R., Grünberg. Rheinhessen. Lpd. Lampertheim, 14. Febr. Bei der Ausschreibung der B ü r st ä d t e r Wasserleitungsarbeiten ergab sich ein Unterschied zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Angebot von über 100 000 Mark. Den Zuschlag erhielt das zweitniedrigste Angebot einer Firma aus dem Taunus zum Preise von 217 000 Mark. Kunst und Wissenschaft. Alfred Rosenberg übernimmt die Ehrenführerschafk des Deutschen Sängerbundes. Die Führung des Deutschen Sängerbundes besuchte den Beauftragten des Führers zur Ueberwachung der geistigen und weltanschaulichen Erziehung der gesamten nationalsozialistischen Bewegung, Reichsleiter Alfred Rosenberg, und ersuchte ihn, die Ehrenführerschaft des Bundes zu übernehmen. Reichsleiter Rosenberg entsprach dieser Ditte. Damit hat sich eine Million deutscher Sänger unter die Betreuung durch Pg. Rosenberg gestellt. Vlunck tritt vom Vorstand der Dichter-Akademie zurück. Hans Friedrich B l u n ck hat sich mit Rücksicht auf seine umfängliche Tätigkeit in der R e i ch s s ch r i f t - tumsfammer von seinen Pflichten im Vorstand der Akademie der Dichtung entbinden lassen. Werner Beumelburg nimmt während der Reife Hanns I o h st s die Geschäfte des Vorstandes wahr. Reichsverband für evangelische Kirchenmusik. Auf Grund eines vom Reichsbischof erteilten Auftrags hat Professor Fritz Stein, Berlin, den organisatorischen Zusammenschluß aller in der Kirchenmusik tätigen Verbände im „Reichsverband ür evangelische Kirchenmusik" durchge- ührt. Der Reichsverband gliedert sich in den Verband evangelischer Kirchenmusiker, der die Berufskirchenmusiker und Kirchenmusiker im Nebenamt umfaßt, in den Verband evangelischer Kirchenchöre und in den Verband evangelischer Posaunenchöre. Durch eine Verfügung der Reichskirchenregierung wird allen noch nicht oder in anderen Verbänden organisierten Kirchenmusikern, Kirchenchören und Posaunenchören der Beitritt zu den drei genannten Verbänden nahegelegt. Außerhalb dieser Verbände kann in Zukunft keine kirchenmusikalische Organisation mit der kirchenamtlichen Anerkennung rechnen. Die Reichskirchenregierung weist zugleich darauf hin, daß in allen kirchenmusikalischen Fragen der „Reichsverband für evangelische Kirchenmusik" die berufene Fachstelle ist. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 15. Februar. Gießen. Johannesjaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Evangelist Gehring aus Möttlingen. — Bettenhausen. 19.30: Passionsandacht. Für die herzliche Anteilnahme beim Heimgänge unserer teuren Mutter sagen wir aufrichtigen Dank Otto und Fritz Vomend Elisabeth Henkel, geb. Vomend Gießen, den 15. Februar 1934 ' 799 | Mietgesuche | 4-Zimmer- Wohnung mit Bad zum 1. 4. gesucht. Schrift!. Angeb. unter 0786 an den Gieß. Anz. ▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼ Für alleinsteh. ältere Frau mit Küche in Wiefcck gesucht. Schristl. Angeb. unt.938Danben Gieß. Anzeiger. Becker/ Pfarrer. 942 D AviWWm [Stellenangebote] llllllllllllllllllllllllllllll Ehrliche/ unabh. Kvau z.Führung eines frauenlos, Haus- halts täglich von '/,9 bis 2 Uhr nachm. sofort gef. Vorzuft. zwisch. 6-7 Uhr nachm. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. lo?»« llllllllllllllllllllllllllllll Stadt««»« Svnntag, den 18. Februar 1934/ abends 8 Uhr: LichtbUdevvovtvag von Pfarrer Stosch-Wittenberg (Katharinenstift) WMung öet eo.Stonenroelt I. Ueüerfee Bericht üher evangelischen Frauendienst in den deutschen Siedlungen Brasiliens. Eintritt frei! — Jedermann ist herzlich eingeladen! Für den Gustav-Advlf-Frauenverein Gießen: | Vermietungen] Nächste Nähe Gießens/ Bahnstation Einfamilienhaus besteh.aus5Zim- niem und Küche, mit Bad,Balkon, elektr. Koch- und Heißwasseranlg. zum 15. 3. oder 1.4. zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 0779 a. d. G. A. Mvbl. Zimmer Nähe Balm und Klinik, bitt. z.vm. auch vorübergeh. Erednerstr. 181. Nutz- u. Brennholz-Äersieigerung Mittwoch, den 21. Februar, 9 Uhr, in der Wirtschaft des Gg. 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Es wird alles noch vorhandene Brennholz versteigert. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Gießen, den 14. Februar 1934. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Deutschlands älteste und größte Svezialfabrik für Seelachs in Oel sucht für Gießen und Umgegend einen gewissenhaften, bei den einschlägigen Groß- u. Detailhandels- geschäften bestens eingeführten Kaufmann als 9391) VERTRETER! IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII öeneihtaMnen (arisch) mit gutem Auftreten werden von großem Berlaasbauö mit führenden Wochenschriften gegen hohe n Verdienst für die Werbung gesucht. Meldungen in der Zeit von 2-4 Uhr nachmittags Schnbcrtftraße 141., Gießen. 0?88 jlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Statt Karten! Heute wurde uns eine Tochter geboren! Mainz (Taunusstraße 33 II), den 13. Februar 1934 95JD Anmut und Schönheit durch 954 D | Kaufgesuche | nützen. 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Cardy Hautcremeseife zu haben in allen einschlägigen Geschäften 6I56D lllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige Kann Ihre Werbung wlrKsam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als KleinesM zukaufengesucht. Schr.Angeb.mil Preis unt. 0781 andenGieß.Anz. Nutzholz-Submission. Das nachverzeichnete Ruhholz soll auf dem Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden. Die Gebote sind nach Holzarten und Klassen getrennt bis zum Montag, dem 19. Februar 1934, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen werden können. Das Holz ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle und Förster Bom- mersheim, Dillingen. 949D Kiefern-Abfchnitte (Güteklasse A): 3a-Kl. 2 St. = 0,68, 3b-Kl. 8 St. = 5,24, 4a°Kl. 1 St. = 0,75 Im. Kiefern-Langholz (Güteklasse N): Ib-Kl. = 3,25, 2a-Kl. = 12,92, 2b-Kl. = 21,26, 3a°Kl. = 12,56, 3b-Kl. = 4,85, 4a°Kl. = 1,76 und 4b-Kl. = 2,31 fm. Kiefern-Abfchnitte (Güteklasse N): Ib-Kl. - 0,41, 2a-Kl. = 4,41, 2b-Kl. = 9,18, 3a-Kl. = 15,43, 3b-Kl. = 10,32, 43-Kl. = 4,90, 5a-Kl. = 1,17, 5b-Kl. = 1,09 Im. Fichten-Abfchnitte (Güteklasse A): 5b-Kl. 1 St. = 1,99, 6a-Kl. 1 St. - 1,84 fm. Fichten-Zopfatsschnitte (Güteklasse N): 4a-Kl. = 7fm. Hungen, den 13. Februar 1934. Hessische Bürgermeisterei Hungen. Fendt. 1 Schreibmaschine Adler 7/ in gut. Zustand/ zu verkaufen. 0793 Schiflenb.Weg 24. Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Butter und Milch für das Rj. 1934 sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungvgcgenständen (mit Ausnahme von Fleisch-, Wurst- und Backwaren) und an Reinigungsmaterial (Seife usw.) für die Zeit vom 1. April 1934 bis 30. Juni 1934 (Verlängerung des Vertrages von Vierteljahr zu Vierteljahr bis zum 31. März 1935 ist nicht ausgeschlossen) soll für die Universitätskliniken in Gießen vergeben werden. 940D Die Lieferungsbedingungen für Derzehrunqs- gegenftände können an Werktagen von 15 bis 17 Ühr (außer Samstags) bei der Verwaltung der Universitätskliniken, Klinikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7, diejenigen für Reinigungsmaterial Zimmer 10 eingesehen, die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an die obige Verwaltung bis Montag, den 5. März 1934, 10 Uhr, einzureichen. Eröffnung der Angebote für Verzehrungsgegen- stände 10 Uhr, für Reinigungsartikel 11% Uhv. Zufchlagsfrist bis zum 13. Mürz 1934. Zur Aushilfe für sofort ein zuverlässig./imKochen und allen Hausarbeiten erfahr. Mädchen gesucht. Zu er frag.ind.Gesch.- Stelle d.G.A.o7gö Stellengesuche) Junq.,strebsam., tüchtiger und erfahrener Fleischer-Geselle z.Z. noch in ungekündigt. Stellung, va. Zeugnisse u. Führerschein III b vorhanden, sucht sich für sofort oder später zu verändern. Schr.Ana. u. 0790a. d.G.A, | Verkäufe luno-Oelen abzugeben, o?»» Hindcnbnrg- wall 111. Ur. 39 Drittes Blatt Gießener Anzeiger ^General-Anzeiger für Overyeffen) Donnerstag, 15. Februar 1934 Der Bürgerkrieg in Oesterreich. GW äaäiS Z MI F • ?; Ä H 1 I HHS SHW ■ TT > Wil * l 1IÄ&-L 'Ä? Schußbereiter Maschinengewehrposten in einer Hauptstraße des Wiener Zentrums. Das Flugzeug - eine Waffe des Friedens. Ein Besuch im Hause der Deutschen Lufthansa. Unser Berliner Mitarbeiter Dr. R. hat im Hause der Deutschen Lufthansa, Berlin, vorgesprochen, um sich über den neuen Stand des deutschen Luftverkehrs zu unterrichten und hatte hierbei Gelegenheit, interessante Einzelheiten aus dem umfangreichen Arbeitsplan zu erfahren. In den letzten Jahren hat der deutsche Luftverkehr einen gewaltigen Aufschwung genommen. Während die meisten Menschen noch in der Zeit unmittelbar nach dem Weltkriege eine unüberwindliche Scheu vor dem Fliegen hatten, ist heute die Angst des Publikums so gut wie restlos überwunden. Man fühlt sich heute in den bequemen und behaglich eingerichteten Flugzeugen der Deutschen Lufthansa genau so sicher wie in einem Eisenbahnabteil. Zahlreiche Menschen in einem Alter von über neunzig Jahren sind in der letzten Zeit geflogen, darunter sogar ein Indianerhäuptling, der sich mit einem Zirkus nach Berlin verirrt hatte, und der felsenfest von sich behauptete, einhundertsechs Jahre alt zu sein. Das Fliegen ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Spiegeleier in dreitausend Meter Höhe Es gibt leider noch immer einige unentwegte Angstmeier, die von der Einrichtung und der Leistungsfähigkeit' der modernen deutschen Flugzeuge einen sehr verschwommenen Begriff haben. Sie wissen nicht, daß man es fast ebenso bequem haben kann wie zuhause in der eigenen Wohnung, wenn man im gemütlich geheizten Zimmer vor dem Schreibtisch sitzt. In einigen Flugzeugen ist sogar eine kleine elektrische Küche eingerichtet, die von einem Steward betreut wird. Diese Küche ist etwa so groß wie ein kleines Dienstbotenzimmer. Wenn man während des Fluges Lust verspürt, einen starken Mokka zu trinken, oder ein paar Spiegeleier zu essen so genügt ein Wink Auf ein Menu mit mehreren Gängen muß man freilich verzichten. Das ist aber nicht allzuschwer, wenn man bedenkt, daß die weitesten Strecken in einer geradezu phantastisch kurzen Zeit zurückgelegt werden. Den meisten Passagieren vergeht diese Zeit „im Fluge" Wenn sie Neulinge sind, so werden sie meist nicht müde, die Aussicht zu genießen, die erfahrenen Flugpassagiere hingegen lehnen sich behaglich in die Polster zurück, um noch rasch zwischen Berlin und London ein kleines Nickerchen zu machen. Ein Brief reist durch die Lust. Wer nicht selbst fliegen kann, läßt seine Briefe reifen. Ein Brief von Berlin nach Los Angeles ist beispielsweise nur sechs Tage unterwegs Für diese Zeitersparnis sorgen die Katapult-Flugzeuge, die in einer Entfernung von tausend bis fünfzehnhundert Kilometern von der Küste auf hoher See vom Schiss abgeschossen werden. Das Flugzeug, das auf dem Schiffsverdeck stationiert ist, steht auf einem Startschlitten, der auf einer Schienenbahn läuft und wird durch eine Schleuderanlage in die Luft befördert. Im regelmäßigen Flugdienst zwischen Deutschland und Südamerika, der in diesen Tagen von der Deutschen Lufthansa ausgenommen wurde, ist der Dampfer „Westfalen" ein wichtiger Flugstützpunkt. Er besitzt das größte Katapult der Welt, das in der Lage ist, Flugzeuge bis zu einem Gewicht von 14 000 Kilogramm abzuschießen. Wieviel Briefe und Warenproben, Drucksachen und Geschästspapiere nehmen auf diese Weise durch Wind und Wetter, hoch über dem Geschrei der Möwen, hoch, über ragende Klippen, ihren Weg über den Ozean. Eine Haubitze wird zur Beschießung der marxistischen Parteiheime in Stellung gebracht. Känguruhs als Fluqpaffagiere Aber nicht nur Menschen, Waren und Briefe werden rasch und sicher durch die Luft befördert, sondern auch allerhand seltsames Getier. Bor wenigen Tagen hatte der Berliner Flughafen Tempelhof seine große Sensation. Das planmäßige Nachtflugzeug London—Berlin brachte eine eigenartige und kostbare Fracht. Im Flugzeug reifte ein regelrechter Zoo: Aasgeier, Uhus, Eulen, Adler, ein Brüllaffe, ein Witwenaffe, ein paar Beutelratten, junge Känguruhs, zwei Mufflons, eine weiße, südafrikanische Katze und einige Sorten Vögel, kamen mir nichts dir nichts durch die Luft geflogen, um von Berlin aus nach ihrem Bestimmungsort Wien weiterzufliegen. Eine originelle Sendung reiste im Flugzeug von Rom nach Hamburg. Sie enthielt hundert Moskito = Stechmücken, die für das Tropeninstitut in> 1 Hamburg bestimmt waren. Tiertransporte durch I Flugzeuge sind längst keine Seltenheit mehr. Unter anderem wurden auch schon Bären aus Rußland im Flugzeug transportiert. Auch Brieftauben sind sehr häufige Passagiere. Noch immer nicht schnell genug. Die R e i s e g e s d) m indigkeit der Flugzeuge soll in diesem Jahre erheblich beschleunigt werden. Während im vergangenen Jahre die Flugplan-Geschwindigkeit 160 Kilometer in der Stunde betrug, wird sie in diesem Jahre 210 bis 230 Kilometer betragen. Zwischen Berlin und Frankfurt am Main und Berlin — Köln werden Blitz-Strecken eingerichtet. Die Flugdauer beträgt achtzig Minuten. Für die ungeheure Schnelligkeit, mit der heute der Raum überwunden wird, mögen einige Beispiele genügen Ein Flug von Berlin nach München dauert drei Stunden, von Berlin nach Kopenhagen zwei Stunden, von Berlin nach Paris vier Stunden fünfundfünfzig Minuten. Von Deutschland aus kann wer Lust und Geld hat, bis nach Kapstadt in Südafrika, Batavia in Niederländisch-Jndien und nach Indo-China fliegen. Die weiteste Strecke, der 14 800 Kilometer lange Weg nach Batavia, wird in elf i Tagen zurückgelegt. Es ist kein Wunder, daß der Andrang des Publikums unter diesen günstigen Flugbedingungen außerordentlich stark ist. Wie mir der freundliche Pressereferent der Lufthansa versichert, müssen oft viele Passagiere zurückgewiesen werden, da die Plätze alle besetzt sind. Während im vergangenen Jahr auf den kleinen Flugzeugen nur ein Pilot feinen Dienst verrichtete, werden in diesem Jahre in allen Personenmaschinen zwei Männer beschäftigt sein, der eigentliche Pilot und der Funker- Kundmachung Uber die Vertzäs«nrrg deo Standrechtes Verbrechens des Aufruhres 73 uud 74 StO.j für das Hrbiet Ves BrmdestarrbeH Wir». >« <*V> SifrrtfrlXrirdkr ftif W, « J »tt in» Mükwr» fo Atze« w<> »rt fo» fo Wn V v»r,dr,chtltche Skrlatzn-« i» fo» TA <4 I« b#> :»<. »o*fo -kwfo-, W« «eyefoert Mr «M W hwbtrttoid», M M yJkr»«-.« «w -Aw Mrw ff&kffbHi «»xrühSxijrÄ der L'hnqtrit «rqr» h-t- xwkieHfc itfof. -rr 84 tft dr- Vv.V'- jtmchrutftüch gertchtrt «it Tadr deftkatt «w. M trtslfW der Wrrü-chm 'Mf itffc OrtwoRfl Wb twtfti U «. § 4, M w» 7. ^W>d« Nt I. V»« tzentian, Tage, 6, L ee« rr.r. a«, find di, km «r. P»4k-kkraqv« «« 2V Ititt zu fpttrrtt, S. Vie Sy. «Saft. tt. «Web «mr 2ü kchr mm chWe, gMÜW*. 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Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,18* 16 ,52 168,43 168,77 Oslo ...... 63,84 63,96 63,84 64,96 Kopenhagen. 56,74 56,86 56,74 56,86 Stockholm... 65,58 65,72 65,58 65,72 London . . . 12,70 12,73 12,70 12,73 Buenos Aires J,651 0,655 0,651 0,655 Neuport.... 2,522 2,528 2,522 2,528 Brüssel..... 58,19 58,31 58,29 58,41 3 iahen..... 21,94 21,98 21,98 22,02 i rs ...... 16,45 16,49 16,46 16,50 Schweiz .... 3(L77 8(L93 80,82 80,98 Spanien.... 33,87 33,93 33,97 34,03 Tanzig..... 81,32 81,48 81,42 81,58 3apan ...... 0,757 0,759 0,757 0,759 :Rio de Ian. . 0,213 0,215 0,213 0.215 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon .... 11,59 11,61 11,59 11,61 Banknoten. Berlin, N^Februar Geld Briel Amerikanische Noten.............. 2,475 2,495 58,13 58,37 56,71 12,715 56,49 Englische Noten 12,655 16,42 16,48 168,69 2l'86 21,94 63,67 63,93 Deutsch Ceiteneid), i 1OO Schilling 65,42 80,64 33,83 65,68 80,96 33,97 Ungarische Noten ................