Nr. 267 Erstes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 14. November 1954 .'M Sarenaustausch Amerikas mit Deutschland? <1 Wichtige Konferenzen in Washington. lich sei. Andernfalls müsse sich Deutschland eigenen Roh st offen zuwenden, was einen dauernden Verzicht auf amerikanische Baumwolle zur Folge haben könnte. Ackerbauminister Wallace erklärte dem Präsidenten Roosevelt, daß er dessen grundsätzliche Stellungnahme hierzu benötige, da er noch vor dem 1. Dezember die Vorschriften über die für das nächste Jahr zugelassenen Anbauflächen erlassen müsse. Sowohl von Präsident Roosevelt wie von den übrigen Konferenzteilnehmern wurde der Standpunkt vertreten, daß die Erhaltung der deutschen Kundschaft wünschenswert sei. Schwierigkeiten bereite jedoch die Frage, welche Daren man dafür eintauschen solle. Endgültige Entschließungen seien, so erklärt das Blatte zum Schluß, noch nicht gefaßt worden. iV iw :M0 Volksgenossen ausgegossen werden. Die Ehre war nichts, und wenn wirklich ein Mann in dem Bewußtsein, daß seine Ehre ihm das Höchste sei, zur Selbstverteidigung dieser Ehre griff, dann wurde er wie ein Verbrecher in das Gefängnis geschickt. Darum ist auch heute der Rechtsschutz der Ehre ein wichtiger Bestandteil der Rechtssicherheit, denn er setzt alles andere voraus. Die Rechtssicherheit ist daher die Grundlage jeder Volksgemeinschaft. Das gilt ganz besonders für den nationalsozialistischen Staat. Diese Lebensform beruht nicht auf Furcht und Bedrückung und steht gerade um deswillen im Gegensatz zu Despotismus und Willkür. Ihre Grundlage ist die wechselseitige '!< Z1 Ministerpräsident Hermann Göring bei seiner-Rede. Der Ehrensold für die Hinterbliebenen der Gefallenen der TkSDAp. Oie Ausführungsbestimmungen des lieichsschatzmeisters der Bewegung. D a f h l n g l o n, 14. Rov. (DRV. Funkspruch.) Das „Journal of Eommerce" berichtet über die Konferenz, die am Dienstag im weihen Haufe stattfand. "Präsident Roosevelt lieh sich von Wallace Peek und den Sachbearbeitern des Auhenamtes, des Schatzamtes und des Handelsamtes über die Möglichkeiten des Warenaustausches n»it Deutschland Vortrag halten. Peek wies darauf hin, dah Deutschland ein sehr guter Kunde der amerikanischen Baumwolllieferanten gewesen sei und in der vergangenen Saison 8 v. h. der amerikanischen Baumwollernte abgenommen habe. Vertreter deutscher B aumw olleinfuhrfi rmen seien in Amerika eingetroffen, um Baumwolle zu kaufen. Sie hätten jedoch dargelegt, dah dies nur im Wege des Warentausches mög- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Ä Annahme von Anzeigen Sonntags unb feiertags ▼ ▼ für bis OTittagsnummer Ms xDlvnCIlvi LUlZkMr ss MW General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gietzen | 4 I I gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: _ w behördliche Anzeigen 6Rpf. zrankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitnng und Geschöftrftelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B ; 1/ ich hier auch in Zukunft mit unerbittlicher Härte, soweit die Dinge mich angehen, durchgreifen werde. Das Recht ist ebensowenig Selbstzweck wie der Staat, und kein Staat, der seinem Wesen und Zweck treu bleiben will, kann sich dazu hergeben, diejenigen in ihrem Tun zu schützen und zu unterstützen, die gegen seinen eigentlichen Grundgedanken und Grundzweck fortgesetzt handeln. Jeder einzelne der Gefolgschaft hat den Anspruch auf Schutz der Gesetze, aber auch nur, solange er sich in der Volksgemeinschaft als wirklicher Volksgenosse im wahrsten Sinne dieses Ehre umkleideten Wortes bewegt. Wir müssen uns auch davor hüten, daß, wie ich schon sagte, in einer Uebersteigerung des Rechts eine Zerstörung des Rechtsempfindens des Volkes eintritt. Das Recht muß so gestaltet sein, daß es irgendwo im Innern des einzelnen Volksgenossen Anklang und Widerhall findet, daß es nicht einfach vollkommen verständnislos über den Wolken thronend in seiner juristischen Askese ausgedacht worden ist, sondern es muß immer blut- und gehaltvoll in lebendiger Verbindung mit dem Volke stehen und aus dem Volke heraus geboren werden. Untragbar ist es für jede gesunde, natürliche Volksgemeinschaft, wenn der einzelne anständige Volksgenosse das Gefühl haben mühte, er sei gegen gewisse Angriffe schutzlos, seine Sicherheit liege in der willkürlichen Entscheidungsgewalt Unbefugter. Das bedeutet nicht Volksgemeinschaft, sondern Willkürherrschaft, das bedeutet nicht die vom Rationalsozialismus für das Volk erstrebte Kraft und Lebensfreude, nicht Vertrauen und Glauben, sondern lähmendes Mißtrauen und Furcht. Solche Zustände müssen rücksichtslos beseitigt werden. Ich habe darum bereits im März dieses Jahres unnachsichtig und ohne Ansehen der Person durchgegriffen, als ich Nachricht davon bekam, daß z. B. in Stettin unschuldigen Menschen auf Grund haltloser Verdächtigungen schweres Unrecht zugefügt wurde. Es geht auch nicht an, daß jemand ein Amt, eine Führerstellung im Staate ungestraft dazu benutzen kann, das Recht unseres nationalsozialistischen Staates und damit den Willen des Führers zu verletzen und dadurch den ihm unterstellten Volksgenossen Unrecht zuzufügen. Vor allem aber ist es unmöglich, daß in der Anwendung des Gesetzes, das gegenüber dem einen Teil der Volksgemeinschaft ordnungsgemäß gehandhabt wird, vor einem anderen Teile Halt gemacht wird, daß ein Teil der Volksgenossen vor dem Gesetz eine bevorzugte Stellung genießt. Ein solcher Zustand würde eine unüberbrückbare Kluft zwischen diesen Volksgenossen und dem übrigen Teil des Volkes ziehen, er würde den Todeskeim für jedes Recht, aber auch für jede Volksgemeinschaft bedeuten. Eine wirkliche, auf Vertrauen und Achtung aufgebaute Gemeinschaft aller Artgleichen ist nur möglich, wenn alle, aber auch alle Teile der Gemeinschaft von der Gewißheit durchdrungen und erfüllt sind, daß ihnen der Schuh des Gesetzes, dah ihnen das Recht gemeinsam und gleich gewährleistet ist. Wir wollen doch nicht die Kleinen hängen und die Großen laufen lassen, sondern wir wollen gerade die großen Schädlinge besonders anfassen. Diesem nationalsozialistischen Staatsgrundsatz hat der Führer in seinen zwölf Punkten erneut fundamentalen Ausdruck verliehen: Das besagt noch nicht, daß jede Gesetzesbestimmung zu jeder Zeit starr und ohne Rücksicht auf besondere Verhältnisse des Einzelfalles angewendet werden muß. Die Organe im Staate, die über das Recht und damit die Rechtssicherheit zu wachen haben, müssen sich jederzeit vor Augen halten, daß sie die Gesetze nicht um der Gesetzesanwendung willen anwenden, sondern daß sie ihre Tätigkeit ausüben, um Gerechtigkeit üben zu können. Nicht auf den Buch st oben kommt es an, sondern allein auf den Sinn und den G e i st des Gesetzes. Meine Herren Juristen, wir haben gesehen, wie gerade im Privatrecht unerhörte Rechtsbrüche vorgekommen sind. Gehen Sie in das Volk hinaus und fragen Sie, ob das heutige Privatrecht, das aus kapitalistischer Einstellung heraus geworden ist, nicht den schwachen Kleinen schützt, sondern dem Ausbeuter das Recht zusichert. Hören Sie sich die homerischen Gesänge der beiden Anwälte an, und Sie werden verstehen, was Recht und was Verdrehung darstellt. Ein gesundes und klares Recht muß von dem einzelnen eigentlich selbst vertreten werden können, zur Vertretung des wahrhaften Rechts bedarf es eigentlich nicht des Anwaltes. Es können Umstände eintreten und vorliegen, durch die die Anwendung der ordentlichen Gesetze geradezu zu schwerem Unrecht führen kann. Aber von den mit der Strafrechtspflege im weitesten Sinne betrauten Organen der Gemeinschaft muß in derartigen Fällen erwartet werden, daß sie den Stellen, die hier im Wege der Gnade Aus- Treue zwischen Führer und Gefolgschaft. Es kann aber nicht in Betracht kommen, daß der nationalsozialistische Staat seine Organe, seine Machtmittel einsetzt, um den in seinem Tun zu schützen, der etwas begehrt und erstrebt, was der Volksgemeinschaft schädlich ist. Der Hauseigentümer, der unbarmherzig und skrupellos arme Volksgenossen um Nichtigkeiten willen obdachlos macht, hat den Schutz des Staates in diesem seinem Treiben verwirkt, denn er verstößt gegen die Grundgesetze der Volksgemeinschaft, selbst wenn er in seinem Tun den Schein eines Gesetzesparagraphen für sich hat. Sie wissen, auf welchen geradezu unerhörten, menschlich einfach unverständlichen Fall ich anspiele, und ich versichere Sie, daß 3. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung eines Ehrensoldes besteht nickt. Der Ehrensold ist eine freiwillige zusätzliche Leistung der NSDAP., die dazu bestimmt ist, den Hinterbliebenen der Gefallenen der Bewegung den Dank der Partei in sichtbarer Form abzustatten. Der Ehrensold ist unpfändbar. Gemäß dem Willen des Führers darf der Ehrensold von den staatlichen und sonstigen Behörden auf das Einkommen der Bedachten nicht angerechnet, sowie bei der Festsetzung von Hinterbliebenenrenten, Versorgungsansprüchen und dergl., insbesondere bei den auf Grund des Gesetzes über die Versorgung der Kämpfer für die nationale Erhebung vom 27. Februar 1934 gewährten Bezügen, nicht berücksichtigt werden. 4. Anträge auf Gewährung eines Ehrensoldes sind beim Reichsschatzmeister der NSDAP., München 43, Postschließfach 80, mit den entsprechenden Belegen einzureichen. München, 13. November 1934. Der Reichsschatzmeister. Schwarz. B e r l i n, 14. Nov. (DNB.) Der R e i ch s s ch a fern e i ft e r der NSDAP, hat, wie der „Völkische Beobachter" meldet, die folgenden Aussührungsbe- stimmungen zu der Verordnung des Führers "vom 9. November 1934 erlassen: Auf Grund der Ziffer 3 der Verfügung des Führers vom 9. November 1934 über die Gewährung eines Ehrensoldes der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an die Hinterbliebenen der im Dien st der nationalsozialistischen Idee und für die Eroberung des Staates Gefallenen erlasse ist folgende Ausführungsbestimmungen: 1. Einen Ehrensold erhalten die Hinterbliebenen der auf der Ehrenliste der gefallenen Kämpfer der NSDAP, verzeichneten Toten der Bewegung. Hinterbliebene im Sinne dieser Bestimmung sind Ehegatten, Kinder oder Eltern. 2. Der Ehrensold wird für ein Kalenderjahr festgesetzt, erstmals für das Kalenderjahr 1935. Die Zahlung des Ehrensoldes erfolgt in monatlichen Teilbeträgen. Ich behalte mir vor, die Festsetzung des Ehrensoldes bei Vorliegen wichtiger Gründe jederzeit zu ändern. Berlin, 13. Nov. (DNB.) Im festlich geschmückten großen Sitzungssaal des Berliner Rathauses begann am Dienstagoormittag die 5. V o l l s i tz u n g der Akademie für deutsches Recht. Der Präsident der Akademie für deutsches Recht, Reichsjustizkommiffar Dr. Frank konnte in seiner Begrüßungsansprache außer dem preußischen Ministerpräsidenten u. a. noch den Reichsaußenminister Freiherrn v. Neurath und den Reichsfinanzminister Grafen , Schwerin-Krosigk bsgrüßen. Ferner waren ! noch viele Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen '! Lebens und der Diplomatie zugegen. Reichsjustiz. ■ kommissar Dr. Frank führte in seiner Ansprache i. a. weiter aus: Die Akademie für deutsches Recht ist das stolze Instrument des stolzen Rechtswillens des Ra- tionalfozialismus und damit ein Instrument des Friedenswillens unseres Führers. Sie ist stolz darauf, die Geschichte des Rechtswillens inb der Friedenssehnsucht des nationalsozialistischen Deutschlands auf rechtlichem Gebiete eingeleitet und :-iner neuen Blüte entgegengeführt zu haben. Es ist »icht zuletzt Ihr Verdienst, Parteigenosse Göring, baß das Gefühl der Staats- und Rechtssicherheit »on Preußen aus, das Sie wieder stolz, frei und zroß gemacht haben, über Volk und Reich sich aus- 'I »reitet. Wöge die Welt überzeugt fein, daß der Ratio- nalsozialismus vor der Geschichte bestehen will als Garant einer menfchheitsfortschrittlichen Rechlsgesinnung und möge man aus diesem ehernen und fundamentalen aber auch unabdingbaren Aeberzeugungsdrang unserer Ration zum ewigen Recht unseres Volkes verstehen, daß auch in diesem Augenblick unser aller Gedanken unseren Brüdern an der Saar gewidmet sind. Venn das Recht Deutschlands auf die Saar ist das unabdingbare, von keinem Vertrag, von keiner Nachtanwendung zu erschütternde ewige Naturrecht, wie das der Mutter auf ihr Kind. — Dann nahm der preußische Ministerpräsident Reichsminister General Göring Tiit herzlichem Beifall begrüßt, das Wort zu dem Thema „Die Rechtssicherheit als Grund- lia g e der Volksgemeinschaft". Er führte a. aus: Wenn ich heute vor der Akademie für deutsches Äecht einige Ausführungen mache, so bitte ich Sie, ioarin ein ftartes und festes Bekenntnis um Recht als Grundlage der Rechtssicherheit, besonders als Grundlage der Volksgemeinschaft zu erblicken. Ich glaube, logen zu dürfen, daß in der kurzen Zeitspanne, wo ich durch das Vertrauen des Führers die Ehre tllabe, an der Spitze Preußens zu stehen, ich mich tLMÜht habe, jenes Rechtsempfinden und jene Rechtssicherheit wiederherzustellen, die aufs tiefste «Tschüttert gewesen sind, als wir zur Macht gekommen waren. Auch wir Nationalsozialisten erkennen die Bedeutung des Rechtes für das im Staat geordnete Zu- f mmenleben der Volksgenossen durchaus. Aber wir o^hen dabei von einer natürlicheren Lebens- und 6 taatsauffasfung aus. Das Primäre für uns i|t nicht der einzelne, sondern die Gemeinschaft olller Volksgenossen. Deshalb nennen wir uns Sozialisten. Ich weiß, daß man den Grundsatz des Rechtes cn sich selbstverständlich auch übersteigern kann. runb der Bekanntmachung über die Ausübung Irr Jagd auf Schalenwild vom 19. Juni 1934 Mg.-Bl. S. 103) ber Abschuß von Rehwilb sich rur im Rahmen behördlich genehmigter Abschuß- sl.äne bewegen darf, erschien die bisherige zwei- r onatige für weibliches Rehwild nicht ausreichend, m in allen Fällen den genehmigten Abfchußplan mb einen sorgfältigen Wahlabschuß mit ber Kugel, r ie er zur Erzielung eines gesunden normal ge- c lederten Wildstandes notwendig ist, durchzuführen, («s erschien daher geboten, die Schußzeit für weib- lches Rehwild (Rehgeißen, Schmalrehen, weibliche f ehkitzen) um einen Monat zu verlängern. Für l.ännliches Rehwild (Rehbock und Kitzbock) endigt be Schußzeit wie bisher am 30. November. Neue Wege in der Verkehrsregelung. Die neue Reichs-Straßenverkehrsordnung, die am 1. Oktober in Kraft getreten ist, hat das Augenmerk in besonderem Maße auf die Abwicklung des Verkehrs in unserer Stadt gelenkt. Dabei lag es nahe, nicht nur die Zeit nach dem 1. Oktober in Betracht zu ziehen, sondern auch die früheren Monate der Derkehrsentwicklung zu überschauen. Als Ausgangspunkt dieser Betrachtung muß der Grundsatz gelten, daß die Volksgenossen sich dem Verkehr in einer Weise eingliedern, bei der im Interesse der Allgemeinheit der einzelne keine Störungen ober gar Gefahren verursacht, dabei aber auch die gesetzlichen Bestimmungen keine kleinlichen und einengenben Vorschriften darstellen. Das neue Verkehrsgesetz, dem nationalsozialistischen Geiste entsprungen, trägt diesen Gesichtspunkten vollkommen Rechnung. Wenn man die Durchführung der Verkehrsregelung in Gießen überblickt, so ist festzustellen, daß sie sich dem Geiste dieses nationalsozialistischen Gesetzes nicht nur anpaßt, sondern schon vor dessen Inkrafttreten in der gleichen Weise wirksam gewesen ist. Nicht durch Polizeiverordnungen, die meist nur von wenigen gelesen und behalten werden, oder durch Verbote und Gebote für die Einwohnerschaft, auch nicht durch die scharfen Machtmittel der Polizei ist hier der Bevölkerung das richtige Verhalten im öffentlichen Verkehr nahe- gebracht worden, sondern seit der Neubesetzung der Gießener Polizeidirektion mit einem Nationalsozialisten als obersten Leiter hat man neue Methoden der Verkehrserziehung angewandt, deren Durchführung einwandfrei zeigt, daß das erstrebte Ziel auch ohne Zwangsmittel erreicht werden kann. Als Beispiel dafür, wie die neue Leitung unserer Polizei es glücklich anpackt, sei einmal erwähnt, daß da an mehreren Tagen in größeren Zeitabständen in den Hauptverkehrsstraßen immer wieder ein großes Auto erscheint, das ringsum mit leuchtenden Plakattafeln behängt ist, auf denen man lesen kann, was der einzelne im Verkehr vornehmlich nicht tun soll. Diese Art der Verkehrserziehung und Aufklärung erreicht bei gutem Willen des Publikums schon mancherlei beachtenswerte Erfolge. Eines Tages ist dann dieses Auto wieder da, besetzt mit einigen verbindlichen und freundlichen Polizeibeamten, die den von dem ersten Verkehrserziehungsmittel noch nicht erfaßten Volksgenossen bei der Erfassung der neuen Verkehrspflichten etwas nachhelfen, höflich und liebenswürdig, aber fachlich, klar und unmißverständlich. Dabei müssen die Beamten gelegentlich auch einmal ein Wort der herben Kritik oder einen schweren Stoßseufzer mit anhören. Doch man muß sich an alles gewöhnen, und der Schmerz geht auch einmal vorüber. Immerhin hat diese Methode sich bisher in recht glücklicher Weise ausgewirkt. Wer aufmerksam den Verkehr in den Straßen unserer Stadt beobachtet, wird zugeben müssen, daß sich seit einiger Zeit hier schon mancherlei gebessert hat und die Hoffnung berechtigt ist, daß dank der psychologisch richtigen Handhabung durch die Polizei und dank der Einsicht in immer größeren Kreisen der Bevölkerung die Verkehrsabwick- lung auch weiterhin an Besserung gewinnen wird. Die Verkehrsunfälle, deren Zahl sich bisher schon vermindert hat, dürften bei dieser Methode immer mehr nachlassen und damit Schädigungen der Allgemeinheit vermindet werden. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die Polizei sich weiterhin bemühen wird, ihr erstrebtes Ziel unter den schwierigen Ver- kehrsverhältnissen in Gießen mit aller Tatkraft zu erreichen, wobei vor allem auf die unter psychologischen Gesichtspunkten richtig orientierte Verkehrserziehung geachtet werden wird, erforderlichenfalls aber auch die Anwendung aller Machtmittel nicht außer Betracht bleibt. Wie wir von der Polizei hören, sind zur Erreichung ihres Zieles schon für die nächste Zeit noch weitere Verkehrsverbesserungen im Interesse der Allgemeinheit geplant. Die bisherige Tätigkeit unserer Polizeiorgane im Sinne einer für alle Teile der Gießener Bevölkerung annehmbaren Neugestaltung des Verkehrswesens hat mit Recht in weiten Kreisen der Mitbürger die verdiente gerechte Würdigung gefunden. Es ist anzuerkennen — und wird auch von allen einsichtigen Volksgenossen in gebührender Weise gewertet — daß die Polizei ernstlich bemüht ist, auf diesem Wege allen Volksgenossen behilflich zu sein und sie selbst, aber auch die Allgemeinheit soweit wie nur irgendmöglich vor Schaden zu bewahren. Als angenehme Beigabe dazu ist weiter in Erscheinung getreten, daß sich auch eine angenehmere Tonart im Umgang zwischen Polizei und Publikum und umgekehrt herausgebildet hat. Wenn beide Teile in zielbewußtem Streben auf den von der neuen Leitung der Polizeidirektion gewiesenen Wegen fortfahren, wird zweifellos dem Wohle der Volksgemeinschaft in unserer Stadt in guter Weise gedient sein. Dazu kann die Bevölkerung von sich aus sehr wirksam mithelfen, wenn sie immer auf glatte Abwicklung des Verkehrs durch verständiges Verhalten in den Straßen bedacht ist. Zur Saarabstimmung ist dieses Abzeichen geschaffen worden, das — zur Kennzeichnung der Bodenschätze des Saargebietes — ein Stück Saarkohle trägt. NSBDT. (früher KDAI.). Donnerstag, den 15. November, abends 8% Uhr, spricht im Hörsaal des Geologischen Instituts, Braugasse 7, Pg. Professor Dr. Hummel über „Geologie in der Technik" (mit Lichtbildern). Für Mitglieder des NSBDT. ist Teilnahme Pflicht. Gäste sind willkommen. Gez.: Kurz, Kreisamtsleiter. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: NS.» Frauenschaft Gießen-Süd, 20.15 Uhr, „Bürgerhof", Ortsgruppenabend. — NSLB. Kreis Gießen, Fachschaft „Körperliche Erziehung", Schillerschule, Tagung der Arbeitsgemeinschaft. — NSLB., Arbeitsgemeinschaft „Volksschule", Gießen-Stadt, 16 Uhr, Zeichensaal der Schillerschule, Vortrag über „Heimische Vorgeschichte". — Stadttheater, 19.30 bis 21.45 Uhr „Opferstunde". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der junge Baron Neuhaus". — Skiklub Gießen, Gießener Eisverein, Institut für Leibesübungen der Universität, Schneelaufriege des Tv. 1846, 20 Uhr, Aula der Universität, Vortrag von Randmod Sörensen, anschließend zwei Skifilme. — Eafä Amend, 16 und 20.30 Uhr, Wintermoden- und Schmuckschau. Saarkundgebung im Caf6 Leib. Vom Bund der Saarvereine, Ortsgruppe Gießen, wird uns folgendes geschrieben: Zu der am morgigen Donnerstag, 15. November, 20.30 Uhr, im Cafe Leib stattfindende Saarkundgebung laden wir die Einwohnerschaft von Gießen herzlich ein. Besonders sind uns unsere Landsleute von der Saar, die z. Z. in Gießen zur Erholung weilen, herzlich willkommen und wir freuen uns, sie bei uns begrüßen zu können. Der Redner, Post- amtmann Anschütz, ist uns Saardeutschen kein Unbekannter, denn er steht seit Jahren in vorderster Front für die Rückgliederung unserer Heimat zum Vaterland. Einstmals als Führer der saarländischen Beamtenschaft stand er gegen die Saarregierung in erbittertem Kampf und wurde deshalb aus feiner Heimat ausgewiesen. 15 Jahre lang mußte er mit seiner Familie außerhalb des Saarlandes weilen, und wenn der Abstimmungskampf vorüber ist, wollen wir uns mit ihm freuen, daß er wieder dort zurückkehren kann, wo einst feine Wiege stand. Deutsche Arbeitsfront. kreiswoltung Gießen. Am 15. November, abends 20.30 Uhr, veranstaltet die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine im Cafe Leib eine Saarkundgebung, verbunden mit einem Lichtbildervortrag. < Die Mitglieder der DAF. werden hiermit aufgefordert, sich ebenfalls an dieser Kundgebung zu beteiligen. Heil Hitler! Kreiswaltung: Reitz. * NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". Am kommenden Freitag, 16. November, abends 8 Uhr, findet in der Aula des Gymnasiums die erste offene S i n g ft u n d e für die Stadtbevölkerung von Gießen statt. Wer Freude am echten deutschen Volkslied, am frischen Kanon und am guten Mannschaftslied hat, ist herzlich zum Mitsingen eingeladen. Der Eintritt ist frei. — Stadttheater Gießen. Heute, Mittwoch, abend: Wiederholung des Dramas „Opfer- stunde". — Schaffung von Eigenheimen -r ein Lichtbildervortrag. Am morgigen Donnerstag findet, veranstaltet von der Eigenheim-Ausstellung Seltersweg 75, im Hotel Prinz Carl ein Lichtbildervortrag statt, der allen Interessenten Aufklärung über die Möglichkeit der Errichtung eines Eigenheimes verschaffen soll. (Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen.) — Hausfrauenveranstaltung im Cafe Leib. Die Abteilung Hauswirtschaft und Volkswirtschaft der NS.-Frauenschaft Gießen veranstaltet in der Zusammenarbeit mit dem Milchwirtschaftsverband Hessen am kommenden Freitag im ! Caf^ Leib eine Hausfrauenveranstaltung, die in i Wort und Bild über die Milch und ihre' Produkte 1 Aufklärung verschaffen soll. Ueber das Schulmilchfrühstück, über den Fettplan der Reichsregierung u. a. m. wird in allgemeinverständlichen Ausführungen gesprochen werden. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Gießener Gtadttheater. Hellmuth Unger: .^pferstunde". Dr. med. Hellmuth Unger, gebürtig aus Nord- fnusen, von Beruf Augenarzt in Leipzig, ist schon tuld nach dem Kriege als Erzähler und vor allem 15 Dramatiker bekannt geworden. Von seinen Schauspielen nennen wir „Spiel der Schatten", Mutterlegende", „Menschikow und Katharina"; die Lsser des Gießener Anzeigers werden sich vielleicht an den vor vier Jahren in den Familienblättern e: schienenen Roman „Eisland", die Geschichte einer Spedition, erinnern. Ungers jüngstes Stück, „Opferstunde", ein Drama lir. drei Akten, beginnt mit einer etwas umständlichen Exposition, welche an die Schauspiele des Na- ilnalismus erinnert; man denkt, mehr als einmal, ara Ibsen, der in den „Gespenstern" ein ähnliches I jema anschlug, aber man merkt auch bald, daß '! Unger mit dieser Fabel, die begreiflicherweise ihn ab Arzt ganz besonders beschäfttgen und zum Nach- binEen reizen mußte, einen Stoff von brennender Mutualität aufgegriffen hat, ein Thema, das heute sozusagen in der Luft liegt, das in Gesprächen, in bin Zeitungen und in den Hörsälen eingehend und in mer wieder diskutiert wird. Wir alle kennen den weitverzweigten Fragen- kcrnplex, der sich um die Gebiete der Rassenpflege, bar Ahnenforschung und der Familienkunde gruppiert. Wir wissen auch, daß der nationalsozialistische aat eine neue, in die Zukunft weisende Bevölke- Tungspoütit auf dem Gesetz zur Verhütung erb- linnfen Nachwuchses aufgebaut hat. Während aber b^fe Dinge bisher vorwiegend theoretisch an uns I) trangetragen wurden, hat Unger in seinen drei Bitten gewissermaßen einen jener Fälle aus der L'axis aufgegriffen, — wie sie bisher erst hin und D,eder aus Zeitungsberichten bekannt wurden — tun daran als an einem Beispiel zu zeigen, worum ts sich handelt. Was der Naturalismus lediglich als r tbestand registrierte, als Lebensausschnitt oder ) stand schilderte, wird hier nicht nur aufgezeigt, nöern auch ausgetragen: es wird nicht nur gemildert, sondern auch gefordert. So haben wir also ti: Problem- und Thesenstück vor uns, das zugleich üre Nutzanwendung auf einen sehr wesentlichen 3-fstandteil nationalsozialistischer Weltanschauung bedeutet. * , Die Aktualität der Vorgänge gründet sich nicht |o fsehr auf die Bemerkung des Theaterzettels, daß lit Vorgänge sich im Frühjahr 1934 in der Woh- nng einer Berliner Familie ereignen, sondern dar- tu', wie aus diesen Vorgängen die im Sinne der leinen Lehre einzig möglichen Folgerungen gezogen erben. Die Familie des Direktors Bergmann besteht aus dem Vater und zwei erwachsenen Töchtern, Hilde und Gerda; die Mutter ist, wie es zunächst heißt, nach der Geburt des dritten Kindes, eines Sohnes, der in Amerika durch Selbstmord endete, gestorben: dies ist, wie wenig später ein Geständnis des Vaters ergibt, eine fromme Lüge Bergmanns gewesen, um die beiden Töchter (vor allem die jüngere, Hilde, die seinem Herzen besonders nahe steht) zu schonen: die Mutter lebt, wenn man es leben nennen kann, sie fristet, unheilbar geisteskrank, ihr Dasein in einer Anstalt. * Da die Mutter der Aermsten, wie sich ferner herausstellt, ebenfalls an der furchtbaren Krankheit gelitten hatte, ergibt sich das typische Bild einer erb- ungesunden, von einer Seite her schwerwiegend belasteten Familie. Der Fall wird akut, da die jüngste Tochter — während die ältere mit einem Deutschamerikaner in kinderloser Ehe lebt — im Begriff steht, sich zu verheiraten und keineswegs gewillt ist, auf Kinder zu verzichten; im Gegenteil, sie wünscht sich, als eine von Grund aus weibliche und mütterliche Natur, von ganzem Herzen viele Kinder, worauf die ganz anders geartete ältere Schwester leichten Sinnes und freiwillig verzichtet. * Der alte Bergmann glaubt die fromme ßüge nicht länger verantworten zu können; er will fein Kind nicht blind ins Unglück stürzen lassen. Hilde erfährt, wie es um ihre Familie steht, und schildert ihrem Verlobten, der Arzt'ist, ihren eigenen Fall, ohne ihn wissen zu lassen, daß es sich um die von ihm geliebte Frau und also auch um sein eigenes Lebensglück handelt. Er entscheidet so, wie er als Arzt nach den Erkenntnissen und Grundsätzen der Erb- gesundheitslehre entscheiden muß und spricht damit । ahnungslos ein Todesurteil: Hilde läuft, unter der Wucht dessen, was da wie mit Keulenschlägen auf sie einbringt, aus dem Haus, bleibt zwar vor dem Schlimmsten, bas bie Ihren befürchten müssen, in letzter Stunbe bewahrt unb kehrt zurück — aber als ein armes, vom Schicksal geschlagenes Menschenkind, dem nichts übrig bleibt, als auf das große und nahe Glück feines Lebens, auf die Gemeinschaft mit dem geliebten Mann und die Erfüllung seines mütterlichen Gefühls, für immer zu verzichten. * Die Aufführung wurde von Anton Neuhaus geleitet. Er bemühte sich, in der Inszenierung den gehaltenen Ton des Kammerspieles mit dem Ernst und der Leidenschaftlichkeit einer sehr gegenwärtigen Diskussion (auch aktuelle Fragen unserer Außenpolitik und des Deutschtums im Auslande werden im Mittelakt gestreift) zu einer Einheit zu verbinden und die Zuschauer sowohl die grundsätzliche Bedeutung des Falles von der Bühne empfinden zu lassen, als auch die rein dramatischen und theatralischen Akzente ber Hanblung herauszuarbeiten. Für ben burch brei verhältnismäßig kurze Akte gleichbleibenben Schauplatz hatte ber Bühnenbilbner Karl Löffler gemeinsam mit Herrn Keim (Beleuchtung) ben angemessenen Rahmen unb eine zweckdienliche Raumgliederung geschaffen. * Recht eigentlich im Mittelpunkt der handelnden Personen steht die junge Hilde Bergmann, die Elisabeth W i e l a n b e r mit Takt und Wärme spielte; sie verstand die Entwicklung dieses Mädchens feinfühlig und eindrucksvoll wiederzugeben von ber lebensfrischen Hoffnungsfreubigkeit zu ber schwer errungenen Fassung bes großen Verzichtes ihrer bunklen Dpferftunbe. Sehr gut auch, gesammelt, burchbacht unb von innen heraus spielte Herr Kühne den von quälender Erkenntnis und schwerer Verantwortung um bas Lebensglück seines Kindes belasteten Vater. ♦ Frau Rose Stir 1 in der Rolle der Gerda, die, wenn wir uns nicht täuschen, ihrem Wesen nicht sonderlich entsprach, fand sich geschickt und dezent mit dieser bewußt eingeführten Kontrastfigur zurecht. — Sympathisch, mit klarer und unverstellter Natürlichkeit gab Herr Lüpke den mit Hilde verlobten jungen Arzt. — Herr Geiger verlieh dem beruhigenden Optimismus des alten Herrn Reit überzeugenden Ausdruck, während Herr Quad- flieg in der etwas unglücklichen und im Gefüge des Dramas kaum belangvollen Rolle des Klaus leider nicht viele Chancen hatte, feine (Eignung für I das Fach des jugendlichen Helden zu erweisen. \ Herr Dieten und Fräulein I. G. W e y l, die ; sich in einer kleinen Aufgabe recht vorteilhaft ein- füyrte, rundeten das Ensemble angenehm ab. * Die Aufführung fand starken Beifall und dürste manchen Besucher zu ernstlichem Nachdenken angeregt haben. hth. Komödie der Irrungen. Ein zerstreuter Kraftwagenfahrer rief auf Roms vornehmster Straße, der Via Veneto, einen Menschenauflauf und wilde Gerüchte von einer Entführung hervor. Der Schuldige, der auf den Namen Manfredi hört, hatte- mit seinem Wagen vor einem Lokal gehalten, und nachdem er sich gestärkt hatte, sprang er rasch in den Wagen und fuhr davon. Er sah nicht, daß in dem Wegen eine Dame saß, die eifrig damit beschäftigt war, vor ihrem Handspiegel die Schönheit ihres Teints aufzufrischen. Die'Dame, vertieft in ihre wichtige Arbeit, bemerkte ihrerseits nicht, daß vorn ein fremder Mann saß. Als sie aber mit dem Verschönerungswerk fertig war und nun den Fremden erblickte, fielen ihr die furchtbarsten Geschichten von amerikanischen Entführungen und Erpressungen ein, und sie schrie gellend auf. Der erstaunte Manfredi sah sich um und fragte sie, was sie in seinem Wagen mache. „Das ist nicht Ihr Wagen, sondern der meines Mannes!" lautete die empörte Antwort. Nun erst dämmerte es dem Zerstreuten, daß er in einen Wagen gestiegen war, der zwar dem feinen glich wie ein Ei dem andern, der aber doch nicht der seine war. Unterdessen hatte der verlassene Gatte, feiner Frau und feines Wagens beraubt, die Polizei alarmiert, und die tollsten Gerüchte von einer Entführung durchschwirrten die Straße. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung auf, und eine große Menschenmenge versammelte sich vor dem Restaurant. Manfredi gelang es, die aufgeregte Dame zu beruhigen, und er fuhr zurück, bevor die Polizei feine Spur endeckt hatte. Aber obwohl fein Wagen noch an Ort und Stelle stand und feinen Irrtum bewies, stand ihm doch eine peinliche Situation bevor. Der wütende Gatte stürzte sich nämlich auf ihn; nur mit Hilfe der Polizei konnte der Friede wieder hergestellt werden, und die Entschuldigungen des „Entführers" wider Willen wurden schließlich angenommen. Zeitschriften. — „Der Naturforsche r", vereint mit „Natur und Technik". Novemberheft 1934. Vierteljährlicher B-'mgsvreis 2,50 Mark; Preis des Einzelheftes 1 Mk. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — Wie die heutige Chirurgie den Kampf gegen den Schmerz mit immer vollkommeneren Mitteln führt, zeigt in allgemein verständlicher Darstellung der Heidelberger Chirurg Prof. Dr. med. Kirschner. Neue Natururkunden aus dem geheimnisvollen Leben unserer einzigen fliegenden Säugetiere bietet der Aufsatz von Dr. Eisentraut mit schönen Bildern von Ernst Krause: Fortpflan- zungsgewohnbeiten unserer einheimischen Fledermäuse und Pflege der Jungen. Dr. Henke gibt an Hand von Zeichnungen und Photos eine interessante Darlegung der Entstehung der Zeichnungsmuster bei den Tieren. Der Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen und Mitherausgeber der Zeitschrift, Prof. Dr. W. Schoenichen, berichtet von dem neuen Schweizer Nationalpark „Aletsch-Wald" mit mehreren prachtvollen Ausnahmen. Ein aktuelles Problem behandelt Prof. Dr. Andersen: Chemische Geschlechtsbeeinflussung. In die neuesten Ergebnisse der Physik führt Dr. Kuhn mit seinem Bericht über neue Forschungen über das Positron, in die junge Steinzeit Dr. Ernst Frickhinger, der von Tier- und Speiseresten aus jenen längst verklungenen Tagen berichtet. Zahlreiche kleine Beiträge, eine Uebersicht über die neueste naturwissenschaftliche Literatur, Bücherbesprechungen und eine Bildpreisfrage beschließen das ungemein vielseitige, prachtvoll ausgestattete und bebilderte Heft. Oie Feier des 9. November in Oberheffen b die F. chloß. -eier allenendenkmal an der Kirche zu Kirch- e r g statt, wo sich die SA.. SAR. und viele Ge- Spenden für das Winterhilfswett Sämtliche Zahlungen für den Kreis Gießen, die das Dinlerhilfswerk 1934/35 betreffen f Spenden. Straßenfammlungen, Haussammlungen, Eintopfgerichte usw.), sind nur auf Konto der Bezirkssparkasse Gießen, 71r. 4600 oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. 2R. Jlt. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen. Walter Ende, Rüsselsheim, Wilhelminenstraße, und Johannes Schnell L, Rüsselsheim, Waldstraße 31, auf die Dauer von drei Tagen polizeilich geschlossen, da in beiden Metzgereien in den letzten Tagen Blut- und Leberwurst verkauft wurde, die als minderwertig a n - Fusehen war und in ihrer Qualität dem ge- forderten Verkaufspreis in keiner Weise entsprach. In der Metzgerei Schnell wurden außerdem bei der Revision Zustände angetrosfen, die in gesundheitspolizeilicher Hinsicht zum Einschreiten Anlaß gaben. Keine unbedachte Entrümpelung! Wahrt altes Kulturgut! Landkreis Gießen. D Ruttershausen, 12. Nov. Der 9. Nove m b e r, der immer mehr ein e r n st e r Tag des deutschen Volkes wird, wurde auch hier würdig und feierlich begangen, lieber die Feier in Mainzlar ist bereits berichtet. Nachzutragen ist, daß am 9. November, um 18 Uhr, sämtliche Formationen Lollars mit der SA.-Kapelle (Stabführer D e i n e s) auf den Friedhof zogen, wo die beiden Gesangvereine je ein passendes Lied sangen, Bürgermeister Wagner als Ortsgruppenleiter der NSDAP, hielt eine zündende Ansprache, und das Lied vom guten Kameraden über die stille Stätte erklang. — Um 19 Uhr fand dieselbe Feier vor dem G e - Geschlechts vernichten? Nein, hegen und pflegen mußt du sie! Sie lassen Jahrhunderte wieder erstehen; willst du da undankbar fein? Ordne einmal all das, was Keller und Boden dir verraten! Einsehen wirst du, daß du leichtsinnig unersetzbare Werte und Kulturgut vernichten wolltest! Drum nochmals: Sammle und erhalte die Schätze, die dir überliefert sind! kannst du die allen krausen Schriften selbst nicht lesen, zeige sie dem Lehrer oder dem Leiter des Heimat- vereins! Er wird dir gern helfen und sich mit dir deiner Schätze freuen! ** Semester-Eröffnungsfeier der Universität. Am heutigen Mittwoch, 14. November, 18 Uhr c. t, findet in der Neuen Aula der Universität die Semester-Eröffnungsfeier statt. Es werden sprechen: der bisherige Rektor, der neue Rektor und der Führer der Studentenschaft. ** Sitzung des Prooinzialausschus. s e s. Am nächsten Samstag, 17. November, 8^ Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Be- schwerde des Händlers Ludwig Schäfer in Gießen gegen den ^Bescheid des Kreisamts Gießen vom 18. Juli 1934 wegen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit unedlen Metallen. 2. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Landkreis St. Goar gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Hermann Hilter- mann aus Bacharach. 3. Klage des Paul Zimmermann in Alsfeld gegen die Entscheidung des Krois- amts Alsfeld vom 5. März 1934 wegen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein. Unter dieser Ueberschrift schreibt Karl H a g e - b ö cf in den Mitteilungen des Reichsnährstandes: Deutscher Bauer! Dein Hof ist dir ans Herz gewachsen. Die Scholle und die Gebäude hast du gepflegt, um das Vieh hast du gesorgt. Hast du dich aber auch schon hinreichend gekümmert um die Geschichte deines Hofes und derer, die vor dir seine Scholle brachen? Wohl weißt du noch dies und das aus den Erzählungen der Alten, und das hat dir meistens genügt. Nun aber sind die dir überlieferten Dokumente der Geschichte deines Hofes in Gefahr! Du sollst die Böden und Keller entrümpeln. Gib acht dabei; vernichte nichts, ohne vorher genau zu prüfen, ob es nicht doch erhalten bleiben muß! Da liegen auf dem Boden die verschiedensten Dinge, Zinngeschirr neben Spinnrädern, Truhen stehen dort und alte Möbel. Große Schätze, dir noch unbekannt, sind dort verborgen und harren ihrer Entdeckung! Sieh dir die alte Wiege dort an, schau genau zu! Da liest du eine Jahreszahl zwischen Buchstabengruppen. Jenen Schrank ziert ein Spruchband mit vollen Namen und Jahreszahlen. Die Truhe in der Ecke birgt fein Altpapier! Dokumente inb es, von denen das Bestehen des Hofes einst abhing! Sie wollen dir von den Sorgen und Nöten der Vorfahren berichten! Alte Prozeßakten, lieber- träge, Lehnbriefe, Verträge und Freibriefe findest du und vieles andere noch. Auf den Verschlußblättern der Postille dort hat mit schwerer Hand ein Vorfahr von Kriegsnöten, Mißernten und anderer Not berichtet, aber auch Nachrichten von seiner Familie hinterlassen. Selbst jener Kerzenleuchter aus Zinn trägt eine Inschrift und will dir von jener Zeit berichten, in der er den Brautwagen zierte. Achtlos willst du diese Zeugen der Geschichte deines 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des Kreises Gießen, vertreten durch die Bürgermeisterei Grünberg, gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Schotten, vertreten durch die Bürgermeisterei Ober- Lais, wegen Erstattung von Unterstützungskosten für Wilhelm Meyer aus Ober-Lais. ** Zur 20 Jahrfeier des Goethe- Bundes Gießen findet am kommenden Sonntag eine Vorlesung des Dichters Hans Friedrich B l u n ck statt. Hans Friedrich Blunck, Präsident der Reichsschrifttumskammer, ist einer unserer stärksten zeitgenössischen Dichterpersönlichkeiten und ein ausgezeichneter Interpret seiner Dichtungen. Mit biefer Veranstaltung, zu der die Vertreter der hie- igen Behörden und des Gießener Geisteslebens be- onders eingeladen wurden, wird der Goethe-Bund einer 20-Jahrfeier eine würdige Ausgestaltung geben. Die Dichter-Vorlesung findet bereits nachmittags 5 Uhr statt, worauf hiermit besonders hin- gewiesen sei. Abends ist im Hotel Schütz in Anwesenheit des DichLergastes eine zwanglose Zusammenkunft der Mitglieder und Gießener Literaturfreunde angesetzt. Die unermüdliche Tätigkeit des Goethe- Bun'des im Dienste der Pflege und Förderung deutschen Sckrifttums und Geisteslebens verdient es, daß die Gießener Bürgerschaft durch allseitigen Besuch dieser Veranstaltung des Goethe-Bund Anerkennung für die bisher geleistete Kulturarbeit bekundet. (Siehe heutige Anzeige.) ** Seinen Verletzungen erlegen. Der Bergmann Wilhelm Volk von Lützellinden, der am Montag im Bergwerk Großen-Linden verunglückte und mit schweren inneren Verletzungen in die Gießener Klinik gebracht werden mußte, ist gestern mittag den Folgen des Unfalles erlegen. Der Unglücksfall ist um so tragischer, als der bedauernswerte Mann jung verheiratet war. ** Verstöße gegen das Zugabever- b o t durch Zugabe von Kasfeedosen. Der Verein Deutscher Kaffee - Groß - Händler und -Röster — Sitz in Köln — teilt uns mit: Wie in letzter Zeit festgestellt werden konnte, gewähren Lebensmittelgeschäfte beim Verkauf von Kaffee eine große Blechdose als Zugabe. Der Konsument erhält diese Zugabe, wenn er nach und nach 12 Viertelpfund Kaffee gekauft hat. Die Zugabe dieser Kaffeedosen verstößt gegen das von der Reichsregierung ausgesprochene Zugabeverbot und ist daher strafbar. Alle Verstöße werden künftig unnachsichtlich verfolgt werden, wobei darauf aufmerksam zu machen ist, daß nicht nur der Lieferant des Einzelhändlers, sondern auch der Einzelhändler selbst sich straffällig macht, wenn er die Dosen zugibt. ** Monatsversammlung des Krie - g e r d e r e i n s Gießen. Der K r'i e g e r v e r e i n Gießen hielt am Montag feine Monatsverfamm- lung ab. Nach kurzen geschäftlichen Mitteilungen gedachte der Vereinsführer, Landgerichtsrat T r ü m- p e r t, des vor kurzem im 92. Lebensjahre verstorbenen Kameraden Mayer, der vor 60 Jahren den Verein hatte gründen helfen, Ehrenvorsitzender des Vereins und des Hassiabezirkes Gießen war, und des Ehrenmitgliedes E m i g, der jetzt im 93. Lebensjahre abgerufen wurde. Nach der Begrüßung des Kameraden Siegel aus dem Saarland, der feine alte Garnisonstadt besucht, durch den Vereinsführer, hielt Kamerad Dr. Kaufmann, der 15 Jahre in Aegypten und im Orient im deutschen Schuldienst gewirkt und nach dem Kriege die Stätten feiner früheren Wirksamkeit wiederholt besucht hat, einen sehr spannenden Vortrag über das ewige Stromland des Nils, feine landschaftlichen Eigen- tümlickkeiten, feine Bedeutung für unseren Außenhandel, die freundliche Gesinnung der Bevölkerung Ebie ehrbaren Deutschen dort, deren Zahl in ,pten etwa 5000 beträgt. Der Redner sprach auch von den Gewalttaten der Engländer, die bis 1923 deutschen Besitz beschlagnahmt hielten, den dann das sozusagen selbständig gewordene Königreich Aegypten den Deutschen zurückgab, die dort die beliebtesten Europäer sind. In ebenso klarer Weise schilderte Kamerad Kaufmann die gänzlich anderen Verhältnisse in Palästina, das jetzt, von den Engländern modernisiert, das Land der Autostraßen ist, während es früher nur schmale, unfahrbare Wege gab, ferner die Bedutung der deutschen „Schwaben", die sich seit den 60er Jahren dort angesiedelt haben, für unseren Handel sehr wichtig sind und uns die feinen Jasfa-Orangen liefern. Schöne Lichtbilder erläuterten dann den Vortrag, reicher Beifall zeigte dem Vortragenden den wohlverdienten Dank der Zuhörer. — Dann schilderte ein z. Z. in Gießen wohnender Saarländer die Zustände im Saarland, die Stimmung, die dort herrscht und die Zuversicht der deutschen Volksgenossen für die Abstimmung, die mindestens 95 Prozent Stimmen für Deutschland bringen werde. ** Sorgt für eure Hunde! Der Eintritt der kalten und nassen Jahreszeit gibt Anlaß, die Hofhundebesitzer zu bitten, der Haltung und Pflege dieser Geschöpfe jetzt besondere Aufmerksamkeit zu schenken Die Hütte muß unbedingt dicht fein, ihr ss. Grebenau, 13. Nov. Der 9. November war auch in unserer Gemeinde der Ehrung der Oe* aUenen des Weltkrieges und der gefallenen Frei' heitskämpfer der nationalsozialistischen Bewegung gewidmet. Fast von sämtlichen Häusern wehten die mit Trauerflor versehenen Fahnen des neuen Deutschland. Auf dem Friedhof am Kriegerdenkmal stand den ganzen Tag SA.-Ehrenwache. Mittags legte Truppführer Steuernagel in Anwesen- heit einer Abordnung der SA. einen Kranz für die gefallenen Helden nieder. Abends versammelten sich sämtliche- Mitglieder der NSDAP.^ SA., BdM. und HI. im Saale der Gastwirtschaft Reibt. Der Saal war würdig geschmückt. Ortsgruppenleiter Konrad Habermehl gedachte zunächst der 16 Helden der Freiheitsbewegung, die von 11 Jahren an der Feldherrnhalle in München ihr Leben lassen mußten. Anschließend spielte die Kapelle das Lied vom guten Kameraden. Dann hielt Ortsgruppenleiter Haber- vom Stützpunkt veranstaltete Gedächtnisfeier statt. Unter den Klängen eines Trauermarsches wurden die Fahnen in den Saal gebracht. Die Schüler fangen Lieder und trugen Gedichte, sowie einen Sprechchor vor. Pg. Blockwart Bergen gedachte in einer eindringlichen Rede zuerst der beiden Kämpfer Horst Wessel und Albert Leo Schlage t e r, die den Märtyrertod für das Dritte Reich starben. Hierauf trug der Gesangverein Flensungen zwei Lieder vor. Pg. Blockwart Bergen schloß die denkwürdige Feier mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Gemeinsam wurden die ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschland-Liedes gesungen. Im weiteren Verlauf des Abends versam- melte sich die Gefolgschaft der HI. auf dem Sport« platz zu einer kurzen Gedächtnisfeier. ll. Merlau, 11. Nov. Der Tag des 9. November wurde in unserem Orte in würdiger Weise begangen. Das Straßenbild war belebt von reichem Flaggenschmuck der Gebäude. Am Ehrenmal der Gefallenen wurde am Morgen durch den Stütz- punktleiter im Namen der NSDAP, ein Kranz nie- dergelegt, während gleichzeitig eine SA.-Ehrenwache aufzog. Am Abend fand im Saale Hörle eine Gedenkfeier zu Ehren der grauen Helden des Weltkrieges und der braunen Helden vom 9. November 1923 statt. Nachdem die SA. unter den Klängen des Badenweiler Marsches einmarschiert war und bei den Fahnen Aufstellung genommen hatte, eröffnete Amtswalter Kaufmann die Feier. Pg. Lehrer Dönges ließ bann in feiner Rede die Vorgänge von 1914 und 1923 noch einmal lebendig werden. Er gedachte der Männer, die unter bem Vorsatz gefallen seien „Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen". Ernste Worte richtete er an die Jugend. „Wer später einmal befehlen will, muß erst gehorchen gelernt haben", dieses Wort Hindenburgs habe heute wie damals feine volle Berechtigung. Zwischen der Rede wurden vaterländische Lieder gesungen, die ganz der Würde des Tages angepaßt waren. Stützpunktleiter Münch schloß die Feier. Anschließend fand noch eine Heber- tragung der Münchener Feierlichkeiten statt. Nieder-Ohmen, 10. Nov. Gestern abend hielt die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, eine G e - denkfeier für d i e Helden des 9. No- vember 1923 im Saale von Ziegenhain ab. Hieran nahmen sämtliche Formationen der Bewegung, sowie die übrigen Ortseinwohner teil. Mit einer kurzen Ansprache leitete Ortsgruppenleiter Erb die Feier ein. Hierauf hielt der Ortsgruppen- schulungsleiter Lehrer Döll die Gedenkrede Er gedachte der Toten des Weltkrieges, sowie derer die für den Aufstieg der Bewegung ihr Leben ließen. Zur Verschönerung der Feier wirkten der Ge- sangverein „Eintracht" und die NSBO.-Kapelle mit —Homberg, 12. Nov. Dieser Tage hielten in unserem Städtchen Brüder und Schwestern von der Saar Einzug. Die Einwohnerschaft bereitete ihnen einen herzlichen Empfang. Am Sportplatz empfingen die SA., HI., BdM. und sämtliche Der- eine mit ihren Fahnen die Saarländer. Unter Öen «längen der SA.-Kapelle marschierte man zM Marktplatz. Der Gesangverein begrüßte die Gäste zunächst mit dem Saarlied. Herr Götz von der NSV. Alsfeld hielt die Begrüßungsansprache, in der er der herzlichen Verbundenheit des Mutterlandes mit den Saardeutschen Ausdruck gab. Der Ortsgruppenleiter H. Damm hieß die Saardeut- chen im Namen der Stadt willkommen. Er betonte, daß wir alles tun wollten, um sie im Kampf um den Anschluß an unser deutsches Vaterland zu un- terstützen. Der Sprecher der Saarländer dankte für die freundliche Aufnahme und versprach im Namen aller, daß sie am 13. Januar 1935 restlos ihre Schuldigkeit tun würden. Schließlich hielt noch der Arbeitsdienstmann L e f f e I, ein Saardeutscher, eine kurze Ansprache. Nach dem feierlichen Empfang wurden die Gäste in ihre Quartiere gebracht. Ein Teil begab sich nach Ober-Ofleiden. .st. Kirtorf, 13. Nov. Der Gedenktag für die gefallenen Helden der Freiheitsbewegung des Nationalsozialismus und des großen Weltkrieges wurde hier in einer schlichten Feier begangen. Vom Morgen an standen am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof Doppelposten der SA. Ehrenwache. Am Abend versammelten sich alle Darteigliederungen mit ihren Fahnen und die Einwohnerschaft vor dem Knegerehrenmal zur gemeinsamen Feier. Hier prach Ortsgruppenleiter Pg. Lather über den hohen Sinn der Feier und den uns verpflichtenden Opfertod der Gefallenen. Daran folgte die Totenehrung, bei der sich die Fahnen senkten und Ehren« alpen abgefeuert wurden. Währenddem spielte der Bläserchor das Lied vom guten Kameraden. Von einem BdM.-Mitglied wurde ein Gedicht vorgett» gen, dem ein Mahnruf der Hitler-Jugend folgt». Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Horst-Wessel-Lied wurde die Feier ge- chlossen. SA.-Männer die Ehrenwache gehalten, abends versammelten sich alle Gliederungen der Partei, nebst zahlreichen Gemeindegliedern, um das Denkmal. Nach einem Musikstück, gespielt von der Mo- tor-SA., und dem Chor „Morgenrot" des Gesangvereins „Germania", unter Leitung von Wilhelm Dem, sprach Ortsgruppenleiter Wenzel über die Ereignisse am 9. November 1923 in München und schilderte noch einmal die Vorgänge dieses denkwürdigen Tages. Mit großen Buchstaben seien die Namen der Helden, die damals ihr Herzblut für die deutsche Freiheitsbewegung gaben, in das Gedächtnis des deutschen Volkes eingeschrieben. Darauf spielte die Kapelle das Lied vom guten Kameraden, Ortsgruppenleiter Wenzel legte im Namen aller Formationen einen prächtigen Kranz am Denkmal nieder. Ein Chor des Gesangvereins „Germania", „Nun schweige jeder ..." schloß die Feier am Denkmal. Im Parteilokal wurde sodann eine Nachfeier abgehalten, bei der der Ortsgruppenleiter darauf hmwies, daß diese Nachfeiern immer mehr ausgebaut und mit dazu beitragen sollten, echte Kameradschaft zu pflegen. Gemeinsame Lieder („In München sind viele gefallen ..." --Volk ans Gewehr ..."), Stücke der Kapelle, Ge- dichte und gesprochene Szenen von Mitgliedern der NS.-Frauenschaft gaben dem Abend einen würdigen Abschluß. § Bellersheim, 13. Nov. Am Abend des 9. November fand hier im Saale Angermüller eine würdige Gedächtnisfeier für die gefallenen Helden statt. Die Gliederungen der NSDAP, mar- fchierten vom Sammelplatz aus zum Kriegerdenkmal, an dem der Ortsgruppenleiter einen Kranz meberlegte. Am Kriegerdenkmal war den ganzen Tag über Ehrenwache gehalten worden. Im Verlaufe der Feier am Abend schilderte Ortsgruppen» leiter Karl Mü11 er dett Kampf des Führers Adolf Hitler und seiner Getreuen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die Feier. „T-' Nodheim a. d. Horloff, 12. Nov. Anläß- lichdesGedenktagesderGefallenendes 9. November und des Weltkrieges wurde durch unsere -Zelle in feierlicher Weise am Kriegerdenk- mal ^in Kranz niedergelegt. Die zahlreich erschienenen Volksgenossen fangen zur Einleitung der Hel- dengedenkseier das Lied vom guten Kameraden. Ortsgruppenleiter Heinrich Rudel gedachte bann der Gefallenen ber nationalsozialistischen Bewegung und der Kameraden der grauen Armee des Welt- krieges. Im Anschluß an diese Totenehrung fand eine Kranzniederlegung am Grabe des verstorbenen Ortsgruppenleiters Ludwig Rudel statt. Schu- lungsleiter Pg. Roth- Rabertshausen sprach im Schulungsabend über Innen- und Außenpolitik. Kreis Büdingen. tz. Nidda, 12. Nov. In würdiger Weise wurde hier der Tag zum Gedenken des 9. No - vember 1923 begangen. Don den Häusern weh- ten die Fahnen der Bewegung auf Halbmast. Am Abend stellten sich alle Formationen der NSDAP, auf dem Marktplatze auf. Unter Marschmusik der hiesigen Feuerwehrkapelle marschierte man zum ©e- fallenen-Denkmal am Johanniterturm, wo bereits seit den Morgenstunden eine Ehrenwache ber SA. Aufstellung genommen hatte. Ortsgruppenleiter, Küfermeister Philivpi, gedachte in kerniger Worten sowohl der Im Weltkrieg Gefallenen als auch derjenigen, die am 9. November 1923 und fpä« ter ihr Leben für die Partei hingegeben haben. Un. ter dem Klange des Liedes „3d) hakt' einen Karne, raben" würbe zur Ehrung ber Gefallenen ein Kranz ntebergelegt. Nach der Abgabe von drei Ehrensalven, bem Gesang des Deutschlandliedes unü des Horst-Wessel-Liedes ging man in geschlossene^ Zuge zur Kirche, die bis zum letzten Platz gefüllt war. Pfarrer S c r i b a hob in eindrucksvoller Rede die Verdienste der für die nationalsozialistische Be. wegung Gefallener hervor und gedachte auch bei toten Helden bes Weltkrieges. Kreis Alsfeld. * Flensungen, 12. Nov. Am Freitagabend stand unser Dorf im Zeichen der Trauer um b i e Märtyrer der nationalsozialisti. scheu Bewegung und die Gefallenen des Weltkrieges. An allen Häusern war halbmast geflaggt. Vormittags versammelten sich die Schulkinder zu einer kurzen Feier am Kriegerdenkmal. Abends fand im Saale von Gastwirt Becker eine Schau dich um auf deinem Hof! Am Gebälk, selbst der Scheuer, außen und innen, findet du Inschriften und Zeichen. Zeichne sie mit Angaben des Fundortes genau auf! Auch bei den Geräten und sonstigen Möbeln achte auf sie und vermerke auch, was Herdsteine und Grabplatten dir erzählen. Manches wird dir unverständllch sein, trotzdem aber zeichne es auf. Tu auch hier deine Pflicht, deutscher Bauer! Sie kostet dich nichts, und Kind und Kindeskinder danken dir die geringe Mühe. Zeichne alles auf, was du findest, auch wenn es dir unverständlich ist. Gerade dann mußt du besonders sorgfältig fein. Da findest du an irgendeiner Stelle vielleicht ein „Wort" wie Mdxxi. Du findest es in keinem Wörterbuch. Schreib es aber einmal etwas anders, MDXXI und du hast die Jahreszahl 1521 in lateinischen Ziffern vor dir. Gib Obachl, deutscher Dauer! Wahre altes Kulturgut und rette auch hier deinen Besitz! Vieles ist schon verloren, rette den Rest! Heimat- und Geschichtsvereine, Archive und Sippenforscher beraten dich gern. Eingang ist mit einem alten Sack oder ähnlichem Material zu verhängen. Eine warme Unterlage darf nicht fehlen. Das Fressen muß angewärmt werden. Zur Frostzeit ist das Trinkwasser öfter zu erneuern, damit der Hund seinen Durst nicht durch Eislecken befriedigen muß. Laßt den Hund, der seiner Natur nach an Freiheit gewöhnt ist, auch einige Male am Tage von der Kette und nehmt ihn nachts, wenn es möglich ist, ins Haus. Mangelhafte Unterbringung und Verpflegung der Tiere ist nach dem Gesetz strafbar. und bleibe unerläßlich für den Wert und die Wirkungskraft der Arbeit des Propagandisten der Bewegung. Eine Bäckerei in Marburg polizeilich geschloffen. LPD. Marbura, 13.Nov. Gestern morgen wurde gelegentlich einer polizeilichen Nachprüfung der Bäckereien in einem hiesigen Betrieb Mindergewicht des Brotes fest gestellt. Es erfolgte die polizeiliche Schließung der Bäckerei. Zwei Mehgereien in Rüffelsheim geschloffen. LPD. Darmstadt, 13.Nov. Das Staats- Presseamt teilt mit: Die Preisüberwachungsstelle des Hessischen Staatsministeriums hat auf Antrag des Kreisamtes Groß-Gerau die Metzgereien Gauleiter Sprenger bei den Propagandisten des Gaues. GPA. Frankfurt a. M., 13. Nov. Zum Abschluß des dritten in Frankfurt a. M. laufenden Lagerkursus der Propagandisten der NSDAP, im Rhein-Main-Gebiet sprach der Gauleiter heute im Haus der Jugend zu den Schulungsteilnehmern über Grundsätzlichkeiten der Propagandaarbeit. Der Gauleiter betonte hierbei besonders, daß die Er» Iolge und bekannten Bewährungsnachweise unserer eiterigen Propaganda den einzelnen Propaaan- ■iftcn Der Bewegung keineswegs dazu verführen dürfte, sich in bequemen, weil ausgetretenen Wegen in einer Form zu bewegen, welche auf eigene schöpferische Anteilnahme verzichten zu können meine. Lebendige eigene Initiative im Rahmen der von der Führung festgelegten Richtlinien sei meindeangehörige, jung und alt, von Ruttershausen eingefunden hatten. Auch hier sprach Ortsgruppenleiter Wager (Lollar) und die SA.- Kapelle wirkte mit. Der erste Vers des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes, gemeinsam ge- ungen, beschloß die Feierstunde. Am Tage hatte die SA. von Hachenberg und Ruttershausen Ehrenwache am Denkmal gehalten. + Treis a. d. Lda., 10. Nov. Gestern abend wurde dahier der 9.November als Erinnerungstag an die vor der Feldherrnhalle in München Gefallenen in einfacher aber würdiger Weife in Mills Saal begangen. Neben dem Rednerpult war ein Transparent aufgeftellt, von dem die Worte: „Und sie haben doch gesiegt" den Anwesenden entgegenleuchteten. Nach dem Einzug der SA. und der HI. eröffnete der hiesige Zellenleiter, Bürgermeister Euler, die Feierstunde mit kurzen Begrüßungsworten an die zahlreich Versammelten, unter denen ast alle Parteimitglieder, die NS.-Frauenschaft und der BdM. und viele Einwohner waren. Darauf verlas Pg. stud. med. Hederich einen kurzen Stimmungsbericht über den Verlauf und den Eindruck des 9. November 1923 und schloß mit dem Vortrag eines Kampfliedes. Auch die Vorsitzende der Frauenschaft, Frau Bing, erfreute mit einem paffenden Gedichtsvortrag, worauf der Vorsitzende T*:~“ mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß. Der hiesige Posaunenchor verschönerte die Stunden durch Musikvorträge und Begleitung der gelungenen Lieder. Nach dem Deutschlandlied löste ich die Versammlung gegen 22 Uhr auf. > Beltershain, 13. Nov. Am Tage des 9. November wurde auch in unserer Gemeinde der Toten vor der Feldherrnhalle in München gedacht. Am Abend bewegte sich ein stattlicher Zug vom Hause des Pg. Erb nach dem Kriegerdenkmal vor der Kirche. SA., SAR., die Schulkinder und viele Volksgenossen nahmen daran teil. Die Gedächtnisansprache hielt Pg. Erb, der besonders die Jugend ermahnte, derer zu gedenken, die ihr Leben für uns ließen. Das Lied vom guten Kameraden, das Deutschland-, das Horst-Wessel- und das Saarlied umrahmten und vertieften die würdige Feier. in. Lang-Göns, 11. Nov. Am Freitagabend fand zur Erinnerung an den 9. November 19 2 3 eine schlichte Feier am Ehrenmal ber im Weltkrieg Gefallenen statt. Tagsüber hatten darob entbrannte. Die Hitler-Linde will aber noch ein anderes: Sie Die ZG.-Zarbemndiiflne im 3. Vierteljahr 1934 Wirtschaft Aus aller Welt 15. 4. eröff- Devsienmarkl Berlin — Frankfurt a. ZU. Krani'uri a. Dl. Bern» 103.13 26-65 26,25 26.75 26 96 145 101,13 101-13 L5! 74-5 Banknoten. 133.75 185 I 185-75 8 8 96 93 96 93 93 96 93 93 7 9 0 (' 0 27,5 83,5 75 110 45,5 213.5 87,4 11-75 110 146 28 83 137,65 88.5 94,5 81 102-75 58,25 o 4 0 0 0 6 6 0 0 82 101 57,75 104 144 118-5 71,25 73 26-25 140-4 100 113-75 72,5 106,5 92 135.5 118 28 76 95 68 69,5 72-5 142 28.9 76,5 94.25 68,25 69,5 71 141 27,13 140,25 99,75 115-4 72-5 106,65 92,75 135,5 118 :l 137-5 208 89 37 81,75 74.5 109,5 134 102 58,13 132 45,5 62,75 118 44.75 59 85.5 30,25 215 160 132,65 137.5 89,5 94 82 100.75 92-75 92-75 92.9 93,5 94,75 94,75 102,4 0 0 0 0 , 0 . 4 0 0 0 12 82-25 100 57,5 104-25 142 119,13 71-75 73.4 28 76 94,5 68 69,5 72-5 141,75 26.25 140,13 99-75 114 72-25 105,9 99 92 135.5 118 o o 0 . 0 0 : o , 0 . 0 0 10 0 0 92,4 45.25 213-5 87 38.13 11.75 110,25 109,25 146 92,65 45-13 214 87,25 38,4 11.9 110 109,25 146-25 . 0 . 0 . 6 . 6 0 I. 5 5 5 . 7 10 27 140,5 100 115 73 107 98,5 92-25 134-4 118-13 29 77 94.25 68-85 69-5 71 142 58 132,75 45 62-25 46 59,9 31-25 45-25 213,25 87 38 12 100-75 92.75 92-75 93,25 93-9 94.75 94-75 102-4 82,25 100,5 57,75 104 74-5 144 119 71-5 72,5 ier le- 82 100.65 57,4 104,5 75 142 119,25 71,75 73-25 138 208 89 37-5 81 28 1.2 7,5 7-3 7-13 12,25 58.5 131,5 45,5 62-5 45 59 30-25 215.5 158-5 133 einen Versuch der Hydrierung von Steinkohle in die Wege. 27 1,2 7,5 7,25 7-13 12-25 06ft» und Südfrüchte: Überangebot von Aepfeln, Birnen gut. Apfelsinen und Mandarinen neuer Ernte sind in geringem Umfange am Markt. Aepfel und Birnen der Klasse la sind leichter verkäuflich, während sonst die Nachfrage nicht befriedigte. Im allgemeinen blieben die Preise gegen die letzte Notierung unverändert. Es notierten u. a.: Aepfel I 12 bis 15, II 8 bis 10, Wirtschaftsäpfel 6 bis 8, Goldparmänen I 12 bis 15, Graurenette, unfort., 8 bis 10, Schafsnase 6 bis 8, Apfelsinen, Kiste 150, 176 und 200 Stück, 23 bis 24 Mk., Hirnen I 12 bis 15, II 8 bis 10, Kochbirnen 4 bis 5, Pastoren 5 bis 8, Haselnüsse, rund, 33 bis 40 ital., lang 33 bis 36 ital., Kastanien 12 bis 18, Kokosnüsse 18 bis 20, Mandarinen 22 bis 25 span., Trauben 45 bis 55 holl., 29 span., 27 bis 28 bulg Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 13.Nov. Auftrieb: 45 Ochsen und 10 Stück direkt dem Viehhof zugeführt, Bullen 50 (1), Kühe 312 (9), Färsen 260 (8), Kälber 330 (29), Schafe 17 (32), Schweine 923 (27). Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsen b) 32 bis 37, c) 27 bis 31, d) 20 bis 26; Bullen a) —, b) 27 bis 31, c) 20 bis 26, d) —, Kühe a) 32 bis 35, b) 27 bis 31, c 21 bis 26, d 11 bis 20; Färsen a) 38 bis 40, b) 32 bis 37, c) 26 bis 31, d) 20 bis 25; Kälber a) 45 bis 49, b) 40 bis 44, c) 34 bis 39, d) 25 bis 33; Schafe nicht notiert; Schweine a) 53, b) 52 bis 53, c) 49 bis 53, d) 48 bis 51. Marktoerlauf: Rinder ruhig, kleiner Ueberstand. Kälber mittel, langsam geräumt. Schweine mäßig belebt, Ueberstand. Geringe Schweine schwer verkäuflich. ... je hielt meist an, so daß die Umsatztätigkeit im allgemeinen kein nennenswertes Ausmaß erreichte. A.E.G Bekula............... ' Elektr. Lieferungsgesellschaft' Licht und Kraft .......... * Ermäßigung des Diskontsatzes für unverzinsliche R e i ch s s ch a tz a n w e i f u n » gen. Der infolge der Flüssigkeit des Geldmarktes vorgestern erfolgten Senkung des Prioatdiskonts folgte gestern eine Ermäßigung des Diskontsatzes für unverzinsliche Reichsschatzanweifungen, und zwar für den Abschnitt per 15. 11. 1935 auf 3,90 v. h. (bisher 4 v. h.) und den Abschnitt per 1936 auf 4,13 (4,25) v. h. Frankfurter Börse. INitlagsbörfe: uneinheitlich. Frankfurt a. M., 13.Nov. Die Börse I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft leider eingegangen ist, haben unsere alten Kämpfer zum ersten Male die Fahne des Dritten Reiches gehißt, und stolz hat sie über unserm Dorf geweht, ob auch mancher Kampf t .1 ..." «•% Oesterretchische Goldrente.... („20% Oesterreichische Stlberrente <°% Ungarische Goldrente....... <®/o Ungarische Staatsrente v. 1910 <%% desgl. von 1918.......... t% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe uon 1911 <3L,Türkische Bagdadbahn-Anlethe gen lagen im Freiverkehr mit 89 bis 90 unverändert. Etwas Nachfrage machte sich für Altbesitz, späte Schuldbuchforderungen, Kommunal-Umschul- dung und Zinsvergütungsscheine bei leicht erhöhten Kursen geltend. Im freien Markt fanden Russen- Prioritäten etwas Interesse: Gulden-Russen 1,40 bis 1,45, 1902er 1,40, 1905er 1 v. h. U. a. notierten: Altbesitz 103,25, 6 v. h. Stahlverein 84,75 bis 84,60, 5 v. h. innere Mexikaner 5,05, Gelsenkirchen 57,50, harpener 104,25, Phönix 45,50, Rheinstahl 87,40, AKU. 58, Bekula 140,50, Chade D 216, Scheideanstalt 208, Licht & Kraft 115, IG. Farben 137,50, Gesfürel 107, Holzmann 74,50, Junghans 60,50, Moenus 76,75, Rheag 98,50, Schuckert 92,25, AG. für Verkehrswesen 76,50, Hapag 26,75, Nordd. Lloyd 28,90, Kaufhof 31,25. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 13. Nov. Der Gemüse- mar k t hatte ganz allgemein weiter starke Zufuhren, während die Nachfrage durchaus unbefriedigend blieb; Wirsing ist so gut wie unverkäuflich. Lediglich in Blumenkohl und Rotkraut war das Geschäft lebhafter. Die Preise waren unverändert. Es notierten: Blumenkohl 15 bis 35, Eskarol 4 bis 8, Gewürzei, gr. Bdl., 20 bis 40, Gelbe Rüben 3 bis 5, Feldsalat, groß, 18 bis 25, klein 50, Kopfsalat 4 bis 10, Meerrettich 20 bis 30, Römischkohl 5 bis 6, Rosenkohl 15 bis 18, Rote Mben 3 bis 4, Rotkraut 5% bis 7, Sellerie je nach Größe 5 bis 30, Spinat 4 bis 5, Tomaten, Freiland 15 bis 20, Treibhaus 35 bis 45, do. holl. 34, Weißkraut 3, Wirsing 3 bis 4, Schwarzwurzeln 14 bis 20, Zwiebeln, Gärtner 53/< bis 6, Pfälzer 6, ital. 5% bis 6. len; sie kamen hier in Streit, wobei der Johann Scbickel mit einer Sense auf feinen Bruder losging und ihm drei erhebliche Stiche beibrachte. Infolge Verblutung starb der Mann bald danach. Bergwerksunglück in Spanien. — Drei Tote, zwei Schwerverletzte. In einer Grube in der Nähe von CorÄoba entstand durch eine Explosion bei einer Sprengung ein Erdrutsch. Eine Reihe von Arbeitern wurde verschüttet. Drei von ihnen konnten nur noch als Leichen geborgen werden, zwei weitere erlitten schwere Verletzungen. Sprengstoffunglück in Kalifornien. — Sechs Tote, zwei Schwerverletzte. Bei Availon (Catalina-Insel, Kalifornien) ereignete sich beim Umlaben von 7500 Pfund Sprengpulver aus Kanistern in Säcke in einem Steinbruch aus bisher ungeklärter Ursache eine Explosion. Die Kleidung der neun Arbeiter, die mit dem Umladen beschäftigt waren, fing Feuer. Sechs Arbeiter verbrannten bei lebendigem Leibe; zwei trugen lebensgefährliche Verletzungen davon. Ein Arbeiter konnte sich dadurch retten, daß er mit brennenden Kleidern ins Meer sprang. Das Reichsgericht über die Dollar-Klausel. Rückzahlung solcher Schuldverschreibungen zum vollen Reichsmarkbetrage. Der sechste Zivilsenat des Reichsgerichts hat am Montag endgültig die beiden Rechtsstreite wegen der Rückzahlung von Schuldverschreibungen in Goldmark entschieden: den Rechtsstreit gegen die Fried. Krupp AG., Essen, und den der Stadtsparkasse Hannover gegen den Provinzialverband, Hannover. In beiden Fällen wollten die Beklagten auf G o ldmar k lautende Schuldverschreibungen deshalb zum geltenden Dollarwechselkurse einlösen, weil die Dollarwährung als Vergleich in den Bedingungen angeführt 'war. Das Reichsgericht hat, ebenso wie die Gerichte der vorangegangenen Rechtszüge — Oberlandesgericht Essen und Oberlandesgericht Celle — dahin entschieden, daß in Reichsmark zu zahlen ist, denn, so sagt das Reichsgericht, „das der Forderung zugrundeliegende Schuldverhältnis ist als Feingoldverhältnis anzusehen. Der Vergleich 1 GM. = 10/42 Dollar hat keinen anderen Zweck als den, zur Erläuterung zu dienen". Bei Schlägereien lebensgefährlich verletzt. In Ludwigshafen gerieten nachts vor einem Cafe mehrere junge Leute in Streit, der in Tätlichkeit ausartete. Dabei versetzte ein junger Mann einem andern einen Messerstich in den Unterleib. Bei der Schlägerei erlitten außerdem noch zwei weitere Männer leichtepe Verletzungen. Der Schwerverletzte wurde in das Krankenhaus gebracht; es besteht Lebensgefahr. Der Täter wurde festgenommen. — In der gleichen Nacht gab ein 27 Jahre alter Mann nach einer kurzen Balgerei auf einen 18jährigen Burschen aus einer Selbstladepistole drei scharfe Schüsse ab. Ein Geschoß durchschlug den Oberschenkel und drang in den Unterleib ein. Der Schwerverletzte brach sofort zusammen und wurde in das Krankenhaus übergeführt. Auch für ihn besteht Lebensgefahr. Der Täter wurde der Polizei übergeben. Den Bruder im Streit getötet. Das Landauer Schwurgericht verurteilte den 60jährigen Johann Schicke! aus Kapsweyer wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte und fein Bruder Alfons hatten im September d. I. im Kleeacker Futter holen wol- Quartal 1933 zeigt der Umsatz noch den Umständen nach eine gute Steigerung. Für den abgelaufenen Zeitraum dieses Jahres konnte die alte Umsatzhöhe gehalten und in verschiedenen Erzeugnissen noch eine mengenmäßige Absatzzunahme erzielt werden. Das Jnlandsgeschäft in Viskose-Seide zeigte eine Steigerung. Im Auslandsgeschäft sind die Konkurrenzverhältnisse immer noch stark durch den Währungsverfall beeinflußt. Der Jnlandsabsatz in Acetat-Seide hat sich weiter gut entwickelt, während der Auslandsabsatz aus ähnlichen Gründen wie bei der Viskose-Seide und Vistrafaser mengen- und wertmäßig erheblich zurückgeblieben ist. Der Gesamtabsatz zeigte trotzdem noch eine gute mengen» und wertmäßige Zunahme. Das Jnlandsgeschäft in Vistrafafer hat sich wiederum gut weiterentwickelt. Das Auslandsgeschäft wurde auch weiterhin in den währungsschwachen Ländern fast unmöglich gemacht. Es zeigt daher sowohl mengen- als auch wertmäßig eine starke Einbuße. Trotzdem wurde im Gesamtgeschäft erneut eine recht beträchtliche Umsatzsteigerung erzielt. Die Anlage wurde planmäßig erheblich erweitert. deutsche Linde, pflanzen. Hier der Tod, dort das &eben. Die Linde, auf der hier zum ersten Male unsere Fahne wehte, sie starb. Ein junger Baum tritt nun an ihre Stelle, ein Symbol des jungen Deutschland, das mit unerschütterlichem Glauben gedämpft und auch den Sieg errungen hat. Nicht nur Hitler-Linde soll der junge Baum heißen, sondern O p f e r l i n d e , mahnend zu Opfersinn und Hingebung an unser Volk und Vaterland. Während ein Jungmädchen ein von Lehrer Messer- s ch m i d t verfaßtes Gedicht vortrug, erfolgte die Pflanzung der Hitler-Linde. Ortsbürgermeister Pg. Langsdorf übernahm die Hitler-Linde in den Schutz der Gemeinde. Möge der Baum, der den Namen unseres Führers tragen soll, so führte er dabei aus, uns allezeit erinnern an den Kampf, der geführt wurde für ein neues Deutschland. Hier an dieser Stelle auf der alten Linde, die Die IG.-Farbenindustrie im dritten Vierteljahr 1934. Frankfurt a. M., 13. Nov. (Fwd.) Wie die Verwaltung der IG.-Farbenindustrie mitteilt, hat sich auch im dritten Vierteljahr 1934 das Griamt- geschäft trotz zunehmender Ausfuhrschwierigketten im allgemeinen günstig entwickeln können. Die Lage auf dem Farbengebiel ist unverändert zufriedenstellend. Die Ausfuhr hat sich ungefähr auf der höhe des Vorjahres gehalten. Die Besserung im Chemikalienumsatz hielt auch im dritten Vierteljahr an. Insbesondere das deutsche Geschäft brachte eine Erhöhung. Der Absatz nach Europa und Ueberfee konnte behauptet werden. Die Nachfrage nach Stick st offdüngemitteln setzte zu Beginn des neuen Düngejahres im Jnlande lebhaft ein. Wahrscheinlich ist infolge der eigenartigen Witterungsverhältnisse dieses Jahres die Landwirtschaft zu einer stärkeren Herbstdüngung veranlaßt worden. Die Ausfuhr hat demgegenüber eine erhebliche Einbuße aufzuweisen. Die Erzeugung erfuhr gegenüber dem zweiten Vierteljahr 1934 keine wesentliche Aenderung. Im technischen Stickstoff ist die Absatzlage während der Berichtszeit befriedigend. Im Inland ist eine leichte Aufwärtsbewegung festzustellen, während das Auslandsgeschäft trotz scharfer Konkurrenz mengemäßig gehalten werden konnte. Die Benzinerzeugung verlief störungsfrei. Der fortschreitende Ausbau der Hydrierungsanlage in Leuna brachte die geplante Steigerung der Erzeugung. In Ludwigshafen leitete die Gesellschaft in einer großtechnischen Apparateeinheit Die innerdeutsche Wirischaftsbelebung wirkte sich auch auf den Absatz der pharmazeutischen Erzeugnisse günstig aus. Dagegen ist die Lage des Auslands- und Ueberseegeschäftes unverändert schwierig. Bemerkenswert war im pharmazeutischen Chemikaliengeschäft die Zunahme sehr billiger japanischc und amerikanischer Konkurrenzangebote. Das G« samtergebnis des photographischen Geschäftes ist besser als i. V. Aber auch im Vergleich zum dritten Kommunal-Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und späte Reichsschuldbuchforderungen gewannen je 0,13 v. H. Der Aktienmarkt lag bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Farbenindustrie unterlagen einigen Schwankungen, 137,50 bis 137,75 bis 137,50 (138). Am Elektromarkt setzten Bekula 0,40 v. H., Siemens 1 v. H., Mainkraft 0,50 v. H. schwächer ein, Gesfürel waren behauptet, während Felten auf die Beteili- gungsabschlüsse 0,50 v. H. gewannen. Montanpapiere waren zum ersten Kurs meist von 0,13 bis 0,25 v. H. leichter, zogen aber später überwiegend etwas an, besonders Rheinstahl mit 87,25 bis 88 (87). Sonst eröffneten noch u. a. Reichsbank 1 v. H., Waldhof 0,50 v. H., Hapag 0,25 v. H. niedriger, dagegen Daimler und Norddeutscher Lloyd je 0,25 v. H. und Deutsche Linoleum 0,75 v. H. fester. Moenus-Maschinen waren angeboten, die Taxe lag bei 77,50 Brief nach 78,75. Im Freiverkehr gingen Gulden-Russen mit 1,30 bis 1,35 etwas fester um. Im Verlaufe blieb das Geschäft im ganzen still und die Haltung war weiterhin uneinheitlich, wenngleich am Elektro- und Montanmarkt Kursbesse- rungen bis zu 0,50 v. H. überwogen. Auch Schiff- fahrtswert" waren mäßig höher, ferner kamen Bank für Brauindustrie 0,65 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H., Licht und Kraft 1,65 v. H. fester zur Notiz. Farbenindustrie schwankten zwischen 137,75 bis 138. Etwas niedriger notierten Deutsche Erdöl (—1 v.H.) und AKU. —0,50 v. H. Am Kassamarkt waren einige Brauereiaktien weiter angeboten Der Rentenmarkt hatte für Stahlverein-Bonds bei mehrfachen Schwankungen (84,65 bis 85,13 bis 85) noch lebhaftes Geschäft, Dollar-Schätze lagen mit 90 Brief ruhiger. Die übrigen Papiere, wie Altbesitz, Schuldbücher, Kommunal-Umschuldung usw. lagen sehr ruhig und unverändert. Von Industrie- Obligationen wurden Neckar-AG. Goldanleihe von 1923 etwa 4 v. H. höher taxiert (gestriger Kurs 81). Pfandbriefe hatten sehr ruhiges Geschäft bei meist unveränderten Kursen, während Stadtanleihen vielfach etwas fester lagen. Von Auslandsrenten lagen Anatolier nach niedrigerem Beginn (33,40) wieder höher auf 33,65 v. H. Tagesgeld war zu 3 v. H. leicht. Abendbörse: behauptet. Angesichts der weiter minimalen Publikumsbe- teiligung nahm auch die Abendbörfe einen sehr stillen Verlauf, doch war die Grundstimmung freundlich und die Berliner Schlußkurse hielten sich meist behauptet. Teilweise ergaben sich auch leichtere Besserungen von 0,13 bis 0,40 v. H. Der Quartalsbericht der Farbenindustrie vermochte keine Anregung zu bieten und blieb selbst auf den Farbenkurs ohne Einfluß. Von lokalen Werten gaben Moenus Maschinen wieder 0,25 o. H. nach. Etwas Interesse zeigte sich für Daimler mit 45,75 bis 46 v. H. Am Rentenmarkt ist das Geschäft in Stahlver- eins-Bonds bei knapp behauptetem Kurs wesentlich stiller geworden, 6prozentige Dollarschatzanweisun- Der Rentenmarkt erhielt fein Gepräge durch die weitere Steigerung der fechsprozentigen Stahlverein- RM.-Obligationen und der sechsprozentigen Dollarschatzanweisungen des Reiches von 1923. Die Entscheidung des Reichsgerichts in der Frage der Dollarklausel führte in den vorgenannten Papieren zu weiterer Nachfrage. Stahlverein-RM.-Bonds kamen amtlich mit 84,90 zur Notiz, vorbörslich lag der .Kurs bei sehr großen Umsätzen schon bei 86 v. H. (gestern abend 83,50 und gestern mittag 77,75). Dollar-Schätze fliegen bei weniger lebhaftem Umsatz bis auf 89 bis 91 (nach 83 bzw. 74,40 am 'Berliner Schluß). Mit plus-Zeichen erschienen in- Holge des ähnlich gelagerten Falles 6 v. H. Baden- Vaden von 1924, die Taxe lag bei etwa 82 (nach 77,65). Die übrigen Rentenwerte lagen dagegen ziemlich ruhig, aber freundlich. Altbesitz - Anleihe, mehl noch eine Ansprache über die Gründung und den Werdegang der nationalsozialistischen Bewegung bis zum heutigen Tage. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches wurde die Feier geschloffen. Preußen. Kreis Wehlar. 0 Groß-Rechtenbach, 10. Nov. Ernst und würdig feierte die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, mit der Gemeinde den 9. November, den Gedenktag der gefallenen Kameraden. Am Kriegerehrenmal hielten den Tag über abwechselnd ein Doppelposten der SS. und SA. die Trauerwache. Abends versammelten sich alle Gliederungen der NSDAP., der Kriegerverein, der Gesangverein und die Gemeinde am Kriegerehrenmal. Nach einem Trauermarsch, gespielt von dem hiesi- gen Posaunenchor, legte Ortsgruppenleiter Lang im Andenken an die gefallenen Brüder einen Kranz am Denkmal nieder. Ein stilles Gedenken, und die Menge verließ nach dem Lied vom guten Kameraden die ehrwürdige Stätte, um auf dem Advlf- Hitler-Platz Aufstellung zu nehmen, wo die Pflanzung einer Hitler-Linde vorgenommen werden sollte. Hier spielten die Posaunen als Einleitung das Alt- niederländische Dankgebet. Kreisleiter Haus gedachte der Blutopfer der Bewegung und der Toten des Weltkrieges. Das Blutopfer der toten Kämpfer unserer Bewegung rettete Deutschland vor dem Untergang. Sie verkörperten sich in der Volksgemeinschaft, auf der der nationalsozialistische Staat aufgerichtet wurde, und leben in uns weiter. In heilige deutsche Erde wollen wir jetzt diesen Baum, eine 6amburg-yimert!a-$afet ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................ ] Philipp HoUmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof ............ Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum........... Orenstetn L Koppel .......... Leonhard Tietz .............. Chade............:.........: ölttu mulatoren-Fabrik Conti-Gummt............... will uns mahnen allezeit, so wie der Führer stets in Hingebung und Treue, Liebe und Opfersinn zu kämpfen für unser Volk. Voll Innigkeit sang die Gemeinde bas Lied „Ich hab' mich ergeben." Dann nahm Kreisleiter Haus die Weihe einer neuen NSBO. - Fahne vor, wobei er hinwies auf die Bedeutung der Fahne in der nationalsozialistischen Bewegung als Kampfund Siegeszeichen. Unter den Klängen des Siebes von Horst Wessel würbe bie Fahne enthüllt. Die einbrucksvolle Feier würbe geschlossen mit einem Sieg-Heil auf ben Führer, ausgebracht von Ortsgruppenleiter Lang, unb mit bemDeutfch- lanblieb. Mansfelder Bergbau 0 Kokswerke .................. 0 Phönix Bergbau o Rheinische Braunkohlen 10 Rheinstahl ..................0 Bereinigte Stahlwerke 0 Otavt Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben & Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth T/t nete im ganzen ziemlich ruhig unb nicht aanz einheitlich, im Verlaufe zeigten sich aber Anzeichen einer leichten Befestigung. Die Zurückhaltung ber Kunbschast unb ber Kulisfi Gritzner....................°| Mainkraftwerke Höchst a,M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8| Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern aeben bie Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividenbe an. — Reichsbankbiskont 4 v. H., Lombarbzinsfuß 5 v. H. Datum EB% Deutsche Reichsanleihe 0.1927 B% ehe m.7% Dt.Reichsanl. v.1929 sy2% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... B% ehe m.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ B% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. S%% Hess. L-mdes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... ®oir^f,tenn Provinz-Anleihe mit AuSIos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Äw leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten 85 Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 S% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar bis 193ß Wi% ehem. 4V,% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandvriefe.... Wi% ehern. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpfe V.% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 r% ehern. 7% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. Schlußkurs 12.11- 96-4 94.9 103-2 bSrsc 13.1b 96 95.05 103-25 Schlußk. Mittag- börse 13-11. 96,25 12.11. 96 95,5 103-25 .yraurtun u. Dl. Öerlui Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Echluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 12.11. 13.1b 12.11. 13.11. 4% desgl. Serie 11 ............. 8 8 — — 5% Rumän. vereinh. Rente o. 1903 4-3 4,4 4.65 — 4^rA>RunM.vereiich.Rentev.l913 6.75 6,8 6,95 6,8 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4-05 4,05 4,05 4,05 33,5 33,9 33,7 33,75 Frank'un a.M. Merlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mniag- börse Datum 12.11. | 13.11. 12.11. 13.11. 12.November 13-November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Srie' Geld | Srie Buenos Aire- 0.630 0.634 0-621 0,625 Brüssel..... 58.17 58-29 58,17 58,29 Rio de Jan.. 0-204 0.206 0,204 0,206 of 1(1 3-047 3.053 3,047 3.053 Kopenhagen. 55.38 55-50 55-62 55.74 Danzig..... 81.12 81-28 81-12 81,28 London ..... 12-405 12.435 12-455 <42,485 Helsingfors.. 5-48 5,49 5,495 5.505 Paris ...... 16-38 16-42 16-38 16,42 Holland .... 168-10 168,44 167,97 168,31 Italien..... 21-30 21-34 21,30 21,34 Japan ...... 0-724 0-726 0-727 0,729 Jugoslawien 5.694 5,706 5-694 5.706 OSlo.....: 62-32 62-44 62-59 62,71 Wien....... 48-95 49.05 48,95 49-05 Lissabon.... 11.26 11-28 11.29 1131 Stockholm... 63-95 64.07 64.23 64,35 Schweiz .... 80-90 81-06 80.80 80,96 Spanien.... 33-99 34.05 33,99 34-05 Prag....... 10.395 10,375 10,395 Budapest .. Reu York ... 2,488 2-492 2,490 2,494 93-9 J4-75 93,5 94,75 Felten & Guilleaume...... Gesellsch.f.Elektr.Unternehmuna Rheinische Elektrizität ..... Schuckert & Co..... 94-75 94,75 Siemens S Halske....... 102-4 LahmeyerLEo........ 27,65 27,25 Buderus .................. 1.25 1-25 Deutsche Erdöl .............. 7.55 7.6 Gelsenkirchener............ 7-4 7-25 Harpener.................. 7.1 7,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 12,4 12-4 Ilse Bergbau ............... — Ilse Bergbau Genüsse........ Klocknerwerke .............. — — Mannesmann-Röhren........ 132,5 Lerlln.lZ.November Geld Sriei 45 Amerikanstcye Roten.............. 2,442 2,462 62,25 Belgische Noten.................. 57,91 58,15 117-5 Dänische Noten ................. 55.47 55-69 45,75 Englische Noten ................. 12,42 12-46 60 Französische Noten............... 16.34 16,40 86 5 Holländische Noten............... 167-55 168-23 31,13 Italienische Noten................ 21-08 21-16 217,5 Norwegische Noten .............. 62-42 62,68 159 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling 134,5 Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 84 06 * 28 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 33-85 33-99 186 Ungarische Noten................ SJlxfport Wintersportwoche. Heute, Mittwoch, 20 Uhr: Sörensen-Filmvortrag !n der Universitäts-Aula. Der Kreisbeauftragte des Reichssportführers: gez.: Mohr. Meisterspringer und Olympia-Trainer Sörensen spricht in Gießen. Am heutigen Mittwochabend spricht, wir berichteten schon kurz darüber, in der Neuen Aula der Universität der Meisterspringer und Olympiatrainer Sörensen zu zwei Filmen, die nicht nur die Sportler aus allen Lagern, sondern auch den Naturfreund und den Photofreund sehr interessieren werden. Der erste Film zeigt unter dem Titel „Aus der Welt des Skiläufers" viele Bilder von winterlicher Schönheit und dem herrlichen Skisport, der zweite Film führt die Zuschauer nach dem Piz Mundaun nach Arosa, wo alljährlich Hessenskikurse unter der Leitung von Helmut L a n t s ch n e r stattfinden. Im Rahmen der Veranstaltung wird auch ein Vertreter des Gießener Eisvereins sprechen und für den Eissport werben. Auf die gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Rollschuhlaufen und Rollschuhhockey in der Volkshalle. Am Montagabend fand als Auftakt der Winter- fport-Werbewöche in Gießen in der Volkshalle ein Werbeabend statt, der auf den Eissport hinwies. Der Gießener Eisverein, der schon seit längerer Zeit den Rollschuhlauf als Vorschule für den Eissport pflegt, hatte eingeladen und Interessenten die Möglichkeit gegeben, den Rollschuhlauf kennenzulernen und auch selbst auszuüben. In der Volkshalle entwickelte sich ein lebhafter Betrieb, denn etwa 25 Personen aller Altersklassen tummelten sich auf der glatten Zementfläche und übten. Dann wurde rasch eine Uebungsstunde improvisiert, bei der di« Lauftechnik kurz durchgenommen wurde. Der Kreisbeauftragte des Sports, Mohr, hielt eine kurze Ansprache, in der er betonte, daß die Wintersport-Werbewoche nicht nur für den Wintersport eine Werbung bedeuten solle, sondern auch gleichzeitig einen Teil der Dorbereitungsarbeit für die .olympischen Spiele 1936 darstellen solle. In Gießen werde der Wintersport lebhaft gepflegt und habe viele treue Anhänger. Nachdem der Redner noch kurz auf die anderen Veranstaltungen der Werbewoche hingewiesen hatte, schloß er mit dem Wunsche, daß noch recht viele Volksgenossen für die schönen Arten des Wintersports geworben werden möchten. Mitglieder des Gießener Eisvereins zeigten zum Schluß der Veranstaltung noch ein Rollschuhhockeyspiel, das den Zuschauern den starken Kampfcharakter gerade dieser Sportart erkennen ließen. Oie Ergebnisse der Wettkämpfe der Jugend im MTB. Schüler: Georg - Hans - Fink - Gedächtnislurnen: Wanderpreis für Schüler: 1. Uebungs- riege mit 15,6 Punkte Durchschnittsleistung je Mitglied. Wanderpreis für Schülerinnen: 1. Uebungsriege mit 16,7 Punkte Durchschnitts- leistung je Mitglied. Abturnen im Tv. Heuchelheim. Der Turnverein Heuchelheim e. V. hielt am Sonntag sein diesjähriges Abturnen in der hiesigen Turnhalle ab. Rund 200 Turner und Turnerinnen waren hierbei zu einem friedlichen Wettkampf angetreten. Die große Teilnehmerzahl sowie die gezeigten Leistungen legten Zeugnis davon ab, daß im Turnverein Heuchelheim gut gearbeitet wird und eine stete Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen ist. Unter Leitung des Oberturnwarts Fritz Holtmann nahmen die Kämpfe einen flotten Verlauf. Nach dem am Vormittag stattgefundenen Wettkampf versammelten sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen am Nachmittag in der Turnhalle, um bei Konzert, turnerischen Vorführungen und Tanz den Tag festlich zu begehen. Die Preisoerteilung wurde am Nachmittag von Oberturnwart Volkmann nach einer Ansprache des Dietwarts Albert Rinn, welcher für den durch Krankheit verhinderten Vereinsführer die Gäste willkommen hieß und auf die Bedeutung des Turnens hinwies, vorgenommen und hatte folgendes Ergebnis. Jugend, Oberstufe. Neunkampf: 1. Preis Karl Rinn 157 Punkte, 2. Albert Kreiling 155 P., 3. Artur Weber 140 P., 4. Alb. Gilbert 126 P. Jugend,Unter stufe. Siebenkampf: 1. Walter Rinn 130 P., 2. Walter Siegel 125 P., 3. Hellmuth Stückrath 108 P., 4. Alb. Freitag 99 P. Schüler, Oberstufe. Sechskampf: 1. Erich Rinn 111 P., 2. Willi Hahn 96 P., 3. Adolf Rinn 88 P., 4. Erwin Kind 84 P. Schüler, Mittelstufe. Fünfkampf: 1. Werner Schmidt 88 P., 2. Otto Rinn 85 P., 3. Herbert Kreiling, Ludwig Hofmann, Ernst Schmidt je 80 P., 4. Werner Kreiling 76 P. Schüler, Unterstufe. Dreikampf: 1. Adolf Menges 53 P., 2. Gert Herzberger 50 P., 3.Werner Hahn, Walter Keil je 42 P., 4. Willi Will 41 P. Turnerinnen, Mittel ft ufe. Fünfkampf: 1. Gretel Kreiling 90 P., 2. Lina Volkmann 85 P., 3. Maria Hofmann 78 P., 4. Anna Trumpfheller 74 P. Turnerinnen, Unterstufe. Fünfkampf: 1. Erna Sack 104 P., Elfe Carle 94 P., 3. Nettchen Schmidt 77 P., 4. Erna Hofmann 70 P. Schülerinnen, Oberstufe. Sechskampf: 1. Emmi Reinstättler 109 P., 2. Irmgard Neivel 104 P., 3. Luise Henkelmann 100 P., 4. Hildegard Henning 97 P. Schülerinnen, Mittelstufe. Dreikampf: 1. Emmi Kröck 52 P., 2. Anni Kreiling 48 P., 3. Else Kröck, Elli Hildebrandt je 47 P., 4. Anm Rinn 44 P. . Schülerinnen, Unter st ufe. 1. Emmi Freitag 38 P., 2. Hanni Reuschling, Margot Stückrath, Irmgard Kröck, Lotte Germer je 35 P., 3. Hilda Harbach, Ida Sack je 34 P., 4. Hanni Nesseldreher, Hilde Kröck, Erna Magel, Margot Kreiling je 32 P. Gießener Kraft- und Sportklub in Großen-L'nden. Der 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen ga- stierte in Grohen-Linden und hatte zu einer Werbeveranstaltung in den Saal des Gastwirts Schaum eingeladen. Der Leiter des Sportclubs wies in feiner Begrüßungsansprache auf die hohe Bedeutung dieses Sportzweiges hin, gerade in der jetzigen Zeit, der Vorbereitungszeit für die Olympiade 1936 in Berlin. Die Mannschaft zeigte dann die Technik des Stemmens und Reißens, einarmig und beidarmig, wobei man recht bearntliche Leistungen sehen konnte. Anschließend wurden die Zuschauer durch interessante Ringkämpfe verschiedener Klassen unterhalten. Als Abschluß zeigten die Gießener Sportler mit einer sieben Mann starken Riege außerordentlich gute Leistungen auf dem Gebiete der Bodenübungen. Werbe-Abend desIiadfahrer-BereinS-lyvOinWieseck Der Radfahrer-Verein 1900 Wieseck hatte zum Samstag seine Mitglieder, sowie Freunde und Gönner des Sportes zu einer Werbe-Veranstaltung bei Gastwirt D ö b u s eingeladen. Die Veranstaltung ließ erkennen, daß auch in diesem Verein neuer Impuls und neues Leben herrscht. Eine größere Anzahl Jugendlicher konnte neu eingegliedert werden. Der Vereinsführer Adolf Schäfer begrüßte die Gäste und wies u. a. auf die Bedeutung des Radsportes und auf dessen Organisation hin. Er bedauerte, daß in einem größeren Ort wie Wie- seck, wo doch sehr viele erwachsene Personen, das Fahrrad beruflich benötigten, nur ein verschwindend kleiner Teil hiervon dem Radfahrer-Verein angehöre. Vorstandsmitglied Fritz Kling nahm alsdann eine Mitglieder-Ehrung vor. Die Sportskameraden Hch. D e ch und Hch. Rohm wurden in Anbetracht ihrer 25jährigen treuen Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt und ihnen eine schöne Urkunde überreicht. Die sportlichen Darbietungen des Abends wickelten sich flott ab. Es wurden Begrüßungsreigen (Schülerinnen), gemischter Reigen (Schüler und SA-Sporlabzeichen - Leiflungsprüsung für den jungen Deutschen. Oie Organisation für Oberheffen vollendet. Sonder st ufe: Sechskampf (Kürübung am Reck, Barren und Pferd, Klettern, Bock, Weitsprung). 1. Sieger Karl Möckel, 107 P., 2. Otto Eger, 103 P., 3. Hermann Baum, 98 P., 4. Willi Ommert und Heinz Obmann, 93 P., 5. Hans Schnelle, 70 P., 6. Willi Fink 58 Punkte. Oberstufe: Fünfkamps (Pflichtübung am Seitpferd, Kürübung am Barren, sonst wie oben). 1. Sieger Erich Möckel, 108 P., 2. Robert Sparr, 97 P., 3. Kurt Pflüger, 95 P., 4. Karl Müller, 92 P., 5. Erich Jsheim, 76 P., 6. Theo Ludwig, 73 P., 7. Walter Jsheim, 71 P., 8. Hans Eckhardt, 70 P., 9. Artur Schmuck und Hans Gierhardt, 66 P., 10. Kurt Gemmer, 59 Punkte. U n t e r st u f e : Vierkampf (Pflichtübung am Seitpferd, sonst wie oben). 1. Sieger Willi Pflüger, 79 P., 2. Karl Heinz Luft, 74 P., 3. Justus Maus, 66 P., 4. Hermann Urhahn und Heinz Hußke, 65 P., 5. Bruno Altensen, 63 P., 6. Herbert Knaus und Willi Schweitzer, 62 P., 7. Walter Herget 61 P., 8. Heinz Altensen, 60 P., 9. Karl Hubing, 59 P., 10. Albert Dickors, Helmut Nordmann und Hans Schuchard, 57 P., 11. Erich Körber und Ernst Fink, 56 P., 12. Hans Herget und Heini Brieß, 55 P., 13. Heinz Kraft und Werner Döller, 53 P., 14. Ludwig Wallbott, 51 P., 15. Helmut Wallbott, 50 P., 16. Werner Nordmann, 47 P., 17. Kurt Balser, 44 P., 18. Walter Brücker, 29 P., 19. Ludwig Nau, 26 P., 20. Kurt Koch, 20 Punkte. Schülerinnen: Sonder st ufe: Sechskampf (Reck, Barren, Pferd, Weit- und Hochsprung, Schwebekante). 1. Siegerin Margret Seim, 109 P., 2. Gretel Berg, 103 P., 3. Anneliese Zollmann, 99 Punkte. O b e r st u f e: Fünfkampf (wie oben, ohne Reck). l.Siegerin Else Ludwig, 97 P., 2. Gertrud Schmidt, 94 P., 3. Liselotte Krausch, 88 P., 4. Gertrud Dapper, Irmhilde Schmidt und Erika v. Bentheim, 84 P., 5. Gisela Fischer, 82 P., 6. Gertrud Reinhard, 79 P., 7. Anneliese Klotz, 74 P., 8. Inge Erst neun Monate sind seit der Schaffung des SA.-Sportabzeichens vergangen und schon ist die Zahl der bisher verliehenen Abzeichen weit über das erste Hunderttausend hinaus und erreicht fast das zweite! Dabei muß aber bedacht werden, daß in den ersten Monaten der riesige Organisationsapparat noch nicht fertig mar, daß Prüfer und Lehrer, also die Träger der silbernen und goldenen Abzeichen, erst in Sonderkursen herangebildet und allenthalben Schulen und Sportlager errichtet werden mußten. Das SA.-Sportabzeichen wird nicht wie das Reichssportabzeichen durch eine Leistungsprüfung allein erworben, sondern der Bewerber muß, um zur Leistungsprüfung zugelassen zu werden, eine gewissenhaft verbrachte Trainingszeit bestimmter Dauer nachweisen. Diesem Training kann er bei einem kostenlosen Lehrgang auf einer der modernen Sportschulen ober im Sportlager des Chefs des Ausbildungswesens obliegen, er kann aber auch, fals berufliche Hindernisse auftreten, an seinem Wohnort einer Geländesportarbeitsgemeinschaft beitreten, der sogenannten GAG. Das SA.-Sportabzeichen ist für die gesamte deutsche Jugend geschaffen, wird also nicht nur an SA.-Männer verliehen, sondern jedem jungen Deutschen, der rassisch und weltanschaulich den Bedingungen des neuen Staates entspricht. Keineswegs ist der Sinn des Abzeichens, Höchstleistungen zu erzielen und Spitzenkönner zu züchten. Vorn Bewerber um das SA.-Sportabzeichen wird daher kein Sportspezialistentum verlangt, sondern ein vielseitig durchgebildeter Körper, der das leisten kann, was ein junger und gesunder Körper leisten muß. Die Leistungsprüfungen bestehen in der Hauptsache aus den Uebungen: Lauf, Sprung, Stoß, Weit- und Zielwurf, Kleinkaliberschießen, sowie Zurechtfinden und Bewegen im Gelände. Wer das SA.-Sportabzeichen erworben hat, der hat sich in Diese Jungens zeigen beim 3000-Meter-Lauf einen vorbildlichen Laufstil. ÄS' __ - - - ■ das Buch der deutschen Volksgemeinschaft eingeschrieben, der hat sein Teil beigetragen zum Aufbau eines gesunden Geschlechtes von Männern. Wer will dabei fehlen? ♦ Die Prüfungen für das SA -Sportabzeichen find in dem Gebiet der Provinz Oberhessen in vollem Gang. Es liegt schon eine ganze Reib- non schlosfenen Leistungsprüfungen vor. Auskunft und Meldungen zum SA.-Sportabzeichen auf der Dienststelle der zuständigen Prüfer für das Gebiet der Provinz Oberheffen bei SA.-Mann Hans Möckel- mann und bei SA.-Mann Franz Loh, Gießen. Ludwigftrahe 34II. Schülerinnen), 2er Radballspiele (Jugend und Aktive), Fahnen-Reigen (Jugend), Schmuck-Reigen (Damen und Herren) gezeigt. Alle Fahrer und Fahrerinnen ernteten für ihre guten Leistungen reichen Beifall. Den Saalfahrwarten Otto Schnabel und Adolf Schäfer, die mit viel Hingabe zum Gelingen des Abends beigetragen haben, gebührt besonderer Dank. Bei dem Entscheidungsspiel im 2er-Radball siegten Otto Schnabel und A l b a ch und wurden somit Klubmeister des Vereins. Preisen. Kreis Wetzlar. O Wetzlar, 13. Noo. Die Holzfällungs- arbeiten im Winterhalbjahr 1934/35 sollen, nach einer Anordnung des Landrats, wie im Vorjahre durchgeführt werden. Die im Vorjahre aufgestellten Richtlinien und Richtsätze haben auch für dieses Jahr Gültigkeit. Für die diesjährige Hauungsperiode sind die gleichen Löhne wie bei der vorjährigen Hauungszeit zu zahlen. Soweit die Gemeinden über die erforderlichen Mittel nicht Den fügen, sollen die Holzhauerlöhne auf rückständige Gemeindegefälle und zu zahlende Jahressteuern verrechnet werden. In den Gemeinden, in denen viele Holzhauer sich zur Arbeit melden, soll im Einvernehmen mit der Forstbehörde ein Wechsel der Beschäftigten (mit Ausnahme der Erwerbslosen) eintreten. <£ Rodheim a. b. Sieber, 11. Nov. Gestern hielt unser beliebter Männergesangverein „Eintracht" im Benderschen Saale sein 70. Stis» t u n g 5 f e ft ab. Wie meist bei den Veranstaltungen des Gesangvereins, war der geräumige Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Vereinsführer Heinrich Becker eröffnete den Abend mit einer Begrüßungsansprache, die in einem Gruß an den Führer ausklang und an die sich der Gesang der Nationalhymnen anschloß. Dann trat die Fröhlichkeit in ihre Rechte. Nach den sympathischen Tanz- weisen der Hans Gerlachschen Kapelle wurde fleißig das Tanzbein geschwungen. Dazwischen folgten Ge- fangsvorträge des Vereins, erstmalig unter feinem neuen Dirigenten, Lehrer Meyer. Im Verlaufe des Abends gab der Vereinsvorsitzer einige Ehrungen bekannt. Der bisherige langjährige Dirigent des Vereins, Werkmeister Karl Kümmel, wurde zum Ehrendirigenten ernannt, während die Sangesbrüder Ludwig Schlierbach und Jakob Bechtold für 40jährige aktive Mitgliedschaft die Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes erhielten. Zur Deckung der Unkosten der Veranstaltung war eine Verlosung vorgesehen, von deren Reinertrag ein namhafter Betrag an das Winterhilfswerk abgeführt wird. Alte und junge Sangesfreunde wetteiferten miteinander in der Verpflichtung, mit dazu beizutragen, daß der gute Ruf, den der Gesangverein mit Recht hat, erhalten bleibe. Im Dezember wird der Verein einen öffentlichen Theater- und Gesangsabend veranstalten. c. Fellingshausen, 14. Nov. Gestern vormittag lösten sich plötzlich an dem steilen Hang an der Krofdorfer Straße gewaltige Erdmassen, stürzten mit großer Wucht in den Hof des Fabrikarbeiters Wilhelm Schmidt und versperrten den Eingang zu Stall und Keller. Der Niederbruch konnte schwere Folgen haben, da einige Sekunden vorher Herr Schmidt und sein Enkelchen an der gleichen Stelle zu tun hatten. Wohlfahrtsunterstützungsempfänger und Fuhrwerksbesitzer sind zur Zeit mit dem Abfahren der Erdmassen beschäftigt. Da sich noch weitere Teile des Hanges gelöst haben, wird die Gemeinde durch ihre Unterstützungsempfänger den ganzen Hang abschrägen lassen und so die Gefahr eines weiteres Sturzes beseitigen. Dillkreis. * Offenbach, 13. Nov. Am Samstag wurde durch Hornsignale die hiesige Freiwillige Feuerwehr zusammengerufen, um dem um das Feuerlöschwesen unserer Gemeinde hochverdienten Kameraden August Philipp Wetz eine verdiente Ehrung zu erweisen. Herr Wetz zählt über 80 Jahre und ist einer der Mitbegründer der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr gewesen, in der er über 50 Jahre gewirkt hat. Unter Vorantritt des hiesigen Posaunenchores, mit Musik, marschierte die W zur Wohnung des alten Kameraden. Dort batte sich bereits ein großer Teil der Einwohnerschaft versammelt. Nach einem durch den Pvsaunenchor vorgetragenen Choral wurde dem Kameraden nach kurzen Einleitungsworten durch den Führer der Wehr, ein von der Wehr gestifteter Sessel überreicht. Sichtlich bewegt sprach der Jubilar der Wehr sowie dem Posaunenchor für seine Mitwirkung Dank aus. Nach zwei weiteren Musikstücken richtete der Wehrführer noch kurz an die Wehr und vor allem an die jungen Kameraden die Mahnung, unter Hinweis auf die vorbildliche Pflichttreue des Kameraden Wetz, auch weiter der edlen Feuerwehr- ache treu zu bleiben. Mit einem dreifachen „Sieg- )eil!" auf den Führer und Kanzler Adolf Hitler and die Feier ihren Abschluß. _______ Sprechstunden der Redaktion. 1 30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Wilhelm, 70 Punkte. Mittelstufe: Vierkampf (Barren, Pferd, Weitsprung, Schwebekante). 1. Siegerin Hilde Fink, 77 P., 2. Margot Ruckelshausen, 71 P., 3. Helga Zöll, 70 P., 4. Gretel Behling und Hedi Geist, 65 P., 5. Hildegard Beuler und Ursula Hennig, 64 P., 6. Hannele Mayer und Friedel Markart, 63 P., 7. Annemarie Steuerwald, Pauli Kutzer und Mariechen Heckmann, 62 P., 8. Lore Bingmer, 61 P., 9. Lotti Mattern, 59 P., 10. Liselotte PfeifseM 57 P., 11. Hilde Menges, 52 P., 12. Lise- lotte Pfaff, 51 P., 13. Lina Heilmann, 50 P., 14. Karola Berg, 47 P., 15. Tilli Brieß, 45 Punkte. Unterstufe: Dreikampf (Weitsprung, Schwebekante, Leiter). 1. Siegerin Else Hesse, 62 P., 2. Inge Stein, 61 P., 3. Emmi Hußke, 60 P., 4. Anneliese Wagner und Herta Markert, 56 P., 5. Inge Mohr, Ilse Schwarz und Hildegard Müller, 55 P., 6. Marianne Adolph, Inge Gerhard und Dorli Strauch, 53 P., 7. Gertrud Stehr, 52 P., 8. Marianne Müller, 51 P., 9. Lina Maus, 47 P., 10. Ingrid Volker, 45 P., 11. Marianne Schmidt, 40 P., 12. Ruth Deiker und Mariechen Kreuzburg, 38 P., 13. Helga Bart, 37 P., 14. Brigitte Stolzenberg, 23 Punkte. Die Leistungsprüfung für das SA.-Sportabzeichen: Beim 100-Meter-Lauf. ■ Training zum SA.-Sportabzeichen: Ein Hirfchfeld ist er noch nicht, aber fein SA.-Sportabzeichen wird er schon schaffen. DllckMHncipp W und trintt Kathreiner. denKneipp MatztMc/ * PW I i MW SW > W M z»Z.. US W GW 7 '>: zWW- ' A y $47 Z k I ’C z ■ '■’* * $zS4» LWK ßMW iiiifiO Nr. 267 vierter Blatt GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Mittwoch, N. November 1934 115. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Tage und Wochen waren dahingegangen ... Robbt) Herman hielt nun schon alle Fäden des iiroßen Betriebes fest in seinen Händen. Er war eine enorme Arbeitskraft, und sein Tempo isilte sich unwillkürlich allen Mitarbeitern mit. Zwilchen Edelgard und ihm war es nach dem ersten Zu- sommenstoß zu keinem weiteren mehr gekommen. Robby Herman bemühte sich, gleichmäßig und ILflich zu sein. Edelgard wiederum setzte alle ihre Kräfte ein, um keinen Anlaß zum Tadel zu geben. &o war zwischen ihnen äußerlich das sachliche Verhältnis wie zwischen einem Vorgesetzten und einer Angestellten. Aber unter der Decke der höflichen Ruhe schwang e was anderes. Eine Spannung lag zwischen beiden. § ie fühlten es sehr wohl. Oft, wenn Edelgard mit i; rem Stenogrammblock dasaß und die Diktate Di- Aber sie schien für alles nur diese eisige Abwehr zu haben. „Ich erwarte also bis morgen früh alles fix und fertig." Mit diesen kurzen Worten hatte er das Büro verlassen. Hätte Robby Herman sich in diesem Augenblick besonnen und wäre er noch einmal zurückgekehrt, dann hätte sich ihm ein anderes Bild geboten. Kaum war die Tür zwischen ihm und Edelgard zugefallen, da war es auch mit Edelgards Fassung vorbei. Blaß sank sie auf den Stuhl vor ihrem Arbeitstisch. Wie hart seine Stimme geklungen hatte! Wenn sie ihn wieder mit etwas verletzt hätte? Ach, ihr ganzes Bestreben ging doch nur dahin, ihn nichts merken zu lassen von ihren wahren Empfindungen. Wenn sie nur für ihn arbeiten durfte, war sie ja schon glücklich. Aber vielleicht traute er es ihr nicht zu, daß sie alles schaffen würde? Zweifelte vielleicht an ihrem guten Willen? Oder aber — sie sah starr vor sich hin — wollte er auf eine unauffällige Weise sie von ihrem Posten hier entfernen. Gewiß, so mußte es sein. Erst hatte er ihrer Bitte um Enthebung von ihrem Posten als seine Privatsekretärin nicht nachgegeben. Vermutlich weil er ihr zeigen wollte, wer hier der Herr war. Jetzt aber, nachdem er ihr das bewiesen, jetzt wollte er sie nicht mehr hier haben. Er täuschte Rücksicht auf sie vor, um eine andere Sekretärin hier hereinzunehmen. Ihre Augen brannten. Ein Zug harter Entschlossenheit grub sich um ihren weichen Mund. Nein, er sollte nicht glauben, daß sie die Arbeit nicht leisten konnte. Wenn er auch sonst ihr Feind war, die Achtung vor ihrer Arbeit wollte sie sich verdienen. Sie fuhr sich über die Augen. Nicht denken jetzt, nicht grübeln, befahl sie sich: arbeiten, arbeiten! Morgen früh mußte alles* fix und fertig sein. Robby Herman saß in der Weinstube von Kuntze mit ein paar Herren zusammen. Man sprach über ein paar große Transaktionen und die neuen Versuche der Farbenfilmphotographien. „Das ist aber dumm" — Direktor Herman griff in seine Brusttasche — „ich hatte mir extra das Memorandum, das mir soeben von unserer Zentrale in Neuyork zugegangen, mitbringen wollen. Es sieht doch aus, als ob mir jetzt zu entscheidenden Verbesserungen kämen. Ich wollte es Ihnen, meine Herren, heute zeigen." „Wirklich schade", sagte der dicke Holländer van Steuwen. „Ich muß nun leider morgen fort und kann nicht mehr zu Ihnen kommen, Herr Direktor Herman." Herman sah auf die Uhr: „Wissen Sie was, meine Herren, ich fahre schnell ins Büro und hole das Schriftstück. Ich habe ja meinen Wagen draußen. Bis Sie die nächste Flasche leer haben, bin ich schon wieder zurück." Robby Herman erhob sich und ging schnell aus dem Lokal. Wn, 1005 fiele i|t? Zfioman von Klothilde v. Stegmann. Sein dunkelgrüner Sportwagen parkte draußen, von dem Angestellten des Restaurants mit betreut. Er sprang hinein und fuhr an. Gut, daß die Straßen jetzt in der späten Abendstunde ziemlich leer waren, so konnte er ein tüchtiges Tempo vorlegen. Denn vom Westen der Stadt bis hinaus in den östlichen Vorort zu dem Werk war es weit. Er sah auf die Uhr — es war gerade vierundzwanzig. Nun, wie er van Steuwen kannte, ging der nicht nach Hause, ehe er die richtige Bettschwere hatte. Die aber pflegte erfahrungsgemäß erst nach mehreren Flaschen Weines sich einzustellen. Außerdem war die Sache so wichtig, da tonnte man sich schon ein paar Nachtstunden um die Ohren schlagen. Das Bürogebäude draußen an der Grenze der Stadt lag im Dunkeln. Alles schlief. Robby Herman überlegte einen Augenblick, ob er den Pförtner wecken sollte, damit er ihn hinaufführe. Aber mochte der Mann seine Nachtruhe haben. Den Schlüssel zum Seitenportal hatte er wie die anderen Direktoren stets bei sich. Langsam ging er beim Schein der Notbeleuchtung durch das stille Haus. Plötzlich, in der zweiten Etage, lauschte er. Es war ihm, als wären in den Zimmern über ihm Schritte gegangen. Er blieb stehen, horchte schärfer. Waren das wirklich Schritte? Und in seinem Zimmer? Es lag gerade über der Treppe dieses Flügels. Aber das war doch Unsinn. Wer konnte denn jetzt hier sein? Doch, obwohl er sich sagte, es müßte eine Sinnestäuschung gewesen sein — instinktiv dämpfte er seine Schritte. Nun ging er fast lautlos Stufe um Stufe empor. Der Seitenkorridor lag dunkel, nur vom Hofe her kam der schwache Schein einer Laterne. Nun war er oben. Plötzlich war es ihm, als klappte eine Tür. Mit einem Sprung hatte er die Tür feines Arbeitszimmers aufgerissen. Kein Mensch. Auch nebenan in dem Zimmer mit den gesicherten Schränken, in denen die Geheimpapiere lagen, niemand. Er zog seinen Schlüssel heraus, stellte das Schloß ein. Merkwürdig, es funktionierte nicht reibungslos wie sonst, sondern nur unter Schwierigkeiten. Vielleicht habe ich die Buchstaben des Geheimschlosses falsch eingestellt, dachte er, zog den Schlüssel heraus, drehte nochmals. Endlich bekam er es heraus, aber es hakte. Er hatte ja gleich gegen diese Konstruktion etwas eingewandt. Aber man hatte nun hier einmal in der deutschen Zentrale diese Schlosser. Sie umzuändern, würde erhebliche Kosten verursacht haben. Nun öffnete er die schwere, eisenbeschlagene Schranktür. Im zweiten Fach links lag das Kuvert mit der Denkschrift über die neue Farbenphotographie von Filmen. Er zog das Fach auf, es klemmte ein wenig. Hätte er nicht zugefaßt, der Umschlag wäre in der Spalte hängengeblieben. (Fortsetzung folgt!) Sie feroft hatte es ja einmal ihrer Mutter gesagt, jedes Mädchen würde Kutschners Werbung iveglückt annehmen. Nur sie wartete immer noch nuf etwas anderes. Kutschner war ihr lieb, wie kein Freund einem üeber sein konnte. Und doch, seine Frau zu werden, vavor bangte es ihr. Er brachte ihr sein volles Herz entgegen. Durste sie ihm weniger geben? Immer schwerer und verwirrender legten sich alle niefe Empfindungen auf sie. Wenn ihr doch einer vaten könnte! Aber sie hatte ja niemanden als die Mutter. Und d,ie mochte sie nicht in ihre Verwirrung hineinziehen. Und plötzlich sah sie wieder vor sich das Besicht Direktor Hermans, so wie sie es in dem Lächeln damals erblickt. Wie mochte er sein, wenn er einer Frau Freund war, Beschützer und Berater? Aber schnell schob sie diesen Gedanken hinweg. Ts war keine Zeit, zu träumen. Man mußte der Wirklichkeit ins Gesicht sehen. Direktor Herman war chr nicht Freund. Er war ihr Feind. Und nur einen c ab es auf der Welt, der alles für sie getan hätte: Lutfchner. „ „Er schrieb mir neulich, Mutti. Es waren nur fin paar dienstliche Angelegenheiten; unten fugte er bann ein paar persönliche Worte an. Er scheint sich cut einzuarbeiten und eine interessante Tätigtet m haben. Aber — so schreibt er — er denkt doch xhr oft nach hier zurück." ..... Und an dich! dachte Frau von Dömtz zärtlich; über sie sprach es nicht aus. So kreisten die Gedanken beider Frauen um denselben Menschen und jias gleiche Thema. Aber keine hielt die Zeit für iijefommen, diesen Gedanken Worte zu verleihen. rektor Hermans aufnahm, fühlte sie es fast körperlich: seinen fragenden, forschenden Blick. Schaute sie aber auf, so sah sie in ein Paar kühle Männeraugen, die über sie hinwegblickten. Wenn sie ihm die Mappe mit den Unterschriften hereinbrachte, wenn sie neben ihm am Schreibtisch stand, um auf irgendeine Frage etwas zu erläutern, dann ging es wie ein elektrischer Strom von ihm zu ihr. Ein banges und heißes Gefühl erfüllte sie; sie war erst ruhiger, wenn sie sich aus seiner Nähe entfernen konnte. Aengstlich vermied sie m solchen Momenten, ihn anzusehen. Und das war gut. Denn hätte sie ihn angeschaut, ihre Verwirrung wäre noch gesteigert worden. Die Blicke Robby Hermans ruhten in unbeobachteten Augenblicken immer länger auf Edelgard. Die süße Linie ihrer Wangen, der weiche Schimmer ihres lichtblonden Haares, dieses ganze Scheue und Herbe ihrer Art — sie waren wie ein süßer, schöner Traum. Und es geschah, daß Robby Herman alles vergaß: Vergangenheit und Gegenwart. Vergaß, daß er schon einmal mit heißem Entzücken in ein solches helles Mädchengesicht geschaut. In solch leuchtende Augensterne. Vergaß, daß dieser Zauber getrogen und hinter der lieblichen Hülle ein kalter, berechnender Mensch gestanden. Er vergaß Margaret, und wie er um sie gelitten. Aber auch die Gegenwart vergaß er. Fort waren die bösen Worte, die zwischen ihm und Edelgard von Dönitz gefallen. Fort war alles, was Studczynfki ihm über ihren Hochmut und ihre Geldgier gesagt. Nichts blieb als dies reine, scheue Mädchengesicht, der holde Zauber ihrer Schönheit. Oft hatte es ihm schon auf den Lippen geschwebt — ein Wort, das alles zwischen ihnen löste. Am liebsten hätte er sie um Verzeihung gebeten für feine Brutalität damals. Aber es ergab sich keine Gelegenheit dazu. Edelgard hastete förmlich aus dem Zimmer, sowie ihre dienstlichen Obliegenheiten erledigt waren. Und er war trotz seiner Weltgewandheit in allen Dingen Frauen gegenüber doch noch immer etwas der ungewandte Junge von früher. Ein einziges Mal hatte er ein persönliches Wort gewagt. Es war an einem Tage besonders viel zu tun gewesen. Ein paar große Generalversammlungen lagen dicht hintereinander. Von einem Tage zum andern mußten Berichte und Protokolle geschrieben werden. „Wenn es Ihnen zuviel wird, Fräulein von Dönitz, dann lasse ich Ihnen noch jemand aus einer der andern Abteilungen zum Schreiben beigeben", hatte er gemeint. „Nein, danke, Herr Direktor. Ich schaffe es allein." Sie hatte es sehr knapp gesprochen. Es klang wieder hochmütig und abweisend, beinahe verletzend. Und er war verletzt. Schön! Wenn sie es nicht wollte, dann eben nicht. Er hatte es gut gemeint. 9er wehrpMche Kamps um das Sei. Von Major a. O. Otto Lehmann. Die Stickstof f erzeug ung rettete 1914 den deutschen Munitionsersatz und machte uns unabhängig von der Salpeterzufuhr aus Ueberfee. Die Chemie brachte uns die Möglichkeit der Masfenerzeu- gung von Motorenbetriebsstoff, von Benzol, aus der reichlich vorhandenen Kohle. Als wir später 1916 die rumänischen Erdölfelder in die Hand be- kamen, waren wir auch mit Oel und Leicht- benzin wieder hinreichend versorgt. Die wirtschaftliche Kriegführung war von schweren Sorgen entlastet. Der wehrpolitlsche Kampf um das Oel der Welt geht mit zunehmender Schärfe weiter, weil die Technik, die zum Teil schon stark überzüchtete Motori- fierung und Mechanisierung der Heere, der Luftkrieg und die Flotten mit ölgefeuerten Dieselmotoren einen riesenhaften Verbrauch an Dreibund Schmierstoffen ergeben. Das hochmotorifierte französische Heer hängt einfach an der Delfrage, wie jedes Land, das Oel nicht im eigenen Lande hat, sondern es aus Ueberfee heranführen muß. Das erzeugt militärische Unsicherheiten, die auch durch augenblickliche Mächtekonstellationen nur sehr bedingt behoben sind. Der englisch-persische Delftreit ist seinerzeit ausgehandelt worden — man zankt sich klugerweise nicht um das Oel; das französische Bündnis mit den Sowjets geht in der letzten Konsequenz auf den russischen Erdölreichtum zurück. Im letzten Nach- iragsetat vom 28. Juni 1934 bewilligte der Senat 1ür die Marine und für die Marinefliegerei 595 Millionen Francs für unterirdische Behälter von Oel und Benzin. Das fertige Benzin wird nach und nach verschwinden, man wird nur noch Del ein» lagern und in gleichem Maße entstehen bereits tie Raffinieren, die das eingeführte Rohöl z u Benzin verarbeiten. Das französische Kriegs- eninifterium subventioniert die Betriebsstofs-Gesell- ßchaften sehr großzügig für das Einlagern von Oel unb Benzin als Mobilmachungsreserve. Das Quan» tum, das als totes Kapital unter der Erde liegt, macht etwa ein Drittel des französischen Friedensverbrauchs aus, dessen heutige genaue Höhe schwer zu beziffern ist. Schaut man sich die Weltkarte einmal näher an, Ifo liegt die Masse des Erdölvorkommens in Nordamerika, im nördlichen Südamerika und in Mexiko fest in amerikanischen Händen. England Kat eigenes Oel in Hinterindien und in Persien. Lilles liegt über See, ebenso wie das teils holländische, teils englische Oel auf Sumatra und Borneo. Eeuropa selbst ist arm an Erdöl, die reichten Leute sind Rußland in Baku und Rumä - m i e n in Ploesti. Dieses Festlandöl wird vielleicht noch ergänzt durch deutsches Oelvorkommen in Hannover, aber das ist noch kein Faktor, mit dem ernsthaft gerechnet werden kann. Festlandöl und Ueberseeöl bestimmen in Zukunft mehr mH mehr die Allianzen und Freundschaften i)er Völker. Die Chemie wirkt da insoweit störend nus dem Hintergründe, als sie bemüht ist, den na- furgeborenen Grundstoff, das Rohöl, wirksam zu ersetzen. Oel ist heute im Zeitalter der militäri» iichen Motorisierung und Mechanisierung wertvoller ■Is Gold. Kein Krieg der Zukunft ist ohne Sicherstellung der Oelzufuhr zu gewinnen. Der zähe Kampf um die Seerüstungen, besser um die Nichtab- i rüftung der See, bekommt damit ein wesentlich anderes Gesicht: auf Unterseeboote und Kreuzer will Keine Macht verzichten, denn in Zukunft wird der Kreuzerkrieg auf und unter dem Wasser auf den Dellinien der Welt, auf dem Atlantik zwischen Ame- tita und Europa und auf der Oftafienlinie via Suez und Gibraltar — siehe auch den Kampf um das Mittelmeerbecken — ganz andere Formen annehmen,, gegen die unsere Kriegsbräuche harmlose Scherze waren. Die Lage der Erdölgebiete beherrscht die Weltpolitik. Waren noch bis zur Jahrhundertwende Kohle und Eisen die Grundstoffe der Kriegsführung, so kam man schon 14 Jahre später mit ihnen nicht mehr aus. Frankreich will heute die Sowjets als kontinentale Oel-Lieferanten haben, man traut in Paris der englisch-amerikanischen Freundschaft nicht mehr ganz und strebt nach Unabhängigkeit von diesen Lieferanten aus Ueberfee. Ob der Weg von Baku nach Paris, den man über Land und über See führen kann, so ganz sicher ist, das müssen die Franzosen allein entscheiden. Mit der militärischen Förderung des Rohöl-Motors erstrebt man nicht nur die Verbrauchsersparnis, die gegenüber dem Benzin und Benzol ganz erheblich ist (etwa ein Drittel); mit der Ge- wichtsersparms z. B. bei Flugzeugen erweitert sich der Aktionsradius und verschwindet die akute Feuersgefahr. Was aber für den Kriegsfall viel wichtiger ist, man kann den Grundstoff verwenden und erspart den ganzen Herstellungsprozeß vom Oel zum Benzin. Zudem sind diese Anlagen wichtige Angriffziele für die Bombenflotten. Das wehrpolitische Jdealziel für alle Heereszwecke ist also ein Motor, der auf der Erde, auf dem Wasser und in der Luft den primitivsten Grundstoff, das Rohöl, zufriedenstellend verarbeitet. Die geographische Lage der natürlichen Oelvorkommen, dieser unschätzbaren, weil noch nicht ersetzlichen Erdschätze, bedingt im Kriege eine besondere Kontrolle der Verkehrswege von der Oelquelle zum Verbraucher. Diese Kontrolle wird sogar die strategischen Maßnahmen der Parteien wesentlich beeinflussen. Die wirtschaftliche Friedenskontrolle hat England zusammen mit Amerika in der Hand, man nennt das „control without occupa» tion". Die amerikanisch-englischen Konzerne beherrschen den Oelverbrauch der Welt, eine gewisse lieber* Produktion verhindert vielleicht, daß die untereinander restlos glücklich sind. Die gleiche Kontrolle heißt im Krieg, soweit sie auf dem Meer sich abspielt, Kreuzerkrieg; Landwege sichert man durch entsprechende Mächtegruppierungen. Am französisch-russischen Beispiel kann man ganz aktuell die wehrpolitische Bedeutung um das Oel der Erde erkennen. Schafft die Chemie eines Tages die Massenherstellung von wirklich brauchbaren Treib- und Schmierstoffen aus Rohstoffen, die man im eigenen Lande zur freien Verfügung hat, so geht der Kampf der Welt automatisch wieder rückläufig auf Kohle und Eisen zurück, wobei dann die Kohle die doppelte Bedeutung gewinnen würde, weil sie vermutlich der Grundstoff ist. Am 15. September 1917 sandte Clömenceau an Wilson folgendes Kabel: „Im entscheidenden Moment dieses Krieges, wo das Jahr 1918 militärische Operationen von größter Bedeutung bringen wird, dürf-n die Armeen Frankreichs auch nicht einen einzigen Augenblick einem Mangel an Benzin ausgesetzt sein, das für die Lastkraftwagen, die Luftschiffahrt sowie für die Feldartillerietraktoren erforderlich ist. Der minimale Vorrat an Benzin, wie er von dem Oberbefehlshaber für die Armeen Frankreichs festgesetzt ist, muß 44 000 Tonnen betragen bei einem monatlichen Verbrauch von 30 000 Tonnen. Dieser unentbehrliche Vorrat beläuft sich heute nur noch auf 28 000 Tonnen, und es besteht die Gefahr, daß er binnen kurzem bis auf ein Nichts herabsinkt, falls nicht unverzüglich außergewöhnliche Maßnahmen von den Vereinigten Staaten ergriffen werden. Der Präsident Clemen- ceau bittet persönlich den Präsidenten Wilson, von Amts wegen den nötigen Machtspruch zu tun, um 100 000 Tonnen an Tankdampfern zur unverzüglichen Fahrt nach den französischen Häfen zu ver- I anlassen. Wollen d i e Alliierten den Krieg nicht verlieren, so muß das kämpfende Frankreich zur Stunde des stärksten deutschen Angriffs im Besitz des Benzins sein, das für die kommenden Schlachten wie Blut unentbehrlich ist." Besser kann man die wehrpolitische Bedeutung des Oels nicht beweisen. Denn 1918 waren die Heere Frankreichs noch lange nicht in dem Umfange auf Motorisierung abgestellt wie heute und England konnte selbst nicht genügend heranschaffen. Wilson bekam es mit der Angst um das in die Brüche gehende amerikanische Kriegsgeschäft zu tun und schickte innerhalb von drei Wochen 42 000 Tonnen Benzin, der Benzinfaden riß auch bis Kriegsende nicht mehr ab. Zur gleichen Zeit bauten wir den U-Bootkrieg weiter ab ... Der Weltkrieg war doch ein Krieg der ölbesitzenden Mächte gegen die Detlefen, die sich nur die rumänischen Oelfelder erobert hatten. Gelang uns das nicht rechtzeitig, waren wir fertig. Die nicht sichtbaren Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und Wehrmacht sind außerordentlich lehrreich. Man sieht nicht immer den Grund, wenn sich neue Lagen ergeben, Ententen schwanken und neue entstehen. Alle' diese Dinge werden nicht aus Zuneigung geboren, sondern von kriegswirtschaftlichen Notwendigkeiten einfach diktiert. Von der Gedenkfeier der Schlacht bei Tanga. Don der Gedenkfeier der Schlacht bei Tanga, die anläßlich des 20. Jahrestages dieser Ruhmestat unserer Ostafrikaner am Bremer Kolonial-Denkmal ftattfanb: General von Lettow-Vorbeck (mit Südwester), der heldenmütige Verteidiger von Deutsch-Ostafrika, schreitet mit dem Führer der Reichswehr« Ehrenkompanie die Front der teilnehmenden Verbände ab. Obecheffen. Oer Führer dankt Kirtorf. st. Kirtorf, 13. Nov. Im Vorjahre vollzog die Gemeindevertretung die Ernennung unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler zum Ehrenbürger Kirtorfs. Dieser Tage traf nun auf dem hiesigen Bürgermeistereiamt ein Schreiben von der Reichskanzlei ein, das folgenden Wortlaut hat: „An den Gemeinderat Kirtorf (Oberhessen). Die Verleihung des Ehrenbürgerrechs von Kirtorf erfüllt mich mit aufrichtiger Freude. Ich nehme die Ehrenbürgerschaft an und bitte, dem Gemeinderat meinen ergebensten Dank sowie meine besten Glückwünsche für das Blühen und Gedeihen von Kirtorf aussprechen zu dürfen. Mit deutschen Gruß! Adolf Hitler." Neue Bürgermeister im Kreise Gießen. Folgende Bürgermeister in Ortschaften des Kreises Gießen wurden bestellt und verpflichtet: Heinrich W e b e r zu Göbelnrod, Heinrich S o h l X. zu Rüd- dingshausen, Landwirt Rudolf Reitz zu Inheiden und Karl Maul zu Rieder-Bessingen. Oer Bürgermeister von Schlitz tödlich verunglückt. LPD. Schlitz (Oberhessen), 13. Nov. Arn Dienstag kurz vor 15 Uhr wurde an einem Bahnübergang beim Bahnhof Hutzdorf auf der Strecke Bad Salzschlirf—Niederaula der Kraftwagen des Bürgermeisters Schmidt aus Schlitz von einem Triebwagen angefahren und zur Seite geschleudert. Bürgermeister Schmidt war sofort auch Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERNARD Bahnhof-Gaststätten 6 99 D Vortrags-Abend mit Lichtbildern Der A6 94 V ■ ■ WERBE=D,?K.SOAÄ MI SüMMZWÄM recht zu werden. 06477 6690 A Donnerstag, den 15. November: hiesigen Turnhalle zum ersten Mal ein o Singen statt, das von Herrn Siegler enes ließen) Donnerstag,15.Nov.1934labends8l/4Uhr, Gießen, Hotel „Prinz Karl", Seltersweg und Wilhelm Sern einige vaterländische Chöre vor. Außerdem spielte die Kapelle der hiesigen M.-SA. Zuletzt sang der Verein „Germania" allein noch einige Lieder. Heinrich Faber, der Kultur» rvart der NSBO., sprach die Schlußworte und teilte mit, daß demnächst wieder ein solches offenes Singen stattfinden werde. Tanz beschloß den Abend. * Obbornhofen, 12. Nov. Die Versammlung des Reichsbundes der Kinderreichen, über die wir am Freitag, 9. November berichteten, fand in der Wirtschaft Erich Hensel (nicht Wenzel) statt. wahrt wird, sowie ein Schreiben aus dem Jahre 1865, in dem drei Lang-Gönser Schreinermeister Bezug nehmen auf die Urkunde von 1724 und er» Bergschenke Donnerstag, den 15. Nov. 1934 5-Uhr-Tee Für Eigenheim- Interessenten! wurden die oorgeschriebenen Signale gegeben. Fahnenweihe der Ortsgruppe Gröningen. 3dj lade zum 33esucße meines Salons fjöflidjst ein und versichere reelle, fachmännische Bedienung. cWaltercWahl tarnen - Eriseurmeister Spezialist in ‘Klasser- und Dauerwellen. Morgen Donnerstag omts Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzVoütAEo., Gießen Seltersweg 44 4766A föt, während sdkn Begleiter Kopsversetz«n- g e n erlitt. Die Sichtverhältnisse waren gut, Lichtspielhaus Giefeen ■ Heute Mittwoch: Ein Spitzenfilm der Ufa wähnen, daß in diesem Jahre (1865) die neue Kanzel errichtet worden sei, zum Angedenken an das fünfzigjährige Dienstjubiläum des damaligen Pfar» rers Schlich. Die Kanzel wurde also im Jahre 1865 aufgestellt und nun in den letzten Wochen neu hergerichtet. Die Seitenteile wurden mit gutem Sperrholz verkleidet, außerdem der Kanzelkranz mit neuen Auflagebrettern versehen. Die Stützungssäule, die aus Eisen besteht und immer sehr dürftig wirkte, wurde mit Holz umkleidet. An der Kanzel selbst und an diese Umkleidung wurden zahlreiche alte Hölzer, die noch sehr wertvolle Schnitzereien aus vergangenen Zeiten aufweisen und von verschiede- nen Ortsbürgern gestiftet wurden, verwandt. Es handelt sich hierbei um handwerkliche, künstlerische Leistungen, die einst zwischen Fensterbrettern, Hoftoren usw. angebracht worden waren und bei Umbauten zurückgestellt wurden. Nun fanden sie hier in der Kirche ihren Platz. Die Gemeinde kann dem Ortspfarrer dafür dankbar sein, daß er diese Zeichen alter Kunst in so geschmackvoller Weise erhalten hat. Auf den freien Feldern der Kanzel stehen die Namen der Geistlichen, die in den letzten vierhundert Jahren an dieser Stelle gepredigt haben. Es sind 17 Namen von fest angestellt^n Pfarrherren. Es ist dies, wie der Geistliche hervorhob, eine äußerst geringe Zahl für einen so großen Zeitraum von 400 Jahren. Es zeigt sich aber auch darin, daß von jeher die Verbundenheit der Gemeinde Lang- Göns mit ihren Pfarrern eine recht herzliche und feste war. Erwähnenswert ist besonders, daß von den 17 Pfarrern vier den Namen Leun tragen und Kinder der hiesigen Gemeinde waren, lieber 150 Jahre lang wurde Lang-Göns von den Pfarrern Leun betreut. Aus der verlesenen Urkunde war ferner zu entnehmen, daß in den Jahren 1680 bis 1690 Brände in unserem Dorfe wüteten. 1680 brannte der Kirchturm, das Feuer wurde aber bald gelöscht. Dagegen vernichtete die Feuersbrunst von 1690 zahlreiche Gebäude in der Mohrgasse, und auch der Kirchturm brannte nieder. Die Glocken schmolzen in der Hitze, und beim Aufräumen konnte man über 2000 Pfund Metall bergen. Es geht daraus hervor, daß die Glocken sehr groß und schwer gewesen fein müssen. Die Orgel blieb wie durch ein Wunder unbeschädigt bei diesem Brande. Die Schreinerarbeiten für die Neuherstellung der Kanzel wurden von Schreinermeister Richard Lüdge ausgeführt, den Anstrich besorgte Weißbindermeister Karl Boller. Die jetzt fast ganz neue Kanzel — ein Aufgangsgeländer wird noch in den nächsten Wochen hinzukommen — sieht sehr schmuck aus. Gerade durch ihre Einfachheit und durch die ruhigen Farben wirkt sie so gut, hinzukommen die alten Schnitzereien, die sie zu einer Zierde unseres Gotteshauses machen. Kreis Schollen. + Groß-Eichen, 12. Nov. Gestern abend fand in unserer Kirche anläßlich des 400jähri- gen Jubiläums der deutschen Luther- bibel ein Gemeindeabend statt, der sehr gut besucht war. Pfarrer Schmidt (Laubach), yielt einen volksmissionarischen Vortrag Über das Thema: „Das Schwert der Kirche — 400 Jahre deutsche Bibel." Die Gemeinde folgte mit großem Interesse den Ausführungen. Der Schüler Karl Merz trug ein Gedicht vor, das zur Treue gegen Gottes Wort mahnte. Saarlands, wles hierbei auf den großen Reichtum dieses Landes an Bodenschätzen und Jndustrie- erzeugnissen hin und zeigte, daß diese gerade unseren westlichen Nachbarn so verlockten, das Saarland an sich zu reißen. Durch den „Friedensvertrag" von Versailles sei dem Lande unerhörtes Leid zugefügt, aber es nahe der Tag, an dem es sich zeigen werde, daß das Land immer deutsch ae» wesen sei und immer deutsch bleiben werde. An uns liege es, diesem Land, das um seine Freiheit kämpfe, durch unerschütterliches Zusammenhalten die Treue zu bekunden. Und wir Deutsche werden ihm auch die Treue halten, so wie das Saarland sie uns gehalten hat. Wir werden weiter um unser Saarland kämpfen, nicht aus materiellen Gründen, nein, auch wenn das Saargebiet eine sandige, unfruchtbare Wüste wäre, würden wir mit genau derselben Zähigkeit darum ringen, weil es eben um deutsche Menschen geht. (Stürmischer Beifall!)Jn seinen weiteren Ausführungen ging der Redner dann besonders auf die Ziele und Bestrebungen unseres Führers, ein freies, unabhängiges Deutsches Reich zu gestalten, ein. Der Redner wies in treffenden Worten darauf hin, daß jeder Volksgenosse seine höchste Ausgabe darin zu sehen habe, sich voll und ganz in die Volksgemeinschaft einzu- fügen. Nicht Eigennutz und Selbstsucht, sondern aufrichtige Nächstenliebe und brüderliche Zuneigung dem Volksgenossen gegenüber müsse vorherrschend fein. Vor allem aber sei notmenMg der unverbrüchliche Glaube und restloses Vertrauen an das Werk Adolf Hitlers, das nur dann seine Vollendung finden könne, wenn die moralische Macht des ganzen Volkes dahinter stehe. Die im vergangenen Jahre so mächtig hervorgetretene Begeisterung für die Politik Adolf Hitlers dürfe nicht einer armseligen Mutlosigkeit Platz machen, wenn Schwarzmaler und dergleichen ihre dunklen Geschäfte im Interesse ausländischer Ausbeuter und Unterdrücker zu machen achten. Das deutsche Volk habe keinerlei Grund, orgenvoll in die Zukunft zu blicken. Als das „Volk )er Erfinder" habe es bis jetzt immer verstanden, wenn die Not am Manne war, sich selbst zu helfen und vom Ausland unabhängig zu machen. Der Krieg habe das doch deutlich bewiesen. Es fei nur an ein Beispiel erinnert, an den Stickstoff. Zahlreiche bedeutungsvolle weitere Erfindungen stellten diese Behauptung weiter unter Beweis. Deutschland wird den Kamps um seine Erhaltung, seinen Ausbau durchbeißen, das Saarland wird seinen Kampf um die Wiedervereinigung mit feinem Mutterlande siegreich bestehen, zu beider Nutz und Frommen. Starker Beifall dankte dem Redner für seine vortrefflichen Ausführungen. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes schloß der Schulungsabend, dem sich noch ein längeres kameradschaftliches Beisammensein mit den Saargästen anschloß. Landkreis Gießen. tn. Lang-Göns, 12. Nov. Im Rahmen von „Kraft durch Freude" fand gestern in der Restaurant 6592 D „ZumKrokodil kreis Büdingen. * Büdingen, 14. Nov. Bei den Holzfällungsarbeiten im Haingründauer Wald ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der Waldarbeiter Fritz Vaubel aus Mtttelgründau traf sich beim Hauen mit der Axt so unglücklich an der Schläfe, daß er sofort tot umsank. Kreis Alsfeld. N. Mücke, 13. Nov. Am Sonntag hielt der Bienenzüchterverein, Ortsgruppe Mücke, in der Wirtschaft Baist seine Monatsversammlung ab. Der Vorsitzende Erb erstattete zunächst Bericht über die in Gießen abgehaltene Hauptversammlung. In seinen weiteren Ausführungen gab er manchen praktischen Wink auf dem vielseitigen Gebiete der Imkerei. Hauptsächlich wurde die Gewinnung und die Behandlung des Bienenwachses erörtert. Zum Schluß kam der Vorsitzende auf die Winterhilfe zu sprechen und ermahnte die Imker, genau wie im Vorjahre auch in diesem Jahr wieder reichlich von ihren Erzeugnissen der Winterhilfe zu spenden. N. Flensungen, 14. Nov. Dieser Tage wurde in unserem Orte die Kleidersammlung für das Winterhilfswerk durch die NS.- Frauenfchaft vorgenommen. Das Ergebnis war hauptsächlich in Mücke sehr gut. — Am heutigen Mittwoch, 14. November, kann das Ehepaar Georg Theiß und Frau Elise, geb. Rausch, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. — Die Abendver- jammlungen der Evang. Frauenhilfe und des Jugendvereins unter Leitung von Pfarrer Kalbhenn haben mit der vorigen Woche st. Kirtorf, 13. Nov. Das Winterhilfs- w er k brachte in der Ortsgruppe Kirtorf der NSV. bis jetzt folgende Sammelergebnisse: der Berkaus der Bernstein-Plakette 20 RM., die Sammlung beim Eintopfgericht in Kirtorf 24,90 RM., in Erbenhausen 15,35, in Lehrbach 20,70, der Verkauf der Astern 25,20 RM. — In der Försterei Wahlen wurden dieser Tage Wildschweine feftgefteüt. In dem Schenkschen und dem Oppermannschen Revier wurde deshalb eine Treibjagd veranstaltet, bei der Förster Denninger von Lehrbuch einen schweren Keiler erlegen konnte. Kirche und Schule. Einweihung der neu hergerichteten Kanzel in der Kirche zu Lang-Göns. -s- Lantz-Göns, 12. Nov. Am tzestrigen Sonntag wurde tn einem besonders feierlich ausgestalteten Gottesdienst die neu hertzerichtete Kan - z e l vom Ortsgeistlichen geweiht. An der Feier wirkten mit der Posaunenchor, unter Leitung von Karl Boller, der Gemischte Chor, unter derselben Leitung, und die Oberklasse der hiesigen Schule, unter Leitung von Lehrer Herbst. Im Anschluß an die Predigt gab der Geistliche bekannt, daß die für diesen Sonntag anberaumte Veranstalterin: Eigenheim-Ausstellung Eintritt frei I Seltersweg 75 / Fernsprecher Nr. 2008 sam gesungen. Zwischendurch trugen die beiden Ge-1 Kirchenvisitation ausfallen müsse. Es wurde außer- jangoereine „Germania" und „Frohsinn" gemein- dem eine Urkunde verlesen, die aus dem Jahre 1724 sam unter abwechselnder Leitung von Karl Faber stammt und in dem Fußboden der Kanzel aufhe- GoetheBundGießen Einladung an die Gießener Bttrgeraehaft xnr 20-Jahrfeier des Goethe-Bundes Gießen am SONNTAG, dem 18. November 1934. 1. Nachm.5Uhr in der Neuen Aula Dichter-Vorlesung Hans Friedrich Blunck der Präsident der Beichsschrifttumskammer, liest aus eigenen Dichtungen und Balladen. - Musikalische Umrahmung durch das Rein-Quartett. 2. Abends 8l/?Uhr im großen Saale des Hotel Schütz in Anwesenheit des Dichter-Gastes swanglose mtglleder-Zusamnienknnft. Eintrittskarten bei Challier und Abendkasse, Gutschein Nr.3: Bnndesmltglleder bis zu 2 Plätzen frei; Verbandsmitglleder(Kaufm. Verein, NS.-Lehrerbund, NS.-Volkshochschule, Reichsbund Volkstum und Heimat, Verband für Deutsche Frauenkultur) zu 75 Pf.; Nlchtmltglleder zu Mk. 1.50; Studenten zu 40 Pf.; Mitglieder der Deutschen Angestelltenschaft zu 30 Pf. auf der Geschäftsstelle Lonystraße 18. 6898d geleitet wurde. Herr Siegler gab in einleitenden Worten einige Erläuterungen über den Zweck und das Ziel des offenen Singens. In der Hauptsache, jo führte er aus, müßten wieder alte, verschüttete Volkslieder aufgedeckt werden, die wohl noch vorhanden wären, aber zur Zeit vergessen seien. Daneben sollen dann auch die Kampflieder, die durch die SA. eingeführt wurden, besonders gepflegt werden. Gerade durch das gemeinsame Singen solle das Gefühl der Volkszusammengehörigkeit erhöht werden. Anschließend wurden dann einige Volkslieder, Kanons und Landsknechtslieder gemein- # Gruningen, 12. Nov. Am gestrigen Sonntag fand in unserer neu hergerichteten Turnhalle das Fest der Fahnenweihe der Ortsgruppe wrüningen statt. Am Vormittag war bereits der Festgottesdienst abgehalten worden, an dem sämtliche Parteigliederungen teilnahmen. Um 13.15 Uhr fand die feierliche Einholung der Fahne und Kranzniederlegung am Gefallenendenk- mal statt. Danach bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die reich beflaggten Straßen unseres Dorfes. Ein flotter Marsch der Marinesturmkavelle Gießen eröffnete die Feier. Sodann sang der Ad.Jsh. Gesangverein zwei Chöre. Nach der Begrüßung durch den Ortsgruppenleiter Marsteller nahm Pg. Klo st er mann das Wort zu seiner Ansprache. Er kennzeichnete den harten Weg des Nationalsozialismus und kam dann auf die Fehler der Wilhelminischen Zeit und die der darauffolgenden Parteienherrschaft zu sprechen. Der Führer hat mit her nationalsozialistischen Idee dem Volke die Fahne gegeben. Sie ist das Sinnbild der Revolution, des Kampfes und Sieges. Weiß ist die Ehre, rot die Farbe des deutschen Sozialismus und das Hakenkreuz das alte Zeichen des Sonnenrades, des ständig kommenden und vergehenden Lebens. Während des Weiheaktes spielte die Kapelle leise das Lied vom guten Kameraden. Den Fahnenträger Pg. Hch. Appel ermahnte der Kreisleiter, es den Trägern der Blutfahne gleichzutun mit ganzer Einsatzbereitschaft. Es folgten zwei Chöre des Gesangvereins „Eintracht", das Gedicht „Die Fahne", Reigen und Keulenübungen der Turnerinnen und Konzertstücke der Kapelle. Ortsgrupvenleiter Ma rsteller dankte zum Schluß allen Mitwirkenden für die selbstlose Hilfe bei der Ausgestaltung des Nachmittags. Abends war Tanz, zwischendurch sangen die beiden Vereine meist heitere Neck- und Scherzlieder, und bald war eine angeregt fröhliche Stimmung vorhanden. Dazu trugen vor allem auch die humorvollen Verse und Kouplets unseres Lokaldichters Heinrich Mohn bei; sein oft drastisch-derber Humor löste wahre Lachsalven aus. — Eine im Laufe des Abends auf Anregung des Ortsgruppenleiters Wenz^ l (Lang-Göns) durchgeführte Tellerfamm- lung für das Winterhilfswerk ergab den Betrag von 15,35 Mark. Schulungsabend in Lich. ? Lick, 13. Nov. Die Ortsgruppe Lich der NSDAP, hielt gestern abend in Steins Saalbau ihren Schulungsabend für November ab, der einen sehr guten Besuch aus allen Kreisen der Bevölkerung aufwies und an dem außerdem die zur Zeit in unserer Stadt weilenden saardeutschen Feriengäste teilnahmen. Der Schuluntzsleiter der Ortsgruppe, Pg. Dr. Koeppe (Lich), eröffnete den Abend, begrüßte insbesondere die saardeutschen Gäste, spracy den Wunsch aus, daß der Abend dazu beitrage, das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern, auf daß die Gäste sich wohlfühlen in unserer Heimat, in unserem neuen Deutschland, dem Land der Ordnung und Disziplin, und daß sie erholt und gestärkt für Den Kampf in den nächsten Wochen wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Nach dem gemeinsam gelungenen ersten Vers des Saarliedes erteilte der Schulungsleiter das Wort Pg. Dr. Röder (Gießen). Dieser sprach zunächst Über seine persönlichen Erlebnisse im deutschen ffeschäfts-Qröffnung! Der verehrten toinwofjnerschaft von gießen undKmgegend zur gefl ^Kenntnis, daß ich am Donnerstag, dem 15. ßYovemöer 1934 in gießen, SSaljnfjofstraße 63 (3fjotohaus S3orst) einen modernen Special- Damen - frisier-Salon eröffne. - Durch Elösolvierung der Eriseuv-ECodjschule in Frankfurt a. El. und durch meine langjährige praktische Tätigkeit im Damenfach, zuletzt als £ eiter des Damen- Sfrisier-Salons im gesdjäft meines ‘Vaters, 6in ich in der £age, den verwöhntesten Einsprüchen der ^Kundschaft ge- Me* Donnerstag, oen 15. yeDüember: MienmeWM,, Ab 10 Uhr Wellfleisch mit Krauts 1. I Quadrille geritten von der Landespolizei-Reitschule ■ Potsdam. — Mohrenstechen, einstudiert von der ■ Deutschen Reitschule Major a. D. Bürkner GmbH. | Vorher: Gutes Beiprogramm und Ufa-Woche ■ Aufführung täglich 4, 6, 8,30 Uhr, Sonntags 3.5.30,8.30 Uhr. D Große Hausfrauen- Veranstaltung am Freitag, dem 16. November, abends 8 Uhr im großen Saal des Caf6 Leib Interessanter und lehrreicher Lichtbildvortrag: Hausfrau und Markt-Milchelwelßbrot-Schulmilchfrühstück — Kochvorführungen von Quarkspeisen Kostenlose Probenabgabe von Milcheiweißbrot, Trinkkakao u. Quarkspeisen Nach Beendigung der Veranstaltung werden an die Besucher hübsche Ueberraschungen verteilt Veranstaltet von: Eintritt frei! NS. Frauenschaft Gießen Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen Gasgemeinschaft Milchwirtschaftsverband Hessen Biickerinnung motD Freitag, den 16. November: Has im Topf, Klöße RM. 1.25 6691 D Es tu arg, roie manche Frau sich durch schlechtes Sehen nicht nur die Augen, sondern .auch daS Gesicht verdirbt. Da ist's denn dochschönerein Augenglas zu tragen. - Die Brille macht alles wieder gut, aber die Brille von Optiker Magnus Seltersweg 33. Lieferant sämtl. Krankenkassen. Ißnnea-14 AamWlz abzugeb Bestell erb. wir v Postk. Dampfsagewerk Lollar B.NuhnA.6., Lollar. nach dem gleichnamigen Lustspiel von St. Kamora. Herstellungsgr.: uünth Spapenhorst Spielleitung: Gustav Ucicky Hauptrollen: Käthe von Nagy Viktor de Kowa Hans Moser Lola Chlud junge Boron Neuhaus