184. Jahrgang Eichener Anzeiger nr. 215 totes Blatt 184. Jahrgang Kettag, >4. September 1954 Heimat im Bild. Die Scholle ■ HW ■ ^ W ■ / Md M M Md MW MM ylwH Grundpreise für 1mm höhe Monats-Vezugsprelr: H ■ ■■ M HZ M M R0/ M MM W W jÄk BLa M M M mJr M für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 d M M M WT M M Mt M M ■T1 M J ■ ■ ■ ^M M<^ M M M Hf M Breite 7 Rpf., für Text' Ohne Illustrierte , 1.80 ■ M HL . M M M H A. M M W Hk . M M anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr.. „ -.25 d ■ M M d I d M 60Rpf.,Platzoorschriftoder Auch bei Nichterscheinen ” ■ M ~ ~ Ä M schwieriger Satz 25°/0 mehr taToÄAÄS f^r V W Grmäfttgtc tbrunbpreife-, HZM General-Anzeiger für Oberhessen ZZZ Kranksurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unkverfitütr-Vuch und Ztelndruckerei R.Lange in Gießen. Schrlstleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabsch?üsst^sm^ Krisis in Spanien? Don unserem M.-Korrespondenien. Madrid, September 1934. Nachdem die spanische Regierung es versäumt hatte, aus den letzten Corteswahlen, die einen scharfen Ruck nach rechts brachten, sofort die politischen Konsequenzen zu ziehen, befindet sich die junge, unreife Republik eigentlich in einer Krisis, deren offener, revolutionärer Ausbruch nur eine Frage der Zeit und Gelegenheit zu sein schien. Die Regierung Samper ist ein Musterbild parlamentarischer Schwäche und Cnt- schlußlosigkeit. Die Corteswahlen vom Herbst 1932 machten der knapp einjährigen marxistischen Herrschaft im Lande ein schnelles Ende. Die neue Regierung hätte die Aufgabe gehabt, mit starker Hand das Steuer herumzureißen. Statt dessen ließ sie sich von den Parteien des Parlaments einfangen und war bald in voller Abhängigkeit von diesen. Die Schwierigkeiten, mit denen heute dieses Land und jede Regierung zu kämpfen hat, sind nun einmal so, daß Regierende versagen müssen, wenn sie sich zu Parteienknechten machen lassen. Die Regierung Samper ist in einer besonders unglücklichen Situation. Sie ist im Parlament abhängig von der katholischen Volkspartei. ;Sie führt eine antimarxistiscbe Politik. Sie sah ihre Hauptaufgabe darin, die „sozialen Errungenschaften" der Revolution nacheinander abzubauen und die alten in der Monarchie bewährten Einrichtungen wieder in Kraft zu setzen. Die Marxisten und Kommunisten hatten im Grund genommen nicht viel dagegen einzuwenden, denn der reaktio- ; näre Kurs der Regierung Samper lieferte prachtvollen Stoff für ihre Propaganda. Ein Streik löste den andern ab und jeder Streik endete mit einem materiellen Sieg der Arbeiter und brachte auch den Parteien entsprechenden Gewinn. Marxismus und Kommunismus gewannen wieder Boden und find deute bereits wieder eine revolutionäre Gefahr. Es kam der Konflikt mit Katalonien hin- I j.u. Die Verhandlungen mit den Katalanen endeten mit einem Sckeinfrieden, der aber trotzdem eine schwere Niederlage für die Regierung bedeutete. Schon standen die Dinge auf Biegen oder Bre- hen. Im letzten Augenblick gelang es der Regie- lung, eine Vertagung des Parlaments pi erreichen. Wenn sie aber gehofft hat, daß die Schwierigkeiten sich in der Ruhezeit des Parlaments von selbst lösen würden, so war diese Hoffnung eitel, denn zu der katalanischen Frage ist die baskische Frage hinzugekommen, und neuer- ! mgs hat Sil R a b l e s , der Leiter der katholischen Iolkspartei, die Absicht geäußert, dem Ministerpräsidenten Samper die Feindschaft anzusagen. Seine Fraktion will die Regierung im Parlament '■ l icht länger tolerieren, was den akuten Ausbruch i-er Krisis zur Folge haben muh. Es ist möglich, daß Sil Rables nur drohen oder □arnen wollte und daß es Samper noch einmal c.elingt, eine formale Mehrheit zustande zu brin- [ien. Es ist jedoch klar, und wahrscheinlich hat das '■ Sil Rables auch erkannt, daß der Kurs der Regie- iiung Samper Spanien auseinanderzusprengen troht. Samper faßt seine Aufgabe durchaus reaktionär auf. Er glaubt das Richtige zu tun, wenn er nach dem Fiasko der Marxisten die ha Sommer 1931 zusammengebrochene Politik der Monarchie wieder aufnimmt, sich das Ansehen einer cutoritären Regieruna gibt, in Wirklichkeit aber immer mehr an Autorität einbüßt, je tiehr Versuche er macht, die Republik abzubauen unb eine Monarckie ohne Monarchen daraus zu r achen. Man soll doch nicht glauben, daß die f: anischen Marxisten es jemals fertig gebracht hätten, König Alfons vom Thron zu stürzen. König Alfons stürzte, weil das monarchische System für Spanien überholt war. Die Marxisten selbst Bären am meisten davon überrascht. Sie haben damals nur den berühmten Moment in jeder Revolution erfaßt, in dem die Macht auf der Straße lügt. Sie lasen die Macht von der Straße auf und sclgerichtig verloren sie sie wieder, weil sie nicht fir sie bestimmt war. Aber der revolutionäre Pro- }(0 aeht weiter. Und wenn die Regierung Samper sitz dagegen stemmt, so beweist sie, daß sie den E nn der Revolution von 1931 ebensowenig begriffen hat wie seinerzeit die Marxisten. Spanien bwucht und will keinen Reaktionär, es braucht den Dmnn, der sich an die Spitze stellt und den reoolu- thnären Prozeß zum Abschluß bringt. Die Eaftif Sampers aber muß zu einer schweren E aatskrisis führen, denn die Fortsetzung der Reak- tt:n bringt jeden Tag neue Konflikte. Au den baskischen Provinzen hat der 3: nenminifter d i e Gemeindewahlen Der» n»ten. Er konnte das tun, weil diese nicht wie SLtalonien volle Autonomie haben. Aber dieser Zcheinerfolg löst den Konflikt nicht, im Gegenteil, r wird verschärft. Die Gemeinderäte werden ent» alber Widerstand leisten oder zurücktreten oder ird) die Zentralregierung entlassen werden. Zn ü«m Fall ist das Ergebnis ein neuer Streit, die Madrider Regierung schon im voraus ver- )iaen hat. Der hartnäckige Widerstand, der den ^ißnahmen der Madrider Zentralregierung so- u8)I in Katalonien wie auch in den baskischen iDvinzen entgegengesetzt wird, zeigt, daß die repu- li"anif(f)e Idee in Spanien keineswegs in der rrveiterfchaft die alleinige Stütze findet. Mitte des 1). Jahrhunderts, als die erste spanische Republik iitig zusammenbrach, waren es die Katalanen ii)t Die Basken, die den Zusammenbruch der Repu- iil durch Separatismus beschleunigten. Jetzt ist es Habe umgekehrt. Die Regierung Samper betreibt te Liquidation der Republik und diese wird g e - Übt durch dsn Separatismus der polen und die Kleine Entente sagen sich von den Minderheiienschuhverirägen los. Oberst Beck fordert in der Völkerbundsversammlung Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes, da Polen die einseitigen Verträge als diskriminierend empfindet. Vecks Erklärung in der Völkerbundsversammlung „Nicht gegen die Interessen der Minderheiten gerichtet." G e n f, 13. Sept. (DNB.) Der polnische Außenminister Beck hat vor der Vollversammlung des Völkerbundes die praktische Mitwirkung Polens an der Durchführung feiner i n ■ ternationalen M i n d e r h e i t e n - S ch u tz - Verpflichtungen vom heutigen Tage ab g e ■ kündigt. Polen habe in feinem Antrag an die Völkerbundsversammlung die Verallgemeinerung dieser Verpflichtungen verlangt, es halte an dieser Forderung fest und erwarte eine klare und deutliche Antwort. Wenn die Antwort positiv fei, so werde es an der Ausarbeitung der Bestimmungen für ein allgemeines Minderheitsabkommen Mitarbeiten, wobei die polnische Regierung es für selbstverständlich halte, daß dabei die besonderen Bedingungen der anderen Erdteile berücksichtigt werden. Allerdings habe es den Eindruck gewonnen, daß sich bei der Mehrzahl der Regierungen die ablehnende Haltung gegenüber dem polnischen Antrag, die schon im vergangenen Jahre zu einer Zurückweisung der polnischen Forderungen geführt habe, nicht verändert habe. Bei dieser Lage habe er noch folgendes zu erklären: „3n Erwartung der Inkraftsetzung eines allgemeinen und gleichartigen Stjffemes des Minderheitenschutzes sieht sich meine Regierung veranlaßt, von heute ab jede Zusammenarbeit mit den internationalen Organisationen abzutehnen, soweit sie die Kontrolle der Durchführung des Minderheitenschutzes durch polen betrifft.“ Deck fügte hinzu, daß diese Entscheidung der polnischen Regierung nicht gegen die Interessen der Minderheit gerichtet sei. Diese Interessen blieben weiter durch die grundlegenden Gesetze polens geschützt, durch Gesetze, die den Minderheiten der Sprache, der Rasse und der Religion freie Entwicktung und gleichberechtigte Behandlung zusicherten. So würde sich auch nichts an der wirklichen Lage der Minderheiten ändern. Vorher hatte Beck in längeren Ausführungen auseinandergefetzt, daß Dolen Den nur einigen Staaten einseitig auserlegten Minderheitenschutz als eine Ungerechtigkeit und Diskriminierung betrachte, die weder mit der Gleichberechtigung aller Mitglieder im Völkerbund, noch mit der demokratischen Verfassung des Bundes im Einklang stände. Der Minderheitenschutz sei außerdem durchaus nichts Einheitliches und Ganzes, sondern willkürlich und zufällig, da ganz und dort teilweise und an anderer Stelle wieder überhaupt nicht angewandt. Bei manchen Staaten habe man sich mit ganz einfachen Erklärungen begnügt, und anderen erlasse man so- gar beim Eintritt in den Völkerbund diese Erklärungen, welches auch immer die Lage der Minderheiten auf ihrem Gebiete sei. Im übrigen habe die Anwendung der bisherigen Minderheitenschutzgesetze völlig enttäuscht. Sie habe den Minderheiten selbst nichts genützt, aber als Mittel für eine herabsetzende Propaganda gegen diejenigen Staaten gedient, die ihnen unterworfen waren, und außerdem noch als politisches Druckmittel, das von Staaten angewandt wurde, die, ohne f e I b ft durch diese Verträge gebunden zu sein, das Recht für sich in Anspruch nahmen, an ihrer Kontrolle teilzunehmen. Es handle sich jetzt darum, eine dauerhafte, klare, gleichförmige Grundlage zu schaffen, auf der das System des internationalen Minderheitenschutzes in einer endgültigen und haltbaren Art errichtet werden könne. Die Kleine Entente schließt sich polen an. Die österreichische Frage. Genf, 13. Sept. (DRV.) Donnerstag nachmittag haben die Außenminister der kleinen Entente lange zusammen verhandelt. Heber die Konferenz erfährt man, daß die Vertreter der drei Staaten den Standpunkt polens zur Minderheitenfrage, wie er heute durch den polnischen Außenminister Deck bargelegt worden ist, sich im Prinzip zu eigen gemacht haben und daß sie sich ausdrücklich gegen jede Diskriminierung eines Staates durch einseitige Minderheitenschuhverpflichtungen ausgesprochen haben. Die Außenminister der Kleinen Entente haben dann verschiedene Vorschläge durchgesprochen, die hauptsächlich von italienischer Seite im Hinblick auf die österreichische Frage angeregt worden sind. So hat man über das bereits bekannte Projekt eines „Richtintervenierungspaktes" gesprochen, zu dessen Unterzeichnung auch Deutschland aufgefordert werden soll. Dann wurde angeblich der plan eines Garantiepakts mit Sanktionen erwogen für den Fall, daß Deutschland den erstgenannten patt ablehnen sollte. Bei all dem aber hat es sich, wie betont wird, nut um Anre gungen und vorbereitende Besprechungen gehandelt, parallel mit dieser Besprechung der Außenminister der Kleinen Entente unter sich gehen bekanntlich Verhandlungen, die von den Großmächten mit dem österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg geführt werden. Heber die Ergebnisse wird strengstes Stillschweigen gewahrt. Man weiß aber, daß die italienische Diplomatie besonders rege ist und in der österreichischen Frage auch in Gens einen maßgebenden Einfluß auszuüben sucht. Scharfe Mik der pariser presse. Paris, 14. Sept. (DNB. Funkspruch). Die Erklärungen des polnischen Außenministers, daß Polen sich nicht länger an die Minderheitenverträge halten werde, werden von der großen Mehrheit der Blätter scharf kritisiert. Man gibt zwar zu, daß allein Polen und einige andere Staaten verpflichtet seien, dem Völkerbund Rechenschaft über die Behandlung der in ihren Ländern lebenden Minderheiten abzulegen, während andere Staaten von dieser Verpflichtung entbunden seien, verurteilt aber die Art und Weise, in der der polnische Außenminister die Angelegenheit zur Sprache gebracht habe. Das „D e u d r e" bezeichnet den polnischen Schritt als den Aufstand eines Landes gegen den Völkerbund, .dem es überhaupt erst fein Bestehen verdanke. Es fei der schwerste Schlag, den die Genfer Einrichtung bisher erhalten habe; denn selbst der Austritt Deutschlands sei in den Augen vieler verständlich gewesen. „Echo de Paris" schreibt u. a.: Man dürfe sicher sein, daß Polen die volle Unter st ützung Deutschlands genieße, das zwar in Genf alles aus den Minderheitenverträ- aen herausgeholt habe, was herauszuholen gewesen sei, das aber heute alles dem einen Wunsch opfere, der französischen Politik einen Schlag zu versetzen. (!!) „Jour" schreibt: Polen habe eine Verpflichtung übernommen, die Marschall P i l > sudski mit einem Säbelhieb zerreiße. Die Frage sei jetzt, ob man Polen vor den Haager Schiedsgerichtshof stelle, gegen dessen Urteil es keine Berufung gebe. Polen würde bestimmt verurteilt werden und dann dem Beispiel Japans und Deutschlands folgen und aus dem Völkerbund aus- treten. Man müsse sich deshalb fragen, ob die französisch-sowjetrussische Annäherung einer so schweren Gefahr für den Frieden wert gewesen sei. Der „Matin" schreibt u. a.: Man kann sehr wohl verstehen, daß der polnische Umfall den Anhängern des Völkerbundes sehr peinlich ist, da sie gerade in den Minderheitenverträgen ein vorzügliches Mittel sehen, Deutschland in den Völkerbund zurückzufüh- ren. Es wird dem Völkerbund schwerfallen, auf das moralische Recht des Minderheitenschutzes zu pochen in dem Augenblick, wo er sich anschickt, ohne Einschränkungen Soivjetruß- land aufzunehmen, d. h. das Land aller nationalen, religiösen und Rassenunterdrückungen. Die Minderheitenverträge können schwerlich auf'die Sowjets angewandt werden, wo drei Millionen Menschen 17 0 Millionen andere tyrannisieren, aushungern und knech- t e n. Ihnen müßte man einen Vertrag zum Schutze der Minderheiten aufzwingen! Aufmerksames Echo in Berlin. Berlin, 14. Sept. (DNB.) Die Genfer Rede des polnischen Außenministers Beck über den Minderheitenschutz wird von den Blättern als ein Ereignis von weittragender Bedeutung für die europäische Politik gewertet. Der „VB." schreibt: So erfreulich es erscheinen mag, daß die Rede Becks die ganze Zwiespältigkeit des Völkerbundes schlagartig beleuchtet hat, so erfreulich es ist, daß ein gewissermaßen unehrlicher Zustand beendet werden soll, so können doch die praktischen Auswirkungsmöglichkeiten bedenklich st i m - men. Es ist gewiß zu wünschen, daß der Minderheitenschutz durch bessere Methoden als die in Genf üblichen gewährleistet würde, aber angesichts des polnischen Versuches, eine bestehende Methode zu beseitigen, ergibt sich zwangsläufig die Frage, ob die sichere Gewähr dafür gegeben ist, daß tatsächlich ein besserer Zu st and geschaffen wird, und ob nicht im Gegenteil der Stoß gegen die unvollkommene und unehrliche Genfer Prozedur sich nicht gegen den! Minderheitenschutz auswirkt. Es bietet sich jetzt für die polnische Staatsführung eine einzigartige Gelegenheit, den Völkerbund zu beschämen, in dem sie ihrerseits Wegen einschlägt, um eine neue Methode aufzubauen, diebesse r als die des Völkerbundes ist. Der „Berliner Lokalanzeiger" bemerkt, daß der polnische Vorstoß sich zunächst gegen den Völkerbund und die Signatarmächte des Minderheitenschutzabkommens richte. Wenn die polnische Regierung ihr Vorgehen damit begründe, daß ein allgemeines Minderheitenschutzabkommen von den anderen Mächten abgelehnt worden sei, so treffe das nicht den Kern der Sache. Das Wesentliche sei vielmehr, daß sich Polen von einem Vertrage losfage, der in feierlichster' Form als Bedingung für d i e Ueberweisung frembraffiger Untertanen unter feine Souveränität abgeschlossen worden sei. Es erhebe sich deshalb in erster Linie die Frage: Wie werden der Völkerbund und die „assoziierten Hauptmächte", Katalanen und Basken. Die baskischen Ge- meinderäte stützen sich in ihrem Verhalten gegenüber der Regierung auf die republikanische Ge- sinnung der Bevölkerung und außerdem auf die Sympathie der Katalanen. Für Katalonien ist die Frage so wichtig, daß man dort die Basken nach jeder Richtung unterstützen wird. Ob links oder rechts, das spielt keine Rolle. Alle Kreise der Be- oölkerung stehen gegen die Regierung. Das Schicksal der Regierung liegt in der Hand Sil Rables. Ob er den Mut haben wird, dieses Erbe zu übernehmen? Niemand kann voraussagen, was der Herbst in Spanien bringen wird. Die Arbeiter haben sich zu einer revolutionären Einheitsfront zusammengeschlossen. Die Einheitsfront aller republikanisch Gesinnten findet aus den Reihen der Bürger ständig stärkeren Zulauf. Die Dinge spitzen sich so zu, daß eine Entscheidung fallen muß. Es hat ungeheures Aufsehen im Lande erregt, daß der Kriegsminister im Herbst eine allgemeine Mobilisierung der Armee erwarten wird. Verbirgt sich dahinter eine bestimmte Absicht ober hält es Kriegsminister Hibalgo für an ber Zeit, mit bem Säbel zu rasseln, um den Republikanern tuisn Schreck emzujageu/. - • -..... . v Em marxistischer Revolutionsplan in Spanien. Madrid, 13. Sept. (DNB.) Die Zeitungen bringen in alarmierenden Ueberschriften die Meldung, daß es der Polizei gelungen sei, einem großangelegten umfassenden Revolutionsplan der Marxisten auf die Spur zu kommen. Die Marxisten scheinen ihre noch immer an verschiedenen amtlichen Stellen sitzenden Genossen dazu angehalten zu haben, Wgffenschiebungen aus ben Bestäuben b er staa11ichen Waffenfa - b r i f vorzunehmen unb große Mengen von Maschinengewehren, Gewehren, Pistolen, Hanbgranaten unb Munition geschickt über ganz Spanien z u verteilen. Man nimmt an, baß bie bevor- stehenbe feierliche Beisetzung ber Reste ber im Jahre 1930 von ber Monarchie füsilierten Offiziere Galan unb Hernanbez in Mabrib, bie bamals ben ersten republikanischen Umsturz versuchten, bas Signal für ben allgemeinen Aufstanb in Spanien fein sollte. Zu biefem Zweck war beabsichtigt, an jenem Tage aus allen Teilen bes Landes stwa 10 0 000 organiji8r16 ds° maf fnete Arbeiter in Mabrib zusammenzuziehen, um ben ersten Schlag gegen bie Regierung zu führen. Die Regierung Sam- per steht auf so schwachen Füßen, baß ihr Rücktritt nicht oermieben werben kann. Man sieht sowohl in L e r r o u x wie in G i l B a b l e s bie neuen Anwärter auf ben Posten bes Ministerpräsibenten. Zwangsverwaltung bei pleß endgültig beschlossen. K a t t o w i tz, 13. Sept. (DNB.) Wie jetzt bekannt wirb, hat bas zivile Bezirksgericht in Kattvwitz in seiner Sitzung am Donnerstag ben Einspruch bes Prinzen Pleß gegen bie Einsetzung ber Zwangsverwaltung über feine sämtlichen Betriebe a b g e w i e s e n. Gleichzeitig hat bas Gericht zum Zmangsverwalter Inge- nicur Heinrich Kowalski, einen bekannten Jnbu- striellen, ber bis vor kurzem in ber Interessen- gemeinschaft tätig war, bestellt. Die Entscheidung des Gerichts ist endgültig. Dem Prinzen von Pleß steht in der Beschwerdeangelegenheit fein w 8 iteres Rechtsmittel zur Verfügung. die GarantendesSchutzvertrages.auf diesem Freude das in in fand Jah- in seinem Lebensgang selbst aufs stärkste mit dem Auslandsdeutschtum verbunden ist, s i ch bereit erklärt habe, den „Deutschen Ring" des Instituts anzunehmen. Er verlas darauf folgendes an den Führer und Reichskanzler gerichtetes Telegramm: „Die Jahreshauptversammlung des Deutschen Auslandinstitutes hat in tiefer Bewegung die Mitteilung entgegengenommen, daß der Führer und Reichskanzler sich bereit erklärt hat, die höchste Auszeichnung des Deutschen Auslandsinstituts, den „Deutschen Hing“, anzuneh- men. Das Deutsche Auslandsinstitut legt mit allen seinen Mitarbeitern das Gelöbnis ab, alle Zeit Kämpfer zu fein im Dienst des Gesamtdeutschtums der Erde.“ Besuch des Führers beim Doyen des Diplomatischen Korps. Berlin, 13. Sept. (DNB.) In Erwiderung des gestrigen Besuches des Diplomatischer! Korps stattete der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler heute um 12 Uhr dem Doyen der in Berlin beglaubigten fremden Vertreter, dein Apostolischen Nuntius Monsignore Orsenigr. in der Nuntiatur in der Rauchstraße einen G e ge"' besuch ab; der Führer war hierbei von Staatssekretär der Präsidialkanzlei Dr. Mei ß und seinem persönlichen Adjutanten Gruppenführer Brückner begleitet. VecksollunterDruckgeWwerden Heute sprechen Simon und Barthou. London, 14. Sept. (DNB. Funkspruch). „Daily Telegraph" meldet aus Genf, die am Donnerstag vom polnischen Außenminister, Oberst Beck, abgegebene Erklärung über die Frage des Minder- heitenschutzes werde in den meisten Kreisen als eine Kündigung des Minderheitenschutzvertrags vom Jahre 1919 betrachtet, der von Polen, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan unterzeichnet worden war. Im Artikel 12 dieses Vertrages werde aber ausdrücklich gesagt, daß die Bestimmungen des Vertrages nur mit Zustimmung einer Mehrheit des Völkerbundes abgeändert werden dürften. Es verlautet, daß Sir John Simon am heutigen Freitag in der Versammlung erklären werde, wenn Polen auf seinen Entschlüssen beharre, mit dem Völkerbund in der Minderheitenfrage nicht mehr zusammenzuarbeiten, sei ein Bruch internationaler Verpflichtungen gegeben. „News Chronicle" glaubt, die Erklärungen Becks richteten sich auch gegen Italien. Die Behandlung der Oesterreicher in Südtirol sei durch keine Verträge eingeschränkt. Alle Länder, die durch Minderheitenverträge gebunden sind, würden die polnische Entrüstung teilen. Litwinow hat für den Eintritt Rußlands freie Hand. Genf, 13. Sept. (DNB.) Eine Bestätigung des hier umlaufenden Gerüchts, daß eine Antwort S o w j e t r u ß l a n d s auf die provisorische Einladung einer großen Zahl von Völkerbundsmitgliedsstaaten eingetroffen, und daß R u ß l an dI bereit sei, sich sogar dem ordentlichen Aufnahmeverfahren zu unterziehen, liegt in den Abendstunden noch nicht vor. Dagegen hört man, daß Stalin dem Volkskommissar des Auswärtigen freie Hand gegeben habe, über die Eintrittsbedingungen den U m - ständen nach selbständig zu entscheiden. Man nimmt an, daß die größten Schwierigkeiten für den Eintritt Sowjetrußlands nunmehr überwunden sind und daß die Verhandlungen am Frei- tagabend einen befriedigenden Abschluß finden würden. nahm dann das Wort zu einer Festansprache, der er u. a. folgendes ausführte: Die Stiftung „Ehrenmal der deutschen Leistung lm Auslande“ bietet dem DAI. in Stuttgart die rNittel, um die kulturellen, wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen Leistungen des deutschen Volkstums im Auslande zu würdiger und umfassender Darstellung zu bringen. Die Stiftung wird verwaltet von einem Ausschuß, der aus dem Vorsitzenden des DAI. und den Vorsitzenden des Wirtschaftswissenschaftlichen und Kulturrates besteht. Die Erklärung über diesen Stiftungsakt, durch den Stuttgart und das DAI. noch mehr als bisher zum Berlin, 14. Sept. (DNB.) Der in Bad-' Nauheim zur Kur weilende amerikanische Zei- । tungsbesitzer William Randolph Hearst hatte vor । dem Nürnberger Parteikongreß den Reichsleiter i Alfred Rosenberg zu einer Unterredung nach , Bad-Nauheim geladen, in der Hearst die Frage, welchen allgemeinen Eindruck er von dem Deutsch- land Adolf Hitlers habe, wie folgt beantwortet: < „Als ich vor drei Jahren in Deutschland weilte, herrschte größtes Durcheinander. Heute, unter Adolf Hitlers Staatsführung, ist Deutschland ein Land der Ordnung." Das Ergebnis des über eine Reihe aktueller Fragen geführten Gespräches ist in einem nunmehr vom „Völkischen Beobachter" veröffentlichten Brief- Wechsels zusammengefaßt. Hearst erklärt, daß er, als der Weltkrieg ausbrach, sein Land vor der Teilnahme zu bewahren versucht habe. Niemand habe damals schwerere Kritik über sich ergehen lassen müssen als er. „Diele der Besten aus unserer Jugend wurden getötet oder verstümmelt. Wir vergeudeten unseren Reichtum. Wir kamen tief in Schulden. Wir wurden von unseren Verbündeten betrogen, die ihren Verpflichtungen nachzukommen sich weigerten. Wir ernteten Haß für unsere frühere Bereitwilligkeit. Die meisten Menschen in den Vereinigten Staaten glauben jetzt, daß unser Land besser daran gewesen wäre, wenn es nicht an dem Kriege teilgenommen hätte. Ich bin sicher, daß wir uns vom nächsten Kriege fernhalten werden. Jbr in Europa könnt den n ä ch ft e n Krieg für e u ch allein führen, und ich glaube nicht, daß dann viel von Europa übrigbleiben wird. Es sollte ein Reich der Vereinigten Staaten von Europa geben, in welchem alle europäischen Völker in Frieden miteinander leben und nur bereit dazu sind, ihre abendländische Zivilisation gegen orientalische Invasionen zu verteidigen. Der erste notwendige Schritt für den Frieden ist das Verlangen nach Frieden und die Basis des Friedens muß G e r e ch ti g - feit fein." In einer Antwort erklärt Alfred Rosenberg u. a.: Europa ist tatsächlich durch den Unfrieben von Versailles in ein furchtbares Unglück gestürzt worden, aber ich glaube, daß Ihr großes La n d in der Besserung der Zustände auf dem europäischen Kontinent ebenfalls mitwirken könnte. Die deutsche Nation kann noch nicht vergessen, daß sie einst, auf das Wort Ihres Präsidenten b a u e n d , die Waffen niederlegte und daß daraus später unter Verletzung der feierlichen 93er» 1 sprechungen durch andere die Unvernunft „Kein Mische- Manöver." Polen ist kein Staat zweiter Ordnung. Warschau, 14. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Die halbamtliche „Gazeta P o l s k a" bezeichnet tn einem Artikel die Erklärung des polnischen Außen- Ministers Beck in Genf als eine geschichtliche Kundgebung eines starken nativ ni a I e n Willens. Polen weise entschlossen und endgültig jeden Versuch zurück, es als Staat zweiter Ordnung zu behandeln. Polen widersetze sich nicht 6em Schutz ber Minderheiten, sondern sei im Gegenteil bereit, einem Mm- berheitenabfommen beizutreten, vorausgesetzt. Daß dieses allgemein ist. Die Erklärung sei fein taktisches Manöver, im Gegenteil, jeder anständige und unverbildete Mensch müsse die Be- rechtiaung des polnischen Standpunftes anerkennen. er bekannt, daß der Führer und Reichskanzler, der Sie werde höchstens die Politiker überragen bei i ■ - -------- denen bas politische Ränkespiel das klare Verstand- nis einfacher und ewiger Wahrheiten verdunkelt habe. Ganz Polen begrüße die Erklärung Becks nut Freuden, Stolz und Dankbarkeit. Ser Tag des deutschen Volkstums Oer Volksdeutsche Gedanke in der Schule. Mittelpunkt für das Weltdeutschtum wird, den lebhaftesten Beifall aller Teilnehmer der restagung. Reichsaußenminister Freiherr von Aeurath Haltung dessen ringen, was aiM| ihnen gleich uns das teuerste ist, nämlich die Wahrung der von den Vätern ererbten Sprache, Religion, S 111 e und Kultur. Was ist natürlicher, als daß sie zu- gleich den geistigen Austausch mit dem deutschen Volk in der Heimat dauernd gesichert wissen möchten? Und doch süssen wir immer wieder die Erfahrung machen, daß die Ideen, die wir in dem Dolkstumsgedanken verkörpert sehen, von fremden Völkern vielfach absichtlich mißverstanden und falsch ausgelegt werden. Das Volk, die Gemeinschaft derer, die gleichen Blutes, gleicher Sprache und gleicher Gesinnung sind, ist das Raturgegebene und Wesentliche, von dem der Nationalsozialismus ausgeht. In diesem Sinne hat der Führer und Reichskanzler zu wiederholten Walen betont, daß unserer heißen Liebe zum eigenen Volk die Achtung vor fremden Völkern gegenübersteht. Daraus geht klar hervor, daß die Erhaltung und Förderung des deutschen Volkstums, wie sie der Nationalsozialismus will nichts mit Imperialismus zu tun hat. Sie verträgt sich vielmehr durchaus mit den Rechten und Interessen anderer Völker. Wenn einmal auch bei anderen Völkern das Eintreten für das eigene Volkstum eine glückliche Ergänzung finden sollte durch die Achtung vor der kulturellen Eigenart fremden Volkstums, wie sie unser Führer als Grundsatz nationalsozialistischer Weltanschauung so deutlich bekundet hat, dann dürfen wir davon glückliche Rückwirkungen auf das friedliche Zusammenleben der Völker erhoffen. Das deutsche Volk will jedenfalls nichts anderes Oer Tag des deutschen Volkstums. Der Volksdeutsche Gedanke in der Schule. Berlin, 13. Sept. (DNB.) Der Bundesleiter des VDA. Dr. Steinacher erklärte einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros, der „Tag des deutschen Volkstums" am 16. September fei entstanden aus dem „Fest der deutschen Schule", das wie alle VDA.-Arbeit, aus kleinen Anfängen ins große gewachsen sei. Der VDA. habe seine Arbeit in der Nachkriegszeit zunächst in die Schule hineintragen müssen, um vor allem die Jugend zum volksdeutschen Gedanken zu erziehen. Der Durchschnittsdeutsche im Reich habe früher kaum etwas gewußt von seinen deutschen Brüdern jenseits der Grenzen. Die Jugend aber habe begriffen, daß deutsches Volkstum eine Sache des Blute s und des G l a u b e n s sei, nicht aber staatlicher Abgrenzungen. Aus der Verbundenheit von Schule und VDA. sei der Gedanke des „F e st e s Wir Deutschen im Reich haben es gegenüber unseren Brüdern und Schwestern im Ausland verhältnismäßig sehr leicht. Wir sind seit dem großen Umbruch des vorigen Jahres ein innerlich geschlossenes, fest gefügtes, von einem einheitlichen Willen beseeltes Volk, das unter der starken Führung seines Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler steht. Die Tage von Nürnberg, die soeben verklungen sind, haben uns und aller Welt hierfür wieder einen erhebenden Beweis erbracht. Wie können die großen außenpolitischen Aufgaben, die uns bevorstehen, wagen, in dem sicheren Be- wußtlein, daß die Erhaltung unserer völkischen Eigenart nicht bedroht ist. Ganz anders unsere Volksgenossen im Ausland. Sie müssen täglich schwer um die Er- Treue zum Volkstum jenseits der Grenzen Oie Fahresiagung des Oeuischen Auslandsinsiiiuis in (Stuttgart Reichstagung der Deutschen Christen- DNB. Berlin, 13. Sept. Die diesjährige Reichstagung der Deutschen Christen findet aI” 21. und 2 2. September in Berlin stast- Oeffentlichen Kundgebungen im Sportpalast unö 1 den Tennishallen folgt am 22. September Arbeitstagung für 2000 Sondervertreter im -p ßenhaus, wo Fragen theologischer Grundleg 8 und des Aufbaues der Gemeinde im Dritten behandelt werden. Im Einvernehmen mit Reichsbischof findet am Vorabend seiner w führung eine festliche Kundgeb un g Reichstagssitzungssaal der Krolloper statt. Anlcy» ßend marschieren Fackelzüge zum Lustgarten, der Reichsbischof den F e l d g o 11 e s d i e n' abhält. Die feierliche E i n f ü h r u n g Reichsbischofs findet am Sonntag, oen September, 12 Uhr, im Berliner Dom statt. Der Friedenswille der Völker muß geweckt werden. Gemeinsame politische Zie.r Amerikas und Deutschlands. - Ein Gedankenaustausch zwischen Alfred Rosenberg und dem amerikanischen Zeitungskönig Hearst. Gleichberechtigung. In besonderem Maße bewegt das ganze deutsche Volk die Saarfrage. Künstlich durch den Versailler Vertrag geschaffen, hat sie 15 Jahre kerndeutsche Volksgenossen äußerlich von uns getrennt und zugleich die politischen Beziehungen zu unserem westlichen Nachbar belastet. Auf Grund der Abstimmung unserer treudeutschen Saarbevolke- rung und in Ausführung der vertraglichen Bestimmungen wird zu Beginn des nächsten Ja^es das Saargebiet ohne Beschränkungen der deutschen Souveränität, für die der Vertrag keine Handhabe bietet, mit dem Vaterlande endlich wieder vereinigt werden. . Im Rahmen des großen Geschehens unseres Volkes leistet das Deutsche Ausland-Jnstitut wertvolle Dienste. In weiser Selbstbeschränkung hat es sich von jeher für seine Arbeit die Grenzen wissenschaftlich-kultureller Betätigung gesetzt. Auf Gebiet hat das Institut, wie ich zu meiner feststellen kann, Hervorragendes geleistet. als dies: mit fremden Staaten in Frieden leben und mit fremden Völkern friedliche und freund- nachbarliche Beziehungen unterhalten. Die besonderen Methoden der Friedenssicherung, wie sie gerade jetzt von gewissen Regierungen empfohlen werden, können wir freilich nicht gutheihen. Gerade weil wir den Frieden wollen, können wir nicht komplizierten und bedenklichen Vert^gs- systemen zustimmen, die aus machtpolitis ch e n Tendenzen geboren, nur den Kriea gegen den Krieg vorbereiten wollen und nach unserer Ansicht nicht zur Entspannung der Lage beitragen. Was wir wünschen und anstreben, ist die aufrichtige Verständigung von Staat zu Staat, ohne Bündnisse und Bündnisgruppen, die offene Aussprache über entgegenstehende Interessen und den Vergleich solcher Interessen aus der Grundlage gegenseitiger Achtung und der Polens Vorgehen antworten? Die „93 e r 1 i n er B ö r s e n z e i tu n y" betont, daß die deutsche Regierung stets grundsätzlich mit der Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes einverstanden war unter der Voraussetzung, daß auch die anderen Mächte dem zustimmten. In Deutschland sei nie etwas geschehen, was i den Schutz der Minderheiten hätte beeinträchtigen -vbi 111/161 können. Der Völkerbund habe in dieser Frage oft und grundlegend versagt. Er habe wiederum ®elß3 5xÖ(I(J1* h($ //H/bmiU/btt NlttAkA 6Cn& 3UtmbTh1eh' 06 er nod) irgendwelchen » Stuttqnrt. 13. Sept. Einen Höhepunkt PrßÄ X" Waus: Die zweiseitigen der Stuttga Her F^twoch bildete Jne Minderh ei tenoerträge Polens, z. 93. m 11 3 a I) r e spa “P^e r Jam g be5 Deutschland, werden durch den polnischen sch en Ausl and A Oberbürgermeister Schritt nicht b e r ü h r t, wie auch die polnischen Deutschtums. Der Vorsitzende, Ober^urgermey r fflre äät E "SÄSSiSÄ f *'“< - ”!“ • ■ “ ”1 • ■ ■" 1 ’ .Ai'Äi« 24 Jun 1919 an den polnischen Ministerpräsiden- verliehen war, entgegenzunehmen und fortan selbs ten de re ki gerichtet hat. In diesem war zu tragen.Unter dem Be.sall der Versammlung gab die Verpflichtung Polens zum Minderheitenschutz gegenüber den Vertragspartnern, nämlich den alliierten Hauptmächten, als Voraussetzung für die Volksabstimmung in O ber - Schlesien, also die eventuelle Abtretung deutscher Gebietsteile, bezeichnet werden. In dem Beschluß des Völkerbundes vom November 1922 wurde als Zweck des Minderheitenschutzvertrages erklärt, die Schutzbestimmungen für die Minderheiten „u n - a n t a ft b a r" festzumachen. von Versailles siegreich wurde. Daß Europa als Ganzes ein Schicksal gegenüber ber übrigen Welt zu erleben hat, ist auch im Bewußtsein des Nationalsozialismus tief erlebt. Was Hearst zum Schluß sage, entspreche dem,was der Führ er immer wieder vor aller Welt betont hat: daß nämlich, um die Schäden des Weltkrieges zu lindern, ein aufbauender Friedenswille bei allen Völkern geweckt werden müßte. Ungeachtet eierlicher Verpflichtungen haben einige Staaten ‘ine Aufrüstung betrieben, wie sie noch nie in der Welt durchaeführt wurde. Staaten, die bis an die Zähne gerüstet find, klagen noch immer, nicht gesichert zu s e i n , und rüsten unent- wegt weiter, wodurch dann auch für die anderen eine gefahrdrohende Lage entsteht, so daß nur ganz große Männer imstande sein werden, diese Gefahren zu bannen. ber beutschen <5 cf) ul e" entstanden, diesem Jahr aber mit Förderung der maßgebenden Reichsministerien als wahre, große Dolksfeier, a l s „Tag des Volkstums" begangen werden solle. Ein tiefer organischer Zusammenhang bestehe zwischen Volkstum und Schule. Bei den deutschen Volksgruppen im Auslande sei der Zusammenhang klarer. Im Reich sei er weniger deutlich, weil die ganze Umgebung deutsch sei. Das volkspolitische Denken aber, die innere Einstellung des Menschen zu seinem Volkstum werde in der Schule ent- wickelt — auch im Reich. Zum Schluß gab Dr. Steinacher der Hoffnung Ausdruck, daß der „Tag des deutschen Volkstums" in naher Zukunft ein Festtag aller Deutschen drinnen und draußen werde, an dem sich das ganze deutsche Volk über bie Grenzen hinweg seiner Einheit und Ganzheit bewußt werde. Denn jeder brüte Deutsche wohne außerhalb unserer Grenzen. Einen Tag im Jahre sollten bie beiben anderen ihrem Bruder weihen, und der Bruder solle an diesem Tage im Geiste eine Hand herüberstrecken über Grenzen und Meere. Im Auftrag des Reichsinnenministers Dr. Frick beglückwünschte Staatssekretär Dr. Pfundtner das Institut. Der württembergische Ministerpräsident Mergenthaler wies auf die beim Reichsparteitag mit unerhörter Wucht manifestierte Einheit der nationalsozialistischen Bewegung und des deutschen Volkes hin. Die dieser Einheit zugrunde- liegenden Höchstwerte ber Bewegung, Blut unb Boben, Rasse unb Volkstum, müßten auch bie Grundlage bilden für eine erfolgreiche Arbeit des Deutschen Auslandsinstituts. Im Auftrag des Stellvertreters d e s Führers überbrachte der Präsident der Deutschen Akademie in München, Professor Haushofer, herzliche Grüße und Glückwünsche. Weitere Glückwünsche übermittelte im Auftrag des Chefs der Marine- Bar t h o u werde den gleichen Standpunkt ein- leitung Kapitän zur See G u f e unb ber nehmen Es feien eifrige Bemühungen im Gange, Reichsführer bes VDA. Dr. Steinacher. In rxu u sx> o m sr ü i h a an neran-1 einem interessanten Lichtbilbervortrag erstattete ber Oberst Beck zu einem Ruckzug zu oeran ^iter bes DAI., Dr. Richarb d ja ti, ben Jahres- lassen. Man sage sich, bah bas ganze System Bericht. des Minberheitenschutzes einen schweren GbrCtlhlül »" d-Ech-° im aebunben seien Die gemeinsame Sitzung ber drei 93 e i r a t e 9 - « u bes DAI. erhielt ihre bejonbere Bebeutung einmal xOnvOnSf DrniCUimmCIl* durch bie Anwesenheit bes Reichsaußenministers * y ” ' Freiherrn von Neurath, bann aber vor Lonbon, 14. Sept. (DNB Funkspruch.) Die ^llem burch eine von Staatsrat Dr. Freiherr Genfer Rebe bes polnischen Außenministers ift ben D 0 n F r e y t a g h - L o r i n g h o v e n abgegebene englischen Morgenblättern völlig unerwartet ge; Grnärung über ben Stiftungsakt eines Ehrenkommen. Das Arbeiterblatt „Daily Heralb mal5 der beutschen Leistung im Aussicht von einem polnischen Ultimatum, ber libe- ianbe. In der Erklärung zu dieser Stiftung heißt rale „News Chronicle von einem gegen den u a . Völkerbund gerichteten Schlag, die „Times" von einem ernsten Schritt, die dem Völkerbund abgeneigte rechtskonseroative „M o r n i n g P o st" läßt sich eine gewisse Befriedigung über diese neueste Entwicklung anmerken. Reuter meint, logischer- weise könnte die Haltung Becks zu einem völligen Bruch Polens mit dem Völker-' bunb führen, denn Polen habe durch seine Erklärung den Artikel 1 der Völkerbundssatzung verletzt, der alle Mitglieder zur Erfüllung ihrer internationalen Versprechungen verpflichte, Polen habe dadurch Sowjetrußland ein bedauerliches Beispiel gegeben.— Kunst und Wissenschaft Auguste Prasch-Grevenberg 80 Jahre alt die Aus aller Welt Zwei weitere Offiziere des Schnelldampfers „Präsident Cleveland" b e l a st e t e n den Kapitän dieses Schiffes ebenfalls schwer. Auch sie hatten ihn gewarnt, eine verspätete Absendung der Rettunas- Verkäufe hat bis jetzt die Höhe von 28 246 Mark erreicht. Im ganzen find in der großen Münchener Kunstausstellung 1934 Verkäufe im Gesamtbetrags von 71176 Mark abgeschlossen worden. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Dieser Beiname ist ja auch wirklich geschichtsnotorisch — im übrigen aber das einzige historisch beglaubigte Moment, das diese immerhin außergewöhnlichen Ansprüche der „Kaiserin" gestützt hat. Jedenfalls hat sie ihren Sensationsprozeß gegen den griechischen .Staat nicht gewonnen und weder den Thron von Hellas noch den des alten Byzanz bestiegen ... Jetzt ist dies bis ins hohe „ . ... . i i|i uie» uis ins noge Nie hat man ergründen können, inwieweit die Alter von brennendsten Ehrgeizen und Träumen „Prinzessin , die spater kraft eigener Ernennung lodernde Frauenherz endlich zu letztem Verzicht qe- zur „Kaiserin wurde, in gutem Glauben und ge- zwungen worden durch die allerhöchste Majestät: stutzt auf tatsächliche Belege gehandelt und ge->den Tod. Wettervoraussage. G Die Wetterlage zeigt wenig Aenderungen. Der hohe Druck über dem Festland Nimmt ganz Deutsch- land m seinen Bereich, so daß mit Fortdauer des freundlichen Wetters gerechnet werden kann, wenn auch bei der starken Erwärmung später lokale Ge. witterstörungen nicht ausgeschlossen sind. Aussichten für Samstag: Vorübergehend dunstig, wolkig, sonst vielfach heiter und tagsüber weiterhin recht warm. Au ssichten für Sonntag: Abgesehen von lokalen Gewitterstörungen noch sonniges und warmes Wetter. Lufttemperaturen am 13. September, mittags: 26,3 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 14. Sept., morgens 16,3 Grad. Maximum 26,3 Grad, Minimum 14 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tief« am 13. September, abends: 20 Grad Celsius, am 14. September, morgens: 16,5 Grad Celsius — Sonnenscheindauer 9*/, Stunden. Frau Auguste P r a sch - G r e v e n b e r g , ' Mutter des früheren Gießener Intendanten Dr. !Rolf Prasch, dem hiesigen Theaterpublikum aus zahlreichen Gastspielen wohlbekannt, beging kürzlich iihren 8 0. Geburtstag. Frau Prasch-Gre- >v e n b e r g spielt zur Zeit in Berlin am „Theater 8des Volkes". Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, $r- Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigendster: Hans Beck, verantwortlich für Den Inhalt der Anzeigen: Theodor . Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Bruhl jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, £-0^ sämtlich in Gießen. Unter dem ehrenwerten bürgerlichen Namen einer „Frau Oberst a. D. Wickham" ist sie kürzlich zu London im gesegneten Alter von 86 Jahren verstorben —: die „Erbkaiserin Eugenie von Byzanz", wie sie sich bis an ihr Lebensende' nannte, wie sie 'auch ihr Testament unterzeichnet hat. Damit lebt letztmalig die Erinnerung an eine ebenso originelle wie streitkräftige Zeitgenossin auf. Geboren worden ist diese „Kaiserin^ als Französin und Mitglied der bekannten Familie Pal 6 o - l o g u e, aus der auch Maurice Palsologue stammt, von 1914 bis 1917 französischer Botschafter in Petersburg war und dort sich des denkbar höchsten Ansehens und Einflusses erfreute. Diese Familie Pal6ologue, so hat die Verstorbene mit größtem Nachdruck behauptet und verfochten, stammt in dem Zweig, aus dem sie selbst entsprossen, klipp und klar von dem letzten Kaiser von Byzanz ab, weshalb sich Eugenie denn auch ständig, schon als Mädchen, als „Prinzessin von Byzanz" bezeichnete. Ihr Vater, so behauptete sie, habe, bis auf eines, längst sämtliche Dokumente in Besitz gehabt, die diese Abstammung unanfechtbar bewiesen — leider kamen auf geheimnisvolle Art die meisten dieser Urkunden abhanden ... Heiie üe-erraWngen im Fall „Mono Castle" Amerikanische Seeleute peinlich belastet. • Die Vernehmungen über die Ursachen der Katastrophe auf der „M o r r o C a st l e" fördern immer neue verblüffende Tatsachen ans Licht. Insbesondere gibt das Verhalten der in die Tragödie verwickelten amerikanischen Seeleute die eigenartigsten Rätsel auf. Im letzten Verhör erregte es Sensation, daß der Schnelldampfer „President Cleveland", der zu Hilfe geeilt war, von 6.20 Uhr bis 7.08 Uhr in der Nähe der brennenden „Morro Castle" liegen blieb, ohne auch nur ein einziges Rettungsboot zu Wasser zu lassen. So wenigstens behauptete der erste Offizier des „Pre- sident Cleveland" H e n d er s o n. Er knüpfte daran schwere Anklagen gegen den Kapitän des „President Cleveland", Carey, der sich über den Ernst der Situation nicht hinreichend klar gewesen sei Henderson stellte vor dem Untersuchungsausschuß die Forderung auf, daß Kapitän Carey von der Reederei entlassen wird, andernfalls könne er selbst nicht länger erster Offizier auf dem „President Cleveland bleiben und werde um seinen Abschied einkommen. Vogtland. Aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes werden Vertreter nach dem Vogtland eilen zu ernsten Beratungen und zu freudigem Bekenntnis zum deutschen Wandergedanken. Gerade im Dritten Reiche kommt den Wanderoerbänden eine erhöhte Bedeutung zu. Haben sie doch die Aufgabe, die deutschen Mittelgebirge durch Anlage und Erhaltung farbiger Wegbezeichnungen, Herausgabe von Karten, Führern, Erbauung und Instandhaltung von Aussichtstürmen, Unterkunftshäusern, Schutzhütten, Rastplätzen u. dgl. dem Wanderer zu erschließen und die Massen unseres Volkes hinauszuführen in die herrliche Gottesnatur, damit sie dort neue Stärke und neuen Mut finden für den aufreibenden Kampf des Alltags. Darüber hinaus erfüllen die Wandervereine, die dem Reichsbunde für Leibesübungen angehören, die hohe nationale Aufgabe, durch Erwandern der Heimat ihre Mitglieder zur Heimat- und Vaterlandsliebe zu erziehen und die große, wahre Volksgemeinschaft zu pflegen. Ein Hamburger Bergsteiger am Finsieraarhorn tödlich abgestürzt. Zwei führerlose deutsche Bergsteiger sind beim Abstieg vom Finsteraarhorn am Agassizjoch v e r - u n g l ü ck t. Vermutlich durch Steinschlag wurde der sichernde Hintermann zu Fall gebracht und riß seinen stufenschlagenden Kameraden mit sich. Der eine der Verunglückten, der Arzt Dr. K o h l s ch ü t - t e r aus Hamburg, der nur leicht verletz twurde, konnte sich aus den nachstürzenden Schneemassen Erstbesteigung der Wesiwand des karwendelturms. Die Bergsteiger Martin Schweiger (Füssen) und Willi K r o n wi t t e r (Mittenwald) durchkletterten zum erstenmal die äußerst schwierige W e st - w a nd des Karwendelturms. Die Wand mißt 80 Meter Höhe, ist größtenteils überhängend, grifflos und fast ohne jede Möglichkeit eines Trittes. Die Durchkletterung nahm fünf Stunden in Anspruch. Sonderfahrt des „Graf Zeppelin" zur Besichtigung der Reichsautobahnen. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute (Freitag) früh um 4.10 Uhr unter Führung von Dr. E ck e n e r zu einer Sonderfahrt nach Frankfurt a. M. gestartet. An der Fahrt nehmen 27 Fahrgäste teil, unter ihnen der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, ferner als Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums die Fliegerkommandanten S p a n d und Breithaupt. Von Frankfurt aus unternimmt das Luftschiff eine Fahrt zur Besichtigung der Reichsautobahnen, an der die Teilnehmer des internationalen Straßenbaukongresses teilnehmen werden. Die Fahrt geht zunächst den Rhein hinunter und dann in Richtung Braunschweig. Gegen 17.30 Uhr erfolgt in Frankfurt a. M. eine Zwischenlandung. Nach vorgenommenem Passagierwechsel wird das Luftschiff die Rückfahrt nach Friedrichshafen antreten, wo gegen 20 Uhr die Landung erfolgen dürfte. Lola Schröters Deulfchlandflug. Die Pilotin Lola Schröter, die sich gegenwärtig auf einem Segelschleppflug durch Deutschland befindet, traf, von Nürnberg kommend, auf dem Chemnitzer Flughafen ein. Nach einem Aufenthalt von etwa drei Stunden ist die Pilotin zum Weiterflug nach Görlitz gestartet, wo sie auf dem Flugplatz landete. Steuerloses Flugzeug rast in die Zufchauermenge. — Ein Toter, drei Verletzte. Auf dem Kattowitzer Flugplatz ereignete sich ein Unglück. Ein Flugzeug, dessen Motor zum Start angeworfen worden war, setzte sich plötzlich aus unbekannten Gründen ohne Steuermann in Bewe- Die „Kaiserin von Vyzanz"isl gestorben Erinnerung an den Sensationsprozeß einer Thronprtitendentin. rige südslawische Staatsangehörige Friedrich Iska - kar aus Essen-Altendorf wegen Mordes und der 29jährige Fritz K l i s ch a t aus Essen-Borbeck wegen Anstiftung zum Mord. Jslakar hatte in der Nacht zum 8. April d. I. auf Anstiftung des Klifchat dessen Ehefrau in ihrer Wohnung ermordet. Die zur Tat benutzte Pistole hatte Jslakar von Klischat erhalt^r, der ihm für seine Tat die Hälfte der für tfjju abgeschlossenen Lebensversicherung von 3000 Mark zusicherte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten Jslakar wegen Mordes und den Angeklagten Klisckat wegen Anstiftung zum Morde 3utn lobe. Außerdem erkannte das Gericht auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit bei beiden Angeklagten. Wegen Waffenvergehens erhielten Jslakar acht Monate und Klischat em Jahr Gefängnis. Spinale Kinderlähmung in Schleswig. 2m Einvernehmen mit dem zuständigen Kreisarzt sind dieser Tage sämtliche Schleswiger Schulen bis auf weiteres geschlossen worden. Diese Maßnahme erfolgte als Vorbeugung gegen die Ausbreitung der spinalen Kinderlähmung. Bisher sind in Schleswig sowie in den Nachbarorten einige leichte Fälle dieser Krankheit zu ver- zeichnen. Takekomi, eine neue japanische Insel. Japan, das sonst so viel unter der vulkanischen Tätigkeit im dortigen Gebiet zu leiden hat, verdankt neuerdings den Kräften des Erdinnern eine Erwei- terung seines Besitzes um eine neue I n s e l. Sie ist eine Viertelmeile östlich von der die Nordspitze der japanischen Kurilen bildenden Insel Alaid all- mählich aus dem Meer getaucht und hat jetzt den Namen T a k e t o m i erhalten. Bei einem Flächen- durchmesser von etwa einer halben Meile ragt sie etwa 100 Meter über die Meersoberfläche empor. Dor fünf Monaten befand sich an derselben Stelle nur Wasser. Trotz des unheimlichen Ursprunges hofft man, auf ihr einen günstigen Hafen für das benachbarte Alaid gefunden zu haben. Rekordbesuch auf dem „Derkemer Worschtmarkl". Der Dürkheimer Wurst markt 1934 fand einen Rekordbesuch. Die riesengroßen Festzelte und Winzerzelte reichten nicht aus, den gewaltigen Andrang zu bewältigen. Nach einer vorläufigen Schätzung sind etwa 180000 Besucher während des Hauptwurstmarktes gezählt worden. In diesem Jahr waren außerdem auch sehr viel Aus- länder gekommen. Die städtischen Wechselstuben haben viel ausländische Banknoten umgewechselt. Angesichts dieser stets wachsenden Frequenz des größten deutschen Weinfestes trägt sich die Stadt- Verwaltung mit dem Gedanken, den Wurstmarkt für das kommende Jahr räumlich erheblich zu ver- Oer „alte Heim" und der Kurfürst von Hessen. Dr. Ernst Ludwig Heim in Berlin, einer der bedeutendsten praktischen Aerzte seiner Zeit, dessen am 15. September zu seinem 100. Todestage gedacht wird, war wegen seiner derben und aufrechten Haltung bekannt. Einst ließ ihn der Kurfürst von Hessen wahrend seines Aufenthaltes in Berlin zu sich rufen; mit einem gnädigen Wink seiner Hand emp- °^ne f^ jedoch von seinem Sessel zu erheben. Das paßte Heim aber gar nicht, und sar- kastisch lächelnd sagte er: „Durchlaucht, stehen Sie l Der Kurfürst war nicht wenig erstaunt, erhob sich aber trotzdem. „So, nun drehen Sie sich mal um, Durchlaucht", fuhr der alte Heim fort. Als der Fürst auch das befolgt hatte, meinte Heim trocken: „Durchlaucht sehen ganz so steifpetrig aus, wie ich mir einen richtigen Kurfürsten immer vor- gestellt hatte." Der Hesse besaß genügend Humor, den alten Grobian zu seinem Leibarzt zu ernennen. Oie Sofa-Nachbarn. Während seines Aufenthalts in Jena erhielt Goethe einst den Besuch eines Studenten, mit )em er sich auf ein Sofa setzte. Während des Ge- prachs klopft es, und ein untersetzter Mann tritt hinein, den Dichter höflich, aber nur mit Gebärden begrüßt. Der Student bleibt ruhig sitzen; der neue Gast macht es sich in der anderen Sofaecke bequem, während sich Goethe einen Stuhl heran- ^eht. Doch ehe das Gespräch wieder ausgenommen wird, meint er: „Ich muß die Herren doch wohl vorstellen: Herr Studiosus Petersen aus Itzehoe — Seme Durchlaucht der Herzog von Weimar." Oer Bär in der Kirche. Der griechisch-katholische Geistliche des rumäni- chen Dorfes Ssikszereda besitzt einen zahmen •o are n. Dieses Tier war so zutraulich geworden während der langen Jahre, in denen es dem Geist- lichen angehörte, daß man gar nicht mehr recht auspaßte, ob der Käfig immer verschlossen blieb. So kam es, daß der Bär ausbrach, als der Geistliche die Abendmesse hielt, und den Spuren eines Herrn folgte. Als das Tier i n d e r K i r ch e erschien, bemächtigte sich der Andächtigen natürlich eine Panik. Der Geistliche mußte die Messe unterbrechen und mit Hilfe eines zufällig anwesen- den Tierbändigers seinen Bären wieder einfangen. Das Tier dachte gar nicht daran, irgendwelchen Schaden anzurichten, denn es drückte sich beklommen wegen des Halbdunkels und des Kerzenlichtes in eine Ecke und konnte leicht in seinen Käfig zurückgebracht werden. Die große Münchener Kunstausstellung 1934. Die große Münchener Ku n st aus st el- Mung 1934 in der neuen Pinakothek, die Anfang Oktober geschlossen wird, hat sich seit ihrer Eröff- nung eines außerordentlichen Interesses der Mün- Hener, der auswärtigen und der ausländischen Kunstfreunde erfreuen dürfen. Die gesamte Be° erreichte in den ersten vier Monaten nahezu die Ziffer 30 000. Hand in Hand mit die- «em ungewöhnlich regen Besuch erreichte auch die Anzahl der verkauften Werke eine für die retzige Lage am Kunstmarkt ungewöhnlich günstige chöhe. Dom bayerischen Staat sind 29 Werke erworben worden, von der Stadt München 51 Werke, !t>on der Nationalgalerie in Berlin vier Werke, vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda 12 Werke, vom Reichsjugendführer Baldur :*o n Schirach ein Werk. Die Gesamtsumme der :ion offizieller Seite angekauften Werke beziffert '>ch auf einen Betrag von 42 330 Mark, dazu kommen weitere 85 Werke der Malerei, der Plastik, i«r Graphik und des Kunstgewerbes, die von pri- naten Kunstfreunden des In- und Auslandes erworben worden sind. Die Summe dieser privaten Die letzten Sonderzüge haben Nürnberg verlassen. Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) Am Mittwoch Hilden die letzten 73 Sonderzüge des y eichsparteitages mit SA. und SS. Nürn- kürg verlassen. Damit ist die gesamte Rückbewegung rüt 524 Sonderzügen planmäßig und st ö - riu n g s f r e i abgewickelt. Die Gesamtzahl der wäh- rmd der ganzen Bewegung durchgeführten Sonder- llistungen im Bereich der Reichsbahndirektion Mrnberg einschl. der Leer-Sonderzüge, der Sonder- ll!komotivfahrten und der im Vorortbereich Nürnbergs abgefertigten Sonderpendelzüge betrug 2297. Qnn Güterverkehr wurden in der gleichen Zeit noch £36 Güterzüge über den vorgesehenen Plan hinaus fahren. Trotz der ungeheuren Inanspruchnahme hT Strecken der Reichsbahndirektion durch die nahe- ii 2300 Sonderleistungen im Personenverkehr wur- iint noch 60 v. H. des regelmäßigen Güterverkehrs -»'eistet. <3. Deutscher Wandertag zu Plauen. Der Reichsverband deutscher Gebirgs- und Wan- !c-oereine, der heute sämtliche 50 deutschen Ge- !i)gs- und Wandervereine mit über 250 000 Mit- f^bern umfaßt, und der vom Deutschen Wander- liirer, Prof. Dr. Werner in Darmstadt, geleitet veranstaltet vom 21. bis 25. September seinen !stsjährigen (43.) Wandertag zu Plauen im gung und raste in eine größere Zu - schauermenge hinein. Vier Personen wurden von der Maschine ersaßt, zu Boden geschleudert und verletzt. Sie wurden sofort ins Krankenhaus gebracht. Hier erlag der 21 Jahre alte Eduard Santa aus Kattowitz kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen. Eine weitere Person erlitt einen Beinbruch, während die Verletzungen der beiden anderen Verunglückten leichter Natur sind. kraffwagen fahrt in marschierende HJ.-Kolonne. In Plön (Holstein) fuhr ein viersitziger Personenkraftwagen in einen Trupp Hamburger Hitler- Jungen hinein. 16 Jungen wurden teils schwer, teils' leichter verletzt. Sie wurden dem Johanniter- Hospital in Plön zugeführt. Der Personenkraftwagen hatte an den Jungen vorbeizufahren versucht; dabei übersah der Wagenführer jedoch einen ihm in einer Kurve entgegenkommenden Kraftwagen. Beide Fahrzeuge stießen unmittelbar hinter der Marschkolonne zusammen, wobei dem kleineren Wagen ein Vorderrad abgerissen wurde. Der Führer des großen Wagens verlor die Gewalt über das Steuer, und der Wagen fuhr mitten in den Trupp Hitler-Jungen hinein. Ein Teil der Jungen wurde zu Boden gerissen, überfahren ober eine Strecke mitgeschleift. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle. Don ben Verletzten befinben sich zur Zeit noch acht im Hospital, unb zwar handelt es sich um zwei Schwerverletzte und sechs Leicht- verletzte Alle übrigen Verunglückten haben nur un- erhebliche Hautabschürfungen davongetragen. Furchtbar» Explosion in einer portugiesischen Sagemühle. — Drei Tote, zwölf Schwerverletzte. Bei einer Explosion in einer Sägemühle bei Leiria (Portugal) wurden drei Arbeiter getötet und zwölf schwer verletzt. Das Gebäude ist völlig zerstört. Es steht noch nicht fest, ob unter den Trümmern nicht noch weitere Opfer liegen. Ein Ochsenkarren wurde von dem Luftdruck der Explosion über eine sechs Meter hohe Mauer hinweg 40 Meter weit davongeschleudert. Den Mörder der eigenen Frau gedungen. — Zwei Todesurteile in Essen. Das Essener Schwurgericht hatte sich mit einer Mordtat zu befassen, die in ihrer Abscheulichkeit kaum zu überbieten ist. Angeklagt war der 24jäh- kämpft hat. Gekämpft jedenfalls hat sie unerbitllich ihr langes Leben hindurch. Noch vor wenigen Jahren entschloß sie sich zu einem großanaelegten Prozeß, der nicht wenig Staub aufwirbelte und Kopfschütteln erregte: sie verklagte kurzerhand den — griechischen Staat und verlangte, daß man sie umgehend als Fürstin auf den griechischen Thron erhebe, auf den sie verbriefte Ansprüche von ihren Ahnen her habe: „Ich bin nicht nur rechtlich Fürstin von Griechenland, sondern auch Erbfürstin des Aegäischen Archipels und Erbkaiserin von Byzanz dank meines Blutes! Man gebe mir endlich das große Erbe zurück, das man der Familie Palsolögue durch die Jahrhunderte hindurch vorenthalten hat! — denn ,Paleologos' war der Beiname des letzten Kaisers von Byzanz!" In Braunschweig begann die 44. ordentliche Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Die Tagung beging zugleich die Feier des 50jährigen Bestehens der Gesellschaft. Der derzeitige Vorsitzende Prof. S t o l t e (Breslau) gab in seiner Eröffnungsrede ein kurzes Bild der Entwicklung der Gesellschaft und der Kinderheilkunde. Der Erfolg der wissenschaftlichen Arbeit sei durch nichts deutlicher zu machen, als durch den Rückgang der Säuglingssterblichkeit: Um die Jahrhundertwende starben in Deutschland etwa 19 v. H. aller Kinder im ersten Lebensjahr, im Jahre 1933 nur noch 8 v. H. Wenn die Herabminderung der Säuglingssterblichkeit auf unsere besseren Kenntnisse der Lebensbedingungen und Diätetik der jungen Kinder zurückzuführen sei, die durch die fürsorgerische Betreuung den Säuglingen xugute kam, so beruhe der Rückgang der Todesziffer an Infektionskrankheiten, vor allen Dingen auf der Entdeckung verschiedener Heilseren. Der Vortragende gab weiterhin einen Rückblick und Ausblick über die verschiedenen Arbeitsrichtungen der Kinderheilkunde und schloß mit einem Dank an die Reichsregierung und den Füh- rer der Nation für die Anerkennung, die das Fach der Kinderheilkunde im neuen Staat gefunden hat. besteigen, obwohl sich zu dieser Zeit mehrere Personen auf dem in Brand stehenden Dampferdeck befunden hätten. Ein Neuyorker Polizist, der sich als Fahrgast auf der „Morro Castle" befand, sagte aus, er habe seine Pistole auf einen Mann, offenbar em Mitglied der Besatzung des Unglücksschiffes, gerichtet, als der Mann in ein Rettungsboot habe springen wollen. Er, der Polizist, habe dabei cms- gcrufen: „Sie sind eine Leiche, falls Sie hinad- sprinaen!" Weiter sagte er aus, als seine Frau in em Rettungsboot herabgelassen werden sollte, habe man im Rettungsboot ihre Aufnahme verweigert. Seine Frau sei darüber gestorben. Der Stewart des Rauchzimmers, der den Brand entdeckte, erklärte, er habe, nachdem sich ein- Fahrgast bei ihm wegen des Rauchgeruches beschwert habe, in einem Schrank im Schreibzimmer Rauch bemerkt. Ein anderer Polizist, der ebenfalls als Fahrgast auf der „Morro Castle" war, fand es unerklärlich, weshalb die Rettungsdampfer nicht die „Morro Castle" umkreisten, obwohl sich zur Zeit etwa 150 Personen im Wasser befanden. Die Untersuchung ergab, daß sich in dem ersten der fünf Rettungsboote der „Morro Castle" 92MannderBesatzung und nur 6 Fahrgäste befanden. SÄ'WÄ f'ÄÄÄKIX - befreien und seinen Kameraden ausgraben. Seine sofort aufgenommenen Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos. Nach durchwachter Nacht stieg er nach Grindelwald ab. Eine Rettungskolonne ift zur Bergung der Leiche abgegangen. Bei dem tödlich Verunglückten handelt es sich um einen gewissen D e n e ck er aus Hamburg. Neun Alpinisten im Schüssellar- Gebiet vermißt. Sieben Münchener Touristen, die unter der Führung der Bergsteiger Singer und Karl A m - mann ein« Kletterpartie in das Schüsselkar im Dreitorspitzgebiet unternommen hatten, werden seit einigen Tagen vermißt und konnten trotz aller Bemühungen noch nicht aufgefunben werden. Unter den Vermißten befinden sich drei Frauen. Die Par- tenkirchener und Münchener Rettungsmannschaften haben mit einem Aufgebot von über dreißig Bergsteigern die Nordseite der Schüsfelkarspitze und die Umgebung durchsucht. Es wurde auch ein Flugzeug eingesetzt, das die Nordhänge und Wände sehr ein- gehend beobachtete. Es haben sich aber nirgends Anhaltspunkt« dafür ergeben, daß sich di« Berg- steiger in dieser Gegend befinden. Man nimmt an, daß die Vermißten, sofern fi« sich noch am Leben befinden, in großer Erschöpfung in eine Felsenhöhle aefluchtet sind, wo sie nachts bei der sehr falten Witterung etwas Schutz haben. Ammann ist ein Deutschamerikaner, der nur für einige Wochen zum Besuch seiner Angehörigen in der alten Heimat weilte. Seine Begleiterin ist die beim Münchener Stadtrat beschäftigte Kanzleiassistentin Hubert. Die Deutsche Bergwacht gab eine Mitteilung aus, wonach ein Bergsteiger, der am gleichen Tage die Ueberschreitung des Schüsselkar-Westgrates zur Leu- tascher-Dreitorspitze durchgeführt hat, wesentliche Angaben über die vermißten Bergsteiger gemacht hat. Hiernach ist einwandfrei festgestellt, daß es sich bei zwei neuerdings vermißten Bergsteigern um die Münchener Guido Langer und Rudolf Leu- rendeurp handelt, die ebenfalls eine Besteigung der Schlüsselkarspitze Äurchführten. Damit hat sich die Zahl der vermißten Bergsteiger auf neun erhöht. Die neun Bergsteiger, die in drei nicht zusammengehörenden Gruppen gingen, Haden von der östliches Wankscharte den Einstieg in den Schüssel- kar-Westgrat genommen. Auf Grund der bisher ergebnislos verlaufenen Suchaktionen muß damit gerechnet werden, daß es sich um eine B « rgkata - strophe größten Ausmaßes handelt. •J8** MM 1 KMW ■ / - - j • >-• fWMP Wer Qualität suchi,kanit bei iRichten^WebereifaclinianD 4. Mindestens etwa 1000 Mk. Bargeld. Je größer das Eigenkapital, desto schneller schuldenfreie Eigentümer! Ein Teil des Kapitals kann durch Selbsthilfearbeit ersetzt werden. Besonders Punkt 3 ist wichtig, denn nur wenn sich ein Arbeiter in fester Stellung befindet und damit der pünktliche Eingang der Zins- und Tilgungsraten garantiert ist, sind die großen Finanz-Institute bereit, den erforderlichen Kredit zur Verfügung zu stellen. Die Siedlerkredite werden nicht vom Staat, sondern vom freien Kapitalmarkt (Banfen, Sparkassen ufro.) aufgebracht, und müssen deshalb absolut gesichert sein. Es ist deshalb in der Regel nicht mehr möglich, Erwerbslose anzusiedeln, vielmehr müssen die Siedler über festes Einkommen verfügen. Da die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Regierung fortgesetzt werden, ist mit weiterer Senkung der Erwerbslosenziffern zu rechnen, so daß auch-ein heute noch Erwerbsloser nicht von der späteren Ansiedlung ausgeschlossen ist, sofern er auch sonst die nötige Eignung besitzt. Wichtig ist, daß der Siedler nur für den eigenen Bedarf wirtschaftet. Auf keinen Fall darf er seine Erzeugnisse verkaufen, denn die Erzeugung für den Markt ist Sache der Bauern. Wie wird nun eine solche Siedlung aussehen? Die Hauptsache ist nicht etwa das Haus, sondern der Stall und der Garten. Das Haus ist der zehrende Teil der Siedlerstelle, Stall und Garten dagegen ist der mehrende Teil. Der Garten wird von Fachleuten geplant und betreut. Der Gartenfachmann des Heimstättenamtes sorgt dafür, daß von Anfang an alle neuesten Er- fah^ingen zu Gunsten des Siedlers ausgenutzt werden. (Lage des Gartens zur Himmelsrichtung, Schattenwirkungen, Verhältnis zwischen Obst-, Gemüse-, Beeren- und Futterpflanzen-Anbau, Aufteilung der Bepflanzung, Ziergarten-Anlage, Dünger und Kompostwirtschaft, Bodenpflege.) Die Garlenfläche soll etwa 800 Quadratmeter betragen, doch soll der Siedler die Möglichkeit haben, zusätzliches Land in der Rahe zu pachten. Ebenso wie der Garten erfährt auch die Kleintierhaltung die besondere Beachtung des Heimstättenamtes, zu dessen Arbeitsstab ein Kleintierfachmann gehört. Ebenso wenig wie die Gartenerzeugnisse, sind die Tiere und deren Produkte für den Verkauf bestimmt, mit Ausnahme der evtl. Felloerwertung. Zweck der Kleintierhaltung ist die reichlichere Versorgung der Siedlerfamilie mit Milch, Fleisch und Eiern, sowie eine Sicherstellung der Gartendüngung. Das Heimstättenamt bestimmk den Umfang der Tierhaltung, die Auswahl der Rassen, die Anlage und den Ausbau der Stallungen hinsichtlich Große, Hygiene, Licht, Luft, LagerungS- Möglichkeiten für Futtervorräte ufro. Wird die Siedlung größer, so erhält sie einen Lehrsiedler, der die Betreuung und Schulung der Siedler übernimmt und sie mit Saatgut und Zuchtmaterial versorgt. , Das Haus wird je nach den Geldmitteln, die der Siedler aufbringen kann, einfacher oder kostspieliger ausgeführt werden können. Wenn die Mittel des Siedlers beschränkt sind, muß er sich mit einem einfachen Bau begnügen. Bei der herrschenden Kreditnot ist es nicht möglich, irgendwelche Luxusansprüche zu finanzieren, vielmehr muß sich jeder Siedler nach seiner Decke strecken. Im Erdgeschoß des Siedlerhauses befindet sich außer dem Kleintierstall eine geräumige Wohnküche und 2 Zimmer, im Dachgeschoß sind eine oder zwel Kammern, sowie ein Futterboden vorgesehen. Das Haus ist ganz unterkellert. Wie die bauliche Planung der nationalsozialistischen Siedlung vom Menschen ausgeht und weitgehend auf die besonderen Verhältnisse der einzelnen Siedlerfamilie einzugehen versucht, so wird auch die monatliche Belastung des Siedlers nicht höher sein, als er ohne Einschränkung seines Lebensstandards aufbringen kann. In der Regel wird der fünfte Teil des monatlichen Bruttoeinkommens als tragbare Zins- und Tilgungsrate angenommen. Zum Schluß noch eine eindringliche Warnung an alle Siedlungsanwärter: Glaubt nicht, daß das Leben auf der Siedlung leicht i ft 1 Wer siedeln will, um abends in seinem Blumengarten sitzen zu können, macht sich falsche Vorstellungen über die Mühe und Arbeit des Siedlerlebens. Wer jedoch das Zeug dazu hat, mit eigener Kraft und in harter Arbeit wieder Verbindung zu bekommen mit dem deutschen Boden, der soll nach dem Willen des Führers einen Teil dieses Bodens zu Eigentum bekommen und der kann auch erwarten, daß es ihm gelingen wird, die Ernährungsgrundlage und den Gesundheitsstand der Familie sicherzustellen und zu bessern. Bewerber, welche die oben erwähnten Bedingungen des Reichsheimstättenamtes erfüllen, fordern Siedlerfragebogen A an beim Heimstättenamt Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77. Srieff affen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) D. h. Der Lehrter Bahnhof (Fernbahnhof) in Berlin ist Kopfbahnhof, also kein Durchgangs- bahnhof. Sprechstunden der Redaktion. 11 .30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Das Gießener Giadiiheaier wirbt zur neuen Spielzeit. Das Bild zeigt die Auswirkung der Werbemaßnahmen des Gießener Stadttheaters zur neuen Spielzeit. Die Stadttheater-Jntendanz fragt trotz dieses regen Andranges jeden weiteren Volksgenossen: Wo bleib st Du? Das SiedlmWwerk im Gau Hessen-Äaffau Von der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wird uns mitgeteilt: Das Heimstättenamt Hessen-Nassau prüft zur Zeit die Möglichkeit, im Gau Hessen-Nassau S i e d l e r st e l l e n zu errichten. Zweck der Siedlung ist es, dem Arbeiter eine Verbesserung seiner Lebenshaltung zu ermöglichen bzw. ihn widerstandsfähiger gegen Kurzarbeit oder vorübergehende Erwerbslosigkeit, d. h. krisenfest zu machen. Bei dem herrschenden Kapitalmangel und bei der großen Anzahl von Bewerbern ist es nicht möglich, überall im Gau Hessen-Nassau sofort mit dem Bau zu beginnen. Vielmehr werden zunächst die Rotgebiete berücksichtigt. Wer für die Siedlung geeignet ist, sollte sich aber schon jetzt beim Heimstättenamt Hessen-Nassau vormerken lassen. Siedlungsbewerber erhalten kostenlos den Siedlerfragebogen A, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen: 1. Gesundheit, deutsche Abstammung, Alter nicht über 55 Jahre, tüchtige Frau, ^geordnetes Familienleben, möglichst viele gesunde Kinder. 2. Erfahrung in Gartenbau und Kleintierzucht. 3. Festes Arbeitsverhältnis, Stammarbeiter (auch Kurzarbeiter) in sicherer Stellung. Mietgesuche Ruhig. Ehepaar inbest. Verhältn. m. 8j.Kind, sucht schöneWohnung 3-Mime Miete bis 85 Mk. mögt. m. Bad ev. geg. Abst., Umz.- Berg.o.Jnstcmds. Stng.anFrauHilz Neuen Bäne 22 II. 3 Schlager-Angebote in 53i eA Stilmnlen Mattseide, bes. dehnfäh. 4 rtfl und feinmaschig ... .Paar l-vv Flor mit Seide, elegant. 1 1 Strapazierstrumpf.. .Paar !• IU Mako, solider Übergangs- Strumpf, prima 7C DE EC Qualität...... I U9 Oü8 UU Strümpfe ist unsere Spezialität, darum Strümpfe von M.G.M Frankfurter Strafte Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien - Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7. Ruf 2251 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII 2 möbliert. Zimmer für 15. Cf tob. zu mieten gesucht. Nniversitaisnähe bevorzugt. Schr. Angebote unter 04447 a. d.G.A. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Wohnungstausch Tausche 4-Zim.-Wohng. in Butzbach mit 3-4-Zim.-Wobn. in Gießen zum 1. Oktober. Schr. Angeb. ii. 04458 an d. Gieß. Anz. Auf zur Kinnes nach W atzenbom-Steinberg auf der Mockswiese Sonntag, den 16. Sept, und Montag, den 17. Sept. Es laden ein: Georg Sommer VI. Georg Häuser XVI. Karl Philipp Ludwig Schmandt Wilhelm Pfaff 5314 d und die Burschenschaften W . — ■ Preiswerte IflBßSB die modern und praktisch sind Nachttischlampe, Messing verchromt m.Glasglocke 2.90 Tischlampe, Messing verchromt, ca 36 cm Kartonschirm 3.45 Krone, kauk. Nußbaum,Metallteile, Messing verchromt, champ. Glasschalen,3flam- mig, RM 14.75 Ampelschale.bern- stein-achat, ca. 40 cm Durchm., komplett .. RM6.75 Schirmkrone, Messinggußarme mit ca. 60 cm Marocain-Kunstseidenschirm mit Spritzmust. m. Seidenlichtschützer 15.75 Krone, Messinggußarme und Aufsatz, Altmessing gefärbt, 3 u 1 flammig RM 14.75 ■fr sind lästig. Eine einzige der 1OOOO Gratisproben, welche wir versenden, um jeden v. de^ Wirkung uns. Anuvalin zu überzeugen, wird Ihnen, schon neue Lebensfreude geben Täglich gehen Dankschreiben von Ueberglücklichen ein denen geholfen wurde. Sie erhalten Probe, med. Aufklärungsschrift, ärztliches Gutachten, alles umsonst und portofrei durch die Versandapotheke. Schreiben Sie deshalb heute noch an Anuvalin Berlin W 62. Abteilung 253. ™ IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII ZweckSBettmpwngoer Schwarzarbeit können Arbeits-Angebote von Handwerkern nur mit Aamensnen- nung u. unter Vorlage desSewerbenochwches ausgenommen werden. Derlaa desStebenerAnzeigers IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Barnen od. Herren für leichte Werbetätigkeit sofort gesucht. Zu melden 15-17 Uhr Nahrungsberg2p. links Haack. Q1153 Alleinsteh.vens. Herr sucht eine Haushälterin eventl. gemeins. Haushaltführ. Schr.Angeb.unt. 04449 a. d.G.A. Weg. Verheirat, mein. Mädchens Iliebe ich z.l.Okt. ein zuverlässig., in allen Hausarbeiten erfahr. Mädchen m. gut. Zeugnissen. 53osl> Fr. IH.Hochstätter Brandplatz 1. Jung. Mädchen das 3 Jahre in Eisenfabrik gearbeitet bat, sucht mied, gleiche Arbeit. Schr. Angebote u. 04452 an d. Gieß. Anz. Fleißiges, solid. Mädchen sucht Stellung zum 1. Oktober o. 15. Nov. Gute Zeugn. sind vorhanden. Schriftl. Angeb. ii. 5317D an d. Gieß. Anz. Verkäufe 6 Eber ebensovielZucht- ferkel verkauft Schwing 6312D Bnrg-Hemttnden. Wegzngshalber billig zu verkauf.: Holzbett,eis.Bett, Nachtschränkch., eichen. Sekretär, Bücherregal, Wanduhr, mehr. Krystall-Spiegel, schöne Bilder, Küchenwaage, leln.Uebergardin. und andere Haus* haitungs-Gegenst. Bahnhofstraße 771.81 Etagenhaus I mit beziehbarer 4-3im.-Mobn., groß. Werkstatt,, auch als Saal vass.,i.Zentrum, sehr bill. zu verk. Schriftl. Anfrag. unt.04457anden Gießen. Anzeig. illllllllllllllllllllllllllll Zu verlausen: 1 weißer Herd links, Gr. 110-70 1 schwarzer Herd links, Gr. 105-70 1 schwarzer Herd links, Gr. 100-68 Hindenburgwall 7 H. L iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Empfehlungen"] la Speise- Mitein die beliebtesten Sorten, billigst da&au. cleukeu! Denn die kalten Tage nah’n. Sorgen Sie also für: Kohlenschütter, Kohleneimer, Kohlenkasten, Briketträger, Ofenschirm, Ofenvorsetzer, Kohlenschaufel, Feuerhaken. Ehe Sie anfangen mit dem Heizen, soll alles In Ordnung sein. Die Heizgeräte bekommen Sie sehr billig bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten b181a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll UTrechsler Steinstr.73, Tel. 3581 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Leupin-Creme und Seife seitJahr.bew.bei Flechte-? Hautjucken Stadtkaffee Mittwoch, Samstag und Sonntag nachmittags und abends TANZ Ab 15. September: Neue Kapelle Ausschi. Wunds, usw.Löwen Drog.W Kilbinger Nachf.,Sel- tersw.69; Drog. Win- terhoff, KreuzplatzIO IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII 5393 D _ iniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii* WÜesB am Flughafen. Sonntag, ab 16 Uhr: Stimmungs-Konzert Blasquartetteinlagen. fsuhr: Tanzmusik (Mitglied, der Reichswehrkapelle) Eintritt frei! Täglich la frischer «22 | Z welschen- n. Apfelkuchen | Vereine SMSMMlt „Imker" Ortsgr. Gießen Sonntag, 16. d. 01. Versammlung b. Kraft, Gießen Vertrauensmänner bitte ich alle zu erschein. 5324V Bodenbender. BESUCHT WUMDM bflirfür 111 rt|Yrt I | <41 IM W1 Ivl I I Wwl I C 16.-19. SEPT.1934-7 FESTHALLENGELÄNDE FRANKFURT A.M. mtydci inCTjür\ / U4 AMC I i lZI:irHFNCFPÄTF RDlFi \A/ADFKI /TPYTI11FKJ ‘ UHR,AM 19. SEPT. BIS 1330) DAUERKARTEN m.2.*, TAGESKARTEN mJ.** i MOBELfa&J/ HAUS“>U.,KUCHENGERATE/SP1ELWAREN / TEXTILIEN FAHRPREIS-ERMÄSSIGUNG AUE DER REICHSBAHN. I Ich ersuche, die Kassen des dortigen Verwaltungsbereichs wegen der Annahme und der Umwechslung der in Rede stehenden Münzen mit Anweisungen zu versehen. Die eingelösten Stücke sind der Reichsbank von den Kassen mit tunlichster Beschleunigung zuzuführen. Die kurz vor Ablauf der Einlösungsfrist bei den Reichs- und Landeskassen eingehenden Stücke werden von der Reichsbank noch bis zum 28. Februar 1935 angenommen. Ich bitte ferner zu veranlassen, das; die Verordnung, deren Bekanntgabe im Reichsbesoldungsblatt veranlagt ist, gemäß § 14 Absatz 2 des Münzgesetzes vom 30. August 1934 (RGBl. II S. 254) alsbald auch durch die für die amtlichen Bekanntmachungen der unteren Verwaltungsbehörden bestimmten Tageszeitungen veröffentlicht wird. Die Einziehung könnte dadurch gefördert werden, daß die Veröffentlichungen in diesen Blattern von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Eine kostenfreie Bekanntmachung in anderen Blättern, deren Auswahl dem dortigen Ermessen überlassen bleibt, würde ich begrüßen. Einer Mitteilung über das von dort aus Veranlaßte sehe ich entgegen. JA.: gez.: Dr. O l s ch e r. Betr.: Bekämpfung der Mäuseplage. An die Bürgermeistereien des Kreises. Infolge der. anhaltenden Trockenheit im Laufe des Sommers konnten sich die Mäuse in starkem Maße vermehren. Sie bedrohen nun die Futter- und Hackfruchtschläge und werden auch die kommende Wintersaat gefährden. Es ist daher unbedingt notwendig, daß von den Gemeinden Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden. Wir empfehlen Ihnen, im Benehmen mit dem Ortsbauernführer und unter Einholung des Rates des Landwirtschaftsamtes sofort das zur Bekämpfung der Mäuseplage Erforderliche zu veranlassen. Selbstverständlich wird bei Auslegung der Mäusebekämpfungsmittel darauf zu achten sein, daß nicht eine Schädigung der Vogelwelt eintritt. Dieserhalb wird sich auch ein Benehmen mit dem zuständigen Forstamt empfehlen. Gießen, den 12. September 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Krüger. Dienstnachrichten -es Kreisamts. Heinrich Bender II., Ernst Bender I. und Karl Dern aus Langsdorf wurden zu Ehrenfeldschützen für die Gemeinde Langsdorf bestellt und verpflichtet. Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirettion Oberheffen und für das Kreisami Gießen 7!r. 47 Erscheint Dienstag und Freitag. 14. September Aur durch die Post zu beziehen. 1934 Inhaltsübersicht: Ankauf von volljährigen Truppenpferden im Herbst 1934. — Die Außerkurssetzung von Reichssilbermünzen. — Bekämpfung der Mäuseplage — Dienstnachrichten. Bekanntmachung, den Ankauf von volljährigen Truppendienstpferden im Herbst 1934 bett. Vom 6. September 1934. Die mit unserer Bekanntmachung, betreffend den Ankauf von volljährigen Truppendienstpferden im Herbst 1934, vom 15. August 1934 („Darmstädter Zeitung" Rr. 196 vom 23. August 1934) angekündigten Märkte finden wie folgt statt: am 17. September 1934, vormittags 9 Uhr: in Alzey auf dem städtischen Viehhof; am 18. September 1934, vormittags 9 Uhr: in Darmstadt auf dem Pferdemarktplatz (Holzhofallee); am 20. September, 1934, vormittags 9 Uhr: in Friedberg auf dem städt. Lagerplatz, Bismarckstr. 26; am 21. September 1934, vormittags 9 Uhr: in Alsfeld auf dem Lindenplatz. ( Darmstadt, den 6. September 1934. Abteilung le (Landwirtschaft) im hessischen Staatsministerium. I. A.: M o r n e w e g. Betr. Die Außerkurssetzung von Reichssilbermünzen im Nennbetrag von 3 Mark und 3 Reichsmark. An die Gemeinderechner. Das abschriftlich nachstehende Rundschreiben des Herrn Reichsministers der Finanzen teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Nachachtung mit. Wir weisen Sie besonders auf die Verordnung vom 6. Juli 1934, veröffentlicht im Reichsgesetzblatt 1934, Nr. 77, S. 595, hin. Gjeßen, den 11. September 1934. e Hessisches Kreisamt. I. V.: Dr. S ch ö n h a l s. Abschrift. Auf Grund des § 14 Absatz 1 Ziffer 1 und Absatz 2 des Münzgesetzes in der Fassung des Gesetzes zur Aenderung des Münzgesetzes vom 5. Juli 1934 habe ich die auf Grund des Gesetzes über die Ausprägung von Reichssilbermünzen vom 20. März 1924 und des Münzgesetzes vom 30. August 1924 ausgeprägten Reichssilbermünzen im Nennbeträge von 3 Mark und 3 Reichsmark zum 1. Oktober 1934 außer Kurs gesetzt. Die SEinlösungsfrist läuft bis zum 31. Dezember 1934. Die Verordnung ist im Meichsgesetzblatt Teil I Nr. 77 veröffentlicht worden. steitag, U. September 1934 werten Schutz seiner Küsten brauckte es die englische Flotte mithalf, jeden Angriff Seeseite abzuwehren. Und da Italien von in „neutral" blieb, konnte Frankreich seine von der italienischen Grenze abziehen, g die Zahlen gruppieren, wie man will, en an allen Hauptkampffron- ae erdrückende Uebermacht un- Feinde. Nun muß aber berücksichtigt daß während der Dauer des Krieges die gen, die namentlich Deutschland zu verhalte, eine ständige Zunahme erfuhren, urch das Vorschieben der Front nach dem ind ferner durch die Hilfeleistung, die wir öundesbrüdern im Osten, dann in Serbien, n, Italien, Mazedonien, Mesopotamien, zuteil werden lassen mußten. so sagten unsere Gegner, „ihr wart trotz günstigen Lage die Angreifer und ihr habt :e Erfolge bewiesen, daß ihr euch auf den [■bereitet hattet." Gewiß, der an Zahl Heber- ird, wenn alle anderen Verhältnisse gleich- ind, den Sieg davontragen. Deutschland nach dem Grundsatz Napoleons I. gehan- gesagt hat: „Die Kriegskunst besteht darin, Punkt, wo man entscheidend angreift, ober ! einem Feind entschieden angegriffen wird, ifte als der Gegner zu haben, selbst wenn mtstärke der eiaenen Armee schwächer ist, >r feindlichen." Unsere militärische Führung ICM 0 0 0 0 K1ANM WOOK *0 ‘0 an mim »OK M NCUTMLE ,i ßSS ZWKWAFT 1 i vttsümcn : S SttKÖSTE ' Druck der Drübl'schen ^Iniverftläts-Duch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen. Ut II — UU3 IIUUJ v>k) IW geblieben ist. aers in der nordpersycyen totooi xus oei utqqeo wird ein Mausoleum errichtet; es wird eine Aus- Teilung der berühmtesten Manuskripte seiner Werke erfolgen, und gleichzeitig wird ein Orientalisten- Ängreß abgehalten, an dem voraussichtlich mehr (Ms hundert der berühmtesten Orientalisten aller liänder der Erde teilnehmen werden. Man kann o ist er darüber hinaus zugleich der Schöpfer des persischen Nationalbewußtseins geworben. Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß jede Seite des „Schah Nahmeh", des Buches der Könige, na- tionalen Stolz atmet und das männlich-kriegerische Heldentum persischer Könige preist z"9talch durch ein Loblied auf Scyönheit, edle Gesittung und andere Tugenden zur Nacheiferung anspornt. Das „Schah Nahmeh" ist daher auch zu einer regelrechten Volksdichtung geworden. Noch heute kann man in ganz Persien jeden Beliebigen fragen, um festzustellen, daß es niemanden gibt, der das „Schah Nahmeh" und die in ihm enthaltenen Heldensagen, wenigstens dem Inhalt nach, nicht kennt. Diese Dichtung ist daher in einer beispiellos zu nennenden Weise nationales Besitztum geworben und ist baher in den letzten 90 Jahren der persischen Geschichte immer wieder der geistige Rückhalt gewesen, an dem sich das persische Volk wieder ausrichtete, wenn es von Fremdvölkern bedruckt wurde. Das Beispiel der Ahnen, bas als Ueberlieferung oft nur von Mund zu Mund weitergegeben wurde, schuf so ein beispielloses Nationalbewußtsein und einen nationalen Stolz, lange bevor es in Europa auch nur etwas Aehnliches gab. Wenn mir auch die Größe der Dichtung zu er- messen vermögen, so wissen wir doch leider heute nicht genug über den Dichter selbst, um seinen un- gewöhnlichen Lebenslauf verfolgen zu tannen. Was über ihn bekannt ist, ist Zum größten Teil erst 400 Jahre nach [einem Tode aufgezeichnet worden und daher fast ebenfo sehr Sage wie das Werk Mst. Immerhin wissen wir, daß er mit seinem wirklichen Namen Ab ul Kasin M a n , u r gehießen hat, etwa um 934 geboren und um 1020 gestorben ist. Er bat als Dichter an den Höfen verschiedener Für- sten jener Zeit gelebt, vor allem am Hofe des Sultans Mahmud von Gahzni, eines der größten Herrscher des frühen Mittelalters, an dessen Hof reges geistiges Leben herrschte. Im Auftrage dieses großen Herrschers scheint Firdousi sein großes Werk Feiten der Weltliteratur rechnen läßt. Und mit besonderem Stolz dürfen wir es verzeichnen, daß an der Erschließung dieses großen Kulturgutes, bas in bem „Schah Nahmeh" begrünbet liegt, in erster Linie Deutsche beteiligt waren. Die erste Heber- setzuna des „Schah Nahmeh" in eine europäische Sprache, ins Französische, erfolgte durch den Deutschen Julius o. M 0 h l. Der deutsche Dichter Friedrich Rückert hat uns selbst die Schönheiten dieses Sroßen Werkes erschlossen. Der berühmte deutsche rientalift Theodor Nöldecke hat die wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen, auf denen heute unser Urteil über dieses große Werk des persischen Nationaldichters beruht. Und auch heute noch isi Deutschland auf dem Gebiete der Firbousiforschung führend, wie brfl die Namen bek deutschen Jrano- logen zeigen. Die Tausendjahrfeier des persischen Dichters Firdousi findet daher auch in Deutschland mit Recht die Anteilnahme, die dem größten Dichter des arischen Vollkes der Perser zukommt. »Was bin ich ohne Dich?- Die Antwort auf die im Titel gestellte Frage lautet natürlich: nichts ober so gut wie nichts — die Schlagertext-Autoren brücken sich allerdings erheblich blumiger aus — jedenfalls muß nach dieser Antwort vermutet werden, es handle sich um eine Liebesgeschichte. Auch das; aber nur nebenbei, die Hauptsache ist ein Erlebnis hinter den Kulissen des Films. Hier wird, sozusagen, aus der Schule geplaudert, und zwar, wie man zugeben muß, auf eine originelle und witzige Weise. Da war ein begabter Regisseur am Werk, Arthur Maria R a b e n a 11 heißt er und kommt, wenn wir nicht irren, vom Theater: er hat in Bildschnitt und Klangwirkung eine filmisch sehr hübsche, bewegliche und erheiternde Einkleidung für die Hanblung gefunben, bie erfreulich außerhalb der ausgefahrenen Lustspiel- Geleise verläuft. (Drehbuch: Carl Echtermayer und Thea von Harbou.) Natürlich erleben wir auch hier, obschon mit allerlei neuen Einfällen, wieder mal das Märchen vom großen Glück, aber erstens kommt dergleichen wahrhaftig manchmal ach nicht oft) in Wirklichkeit vor, und zwei« die Leute, sie hören es gern. Es wird i, nicht nur in den großen Rollen, gut ge« etty Bird und Olga Tschechowa, kleine nb große Diva; Liebeneiner und , Komponist unb Autor mit vielen Plänen ig Geld. Sehr angenehm: Westermeier »ktor. In komischen Chargen: Blanbine e r und Fita Benkhosf (ein erfrischendes 's Temperament!). Auch sonst noch allerlei _ Namen unb Gesichter: Schaeffers, de Kowa, Fuetterer, Erna Morena, Lissy Arna; die bevölkern mit vielen anderen den Filmball. Die Musik mit dem einprägsamen Leitmotiv stammt von Will M e i s e l. — Im Beiprogramm zu diesem hübschen Film bringt bas Lichtspielhaus sehenswerte Bilder von Land unb Leuten im Schwarzwalb unb ein unterhaltsames Varieteprogramm. In ber Wochenschau u. a. ein Bildbericht von Schmelings Sieg in Hamburg (für sportlich interessierte Besucher). Friedrich her Große reist ins Bad. Das im Weserlanb gelegene Bab Pyrmont konnte kürzlich ein Jubiläum jahrhundertelangen Bestehens feiern. Dabei stieß man auf bie Tatsache eines interessanten Fürstenbesuches, über den in einer alten Kurliste aus dem Jahre 1746 berichtet wird, bie einen etwas langatmigen Titel führte: „Speci- fifation ber angekommenen Brunnengäste und Fremden so An. 1746 vom 17. May bis in den 3. Juni incl. bey den berühmten Gesundbrunnen zu Pyrmont sich eingefunden." An ber Spitze dieser Liste steht „Jhro Königliche Majestät von Preußen" (nämlich Friedrich der Große) unb „Jhro König!. Hoheiten Prinz Heinrich nebst Jhro Durch!. Herr General-Felb-Marschall Herzog von Holstein-Beck". Dann folgt eine lange Reiye von Generälen, Obristen und Capitainen, von Cammer-Herren, Geheimen Räthen, Kriegs- und Cabinet-Räthen; unb auch ein einfacher, titelloser „Herr Quantz", wohlbekannt als Freunb unb Flötenlehrer Friebrich bes Großen, fehlt in dieser illustren Gesellschaft nicht. Auch Pagen, Cammer« Heyducken, Küchenmeister unb Köche, Cammer-La- quayen sind neben etlichen 60, nicht namentlich genannten Bedienten in ber interessanten Kurliste aufgeführt, bie ganz am Schlüsse, hinter einem Apotheker aus Hameln, ber „nebst Frau Liebste" kam, noch „Frau Cammerbienerin Hutelle mit Cam- mermohr Jhro Königl. Hoheit Abtissin von Her- forb" aufführt. Hinter Titel unb Namen biefer Kam- merbienerin verbarg sich keine anbere als bie schönste Frau Berlins, bie incognito reisenbe erste Tänzerin ber italienischen Oper, Barbara be Cam» panini, die heute noch berühmte Barberina ... Das Gieße» wirbt zur r ■ d j < Das Bild zeigt die Auswirkung der We Spielzeit. Die Stadttheater-Jntendanz fr< genosser DasSiedlungSwk Don der Landesstelle Hessen-Nassau des Ministeriums für Dolksaufklärung und Prop wird uns mitgeteilt: Das Heimstättenamt Hessen-Nassau prüft z die Möglichkeit, im Gau Hessen-N S i e d l e r st e l l e n zu errichten. Zweck bei lung ist es, dem Arbeiter eine Verbesserung Lebenshaltung zu ermöglichen bzw. ihn standsfähiger gegen Kurzarbeit oder o gehende Erwerbslosigkeit, d. h. krisenfest zu i Bei dem herrschenden Kapitalmangel unt der großen Anzahl von Bewerbern ist es möglich, überall im Gau Hessen-Nassau s 3 Schlager-Anfielrote in 63isA Strümpfen Strümpfe ist unsere Spezialität, darum Strümpfe von Mattseide, bes. dehnfäh. 4 ßß und feinmaschig ... .Paar l«vü Flor mit Seide, elegant. 4 1 ß Strapazierstrumpf.. .Paar •• Mako, solider Übergangs- 75,65,55 > Mietge Ruhig- < inbest.V m.8j.Ki schöne W Miete bi mögl.m. geg. Abß Verg.o.v ^lng.anl Neuen Bä WWW 2möblierl für 15. L mieten Nniversi bevorzul Angebot 04447 a. M. G. firode Frankfurter Strafte Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Wohnum Tau 4-Zim.-nunuy. in Butzbach nut 3-4-Aim.-Woßn. in Gießen zum 1 .Oktober. Schr. Angeb. ii. 04458 an d. Gieß. Anz. lllllllllllllll llllllllllllllllllllllllllllll Auf zur Kirmes nach W atzenbom-Steinberg auf der Mockswiese Sonntag, den 16. Sept., und Montag, den 17. Sept. Es laden ein*. Georg Sommer VI. Georg Häuser XVI. Karl Philipp Ludwig Schmandt Wilhelm Pfaff 5314D und die Burschenschaften Krone, Messinggußarme und Aufsatz, Altmessing gefärbt, 3 u 1 flammig RM 14.75 Krone, kouk. Nußbaum,Metallteile, Messing verchromt, champ. Glasschalen, 3flam- mig, RM 14.75 Schirmkrone, Messinggußarme mit ca. 60 cm Marocain-Kunstseidenschirm mit Spritz must. m. Seidenlichtschützer 15.75 vineuTaoni gearbeitet bat, sucht mied, gleiche Arbeit. Schr. Angebote u. 04452 an d. Gieß. Anz. Fleißiges, solid. Mädchen sucht Stellung zum 1. Oktober o. 15. Nov. Gute Zeugn. sind vorhanden. Schriftl. Angeb. u. 5317D an d. Gieß. Anz. Verkäufe 6 Eber ebensovielZucht- ferkel verkauft schwing 6312D Bnrg-Qemtinden. Wegzugshalber billig zu verkauf.-. + sind lästig. Eine einzige der 1OOOO Gratisproben, welche wir versenden, um jeden v. dei; Wirkung uns. Anuvalln zu überzeugen, wird Ihnen, schon neue Lebensfreude geben. Täglich gehen Dankschreiben von Ueberglücklichen ein, denen geholfen wurde. Sie erhalten Probe, med. Aufklärungsschrift, ärztliches Gutachten, alles umsonst und portofrei durch die Versandapotheke. Schreiben Sie deshalb heute noch an Anuvalln, Berlin W 62. Abteilung 253. 777v llllllllllllllllllllllllllllll ZwetttÄrttmpftmgoer Schwarzarbell können Arbeits-Ange- bot» von Handwerkern nur mit Namensnen- nung u. unter Vorlage besGewerbenachwehes auigenommen werden. Derlaa desGlebenerAnzetgers llllllllllllllllllllllllllllll Holzbett,eis.Bett, Nachtschränkch., eichen. Sekretär, Bücherregal, Wanduhr, mehr. Krystall-Spiegel, schöne Bilder, Küchenwaage, lein.üebergardin. nnd andere Hans* haitnngs-Gegenst. Bahnhofstraße 77 l.St Sorten, billigst B.Msler Steinstr.73. Tel. 3581 llllllllllllllllllllllllllllll Leupin-Creme und Seife seitJahr.bew.bei Flechte-= Hautjucken Ausschi. W unds. usw.Löwen Orog.W. Kilbinger Nacht,Sel- tersw.69; Drog. Win- terhoff, KreuzplatztO llllllllllllllllllllllllllllll | Vereine ~~| „Imker" OrtSgr. Gießen Sonntag, 16. d. DI. Versammlung b.Kraft, Gießen Vertrauensmänner bitte ich alle zu erschein. 5324D Bodenbender. Stadtkaffee Mittwoch, Samstag und Sonntag nachmittags und abends TANZ Ab 15. September: Neue Kapelle 5393 D _ Waldeslust am Flughafen. Sonntag, ab 16 Uhr: Stimmungs-Konzert Blasquartetteinlagen. iVuhr: Tanzmusik (Mitglied, der Reichswehrkapelle Eintritt frei! Täglich la frischer SZ22 Zwetechen- u. Apfelkucn__ L 9ESÜ-Fran bfiirtor M otko — I I UILKIUI ICI I I >W1 I 16.-19. SEPT. 1934./ FESTHALLENGELÄNDE FRANKFURT A.M. ■ " ■ F’B ▼ ■ WV ■ ▼ ■ ■ ■ - . (8M BIS.1ß UHR.AM 19. SEPT. BIS 13’°) DAUERKARTEN « 2- TAGESKARTEN «1- MOBEL(^)/HAUS-U.kUCHENGERÄTE^PlE.LWAREN/TEXTILIEN. ! -FAHRPREIS-ERMÄSSIGUNG AUF DER REICHSBAHN. Nr. 215 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, U. September (954 Oie Lüge vom Eroberungskrieg. Der englische Minister Balfour hat einmal im Verlaufe des Krieges die Behauptung aufgestellt: „Die Ursache der Katastrophe ist das Bestehen einer durch Herrschsucht geleiteten Großmacht (nämlich Deutschland) inmitten einer Gemeinschaft von Nationen, welche zu ihrer Verteidigung ungenügend vorbereitet waren." Die gesamte feindliche Weltpresse behauptete, Deutschland habe stets säbelrasselnd auf seine Ueber« legenheit gepocht, es habe, gestützt auf seine Macht, immer wieder versucht, seinen Willen durchzusetzen und die anderen Staaten zu verge- wattigen, Deutschland wolle die Welt erobern und sich untertan machen; in Gemeinschaft mit Oelterreich-Ungarn habe es im Sommer 1914 de n Krieg mit vollem und klarem Bewußtsein gewollt: der deutsche Mili- t a r i s m u s sei der Störenfried der Welt, er habe das deutsche Volk wie ein Tyrann niedergehalten, sein Geistesleben umnachtet und bedrohe Europa Welche Beweise führen nun die Gegner Deutschlands ins Feld? Ohne einen vernünftigen Grund, ohne ein Kriegsziel geht doch kein Staat das ge- waltige Wagnis, das mit einem neuzeitlichen Krieg verbunden ist, ein. Man will doch durch einen Krieg etwas erreichen, was man ohne Krieg, also auf friedlichem Wege, nicht erreichen kann. Ein Volk, das nur aus Lust zum Kampf Krieg führt, gibt es heute unter den Kulturvölkern nicht mehr. Seitdem das Deutsche Reich besteht, hat es i n Europa überhaupt keinen Eroberungs- kriea geführt, und das einzige Gebiet, das Oesterreich-Ungarn sich angegliedert hat, war Bosnien und die Herzegowina, zwei Provinzen, die von Oesterreich auf Grund eines im Jahre 1878 erteil- ten Mandats besetzt wurden und deren Besitz 1908 in Eigentum umgewandelt wurde. Und wie stand es draußen in derWelt? Haben da die Mittelmächte etwas erobert? 5ßi?r offene Auges die Entwicklung der überseeischen Besitzungen seit der Gründung des Deutschen Reiches verfolgt, der wird feststellen können, daß Deutschland zu denjenigen Staaten gehört, die am wenigsten Ausdehnungspolitik getrieben haben. Hier nehmen England, Frankreich, Rußland, Italien und das kleine Belgien eine ganz andere Stellung ein. Was Deutschland draußen in der Welt wollte, war Freiheit für seinen Handel, Absatzmöglichkeiten ‘für seine Industrieerzeugnisse, mit einem Wort, den .„Platz an der Sonne", der ihm und der friedlichen «Entwicklung seiner Arbeit zukam. Oesterreich-Un- ignrn aber, dessen Politik wegen seiner geographi- ischen Lage nur eine kontinentale sein konnte, scheidet Ibei dieser Frage überhaupt aus. Und welche Eroberungs - und V e r g e w a l - vigungsgedanken sollte Deutschland im Jahre 71914 gehabt haben? Dem Eroberungsgedanken muß Doch der Wunsch zu Grunde liegen, einem anderen -Staate etwas wegzunehmen, und dieser Wunsch muß wieder zur Voraussetzung die Notwendigkeit Haben, sich ausdehnen zu müssen. Wenn und soweit $in solcher Wunsch bestand, war er räumlich ledig- ich auf den Erwerb außereuropäischen Kolonial- gebiets gerichtet. Selbst hier aber hat Deutschland mit peinlichster Sorgfalt sich davor gehütet, mit icmden Mächten Jnterössenkonflikte zu bekommen. Hat es doch noch im Jahre des Kriegsausbruchs mit Frankreich und England eine umfassende Der- lländigung angebahnt! Aber selbst das Vorhandensein eines Eroberungs- Gedankens angenommen, muß doch für den, der er- »bern will, die Möglichkeit, geeignete Ländergebiete i.u erwerben, gegeben sein. Und wo sollten diese Gebiete in Europa liegen, die für eine solche Eroberung durch Deutschland in Frage kommen konnten und die eine Angliederung an Deutschland wün- achenswert erscheinen ließen? Von den Grenzländern Deutschlands, Dänemark, Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Der persische Dichter Firdousi. Äon Or. Inst Hesse Im Oktober wird die persische Regierung anläß- ch der tausendjährigen Wiederkehr des Geburts- nges des Dichters Firdousi eine große Feier veranstalten, in der das Gedächtnis des Schöpfers !ses persischen Nationalepos, des „Schah Nahmeh", gefeiert werden soll lieber der Grabstätte des Dich- ?rs in der nordpersischen Stadt Tus bei Mesched Doirb ein Mausoleum errichtet; es wird eine Aus- »ellung der berühmtesten Manuskripte seiner Werke erfolgen, und gleichzeitig wird ein Orientalisten- | iongreß abgehalten, an dem voraussichtlich mehr 23 00.000 otsnmicH «ooooo M EN6LAND RUSSLAND 585 SOIIMStlNU, 0MNM 125 SaiHS£INMIT£W(«T Brüssel .... :Rw de Jan. Sofia ...... Kopenhagen Danzig----- London ..... Helsingfors.. Paris ..... Holland ... Italien..... Japan ...... Jugoslawien A.E.G...................... Bekula o ®eltr. LieferungSgesellschast... 6 Licht und Kraft ............. g Felten & Guilleaume o Gesellsch.f.Slektr. Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co...............5 Siemen» S Halske 7 Lahmeyer L Eo 10 Geld 2,433 58,385 55,24 12,37 16,46 169,31 21,43 62,19 Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschtff........... Norddeutscher Lloyd AG. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Prtoat-Bank .. Deutsche Bank und Drsconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Amertlamslye Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ......... Englische Noten .............. Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Note» .............. ungesuyrien oqicin ytrutr 11 uie jjuu ,i.au. ui jjl Ci Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- bösse Schluß, fürs Schluß!. Mittag. Mrfe Datum 12-9. 13.9. 12.9. 13.9. 4% desgl. Serie II ............. 8 8 — — 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1909 4,25 4,25 — 4H%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 7 7 — 6 9 4% Rumänische veretnh. Rente .. 214% Anatolier ............... 4 4 4,1 4,1 37,25 37,65 37,3 37,75 Frankmr a. ju.. | Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß« kur» Schluß!. Mittag- Mrfe 12 9. | 13.9. 129. 13.9 0 77,25 — 77 78 0 — — 100,9 100,13 0 46,5 —— 46,4 46,25 10 246,5 247 247 247 0 90 89-65 90,25 90 0 40,25 — 40,25 40,25 0 14,25 14 14,13 14,13 b 129,75 129,5 130 129,5 5 129 128,5 129,65 129,5 y* — 159 - 159-5 7 146,5 145,4 146,4 145 9 218,5 216,5 0 91 91 92,75 90,65 0 42,65 42 42,65 42,25 0 91 92,5 91 92,5 0 80,5 79,75 80,5 79,5 0 110,75 115 0 127,5 127,5 0 _ — 114,5 113 0 67,9 — 67,5 67 0 71 —- 142,25 140,5 0 48,5 47,75 48,5 47,75 0 65,75 66 65,5 65,5 7 — 126 125,5 0 48,85 48,25 48,9 48 0 58,25 57,75 58,5 57,75 0 — 87,25 87,5 0 27,75 27 28 27,5 10 215 214-5 215,25 0 — 180 — 0 131 130,5 130,75 130,13 0 1 27,5 1 27,5 I 27,65 I 27-65 4 79,5 — 1 8 1 187 I 187 1 190 [enmarfl Berlin — Frankfurt a. 21t_____ >2 September IZ.September Amtliche Dotierung Amtliche Kotierung Seid 3rie Geld 0,662 0,666 0,666 0,670 58,545 58,665 58,545 58,665 0,184 0,186 0,184 Ü-186 3,047 3,053 3,047 3,053 55,46 55,58 55,39 55,51 82,02 82,18 81,97 82,13 12,42 12,45 12,405 12,435 5,48 5-49 5,475 5,485 16,50 16,54 16,50 16,51 169,73 170,07 169,73 170,01 21,59 21,63 21,55 21,59 0,736 0,738 0,741 0,743 5,714 5,727 5,714 5,726 62,42 62,54 62,35 62,47 48,95 49,05 48,95 49,05 11,275 11,295 11,26 11,28 64,05 64,17 63,97 64,09 81,67 81,83 81,67 81,83 34,32 34,38 34,32 34,38 10,44 10,46 10,44 10,48 2,484 2,488 2,481 2,485 Nr. 215 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) $reitag,14.Septemberl954 Aus der Provinzialhauptstadt. Heil'ge Ordnung ... „Heil'ge Ordnung, segensreiche Himmelstochter.. " Wer kennt nicht die wundervollen Verse aus Schillers Glocke. Zwar ist hier mehr die allgemeine Ordnung im Leben eines Volkes gemeint, aber nicht minder wichtia ist die Ordnung, die jeder einzelne um sich haben muß. Ordnung muß sein! Auch Goethe sagt das recht passend in einer Antwort an einen Bekannten, als dieser sich über die scheinbar so gar nicht zu einem Dichter passende genaue Wirtschaftsbuchführung des Olympiers wunderte: „Wenn die Prosa abgetan ist, kann die Poesie um so lustiger gedeihen. Man muß sich das Unangenehme vom Halse schaffen, um angenehm leben zu können, und der Schlaf bekommt uns um so besser." Diese Worte sollten wir uns täglich Vorhalten, foenn Ordnung ist bekanntlich das halbe Leben. Aber wie verschieden sind die Beobachtungen, die wir ständig machen können. Es gibt da anscheinend auch oft unvereinbare Gegensätze zwischen Mann und Frau. Für viele Männer ist die Ordnung der .Zustand, in dem man sich wohl fühlt, in dem es sich bequem arbeitet, in dem man bei der Hand lhat, was man braucht. Für manche Frauen dagegen besteht die Ordnung in einer Anordnung, Bei der man sich im allgemeinen nicht wohlfühlt. Ordnungsliebe ist wirklich etwas sehr schönes. Wer sie besitzt, erspart sich Aerger und Zeitverlust, ; häufig auch Geldopfer. Und oie Frau ist auch durchaus berufen, auf Ordnung zu halten. Vielleicht tut sie hier manchmal des Guten zu viel. Der Schreibtisch des Gatten muß nicht immer den Eindruck erwecken, als warte er noch im Möbelladen □uf den Käufer — das ist keine Ordnung, das ist Pedanterie! Ordnung ist schon da, wenn die Woh- nung sauber und jeoer Gegenstand, den man zum Leben braucht, leicht zu finden ist. Uebertriebene Ordnung wirkt ungemütlich. Man darf nicht das Jefühl haben, etwas zu zerstören, wenn man sich n einen Sessel setzt und ein Kissen aus seiner Lage Dringt. Aber Zigarrenasche oder Papierschnitzel auf vem Fußboden — das geht wieder zu weit. Zwischen diesen Extremen gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Ordnung zu halten, und diese sollte f ,eder ausnützen, denn Ordnung muß sein! Nationalsozialistische gb/SÄ Kriegsopferversorgung e. V. Vtxkj® Ortsgruppe Gießen. w Zur Großkundgebung in Kasse l am 15. und 16. September gehen folgende Sonderzuge: Hi n f a h r t: Samstag, Sonntag, Fahr15. 9. 16. 9. preis ib Gießen 13.49 6.20 4,40 Lollar 13.59 6.30 4,10 Fronhausen 14,09 6.40 3,90 Niederwalgern 14,21 6.50 3,80 Niederweimar 14.25 6.55 3,70 Marburg-Süd 14.33 7.02 3,40 Marburg (Hbf.) 14.41 7.10 3,40 Cölbe 14.49 7.17 3,30 Kirchhain 15.05 7.31 2,90 Allendorf 15.14 7.41 2,80 Neustadt 15.28 7.56 2,40 nn Kassel-Wilhelmshöhe 16.45 9.21 RM. Rückfahrt Sonntag, Sonntag, 16.9. 16. 9. Sb Kassel 16.58 17.30 Neustadt 18.23 18.54 Allendorf 18.37 19.08 Kirchhain 18.46 19.18 Cölbe 18.59 19.34 Marburg (Hbf.) 19.06 19.44 Marburg-Süd 19.24 19.49 Niederweimar 19.30 19.55 Niederwalgern 19.36 20.00 Fronhausen 19.46 20.12 Lollar 19.56 20.22 rat Gießen 20.06 20.32 Ab Neustadt fährt der Zug bis Kassel durch. Ohne Festplakette darf keine Benutzung des Son- Verzuges erfolgen. 5000 RM. sind zu verdienen ! Die Feuerschutzwoche, die in der Zeit vom 17. bi? 23. September veranstaltet wird, gibt jedem iüeutschen Volksgenossen Gelegenheit zur Mitarbeit. (>5 gilt, Brandverhütung zu betreiben. Brandver- liütung ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Es ilürfte vielen nicht bekannt sein, daß in Deutschland Ehrlich 1400 Menschen den Flammentod finden. Wen läßt es kalt, wenn er hört, daß jährlich 500 Millionen Mark durch Schadenfeuer vernichtet wertem? Die Feuerschutzwoche will jeden einzelnen aufrütteln, ihn wachrufen zum Kampf gegen die füammengeißel. Die praktische Mitarbeit soll aber nicht unbelohnt kseiben. 5000 Mark sind ausgesetzt als Belohnung fir die Betätigung während der Feuerschutzwoche. 5u00 Mark werden verteilt an Volksgenossen, die rtchiig denken können. Ein Preisausschreiben, wel- cres in der von der Obersten Leitung der PO., Amt fi.r Volkswohlfahrt, „Schadenverhütung" herausge- xbbenen Broschüre erscheint, wendet sich an alle knutschen Volksgenossen. Die Aufgabe ist leicht. Möge jeder den tiefen Giinn des Mottos erkennen, das der Feuerschutz- croche von 1934 vorausgestellt wurde: „Brandschaden ist Land sch ad en!" Die Aufgabe ist lücht. Von einer Anzahl dargestellter Bilder sind diejenigen zu durchstreichen, die eine Außerachtlassung des Brandoerhütungsgedankens erkennen lch'en. Wer richtig denken kann, hat es nicht schwer, h den Kreis derer zu kommen, die mit einem Preise bedacht werden. j(£s werden 5000 Mark verteilt, und zwar als 1. Preis 500 Mark 2. Preis 250 „ 3. Preis 100 „ 10 Preise ä 50 „ 25 Preise ä 20 „ 115 Preise L 10 „ 400 Preise ä 5 „ Schlußtermin der Abgabe der 15. Oktober !H34. Deutsche Volksgenossen, beschafft euch die Feuer- schutzbroscküre „Brandschaden ist Landschaden!" Diese wird zum Preise von 20 Pf. von den Feuerwehrleuten und von den Organisationen der NSV. vertrieben. Das Berkaufsverbot von Winteräpfeln. Der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes teilt mit: Die vom Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Gartenbau-Erzeugnissen vor wenigen Tagen erlassene Anordnung, nach der auf Wochenmärkten, in Ladengeschäften und im Straßenhandel der Kleinverkauf und das Feilhalten von Winteräpfeln, abgesehen vom Fall- o b ft, bis auf weiteres verboten ist, wurde notwendig, weil bereits jetzt ausgesprochene Wintersorten, die für den Verbrauch noch nicht geeignet sind, zum Angebot gebracht wurden, obwohl zur Zeit bei der früheren und reichlichen Ernte schon ein außerordentlich starkes Angebot an Früh- und Herbstäpfeln zur Verfügung steht. Zudem sind große Mengen von Birnen, Pflaumen und Tafeltrauben an den Märkten vorhanden, so daß die Nachfrage nach Obst in jedem Falle ohne weiteres gedeckt wird. Die Winteräpfel sind in erster Linie dazu bestimmt, in den Wintermonaten, wenn die nicht haltbaren frühen und Herbstsorten bereits zur Verwertung gebracht sein müssen, den Bedarf aus der einheimischen Erzeugung zu decken. Außerdem ist es gerade in diesem Jahre bei den guten Erträgen an Aepfeln und Birnen notwendig, nach Möglichkeit das Angebot zu verteilen, um eine zu starke Belastung der Märkte im Herbst zu verhindern. Das Kleinverkaufsverbot der Winteräpfel liegt aber auch insofern im Interesse der Verbraucher, als dadurch unterbunden wird, daß jetzt im Kleinverkauf Sorten angeboten werden, die noch keineswegs genußreif sind. In diesem Zusammenhang muß besonders darauf aufmerksam gemacht werden, daß der Großhandel mit Winteräpfeln von diesem Verkaufsverbot nicht berührt wird, daß also nach wie vor der Großhandel beispielsweise zum Zwecke der Einlagerung Winteräpfel aufnehmen kann. Ebenso wird auch die vielfach übliche Eindeckung der Verbraucher mit Winteräpfeln für den Bedarf in den Wintermonaten durch Käufe bei dem Erzeuger, oder bei dem Handel dadurch nicht unterbunden. Damit die Wintersorten nicht bereits in unreifem Zustande geerntet werden, sind die Gebietsbeauftragten von dem Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen ermächtigt worden, Termine festzusetzen, vor denen die wichtigen Wintersorten nicht geerntet werden dürfen. Dadurch wird erreicht, daß dem Verbraucher für die Wintermonate eine vollausgereifte Ware zur Verfügung gestellt wird. Fortbildungskursus für Aerzte. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet in der Woche vom 14. Oktober bis 20. Oktober einen Fortbildungskursus für praktische Aerzte. Als Hauptthemen sind auf- gestellt: „Fürsorge für Mutter und Kind, sowie Pathologie und Therapie des täglichen Lebens". Vortragende sind die Direktoren der Kliniken und Institute der Universität. Außerdem findet am Mittwoch, 17. Oktober, ein Ausflug nach Bad- Nauheim statt mit Vorträgen im Balneologischen Universitäts-Institut und im Kerckhoff-Jnstitut, Besichtigung der Badeeinrichtungen, usw. Zur Deckung der Unkosten werden von jedem Teilnehmer 10 Mk. erhoben; weitere Unkosten entstehen für den Kurs nicht. Prospekte und Auskunft durch Professor Georg Herzog, Pathologisches Institut Gießen, Klinikstraße 32 g. Im Anschluß an den Fortbildungskursus findet am 20. und 21. Oktober die 57. Tagung der Sud- westdeutschen Psychiater in Gießen statt, auf der neuzeitliche völkische und gerichtlich-psychiatrische Probleme behandelt werden. Die Kursteilnehmer sind dazu eingeladen. Turnfestsieger-Treffen in Gießen. Man schreibt uns: Am 22. und 23. September findet hier eine Wiedersehensfeier 1. Sieger der Gießener Turnerschaft (Tv. 1846 und Mtv.) statt, die diese mit den Angehörigen der beiden Turnvereine, Freunden und Bekannten zu einigen frohen Stunden zusammenführen wird. Von den auswärtigen, der Gießener Einwohnerschaft bekannten und hier in guter Erinnerung stehenden ehemaligen Gau- und Kreisturnfestsiegern und Siegern an Deutschen Turnfesten haben u. a. der 77jährige Gustav Trübe (Torgau), der 75jährige Ludwig Unverzagt (Butzbach), Karl Heuser (Offen- bach a. M.), Friedrich Köhler (Münster i. W.), Ad. Schäfer (Berlin), Hermann Kräcker (Frankfurt a. M.), C. Schwarz und L. Malta- m e s i u s (Kassel), Karl Fischer und Hans T h ö t (Alsfeld) und H. Henß (Darmstadt) ihre Teilnahme zugesagt. Die Turnerschaft der alten Turnerstadt Gießen, in der schon viele hervorragende Turner ihre turnerische Ausbildung fanden, wird ihren Gästen die Stunden ihres Besuchs aufs angenehmste gestalten. Deutsches Obst im deutschen Haushalt. Eine Ausstellung der Aliceschule. In ihrer Schule in der Steinstraße zeigt die Aliceschule bis heute abend eine kleine Ausstellung, die das Interesse aller Hausfrauen verdient. In überzeugender Weise ist in dieser Schau der Beweis dafür erbracht, daß wir auf unserem deutschen Tisch das ausländische Obst entbehren können. Das Wasser läuft, wie man so landläufig sagt, einem im Munde zusammen, wenn man an die Tische geht und die Herrlichkeiten betrachtet, die hier mit oft einfachsten Mitteln geschaffen worden sind. Zunächst wird eine Obstschale die Aufmerksamkeit der Besucher erregen, die, ein Stilleben, mit prächtigen Früchten gefüllt ist. In einfacher Weise ist der Wert dieser Früchte nach ihrem Gehalt an aufbauenden Stoffen dargestellt. Ferner sieht man die vielen Verwendungsmöglichkeiten für frische Früchte, die uns der Sommer und der Herbst oftmals in verschwenderischer Fülle schenken. Suppen, Kalt- schalen, Obstsalate, Reisspeisen und Pudding mit Obst, Hefekranz mit Früchten, Torten usw. tun dar, auf wie vielerlei Art das deutsche Obst im Haushalt für den Mittags- und den Abendbrottisch Verwendung finden kann. Die Serie der eingemachten Früchte kennzeichnet die Bemühungen um die Erhaltung der Werte in der Frucht und die Vorsorge für den Winter. In dieser Reihe findet man Marmeladen, Gelees und eingemachte ganze Früchte. Der Hausfrau wird vor allem ein Glas mit Tomatenmarmelade, süß verarbeitet, auffallen. Schließlich wird noch die Verwendungsmöglichkeit des Dörrobstes und der Winteräpfel gezeigt. Hier werden u. a. besonders die auf sehr originelle Art gefüllten und verzierten drei Aepfel ins Auge fallen. Die Ausstellung umfaßt die Arbeit eines Kochkur- fes der Abiturientinnen. Alle Gerichte und alle Backwaren, die in der Ausstellung oereiniat sind, wurden in denkbar kurzer Zeit, unmittelbar vor der Eröffnung der Schau, hergeftellt. Mit großer Freude wird man beobachten, wie sich die jungen Damen darum bemühten, die einzelnen Speisen so appetitlich wie nur möglich auszugestalten. Die meisten Gerichte sind dabei ebenfo appetitlich wie schön in ihrer äußeren Form. Aus allem sieht man, daß in der Schule Kräfte am Werk sind, die sich der Bedeutung ihrer Aufgaben voll bewußt sind und den Schülerinnen ein Wissen und Können vermitteln, •bas im elterlichen, oder im zukünftigen Haushalt der Schülerinnen viel und immer wieder neue Freude auslösen wird. „Nicht die Anzahl der Flugzeuge,— nicht ihre Motorenkraft sind ausschlaggebend für die Stärke eines Volkes zur Luft, sondern allein der Geist und die innere Größe derer, die diese Maschinen bedienen sollen." Mit diesen Worten des Pour le msrite-Fliegers aus dem Großen Kriege Bruno Loerzer, des Präsidenten des Deutschen Luftsport-Verbandes, sind Stellung und Aufgaben der deutschen Fliegerei der Nachkriegszeit klar umrissen. Der Opfertod der Helden zur Luft trug bei zu der Saat, aus der die deutsche Nation ihre Wiedergeburt erlebte. Fliegerei ist Kampf,*Kampf gegen die Elemente, Kampf der überlegenen heldischen Kraft, sich auch die Erde zu unterwerfen! Sie waren die Worte am Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe in der trutzigen Rhön, eine ernstere Mahnung als heute: „Volk, flieg du wieder, und du wirst Sieger — durch dich allein!" Tatgeist eines R i ch t h o f e n, B o e l ck e machte diese Helden zu Männern, die dem ganzen Volk gehören! Vorbild, dem nachzueifern ein ganz großes Ziel, eine ganz große Aufgabe der heutigen Zeit ist. Die deutsche Jugend spürt diesen Geist, sucht ihn, um der Nation zu dienen, wie ehedem die einsatzbereiten Kameraden des Krieges und des Kampfes um Deutschlands Wiedergeburt! Deutsche Volksgenossen! Ob Mann oder Frau, helft auch ihr, daß die deutsche Fliegerei ihren Dienst am Ausbau der Ration erfüllen kann! Werdet Mitglied im Deutschen Luftsport- Verband! Anmeldungen bei der Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952. Fristverlängerung für die Anmeldung zum Reichsnährstand. Amtlich wird betanntgegeben, daß die Frist zur Anmeldung der Betriebe des Landhandels und der Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse zum Reichsnährstand, die am 15. September ablaufen würde, bis zum 30. September 1934 verlängert worden ist. Daten für den 14. September. 1760: der Komponist Luigi Cherubini in Florenz geboren (gestorben 1842).— 1769: der Naturforscher Alexander von Humboldt in Berlin geboren (gestorben 1859). — 1817: der Dichter Theodor Storm in Husum geboren (gestorben 1888). — 1914: von Falkenhayn wird Generalstabschef an Stelle von Moltke. ^ornotucii. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was bin ich ohne Dich?". * ** Seinen 86. Geburtstag kann am nächsten Montag, 17. September, der Lehrer i. R. Lorenz Spitz, Weserstraße 6 wohnhaft, in bester körperlicher Frische begehen. Der Jubilar, der noch täglich seine Spaziergänge unternimmt, hat an der hiesigen Mädchen-Volksschule fast ein Menschenalter lang in segensreicher Weise gewirkt. Herr Spitz war Mitgründer der Altersvereinigung 1848, der ersten Vereinigung dieser Art, die auch Mitglieder aufnahm, die nicht in Gießen geboren waren. Der Jubilar hat alle seine Alterskameraden überlebt. **S ammlung für die Bahnhofsmission. Am Samstag und Sontag wird die Bahnhofsmission Gießen — wie man uns schreibt — wieder ihre Sammlung am Bahnhof durchführen. Die Ausnahmegenehmigung dazu wurde von der Reichsleitung der NSDAP. München erteilt, im Hinblick Diamantene Hochzeit in Harbach. V M W Neben dem Jubilar dessen Schwester (rechts), neben der Jubilarin deren 89 Jahre alte Tante. * Harbach, 13. Sept. Am vergangenen Sonntag feierten der Landwirt Heinrich Münch III. und seine Ehefrau Katharina, geb. Dörr, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Um 15 Uhr fand unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft die kirchliche Feier statt. Unser Dorfkirchlein konnte die Erschienenen kaum fassen. Unter Glockengeläut und Oraelspiel schritt das ehrwürdige Paar nach dem Ällar. Pfarrer Volz hielt eine feinsinnige, zu Herzen gehende Ansprache. In'einem umfassenden Rückblick zeichnete er die wichtigsten Lebensetappen des Jubelpaares. Dabei würdigte er die Verdienste des Jubilars um Gemeinde und Kirche. Lange Jahre war Heinrich Münch III. im Ortsgericht und Kirchenvorstand tätig. Während dieser Zeit erwarb er sich das Vertrauen und die Achtung des ganzen Dorfes. 1870/71 stellte er sich dem Vaterland zur Verfügung. Er ist das typische Beispiel eines rastlos vorwärts strebenden Menschen. Durch Energie, Fleiß und Sparsamkeit schaffte er sich vom Kleinbauer zum Erbhofbesitzer herauf. Alles, was er in Angriff nahm, gelang ihm. Mit feiner Frau lebte er stets im besten Einvernehmen, wie denn überhaupt fein Familienleben immer ein Vorbild für die Gemeinde war. Noch heute verrichtet er leichte landwirtschaftliche Arbeiten, obwohl er schon 85 Jahre alt ist. Sein hohes Alter sieht man ihm nicht an. Er stammt aus einer kerngesunden Bauernfamilie. So ist es denn auch nicht zu verwundern, daß seine Nachkommen ein wetterfestes, widerstandsfähiges Bauerngeschlecht bilden. Das Jubelpaar war sichtlich gerührt über die Ehrungen, die ihm im Laufe des Tages zuteil wurden. Der Gesangverein veranstaltete einen Fackelzug und brachte dem verdienten Paare ein Ständchen. Vereinswalter Otto Münch sprach die Glückwünsche des Gesangvereins aus. Im Namen der Jubilare dankte deren Sohn aus übervollem Herzen. Das Jubelpaar im Kreise der nächsten Angehörigen. « 8m Vordergrund drei Urenkel, WM ' . <•< Bernkastler Doktor. Eine Sage von der Mosel. Der Erzbischof Bohemund von Trier wurde von einem bösen Fieber heimgesucht, das keinem Heilmittel weichen wollte. Da zog er sich auf seine Burg Bernkastel an der Mosel zurück, denn er meinte, daß er in der Einsamkeit und fern von den Amtsgeschäften vielleicht Genesung finden könne. Aber auch hier verließ ihn die Krankheit nicht, und er wurde immer schwächer. Da befahl er, daß man jeden vor ihn lassen sollte, der da käme, um ihm ein Heilmittel zu bringen, ließ auch bekannt machen, daß, wer da glaube, das böse Fieber bannen zu können, einer großen Belohnung sicher wäre. Es kam aber bald niemand mehr, denn wo die klügsten Aerzte der Zeit schon alles versucht und nichts auszurichten vermocht hatten, wie sollte da ein anderer helfen können? Schon begann der Bischof alle Hoffnung, daß er, jemals von seinem schlimmen liebel befreit werden würde, aufzugeben, da sollte ihm endlich doch noch Hilfe kommen. Im Hunsrück lebte ein alter, tapferer Rittersmann, der nach einer kampfreichen Jugend und nach vielen Kämpfen und Kampfspielen seiner Mannesjahre den Rest seiner Tage still auf seiner Burg verbrachte und zwar vornehmlich im Weinkeller. Auch dieser alte Ritter hörte von dem Erzbischof, der auf seiner Burg Bernkastel saß und nicht recht leben und sterben könne, weil ihm kein Arzt das böse Fieber vertreiben könne, und daß er jeden zu ihm zu lassen befohlen habe, der ein Heilmittel dagegen wüßte. Der alte, gemütliche und lustige Herr saß gerade vor einem Faß voll auserlesenem Bernkastler Wein, als ein Diener ihm die Neuigkeiten von dem ihm wohlbekannten Bischof brachte. „Soll mir Gott!" rief er hocherfreut. „Seine erz- bischöfliche Gnaden hat den Nagel in der Faust und weiß nicht, wo er ihn hinschlagen soll! Hat man je ein köstlicheres Gewächs in die Kehle gegossen, als diesen Bernkastler? Das ist der wahre Doktor, und der Teufel soll mich holen, wenn ich nicht unfern guten Bischof, der mir in der Spohn- Heimer Fehde das Leben gerettet hat, damit kurieren kann!" Alsobald machte er sich auf, packte nicht ohne stille Wehmut sein noch halbgefülltes Faß auf einen Wagen und fuhr nach Bernkastler Burg. Unten angekommen, lud er das Faß auf seine starken Schultern und stieg den Berg hinein. Hier machte aber nicht nur der Turmwächter, sondern auch die Dienerschaft Schwierigkeiten, den in so sonderbarem Aufzuge ankommenden Mann einzulassen. „Was soll das heißen, ihr Flegel?" schnob er sie an. „Habt ihr nicht strengsten Befehl, jeden einzu- lassen, der eurem armen Herrn ein Heilmittel gegen sein böses Fieber bringt?" Das war ja nun freilich etwas anderes, sie mußten gehen und melden, daß ein Mann da sei, der ein Heilmittel bringe. Trübe saß der kranke Erzbischof in seinem Zimmer in einem hohen Lehnstuhl hinter einem Tisch, der zur Hälfte mit Gläsern und Flaschen besetzt, zur anderen Hälfte aber leer war, und ließ sich von der Sonne, welche freundlich durch das Fenster strahlte, bescheinen. Nicht wenig erstaunt aber fuhr er empor, als er den ihm wohlbekannten Ritter mit einem Faß auf den Schultern bei sich eintreten sah. Er glaubte nicht anders, als daß es auf einen lustigen Schwank des alten, lustigen Herrn abgesehen sei; denn daß der ihm ein Heilmittel bringen könnte, hielt er für kiusgeschlossen. „Gott zum Gruß, Herr Ritter! Was bringt §hr mir da Schönes?" Keuchend fetzte der Alte feine Last, die ihm gar nicht leicht geworden war, auf den leeren Teil bes Tisches ab, wischte sich den Schweiß von der Stirn und sagte: „Gott zum Gruß und Euch, Herr Erzbischof! Ich habe vernommen, Ihr läget an einem üblen Gebrechen darnieder und kein Doktor könne Euch helfen. Da bin ich denn als rechtschaffener Lehnsmann des erzbischöflichen Stuhles gekommen, um Euch wieder auf die Beine zu bringen." „Da seid Ihr mir recht willkommen", antwortete der Erzbischof, „wenn Ihr einen Rat wißt, so gebt ihn mir ohne Zögern an." „Bei unserer Lieben Frauen!" rief der Ritter, »ich kann Euch helfen! Hier liegt der Hase im Pfeffer!" Der Kranke erhob sich gar erstaunt, deutete zweifelnd auf den ziemlich umfangreichen Behälter und meinte: „Träumt Ihr, Herr Ritter? Dies Faß?" „Nichts weniger als dieses Faß, Herr Erzbischof. Es enthalt aber allein das wahre Lebenselixier. Jaat Eure Quacksalber getrost zur Burg hinaus; gießt ihnen ihre höllischen Tränke in ihre eigenen verruchten Gurgeln und vertrauet allein dieser meiner Medizin." Nun ergriff er einen auf dem Tisch stehenden Romer, drehte den Hahn des Fasses auf und ließ den duftigen, edlen Bernkastler Rebensaft in das Glas strömen. Dabei vergaß er aber nicht, ein Zweites Glas für sich selbst zu füllen. Nicht leicht entschloß sich der Erzbischof, diese seltsame Arznei einzunehmen, doch endlich dachte er: fiat alles andere bisher nicht geholfen, so kannst du es ja mit diesem Mittel auch einmal versuchen, und die beiden zechten wacker darauf los. Belehrt, daß dieser kostbare Trank von seinen eigenen Reben- hüaeln stamme, fuhr der Erzbischof danach mit diesem Heilmittel fort Und siehe, bas Fieber schwand sichtlich dahin und war nach wenigen Wo- chen für immer gebannt. Der Wein, welcher solches Wunder vollbracht hat, führt heutzutage noch den Namen „Bernkastler Doktor". * Großen-Linden, 13. Sept Der acht Jahre alte Sohn Werner des hiesigen Mechanikers Volk fiel gestern beim Spielen so unglücklich, daß er den r-echten Unterarm brach. Der bedauernswerte Junge mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. tu. L a n g - G ö n s, 13. Sept. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich — wie gestern schon kurz gemeldet D. Red. — gestern abend bei der Dreschmaschine. Gerade als die Arbeit beendet war, wurde der Arbeiter Julius P l ö g e r von hier vom Treibriemen der Häckselmaschine erfaßt und so unglücklich gegen d i e Maschine g es ch l e u de r t, daß er in schwer verletztem Zustand nach der Chirurgischen Klinik gefahren werden mußte, wo er kurz danach starb. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und zwei Kinder (13- und löjährig). Rodheim a. d. H o r l o f f, 13. Sept Hier ereignete sich gestern abend ein Unalücksfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Der Bäcker Rudel hielt mit feinem Bäckerwagen auf der Straße vor einem Hause und verkaufte Brot. Ein vorüberfahrendes Auto brachte das Pferd 3 u m Scheuen. Bäcker Rudel ergriff sofort die Zügel des durchgehenden Tieres, wurde aber von dem Vorderrad des Wagens erfaßt und zu Fall gebracht. Das Rad ging ihm über Arm und Bem. Don einem schnell vor das Pferd springenden beherzten Mann wurde das Gefährt zum Stehen gebracht. Auch dem Autolenker war der Vorfall nicht entgangen. Er machte sofort Halt und nahm Rudel im Auto mit nach Hungen zum Arzt, wo er verbunden wurde. Zum Glück für Rudel blieben Arm und Bein bei dem Unfall ganz, nur Hautabschürfungen an Arm, Bein und im Gesicht trug er davon. Kreis Büdingen. * Büdingen, 13. Sept. Zum Schutze der Felder und Obstbäume nachts im Felde weilende Landwirte aus Büdesheim stellten an der Landstraße nach Heldenbergen zu einen Kraftwagen fest, dessen Insassen dabei waren, durch Schütteln der Obstbäume billiges Ob st zu ernten. Die nächtlichen Apfeldiebe, die dabei ein Auto mit in den „Betrieb" stellten, wurden namentlich ermittelt und zur Anzeige gebracht. KreiS Alsfeld. # Aus dem Ohmtal, 13. Sept. Bei der Jagd auf Rebhühner muß man die Feststellung machen, daß die Hoffnungen auf gute Strecken nicht erfüllt werden. Trotz des trockenen Wetters sind die Völker recht dünn gefät, in manchen Gemarkungsstrichen, wo sonst mehrere Ketten anzutreffen waren, stößt man nur auf eine oder manchmal auch gar keine. — Die Grummeternte ist so gut wie beendet. Wenn noch ergiebiger Regen fällt, können die abgeernteten Wiesen als Hutweide noch ausgenutzt werden. Vereinzelt wird schon mit dem Ernten der Kartoffeln begonnen. ss. Grebenau, 13. Sept. Dieser Tage wurde in der hiesigen Turnhalle von der G a u f i l m • (teile Hessen-Nassau der Tonfilm „Der Schimmelreiter" vorgeführt. Der Film hat seine Wirkung auf die sehr zahlreichen Zuschauer nicht verfehlt. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Hörnsheim, 13. Sept. Unerwartet verschied hier der Landwirt Louis Volk. Der Verstorbene war lange Jahre Mitglied des engeren Vorstandes der alten Bauernschaft des Kreises Wetzlar. Vor einigen Jahren übernahm er den Vorsitz des damals neugegründeten Kreisschafzuchtverbandes. Unter seiner Führung hat sich der Verband, wie auch die Schafzucht im Kreise Wetzlar sehr gut entwickelt. Für die Kreisbauernschaft -Wetzlar legte Bauer Otto Schneider am Grabe einen Kranz nieder; für den Schafzuchtverband Tierzuchtdirektor Dr. Tomede (Biedenkopf), der in warmen Worten der Verdienste des Verstorbenen um die heimische Schafzucht gedachte. Von den örtlichen Vereinen legten die Vorsitzenden des Kriegervereins, des Gesangvereins, und des Schützenvereins Kränze nieder. * Dornholzhausen, 13. Sept. Beim Spielen auf der Straße kam heute das sechs Jahre alte Söhnchen Reinhold des Wegewärters Arnold so unglücklich zu Fall, daß es den rechten Arm brach und der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. auf die uneigennützige Einrichtung, die seit Jahrzehnten auf dem Roichsbahngebiet besteht und die auch im Ausland als vorbildlich anerkannt wird. Deshalb soll jeder Volksgenosse ger$ die Arbeit der Bahnhofsmission durch seine Gabe unterstützen. ** Bataillonstag des ehemaligen mobilen Landsturm-Inf. -Bataillons Gießen (XVIII/9). Am 7. Oktober treffen sich die Kameraden des ehem. mobilen Landsturrn-Jnf.- Batls. Gießen (XVIII/9), dem vorwiegend Ober- Hessen angehörten, zu einer Wiedersehensfeier in Gießen. Vormittags findet auf dem Neuen Friedhof eine Gefallenen- und Toten-Gedächtnisfeier für die Heimgegangenen Kameraden statt, anschließend will man sich zum kameradschaftlichen Zusammensein vereinen, der Nachmittag wird eine gemeinsame Feier mit Musik und Vorträgen bringen. Anfragen und Mitteilungen der alten Kameraden werden von Hauptmann d. L. Dr. Töpelmann, Gießen, beantwortet. ♦♦ Zu dem Verkehrsunfall im Gießener Bahnhof, über den wir gestern berichteten, teilt uns der Musiklehrer Otto Will, Gießen, Löberstraße 12, mit, daß er durch den Anprall der Lokomotive an das Abteil des Zuges, in dem er gerade saß, eine Prellung am Hinterkopf erlitten habe und zugleich starke Anzeichen eines Nervenschocks aufgetreten seien. Er befinde sich deshalb in ärztlicher Behandlung. ** Beim Sport verunglückt. Gestern kam die 12 Jahre alte Tochter Hilde des Pflegers Siegel, Friedensstraße 45 wohnhaft, bei Hebungen auf dem Sportplatz unglücklich zu Fall. Das Mädchen brach dabei das linke Bein und mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Oberheffen. SA.-Aufmarsch in Bad-Nauheim. — Bad - Nauheirn, 13. Sept. Arn kommenden Sonntag findet hier ein großer SA.-Aufmarsch der SA.-Standarte 222, der SA.-Standarte R 116 und der übrigen Einheiten des Kreises Friedberg statt. Nach einem Appell am Sonntagmorgen auf der Seewiese in Friedberg und dem Marsch durch Friedberg erfolgt der Abmarsch nach Bad-Nauheim, wo an zwei Plätzen (Sportplatz, Goldstein) im Verlauf eines großen Lagerlebens die gemeinsame Verpflegung stattfindet. Von den Verpflegungsplätzen geht es dann nach dem Fest- platze am Hochwalde, wo in feierlicher Handlung die Vereidigung der SA.-Anwärter durch den Führer bet Gruppe Hessen, Gruppenführer B e ck e r l e- Frankfurt a. M., erfolgt. Bei dieser Vereidigung wird erstmals das der Standarte 222 in Nürnberg vom Führer verliehene und mit der Blutfahne geweihte Feldzeichen zugegen fein. Nach dem Rückmarsch in die Stadt findet am Nachmittag am Tennis-Cafö ein Vorbeimarsch vor den SA.-Füh- rern statt. Um den Bewohnern Oberhessens billige Gelegenheit zum Besuch des großen Aufmarsches zu geben, geben die Reichsbahndirektion Frankfurt am Main und die Butzbach-Licher Eisenbahn von allen Stationen im Umkreise von 50 Kilometer Sonntagsfahrkarten aus. Trachten- und Heimatfest in Homberg * Homberg, 14. Sept. Nur noch kurze Zeit trennt uns von dem am 15. und 16. September stattfindenden großen Trachten- und Heimatfest in Homberg. In Erwartung der zahlreichen Gäste, darunter führender Persönlichkeiten, wird überall eifrig an der Ausschmückung unseres Städtchens gearbeitet. Schon das reichhaltige Programm des Samstagabend, das Tänze der Trachten, Hans-Sachs-Spiele, Volkschöre, Vorträge usw. vorsieht, dürfte viele Besucher anziehen, zumal auch Ministerialrat Ringshausen anwesend sein wird. Den Höhepunkt der Veranstaltung wird der große Trachtenfestzug, der sich am Sonntag um 13 Uhr in Bewegung setzt, bilden. In diesem Zuge sind die Trachten der Schwalm, Erfurtshausen, Groß-Seelheim, Erksdorf, Herbstein, Rüdigheim, Cappel, Schweinsberg, Langenstein, Ebsdorf, Ruhlkirchen, Hinterländer, Holzhausen, Moischt vertreten. Jede Gruppe bringt besonders finnig ausgestattete Wagen, die irgendein Ereignis aus dem Leben zum Ausdruck bringen (Hochzeit, Spinnstube), auch werden die einzelnen Jahreszeiten durch gebende Bilder" sinngemäß dargestellt. Das Handwerk wird selbstverständlich auch gebührend mitwirken. Echtes deutsches Volkstum soll an dem Besucher vorüberziehen. Auf dem Festplatz werden sich die Trachtengruppen nach Altväterart im Kreise drehen. Ein Volksfest mit Tanz großen Stils soll die Besucher nicht nur herbeiziehen, sondern auch nach echtdeutscher Art erfreuen. An diesem Tage wird in unserem lieben Vaterland des VDA. (Verein für das Deutschtum im Ausland) besonders gedacht. Das Zusammenfallen dieser Veranstaltung mit unserem Trachtenfest darf als günstiger Umstand bezeichnet werden, da beide das gleicke Ziel verfolgen. (Wir verweisen auf die heutige Anzeige.) Lanvkreis Gretzen. y. Ruttershausen, 13. Sept. Gestern abend fand im Saale des Gastwirts O. Schön, dahier, eine gut besuchte Versammlung der Ortsgruppe für Luftschutz statt, die von Dekan G u firn a n n im Auftrage des Leiters fir. Will (Lollar) eröffnet und eingeleitet wurde. Werbeleiter Eberle Lollar hielt einen interessanten, instruktiven Vortrag über Luftschutz, seine Notwendigkeit und Zweck. Nach dem Vortrag, der mit großem Beifall begrüßt wurde, zeigte der Redner eine Reihe illustrierender Lichtbilder. Sodann wurden einige organisatorische Fragen erledigt, fir. Will ernannte Dekan Gußmann zum Ortsgruppenführer des Luftschutzes, Bürgermeister Schwarz zu seinem Stellvertreter und Konr. Bodenbender zum Ortswerbeleiter. Mit Dank und Mahnung, daß jeder beitrete, denn „Luftschutz tut not", schloß der Ortsgruppenführer mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem von den Anwesenden gesungenen ersten Vers des Deutschlandliedes die wohlgelungene Versammlung. wg. Großen-Buseck, 13. Sept. Die Landesfilmstelle der NSDAP, veranstaltete am Dienstagabend im Saale des Gastwirts Wagner eine Tonfilmvorführung, die von den hiesigen Volksgenossen stark besucht war. Im Anschluß an einen Film, der eine Reihe schöner deutscher Landschaftsbilder brachte, wurde der Hauptfilm „Volldampf voraus!" gezeigt, der das Leben und Arbeiten in der deutschen Seefischerei schilderte. Die Vorführungen fanden allgemein lebhaften Beifall. * Beuern, 13. Sept. Durch Sturz bei der Arbeit erlitt der 51 Jahre alte Maurer Josef Kehr von hier schwere innere Verletzungen uni) Verletzungen in der Beckengegend, die seine Uebersührung in die Chirurgische Klinik notwendig machten. + Grünberg, 13. Sept. Wegen Ausbesserungsarbeiten am Damm des unteren Teiches im Brunnental wurde dieser Tage der Teich abgelassen. Der von den Fischereipächtern dabei oorgenommene Fischfang ergab nur eine verhältnismäßig kleine Beute: 4 Aale, 8 Forellen (ein- bis zweipfündig), ferner knapp einen halben Zentner Spiegelkarpfen und Golddorfe (Barsche), deren Gewicht zwischen 3/< und IVz Pfund schwankte sowie eine Menge kleiner Schleien. Die Brut war vor vier Jahren eingesetzt worden, sie hatte sich in dieser Zeit nur gering entwickelt. Vielleicht ist dies eine Folge des Teichwassers; denn der Teich enthält mehrere Quellen, die ihn speisen und die so ergiebig fließen, daß ein starker Ueberlauf vorhanden ist, der als Triebkraft beim städtischen Wasserwerk dient. Früher war der Teich, der nur reines Quellwasser enthält, nur mit Forellen besetzt, erst die jetzigen Pächter haben den Versuch mit andern Fischarten gemacht. „Der Schmied von der Ronneburg." VHC.-Treffen des Güdostgaues auf der Ronneburg. Hehr und trutzig ragt die Feste, deren Bewohner die Lande verwalteten und bewachten für ihre Herren, die weitab wohnten. Im Sonnenglanz schimmert ihre Dachung rötlich in der Bläue des Aethers, sieht das Grau alten Gemäuers freundlicher aus im strahlenden Licht. Fahnen wehen von Turm und Hoftor. Erhaben, weit überragend Dorburg und Burg, steht stolz und wachend oer Bergfried mit dem schönsten Kuppelabschlufi von allen Burgen in deutschen Landen. Weit blickt man von seiner hohen Warte in dieser klaren Sicht ringsum. Zu Füßen der Burg, auf grünem Plan, glänzt ruhend das silbrige Weiß eines Segelfliegers. Still und verlassen liegt es da. Drüben auf der Straße von Vonhausen sieht man winzige, sich bewegende Punkte, sonntägliche Spaziergänger, lieber dem Ort oben auf Dem Höhengrat liegen mit seiner Kirche mit Spitzturm die Gebäulichkeiten der Herrnhuter, dabei in verlassener Ruhe ihr Friedhof. Die Wege von Hessen sind belebt. Auch drüben aus dem Wald kommen Leute — das sind wohl welche vom DHC.-Gau aus der Kinziggegend, sie breiten sich auf der Wiese gegen die Aufgangswege aus und kommen näher, lieber die Vorburg hinweg sieht man hinein in die Gebäude des Ronneburghofes, in dem die Ernte heimgegangen, schaut hinauf nach Alt-Wiedermus, wo bald die Kerbmusik aufklingen wird zu Tanz und Fröhlichkeit zur Nachfeier. Weit im Hintergrund sieht man zum Schloßberg, um den sich der Flecken Selbold gruppiert, sieht weitere Ortschaften und die augenfälligsten Punkte dieser Landschaft in schönstem Reiz dieses Sonntagmit» tags. Unten im Hof der Vorburg häufen sich Menschen, immer mehr strömen durch das Einfahrtstor, vor dem auf den Wiesen, zwischen den Büschen hell die Zelte schimmern, zwischen denen dünner Rauch aufsteigt, wahrscheinlich vom Eintopf-Mittagsmahl. Nun häuft es sich auch von Menschen im inneren Burghof. Auf dem Rundgang des Burg- friebs wirds leer, klappernde eilige Schritte verhallen die steile Rundtreppe hinunter. VHC.-Bruder N i e ß - Büdingen steht im Hof inmitten feiner Zuhörer und erzählt von dem Werden und dem Auf- und Ausbau der Burg. Jahrhunderte ziehen an uns vorüber in schneller Datenfolge. Zeiten, die alle Lebensschattierungen in sich schließen. Bis des Aufblühens ein Ende, bis die Verfallserscheinungen kamen und der Verfall, da die stolze Burg mit ihrer geschichtlichen Dlomantif, mit ihrer stilschönen unb reichen Architektonik oon weit abständigen Gezeiten, aufgebaut in Jahrhunderten, ein Opfer der Zerstörung kaum eines Jahr- zehnts wurde. Nun ist es nicht zu ermöglichen, eine Restaurierung vorzunehmen, da diese nach oberflächlicher Schätzung einen Betrag von über 200 000 Mark kosten würde, und dieser ist nicht aufzubringen. So liegt die Burg, notdürftig erhalten, in Schutt und Verfall und wartet auf eine bessere Zeit, die ihr Kleid flicken, ihre Schönheit restaurieren wird. Fanfaren schmettern auf dem Turm, dröhnen ihr Lied festlich hinein in die mittägliche Stille. Die Erzbischof Bohemund aber soll dieser hilfreichen Arznei fortan unwandelbar treu geblieben sein, und als er im Jahre 1366 zugunsten des Erzbischofs Kuno von seinem geistlichen Amte und der Landes- regierung zurücktrat, ließ er sich unter anderen Einnahmen vornehmlich auch aus der Bernkastler Kellerei jährlich zwanzig Fuder „Doktorwein" überweisen. H. S.-K. Schirokko. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im September. Vor die Freuden der Vendemmia, der Weinlese im Oktober, haben die Götter den Schirokko gesetzt, und zwar den feuchtwarmen, den Septemberschi- rokko. Monatelang regnete es nicht mehr, Tag für Tag spannte sich über die verschmachtete Erde jener blaue Himmel, den die fernen Romantiker und die Eintagsfliegen der Rompilger anschwärmsn, die unter ihm leidenden Seßhaften aber so schrecklich fad finden. Plötzlich, unter dem üblichen südlichen Theaterdonner, verwandelt sich die blaue Glocke in eine graue Schüssel, sie entleert sich laut und schnell über Rom wie über allen Seebädern, so daß die Saison am Strand schlagartig abbricht, fast immer genau am 31. August, und statt der ersehnten Ab- kühlung stellt sich der Schirokko ein, das Gespenst aller, Der Schlagetot der Nervösen und Herzleidenden. Er hat etwas vorn drückenden Föhn, dieser warme Wind, aber er weht nicht, er ist nichts als Druck. Und daher sucht er nicht nur die für feine fragwürdigen Reize „Disponierten" heim, wie etwa das Heufieber, sondern auch die Gesunden, mit Vorliebe oft gerade die Bärennaturen. Es gibt Menschen, die sich bei Schirokko genau so benehmen wie bei Fliegerangriffen: sie kauern sich in die hintersten Kellerwinkel und warten apathisch das Ende der Himmelsplage ab. In den Gerichtsverhandlungen tritt der Schirokko nicht selten als deus ex machina auf, denn der Angeklagte braucht nur zu behaupten, der Verteidiger zu beweisen, der Richter die Bestätigung von oer Wetterwarte zu erhalten, daß am kritischen Tage Schirokko geherrscht habe, und schon sind die mildernden Umstände gegeben. Bei Affekthandlungen schiebt man ihm ohne weiteres die Hauptschuld in die Schuhe. Zu solchen Zeiten kommt es sogar vor, man konnte es erst kürzlich wieder hören, oaß sich Liebespaare duellieren. Wenn in Rom der erste nackte Mann auftaucht und sich in ein Brunnenbecken stürzt ober adamharmlos ins Kaffeehaus tritt, bann beginnt der Sommer; wenn das Nasenabbei- fen einsetzt, ist der Herbst da. Früher wimmelten die Zeitungen von solchen ausführlich geschilderten Kalendererscheinungen, jetzt ist leider die „schwarze Chronik" verboten und damit dem Tintentrinken der unglücklich Liebenden ein Ende gemacht worden. Sicher lastete der Schirokko über Straßen unb Amtsstuben, wenn „plötzlich Signorina Graziella das vor ihr stehende Tintenfaß ergriff und auf einen Zug ausleerte". Um die Wahrheit zu sagen, ist das Nachlassen dieser Volkssitte eben auch dem Umstand zuzuschreiben, daß Graziella nun nicht mehr spaltenlang „in die Zeitung kommt" und somit nicht mehr durch öffentliche Hervorhebung ihrer Schönheit, ihrer ergreifenden Liebe und dramatischen Verzweiflung einen Druck auf den verräterischen Liebhaber ausüben kann. Im Sommer haben wir unsere vierzig Grad im Schatten und stöhnen, im September sind es nur noch 30 unb 35, aber wir stöhnen, schwitzen unb schimpfen bas Doppelte. Kein Eiskaffee vermag etwas gegen bas unentgeltliche römische Bad auszurichten, wir hocken triefend im Caldarium, wir Bleiben ein Dampfkessel, ob wir nun unsere Arbeit auf Stand verrichten oder wie eine Lokomotive daoonbrausen. Ein Königreich für einen Gletscher- bach! 1 Zuweilen treibt der Ghibli, der Wüstenwind, den Flugsand übers Meer, bann gibt es jene merkwür- bigen Dämmerungserscheinungen am Himmel, es fällt Blutregen, es fällt Sandregen, es regnet sogar Frösche unb Fische, wenn man ben Provinzbericht' erftattern glauben bars; bennoch ist ber SalM' grüß ein kühles Ueberdiestirnestreicheln gegeniM bem Höllenatem bes Schirokko. Ganz ähnlich emp' finbet man ja oft im nordischen Winter einen kür« renden Frost nicht so unangenehm wie einen bei' ßenden Ostwind, wenn auch das Thermometer unter ihm zehn und zwanzig Grade mehr zeigt. Die Theater svielen noch nicht, die Oper beginnt gar erst an Weihnachten, die Kinos freuen sich ihres ausschneßbaren Himmels. In den Parkanlagen sieht man abends Soldaten und donne di servizio n°q) immer in abnehmenden Abstand auf den Bänken sitzen, in ben Straßen tobt die südliche Freude am selbsterzeugten Lärm, in den Fenstern bietet man Konservenmusik feil. Der Schirokko spritzt aus aue Nervenspitzen wie das St. Elmsfeuer. Memlye mit Ruhe- ober gar Stillebedürfms sind fehl om Ort. Für das Land hat die Treibhausluft freilich auch ihr Gutes. Die zunderdürr gebrannten Wiesen e wachen langsam aus ihrer Sommerstarre, rieselt in die Wurzeln, sie saugen gierig Ie0 Wassertropfen, und wenn die Winterstarre Norden einsetzt, dann beginnt mit unaezugeu Wiesenrausch selbst in der Campagnasteppe 0 zweite Frühling. l r> r- r, 5. ie ut le or it« ei« er« 15, W i । p ii iü hl litt ’3! ei X1 & tu h [j- er i' t r d 10 «• iii eil w ei' j? f - * P :y - hne meine Hilfe und ohne den sechsten Taler. Der gerade ist mit ausschlaggebend. Der gerade ist mit teer wichtigste." Werner Olden versetzte scharf: „Sie haben nur irgendeinen Schwindel mit mir :oor. Ich falle aber auf nichts herein." Merten seufzte ergeben. „Schade um die schöne, kostbare Zeit, die wir ver- ;fle*tjrern." Er wurde lebhaft. „Ich will nichts weiter von Ihnen als eine ver- költnisrnäßig geringe Belohnung — vielleicht fünf- tiufenb Mark —, nachdem ich Ihnen au einem lichtmäßigen, jetzt brachliegenden Vermögen Der» tonen ijabe Werner Olden schüttelte den Kopf. „Was bezwecken Sie nur mit dem Mumpitz? Sgre bisherigen, um bestimmte Erklärungen geschickt Tag zu gestalten — nun aber- weiter, vorwärts! Dazu ein irt. SJL-'Sport Ber- „So, Herr und Ihnen eben von Fremden mit den eine Art Vorspiel und Rätseltalern, fernen soll, werde VHC.-Bruder N i e ß ließ dies als Ansporn gelten l der DHC.-Sache, Fräulein Olden, das, was ich meinem Großvater und dem sechs Talern erzählte, war nur zu dem Stück von Ihren Erb- Ob sie die 800 gewinnen können, ist fraglich. Ein großes Plus hat der VfB.-Reichsbahn in Luh. Volksturn-Mannschastskampf in Lollar. Am vergangenen Sonntag wurde — wir berichteten bereits kurz darüber — zum zweiten Male der Mannschaftskampf im Volksturnen zwischen den Turnvereinen Heuchelheim, Kinzenbach und Lollar auf dem Waldfportplatz in Lollar ausgetragen. Auch dieses zweite Treffen wurde von Lollar mit 10975,76 Punkten vor Heuchelheim mit 9312,28 Punkten und Kinzenbach mit 9184,74 Punkten gewonnen. Turnverein Lollar hatte die Veranstaltung gut organisiert, der Kampf in den einzelnen Sparten konnte glatt abgewickelt werden. Nur die Laufbahn war nicht fo beschaffen, wie sie der Leichtathlet wünscht. Gleich zu Beginn des Kampfes konnte sich Lollar durch zwei gute Leistungen im Weitfprung einen Vorsprung von nahezu 200 Punkten sichern. Klinke! sprang 6,32 Meter, Großhaus 6,27. Die übrigen Teilnehmer kamen knapp an die 6 Meter. Das Kugel st oßen entschied Lollar ebenfalls für sich. Die beste Leistung erzielte Diez mit 11,54 Meter. Auch im Hochsprung waren die beiden Lollarer überlegen und konnten den Vorsprung weiter vergrößern. Einen weiteren Punktgewinn brachte für Lollar der 100-Meter-Lauf. Großhaus und Klinkel durchliefen die Strecke in 11,7 Sekunden, in Anbetracht der schlechten Bahnverhältnisse hervorragende Leistungen. Im Speer- w u r f waren die Leistungen ziemlich gleichwertig. Diez-Lollar warf 45 Meter, Weller-Heuchelheim 42,02 Meter und Leib-Kinzenbach 40,42 Meter. Den Stabhochsprung konnte Kinzenbach für sich entscheiden. Bepler sprang 3,10 Meter, fein Vereinskamerad 3 Meter. Der 800-Meter- Lauf wurde von Heuchelheim durch die Brüder Neide! sicher gewonnen. Trotzdem sich die beiden Lollarer und Kinzenbacher Läufer tapfer hielten, konnten die beiden Heuchelheimer, die die Strecke in 2:4,8 Min. bzw. 2:14 Min. durchliefen, für ihren Verein ca. 500 Punkte aufholen und Kinzenbach dadurch vom zweiten Platz verdrängen. Auch im Diskuswerfen und im Schleuderballwurf zeigte sich Heuchelheim etwas überlegen, während Kinzenbach den Keulenwurf für sich verbuchen konnte. Die mit Spannung erwartete 4X100-Meter- Staffel wurde von Lollar in 48,9 Sek. vor Heuchelheim in 50 Sek. und Kinzenbach in 50,8 Sek. gewonnen. Die Zeiten sind in Anbetracht der Bahn- Verhältnisse noch befriedigend. Im ganzen betrachtet, war die Veranstaltung ein schöner Erfolg. 2Rabfport=3ugenb triff an! Die Jugend des Bezirks Gießen im „Deutschen Radfahrer-Verband" trifft sich am Sonntag, 23. September, in Gießen, um zum erstenmal seit dem Bestehen des DRV. und des Bezirks Gießen die Kräfte zu messen und zu zeigen, was sie in allen Sparten des schönen Radsportes zu leisten vermag. Die Meldungen sind so zahlreich eingegangen, daß die Straßenfahrer bereits am frühen Morgen auf die Reise geschickt werden, während mit den Vorwettbewerben (wahrscheinlich sogar auf zwei Flächen) ebenfalls vormittags begonnen werden muß. Oie Meisterschaftsspiele der Bezirksklaffe Gießen-Oill. Spielanfehungen für den 16. September. Am kommenden Sonntag gelangen in der Bezirks- flaffe Gießen-Dill folgende drei Spiele zum Austrag: Frohnhausen — SpielDereinigung 1900 Gießen, VfB./Reichsbahn — Dillenburg, Wetzlar Bissenberg. Sonntagsprogramm der deutschen Leichtathleten. Zum ersten Male gegen Finnland. .’unbgebung beschlossen. Noch ein kleines Weilchen, und dann wurde der Platz licht, Wenn ich mich jetzt noch ent- . . ich es sofort tun, so ungern ich auch auf ein Geschäft mit Ihnen verzichten würde, Herr Olden. Ich bitte freundlichst um Ihre Entscheidung." AsB.-Reichsbahn-Leichtathletik. VfB.-Reichsbahn gegen „Kraft durch Freude^. Kreis Alsfeld. Allmählich geht die Saison der Leichtathleten zu Ende. Der VfB.-Reichsbahn erledigt am kommenden Sonntag einen Mannfchaftskampf gegen die Kreismannschaft der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Alsfeld. Die Alsfelder Mannschaft setzt sich aus Leichtathleten sechs verschiedener Vereine zusammen. Außerdem stellt das Arbeitslager Sickendorf einige Teilnehmer. Bei den Alsfeldern heben sich besonders hervor der 3000-Meter-Läufer Meyer, der Weitspringer Fischer, sowie die 400-Meter- ßäufer. Die Gießener, die diesmal mit Ersatz antreten müssen, stehen vor einer schweren Ausgabe. Es sollte ihnen aber trotzdem gelingen, den Kampf zu gewinnen. Die Mittel- und Langstreckler P s a f f und Sobezak haben den guten Meyer- Paderborn (zur Zeit Arbeitslager Sickendorf) gegen sich. I Der hatte ganz nachdenkliche Augen und sah feine Tochter an. «Was meinst du zu der Geschichte, Kind?" Donatas Gesicht war blaß vor Erregung. „Ich meine, Vater, es muß etwas Wahres an der Geschichte sein. So was saugt man sich nicht aus den Fingern." „Wozu auch?" warf Merten ein. „Was hatte ich denn davon. Ihnen ein Märchen aufzubinden?!" Er zuckte die Achseln. „Mir liegt daran, zu Geld zu kommen — die Gelegenheit ist heutzutage sehr karg, und man muß sie nützen, wenn sie sich bietet. Erst beabsichtigte ich, das Geschäft allein zu machen, aber die Taler sind wieder zu Ihnen zurückgekehrt." Er bekannte offen: «Ich wollte allerdings versuchen, die Taler nochmals in meinen Besitz zu bringen. Aber dergleichen ist immer ein Risiko, und wenn's wahrscheinlich auch gelungen wäre, hätte ich weiterhin noch sehr schwere Arbeit. Außerdem liegt alles weit zurück — wer weiß, ob man noch was findet." „Was findet?" fragte Donata. „Mann, reden Sie doch nicht so gewunden, daraus wird ja kein Mensch klug." „Sollen Sie ja auch nicht, Fräulein Olden, ehe mir Ihr Vater das Versprechen gegeben hat, die Polizei aus dem Spiel zu lassen und mir fünftausend Mark zu geben, wenn er durch mich zu so viel kommt, daß die Summe dagegen gar nicht mehr besonders hoch erscheint." Werner Olden nickte. Er spürte auch Erregung. Bis in die Fingerspitzen spürte er sie. «Also gut, ich verspreche Ihnen, die Polizei aus dem Spiel zu lassen — und so weiter. Ich werde mein Wort bestimmt halten, auch ..." Er brach ab, und der anhere ergänzte lächelnd: „Auch einem Gauner gegenüber — wollten Sie wahrscheinlich sagen. Doch gut — ich habe Ihr Wort. Also, Herr Olden, ich kann Ihnen das Rätsel der Taler lösen. Als Großvater nämlich etwas kindisch wurde, verriet er mir ein paar Tage vor feinem Tod, auf welche Weife man die Inschriften der Taler lesen müsse, um Sinn hineinzubringen, und verriet mir auch, daß sein Auftraggeber ein reicher Bornheimer gewesen, ein Juwelenhändler namens Olden, der eine Mordswut auf feine schöne, junge Frau gehabt, die er auf sonderbare Weise enterbt hätte. Die Jungens werden tm 30-Kilometer-Straßen« fahren, im Einer- und Zweier-Kunstfahren um die Siegespalme streiten, wahrend die Mädels versuchen werden, im Wander- und Reigenfahren „ihren Mann" zu stehen. ♦ Prüfung für das Deutsche Turn - und Sportabzeichen. Am kommenden Sonntag um 8 Uhr findet in Gießen mit dem Start am Schützenhaus die letzte diesjährige Prüfung der Gruppe 5 für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen (Radfahren über 20 Kilometer) statt. 648-km-Fernfahrt Basel—Cleve. Die vor. 40 Jahren ausgefahrene und von Fritz Opel (Rüsselsheim) gewonnene Fernfahrt Basel— Cleve wird in diesem Jahre wieder ausgefahren. Die erste Etappe führt di» Teilnehmer, Ländermannschaften aus Deutschland, der Schweiz und Belgien, von Basel nach Rüsselsheim, der Sonntag bringt die zweite Teilstrecke von Rüsselsheim nach Cleve. Jede Nation hat zwölf Fahrer gemeldet, aus denen drei Vierer-Mannschaften gebildet werden. Deutschland ist an dem Wettbewerb mit feinen besten Amateuren vertreten, die erst vor zwei Wochen die Fernfahrt Berlin—Warschau erfolgreich überstanden haben. SA.-Radfernfahrt Berlin—München—Berlin. Die im letzten Jahre mit so großem Erfolge durchgeführte SA.-Radfernfahrt Berlin—München—Ber- lin erlebt in diesem Jahre vom 18. bis 30. September ihre Wiederholung. Zum diesjährigen Wett- bewerb haben 18 Manschaften und 162 Fahrer gemeldet, darunter befindet sich auch die SA.- Standarte Offenbach (168), die im vergangenen Jahre eine der erfolgreichsten Mannschaften war. Im übrigen ist zu sagen, daß die Fahrer im Gegensatz zum Vorjahre diesmal auch Frankfurt a. M. passieren. Fußball im Turnverein Wieseck. wieseck III — Atten-Bufeck I 2:3. 3m ersten Spiele der diesjährigen Verbandsrunde standen sich beide Mannschaften in Wieseck gegenüber. Beide Gegner, unvollständig, ergänzten sich erst während des Spieles. Das Spiel selbst zeigte auf beiden Seiten schwache Leistungen. Durch die Ungeschicklichkeit des Ersatzhüters der Gastgeber kam Alten-Buseck bald zum Führungstreffer. Auf der Gegenseite verhinderte eine sehr stabile und harte Abwehr vorerst Erfolge. Bis Halbzeit konnten die Gäste auf 3:0 erhöhen. Nach dem Wechsel war Wieseck etwas im Vorteil und holte zwei Tore auf. Das verdiente Ausgleichstor blieb der Mannschaft versagt. Sportverein 1928 (Harbenteich. Garbcnteich I — Allendors I 9:2 (7:1). 3um ersten Verbandsspiel der Runde 1934/35 empfing die 1. Mannschaft des Sportvereins Garbenteich die 1. Elf von Allendorf. Beide Mann- schäften lieferten sich einen zähen, aber doch schönen Stampf, in dem sich die Elf von Garbenteich als die bessere, erwies. Besonders in der ersten Halb- zeit war sie vorzüglich und vermochten zur Pause bereits mit 7:1 Toren zu führen. Nach der Pause ließ das Spiel etwas nach, blieb aber doch stets interessant. Die Allendorfer wehrten sich bis zum Schluß sehr tapfer, sie konnten aber gegen den tech- nisch besseren Gegner nicht aufkommen. Der Schiedsrichter leitete sehr aufmerksam. VfB. Krofdorf-Gleiberg. Heuchelheim! — VfB. Krofdorf-Gleiberg I 3:2 (1:2). Zum ersten Verbandsspiel weilte am Sonntag die erste Elf von Krofdorf-Gleiberg in Heuchelheim. Im Krofdorf-Gleiberger Lager war man sehr ge- spannt auf das Abschneiden des Neulings der ersten Kreisklasse gegen den vorjährigen Meister dieser Klasse. Daß Kofdorf-Gleiberg in der ersten Kreis» klasse bestehen kann, besagt das erzielte Ergebnis. Die zweite Mannschaft trat in Kinzenbach unvollständig an und mußte eine hohe Niederlage hinnehmen. Ebenfalls mußte die Jugend eine Nieder» läge in Heuchelheim hinnehmen. Resultat 5:2. Jetzt fing Werner Olden erst an, richtig zu verstehen. Der elegante Herr Merten lächelte. „Als Tobias Olden in der Bornheimer Spillingsgasse gestorben war, hinterließ er außer dem Haus, das ja erfreulicherweise bis jetzt im Besitz der Familie geblieben ist, und außer dem Hausrat nichts weiter als sechs Silbertaler mit abgeschliffener Rückseite und unverständlichen Gravierungen. Seine Frau hat sich anscheinend nicht weiter um die Taler gekümmert, ebensowenig sein Sohn. Großvater hat ein bißchen geschnüffelt und gemerkt: die beiden ahnten nicht, was er vor langen Jahren auf die Rückseite der Taler hatte eingravieren müssen. Als Großvater starb, waren Sie, Herr Olden, schon lange verheiratet — Großvater starb mit neun- undneunzig Jahren. Ich habe dann manchmal hierher geäugt und gemerkt: auch Sie wußten nicht um das Geheimnis der Taler, sonst hätten Sie sich wohl nicht als schlichter Musiklehrer durchs Leben zu schlagen brauchen. Ich brachte auch heraus, daß Sie die Taler noch besaßen. Den Taler von der Uhrkette knipste ich selbst Ihnen ab im Messegedränge. In solchen Dingen bin ich nicht gerade ungeschickt. Leider nützte mir gerade der Taler wenig — auf 'hm stand nicht, wo die Hinterlassenschaft des Tobias Olden zu suchen wäre. Um das herauszubekommen, dazu brauchte ich noch die anderen Taler. Ich tauchte vor einem halben Jahr, nachdem ich Sie hatte fortgehen sehen, als Münzensammler bei Ihrer Frau auf — natürlich in Verkleidung. Sagte dreist, ich hätte gehört. Sie hätten alte Taler zu verkaufen, und das wäre meine Spezialität. Ihre Frau erwiderte kurz: Die Taler find nicht verkäuflich! Aber ich hatte dadurch die Gewißheit erlangt: die Taler befanden sich noch in Ihrem Besitz." Er zuckte die Achseln. „Wozu noch weiter erzählen, Herr Olden! Jetzt bin ich gekommen, um Ihnen für eine Bagatelle, sogar erst nach Erfolg zahlbar, zu helfen, die Erbschaft anzutreten, die Ihrer Großmutter und Ihren Eltern verlorengegangen ist." Donatas Augen blitzten. Sie haben Vaters Wort — nun los! Jetzt haben Sie uns alles genügend und glaubhaft klingend erklärt. Wenn's nicht stimmt ober Sie sonst etwas vorhaben, müßten Sie schon ein ganz schlimmer Halunke sein." Erich Merten lachte. „Soraen Sie dafür, daß wir nicht gestört werden, und holen Sie Ihre fünf Taler. Den sechsten habe ich bei mir." Da ging Donata die Taler holen, die man jetzt sorgsam aufbewahrte. 'Fortsetzung folgt.) herumgehende Redereien riechen stark nach Bauernfängerei." Donata, die sich bis jetzt noch nicht eingemischt hatte, rief ärgerlich: „Redde Se doch net so viel Stuß — die Sprach is doch zur Verständigung da." Der Besucher nickte. „Sehr richtig! Deshalb will ich Ihnen eine kleine Geschichte aus meiner Jugend erzählen. Neunzehn war ich damals und in einer Buchhandlung am Dom angestellt, die längst nicht mehr existiert. Ich hatte einen Großvater. Ein lieber, uralter Mann war und seines Zeichens Graveur. Er verstand fein Handwerk noch im Alter wie kaum ein zweiter. Jedenfalls hatte er ein Leben voll Fleiß und Arbeit hinter sich. Meine Eltern waren früh gestorben, und ich wohnte mit dem Großvater zusammen hinter der Schmiedstube, so genannt, weil einst die Zunft der Schmiede hier ihre Zusammenkünfte ab- gehalten. Ich war ein Altstadtkind, dort in allen Gassen daheim, und noch heute fühle ich mich nur in der Altstadt wohl." Werner Olden hatte ihn anfangs unterbrechen wollen, doch das Wort „Graveur verhinderte ihn daran. Jetzt erst war er richtig bei der Sache. Erich Merten fuhr nach kurzer Pause fort: «Also Großvater war ein geschickter Graveur, und die vornehmsten Bürger gaben ihm Aufträge. In wie viele Trauringe Alt-Frankfurter Patrizier hat er die Initialen eingraviert, und in wieviel Schmuck- und Silberbesteckstücke! Er hat noch als alter Mann tüchtig geschafft und erzählte mir manchmal Vorkommnisse aus seinem langen Leben, die meist mit seinem Beruf zusammenhingen. So erzählte er mir aelegentlid)- Als er noch jung war und unverheiratet gewesen, hätte er einmal einen sehr sonderbaren Kunden gehabt. Er hätte gerade beim Frühstück gesessen, als ein älterer Herr zu ihm gekommen wäre, dessen böser, harter Gesichtsausdruck ihm besonders aufgefallen fei. Der Herr brachte ihm Arbeit. Und während man sich darüber besprach, mußte mein Großvater auf Geheiß des Fremden das Zimmer verriegeln, was er nur ungern getan, weil ihm die Bitte sehr sonderbar vorkam. Der Fremde hielt sich ziemlich lange bei meinem Großvater auf, doch nachdem er gegangen, hatte Großvater die Aussicht auf eine sehr gute Einnahme. Auf feinem Schreibtisch aber lagen sechs Taler, die keinen Kurswert mehr hatten. Großvater schmunzelte noch in der Erinnerung: Eine nette und eigenartige Arbeit hatte ich bekommen. Mein Auftraggeber war allerdings ein etwas sonderbarer Herr, aber das ging mich ja schließlich nichts an!" Erich Merten lächelte. „So hochdeutsch wußte Großvater natürlich nicht zu reden, denn er war ein echter alter Frankfurter." Er erhob sich. Deutschlands Leichtathleten bestreiten im liner Poststadion ihren 28. Länderkampf. Diesmal geht es gegen Finnland, das erstmals unser Gegner ist. Ein prächtiges Rahmen wird diesen in ganz Europa mit Spannung erwarteten und verfolgten Kamps umgeben. Der Ausgang der Europameisterschaften in Turin, der beide Nationen mit gleicher Punktzahl auf den ersten Plätzen sah, hat den Kampf noch interessanter gemacht. Hier geht es endgültig um die Frage, wer die beste Leichtathletiknation Europas ist. Das Programm umfaßt neunzehn Wettbewerbe und ist auf zwei Tage verteilt. Ein deutscher Sieg ist, gemessen an den jüngsten Ergebnissen aus beiden Ländern und der Ereignisse in Turin nicht ausgeschlossen. Finnlands Leichtathleten sind zum Teil schon in Berlin eingetroffen. Die nicht an den Europameisterschaften in Turin beteiligten Athleten, die aus Finnland kommen, werden am Donnerstag erwartet. Das Programm der Leichtathleten ist mit diesem Kampf noch nicht erschöpft. In München wird in Verbindung mit dem „Ritter - von - Epp - Gepäckmarsch" die erste deutsche Gepäckmarsch- Meisterschaft ausgetragen, zu der 4500 Meldungen abgegeben wurden, allerdings für alle im Rahmen dieser Veranstaltung zum Austrag kommenden Wettbewerbe. Ein Städtekampf Kassel—Hannover geht in Kassel in Szene, ein weiterer Städtekampf führt Nürnberg-Fürth und Regensburg in der Noris zusammen. In Köln wird die traditionelle Kölner Ring- Staffel gelaufen. gilt es Volksgemeinschaft und Volksverbundenheit zu pflegen. In diesem Sinne wollen wir bleiben, Dazu ein Frischauf! was wir waren: Heimatfreunde, Vaterlandsfreunde! So wurde die Ki........ ” ' Diesem Gedanken soll Ausdruck gegeben werden V ' ______________... burd) ein Sieg-Heil dem Führer! Ihm alle unsere Gruppe um Gruppe sammelte sich zur Heimfahl Treue! Deutschland, Deutschland über alles! Die G. T. ^n™ 3°” ejn M-- Gedenken. Wie diesen aber Fahnen hoch! So Hangs, so fangs hier in der Me DHC.-Ziele oorgeschwebt, so erfüllt den DHC.- Runde .. Geist diese Aufgaben. In diesem Sinne werden Hei- VHC.-Bruder N i e ß ließ dies als Ansporn gelten maqpiele rote au^ das gestaltet, das VHC.-Bru- zu weiteren internen Arbeiten an der VHC.-Sache, öer N i eß geschenkt. Unsere Ausgabe besteht nicht zum Werken und Unternehmen in gemeinsamer nur im Wandern, sondern von jeher und heute noch Pflichterfüllung. — Dank denen, die geholfen, diesen rer fuhren ohne Bezahlung. Im Gesamtergebnis : des 100-Kilometer-Dauerrennens siegte der Kölner > ten und berufsunfähig gewordenen Kölner Dauerfahrer Dederichs zufloß; sämtliche beteiligten Fah- Stadtpark-Nennens zur Durchführung. Für da§ Rennen wurde inmitten des Parkes eine 6 Kilo» Meter lange Rund-Rennstrecke hergestellt. Der letzte Lauf zur deutschen Motorrad- Straßenmeisterschaft kommt am 30. September im Rahmen des erstmals veranstalteten Hamburger«fen worden. Paul Kremer vor Weltmeister Metze, Hille, Wiß- bröcker und Möller. ♦ D ie sechzehn Leiter der Gau-Handballämter sind vom Führer des Deutschen Handballsportes, Brigadesührer Herrmann (München), zum Wochenende zu einer Tagung nach Berlin einberu» • fen worden. Oer Europa-Klug. kurz vor dem Ziel. Äm Donnerstag hatten die sich am Europa-Flug beteiligenden Piloten die Strecke Rom—Prag zurückzulegen. Zunächst führte der Weg in nördlicher Richtung nach Rimini, von hier aus nach Agram, dann nach Wien, Brünn und dem Endziel Prag. Auf allen Zwischenlandungsplätzen herrschte wieder ein reges Leben und Treiben. Auf dem Flugplatz Aspern bei Wien hatten sich zur Begrüßung der Flieger zahlreiche Vertreter der Regierung, der Behörden und des Flugsportes eingefunden. Die beiden Polen Wlodarkiewicz und Dudzinski waren die Ersten, die in Wien eintrasen. Als erster deutscher Flieger landete wenig später Bayer glatt. Auch in Prag sah man der Ankunft der Flieger mit großem Interesse entgegen. Um 14.10 bzw. 14:21 Uhr trafen die genannten Polen ein. Bayer folgte um 14.34 Uhr und sein Landsmann Pasewaldt um 14.34 Uhr. Der Deutsche Osterkamp, der um 17.11 Uhr am Tagesziel eintraf, flog auf der Strecke Brünn —Prag mit 265 Kilometer den bisher besten Stundendurchschnitt. Hubrich landete erst um 17.21 Uhr, da er sich verirrt hatte uni) in Terecin eine unfreiwillige Landung zwecks Orientierung vornehmen mußte. Die Deutschen J.uncke und Francke, die bisher stets mit im Vordertreffen lagen, waren in der späten Abendstunde des Donnerstags noch nicht eingetroffen. Der Stand des Curopafluges. Die letzten Meldungen, die aus Warschau eingingen, besagen, daß die beiden als notgelandet gemeldeten Maschinen der deutschen. Flieger Franke und Jung noch im Laufe des Spätnachmittags des Donnerstags Wien erreichen konnten. Die Gesamtlage des Wettbewerbs ergibt augenblicklich folgendes Bild: Der Pole Bajan führt mit Punktvorsprung aus dem technischen Wettbewerb noch immer das Feld der Europaflieger an. Der Deutsche Seidemann und sein Genosse Hubrich sind ihm dicht auf den Fersen. Beide haben auf der gesamten Strecke des Rundfluges und besonders in Afrika hohe Gefchwindikeiten erreichen können. Wie weit sie an die außerordentliche Lei- stung des Polen Bajan heranreichen, wird erst die endgültige Errechnung der Durchschnittsgeschwindigkeiten ergeben. Auf jeden Fall steht fest, daß für den endgültigen Verlauf des Wettbewerbes ein harter Kampf zwischen Deutschland und Polen eingesetzt hat. Der am Sonntag in Warschau zur Austragung gelangende Geschwindigkeitswettbewerb wird zeigen müssen, wer endgültig als Sieger aus dem Wettbewerb heroorgeht. Deutscher Volksgenosse, willst Du dieses Abzeichen tragen? Dann werde Mitglied einer Flieger-Ortsgruppe und unterstütze dadurch die deutsche Segelfliegerei! Jedes aktive und jedes fördernde Mitglied hat das Recht, dieses Abzeichen zu tragen. Alle Mitglieder dieser Ortsgruppen kämpfen gemeinsam mit unserem Reichstuftfahrtminister Göring für den Ausbau der deutschen Sportftie- gerel! Deutscher Volksgenosse, hilf mit! Werde Mitglied! Melde dich an bei der Geschäftsstelle der Flieger* Ortsgruppe Gießen, Kreisamt Gießen. Waffer-Gki-Gport auf der Lahn. Vy v. v J /W - 4 < In mehreren deutschen illustrierten Zeitungen ist das Bild eines japanischen Wasser-Ski-Läufers mit einem Kriegsschiff im Hintergründe erschienen ohne Hinweis, daß diese Erfindung von Deutschland ausgegangen ist. Zur Zeit werden — wie uns von beteiligter Seite berichtet wird — in Gießen auf der Lahn die von Prof. Dr. Sommer erfundenen, und neuerdings von ihm wesentlich verbesserten, Wasserlaufapparate von einer Gruppe von Schwimmer und Schwimmerinnen eifrig benutzt, wie das beifolgende Bild zeigt. Geh. Rat Sommer hat das Problem des Gehens auf dem Wasser schon 1902 in einer Broschüre als mechanisch-physiologische Studie behandelt und damals ein Reichs-Patent auf seine Konstruktion erhalten. Dieses ist unterdessen verfallen. Aber der Verfasser hat an der Aufgabe weitergearbeitet und durch Neuerungen praktische Erfolge erzielt. Seine Erfindung ist seit 1902 besonders nach Oesterreich auf die Donau, dann nach Rußland und neuerdings nach Japan gelangt, von wo sie nun als völlig neu nach Deutschland, woher sie stammt, zurückgebracht worden ist. Es besteht die Aussicht, daß zunächst ein neuer, den ganzen Körper und den Willen übender Sport daraus wird, es sind aber auch recht ernsthafte, besonders militärische Verwendungsarten für den Wasser-Ski- Lauf denkbar, wie sie offenbar in Japan schon angestrebt werden. Kurze Sportnotizen. Allison und Perry haben sich in Forest Hills bei Neuyork die Teilnahme am Endspiel im Herreneinzel zur amerikanischen Tennismeisterschaft gesichert. Allison schlug Wood 6:3, 6:2, 6:3, während Perry über Kirby 6:2, 2:6, 6:4, 6:2 siegreich blieb. * 10000 Zuschauer wohnten am Dienstag- । abend in Köln-Riehl der radsportlichen Veranstal- I hing bei, deren Reinertrag dem schwer verunglückErklärung! 5305 A Um allen im Stadt- und Landbezirk Gießen gegen meine Firma kursierenden Gerüchten entgegenzutreten, erkläre ich hiermit eidesstattlich, daß in meinem Unternehmen, das auf rein arischer Grundlage geführt wird, keinerlei jüdisches Kapital gewinnbeteiligt ist! Ich werde derartige, etwa wieder auftauchende Gerüchte in rücksichtsl. Form strafrechtlich verfolgen lassen Texiilliaus Sraf-Gießen “ Lw. E. 47 (a) / 1934. Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Conrad Decker V. zu Muschenheim und dessen Ehefrau Dorothea, geb. Weisel, daselbst, wird das Entschul-1 dungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 13.45 Uhr nachmittags eröffnet. 53100 Die hessische Landesbank — Staatsbank — zu Darmstadt wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 1. November 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Absatz 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 10. September 1934. Hessisches Amtsgericht. Lw. E. 46 (a) / 1934. ~ Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Ludwig Conrad und dessen Ehefrau Christine, geb. Merkel, in Climbach wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 14 Uhr nachmittags eröffnet. 53110 Die Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar c. G. m. b. h. in Frankfurt am Main wird zur Entschul dungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 1. November 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Absatz 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 10. September 1934. Hessisches Amtsgericht. Ala Anzeigen-Aktiengefellfchafl Hinnahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gietzeu / GchuMvatze 2 Ab 4 Uhr nachmittags MsOßOM «Nh HMmMSst in Homberg, der perle des Ohmtals, am 15. und 16. Sept. Samstag, den 15. September: Heimatabend mit reichhaltigem Programm! Sonntag, den 16. September, nachmittags um 1 Uhr: Großer Trachtensestzng! 1. Gruppe: Reichsnährstand 2. Gruppe: Fahreszeiten 3. Gruppe: Trachten 4. Gruppe: Handel und Gewerbe 5N50 .... und zum Bauen Abermann. 9HIO ^fhmoino bewndfirs auch .rant- ZJUJlVtine ild)C uirürtnebhebcnc unb wiche mit »i et fei» Beinen «eiunben und entwickeln sich überraschend schnell wenn Sie öurdi iedes rtutter 1 Eßlöffel voll erbtet RASSOL» menyen., Verlangen Sie nut echtes Rassol m ^r!?*.n?Jl!nfd)e.n und weiten Sie Nachabmunaen mrtick. Allein venteller:biwltWofhefe(Micbcn 'n baden m ollen Avotbeken M7A Verkaufe Samstag °«-° auf dem Wochenmarkt- Pfirsiche, Tomaten, Eßbirnen 10 Pfd. 80 Pf. Blutplirsiche . 10 Pfd. 1 Mark frische grüne Bohnen zum Einmachen 10 Pfd. 1 u 1.50 Mark süße Weintrauben . 3 Pfd. 70 u. 80 PI. frische Preiselbeeren 10 Pfd. 2.50 Mk. Heb. Oster, Offenbach a. Main Hess. Höhere Bauschule BINGEN am RHEIN Staatl.Techn. Lehranstalt hoch-u.tiefbau Beginn: 4. Oktober 5192 v < Kurt Holderer und Frau D Janef, geb. Mac Lean zeigen die Geburt einer Tochter an Gießen, den 13. September 1934 £21£ hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Graue Marei Seltersweg 46 5308 D WWUSWUMSMWMW Fl. 1.80 extra stark Drogerie Winterhoh, KreuzplattjS Part. E. Koch & Sohn, Selters Emmericher Waren-Expedition Beim Einkauf erhält jedes Kind in Begleitung eines Erwachsenen eine Spardose! ____l LLlUfcfMeiligtl |Weq rfqrbe »Wiedertierfteller 1 Orfak Einfache Anwendung^ Sichere Wirkung Dai einzigartig* Hausmittel g«9*n kopli