Er. 162 Erste; Blatt 184. Jahrgang 5amztag.l4)uli 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats vuch- und Lteindruckerei R. 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Im Auftrage der Reichsregierung hat Sie der zu- Generalfeldmarschalls auf meinen Platz gestellt hat, schwer unter der La st der Sorge trage, die Gegenwart und Zukunft unseres Volkes uns allen aufbürgen. Denn wir haben am 30. Januar nicht einen politisch in Ordnung befindlichen und wirtschaftlich sanierten Staat übernommen, sondern ein politisches und ein wirtschaftliches Chaos, das damals gerade von meinen heutigen Kritikern überhaupt als unreparabel angesehen und bezeichnet wurde. Das Vertrauen des Volkes die sichere Stütze des neuen Regimentes d i e Zukunft, die uns zu Revolutioonären machte. Und als wir nach 15jährigem Ringen endlich die Führung der Nation erhielten, da ließ uns diese quälende Sorge nicht nur nicht los, sondern im Gegenteil, sie nahm uns bloß noch stärker in ihre Arme Man darf mir glauben, wenn ich versichere, daß ich mir in meinem Leben um mein eigenes Schick- al noch niemals Sorgen aufkommen ließ. Allein ich bekenne, daß ich, seit mich das Vertrauen des Träger der Wiedergeburt unseres Volkes auch dessen beste Repräsentanten. Sie sind in Wahrheit das deutsche Volk. Angefangen bei den alten, treuen und unerschütterlichen Kämpfern unser er JBe w e - gung bis zu den neu gewonnenen Millionen- massen unserer Arbeiter stellen sie das gesunde Element unseres Volkes dar. Sie alle sind gerecht und innerlich anständig geblieben. Millionen von ihnen kämpfen auch heute in Deutschland bitter und schwer um ihr kärgliches tägliches Brot. Hunderttausende von Bergarbeitern verdienen kaum das Notwendigste zum Leben. Hunderttausende andere waren bereit, ihren Arbeitsplatz mit noch ärmeren Volksgenossen zu teilen. Und sie alle leben dennoch in der Zuversicht und im Glauben an den neuen Staat. Von Millionen schwer arbeitenden und verdienenden Menschen mußten wir Opfer fordern zur Rettung unserer deutschen Lebensstände, und sie haben die Opfer gegeben. Das Wort deutsche Volksgemeinschaft hat gerade in den ärmsten Söhnen unseres Volkes seine erhabenste Verklärung gefunden. Millionen an Frauen, sie lieben diesen neuen Staat, opfern, arbeiten und beten für ihn. Sie empfinden in ihrem natürlichen Instinkt seine Mission der Erhaltung unseres Volkes, dem sie selbst in ihren Kindern das lebende Unterpfand gegeben haben. Hunderttausende an Mitgliedern unserer Es gibt kaum ein Gebiet unseres nationalen, politischen, wirtschaftlichen und sonstigen Lebens, auf dem wir nicht Bahnbrechendes geleistet haben. Der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung ist d i e E i n st e l l u n g des de u t s ch e n Do l - kes selbst. In all seinen Lebensschichten hat es sich zum neuen Regiment betannt 2)ie Erscheinungen unseres früheren politischen Durcheinanders sind nicht beseitigt, weil wir sie vernichteten, sondern weil das deutsche Volk ste aus seinem Herzen entfernte. Und ich muh es heute und an dieser Stelle bekennen, daß unsere Arbeit ja auch vergeblich gewesen wäre, ja vergeblich hätte sein muffen, wenn nicht das deutsche Volk uns fein . vertrauen und seine treue Mitarbeit in so großem Umfange geschenkt haben würde. Es sind die 41 ä Millionen Männer und Frauen aller Lebenslagen, die uns nicht nur äußerlich, sondern sich innerlich dem neuen Regiment verschriebe n In ihnen liegt die hauptsächlichste Ursache unseres Erfolges. Ohne ihr gläubiges Zutrauen, ohne ihre geduldige Nachsicht, ohne ihre opferbereite Hingabe wäre das Werk der deutschen Wiedergesundung nie gelungen. Sie sind damit als die Reichstagspräsident Hermann Göring heute sammengerufen, um mir die Möglichkeit zu geben, früheren bürgerlichen Gesellschaft, sie bemühen sich im neuen Staat, den Ißetf zum deutschen Volk zu suchen und zu finden. Unzähligen erscheint ein neues Leben erschlossen, der Arbeit und dem ewigen Streben und Ringen ein schöneres Ziel gesteckt. Wer das Glück hat, in dieses Volk hineinzukommen, der wird selb st erfaßt und getragen sein von der Welle des grenzenlosen Vertrauens und der durch nichts zu erschütternden Zuversicht, mit der sie alle am neuen Deutschland hängen. Wer sind die Feinde des Staates? Dieser positiven Welt des Deutschtums, der Verkörperung der wirklichen Werte unseres Volkes, steht freilich auch eine kleine negative gegenüber. Am Werk der deutschen Genesung und Erhebung nehmen keinen inneren Anteil: Erstens die kleine Schicht jener internationaler Dolkszersetzer, die als Apostel des weltanschaulichen, politischen und wirtschaftlichen Kommuni s m u s planmäßig die Völker verhetzen, die Ordnung auflösen und sich bemühen, das Chaos . herbeizuführen. Wir sehen die Zeugnisse des Wirkens dieser internationaler Verschwörer um uns. Landauf, landab laufen die Flammen des Aufruhrs über die Völker. Straßentumulte und Barrikadenkämpfe, Massenterror und individualistische Zersetzungspropaganda beunruhigen heute fast alle Länder der Wett. Auch in Deutschland versuchen noch einzelne dieser Narren und Verbrecher, immer wieder ihre destruktive Tätigkeit auszuüben. Der nationalsozialistische Staat wird in seinem Innern, wenn notwendig, in einem hundertjährigen Kriege, auch die letzten Reste dieser Volksvergiftung und Volksvernarrung ausrotten und vernichten. Die zwette Gruppe der Unzufriedenen besteht in jenen politischen Führern, die durch den 30. Januar ihre Zukunst als erledigt empfinden, ohne sich mit der Unwiderruslich(eit dieser Tatsache absinden zu können. Auch an ihnen hat das Volk keinen Anteil. Der nationalsozialistische Staat kann durch sie ernstlich weder bedroht, noch irgendwie beschädigt werden. Die ewigen Revolutionäre. Eine dritte Gruppe destruktiver Elemente ergibt sich aus jenen Revolutionären, die im Jahre 1918 in ihrem früheren Verhältnis ;um Staat erschüttert und entwurzelt worden sind und damit überhaupt jede innere Beziehung zu einer geregelten menschlichen Gesellschaftsordnung verloren haben. Es find Revolutionäre geworden, die der Revolution als Revolution huldigen und in ihr einen Dauerzustand sehen möchten. Wir alle haben einst unter der furchtbaren Tragik gelitten, daß wir als gehorsame und pslichtgetreue Soldaten plötzlich einer Revolte von Meuterern qegenüberstanden, die es fertig brachten, sich in den Besitz des Staates zu setzen. Jeder von uns war einst erzogen worden in der Achtung der Gesetze und im Respekt vor der Autorität, im Gehorsam gegenüber den von ihr ausgehenden Befehlen und Anordnungen, in der inneren Ergebenheit gegenüber der Repräsentanz des Staates. Nun zwang uns die Revolution der Deserteure und Meuterer die innere Loslösung von diesen Begriffen auf. Wir konnten Öen neuen Usurpatoren keine Achtung schenken. Ehre und Gewissen zwangen uns, ihnen den Gehorsam aufzusagen, Liebe zur Nation und zum Vaterland verpflichtete uns, sie zu bekriegen, die Amoral ihrer Gesetze löschte in uns die Empfindung für die Notwendigkeit ihrer Befolgung, und so sind wir Revolutionäre geworden. Allein auch als Revolutionäre hatten wir uns nicht losgelöst von der Verpflichtung, die natürlichen Gesetze des souveränen Rechtes unseres Volkes auch auf uns zu beziehen und sie zu respektieren. Nicht den Willen und das Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes wollten wir vergewaltigen, sondern nur die Vergewaltiger der Nation verjagen. Und als wir endlich, legitimiert durch das Vertrauen dieses Volkes, die Konsequenzen aus unserem 14jährigen Kampfe zogen, da geschah es nicht, um in einem Chaos zügellose Instinkte austoben zu lassen, sondern nur um eine neue und bessere Ordnung zu begründen. Für uns war die Revolution, die das zweite Deutschland zertrümmerte, nichts anderes als der gewaltige Geburtsakt, der das Dritte Reich ins Leben rief. Wir wollten wieder einen Staat schaffen, an dem jeder Deutsche mit Liebe hängen kann. Ein Regiment begründen, zu dem jeder mit Achtung emporzusehen vermag, ^Gesetze finden, die der Moral unseres Volkes entsprechen, eine Autorität befestigen, der sich jeder ^kann in preußischem Gehorsam unterwirft. i Die Revolution ist für uns kein permanenter Zu st and. Wenn der natürlichen Entwicklung eines Volkes mit Gewalt eine tödliche Hemmung auferlegl wird, dann mag die künstlich unterbrochene Evolution durch einen Gewaltakt sich wieder die Freiheit der natürlichen Entwicklung öffnen. Allein es gibt Wir aber haben es gewagt, den Kampf gegen diese Erscheinungen des Verfalls auf allen Gebieten aufzunehmen. Aus sorgenschweren Tagen und Rächten fanden wir immer wieder die Kraft zu neuen Entschlüssen. Denn was auch immer unsere Gegner im einzelnen herumnörgeln mögen, selbst sie können nicht bestreiten, daß wir vor den Problemen nicht kapituliert haben, sondern, daß wir sie stets mutig zu lösen versuchten und in zahllosen Fällen gelöst haben. Das Ergebnis ber- anderthalb Jahre nationalsozialistischer Regierung liegt eindeutig und klar our uns. Es kann in feiner Bedeutung gar nicht gemessen werden durch Vergleiche mit den Zuständen, welche wir am 30. Januar 1933 vorfanden Rein, wer gerecht fein will, muh unseren Erfolg beurteilen nach dem, was gekommen wäre, wenn wir nicht gesiegt hätten. Rur wer die Entwicklungslinie, die zum 30. Januar des vergangenen Jahres führte, sich gedanklich weiter fortseht, kann die Große der nationalsozialistischen Leistung ermessen, denn wir haben den Lauf des Schicksals damals nicht nur aufgehalten, sondern auf allen Gebieten zum Glück gewendet. Als ich als Kanzler des Reiches in die Wilhelrn- straße einzog, war die Reichsgewalt zum wertlosen Phantom geworden. Der Geist des Aufruhrs und der Widersetzlichkeit beherrschte die Länder und Kommunen. Die Schatten der traurigsten politischen Vergangenheit des deutschen Volkes stiegen beängstigend vor uns auf. Partikularis- m u 5 und Separatismus proklamierten sich frech als neue deutsche Staatsidee. Der Ohnmacht des Reiches im Innern aber entsprang die unwürdige Stellung nach außen. Es war wieder einmal beschämend geworden, sich vor der Wett als Deutscher zu bekennen. £ Den Geist der U n b o t m a ß l g k e l t und des innerstaatlichen Aufruhrs haben wir in wenigen Monaten ausgerottet und beseitigt. Unter voller Respektierung des Wesens unserer deutschen Stämme haben wir die Gewalt des Reiches als den Ausdruck unseres gemeinsamen Lebenswillens gestärktundüberalles erhoben. Das Deutsche Reich ist heute kein geographischer Begriff mehr, sondern eine politische Einheit. Wir haben die Entwicklung unseres Volkes in Bahnen gelenkt, die noch vor zwei Jahren als unmöglich angesehen wurden. Und so wie wir im Innern des Reiches die Elnheit und damit des deutschen Volkes Zukunft fest sicherten, haben wir unentwegt die Rechte unseres Volkes auch nach außen vertreten. Dem großen politischen Reinigungsprozeß der Nation folgte ein nicht minder großer wirtschaftlicher. Was in den nunmehr hinter uns liegenden achtzehn Monaten auf diesem Gebiete geleistet wurde, erhält sein Zeugnis durch die nicht fortzudiskutierende Tatsache der 4 V2 Millionen E r - werbslosen, die wir in knapp anderthalb Jahren einer nützlichen Produktion zuführten. So einfach diese Tatsache ist, so groß waren und sind die Sorgen, die im Kampf gegen die Erwerbslosigkeit ihre Wurzel haben. Es ist ein erbitterter Krieg, den wir seit über anderthalb Jahren führen. Seine Beurteilung kann nicht ausgehen von dem, was nicht richtig gemacht wurde, sondern sie muh ausgehen von der Feststellung des gerade von unseren Kritikern für unmöglich gehaltenen schon heute erreichten Resultats. Wie ich denn überhaupt eines hier feststellen muß: Wir sind vor Fragen gestellt worden, die man vor uns nicht beantwortet hat. Wir konnten uns in vielen Fällen nicht auf die Erfahrungen anderer aus früheren Zeiten berufen. Wir mußten so oft unsere eigenen Wege suchen, daß es natürlich leicht ist, nachträglich diesen oder jenen Fehlgriff anzuprangern. Allein ich halte es für ein höheres Verdienst, den Mut zu haben, auf jeden Fall einen Weg aus dem Elend zu suchen, als aus Angst, etwa einen falschen zu gehen, im Elend zu bleiben. Wir alle wissen, daß es für eine wahrhaft besorgte Staatsführung eine Zeit ohne Sorgen gar mcht geben kann. Stets sind neue Probleme z u meistern, neue Fragen zu lösen, neue Aufgaben zu erfüllen. Indem wir 4'/r Millionen Menschen aus der Arbeitslosigkeit befreiten und ihnen wieder einen anderen Lebensstandard ermöglichten, stärkten wir eine Konsumkraft, die damit auch in erhöhtem Maße fremde R 0 h - st 0 f f e verzehrt. Wir sehen solche Schwierigkeiten, und ich kann dem deutschen Volke nur das eine versichern: W i r werden sie lösen. Wenn unsere Handelsbilanz durch die wirtschaftliche Sperrung ausländischer Märkte oder durch den politischen Boykott eine passive wird, werden wir dank der Genialität unserer Erfinder und Chemiker und durch unsere Tatkraft die Wege finden, uns vom Import jener Stoffe unabhängig zu machen, die wir selbst zu erzeugen oder zu ersetzen in der Lage sind. Alle diese Probleme werden wir mit unbändiger Entschlossenheit lösen, immer aus der Sorge heraus, unserem Volk in seinem Daseinskampf zu helfen. vor diesem berufen st en Forum deri Nation das Volk über Vorgänge aufzu- i klären, die als eine ebenso traurige w 1 e warnende Erinnerung in unserer Geschichte 1 für alle Zeiten fortleben mögen. Aus einer Summe sachlicher Ursachen . und persönlicher Schuld, aus menschlicher Unzulänglichkeit und menschlichen Defekten entstand für unser junges Reich eine Krise, die nur zu leicht von wahrhaft vernichtenden Folgen für eine unabsehbare Zukunft hätte werden können. Ihre Entstehung und Ueberroinbung vor Ihnen und damit vor der Nation klarzulegen, ist der Zweck meiner Ausführungen. Ihr Inhalt wird ein rückhaltlos offener fein. Nur im Umfange muß ich mir Beschränkungen auferlegen, die bedingt find einerseits durch die Rücksicht auf Interessen des Reiches, andererseits durch die Grenzen, die durch das Gefühl der Schande gezogen werden. Als mich am 30. Januar Generalfeldmarschall und Reichspräsident von Hindenburg mit der Führung der neu gebildeten deutschen Regierung beauftragte, übernahm die nationalsozialistische Partei einten Staat, der politisch und wirtschaftlich im vollen Verfall begriffen war. Alle politischen Kräfte des überwundenen früheren Zustandes hatten an diesem Verfall ihren Anteil und damit ihre Schuld. Angefangen bei den marxistischen Revolutionären, über das Zentrum hinweg bis zum bürgerlichen Nationalismus konnten alle Parteien und ihre Führer die Fähigkeit, Deutschland zu regie= ren, unter Beweis stellen. Sie alle haben schmählich versagt. Der 30. Januar war daher auch nicht der Akt der Uebernahme einer Regierung aus den Händen einer anderen Regierung, sondern die von der Nation ersehnte endgültige Liquidation eines unerträglichen Zustandes. Dieser geschichtliche Akt der Liquidierung des hinter uns liegenden traurigsten Lebensabfchnil- les unserer Ration wurde vom deutschen Volke selbst legalisiert. Denn wir haben n i ch t a l s U s u r p a 10 r e n, so wie die Männer des Rovember 1918, von der Wacht Besitz ergriffen, sondern nach Recht und Gesetz die Wacht erhalten. Wir haben nicht als wuzellose Anarchisten eine Resolution gemacht, sondern als Vollstrecker des Willens der Ration das Regime einer Revolte beseitigt. Und wir haben die Aufgabe nicht darin gesehen, uns die Wacht durch die Bajonette zu sichern, sondern sie im Herzen unseres Volkes zu finden und zu verankern. Wenn ich heute in einer bestimmten ausländischen Zeitung lese, daß ich zur Zeit von schweren Sorgen, und zwar augenblicklich von wirtschaftlichen Sorgen, erfüllt sei so vermag ich diesen Skribenten nur eine Antwort zu geben: Jawohl, aber Sorge quält mnicht etwa heute, sondern seit jeher Wenn es früher die Sorge um unser Volk mar die uns in dem ihm schuldlos aufgezwungenen Krieg es verteidigen ließ, En war es nach dem Zusammenbruch die noch viel größere Sorge u m Die Eröffnung der Sitzung. Berlin, 14. Juli (DNB.) Auf die Reichstagssitzung des 13. Juli 1934 hat Deutschland und mit ihm die ganze Welt mit großer Spannung gewartet. In der Neichshauptstadt trat die weltgeschichtliche Stunde besonders deutlich in die Erscheinung. Stunden vor dem Beginn der Reichstagssitzung sammelten sich die Menschen, die die Vorgänge miterleben wollten und dazu zu Hause, in ihren.Betrieben ober Lokalen keine Gelegenheit finden konnten, auf den öffentlichen Plätzen. Die Krolloper, in der auch diese Sitzung stat't- fand, war von einer unübersehbaren Menschenmenge umlagert. Im Inneren hatte sich ein großer Teil der Abgeordneten schon etwa eine Stunde vor Beginn eingefunden und stand nun plaudernd in den Wandelgängen. Die Diplomaten der in Berlin vertretenen Mächte fanden sich ebenfalls sehr zeitig ein. Ueberflüffig zu betonen, daß bie Zuhörerplätze, die schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Sitzung vergriffen waren-, eben wie die Presselogen bis auf den letzten Platz besetzt waren. Beim Klingelzeichen hat die Mehrzahl der Abgeordneten bereits die Plätze eingenommen, auch die Regierungsplätze sind fast vollkommen besetzt. Wenige Minuten vor 20 Uhr erscheint der Führer in Begleitung des Reichsaußenministers von Neurath, des Reichsinnenministers Frick, des Stellvertreters des Führers Heß. Das Haus erhob sich von den Plätzen und empfing den Führer mit stürmischen Heilrufen. Zugleich nahm der Neichstagspräsident Ministerpräsident Hermann Göring seinen Platt ein. Auf die Sekunde pünktlich erklärte er die Sitzung für eröffnet und gab dem Führer das Wort. Der Führer hat bas Wort. keinen Zustand einer permanenten Revolution oder gar eine segensreiche Entwicklung.mittels periodisch wiederkehrender Revolten. Ich habe unter den zahllosen Akten, die ich in der vergangenen Woche durchzulesen verpflichtet war, auch ein Tagebuch gefunden mit den .Aufzeichnungen eines Mannes, der 1918 auf die Bahn des Widerstandes gegen die Gesetze geworfen wurde und nun in einer Welt lebt, in der das Gesetz an sich zum Wider- st and zu reizen scheint; ein unerschüttern- oes Dokument, ein ununterbrochenes Konspirieren und dauerndes Verschwören, ein Einblick in die Mentalität von Menschen, die, ohne es zu ahnen, im Nihilismus ihr letztes Glaubensbekenntnis gefunden haben. Unfähig zu jeder wirklichen Mitarbeit, gewillt gegen jede Ordnung Stellung zu nehmen, erfüllt von Haß gegen jede Autorität findet ihre Unruhe und Unrast nur mehr Befriedigung in der dauernden gedanklichen und konspirativen Beschäftigung mit der Zersetzung des jeweils Bestehenden. Viele von ihnen sind in der Frühzeit unseres Kampfes mit uns gegen den vergangenen Staat angerannt, die meisten von ihnen aber hat schon im Laufe des Kampfes die innere Disziplinlosigkeit- von der disziplinierten nationalsozialistischen Bewegung fortgeführt. Der letzte Rest schien ich dem 30. Januar ausgeschieden zu sein. Die Verbundenheit mit der nationalsozialistischen Bewegung war in dem Augenblick gelöst, da diese selbst als Staat Objekt ihrer pathologischen Abneigung wurde. Sie sind aus Prinzip Feinde jeder Autorität und daher überhaupt nicht zu bekehren. Leistungen, die den deutschen neuen Staat zu festigen scheinen, erregen ihren erhöhten haß wie denn überhaupt diesen Oppositionellen aus Grundsatz eines gemeinsam ist: sie sehen vor sich nicht das deutsche Volk, sondern die ihnen verhaßte Institution derOrdüung. Sie erfüllt nicht der Wunsch, dem Volk zu helfen, als vielmehr die trennende Hoffnung, der Regierung möchte ihre Arbeit zur Rettung des Volkes mißlingen. Sie sind daher nie bereit, den Segen einer Handlung zuzugeben, als vielmehr erfüllt von dem Willen, aus Prinzip jeden Erfolg zu bestreiten und aus jedem Erfolg die möglichen Fehler und möglichen Schwächen herauszuführen. Diese dritte Gruppe pathologischer Feinde des Staates ist deshalb gefährlich, weil sie für jeden Versuch einer Revolte ein Reservoir williger Withelfer solange darstellen, als sich nicht aus dem Zustand der chaotischen Auseinandersetzung eine neue Ordnung herauszukristallisieren beginnt. Ich muß nun aber auch der vierten Gruppe gedenken, die manchesmal, vielleicht sogar ungewollt, aber dennoch eine wahrhaft destruktive Tätigkeit ausübt. Es sind dies jene Menschen, die einer verhältnismäßig kleinen Gesellschaftsschicht angehören, im Nichtstun Zeit und Anlaß finden zur mündlichen Berichter st attung über all das, was geeignet ist, eine ebenso interessante wie wichtige Abwechslung in ihr im übrigen vollständig belangloses Leben zu bringen. Jedes Geschwätz, das sich in diesen Zirkel verliert, wird wie zwischen zwei Hohlsiegeln immer wieder einander zurückgegeben. Ihre Bedenken, bilden sie sich ein, seien die Sorgen der ganzen Nation. In Wirklichkeit ist dieses Drohnenvölkchen nur ein Staat im Staate, ohne jeden lebendigen Kontakt mit dem Leben, den Empfindungen, Hoffnungen und Soraen des anderen Volkes. Sie sind aber gefährlich, weil sie Bazillenträger sind der Unruhe, der Unsicherheit, der Gerüchte, Behauptungen, der Lügen und Verdächtigungen, Verleumdungen und Befürchtungen und so beitragen zur Erzeugung einer allmählichen Nervosität, bei der es am Ende schwer ist, die gegebene Begrenzung im Volke zu erkennen oder zu finden. Oie „zweite" Revolution. Oie Richtlinien des Führers für die SA. werden sabotiert. Wenn auch das nationalsozialistische Regime von Anfang an sich mit diesen verschiedenen Gruppen abfinden mußte und auch abgefunden hat, so trat doch seit einigen Monaten eine Stimmung auf, die man endlich nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen konnte. Das erst vereinzelte Geschwätz von einer neuen Revolution, von einer neuen Umwälzung, von einem neuen Aufstand, wurde allmählich so intensiv, daß nur eine leichtsinnige Staatsführung darüber hätte hinweggehen können. Man konnte nicht mehr alles das einfach als dummes Gerede abtun, was in Hunderten und endlich Tausenden von Berichten mündlich und schriftlich darüber einging. Noch vor drei Monaten war die Parteiführung überzeugt, daß es sich einfach um das leichtfinige Geschwätz politischer Reaktionäre, marxistischer Anarchisten oder aller möglichen Müßiggänger handeln würde, dem jede tatsächliche Unterlage fehle. Mitte März habe ich veranlaßt, Vorbereitungen zu treffen für eine neue Propagandawelle. Sie sollte das deutsche Volk gegen den Versuch einer neuen Vergiftung immunisieren Gleichzeitig damit aber gab ich an einzelne der Parteidienstellen den Befehl, den immer wieder auftauchenden Gerüchten einer neuen Revolution nachzugehen und, wenn möglich, die Quellen dieser Gerüchte aufzufinden. Es ergab sich, daß in den Reihen einiger höherer SA. - Führer Tendenzen auftraten, die zu ernstesten Bedenken Anlaß geben mußten. Es waren zunächst allgemeine Erscheinungen, deren innere Zusammenhänge ohne weiteres nicht klar waren. 1. Entgegen meinem ausdrücklichen Befehl und entgegen mir gegebener Erklärung durch den Stabschef Röhm war eine Auffüllung der SA. in einem Umfange eingetreten, die die innere Homogeniät dieser einzigartigen Organisation gefährden muhte. 2. Die nationalsozialistische weltanschauliche Erziehung trat in den erwähnten Bereichen höherer SA.-Dienststellen mehr und mehr zurück. 3. Das naturgegebene Verhältnis zwischen Partei und SA. begann sich langsam zu lockern. 7Nit einer gewissen Planmäßigkeit konnten Bestrebungen festgestellt werden, die SA. von der ihr von mir gestellten Wission mehr und mehr zu entfernen und sie anderen Aufgaben oder Interessen dienstbar zu machen. 4. Die VeförderungenzuSA.- Führe r n ließen bei Rachprüfungen eine vollständig einseitige Bewertung eines rein äußerlichen könnens oder oft auch nur einer vermeintlichen intellektuellen Befähigung erkennen. Die große Zahl ältester und treue st er SA. - Wänner trat immer mehr bei Führerernennungen und Stellenbesehungen zurück, während der in der Bewegung nicht sonderlich hoch beachtete Jahrgang 1933 eine unverständliche Bevorzugung erfuhr. Eine manchesmal nur wenige Monate dauernde Zugehörigkeit zur Partei, ja nur zur SA. genügte zur Beförderung in eine höhere SA.-Dienststelle, die der alte SA.- Führer nicht nach Jahren erreichen konnte. 5. Das Auftreten dieser zum großen Teil mit der Bewegung überhaupt nicht verwachsenen einzelnen SA.-Führer war ebenso un n a ti o n al- sozialistisch, wie manchesmal geradezu a b st o ß e n d. Es konnte aber nicht übersehen werden, daß gerade in diesen Kreisen eine Quelle der Beunruhigung der Bewegung auch dadurch gefunden wurde, als ihr mangelnder praktischer Rationalsozialismus sich in sehr unangebrachten neuen Revolutionsforderungen zu verschleiern versuchte. Ich habe auf diese und eine Reihe weiterer Mißstände den Stabschef Röhm hingewiesen, ohne daß irgendeine fühlbare Abhilfe, ja auch nur ein erkennbares Eingehen auf meine Ausstellungen eingetreten wäre. Im Monat April und Mai nahmen diese Klagen ununterbrochen zu. Zum ersten Mal erhielt ich in dieser Zeit aber auch aktenmäßig belegte Mitteilungen über Besprechungen, die von einzelnen höheren SA.-Führern abgehalten worden waren und die nicht anders als mit „grobe Ungehörigkeit" bezeichnet werden mußten. Zum ersten Mal wurde in einigen Akten unableugbar bewiesen, daß in solchen Besprechungen Hinweise auf die Notwendigkeit einer neuen Revolution gegeben wurden, daß Führer die Aufforderung erhielten, sich für eine solche neue Revolution innerlich und sachlich vorzubereiten. Stabschef Röhm versuchte alle diese Vorgänge in ihrer Wirklichkeit abzustreiten, und erklärte sie als versteckte Angriffe gegen die SA. Wtares Regiment stellt höchste An- fordemngen an das persönliche Verhalten der zur Iiihmng Berufenen. Die Belegung einzelner dieser Vorfälle durch Angaben Beteiligter führte zur schwersten Miß- Handlung dieser Zeugen, die meist aus den Reihen der alten SA. stammten. Ich habe früher stets betont, daß ein autoritäres Regiment besonders hohe Verpflichtungen besitzt. Wenn vom Volke gefordert wird, daß es einer Führung blind vertraut, muß diese Führung dieses Vertrauen aber auch durch Leistung und, durch besonders gute Aufführung sich verdienen. Fehler und Irrtümer mögen im einzelnen unterlaufen, sie sind auszumerzen. Schlechte Aufführung, Trunkenheitsexzesse, Belästigung friedlicher anständiger Menschen aber sind eines Führers unwürdig, nicht nationalsozialistisch und in höchstem Maße verabscheuungswürdig. Ich habe daher auch stekß gefordert, daß an das Benehmen und die Aufführung nationalsozialistischer Führer höhere Anforderungen gestellt werden als bei übrigen Volksgenossen. Wer selbst eine höhere Achtung wünscht, muh dieser Forderung durch eine höhere Leistung entsprechen. Das primitivste, was von ihm gefordert werden kann, ist, daß er in seinem Leben der Mitwelt gegenüber kein schmähliches Beispiel gibt. Ich wünsche daher auch nicht, daß Rationalsozialisten wegen solcher Delikte milder beurteilt und bestraft werden als sonstige Volksgenossen, sondern ich erwarte, daß ein Führer, der sich so vergißt, strenger bestraft wird als im gleichen Fall ein unbekannter Mann. Und ich möchte hier keinen Unterschied wissen zwischen Führern der politischen Organisationen und Führern der Formationen unserer SA.» SS„ HI. usw. -Die Entschlossenheit der nationalsozialistischen Staatsfuhrung, solchen Exzessen einzelner unwür-1 öiger Elemente, die Partei und SA. nur mit Schande beladen, ein Ende zu bereiten, führte z u ehr heftigen Gegenwirkungen von Stabschefs. Erste nationalsozia- listische Kampfer, bn> zum Teil fast 15 Jahre lang für den Sieg der Bewegung gerungen hatten, und nun als hohe Staatsbeamte an führenden Stellen unseres Staates die Bewegung repräsentierten, wurden wegen ihres Vorgehens gegen solche unwürdigen Elemente zur Verantwortung gezogen, d h Stabschef Röhm versuchte, diese ältesten Streiter der Partei durch Ehrengerichte — die sich zum Teil aus jüngsten Parteigenossen oder sogar aus Nichtparteigenossen zusammensetzten — maßregeln zu lassen. Diese Auseinandersetzungen führten zu sehr ernsten Aussprachen zwischen dem Stabschef und mir, in denen mir zum erstenmal Zweifel in die Loyalität dieses Mannes aufstiegen. Rachdecki ich viele Monate lang jeden solchen Gedanken von mir zurückgewiesen Halle, nachdem ich vorher jahrelang mit meiner Person diesen Mann in unerschütterlicher Treue und Kameradschaft gedeckt hatte, begannen mir nun allmählich Warnungen — vor allem auch meines Stellvertreters in der Parteiführung Rudolf Heß — Bedenken einzuflößen, die ich selbst beim besten Wollen nicht mehr zu entkräften vermochte. Es konnte vom Monat Mai ab keinem Zweifel mehr unterliegen, daß Stabschef Röhm sich mit ehrgeizigen Plänen beschäftigt«, die im Falle ihrer Verwirklichung nur ZU schwersten Erschütterungen führen konnten. Wenn ich in diesen Monaten immer wieder zögerte, eine letzte Entscheidung zu treffen, geschah es aus zwei Gründen: 1. Ich konnte nicht so ohne weiteres mich mit dem Gedanken abfinden, daß nun ein Verhältnis, das ich auf Treue aufgebaut glaubte, nur Lüge fein sollte. 2. Ich hatte noch immer die stille Hoffnung, der Bewegung und meiner SA. die Schande einer solchen Auseinandersetzung zu ersparen und die Schäden ohne schwerste Kämpfe zu beseitigen. Röhms Wühlarbeit in der E>N. Allerdings brachte das Ende des Monats Mai immer bedenklichere Tatsachen an das Tageslicht. Der Stabschef begann sich nicht nur innerlich, sondern auch mit seinem gesamten äußeren Leben von der Partei zu entfernen. Alle die Grundsätze, durch die wir groß geworden waren, verloren ihre Geltung. Das Leben, das der Stabschef und mit ihm ein bestimmter Kreis zu führen begann, war für jede nationalsozialistische Auffassung unerträglich. Es war nicht nur furchtbar, daß er selbst und sein ihm zugetaner Kreis alle Gesetze von An st and und einfacher Haltung brachen, sondern schlimmer noch, daß dieses Gift sich nunmehr in immer größeren Kreisen auszubreiten begann. Das Schlimmste aber war, daß sich allmählich aus einer bestimmten gemeinsamen Veranlagung heraus, in der SA. eine Sekte zu bilden begann, die den Kern ei ne r Verschwörung nicht nur gegen die normalen Auffassungen eines gesunden Volkes, sondern auch gegen die staatli che Sicherheit abgab. Die im Monat Mai vorgenommenen Durchprüfungen der Beförderungen in einigen bestimmten SA.-Gebieten führten zu der schrecklichen Erkenntnis, daß Menschen ohne Rücksicht auf nationalsozialistische und SA.-Verdienste in SA.-Stel- lungen befördert worden waren, nur weil s i e zum Kreise dieser besonders Veranlagten gehörten. Einzelne, Ihnen wohlbekannte Vorgänge, z. B. der des Standartenführers Schmidt in Breslau, enthüllten ein Bild von Zuständen, die als unerträglich angesehen werden muhten. Mein Befehl, dagegen einzuschreiten, wurde theoretisch befolgt, tatsächlich aber sabotiert. Allmählich entwickelten sich aus der Führung der SA. drei Gruppen: Eine kleine Gruppe von durch gleiche Veranlagung zusammengehaltenen Elementen, die, zu jeoer Handlung fähig, sich blind in der Hand des Stabschefs Röhm befanden. Es waren in erster Linie die SA.-Führer E r n st aus Berlin, Heines in Schlesien, Hayn in Sachsen, Heydebreck in Pommern. Neben diesen stand eine zweite Gruppe von Führern der SA., die innerlich nicht zu diesem Kreise gehörte, allein aus einfacher soldatischer Auffassung sich dem Stabschef Röhm zum Gehorsam verpflichtet fühlten. Und diesen gegenüber stand eine dritte Gruppe von Führern, die aus ihrer inneren Abneigung und Ablehnung kein Hehl mach- t e n und daher zum Teil von verantwortlichen Po st en entfertnt worden waren, zum anderen Teil beiseite geschoben und in vieler Beziehung außer Betracht gelassen wurden. An der Spitze dieser infolge ihrer grundsätzlichen Anständigkeit abgelehnten SA.-Führer stand der heutige Stabschef Lutze sowie der Führer der SS. Himmler. (Schleichers plan für den Umsturz. Ohne mich jemals davon zu verständigen, und ohne daß ich es zunächst auch nur ähnle, hal Stabschef Röhm durch Vermittlung eines durch und durch korrupten Hochstaplers, eines Herrn v. A., die Beziehungen zu General Sch le i- ch e r ausgenommen. General Schleicher war der Wann, der dem inneren Wunsche des Stabschefs Röhm den äußeren Ausdruck verlieh. Er war es, der konkret die Auffassung fixierte und vertrat, daß 1. das heutige deutsche Regiment unhaltbar sei, daß 2. vor allem die Wehrmacht und sämtliche nationalen Verbände in einer Hand zusammengefaht werden müßten, daß 3. der dafür allein maßgebende Wann nur Stabschef Röhm sein könnte, daß 4. Herr von Papen entfernt werden mühte und er bereit sein würde, die Stelle eines Vizekanzlers einzunehmen, daß weiter auch noch andere wesentliche Veränderungen des Reichska- b i n e t t s vorgenommen werden müßten. Wie immer in solchen Fällen begann nunmehr das Suchen nach den Männern für die neue Regierung, immer unter der Annahme, daß ich selbst in meiner Stellung wenigstens für zunächst belassen wurde. Die Durchführung dieser Vorschläge des Generals von Schleicher mußten schon imPunkt 2 auf meinen nie zu überwindenden Wider st and stoßen. Es wäre mir weder sachlich noch menschlich jemals möglich gewesen, meine Einwilligung zu einem Wechsel im Reichswehrministerium zu geben und die Neubesetzung durch den Stabschef Röhm oorzunehmen. Erstens aus fachlichen Gründen: Ich habe seit 14 Jahren unentwegt versichert, daß die Kampforganisationen der Partei politische Institutionen sind, dienichts zutun haben mit dem Heere. Es wäre sachlich in meinen Augen eine Desavouierung dieser meiner Auffassung und 14jährigen Politik' gewesen, an die Spitze des Heeres nun den Führer der SA. zu berufen. Ich habe auch im November 1923 an die Spitze der Armee einen O f - fizier, den General Ludendorff, vorgeschlagen und nicht meinen damaligen SA.-Führer Hauptmann Göring. Zweitens wäre es mir menschlich unmöglich gewesen, jemals in diesen Vorschlag des Generals von Schleicher einzuwilligen. Als diese Absichten mir bewußt wurden, war mein Bild über i) en inneren Wert des Stabschefs Röhm schon derart, daß ich ihn vor meinem Gewissen und um der Ehre der Armee wegen erst recht niemals hätte mehr für diese Stelle zulassen können. Reichspräsident und Wehrmacht sind unantastbar Vor allem aber: die oberste Spitze der Armee ist der Generalfeldmarschall und Reichspräsident. Ich habe als Kanzler in seine Hand meinen Lid abgelegt. Seine Person ist für uns alle unantastbar. Wein ihm gegebenes Versprechen, d i e A r m e e als unpolitisches Instrument des R e i che s zu bewahren, ist f ü r m i ch b i n - d e n d aus innerster Ueberzeugnng und aus meinem gegebenen Wort. Es wäre mir aber weiter eine solche Handlung auch menschlich unmöglich gewesen gegenüber dem Wehrmini st er des Reiches. Ich und wir alle sind glücklich, in ihm einen Ehrenmann sehen zu können vom Scheitel bis zur Sohle. Er hat die Armee aus innerstem Herzen versöhnt mit den Revolutionären von einst und verbunden mit ihrer S t a a t s f ü h r u n g von h e u t e. Er hat in treuester Loyalität sich zu dem Prinzip bekannt, für das ich selbst mich bis zum letzten Atemzuge einsehen werde. Es gibt im Staate nur einen Waffenträger, die Wehrmacht. Und nur einen Träger des politischen Willens: dies ist die nationalsozialistische Partei. Ieder Gedanke eines Eingehens auf die Pläne des Generals von Schleicher wäre meinerseits aber nicht nur eine Treulosigkeit gegenüber dem Generalfeldmarsall und dem Reichswehrminister gewesen, sondern auch eine Treulosigkeit gegenüber der Armee. Denn so wie General von Blomberg als Wehrminister im nationalsozialistischen Staat im höchsten Sinne des Wortes seine Pflicht erfüllt, so tun dies auch die übrigen Offiziere und Soldaten. Ich kann von ihnen nicht fordern, daß sie im einzelnen ihre Stellung zu unserer Bewegung finden: aber keiner von ihnen hat seine Stellung der Pflicht dem nationalsozialistischen Staat gegenüberverloren. Weiler aber könnte ich auch nicht ohne zwingendsten Grund die Wänner entfernen lassen, die am 30. Januar mit mir das Versprechen zur Rettung des Reiches und Volkes gemeinsam abgegeben haben. Ls gibt Pflichten der Loyalität, die man nicht verletzen darf und nicht verletzen soll. Und ich glaube, daß vor allem der Wann, der in seinem Hamen die Ration zusammengeführt hat, unter keinen Umständen treulos handeln darf, wenn nicht ansonst nach innen und außen jedesVertrauenin Treu und Glauben verschwinden müßte. Oie Vorbereitungen für die „Nacht der langen Messer" Da der Stabschef Röhrn selbst unsicher war, ob Versuche in der bezeichneten Richtung wohl bei mir auf Widerstand stoßen würden, wurde der erste Plan festgelegt zur Erzwingung dieser Entwicklung. Die Vorbereitungen hierzu wurden umfangreich getroffen. 1. Planmäßig sollten die psychologischen Voraussetzung für den Ausbruch einer zweiten Revolution geschaffen werden. Zu diesem Zwecke wurde durch SA.- Propagandastellen selbst in die SA. die Behauptung hineinverbreitet, die Reichswehe beabsichtige eine Auflösung der S A., und später wurde ergänzt, ich sei leider für diesen Plan persönlich gewon- ven worden. Eine ebenso traurige wie niederträchtige Lüge! 2. Die 52t. mühte nunmehr diesen Angriffen z u v o r k o mm e n und in einer zweiten Revolution die Elemente der Reaktion einerseits und der Parteiwiber stände andererseits beseitigen, die Staatsgewalt aber der Führung der S 21. selbst an- verlrauen. 3. Zu diesem Zwecke sollte die 5A. in kürzester Frist alle notwendigen sachlichen Vorbereitungen treffen. Es ist dem Stabschef Röhm gelungen, unter Verschleierung — unter anderem der lügenhaften Angabe, foziale hilfsmahnahmen für die SA. durchführen zu wollen — 2TMI- tionenbeträge diesem Zwecke zuzuführen. 12 Millionen Mark sind für diese Zwecke gesammelt worden. 4. Hm die entscheidendsten Schlage rücksichtslos führen zu können, wurde die Bildung bestimmter, nur hierfür in Frage kommender e i n g e f ch w o r e n e r Terrorgruppen unter dem Titel „Stabswachen" gebildet. Wahrend der brave alte SA.-Mann sich über ein Jahrzehnt für die Bewegung durchgehungert hatte, wurden hier besoldete Gruppen gebildet, deren innerer Charakter und deren Zweckbestimmung durch nichts besser erhellt wird, als durch die geradezu furchtbaren Straflisien der darin geführten Elemente. Wie denn überhaupt der alte und treue SA.-Führer und SA.-Mann nunmehr schnell in den Hintergrund trat, gegenüber den für solche Aktionen mehr geeigneten politisch un geschult en Elementen. In bestimmten Führertagungen sowohl als bei Lrholungsfahrten wurden allmählich die in Frage kommenden SA.-Führer zusammengezogen und individuell behandelt. D. h. während die Mitglieder der inneren Sekte die eigentliche Aktion planmäßig vorbereiteten, wurden dem zweitgrößeren Kreis der SA.-Führer nur allgemeine Mitteilungen gemacht, des Inhalts, daß eine zweite Revolution vor der Türe siehe, daß diese Revolution kein anderes Ziel besitze, als mir selbst die Handlungsfreiheit zurückzugeben, daß daher die neue und diesmal blutige Erhebung — „Die Rächt der langen Messer" — wie man sie grauenvoll bezeichnete, meinem eigenen Sinn entspräche. Die Rotwendigkeit des eigenen Vorgehens der SA. wurde begründet mit dem Hinweis auf meine „Lntschluhunfähigkeit", die erst dann behoben sein würde, wenn Tatsachen geschaffen wären. Vermutlich unter diesen unwahren Vorwänden wurde die außenpolitische Vorbereitung der Aktion Herrn von Setten übertragen. General von Schleicher nahm das außenpolitische Spiel teilweise persönlich wahr bzw. ließ es durch seinen Kurier General von Bredow praktisch betreiben. Gregor Strasser wurde zugezogen. ZUM Transport der eigentlichen S t o h f o r m a t i o n e n die Requisition von Lastkraftwagen befohlen und bereits im Gange sei, und daß schlag 5 Hhr die Aktion überfallrnähig mit der Besetzung der Regierungsgebäude ihren Anfang nehmen sollte. Gruppenführer Ernst war zu dem Zweck auch nicht mehr nach Wiessee gereift, sondern zur persönlichen Führung der Aktion in Berlin zurückgeblieben. Zweitens wurde in München die Alarmierung der SA. bereits für 9 Hhr abends angeordnet. Die S2l.-Formationen wurden nicht mehr nach Haufe entlaffen, sondern in die Alarmquartiere gelegt Das ist Meuterei. Der Befehlshaber der SA. bin ich und sonst niemand. Unter diesen Umständen konnte es für mich nur noch einen einzigen Entschluß geben. Wenn überhaupt das Unheil noch zu verhindern war, dann mußte blitzschnell gehandelt werden. Nur ein rück- ichtsloses und blutiges Zugreifen war vielleicht noch in der Lage, die Ausbreitung der Revolte zu ersticken. Und es konnte dann keine Frage sein, daß besser 100 Meuterer, Verschwörer und Konspirato- ren vernichtet wurden, als 10 000 unschuldige SA.- Männer auf der anderen Seite verbluten zu lassen. Denn wenn die Aktion des Verbrechens erst in Berlin abzurollen begann, waren die Folgen ja unausdenkbar. Wie das Operieren mit meinem Na- men gewirkt hatte, ergab sich aus der beklemmenden Tatsache, daß es diesen Meuterern z. B. gelungen war, in Berlin unter Berufung auf mich von nichts ahnenden Polizeioffizieren sich für ihre Aktion vier Panzerwagen zu sichern, und daß weiter schon vorher die Verschwörer Heines und Hayn Polizeioffiziere in Sachsen und Schlesien unsicher machten, angesichts ihrer Aufforderung, bei der kommenden Auseinandersetzung sich zwischen der SA. und den hitlerfeinden zu entscheiden. Es war mir endlich klar, daß dem Stabschef nur ein einziger Mann entgegentreten konnte und entgegentreten mußte. Mir brach er die Treue, und ich allein mußte ihn dafür zur Verantwortung ziehen! Um 1 Uhr nachts erhielt ich die letzten Alarmdepeschen, um 2 Uhr morgens flog ich nach München. Ministerpräsident Göring hatte unterdessen von mir schon vorher den Auftrag bekommen, im Falle der Aktion der Reinigung seinerseits sofort die analogen Maßnahmen in Berlin und Preußen zu treffen. Er hat mit eiserner Faust den Angriff auf den nationalsozialistischen Staat niedergeschlagen, ehe er zur Entwicklung kam. Die Notwen- diakeit dieses blitzschnellen handelns brachte es mit sich, daß mir in dieser entscheidenden Stunde nur ganz wenige Menschen zur Verfügung standen. 3m Beisein des Ministers Goebbels und des neuen Stabschefs wurde dann die Ihnen bekannte Aktion durchgeführt und in München abgeschlossen. Des deutschen Bolles oberster Gerichtsherr Ein letzter Versuch im Guten möglichen Exzesse und forderte nunmehrige restlose Ausmerzung dieser Elemente aus der SA., um nicht I die SA., Millionen anständiger Parteigenossen und» Eile tut not zählen müsse. Ich beschwor ihn, zum letzten Mal von sich aus diesem Wahnsinn entgegenzutreten und seine Autorität mit anzuwenden, um eine Entwicklung z u verhindern, die nur so oder so in eine Katastrophe enden könnte. Ich führte erneut schärfste Beschwerde wegen der sich häufenden un- Slabschef Röhrn in der Erkenntnis, auf meine Person bei seinem geplanten Unternehmen unter keinen Umständen rechnen zu können, nunmehr die Beseitigung meiner Person selbst vorbereitete. Zu diesem Zwecke wurde dem engeren kreise der hinzugezogenen SA.-Führer erklärt, daß ich selbst mit dem in Aussicht genommenen Unternehmen wohl einverstanden sei, aber persönlich davon nichts wissen dürfe bzw. den Wunsch hätte, zunächst auf 24 oder 48 Stunden bei Ausbruch der Erhebung in haft genommen zu werden, um fo durch die vollzogenen Tatsachen der unangenehmen Belastungen entzogen zu sein, die sich im anderen Fall für mich außenpolitisch ergeben mühten. Diese Erklärung erhält ihre letzte Illustration durch die Tatsache, daß unterdessen vorsorglicherweife bereits der Wann gedungen war, der meine spätere Beseitigung durchzuführen hatte. Standartenführer Uhl gestand noch wenige Stunden vor fernem Tod die Bereitwilligkeit zur Durchführung eines solchen Befehls. hunderttausende alter Kämpfer von einzelnen minderwertigen Subjekten um ihre Ehre bringen zu lassen. Stabschef Röhrn verließ diese Unterredung mit der Versicherung, die Gerüchte sind teils unwahr, teils übertrieben, er werde im übrigen alles tun, um nunmehr nach dem Rechten zu sehen. Das Ergebnis der Unterredung aber war, daß Oie „Nacht der langen Messet Oer plan des Anschlags auf das Berliner Regierungsviertel. General v. Bredow, der als außenpolitischer Agent des Generals von Schleicher diese Verbindungen besorgte, arbeitete entsprechend der Tätigkeit derjenigen reaktionären Zirkel, die — ohne mit dieser Verschwörung vielleicht direkt in Zusammenhang zu stehen — s i ch zum bereitwilligen unterirdischen Meldekopf für das Ausland mißbrauchen ließen. Ende Ium war ich daher entschlossen, dieser unmöglichen Entwicklung ein Ende zu setzen, und zwar ehe noch das Blut von Zehntausenden Unschuldigen die Katastrophe besiegeln würde. Da die Gefahr und die mit allen lastende Spannung allmählich unerträglich geworden war und Parteistellen und Staatsstellen pflichtgemäß Abwehrmaßnahmen treffen mußten, erschien mir die eigenartige plötzliche Der- länaerung des Dienstes vor dem SA.- Urlaub bedenklich, und ich entschloß Mich daher, Samstaa den 30.Juni, den Stabschef fei- nes Amtes zu entheben, zunächst in Der- roatafung zu nehmen und eine Anzahl von ©21.- ftührern deren Verbrechen klar zutage lag, zu^ver haftemLaes zweifelhaft war, ob angesichts der solchen Entwicklung wurde mit geradezu wahnsinnigem Leichtsinn unter dem Hinweis abgetan, daß der blutige Terror die notwendigen Wittel so oder so schaffen würde. Ich muß mich hier noch mit einem Gedanken auseinandersetzen, nämlich mit dem, ob nicht jede gelungene Revolution in sich eine Rechtfertigung trage Stabschef Röhm und seine Elemente erklärten die Notwendigkeit dieser Revolution mit dem Hinweis auf den nur damit allein gerechtfertigten Sieg des reinen Nationalsozialismus. Ich muß an dieser Stelle aber für ine Gegenwart und Nachwelt die Feststellung treffen, daß diese Männer überhaupt kein Recht mehr besaßen, sich auf den Nationalsozialismus als Weltanschauung zu berufen. Ihr Leben war o schlecht geworden wie das Leben derjenigen die wir im Jahre 1933 überwunden und abgelost hatten. Das Auftreten dieser Männer hat es mir unmöglich gemacht, sie bei mir einzuladen, ober das Haus des Stabschefs in Berlin au« nut einmal zu betreten. Was aus Deutschland >m Falle eines S b aes dieser Leute geworden wäre, ist schwerlich aus« rudenken Di- Groß- der Gesahr wurde aber erst recht erwiesen durch die Feststellungen, die nun vom Ausland nach Deutschland kamen. Eng. lisch- und französisch- Sangen begannen immer häufiger von einer bevorstehenden Umwälzung m Deutschland zu reden, und immer mehr Mitteilungen ließen erkennen, daß von den Verschwörern eine planmäßige Bearbeitung des Auslandes in dem Sinne vorgenommen wur- d- daß ^n Deutschland die Revolution der -i'gentUch-n Nationalsozialisten vor der Tür stünde und das bestehende Regiment Nicht mehr zu handeln sähig s-i. Der erste Plan vom Umsturz basierte auf dem Gedanken einer Beurlaubuna der S A. In dieser Zeit sollten mangels greifbarer Verbände unfaßbare Tumulte ausbrechen nach Art der Zustände im August 1932, die mich zwingen mußten, den Stabschef, der allein in der Lage wäre, die Ordnung wieder herzu stellen, zu rufen, um ihm mit der vollziehenden Ge- walt zu betrauen. Nachdem sich unterdes eindeutig ergeben hätte, daß mit einer solchen Bereitwilligkeit von mir wohl unter feinen Umständen gerechnet werden könnte, wurde dieser Plan wieder verworfen und die direkte Aktion ins Auge gefaßt. Sie sollte in Berlin schlagartig einsehen mit einem Uebersatt aus d i e Regierungsgebäude, mit einer Verhaftung meiner Perfon, um dann die weiteren Aktionen als in meinem Auftrag stattfindende abrollen lassen zu können. Die Verschwörer rechneten damit, daß in meinem Ramen an die SA. gegebene Befehle im gesamten Reich die SA. nicht nur sofort auf den plan rufen würden, sondern daß damit auch eine Zersplitterung aller dagegen eingesetzten sonstigen Kräfte des Staates automatisch eintreten würde. Sowohl Stabschef Röhm als auch Gruppenführer Ernst, Obergruppenführer Heines, Hayn und eine Reihe anderer haben vor Zeugen erklärt, daß zunächst eine mehrtägige Ausein- anderfehung blutiger Art mit ihren Widersachern stattfinden sollte. Die Frage nach der wirtschaftlichen Seite bei einet $ WÄVÄ unb auf meine^mmn d>° ^utanta m-m-r P°r^ Entschluß- ?rast"Ält-"ch d°?t um 12 >r' mittags d-n Stnbsck-s l-iner Stellung -nth-b-n, ine Haupt,chul. b Sgr -Führer verhaften und in einem emdrmg- X ApM di7 W zu ihrer Pflicht zurück- rufeim Laufe des 29. 3uni erhielt ich aber |o bedrohliche Nachrichten über letzte Vorbereitungen ?ur Ättian, daß ich mittags die Besichtigung des Arbeitslagers in Westfalen abbrechen mutzte um mich für alle Falle bereit zu hal- fcn Um 1 Uhr nachts erhielt Ich aus Berlin unb München zwei dringliche Alarmnachrichlen, nämlich erstens, daß für Berlin um 4 Uhr nachmit- (ag9 Alarm ungeordnet worden fei. daß Anfangs Juni lud ich als letzten Versuch Stabschef Röhm noch einmal zu einer nahezu fünfstündigen Aussprache, die sich bis Mitternacht hinzog. Jcy teilte ihm mit, daß ich aus zahllosen Gerüchten und aus zahlreichen Versicherungen und Erklärungen alter treuer Parteigenossen und SA.-Führer den Eindruck gewonnen hätte, daß von gewissenlosen Elementen eine nationalbolschewi- stische Aktion vorbereitet würde, die über Deutschland nur namenloses Unglück bringen könnte. Ich erklärte ihm weiter, daß mir auch Gerüchte zu Ohren gekommen seien über die Absicht, die Armee in den Kreis dieser Pläne einzubeziehen. 3n versicherte dem Stabschef Röhm, daß die Behauptung, die SA. solle aufgelöst werden, eine niederträchtige Lüge sei, daß ich mich zur Lüge, ich selbst wolle gegen die SA. vorgehen, überhaupt nicht äußern könnte, daß ich aber jeden Versuch, in Deutschland ein Chaos entstehen zu lassen, augenblicklich persönlich abwenden würde und daß jeder, der den Staat angreift, von vornherein mich zu seinen Feinden Wenn ich noch wenige Tage vorher zur Rach- sicht bereit gewesen war, dann konnte es in dieser Stunde eine solche Rücksicht nicht mehr geben. Weutereien bricht man nach ewig gleichen eisernen Gesetzen. Wenn mir jemand den Vorwurf entgegenhält, weshalb ich nicht die ordentlichen Gerichte zur Aburteilung herangezogen hätte, dann kann ich ihm nur fagen: In dieser Stunde war ich verantwort lich für das Schicksal der deutschen Ration und damit des deutschen Volkes oberster Gerichtsherr. Weuternde Divisionen hat man zu allen Zeiten durch Dezimierung wieder zur Ordnung gerufen. Rur ein Staat hat von seinen Kriegsartikeln keinen Gebrauch gemacht und dieser Staat ist dafür auch zusammengebrochen: Deutschland. Ich wollte nicht das junge Reich dem Schicksal des alten ausliefern. Ich habe den Befehl gegeben, die Hauptschuldigen an diesem Verrat zu erschießen, und ich gab weiter den Befehl, die Geschwüre unserer inneren Vrunnenvergiftung und der Vergiftung des Auslandes auszubrennen bis auf das rohe Fleisch. Hnd ich gab weiter den Befehl, bei jedem versuch des Widerstandes der Weuterer gegen ihre Verhaftung diese sofort mit der Waffe niederzumachen. Die Ration muh wissen, daß ihre Existenz — und diese wird garantiert durch ihre innere Ordnung und Sicherheit — von niemand ungestraft bedroht wird! Hnd es soll jeder für alle Zukunft wissen, daß, wenn er die Hand zum Schlage gegen den Staat erhebt, der sichere Tod sein Los ist. Hnd jeder Rationalsozialist muß wissen, daß kein Rang und keine Stellung ihn seiner persönlichen Verantwortung und damit seiner Strafe entzieht. Ich habe Tausende unserer früheren Gegner wegen ihrer Korruption verfolgt. Ich wurde nur innere Vorwürfe machen, wenn ich ~r|d)ei» nungen bei uns nun dulden würde. Kem Volk und keine Staatsführung kann etwas dafür, wenn sich Kreaturen, wie wir sie in Deutschland als Kuttsker usw. kannten, wie das französische Volk in einem Staoiski kennen gelernt hat und wie wir sie heute wieder erlebten, auftauchen, um sich an den Interessen einer Nation zu versündigen. Allem jedes Volk ist selbst schuldig, wenn es nicht die Kraft findet, solche Schädlinge zu vernichten. Wenn mir die Meinung entgegengehalten wird, baß nur ein gerichtli ch e s Verfahren ein genaues Abwägen von Schuld unb Sühne hätte ergeben können, so lege ich gegen biese Auffassung feierlich st Protest ein. Wer sich gegen Deutschlanb erhebt, t r e i b t ß a n- besoerrat. Wer Lanbesverrat übt, soll nicht betraft werben nach bem Umfang unb Ausmaß seiner Tat, fonbern nach seiner zutage getretenen Gesinnung. Wer sich untersteht, im Innern unter Bruch von Ireueunb (Hauben unb heiligen Versprechen eine Meuterei anzuzetteln, kann nichts anberes erwarten, als baß er selbst bas erste Opfer fein wird. Ich habe nicht bie Absicht die schuldigen Kleinen erschießen zu lassen und die Großen zu schonen. Ich habe nicht zu untersuchen, ob unb wem von biesen Verschwörern, Hetzern, Destrukteuren unb Brunnenvergiftern ber beutschen öffentlichen Meinung und im weiteren Sinne ber Weltmeinung ein zu hartes Los zugefügt würbe, fonbern ich fjabe nur darüber zu wachen, baß bas Los Deutschlands getragen werben kann. Ein auslänbifcher Journalist, ber bei uns bas Gaftrecht genießt, protestiert im Namen ber Frauen unb Kinder der Erschossenen und erwartet aus ihren Reihen die Vergeltung. Ich kann diesem Ehrenmanne nur eins zur Antwort geben: Frauen und Kinder sind stets die unschuldigen Opfer verbrecherischer Handlungen ber Männer gewesen. Auch ich empfinbe mit ihnen Mitleib, allein ich glaube, daß das Leid, bas ihnen zugefügt worben ist burch bie Schulb biefer Männer nur ein winziger Bruchteil ist gegenüber bem Leib, bas vielleicht zehntausende von deutschen Frauen getroffen hätte, wenn diese Tat gelungen wäre. Ein ausländischer Diplomat erklärt, daß die Zusammenkunft mit Schleicher und Röhm selbstverständlich nur ganz harmloser Na- tur gewesen wäre. Ich habe mich mit niemanden darüber zu unterhalten. Die Auffassung über das, was harmlos ist und was nicht, werden sich auf politischem Gebiet niemals decken. Wenn aber drei Hochverräter in Deutschland m i t einem auswärtigen Staatsmann eine Zusammenkunft vereinbaren und durchführen, die sie selbst als „dienstlich" bezeichnen, unter Fernhaltung des Personals durchführen und mir durch strengsten Befehl verheimlichen, dann lasse ich solche Männer totschie- ß e n, auch wenn es zutreffend fein sollte, daß bei einer vor mir so verborgenen Beratung nur über Witterung, alte Münzen und dergleichen gesprochen worden sein soll. Die Sühne für die Meuterei. Die Sühne für biese verbrechen war eine schwere und harte. 19 höhere SA.-Führer, 31 SA.-Führer unb SA.-Angehörige wurden erschossen, ebenso brei SS.-Führer als mitbeteiligte am Komplott, 13 SA.-Führer unb Zivilpersonen, bie bei ber Verhaftung Wiber- ffanb versuchten, muhten babei ihr Leben lassen. Drei weitere enbeten burch Selbstmorb. Fünf Richt-SA.-Angehörige, aber Parteigenossen, wurden wegen Beteiligung erschossen. Endlich wurden noch erschossen drei S S.-Angehörige, bie sich eine schändliche Wihhandlung gegenüber Schuhhäftlingen zuschulden kommen liehen. Um zu verhindern, bah die politische Leidenschaft und Empörung an weiteren Belasteten z u r Lynchjustiz greifen konnte, wurde, nachdem die Gefahr beseitigt und die Revolte als niedergebrochen gelten konnte, noch am Sonntag, den 1. 3uli, der ft r e n g ft e Befehl gegeben, jede weitere Vergeltung zu unterlassen. Es ist damit seit Sonntag, dem 1. Juli, nachts der normale 3 ustand wieder hergestellt. Line Anzahl von G e w a lila ten, die mit dieser Aktion in keinem Zusammenhang stehen, werden den normalen Gerichten zurAburteilung übergeben. So schwer diese Opfer auch sein mögen, sie sind dann keine vergeblichen, wenn aus ihnen einmal fürimmerdie Ueberzeugung kommt, daß j e d e r Versuch eines Hoch- oder Landesverrats ohne Ansehen der Person gebrochen werden wird. Ich hoffe dabei zuversichtlich, daß, wenn mich das Schicksal zu irgendeiner Stunde von meinem Platze abberufen würde, meinJJl a ch- folger nicht anders handelt und, falls auch dieser den Platz räumen müßte, der dritte hinter uns mit nicht minderer Entschlossenheit bie Sicherheit von Volk und Nation wahrzunehmen bereit ist. Wenn in den nun hinter uns liegenden zwei Wochen ein Teil der ausländischen Presse anstelle jeder objektiven und gerechten Bencht- erftattunq die Welt mit unwahren und unrichtigen Behauptungen und Meldungen überschwemmte dann kann ich den Einwand nicht gelten lassen, daß andere Nachrichten eben nicht zu erhalten gewesen wären. Es hätte in den meisten Fällen nur eines kurzen Telefonanrufes an die zuständigen Stellen bedurft, um sofort die Haltlosigkeit der meisten dieser Behauptungen aufzuklären. Wenn insbesonbere verbreitet würbe, es seien auch Witglieber bes Reichskabi- netts unter ben Opfern ober Verschwörung, so wäre es unschwer gewesen, festzuslellen, bah bas Gegenteil bet Fall war. Die Behauptung, bah Vizekanzler von papen, Winister Selbte ober anbete Herren bes Reichskabinetts mit ben Meuterern eine Der- binbung gehabt hätten, wirb am schärfsten roiberlegt burch bie Tatsache, bah eine, ber ersten Absichten ber Weuterer u. a. ber Worb an biesen männern war. Ebenso sind frei erfunden alle Nachrichten über eine Beteiligung irgendwelcher deutscher Prinzen oder über deren Verfolgung. Wenn endlich in den letzten Tagen ein englisches Blatt zu berichten weiß, daß ich nunmehr einen Nervenzusammenbruch bekommen hätte, so wäre auch durch eine kleine Anfrage die Wahrheit sofort zu erlangen gewesen. Ich kann bie- fen besorgten Berichterstattern nur versichern, daß ich weder im Kriege, noch nach ihm jemals einen solchen Zusammenbruch erlitt, wohl aber habe ich dieses Mal erlitten den schwersten Zusammenbruch von Treu unb Glauben, die ich in einen Mann setzte, vor ben ich mich einst elbst bis zum Letzten gestellt, ja für den ich mich geradezu aufgeopfert hatte. Ich muß aber an dieser Stelle auch zugleich gestehen, dah mein Vertrauen zur Bewegung und insbesondere zur SS. nie gewankt hat. Schluh der Rebe bes Führers auf Selle 1 bes zweiten Blattes. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts -Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen. I •v< Abends grobes Feuerwerk mit Burgbeleuchtung! Arbeitskameraden! Besucht morgen das Merglest der N.S.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Mim-WiM. gesucht. Tausch- wohn. Vorhand. Sehr. Angebote unter 03521 an den Gieh. Anz. 2 Zimmern. Küche von pünktl. Vvr- auszahl. z. 1. 9. gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03513 an den GH. An;. Alleinsteb. Frau sucht 3immer u. Küche, Mitte d. Stadt oder Kaiserallee. Schr. Ang. unt. 03542 a. d. Gieh. Anz. 2-3-Ziin-M von Beamten alsbald gesucht. Schr. Ang. unt. 03541 a.d.G.A. Willig oder MMger(ili) m. Borbild. in Schreibmasch. u. Stenographie für Büro in Gieüen sofort gesucht. Handschr. 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Nach kurzem schweren Leiden verschied heute im Katholischen Schwesternhaus zu Gießen meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Engel, geb. Linker Für die trauernden Hinterbliebenen: Familie A. Engel, Zimmermeister. Hörnsheim, den 13. Juli 1934. 4147 D Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 15. Juli, nachmittags 2 Uhr, in Hörnsheim statt Werbung Großen-Buseck (Adolf-Hitler-Straße 34), den 13. Juli 1934 Vermietungen | 03543 |ÄDunt 4-5-Zimm.-Wobng. 03510 a.d.G.A. jVerschiedenes] 4152 D Vereine Mnen-festspiele 1934 durch 4148D Während der Reisezeit empfiehlt sich die te m. i. geb Herrn, 31 I., m. Hapag-Reisebüro Kreger, Gießen Bezirkssparkasse Gießen Seltersweg 89 3997 D Telephon 2396 E Jung. Ehepaar sucht per 1. 10. oder früher Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frieda Gesekus, geb. 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Juli, nachmittags 2*/a Uhr vom Trauerhause aus statt. _______________________________4141 D Biergtantn* Leistungsfähige Fabrik sucht Ver- treter oder Verbindungsmann mit besten Beziehungen zu einer oder mehreren Brauereien. Zuschriften unter M. P. 2540 befördert Ann.- (SlO .Carl Gabler,Nürnberg I. Ihren Führerschein Welches liebev., strebs., i. Haush. erf. Mädel möchte m. i. gebild. SWMNM au Kauf- u.Entschuldungszwecken, Existenzgründungen, bei günstigen Bedingungen. 4o76v Zweckspar A.-G., Mainz General-Agentur: Otto Wagner, Großen-Buseck, Adolf Hitlerstr. 4 ^odheim an der Bieber Sonntag, den 15.Juli 1934 Ist öer loteten Blüfion verbunden mit 25 jähr.Jubiläum des Kindergartens Vorm. lO' zUbr: Festgottesdienst.Direktvr Pfarrer Eichhoff,Paulinenstift Wiesbaden Nachm. 2V2 Uhr: Feier im Garten des Gastwirts Bechtold mit Darbietungen des Kindergartens und Ansprachen Abends 8l/a Uhr: Gemeindeabend im Saal Bender mit Vorträgen des Gern. Chors und Gesangvereins. Thema: Aufgabe und Arbeit der Zeit-Weiser Samstag, de« 21. Atli 1034: 5 y2 Uhr nachm. Feierliche Einholung der alten Regiments- fabnen am Bahnhof durch die Traditionskompanie, Marsch durch die Liebigstrahe - Frankfurter Strahe - Seltersweg - Sonnenstrahe - Kanzleiberg zum Landgraf-Philipp-Platz 5 Vi Uhr nachm. Antreten der alten Soldaten, des SA.- Ehrensturmes und der Giehener Regiments- und Militärvereine, einschliehlich NSDFB. (Stahlhelm) am 116 er- Denkmal, Landgraf-Philipp-Platz tzUhr nachm. Gottesdienst und Gefallenen-Ehrung am 116er- Denkmal, Landgraf-Philipp-Platz. Weihe und Anbrmgen einer Gedenktafel für die Gefallenen des Jnf.-Regts. 390 8 V* Uhr nachm. In der VolkshaNe am Trieb: Nsuffchev Abend ab 8 Uhr nachm. In den Festwirischaften am Trieb: Bayerische Bierhallen (Liebigshöhe) - Bei der Schützenliesl (Schützenhaus) - Grobe Konzerte - Tanz - Bayerische Stimmungskavelle - Reichswehrkavelle Sonntag, den 22. Lutt 1034: ab 8 Uhr vorm. Eintreffen der Sonderzüge, Empfang und Begrüßung der auswärtigenKameraden, Marsch mit Musik durch Bahnhofstraße - Horst-Wessel-Wall - Seltersweg - Neuenweg - Gartenstrabe - Ludwigsplatz 10 Uhr vorm. Vor der VolkshaNe auf dem Trieb: GenevalavveU Anschliebend in den Festwirtschaften kameradschaftliches Zusammensein. Mittagessen 1 ya Uhr mittags Lesbug Aufstellung Oswaldsgarten u. Wernerwall. Marsch durch Wernerwall - Hitlerwall - Landgrafenstrahe - Landgraf- Philipp-Platz - Sonnenstrahe - Kreuzplatz - Kaplans- 1 gasse - Bahnhofstrabe - Horst-Wessel-Wall - Hindenburg- wall - Gartenstrahe - Ludwigsplatz - Kaiserallee zur Volkshalle. — Dortselbst Festansprache des Verbandsvorsitzenden, Oberst a. D. Köttschau 4 Uhr nachm. In der Volkshalle am Trieb: Gvotzes NUtttSvkonzevt In den Festwirtschaften am Trieb: Bayerische Bierhallen (Liebigshöhe) - Bei der Schützenliesl (Schützenhaus) - rviedevseheuSseiev bei Konzert und Tanz - Bayerische Stimmungskapelle - Bay erische Bedienung - Rostbraterei - Reichswehrkap eile II (Korpsführer Wanitzek) Abends: 2 Kapellen - Grober Festrummel - Illumination Vorverkauf der Festabzeichen: a) der Festplakette für Herren 1,00 Mk. - b) der Festschleife, nur für Damen 0,50 Mk. in denZiaarrengeschäften: Moeser, Seltersweg-Scharmann, Lindenplatz - Richter, Frankfurter Strahe. Die Festabzeichen berechtigen zum Eintritt zu aNen Veranstaltungen an beiden Tagen. 4133 D Die Volksgenossen von Giehen und Umgebung werden schon heute zu obigen Veranstaltungen herzlichst emgeladen und gebeten, den alten Soldaten in ihrer Garnisonstadt durch reiche Schmückung der Häuser einen würdigen Empfang zu bereiten. Durchaus zuverl. Mädchen m.nurgut.Zeug- nissen z. 1. Aug. gesucht. 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G.A. 5 w Xsi S" Md Lerirauen' Ich habe'" ti? - Lies gibt " 6S* •X daß etwas 3f Kämpfen und Bewegung IUI sondern das ° Gestaltung de! in diesen für ihre innere 1 dritten Mal u genau so, wie werbe, daß 1 d höre. In n Hemd wieder und jedem en nationalsoziau lebt, indem es Als Im M junge Rev< i ivar es me: möglich Dl ehemaligen Staat und Partei ein lionen von und arbeit lich mit. ' fein roürbi milder ju v t Son D Dil ■SÄ Und h;. Q' n ?uben an ?ch, V h J our। öflhl. 1 1 Hinte'1 I*“9 iin«e K«ere ^ndni-lL ^eht. Jnur uns lun n f r n 8»be' „e İch°n , L»' habe Ion ”erMl die L b? »>6, 4 ' der & Niedrer Am Schlu gern Beifal Führers er^ die Zuhörer Führer ftür sprach der Ri bas aus, was lichen Stunde so erklärt Gc ost Telegenh Dortrag zu 1 tel, die nach auch alle bi um die S selber hatte Zwei Tlona den Knien 31 Volke nicht Darüberhinn entschlossen, i auch erlebt, rer jedes noch so fiel; worfen h noch das < 'hnen hoch 0 wegung geto wurde, da k des Volke wußte dem ' Schwert in i fuhrt. Das deuticl leben und |d großer die 9 deutsche «ßoI "nüberwindl ?orte Entsch h°ck und jede findet, daß Samstag, 14-3uH 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) Oie große Kührerrede im Reichstag Der Führer und die SA. sind eins GönngsSankmd VekennimszumMrer für den Führer. gerichtet hat. Die die Jn- Die „D A Z." betont, die Rede Adolf Hitlers hat die Würde des deutschen Namens über alle Anwürfe erhoben, denen er in einer feindseligen Welt, die uns nicht verstehen will, seit 14 Tagen ausgesetzt war. Die Welt wird sich nicht mehr weigern, das Komplott ernst zu nehmen, das schon den Mör- derHitlers gedungen hatte. In dem Führer, so schließt die „DAZ", der gestern sprach, hat sich nichts geändert, nichts in seinem Verhältnis zur Partei und Bewegung, in seiner Treue zum Volk und erst recht nichts in seiner starren Zielrichtung auf die als Glaubensartikel empfundene Volkslassen wurde! So treulos das Verhalten dieser kleinen Führergruppe war, so groß war die Treue dieser beiden nationalsozialistischen Organisationen in der entscheidenden Stunde zu mir. Wenn die SS. mit innerlich wehem Gefühl in diesen Tagen ihre höchste Pflicht erfüllte, dann war nicht minder anständig aber auch das Verhalten der Millionen braver SA.-Männer und SA.-Führer, die, außer dieser Gemeinschaft des Verrats stehend, keine Sekunde in ihrer Pflichtauffassung wankend wurden. Dies gibt mir die Ueberzeugung, daß dem nunmehrigen Stabschef der SA., mit dem mich das Band alter Kampfgemeinschaft verbindet, endlich gelingen wird, die Organisationen entsprechend meinen Richtlinien zu verjüngen und zu einem noch stärkeren Glieds der Bewegung zu machen. Denn niemals werde ist einwilligen, daß etwas zerstört wird, das nicht nur mit den Kämpfen und dem Siege der nationalsozialistischen Bewegung für immer untrennbar verbunden bleibt, sondern das auch ein unmeßbares Verdienst an der Gestaltung des neuen Reiches besitzt. Die SA. hat in diesen für sie wie für mich schwersten Tagen ihre innere Treue bewahrt. Sie hat damit zum dritten Mal unter Beweis gestellt, daß sie mein ist, genau so, wie ich es jederzeit unter Beweis stellen werde, daß ich meinen SA. - Männern gehöre. In wenigen Wochen wird das braune Hemd wieder die deutschen Straßen beherrschen und jedem eindeutig zu verstehen geben, daß das nationalsozialistische Deutschland nur noch stärker lebt, indem es eine schwere Not überwand. Lils im März des vergangenen Jahres unsere junge Revolution durch Deutschland brauste, i war es mein höchstes Bemühen, so wenig als möglich Blut zu vergießen. Millionen meiner E ehemaligen Gegner habe ich für den neuen Staat und namens der nationalsozialistischen Partei einen Generalpardon angeboten, Millionen von ihnen find seitdem zu uns gestoßen und arbeiten am Reubau des Reiches getreulich mit. Ich hoffte, daß es nicht mehr nötig fein würde, diesen Staat noch einmal mit der Waffe in der Hand verteidigen zu müssen. Indem das Schicksal uns diese Prüfung nun dennoch auferlegte, wollen wir uns aber alle geloben, um so fanatischer festzuhalten das, was mit so viel Blut unserer besten Männer erst erkämpft und heute wieder durch Blut deutscher Volksgenossen gehalten werden muhte. So wie ich vor anderthalb Jahren unseren damaligen Gegnern die Versöhnung angeboten habe, so möchte ich auch all denen, die mitschuldig waren an dieser Wahnsinnshandlung, von jetzt ab ebenfalls das Vergessen a n s a g e n. Mögen sie alle in sich gehen und in Erinnerung an diese traurige Rot unserer neuen deutschen Geschichte sich mit aller Kraft der Wiedergutmachung widmen. Mögen sie jetzt sicherer als früher die große Aufgabe erkennen, die uns das Schicksal stellt, und die nicht gelöst wird durch Bürgerkrieg und L h a o s. Mögen sie sich alle verantwortlich fühlen für das kostbarste Gut, das es für das deutsche Volk geben kann: die innere Ordnung und den inneren und äußeren Frieden, so wie ich bereit bin, vor der Geschichte die Verantwortung zu übernehmen für die 24 Stunden der bittersten Entschlüsse meines Lebens, in denen mich das Schicksal wieder gelehrt hat, in banger Sorge mit jedem Gedanken das Teuerste zu umkrallen, was uns auf dieser Welt gegeben ist: Das deutsche Volk und das Deutsche Reich! Schluß aus dem Hauptblatt. Nun wurde auch das Vertrauen zu meiner SA. mir zurückgegeben. Dreimal hatte die SA. das Unglück, Führer zu besitzen — das letzte Mal sogar einen Stabschef — denen sie glaubte gehorchen zu müssen und die sie betrogen, denen ich mein Vertrauen schenkte und die mich verrieten. Ich habe aber auch dreimal Gelegenheit gehabt zu sehen, daß im Augenblick, in dem eine Handlung sich als Verrat enthüllte, der Verräter einsam und gemieden von allen ver- Wcttervoraussage. Ueber dem Kontinent ist der Luftdruck wieder angestiegen, die Störungen sind im Ausfällen begriffen. Wenn auch durch sie vereinzelt noch leichte Niederschläge hervorgerufen werden, so wird sich doch allmählich der hohe Druck durchsetzen und wieder ruhigeres Wetter veranlassen. Aussichten für Sonntag: Wolkig mit Aufheiterung, noch schwül, meist trocken. Lufttemperaturen am 13. Juli: mittags 21,2 Grad Celsius abends 16,4 Grad; am 14. Juli: morgens 15,6 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum 13,1 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13 Juli- abends 20,5 Grad; am 14. Juli: morgens 18,4 Grad Celsius. — Niederschläge 4,9 mm. Sonnenjcheindausr 2/1 Stunden, Führers nur dem Volke selbst gilt, bann kann und wird das Volk dieses Vergelten durch unauslöschliche Dankbarkeit und Treue gegenüber dem Manne, der sich für jeden einzelnen Volksgenossen in Stücke reißen lassen würde, wenn er angegriffen wird. (Stürmischer Beifall.) Deshalb wissen wix, daß die Treue nach wie vor das feste Fundament bildet, auf dem wir aufzubäuen haben. Und das Vertrauen, das nicht nur die alten Kämpfer, sondern das ganze deutsche Volk ihm entgegenbringt, das ist wohl das Kostbarste, das ein Mensch auf Erden sich erwerben kann. Wenn heute der Reichstag beschließt: Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und dankt dem Reichskanzler für feine tatkräftige u n d e n t f ch l o f f e n e R e 11 u n g d e s Vaterlandes vor Bürgerkrieg und Ehaos breche über Deutschland herein, so er- was heute das ganze Volk, Mann für Mann und Frau für Frau erklären würde. Und wenn heute das Ausland glaubt, das Ehaos bereche über Deutschland herein, so erwidert das deutsche Volk daraus mit dem einzigen Aufschrei: Wir alle billigen immer das, was unser Führer tut. Damit ist die heutige Sitzung geschlossen. Das Treuebekenntnis Hermann Görings fand ein unbeschreibliches Echo, und als der Führer nach Schluß der Sitzung den Saal verließ, schlugen ihm immer wieder erneute Wellen der , Liebe und Verehrung entgegen. Als sich das Haus ■ langsam leerte, klangen von der Straße die Jubel- : I rufe der Zehntausende, die den ganzen Weg von : der Krolloper bis zum Reichskanzlerpalais umsäum- ; ten, herein. erfennung sein, nicht nur der Partei, sondern des ganzen einigen deutschen Volke s. Treue um Treue! Das sei die Parole der neuen Epoche des Aufbaues, die vor uns liegt. Wir alle wollen daran arbeiten, die Grundfesten des Reiches weiter zu stützen und an den schweren Aufgaben mitzuhelfen, die uns geblieben find. Das Ausland wird nun wissen, woran es ist. Es wird aufhören müssen, auf einen Zwiespalt im deutschen Volk zu rechnen. Es wird sich an der ehernen Geschlossenheit aller deutscher Stämme und Stände bie Zähne ausbrechen. Die verschworene Schicksalsgemeinschaft einer einigen Nation von 70 Millionen wird i hr e n Platz an der Sonne z ur Ücker obern, komme was da wolle. Das ist der Sinn des Appells, den der Führer an fein Volk Ur. 162 Zweiter Blatt —fr— — Das Echo der Berliner presse Oie Liebe des ganzen Volkes dankt dem Führer für seine Treue. A u f der Fahrt vom Reichstag zur Reichskanzlei mußte der Führer ein Menschenspalier durchfahren, das oft 40 bis 50 Glieder tief war. Besonders am Brandenburger Tor und auf dem Pariser Platz hatten sich ungeheure Menschenmassen gestaut, die den Wagen des Führers umdrängten, hier und da die Sperrketten der SS. durchbrachen, um dem Führer zu zeigen, daß sein Volk Ihn verstanden hat. Auch auf der Fahrt durch die Wilhelm st r a ß e setzten sich diese Kundgebungen fort und steigerten sich fast zu einem Orkan auf dem Wilhelmsplatz vor der Reichskanzlei. Der ganze Wilhelmsplatz war schwarz voll Menschen, die immer ro i e be r Hochrufe auf den Führer ausbrachten und Lieder der nationalsozialistischen Revolution sangen. Genau so belebt war das Straßenbild in der ganzen Stadt noch bis tief in die Nachtstunden hinein. UeberaU standen die Menschen beisammen und besprachen die Rede, in den Lokalen war überall bas einzige Thema die Rede. Die Extraausgaben der Berliner Zeitungen mit dem Wortlaut der Rede wurden den Verkäufern fast aus der Hand gerissen. Ganz Berlin war bis in die späten Nachtstunden hinein erfüllt von dem großen Eindruck, den die Red« des Führers überall hinterlassen hat. Am Schluß der immer wieder von minutenlangem Beifall unterbrochenen Ausführungen des Führers erhoben sich die Abgeordneten, aber auch i die Zuhörer von den Plätzen und brachten dem Führer stürmische Ovationen dar. Dann sprach der Reichstagspräsident Hermann Göring das aus, was alle, die Zeugen dieser weltgeschichtlichen Stunde sein konnten, empfanden. Ich selbst, so erklärt Göring u. a., meine Kameraden, hatte oft Gelegenheit, in schwerer Sorge dem Führer Vortrag zu halten über die zahllosen Beweismittel, die nach und nach bei uns eingintztzn. Ich habe auch alle die Versuche miterlebt, das Ringen um die Seelen dieser Verlorenen. Ich selber hatte Gelegenheit, noch einmal vor etwa zwei Monaten den Stabschef inständig, fast aus den Knien zu bitten, dem Führer und dem deutschen Volke nicht die Treue zu brechen. Mit lächelndem Darüberhinweggehen war er in dieser Stunde schon entschlossen, den Dolchstoß zu führen. Ich habe aber auch erlebt, w i e immer wieder d e r Führer jedes V e r d i e n st, und mochte es auch noch so klein sein, in die Waagschale geworfen hat, und immer wieder versuchte, doch noch das Gute herauszubringen, und er hat ihnen hoch angerechnet, was sie einst für bie Bewegung getan haben. Als aber dann gewogen wurde, da lag in der anderen Schale bie Not des Volkes, unb bie wog starker unb sie mußte bem Führer um unseres Volkes willen bas Schwert in bie Hanb brücken, unb bas hat er geführt. Das deutsche Volk aber weiß heute, daß es beruhigt leben und schaffen kann. Das deutsche Volk weiß je größer bie Not, desto stärker wird der Führer Das deutsche Volk weiß auch, baß, wenn die Not schier unüberwindlich erscheint, immer wieder der stahlharte Entschluß des Führers diese Not gemeiftert ha-t und jede künftige meistern wird. Wenn es empfindet, daß bas ganze Arbeiten und Denken des von sich gewiesen hat, das G e fühl für Stabilität des neuen Reiches im und Auslande ganz außerordentlich steigern wird. Die gleiche Wirkung wird fein erneutes Bekenntnis zu der Person des Generalfeldmarschalls und zu dem Bund vom 30. Januar 1933 haben. Der „L o k a l a n z e i g e r" erklärt daß die seelische Gewalt Hitlers über die Deutschen nw großer war als in dieser Stunde, daß das Geschehene ihn der Nation nur noch stärker verbunden hat, und daß sie nie mehr und einmütiger seinem Stern vertraute und seinem Schicksal sich verknüpft suhlte. Die „Deutsche Zeitung" schreibt: Wir alle standen in dieser Stunde der Führerrede unter dem Eindruck eines Menschen von einsamer Große der einer Verantwortung gerecht wurde, die lenseits der Tagesgeschehnisse nur an der Forderung nach dem ewigen Bestand der Nation gemessen werden kann. Zu ihm herauf aber schlägt die Welle der Liebe "sk 0a8 e" Hne'r Bors-nz-itu n g" b-z-ich. net die Rede nicht nur als ein e Ta t d er b e - freienden Aufklärung, sondern darüber bin« IS als einen Akt sittlicher Erziehung. ^Sie erschütterte und belebte, sie klarte und hab aus der verwirrenden Fülle der Ereignisse die ßtrimhaebanten heraus, auf denen das neue SKÄ " Das Blatt hasst, daß auch das Ausland ber Siebe die Beachtung schenkt die die 41USIUI IM . ,lrlS S. A tnnprn VI n ff (1 n HI Treue um Treue. Unbeirrbar ging der Weg des Führers geradeaus. Die politische Offensive, die gerade in den jüngsten Tagen, von London ausgehend, nach einem propagandistischen Trommelfeuer sondergleichen durch den französischen Außenminister vorangetrie- ben worden war, hätten einen außenpolitischen Gegenstoß erwarten lassen. Man hatte fast mit Bestimmtheit erwartet, daß in dieser Nacht ein Manifest des Reichskanzlers ergehen würde. In den letzten Stunden noch folgten bedeutsame Schachzüge der großen internationalen Gegenspieler, deren einer in der Ueberreichung von drei Paktentwürfen durch den englischen Botschafter in Berlin, Rom । und Warschau zu erblicken ist. 9e2)Tee,@i?m an ia" meint, dieses Bekenntnis, die ! „Die Einberufung des Hohen Hauses und die Er- Offenbarung innerster Empfindungen und Entscheid klarung ^r Reichsregierung diente emzig und hnnm>n foi mit Ppinpr h i <»h pt in pn Rede fulers ver-1 allein der Rechtfertigung des 30. Juni, gleichbar. Man müsse die Rede Wort für Wort der zur Unterdrückung der Revolte führte, dient der lesen die Darlegungen Wort für Wort lesen und ruckha 111 o s e n En thu11ung alter Zustande ihnen nachdenken dann würden sie nicht nur ver- und Ereignisse, die das junge Deutsche Reich in standen werden sondern i n .d i e H e r z e n d r i n - seinen Grundfesten erschüttert hatten. Es erübrigt qen, wohin s i e zielen. Wer wollte noch zwei- sich, auf den feierlichen Rahmen, der der Sitzung ein daß Hitler die Abrechnung am 30. Juni nach des Reichstags gegeben worden war, emzugehen. bestem Wissen und Gewisstn zur Rettung Deutsch- Unabsehbar die Mauer von Menschen aller Stande -■ - —. »••*■«- ----- IWÄI-Ä L , oper umsäumten. Straff und ehern die Kette der 9er erste Eindruck im Ausland, SfflÄ “K'SÄft »«■ ö a 5 un9ge he u r e Ausmaß des staatsver- sammlungen, Namen von Klang. Persönlichkeiten, räterischen Anschlages haben in England gro- deren jeder ein Programm bedeutet. Am Regie- « EfÄTn n b Erschütterung her- rungstisch neben dem Führer der Reichsaußenmim- LraeX Ein" führende ' Nachmittagszeitung ster Freiherr °°n Neurath, die Minister Heß, Dr. . A.- Lj,,;*« nm <^rpitnQ um 22 Uhr eine Sonder- Frick, Schwerin-Krosigk, der Vizekanzler von ou"$ “b°m ÖÄ » ber R-d- P°P°n f°h-t-. dafür im Parkett neben dem kormta Tipr pnnlifrhp Rundfunk übertrug einen Reichsfuhrer der SS, Himmler als seltener Galt Teil der Rede Auch in der Morgenpresse nimmt Alfred Hugenberg. Einige wenige Platze waren bie(£rflärunö beT^eiSsean3ler^ den ersten Platz frei geblieben Hier hätten wohl die Manner sitzen ein und wird überall in größter Aufmachung und können, die den Ehrendienst am Volke mit öem flumpNp in nultem Wortlaut wiedergegeben. All- schändlichen Treiben des Hochverrats vertauscht aLn wi'r"d zumAusdruckg"°brÄ Nhill"r eine allen und die nun in Schmach und Schande emen tehr eingehende Darlegung des staatsverraterischen schrnahligen Tod gefunden haben. Anicklaaes und der Strafmaßnahmen gegeben habe. Ihnen und ihren Plauen galt die g ofj Bericht der Times" heißt es: „Hitler malte des Führers an die deutsche Ration. Cs uiar er« pin ^aufteVoröentlidies unb schreckliches Bild" - schlitternd, mit allen Fasern des Herzens zu sich- Die übrige Presse berichtete allgemein in großen len, rote dieser Mann gelitten hat unter dem Ver- Scklaazeilen von ben „sensationellen Enthüllungen" rat und der Treulosigkeit derer, an die er selbst über den Anschlag Der „Daily Expreß" zitiert an rückhaltslos geglaubt hatte. Oberster ®ey\d)t5» der Spitze seche? Meldung die Erklärung Hitlers, Herr des deutschen Volkes zu fern, roem Öaft er bie Verantwortung vor ber Ge - hätte es anbers zustehen können als bem alleinigen schickte übernehme. Die „Daily Mail" unter- Schöpfer bes Satten Ke\A>es, als beroi Grretter aus teeickt bie ungeheure Begeisterung, mit bem Chaos bes Bolschewismus unb ber Wirtschaftler bie Erklärung bes Führers im Reichstag auf- liehen Zerstörung. genommen würbe. I Niemals bis zu btefer Stunbe hat man erfahren, * baß Abolf Hitler an ber Schwe11e bes To- Die große Rebe bes Führers wirb von ber Pa- des geftonben hat, baß ber bezahlte Mürber schon r i s e r M o r g e n p r e s s e sehr ausführlich wieber- bereitftanb, um ihn im Solbe ber Verräter abzugegeben Die berliner Sonderberichterstatter unter- schlachten. Niemals hatte man davon gehört baß bie streichen ben großen Beifall, burch ben bie Aus- Revolte losbrechen sollte im Name ns ei n e r übrungen bes Reichskanzlers immer wieber unter- eigenen Autorität; baß zwei Tage unb rochen würben enthalten sich aber im allgemeinen Nächte hinburch" bas „lange Messer ber irrege» einer eigenen Stellungnahme. Die Blätter stellen leiteten Männer im braunen Ehrenkteibe ber SA. ipbock mit einigem Bebauern fest, bah bie in ber in ben Reihen bes Volkes blutigen Ernst machen Wst«°n Pr- "e schon I°it einigen Tagen angeknn- wollte. Zehntaufend- und aber Zehntaufende hat en hinten außenpolitischen Erklärungenihr Leben hmgeben müssen, um ben krankhaften nu^Pbrieben HnbP Treiben bies aber bem Umftanö hbeen unb Machtgelüsten einiger weniger zum ber neuesten außen- Opfer zu bienen. Die Welt weiß heute baß 77 ^Ber» volitilcken Ereignisse nicht genügenb Zeit gehabt räter ben Tob gesunben haben wieviel weniger im 3U prüfen. . al5 selbst bie letzten Unruhen ber letzten Monate in 3n Holland wurde die Rede des Führer- non Frwrkreich « der vielen Personen Persönlich ab geh ort u wieber sauber ist; baß ber Marschtritt trotz vorübergehender b ® bn braunen Kolonnen in wenigen Wochen wieder burchweg hervorragenb verstanden. Sie hat m R 6tr r n ^aUen wird. Die Diplomaten, ,en des in Holland besonders' ZErenhen^^^>cll senden di° die Logen der SroUoper füllten, wissen aus dem einen er chuttemden und zugleich ,v?erwa"igenoen Munde des Führers, daß SA. und ÄS» so,batcn cin eiflenC5 3U der Röhmrevolte und über deren Unterdrmkung ^^nen Mark hat ber Stabschef vom beut» von einer außergewöhnlichen menschlichen Große unterschlagen. Gelber, bie er zu „sozialen zeugt unb von einer so uberzeugenben Logik unb L^A^ngeforbert unb erhalten hatte. Nie hat Einbringlichkeit mar, Jrnfc sich auch Öem neuen I bas luxuriöse Haus bes ehemaligen Deutschlanb grunbsatzlich ablehnenb gegenüber betreten, weil es ihm nicht sauber bünfte, stehenbe Kreise ihrer gerabezu einhammernben jr[ ^erem ^urus unb Wohlergehen nicht bie Wucht nicht entziehen konnten. Sie wirkte angesichts ^genben erblickte, bie bie Bewegung groß bes Wirrwarrs, ber sich wibersprechenben Senfations- , unb &ie Rettung bes Volkes ermöglicht melbungen unb Pressekommentare auch in Holland gemacht 9 ro i e ein reinigendes (3 e rot 11 er. Steif'acM über diese Vorgänge das Buch gibt man seinem Erstaunen unb ferner Entrüstung Er hat bas letzte Wort gespro- barüber Ausbruck, rote eine gewts e Presse es fertig 9 W f verborgen. Der Jubel aber bringen konnte, menschlich unb PoliWM° unb Volksvertreter in bieser historischen Reichstagslautere Beroeggrunbe, bie ben Führer zu temem ber orkanartige Beifall, ber aus ber roei- entfcheibenben Eingreifen am 30. Juni veranlaßten 18, bß5 Sitzungssaales sich fortpflanzte in zu verbunkeln unb burch Derbachtigungen b^ftchen Gaue bis in bie letzte Hütte hinein herabzufetzen. unb „ickst zuletzt bas ergreifenbe Treuebekenntnis Begeisterte Kundgebungen - »Ä s?“ _ — x a. rr z I - 3 r ■ ■ j.i ____ Inrthprti m.rlin 14. Juli (DNB.) Sämtliche Berliner Morgenblätt'er nehmen in ^titeln ““.‘nb!» Ki'l« 8«V«t l™ »“Ätasga K'Ä'i'Xy KÄ’Äf.. »•< schwere Prüfungen nur zu witzeln weiß unb verständnislos dem großen Ringen Deutschlands gegen “h^runs alle war der 13. Juli aber VerpsNch. tuna treuer als jemals unsere Au - nabe' zu erfüllen, als Ganzes lieber gut= zumachen, was Halbe unb Faule am ^1)5^ ge= iiinbiat haben. Abolf Hitler kann sich auf fern Volk Ehr verlassen als je zuvor. Er herrscht nicht nur, tenbern er führt unb wirb geliebt. Das roirb ihm VlÄÄ s. «■ Die Richter des Volksgerichtshofes Berlin, 13. Juli. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Herr Reichskanzler hat auf Vorschlag des Herrn Reichsministers der Justiz gemäß Artikel III § 2 des Gesetzes zur Aenderung von Vorschriften des Strafrechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 (Reichsgesetzblatt 1/143) a u f die Dauer von fünf Jahren zu Mitgliedern des Volksgerichtshofes ernannt: 1. Senatspräsident beim Kammergericht Dr. Rehn, Berlin; 2. Senatspräsident B r u n e r, München; 3. Senatspräsident Springmann, Düsseldorf-Wuppertal; 4. Landgerichtsdirektor Schauwecker, Breslau; 5. Landgerichtsdirektor Dr. Schaad, Düsseldorf; 6. Landgerichtsdirektor Dr. Merten, Kiel; 7. Amtsgerichtsrat Dr. Zieger, Altona; 8. Landgerichtsdirektor Dr. Köhler, München; 9. Landgerichtsdirektor Hartmann, Dresden; 10. Landgerichtsdirektor Lämmse, Stuttgart; 11. Landgerichtsdirektor Lu a e r, Karlsruhe; 12. Landgerichtsdirektor Dr. Löh mann, Hamburg; 13. Oberst Busch, Kommandeur des Jnf.-Rgts. Rr. 9, Potsdam; 14. Oberstleutnant Reinecke, im Reichswehrministerium; 15. Fregattenkapitän Förster, im Reichswehrministerium; 16. Korvettenkapitän Rollmann, im Reichswehrministerium; 17. Dr. H e r z l i e b , im Reichswehrmmlstermm; 18. Flieger-Kommodore Fritz Christiansen; 19. Flieger-Kommodore F elmy; 20. Flieger-Kommodore Wenninger; 21. Flieger-Kommodore S t u m p f f; 22. Flieger-Kommodore Wimmer; 23. Obergruppenführer Staatsrat vonJagow; 24. Gruppenführer Freiherr von Eber st ein; 24. Gruppenführer Meyer-Quade; 26. Gruppenführer Staatssekretär Hofmann, München; 27. Gruppenführer Hauptmann a. D. Weiß, Berlin; 28. Regierungsrat K l i tz i n g, Schwerin/Mecklen- burg, Gauleitung; 29. Landesbauernführer Bredow, M. d. R., Manschnow-Oderbruch; 30. Kreisleiter W o r ch, Brauer und Mälzer, Karlsruhe; 31. Flugleiter Hartmann, Dessau; 21. Justizinspektor Angermann, Breslau, Gauleitung. Ferner hat der Herr Reichsminister der Justiz gemäß § 2 der Verordnung über den Volksgerichtshof vom 12. Juni 1934 (Reichsgesetzblatt 1/492) den Senatspräsidenten beim Kammergericht Dr. Fritz Rehn zum Präsidenten des Volksgerichtshofes und Vorsitzenden eines Senats und die Senatspräsidenten 'Wilhelm B r u n e r und Eduard Springmann zu Vorsitzenden eines Senats des Volksgerichtshofes bestimmt. England und die pakipläne. Große Aussprache im Unterhaus. London, 13. Juli. (DRB.) Im Unterhaus erklärte Außenminister Simon u. a., Barthou sei hauptsächlich gekommen, um über die mögliche Schaffung eines gegenseitigen Hilfeleistungs- p a k t e s zu sprechen, der eine Anzahl von Ländern in Osteuropa umfassen würde. Der Plan enthalte in erster Linie einen gegenseitigen Hilfeleistungspakt zwischen Sowjet-Rußland, den baltischen Staaten, Polen, der Tschechoslowakei und Deutschland. Der Pakt würde dem Beispiel von Locarno folgen. Ein weiterer Punkt gehe dahin, daß Rußland in gewisser Hinsicht mit Locarno in Verbindung gebracht werde. Dies würde in der Form einer Garantie Rußlands an Frankreich auf der einen Seite und an Deutschland auf der anderen Seite geschehen, falls sich eine Lage ergebe, die den ursprünglichen Locarnovertrag wirksam werden lasse. Eine von Frankreich angebotene Versicherung geben, werde sich sowohl auf die russischen Grenzen, als auch auf die Ost grenze Deutschlands beziehen. Es sei ein Pakt der regionalen Garantien. England könne eine neue Abmachung zwischen europäischen Staaten, die darauf abziele, eine Kombination gegen eine andere aufzubauen, nicht durch eine moralische Unter st ützung ermutigen. England übernehme keinerlei neue Verpflichtungen. Es sei wichtig, daß Sowjetrußland unter dieser Abmachung in den Völkerbund eintrete. England sei bereit, Rußland herzlich im Völkerbund zu begrüßen. Dieses Uebereinkommen sollte eine vernünftige Anwendung des Grundsatzes der deutschen Gleichberechtigung in einemSystem derSicher- h e i t für alle Nationen vorsehen. Deutschland müsse ein Mitglied dieser neuen Kombination werden, wenn sie zustandekomme. Deutschland würde in einer solchen Kombination, wenn es daran teilnehmen wolle, sehr wertvolle zusätzliche Versicherungen unter dem System der Sicherheit erhalten. Das neue System, wenn es zustande käme, würde im wahrsten und vollständigsten Sinn g e - genseitiger Natur sein und könnte unter keinen Umständen als eine ausgewählte Kombination zwischen gewissen Mächten betrachtet werden. Die englische Regierung habe beschlossen, ihre Ansicht bekanntzugeben, daß ein Ostpakt der gegenseitigen Garantien, begründet auf den strengsten Grundsätzen der Reziprozität und abgefaßt mit dem echten Ziel, die Grundlagen des Friedens in der Welt durch Schaffung einer weiteren Basis der gegenseitigen Garantien zu stärken, die Unterstützung der englischen Regierung und des englischen Volkes wohl verdiene. Die englische Regierung habe bereits in Verbindung mit anderen Mächten gestanden und ihnen nahegelegt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Erfolg der Verhandlungen sicherzustellen. Er freue sich, mitteilen zu können, daß er eine Verlautbarung von Mussolini erhalten habe unter der klaren Voraussetzung, daß der Ostpakt der gegenseitigen Garantien keinerlei Verpflichtungen mit sich bringe, betrachte die italienische Regierung Abmachungen auf einer Grundlage der Wechselseitigkeit mit Sympathie, insbesondere wenn solche Vorschläge neue Möglichkeiten in der Form der Begrenzung und Herabsetzung der Rü- st u n g e n bieten und die Gleichheit der Rechte umfassen. Der liberale Abg. Mander kam dann auf die Gerüchte über ein neues englisch-, französisches Militärbündnis zu sprechen. Neuerdings hätten gewisse Besprechungen zwischen hohen Offizieren der Armee und der Luftwaffe Frankreichs und Englands stattgefunden. Man habe gehört, daß diese militärischen Verhandlungen im Sinne der Vorkriegsbesprechungen im Gange gewesen seien. Ferner sei gesagt worden, daß zwar keine neuen Verpslichtungen und Abmachungen eingegangen würden, daß aber Gedanken geäußert worden seien, wie z. B. über die Errichtung von Flugzeugstützpunkten auf dem Festlande, die als eine O p e r a t i o n s b a s i s für englische Streitkräfte dienen könnten, und daß in England Maßnahmen für die Entsendung eines Expeditionskorps nach dem Fe st lande geprüft würden. Wenn diese Dinge nur'von einer Gruppe von Nationen erwogen würden, dann wäre ein solches Vorgehen Höch st unerwünscht. Man hoffe, daß die Regierung in diesem Zusammenhang eine Erklärung abgeben würde. Winston Churchill erklärte: Seiner Ansicht nach solle der Völkerbund die Bildung von Regionalpakten für die gegenseitige Sicherheit gegenüber Angreifern unterstützen. Dieser Prozeß könne möglicherweise zur Schaffung einer internationalen Streitkraft, insbesondere einer internationalen L u s t m a ch t führen. Nach einem Loblied auf Rußlands Politik, die eine Politik des Friedens fei, ging Churchill zu seinem üblichen Angriff auf Deutschland über. Deutschland hätte bereits Aufrüstungsmaßnahmen und zwar besonders in der Luft ergriffen. Die deutsche zivile Luftfahrt sei „gigantisch^ und es sei gut möglich, daß die deutsche Luftfahrt nächstes Jahr um diese Zeit stärker als die englische sein werde. In Deutschland — so behauptete er — ständen zwei oder drei Männer an der Spitze der Politik. Es gebe keine öffentliche Meinung und kein Parlament. Nach seiner Meinung könnten Männer in dieser Lage versucht sein, sich von einer großen Gefahr im Innern zu befreien, indem sie sich in ein ausländisches Abenteuer gefährlichster und katastrophalster Art stürzten. Sir Austen Chamberiam erklärte, die Aufnahme dieses Vorschlags in Deutschland würde der Prüfstein sein, an dem man feststellen könne, welchen Zweck Deutschland mit seiner Forderung nach Rüstungsgleichheit verfolge, und ob es sich mit 'Sicherheit zufriedengebe, oder die Oberherrschaft verlange. Lordsiegelbewahrer Eden schloß die Aussprache mit einem Hinweis auf die Gerüchte von einer neuen englisch-französischen militärischen Zusammenarbeit ab. Die Antwort auf die Frage, ob vor oder während der Besprechungen zwischen den englischen Ministern und Barthou zu irgendeiner Zeit militärische Verhandlungen stattgefunden hätten, oder ob solche Besprechungen überhaupt durchgeführt worden seien, müsse ein bestimmtes „Nein" sein. Rumänischer Besuch in Paris. Paris, 11. Juli (DNB.) Der rumänische Ministerpräsident T a t a r e s c u ist in Begleitung des rumänischen Finanzministers in Paris eingetroffen. Außenminister Barthou hat Tatarefcu über die Ergebnisse seiner Londoner Besprechungen unterrichtet, vor allem hinsichtlich der O st paktpläne, die auf Vorschläge des rumänischen Außenministers Titulescu zurückgehen. Die französische Regierung hat Wert darauf gelegt, durch den Empfang des rumänischen Ministerpräsidenten in Paris den engen Charakter der französisch-rumänischen Beziehungen 3U unterstreichen. Man rechnet damit, daß Ende dieses oder Anfang nächsten Monats auch König Karol zu einem Besuch nach Paris kommen werde. Aus aller Well. Line Spazlerstock'Ausstellung. In Bandoeng auf Java wird zur Zeit eine interessante Spazierstock-Ausstellung abgehalten, in der Erzeugnisse der noch sehr jungen, auf Betreiben der niederländischen Behörden ins Leben gerufenen eingeborenen Schnitz- und Drechsel- kunst gezeigt werden. Von den 4000 Stöcken, mit denen die Schau beschickt ist, ist fast jedes Exemplar ein kostbares Wunderwerk, es sind Luxusspazier- stöcke, die sich nur ein Lord leisten kann — und so sind auch aus England schon bezeichnenderweise dis ersten Bestellungen in Bandoeng eingelaufen. Alle Stöcke sind aus javanischen Edelhölzern, einige auch aus Ebenholz von Borneo angefertigt, mit Elfenbein-, Gold- und Silberknöpfen versehen, einige sogar mit juwelenbesetzten Goldringen. Der Preis des wertvollsten Stockes, dessen Ring von Brillanten nur so funkelt, beziffert sich auf 6000 Mark nach deutschem Gelde. Oer Weg des Blutes. Von Landesbauernführer Dr. Wagner. Der Kampf des nationalsozialistischen Staates hat dem deutschen Bauern seine Freiheit wiedergegeben, das stolzeste und höchste Gut seiner Väter. Sein Recht, dieses urdeutsche Recht, ist ihm wieder eigen geworden. Diese Freiheit bedeutet aber nicht das Anrecht auf ein egoistisches Ausleben des Daseins ohne Rücksicht auf den Nebenmenschen, sie stellt im Nationalsozialismus eine ungeheuere Verpflichtung gegenüber Volk, Sippe und Familie dar. Durch dieses Verantwortungsbewußtsein des Einzelnen gegenüber der Gesamtheit wird die Freiheit des Bauerntums und damit des ganzen Volkes erreicht. Wer den Nationalsozialismus nur mit dem Verstand zergliedern will und ihn nicht mit dem Herz und einer heißen Liebe zu Deutschland erfassen kann, wird niemals die gewaltige Größe dieser Gedanken begreifen lernen, diesen heroischen Willen zur Opferbereitschaft, der selbst bis zum Einsatz des Lebens führt. Der deutsche Bauer hat in der Geschichte bewiesen, daß er f ü r seine Freiheit jedes Opfer zu bringen bereit ist. Aus einem bhits- mäßigen Instinkt heraus erkannten unsere Väter, daß ihr Kampf der Erhaltung ihrer Eigenart und der Reinhaltung ihrer Rasse in geistiger und körperlicher Hinsicht galt. Und sie führten diesen Kampf getreu und tapfer. Der germanische Bauer wußte nichts von Vererbungsgesetzen, wie sie die Wissenschaft unserer Tage erforschte, aber er glaubte an das Blut als den Träger der seelischen und körperlichen Eigenschaften der Vorfahren. Nicht das Leben erst gestaltet den Einzelnen, seinen Charakter und sein Wesen, sein ganzes Tun, sondern er bringt diese Eigenschaften in schicksalhafter Uebertragung aus der Kette der Ahnen mit. Das war der instinkt- sichere, blutsmäßige Glauben unserer germanischen Vorfahren, für den erst nach vielen Jahrhunderten exakteste Forschung den wissenschaftlichen Beweis erbrachte. Und deshalb finden wir bei ihnen diese hehre Ahnenverehrung, deshalb die strenge Gesetzgebung im Eheleben, aber auch deshalb die unlösliche Verbindung der Sippe, des Blutes mit dem Boden durch das Odal. Wie die Freiheit des Volkes, der Sippe und der Familie in der Beschränkung des Einzelnen lag, so war auch das Odal nicht Eigentum des Einzelnen, sondern es war das Eigentum der ganzen Sippe. Dieses Wort Odal kommt von ob = Eigentum und dem Begriff des A l l. Ein Wort voll innerer Größe, ein Geschenk des Alls, ein Geschenk Gottes, der Sonne und des Lichts an die Sippe. Das Odal war frei, unbelastbar und unveräußerlich. Und der Anerbe als Führer des Geschlechts war nur der Verwalter des Odals. Wer von einem Odalshofe stammte, war ein freier Mann, er war „obalig" ober „adelig". Blut unb Boben wirb hier zu einer Einheit, bie in ber Reinhaltung bes Blutes ihre Verehrung ber Ahnen zum Ausbruck brachte. Das Odalsrecht ist ber Garant für bie Erhaltung eines blühenden und gesunden Volkes. Nicht nur die Sicherung der Ernährungsgrundlage wird hierdurch gewährleistet, sondern auch die Hochhaltung der Ehe und damit der Rasse. Wir hatten ein gesundes Bauernrecht, bis das ärtfremde römische Recht den Boden zur Handels- Wilhelm von Scholz. Zum 60. Geburtstag des Dichters. Von Hans Sturm. „Es ist in meinem Horoskop vorgezeichnet", schrieb der nun 60jährige Dichter, Denker und Deuter Wilhelm von Scholz einmal vor Jahren, „baß mein Leben wie ein Pendel zwischen zwei Polen hin und her schwingt: einem starken tätigen Verhältnis zur Oeffentlichkeit — als Teilnehmender und Beteiligter, mit in den Strudel Gerissener — und auf der anderen Seite stillster menschenferner innerer Versenkung. Die meisten Planeten auf der einen Seite im sogenannten „Hause der öffentlichen Wirksamkeit" oder in Beziehung zu ihm — und ihm gegenüber (Saturn, ber geheimnisvolle, allein als Grundmacht meines Daseins." Aus diesem ewigen Aspekt sieht unb beutet Wilhelm von Scholz sein Werden, Wesen unb Wirken er spürt, wie dieses „Gesetz der Auskehr und Einkehr über ihm „besonders zwanghaft waltet". Er ist wie der immer Wandernde: Zeitlose Ewigkeit war einst dein Traum. Längst wurdest du Zeit und wanderst durch den v _ Raum. Du weißt, dein Weg ist nur ein kurzes Stück, Dein Ziel der Abend, doch dein Schritt ist Glück. Von seinem äußeren Leben ist wenig zu berichten: er wurde am 15. Juli 1874 in Berlin geboren, seine Ahnen flammen jedoch aus dem Schlesischen; mit 16 Jahren kam er auf das väterliche Gut Seeheim bei Konstanz, wo er eine „zweite Heimat" fand. Nach abgeschlossenen Universitätsstudien ging er nach München, wo er im Jahre 1899 zuerst bie Bühne betrat. Abwechselnd wohnte er dann in Seeheim Weimar, Meran, Hohenschäjttarü fa} Aartal, Dter* Hambach im Odenwald, zwischenher war er auf längeren Reisen in Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Vorarlberg und Tirol; hin und wieder lebte er auch in Berlin. Acht Jahre, von 1914 bis 1922, fügte er sich „in die festumschriebene Tätigkeit des ersten Dramaturgen unb Spielleiters am Stuttgarter „Hoftheater", kehrte bann aber wieder in das altgewohnte freie Schriftstellerleben zurück. „In diesem äußeren Umriß fügt sich bas Werden meiner Dichtung leicht ein. Meine ersten Verse entstanden früh. Aber erst nach meiner Leutnantszeit (1895) schrieb ich Gedichte, von denen mir einige heute noch wertvoll sind." Als er seine Lyrik zu veröffentlichen begann, wurde er bald als „Neuklas- sizist" abgestempelt, allerdings mehr seiner ersten Dramen wegen, und. so wurde seine Dichtung hier und da übersehen. Und doch gehört sie zu dem reinsten, persönlichsten, dichterischen Ausdruck unserer Zeit und wird noch gelesen werden, wenn das viel- fältige lyrische Gestammel dieser Tage verschollen ist. Man lese still vor sich hin: Spätes Morgengrauen. Die nachtkühl beschlagenen Fensterscheiben rührt draußen das Tagesgrauen an, durch den Spiegelschein meiner Kerze treiben ee Morgenwolken heran. , Licht und ich im ziehenden Grauen, Aus des Glases raumwerdender Tiefe rinnt Welt. Durch den verlöschenden Spiegel schauen Gebirge, See und Wipfel im Wind. Im Wesentlichen sind es die Beziehungen zwischen innen und außen, die Scholz gestaltet, er spürt den Mächten des Jchs und der Umwelt nach und sucht ihr gegenseitiges Sichdurchdringen tief und dichterisch zu formen. Immer wieder lockt ihn das Raumproblem (doch nicht das mathematische), das er ohne alles physikalische, physiologische und psychologische Beiwerk erfassen will, er sucht auch nicht die Struktur des „absoluten Raums" zu veranschaulichen oder gar den synthetischen Aufbau der verschiedenen Raumdimensionen durch Projektion eines Punktes aus der nächsthöheren Dimension zu zeigen, er will den schöpferischen Raum mtt Worten umreißen: Wer bist du? Der Gestaltende, der Waltende. Und du? Bin der Gewahrende. Mein Leib, das Blut, bas in ihm kreist, mein dunkles Sein, wird mir zu Geist; was ohne Worte in mir spricht, wird mir zu Wort, wird mir, wird mir zu Licht. Ich bin der Offenbarende. Gott und Nichts ist ihm der uferlose Raum: Du sinkst in ihn auftastenden Gesichts, fühlst, wie fein Atem saugend dich erhebt, und ruhst doch, du und er: umschlossenes Nichts. Früh schon wandte sich Wilhelm von Scholz dem Bühneoftück zu. Leu ujtL» großen Lrjolg brache ihm das historische Drama „Der Jude von Konstanz", ein Spiel aus Deutschlands unseligen Tagen. Tragische Wucht leiht die unberechenbare Unerbittlichkeit des Schicksals dem Trauerspiel „Meroe"; alles, Gestalten und Geschehen, steht im Zwielicht des Unwirklichen, selbst die merkwürdige Heiterkeit der indischen Seelenwanderungskomödie „Vertauschte Seelen". Zu nennen wären noch „Die gläserne Frau", „Die Feinde", „Gefährliche Liebe" und die vielgespielten Stücke „Das Herzwunder" und „Der Wettlauf mit dem Schatten"; hier wird das Problem des zweiten Gesichts behandelt, jedoch nicht sensationell, sondern aus dem Erstaunen eines nachdenksamen Menschen heraus. Der Dichter Scholz kommt von der Mystik des Mittelalters über Hölderlin und Novalis, das verrät er auch in seinen epischen Arbeiten. Auch hier bringt er in bie verborgenen Grünbe vor, bie ben meisten als bas Unwirkliche unbekannt finb, bie aber bem Geheimnis des Göttlichen näher find als die lebendigste Wirklichkeit. Neben kleineren Erzählungen schrieb er „Perpetua", den Roman der Schwestern Breitenschmitt, der in Augsburg um 1600 spielt und in behaglicher Breite die Geschicke der Zwillingsschwestern des Lichterziehermeisters malt. Im Schatten des großen Meisters Ekkehard steht die großangelegte Erzählung „Der Weg nach Jlok". Der fromme Capistran ist Organisator des Türkenkrieges um 1455 und braust als Diplomat und Inquisitor durch die Handlung dieses Buches; Kloster Jlok ist die Stätte, wo er zu Gott eingeht. In all seinen Prosaarbeiten, besonders in den feinen kleineren Erzählungen, etwa der „Antwerpener Sage" oder „Albrecht Dürers Erlebnis", schaut der Dichter hinter die Dinge, ohne sich im Unwirklichen oder Phantastischen zu verlieren. Hieran hindert ihn sein ausgeprägtes „Kunstdenken", das ihn andererseits zu tiefen Betrachtungen über das Drama oder über Fragen des Daseins, des Zufalls und ähnlicher Probleme führt. Sein Werk wird wachsen und bleiben, weil dem großen Schweigen des Draußen er immer wieder Antwort gibt aus dem großen Schweigen seines Innern. Baueniwappen. Daß der Bauer seinen eigenen Adel hat, ben wir heute besser zu würdigen verstehen, als es früher der Fall war, zeigt sich in dem Brauchtum des Bauernwappens, das besonders in niedersächsischen ländlichen Kreisen lange Zeit gepflegt wurde. Wir dürfen in diesem bäuerlichen Wappenwesen nicht etwa eine Nachäffung adeliger Sitten erblicken, sondern die Bauernwappen sind organisch aus der rechtlichen und sozialen Stellung gewisser bäuerlicher Gemeinden erwachsen. Der Ursprung des Wappens ist ja nicht etwa im ritterlichen Turnier- wejen 411 suchen, jpubm ss tzch uraltes Sinnbild des Heeres oder einer Heeresabteilung, ein Hoheitszeichen, das später auf die den Kriegern verliehenen Aemtern und Lehen überging. Bei freien Bauern, die ihren eigenen Heerbann und ihr eigenes Recht besaßen, ergab sich somit die Wappen- gebung als Selbstverständlichkeit. Diese Entwicklung beleuchtet H. Rüther an dem Beispiel ber Friesen der Länder Wursten und Hadeln in der Zeitschrift „Niedersachsen". Die Wursten an der Niederweser, die alten Worthsaten, hatten ihr Land dem Meere in langem Kamps abgewonnen und saßen als freies Volk auf eigenem schwer erobertem Boden. Ihre Obrigkeit, die sechzehn Ratgeber, ordnete die Verwaltung und schloß Verträge mit den Hansestädten und Kirchenfürsten. So bildete die Wurster Landschaft durch viele Jahrhunderte eine echte und rechte Bauernrepublik, die selbstverständlich ihr eigenes Hoheitszeichen, ein Wappen, führte, und die Bauerngeschlechter legten sich Wappen zu, entweder in Anlehnung an die Haus- und Hofmarken ober durch Uebertragung der Zeichen ihres Amtes, das in einzelnen Familien erblich war, auf das Geschlecht selbst. Das verbreitetste Wappen der Wurster ist der halbe Reichsadler. Die Ueberlieferung besagt, daß er ihnen vom Kaiser Rotbart zum Dank dafür verliehen wurde, daß sie ihn auf feiner Römerfahrt begleiteten und bei einem Uebersall in Rom retteten. Während die Wurster schließlich unter die Botmäßigkeit des Erzbischofs vom Bremen gerieten und ihre politische Unabhängigkeit verloren, blieb das Land Hadeln bis in die neueste Zeit eine Bauernrepublik, auch noch unter der Herrschaft des Herzogs von ßauenburg; es verlor seine Privilegien erst, als es unter preußische Verwaltung kam. Das kleine Land, das fünf Quadratmeilen groß ist und 17 000 Einwohner hat, besaß sein eigenes Gericht und Recht, eigene Schule und Konsistorium. Die zwölf Kirchspiele übten mit ihren Schultheißen und den drei Landschöffen die Gerichtsbarkeit, und die amtierenden Bauern führten das Amtsfiegel vielfach als Familienwappen. Daneben wurden für diesem Zweck die Haus, und Hvfmarken verwendet, die wohl aus den alten Runen hervorgegangen sind. Der Inhaber einer solchen Marke setzte sie, wenn er des Schreibens unkundig war, unter Urkunden und unterzeichnete, wenn er schreiben konnte, mit Unterschrift und Marke. Die gebräuchlichsten Zeichen, die den Charakter als Wappen erhielten, sind die Wolfsangel, das Stundenglas, Keffelhaken, Krähenuß, Merkurstab. Daß man auch die Phantasie mit« pieken ließ, beweisen manche merkwürdigen Wappenbilder; es findet sich darunter sogar der leibhafte Satan. Die Zeichen sind auf Kirchenstühlen und Grabsteinen erhalten, da man sein Wappen auch ins Jenseits mitnehmen wollte. Im Zusammenhang mit der neuen Bedeutung, die die Familienforschung in weiten Kreisen gewinnt, dürste auch das bäuerliche Wappen seine Auferstehung erleben als ein stolzes Zeichen des freien deutschen Bauerntums, iiiuu.yc.il, um uuini -- wiv vy kui ql* । *- u **** war — schließlich doch der Hereingefallene zu sein. Oberheffen langt den volkswirtschaftlich gerech. t e n Preis. Einen Preis, der sich aus dem notwendigen Erzeugerpreis der Be- und Verarbeitungsquote und der Spanne des Handels zusammensetzt und dennoch für die Verbraucher tragbar ist. Da es sich um lebensnotwendige Verbrauchsgüter der Nation handelt, die nur im Rahmen dieser gesetzlichen Regelung verteilt werden müssen, kommt das Risiko des Handels selbstverständlich in Fortfall. Die Spanne wird so verringert und der Erzeugerpreis gehoben, ohne daß der Verbraucher damit belastet werden muß. Allerdings muß nunmehr der Erzeuger sich nach dem tatsächlichen Bedarf des Volkes richten und so eine Uebererzeu- gung vermeiden. Dafür wird er schon beim Beginn des Jahres die Gewißheit einer bestimm- ten Einnahme baden und die Nutzung seines Hofes das ganze Jahr hindurch darauf abstellen können. Er hat es nun nicht mehr nötig, bei jedem Gelnhausen und Gießen sind erreicht. Ein Zug fährt 9.35 Uhr aus Lich und ist um 10.40 Uhr in Grünberg, der Anschluß an den Zug, der 12.20 Uhr in Gießen eintrifft, ist erreicht.. Auf der Rückfahrt wird in Lich der Anschluß an den Reichsbahnzug erreicht, der 15.05 in Gießen ist. Ein Abendomnibus nimmt 19.35 die Reisenden von Gießen und Gelnhausen in Lich mit. Der Wagen erreicht den Zug, der 20.47 Uhr von Gießen in Grünberg eintrifft, so daß man bis 20.12 Uhr in Gießen bleiben kann und doch noch einen Zug nach dem Heimatorte hat. Am Mittwoch und Samstag ist allerdings die Lage dadurch anders, daß man schon 18.26 Uhr in Grünberg abfahren muß. Es ist aber vorgesehen, daß ein schnellerer Wagen den Zug 18.50 Uhr aus Gießen abwarten kann. Wenn man nun noch weiß, daß diese günstigen Fahrgelegenheiten sehr schlecht benutzt werden und daß die Bahnverwaltung im letzten Jahre über 8000 Mark bei dem Omnibusverkehr zugesetzt hat, so wundert man sich nur über zwei Dinge: erstens, daß die Verbindung überhaupt noch so aufrechterhalten wird, da sie nachweislich.nicht rentiert, zweitens, daß man klagt, daß die Verbindung nicht noch besser sei. Denn selbst früher war sie nicht besser. Man soll doch froh und dankbar sein, feit gesetzt und anerkannt werden. Daß Sonntagszüge, die auf der Strecke seit 25 Jahren nur sehr gering besetzt waren, meistens sogar ohne Passagiere liefen, nicht gefahren werden, ist allerdings ein Schönheitsfehler, der aber bei der kritischen Lage der Bahn getragen werden muß. Kurz: es wäre ebenso unwahrhaftig wie undenkbar, wollten wir mit den Gemeinden der oberen Strecke nicht anerkennen, daß die Butzbach-Licher- Eisenbahn, so gut wie es eben geht, allen nötigen Bedürfnissen entgegenkommt. Wir hoffen mit der Bahnverwaltung, daß bessere Zeiten dann auch die restlose Erfüllung aller Wünsche bringen. Landkreis (victzen. * Lich, 14. Juli. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau veranstaltet hier eine Schafbockoer st eigerung. Interessenten können aus der heutigen Anzeige Näheres ersehen. * Londorf, 13. Juli. Die 70 Jahre alte Witwe Katharina Fabel von hier erlitt bei einem schweren Srurz st arte Verletzungen der Schulter und der Gelenke, die ihre Uebersührung in die Chirurgische Klinik zu Gießen erforderlich machten. Kreis Büdingen. * Nidda, 13. Juli. Der 21 Jahre alte Elek- triker Friedrich D e b u s i verunglückte bei der Arbeit dadurch, daß ihm ein starker Stahl- splitter in die Brust eindrang. Mit einer chweren Verletzung, mußte der bedauernswerte junge'Mann der Chirurgischen Klinik zu Gießen zugeführt werden. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 13. Juli. Die hiesige „Oberhessische Zeitung" berichtet heute folgendes: Ein gewisser S. aus Frankfurt versuchte im Auftrage von obskuren Elementen aus Alsfeld und Zell die Nat.-Soz. Landesobmann Seipel in den Reichsbauernrat berufen. LPD. Friedberg, 13.Juli. Der Landesobmann der Landesbauernschaft Hessen-Nassau und Kreisleiter des Kreises Friedberg, W. Seipel, ist vom Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister D a r r ä als lebenslängliches und ordentliches Mitglied in den R e i ch s b a u e r n r a t berufen worden. Trotz dieser Berufung wird es dem Pa. Seipel auch weiterhin möglich sein, seine Tätigkeit als Landesobmann und Kreisleiter auszuüben. Gattenmord im Vogelsberg. ♦ Schotten, 14. Juli. In dem kreisorte k a u l st o ß verstarb am Dienstagnachmittag der 55 Jahre alte Otto Ortwein, ein Vater von 8 Kindern. An seinen Tod knüpften sich mancherlei Gerüchte, die davon wissen wollten, daß der INann keines natürlichen Todes geworben fei. Die von diesen Erzählungen sofort benachrichtigten zuständigen Behörden in Schotten und die Staatsanwaltschaft, sowie die Kriminal- potizelstelle Gießen leiteten umgehend eine Untersuchung ein, die ergab, daß die Ehefrau ihrem TNanne, während dieser an einer Verbrennungswunde krank darniederlag, am Freitagmorgen Salzsäure in den Kaffee geschüttet hatte, die der TNann auch im Kaffe trank. Dadurch trat aber der Tod des Mannes noch nicht ein, so daß sich die Frau zu einem neuen Gewalt- a k t entschloß, weit sie die Absicht hatte, ihren Mann zu beseitigen. Am Dienstagnachmittag begab sie sich an das Krankenlager des Mannes und schlug diesem mit einem Hammer dreimal mit großer Wucht auf den Kopf, während sie den Mann gleichzeitig am halse packte und würgte. Durch das würgen und die Hammerschläge auf den Kopf, in Verbindung mit der durch die Salzsäure geschwächten Widerstandskraft des Körpers trat der Tod des Mannes unmittelbar nach der grausigen Tat ein. Die Täterin, die 35 Jahre alte Frau Karoline Ortweln, wurde noch am Dienstagnachmittag verhaftet, ebenso der mit in ihrem Hause wohnende Vater der Mörderin, der 62 Jahre alte Friedrich h a i n z. Die Verhafteten wurden in das Amtsgerichtsgefängnis in Schotten eingeliefert, wo sie sich zur Zeit noch befinden. Unter der Last des Veweismaterials hat die Frau ein volles Geständnis abge- ware, zum frei verfügbaren Privatbesitz machte. Jahrhundertelang ertrug das deutsche Bauerntum das Joch dieser Knechtschaft, Ströme deutschen Blutes flössen im Kampf der Bauern um ihre Freiheit, bis Adolf Hitler im Reichserbhofgesetz die Grundsätze des Odal zu neuem Leben erweckte. Der Geist eines freien, aufrechten Mannestums durchpulst nun wieder den Staat. Nur ein solcher wird erkennen können, daß nicht der Gedanke der Rentabilität der einzelnen Wirtschaften das Geschick eines Standes oder des gesamten Volkes bestimmt, wie es der Liberalismus lehrte, sondern ihre Einordnung in die Gesamtheit. Nur diese verschafft gerechte Preise und das Einkommen, das jedem auf Grund seiner Arbeitsleistung zukommt. Nicht der Landwirt, der der gerissenste Kaufmann ist, soll eine hohe Rentabilität seines landwirtschaftlichen Betriebes haben, sondern jeder Bauer und Landwirt soll, verwurzelt mit seinem Grund und Boden, in sich die ungeheuere Verpflich- tuna gegenüber seinem Volk fühlen und danach handeln. Politik bestimmt die Wirtschaft und nicht umgekehrt. Deshalb mußte, weil die Politik der tragende Teil ist, auf agrarpolitischem Gebiet die Wandlung kommen, die den Weg des deutschen Bauerntums grundsätzlich änderte: das Reichserbhofgesetz. Erst in zweiter Linie konnte das agrarwirtschaftliche Gebiet in Angriff genommen werden. Aber auch hier mußte der Geist des Nationalsozialismus gestalten. Auf dem Markt der lebensnotwendigen Erzeugnisse entstand bisher stets im „freien Spiel der Kräfte" eine steigende oder fallende, oft auch ins Uferlose fallende Preislage. Und in dieser ungebundenen, sich selbst überlassenen Wirtschaft wurzelte wiederum die Weltwirtschaftskrise mit all ihren ungeheuerlichen Erscheinungen. Das Reichsnähr- standsgefetz und die zusätzlichen Gesetze über den Zusammenschluß der Mühlen, über den Verkehr mit Milcherzeugnissen, Eiern und jetzt auch mit Schlachtvieh brechen grundsätzlich mit dem Auf und Ab der Preise als Ergebnis des freien Spiels der Kräfte auf dem liberalistischen Markt. Es sollen hierbei keine festen Kartellpreise zur Sicherung von Gewinnen geschaffen werden, sondern diese Maßnahmen wurden getroffen aus dem Willen heraus, der ganzen Nation zu helfen. Der Nationalismus denkt an die Kaufkraft des ganzen Volkes und o e r - daß wir mit viel Arbeit und Kampf diese Verkehrsmöglichkeiten erreicht haben, und soll sie nicht durch unbillige Forderungen in Gefahr bringen. Freilich hat sich die Gemeinde Münster durch Kurzsichtigkeit selber aus dem Omnibusverkehr aus- gefchaltet, indem sie als einzige Streckengemeinde durch Kündigung der Obligationen die Bahn in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Dadurch wurde eine kostspielige Stichfahrt nach Münster aufgegeben. Daß gerade die Bürgermeisterei Münster diesen kurzsichtigen Beschluß eines verflossenen Gemeinderats nicht teilte, muß in alle Oeffentlich- l e g f. Der mitverhaftele Vater der THörberin bestreitet jede Schuld; die Untersuchung ist nach dieser Richtung hin noch im Gange. Zwischen dem ermordeten Wanne einerseits und der Wörde- rin und ihrem Vater anderseits herrschten schon eit längerer Zeit tiefgehende Zwistig- 'eiten, die sogar ausgesprochen feind seli- jjen Charakter angenommen hatten. In diesen zerrütteten Familienverhällniffen ist auch der Beweggrund zu der furchtbaren Tat zu erblicken. Butzbach-Licher Eisenbahn AG. Wir erhalten die nachstehende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung. D. Red. Der Bericht in Nr. 160 zweites Blatt des „Gieß. Anz." ist geeignet, ein falsches Bild von der Verkehrslage der Strecke Lich — Grünberg zu wecken. Wenn Bürgermeister Heß- Münster von den Verkehrswünschen der Gemeind e n der oberen Strecke Lich—Grünberg gesprochen hat, die dahingingen, daß ein Morgen- und ein Abendzug zu der Mittagsverbindung gewünscht würden, so zeigt ein Blick in den Fahrplan, daß die Gemeinden Nieder- Bessingen, Ober-Bessingen, Ettingshausen und Queck- born diese Verbindung haben. Ein Autoomnibus fährt früh 6.12 Uhr aus Lich und ist gegen 7 Uhr in Grünberg, so daß die Reisenden die Verbindung nach der Stadt Gießen durch Anschluß an Zug 7.14 Uhr ab Grünberg haben. Auf der Rückfahrt ist der Wagen 8.05 Uhr in Lich, die Anschlüsse nach Deutsche Arbeiterpartei in Mißkredit zu bringen. S. ist ein ausgesprochener Wichtigtuer. Der Kreisleiter ließ den Mann, der verschiedentlich als Beauftragter der Gauleitung bzw. der Reichsleitung aufgetreten war, kurzerhand verhaften und später zu seiner Bestrafung nach Frankfurt verbringen. < Ober-Ohmen, 13. Juli. Das No t- st a n d s p r o j e k t der Gemeinde, zirka e i n Kilometer Wegebau am Galgenberg, ist beendet. Die dadurch freigewordenen Arbeiter sind nun bei Meliorationsarbeiten in Beschäftigung gebracht worden. Es handelt sich hierbei um die Schleifung von größeren Unebenheiten auf Gemeindewiesen in der „Engelstruth". Nach Fertigstellung dieser Arbeit können die Wiesen auch an diesen Stellen mit der Maschine gemäht werden. — Die Arbeiten am Schwimmbad schreiten rüstig vorwärts, so daß demnächst mit der Eröffnung eines geregelten Badebetriebes gerechnet werden kann. — Durch den Wiederaufbau der durch das Großfeuer niedergeleaten Gebäude ist eine ganze Anzahl Maurer in Arbeit gekommen. Hier hat sich überhaupt in diesem Jahre eine rege Bautätigkeit entfaltet, wozu nicht unwesentlich die Gewährung staatlicher Zuschüsse beigetra- gen hat. * Ruppertenrod, 13. Juli. Durch einen unglücklichen Sturz trug die 63 Jahre alte Witwe Elise Horst so schwere Verletzungen am Oberkörper, insbesondere an den Schultern, davon, daß sie nach -der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht werden mußte. Der Präsident des Volksgerichtshofes, dessen Mitglieder durch den Reichskanzler ernannt wurden, ist Dr. Fritz Rehn, Senatspräsident beim Berliner Kammergericht. Wir stehen am Anfang der Entwicklung des deutschen Bauerntums, und eine große Erziehungsarbeit muß noch am deutschen Bauern und im deut- chen Volk geleistet werden. Wer sich mit den Ge- etzen der nationalsozialistischen Agrarpolitik befaßt, )arf nicht in kleinlicher Kritik nur das sehen wollen, was ihm persönlich unangenehm ist, aber zum Wohle der Allgemeinheit dient. Man muß mit ehrlichem Herzen die Größe der Aufgabe, den klaren und geraden Weg und das hohe Ziel zu erfüllen bereit sein, die uns der Führer hier zeigt. Der Nationalsozialismus wird das Blut an den Boden fesseln, er verlangt Achtung vor dem Erbgut, vor dem Wert des deutschen Bauern auf deutscher Scholle. Heute schon ist der Begriff das Odal, der Begriff von Blut und Boden zu einem Wahrzeichen geworden, dessen fundamentale Bedeutung nicht mehr angezweifelt wird. Klar ist der Weg vorge- i zeichnet, den wir gehen müssen, klar liegen die Auf- Verkauf die Jagd nach dem höchsten Preis mitzu- gaben vor uns. Groß und heilig weist uns'unser machen, um dann — wie es nur zu oft der Fall Blut den Weg zum Ziel des Führers. Zwei Mnner und Hiida Vornan von Hermann W. Walber. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 4 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Ja — und nun war er auf dem besten Wege dazu. Nur wenige Wochen trennten ihn von unermeßlichem Reichtum und großer Macht. Griff jetzt das Schicksal mit einem Male nach ihm? Sollte er wieder zurück in die Welt der Mya Körber? Nein! Dieser Walter Knauer durfte und sollte ihm keinen Strich durch die Rechnung machen. Und hartnäckig überlegte er, was zu tun fei. Es galt, den für feine Zukunft gefährlichen Menschen unschädlich zy machen. Aber wie? Das war die Frage, mit der er sich abquälte. Er setzte seinen Hut auf. Zunächst wollte er einmal feststellen, in welcher Abteilung der Gegner tätig war. Er mußte ihn sprechen, um zu wissen, wie er sich wohl verhalten würde. Er hatte sich bald nach Knauers Abteilung durchgefragt. Maschinen ratterten, Motoren summten. Knauers Arbeitsplatz war in einer Ecke, hinter Warenstapeln. Niemand sonst sah, wie der „Neue", allgemein im Betrieb nannte man ihn so, sich hinter den Arbeiter stellte und ihn beobachtete. Walter Knauer spürte, daß sich hinter seinem Rücken jemand aufhielt. Er wandte den Kovf. Als er sah, wer bei ihm stand, stellte er mit schnellem Handgriff die Maschine ab und sprang von seinem Hocker hoch. In dieser beiden Menschen Augen leuchtete glühender Haß! Dieser Kontrast! Starkes Parfüm mischte sich mit dem Oelgeruch der Maschine. Der eine Mann im blauen Anzug, mit schwieligen, zu Fäusten geballten Händen, der andere geschniegelt, elegant, die eine Hand lässia in der Hosentasche, die zweite in den Westenausschnitt eingehakt. Es klang herrisch, als sollte von vornherein jeglicher Widerspruch abgeschnitten werden: „Warum arbeiten Sie nicht weiter?" Da reckte sich der andere zu seiner vollen Höhe. Die Muskeln an den aufgekrempelten Armen strafften sich. „Ein Hans Kirchhoff hat mir nichts zu befehlen — vor allem hier nicht." Hans von Kirchhofen erbleichte. Also — aus d e r Ecke wehte der Wind. Es schien, als wollte er sich auf den Arbeiter stürzen. Der aber hob drohend die Faust: „Hüte dich, Erbärmlicher!" Dann drehte er sich um, war mit einemmal wie die Gleichmut selber, kümmerte sich um nichts weiter und war gleich darauf in seine Arbeit so vertieft, als sei überhaupt nichts vorgefallen. Hans von Kirchhofen biß sich vor ohnmächtiger Wut auf die Lippen. Er sah jetzt klar. . Dieser Mann da war sein grimmiger Feind, der ihn bei Gelegenheit vernichten würde. Er sah die rasend rotierenden gewaltigen Treibriemen. Es ging ums Ganze! Wenn nun jetzt — einer der Riemen — den Knauer — mit emporziehen würde ... Und schon hatte er mit festem Griff hinterrücks den Nichtsahnenden gepackt. Fest umklammerte er dessen Arme und Brust. Seine Wut, seine Angst vor der Rache des anderen verliehen ihm Bären- kräfte. Ein Körper flog mit hartem Ruck gegen das Maschinenwerk! Ein Schreckensschrei! Ein Schrei, wie ihn nur Todesnot gebiert... Ein Menschenkörper flog zur Decke, wurde noch ein zweites Mal von der Gewalt des Treibriemens mit herumgerissen und schlug dann reglos zu Boden. Unbewegt sah Hans von Kirchhofen, was er an- qerichtet hatte. Auf die entsetzt herbereilenden Arbeiter machte er den Eindruck eines Menschen, dem der Schrecken Glieder und Zunge gelahmt hatte. t , Ein Unglücksfall! Alarm in den Werken! Sanitäter eilten herbei. Ein Arzt war ebenfalls sehr schnell zur Stelle. „Er lebt!" Aber des Arztes Mienen druckten Zweifel darüber aus, ob der Aermste noch lange leiden würde. v - Mit dem Krankenwagen wurde Walter Knauer, der ohne Besinnung lag, ins Krankenhaus gebracht. Die polizeiliche Vernehmung Kirchhofens, des einzigen Augenzeugen, ergab einwandfrei den Tatbestand eines bedauerlichen Unglucksfalls, der allerdings jedem unerklärlich war. Knauer galt allgemein als vorsichtiger, sorgfältiger Arbeiter. * Mya Körber hatte den Mietwagen an der Straßenecke verlassen und war die kurze Strecke bis zu Kirchhofens Villa zu Fuß gegangen Auf ihr Klingeln öffnete ein Diener, der die Besucherm abwies. „Herr von Kirchhofen ist nicht zu Haufe! Sie ließ sich jedoch nicht so kurzerhand abfertigen. „Ich warte, bis er zurückkehrt." , Damit drängte sie sich durch die Tur Dem Diener — er war erst wenige Tage im Dienst — war sie unbekannt, und er dachte mit helllosem Schreck an das, was jetzt kommen mußte. Der Herr hatte nicht gestört fein wollen. . Im oberen Flur knarrte eine Tur Leichte Schritte waren auf dem Teppich, der die Treppe bedeckte, hörbar. Die Liebenswürdigkeit selbst, ging Hans von Kirchhofen auf die Besucherin zu und lud sie nach höflichem Handkuß zum Nähertreten ein. Als sich die Tür hinter den beiden geschlossen hatte, streifte der Hausherr die Maske ab, und zynisch wandte er sich an Mya: „Was verschafft mir die hohe Ehre?" „Du fragst?" Ein liebendes Weib stand da, zag und in banger Erwartung. „Bitte, nur nicht sentimental werden! Sage klipp und klar, was dich herführt! Nach Geld kann dein Verlangen nicht gehen, davon hast du selber genug. Aber ich bin trotzdem bereit, falls..." „Hans, du weißt, wie ich dich liebe! Komm und fei wieder der alte!" x Die schwarzhaarige Frau fiel schluchzend auf einen der Lederstühle. Der Mann schnippte mit den Fingern wie einer, dem etwas lästig ist. „Was soll diese Szene! Du hättest sie dir ersparen können. Du warst gut und lieb zu mir, du hast mir geholfen. Das will ich durchaus anerkennen. Glücklicherweise komme ich bald in die Lage, dein anständiges Benehmen auch anständig zu bezahlen." Wie eine Furie stand da plötzlich Mya Körber vor ihm. lieber das vom Weinen entstellte Gesicht zog Trotz und Haß. „Ich verzichte auf dein Geld, das du mir erschwindeln willst. Ich hasse dich und — wen ich hasse, der mag sich fürchten." Hans von Kirchhofen griff nach ihren Hand- gelenken und hielt sie fest. „Mit Drohungen willst du kommen, Weib? Was weißt du denn von mir? Gar nichts! Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben! Du stehst mir im Wege." Und bann preßte er gleich hinterher noch durch •bie zusammengebissenen Zähne: „Ich scheue vor nichts zurück — hörst bu — vor nichts." r Damit brückte er sie von sich ab, baß sie taumelte: „So, nun bist bu im Silbe. Unb nun verlasse mein Haus." Mya Körber wagte nichts gegen die rohe Gewalt. Sie packte ihre Taschen, wischte sich schnell, mit einem Tuch über bie Augen, um dann wortlos bas Zimmer zu verlassen. Kurz barauf ftanb sie im Freien. Sie warf noch einen Blick auf bas Haus unb ballte ihre Rechte zu einer Faust. „Diese Demütigung wirb bir nicht vergessen!" Wie man nur jemanbem so lästig werben konnte! Mit biesen Worten schüttete Hans von Kirchhofen das Erlebnis von sich ab. Er freute sich, daß er so deutlich geworden war: Die rückte ihm jetzt hoffentlich nicht mehr auf den Leib! Und dennoch, eigentlich war es doch schade, daß er sich jo hatte hinreihen lajjen. So manche angenehme Erinnerung war mit der schwarzen Mya für ihn verknüpft. Ein hübsches, rassiges Weib! Es wäre schließlich nicht nötig gewesen, jegliche Brücke mit ihr abzubrechen. Aber — machte er denn nicht einen guten Tausch? Hilda Geyerling war ja zwar ein ganz anderer Typ als die schwarze Here. Sie war aber in ihrer Art auch hübsch und stattlich, und Leidenschaft besaß sie ganz sicherlich ebenfalls, eine Leidenschaft, die von Liebreiz umkleidet war. Er würde diese Leidenschaft schon zu entfesseln wissen. Der Gedanke an Hilda erinnerte ihn an feine Pflicht. Er hatte doch zugesagt, die Damen ins Theater zu begleiten. So gab er denn Befehl, den Wagen bereitzuhalten. Er lachte! Das war für ihn eine Überraschung gewesen, als Mutter Geyerling ihm vor einigen Tagen den funkelnagelneuen „Mercedes" schenkte. Nun ja, es hatte sich da um die Antwort auf fein Verlobungsgeschenk gehandelt, das in einem Perlenhalsband bestand. Eine schöne Stange Geld hatte ihn das gekostet. Er war aber nicht daran vorbeigekommen, und vorläufig konnte er die Ausgabe noch verschmerzen. Das „Geschäft" bei Mya Körber hatte seinen Mann ernährt, und darüber hinaus ließ sich manches auf die hohe Kante legen. Erfolge auf dem Turf und an der Börse hatten das ihrige dazugetan. Immerhin — sein Lebensaufwand war schließlich auch, nicht billig, und Ewigkeiten würde sein Vermögen jedenfalls nicht reichen. Sorgen? Bewahre! Es galt nur, sich vorzusehen! Und waren denn nicht seine Vorbereitungen zu dem ganz großen Wurf weit genug gediehen? Eines nur durfte er nicht vergessen. Er telephonierte das Krankenhaus an und erkundigte sich nach dem Befinden Knauers. Die Auskunft lautete für ihn beruhigend. Der Verunglückte war bis zur Stunde noch befinnungs- los. „ _ „Es steht höchst bedenklich!" sagte man ihm. „Es liegt eine schwere Gehirnerschütterung vor. Dazu kommen die Knochenbrüche. Man kann stündlich das Ableben erwarten." Er hängte den Hörer an. Er war befriedigt. Nun würde er wohl bis an fein Ziel kommen.— Knauer stirbt und dann war die Bahn frei!-- Er steuerte den Waaen selbst. In wenigen Minuten war er an der Villa Geyerling, wo er bereits sehnsüchtig erwartet wurde. Eine Viertelstunde später saß Kirchhofen mit Hilda und Liesgreta Geyerling in der Loge des Staatstheaters, und sie lauschten den feierlich-festlichen Klängen von Wagners „Meistersingern". , y v jLortjetzung ttzlgt.) Unsere schönen Friedhöfe. w... ■ 1 -x • -> ■ Ehrenfriedhof der Gefallenen des Weltkriegs. Friedhof und Ehrenmal der in der Gefangenschaft verstorbenen Russen. . M i ' < O ' V •' 'X- S M-'-G --7M< L..- MW • - 3o ‘ . M • 'M» - - '>1 »’S- . ... .9 I Ä ~ I I •-;' WSfc ■ v - i fe- -W . ■:■* Blick über die Gräber zum Gleiberg. Idyllischer Winkel an der Kapelle im Neuen Friedhof. M MF a>-a> Unsere Stadt ist nicht arm an schönen Grünanlagen. -Die meisten davon sind aber umtost von den vielfachen Geräuschen des Verkehrs. Wer Ruhe finden will, wird sie in den Anlagen nicht vollkommen haben. Eine unserer schönsten Erholungsstätten ist sicherlich der Alte Friedhof, der im vorigen Jahre in seinem unteren, an der Straße „Am Nahrungsberg" gelegenen Teile mit viel Verständnis und Sorgfalt zu einem Park umgewandelt wurde. Nur noch wenige Grabsteine in den Wiesen, zum Teil in feiner künstlerischer Form, ferner kleine, mit schönen eisernen Gittern aus der Hand des Kunstschmiedes versehene Andachtsstätten über alten Grüften erinnern an den ehemaligen -Zweck dieses Gartens. Alte Bäume von prächtigem Wuchs werfen breite Schatten auf das sattgrüne Gras, das sich allenthalben breitet, sa daß selbst an heißen Tagen unter den Bäumen eine angenehme Kühle herrscht. Völlig verwachsen mit dieser natürlichen Umgebung ist die architektonisch schöne Friedhof s k a p e l l e. Sie ist ringsum von Bäumen umgeben, die nur hin und wieder das Weiß und das Braun des Fachwerks durch das ’ Blattwerk schimmern lassen. Wer ein Auge dafür hat, wird bcl einem Spaziergang auf dem Alten Friedhof immer wieder die alten Grabsteine bewundern die in das Mauerwerk der Kapelle eingelassen sind und die, wenn das Licht der Sonne seitlich darauf fällt, o1 und figürlichem Schmuck zu unerhörtem Leben erwachen. Wer sich gar noch dem Studium der Inschriften hingibt, wird manche Freude an Die Kapelle im Alten Friedhof. erleben, die auf diesen Grabsteinen geführt ist. Das ganze Leben derer, denen der Grabs^m gewidmet war, steht in diesen Inschriften ^Zeichnet. Ueberall blühen bunte Blumen und leuchten durch das Grün Die Sonne malt zitternde Reflexe auf die sauber gehaltenen Wege. Viele Vogel sind in den dichten Zweigen der Bäume zu Hause. Im oberen Teile des Alten Friedhofes kon- trastleren die tiefdunkelgrünen Zypressen und Lebensbaume mit dem glänzenden Weiß der Mar- morkreuze und Figuren. Ein Spaziergang durch diesen Friedhof ist gleichbedeutend mit einer Stunde ube unö ber erquickenden Besinnlichkeit Jffienn auch dem Neuen Friedhof nicht der Charakter des Altertümlichen zu eigen ist, so trägt Zypressen im oberen Teil des Alten Friedhofs. sich anschließenden sanfteren Höhenzüge hinter Launsbach und Wißmar — bis im Osten das Blickfeld durch den Lollarer Kopf und den Hangelstein begrenzt wird. Wer mit offenen Augen die Wege zwischen den Gräbern wandelt, wird auch auf dem Neuen Friedhof viel Schönes sehen und dabei eine wundersame Feierstunde erleben. er doch in seiner Gesamtheit starkes eigenes Gepräge. Vor allem müßte seine einzigartige landschaftliche Lage auf der Höhe des Rodberges der Gießener Bevölkerung Anlaß zu regem Besuch sein. Auf dem Heldenfriedhof stehen in diesen Tagen Tausende von herrlichen dunkelroten Rosen in voller.Blüte. Die einander in der gärtnerischen Gestaltung gleichen Gräber künden sinnfällig das gleiche grofee Schicksal derer, die yier begraben liegen. Wie von einer grünen Mauer ist der Heldenfriedhof von einer starken Ligusterhecke umgeben, die diesen Heldenfriedhof zu einer Stätte ehrwürdiger Stille macht. Einige recht glücklich in den grünen Rahmen eingefügte Bänke gestatten den Besuchern der Gräber, in aller Ruhe zu verweilen. Ein Gang durch den stark belegten Friedhof läßt den Besucher in allen Teilen auf eine unendliche Fülle der Blumen und Blüten stoßen, die in sinnverwirrender Pracht der Farben das Auge immer wieder neu erfreuen. Viele Hände sind hier immer an der Arbeit, die Gräber der verstorbenen Angehörigen zu schmücken. Da blühen Geranien mit ihrem leuchtenden Rot der Blüten, dann die kleinen zierlichen Muttergottesaugen, Nelken und Hortensien, Rosen in allen Farbenschattierungen und viele andere Blumen mehr, lieber manches Grab beugt sich ein zierliches Bäumchen, wieder andere liegen im Schatten der Birken oder werden von Zypressen und Lebensbäumen umrahmt. Die Gräber werden allenthalben sorgfältig gegossen, so daß man an der Vegetation im Friedhof kaum etwas von der anhaltenden Trockenheit der letzten Monate merkt. Auf den Gräbern huschen da und dort die flinken, schönen Eidechsen umher und verraten sich dem Vorübergehenden durch das vernehmbare Rascheln im Laub. Selbstverständlich fehlen auch im Neuen Friedhof die Singvögel nicht. Einen unvergleichlich schönen Anblick bieten vom nördlichen Teile des Friedhofes aus die Höhen- züge des Biebertales mit dem Gleiberg und dem Vetzberg im Vordergrund, ferner der hochaufragende Dünsberg und die nach rechts Vögel Wen, heißt Menschen mitten! Das Heer der Pflanzenschädlinge nimmt von <3U Jahr zu. Bald hört man von einer Frostspannerplage, bald von massenhaftem Auftreten der Forleule und der Nonne in der Forstwirtschaft. Sann wieder lieft man von seuchenhafter Vermehrung der Fritfliege und des Askäufers im Feldbau. Das Ueberhandnehmen der Schädlinge hat eine zwiefache Ursache. Einmal sind die natürlichen Verhältnisse in der Natur zerstört worden. In der Sucht nach Land wurden auch die Raine in der Feldmark eingeebnet und dabei Hecken und Ge- beseitigt. Es fehlt so den gefiederten Sängern an Nistplätzen und, was nicht minder wichtig ist, an Zufluchtstätten von geflügelten und anderen Feinden. Die Hecken stellten auch eine Zuleitung 3U den Baumanlagen dar. Kleinere Vögel lieben es nämlich nicht, größere Strecken über freies Ge- lande zu fliegen aus Furcht vor dem Sperber. ?ie Wildsträucher in ihren Beeren treffliches Futter für die harte Winterszeit. Die ^ 'onelle Forstwirtschaft, die durch Aufgabe des Beseitigung des Unterholzes dem ' mukt- „^tragmsse abzuringen glaubte, mußte sich indessen schon bald eines Besseren be- hnhnrJkt11' ?Cn H°lzschädlingen wurden nämlich ??ö“rd> besonders günstige Lebensbedingungen ge- Jhf TxUfen£e Hektar Kiefern- und Eichenwald fielen dem Kiefernspanner bezw. dem Eichen- spmner zum Opfer. Als man in Schleswig-Holstein baran ging, die sog. „Knicks" (Hecken) der ©ernannt rsU beseitigen, litten die angrenzenden ^enfelder derart unter der Halmfliege, daß man !ens ben alten Verhältnissen zurück- kehrte. MU Recht wird im Obstbau die Entfernung der hohlen und dürren Bäume gefordert, aber dabei vergißt man, den nützlichen Höhlenbrütern dafür Ersatz in künstlichen Brutstätten zu liefern. Durch alle diese Maßnahmen hat man die Lebensmöglichkeiten unserer Freunde in der Vogelwelt eingeschränkt, ja vereinzelt völlia genommen. Durch die vielen Eingriffe in die Zusammenhänge der Natur war man gezwungen, eine künstliche Bekämpfung der verschiedenartigen Schädlinge vorzunehmen. Immer neue Bekämpfungsmittel zum Spritzen und Stäuben kommen auf den Markt. Und diese sind nicht billig. Dabei setzt die Bekämpfung aewöhnlich erst ein, wenn der Schaden sich bemerkbar macht. Der Schutz aber, den uns die Vogelwelt gewährt, ist vorbeugend und deshalb weit wertvoller als Maßnahmen, die erst beim Auftreten einer Schädlingsplage ergriffen werden. Welch' große Mengen des schädlichen Getiers von unseren Vögeln verzehrt werden, ist leider zu wenig bekannt. Ein Forscher hat festgestellt, wieviel Insekten eine Schwalbenfamilie im Laufe eines Sommers verzehrt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß ein Schwalbenpaar zu feiner eigenen Ernährung und zur Atzung seiner 4 bis 6 jungen in einem Monat 270 000 Kerbtiere benötigt, um satt zu werden. Solange das Pärchen noch keine Jungen hat, fängt jede der beiden Ahwolben 600 Mücken und Fliegen am Tage, was v00 im Monat ausmacht. Dabei ist zu beachten, daß die Schwalben im Hochsommer täglich 16 Stunden auf Futtersuche ausgehen. Der Star vertilgt hauptsächlich Maikäfer, Enqer- nnge, Drahtwürmer, Wiesenschnaken, Schnecken, sowie Raupen aller Art. Er ist ein richtiger Lebenskünstler und immer da zur Stelle, wo er Nahrung antrifft. Sobald sich im Wiesengrunde eine Engerlingplage bemerkbar macht, finden sich sofort ganze Schwärme von Staren ein und durchlöchern die feuchte Grasnarbe mit ihren langen Schnäbeln siebartig. Nach dem Grummetschnitt geht der Star den Heuschrecken nach, um* dann am Rhein die Weinberge zu besuchen. Gewiß wird er dann hier wie auch in Kirschgegenden schädlich, aber sein Nutzen überwiegt den Schaden doch um ein Vielfaches. Altmeister v. Berlepsch fand den Boden einer Nisthöhle, nachdem die Jungen ausgeflogen waren, drei Finger hoch mit Maikäferflügeln bedeckt. Der Hausrotschwanz, der Frühauf und Spätnieder in der Vogelwelt, füttert feine Brut von 4 bis 21 Uhr und bringt dabei feinen Jungen täglich 1200 Infekten, darunter Raupen von zwei bis drei Zentimeter Länge. Man hat berechnet, daß ein Rot- fchwanzpaar vom Ostermond bis zum Scheiding 100 000 Schädlinge aller Art vertilgt. Versuchsweise hat man verschiedene Dogelarten in ein Gewächshaus gesetzt und dabei Beobachtungen angestellt. Eine Zaungrasmücke verzehrte dabei in drei Minuten 354 Blattläuse, eine Sumpfmeise las an drei Rosenhochstämmchen Tausende der gleichen Art ab. Die treuesten Gehilfen aber im Kampfe gegen die Feinde im Wein-, Obst- und Gartenbau, sowie in der Land- und Forstwirtschaft sind die Meisen. Gerade, weil sie als Standvögel den Winter über bei uns bleiben, fällt ihr Nutzen besonders in die Waagschale. Jede Meise frißt täglich Jnsektenmen- gen in Höhe ihres eigenen Körpergewichts. Wenn man bedenkt, daß 4000 Kerfeneier ein Gramm wiegen, so vermag man erst recht ihren Nutzen zu ermessen. Die Biologische Reichsanstalt in Berlin- Dahlem hat berechnet, daß ein einziges Meisenpaar mit seiner Nachkommenschaft jährlich 1,5 Zentner Insekten vertilgt, das sind 120 000 000 Jnsekteneier oder 150 000 Raupen. An weiteren nützlichen Kleinvögeln find noch zu erwähnen: Kleiber, Baumläufer, Rot- und Blaukehlchen, die verschiedenen Fliegenschnäpperarten, Grasmücken, Laubvögel, die beiden Bachstelzen, Braunelle, Raubwürger und Rotköpfiger Würger und Wiesenschmätzer. Alle diese Vögel verzehren in der Hauptsache Eier, Larven, Puppen und fertige Infekten von Apfelwickler, Frostspanner, Apfelblütenstecher, Zweigabstecher und anderen Rüsselkäfern. Genannt muß auch der Zaunkönig werden, der Zwerg in der Vogelwelt. Er bleibt den Winter über bei uns. Mit seinem dünnen, etwas gebogenen Schnäbelchen vermag er meisterhaft die Insekten und deren Eiablagen aus Rissen und 23er- ledert zu holen. So ist denn der Tisch für ihn im Sommer und im Winter reichlich gedeckt und fein Nutzen besonders groß. Wahrhaft phantastische Zahlen sind es, die hier verzeichnet sind, aber sie sind verbürgt. Daraus läßt sich ermessen, welchen Segen die Vogelwelt zu stiften vermag. Darum tut Vogelschutz not! DennL Vögel schützen, heißt Menschen nützen! 00 65 Deutschland voran! 60 70 85 75 60 1933 672 618. Welterzeugung 68j)l 69,Sj 82.7 86^ 709. 82.5 79.5 Deutschland 773 775 76.0 Kein Rückgang der Industrieproduktion im Winter. Im Verhältnis zu 1928 - 1OO betrug die 0LD s a 1934 76.7 Die deutsche Jndustriewirtschaft hat in den letzten Monaten einen Erfolg errungen. Die Produktion ist gestiegen. Die Parole der Arbeitsschlacht im Winter, den Stand der Produktion zu halten, der im Herbst erreicht war, ist erfüllt worden. Seit Januar 1933 hat die deut- sche Industrieproduktion um mehr als 23°/» zugenommen. Seit dem Krisentief im Herbst 1932 beträgt die Zunahme sogar ^"ehr als ein Drittel. Gegenwärtig hält sich die industrielle Erzeugung mengenmäßig. aus einem Stand, wie er im Januar 1931 erreicht war. Anderthalb won. drei Krisenjabren sind damit überwunden. Rund 40% des Krisenverlustes der In- dustrieproduktion sind der Menge nach wieder aufgeholt. Die Aufwärtsentwicklung, die zum Ttztl auf die Wirtschafts» politischen Maßnahmen der Reichsregierungzurückzuführen ist, war größer als in allen anderen Industriestaaten der Welt (ohne Rußland). Ein verheißungsvoller Anfang ist geschafft. Mit vereinten Kraft ten wird es gelingen, wieder die gesamte Wirtschaft in Gang zu bringen und jedem deutschen Volksgenossen Arbeit und Brot zu geben. Büchertisch. — Ernst F. Löhndorff, Trommle, Piet! Deutsche Landsknechte im Urwald. Roman. Buchausstattung Edm. Schaefer, Charlottenburg. 372 Seiten. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. —• (292) — Das Buch behandelt einen historischen Stoff, aber da der Zug deutscher Soldaten in den Urwald Venezuelas dort spielt, wo Löhndorff selbst als revolutionärer Bandit und später als mexikanischer Offizier gekämpft hat, besitzt auch dieses Buch die Farbe persönlichen Erlebens. Wir erleben den furchtbaren Zusammenprall der eingeborenen und westlichen Zivilisation, der mit dem Sieg der weißen Rasse endet. Wir erleben aber auch, wie die deutschen Landsknechte von spanischen Händlern und Diklomaten um die Früchte ihres heldenhaften Kampfes gebracht werden. Zwei Liebesgeschichten werfen in dieses Drama ein bald Helles, bald unheimlich düsteres Licht. nr. 162 Drittes Blatt Samstag, 14. Juli 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus Oer prvvtnzialhauptstaOI. Deutscher liosentag. Turnen und Sport der Reichswehr. i M * , y/ * i - M ä ’ • e Von rechts nach links: Der Kommandeur unseres Gießener Bataillons, Oberstleutnant von Wachter, der Kommandeur des Jnf.-Regts. Nr. 15, Oberst Kienitz, der, Regimentsadjutant Hauptmann G e b b, Major Offenbacher vom Gießener Bataillonsstab, der Gießener Bataillonsadjutant Oberleutnant Breithaupt. - • . ■ Wr'" ' jv ■ - - A I ,/S/-6 . I II Beim Hindernislauf muß ein großer Wagen überklettert werden. i 7. Ä:’n ' i t t Oberst Kienitz besichtigt die Soldaten beim Turnen am Reck: der Offizier im Vordergrund: Regimentskommandeur Oberst Kienitz, links rückwärts der Bataillonskommandeur Oberstleutnant von Wachter. Bildberichterstattung: Photo-Pfaff, Gießen.) f. E « fr Die Hindernisläufer müssen unter einer Brücke durchkriechen. M MMMH Von Eugen Siebert. „Rosen auf den Weg gestreut Und des Harms vergessen, Eine kurze Spanne Zeit Ist uns zugemessen" singt Hölty und gibt damit jener Rosenfreude Ausdruck, die in der Frühsommerzeit diese schönste Blume deutjcher Gaue weckt. Die Rose ist nicht nur ein Sinnbild der Liebe, der Sommerfröhlichkeit, sondern auch Symbol geworden für Ausdrucksformen germanischen Kunstgefühls. In der Edda wird ein Hag von roten Rosen erwähnt, die Recken der deutschen Sage aus der Völkerwanderung kämpften im Rosengarten Kriemhilds, Worms am Rhein. Das feine Maßwerk der Gotik mit seinen Zacken bildet das Gerank der Rosen nach, und die großen runden Fenster mit ihrem zierlichen Wert von Gestein und ihren leuchtenden Schmelzfarben alter Glasmacherkunst heißen heute noch Rosen. Die Rose jubelt und trauert im deutschen Volkslied. „Unter Rosen" wartet die Braut, der bekannte oberschwäbische Ländler „Rosenstock, Holder blüht" vermählt den urdeutschen Holunder, dessen heil- hringtznde Eigenschaften schon in grauen Zeiten benutzt wurden, und der der Freya, der Göttin der Schönheit und Ehe heilig war, mit der Rose am Hag. In einem Kinderliedchen wird die Rose als Blüte beim Tanz gefeiert, eine uralte Sage nahm Storm zum Anlaß, um zu erzählen, beim Singen der Nachtigall habe die Rose ihre Schönheit geöffnet, und Mörike läßt ein Mädchen klagen: „Rosenzeit, wie bald vorbei Blst du doch gegangen, Wär mein Schatz blieben treu — blieben treu Sollte mir nicht bangen".,, Die Rose ist von allen arischen Völkerschaften als symbolische Blüte verehrt worden. Die alten Perser, die sich selbst Arier, also die Glänzenden, Edelen nannten, widmeten der Rose einen Kultus, der bis zu Firdusi, bis ins 11. Jahrhundert, lebendig blieb. Diese Perser waren an Zucht und Sitte den umliegenden semitischen Völkern turmhoch überlegen. In Germanien blühte die Rose am Hag, also am Walde. Sie war nicht von jenem schweren Duft südlicherer Gegenden, aber schon früh wurde aus dieser Hainrose eine Form gezüchtet, die in ihrer weiteren Entwicklung als hundertblättrige Rose schon in der germanischen Frühzeit und dem ganzen Mittelalter angepflanzt worden ist. Der tausendjährige Rosenstrauch am Dom zu Hildesheim besteht aus dieser hundertblättrigen Rose. Mit dem Auskommen der Marienverehrung wandte sich die Vorliebe der Minnesängerzeit und der Jungblüte des deutschen Volksliedes für die Rose als Blume der Liebe ins Religiöse. Maria im Rosenhag, die Rose als Marienrose, wurde, da die Blüte aus Dornen entspringt, Sinnbild jener Lebensauffassung, wonach Glück und Leid im Leben verwoben sind und, wie Meister Ekkehard, einer der deutschesten und tiefen religiösen Denker des Mittelalters, es auffaßte: „Aller Kreaturen Glückseligkeit ist mit Bitternissen gemenget" Luthers Sinnbild und Wappen war die fünfzackige Rose mit dem Kreuz in der Mitte, das Kreuz auf ein flammendes Herz gelegt, und Luther faßte auch die Erdenpilger- schaft des gläubigen Christen dahin auf: „Des Christen Herz auf Rosen geht, Wenns mitten unterm Kreuze steht." Die Rose war das Sinnbild der Gottesminne, jener Vertiefung des religiösen Gefühls, die unsere Mystiker erstrebten, und Luthers Vers entspricht durchaus dieser Auffassung. Aber wenn hie und da behauptet wird, die Rose fei auch Vorbild eines Femesterns, der freien westfälischen Gerichtsbarkeit, gewesen, so entspricht das nicht den Tatsachen, denn ein derartiges Zeichen hatte die Feme nicht. Dagegen wurde vielfach Recht vor dem Eindringen der römischen Jurisprudenz in offenen Gerichtshallen gesprochen, deren gotisches Maßwerk aus den oben angeführten Gründen in einer Rosette endigte und daher zum Namen Rosenlaube führte. Das Märchen hat seine goldenen Fäden um dieses Blütenwunder gesponnen. Das Märchen vom Dornröschen ist weiter entwickelt worden bis zum „Röslein auf der Heiden", für das Goethe ein altes Vorbild fand: „Wenn mich schon die Dornen stechen, Will ich doch die Ros abbrechen, Wer die Rosen will abbrechen, Muß nit achten der Dornen Stechen." Und das Lied von der blühenden goldenen Zeit ist heute noch lebendig mit Goethe» volkshaftem Lied Die Mannschaften beim Boxen. Von jeher wurde schon im alten Heer bei der Ausbildung auf gutes Turnen großes Gewicht gelegt. In unserer Reichswehr ist dazu noch eine umfangreiche Ausbildung in fast allen Sportdisziplinen hinzugekommen. Es gibt wohl keinen Reichswehrsoldaten, der nicht nur im Turnen, sondern auch in mehreren Sparten des Sports voll und ganz seinen Mann stünde. Die vielseitige sportliche Durcharbeitung des Körpers gibt dem Soldaten die Fähigkeit, im militärischen Dienste Höchstleistungen zu vollbringen und dadurch den Aufgaben des Soldaten in weitgehendster Weise gerecht zu werden. Die systematische und eifrige sportliche Ertüchtigung hat in unserem Reichsheer aber auch hervorragende Mannschaftsleistungen gebracht, wie sie bei Heeres- meisterschaften, Regiments- und Bataillonswettkämpfen usw., aber auch im sportlichen Wettbewerb mit Vereinen sehr oft in ausgezeichneter Weise in Erscheinung traten. Diese sportliche Aufbauarbeit in unserer Reichswehr verdient mit Recht die Beim Tauziehen. warmherzige Sympathie aller deutschen Volksgenossen und unverändert reges Interesse an den sportlichen Wettkämpfen, an denen sich unsere Soldaten beteiligen. Wir bringen vorstehend einige Bilder von der sportlichen Ausbildung der Mannschaften unseres Gießener Bataillons, die dabei von dem Regimentskommandeur Oberst Kienitz besichtigt werden. vom wehrhaften Röslein. Der Deutsche hat sich stets seelenhaft verwandt gefühlt mit dem Boden und den Blüten und Bäumen, die ihm Heimat waren. Er weiß um die Dornen, aber er erlebte immer wieder, daß aus dieser Herb- und Wehrhaftigkeit des Dornenstrauches die reine Rosenblüte aufleuchtete und wie ein Freuderuf ihn mahnte, sich der Schönheit seiner Welt und seiner Heimat zu freuen. Wenn im neuen Deutschland der einsgewordenen Volkheit ein Tag der Rosen gesetzt wurde, dann wollen wir an ihm aufnehmen alles das, was in der schönen Sommerszeit die Werdelust und Rosenpracht uns kündet. Aber wir wollen auch daran denken, daß, als die Rosen blühten, vor 20 Jahren Deutschlands Jungmännerkraft gegen eine Welt in Waffen marschierte, Helm und Wehr mit Rosen geschmückt... Verkauf von Rosen ohne Bändchen für Mutter und Kind. Die zuständige Reichsstelle des Sonderbeauftragten für die Bearbeitung sämtlicher Gartenbaufragen beim Reichsnährstand hat folgende Anordnung erlassen: Um zum „Tag der deutschen Rose" die erforderliche Anzahl kurzgefchnittener Rosen zur Verfügung zu haben, ordne ich hiermit an, daß an den Tagen vom 12. bis 14. Juli 1934 kurz geschnittene Rosen nicht gehandelt werden dürfen. Der Absatz der kurz geschnittenen Rosen ist an diesen Tagen nur über die Sammelstellen, die von den Gebietsbeauftragten für die einzelnen Rosenlieferanten angegeben wurden, möglich oder kostenlos zur Ausschmückung der Festwagen an die dafür angegebenen Stellen. Davon werden langgeschnittene Rosen von über 20 Zentimeter Stiellänge und sonstige Blumen und Schnittblumen nicht betroffen. Daten für Samstag, 14.Juli. 1606: der Maler Rembrandt Harmensz von Ryn tn Leiden geboren (gestorben 1669); — 1874: der Dichter Wilhelm von Scholz in Berlin geboren; — 1918 (bis 17. Juli): Angriffsschlacht Marne und Champagne, Wo blühen in Deutschland die meisten ^Rofen? „In Steinfurth", werden viele Leser sagen, „denn dort stehen ganze Felder in Rosenblute mehr als dort wird es wohl nirgends geben. Wohl ist Steinfurth als Rosendorf bis weit über die Grenzen un- eres Vaterlandes berühmt, gehen noch jetzt ein großer Teil der Pflanzen und der Rojen selbst in alle Erdteile, aber es gibt in Deutschland Städte, die sich des wohlklingenden Namens „Rosenstadt" rühmen dürfen. Da sind zu nennen: Eltville, idyllisch gelegen im zartklimatischen Rheingau als die „Stadt der Rosen und Reben" und Bad Kreuznach an der Nahe das „Bad der Rosen und Nachtigallen". Rosenruhm haben noch das alte Coburg mit seiner trutzenden Feste und Eutin in Holstein, wo sich kems der aus roten Backsteinen erbauten Haryer und Gemäuer ohne den herrlichen Schmuck roter Rankrosen befinden soll. Zweibrücken in der Pfalz hat einen im Jahre 1912 angelegten Rosengarten aufzuweisen, in dem gelegentlich einer deutschen Rosenschau 50 000 Rosen gezählt wurden. Alle deutschen Rosenstadte jedoch werden von Sangerhausen übertroffen, das in seinem Rosarium nicht nur den größten deutschen Rosengarten besitzt, sondern darüber hinaus eine einzigartig dastehende öffentliche Rosensammlung Europas aufzuweisen hat. Der Rosengarten wurde im Jahre 1903 durch den Verein deutscher Rosenfreunde gegründet, und niemand der dorthin oder in die Nähe zu reisen kommt, sollte'versäumen, das Rosarium aufzusuchen. Jetzt werden dort bereits über 300 000 Rosen, darunter mehr als 800 Arten, Abarten und Wildrosen aller Teile der Welt gezählt. Die Sammlung hat mehr als 9000 Sorten. Nicht weniger als 22 Normalmorgen Land nimmt der Rosengarten ein. Daneben ist ein Versuchsgarten errichtet, der vor allem auch der Prüfung der Neuheiten dient. Als Rosenmuseum könnte man das Rosarium auch bezeichnen, da sich dort u. a. auch die berühmt gewordene Rojengruppe aus Goethes Garten zu Weimar besindet, an der der große Dichter seine naturwissenschaftlichen Studien ausführte. NS -Gemeinschaft,,Kraft durchIreude^ Betr. Rheinfahrt am 22. Juli. Die Fahrpreise (5,50 mit Mittagessen und 4,90 ohne Mittagessen) müssen sofort auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, em- gezahlt werden. Ausgabe der Fahrkarten erfolgt ab Donnerstag, 19. Juli. Das diesjährige Gleibergfest. Am kommenden Sonntag findet auf der Burg Gleiberg das traditionelle G l e i b e r g f e st statt. Die ganze Woche über wurden die Vorarbeiten erledigt, um am Sonntag mit einem richtigen Volksfest aufwarten zu können. Insofern unterscheidet sich das diesjährige Gleibergfest von den anderen, als zum ersten Male in diesem Jahre die Veranstaltung gemeinsam von Arbeitern und Studenten getragen wird. Nach dem Bündnis zwischen NSBO. und Studentenschaft haben sich in Gießen Arbeiter der Faust und der Stirn in einem Singkreis und Orchester vereinigt Diese Vereinigung wird mit Liedern und Musikstücken in den alten Winkeln der Burg die Festteilnehmer erfreuen. Es ist die Gewähr geboten, daß das diesjährige Gleibergfest ein in echt nationalsozialistischem Geiste aufgezogenes Volksfest werden wird. Aus diesem Grunde hat es sich der Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger nicht nehmen lassen, zu diesem Gleibergfest persönlich zu erscheinen. Der 116er=i£og in Gießen. Wie der Presse- und Propagandaausschuß des 116er-Tages 1934 uns mitteilt, sind die Vorbereitungen für den 116er°Tag fast abgeschlossen. Das Programm steht fest. (Man beachte die heutige Anzeige!) Die Gliederung und Aufstellung des F e st z u g e s ist ebenfalls bereits festgelegt. Der Zug ist in folgende Gruppen gegliedert 1. Gruppe: Herolde und Reiter; Reichswehr- Ehrenkompanie; SA.-Ehrensturm Standarte 116; I. R. K. W. 116; R. I. R. 116; L. I. R. 116. 2. Gruppe: Reitergruppe; R. I. R. 222; I. R. 186; R. I. R. 254; I. R. 390; I. R. 418. 3. Gruppe: Arbeitsgemeinschaft der Gießener Militär- und Regimentsvereine, einfchl. NSDFB. ^Stahlhelm); Gießener Vereine; Festwagen. Der Festzug wird am Oswaldsgarten und am Wernerwall aufgestellt werden. Die Fahnen des Regiments werden von der Traditionskompanie am Samstag, 21. Juli, am Bahnhof abgeholt. Andere Formationen nehmen hieran nicht teil. Wie der Empfangsausschuß berichtet, sind auch die Vorarbeiten für die S o n d e r z ü g e mit den entsprechenden Anschlüssen zum Abschluß gekommen. Sonderzüge mit 60 Prozent Fahrpreisermäßigung werden auf den Strecken von Frankfurt, Lauterbach und von Büdingen nach Gießen und zurück gefahren. Die Fahrpreisermäßigung wird auch von den Stationen aus gewährt, die nicht an der Sonderzugstrecke liegen. Nur müssen die Fahrkarten an den Ausgangsstationen vorher bei dem Einsteigebahnhof des Sonderzuges bestellt und beim Lösen der Fahrkarte für die Nebenstrecken vor- gezeigt werden. Ferner werden im Umkreis von 75 Kilometer um Gießen am 21. und 22. Juli von allen Bahnhöfen Sonntagskarten nach Gießen ausgegeben. Die Fahrpläne der Sonderzüge und der Anschlüsse werden in den nächsten Tagen bekannt werden. Die von auswärts eintreffenden alten 116er werden bei ihrer Ankunft von einer Musikkapelle in alter 116er-Uniform am Bahnhof abgeholt. Die Bevölkerung unserer Stadt wird _ gebeten, durch reiche Schmückung der Häuser den alten llöern einen würdigen Empfang zu bereitem JULI M-K M i J/ Oer HILKWErk.m^R AMT FÜR VOLKS WOHLFAHRT DEUTSCHES FRAUENWERK’ N.S. FRAUENSCHAFT Rose! — Königin unter den Blumen! Am kommenden Samstag/Sonntag sollst du in keinem Bureau, in keinem Wartezimmer, an keiner Arbeitsstelle fehlen! Den deutschen Arbeiter der Stirn und der Faust wirst du durch deine Farbenpracht erfreuen! Allüberall, wo deutsche Menschen zusammenkommen, wirst du zu finden sein! In keinem Schaufenster, keiner Auslage wirst du fehlen. Ueberall wirst du Freude und Bewunderung auslösen! Denn alle wollen sie durch dich am kommenden Samstag/Sonntag beweisen, daß sie zu Opfern bereit sind! Der deutsche Arbeiter, der deutsche Gelehrte — vor allem aber die deutsche Jugend — sie alle kaufen dich, deutsche Rose! - Königin unter den Blumen! Promenaden-Konzerte des Stadttheater-Orchesters. Samstag, 14. Juli. Die Promenaden-Konzerte des Stadttheater-Orchesters am Mittwoch- und Samstagabend finden regelmäßig Mittwochs von 20 bis 21 Uhr und Samstags von 18 bis 19 Uhr statt. Mit dieser Regelung dürfte allen Wünschen der Besucher Rechnung getragen sein. Das Konzert am heutigen Samstag sieht folgendes Proaramm vor: ,Zn Treue fest", Marsch von Teike. „An der schönen blauen Donau", Walzer von I. Strauß. Ouvertüre zu „Dichter und Bauer", Suppö. Phantasie über die Oper „Werther", Masse- net. „Ungarische Tänze Nr. 5 und 6", Brahms. Potpourri aus der Operette „Mikado", Sullivan. „Deutschlands Ruhm", Marsch von Schröder. Leitung Konzertmeister K e r z i s n i k. Sonntag, 15. Juli. Anläßlich des „Tag der Rose" der 316.« Dolkswohlfahrt (Mutter und Kind) hat sich das Orchester des Stadttheaters eben- falls in den Dienst der Sache gestellt. Es wird am Sonntagmorgen unter der Leitung von Konzertmeister Kerzisnik am Stadttheater em Pro- menaden-Konzert in der Zeit von 11 bis 12 Uhr veranstalten. Das Programm sieht folgende! Darbietungen vor: „Deutschlands Waffenehre , Marsch von Blankenburg. Ouvertüre zur Operette „Der Zigeunerbaron" von I. Strauß. „Rosen aus dem Süden", Walzer von I. Strauß. Fantasie über die Oper „Cavalleria rusticana" von Mascagm. Paraphrase über die Rosenlieder von Eulenburg, Potpourri aus der Operette „Die lustige Witwe" von Lehar. „Der Rose Hochzeitszug", Charakterstück von Jessel. „Seid einig", Marschpotpourri von Morena. Vom Reichsverband der Deutschen Artistik. Der Reichsverband der Deutschen Artistik e. D., Mitglied der Reichstheaterkammer, gibt folgendes bekannt: Es genügt vollständig, wenn ein auf- tretender Künstler im Besitz einer Mitgliedskarte oder eines Ausweises einer anderen Fachschaft der Reichskulturkammer ist. Es kann also jeder Künstler, der der Reichsmusikkammer oder der Bühnengenossenschaft angehört, auch in den Unternehmen auftreten, die nach §§ 33a und 55 RGO. nicht zulassungspflichtig sind. Dies enthebt den betreffenden Künstler jedoch nicht der Verpflichtung, Beiträge an uns zu zahlen, für die Zeit, in der er in Häusern sein Geld verdient, für die der RDA. zuständig ist. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Licht- fpielhaus, Bahnhofstraße: „La Bataille". — Gießener Radfahr-Derein 1885, 20 Uhr, „Karlsruhe", Meisterschaften im Saal-Fahren des Bezirks Gießen, verbunden mit Sommernachtsfest. — Deutsche Stenographenschaft, 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Mona tsvevsammlu ng. — Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „La Bataille". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung „Das Tier im Bild". — Gleiberg, Gleibergfest. — Waldeslust, 18 Uhr, Tanzmusik. — Radfahrerverein, 6 Uhr, Schützenhaus, Start zum „Großen Straßenpreis von Gießen"; 16 Uhr, Sportplatz 1900, Bahn-Radrennen. Gießener Wochenmarttpreise. * Gießen, 14. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10^, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (grürt), das Pfund 15, Weißkraut 15, Gelbe Rüben, das Bund 10, Rote Rüben 10, Spinat, das Pfund 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25, (gelb) 25, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte) 5XA Pf., der Zentner 5 Mark, (neue), das Pfund 8 bis 10 Pf., Falläpfel 8, Himbeeren 25 bis 30, Birnen 25 bis 35, Aprikosen 30, Kirschen 15 bis 25, Heidelbeeren 25 bis 30. Stachelbeeren 12 bis 15, Johannisbeeren 12 bis 18, Mirabellen 30 bis 35, Pflaumen 30 bis 35, junge Hähne 70 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 60 bis 80 Pf., Gänse 85, Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 25, Radieschen, das Bund 10 Pfennig. ♦ ♦♦ Verlegung eines Feuermelders. Der Feuermelder, der sich bisher am Hause Frankfurter Straße 63 befand, wurde nach dem Hause Klinik st raße 22 (Maternus) verlegt. ** Das Museum im Alten und Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Blumenschmuck-Wettbewerb in Gießen. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Gießen fordert in unserem heutigen Anzeigenteil zur Beteiligung an dem Blumenschmuck-Wettbewerb auf. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. ♦* Das Fundsachenverzelchnls. Die Polizeidirektion teilt mit: Das Verzeichnis über die im Monat Juni gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf-Phllipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Mongten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** V^C. Gießen. Die Juliwanderung führte — wie man uns berichtet — nach Bahnfahrt bis Lollar anfangs am Bahndamm und der Lahn entlang über die Lahnbrücke, die eine schöne Aussicht erlaubt, durch Wißmar in das liebliche Wißmarbachtal, das schönste Tal unserer näheren Umgebung. In den herrlichen, ruhigen Buchenwäldern wanderte es sich gut, trotzdem die Sonne heiß am wolkenlosen Himmel strahlte. Meist den schwarzen Strichen entlang führte der Weg bis zum Forsthaus Waldhaus. Hier hat unser Zweigverein vor kurzem wieder zwei neue Wegebezeichnungstafeln angebracht, auf denen alle Zeichen vermerkt und erläutert sind, die diesen vielbesuchten Ausflugsort berührten. Nach längerer Rast ging die Wanderung mit den roten Keilen stets durch prächtigen Wald an zahlreichen Grenzsteinen der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang bis zur Krumbacher Straße. Von hier begann der Anstieg zum Dünsberg. Das letzte und steilste Stück wurde den weißen Strichen gefolgt, die den bequemsten Weg zur Höhe zeigen. Der Turmwächter hatte viel zu tun, um die sehr große Wanderschar mit Erfrischungen zu bedienen. Bei dem klaren Wetter war die Aussicht vom Turm selten günstig. Schwer fiel die Trennung von dem geliebten Berg. Der Abstieg erfolgte nach den schwarzen Punkten über die alten Ringwälle. Plötzlich lichtete sich der Wald und jetzt, vom Waldrande aus, sahen wir in dem milden Schein der Abendsonne unsere Heimatburgen Gleiberg und Vetzberg liegen. Ein überraschend schöner Anblick! Nach kurzem Marsch war Bieber, das Endziel der Wanderung, erreicht. Während der Schlußrast hielt VHC.-Bruder I m - m e l noch einen interessanten Vortrag über die Ringwälle des Dünsbergs und über unsere Vorfahren, die diese mächtigen Schutzwälle errichtet haben. Lager des Jnjliiutö für Wirtschaftswissenschaft der Universität Gießen in Lauterbach. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeterlt: Im Rahmen der Semesterarbeit der staats- wissenschaftlichen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen fand in der Zeit vom 5. bis 9.Juli in ßaüferTatf) ein Auhenseminar statt, dessen Führung Professor Bechtel hatte. Die Lagerteilnehmer — rund 25 Studenten und Studentinnen — beschäftigen sich mit eingehenden Untersuchungen über die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Stadt und des Kreises Lauterbach. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Arbeit waren in den beiden ersten Semestermonaten durch Einzeluntersuchungen kleiner Arbeitsgemeinschaften über die wirtschaftsgeographischen Verhältnisse, die Bevölkerung, die Landwirtschaft, die Industrie, die Geschichte und die Standortbedingungen des Kreises gelegt worden. Der Arbeitsplan sah neben Betriebs- und Forstbesichtigungen ergänzende Referate von Betriebsleitern, Verwaltungsbeamten und politischen Führern — u. a. des Kreisdirektors, des Bürgermeisters und des Freiherr!. Riedeselschen Kammeroirektors — vor. An die einzelnen Vorträge schlossen sich ausgedehnte Aussprachen, die der Klärung schwebender Fragen in Stadt und Kreis Lauterbach dienten. Führungen durch Museen und Besichtigungen alter Kunstdenkmäler ergänzten und rundeten das Bild, das der Kreis Lauterbach bot. Ls ist zum ersten TNale an unserer Universi- kät der Versuch durchgeführl worden, in. Form einer Lagergemeinschaft praktische wirtschaftliche Probleme eines Teilgebietes der gesamtdeutschen Wirtschaft zu untersuchen. Der Erfolg, den die Arbeit aufzuweisen Hal und die bereitwillige Unterstützung und das Interesse aller beteiligten staatlichen und privaten Stellen haben die Richtigkeit des Gedankens erwiesen, in kleinem Rahmen und mit begrenzten Aufgaben wissenschaftlich wertvolle Arbeit durch eine Lagergemeinschaft leisten zu lassen. Don nicht zu unterschätzender Bedeutung war die unmittelbare Berührung der Lagerteilnehmer mit den führenden Leuten der Verwaltung und der Wirtschaft. Weitere Lager, die z. T. die Arbeit des Lauterbacher Außenseminars weiterführen sollen, sind für die kommenden Semester geplant. Sie sollen, wie das soeben abgeschlossene Seminar, zeigen, daß die Hochschule die Verbindung mit dem tätigen Leben der Ration neu gefunden hat und sie nicht mehr verlieren roilL In der gemeinschaftlichen Arbeit, dis den Erfolg des Einzelnen hinter dem der Arbeitsgruppe und des gesamten Lagers zurücktreten läßt, offenbart sich jene sozialistische Haltung, die dem Studenten von heute und morgen eigen sein soll und die ihm in der Gemeinschaft seines Volkes seine bestimmten Aufgaben und Pflichten zuweist. Weitere Venchie aus dem Lager Gleiberg. Oer Kameradschaftsabend am Donnerstag vereinigte die LagerteUnehmer mit den zahlreich erschienenen Gästen im Burghof der Ruine. Bei fröhlichem Lied und Wort herrschte bald lustige Lagerstimmung. Das Kameradschaftshaus der Gießener Studentenschaft und die aus Arbeitern und Studenten gebildete Musikoereinigung überraschten das Lager mit ihrem Besuch und erfreuten sämtliche Anwesende durch ihre Darbietungen. In einem Teil der Ruine sand die Generalprobe der obengenannten Vereinigung für das Gleibergfest am kommenden Sonntag statt. Um nicht unfern Lesern allzuviel von den Darbietungen zu ver-' raten, wollen wir nur erwähnen, daß wohl als Höhepunkt die Nachtmusik von Mozart bezeichnet werden kann. Nach Schluß der Probe ichtete der Rektor unserer Universität noch einige Worte der Begrüßung an die Versammelten. Es sei schon zur Tradition geworden, daß der Rektor die jeweiligen Lagerteilnehmer begrüße, aber gerade diese Begegnung mit den Leuten vom Arbeitsdienst sei für ihn eine besondere Freude. Denn der Weg zur späteren gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen Dozenten- und Studentenschaft, wie wir sie vorbildlich schon über ein Jahr hier in Gießen hätten, führe den Studenten zunächst durch den Arbeitsdienst und im Anschluß daran durch das Kameradschaftshaus. Zwei Dinge verpflichteten uns zur engsten Verbundenheit: einmal das Gefühl des unermeßlichen Reichtums, daß wir Zeugen einer so großen Zeit seien, der ganze Jubel, daß wir Kieme Sommerfrische. Von Hans Thyriot. Nicht nur vor die Tugend, sondern auch vor die Sommerfrische haben die unsterblichen Götter den Schweiß gesetzt. Auf Bahnsteig 5 werden drei große Koffer, ein leichter Kinderwagen, ein geräumig-weitmaschiges, prall gefülltes Netz und der gute Teddybär m einen friedlichen Personenzug verladen. Erst dann können Pappi und Mutti nebst großer und kleiner Tochter und einiger, unter diesen Umständen nicht mehr nennenswerten beweglichen Habe Platz nehmen. Nunmehr ist das Abteil leidlich besetzt. Für die kleine Tochter, welche erst eben ein Jahr alt geworden ist, bedeutet die alsbald beginnende Bahnfahrt ein unerhörtes Erlebnis ihres jungen Lebens. So muß es vor hundert Jahren den Leuten zumute gewesen sein, die sich mit Todesverachtung und unter stillen Stoßgebeten dem ersten Eisenbahn- zug anvertrauten, welcher bekanntlich ein abenteuer« 'ches Vehikel gewesen ist. Die kleine Nina steht stumm, die Speckärmchen fest um den Hals ihrer Mutter gepreßt, auf deren Schoß und hat weder für etwelche bunte MuhkÜhe auf dem Felde noch ur Die .sommerlichen Reize der oberhessischen Land- schaft ein Auge. Mutti kann nicht finden, daß es •u\aUfroblc,,e ^rt ^hler würde, aber hinter Nidda ift der Bann gebrochen, und die kleine Tochter beginnt, Arm in Arm mit dem guten Teddy, im Ab- teil emsig zu lustwandeln, von den griffbereiten Monden ihrer Eltern treulich behütet. . AO oie längste und engste Autobusfahrt nimmt em Ende. Mit Gerumpel und Geholper taucht der schwere gelbe Wagen in die kühle Dämmerung des von wuchtigen Türmen flankierten, berühmten Jerusalemer Tores und alsbald in die malerischen Gassen der altertümlichen Stadt Büdingen. Weniae Stunden später stehst du auf dem Ausguck des Felsenneftes hoch über der Straße und über der Stadt. Zauberhaft zeichnet sich die Silhouette des dicken Schloßturmes über den riesigen alten Bäumen des fürstlichen Parkes vom Hellen Himmel ab, der sich langsam mit den Sternbildern des Juli und mit einer silbernen Mondsichel bestickt. Von der „Mar- tinswand" her streichen mit schrillem Schrei' zwei Turmfalken und stehen bald rüttelnd still in der klaren Luft. Von der Straße herauf weht ein süßer Lindenduft durch die kühle Dämmerung, und wenn du die unvergängliche Melodie finden willst zu dem Bilde, das dich in seiner linienklaren Schönheit rings umgibt, dann mußt du leise die Verse vom alten Claudms vor dich hinsagen: Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar... * Kein Laut stört den Schlaf des Gerechten in der Nacht, wenn die abendlichen Grillen müd geworden und verstummt sind. Am Morgen weckt dich ganz ländlich ein Hahnenschrei, und alsbald steht der junge Taa vor dir in lockender Fülle und aller Ungebundenheit dessen, der Urlaub hat. Nur flüchtig beeinträchtigt dein nahrhaftes Frühstück auf der Veranda die Erinnerung daran, wieoiele Stunden du „sonst" um diese Zeit schon geschafft hast. Heute machst du nicht die kleinste Meldung „Aus aller Welt" zurecht, und niemand ruft durch den riesengroßen Park, Herr Doktor möge sich eilends in die Setzerei begeben und zwo stattliche Feuilletons umbrechen. Dergleichen flüchtige Erinnerungen würzen sogar das ausgiebige Frühstück des verruchten Urlaubers. * Statt in die Setzerei zu gehen, wird er nun vielmehr feinen Tag mit einem erfrischenden Bad beginnen und rüstet zum Aufbruch ... Aber ehe er sich ins Grüne entfernen kann, erscheint die von Nachtschlaf und Morgenfläschchen zu vielen Taten und neuen Erlebnissen gestärkte kleine Tochter und wünscht mit ihrem Vater, von dem sie ansonsten nicht viel zu sehen kriegt, auf Entdeckungen aus- zuziehen. Winzig und rosig kommt sie auf ihren dicken Beinen über die herrlich große und breite und weiche Wiese im Park herbeigewurzelt. Der- weile erscheint aber von der andern Seite Harras, schöner Hund, guter Hund, großmächtiger Hund, acht Jahre alt und noch so schrecklich verspielt ... Das Kind bleibt stehen, sagt andächtig „Warna!" und will weiter; Harras will auch weiter, und im Vorbeilaufen läßt er nur einmal so von ungefähr seinen wundervoll dicken, buschigen Hundeschwanz zur Seite wedeln und wedelt damit ganz sänstlich die kleine Tochter um. Die sitzt auf der Wiese und wundert sich ungemein, aber der Wauwau dreht sich nicht einmal um, sondern entfernt sich gelangweilt. ♦ Nina entdeckt bald, daß diese neue Welt hier um und um mit „Wawas" bevölkert ist, und dabei ist es ganz belanglos, ob das Geschöpf zwei, vier oder sechs Beine hat, ob es mit Haaren oder Federn begabt ist —: was sich bewegt und weder Mensch noch Auto ift, heißt Wawa. Die Welt ist einfach, und die Welt ist schön. Nur die zehn kleinen Küken, die im Schutze ihrer Mutter spazieren gehen dürfen, heißen „Pipiep". Die große Tochter erlebt ganz andere Sensationen. Sie hat ein frisch gewaschenes rotes Ferienkleid an. Das ärgert den Puterhahn schon von weitem, und dieser schlanke Vogel verändert alsbald sein Aussehen auf eine beängstigende und noch nie erlebte Weise: er wird rund und dick und furchtbar auf- geplustert, die Flügel schleifen am Boden, der Stoß fächert sich, der Kopf ift blau und rot gesprenkelt, und über den Schnabel hängt ihm eine komische und auch etwas beunruhigende rotfleischerne Nase herunter ... ein wahrhaft schreckenerregendes Ungetüm ist der also geschwollene Puterhahn. ♦ Deshalb hören wir alle mit Freuden Herrn Quicken st edt, dem das ganze Felsennest mit Haus und Park und Steinbruch und viel Land rundum gehört, bei dem wir wohnen und paradiesisch aufgehoben sind, im Kaninchengehege den Raben Jakob zum Futter locken. Jakob mit seinen gestutzten Flügeln kann nicht fortfliegen, ift aber noch sehr scheu und bloß von weitem zu besichtigen. Dafür kann man aber die Kaninchen stundenlang in großer Zahl und aus nächster Nähe genießen. Sogar mit welkem Salat und allerlei anberm Grünzeug kann man sie füttern, große und ganz kleine, weiße, gescheckte, braune und fiibergraue. Sie find so herrlich weich; nichts Köstlicheres für die dicke kleine Kinderhand mit den fünf Babygrübchen, als auf so ein warmes, seidenweiches Häschenfell zu patschen. Nina steht inmitten, bewahrt schwankend ihr erst vor kurzem mühsam erkämpftes Gleichgewicht und stößt viele kleine schrille Schreie des vollkommenen Entzückens aus. Die ganze Welt ift mit Wawas bevölkert. Und manchmal kommt eins von ihnen mit schnupperndem Näschen ganz nah herbei und macht ein schlankes Männchen, um sich das Kohlblatt aus Muttis Hand zu holen. Wenn aber das beweglich hoppelnde und schnuppernde Wesen so dicht herankommt, wird es der kleinen Tochter doch ein wenig unheimlich: sie strebt emsig auf Muttis Arm und gibt sich erst oben, vom sicheren Port, aufs Neue ihrem Entzücken hin. ♦ Schön ift die Welt. Schön im Juli, in den Sommerferien, im Felsennest über Büdingen. Schwere- los reiht sich der Tag an den Tag. Jeder Morgen ersteht aufs Neue in strahlender Bläue — wenn auch am Nachmittag sich drohende Wolken überm Wald zusammengezogen haben, wenn auch ein fer- nes Wetterleuchten unfern ersten Traum über- funtelt. Wir wissen, wie nötig der Regen ist, guter. gesegneter, anhaltend rauschender Regen, und doch genießen wir Sonne und gesunde Wärme des hohen Sommers, die tiefe Bläue des Himmels überm vielfältig gestuften und gebrochenen Grün der weiten Wälder. Und wenn wir an den steinernen Keulenmännern vorüber in den fürstlichen Schloßhof treten und die weißen Pfauentauben mit klatschendem Flügelschlag vorn Gesims zu uns herunter geweht kommen, dann können wir eine Sekunde lang die Augen schließen und uns nach Venedig auf den Markusplatz träumen. Undankbare und luftige Phantasie: die Wirk» lichkeit ist stärker und umfängt uns mit Duft und Glanz einer schönen Heimat. Mit allen Sinnen nehmen wir die guten Gaben des Jahres in uns auf: Lindenblüte und dunkles Geläut der Bienenvölker, im heißen Mittag würzige Himbeeren und von Saft strotzende Sauerkirschen, kühles Bad und kühlen Abendtrunk und Tanz im Wirtsgarten, die rastlose Musik der Grillen und das silberne Gestirn überm nächtlichen Wald. Caruso als Bauchredner. Neben dem Ruhm, der größte Tenor der Welt 3U sein, hat Caruso auch den allerdings etwas bescheideneren des Bauchredners. Er selber erzählte gern, welchen durchschlagenden Erfolg er gerade mit dieser Kunst bei einer Tournee durch Amerika erringen durfte. „Es war im Schloß eines Neu- yorker Millionärs an den Ufern des Hudsons", berichtete Caruso, „man hatte mich hierher zu einem kleinen Abschiedsdiner von sechzehn Couverts eingeladen. Man tafelte im Garten und bat mich, auch einmal eine Probe meiner Kunst als Bauchredner zu geben. Ich war nicht gerade aufgelegt, ging aber doch zu einem Baume in der Nähe und rief nach oben: „Hallo! Wer ist denn da oben." Aber ehe ich selbst eine Antwort vortäuschen konnte, antwortete mir aus der Baumkrone herab eine dünne und hohe Stimme: „Ich bin's. Ich wollte mir das Fest hier einmal ansehen." — „Und wer hat Ihnen erlaubt, uns hier zu belauschen?" fragte ich, ohne mein Erstaunen zu verraten. Die Stimme entgegnete: „Der zweite Kammerdiener, er ist mein Bräutigam". Und so ging die Unterhaltung noch ein paarmal hin und her, bis mich das kleine Fräulein da oben in dem luftigen Versteck, das den Tränen sehr nahe war, dauerte, und ich mich scherzhaft von ihr verabschiedete. Als ich mich aber nun wieder den Gästen zuwandte, die das Gespräch offenen Mundes mit angehört hatten, erntete ich großen Beifall und wurde wegen der Natürlichkeit meiner Bauchrednerei sehr gelobt." zu diesem Volke gehören dürften; zum anderen sei es die selbstverständliche Dankespflichl der unbedingten Hingabe an Volk und Vaterland. Nur nach dem einen dürfe man noch fragen: Wo ist der Platz, wo werde ich gebraucht? Dann müsse jeder seine Pflicht mit größter Selbstlosigkeit tun. Wenn das ganze deutsche Volk, so schloß der Rektor, so fest zusammengeschmiedet würde, dann möge kommen, was da wolle, wir würden alle Gefahren überstehen! Nach dem Rektor verabschiedete sich der Sauardeitsführer Kretzschmann mit kurzen Worten von den Kameraden. „Seien Sie gewiß, daß dort in Berlin bei der Reichsleitung wir als wahre Sozialisten tätig sind. Wir sind gewohnt, Ratschläge und Kritik anzunehmen, um dann von oben her mit Verordnungen Ihre Wünsche zu befriedigen." Indem er noch für die freundliche Aufnahme im Lager dankte, rief er den Kameraden ein Wiedersehen bei der nächsten Arbeitstagung zu. Am Freitagmorgen sprach in dem Lager der Leiter des Akademischen Berufsamtes Tübingen Or. Breitinger über „Studienberatung als Auslese". Zunächst machte Dr. Breitinger die Aufgaben der richtigen Studienberatung klar. Man dürfe nicht, wie früher, einfach nur sagen, dies oder jenes Studium kostet so und so viel Geld, sondern man müsse ganz auf die Leistungsfähigkeit und Charakterfestigkeit der einzelnen Abiturienten sehen. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet sei die Prüfung der Abiturienten tm Sir« beitsdienst zur B e ru f s au s l e s e von großem Vorteil. 3m Werkhalbjahr zeige sich ganz besonders eine besondere Begabung und die Fähigkeit zu einer späteren positiven Arbeit. Man dürfe nicht nur auf das Urteil der Lagerleitung und der Gaureferenten Horen, sondern müsse auch die Lagerkameraden über die einzelnen um ihr Urteil befragen. Man müsse von dem Grundsatz ausgehen, die besten Menschen zu finden und dann zu formen. Im Arbeitsdienst sei ferner die Gelegenheit geboten, eventuelle Feblentscheidun- gen bei der Zuerkennung der Hochschulreife zu revidieren. So sei gerade der Arbeitsdienst eine gute Hilfe zur richtigen Auslese bei der Studienberatung. Die Freizeit bis zum nächsten Vortrag wurde mit einer Aussprache ausgefüllt. Preises und Sieges ohne nochmaligen Kampf. Die Gegnerin lehnte ab. Versuche des Schiedsgerichts, zu vermitteln, schlugen fehl. Für jeden Zuschauer war klar, daß die „hartnäckige" Reiterin sich ihres Sieges sicher fühlte. Ihre Weigerung, den Preis zu teilen, war ihr gutes Recht. Die Tribüne stellte sich in ihrem Urteil aber auf die Seite der „tapferen Gegnerin". Nüchtern betrachtet lagen in diesem Fall die Dinge so, daß der tatsächlich Aeberlegene dem Schwächeren nicht den halben Sieg schenken durfte, denn dann hört schließlich jeder Kampf und jede Klassifizierung auf. Auf einem ausländischen Reitturnier traten z. B. einmal zum Schluß ein bekannter Offizier und eine Dame zur Entscheidung an, die Dame fragte den Offizier, ob er wirklich auf der Entscheidung bestehe. Der Offizier war nahe daran zu verzichten, aber sein Equipenchef verlangte, daß er weiter kämpfe. Der Offizier gewann leicht; als die beiden zusammen die Ehrenrunde ritten, überreichte der Equipenchef der Dame Blumen. Da begriff auch das Publikum, was im sportlichen Wettkawvf wahre Ritterlichkeit ist. Wenn man im Ausland als Vertreter seines Vaterlandes kämpft, verbietet einem eben gerade die Ritterlichkeit manche edel- fcheinende Geste. Rur wenn man von einem ganz persönlichen Vorteil zurücktritt, ist das ritterlich, im anderen Fall streift die „Ritterlichkeit" oft bedenklich nahe die Eitelkeit. müßen auf andere Weise, durch persönliche Ritterlichkeit ausgeglichen werden. I. Sch. Kurze Sportnotizen. 1117 Turner und Turnerinnen wurden aus den sechzehn Gauen der DT. für die Turnwettbewerbe bei den Deutschen Kampfspielen gemeldet. Am stärksten ist der Gau Südwest mit 147 Meldungen vertreten, aus Bayern kommen 140 Nennungen und von den übrigen Gauen ist Württemberg noch mit mehr als 100 Meldungen vertreten. D r. Kleinschroth kam bei den holländischen Tennismeisterschaften in Noordwijk durch einen Sieg über den Holländer Heynen mit 7:5, 6:2, 6:3 eine Runde weiter. * Ein Damen-Golfländerkampf zwischen Deutschland und Holland wird am 12. August in Frankfurt a. M. ausgetragen. Es ist der erste Länderkampf, den die deutschen Golfspielerinnen bestreiten. Einen Stunden-Weltrekord für Motorräder stellte der Franzose Louis I e a n n i n auf einer 250-ccm-Jonghi-Maschine auf. In Linas- Montlhäry erzielte der Franzose ein Stundenmittel von 156,243 Kilometer. Den alten Rekord hielt seit 1929 der Franzose Marchand. S.Jtxfport an vierter Stelle, in der den elften Platz. Preußen und Nordosten liegende um. 12. Juli 1934 2. Ziehungslag Sn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 59345 e e 56228 82626 129183 141346 177907 203648 230742 264034 285590 304089 334203 370157 392798 109140 150794 172514 194859 208361 243860 262299 291063 316150 334690 371234 383076 398750 104171 133013 157214 186544 213079 241489 266617 288891 320089 348250 378355 399447 111422 155344 174109 199392 226270 249425 267087 301025 320125 344923 376025 385072 107387 38765 341483 133386 165313 192747 216509 261506 270256 292123 320518 361026 386009 99908 41756 325636 19080 100962 326094 37276 169589 313587 388293 113201 162514 187133 199725 238218 250620 270671 303316 321467 350441 376349 385136 176936 127098 59092 24620 133758 166839 193911 216680 263765 273881 297854 325295 362884 390593 328719 61867 335421 21858 114475 385164 50306 175594 327741 162562 189550 204697 239916 254301 273790 309430 322382 358921 378444 387462 136057 174056 200146 217415 263998 276834 302834 327471 368626 390703 85665 38676 151545 113264 209657 354493 i 8557 30344 88185 120396 168968 191168 206972 242549 255090 280569 310427 32801S 361315 380056 395423 8927 50566 101170 124965 172114 192047 207583 242676 259164 283173 310443 328244 369987 382721 396619 91978 129505 142789 179151 212249 231337 265568 288230 318687 341024 375788 398384 268443 304835 66888 28554 92709 160977 303070 346155 342883 188848 355019 1201 Einzel- und 128 Staffelmeldungen wurden für die Leichtathletikwettbewerbe, dem Mittelpunkt der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg abgegeben. Bei den Männern wurden 947 Einzelteilnehmer und 109 Staffeln, bei den Frauen 254 Teilnehmerinnen und 19 Staffeln gemeldet. Die gesamte deutsche Elite wird am Start sein. Großfeuer im Llmspannwerk Kelsterbach. K e l st e r b a ch (Main), 13. Juli. (LPD.) In dem Umspannwerk Kelsterbach der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitäts-Werke brach in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag ein Groß- f euer durch Blitzschlag aus, dem im ganzen sieben der großen Transf ormatoren zum Opfer fielen. Als das Auskommen des Feuers durch die Nachtwache bemerkt wurde, stand bereits einer der aroßen Transformatoren lichterloh in Flammen. Offenbar waren durch den Blitzschlag die Dichtungen zerstört worden, so daß das Oel aus seinen Behältern ausgelau- f e n war und sich über die ganze Anlage verbreitet hatte. Als die Feuerwehren aus Kelsterbach, aus Frankfurt und die der Opelwerke aus Rüsselsheim mit der Bekämpfung des Brandes begonnen, hatte das Feuer, durch den herrschenden Westwind begünstigt, bereits auf sechs 2 Gewinne zu 10000 M. 2 Gewinne zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 4 Gewinne zu 2000 M. 16 Gewinne zu 1000 M. 138531 188442 277953 28 Gewinne zu 800 M. 48379 48892 51775 194501 218262 292157 38 Gewinne zu 500 M. 115216 133641 148253 304166 306123 312025 357517 359938 372586 Gewinnavszug 4. Klaffe 43. Preußtsch-Süddeusiche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 313350 8 Gewinne zu 1000 M. 361559 ____ 14 Gewinne zu 800 M. 1834 2567 7486 Eine wertvolle Stiftung. jf Marburg, 13. Juli. Das Musikwissenschaftliche Seminar der Philipps-Universität hat eine neue Orgel erhalten, deren Herstellungskosten in Höhe von 18 000 RM. durch Stiftungen des preußischen Kultusministers (6700 RM.), des Marburger U n i v e r s i t ä t s b u n d e s (6000 RM.), der Theologischen Fakultät (3400 RM.) und aus verschiedenen Universitätsfonds (1900 RM.) bestritten wurden. Die neue Orgel bedeutet eine wertvolle Bereicherung des Musikwissenschaftlichen Seminars. Die Orgel ist ein Werk, das nicht nur das Klangideal der Gegenwart, sondern auch dasjenige vergangener Epochen zu verlebendigen vermag und es ermöglicht, die Werke der großen Meister der deutschen Tonkunst, insbe- sondere derjenigen des 17. Jahrhunderts, in der ihrer Zeit eigentümlichen Klanggestaltung zu Horen und damit das Wesen ihrer Tonschöpfungen ganz zu erfassen. Unberechtigter Oorfklatsch weitere weiter im Osten — Transformatoren übergegriffen. Die Löscharbeiten gestalteten sich dadurch besonders schwierig, daß bei sämtlichen brennenden Anlagen die Oelvorräte sofort in Brand gerieten. Die Wehren versuchten zunächst durch Ausheben von Gräben eine Weiterverbroitung des Brandes zu verhüten. Der eigentliche Brand wurde dann mit dem neuen Schaumlöschverfahren und mit 1500 Meter Schlauchleitung bekämpft. Als das Feuer gegen Morgen eingedämmt worden war, waren die sieben in Mitleidenschaft gezogenen Transformatoren ein Raub der Flammen geworden. Der Betrieb des Werkes konnte jedoch durch Umschaltung auf andere Transformatoren aufrechterhalten werden. Die Höhe des Sachschadens läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Da aber die Erstellungskosten jeder Transformatorenanlage des Werkes, das im Jahre 1929 erbaut worden ist, etwa Vi Million Mark betragen haben, läßt sich schon jetzt sagen, daß der entstandene Schaden in die Million geht. Die zerstörten Transformatoren, durch die die Mainkraftwerke in Höchst und die Werke in Darmstadt und Dettingen bedient wurden, spannten den Strom von 220 Volt auf 100 000 bzw. 50 000 Volt 2 Gewinne zu 100000 M. 69804 2 Gewinne zu 50000 M. 57423 2 Gewinne zu 3000 M. 133861 8 Gewinne zu 2000 M. 59345 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 20 Tagesprämlen. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 1853 17487 50848 133506 159875 160409 235036 373373 385717 387014 Oie Ritterlichkeit im Sport Sie kann auch falsch verstanden sein. Revision im Schlüchterner Postraubprozeß. LPD. Hanau, 13. Juli. Die kürzlich von der Großen Strafkammer Hanau wegen gemeinsamen schweren Straßenraubs durch Beraubung eines Reichspostkraftwagens zwischen Hutten und Ruckers mit schweren Zuchthausstrafen belegten beiden Angeklagten Karl Erber und Johann Schmitt haben durch ihre Rechtsbeistände Revision anmelden lassen. Karl Erber hatte 6V2 Jahre Zuchthaus, Johann Schmitt 5 Jahre Zuchthaus erhalten. Beiden waren dann noch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt worden. Der dritte Täter bei dem am 1. Februar 1930 verübten Postuberfall, Willi Kropp, ist schon 1931 gestorben. Er war als der Haupttäter bei dem Ueberfall angesehen worden. 184 Gewinne zu 400 M. ---- ---- - - - - --- 10998 12647 14083 22878 28179 52572 64708 71846 80895 81284 ------ ------ ------ 114713 gegen einen Sturmbannführer. js M a r b u r g, 13. Juli. In einer Sondersitzung des hiesigen Schöffengerichts standen heute acht Einwohner aus Leidenhofen (Ebsdorfer Grund) unter der Anklage, über den im gleichen Orte wohnhaften Sturmbannführer Fus beleibh gende Nachreden verbreitet zu haben. Gelegentlich der B ü r g e r m e i st e r w a h l e n gerieten sie mit dem Sturmbannführer in Streit und richteten in dessen Verlauf an den Führer der Deutschen Kriegs, opferversorgung, Oberlindober, einen Bries, der die Beleidigungen enthält (bei den Angeklagten handelt es sich meist um Frontkämpfer). In der etwa fünfstündigen Verhandlung überzeugten sich vier Angeklagte von der U n r e ch t m ä ß i g k e i t ihrer Handlung und schlossen mit Fus einen Vergleich. Don den übrigen vier Angeklagten, welche auf ihrem Standpunkt beharrten, wurden der Haupt- anaeklaqte zu zwei Monaten Gefängnis, zwei Angeklagte zu je 150 R M. ® e1 * " ' " f ° und ein Angeklagter zu 100 RM. Ge . . verurteilt. Außerdem wurde dem Sturmbannführer Urteilspublikationsbefugnis zuerkannt. 124035 191313 273386 - . 54 Gewinne zu 500 M. 5637 - •--- 40033 44052 54909 58772 70148 75599 101641 106655 133577 140178 158576 180649 236560 264245 279966 282260 339330 351136 370325 384633 397696 307821’Ä ‘42464° «037*49318 62?70 6M32 ? " Ä «3'4 .6708^7^684,77074 , 8^07 Es gibt im Sport ein wunderbares Wort für eine Anerkennung, die mehr wert ist, mehr wert fein kann, als ein Sieg: ritterlich. Nichts bezeichnet eine durchaus männliche und unverweichlichte Feinfühligkeit besser als dieses Wort. Es ist viel schöner als die so oft im Mund geführte Bezeichnung „fair", wenn auch das gleiche darunter zu verstehen ist. Es gibt keinen Sportler, der je im Wettkampf stand, an den nicht einmal schon einmal die Frage herangetreten ist, was die Ritterlichkeit im Kampf auf dem Sportplatz von ihm verlangt — oder was sie ihm verbietet. In einer Mannschaft muß der eigene Wille selbstverständlich dem des Führers oder des Ganzen untergeordnet werden, aber im Einzelkampf steht jeder selbst vor der Verantwortung. Natürlich haben die verschiedenen Völker und Rassen auch verschiedene Auffassungen von der „ritterlichen Geste", bei internationalen Wettkämpfen werden aber die internationalen Regeln und Gepflogenheiten zu beachten sein, die sich allmählich herausgebildet haben. Man macht sich am besten an Beispielen das angeschnittene Problem klar. Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1932 traten zum Entscheidungslauf über 200 Meter auch die beiden Amerikaner Tolan und Metcalfe an. Sie standen am Start, jeder für sich, aber beide als Vertreter her gleichen Nation. Tolan gewann den Lauf knapp vor Metcalfe. Dieser hatte gemerkt, daß seine Strecke falsch ausgemessen war, daß er zwei Meter zu viel laufen mußte. Der Abstand im Ziel -u Tolan war bedeutend geringer als diese zwei Meter, Metcalfe hätte also das Schiedsgericht anrufen können, der Lauf wäre wiederholt oder das Ergebnis am grünen Tisch umgeändert worden. Die Ritterlichkeit verlangte aber das, was Rlet- calfe tat: „USA. hat gewonnen" jagte er und gratulierte dem Doppelsieger Tolan. Dadurch verhütete er von vornherein einen Mißton. Aber das ist nicht alles; einen Teil wahrer Bei der „Tour" bestritten die Fahrer am Freitag die 10. Etappe von Signe nach Nizza über 156 Kilometer. Etappensieger wurde der Franzose Le Greves in 4:58,26 Stunden. Der Schweinfurter Geyer belegte den siebten Platz. In der Länderwertung steift Deutschland L‘" Einzelwertung hat Geyer Wahre Ritterlichkeit verzichtet selbst auf die Anerkennung, daß man ritterlich gewesen ist. Die ritterliche Geste im Kampf ist nicht so leicht, wie sich mancher das denkt. Einen „Knigge", den man auswendig lernen könnte, aibt es hierfür nicht. Man soll korrekt handeln, sich stets vergegen- roärtigen, welche Idee dem jeweiligen sportlichen Wettkampf zugrunde liegt, soll in persönlichen Dingen wirklich ritterlich sein und seinem Gefühl folgen. Im übrigen soll man sich weder vorn Publikum noch von einer verzwickten Situation das Handeln bestimmen lassen. Auf seinem eigenen Recht bestehen, dem Gegner ebenso sein Recht zugestehen! Steht man im Wettkampf gegen eine Frau, dann ist diese nicht nur gleich berechtigt, sondern auch gleich verpflichtet, eventuelle Härten Das Training auf dem Nürburgring. Als Erster erschien am Freitag Kohlrausch auf Auto-Union um 4 Uhr auf dem Ring und fuhr einige Runden. Gegen 9 Uhr kam Kohlraufch, diesmal in Begleitung seiner Stallgefährten Sebastian und Burggatter, wieder auf die Bahn. Jedoch steht immer noch nicht fest, wer neben Stuck und Mom- berger den dritten ?-Wagen steuert. Auch die Mercedes-Werke haben noch keinen Nachfolger für Brauchitfch gefunden. Der junge Geyer wird wohl den dritten Mercedes fahren. Caric- c i o l a drehte auch einige fehr schnelle Runden, die nahe an den Rekord kamen. Fagioli auf Mercedes war ebenfalls recht fleißig. Sehr eifrig waren die Alfa-Romeo-Fahrer, die beim Grand Prix fo überaus erfolgreich abfchnit- ten. Varzi, Chiron und Moll fuhren Runde auf Runde. Chiron und Varzi zeigten sich hierbei wieder als glänzende Kurventechniker, während der junge Moll auf dem für ihn fremden Kurs mit jeder Runde mehr Sicyerheit verriet. Auch Nuvo- lari erschien mit seinem Maserati auf dem Ring. Deutsche Hochschulmeisterschaften in Frankfurt a. M. Die deutschen Hochschulmeisterschaften werden diesmal am heutigen Samstag und morgigen Sonntag in Frankfurt a. M. ausgetragen. Reichserziehungsminifter Ruft hat feine Anwesenheit zugesagt. Den Hochschulmeisterschaften kommt in diesem Jahr aus, mehreren Gründen eine ganz besondere Bedeutung zu. Einmal handelt es sich um das erstemal, daß die vom nationalsozialistischen Staat gewollte studentische Erziehung auf körperlichem Gebiete unter dem Motto „Studentensport — Leistungssport" öffentlich demonstriert wird, bann aber ist auch die bei der studentischen Jugend geleistete Vorarbeit für die Olympiade in diesem Zusammenhang zu erwähnen. 800 Teilnehmer haben gemeldet. Sämtliche Sportdisziplinen sind vertreten. Kleinkaliber-Kreisschießen in Bottenhorn. Das diesjährige Kreisschießen des Kreises Bieden- kopf-Süd fand in Bottenhorn statt. Im Mannschaftskampf der Altschützen siegte K r o f b o r f mit 396 Ringen vor Bieber mit 371 Ringen. Einzel- meister wurde W. Fries sen. (Krofdorf) mit 88 Ringen vor Otto Wagner (Bieber) mit 87 und Karl Schatz (Schlierbach) mit 86 Ringen. Bei den Jungschützen siegte Bieber mit 312 Ringen. Einzelmeister wurde Karl Adler (Bieber) nut 81 Ringen. Vorschlußrunde um den Kampfspiel-Pokal. Don den sechzehn Gaumannschaften des Deutschen Fuhballbundes sind nach den ersten beiden Runden um den Kampfspiel-Pokal noch vier Gaue übriggeblieben, die sich im Rahmen der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg zur Vorschlußrunde treffen. Der Deutsche Fußballbund hat für diese Spiele nun folgende Einteilung getroffen: Mittwoch, 25. Juli (18 Uhr): Gau Südwest — Gau Niederrhein; Donnerstag, 26. Juli (18 Uhr): Gau Bayern — Gau Nordmark. Beide Spiele finden in der Hauptkampfbahn des Nürnberger Stadions statt, die Sieger liefern sich am Hauptfesttag, Sonntag, 29. Juli — gleichfalls in der Hauptkampfbahn — das Endspiel. Auch Sievert startet in Köln. Von Hamburg, wo die Amerikaner bekanntlich ihre Deutschlandreise beginnen, gehen die Yankees nach Köln, das am Dienstag ein großes internationales Leichtathletikfest in seinen Mauern sieht. Hieran wird, den neuesten Meldungen zufolge, auch der Zehnkampf-Weltrekordmann Hans Heinrich Sievert in verschiedenen Wettbewerben am Start erscheinen. Weiter hört man, daß die Kölner Veranstalter sich bemühen, noch einige Italiener zu verpflichten Man hofft sogar, den besten europäischen Mittelstreckler Luigi B e c c a l i nach Köln zu bekommen. Segelflugzeuge mit Kurzwellen-Empfänger. Der diesjährige, 15. Rhönsegelflug-Wett- bewerb, ber in der Zeit vom 22. Juli bis 5. August ftattfinbet, wird nicht nur durch feine Teilnehmerzahl von 100 Flugzeugen alles übertreffen, sondern auch für die Zuschauer hochinteressante Neuerungen bringen. Mit besonderem Interesse erwartet man das Gelingen einer neuartigen Verständigung zwischen der Sportleitung und den Flugzeugen in der Lust, die auch dem Publikum übermittelt werden soll. Zu diesem Zweck werden einige Segelflugzeuge Kurzw -lenempfänger an Bord führen und durch Sender von der Erde aus Flugkommandos erhalten. Diese Kommandos des Senders werden gleichzeitig auf Lautsprecher übertragen, so daß bas Publikum genau verfolgen kann, wie z. B. auf das Kommando „Fliege einen Looping" die Flieger diese Flugfigur ausführen. Weiterhin werden die ausfchreibungsgemäß verlangten Flüge von mehreren Segelflugzeugen im geschloffenen Verband sehr interessant fein. Der Führer des deutschen Luftsportes, Bruno Loer- zer, wird selbst diesen Wettbewerb eröffnen. Ritterlichkeit trug auch Tolan, indem er den „geschenkten" Sieg annahm. Das ist nicht so leicht wie es sich ansieht, denn die hunderttausend Zuschauer im Stadion, ja ganz Amerika wußten, daß diese Goldmedaille für Tolan tatsächlich ein „Geschenk" war — und das ist nicht sehr angenehm. Ein anderes Beispiel: Vor Jahren fand in Berlin ein internationaler Boxkampf zwischen einem Franzosen und einem Deutschen statt. Er ging über die volle Distanz und stand vor der letzten Runde unentschieden. Als der (Song ertönte, tarnen beide Kämpfer schnell aus ihren Ecken hervor. Man sah gerade noch, wie der Deutsche beide Hande vorstreckte und in diesem Augenblick einen fürchterlichen Schlag einfing, der für ihn das Ende brachte. Der deutsche Boxer hatten offenbar feinem Gegner zum Gruß vor der letzten Runde die Hande entqegenftrecfen wollen, wie das bei uns üblich ist. Der Franzose begriff das aber nicht oder wollte es nicht begreifen, nahm die Chance wahr und schlug zu. Das Publikum pfiff ihn aus. Zu unrecht! Die internationalen Regeln kennen feinen Gruhaustaufch vor ber letzten Runde. Die Handlung des Deutschen war gewiß oerffänb- lich, schon ber Ritterlichkeit wegen auch zu billigen, aber kein Kampfgericht hätte ben Franzosen feiner hanblungsweije wegen bisquali- fizieren können. Das Publikum hatte bestimmt die richtige seelische Einstellung, als es den Franzosen auspfiff. Ein anderer Fall: Bei einem großen internationalen Reitturnier blieben bei einem schweren Jagdspringen am Schluß nur noch zwei bekannte Turnierreiterinnen übrig. Es wurde ein Stechen über erhöhte Hindernisse angesetzt. Wieder blieben beide fehlerfrei, aber die eine Reiterin kam mit Leichtigkeit, die andere nur mit Mühe und Not über den Kurs. Die Hindernisse wurden erneut erhöht. Da wünschte die eine Dame eine Teilung des ersten 4131 A Einfamilienhaus jn. 500 qm groh. Bauplatz i. fübl. Stadtteil, besonderer Umst. bald, billig zu verfaul. Schr. Ang. unt. 03546 a.d.G.A. in$cht die Dame Haidi aus i Fal Bestä Luser dessen Dunk liche parti Berg wald Bur< chen risch jön< 5)ol bod me' Gi ein Nc De 8t gesak uerge das W F*i der s aus. Dona geschi tende malei Ober! birgt, Kostb Fress Loka Anyei nulter nächst falt Altbe fti ilill (Hes; sehn bery des anla bad soni Erh Ul arl lick hv! 5)0 ba bei B, bc oü fel 2fr dm die der seit wa Ed obh fühl ffife fing fiqen Aus g?ne (1283 empo der 9 aus r 500jaf brand 5)od) Meter den 1 das 5 Schar und C die C kanini ®ren; Ks. 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Auf stillen, wenig begangenen Wegen gehen wir durch vorwiegend prächtigen Buchenhochwald weiter, unterwegs einige Waldschluchten durchquerend, bis wir nach Durchschreiten eines Fichtengehölzes an eine Tafel gelangen. Hier verlassen wir unser Zeichen und folgen weißen Keilen, die uns quer durch den Wald, später gemeinsam mit den schwarzen Strichen, die aus dem Wißmarbachtal kommen, zum anmutig gelegenen Forsthaus Waldhaus führen, wo wir uns erholen können. Den Weg nach Krofdorf nehmen wir durch das mit blauen Strichen bezeichnete reizvolle Fohnbachtal mit hübschem Gleibergblick und benutzen von Krofdorf zur Heimfahrt das Postauto. Dauer der Wanderung 4H Stunden. eine charakteristische Note. Auch das Fichtelgebirge zwischen den Städten Hof, Bayreuth und Marktredwitz ist ein Bestandteil der Bayerischen Ostmark. Es ist eines der merkwürdigsten .Urgebirge, das wir kennen. Sein Landschaftscharakter ist von dem des Bayerwaldes und des Oberpfälzer Waldes grundverschie- Leben. Sie halten treue Wacht am Böhmerwald, sie harren aber auch der deutschen Volksgenossen, die zu ihnen kommen sollen, um in einem der romantischsten Wander- und Reisegebiete Süddeutschlands Erholung zu suchen! bietet Ruhe in schönster Lage, grossen Kurpark, preiswerte Unterkunft Rausch ci lf-u> Vergünstig ungskuren. wenig gesegnet, leben die genügsamen deutschen Bewohner der Bayerischen Ostmark ihr bescheidenes Kar- n. Erholungsheim ..Falkeneck Braunfels im Lahngebirge. Neuzeitl. Haus, inm. Park u.Wald. Bäderanl. f. ges. Natur- heilverf. Darmbäder, Dauerbrausen, Licht- u. Dermotnerapie. Vorzügl. Küche, Heildiät. 13.-17.8.: Ernährungskurs d.W. Thiele, ^’d Berücksichtigen Sie unsere Einladungen bei der Wahl Ihres Ferienaufeutbalts! _ Spezialkuranstalt Hofheim I. Taunus 4 bei Frankfurt a. M. Telefon 214 / L u. II Klasse - Ermätiipte Preise Prospekte durch S.-R. Or. M. Schulze-Kahleyss Nervenarzt Bei Reisen in deutsches Grenzland darf Bayerns : gefährdete Oftgrenze, die Bayerische Ostmark, nicht ! vergessen werden,, jenes schone, aber arme Land, । das sich von Passau über den Grenzkamm des : Bayerischen und des Oberpfälzer Waldes bis zum ; Fichtelgebirge hinzieht. Laßt uns die Wanderung ' in Paffou, der Dreiflüfseftadt, beginnen! Eine । der schönstgelegenen Städte Europas nimmt uns 1 auf. Passaus wundervolle Lage an den Ufern von , Donau, Jlz und Inn, seine historische und kunst- 1 geschichtliche Bedeutung, seine südländisch anmutende Bauweise, sellie Kirchen und Paläste, seine malerischen Gassen und Winkel, seine stolze Veste Oberhaus, die jetzt ein Bayerisches Ostmark-Museum birgt, seine herrliche Orgel im Dorn, das alles sind Köstlichkeiten, die Passau zu einer vielbesuchten Fremdenstadt machen. Von hier aus vermitteln Lokalbahnen und Reichspostlinien den bequemen Zugang in den „Unteren W a l d". Obernzell, Wegscheid, Hauzenberg, Waldkirchen, Freyung und Haidmühle heißen die Endstationen, von denen aus man in die geheimnisvollen Schönheiten des „Waldes" eindringen kann, in die urwaldähnlichen Bestände des Dreisesselgebirges (1332 Meter), des Lüsen (1372 Meter) und des Rachel (1452 Meter), dessen Märchensee wie ein Gottesauge aus dem Dunkel des schweigsamen Waldes blickt. Unermeßliche Wälder, träumerische Seen, gigantische Felspartien, einsame Hochmoore, aussichtsberühmte Berggipfel begegnen dem Wanderer in der Bayerwaldlandschaft. Dazwischen stehen auf den Bergen Burgen und Schlösser, Rumen und Kapellen, Kirchen und Klöster, reich an Kunstschätzen und historischer Vergangenheit Im Bannkreis des Rachel, bei Zwiesel, umfängt uns der „Mittlere Wald" Glas und Holz sind die Haupterwerbszweige im „Wald" — doch Glashütten und Sägewerke stehen jetzt leider meist still Von Zwiesel aus ersteigt man den Großen Ralfen ft ein (1313 Meter), der jetzt ein schönes Unterkunftshaus trägt und dessen Naturschutzgebiet wirklicher deutscher Urwald ift. Der Abstieg vom Falkenstein durchs Höllbach- g'spreng' nach Ludwigsthal gehört zu den großartigsten Eindrücken deutscher Mittelgebirge. Südlich von Zwiesel grüßt der Markt Regen mit der hochragenden Burg Weißenstein, und bei der Hauptbahnstation Gotteszell zweigt die Regentalbahn über Viechtach nach Blaibach-Miltach ab, in der Richtung gegen Cham. Die Lokalbahn Zwiesel- Bodenmais führt ins schöne Zellertal, an den Fuß des 1458 Meter hohen Arber. Er ist das Ziel oller Banerwaldfahrer; schaut man doch von seinem felsigen Gipfel bis zu den Salzburger Alpen! Der Arbersee liegt zu fernen Füßen in tiefem Waldesdunkel. Nacht weit davon bettet sich E i s e n st e i n, die größte und bedeutendste Sommerfrische des Bayerischen Waldes, in die Stille unendlicher Wäl- der.Majestätisch steigt da der Arber auf, und jenseits der Grenze grüßen die Berge des Böhmerwaldes. Der nahe Tauselssee, der Schwarze See, die Scheibenstraße, die von Eisenstein über den Arberabhang als moderner Autoverkehrsweg , hinüber führt in den herrlichen Larner Winkel, machen Eisenstein, das auch Endpunkt der Waldbahn Platt- ling-Deqgendorf-Zwiesel-Eisenstein ist, zum wichtigen Derkehrszentrum der Bayerischen Ostmark. Aus dem Larner- Winkel strebt der kühn geschwungene Doppelgipfel des wildzerklüfteten Osser (1283 Meter)' mit seinem neuen Unterkunftshaus empor, und von Lam, dem bevorzugten Reiseziel der Nürnberger Bayerwaldfahrer, fährt man hinaus nach K ö tzting, weit bekannt durch feinen 500jährigen „Minostritt", einen schönen Heimatbrauch. Von Kötzting aus nimmt die großartige Hochtour ihren Anfang, die über den 1000 Meter hohen Felskamm des Keitersberges über den 1135 Meter hohen Riedelstein, dessen Gipfel das Maldschmidtdenkmal ziert, und das Forfthaus Scharreben in achtstündigem Marsch zum Klemen und Großen Arber führt. Die Kötztinger Hütte und die Chamer Hütte sind auf dieser Hochtour willkommene Stützpunkte. — Weiter droben liegen die Grenzstädte Wald münchen und Furth t. -&• Gladenbach — Runzhausen — hünstein — Holzhausen — Hommertshausen — Dautphe — Friedensdorf. Von unserem Ausgangspunkt Gladenbach, dem schönen, zwischen Waldbergen gelegenen Städtchen, gehen wir schwarzen Dreiecken nach aufwärts an großen Schieferhalden und dem Wasserwerk vorbei (hier schöner Rückblick auf Gladenbach, Kirchberg, Treisberg, Koppe und Hemmerich) durch Wald und Feld nach Runzhausen. Bei den letzten Häusern wenden wir uns scharf nach links und gelangen über Wiesengelände zum bewaldeten Hünstein, dem äußersten Gipfel der Alberge, von dessen Holzturm sich eine herrliche Aussicht auf die Hinterländer Berge mit dem turmbekrönten Rimberg bietet. Zum Abstieg nach dem am Fuße des Berges liegenden Holzhausen (gute Einkehr) wählen wir gelbe Striche. Der weitere Weg führt schwarzen Vierecken nach über einen Höhenrücken mit prächtigen Fernblicken nach Hommertshausen und von da roten Strichen nach über das von seiner Kirche überragte Dorf Dautphe nocy Friedensdorf, von wo wir heim- fahren. Wanderzeit 5 Stunden. Gießen — Wettenberg — krofdorfer Forst — Waidhaus — Krofdorf. Wir wandern die Krofdorfer Straße entlang bis zum Wegweiser, der nach Lausbach zeigt. Hier treffen wir die schwarze Punktmarkierung, die uns eine große Strecke das Geleite gibt und uns zunächst auf den Wettenberg, im Dolksmund: Sieben Hügel genannt, bringt. Vom Gipfel des Berges, der soq. Napoleonsnase, der von einem Ringwall umgeben ist, bietet sich eine prächtige Rundschau, die leider zuzuwachsen droht. Die zuständige Behörde könnte sich durch Entfernen der wild wachsenden Bäume und Sträucher den Dank der Naturfreunde erwerben. Das Zeichen leitet uns weiter, immer schöne Fernblicke gewährend, hinunter zur Krof- dorf-Wißmarer Straße, wo wir die gelbe Punkt- Tonniger Luftkurort. 3C>3 (web, WneöurgJ Kreis Marburg la Pension, Person vroTag3M. (Kinder b. 12X > Mark). Auskunft Schwester Oberin, Katüol. Schwesternhaus Reisewinke. Das Programm der Bayreuther Bühnenfestspiele. sahrkarten aus. Rundfunkprogramm. Sonntag, 15. Juli. 6.15 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.25: Von Stuttgart: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen, veranstaltet vom Amt für Kirchenmusik, Frankfurt am Main. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. Aus den Briefen Heinrich v. Kleists an seine Stiefschwester Ulrike. Musikalische Einlagen. 10.15: Lieder von Rudolf Schädler. 10.35: Wilhelm v Scholz zum 60. Geburtstag. 10.50: Großer Preis von Deutschland. Staffelfunkbericht vom Nürburgring. 11.30: Stunde des Chorgesangs. 12.15: Kleines Konzert. 12.30: Großer Preis von Deutschland. Zwischenbericht vom Nürburgring. 13: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft. Geflügelkrankheiten. 13.10: Stunde des Landes. Fachleute geben Auskunft: 1. über die richtige Behandlung von Obstbäumen, 2. über die Möglichkeit und Nutzen der Schafzucht. 13.40: Ringspiel des Alltags. Heitere Episoden von Julius Kreis. 14: Doppelkonzert, Unterhaltungskonzert. Als Einlage: Großer Preis von Deutschland, Endbericht. 17: Don Trier: Unterhaltungskonzert. 18.25: Was will der Reichsbund für Volkstum und Heimat? Em Dreigespräch. 18.45: Fröhliches Zwischenspiel. 19.20: Die Wunder der Tiefsee. Die Jagd auf einen sechs Zentner schweren Schwertfisch. Von Gustav Lederer. 19.35: Sportbericht. 19.45: Vom Deutschlandsender: Funkbericht vom internationalen großen Preis von Berlin-Hoppegarten. 20: Uebertragung nach Hamburg und Stuttgart: Der Fremdenführer, Operette in drei Akten und einem Vorspiel, Musik von C. M Ziehrer. 22: Kleine Unterhaltung. 22.45 dis 1: Von Köln: Unterhaltungs- und Tanzmusik. IHontag, 16. Juli. 5.50 Uhr: Von Stuttgart: Gymnastik I. 6.15: Uebertragung nach Stuttgart: Gymnastik II. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Von Stuttgart: Gym- nastik. 11.50: Sozialdienst. 12: Von Stuttgart: Bei den Bayreuther Bühnenfestspielen, die vom 22. Juli bis 23. August in Bayreuth stattsinden, wer- , - . .. ... . I den in den führenden Rollen wieder zahlreiche ober bedecken in abenteuerlichen Formen die Hange. | Künstler DOn Weltrang mitwirken. Neben den Diri- Am schönsten und großartigsten offenbaren sie sich genten Richard Strauß, Heinz Tietjen, Carl Elmen- auf der 786 Meter hohen fiutfenburg bei ^orff und Franz von Hoeßlin sind u. a. zu nennen: Wunsiedel, dem größten Felslabyrinth Europas. $eI Roßwaenge als „Parsifal"; Herbert Janssen Die Hauptberge dieses dunklen Waldgebirges sind, aIs „Amfortas", „Donner", „Gunther" und „Koth- Höhenluftknrort vnuaalW eftemmlb) Inschön.waldr.Gea.find Erholung- such. frdl. Aufnahme. Beste Vervfl. 4reichl.Mablz.: 3,25^Garn.s>rühst. ik.Nebenk.)Strandb.,Groß.Garten mit Lieaeitübl. Eig. Landwirtschaft Gasthof zur Post.Tel.Marienberg 9, L.Halmer Privat Pension Vo,zelsb.Höhen- age 460 m, eig. Landwirtsch., gut einger. Fremdenz. m. el. L., Bad, 8 Min. v.Haufe eig. Badestelle mit Liegeplatz u. Sprangst a. gr.See, m umlieg. Wald, gut. Vervfl. bei 4 Mahl;. 3.30 NM. 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Zwischen Kötzting und Furth i. W. recken der mächtige Hohenbvgen und der sagenumwobene Haidstein, auf dessen Burg um 1200 der Minnesänger Wolfram von Eschenbach seine Leier erklingen ließ, ihre Berghäupter empor. Das nahe Eschlkam aber ist die Heimat des berühmten Erzählers des Bayerischen Waldes, Maximilian Schmidt, des „Waldfchmidt". Bei Cham, der Eintrittspforte zum Oberen Bayerischen Wald von Hof und Nürnberg her, kommen wir allmählich hinüber in die stilleren Landstriche des O b e r p f ä l z e r Waldes, der in der Stadt Weiden (an der Hauptbahn Hof-Regensburg) sein natürliches Eingangstor besitzt und durch vier Nebenbahnen von Marktredwitz, Weiden, Nabburg und Bodenwöhr aus erschlossen wird. Wer ihn durchstreift, am besten als Rucksackwanderer, der ist ebenso begeistert wie überrascht von seiner herben Schönheit, von dem Reichtum seiner alten Kunst und Kultur, von der fast unübersehbaren Zahl seiner Burgen und Schlosser, von der Eigenart seiner geologischen und botanischen Verhältnisse. Die Oberpfalz ist ein Land der Burgen ; sie ist „stein"reich und bettelarm. Die Sommerfrischen im Oberpfälzer Wald sind keine Kurorte, dafür stehen sie aber im Rufe unerhörter Billigkeit, und wer bet bescheidenen Ansprüchen gute Erholung sucht, findet sie hier. Der Oberpfälzer Wald-Verein hat ein vorbildliches Markierungsnetz geschaffen und im Sommer 1932 auf der 936 Meter hohen Silberhütte bei Flossenbürg ein stattliches Unterkunftshaus erbaut, das ganzjährig bewirtschaftet ist. Die Kirchen und Wall- chhrtskapellen des Oberpfälzer Waldes bergen seltene Kunülchötze. Und wie schon sind die ober- pfälzischen Kloster und Schlosser! Die Klosterkirche Geschäfts-Drt sksachen Briefblätter Briefumschläge „ Postkarten bei Brühl. Schulstraße 7 eeschäftsk.n« KinderheitnNebel.Lauhachff am Wald-Schwimmbad 4i2eD für Kinder vom zartesten Alter an PUüi0nAlteKlwve,O.Schneiden Büdingen £berb.,^el.311.Da dir. an gr Wäldern geleg^ biet, Ihnen m Haus d. schönst. Erhol.-Aufenth. Schwnnmb., Tennis. Butterküche, Diäü Aerztl.empf. Prospekte. MMp Unnttuöt Odenwald, Gasthaus u. mujluul Pens. Breuberger Hof. Sonn., berrl. Lage a.Fuße d.Burg Breuberg, ringsum Wald, gr. schatt. Gart. m. Hall. u.Saal, g. eing. Fremdenz., Liegewiese a. der Mümling, Schwimmbad u. Bad i.H. Hausschl., ausgezeichn.Vervfl., v. Tag 3^* bet 4 Mahlzeiten. Bei H. Pilger. 3571P Luft-u. Kneippkurort Heigenbrücken.Spess. Hotel Hochspessart.3133D fl.Wasi.,kalt u. warm,Zentr.-Heiz., Blk.-Zim., herrl.Terr./M Blick ins Gebirge, wunderb. Berggart mit Liegestübl. Idyll des Svess. Hier sind Sie, was Sie suchen. Pens.- Preisb. best Verpfl., Butterküche, Borsais v. 3.80 an. 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Im feflen (940 Meter) sind die höchstgelegenen Punkte Gebirge oder an der See ist die Gefahr des Sandes mit wundervollen Waldern gesegneten Stein- nenbrands besonders groß. Ein guter Creme ist waldes. Weiter drüben aber, gegen die Grenze zu, daher für solche Reiseziele unerläßlich. Eine recht tun wir um Waldsassen, Tirschenreuth und Mitter-! häufige Krankheit, von der gerade Reifende befal- teich einen Blick in die Kunst und Landschaft des len werden, ist die Erkaltung mit Halsschmerzen. ....... Um dieser Gefahr zu begegnen, halte man ein flöDenWIltoortSeWto im Vogelsberg Angenehmer Aufenthalt für Kamillen und Sommerfrischler in nächster Nähe waldreicher Gegend mit Schwimmbad u. Liegewiesew Altbekannte, gute Kücke (vier Mahlzeiten). - Metzgerei und Pensiou Ludwig statt. MiAWUWkÄ! HTpssen). 10 Miniit. von Bad Salzschlirf,am Südostabhang des Eich- beru’S m. großen, in die Waldungen des Eichbergs übergehend. Parkanlagen. Neuzeitliches Schwimmbad in nächster Nähe. Ruhige, sonnige Höhenlagen si ehern beste Erholung. - Volle Pensionimit 4 Mahlzeiten RM. 3.o0. [3484D . ner"; Ivar Andresen als „Gurnemanz". „Veit ^Pogner", „Fasolt"; Rudolf Bockelrnann als „Hans , Sachs", „Wotan", „Wanderer"; Maria Müller und . Käthe Heidersbach als Soloblumenmädchen und - . v ~ ,.. , , I „Eva" bzw. als „Freya" und „Sieglinde": Ruth Von der Natur mit landschaftlicher Schönheit • Pergland als „Magdalena", Margery Booth als überreich bedacht, aber mit weltlichen Glücksgütern 1 „Soloblumenmädchen", „Walküre" und „Flohhilde" r_ *“•••■m*- un^ Sigrid Onegin als „Fricka", „Erda" und „Waltraute". — Das Festspielorchester mit Professor Edgar Wollgandt-Leipzig als erstem Konzertmeister umfaßt 137 Mitglieder, der Festspielchor unter Leitung von Professor Hugo Rüdel 105 Personen. Bei der Festwiese der Meistersinger wirkt ein Sonderchor von 250 Bayreuther Bürgern mit. Die Gesamtinszenierung liegt in Händen von Heinz Tietjen. Die Reichsbahn gibt auf allen Bahnhöfen gegen Vorlegung der Eintrittskarte Sonntagsruckoberpfälzischen Stiftslandes, in das die Um dieser Gefahr zu begegnen, halte man ein Grenzberge des Egerlandes hereinschauen Hunderte Fläschchen Wasserstoff-Superoxyd bereit, aus dem von stillen Weihern, mit berühmter Karpfenzucht, man ein Gurgelwasser Herstellen kann. Es emp- verleihen diesem Teil des Oberpfälzer Grenzwaldes fiehlt sich dann noch, ein Schächtelchen kohlensaures - ------ ~ j Kalkpuloer gegen Fieberanfälle mitzunehmen. Dem ’ Erkrankten reicht man bis zur Ankunft des Arztes Wirtschaft Zwar war die Umsatztätigkeit an der Abendbörse sehr klein und nur auf einige Spezialpapiere beschränkt, doch herrschte in Erwartung der heutigen Regierungserklärung und Führer-Rede eine durchaus freundliche und zuversichtliche Stimmung. Hier und da erfolgten seitens der Kulisse kleine Mei- nungskäufe, zumal auch von der Kundschaft in kleinem Umfange Aufträge für Spezialwerte vorlagen. Beachtet waren neben Farbenindustrie, Zellstoff Waldhof, Kunstseide AKU. und einzelne Montanpapiere. Schwächer lagen Rordd. Lloyd mit minus 0,75 v.H. Im Verlauf blieb die Abendbörse sehr still, doch schloß sie vielfach um 0,25 bis 0,50 v. H. über den Schlußkursen von Berlin. Am Rentenmarkt blieben Altbesitzanleihe nicht ganz gehalten, das Geschäft war ebenfalls nur klein, lediglich in Kommunal-Umschuldung erhielt sich bei unverändertem Stand etwas mehr Interesse. Don fremden Werten blieben Schweiz. Bundesbahn-An- leihen von 1912 auf dem stark erhöhten Niveau von heute Mittag voll behauptet; 4prozentige 175, Z^prozentige 165 v.H. Sonst notierten u. a.: Altbesitzanleihe 95,13, 6 v. H. Stahlverein 78,75, 6 v. H. Todessturz im Untersuchungsgefängnis LPD. F r a n k f u r t a. M., 13. Juli. Am Freitag- oormittag stürzte sich aus dem fünften Stock des Untersuchungsgefängnisses in der Hammelaasse der vor einiger Zeit vom Sondergericht wegen Vergehens gegen die Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung zu neun Monaten Gefängnis verurteilte, vom Dienst inzwischen suspendierte ältere Beamte Nowak in selbstmörderischer Absicht herab. Nowak war sofort tot. Durch fernen Schritt rettete er seiner Familie die Pension. Stütze. , . , ...., Die Kursentwicklung war etwas uneinheitlich, da hier und da zum Wochenschluß kleine Glatt- stellunqen vorgenommen wurden, die Veränderungen nach beiden Seiten hielten sich aber in engen Grenzen. Der Montanmarkt verzeichnete überwiegend leichte Erhöhungen, und zwar von durchschnittlich 0,25 bis 0,75 d. $)., lediglich Ilse Genuß und Mansfelder Bergbau gaben je 1 v. S). nach. Chemieaktien lagen sehr still und meist abbrockelnd: Farben 149,65 (149,90), Deutsche Erdöl minus 1 v H Scheideanstalt minus 0,50 v. $)., dagegen Goldschmidt etwa 0,75 v.H. fester. Am Elektromarkt stellten sich, wenn auch bei nur kleinem Umsatz, meist Kursbesserungen von 0,25 bis 0,75 vH. ein, Gesfürel gewannen 1 v. H., Felten 0,90 v. $)., auch Elektr. Lieferungen waren nach ihrem gestrigen Rückgang mäßig erholt, während Siemens und Licht und Kraft bis 0,90 v. H. nachgaben. Schrff- fahrts- und Transportwerte lagen wenig verändert, AG. für Verkehrswesen jedoch 0,65 v. H. freundlicher. Sonst eröffneten u. a. Reichsbankanteile 0,75 d. $)., Deutsche Linoleum und Aku je 0,25 v. H. niedriger, dagegen lagen Bemberg (plus 2,50 v. H.), Aschaffenburger Zellstoff (plus 2,25 v. H.) und Südd. Zucker (plus 1,50 v. H.) recht fest. Am Rentenmarkt war das Geschäft auch sehr still, die Haltung aber durchaus freundlich. Altbefitz- anleihe, späte Reichsschuldbuchforderungen (92,65 und Stahlverein-Bonds lagen gut behauptet, Kommunal-Umschuldung bei größerem Umsatz 0,40 v. H. höher. „ Im Verlaufe zeigte das Geschäft kaum eine Belebung, lediglich in einigen Spezialwerten waren einige Umsätze zu verzeichnen. Die Kursbildung blieb bei kleinen Abweichungen uneinheitlich, rückläufig waren u. a.: Waldhof, Nordd. Lloyd, Reichsbank, MetallLesellfchaft, andererseits zogen Südd. Zucker erneut um 1,50 v. H. auf 190 v. H. und Rhein. Braunkohlen um 4 v. H. auf 241 v. H. an. Daneben waren einige Elektropapiere nochmals etwas fester. Farbenin'dustrie blieben vernachlässigt und ohne Aenderung. Am Rentenmarkt zeigten die variablen Werte keine Abweichungen, Kommunal-Umschuldung hatte weiterhin gute Umsätze. Der Pfandbriefmarkt brachte keine nennenswerten Kursverschiebungen, emzelne Liquidationspfandbriefe bröckelten mäßig ab. Stadtanleihen gaben überwiegend von 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Am Auslandsrentenmarkt waren Schweiz. Bundesbahn-Anleihen erneut höher gesucht, ferner blieben im Freiverkehr neue Türken gefragt, und auch nach Gulden-Russen machte sich zu 1 v. H. (zuletzt 0,90 v. H.) wieder Interesse bemerkbar, trotz des Dementis der Sowjets. — Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse freundlich. Zellstoff Waldhof 49, AG. »apag 27,50, Lloyd 30,75. len Markt, auch im freien Verkehr ist die Umsatztätigkeit klein. Die gezeigten Muster sind weiterhin sehr schön und vollkörnig. Für zweizeilige neue Wintergerste wurden etwa 200 bis 210 RM. per Tonne verlangt, vierzeilige liegt etwa 10 bis 20 RM. per Tonne darunter. Indes warten sowohl Käufer, wie Verkäufer die gesetzliche Neuregelung Etwas lebhafteres Geschäft entwickelte sich in Kartoffelflocken, die zu 18,50 RM. ca. frei deutscher Station gehandelt wurden. Dieser Preis liegt im Verhältnis zu anderen Futtermitteln sehr hoch und man glaubt, daß er infolge des Futtermittelmangels noch weiter ansteigen wird. Das M e h l g e s ch ä f t blieb weiterhin ruhig und nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfes beschränkt. Nennenswerte Abschlüsse auf längere Sicht wurden nicht bekannt. Zum Teil waren die Mühlen nicht mehr im Markt, andere hingegen bieten noch altes Mehl bis Mitte August an. Die Preise blieben unverändert. Am R a u h f u t t e r m i t t e l m a r k t ist die Lage wesentlich ruhiger geworden. Das Angebot war der kleinen Nachfrage genügend. Die Heupreise blieben mit 10,50 bis 11 RM. unverändert für Stroh gaben sie um 20 Pf. auf 2,70 bis 2,90 RM. nach. Der Kartoffelmarkt lag fest, zeitweise konnte die Nachfrage nicht voll befriedigt werden. Inzwischen sind die Anlieferungen infolge des zusätzlichen Imports aus Italien und Holland etwas besser geworden. Für die 1. Sortierung hiesiger Frühkartoffeln zog der Preis um 0,50 RM. auf 7 RM an, 2. Sortierung stellte sich auf 3,80 RM. per 50 kg bei Waggonbezug. Wochenbericht »om Frankfurter Gchtachtviebmarkt Umschau. 19.40: Dom Deutschlandsender: Die Jugend im Kamps um die Weltanschauung. Gespräch zwischen Reichsleiter Alsred Rosenberg und Gebietsführer Karl Cersf. 2015: Von Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation. Volk auf fremder Erde. 20.45: Fahrende Gesellen singen Volkslieder 21.15: Don Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters: „Berühmte Marsche und Tänze aus Opern". 22: In der Halme wogendem Meer. Hörfolge von Peter Schroeder, Trier. 22.45. Kleine Unterhaltung. 23: Kammermusik. 24 bis 1: Übertragung nach Stuttgart: Nachtmusik (Schallplatten). Deutsche zeitgenössische Musik. Frankfurter Obst- und Gemüsemartt. Frankfurt a. M., 13. Juli. Bei ziemlich lebhaftem Geschäft verzeichnete der G e m u s e m a r k t reichliches Angebot von Bohnen, im übrigen waren die Zufuhren von Gemüse und Salat gut bis genügend. In Einmachgurken ist das Angebot im steigen begriffen. Die Preise für Bohnen, Kartoffeln, Kopfsalat und Einmachgurken gingen etwas zuruck, im übrigen blieben sie unverändert. Es erzielten: Blumenkohl 20 bis 40, Bohnen, grüne 12 bis 14 gelbe 14 bis 16, Erbsen 18 bis 20, Salatgurken 12 bis 35, Einmachgurken (Salz) 200 bis 250, dieselben (Essig) 100 bis 150 pro 100 Stück, Karotten (Bündel) 4, Kartoffeln I (Erstlinge) 780—800, II 55E Bohms I 750 bis 770, II 500, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 8, Rettich 4 bis 5, Römischkohl 5 bis 6, Rote Rüben 7 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Spinat 12 bis 14, Tomaten I 18 bis 20, dieselben, holl. 14 bis 16, ital. 9 bis 10, deutsche II 15 bis 17, Bulg. 9, Weißkraut 5 bis 6, Wirsing 6 bis 7, Zwiebeln mit Schlo- Oie Genehmigung der Einzahlung auf Sonderkonten. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung ordnet an: Mit Rücksicht auf die Repartierung der Devisenforderungen ist es den Firmen häufig nicht möglich die vor Genehmigung von Einzahlungen erforderliche Barzahlung von 10 v. H. des gekürzten Höchstbetrages ihrer allgemeinen Genehmigungen zu leisten. Es ist deshalb angeordnet worden, daß nunmehr Einzahlungen auf die Sonderkonten auch dann genehmigt weroen können, wenn >m gleichen Monat noch keine Barzahlung aufgrund der Devisenkontingente nach dem betreffenden Lande ge- leistet worden sind. Es handelt sich hierbei um die Länder Belgien—Luxemburg, Dänemark, Finnland, Frankreich, Holland, Italien, Norwegen, Portugal Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei. Mit Rücksicht daraus, daß für den Warenbezug aus Ländern, mit deren Notenbanken die Reichsbank ein Derrechnungsabkommen geschloffen hat, Devisen nicht in Anspruch genommen werden, ist weiterhin angeordnet, daß zu Zahlungen nach diesen Ländern die allgemeinen Devisengenehmigungen bis zur Höh^ von 50 v. H. des Grundbetrages ausgenutzt werden dürfen. Zahlungen nach anderen Landern, die im Rahmen des gekürzten Hochftbetrages von 10 v.H. erfolgen, finden bei der Bemessung dieses Betrages keine Anrechnung. Es handelt sich um die Länder Bulgarien, Estland, Griechenland, Jugoslawien, Lettland, Rumänien, Türkei. Zahlungen nach diesen Ländern sind jedoch nur dann zulässig, wenn die Waren, für welche die Zahlungen geleistet werden, aus dem betreffenden Lande stammen. WochenvenMl vom Frankfurter vroduktenmarkt. Der Markt stand in der abgelaufenen Woche vollkommen unter dem Eindruck zwischen zwei Ge- treidejahren. Die Unternehmungslust sowohl des Großhandels, als auch der Mühlen wird dadurch nicht unwesentlich gehemmt, zumal man allgemein die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz zur Ordnung der Getreidewirtschaft abwartet. Es erfolgten daher in den meisten Körnerfrüchten aus alter Ernte nur noch sporadische Umsätze bei überwiegend nachgebenden Preisen. Der letzte Saatenstandsbericht kommt zu einer weniger günstigen Beurteilung der Ernteaussichten, was jedoch am Frankfurter Markt kaum von Einfluß war, da unser engeres und weiteres Heimatgebiet eine verhältnismäßig gute Ernte angesichts der außerordentlichen Trockenheit verspricht. Dagegen haben sich die Hoffnungen auf eine bessere Futtermittelernte, die man auf Grund der letzten verbreiteten Niederschläge noch hegte, wieder wesentlich verschlechtert, wenn gleich, wie der Bericht weiter betont, eine Aenderung des Witterungscharakters noch manche Besserung bringen könnte. Der Markt der Mühlenabfälle und -Nachprodukte stand in dieser Woche wieder im Vordergrund und verzeichnete zunächst noch gute Umsätze, später wurde das Geschäft kleiner, was durch das nur kleine zweithändige und dem fast vollkommen fehlenden Mühlenangebot bedingt wurde. Die Preise für Nachmehle haben sich durchweg um 0,50 RM. pro 100 kg erhöht, auch Kleie zog leicht an, ebenso Treber. Oelhaltige Artikel hatten hingegen ruhigen Markt, zu den bestehenden Festpreisen blieb das Angebot aber knapp. Weizen war in Schiffsware ausreichend angeboten, aber nur wenig begehrt; zum Preis von 208 bis 210 RM. (minus 2 RM. gegen die Vorwoche) erfolgten nur kleine Erwerbungen. Roggen ging um 6 RM. auf 180 RM. per Tonne zurück, das Angebot in alter Ware war klein, die Nachfrage aber sehr mäßig. Neuer Roggen wird in den nächsten Tagen erwartet; der Schnitt ist in vollem Gang. Hafer war ziemlich angeboten, obschon für diesen die Ernteaussichten besonders ungünstig lauten. Die Käufer hielten stark zurück, weil man mit einem weiteren Rückgang rechnet. Die Notiz gab um 7,50 RM. auf 200 bis 205 RM. per Tonne nach. Neue W i n t e r g e r st e hat noch keinen offiziel- werden. Der K ä l b e r m a r k t hatte einen durchaus unbefriedigenden Verlauf. Zwar konnte der Markt trotz des sehr starken Auftriebs von 1959 gegen 1395 Stück ziemlich ausverkauft werden, die Preise gingen aber selbst in den besten und guten Qualitäten bis zu 4 Mark und für die mittleren und geringen sogar bis zu 6 Mark pro Zentner zurück. Die große Trockenheit und die dadurch bedingten stärkeren Ablieferungen, die nicht zuletzt auch mit dem erhöhten Frischmilchverbrauch während der heißen Witterung zusammenhängt, verursachen eine rückläufige Preisbewegung im Gegensatz zum Vorjahre, das eine steigende Tendenz aufwies. Der Schweinemarkt dagegen setzte auch in dieser Woche seine Preiserholung fort Obwohl die Beschickung mit 4163 gegen 4257 Stück nur unwesentlich vermindert war, nahm das Geschäft trotz der warmen Witterung einen lebhaften Verlauf, so daß der Markt geräumt wurde. Die Preise haben sich erneut um 2 bis 3 Mark erhöht und liegen für oollfleischige Schweine von 240 bis 300 Pfund bei ten 4 bis 5, ohne 7 bis 8. . Der Obstmarkt hatte gutes Angebot in Aprikosen, Aepfeln, Birnen uni) Himbeeren, übrige Ob starten waren ausreichend zugeführt, in Heidelbeeren allerdings bestand knappes Angebot. Für letztere zogen die Preise an, sonst waren sie kaum verändert. Das Geschäft nahm im ganzen einen zufriedenstellenden Verlauf, lediglich in geringen Qualitäten verblieben Ueberstände. Es erzielten: Aepfel I, Kiste etwa 35 Pfund, 900 bis 1000 Austral., Sommer- äpfel I 18 bis 25, II 10 bis 15. Aprikosen I 22 bis 28, II 14 bis 18, Frühbirnen 10 bis 16, ital. 25, Heidelbeeren 28 bis 30, Himbeeren 25 bis 35, Johannisbeeren 10 bis 11, Kirschen la 22 bis 24, I 18 bis 20, II 12 bis 14, Sauerkirschen 10 bis 15, türkische 15 bis 16, Melonen, 70 bis 100 holl., Pfirsiche I 20 bis 25, II 15 bis 18, Pflaumen 15 bis 20, Sufinen 22 bis 25 ital., Spillinge 15 bis 23, Stachelbeeren 8 bis 12, Frühzwetschen 20 bis 25, Zitronen, Kiste mit 150 Stück Inhalt, 550 ital. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 13. Juli. Anfangs der Woche verzeichnete man im Frankfurter Eiergroßhandel unerwartet große Zufuhren, später waren die Anlieferungen wieder normal. Die Nachfrage des Publikums hielt sich weiter in sehr engen Grenzen, sie hat vielmehr infolge der außerordentlich warmen Witterung noch eingebüßt, wobei der Obstverzehr eine starke Konkurrenz bildet. Unter unoedeutenden Schwankungen hielten sich die Preise auf der Höhe der Vorwoche und zwar notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier Kl. S 10, Kl. A 9^, Kl. B 8%, Kl. C 8^, Kl.v 7%. Holländer Kl. 8 9^, Kl. A 9, Kl. 8 81/2. Dänen Kl. S 9/*, Kl. A 83/», Kl. B 81/,. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 13. Juli. Es notierten pro 100 Kilogramm in Mark: Weizen 20,70, Roggen 18, Hafer 20 bis 20,25, Malzkeime 15,75 bis 16, Weizenkleie fein 11,90, grob 12,40, Roagenkleie 12,50 bis 17,25, Soyafchrot 16, Trockenschnitzel ohne Angebot. Tendenz: Brotgetreide ruhig, Futtermittel gefragt. Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Bersrod richtete ein Schreiben „an den Bahnhof Gießen", in dem er einen Zugschaffner aus Reiskirchen einen Doppelverdiener nannte und ihm politische Unzuverlässigkeit zum Vorwurf machte. Diese Behauptungen waren geeignet, ein behördliches Verfahren und behördliche Maßnahmen gegen den Beamten herbeizuführen. Durch Strafbefehl wurde der Angeklagte mit einer Geldstrafe von 100 Mark belegt. In der gestrigen Hauptverhandlung gab der Angeklagte eine Erklärung ab, auf Grund deren das Verfahren bis zur Stellungnahme der vorgesetzten Dienstbehörde ausgesetzt wurde. 47 Mark, also nur noch 3 Mark unter dem Preis der für Neutrallardzwecke begünstigten Fettschweine. Am besten hat sich bisher der Schaf markt gehalten. Die Zufuhren sind hier zwar nicht in jeder Woche regelmäßig, aber im Verhältnis zu früher doch normal. Daher liehen sich bis jetzt nicht nur höhere Preise erzielen, sondern sie blieben auch stabil. Die günstige Verwertungsmöglichkeit der Wolle gibt dem Markt eine gute Stutze, zumal der Bedarf an Wolle sich infolge der Rohstoffschwierigkeiten in steigender Richtung bewegt. Frankfurter Börse. Alillagsbörse still und uneinheitlich. F r a n k f u r t a. M., 13. Juli. Die letzte Mittagsbörse dieser Woche zeigte, wie die vorherge^ange- nen, keine Geschäftsbelebung, da die Beteiligung des Bankenpublikums am Börsengeschäft minimal blieb und auch die Kulisse nur wenig Ntzigung zu Eigengeschäften zeigte. Die Zurückhaltung wird noch in Erwartung der heutigen Fuhrer-Rede etwas verstärkt, die Grundstimmung ist indessen weiter freundlich. Einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft, insbesondere aus dem Ruhrrevier, gaben der Tendenz gegenüber der Geschäftslosigkeit eine Die gegenwärtige Lage auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt wird von der außerordentlichen Trockenheit beherrscht, die auf den Fleischabsatz einen nicht unerheblichen Einfluß nimmt. Die Hitze hat bei der Landwirtschaft erneut Notverkäufe aus- gelöst, so daß die Zufuhren an Rindern und Kalbern gegenüber der Vorwoche eine nicht unerhebliche Zunahme aufweisen. Daher ist auch der unnatürliche Rückgang der Preise auf den Rind er- Märkten erklärlich. Die seit dem Vorjahre sich anbahnende Preisbesserung ist vielfach wieder rückläufig. Neben einer Marktregulierung, die ab 1 August in Kraft treten soll, sind noch andere Wege für das überschüssige und zumeist unreife Vieh zur Verwertung vorhanden, denn je schneller das für Zucht und Mast nicht geeignete Vieh aus- gemerzt wird, um so leichter wird das Durchhalten über Winter ermöglicht. Die Zufuhr an Großvieh betrug 1553 gegen 1395 in der Vorwoche. Der Handel verlief sehr ruhig, so daß Ueberstand verblieb. Während Bullen und Kühe in guten Qualitäten ihre Preise ziemlich- behaupteten, geringe allerdings ließen nach, erfuhren die Preise für Ochsen und Färsen einen Rückgang um 1 bis 2 Mark. Dom Gesamtauftrieb konnten etwa 47 v. H. in die umliegenden Versorgungsgebiete ausgeführt Mainkraft 90, 5 v. H. Eisenbahn-Bank 61,75, 5Vt o H Nass. Landesbank Liquid. 89,13, 4 v. H. Rumänen 3,75, Reichsbank 155, Gelsenkirchen 60 Har. pener 106, Klöckner 72,50, Mannesmann 64,75, Phönix 47, Rheinstahl 90,75, Riebeck 97 50 Stahl, verein 40,50, AKU. 63, Bekula 143 Chade fester 197 (plus 1,75 RM.), Zement Heidelberg 108,50, Scheideanstalt 208, IG. Farben 149,90, Holzmann 60,50, Schuckert 90,75, 3r ür Verkehrswesen 65, H> Mittagskonzert 1 (Schallplatten). 13.20: Von Stuttgart (aus Mannheim): Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters. 14: Don Stuttgart (aus Mannheim): Mittagskonzert III. 14.40: Stunde des Liedes: Johannes Brahms. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Don Stuttgart: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters 17.30: Die neue Staats- und Menschenlehre. Dortrag von Dr. Arthur Pfeiffer. 17.45: Stunde der Jugend: Karl Peters, ein deutscher Pionier und Eroberer. Don Rudolf Michels. 18.25: Von Stuttgart: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 19: Von Kaiserslautern: Das Pfälzer Dokalquartett. singt. 19.30: Uebertragung nach Stuttgart: Saar-j Berlin Jranrfun a. M. '.Vranffurt a.M. 12.7. (13 7- 12.7. 12.7. 13-7. 12.7- 13.7. 78 93 93,25 93,4 91,13 91,25 91,13 91 95,25 95,13 95,13 95,25 27,75 27,5 91,75 91,75 91,5 91,5 164.5 89,5 89,5 89,5 89 89 149,75 149,9 3.9. Karden.Iavustrir (örfjribeanflalt........ 95,75 95,25 95,5 95,25 89 89 89,4 । 60,25 । 60,5 89 89 89,4 89,25 89,4 91 91 92,5 92,5 92 92 10 0 7,45 7,2 7,5 Grttzner....................o| Mamkraftwerke Höchst a.w-.. 4 HübdeiUjcher ümLu ......... räl 21 1801 1871 23 0 U 7.6 UOMlBaMIMBB ...hm. O 64,65 ISO 152 121 47,75 60,5 178 135 31,5 65 90,5 58,25 27,5 24,5 76 117 60 106 75,65 60,5 108,5 125,5 71 39,5 86,25 o 0 12 O 0 0 « 23,65 142,75 87,5 110,25 66,25 107,25 '01,75 31,75 64,25 89,75 58,5 76,25 117,5 59,75 62 65,5 155 62,5 65,25 155 62 65,5 154,75 23,5 143,25 87,75 110,5 66,5 107,9 102 90,5 152,5 121,65 62,5 65,25 154,25 s O 0 0 23,25 196 177 135 60,5 108,5 125,5 Schluß- turs 71,5 39,25 86,25 64,94 81,44 34,18 2,485 58,66 56,61 12,65 16,52 169,99 21,54 63,55 65,20 81,76 34,32 . 28 24,5 o 10 . O . 0 0 ,. 5 . 5 7y, 149,9 208 71,75 39,5 86 126,25 72,5 64J5 93 101.4 93 101,4 125,5 72,4 64.65 63 67 49 62,25 93 101,4 76,5 116,5 60 106 23,75 143,5 90 108,5 66,75 108 101 90,75 150,5 121,25 116,25 62,5 68 48,25 62,5 130 48,4 60,65 69,5 22,75 93 101.4 Rülgerswerke ... Meiallgesellichaft. 62,75 67 48,5 60,75 47 241 90,75 40,5 14 124,5 124,25 163 22,75 197 178 134,75 78,13 94,4 46,75 237 91 40,25 13,75 124,75 124,75 163,5 30,75 65 89,75 58,25 149,75 207,5 71 39,5 86,5 47 237 91 40 14 124,5 125 165 2,465 58,42 56,39 12,59 16,46 169,31 21,46 63,29 117,5 62,9 65,75 48,13 60 128,75 47,75 60,65 66 23 196 178 135 23,75 143 88,75 109 67 107,75 101,5 90,75 151,13 121,75 163 127,25 72 76,65 117,75 59,9 106,25 75,25 163 127,5 72,25 64,75 7 3,9 35,5 48,75 60,5 Hamvurg-Amertka-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff O Hanfa-Dampfschiff.......... O Norddeutscher Lloyd O AG. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft 4 Commerz, unb Prioat-Bank .. O Deutsche Bank unb Disconv» Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdlskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 21,75' 72,4 167 7,45 7 7,2 31,65 64,5 90,5 58,5 3,9 35,4 12-7. 7,6 4,13 6,75 3,8 35,5 25,75 1,13 7,4 7 >,95 8,9 7,5 26,25 1,13 7,4 7 7,13 SchluAk. Minag» bSrse Datum .......~O Äanefelbet Bergbau .. SokSwerke Phontr Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Olavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth •% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 6% ehe m.7% Dl. Reichöanl. v. 1929 6%% Doung-Anlelhe von 1930 .. Deutsche Anl.,Ablüs.«Schuld mit Autlos.-Rechten ......... Desgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 6% ehem.8% Heft. BolkSstaak 1929 (rülkzahib. 102%) ........... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6y.% Hess. LandeS-Hypotheken» bank Darmstadt Ltqui ....... vberhessen Provinz-Anleih, mit AuSlos.-Rechten .. . Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Gerte 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Soldpse. 15 unkündbar bis 1935 1% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 IH% ehern. V/,% Franks Hyp^ Vank-Liqu.-Pfandbrtefe. ehern. 4H% Rheinische Hyp-Bank-Ltau.-Goldpfe. <% ehern. 8% Pr LandeSpfand- orteian stall, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand, brtefanstall, Pfandbriese R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs 4% Oelterrerchtlchr Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrentr 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4%% deSgl. oon 1913 ....... 6% abgest Goldmexikaner oon 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbaha-Anleihe Philipp Hotzmann Zementwerk Heidelberg Smentwed Karlstadt.. Schnllhei» Pa-enhofer O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg ..............O Sstoss Waldhos ............O stoss Aschafsenburg O ouet Gas ............. 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ........... 0 vrenstetn S koppel .......... 0 Leonhard Tietz .............0 thabe......................10 6Ur 1 mul atoren-Fabrll 0 Lonti-Gumm,...............0 13.7. 93,13 13-7. “TL? 93,5 47 241 90,4 40,4 13,65 124,25 13-7- 7,6 4,25 6,75 3,75 35 «Spsa tur* bSrse a«.®....................... Bekula 0 (Beta. LteserungSgesellschast... 6 Licht und Kraft ..... g Fellen & Guilleaume O Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert S Eo............ & Siemens & Halske. Lahme »er Ä Lo. Datum 4% desgl. Serie \\ ......... . 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 sV,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier .............. Datum I 12.7- Schluß. iS Abend» I börse Gesellschaft.. Dresdner Bank Reichsbank ... Buderus ...... Deutsche SrdR ...... Geisenktrcheu« Harpener Voesch Eisen—Söln-Neueft« .. Ilse Bergbau ............ Ilse Bergbau Genüsse Alocknerwerke ............... Amerikanische Not«.............. Belgische Noten......... Dänische Noten S Roten ..... !che Not« .............. Holländische Noten............... Italienische Noten . Norwegische Ototen ............. Deutsch Oesterreich, I 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten...... Spanische Not« ................. ÜLMilÜchtz iimiiiittiitii Berlin därse Frankm n a. 1)1 Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend. bSrse Schluß» für« Schluß!. Mittag» MdL Devisenmarkt Berlin — rankfurt a. 211. 12-Iuli 13-Iult Amtliche Notierung Amtliche Notierung (*elb »rle1 Geld 23rie- Buenos Aires 0,603 0,607 0,603 0,607 Brüssel..... 58,62 58,74 58,58 58,70 fltio be Jan. 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,44 56,56 56,44 56,56 Danzig..... 81,72 81,88 81,72 81,88 London ..... 12,64 12,67 12,635 12,665 HelsingforS.. 5,584 5,595 5,584 5,595 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,58 21,62 21,58 21,62 Japan ...... 0,749 0,751 0,749 0,751 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... : 63,49 63,61 63,46 63,58 48 45 48 55 Lissabon.... IL5Ö 11,52 11,50 1l'52 Stockholm... 65,13 65,27 65,10 65,24 Schweiz .... 81,62 81,78 81,62 81,78 Spanten.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — — —— Neuyork... 2,512 2,518 2,512 2,518 Banknoten. Das Recht im täglichen Leben Die Veschränlvng der Aachbarrechle hat, imiicne ungenau, rungsgeiut-i |ui um ' ,<<„ Umgebung ihrer! Verlängerung nicht ausgesprochen werden salls v.y: s.:_ ___Fintprpüprr hem entaeaensteyen !?chtigse das Recht eine Katze wenn sie mehr als 1200 Meter vom nächsten bewohnten entfernt ist zu töten. Aber man kann angesichts der un- (ju IUI f hip m r hoch im derbst 1933 festzustellen. Die Ankündigung bedarf an sich keiner Form: da aber der Mieter die Beweislast auch für die Rechtzeitigkeit trägt, so ist Einschreibebrief anzuraten. Wenn wir uns erinnern, wie sehr der aus der Zeit des Wohnungselends und der wirtschaftlichen Schwierigkeit erklärliche Widerstreit der Interessen geeignet 'war, die Verschärfung der alten Klassengegensätze zu fördern, und wenn wir bedenken, daß es sich bei der Miete um einen Dauervertrag über Oer Deutsche Einheitsmietvertrag. Von Amisgerichtsrat Dr. Dr. Karl-Ludwig Gchimmelbusch. Weitverbreitet ist der Irrtum, es sei mit dem gemeinsam vom Zentralverband Deutscher Haüs- und Grundbesitzeroereine und dem Bund Deutscher Mietervereine unter Führung des Reichsjustizministers aufgestellten „Deutschen Einheitsmietvertrag" („DEMV.") neues, zwingendes „Recht" geschaffen. Rur darum handelt es sich, Vermieter und Mieter dahin zu bringen, das Mietverhältnis als eine zu jeder gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtende „vertrauensvolle Hausgemeinschaft" (§ 7) zu betrachten, als ein Rechtsgeschäft, das wie kaum ein anderes zum Wohl der Gesamtheit den berechtigten Wünschen beider Teile gleichmäßig Rechnung tragen soll. Dem dient die Anweisung der Spitzenverbände an die unterstellten Vereine, künftig nur den DEMV. auszugeben und die alten verklausulierten Vertragsmuster schnellsteüs aus dem Handel zurückzuzieyen. Wenn so zwar das Gesetz praktisch durch den neuen Vertragstyp ersetzt werden, ja sogar in der allgemeinen Rechtsüberzeugung der Verstoß gegen dessen Grundsätze sich mehr und mehr als der Rechtlichkeit widerstreitend herausbilden wird, bleibt doch für abweichende und ergänzende Vereinbarungen Raum. Weitgehende Unklarheit besteht auch über das Anwendungsgebiet des DEMV., wie über die künf- Verdiener lachen sich ins Fäustchen und haben den Profit von der „deutschen Scholle"! Den Leuten, die uns von der Natur zur Gift- und Gaskultur führen möchten, müßte das Handwerk einmal von oben herab gelegt werden. Zu der Frage, ob man wildernde Katzen abfchie- ßen darf, hat Rechtsanwalt Dr. Döring- Bautzen im Heft 3/34 der Zeitschrift „Der deutsche Tierfreund^ eingehend Stellung genommen. Dr. Döring schreibt dort u. a.: Nach § 228 BGB. handelt nicht widerrechtlich, wer eine fremde Sache (die nach dem noch geltenden Gefetzesrecht auch das im Eigentum eines anderen stehende Tier darstellt) beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, wenn die Beschädigung oder Zerstörung zur Abwendung einer Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zur Gefahr steht. Auf die Katze angewendet sind die gesetzlichen Voraussetzungen für das Vorliegen eines Notstandsrechtes, also für die erlaubte Tötung oder Verletzung des Tieres, folgende: 1. Durch die Katze muh dem Gartenbesitzer oder einem andern eine Gefahr drohen. 2. Diese Gefahr muß auf eine andere Weise als durch Tötung oder Verletzung der Katze nicht abgewendet werden können, die Tötung oder Verletzung muß also notwendig sein. 3. Der durch die Tötung oder Verletzung der Katze angerichtete Schaden darf nicht außer Verhältnis zu der durch sie drohenden Ge- Das 3. Gesetz zur Aenderung des Gesetzes übet Pächterschutz vom 27. Juni 1934 enthält neben der Verlängerung der Geltungsdauer eine E in • schr änkung des bisher geltenden Kün- digungs- und A b l a u f s f ch utzes. In § 1 wird bestimmt, daß der Pachterschutz bis zum 30. März 1935 verlängert wird. Das besagt: Kündigt der Verpächter eines zu landwirtschaftlicher, obstbaulicher ober gewerbsmäßig gärtnerischer Nutzung überlassenen Grundstücks das Pachtver« hältnis, so kann auf Antrag des Pachters das Pachteinigungsamt bestimmen, daß die Kündigung als nicht erfolgt gilt. Voraussetzung ist, daß die ordnungsmäßige Fortführung des Betriebes durch den Pachter gesichert scheint. Gibt das Pachteini- gungsamt dem Antrag statt, so kann für einen früheren Zeitpunkt als den 3 0. Juni 1935 erneut nur gekündigt werden, wenn der Pächter mit einer nach der Entscheidung fälligen Pachtzinsrate tn Verzug kommt, ober wenn bem Verpächter aus einem Jon- stiqen, nach ber Entscheibung eingetretenen wichtigen Grunde bie Fortführung des Pachtoerhaltmsfes nicht zugemutet werden kann. Kündigt der Erstehet das Pachtverhältnis auf Grund der besonderen Vor« schriften des Zwangsoersteigerungsgesetzes für einen vor dem 30. Juni 1935 liegenden Zeitpunkt, so kann das Pachteinigungsamt auf Antrag des Poch- ters die Wirksamkeit der Kündigung um em Jahr hinausschieben. Auch in diesem Fall muß der Antrag abqelehnt werden, wenn die ordnungsmäßige Fortführung des Betriebes durch den Pachter nicht gesichert scheint. Läuft ein Pachtverhältnis der bezeichneten Art bis 3um 30. 3uni 1935 ohne Kündigung ab,Jo kann das Pachteinigungsamt auf Antrag bes Pacy- ters bas Pachtverhältnis um ein Jahr verlängern. Der Antrag ist abzulehnen, wenn die ordnungsma- ßige Fortführung bes Betriebes burch den Pachter nicht gesichert erscheint. Der Antrag ist ferner abzulehnen, wenn ber Verpächter das Grundstück in eigene Bewirtschaftung nehmen will (Eigenbedarf des Verpächters). Durch das 1. Gesetz zur Aende- runq des Gesetzes über Pächterschutz von 23. Juni 1933 ist es aber den obersten Landesbehörden überlassen worden, die Verlängerung des Pachtverhalt- nisses durch das Pachteinigungsamt auch bei Eigenbedarf bes Verpächters zuzulassen. Voraussetzung ist, baß ber Pächter bei Räumung bes Grundstückes sein Inventar ganz ober zum größten Teil ver- schleubern mühte. Selbst wenn btefe Verfehlende, rungsgefahr für ben Pächter besteht, barf aber eine __ V.. • f.L _____mnrhon frtll <4 der einzelne auf das Gemeinwohl zu nehmen ohne Entschädigung nicht zugemutet werden können, । o kann die Auslage dahin gehen, daß ihm eine Ent- chädigung zu gewähren ist. Die Höhe und Art der ■ Entschädigung bestimmt der Reichsminister des In- nern. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Genehmigung kann jederzeit widerrufen werden. Wie die amtlichen Erläuterungen zu dem Gesetz ergeben (vgl. Grund, Das Gesetz über bie Beschränkung der Nachbarrechte, Jur. Wochenschrift, 63. Jahrgang, Heft 4, S. 203), ist jeboch nicht daran gedacht, jede Sportanlage unter ben besonderen Schutz bes Gesetzes zu stellen, vielmehr kommen hierfür nur olche Betriebe in Betracht, bie für bie Volksertüchtigung von besonberer Bedeutung finb, also z. B. große Sportanlagen wie Stadien, Schießstände usw. Die Entscheidung, ob solche Betriebe genehmigt werben, erfolgt nach einer eingehenden Prüfung, ob ber Betrieb Gefahren, erhebliche Nachteile ober Belästigungen für bie Allgemeinheit verursachen kann. Dabei wirb gleicherweise berücksichtigt, ob solche Gefahren usw. auch für bie Eigentümer bzw. Besitzer benachbarter Grunbstücke zu besorgen sind. Ist das ber Fall, so schreibt das Gesetz eine weitere Prüfung vor, ob den Betreffenden mit Rücksicht auf ben'Wert, ben der Betrieb für bie Volksertüchtigung hat, zuzumuten ist, solche Nachteile hinzunehmen. Es soll also sorgfältig abgewogen werben, ob das Interesse an der Eröffnung ober Fortführung bes Betriebes und seine Bedeutung für die Dolksertüch- tigung berart groß ist, baß dem Eigentümer des anberen Grundstücks eine Beschränkung seiner Rechte zuzumuten ist. Ist das zu bejahen, so wird der Betrieb von dem hierfür zuständigen Reichsminister bes Innern genehmigt. Diese Genehmigung kann nach § 2 Absatz 2 unter Auslagen erteilt werden. Als solche kommen z. B. in Betracht besondere Einrichtungen zum Schutze benachbarter Grundstücke, wie Zäune, Bretterwände, Erdwälle bei Schießständen usw. Die Regelung, wie sie in dem Gesetz getroffen ist, stellt einen wohlerwogenen Ausgleich unb eine billige und gerechte Abwägung ber Interessen einerseits der Allgemeinheit unb andererseits derjenigen des einzelnen, der von dem Gesetz betroffen wirb, dar, unb wirb dem Zweck, den man mit dem Gesetz verfolgt, sicherlich genügen. Mit diesem Gesetz ist zum ersten Male im bürger- lichen Recht bie nationalsozialistische Idee be% Rechts- begriffe vom Eigentum über die seitherige indivi- buälistisch-liberaliftische Auffassung des Eigentumsbegriffs gefetzt worden. Im kommenben deutschen Recht wird der Begriff des dem römischen Recht entstammenden schrankenlosen Eigentums keinen Platz mehr finden. Das Reichsgesetz über die Beschränkung der Nachbarechte vom 13. Dezember 1933 gegenüber Betrieben, bie für bie Volksertüchtigung von besonderer Bedeutung sinb, ist in ber Oeffentlichkeit wenig beachtet worden. Es ist aber von weittragender Bedeutung einmal wegen seiner befonberen Wichtigkeit für bie körperliche Ertüchtigung bes deutschen Volkes, sodann auch aus dem Grunde, weil hier zum ersten Male auf dem Gebiere des bürgerlichen Rechts der Gedanke „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" gesetzlich verankert worden ist, indem das Gesetz den Gedanken vertritt, daß sich ber Eigentümer Beschränkungen seines Rechts gefallen lassen muß, wenn es das Gemeinwohl erforbert. Das charakteristische Merkmal bes neuen Gesetzes ist, daß es für die Förderung ber Dolksertüchtigung rechtlich die entgegenstehenben Hindernisse des gegenwärtig geltenden Nachbarrechts in ben §§ 906 und 907 bes Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie den allgemeinen Rechtsanspruch aus § 1004 des BGB. auf Beseitigung einer Beeinträchtigung bes Eigentums praktisch außer Kraft setzt. Um die der Volfs- ertüchtigung bienenbe Sportbewegung gegen bie eiterigen nachbarrechtlichen (Einengungen unb Be- chränkungen und gegen bie seitherigen unbeschränkten Ansprüche aus dem Eigentumsbegriff zu schützen, bestimmt der § 1 bes Gesetzes, daß gegenüber einem Betrieb, ber wegen seiner besonderen Bedeutung für bie Volksertüchtigung von bem Reichsminister des Innern genehmigt worden ist, die nachbarrechtlichen Ansprüche in folgenber Weise eingeschränkt werden: Der (Eigentümer ober Besitzer eines Grundstücks, bas durch Einwirkungen bes Betriebs beeinträchtigt wirb, kann nicht verlangen, baß ber Betrieb eingestellt wirb. Er kann auch nicht verlangen, daß Einrichtungen hergestellt werben, bie eine nachteilige Einwirkung ausschließen ober mindern. Ob unb inwieweit ihm eine Entschäbigung zu gewähren ist, bestimmt sich nur nach den Vorschriften des § 2 Absatz 3. Ansprüche, die auf einem besonderen bürgerlich-rechtlichen Titel, insbesondere auf Vertrag, ober auf unerlaubter Handlung beruhen, bleiben unberührt. Vor ber Entscheibung über bie Genehmigung ist zu prüfen, ob der Betrieb Gefahren, erhebliche Nachteile oder Belästigungen für die Allgemeinheit ober für bie (Eigentümer ober Besitzer benachbarter Grundstücke verursachen kann. Bejahendenfalls ist weiter zu prüfen, ob den Betroffenen mit Rücksicht auf den Wert, 'den der Betrieb für bie Vvlksertüchtigung hat, zuzumuten ist, solche Nachteile zu dulden. Die Genehmigung kann unter Auflagen erteilt werden. Auflagen können auch noch nach der Genehmigung gemacht werden. Sind bie Nachteile, die dem Eigentümer oder Besitzer erwachen, so erheblich, daß sie ihm trotz ber Rücksicht, bie Diese Frage wirb meist hemmungslos bejaht, unb bie Folge bavon ist, baß z. B. einseitige Vogel- reunbe unb Katzenseinbe bei jeher sich bietenben Gelegenheit bieses Verfolgteste Tier, bas in Deutsch- lanb Durchweg bisher schlecht bejubelt worben ist mit Pulver unb Blei, mit Gift "^Fallen ins Jenseits beförbert. Es ist richtig, baß bie Katze sich hin unb wieber einen Vogel holt. Das trifft vor allem für bie herrenlose Katze ganz besonbers zu. Die Schulb trifft aber in ledern Falle ben Menschen, ber bieses nützliche unb schone Tier nicht als Haustier hält unb gewissenlos genug ift, Überzählige Tiere auszusetzen, anstatt die lungen Würfe sofort zu töten unb bamit bem Tierelenb vorzubeugen. Die Katze für bie Abnahme er Vogelwelt verantwortlich zu macken, ist nicht nur unsinnig, sonbern in Anbetracht der.Tatsache baß ber Mensch ber größte Vogelrauber ist, auch reich- lich pharisäisch. Es sei baran erinnert, welche Unmassen von Vögeln alljährlich lmmer noch in Üblichen ßänbern gefangen unb vor allem m all ben letzten Jahrzehnten gefangen worben sinb, wie viele Vögel alljährlich auf bem und Frühjahrszug verunglücken unb wie viel Tnuienbe von Vögeln alljährlich lyr x,eoiii au Gttümen beenden oder bei der L-rso^ung durch ihre eigenen Artgenosten einbußen. Senn die Jäger die Katze als eine „Geisel des riohhnhpr nhpr fei aefaqt: was beim Walzen ooer (Eq^en0 ber Wiesen mib Weihen an Gelegen zahl- reiAer Bobenbrüter zerstört wirb, ist em Vielfaches oon bem, was bie Katze erbeutet! Gegen die alten Vorurteile, unter benen bie nützliche unb liche Katze leiben muß, sollte ganz energisch Front gemacht werben. Wohl hat nach der Pr-uß»nd Psianzen- ,chutz-V°rordnung °om 10 3 1933 ter W* berufen. Zusammenfassenb — schreibt Dr. Döring — ist nach aUebem zu sagen: In den weitaus meisten Fällen wirb auch nicht einmal eine ber brei füt bie Anwenbung bes § 228 BGB. zu machenben Voraussetzungen vorliegen, geschweige henn — was notroenbig ist —, baß alle brei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein werben. Ist aber auch nur eine nicht erfüllt, so macht fich her Gartenbesitzer, her e in e Katze vernichtet ober verletzt, her Sachde- schäbigung schulbig unb aufjerbem schadenersatzpflichtig. Dieses (Ergebnis desteHt auch bann, wenn sich der Gartenbesitzer über bas Vvrliegen ber genannten brei Voraussetzungen etwa geirrt hat. Ein solcher etwaiger Irrtum vermag ben, ber eine fremde Katze tötet, also nicht zu entlasten! Schließlich macht Dr. Döring noch barauf auf. merksam, baß sich nach § 367 Ziff. 8 bes Reichsstrafgesetzbuches ft r a f b a r macht, wer ohne polizeiliche Erlaubnis an bewohnten ober von Men» scheu besuchten Orten (z. B. in Gärten, die mit Wohnhäusern in Verbinbung stehen) mit Feuerge- wehr ober anbern Schießwerkzeugen schießt. Selbst in ben selten denkbaren Fällen, wo einmal alle Voraussetzungen des § 228 BGB. erfüllt Jini), barf also ohne polizeiliche Erlaubnis, die natürlich nicht ohne weiteres erteilt wird, nicht gefchos - sen werben, wenn man sich nicht strafbar machen will. Gegen bas nicht selten angeroenbete Wegsangen ber Katze in Fallen ist aber die unter allen Umständen durchschlagende Einwendung zu machen, baß bei solchem Fange wohl in keinem Falle hie Voraussetzungen des § 228 BGB. gegeben fein werben. Der Fallensteller prüft gar nicht, ob burch die Katze eine Gefahr, geschweige henn eine unmittelbare broht. Die Katze fängt sich in der Falle auch bann, wenn sie also gar nicht baran benkte, einem Vogel nachzustellen. Dieses Mittel, frembe Katzen aus einem Garten zu bannen, ist ein kennzeichnen- bes Beispiel bafür, mit welcher Nichtachtung im- materieller Belange unb gesetzlicher Vorschriften einseitige Vogelfreunbe ben Kampf gegen eine Tier» qattung führen, ber mit richtig oerftanbenem Tierschutz nichts zu tun hat. Der Vollstänbigkeit wegen sei barauf hingewiesen, bah bie Aneignung einer auf unzulässige, aber auch zulässige Weise getöteten fremden Katze Diebstahl ift. Oie Aenderung des Gesetzes über Pächterschuh. Don Rechtsanwalt Wolfgang Büttner. h'eimlichen Mäustplage, die wir doch im■ *rtft :1933 “etbau67Xlb^«n2OOUW^=®ren3e eine unbeauf- ?$rLinf(r Sake die z. B. auf bem Kleeacker einer Staus auflauert, bem Bauer wegschießt, oerhient U"der Stelle eine gehörige Tracht Prügel! Das Gleichgewicht in der Natur ift vom Menschen in ^nem ganz unerhörten Ausmaß schon gestört wor- den Ganze Tierarten sind entweder ausgerottet oder so verfolgt worden, daß man sie 'n letzter Stunde unter Schutz stellen mußte. Die natürlichen Feinde der schädlichen Tiere sind verfolgt worden, überall machen sich die Folgen menschlicher Em- aritle in das Leben der Natur bemerkbar. Man schießt mit Gaspatronen aus Mäuse und Ratten und mochte in gewissen Kreisen am liebsten mit Kanonen nach Spatzen schießen. Em paar klotzige eines der wesentlichsten Lebensgüter handelt, dessen Natur der einseitigen Sicherung eines Vertragsteils widerspricht, so dürfen wir die knappe, übersichtliche, gemeinverständliche neue Dertragsfvrm dankbar begrüßen als ein dem einzelnen wie der Vvlksge- samtheit dienendes Instrument des Gemeinschaftsgedankens, den Wegbereiter eines kommenden, auch in der Wohnwirtschaft die soziale Gerechtigkeit verwirklichenden Mietrechts. dringende öffentliche Interessen dem entgegenstehen oder falls der Verpächter ein so dringendes Bedürf, nis an der Erlangung des Grundstückes hat, daß die Vorenthaltung für ihn eine schwere Unbilligkeit bedeuten würde. Von dieser Ermächtigung der Reichsgesetzgebers hat Preußen in § 1 der Aussich. rungsverordnung zum Reichsgesetz über tßadjter schütz vom 20. Februar 1934 (Preußische <8. S. S. 72) Gebrauch gemacht. Die mehr formelle Der tängeruno dieser Ausführungsverordnung entspre- chenö bem Reichsgesetz um ein Jahr steht noch aus. Der Künbigunqs- unb der Ablaufschutz gilt auch für Pachtverträge/ die die Ueberlassung eines Grund- stückes zum Korbweibenbau zum Gegenstand haben unb für Fischereipachtoerträge. . .. In 8 2 bes Reichsqesetzes wirb eine Einschränkung des Pächterschutze s vorgenommen. Danach gilt der Pächterschutz nicht für bie zur Neu- bilbunq deutschen Bauerntums rechtsverbindlich oe- reitgestellten Grundstücke. Es sei in diesem Zusam- fahr stehen. Ist auch nur eines dieser Erfordernisse nicht erfüllt, so ist die Tötung oder Verletzung keine Notstandshandlung, also gesetzlich Unzulässig. In dem oben erwäynten Artikel heißt es dann: Völlig unrichtig ist es, oon jeder Katze, die durch einen fremden Garten läuft, zu behaupten oder anzunehmen, daß sie den Vögeln nachstelle Es ist nun einmal eine der Katze eigentümliche Eigenart, daß dieses Tier es liebt, in Der Umgebung ihrer Behausung umherzuschweifen und dabei die liegen- schaftlichen Eigentumsgrenzen zu übersehen. Dr. Döring führt zu dem sehr wichtigen unb entschei- benben Gesichtspunkt für bie Frage ber Gefahr- brohung bann Folgenbes aus: Nach allgemeiner Rechtsansicht genügt für bie Anwenbung bes § 228 BGB nicht jebe für bie weitere Zukunft brohenbe Gefahr, sondern die Gefahr muß unmittelbar bevorstehen. Diese Voraussetzung liegt aber unter keinen Umständen vor, wenn eine Katze lediglich durch einen Garten streift, selbst dann nicht, wenn sie dabei einen in ihren Gesichtskreis kommenden Vogel ins Auge faßt und beobachtet. Es kommt bei ber Beurteilung biefer Frage noch hinzu, baß ber burch bie Katze etwa brohenben Gefahr mit anbern Mitteln begegnet werben farm. Als solche Möglichkeiten sinb zu erwähnen bas Weqscheuchen ber Katze, wenn der Gartenbesitzer m entsprechender Nähe ist, oder das Erregen von Lärm, der den bedrohten Vogel sortscheucht und so tig als unstatthaft geltenden Klauseln der bisherigen Formularverträge. Er gilt für Wohnungen, wie für gewerbliche Räume unb ift für Alt-, wie für Neuwohnungen benutzbar, sieht aber in ben nicht bem Reichsmieten- unb bem Mieterschutzgesetz unterliegenben Wohnungen ben Regelfall; für bie anderen gelten die Bestimmungen nicht, soweit sie zum Nachteil des Mieters vom Gesetz abweichen (Miethöhe, Zahlungsweise, Jnstandsetzungspslicht, Vertragsauflösung): auch künftig kann also z. B. der Vermieter solcher Wohnungen die Mietaufhebung nur nach dem Mieterschutzgesetz verlangen. Bei Verträgen von unbestimmter Dauer sieht der DEMV. vor, daß jede Partei bas Mietverhältnis zum (Enbe eines Kalenbervierteljahrs spätestens an besten brittem Werktag fünbigen kann; § 2 Absatz 2. Es entfällt ferner bas Künbigungsrecht bes Vermieters wegen geringfügiger Vertragsverletzung unb geringfügigen Mietzinsrückstanbs — man benfe an bie unerquicklichen Klauseln, wonach ber Vermieter bei jeher Art von Waschen in ber Wohnung (Kleinwäsche!) ober bei Zahlungsverzug über ben Zweiten bes Monats hinaus fristlos fünbigen durfte. Das fann er tünftig nur bei Rückstand von mehr als der Hälfte des fälligen Betrages über zehn Tage trotz Zahlungsaufforderung, nach Zahlung vor Kündigung überhaupt nicht mehr. Das Künbigungsrecht bes Mieters wegen wesentlicher Wohnungsmängel und das der Beamten, Militar- perfonem Geistlichen und Lehrer bei Versetzung (BGB. § 570), der (Erben beim Tode bes Mieters (8 569) soll nicht mehr beschränft werben. Auch in bem trüben Kapitel ber Untervermietung greift eine sozialere Gestaltung Platz; § 7 Abs. 4. Der Vertrag änbert nichts an § 549 Abs. 1 VGB , ber die Untervermietung von ber (Erlaubnis des Vermieters abhängig macht, läßt jedoch diese Erlaubnis als für die ganze Mietdauer erteilt gelten. Der Vermieter fann aber einer bestimmten Untervermietung widersprechen ober die Zustimmung widerrufen, wenn gegen den Untermieter ein wichtiger Grund vorliegt. Die vertragliche Ausschließung des Kündigungsrechts des Mieters bei Nichtgestattunq der Untervermietung soll nicht mehr zulässig sein. Bei unbefugter Untervermietung fann der Vermieter verlangen, daß der Mieter spätestens binnen Monatsfrist das Untermietverhältnis kündigt. Geschieht das nicht, so fann der Vermieter das Hauptmietverhältnis fristlos fünbigen, aber nur unverzüglich, fobalb er hie gegen ben Untermieter fprechenben Grünbe erfahren hat ober bie Frist zur Künbigung bes Untermietverhältnisses fruchtlos abgelaufen 'ist. Entgegen weitverbreiteter Meinung fann, wie bisher, bie (Erlaubnis auf einen bestimmten Mieter beschränft werben. Die alten Formularverträge sahen regelmäßig den Ausschluß von Gewährleistungsansprüchen des Mieters vor, ließen ihn aber umgefehrt für alle, also auch für nicht verschuldete Schäden hasten. Das hat vielfach erbittert, obwohl verständlich war, daß die Vermieter feine Neigung hatten, sich nut Dem oft unmöglichen Beweis eines Verschuldens des Mieters ober einer Person, für bie er einzustehen hat (Familie, Untermieter, Hausangestellte, Lieferanten) zu belasten. Der DEMV. trägt bieten Interessengegensätzen Rechnung: ber Mieter soll nur bei Verschulben haften, hoch trifft ihn für bas Fehlen bes Verschulbens bie Beweislast. Im DEMV. erscheint auch weher bie Erklärung bes Mieters, baß er bie Räume im vereinbarten Zustanb übernommen habe, noch auch seine Verpflichtung, die eingebauten Einrichtungen, z. B. Oefen, Lichtanlage, Waschbecken, Badewanne, dem Vermieter beim Auszug ohne Entschädigung zu überlassen Er kann sie wegnehmen (§ 12 Abs. 2), wenn der Vermieter sie nicht gegen angemessene Entschädigung übernimmt (nach bem „Zeitwert", wobei eine Einrichtung gegebenenfalls als abgenutzt gelten muß, wenn sie so veraltet ift, baß ein neuer Mieter sie als unzeitgemäß ablehnen fann). , 93or allem räumt ber Vertrag mit bem Aufrech- "ungs- unb Minberungsverbvt auf. Das Gesetz gibt nämlich bem Mieter einen Schabensersatzanspruch, wenn bie Räume bei Vertragsschluß mit einem wesentlichen Fehler behaftet waren ober wenn ein solcher Mangel später infolge eines vom Vermieter zu oertretenben Umftanbes entstauben ober ber Vermieter mit ber Beseitigung bes Mangels im 23er-1 ,uq ist (§ 538 Abs. 1 BGB.). Bei Verzug fann der Mieter den Mangel selbst beseitigen lassen unb Ersatz ber Aufwenbungen verlangen (Abs. 2). Die vertragliche Ausschließung biefer Rechte bes Mieters war als Sicherung gegenüber zahlungsunfähigen ober zahlungsunwilligen Mietern verftänblich, führte aber zu einer debenflichen Entrechtung des Mieters: nahm er eine unaufschiebbare, vom Vermieter nicht zu erreichende Instandsetzung vor und ,Da er bann die Kosten vom Mietzins ab, so muhte er sich auf die Aufrechnungsflausel oerroei- sen lassen. Hier geht der DEMV. einen Mittelweg: bie Aufrechiumg ist zulästig, wenn der Mieter btefe Absicht einen Monat vorher ankunbigt <8 6). Das beruht barauf, baß ber Vermieter, um sich nicht ständig solchen, seine eigenen Verpflichtungen (Sitten, Steuern!) gefährdenden Dingen ausgefetzt, 3u sehen, in der Lage fein muß, 'nzn-tfchen durch Klage die Berechtigung des gegnenfchen Anspruchs Dars man mildernde Katzen abschießen? Von Oiplomlandwiri Finus. der Katze entzieht. Ferner gehört hierher, soweit es sich um den Schutz von Vogelnestern handelt, das Anbringen von Katzenschutzgürteln an den Baumstämmen, die die Katze am Hinausflettern in völlig wirfsamer Weise hinoern. Der Gartenbesitzer, der solche ihm zu Gebote st ehe n de Mittel nicht anwendet, sondern rücksichtslos die Katze vernichtet, die er auf andere Weise abwehren fann, fann s i ch auf § 228 BGB. nicht menhange kurz erwähnt, daß Pächterschutz auch dann nicht gewährt wird, wenn der Pächter bei Stellung des Antrages mit einem Betrage im Rückstände ist, der sich ganz oder zum Teil auf einen länger als zwei Jahre zurückliegenden Zeitraum bezieht, es sei denn, daß der Pächter inzwischen mindestens soviel an Pachtzins gezahlt hat, wie der bis dahin geschuldete Rückstand beträgt, oder daß dieser Betrag gestundet ist. Er gilt ferner nicht, wenn das Vergleichs- oder das Konkursverfahren über das Vermögen des Pächters eröffnet oder Nie letzten Arbeitsbeschaffungs-Lose Ziehung am 21. und 22. Juli Millionen Mark Gewinne wenn ein Entschuldungsantrag des Pächters nach den Vorschriften der Osthilfegesetzgebung wegen Entschuldungsunfähigkeit oder Entschuldungsunwur- diqkeit abgelehnt ist (falls nicht ein Wiederaus- nahmeverfahren nach § 98 des Schuldenregelungsgesetzes schwebt.) Schließlich tritt er auch dann nicht in Kraft, wenn ein Schuldenregelungsverfahren auf Grund gewisser Bestimmungen des Schuldenregelungsgesetzes aufgehoben oder emge- stellt ist, oder wenn die Eröffnung des Entschul- dungsverfahrens wegen Zweckoerschuldung oder wegen stichhaltiger Bedenken gegen die Persönlichkeit und die Wirtschaftsweise des Pächters rechtskräftig abgelehnt worden ist, ferner wenn der Pachter das Grundstück geräumt hat oder sich zwar noch auf dem Grundstück befindet, aber den Wirt- schaftsbetrieb weder selbst führt noch durch einen anderen führen läßt. Die Einzelheiten finden sich in der Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über Pächterschutz vom 2 6. I a n u a r 19 3 4 und in § 8 der Durchführungsverordnung zur Notverordnung u. a. über Pächterschutz vom 17. November 1932 (RGBl. I S. 530). Nach § 8 Abs. 2 des Gesetzes über Pächterschutz vom 22. April 1934 soll Pächterschutz auch dann nicht gewährt werden, wenn der Verpächter oder Er- sleher eine anderweitige Verpachtung vorgenommen hat. Wie im Falle des Eigenbedarfs des Verpächters hat der Reichsgesetzgeber aber auch hier die Landesgesetzgeber ermächtigt, eine abweichende Regelung zu treffen. Dies ist für Preußen in § 2 der Ausführungsverordnung vom 20. Februar 1934 geschehen Dort heißt es, daß falls der bisherige Pächter das Grundstück noch nicht geräumt hat und bei Räumung sein Inventar ganz oder zum größten Teil verschleudern müßte, die Bestimmungen des Pächterschutzgesetzes Anwendung finden, auch wenn der Verpächter oder Ersteher eine andere Verpachtung vorgenommen hat. Es dürfen aber keine dringenden öffentlichen Interessen entgegenstehen; ferner darf die Verlängerung des Pachtvertrages für den Verpächter oder den Pachtnachfolger kein« schwere Unbilligkeit mit sich bringen. Die dem Reichsgesetz entsprechende formelle Verlängerung der preußischen Ausführungsverordnung steht, wie oben bereits betont, noch aus. Was muß in einem Oienst- zeugnis stehen? Zu dieser Frage hat das Reichsarbeitsgericht in einem Urteil vom 22. Februar 1933 (Jur. Wochenschrift, 62 Jahrg., Heft 32, S. 1789) Stellung genommen. Das Zeugnis soll der Bewerbung des Arbeitnehmers um eine neue Stelle dienen. Es ist deshalb die Art der Beschäftigung so genau anzugeben, daß der neue Arbeitgeber die Eignung des Bewerbers beurteilen kann. Für die Vermerke über Führung und Leistungen ist dem Arbeitgeber nur ein subjektiv richtiges Urteil zuzumuten. Stets aber muß der Inhalt des Zeugnisses wahr sein, und es darf das in ihm enthaltene subjektive Urteil nicht durch Voreingenommenheit zum Nachteil des Arbeitnehmers gefärbt sein. Die Erwähnung eines dem Arbeitnehmer nachteiligen Einzelfalles kann als unrichtiges Urteil anzusehen sein, wenn sie geeignet ist, irrige Vorstellungen über Leistungen und Führung des Arbeitnehmers zu erwecken. Es fei noch darauf hingewiesen, daß auf Grund eines den Tatsachen nicht entsprechenden Inhalts eines Dienstzeugnisses auch Schadenersatzansprüche gegen den Aussteller unter Umständen erhoben wenden könnten. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 13. Juli. Die wieder außerordentlich große Trockenheit hat den Frischmilchoerbrauch merklich steigen lassen, wodurch die Produktion merklich geringer geworden ist. Dazu kommt noch ein beachtlicher Eigenverbrauch auf dem Lande, so daß die Zufuhren in deutscher Butter in dieser Woche ausgesprochen knapp waren. Diese Tatsache blieb jedoch auf die Markt- und Preislage ohne Einfluß, da die Knappheit durch die nur schwache Konsumnachfrage völlig ausgeglichen wurde. Besonders in den Großstädten ist der Butterverzehr auffallend schwach, in den Bade- und Kurorten ist er verhältnismäßig gut. Auslandsbutter kommt infolge des Devisenmangels nur in ganz beschränktem Umfange herein. Die Großhandels-Einstandspreise blieben unverändert. Deutsche Markenbutter 127.00, feine deutsche Molkereibutter 123,00 bis 125,00 RM. pro 50 kg ab Versandstation. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 15. Juli. 7. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- qemeinde; 9.30: Pfr. Sucker. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; Christenlehre ' für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Orgelfeierstunde, Organist Wieder. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Professor v. Bertram; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Luthergemeinde. — Petruskapelle. 9.30: Pfarrer Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Gemeindesaal (Liebigstraße 56). 14: Taubstummengottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Vuseck. 10: Gottesdienst. — Grohen- Duseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; 9.30: Christenlehre.— Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst. Der Kindergot- tesdienst für die gesamte Schuljugend findet bei aün- stigem Wetter im Walde statt. Abmarsch 8 Uhr. Bei ungünstigem Wetter ist der Kindergottesdienst in der Kirche, und zwar 11 Uhr obere Abteilung, 13 Uhr: untere Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre für die weibliche Jugend. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis an der Lumda. 9.30: Beichte; 10: Hauptgottesdienst mit hl. Abendmahl; 13.30: Missionsgottesdienst.— Klein- Linden. 9: Gottesdienst; 10: Kindergottesdienst. — Wahenborn-Sleinberg. 9: Pfr. Steiner (Hausen); 10: Kinderkirche. — Garbenieich. 10.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Nie- der-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Draudt. — Birklar. 12.30: Stiftspfarrer Draudt. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst; Feier des Erntebeginns. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Feier des Erntebeginns; Kollekte. — Langd. 13: Gottesdienst und Christenlehre. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Ober-Gleen. 8.15: Kindergottesdienst; 9.15: Hauptgottesdienst; 10.25: Christenlehre. — Kirtorf. 11: Hauptgottesdienst; 12.10: Christenlehre; 14.30: Kindergottesdienst mit hl. Taufe. katholische Gemeinden. Samstag, den 14. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 15. Juli. 8.Sonntaa nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; Militärgottesdienst; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. W. Klein, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Hirschapotheke. Büchertisch. — Martin Lezius, Vergessene deutsche Waffentaten, ein Erinnerungsbuch an Deutschlands Aufstieg mit 25 Kartenskizzen. Geb. 3,75 Mk. Verlag E. C. Etthofen, Berlin-Schöneberg. — (42) — Es ist eine ungemein verdienstvolle Aufgabe, der sich der Verfasser unterzogen hat, die Heldentaten der preußischen Heere zu schildern, die nicht in jedem Geschichtsbuch behandelt werden und doch als Ganzes erst das ungemein eindrucksvolle und erhebende Bild von dem Ruhm zu geben vermögen, den preußische Waffen auf fast allen Kriegsschauplätzen Europas in vier Jahrhunderten sich errungen haben. Besonders dankenswert sind die Schilderungen der Teilnahme preußischer und bayrischer Truppen an den Türkenkriegen und am spanischen Erbfolgekrieg. Die zahlreichen Kartenskizzen machen die Lektüre des fesselnden Buches besonders anschaulich. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Dipl.-Handelslehrer Paul Feidner Anny Feidner, geb. Von-Eiff Offenbacha.M., „ @ic6cn SriebridjfTrage 35 15-3ulil934 14 03511 Für die zahlreichen Blumenspenden und Glückwünsche zur Wiedereröffnung unseres Cafes sagen wir hiermit unseren besten Dank. 4145d Familie L. 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