Ur. 87 Erstes Blatt 184. Jahtgang Samstag, 14. April 1934 Erfcheim taglid), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 2tud) bei Nichterscheinen pon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 8ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- nchten Anzeiger Gießen PoftschecNonto: KroattLurl am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiiats-Vuch und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Von einer Beseitigung der Offensivwaffen, die der Angreifer, der den Ort und die Stunde des Angriffs wähle, auf jeden Fall besitzen werde, sei keine Rede. Man müsse sogar volle Freiheit haben, diese Angriffswaffen zu ersehen und zu verbessern. Die nirgends eine Beschränkung seiner militärischen Ausgaben auf. Deutschland kann so gut wie die anderen. Länder seine Mittel nach eigenem Gutdünken verwenden. Dabei lehrt die internationale Finanzstatistik sehr eindrucksvoll und ganz einwandfrei, daß Deutschland mit seinen Ausgaben für Heer und Flotte weit hinter den Mächten zurückbleibt, deren Presse und Abgeordnete in heuchlerischer Entrüstung über den wiederentstandenen deutschen „Militarismus" sich nicht genug tun können. So betrugen die Heeresausgaben tm Haushaltsjahr 1933/34 in Deutschland 11 Prozent des gesamten Staatshaushalts, dagegen in England (ohne Besitzungen) 15,4 Prozent, in den Bereinigten Staaten 18,5 Prozent, in Italien 22 Prozent, in der Tschechoslowakei 26,8 Prozent, in Frankreich 34 Prozent und in Polen 40,8 Prozent des gesamten Staatshaushalts. Rechnet man die Rüstungsausgaben aufdenKopfderBevölkerungum, so ergeben sich für Deutschland 10,50, für England 30, für Frankreich rund 70 Reichsmark. Wahrend also der deutsche Staatsbürger jährlich nur 10,50 Reichsmark für Verteidigungszwecke aufbrm- gen muß, fordert die französische Rüstung von jedem Franzosen einen fast siebenmal größeren jährlichen Zuschuß. Dabei sind sowohl in Frankreich, wie auch in England, das in letzter Zeit sich so gerne auf eine Vernachlässigung seiner Rüstungen herausfpielen möchte, die Heeresausgaben von Jahr zu Jahr gestiegen: in Frankreich von 1,57 Milliarden Reichsmark im Jahre 1927 auf 2,75 Milliarden im Jahre 1933, in England allein die Marineausgaben in der gleichen Zeit von 51 auf 56,5 Millionen Pfund. Gerade die Rüstungen für See find lehrreich für das Ausmaß des Wettrüstens, in dem die Welt sich schon trotz aller Abrüstungsverhandlungen mitten drin befindet. Während die Zahl der im Bau befindlichen Kriegsschiffe in England 61, in den Vereinigten Staaten 54, in Frankreich 47, in Italien 33'und in Japan 18 beträgt, hat Deutschland dem nur zwei im Bau befindliche Kriegsschiffe gegenüberzustellen. Diese Statistik ließe sich unschwer auf das gesamte Kriegsmaterial ausdehnen. Doch genug der Zahlen. Sie find wahrhaftig eindrucksvoll genug, um voreilige Kritiker in England und Frankreich eines Besseren zu belehren und böswilligen Schreiern den Mund zu stopfen. Sie nehmen ihnen jedes Recht, von einer deutschen „Ausrüstung" zu fabeln, die einen allgemeinen Rüstungswettlauf eröffnen werbe. Warum alteriert man sich in England über die wirklich bescheidene unt> wohlbegründete Erhöhung des deutschen Heereshaushalts, statt das Kind beim rechten Namen zu nennen und der bri- franzöfifche Regierung müsse ferner die Möglichkeit erhalten, nötigenfalls die Militär- dien st zeit zu erhöhen, damit die Truppen, in deren Schuh die Mobilmachung vor sich zu gehen habe, verstärkt würden. Schließlich müsse das Abkommen ausdrücklich bestimmen, daß jeder Unterzeichner volle Handlungsfreiheit wieder erlange, wenn er — ganz abgesehen von einer internationalen Investigation — von sich aus feststelle, daß das gegebene Wort nicht allgemein gehalten werde. Aber roefent- lich sei vor allem das Versprechen, Hilfe zu leisten, das England über die „zweideutigen" Versicherungen des Locarnovertrages hinaus geben müsse. Eine Politik -er Einigkeit und Wohlfahrt in Frieden und Gleichberechtigung. Reichspropagandaminister Or. Goebbels spricht im Rundfunk. Niemand ist zum Bezug einer bestrmmtenZeitung verpflichtet Jeder Druck und jede Kontrolle verboten. Der stellvertretende Veamtenführer, Stabsleiter Reufd), hat, wie der preußische Pressedienst der NSDAP mitteilt, folgendes Rundschreiben an die Gliederungen des Reichsbun- des der deutschen Beamten gerichtet: Rach einer Zuschrift der Reichsleitung der NSDAP., Reichsleiter für die presse, wird stellen- weise von Amtswaltern des Reichsbundes der deutschen Beamten auf die Veamtenfchaft ein starker Druck z u m Bezug bestimmter Tageszeitungen ausgeübt. Ein derartiges Vorgehen ist durch die Anordnung des Präsidenten der Reichs presse kämm er vom 13. Dezember 1933 und durch die Verfügungen des Stellvertreters des Führers vom gleichen Tag und vom 10. Januar 1934 verboten und wird m i t A u s- fchlutz aus der Partei bedroht. In der Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer heißt es u. a.: „Line Verpflichtung zum Bezug b e - stimmter Zeitungen ist nicht zulässig, besonders nicht durch Anordnungen oder Befehle, ebensowenig darf eine kon- trolleüber den Bezug bestimmter Zeitungen ausgeübt werden." In der zu dieser Anordnung ergangenen Verfügung des Stellvertreters des Führers heißt es u. a.: „Alle Parteigenossen, gleichgültig, ln welchen politisch oder wie immer gearteten Organisationen sie tätig sind, sind ver- pslichtet, diesen über Fragen des Pressewesens ergangenen Anordnungen innerhalb ihres Arbeitsbereichs nachzukommen. Ich ersuche daher, jede Tätigkeit in der vorstehend angegebenen Richtung unbedingt zu unterlassen." mens gilt. Die Garantien, die Frankreich zu fordern gedenkt, sollen genau umschrieben werden. Mit allgemeinen Loyalitätsversicherungen will man sich nicht begütigen. „Ganz bestimmte Verpflichtungen sind notwendig, schreibt der „Petit Parisien", nicht eine einfache Beratung kommt in Frage, durch die kostbare Zeit verstreichen würde, sondern eine sofortige automatische Anwendung von Sanktionen, die entsprechend der Schwere des durch die Kontrolle festgestellten Verstoßes zu betneffen sind. Diplomatische Sanktionen, finanzielle Sanktionen, wirtschaftliche Sanktionen und militärische Sanktionen, das ist die Staffelung der allgemeinen Garantien, die das Abkommen enthalten muh." — Nach Ansicht des „Echo de Paris" sind alle Unterscheidungen, die England zwischen A u s f ü h - rungsgarantien und Sicherheit-- finbe ihren zweckmäßigsten Ausdruck in einer durch nichts gerechtfertigten Lohnherabsetzung, ergänzt durch eine noch weniger gerechtfertigte Preis- und Dividendenerhöhung. Diese Kreise feien noch einmal darauf aufmerksam gemacht, daß es nicht weiter geduldet werden kann, die sozialen Errungenschaften unserer Zeit zu sabotieren. Die nationalsozialistische Bewegung leitet den Staat nach großen weltanschaulichen Grundsätzen und läßt sich in der Durchführung ihrer, auf weite Sicht gesehenen Prinzipien durch nichts und nie- manden beirren. Es gibt im Lande nur wenige und kleine Konventikel, die das bis heute noch nicht ein- gesehen haben. Wenn beispielsweise Zeitungen meinen, sie könnten die deutsche Volksgemeinschaft durch Wiederbelebung konfessioneller Gegensätze stören, so beweisen sie damit nur, daß sie vom Geiste der neuen Zeit keinen Hauch verspürt haben, unterschätzen aber anderseits offenbar die Entschlossenheit, mit der wir gewillt sind, solche frevlerische Versuche zurückzuschlagen. Es gibt in Deutschland weder eine Arbeiter- noch eine Bürger-, weder eine protestantische, noch eine katholische, sondern nur noch eine deutsche Presse. Die Konfessionen in ihrer Betätigungsfreiheit zu beschützen, ist Sache der Regierung. Sie wird diesen Schutz wahrscheinlich Wirksamer ausüben als Zeitungen und Parteien. Ihre Hintermänner haben auch am allerwenigsten ein Recht dazu, der Regierung und dem Nationalsozialismus, die allein die Kirchen vor dem Ansturm des Bolschewismus gerettet haben, deshalb Neuheidentum vorzuwerfen, weil sie auf dem Gebiet des Politifchen Kleine Entente, wieder fester in die Hand zu bekommen. Barthou war schon in Brüssel, um den schlechten Eindruck der Brocquevittefchen Äb- rüftungsertlärung zu verwischen, eine Rundreise durch die osteuropäischen Hauptstädte ist angekündigt. Die Genfer Bürositzung hatte, so wenig sie auch ein allgemein wertvolles Ergebnis gezeitigt hatte, doch Frankreich die eifrig genützte Gelegenheit geboten, feine alten Freunde wieder um sich -u versammeln und für die französische These Stimmung zu machen. Wie sehr dies ein Gebot der Stunde ist, haben ja die bekannten Vorgänge in Brüssel und die sich neuerdings von Paris deutlich absetzende Politik Polens gelehrt. Und in Belgrad und Bukarest haben die Franzosenfreunde einen nicht minder schweren Stand. Herrn Barthous Reife entspricht also durchaus der Notwendigkeit, die Zügel wieder anzuziehen, die die Aera Paul- Boncour hatte schleifen lassen. Eine in diesem Umfange kaum erwartete Ent- laftunasoffenfive können die Franzosen überraschenderweise in England buchen. Denn wenn auch vermutlich alles andere als Sorge um die Sicherheit Frankreichs im britischen Unterhaus die A n - fragen nach der Erhöhungdes deutschen Mehrhaushalts verarlaßt haben werden, so kämmt in diesem Augenblick doch eine solche Debatte imm S-kund-nt-ndienst für das jeder eigenen Ab- rllstunq feindliche Frankreich gleich. Wenn der neue k>e itfche Reichshausdaltsvaranfchlaq eine Erhöhung Medretats um 225 Millionen Reichsmark auf. weift® ci insqefamt knapp 900 Millionen Reichsmark für Verteidigung-Mecke. fo entfpncht diese Mehrausgabe einmal der Notwendigkeit, unser über- u ärhiffsmaterial zu erneuern, zum andern hör sKHitS tor bie uns von der Genfer Abrüstungs- 'aufaebrängte Ummanblung ber Reichs- i J pine kurzfristig bienende Truppe rechtzeitig J" J treffen und schließlich der Ueberlegung, *S?i.H*lanb inmitten einer in Waffen ftarrem d°K nm ?en[05 roeiter rüstenden Welt alle Mög- den und paus , öic bie Verträge ihm bie- ten um^sein^esgene Verteidigung auf den Stand zu ste^Wenn "di^ fmnMsch! Press/über °eine Ver- eigenen' ßan&Tdn"‘'1XÄ und eine für eigene Rüstungsoerstarkungen günstige Stimmung im britischen Volk zu schaffen, so ist die- kr -7nw°i- auf den Berfailler Vertrag gänzlich abwegig - denn er bestimmt zwar Ausmaß und Art der Bewaffnung Deutschlands, legt ihm aber Zwischenspiel. Das Wort „Vertagung" ist in der Sprache der Genfer Diplomatie noch immer eines der gebräuchlichsten. Niemand hätte im Ernst erwarten können, daß das von feinem Präsidenten für den 10. April einberufene Büro der Abrüstungskonfe- r e n z, in dem mit Ausnahme Deutschlands, bas ja im vergangenen Herbst der Abrüstungskonferenz den Rücken gekehrt hat, alle Großmächte und eine Reihe kleinerer Staaten vertreten find, zu irgendwelchen Beschlüssen ober richtungweisenden Feststellungen kommen konnte. Bei bem gegenwärtigen Stand der diplomatischen Fühlungnahme der an der Abrüstungsfrage vor allen Dingen interessierten vier europäischen Großmächte konnte die Genfer Bürositzung nur ein bedeutungsloses Zwischenspiel sein, das nach oft erprobtem Genfer Rezept mit einer Vertagung schließen mußte. Dabei hat man mit schöner Geste dem Optimismus gehuldigt und den Wiederzufammentritt des Büros bereits auf den 30. April anberaumt. Sogar den Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz will man am 23. Mai bemühen in der reichlich vagen Hoffnung, bis dahin den schon recht antiquierten Mac- donaldplan dem neuesten Stand der diplomatischen Verhandlungen anzupassen und so auf neu frisiert dem Ausschuß vorlegen zu können. Ein solcher Optimismus ist durch den nun schon viele Monate hindurch spielenden Notenwechsel nach keiner Richtung hin begründet. Aber darauf kommt es ja auch gar nicht an. Die Hauptsache für Henderson und die Genfer Konferenzlöwen ist, sich von Zeit zu Zeit in Erinnerung zu bringen und damit die Fiktion aufrechtzuerhalten, als ob die Abrüstungskonferenz noch immer unverändert alle Fäden selbst in der Hand halte und nun alle direkten Verhandlungen der Mächte untereinander nur in ihrem Auftrag erfolgten. Im übrigen wird wieder einmal Zeit gewonnen. Irgend ein Impuls oder nur ein neuer Gesichtspunkt für das Vcrantreiben der Abrüstungsfrage wird von Genf schon lange nicht mehr erwartet. Die Großmächte sind also für die kommenden Wochen wieder auf sich allein angewiesen. Nach wie vor liegt die Entscheidung darüber, ob überhaupt ein für alle Beteiligten tragbares Abkommen, wenigstens für eine Begrenzung der Rüstungen, zu- standekommt, einzig und allein bei Frankr eich. Die Pariser Regierung hat bisher alle Vorschläge der anderen Mächte zurückgewiesen, aber Barthou hat ebenso wenig wie seine Vorgänger sich der Aufgabe unterzogen, einen eigenen Dor schlag zu machen. Man hat sich in Paris daraus beschrankt, die Entwürfe der anderen zu zerpflücken und m Grund und Boden zu kritisieren, Vorbehalte zu machen und Forderungen zu stellen, aber man scheut sich, die eigene Politik auf irgendwelche genau umriffene Formeln festzulegen. England hatte um dem französischen Sicherheitskomplex S.u Leibe 3U qehen die Frage der Durchfuhrungsburgschaf- ten X'worfen mit dem do- künftige Rüstung-, abkommen auszustatten s-u Aber Frankreich weicht aus. Barthou fragt wieder nach dem mater»elttn Inhalt des Abkommens, nach dem Ausmaß der deutschen Rüstungsangleichung, und °°rir°st°t En-, land auf eine zweite Note, in der die Franzoien ihre Garantieforderungen stellen würden. Auf diese Note wartet man in London noch heute. Inzwischen scheint die französische Diplomatie den Versuch zu machen, die alten Verbündeten, Belgien und die tischen Oeffentlichkeit frank und frei zu sagen, daß es die gewaltigen französischen Rüstungen sind, die auch die britische Regierung zu einer Rüstungsver- mehrung zwingen^ Ist die der englischen gewaltig überlegene französische Luftflotte, von der ein großer Teil längs der Kanalküfte stationiert ist, viel- leicht keine todbringende Bedrohung des britischen Jnselreichs? Sind die zahlreichen Uboot-Einheiten der französischen Kriegsmarine mit dem größten Uboot der Welt an der Spitze zum Schutz gegen eine deutsche Invasion bereit? Soll der im Kanal- Hafen Calais — 30 Kilometer vom englischen Dover entfernt — geplante Uboot - Stützpunkt vielleicht Expeditionen gegen die deutschen Küsten dienen? Nein, das werden britische Parlamentarier nicht weismachen können und noch so spitze und argwöhnische Bemerkungen und Anfragen über angebliche deutsche Rüstungen werden barüber hinwegzutäuschen vermögen, daß man zwar den Sack schlägt, aber den Esel meint. Der Esel ift 5 r a n f • reich, dessen starre Politik England zum Wettrüsten zwingt. Aber Deutschland soll vor aller Welt zum Sündenbock gestempelt werden, wenn die Verhandlungen über ein Abrüstungsabkommen schließlich im Sande verlaufen Vorerst hält die britische Regierung unbegreiflicherweise noch an dem Gedanken fest, sie werde Frankreich wenigstens zu dem Schein einer Abrüstung bewegen können. Aber davon ist in Paris schon gar keine Rede mehr. Lieber eine denkbar geringfügige und kontrollierte deutsche „Aufrüstung" in Kauf nehmen, als auch nur die geringste Herabsetzung des eigenen Rüstungsstandes. Aber diese Hinneigung zum Plan Mussolinis umzäunt man in Paris mit so viel Vorbehalten und Koutelen, daß die Grundlagen für ein Kompromiß im Sinne des italienischen Vorschlags noch ganz unsicher sind, Frankreich möchte sich eben auf nichts festlegen, wenn ihm auch für Deutschland die Bindungen gar nicht eng genug fein können. Es möchte für sich selber immer eine Hintertür offen lassen, wenn ihm auch die Strafandrohungen für einen Vertragsbruch — den es in Gedanken natürlich heute schon Deutschland unterstellt — gar nicht schwer genug fein können. Die französische Geistesverfassung ist eben auch heute noch von einer innerlich begründeten Anerkennung des gleichen Rechts für alle Völker weit entfernt. Die französische Note, die nun schon seit Tagen in London mit Spannung erwartet wird, wird klarstellen, ob sich hierin inzwischen etwas geändert haben sollte. Die Stimmungsmache der Pariser Presse läßt allerdings wenig Hoffnung. Berlin, 13. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hielt Freitagabend über alle deutschen Sender eine Rundsunkansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Man muß sich im Geiste um zwei Jahre zurückversetzen, um die Größe der Vorgänge, die sich in Deutschland in den vergangenen 14 Monaten abgespielt haben und noch abspielen, voll abmessen zu können. Sonst wird man leicht ungerecht gegen die Zeit und ihre nicht mehr abstreitbaren gewaltigen Erfolge auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Heute wird wieder gewagt, geplant und geschaffen. Heute werden schon überall wieder gelernte und geschulte Arbeiter gesucht. Die Regierung hat Hand angelegt, und das Volk hat ihr dabei geholfen. Dadurch nur werde es möglich, i n etwas über Jahresfrist d i e Hälfte des Weges zurückzulegen, für den der Führer sich am 1. Mai vier Jqhre ausbedungen hatte: die Wirtschaft ist wieder aufgelebt und die deutsche Arbeitslosigkeit um die Hälfte gesunken. Niemand weiß besser als wir, daß dafür vom ganzen Volk große Opfer gebracht worden find. Der Arbeiter hat sich in diesen Monaten der Wiederingangsetzung unserer Produktion zum großen Teil mit Löhnen begnügen müssen, die nicht dazu ausreichten, ein dem hohen Kulturstand unseres Volkes entsprechendes Lebensniveau zu halten. Er hat sich dieser Ausgabe mit einem Heroismus ohnegleichen unterzogen. Er hat manchmal mehr Vernunft bewiesen, als jene Kreise der Wirtschaft, die da glauben, die von der Regierung durchgeführte Beruhigung des Produktionslebens Stanfreid) verlangt handgreifliche Garantien. „Oie engtifdje Armee muß im Augenblick eines Angriffs an die Seite Frankreichs treten." Was die stanzösische Note bringen wird. Paris, 14. April (DNB.-Funkfpruch) Nach Blättermeldungen soll die französische Note über die Garantieforderungen zwischen dem 18. und 20. April, also kurz vor der Abreise Barthous nach Warschau, in London überreicht werden. Sie wird von dem sogenannten „Kleinen Abrüstungsausschuß" unter Leitung der beiden Staatsminister H e r r i o t und Tardieu einer eingehenden Prüfung unterzogen werden, bevor sie dem Ministerrat zur endgültigen Billigung unterbreitet wird. Man darf heute bereits feftftellen, daß die Garantieforderungen Frankreichs darauf hinauslaufen, England in einem Streitfall u n - bedingt an Frankreich zu binden. Nur unter dieser Voraussetzung will Frankreich sich auf die Unterzeichnung eines Abkommens emlaffen, das aber, wohlgemerkt, nur eine Rüstungsbeschränkung vorsehen darf. Denn, „weder die französische Regierung noch das Parlament, noch die öffentliche Meinung Frankreichs werden sich jemals zur Ausarbeitung eines Abkommens bereiterklären, in dem d i e Aufrüstung Deutschlands durch eine Herabsetzung der französischen 93erteibigungsmittel verschärft würde. Wenn man diese Aufrüstung legalisieren will, dann bleibt nur der Ausweg: ein Rüstungsbeschränkungsabkommen." — Dieser vom „Petit Parisien" in den Vordergrund gerückte Leitsatz dürfte auch richtunggebend sein für d i e Warschauer und Prager Reise Barthous, der als Anhänger eines solchen Abkom- Eine Botschaft des Reichsbischofs. Fortführung des Verfaffungswerks der Kirche unter voller Wahrung von Bekenntnisstand und Glaubensgut. die alleinige Totalität für s 1 ch beanspruchen, ansonsten über jeden nach seiner Fasson Jelto werden lassen. Jedenfalls stehen wir auf der Wacht. Wir werden LS nicht dulden, daß das Werk unseres Glaubens irgendwo auch nur den Geringsten Schaden erleidet. Unsere Langmut ist nicht Schwäche. Die sieghafte Kraft des Nationalsozialismus geht über die paar Dutzend Stänkerer zur Tagesordnung über. Denn wir haben Besseres und Wichtigeres zu tun. Die deutsche Nation steht in einem zähen Ringen um ihre Gleichberechtigung. Die Frage der Rüstungen scheint nunmehr in ihr entscheidendes Stadium einautreten. Der Führer hat den Standpunkt der deutschen Ehre aufrechterhalten. Wir müssen unsere Grenzen beschützen können, um im Frieden zu arbeiten und die Wohlfahrt unseres Landes zu mehren. Wir hoffen immer noch, daß die Staatsmänner, denen das Schicksal der Nationen anvertraut ist, zu einer auch für uns erträglichen Lösung der internationalen Probleme kommen. Unser Standpunkt des Rechts ist unverändert. In ihrer Hand liegt es nun, der ganzen Welt Wohlfahrt, Glück, Festigkeit und Auf- stieg zu sichern. Deutschland ist bereit, an diesen edlen Zielen mitzuarbeiten. Es braucht dazu: im Innern Einigkeit, Arbeit und Brot. Nach außen Frieden, Ehre und Gleichberechtigung. Errichtung des Mibaumes am Vorabend des Tages der Arbeit. Der Leiter des Reichsamtes „Volkstum und Heimat" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Werner Haverbeck hat bekannt gegeben, daß die Ausgestaltung des Feiertages der Nationalen Ar- beit im ganzen Reich einen einheitlichen Charakter zeigen soll, während in den Einzelheiten die land- fchaftliche Besonderheit der einzelnen Orte zum Ausdruck kommen wird. Die Feiern für das Maifest sollten mit der Einholung und Aufrichtung eines deutschen Maibaumes beginnen, wie er seit uralten Zeiten in deutschen Landen als Symbol des im Frühling aufbrechenden jungen Lebens gelte. Die größte Tanne des Schwarzwaldes wird der R e i ch s h a u p t ft a d t als Geschenk in feierlicher Form dargebracht werden. Arbeitsdienstler sollen diesen Maibaum durch das Brandenburger Tor bis zum Lustgarten geleiten, wo ihn das Zimmermanns-Gewerbe am Vorabend des 1. Mai aufrichten wird. Zu gleicher Zeit wird im Lustgarten ein abendliches Mai-Einsingen st'attfin- den. Entsprechende Feiern mit Aufrichtung von Maibäumen sollen überall im Reich stattfinden. Singgruppen und Spielscharen, Sprechchöre und Trachtengruppen sowie Vertretungen der NSBO., SA., SS., des Arbeitsdienstes und der Reichswehr sollen überall zur Gestaltung der Abendveranftal- tungen herangezogen werden. Einführung des Kraftfahrzeugbriefes. Berlin, 13. April. (DNB.) Der Reichsverkehrsminister hat in einer Verordnung vom 11. April 1934 bestimmt, daß nach dem 1. Mai 1934 mit der Einführung des Kraftfahrzeugbriefes begonnen werden soll. Zugleich wird eine „S a m m e l st e l l e für Nachrichten über Kraftfahrzeuge" beim Statistischen Reichsamt in Berlin errichtet. Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, Handhaben gegen Veruntreuungen und Diebstähle von Kraftfahrzeugen $u schaffen und gleichzeitig statistische Unterlagen für eine Wirtschaftsforschung im Kraft- fahrwesen zu liefern, die für die konjunkturelle Marktbeobachtung und die sich hierauf gründenden Maßnahmen wirtschasts- und oerkehrspolitifcher Art von Bedeutung ist. Zur Sicherung des Eigentums am Kraftfahrzeug soll der Brief dadurch beitragen, daß er bei jeder Befassung der Zulassungsstelle mit dem Fahrzeug, z. B. bei Umschreibung auf einen anderen Eigentümer, vorgelegt werden muß. Ein unrechtmäßiger Besitzer kann die Zulassung des Fahrzeuges nicht erreichen, weil durch das Fehlen des Briefes der unrechtmäßige Erwerb des Fahrzeuges aufgedeckt, die Zulassung verhindert und der Täter gefaßt wird. Für alle Kraftfahrzeuge, für die nach dem 1. Mai 1934 die erstmalige Zulassung beantragt wird, hat der Hersteller einen Kraftfahrzeugbrief auszufertigen. Ausgenommen bleiben vorläufig Kleinkrafträder. Die Besitzer der früher zugelassenen Fahrzeuge haben den Brief für ihre Fahrzeuge erst auf Anforderung der Zulassungsstelle auszufüllen. Nur die amtlich ausgegebenen Vordrucke dürfen verwendet werden. MeFördenmg des Außenhandels Efge Zusammenarbeit mit Industrie und Landwirtschaft. Bremen, 13. April (DNB.) Als Abschluß der Tagung der Außenhandelsstellen in Bremen fand eine öffentliche Vollversammlung statt, auf der der Leiter der Außenhandelsstelle Weser-Ems in Bremen /en rtlor Ergebnisse der Tagung bekanntgab: Erstes Ziel der deutschen Handelspolitik muß die Vergrößerung des Gesamtvolumens unser es Güterverkehrs mit de m Aus - lande fein. Es wäre aber falsch, eine Steigerung ber Ausfuhr um jeden Preis erringen zu wollen Sfe muß vielmehr der gesamten deutschen Dolks- wirtschaft zum Nutzen gereichen. Dabei muß das handelspolitische Verhaltms zu den einzelnen Ländern icmeils den Erfordernissen unseres Wirtschaftsverkehrs mit ihnen angepafet werden. Ein allgemein wirkendes handelspolitisches Prinzip (Meistbegünsti- gung) ist nicht mehr anwendbar. Ausfuhrindustrie und Ausfuhrhandel, künftighin gemeinsam werden einen gemeinsamen Ausschuß bitten, der Richtlinien feftlegt, nach denen künftig Gearbeitet werden soll. Die Außenhandels- stellen werden über die Wirtschasts- und Marktoerhältnisse bestimmter Län- dergruppen in Gemeinschaft mit den übrigen beteiligten Vertretungen der Wirtschaft beraten und die notwendigen Maßnahmen Vorschlägen. Die bestehenden Wirklichkeiten zur Finanzierung der deutschen Ausfuhr entsprechen nicht den gegenwärtigen Erfordernissen. Die Vornahme von Rediskontierungen seitens der Banken bei der Reichsbank und der Golddiskontbank muß erleichtert werden. Das gleiche gilt für ein größere» Entgegenkommen der Reichsbank hinsichtlich der Kurssicherungstratten. Darüber hinaus ist es schon im Interesse der Arbeitsbeschaffung, erforder-' lich, daß zur Hergabe von Krediten Reichsaarantien zur Verfügung gestellt wer- Hen Senator Bernhard erklärte in feiner Schlußansprache u. a. in voller Würdigung der Tatsache, Berlin, 13. April (DNB.) Reichsbischof Ludwig Muller und das Geistliche Ministerium der Reichskirche, in das nunmehr, wie Donnerstag gemeldet, Ministerialdirektor Jäger berufen wurde, haben gemeinsam eine Botschaft erlassen, durch die die Situation für den deutschen evangelischen Christen nunmehr insofern klar ist, als er weiß, daß der äußere Rahmen seiner Kirche allen Feinden und Widerständen zum Trotz festgefügt wird. In diesem festgefügten Rahmen ist Raum für die Erhaltung des Bekenntnisstandes und des Glaubensgutes der evangelischen Christen in allen bestehenden Ausprägungen. Die Botschaft hat folgenden Wortlaut: Mik dem nallonakfozialistischen Aufbruch im beul- fchen Volke, das zu den Urquellen seines Lebens zurückgefunden hol, ist auch die evangelische Kirche in Bewegung geraten. Die das deutsche Volk bewegenden Fragen sind als Forderung in die Kirche gedrungen. 3m Zuge der Entwicklung entstand in der Evangelischen Kirche harter Streit Neben dem Kampf um geistliche Dinge brach bei der äußeren Umformung der Kirche ein Kampf um äußere Ordnung, um Disziplin und Führung aus. Unglücklicherweise wurden diese verschiedenen Auseinandersehungen vielfach miteinander verquickt. Der Streit um geistliche Dinge wurde auch mit kirchenpolitischen Machtmitteln und der Kampf um die äußere Ordnung mit geistigen Argumenten ausgefochten. Geistliches Ringen folgt eigenem inneren Gesetz. Mit äußeren Mitteln soll und kann nichts entschieden werden. Aber eine feste äußere Ordnung hilft, daß um unseren Glauben wirklich nur geistlich gerungen wird. Darum ist es notwendig, unter Vermeidung von Glaubens st reitigkeiten zunächst die äußere Ordnung der Deutschen Evangelischen Kirche zu festigen und auszubauen. Vor Inangriffnahme dieser Aufgabe hat der Reichsbischof unter Zustimmung des Geistlichen Ministeriums den Ministerialdirektor und Leiter der Evangelischen Angelegenheiten im preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Jäger, unter seinem Verbleiben in dieser staatlichen Dienststelle als rechtskundiges Mitglied in das Geistliche Ministerium berufen. Es wird die verantwortliche Aufgabe des rechtskundigen Mitgliedes im Geistlichen Ministerium fein, in Fortführung des verfaffungswerkes des Jahres 1933 die organifatorifchen Fragen der Kirche der Lösung zuzuführen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, unter voller Wahrung des Bekenntnis st andes und desGlau- bensgutes unserer Kirche, wie es in den einzelnen Gauen Ausprägung gefunden hat, unter Berücksichtigung auch des geschichtlich gewordenen Eigenlebens die angebahnte rechtliche Einheit in der Deutschen Evangelischen Kirche zu vollenden. Berlin, den 13.April. Der Reichsbifchof: (Gez.): Ludwig Müller. Nan-noien. Wenn jetzt jeweils am Freitagabend der deutsche Rundfunk einen politischen Kurzbericht sendet, so will er sich nicht nur an das deutsche Volk wenden. Die Welt soll über die politische Lage in Deutschland unterrichtet werden und das erscheint heute notwendiger denn je. Denn immer noch ist ein großer Teil der Welt- presse weit davon entfernt, dem deutschen Volk Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Deshalb ist der erste politische Bericht des deutschen Rundfunks, den der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels selbst gab, auch nach Afrika in deutscher und englischer Sprache, nach Südamerika in Deutsch, Spanisch und Portugiesisch, nach Nordamerika in Deutsch und Enalisch und nach Ostasien in Deutsch, Französisch und Englisch durch unseren Kurzwellensender verbreitet worden. Dr. Goebbels hat gleich am Anfang seiner Rundfunkansprache das Kernproblem dieser Aufklärungsarbeit gekennzeichnet, indem er es mit Recht als geradezu kleinlich, um nicht zu sagen lächerlich charakterisierte, wenn ein Teil der Auslandspresse auch jetzt noch versucht, die Erfolge der neuen deutschen Politik zu bagatellisieren. Diese Erfolge sprechen für sich, und nur derjenige, der die Verhältnisse im neuen Deutschland nicht kennt oder absichtlich die Augen verschließt, kann diese Erfolge ableugnen. Plastisch hat Reichsminister Dr. Goebbels den Unterschied zwischen der Lage, in der sich Deutschland noch vor zwei Jahren befand, hervorgehoben und demgegenüber die tatsächliche Situation von heute gestellt. Lähmender Pessimismus, von dem alle Stände und Schichten befallen waren, das war die Situation, in der sich Deutschland vor der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus befand. Heute aber haben wir überall Aktivität zu verzeichnen. Die ganze Nation ist, wie Dr. Goebbels betonte, von einer unbändigen Schöpferkraft erfüllt. Die Rundfunkansprache brachte auch noch einmal zum Ausdruck, daß die nationalsozialistische Bewegung anstelle der alten Parteien, die endgültig beseitigt sind, die alleinige und ausschließliche Führung und Verantwortung übernommen hat. Dabei erklärte er klar und deutlich: Es gibt nurnoch eine deutsche Presse. Damit ist von der für dieses Problem besonders zuständigen Stelle noch einmal das Urteil des Duisburger Landgerichts unterstrichen worden, das kürzlich die katholische Presse als eine überflüssige Erscheinung bezeichnete. Dabei hat Reichsminister Dr. Goebbels die Feststellung, daß es nur noch eine deutsche Presse gibt, dadurch erläutert, daß er erklärte, es gäbe in Deutschland weder eine Arbeiter- noch eine Bürger-, weder eine protestantische noch eine katholische Presse, und zu gleicher Zeit im übrigen ausdrücklich den Schutz der Betätiaungsfrei- heit der Konfessionen auf den ihnen zu- geroiefenen Gebieten, nämlich dem religiösen, zu proklamieren. Mit souveräner Handbewegung konnte im übrigen Dr. Goebbels die groteske Betriebsarn- keÜMvn einigen Dutzend Stänkerern, die im Lande umhergehen, abtun, um dann festzustellen, daß an der sieghaften Kraft des Nationalsozialismus nicht mehr zu rütteln ist. Den Schlußakkord der bedeutungsvollen Ansprache bildete der Appell an die Welt, Wohlfahrt, Glück, Festigkeit und Aufstieg zu sichern. Dr. Goebbels konnte auf den guten Willen Deutschlands zur Mitarbeit an diesem edlen Ziele Hinweisen, allerdings nur unter den bekannten Voraussetzungen der Sicherung der deutschen Ehre und der deutschen Gleichberechtigung, der Voraussetzung für eine erträgliche Lösung der internationalen Probleme. Erneut ist hier der Friedenswille des deutschen Volkes zum Ausdruck gekommen. Darum geht es schließlich bei der neuen Aufklärungsaktion des deutschen Rundfunks so wie sie am Freitagabend durch den Reichspropagandaminister eingeleitet worden ist. Darum nämlich, daß die Welt ohne Verzerrung von dem erfüllt wird, was das deutsche Volk wirklich will, den Geist spürt, der das gai^e Deutschland erfaßt hat. So hat die neue Einrichtung der politischen Kurz- berichte im Rundfunk mit dieser Rede einen glückhaften Anfang genommen. Das deutsche Volk hat keinen sehnlicheren Wunsch, als daß diese Aufklärungstätigkeit dazu beitragen möge, der Welt ein Bitt von dem reinen Wollen des neuen Deutschlands und feiner Führung zu geben. Wahrheit und Klarheit — das sind die Ziele dieser Aufklärung. Um das österreichische Konzentrationslager Wölkersdorf, dessen skandalöse Beschaffenheit in gesundheitlicher Hinsicht Aufsehen in der ganzen Welt erregt hat, und über das dann von amtlicher Wiener Seite beruhigende, aber wenig überzeugende Erklärungen herausgeZeben wurden, ist es eitdem wieder recht still geworden. Die von aus- ländischen Zeitungsleuten geforderte und in Aussicht gestellte Besichtigung des Lagers hat noch immer nicht statt gefunden. Die internationale Presse hat also reichlich Gelegenheit, interessante Parallelen mit der Haltung der reichsdeutschen Behörden in dieser Frage zu ziehen. Sie wird auch das angeblich so „gute Gewissen" der für die Zustande in Wollersdorf verantwortlichen Herren in einer Weise beurteilen können, die für die Betreffenden nicht sehr schmeichelhaft ist. Was deutschfühlende Volksgenossen in Oesterreich noch immer zu erwarten haben, zeigt mit wünschenswerter Schärfe der von Heämwehrleuten begangene Mord an dem Salzburger 5la- tionalsozialisten Georg Lindner, der auf seinem abendlichen Heimweg heimtückisch überfallen wurde, das zeigt auch die anscheinend gelungene Flucht eines anderen Nationalsozia l i st e n a u s dem Innsbrucker Ge- f ä n g n i 5, bie ja keineswegs einen Einzelfall darstellt. Sie alle wissen scheinbar ganz genau, welches gefährliche Schicksal ihnen in österreichischer Gefangenschaft blühen kann. Wenn einer Ruhr oder Scharlach gehabt hat, weiß er, daß er es nur einem günstigen Zufall zu verdanken hat, wenn er mit dem Leben baoongefommen ist. Zu biefem Bitte paßt bie Unterdrückung jeder deutsch- und selbstbewußten Meinungsäußerung, für die das Verbot der Wiener „Neuesten Nachrichten" und des „Oester- reichifchen Beobachters" ein sprechendes Beispiel ist. Solche Aeußerungen eines politischen Kraftmeier tums können heute keinen ausländischen Beobachter mehr über die wachsenden inneren Schwierigkeiten ber österreichischen Regierung hinwegtäuschen. Der Weg in die Zukunft, den bie jetzige Staatsgewalt gehen möchte, liegt noch völlig im Dunkeln, er läßt auf den flüchtigen Blick so viele Abzweigungen erkennen, baß auf die jetzt häufig und gern gestellte Frage „Quo vadis Austria?" wohl noch auf lange hinaus keine endgültige Antwort gegeben werden kann. Diejenigen, bie Licht in biess daß bie Lanbwirtschaft die Grundlage einer neuen AußenHandelspolitik sein müsse, haben wir den Reichsbauernführer D a r r € gebeten, an dem Neuaufbau der deutschen Außenhandelswirtschaft m i tz u a r b e i te n. Seine Aus- führungen haben bewiesen, daß im Staate 21bol: Hitlers Bauer und Kaufmann Schulter an Schulter um den Wiederaufbau der Wirtschaft und damit auch des Außenhandels kämpfen. Neuer Terror gegen das Memeldeuischium. Jede kulturelle Beziehung zum Reich wird unterbunden. K o w n o , 13. April. (DNB.) Die Litauische Telegraphenagentur berichtet über weitere Maßnahmen gegen das Memeldeutschtum. So sind auf Verfügung des Bezirksgerichts in Schaulen drei frühere Mitglieder der aufgelösten Sozialistischen Volksgemeinschaft des Memelgebietes verhaftet worden. Weiter ist eine „ganze Sturmabteilung", bestehend aus 12 Personen und ihrem Führer, Lehrer Franz Ulrich, die der ebenfalls aufgelösten Christlich-Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft angehörten, verhaftet worden. Eine Haussuchung bei den Verhafteten soll belastendes Material ergeben haben. Nach ihrer Vernehmung wurden die Verhafteten in das litauische Gefängnis von Bajohren eingeliefert. Der Memelgouverneur hat den reichsdeutfchen Lehrern Lenoweit und Hans Melle die Arbeitsgenehmigung entzogen und den Landespräsidenten des Memelgebietes aufgefordert, diese beiden Lehrer sofort' aus dem Dienst z u entlassen. Angeblich sollen sich Lenoweit und Melle gegen die litauischen Staatsinteresien vergangen haben. Ferner hat der Gouverneur bie memel- ländischen Sport- und anderen Vereini- würde. Wie verlautet, sollen bie Frontkämpfer bei ihrer Unterredung mit dem Ministerpräsidenten in verschiedenen Punkten nur deshalb nachgegeben haben, weil nicht nur ber Pensionsminister und der Finan,zminister, sondern auch ber Ministerpräsident mit dem Rücktritt gedroht hätten, falls die Frontkämpfer sich hartnäckig zeigen sollten. Die Regierung ist entschlossen, das Funktionieren der öffentlichen Betriebe sicherzustellen. Sie wird keine Kundgebung zulassen, die die ö ff entlief) e Ordnung stören könnte. Als erste Strafmaßnahme hat ber Postmimster einen A u f- sichtsbeamtenund 28 T e l e g r a p h e n b e - amte wegen zeitweiser Arbeitseinstellung ihres Amtes enthoben. Minister und Parlamentarier belastet Paris, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Durch die Aussage, die ein Pariser Gerichtsrat, der mit dem ermordeten Gerichtsrat Prince befreundet war, am Freitag vor dem parlamentarischen Stavi- s k y - A u s s ch u ß gemacht hat, wurde der frühere Justizminister Senator Ren6 Renault stark belastet. Der Zeuge behauptete, daß Renault im Jahre 1925 bei der Pariser Staatsanwaltschaft Schritte zur Aufhebung eines gegen Staoisky erlassenen Haftbefehles unternommen habe. Die Staatsanwaltschaft sei mißtrauisch geworden und habe damals diesen Versuch durchkreuzt. — Auch der radikale Abgeordnete Hesse und ber frühere Generalstaatsanwalt Pressarb kamen bei dem Verhör schlecht weg, obwohl positive Anhaltspunkte nicht zu gewinnen waren. Soviel scheint jedoch sestzustehen, daß zwischen Pressard und Prince eine erbitterte Feindschaft herrschte, über deren Ursachen die Ansichten auseinandergehen. gun gen au f ge f ori) ert, bie Ausländer — es handelt sich hier in der Hauptsache um Reichsdeutsche — die führende Stellungen in diesen Organisationen einnehmen, auszuschließen. Ebenso haben die Sportorganisationen, bie mit deutschen Verbänden Beziehungen unterhielten, ihre Verbindungen mit reichsd.eut- schen Organisationen lösen müssen. Der Memeler Sängerbund, dem 21 Gesangvereine angehören, hat sich gezwungen gesehen, seine Bezeichnung als Mitglied des Deutschen Sängerbundes aufzugeben. Auch mehrere Jugend- und kirchliche 'Organisationen haben ihre Beziehungen zu ähnlichen deutschen Organisationen abbrechen müssen. Ein erster Erfolg des deutschen Protestes. Die Karikatur des Reichskanzlers aus der Prager Ausstellung entfernt. Prag, 14. Aprll. (DND.-Funkspruch.) Wie die „Lidooe Novini" melden, hat die Verbalnote des Prager deutschen Gesandten Dr. Koch in der Angelegenheit der Karikaturenausstellung Manes das Ergebnis gehabt, daß Minister Dr. Krvfta seiner Umgebung erklärte, er könne sich nicht in eine künstlerische Angelegenheit, wie sie die Ausstellung darstelle, e i n m i s ch e n. Krofta habe aber durch die Vermittlung eines Beamten des Außenministeriums den Verein Manes ersucht, aus dem Ausstellungsfenster bas Bild des Reichskanzlers Hitler zu ent f er- n e n, das vor allem den Anlaß zu dem deutschen Schritt gegeben habe. Das Blatt bemerkt dazu: Die Entfernung des Bildes stellt lediglich ein Entgegenkommen der Ausstellungsleitung dar. Ein neues Karikaturenarrangement mit Stalin, Dollfuß und einheimischen Politikern wurde veranstaltet. Im Innern der Ausstellung hat man nichts geändert. Oie Sanierung der Staatsfinanzen in Frankreich. Die Kürzung der Frontkämbserstensioneu. Paris, 13. April. (DNB.) Ein Kabinettsrat hat beschloßen, die Sparmaßnahmen, bie bie ehemaligen Frontkämpfer betreffen, durch Verordnungen mit sofortiger Wirkung in Kraft zu setzen. So viel bekannt, ist dem Wunsche ber ehemaligen Frontkämpfer entsprachen worden insofern, als die Pensionsansprüche weiterhin restlos durch PJr.m5L1.5 gedeckt werden. Nicht erfüllt ift bie Forderung ber ehemaligen Frontkämpfer, die 3prozentige Pensionskürzung erst su1» 1 9u[ir an in Anwendung zu bringen; ?le .Zi \eIun{L auf dem Standpunkt, daß sie ?^zägerung die Gesamtwirkung des von tgr befchlosienen Sanierungswerkes gefährden Das politische Programm der Frontkämpfer. Der Führer der Feuerkreuzler vor dem Urttersuchrrngsausschutz. Paris, 14. April (DNB.-Funkspruch) Der parlamentarische Ausschuß zur Nachprüfung der Pariser Februarunrul)en verhörte am Freitag den Vorsitzenden ber Frontkämpfervereinigung „Feuerkreuz", Oberst a.D. de la Rocque über die politische Einstellung seiner Gruppe. Er bezifferte seine Anhänger auf 17 000 in Paris und 33 000 in der Provinz und erklärte, keine Beziehungen zur Royalistischen Action Fran^aise zu unterhalten, da er Republikaner sei. Don jener politischen Partei, deren hervorragendster parlamentarischer Vertreter T a r ö i e u ist, habe er inanzie11 e Angebote erhallen, sie jedoch ibgelehnt. Der Zeuge bekannte sich zu der Aus- assung, daß ausschlaggebend für ein Land die moralischen Kräfte seien, bie sich notigen- alls materiell auswirken müßten. Aber die Sage in Frankreich sei jedoch sehr verschieden von der in Italien und Deutschland. Er glaube, daß sich gegenwärtig eine innerfranzösische Aussöhnung im Zeichen der Trikolore anbahne, die jedoch mit Faschismus nichts zu tun habe. Der französische Dolkscharakter sei nicht für die faschistische Lösung geschaffen. Seine Gruppe unterhalte keinerlei Beziehungen zu faschistischen oder nationalsoziallstischen Verbänden. Ein einheitlicher Neichswetterdienst. Berlin, 13. April. (DNB.) Die Verordnung über den Reichswetterdienst bestimmt, daß die sämtlichen Aufgaben des Wetterdienstes zum Geschäftsbereich des Reichsministers der Luftfahrt gehört. Von dieser Regelung bleiben unberührt bie Lehr- und Forschungsaufgaben der Hochschulinstitute. Der Reichsminister der Luftfahrt übernimmt die Betreuung ber gesamten „angewandten Meteorologie", die den Flug-, Wirtschasts-, See-, Höhen- und Klimawetterdienst umfaßt. Der Seewetterdlenst, der bisher von dem Reichsverkehrsminifter verwaltet und von der Deutschen Seewarte in Hamburg ausgeübt wurde, geht nunmehr einschkießlich der Seewarte selbst auf den Reichsminister der Luftfahrt über. Der Wirt-" schafts- und Klimawetterbien st, ber bisher von den einzelnen fiänber- bzw. stäbtischen Instituten versehen wurde, obliegt nunmehr ebenfalls dem Reichsminister der Luftfahrt. Damit ist bie Grundlage zu einem einheitlichen Reichswetterdienst geschaffen. Neben der Vereinfachung ber Verwattungs- und Betriebsführung wird Doppelarbeit vermieden und eine Verminderung ber Kosten erzielt. Weisse und gesunde Zähne ehabt Aus aller Well den den aus Der Verteidiger verlas dann einen Brief, den die Zeugin Werther an den Gauleiter von Unterfranken gerichtet hat und in dem sie das ganze Vorkommnis als e l n rein kommuni ft isches Attentat darstellt. Da der Verteidiger wegen der Anschuldigung. Liebig sei kommunistischer Spitzel gewesen. Strafanzeige erstattet hat, machte Frau Wer- ther von dem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch. Der Verteidiger erinnerte dann die Zeugin daran, dah ihr Sohn einmal geäuhert haben soll: „So ein Kerl gehört über den Haufen geschossen!" Diese Aeutzerung habe sich aus den Hauptmann bezogen. sie sei gefallen anläßlich eines Holzverkaufs zu ganz besonders niedrigen Preisen, über den sich der Baron sehr aufgeregt habe. Vie Zeugin wollte von dieser Angelegenheit nichts mehr wissen. les gab dann der Sachverständige Dr. Heß. Abteilungsleiter der Kriminalpolizei des städtischen chemischen llntersuchungsamtes Stuttgart ein Gutachten darüber ab, ob die dem Institut übersandten beiden am Tatort gefundenen hülfen und Gefchosfe sowie die übersandten scharfen Patronen aus der Mehrladepistole Sy st em Walther Modell 1 Kaliber 6,35 abgefeuert worden sind bzw. dazu gehören. Der Sachverständige gab zwei Gutachten ab. Das erste wurde abgefaßt ohne Kenntnis davon, dah es sich um eine solche Pistole handelt. In dem Gutachten heißt es u. a.: Wir haben aus der übersandten Walther-Pistole Modell 1 Rümmer 22 805 (aus dem Besitz Liebigs stammend) geschossen und die verfeuerten Hülsen und Geschosse mit den am Tatort gefundenen beiden hülfen und Geschossen mikroskopisch verglichen. Das Zündhütchen der Vergleichs, und Tathülsen zeigt hierbei so große, äußer st charakteristische und identische Spuren, daß mit aller Sicherheit gesagt werden kann, dah die am Tatort gefundenen beiden Hülsen Kaliber 6,35 aus der Walther-Pistole Rr. 22 805 verfeuert worden sind. Der Sachverständige wurde gefragt, ob es möglich sei, daß sichFrauWertherdie Schüsse selbst beigebracht haben könnte. Er gab an, daß der Schuß an der rechten Wange von einer Rechtshänderin schwierig sei. Möglich sei natürlich der linke Schulterschuß. Dagegen habe er Bedenken, ob es möglich sei, die Hände so durch.zuschießen, wie sie durchschossen sind. Er glaube eher, daß der Durchschuß an der rechten Hand und die rechte Wangenwunde von ein und demselben Schuß herrühren. Er hält auch die Möglichkeit, daß Frau Werther mit ihrem Revolver A l a r m s ch ü s s e abgegeben habe, wegen der damit verbundenen Kraftaufwendung und angesichts der Verletzungen der Hand kaum f-ü r g e g e b e n. Die Verhandlung wurde dann auf Samstag vertagt. Das Gutachten des Schießsachversiändigen im Mrdprozeß Wallershausen. Aus der Pistole Liebigs wurde in der Mordnacht bestimmt geschossen. Der aus der haft vorgeführte Zeuge Vincenz Lippok, der Ehemann der Zeugin Rosa Lippok, war vier Jahre lang Kraftwagenführer und Diener bei dem Wertherschen Ehepaar in Waltershaufen. Der Verteidiger Liebigs hat gegen ihn Strafanzeige wegen Beteiligung an den Einbrüchen im Schloh gestellt. Der Zeuge erklärt, dah er vom 6. September 1926 bis zum 1. 2Hai 1930 im Schloh tätig gewesen sei und seinen Dienst wegen der Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse der Familie Werther aufgegeben habe. Auf die Frage, ob der Zeuge mit Frau Werther ein Verhältnis gehabt habe, antwortete Lippok mit Rein. Ferner erklärte er, dah er bei Frau werther niemals eine Waffe gesehen habe. Lippok berichtete bann, wie er in seiner neuen Stellung in Berlin von der Worbtat in Woltershausen gelesen Hobe, und sofort den Ent- schluh gefaht habe, dorthin zu fahren, um Frau Werther beizustehen. Liebig habe er nicht gekannt. Von dem ersten Einbruch in das Schloh habe er erst nach feiner Ankunft in Woltershausen erfahren. Er Hobe dann auch Frau Werther im Krankenhaus in Schweinfurt besucht, aber mit ihr nicht über die Wordtat gesprochen. Auf die Frage, ob er an dem Zweiten Einbruch oder etwa an dem Word beteiligt gewesen sei, antwortete der Zeuge mit einem entschiedenen Rein. Zu der Behauptung von Frau Lippok, ihr Mann habe ihr bei seinem Besuch erklärt, er sei bereits am Morgen nach dem Mord in Woltershausen eingetroffen, erklärte Lippok, daß sich seine Frau täuschen müsse, da er doch erst am Morgen nach dem Morde das Verbrechen aus der Zeitung erfahren habe. Die Frau blieb aber bei ihrer Aussage. Unter ungeheurer Spannung des ganzen 5aa- Farnllienzuwachs im Hause Goebbels. Frau Magda Goebbels, die Gattin des Reichspropagandaministers, wurde am Freitagnachmittag von einem Mädchen entbunden. Seit 14 lagen im Hochgebirge verrniht. In Triest werden seit etwa 14 Tagen zwei Studenten, die von Görz (Isonzo) aus zu einer Bergtour ins Hochgebirge aufgebrochen waren, vermißt. Auf die Nachricht hin, daß von dem Berge Iaoorek aus L i ch t s i g n a l e bemerkt worden seien, die man mit den vermißten Studenten in Verbindung bringen zu können glaubt, sind Hilfskolonnen von Triest aus aufgebrochen, die aber wegen des schwierigen Geländes und des hohen Schnees nicht zu ihrem Ziele kamen. Daraufhin sind jetzt zwei Flugzeuge gestartet, die mit Hilfe einer von Triest aus aufgebrochenen Abteilung Alpinifoldoten weitere Nachforschungen anstellen. Armer Arbeiter in Luzern erbt 3 Millionen Dollars. Wie aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, hat ein in Luzern wohnender Tessiner Arbeiter aus Amerika die Nachricht erhalten, daß ihm seine verstorbene Tante einDermögenvon3Mil Ito 6 nen Dollars hinterlassen hat. Das sind über 9 Millionen Schweizer Franken. Der Arbeiter lebte in dürftigen Verhältnissen und hat Frau und zwei Kinder. Zuchthaus für eine Kindesentführung. — Trauriges Schicksal eines kleinen Wadchens. Die Große Strafkammer V des Hamburger Land, gerichts hatte sich mit einer Kinde s e n t f u h - rung zu befassen, die vor längerer Zeit in der breiten Qeffentlichkeit berechtigtes Aufschen erregte. Aus Los Angeles in den Vereinigten Staaten kam die Meldung, daß dort ein kleines Mädchen aus Hamburg aufgegriffen worden sei, das aus feiner Heimat entführt war Es befand sich in Begleitung eines reichlich fragwürdigen älteren Mannes namens Dathe, der in XSo» Angeles wegen Paßvergehens festgenommen wurde. Die amerikanischen Behörden schoben ihn nach Deutschland ab. In Bremerhaven wurde er sest- genommen und unter Anklage gestellt. Die Grpße Strafkammer erkannte auf iVz Jahre Zuchthaus und Unterbringung in einer heil- und Pflegeanstalt. — Die Art, wie der Angeklagte zu dem Kinde gekommen ist, ist höchst eigenartig. Er suchte ein Kind als eigen anzunehmen. Auf seine Zeitungsanzeige meldete sich der Vater der kleinen Hedwig, der von seiner Frau geschieden ist. Die Verhandlung zwischen den beiden Männern endete damit, daß der Vater sein Kind dem Dathe gegen eine „Empfangsbestätigung" übergab. Dathe reifte mit dem Kinde nach Barcelona und verschaffte sich durch Betteln, wobei ihm das Mädchen behilflich sein mußte, den Lebensunterhalt. Don dort ging es über Genua nach Konstantinopel, wo man ihn und das Kind aber bald wieder abschob. In Mün- chen'lebte er längere Zeit von Wohlfahrtsunterstützung. Schließlich reifte er über Amsterdam nach Ecuador. Da er dort wegen des Bettelns des Kindes den Unwillen der deutschen Kolonie erregte, ging die Wanderung über Kolombien und Mexiko nach Los Angeles. Das Leben des 49jährigen Mannes ist das eines Landstreichers und Vaganten. Er ist schon überall in der Welt gewesen und spricht sechs Sprachen. Aber seine Angabe, er führe den Professor- und Doktortitel mit Recht und sei Lektor für die spanische Sprache an einer amerikanischen Universität, ist zweifellos unwahr. 12 Jahre Zuchthaus für Körperverletzung mit Todeserfolg. Das Dortmunder Schwurgericht verurteilte 26jährigen Metzger Fritz Hunscheid unb 25 Jahre alten Schweißer Jnderwisch Dortmund-Marten wegen Körperverletzung mit To- beserfolg zu Je 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Die Angeklagten, die früher der SA. angehörten, aber nach der Tat sofort aus ber -Nnfternis bringen könnten und sollten, Hullen sich in tiefstes Stillschweigen. Sie haben allerdings auck alle Ursache dazu, denn weder ist die Frage der Inkraftsetzung der neuen V e r f a s - fung, noch die der zukünftigen Stellung und Bestellung des Bundespräsidenten, noch die der Verteilung der Ministerposten in dem umzubildenden Kabinett bisher unter den widerstreitenden Interessenten einer annehmbaren Lösung zugeführt worden. Die Heftigkeit der inneren Auseinandersetzung wird verständlich, wenn man bedenkt, daß die kommende Spitze des Staates, also der Bundespräsident, mit Vollmachten ausgerüstet werden soll, die den Begriff des „autoritären Regimes" verdienen. Allerdings nur äußerlich. Die innerliche Rechtfertigung ihres Daseins wird der formalen Staatsgewalt solange fehlen, als ihre Autorität nicht aus dem Volke stammt, sondern aus dem Ehrgeiz und der Eigenliebe der gegenwärtigen Machthaber. „Volkswahl" aber ist in Wien ein unbekanntes Wort. Schiffahrtsstreik in Dänemark. Kopenhagen, 13. April. (DNB.) Infolge eines ungesetzlichen Streiks der Schiffsheizer und Matrosen ist der inländische Schiffsverkehr zum größten Teil ftiUgelegt worden. Zu dem Streik in der Schiffahrt gesellt sich auch der Streik des in Hotels, Restaurants usw. beschäftigten Küchenpersonals. An dem Streik nehmen etwa 400, zum größten Teil Köche und Köchinnen usw. teil. Am Freitag haben nur vier Schiffe Kopenhagen verlassen. In Esbjerg haben die Hafenarbeiter beschlossen, am Samstag nicht zu arbeiten. Die Organisation der Heizer und Matrosen sind zur Zahlung beträchtlicher Entschädigungen an die Arbeitgeber verurteilt worden. Sollten sie der Zahlungsaufforderung nicht Folge leisten, wird ihr Vermögen beschlagnahmt werden, was schließlich zur A u f - lösungder Verbände führen muß. In Kopenhagen ist es zu Zwischenfällen zwischen Polizei und Streikenden gekommen, wobei 32 Personen verhaftet wurden. Oer Maler Schulze gesteht den Handgranatenanschlag Unter den Linden. Berlin, 13. April. (®BB.) Der Polizei- Präsident in Berlin gibt bekannt: Der Waler Erwin Schutze, der sich unter dem dringenden Verdacht, den Handgranatenanschlag Unter den Linden am 21. Wärz 1934 ausgeführt zu haben, seit dem 1. April 1934 i n haft befindet, hat die Tat eingestanden. Das Geständnis bestätigt die am 12. April bekanntgegebene Veröffentlichung, dah die Handgranate aus dem Dachgeschoß des Hauses Unter den Linden 75 bis 76 geworfen worden ist. Nähere Einzelheiten können im Interesse der weiteren Untersuchung noch nicht bekanntgegeben werden. Kunst und Wissenschaft. Die fünste Partie im Kampf um die Schachweltmeisterschast. In Dillinaen wurde am Freitagabend die fünfte Partie des Kampfes um dieSchach-Weltmei- fterschaft gespielt. Dr. Aljechin als Nachziehender hatte sich überraschenderweise nochmals dazu herbeigelassen, das Damengambit, das Logo ljubow anbot, anzunehmen. Der deutsche Meister wollte allen Verwicklungen aus dem Wege gehen, und es kam daher recht frühzeitig zum Damentausch. Er steuerte also zeitig einem Endspiele zu, in dem er dank der freien Bewegungsmöglichkeit seiner Figuren die besseren Aussichten hatte. Aljechin verschaffte sich gutes Endspiel und kam in den Besitz einiger freien Limen, Bogo- ljubow spielte vielleicht nicht recht genau, und da der Gegenangriff des Weltmeisters bedrohliche Formen anzunehmen schien, mußte Bogoljubow einen Bauern abgeben. In der Abbruchstellung hatte Dr. Aljechin einen Bauern mehr, dafür hatte aber Bogoljubow zwei Läufer und Turm gegen Zwei Springer und Turm. Aljechin hat vier, Vogoljubo drei Bauern. Das Endspiel ist sehr schwer zu beurteilen. Man vermutet, daß es unentschieden enden wird. Die Partie wird am Samstagmittag Ton- ^Deutsche Frühjahrs-AussteUung Darmstadt 1934. Die Vorbereitungen zu der Deutschen Frühjahrs- Aus st ellunq Darmstadt sind soweit gediehen, daß das Zustandekommen einer künstlerisch ungewöhnlich hochstehenden A" : fteüung feststeht. Die Räume des Olbrichbaues auf der Mathildenhöhe sind nicht so groß, daß Mass ausstellungen möglich sind. Der umfang der fteUung wird nur mittelgroß sein und daher bi sucher nicht durch ein Allzuviel evnuden Wenn aber die diesjährige Veranstaltung Stils genannt wird, so rechtfertigt sich diese Beze^ nung sowohl aus dem weita usgresteuden Prog wie auch durch die Beteiligung führender * und gediegensten Könner aus allen deutschen au mit auog-wählt-n Hauptwerken. ?ie, deutscher Art und Gediegenheit .st m teter‘ einseitig gedacht, sie gibt J>eng J*Iid)l,r, ften Anschauungen vollen ©pielraunt en- weise sind auch die Anmeldungen aus l ^uch geren Heimatsgebiet so Zahlreich erf 6 . b6 er der Gau Hessen-Nassau im Gesamtbild oe^ Kunst in Ehren bestehen ^.st^na bestimmten fischen Künstlern für die Ausstellung Arbeiten sind bis 18. April emzuliefern. Polo Regri heiratet mal wieder. Wie der .Newyork Daily Mirror mtttei Filmschauspielerin Po l ° Ne einmal zu ver- tuen gefahren, um e Chikagoer heiraten, und zwar dieses Mai mu Millionär Mc. Corrnick. Antarktis. Drahtlose Uebertragnngenaus de ^Sdms- Die brtti che Rundfunkgesell) ft m ä) Der uch tag um 23.30 Uhr zum ersten Mate v Marttis, einer drahtlosen Uebertragung a erlauben, Falls es die atmosphärischen Beo ^6 H Samstag- wtrb der englische Munbfunftg« ■ c b e r der abend in der Lage fein, ^x^xaV5 S9rb Polarexpeditrondes, über eine von dem Lager in Klein- englischen Entfernung d o n 11 Sendung wirb Meilen sprechen zu „ach Buenos mittels Kurzwelle von der Balt sch v> übermittelt. Aires und von hort weiter nad) Engi»« ,c 1 NSIL- Motorrad 500ccm,m.elktr. Licht, 250 RM., verkauft [0202s Ed. Kratz, Ober-Ohmen, Hessen. Zum Vertrieb v. Backtüchern, Berufskleidung, Svritzbeuteln usw. Vertreter gesucht, die bei d. Bäcker- kundschast gut eingef. sind. Magdeb., [2262D Schließfach 6. Jagd-Verpachtung. Die Jagd der Gemeinde Lttingshaufen, Kreis Gießen, umfassend 1200 Morgen Wald und 1700 Morgen Feld, soll am 21. April 1934, nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathaus in Ettingshausen meist« bietend öffentlich verpachtet werden. Der Rehwild« bestand ist sehr gut; Jagdhütte ist inmitten des Waldes vorhanden. 23040 Nähere Auskunft bei Förster Keil. Ettingshausen, den 14. April 1934. Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen. _________ Opper. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, mürbe am *1. April 1934 bei der Firma A. & W. Den- ninghoff, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 2. Januar 1934 ist die Gesellschaft aufgelöst. Adolf Denninghoff und Waldemar Denninghoff sind Liquidatoren. 22570 Gießen, den 12. April 1934. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Die nächsten Diehmärkte in Gießen finden statt: Dienstag, den 17. April 1934: Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt. Auftriebszeit vqn 7 bis 8 Uhr Wesireisv! bei höchsten Provisionen gesucht! Nationale Dariehnskaffe Zwecksvargesellschaft m. b. H., Hamburg 1, Große Bäckerstr 2-4. Kognaknascben ÄS' ^auf.ges. 2300O Schr. Ang. unt. Seltersweg 19. 02028 a. d. G.A. Siidviertel sehr geräumige 7-Zimm.-Part.- Wohnung mit Badez., Balkon usw. per 1. 7. 34 zu vermieten. Schr. Ang. unt. 01996 a.d.G.Ä. WA» mcht unt. 18 I., für Wasch- und Spülküche zum 1. Mai gesucht. Bahnhof-Hotel 3 Almer mit Küche, Wie- seck bevorzugt, zu mieten gesucht. Schr. Ang. unter 01943 a.d.G.A. 4- Warzen a.läst.Haare, Leberfleck., Muttermale, Narben, Pickel, Sommer- spross, usw. entf. unter Gar. für immer.3n)ölf Jahre Praxis MS ßuioen Sprechst.Freitag Gießen, Binden* bnrgwall 15, 3—7 Uhr dnrehgehend- Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige rufsschule am Montag, dem 16. April 1934. Die Anmeldung der in die Berufsschule neu .... tretenden Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage, vormittags 9 Uhr, zu erfolgen, und zwar: a) für die gewerbliche Berufsschule und die Mädchenberufsschule in dem Schulhaus in der Kirchstraße, 21080 b) für die Kaufmännische Berufsschule in der Alten Klinik, Liebigstraße. Berufsschulpflichtig werden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Schüler und Schülerinnen, die an Ostern 1934 aus der Volksschule entlassen worden sowie diejenigen, die aus höheren Schalen nach achtjährigem und mehr als achtjährigem Schulbesuch, aber vor vollendetem 10. Schuljahr ausgetreten find. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß alle in Gießen in der Lehre oder in Beschäftigung stehenden Berufsschulpflichtigen ohne Rücksicht auf ihren Wohnort zum Besuche der Schule in Gießen verpflichtet sind. Für Schulpflichtige, die in ein Lehroerhältnis treten, besteht die Schulpflicht unabhängig davon, ob sie zunächst eine Probedienstzeit durchlaufen oder nicht. Gießen, den 5. April 1934. Stadtschulamt. I. V.: Qr. Weigand. Aeltestes und größtes MÖBELHAUS Oberhessens! Tüchtiges Küchnnmädchen gesucht. [2301D Schwaabs Weinstuben, Seltersweg 19.1 la rindslederne SdwIraiM allerbilligst. Carl Schunck Bahnhofstraße 64. 2239 D tver vevandevi sich? Alte christliche Spezialfirma der Wäsche-Ausstattungsbranche (seit 1619) m. eigner Weberei, Wäsche- u. Bettwarenfabrik, sucht zum Besuch gut. Privatkunden Reisende geg. Gehalt, Provision u. Spesen. — Es kommen nur Herren, evtl.auch Damen,mitgut.Bildungu.gewandten Umgangsformen in Betracht. Wenn nötig, erfolgt gründl. Einlernung durch einen demnächst nach dorten kommendenAngestellten der Firma, an den auch Angebote unter 23130 an den Gießener Anzeiger zu richten sind. Beschluß. lieber die nachstehenden landwirtschaftlichen Be« triebe wurde das Entschuldungsverfahren eröffnet: 1. am 29. März 1934, 15 Uhr 15 Min. bezüglich der rNarsleller, Otto Wilhelm, und Emma, geb. Dern, in Grüningen (Lw. E. 8[a] / 34); 2. am 29. März 1934, 15 Uhr 25 Min. bezüglich der Wagner, Ludwig Zweiter, und Margarete, geb. Wagenbach, in Alten-Bufeck (Lw. E. 29 [aj / 33). 22850 Entschuldungsstelle in beiden Sachen ist die Lan- desbauernkasse RheinINainTleckar in Frankfurt a. 2TL, Bockenheimer Landstraße 25. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 30. April 1934 bei dem unterzeich- neten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 29. März 1934. Hessisches Amtsgericht. geg. bar z. kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 02009 a.d.G.A. 4fitziger Kleinwagen gegen bar ges. Schr. Ang. unt. 02036 a.d.G.A. 8 IHM ganz -od. geteilt, in schöner Lage, zu verkaufen. Schr. Anfrag. u. 02049 a.d.G.A. od., gut erb. Hiilnierliaus f. 35 Hühn.rchd., bitt, abzug. 02008 Formhals, Groff.-Linden. 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Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Ludwig Schäfer in Heuchelheim, Ernststraße 23, wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 22580 Gießen, den 9. April 1934. ___Hessisches Amtsgericht. Leiterwagen, 2 tür. Eisschrank Kinderklavvst., Laufstall [02025 vreisw. zu verk. Aulweg 48. Elktr.Heizsonne, Smoking-irlnzug, Zinn-Schüsseln und -Teller, Alt-Zither gegen Kasse abzugeben. Schr. Ang. unt. 02035a. d.G.A. Gut erhaltener ßlnOerroogen zu verkaufen Wolkenfasse 231 Blauet Anzug 2 reih., neuw., u. trnnkierAuzug f. Größe 1,70 m, Umstände halber zu verk. [01988 Wolfstraffe 1811 Kaufgesuche"| Zxzeutt. 4-3lm.-9on5 in ruhiger Lage zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 02033 a.d.G.A. Schüler findenAufnahme bei voller Pension Gieffen,Werner- roall 24 p 02010 Illlllllllllllllllllllllllllll ©arten anderLahn 400 qm, z. verp. aminstraffe 16, -L.el. 2095 [02015 llllllllllllllllllllll!lllllll | Vereine | »innn e. V. 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Gewiß, der Gedanke kolonialer Ausbreitung war m Deutschland nicht mehr neu. Es war schon zur Bildung des „Deutschen Kolonialvereines" gekommen. Aber diese Liebe zu den Kolonien war doch platonisch geblieben, sie erschöpfte sich in Vereinsmeierei. An der Spitze dieses Kolonialvereins stand aber ein Mann von guter Art, einer der das Beste gewollt hatte und schließlich maßgebend die Entwicklung des kolonialen Gedankens beeinflußt hatte: der Für ft Hohenlohe-Langenburg. Peters erkannte sehr bald, daß er sein Ziel durch den Deutschen Kolonialverein nicht würde erreichen können. Es kam nach der Feier des 87. Geburtstages des Kaisers zur Gründung der „Gesellschaft für deutsche Kolonisation", die vor 50 Jahren, ins Leben gerufen wurde. Drei Grundgedanken waren es, deren Umsetzung in die Tat sich der Verein unter der Führung von Carl Peters zur Aufgabe machte: Erwerb eigenen Kolonialbesitzes; Sicherung des Stroms der deut- Mi einer Vergütung von is Reichsmark bewertete Aufnahme aus dem Licht- bildausschreiben des Gießener Anzeigers. Oie Anteilnahme der Kindergruppe an der Bildbeilage der Heimatzeitung spricht für sich selbsi. „Robinson soll nicht sterben", heißt der schöne Schlachtruf der Londoner Jungens, die dem alten Defoe zu seinem gestohlenen Robinson-Manuskript verhelfen. Robinson stirbt nicht, solange es Jungens gibt, deren Tatendrang gleicherweise Abenteuer und Romantik sucht. Und mit seinem Robinsonbuch lebt Defoe bei den jungen Menschenkindern aller Nationen. Das ist der eine Defoe, der heute noch lebt. Es lebt aber auch noch der andere Defoe, der sehr wenig mit unserer Kinderwelt zu tun hatte und auch heute noch zu tun hat. Es ist Daniel Defoe, ; der Journalist. Es gibt heute Hochschulen für Zeitungswesen, «auf denen die Geheimnisse der Journalistik den Düngern der schwarzen Magie gelehrt werden. Die Besonderheit des Zeitungsstiles vom Leitartikel bis Zum Feuilleton muß praktisch und theoretisch erläutert werden. Das Wesen der Reportage sollte so- zgar einige Zeit zum „demier cri“ der neuen Dichtkunst gemacht werden. Es ist nicht leicht, im Hohlspiegel der Zeitung die vielfältigen Strahlen des rasend pulsenden Lebens abzufangen und auf die »palten der täglichen Morgen-, Mittag- und Abend- Hochschulnachrichten Der durch die Emeritierung des Geh. Hofrats Professor Dr. Otto Frank in der Medizinischen Fakultät der Universität München erledigte Lehr- tuhl der Physiologie ist dem o. Professor Dr. Philipp Broemser in Heidelberg angeboten worden. Der Reichsstatthalter in Württemberg hat dem Professor Dr. H. Dold von der Universität Kiel die ordentliche Professur für Hygiene an der Universität Tübingen übertragen. Zum o. Professor für chemische Technik und angewandte Chemie an der Technischen Hochschule in K a r l s r u h e ist Dr. F. A. H e n g l e i n, Vorstand des anorganisch-wissenschaftlichen Laboratoriums der I. G. Farbenindustrie, Werk Leverkusen, berufen worden Auf dem Lande und seinen kleinen Städten hat jede Familie ihren von den Vätern ererbten Grund und Boden. Hier hat sie, an die Scholle gebunden, ihre Heimstatt, die in den vergangenen Jahrhunderten nicht nur mit dem Schweiß, sondern oft auch mit dem Blut des Geschlechtes getränkt wurde. So ist sie nicht nur mit der Gegend und ihren Menschen, sondern auch mit ihrem engeren Eigentum fest verwurzelt und der Begriff „Heimat" erhält einen wirklichkeitsnahen Hintergrund. Wie anders ist dies in der Stadt, wo die Geschichte der Familie von einer Generation zur anderen verwischt wird, wo der Wohnort beliebig gewechselt wird und nur als etwas ganz äußerliches, gewissermaßen nur als Behelfsmöglichkeit betrachtet wird. Hier muß es um so mehr darauf ankommen, die Wohnung wohnlich zu g e st a l t e n, als sie ja auch den Grund und Boden und die Naturnähe irgendwie ersetzen muß, um wenigstens etwas das Gefühl der Heimstatt, des Gebundenseins und der Zugehörigkeit in den Menschen zu erwecken. Zu solcher Wohnlichkeit gehört aber auch der nötige Raum, für Wohnung wohl besser ge- agt: die Räume. Zusammengepreßte Menschen können nie das Bewußtsein haben, sich hier geborgen und zu Haus zu fühlen, sie drängen im Gegenteil jeden — und gerade auch die jungen Menschen — sich von dieser Enge zu befreien. So fliehen sie diese engen Behausungen, die oft nichts mehr als im Sinne des Wortes ein „Dach über dem Kopf" darstellen. Das aber ist weder für die seelische und ittliche noch für die leibliche Gesundheit von Vor- teil. Aber selbst den primitivsten Anforderungen können diese Wohnungen nicht genügen, wenn nur einige K i n d e r vorhanden sind. Es fehlt dann ein- ach räumlich die Möglichkeit, auch nur die nötige Anzahl von Betten aufzustellen. So hat die Wohn- enge den großen Mangel an Schlafstellen Rauch mit Pech, Schwefel und Schießpulver gemacht hatten. Auch trugen sie Sorge, die Kleider zu wechseln und zu waschen. Was aber den armen Mann anbelangt, so kann ich mich nicht erinnern, ob er wirklich gestorben ist. Das ist eine kleine Episode aus dem Pesttagebuch, das mit gleicher Sachlichkeit Sterbestatistiken und volkswirtschaftliche Betrachtungen enthält. „Geschichten aus dem Leben" nennt die moderne Journalistik heute einen derartigen Bericht. Er ist erdichtet und dennoch zeichnet er mit meisterhafter Klarheit die Panik vor der Pest und ihre seltsamen Begebenheiten. Es kommt ja nicht darauf an, daß heute noch Defoes Romane und Schilderungen gelesen werden, es kommt auch nicht darauf an, mit diesen Zeilen auf sein persönliches Werk hinzuweisen, sondern viel wertvoller ist es zu zeigen, daß die moderne Journalistik den Defoeschen Stil heute noch pflegt und daß die Zeitungen gerade da am interessantesten sind, wo sie heute auch von Journalisten geleitet werden, die in der gleichen „Wirklichkeits-Phantasie" das Wesentliche aufzuzeichnen wissen. Denn „unser Sonderberichterstatter aus Tokio" braucht nicht den Warenhausbrand mit erlebt zu haben, er muß nur ihn in vollem Umfang nacherleben können. Lange Zeit später, wenn der „Robinson" zerschlissen und zerlesen in einer alten Bücherkiste liegt, wenn wir unsere Robinsonaden vergessen haben und Daniel Defoes Name für uns in trauter Einigkeit mit Grimm und Cooper, Andersen und Karl May zur Jugenderinnerung geworden ist, da finden wir ihn ungenannt wieder in seiner ganzen Lebendigkeit und Frische in den Spalten der Weltblätter. Dort steht sein Denkmal ohne Inschrift, nein, eigent- kein Denkmal, dort lebt Daniel Defoe für uns! Und den Jungen: soll Robinson nicht sterben! Dom dramaturgischen Büro des _____ theaters wird uns zur Aufführung des Schauspiels „Robinson soll nicht sterben" von Forster-Burggraf der folgende Aussatz zur Verfügung gestellt: Der Gießener Anzeiger in der Familie I seinen Erscheinungsformen kannte, der selber reiste, | Politik trieb, in den Kerker geworfen und an den Pranger gestellt wurde, griff seine großen Projekte und dichterischen Vorwürfe aus der Phantasie, aber seine Phantasie verließ niemals die Möglichkeit des Lebens, so daß seine erdichteten Geschichten in ihrer wirklichen Nüchternheit oft grausamer das Leben gestalten und wiedergeben, als es die getreuesten Berichte von „Augenzeugen" tun können. Ein anderer erkrankter Mann erschien an der Tür eines Bürgers und klopfte. Da er dort gut bekannt war, ließ ihn das Dienstmädchen ein, und als man ihm sagte, der Hausherr wäre oben, lief er hinauf und trat in das Zimmer, wo eben die ganze Familie beim Abendessen war. Sie erhoben sich ein wenig erstaunt, da sie nicht wußten, um was es sich handelte. Der Mann aber bat sie, nur ruhig sitzen zu bleiben, er käme nur, um Abschied zu nehmen. „Wieso?" fragte man ihn, „wohin geht Ihr denn?" — „Wohin?" — antwortete er, „ich habe die Pest und werde bis morgen abend tot fein". Es dürfte schwer fein, sich die Bestürzung der ganzen Familie auszumalen. Die Frauen und die Töchter, die noch kleine Mädchen waren, hatten vor Schrecken beinahe den Tod. Sie standen auf und rannten hinaus, die eine zu der Tür, die andere zur anderen, die Treppe hinauf und hinab, und als sie endlich alle beisammen waren, schlossen sie sich im Zimmer ein und schrien aus dem Fenster wie die Wahnsinnigen um Hilfe. Der Hausherr, der trotz allen Schreckens und aller Empörung ruhiger geblieben war, wollte den Eindringling zuerst packen und die Treppe hinunterwerfen. Dann aber überlegte er den Zustand des Mannes und die Gefahr, ihn zu berühren, und vor Entsetzen erstarrte er, ohne eine Bewegung machen zu können. Der arme Kranke, dem die Ansteckung wohl schon bis ins Gehirn gedrungen war, stand mittlerweile ganz still. Endlich wandte er sich um. „So, so", sagte er mit der größten Ruhe, „ist es so mit Euch allen! Hab ich Euch wirklich gestört? Dann will ich nach Hause gehen und dort sterben." Mit diesen Worten ging er zur Tür und die Treppe hinunter. Das Dienstmädchen, das ihn hereingelassen hatte, folgte ihm mit einem Licht, hatte aber Angst, an ihm vorbeizugehen und die Tür zu öffnen, so blieb sie auf der Treppe stehen, um zu sehen, was er tun würde. Der Mann machte die Tür auf, ging hinaus und warf sie hinter sich zu. Es dauerte einige Zeit, bis die Familie Über den Schrecken wegkam, da aber schlimme Folgen ausblieben, haben sie seitdem die Geschichte oft mit großer Genugtuung erzählt. Der Mann war jedoch schon einige Tage fort, ehe sie sich wieder im Hause richtig zu bewegen trauten, und auch dann erst, als sie einen Haufen Räucherwerk in allen Zimmern verbrannt und einen dicken schen Auswanderung zugunsten Deutschlands; lieber- tragung der Führung der neuen Bewegung auf das Reich. Die Arbeit der Gesellschaft für deutsche Koloni- Jahon erhielt einen besonders kräftigen Impuls durch den Reichskanzler selbst, der schon sehr bald nach der Begründung der Gesllschaft Über das von Ludentz erworbene Gebiet von S ü d w e st a s r i k a am 24. April des gleichen Jahres die S ch u tz h e r r - schäft des Reichs dekretierte. Damit wurde die Aera einer aktiven und erfolgreichen deutschen Betätigung auf eigenem Raum lenseits der Meere eingeleitet. Das Jahr 1884 wurde das Geburtsjahr der deutschen Kolonialmacht. Im Juli ging die deutsche Flagge hoch über Baqida und Lome in Togo, bei Duala.auf der Joßplatte über Akwastadt, Bellstadt, Didostadt und Bimbia' über Malimba, Kl. Batanga, Kribi, Benita und Hickory Town in Kamerun, und schließlich am 7. August über Angra Pequena in Südwestafrika. Das vom Deutschen Kolonialbund und die ihm angeschlossenen Verbänden veranstaltete „Koloniale Erinnerungsjahr" wird ein in sich geeintes deutsches Volk zusammenfassen in ruhmvollem Gedenken der Vergangenheit, im Gedenken an unseren Carl Peters, an den bremischen Kaufmann Lüde ritz und Gustav Nachtigal die die Reichsflagge über dem deutschen Westafrika und Südwestafrika hißten. Es wird über die Pflege der kolonialen Erinnerung hinaus auch Ansporn sein zur Fortführung der Arbeit, in deren Dienst sich diese Männer gestellt hatten. Carl Peters. Ein Vorkämpfer deutscher Kolonialpolitik. Von Hans Reepen. Zum 50. Male jährte sich der Tag, an dem Carl Peters die Gesellschaft für deutsche Kolonisation grunöete. Dieser Gedenktag fällt in den Beginn des ?Orn ^ichbkolonialbund veranstalteten kolonia - len Gedenkjahres, dem auch die Reichs- leitung der NSDAP, eingedenk des Punktes 3 ihres Parteiprogramms ihre Zustimmung gegeben hat. Das koloniale Gedenkjahr soll also nicht nur eine Aeußerung des Dankes für die großen Taten unserer Kolonialpioniere sein, sondern die Bekundung des Willens, auch auf dem Gebiet der kolonialen Betätigung für unser Volk die Gleichberechtigung zu fordern. Denn Kolonien dienen der Versorgung der Heimat mit kolonialen Rohstoffen und der Erschließung eigener Absatzgebiete für die heimische Wirtschaft so gut wie der Schaffung nationaler Siede- lungsgebiete für die überseeische Auswanderung die verhindern soll, daß wertvolle deutsche Men- lchen als Kulturdünger in fremden Ländern dem deutschen Volkstum für immer verloren gehen. Diese Gedanken standen schon am Anfang'moderner deutscher Kolonialarbeit vor nunmehr einem halben Jahrhundert, als Dr. Carl Peters die Gesellschaft für deutsche Kolonisation gründete. Wir tun gut, aus seiner kolonialpolitischen Bekenntnisschrift „Die Gründung von Deutsch-Ostafrika" einen Satz herauszugreifen, der trotz seiner negativen Formulierung charakteristisch ist für den Menschen, der das Werk des Briten Cecil Rhodes zugunsten seines deutschen Vaterlandes um ein mehrfaches übertraf. Peters sagt: „In Deutschland schien man Kolonialpolitik nur zu reden oder zu schreibe n." Das Charakteristische dieses Zitats, das nicht etwa aus dem Zusammenhang des Petersschen Buches herausgerissen worden ist, liegt in der Willensstärken, positiven Einstellung eines Mannes, der entschlossen ist, über alle theoretische Erwägungen kompromißlos die Tat zu stellen. Ein un- gebändigter Wille, eine sprudelnde Jugendkraft waren es, die diesen Mann, der das dreißigste Lebensjahr noch nicht erreicht hatte, hineinwarfen in das Geschehen der Weltpolitik, der das Reich unter dem alten Kaiser und seinem Kanzler Otto von Bismarck noch abwartend, teilweise ablehnend gegenüberstand. Wer war dieser noch nicht Dreißigjährige aus Dem bescheidenen, weltabgeschiedenen Neuhaus an der Elbe, daß er es wagen durfte, den Geheimraten feiner Zeit, der Wilhelmstraße so entgegenzutreten, wie er es getan? — Er war ein Unbekannter, ein junger Mensch, der — in sich unaus« geglichen — verurteilte, wo immer er den Zwiespalt sah zwischen einer geheimrätlichen Regierung unb dem Volk, das sich im jungen Kaiserreich wiedergefunden hatte. Er war i n England gewesen, hatte England und die Engländer kennengelernt, hatte ein Weltreich erlebt und Menschen, denen das Herrentum über andere Völker im Blute lag. Er hatte den Stolz, den unbesiegbaren Willen eines Volkes beobachtet, das über das Jnselreich hinaus zu rechnen verstand mit den anderen Nationen und Völkern, die nicht selbst die Kraft hatten, ihre Geschicke zu lenken. England war ihm die Schule seines Lebens geworden. Er hatte gelernt, sein Horizont war weit geworden, er war ein guter Schüler aeroefen der englischen Gesellschaft, der englischen Klubs und entschlossen, dieses erlebte Wissen seinem eigenen Volke mitzuteilen, um es zu fuhren. 0 Wir haben uns Peters als einen Mann von mittlerer Statur vorzuftellen. Sein Blick war klar, durchdringend, scharf. Hinter dem Klemmer waren kluge Augen. Er war gewiß nicht allen sympathisch, zumal feine Sprache und feine Ausdrucksweife oft Zynisch, vielfach ironisch, ablehnend, eigenwillig — überlegen waren. Briefe, die bisher unveröffentOer Gpielmann. Von Wilhelm Schäfer. In Mainz war einst ein Spielmann so alt und wunderlich, daß keiner mehr nach seiner Geige tanzen mochte. So ging er mit den Bettlern auf die Gassen unb spielte Den Leuten ba seine Lieber vor. Doch gab es roenia Ohren, bie Zeit auf ihn zu hören hatten, unb selten einen Batzen in feinen Hut, fo baß er immer häufiger ben bitteren Hun- ger spüren mußte. Da ging er in bie Kirche, ber Mutter Gottes seine Not zu klagen. Unb wie er vor bem Gnabenbilb bie Kerzen unb bie Blumen sah unb bas Geschmeide, was ihr geopfert worben war, nur feine Taschen leer waren: nahm er bie Geige vor unb bachte, sich möchte sich um seiner leeren Armut willen wohl mit bem Spiel begnügen, wenn auch bie Menschen es nicht mehr hören wollten. So fing er gläubig an zu geigen, unb obwohl bie Hanb sehr mit bem Bogen zitterte, floß alle Traurigkeit bes Alten mit in bie Töne, fo baß er selber fröhlich würbe wie in Der Jugend. Da sah er, wie bie milben Augen Heb» l'ch nach ihm sahen unb bie schmalen Lippen freundlich lächelten; unb als er fertig war mit feinem Spiel, warf sie ben golbenen Schuh von ihrem Fuß in feinen Hut. Er nahm ihn bankbar auf als ihre Gabe unb ging, zwar wunberlich erschrocken, zum Goldschmied, um ihn einzulösen. Wie ber ben arg verlumpten Mann besah, schien ihm ber golbene Schuh verbächtig, so baß er nach ben Häschern schickte. Die nahmen ihn sogleich gefangen, unb weil bem alten Spielmann bas Märchen von bem Schuh kein Richter glauben wollte, gilt er als Dieb unb würbe am brüten Tag mit einer Schlinge um ben Hals aus bem Gefängnis hinausgeführt. Da bat er sich als Gnabe aus, noch einmal vor bem Muttergottesbilbe zu spielen; unb weil ben Menschen bie letzte Bitte eines, ber in ben Tob eingeht unb sei es burch ben Henker, von jeher heilig war, so ließen sie ben alten Mann ge- währen, trotzbem sie seinen törichten Wunsch Der- spotteten. Wie sie ihm nun bie Geige gaben unb er mit seinem Strick am Hals noch einmal vor ber Jungfrau ftanb, fing er mit Gläubigkeit an, bas gleiche Lieb zu spielen. Unb roieber sähen ihn bie milben Augen lieblich an unb ihre schmalen Lippen lächel- ten; unb als er fertig war unb feinen letzten Ion stehenb ausstrich: fiel auch ber anbere golbene Schuh von ihrem Fuß. Da sanken alle vor bem Wunber in ihre Knie unb nahmen ihm bie Schlinge m Demut ab unb sorgten reichlich für feine alten läge, daß er den Spielsmannshut fortab auf dem greifen Kopf behalten konnte. Kampf wider die Lebensenge. 33on Dr. med. Hans Hoske, beratendem Arzt beim Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront. Dem wahrhaft sozialen Staat deutscher Prägung kann es nicht gleichgültig sein, in welcher äußeren Form seine Mitglieoer ihr Leben verbringen. Es handelt sich dabei nicht nur um die Tatsache, daß durch ungünstige Lebensverhältnisse selbst die besten Erbanlagen — wenn nicht gerade vernichtet, so doch aber in ihrer Entwicklung stark gestört werden. Sie kommen so nicht zur Entfaltung der Möglichkeiten, welche die völkische Gemeinschaft im Interesse des einzelnen wie des Organismus Staat fordert. Hier liegt die Aufgabe einer gualitativ gerichteten Bevölkerungspolitik, den künftigen deutschen Menschen auf einem Boden wachsen zu lassen, der ihm die Entfaltung feiner Eigenschaften, sei es auf körperlichem oder geistig-seelischem Gebiet, nicht nur gestattet, sondern sie nach Möglichkeit fördert. Dabei ist als selbstverständlich vorauszusetzen, daß eine solche Anregung der natürlichen Entwicklung in der Jugend wie auch die spätere fortlaufende Pflege des Menschen nur den Erbgesunden zugute kommen darf. Denn minderwertiges Leben künstlich zu erhalten aus einer falschen Barmherzigkeit, wie es die Vergangenheit tat, oder durch solche Maßnahmen noch künstlich fortzuzüchten, kann niemals in Frage kommen, sondern muß im Gegenteil, wo es nur irgend geht, verhindert werden. So aber wie bas „Volk ohne Raum" burch innere Kolonisation, burch eine bessere Verteilung ber Menschen im Lanbe ber Gefahr einer Ueberoölke» rung zu begegnen sucht, so ist auch für ben kleinsten Baustein bes Staates eine Beengung seines Lebensraumes nicht tragbar. Was für Den Staat bie politischen Grenzen finb, bas ist für bie Familie b i e Wohnung. Sie ist nicht allein für bie Erhaltung des Beariffes Familie unb bie Wieberherstellung seiner Anerkennung notroenbig, sonbern bavon Höngen seelisches unb körperliches Gesunbsein und nicht zuletzt bie einroanbfreie Entwicklung ber Nach- kommenschaft ab. 'Hamen ber Unsterblichkeit einreihte, ob er mit seinen sozialreformatorischen Plänen ber Entwicklung non Englanbs Wirtschaftsgeschichte um 200 Jahre lorauslies, ob er in feinem „Robinson Cru - lio e" ein wirklich unsterbliches Buch schuf ober in ter „Moll Flanders" einen ber ersten großen englischen Gesellschaftsromane dichtete, bleibt sich ganz Aeich. Nichts von dem, was er dichtete, lebte, aber dies war wirklich. Er, der das Leben mit allen Noch ehe die Großmacht Presse entstanden war, hat einer die größte Gabe des Journalisten besessen, die „Wirklichkeitsphantasie", nämlich Daniel Defoe. Er war der große Chefredakteur, der Politik, Handelsfragen, soziale Reformen, dichterische Reportage und den Zeitungsroman mit einer ungeheuren Produktivität hervorbrachte. In ihm war Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lebendig. Db er, der mit vier Jahren die große Pest in London miterlebte, 57 Jahre später eine Meisterrepor- oage in Form seines Pesttagebuchs schrieb, das nach >em Urteil Walter Scotts allein schon Defoes 3ur Folge, mit allen Wellenm gen, die sich daraus ergeben. Man bedenke, was es heißt, wenn beispielsweise in einer Stadt wie Halle an der Saale 24,4 bis 61 o. H. der Knaben und 25 bis 63 v. H. der Mädchen je nach der Wohngegend kein eigenes Bett hatten, wenn in der Reichshauptstadt rund 40 d. S). mit Geschwistern ober den Eltern ober gar Fremben sich in ein Bett teilen mußten, wenn dieser Grundsatz selbst für das ganze Land Preußen Gültigkeit hat. Wie sollen sich unter solchen Umständen Scham und Achtung in gesunder Weise entwickeln, wie soll dabei auch nur die rein körperliche Gesundheit gewahrt bleiben? Die Bedeutung ist nicht nur für die alltäglichen Krankheiten offensichtlich, sondern mehr noch für die Geschlechtskrankheiten unb bie Tuberkulose. Das Zusammenschlafen ist immer mieber bie Ursache für solche Ansteckungen, bie um so trauriger sinb, wenn sie burch Frembe (Schlafburschen) eingeschleppt werben. Für bie Ge- funbung unseres Nachwuchses läßt sich barum bie Aufgabe in ben Satz zusammenfassen: jebem Kinb sein eigenes Bett! .Das hat nun natürlich zur Voraussetzung, daß nicht nur genügend Wohnungen geschaf - f e n werden, sondern daß sie auch den Mindestanforderungen an Größe und hygienischer Ausstattung entsprechen. Hier verbindet sich das bevölkerungspolitische Werk der Reichsregierung auf das engste mit dem Arbeitsbeschaffungsprogramm durch den Bau von Wohn-Hei m statten, wie sie der nationalsozialistische Staat für seine Volksgenossen fordern muß. Man konnte auf den Gedanken kommen, daß durch die Auswirkungen der sinkenden Geburtenziffern ein erheblicher Wohnungsneubau nicht in Frage kommt. Aber das ist ein Irrtum, denn in den vergangenen zwanzig Jahren ist eben unverhältnismäßig zu wenig gebaut worden. Hinzu kommt der Ersatz von überalterten Häusern und vor allen Dingen die Notwendigkeit, Wohnungen zu schaffen,die der kinderreichen Familie die Heimstatt gewährt, die ihr gebührt. Unter dem Druck der Wirtschaftskrise ist in der Vergangenheit gerade hinsichtlich der Raummenge ein erheblicher Fehlbau getrieben worden, der nun in Zukunft ausgeglichen werden muß. Dazu aber müssen wir bedenken, daß wir sicher bis 1960 — die folgende Zeit können wir heute noch nicht genügend übersehen — mit einem Zuwachs an Eheschließungen zu rechnen haben, damit also ein größerer Bedarf an Wohnungen nötig wird. Diese Vermehrung wirb auf über brei Millionen geschätzt. Davon wirb gewiß ein Teil burch Sieblung auf Bauern- oberKleinsiebler- stellen untergebracht werben. Die Ueberzahl ber Wohnungen wirb aber trotzbem in ben Stabten zu schaffen sein, wo bie Zahl ber Haushaltungen, die ohne eigene Wohnung sind, heute noch etwa eine Million zählt. Wenn wir dann noch bedenken, daß eine gesundheitliche Aufgabe ber nahen Zukunft ist, die Wohndichte in den Städten aufzulockern, die Wohnkasernen zum Verschwinden zu bringen, niedrigere Häuser, die mit mehr Freiflächen umgeben sind als bisher, zu schaffen, dann wird offensichtlich, welche großen Ausgaben noch, und zwar baldigst, zu lösen sind. Allein aus diesem sozialen Programm ergibt sich eine solche Fülle von Arbeit, daß mindestens ^ür die nächsten zehn Jahre eine mehr als hinreichende Beschäftigung der Bauwirtschaft in allen ihren Zweigen gesichert erscheint. Deutsches Volk—Deutsche Arbeit. Die Zahresschau der nationalen Arbeit. Äon Hans Oechsner, Berlin. Ein Jahr liegt hinter uns. Es ist ein Jahr zäher Arbeit gewesen. Mit unvergleichlichem Aufbauwillen sind alle Teile der deutschen Wirtschaft an bie Lösung ihrer Aufgaben herangegangen. Sie alle haben das gemeinsame Ziel, unser Volk von der Geißel der Arbeitslosigkeit zu befreien. In diesem Ringen um die wirtschaftliche Freiheit unseres Volkes ist es notwendig, gelegentlich Rückschau über das Geleistete zu halten, und durch diese Schau gleichzeitig neue Kräfte für das kommende Leben in sich aufzuspeichern. Am 21. April beginnt auf dem Messegelände am Kaiserdamm in Berlin d i e erste große Iah - resschau der nationalen Arbeit, die unter dem eindringlichen Kenntwort steht: Deutsches Volk — Deutsche Arbeit. Sie will eine Schau des schaffenden deutschen Menschen sein. Sie will uns allen, die wir werktätig an unserem Teil Mitarbeiten an dem Aufbau des Dritten Reiches, eindringlich zum Bewußtsein bringen, daß wir alle — wo auch immer wir stehen mögen — Zusammenhängen wie die Glieder einer Kette, daß alle Wirtschaftszweige auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sind und daß der einzelne nicht mehr und nicht weniger darstellt als ein kleines, unscheinbares, aber dennoch sehr notwendiges Rädchen am großen Uhrwerk des wirtschaftlichen und volklichen Gefüges. Sie will jedem Beschauer Achtung vor der Arbeit ber anberen Stänbe vermitteln. Der Bauer soll die Arbeit des Technikers ebenso schätzen lernen, wie der Handwerker Ehrfurcht bekommen soll vor ber Arbeit schwieliger Bauernfäuste. Und alle sollen sich darüber klar werden, daß ihre Arbeit nur Sinn und Zweck hat, wenn sie ausgerichtet ist auf das eine Ziel: Deutschland. Dieser hohen Zielsetzung entspricht die Gliederung der riesigen Ausstellung: Deutsches Volk — Deutsche Arbeit. Die Eingangshalle zeigt das geschichtliche Werden des deutschen Volkes. Wir erhalten einen tiefen Einblick in das kulturschöpfe- rische Wirken unserer Vorfahren in grauer Urzeit, wir lernen die Gründe kennen, die die seßhaften Urbauern der Stein- und Bronzezeit zu ihren gewaltigen Wanderungen veranlaßten, wir erkennen anaesichts der bodenständigen bäuerlichen Kultur unserer Ahnen die Haltlosigkeit der Behauptung, daß unsere Altvorderen kulturlose Nomaden gewesen wären. Wir werden auf jene gewaltige West- Ostsiedlung hingewiesen, die im Mittelalter deutschen Lebensraum für das deutsche Blut sicherte. Wir erfahren aber auch, wie durch den Einfluß des spätrömischen Reiches und seiner Sendboten in Germanien das altgermanische Rechtsempfinden, das insbesondere im Boden die unveräußerliche und unteilbare Grundlage der bäuerlichen Familie sah, langsam aber sicher durch das in keiner Weise mehr gemeinschaftsbezogene „Römische Recht" zurückgedrängt wurde. Wir werden weiter eingeführt in die rassischen Grundlagen unseres deutschen Volkes, und wir erkennen, daß es das ausbaufähige und | wehrhafte b ä u e r l i ch e B l u t ist, das der deutsche Mensch als Erbe seiner Väter in die Zukunft trägt. Dieses kulturschöpferische Blut gilt es vor Ent- ' ortung zu bewahren und durch besondere gesetzliche Maßnahmen zur gesteigerten Entfaltung zu bringen, denn die Leistungen unseres Volkes auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiet sind in aller Zukunft abhängig von der Kraft, die aus dem arteigenen Erbgut unseres Volkes quillt. Dieses Erbgut ist am reinsten in unserem Bauerntum erhalten. Und jetzt verstehen wir auch den tiefen Sinn des nationalsozialistischen Agrargesetzgebungswerkes, das die Erhaltung unseres deutschen Bauerntums zum Ziel hat. Wenn der Führer zudem den Bauern nicht nur als die Wurzel des nationalen und völkischen, sondern auch des wirtschaftlichen Lebens bezeichnet, so tut er dies in dem Bewußtsein, daß durch eine tatkräftige Förderung der Landwirtschaft auch anderen Erzeugungsgruppen unserer deutschen Wirtschaft erheblicher Austrieb gegeben wird. Aus diesen Wechselbeziehungen entwickelt sich ein gesunder und leistungsfähiger Binnenmarkt, der für Deutschland eine Lebensnotwendigkeit bedeutet. Wir sind weit davon entfernt, uns gegen das Ausland abzuschließen, im Gegenteil, wir legen großen Wert auf Handelsverkehr mit anderen Ländern, soweit sich dieser unter Wahrung der Unabhängigkeit unserer Ernährung organisch entwickelt. Die große Schau der deutschen Arbeit wird ein Zeugnis ablegen von den gewaltigen Anstrengungen, die auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung gemacht werden. Wir bekommen einen Einblick in den Umfang, die Ursachen und die Wirkungen der Arbeitslosigkeit, dazu aber auch in die Maßnahmen zur Verminderung dieser tückischen Volkskrankheit, die in der Industrie und in der Landwirtschaft — im Reich sowohl wie in den Ländern — durchgeführt werden. Straßenbau, Instandsetzung von Gebäuden, Tiefbauarbeiten, vorstädtische und landwirtschaftliche Siedlung, Ueber- führung weiblicher Kräfte in die Hauswirtschaft, Forderung der Eheschließungen sind wichtige Marksteine auf diesem Wege. Einen breiten Raum in der Darstellung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nimmt die A r b e i t s- tz i e n st p f l i ch t ein. Sie ist wohl das wirksamste Mittel, unserer Heranwachsenden Jugend praktische Volksgemeinschaft zu lehren und ihr die lieber» zeugung beizubrrnaen, daß Handarbeit nicht schändet, sondern ehrt. Als praktisches Ziel des Arbeitsdienstes wird uns die Schaffung volkswirtschaftlicher Werte durch Deichbau, Entwässerungen, Urbarmachung von Oedländereien u. a. m. aufgezeigt. Die deutsche Volkswirtschaft in ihren vielgestaltigen Zweigen gibt einen überwältigenden Anschauungsunterricht von dem Aufbauwillen des deutschen Menschen. Die Landwirtschaft mit ihrem Bestreben, die Unabhängigkeit der Nahrungsversorgung durch Bereitstellung hochwertiger Lebensmittel sicherzustellen, nimmt unser Interesse ebenso in Anspruch wie die Leistungen des Handwerks, das uns in seiner Schau Spitzenleistungen der Handwerkskunst und des Hausgewerbefleißes vorführt und uns dadurch seine Bedeutung veranschaulicht. Wir sehen weiter die riesigen Leistungen der deutschen Industrie in allen ihren Zweigen — der Elektrizitäts-, Gas-, Wasser- und Derkehrs- wirtschast — sowie des deutschen Geisteslebens und verstehen den tiefen Sinn der Worte des Führers: „Ehret die Arbeit, achtet den Arbeiter"^ Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Napoleons Hans wird renoviert. (d) Genua. Als wieder einmal einige junge und alte Historiker von einem Besuch der Insel Elba und jener historischen Stätte, wo 1814 Napoleon I. weilte, zurückkehrten, mußten sie mit Betrübnis mitteilen, daß der Zahn der Zeit stärker sei, als das Interesse der Welt und der Geschichte für Elba. Denn das Haus Napoleons befinde sich in einem trostlosen Zu st and, der von Tag zu Tag schlimmer werde. Es mußte etwas geschehen. Aber ehe eine Sammlung organisiert und bewilligt wurde, war es vielleicht zu spät. Deshalb wählte man den kürzeren und sicheren Weg: Man wandte sich an Mussolini. In zehn Minuten war, als man dem Duce den Zustand des Hauses des Korsen geschildert hatte, die Summe von 30 000 Lire bewilligt. Schon ziehen die Maurer nach San Matino (Portofettaio), um mit den Renovierungsarbeiten zu beginnen. In einem Nebenhaus befindet sich ein Napoleon-Museum, das Prinz Demidoff einrichtete. Auch dieses Gebäude wird hergerichtet. Eine „Elba-Kommission" hat ihre Arbeit ausgenommen, und in einigen Wochen hat man, so hoffen die Historiker, den Zahn der Zeit vorläufig wieder einmal „plombiert". Der Zirnmergenosse. .(k) Santiago de Chile. Ein gefährliches Abenteuer erlebte kürzlich der hier ansässige deutsche Kaufmann Wolfgang Schmidt, der die Vertretung einer großen europäischen Automobilfirma übernommen hat, bereift in jedem Jahre einmal die wichtigsten Ortschaften des gefamten südlichen Kontinents. Seit langem ist er bekannt dafür, mit besonderer Leidenschaft die wenig ausgeschlossenen Gebiete dieser Länder zu durchstreifen. Schon mehrmals hatte man ihn gewarnt und auf die Gefahren aufmerksam gemacht, denen er sich freiwillig aussetzte — aber ohne Erfolg. Trotz der überall umlaufenden Berichte von den Untaten eines berüchtigten Raubmörders unternahm Schmidt auch während feiner letzten Reife einen Abstecher in das reizvolle, aber sehr entlegene Küstengebiet. Er hatte Pech, erlitt eine Panne und blieb auf halber Strecke mit seinem Wagen liegen. Es gelang ihm schließlich, in einem kleinen Gasthof Unterkommen zu finden — der einzigen menschlichen Ansiedlung in einem Umkreis von mehr als siebzig Kilometern. Der Gasthof war überfüllt, und Schmidt mußte wohl oder übel sein Schlafgemach mit einem fremden Reisenden teilen. Bald kamen die beiben ins Gespräch, tranken einander zu, und obwohl keiner von dem anderen wußte, verstand man sich bereits nach wenigen Stunden ausgezeich- net. Bevor man sich zum Schlafen legte, kam man auch auf die Unsicherheit der Verhältnisse im Land zu sprechen. ,^Jch glaube an den ganzen Schwindel nicht", sagte Schmidt, „mir geschieht doch nichts. Meine gesamten Barmittel befinden sich in diesem kleinen Brustbeutel — den soll erst mal einer finden! — Sie werden mich ja nicht gerade ausrau- ben?!", lachte er bann. Der andere schmunzelte^ und über den guten Witz schliefen sie beide ein. Am nächsten Morgen trennte man sich in aller Freundschaft. Schmidt bat um die Adresse des Fremden, an dem er Gefallen gefunden hatte. „Lassen wir das", lenkte dieser ab, „Sie konnten vielleicht einmal Schwierigkeiten haben, wenn Sie meinen Namen wüßten." „Komischer Kauz!", dachte Schmidt und verabschiedete sich. Am Ziel seiner Reise angelangt, erstand er sofort die bereits schmerzlich vermißte Tageszeitung. „Neue Bluttat des Raubmörders 2E", las er als Schlagzeile auf der ersten Seite, darunter „Das Bild des Untäters endlich gefunden", das lebenswahre Porträt — feines unbekannten Zimmergenossen! Welche Gefühle ben Kaufmann Wolfgang Schmidt in diesem Augenblick bewegten, ob er es bedauert, bie ausgesetzte hohe Belohnung nicht verdient zu haben, das ist leider nicht -bekannt geworden. Wanzenkrieg. (er) Kopenhagen. Daß die Gerichte in ber heutigen Zeit sich mit Streitigkeiten aller Art, möglichen und unmöglichen, kleinen unb großen, zu beschäftigen haben, ist nichts neues. Man ist in dieser Beziehung an vieles gewöhnt. Einen Prozeß aber, in bem Wanzen eine Rolle spielten, bürste es so bald nicht wieder geben. Das Vergnügen, sich damit zu beschäftigen, hatte ein Kopenhagener Friedensrichter, vor dem sich ein Hauswirt und ein Teil feiner Mieter wegen jener kleinen Plagegeister gegenüberstanden. Schauplatz des Streits war ein vierstöckiges Haus in dem sog. Nyboderviertel. Dor zwei Jahren wechselte das Haus, dessen Besitzerin mit ihren Mietern in einem geradezu patriarchalischen Verhältnis lebte, den Besitzer. Der neue Hausherr wollte das Haus modernisieren, wozu die Mieter entsprechende Beiträge leisten sollten. Dies hatte zur Folge, daß sich der Mieter eine kühle, teilweise geradezu feindselige Stimmung gegenüber dem Wirt bemächtigte. Während aber ein Teil ber Mieter, die Bewohner der rechten Hälfte des Hauses, mehr oder weniger neutral blieben, eröffneten die Bewohner der linken Hälfte des Hauses gegen ben Hausherrn den Krieg. Kompiliert wurde die Lage dadurch, daß der neue ' Hausherr auch den Wanzen zuleibe gehen wollte, die in dem Haus feit jeher gehaust hatten. Er bestellte dazu einen Kammerjäger, ber aber sehr üble Erfahrungen machte. Während er auf der rechten Seite des Hauses sein Vernichtungswerk mit Schwefel usw. durchführen konnte, stieß er bei den „Linken" auf Widerstand. Auch das Eingreifen des Wirtes blieb erfolglos. Ja, man warf ihm sogar „Ein- Wie Amerika entdeckt wurde. (Fine Hamburger Döntje, erzählt von Erwin Magnus. Es war mal 'n Mann, der hieß Klumbumbus, und der wollt ja nu gern mal Amerika entdecken. Aber er hatte man so wenig Geld, und ba ging er denn zum König von S—panien und sagte zu ihm- „Majestät! Ick bün ja kein reicher Mann nich, aber ich will Amerika entdecken, und denn sollen Sie mal sehen, wieviel Gold und Edels—teine und andere schone Sachen Sie denn von mir kriegen. müssen Sie mir nu man düschen unter bie Arme greifen, noch! Und ba mochf ich Sie nämlich gebeten haben, mir’n paar Schiffe zu geben — sie brauchen nicht ganz neu zu sein, und Sie sollen sie^auch ganz des—timmt wiederhaben." ^gte der König von S—panien, „das rscha nu mal so'n Sach, noch! Erstens hab' ich auch kein (Selb, und zweitens brauch' ich es zum Krieq- fubren und drittens überhaupt mal so." Aber Klumbumbus war ja nu kein Döspattel (Trottel) nich. „Und Mächens glbt’s da, Majestät, Dunnerkiel! Da können Sie sich alle zehn Finger nach lecken!" sagte er, und das half ihm nu bannig (mächtig) benn der König war kein Kostverächter. Klumbumbus mußte also versprechen, ihm eine schöne Kollektion mitzubringen, und benn kriegte er feine Schiffe. ' Und nu fuhr er ja los, ümmer grabaus nach Westen. Und jeden Tag kletterte er oben auf’n Mast rauf, setzte sich auf’n Topp — was man ja nu nich mißverstehen darß denn beim Schiff is der Topp die S—pitze vom Mast — und hielt Ausguck nach Amerika. Aber eines Tages, als er grab bei Tisch saß unb Hamborger Aalsuppe — so richtig mit S—peck unb Pflaumen und Klößen in — aß, ba wahrschaute der Matrose Piepenbrink, was natürlich n Hamborger Jung war, ber unterdessen für Klumbumbus auf’m Topp saß, mit einem Male: „Land, Land!" Na, das war nu woll das erstemal, daß eine Hamborger Aalsuppe kalt geworden ist. Klumbumbus kletterte hoch, holte seinen Kicker raus und sah nu auch ba vorn so'n fmatten (schwarzen) Strich mit’n paar S—taub wedeln drüber, was aber Palmen waren. Nu gab bas ein mächtiges Hallo, alle kriegten zunächst mal ’n s—teifen Grog, unb Hein Piepenbrink kriegte ein' extra. Es währte auch gar nich Ianpolizei bestehenben Anordnungen bezüglich Hungen bei Kursen unb ber Dienstbücher für ter usw. Die Dienstleistungszeugnisse für ibenbe Angehörige ber Lanbespolizei sind in allen Fällen von bem Landespolizeiführer ziehen. m Schluffe jedes Dienftleistungszeugniffes ist rmerk darüber aufzunehmen, ob bereits Eren über die nationale und politische Zuver- it angestellt wurden und mit welchem Er- Verneinendenfalls ist zu vermerken, daß xx Nachteiliges in der verflossenen Zeit nicht t geworden ist. lle dieser Verfügung entgegenstehenden An- igen werden hiermit aufgehoben. »arteiamtlichenBekanntmachungen NSLB. Gießen-Land lädt die Mit- des Bezirksvereins zu der am morgigen ig, 13 Uhr, in Großen-Linden stattfindenden hung des neuen Schulhauses ein. Minister-- Ringshausen wird sprechen. Ring Gießen-Stadt des BdM. er für morgen, Sonntag, angesetzte Dienst Ortsgruppe Gießen-Nord veranstaltet in elle 5 am Montag, 16. April, 20.30 Uhr, ,end für Block 1 und 2, am Mittwoch, ril, 20.30 Uhr, Blockabend für Block 3 und 4. Blockabende finden in der „Stadt Marburg", rger Straße, statt. Es wird vollzähliges Er- i erwartet. LezirksleitungGießendesKDAI. kann!, daß die noch fehlenden Mitgliedskarten Reichsleituna nochmals dringend reklamiert k. Mit Rücksicht auf die im Entstehen be» ? Reichskammer der Technik ist die Werbung titgliedern zu verstärken. Jedes KDAJ.-Mit- gneo soll dem KDAI. ein neues Mitglied zuführen. Monatsbeitrag 1 RM. (für Erwerbslose 50 Pf.). Eintrittsgebühr 3 RM. (1,50 RM.). Parteigenossen, die vor dem 31. Dezember 1932 der NSDAP, beitraten, zahlen keine Eintrittsgebühr. Das Amt für Beamte Kreis Gießen weift darauf hin, daß am heutigen Samstag, 14. April, Unterrichtslehrgänge für die hessischen Gemeinbebeamten, die der Vorbereitung der diesjährigen Verwaltungsprüfungen dienen, beginnen. Die Teilnehmergebühr beträgt 30 RM. Der Unterricht findet Samstag nachmittags auch in Gießen statt. Anmeldungen zur Teilnahme sind an den Leiter des Amts für Beamte zu richten. Kreisleitung der TlGNAp. Gießen. Amt für Volkswohlfahrt. Für die Kreisgeschäftsstelle des Amtes für Volks- Wohlfahrt wird für die ehrenamtliche Tätigkeit ein Pg. oder Pgin. mit Kenntnissen in Stenographie und Schreibmaschine gesucht. Heil Hitler? gez.: Klöß, Kreisamtsleiter der NSV. j ».Das Erwachen der Seele." Die Landesfilmstelle Südwest der NSDAP., Frankfurt a. M., veranstaltet für die NS.-Frauen- schäft am 21. April in Gießen eine Filmvorführung. Zur Vorführung gelangt der Film „Das Erwachen der Seele". Alle, die Kinder haben, und alle, die sich mit Kindern beschäftigen, erhalten durch dieses aufschlußreiche und gut durchgearbeitete Filmwerk Aufklärung und Anregung. Die NS.-Frauenschaft erwartet, daß alle Volksgenossen durch den Besuch der Veranstaltung ihr Verständnis für die Kinder als zukünftige Träger unseres Staates und für die Wichtigkeit des NSV.-Hilfwerkes „Mutter und Kind" bekunden. Der Bolkstag der Inneren Mission in Gießen. Am morgigen «Sonntag wirb in allen evange» lischen Kirchen von ber Inneren Mission geprebigt. In ber Stabtkirche unb im Johannessaal werben um 20 Uhr Lichtbilberoorträge über die Arbeit bet zur Folge, mit allen Wekfenmgen, bie sich barmte i honn $« — eraeben Nachdruck ver 16. Fortsetzung. $)ie echte und d falsche tDorall Roman von Anny von Panhi Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle Sie glaubte, ihren Ohren nicht trauen zu i und blinzelte scheu empor. Da saß der alte und sah ungemein belustigt aus, lachte ube ganze Gesicht, hatte sich schon vergnügte Fc um Augen und Mund gelacht. Regina begriff das Lachen nicht. Aengstlii sie ihn an. Er wurde ernst; aber es sah fast aus, als es ihm schwer. Und nun sagte er langsam: „Siebes Fräulein Graven, diese Doralies ram ist ja eine ungewöhnlich phantasiebegabte Dame; man sollte meinen, sie hätte em Fumlu in die Wirklichkeit übertragen. Sie haben abe allerhand achtungswerte Dreistigkeit zusar gebracht; doch ganz so tragisch, wie Sie nu Geschehene ansehen, ist es wirklich nicht. Beu Es spielen ja keinerlei unedle Motive da l Und es ist niemand dabei geschädigt worder einzige Geschädigte sind am Ende nur Sie^ denn so viel ich begriffen habe, wurde es -> trotz aller Unsicherheit Ihrer Lage, sehr schwe Haus der Frau von Stübnitz zu verlassen. Die ist wirklich nicht so schlimm wie Sie Ihnen sä Seine Stimme hatte einen beruhigenden * „Das läßt sich mit ein bißchen gutem Willen alles wieder zurechtschieben. Und ich glaut stimmt, soviel haben Sie dabei gelernt, da sich nie mehr auf solche Dummheiten eu werden." Regina verhielt sich ganz still vor jähem Sie hatte mindestens erwartet, Jobst Freese rou mit schroffen Worten aus seinem Hause weise, wenn er härter urteilte, die Polizei benachrtä Sie wagte kaum zu glauben, was doch wohl anzuzweifeln war, daß der bedeutende Rechtski einfach über sie lachte, und das, was sie getan ganz milde nur eine Dummheit nannte. Zu sprechen vermochte sie nicht, aber großt nen standen in ihren Augen. Jobst Freese, der ein bedeutender Mei kenner war und gemeinen Schwindel von U legtheit genau unterscheiden konnte, nickte tl „lieber die Sache reden wir noch etwas, Fr Graven. Jetzt aber tupfen Sie erst mal gri bie Augen trocken, und dann nehmen toi Stenogramm auf. Ich möchte sehen, war können." __ Voranzeige! A Slicfi Sonntag» den 15. April i i । r r z h € Abends 8 Uhr Eiichtbildervortrttge . Die Innere Mission-Has GWi in der Stadtkirche (Mitwirkung der Cho Musikzuges der Standarte 116) croimung 15. April 1934 ISiefett 01995 Telefon 50 000. 228QD 02055 dann preiswert und gut bei der 2289 A 2290 A Fuß 2279 Führungsvortrag von Prof. Olt-Gießen Samstag, den 14. April 1934,16-17 Uhr polsterwerkstatte A-Wehrheim, X86er|tr.l7 WILHELM BR A LFN S GMBH CLU k D L LN B U PÄG Lassen Sie Matratzen aufarbeiten? Kennen Sie die Dolksmatrahe? Wundervolle Federmatratze mit doppeltem Federboden, Schoner u. Auflagematrahe m. Schrägkeil nur Mk. 65.— das Seit Polsterwerkstätte A. Wehrheim,xöberstr.l7 IV. Jahresausstellung vom 6. bis 29. April 1934 im Turmhaus am Brandplatz Sonder-Zug über Pfi Rom-Venedig vomv.bisi Auto-Reisen im Luxus 3 Tage: Dolomiten, ab 19. Mai jeden Samstag 7 Tage: Gardasee-Venedig-Dolomiten, ab 1. Ms 8 Tage: Lngano-fflailand-Venedig, 17. 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Wie in seinem Verwaltungsamt, so ließ er sich auch bei der Führung der Gießener Hochschulgesellschaft nur von dem Grundsatz strenger Sachlichkeit und unbedingter Lauterkeit alles Handelns leiten. Dadurch erwarb er sich bei den Mitgliedern der Gießener Hochschulgesellschaft das uneingeschränkte Vertrauen aller, so daß es ihm ermöglicht wurde, sein Ehrenamt fruchtbar und förderlich für die Universität zu verwalten. Sein segensreiches Wirken als unermüdlicher Organisator der Hilfe für die Wissenschaft an unserer Universität, wie auch als sorgfältiger Berater in allen Dingen, die mit diesem Ehrenamt irgendwie im Zusammenhang standen, fand mit Recht die wohlverdiente Anerkennung der Universität durch seine Ernennung zum Ehrensenator unserer Hochschule und neuerdings zum Ehrendoktor der Juristischen Fakultät, welch' letztere ihm jetzt bei seinem Scheiden aus Gießen in dankbarer Gesinnung dargebracht wurde. Wer Provinzialdirektor Dr. Graes als Mensch, Verwaltungsbeamter und als Freund und Förderer der Wissenschaft kennen gelernt hat, wird jhm auch nach seinem Fortgang von Gießen uneingeschränkte Wertschätzung und aufrichtige Anerkennung seiner Leistungen im Dienste unserer Provinz und unserer Universität bewahren. Das nahezu vollendete Jahrzehnt seines Wirkens an der Spitze der Provinz Oberhessen und des Kreises Gießen und seine gpt achtjährige Tätigkeit als ehrenamtlicher Leiter der Gießener Hochschulgesellschaft werden in der Geschichte unserer engeren Heimat stets in Ehren und mit Dankbarkeit vermerkt sein. beobachten oder ihn als ausgesprochenen Typ des korrekten Beamtentums und gewissenhaften Dieners der Allgemeinheit kennenzulernen. In ehrenamtlicher Tätigkeit schuf sich Provinzialdirektor Dr. Graef ein bleibendes Gedenken in unserer Provinz durch seine langjährige, uneigennützige und mit großer Hingabe an die Sache geleistete Arbeit als Vorsitzender der Gießener Hochschulgesellschaft. Im Dezember 1925 in dieses Ehrenamt berufen, vollbrachte Provinzialdirektor Dr. Graef durch und mit der Gießener Hochschulgesellschaft für unsere Universität so hervorragende Werke der Förderung und Stütze unserer Wissenschaft, daß ihm in besonderem Maße das Verdienst zugesprochen werden muß, durch seine Maßnahmen gerade in den Jahren der schwersten Bedrängnis unserer Alma water Ludoviciana einer ihrer tatkräftigsten letzungen erlitten. Der Landwirt Ludwig Roos L wurde anscheinend ebenfalls von dem Faß getroffen und erlitt schwere innere Verletzungen, denen er bald erlag. Der Lenker des Fuhrwerks, der 14jährige Johann Roos, und die Schwester von Sunhilde Schulze blieben unverletzt. Einige auf dem Felde beschäftigte Leute eilten den Unglücklichen zu Hilfe. Achtung! Achtung! . . . Die Arbeitsschlacht schafft weiteren Millionen Volksgenossen Arbeit und Brot. Die seit langem ungewohnte Arbeit kann Anlaß zu zahlreichen llnglücksfällen werden! Große Summen müssen dauernd aufgewendet werden, um die Wunden, die der Unfallteufel schlägt, zu heilen, und die Opfer zu entschädigen, oder ihre Hinterbliebenen vor dem Untergang zu bewahren. Darum muß jeder darauf bedacht sein, Unfälle zu verhüten, dadurch die Soziallasten zu vermindern und Not und Kummer zu vermeiden. Jeder deutsche Volksgenosse trage zur Unfallverhütung bei, indem er sich und seine Mitmenschen nicht leichtsinnig in Gefahr bringt. Vorsicht ist niemals gleichbedeutend mit Feigheit, sondern Vorsicht ist Klugheit! provinzjaldlrettor Vr.h. c. Graes. Am morgigen Sonntag wird der frühere Leiter der oberhessischen Prooinzialverwaltung, Provinzial- direktor Dr. h. c. Graef, unsere Stadt verlassen und nach München übersiedeln, wo er seinen Ruhestand verleben wird. Mit Provinzialdirektor Graef scheidet ein Mann aus unserer Stadt und aus der Provinz Oberhessen, der durch seine ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften und durch seine korrekte Amtsführung sich in weiten Kreisen der Bevölkerung von Stadt und Land hohe Wertschätzung erworben hat. Provinzialdirektor Heinrich Leonhard Graef stammt aus Rheinhessen, wo er am 23. Mai 1869 ins Monsheim (Kreis Worms) geboren wurde. Nach dem Schulbesuch in Monsheim und in Worms AusparteiamtlichenBekanntmachungen Der NSLB. Gießen-Land lädt die Mit- ( glieder des Bezirksvereins zu der am morgigen = Sonntag, 13 Uhr, in Großen-Linden stattfindenden [ Einweihung des neuen Schulhauses ein. Minifter- . rialrat Ringshausen wird sprechen. Im Ring Gießen-Stadt des BdM. ; fällt der für morgen, Sonntag, angesetzte Dienst ! aus. Die Ortsgruppe Gießen-Nord veranstaltet in der Zelle 5 am Montag, 16. April, 20.30 Uhr, Blockabend für Block 1 und 2, am Mittwoch, 18. April, 20.30 Uhr, Blockabend für Block 3 und 4. Beide Blockabende finden in der „Stadt Marburg", Marburger Straße, statt. Es wird vollzähliges Erscheinen erwartet. Die Bezirksleitung Gießen des KDAJ. gibt bekannt, daß die noch fehlenden Mitgliedskarten bei der Reichsleitung nochmals dringend reklamiert wurden. Mit Rücksicht auf die im Entstehen begriffene Reichskammer der Technik ist die Werbung von Mitgliedern zu verstärken. Jedes KDAJ.-Mitglied soll dem KDAJ. ein neues Mitglied zuführen. Monatsbeitrag 1 RM. (für Erwerbslose 50 Pf.). Eintrittsgebühr 3 RM. (1,50 RM ). Parteigenossen, die vor dem 31. Dezember 1932 der NSDAP, beitraten, zahlen keine Eintrittsgebühr. Das Amt für Beamte Kreis Gießen weift darauf hin, daß am heutigen Samstag, 14. April, Unterrichtslehrgänge für die hessischen Gemeindebeamten, die der Vorbereitung der diesjährigen Verwaltungsprüfungen dienen, beginnen. Die Teilnehmergebühr beträgt 30 RM. Der Unter- richt findet Samstag nachmittags auch in Gießen tatt. Anmeldungen zur Teilnahme sind an den Leiter des Amts für Beamte zu richten. Kreisleitung der NSDAP. Gießen. Amt für Volkswohlfahrt. Für die Kreisgeschäftsstelle des Amtes für Volks- Wohlfahrt wird für die ehrenamtliche Tätigkeit ein Pg. oder Pgin. mit Kenntnissen in Stenographie und Schreibmaschine gesucht. Heil Hitler! gez.: K l ö ß, Kreisamtsleiter der NSV. s ^Das Erwachen der Seele." Die Landesfilmstelle Südwest der NSDAP., Frankfurt a. M., veranstaltet für die NS.-Frauen- schaft am 21. April in Gießen eine Filmvorführung. Zur Vorführung gelangt der Film „Das Erwachen der Seele". Alle, die Kinder haben, und alle, die sich mit Kindern beschäftigen, erhalten durch dieses aufschlußreiche und gut durchgearbeitete Filmwerk Aufklärung und Anregung. Die NS.-Frauenschaft erwartet, daß alle Volksgenossen durch den Besuch der Veranstaltung ihr Verständnis für die Kinder als zukünftige Träger unseres Staates und für die Wichtigkeit des NSV.-Hilfwerkes „Mutter und Kind" bekunden. Oer Bolkstag der Inneren Mission in Gießen. Am morgigen Sonnlag wird in allen evange» lischen Kirchen von der Inneren Mission gepredigt. In der Stadtkirche und im Johannessaal werden um 20 Uhr Lichtbildervorträge über die Arbeit bei Dank der hessischen Regierung. D a r m st a d t, 13. April (LPD.) Das Staatspresseamt teilt mit: Ministerialdirektor Dr. Schäfer ist auf seinen Wunsch nunmehr endgültig aus dem staatlichen Dienst geschieden. In Würdigung der Lebensarbeit dieses ausgezeichneten Beamten hat der Herr Staatsminister ihm nachfolgendes Handschreiben zugehen lassen: „Hochgeehrter Herr Ministerialdirektor! Von Ihrem Antrag auf Versetzung in den Ruhe st and habe ich Kenntnis genommen. So sehr ich Ihr Ausscheiden aus dem Dienst bedaure, will ich mit Rücksicht auf Ihre Gesundheit diesem nicht im Wege stehen. Es drängt mich jedoch, Ihnen für Ihre lange Jahre hindurch dem Staate als Ministerialdirektor und Leiter der Hessischen Finanz- verwaltung geleisteten ausgezeichneten und ersprießlichen Dienste den Dank der Regierung auszusprechen. Sie haben unter den schwierigsten Verhältnissen in aufopferungsfreudiger und selbstloser Weise für das Land Hessen hervorragendes geleistet. Ich verbinde damit noch die ergebene Bitte, daß Sie, soweit es Ihr Gesundheitszustand zuläßt, Ihre wertvollen Dienste mir und damit dem Lande Hessen auch für die Folge noch zur Verfügung stellen. Das Bewußtsein treuester Pflichterfüllung darf Sie in den Ruhestand hinüberbegleiten: möge dieser ein in jeder Beziehung gesegneter für Sie fein. Mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung bin ich Ihr sehr ergebener gez. Jung, Staatsminister." Hessischer Soldaientaa. 60jährige Verbandsfeier der „hassia". D a r m st a d t, 13. April. (Lpd.) Am 9., 10. und 11. Juni findet in Darmstadt die Feier des 60- jährigen Bestehens der Kriegerkameradschaft „Hassia" statt. Dem Festzug, der den Glanzpunkt der Festtage bildet, wird der Leitgedanke „Volk und Wehrmacht" zugrunde liegen. Große Hauptwagen werden dies betonen vorgesetzte das Dienstleistungszeugnis im Entwurf durch evtl, übergeordnete Dienststellen vorzulegen. 2. Als Behördenleiter im Sinne dieser Verfügung sind u. a. anzusehen der Leiter des Personalamts, der Landespolizeiführer, die Leiter der Ministerial- abteilungen, die Kreisdirektoren, die Landgerichtspräsidenten, die dienstaufsichtsführenden Richter bei den Amtsgerichten, die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Städte und Landgemeinden, die Leiter der Forst- und Vermessungsämter, die Amtsvorstände bei den Körperschaften des öffentlichen Rechts usw. In Zweifelsfällen ist beim Personalamt des hessischen Staatsministeriums anzufragen. 3. Die bisher bei den einzelnen Behörden bestehenden innerdienstlichen Anordnungen über Ausfertigung von Beschäftigungsnachweisen für Beamtenanwärter und bergt bei Versetzung von einer Dienststelle zur anderen, werden hierdurch nicht berührt. Hierunter fallen auch die im Bereiche der Landespolizei bestehenden Anordnungen bezüglich Beurteilungen bei Kursen und der Dienstbücher für Anwärter usw. Die Dienstleistungszeugnisse für ausscheidende Angehörige der Landespolizei sind jedoch in allen Fällen von dem Landespolizeiführer zu vollziehen. 4. Am Schluffe jedes Dienstleistungszeugnisses ist ein Vermerk darüber aufzunehmen, ob bereits Erhebungen über die nationale und politische Zuverlässigkeit angestellt wurden und mit welchem Er- aebnis. Verneinendenfalls ist zu vermerken, daß hierüber Nachteiliges in der verflossenen Zeit nicht bekannt geworden ist. 5. Alle dieser Verfügung entgegenstehenden Anordnungen werden hiermit aufgehoben. und das Ganze eindrucksvoll gliedern. Die Festwagen dzw. Festgruppen werden zusammengestellt nach den Entwürfen des Kunstmalers Hohmann (Darmstadt). Die hessischen Regimenter marschieren in ihren historischen Uniformen und umrahmen die bunten Aufzüge der Vereine und Innungen, die ihre eigenen Wagen stellen Der Zug erreicht seinen Höhepunkt in der Verherrlichung unserer großen Führer, des Reichspräsrdenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg und des Volkskanzlers Adolf Hitler als Schützer des Friedens. Schrecklicher Unglücksfall in Astheim. Großvater und Enkelin von einem umstürzenden Pfuhlfuhrwerk erschlagen. LPD. Groß-Gerau, 13. April. In Astheim ereignete sich gestern nachmittag ein schreckliches Unglück. Der 14 Jahre alte Johann Roos war mit Jauchefahren beschäftigt. Dabei begleiteten ihn sein Großvater, der Lanowirt Ludwig Roos 1., sowie die beiden Kusinen des jungen Roos, Sunhilde Schulze und deren Schwester, die sämtlich auf dem Fuhrwerk saßen. Kurz hinter Astheim auf dem Brückenweg, der etwas ab- ällt, wollte der Junge die Pferde anhalten. Dabei chlug die Deichsel des Fuhrwerks hoch, das Pferd prang nach links aus, so daß das Fuhrwerk die 2,50 Meter hohe «.Böschung des Brückenwegs h i n u n t e r*ft ü r 31 e. Die 11- jährige Sunhilde S ch ul z e kam bei dem Sturz direkt unter das Pfuhlfaß zu liegen und wurde auf der Stelle getötet. Sie hatte sowohl am Kopf, wie am Rückgrat schwere Ver- ftuinerte er an den Universitäten München, Berlin und Gießen. Ostern 1892 bestand er die Universitätsprüfung und im Herbst 1895 die juristische Staatsprüfung. Von 1896 bis 1898 war er als Regierungsassessor an den Kreisämtern in Worms, Bensheim, Mainz, Alsfeld und Dieburg tätig. Als Kreisamtmann wirkte er sodann in Dieburg, Heppenheim und Bensheim, bis er im Mai 1901 als Ministerialsekretär in das Ministerium des Innern berufen wurde, wo er in dieser Amtseigenschaft bis zum Oktober 1905 wirkte. Von da ab bis zum Juni 1911 war er ständiger Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern, sodann bis zum April 1916 Vortragender Rat im Ministerium des Innern. Den Weltkrieg machte er längere Zeit als Hauptmann d. R bei einem Feldartillerie-Regiment mit. Vom April 1916 bis Juni 1921 stand er als Kreisdirektor an der Spitze des Kreises Dieburg, vom 1. Juli 1921 bis zum 1. Juli 1924 war er Kreisdirektor in Friedberg. Von Anfang Juli 1924 ab stand er als Provinzialdirektor an der Spitze der oberhessischen Prvvinzialdirektivn und »zugleich als Kreisdirektor des Kreises Gießen an der Spitze unserer Kreisverwaltung. Provinzialdirektor Dr. Graef übernahm sein Amt als Leiter der Provinzverwaltung und als Kreisdirektor in Gießen als Nachfolger des plötzlich verstorbenen Provinzialdirektors und Kreisdirektors Matthias, der feine Hauptkraft kurz vor feinem Ableben darauf verwandte, aus dem furchtbaren Zusammenbruch der Inflationszeit ein neues Werk der Verwaltung und der Provinz- und Kreiseinrichtungen aufzubauen, als ihn der Tod überraschend abrief. Provinzialdirektor Dr. Graef nahm das Werk feines Amts-vorgängers mit starker Energie, mit Geschick und großem Weitblick auf. Es gelang ihm, die durch die Inflation und durch mancherlei Deflationsschwierigkeiten auch in unserer engeren Heimat sehr kompliziert gewordenen Verhältnisse glücklich zu meistern und unserer Provinz ein festes Fundament für ihre wirtschaftlichen Unternehmungen, wie auch für eine einwandfreie Verwaltungsarbeit zu schaffen, auf dem die Aufbauarbeit in erfolgreicher Weise gedeihen konnte Bei seiner Tätigkeit als Verwaltungsbeamter ließ sich Provinzialdirektor Graef stets nur von rein sachlichen Gesichtspunkten und von dem Grundsatz der unbedingtesten Sauberkeit in der Verwaltung leiten. Damit erreichte er nicht nur eine musterhafte Verwaltungsführung in seinem Amtsbereich, sondern er gewann auch das volle Vertrauen der Bevölkerung in Stadt und Kreis Gießen, ebenso in der ganzen Provinz Oberhessen. Auf dieser Grundlage bemühte er sich allezeit mit großem Eifer um die Forderung der Interessen und Aufgaben der Provinz Oberhessen. Mit besonderer Energie und größter Umsicht widmete er sich dem Ausbau und der Pflege des oberhessischen Straßennetzes, daneben aber auch der sorgfältigen Führung der wirtschaftlichen Unternehmungen der Provinz. Hand in Hand mit dieser guten Aufbauarbeit auf dem Gebiete des Verkehrswesens und der Gemeinwirtschaft widmete er seine stärkste Sorgfalt der Finanz- gebahrung, die unter seiner Leitung von allen Experimenten ferngehalten wurde und infolgedessen auch in der Zeit des weitverbreiteten Verfalls der öffentlichen Finanzen durch Mißwirtschaft und Korruption stets gesund und sauber blieb, so daß fein Nachfolger in der Staatsverwaltung in Gießen, Kreisdirektor Klo st ermann, ihm anläßlich dsr jüngsten Provinzialtagsitzung mit Recht den herzlichen Dank der' Provinz Oberhesfen für seine gute Amtsführung aussprechen konnte Dieser Ehrung bee scheidenden Provinzialdirektors wird sich jeder Mitbürger in Stadt und Land voll und ganz an- fschließen, der Gelegenheit" hatte, sein Wirken zu Wer ist dein Nächster? Von Pfarrer Dr. Berger, Darmstadt. Das gewaltige Winterhilfswerk des deutschen Volkes ist ohne Beispiel in der Geschichte der Völker. Daß freie Liebe Millionen Volksgenossen, die in Not sind, aus innerster Verbundenheit heraus das Lebensnotwendige darreicht, ist ein Werk, zu dem christlicher Geist freudig Ja gesagt hat und bei dem die Evangelische Kirche an ihrem Teil mitzuarbeiten bereit gewesen ist. Denn sie weiß ja, daß im Sinne ihres Meisters, der ihr das Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählt hat, jede fremde Not wie eigene empfunden werden muß. Die christliche Liebe hat auf die Frage: „Wer ist der Nächste zum Helfen" nur eine Antwort: D u selbst! Sie kann sich nicht damit entschuldigen, daß sie sagt: „Andere stehen näher!" „Wer war der nächste dem, der unter die Räuber fiel?" So fragt Jesus und er antwortet: „Der, der die Barmherzigkeit an ihm tat!" Nun gibt es leider in Deutschland außer der Not der Arbeitslosen noch große andere Nöte, die dem christlichen Gewissen und der christlichen Liebe nicht weniger auf die Seele gebunden sind. Mochte man früher fein Auge und keinen Sinn dafür haben. Seit der Tätigkeit des Hamburger Pfarrers Johann Hinrich Wichern, also seit fast hundert Jahren, haben auf einmal die Menschen sehen Im Laufe der Jahrzehnte ist aus den ersten Anfängen eine reich verzweigte, außerordentlich segensvolle Arbeit geworden. Wir nennen nur einige Zahlen aus der Inneren Missionder evangelischen Kirche in Hessen: 91 Anstalten insgesamt werden unterhalten. Der Ausbildung der nötigen Hilfskräfte dienen 2 Mutterhäuser, 1 Pfarr- aehilfinnen- und Wohlfahrtspflegerinnenschule, 2 Kinderschulseminare, 1 Krankenpflegeschule. Träger der Arbeit sind außerdem: 172 evangelische Kindergärten, 164 Gemeindepflegestationen, 21 evangelische Wohlfahrtsdienste, 30 Dekanatserziehungsvereine. Das sind nackte Zahlen, hinter denen eine Unsumme von segensvoller Arbeit steckt. Von den Kräften der Inneren Mission werden im Lande unterhalten: 9 Krankenhäuser, 1 Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische und Schwachsinnige, 1 Krüppelheim, 1 Krüppellehrlingsheim, 1 Handwerkerheim, 21 Altersheime, 1 Wöchnerinnenheim, drei Säuglings- unb Kleinkinderheime, 3 Zufluchtsheime für gefährdete Mädchen und Frauen, 1 Mädchenheim für Gefallene, 4 Erziehungheime, 6 Heime für berufstätige Mädchen und Frauen, 3 Haushaltungsschulen, 1 Mädchenlyzeum, 6 Schüler- und Schülerinnenheime, 1 Kinderheilstätte, 2 Müttererholungsheime, 2 Jugenderholungsheime, 9 Erholungsheime für Erwachsene, 8 Hospize, 5 Wanderherbergen, 5 Stadtmissionen, 8 Bahnhofsmissionen, 1 Auswandererberatungsstelle. Das mag genügen, obwohl es noch nicht alles ist. Insgesamt stehen Tag für Tag im Hessenlande 3286 Betten, die meist überbelegt sind, für Notstände aller Art zur Verfügung. Und das alles wird getragen von keiner anderen äußeren und inneren Kraft als der christlichen, evangelischen Liebe! Mit besonderem Dank erfüllt es, daß unter Anerkennung der geleisteten Arbeit von staatlicher Seite die Erlaubnis gegeben wurde, am kommenden Sonntag in ganz Deutschland einen Volks- ta g der Inneren Mission abzuhalten Er soll nicht nur durch Opfer die Möglichkeit der Erhaltung aller der genannten Werke schaffen, sondern auch die innere Bereitschaft zur Mitverantwortlichkeit aus christlichem Glauben und christli'cher Liebe stärken. Wenn am kommenden Sonntag der Appell an alle Evangelischen in ganz Deutschland ergeht, dann denkt an die große Zahl der Notleidenden, Elenden, Krüppel, Epileptischen! Wer ist der nächste zu helfen? Jeder! Jeder, der nicht nur dem Namen nach Christ ist, sondern etwas vom Geist des Lebendigen in sich fühlt! Die Ausstellung von Dienstleistungs- zeuonisten für Beamte usw. Der hessische Staatsminister (Personalamt) hat folgende Verfügung über die Ausstellung von Dienstleistungszeugnissen für Beamte, Angestellte . und Arbeiter, sowie Angehörige der Landespolizei an alle unterstellten Behörden erlassen: 1. Dienstleistungszeugnisse, die nach außen in Erscheinung treten ober an andere Behörden ober Parteidienststellen der NSDAP, weitergegeben werden, sind künftig nur noch durch den Behördenleiter ober seinen Vertreter zu vollziehen. Soweit es dem Behördenleiter nicht möglich ist, eine eigene Be- ' urteilung abzugeben, hat der unmittelbare Dienst Inneren Mission gehalten. In der Stadt werden am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag Abzeichen zum Besten der Inneren Mission verkauft, außerdem wird zwischen dem 14. und 50. April eine Haussammlung erhoben werden. Jeder Evangelische muß es als seine Pflicht ansehen, zum Gelingen des Volkstages der Inneren Mission nach besten Kräften beizutragen! Jeder Evangelische helfe der Inneren Mission, damit auch sie Helsen kann! Man beachte die heutige Anzeige. Bolksmissionarisches Amt in der Landeskirche Ilasiau-Heffen. Der Landesbischof der Landeskirche Nassau-Hessen, Lic. vr. Dietrich, hat ein volksmissionarisches Amt errichtet, das im Gebiete der Landeskirche Nassau-Hessen alle volksmissionarische Arbeit zusammenfassen und regeln soll. Zum theologischen Sachberater wurde Pfarrer Professor Lic. All- wohn, zum praktischen Berater Pfarrer Röhricht- Darmstadt berufen. Gottesdienst zum Schulbeginn. Der Herr Landesbischof für Hessen-Nassau hat an- geordnet, daß zu Beginn des Schuljahres für die in die Schule neu aufzunehmende Kinder besondere Gottesdienste zu veranstalten sind. Demgemäß finden am nächsten Montag um 9.15 Uhr in der S t a d t k i r ch e für die Mädchen und in der J o ° h a n n e s k i r ch e für die Knaben Gottesdienste statt, an denen auch die Lehrer teilnehmen. Die Eltern werden gebeten, die Kinder, die jetzt schulpflichtig werden, den Gottesdiensten zuzüsühren und selbst daran teilzunehmen. Soldatenspende für das Winterhilfswerk. Unsere Gießener Garnison, das 1. Bataillon Infanterie-Regiment 15, hat in der Zeit vom Oktober v. I. bis einschließlich März d. I. insgesamt 7036,16 Mark für das Winterhilfswerk gespendet. Im einzelnen wurden folgende Beträge für den guten Zweck abgeführt: Oktober 1933 989,30 Mark November 1933 891,43 „ Dezember 1933 891,43 „ Januar 1934 961,15 „ Februar 1934 1 151,40 „ März 1934 1 151,45 „ Diese Opferbereitschaft unserer Garnison, die ja auch durch Speisung von Kindern und Spenden zu Weihnachten in schöner Weise die enge Verbundenheit unserer Soldaten mit den deutschen Volksgenossen bekundet hat, verdient dankbare Anerkennung aller Volksgenossen. 50 Jahre im Seedienst. Man schreib! uns: Am 4. April beging Kapitän a. D. und Oberregierungsrat im Reichswehr- Ministerium Karl Schmehl, ein geborener Gießener, die 50. Wiederkehr des Tages, an dem er, der in wenigen Tagen Fünfundsechzigjährige, in den Dienst der Schiffahrt getreten ist. Der alte „Seebär" ist in weitesten Kreisen nicht zuletzt durch seine zahlreichen Vorträge dekannt geworden, die er über seine Kriegsfahrten auf dem Hilfskreuzer „Wolf" gehalten hat. Im Weltkrieg zunächst Navigationsoffizier auf Linienschiffen, war er von 1916 bis 1918 Erster Offizier an Bord des Hilfskreuzers „Wolf", eine Zeit, an die sich naturgemäß seine packendsten Erinnerungen knüpfen. In der Handelsschiffahrt hatte sein Name bereits vor dem Kriege guten Klang, als seine Rettungstat im Hafen von Bombay von Mund zu Mund ging. Auf Dynamitkisten liegend, die jeden Augenblick in die Luft gehen konnten, hielt er, buchstäblich halb gebraten, vier Stunden lang heldenmütig die Wasserspritze, bis die Hauptgefahr vorüber war, die sonst einfach unabsehbares Unheil angerichtet hätte. Er erhielt damals für sein heldenhaftes'Verhalten den Roten Adlerorden. Daß der alte Haudegen auch auf dem Lande seinen Mann steht, bewies er bei den Spartakuskämpfen, bei denen er an der Weidendammer Brücke in Berlin beinahe erschossen worden wäre. Fast ohne Erstaunen hört man, daß Kapitän Schmehl nebenbei auch noch siebenfacher Lebensretter ist — es paßt, wie selbstverständlich, zu dem Bilde dieses prächtigen alten Seemanns, daß er, wie einst Bismarck, sagen kann: „Ich pflege von Zeit zu Zeit einem Menschen das Leben zu retten." In Wannsee, wo er seine Jacht liegen hat, heißt es schon scherzhaft, Selbstmordversuche hätten keinen Zweck, „Schmehl hole einen doch wieder heraus!" Kann man sich vorstellen, daß dieser Seemann, der alle Ozeane befuhr, beinahe im Wannsee ertrunken wäre? Und doch ist es so. Lassen Sie einmal von ihm selber erzählen, wie er, des Havelbootstyps ungewohnt, rückwärts vom Waschbord fiel, deshalb die Richtung unter Wasser verlor und unter die Jacht geriet! Halb „abgesoffen" erwischte ihn ein Freund dann auch noch ausgerechnet am Schlips und erwürgte ihn fast — ein aufregendes Erlebnis in Schmehls erlebnisreicher Laufbahn. Kapitän Schmehl ist im Reichswehrministerium Referent für das Rote Meer, den Indischen und den Stillen Ozean. Der ebenso geachtete, wie beliebte Seemann ist in diesen Tagen Mittelpunkt herzlicher Glückwünsche und viel freundlichen Gedenkens. ■H6er=$reffen in Gießen. Der Verband ehemaliger 116er hat in der Ver- ireterversammlung in Lauterbach beschlossen, im Jahre 1934 in Gießen wieder einen 116er-Tag abzuhalten, und zwar am 28. und 29. Juli. An der Wiedersehensfeier beteiligen sich die Kameraden des ehemal. aktiven Jnf.-Reats. Nr. 116, Res.-Regt. 116, Landwehr-Rgt. 116, Rgk. 186, 222, 254, 392, 418, sowie der Ersatzbataillone. Die Vorbesprechungen zwischen dem Verband und den hiesigen Vereinen haben bereits stattgefunden. Die Arbeitsausschüsse sind gebildet. Denkwürdige Feierstunden, die von wehmutsvollem Ernst, aber auch von frohgestimmter Kameradschaft erfüllt sein werden, sollen Tausende lieber Gäste in unserer alten Garnisonstadt vereinigen Die Wiedersehensfeier gilt der Vertiefung der alten Kriegskameradschaft, wobei das Band gemeinschaftlicher Erlebnisse und Erinnerungen an schwere und große weltgeschichtliche Zeiten die Festteilnehmer innig umschlingen wird, sie soll auch gleichzeitig ein Gedenken sein für die gefallenen Brüder, die in treuer Pflichterfüllung für das Wohl des Vaterlandes und der Volksgesamtheit kämpften und ihr Leben lassen mußten. Durch einen Feldgottesdienst am Samstag, 28. Juli, 18 Uhr, an dem 116er-Denkmal auf dem Landgraf-Philivp-Platz wird der 116er-Tag eröffnet. Um 20 Uhr soll ein „Deutscher Abend" in der Dolkshalle die alten Soldaten mit der Bürgerschaft, den Angehörigen der Traditionskompanie und 116er des Dritten Reiches bei Klängen der hiesigen Regimentsmusik und sonstigen Darbietungen vereinigen. Die am Sonntagvormittag noch eintreftenden auswärtigen Gäste begeben sich in die Standlokale. Um 12 Uhr Antreten zum Festzug durch die Stadt nach der Volkshalle auf dem Trieb. Hier wird der Derbandsführer Oberst a. D. Koettschau vom östlichen Balkon der Volkshalle zu den Kameraden sprechen. Anschließend Konzert in der Volkshalle. Auf dem Festplatz kameradschaftliches Beisammensein u. a. m. Da aus allen Richtungen starker Andrang zu erwarten ist, hauptsächlich auf den oberhessischen Strecken, sollen Sonderzüge, die gleichzeitig Anschlüsse zu den Nebenstrecken haben, in den Fahrplan eingeschoben werden. Es ist damit zu rechnen, daß sich an diesen Veranstaltungen auch die übrigen hiesigen Militär- und Regimentsvereine in kameradschaftlicher Verbundenheit beteiligen. Näheres wird demnächst noch bekanntgemacht. Deutsche Kurzschrist-Volksschrist. Daß derjenige ungebildet ist, der nicht lesen und schreiben kann, gilt seit langem als Selbstverständlichkeit. Daß aber auch derjenige als ungebildet gelten muß — so schreibt man uns — der nicht k u r zschreiben und lesen kann, wollen viele immer noch nicht glauben. Und doch müßte es längst jedem Deutschen klar geworden sein, daß die Kurzschrift eine Fertigkeit ist, die jeder Mensch, mit Ausnahme der nur körperlich tätigen, beherrschen muß. Wenn man bedenkt, daß die NSDAP, sich u. a. zur Aufgabe gestellt hat, die Kurzschrift zu einer Volksschrift zu machen, so müßte jeder sich sofort daran machen, die Kurzschrift zu erlernen bzw. sich darin zu ver- hofstraße: „Gold", — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Rivalen der Luft". — Reichstreubund ehem. Berufssoldaten, 20.15 Uhr, „Aquarium", Kameradschaftsabend mit Vortrag über: „Aufbau des nationalsozialistischen Staates". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19 bis 21,30 Uhr, „Frau ohne Kuß". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gold". — Astoria - Lichtspiele, Seltersweg: „Rivalen der Luft". — Stadtkirche und Johannesfaal, 20 Uhr, Lichtbilder-Vorträge: „Die Innere Mission — das Glaubenswerk der evangelischen Kirche" aus Anlaß des Volkstages der Inneren Mission. — Heimatoereinigung Schiffenberg, 16 Uhr, Hauptversammlung auf dem Schiffenberg. — Caf6 Leib, 16 Uhr, Fachschafts-Frisieren mit Preis-Frisieren der Friseur-Pflichtinnuna Gießen. — Spielvereinigung 1900, „Frankfurter Hof", 20.30 Uhr, Familienabend. — Gießener Turnerschaft, 15.30 Uhr, Universitäts-Sportplatz, Gaumeisterschaftsspiel (Handball) Kassel — Wetzlar. — Stadttheater Gießen. Morgen, Sonntag, 15. April, das musikalische Lustspiel „Die Frau ohne Kuß" von Walter und Willi Kollo. — Dienstag, 17. April, das heitere Stück „Robinson soll nicht sterben" von Friedrich Forster. — Mittwoch, 18. April, das Lustspiel „Die Frau ohne Kuß". — Donnerstag, 19. April, „Robinson soll nicht sterben". — Freitag, 20. April, das vaterländische Schauspiel „Katte" von Hermann Bürte. — Samstag, 21. April, „Robinson soll nicht sterben". — Sonntag, 22. April, Operette „Die gold'ne Meisterin" von Cyßler. (Siehe heutige Anzeige.) — D i e Heimatvereinigung Schiffenberg hält am morgigen Sonntag, von 16 Uhr ab, Oie Zeitungswerbung hatte im Wettbewerb einzelner Zeitungen Formen angenommen, die sich zu einer unerträglichen Belästigung der Bevölkerung ausgewachsen hatten. Zur Beseitigung dieser Auswüchse hat die Michspreffelammer verfügt, daß jeder zugelassene Werber eine auf seinen Namen lautende grüne Ausweis- tarte bei der Werbung mitzuführen und auf Verlangen vorzuzeigen hat. Für die Zeitungswerbung hat die Neichspressekammer folgende Anordnungen für alle deutschen Zeitungen getroffen: a) Oie Werbung soll in höflicher, taktvoller Form dem zu werbenden Äezieher die Leistungen und Vorzüge der angebotenenOruckschrist darlegen.Oer Werber hat genauen Aufschluß über Preis, Verpflichtungsdauer und Kündigungsfristen zu geben. b) Oer Werber muß alle an ihn gerichteten Fragen, die mit der Bezugs-Beste»!ung Zusammenhängen, gewissenhaft und erschöpfend beantworten. Er darf keinerlei unwahre Behauptungen aufstellen oder den an ihn gestellten Fragen ausweichen. c) Oer Werber hat den vorgeschriebenen Ausweis stets bei sich zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen. (Es handelt sich um die grüne Ausweiskarte der Reichspressekammer.) d) Dem Werber ist untersagt, bei der Werbung andere Zeitungen und Zeitschriften oder im Wettbewerb stehende Unternehmungen im Ansehen herabzusetzen. Es ist ihm femer untersagt, zur Abbestellung eines anderen Blattes aufzufordem oder Abbestellungen zu sammeln. e) Dem Werber ist untersagt, in irgendeiner Hinsicht auf den zu werbenden Bezieher einen Zwang oder Druck auszuüben, insbesondere dürfen nicht irgendwelche Nachteile, zum Beispiel persönlicher,wirtschafilicher,bemflicher oder sonstiger Art, für den Nichtbezieher einer Zeitung oder Zeitschrift angedroht werden. f) Oer Werber ist verpflichtet, dem Besteller eine Durchschrift des Bestellscheins auszuhändigen. Niemand, der für eine Zeitung wirbt, darf gegen diese gesetzliche Vorschrift handeln. Kein Zeitungsleser darf in der freien Wahl seiner Zeitung durch irgendwelchen Zwang oder sonstige Druckmittel beeinflußt werden. vollkommnen. Aber ganz abgesehen davon, daß die Kurzschrift in Zukunft Allgemeingut jedes Deutschen sein muß, müßte allein schon die Tatsache zur Erlernung der Kurzschrift führen, daß heute ihre Kenntnis direkt Voraussetzung für den Eintritt in zahllose Berufe ist (alle kaufmännischen oder sonstwie wirtschaftlichen Berufe, alle akademischen Berufe, alle Lehrer- und Beamtenberufe usw.). Darum sei auch an dieser Stelle auf die am kommenden Montag beginnenden Kurse hingewiesen, die die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft in der Pestalozzi schule abhält. Sämtliche Kurse liegen Montags und Mittwochs von 19 bis 22 Uhr, also in einer Zeit, die jedem den Besuch der Stunden ermöglicht. Man beachte die heutige Anzeige. Wohl die größte kurzschriftliche Veranstaltung, die jemals stattfand, war — so schreibt man uns — das soeben abgeschlossene 1. Deutsche Reichs- Schüler - Leistungsschreiben, das mit Unterstützung des Reichsministers des Innern und der deutschen Länderministerien durchgeführt wurde, lieber 100 000 Angehörige von mehr als 3000 deutschen Lehranstalten lieferten freiwillig über 85 000 Arbeiten. Auch deutsche Auslandschulen nahmen teil: die deutschen Schulen in Istanbul (Türkei), Rust- chuk (Bulgarien), Im Haag (Holland). Der Zweck der Veranstaltung, den Schülern Freude am eigenen Können zu vermitteln, wurde überall erreicht. Die Begeisterung war groß, sogar Linkshänder und Einarmige schrieben mit. Besonders hervorgetan haben sich die Volksschulen, die damit aufs neue den Beweis erbrachten, daß die Deutsche Kurzschrift ass Unterrichtsfach aller Schulgattungen vorzüglich i geeignet ist. Eine neue Kurzschriftgeneration wächst heran, die Staat und Wirtschaft nützen wird. Gießener Wochenmarktpreise * Gießen, 14. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Weißkraut, das Pfund 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 12 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln, das Pfund 3Vz Pf., der Zentner 2,80 bis 3,20 Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, Bündel 15 bis 20. Bornottzen. — Tageskalender für Samstag. Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahn- I ihre Hauptversammlung auf dem Schiffenberg dJ. Die Tagesordnung umfaßt z. B. Eingliederung in den Reichsbund „Volkstum und Heimat", Voranschlag und Veranstaltungen im Jahre 1934/35, Rechnungsablage und Tätigkeitsbericht für 1933 usw. Für Hin- und Rückfahrt steht passende Fahrgelegenheit mit dem Postauto zur Verfügung. (Siehe Anzeige vom Donnerstag.) • ** Dienstjubiläum bei der Bezirksspa r k af s e. Am 15. April kann der Sparkassen- Jnspektor Hermann Weigel auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Bezirkssparkasse Gießen zurück- blicken. Während dieser Zeit hat Herr Weigel es verstanden, sich die Wertschätzung und Achtung seiner Vorgesetzten, seiner Mitarbeiter und auch des Publikums zu erwerben. Verwaltungsrat und Vorstand der Sparkasse, sowie die Mitarbeiter des Herrn Weigel gedachten heute des Tages in ehrender Weise. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird die Bahnhof st raße zwischen Liebigstraße und Alicestraße in der Zeit vom 16. bis 21. April für jeglichen Fährverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Horst-Wessel-Wall und Liebigstraße. ** Eine umfangreiche Störung in der Elektrizitätsversorgung trat gestern etwa von 21 Uhr ab im größten Teile der Stadt ein. Die Ursache der Betriebsstörung war ein größerer Kabelbrand, der an der Unterführung der Wieseck unter dem Bahnkörper (zwischen Bahnhofstraße und Hammstraße in Richtung nach dem Elektrizitäts- ! werk) entstanden war. Dabei wurden mehrere Hauptzuleitungskabel betroffen. Der Brand war erheblich, fo daß vom Elektrizitätswerk die Feuerwehr zur Löschung herbeigerufen werden mußte. Die Störung in der Stromzufuhr dauerte zum Teil längere Zeit. ** Die Aufnahme der Schulkinder in d i e Volksschule findet am nächsten Dienstag um 10 bzw. 11 Uhr statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung des Stadtschulamtes ersichtlich. ** Durchgehende Dienstzeit bei der Handwerkskammer-Nebenstelle und der NS.°Hago°Kreisamtsleitung, entsprechend der Regelung bei den staatlichen Behörden, wird vom kommenden Montag ab Platz greifen. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindoieh-(Nutzvieh-) Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten. ** Das Museum i m Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Rundfunkprogramm. Sonnlag, 15. April. 6.35 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Motorschiff „H. C. Horn" der Horn-Linie. 8.15: Uebertraguna nach Stuttgart: Nachrichten. 8.25: Stuttgart: Morgengymnastik. 8.45: Stuttgart: Katholische Morgenfeier. 9.30: Stuttgart: Sonntagmorgen-Musik. 10: Uebertragung nach Stuttgart: Festgottesdienst aus der St. Paulskirche, Frankfurt am Main. 11: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Von Leipzig: Erwünschtes Freudenlicht'. Kantate von Johann Sebastian Bach (G. A. Nr. 184). 12: Mittagskonzert I. 13: Stuttgart: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskonzert II. Humor am laufenden Band. 14.20: Zehnminutendienst der Landwirtschaft: „lieber die Kontingentierung des Tabakanbaues in Baden." 14.30: Von Karlsruhe: Stunde des Landes. Ein Gang über die Felder. 15: Trier: 15. Gautagung des Saarsängerbundes (Gau 14, Nahe, Mosel, Saar). 15.30: Stuttgart: Kasperl- stun.de: „Kasperl in der Türkei." Von Reinh. Frey- berg. — Leitung: Reinh. Freyberg. 16: Königsberg: Nachmittagskonzert. Kapelle Eugen Wilcken und kleines Funkorchester. 17: Stuttgart: Handhar- monika-Musik, gespielt von der Kindergruppe Gei- pel. 17.45: Mannheim: „Die Tierliebe im Charakterbild des Menschen", Vortrag von Professor H. Schmiedel (Heidelberg). 18: Bei den Elfenbeinschnitzern im Odenwald, Hörfolge. 18.30: Fröhliches Zwischenspiel: Frank Brown. 19: Volksmusik. 19.35: Vom Deutschlandsender: „Das deutsche Anrudern", Hörbericht. 20: Ausländsdeutsche; Hörspiel von W. Anna Lehner. 21: Wagner-Konzert. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.30: Vom Deutschlandsender: Schlußrunden der Europa-Meisterschaften im Amateurboxen in Budapest; Hörbericht. 22.50: Von Hamburg: Hamburg spielt zum Tanz. 24 bis 2: Stuttgart: Nachtkonzert. Montag, 16. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I. 6.30: Stuttgart: Gymnastik II. 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik. 10: Stuttgart: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. Promenadekonzert vom Schlohplatz Stuttgart, ausgeführt vom Trompeterkorps des 18. Reiter-Regiments. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittagskonzert II. Aus Opern. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. Frauen, von denen man spricht... 14.40: Stunde des Liedes: „Der Frühling im deutschen Volkslied". 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: München: Nachmit- tagskonzert. 17.30: Kassel: „Zum Opfertag der Inneren Mission", Vörtrag von Pfarrer D. Happich, Direktor der Anstalten Hephata bei Treysa. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Stuttgart: Jugendstunde. „Wie wir Jungen den Krieg daheim erlebten", ein Dreigespräch zwischen einem Hessen-Nassauer, einem Württemberger und einem Pfälzer. 18.25: Stuttgart: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stuttgart: „Blinder Alarm", Hörspiel von Hannes Frisch und Tilla Küchler. 19.40: Paul Laven: Stegreiferzählungen. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.15: Köln: Reichssendung: Stunde der Nation. Volkslieder der Saar. Bearbeitung und Leitung: Gustav Kneip; verbindende Worte: Rudolf Eich; Sprecher: Hermann Probst, Rudolf Rauher. 21.05: „Trommeln und . Fanfaren", etwas über und von dem Dichter Heinrich Anacker. 21.20: Stuttgart: Mozart-Konzert. Serenade für 13 Blasinstrumente in 6-Dur (K.-V. Nr. 361). 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.15: Stuttgart: Du mußt wissen... 22.40: Trier: Zwischenprogramm. Dienstag, 17. April: 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I. 6.30: Stuttgart: Gymnastik II. 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. Musizierte Morgenzeitung. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik. 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. Was wir fetten hören (IV). 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittagskonzert II. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde der Frau. Deutsche Frauenbilder: 1. Gabriele von Bülow, 2. Johanna Schopenhauer. 15.50: Wirt- chaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert des philharmonischen Orchesters. 17.30: Freiburg: Schmetterlinge im Frühjahr. Naturkundliche Studie von Friedrich Schnack. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: „Was bedeutet die Feldbereinigung?" Ein Bericht von Dr. L. Neundörfer, Heidelberg. 18.15: Stuttgart: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.25: Stuttgart: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Sozialbericht. 19 bis 20: Köln: Unterhaltung^ und Tanzmusik. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.15: Stuttgart: Reichssendung: Stunde der Nation. Schwäbischer Bilderbogen. Eine Reise durch Schwabens Vergangenheit und Gegenwart. 21.15: Deutschlandsender: Fronleichnam 1916 ... 120 Tote. Kurzhörspiel von Werner Pluecker. 21.40: Deutsche Volkslieder. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.15: Stuttgart: Du mußt wissen ... 22.40: Kassel: Zwischenprogramm. 23: Stuttgart, Königsberg und Deutschlandsenderr Nachtmusik. 24 bis 1: Stuttgart: Nachtmusik: 1. Serenade für Streichorchester op. 48 (Tschaikowsky). 2. Opernfantasien. 3. Streifzug durch sämtliche Jo- hann-Strauß-Operetten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Entschuldung. 1. Sondervorschriften für Fälle Ihrer Art gibt es nicht; daher ist auch hier Entschuldung möglich. 2. Die Entschuldung ist auch bei den kleinen Betrieben möglich. Doch fehlt für Hessen bislang die Festsetzung der Betriebswerte von Seiten der Regierung. 3. Zur Schuldübernahme muß Ihr Gläubiger unb Ihr Schuldner zustimmen. Ihre Forderung dagegen können Sie ohne Zustimmung Ihres Schuldners an Ihren Gläubiger abtreten. 4. Ein Urteil wegen der Zinsen können Sie erwirken. Es wird Ihnen aber nichts helfen, da Sie nach Eröffnung der Entschuldung nicht vollstrecken können. 5. Schadensersatz können Sie ebenfalls einklagen, aber nicht vollstrecken. 6. und 7. Sie können Ihrem Schuldner eine angemessene Frist zur Bewirkung der fälligen Leistung mit der Erklärung bestimmen, daß Sie die Annahme der Leistung nach dem Ablauf der Frist ablehnen. Danach können Sie vom Vertrag zurücktreten, oder Schadenersatz verlangen; ein Anspruch auf Erfüllung ist jedoch dann ausgeschlossen. 6. 0., Gießen. Der Erlaß einer Steuer aus Billigkeitsrücksichten kann ausnahmsweise bann gewährt werben, wenn durch die Ablehnung des Erlaßantrags die Bestreitung des notwendigen Unterhalts vorübergehend ober dauernd gefährdet würde, bei Gewerbetteibenden außerdem, foferil die Fortführung des Betriebes erheblich gefährdet würde. In den meisten Fällen soll die Steuer jedoch nur zinslos gestundet und in Teilzahlungen abgetragen werden. Für den Erlaß sind die Finanzämter zuständig, die auch nähere Auskunft erteilet Wirtschaft. Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln. Der Reichsbauernsührer hat unter dem 10 d. M. eine Anordnung über den Absatz von Frühkartoffeln erlassen. Diese Absatzregelung erstreckt sich auf die Frühkartoffeln, die vor dem 20. Juli jeden Jahres geerntet und in den Handel gebracht werden. Der Beginn der Absatzregeluna kann in den einzelnen Anbaugebieten vom Reichsbeauftragten nach den örtlichen Bedürfnissen geregelt werden. Zum Reichsbeauftragten ist Johannes B ö t t n e r, Berlin, und zu dessen Stellvertreter Fritz Stauß in Lüllingen Kreis Geldern (Niederrhein) ernannt worden. Die Anbauaebiete werden in geschlossene und nichtgeschlossene eingeteilt, worüber der Reichsbeauftragte entscheidet. Dieser hat das Recht, Preise, auch Mindestpreise und Preisspannen, für den Verkauf deutscher Frühkartoffeln festzusetzen. Von dem vom Reichsbeauftragten bestimmten Zeitpunkt an bis zum 20. Juli jeden Jahres hat der Absatz von Frühkartoffeln in den geschlossenen Anbaugebieten über die vom Gebietsbeauftragten im Einvernehmen mit dem Reichsbeauftragten bezeichneten Stellen nach dessen Anweisung zu erfolgen. Beträchtliche Steigerung des Zementabsatzes. Der Versand der einzelnen Zementsyndikate weist im ersten Viertel dieses Jahres gegenüber der entsprechenden Vergleichszeit des Vorjahres eine sehr verschiedenartige Zunahme auf. An der Spitze steht der Norddeutsche Zementverband. Die Zunahme beträgt hier, wie der „Kölnischen Zeitung" aus Werksbesitzerkreisen mitgeteilt wird, rund 200 v. H. Dann folgt der Westdeutsche Verband mit einem Plus von nicht ganz 100 v. H. und der Hüttenzementverband mit ebenfalls rund 100 v. H. Der Süddeutsche Verband konnte gegenüber dem ersten Viertel 1933 etwa 75 v. H. mehr absetzen. Dabei sei jedoch zu berücksichtigen, daß das süddeutsche Syndikat bereits im Vorjahr einen wesentlichen Absatzvorsprung vor den anderen Verbänden hatte. Das gehe auch schon daraus hervor, daß der Verband jetzt im Begriff sei, seinen Versand in dem guten Absatzjahr 1928 wieder zu erreichen. Z. Z. liege der Versand nur noch um 15 v. H. unter der damaligen Höhe. Ungünstiger habe sich der Absatz in Westdeutschland entwickelt. Im ersten Vierteljahr lag der Versand noch um mehr als 40 v. H. unter dem Absatz von 1928. Der Norddeutsche Verband konnte dagegen seine früheren Lieferungen bereits bis auf 5 v. H. einholen. Wochenbericht »om Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Beschickung der einzelnen Märkte, die durch die Dfterfeiertage etwas in Unordnung gekommen war, War wieder normal. Sie erwies sich aber für die zur Zeit nur schwache Nachfrage als zu stark, so daß neben Preisrückgängen auch einiger Ueber- stand die Folge war. Besonders der Schweinemarkt zeigte in dieser Woche wieder einmal ein außerordentlich ungünstiges Bild, haben doch die Preise gegenüber der Vorwoche eine Einbuße von rund 7 Mark zu verzeichnen. Bei schleppendem Handel verblieb starker Ueberstand. Die Zufuhr betrug 4952 gegen 3307 Stück. Sehr günstig schnitt wieder der Kälber- markt ab, an dem bei fast unveränderter Zufuhr (1348 gegen 1346) und mittelmäßigem Geschäft die letzten, hohen Preise behauptet blieben. Bei Großvieh waren lediglich Ochsen infolge der guten Qualität um 2 Mark höher, im übrigen bröckelten die Preise bei mittelmäßigem Geschäft um 1 Mark ab. Der Austrieb betrug 1252 gegen 835 Stück. Lämmer, Hämmel und Schafe wurden nach mittelmäßigem Handel und unveränderten Preisen ausverkauft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt verzeichnete In der abgelaufenen Woche im ganzen genommen nur kleines Geschäft. Die auf dem Landesbauern- Thing in Weimar angekündigte Vertiefung des Feftpreisfyftems und die evtl. Ausdehnung auf Mehl und Kleie verursachten etwas Zurückhaltung, da man die näheren Bestimmungen hierzu noch erwartet. Auf dem W e i z e n m a r f t ist die erwartete Geschäftsstille fast völlig eingetreten, von einer Mühlenaufnahme war nichts mehr zu bemerken. Auch im Handel gingen nur kleinste Partien um, da Gebote und Forderungen kaum in Einklang zu bringen waren. Die Weizennotiz von 203 Mark (Mühlenpreis) war nominell. Auch der R o g g e n m a r f t lag ruhig, Angebot und Nachfrage waren klein. Indessen rechnet man mit einer baldigen Belebung des Geschäftes, da Roggen ständig zu Futterzwecken gebraucht wird. Ger st e und Hafer lagen bei unverändertem Preise völlig ohne Geschäft. Braugerste 172,50 bis 177,50, Hafer 157,50 bis 160 Mark per Tonne. Im Mehlgeschäft trat noch keine nennenswerte Wendung zum Besseren ein, doch werden die alten Kontrakte etwas besser abgewicrelt. In Roggenmehl finden dagegen laufend normale Abschlüsse statt, die Preise haben hierfür eine leichte Erhöhung, und zwar um 25 bis 50 Pf. pro Sack erfahren. Lebhafteres Geschäft verzeichnete der Futtermittelmarkt, ganz besonders Kleie und andere Spenden für die NSV. werden eingezahlt auf Konto Ar. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen. Mühlennachprodukte sowie einige ölhaltige Futtermittel, wie Soyaschrot, Erdnußkuchen und Trockenschnitzel. Weizenkleie zog um 35 Pf. je 100 Kilogramm auf 10,50 bis 10,60 und Weizenfuttermehl um 40 Pf. auf 11,50 Mark an, Trockenschnitzel wurden um 20 Pf. auf 10 Mark erhöht, im übrigen blieben die letzten Preise unverändert. Etwas fester lagen auch infolge des kleinen Angebots die Strohpreise, ferner zogen Kartoffeln bei regerer Nachfrage um 5 Pf. auf 2,80 Mark an. Frankfurter Börse. IHittagsbörfe still. Frankfurt a. M., 13. April. Mangels jeglicher Anregung eröffnete die heutige Börse in sehr stiller Haltung, die Grundtendenz hielt sich aber freund- lich. Die Bankenkundschaft war mit Aufträgen nur sehr spärlich an den Markt gekommen, während die Kulisse aus den bekannten Ursachen in ihrer Zurückhaltung verharrte. Die Kursbildung gestaltete sich uneinheitlich, wobei aber die Abweichungen gegen den Schluß der gestrigen Abendbörse nur sehr gering waren. Am Chemiemarkt lagen IG.-Farben mit 140,25 nur knapp gehalten, Deutsche Erdöl gaben 0,50 v. H. ab, dagegen lagen Metallgesellschaft um weitere 1 o. H. fester. Montanwerte waren überwiegend gut gehalten, nur Phönix bröckelten um 0,65 v. H., Rheinstahl um 0,38 v. H. und Mannesmann. um 0,25 v. H. ab. Ilse Genuß lagen mit 110,75 ex. Dividende gut behauptet. Von Kaliaktien konnten sich Westeregeln um 2 v. H. erhöhen. Die Abschlußerörterungen bei AEG. drückten den Kurs erneut um 0,90 v. H., auch Siemens büßten 1,50 v. H. ein, anderseits lagen Gesfürel und Bekula bis 0,5(T v. H. freundliche. Verkehrs- und Schiffahrtswerte lagen anfangs noch behauptet, bröckelten aber später meist leicht ab. Auch Zellstoffaktien tendierten etwas leichter, so Aschaffenburger um 0,75 o. H. Dagegen setzten Kunstseidepapiere ihre feste Haltung fort, und zwar gewannen Aku 0,75 v. H. und Bemberg 0,25 v. H. Von Einzelwerten gaben Reichsbankanteile 0,65 v. H. nach, Deutsche Linoleum waren anderseits um 0,25 v. H. höher. Recht ruhig und meist weiter gedrückt war der Rentenmarkt. Neubesitz gaben um 20 Pf. auf 22,45 v. H. nach, Altbesitz zunächst mit 95,50 v. H. noch gut behauptet, später jedoch etwas leichter. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen bei 94,38 v. H. 0,25 v. H. niedriger. Umgetauschte Dollar-Bonds waren bei meist unveränderten Kursen fast ge- schäftslos. Von Industrie-Obligationen zogen Stahlverein-Bonds um 0,13 v. H. an. Am Auslandsrentenmarkt waren Goldmexikaner weiter gesucht und um 40 Pf. höher (9 v. H. nach 8,60 v. H.). Auch in der zweiten Börsenstunde war die Geschäftsstille vorherrschend, jedoch konnte sich auch hier das Kursniveau meist behaupten. Vereinzelt waren Rückgänge festzustellen, so bei IG.-Farben um 0,50 v H., AEG., die um 0,38 v. H. und Mannesmann, die um 0,25 v. H. nachgaben. Braunkahlenwerte waren gefragt und Rhein. Braunkohlen konnten später um 2,25 v. H. anziehen, während Harpener 0,65 v. H. verloren. Am Rentenmarkt trat Neubesitzanleihe etwas in den Vordergrund und zeigte bei 22>50 nach 22,40 eine geringe Erholung. Altbesitzanleihe und späte Schuldbücher blieben unverändert. Staatsanleihen bei ruhigem Geschäft gehalten, Stadtanleihen meist behauptet, nur Darmstädter bis 1 v. H. leichter. Die Tendenz am Pfandbriefmarkt war uneinheitlich, Goldpfandbriefe zeigten Abweichungen von 0,25 v-H., Kommunal-Obligationen durchweg behauptet, Liquidationspfandbriefe bis 0,25 v.H. leichter. — Tagesgeld unverändert 3,25 v. H. Gegen Börsenschluß traten meist leichte Befestigungen ein, u. a. schlossen Farben mit 140,75 nach 140, Phönix 51,25 (50,38), AEG. 26 (25,75), Neu- besitz 22,90 (22,45), Altbesitz 95,75 (95,38). Abendbörse freundlich. Die Abendbörse hatte zwar nur kleine Umsatztätigkeit aufzuweisen, die Stimmung war aber freundlich. Etwas Interesse zeigte sich für IG. Farben, wobei der Abschluß des europäischen Stickstoff-Abkommens von Anregung war. Die Umsätze in diesem Papier waren bei anziehendem Kurs etwas arößer. Fester lagen außerdem Kunstseideaktien, die bis 75 v.H. gewannen, ferner Reichsbankanteile, die um 1,25 anzogen. Dagegen lagen AEG. abermals etwas im Angebot und 0,50 v. H. schwächer. Auf den übrigen Marktgebieten blieben die Berliner Schlußkurse ziemlich unverändert. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, die Kurse lagen jedoch kaum mehr verändert, nur Farbenindustrie und AKU. bröckelten geringprozentig ab. Am Rentenmarkt waren Neubesitzanleihe beachtet und etwas höher, während Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen gehalten waren. Pfandbriefe und andere Festverzinsliche lagen still. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,80 bis 22,90, Altbesitzanleihe 95,75, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 72,75, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,50, 6-o. H.- Frankfurter-Hypotheken-Bank, Gold R 8 bis 10 92,25, 5,50-v. H.-Frankfurter-Hypotheken-Bank Liquidation 91, Reichsbank 150, Harpener 91,75, Phönix 51, Rheinstahl 95, Stahlverein 43,25, AKU. 67,50 bis 67,40, AEG. 25,75, Bekula 131,75, Bemberg 72,75, Conti Gummi 145,50, Scheideanstalt 183, Licht und Kraft 106,25, IG. Farben 140,75 bis 140,50, Gesfürel 97, Metallgesellschaft 83, Schuckert 100,50, Siemens 138,50, Zellstoff Aschaffenburg 43, Reichsbahn-VA. 113, Hapag 28, Lloyd 31,90. Frankfurter Obst- und (tzernüsernarkt. Frankfurt a. M., 13. April. Arn Gemüse- markt waren die Zufuhren in Spinat weiterhin sehr stark. In Salat, Rhabarber und Radieschen war das Angebot gut, doch gingen die Preise hierfür zurück. In den übrigen Erzeugnissen blieben sie unverändert. Der Umsatz gestaltete' sich zufriedenstellend. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 bis 18 Stück, 325 bis 400 (itaL); Feldsalat 30 bis 40; Gelbe Rüben 8 bis 10; Gewürzel, großes Bündel 35 bis 45; Salatgurken (Treibha«), Stück 40 bis 50, do. (holl.) 35 bis 45; Karotten 10 bis 12; Kartoffeln (gelbe), 50 Kilogramm 325 bis 34Qc Kohlrabi (Treibhaus), Stück 15 bis 22; Kopfsalat (Treibhaus) 13 bis 22, do., Steige 24 Stück, 350 bis 450 (holl.); Lattich (Treibhaus) 40 bis 50; Meerrettich 12 bis 25; Radieschen, Bündel 5 bis 6; Eiszapfen, Bündel 12 bis 15; Rhabarber 8 bis 10; Römischkohl 35; Rote. Rüben 8 bis 10; Rot- kraut (holl.) 6 bis 10; Sellerie, je nach Größe 5 bis 25; Spinat (Gärtner) 5 bis 6, do. (Pfälzer) 4 bis 5; Schwarzwurzel 12 bis 15, do. (holl.) 15; Tomaten, Kübel etwa 20 Pfd., 800 bis 900 (can.); Weißkraut (holl.) 8V- bis 11; Zwiebeln, 50 Kilogramm 600 bis 700. Obst und Südfrüchte hatten bei geringeren Zufuhren und kaum veränderter Preislage schleppenden Verkauf. Es erzielten: Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 15, amerif. Aepfel, Kiste etwa 40 Pfd. (rote), 800 bis 10ÜO, do. (gelbe) 1000 bis 1200; Apfelsinen (itaL, blond) 17 bis 20, do. (Blut) 21 bis 25, Apfelsinen (span., blond) 10 bis 16, do. (Blut) 17 bis 20; Bananen, Kiste etwa 12,5 Kilogramm, 500 bis 550 (Jam.), do. 450 bis 500 (Braf.); Eßbirnen 15, Kochbirnen 12, amexik. Birnen, Kiste etwa 40 Pfd., 1200 bis 1400; Zitronen, 50 Kilogramm 800. Mainzer (tzetreldcrnarkr Mainz, 13. April. Es notierten: Weizen 20,30 (Mühlenpreis), Roggen 17,10, Hafer 15,75 bis 16, Braugerste 17,75, Jndustriegerste 17 bis 17,25, Malzkeime 13,25 bis 13,50, Weizenmehl füdd. Spezial 0 30,40, Roggenmehl 0- bis 60proz. nordd. 24, do. südd. 24,75 (Mühlenpreis), Weizenkleie fein 10,90, do. grob 11,30, Roggenkleie 11 bis 11,50, Weizenfuttermehl 11,90, Biertreber 14, Soyaschrot 15,50, Trockenschnitzel 9,85 bis 10. Tendenz: Brotgetreide nominell, Futtermittel bei besserer Nachfrage stetig. Amtsgericht Gießen. Ein Student befuhr am 24. Januar mit seinem Personenwagen die Ludwigstraße in Richtung Stadt, ohne das hintere Kennzeichen seines Wagens beleuchtet zu haben. Wegen Verstoß gegen die Kraftfahrzeugverkehrsordnung ernannte das Gericht auf die im Strafbefehl festgesetzte Strafe von fünf Mark. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 15. April. Miserikordias Domini. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemsinde; 9.30: Pfarrassistent Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrassistent Balz; 20: Lichtbildervortrag: „Die Innere Mission — das Glaubenswerk der evangelischen Kirche"; Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinöe; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Vortrag über „Inner? Mission in Hessen" mit Lichtbildern; Psr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Luther- gemeinbe; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 8.30: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; Pfr. Trapp; 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche; Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kin- dertirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld.— Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte; 10.45: Kinderkirche; 20: Gemeindabend mit Lichtbildern (Wichern und Innere Mission); Kollekte. — Alten- Buseck. 10: Gottesdienst; 14: Versammlung im Pfarrgarten, bei Regen in der Kirche „Volkstag der Inneren Mission". — Großen-Duseck. 10: Gottesdienst; Kirchenvisitation; Vosaunenchor; Kirchenchor; Kollekte für die Innere Mission. — Oppenrod. 13: Gottesdienst; Kirchenvisitation; Kirchengesangverein; Kollekte. — Albach. 9: Gottesdienst und Schulanfängerandacht; Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Kollekte; 13: Schulanfängerandacht. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Jungverheirateten; 13: Kate- chismuslehre; 14.30: Gottesdienst für die Abcfchützen. — Kirchberg. 10; 11: hl. Abendmahl für die jungen Leute von ©taufenberg; 13.30: Gottesdienst, insbesondere für Eltern, Paten und die Schulanfänger. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; Kirchenchor; Posaunenchor; Opfertag für die Innere Mission; 13: Andacht zur Aufnahme der Abcschützen. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins; Kollekte; 14: Feier der Aufnahme der Kleinsten in die Schule; Kollekte. — Garbenteich. 10: Gottesdienst; anschließend Schulanfängerandacht. — Hausen. 13: Gottesdienst; anschließend Schulanfängerandacht. — Lich. 8: Stiftspfarrer Draudt; Kollekte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; 10.45: Kindergottesdienst. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Haupt» gottesdienst. — Dettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst.— Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Gottesdienst aus Anlaß der Neuaufnahme in die unterste Schulklasse. — Langd. 11.15: Gottesdienst; anschließend Feier zur Aufnahme in die unterste Schulklasse. Montag, den 16. April. Lich. 10 Uhr: Schulanfängerandacht in der Stiftskirche; Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 14. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 15. April. 2. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Sakramenta- lische Bruderschaftsandacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; Erstkommunion und Entlassungsfeier; 14: Festandacht; Erneuerung der Taufgelübde. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 16. April. Laubach. 8 Uhr: Dankamt. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. S t a d t p o st a m t: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Geyer, Dr. Steinreich. Zahnarzt: Dr. Breuning. Apotheke: Pelikanapotheke. (eprvrtniuiiDcn Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr 16 bis 17 Uhr Samsta, I nachmittag geschlossen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschloßenen Dtvidende an — Retchsbankdiskom 4 o. H. Lombardzlnsfutz 5 o. H. Frankfuri a. Ul Serlin Schluß- kurs Echlußk. börse Schlußtors Schluß! Mittag, bflrfe Datum 12-4 13.4- 12-4. 13-4. B% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 93,9 94 94,25 94,75 B% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 99,9 99,9 100 100 671% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 92,9 93,25 93,25 93,25 95,5 95,75 95,75 95,8 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... »% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 22,65 92,75 22,9 22,85 92,65 22,8 92,5 (rüchahlb. 102%).......... — 11% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R 12 ......... 92 92 91,5 92 1 iy,% Hess. LandeS-Hypotheken- 91,5 91,5 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit 94,5 94,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- 95,1 95,1 95,4 95,3 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten P% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bi3 1935 92,25 92,25 92,5 — C% ebem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar 615 1936 92,25 92,25 — — W/o ehem. 47i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu^Pfandbriefe...... ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. 91,25 92 91 91,75 — - Wo ehem. 8%* Pr. LandeSpsand- 94,25 94,25 94,25 briefanstalt, Pfandbriese R. 19 PJo ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 94 iiiteuergutsch. Verrechnungskurs.. 97,65 97,65 97,65 97,65 f% oesterretchtiche Goldrenre.... 4230% Oesterretchtiche Sllberrente — 22,5 1,15 22,5 1,13 — Ungarische Goldrente ....... 8,1 8,1 7,8 8,1 8,25 4% Ungarische Staatsrenta v. 1910 7,5 7,75 7,9 4V,% desgl. von 1913 ........ 8 8 7,95 8,05 abgesh Goldmextkaner von 99 8,6 6,65 9 8,75 9 4% Türkische Zollanlethe von 1911 «^Türkisch« Bagdadbahn-Anlethe 6,60 6,7 leatel..................... 6,75 6,7 6,7 Frankfurt ä.M Berlin • Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- turs Echlußk. Mittag- börse Datum 12.4. 13.4 12-4- 13-4. 4% desgl. Serie 11 ............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4H%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............. vamvurg-Ämertka-Paket ..... O Hamburg-Südam. Dampfschiff . O Hansa-Dampfschiff . ........ o Norddeutscher Lloyd ........ 0 21.®. für Verkehrswesen Mt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank............... Reichsbank ............. 12 A.G.G....................... Bekula.................... 0 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ß Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.EIektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert S Co.............. 5 Siemens L Halske............ 7 Lahmeper S Lo........ 10 Buderus ........... 0 »SS:::::::::::::: i Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 Alse Bergbau ...............- Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke.......... 0 vranneSmanw-RSbvm........ 0 6,75 4,75 7,15 4,2 29,75 28,5 32,75 67,25 86,5 47,5 61,5 62 148,9 27 131,25 100,5 106,5 60 96 100,65 140 117,25 73 115 4,25 93 140 H5,25 64 67,25 6,75 4,6 7,15 4,15 29,4 28 31,9 67 86,5 47 60,5 62 150 25,75 131,75 100,5 106,25 60 97 100,5 138,5 117,5 74 117,25 64 91,75 134 110,75 64 66,75 6,8 7,15 4,05 29,9 28,25 25,5 32,75 67,25 86,5 47,5 61,5 62 147,75 27 131,65 100,75 106,5 60 96,4 93 101 139 117 73,9 115,5 64,75 92,75 75,25 139,5 115,25 64 67,4 4,6 7 1! 4,3 29,4 28 31,75 66,75 86,5 47,25 60,5 62 148,75 26,25 131,9 100,75 106,5 60,13 97 101 138,5 117,75 74,5 115,5 64,5 91,75 75,25 134 111,4 64 67,25 Frankfurt a. M. Lerlin Schlußkurs Echlußk. Abend- börse Schluß- kurs Echlußk. Minag- börse Datum 12-4. 13-4 12-4. 13.4. Mansfelder Bergbau .. 0 73*, 75 73,75 74 74,25 Kolswerke ....... 0 — — 99,13 99,4 Phönix Bergbau...... 0 51 51 51,25 -4,25 Rheinische Braunkohl« 10 03,75 206 204,5 207 Rheinstahl ....... 0 95,13 95 95,25 95,25 Bereinigte Stahlwerke. 0 42,75 43,25 43,13 43,25 Otavt Minen ....... 0 15,25 15,25 15,25 15,4 Kaliwerke Aschersleben. 6 115 115 113,5 115 Kaliwerke Westeregeln. 6 113,4 115,5 113,5 114,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....17, 148,75 147 3. ®. Farven-Industri« 7 140,4 140,5 140,4 140,5 Scheide an st alt........ 9 182,5 183 — Goldschmidt ......... O 63,5 63,9 64 63,25 RülgerSwerke ........ O >7,75 57,5 58 ■>/ .65 MetaUgeselllchast...... O 82 83 81,25 83,5 Philipp Holz mann .... O 72 72,5 72,25 - Zementwerk Heidelberg Le »entwert Karlstadt.. ------ O 0 »M 101,75 1 - - Schultheis Pasenhofer 0 — — 106,75 106,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 66,25 67,4 65,65 67 Bemberg......... 0 72,75 72,75 72,65 72 Zellstoff Waldhof ..... ....... 0 52,75 53,25 53 53,25 Zellstoff Aschaffenburg 0 44 43 43,5 43,75 Dessauer Gas ..... 7 — — 121,25 121,25 Daimler Motoren .... O 49,75 49,5 49,75 49,5 Deutsche Linoleum .... O 57 56,75 57,5 56,75 Orensteio L Koppel ... O — — 67,75 67,5 Leonhard Tietz ....... O '1,65 21 21,65 21,13 khade ............... :o 157 158 156,5 157 A«u mulatorrn-FabrS. 0 175 175,25 175,13 175,5 Lontt-Gummi........ v 146 145,5 145,75 145,75 Grttzna............. ...... 0 28 27,51 27,75 27,75 Matnkraftwerke Höchst 4 76,25 Süddeutscher Zucker 8 168 169,251 168,25 168,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Al 12- April Amtliche Geld Notierung Brie Helsingsv«.. 5,699 5,711 Wien ...... 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 Budapest ... — — Sofia ...... 3,047 3,053 Holland .... 169,23 169,57 C8I0....... 64,84 64,96 Kopenhagen. 57,59 57,71 Stockholm... 66,53 66,67 London ..... '2,905 12,935 Buenos Aires 0,632 0,63 Neu Port .... 2,502 2,50 Brüssel..... 58,54 58,66 Italien..... 21,44 21,48 Paris ...... 16,50 16,54 Schwei, .... 80,95 81,11 Spanien.... 34,22 34,28 Danzig..... 81,60 81,76 Japan ...... 0,761 0,763 Rio de Jan. . Jugoslawien. 0,214 0,216 5,664 5,676 Lissabon .... 11,75 11,77 13-Apr Amtliche Geld Notierung 1 Lrie 5,699 5,711 47,20 47,30 10,38 10,40 ■■■ 3,047 3,053 169,38 169,72 64,84 64,96 57,59 57,71 66,58 66,72 12,905 12,935 0,630 0,634 2,502 2,508 58,54 58,66 21,42 21,46 16,50 16,54 80,95 81,11 34,22 34,5t 81,57 81,73 0,761 0,763 0,214 0,216 5,664 5,676 11,75 11,77 Banknoten. Berlin, sZ.Apn, 66,42 80,77 34,08 66,68 81,09 34,22 ülmetttairildje Wüten.............. Belgische Noten.............. ... Dänische Noten Englische Noten «Französische Noten Holländische Noten ...... Italienische Noten...........••••• Norwegische Noten ....... Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ............. Schweizer Noten....... Spanische Not«.. Ungarische Not« »rief 2,475 58,62 57,56 12,92 16,52 169,64 21,43 64,93 Geld 2,455 58,38 57,34 12,86 16,46 168,96 21,35 64,67 Schöne Stoffe für Frühjahr und Sommer Seidenstoffe Reife und Primareife 2276Ü Schulbeginn: Montag, den 16. April 1934 Wollstoffe Guiolettestraße 17, Telephon 75 478. 2252V Waschstoffe 2241 A CARLIMowäcx GIESSEN SELTERSWEG 81 Stoffspezialhaus Bernard 9 Gießen * Plockstraße Nummer 16 Energische» Kraftfutterwerk G. m. b. 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Nach einem dreifachen Sieg-Heil gingen die einzelnen Kämpfer — Schmiede, Schlosser, Maschinenschlosser, Werkzeugmacher, Feinmechaniker, Dreher und Former — in die einzelnen Säle der Gewerbeschule, um den theoretischen Teil ihres Berufes zu vollenden U. a. waren Fragen zu lösen wie: „Was hat mich veranlaßt, meinen Beruf zu ergreifen?" „Wieviel Zinsen bringen 825 Mark, die zu 6 o. H. für 2% Jahre ausgeliehen wurden?" „Skizziere eine quadratische Büchse 80 mal 80 Millimeter und einer Höhe von 100 Millimeter im Maßstab 1 :5 in zwei Ansichten (Maße eintragen)." Die praktischen Arbeiten wurden am Nachmittag in den einzelnen Gießener Werkstätten ausgeübt. Die teils sehr schweren Aufgaben wurden von einigen Schülern in kurzer Zeit sehr gut gelöst Es ist daher auf ein gutes Ergebnis in' der Gruppe Eisen und Metall zu hoffen Am Freitag, 13. Ostermond, fand der Berufs- wettkampf der Gruppe Heimarbeit in den Räumen der Mädchen-Berufsschule in der Kirchstraße statt. Gegen 8.30 Uhr hatten sich rund 100 Mädels eingefunden. Weiter hatten sich ein» gefunden der Äerbandskreisleiter F ü l l g r a f, der Verbandsorts- und Wettkampfleiter Z o tz, der technische Ausschuß, Bannführer Alfred Häuser mit seinem Stab und die Vertreterinnen des BDM. Der Berufswettkampf wurde eröffnet durch eine Ansprache von Bannführer Häuser an die versammelten Mädels. Er sprach von der Bedeutung des Reichsberufswettkampfes und wies weiter darauf hin, daß es heute eine Ehre fei, mit schwieliger Faust sich zu zeigen, die mehr bedeuten würde, als mit Glacehandschuhen durch die Straßen zu bummeln. Anschließend ermunterte Rektorin Weitzel die Mädels, ruhig Blut zu bewahren und sich die Aufgaben zunächst zu überlegen. In fünf verschiedenen Sälen der Berufsschule, die mit den Symbolen des Dritten Reiches geschmückt waren, fand der eigentliche Berufswettkampf statt. Die Gruppe Heimarbeit war, wie die anderen Gruppen auch, in drei Leistungsklassen geteilt, die sick) dem Alter nach abstuften. In jeder Leistungsklasse gab es einen allgemeinen und einen hauswirtschaftlichen Teil. Die erste Leistungsklasse, die die Mädels von 14 bis 16 Jahren umfaßte, hatte zunächst einen Aufsatz |u liefern: „Was beachte ich auf meinem Weg zur Arbeit?" Es folgt eine geographische und eine Eignungsarbeit. Im faktischen Teil mußte in be- W- ... Strümpfestopfen als Prüfungsaufgabe. stimmter Zeit ein Knopf angenäht werden, sodann wurde ein Knopfloch hergestellt und ein Strumpf gestopft. In der zweiten Klasse waren die Aufgaben bereits schwerer. Der Aufsatz lautete hier: „Mein Werktag — mein Sonntag". Viel Kopfzerbrechen machte die Geschichtsfrage, wann der 1. Reichsjugendtag der Hitler-Jugend stattgefunden habe. Anschließend daran, mußten einige theoretische und praktische Aufgaben gelöst werden. Die Mädels von 18 bis 21 Jahren waren in der dritten Leistungsklasse zusammengefaßt. Angestrengte Gedankenarbeit gab es in dieser Gruppe über die Ziele des Luftschutzes und die Gliederungen der HI. und des BDM. Schließlich mußten auch hier einige hausfrauliche Aufgaben teils schriftlich gelöst, teils aber auch praktisch gelöst werden. Zusammenfassend kann man sagen, daß die Mädels mit Eifer bei ihrer Arbeit waren. Auf die Lösungen der interessanten Fragen darf man gespannt sein. Deutsche Angestelltenschaft. Als letzte Gruppe tritt am Sonntag die deutsche Angestelltenschaft an. Die weiblichen Teilnehmerinnen — Kontoristinnen, Vüroangestellte, Verkäuferinnen, Handelsschülerinnen und Kindergärtnerinnen — treffen sich pünktlich 8.30 Uhr auf dem Schulhof der Kaufmännischen Berufsschule bzw. Oeffentlichen Handelslehranstalt, Gießen, Liebigstraße 16. Dort Eröffnung des Prüfungstages, Punkt 9 Uhr Beginn in den einzelnen Schulklassen. Die Teilnehmerinnen erhalten durch Rundschreiben noch genauere Anweisungen bezügl. der einzelnen Klassenzimmer. Es ist an Material mitzubringen: ein Tintenstift oder Füllfederhalter. Für die hauswirtschaftliche Prüfung wird benötigt: Fingerhut, Stickschere, Nähnadel, weißes Nähgarn, zirka 20 Zentimeter alten weißen Wäschestoff, einen Strumpf zum Stopfen und Stopfgarn. Kindergärtnerinnen: An Material für die hauswirtschaftliche Prüfung haben die Kindergärtnerinnen dasselbe wie die kaufmännischen Wettkämpferinnen mitzubringen. An Material zur beruflichen Prüfung wird benötigt: Tuschkasten mit Wassernäpfchen, Ausziehtusche, Federhalter mit feiner und starker Feder, spitze Schere, Bleistift, Radiergummi, Lineal, eine Tube Pelikanol, buntes Garn, Nadel. Wir bekennen uns zur Arbeit nicht aus persönlichem Nutzen, sondern aus Dienst am Volk. Deutschland durch unsere Arbeit höher zu führen, das ist unser Wille. Heil Hitler! Berufsgemeinschaft der weiblichen Angestellten. Hanna Appel. * Die männlichen Kaufmannsgehilfen, Büro- und Behördenangestellten treffen sich zum Reichsberufswettkampf am Sonntag, 15. April, 8.30 Uhr, auf dem Hofe der öffentlichen Handelslehranstalt, Liebigstraße 16. Heil Hitler! Brach Wettkampfleiter. I Links- Blick in einen der Schulsäle während der praktischen Prüfung. Im Vordergrund rechts der Verbandskreisleiter der Heimarbeiter und Hausgehilfinnen, Pa F ü l l g r a f, hinter ihm Derbandsortsleiter und Wettkampfleiter Z o tz. — Rechts: Die Prüfungsaufgabe verlangte auch einen guten deutschen Aufsatz. — (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff.) Aufwärts und weiter vorwärts! Oie Lage der Wirtschaft und der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in Oberheffen im Monat März 4934. Don Negierungsrat Dr List, Vorsitzendem des Arbeitsamts Gießen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Laufe des Monats März von 7447 auf 5118 gesunken, d. h. um 32 v. H. Don diesen 5118 verbliebenen Arbeitslosen erhielten 690 Arbeitslosenunterstützung, 2218 Krisenunterstützung, 694 Wohlfahrtsunterstützung. Besonders erfreulich ist die Feststellung, daß die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen weiterhin stark abgenommen hat. Als besonders belastet erscheint nach wie vor der Kreis Friedberg, der beinahe die doppelte Zahl Wohlfahrtserwerbslosen hat, als der Kreis Gießen. Schon aus dieser Tatsache ergibt sich, daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit durch öffentliche Notstandsmaßnahmen, insbesondere im Kreis Friedberg, durchgeführt werden muß. Auch im Monat März ist der Erfolg in der Bekämpfung der Arbeitslofigkelt in Oberhessen prozentual höher, als im Reich. Die Ergebnisse sind zurückzuführen auf die verständnisvolle Mitarbeit der Wirtschaft, Partei und Behörden. Das gute Wetter bot die Möglichkeit, die vielen bisher zurückgestellten Arbeiten (Außenarbeiten), die terminmäßig bis zum 31. März 1934 erledigt sein sollten, in Angriff zu nehmen. Die Auswirkungen zeigten sich in stärkeren Anforderungen von Bauarbeitern. Die Saison in verschiedenen Berufen setzte lebhaft ein. Vor allem verlangt die Landwirtschaft erhebliche Kräfte. Die weiblichen Arbeitskräfte konnten leider nicht alle gestellt werden, insbesondere fehlen Feldmädchen, die wir aus dem eignen Bezirk auch künftig nicht stellen werden können. Viele oberhessische Bauern haben Landhilfe beantragt. Ein Teil der Anträge konnte nicht erledigt werden. Es wurden aus bem Jnduftrie- bezirk junge Menschen als Land Helfer herangeholt. Neben der Landwirtschaft sind die Gärtnereien in der stärksten Arbeit, die Rosengartner dagegen in Bad-Nauheim konnten alle m Arbeit gebracht werden. _ „ .. In der F o r ft w i r t s ch a f t sind allgemein die Hauarbeiten zu Ende gebracht worden. In Gießen und Alsfeld stehen noch einige Sonderhiebe aus. Die Kulturarbeiten haben allgemein begonnen. In der I n d u st r i e der Steine und Erden sind rege Vermittlungen getätigt worden. Die Ziegeleien hatten die Arbeiten schon zum Teil ausgenommen, der Rest begann unmittelbar nach Ostern. In der Eisenerzeugung und in der Eise n- verarbeitung sind die Buderusschen Eisenwerke Lollar und Hirzenhain weiterhin beschäftigt. Auf die außergewöhnliche Belebung infolge der Jnstandsetzungsarbeiten in der sonstigen geschästs- stillen Winterszeit folgt nun die an sich immer bessere Sommerzeit. Zwei in unserem Bezirk gelegene landwirtschaftliche Maschinenfabriken haben im Herbst und Winter außerordentlich gut zu tun gehabt. Die Saison läßt nach. Eine große Firma bei Butzbach ist leider nicht so beschäftigt, wie es wünschenswert wäre. Dieses Werk bildete früher den Mittelpunkt der ganzen Umgegend. Eine stärkere Beschäftigung würde deshalb für den ganzen Bezirk von größter Wichtigkeit sein. Im Holzgewerbe sind die Fabriken besser beschäftigt als in dem absinkenden Monat Februar. Das Handwerk klagt noch, hat aber immerhin hier und da noch Aufträge, wenn auch nicht immer zu lohnenden Preisen, zu verzeichnen Im Baugewerbe war außerordentlich viel zu tun. Weißbinder und Dachdecker sind überall restlos in Arbeit. Auch die Maurer sind zum größten Teil beschäftigt. Nur für die Zimmerer war die Beschäftigung noch ungleich. Spinnstoffgewerbe: In den Webereien und den weiter verarbeitenden Fabriken war die Beschäftigung außerordentlich gut. Wir haben sogar aus unserem Bezirk in den Nachbarbezirk Fulda gut vermitteln können. Bekleidungsgewerbe: In der Schuhindustrie ließen die Aufträge nach, trotzdem ist von allen Firmen der Stand der Belegschaft gehalten worden. Alles rechnet damit, daß nach Ostern eine Belebung eintreten wird. Angestelltenberufe: Die zweifellos eingetretene weitere Belebung der freien Wirtschaft ermöglichte es, eine Anzahl Angestellte, darunter alte Kämpfer, wieder in Tätigkeit zu bringen. Die außerordentlich großen Erfolge des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit haben im Monat März zu einer Tiefziffer der Arbeitslosen geführt, die weit unter der von 1929 liegt. 3m letzten 3ahre, also vom 31. März 1933 bis 31. März 1934, gelang es, die Ar- beikslofigkeit um 62% auf 38% zu senken. Es soll nicht übersehen werden, daß dieser Erfolg dem Zusammentreffen verschiedener günstiger Umstände zu danken ist. Ende März gingen die größeren Jnstandsetzungsarbeiten zu Ende, die unmittelbar zur Entlastung durch Beschäftigung von Bauarbeitern, mittelbar durch Beschäftigung von Arbeitern im Steinbruchgewerbe beitrugen. Wenn wir diese Erfolge halten und darüber hinaus siegreich den Kampf vorwärts tragen wollen, bedarf es verantwortungsvollster Handlung aller Unternehmer und Behörden. Die von der Reichsregierung gesprengte Erstarrung der Wirtschaft muß nun weitergetragen werden. Jeder Wirtschafter kann damit rechnen, daß die Millionen, die in Arbeit gekommen sind, und die von ihnen abhängigen Familienmitglieder infolge der höheren Einkünfte auch in stärkerem Umfange verzehren werden. Mit anderen Worten: Jeder kann darauf rechnen, ob Landwirtschaft, Gewerbe oder Industrie, daß er in den nächsten Monaten stärkere Aufträge zu erwarten hat. Millionen Deutsche sind infolge der langen Arbeitslosigkeit vollständig abgerissen und haben einen unbegrenzten Bedarf. Deshalb vorwärts mit der festen Ueberzeugung, daß wir erfolgreiche Aufbauarbeit leisten, wenn wir, jeder an feiner Stelle, mit größter Energie an der Vorwärtstragung des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit teilnehmen! Oberheffen. 45 bezw. 43 Jahre im Schuldienst. )( L i ch, 13. April. Lehrer Karl Stein und Lehrer Karl Sauer wurden mit Wirkung vom 1. April unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten langjährigen, treuen Dienste und unter besonderer ^Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns nach 45jähriger bzw. 43- jähriger Dienstzeit in den Ruhestand versetzt. Im Sitzungssaale des Rathauses, der mit den Fahnen des Dritten Reiches und Blumen festlich geschmückt war, fand gestern Nachmittag unter dem Vorsitz von Bürgermeister Geil in Gegenwart des Lehrkörpers der Volks- und Berufsschule, des Schulvorstandes, der Geistlichkeit und der bereits im Ruhestand lebenden Kollegen eine erhebende Abschiedsfeier für die beiden scheidenden Lehrer statt, die von der Wertschätzung, die beide Herren in weiten Kreisen genießen, Zeugnis ablegte. Bürgermeister Geil richtete im Namen der Stadt, des Schulvorstandes und der Bevölkerung, Rektor Erb für das Lehrerkollegium, Stiftsdechant Kahn und Pfarrer C r ö n l e i n namens der evangelischen und der katholischen Kirche und Gemeinde an die beiden aus dem Dienst scheidenden Herren herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für die großen Verdienste, die sich die beiden aus dem Dienst scheidenden Lehrer um Jugend und Gemeinde, Volk und Vaterland in jahrzehntelangem, aufopferndem Dienst erworben haben und gaben dem Wunsche Ausdruck, daß es Ihnen vergönnt sein möge, in guter Gesundheit sich noch recht lange des wohlverdienten Ruhestandes zu erfreuen. Lehrer Sauer und Lehrer Stein dankten in bewegten Worten für die Anerkennung und Unterstützung, die sie allezeit bei der Stadtverwaltung, dem Schulvorstand und den Kollegen gefunden hätten und gaben einen kurzen Rückblick auf die hinter ihnen liegende lange Amtszeit. Zum Schlüsse brachte Postschaffner Schäfer den Dank des Elternhauses zum Ausdruck und bat um die Unterstützung der schweren Arbeit der Schule und Lehrer durch die Väter und Mütter der Kinder. Eine photographische Aufnahme und ein gemütliches Zusammensein schlossen sich an. Lehrer Sauer wurde am 7. Juni 1869 in Lich geboren, nach Besuch der Präparandenschule und des Lehrerseminars wirkte er von 1891 bis 1894 in Hungen, bann bis zum 1. April 1934, also 43 Jahre, als Lehrer in Lich. Lehrer Stein würbe am 3. Januar 1869 in Köbbingen geboren, nach beenbigter Ausbilbung war er von 1889 bis 1911 in Schlitz, von 1911 bis 1919 in Reiskirchen und zuletzt in Lich, also im ganzen 45 Jahre im Schuldienst tätig. Beide stammen aus Lehrerfamilien und waren so von Jugend an mit der Schule und ihrer segensreichen Arbeit aufs engste verbunden. Auch um die Kirche haben beide sich durch Mitarbeit im Kindergottesdienst und Kirchenchor, bzw. im Organistenamt, als Leiter der Chorschule und des Kirchengesangvereins große Verdienste erworben. Möge ihre Arbeit auch in Zukunft noch reiche Früchte tragen! Oer Ehef der schwedischen Militärfliegerei in Bad-Nauheim. LPD. Bad-Nauheim, 13. April. Der Ober- kommandierende der schwedischen Luftstreitkräfte, General Karl A m u n d s e n aus Stockholm, ist zur Kur in Bad-Nauheim eingetroffen. Landkreis (tzietzen * Rödgen, 14. April. Heute, 14. April, feiert unser zweitältester Mitbürger Heinrich Balser VI. in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag. Seinem Beruf als Pflastermeister ist er noch während des Krieges als 70j ädriger nachgegangen, und er hat seinerzeit täglich den 2ßeg von Rödgen nach Treis a. d. Lba. zu Fuß zurückgelegt. "Y Großen-Linden, 13. April. Dieser Tags fand im Saale des Gastwirts Ldg. Faber die 15. ordentliche Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Bezugs - und Absatzgenossenschaft statt. Landwirt Karl Keßler begrüßte die Versammlung, u. a. Kreisbauernführer Dörr» schuck, Oberrevisor Hartmann und den Vertreter der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft Rhein- Main-Neckar, Herrn Fritz. Nach dem Geschäftsbericht wurde dem Rechner Entlastung erteilt und dem Vorstand für seine Mühewaltung der Dank der Genossenschaft ausgesprochen. Der Vorstand und Aufsichtsrat wurde durch Wahl zum Teil neu ergänzt, so baß ihm jetzt folgenbe Herren angehören: Direktor: Lanbwirt Hch. Luh IV., Rechner: Ldg. Pirr, Lagerhalter: Lanbwirt Lbg. Velten XIL, Erweiterter Vorstanb: Landwirt Ldg. Lang III. unb Lbg Keßler XIII Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen ckus ben Herren: Will). Wenzel (Vor- sitzenber); Lba. Keßler VII. (Stellvertreter); Lbg. Luh; Karl Faber III.; Ldg. Schäfer II. und Louis Dem. Anschließend fand die ordentliche Generalversammlung der Spar- und Darlehn s k a s s e statt. Landwirt Joh. Leun ließ durch den Rechner Pirr den Geschäftsbericht und die Bilanz erstatten. Hieraus war zu ersehen, daß die Kasse einen recht guten Stand hat. Bei der anschließenden Neuwahl des Vorstandes und der Aufsichtsräte ergab sich folgende Zusammensetzung: Direktor: Lbg. Leun, Rechner: Hrch. Weiß, Weißbindermeister; ferner Vorstanbsmitglieber Wilhelm Magnus (stellv. Direktor), Georg T e x t o r, Johann Stei nagel. Dem Aufsichtsrat gehören an: Joh. Leun IX.; Ph. Schmidt; Hrch. Faber; Albert Klotz; Emil Schwarz; Wilh. Keßler. Im Verlauf der Versammlung ergriff Oberrevisor Hartmann (Gießen) das Wort, um in herzlichen Worten bie Verdienste bes scheidenden Rechners Pirr zu erwähnen, ber 25 Jahr lang die Geldgeschäfte der Kasse führte. Rechner Pirr dankte mit kurzen Worten. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland unb mit bem Horst-Wessel- ßieb würbe bie Versammlung geschlossen. — Kommenden Montag feiert ber Bahnhilfsarbeiter i. R. Joh. Keßler in berounberungsroürbiger körperlicher unb geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist ältester SA.-Mann (SAR. I) und macht nach wie vor ben SA.-Dienst mit großem Eifer mit. Kreis Alsfeld. = Büßfelb , 13. April. Am 18. April kann unsere allseits verehrte Gemeinbe-Hebamme Frau Marie H a f e n p f l u g auf eine arbeitsreiche und fegenfpenbenbe Berufstätigkeit zurückblicken. Sie war außer in Büßfeld auch in ben Orten Bleiben- rob unb Schabenbach tätig unb erfreute sich hier, wie bort, allgemeiner Beliebtheit. Möge es ihr vergönnt fein, noch viele Jahre für Mutter unb Kind zum Wohle unseres Vaterlandes mit gesegnetem Erfolg wirken zu können. preutzeu. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 13. April. Diö hiesige Ortsgruppe des Reichsluftschutzbun- 6 e s hielt am Donnerstagabend in der Gastwirtschaft Bender eine Versammlung ab, in der ber Ortsgruppenführer, Apotheker Habich, einen ein- gehenben Bericht erstattete über bie bisher geleistete Arbeit, infonberheit über ben Kursus in ber Luftschutzschule in Gießen, an bem sechs Mitglieber bes Vorstanbes teilgenommen haben. Demnächst soll mit Luftschutz - Schulungsabenben begonnen werben, bamit bie Bevölkerung alles Wissenswerte über biefes äußerst wichtige Gebiet erfährt. Krofborf würbe in acht, Gleiberg in zwei Luftschutzbezirke eingeteilt, für bie folgenbe Blvck- roarte in Vorschlag kamen: ^Krofborf: Wilh. Re eh, W. Würtz, Lubw. Feiling, Ernst Schmibk, Hausnummer 238, I. I o st, Rob. S ch 1 e e„n • becfer, K. Pausch unb Schmibt, H.-Nr. 298; Gleiberg: K. Leib, H.-Nr. 24, unb Phil. Leib, H.-Nr. 44. Mit ber Bitte an die Anwesenben. für ben Lustschutzgebanken in weiten Kreisen ber Bevölkerung zu werben, und mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer unb Vaterland schloß die Versammlung. Junge deutsche Aaüon hatten wir, von der Nordsee kommend, den Kanal leben, mit Sonderburg und Tondern und den an-1 durchfahren ... Und weiter wanderren die Blicke deren Städten der Nordmark ... Wir wollen gestatten Trommler und Fahnenträger. — (Aufnahme: Baumann i. Fa. Photo-Pfaff.) durchfahren .. . . .... über Kiel hin. Die gewaltigen Werftanlagen, kleine NDC-Dampfer, dort die Fähre ... und dort drüben der schmale, gewundene Strich die Förde sein. Wir standen lange, lange dort oben, blickten hinab auf die Stätte, an der sich seit 1894 alljährlich das Deutschtum der Nordmark zu ein* großen Kundgebung, zu einem Bekenntnis zum Reich vereint ... In der neuen, vorbildlichen Jugendherberge auf halber Höhe des Knivsberges saßen wir dann noch lange bei dem Führer des Grenzdeutschtums. So ließe sich noch viel, unendlich viel erzählen. Gewiß gehören Frohsinn und Uebermut zu einer rechten Fahrt', aber selbst wenn wir von dieser lustigen Seite berichten würden, ein ernster Unterton würde immer mitschwingen. Denn stärker und nachhaltiger als alles andere Erleben ist das Wissen um deutsche Not, um deutsches Ringen. Das verfolgt einen, wenn man mit offenen Augen durch die Lande fährt und das läßt einen nicht wieder los, das bestimmt die innere Haltung, macht einen stark und wach für die Schwere der Aufgaben, die noch vor uns — vor der deutschen Jugend liegen. „Fliegeralarm! Lustgefahr 20!" Mädels im Dienste des zivilen Lustschuhes. Knie wurde immer dicker und dicker. Bluterguß, meinte Kuhl... Ich ärgerte mich eigentlich gar nicht. Man brachte mich in eine große Halle, und klebte eine Marke auf meinen Hals. Ein Mann mit einer bunten Mütze brachte mich in einen dunklen Wagen. Und dann fuhr ich stundenlang ... Ich glaubte schon, Laux hätte mich treulos verlassen. Doch nach vielen Stunden hielt der Wagen. Kuhl holte mich ab und brachte mich nach Hause. Dort lag Laux schon im Bett und stöhnte entsetzlich... Nachtfahrten mache ich immer sehr gerne. Laux ist doch ein netter Kerl. Wenn die Jungens nachts im Zelt pennen, bindet er mich an seine Beine an, damit ich nicht am nächsten Morgen weg bin. Er muß mich doch wohl sehr lieb haben. Dafür tu ich ihm auch gern einmal einen Gefallen. Z. B. damals nach Passenheim, die 30 Kilometer. Krümel wollte durchaus mit. Laux setzte ihn auch auf mich drauf. Zwei Mann ist ja ein bißchen viel! Ich hätte ja meinen Rahmen einfach einknicken lassen können — aber man soll nicht so schäbig sein. Einmal war ich furchtbar stolz! Die Jungen hatten da ein „olles Motorrad" ausgetrieben. Ich dachte, meine Zeit wäre jetzt vorbei, denn diese «tänker machen uns eine große Konkurrenz, aber b^be ich gedacht: Als sie nach Hause wollten, fuhr das Ding einfach nicht mehr! Was blieb ihnen anderes übrig, als mich und einen Kamerad von mir anzuspannen und die „Ntaschine" abzuschleppen. Wenn ich mich nicht irre, müßte ich so ungefähr ?khn Jahre auf dem Buckel haben. Ehrlich gesagt, 'ch sehe schon etwas verbogen aus! Einige Berzie- s'Ä im §oufe der Zeit schon abgebrochen und der Rheumatismus steckt mir ordentlich in den dE diese verfluchte KurzatmigkeitI r-aux sieht das auch ein. Er belästigt mich nicht. DteIL ®a5 letztemal hat er mich beim Winterlager gebraucht, wo ich einen Sack Kartof- CTJur die verflossene Horde 15 Kilometer weit mJxPPCnvmmu)k- Seit der Zeit stehe ich auf dem ?/£cn- habe ich doch eine kleine Sehn- ?ad) ?e5. Landstraße, nach den Jungen ... Man kann doch nicht so leicht davon los! Man ist 5ai,rrat,'!! i(t d°ch ein Ein regnerischer, stürmischer Tag! Die Straßen sind nur schwach belebt. Doch in der Gegend des Polizeigebäudes in W. herrscht reges Leben. Junge Mädels, regenfest angezogen, kommen in Gruppen zu zweien und dreien aus allen Richtungen, streben dem hohen, weitgeöffneten Tor an der Friedrichstraße zu... Auf dem Hofe ein unablässiges Rufen und Grüßen. Rund hundert Mädels sind versammelt. 16- bis 25jährige sind es; größtenteils Mädels vom BDM., Schülerinnen und Berufstätige. Teilweise kommen sie geradewegs aus dem Geschäft; der Chef hat freigegeben für den Nachmittag; denn eine Luftschutzübung ist angesetzt. Ein Schupooffizier aibt kurze Befehle. Dann verteilt sich alles rasch auf drei Wagen: einen Omnibus und zwei Ueberfallautos. Schon nach kurzem verlassen die Wagen den Hof, fahren in schnellem Tempo durch die Stadt, hinaus nach Fort S. Noch immer strömt der Regen vom dunklen Himmel, klatscht gegen die Scheiben, auf das Verdeck; aber am Kai — mit dem Glase war es zu erkennen — das mußte unser neues Schulschiff „G o r ch F o ck" sein. Jäh wandten sich die Blicke, drüben nach Feh- marnbelt hinüber grüßten sie still und ernst. Dort sank die „Niob e", und mit ihr 69 junge deutsche Menschen ... Und wieder ein anderer Tag! Wir saßen auf dem Ahrensbera in dem gemütlichen deutschen Jugendheim. Wir blickten hinein in die sinkende Dämmerung. Drunten in Apenrade — hart an der langgestreckten Förde, deren Band so schnell und unmittelbar hineinmündete in das Grau des Abends — blitzten die ersten Lichter auf. Mit einigen Sudetendeutschen, mit den deutschen Mädeln aus der Stadt saßen wir zusammen, und Stille war um uns. Wir dachten wohl alle an Deutschland, das erfüllt war von Parteikämpfen ... „Versailles", sagte plötzlich der lange Kieler Student, der drunten in Sudetenland zu Hause war, in das Schweigen hinein. Wir nickten und dachten an das Schicksal von Nordschleswig. Trotz der 54 Prozent deutscher Stimmen fiel die Stadt da unter uns nicht an Deutschland ... Und ähnlich mar es mit Haders- Quartier im Heuboden. jRrrrr. Füü—tiii, bum! Rrrrr, Füll—tiii, bum! Bubi wird wach. Er schläft, wie immer natürlich an der Scheunenlucke. Rrrr, Füü—tiii, bum! „Donnerkeil!" brummt er, wickelt sich aus der Decke und macht die Luke wieder dicht. Es ist wieder still. Alle schlafen wie die Ratten. Das war wieder mal so ein schöner „Klotz" gestern. Drüben in der Ecke sägt jemand mit bewundernswerter Ausdauer einen ordentlichen Stamm. Was der wohl dabei denkt? Andere Leute wollen doch auch schlafen. Zack! Ein Turnschuh saust durch die Luft. Das Sägewerk ist unschädlich gemacht. Bubi dreht die Nase nach Westen und schiebt die östliche Schulter dem Polarstern etwas näher! Da! Die Sägerei fängt schon wieder an. Diesmal kommt's aber von der anderen Ecke. Ich glaube, da schläft Hans. Da ist aber nichts zu machen. Der Kerl schläft hinter einer Leiter. Er hat also vorgesorgt. Bubi duselt wieder ein. Er hört im Traume fernes Wasserrauschen, sieht Kreissägen sich drehen und Bretter fallen. Da er nun so neugierig ist, geht er zu nahe heran und em Brett fallt ihm auf den Fuß. Er wird wach und sieht sich in die Wirklichkeit versetzt. Aha! Sem Turnschuh ist wieder da, der Da drüben hat eine feine Nase gehabt. Es ist drei Uhr. Nach einer Weile bemerkt er eine starke Feuchtigkeit. Emer quasselt im Schlaf „Kannst du auch schwimmen?" Das ist Pimpf, der Jüngste. Der wird doch wohl nicht...! Bubi verhört ihn. — hm — eigentlich müßtest du Hordenkeile haben. Ernst, der ewig Durstige, grinst. Das Grinsen wird zum schallenden Gelächter. In der Hand hat er die Feldflasche und siehe da, sie ist leer In der Nacht hatte er beim Trinken den Korken Der« loren und die Flasche neben sich ins Stroh gestellt. Aber natürlich nicht in sein Revier. Oie Wildsau. Langsam neigt sich der Tag zu Ende. Die Na- tur ringsum verfällt in tiefes Schweigen Eine Schar Hitlerjugend zieht durch den Schönbuch An Unterhaltung fehlt es nicht. Witze werden geklopft daß einem die Haare zu Berge stehen. Einer summt leise ein Lied vor sich hin, andere nehmen es auf hell klingt das Lied jetzt durch den stillen Wald. Wenn auch der Dreck oben in die Stiefel hinein- Am 21. und 22. April findet in ganz Deutsch» land der Reichs-Werbe- und -Opfertag des Iugendherbergsverbandes statt. Die gesamte deutsche Jugend wirbt für das Iugendherbergs» werk und sammelt am Opfertage Bausteine für neue Jugendherbergen. Jeder Deutsche muß für die Mitarbeit am Iugendherbergswerk gewonnen, muß über die Bedeutung des Iugendwanderns und Der Jugendherbergen aufgeklärt werden. Zur Durchführung hieser Aufklärung ist das Bildhest „Schafft uns Jugendherbergen!" her» ausgebracht worden. Die Schrift zeigt in anschau» lichen und eindrucksvollen Bildern die bisherigen Erfolge des Iugendherbergswerks. die Freuden des Wanderns und die Arbeit der deutschen Jugend, die durch Schaffung von Jugendherbergen in allen Teilen Deutschlands das Wandern zum schönsten, gesündesten und billigsten Sport, der Körper und Geist erfrischt, machen will. Dis Schrift hat 32 Seiten Umfang und ein farbiges Titelbild und wird zum Preise von 10 Pf. durch die gesamte Hitlerjugend und alle übrigen Jugendorganisationen des Deutschen Reichs, insbesondere durch die Ortsgruppen des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen verbreitet. Die deutsche Jugend will wandern. Beherzigt den -Aufruf der Jugend: „Schafft uns Jugendherbergen!" läuft; das macht doch nichts, unentwegt geht's durch Dick und Dünn weiter. Da — auf einmal — ein Gepolter dicht nebenan im Wald. Wie am Boden gewurzelt, stehen wir still Was war das? — Horch, da grunzt es! Ein Wild» schwein? — Das könnten wir gerade noch brauchen, daß uns so ein steifhaariges Borstentier über den Weg läuft! Rasch entschlossen werden die Fahrtenmesser gezogen. Ein paar von uns setzen zum Sprung über den Graben an — hupv! — und bringen mit offe« ner Waffe ins dunkle Holz ein. Ein Sekunde Stille — plötzlich lautes Gepolter und Grenzen — Taschenlampen blitzen kurz auf — Geschrei! Da bringen sie aus dem Wald — einen Hitlerjungen mit heraus ... Es war einer von uns. Beinahe wäre es ihm durch sein „sau"mäßiges Grunzen an den Kragen gegangen! Mit der „Wildsau" in der Mitte gingen wir in Pfundsstimmung weiter durch den Forst, unferm Ziel entgegen. Was muß ein richtiger Zunge in der Hosentasche haben? Was muß ein richtiger Junge in der Hosentasche haben, und wodurch unterscheidet er sich von den sogenannten Musterknaben? — Ein Taschenmesser, das ist richtig und wichtig. — Und wenn es noch schneidet, bann ist es tüchtig. — An einer Kette macht es sich besonders fein. — Das sieht nach Uhr aus, ohne Uhr zu fein. — Und wenn man darf, kann man Brot abfdjneiben — ober auch Wurst, meist barf man keins von beiben. — Dann gehört Strippe oder Bindfaden in eine Jungen- tafche, — Wie ein fester Korken auf eine volle Flasche. — Damit fesselt man den Feind oder fängt einen Hund vor der Tür. — Wenn er dann beißt, kann die Strippe nichts dafür. — Am besten läßt man aber schon vorher los, — das ist ehrlicher Brauch, denn ohne Hund und Strippe geht es auch. — Briefmarken gehören in die Tasche und dann Draht, — einige Schrauben, Spulen und Kontakte von dem Radioapparat, — Ein Brennglas, Sicher- heitsnadeln, ein Geldbeutel, ein Fayrradventfl, — 3n seiner Tasche hat man eben nie zu viel. — Nicht nur das Taschentuch, wie sogenannte Musterkn« ben ... Wozu die eigentlich ihre Tasche haben- von 60 bis 80 Kilometer zu einem Fluko zusammen- gefaßt. Eine halbe Stunde, eine Stunde vergeht; die zweite ist auch nahezu herum. Immer aber noch jagen sich die Meldungen, geben die Mädels mit ruhiger Stimme die Warnung durch nach den benachbarten Orten. Sie wissen, von welcher Bedeutung für Deutschland die Organisation des zivilen Luftschutzes, des Flugmelde- und Warndienstes ist. Der aktive Luftschutz fällt so gut wie ganz aus, da uns durch bas Versailler Diktat nur 81 ortsfeste Flakgeschütze zuaestanden worden sind. Deshalb muß der passive Luftschutz so stark wie möglich ausgebaut werden. Grundlage einer jeden Luftschutzmaßnahme aber ist, da es einen absoluten Luftschutz nicht gibt, die rechtzeitige Kenntnis vom Herannahen der feindlichen Flugzeuge. Darum das Netz von Flugwachen, darum überall im Reiche die Ausbildung Der Frauen und Mädels, die sich freiwillig melden. Die Dunkelheit ist schon lange angebrochen, als die Teilnehmer an der Hebung wieder die Wagen besteigen. Während die Scheinwerferkegel der Autos gespenstisch durch den Abend jagen, steigt aus dem Innern der Wagen ein Lied nach dem andern. Deutsche Jugend singt; Jugend, die selbst eine anstrengende mehrstündige Uebung nicht müde gemacht hat; Jugend, die immer bereit ist zum Dienen, zum Aufbau des neuen Deutschland! H; M. Ich Gehöre einem Pimpf. Ein Fahrrad erzählt... Ich gehöre einem Pimpf, der Laux heißt. Ich bin ziemlich alt, sozusagen ein alter Kämpfer. Wenn ich einen Kilometerzähler hätte, würde er schon einige Kilometer anzeigen. Ich habe viel verbotene Sachen mitgemacht. Bei nächtlichem Plakatkleben und Versammlungen bin ich dabeigewesen. Ich habe mich dabei immer sehr anständig benommen — denn mein Herr, damals Hitlerjunge — konnte mit mir immer rechtzeitig ausrücken, wenn die „so sehr beliebte Schupo" kam. Jetzt ist es ja anders geworden, weil ich nicht mehr so viel Angst auszüstehen brauche, Denn bas tut meinem ollen Fahrradherzen auf die Dauer nicht gut. Höchstens mal kommt so mas noch vor. — Zum Beispiel neulich, als Laux mit seinem Kameraden auf ein paar Aepfel in einem Garten scharf war und sie nächtlicherweise holen wollte... Ich wollte durchaus die Pimpfe davon abbringen und bekam ab und zu Plattfüße Aber das half mir alles nicht. Und schließlich war ich auch stolz, als wir mit vollem Affen heim- trubelten. Aber sonst macht mir das Leben einen Heiden- spnß! Ich bin immer unterwegs. Ich gehöre sozusagen der ganzen Jungenschaft. Aber es gibt noch immer einige, die mich niemals sauber machen wollen, wenn sie mich gebraucht haben. — Und dauernd ungewaschen macht schließlich auch keinen Spaß! Sonntags bin ich schon immer weg! Laux nennt bns „Auf Fahrt gehen". Dann muß ich immer sei° ncn Affen mitschleppen und der ist gar nicht jo Acht, denn ich gehöre ja auch nicht mehr zu den Jüngsten. Manchmal fahren wir zum Entsetzen mancher Leute ohne Licht. Dann kommt es häufig Dor, daß wir ab und zu gegen einen Baum fahren. Besonders auf diesen scheußlichen Landwegen. Dann bin ich krank. Aber bis jetzt ging es noch immer ganz glücklich ab. Nur auf Der Lunge bin ich nicht mehr so recht. Manchmal quietscht sie auch ganz verflucht. Manchmal ist es auch umgekehrt. Einmal muß Laux nicht ganz auf der Höhe gewesen sein, tzch merkte mit Entsetzen, daß er wie ein Besoffener f)in und her pendelte und — rummmms ... lagen mir auch schon im Graben. Ich war heil, aber fein Das Knivsbergdenkrnal hatten wir erstiegen, sahen weit hin übers Land. Dort lag Hadersleben, drüben fern am Horizont das mußte Ä p e n ra d e, in den einzelnen 2Bagen herrscht frohes Leben... Im Fort eilt sofort jeDes Mädel an seine Station. Flugwachkommando — kurz Fluko — und Warnzentrale werden besetzt... Die Hebung kann beginnen! Aus dem Fluko läuft Die erste Meldung ein. Ein Blick auf die Karte, kurze Berechnungen, halblaute Befehle, und dann flammen über der Warnzentrale an einer Tafel Inschriften auf: „Fliegeralarm! Luftgefahr 20!" Rasch folgen Die MelDungen! Aufmerksam sitzen Die Mädels am FelDtelephon, notieren Die übermittelten Warnungen, geben sie telephonisch weiter an Die einzelnen Flugwachen. Ständig wechseln Die Namen; alle Orte Der UmgegenD erscheinen in Leuchtschrift... Pünktlich unD genau arbeiten Die MäDels. Sie wissen. Daß es auf Den Bruchteil einer SekunDe ankommt bei Der Weitergabe Der Warnung an Die Fluawachen, Die überall im Reiche in einem Ab- ftano von 10 bis 12 Kilometer eingerichtet sind. Alle Flugwachen mieDer finD in einem Umkreis Erleben.. . Ach ja, Fahrten ins schöne deutsche Land! Stundenlang ließe sich davon erzählen, von all diesem Erleben. Aber an den meisten Tagen waren es keine großen und aufregende Dinge, Die in uns hängen blieben. Sonne und blauer Himmel ober fo ein paar lustige weiße Wölkchen, Die keck über uns dahin segelten, genügten schon, um uns froh zu stimmen. Standen wir dann wieder an der Arbeit, Dann lebten in uns immer noch Diese BllDer nach Mit einem ganz anDeren Schwung, mit einer ganz anderen Freude ließ es sich Da schaffen im täglichen Einerlei... Oder jener Abend in der alten Hansestadt L ü - beck, als wir BDM.-Mädel mit Danziger Jungen zusammensaßen, und ihr Führer in seiner knappen soldatischen Art erzählte vom Kampf der alten Stabt, von ber zähen, unerbittlichen Abwehr aller Willkür Ernst unb nachdenklich gingen wir an Dem Abenb schlafen, nachDem wir Den großen Ring geschlossen und unser Lied gesungen hatten. „Kein schöner Land auf dieser Welt als hier das unsre.." Das klang wohl in uns allen noch lange, lange nach. Einige Tage später — die Holsteinische Schweiz in all ihrer lieblichen Schönheit hatten wir durchquert —standen wir oben auf dem Marine-Ehrenmal in Laboe. Tief unter uns lag die Förde, lang und blau und glitzernd ... Kleine, schnittige Segelboote auf ihr, weiß leuchteten sie herauf. Drüben vor Fried- richsort brummten einige Wasserflugzeuge ... Links davon Holtenau mit Den mächtigen Schleusenkammern: Tor zum Kaiser-Wilhelm-Kanal ... Erinnerungen wurden wach; im vergangenen Sommer Wir deutschen Mädel sind zu einem Wettkampf aufgerufen worden. Wir folgen diesem Ruf, nicht, um eine Pflicht zu erfüllen, sondern um einer Rechtfertigung vor uns selber standzuhalten. Wir sehen auch in diesem Kampf nicht ein Ringen um einen Höchstpreis — wir sehen Darin mehr. Wir fühlen in diesem Aufruf bas Neue, Die große Wandlung, Die unser Deutsches Staatsleben erfahren hat. Schon oft hat ein Aufruf im vorigen Jahr sich an Das Volt gewanDt, schon oft mürben alle Kräfte gefordert und aufgeboten. Jetzt aber wendet sich untere Regierung nur an die deutsche Jugend. Sie soll Zeugnis ablegen und den Beweis erbringen, daß in ihr all Die erforderlichen Kräfte und Werte schlummernd, die notwendig sind, um gesunden, kräftigen Boden für das Werden eines neuen Staates zu bilden. Diese Tat unseres Führers zeigt uns wieder einmal ganz klar, wie Wesen und Gestaltung unserer Jugend einen ganz neuen Sinn bekommen haben. Wir Mädel sehen wieder die Vergangenheit unb fühlen noch einmal die innere Not unseres Wesens, das nach Gestaltung rang, das Kräfte und Werte in sich schlummern fühlte, Die unter Dem Druck Der Verhältnisse sich nicht entfalten konnten. Wir erinnern uns unserer Bitterkeit unD beinahe neidvollen Gedanken, wenn einige bevorzugte aus- erwählte Menschen unseren Weg kreuzten, die frei und ungehemmt von sorgenden Alltagsgedanken sich entwickeln und beweisen konnten, zu welchen Leistungen sie fähig waren. Wir wollten ja nicht nur Die so selbstverständliche Pflicht einer Haustochter erfüllen, und wir begnügten uns auch nicht damft — um leben zu können — irgendeiner monotonen Beschäftigung in Fabrik, Büro oder Wirtschaftsbetrieb nachzugehen. Wir wollten gestalten, Eigenes neben und jeder Arbeit den Stempel unserer Persönlichkeit aufdrücken und zeigen können, daß wir nicht nur da waren, um die Gesetze des Alltags zu erfüllen. Aber niemand fühlte unser Drängen und niemand sah unsere jugendliche Not. Und jetzt löst sich Dieser Druck. Alle Hindernisse und Hemmungen sind weggewischt, unser Führer zeigt uns einen neuen, von uns ersehnten Weg. Wir treten in einen Wettkampf ein, der von uns nichts anderes verlangt, als nur ein Besinnen auf unferSelbft und ein Preisgeben unseres Könnens. Wir sind frei, wie wir es nie zuvor gewesen sind. Wir dürfen jung fein und dennoch diese Jugend als einen Wertteil für Das Volksganze opfern. Ting. auch ein Sieg Ueberraschung. Gemeinsames Anru-ern -er Gießener Ru-ervereine Tv. Lützellinden I — Stadtsportverein Frankfurt I. Eine der besten Frankfurter Mannschaften weilt kommenden Sonntag in Lützellinden zu Gast, um gegen die dortige Erste ein Freundschaftsspiel auszutragen. Hier hat sich der Gastgeber einen Geg- ner verschrieben, bei dem die Partie sich etwas ungleich gestalten wird. Aber immerhin sollte der Sieg der Gäste nicht zu hoch ausfallen, denn in letzter Zeit hat auch in den Landvereinen die Spielstarke zugenommen, und gerade der Gastgeber hat von jeher gezeigt, daß er auch gegen einen stärkeren Gegner zu kämpfen verstand. Alles wird er daransetzen müssen, wenn er ehrenvoll bestehen will. knappen Sieg reichen sollte. Aber Allendorfs bedeutet durchaus keine 1836 gründete eine Handvoll junger Leute in Homburg den ersten deutschen Ruderklub. 1934 stehen am 15. April 150 000 Ruderer und Ruderinnen auf zum gemeinsamen Anrudern. In 650 Ruderbootshäusern gehen am kommenden Sonntag w gleicher Stunde die Flaggen der Nation und der Vereine hoch — ein Symbol für die endlich erreichte Einheit im deutschen Rudersport. Es gibt keine Gruppen mehr, die abseits stehen. 150 000 deutsche Ruderer stehen geschlossen wie ein Mann! Anrudern, das ist keine sportliche Leistung. Anrudern, das ist eine symbolisch zu nehmende Handlung. Mit der steigenden Sonne betonen die naturverbundenen Ruderer erneut ihren Willen zur Natur und zur sportlichen Betätigung in ihr. Jeder — ob jung oder alt, Mann oder Frau — gelobt an diesem Tage: Ich reihe mich ein! Denn jede Kraft wird gebraucht, um die dem Rudersport gestellten Aufgaben zu erfüllen. Die Wander- rüderer werden auf den herrlichen deutschen Strömen und Seen Erholung und körperliche Ertüchtigung suchen. Die Rennruderer aber stehen vor der sehr, sehr schweren Aufgabe, den deutschen Rudersport 1936 erfolgreich zu vertreten. Gute Rudermannschaflen werden nicht plötzlich entdeckt, sondern müssen In jahrelanger Arbeit sorgfältig herangebildet werden. Und darum erfolgt am Tage des Deutschen Anruderns auch in allen Vereinen die feierliche Verpflichtung der Trainingsmänner. Mit dieser gleichzeitigen Vervflichtung betonen die Ruderer, daß es sich hier nicht darum handelt, nur für den Verein auf den Regatten Lorbeeren zu erringen, sondern daß es sich auch hier um einen freiwilligen, ernst zu nehmenden Dienst an Volk und Vaterland handelt. Von jeher sind die Ruderer in ihrer strengen Sportauffassung vorbildlich gewesen, und erst kürzlich hat der Reichssportführer die Trainingsbestimmungen der Ruderer als Musterbeispiel für alle künftigen Olympiakämpfer bezeichnet. Das Programm des Tages. Kreisklasse III. In dieser Klasse fällt am kommenden Sonntag mit dem Treffen Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns eine gewisse Vorentscheidung. Beide Mannschaften haben ihre zwei durchgeführten Spiele gewonnen und stehen punktgleich an der Tabellenspitze. Es wird ein erbitterter Kampf um die wichtigen Punkte geben, in welchen wir den Gästen die besseren Chancen einräumen, die in der größeren Spielerfahrung gipfeln. Die beiden Tabellenletzten Tv. Dorlar — logg. Ruttershausen treffen auf dem Platz der erstgenannten Mannschaft zusammen und sollten sich eine ziemlich ausgeglichene Partie liefern, dessen Ausgang ungewiß und im voraus schwer zu bestimmen ist. ^aben sich ln ihrer sportlichen Betätigung sowie ht ihrer ganzen sonstigen Lebenshaltung streng den vom Deutschen Leichtathletikoerband aufgestellten Bedingungen und Richtlinien zu unterwerfen. Nichtbefolgung zieht Ausschluß nach sich. Die Trainingsgemeinschaflen sollen die Stützpunkte der deutschen Olympiavorbereitung sein. Das Zeugnis des Führers der Trainingsgemein- schäft wird ausschlaggebend sein für die Ausstellung des betreffenden Leichtathleten als Olympia- kandidat. Der hohe vaterländische Zweck, den eine solche Trainingsgemeinschaft erfüllen soll, erfordert ganze Arbeit und Hintansetzung aller Sonderinteressen. Daraus ergibt sich ohne weiteres, daß die Verpflichtung der Teilnehmer in einem feierlichen Rahmen vor sich zu gehen hat. Hier in Gießen wird sie durch den Kreisbeauftragten des Reichssportführers, Turnlehrer Mohr, ooraenommen werden. Man rechnet auch mit der Anwesenheit der Vertreter der Behörden, der Wehrverbände, der Wehrmacht, der Universität sowie der Turn- und Sportverbände. Anschließend an die Eröffnung der Trainings- gemeinschaft soll sogleich ein kleines Stück Trainingsarbeit gezeigt werden. Die Lang- und Mittelstreckler werden sich in Vi» bzw. ^-Stunden-Paarlaufen vorstellen. Paarläufe, die bisher schon einige Male von der Spielvereinigung 1900 durchgeführt wurden, sind eine sehr interessante Angelegenheit und werden am Sonntag durch den Start auswärtiger Teilnehmer, nämlich der Gebrüder Reidel (Tv. Heuchelheim) sowie von Otto und Rausch, zweier guter Langstreckler des Weilburger Fußballvereins, erhöhte Aufmerksamkeit auf sich lenken. gegenüber. Allendorf greift in diesem Spiel erstmals in die Aufstiegspiele ein und wird es gegen die Platzmannschaft schwer haben, zu einem Siege zu kommen. Die Gegner ähneln sich in ihrer Spiel- weise ziemlich und pflegen vor allem ein wuchtiges und schnelles Angriffsspiel. Krofdorf sollte durch den Vorteil des eigenen Platzes ein kleines Plus haben, das zu einem * ihr Konko. Mit einem verwandelten Strafwurf erhöhte die Platzmannschaft das Resultat auf 4:0. Psluse. Nach dem Wechsel ging der Kampf in unvermindert schnellem Tempo weiter. Nachdem die Gäste durch einen Strafwurf ihren ersten Erfolg buchten, glich Wetzlar bald wieder die Differenz durch ein 5. Tor aus. Mit je zwei Erfolgen auf Heiden Seiten endete der jederzeit spannende Kampf verdient zugunsten der Wetzlarer Mannschaft. Das Spiel wurde von Schiedsrichter Keil (Kesselstadt) gut geleitet. Leichtathletik-Trainingsgemeinschast auch in Gießen. Auf Anordnung des Reichssportführers find in allen deutschen Städten, die eine genügend große Anzahl Spitzenkönner bzw. junger Talente aufzuweisen hoben, Trainingsgemeinschaften zu bilden. Da diese Voraussetzungen für unsere Stadt, die sich auf leichtathletischem Gebiet eines sehr guten Rufes erfreut, gegeben sind, so ist die Bildung einer Trainingsgemeinschaft eine dringende Notwendigkeit. Ihre feierliche Eröffnung erfolgt am morgigen Sonntag um 11 Uhr auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900. Einbezogen sollen die besten Kräfte der hiesigen Sport- und Turnvereine, der Universität, des Bataillons usw. werden. Auch Vereins- und Verbandslose sollen herangezogen werden. Die Mitglieder der Trainingsgemeinschaften breitester Oeffentlichkeit und gemeinsam für alle drei Rudervereine auf dem Platz der Gießener Rudergesellschaft statt. Die Ansprache zu dieser Trainingsverpflichtung hält, nicht wie vorher berichtet worden war, Regierungsrat Köhler, Darmstadt (er ist dienstlich verhindert), sondern der Leiter des Instituts für Leibes- Übungen an der Universität, Dr. M ö ck e l m a n n. Im Anschluß daran findet die Verpflichtung statt, die durch einen entsprechenden Gedichtvortrag, von der Mannschaft zum Teil im Sprechchor gesprochen, een wird. Das Deutschland- und das Horst- -Lied wird die Verpflichtungsfeier beschließen. Die Auffahrt sämtlicher Ruderboote der drei Gießener Vereine wird sich zu,einem eindrucksvollen und bisher selten gesehenen großartigen Bilde gestalten. Das für diesen Tag vorgesehene sportliche Programm wird ebenfalls einige Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nehmen dürfen. Es sind einige Kurzstreckenrennen über 500 Meter vorgesehen, in denen sich die Mannschaften zum ersten Male in diesem Jahre im Wettkampf messen werden. Ferner wird ein Stafetten-Rennen ausgetragen, das zum ersten Male in Gießen gezeigt wird und einen anregenden Verlauf verspricht. Die Strecke führt über 1000 Meter und wird einige Male von den verschiedenen Bootsgattungen durchfahren werden. Der Tag in seiner Gesamtheit wird erneut zeigen, daß sich der Rudersport in unserer Stadt auf einer außerordentlichen Höhe bewegt und hoffentlich auch weiterhin bewegen wird. Der Rudersport hat den Namen unserer Stadt weit hinausgetragen über die Grenze unseres Hessenlandes. Alle jene, die sich bisher in den Dienst des Rudersportes gestellt haben, dürfen mit Stolz auf die bisher geleistete Arbeit zurückblicken. Man kann nur wünschen, daß das morgige Anrudern einen schönen Auftakt für eine erfolgreiche Saison 1934 unserer Siebener Ruderer werden möge. Die Bootshäuser der hiesigen Rudervereine lind am morgigen Sonntag für jedermann zur Besichtigung freigegeben. Entscheidungsspiel um die Handdatt-Gaumeisterschast. Zwischen „Tuspo" Kassel und Tv. Wetzlar auf dem Nniversitätssportplatz. Arn Freitag ist in letzter Minute dieses Spiel an» aesetzt worden. Bekanntlich befand sich die Gau- Handball-Leitung in einer Zwangslage. An Ostern verlor Wetzlar in Kassel trotz anerkannt besserer spielerischer Leistungen. Jrn Rückspiel am vergange- nen Sonntag siegte Wetzlar auf eigenem Platze. Da schon am 10. Ostermond die Meldung zur Deutschen Meisterfchaftsrunde abgegeben werden mußte, konnte zunächst kein Entscheidungsspiel angesetzt werden, und Wetzlar wurde auf Grund besserer Gesamtleistung zum Vertreter des Gaues bestimmt. Nun ist doch noch ein Entscheidungsspiel ermöglicht worden, da die Bayern und Schwaben noch nicht fertig sind. Da das Spiel auf neutralem Platz steigen muß, hat man in Gießen den Universitätssportplatz gewählt. Da es um die Meisterschaft geht, wird es ein erbittertes hartes Kämpfen zwischen den beiden sich gleichwertigen Gegnern geben. (Man beachte die heutige Anzeige.) Kreisklasse I. Die in dieser Klasse für den vergangenen Sonntag angesetzten Spiele tarnen nicht zur Durchführung und werden nachgeholt. Kommenden Sonntag spielen Tv. kahenfurt — Tv. Garbenteich in Katzenfyrt. Die Mannschaft der Gäste muß, trotz der gegen Krofdorf im ersten Aufstiegspiel erlittenen Niederlage, als Favorit angesehen werden und hat auch bestimmt das Zeug in sich, einen, wenn auch knappen Sieg, herauszuspielen. Im zweiten Treffen stehen sich in Krofdorf Tv. Krofdorf — Tv. Allendorf (Lumda) Tv. Wetzlar 1847 — T. u. Spv. 86/09 Kassel 7:3. Das Spiel endete, wir berichteten bereits kurz darüber, wie erwartet mit einem klaren Sieg der weit besseren Mannschaft des Gastgebers. Vor einer großen Zuschauermenge wurde der Kampf im Wetzlarer Stadion ausgetragen und sah beide Mannschaften in stärkster Besetzung antreten. Nach anfänglich nervösem Hin und Her fand sich der Platzbesitzer bald und trug einige gefährliche Angriffe vor, die aber stets in den Händen des Kasseler Hüters endeten. Die Gäste fanden sich nunmehr auch immer besser zurecht und gestalteten allmählich das Spiel ausgeglichen. Der erste Erfolg für Wetzlar fiel hierauf überraschend durch einen unhaltbaren Schuß des Linksaußen. Kassel versuchte immer wieder sein Heil in schnellen Vorstößen, scheiterte aber an der guten Verteidigung Wetzlars. Die Gastgeber brachten in kurzer Folge weitere zwei Treffer auf Auch in Gießen wird, wir wiesen schon verschiedentlich darauf hin, das „Deutsche Anrudern" in der den Anordnungen des Deutschen Ruderverbandes entsprechenden Form abgehalten. Der Tag wird durch die Flaggenhissung auf den einzelnen Bootshäusern eingeleitet. Im Anschluß daran findet in würdigster Form eine Gesallenen-Gedenkfeier statt. Um 11 Uhr treten die Rudermannschaften zu einem Propagandamarsch durch die Stadt an. Der Marsch führt durch folgende Straßen: Bootshausstraße, Steinstraße, Marburger Straße, Walltor, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Seltersweg, Hindenburgwall, Bleichstraße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuenweg, Kaplansgasfe, Bahnhofstraße, Horst-Wessel-Wall zum Oswalüsgarten. Die diesjährige Tralningsverpflichtung der Rudermannschaften findet um 15 Uhr in Gpielvereiniauna 1900 Gießen. 1900 I — FL. Ockershausen I. Das Spiel auf dem Platz an der Liebigshöhe wird voraussichtlich einen harten Kampf bringen. Es handelt sich hier um einen der letzten Punktkämpfe in der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen, der allerdings ein Positionskamvt sein wird, nachdem Bad-Nauheim mit viel Glück als erster aus dem Wettbewerb in der Bezirksklasse hervorgehen konnte. In der Mannschaft von Ockershausen steht den Blauwüßen eine Elf gegenüber, die als sehr gefährlich schon feit Jahren gilt und sehr häufig die Ueberraschungen lieferte. Allerdings wird man kaum erwarten sollen, daß auf dem Platz der Spielver- einiaung von den Gästen allzu umfangreiche Lorbeeren zu ernten sein werden. Die Gießener haben in jüngster Zeit eine Formverbesserung aufzuwei- Emst Aenne in der Mercedes-Mannschaff. . ...... Ernst Henne, der berühmte Motorrad-Weltrekord« fahrer, der in dieser Saison der Mercedes-Auto» renn-Mannschast eingegliedert ist, hatte auf dem Nürburgring einen leichten Trainings-Unfall, als er sich mit dem neuen Mercedes-Wagen auf einer Probefahrt befand. Henne kam mit einer leichten Gehirnerschütterung und geringfügigen Verletzungen davon. Der Wagen wurde nur leicht beschädigt. । ......■■■■ ui fen, die aber leider, wie schon verschiedene Male in den letzten Jahren zu spät kommt. Den Marburgern sollte morgen kaum der Triumph eines Sieges gegeben fein, wenn sich die hiesige Mannschaft zu einer einheitlichen Leistung aufschwingt und der Sturm nicht leichtfertige Chancen auf das Spiel setzt, durch die der Kampf entschieden werden könnte. Vor diesem Spiel begegnen sich die zweiten Mannschaften der Spielvereinigung und des Sportvereins Wetzlar. Der Ausgang des Kampfes ist völlig offen. VfB.-Reichsbahn Gießen. Die Ligamannschaft ist am Sonntag spielfrei. Die zweite Mannschaft tritt gegen die gleiche des Sportvereins Lollar auf dem Platze des Gegners an. Der Ausgang des Spieles ist offen. Die dritte folgt einer Einladung des Sportvereins Daubringen. Auf ihr Abschneiden darf man gespannt fein. Raunheim I — VfB.-Reichsbahn II 8:1. Eine blamable Niederlage mußten die Grün-Weißen, nachdem sie im Vorspiel ein Unentschieden erreicht hatten, in Naunheim hinnehmen. Die Mannschaft des Gastgebers hat damit erneut bewiesen, daß sie Meister ihrer Klasse auf Grund ihres spielerischen Könnens und nicht zufällig geworden ist. Sie zermürbten durch systemvolles Zusammenspiel den Widerstand der Gäste und konnten dann einen unangefochtenen verdienten Sieg erringen. Die dritte Mannschaft, die einzige ihrer Klasse, die noch keine Niederlage erlitten hat, weilte in Hausen zum fälligen Verb'andsspiel und konnte einen neuen Sieg melden. Die Hausener leisteten erbitterten Widerstand und konnten das Spiel, gegen dis nur mit zehn Mann antretenden Gäste, jederzeit offengestalten. Erst in den letzten Minuten gelang es den Gästen, eine Flank evon rechts zum siegbringenden Tor zu verwandeln. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die hiesige 1. Mannschaft empfängt am morgigen Sonntag, die 1. Elf vorn Sportverein Schotten zum Aufstieg-Rückspiel. Das Vorspiel in Schotten endete 3:1 für Heuchelheim. Dieses Ergebnis ist für die Heuchelheimer fein Grund, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Aufstellung der Platzmannschaft lautet wie nachstehend: Steinmüller: A. Römer, E. Nesseldreher: A. Waldschmidt, Alfr. Schleenbecker, E. Arnold; Art. Schleenbecker, L. Henkelmann, R. Schleenbecker, Fr. Arnold, A. Mandler. Die 2. Mannschaft trägt vorher gegen die gleiche von Schotten ein Gesellschaftsspiel aus. Dieses Spiel dürften die Hiesigen für sich entscheiden können. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Am morgigen Sonntag empfängt die erste Mannschaft des Turnvereins Wieseck die erste Elf des Sportvereins Großen-Bufeck zum fälligen Rückspiel. Wieseck muß mit Ersatz antreten und wird in den Gästen einen Gegner vorfinden, der alles einsetzen wird, um als Sieger das Feld zu verlassen. Wieseck muß eine starke Portion Siegeswillen mitbringen, wenn den Anhängern keine bittere Enttäuschung bereitet werden soll. Vorher stehen sich die beiden Gruppensieger Wieseck II und Bieber-Rodheim I in einem Freundschaftsrückspiel gegenüber. Im Vorspiel blieb Bieber glücklicher Sieger. Bieber hat auch für diesen Kamps die besseren Aussichten Die Jugendmannschaft wird auf dem Platz der Spielvereinigung 19000 in Gießen gegen die zweite Jugendelf des genannten Vereins zum Verbandsspiel antreten. Ium Einweichen der Wäsche: Henko Wasch« und Bleich-Soda! <4* NorddeutscherLIoyd Bremen nrachholz,1Wag 6.- 51 Jt Fein gehacktes Anmachholz,ISackl 51JC Gestern abend entschlief sanft nach langem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden unsere Hebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter Schwester, Schwägerin und Tante FrauKath.WallbottWwe.,geb.Mattern im 71. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Ludwig Wallbott Familie Karl Reitz Familie Wilhelm Arnold V. Familie Georg Reitz II. Leihgestern, Gießen, Steinberg, den 14. April 1934. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. 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