/'•er: W - U: t WH M- -. Mtz — ** - BMFK 5er das ist ja ungeheuerlich, diese Kunst hier in Kleven zu vergraben. Diese junge Dame muß ins Leben hinaus. Durchlaucht, das ist entschieden Eigennutz. Diese Stimme dürfen Sie nicht für sich allein behalten", sagte erregt Professor Poldenheim. Er hatte kaum noch Ruhe. Gleich anderntags wollte er zu seinem Freunde, dem Generalintendanten, fahren. Der würde dieses schöne Mädchen mit der herrlichen Stimme keine Minute länger hier in Kleven lassen. Und — na ja, es war wirklich fast ein Verbrechen, der jungen Dame nicht zu ihrem Glück zu verhelfen. Allgemeines Gratulieren und Bewundern. Dieser Stimme gegenüber wagte sich kein Neid hervor, wenn auch Gertraude gerade dadurch nun erst recht zum Mittelpunkt geworden war. Die Fürstin war mit dem Erfolg von Gertraudes Gesang zufrieden, aber anders, als man gemeinhin denken konnte. Sie hatte die tiefe Ergriffenheit, ja, Erschütterung Härtlingens nur zu gut gesehen, und sie dachte: Liebe, kleine Gertraude, es wäre doch mehr als seltsam, wenn es dir nicht gelingen würde, die Liebe Rudolf Härtlingens zu gewinnen. Wenn es dir nicht gelingen sollte, den wesenlosen Schatten deiner schönen, ach, so leichtsinnigen Schwester Lelia zu verdrängen! Gertraude stand später, als der Beifallssturm sich endlich gelegt, neben der Fürstin. Sie plauderten miteinander, wenn auch Gertraude noch tief erregt war. Da stand plötzlich Härtlingen neben ihnen. „Gestatten Durchlaucht, daß ich Fräulein Schwarzkoppen die Hand küsse — für das, was sie uns allen heute geschenkt hat." Und er drückte einen heißen Kuß auf Gertraudes kleine Hand, die sich ihm zitternd entgegengestreckt hatte. . „Nach dem heutigen Erfolg werden mir wohl bald die Bühnenlaufbahn wählen?" fragte er dann, und feine Augen drangen in die ihren. Gertraude schüttelte den schönen, blonden Kopf. „Nein, ich bin froh, daß ich hier so verborgen leben Fann. Es gelüftet mich nicht nach Erfolg und Ehren." In seinen Augen blitzte es auf, bann sagte er be- dauernd: „Es ist jammerschade um diese Stimme. Durchlaucht, wie denken Sie darüber?" Die Fürstin zuckte die Schultern, dann meinte sie mit feinem Lächeln: „Nun, man soll nichts für und nichts dagegen sagen. Vielleicht wird meine kleine Gertraude mir eben doch noch eines Tages davonfliegen. In die weite Welt hinaus, dem Ruhm und dem Erfolg entgegen." Gertraude trat zur Fürstin, schmiegte die weiche Wange an die feine, welkige Greisinnenhand: „Schicke mich nur nicht fort, Tante Agnes! Ich bleibe ja so gern bei dir." „Einmal wird's aber doch sein. Wenn es nun auch nicht gerade die Kunst ist, die dich aus meinem stillen Kleven fortholt, so doch ganz gewiß ein Mann." Als sei das die natürlichste Sache von der Welt, so gleichmütig sagte es die alte Dame. Und sie wußte doch, daß keines der beiden Zuhörenden diese Worte gleichgültig aufnahm. Fürstin »Kleven war ihrer Sache sicher. In Härtlingen klang bereits eine Saite mächtig für Gertraudes wundersame Schönheit und ihr liebes, stilles Wesen. Wie hätte es denn auch anders sein sollen? Es kam doch nur, wie es kommen mußte. Jetzt begann wieder der Tanz. Die Herren kamen durch den Saal auf die Ecke zu, wo die Fürstin saß, und wo Gertraude und Härtlingen nebeneinander standen. Härtlingen übersah im Augenblick die Situation, verbeugte sich, bat Gertraude um diesen Tanz, dessen Klänge soeben den Saal durchtönten. (Fortsetzung folgt.) I Hausbesitzerverein e.V. Giefeen Wir verweisen unsere Mitglieder auf den am Donnerstag, 15. Februar 1934, nachmittags 3y2 Uhr, im CafS Leib statt findenden 924 D Vortrag älter Luftschutz und ersuchen um recht zahlreiche Beteiligung Der Vereinsführer. Lichtspielhaus, Gießen Heute Mittwoch zum letzten Mal: Gruß und Kuß Veronika mit Franziska Gaal — Pani Hörbiger Ab Donnerstag das grandiose Film werk: WilhelmTell 932C das Freiheitsdraina eines Volkes Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühier Verlag • Berlin-Lichterfelde Nutz- u.Zrennholz-Bersteigerung Freitag, den 16. Februar d. 3„ vormittags 9% Uhr, wird aus dem Gemeindewald Leihgestern in der Gastwirtschaft „Zum Löwen" versteigert: Derbstangen: Fichte 1. 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[85<$D Näheres in der Geschäftsst. des Gieß. Anzeigers. M. 38 Zweites Blatt Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 14. Februar 1934 t n Aus der Provinzialhauptstadt e le dt. wenn's nicht mehr Fasching ist. men M. Menschen ist ein Wagnis ... es mer ein allein 72 g r 1 ias n ;r alt 1771 7. ng. zu ,5D der des ,ers. Der Führer vertraut seinem Gefolgsmann; aber dieser fällt ab. Es gibt auf diesem Gebiet licher Beziehungen keine objektive Sicherheit. Ich vertraue. Ich kann mein Vertrauen nicht begründen. Ich kann nur persönlich eintreten für einen, dem ich vertraue, mich zu ihm bekennen. Aber ich muß wissen, daß ich bann persönlich hafte und mit meinem Vertrauen stehe ober falle. Jedes Urteil über einen Elefantenplage in Tanganjika. Die Elefanten sind im Gebiet von Tanganjika wieber zum Gegenstand des Tagesgesprächs geworben. Besonbers in ben Küstenprovinzen treten sie sehr zahlreich auf. Von bort kommen verschiebent- lich Hilferufe nach Schutz gegen bie Verheerungen, die bie Dickhäuter unter ber Ernte der eingeborenen Der Erfolg ist bemerkenswert. In ber Lindi-Pro- vinz, im sübwestlichen Zipfel, sinb im Jahre 1932 allein 413 Elefanten erlegt worben, bei einem Munitionsverbrauch von durchschnittlich nur 4,2 Schüssen für ein Tier. Die eingeborenen Jäger, bie von ber Regierung Nahrungsmittel, Gewehr, Munition unb einige Schillinge, im Monat erhalten, müssen sich oft ben größten Gefahren aussetzen, benn bie Jagd auf Elefanten ist auch heute noch ein abenteuerliches Unternehmen. Bei einer solchen Streife nach Elefanten wurde ein Eingeborener von einer Herde ber grimmigen Dickhäuter umzingelt. Zum Glück gelang es ihm, noch einen Baum zu erklimmen, ber aber von einem ber großen Tiere umgestoßen würbe. Der schwarze Jäger hatte genü- genbe Geistesgegenwart, um seinen Hauptangreifer zur Strecke zu bringen, worauf sich ber Rest ber Herbe davonmachte. — Ein Jagbaufseher berichtet von einem anberen Vorfall. Ein eingeborener Jäger hatte eine Elefantenherbe, bie eine Anpflanzung vernichtet hatte, verfolgt unb einen ber Uebeltäter getötet. Daraufhin stürzten bie anberen Tiere auf das Gebüsch zu, hinter bem sich ber Schütze verborgen hatte. Auf seiner Flucht verlor er bas Gewehr, stolperte unb fiel in einiger Entfernung zu Boden. Die Elefanten standen bei dem Gewehr. Glücklicherweise kam der Wind aus einer Richtung, die den aufs äußerste gereizten Dickhäutern ben in unmittelbarer Nähe üegenben Eingeborenen nicht verriet. Jrn Westen des Kilirnanbscharos würbe ein seltsames Tier mit brei Stoßzähnen erlegt. Der britte Stoßzahn befanb sich oberhalb der beiben Augen im Schädel bes Elefanten unb war bort als Folge eines erbitterten Kampfes mit einem Rivalen steckengeblieben. Die von ber Regierung zur Verfügung gestellten Jäger genügen bei weitem nicht, um bem Anwachsen ber Herben Einhalt zu gebieten. Wie weit sich diese Tiere vorwagen, beweist ein Vorfall, den ein britischer Offizier erzählt hat. Ein Elefantenbulle war am Tage vorher von einer Kugel getroffen worden. Der Schütze hatte die Spur jedoch verloren unb sich beshalb ins Lager zurückbegeben. Einige Stunben später erschien bort bas verwunbete Tier unb trampelte alles nie» ber, was sich ihm in ben Weg stellte, wobei ein Eingeborener getötet wurde. Heber bie Hälfte ber im Tanganjika-Gebiet erlegten Elefanten mürbe in ber Linbi-Provinz zur Strecke gebracht. Ihre Gesamt-Anzahl ist schwer zu schätzen. Es wirb übrigens aus dieser Gegenb von zwei Fällen berichtet, in benen junge Elefanten von Löwen angefallen unb getötet würben, ohne baß bie älteren Tiere in ber nächsten Umgebung bas verhinbern konnten. ool um» MU 156P der des ers. 23- nD 0. & ft Üö Ult' iflUrt’ s Ha! 310° ii-ek, e2l rttW s> Der Maulwurf im Winter. Im Anschluß an bie im Feuilleton vom 12. d. M. erschienene kleine Betrachtung über bas Winterlebe» bes Maulwurfs werben uns von Herrn Oberst a. D. N. Kock, Gießen, bie folgenben gegenteiligen Beobachtungen freunblicherweise zur Verfügung gestellt: „Von einem Winterschlaf (bes Maulwurfs) kann keine Rebe sein, er ist auch im Winter bei strenger Kälte stets unterwegs unb scheut es nicht, selbst weit über 30 Zentimeter in ben Erbboben herunterzusteigen, ebenso wie Regenwürmer unb Kerbtiere der Beschaffenheit bes Bobens folgen. Nebenbei dürste es bekannt sein, daß ber Maulwurf außer ben genannten Tieren auch Wühlmäuse, Schnecken, Ma- ben, Puppen, Frösche unb selbst Fleisch von Vögeln unb Säugetieren nicht verschmäht. Daß er bei fest- gefrorenem Boden keine Hügel aufwirft, ist für die Annahme des Schlafs kein Beweis. Durch Maulwurfsfänger ist sogar einwandfrei festgestellt, daß er sich manchesmal Wintervorräte anlegt. Ich habe erst kürzlich an einem Tage einer längeren strengen Frostperiode gesehen, wie eine Saatkrähe einem Bussard einen eben über der Erde gefangenen Maulwurf abtrieb, um ihn sich selbst als Beute an- zueignen, was ihr allerdings erst nach einem nicht alltäglichen Kampf gelang." lehrer und Normalschüler, die es gar nicht so schwer haben, sich gegenseitig zu begreifen. Es werden doch auch sonst im Leben überall Urteile verlangt: über Lehrlinge, über Offiziere, über Pfarrer, die sich um eine Stelle bewerben — warum sollen wir unsere Schüler nicht beurteilen können? „Nur keine künstlichen, psychologischen Hemmungen! Mit frischem Blick, Sinn für jugendliches Wesen, und einer gesunden Portion Menschenkenntnis wird es schon gehen ... Der Lehrer, der es nicht wagt, einen Schüler zu beurteilen, ganz rund, aanz bestimmt, ganz handfest, der taugt nicht zum Lehrer. Wenigstens nicht für die Prima ..." Doch ergibt sich noch eine Schwierigkeit. Viele unserer Schüler sind verschlossen. Sie geben sich nicht, wie sie sind. Sie tragen eine Maske. Jeder erfahrene Pädagoge weiß von den 3mei Seelen in der Schülerbrust. Der Junge zuhause unb auf ber Straße ist ein ganz anderer Mensch, als der auf der Schulbank. Es geht die Rede vom Strafeen- engel und vom Hausteufel. Etwas ähnliches findet sich bei jedem Insassen unserer Anstalten vor. Jeder Schüler hat zwei Gesichter. Wenn man sich mit dem Vater eines Jungen über diesen Punkt ausspricht, macht man oft die seltsamsten Erfahrungen. Man lobt dem Vater gegenüber bas brave, sittsame Betragen bes Sohnes und hört, daß er zuhause ein unbändiger Bengel sei. Oder umgekehrt. So sitzt der Schüler wie hinter einer Wand. Die Schule bildet für ihn eine Umgebung, in der er nicht warm wird. Andere tauen auf und fühlen sich wie zuhause. Wir wollen auf die Gründe dieser Erscheinung nicht eingehen. Es genügt, daß sie besteht. Und das Verständnis der Kinder erschwert. Auch die Erfahrung machen wir, daß der Schüler bei dem einen Lehrer mitarbeitet und seine Kräfte anspannt, weil er sich von der Persönlichkeit des Lehrers zum letzten auf- gerufen fühlt ober vom Stoff gefesselt ist; in anderen Stunden läßt er sich gehen. Es gibt Lehrer, die aus dem Bemühen, das eigentliche Wesen des Schülers zu erfassen, Hausbesuche machen. Sie wollen den Schüler in feinen vier Wänden sehen. Sie wollen die Bedingungen kennen lernen, unter denen er lebt, arbeitet, wird. Bleibt die Pflicht der Charakter beurtei- l u n g auf dem Lehrerstand lasten, so wird mancher Klassenlehrer dieses Beispiel nachahmen. Inzwischen wird er gut tun, mit seinen Jungen auf dem Klassenspaziergang menschliche Fühlung zu gewinnen. Er kann unendlich viel lernen. Auch die Turnstunde und der Wehrsport sind höchst aufschlußreich. Schwache Karnevalskopie in Gießen. Das Faschingstreiben am gestrigen Faschingsdienstag zeigte in unserer Stadt nur eine sehr mäßige Kopie des Karnevals der Hochburgen Sr. Tob lität bes Prinzen Karneval. Zwar herrschte bei dem schönen Vorfrühlingswetter des gestrigen Tages im Stabtzentrum, besonders natürlich im Seltersweg und auf dem Kreuzplatz, ein riesiger Menschenverkehr, der aber eigentlich nichts anderes war als ein Nachmittags-Schiebespaziergang von Männlein und Weiblein im bürgerlichen Gewand, während — im Gegensatz zu früheren Jahren — diesmal das Trei- Zacharbeit im AationalsozialiMchen Lehrerbund Von dem Kreisarbeitsleiter für die höheren Schulen Dr. Adolph. Der Roman der Kunstseide. Zum 50. Geburtstage einer bedeutsamen Erfindung In diesem Jahr feiert die Kunstseide ihren 50. Geburtstag, denn im Jahre 1884 nahm Graf Hilaire de E h a r d o n n e t das französische Patent Nr. 165 394, das die erste praktische Verwirklichung dieser Idee brachte unb bie Grundlage für bas Aufblühen einer Rieseninbustrie fchuf. Nach einem Ersatz für die kostbare unb seltene Seide hat man seit undenklichen Zeiten gesucht, war aber über kuriose Experimente und Theorien nicht hinausgekommen. Schon die alten Aegypter wollten die Spinnweben zu einem Gespinst verwenden, das ähnliche Eigenschaften wie die Seide haben sollte. In späteren Zeiten mühte man sich ebenso vergeblich aus Glas gesponnene Fäden zu diesem Zweck zu verarbeiten, aber niemals gelang es, irgend etwas herzustellen, was auch nur im entferntesten den Ausscheidungen des bescheidenen Seidenwurms entsprochen hätte. Erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts rückten verschiedene Feststellungen und Entdeckungen eine gedeihlichere Arbeit auf diesem Gebiet in das Bereich der Möglichkeit. So kann man die Erfindung des Holzpapiers als eine Vorstufe der Kunstfeiden-Fabrikation auffassen denn was der wackere Webermeister Keller aus Hainichen in Sachsen zufällig beobachtete und für bie Papierfabrikation ausnutzte, muhte auch weitere Gebauten anregen. Keller hatte S-Hnbern zugesehen, die sich eine Kette aus Kirschkernen machen wollten und dazu die Steine in die. Ver- tiefungen eines Holzbrettchens legten, um bie Locher zum Durchfäbeln mit einem Schleifstein herzustellen. Keller, ber bas selbst als Junge oft gemacht hatte, erinnerte sich, baß bie Holzfasern, bie sich dabei loslösten, wenn sie in Wasser fielen, bieses milchig trübten. Er ging sofort nach Hause, schnff em Stuck Holz mit einem gewöhnlichen Schleifstein an unb fing bas von biefem abtropfenbe Wasser auf. Als er Tropfen auf bas Tischtuch spritzte, würbe bas Wasser von bem Tuch aufgesaugt, wahrend der Holzschliff in Form eines feinen Papierblattchens liegen blieb. Dieser Holzschliff sollte auch für die Kunstseide- Erfindung von Bedeutung werden. 1845 entdeckte S ch ö n b e i n die Nitro-Zellulose oder Schießbaumwolle, und zehn Jahre später nahm der Schweizer Audemars ein Patent auf ein Verfahren, ausgelöste Nitro-Zellulose in feine Fäden umzuwandeln, die er „Kunstseide" nannte. Aber weder dieser Versuch, noch andere Methoden, künstliche Fäden zu gewinnen, brachten praktische Erfolge, bis Char- Oie menschlicheBewertung der Schüler i. Die Lehrerschaft der höheren Schulen ist vor eine verantwortungsvolle Aufgabe gestellt, wie sie in derartiger Schwere, solange es eine deutsche Schulgeschichte gibt, noch niemals an sie herangetreten ist. Sie soll die A u s w a h l d e r für bas Hochschul st u b i u rn in Frage kommenden Schüler treffen. Und zwar nicht nur nach Gesichtspunkten der Leistung, sondern des ganzen Menschen. Damit wird eine Frage aufgerollt, die nicht nur in der Elternschaft schwere Sorgen auf- rührt, sondern auch uns Lehrern redliches Kopfzerbrechen macht. Ich weiß sehr wohl, daß die hier auftauchenden Probleme nicht theoretisch gelöst, sondern höchstens durch eine ganz neu zu erringende Praxis und Tradition bemeistert werden können. Aber ich fühle mich verpflichtet, als Kreisarbeitsleiter einige Erwägungen zur Debatte zu stellen. Ich werde in drei Artikeln sprechen: 1. Don den grundsätzlichen Voraussetzungen jeder menschlichen Beurteilung, 2. von ben Maßstäben unb 3. vom tatsächlich geübten Siebverfahren. Die grundsätzlichen Voraussetzungen. Die Beurteilung von Sachen ist verhältnismäßig leicht. Die meisten Dinge haben ihren Preis, der sich nach Angebot und Nachfrage, persönlichen Liebhabereien, Mode unb bergl. richtet. Angesichts höherer Geistesschöpfungen, z. B. Kunstwerke, gehen bie Geschmacksurteile schon weit auseinanber. Auf dem Gebiet der Religion, der Moral, der Politik entscheiden niemals objektive Vernunftsstäbe, sondern persönliche Ueberzeugung, Gewissen, Einsatzbereitschaft. Wie aber verhält es sich mit ber Beurteilung lebendiger Menschen? Hier wird sicherlich das dornenreichste Gebiet betreten. Wir behaupten: Unser Urteil über Menschen gründet sich auf Verstehen, Liebe und Vertrauen. Es ist, wie man heute in ber Philosophie zu sagen pflegt, „existentiell", nicht „rational" bedingt. Verstehen ist — man verzeihe bas Frembwvrt — ein Resonanz-Phänomen. Es hängt davon ab, ob ich mit bem anberen in Resonanz stehe ober nicht, ob ich auf ihn abgestimmt bin ober nicht, ob bie Saiten meines Wesens zu klingen anfangen ober nicht, wenn ich ihm begegne. Zwei Menschen verstehen sich, wenn sie biefelbe Seelenstruktur in sich tragen, ober sich gegenseitig zu einer Einheit ergänzen. Ist ein solcher Zusammenklang gegeben, bann wirb ein gegenseitiges Verstehen möglich fein, vielleicht ohne Worte; ist er ber inneren Veranlagung nach ausgeschlossen, so kommt es nie zu wirklichem Verstehen. Nur in ben seltensten Fällen erwächst Verstehen von selbst. Gemeinhin muß es unter Menschen errungen werben. Die meisten Menschen sinb verschlossen. Sie sperren ben Zugang zu sich ab. Es gilt, um ihr Verstänbnis zu ringen. Der sicherste Schlüssel zum Herzen bes anberen ist bie Lieb e, wie denn auch umgekehrt das rechte Verstehen die Liebe begründen kann. So ist es vielen der Person Hitlers gegenüber gegangen. S i e begannen z u lieben, als s i e verstanden ... Liebendes Verstehen begründet mein Urteil über den anderen. Und doch bleibt ein solches Urteil immer ein Wagnis. Ich kann mich in bem anbere irren. Er hält nicht, was er verspricht. Noch ein Drittes: ber Schüler ist nicht fertig. Er ist noch in ber Entwicklung. Er wächst seiner eigentlichen Bestimmung erst noch entgegen. Germanen sind spät reif. Oderhessen noch später. Es mögen stärkste, zukunftkräftige Keime in dem Schüler verborgen liegen: ber Lehrer kann sie nicht sehen. Die entscheidenden Wandlungen setzen in unserem Klima erst im Anfang der zwanziger Jahre ein. Ich hab« da selbst seltsame Erfahrungen gemacht. Unausgebackene, zerrissene, spöttisch-überlegene Gesellen waren schon nach kurzer Zeit geglättet, männlich fest, geradlinig. Hitler ist in seinem Leben immer von einem sicheren Instinkt geführt worden. So hat er sich auch zeitig aus der Schule gemacht. Aber ob ihm wohl, wenn er Abiturient geworden wäre, ber Direktor bie fommenbe Führerlaufbahn vorausbescheinigt hätte? Wir haben vom Verstehen geredet, von der Resonanz, von der Verschlossenheit des Schülers, von seiner inneren Unentwickeltheit. Es bleibt das Thema: Liebe und Vertrauen. Wir wollen hierauf nicht weiter eingehen. Die Mutter wirb sagen: Nur ich verstehe mein Kinb ganz. Der Vater: Ich habe ein festes Vertrauen in meinen Sohn, baß er seinen Lebensweg gehen wirb. Der Lehrer weiß bavon nichts; benn er kennt meinen Jungen nicht bem innersten Kerne mach ... Der Lehrer seinerseits barf antworten: Ich habe Vergleichsmöglichkeit, eine lange Erfahrung in ber Beurteilung von Menschen unb einen unvoreingenommenen Blick. Ich richte nach bestem Wissen unb Gewissen. Ich urteil? aus Liebe unb einem letzten menschlichen Vertrauen ... Doch bie eigentlichen Schwierigkeiten beginnen erst. Wir stellen uns einen Jbeal-Lehrer vor, ber aus liebenber Sachlichkeit unb reifer Menschenkenntnis urteilt. Das Bilb feiner Primaner steht klar vor feinem inneren Blick. Er hat ein intuitiv sicheres Urteil über jeben einzelnen. Damit ist jedoch an sich noch gar nichts getan. Er muß fein Urteil, fein Vertrauen auch aktenmäßig begründen. Er muß eine Charakterisierung des Schülers in Amtsdeutsch unb offiziellem Schriftsatz geben. Er muß das menschliche Bild, das er von seinem Schüler in der Seele trägt, umsetzen in ein behördlich verwertbares Formular. Er muß ein Gutachten abgeben mit allen Grenzen, Schwächen und Unzulänglichkeiten eines solchen. Er muß den lebendigen Menschen hineinpressen in Kartothek und Register. Er muß einen Bericht machen, lieber die Maßstäbe, die er dabei allenfalls verwenden kann, soll das nächstemal die Rede sein. bonnet die Losung des Problems gelang. Der Graf studierte am Pariser Polytechnikum und war Schuler des berühmten Pasteur, der sich damals gerade mit dem Studium der Krankheiten des Seidenwurms beschäftigte. Die nahe Berührung, in die Chardonnet dabei mit bem merfroürbigen Insekt kam, regte feine er- finderischen Kräfte an. Er sah, daß der Seidenwurm auf ben Blättern bes Maulbeerbaumes unb ber Eiche lebte, baß ber gummiartige, als Seibe bekannte Stoff aus zwei winzigen Deffnunaen aus- gefchieben wurde und daß der „Gummi", sobald er der Luft ausgesetzt war, sich sofort in der Form eines feinen Faden oerfeftigte. Chardonnet versuchte nun, dieses Verfahren ber Natur mit mechanischen Mitteln nachzuahmen. Der Hauptbestanbteil der Blätter war Zellulose, unb es hanbelte sich dar- um, bie Zellulose in einen löslichen Stoff umzu- roanbeln, bie aufgelöste Zellulose burch kleine Oeff- nungen zu pressen, wie es der Seidenwurm tat, und sie dann wieder auf irgend eine Weise in eine unlösliche Form überzuführen. Nach diesem Prinzip ging Chardonnet vor und gelangte durch streng wissenschaftliche Folgerungen zum Ziel. Bei dem ersten Verfahren, das er sich patentieren liefe, gewann er die Zellulose aus Holzschliff, der aus Maulbeerbaum-Stämmen verfertigt war; ben Holzschliff oerroanbelte er in Nitro-Zellulose, bie aufgelöst unb burch Deffnungen in erhitzte Luft gepreßt würbe; badurch erhielt bie Nitro-Zellulose Fadenform. Die Fäben waren aber sehr leicht ent- zündbar, unb so würbe bie Herstellung von ber französischen Regierung zunächst verboten. Nach- bem bie Fäben von bem gefährlichen Salpeter befreit unb bie technischen Schwierigkeiten bei ber Herstellung im Großen beseitigt waren, konnte zur Fabrikation bes neuen Erzeugnisses geschritten werden. Chardonnet rief 1891 bie erfte Kunstfeibe- f a b r i f in feiner Heimat Besanxon ins Leben unb stellte im ersten Jahr 13 Tonnen her. Die großen Gewinne, bie babei erzielt würben, spornten zur weiteren Ausbehnung an, unb bie Probuktion wuchs mehr unb mehr; sie stieg von ben 26 000 Pfunb im Jahre 1891 auf 5 Millionen Pfunb 1902, auf 20 Millionen Pfunb 1912, auf 75 Millionen Pfunb 1922 unb 450 Millionen Pfunb 1930. Mit ber gewaltigen Zunahme ber Herstellung ging bie Verbesserung bes Verfahrens unb Ver- eblung bes Erzeugnisses Hanb in Hanb. Der Fäben ber Kunstfeibe macht heute ben Anspruch, besser, stärker unb feiner als bie Naturseibe zu sein, unb feibene Sachen sinb baburch Kreisen zugänglich geworben, für bie sie vor bem Krieg ganz uner» schwinglich waren. C. K. Verstehen, Liebe und Vertrauen müssen bei unserem Urteil über ben andern Zusammenwirken. Antipathie trübt das Bild, Ressentiment entstellt es vielleicht unbeabsichtigt, Haß verzerrt es bewußtermahen. Abneigung, gekränktes Selbstgefühl, Haß sind keine sicheren Wegbereiter. Aber wie steht es mit ber nüchternen und klaren Sachlichkeit? Auch diese führt nicht zum Ziel. Ich kann physikalische Vorgänge und Versuchskaninchen mit kalter Objektivität beurteilen, aber keine Menschen. Denn die interesselose Beobachtung, bie ben anderen als bloßes Objekt behandelt, führt gerade nicht zu seinem Herzen, seinem innersten Wesenskern, seinem „Charakter". Hier gibt es hur bie Sachlichkeit unvoreingenommener Liebe ... Hier gibt es nur bie Sachlichkeit eines reifen Menschentums, das den anderen verstehend zu umfassen und aus feiner Wesensmitte aus zu deuten sucyt. Hier gibt es nur bie Sachlichkeit einer letzten, wagenden Intuition ... Nachdem wir diese allgemeinen Erwägungen an- gestellt haben, schreiten wir zur praktischen Anwendung. Besteht zwischen Lehrern und Schülern das, was wir als Resonanz bezeichnet haben? Findet sich die innere Uebereinftimmung, bie allein Verstehen ermöglicht? Hat der Lehrer die Mafe- stäbe, um ben Charakter bes Schülers zu beurteilen? Rein theoretisch konnte man behaupten, daß es Lehrer gibt, bie biefe Maßstäbe ganz gewiß nicht in sich tragen. Z. B. ganz junge Referendare, bie noch keine menschliche Erfahrung haben, bie mit dem Stoff kämpfen, mit einer gewissen Angst in die Klasse kommen unb befangen sinb. Diese können ein Urteil über Primaner, von bem möglicherweise deren Lebensschicksal abhängt, offenbar nicht abgeben. Ober ich unterstelle, allerdings rein abstrakt, daß es auch unter Lehrern seelische Kümmerlinge geben konnte, die nicht die nötige innere Weite haben, um einer vielgestaltigen Jungenschar gerecht zu werden. Möglicherweise ist ein Lehrer auf Grund seiner besonderen geistigen Veranlagung einseitig abgestimmt, so daß er nur die ihm entsprechenden Charaktere wirklich zu erfassen vermag. Eine seine ästhetische Lehrer-Natur wird bie Rauhbeine und Flegel, die handfesten Kerle und Ruppsäcke unter seinen Schülern vielleicht ganz falsch einschätzen, da er keinen Sinn für männlich soldatisches Wesen hat und über der rauhen Schale den st a r f e n Kern nicht sieht. Ein rein verstandesmäßiger Kopf wiederum bleibt unberührt von ber poetisch gestimmten Seelen kraft gärender Jünglinge. Es gibt sicherlich auch müde und alt gewordene Lehrer, die verbittert ober mit persönlichen Sorgen belastet sinb unb keine innere Spannkraft mehr haben, der stürmischen Jugenb gerecht zu werben. Sicherlich wirkt auch der Unterschied der Generationen ein. Ein redlicher, in strenger Selbstzucht grau gewordener Herr kann das eigenartige Gebaren mancher Häuptlinge und „Führer" unter den Jungen wirklich nicht „verstehen"! Aber auch ganz äußerliche Schranken richten fiA auf. Ein Lehrer hat die Klaffe erst seit ein paar Monaten in die Hand. Er ist ganz neu, er kennt feine Leute nicht. Aber er muß sie beurteilen. Wenn man sich diese Bedenken zu Bewußtsein bringt, kann man pessimistisch werden. Die Eltern werden verzagen. Die Schüler werden sagen: Die guten und braven, die Musterschüler und Streber, bie bekommen die gute Charakterzensur, und wir anderen, wir Wilden, die wir die besseren Menschen sind, wir gehen leer aus unb fallen neben hinaus. Unsere Nachfolger, bie werben es besser haben. Die werden sich beizeiten in der richtigen Weise einstellen. Die werden Schmuser und „Schuster" werden. Doch gemach! So stehen die Dinge benn doch nicht. Wir haben nicht nur geniale Lehrerpersönlichkeiten, bie ihre Schüler mit Liebe auf bem Herzen tragen unb um ihr Verständnis ringen — wir sind im großen unb ganzen doch heute normale Menschen, NormalBevölkerung anrichten. Die Elefanten sind geradezu zur Landplage geworden. Seit zwanzig Jahren hat man eine so große Menge nicht feststellen können. Trotz der zahlreichen Abschüsse scheint ihre Zahl nicht abzunehmen. In Uganda z. B. wurden jährlich 1400 bis 1500 Tiere getötet, und zwar vor allem durch Jagdaufseher, die im Solde der Regierung stehen. Das gleiche System wendet man jetzt auch in Tanganjika an. Eine der größten Schwierigkeiten bilden die Wilddiebe unter ben (Eingeborenen, so daß die Kontrolle über die tatsächlich erfolgten Abschüsse selten zuverlässig ist. Der Preis, der für das (Elfenbein auf dem Markt gezahlt wird, ist noch im- §rofeer Anreiz. Im Jahre 1932 wurden alle derartiger Jagdfrevel durch die Ein- geborenen-Bevölkerung festgestellt. — Der eingeborene Landwirt ist im allgemeinen gegen bie Verwüstungen, die von ben Elefanten auf feinen Feldern angerichtet werden, machtlos. Die gewaltigen Tiere stampfen die (Ernte, die unter so vielen Mühen hochgezogen wurde, nieder. Man hat jetzt die europäischen Jagdaufseher durch (Eingeborene verstärkt. Aschermittwochs-Elegie. Er ist tot, ber Prinz von Narretanien! Sein Hofstaat mit ihm; unb eine Schar feister Kater hält bie Totenwache ... Was schmerzt benn so tief? Der Alltag, ber mit allzu vertrautem Gesicht ins private Leben hereingrinst? Oder bas Schicksal des Narrengewandes, das betäubend duftende Mottenkugeln vor dem Raubtierfraß im Dachkammerkasten nun wieder schützen? Sonst was, das dich melancholisch stimmen konnte, teurer Freund? — Das war noch ein letztes Aufjauchzen. Ein Em- porbranben ber Fröhlichkeit. Man teilte fein Herz unter Verehrerinnen, schenkte es ber unbekannten Zigeunerin, der kleinen Ballettratte oder dem ftffeen Kolumbinchen. Und notabene: das alles mit einem tüchtigen Schuß Romantik, endend in rosenbestreutem Heimweg und einem verdammt prosaischen Erwachen am frühen Aschermittwochmorgen. In allen Farben noch leuchtet Konfetti zwischen ben Pflastersteinen. Müde hängen in den Tanzsälen bie Drapierungen von ber Decke herab; handfeste Putzfrauen schichten geräuschvoll bie Stühle übereinander, reifeen das letzte Fenster auf, um vollends etwas atmosphärisch bereinigend zu wirken. Schal und verlassen die Nischen, da zwölf Stunden zuvor im Zauber des Dienstags noch die Närrinnen und Narren aller Stände und Grade weilten; in der Ecke hinten ein zusammengekehrter Haufen Scherben ... Zerbrochene Gläser, in denen der Sekt perlte, und der Rotwein bie Lichtreflexe fast zauberhaft auffing, gestern — ja, gestern noch ... Wischt dem Alltag die Trübnis nun aus dem Gesicht! Ein Stofe in bie eigenen Rippen, und bie Arbeit schmeckt wieder wie vor Beginn ber närrischen, fröhlichen Zeit. In die Rumpelkammer mit allem Flitterstaat! Unsere Zeit braucht Menschen mit offenen Augen! Und einem frohen Herzen — auch ck. gn. 777 eig. den von Masken nahezu völlig fehlle. Soweit man von Masken überhaupt etwas bemerkte, waren es in der Hauptsache Kinder, die sich in den verschiedensten, meist aber recht primitiven Kostümierungen dem Mummenschanz widmeten. Auch von Musik- gruppen, die früher immer etwas Leben in den Trubel brachten, war gestern kaum etwas zu hören, soweit es aber der Fall war, konnte man von Ori- ginellität kaum sprechen. Erst gegen Abend zeigten sich einige Erwachsene mehr im Kostüm, namentlich wurde das Straßenbild von erwachsenen Närrinnen und Narren belebt, als es Zeit war, den verschiedenen Faschingslokalen zuzustreben, um dort noch rechtzeitig zu Beginn Unterkunft zu finden. Bei diesem Zuge der Masken war als bemerkenswert die Tatsache festzustellen, daß die Frauenwelt für ihre Maskeraden eine besondere Vorliebe für Hosenrollen bekundete, die Männer dagegen reichlich bürgerlich" verfuhren und es lediglich mit einer karnevalistischen Kopfbedeckung und einigen Farbstrichen im Gesicht bewenden ließen. Hinsichtlich des Karnevalsbildes in den Straßen kann man also mit Recht nur von einer schwachen Kopie des Faschings sprechen, der hier eben nicht recht Wurzel schlagen kann. Trotzdem war die karnevalistische Fidelitas überall, besonders aber in den Lokalen, recht groß und andauernd. Während der ganzen Nacht, namentlich in den Morgenstunden, wurde man selbst in den stilleren Außenbezirken durch den mehr lau- Teile dein Brot mit den Hungernden! Spende für das Winterhilfswerk! ten, als schönen Gesang der Heimkehrer daran erinnert, daß sich die Wende zwischen Fastnachtdienstag und Aschermittwoch vollzogen hatte. Die Ueber- wmdung dieser Trennungslinie nahm für zahlreiche Anhänger des tollen Karnevalsprinzen so reichlich Zeit in Anspruch, daß sie erst heute in den frühen Morgenstunden, als andere Leute schon wieder den Arbeitsplätzen zustrebten, zum größten Teil in schwankender Fahrt mit reichlicher Schlagseite dem heimatlichen Hafen zusteuerten. Wenn auch heute vormittag ein saurer Hering oder verschiedene Py- ramidontabletten nun den Krieg gegen den Kater zu führen haben, so werden die „Langlebigen" des Karnevals aber doch der Meinung sein, daß es schön war im Reiche Sr. Tollität. Erfreulich ist schließlich noch die Tatsache, daß der ganze Faschingsrummel sich in schönster Harmonie und ohne Störung der öffentlichen Ordnung abwickelte. Zwei Faschings -Heimkehrer betrachten den Mond.. . „Ist das der Mond? Der sogenannte Mond? Wer hat ihn wohl so elegant geputzt? Wer wohl auf diesem Himmelskörper wohnt?" — „Das ist mir gleich, weil es mir doch nichts nutzt!" „Siehst du, wie er, so wie der Dichter sagt, jetzt milde lächelt?" — „Nun, so laß ihn doch! Wenn ihm sein Lachen selber so behagt, so soll er ewig lachen, — noch und noch." „Er sieht herab mit seinem Silberlicht auf diese Erde, die sich ewig dreht." — „Das ist doch Unsinn. Sehen kann er nicht, so wenig, wie er durch die Wolken geht." — „Ein Blender ist er, ohne Saft und Kraft. Don Wärme und Behagen keine Spur." — „Auch die Beleuchtung ist höchst mangelhaft; er mißversteht die Absicht der Natur." — „Was soll er da! Was grinst er Jahr um Jahr! Was hat das Ganze denn für Zweck und Sinn? Er ist doch überflüssig offenbar ..." „Du hast schon recht! — Wo soll er aber hin!" Puck. Raffenhygienischer Fortbildungskursus im NS -Aerziebund am 17., 18., 24. und 25. Februar in Gietzen. Beginn am 17. Februar, 14 Uhr, im Physiologischen Institut, Friedrichstraße. Ort der übrigen Vorlesungen wird jeweils bekanntgegeben. Vortragsfolge: 17. Februar: 17—18 Uhr: Dr. Groß, Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege, Berlin: Nationalsozialismus und Rassenhygiene. Aula oder Großer Hörsaal der Universität. 20—22 Uhr: Dr. Graf: Vererbungslehre. Physiologisches Institut, Friedrichstraße. 18. Februar: 9—10 Uhr: Dr. Graf: Variationslehre. 10—11 Uhr: Dr. Kranz: Menschliche Vererbungslehre. 11—12 Uhr: Dr. Kranz: Rassenkunde des deutschen Volkes. 14—15 Uhr: Dr. Kranz: Judenfrage und Rassenmischung. 15—16 Uhr: Privatdozent Dr. Schmidt: Rassenseelenkunde. 16—17 Uhr: Professor Staemmler, Chemnitz: Geburtenrückgang (Ursache und Bekämpfung). 2 4. Februar: 14—16 Uhr: Privatdozent Dr. Luxemburger, München: Psychiatrische Erbprognose und Praxis. 17—18 Uhr: Professor v. Verschuer: Zwillingsforschung. 18—19 Uhr: Professor v. Verschuer: Eheberatung. 2 5. Februar: 9—10 Uhr: Priv. Dr. Richter: Die Rassen in der Frühgeschichte. 10—11 Uhr: Professor von Jaschke: Technik der Sterilisation. (Nur für Aerzte.) 11—12 Uhr: Dr. Kranz: Bevölkerungspolitik. 14—16 Uhr: Professor Hoffmann: Die rassenhygienischen Gesetzesmaßnahmen der Reichsregierung. 16—17 Uhr: Dr. Astel, Präsident des Landesamts für Rassewesen in Thüringen: Die rassenbiologische Familienkunde im Dienst der Erb- bestandsaufnahme. 17. Februar: Abends: Zwangloses Beisammensein im Hotel „Hindenburg". Kursbeitrag: 3,— RM. Für auswärtige Aerzte kostenlose Unterbringung in den Kliniken. Anmeldungen umgehend an den Unterzeichneten. Gez.: Dr. Kranz, Gießen, Frankfurter Straße 24, Obmann des NS.-Aerzte-Bundes und Leiter der Abteilung für Erbgefundheits- und Rassenpflege der Hessischen Aerztekammer. Kreisbetriebszellenabteilung (Kreisleitung der DAI.) In dieser Woche findet für alle Amtswalter der NSBO. und Betriebsratsmitglieder die Schulung über das „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" statt, und zwar: 1. in Grünberg am Freitag, 16. Februar, ab 20 Uhr, bei Pg. Becker (Taunusbecker); 2. in Gießen am Samstag, 17. Februar, ab 20 Uhr, im großen Saal des Hauses der „Deutschen Arbeitsfront" Schanzenstraße 18. Die Amtswalter und Betriebsratsmitglieder besuchen an dem Orte den Vortrag, wo sie auch zur Schulung eingeteilt sind. Heil Hitler! gez. Herm. Wagner, Kreisbetriebszellenobmann und Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront. F. d. B.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. Ortsgruppe des Stahlhelm, BdZ. Donnerstag, 15. Februar, 20 Uhr Appell aller verpflichteter Kameraden im Stahlhelmheim. Eintritt in den Saal nur gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches. Kamerad Kreisführer Dr. Dehner wird über die Lage berichten. Damit pünktlich begonnen werden kann. Antreten ab 19.30 Uhr empfohlen. Der Ortsgruppenführer. MaxSauthendeyAusstellunginGießen Zum ersten Male wird der deutschen Oeffentlich- keit jetzt durch die Ausstellung von Original-Aquarellen ein Ueberblick über das malerische Schaffen des Maler-Dichters Max Dauthendey aegeben. Das deutsche Volk hatte diesen Dichter deutscher Heimatliebe und deutschen Heimwehs kaum gekannt. Aber heute wird jeder, der in seinem Blute fühlt, was deutsches Wesen ist, den Weg zu ihm finden. Dauthendey, der vor nunmehr 15 Jahren in englischer Kriegsgefangenschaft in Jave aus Sehnsucht und Heimweh nach seinem geliebten Vaterland gestorben ist, nachdem alle Bemühungen, ihn gegen einen englischen Offizier auszutauschen, erfolglos waren, ist wohl eines der seltsamsten Kriegsopfer geworden, das es in der Welt gegeben hat. Dauthendey hat lange zwischen dem Maler- und dem Dichterberuf geschwankt. Es hat kaum einen Dichter gegeben, der stärker als Maler empfand und alle Dinge um sich in Farben erlebte. Die Ausstellung wird in ihrer Farbenprächtigkeit diese starke Doppelbegabung bekunden. Annie Dauthendey, die Dichterfrau, wird vom Leben und Schaffen des Dichters erzählen. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 13. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,05 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing, das Pfund 15 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 30 bis 35 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 30 bis 50, Kartoffeln 3 bis 3XA, der Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 10 bis 20, junge Hähne 75, Suppenhühner 70, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50 Pf., Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr, „Das Konzert". — Ober- hefstfcher Kunftoerein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gruß und Kuß, Veronika".— Johannes- saal: 20 Uhr, Evangelisations-Vortrag von Evangelist Gehring, Möttlingen. — Saal der Stadtmission: 20.30 Uhr, Vortrag von Zelt-Evangelist K r u p k a. — KDAJ., Bezirk Gießen, 20.30 Uhr, Cafö Ebel, Schulungs- und Sprechabend, Vortrag von Prof. Dr. Hummel über „Marxismus, Liberalismus, Nationalsozialismus". — Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, und NS.-Frauenschaft Gießen-Süd, 20.15 Uhr, Katholisches Vereinshaus, öffentliche Versammlung, Vortrag von Prof. Dr. Mayer über „Die geschichtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich". — Ortsgruppe Gießen-Mitte, 20.30 Uhr, Astoria-Lichtspiele, Vorführungen von Lichtbildern; Zellenversammlung der Zellen 1 bis 6 und der Frauenschaft. — Der Oberhessische Geschichtsver- e i n veranstaltet am morgigen Donnerstag seinen letzten Vortrag in diesem Winter. Universitätsbibliothekar Dr. W a l b r a ch wird einen Vortrag mit Lichtbildern über das Thema „Das rheinfränkische Gebiet als geschichtliche Einheit" halten und damit das Ergebnis der in den verschiedensten Richtungen geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Art angestellten Untersuchungen darbieten. (Siehe gestrige Anzeige.) ** B e i einer Notlandung im Nebel abgestürzt. Auf dem Wege von Gießen nach München stürzte am Montagnachmittag bei dem Versuch einer durch den Nebel erzwungenen Notlandung das Sportflugzeug D1858 ab und erlitt schwere Beschädigungen. Der Insasse D r. Noll zog sich dabei Kopfverletzungen zu und mußte in das Krankenhaus nach Nürnberg eingeliefert werden. * * Kleine Unfälle. 5n der vergangenen Nacht ereigneten sich einige kleinere Unfälle. Ein hiesiger Metzgergehilfe mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne mit einer Kopfverletzung von seiner Wohnung aus in die Chirurgische Klinik gebracht werden. In der Chirurgischen Klinik fand sich ein Mann mit Schnittoerletzungen an beiden Händen ein. Beide mußten sich in der Klinik verbinden lassen. Amtsgericht Gietzen Zwei Einwohner von Gießen erhielten Strafbefehle von 3 bzw. 3 Mk., gegen die beide Einspruch einlegten. Die Angeklagten sammelten im Schiffen- berger Wald Holz und wußten nicht, daß sie staatliches Gelände betreten hatten. Die Strafe des einen Mannes wurde auf 2 Mark herabgesetzt, während das Gericht die gegen den andern Mann im Strafbefehl ausgesprochene Strafe aufrechterhielt, da sich der Angeklagte dem Förster gegenüber ungebührlich benahm. Wegen Felddiebftahls erhielt ein Arbeiter aus Gießen einen Strafbefehl in Höhe von 1 Mark. Der Angeklagte sammelte mit seiner Familie Brombeeren. Auf dem Nachhauseweg las er heruntergefallene Aepiel aus. Der gegen den Strafbefehl eingelegte Einspruch wurde kostenpflichtig verworfen. Eine Goststätteninhaberin von hier wurde angetroffen, als sie nach '/r3 Uhr nachts noch geistige Getränke verabreichte. Sie erhielt deshalb eine Geldstrafe von 10 Mark, wogegen sie Einspruch einlegte. Dos Gericht wies entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts den Einspruch kostenfällig zurück. Oberhessen. Landkreis Gietzen. wg. Großen-Buseck, 13. Febr. Der G e - sangoerein „Germania" hielt am Samstag im Saale von H. Brück sein Wintervergnügen ab, das außerordentlich gut besucht war. Nach einem schneidigen Marsch und nach einem Lied des Chors des Vereins hielt der Vereinsführer Karl B o n a - r i u s eine Ansprache. Er rief die Ereignisse des vergangenen Jahres in die Erinnerung zurück und betonte, daß sich die nationale Erhebung auch für das deutsche Volkslied günstig ausgewirkt habe. Er forderte besonders die jüngere Generation auf, sich in den Dienst des deutschen Liedes zu stellen. Nach der Ehrung einiger Mitglieder für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein schloß der Redner seine Ansprache mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland. Im Verlaufe des Abends gelangten drei Theaterstücke zur Aufführung, die mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Musikalische Darbietungen füllten die Pausen. ? Reiskirchen, 12. Febr. Gestern abend hielt der hiesige Turnverein „Gut Heil" sein diesjähriges Wintervergnügen ab, das als Werbeturnen in größerem Stil eine ganz besondere Note hatte. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als unter flotter Marschmusik des eigenen Spielmannszugs das im vorigen Jahre geweihte Vereinsbanner eingebracht wurde, von einer ungezählten Schar Schüler, Schülerinnen, Turnerinnen und Turnern geleitet, die auf der Bühne Aufstellung nahmen. Zunächst begrüßte der 1. Vorsitzende Müller die Gäste und dankte den Eltern und Erziehern, daß sie so zahlreich ihre Kinder in die Turnstunde schicken. Namentlich sei es zu begrüßen, daß im vergangenen Jahre eine Frauenriege und eine Schülerinnenabteilung zusammengestellt worden seien, die nun zum erstenmal in der Oeffent- lichkeit Proben ihres Könnens abgeben wollten. Anschließend übereichte er den Turnerbrüdern Karl Schäfer, Heinrich Damm und Christian M ö - b u s III. die Dereinsehrennadel für 25jährige Mitglied schäft. Dann folgte Schlag auf Schlag die Vorführung der teilweise recht schwierigen Hebungen an Barren, Reck und die Freiübungen, die manchmal mit stürmischem Beifall belohnt wurden. Ein kleines Theaterstück zeigte auch die lustige Seite des Turnerlebens. Bald war der turnerische Teil erledigt und alt und jung verblieb noch in echt turnerischem Geiste zum Tanz beisammen. y Bersrod, 12. Febr. Dieser Tage hatte die Ortsgruppe Bersrod der NSDAP, ihre neuen Mitglieder zur Ausgabe der Mitgliedskarten in das Parteilokal Becker eingeladen. Im festlich geschmückten Saale begrüßte zunächst flotte Marschmusik des Posaunenchors Bersrod. Ortsgruppenleiter Pg. Hofmann hieß alle herzlich willkommen. Dann sprach Ortsgruppen-Schulungs- und Propagandawart Pg. Heß (Winnerod) von dem großen Ziel und den Aufgaben des Nationalsozialismus, der Volksgut im wahrsten Sinne des Wortes geworden sei. Mitzuhelfen beim Aufbau sei Pflicht aller. An erster Stelle ständen die Parteimitglieder, die durch ihre Zugehörigkeit zur Partei nicht größere Rechte, sondern größere Pflichten übernehmen. Nach dem Horst-Wessel-Lied erfolgte die feierliche Verpflichtung der neuen Mitglieder durch Handschlag. Nach dem Schlußwort blieb man, nachdem durch den Ortsgruppenleiter noch einige Fragen parteiamtlicher Art erledigt worden waren, noch einige Stunden in geselliger Unterhaltung beieinander. (D Weitershain, 13. Febr. Am Samstagabend hielt der hiesige Kriegerverein im Saale der Gastwirtschaft Dietz seinen Familienabend ab. Hierzu hatte sich außer den Mitgliedern eine große Zahl Gäste eingefunden. Der Dereins- führer Lerch hieß die Teilnehmer willkommen. Es gelangten drei Tonfilme zur Vorführung, die einen guten Eindruck hinterließen. Der Gesangverein und die NS.-Frauenschaft umrahmten die Aufführungen mit einigen Liedern. * jungen, 13. Febr. Im Laufe des geftrigen Tages wurde hier ein Wanderbursche, der die nationale Bewegung durch Redensarten verächtlich machte, fest genommen und dem Richter vorgeführt * Villingem , 13. Febr. Richard Keiber von hier wurde zum Gemeinderechner unseres Ortes bestellt und verpflichtet. Strcie Alsfeld. w Alsfeld, 13. Febr. Am Samstag veranstaltete die Arbeitsdienstabteilung Alsfeld im großen Saale des „Deutschen Hauses" einen Kameradschaftsabend, der einen vollbesetzten Saal brachte. Es war die erste Veranstaltung, mit welcher das Arbeitsdienstlager in die Öffentlichkeit trat. Sie war von dem Gedanken geleitet, Kameradschaftsgei st und Volksgemeinschaft mit der Bürgerschaft der Stadt Alsfeld zu pflegen. Der Abteilungsführer, Oberfeldmeister Frickhoeffer, sprach einleitend herzliche Be° grüßungsworte, bei denen er den Sinn und die Bedeutung des deutschen Arbeitsdienstes erläuterte. Ein von Angehörigen des Arbeitsdienstes gestelltes, recht wirkungsvolles lebendes Bild stellte den freiwilligen Arbeitsdienst dar. Ein Schauspiel in zwei Akten, „Deutsche Treue", dargestellt von Angehörigen der Arbeitsdienstabteilung, gab ein packendes Bild von der Not des Grenzlanddeutschtums. In bunter Folge wechselten dann allerlei Weitere Büh- nenvorträge. Besonders gut gefielen die gymnastr schen Hebungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Den musikalischen Teil der Veranstaltung hatte die 25 Mann starke Gruppenkapelle übernommen, die mit ihren flotten Märschen und ihrer sonstigen Hnterhaltungsmusik dankbare Zuhörer fand. Die ganze Veranstaltung machte einen vorzüglichen Eindruck und zeigte den Geist echter Kameradschaft und guter Disziplin des Arbeitsdienstes. ll. Merlau, 13. Febr. Die Sängervereinigung „Eintracht - Sängerkranz" hielt am Sonntag im Hörlefchen Saal ihr Winter- oergnügen aU. Ein Marsch der SA.-Kapelle und der Sängergruß leiteten die Veranstaltung ein. Der- einsführer Demger begrüßte die Teilnehmer, erinnerte daran, daß der Verein bereits 52 Jahre bestehe und stets bestrebt gewesen fei, das deutsche Lied zu pflegen. Er forderte die männliche Jugend des Dorfes auf, durch aktive ober passive Mitgliedschaft die Sache des deutschen Liedes zu fördern. Nachdem der Chor ein Lied gesungen hatte, gelangte ein Theaterstück zur Aufführung, das den Kampf der SA. um das Vaterland schilderte Das Stück wurde ausgezeichnet wiedergegeben. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangte noch ein Schwank zur Aufführung, der herzliches Lachen auslöste. Unter der Leitung von Chorleiter Mö- bus (Reiskirchen) wurden noch verschiedene Lieder vorgetragen, die lebhaften Beifall fanden. Eine Sammlung für die Winterhilfe erbrachte den Betrag von 10 Mark. ll. Atzenhain, 13. Febr. Der hiesige Krie- gerverein hielt dieser Tage in der Wirtschaft von Johannes Schmidt seine Generalversammlung ab. Der Führer des Vereins, Kamerad Scheich, ehrte zunächst die im Jahre 1933 verstorbenen Mitglieder und gab dann einen Rückblick auf das vergangene Jahr der nationalen Erhebung. Die Rechnungsablage gab keinen Anlaß zu Beanstandungen, so daß dem Rechner Emil Becker sowie dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt werden konnte. Der Vorstand soll in der bisherigen Zusammensetzung bestehen bleiben. Die älteren Vereinsmitglieder traten, soweit sie nicht schon der SA. angehören, geschlossen der SA.-Reserve II bei. Die Versammlung wurde mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten und den Führer beschlossen. — Die Lebensmittel- Haussammlung in unserem Orte ergab 98 Pfund Wurst und Speck. st. K i r t o r f, 13. Februar. Das Ergebnis der Sammluna'vom Eintopfgericht belief sich auf 15,50 Mark gegenüber 40,50 Mark im Vormonat. In Ober-Gleen betrug das Ergebnis 49,45 (46,77) Mark. st. Kirtorf, 13. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt in der Gastwirtschaft „Zur Krone" ihre Generalversammlung ab. Der erste Führer, Kamerad Friedrich L i e h r, sprach zunächst von der Bedeutung des Jahres 1933 und der nationalen Erhebung; gleichzeitig kennzeichnete er die Stellung der Freiwilligen Feuerwehr im neuen Deutschland. Es sei Ehrenpflicht jedes Feuerwehr- mannes, treu zu unserem Volk und Vaterlande zu stehen. Die Ansprache klang in einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und das Vaterland aus. Der erste Adjutant K. Gleißner trug so- dann die Jahresrechnung vor, die mit einem Heber» schuß abschloß. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Es wurde beschlossen, diejenigen Kameraden, die schon über 40 Jahre aktiv der Feuerwehr ange- hären, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, diejenigen Mitglieder, die den gleichen Zeitraum Mitglieder, aber nicht mehr aktiv find, sollen als beitragsfreie Mitglieder geführt werden. Zum Schluß ermahnte der Führer, auch im Jahre 1934 treu zum Führer Adolf Hitler zu stehen. Im kameradschaftlichen Teil der Versammlung machte der zweite Führer Wilhelm L a t h e r (Ortsgruppenleiter des Reichsluft- schutzbundes) auf die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes aufmerksam und forderte zum Beitritt zur Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes auf. 17 Kameraden meldeten sich an. Die Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes zählt nunmehr 58 Mitglieder. Kreis Lauterbach Lauterbach, 13. Febr. Die hiesige V ereinigung ehemaliger 116er hielt dieser Tage im Johannisberg ihre Generalversammlung ab. Vereinsführer Burg gab zunächst einen Heberblick über die Geschehnisse des Jahres 1933 und schloß mit dem Wunsche, daß es möglich fein möchte, jeden Volksgenossen wieder in Arbeit zu bringen. In stillem Gedenken wurde sodann der verstorbene Kamerad B e i l i ck e geehrt. Der Vereinsführer erstattete im Anschluß Daran Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. Mehrere hilfsbedürftige Kameraden wurden durch Geldbeträge unterstützt. An das Lauterbacher Hilfswerk wurden 25 Mark als Spende abgeführt. Die Rechnung ergab einen Barbestand von 517,38 Mark und wurde für richtig befunden. Zu Revisoren für 1934 wurden W. Kiehl und K. Kraft bestimmt. Hinsichtlich der SA.-Reserve II gab der Führer die Ausschreibungen bekannt. Kamerad Berghäuser machte hierzu ergänzende Ausführungen. Dem Lauterbacher Winterhilfswerk sollen auch für dieses Jahr 25 Mark überwiesen werden. Ferner wurde ein Betrag von 150 Mark sichergestellt, der es jedem Kameraden ermöglichen soll, an der im August stattfindenden Anloy-Feier in Gießen teilzunehmen. Für die Folge sollen in jeder Versammlung von den Kameraden Vorträge über Front- und Kriegserlebnisse gehalten werden. Riesiges Faschingstreiben in Frankfurt LPD. Frankfurt a. M., 13. Febr. Frankfurt hat sich zwar noch nicht wieder zu dem Versuch auf« schwingen können, einen allgemeinen Faschingszug auf die Beine zu stellen nichtsdestoweniger war auch die Großstadt Frankfurt drei Tage lang von einem närrischen Leben und Treiben erfüllt, wie es in gleichem Ausmaß bisher kaum der Fall war. Namentlich am Dienstagabend erreichte das Fasch i n g s t r e i b e n einen s o riesigen Umfang, daß jeder Verkehr im Zentrum der Stadt unmöglich war. Hauptwache, Zeil und Kaiserstraße waren von dichten Menschenmassen besetzt, die sich Pritschen- und Konfettischlachten lieferten und dem Maskentreiben mit mehr oder weniger humorvoller Fröhlichkeit den Rahmen gaben. In allen Lokalen herrschte riesiger Faschingsbetrieb, der erst in den frühen Morgenstunden des Mittwoch sein Ende fand. Das Autounglück in Mainz. LPD. Mainz, 13. Febr. Zu dem bereits gemeldeten Autounglück, das zwei Menschenleben forderte, erfahren wir noch: Die Insassen des Wagens, der Bäcker Adolf Leiser, geboren 1896 in Dörzbach, wohnhaft in Darmstadt; der Flugzeugbauer Willi Häuf, geboren 1906 in Darmstadt; Fräulein Hedwig Rett und Frau Schnellbecher aus Darm- stadt, hatten sich den Rosenmontagszug angesehen und dann einen Rundgang durch die Stadt gemacht. In den späten Abendstunden wollten sie nach Hause fahren und haben sich in der Nähe des Rheins nach dem Weg erkundigt. Offenbar haben sie jedoch die Auffahrt zur Sttaßenbrücke übersehen und gelangten an den Rhein etwas unterhalb der Anlegestelle der Köllv—Düsseldorfer Dampsschifsahrts-Gesellschaft. Als der Fahrer das Wasser bemerkte, wollte er den Wagen noch nach links Herumsteuern, stürzte jedoch über die Böschung herab. Das Auto überschlug sich und blieb seitlich liegen, so daß die Männer nach unten, die Frauen nach oben zu liegen kamen. So kam es, daß die Frauen gerettet werden konnten, während die Männer trotz des niedrigen Wasserstandes von etwa 70 Zentimeter erstickten. Für die beiden Frauen besteht keine Lebensgefahr mehr. Zweites Todesopfer des Mainzer Motorradunglücks. LPD. Mainz, 13. Febr. Der bei dem gestern gemeldeten Motorradunglück schwer verletzte Georg Lorsch ist in der Nacht zum Montag ebenfalls seinen Verletzungen erlegen, so daß nun z w e t Tote zu beklagen sind. Sprcmn"nden der Redaktion. 18 bU 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Aus dem Reiche der Krau. Vom Schalten und Watten der deutschen Mutter. Ein Vermächtnis von Or med. b.c Hedwig Heyl t Hebwig Heyl, die kürzlich verstorbene Führerin der deutschen Hausfrau, hat uns Worte über den Mutterberuf hinterlassen, die diese größte und eigentliche Aufgabe der Frau kennzeichnen und gleichzeitig ein Weckruf sind für die Erfüllung der mütterlichen Pflicht. Zum Mutterberuf ist jede Frau für ihre Zeit zu erziehen, da er der erste, wichtigste und geehr- teste auf dieser Erde bleibt. Alle Erkenntnis der Wissenschaft muß ihm dienen, alle Lehren, die Psychologie und Technik aus der Erfahrung und Ergründung erarbeitet, müssen zu Füßen der Mutter gelegt werden und durch sie in neuer Jugend zu praktischer Wirkung gelangen. v Deshalb darf die mütterliche Frau nicht in den Tag hineinleben. Sie hat ihr gegebenes Gut für die Gegenwart durch ihr Pflichtgefühl zu mehren und nutzbar zu machen, sie hat durch strenge Selbsterziehung ein täglich wirkendes Beispiel für die Zukunft zu geben. Die Forderung, die der Mutterberuf heute gebieterisch verlangt, ist, den neuen Menschen zur Selbständigkeit zu erziehen. Das Mädchen von heute muß von klein auf körperliche, geistige und seelische Kräfte dazu sammeln. Unsere psychologischen Erkenntnisse weisen auf den Anfang dazu neun Monate vor der Geburt des Kindes hin. Deshalb muß die Gesundheit der Mutter, die für ihren Beruf von der Natur so meisterhaft vorbereitet ist, verantwortungs- und vernunftgemäß Pflege für sich anwenden. So genau wie die normalen inneren Organe dem Schöpferbefehl wie eine Uhr gehorchen, so muß Willen und seelische Kraft schon während des Werdens des Kindes diese Ordnung unterstützen. r Das große Problem für die ganze Menschheit, Nahrung, Wohnung und Kleidung zu schaffen, fängt bei der Pflege des Säuglings an. Wie das geschieht, ist von Bedeutung, denn alles ist auf die junge Menschenpflanze zurückbezüglich. In einem vorgeschritteneren Säuglingsalter erkennt das Kind in seiner häuslichen Umgebung das Feld seiner Kraftübung, seine erste Tätigkeit: es greift, und übt daran Auge und Hand. Schon hier setzt das große Gesetz ein: der Drang zur Bewegung und Arbeit. Das kindliche Spiel, zu dem die Umgebung es anregt, wird von der Mutter, in der Weise, wie Fröbel will, geleitet, indem er sagt: „Seid innerlich aktiv, äußerlich passiv", d. h. laßt dem Kinde das Glück des selbständigen Schaffens, bereitet es unmerklich vor. Die wundervollen Grundlagen, die Fröbel durch feine Ideen und Erziehungsmittel an die Hand gab, und die durch Henriette S ch r a - der im Pestalozzi-Fröbel-Haus für das Volkskind zur Benutzung vorbereitet sind, hat auch mütterlichen Erzieherinnen die Möglichkeit guter Ausbildung gegeben. Die Zusammenhänge des wirklichen Lebens, das Arbeit und Erfahrung fordert, gehen durch Spiel in der Wirklichkeit in das Bewußtsein des Kindes über und legen den Grund zu sinnreichem Tun durch eigene Erfahrung. Das Kind ist aufnahmefähig, ohne daß wir es aufmerksam machen. Deshalb ist die Umgebung mit dem sich darin abspielenden Leben ein Nährboden, auf den sich jeder erwachsene Mensch in hohem Alter noch als ausschlaggebend besinnt. Die Ordnung und Schönheit des Hauses mit der Erfüllung der drei Grundforderungen, Pflege der Wohnung, Nahrung und Kleidung, gibt dem Kind auf natürliche Weise die Arbeitsform, der sich jedes Familienmitglied anpassen muß. Die Disziplin, die ein Hauswesen als Voraussetzung der Einordnung verlangt, ist Notwendigkeit in jeder Gesellschaft der Menschheit. In späteren Jahren unterstützen die Sportgesetze diese Erziehung Aber nicht nur aus Ordnungsgründen fügt sich das Kind den Gesetzen des Hauses — es freut sich an der Arbeit, die mit seinen schwachen Kräften getan wird, und seine Kraft erstarkt an der Leistung und geübten Körperbewegung — hauswirtschaftliche Tätigkeit. Dabei bedenkt die Mutter, wie sie das Interesse an Blumen und Tieren für die Liebestätigkeit für jede Kreatur, einschließlich der Nebenmenschen, wecken und die fürsorglichen Instinkte fördern könnte. Das Lebende ist im Gesichtskreis des Kindes das, was zur Arbeit treibt, was die Seele wärmt, und die schöpferische Tätigkeit leitet. Unausgesetzt überwacht die Mutter Lektüre, Beschäftigung, Umgang und das erwachende Gemütsleben. Handelt es sich doch darum, das Lebensglück aufzubauen mit den. Bausteinen, die eine Mutter im wohlverstandenen Berus sorgsam zum Bau bereitstellt, aus denen ihr Kind im Bewußtsein, fest auf eigenen Füßen stehen zu können, kraftvoll zu Am 1. Januar 1934 ist Frau Scholtz - Klink m die Reichsleitung des Arbeitsdienstes in Berlin als Reicksleiterin für den Frauenarbeitsdienst berufen woroen. Hiermit beginnt für die deutsche Frau eine neue Periode des Frauenschaffens- und wirkens. Denn hier in den Frauenarbeitsheimen sollen vor allem die deutschen Mädchen geformt und zur deutschen Frau erzogen werden. Es liegt somit in den Händen des Frauenarbeitsdienstes die verantwortungsvolle Aufgabe, grundlegend an der Neuformung der deutschen Frau mitzuwirken. Frau Scholtz-Klink hat ihre Aufgabe auch klar erkannt und will — im Gegensatz zu dem männlichen Arbeitsdienst — den Hauptwert auf die erzieherische Arbeit in den Heimen legen. Hier, in den Arbeitsdien st Heimen, sollen die jungen Mädchen die Vorbereitung zu ihren künftigen Berufen, hauptsächlich aber dem der Gattin und Mutter erlernen. Kochen, Rechnen und Einteilen, Nähen und Flicken, Säuglings- und Kleinkinderpflege sollen hier erlernt werden. Auch sollen die jungen Mädchen den Wert des Bodens kennenlernen und wissen, wie der Kreislauf der Jahreszeiten draußen in der Natur sich vollzieht. Sie sollen lernen, was es heißt, ein deutscher Mensch auf deutschem Boden zu sein und spüren, wie zwischen Boden und Blut geheimnisvolle Beziehungen bestehen. Und dann sollen sie ai'ch erfahren, daß es der Boden ist, der uns ernährt und sollen wissen, wie der Boden in den Dienst des Menschen gestellt werden muß, um Erträgnisse zu liefern, die uns unser Dasein ermöglichen. — Die jungen Mädchen sollen, wenn sie später, als Frauen, einmal im Leben ein kleines Siedlungshaus, z. B. am Rande einer Stadt, ihr Eigen nennen, wissen, wie sie Haus und Hof zu bestellen haben. Aber nicht nur all dies sollen die deutschen Mädchen während ihrer Arbeitsdienstzeit erlernen, sie sollen auch den Wert und die Bedeutung des deutschen Wesen und der deutschen Kultur erfahren und in ihren Heimen gemeinsam erleben. Das deutsche Volkslied, Tanz- und Hausmusik, deutsche Märchen und Gedichte sollen hier gepflegt werden, auch sollen sie in gemeinsamen kleinen Spielen die Schönheiten der deutschen Sprache erkennen und verstehen lernen. Und dann sollen sie ihren Körper pflegen, stärken und stählen. Sport und Gymnastik darf nicht vernachlässigt werden. Deutschland braucht gesunde Frauen. — Die Pflege des Körpers und das Wissen um den Körper sollen den jungen Mädchen so nahegebracht werden, daß sie, wenn sie später wieder hinaustreten in die Gemeinschaft des Volkes, es ihnen als ein Lebensbedürfnis erscheint, auch weiterhin im Leben auf den Körper zu achten, ihn gesund und leistungsfähig zu erhalten. der ihm liegenden Lebensberufsarbeit drängt. Die Berufsbildung zur Mutter muß aber immer die Veranlagung dazu voraussetzen, da die Menschheit vor allem gute Mütter braucht. Wie sieht es in Ihrer Küche aus? Könnten Sie Ihren Besuch jederzeit einen Blick in die Küche tun lassen? Nein? Dann ist irgend etwas nicht in Ordnung, und wir wollen uns bemühen, den Fehler zu finden. Es ist leider Tatsache, daß viele Frauen eine geradezu unglaubliche Unordnung um sich herum verbreiten, wenn sie in der Küche arbeiten. Es wird immer noch zu wenig bedacht, daß nichts sich mehr bezahlt macht als Ordnung. Dabei ist es so Durch das gemeinsame Erleben von Freund und Arbeit sollen die Mädchen in sich aufnehmen, daß alle deutschen Frauen der Schicksals- gemeinschast des deutschen Volkes angehören und daß es innerhalb dieser Gemeinschaft keine Standes- und Klassengegensätze gibt. Die Mädchen werden in ihren Heimen das Gefühl für tiefe Verbundenheit aller deutschen Menschen empfangen, so stark, daß, wenn sie später wieder in die Volksgemeinschaft ganz eingehen, sie dieses Wissen in die Tat umsetzen werden und ihren Volksgenossen zum Vorbild werden. So breitet sich hier ein weites Feld aus, das große Möglichkeiten der Entwicklung und Erziehung der deutschen Frauen in sich trägt. Hoffen wir, daß aus diesem noch wenig bewirtschafteten Felde einst ein blühender Garten wird. Es sei noch erwähnt, daß jedes deutsche Mädchen zwischen 17 und 25 Jahren sich bei dem Arbeitsdienst ihres Bezirks zum Frauenarbeitsdienst anmelden kann. Mädchen über 25 Jahre werden nur angenommen, soweit sie im Dienste des Frauenarbeitsdienstes, sei es als Helferin oder Führerin eines Heimes, auch späterhin bleiben wollen. Hierzu muß jedoch hinzukommen, daß die betreffende Frau geeignet erscheint, um späterhin eine solche Stellung ausfüllen zu können. Die jungen Mädchen müssen sich verpflichten, daß sie mindestens 20 Wochen, diese Frist kann bis zu 40 Wochen ausgedehnt werden, in dem ihnen zugewiesenen Heim bleiben und sich der Hausdisziplin in jeder Weise unterordnen werden. Jedem Mädchenheim steht eine Leiterin vor; die Leiterinnen müssen aus dem Arbeitsdienst hervorgegangen sein. Es ist auch für die Zukunft vorgesehen, daß die notwendige Führerinnenschicht aus den Arbeitsdienstheimen herausgesucht und in besonderen Führerinnenschulungskursen für ihre verantwortungsvolle und schwere, aber auch unendlich schöne Aufgabe, vorbereitet werden sollen. Besonders bevorzugt sind hierbei Frauen, die schon als Lehrerin, auch Haushaltungs- und Handarbeitslehrerin tätig waren und ihr Examen mit Erfolg abgelegt haben. Heute find rund 8000 deutsche Frauen in Frauenarbeitsdienstheimen untergebracht, die Zahl wird wohl im Frühjahr und Sommer erheblich anschwellen. Hoffen wir, daß all die vielen großen und schönen Möglichkeiten, die in diesem Plan liegen, sich auch in die Tat umsetzen werden und zur vollen Entfaltung kommen. Diese Aufgabe steht uns zu. Der Staat, das heißt unser Volk, gibt uns das herrliche Werkzeug. Es liegt an uns Frauen, jetzt zu beweisen, daß wir es richtig benutzen können. Wohlan, laßt uns an die Arbeit gehen! leicht, die Gefahren zu umgehen, wenn man stch an die Grundregeln hält: 1. Wenn das Geschirr aus dem Zimmer zu- rückkommt, muß es von allen Resten gereinigt werden und seinen endgültigen Platz bis zum Abwasch bekommen. Kleine Teller kommen auf kleine, große Teller auf große. Silber in den dafür bestimmten Topf, Gläser und Tassen zusammen auf die eine, Töpfe auf die andere Seite. Dieses Mehr an Arbeit bedeutet drei Minuten. Die sonst entstehende Unordnung würde mindestens eine halbe Stunde Arbeit kosten. 2. Beim Kochen muß jeder Gegenstand, soweit er nicht dauernd gebraucht wird, sofort auf seinen Platz zurückgelegt werden. Siebe, Töpfe usw. spült man gleich nach dem Gebrauch aus. 3. Einkäufe dürfen niemals achtlos im Netz oder im Korb beiseitegestellt und von Gebrauchsfall zu Gebrauchsfall daraus hervorgekramt werden. Man muß sie sofort auspacken und an ihren Aufbewahrungsort bringen. 4. Die Küche ist kein A b st e l l r a u m für leere Wein- und Bierflaschen. 5. Papier gehört nicht auf die Erde, sondern in den Müllkasten. 6. Verschüttetes Wasser muß sofort aufgetrocknet werden. 7. Abfälle streicht man gleich auf Papier zusammen und wirft sie weg, damit sie nicht auf den Boden fallen und zertreten werden. 8. Zarte Gardinen und Spitzen haben in der Küche nichts zu suchen. Die feuchte Luft macht sie schon nach wenigen Tagen gelb und welk und läßt den ganzen Raum ungepflegt erscheinen. Oer schmackhafte Eintopf. Eine Anzahl erprobter Rezepte. Saure Linsen mit Speck. Linsen (1 Pfund für vier Personen) werden gut abgewaschen und 24 Stunden in Wasser eingeweicht. Dann setzt man sie mit kaltem Wasser ohne Salz auf und fügt gleich so viel Essig hinzu, daß das Gericht den gewünschten Geschmack bekommt. Man tut % Pfund durchwachsenen Speck hinein und läßt das Gericht auf kleinem Feuer richtig weich kochen. Kann auch in der Kochkiste fertigkochen. Erst wenn es fertig ist, schmeckt man es mit Salz ab. Bohnen mit Birnen. Weiße Bohnen werden am Taae vorher in kochendem Wasser eingeweicht und frühzeitig aufs Feuer gesetzt, damit sie richtig weich werden. Man setzt sie auf langsames Feuer und gibt in Viertel geschnittene, geschälte Kochbirnen hinein. Wenn die Bohnen gar sind, schmeckt man sie mit Salz ab und läßt Brühwürstchen (ein Viertelpfund für die Person) auf dem Gericht heiß werden. Man kann die Bohnen auch ohne Birnen kochen und kann dann mit etwas Pfefter abschmecken und feingewiegte Petersilie über das Gericht streuen. Familien-Eintopf für 4 Personen. % Pfund Rauchfleisch, % Pfund weiße Bohnen, 2 Würfel Maggi's Familien-Suppe, 2 Pfund Kartoffeln, feingehackte Petersilie. Die sauber gewaschenen Bohnen am Abend vorher in % Liter warmem Wasser einweichen am nächsten Morgen 1 Liter Wasser dazugießen, mit dem kleingewürfelten Fleisch aufs Feuer bringen und halb garkochen. Inzwischen 2 Würfel Maggi's Familien-Suppe fein zerdrücken, in Vx Liter kaltem Wasser glattrühren, den Brei zum Fleisch gießen, die kleingeschnittenen Kartoffeln beifügen, gut durchrühren und bei kleinem Feuer garkochen lassen. — Vor dem Anrichten foingehackte Petersilie darüber streuen. Rosenkohl mit Schinken. Der Rosenkohl wird nur etwas abgeputzt und bann abgewaschen. Hierauf gibt man ihn in reichlich zerlassene Butter und läßt ihn unter häufigem Rühren weich schmoren, was bei einem Pfund kaum länger als eine halbe Stunde dauert. Hierauf gibt man Scheiben von gekochtem Schinken darauf, so daß sie heiß werden. Da man dieses Gericht ohne Kartoffeln ißt, muß man reichlich Rosenkohl rechnen, und zwar etwa Yi Pfund für die Person. Man kann auch in Scheiben geschnittene gekochte Kartoffeln am Schluß hineingeben und diese mit durchwärmen lassen. Deutscher Krauenarbeiisdienst. Erziehung der weiblichen Lugeno für ihren künftigen Beruf. Von Or. Unger Deutsches Modeschaffen setzt sich durch. Von Johannes Müller. V. A. „Paris zeigt am 5. Februar..." — ein Satz, der um diese Zeit das Interesse der am Modeschaffen beteiligten Kreise Jahr für Jahr in der ganzen Welt beherrscht. Don nichts anderem ist die Rede in der Konfektion und in der Modeindustrie. Aus der Statistik kann man ersehen, um welch ungeheure Summen alljährlich die Außenhandelsbilanz Frankreichs durch die Ausfuhr französischer Modelle verbessert wird. Was das für die französische Industrie bedeutet, wieviel Hände dabei beschäftigt werden, was da gesponnen, gewebt, gezeichnet, geschneidert wird, ist kaum zu ermessen. Die Ueberlegung liegt nahe, inwieweit es möglich ist, das modische Können des eigenen Landes in diesen Vorgang einzuschalten. Mit einem kühnen Schritt hat der nationalsozialistische Staat auch hier im vergangenen Jahr den ersten Vorstoß getan. Das Deutsche Mode- Jnstitut hatte sich die Aufgabe gestellt, das schöpferische Können, das in so hohem Maße im deutschen Volke vorhanden ist, organisatorisch zusammenzufassen. Man denkt durchaus nicht an eine Verleugnung der Weltmode. Das Deutsche Mode- Institut hatte sich auch nicht etwa vorgenommen, eine unzeitgemäße Nachahmung alter Trachten anzustreben Dadurch würde man ein Kulturgut, das uns allen wertvoll ist, dem sicheren Verfall über« §eben. — Was aber bei uns möglich ist, das ist die örderung fchöpferifch tätiger Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Mode, um sie in einer allmählichen Entwicklung dahin zu führen, daß sie schließlich zum Segen der heimischen Industrie am Modeschaffen des Landes, ja der Welt, einen ausschlaggebenden Anteil haben. _ .... , Das Arbeitsgebiet des Deutschen Mode-Instituts hat in jeder Saison zwei Abschnitte. Zunächst werden auf einer großangelegten Stoffschau einem Kreis ausgewählter Modellschöpfer die letzten Erzeugnisse der deutschen Stoffindustrie gezeigt. Die zugelassenen Zeichner und Schneider bekommen hier also lange vor der Öffentlichkeit die neuesten Muster zu sehen und erhalten für die Anfertigung einzelner Modelle kleine Mengen des Materials, das sie sich auswählen. In den folgenden Monaten kommt dann der zweite Arbeitsabschnitt des Deutschen Mode- Instituts, die Vorführung der Modelle, die aus dem Material hergestellt worden sind, das auf der Stofffchau gezeigt wurde. Die Arbeit des Deutschen Mode-Instituts im vergangenen Jahre war, obgleich neu und umstürzlerisch, von großem Erfolg. Im Dezember wurde diese Arbeit für die Sommerkollektion 1934 mit der Stoffvermittlung fortgesetzt. Der zweite Akt zur Förderung der deutschen Arbeit in der Frühjahrs- und Sommermode 1934 steht bevor. In diesen Tagen findet die Modell-Vorführung des Deutschen Mode-Instituts in Berlin statt. Wenn die Konfektionäre aus Paris zurückkommen, werden sie im Rahmen eines Nachmittagstees Gelegenheit haben, die 3 0 0 besten deutschen Modelle zu sehen, die von deutschen Künstlern aus deutschen Stoffen geschaffen wurden. Dann wird man sehen, daß man sich auch in der Mode nicht sklavisch dem Diktat von Paris beugen muß. Daß man an der Spree so gut wie an der Seine den Sinn für die kommende große Modelinie in der Welt hat. Die Modellschöpfer haben sich mit großer Liebe in ihre Arbeit vertieft und vielfach bis zum letzten Knopf ihre eigenen Ideen bekundet. Neben neuen Stoffen und Zutaten zeigt das Mode-Institut auch Erzeugnisse der deutschen Pelzbearbeitung. Weiter werden bei der Modeuvorführung deutsche Frühlings- und Hochsommerhüte die Kleider begleiten. Bei dem großen Interesse, das die Modelloor- führungen im vorigen Jahre erzielten, und bei dem ganz großen internationalen Erfolg, den einzelne Kleider hatten, ist anzunehmen, daß die Arbeit für deutsches Modeschaffen in diesem Jahr einen weiteren sehr wichtigen Schritt bedeuten wird, die selbständige Mitarbeit der deutschen Modeindustrie an der internationalen Mode zu befestigen. Kinder müssen an die frische Lust! Auch wenn es kalt ist. Von A. Liebig. Die junge Mutter hält ein langes Selbstgespräch: „Nein, heute kann ich nicht mit meinem Kinde ausfahren, es ist wirklich zu kalt! Die Hände erfrieren einem ja beim Schieben des Wagens, und erst recht die Füße! Zu besorgen habe ich auch nichts in der Stadt — nein, ich bleibe hier. — Müde bin ich auch und könnte das Buch heute nachmittag so recht gemütlich zu Ende lesen. — Besser wär's ja schon, wenn das Kleinchen jeden Tag ein wenig rauskäme, aber heute — es ist eigentlich sogar recht schön und sonnig, ja dann müßte ich wohl doch —' Die junge Mutter wendet sich zu ihrem Kleinchen und fragt: „Sollen wir heute ,abba‘ gehen?" Ein strahlendes Lächeln und freudiges Stammeln „Adda- adda!" machen der Unentschlossenheit ein Ende und als das Kindchen nach prächtig gelungener Gedankenarbeit und Jdeenverbindung „Wau-wau!" stammelt, da ist die Mutter entzückt über die Klugheit ihres kleinen Schatzes und verspricht ihm viele „Wau-waus" zu zeigen, und in bester Laune machen sich beide auf den Weg. Mutter und Kind verleben draußen eine prächtige Stunde. Sie scherzen und lachen miteinander und kehren mit frischen Wangen und gesundem Hunger nach Hause. Besonders schön war es, daß nichts in der Stadt zu besorgen war, unbeschwert konnte man sich ganz dem Kinde widmen. Die junge Frau gehörte zu den Müttern, die wohl wissen, daß die Kinder auch im Winter an die Luft kommen müssen. Sie hatte nur einen kleinen Kampf mit sich auszufechten, um die Bequemlichkeit und Unentschlossenheit zu überwinden. Schlimmer geht es den Kindern, deren Mütter aus übergroßer Sorge oder Unkenntnis sie während des ganzen Winters oder gar der ersten Frühlingstage in dem warmen Zimmer halten. Sie meinen, wenn gründlich gelüftet ist, habe man das Beste für die Kinder getan. Aber dem ist nicht so. Um gesund zu bleiben, müssen die Kinder auch an klaren Winter- und Frühlingstagen an die Luft. Als Richtschnur, ob es nicht doch zu kalt ist für die Kleinsten, nehme man den Rat des berühmten Dr. Sinne, der da sagte, daß der Kältegrad doppelt so groß sein Dürfe w i e das Alter des Kindes. Ein halbjähriges Kind darf also z. B. bei einem Grad Kälte in die Lust, ein einjähriges Kind bei zwei Grad Kälte. Allerdings muß man das Kind auch zweckmäßig kleiden. Man muß darauf achten, daß zwischen dem unteren Mützenrand und dem Halskragen des Mäntelchens im Nacken kein Zwischenraum bleibt, wo der Wind und die Kälte einbringen können. Der Mantelkragen muß hochschließen, praktisch sind die sogenannten „Bubenkragen", die hoch am Halse hinaufaehen. Häkelmützchen werden mit leichtern Wollstoff gefüttert, weil selbst dicke Häkelmaschen recht wind- durchlässig sind. Die meisten Kleinen sind nicht dazu zu bewegen, die Händchen unter der Decke zu halten. Handschuhe ziehen sie mit besonderer Vorliebe wieder aus. Da ist es sehr praktisch, die Aermel des warmen Mäntelchens so lang zu machen, daß dieselben über bie Häubchen fallen unb diese dadurch ganz gut warm gehalten werden. Zum Schutz für die Hände der Mutter umhäkelt man mit dicker Wolle bie Lenkstange des Wagens. Man wirb merken, wie gut das tut. So verpackt, kann man getrost die Fahrt ins Freie unternehmen, und solche Kinder, die täglich ihre Lunge mit frischer Lust füllen können, werden selten oder gar nicht mit den bekannten und mit Recht gefürchteten Erkältungserscheinungen behaftet fein. Kleine Kniffe — große Hilfe. Starke Gerüche beim Porzellan. Um Fisch-, Zwiebel- und andere Gerüche vom Geschirr zu beseitigen, legt man in das Spülwasser ein Stück Zitronenschale. Diese zieht den Geruch vollständig in sich auf und gibt dabei dem Porzellan gleichzeitig schönen Glanz. Große Kartoffeln kochen sich gewöhnlich nicht ganz weich, zumal wenn sie mit kleineren zusammen gegart werden. Sie werden aber bestimmt weich, wenn man sie im rohen Zustande ein- oder zweimal ganz durchsticht. Ein vortreffliches Fleckenwasser. Ein billiges und gut wirkendes Fleckenwasser erhält man auf ganz einfache Art. Man mischt 30 Gramm Salmiakgeist, 30 Gramm Weingeist, 4 Gramm Lavendelöl unb 15 Gramm Regenwasser. Vor jebem Gebrauch ist bie Flüssigkeit gut umzuschütteln. Dieses Fleckwasser kann zur Entfernung von Flecken aller Art in echtfarbigen, wollenen baumwollenen unb leinenen Stoffen verwenbet werben. Nachbem man bie betreffenben Stellen mit biefem Wasser gut gefeuchtet hat unb bie Flecken verschwunben sind, wäscht man sie in reinem Wasser aus. Kunstseibene Wäsche. Kunstseibene Hem- ben unb Schlüpfer sollte man vor bem ersten Tragen burchwaschen, bamit alle Reste ber Herstellung beseitigt werben. Ueberschuhe bebürfen der richtigen Pflege. Schmutzflecke müssen nach dem Trockenwerden mit einer harten Bürste entfernt werden. Ueberschuhe soll man sofort nach Gebrauch mit Wasser vom Schmutz säubern und mit einem trockenen Tuch nach- polieren. Damit das Jnnenfutter auf Abendschuhe nicht abfärbt, ziehe man über diese sogenannte Schützer. Man erhält sie in jedem Schuhgeschäft. Enge Handschuhe zu erweitern. Die zu engen Handschuhe wickelt man in ein feuchtes, weißes Tuch und lasse sie mehrere Stunden darin liegen. Man wickle sie am besten so ein, daß zwischen jeden Handschuh eine feuchte Stofflage kommt, so daß er von beiden Seiten durchseuchtet wirb. Das Tuch barf allerdings nicht zu naß sein, weil sonst die Farbe des Leders leiden könnte. Nimmt man die Handschuhe nach mehreren Stunden heraus, so sind sie gut dehnbar geworden. Gummimäntel dürfen nicht am Ofen getrocknet werden, da ber Gummi burch bie Wärme platzt. Reichsbund Volkstum und Heimat Landschaft Nheinsranken-Naffau-Heffen. Tagung der Führer der Ging-, Tanz- und Laienspielscharen. Frankfurt, 13. Febr. (DPD.) Die Organisation des Reichsbundes ist in unserer Landschaft jetzt in großen Zügen durchgeführt. Nun besteht die Hauptaufgabe darin, daß in allen Gauen unserer Landschaft die praktische Volkstums - und Heimatarbeit in vollem Umfang auf allen Teilgebieten einsetzt. Eine wichtige Voraussetzung hierfür, die Sammlung des uralten Volksgutes, wie es im Volkslied, Volkstanz ufw. vorliegt, ist für unser Gebiet zum größten Teil erfüllt. Nun gilt es, der gesamten Bevölkerung in Stadt und Land zu zeigen, welch' reiche Schätze an ursprünglichem Volksgut bei uns vorhanden sind. Die wichtigsten Gruppen hierfür sind die Sing-, T a n z - und Laienspielscharen, die hinausziehen, Volkslieder singen, einfache Weisen spielen und voller Stolz auf ihre Heimat die heimischen Tänze zeigen. Diese Gruppen treten nicht auf, damit man sie nur betrachte, sondern damit man ihnen gleichtue. Sie wollen erreichen, daß das, was sie singen, von allen Volksgenossen gesungen wird, daß das, was sie tanzen, von allen Volksgenossen getanzt wird. So treten sie überall nicht als Schauspieler, sondern als Vorbilder auf. Eine Tagung in Frankfurt zeigte, daß bereits 60 einzelne Gruppen sich seither mit der Pflege des Volksliedes, der Volksmusik, des Laienspiels und des Volkstanzes befaßt haben. Ein voller durchschlagender Erfolg konnte aber dem Wirken dieser Gruppen nicht beschieden sein, denn sie arbeiteten vielfach ohne innere Fühlung miteinander. Die Aussprache auf der Tagung, in der die Gruppenführer über ihre seitherige Tätigkeit berichteten^ ließ diese Mängel klar erkennen, aber zugleich auch den Willen, nunmehr alle Einzelgruppen im großen Rahmen des Reichsbundes zu einem einheitlichen und geordneten Einsatz zu bringen. Die Richtlinien für die zukünftige Arbeit faßte Landschaftsführer R i n g s h a u - s e n wie folgt zusammen: Wir müssen bei aller Volkstums- und Heimatarbeit zurückgreifen auf die in den Tiefen des Gemütes wurzelnden Kräfte der Volksseele. In der vergangenen Zeit ist das wertvolle Volksgut, wie es im Volkslied und Volkstanz von unseren Vorfahren gestaltet worden ist, verkannt und mißachtet worden; erst die nationalsoziali- stische Bewegung, die planmäßig auf alles zurückgeht, was aus heimischem Blut und Boden entsprungen ist, hat den Wert dieser unschätzbaren Güter wieder erkannt. Jeder Volksgenosse muß diesen Volksgütern nicht nur Verständnis entgegenbringen, sondern auch ihr Träger fein. Alle Sing-, Tanz- und Laienspielscharen müssen sich aus innerer Ueberzeugung heraus in ihrer Arbeit in den Reichsbund eingliedern. In geschlossener Zielrichtung sollen alle jungen Kräfte, die in den einzelnen Gruppen gewirkt haben, nunmehr in den Dien st national- sozialistischen Wollens gestellt werden. Ueberall muß jetzt eine rege Tätigkeit einsetzen zum Wohle unseres großen Vaterlandes. Preußen. Lügner und Verleumder werden angeprangert. LPD. Biedenkopf, 13. Febr. Kreisleiter und Gauinspekteur Thiele und der kommissarische Landrat des Kreises Biedenkopf, Pönisch, veröffentlichen gemeinsam eine Bekanntmachung, in der es heißt, daß fast täglich Beschwerden gegen Bürgermeister, Schöffen, Gemeindevertreter, sowie politische Führer und Unterführer eingehen, die sich nach eingehender Prüfung f a st immer als unwahr, verleumderisch und hetzerisch erwiesen haben. Dies sei nicht allein eine große Arbeitsbelastung der einzelnen Dienststellen, sondern auch ein Hemmnis im Aufbau. In Zukunft werde jeder Angeber, welcher als Lügner, Verleumder und Hetzer festgestellt werde, in der Lokalpresse der Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden. Hrete Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 13. Febr. Am letzten Pflichtabend der hiesigen Ortsgruppe der N S. - F r a u e n s ch a f t, der — wie stets die Veranstaltungen der jungen Frauenschaft — einen außerordentlich guten Besuch aufwies, hielt Pfarrer Vömel einen hochinteressanten und belehrenden Vortrag über das Thema „Frauenschicksale in Verbindung mit der Kirchengemeinde Rodheim". Mit Dank an Pfarrer Vömel für seinen Vortrag sei zugleich der Wunsch ausgesprochen, die Ergebnisse solcher Heimatforschungen demnächst gelegentlich auch einem größeren Kreise zugänglich zu machen, zumal das Interesse der Bevölkerung an der Vergangenheit der Gemeinde und der Kirche so erfreulich groß ist.— Am Samstag veranstaltete der hiesige Männergesangverein „Eintracht" sein diesjähriges Wintervergnügen, dessen Reinertrag dem NS.-Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt wird. Obwohl nur eine beschränkte Zahl von Gästen geladen werden konnte, war der Manksche Saal schon lange vor Beginn der Darbietungen bis Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft Berlin W 8. Behrensstratze 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer he1- Arbeit". auf den letzten Platz gefüllt. Ein genußreicher Abend stand bevor; denn daß die Leistungen der durch die übergetretenen Mitglieder des ehemaligen Arbeiter- ge;angvereins nunmehr auf über 80 Sänger angewachsenen Singschar unter der Stabführung ihres feinsinnigen Dirigenten, Werkmeister Kümmel, über dem Durchschnitt der ländlichen Gesangvereine steht, hat der Verein in letzter Zeit wiederholt unter Beweis gestellt. Ferner zeigte ein Blick über die dekorativ aufgebauten Gewinne der Tombola, daß den glücklichen Gewinnern wertvolle Preise winkten. Vereinsführer Becker begrüßte die Gäste und gab in kurzen Zügen interessante Aufschlüsse über das wechseloolle Schicksal des Vereins, der in fünf Jahren auf fein 75jähriges Bestehen zurückschauen kann. Seine Ausführungen klangen aus in ein freudig aufgenommenes Sieg-Heil auf unseren Äolkskanzler Adolf Hitler. Dann wechselten Gesang- und Musikvorträge, Verlosung und Tanz in bunter Reihenfolge einander ab, bis die Polizeistunde — für viele zu früh — Einhalt gebot. Die gemütliche Stimmung legte Zeugnis dafür ab, daß die Volksgemeinschaft hier in Rodheim bereits in schönster Weise Wirklichkeit geworden ist. Der festgebende Verein darf für sich einen vollen Erfolg buchen. Dillkreis. # Offenbach, 13. Febr. Durch die Stills legung der Grube „Rothland" im Jahre 1929 wirkte sich die Arbeitslosigkeit in unserer Gemeinde sehr stark aus. Mit der Inangriffnahme von Not« st a n d s a r b e i t e n ist die Gemeinde jedoch bemüht, nach Kräften der Arbeitslosigkeit entgegenzutreten. Bei Flußregulierungs- und Wegebauarbeiten konnten seit September v. H. 25 Familienväter in Arbeit und Brot gebracht werden. Dis Fluhregulierung ist abgeschlossen. Die Wegebauarbeiten werden voraussichtlich zum 15. April beendigt. Um die Notstandsarbeiter noch ein halbes Jahr beschäftigen zu können, soll von der Gemeinde Antrag auf Bewilligung einer weiteren Notstandsmaßnahme gestellt werden. Aus aller Wett. Bund Königin Luise, Landesverband Pommern, löst sich auf. Auf einer Führerinnentagung des Bundes Königin Luise, Landesverband Pommern, entschlossen sich die Landesführerinnen und die Gauführerinnen zum Austritt aus dem Bunde. Es wurde einmütig beschlossen, die gesamte Organisation in die NS. - Frauenschaft zu überführen. Die Landesführerin, Frau von Wedel- Fürstensee, legte das Abzeichen des Bundes ab und empfahl das gleiche allen Kameradinnen. In Gegenwart der Bundesführerin, Freifrau von Hadeln, gaben die gesamten Gauführerinnen des Bundes ihre Abzeichen zurück. Der Bund wird zunächst in der bisherigen organisatorischen Zusammenfassung bleiben, um eine reibungslose Vereinigung aller nationalsozialistischen Frauen zu vollziehen. Sechs Todesurteile im Ahe-Prozeh beantragt. Im Berliner Prozeß wegen der Ermordung des SS.-Mannes von der Ahö beantragte der Staatsanwalt gegen die Angeklagten H ü t t i g , Krumpholz, Fischer, Mosemann, Rabe n o w und Marian S z e l l a g , die sich aktiv an den Mißhandlungen beteiligt haben, die Todesstrafe. Außerdem beantragte der Anklagevertreter, diesen Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer abzuerkennen. Gegen 10 Angeklagte beantragte der Staatsanwalt Zuchthaus- unü Gefängnisstrafen in Höhe von 3 bis 15 Jahren. Für zwei Angeklagte beantragte er mangels Beweises Freisprechung. lieber 20 Jahre Zuchthaus in einem Meineidsprozeß. Nach mehrtägiger Verhandlung ging in Hannover ein nicht alltäglicher Meineidsprozeß zu Ende. Der Hauptangeklagte, der Spediteur Rohde wurde zu einer Gesamtzuchthaus st rafe von zehn Jahren verurteilt. Seine Ehefrau erhielt sechs Jahre Zuchthaus. Vier wegen Meineids Mitangeklagte Kraftwagenführer und Arbeiter des Spediteurs erhielten Zuchthausstrafen von einem Jahr bis zu 21 Monaten, zwei weitere Angeklagte kamen mit mehrmonatigen Gefängnisstrafen davon. Rohde, der ein gutes Transportunternehmen betrieb, hatte seine Fahrer und Arbeiter bewogen, seine Lastzüge in Brand zu st ecken um in den Besitz der hohen Versicherungssummen zu kommen. Daraus hatte sich eine Reihe von Zivil- und Strafprozessen entwickelt, in denen der Spediteur und seine Frau d i e Zeugen verleiteten, über ein Dutzend Meineide zu schwören. Im Hochgebirge erfroren. Der Beamte Franz S t e ck e l aus Wien, der im Hochköniggebiet Skitouren unternommen hatte, wurde, einer Meldung aus Salzburg zufolge, unterhalb des Arthur-Hauses erfroren aufgefunden. Der Skifahrer dürfte bei der Rückfahrt wegen unsichtigen Wetters das Schutzhaus verfehlt haben. Die Besatzung des griechischen Dampfers „Meandros" gerettet. Dem englischen Küstendampfer „Eleth" gelang es, die restlichen 27 Mann von der Besatzung des griechischen Dampfers „M e a n d r o s" (4000 Tonnen) zu retten, dec, wie gemeldet, nach einem Zusammenstoß mit dem englischen Dampfer „Dartford" bei der Jsle of Wight gesunken war. Die 27 Mann wurden in einem Rettungsboot bei St. Katherines Point treibend aufgefunden, nachdem sie siebeneinhalb Stunden lang vergeblich nach Land gesucht hatten. — Der Passagierd'ampfer von Dublin nach Liverpool stieß im Irischen Kanal mit einem unbekannten Dampfer zusammen und kam erst mit sechs Stunden Verspätung in Liverpool an» Sprengunglück in Südafrika. — 8 lote, 5 verletzte. Wie Reuter aus Johannesburg meldet, hat sich dort in einem Bergwerk bei der Vornahme von Sprengungen ein schweres Unglück ereignet Zwei Europäer und sechs Eingeborene wurden g e « tötet und fünf Eingeborene wurden verletzt. Kunst und Wissenschaft. Wertvolle frühgefchichtliche Ausgrabungen in v Hannover. Ausgrabungen, die Dr. S ch r o l l e r vom Landes* museum in Hannover in der Gemarkung Rönne« berg unternimmt, haben einen großen Wissenschaft* lichen Erfolg gezeitigt. Die Nachforschungen führten zu der zu Ronneberg gehörenden Wüstung Delste einem wahrscheinlich während der Hildesheimer Stiftsfehde eingegangenen urgeschichtlichen Dorf. Beim Ziehen mehrerer Suchgräben gelang es, zahlreiche Bruchstücke von handgeformten Tongefäßen aufzufinden, deren älteste bis in die Zeit um Christi Geburt zurückgehen. Außerdem kamen aufgeschlagene Knochen von Tieren, die der Mensch verspeist hatte, zum Vorschein, ferner urgeschichtliche Feuerstellen, Abfallgruben und die Standspuren von Stein- und Holzhäusern. Ein solcher Holzbau, der aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert stammt, ist bereits auf über 20 Meter Seitenlänge freigelegt, ohne daß sein Ende erreicht wäre. Auch eine mächtige Pfostengrube ist angeschnitten. Es handelt sich um eine sogenannte germanische Halle, deren Nachweis hiermit erstmalig für Niedersachsen gelang; auch in ihren Ausmaßen übertrifft sie alle bisherigen urgeschichtlichen Hausformen der Provinz Hannover. Frühjahrs-Reuerscheinungen des Verlages Engelhorn. I. Engelhorns Nachf., Verlag, Stuttgart, kündigt folgende Frühjahrs-Neuigkeiten an: Kurt Kluge: Der Glockengießer Christoph Mahr. Roman. — Karl Götz: Das Kinderschiff. Ein Buch von der weiten Welt, von Kindern und von Deutschland. — Carl Haensel und Richard Strahl: Politisches ABC des Saar-, Grenz - und Auslanddeutfch'tums. Neues Schlag- und Stichwörterbuch für den deutschen Volksgenossen. — F. W. Fitzsimons: Schlangen. Mit 25 Bildern nach Photos. — Carl Haen - fei: De r Kampf ums Matterhorn. Volksausgabe. Meine geliebte Frau, meine herzensgute liebe Mutter Frau Elisabeth Herrmann, geb. Kunz ist heute nach langem Leiden zur ewigen Ruhe eingegangen In tiefer Trauer; Wilhelm Herrmann, Bürodirektor i. R. Käthe Herrmann Gießen (Wilhelmstraße 36 p), den 13. Februar 1934 Die Beerdigung findet Freitag, den 16. Februar, nachmittags 2V2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt.-Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen ------ --0'75 Gießen, den 14. Februar 1934. 0766 Ida Schalch Irmgard Schalch. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust unseres teuren Entschlafenen, der uns so schwer betroffen, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. r werden, wenn alles versagte, f*ureh k M ■ Gegen Pickel, Mitesser Stärke A jB Ärztlich empfohlen. Laufen Sie nicht länger so häßlich herum. Drogerie Winterhoff, Kreuzpl. 9/10 Trenoungsräde aller Art, leicht und schallsicher, werden ausgeführt durch laldennaaerALaberenz.Giehen Lahnstraße 3, Fernsprecher 2463 Einziges Spezialgeschäft für Verputz-, Stuck- und Rabitzarbeiten aller Art am Platze. 812d Habe die Praxis wieder aufgenommen Dr. Limberger prakt.Tierarzt - Lollar Daubringer Straße 34 _______________928D SrikrveSikcke aus heute und morgen eintreffender Zufuhr: ff Schellfische, Kabeljau, Seelachs, Bratfifche ».(Goldbarsch Grüne Gerinne, 3 Pfund o.55 FrischeFisch-Filets ».Koteletts das Pfund von 0.40 an. SNchavd «Svunewald Bahnhofstr.27ü77kFernspr.3631 Der Genesende braucht ebenso wie der Kranke zusätzliche Kräftigungsmittel. Deshalb möchte ich Ihnen einige bewährte Präparate nennen: Doppelherz.......Fl. 1.95, 3.70, 4.65 Mk. Leciferrin................ 1.58, 2.70 Mk. Ovomaltine..........1.15, 2.15, 4.- Mk. Biomalz, Promonta, Reinlecithin-Perlen Med. Lebertran.........1 Liter 1.40 Mk. Lebertran-Emulsion ... 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Kuhn, Collar Mh bill. d. „Fides" Zwecksvar A.G. Gen.-Ag. Gieß., Franks. Str. 43. Unt. Reichsaufs. Mttarb. gesucht. Wissenschafti, Werke Sondergebiet der Brühl'schenDruckerei Der Voranschlag der Gemeinde Inheiden für das Rechnungsjahr 1934 liegt von Mittwoch, den 14. Februar 1934, ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 9360 Inheiden, den 12. Februar 1934. • Bürgermeisterei Inheiden: Reitz. Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamtes Gießen. An die Bürgermeistereien des Kreises. Nach dem Polizeireglement vom 24. Februar 1882 haben die Garten- und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen umfriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März emes jeden Jahres auf 1,25 m Höhe und 0,50 m Breite zurückzuschneiden und im Laufe des Monats September die neuen Schößlinge wiederholt beschneiden oder zurückzubinden. Wir empfehlen Ihnen, die Garten- und Feldbesitzer auf diese Bestimmungen hinzuweisen. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Nach dem obenerwähnten Termin, insbesondere im Sommer, dürfen lebende Hecken nicht beschnitten werden, da hierdurch unzählige Bruten der nützlichsten Dogelarten vernichtet werden. * An die Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie., stationen des Kreises. Nach Art. 25 des Hessischen Jagdstrafgesetzes vom 19. Juli 1858 macht sich derjenige strafbar, der einen Hund in fremdem Jagdgebiet bei sich hat und denselben außerhalb der erlaubten Verbindungswege über hundert Schritte von diesem entfernt frei herumlaufen läßt. 9310 Wir beauftragen Sie, alle Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmung unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Die Ortspolizeibehörden werden beauftragt, das ihnen unterstellte Polizei- und Feldschutzpersonal entsprechend anzuweisen. Detr.: Feldbereinigung Rödgen; hier: hauptgeldausgleich. In der Zeit vom 14. Februar bis einschließlich 20. Februar 1934 liegen auf dem Amtszimmer dec hessischen Bürgermeisterei zu Rödgen das Haupt, geldausgleichungsverzeichnis nebst Abschrift des Artikels 42 aus dem Feldbereinigungsgesetz worauf ich die dinglich Berechtigten und insbesondere Hnpo- thekenglaubiger ausdrücklich Hinweise, zur Einffckt der Beteiligten offen. 1 einroenbunflen hiergegen sind bei Meldung des Aus chiusie- wahrend der Offenlegungszeit däs-lbsk Ichnstbch und mtt Gründen versehen einzureichen. Friedberg, den 7. Februar 1934. Der Hessische Feldbereinigungskommissar. 3.V.; Wisgsjsld, . Nr. 38 Drittes Blatt Glehenek Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyeffen)Mittwoch. 14- Hebruar 1934 Die Hundert-Mllionen-Ervschafl in USA. Nachkommen eines deutschen Auswanderers.-Auch ein Kapitel Zamilienkunde. 2300 Erbansprüche und neun Erben on Peter von Gebhardt Der zweijährige Streit um die Millionen, die die Hinterlassenschaft der am 31. März 1931 in Neuyork verstorbenen Ella Virginia von Echtzel Wendel ausmachten, ist nun endlich entschieden. Der Vorsitzende des Gerichtshofes von Neuyork, Foley, hat aus den 2 3 0 0 P a r t e i e n , die Ansprüche auf die Erbschaft angemeldet hatten, die neun Personen ausgewählt, deren Ansprüche ihm am meisten berechtigt schienen nach den Gesetzen des Staates Neuyork, die nur Verwandte bis zum fünften Grade als Erben zulassen. Keiner dieser Erben trägt den Namen der Erblasserin — eine schmerzliche Enttäuschung für alle die, die schon infolge ihrer Namensgleichheit sich auf einige tausend Dollars aus der Masse Hoffnungen gemacht hatten. In zwei Millionen Dollars teilen sich nun die lachenden Erben. Der Rest des 1931 aus 100 Millionen geschätzten, jetzt, infolge der Wirtschaftskrise, „nur n o cf)" 40 Millionen umfassenden, in Grundbesitz bestehenden Vermögens, ist milden Stiftungen anheimgefallen. Diese Erbschaftssache, die nunmehr der Vergangenheit angehört, hat auch in Deutschland so viel Staub aufgewirbelt, daß es an der Zeit ist, einmal den wahren Sachverhalt darzustellen. Am 25. Juni 1687 erwarb in Magdeburg der Schiffsknecht Jacob Wendel das Bürgerrecht, vierzehn Tage später heiratete er die Tochter eines damals bereits verstorbenen Schiffers aus Groß- Rofenburg. Jacob erwarb schon 1691 „eine kleine Wohnstätte" m der Venedischen Straße. Vier Jahre später hat Jacob die sieben Taler Kaufgeld im Wege des „Stotterns" erlegt. Etwa gleichzeitig muß er die Schiffahrt aufgegeben haben, denn wir finden ihn seitdem als Brauerknecht im Dienste brauberechtigter Bürger. Am 21 Dezember 1721 starb dieser älteste bekannte Ahne der Wendels, nachdem er lange Jahre das Ehrenamt eines Kornmessers ausgeübt hatte. Am 6. Oktober 1706 wurde ihm als letztes Kind fein Sohn Johann Sebastian geboren, der mit 25 Jahren in Havelberg auftaucht, wo er bis zu seinem 1785 erfolgten Tode als Schneidermeister wirkte. Mit seiner Frau, Marie Dorothea Kühne — deren Herkunft bisher nicht aufgeklärt werden konnte —, hatte er nicht weniger als acht Kinder, von denen Johann Daniel nordwärts nach Altona zog. Daniel starb als Kürschner und Buntfütterer, d. h. Mützenmacher, 83jährig im Jahre 1822. Er war mit einer Tochter seines einstigen Lehrherren, des Bürgers und Kürschners Christian Gottlieb Tischer glücklich verheiratet, auch ihm wurden acht Kinder von seiner Frau beschert. Der älteste Sohn Daniels, Johann Gottlob Matthias Wendel, geboren 1767, ging um 1798 nach den Vereinigten Staaten und machte hier sein Glück. Er trat in Verbindung mit den aus Waldorf bei Heidelberg stammenden Jakob Astor, einem der skrupellosesten und erfolgreichsten Geschäftemacher seiner Tage. Durch Pelzhandel hatte er den Grund zu einem Riesenvermögen gelegt, das er mit großem Geschick in Grundbesitz investierte. Sein Partner, der junge Wendel, dem er 1799 seine Tochter Elisabeth zur Frau gab, machte seinem Lehrmeister alle Ehre: in der Anhäufuna von Kapital und dem spekulativen Erwerb von Grundbesitz tat er es ihm gleich: auch sein Sohn und seine Enkel legten alles Erworbene in Grundbesitz an. Aber nur den Astors brachte ihr Reichtum Segen. Noch heute zeugt eine Stiftung in ihrem Heimatorte Waldorf von ihrer Wohltätigkeit, während Magdebura, Havelberg, Altona rasch von den Wendels vergessen wurden. Johann Gottlob Matthias hatte nur drei Kinder, von denen zwei jung starben. Uebrig blieb ein Sohn, der den Namen des Großvaters erhielt und sein Leben aus 76 Jahre brachte, ein Leben, der Vermehrung des ererbten Reichtums gewidmet. Aus seiner Ehe mit Mary Ann Dew gingen acht Kinder — ebensoviel wie in jeder der beiden vorhergehenden Generationen — hervor, die ihr Dasein als wahre Sklaven des Goldes verbrachten. Johann Gottlieb: Henriette; Mary; Georgiana starb im Jrrenhause; Rebecca, gegen den testamentarisch festgelegten Willen des Vaters verheiratet, kinderlos; Augusta, im Jrrenhause verstorben; Josephine. Und schließlich die Erblasserin, Ella, geboren 1853 und als 78jähriae verstorben — die wohlhabend st e und verschroben st e Frau N e u y o r k s , Bewohnerin eines der letzten altertümlichen Backsteinhäuser mit angrenzendem Park in der Fünften Avenue, dessen Nießbrauch laut Testament heute — einem Hunde zusteht. Auf dieser Ella, der Letzten der Neuyorker Wendels, lastete der Fluch des Besitzes und der Testamentsbestimmung ihres Vaters: daß keine der Töchter heiraten dürfe, damit das Vermögen in der Familie bliebe, am allerlängsten. Das Wenige, was man aus ihrem mehr als zurückgezogenen Leben weiß, trägt weniger den Stempel der Originalität, als den des Pathologischen. Ihr Schicksal ist nicht weniger zu bedauern, als das ihrer Geschwister, von denen nur Rebecca den Mut der Auflehnung gegen das unmenschliche Gebot des Vaters fand. Die Erbschaftsgeschichte hat aber nicht nur ihre tragische, sondern auch eine komische Seite. Zwei Jahre lang haben Tausende von Trägern des Namens Wendel in der neuen wie in der alten Welt gehofft, etwas aus der Masse für sich ergattern zu können. Aber nicht nur Träger dieses Familiennamens. Auch Leute, deren Urgroßvater zufällig den — im Süden und Westen Deutschlands nicht seltenen — Vornamen Wendel ober Wendelin trug. Oder etwa ein Mann namens Müller, dessen Vorfahren aus Wendelstein ausgewandert waren. Oder eine Familie Matthias, die noch heute steif und fest glaubt, daß Johann Gottlob Matthias Wendel eigentlich ein Matthias sei, und damit sie die wahren Erbberechtigten! Aber auch auf anderm als genealogischem Wege glaubten manche, der Erbschaft teilhaftig zu werden. So jene Dame, der die tote Ella im Traum erschienen war und ihr aufgetragen hatte, für ihren Hund zu sorgen, und die nun — natürlich nur aus Tierliebe — durchaus diesem „Befehl aus dem Jenseits" folgen wollte und auf die dazu nötigen Mittel Anspruch erhob. Auch meldeten sich Leute aus Echzell in der Wette r a u, einem Orte, dessen Name auf bisher unaufgeklärte Weise von Ella Wendel als soa Mittelname geführt worden ist. Der Neuyorker Prozeß, reich an Sensationen und Spannungen, wäre übrigens noch kurz vor seinem Ende zuungunsten aller wirklichen Erbberechtigten entschieden worden, wenn die Ansprüche eines Mannes anerkannt worden wären, der sich, gestützt auf geschickt gefälschte Dokumente, als einen unehelichen Sohn des ältesten Bruders der Ella aus- gegeben hatte Dieser Prätendent, der 53jährige ehemalige Anstreicher Thomas Morris erntete nichts als eine Gefängnisstrafe So endete dieser Kampf um eine der größten Erbschaften aller Zeiten OJL-fpott Das SA. Sportabzeichen ist da. Das im Vorjahr vom Stabschef geschaffene SA.- Sportabzeichen liegt jetzt, wie der „Völkische Beobachter" meldet, in seiner Ausführung vor Es ist von Obersturmbannführer Glöckler entworfen und stellt das geschmackvolle Ehrenzeichen eines SA.-Mannes in Form eines von einem Lorbeerkranz umgebenen Hakenkreuzes mit senkrechtem Schwert dar. Das Abzeichen kann als Abschluß einer vielseitigen Ausbildung durch eine Leistungsprüfung erworben werden Zum Erwerb des SA- Sportabzeichens sind auch Nitchangehörige der SA. berechtigt, sofern sie rassisch und weltanschaulich den SA.-mäßigen Voraussetzungen entsprechen Sportplakate sind nicht qenehmiaungspflichtig. Die Presse st elle des Reichssportführers teilt mit: In Sportkreisen ist in letzter Zeit eine Beunruhigung wegen angeblicher sportschädlicher Maßnahmen des Werberates der Deutschen Wirtschaft entstanden. Infolge falscher Auslegung der zur Regelung der Wirtschaftswerbung erlassenen Bestimmungen war teilweise angenommen, daß auch die Sportvereine unter diese Vorschriften fallen Zur Klärung der Sachlage hat mir nunmehr der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft mit Schreiben II h Ma/W vom 17 Januar 1934 bestätigt, „daß dem Werberat der deutschen Wirtschaft nur die Wirtschafts Werbung unterliegt und demgemäß der Aushang der Plakate für sportliche Veranstaltungen, die nicht in Verbindung mit einem geschäftlichen Unternehmen stattfinden, nicht genehmigungspflichtig ist. Der Aushang der Plakate ist demgemäß auf Grund der zur Zeit bestehenden Vorschriften keinen Einschränkungen unterworfen." Damit dürften alle Zweifel, die wegen des Plakataushanges der Sportorganisationen entstanden waren, beseitigt fein. Der Reichssportführer: gez. von Tfchammer und Osten. Gießener Eisschützen bei den deutschen Winterkampfspielen. An den Eisschießmeisterschasten 1934 in Braunlage im Rahmen der Deutschen Winterkampfspiele beteiligte sich der Gießener Eisverein mit seiner 1. Moarschaft tn der Aufstellung: Mueller- Leutert, Klarl, Pfeffer und Mohr. Im Verlaufe des Wettkampfes zeigte sich, daß die Bayern, die mit 5 Mannschaften vertreten waren, immer noch, wenn auch nicht mehr jo klar wie früher, im Eisschießen dominieren. Gießen konnte im Endergebnis als beste norddeutsche Mannschaft unter zehn teilnehmenden Vereinen den 6. Platz beleaen Das letzte Spiel um die Meisterschaft brachte den Hiesigen insofern einen schönen Erfolg, als es ihnen gelang, Gotteszell, die bis dahin beste bayerische Mannschaft, hoch zu schlagen, so daß diese auf den dritten Platz zurückfiel Am Einzelweitschießen (25 Bewerber) beteiligten sich Klarl und Mohr die beide mit gleichen Weiten (93 m) Sechste wurden. Pfeffer kam im Einzelzielschießen unter 40 Bewerbern auf den 6 Platz. Es ist zu hoffen, daß im nächsten Jahre bei eifrigem Training noch günstigere Resultate erzielt werden. 50 Kilometer Oauerlauf bei den Gkimei^erschasten. Deutsche Skimeisterschaften in Berchtesgaden. Bei strömendem Regen wurde am Montag bei den deutschen Ski-Meisterschaften in Berchtesgaden der 50-Kilometer-Dauerlauf entschieden Der Breslauer S ö h m i s ch stellte den Sieger. Am Ziel hatte sich wieder eine große Zuschauermenge eingefunden, darunter auch Reichssportführer von Tfchammer und Osten, der den Sieger beglückwünschte. Zur gleichen Zeit wurde in Ramsau der Heeres- Sprunglauf entschieden. Sieger wurde hier der Schütze Haselberger (JR. 20 Passau) mit Weiten von 39,38 und 31 Meter und einer Note von 323,6 Punkten. Kanada wieder Eishockey-Weltmeister. USA. im Endspiel 2:1 geschlagen. Vor einer riesigen Zuschauermenge wurde am Sonntag m Mailand das Endspiel um die Eishockey-Weltmeisterschaft zwischen Kanada und USA. ausgetragen. Wie man erwartet hatte, holten sich die Kanadier, die im letzten Jahre von den Amerikanern entthront worden waren, diesmal wieher den Titel mit einem knappen 2:1 (0:1, 1:0, 1:0) Sieg. Der Schluß st and des Turniers zeigt danach folgendes Aussehen: 1. Kanada (Weltmeister), 2. USA., 3. Deutschland (Europameister), 4. Schweiz, 5. und 6. Tschechoslowakei und Ungarn. porfenn - Abfahrt in 16:36 Minuten. David Zogg zum 4. Male Sieget. Den Höhepunkt aller Abfahrtsrennen der Welt bildet das alljährliche Parsenn-Derby in Davos, das am Sonntag zum neunten Male durchgeführt wurde und den Schweizer Meister David Zogg zum vierten Male erfolgreich sah. Der Start des über 14 Kilometer führenden Rennens lag in einer jjuije von Zb4U Dieter über dem Meeresspiegel am Weißfluh-Joch und führte bei einem Höhenunterschied von 2000 Meter bis hinunter nach Küblis. Diese Prüfung erforderte natürlich die größten Anforderungen an die Teilnehmer, die wiederholt bei der Schwierigkeit der Strecke zu Fall tarnen. Mil nur geringem Zeitvorsprung siegte David Zogg in 16:36 Minuten vor dem Tiroler Rudi Matt- Arlberg. Die Damen hatten eine wesentlich verkürzte Strecke zu bewältigen und endeten in 1640 Meter Höhe am Conterser Schwendi. Die beste Zeit lief Margit Be rtsch in 11:47 heraus. Für die allgemeine Klasse war eine besondere Strecke nach dem Conterser Schwendi (1640) Meter abgesteckt, hier war der Schwede Siegfried Bergmann der Schnellste. jJioj (Sthmeimg geschlagen In der Nacht zum Mittwoch wurde in Philadelphia zwischen Max S ch m e l i n g und dem Ameri- kaner Steve Hamas ein Kampf ausgetragen, der für den Deutschen nicht den erwarteten Erfolg hatte. Etwa 16 000 Zuschauer füllten die Konventhalle in Philadelphia und erlebten einen abwechselungsreichen Kampf. Bald war Steve Hamas im Angriff, bald der Deutsche. So ging es bis zur neunten Runde, in der Max Schmeling am Auge derart angeschlagen wurde, daß es stark anschwoll und Schmeling dadurch im Kampfe stark behindert war. Er hielt aber bis zur 12. Runde standhaft durch, mußte dann aber eine Punktniederlage hin- nehmen. Heimischer Kußball. „ FE.Teutonia" Watzenborn-Steinberg FE. „Teutonia“ Watzenborn-Steinberg — FE. Ockershausen 3:2 (2:1). In hartem Kampfe gelang es den Gastgebern, sich für die unverdiente Niederlage der Vorrunde in Ockershausen zu revanchieren. Das Spielfeld war fast grundlos und verlangte von den Spielern schier übermenschliche Anstrengungen. Wohl noch nie sah man hier ein mit diesem Einsatz des Körpers aus- getragenen Kampf, -eine Erscheinung, die in erster Linie auf die fast unmöglichen Bodenverhältnisse zurückzuführen war. Daß in diesem harten hitzigen Kampfspiel die Grenzen des Erlaubten nie überschritten wurden, war der Disziplin und Selbstbeherrschung aller Spieler zu danken. Schiedsrichter Kunze (Hungen) amtierte ausgezeichnet und griff im gegebenen Augenblick entschlossen durch. Sofort mit dem Anstoß sah man die Teutonen im Angriff und in der ersten Minute brachte der linke Läufer Euler seine Mannschaft durch einen Weitschuß in Führung. Mit dem nächsten Anstoß trug der Sturm wieder einen schnellen Angriff vor, doch aus sicherer Schußstellung kurz vorm Gästetor wurde eine klare Chance ausgelassen. Die Gastgeber spielten klar überlegen und in der achten Minute gelang es Buß, wieder durch Vorlage von Euler, einen zweiten Erfolg zu erzielen. Weiter setzten sich die Einheimischen in der Spielhälfte der Gegner fest. Greifbar naheliegende Erfolge wurden aber vergeben ober vom Gästehüter verhindert. Allmählich kamen die Gäste auf, und das Spiel gestaltete sich ausgeglichener. Kurz vor der Pause gelang es ihnen im Gedränge hart an der Torlinie den Ball einzudrücken. Dem Spielverlauf entsprechend mußte schon jetzt ein sicherer Sieg für die Teutonen feft= stehen. Nach der Pause wurde das Spiel härter, und es gab oft dramatische Kampfszenen. Die Gäste gefielen durch große Schnelligkeit und Siegeswillen, sie nötigten die Teutonen zur Hergabe der letzten Reserven. Im tiefen Schlamm war Kombinativns- arbeit nicht möglich und so konnte nur die Mannschaft Sieger werden, die die größere Zähigkeit und Ausdauer hatte Fußballklub 1926 Großen Duseck Grohen-Vuseck I — Steinbach I 5:3 (3:2). Am Sonntag standen sich die ersten Mannschaften von Großen-Buseck und Steinbach gegenüber. Gro- ßen-Buseck trat mit drei Mann Ersatz an. Trotz der schlechten Platzverhältnisse wurde sehr eifrig gekämpft Steinbach konnte schon nach wenigen Minuten mit 1:0 in Führung gehen. Die Freude dauerte aber nicht lange. Großen-Buseck glich aus. Der Gastgeber vermochte sodann zwei weitere Tore vorzulegen, denen Steinbach wiederum einen Treffer entgegenletzte. In der zweiten Halbzeit fielen beide Mannschaften sehr stark ab Steinbachs Mittelläufer mußte den Platz verlassen. Der Torhüter der Gäste mußte das Leder noch zweimal passieren lassen, während Großen-Busecks Tormann nur noch einmal überwunden wurde. Der Schiedsrichter amtierte korrekt. Steinberg spielte taktisch richtig, auch gefiel die Verteidigung diesmal durch reine Abschläge und trieb die Stürmerreihe wieder mehr nach vorne. Happel stoppte einen vorgelegten Ball, sofort folgte eine steile Vorlage, blitzschnell war Buß noch vor dem herauseilenden Torhüter zur Stelle und lenkte zum dritten, reichlich bejubelten sicheren Siegestreffer ein. Wohl drängten die Gäste auf Verbessrung des Resultats. Doch das Spiel war entschieden. Kurz vor Schluß verursacht der linke Verteidiger noch einen Elfmeterball, und Ockershausen konnte auf 3:2 verbessern. Damit fand ein hochdramatischer Kampf sein Ende. Beiden Mannschaften gebührt Lob und Anerkennung für die bei diesen Bodenverhältnissen gezeigten Leistungen. VfB. Krofdorf-Gleiberg I — Vetzberg 1 4:1 (2:1). Erwartungsgemäß konnte Krofdorf-Gleiberg dieses Treffen für sich entscheiden. Allerdings wurde das Spiel von Krofdorf überlegener durchgeführt, als das Resultat besagt, aber wie schon so oft in letzter Zeit: es fehlte im Sturm am Torschuß. Der Verlauf des Spieles brachte nur insofern eine lieber- raschung, als Vetzberg schon in der 5. Minute in Führung ging. Kurz darauf fiel der Ausgleich durch den Mittelstürmer von Krofdorf, der einen abgeschlagenen Ball einschoß. Bis zur Halbzeit lag Krofdorf mit 2:1 im Vorteil Nachher, mit dem Wind spielend, wurde Krofdorf immer überlegener, erzielte aber infolge des mangelnd n Torschusses und durch die geschickte Verteidigung der Vetzberger nur noch zwei Treffer. Krofdorf-Gleiberg II — hermannstein II 5:2. Die 2. Elf des VfB. Krofdorf-Gleiberg war ebenfalls siegreich, sie konnte die gute 2. Mannschaft von Hermannstein mit 5:2 besiegen. Handball im Gau Hessen der DT. Wohnbach gegen 3. Komp. Inf. Reg. 15 Gießen 6:9 (2:3). Arn Sonntag hatte der Tv. Wohnbach die 3. Komp, aus Gießen zu Gast. Die gern gesehenen Gäste erschienen mit einer Mannschaft, der die Hiesigen körperlich weit unterlegen waren. Trotzdem sahen die ungefähr 250 Zuschauer ein jederzeit ausgeglichenes, schnelles und fesselndes Spiel, das die Soldaten unter Aufbietung ihres ganzen Könnens verdient gewannen. Der aufgeweichte Boden stellte vornehmlich an die beiden Tormänner erhöhte Anforderungen. Die Soldaten fanden sich sofort und die beiden wurfgewaltigen Außenstürmer Berg und Viehmann erzielten in der dritten und vierten Minute zwei Tore. Bis zur 15. Minute zeigte sich eine gewisse Feldüberlegenheit der Gäste. Dann nahm Wohnbach das Heft in die Hand und erzielte nach einigen vom Gießener Tormann glänzend gehaltenen Schüssen in der 20. Minute durch Alt das erste Tor, dem Wahl bald darauf den Ausgleich folgen ließ. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Gießen bei einem Durchbruch auf 3:2. Nach dem Seitenwechsel lag Gießen im Angriff und erzielte schon in der 1. Minute durch den ungedeckten Mittelstürmer Henrichs das 4. und bald darauf das 5. Tor. Kurze Zeit später umspielte Alt in feiner Weise zwei Gegner und holte für die Gastgeber ein Tor auf. Während der nächsten drei Minuten fielen noch zwei Tore für Gießen und eines für Wohnbach. In der zweiten Hälfte der 2. Halbzeit waren die Hiesigen zuerst überlegen, dann sah man ein verteiltes schnelles Spiel von Tor zu Tor, während dem beide Parteien noch je zweimal erfolgreich waren. Schiedsrichter Klinkerfuß aus Bad- Nauheim leitete gerecht und aufmerksam. Reichsiugendskitag im Vogelsberg Jugend im Abfahrts- und Sprunglauf. Mancher, der am vergangenen Samstagnachmittag die Jungens und Mädchen des Skiklubs Gießen mit ihren Schneeschuhen und dicken Rucksäcken bepackt zum Bahnhof marschieren sah, wird den Kopf geschüttelt haben. Denn die strahlende Sonne und die warme Witterung entsprachen eher einem Frühlingstag, denn einem Wintersporttag. Das Reiseziel, nicht nur der Gießener Skijugend, sondern der des gesamten Gaues XII/XIII im Deutschen Skioerband war an diesem Tag der Vogelsberg, dessen Berge in so dichtem Nebel lagen, daß man nur die allernächste Umgebung erkennen konnte. Eisigkalter Nordost wind sorgte für eine gute Beschaffenheit der reichlichen Schneedecke. Anläßlich des Reichsjugendskitages hielt der Gaujugend- roart Karl Althaus (Gießen) einen Vortrag über die Jugendskifahrt des Gaues XII/XIII Weihnachten 1933/34 ins Walsertal. Prächtige Lichtbilder zeigten den Zuschauern die weiße Wunderwelt dieser schönen Gegend Vorarlbergs. Einige Skilieder mit Klampfen- und Ziehharmonikabegleitung beschlossen den Abend. Am Sonntagmorgen um 7 Uhr wurde geweckt und wenige Minuten später traten etwa 150 Jugendliche zur Körperschulung unter Leitung einer Gymnastiklehrerin an. Alsdann wurde durch den mit wundervollem Rauhreif behängten Oberwald in endloser Reihe der Weg zum Hoherodskops angetreten. Nach kurzer Frühstückspause wurden auf der „Rennwiese" und am Breunaeshainer Hang die Abfahrtsläufe in drei Altersklassen für Jungens und Mädchen ausgetragen. Hierbei und auch bei dem darauffolgenden Sprunglauf wurden teilweise hervorragende Leistungen gezeigt. Besondere Erwähnung verdient der erst 16jährige Fr. W. F u ch s vom Wintersportverein Kassel, der sowohl im Abfahrtslaus, als auch im Sprunglauf den ersten Platz belegte. Seine Sprünge von 16,5 Metern waren von bestechender Sicherheit und Stilreinheit Don den Gießener Jugendlichen zeichneten sich besonders bei den Jungens E W e y l, H. v P e n tz , H. S t a u b a ch , H. Z u 11, W Kolb und Lehmann, bei den Mädchen H. Lehmann und R. R o e s e aus. Gegen 15 Uhr fand im Klubhaus des VHC. die Siegeroerkündigung und Preisverteilung statt. Die Ergebnisse: Abfahrtslauf: K n a b e n - K l a s s e I (16 bis 18 Jahre): 1. Weyl (Gießen), 0,50 Minuten; 2. Schulte (Wetzlar); 3. Barth (Schmitten i. Ts.); 4. Fuchs (Kassel); 5. von Pentz (Gießen); 6. Müller (Nauheim); 7. Mörler (Frankfurt); 8. Petermann (Frankfurt); 9. (Erbenberger (Gießen); 10. Staubach (Gießen). Mädchen-Klasse I (16 bis 18 Jahre): 1. Keck (Frankfurt), 1,30 Minuten; 2. Habicht (Friedberg); 3. Müller (Feldberg i. Ts.). Knaben-Klasse II (14 bis 16 Jahre): 1. Anthes (Frankfurt); 2. Zutt (Gießen); 3. Gamill-- schegg (Wetzlar). Mädchen-Klasse II (14 bis 16 Jahre): 1. Roth (Frankfurt); 2. Forkel (Frankfurt); 3. Lehmann (Gießen). Knaben-Klasse III (12 bis 14 Jahre): 1. Winter (Frankfurt); 2. Schreff (Frankfurt); 3. Gries (Bad-Nauheim); 4. Lehmann (Gießen). Mädchen-Klasse III (12 bis 14 Jahre): 1. Malzan (Friedberg); 2. Bremer (Alsfeld); 3 Roefe (Gießen). Sprunglauf: 1. Fuchs (Kassel), Note 218 (Sprungweite 16,50 Meter); 2. Voigtländer (Frankfurt), Note 167,25; 3. Kolb (Gießen), Note 162,50. Kurze Sportnotizen. Glänzende Sprunglei st ungen gab es am Dienstag bei einem Prüfungsspringen auf der neuen Olympiaschanze am Gudiberg bei Garmisch- Partenkirchen, die damit ihre Feuerprobe glänzend bestand Die beiden Norweger Soerensen und Eistein Raabe standen Sprünge von 82 Meter, Birger Ruud kam auf 81 Meter und die gleiche Weite erreichte auch Rolf Kaarby Der beste deutsche Teilnehmer war der Einheimische Hans Ostler, dessen weitester Sprung 75 Mater Weite betrug. Milchwirtschastöverbanö Heffen. Oie Milchversorgungsverbände Kurhessen und Hhein-Main. Der Reichskommissar für die Milchwirtschaft hat eine Anordnung erlassen, nach der zur Regelung des Absatzes und zur Verwertung von Milch und Milcherzeugnissen aus den Mi'chversorgungsver- bänden Kurh»fsen und Rhein-Main der Milch- wirtschaftsoerband Hessen gebildet wird. Die früher getroffenen Bestimmungen über die Bildung der Milchversorgungsoerbände Kurhesjen und Rhein-Main bleiben in Kraft, soweit die jetzige Anordnung den früheren Bestimmungen nicht ent- geaensteht. Zum Milchoersorgungsoervand Kur- Hessen gehören aus unserem Verbreitungsgebiet der Kreis Biedenkopf, aus dem Kreise Alsfeld die Ortschaften Lehrbach, Dannenrod, Appenrod, Erbenhausen, aus dem Kreise Lauterbach die Orte Oberwegfurth, Unterwegfurth, Unter- Schwarz, Rimdach und Queck. Zum M i l chv e r s o r gu n g s oe r b a nd Rhein- Main gehören u. a. die Provinz Oberhessen, der Kreis Lauterbach ausschließlich der vorgenannten Orte, von der Provinz Starkenburg die Kresse Darmstadt, Dieburg, Groß-Gerau und Offenbach, Teile der Kreise Erbach, Bensheim, von der Provinz Rheinhessen die Kreise Mainz und Bingen, Teile der Kreise Oppenheim und Alzey, weiterhin der Regierungsbezirk Wiesbaden, vom Regierungsbezirk Kassel die Kreise Marburg-Kirchhain. Bis zur ordnungsmäßigen Bestellung der Organe der genannten Milchversorgungsoerbände werden mit der vorläufigen Wahrnehmung der Geschäfte und Aufgaben dieser Verbände beauftragt: Milch- oersorgungsverband K u r h e s s e n Dr. Müller, Kassel, Weißenburgstraße 12, Milchoersorgungsver- band Rhein-Main I. Birkenholz, Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 21. Die obengenannten Milchoersorgungs-Verbänüe werden zum rechtsfähigen Milchwirtschaftsverband Hessen ^usammengeschlossen, für dessen organisatorischen Aufbau noch nähere Bestimmungen getroffen werden. Die Milchversorgungs- oerbände sind bei ihren Maßnahmen an die Weisungen des Milchwirtschaftsverbandes gebunden. Bis zur ordnungsgemäßen Bestellung der Organe des Milchwirtschaftsverbandes Hessen werden mit der vorläufigen Wahrnehmung der Aufgaben und Geschäftsführung des Milchwirtschaftsverbandes der Landesbauernführer Dr. Richard Wagner, Frankfurt a. M., Niedenau 65, und als Geschäftsführer Dr. Weidemann, Frankfurt a. M., Bockenhei- * mer Landstraße 21, beauftragt. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im Zahre 1933. Berlin, 13. Febr. (Fwd.) Die deutsche Handelsbtlanz schloß im Jahre 1933 im Verkehr mit Europa mit einem Ausfuhrüberschuß von 1520 Millionen Mark, im Verkehr mit u e b e r s e e mit einem Einfuhrübers ch u ß von 846 Millionen Mark ab. Gegenüber dem Vorjahre ist der Ausfuhrüberschuß im Handel mit europäischen Ländern um 627 Millionen Mark gesunken, im Handel mit Uebersee ist eine Verminderung des Einfuhrüberschusses um 197 Millionen Mark eingetreten. Im Verkehr mit europäischen Ländern hat der Ausfuhrüberschuß fast durchweg abgenommen. Eine nennenswerte Aktivierung (Steigerung des Ausfuhr- bzw. Verminderung des Einfuhrüberschusses) ergibt sich lediglich im Handel mit den Niederlanden, Italien und Spanien. Im Handel mit Großbritannien ist der Ausfuhrüberschuß gesunken. Eine verhältnismäßig starke Aktivierung der deutschen Handelsbilanz er- oab sich im Verkehr mit den amerikanischen Ländern. Oie Marktlage für Tabakwaren im Januar. Nach den Erhebungen des Reichsverbandes der Handelsvertreter des Tabakgewerbes (RHT.) zeigten die Umsätze mit Tabakwaren im Januar nichtj in allen Bezirken das gleiche Bild. Die erste Hälfte des Januar brachte einen erträglichen Auftragseingang, der im zweiten Teil des Monats aber wesentlich zurückging. Die gesamten Umsätze waren, wie das zu Anfang jedes Jahres zu beobachten ist, geringer als im Dezember. Wenn in gut laufenden Sorten die erforderlichen Aufträge erteilt wurden, so gingen diese über den Rahmen der üblichen Dispositionen nicht hinaus. Die Auswirkungen des großen Schadens, der dem Spezialhandel in den zurückliegenden Jahren zugefügt worden ist, sind nach wie vor stark fühlbar und lassen die erfreulichen Maßnahmen der Reichsregierung noch nicht so recht zur Geltung kommen. Im Rauchtabakgeschäft waren für den Januar wesentliche Aende- rungen des Umsatzes gegenüber dem Vormonat kaum zu bemerken. In Zigaretten sind ebenfalls keine wesentlichen Umsatzschwankungen gewesen. Verschiedentlich wurde ein weiteres, leichtes Anziehen der 4-Pfennig-Preislage beobachtet. Die Zahlungsweise war weiterhin schleppend und teilweise unbefriedigend. * Guter Zeichnungseingang a u f die neuen 4*/z prozentigen Preußischen Schatzanweisungen. Wie die Preußische Staatsbank (Seehandlung) mitteilt, sind bereits in den ersten Tagen nach Eröffnung der Zeichnung auf die neuen 4V-prozentigen Preußischen Schatzanweisungen sowohl Anträge zum Umtausch der am 1. März d. I. fälligen Preußischen Schatzanweisungen, wie auch Anträge auf Ueberlassung gegen Barzahlung in sehr erfreulichen Umfange eingegangen. Das Publikum hat offenbar für den neuen Wertpapiertyp, dessen Ausstattung und Rendito dem von der Reichsregierung auf organischem Wege angestrebten Zinsnioeau entspricht, lebhaftes Interesse. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 22. Februar. Der Zeichnungskurs beträgt für im Umtausch bezogene Stücke 97,50 v. H. und für Barzeichnung 97,75 v. H. Umtauschende erhalten außerdem noch durch Zinsausstattung der neuen Schatzanweisungen unentgeltlich eine Zinsvergütung von 4*/z Prozent für einen Monat. Die neuen Schatzanweisungen sichern somit den Erwerbern für die Dauer der Laufzeit, d. h. bis zum 1. Februar 1937, durchschnittlich ein Erträgnis von rund 5,5 Prozent. * Neue Arbeitereinstellungen bei Adam Opel A G. Nachdem die Adam Opel AG., Rüsselsheim, ihre Belegschaft mit 10 000 Mann den Winter über unverändert beibehalten hatte, konnten im neuen Jahr bisher weitere 1200 Arbeiter neu eingestellt werden. * Wieder beträchtliche Neueinstel- lungen im Konzern der Vereinigten Stahlwerke. Wie der FWD. erfährt, sind im vergangenen Monat bei den Vereinigten Stahlwerken bzw. ihren Betriebsgesellschaften wiederum 1400 Arbeiter neu eingestellt worden. Seit dem Tiefstand der Belegschaft im Oktober 1932 haben damit in den Betrieben des Konzerns einschl. sämtlicher Eingliederungen rund 21 000 Arbeiter und Angestellte wieder Verdienstmöglichkeiten gefunden, so daß sich die Gesamtbelegschaft jetzt auf rund 126 000 Mann beläuft. Frankfurter Börse. rNittagsbörse: still, aber freundlich. Frankfurt a. M., 13. Febr. Die Börse eröffnete heute mit einem sich in sehr engen Grenzen bewegenden Geschäft, doch blieb die Grundstimmung an allen Märkten freundlich. Für das stille Geschäft sind als Grund die Faschingsfeiern im Rheinland und in Teilen von Süddeutschland anzusehen. Am Markte selbst wurden die Ereignisse von Oesterreich lebhaft diskutiert. Etwas größere Umsätze hatten Farbenindustrie, die für den gesamten Aktienmarkt eine gewisse Anregung boten. Der Kurs war zu erster Notiz um 0,65 v. H. fester und zog später um weitere 0,40 v. H auf 129,75 o. H. an; daneben waren auch Rütgerswerke um 0,65 v. H. und Deutsche Erdöl um 0,40 v. H. befestigt. Montanwerte lagen zwar nicht ganz einheitlich, aber doch überwiegend freundlich. Mansfelder Bergbau bei lebhafteren Umsätzen um 0,75 v. H., Rhein. Braunkohlen um 0,50 v. H., Gelsenkirchen und Phönix um je 0,25 v. H. gebessert, anderseits verloren Stahlverein 0,65 v. H., Klöcknerwerke und Kali Aschersleben je 0,25 v. H. Elektroaktien wiesen ebenfalls unregelmäßige Kursbildung auf, Siemens befestigten sich weiter um 0,50 v. H., Licht & Kraft um ebenfalls 0,50 v. H., Geffürel um 0,40 v. H., dagegen lagen AEG. nach der gestrigen Steigerung ruhiger und mit 31,75 v. H. nur knapp behauptet und Felten um 0,65 v. H. niedriger. Verkehrswerte waren meist gut gehalten, Hapag plus 0,13 o. H, aber Reichsbahn- Vorzugsaktien 0,13 v. H. leichter. Von Einzelwerten gewannen Holzmann 1,24 v. H., Reichsbankanteile 0,40 v. H., Deutsche Linoleum und Daimler je 0,40 v. H. und Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. Am Rentenmarkt war das Geschäft minimal. Reichsanleihen eröffneten etwas niedriger, so Altbesitz um 0,25 v. H. und Neubesitz um 10 Pf., während späte Reichsschuldbuchforderungen bei 94,1 ö v. H. behauptet lagen. Vollkommen ohne Geschäft, aber unverändert tendierten aus Dollar-Bonds um» getauschte Reichsmark-Anleihen Im Verlaufe war die Haltung an fast allen Märkten uneinheitlich, und die Gefchäftsftille blieb unvermindert bestehen, abgesehen von einigen Spezialbewegungen. So bei Farbenindustrie, die erneut 0,65 v. H. anzogen und lebhafter waren, ferner Holzmann weitere 0,75 v. H. und Kali Aschersleben um 1 v. H. fester. Dagegen gingen AEG. erneut 0,50 v. H., Gelsenkirchen, Rütgerswerke, Erdöl und Mannesmann um ebenfalls je 0,50 v. H. zurück. Auf den übrigen Marktgebieten traten keine Veränderungen ein. Schwach lagen jedoch Lahmeyer mit minus 2 v. H. Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz nach vorübergehend leichter Erholung (97 bis 97,13) um 0,50 auf 96,65 v. H. ab, während Neubesitz und späte Schuldbuchforderungen gut behauptet blieben. Staats- und Länderanleihen lagen ruhig und ohne wesentliche Veränderung, während von Stadtanleihen 1926er und 1928er Mainz je 1,25 v. H. auf 80,75 v. H. einbüßten. Goldpfandbriefe lagen uneinheitlich bei Abweichungen bis 0,25 v. H. nach beiden Seiten. Liquidationspfandbriefe und Kom- munal-Obligationen lagen überwiegend bis 0,50 v. H. schwächer. Von Äuslandsrenten konnten sich Anatolier um insgesamt 0,65 v. H. erhöhen, dagegen lagen Rumänen nur knapp gehalten. Tagesgeld stellte sich auf unverändert 3,25 v. O. Abendbörse: freundlich. Infolge des herrschenden Ordermangels hatte die heutige Abendbörse fast keine Umsätze aufzuweisen. Die freundliche Stimmung, die schon dem Mittagsverkehr das Gepräge gab, hielt an, und hier und da zeigte sich nach einigen Spezialaktien auch etwas Nachfrage. Im allgemeinen lagen die anfangs zur Notiz gekommenen Werte meist unverändert. Am Rentenmarkt lagen Altbefitzanleihe 0,25 v. H. unter Berliner Schluß, im übrigen herrschte Geschäftsstille. Auch im Verlaufe war von einer Geschäftstätigkeit keine Spur. Merkwürdigerweise kamen jedoch eine Unzahl von Kursen zur amtlichen Notiz, die aber meist nomineller Art waren und einer gewissen Faschingslaune entsprangen. Im Vergleich zum Berliner Schlußstand wiesen sie Abweichungen um 0,13 bis 0,25 v H. nach beiden Seiten auf. JG.- Farben begegnetem kleinem Interesse und notierten schließlich 0,40 v. H. fester. Am Kafsamarkt konnten sich Gebr. Fahr auf die gemeldete Dividendenerhöhung von 6 auf 8 v. H. weiter befestigen (Kurs 118 v. H.). U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,35, Altbefitzanleihe 96,50, Schutzgebietsanleihe von 1913 bis 1914 9,60, Reichsbank 166, Rhein. Hyp. Bank 120, Gelsenkirchen 61,75, Harpener 91,50, Kali Aschersleben 118, Mannesmann 63,90 bis 64,13, Phönix 48,75, Rheinstahl 89,50, Stahlverein 40,75, Aku 43,90, AEG. 31,25, Bekula 125,25, Eonti Gummi 155, Daimler 45,50, Scheideanstalt 178,25, Licht 6- Kraft 102,25, JG.-Farben 130 bis 130,40, Geffürel 97,50, Holzmann 70,90 bis 71, Schuckert 101,25, Reichsbahn-VA. 112,25, Hapag 29, Norddeutscher Lloyd 32,50. Mainzer Schlachtviehmarkt Mainz, 13. Febr. Auftrieb: 41 Ochsen, 24 Bullen, 520 Kühe oder Färsen, 283 Kälber, 694 Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen 26 bis 30, 22 bis 25. Bullen 20 bis 26. Kühe 24 bis 29, 19 bis 23, 12 bis 18. Färsen 22 bis 34. Kälber 33 bis 38, 26 bis 32, 15 bis 25. Schweine 47,50 bis 51, 46 bis 51. Marktverlauf: Rinder anfangs lebhaft, später abflauend, langsam geräumt. Kälber rege, langsam ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberftanb. Mannheimer Viehmarkt Mannheim, 13. Febr. Es wurden aufgetrieben: 149 Ochsen, 82 Bullen, 345 Kühe, 255 Färsen, 856 Kälber, 28 Lämmer, Hämmel und Schafe, 1826 Schweine, 116 Arbeitspferde, 45 Schlachtpferde. — Es notierten: Ochsen: vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts jüngere 29 bis 31, ältere 22 bis 24, sonstige vollfleischigle 24 bis 29, fleischige 22 bis 24, Bullen: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 27 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 24 bis 27, fleischige 22 bis 24; Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige' vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 25, fleischige-16 bis 20, gering genährte 12 bis 15; Färsen: vollfleischige, ausgemästet höchsten Schlachtwertes 30 bis 32 vollfleischige 26 bis 29, fleischige 23 bis 25; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Saugkälber 33 bis 35, geringe 28 bis 32; Schafe: beste Schafe 28 bis 29; Schweine: vollfleischige 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 50 bis 52, vollfleischig 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 49 bis 52, vollfleischig 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 47 bis 51, Arbeitspferde pro Stück 300 bis 900, Schlachtpferde pro Stück 25 bis 125 Mark. — Marktverlauf: Großvieh mittel, Kälber ruhig, langsam geräumt; Schweine mittel, kleiner Ueberftanb; Aubeitspferde ruhig, Schlachtpferde mittel. ärieffaften Oer Keöaftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) DL £. Sie müssen sich an die Hessische Staats» regieruna, Ministenalabteilung III (Arbeit und Wirtschaft), Darmstadt, wenden. tfircblicbe Jiachhchten Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 14. Februar. Stadtkirche. 18 Uhr: 1. Passionsandacht; Pfarr» assistent Balz. — Iohannesfaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Evangelist Gehring aus Möttlingen. Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II _________ 4. Ziehungstag 12. Februar 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 1 0000 M. 224386 2 Gewinn« zu 5000 M. 234734 6 Gewinne,u 3000 M. 31081 35385 138481 6 Gewinn« zu 2000 M. 185285 288510 388587 8 Gewinn« zu 1000 M. 21795 24407 47836 341198 40 Gewinn« zu 500 M. 14436 17051 30233 60564 95548 108995 155729 176911 185741 186135 194770 200698 219735 222690 225901 297557 309328 315592 341122 363996 380 Gewinne zu 300 M. 3767 6560 5565 6333 7454 10269 10606 12893 16627 17604 18105 18299 19398 27788 29538 30189 35219 35710 38484 38630 39699 46540 47720 49011 50493 54274 54995 65351 66923 68001 61933 62378 63817 63931 64770 65448 65966 70061 72291 72911 74652 76567 77203 80293 85917 87206 90621 94416 95386 96625 98521 99888 100563 105617 105646 106126 109824 114530 116378 122947 125589 129160 129644 129942 131836 133124 133627 135130 135697 136560 139529 141371 142882 143248 148670 149572 150902 151559 153135 158674 161548 161729 162560 162780 163802 165275 166556 167482 176408 177007 177121 177215 179495 185516 185677 189284 189388 190197 190739 190911 191524 192073 201132 204100 205884 211714 212353 214258 216955 224770 225282 230473 232740 233010 243162 245450 245850 246328 247256 247560 251738 252621 260368 263876 271750 271754 273074 276370 277186 279656 283295 285942 285971 290786 294773 296519 296950 297164 297702 301062 301344 302428 304243 309549 315660 316303 316380 316496 319515 323645 326755 327701 331119 334028 337408 337735 338857 343903 345405 346318 346355 345:277 349334 351397 352409 352917 353155 354617 357577 358099 360779 364624 365403 365534 367030 367080 369975 373386 373392 377610 381010 382580 385473 385769 388593 389309 389765 398308 399419 399660 8n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Dewinn« zu 5000 M. 352171 6 Gewinn« zu 3000 M. 110220 203208 335470 8 Gewinn« zu 2000 W. 38722 51053 211056 300662 16 Gewinne zu 1000 M. 94634 173618 206645 240766 281047 304441 305598 371420 52 Gewinne zu 500 M. 18484 20112 28570 39046 39959 73644 100230 108121 128118 129407 141539 160692 163044 187412 196403 203028 245629 256866 257114 271273 291895 318768 326177 326907 348629 354339 330 Gewinn« zu 300 M. 3763 4753 6028 7377 7459 9434 13486 18384 21104 24648 25876 26548 26625 30244 30608 30674 32577 33: 55 37353 39193 41881 43590 46517 48415 51214 56161 56235 56448 58041 63779 69917 77773 80977 81433 83487 83872 89346 90441 91607 92343 94714 98012 98490 102117 104465 105264 105439 106672 107546 114058 120040 124937 125278 128142 128336 129278 133835 135275 137191 137783 140284 145751 147251 150201 151168 152326 152879 153366 157056 159291 161973 163049 173195 176874 180’36 184240'188973 190360 193524 197665 199131 200513 203843 203941 204076 207851 211693 212311 213059 213705 219666 222231 225313 226979 227084 227909 233116 233151 236655 238891 239228 240329 247831 248161 253427 253651 254637 257132 258104 260322 260699 263505 264143 264645 265286 266974 271693 275516 276541 283020 284805 285514 294487 295892 295957 301329 304153 307141 307341 310149 310366 311999 313184 313321 317930 318049 324567 327204 329566 330762 333818 337345 342572 344613 346673 348887 352767 353900 354177 363054 363561 365580 366528 367278 367719 374106 375249 376586 380793 382929 382988 383245 386616 388030 389464 20 Tagesprämien. Auf lebe gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 73857 106697 132289 135806 154842 160687 240526 268344 337972 341441 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu fe 100:000, 2 zu je 800000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 5000u, 8 zu je 80000, 12 zu je 20000, 34 zu je 10000 184 zu je 5ü00, 386 zu je 8000, 492 u je 2000, 872 zu je 1000, 2 96 zu je 500, 17044 zu je 300 und 520 Tagesprämien zu je 1000 Mark. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt veichlosienen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 o H. Lombardztnsfuß 5 o. H. Jrannuc a. Ul Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Frontiur u 1)1 8erlm Schluß# turs Schluß!. Abend- börfe Schlußkurs Schluß! Mittag» börfe Datum 12.2- ! 13 2 12-2- 13-2- •% Deutsche Reichsonlethe v 1927 95,25 95,5 95,5 100,13 95,5 6%d)em.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 100,13 100,13 100,13 6Yi% Doung-Anieihe von 1930 . 94,13 93,75 93,9 93,75 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit 97,25 96,5 97,5 96,75 Auslos.-Rechten DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 19,45 19,35 19,45 19,35 6% ehern.8% Heft. Bolksstaat 1929 94,65 (rückzahld. 102%) 95 95 95 6% Heft. Landesbank Darmstadt 91,75 92,25 91,75 Gold R. 12 91,5 6y«% Heft. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ctqui 91,4 91,13 — — vberheften Provinz-Anleihe mit 92 Auslos.-Rechten 93 — — Deutsche Komm. Sammelabl. An- 95,9 94,25 95,65 94,5 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten S% ehern. 8% Franks Hyp.-Vank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 91,75 91,75 — — 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 91,75 91,5 —- 6%% ehern, l%% Franks Hyp.- Bant-Liqu..Psaiidottese 90,65 91 —— —• 6h% -bem 4V,% Rheinische 91,75 Hyp.^Bank-Ltau.-Goldpfe 92 — — 6% ehern. 8% Pr Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R 19 94 94 94 94 6% ehern 7% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Steuergutich RerrechnunaSkur« 97,13 97,13 97,13 97,13 *% Oesterrerchtlche Goldrente. 4,20% Oesterreichische SUberrente 19 19 19,13 19,13 1 —— 1,05 1,2 6,45 4% Ungarische Goldrente 6,75 6,5 6,85 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,8 6,45 6,6 6,35 4F,% deSgl. von 1913 6,2 6,4 6,13 6,45 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8 8,25 8,1 8,25 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6,13 6,13 —• — 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 6,2 6,25 6,3 Serie I..................... — Franktur' a. 771 Senin Schlußkurs Schluß!. Abend# börfe Schluß- turs Schlußt. mittag# börfe Datum 12-2- 13.2- 12-2- 13-2- 4% desgl. Serie II 6,25 4,5 6,25 4,75 6,3 4,65 6,5 5% Rumän. oereinh. Rente v. 1903 5 4^,%Rumün.vereinh.Rentev.lS13 6,8 7,5 7 4% Rumänische vereint). Rente .. 4,05 4 3,95 3,95 2%% Anatolier .... 28,4 29 28,25 28,75 pamvurg-AmerUa-Pake, .. 0 29,25 29 29 29,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 23,5 Hansa-Dampfschifs ... o — — — — Norddeutscher Lloyd ...... 0 32,5 32,5 32,25 32,5 öl.®, für Verkehrswesen Akt. 0 66,5 66,5 66,65 66,4 Berliner Handelsgesellschaft . 4 Gommer,- und Privat-Bank 0 94 52,75 52,75 94 52,75 94 52,75 Deutsche Bank und Discoato- Gesellschafi............... o 67 67 67 67 Dresdner Bank..............ö Reichsbank ............. zx 67,5 165,4 67,5 166 67,5 165,5 67,5 166,5 A.G.G...................... Bekula.....................o 31,9 124,75 98,13 31,25 125,25 93 31,9 124,75 97,5 31 125,25 97,9 Dektr. LieferungSgefellschafl... s Licht und Kraft g 102 102,25 102 102,25 Fellen & Guilleaume o 61 60,4 60,75 60,4 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 5 96,9 97,5 97,4 97,75 Rheinische Elektrizität ....... b Schuckert & Co. ............ 6 102,25 146 101,25 146,5 114 93,25 101,75 146 116 93 102 146,75 115 Siemens L Halske. .......7 Lahmeyer LLo............. 10 Buderus ...... 0 74,25 107 75 71,75 107,5 Deutsche Grdbl .............. 4 107,5 10L65 Gelsenkirchener .............. 0 61,75 61,75 61,75 61,9 Harpener ............. C 91,5 91,5 91,25 91,5 Hoesch Tisen-Kbln-Neuessen .. C — 74,65 75 Flse Bergbau .... ( 145 143 Ilse Bergbau Genüsse....... ( H1,25 113 112 113 62 61,75 64,13 61,75 61,75 64 Mannesmann-Röhre» ........ 0 63,75 64 Schlußkurs Schlußt. Abend- Schluß# turs Schluck. Minag. _ börse Datum 12-2- 13-2 12-2- 13-2- Mansfelder Bergbau......... 0 35,25 37 34,5 37,4 lkokswerke ........... 0 — — 89,65 89,9 Phoni; Bergbau............ 0 48,5 200 48,75 48,4 48,4 Rheinische Braunkohlen ..... 10 200,5 200,9 202 Rheinstahl .......... 0 89,75 89,5 89,25 89,4 Bereinigte Stahlwerke........ 0 41,65 40,75 41,5 40,9 Otavi Minen .......... 0 15 15,25 15 15,25 Kaliwerke Aschersleben........ 6 117 118 117,5 118 Kaliwerke Westeregeln........ 6 117 117 117,5 118 Kaliwerke Salzdetfurth..... "y. 155 157 155 157 I. G. Farben-Inouftrte....... 7 128,75 130,4 129 130 Scheideanstalt............... V 178,25 178,25 — — Goldschmidt ............... 0 55 54,5 55,25 54,5 Rütgerswerke .............. 0 55,4 56 55,75 56,25 Metallgeiellschafl............. 0 74,5 74,75 74,9 75,25 Philipp Holzmann ........... 0 67,5 71 68 71,2 5 Zementwerk Heidelberg ...... Zementwerk Karlstadt........ 0 86 98 86 98 Schultheis Payenhoser ...... 0 — — 97,75 97,75 Aku < Allgemeine Kunstseide) .. 0 44,5 43,9 44,75 44 Bcmberg ......... 0 45,65 45,75 45,65 43,75 «ellswfs Waldhof ............ 0 46,75 47,25 47,25 47 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 37,75 37,5 38 38 Dessauer Gas ............. 7 — — 118,5 118,5 Daimler Motoren............ 0 44,75 45,5 45,13 45,4 Deutsche Linoleum........... 0 47,65 48 47,25 48 Lrenslein & Koppel .......... 0 —— — 66 69,9 Leonhard Tie- ............ 0 23 22,5 22,9 22,4 10 156,5 161,5 156,5 160,5 8«u mulatoren-Fabrü........ 0 180,4 180 179,65 180 tonti-ähimmi ........ 0 153 155 153,75 156 0 25,5 25,75 ! 26,5 26 Malnkraftwerke Höchst a-TL... 4 72,75 72,5 — Süddeutscher Zucker ......... 8 ! 184 182,5 1 182,5 l 183 12-Februar 13.Febiuar Amtliche Rotieruna Amtliche Dotierung Gelt Srie Geld »rie Helsingfor».. 5,624 5,636 5,614 5,626 Wien ..... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag ...... 12,44 12,46 12,44 12,46 Budapest ... — — — — $ flfio 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 167,93 168,27 168,18 168,52 Oslo .... 64,04 64,16 63,84 63,96 Kopenhagen. 56,99 57,11 56,74 56,86 Stockholm 65,73 65,87 65,58 65,72 London ..... 12,745 12,775 12,70 12,73 Buenos Aires 0,653 0,657 0,651 0,655 Reuyott ... 2,532 ‘2,538 2,522 2,528 Brüssel .... 58,17 58,29 58,19 58,31 Italien .... 21,93 21,97 21,94 21,98 Paris ..... 16,44 16,48 16,45 16,49 Schweiz ... 80,72 80,88 80,77 80,93 Spanien... 33,87 33,93 33,87 33,9» Danzig ... 81,32 81,48 81,32 81,4b .lavan..... 0,759 0,761 0,757 0,759 Rio de Ian. 0,214 0,216 0,213 0,215 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Ltsiabo» ... 11,64 11,66 11,59 11,61 Banknoten. Lettin, 1Z. Februar (Selb Brief Amerikanische Roteu.............. 2,475 2,495 Belgische Roten.................. 58,03 58,27 Dänische Roten ................. 56,49 56,71 Englische Roten ................. 12,655 12,715 Französische Roten............... 16,41 16,47 Holländische Roten............... 167,76 168,44 Italienische Roten................ 21,82 21,90 Norwegische Noten .............. 63,67 63,93 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Not«............... 65,42 65,68 Schweizer Noten................. 80,59 80,91 Spanische Noten................. 33,73 33,87 Ungarische Note» ................