Donnerstag, !Z. Dezember 1934
184. Jahrgang
291 Erstes Vlatt
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um die Gewehre der bolivianischen und para-
dreimal so groß wie
Das erste Vild vom Saarabstimmngsgericht.
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hier losgegangen und wennschon die offizielle an Bolivien erst im
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Oberbefehlshaber der internationalen Streitkräfte im Saargebiet ist der englische Generalmajor Brind, der Kommandeur der englischen 4. Division.
gefähr 150 000 Männer — und Frauen im Kampf gestanden haben... Endgültig hatte sich der Gran Chaco, dies zum Teil sumpfige Urwaldgebiet, in dem schließlich das Malariafieber der schlimmste Feind der Soldaten war, für das viel kleinere paraguayische Heer als ein weit vorteilhafterer Kriegsschauplatz erwiesen als für die Bolivianer, die, ein ausgesprochenes Hochländervolk, mit dem bösen Klima und dem ebenso bösen Gelände nicht fertig wurden.
Nach dem Waffenstillstand vor nunmehr einem Jahr ging der Krieg mit noch größerer Erbitterung weiter. Während aber die Länge der Paraguay- ischen Etappe nur dreihundert Kilometer betrug und
Eine Urteilsverkündung des Abstimmungsgerichtshofes, dessen Mitglieder ausschließlich Ausländer sind und vom Völkerbund ernannt wurden. Von links nach rechts: Generaladvokat Dr. Giuseppe Martina (Italien), Professor Dr. Cabral de Moncoda (Portugal), Vizepräsident James^M e r e d i t h (Irland), Präsident Exzellenz Bindo Galli (Italien), Obergerichtsrat Johann von Norderfolk (Schweden), Obergerichtsrat Dr. B a p o l b e (Spanien), Gerichtsschreiber Raschen.
Truppen handelte, wie die Meldungen aus La Paz lauteten, bleibe dahingestellt.
Jedenfalls klang der Kanonendonner und das Bellen der Maschinengewehre den Wächtern des Völkerbundes gar wenig lieblich in den Ohren. Sie stießen in ihr Horn; der hohe Rat versammelte sich und beschloß — der bösen Erfahrungen in der Mandschurei nicht achtend —, eine Studienkommission in den Gran Chaco zu entsenden. Die Völkerbundsexperten machten sich auch auf die Reise und lieferten im Mai 1934 in Genf den Bericht ihrer segensreichen Tätigkeit ab. Lob und Tadel wurden darin auf beide Parteien verteilt: Bolivien, so heißt es in dem Bericht, habe angefangen, Paraguay indessen den Krieg durch Hartnäckigkeit und Grausamkeit unnötig verlängert. Der Kampf, bei dem es sich anscheinend um den Besitz von Petroleumquellen und Färb- wie Gerbholzwäldern drehe, wäre schon längst zu Ende, wenn beide Parteien nicht fortlaufend von fremden Ländernmit Waffen versorgt würden. Die Kommission schlug vor, eine Friedensfront zu bilden, der der Völkerbund, Amerika, Argentinien, Brasilien, Chile und Peru angehören, und ein allgemeines Verbot der Ausfuhr von Waffen und Munition nach Bolivien und Paraguay zu erlassen. Die Antwort Paraguays auf diese freundlichen Vorschläge war ebenso deutlich wie originell: die Regierung in
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Asuncion erklärte in aller Freundschaft, daß sie die vöökerrechtlichen Bestimmungen, die auch in jedem Kriege zu achten sind, nicht mehr einhalten könne und wolle, weil die Bolivianer den Krieg allzu rücksichtslos führten. Danach war zu vermuten, daß im Gran Chaco die lehrreichsten Versuche mit Gasbomben gemacht würden, wie sich dir „Grüne Hölle" ohnehin schon im Laufe der Jahre zum vorzüglichen Exerzier- und Experimentierplatz der Rüstungsfabriken entwickelt hatte.
Wieder verstrichen Monate, ehe sich der Völkerbund auf seine Pflichten besann. Am 8. September 1934 schließlich faßte der Rat in seiner 81. Sitzung den erhebenden Beschluß, den Kommissionsbericht vom Mai der Vollversammlung vorzulegen. Diese wiederum setzte Anfang Oktober einen Sonderausschuß ein, der wiederum einen Schlußbericht ausarbeitete und der Vollversammlung zur Annahme vorlegte. Das erlauchte Gremium faßte dann am 20. November bei Stimmenthaltung Boliviens und Paraguays den Entschluß, dem Krieg im Chaco ein Ende zu bereiten. Und zwar auf folgende Weise: 1. Ein Ausschuß von sechs neutralen Mitgliedern (wahrscheinlich alles Südamerikanern) überwacht die Durchführung des Beschlusses und die Einstellung der Feindseligkeiten. 2. Die Regierungen Boliviens und Paraguays geben, sechs Tage nach Erhalt des Beschlusses, Befehl zur Einstellung der
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britannien habe sich aber dagegen gewandt und die Auffassung vertreten, daß die an Ort und Stelle befindlichen Männer ihrer eigenen Initiative folgen sollten. Diese Auffassung habe sich durchgesetzt. Es werde beabsichtigt, daß die Truppe während ihres Dienstes an der Saar ihre regelmäßigen Hebungen fortsetzen sollen. Die für den Abstimmungstag, den 13. Januar in Aussicht genommenen besonderen Maßnahmen würden begreiflicherweise geheimgehalten.
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durch unerlaubte Mittel mit Gewalt, Drohung, Betrug, Bestechung usw. eine Person zu bestimmen sucht, zu offenbaren, in welchem Sinne entweder sie selbst oder eine dritte Person gestimmt hat, oder zu stimmen gedenkt, wird nach den geltenden Strafbestimmungen mit Gefängnis von drei Monaten bis zu drei Jahren bestraft.
Das englische Truppenkontingent vor der Abreise.
Der Kommandant soll selbständig handeln.
London, 13. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Generalmajor B r i n d wird heute um 11 Uhr n a ch Saarbrücken abreisen. Die beiden für das Saargebiet bestimmten Infanterie-Bataillone sind je 500 Mann stark. Die Schwadron Lancers mit ihren acht Panzerwagen und die sonstigen Hilfstruppen zählen ebenfalls 500 Mann. Zur Entsendung der Schwadron bemerkt ein militärischer Sachverständiger u. a.: Die Lancers sind nicht mehr beritten. Das frühere Reiterregiment ist vor mehreren Jahren in ein Panzerwagenregiment umgewandelt worden. Die Panzerwagen haben ein Gewicht von je sieben Tonnen, eine Geschwindigkeit von 64 Kilometer in der Stunde und können 300 Kilometer ohne Aufnahme neuen Brennstoffes zurücklegen. Ihre Besatzung besteht aus je drei' oder vier Mann und ihre Bewaffnung aus je zwei Maschinengewehren.
Aus Genf berichtet der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph", Genf werde keinen weiteren aktiven Anteil an der Leitung der internationalen Saartruppe nehmen. Einige der interessierten Länder, besonders Italien, seien dafür gewesen, daß der Völkerbund die direkte Aufsicht über die Streitkräfte behalte. Groß-
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Saarbrücken, 13 Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Wirtschaftsbeirat der Deutschen Front veranstaltete eine Kundgebung, um noch einmal an die ihm angeschlossenen Berufsstände einige Worte über die Abstimmung zu richten. Durch sämtliche Ansprachen des Abends ging das Leitmotiv: „Es gilt dem Lande unserer Väter, es gilt dem Lande unserer Liebe, es gilt dem Lande unserer Zukunft, es gilt unserem ewigen Deutschland mit seinem großen Führer Adolf Hitler, es gilt unserer heißgeliebten Heimat an der Saar."
Als erster Redner betonte der Präsident der Handelskammer, Bodo Karcher, daß die Rückkehr des Saargebietes unter allen Umständen und bedingungslose fe st st ehe. Sie sei für alle anständigen Menschen Sache des Herzens und des Blutes, und keine Handelsfrage. Der Tag der Abstimmung sei als ein Geschenk zu betrachten, da es den Saarländern vergönnt sei, Deutschlands Grenzland beim deutschen Vaterlande zu erhalten. „Blut, Geschichte, Gewissen: diesen Weg wollen wir gehen, und niemand wird uns daran irre machen."
Der Präsident der Handwerkskammer, Schmelzer, der im Namen von 80 000 abstimmungsberechtigten Handwerkern und ihrer Familien sprach, agte u. a.: „Wir wollen endlich Ruhe haben vor denen, die die Lüge verbreiten, die Saarbevölke- rung sei zweifelhaft in ihrem Volkstum. Wir werden am 13. Januar geschlossen w i e ein Mann eintreten für die vorbehaltlose Wiedervereinigung mit unserem Vaterlande. Und wir kennen nur e i n Vaterland, und das heißt Deutschland."
Dr. S a v e k o u l s , der Wirtschaftsberater der Deutschen Front, führte aus, daß bei den Verhandlungen von Rom und Genf der Status quo tatsächlich begraben worden sei. Das Saargebiet werde zurückgehen zu Deutschland, wo ein Volkskanzler wie Adolf Hitler mit dem Volke verbunden sei, wie nie eine Regierung mit ihrem Volke verbunden gewesen sei. Das Bekenntnis zu Deutschland sei unabhängig von allen wirtschaftlichen Erwägungen. In der Stunde der Entscheidung müsse jeder Volksgenosse nur a u f sein Gewissen hören. Jeder anständige Mensch werde sich dann zur Deutschen Front bekennen.
Für den Schutzbund für Handel und Gewerbe erinnerte dessen Vorsitzender Köhl an den 15jäh- rigen Leidensweg des Saarvolkes seit der Loslösung vom Mutterlande. Für die Beibehaltung des jetzigen Zustandes könnten nur jene wurzellosen und vaterlandslo s e n Elemente eintreten, die sich damit ein Asyl für ihre dunklen Machenschaften schaffen wollten. Das lehnten alle ehrbaren deutschen Handwerker und Kaufleute mit aller Entschiedenheit ab. Weil wir Deutsche sind, st i m m e n w i r deutsch. Wir haben heiliges Grenzland zu verteidigen, gerötet von dem Blut deutscher Brüder, die für Heimat und Vaterland kämpften, litten und starben, deren einziger Gedanke immer gewesen ist: „Deutschland muß leben, auch wenn wir sterben". — Die Ausführungen sämtlicher Redner wurden mit begeistertem Beifall ausgenommen.
Die Abstimmung.
Saarbrücken, 12. Dez. (DNB.) Die Abstimmungskommission hat eine Bekanntmachung erlassen, in der noch einmal betont wird, daß die Volksabstimmung im Saargebiet vollkommen frei und geheim sein wird und daß die Stimmberechtigten irgendwelche Vergeltungsmaßnahmen von Einzelpersonen ober gar von feiten der Behörden nicht zu befürchten hätten. Es wird dann im einzelnen erläutert, wie die Wahlhandlung und die Zählung des Abstimmungsergebnisses vor sich gehen wird. Nach der Feststellung des Wahlergebnisses werden die Stimmzettel nach Genf gebracht und dem Völkerbund übergeben, so daß die Möglichkeit einer nachträglichen Untersuchung der Stimmzettel vollkommen ausgeschlossen ist. Wer
„Weil wir Deutsche sind, stimmen wir deutsch."
Gaartreuekundgebung des Wirtschastsbeirates der Deutschen Front.
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itrffurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UnwerfitStr-vuch- und Stcinörucferei R. Lange in Gießen, schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse staffel 8
0e;m|;o(anb, eine Hochebene von durchschnittlich drei- fauf in Metern Höhe, zu achtzig Prozent von Jndia- : nenn bewohnt, von einer bünnen Oberschicht be- : heirrcL — Paraguay: ein ßanb mit außerge- । wcjihüilch stark unb heroisch entwickeltem National- , gejml Frühzeitige Verschmelzung der Ureinwohner, - be|J Quaranies, mit den erobernden Spaniern hat 1 hieit km Volk von fester Geschlossenheit und männ- 1 licMleni Selbstbewußtsein entstehen lassen. Heber dies i LckNd brauste in den sechziger Jahren des vorigen - Ja^ilmnderts furchtbarer Krieg gegen den Dreibund Ar " inien—Brasilien—Uruguay dahin. Er dauerte füi^i fahre und rottete die paraguayische Armee bud)= fttoöli:i bis zum letzten Mann aus. Damals leitete bev iflttator Lopez die Geschicke des Landes. Nach eri tminlidjem Widerstandswillen endlich im Urwald in bin £ige getrieben, umgeben von nur noch dreißig (3Mmen, überredeten die Offiziere den Diktator, sich 5unas Srgtt,
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die Paraguayer über gute Feldbahn- und Schiffsverbindungen verfügten, betrug die Entfernung La Paz, der Hauptstadt Boliviens, bis zur Fi
1500 Kilometer, von denen nur 500 Kilometer durch Eisenbahnen zu bewältigen waren. Diese Tatsache hat vermutlich zum großen Teil mit zu dem nunmehr behaupteten gänzlichen Zusammenbruch der bolivianischen Front und der angeblichen Auflösung und kopflosen Flucht der bolivianischen Armee beigetragen. Die durch die fortgesetzte Angriffstätigkeit ohnehin zermürbten Bolivianer wurden erneut zum Rückzug gezwungen. Ob dieser Rückzug in eine regelrechte Flucht avsartete, wie die Paraguayer behaupten, ober ob es sich um eine strategisch vorbereitete Zurücknahme der bolivianischen
Km die grüne Hölle des Gran Chaco.
iiDjpischer Regen hat ben Kämpfen im Gran ~hiio ein vorläufiges Enbe bereitet. Damit aber hlr .1 raaöbie, bie in dem überschwemmten Dschun- iH 'm Herzen Südamerikas seit über sechs Jahren lirtit, das Satyrspiel nicht fehlt, kommt jetzt die . |m!;, daß die geschlagenen bolivianischen Trup- M yren eigenen Präsidenten gefangengenonv y|e! haben. Präsident Salamanca, so melden ioei!kanische Agenturen, war von der Hauptstadt
'.oz auf dem Weg zur Front, hatte die Absicht,Len Oberkammandierenden der dilivianischen Taup'en zur Strafe für manche Niederlage abzu- ti? jiei und glaubte sich so sicher, daß er seine b i i ten Töchter mit auf die Reise nahm. Aber Idpiiiiin der Etappe ereilte ihn und feinen Kriegs- m 11 isr das Geschick. Gleichzeitig brach hinter seinem Mücken ein Aus st and aus, wurde fein
Übertreter Luis Tejada in einem ebenso küh- nvii :«ie unblutigen Pronunciamento zum Nachfol- hHf llftimmt. Die neue Regierung verhängte sofort eine Nachrichtensperre, sa daß wir für den weiteren DArlmf der Dinge nur auf Vermutungen angewie-
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o r p 5 erblicken. Es heißt, daß der fron, zösische Botschafter eine energische Antwort an bif
japanische Regierung gesandt hat, in der er dir Anschuldigungen als unbegründet bezeichnt!.
gegen die Gottlosigkeit gewettert, obwohl gerade die Marxisten mit allen Kräften gegen die Kirche anrannten und eine umfangreiche Kirchenaustrittbewegung in die Wege geleitet hatten. Im nationalsozialistischen Staat hätten viele Tausende zur Kirche zurückgesunden. Die Jugend solle ruhig in die Kirche gehen. Er habe aber niemals gelesen, daß Christus gelehrt habe, die Jugend sportlich und körperlich zu ertüchtigen. Das sei Sache des Staates und seiner Organisationen. Und wenn man versuche, etwa jemand, der vielleicht keinen christlichen Standpunkt vertrete, gegen die Kirche auszuspielen und zu sagen, die Jugend bekenne sich zu ihm, so sei dem entgegenzuhalten: Die Jugend bekennt sich zu Adolf Hitler!
Zum evangelischen Kirchen st reit bemerkte der Minister, daß der Zeitpunkt kommen könne, an dem der Staat erkläre, daß die protestantische Kirche ihre 28 Landeskirchen s e l b st finanzieren möge, wenn sie sie mit allen Mitteln aufrechterhalten wolle. Der Staat habe dafür kein Geld. Die Parole des Nationalsozialismus aber laute: „Bete und arbeite!" Das deutsche Volk werde arbeiten, um seinen Kindern eine bessere Zukunft zu erkämpfen.
Nachdem durch das Ergebnis der Verhandlungen in Rom der Ausgang des Saarkampfes zugunsten der deutschen Sache gesichert ist, fühlt sich die Negierungskommission bemüßigt, ihre nun zu Ende gehende Existenz durch allerlei.zwecklose Veröffentlichungen zu verteidigen. Vor kurzem ist durch die Enthüllung des früheren Privatsekretärs Hilt des Direktors der französischen Grubenverwaltung R offen b e ck (der ein ehemals preußischer Bergassessor und jetzt naturalisierter Franzose ist), allerlei darüber bekanntgeworden, mit welchen Mitteln gearbeitet worden ist, um deutsche Einwohner von ihrer Heberzeugung abzubringen. Bestechungen und Versprechungen der französischen Grnbenver-
Staat und Kirche.
Reichspropagandaminiffer Or. Goebbels spricht in Trier.
Unangebrachte Entrüstung.
Oie Abstimmungskommission und die Eeparatistenhehe im Gaargebiet.
London, 13. Dez. (DNB^Funkspruch.) Der Fall des französischen stellvertretenden Marin«, attachss, Unterleutnant Tessier du C r c> z dürfte eiy diplomatisches Nachspiel haben. Die & schuldigungen gegen den Offizier, b e gleit- von seinem Bild und Bildern jungt. Frauen, die ihm bei seiner angeblichen Spiv 1 nagetätigkeit geholfen haben sollen,,^ in der japanischen Presse erschienen, xi- französische und der belgische Botschafter sollen en,, rüstet über die von der Polizei an die Zeitungen gegebenen Mitteilung sein, und darin eine Ber.
| der Vorrechte des Diplomat!.
Nicht minder wichtig ist die Haltung der USA. Machen sie,.wie es Präsident Roosevelt verkündet und versprochen hat, mit dem Verbot der Waffen- und Munitionsausfuhr wirklich ernst, so wird dem Kriege im Gran Chaco ohnehin die Blutzufuhr abyeschnitten. Das alles muß sich erst erweisen, wie denn überhaupt der Chaco-Konflikt weltpolitisch nicht seines lokalen Charakters wegen von Bedeutung ist, sondern um der Auswirkungen willen, die er auf die Politik der großen Mächte und des Völkerbundes hat. In der Mandschurei hatte die Genfer Liga völlig versagt. Bleiben auch im Gran Chaco ihre Beschlüsse nur Papier, so ist ihr Urteil endgültig gesprochen. Um dieses Exempels willen, das zu statuieren die wärmsten Befürworter des Völkerbundes das höchste Interesse haben sollten, lohnt es sich schon, den blutigen Krieg im fernen Südamerika, dem echten Kontinent der ungeahnten Möglichkeiten, einen Krieg, der bereits Zehntausende von Toten gefordert hat, nicht als Katzbalgerei von Exoten, was er ohnehin nicht ist, zu betrachten.
Trier, 13. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach hier in einer Riesenoersammlung, wie vorher in Berlin, Stettin und Dortmund, von der Erbschaft, die der Nationalsozialismus am 30. Januar 1933 antreten mußte. Alle Anstrengungen könnten nur eine Richtung haben, Deutschland aus den Klauen des internationalen Finanzkapitals zu befreien und ihm damit die Handlungsfreiheit wiederzugeben. Es gehe darum, unseren Kindern eine leichtere Zukunft zu sichern und ihnen mehr zu hinterlassen, als wir selbst übernommen hätten.
Dr. Goebbels schnitt dann die Kirchensrage an. Er wies ausdrücklich darauf hin, daß die nationalsozialistische Bewegung getreu ihrem Programm positiv christlich eingestellt sei. Sie stehe daher der katholischen und der protestantischen Kirche aleichmäßig loyal gegenüber und habe nicht die Absicht, in die kultischen Dinge der Kirche sich hineinzumengen. Ebenso aber sollten die Vertreter der Kirche sich nicht in die Politik hineinmischen. Werde diese Abgrenzung eingehalten, dann könne es zu einer beiden Teilen dienlichen positiven Zusammenarbeit kommen, und der Staat werde freudigen Herzens die Kirche vor aller Unbill schützen. Früher hätten die hohen Würdenträger der Kirche niemals
am Samstag die Heimreise antreten. Cs m auch nicht ausgeschlossen, daß die japanische Ab ordnung London verläßt. Obwohl von verschiedenen' Delegierten erklärt wurde, daß man Voraussicht^ im Frühjahr wieder zusammen kam, men werde, wird in Kreisen der amerikanischen Delegation betont, man werde er ft dann wieder die Besprechungen aufnehmen, wenn ein Bern, tungsgegenstand vorliege. Allerdings wird von Reuter darauf hingewiesen, daß die Flottenbe. sprechungen auf Einladung Großbritan! niens begonnen worden sind. Demnach sei es qU(Z allein die Sache Großbritanniens einen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der $e' sprechungen festzusetzen.
Nie Tokioer Gpionageaffäre.
Ein Protest des französischen Botschafters,
kommen sich bisher befriedigend ausgewirkt habe. Einschließlich des bei Abschluß des Abkommens gezahlten Betrages von 400 000 Pfund ei nunmehr die Summe von annähernd 1 400 000 Pfund von der deutschen Regierung zur Tilgung sehender Handelsschulden in England zur Verfügung gestellt worden. Weitere Beträge seien auf Grund des Abkommens in bestimmten Zeitabschnitten zu erwarten. Der Gesamtbetrag der Schulden, die zwischen dem 1. März 1934 und dem 31. Oktober 1934 fällig wurden, belaufe sich auf annähernd 4% Millionen Pfund.
Polens außenpolitischer Kurs.
Das Abkommen mit Deutschland verträgt sich mit dem polnisch-französischen Bündnis
Warschau, 12. Dez. (DNB.) Der Krakauer „Kurier Jllustrowanny" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Vorsitzenden des Sejm-Ausschusses ür auswärtige Angelegenheiten, Fürst Rad- z i w i l l, der auch Vizepräsident der parlamentarischen Organisation des Pilsudski-Lagers ist.
Fürst Radziwill führte aus, Polen wünsche nicht, in internationale Fragen hineingezogen zu werden, die polnische Belange nicht berührten, wie die Donaufrage oder die Balkanfrage. Und andererseits könne Polen nicht zulassen, daß Fragen des Ostens, wie die baltische, die sowjetrussische oder die deut che Frage, ohne Beteiligung Polens geregelt würden. Polen könne nicht zulassen, daß irgendein Pakt unterzeichnet würde, zu dessen Unterschrift es nach F e r t i g st e l l u n g des Entwurfes eingeladen würde. Von diesem Standpunkt aus habe Polen seine Vorbehalte gegen den Ostpakt erhoben.
Sowohl das Abkommen mit Deutschland, wie der Vertrag mit Sowjetrußland befestigten den Frieden in Europa und durchkreuzten nicht das Bündnis mit Frankreich. Polen habe seine wirtschaftlichen•
zugebenden Weise beschimpft. „Mörder und Gangster" sind übliche Ausdrücke. Diese Pressestimmen, ihre wörtliche Wiedergabe und gehässige Kommentierungen durch nichtdeutsche Sender haben auch jetzt noch keine Mißbilligung der Abstimmungskommission gefunden, obwohl aus den Akten des Herrn Roßenbeck der Zusammenhang zwischen der Propagandastelle Roßenbecks, den separatistischen Zeitungen und gewissen nichtdeutschen Sendern so offensichtlich auf der Hand liegt, daß nach meinem Empfinden eine Erörterung dieses Zusammenhanges vom Standpunkt der Sicherung einer unbeeinflußten Abstimmung aus sich kaum mehr umgehen lassen dürfte.
Sie werden es verstehen, Herr Präsident, daß mich bei dieser Sachlage Ihre Androhung sehr peinlich berührt hat, wonach die Verbreitung von Mitteilungen, die über die deutschen Reichssender gegeben werden, und die bisher stets einer Prüfung nach der Wahrheitsseite standhalten konnten, im Saargebiet verboten werden soll, insbesondere, nachdem in Ihrer Verlautbarung die Tätigkeit der nichtdeutschen Sender keine entsprechende Würdigung erfährt. Ich bin durchaus bereit, von den deutschen Organen der Strafrechtspflege den Fall Hilt nach der strafrechtlichen Seite zu überprüfen und ahnden zu lassen, sobald ich die Gewißheit habe, daß der den Fall Hilt auslösende Fall Roßenbeck eine entsprechende Behandlung durch die zuständigen Organe der Strafrechtspflege im Saargebiet erfährt. Die Ausführungen von Hilt am Reichssender Stuttgart waren veranlaßt, weil Herr Roßenbeck der W a h r- heit zuwider die Richtigkeit eines öffentlichen Dokuments bestritten hat, und weil es im Interesse einer Klarheit im Abstimmungskampf unbedingt erforderlich ist, gewisse Drnge mit aller Eindeutigkeit klarzustellen, deshalb bin ich auch nicht in der Lage, gegen den Reichssender Stuttgart einzuschreiten.
waltung haben nach dem Inhalt dieser Enthüllung eine große Rolle gespielt. Den deutschfeindlichen Kreisen sind diese Veröffentlichungen natürlich Höch st unangenehm und ihnen kommt eine Erklärung der Abstimmungskommis- si o n zu Hilfe Die Abstimmungskommission ergeht sich in moralischer Entrüstung, indem sie behauptet, jene Enthüllungen seien auf unlautere Weise der Deutschen Front bekannt geworden, sie würden nun sogar durch die Reichssender Stuttgart und Frankfurt verbreitet.
Heber t>en Kampf des ausländischen Rundfunks gegen die deutschen Interessen hat sich im Ausland und bei der Regierungskommission des Saargebiets früher niemand aufgeregt. Es fei nur an die Fälschungen des „Petit Parisien" erinnert, die vor einigen Monaten durch die Sender Straßburg und Luxemburg immer wieder ausgeschlachtet wurden, obwohl sie als Fälschung sofort nachgewiesen wurden. Es muß ferner darauf hin- aewiesen werden, daß die Ausbeutung ldesjenigen Materials, das bei Haussuchungen in den Räumen der Deutschen Front „gewonnen" wurde, geradezu zum Handwerk der deutschfeindlichen Propaganda gemacht worden ist. Obwohl das zuständige Gericht auf die Klage der Deutschen Front die Beschlagnahme als ungerechtfertigt erklärt hat, ist die Rückgabe der Schriftstücke bisheute noch nicht erfolgt. Im Gegenteil: In der ausländischen Propaganda sowohl wie in der saarländischen Cmigran- tenpresse ist dergrößte Mißbrauch mit diesem zu Unrecht beschlagnahmten „Material" betrieben worden. Die Regierungskommission des Herrn Knox hat dagegen nichts einzuwenden gehabt, sie hat sogar einzelne Schriftstücke, die (wie gesagt) unrechtmäßig in chre Hände kamen, in den Noten verarbeitet, die sie nach Gens schickte, um die Notwendigkeit fremder Besatzungstruppen im Saarlande zu „beweisen". Ob man nach alledem ein Recht hat, sich darüber zu beklagen, wenn auch vpn der Deutschen Front alles geschieht, um im Abstimmungskampf d e n Nachweis der Bestechungen und Bedrohungen durch die französische Bergwerksverwaltung an das Licht der Oeffentlichkeit zu bringen, — diese Frage möge sich jeder selbst beantworten. Es wäre besser gewesen, die Regierungskommission hätte darauf geachtet, daß in den Jahren ihrer Herrschaft im Saargebiet keine Zustände einreißen konnten, wie sie jetzt durch mancherlei Enthüllungen unter Beweis gestellt worden sind.
Geschästsverteilung im Reichserziebungsministerium.
Berlin, 12. Dez. (DNB.) Die Aktion zur einheitlichung des Reiches und Preußens bat our« die Aufstellung eines einheitlichen ®efd)äfi5? teilungsplanes für das Reichserziehungsministern und preußische Kultusministerium eine weil Förderung erfahren. Das Reichs- und Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und IMj bildung gliedert sich unter Reichsminister und einem Staatssekretär nach dem ne , Geschäftsverteilungsplan folgendermaßen: 1. d ... t r a l a m t (Verwaltung, Gesetzgebung, Ausla • 2. Ministeramt: Amt für Wissensch (mit der Hochschul- und Forschungsabterlungb • Amt für Erziehung (Schulen sowie beruft bäuerliches und soziales Ausbildungswesen); -- , für Volksbildung (Akademie der R ' & Volkshochschulen, Volksbüchereien, Schlösser, Denkmalspflege, Naturschutz '
Hochschulen, bildende Künste, Literatur und - Film und Funk): 6. Amt für körperlich« *
Oer Führer beim Staatsbegräbnis für SA-Gruppenführer Zunkel. Weimar, 12. Dez. (DNB.) In feierliche ; Staatsbegräbnis wurde im Beisein des Füh. rers und Reichskanzlers, des Chefs b« Stabes der SA. Lutze, des Reichsführers bi- NSKK. Obergruppenführer Hühnlein, br; Reichsorganisationsleiters Dr. Ley sowie sämtlichcr höherer SA.-Führer Thüringens die sterblichr Hülle des so jäh aus dem Leben gerissenen 68.. Gruppenführers Dr. Zunkel zur letzten Ruhe getragen. Der Fürstenplatz, auf dem die Trauert stattfand, war von Tausenden von Menschen säumt und mit Trauerschmuck versehen.
Nach „Ases Tod aus „Per Gynt" sprachen M sterpräsident M a r s ch l e r und Reichsstatcha/M und Gauleiter S a u ck e l. Mit tiefbewegten Watten childerte letzterer den Gestorbenen als einen 6 ob baten im wahrsten und edelsten Sinne des Dörtes. Das große Verdienst des Verewigten sei es $e« wesen, daß die innere Haltung der thüringischen SA. und ihr äußeres Auftreten so vorzüglich wurden, daß thüringische Parteien der bürgerlichen Seite das Verlangen verschiedener Reichsregieruv gen ablehnten, die SA. in Thüringen und ihre Aui> märsche zu verbieten. Als Staatsrat und Mitglieder thüringischen Regierung habe er wertvolle Aufbauarbeit geleistet. Unter Glockengeläut letzte sich dann der Trauerzug zum Friedhof in Bewegung, an der Spitze der Führer, der Chef des Stabes der SA. Lutze und der Reichsstatthalter Sauckel. Standarten- und Sturmfahnen neigten sich, Nachdem Landesbischof Säße mit Gebet und Segen sein kirchliches Amt versehen hatte.
Der Chef des Stabes der SA .Lutze gab der Trauer der gesamten SA. Ausdruck, die einen ihrer Besten zu Grabe getragen habe. Er Ijabe den Geilt des Mutes und des Opferwillens, für den er M im Felde geblutet habe und wofür er sich inw wieder erneut im Kampf um Deutschland einsep. tief in die Herzen seiner SA.-Kameraden, an k» Spitze er fast fünf Jahre marschieren durfte, ei* pflanzt. Der Führer legte dann einen Kranz» der, auf dessen Schleife die Widmung steht: ,A Hitler seinem treuen SA.-Führer". Das SA.-L^ Horst Wessels beschloß die Feier am Grabe.
Drei Semester Sporipsiichi für jeden Studierenden
Berlin, 13. Dez. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" meldet: Schon mit Beginn des Wintersemesters ist eine neue Hochschulsportes d- nuna jn Kraft getreten, die Reichsministel M in Zusammenarbeit mit dem Reichssportführer unanderen Reichsbehörden geschaffen hat. Jn Zukunn wird jeder Student während dreier Seme st er Sport treiben müssen, uw zwar nicht, wie bisher, nach freier Wahl der Sportart, sondern nach einem genau festgeleg - ten Grundausbildungsplan. Als Bescheinigung der pflichtmäßig durchgeführten Leibe,- Übungen erhält der Student oder die Studentin eine Grundkarte, ohne deren ordnungsmäßig- Ausfüllung und Vorweisung ein weiteres Stud^m oder gar Examina unmöglich sind. ungen erfolgen nur durch den Rektor. Die neue Hochschulsportordnung ist entscheidend für die lov perliche Ausbildung unseres Führernackwvchfts. wird in Zukunft keinen Arzt, keinen Juristen, -e‘* nen Lehrer oder Pfarrer mehr geben, der nia) den Wert der körperlichen Erziehung, der Erziehung durch den Körper s e l b st kenne"' gelernt hat. Als Grundausbildung flcli’ Leichtathletik, Schwimmen, BoN und Turnen. Fortan sind die Studenten !u ihre Hochschulen startberechtigt, sofern sie ni^cht bereits für einen Verein des Reichsbundes für besübungen Startberechtigung erworben haben.
Der Saarbevollmachiigie an die Abstimmungskommission.
Saarbrücken, 12. Dezember (DNB.) Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Gauleiter B ü r ck e l, hat an die Abstimmungskommission als Antwort auf ihre Verlautbarung über den Fast Roßenbeck-Hill ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt:
Herr Roßenbeck, der Außenbeamte der Propaganda-Abteilung der „Mines domaniales frangaises", hat eine Reihe separatistischer Zeitungen im Saargebiet in erheblichem Maße mit Mitteln finanziert, über deren Herkunft kein Zweifel bestehen kann. Nun haben gerade diese von Herrn Roßenbeck finanzierten Blätter ununterbrochen die führenden Staasmänner Deutschlands, nicht zuletzt das Reichsoberhaupt, in einer kaum wieder-
Feindseligkeiten. 3. Die Truppen beider Heere werden 5 0 Kilometer hinter die Front zurückgenommen. 4. Es wird eine neutrale Zone von 100 Kilometer Tiefe auf beiden Seiten errichtet. 5. Einen Monat nach Waffenstillstand ruft der Präsident von Argentinien eine Friedenskonferenz in Buenos Aires zusammen, die folgende Aufgaben zu erfüllen hat: a) Endgültige Festsetzung der Grenzen, b) Abfassung von Sicherheitsklauseln, c) Kommt die Konferenz nach zwei Monaten zu keinem Beschluß, so wird dem Haager Gerichtshof die Festsetzung der Grenzen unterbreitet. — Dies sind die Hauptpunkte des Genfer Entschlusses, der auf der Feststellung der Verletzung von Artikel XV, Absatz 4, des Völkerbundspaktes beruht und der bei Nichterfüllung die Sanktionen des Völkerbundes nach sich zieht. Wird er z u m Frieden führen?
Bis jetzt haben weder Bolivien und Paraguay ihre Stellung bekanntgegeben. Der Sturz des bisherigen bolivianischen Staatspräsidenten und die Unruhen, die ihn heroorgerufen haben, lassen unter Umstanden den Schluß zu, daß Bolivien unter Hinweis auf die ungeregelten innerpolitischen Verhältnisse Zeit gewinnen will. Vielleicht liegt hier das ganze Geheimnis der Präsidentenverhaftung. Ob der Völkerbund auch in diesem Falle feine Autorität behaupten wird, ist natürlich zweifelhaft. Jedenfalls hat man aber diesmal in Genf dafür gesorgt, daß nicht nur die etwas abstrakte Autorität der Genfer Liga in die Wagschale der Entscheidung geworfen wurde, sondern auch die viel realere der Nachbarstaaten Boliviens und Paraguays.
Beziehungen mit Deutschland geregelt und sei dadurch zu einem normalen Verhältnis gelangt. Man spreche zwischen beiden Ländern nicht darüber, was sie trenne, sondern über das gemeinsame, menschliche einfache Interesse des Zusammenlebens. Politische Zugeständnisse habe Polen gegenüber Deutschland nicht zu machen. Der Vertrag mit Deutschland habe die Verhältnisse normal gestaltet; die polnische Politik habe sich bemüht, einen modus vivendi mit bem Nachbarn zu finden. Weder in der polnischen, noch in der deutschen Oeffentlichkeit sei man der Auffassung, daß durch den deutsch-polnischen Vertrag alle Streitfragen ein für allemal gelöst seien, die seit Jahrhunderten zwischen Polen und Deutschen bestehen.
Das Krakauer Blatt sagt dazu: Polen sei in seinen Gesprächen mit Deutschland keinen Schr-i11 weitergegangen, als es fein Bündnis mit Frankreich erlaube. Marschall Pilsudski habe dem französischen Botschafter nach Unterzeichnung des deutsch-polnischen Abkommens gesagt, das polnisch-französische Bündnis halte Polen für die Grundlage seiner Politik. Die Mißverständnisse zwischen Frankreich und Polen würden schwinden und das natürlich tief im polnischen Herzen wurzelnde Bündnis werde jede Probe bestehen, selbst die Probe, daß man o f fe n d i e Wahrheit sage.
Pause in den Flottenbesprechungen.
London, 12. Dez. (DNB.) Das Kabinett hat beschlossen, die Flottenbesprechungen einstweilen zu v e r t a g e u. Wahrscheinlich werden von Japan keine Schwierigkeiten gemacht werden,' wenn auch Admiral Pamamoto persönlich eine Fortsetzung der Besprechungen vorziehen dürfte. Immerhin würde eine Vertagung schon durch die Weihnachtsfeiertage und durch Neujahr notwendig werden. Die amerikanische Abordnung wird voraussichtlich
Oie Brücke über den Rhein.
Der Ehrenvorsitzende des französischen Frontkämpferverbandes UnionFed^rale für deutsch-französische Annäherung.
P a r i s, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Ehrenvorsitzende des Verbandes der ehemaligen Frontkämpfer Union Federale (etwa 95 000 etwas linksgerichtete Mitglieder gehören dem Verband an) Pichot, von Berus Professor an einer höheren Schule in Orleans, veröffentlicht im „Oeuvre" einen Artikel über die Annäherung der Kriegsverletzten Deutschlands und Frankreichs. Der Artikel trägt die Ueberfchrist „Die Brücke über den Rhei n".
Professor Pichot stellt mit Befriedigung fest, daß das Eis zwischen den deutschen und französischen ehemaligen Frontkämpfern jetzt gebrochen sei. Er betont, daß die Fühlungnahme der ehemaligen Frontkämpfer eben als „Frontkämpfer" erfolge. Das könne keinem Staatsoberhaupt, wenn dieses ehemaliger Frontkämpfer ist, untersagt werden. Wenn die regierenden Männer in Frankreich die Front wenig in Rechnung gestellt hätten, dann könnten sie doch nicht die Ausländer zwingen, ebenso zu verfahren. Die deutschen und französischen ehemaligen Frontkämpfer wollten zunächst versuchen, der deutsch-französischen Atmosphäre frische Luft zuzuführen. Der Einwand, Deutschland sei auf Hitler eingeschworen, sei zurückzuweisen. Denn die Demokratie sei keine Ausfuhrware, und die französischen ehemaligen Frontkämpfer nähmen auch nicht die Hitlerbewegung in ihr „Einfuhrprogramm" auf. Die französische Republik habe fid) m i t (5 o ro = jetrußland zurecht gefunden, weshalb also nicht auch mit dem Dritten Reich? Pichot befürwortet eine geduldige Arbeit. Die Einhaltung gemeinsam übernommener Verpflichtungen müsse gegenseitig überwacht werden. Wenn die deutsch- französische Annäherung Gestalt annehmen solle, müsse sie zur Rückkehr der deutschen Kriegsverletzten in einen internationalen Verband der ehemaligen Frontkämpfer führen. Eine Front für den Frieden in Europa und gegen den Krieg.
Angebliche Paktpläne Mussolinis.
London, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily Herald" schreibt, Mussolini bereite einen neuen europäischen Plan vor, der den Weg zur Rück.kehr Deutschlands in den Völker- b u n d ebnen solle. Der Grundgedanke sei, den französischen N o r d o st pÄ k t zu vereiteln bzw. ihm eine für Deutschland annehmbare Gestalt zu geben. Es seien Andeutungen erfolgt, daß Mussolini den Viermächtepakt wieder vornehmen und durch Einschluß der Sowjetunion und Polens zu einem Sechsmächtepakt machen wolle. Soviel stehe fest, daß, wenn Laval nach Rom komme, Mussolini den Wunsch haben werde, Pläne zu erörtern, die sich auf E u r c> p a i n s e i - ner Gesamtheit beziehen, nicht nur auf eine Art französisch-italienischer Entente.
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des französischen Senats, Henry Verenger, erklärte, Mussolini habe zu ihm mit dankenswerter Offenheit und Ehrlichkeit gesprochen. Sobald eine endgültige Regelung über die Staatsangehörigkeit der Italiener in Tunis und die italienisch-französische Zusammenarbeit in Afrika gefunden sei, würde der Weg für eine nutzbringende Verständigung offen fein. Die Frage der italienischen Beziehungen zur K l e i- n e n E n t e n te sei keineswegs unlösbar. Außenminister Laval werde mit Mussolini das Abkommen unterzeichnen können, das das italienische und französische Volk erwarteten.
Oie deutsch-englischen Wirtschaftsbeziehungen.
London, 12. D-z. (DNB.) Im Unterhaus wurde die Regierung gefragt, wie es um das deutsch • englische Zahlungsabkommen stehe, insbesondere hinsichtlich der Liquidierung eingefrorener Schulden. Der Sekretär des Uebersee-Handelsamtes, Colville, erklärte u. a., daß das englisch-deutsche Zahlungsab-
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kchuna (mit den Abteilungen für Leibesübun- eriiund für Jugendpflege): 7. Abteilung Land- «tir; 8. Geistliche Abteilungen.
Oie Schulung der Hitler-Jugend.
Dm Obergedietsführer Hellmui Siellrecht.
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Deutsche Arbeitsfront und Einzelhandel.
Giiisr Zuschrift der „Deutschen Angestell- t ei nch a s t" entnehmen wir u. a. folgendes: In beir zerordnung des Führers und Reichskanzlers Dein 24. Oktober 1934 heißt es in 8 9 Absatz 2: „2>iiich die Selbsthilfeeinrichtung der Deutschen A!ibi-:sfront soll jedem ihrer Mitglieder die Er- bciLii.g seiner Existenz im Falle der Not gewährte jii werden, um den befähigsten Volksgenossen dein illufstieg zu ebnen oder ihnen zu einer selb- fh-Tiyen Existenz, wenn möglich, auch auf eigenem Gllnra und Boden zu verhelfen." — Damit hat biiL> deutsche Arbeitsfront auch sehr bedeutsame
lee Schulung der H I. will eine Einheit: List die Einheit von Körper, Geist und
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'V deutsche Arbeitsfront auch sehr bedeutsame ■Nähen, die i m Rahmen des Einzel- lin»e l s s ch u tz g e s e tz e s zu lösen sind, über» i'Ujf. bekommen. Zunächst die Beratung der Endigen und moralisch Zuverlässigen, die sich Mirinzelhandel selbständig machen iDi'Dlc.i. Das Berufsgruppenamt der Deut-
EJrii! Mohr wurden alle wichtigen Fragen für die LLrbÄ der kommenden Monate geklärt. Jin Mittel- p'iii der Tagung standen die Ausführungen des r^eicsleiters Alfred Rosenberg, der sich u. a. eiMsoend mit der Erziehungsaufgabe der tjc u im nationalsozialistischen Staat befaßte. iH|>f(9berg unterstrich die Notwendigkeit einer M i t- a r t itder Frau am Aufbau des Staa - t sinnt) wandte sich gegen die heute teilweise vor- b< tri ine einseitige Auffassung, daß die ujfoi nur am Haushalt gebunden sein soijLil Aufgabe eines jeden deutschen Mannes und ei itci jeden deutschen Frau sei es, in dem Kampf, irr bim wir heute nach wie vor stehen, mitzuwirken.
i öme mehrstündige Arbeitstagung folgte diesen ALesthrungen, durch die Reichsleiter Rosenberg die Ns? tu ndigkeit und Bedeutung einer Mädelorgani- fajjroi im nationalsozialistischen Deutschland nach- driLck^h unterstrich.
dij e l e, die erst den harmonischen Menschen schafft. Mri suchen ein Menschentum, das in sich selbst ruht, (k tr, gen von den Kräften des Blutes in uns und i esÄodens unter uns, verbunden mit dem Ewigen,
fchha!Arbeitsfront hat deshalb zunächst eine für dar ranze Reich zuständige Beratungsstelle ge^cjcfen. Neben der Sicherstellung einer sachge- mqei Beratung spielt die Hergabe von P i'tl i o n a l k r e o i t e n an Unternehmungslustige, diie k5in ausreichendes Eigenkapital besitzen, eine rSU^tge Rolle. Dort wird Kapital zur Verfügung geipL, wo Ehrenhaftigkeit, Sachkunde und Unter» neiltiuingsluft sich vereinigen. Da die Hergabe von 5Nt<)b2n ohne dingliche Sicherheit auch an gewisse Mtz iiLssetzungen geknüpft werden muß, wird der KÄliimehmer sich zumindest zu einem Teil mit ei|ianm Kapital am Risiko beteiligen und durch eimcci2wissenhafte Planung seiner geschäftlichen Ab- JiJiiir den Nachweis für eine gewisse Sicherheit bew Erfolges für den Einsatz der Mittel erbringen mnt'k. Daneben werden die Kreditsuchenden zu eir ui g e w i s s e n h a f t e n Buchführung nach einirbüd)en WlrUchait künftig i u
„Wie der völkische Staat dereinst der Er- Ziehung des Willens und der Entschlußkraft höchste Aufmerksamkeit zu widmen hat, so muh er schon von klein an Verantwortungsfreudigkeit und Bekenntnismut in die Herzen der Jugend senken." Adolf Hitler.
tiiguns gestaltet, und doch erfüllt von dem Willen, 2)5 Schicksal, das äußerlich unbezwingbar er» । perlt, in der eigenen Brust zu meistern. Deutsch- fnbnvächst aus ihren Herzen erhoben, neu auf und Ur Beist erfüllt erst das ewige Reich.
Dir glauben jedenfalls, daß jede Wirkung an irsr ober Geist ober Seele dieanderenmit- >■ i l e t, unb wir bilden in der Schulung der HI.
an jedem dieser großen Drei. Wir nehmen S'lirer und Geist in strenge Zucht, machen beide j'iH erfüllen sie mit Kraft und Ausdauer. Aber Mir Seele wollen wir behutsam ihren Weg weisen ais in Teil dessen, was von Ewigkeit zu Ewigkeit IiEjIwnb was dem einzelnen und seinem Volk für )!» leit geschenkt ist.
D Führerschulung ist bei der Schulungsarbeit > !is wichtigste, weil der Führer die lebendige 23er» ilrfiung dessen sein muß, was wir wollen. Die niie.ia n f d) a u I i d) e Schulung der HI. ge» faßtet von der Abteilung „Schulung" der Reichs- j geLführung aus durch die Heimabendmap- pj|e i die zweimal monatlich hinausgehen nach einer fljrnci festgelegten Schulungsreihe. Sie bilden das SlSal-rial für den Gestalter des Heimabends. Dazu kcifmii unsere Schulungssendung über alle deutschen Ort?r, die von den Heimabend-Gemeinschaften ge« hijirtrvird und ihnen kein trockenes Wissen, sondern IspMigstes Leben bietet.
Arbeitstagung des BOM.
I.' Potsdamer Stadtschloß fand eine Arbeits-
Igrog aller Obergauführerinnen loJl. statt. Unter Leitung der Reichsreferentin
bie Reich gruppe „Industrie" übergeleitet wird, so hat der bisherige Geschäftsführer Dr. I. H e r l e sein Amt zur Verfügung gestellt, um für die künftige Besetzung der Geschäftsführung freie Hand zu geben. Mit seiner interimistischen Vertretung ist Pg. Dr. Guth betraut worden.
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Das „Echo de Paris" meldet, der französische Luftfahrtminister habe den Ankaufvon50 amerikanische Bombenflugzeugen für die französischen ßuftftreitEräfte beschlossen. Es handele sich um Gleen-Martin-Bomber, die eine Stundengeschwindigkeit von 330 Kilometer entwickelten und 1000 Kilogramm Bomben bei einem Aktionsradius von 1000 Kilometer mitführen könnten.
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Der ungarische Außenminister von Sanna traf in Wien ein und hatte eine Unterredung mit Außenminister Berger-Wal den egg. Donnerstag mittag wird sich von Kanya mit Bundeskanzler Dr. Schuschnigg nach Budapest begeben.
Bei dem Zwischenfall an der Grenze zwischen Italienisch Somali-Land und Abessinien wurden auf abessinischer Seite 110 Mann getötet. Don den Italienern wurden erbeutet: 150 Gewehre, 70 Tragtiere, 125 Zelte, 400 Lebensmittelsäcke, ein Lastkraftwagen und 8000 Schuß Gewehrmunition. Ferner wird bekanntgegeben, daß die italienischen Truppen das Lager einer abessinischen Truppenabteilung erobert haben.
-Das Unterhaus nahm die Regierungsvorlage über die indische V e r f a s s u n g s r e f o r m mit 410 gegen 127 Stimmen an. Das Unterhaus billigte die Empfehlungen des Interparlamentarischen gemischten Ausschusses als Grundlage für die Revision der indischen Verfassung und ist damit einverstanden, daß sich das Verfassungsgesetz auf den allgemeinen Richtlinien des Ausschußberichtes aufbaut.
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Der König von Siam, der derzeit in England weilt, empfing eine Abordnung aus Bangkok, die ihm die Bitte vortrug, auf feinen Thron wieder zurückzukehren.
parlamentarischer Handstreich in Sstdwestasnka.
Sfh-'n vor *en Landesrat-Wahlen unserer ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwest hieß es, falls die Wahlen eine Zweidrittelmehrheit für die englischsprechenden Südafrikaner ergäben, würde diese Kolonie oder vielmehr das Mandatsgebiet dem übrigen Britifch-Süd af rika einner l e i b t werden. Es ist bezeichnend für die Mentalität der britischen Blätter, daß sie ihre Leser nicht auf die Rechtsungültigkeit solchen Ansinnens aufmerksam machten, und auch in keinem englischen Blatt fand sich ferner ein Hinweis auf die komplizierten Bestimmungen, wonach Briten und Südafrikaner bereits nach einem Jahr Aufenthalt wahlberechtigt sind, Deutsche dagegen erst nach fünf Jahren einen Antrag stellen und in diesem Antrag ihre Einbürgerung versprechen müssen. In Form eines demokratischen Wahlrechts ist also auch hier die Unterscheidung zwischen Siegern und Besiegten durchgeführt und damit wird das aanze Bild verfälscht, da die Zweifünftel Deutsche, die einen wesentlichen Teil der Gesamt- bevölkerung ausmachen, zu einem großen Teil nicht den Einbürgerungsantrag gestellt haben und ferner sogar die von den Südafrikanern abgesplitterte Wirtschaftspartei mit den Deutschen geht.
So haben im Parlament von Windhuk d i e Afrikander freies Spiel. Sie haben eine Mehrheit, die in Wirklichkeit eine Minderheit der Bevölkerung darstellt, und sie benutzen diese, um zu beschließen, daß Südwestafrika künftighin die fünfte Provinz der südafrikanischen Union sein soll, neben Kap- land, Natal und den ehemaliaen Burenrepubliken. Diese Afrikander aber haben Damit einen Beschluß gefaßt, der von London aus unbedingt als ungesetzlich widerrufen werden muß, wenn die britische Regierung auch nur eine Spur Vertragstreue aufweist. Denn der Beschluß widerspricht dem Artikel 22 der Völkerbunvssatzung. Danach werden die ehemaligen deutschen Kolonien nicht dem Eroberer unterstellt, sondern einer Mandatskommission des Völkerbundes, und diese Mandatskommission beauftragt mit der Verwaltung die einzelnen Nationen, aber an und für sich haben diese Mandatsgebiete keinerlei Verbindung mit den übrigen Kolonien der Franzosen, Engländer usw.
Das gilt natürlich auch für Südwestafrika. Der Premierminister der Union, Hertzog, hat wiederholt erklärt, eine enge Verbindung des ehemaligen Deutsch-Südwest mit Südafrika käme nicht in Frage, solange die weiße Bevölkerung des Mandatsgebietes sich nicht dafür ausgesprochen hätte. General Hertzog ist zwar derjenige gewesen, der sehr schnell umlernte und aus einem Britenfeind ein Britenfreund wurde, aber er und General Smuts sollten doch immerhin so viel Gerechtigkeitsgefühl besitzen, um solche scheinparlamentarischen Schiebungen zu verwerfen, vor allem General Smuts, der noch kürzlich für eine gerechte Behandlung Deutschlands eintrat und ihm das gleiche Recht wie den anderen Nationen geben wollte. Das will sagen, daß Deutschland auch seine Kolonien bei Gelegenheit zurückerhält, denn man kann unmöglich eine Rechtsgewährung von anderen Nationen an Deutschland fordern und selbst das Recht brechen, wenn es um ein Mandat geht, auf das die Südafrikaner schon lange ein Auge geworfen haben. Der Völkerbund, der eigentliche Mandatsherr, wird sich zu der Frage äußern müssen. Sollte er gewissen imperialistischen Forderungen des sonst sehr demokratischen England sich unterwerfen, bann wäre er in der Tat nichts anderes als eine Institution zur Aufrechterhaltung der Macht der Siegerstaaten.
Aus einer Meldung der „Times" aus Kapstadt geht hervor, daß die südafrikanische Regierung einer Angliederung Südwestafrikas an die Union in Form einer fünften Provinz nicht günstig gegenübersteht. Die südwestafrikanische gesetzgebende Versammlung hat zwar mit einer Zweidrittelmehrheit eine Entschließung zugunsten der Angliederung Südwestafrikas als fünfte Provinz an die südafrikanische Union angenommen. Die südafrikanische Regierung kann jedoch keine Entschließung der südwestafrikanischen Versammlung über Verfassungsfragen durchführen, bevor diese Entschließung nicht einen Monat lang auf dem Tisch des südafrikanischen Parlaments gelegen hat. Das Parlament wird erst ungefähr Mitte Januar zusammenkommen, so daß frühestens im Februar etwas geschehen kann. Ueberbies hat der Verwalter von Sübwestafrika angebeu« tet, baß bie sübafrikanische Regierung noch nichts Endgültiges in dieser Frage beschlossen hat. Sie wolle nichts mit einer mehr ober weniger verschleierten Annektion ober mit irgend etwas zu tun haben, bas bas ber Union mit ber Ernennung zur Manbatsmacht bewiesene Vertrauen erschüttern würbe. Auch fei ber südafrikanische Steuerzahler nicht erpicht darauf, neue Lasten auf sich zu nehmen. Die Wirtschaftslage Südwestafrikas würde sich nicht bessern. Die Einwohner würden Steuern von der Höhe, wie sie in der Union gezahlt werden müssen, also höhere Steuern, bekommen. Die Vertretung des Gebiets im südafrikanischen Parlament würde keinen großen Wert haben, da ihr bei seiner jetzigen Bevölkerungszahl nur drei Mandate zustehen würden. Die Vereinigte Partei Südwestafrikas sei durch diese Argumente nicht überzeugt worden. Man erwarte daher, daß die südafrikanische Regierung einen Ausschuß zur gründlichen Prüfung der Frage einsetzen werde.
Aus aller Well.
Aeldmarfchall Mackensens Dank.
Generalfeldmarschall von Mackensen teilt mit: Die überwältigend große Zahl von Glückwünschen, mit denen ich bei Vollendung meines 85. Lebensjahres von höchsten Stellen geehrt, aus allen Gauen Deutschlands, selbst aus dem Auslande und besonders von alt en lieben Camera b e n hoch erfreut worben bin, machen es mir unmöglich, jebem einzelnen burch persönliche Zuschriften gebührenb Dank zu sagen. Ich bitte baher, diesen auf öffentlichem Wege freunblicfjft entgegennehmen zu wollen. Er kommt aus einem Solbatenherzen, bas, von ben Einbrücken bes 6. Dezembers überrascht unb tief bewegt, ungebeugten, frohen Mutes in bie Zukunft schaut. Walbhaus Falkenwalbe, ben 9. Dezember 1934. v. Mackensen, Generalfelbmarschall.
Norwegens „Sfifönig“ am Schlaganfall gestorben.
Norwegens „Skikönig" Thorleif Haug ist in Osla im Alter von 40 Jahren an einem Schlaganfall gestorben. Haug war einer ber berühmtesten Sportsmänner Norwegens. Sechsmal gewann er ben 50-Kilometer-Skilauf; brei Jahre hintereinander wurde ihm der Königspokal zuerteilt. 1919 bekam er bie Auszeichnung ber Holmenkollen-Me- baiUe. Auf ber Ersten Winterolympiabe in Cha- monix trug er ben größten Sieg baoon, ben je ein norwegischer Skiläufer im Auslanbe zu verzeichnen hatte, bie Goldmebaille im 50-Kilometer- bzw. im kombinierten unb im 17-Kilometer-Rennen. Außerdem hat er eine Unzahl anderer Prämien in seinem Besitz.
Das Inseldrama auf Galapagos. — 3m ganzen fünf Todesopfer?
Nach Ansicht des Forschers Martin V o e g e l i * der im September d. I. die Galapagosinseln besuchte, dürfte der Tod D r. Ritters nicht auf eine Fleischvergiftung zurückzuführen fein, da Dr. Ritter Vegetarier gewesen sei. Soweit man aus dem Inhalt der aufgefundenen Briefe, die in schwedischer, deutscher und englischer Sprache abgefaßt sind, einen Einblick in bie Geschehnisse auf der Charles-Insel gewinnen kann, scheint sich zwischen Lorenz und P h i l i p p s o n ein heftiger Kampf um d i e Baronin Wagner abgespielt zu haben, der mit Knüppeln und Steinen ausgetragen worden ist. Sieger in diesem Streit muß Philippson gewesen sein, der bann mit der Baronin die Charles-Insel verlassen hat. Lorenz und Nuggrud dürften später nach der Insel Mar- chena gesegelt fein, wo sie verdursteten. Den letzten Brief von Lorenz, btn er kurz vor seinem Tode schrieb, haben die Matrosen, bie die Leichen
von Lorenz unb Nuggrud auffanden, bei ihrer Rückkehr zum Schiff verloren. Die letzten Berichte von den Galapagos-Jnseln besagen, baß auch bie Baronin Wagner, bie sogenannte „Kaiserin ber Galapagos-Jnseln" unb ihr Begleiter Philipp- f o n auf ber Reise von ber Charles-Insel nach einer anberen Insel umgekommen sinb. Sie sollen verhungert sein. Damit wäre bie Zahl ber Toten auf ber Inselgruppe auf fünf gestiegen. Der von ben Galapagos-Jnseln zurückgekehrte Kapitän bes Fischdampfers „Santa Amaro" teilte ebenfalls mit, das zwischen Philippson und Lorenz wilde Kämpfe um die Baronin Wagner stattgefunden hätten, bie sie zu biesen Kämpfen angefeuert habe. Lorenz habe wieberholt ben Wunsch geäußert, bie Galapagos - Inseln zu verlassen. Die Baronin Wagner unb Philippson seien im Mai von ber Charles-Insel abgefahren. Seitbem habe man nichts mehr von ihnen gehört. Bisher 23 Todesopfer des holelbrandes in Lansing geborgen.
Aus den Trümmern des Kern-Hotels in Lansing (Michigan, USA.) wurden wieder sechs völlig verkohlte Leichen geborgen. Die Zahl ber Toten erhöht sich damit auf 23. Es sollen jedoch noch sehr viele Leichen — man spricht von 70 — unter den Hoteltrümmern liegen.
Einsturzunglück
bei der Weihnachtsfeier einer englischen Schule. — Zahlreiche Schwer- unb Leichtverletzte.
In Liverpool hat sich ein schweres Einsturz- Unglück ereignet. In dem im ersten Stockwerk gelegenen Festsaal ber St.-Clemens-Schule fand ein Weihnachts-Konzert unb eine Ausstellung statt, zu ber sich etwa 500 Eltern und Kinder emgefunben hatten. Aus noch nicht geklärter Ursache erlosch währenb ber Darbietung plötzlich bas Licht unb mit lautem Getöse brach ein Teil bes Fußbob e n s zusammen. Hunberte von Männern, Frauen, Knaben unb Mädchen stürzten etwa acht Meter tief in das Erdgeschoß. Polizei, Feuerwehr, Rettungsmannschaften und freiwillige Helfer waren in kurzer Zeit zur Stelle und begannen mit ber Bergung ber Verunglückten. Diele Verletzte würben in bie Krankenhäuser gebracht. Nach bem Bericht aus sechs Krankenhäusern würben 211 Personen nerbunben. Davon mußten insgesamt 36 Personen, barunter eine Anzahl Kinder, in den Anstalten verbleiben. Mehrere befinden sich in Lebensgefahr. Es ist als ein Glück zu betragen, daß der größte Teil des Fußbodens in einem Stück ins Erdgeschoß stürzte. Dadurch wurde das Werk der Helfer, die die Fensterscheiben einschlugen und in den Raum drangen, sehr erleichtert. Große Geistesgegenwart zeigte der Schuldiener, ber nach bem Unglück sofort in Den Keller lief unb alle Gashähne abfperrte. Hierburch wurde eine große Katastrophe verhindert, da bei bem Einsturz mehrere Gasrohre zerbrachen unb bas Gas frei herausströmte.
Berlin—Paris in 17 Stunden.
In diesen Tagen haben Paul v. Guilleaume und Frau Lotte Bahr den bisherigen, von Macker auf DKW gehaltenen Langstreckenrekord mit einer eigenen I-Liter-Adler-Junior um eine Stunde geschlagen. Sie waren um 4.30 Uhr in Berlin gestartet und um 20.35 Uhr an der Pariser Stadtgrenze eingetroffen, sie haben also die rund 1095 Kilometer lange Strecke in 17 Stunden 5 Minuten zurückgelegt, was um so bemerkenswerter ist, als es sich bei ihrem Adlerwagen um eine rein serienmäßige Viersitzer-Kabriolimousine handelte, bei der lediglich ein 30-Liter-Reservetank und Scheinwerfer größeren Durchmessers angebracht worden waren. Der Brennstoffverbrauch betrug auf ber Strecke Berlin—Paris nur 99 Liter und % Liter Del, was runb 35 Mark Fahrspesen für zwei Personen ausmacht.
Rassenkundttche Untersuchungen in der Rhön.
Im Zusammenhang mit der gegenwärtig vom Reicksgesundheitsamt in der Rhön durchgeführten Zahnuntersuchung werden auch anthropologische Forschungen getätigt. In einzelnen Dörfern wurden bereits sämtliche Einwohner vom 15. Lebensjahr ab der rassenkunolichen Untersuchung unterzogen. Das Ergebnis ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil es sich in den genannten Gebieten um eine Mischbevölkerung handelt, in der fast alle in Deutschland vorkommenden Rassen vertreten sind.
100 000-2narf-(9eroinn auf das Los Nr. 162 560.
Bei der jüngsten Nachmittagsziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel der Haupttreffer in Höhe von 100 000 Mark auf das Los Nr. 162 5 6 0. Dieses Los wird in der Erstens Abteilung in Achtellosen in der Provinz Brandenburg unb in der Zweiten Abteilung in Achtellosen in Württemberg gespielt.
Vrandunglück in einer tschechischen Flachsbrecherei. Drei Frauen tot, sieden Schwerverletzte.
In Niedermohrau bei Römerstadt in der Tschecho- siowakei ereignete sich ein furchtbares Sranbun» glück. In einem Flachsbrechhaus kam während ber Arbeitszeit ein Feuer auf, bas in bem Flachs reiche Nahrung fanb. Drei Frauen tarnen in ben Flammen um. Sieben Personen, baoon sechs Frauen, erlitten schwere Branbwunben. Die Branbursache konnte noch nicht einroanbfret festgestellt werben. Die schweren Folgen bes Unglücks sinb barauf zurückzuführen, baß sich alle Ar-», beiter in bem oberen Stockwerk befanben, als das! Feuer im Erdgeschoß ausbrach. Außerdem führte aus dem Obergeschoß nur eine enge, hohe Treppe hinunter. Einige Arbeiter flüchteten durch die Dachluke und sprangen vom Dach zur Erde, wodurch sie dem sicheren Tode entgingen.
Tödlicher Absturz eines Salzburger Bergsteigers.
Der Salzburger Bergsteiger Andreas Strohs b i ch l e r ist am Hohen Goell in den Salzburger Kalkalpen aus 80 Meter Höhe abge stürzt. Er war auf der Stelle t o t. Die Leiche, bie gräßliche Verstümmelungen aufwies, konnte geborgen werben.
Reisepläne
der Kreuzer „Emden" unb „Karlsruhe".
Die Reilepläne ber Kreuzer „Emden" unb „Karlsruhe" sind folgende: Kreuzer „Karlsruhe": 21. Dezember 1934 bis 2. Januar 1935 Montevideo (Uruguay) Weihnachtsfest und Syl» v e st e r; 11. bis 15. Jan. Puerto Montt (Chile), die über 2100 Seemeilen betragende Strecke zwischen Montevideo und Puerto Montt führt um die Süd- spitze von Südamerika herum. Das Schiff wird wahrscheinlich den Weg durch die Magelanstraße wählen, die zwischen dem südamerikanischen Festland und Feuerland den Weg um Kap Horn erheblich abschneidet; 18. bis 27. Jan. Valparaiso (Chile); 1. bis 6. Febr. Callao (Peru). — Kreuzer „Emden" wird zunächst die W e st k ü st e A f r i- k a s besuchen, sich über bas Kap in den Indischen Ozean begeben und über Suez durch das Mittelmeer — nach einem Abstecher ins Schwarze Meer — in die Heimat zurückkehren; 21. Dez. 1934 bis 2. Jan. 1935 Kapstadt (Südafrik. Union) Weihnachten und S y l v e st e r; 4. bis 12 Jan. East London; 19. bis 28. Jan. Porto Amelia (Portug. Mozambique).
Die Hagia Sofia geschlossen.
Die zahlreichen Gläubigen, bie am ersten Tage ber Ramaban-Feiertage die Hagia Sofia in Istanbul, eines ber größten Heiligtümer bes Islams, aufsuchen wollten, würben arg enttäuscht. Die Moschee war geschlossen, unb bas (Eingangs- tor trug eine Tafel mit ber Aufschrift: „Wegen Reparatur geschlossen, da jetzt Museum".
Die Suche nach bem Ozeanflieger lllm aufgegeben.
Die amerikanische Marine hat nunmehr bie Nachforschungen nach bem Flieger U l m unb seinen beiben Begleitern, bie vorige Woche in ber Nähe der Hawai-Jnseln im Stillen Ozean niedergehen mußten, aufgegeben. Es gilt als unwahrscheinlich, daß sie noch am Leben sind oder daß das Wrack ihrer Maschine sich noch über Wasser befindet, da in ber ganzen Zeit stürmisches Wetter herrschte.
Ein Denkmal an Zahlungsstatl?
Die Stabt Genf befindet sich in einer peinlichen Lage. Dor 60 Jahren hatte es eine reiche Erbschaft angetreten und das Geld natürlich schon längst in Sachwerte umgesetzt. Jetzt kommt ein angeblicher Nachkomme des Erblassers und be- änsprucht bas Vermögen für sich. Genf, bas schon aufregenbere Dinge erlebt hat, macht sich noch nicht viel Sorge um ben Erbstreit, wenn auch, wie es heißt, einer ber Anwälte bes Klägers Paul- Boncour fein soll. Es hanbelt sich um die Erbschaft des Herzogs Karl II. von Braunschweig, der im Jahre 1830 von seinem Volk davongejagt wurde und in Genf Zuflucht
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XI. 34: 11500. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.»G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Psi Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.
fand. Mit ins Exil nahm er außer einem großen Vermögen den bezeichnenden Namen „Diamantenherzog". Wenn er schon in seinem eigenen Lande kein gutes Andenken hinterlassen hatte, so wünschte er doch, daß die Genfer freundlicher von ihm dächten, und er beschloß, die Stadt Genf zu seinem Erben einzusetzen. Er vermachte der Stadt ein Vermögen von 20 Millionen Franken, erbat sich aber die Zusicherung, daß man ihm ein Denkmal nach dem Vorbild der Scaliger- Gräber in Verona errichte. Auch gut! dachten die Stadtväter, steckten das Geld ein und ließen den Herzog auf einem prächtigen, mit zwei Löwen gezierten Monument wieder auferstehen. Außerdem reichte das Geld noch für den Bau eines Theaters, für das die Genfer vermutlich dankbarer als für die pompöse Statue eines Einwanderers waren. Da tauchte nun vor dreißig Jahren ein Graf C i v r y auf, der angab, ein Sohn der natürlichen Tochter des Herzogs zu sein. Aber schon damals wurde es ihm schwer, seine Abstammung nachzuweisen, und so wurde der Prozeß immer wieder vertagt, bis er jetzt von neuem verhandelt
werden soll. Die jetzigen Stadtväter haben nun die Wahl, zu berechnen, wieviel sie dem angeblichen Erben herausbezahlen müssen, oder ihm, da es finanziell nicht zum besten mit ihnen steht, das Denkmal an Zahlungsstatt anzubieten. Aber wie gesagt, sie lassen sich vorläufig noch keine grauen Haare deswegen wachsen.
Gangster Nelson
mit siebzehn Schüssen tot aufgefunden.
Generalstaatsanwalt Cummings in Washington gab bekannt, baß der berüchtigte Gangster George N e l s o n, der ben Spitznamen „Baby Face“ trug, in der Nähe von Niles Center (Illinois) mit fünf Magenschüssen, zwei Brustschüssen und zehn Beinschüssen tot aufgefunden worden ist. Anscheinend ist Nelson den Verletzungen erlegen, die er bei dem bereits gemeldeten Zusammenstoß mit Polizeibeamten dieser Tage davongetragen hatte. Nel- sost hat bei diesem Zusammenstoß zwei Polizei- beamte getötet. Die auf die Ergreifung Nelsons ausgesetzte Belohnung von 7500 Dollar wird nunmehr nicht ausgezahlt werden.
der Werbung zu tun hat, unerläßlich ist. Der Werbekalender vereinigt in gedrängter und übersichtlicher Form alles Wissenswerte über sämtliche Sparten des Werbewesens. Man findet alle einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, so das Werberatsgesetz, das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das Schriftleitergesetz, das Kulturkammergesetz usw. Der „Erste deutsche Werbekalender" ist zum Preise von 3 Mark zu beziehen durch den Weltkreis-Verlag, GmbH., Berlin SW 11.
— Der Deutsche Kalender 1935, herausgegeben von der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr, Berlin (Verlag Carl Gerber, München), liegt im 14. Jahrgang vor. — (525) — Der Kalender bietet auf 122 Blättern charakteristische und interessante Aufnahmen aus dem schönen Deutschland. Reisesehnsucht erwacht, wenn man diese stimmungsvollen Landschaftsbilder, die alten Tore, Gassen, Türme und Kirchen, die stolzen Schlösser und Burgen betrachtet. Auch diesmal enthält der Kalender ausschließlich neue Aufnahmen, die drucktechnisch ausgezeichnet wiedergegeben sind und einen sicheren Blick für das künstlerisch Wesentliche erkennen lassen. Der Preis beträgt 2,50 RM.
— Dienst am Deutschtum. Jahrweiser für das deutsche Haus 1935. Mit 55 prächtigen Bildblättern. I. F. Lehmanns Verlag, München. Preis 1 Mark. — (599) — Dieser schöne Abreißkalender steht im Zeichen aller weltanschaulichen Fragen des Nationalsozialismus. Wundervolle Bilder aus der germanischen Vorgeschichte beweisen, daß unsere Vorfahren keine „Barbaren" gewesen sind, viele Bikdblätter stehen im Dienste der Rassenkunde, andere im Dienste von Heimat und Volkstum, Persönlichkeit und Wehrhaftigkeit.
— Kalenderfür Geflügelzüchter 1935. Jahrbuch der Reichsfachschaften Landwirtschaftliche Geflügel- und Herdbuchzüchter sowie Ausstellungsgeflügelzüchter im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter. 37. Jahrgang. 576 Seiten. Mit 2 Farbtafeln und 111 Textabbildungen. Herausgegeben unter Mitwirkung bekannter Züchter von Fritz Pfen- ningstorff. Preis 75 Pf. Verlag Fritz Pfen- ningstorfff, Berlin W 57. — (615) — Der Kalender enthält viele gute, reich illustrierte Beiträge über Rassegeflügel, Kunstbrut, Kücken-Aufzucht, Fütterung, Stallbauten, Hühner- und Tauben-Krank- heiten, Vererbungsfragen usw. sowie eine Zusammenstellung der öffentlichen und privaten Lehranstalten, Frachtsätze, Portotarif und ein Verzeichnis von empfehlenswerten Züchtereien und Bezugsquellen für geflügelzüchterische und einschlägige Bedarfsartikel.
Wettervoraussage.
Nach dem Durchzug eines neuen Regengebietes, das auch uns vielfach ergiebige Niederschläge brachte, fjat sich zur Zeit Beruhigung und Besserung der Witterung eingestellt. Sie wird zunächst noch anhalten, doch läßt die Gesamtwetterlage eine längere Beständigkeit noch nicht erwarten.
Aussichten für Freitag: Zeitweilig heiter und im wesentlichen trocken, doch in den Niederungen vielfach stärkere Nebelbildung, nachts recht frisch, südliche bis östliche Winde, erst späterhin beginnende neue Verschlechterung.
Aussichten für Samstag: Zunächst wieder unbeständig und zeitweilig Niederschläge, dann beginnende neue Besserung.
Lufttemperaturen am 12. Dezember: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 5,4 Grad; am 13. Dzeemder: morgens 5,2 Grad. Maximum 6,6 Grad, Minimum
Kalender und Almanache für den Weihnachtstisch
— Ludwig - Richter- Abreißkalender 1 9 3 5. Rund 100 Zeichnungen nach Holzschnitten des Meisters, eine oierfarbige Kunstdruckbeilage und ein vierfarbiges Titelbild. 21. Jahrgang. Preis RM. 1,60. Verlag Georg Wigand, Leipzig —(463.) — lieber 3000 Holzschnitte, Zeichnungen und Gemälde hat uns Ludwig Richter hinterlassen, ein schönes Zeugnis der unermüdlichen Schaffensfreude des Künstlers. Um dieses gewaltige Werk in feiner ganzen Schönheit dem deutschen Volk nach und nach vor Augen zu führen, bringt der Ludwig-Richter- Abreißkalender alljährlich gegen 100 Bilder des Meisters, und in diesem Jahre wieder eine besonders schöne Auswahl seiner allerbesten — zum Teil nahezu vergessenen —, die uns zeigen, daß Ludwig Richter ein Künstler war, der mit dem Herzen und aus vollstem Herzen schuf. Die freundliche Aufnahme, die er feit zwei Jahrzehnten bei jung und alt, Kindern, Eltern, Lehrern und Erziehern findet, beweist, daß der Ludwig-Richter-Abreißkalender das geworden ist, was er von Anfang an erstrebte: ein Haus- und Familienkalender des deutschen Volkes.
— Gartenlaube-Kalender 1935. Her- ausgegeben von Dr. Robert R o f e e u. Reich illustriert. Gebunden 1 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (460) — Seit 50 Jahren hat dieses Aamilienjahrbuch einen großen Stamm von treuen Anhängern. Bewährte Schriftsteller sind Mitarbeiter am neuen Jahrgang: Hermann Stehr schrieb die Rübezahlgeschichte „Der Eisendreher", Maria Hamsun, die Gattin des berühmten Nobelpreisträgers Knut Hamsun, lieferte die Novelle „Der Amerikabrief, „Eine tapfere Mutter" heißt eine Erzählung von Fred A. Angermayer; Geheimrat Professor Dr. Ludwig Heck, der ehemalige Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, schreibt über „Tiere in Gegenden, wo man sie nicht vermutet". Dies ist nur eine kleine Auswahl des umfangreichen Unterhaltungs-Teiles. Aber der Kalender bringt auch ein Kalendarium mit schönen Tiefdruckbildern, eine Adressenliste der Reichsregierung und der wichtigsten Behörden, Aufstellungen über Deutschlands Vorräte an den wichtigsten Bodenschätzen, einen Posttarif und manches andere.
Viele Bilder — Photos und Zeichnungen — illustrieren den Text dieses billigen hübsch ausgestatteten Familienjahrbuches.
— Der Lahrer Hinkende Bote 1935. Preis geh. 0,50 RM. Verlag Moritz Schauenburg K.-G. Lahr i. B. — (349) — Der feit mehr als einem Jahrhundert bekannte Lahrer Hinkende Bote festigt mit dieser neuen Ausgabe feinen alten guten I Ruf. Wie immer findet man ein hübsch ausgestatte- tes Kalendarum mit astronomischen und historischen Angaben. Ein mit vielen Bildern geschmückter Bericht über die „Weltbegebenheiten" des vergangenen Jahres gibt ein anschauliches Bild der Vorgänge in Deutschland und in der Welt. Wie sich der neue Hinkende zu den Problemen und Ausgaben des neuen Deutschlands stellt, kann man aus der „Standrede vom Eigentum, vom Erben und vom Erbhofgesetz" ersehen. Die Geschichten, die in bunter Fülle dem Kalender seine besondere Unterhaltsamkeit geben, bringen in spannender und lebendiger Erzählweise Lustiges und Ernstes aus alter und neuer Zeit, anziehend Belehrendes, Merkwürdiges aus der Geschichte und aus unseren Tagen, die spannende Wilderererzählung, wie die zarte Liebesgeschichte, die erhebende vaterländische Novelle und die harmlos-derbe Schnurre.
— Köhlers Kolonial-Kalender 1 935. Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W. — (435) — Der interessante und fesselnde Inhalt führt den Leser in die geheimnisumwobene Südsee, in den afrikanischen Busch und die Wüste Sahara, in die Urwälder Südamerikas, nach dem Fernen Osten und in Indiens Tigerdschungel. Aktuell sind die Beiträge erfahrener Farmer über Siedlungsfragen und -aussichten in verschiedenen Kolonial-Ländern, Aufsätze über die heutigen Verhältnisse in unseren Kolonien, über die Kolonial-Schule Witzenhausen und über „Kolonien im Dritten Reich".
— „E r st e r deutscher Werde kalender." Herausgegeben von der Reichsstrchschaft Deutscher Werbefachleute (NSRDW.). — (565) — Auf dem Gebiete des Werbewesens ist eine Fülle von neuen Gesetzen und Verordnungen ergangen, deren Kenntnis nicht nur für den Werbefachmann notwendig, sondern für jeden, der mit irgendeinem Gebiete
3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Dezember: abends 5,7 Grad; am 13. Dezember morgens 5,3 Grad Celsius. — Niederschläge 3,3 — Sonnenscheinbauer 0,2 Stunden.
Kalender 1935
des Massenpolitischen Amtes der NSDAP.
Das künstlerische Bild als Künder vol, kischen Lebenswillens.
In einer Fülle schöner, neuartiger Bilder frfflfc dem Kalender „Neues Volk" 1935 des Nchn, politischen Amtes der NSDAP mannigfach un8 sichtbar vorAugen,worum es geht: ein „neuesV zu schaffen, ein Volk, das wieder gerade und gcfu.i?, aufrecht und hell an Leib und Seele ist, dMi, Gefahren des völkischen Todes überwunden hal,'l uns heute bedrohen durch Geburtenrückgang,.-^ kranke Blutströme unb Rassenmischung.
Qier ist das Massenpolitische Amt der NSD'J den glücklichen Weg gegangen, einfach das fünju Frische Bild sprechen zu lassen, dessen Sprache M Herzen aller dringt und eindringlicher wirken wird als die lauteste Rede oder die klügste Schrift.
Künder und Mahner ist dieser Kalender zugleich an die blutsmäßigen Quellen alles völkischen Da- seins. Unentbehrlich daher für alle, die sich an btt lebendigen Sufunft unseres Volkes mit verantwortlich fühlen.
Trotz seines hohen künstlerischen Wertes ist btt Preis nur mit 85 Pfennigen bemessen. 3u beziehen ist der Kupfertiefdruck-Kalender durch jede Buch» Handlung oder direkt vom Rassenpolitischen Amt der NSDAP, Berlin NW 7, Robert Koch Platz 7,
Heute nachmittag entschlief nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater
Jakob Zimmermann
Flurschütz i. R.
im Alter von 55 Jahren.
In tiefer Trauer:
Frau Kath. Zimmermann, geb Schmidt Familien Balser, Becker, Lippert
Rödgen, den 12. Dezember 1934.
Die Beerdigung findet am Samstag, dem 15. Dezember, nachmittags 2 Uhr statt
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Mittwoch, den 12. Dezember, mittags 1271 Uhr, wurde meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin, Gote und Tante
Frau Katharine Becker, geb. Euler
nach langjährigem, schwersten Leiden im Alter von 59 Jahren durch einen sanften Tod erlöst.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Becker IX.
Alten-Buseck (Anger 5), Wieseck, 12. Dezember 1934.
Die Beerdigung findet Freitag, den 14. Dezember, nachmittags 2*/2 Uhr, in Alten-Buseck statt.
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Meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester und Tante
Frau Katharine Daubertshäuser
wurde heute nacht 12 Uhr im 54. Lebensjahre von ihrem schweren, mit Geduld ertragenen Leiden durch einen sanften Tod erlöst
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Karl Daubertshäuser.
Gießen, den 12. Dezember 1934.
Die Beerdigung findet am Freitag, dem 14. Dezember, nachmittags 2l/a Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt ----- ---------05885
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Weihnachtsbäume.
Lie Kleinen denken Tag und Nacht an das : hr! stfest, an den Tannenbaum, an die Geschenke, 'äsend Fragen stellen sie, hundert Wünsche brim m|jte vor. Der Bruder vom Weihnachtsbaum, der Iduntskranz hängt im Zimmer. Schon zwei Ker- er sind abgebrannt. Nur noch zwei und bann —
tun stehen die Tannenbäume in den Höfen, auf rein Plätzen und an Straßenecken. Denken wir cus Liebe Freunde und Menschen, die schon lange 5^rr!letzten Ruhe gingen, erscheinen wieder. Wir f iter sind noch Kinder und können nicht stille- s ehni unter dem Weihnachtsbaum. Wir laufen i »n Großvater zur Großmutter, zu den Eltern, fl i >en Geschwistern, um ihnen alle die Herrlich- f titn zu zeigen. Und dann erst die schönen Spiel- s idjn! Wie bescheiden waren wir damals. Ein pao Bleisoldaten, ein Baukasten, das war alles. S16r als sie da unter dem leuchtenden Weihnachts- Eiaim lagen, bedeuteten sie für uns eine neue herrsch Welt ...
E - zaubern diese Tannenbäume noch gar rnan- oie-i Erlebnis aus der Vergangenheit herauf. Wir Maschen sind wie verwandelt. Ein Weihnachtsfest c^r Tannenbaum können wir uns kaum vorstel- n
Ub doch gibt es noch Volksgenossen, die keinen schmücken können. Wollen wir ihnen nicht hrlin und dafür sorgen, daß auch sie das schönste (lief unterm leuchtenden Baume feiern können? TZemachtsbäume gab uns der deutsche Wald in f.pl und Fülle. Sorgen wir dafür, daß auch dort die -eschmückten Bäumchen stehen, wo seither nur ?9!i)l'jun6 Sorgen einkehrten! Vor allem müssen in alle Häusern, in denen Kinder sind, die Christ- ttLuichen leuchten.
ÜI *nn wir dazu mithelfen, wird das unsere schönte Weihnachtsfreude sein! Kl.
Wechnockisz^it - Karpsen^eit'
Pkfferkuchen, Christstollen und Weihnachtskarp- fkH^as find die drei Dinge, die voneinander un- trkrfoar sind. Ob der Karpfen nun blau gekocht oller in Biertunke zubereitet wird, ist nach Sitte u Brauch des Landes verschieden. In großen Teilm unseres Vaterlandes spielt sogar der Sil- o tjicltarpfen eine größere Rolle als der Weih- nrch-ssisch. Selbst in solchen Familien, wo sonst Fi in, Fische gegessen werden, macht man für diese be-iöT Tage wohl eine Ausnahme, gelangt doch bih "nausfrau damit zugleich in den Besitz der blan- Ein Karpfenschuppen, die ja eine besondere Bedeu- tfiiiu haben. Wer in der Silvesternacht dreimal b ^iRarpfenschuppen in seine Gelbbörse steckt, wird d wzganze Jahr hindurch reichliche Füllung des Gclweutels haben. Aber abgesehen von diesem SMj.glauben hat die deutsche Hausfrau den DTuisch, zum Festtage etwas ganz Besonderes auf oiien Tisch zu bringen, und daß man hierzu den Tarifen wählt, geschieht mit Recht, denn die Kivofenzucht ist die Spitzenleistung eines Zweiges u insinr Tierzucht. In großen, künstlich angelegten
Kechnachttiche Vorgefühle
bnn ^elix Riemtasten, GOS
Uli ine Tochter ist neun Jahre alt, und ein eige- ms Kinkommen hat sie nicht. Bei ihr kommt nur b, 01 ü in, was bei mir und Mutti wegkommt. Dar- hilii lauert sie mit scharfem Blick und scharfer Älliu,, aber hin langt es nie, und am Ende bin ich irrnT derjenige, der den letzten Seufzer zu tun Bei mir leiht sie sich Geld, um Mütti etwas ftjpmaen zu können, und bei Mütti leiht sie sich Älvjl worgemerkt und angeschrieben und kehrt nun alls Erschlag für Geschenke wieder. Zwei Mark siiiüchr aber nur bewilligt, und zwei Mark sind biU Gahin. Und Müttis Wünsche — oh weh — fr 'n: mit zwei Mark nicht immer voll zu erfüllen. Elsi auch nicht einfach mit Marianne jetzt spazie- ren .in gehen. An jedem Schaufenster reißt sie mir b-tr jlrm halb aus dem Rupf und sieht hinein in di ieAuslagen und sieht dann wieder auf mich, und ickhv;eder mache mir den Spaß, ein gräßlich mich- teilt? Mensch zu sein, der immerfort Zahlen nennt, laue: Zahlen, die meist über zwei Mark noch hin- aiiurigen. Für Marianne aber lebt Mütti in einer betrugen golden schimmernden Vorstellung, daß ad-i micht hinlangt, um für Mütti genug und gut geint zu sein, und neulich sagte sie mir'mit wah- reut Empörung, daß es unerhört sei, für eine ein« fanä Vchale aus Porzellan acht Mark zu verlangen und zweie find nur da. Acht Mark?!
glicht haben wir etwas ganz geradezu Einziges getfaiien, aber es kostete zwei Mark und fünfzig Pjti'riig außerdem und „ging" also nicht. Marianne faniGi es aber trotzdem. Und das muß man gesehen baiLn wie sie das Zweimarkstück herausnahm, als sei i ie nichts, und wie es hinschepperte über den glifi'mn Ladentisch, und wie dann die Kinderfin- flejfcpii (es ist jetzt immer etwas Tinte daran,
(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Donnerstag, 13. Dezember 1934
UnterWt die winterliche Arbeitsbeschaffung!
Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist nochmals auf die zahlreichen Vergünftigungen hin, die im Winter 1934/35 allen Volksgenossen, Haus- desitzern und Mietern im Rahmen der Gas-, Elektro- und Baufront gewährt werden. Der Gas-, Elektro- und Baumaterialienhandel, Einzelhandel sowohl wie Großhandel, das Handwerk und die Elektrizi- täts« und Gaswerke tragen gemeinsam zum gelingen des winterlichen Arbeitsbeschaffungsprogramms bei.
Jeder einzelne hat die pflicht, auch seinerseits durch sofortige Auftragserteilung diese Maßnahmen aus das tatkräftigste zu unterstützen, zumal die verschiedenen Vergünstigungen eine wirklich beachtenswerte Höhe erreichen.
Zur Auskunft stehen Fachhandel und alle beteiligten Stellen jedem gern zur Verfügung, lieber das Verfahren unterrichten folgende zwei Beispiele:
1. Ein elektrischer Herd wird für 100 Mark im Teilzahlungsverfahren gekauft. Der Händler kann infolge der mit dem E.-Werk getroffenen Vereinbarung dem Kunden sofort 5 0. H. von der Rechnungssumme absetzen. Der dem Käufer ausge« händigte Rechnungsdurchschlag wird sodann bei dem E.-Werk eingereicht, das dem Käufer 20prozentige Zuschüsse in Form von Strom-Gutschriften auf den Mehrverbrauch eines Jahres monatlich anrechnet.
2. Wird der Auftrag an einen Handwerker vergeben, so erhält dieser für die erforderlichen Materialien usw. vom Händler den Rabatt. Der Handwerker selbst gewährt für seine Arbeiten ebenfalls einen Nachlaß und stellt dem Kunden bei Neuinstallationen den gesamten Betrag mit einem Nachlaß von etwa 8 v. H. in Rechnung. Auf Grund einer entsprechenden Bescheinigung erhält der Kunde bei dem betreffenden E.- oder Gaswerk 20prozentige Strom- bzw. Gasgutschriften wie vor.
Ausgabe der Händlerkarten.
Alle Gas- und Elektrofachhandelsgefchäfte, sowie alle einschlägigen Geschäfte des Baumaterialienhandels, die an den durch die Arbeitsbeschaffunas- aktion vermehrten Umsätzen teilhaben wollen, müssen im Besitz einer von der Industrie» und Handelskammer ausgefertigten Händlerkarte fein. Die Fachgeschäfte der Gas- und Elektrobranche müssen außerdem den Gas- bzw. Elektrogemeinschaften an- geschlossen sein. Die Handwerker erhalten entsprechende Handwerker - Arbeitsbeschaffungs - Ausweise; nur der Besitz einer solchen Karte berechtigt zur Entgegennahme der vom Handel dem Handwerk gewährten Vergünstigungen. Der Handel ist verpflichtet, in jedem Falle zu prüfen, ob die betreffende Handwerkerkarte oorliegt.
Die Ausgabe der Händlerkarten erfolgt bei der Industrie- und Handelskammer vom 14. bis 20. dieses Monats zwischen 9 und 12 Uhr gegen Zahlung der vorgeschriebenen Gebühr in Höhe von 1 einer Mark.
und ablösbaren Teichen werden die Karpfey drei Jahre lang gehegt und gepflegt, umgefetzt und gefüttert. Die Naturnahrung, die aus Insektenlarven, kleinen Krebstierchen besteht, wird durch Düngung und Reinhaltung der Teiche vermehrt. Eine Unsumme von Arbeit und Futter wird aufgewendet, bis der Weihnachtskarpfen das gewünschte Gewicht von zwei bis drei Pfund erreicht hat. Die deutsche Erzeugung, für die etwa 60 000 Hektar Teichfläche zur Verfügung stehen, erreicht in guten Jahren 150 000 Zentner und beträgt in mittleren Jahren 100 000 bis 120 000 Zentner. Da die künstlich angelegten Teiche vielfach auf ganz minderwertigen Böden liegen, bedeutet die Teichwirtschaft eine vorteilhafte Ausnutzung solcher sonst als Oedländereien ungenutzt liegenden Flächen zur Gewinnung menschlicher Nahrungsmittel. Die Derbrauchszeit ist vorwiegend der Herbst und Winter, und wenn die Abnahmezeit der Karpfen herankommt, dann herrscht reges Leben an den herbstlichen Teichen, deren Wasser bis auf kleine Reste abgelassen ist. Bis an die Hüften stehen die mit Gummistiefeln bekleideten Teicharbeiter im Wasser und heben mit Käschern die zappelnde Beute heraus. Bis zum Weihnachtsfest bleiben die Karpfen noch in den ..Haltern", aus denen sie kurz vor dem Fest von den Händlern abgeholt werden. Wenn dann die Familie am Weihnachtsabend freudestrahlend den lecker angerichteten Karpfen ißt, bann denke sie auch ein klein wenig an den Teichwirt, der mit Aufwendung von viel Arbeit und Geld dieses Festgericht des Herbstes und Winters geschaffen ^hat.
NS-LB
Fachschaft für neuere Sprachen.
Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft findet am Freitag, 14. Dezember, 16 Uhr, in der Oberrealschule statt.
Krauß, Fachschaftsleiter.
Achtung'
Eaorabstimniungsberechtigte!
Wie festgestellt wurde, haben sich eine große Anzahl Abstimmungsberechtigter die Pässe für die A b ft i m m u n g noch nicht besorgt. Das muß s 0 • fort geschehen. Ohne Paß kann niemand a b ft i m m e n !
Die Polizeibehörden stellen die Pässe unentgeltlich aus. Die Saarobleute erteilen bereitwilligst jede Auskunft. Wo der zuständige Saarobmann nicht bekannt ist, wende man sich an Postamtmann Huao A n - schütz, Frankfurt a. M., Telegraphenamt, Zeil 106, Fernsprecher 20 026, Nebenstelle 372.
15000 KM. Fehlbetrag in der Gemeindekaffe Trais-Horloff. Wie das Kreisamt Gießen mitteilt, wurde vor einiger Zeit eine Revision der Gemeindekasse Trais-Horloff durchgeführt. Hierbei ergab sich ein Fehlbetraa von etwa 15 000 R M., über dessen Verbleib der Gemeinderechner Hub- l i tz, der schon seit 1919 dieses Amt versieht, keinen Nachweis führen konnte. Die Angelegenheit wurde hierauf der Staatsanwaltschaft Gießen unterbreitet, die den Gemeinderechner H u b l itz dieser Tage verhaften ließ.
„Oie Zwölferkarte-' des Stadttheaters als Weihnachtsgeschenk.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Um allen Volksgenossen die Möglichkeit verbilligten Theaterbesuchs zu geben, ohne die Bindung eines Abonnements eingehen zu müssen, hat die Intendanz des Stadttheaters auch in diesem Jahre wieder die „Zwölferkarte" eingeführt. Die Zwölferkarte enthält 12 Gutscheine für acht Schauspiele und vier Operetten; diese Gutscheine werden an der Theaterkasse gegen Eintrittskarten umgetauscht. Die Zwölferkarte ist übertragbar, weder an einen bestimmten Platz, noch an einen bestimmten Tag gebunden und für jede Abendvorstellung gültig. Die einzelnen Vorstellungen können vom Inhaber selbst ausge- wählt werden; auch können an einem Abend gleichzeitig mehrere Gutscheine derselben Zwölferkarte zum Besuch für eine Vorstellung eingelöst werden. Der Preis dieser Zwölferkarte kann für alle Vorstellungen im voraus oder in vier Raten bezahlt werden. Gerade jetzt, in den letzten Tagen vor Weihnachten, dürfte die „Zwölferkarte" als Geschenkzweck einen beliebten und freudig begrüßten Geschenkartikel darstellen, der sowohl Dame wie Herrn der sorgenvollen Frage: „Was soll ich schenken?" enthebt. Jeder Nichtabonnement bekennt sich zu seinem Theater durch Erwerb der „Zwölferkarte". Siehe heutige Anzeige.
preisgekrönt« oberhessische Kaninchenzüchter.
Der Reichsnährstand veranstaltete in der Fest- halle zu Frankfurt die 2. Reichsschau für Kleintierzucht. (Die Kleintierzucht ist bekanntlich dem Reichsnährstand angegliedert.) Mit der Reichsschau war gleichzeitig eine Gauschau für Hessen» Nassau angegliedert. Die in diesem Rahmen von der Kreisgruppe Oberhessen der Kaninchenzüchtervereine beteiligten Züchter konnten für ihre Tiere beachtliche Preise erzielen. Die Konkurrenz war sehr stark, um so erfreulicher sind die Erfolge der Züchter der Kreisgruppe Oberhessen. Nachstehend seien die erfolgreichen Züchter unserer engeren Heimat genannt:
Belgische Riesen: W. Rühl (Homberg) 1. Preis; Gg. Schellhaas (Gießen) 3. Preis; W. Nies (Vilbel) zwei 3. Preise.
Weiße Riesen: Fr. Häffner (Vilbel) zwei Ehren- und 1. Preis, zwei 2. Preise; Gg. Schellhaas (Gießen) zwei 2. Preise.
D. R. Schecken: A. Bopp (Gritzdel) 2. Preis; E. Vogel (Nordeck) zwei 3. Preise.
Deutsche Widder: I. Rinninger (Friedberg) zwei 1. und 3. Preis; W. Schulteis (Lollar) Ehren-, 2. und 3. Preis.
Blaue Wiener: I. Michel (Friedberg) Ehren- und 3. Preis; W. Wenzel (Griedel) 3. Preis.
Weiße Wiener: H. Becker (Griedel) 1. und 3. Preis; Ehr. Büchle (Vilbel) 3. Preis; H. Junker (Nidda) zwei 3. Preise; H. Mehrling (Ostheim) 2. Preis.
Rh. Schecken: W. Ullrich (Gießen) zwei 2. und 3. Preis.
Hasenkaninchen: W. Ruhl (Homberg) 3. Preis; Fr. Groh (Nidda) 3. Preis.
Havanna: H. Rinninger (Friedberg) zwei 2. Preise; M. Dumbs (Friedberg) 2. Preis.
Luxkaninchen: O. Steih (Gießen) Ehren-, 2. und 3. Preis.
Klein-Chinchilla: H. Dietrich (Klein- Karben) 1. und zwei 3. Prelle.
Eng. Schecken: L. Kreiling (Gießen) drei 3. Preife.
Klein-Silber: Fr. Groh (Nidda) 1., 2. und 3. Preis; K. Renkel (Nidda) 2. Preis; H. Weinrich (Vilbel) zwei 3. Preise; H. Walther (Daubringen) 2. Preis.
Holländerkaninchen: W. Magel (Steinbach) 3. Preis.
Russenkaninchen: Fr. Oechler (Lauterbach) Ehrenpreis.
Hermelinkaninchen: Justus 93oh (Heuchelheim) zwei 1. Preise; Fr. Hans (Friedberg) 1., zwei 2., zwei 3. Preise.
Angorakaninchen: A. Hofmeier (Friedberg) 3. Preis.
Gießener Wochenmarktpreife.
* Gießen, 13. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Eier, frische 14, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., Birnen 6 bis 10, Nüsse 40 bis 50, Honig 45 bis 50, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 60, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf.
Vornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Berufsgemeinfchaft der Büro- und Behördenangestell- ten: 20 Uhr, Lonystraße 18, Monats-Zufammenkunst mit Vortrag von Referendar Reitz über „Die geschichtliche Entwicklung der öffentlichen Verwaltung".
denn Marianne lebt in der Welt der Wissenschaften), wie dann die Kinderfinger herumklaubten in der Tiefe des Geldbeutels, und wie die fehlenden fünfzig Pfennig beinahe pfennigweise zum Vorschein kamen.
„Die hab' ich mir doch gespart", sagte sie mir, „die hab' ich mir doch zurückgelegt!"
„Denn sie legt gern zurück. Sie schnappt, wo sie schnappen kann, aber aus gibt sie nur im Sommer. Da bekommt es der unwiderstehliche Eismann; im Winter legt sie aber alles zurück. Es erwies sich, daß sie schon seit Oktober daran gedacht hatte, daß im Dezember Weihnachten käme. Aber viel hat sie nun nicht mehr an Zurückgelegtem. Nur noch vierzehn Pfennig. Die sollen für Mütti auch noch drauf- gehen
Für zehn Pfennig gibt es nämlich kleine Blumen- töpschen mit einer künstlichen Blume darin, und damit will sie das große Geschenk ausschmücken. Und das tut sie.
Ich sage: „Gib mal her!" Und sehe hinein in die kleine Geldbörse und tue drei Groschen hinein, ohne daß sie es ahnt.
„Siehst du," sage ich, „nun bist du dein Geld los!"
„Ja," sagt sie, „aber dafür war es doch auch. Es ist bloß immer gleich alles so teuer."
Wir gehen weiter von Laden zu Laden, und andauernd redet sie davon, wie schön das schöne Geschenk doch ausgefallen sei, aber ganz echt ist ihre Munterkeit nicht mehr. Die zwei Mark können ja hin sein, aber die fünfzig Pfennig, das war hart. Und der Groschen außerdem. Aber vier Pfennig sind noch da.
„Für vier Pfennig kaufe ich Garn, wenn du mir dann vielleicht einen Pfennig dazugibst."
Das wären dann für fünf Pfennig Wollgarn, und daraus kann man allerlei häkeln, und das Gehäkelte, besonders wenn es bunt ist, sieht prachtvoll aus und wird Mütti sicher sehr erfreuen. Am besten ist es, man häkelt einen blauen Grund, denn blau ist die Treue, und mitten daraus legt man bas heiße, kleine, rote Herzchen, damit es erzählt von der vielen Liebe, die da ist und fo gerne schenken, schenken und nochmals schenken will.
„Und Vati? Kriegt Dati denn gar nichts?"
Aber ich weiß schon: für mich arbeitet sie in jeder freien Stunde an einem Ding, das ich be- nützen soll, um meine Stahlklammern hineinzulegen. Das kann sie mir nun unmöglich sagen. Darum sagt sie gar nichts und sieht mich nur furchtbar schlau an, denn ich bin dumm.
Und so kommen wir wieder beim, aber zu Hause ist Mütti nicht da, und so gehen wir überhaupt
andauernd umeinander herum, jeder für sich, und jeder macht seine Geheimnisse zurecht, und dazu ist gerade jetzt die Zeit, in der Bratäpfel brutzeln und öfter einmal allerlei Knuspriges durch die Wohnung riecht, und so oft es läutet, und es steht jemand da und möchte mit bittendem Blick etwas sagen, so oft durchsticht es jedem von uns das Herz, und wenn es eine Trübung gibt in diesen Tagen, dann ist es die, nicht alles geben zu können. Dies aber ist ein Gefühl, das heutzutage viele haben. Es ist von allen Gefühlen das schönste. Von Weihnachten geht es aus, aber es ist von einer ahnenden Freude durchzittert, daß es Deutschland meint und alle, die dazugehören, denn so reich und rein war uns Weihnachten noch nie nahegekommen.
„Imst Woronzeff."
Diesen Film hat die Ufa nach einem gleichnamigen Roman von Margot von Simpson gedreht. Man merkt ihm die Vorlage insofern an, als es — trotz manchen für die Kamera brauchbaren Motiven — nicht überall gelang, die durchaus romanhaften und nicht etwa unkomplizierten Vorgänge schlackenlos in die neue Form zu übersetzen und ins Bild aufzulösen. (Regie: Artur R 0 - bis 0 n, der zusammen mit Walter Supper auch das Drehbuch geschrieben hat.) Es überschneiden sich hier eine Reihe von Motiven, die den Film als eine Mischung aus Gesellschaftsstück und abenteuerlicher Phantasie erscheinen lassen: ein Erb- schafts- und Jdentitätsstreit, verbunden mit dem ebenso beliebten wie gefährlichen Doppelgänger- motiv und einer Liebesgeschichte übers Kreuz, die mit einer sensationell aufgemachten Pointe ein romantisches und nicht völlig glaubhaftes happy end findet. Der Spielführung gelangen am besten die reinen Gesellschaftsszenen und pointierten Dialogpartien; außerdem ist das Ganze in einem für die Produktion der Ufa typischen großen Rahmen gemacht und streckenweise vor einen landschaftlich bestechenden Hintergrund an der Riviera aestellt. Nicht ganz zu vermeiden waren gewisse Längen und Undeutlichkeiten, die erst im Programmheft geklärt werden. In der Titelrolle lernt man einen vor der Kamera neuen Darsteller kennen: Albrecht S ch 0 e n h a l s , der, wenn wir recht unterrichtet sind, von der Oper herkommt und, ohne störende Anklänge an diese Tätigkeit, ein ruhiges, sicheres und gepflegtes Spiel vorführt. Brigitte Helm dagegen hat schon weit stärkere Rollen gehabt; hier wirkt sie allzu glatt, kühl und routiniert als Diane Morell, eine jener etwas rätselhaften „großen Damen", die man auf der Leinwand weit häufiger antrifft als in der rauhen Wirklichkeit. Als ihren'
Gegentyp sieht man Hansi Kn 0 teck , junges Fräulein von angenehmer und schlichter Natürlichkeit. Aus dem Ensemble nennen wir noch Willy Birgel, Kurt Fuß und Edwin Jürgensen.
*
Das Beiprogramm bereichern auf der Bühne dis zwei Maningos; sie bringen eine equilibristische Nummer und arbeiten so ausgezeichnet, technisch sauber, elegant und mit diskretem Humor, daß es ein Vergnügen ist, ihnen zuzuschauen. — Außerdem eine reichhaltige neue Wochenschau.
Gottfried Keller findet sein Kinderhäubchen und fällt von der Leiter.
Gottfried Keller war wie auch viele andere Sterbliche kein Freund von Wohnungswechsel und Aufräumungsarbeiten. Als er im Oktober 1882 umzog, äußerte er sich darüber in bewegten Worten in einem Brief an Theodor Strom wie folgt: „Endlich fließt mein durch allerlei Trubel gestörtes Wässerlein wieder so ruhig, daß auch die leichten Brief- blätter darauf schwimmen können wie üblich. Mein Wohnungswechsel verlief widerwärtig und mühevoll. Das Gerümpel eines feit 1817 bestehenden Haushaltes mit noch dreißig Jahre älteren Nichtswürdigkeiten, die sich immer mitschleppen, war wie verhext und von Bosheit besessen. Beim Deffnen einer alten Schachtel fand ich unser ehemaliges Taufhäubchen von rotem Sammet, worin vermutlich die sechs „gehabten" Kinder der Mutter getauft worden sind. Eine dabei liegende dicke seidene Fallmütze in Form einer Kaiserkrone war mir bekannt, und ich wußte, daß ich sie selbst getragen hatte. Nun gut, eine Stunde später purzelte ich von der Bücherleiter mit einem Arm voll Bücher hinunter und schlug den Schädel beinahe zu schänden; man mußte mir die Schramme zunähen. Es war Sonntags am 1. Oktober. nachdem ich, wie gesagt, vorher meine Kinder- sallmütze in der Hand gehabt von anno 1820 oder 21. In diese Ironie des Schicksals mischte sich noch ein Tropfen Selbstverachtung; denn die Schuld des Sturmes lag in einer meiner Charakterschwächen. Ich war in den Laden eines Schusters gegangen, um ein Paar warme Pantoffel für den Winter zu kaufen; da er keine paffenden von der verlangten Art hatte, ließ ich mir mit offenen Augen ein Paar aufschwatzen, das für meinen Fuß IV2 Zoll zu lang war, eben weil ich nie den Mut habe, aus einem Laden wegzugehen, ohne zu kaufen. In diesen Pantoffeln blieb, wenn ich darin stand, vorn vor den Zehen ein leerer Raum, und auf diesen trat ich, als ich, von der Leiter heruntersteigend, die untere Stufe juchte."
— NS.-Gemeinschakt „Kraft durch Freude": 15 bis 19 Uhr, Haus der DAF., Bastelausstellung. — Stadt- theater: 20 bis 22.15 Uhr, „Das Spiel von den heiligen drei Königen" (Vorstellung der NS.-Kultur- gemeinde — Ring Deutsche Bühne). — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr, Universitäts- Aula, Lichtbildervo-rtrag von Professor Walter Behrmann (Frankfurt) über „Reisen in der nördlichen Sahara". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fürst Woronzoff". — Astoria-Lichtspiele, Seitersweg: „Das Rätsel einer Nacht". — Reichs- karnmer der bildenden Künste: 15 bis 18 Uhr, Turmhaus am Brand, Weihnachts-Ausstellung.
— Stadttheater Gießen: Heute, für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, das Schauspiel: „Das Spiel von den heiligen drei Königen" nach der Weihnachslegende von Felix Timmermans; Spielleitung: Intendant Hanns König. Kein Kartenverkauf.
— Die Volkshochschule weist darauf hin, daß der Kurs über „Heimische Dor- und Frühgeschichte" heute abend stattfindet. Siehe heutige Anzeige.
*
** Rückständige Zahlungen für Elet- trizitätslieferungen werden in einer Bekanntmachung der Direktion der Städtischen Werke in unserem heutigen Anzeigenteil zur Bezahlung angemahnt. Säumige Zahler seien besonders auf die Bekanntmachung hingewiesen.
♦» Die Deihnachtsferien an den Berufsschulen beginnen — ohne Kürzung der Osterferien — am «amstag, 15. Dezember.
** Verlängerung der Kündigunas« bzw. Fälligkeitsfristen für Hypothe- k e n durch die öffentlichen Lebensver- s i ch e r u n g s a n st a l t e n. Die im Verband öffent- kicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen Anstalten haben sich bereit erklärt, von den zum 31. Dezember 1934 bzw. 1. April 1935 bestehenden gesetzlichen Kündigungs- mäglichkeiten für die Aufwertungs- und sonstigen Hypotheken grundsätzlich keinen Gebrauch zu machen, sondern diese Fristen von sich aus um 1 Jahr zu verlängern. Provisionen oder bergt werden von den öffentlichen Lebensversicherungsanstalten für die Fristverlängerung nicht erhoben. Durch diese Maßnahme werden Schwierigkeiten, die den Hypotheken- Schuldnern infolge des immer noch bestehenden Man- gels an Hypothekenkapital durch die Kündigung ihrer Hypotheken entstehen würden, vermieden.
** Richtigstellung. In dem gestrigen Bericht über die Verhandlung des Oberhessischen Schwurgerichts gegen Richard Jung aus Espa ist das Urteil infolge eines Setzfehlers unrichtig angegeben. Der Angeklagte wurde nicht zu drei Jahren und sechs Wochen, sondern zu drei Iah- ren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Die Verkehrswerbung in Oberheffen
Iahrestagung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Gießen.
Unter der Leitung des Vereinsvorsitzenden, Bür» germeister Dr. Hamm, hielt der Verkehrs- und Verschönerungsoerein Gießen gestern abend im Hotel Schütz seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Zunächst wurden
Teile eines Verkehrswerbefilms für das Gebiet Oberhessen-Detterau
vorgeführt. Dieser Film soll die Aufgabe der Der- kehrswerbung für unsere engere Heimat in den großen Städten des Reiches erfüllen und vom nächsten Frühjahr ab in die Werbearbeit eingesetzt werden. Man sah viele Aufnahmen aus den Städten Gießen, Butzbach, Friedberg, Vilbel, Grünberg, Lich und Hungen. Dabei befand sich eine große Zahl guter Bilder, während manche andere als untauglich ausgeschieden werden müssen und durch neue, bessere Aufnahmen zu ersetzen sind. Nach der gestrigen Probevorführung wird der Film nunmehr die endgültige Bearbeitung erhalten und unter der Leitung berufener Männer zu einem einwandfreien Werbemittel gestaltet werden.
Im Anschluß an die mit großem Interesse verfolgte Vorführung hielt Bürgermeister Dr. Hamm einen Vortrag über
die Reichsautobahnen.
Einleitend wies der Redner auf den Artikel „D i e Reichsautobahn in Oberhessen" im „Gießener Anzeiger" Nr. 263 vom 9. Nov. dieses Jahres hin, der über die Streckenführung in Oberhessen eingehenden Ausschluß biete. Sodann schilderte er, ausgehend von der schon seit einer Reihe von Jahren bestehenden Hafraba in Frankfurt, den gesetzlichen und organisatorischen Aufbau der Reichsautobahn-Unternehmung, die — nachdem alle früheren Bemühungen der Hafraba mit dem gleichen Ziele infolge der damaligen politischen Verhältnisse nicht zu verwirklichen waren — erst durch die Machtübernahme Adolf Hitlers erfreuliche Wirklichkeit wurde. Der Vortragende aab dabei eine Schilderung der weitreichenden wirtschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten durch die Reichsautobahn, an denen nicht nur der Kraftfahrzeugbau und der reine Reiseverkehr, sondern vor allem auch die bäuerliche Betriebswirtschaft stark beteiligt sein wird, weil mit Hilfe der Reichsautobahnstrecken die Landwirtschaft die Möglichkeit eines stark erweiterten Wirtschastsraumes, d. h. Versand der landwirtschaftlichen Produkte über weite Strecken hin in schneller und billiger Weise, erhalten wird. Ferner kennzeichnete der Redner die außerordentlich großen aktuellen Vorteile auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung, an der alle Bevölkerungsschichten in Stadt und Land Anteil haben. Ferner wies er noch auf die sehr wesentlich verbesserte Verkehrssicherheit bin, die bei der Abwicklung des größten Teiles des Kraftfahrzeuaoerkehrs über die Reichsautobahn sowohl für die Autofahrer einerseits, wie auch für
den Fahr- und Personenverkehr auf den allgemeinen Landstraßen anderseits erzielt wird. Schließlich machte er klar, daß der Kraftfahroerkehr auf den Autobahnen auch eine wesentliche Verbilligung der Kraftfahrzeugbenutzung, gegenüber dem bisherigen Verkehr auf den Landstraßen, darstellt. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen und gab gegen Schluß der Versammlung im Rahmen der Aussprache noch Veranlassung zu verschiedenen Anfragen, bei deren Beantwortung Dr. Hamm erneut auf den Artikel im „Gießener Anzeiger" vom 9. November hinwies.
Die weitere Sihungsarbeit.
Bürgermeister Dr. Hamm berichtete im weiteren Verlaufe des Abends über die Neuorganisation der verkehrswerbenden Organe innerhalb des Lan - desverkehrsverbandes Rhein-Main, sowie über die vom Landesverkehrsverband für alle Verkehrsvereine vorgeschriebene neue Satzung und die Neuorganisation der Vereinsorgane. Der neuen Satzung stimmte die Versammlung ohne Aussprache einstimmig zu.
Der R e ch n u n g s b e r i ch t für das Geschäftsjahr 1933, Der bei einer Gefamt-Umschlagssumme von 10 418,90 RM. Ausgaben in Höhe von 6171,07 RM. und nach dem Stande vom 1. Januar 1934 ein Vereinsvermögen von 4247,83 RM., ferner ein weiteres Vereinsvermögen auf Sparguthaben und Anleihepapieren in Höhe von rund 6000 RM. ausweist, wurde genehmigt und dem Vorstand und dem Rechner Entlastung erteilt.
In der Aussprache wurden zahlreiche Fragen angeschnitten, u. a. Werbemaßnahmen der verschiedensten Art, Straßenbahnverkehr, Straßenbeleuch- tung usw. Von der Dereinsleitung wurde hervorge- hoben, daß in der Verkehrswerbung eine enge Zusammenarbeit der Stadt und des Vereins mit der Werbestelle der Universität herbeigeführt worden ist, an die Errichtung eines Musiktempels in den Anlagen beim Stabtheater aus finanziellen Gründen vorerst nicht gedacht werden kann, die Schaffung eines Vereinsabzeichens, das die Geschäftsleute in ihren Schaufenstern anbringen können, geplant ist und auch den Fragen des Straßenbahnverkehrs usw. volle Aufmerksamkeit geschenkt wird. Schließlich wurde noch allen Behörden, der Presse und den sonstigen Mitarbeitern und Helfern des Vereins herzlicher Dank für die bisherige Förderung ausgesprochen.
Am Schlüsse der Versammlung gedachte der Vorsitzende vor allem des Mannes, der nicht allein unser Reich aus der größten Gefahr gerettet hat, sondern der auch der Schöpfer der zukunftsreichen Reichsautobahn ist, des Führer und Reichskanzlers Adolf Hitler, mit dreimaligem Sieg-Heil, in das die Versammlung lebhaft einstimmte.
WeshalbgrabenwirmAegyplen?
Von profcflor Or. Roeder.
Direktor despelizaeus-MuseumsinHildesheim.
Zunächst einmal die Frage: graben wir btnn überhaupt in Aegypten? Man hört häufig einen Zweifel daran, gelegentlich sogar die unbedingte Gewißheit, daß bestimmt keine deutsche Grabung mehr in Aegypten ftattfänbe. Dabei spielen die Schwierigkeiten mit, die sich zwischen Berlin und Kairo bei der Auseinandersetzung über die lebendige Büste der Königin Nofretete, der Gattin des Ketzerkönias Amenophis IV., ergeben haben. Man erinnert sich auch ganz richtig der Uebernahme der deutschen Konzession auf Amarna, die Residenz des genannten Pharao, durch die englische Egypt Exploration Society unmittelbar nach dem Kriege, und der dortigen Fortsetzung der Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft durch die Eng- länber, die allerdings nicht sogleich durch eine Bildhauerwerkstatt mit einer neuen Nofretete erfreut wurden. Im übrigen verwechselt man allerdings Berlin mit Deutschland, denn unser Pelizaeus- Museurn in Hildesheim besitzt seit 1929 eine Konzession auf Ausgrabungen in Hermopolis durch die ägyptische Regierung, Die uns diese Erlaubnis mit der Bereitwilligkeit erteilt hat, die wir Deutschen auch in anderer Hinsicht durch die Aegnpter erfahren haben. Deutsche Ausgrabungen in Aeaypten fino also nicht aufgegeben worden, auch nicht unmöglich gemacht worden, wenn man von der durch den Weltkrieg verursachten Pause absieht. Wir haben allerdings nicht in Wettbewerb mit den anderen Nationen treten können, die große Mittel in ihre Grabungen im Niltal vom Mittelmeer bis in den Sudan hinaus gesteckt haben. Wir sind auch in den Fundstücken nicht so begierig und glücklich gewesen wie jene, sondern haben Aufgabe und Methode unseren Verhältnissen angepaßt.
Das Ausgraben ist in erster Linie eine wissenschaftliche Aufgabe, und Die Gesichtspunkte der Erforschung sind bei uns immer in den Vordergrund gestellt worden. Die Lösung ist uns allerdings nicht leicht gemacht, denn von Der Stadtruine Hermopolis, die wir durchsuchen, haben die „Sepb- bachin" (Bauern) die salzhaltige Erde als Düngemittel wegholen) wie überall dis höheren Schichten
abgebaut. Uns stehen also nur noch die unteren Schichten zur Verfügung. Anwendung moderner Grabungstechnik mit etwa tausend Meter langen Gräben war notwendig, um durch die Mitwirkung erfahrener deutscher Prähistoriker Ergebnisse für den Aufbau der alten Stadt zu gewinnen. Die Vereinigung der beiden Wissenschaften, der Aegyp- tologie und der deutschen Vorgeschichte, auf ein gemeinsames Ziel hin ist für beide wesentlich ge- wdrden, und die Ergebnisse haben überrascht: aus der Schichtenanalyse ging ein völlig neuer Stadt- grundrih hervor mit einem Heiligen-Bezirk von 450 mal 570 Meter Gröhe und mit einer ganzen Anzahl von Tempeln in ihm. Ein Zufall, dem Der Ausgräber oft sein Glück verdankt, hat uny Dabei einen der ältesten ägyptischen Tempel mit Dem bekannten Pylon als Eingang beschert. Also zu diesem Ziele graben wir in Aegypten!
Ausgrabungen in Aegypten sind ferner eine kulturpolitische Tat. Neben uns, und zum Teil auch schon lange vor uns Deutschen, haben andere Völker in Aegypten gearbeitet, Lager unterhalten und, wie neuerdings das Orientalische Institut der Universität Chicago, ein prächtiges Haus mit einer ägyptologischen Bibliothek eingerichtet. Wir haben um 1900 mit archäologischen Untersuchungen eingesetzt, meist in äußerlich bescheidenem Stile, aber mit wertvollen Ergebnissen, die auch innerhalb der Fachwissenschaft als deutsche Leistung dastanden. Das Pelizaeus-Museum in Hildesheim, bzw. ursprünglich fein Stifter Dr. phil. h. c. Wilhelm Pelizaeus, ist durch die Teilnahme an einer deutschen, später österreichischen Konzession seit 1903 im Nil- tat tätig. Jetzt halten wir die einzige Genehmigung zu Ausgrabungen in Händen, die von der Aegypti- sehen Regierung nach Beendigung unserer früheren Arbeiten an irgendein deutsches Institut erteilt worden ist. Hierin liegt die kulturpolitische Aufgabe, die wir nicht fallen lassen dürfen.
Eine Ausgrabung in Aegypten ist aber schließlich auch als eine geschäftliche Unternehmung zu beurteilen. Die Fundstücke stellen materielle Werte bar, schon die zahlreichen Kleinfunde, die sich immer ergeben, dann die naturgemäß seltenere Plastik großen Stils, endlich auch der vielbegehrte und in jeder Stadtruine auftauchende Silberfund, den uns Hermopolis schon für das Berliner Antiquarium geliefert hat. Die Organisation einer Gra-
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Oer VDSt. im Kampf um die (Saar
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der Privatwirtschaft durchzuführen und aus ihren Mitteln ein kulturelles Kapital zu schaffen, zu dessen Gewinnung wir uns Der wohlwollenben Mithilfe Der Reichsstellen erfreuen Dürfen.
hi Hirz eines ß gleichem T ibte Bewus n der natioi i habe, auch
Saarfahrt in Den Osterferien 1930 getroffen, worauf Der VDSt. zwei Bergarbeiterdörfer Jin Der faar» lothringischen Grenze als „Schutzorte" annahm.
Alljährlich fährt feit 1930 der VDSt. kurz vor Weihnachten mit einer größeren Anzahl feinet Mitglieder in feine Schuhorte, um auf einige Tage mit den Vergardeiterfamitien zusammen fein zu können, hier unmittelbar an der Grenze kann der Student im kreise der Bergarbeiter des Grenzgebietes, denen die fremden Machl- haber durch allerlei Mittel das Zugehörigkeit;- gefühl zur Volksgemeinschaft nehmen wollen, erleben, was Grenzkampf ist und was Hk deutsches Volkstum bedeutet.
Soweit es möglich ist, wird Die Bevölkerung Den StuDenten tatkräftig unterstützt. Für die
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in Hermopolis deutlich bewußt.
Im Frühjahr 1935 setzen wir mit unserer Durchforschung Der StaDtruine Hermopolis roieDer ein. Wir tun es, weil Das Unternehmen sich seit 1929 als wissenschaftlich bedeutungsvoll erwiesen hat. Wir
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Oberhessisches Schwurgericht
Todesurteil in einem Mordprozeß.
bung ist übrigens auch wie ein geschäftlicher Betrieb zu betrachten, und es heißt bei knappen Mitteln sehr genau rechnen, wenn man für die Reise, bas Leben im Lager mit einer erheblichen Zahl von Arbeitern sowie Die nachfolgende Untersuchung und Veröffentlichung ausreichen will. Alle diess Zusammenhänge haben Freunoe Des alten Aegypten aus Den Kreisen Der deutschen Wirtschaft 1929 sehr wohl erkannt. Private Gönner haben uns damals Die er» sten Summen gegeben, und aus privaten Kreisen hoffen wir auch jetzt wieder Die Mittel zu erhal-
Dom Verein Deutscher Studenten an der Universität Gießen wird uns geschrieben:
Seitdem der Nationalsozialismus die Führung und Gestaltung Des Deutschen Reiches übernommen hat, ist Die Saarfrage eine Existenzfrage für Deutsch- lanD geroorDen, ist Das gesamte Deutsche Volk zum Kampf um Die Saar aufgerufen. Es gab eine Zeit, wo ein großer Teil Des Deutschen Volkes nicht wußte, um welch roeittragenDe Dinge es im Westen Des Reiches ging unD wo von Regierungsseite wenig in Dieser Hinsicht getan wurDe.
Wenn einmal die Geschichte der Rückgliederung des Saargebietes geschrieben wird, wird man jene Kleinarbeit der studentischen Verbände und Korporationen nicht übergehen können, die vor nun einigen Jahren im Warndt und an der Westgrenze des Saarlandes einen festen Damm gegen die französischen und separatistischen Einwirkungen schuf und die studentische Jugend auf den Plan rief für den Entscheidungskampf um die Saar.
Der Plan, Den WarnDt, jenen wegen feines Kohlenreichtums befonDers gefährbeten Teil Des SaarlcmDes als Betreuungsgebiet zu wählen, geht auf eine Anregung Des VDSt. Gießen zurück unD nahm bereits im Jahre 1929 konkrete Formen an. Die entfdjeibenben Vorbereitungen würben auf einer
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Knien emporklimmen müssen, wobei ihre Beim » weit sichtbar mürben, baß sie sich gelobte, „niemü’ wieder auf ein Schlachtschiff zu gehen, ohne Männtr- Hosen zu tragen." — In einer anderen NiederM' beklagt sie sich über Den Kaiser, daß er über sie.> über einen Grenadier" verfügt habe. „Männer'N unerträgliche Wesen", fügt sie hinzu. „Und wurde i- noch einmal auf die Welt kommen, ich wüu’Hj wiß keine zweite Ehe eingehen." Am 23. 3UJ‘ l brach Marie Luise nach Mainz auf. Bei BerM' sie englische Soldaten, die ihr „durch il)re und ihr anmaßendes Betragen auffielen.
mit Napoleon am 27. Juli zusammen unb ®ar „ zückt, daß er so gut aussah und sich in bester t befand", trotzdem fein Schwiegervater, der n von Oesterreich, gerade der Koalition gegen B “ reich beigetreten war. Im ganzen genommen, i ’-,,, Marie Luise mit ihrem Gemahl recht 9W°lia),Ä.
wesen zu fein, wenn sie auch nicht unerwahwi daß sie sich Rheumatismus zugezagen habe, M Kaiser darauf bestanden hat, baß sie zu einem u spaziergang in kurzen Aermeln erschien, un1
t sie gescholten habe, weil sie nicht rechtzeitig s . war, als Der Großherzog unD Die Großherzog - Hessen-DarmstaDt zu Tisch geladen waren. . Luise war über Napoleons Abreise am 1. . jedenfalls sehr bekümmert und ist auch noch ' Zeit über Di Trennung in großre Trauer 9 .
Auf Dem Rl..wege fuhr sie Den Rhein entw e erzählt viele Einzelheiten über Die Redenden , Geschichte dieses Flusses. Am 25. Augcht sie Cherbourg „zu Tode erschöpft". Sie wo beunruhigt, daß vom Kaiser keine ^ad)r,fnrltt fit und gab ihrer Furcht Ausdruck, Napoleon r ganz vergessen haben. „Nur wir Frauen , j0 sie, „sind in der Liebe beständig! Männe ' frivol, deshalb sollte man sie nicht ernst " unglücklicher Weise bin ich Dafür nicht genüge nünftig veranlagt. Aber ich werbe ihn straf > u^ wesen war.
In einem etwa zweistünbigen Pläboyer begrün, bete ber Staatsanwalt bie Anklage. Er entwickelte noch einmal im einzelnen ben Sachverhalt, um schließlich zu ber Auffassung zu kommen, daß es sich im oorliegenben Falle um eine vorsätzliche uni mit Ueberlegung ausgeführte Tötung handelte. La- für spreche, so führte ber Staatsanwalt aus, vor allem bie Konsequenz, mit ber bie Angeklagte ihr entsetzliches Werk zu Enbe führte. Die Ausführun- gen bes Staatsanwalts gipfelten in feinem Antrag, bie Angeklagte wegen M orbes zum Tobe zu. verurteilen unb ihr die to gerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer abzuer/o nen.
Der Verteidiger stellte die Tat als eine Jjiti lung im Affekt dar unb bat bas Gericht um öem- entfprechenbe Bewertung bei ber Strafzumessung.
Nach einftünbiger Beratung d e r u r t e iltt has Gericht bie Angeklagte wegen Worbes zum Tobe. Außerbem würben ber ilnat- klagten bie bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebzeiten aberkannt.
Bauleiters Bauleiter $ur Berfü den Lage Äam?rab|( Teil und Die natii ölrftänblit Misten sr der Dolks der die J an das J iti Rate wir uns Wem tze »JBir war
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wollen bas Derfchwinben beutscher Ausgrabungen in Aegypten, bas sich aus bem Erloschen unserer Konzession ergeben würbe, verhüten. Wir werben auch stolz barauf sein, wenn es uns gelingt, . er ben Aufbau unserer Arbeit nach ben Grundsätzen -
I »rlichen l des Lagers 1 jbnbtrzm 2 M maft lönr > Dissen air nanlchouuna : Das erst tiägt werde, kommen bi infodUur J er® Galilei Zuberer Da tret bisher st Wung von li’mbtuif bes
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Zungjunsten-Lager auf dem Gleiberg
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Der Dekan der Juristischen Fakultät an der versität Gießen,
vrofeffor Or. Bley, der den Rektor entschuldigte, sprach zunächst
Teile am Rechte formen.
Hochschulgruppenführer ß&fcr von Sraeve,
der für die Studentenschaft und auch für den Glei- berg-Derein sprach, betonte in kurzen Worten, daß es Der Gleiberg-Verein gewesen sei, der die ersten Voraussetzungen für das Lager geschaffen habe. Der Gleiberg sei eine Stätte vielfacher Tradition. Der Geist in diesen Mauern möge unüberwindlich sein. Die Vielfältigkeit der bisher in der Burg abgehal- tenen Lager sei ein Beweis für die Richtigkeit des Gedankens, hier ein Lager zu schaffen. Es gelte zurückzukehren zu kleinen zielbewußten Minderheiten. Von diesen Minderheiten müsse aufbauende Arbeit in das Volk getragen werden. Der Führer Adolf Hitler wolle den organisierten Aktivismus; er lasse uns auch die Revolution zu Ende führen.
Den unterhaltenden Teil des Eröffnungsabends bestritten in sehr origineller Weise die Angehörigen des Lagers. So bot Kamerad E g l y am Klavier eine Komposition von Sinding und eine Gavotte von d'Albert, Kamerad Philipp brachte die „Zu- eianung" von Strauß und eine zeitgemäße Komposition („Rhythmus") mit ausgezeichneter Stimme zum Vortrag. Kamerad Schunk las eine sehr feine Stelle aus Grimms „Volk ohne Raum". Eine rasch improvisierte Singstunde, eine unterhaltsame Schilderung einer Exkursion nach Lich und die Aufführung einiger lustiger Szenen durch die Lagerteilnehmer fanden stürmischen Beifall. Gemeinsam gesungene Lieder vereinten alle Teilnehmer in kameradschaftlichstem Geiste. Mit einem drei- , fachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler I fand der anregende Abend seinen Abschluß.
Gauinspekteur Heyse
übihrti ttelte die Grüße des Reichestatthalters und GdiMers Sprenger und betonte, daß der ©dSliter für spätere Lehrgänge stets unterstützend zur,i Verfügung stehe. Der Reichsstatthalter schenke beult Lagern gerne alle Unterstützung, denn die Käiniliadschaft im Lager sei ja ein wesentliches TeiltI and Erlebnis nationalsozialistiscyen Geistes. Di^ nationalsozialistische Auffassung solle s. |llr& Auf Einladung des Bundes National- so plastischer Deutscher Juristen hatten sich zahlreich Gäste eingefunden.
?Rgierungeiaffeffor Oenzer-Schotten
!i hbr ist es eine große Freude, wenn sie nach ei jiru schlichten Feier mit Büchern, Spielsachen, Ge- b<:lf usw. beschenkt werden. Der Dank ber Grenz- Mmqner gilt aber nicht nur für diese Gaben, son- Mui in ber Hauptsache zum Beweis dessen, baß thron im Reich jener beutschen Volksgenossen geben«, bi! csmaltfam von ihrem Mutterlande losgetrennt wrori-m. Während bes Semesters wirb bie Serbin- bilnxldurch Verschicken von Zeitschriften, burch brieflich ei Verkehr unb kürzere Besuche aufrechterhalten. Slidiauf anbre Weise wirb ber Volkstumsgedanke
Ipfjgt: So würbe im Sommer 1933 und 1934 e> ne Unzahl
Snilkinder aus ben Schuhorten in Oberhessen zur Erholung untergebrachl.
ßk« st um das Zustandekommen des Lagers sehr bc tm.it hatte, hieß alle Teilnehmer herzlich will» toten und hielt bann eine Ansprache, in ber er »na. ausführte: Das Lager fei aufgebaut unb geteilt von jungen unb für junge Menschen. Alle, biii Iser vereinigt seien, verbinbe eine Gesinnung, eine Weltanschauung, lieber ber heutigen Jugenb liehe ün größerer Ernst, weil sie mehr Kampf er- leltt labe, sie sei aber auch burchbrungen von Der (Erttenntnis, baß Nationalsozialismus Pflicht unb Sdratroortung bedeute. Das Bekenntnis zum Na- tid»Q3O3ialismus fei ein inneres Erleben. Der NtMialsozialismus fei ben Juristen doppelte Der- Jfl idung: zum deutschen Menschen unb zum beut- hmZuristen! Der Jurist fiepe auf einem expo- ii rti Platz, stehe in Führerstellung, ber er gerecht wc rfrn unb für bie er bie Qualitäten mitbringen minifs Die Fähigkeiten bes einzelnen aber müßten er|iii usgebilbet werben. Dafür mußte eine Basis je ^Ifen werben, benn bie Entwicklung ber kör- SeMrn, ber geistigen unb gleichzeitig der charak- tciiHian Eigenschaften sei notwendig. Die Form de4 Nagers habe sich für diese Ausbildung in be- fohbnm Maße bewährt, benn in biejer Gemein- fdiihfl könnten Charakterschulung unb fachliches DSfst am besten vermittelt werben. Die Welt- anrchmung bedeute bie ©runblage.
ID» erste Lager sei, bas könne schon heute ge- fagiit n erben, ein Erfolg. Dank für bas Zustanbe- for'Min bes Lagers gelte befonbers bem Gau- inUthsur Heyse, ber sieh beim Reichsstatthalter unitt Bauleiter lebhaft bafür eingesetzt habe. Be- somämr Dank gebühre aber bem Gauleiter selbst, betr bil her stets bewiesen habe, baß er für bie Ein- von Lagern stets eine förbernbe Hand hat. AiMmck bes Dankes möge tatkräftige Mitarbeit
Aufbau bes Staates fein: Der neue Mensch, time Jurist, ber nationalsozialistische Jurist, ,_,.n2(U5 diesen Lagern heraus entstehen. Der Name bedi Fristen müsse besten Klang bekommen, das Hek-zi ines jeden Volksgenossen müsse mit ihm in glchihM Takte schlagen; jeder Volksgenosse müsse bad? lirwußtsein in sich tragen können, daß, wenn beri- vationalsozialistische Jurist Recht gesprochen haiLt.wuch tatsächlich Recht gesprochen fei.
Nahrungsfreiheit, Loslösung aus der Weltwirtschaft, Erweiterung der Beoölkerungskapazität. Unsere Aufgabe liegt schon jenseits der Gegenüberstellung Individualismus — Universalismus in der Volkstumsforschung als Hilfsmittel wr Formung des Menschen als eines Gemeinschaftswesens.
Eine lebhafte Aussprache bot Gelegenheit zur Klärung mancher Zweifelsfragen.
Am Mittwoch sprach dann Kamerad Referendar Otto Michel über das Thema:
Der Trattonalsozialismus unb der Sport.
Der Redner erinnerte zunächst an ben Sport in ben früheren Kulturen unb Zeiten. Auch vor bem Krieg war in Deutfchlanb Der Sport sehr verbreitet, aber oftmals gehemmt durch gesellschaftliche Vorurteile und allgemein durch die Prüderie, die eine unzweckmäßige Kleidung bedingte. Nach dem Kriege fehlten zwar viele tüchtige Sportler, trotzdem hat der Sport das Verdienst, die Jugend zu- sammengefastt zu haben. Die seelische Erziehung kam aber leider sehr zu kurz. Es entstand der Sport als Sensation, als Nervenkitzel für ungeheure Mengen von Zuschauern. So kam der einseitige Rekordwahn hoch. So wurde der Sport vielfach zu
einer Geldquelle erniedrigt, auch auf feiten der Amateurspieler. In den Vereinen entstand die Sucht, um jeden Preis bie Sieger ber Spiele zu stellen.
Nach dem Umbruch kam bie große Säuberung. Heute ist oberstes Ziel, alle zu erfassen, ob jung, ob alt, durch den Sport einen gesunden Geist in einem gesunden Körper heranziehen. Daher hat ber Staat die Oberaufsicht übernommen und von Tschammer und Osten zum Reichssportführer ernannt. Bestimmte Sportarten wurden zusammengefaßt unb in Fachfäulen untergegliebert. Es erschienen Richtlinien. Die Beamten würben aufgefordert, Mitglied eines Sportvereins zu werden. Das Ziel ist, wieder echten Kampfaeift in den Sport einziehen zu lassen, mit dem es sich nicht verträgt, dem Gegner keine Chance zu lassen und ihn mit allen Mitteln um den Sieg zu bringen, also wahre Sportsleute zu erziehen, die, getragen von Charakterstärke unb Derantwortungsbewußtsein, nicht nur sich selbst gegenüber, sondern auch gegenüber der Gemeinschaft den Sport als Diener am Volke ausüben.
Förderung des Gchwimmumernchts in den Schuten.
Das Staatspreffeamt teilt mit: Die Erreichung des Zieles, die Beherrschung des Schwimmens zum Allaemeingut des deutschen Volkes zu fachen, wird nur bann gelingen, wenn wir uns tue Förderung und Sicherung eines planvollen Schwimmunterrichts in ben Schulen angelegen sein lassen.
Erst wenn bie Mehrzahl aller Schulen in ber Laae ist, für ben Schwimmunterricht geeignete Ladeplätze aufzusuchen und zu benützen, kann man an dieses Ziel sicher und rasch herankommen.
Zur schulgerechten Schwimmstätte gehören selbstverständlich auch die geeigneten Lehrkräfte. Auf Veranlassung des Herrn Ministerialrats Ringshausen wurden daher bereits Aus- und Fortbildungslehrgänge für die Lehrerschaft gehalten bzw. in erheblichem Umfang vorgesehen, so daß in naher Zukunft in dieser Richtung keine wesentlichen Schwierigkeiten mehr bestehen.
Die hessische Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst unb Volkstum hat in Erkenntnis ber für ben Schulschwimmunterricht gegebenen Notwenbigkeiten unb in Fortführung ihrer Verfügung vom 28. Mai bieses Jahres über bie pflichtmäßige Einführung bes Schwimmunterrichts an allen Schulen, an benen die erforberlichen Voraussetzungen erfüllt sind, bas nachstehenbe Ausschreiben an bie Kreis- unb Stadtschulämter gerichtet:
„Die Bearbeitung der auf unsere Verfügung vom 27. April 1934 eingegangenen Meldungen hat gezeigt, daß der Durchführung eines planvollen Schwimmunterrichts noch beachtliche Hindernisse entgegenstehen. In erster Linie fehlt es an geeigneten Bädern für den schulmäßigen Schwimmunterricht.
Dieser llebelftanö muß mit allen Mitteln bekämpft und mit vereinter Kraft beseitigt werden.
In Zusammenarbeit mit dem Kreisobmann und dem Kreisfachberater der Abteilung für körperliche Erziehung im NSLB. fertigen die
Kreis- und Stadtschulämter eine Skizze ihres Kreises an, aus ber zu ersehen sind:
1. alle Gemeinden;
2. Flüsse, Bäche, Weiher usw.;
3. bereits vorhandene Badegelegenheiten mit ber Möglichkeit, Schwimmunterricht zu erteilen;
4. Badegelegenheiten, bei welchen noch Einrichtungen für den Schulschwimmunterricht geschaffen werden müssen (kurze Kennzeichnung ber erforderlichen Ergänzungen);
5. Stellen, wo die Möglicheit besteht, ein Freibad zu schaffen, mit der Angabe ber möglichen Auswertung für die Nachbargemeinden.
Sie wollen diese «skizzen bis zum 15. Januar 1935 an uns einschicken."
Die Auswertung der eingehenden Unterlagen wird es zweifellos ermöglichen, durch Beratung und gemeinsame Tat in recht vielen Gemeinden bie Erfordernisse und Voraussetzungen zu schaffen bzw. zu erweitern, um den planvollen Pflichtschwimmunterricht zu sichern.
Bei einer solchen Sichtung, Prüfung und Verbesserung der Schwimmoerhältnisse im ganzen Lande treffen sich die Bestrebungen bes Leiters ber Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, Herrn Ministerialrat Ringshausen, mit denen der übrigen Stellen im Staate unb in ben Verbänden, die im Schwimmen unb Retten gleichfalls ein ganz vorzügliches Mittel sehen, es fördern unb pflegen zur Hebung der Volksgesundheit unb ber körperlichen unb erziehlichen Beeinflussung von jung unb alt.
Wenn alle Kräfte und maßgebenden Stellen sich überall im Lande Rufammenfinben in diesem gemeinsamen unb bedeutungsvollen Streben, bann muß es gelingen, bie Jugend als schwi mm - kundige, rettungsbereite und - fähige junge Menschen aus der Schule zu entlassen, denn auch hier gilt bas Wort: In unserem Willen liegt ber Sieg!
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
r. Klein-Linben, 10. Dez. Der Turnver- ein Klein-Linden 1889 hielt am Samstagabend in seinem Heim seine diesjährige Generalversammlung ab. Vereinsleiter Karl Weiß erstattete den Jahresbericht, aus dem u.a. zu ersehen war, daß im verflossenen Geschäftsjahr eine Aufwärtsentwicklung festzustellen war. Dasselbe Bild zeigten die Berichte des Dberturnmarts, Ernst Pfaff und des Frauenturnwarts Karl K l i n k e l. In den letzten Monaten wurde auch das Schülerturnen wieder ausgenommen. Vereinsdietwart Karl E y r i n g sprach über die Frage „Wie hat sich die Machtübernahme Adolf Hitlers auf die Turnbewe- gung ausgewirkt?" Dem Bericht Des Vereinsrechners Karl Klein sind folgende Zahlen entnommen: Die Einnahmen betrugen 2601,41 Mark, die Ausgaben 2619,46 Mark, so daß ein kleiner Fehlbetrag von 18,05 Mark zu verzeichnen ist. An Steuern waren 715,90 Mark (für 14 Monate) aufzubringen, die jährliche Zinsenlast beträgt 598 Mark. In den Ausgaben sind 1200 Mark enthalten, die eine Reparatur, verursacht durch Hausschwamm, kostete. Die Rechnung war von den Turnern Wilhelm Fey, Heinrich Luh unb Ludwig Volk geprüft und für richtig befunden worden, sie wurde genehmigt. Mit der Führung der Turnerinnen wurde die Turnerin Tilli Hahn beauftragt. Der Turnverein erklärte seinen Beitritt zum Reichsbund Volkstum unb Heimat. Das mit ber Betreuung bes Amtes eines Sportwartes ber Gemeinbe beauftragte Vorstands- mitglieb Karl Klinkel erstattete Bericht über die Arbeiten zu ber Weltolympiabe im Jahre 1936. Dietmar! Karl Eyring forberte die Turner auf, sich um das SA.-Sportabzeichen zu bewerben. Nachdem noch der Werdewart für die in den kommenden Wochen beginnende Volksbildungsarbeit in der Gemeinde eingeladen hatte, schloß der Vereinsleiter nach bem Gesang eines Turnerliedes bie Generalversammlung.
OO Klein-Linben, 12. Dez. Bei ber Sie h. zäh 1 ung in unserer Gemeinde wurde folgender Bestand festgestellt: 19 Pferde, 310 Stück Rindvieh, 282 Schweine, 199 Ziegen, 89 Angora-Wollkanin- chen, sonstige Kaninchen 149. 3061 Stück Federvieh, 29 Bienenvölker. In den Monaten September, Ok- tober unb November wurden 99 Hausschlachtungen vorgenommen.
Y Garbenteich, 12. Dez. Der Gesang- verein „Viktoria" hielt seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab, die sehr gut besucht war. Nach den Begrüßungsworten durch den 93er- einsführer, der hierbei auch der im abgelaufenen Jahre verstorbenen drei Ehrenmitglieder gedachte, gab der Schriftwart einen ausführlichen Jahresbericht zur Kenntnis. Die von zwei Rechnungsprü- fern vorgenommene Revision der Kasse ergab, daß die Kasse in bester Ordnung ist unb mustergültig verwaltet wird. Der Vereinsführer erteilte dem Kassenwart Schäfer Entlastung unb legte bann sein Amt nieder, da ihn anderweitige Verpflichtungen zu sehr in Anspruch nehmen. Auf seinen persönlichen Vorschlag wurde der seitherige Schrift- roart Ludwig Stein durch die Versammlung zu seinem Nachfolger bestimmt. Er bestätigte den weiteren Vorstand vorläufig in feiner seitherigen Zusammensetzung. In feinsinniger Weise ehrte er bann ben seitherigen Vereinsführer Paul Happel für besondere Verdienste um den Verein, unb ben Vereinsdiener Wilhelm Löber anläßlich seiner stets vorbildlichen zehnjährigen Tätigkeit als Vereinsdiener. Der Tag des Stiftungsfestes wurde auf den 16. Februar 1935 festgesetzt. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, auf unser deutsches Vaterland unb bas deutsche Lied wurde ber offizielle Teil ber Versammlung geschlossen.
wg. Großen-Buseck, 13. Dez. Die Viehzählung ergab hier folgende Bestände: 109 Pferde, 1009 Stück Rindvieh, 427 Schafe, 1076 Schweine, 235 Ziegen, 69 Kaninchen, 4447 Stück Federvieh und 88 Bienenstöcke. In der Zeit vom 1. September bis 30. November wurden 216 nicht beschaupflichtige Hausschlachtungen vorgenommen. An Kälbern wurden im September 30 Stück, im Oktober 19 Stück und im November 32 Stück geboren.
■ Collar, 12. Dez. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, veranstaltete im Saale des Gasthauses „Zum Schwanen" eine stark besuchte Kundgebung, bei der Pg. SMo ft ermann sprach. Die ©lieoerungen der Partei, SA., SA.-Reserve, NS.-Frauenschaft, Hitlerjugend und BdM. nahmen geschlossen daran teil. In eindrucksvollen, oft humorgewürzten Worten gab der Redner ein klares Bild der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Lage. Zunächst wandte er sich gegen die in letzter Zeit umlaufenden Gerüchte, an denen kein wahres Wort ist und die zu dunklen Zwecken verbreitet werden. Weiter zeigte er, wie sich Deutschland immer mehr
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die Kundgebung sind Anfänge zur Verbreitung des DDA^Gedankens auf dem Lande. Dr. Dr. Mül - l e r erzählte dann in sehr anschaulicher Weise von den Kämpfen und Opfern, die unsere auslandsdeutschen Brüder für die Erhaltung ihres Volkstums auf sich nehmen und zeigte, wie die Erhaltung und der Ausbau der deutschen Schule im Ausland das wichtigste Mittel für die Erhaltung des Deutschtums ist. Er sprach dann von der großen wirtschaftlichen Bedeutung des Auslanddeutschtums für das Reich, und bewies sie an zahlreichen Beispielen. Das geeinte Deutschland von heute gebe dem Kampf der Ausländsdeutschen ein starkes Rückgrat, und in gemeinsamem Krafteinsatz werde einst unser Hundertmillionenvolk sich die Achtung und den Platz in der Welt eringen, die ihm zustehen. Lehrer Schnierle dankte dem Redner. Ortsgruppenleiter Klein ermahnte die Versammelten, sich die hohe Opferfreudigkeit der Ausländsdeutschen zum Vorbild für alle unsere Aufbauarbeit zu nehmen und nach Kräften auch an der Arbeit des VDA. teilzunehmen, denn sie gehe um das große Deutschland, dessen Grenze nur das Blut ziehe. Dieses Großdeutschland bat der Führer erschaut, dahin folgen wir ihm. Mit dreifachem Heil auf den Führer, seinen Kampf und feinen Sieg und mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes schloß die Kundgebung.
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Holzfällen kn unserem Walde. Ein schwerer und scharfkantiger Haken, wie er zum Niederziehen der Bäume angebracht wird, fiel so unglücklich auf den Kopf des Holzhauers Rudolf Euler von hier, daß er sich mit einer tiefen Stirnwunde in ärztliche Behandlung begeben mußte. Im anderen Falle flog die von Landwirt Karl Herzberger beim Behauen von dickem Holz geführte scharfe Axt derart seitwärts, daß sich der Mann den vorderen Fuß trotz derber Schuhe abgehauen hätte, wenn nicht ein Ast die Wucht der Axt im letzten Augenblick vermindert hätte. Eine Hauptader war aber trotzdem getroffen. Nach Anlegung eines Notverbandes durch die Arbeitskameraden mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. — Die feit ungefähr 3 Wochen tätige Holzhauerkolonne, die aus etwa 28 Mann besieht, wird die vorgesehene Holzmenge voraussichtlich bis gegen Ende d. M. gefällt haben. Erfreulicherweise hatte unsere Gemeinde seither kaum einen Arbeitslosen.
hi. Bellmuth, 12. Dez. Unsere kleine Dorf» kapelle, in der sonst alle 14 Tage regelmäßig Betstunde abgehalten wurde, ist schon seit drei Jahren wegen Baufälligkeit polizeklich gesperrt. Da unser Dörfchen auch über keine Schule verfügt — die Kinder müssen nach Babenhausen I — so mangelt es an einem geeigneten Raum zur Abhaltung von Versammlungen. Man trägt sich nun mit dem Gedanken, für diesen Zweck einen entsprechenden Saal zu errichten: dieser Bau soll auf dem Wege der Selbsthilfe erstehen. Die Bauern sollen das An- und Abfahren der Baumaterialien, die Maurer und Handwerker die übrigen Arbeiten ohne Entgelt ausführen.
rl. Hirzenhain, 12. Dez. Im Gasthof Jungmann fand dieser Tage eine Versammlung sämtlicher Vereinsführer und deren Beiräte, sowie der Kameraden des Bezirksvorstandes des ehemaligen „Hasst a" - B e z i r k s Ortenberg statt, der nun ein Teil desKyffhäuser-Bezirksverbandes Büdingen ist. Es waren außerdem erschienen der Führer des Kreisverbandes 147 der SAR. II., Oberst a. D. Koettschau (Bad-Nauheim), sein Adjutant Major a. D. Kindl und der Führer des Sturmbanns I der SAR. II, Major a. D. Wippert (Büdingen). Nachdem Bezirksvorfteher Rittmeister a. D. Stein (Hirzenhain) die Versammlung begrüßt und die vollzählige Vertretung der Vereine festgestellt hatte, sprach Kamerad Oberst a. D. Koettschau, den ehemaligen 116ern unter den Kameraden kein Unbekannter, über den Kyffhäufer-Verband und die von diesem auf des Führers Anordnung aufgestellte SAR. II und ihre Aufgaben. Seine anregenden und zukunftsfrohen Ausführungen haben alle Kameraden von neuem begeistert, ihre ganze, im Weltkrieg oft erprobte Kraft in der neuen Kameradschaftsform für unser Vaterland und seinen großen Führer einzusetzen. Nach Erledigung zahlreicher Verbandsangelegenheiten, Beitragsabrechnungen, Auszahlungen von Rückvergütungen und Anfragen schloß Kamerad Stein die Versammlung mit einem Treuegelöbnis für den Führer.
Ein Sägewerk in Flammen
LPD. M a inz, 12. Dez. Dienstag gegen 22.30 Uhr brach in der Schreinerwerkstatt des Säge-
Rundfunkprogramm.
Freitag, 14. Dezember:
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setzt, die Gliederungen der PO., der SA. und der SAR., das Arbeitslager, die HI. und die Vereine, angetreten. Zu Beginn der Kundgebung marschierte die VDA.-Schulgruppe mit dem Gesänge ihres Wimpelliedes zur festlich geschmückten Bühne. Der Leiter der Ortsgruppe des VDA., Lehrer Schnierle, wies nach den Begrüßungsworten auf die schon feit fünf Jahrzehnten geleistete, von der Regierung früher nur geduldete völkische Arbeit des VDA. hin, der seine Unterstützung seither nur in den sog. gebildeten Kreisen des deutschen Volkes und auf den höheren Schulen fand. Im neuen Reiche, dessen Fundament das Volkstum ist, muß solche Arbeit vom ganzen Volke getragen werden. Die Gründung der hiesigen Ortsgruppe, wie auch
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wirtschaftlich vom Auslande unabhängig macht. Seine Ausführungen, besonders die die Landwirtschaft betreffenden Fragen, ebenso wie die über die Arbeitsfront, erweckten ganz besonderes Interesse und Beifall und dürften wohl jeden Zuhörer von ber Richtigkeit der Maßnahmen des Führers überzeugt haben. Nachdem Bürgermeister Wagner dem Redner gedankt und auf den Tag der Nationalen Solidarität hingewiesen hatte, wurde die Kundgebung in der üblichen Weife geschlossen.
§ Main zlar, 12. Dez. Bei der Haus- und Straßensammlung am Tag ber Solidarität tarn in den drei Ortschaften unseres Ortsgruppen- aebietes (Staufenberg, Daubrinqen und Mainzlar) der Betrag von rund 215.— RM. zusammen. Da- non entfällt allein auf unseren Ort Mainzlar die stattliche Summe von rund 96.— RM.
* Ettingshausen, 13. Dez. In dem gestrigen Bericht über das Ergebnis der Sammlung am Tage der Nationalen Solidarität ist ein bedauerlicher Setzfehler enthalten. Das Ergebnis muß richtig 315,25 Mark heißen, nicht 31,25 Mark.
Kreis Alsfeld.
<£ Nieder-Ohmen, 10. Dez. Der Verkauf an Plaketten am 2. Dezember brachte hier den Betrag von 32 Mark ein. — Am Tage der N a - tionalen Solidarität wurde in unserem Dorfe der Betrag von 214 Mark gesammelt.
Kreis Schollen.
ch Sellnrod, 12. Dez. Die Sammlung am Tage der N a t i o n a le n Solidarität hatte in unserer Ortsgruppe ein sehr gutes Ergebnis. Es gingen ein: in Sellnrod: 48,91 RM.; in Groß- Eichen: 51,90 RM.; in Solms-Ilsdorf: 3,65 RM.; insgesamt also: 104,46 RM. Das ist mehr als das dreifache früherer Sammlungen. — Dieser Tage wurden auch die Fruchtspenden des Reichsnährstandes eingesammelt und den Müllern der Ortsgruppe zum Vermahlen übergeben. Es gingen insgesamt 70,12 Zentner Roggen ein (Sellnrod: 42,05 Zentner; Groß-Eichen: 41,82 Zentner; Solms- Ilsdorf: 4,25 Zentner.) — In unserer Ortsgruppe wurden 25 Weihnachtspakete für bedürftige Volksgenossen im Kreise Gelnhausen gepackt.
)—( Ruppertsburg, 10. Dez. Ein schönes Ergebnis hatte die Sammlung am Tage der Nationalen Solidarität in unserem Dorfe. Es gingen 78,55 Mark ein. Für die Weihnachtsspende wurden 34 recht wertvolle Pakete abgeliefert. Wie wir erfahren, sollen in dem Nachbarorte Gonterskirchen 28,00 Mark und 4 Pakete eingegangen sein, demnach in der ganzen Ortsgruppe 106,55 Mark und 38 Pakete. — Der Schulungsleiter unserer Ortsgruppe Lehrer (Surfen hielt gestern Abend einen gut besuchten Schulungsabend ab. Der Redner sprach über die Saarfrage. Der Gesang des Saarliedes folgte. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Lind schloß mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer.
rl. Gedern, 12. Dez. Die Ortsgruppe Gedern des VDA. veranstaltete dieser Tage ihre erste größere Kundgebung und hatte dazu den hervorragenden Kenner der auslandsdeutschen Wirtschaft Dr. Dr. Müller (Krefeld) als Redner gewonnen. Die große Turnhalle war voll de-
10: Nachrichten 10.15 bis 10.50: Schulfunk, Sozialdienft. 12: Mittagskonzert I. Es spiel, \\ NS.-Frankenorchester. 13: Saardienst, Nachr^ 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk, iz ■' Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: fc fchaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die 16: Nachmittagskonzert. Kunstbericht der Woche'. Jugendfunk. 18.15: Wandlungen des beutii' Volkseinkommens und Volksoermögens. Ein gespräch. 18.30: Weiße Flecken auf der Erdkarte Gespräch. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45:{ litisches Schrifttum in der Gegenwart. Zch, spräch. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der 9U;- Das Lied von der Glocke. Schillers Worte - : Hörwerk. 21.10: Weihnachtslieder aus alter n j neuer Zeit. 21.40: Volksmusik. 22: Nachricht,
Samstag, 15. Dezember:
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: fc-, spruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30: Qgimr' 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: NE:.-' 11.45: Musikalischer Gabentisch. 12: Miltpüp zert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.1frA.:. richten aus dem Sendebezirk. 13.15: „ME Blau-Weiß" Ein zünftiges Schallgeplattel. IV. Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. 1 , Nachrichten. 15.15: Jugendstunde. 16: Der srok i! Samstag-Nachmittag. „Falsch verbunden". V Stimme der Grenze. 18.20: Steigreifsendunq. 185 Wir schalten ein: Das Mikrophon unterwegs. 1': „Nur ein Walzer muß es sein". 19.30: VolkE! der Saar. 20: Nachrichten. 20.05: Saar-Umsk 20.15: „Kinder, wir wollen gemütlid) sein". 6. lustiger Abend. 22: Nachrichten.
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Donnersiag/7 "ezeii.^N <
Wie sich Vas Kind die Welt erobert.
Gedanken vor einem Epielzeugladen.
Von Or. Jürgen Schäfer.
I Wer in diesen Wochen, vom zauberhaften Glanz b. Auslage verlockt, vor das Schaufenster eines Sp i e l z e u g l a d e n s tritt, wird mit Bewunde- r lig der Künstler- und Handwerkerhände gedenken, t all die hier aufgestellten kleinen Kunstwerke c/chaffen haben. Wieviel Anschauung und Nach- cnnung, wieviel Geduld und Mühe bedurfte es, j jr.en Reigen der Puppen in zierlichen Trachten, jise wackere Truppe in schmucken Uniformen, jene 2irgen und Häuser, jene Wagen, Bahnen und Coiffe zu verfertigen, die hier eine Welt für sich bestellen gleich jenem märchenhaften Liliput, nach tim Gulliver einst verschlagen wurde. Mit |enen Augen sehen wir Erwachsenen diesen schönen Tmd, der nicht still und starr in reich geschmückten , «Wachteln aufgestellt ist, sondern der sich bewegt iro von kleinen Automaten getrieben, täuschend liier Tun und Treiben nachahmt. Da fahren die ^thnen blitzschnell auf ihren Schienenwegen, an ^erleuchteten Bahnhöfen vorbei; Schranken schliefe i sich, Signale blitzen auf und Klingelzeichen er- imn. Dort dreht sich behäbig ein Bagger, eine Timpfmaschine zischt und die seltsamsten ^urenspiele werden durch ihre Kraft bewegt.
ISippen sind bei diesen zierlichen Maschinen als Mrgäste und Handlanger tätig, von allen Seiten nigen sie sich über die geheimnisvolle Guckkasten- trit. Wie wunderbar ist es, daß der Mensch, der ,!|o Großes ersann, was das Angesicht der Welt vWandelt hat, der seinen Ehrgeiz und seine Kraft | tman setzte, Werke zu schaffen, die den hartnäckigen Sfcmpf um seine Herrschaft über diese Welt zum eiligen Siege führen sollten, sich niederbückte und ; arl) diese kleinen Spielwerke schuf, ein Abbild 1 fei.es großen Tuns, nur um auf dem Antlitz eines Kides ein Lächeln hervorzuzaubern und seinen 13'.oelruf zu vernehmen!
über was bedeutet denn unsere ganze Kunst, gwmiber dem Wunder, das diese kleinen Menschen aii bem Spielzeug vollbringen. Bewegung konnten t^i die Spielzeugschöpfer verleihen, und sie konnten er-.auch so geschickt bemalen, das es der „Wirklich- k<" täuschend gleicht. Aber wenig ist das im Ver- giad) zu der ungeheuren Verzauberung, die pri Kind mit jener künstlichen Kleinwelt gelingt, tr m es ihr Leben einhaucht. Der Blick schon, der di Spielzeug trifft, die Hand, die nach ihm greift, di?Worte, mit denen es freudig als Kamerad emp- fa;gen wird, sie verwandeln das Kunstwerk, das di« Großen so mühsam erdachten, um es menschen- Wich und den Menschendingen gleich zu machen, inDebewesen und Wirklichkeiten, die jene der Er- mHsenenwelt noch übertreffen, über sie hinaus- rmchsen und sie in den Schatten stellen. Aus den Plnpen werden Kinder und aus den Bleisoldaten mi Hellem Lied und flatternden Fahnen daher- psenbe Truppen; Tiere traben hierbei und Flug- erheben sich in schwindelnde Höhen, die noch ei' Stratosphärenflieger je erreichte — bis in den jinmel! Die Bilder- und Märchenbücher »ifi’n sich und Schutzbedürftige und Helfer steigen Ma; ihnen heraus; mit pochendem Herzen nimmt Das Kind an ihren Schicksalen teil, liebt und tadelt ßirund versucht ihre Wege zum Guten zu lenken. 91 das Spielzeug, das dieses Schaufenster birgt, ' epO in den Händen eines Kindes noch viel wunder- 6a ?r als es je ein Künstler ersann, es wird in ßtjut gehalten, und Fürsorge und Liebe gelten ihr im Wachen und Traum.
'm Demut müssen wir bekennen, daß in jedem
ZIS Mims M W.
Vornan von Hainer Leihen
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IIDorNetzung Rachdruck verboten!
Llle erhoben sich, und der Detektiv fragte mit firn Verbeugung gegen Eva Borgloh:
.Würden Sie mich für einen Augenblick entschul- bn, gnädige Frau? Ich würde auch gern mit h*r Direktor des Tropen-Instituts ein paar Worte iridjen. Ich stehe in Briefwechsel mit ihm und lochte ihm eine wissenschaftliche Mitteilung lochen."
(iva nickte:
,?Zehen Sie nur, Mister Wirton. Wir nehmen !tte er ihm sagen, es sei alles in Ordnung. Dann cip'te er kurz an die Tür und öffnete diese darauf prl schnell.
trinnen fuhren die drei Menschen auseinander, 10! öfie so unerwartet ihren Gast hereinkommen : IM
MNh, Verzeihung!" sagte Mac Lean harmlos. LlDre ich? Habe das Telephongespräch doch aufge- Es ist keine Verbindung zu bekommen." ,<$te stören durchaus nicht", sagte Eva liebens- 1 üiriitg. Aber etwas wie Schreck ftanb in ihren !U:a-n.
F war gegen brei Uhr, als sich Mac Lean von M ' Familie Borgloh-Parkins verabschiedete. Es war DpPi-rich nicht mehr möglich gewesen, den Detektiv 4i Lin zu sprechen. Keinerlei Anzeichen sagten ihm.
Kind ein Künstler steckt, den wir mit unserer Kunst nicht erreichen können. Ja, gerade was dem Erwachsenen vielleicht besonders gelungen und lebensähnlich dünkt, wird von dem Kinde verworfen, und anderes, was mangelhaft zu fein scheint, wird liebevoll aus seiner Unschcinbarkeit erhoben, mit der Phantasie schöner bekleidet, als je ein Puppenkünstler es getan, und mit Eigenschaften ausgestattet, vor denen die armselige Pose, die dem Spielzeug zugelegt ward, verblaßt. Das Dürftige scheint zuweilen sogar das Gelungene zu übertreffen und aus dem vollen Herzen des Kindes mehr Zuneigung hervorzulocken; die kleine häßliche Puppe erhält so den Vorrang vor der eleganten Puppendame, und ein zerbrochener Zinnsoldat, ein bescheidenes Wägelchen und ein dummgesichtiger Bär werden reicher mit Liebe beschenkt, als es den wirklichkeitsgetreuen Spielzeugen geschieht. Es ist, als brauche die kindliche Phantasie einen Spielraum, um sich völlig zu entfalten, als fordere sie nicht bas enb= gültig Abgeschlossene unb Abgerunbete, sonbern jenes Spielzeug, bas erst noch vollenbet werben muß, bem bas Kind selbst erst jenen Zauber verleiht, der ihm bann für Jahre innewohnt. Der Kinb- Künstler will selber schaffen unb braucht nur ben Stoff unb nur bie Umrisse um jenes lebenbige Spielzeug erstehen zu lassen, nach bem es Verlangen trägt. Damit werben bie Spielzeugkunstwerke nicht abfällig beurteilt, sonbern bamit soll nur der Weg zum Verständnis jener seltsamen Vorliebe für unscheinbares Spielzeug aufgedeckt werden, der uns tief in die Seele des Kindes führt. Will es selbst gestalten, will es über seine Schöpfung herrschen, erobert es sich mit seinen Spielzeugen ein Reich, in dem es selber König ist? Vergilt es dort, ohne sich dessen bewußt zu sein, was sich an ihm selbst an Fürsorge und Liebe von feiten der Erwachsenen erweist, und trägt es dorthin jenen unermeßlichen Schatz an Empfindungen, den auch die nächste Umgebung des Kindes kaum entdeckt?
Eine seltsame Uebereinftimmung besteht in diesem innersten Verhältnis des Kindes zu seinem Spielzeug durch die ganze Menschengeschichte hindurch. An gleiche Grundformen des Spielzeuges heftet sich immer wieder die Liebe unb Freunbschaft ber Kleinen, unb wenn aus unbeholfen geschnitzten Figürchen unb unscheinbar nachgeahmten Geräten ber Großen sich auch im Wanbel ber Zeiten Puppen mit menschenähnlicher Gestalt unb elektrischen Apparaten entwickelten, so verrät boch bie Art, wie bas Kinb mit biefen Dingen spielt, baß eine ewige Beziehung es mit der von ihm erst belebten Scheinwelt verbindet. Das Kind lernt im Spiel und spielt im Lernen unb wächst unmerklich in bie wirkliche Welt ber Erwachsenen hinein, aus ber es sich bann mit anberem Bewußtsein roieber zu ben Spielzeugen hinabneigt, als Gleichnissen seines Lebens unb Erinnerungen an seine Kinbertage. Solange es aber ein Kinb ist, weiß es nichts von Lehre unb Gleichnis, sonbern nur von einem sich nie erschöpfenben Tatentraum unb aHumfangepber Liebe. ~ '
Mit biefen beiben Gewalten erobert sich bas Kinb bie Welt, unb bie Spielzeuge sind dabei seine Kameraden, seine Waffen und seine Fahnen. In ihren Anblick versunken baut sich vor bem Kind die Welt auf, in ihrer greifbaren Nähe ist seine Einsamkeit aufgehoben, ist ihm Gewähr gegeben, daß es Wesen gibt, die ihm Glauben schenken. Das Kind erkennt sich selbst im Spiegel seines Spielzeugs unb errät
baß Mac Lean irgenb etwas in Erfahrung gebracht, was für bie Aufklärung wichtig war. Er mußte sich gebulben, bis er am Nachmittag von einem sicheren Orte aus Mac Lean anrufen konnte. Eva war nach dem Besuche Wirtons, wie sie ihn nannte, in strahlender Stimmung geblieben.
„Dein Freund, Friedrich, ist wirklich ein reizender Mensch. Schade, daß er mit der Zeit so knapp war. Bitte ihn boch, sehr halb unb bann auf länger zu uns zu kommen. Er kann ja einmal bei uns wohnen."
Friebrich fühlte einen unheimlichen Schauer. Wenn Eva ahnte, was es mit biefem Doktor Wirton in Wahrheit für eine Bewandtnis hatte! Jetzt, ba er feine Frau so sah, heiter, lebhaft, mit biefem fröhlichen, kindlichen Lächeln auf den Lippen, konnte er es wieder nicht fassen, daß dies alles nur Maske sein sollte. Daß hinter diesen kindlichen Zügen, hinter diesen reinen blauen Augen Lüge unb Schlechtigkeit wohnen sollten. Nein, nein — Mac Lean mußte sich irren. Das Zusammentreffen zwischen Eva unb bem unbekannten Manne war ja nicht fortzuleugnen Aber wer sagte Mac Lean mit Sicherheit, baß biefer junge Mann mit ben Verbrechern ibentisch war? Mac Lean hatte ja selbst erwähnt, baß ber Unbekannte, ber ihm ben Lasso um ben Hals geworfen, eine Maske vor bem Gesicht getraaen hatte Er brauchte affn keineswegs mit bem Begleiter Evas übereinzustimmen. Unb selbst angenommen, bas wäre ber Fall, bann mußte Eva ja noch immer nicht wissen, baß ber junge Mann ein Verbrecher war. Sie konnte ihn irgenb- wo kennengelernt haben; er mochte sich ihr unter ber Maske eines jungen Mannes aus ber Gesell- ffhatt genähert haben. Derartige Dinae kamen ja heutzutage überall vor. Sie hatte, leichtsinnig unb unerfahren, ihm vielleicht eine Zusammenkunft gewährt. Gerabe biese auffälligen Vorbereitungen, bas Zigarettensignal vor dem Hause, Evas Verhalten vor dem Lederwarengeschäft, waren nichts als Beweise, wie unsicher sie sich noch fühlte. Andere leichtsinnige Frauen mit mehr Erfahrung in heimlichen Dingen würden gar nicht solcher Dinge bedürfen. Daß zwischen Eva und bem jungen Manne nichts weiter war, bewies boch eigentlich, daß sich die beiden in einem öffentlichen Teerestau- rant getroffen. Dort konnte man sie beide doch durchaus beobachten.
Nach Beziehungen, die schon weitergediehen waren, sah das doch nicht aus. Sonst hätte Eva die Abwesenheit des Ehemannes sicher benutzt, um an anderer Stelle mit ihrem Verehrer zusammenzutreffen. Nein, nein — bas alles waren Folgerungen, bie unwiberleglich waren, unb benen sich auch Mac Lean nicht mürbe verschließen können. Warum war er auch burch biese Entbeckung bei .bem Juwelier so kopflos geworben, baß er allen Verbächtigungsn kritiklos geglaubt?
Mac Lean war fein Vorwurf baraus zu machen. Gs gehörte wohl zum Beruf bes Detektivs, in allen Dingen unb Menschen immer das Schlechteste unb Schwärzeste zu sehen. Ihm aber war bas auf einmal roieber ganz unmöglich. Wenn Eva, wie jetzt, zärtlich, verträglich unb liebevoll war, vergaß er alles. Dann sah er nur ihren Liebreiz unb gelobte sich, alles zu tun, um sein Zusammenleben mit ihr harmonisch zu gestalten.
So erroiberte er benn auf Evas Frage, ob er heute abenb mit ihr ins Varietö unb hinterher zum Tanz in „Carlton" gehen wolle, ganz gegen feine Gewohnheit zuftimmenb:
„Ja, wir können gehen. Aber erst möchte ich einen kleinen Spaziergang machen unb bann noch arbeiten. Würdest du mich vielleicht begleiten wollen, Eva?"
„Ach, wenn wir abends ausgehen, will ich mich lieber jetzt eine Stunde ausruhen, Friedrich."
Ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit küßte Eva ihren Mann und ging, ihm zunickend, in ihr Zimmer.
Borgloh ließ sich vom Diener ben Hut bringen unb schlenberte scheinbar ganz gemächlich aus bem Hause. Kaurn aber war er außer Sichtweite, ba beschleunigte er seinen Schritt unb roanbte sich der inneren Stadt zu. In einem Restaurant, dessen Telephonzellen, wie er wußte, schallsicher waren, ließ er sich bann mit Mac Lean verbinben. Er wollte ihm ungesäumt sagen, wie er nun nach ruhigerer Ucberlegung bie Dinge ansähe. Aber als er bie Verbinbung erhalten hatte, melbete sich nicht Mac Lean, sonbern sein alter Diener.
„Mac Lean ist nicht hier,-Mister Borgloh. Er ist in einer bringenben Angelegenheit unterwegs unb vielleicht ein bis zwei Tage von Lonbon abroefenb. Er läßt Sie bitten, ruhig zu warten unb nichts in ber bewußten Angelegenheit zu unternehmen."
Friebrich Borgloh hängte erleichtert ab. Nun, wenn Mac Lean außerhalb irgendwelche Berufsgeschäfte hatte, so ließ er bie Angelegenheit mit Eva wohl im Augenblick ruhen. Vielleicht sah er selbst ein, baß er auf falscher Fährte war.
Aber Friedrich Borgloh täuschte sich. Mac Lean hatte die Fährte keineswegs aufgegeben. Im Gegenteil: fein Besuch im Hause Borglohs unb sein Zusammentreffen mit ben Parkins waren ihm wertvoller geworben, als Friebrich Borgloh ahnen konnte. Was er hinter ber Tür gehört hatte, gab ben ersten Lichtblick in bem bunklen Gewebe um Eva Borgloh.
Eine Stunbe bereits nach feiner Verabfchiebung von Borglohs unb Parkins machte Mac Lean bem Hauptstostamt einen Besuch. Er ließ sich bei bem Hauptpostbirektor von Lonbon melben.
Der saß an feinem Schreibtisch unb sah ihm freunblich entgegen:
„Nun, lieber Mac Lean, wie geht's^ Wieber einmal auf ber Jagb? Denn sonst habe ich boch kaum bas Vergnügen, Sie zu sehen. Im Klub ftnb Sie bie letzte Zeit auch nicht mehr gewesen."
„Ja, allerbings, Direktor — ich komme geschäftlich."
Mac Lean nahm ben ihm angebotenen Platz unb bebiente sich aus bem Zigarettenetui, bas ber Direktor ihm reichte.
im Beleben, Lenken unb Behüten, ber toten Dinge sein eigenes Wollen unb Tun. Unb wenn ein Kinb sich im Spiel mit anberen verbinbet, so wirb bas Spielzeug zum Mittler zum Sinnen unb Wollen anberer, benen es gerecht werben muß, mit benen es sich vereinigen muß, wenn bas Spielzeug nicht barüber zerbrechen soll. Ein Wahrzeichen kleinster Gemeinschaft kann so bas Spielzeug werben, in bes einen Besitz, unb bem anberen im gemeinsamen Spielen überlassen, um aus vielen Traumwelten
eine einzige zu schaffen, bie wirklicher unb bar um boch nicht begrenzter, bie härter aber boch nicht ohne Liebe ist.
Durch bas Schaufenster eines Spielzeugladens haben wir so einen Blick in die Welt des Kindes getan, die auch unseres Daseins Grund ist unb aus ber immer roieber ein neues Geschlecht emporsteigt und sich mit unscheinbarem Spielzeug die große Welt erobert.
S.jl-tfporf
Oer Reichssportführer Leiter der OB.
Obergruppenführer L i tz m a n n hat ben Reichs- minifter für Ernährung unb Lanbroirtschaft, R. Walther D a r r ö, gebeten, ihn wegen seiner starken Inanspruchnahme innerhalb der SA. von feinem Posten als Leiter der Obersten Behörde für Doll- blutzucht und Rennen, der O. B. für Traberzucht und -rennen sowie der O. B. für bie Prüfungen ber Warm- unb Kaltblutpferbe zu entbinden. Seinem Wunsche wurde entsprochen und der Reichssport- führer von Tschammer und Osten vom Reichsernährungsminister beauftragt, diese drei Behörden aufzulösen und die neu zu bildende Organisation im deutschen Pferdesport im Einvernehmen mit Ober» landstallmeister Dr. S e i; f f e r t aufzubauen und zu leiten. Der Reichsspvrtführer hat diese Berufung angenommen und damit ist Zugleich eine enge Zusammenarbeit mit dem übrigen deutschen Sport gewährleistet.
Auszeichnung für den Gauschwinnn- wari Sauer-Gießen.
Dem hiesigen Gauschwimmwart Sauer, einem in weiten Kreisen bekannten Turner unb Schwimmer, würbe gestern eine befonbere Auszeichnung zuteil. Er, ber nicht mehr ben Jüngsten zuzuzählen ist, hat vor kurzem bie Bebingungen für bas Reichssportabzeichen erfüllt unb nunmehr bas golbene Abzeichen zugesanbt erhalten. Er ist bereits im Besitze bes bronzenen unb bes silbernen Reichssportabzeichens. Außerbem ist ihm bereits vor geraumer Zeit bas golbene Abzeichen für ben Lehrschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zuteil geworden.
HeichsschwimmSehrer Braecktein in Gießen.
Schwimmlehrgang in Gießen vom 9. bis 11. Dez.
Die Eröffnung bes Lehrganges erfolgte mit herzlichen Worten ber Begrüßung durch Gauschwimmwart Sauer und" Kreisführer D a u p e r t. Schwimmlehrer B r a e ck l e i n erläuterte kurz den Zweck des Lehrganges, der darin besteht, die Schwimmfertigkeit zu heben und den Vereinsschwimmwarten das Rüstzeug zu geben, in ihren Vereinen gute Arbeit zu leisten. Ziel ist Erfassen der Masse, aus der bann bie Spitzenkönner herauswachsen. Dann ging es im stäbtischen Schwimmbab an bie praktische Arbeit. Etwa 54 Schwimmer unb Schwimmerinnen waren erschienen. In brei zwei- stünbigen Lehrgängen am Sonntag, Montag unb Dienstag mürben die heute betriebenen Schwimmarten unb ihre Lehrweise, Wasserspringen unb Sportschwimmen praktisch geübt, auf die vorhandenen Fehler hingewiesen, in anschließenden Aussprachen das gesamte Uebungsgebiet ausführlich behandelt und Richtlinien für den Vereinsschwimmbetrieb gegeben. Reichsschwimmlehrer Braecklein verstand es, den Stoff so anschaulich zu bieten, daß ber Zweck bes Lehrganges voll erreicht worben ist.
Montagnachmittag würbe in einer Ucbungsftunbe für Lehrer, bie an ben Gießener Schulen Schwimmunterricht erteilen, als erfolgreichste 2Infangs- schwimmart bas Brustschwimmen in seinem metho- bischen Aufbau erläutert unb geübt. Am Dienstag fanb noch ein praktischer Unterricht in Lebensrettung statt, ber sehr viel Anregung brachte.
In echter volkstümlicher Weise, bei fröhlichen Volksliebern, würbe ber Lehrgang mit einem Händebruck für bie weitere gebeihliche Arbeit für unser Volk unb Vaterlanb von Gauschwimmwart Sauer geschlossen.
Handball im Männerturnverein (NT.)
2Tllo. Jugend — Tv. Wetzlar-Niedergirmes Jugend 6:4 (2:4).
Die Jugend bes Männerturnvereins Gießen entschied ihr erstes Entscheidungsspiel um bie Meisterschaft der Jugendklasse mit 6:4 zu ihren Gunsten. Die Gäste aus Wetzlar-Niedergirmes leisteten energischen Wiiderstand und lagen sogar in ber ersten Halbzeit in Führung. Erst nach der Pause fand sich der Mtv. besser und Angriff auf Angriff rollte vors Gästetor. Mit drei unhaltbaren Schüssen sicherten sich die körperlich schwächeren aber technisch besseren Gießener Jugendspieler einen verdienten Sieg. Das Spiel ftanb auf beachtlicher Stufe.
7Nlv. II. — Tv. Hausen I 6:6.
Nach diesem Spiel sicherte sich die zweite Mannschaft des Männerturnvereins Gießen in einem spannenden Kampf gegen Tv. Hausen I durch ein Unentschieden 6:6 den zur Gruppenmeisterschaft noch fehlenden Punkt. Da die Mtver stark ersatzgeschwächt antreten mußten, zeigten sie sich in diesem Kampf nicht in ihrer gewohnten Form. Zunächst führte ber Mtv. 2:0, bann holten die flinken Gäste auf unb übernahmen selbst die Führung, aber nur für kurze Zeit. Nach der Pause mußte ber gute Tormann ber Mtver verletzt ausscheiden. Die Gäste kamen nun noch zu zwei Erfolgen, aber bis zum Schluß stellten die Männerturner bas Unentschieden 6:6 her. Der Kampf war stets spannenb und fair.
2H(o. I — DsD. Kurhessen Marburg 7:16.
Den Abschluß der Spiele bildete das Treffen VfB. Kurhessen Marburg gegen bie Erste bes Mtv. Beide Mannschaften boten ein ausgezeichnetes Spiel. Die Gäste, die sich bis auf ben Tormann aus Re ich s- wehrlcuten rekrutierten, bie zum Teil schon in der Mannschaft des deutschen Heeresmeisters geftanben hatten, würben auch in ber Gauliga eine fuhrenbe Rolle spielen. Die Mtver zeigten sich in ber ersten Halbzeit in einer selten guten Form unb lieferten dem Gegner ein ebenbürtiges Spiel. Bis zur Pause lag ber Mtv. sogar mit 5:3 in Führung. Der Sturm verstand bie sich bietenden Torgelegenheiten geschickt auszunutzen, die Läuferreihe erledigte ein ungeheures Arbeitspensum unb die Verteidigung stand, vereint mit dem Tormann, wie ein Bollwerk gegen die Angriffe bes Marburger Sturmes.
„Und nun, lieber Mac Lean, womit kann ich Ihnen bienen?".
„Sagen Sie, Mister Surboum, kann man bie Liste aller Telegramme, bie in Lonbon am Fünften bes Monats abgegangen finb, ermitteln? Unb wie?"
„Durch unsere Telegrammliften. Natürlich kann man bas, ist aber eine ziemliche Arbeit. Können Sie mir ungefähr sagen, um was für ein Telegramm es sich hanbelt?"
„Das kann ich. Das Telegramm wirb, vermute ich, in West Central aufgegeben fein, unb zwar ging es nach Lominghtvn."
„Dann ist bie Sache schon einfacher. Einen Augenblick!"
Surboum brückte auf einen Knopf ber Klingeltastatur rechts neben sich auf bem Schreibtisch. Nach wenigen Minuten erschien ein junger Postbeamter.
„Lieber Burton", sagte Surboum, „wollen Sie sich bitte möglichst schnell telephonisch alle Abressen der Telegramme geben lassen, die am Fünften von West Central nach Lominghton gegangen finb. Die Sache eilt sehr."
„Es wirb immerhin einige Stunben bauern, Herr Direktor", erroiberte ber junge Bamte bescheiben, „bis ich bie gesamten Telegrammämter verständigt unb von ihnen ihrerseits bie Liste erhalten habe. Es mürbe sich vielleicht boch empfehlen, biese Liste schnell schriftlich festzulegen, bamit keine Irrtümer entstehen."
„Wie lange glauben Sie, baß wir bazu brauchen werben?"
„In vier Stunben benfe ich Ihnen bas Resultat vorlegen zu können."
Surboum nickte. Der junge Beamte ging mit höflichem Gruß.
„Wollen Sie hier warten, lieber Mac Lean? Ober haben Sie noch etwas vor?"
Mac Lean ftanb auf:
„Danke, Herr Direktor. Ich habe noch einiges zu erlebigen. Ich finbe mich in vier Stunben roieber ein. Wo werde ich bie Liste ausgehänbigt bekommen?"
„Wenn Sie sich bann roieber zu mir bemühen wollen. Ich möchte bie Liste bireft zu mir haben. Es ist ja nicht nötig, baß unsere Nachfrage irgenb- wie auffällt — nicht wahr?"
Mac Lean ging nach herzlicher Verabschiebung. Es war boch gut, baß er seine Freunbe so überall hatte. Das ersparte viel Zeit. Und Zeit war nicht nur Gelb — Zeit war in vielen Fällen bie Rettung. Denn baß ber Fall Eva Borgloh-Parkins allerlei Gefahren für verschiedene Menschen in sich barg, bas war ihm sofort klar geworben. Und er hatte es ja auch am eigenen Leibe gespürt.
„Bin nur neugierig", dachte er bei sich selber, „wann wieder irgend jemand sich die Mühe machen wird, mir nachzustellen? Aber vielleicht komme ich zum Ziel, ohne daß man weiß, daß ich schon mitten im Spiel drin bin."
(Fortsetzung folgt!)
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Braunkohlen konnten sich mit 200 v.H. behaupten. Schiffahrtsaktien bröckelten bis 0,50 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,65 v. H. und Daimler Motoren 0,40 v. H. ab. Die gestern und auch heute noch vorbörslich festen Reichsbankanteile gaben 1 v. H. nach. Etwas freundlicher lagen Scheideanftailt mit plus 0,75 v. H. und Hanfwerke Füssen mit plus 0,25 v. H.
Auch am Rentenmarkt herrschte weitgehendste Geschäftsstille und es bestand vorwiegend Abgabeneigung. Altbesitz allerdings lagen mit 104,25 um 0,13 v. H. freundlicher. Dagegen gaben späte Reichs- schuldbuchforderunaen 0,25 v. H., 6proz. Stahlverein- Bonds 0,25 v. H., Kommunal-Umschuldung und Zins- oergütungsscheine etwa je 0,13 v. H. nach. Im Frei- verkehr zeigte sich etwas Interesse für Gulden-Russen zu 1 bis 1,05 v. H.
Angesichts der weiter herrschenden Geschäftsstille bröckelten die Kurse auch im Verlaufe überwiegend um etwa 0,13 bis 0,25 v. H. ab. ZG.-Farben gingen auf 131,75 zurück, schwach lagen Reichsbank mit 151,50 bis 149,50 bis 150. Etwas fester lagen lediglich Kunstseide Aku mit 54,25 bis 54,75 (54). Von Montan - Werten unterlagen Rheinstahl einigen Schwankungen 86 bis 86,25 bis 86, Deutsche Erdöl waren auf 99,13 (98) erholt.
Am Rentenmarkt blieb das Geschäft in allen Werten ebenfalls minimal. Altbesitz gaben 0,25 v. H., Zinsvergütungsscheine weitere 5 Pf. nach, im übrigen blieben die variablen Anleihen etwa behauptet. Gut gehalten waren Reichsbahn-VA. mit 116 bis 116,13 v. H. Am Pfandbrief markt gingen die Kurse überwiegend um 0,25 bis 0,50 v.H. zurück. Stadt- und Staatsanleihen lagen ruhig und kaum verändert. Am Auslandsrentenmarkt war das Geschäft bei kaum veränderten Kursen gering. Italienische Werte lagen im Zusammenhang mit den verschärften Devisenbestimmungen in Italien durchweg im Angebot. Tagesgeld stellte sich auf unverändert 3,50 v. H.
Abendbörfe: ruhig, behauptet.
Auch im Abendbörsenverkehr bestand die außerordentliche Geschästsstille fort, die Zurückhaltung war noch ausgeprägter als heute mittag. Die Kurs-
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Berlin,12-Oezember Amerikaniiclie Noten..............
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Dänische Noten Englische Roten Französische Noten »ollänbifdje Noten ...
Italienische Noten Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, i 100 Schwing Rumänische Noten...............
Schwedische Noten ......
Schweizer Noten Spanische Noten...,. ......
Ungarische Notar
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Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse zuletzt Berlin
gebiete. Futtergerste G IX 165,50, G XI Irr sn G XII 170,50, Hafer H XIII 163,50, H XIV itzz'A alles Großhandelspreise ab Station, bei Wassel Verladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. 60m* mergerfte für Brauzwecke 200. Weizenmehl W xili und W XVI 27,50 plus 50 Pf. Frachtausolejch Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24 plus 50 Pf Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,50, Weizen, futtermehl 12,75, Weizenkleie W XIII 10,58, W XVI 10,79, Roggenkleie R XIII 9,81, R XV 10,05, qi^ Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie jn den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Noss^ fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag (m. M.) 13 Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m.
14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstotion Treber —, Trockenschnitzel 9,30 bis 9,70, Heu 11 Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder q».' bündelt 4,50 bis 4,70.
Schweinemarkt in Schotten.
— Schotten, 12. Dez. Der heutige Schwein,, markt in unserer Stadt war mit rund 100 Fei. fein beschickt. Bei flottem Handelsgeschäft Derblieb fein Ueberstand. Man bezahlte für bis 6 Woche, alte Ferfel 13 RM., 9 Wochen alte Tiere 16 RH 11 Wochen alte 18 RM. und für Einleger 40 RA
Schweinemarkt in Nidda.
Q] Nidda, 12. Dez. Auf dem heutige? Schweinemarft in unserer Stadt waren 423 Ferfel zum Verlauf aufgetrieben. Bei lebhaftem Handel verblieb nur geringer Ueberstand. Man fo zahlte für Ferfel bis zu sechs Wochen alt 10 bis 14 Mf., 6 bis 8 Wochen alt 16 Mf., für ölten Tiere 20 Mf., für Springer bis 25 Mf.
Frankfurter Schiachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 13. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: lü Rinder (15 Ochsen, 1 Bulle, 1 Kuh, 1 Färse), 1123 Kälber, 254 Schafe, 390 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 52 Mark, Hämmel 30 bis 36, S 18 bis 32, Schweine 45 bis 53 Mark. — Marktverkauf bei allen Viehgattungen ruhig.
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Vierteljahr 6490 Stück Rindvieh, 8704 Schwer 1332 Pferde und 1279 Ziegen. Für SchadenM wurden bezahlt Rindviehversicherung, 269 FäL: 31336,31 RM.; Schweineversicherung, 738 W: 41986,08 RM.; Pferdeversicherung, 104 » 32 249,23 RM.; Ziegenversicherung, 82 Fälle: M RM. Insgesamt wurden 107 531,62 RM. (110 M! RM. im Vohrjahre) bezahlt. Aus der ViehleM^ die den Zweck hat, bedürftigen Landwirten bei btt Beschaffung des in ihrer Wirtschaft nottoenbigtn Viehbestandes Erleichterungen zu gewähren, waren Ende des Geschäftsjahres 1933/34 in Form von Kaufverträgen 9395,85 RM. augeliehen.
Kreis Wehlar.
* Krofdorf, 12. Dez. Unser Dorf ist einer der ältesten nachweisbaren Orte Gegend. Er taucht urkundlick zu verschiedena Malen aus der Zeit des Frankenkaisers Karl (7K bis 814) auf. Es handelt sich um Schenkungsurkunden von reichen Freien über Ländereien, M und Hörige an das Kloster Lorsch. Am 15. Dezember dieses Jahres sind genau eintaufenbein» hundertundsechzia Jahre seit dem Ausstel. lungstag der ersten Urkunde über Ärofborf verflossen, eine geschichtlich überaus lange Zett. Danach übereigneten ein gewisser Friunthard und seine Frau Udela ihre Besitzungen im Gau Cogenehe (Lahngau) zu Gruphdorph (Krofdorf) und (fttisbad (Atzbach) dem Kloster Lorsch.
£ Krofdorf, 12. Dez. In dem Samm!- ergebnis am Tage der nationalen Solid-- r i t ä t marschiert unsere Gemeinde mit an btf Spitze der Landgemeinden im Kreise Wetzlar, ft Sammlung ergab die Summe von 205,45 9t- Das Resultat aus den anderen Gemeinden te früheren Amtes ist folgendes: Vetzberg 4t Launsbach 48,65, Wißmar 75,22, Odenhausen 80,7^ Kinzenbach 49,64, Atzbach 37,87, Dorlar 84,ft Garbenheim 108,54, Dutenhofen 110,02 Mark.
= Fellingshausen, 12. Dez. Die am Tuber Nationalen Solidarität durchgeWr Sammlung hat in unserem Orte den ansehnlich' Betrag von rund 54 Mark ergeben.
Kreis Biedenkopf.
§ Gladenbach, 11. Dez. Im benachbarte! Erdhausen verurteilte die Große Straskaminct Marburg den Einwohner Naumann wegen fort' aesetzter Blutschande und Hausfriedensbruch fünf Jahren und zwei MonatenZuch'' Haus. Die Verhandlung fand unter Ausschluß M Öffentlichkeit statt.
§ Gladenbach, 12. Dez. Die aus Anlaß Tages der Nationalen Solidarität anstaltete Sammlung für die Winterhilfe brochi hier den Betrag von 290,40 RM.
, . dieser l anders
bilbung gegen ben Berliner Schluß war etwas uneinheitlich, meist blieben sie aber etwa behauptet. Farbeninbustrie waren zunächst etwas höher, später bröckelten sie jeboch roieber ab. Weiter nachgebenb waren auch Reichsbankanteile. Von lokalen Werten zogen Scheibeanstalt 0,50 v. H. unb Metallgesellschoft 1 v. H. an.
Der Rentenmarkt ftagnierte nahezu vollkommen, etwas Interesse war für Kommunal-Umschulbung oorhanben, Altbesitz blieben unoeränbert, Reichs- bahn-VA. konnten sich bei einigem Umsatz nur knapp behaupten. Sechsprozentige Goldpsanbbriefe ber Preußischen ßanbespfanbbriefanftalt Berlin kamen nach Gelbstreichung mit 96 0. H. wieder zur Notiz.
U. a. notierten: Altbesitzanleihe 104, 6 v. H. Stahlverein 88,50, 5,50 v. H. Frankfurter Hypothekenbank- Liquidation 94,75, Commerzbank 68,25, OO-Bank 70,75, Dresdner Bank 73,75, Reichsbank 149, Buderus 84,50, Gelsenkirchen 59,75, Harpener 100,50, Klöckner 72,50, Mannesmann 73, Rheinstahl 86,40, Stahlverein 39,50, Betula 136,40, Conti Gummi 133,50, Scheideanstalt 196,25, Licht und Kraft 117,50,
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 12. Dez. Am Getreidegroßmarkt war die Lage unverändert. Jn Brotgetreide ist das Angebot infolge der Druschtätiakeit der Landwirtschaft etwas reichlicher als in ben Vorwochen, es finbet bei ben Mühlen schlank Unterkunft. Dagegen blieben bie Anlieferungen in Futtergetreide ausgesprochen knapp, auch für Futtergerste trotz der kleinen Abgaben der Reichsstelle. Hafer ist nur im Tausch gegen Kleie zu haben. In ölhaltigen Futtermitteln sind feilens der Fabriken noch keine Zuteilungen erfolgt, die Nachfrage blieb stark. Das Mehlgeschäft verlief weiter ruhig.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 203,50, W XIII 207,50, W XVI 211,50, Roggen R IX 163,50, R XIII 167,50, R XV 171,50, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preis-
Dem Fachamt Fußball im Reichsbund für Leibesübungen (Deutscher Fußball-Bund) sind zur Zeit 13 570 Vereine angeschlossen. Allsonntäglich finden im Bundesgebiet rund 24 000 Fußballspiele statt, die zU überwachen und kontrollieren Aufgabe des Deutschen Fußballbundes ist. Der Hauptteil der Verwaltungsarbeit wird zentral geleistet. Einen Einblick in diese Arbeit geben folgende Zahlen: Bei der Bunbesgeschäftsstelle finb täglich über 800 Post- eingänge zu bearbeiten. 14 000 Vereinskonten finb zu führen, bie Zahl ber Buchungen beträgt viele Hunberttaufenb.
So lebt ber Fußballsport nicht «nur in feinen großen Meisterschasts- unb Länberkämpfen. Ent- scheibend für seine volkserzieherische Ausgabe ist bas gewaltige Funbament seiner 13 500 Vereine unb beren stille unermüblich geleistete Arbeit. Diese tritt nach außen hin nicht in die Erscheinung, weil sie sich unmittelbar an die einzelnen kleinen Gruppen der Volksgenossen wendet und so hilft, ben Geist unb bie Haltung der „Mannschaft" ins Volk zu tragen.
Das zu Enbe gehenbe Jahr brachte bem beutschen Fußballsport eine Reihe schöner Erfolge. Besonbers bie beutsche Nationalmannschaft schlug sich wacker. Von acht 1934 ausgetragenen Kämpfen gewann sie
4. mit 36 Ringen (9) Gottfried Benderoch, 5. mit 36 Ringen (9) Hermann Stein, 6. mit 36 Ringen (8) Richard Weller; 7. Ad. Deith, 8. Konr. Keudel, 9. Fritz Spei er, 10. Hch. Keudel, 11. Rud. Jung, 12. Abarn Gießler, 13. Karl Volkert, (mit je 35 R.): 14. Rod. Stein, 15. Aug. Brück, 16 Ludi Jung, (mit je 34 Ringen). Beim Preisschießen erzielte den ersten Preis mit 33 Ringen Frau Heller, den zweiten mit 30 Ringen Frau Volkert, den dritten mit 30 Ringen Frau Pfaff, den vierten mit 30 Ringen Frau Schmidt, den fünften mit 23 Ringen Frau Stein, den sechsten mit 23 Ringen Frau Brück.
Kurze Sportnotizen.
Mit bem Richthofen-Pokal hat ber Präsident bes Deutschen Lustsportverbanbes, Bruno Loerzer, ben jetzt bei ber Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt tätigen Dr. Ruff ausgezeichnet.
Ein Fußballkampf zwischen ben englischen Universitäten Oxford unb Cambribge würbe von Cambridge mit 1:0 gewonnen.
An diesen acht Kämpfen nahmen deutscherseits Spieler teil. Je siebenmal spielten Szepan (Schalke 04) unb Lehner (Schwaben-Augsburg), Zielinski (Union Hamburg) trat sechsmal an, während (Tonen (Saarbrücken), Haringer (Wacker München), Hohmann (VfL. Benrath), Janes (Fortuna-Düsselborf) unb Sisfling (Walbhof-Mannheim) je fünfmal in ber beutschen Elf standen. An der Spitze der Internationalen steht noch immer Richard Hofmann (Dresden) mit 25 Spielen, ihm folgen Leinberger (Führt) mit 24, Knöpfte (Frankfurt) mit 23, Stuhl- faut (Nürnberg) mit 21 und Ludwig Hofmann (München) mit 18 Spielen.
Buderus
Deutsche Erdöl
Geilenkirchener
Harpener.....
flüchtete. Bis jetzt konnte er noch nicht werden.
Viehversicherungsverein für den Kreis Wetzlar.
75 I 76,5 |
106,5 -
135 1 -I
* Landes-Brandversicherungs-An- stalt des Volks st aates Hessen. Das Institut verzeichnete für 1933 einen Dersicherungsbestand von 2,97 (2,94) Mdn., Brandschäden bedingten 0,95 (0,58) Mill. RM., darunter 0,38 (0,048) aus früheren Jahren bei 607 (577) Brandschäden. Es wird ein Ueberschuß von 172 000 RM. ausgewiesen. Dem Reserverfonds wurden 0,59 (0,50) Mill. RM. überwiesen. Die Brandversicherungsbeiträge betrugen 1,72 (2,18) Mill. RM. Für das Jahre 1933 wurde ber Versicherungsbeitrag weiter gesenkt auf 5,5 (7,0) Pf. je 100 RM. Umlagekapital. Für bas Jahr 1934 fall ber Versicherungsbeitrag auf 5 Pf. ermäßigt werben.
Frankfurter Börse.
IHiflagsbörfe schwacher.
Frankfurt a.M., 12. Dez. Die Börse hatte auf allen Marktgebieten außerordentlich geringes Geschäft und infolge der fast völligen Umsatzlosigkeit zumeist weiter etwas schwächere Kurse. Aus ber Wirtschaft fehlten Anregungen, in der Hauptsache vermißte man aber die Beteiligung der Privatkund- schait. Die näherrückende längere Börsenpause durch die Weihnachtsfeiertage macht sich schon jetzt in starker Zurckhaltung bemerkbar, daneben führte sie verschiedentlich zu weiteren Verminderungen noch bestehender Engagements. Das nur in ganz geringem Umfange herauskommende Angebot stieß aber wiederum auf keinerlei Aufnahmeneigung, so daß überwiegend Rückgänge um durchschnittlich 0,50 bis 0,75 v. H. ein- traten. In manchen Spezialpapieren erreichten die Abschwächungen auch stärkeres Ausmaß. So lagen beispielsweise Deutsche Erdöl 2 v.H., Metallgesellschaft 1,25 v. H., Siemens 1,75 0. H., Klöckner 1,50 v- H. unb Rheinstahl 1,25 v. H. niedriger. JG.-Far- ben eröffneten mit 132,25 um 0,50 v.H. schwächer. Am Elektromarkt gingen die Kurse durchschnittlich um 0,75 v.H. zurück, Lahmeyer und Licht & Kraft verloren je 1 v. H., Gesfürel blieben behauptet. Montanaktien notierten durchweg etwas schwächer es verloren Buderus 0,50 v. H., Phönix 0,40 v. H.' Harpener und Mannesmann je 0,75 v.H. Rhein.
m f ■ len W
A.E.1S.......................
Bekula
Elektr. LieferungSgefellfchast ... s Licht und Kraft ............ g
Felten & (Yutlleaume 0
AieUsch.f.Elektt.nnternehmung. 6
Rheinische Elektrizität ........ 6
Schuckert S Co............... 5
Siemens «Halske 7
Lahmeyer L Co 10
rjm 17.
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Mun St0 tylt
Lombarbzinsfuß 5 o. H.
Vevlfenmarki Berlin — Frankfurt
11 IUJOUU IHV
'.Vranhurt a.M.
IVLUIU 1 U.
Berlin
Schluß- kurS
Schluß!. Abend- börse
Schluß- lurS
Schluß!. Mittag, börfe
Datum
11.12.
12.12.
11.12.
1212.
Mansselder Bergbau ..
....... O
80
79,5
80,5
80
Kokswerke ...........
.......0
94
93,75
Phönix Bergbau......
.......0
47,5
47,13
47,4
47,25
Rheinische Braunkohlen
.....10
200
200
200
203
Rheinstahl ...........
.......0
87,25
86,4
87,4
86
Bereinigte Stahlwerke.
.......0
40
39,5
40
39,9
Otavt Minen ........
.......0
12
12,25
12
12,65
Kaliwerke Aschersleben.
.......6
107
107
105
Kaliwerke Westeregeln .
.......5
107
106,5
107
106,5
Kaliwerke Salzdetfurth
.....7y,
144,25
146,75
Frank,ur. _u,.
Schlußkurs
Gchlußk. Abend- börse
Datum
11.12.
12-12.
Frant'ur, a. Vt.
Bemu
Schluß« kurS
Gchlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Echlußk. Mittag- börse
Datum
11.12.
12-12.
11-12.
12-12.
6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927
96,65
96,75
97
97
6% ehem.7% Dt. Rcichsant. v. 1929 6Vi% Doung.Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit
97.75
97,5
97,75
97,75
Auslos.-Rechten .............
104,13
104
104,3
104
Desgl. ohne Auslos.-Rechte......
6% ehem.8°/o Hess. Bolksstaat 1929
(rüctzahld, 102%) ............
97,5
94,75
94
97,5
94,5
93,5
97,5
94,75
97,4
94,5
6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12..............
6Vi% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt ßiqui.........
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
—
Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Eammelabl. An-
leihe Serie 1 nttt AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank
102,9
102,13
102,9
102,9
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
94,75
94,5
6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank
Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936
94,75
94,5
94,75
6Vi% ehem. 4V,% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Psandbriese.......
94,9
614% ehem. 4*/,% Rheinische Hhp..Bank-Ligu..Goldpsc.....
6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand-
—
95,5
95,5
95,4
95,25
briefanstalt, Pfandbriefe R. 19
96
96
96
96
103,65
•% ehem. 7% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 10
96
Steuergulsch. Verrechnungskurs..
103,65
103,75
103,75
11.Dezember
Amtliche Notierung
Seid | Brie