Dienstag, lZ. November 1954 184. Zahrgang Nr. 266 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ------ =5:i=? Heimat im Bild Die Scholle ■ MW ■ M W fiWHBflwH M W W W ffl Jr BÄH B B für Anzeigen von 22 mm Monatrvezugspreis: ■■II B< UM U< ■ H Er H /H II Bf HAS BT S Breite 7 Rpf, für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 *V B B HL B MM. B M B H JL JÄ B B W Bk H ■ H B anzeigen von 70 mm Brelte sä?- : s K/ wV । JVIt-VH- B HVIHVW LLSS« S?Ä»s Kr V -*ar «,.w infolae höherer Gewalt e A ee ^a < <- ** Stellen-, Vereins., gemein- EM General-Anzeiger für Gberheffen MW richten Anzeiger Giehen behördlicheAnzeigenbRpf. Siü«fh?rt?S"11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniversitütsVuch- und Steindruckerei R.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M°ng°n°bschiü,s°staffelb Volk im Anstieg. General Gmuts fordert Gleichberechtigung Deutschlands. Don Dr. Max Clauß. breiten, mitteilen. Obwohl man^seit einigen Tagen muhte, dah die Regierung sich in einer kritischen Lage befand, hat die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt des Kabinetts gröhtes Aufsehen erregt, zumal der Ministerpräsident noch vor acht Tagen in einer großen Rede betont hatte, die Regierung sei fest entschlossen, in ihrer jetzigen Zusammensetzung das Werk des wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbaues bis zum Ende durchzuführen. Als Nachfolger de Bro- pattes vorbehaltlos zu. Reber den Teil der Rede, die Deutschland betrifft, sagt die „Times": Es entspreche einer Forderung der Vernunft, dah in einem allgemeinen Sicherheitssystem alle Nationen Rechtsgleichheit geniehen. General Smuts scheue vor den Forderungen Deutschlands in zur Zurücknahme seiner Entschließung zu bewegen. Der Ministerpräsident, der am Montagnachmittag auch eine Besprechung mit dem Kammerpräsidenten hatte, will nach der Eröffnung der Kärntischen Lage abgeben und dabei den Beschluß des Kabinetts, dem König den Gesamlrücktritt zu unterheute oder in nächster Zukunft einen Krieg zu erwarten, ist einfach Rnsinn. Mit vielleicht einer einzigen Ausnahme ist keine Nation h^ule zum Kriege bereit. ß o n b o n , 12. Nov. (DNB.) Auf einem Festessen, das am Montagabend vom Institut für internationale Angelegenheiten gegeben wurde, sprach General Gmuts über die gegenwärtige internationale Lage, wie er erklärte, „ganz offen". Er sagte: Wenn ich die heutige Lage in Europa betrachte, so bin ich tief bewegt durch die Tatsache, daß zwei Kräfte die Politik schaffen und bilden: die Furcht und das Minderwertigkeitsgefühl. Die Gerüchte, die über einen Krieg im Umlauf sind, schaffen erst die Kriegsatmosphäre und sind geeigneter, einen Krieg herbeizuführen als jede andere Tatsache. Die Pazifisten sind am meisten dafür verantwortlich, dah das Angstgefühl besteht. quevilles wird der jetzige Außenminister 3a spar genannt. Flandin heute vor dem Parlament Paris, 13. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Das Kabinett Flandin wird sich heute nachmittag dem Parlament mit einer Regierungserklärung vorstellen, in der, wie verlautet, der wirtschaftliche Gedanke in den Vordergrund gerückt, die schleunige Verabschiedung des Haushaltsplanes als dringendste Aufgabe bezeichnet und die Selbständigkeit der französischen Außenpolitik betont werden wird. Ferner dürfte die Regierungserklärung auf die Notwendigkeit einer Staats- r e f o r m Hinweisen. Der Verlesung der Erklärung in beiden Kammern wird sich eine Aussprache über verschiedene Interpellationen anschließen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß die Aussprache zeitweilig einen stürmischen Charakter annehmen wird, doch zweifelt niemand daran, daß die Regierung ein eindeutiges Vertrauensvotum erhält. Boischasterempfana bei Laval. Paris, 13. Nov. (DNB.) Außenminister Laval empfing am Montagnachmittag den sowjetrussischen Geschäftsträger Rosenberg. Er hatte außerdem eine Besprechung mit dem französischen Botschafter in Rom, de Chambrun, dem französischen Ge- sandten in W i e n und dem französischen Gesandten in Belgrad. Der Meinungsaustausch zwischen Laval und dem französischen Botschafter in Rom, d e Chambrun, galt, wie Haoas erklärt, dem gesamten französisch-italieni.schen Fragengebiet. Französische Rote an Polen. Paris, 13. Nov. (DNB.) Bei der Unterredung zwischen Außenminister Laval und dem sowjetrussischen Geschäftsträger Rosenberg ist, wie Havas berichtet, zweifellos auch die Frage des D ft - paktes einer eingehenden Prüfung unterzogen worden. Im Außenministerium sei eine Note in Vorbereitung, die demnächst nach Warschau abgehen werde. Europa nicht zurück. Das Minderwertigkeits- gefühl, an dem Deutschland leide, müsse beseitigt werden, aber nur auf eine Weise: Die vollständige Gleichheit der Rechtsstellung mit seinen Gefährten müsse offen, freudig und vorbehaltlos anerkannt werden. „Times" führt die Worte des Generals an, wonach die Zeit gekommen sei, den wahren Frieden zustande zu bringen, den der Versailler Vertrag zugegebenermaßen nicht gebracht habe, und fügt hinzu: Wenn die Gleichheit nicht durch Vereinbarungen erreicht wird, so wird sie auf einem anderen Wege erreicht werden. „Ehrliches Spiel, sportmännischer Geist, tatsächlich jeder Maßstab des privaten und öffentlichen Lebens fordert eine freudige Revision der Lage." 3n offenbarer Erkenntnis der Tatsachen, daß einige Nachbarn Deutschlands tiefes Mißtrauen dagegen empfinden müssen, die Lage ganz in diesem Geist zu betrachten, habe General Smuts hinzugefügt: „Es handele sich um ein Gebot gewöhnlicher Klugheit". Der letzte Teil des Leitaufsatzes ist Ausführungen des Generals über den Fernen Oft en gewidmet, hier ist der große Nachdruck beachtenswert, den die „Times" auf die Stelle der Rede legt, in der General Smuts sagt, das britische Gemeinwesen stehe den Vereinigten Staaten näher als nen. , ... Wenn man die französischen Aengste begreift und mit ihnen sympathisiert, muß man auch mit Deutschland und seiner untergeordneten Stellung fühlen, in der es noch nach Kriegsschluß geblieben ist. Die Fortdauer seiner Lage unter dem Vertrag von Versailles ist eine Beleidigung für das europäische Gewissen und eine Gefahr für den Frieden. Gerechtigkeit und Sportgeist fordern eine Revision der deutschen Stellung. Brechen wir diese Ketten und machen wir den Gefangenen in einer menschlichen und sittlichen Weise frei. Die Grundsätze des Nationalsozialismus können vielleicht anderen abendlichen Völkern zuwider fein; das ist aber kein Grund, Deutschland nicht die internationale Gleichberechtigung zuzuerkennen. Gin bemerlensw tter Kommen- . tar der „Times". Heute Rücktritt des belgischen Kabinetts Schwierigkeiten bei der Durchführung des DeflationsprogrammS. die Widerstandskraft auf unserer Seite. Wer in den Hauptstädten Westeuropas mit führenden Politikern oder Wirtschaftlern von Zeit zu Zeit gesprochen hat, der erinnert sich, daß ihm mit monotoner Regelmäßigkeit jedesmal der „in wenigen Wochen bevorstehende Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft samt Arbeitsbeschaffung" und allem anderen vorausgesagt wurde. Es ist ein Zeichen unserer selbstbewußten Kraft und ein gewaltiges Verdienst des neuen Staates, daß diese sogenannte Logik der wirtschaftlichen Entwicklung, die in Wirklichkeit eine ganz üble politische Spekulation gegen uns darstellt, ' sich weder in den vergangenen Jahren und Monaten erfüllt hat, noch in Zukunft erfüllen wird. Em Volk kann wirtschaftlich eingeengt und Zur straffsten Selbstdisziplin gezwungen werden, erdrosselt wird es durch kein noch so raffiniertes Clearingverfahren, solange seine führende Männer nut Mut und Umsicht auf dem Posten sind. Die Geschichte des kürzlich zustandegekommenen deutsch-englischen Handelsabkommens liefert einen Beweis wehr dafür, daß aiich die Gegenseite im eigensten Interesse schließlich die Pflöcke zurückstecken muß, wenn unser Widerstand unbeugsam bleibt. , .. Es liegt nahe, die ganze deutsche Gegenwart, dieses unablässige Ringen um die Zukunft auf allen Gebieten, in Vergleich zu setzen mit der gleichzeitigen Entwicklung in anderen Ländern. Vielleicht ist unser nationaler Standort am besten zu finden, wenn wir uns zwischen den Vereinigten Staaten einerseits und dem konservativen Frankreich anderseits Die D'enstbezeichnungen der pg. Dr. Ley und Schmeer. DNB. Berlin, 13. Nov. Wie der „Völkische Beobachter" meldet, gibt die Adjutantur Dr. L e y s von folgenden, an alle Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront gerichteten Rundschreiben Kenntnis: „Entsprechend der Verordnung des Führers vom 11' November und der Verfügung des Stellvertreters des Führers vom 10. November wird die Bezeichnung „Oberste Leitung der PO." in „Reichs- organisationsleitung der NSDA P." umgeändert. Reichsleiter Dr. Ley führt die Bezeichnung „Reichsorganisationsleiter"'. Der Stellvertreter des Reichsorganisationsleiters, Pg. R. Schmeer, führt die Dienstbezeichnung „Reichsinspekteur Wenden wir die Aufmerksamkeit den sachlichen Voraussetzungen des weiteren Ausstieges zu, so werden wir ebenfalls finden, daß die Lage m nie (er Hinsicht schwer, aber nirgends aussichtslos oder gar verzweifelt ist. Mit etwa sechs Millionen Arbeitslosen aina-n wir in den Winter ^3^34 heute bilden 2 268 000 eine wesentlich geringere Belastung, obwohl die Außenhandelsmöglichkeiten zuruckgegan- gen finb. Niemand benkt baran, rote dies trüber im Uebermaß des Theoretisierens oft geschah me deutsche Autarkie zum Ideal zu erheben. Allein, gerade wenn wir imstande sein wollen, jede künftige Chance im Welthandel zu ergreifen, müssen wir mit rücksichtsloser Zielbewußtheit dafür forgen, daß wir unfern Produktionsapparat auf der hohe halten. Aus dem betonten Boykott mancher internationaler Kreise gegen den Nationalsozialismus etwa zu folgern, die deutsche Ausfuhr fände überall offene Arme, wenn wir nicht nationalsozialistisch wären, hieß sich kindischen, durch die frühere Erfahrung längst widerlegten Trugschlüssen hingeben. Schon feit Jahren hat der politische Egoismus draußen den vernünftigen Gedanken der Solidarität der Wirtschaftenden so weit in den Hintergrund gedrängt, daß man uns vielerorts ehrlich wünschte, wir möchten lieber heute als morgen vor unserer Devisen- und Rohstoffknappheit kapitulieren. Geändert hat sich seither nur der Hitzegrad dieser frommen Wünsche, nicht ihr Wesen, geändert hat ich aber auch ganz entschieden der Abwebrwille und irgendeiner anderen Gruppe der Welt und müsse, falls es eines Tages vor die Lage gestellt werde, die Vereinigten Staaten zum Gefährten ausersehen. Ribbentrop bei Eden. London, 12.Nov. (DNB.) Herr von Rib- b e n t r o p , der Beauftragte des Reichskanzlers für Abrüftungsfragen, wurde heute nachmittag vom Lordsiegelbewahrer Eden im Außenamt empfangen.' Die Unterredung dauerte dreiviertel Stunden. Wie amtlich verlautet, hat Herr von Ribbentrop keinen neuen Vorschlag unterbreitet Deutschlands Ziel. Berlin, 12.Nov. (DNB.) Nach seiner Unterredung mit Eden wurde Herr von Ribbentrop von einem Vertreter des Reuterbüros danach befragt, ob es stimme, daß er die Frage einer Rückkehr Deutschlands in den Völker- bunö und in die Abrüstungskonferenz angeschnitten habe, wobei er die Bedingung gestellt hätte, daß Deutschland von den Militärklauseln des Ver- sailler Vertrages entbunden würde. Ribbentrop er- klärte, er wisse davon nichts, wahrscheinlich handele es sich bei dem Gerücht um ein Phantasie- er zeugnis. Deutschland wünsche eine europä« jsche Solidarität und eine Zusammen- I ar beit auf der Grundlage der Gleichberechtigung aller. Nur eine solche Zusammenarbeit I könne die Krise beseitigen. betrachten. Drüben in Uebersee ein wildes Brodeln und Gären neuer Ideen, ein wirtschaftlicher Umbau von Grund auf, der in manchen Augenblicken beinahe wie Raubbau an der Nation aussieht. Und trotzdem ein tiefes Bedürfnis nach Führung und Vertrauen, das sich eben erst in Roosevelts indirektem Riesensieg bei den Kongreßwahlen wieder gezeigt hat! Vertrauen trotz aller Ruckschlage, Bekenntnis zur Führung unbeschadet etwaiger Irrtümer daß alles bedeutet nur jenes gesunde Selbstvertrauen in den schließlichen Erfolg, das der Amerikaner sich aus der leichten Prosperität in tue dunklen Jahre der Krise hinübergerettet hat. Dagegen wirkt Frankreich als der beharrende Pol auf allen Gebieten. Seine Staatsmänner gehen mit der Vorsicht zu Bett und stehen am andern Morgen mit der Sicherheit wieder auf. Reformen werden |o lange anqekündigt und zerredet, bis sie unmöglich werden. Die Außenpolitik erschöpft sich in einem abgründigen Pessimismus und holt mit fast besessener Einseitigkeit den Kriegsteufel an alle Wände. Im Volk aber nistet ein Mißtrauen und eine Unzufriedenheit, tue nicht nur den Regierenden das Leben sauer macht, sondern auch keinerlei nationale Erneuerung von unten her aufkommen laßt. Vorsicht, S cher- heit und der gewaltige Vorsprung m der tatsächlichen Macht vermögen eben das Selbstvertrauen einer Nation nicht künstlich zu ersetzen. Das nationalsozialistische Deutschland laßt es an wagender Vorsicht gewiß nicht fehlen, aber in ihm lebt auch ungebrochen der Mut zum Wagnis und zum neuen Brüssel, 12. Nov. (DNB.) 3m Lause des Montag nachmittag ist es zur Gewißheit geworden, daß das Kabinett de Broquevilte am Dienstag seinen Rücktritt erklären wird. Am Montagnachmittag berichtete der Ministerpräsident dem König über die politische Lage. Der Rücktritt erfolgt, wie von verschiedenen Seiten übereinstimmend erklärt wird, da die Regierung bei der Durchführung ihres Deflationsprogramms, das sie im August auf Grund eines besonderen Ermächtigungsgesetzes in Angriff genommen hatte, auf personelle und sachliche Schwierigkeiten innerhalb und außerhalb des Kabinetts gefloßen ist. Mit dem Rücktritt des Kabinetts werden auch die Sondervollmachten, die die Regierung damals erhalten hatte, und die bis Ende 3anuar in Kraft bleiben sollten, a u f g e h o b e n. Den Ausschlag für den Rücktrittsbeschluß gab das endgültige Scheitern der Bemühungen Vroquevilles, den Vizegouverneur der Nationalbank und Minister ohne Amtsbereich van Zeeland, der vor einigen Wochen infolge von Meinungsverschiedenheiten über die Kreditreform fein Amt zur Verfügung stellte, unu [juuen, hu jviivyv un« .... r~.*, gesammelten Erfahrungen beruhe, nicht von einem Mitglied des britischen K ab , ne 11 s abgegeben worden sei. Das Blatt stimmt den Aus- ührungen des Generals Smuts über das K oller- t i v s y st e m , die Grenzen der Betätigung des Völkerbundes und den Wert des Locarno- „Clausewitz schreibt, daß selbst nach einem hero- , ischen Zusammenbruch noch immer ein Wiederaus- i bau möglich ist", mit diesem Zitat des berühmten ( Strategen hat der Führer und Reichskanz- i l e r in der Münchener Erinnerungsfeier das natio- j nalsozialistische Losschlagen vom November 1923 i gerechtfertigt. Adolf Hitler ist sich dabei voll und i ganz bewußt, daß der Entschluß zum Handeln im ! Glauben an den sicheren Wiederaufstieg unseres , Volkes nicht nur in jenen schicksalsschweren Tagen, sondern auch seither stets der Wahlspruch seiner ' kämpferischen Bewegung gewesen ist. National- । sozialismus verpflichtet, und wenn am 9. November i die Jungmannen und Mädchen der HI. feierlich „in die Partei, die Deutschland ist", ausgenommen wurden, so geschah es im Geist der unverminderten Kampfbereitschaft für Führer, Volk und Reich. Das neue Deutschland bekommt als geschichtliche Beigabe seiner erfolgreichen nationalen Revolution den ganzen Gegendruck der beharrenden Kräfte draußen zu spüren. Weit liegen jene Zeit von 1923 hinter uns, wo an Rhein und Ruhr unter dem Schutz französischer Bajonette ein schamloser volksfremder Separatismus sich breitmachen durfte. Dennoch will es scheinen, als ob gewisse Kreise in Frankreich diese längst zuschanden gewordenen Manöver gegen die deutsche Einheit so heiß betrauern, daß ihnen ein fratzenhaftes Nachspiel an der Saar heute geradezu Bedürfnis ist. Wenn außerdem ein Engländer wie Herr Knox Emigranten und Kommunisten für die geeigneten Wahlhelfer zum Plebiszit vom 13. Januar 1935 halt, wenn in seinem Vaterland bis hinauf zu den verantwortlichen Stellen die Franzosen alles Vertrauen und die nationalsozialistischen Deutschen ein ebenso unbegründetes, wie hartnäckiges Mißtrauen genießen, so muß man sich wirklich manchmal die bittere Frage vorlegen, ob die britischen Kronjuristen in ihrem Gutachten gegen den Ruhreinbruch 1923 der Erkenntnis des Friedens und der Gerechtigkeit in Europa nicht näher waren, als heute mancher hochgestellte Staatsmann und Pazifist an der Themse. Die Stunde ist ernst, und unser Anstieg zur Gleichberechtigung ist kern Kinderspiel Im Anblick der steilen Wand, die ihn vom Gipfel trennt, sucht der Bergsteiger nicht nur prüfenden Auges den besten Weg und die sicheren Griffe, sondern er überprüft vor allem auch den Zustand seiner eigenen Kräfte. Von diesem Gesichtspunkt aus dürfen wir uns heute getrost, ohne einen Schatten von Selbstbetrug, sagen, daß wir in bester Form und kommenden Anstrengungen nach Menschenmöglichkeit gewachsen sind. Nie war die Einheit so groß und' selbstverständlich in unserm Volk. Alle mißgünstigen Erwartungen im Ausland, als könnte an irgend einer Stelle der unselige alte Partikula- rismus wieder aufbrechen, find enttäuscht worden. Gewiß, der Nationalsozialismus hat manche harte Probe darauf verlangt, ob jedem einzelnen das Vaterland auch wirklich über alles geht. Das deutsche Volk hat die Probe bestanden, nicht nur in den überwältigenden Abstimmungsziffern seines wiederholten Vertrauens zum Führer, sondern auch in den kleinen und großen Schwierigkeiten des täglichen Lebens. Die Klassenspaltung, jenes verhängnisvolle Erbteil der früheren Epoche, ist überwunden, und der nationalsozialistische Staat läßt vorkommenden Falls keinen Zweifel daran, daß unsoziales Verhalten Sünde wider den Geist ist und keinen Anspruch auf Nachsicht mehr hat. An Stelle der lähmenden Parteienspaltung ist schon in der kurzen Zeit seit der Umwälzung ein freies und geschlossenes vaterländisches Bewußtsein getreten. Das Schönste an unserer neu gewonnenen nationalen Einheit die das heilige Vermächtnis von 1914 endlich erfüllt ist allerdings die Gewißheit, daß sie in den Heranwachsenden Geschlechtern mächig weiter- wächft und blüht. Noch einmal schweift der Blick über die Vereidigung des Nachwuchses m München, und aus dem erhebenden Schauspiel der Treue er steht immer wieder neu die Gewißheit: Das ' keine Partei mehr wie die alten Parteien em funaer Glaube lebt und eint den Führer mit dem deutschen Volk, „die Jugend stoßt zur Bewegung der Juaend" Solcher Gewinnung darf kein Einsatz Aschwer sein und die bessere Zukunft bleibt uns Der Krieg würde einfach die Revolution im Innern bedeuten. Mich zu fragen, ob ich glaube, das deutsche Volk wünsche wirklich den Krieg und bereite sich darauf vor, hieße mich fragen, ob ich glaube, daß dieses Volk verrückter wäre, als. irgendein anderes Volk. Ich leugne nicht, daß die gegenwärtige Zeit voll Gefahren und Unruhe ist, aber das rechtfertigt nicht diese Kriegsgerüchte. Smuts fügte hinzu, er könne sich den Völkerbund nicht als Kriegsmaschine vorstellen. Wie könnte man das Minderwertigkeitsgefühl beseitigen, das den Geist und selbst die Seele Deutschlands vergifte? Es gebe nur ein Mittel: ihm die vollkommene Gleichberechtigung zuzuerken- Beginn. Beschränkter in unseren Mitteln als der amerikanische Kontinent, gebunden an die strengen Gesetze der europäischen Geschichte, stehen wir dennoch nicht still, sondern verfolgen unseren vorge- zeichneten Weg vorwärts und aufwärts Schritt um Schritt. Eines Tages wird es sich erweisen, daß unser glühender Wille zum Leben keineswegs eine blinde Dynamik im Kreise der anderen Volker bedeutet, sondern den Sieg über das ringsum drohende Chaos und den Gewinn einer unangreifbaren deutschen Friedensstellung. London, 13. Nov. (DNB. Funkspruch). Der von General Smuts gehaltenen Rede wird von der Times " eine solche Wichtigkeit beigemessen, daß das Blatt ihr die ungewöhnliche Ehre erweist ie im Wortlaut abzudrucken. Das Blatt füllt damit mehr als vier und eine halbe Spalte des Blattes im kleinen Druck. In einem Leitaufsatz behandelt die „Times" diese „großzügige Darstellung der britischen Auffassung auswärtiger Fragen und drückt sogar ein leises Bedauern darüber aus, daß eine Erklärung, die so scharfsinnig, klug und phantasievoll sei und gleichzeitig doch auf scharfen .....v , - und harten, im Kriege und im politischen Leben! merfißung am Dienstag eine Erklärung zur poli- Ser Vatikan und das neue Deutschland. Budapest, 12. Noo. (DNB.) Der Berichterstatter großer katholischer Blätter Msar. Enrico Pucci, der gute Beziehungen zum Vatikan unterhält, äußerte sich in einer Unterredung mit dem Vertreter des nationalen „Uj Magyarsag" eingehend über die gegenwärtige Stellung des Vatikans zum nationalsozialistischen Deutschland. Er erklärte u. a.: Der Vatikan macht niemals Politik im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Seine Aufgabe ist nicht die Politik, sondern die Religion. Der Vatikan befaßt sich mit politischen Fragen nur, wenn diese die religiöse Berufung des Vatikans berühren. Der Vatikan ist weder für noch gegen den Nationalsozialismus in gleicher Weise, wie er niemals zu den politischen Bewegungen anderer Länder Stellung nimmt. Der Vatikan billigt den entschlossenen Kampf des Nationalsozialismus gegen den Atheismus und die Unmoral, während andere Punkte des nationalsozialistischen Programms, wie die Stellung zur Rassenfrage und zur Sterilisation, nach der Erklärung des Papstes nicht gebilligt werden können. Jedoch hat diese Stellungnahme des Vatikans keineswegs den Abschluß eines Konkordats mit dem heutigen Deutschland verhindert. In dem Konkordat sind in gleicher Weise der Standpunkt des Vatikans, wie auch die berechtigten Belange des deutschen Staates berücksichtigt worden. Leider sind jedoch in Deutschland nicht alle Vereinbarungen des Konkordats durchgeführt worden. Auf einigen Gebieten wurden sogar Bestimmungen erlassen, die im Gegensatz zum Konkordat stehen. Jetzt aber hat sich die Lage gebessert. Es bestehl jetzt die Aussicht auf eine Einigung in vielen Fragen, in denen noch vor wenigen Monaten eine Einigung unmöglich erschien. Zwischen dem Nationalsozialismus und dem Faschismus besteht in vielen Punkten weitgehende Uebereinstimmung. Sowohl in Deutschland, als auch in Italien mußten die früheren katholischen politischen Parteien verschwinden. Man kann selbstverständlich nicht von Deutschland, in dem nur ein Viertel der Bevölkerung katholisch ist, eine katholisch orientierte Politik erwarten. Die Lage hat sich in der letzten Zeit wesentlich gebessert, und es besteht jetzt durchaus die Aussicht auf eine Einigung zwischen dem Vatikan und der nationalsozialistischen deutschen Regierung. Wenn die Kirche und die Rechte der Katholiken von den Regierungen anerkannt werden, so werden die Katholiken sich immer als treue Bürger des Staates erweisen und gewissenhaft aus ihrer christlichen Gesinnung heraus die Gesetze des Staates einhalten. Mit aller Kraft vorwärts! Deutschlands Rohstofflage in schwedischer Betrachtung. Stockholm, 12. Nov. (DNB.) „Aftonbladet" beschäftigt sich in einem längeren Artikel mit der deutschen Rohstoff-Frage und kommt hierbei zu folgendem Ergebnis: Der Welthandel befinde sich in einem Schmelztiegel. Auch der deutsche Handel sei von dieser Umgruppierung erfaßt worden. Trotzdem müßte die Meinung, in Deutschland bestehe Mangel an Rohstoffen, als unrichtig bezeichnet werden. Deutschland habe int Gegensatz zu der Zeit während des Weltkrieges eine teilweise und freiwillige Selbstversorgung unternommen. Indes bürge der bisherige ungeheure Fortschritt der Technik, gepaart mit der Energie des ganzett Landes, dafür, daß die wirtschaftliche Versorgung in Deutschland mit aller Kraft vorwärts gehen dürfte. Darum sei die Befürchtung nicht berechtigt, Deutschland könne in dieselbe verzweifelte Lage geraten, wie im Jahre 1918. Anwerbungen für die Gaarpolizei in England London, 12. Noo. (DNB.) Im Unterhaus wurde an die Regierung die Anfrage gerichtet, ob zur Zeit ehemalige britische Offiziere mit Genehmigung der englischen Regierung für die Polizei im Saargebiet angeworben würden. Ministerpräsident Macdonald erklärte dazu: Von ehemaligen englischen Offizieren ist eine Anzahl von Gesuchen eingegangen. Sie wurden der Regierungskommission der Saar übermittelt, nachdem vorher gewisse Punkte nachgeprüft worden waren, so z. B. die Frage, ob der Betreffende bereits über Erfahrungen im Polizeidienst verfügt, und ob er in der Lage sei, die deutsche und französische Sprache zu gebrauchen. Der Sinn der Nachprüfung war, zwecklose Gesuche von vornherein auszuscheiden. Von der Opposition wurden in dieser Sache noch weitere Anfragen an die Regierung gerichtet. In ihrer Beantwortung stellte Ministerpräsident Macdonald noch fest, daß von etwa 20 bisher rekrutierten vormaligen Offizieren nur zwei britischer Staatsangehörigkeit seien. Die Lage sei die, daß der Generalsekretär des Völkerbundes auf Grund einer Entschließung des Dölker- bundsrates vom 4. Juni den Mitgliedsstaaten empfohlen habe, die Aufgabe der Regierungskommission des Saargebietes „bei der Beschaffung von P o l i z e i h i l f s k r ä f t e n außerhalb des Saargebietes" zu erleichtern. In Erwiderung dieser Empfehlung habe die Regierung gehandelt. Auf eine Frage Länsburys, ob die britische Regierung irgend eine Verantwortung in der Angelegenheit übernommen habe, antwortete Macdonald: „Wir haben keinerlei Verantwortlichkeit. Wenn diesen Männern etwas zustöht, so ist es nicht unsere Verantwortung. Wir erleichtern lediglich als Mitglied des Völkerbundes die Fühlungnahme zwischen den Bewerbern um eine Einstellung und denen, die um Einstellungsanträge ersuchen. Vesprechungen bei Gördeler. Berlin, 12. Nov. (DNB.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung, Dr. Gördeler, hatte am Montag mit Vertretern der Länderregierungen, der obersten Landesbehörden, der Ober- und Regierungspräsidenten in Preußen, der Kreisregierungen in Bayern und der Kreishauptmannschaften in Sachsen eine längere Besprechung über Fragen der Preisüberwachung, der sich am Nachmittag eine weitere Besprechung mit den Wirtschaftsreferenten der Gauleitungen anschloß. Das Panzerschiff „Admiral Scheer" im Dienst. Oer Führer erwartet: „Oes Skagerrak-Geistes alle Zeit würdig". Wilhelmshaven, 12. Nov. (DNB.) Auf der Marinewerft wurde am Montagmittag das zweite neue deutsche Panzerschiff „Admiral S ch e e r" i n D i e n st g e st e l l t. Gleichzeitig nahm die Besatzung, die dieses Schiff übernimmt, Abschied von dem alten Linienschiff „Hessen", das nun außer Dienst gestellt wird. Die beiden Schiffe lagen im Ausrüstungshafen der Werft Heck an Heck. An Bord der „Hessen" befand sich noch die alte Besatzung, aber schon mit den neuen Mützenbändern des „Admiral Scheer". Der Kommandant, Kapitän z. S. Marschall, hielt eine Ansprache an die Besatzung der alten „Hesse n", die ein Rückblick war auf die dreißigjährige Tätigkeit dieses Schiffes. Der Kommandant brachte drei Hurras auf das alte treue Schiff aus; dann wurden unter präsentiertem Gewehr die Flaggen und Wimpel niedergeholt und die Besatzung trat auf das Panzerschiff „Admiral Scheer" über. Dann richtete der Kommandant eine Ansprache an seine Besatzung, in der er u. a. sagte: „Als der erste Kommandant gebe ich dem Schiff einen Wahlspruch, der dem Seemanns- und Soldatengeist seines Namensträgers Admiral Scheer entspricht; der ganze Charakter des Siegers vom Skagerrak, sein ganzes Mannes- und Soldatentum, lassen sich in vier harte Worte fassen: ,P a k t zu! Haltet f e st!‘ Wo immer wir stehen, wir wollen allzeit aus den Worten die Tat machen! Flagge und Wimpel unseres neuen Schiffes sollen niemals ohne Ehre niedergeholt werden! Mit Stolz sehen wir auf das Hoheitsabzeichen am Heck unseres Schiffes. Wir danken es unserem Führer Adolf Hitler und der von ihm geschaffenen nationalsozialistischen Bewegung. Unser aller Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem wir in Treue zugetan: Hurra, Hurra, Hurra!" Der Führer und Reichskanzler an den Kommandanten. Berlin, 12. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler richtete anläßlich der I n - dienststellung des Panzerschiffes „Admiral Scheer" folgendes Telegramm an den Kommandanten: „Der Name Admiral Scheer ist mit der Seeschlacht vor dem Skagerrak, dem größten Ehrentag der Marine im Weltkrieg, unlösbar verbunden. Ich erwarte, daß die Besatzung des Panzerschiffes „Admiral Scheer" sich des Skagerrak-Gei st es alle Zeit würdigerweist, und wünsche dem Schiffe, sowie seiner Besatzung stets glückliche Fahrt zur Ehre Deutschlands. gez. Adolf Hitler." Rerchswehrminister und MarineLeitung an die Besatzung. Der Reichswehrminister Generaloberst v. B l o m- b e r g richtete an das Kommando des Panzerschiffes „Admiral Scheer" folgendes Telegramm: „In dem Namen „Admiral Scheer" ehrt die Rcichsmarine alle Männer, Führer und Geführte, die am Tage von Skagerrak ihr Höch ft es einsetzten für Deutschlands Bestand. Ich bin sicher, daß die Besatzung des Panzerschiffes „Admiral Scheer" sich allezeit der hieraus entspringenden Verpflichtung wert zeigen wird. Heil Hitler! Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg." Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Raeder, sandte an Kommandant und Besatzung des neuen Schiffes folgendes Telegramm: „Admiral Scheer, der Führer der deutschen Hochseeflotte vor dem Skagerrak, ist für die Reichsmarine, insbesondere für die Besatzung des Schiffes, das seinen Namen trägt, leuchtendes Vorbild kühner Entschlußfähigkeit, wagemutiger Tatkraft und hingebender Liebe zu Deutschland. Ihm nackzueifern, sei unser aller Streben. Ich wünsche dem Schiff und seiner Besatzung allezeit gute Fahrt und sende Ihnen kameradschaftliche Grüße. Heil Hitler!" Abschied von der „Hessen". Briefwechsel zwischen Staatsminister Jung und dem Kommandanten der „Hessen". LPD. D a r m st a d t, 12. Nov. Heute ist das Linienschiff „Hessen" nach dreißigjähriger Dienstzeit in der Kaiserlichen Marine und in der Reichsmarine außer Dien st gestellt worden. Aus diesem Anlaß wurden die folgenden Briefe zwischen dem hessischen Staatsminister Jung und dem Kommandanten des Linienschiffes „Hessen", Kapitän zur See Marschall, gewechselt: „Aus Anlaß der bevorstehenden Außerdienst- stelluna des Linienschiffes „Hessen" spricht Ihnen, Herr Kommandant, den Herren Offizieren und der Mannschaft das gesamte hessische Volk und die hessische Landesregierung den herzlichsten Dank für die ehrenvolle Führung des Schiffes aus, mit der der Name des Landes Hessen in die Geschichte der deutschen Reichs- marifre eingeführt wurde und darin seine bleibende Erinnerung behalten wird. Wir sehen nicht wehmütig der Niederholung von Flagge und Wimpel entgegen, denn wir fühlen und wissen es, daß das Werk deutscher Seegestaltung, das auf der scheidenden „Hessen" mitbegonnen ward, nicht umsonst war und im Nachfolgeschiff seine ebenso ruhmvolle Fortsetzung erfahren wird. Jung." „Sehr geehrter Herr Staatsminister! Dem hessischen Volk und seiner Landesregierung, wie Ihnen selbst als dem hessischen Staatsminister, sage ich den h e r z l i ch st e n Dank für die aufrechten Worte des Gedenkens zur Außerdienststellung des Schiffes. Wenn am 12. November 1934 nach dreißigjähriger Dienstzeit Flagge und Wimpel niedergehen, scheidet ein Linienschiff aus der Front, das als i n Krieg und Frieden bewährte Einheit der deutschen Flotte stets mit Stolz seinen ehrenvollen Namen „Hessen" führte. Der alte Hessen-Gei st wird weiterleben auf dem neuen Panzerschiff „Admiral Scheer", des großen Admirals, der als Flottenchef auch das Linienschiff „Hessen" am Skagerrak in die Schlacht und zum Siege führte. Kommandant, Offiziere und Besatzung werden das Patenland nicht vergessen. Heil dem Hessenoolk und Hessenland! Heil unserem Führer Adolf Hitler! Gez.: Marschall, Kapitän zur See und Kommandant des Linienschiffes „Hessen". Der Wettlauf der Seemächte. Amerika hilft Rußland? Bor einer russisch-amerikanischen Schuldenregelung? London. 13. Nov. (DNV. Funkspruch). Der „Times"- Vertreter in Washington spricht in einer Meldung die Ansicht aus, daß Präsident Roosevelt angesichts seiner Machtstellung im Innern während der nächsten zwei Jahre einen größeren Einfluß auf die amerika- nifche Außenpolitik ausüben werde, als dies bei irgendeinem anderen amerikanischen Präsidenten der Fall gewesen sei. Ferner heißt es in der Meldung. Berichte aus Moskau besagten, daß eine Regelung der russisch-amerikanischen Schuldenfrage in Sicht fei. und daß die „größte Abordnung amerikanischer Großindustrieller. die jemals Rußland besucht hat", gegenwärtig in Moskau weite. Der Berichterstatter bemerkt, manche Leute glaubten, daß die Beschleunigung der industriellen Entwicklung Sowjelrußlands mit amerikanischer Hilfe eine beträchtliche Wirkung auf das Mächtegleichgewicht im Fernen O st e n haben werde. Ls würde keine große Ueber- raschung sein, wenn Erwägungen allgemeiner strategischer Art den Präsidenten Roosevelt und die Sowjetregierung davon überzeugen würden, daß eine baldige Schuldenvereinbarung wünschenswert sei. Amerikanische Pläne zum Ausbau der Luftflotte. Washington, 13.Nov. (DNB. Funkspruch.) Der demokratische Abgeordnete V i n s o n, der Verfasser der gleichnamigen Flottenvorlage und Vorsitzende des Flottenausschusses des Repräsentantenhauses, machte in einer Sitzung des Flottenausschusses Vorschläge für den weiteren Ausbau der amerikanischen Luftflotte. So befürwortete er unter anderen den Ersatz der Luftschiffe „21fron" und „Los Angeles" durch zwei neue Großluftschiffe, ferner den Neubau eines Flugzeugmutterschiffes von 15000 Tonnen, sowie den Neubau eines Versuchs- kreuzers - Flugdecks. Man nimmt an, daß Vinfon diese Vorschläge im Einverständnis mit dem Weihen Hause und der Flottenleitung unterbreitet hat. Staatssekretär S w a n s o n nahm in derselben Sitzung zur Frage des L u f t s ch i f f b a u e s Stellung. Er vertrat die Meinung, daß die Luftfahrzeuge „leichter als Luft" noch in der Entwicklung begriffen und daß ihre Verwendbarkeit für Seever- teidiaungszwecke noch zweifelhaft sei. Trotzdem habe das Marineministerium verschiedenllich feine Bereitwilligkeit erklärt, gemeinsam mit dem Handelsministerium an der Erbauung von Handelsluftschiffen und der Ausbildung des erforderlichen Zivilperfo- nals mitzuarb eiten. Englische Dementis. Keine Geheimverhandlungen mit Japan. London, 13. Nov. (DNB.) In Amerika war verbreitet worden, parallel mit den Londoner Flottenbesprechungen finde eine eifrige geheime Tätigkeit zwischen E n g l ä n d e r n und Ja- p a n e r n wegen wirtschaftlicher und politischer Fragen statt. Außerdem hätten die Japaner dem Vereinigten Königreich ein geheimes Angebot von Zugeständnissen m bezug auf die Lage in Mandschukuo, sowie in der Frage des japanischen Petroleums gemacht. Diese Gerüchte sind heute von Premierminister Macdonald nachdrücklich in Abrede gestellt worden. Macdonald unterstrich, daß die amerikanischen Vertreter darüber unterrichtet worden seien, was zwischen den japanischen Vertretern und den Engländern während dieser Vesprechungen vorgehe, ebenso wie den japanischen Vertretern mitgeteilt worden sei, was zwischen den Amerikanern und Engländern gesprochen worden sei. In Kreisen der amerikanischen Flottendelegation ist das Dementi des britischen Premierministers b e g r ü ß t und als sehr förderlich bezeichnet wor- den. Ein amerikanischer Vertreter bemerkte, die Mitteilungen Macdonalds säuberten die Luft von zahlreichen Gerüchten. Kein Luftabkommen mit Frankreich und Belgien. London, 12. Nov. (DNB.) In britischen amtlichen Kreisen wird erklärt, daß den Meldungen der französischen Presse entgegen kein Abkommen zwischen Großbritannien, Frankreich und Belgien über eine gemeinsame Verteidigung in der Luft im Kriegsfall besteht oder besprochen worden ist. Lloy-GeorgeglaubtnichlanKrieg Paris, 12. Nov. (DNB.) Die „Information" veröffentlicht zum Waffenstillstandstag einen Copy- right-Artikel von Lloyd George über die Lage in Europa. Der ehemalige englische Ministerpräsident beschäftigt sich eingehend mit allen aktuellen Fragen, besonders mit dem Stand der Rüstungen. Er hält den überall festzustellenden R ü - stungswettlauf nicht für ungefährlich, kommt aber nichtsdestoweniger zu folgenden Schlußfolgerungen: „In keinem Teil der Erde ist eine gewaltige Gruppierung von Militärmächten festzustellen. Die gegenwärtig bestehenden Ententen zwischen den Völkern sind im wesentlichen beschränkter Art und dem Wechsel unterworfen. Wir haben noch Zeit, die erregten Nationen zu beschwichtigen und sie dahin zu bringen, ihre Meinungsver- jchiedenheiten in vernünftiger Weife zu regeln. Oesterreichs Bundeskanzler besucht Mussolini. Eine amtliche italienische Ankündigung. Rom, 12. Nov. (DNB.) Amtlich wird be> kanntgegeben: Gegen Ende dieser Woche werden der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuf ch. nigg und der österreichische Außenminister von Berger-Waldenegg nach Rom kommen. Der Besuch Dr. Schuschniggs, der schon ein, mal Gelegenheit hatte, sich mit dem Chef der Regierung in Florenz im August während der großen Manöver zu treffen, erhält diesmal wegen seines amtlichen Charakters besondere Bedeutung. Der Aufenthalt wird voraussichtlich zwei bis vier Tage dauern. Es werden in dieser Zeit Besprechungen im Rahmen des italienisch-österreichischen Abkommens vom 6. Februar 1930 und der italienisch, österreichisch-ungarischen Protokolle vom März statt- finden. Der Ltnabhängigkeitstag in Polen. Warschau, 12. Nov. (DNB.) Der gestrige Feiertag der nationalen Unabhängig, feit sah neben den großen amtlichen Feiern, den Gottesdiensten und der militärischen Parade vor dem Marschall P i l s u d s k i auch zahlreiche Einzelfeiern. Eine Abordnung des Verbandes der pol- nischen Reservisten meldete dem Marschall Pilsudsfi, daß der Reservistenverband das ehe- malige Pilsudskische Familiengut Zulow angefauft habe und daß er es bis zum nächsten 11. November in der Form wieder aufbauen werde, in der es der Marschall aus seiner Jugend in Erinnerung habe. Im Schloß des Staatspräsidenten fand am Nach, mittag eine besondere Feier für den Außenminister Oberst Beck statt, um ihm das Großfreuz des Ordens Polonia Restituta zu überreichen. Der Staatspräsident überreichte dem Minister Beck die Abzeichen des Ordens mit einer furzen Ansprache, in der er hervorhob, er schmücke den Außenminister be- sonders gern mit dem hohen Orden, da seine Arbeit außerordentlich zur Stärkung der Macht und des Ansehens Polens beigetragen habe. Italienisches Kulturinstitut in Warschau. Warschau, 13. Nov. (DNB. Funkspruch.) In Warschau wurde am Montag ein italienisches K u l t u r i n st i t u t in Anwesenheit des Unterstaatssekretärs des italienischen Kultusministeriums, Solmi, eröffnet. An der Festsitzung nahmen der polnische Ministerpräsident, der Minister des Auswärtigen und der Kultusminister teil, ferner bie italienische Kolonie mit dem Botschafter an der Spitze, Mitglieder des Diplomatischen Korps und Vertreter von Kunst und Wissenschaft. Der italienische Botschafter sagte in einer Ansprache, das neue Institut solle im Geiste der Verständigung und Freundschaft der Zusammenarbeit der Völker dienen. Der polnische Kultusminister antwortete in einer Ansprache, das Institut sei ein Zeugnis für die kulturelle Zusammenarbeit, die beide Nationen feit Jahrhunderten verbinde. Ungarn unddasAttentatvonMarseille Budapest, 12. Nov. (DNB.) Das Ungarische Telegraphen - Korrespondenz - Büro meldet amtlich: Die ungarischen Polizeibehörden haben die Untersuchung im Zusammenhang mit dem Marseiller Anschlag, falls nicht andere, bisher noch unbekannte Tatsachen auftauchen, geschlos- fen. Die Budapester Oberstadthauptmannschaft der Königlich-Ungarischen Staatspolizei veröffentlicht hierzu folgende Mitteilung: „An den Tagen, die unmittelbar auf den Marseiller Anschlag folgten, haben die ungarischen Polizeibehörden die wettest, gehende Untersuchung eingeleitet. Außerdem haben sie auf das dringendste alle Untersuchungen in Gang gebracht, um deren Durchführung, sei es von feiten der Pariser Polizei, sei es — über das Ministerium des Aeußeren — von feiten der Budapester südslawischen Gesandschaft ersucht wurde. Die Polizei hat mehrere hundert Verhöre durchgeführt und 21 Personen in Gewahrsam genommen. Im Laufe der Untersuchung wurde fest- gestellt, daß keine einzige Person, auch nicht unter den Verhörten und in Gewahrsam Genommenen, gefunden wurde, die mit dem Anschlag in Zusammenhang gebracht werden könnte. Auch ergab sich keinerlei Anhaltspunkt dafür, daß der Königsmörder Wlada G e o r g i e f f jemals in Ungarn war oder sich hier aufgehalten hat. Die Aufrechterhaltung der Polizei- a u f s i ch t über die in Ungarn weilenden südslawischen Staatsbürger, die als kroatische politische Emigranten angesehen werden können, wurde an- geordnet." Mangelhaste Brennstoff- Versorgung in Rußland. Moskau, 12. Nov. (DNB.) Die Sowjetre^ie- rung hat eine Verordnung erlassen, die der forojef- russischen Industrie größte Sparsamkeit im Brenn st offverbrauch zur Pflicht macht. Nicht nur die Privathaushaltungen sollen mit Brenn- material sparsam umgehen, sondern auch die Jndu- ftrie soll jeden unnötigen Verbrauch vermeiden, da die sowjetrussischen Eisenbahnlinien zur Zeit so v e r st o p s t sind, daß es unmöglich ist, genügend Brennstoffe heranzuschaffen. In verschiedenen Teilen der Sowjetunion herrscht schon sehr starke Kälte. Der Brennstoffverbrauch wird durch die zuständigen Behörden kontrolliert und jede Verschwendung schwer bestraft. In verschiedenen Städten der Sowjetunion wurden die ersten Brennstoffe auf Bezugscheine an die Bevölkerung ausgegeben. Kunst und Wissenschaft. Volksgefundheil bedeutet politische Wacht. — Errichtung eines neuen Lehrstuhls in München. An der Universität München wurde die erste Professur für Volksgesundheitslehre nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt errichtet. Als der mit dem Lehrauftrag betraute Staatskommissar für das Gesundheitswesen in Bayern Professor Dr. Schultze feine Antrittsvorlesung hielt, war der Andrang der Studentenschaft so groß, daß der Riesensaal vorzeitig geschlossen werden mußte. Auch die Spitzen der Partei und der staatlichen Stellen wohnten dem Vortrage bet. Der Leiter der deutschen Aerzteschast, Dr. Bernhard einer Leipziger Pelzfirma einen Fuchspelz 'als damaligen Leiter des Rundfunks erhoben wurden, UJUIllB tiyuutll LU Ul VC II, UlllCl ^cip^iyci ll 111U UHU> ---U Revisor habe sich durch Weihnachtsgeschenk für seine Frau gelassen. Dieser Revisor kauft und Bose, der sich um diese Zeit gerade zu o_____ m-r. —: -, — :l .. !n »aU Ja» für ihn Aus aller Welt Der Rundfunkprozeß in Berlin über behauptet worden sei, ein ! Geldgeschenke bestechen lassen. Dieser könne nur Bose sein. Der Zeuge Bose wies mit Entrüstung die Möglichkeit zurück, daß er Geschenke als Bestechung angenommen habe. Der Angeklagte Magnus erklärte, er könne diese Angelegenheit aufklären. Kurz vor Weihnachten 1926 habe er bei Englische Auszeichnung des deutschen Chemikers Professor Vergius. Bei der in London stattfindenden Jahresfeier des von dem verstorbenen chemischen Großindustriellen Lord M e l ch e t t begründeten Institute of Fuel wurde dem bekannten Heidelberger Chemiker und Nobelpreisträger Friedrich Bergius die sogenannte Melchett-Medaille verliehen. Die Ueberreichung der Medaille, die für hervorragende Verdienste auf dem Gebiete der Brennstoff-For- schung und -Technik verliehen wird, erfolgt durch den Herzog von Kent, den jüngsten Sohn des englischen Königs. Die Medaille kommt damit zum zweiten Male nach Deutschland. Die erste Medaille wurde 1930 an Kurt Rummel in Düsseldorf verliehen. Die Gondertagungen -es Reichsbauerntages in Goslar Dieser Tage begegneten sich jpei dreimotorige Iu-52-Flugzeuge der Deutschen Lufthansa zwischen Sevilla und Las Palmas über dem Ozean. Beide Flugzeuge, die den Luftpostdienst zwischen Deutschland und Südamerika versehen und dauernd miteinander in Funkverbindung standen, begegneten sich nordwestlich der afrikanischen Küste und tauschten Funkgrüße aus. Sie landeten dann fast zu gleicher Zeit auf ihren Flughäfen, der „Zephyr in Sevilla, der „Mistral" in Las Palmas, von wo aus die für Südamerika bzw. für Deutschland bestimmten Luftpostsendungen anschließend sofort weitergeleitet wurden. Diese zum erstenmal erfolgte Begegnung zweier Postflugzeuge der Deutschen Lufthansa auf dem Ozean wird bald etwas Selbstverständliches werden, da der achttägige ß u postdienst Deutschlan d—S übamertEa nunmehr in beiden Richtungen von den Flugzeugen der Lufthansa durchgeführt wird. Es ist erfreulich, festzustellen, mit welcher Sicherheit, Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit dieser einzigdastehende Flugdienst über den Atlantik durchgeführt wird, denn es handelt sich dabei zweifellos um die fchwierigste aller Luftverkehrsstrecken, die planmäßig beflogen werden. Die Folge ist ein stetiges Ansteigen der Post- menge, was beweist, welches Vertrauen sich der Luftpostdienst der Deutschen Lufthansa über den Südatlantik in kaum mehr als einem halben Jahre in allen europäischen Ländern erworben hat. Mehrere Schlächterläden In Stuttgart auf vier Tage geschlossen. Der Fall Matuschka in Budapest. Die Verhandlungen im Budapester M a t u s ch - ka-Prozeß beschränken sich jetzt immer mehr auf die Feststellung der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Die Schuldfrage ist grundsätzlich durch das volle Geständnis Matusch- kas geklärt. Ein überraschender Antrag der Verteidigung, den Angeklagten durch eine Einspritzung in einen Rauschzustand zu versetzen, um so von ihm restlos die Wahrheit zu erfahren, wurde vom Gerichtshof entschieden abgelehnt. Der Präsident richtete vielmehr die eindringliche Mahnung an den Angeklagten, endlich zu sagen, aus welchem Grunde und mit welchen politischen Zielen er das Verbrechen begangen und mit welchen Personen er zusammengearbeitet habe. Matuschka lehnte es jedoch ab, über seine bisherigen Aussagen hinauszugehen. Im Verlauf der Verhandlung teilte der Präsident mit, daß der Wiener Untersuchungsrichter einen Zettel mit der Unterschrift „Rote Front" erhalten habe, auf dem mitgeteilt worden sei, daß der Anschlag von Biatorbagy nicht von Matuschka begangen worden sei, sondern ein Racheakt einiger Personen sei. Matuschka erwiderte, daß es sich hierbei offenbar um einen Witz handele. Gegen die wiederholt ausgesprochene Vermutung, daß der Angeklagte Kommunist fei, verwahrte sich Matuschka. Er berief sich darauf, daß er alle seine Auszeichnungen aus dem Kriege sorgfältig aufbewahrt habe. Am Schluß der Verhandlung erhielt Matuschka vom Präsidenten fünf Tage Dunkelarrest, da er, wie schon häufig, in der Verhandlung Fragen des Präsidenten nicht anhörte, sondern seine Aufmerksamkeit auf eine junge Dame auf der Journalistenbank lenkte. Deutsche Poslflugzeuge über dem Atlantik. Dr. Bredow als Rundfunkkommissar und die Verhandlungen, die seinem Ausscheiden aus dem Reichspostdienst vorausgegangen sind. Als erster Zeuge wurde der Ministerialdirektor i. R. Buntkirchen vernommen. Er bekundete, daß Staatssekretär Bredow seinerzeit als Beamter in der Oesfentlichkeit, insbesondere von den Parteien, stark a n g e f e i n d e t wurde. Es erschien also begreiflich, daß er als Staatsbeamter auszuscheiden wünschte, um nicht dauernd Anwürfen ausgesetzt zu sein. Jede mißliebig aufgenommene Rundfunkdarbietung hat Stoff zu Angriffen gegen das Ministerium gegeben. Durch die Bildung eines Rund- funkkommisiariates glaubte man, diesen Schwierigkeiten begegnen zu tönnem Dabei sei erste Voraussetzung gewesen, daß Bredow nicht mehr Beamter sein sollte, sonst wäre alles beim alten geblieben. Der Zeuge wird weiterhin über die technische Entwickelung des Rundfunkwesens befragt. Dabei erwähnte der Vorsitzende einen Vortrag über das Rundfunkwesen in der „Urania" und fragt den Zeugen, wie die Einstellung des Ministers dazu gewesen sei. Der Zeuge antwortete: „Das weiß ich nicht. Ich muß auch ehrlich sagen, daß wir auf die Einstellung des Ministers wenig Wert gelegt haben", was schallende Heiterkeit auslöste. Aus eine weitere Frage des Vorsitzenden erklärte der Zeuge, der Titel Rundfunkkommissar habe nur einen Wert nach außen gehabt, für den inneren Betrieb sei Bredow Vertrauensmann des Ministers gewesen. Die Besoldung entsprach der eines Staatssekretärs mit nicht geringen Zuschlägen, die sich aus der privatrechtlichen Stellung ergaben. Weiter wurde der jetzige Präsident der Reichspostdirektion Potsdam T r i e l o f f vernommen. Er hat 1926 als Ministerialrat an dem Vertrag, über die Einsetzung des Rundfunkkommissars als juristischer Sachbearbeiter mitgearbeitet. Die Staatsanwaltschaft versuchte durch Befragen des Zeugen festzustellen, inwieweit ein Abhängigkeitsverhältnis für Bredow gegenüber dem Reichspostminister bestanden habe. Dabei stellte sich heraus, daß diese Frage seinerzeit er sich um diese Zeit gerade zu einer Revision in Leipzig befand, gebeten, für ihn das Paket mit nach Berlin zu nehmen. Dies sei der ganze Hintergrund der geheimnisvollen Pelzangelegenheit. 2Tloforrabfaf)rer fährt in SS.-kolonne. — Sieben SS.-2ttänner verletzt. Dieser Tage fuhr in Neuhausen bei Metzingen (Württemberg) einMotorrabfahrer in eine SS. -Kolonne, bte von einer Hebung für bas Sportabzeichen zurückkehrte. Sieben SS.-Männer wurden verletzt. Vier Schwerverletzte wurden in das Krankenhaus nach Urach gebracht. Der Motorradfahrer ist ebenfalls schwer verletzt worden. Großfeuer auf zwei ostpreuhischen Gutshöfen. Auf zwei Gutshöfen in nächster Nähe von Königsberg entstand Großfeuer. Auf dem Gute Friedrichswalde brannte eine mit Getreide gefüllte Scheune und ein Stall nieder. Während hier die Feuerwehr noch mit der Bekämpfung des Flammenmeeres und der Rettung von Vieh und landwirt- chaftlichen Maschinen beschäftigt war, lief die Mel- Hing von einem zweiten Brand auf Gut Klein- Rathshof ein. Auch dort ging eine große Scheune in Flammen auf. Dieses Zusammentreffen zweier Großfeuer ist um so auffälliger, als erst in der vergangenen Woche auf Klein-Rathshof ein großes Scheunengebäude mit großen Erntevorräten in Asche gelegt worden ist und auch im Frühjahr bereits eine Brandkatastrophe das Gut heimgesucht hat. Von der Kriminalpolizei wurde ein verdächtiger junger Mann verhaftet, der bisher jedoch jede Schuld entschieden bestreitet. Autounglück bei Posen. — Sieben Schwerverletzte. Auf der Landstraße bei Posen geriet ein Lastkraftwagen, in dem sich eine 25 Mann starke, von einem Fußballkampf zurückkehrende Fußballmannschaft be- and, ins Schleudern und st ü r z t e eine sechs Meter hohe Böschung hinab. Sieben Insassen wurden schwer verletzt; zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Acht Personen kamen mit leichteren Wunden davon. mtaaner sprach im Namen der Parteileitung die Eröfsnungsworte und teilte dabei mit, daß der Errichtung dieses ersten Lehrstuhles für Volksgesundheit die weiteren Lehrstühle folgen werden. Professor Dr. Schultze wurde bei seinem Erscheinen am Lehrpult von der akademischen Jugend stürmisch begrüßt. In großen Strichen zeichnete er zunächst die negative Seite seines Lehrauftrages, nämlich die Bekämpfung der Irrungen der Medizin infolge der Spezialisierung. Nach der positiven Seite nannte er als Aufgaben der neuen wissenschaftlichen Disziplin rassische Ueberwachung und Betreuung, Wohnungs- und Siedlungsproblem, Sozlalversiche- rung, das Gute in der sogenannten La.enmedlzin usw„ alles mit dem einen großen Zle^: Volks- gesundheit bedeutet politische Macht. Die Ausführungen des Vortragenden wurden mit großem Beifall ausgenommen. DNB. Berlin, 12.Nov. Im Rundfunk- ! prozeß begann heute die Vernehmung der ; Angeklagten über die Zu stände bei den einzelnen Sendegesellschaften. Als erster wurde der frühere Vorsitzende des Aufsichtsrates der Mirag, Dr. Hans Otto (Leipzig), vernommen, der gemeinsam mit dem Angeklagten Dr. Erwin Jäger beschuldigt wird, ähnlich wie die verantwortlichen Persönlichkeiten der Berliner Rundfunks ungerechtfertigte Ausgaben gemacht und Rundfunkhörergebühren verschleudert zu haben. Dr. Otto schilderte die Haushaltsaebah- rung bei der Mirag und die Zuständigkeitsabgrenzung zwischen der Mirag und der Reichsrundfunk- Gesellschaft. Er habe immer den Standpunkt vertreten, daß die Gesellschaft gedeckt sei, wenn die RRG. Entscheidungen treffe. Es fei ihm kein Fall bekannt geworden, in dem bei der Mirag verschwenderisch vorgegangen worden sei. Allerdings müsse man den Begriff der Sparsamkeit im Rundfunk anders werten als bei Betrieben anderer Art. Es könne dabei nicht auf die absolute Sparsamkeit ankommen, sondern vielmehr darauf, mit den geringsten Mitteln die größten Erfolge zu erzielen. So könne man es zweifellos nicht als Verschwendung bezeichnen, wenn seinerzeit die Mirag für eine Veranstaltung, bei der Ri ch a r d S t r a u ß zum ersten Male im Sendesaal dirigierte, 4000 Mk. ^Gs^murbe’ dann der Angeklagte Flesch über feine Tätigkeit als Intendant des Frankfurter Senders vernommen. Dr. Flesch gab einen Ueberblick über die Entwicklung seiner Tätigkeit; die immer stärker werdende technische Vervollkommnung des Rundfunks habe ihn vor allem dadurch Dor neue Aufgaben gestellt, daß allmählich dazu tibergegangen werden konnte, mit dem Mikrophon öffentliche Institute zu besuchen Der frühere Wirtschaftsdirektor der Werag (West, deutsche Rundfunk 21®.) in Köln. Paul Korte er. klarte, daß die Geschäftsführer bei wichtigen Ent- scheidungen, vor allem bei der Bewilligung größerer Mittel, sich an die Weisungen der Reichs- rundfunkgesellschast gehalten hatten. Er habe sich immer verpflichtet lsesuhlt, diesen Weisungen der RR®. Folge zu leisten. Vor der Mit- tagspause ließ der Vorsitzende dann eine Reibe von Rundschreiben der RRG. an die örtlichen Sende- gesellschaften verlesen, in denen Richtlinien für eine fparsame Wirtschaftsgestaltung gegeben wurden. In der Nachmittagssitzung begann die B e w e i s - a u f n a h m e über die Stellung des Angeklagten Das Wirtschaftsministerium als württembergische Preisüberwachungsstelle hat die Läden mehrerer Stuttgarter Metzgermeister vorläufig auf die Dauer von vier Tagen geschlossen. Eine Nächprusung hat ergeben, daß verschiedene Metzgermeister die sest- gelegten Höchstpreise nicht einhalten. Erdrutsch an der Werra, Größere Erd massen kamen am Blieckers- Häuser Kalkberg bei Hann.-Münden infolge des Reqenwetters in Bewegung. Dabei wurde der noch im Bau befindliche neue Weg von der Hedemunder Brücke nach Ziegenhagen zum Teil erfaßt, abgerissen und in die Lote, einen Arm der Werra, geschoben. Das Erdreich ist wahrscheinlich durch das Ausroden eines Buchenbestandes sehr gelockert worden, so daß es nach Unterwaschung durch den Regen in Bewegung kam. Autounglück bei Trier. — Fünf Schwerverletzte. Auf der Ruwerer Straße unweit des Stadtausganges von Trier fuhr ein mit sieben Personen besetzter Personenkraftwagen in voller Fahrt gegen einen Straßenbaum. Anscheinend hatte der Fahrer aus unbekannter Ursache plötzlich die Gewalt über die Steuerung verloren. Der Anprall an den Chausseebaum war so heftig, daß der ganze Wagen zusammengedrückt wurde und die Hinterräder absprangen. Von den sieben Insassen des Autos wurden fünf schwer und tue übrigen beiden leicht verletzt. Bei einem Schwerverletzten besteht Lebensgefahr. Lin Brautpaar auf dem Heimweg von der Kirchweih Überfahren. — Der Bräutigam getötet Auf der Straße von Scheidt nach Freckenfeld (Pfalz) ereignete sich ein folgenschwerer Verkehr su nfall. Der aus Freckenfeld stammende 22'iährige Landwirt Karl Bauer war mit seiner Braut auf dem Heimweg von der Kirchweih in Scheidt nach seinem Heimatdorf, als plötzlich ein von hinten kommendes Kraftfahrzeug auf ihn auffuhr Die Wucht des Zusammenstoßes war so stark, daß die Braut in den Straßengraben geworfen wurde. Bauer kam unter den Kraftwagen und wurde auf der Stelle getötet. Das Auto fuhr nach Zeugenaussagen in rasender Geschwindigkeit weiter. Bisher konnte der verantwortungslose Kraftfahrer noch nicht ermittelt werden. Unwetter über Venedig und an der italienischen Riviera. Ein heftiges Unro eiter hat die Lagunenstadt Venedig heimgesucht. Der Sturm jagte das See- wasser in die Kanäle und gegen den St. Markus- platz, wo die tiefer gelegenen Teile der Stadt überschwemmt wurden. Der Markusplatz bildete einen einzigen See. Gondeln und Motorboote versehen den Verkehr. An den Häusern werden Notstege angelegt. — Auch die italienische Riviera ist von einem heftigen Wettersturz betroffen worden. Wil schweren Verletzungen bewußtlos aufgefunden. Neben dem Geleise der Brennerbahn in der Nähe der Station Mattrei wurde ein Mann mit schweren Verletzungen aufgefunden. Der Bewußtlose wurde nach Innsbruck gebracht. Die Behörden sind mit der Aufklärung der Angelegenheit beschäftigt. Ein Raubmordversuch im Zug dürfte nicht vorliegen, da bei dem Verletzten alle Wertsachen gefunden wurden. Der Verletzte ist der amerikanische Staatsbürger Isaac Nathan el Isaac- sohn genannt Skage, wohnhaft jn Detroit. Es dürfte sich um einen Unfall durch eigenes Verschul- den handeln. In dem O-Zug, aus dem der Der- unglückte stürzte, wurden später sein Koffer und sein Mantel mit Reisepaß, eine Schiffskarte von Venedig nach Bombay und eine Brieftasche, die 40 000 schwedische Kronen enthielt, gefunden. Isaac- sohn erlitt einen Oberschenkelbruch und eine Ge- Hirnerschütterung. Französisches Marineflugzeug abgestürzt. — Vier Tote, ein Schwerverletzter. Bier französische Marinewasserflugzeuge, die bei Cherbourg zu einem Uebungsflug aufgestiegen waren, verirrten sich auf dem Heimfluge im Nebel. Drei Maschinen konnten wohlbehalten ihren Stutzpunkt erreichen. Die vierte geriet in Brand und stürzte über dem Festlande ab. Don der funsköpfigen Besatzung sind vier Mann, als das abstürzende Flugzeug beim Aufprallen auf einer Dune Feuer fing, ums Leben gekommen. Der letzte Ueberlebende mußte mit schweren Knochenbruchen und Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Hinrichtung eines achtfachen Mörders. In der westbulgarischen Stadt Wratza wurde der achtfache Raubmörder Jordan Mich ailo ff durch den Strang hin gerichtet. Michailoff, der in den Jahren 1929 und 1930 die Bezirke Lowetsch und Wratza mit feinen zahlreichen Raubüberfällen und Morden in Schrecken gehalten hatte, war, als ihm der Boden in Bulgarien zu heiß geworden war, nach Südslawien geflüchtet, wo er sich als politischer Flüchtling ausgab. Ein Aus- lieferungsantrag war von Bulgarien nicht gestellt worden, da man seinen Aufenthalt nicht kannte. Als Michailoff im vorigen Jahre wieder über die Grenze wechselte und mehrere Bluttaten verübte, konnte er dingfest gemacht werden. , Hauptschriftleiier: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf- mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Ps., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. überhaupt nicht in den Vordergrund getreten war und daß bei den damaligen Verhandlungen lediglich immer von einem Vertrauensmann des Ministers gesprochen worden war. Darauf wurde der Leiter der Buchhaltung der RRG., Oberbuchhalter Bose, vernommen. Während dieser Vernehmung kam es zu einem kleinen Zwischenspiel. Der Angeklagte Bredow wies daraus hin, daß in dem bekannten Schlüsselroman „Wir schalten um", in dem vor einigen Jahren schwere Vorwürfe gegen die Standpunkt aus ab gelehnt werden; sie sei aber im übrigen auch gar nicht notwendig, weil die deutsche Bankwirtschaft bereits ein „öffentliches Bankwesen" aufweise, das bilanzsurnmenmähig etwa zwei Drittel des gesamten Bankwesens umspanne. Heber die Reugestaltung des Erbhofkredi- tes könnten im Augenblick Einzelheiten noch nicht gejagt werden. Die Kreditsteuerung würde aber Tatsache werden Zum Schluß seiner Ausführungen zitierte Dr. Herrmann den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der in seiner programmatischen Schrift „Grundsätze nationaler Wirtschaftspolitik" im Jahre 1932 ein starkes Bekenntnis zu den Zielen nationalsozialistischer Agrarpolitik abgelegt habe, indem er erklärte, daß Deutschland ,/Unter keinen Umständen seine landwirtschaftliche Grundlage verlieren" dürfe, ganz gleich, ob andere Länder ihre Agrarerzeugnisse billiger Herstellen könnten oder nicht. Auf der Sondertagung der Beauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln und Gartenbauerzeugnissen entwickelte der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln und Gartenbauerzeugnissen Sinn und Zweck der Marktregelung auf dem von ihm betreuten Gebiete. Dabei stellte er als Leitmotiv heraus, daß die Marktregelung nicht zugunsten irgendeiner Schicht im Volke geschaffen worden sei, sondern daß das Ziel der nationalsozialistischen Marktregelung im Agrarsektor sei, dem Erzeuger den unbedingt notwendigen Preis, dem Handel und Be- und Verarbeiter die unerläßliche Spanne und dem Verbraucher einen gerechten, seinem Lebensstandard angemessenen Preis zu sichern. Zum Schluß konnte der Reichskommissar für die gesamte Marktregelung und Führer des Derwal- tungsamtes Frhr. v o n K a n n e unter starkem Beifall darauf Hinweisen, daß zu den großen Erfolgen der Marktregelung, die die beste Nutzanwendung des Nationalsozialismus in der Praxis sei, auch der große Erfolg der Winterhilfe auf dem Gebiete der Kartoffelbelieferung zu rechnen sei. Goslar, 12. Nov. (DNB.) Die Sondertagun- 1 gen des 2. Reichsbauerntages begannen am Montagvormittag. Im „Römischen Kaiser" trat die Hauptvereinigung der deutschen Getreide- wirtschaft unter Vorsitz von Reichshauptabteilungsleiter Karl Vetter zu einer Arbeitstagung zusammen. Im Mittelpunkt standen die Erörterungen über den organisatorischen Ausbau und die Durchgliederung des Zusammenschlusses der deutschen Getreidewirtschaft. In einer Aussprache wurden Zweifelsfragen, vor allem über die Erfüllung der Ablieferungspflicht, geklärt. Dabei wurde fest- gestellt, daß trotz der geringeren (Ernte dieses Jahres die Drolgetreideversorgung auch unser Berücksichtigung der knapperen Futtergetreideernte unter allen Umständen gesichert ist. Zu gleicher Zeit fand im kleinen Saal des „Römischen Kaisers" eine Tagung der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft statt. Es kamen dabei auch Fragen zur Sprache, die die ganze Verbraucherwirtschaft interessieren. Wenn z. B. in der letzten Zeit darüber geklagt worden j sei, daß es so wenig frische Eier auf dem Markt gebe, so liege das vor allem daran, daß in früheren Jahren vielfach ältere Eier als vollfrisch vorgetäuscht worden seien. Diese Möglichkeit sei heute durch den Kennzeichnungszwang, die Banderolenpflicht usw. unterbunden. Auch sei zu bedenken, daß im Herbst die Hühner ganz besonders schlecht legen. In der anschließenden Aussprache ging deutlich der Wille hervor, die gesteckten Ziele hinsichtlich der ausreichenden Versorgung des deutschen Volkes mit Eiern deutscher Erzeugung in kürzester Frist zu erreichen. Von den weiteren Sondertagungen verdient die der stellvertretenden Vorsitzenden der Bezirksausschüsse für Agrarkredit besondere Erwähnung. In ihr wurden die mit der Neugestaltung des deutschen Bankwesens zusammenhängenden Fragen vom Stabsabteilungsleiter Dr. Arthur Herrmann einer kritischen Prüfung unterzogen. Eine formelle Sozialisierung müsse vom nationalsozialistischen 2a Tagung der Radfahrer des Bezirks Gießen. Rückschau und Ausblick. Ein Jahr sportliche Aufbauarbeit ist vorüber in dem neu errichteten Gebäude des Deutschen Radfahrer-Verbandes. Der Bezirk Gießen im Gau XII des DRV. wurde am 17. Oktober 1933 gebildet. Die erste Bezirkstagung fand am 25. Februar 1934 statt. Am vergangenen Sonntag wurde nun der erste ordentliche Bezirkstag in Gießen abgehalten. Der Vormittag vereinigte unter Anwesenheit des Gauführers Eggert- Kassel den Bezirksführerring im Cafe Leib. Die vorliegende Tagesordnung für den Bezirkstag wurde durchgesprochen, Anregungen und Wünsche aus dem Kreise des Führerringes entgegengenommen. Nachmittags eröffnete Gauführer Eggert den Bezirkstag. Es waren erschienen: sämtliche Mitglieder des Bezirksführerringes, die Radfahrkreisbeauftragten, 29 Vereine mit insgesamt 98 Vertretern und ein Einzelfahrer. Gauführer Eggert überbringt die Grüße des Verbandsführers. Er übergibt dem Bezirksführer Stammel- Gießen die Leitung der Versammlung, der sofort den Jahresbericht erstattet: Bei Bildung des Bezirks Gießen hatte der Bezirk 500 Mitglieder. Heute zählt er 1200. Der größte Verein des Bezirks ist der RV. 1885 Gießen, ihm folgt an zweiter Stelle der Radtourenklub Friedberg. Der Bezirk Gießen steht mit seiner Mitgliederzahl im Gau XII an erster Stelle und der Gau XII im DRV. an 14. Stelle. Zur Bearbeitung des Bezirksgebietes waren im abgelaufenen Geschäftsjahre Fahrten von insgesamt 1000 Kilometer erforderlich. RV. Hasselborn konnte in diesem Jahre sein 25jähriges Jubiläum feiern. Außer den Bezirksveranstaltungen wurden noch verschiedene Vereinsveranstaltungen größeren Stils getätigt, die einen großen Teil zur Werbung beigetragen haben, es sind dies der RV. 1885 Gießen, RVg. Cransberg und RV. Nieder-Girmes. Auf die Vereinbarungen zwischen Sportvereine und HI., sowie SA. wurde besonders aufmerksam gemacht und gewünscht, daß sich künftighin auf Grund dieser Vereinbarungen die sportliche Tätigkeit der Radfahrvereine glatt abwickeln lassen wird. In dem neugebildeten Reichsausschuß für Leibesübungen und in dessen Ortsgruppen ist auch der Radsport vertreten. Der Kassenbericht des Geschäftsführers Hauck (Gießen) lag allen Vertretern gedruckt vor. Aus dem Berichte war ersichtlich, daß die zur Verfügung stehenden Mittel nicht allzu groß sind. Ausgaben müssen auf das Mindestmaß zurückgedrängt werden. Sportwart A. Deibel (Gießen) bringt seinen Sportbericht zur Verlesung. Aus seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß das vergangene Jahr, das als Aufbaujahr an- gesehen werden muß, trotzdem ein auserlesenes Programm von sportlichen Veranstaltungen gebracht hat. Die Veranstaltungen „Suche nach dem unbekannten Sportsmanne" und der „Erste Schritt" haben uns neue Sportler zugeführt, die zu großen Hoffnungen Anlaß geben. Es wurden Erfolge erzielt, die erstaunlich sind. Die Bekanntgabe der Sieger zeigt, daß in ollen Teilen unseres Bezirkes gute Kräfte vorhanden sind. Den Hauptanteil jedoch haben die Fahrer aus Gießen für sich zu buchen. Der Sportwart regt an, daß bei den diesjährigen Winterveranftaltungen die Vereine Saalwettbewerbe ausschreiben sollen. Fachwort für Saalsport und Radball W. Göbel (Niedergirmes) macht hierzu ergänzende Ausführungen. Sportkamerad Hch. Großhaus (Friedberg), der Fachwort für das Wanderfahren muß in feinem Jahresbericht leider feststellen, daß die Beteiligung an den Wanderfahrten nicht das gehalten hat, was erwartet worden ist. Gerade der Wondersport dürfte für den Radfahrer wohl einer der schönsten und auch billigsten Sportarten sein. Zumal durch das Wanderfahren die Liebe zur deutschen Heimat gestärkt und die Kameradschaft gepflegt wird. Sein Jahresbericht endete mit der Bekanntgabe der Reihenfolge der teilnehmenden Vereine und Mitglieder. Fachwort für Jugendpflege Schneider- Alsfeld referierte über die Jugendbewegung im Radsport. Die einzelnen Jugendveranslaltungen haben gezeigt, daß eine gute Radfahrerjugend vorhanden ist. Die Vereinbarungen zwischen HI. und Sportvereinen werden es auch bei der Jugend ermöglichen, den sportlichen Betrieb gut durchzuführen. Sein Appell an die Vereine, recht viel Jugendliche zu gewinnen, wurde von den Anwesenden freudig aufgenommen. Presse und Propaganda wird vom Sportkameraden Türk- Friedberg verwaltet. Seine Ausführungen enden mit dem Dank an die Tageszeitungen unseres Bezirkes, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahre in den Dienst der Sache gestellt haben. Bezirksführer Stommel gab dann seine Anträge zu der Verbandstagung des DRV. in Dortmund bekannt und machte Ausführungen über verschiedene Aen- derungen und Neueinführungen in dem Bezirke und dem Verband. Der Bezirksführering für das kommende Jahr hat folgendes Aussehen: Bezirksführer K. Stommel- Gießen; Geschäftsführer E. Hauck- Gießen. Die Fachwarte: Presse und Propaganda: K. Türk-Friedberg; Reichsbeihilfe für Reupflanzung von Obstbaumen im Regierungsbezirk Wiesbaden. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Die Höhe der zur Verfügung stehenden Gelder und die daran geknüpften Bedingungen machen eine entsprechende strenge Auswahl unter den Interessenten und eine Beschränkung auf die obstbaulich wichtigsten Gebiete erforderlich. Demzufolge beschränkt sich die Zuteilung auf folgende Kreise im Regierungsbezirk Wiesbaden: Obertaunus, St. Goarshausen, Wiesbaden, Frankfurt, Dillenburg, Main - Taunus, Wetzlar, Oberlahn, Rheingau und Unterlahn. Anträge aus anderen Kreisen können nicht berücksichtigt werden. Anträge auf Beihilfe aus den angeführten Kreisen sind bis 25. November 1934 mittels besonderer Antrags- und Nachweisformulare, welche gegen Einsendung von Bahn- und Rasensport: A. Deibel- Gießen; f Saalsport und Radball W. G ö b e l- Nieder-Girmes; Wanderfahren: K. S p e i e r - Wißmar; Jugendpflege: E. Schneider-Alsfeld; Radfahrwege und Räder mit Hilfsmotor: Ad. Kircher- Gießen. Dazu kommen noch die R a d f a h r - K r e i s bell u f t r a g t e n : Limburg und Umgebung Bütte n d o r f - Freiendiez; Friedberg, Wetterau und Taunus Keßler -Lriedberg; Alsfeld und Umgebung Bellinger-Alsfeld; Herborn und Umgebung Schumann- Herborn. Sportwart Deibel verteilte die Auszeichnungen an die einzelnen Sieger. Zum Schluß sprach Gauführer Eggert (Kassel) nochmals zu der Versammlung. Er gab seiner Freude Ausdruck über den kameradschaftlichen Geist, der den heutigen Bezirkstag beseelte und dankte allen Mitarbeitern und den Vereinen für die geleistete Arbeit. Er erwarte aber auch von allen, daß auch im kommenden Geschäftsjahr mit dem gleichen Eifer gearbeitet und der Gedanke des Radsportes bis in die kleinsten Dörfer hineingetragen werde. Er gedachte dann unseres Volkskanzlers Adolf Hitler, denn nur durch ihn fei es möglich gewesen, ein solch stolzes Gebäude zu errichten, wie es heute der Deutsche Radfahrer-Verband sei. Mit einem Sieg Heil auf unseren Führer und mit dem Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. 20 Pfennig von den Fachbeamten bezogen werden können, einzureichen. Für die Kreise Dillenburg und Oberlahn hat Anmeldung beim Landratsamt zu erfolgen. Direkte Anträge an die Landesbauernschaft sind zwecklos und werden nicht berücksichtigt. An Die Einhaltung der festgelegten Termine wird besonders erinnert, da Nichteinhaltung derselben evtl. Verlust der Beihilfe im Gefolge haben kann. Die Höhe der Beihilfe beträgt 25 v. H. der Anschaffungskosten, im Höchstfälle 0,75 je Baum. Berücksichtigung inden in erster Linie Gemeinschaftspflanzungen, ). h. Pflanzungen, bei welchen mehrere Pflanzer ich einer größeren geschlossenen Pflanzung vereinigen. Daneben können auch Privatpflanzer eine Beihilfe erhalten. Eine Pflanzanlage muß mindestens 20 Bäume (Hoch-, Halbstämme und Buschbäume) umfassen. Ke-mobstpflanzvngen erhalten den Vorzug. Auch werden Pflanzer, welche ihr Obst über die Märkte und den Handel verkaufen, bevor„Zeigl der Welt, daß Ihr wieder stolz darauf seid, Deutsche zu sein!" Mit diesen Worten entließ der Führer und Reichskanzler den Schulkreuzer „Emden", der jetzt von Wilhelmshaven aus seine achtmonatige Auslandreise antrat. — Links: der Kreuzer „Leipzig". Preußen. zugt berücksichtigt. Nähere Auskunft, auch über Sortenwahl ufw., erteilen die zuständigen Obstbaubeamten. Kreis Wehlar. ♦ Launsbach, 12. Nov. Im Saale von Rinn versammelten sich am 9. November die gesamte PO. und die Gliederungen der NSDAP, zur Trauer- feier f ü r d i e V o r k ä m p f e r desDritten Reiches. Nachdem die mit einem Trauerflor Der» sehens Fahne des hiesigen Stützpunktes eingebracht war, wurde die Feier eröffnet. Die Musik spielte das Lied „Es geht bei gedämpftem Trommelklang". Ein Mitglied des BdM. trug das Gedicht „Erschlagener Kamerad!" vor. Atemlose Stille herrschte im Saal, als unser Propagandaleiter Pg. August Strack jun. das Wort ergriff und den Anwesenden durch seine sinnvolle Rede den Opfergang unserer gefallenen Kameraden schilderte. Alle Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen und gedachten der Helden, die für die Freiheit der Nation ihr Leben in die Schanze geschlagen hatten. Leise ertönte das Lied vom guten Kameraden. Wie eine Mahnung klangen die Schlußworte unseres Propagandaleiters, sich der Toten würdig zu erweisen, auf daß das Reich, für das unsere Kameraden ihr Leben ließen, seine Vollendung erfahre, ein einiges freies nationalsozialistisches Deutschland werde und das Sterben unserer Kameraden nicht umsonst gewesen sei. Wie ein Bekenntnis erklangen zum Schluß das Horst-Wessel-Lied, das Deutschlandlied und das Saarlied. Kreis Biedenkopf. £ Gladenbach, 12. Nov. In unserer Ortsgruppe wurde der Tag des9 November in würdiger und schlichter Weise begangen. An den Kriegerdenkmälern in Gladenbach und Ammenhau- sen zogen Ehrenwachen der SA. auf. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Gladenbach, Pg. Humbert, legte im Namen der Ortsgruppe an den beiden Denkmälern nach einer kurzen Ansprache Kränze nieder. Im Ort selbst war überall halbmast geflaggt. Zur eigentlichen Gedenkfeier fanden sich die Volksgenossen im Saale Elmsheuser ein. Auf der Bühne war ein Opfermal aufgestellt, an dem 5te SA. Wache stand. Nach dem Einmarsch der Sturmfahnen eröffnete der Musikzug Gladenbach mit dem Pilgerchor aus „Tannhäuser" die Gedenkstunde. Ein Vorspruch: „Die deutschen Heldengeister" folgte. Ortsgruppenleiter Pg. Humbert gedachte dann der gefallenen Kämpfer für die Idee unseres großen Führers. Gemeinsam wurde das Lied „Ar- gonnerwald" gesungen. Nach dem Vortrag eines Musikstückes sprach der Schulungsleiter Pg. E ck - Hardt. Er gedachte aller Kameraden, die ihr Leben für Deutschlands Ehre und Wiedererhebung hin- gaben. Der Musikzug Gladenbach spielte das Lied „Ich hatt' einen Kameraden", während die Namen der 16 an der Feldherrnhalle in München 1923 gefallenen Kameraden verlesen wurden. Ein Jungvolkpimpf brachte das Gedicht „Erschlagener Kamerad^ zum Vortrag. Während der Klänge des Musikstückes „Ich hab' mich ergeben", wurden einige Mitgliedsbücher und Karten ausgegeben. Ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer und der Gesang des Horst-Wesfel-Liedes beschlossen den würdigen Abend. Wettervoraussage. Während ringsum in Europa verbreitete und meist auch sehr ergiebige Niederschläge fallen, hat sich gerade in Deutschland seit Sonntag eine wesentliche Beruhigung eingestellt. Dabei herrscht in den Niederungen zwar vielfach neblige Witterung, doch beginnt ansteigende Bewegung. Darüber im allgemeinen heiteres Wetter, da in der Nacht zum Dienstag durch Ausstrahlung vielerorts wieder leichter Frost auftreten konnte.' Die Gesamtwetterlage bleibt trotzdem auch weiterhin noch unbeständig und es kann angenommen werden, daß das zur Zeit über Frankreich liegende ausgedehnte Regengebiet auch auf unser Wetter Einfluß nehmen wird. Aussichten für Mittwoch: Zunächst wieder Verschlechterung mit verstärkter Nieder- schlagsneigung, im ganzen milder, auffrischende, südliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus West unbeständig und zeitweise Regen. Lufttemperaturen am 12. November: mittags 5,0 Grad Celsius, abends 4,5 Grad; am 13. November: morgens 3,9 Grad. Maximum 6,1 Grad, Minimum 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. November: abends 5,6 Grad; am 13. November: morgens 5,1 Grad Celsius. — Niederschläge 1,7 mm. Stellenangebote] [Stellengesuche) Gießen, im November 1934. C679D | Verkäufe | der Vorstand. 6686 D KameraUhM VereinW ehemleihßardiilenüiehen Ich schlachte einen Brennabor6/25 aus und verkaufe u. a. Autoreifen Scheibenräder Motor- und Wetriebeteile u. a. m. 0546t) H.J. Baehr Frankf.Str. 43 Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schmerzlichen Verluste unseres teuren Entschlafenen durch Wort, Schrift, Kranzspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Elisabeth Berber Wwe. und Angehörige. | Mietgesuche | I oder 2 Zimmer mit Küche z.miet. ges.Schr.Ang.u. 05463 a.d.G.A. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Frau Katharine Döll, geb. Spahn, und Kinder. Landwirtstoch- ter (21 Jahre) sucht Stelle als hmkMel auf einem Gute. Näheres [05471 M. Zängler, Pestalozzischule. Solid. Herr sucht schönes oiöhl. Zimmer in der Preislage von 30 - 45 Mk. Schrift!. Ang. u. 05466 a.d.G.A. Gießen (Weserstraße 31), den 12. November 1934. 05404 Wir machen die Kameraden darauf aufmerksam, daß T unser Ehrenmitglied Adam Emig 6684 D im 93.Lebensjahre verstorben ist.DerHeim- gegangene gehörte unserer Vereinigung seit Gründung an und war allezeit ein eifriger. pflichttreuer und guter Kamerad. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag um 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Beteiligung sämtlicher Kameraden ist Pflicht. Der Vorstand. MemMen zum 15.11. oder l.lI.gesucht.'E Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. KleineAnzeigen 'M Gießener Anzeiger werden von lau len 6en beachtet und geleien. Netten und saub. Metzgergesellen stellt sofort ein Ludwig Scharmann Alsfeld, Hersf. Straß 26. «68o0 Tücht., kinderlb., i. Haush. erfahr. Mädchen s.nachm. gesucht. Vorzust. von 2-3 Uhr. Dr. Dehner, Frkf. Str. 3.B678L) Wissenschaft!. Werke Sondergebiet der Brühl'schenDruckerei | Kaufgesuche"] Fehlerfr., ruhig. Pferd (Einsp.) mittleren Alters zu kaufen gesucht. 05467 51 arl Winter, In denEichgärten23 Gebrauchte Sprungfeder- Matratze zu kaufen gesucht. Schr.Angeb.unt. 05465 a. d.G.A. Kaufe WMW u. zahle bis 10.- ver Stück. 05468 Geldscheinhandl. E. Grimm, Halle S. 2, Kriegerverein Gießen Wir betrauern das Ableben unseres Ehrenmitgliedes Kamerad Adam Emig Oberpostschaffner i. K. Veteran von 1866 und 1870/71. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 14. November, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Um rege Beteiligung bittet ^anpi-Asentne von alter, gut eingeführter, alle gangbaren Branchen betreibenden Bersiche- rungsgesellschaft unter Uebertragung des vorhandenen Inkasso-Bestandes ru vergeben. Herren mit guten Beziehungen werden um Angebote gebeten unter F. H. 144 an „Wefra“ Werbeges. m. b. H., Frankfurt am Hain. fi(mv Bücher von den Wundernder Kleinwelt Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. Von K.O.Bartels 164Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 DicMlkroskopie.EineEinführung in gemeinverständlicher Darstellung von Dr.W.Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photographischen Aufnahmen des Verfassers......................................RM. 3.60 EinfachsteLebensformendesTlcr-u.Pflanzenreichs. 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Von den 175 000 Arbeitsdienstwilli- Durch diese Arbeiten an den aen des Januar war rund die Hälfte in der Form Frischen Haff und Kunschen a. .. r. . ____ ______ Cf......... 1 K (TDifUnMrtti finffnr VQ< DeuWandbegingdenlis.GebuMagSchiilers Wie schnell der Aufbau des Arbeitsdienstes nach der Machtübernahme vonftatten gehen konnte, ersehen wir allein aus der Tatsache, daß in der Zeit vom Januar bis Juli 1933 die Zahl der Arbeitsdienstfreiwilligen von 175 000 auf 263 000 gesteigert werden konnte. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die 263 000 Arbeitsdienstwilligen des Juli fast restlos in geschlossenen Lagern unterge- arbeiten tätig. Es würde Bände benötigen, wenn man alle Arbeiten des Arbeitsdienstes aufzählen wollte. Bezeichnend für die Leistung des Arbeitsdienstes ist die Tatsache, daß ihm in fast der ganzen Welt wärmste Anerkennung zuteil geworden ist. Aus allen Teilen der Welt sind Beauftragte von Staaten und Verbänden nach Deutschland gekommen, um den Aufbau des Arbeitsdienstes zu studieren. Und in Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Polen, Großbritannien und in den Vereinigten Staaten ist man daran gegangen, einen Arbeitsdienst nach deutschem Muster aufzu- bauen. So groß die volkswirtschaftliche Bedeutung des Arbeitsdienstes auch ist, größer und entscheidender ist seine Aufgabe, der Heranwachsenden Generation eine Schule der Kameradschaft, des Gehorsamsund der Unterordnung zu sein. Erst wer im Arbeitsdienst gelernt hat zu gehorchen, wird später fähig sein, im deutschen Staat an verantwortlicher Stelle seine Aufgaben zu erfüllen. leutnant, daß ich mit dem ersten Eindecker, der mir hier auf dem Flugplatz über den Weg gerät, starten darf?" Der ältere Offizier lacht: „Das haben Sie, Kleiner." Jetzt wendet sich Leutnant de Cartena mit vor Erregung glühendem Gesicht zu den umsitzenden Kameraden: „Sie haben es alle gehört, meine Herren!" Seine Stimme überstürzt sich vor Eifer. „Herr Oberstleutnant, ich darf wohl bitten, morgen den Eindecker im Einzelschuppen für mich startbereit machen zu lassen." Die anderen Offiziere springen auf vor lieber- raschung. Puterrot vor Zorn läuft das Gesicht des Staffelchefs an. Dann haut er mit der Faust auf den Tisch: „Sind Sie des Teufels, Cartena! Den Silbervogel vom Grand Chaco wollen ausgerechnet Sie fliegen! Sie Baby meinen Silbervogel! Sie machen schlechte Witze, Leutnant!" Auch der junge Offizier ist jetzt aufgesprungen. Furchtlos pariert er den zornigen Blick des Vorgesetzten: „Ich habe Ihr Wort, Herr Oberstleutnant! Der Silbervogel ist der erste Einsitzer, der mir hier über den Weg gekommen ist, und den will ich fliegen!" „Gut, Leutnant de Cartena. Wort ist Wort! Sie fliegen morgen nachmittag mit dem Silbervogel nach keit ist es zu danken, daß die Bildung und Organisierung des Arbeitsdienstes in die Tat umgesetzt werden konnte. Not. Trotzdem bedeutet aber der Arbeitsdienst, auch von der volkswirtschaftlichen Seite her gesehen, einen ungeheuren Nutzen für unser Volk. Bei 29 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gibt es immer noch 8,5 Millionen Hektar Nutzfläche, die zu wasserhaltig ist, als daß sie in der für die deutsche Nahrungsfreiheit notwendigen Weise bearbeitet werden kann. Wenn es gelingt, dieses eine Drittel unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche zu entwässern, kann der Ernteertrag des deutschen Bodens so wesentlich gesteigert werden, daß unsere Abhängigkeit vom Ausland in man- Der Silbervogel von Grand Chaco 6in Abenteuer aus dem Chaco-Krieg. Don Jürgen Hahn-Butry. Weit zurück hinter den feuchten, fiebergeschwängerten Wäldern des Grand Chaco liegt auf felsigem Hochplateau der Flugplatz der Fliegerstaffel der 4. bolivianischen Divison. Tag für Tag und manche Nacht geht es von dort hoch über den Urwald in das paraguaynische Hinterland. Der junge Leutnant Raul de Cartena ist erst seit ein paar Wochen an der Front und darf vorerst nur als Begleiter mitfliegen. Seine ganze Sehnsucht gilt dem Eindecker, der etwas abseits von den großen Wellblechhallen in einem kleinen Schuppen für sich steht. Silbergrau sind seine Tragflächen. lieber 300 Stundenkilometer soll er schaffen. Doch nur der Staffelchef selbst fliegt den Einsitzer, wenn es eine wichtige Erkundigung gilt. Rauls 18. Geburtstag ist herangekommen. Mit Mordshallo, mit Zuckerrohrschnaps und Wisky wird er festlich begangen. Abends bei der Tafel winkt sich Oberstleutnant Sarpiento, der Kommandeur, seinen jüngsten Offizier zu sich: „Kann mir schon denken, Kleiner, was Sie sich von mir zum Geburtstag wünschen! Wollen sicher endlich mal allein fliegen! So wie die angeforderten Einsitzer eintrudeln, kriegen Sie so 'ne Kiste." Dem Jungen ist der viele Alkohol in den Kopf gestiegen: „Geben Sie mir Ihr Wort, Herr Oberft- chen Dingen beendet werden kann. Die Entwässerungsarbeiten der freien Wirtschaft zuzuführen, wäre schlechterdings unmöglich, da die Kosten von der Landwirtschaft nicht aufzubringen wären. Hier beginnt darum die große, entscheidende Aufgabe des Arbeitsdienstes. Die Kultivierung dieser Landesteile wird den Weg zur Sicherung der deutschen Nahrungsfreiheit ein gewaltiges Stück vorwärts treiben. Darüber hinaus aber hat sich die Regierung entschlossen, den Nahrungsboden auch durch Neulandgewinnung erheblich zu vergrößern. ' ‘ ~ ■ *■ t friesischen Inseln, am . Haff sollen insgesamt etwa 1,5 Millionen Hektar Neuland erobert werden. Insgesamt ist damit zu rechnen, daß durch Oedland- und Moorkultivierung und Neulandgewinnung 200 000 leistungsfähige Bauernhöfe neu aufgebaut werden, das würde der A n - fieMung von rund 1,5 Millionen Volksgenossen gleichkommen. Dabei wird von der Leistung des Arbeitsdienstes streng darauf gesehen, daß vom Arbeitsdienst nicht solche Arbeiten durchgesührt werden, die ebenso gut von der freien Wirtschaft erledigt werden können. Spiel- und Sportplätze, Derschönerungsanlagen und ähnliche Dinge, insbesondere auch die technischen Arbeiten beim Straßenbau werden nicht mehr vom Arbeitsdienst durchgeführt, damit an diesen Stellen Facharbeiter wieder vollbeschäftigt werden können. Während im Jahre 1932 noch 32 v. H. aller Arbeitsfreiwilligen mit solchen Arbeiten beschäftigt waren, die nicht eigentliche Aufgabe des Arbeits- i dienftes sein sollten, sind im Jahre 1933 allein 85 I ü. fj. aller Arbeitsfreiwilligen in reinen Lan - 'deskulturarbeiten beschäftigt gewesen. 44 v. H. der Arbeitsdienstwilligen waren an Arbeiten zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutz- . fläche, 23 v. H., an solchen Arbeiten beschäftigt, die der Aufschließung des Geländes, meist zu Siedlungszwecken dienten (Wegebau, Verkehrsverbesserungen usw.). Außerdem waren 10 v. H. in der Forstwirtschaft und 8 v. H. in reinen Siedlungs- Arbeitsdienst - Iotksdienst. Don Karlheinz Bornhagen. „Arbeitsdienst ist Angriff auf ein entsetzliches Vorurteil, nämlich, daß Handarbeit minderwertig sei. Dieses Vorurteil wollen wir ausrotten in Deutschland!" Adolf Hitler. Man mag über die frühere Zerrissenheit und innere Zerspaltung der deutschen Jugend urteilen wie man will eins wird man ihr aber imfner zubilligen müssen: daß sie na d) neu en We g e n g e sucht bat und auch bereit gewesen ist, sich emzusetzen. Die Tatsache dieser Sehnsucht der deutschen Jugend nach neuen Zielen und Idealen ist schließlich der st ä r k st e Antrieb der nationalsozialistischen Bewegung geworden. Als die Jugend erkannt hatte, daß sie im Interesse einseitiger Klassen-, Standes- und Konfessionspolitik ausgenutzt wurde, hat sie aus innerster Ueberzeugung den Weg zum Nationalsozialismus gefunden. Ueber dem Kampf der deutschen Jugend in den Nachkriegsjahren stand einzig und allein der Wille zur sozialistischen Volksgemeinschaft. Alle Arbeit und aller Einsatz dienten schließlich nur dazu, Wege zur praktischen Ausgestaltung dieser sozialistischen Gemeinschaft zu formen. So tauchte denn seit Jahren immer wieder die Idee des freiwilligen Einsatzes zur A r - beitsdienstleistung für den Staat und das Volk auf. Solange aber keine einheitliche Staatsführung den Aufbau des Freiwilligen Arbeitsdienstes in die Hand nahm, mußten zwangseingesetzt, daß sie tagsüber zwar in geschlossenen Formationen Arbeit leisteten, außerhalb der Arbeitszeit aber tun und lassen konnten, was sie wollten. Es ist selbstverständlich, daß die Zusammenfassung in geschlossenen Lagern weitaus größere Organisationsarbeiten erforderte. Der Nationalsozialismus konnte es aber selbstverständlich mit der nur arbeitszeitmäßigen Erfassung der Dienstwilligen nicht bewenden lassen. Arbeitsdienst ist für ihn nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit und Prdukti- oität, in noch stärkerem Maße vielmehr eine staatspolitische Erziehungsaufgabe. Das Erlebnis der Kameradschaft im Lager, das Miteinanderarbeiten der Kameraden aus allen Berufen und Schichten des Volkes ist eine der wesentlichsten Grundlagen und Voraussetzungen zur Ueberwin- dung der inneren Zerrissenheit und völkischen läufig alle Pläne zuschanden werden. Es bestand sogar die große Gefahr, daß auch beim Freiwilligen. Arbeitsdienst interessengebundene Mächte den Jdea-’ lismus der Jugend ausnutzten. Der Nationalsozia-, Wischen Deutschen Arbeiterpartei war es schon vor I der Machtübernahme gelungen, die Organisation eines Arbeitsdienstes wenigstens in seinen Grundzügen aufzubauen. Dieser vorausschauenden Tätig-1 Der Führer im Nationaltheater in Weimar, wo der Staatsakt der Reichsregierung und der thüringischen Landesregierung ftattfand. Links neben Adolf Hitler Reichsminifter Dr. Goebbels und der thüringische Ministerpräsident Marschler ; recyts Reichsstatthalter S a u ck e l und Minister W ä ch t l e r. König und Mensch. Friedrich der Große in neuer Beleuchtung. VonOr. h. c. Friedrich v. Oppeln-Bronikowski. Der jüngere Bruder des damaligen Kurfürsten Wilhelm I. von Heffen-Kaffel, Landgraf Karl, der in jungen Jahren zum dänischen Feldmarschall und Gouverneur von Schleswig aufgestiegen war und als solcher dem alternden Abenteurer Graf Saint- Germain die letzte Freistatt in Eckernförde bei Schleswig gewährt hatte, hat 1816/17 wenig bekannte, aber vielseitig fesselnde Denkwürdigkeiten diktiert, die erst 1866 in deutscher Uebersetzung von Dr Beruh ar di in Kassel erschienen sind. Wohl das Fesselndste daraus sind seine Erlebnisse im Bayerischen Erbfolgekrieg von 1778/79, den er mit seinem Bruder, dem späteren Kurfürsten, im Gefolge Friedrichs des Großen mitgemacht hat, und feine Unterredung mit diesem. Durch sein freimütiges, aber liebenswürdiges Wesen und sein unabhängiges Urteil gewann er bald das Herz des greisen Helden, der in einsamer Größe dastand und in seiner Familie wie in seiner aussterbenden Tafelrunde kaum noch Personen fand, denen er sich voll anvertraute. z , ,P£ . „Die Tafelrunde bes Königs , heißt es m den Berichten, „war für mich fehr interessant, aber alle anderen Gäste fürchteten sie und waren trostlos über ihre Dauer ... Wenn es eine Diskussion ober ein Wortgefecht gab, was er sehr liebte, so verlängerte sich die Tafelzeit ins Unendliche. Ich horte zu Anfang zwar, daß der König oft sagte: „Meine Tafel ist eine Republik, jeder kann dabei reden, was er will." Ich suchte ihn daher bei jeder Gelegenheit zum Sprechen zu bringen, über sein Leben wie über seine politischen und militärischen Ansichten, und ich darf wohl sagen, daß ihm das viel Vergnügen machte. Nach dem Abmarsch der Truppen in die Winterquartiere begab sich der König nach Breslau. Unterwegs, in Landshut, als er bei Tafel faß, meldete man ihm eine Abordnung der reichsten Kaufleute und Fabrikanten der Stadt. „Sie werden mich auslachen, aber ich muß mit diesen Leuten über ihren Handel und ihr Geschäft sprechen." Sie setzten sich zu Viert dem König gegenüber, und er fraqte sie sehr eingehend aus. Ihre Antworten waren sehr freimütig und genau. Als wir in die Vorstadt von Jägerndorf tarnen, fragte der König, wo sein Hauptquartier sei. „In der Stadt" entgegnete man ihm. Er sah einen grckßen Hof und befahl, sofort alles aus der Stadt dorthin zu bringen. Er setzte sich vor die Haustür auf eine Holzbank und rief mich herbei, mich neben ihn zu etzen. Es währte ziemlich lange, dis das Gepäck kam. Derweil unterhielt sich der König über allerlei, wobei er sich über den Hof, den er ausgesucht hatte, lustig machte. Er war voller Rauch und Schmutz und gehörte, wie wir erfuhren, einem Fürsten Liechtenstein. Tags darauf, als ich zur Tafel des Königs kam, sagte er zu mir: „Ich habe die Ehre, im Schweinestall Sr. Hoheit des Fürsten von Liechtenstein zu wohnen .." Eines Tages fragte er mich in Gegenwart mehrerer Generale, nachdem er viel vom Siebenjährigen Krieg gesprochen hatte: „Sagen Sie mir, lieber Prinz, aber recht aufrichtig, wo habe ich mich in jenem Krieg nach Ihrer Meinung am besten gehalten?" Ich entgegnete: „Damals, als Sie nach der Schlacht bei Hochkirch die Armee, die nach dem nächtlichen Uebersall in Verwirrung sein mußte, auf dem Höhenzuge nahe beim Schlachtfelde wieder ordneten, dadurch einem siegreichen Feinde Halt geboten, dann nach Neiße marschierten, das im Begriff war, sich zu ergeben, und dort die Oesterreicher zur Aufhebung der Belagerung zwangen. So trugen S. M. die Ehre und den Gewinn des Feldzuges davon." Meine Antwort schien dem König Vergnügen zu machen, obwohl ich an den Gesichtern der anderen das Entsetzen über meine Kühnheit merkte, daß ich von einer verlorenen Schlacht sprach. In Breslau bestand die Tafel aus 12 bis 14 Personen. Der König saß an einer Ecke und ich links von ihm. Man speiste sehr gut auf dem schönsten Berliner Porzellan. Neben den König setzte man einen Stuhl für feine Lieblingshündin. Alle feine Hunde, fünf bis sechs, kamen mir mit großer Zutraulichkeit entgegen. Einmal hatte ich mit dem König eine sehr lebhafte Unterhaltung über Religion. Wenn er bei Tafel auf dieses Thema kam, mischte ich mich nicht in das Gespräch, sondern schlug die Augen nieder und schwieg. Der König merkte es wohl. Endlich wandte er sich lebhaft an mich und fragte: „Sagen Sie, lieber Prinz, glauben Sie an diese Dinge?" Ich antwortete in sehr festem Ton: „Ich bin nicht sicherer, Sie zu sehen, als daß Christus gelebt hat und als unser Heiland am Kreuz gestorben ist." , Der König blieb einen Augenblick in .Gedanken versunken, dann ergriff er plötzlich meine rechte Hand und drückte sie kräftig. , m Jm Frühjahr 1779 begab ich mich über Braunschweig nach Berlin, wo ich sogleich eme Einladung des Königs nach Sanssouci erhielt. Wie man mir sagte, hatte er nach seiner Rückkehr nach Berlin einen sehr lebhaften Wortwechsel mit seinem Küchenchef Noel gehabt, da er ihm erklärt hatte, jetzt, nachdem er den Krieg habe führen müssen, könne er ihm nur noch die Hälfte, nämlich vier Taler, für jedes der acht Gerichte zahlen. Noel versicherte, dann werde keines gut und nach seinem Geschmack sein. Um es kurz zu machen, wollte der König nur noch vier Gerichte zu vier Talern haben, doch am Tage meiner Ankunft befahl er, die acht Schüsseln wieder aufzutragen. Soviel Gäste geladen waren, soviel Leibhusaren und Lakaien traten jeder mit einer zugedeckten Porzellanschüssel ein, die mit allen möglichen ausgezeichneten Speisen angefüllt waren. Wie schon gesagt, liebte der König bei Tafel das Disputieren, ward aber leicht ärgerlich über Widerspruch, an den er nicht gewöhnt war. Dennoch benutzte ich jede Gelegenheit, wo ich ihn schlecht unterrichtet fand, um ihm die Wahrheit zu sagen. Einmal wurde er ernstlich böse auf mich wegen des Fürsten von Weilburg, der ein sehr würdiger Mann und mein vertrauter Freund war. Der König sagte, er habe ihn vor Jahren gesehen und nannte ihn einen Dummkopf. Ich widersprach und nahm ihn gebührend in Schutz. Da legte der König die Serviette hin, und man stand nach einer ziemlich kurzen Tafel auf, während er sich ohne ein Wort in fein Zimmer zurückzog. Alle machten mir lange Gesichter; Finkenstein und Schulenburg traten auf mich zu und sagten: Mein Gott, Sie haben den König erzürnt." ,Das sollte mir leid tun", entgegnete ich, „ich habe ihm nur die Wahrheit gesagt/ „Aber warum ihn ärgern?" Ich ärgerte mich nun selbst, erwiderte jedoch: „Ich hätte mein Schweigen für Feigheit gehalten. Ich sage Gott täglich die Wahrheit; ich werde sie auch dem König sagen. Wenn er sich auch einen Augenblick ärgert, wird er doch am nächsten Tage finden, daß ich recht hatte." Hochschulnachrichten. Profefsor Dr. Schüßler, Ordinarius an der Universität Rostock, hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Würzburg erhalten. Der erst am 1. April d.J. als Nachfolger von Professor Dr. Klapp auf den Lehrstuhl für landwirtschaftlichen Pflanzenbau und Pflanzenerzeugung an der Universität Jena berufene Professor Dr Konrad Meyer hat bereits einen neuen Ruf nach Berlin erhalten. Wer ist der unbekannte Kriegsgefangene? Mit der „Bremen" ist Alfred Kampf, der Sohn des berühmten deutschen Malers Professor Arthur Kampf, der vor kurzem seinen 70. Geburtstag beging, in Southampton eingetroffen, der ein von feinem Vater gemaltes Bild eines englischen Kriegsgefangenen an den unbekannten Dargestellten übermitteln will. Die englische Presse berichtet ausführlich über bas Bild und seine Geschichte und bringt eine Reproduktion, die einen britischen Soldaten in der Uniform der Royal Börse Guards zeigt. Es ist ein großer hagerer Mann mit den verschlossenen Gesichtszügen eines Gefangenen. Seine kakhifarbene Uniform ist nur durch ein kleines blaues Taschentuch belebt, bas er in der linken Brusttasche trägt Wer ist dieser schlichte Soldat, und wie kam Professor Kapipf dazu, gerade ihn zu porträtieren? Alfred Kampf berichtet, daß sein Vater während des Krieges vom Kaiser den Auftrag erhielt. Gefangene aller Nationalitäten zu malen, um sie in einem großen Gemälde zu vereinigen. Zu diesem Gemälde habe sein Vater nun viele Einzelstudien gemacht; die von ihm ausgewählten Gefangenen, die er als besonders charakteristische Vertreter ihrer Nation angesehen habe, wurden in militärischer Bewachung aus dem Gefangenenlager in Döberitz in fein Atelier in der Hochschule für die bildende Kunst gebracht Unter diesen Gefangenen befand sich auch der porträtierte Engländer, der dem Mannschaftsstande angehörte. „Mein Vater unterhielt sich während einer Sitzung sehr freundschaftlich mit ihm", erzählte Alfred Kampf. „Sie tranken miteinander Tee, rauchten Zigaretten und führten lange Gespräche. Der Soldat bat meinen Vater dann, ihn nach dem Kriege in England zu besuchen. Aber un- glücklicherweise verlegte mein Vater die Adresse und erinnerte sich nur noch des Regiments des Dargestellten und seiner Bemerkung, daß er im Zivilberuf Ingenieur fei. Bei einem Wechsel des Ateliers hat mein Vater nunmehr wenigstens das Beides „Royal Korse Guards" wiedergefunden. Er gab mit den Auftrag, den Soldaten ausfindig zu machen und ihm das Porträt als Ausdruck der Freundschaft für ihn persönlich und darüber hinaus für bas englische Volk zu überreichen." Das große Gemälde, für das dieses Einzelbild nur als Skizze dienen sollte, ist durch den Ausgang des Krieges nicht zur Vollendung gekommen. Nur dies Porträt blieb übrig und wartet auf den Dargeftellten, dessen Schicksal noch völlig im Dunkeln liegt. dem paraguaynischen Fort Mutchatado auf Erkundigung. 21ber das sage ich Ihnen", die Stimme des Kommandeurs ist eisig geworden, „machen Sie drüben Bruch und trudeln Sie ab, so lasse ich Sie mit einer Sonderstafsel herausholen, nur um Sie vor ein Kriegsgericht zu stellen!" Am anderen Nachmittag um 4 Uhr ist Start. Hell spiegelt die subtropische Sonne aus den silberigen Flächen des Eindeckers. Heber 2000 Meter schraubt sich Raul hoch. Dann sieht er tief unter sich quer über eine Waldlichtung mit schweren Baumstämmen verschlagen die Stellung der eigenen Truppen. Er geht tiefer herunter. Dort die paraguayanische Stellung. Das gleiche Blid. Er hat die automatische Photographie eingeschaltet. „Madre de dios!“ Ein neues feindliches Neseroedepot! Und nur 1500 Meter hinter der vordersten Linie. So eine Frechheit! Die Mitteilung allein wird den Flug verlohnen. Doch weiter muh er. Wieder klettert die Maschine auf 2000 Meter. Eine halbe Stunde fliegt er so im 200-Kilometertempo. Hurra, dort die unregelmäßigen Erhebungen im Gelände, das muß das Fort Mutchatado sein! Mit abgestelltem Motor läßt er die Maschine in Spiralen tief und tiefer gehen. So! Jetzt ist die Sicht gut. Wieder arbeitet der automatische Photoapparat. Pfff, pisff, Piff, Piff, Piff, piffpiffpiff sausen jetzt Infanterie- und Maschinengewehrsaloen gegen ihn hoch. Donnerwetter! Die Sache fängt an, ungemütlich zu werden. Scheinwerfer flammen auf. Steil- auf nimmt der Silbervogel wieder seinen Weg. 2000, 2500 Meter zeigt das Höhensteuer. Leutnant de Cartena strahlt über das ganze Gesicht. Was kann jetzt noch passieren! Die Aufgabe glänzend gelöst und dem Silbervogel nicht das geringste passiert! Eine halbe Stunde fliegt er wieder hoch über den Wolken. Dann bleibt sein Blick wie gebannt am Geschwindigkeitsmesser hasten: 180 — 170 — 150, immer schneller zittert der kleine Zeiger zurück. Ein Blick auf die Gasolinuhr. Heilige Mutter Gottes! Nur noch zehn Liter! Also haben sie doch getroffen beim Fort Mutchatado und den Reservetank zer- ■fiebt! Mit den letzten Litern klemmt er die Maschine noch drei-, vierhundert Meter höher. Nur eine Rettungsmöglichkeit bleibt. Im Gleitflug über die feindlichen Linien kommen und irgendwo landen. Immer tiefer gleitet der Silbervogel. Noch ist die vorderste Stellung weit. Er muß einsehen, daß sein letztes Hoffen vergeblich ist. Da durchzuckt ihn ein abenteuerlicher Einfall: Alles oder nid)ts — heißt es jetzt. Ein letztes Herumschwenken der Maschine. Dann gleitet sie parallel zur Front. Leutnant de Cartena beugt sich weit aus dem Führersitz. Weit vor ihm eine langgestreckte schmale Lichtung im Urwald. Die Maschine setzt leicht auf, holpert noch hundert Meter und bleibt dann stehen. Fieberhaft schnell macht der junge Offizier eine Positionsbestimmung, so gut es geht. Es muß stimmen! Ein paar hundert Meter, höchstens ein Kilometer von hier muß das neue paraguaynische Reservedepot fein, das er am Nachmittag überflogen. Da muß es auch Benzin geben! Erst trägt er mühsam das Schwanzende herum und dreht die Maschine zu neuem Start. Ein letzter Blick auf Kompaß und Karte. Dann macht er sich auf den Weg nach dem Urwald. Mit dem Dolchmesser schlägt er den selbstgebahnten Wea frei von Lianen und Schlinggewächsen. Plaß muß sein, wenn er nachher mit den schweren Benzinkannen zurückrennt. Einen halben Bogen schlägt er noch, wie er die Wachtfeuer aufblinken sieht. Dann ist er am Rande einer Lichtung. Glück muß man haben: Nur an einem Ende leuchten Feuer. Die Baracken selbst liegen im Dunkel. Leise schleicht er von Wellblechschuppen zu Wellblechschuppen. Endlich ist es der Richtige. Die Tür ist unverschlossen. Jrn Schuppen stapeln sich die Blechkanister. Er schleppt zwei bis zur Tür. Wie er heraustritt, steht ein paraguay- nifcher Wachtposten vor ihm. Der denkt an keine Gefahr und hält ihn für einen Kameraden. Mit einem Satz ist der junge Offizier hochgeschnellt. Ein Fausthieb trifft den Posten direkt unter das Kinn, daß er wie ein gefällter Baumstamm hinschlägt. Das eigene Taschentuch stopft Leutnant de Cartena ihm in den Mund als Knebel. Mit raschen Messerschnitten zerschneidet er den Gewehrriemen. Damit fesselt er dem Paraguayaner notdürftig Hände und Füße. Aus den Schultern schleppt er ihn dann dreißig, vierzig Meter ins Gebüsch. Bis sie ihn da finden, ist er über alle Berge. Wieder rennt er zurück zum Schuppen. Dann stehen auch zwei Benzinkanister sicher hinter den ersten Waldstämmen. Einen Augenblick verharrt er. Noch einmal umfaßt sein Blick das feindliche Reservedepot. Dann geht ein Leuchten über seine jungen energischen Zügen: Jetzt wird er es dem Oberstleutnant Sar- piento einmal zeigen. Noch einmal schleicht er zurück zum Schuppen. Auf der Erde liegend ritzt er mit dem Dolch einen zwei Meter langen Grasstreifen aus dem Boden. Dann holt er einen dritten Benzinkanister aus dem Schuppen. Langsam läßt er den ausfaufen. Wie Wasser läuft das Benzin seinen Weg zu dem tiefliegenden Schuppen herunter und bildet bald weite Lachen rings um die Wellblechbaracke. So. Jetzt ist die Kanne leer. Der Leutnant bückt sich. Kurz glüht ein Streichholz auf. Dann zuckt eine blaue Flamme, springt schnell den schmalen Bodenkanal entlang und hüllt den ganzen Schuppen dann in ein magisches Licht. Keuchend rennt der junge Fliegeroffizier mit den Benzinkannen durch den Wald. Eine Explosion donnert auf, und Feuersäulen erhellen den Wald taghell. Dann ist er beim Silbervogel. Den Tank gefüllt! Er klettert in den Führersitz. Das Lärmen des anspringenden Motors geht unter im Krach der andauernden Explosionen. Jetzt hat das Feuer wohl die Munitionsschuppen erreicht. Ununterbrochen prasselt es von explodierenden Jnfanteriegeschossen. Hinein mischt sich das dumpfe Geräusch auseinder- fliegender Minen. Ein letztes Hinhören. Dann rollt die Maschine zwanzig, dreißig Meter über die Lichtung, bäumt sich steil auf, zieht hoch in den nächtlichen Himmel und nimmt ihren Weg zum Flugplatz der Fliegerstaffel der vierten Division. Mitternacht ist es, als der Silbervogel wieder in seinem Schuppen steht. — Leutnant Raul de Cartena ist zwei Wochen später der jüngste Oberleutnant der bolivianischen Armee. Wirtschaft. * Der Eisen st einbergbau an Lahn, Dill und inOberhessen im Oktober. Die erwartete höhere Förderung im Oktober ist nicht ausgeblieben. Die Belegschaft stieg auf 2265 Mann. Die Förderung auf 57 370 (September 52 342) Tonnen, der Absatz auf 61354 (60136) Tonnen. Der bisherige Höchstabsatz (August 65 251 Tonnen) ist nicht erreicht, dagegen ist die bisherige Höchstförderung (August 55 430 Tonnen) um rund 2400 Tonnen übertroffen. Die Aus- und Vorrichtungsarbeiten werden in verstärktem Maße betrieben, und größere Untersuchungsarbeiten sind in Angriff genommen. Auch die Bohrungsarbeiten haben bereits einige 100 Meter Bohrungen gebracht. Mit einer weiteren Erhöhung der Förderzahl, wenn auch nicht mehr in demselben Tempo wie bisher, darf für die nächsten Monate gerechnet werden. Frankfurter Börse. rNiktagsbörse sehr still. Frankfurt a. M., 12.Nov. Die Börse zeigte auch zum Wochenanfang keine Geschäftsbelebung, vielmehr hat sich die schon starke Zurückhaltuna der Kulisse noch verstärkt, da von der Privatkundschaft Aufträge fast völlig fehlten und auch nennenswerte Anregungen aus der Wirtschaft nicht vorlagen. Infolgedessen herrschte auf allen Marktgebieten weitgehendste Geschäftslosigkeit. Am Aktienmarkt neigten die Kurse überwiegend zur Schwäche, wogegen der Rentenmarkt sich besser behauptete, obgleich auch hier die Umsatztätigkeit auf ein Minimum beschränkt blieb. Die Altbesitzanleihe eröffnete mit 103,25 um 0,25 v. H. leichter, während späte Reichsschuldbuchforderungen, Kommunal-Umschuldungs- anleihe und Zinsvergütungsscheine im Vergleich zum Samstag keine Veränderung aufwiesen. Am Aktienmarkt kamen zunächst nur wenig Werte zur ersten Notiz. IG. Farben lagen mit 138,25 um 0,50 v. H. leichter und bröckelten später weiter etwas ab, ferner gingen Deutsche Erdöl um 0,75 o. H. zurück, Scheideanstalt konnten sich mit 208 v. H. behaupten. Der Montanmarkt verkehrte durchweg in schwächerer Tendenz, so gaben Buderus und Phönix je 0,65 v. H., Harpener und Stahlverein je 0,75 v. H. und die übrigen Papiere von 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Elektropapiere lagen etwas uneinheitlich, wobei u. a. Licht & Kraft 0,75 v. H., Geffürel 0,25 verloren, dagegen AEG. 0,40 v. H., Bekula 0,25 v. H. anzogen und Siemens gut behauptet waren. Don sonst noch zur Erstnotiz gekommenen Papieren gaben Zellstoff Waldhof 1 v. H., Daimler Motoren 0,40 v. H., Bank für Brauindustrie 0,75 v. H., Schiffahrtswerte bis 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,75 v. H. nach. Etwas fester lagen andererseits Moenus Maschinen (4- 0,25 v. H.) und Reichsbankanteile (+ 1 v. H.). Am Kassamarkt waren Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, auf den Dividendenausfall (i. V. 4 v. H.) angeboten; die Taxe stellte sich auf etwa 60 nach 64,25 v. H. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an, und die Kurse bröckelten zumeist weiter leicht ab. Farbenindustrie waren bis auf 137,50 ermäßigt, auch sonst betrugen die Rückgänge gegen den Anfang etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Stärker rückläufig waren Akkumulatoren, Berlin, mit —1,50 v. H., auch Metallgesellfchaft büßten 1 v. H. ein. Am Nentenmarkt brodelten Altbesitzanleihe auf 103 v. H. ab, und auch die übrigen variablen Papiere gingen um etwa 0,25 v. H. zurück. Pfandbriefe lagen sehr still, aber nur wenig verändert. Einzelne Liguidationspfandbriefe zogen etwas an. Stadt- und Staatsanleihen lagen sehr ruhig, aber behauptet. Von fremden Werten lagen Mexikaner unverändert. Am Markte der Industrie-Obligationen waren 6 v. H. Voigt & Häffner weiter stark gesucht. — Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert. Abendbörse: etwas freundlicher. Die Abendbörse nahm im allgemeinen einen sehr ruhigen Verlauf, doch war die Stimmung eher etwas freundlicher und die schwachen Berliner Schluhkurse waren vielfach etwas höher. So gewannen u. a. IG. Farben 0,40 v. H., Geffürel 0,65 v. H., Goldschmidt 0,50 v. H., Hapag 0,25 v. H. Montanwerte blieben meist behauptet. Der Rentenmarkt lag gleichfalls ruhig, dock konnten sich Altbesitz und die übrigen variablen Anleihen meist leicht erhöhen. Ohne daß besonders lebhaftes Geschäft zu verzeichnen war, hatte der Rentenmarkt zwei Sonderbewegungen. Einmal war es die sechs- prozentige Stahlverein-RM.-Anleihe, die sich von 77,75 am Berliner Schluß auf 82,50 bis 83,50 erhöhte, zum anderen die sechsprozentigen Dollar- Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1923, die von 74,40 auf zunächst 80 bis 82 und bann auf 83 v. H. anstiegen. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 103,25, 6 v. H. Stahlverein-RM.-Bonds 82,50 bis 83,50, 6 v. H. Stadt Mainz von 1926 85, Schutzgebietsanleihe 9,50, 5 v. H. innere Mexikaner 5,13, Braubank 111,50, Reichsbank 142, Gelsenkirchen 57,75, Harpener 104, Rheinstahl 87, Stahlverein 38, AEG. 26,25, Bekula 140,40, Daimler 45, Scheideanstalt 208, IG. Farben 137,75 bis 138, Geffürel 106,50, Goldschmidt 89, Holzmann 75, Lahmeyer 118, Schuckert 92, Kaufhof 30,25, AG. für Verkehrswesen 76, Hapag 26,25, Norddeutscher Lloyd 28. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Nov. Am Getreidegroßmarkt haben die Anlieferungen in Brot- und Futtergetreide noch keine Vermehrung erfahren, während die Nachfrage unvermindert anhält. Auch Weizen wird jetzt nur sehr spärlich angeboten. Das Mehlgeschäft nahm bei unveränderten Preisen einen sehr ruhigen Verlauf, insbesondere die Nachfrage für Roggenmehl stockt fast vollkommen. Von Mühlenabfällen blieb Roggenkleie stark gefragt, auch für Weizenkleie und für Nachmehle hält das Interesse stark an. Kraftfuttermittel sind für die lebhafte Nachfrage nur unzureichend angeboten. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 202, W XIII 206, W XVI 210, Roggen R IX 162, R XIII 166, R XV 170, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 164, G XI 167, G XII 169, Hafer XIII 162, H XIV 164, alles Großhandelspreise ab Station, bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 195 bis 200. Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24, alle Mehlpreise erfahren einen Aufschlag um 50 Pf. für Frachtausgleich. Weizennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,50, Weizenkleie W XIII 10,50, W XVI 10,71, Roggenkleie R XIII 9,72, R XV 9,96, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag (m. M.) 13 Kartoffeln: Gelbfleischige hiesiger Gegend 2,90 bis 3 Mark per 50 Kilogramm bet Waggon- bezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 12. Nov. Auftrieb: Rinder 1388 (gegen 1450 am letzten Montagsmarkt), davon 441 Ochsen, 96 Bullen, 403 Kühe und 448 Färsen. Kälber 483 (456), Schafe 171 (79), Schweine 4088 (4113). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 38 bis 40, b) 33 bis 37, c) 29 bis 32, d) 22 bis 28; Bullen a) 36 bis 37, b 32 bis 35, c) 28 bis 31, d) 25 bis 27; Kühe a) 34 bis 37, b) 27 bis 33, c) 19 bis 26, d) 12 bis 18; Färsen a) 39 bis 40, b) 34 bis 38, c) 29 bis 33, d) 25 bis 28. Kälber Sonderklasse —, andere a) 52 bis 54, b) 43 bis 51, c) 37 bis 42, d) 26 bis 36. Lämmer und Hämmel b2) 34 bis 36, c) 31 bis 33, d) 29 bis 30; Schafe e) 31 bis 33, f) 25 bis 30, g) 19 bis 23. Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 47 bis 53, d) 45 bis 51, e) —, k) —, gl) 46 bis 50, g2) 40 bis 45. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt gaben geringe Ochsen 3 Mark, Kälber 2 Mark und Schafe 1 Mark nach, im übrigen blieben die Preise fast unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand (60 Ochsen, 10 Kühe und 12 Färsen). Kälber ruhig, geräumt. Hämmel und Schafe mittelmäßig, bei Schafen 17 Stück Ueberstand. Schweine mittelmäßig, geringer Ueberstand (126 Stück). Großhandelspreise f ü r Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 603 Viertel Rindfleisch, 47 ganze Kalber, 62 ganze Hämmel, 174 Schweinehälften, 1 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 58 bis 62; Bullenfleisch b) 54 bis 56; Kuh fleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38- Rindfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72* d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 72 bis 75. Roher Speck unter 7 cm 80 bis 83, Flomen 90. Marktverlauf: lebhaft. Licher Herbstrnarit. }) Lich, 12. Nov. Der Licher H e r b st m a r k t, der in diesem Jahre zum ersten Male als Schweine- und Großviehmarkt eingeführt wurde, war wohl als Folge des außerordentlich ungünstigen, regnerischen Wetters nur schwach beschickt. Aufgetrieben waren 129 Schweine und ein Rind. Bei schleppendem Geschäft wurden bezahlt für f) bis 8 Wochen alte Ferkel bis zu 10 Mark, für 8 bis 10 Wochen alte 10 bis 14 Mark, für ältere 15 Mark. Es verblieb einiger Ueberstand. Preußen. Lichtbildabend auf dem Gleiberg. Q) Krofdorf-Gleiberg, 12. Nov. Die Einwohnerschaft von Krofdorf-Gleiberg nimmt stets regen Anteil an Veranstaltungen, die der Vertiefung des Heimatgedankens gelten. Das zeigte auch wieder der starke Besuch des Lichtbildabends über das Dorf Gleiberg am letzten Samstag auf der Burg. Bis auf den letzten Platz war der große Kaiferfaal von Besuchern besetzt, um die vielen Bilder des Heimatortes zu sehen, den Erläuterungen dazu und den Erzählungen aus der Vergangenheit zu lauschen. Die Heimat betonende Gedichte, Sprechchöre und Lieder der älteren (Bleiberger Schulkinder sowie Heimatlieder des Gesangvereins „Hermanus" (Gleiberg), der durch seine bereitwillige Mitwirkung am Gedeihen der Dorfgemeinschaft lebhaften Anteil nimmt, umrahmten in schöner Weise die Veranstaltung. Lehrer P r a ß , der schon jahrelang immer und immer der Heimat das Wort redet und die ortsgeschichtlichen Quellen erforscht, wies einleitend auf die Bedeutung der Heimat hin, die der neue Staat ihr zollt. Die Heimat sei unser aller Schicksal. Sie bestimme unser Wesen bis ins tiefste; in ihr liege das Fundament unseres Denkens und Schaffens. Von ihr redeten und träumten Deutschlands Dichter; für sie gaben Menschen zu allen Zeiten Gut und Blut hin. Die Gleiberger und Krofdorfer hätten alle Ursache, ihre Heimat ob ihrer Schönheit zu preisen und den Heimatboden zu lieben, über den tausend und mehr Jahre ihre Väter dahingeschritten seien und um den ebenso lang Sage und Geschichte geht. An Hand eines Lageplanes von Burg und Dorf Gleiberg sprach Lehrer Praß dann über die Gründe zur Entstehung des Fleckens. Nicht Ackerbau, nicht Handel und Gewerbe vermochten Men« schen aus der Ebene zur Besiedlung anzuziehen, sondern lediglich der Befestigung wegen wohnte man hier oben. Burgmannenhäuser mögen die ersten Anfänge des Ortes, der als Anhängsel an die Burg zu betrachten ist, gewesen sein. Die mit allen Mitteln von den mittelalterlichen Herren erstrebte Stadterhebung Gleibergs sei nicht gelungen, auch nicht durch das Privileg eines Wochenmarktes durch Kaiser Ludwig den Baier 1331. Ebenso hätte ein seit 1358 immer wieder erneuerter Freiheitsbrief mit merklichen Erleichterungen gegenüber anderen Orten nicht zum gewünschten Ziel geführt. Ja, seit 1700 sei die Abwanderung durch hohe Abzugsgelder und neue entgegenkommende Bestimmungen nicht aufzuhalten gewesen. Bei den Bränden 1721 und 1729 wurden 40 Häuser zerstört, aber wieder auf- gebaut, so daß hundert Jahre später der Ort 58 Häuser zählte. Die Scheunen standen des engen Raumes wegen außerhalb der Mauern in den „Scheunengärten". Ein Filmstreifen mit stehenden Bildern fand ebenso ungeteilte Aufmerksamkeit, wie die Erklärungen dazu. Berichte und Episoden aus überlieferten Akten gaben Einblick in die Verhältnisse aller Art zu den verschiedenen Zeiten. Beispielsweise: Wie die (Bleiberger Jugend voll Uebermut ein Loch zum Durchschlüpfen in die Mauern brach (1563), ein Ehevertrag des Wirtes Magnus Spies aus 1608, (Bleiberger Kapläne und ihre Nöte, der Wortlaut des Freiheitsbriefes, Spannungen zwischen den Gleibergern und der Universität Gießen u. a. in. Das letzte Bild mit einem Blick von dem Turm über die Dächer Gleibergs hinunter ins Tal und weiter in die Gegend gab Anlaß, der Verbundenheit mit dem ganzen deutschen Vaterland, dem Führer und allen Volksgenossen zu gedenken, was im Sieg-Heil-Ruf und dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes seine Bekräftigung fand. Im Namen der Zuhörer sprach Direktor M e n • ken (Kinzenbach) Lehrer Praß herzlichen Dank für den interessanten Abend aus, bei welcher Gelegenheit er auch zur Mitgliedschaft in den (Blei- berguerein aufforderte, dessen Ziel es sei, mit der Erhaltung der Burgruine Heimatpflege zu treiben. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 v. $)., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranirun a. Dl. 2)eriiii Schluß« furit Schlußk. Alben d« börse Gchluß- lurs Gcblußk. Mittag- börfe 'Datum 10.11. 12-11. 10.11. 12.11. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 96-25 96 96-5 96-4 6% e^em.7% Dt.Reichsanl.v.1929 — — — — 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 95.5 95,5 95,3 94.9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 103.5 103-25 103.5 103-2 Desgl. ohne Auslol.-Rechte...... 6% eöem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 95.9 96 95,9 96 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 93 93 °3 _ 5%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui......... __ 93 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auölvs.-Rechten ............. - - - - _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 init AuSlos.-Rechten 100.9 100-75 101,13 101-13 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 92-75 92-75 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 92-75 92-75 — •n. 6y2% ehern. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Pfandoriese....... t>Yi% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.«Goldpfe..... 93-9 93-9 93-75 93-9 6% ehern. 8% Pr. Landespfand» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 94,75 94-75 94-75 94-75 6% ehern. 7% Pr. Landespsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94,75 94-75 94-75 94-75 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 102,3 102-4 102-3 102-4 4% Oesterreichische Goldrente.... 28.4 28 28-13 27,65 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,15 1.2 1.15 1-25 4% Ungarische Goldrente....... 7-65 7,5 7-7 7-55 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7.3 7-3 7-4 7.4 4,/2% desgl.von 1913 .......... 7.25 7.13 7.1 6% abgest. Goldmexikaner von 99 12,25 12,25 12,4 >2,4 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 8 8 Franc, ur u. .VI. Berlin Kranksun a.M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mtttaa- börse Datum 10.11. 12.11. 10-11- 12-11. Datum 10.11. 12-11. 10-11- 12-11. 4% desgl. Serie 11 ............. 8 8 _ _ Mansselder Bergbau.........0 76 46-13 214 87,25 39 12 111 138,75 208 89 37-75 82 74.5 110.9 133 58,5 46.5 63 45,65 60 30,75 160 131.75 28 83 I 186 76 45.25 213,25 87 76 76 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4/r%Rumän.vereinh.Renteo.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^% Anatolier............... 4-3 6.75 4-05 33-5 26.4 28.5 77 95 68 69-75 72 141 26.5 140-13 99 114.5 73 106,25 99.25 92.5 136 118 82,75 101-75 58-9 104,75 72 73-65 4.3 6.75 4.05 33,5 26,25 28 76 95 68 69,5 72-5 142 26-25 140.4 100 113.75 72,5 106,5 92 135-5 118 82 101 57,75 104 144 118-5 71,25 73 6-8 4-1 33-5 26,5 22 28.4 77-5 95 68 69.5 72 141,9 26,75 141 100 114,9 73 106.5 99 92-25 135 118,4 82,75 101-25 58.5 104,9 75,25 142,5 118 72 73,9 4-65 6,95 4,05 33,7 26 28 76 94,5 68 69,5 72-5 141,75 26-25 140,13 99-75 114 72-25 105,9 99 92 135-5 118 82,25 100,5 57,75 104 74-5 144 119 71.5 72,5 Kokswerke ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl.................. 0 92-4 46 214 87-5 39 12 111-25 111 145 139 89.25 94-75 81 74-5 106.5 58.75 130 46,25 63 118-4 45-25 60 85-75 30-9 216-5 161 132-5 82 185.5 92,4 45-25 213-5 87 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hainburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkebrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prlvat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft......... o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 A.E.G......................0 Bekula.....................0 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co...............6 Siemens L Halske............7 Lahmeyer LLo.............10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Reuesseu .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klücknerwerke ...............0 ManaeSmana-Röbreu........0 Bereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3. G. Farben-Jnduslrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke........ 0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Orenstein & Koppel..........0 Leonhard Tietz..............0 Chade......................10 Accumulatoren-Fabrll........0 Conti-Gummt...............0 Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.M>... 4 Süddeutscher Zucker....... 8 38 12 145 138 208 89 37-5 81 75 110 58.5 131,5 45,5 62-5 45 59 30-25 215.5 158-5 133 27,5 83,5 185 38-13 11-75 110,25 109,25 146 137,65 88.5 94,5 81 75 102 58,13 132 45,5 62,75 118 44.75 59 85.5 30,25 215 160 132,65 188 10-Rovember 12.November Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Snei Geld Briet Buenos Aire. 0-636 0,640 0-630 0-634 Brüssel..... 58,17 58,29 58-17 58-29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0.204 0-206 Sofia ...... 3,047 3-053 3-047 3-053 Kopenhagen. 55-40 55-52 55-38 55-50 Danzig..... 81-12 81,28 81-12 81-28 London ..... 12,41 12-44 12-405 12-435 Helsingfors.. 5,475 5-485 5-48 5,49 Paris ...... 16-38 16,42 16-38 16-42 Holland .... 168,11 168-45 168-10 168,44 Italien..... 21,30 21,34 21-30 21-34 Japan ...... 0-726 0,728 0-724 0-726 Jugoslawien 5-694 5-706 5-694 5,706 Oslo..... : 62-34 62,46 62-32 62-44 Wien....... 48,95 49-05 48-95 49-05 Lissabon.... 11-26 11.28 11-26 11-28 Stockholm... 63-97 64,09 63-95 64-07 Schweiz .... 80-93 81,09 80-90 81-06 Spanien.... Prag....... 33-99 34-05 33-99 34-05 10-375 10-395 10.375 10-395 Budapest ... Reuyork... 2-488 2-492 Bantnoten 2,488 2-492 Berlin,12-Rovember Geld Briet Amerikanische Roten.............. 2,44 2,46 Belgische Roten.................. 57,91 58,15 Dänische Roten ................. 55.23 55-45 Englische Roten ................. 12.37 12,41 Französische Roten............... 16-34 16,40 Holländische Roten............... 167-68 168-36 Italienische Roten................ 21-08 21-16 Norwegische Noten .............. 62,16 62,40 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,78 64-04 Schweizer Noten................. 80-72 81-04 Spanische Noten................. 33-85 33-99 Ungarische Note» ................ —— 13. November 1934 Erscheint Dienstag und Freitag. Hur durch die Post zu beziehen. Nr. 57 -von; i'Sgr tumnu em -cug, uu amu Pchters Reitpferd. Ader eines bitteren Xages ist öen TatierfaU1 einer benad)barten®rofi= <Ä. Die OTarf^öiönnTn'ner.affen die Straße » ht „prfnnft Er schleppt was sein neuer Chef und versammeln sich zu mächtigen Gevierten, es ist K auff ÄaTS unflTDfonnÄrne^ ein gewaltiges Sichstraffen und Werfen m jebem _ impj p;fnnbcn im Sattel kleben wie drin ge- einzelnen, ob Mann ob Roh. Iitus spurt g , !^1n' und Mckbäüche d^stch Hinaul und hinunter f«n Herr ist sehr erreg, aber er zwmg. suh zur (Affen muffen Beim Trab schaukeln fie. Die Ruhe und Haltung, also tut Titus es aucß obwohl das Fieber aus seines Herrn Nerven auf ihn über- Kö lüieuei strömt. Ein Getöse klingt auf, wie es auch damals brauste, in den Tagen des frisch-fröhlichen Spiels; auf der Heide. Diesmal klingt es schärfer, durchdringender. Man kommt an einer Stelle vorbei, da stehen diese seltsamen Wagen aufgefahren mit nur einem Räderpaar, und es liegen lange baumstämmige Rohre darauf, die zuweilen plötzlich einen fürchterlichen Ton von sich geben, wie das Aufbellen eines Dorfköters — aber ins Riesenhafte verstärkt — und bann fährt eine Flamme heraus, ein weißer Koloß, der sich aufbäumte bis ins Himmelsblau. Heut lastet über dem ganzen Tun ein finsterer verbissener Ernst. Titus spürt's am Sitz des Herren, an der achtlosen, heftigen Weise, wie er die Hülsen gibt, als dächte er gar nicht an das atmende, herz- klopfende Stück Leben zwischen seinen Schenkeln. Die Schar von Männern, die genau so achtsam und nsillig den Befehlen des Herren folgt, wie Titus seiner bloßen Willensregung gehorsam ist, zeigt auf allen Gesichtern den gleichen grimmigen, gesammelten, angespannten Ausdruck. Noch stecken wir mitten drin in einem Gewirr von Männerhaufen. Aber zwischen ihnen hastet ein Hin und Her von Berittenen, rasche Befehle flattern, jeden Augenblick verändert sich in der gleichen Richtung, quer über Aecker, Wiesen, wacholderstruppiges Oedland — dorthin, wo das unheimliche Getöse brodelt, nach ! kommen wäre. Noch einmal, eine Viertelstunde mag vergangen sein flackert in des Titus zerschmettertem Schädel der'Funke des Lebens, des Empfindens auf. Er 1 fühlt keinen Schmerz, doch sind alle Knochen wie gelähmt Nur mühsam kann er den Kopf wenden Inhaltsübersicht: Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen für das Kalenderjahr 1935. — Gewerbelegitimationskarten für Kj. 1935. — Bekämpfung der Tuberkulose. — Sprechstunden des Kreisschulamts. — Abgabe von Milch aus offenen Verkaufsstellen. — Dienftnachrichten. Betr.i Wie oben. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, Vorstehendes ortsüblich bekanntzumachen, Interessenten entsprechend zu bedeuten und Unbemittelten eine entsprechende Bescheinigung auszustellen. Gießen, den 5. November 1934. Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). I. V.: Grein. wonach solchen erlaubt ist, in den Gemeinden zu hausieren usw. (§ 59, Ziffer 1 bis 4 GO.). Gießen, den 19. Oktober 1934. Hessisches Kreisamt: gez. Weber. onf, hinaus mit den Zweien. iEs liegt etwas Großes in der Luft, es scheint, e: wird noch einmal wieder eine Lust sein zu [(Den Dann geht's Schlag auf Schlag. Titus ist wieder Wed einer großen Gemeinsamkeit. Zwar ist ste [engst nicht so bunt und blinkend wie damals, alle £nrben sind glanzlos und gedämpft. Aber das Ge- hthl des großen, machtgefchwellten Zufammenhan- ^-es ist da, die Ahnung eines gewaltigen, sinnvollen !uns, das wundervoll erhöhte Daseinsgefühl ... Bekanntmachung. Betr.: Bekämpfung der Tuberkulose. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden rUontagnachmittag von 4 bis 5 Uhr statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Überweisung des Arztes in die Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. Gießen, den 5. November 1934. Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). I. V.: Grein. vorn. Und nun geschieht etwas Unbegreifliches. Unferm Marsch entgegen schwillt ein scharfer, gurgelnder Ton. Dann kracht's in den Lüften, drei-, viermal blitzt's, weiße Bällchen von Qualm stehen in der blauen, fonnendurchgoldeten Luft, jetzt prasselt etwas auf uns nieder, ein Regen, ein Schlvßenhagel glühheißer schwarzer Kugeln. Wen sie treffen, ob Mann, ob Pferd, der stöhnt kurz und erschrocken auf, gerat gtiuymi n n |imhprfrhml(>n Dickt D°rnÜber' bleiM 31Xnmieinem eiBen£n, HW°!°N L°lb° steht « \l fBetr • Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen für das Kalenderjahr 1935. An die Polizeidirektion Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Sie wollen die Wandergewerbetreibenden, die den Gewerbebetrieb im Umherziehen im Jahre 1935 fortzusetzen oder zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung aussordern, ihre Anträge' auf Erteilung des Wandergewerbescheins bei Ihnen so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang nächsten Jahres im Besitze des erforderlichen Wandergewervescheins sein können. Bezüglich der in die Wandergewerbescheine einzuklebenden Lichtbilder bemerken wir: , , . Das Lichtbild muß unausgezogen, ähnlich, gut erkennbar lern, eine Kopsgröhe von mindestens 1,5 cm haben und darf nicht älter als fünf Jahre fein; es ist zu erneuern, wenn in dem Aussehen des Gewerbetreibenden eine wesentliche Veränderung eingetreten ist. Bei gemeinsamen Wandergewerbescheinen genügt das Lichtbild des Unternehmers, wenn ein Unternehmer nicht vorhanden ist, die eines Mitgliedes. „ . . , , . Auf den Ihnen vorzulegenden Lichtbildern wollen Sie sofort auf der Rückseite die Persönlichkeit vermerken, damit Verwechslungen vermieden Lichtbilder, die bereits in Wandergewerbescheine eingeklebt und abgestempelt waren und von den Wandergewerbetreibenden wieder abgelöst und zur Wiederverwendung in neue Wandergewerbescheine Ihnen vorgelegt werden, sind unzulässig und daher von Ihnen zuruckzugeben. Wir machen darauf aufmerksam, daß die ausgefertigten Wander- gewerbescheine von uns unmittelbar an die zuständigen Finanzämter abgegeben und von diesen nach Verwendung des gesetzlichen Urkundenstempels und nach Regelung der Wandergewerbesteuerfrage an die Wandergewerbetreibenden ausgehändigt werden. Sie wollen die Wandergewerbetreibenden bei Stellung der Anträge hierauf besonders Hinweisen. Die Wandergewerbescheine werden dem- nach nicht am Kreisamt mitgenommen, sondern müssen bei dem Finanzamt abgeholt werden; das persönliche Erscheinen der Antragsteller bei uns ist daher zwecklos. Die Anträge wollen Sie uns unter Benutzung des vorgefchriebenen Formulars baldigst vorlegen und das Lichtbild des Antragstellers und, wenn er im Umherziehen Druckschriften oder Bildwerke feilbieten will, ein Verzeichnis derselben mit eigenhändiger Namensunterschrist m zwei Ausfertigungen dem Berichte beisckließen. In dem Verzeichnis sind die Druckschriften und Bildwerke einzeln aufzuführen. Will ein Wandergewerbetreibender andere Personen von Ort zu Ort mit sich führen, so hat er sie bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen als Mitglieder anzumelden. Bei der Anmeldung hat der Arbeitgeber die Beiträge für die Zeit bis zum Ablauf des Wander- gewerbefcheins oder mit Erlaubnis des Kaffenvorstandes für kürzere Zeit im voraus zu entrichten. Die hierüber ausgestellte Bescheinigung ist gleichfalls dem Antrag auf Erteilung des Wandergewerbescheins beizu- fdilicficn. Wandergewerbetreibende, die in diesem Jahre oder früher bereits im Besitze eines Wandergewerbefcheins waren, haben diesen bei Entgegennahme des neuen Wandergewerbescheins zurückzugeben. Die Rückgabe der ungültigen Wandergewerbescheine liegt im Interesse der Wander- gewerbetreibenden selbst, da hierdurch einer mißbräuchlichen Verwendung dieser Scheine vorgebeugt wird. Die Wandergewerbetreibenden sind bei Stellung der Anträge auch hierauf besonders hinzuweisen. Falls Wandergewerbescheine nur noch für das lausende Jahr (bis Ende Dezember 1934) ausgestellt werden sollen, ist dies in den Anträgen auf der ersten Seite oben in der Rubrik besonders anzugeben. Hat der Antragsteller erst im lausenden Jahre seinen Wohnsitz in Ihrer Gemeinde genommen, so ist, sofern nach Lage der Sache die Möglichkeit mißbräuchlicher Verwendung des Wandergewerbescheins nicht ausgeschlossen erscheint, durch Nachfrage bei der Polizeibehörde des früheren Wohnorts festzustellen, ob dem Antragsteller bereits em Wandergewerbeschein erteilt war. . Die Beantwortung der gestellten Fragen ist von Ihnen so eingehend zu vollziehen, daß Rückfragen und damit Verzögerungen in der Ausstellung vermieden werden. Eine Beantwortung wie „unbekannt" hat zu unterbleiben, es sind vielmehr die erforderlichen Ermittlungen von Lgben lassen müssen. Beim Trab schaukeln sie. Die bullen sind immer noch die steifbeinigen alten Her- die einmal richtige Reiter waren, nur daß die Knochen morsch bis zum Zerbrechen geworden sind. Titus weiß, daß das Schönste vorn Leben vorder ist. In die geliebte Weite der Walder und lEiiefen kommt er nur noch zur guten Jahreszeit ie d bei schönem Wetter hinaus. I IUnd doch: gänzlich unerwartet kommt etwas, |bü5 Titus sich niemals hatte vorstellen können Plötzlich ist alle gewohnte Ordnung auf ben Kopf Mellt. Es kommen keine Schüler zum Reitunfer- riSit. Die Stallmeister, die Reitknechte treten spat uub hastig an — sie sehen ganz anderes aus als [enft, tragen seltsame Röcke, Hosen, Mutzen von bar gleichen stumpfen Farbe und den gleichen Etf)nitt. Ein Kollege nach dem anderen wird aus dir Bor geholt und gesattelt, ein Stallknecht sitzt Plötzlich ist alles aus. Wie ein Blitzschlag ist s hineingefahren in den Herrn und in das Roß, ohne daß es einem von ihnen noch zum Bewußtsein ge- ^,UU3 juijii. ey muD jeiii. vo i|i iuiu.;iiy, uup ixni hier sind, wo es so abscheulich ist, an diesem strahlenden Spätsommertage viel ungemütlicher und bedrohlicher als früher bisweilen im Regentreiben, im Hagel, im Schneesturm. Es ist wichtig, daß es vorwärts geht. Jetzt mischen sich noch andere Getöse dazwischen: es zwitschert am Ohr vorüber wie rasender Flug von Hummeln und Hornissen, wie Gebrumm ärgerlicher Käfer, nun saust etwas Schwarzes, Rauchumschweltes vom Himmel nieder, plumpt irgendwo in die Schollen, es kracht, eine wüste, weiße, von schwarzen Schwaden und grellen Blitzen durchzuckte Wolke türmt sich auf, es kreischt, entsetzliche Töne winseln und heulen durcheinander, daß Titus entsetzt sich aufbäumt und sich herumwerfen will, um besinnungslos auszureißen. Der Herr hält ihn mit unwiderstehlichem Kniedruck und straffgespannter Kandare fest, zwingt ihn, in ruhigem, beherrschtem Schritt geradeaus weiter- ^itus begreift: hier ist Gefahr. Diese Gefahr aber, diese muß' bestanden werden. Der Herr ist entschlossen, sie zu bestehen. Er wird wissen, warum. Titus fühlt, wie der Herr sich innerlich immer , stärker versammelt und stolz und froh ist, Gefahr bestehen zu können. Sein Stolz und feine Freude strömen in Titus über. Er weiß es nicht, welch em wundervolles Bild Herr und Pferd abgeben in die- ; jem Augenblick, beide wie zu einem Wesen zusammengewachsen, beide aufgerichtet in untadeliger i Haltung, der ewige deutsche Reitersmann und sein ewiges Roß, ein'Vorbild den Gefolgsmannen, die an ihrem Anblick sich aufrichten zum adligsten Mannestrotz und Mannesstolz: das Leben emfetzen zu dürfen für höchster Pflichten opferfelige Bewah- Betr.: Gewerbelegitimationskarten für Kj. 1935. An die Polizeidirektion Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wer als Handlungsreisender oder als Handlungsagent nach §44 der Gewerbeordnung Warenbestellungen aufsucht oder Waren ankauft, bedarf hierzu einer Legitimationskarte, die nach § 44a der Gewerbeordnung für die Dauer des Kalenderjahres erteilt wird. Sie wollen die Interessenten, welche ihren Geschäftsbetrieb im Jahre 1935 fortzusetzen oder zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung auffordern, ihre Anträge auf Erteilung der Legitimationskarte bei Ihnen jo zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang des nächsten Jahres im Besitz der erforderlichen Legitimationskarten sein können. Die Anträge wollen Sie uns unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars baldigst vorlegen. Zur Erstattung des Berichts ist die Bürgermeisterei des Rieder- tassungsortes der Firma zuständig, in Gießen die Polizeidirektion. In die Legitimationskarten ist ein Lichtbild des Inhabers einzukleben. Es sind nur unaufgezogene Lichtbilder zuzulassen, die eine Kopf- größe von mindestens 1,5 cm haben, ähnlich, gut erkennbar, unab- geslempelt und in der Regel nicht älter als fünf Jahre sind. Auf der Rückseite des Bildes ist die Persönlichkeit sofort genau zu vermerken, damit Verwechslungen vermieden werden. Lichtbilder, die bereits in Legitimationskarten oder dergleichen eingeklebt und abgestempelt waren und zur Wiederverwendung in der neuen Legitimationskarte Ihnen vorgelegt werden, sind unzulässig und daher zurückzugeben. Der Gewerbeschein der Firma oder des Gewerbetreibenden ist gleichfalls miteinzusenden. Dabei wird noch ausdrücklich darauf hingewiefen, daß allein die Anmeldung des Gewerbes beim Finanzamt nicht genügt, um einen Anspruch auf Ausstellung einer Legitimationskarte zu erwerben. Der Antragsteller muß auch tatsächlich ein stehendes Gewerbe mit einer gewerblichen Niederlassung betreiben. Die Legitimationskarte berechtigt zum Aufkäufen von Waren und zum Ausfuchen von Bestellungen ohne vorgängige ausdrückliche Aufforderung nur bei Kaufleuten oder solchen Personen, die die Waren Herstellen, oder in deren Geschäftsbetriebe Waren der angebotenen Art Verwendung finden. — Bei Entgegennahme der Anträge wollen Sie genau hierauf achten und die Antragsteller entsprechend belehren. Zur Berechnung des zu erhebenden Stempels ist in den Berichten von Ihnen noch anzugeben, ob das Geschäft des Antragstellers einen großen, mittleren oder kleinen Umfang hat. Zur Vermeidung unnötiger Rückfragen und im Interesse der raschen Erledigung der Anträge machen wir Ihnen die genaueste Beachtung der im Vorstehenden gegebenen Anweisungen zur Pflicht. Gießen, den 19. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. 3. 93.: Weber. mtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen «Es ist alles so wie damals. Ein einziger Herr ist b(f dem Titus mit Wonne gehorcht. Ein Knecht ist ü/ der Titus striegelt und füttert. Und wir werden irn'hr und immer mehr, in den ummauerten und Irn hohen Gebäuden umstandenen Hof, in dem wir |l£=t daheim sind, strömen immer neue Wogen von |I ännern und Pferden herein. Nach wenigen Tagen Wild wir fcheint's, alle beisammen, es geht mit Iftiing und Klang durch die Straßen zu dem lang Ihngeftrccften Gebäude mit den vielen blinkenden lkfsensträngen, den Hallen und Rampen. Dann Ihnen vorzunehmen. Ferner machen wir Sie noch darauf aufmerksam, daß Sie nicht berechtigt sind, Bescheinigungen an die Gewerbetreibenden auszustellen, I irtag, 13. November 1934 eit zugunsten der Beamten verbunden ist, lnordnung des Stellvertreters des Füh- näß Platz, nach der wegen Zugehörigkeit achergenossenschaften kein Partei- ' oder e angegriffen oder benachteiligt werden n Fällen aber, in denen Beamte in Or- Zerbrauchergenossenschaften eintreten und Entschädigung erhalten, darf gemäß § 11, . Gesetzes zur Aenderung von Vorschrif- i Gebiete des allgemeinen Beamten-, des - und des Derfolgungsrechts vom 33 eine Genehmigung nicht erteilt wer- Konsumgenossenschaften nicht gemein» dem auf Erwerb gerichtete Gesellschaften >e, dementsprechend die vorliegenden Fälle irüfung zu unterziehen und gemäß dieser zu behandeln." >ule und Berufsberatung. ifterialabteilung für Bildungswesen, Kul» und Volkstum teilt in einem Schreiben reftionen der höheren Schulen, der ge- Unterrichtsanstalten, an die Kreis- und mter folgendes mit: atung der Entlahschüler des Jahres 1935 ter Zusammenarbeit zwischen Schule und tung in allen Arbeitsämtern des Bezirks arbeitsamtes Hessen begonnen. Aus Krei- ierussberater wie auch der Schulleiter igen darüber laut, daß auch andere Stel» amtlichen Berufsberatungsstellen sich an n wenden, um für Zwecke der Berufs» der Schulentlassenen amtliches Adressen- sw. zu erhalten. Für die Schulen wird ne Störung und Beunruhigung hervor- inweis auf die Ihnen mit Ausschreiben September 1934 bekanntgegebenen Richt» die Zusammenarbeit von Schule und Be- ig verbieten wir, amtliches Material für ■ Berufsberatung an andere Stellen als lichen Berufsberatungsstellen abzugeben." Pfundsammlung r Ortsgruppe Gießen-Nord. tag, 15. November, findet eine Pfund- n g im Bereich der Ortsgruppe Nord statt. Alle Volksgenossen bitten ns zugedachten Spenden verpackt bereit- )amit sie von den Sammlern ohne Zeit» > in Empfang genommen werden können, bitten wir, den Inhalt und das Gewicht auf die Verpackung zu schreiben, weil Spende eine Quittung ausgestellt wird. gebe nach seinen Kräften! Reichsberufsgruppen Angestellten in der DAI. Fachgruppe Banken. chste monatliche Zusammenkunft findet Mittwoch, 14. November, sondern am stag, 15. November, im Ortsim der Reichsberufsgruppen der Ange» der DAF., Lonystraße 18, statt. Es . Dr. Kruse über „Außenhandel und ge-" abend beim Postverein 1906. stverein 1906 Gießen unter dem Vorsitz isleiter Postsekretär Pg. Adam Lotz, oer- im Sonntagabend im „Hotel Kobel" einen d für zehn Postbeamte, die ihr 2 5 j ä h » Dien ft Jubiläum begehen konnten, irüher nur untere Postbeamte diesem 93er- ürten, ist es jetzt dank der nationalsozia» Keoolution möglich geworden, daß, wie em Abend in schönster Harmonie erfolgte, i jüngsten Postschaffner bis zum Post» wahrer Volksgemeinschaft vereinigt war. reinsleiter, Pg. Adam Lotz, ein alter begrüßte die mit ihren Frauen erschiene- sskameraden und sagte u. a., daß es bei aicht üblich sei, die Dienstjubilare ähnlich er Reichsbahn ober in andern Betrieben ckennungsschreiben der oberen Dienststellen igslosen Herren liegen, steif und starr, er Beine steckt eingeklemmt unter des mpf. Die Gefolgschaft ist verschwunden ß ringsum zahlreiche andere Männerkör» regungslos oder unter Schmerzenslauten nend. Und immer noch streben dichte innen nach vorwärts, an den Hingestreck- .... über sie hinweg. Titus fühlt, wie Wärme, Gefühl, Wollen, Er» innern langsam aus feinen Gliedern, feinem Hirn hinwegrinnt. Er weiß jetzt auf einmal, wohin der Weg feiner Kameraden führte, wenn sie aus dem Stalle weggeholt wurden auf Nimmerwiedersehen. In ihm ist ein letzter Dank, eine letzte ruhige, versöhnte Zufriedenheit, daß er nicht von einem rohen, stiernackigen fremden Kerl mit Fußtritten aus der Box gezerrt worden ist, um einem unwürdigen Ende entgegengefchleift zu werden — nein, daß er bis zuletzt seines edlen Blutes würdig leben durfte, aufrecht und stolz einen aufrechten, stolzen RÄter tragen, den er liebte, dem er freudig gedient «at bis zuletzt, um fein Schicksal zu teilen. Titus re* steht es nicht, aber dunkel empfindet er, daß & fein alltägliches und gemeines Schicksal war, sondern wert, in versammelter, hochgereckter Haltung, leuchtenden Auges erduldet zu werden. Zeitschriften. — „Das Jnselschiff" (Herbst 1934) wird eingeleitet durch einen Aufsatz von Max Sidow zum Gedächtnis von Theodor Bäubier; ein Bild des verstorbenen Dichters, sein „Herbstgesang an Hellas" und zwei Gedichte aus dem „Nordlicht" runden das von Sidow entwickelte Bild charakteristisch ab. Adolf von Grolman schreibt über Stifters „Witiko" (aus der Vorrede zu einer Volksausgabe des Insel-Verlages). Karl Heinrich Waggerls Freunde werden mit Vergnügen dessen Erinnerungen „Aus der Kindheit" lesen. Als neuester Band der „Deutschen Meister" erschien Arthur Burkhards Monographie über Hans Burgkmair: das vorliegende Heft bringt eine Probe aus den Schlußbetrachtungen und das Bildnis der Barbara Schellenberger. Ferner lesen wir hier einen Abschnitt aus dem chinesischen Abenteuerroman „Die Räuber von Liang schan Moor"; Gedichte von Mühlberger und Meckel; eine Würdigung Rilkes von Fritz Dehn; und ein Gedicht „Sankt Christofforus" aus dem kürzlich erschienenen neuen Band der „Späten Gedichte" von Rilke. Dl- Mitteilungen des Verlages am Schluß des von Karl Weißer mit gewohnter Sorgfalt und Liebe redigierten Heftes unterrichten über die neue Produktion der 3n^L — dem paraguaynischen Fort Mutchatado auf digung. AVer das jage ich Ihnen", die Stimi Kommandeurs ist eisig geworden, „machen S den Bruch und trudeln Sie ab, so lasse ich L einer Sonderstaffel herausholen, nur um S ein Kriegsgericht zu stellen!" Am anderen Nachmittag um 4 Uhr ist Stai spiegelt die subtropische Sonne auf den sill Flächen des Eindeckers. Ueber 2000 Meter fc sich Raul hoch. Dann sieht er tief unter fid über eine Waldlichtung mit schweren Bam men verschlagen die Stellung der eigenen Tr Er geht tiefer herunter. Dort die Paraguay Stellung. Das gleiche Blid. Er hat die auton Photographie eingeschaltet. „Madre de dios neues feindliches Refervedepot! Und nur 150 ter hinter der vordersten Linie. So eine Fr, Die Mitteilung allein wird den Flug verlohr Doch weiter muß er. Wieder klettert die M auf 2000 Meter. Eine halbe Stunde fliegt im 200-Kilometertempo. Hurra, dort die u mäßigen Erhebungen im Gelände, das mu Fort Mutchatado sein! Mit abgestelltem Motl er die Maschine in Spiralen tief und tiefer So! Jetzt ist die Sicht gut. Wieder arbeit automatische Photoapparat. Pfff, pisff, piff, Piff, Piff, piffpiffpiff saust Infanterie- und Maschinengewehrsaloen geg> hoch. Donnerwetter! Die Sache sängt an, un lich zu werden. Scheinwerfer flammen auf. auf nimmt der Silbervogel wieder seinen 2000, 2500 Meter zeigt das Höhensteuer. Le de Cartena strahlt über das ganze Gesicht, kann jetzt noch passieren! Die Aufgabe gL gelöst und dem Silbervogel nicht das gerings fiert! Eine halbe Stunde fliegt er wieder hoch üb Wolken. Dann bleibt sein Blick wie geban Geschwindigkeitsmesser haften: 180 — 170 - immer schneller zittert der kleine Zeiger zurü Blick auf die Gasolinuhr. Heilige Mutter ( Nur noch zehn Liter! Also haben sie doch ge beim Fort Mutchatado und den Reservetar siebt! Mit den letzten Litern klemmt er di, schine noch drei-, vierhundert Meter höher. Ni Rettungsmöglichkeit bleibt. Im Gleitflug üb feindlichen Linien kommen und irgendwo l Immer tiefer gleitet der Silbervogel. Noch vorderste Stellung weit. Er muß einsehen, dc letztes Hoffen vergeblich ist. Da durchzuckt il abenteuerlicher Einfall: Alles oder nichts — es jetzt. Ein letztes Herumschwenken der Mc Dann gleitet sie parallel zur Front. Leutn, Cartena beugt sich weit aus dem Führersitz, vor ihm eine langgestreckte schmale Lichtui Urwald. Die Maschine setzt leicht auf, holper hundert Meter und bleibt dann stehen. Fiel schnell macht der junge Offizier eine Positi stimmung, so gut es geht. Es muß flimmer paar hundert Meter, höchstens ein Kilornetc hier muß das neue paraguaynische Resero sein, das er am Nachmittag überflogen. Da n auch Benzin geben! Erst trägt er mühsam das Schwanzende und dreht die Maschine zu neuem Start. Ein Blick auf Kompaß und Karte. Dann macht auf den Weg nach dem Urwald. Mit dem rnesser schlägt er den selbstgebahnten Wea fr Lianen und Schlinggewächsen. Plaß muß sein, er nachher mit den schweren Benzinkannen rennt. Detr.: Sprechstunden des Kreisschulamts. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die Sprechstunden bei'dem Kreisschulamt fallen am 14. November aus. Gießen, den 12. November 1934. Kreisschulamt Gießen. I. B.: N e b e l i n g. Bekanntmachung. Betr.: Abgabe von Milch aus offenen Verkaufsstellen. Die Abgabe von Milch an die Verbraucher und das Austragen von Milch zur Belieferung der Verbraucher wird auf Grund des §24, Absatz 3 der Arbeitszeitordnung vom 26. Juli 1934 für die offenen Verkaufsstellen von 6.30 Uhr morgens an zugelassen. Die Belieferung der offenen Verkaufsstellen ist von 6.15 Uhr an zulässig. Die Regelung des Milchverkaufs an Sonntagen wird durch diese Anordnung nicht berührt. Gießen, den 3. November 1934. Hessische Polizeidirektion. Heine. Dienstuachrichten des Kreisamts. Heinrich Weber zu Göbelnrod wurde als Bürgermeister für die Gemeinde Göbelnrod bestellt und verpflichtet. Heinrich Sohl X. von Rüddingshausen wurde als Bürgermeister für die Gemeinde Rüddingshausen ernannt und in sein Amt eingewiesen. , Der Landwirt Rudolf Reih von Inheiden wurde als Bürgermeister für die Gemeinde Inheiden ernannt und in sein Amt eingewiesen. Karl Maul von Nieder-Bessingen wurde zum Bürgermeister der Gemeinde Nieder-Bessingen bestellt. v Wilhelm Bocher aus Nieder-Bessingen wurde zum Ehrenfeldschutzen für die Gemeinde Nieder-Bessingen bestellt und verpflichtet. Einen halben Bogen schlägt er noch, wie Wachtfeuer aufblinken sieht. Dann ist er am einer Lichtung. Glück muß man haben: N einem Ende leuchten Feuer. Die Baracken liegen im Dunkel. Leise schleicht er von We schuppen zu Wellblechschuppen. Endlich ist . Richtige. Die Tür ist unverschlossen. Im Eck stapeln sich die Blechkanister. Er schleppt zu zur Tür. Wie er heraustritt, steht ein pari nischer Wachtposten vor ihm. Der denkt an Gefahr und hält ihn für einen Kameraden. Mit einem Satz ist der junge Offizier I schnellt. Ein Fausthieb trifft den Posten dire ter das Kinn, daß er wie ein gefällter Baum hinschlägt. Das eigene Taschentuch stopft Le de Cartena ihm in den Mund als Knebel raschen Messerschnitten zerschneidet er den G Tiemen. Damit fesselt er dem Paraguayane dürftig Hände und Füße. Auf den Schultern s< er ihn dann dreißig, vierzig Meter ins Gebüsc sie ihn da finden, ist er über alle Berge. Wieder rennt er zurück zum Schuppen, stehen auch zwei Benzinkanister sicher Hinte ersten Waldstämmen. Einen Augenblick verharrt er. Noch einmo faßt sein Blick das feindliche Reservedepot, geht ein Leuchten über feine jungen ener Zügen: Jetzt wird er es dem Oberstleutnant piento einmal zeigen. Noch einmal schleicht er zurück zum Schuppen. Auf der Erde liegend ritzt er mit dem Dolch einen zwei Meter langen Grasstreifen aus dem Boden. Dann holt er einen dritten Benzinkanister aus dem Schuppen. Langsam läßt er den Druck der Brühl'scheu llniversitäts-Duch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen. tuyiyvii X>vt>uu|, vvwj wui M vv \ytiuuiiuiiy etwas freundlicher und die schwachen Berliner Schlußkurse waren vielfach etwas höher. So gewannen u. a. IG. Farben 0,40 v. H., Gesfürel 0,65 v. H., Goldschmidt 0,50 v. H., Hapag 0,25 v. H. Montanwerke blieben meist behauptet. !*•*•**• 1 **nv xu UU‘ICI1/. Kälber ruhig, geräumt. Hümmel und Schafe mittelmäßig, bei Schafen 17 Stück Ueberstand. Schweine mittelmäßig, geringer Ueberstand (126 Stück). Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 603 ViertelRind- ylumvn uu ipiduj x/utuui dienten (Kinzenbach) Lehrer Praß herzlichen Dank für den interessanten Abend aus, bei welcher Gelegenheit er auch zur Mitgliedschaft in den Glei- bergverein aufforderte, dessen Ziel es sei, mit der Erhaltung der Burgruine Heimatpflege zu treiben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 4 v. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. Devisenmarkt tfranilurt a.M. Berlin Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt bejchlosjenen Dividende an. Berlin — Frankfurt a. M. Kraniruri a. 1'1. Berlin iyranriuri u. .Di. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse ■Datum 10.11. 12.1b 10-11- 12.11. Datum 10-11. 12.11. 10-11. 12-11. 6% Deutsche Re 6%ef)em.7%2 5y2% Young-A Deutsche Aul.- Auslos.-Recht Desgl. ohne Au 6% ebem.8% H (rüllzahlb. 105 6% Hess. Cant Gold N. 12.. ichsanleihe v. 1927 .ReichsanI.v.l92S nleihe von 1930 .. Ablös.-Schuld mit 96-25 95.5 103.5 95.9 93 100.9 92-75 92-75 93.25 93-9 94,75 94,75 102,3 28.4 1,15 7.65 7-3 7-25 12,25 8 96 95,5 103-25 96 93 93 100.75 92-75 92-75 93,25 93-9 94.75 94.75 102-4 28 1.2 7,5 7-3 7-13 12,25 8 96-5 95,3 103.5 95,9 93 101,13 93-75 94.75 94-75 102-3 28-13 1.15 7.7 7-4 12,4 96-4 94-9 103-2 96 101-13 93.9 94.75 94-75 102-4 27,65 1-25 7-55 7.4 7.1 72,4 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2*4% Anatolier ............... 8 4-3 6-75 4.05 33-5 26-4 28.5 77 95 68 69-75 72 141 26.5 140-13 99 114-5 73 106,25 99-25 92-5 136 118 82,75 101-75 58-9 104,75 72 73-65 8 4-3 6.75 4.05 33,5 26,25 28 76 95 68 69,5 72-5 142 26-25 140.4 100 113.75 72,5 106,5 92 135-5 118 82 101 57,75 104 144 118-5 71,25 73 6-8 4-1 33-5 26,5 22 28-4 77.5 95 68 69.5 72 141,9 26.75 141 100 114,9 73 106.5 99 92-25 135 113,4 82,75 101-25 58.5 104,9 75,25 142,5 118 72 73,9 4-65 6,95 4,05 33,7 26 28 76 94,5 68 69,5 72-5 141,75 26.25 140,13 99-75 114 72.25 105,9 99 92 135.5 118 82,25 100,5 57,75 104 74.5 144 119 71.5 72,5 los.-Rechte...... ess. Bolksstaat 1929 %) ............ esbank Darmstadt Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Süvam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Diskonto« Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 A.E.G......................0 Bekula.....................o Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............6 Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schullerl L Co...... 6 Siemens L Halske............7 LahmeyerLCo.............10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchener..............0 Harpene:...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke...............0 Mannesmann-Rühren........ 0 W/o Hess. L bank Darmsta Oberhessen Pr Auslos.-Recht Deutsche ftomn leihe Serie 1 > 6% ehem. 8% Goldpfe. 15 6% ehem. 7% Goldpfe. 16 W/o ehem. 4i Bonk-Liqu.-sf 6y,% ehem. Hyp.-Bank-L 6% ehem. 8% briefanstalt, 6% ehern. 7% briefanstalt, Steuergulsch. T 4% Oesterreichs 4,20% Oesterre 4% Ungarische 4% Ungarische 4y3% desgl. vo 6% abgest. Go 4% Türkische Z 4% Türkische B Serie I.... andeS-Hypotheken- ovinz-Änleihe mit . Eammelabl. Am nü AuSlos.-Rechten Franks. Hyp.-Bank nkündbar bis 1935 Franks. Hyp.-Bank nkündbar bis 1936 4% Franks. Hyp.- fandbriese....... 4yt% Rheinische gu.-Goldpfe..... Pr. Landespfand. Ssandbriefe R. 19 Pr. Landespfand. Ssandbriefe R. 10 errechnungSkurs.. «che Goldrente.... lchische Silberrente Goldrente....... StaalSrente v. 1910 n 1913 .......... dmexikaner von 99 ollanleihe von 1911 agdadbahn-Anleihe Schluß« kurS Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 10-November 12-November Amtliche Notierung Geld | Briet Amiüche Notierung Geld | Brie' Datum 10.11. 12-11. 10-11. 12-11. Buenos Atre^ Brussel.... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingsorS. Paris..... Holland ... Italien.... Javan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Reuyork... 0-636 58,17 0,204 3,047 55-40 81-12 12,41 5,475 16-33 168,11 21,30 0-726 5.694 52-34 48,95 11-26 63-97 80-93 33-99 10-375 2.488 0,640 58,29 0,206 3-053 55-52 81,28 12-44 5-485 16,42 168-45 21,34 0,728 5-706 62,46 49-05 11-28 64,09 81,09 34-05 10-395 2-492 Banknoten 0-630 58-17 0-204 3-047 55-38 81-12 12-405 5-48 16-38 168-10 21-30 0-724 5-694 62-32 48-95 11-26 63-95 80-90 33-99 10-375 2,488 0-634 58-29 0-206 3-053 55-50 81-28 12-435 5,49 16-42 168,44 21-34 0-726 5,706 62-44 49-05 11-28 64-07 81 06 34-05 10-395 2-492 Mansfelder Bergbau.........0 Kokswerke ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl..................0 Vereinigte Stahlwerke........o Ötavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?y2 I. G. Farben-Industrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke...............0 Metallgesellschast.............0 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ...... o Cementwerk Karlstadt.........O Schultheis Patzenhofer .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................O Zellstoff Waldhof...........O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer GaS...............7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum...........O Orenstein & Koppel..........O Leonhard Tietz........ 0 Chade......................10 Attumulatoren-Fabrll........0 76 46.13 214 87,25 39 12 111 138,75 208 89 37.75 82 74.5 110.9 133 58,5 46.5 63 45,65 60 30,75 160 131.75 1 28 83 1 186 76 45-25 213,25 87 38 12 145 138 208 89 37-5 81 75 110 58.5 131,5 45,5 62-5 45 59 30-25 215.5 158.5 133 27,5 83,5 1 185 76 92-4 46 214 87-5 39 12 111-25 111 145 139 89.25 94 75 81 "g 106.5 58-75 130 46,25 63 118.4 45-25 60 85.75 30.9 216-5 161 132-5 1 82 1 185.5 76 92,4 45-25 213-5 87 38-13 11.75 110,25 109,25 146 137,65 88.5 94,5 81 75 102 58,13 132 45,5 62,75 118 44-75 59 85.5 30,25 215 160 132,65 1 188 Berlin,12.November | Geld 25rlcr _ Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. 2,44 57,91 55-23 12-37 16-34 167-68 21-08 62 J 6 2,46 58,15 55-45 12,41 16,40 168-36 21-16 62,40 Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten. -............... Ungarische Notar................ Gritzner....................O Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker 8 63,78 80-72 33-85 64-04 81-04 33-99 t Bi - - ■ ■ ■ r...... ' . 4*^7 JT ' s> Ä 1 ^MW » M Dienstag, 13. November 1934 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) D. 266 Drittes Blatt Die Brandstätte in der Seisensabrik Mobs Neue Rentenbankscheine. kommt der rollende Stall und das lange schreckliche en drin in einem Gewirr von Titus wir- Soldat Bon Walter Bloem Das verheerende Feuer, das in der Nachr zum Montag das Betriebsgebäude der Seifenfabrik Mobs an der Rodheimer Straße in Schutt und Asche legte, hat eine grauenhafte Stätte der Zerstörung geschaffen. Unsere beiden Bilder vermitteln einen Eindruck von dem Ausmaß der Zerstörung. Ueberall ragen die kahlen Mauern empor, verkohlte Balken liegen kreuz und quer, verbeulte und verrußte Tonnen liegen da und dort, verbogene Leitungsrohre liegen in wirrem Durcheinander. auf der Heide. Diesmal klingt es schärfer, durchdringender. Man kommt an einer Stelle vorbei, da stehen diese seltsamen Wagen aufgefahren mit nur einem Räderpaar, und es liegen lange baumstämmige Rohre darauf, die zuweilen plötzlich einen fürchterlichen Ton von sich geben, wie das Aufbellen eines Dorfköters — aber ins Riesenhafte verstärkt — und dann fährt eine Flamme heraus, ein weißer höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten, sowie den Stadt- und Kreisschulämtern folgende Abschrift einer Bekanntmachung des Reichsministers des Innern mit: „Im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers ist die Frage des Eintritts von Beamten in Organe von Konsumgenossenschaften künftig nach folgenden Gesichtspunkten zu behandeln: Sofern es sich um eine bloße Zugehörigkeit zu Verbrauchergenossenschaften handelt, die nicht mit wüste weiße, von schwarzen Schwaden und grellen Blitzen durchzuckte Wolke türmt sich auf, es kreischt, entsetzliche Töne winseln und heulen durcheinander, daß Titus entsetzt sich aufbäumt und sich Herumwerfen will, um besinnungslos auszureißen. Der Herr hält ihn mit unwiderstehlichem Kniedruck und straffgespannter Kandare fest, zwingt ihn, in ruhigem, beherrschtem Schritt geradeaus weiter- zwischen ihnen hastet ein Hin .... tenen, rasche Befehle flattern, jeden Augenblick ver- Titus begreift das alles nicht. Immer und immer wieder brauft's und orgelt's von vorn in den Lüften heran, prasselt der eiserne Regen, schleudert Mann um Mann, oft ein halbes Dutzend zugleich, in die Stoppeln. Warum wirft der Herr seinen Titus nicht mit den Schenkeln herum, in tollster Karriere diesem Schrecknis zu entrinnen? Titus fühlt: es muß fein. Es ist wichtig, daß mir hier sind, wo es so abscheulich ist, an diesem strahlenden Spätsommertage viel ungemütlicher und bedrohlicher als früher bisweilen im Regentreiben, im Hagel, im Schneesturm. Es ist wichtig, daß es ändert sich in der gleichen Richtung, quer i Aecker, Wiesen, wacholderstruppiges Oedland nen regungslosen Herren liegen, steif und starr, eines seiner Beine steckt eingeklemmt unter des Titus Rumpf. Die Gefolgschaft ist verschwunden — nur daß ringsum zahlreiche andere Männerkörper liegen, regungslos oder unter Schmerzenslauten sich krümmend. Und immer noch streben dichte Marschkolonnen nach vorwärts, an den Hingestreckten vorbei, über sie hinweg. Titus fühlt, wie Wärme, Gefühl, Wollen, Erinnern langsam aus seinen Gliedern, seinem Hirn hinwegrinnt. Er weiß jetzt auf einmal, wohin der Weg seiner Kameraden führte, wenn sie aus dem Stalle weggeholt wurden auf Nimmerwiedersehen. In ihm ist ein letzter Dank, eine letzte ruhige, versöhnte Zufriedenheit, daß er nicht von einem rohen, stiernackigen fremden Kerl mit Fußtritten aus der Box gezerrt worden ist, um einem unwürdigen Ende entgegengeschleift zu werden — nein, daß er bis zuletzt feines edlen Blutes würdig leben durfte, aufrecht und stolz einen aufrechten, stolzen RÄter tragen, den er liebte, dem er freudig gedient «at bis zuletzt, um sein Schicksal zu teilen. Titu» rer» steht es nicht, aber dunkel empfindet er, daß efc kein alltägliches und gemeines Schicksal war, sondern wert, in versammelter, hochgereckter Haltung, leuchtenden Auges erduldet zu werden. kleinste Spende ist auf 5 Reichspfennige festgesetzt, für höhere Spenden werden entsprechend mehr Scheine verabfolgt. Der Erlös aus der Sammlung fließt dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zu. Beamte und Lehrer in Verbraucher-Genossenschosten. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum teilt den Direktionen der tfiing 58-29 0.206 3-053 55-50 8b uS 16-42 I66,j4 91-34 0-726 5,70 62-44 49-Oj 11- 64- 81-0? 34.O1 r.iir 12,41 gerufen. . r, Unter Hinweis auf die Ihnen mit Ausschreiben vorn 12. September 1934 bekanntgegebenen Richt- Knien für die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung verbieten wir, amtliches Material für Zwecke der Berufsberatung an andere Stellen als an die amtlichen Berufsberatungsstellen abzugeben." Pfundsammlung in der Ortsgruppe Gießen-Nord. Donnerstag, 15. November, findet eine Pfund- fammlung im Vereid) ber Ortsgruppe !Gießen-Nord statt. Alle Volksgenossen bitten wir, die uns zugedachten Spenden verpackt bereitzuhalten, damit sie von den Sammlern ohne Zeitversäumnis in Empfang genommen werden können. Weiterhin bitten wir, den Inhalt und das Gewicht der Pakete auf die Verpackung zu schreiben, weil für jede Spende eine Quittung ausgestellt wird. Jeder gebe nach seinen Kräften! Iieichsberufsgruppen der Angestellten in der OA§. Fachgruppe Banken. Die nächste monatliche Zusammenkunft findet nicht am Mittwoch, 14. November, sondern am IDonnerstag, 15. November, im Ortsgruppenheim der Reichsberufsgruppen der Ange- I stellten in der DAF., Lonyftraße 18, statt. Es spricht Pg. Dr. Kruse über „Außenhandel und I Transferlage." Ehrenabend beim Postverein 1906. Der Postverein 1906 Gießen unter dem Vorsitz von Vereinsleiter Postsekretär Pg. Adam Lotz, veranstaltete am Sonntagabend im „Hotel Kobel" einen Ehrenabend für zehn Postbeamte, die ihr 25jäh- riges Dienstjubiläum begehen tonnten. Während früher nur untere Postbeamte diesem Ver- 1 ein angehörten, ist es jetzt dank der nationalsozia- : listischen Revolution möglich geworden, daß, wie es an diesem Abend in schönster Harmonie erfolgte, alles, vom jüngsten Postschaffner bis zum Postdirektor in wahrer Volksgemeinschaft vereinigt war. Der Vereinsleiter, Pg. Adam Lotz, ein alter Kämpfer, begrüßte die mit ihren Frauen erschiene- i nen Berufskameraden und sagte u. a., daß es bei der Post nicht üblich sei, die Dienstjubilare ähnlich : wie bei der Reichsbahn oder in andern Betrieben i1 durch Anerkennungsschreiben der oberen Dienststellen Zeitschriften. — „Das Inselschiff" (Herbst 1934) wird eingeleitet durch einen Aufsatz von Max Sidow zum Gedächtnis von Theodor Däubler: ein Bild des verstorbenen Dichters, sein „Herbstgesang an Hellas" und zwei Gedichte aus dem „Nordlicht" runden das von Sidow entwickelte Bild charakteristisch ab. Adolf von Grolman schreibt über Stifters „Witiko" (aus der Vorrede zu einer Volksausgabe des Insel-Verlages). Karl Heinrich Waggerls Freunde werden mit Vergnügen dessen Erinnerungen „Aus der Kindheit" lesen. Als neuester Band der „Deutschen Meister" erschien Arthur Burkhards Monographie über Hans Burgkmair; das vorliegende Heft bringt eine Probe aus den Schlußbetrachtungen und das Bildnis der Barbara Schellenberger. Ferner lesen wir hier einen Abschnitt aus dem chinesischen Abenteuerroman „Die Räuber von Liang schon Moor"; Gedichte von Mühlberger und Meckel; eine Würdigung Rilkes von Fritz Dehn; und ein Gedicht „Sankt Christofforus" aus dem kürzlich erschienenen neuen Band der „Späten Gedichte" von Rilke. Die Mitteilungen des Verlages am Schluß des von Karl Weißer mit gewohnter Sorgfalt und Liebe redigierten Heftes unterrichten über die neue Produktion der Jn^eU — Aas -er provinzialhauptsia-t. Kann soll das Obst gegeffen werden? I len Leser mag diese Frage souberbar anmuten ntJ ihre Beantwortung als selbstverständlich er= che nen lassen. Doch dem ist nicht so. Wann aber 1 st das Obst genutzreif? Dir wissen, daß die Entwicklung des Obstes bei ' )et Ernte keineswegs beendet ist sondern die - itn chte leben weiter, wie man zu sagen pflegt. Die b L-Zrverdunstung - das Obst schwitzt bald nach hen Abmachen — regelt sich in den Fruchten, L, erden, wird die Stärke in Zucker verwandelt, i„. Abnahme der Säure ift 3u tonftaheren u. a. m. cir dem Augenblick, wo das Obst dieses Stadium erricht stellt es seinen Höchstwert dar. Dann muß »5 verzehren, sofern es an Gute nicht einbußen svl Genau so, wie etwa der Wein nach der Erregung des Höhepunktes nach und nach an Ge- hal- verliert, so ist es auch beim Obst; nur noch mii dem Unterschiede, daß das Obst in viel kürzerer iieir als der Wein seiner Vollwertigkeit verlustig Titus ist ein isabellenfarbiger ostpreußischer Haldol t-Wallach mit schneeweißer Blässe, mattweißen Isc sein, ungekürztem Schweif. Er war lang seines Achters Reitpferd. Aber eines bitteren Tages ist ^hus an den Tattersall einer benachbarten Groß- iQt verkauft. Er schleppt, was sein neuer Chef hn aufpackt Schlanke Jungen von sechzehn, die och zwei Stunden im Sattel kleben wie drin ge- l0-en und Dickbäuche, die sich hinaus und hinunter mn lassen müssen. Beim Trab schaukeln sie. Die eOten sind immer noch die steifbeinigen alten Her- die einmal richtige Reiter waren, nur daß die Wochen morsch bis zum Zerbrechen geworden sind. Titus weiß, daß das Schönste vom Leben vor- üter ist. In die geliebte Weite der Walder und L efen kommt er nur noch zur guten Jahreszeit urD bei schönem Wetter hinaus. And doch: gänzlich unerwartet kommt etwas, ia» Titus sich niemals hatte vorstellen können Plötzlich ist alle gewohnte Ordnung auf den Kopf Mellt Es kommen keine Schüler zum Retturtter- icvt. Die Stallmeister, die Reitknechte treten spat jtd hastig an — sie sehen ganz anderes aus als lauft, tragen seltsame Röcke, Hosen, Mutzen von ir gleichen stumpfen Farbe und den gleichen Schnitt. Ein Kollege nach dem anderen wiro aus k- Bor geholt und gesattelt, ein Stallknecht sitzt Hilf, hinaus mit den Zweien. Es liegt etwas Großes in der Luft, es scheint, -- wird noch einmal wieder eine Lust sein Au Erfreulicherweise können wir, nach Mitteilung der Geschäftsleitung der Firma M ö b s, berichten, daß durch das bedauerliche Brandunglück keine Arbeiter und Angestellten der Firma arbeitslos werden. Im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Arbeitsbeschaffung hat sich die Firma, trotz erheblicher technischer Schwierigkeiten, entschlossen, alle ihre Arbeitskräfte weiter zu beschäftigen, und zwar zum Teil auf dem Werk in Aßlar, zum Teil bei den in Gießen notwendigen Aufräumungsarbeiten.. le:i en ... . Dann geht's Schlag auf Schlag. Titus ist wieder D-jied einer großen Gemeinsamkeit. Zwar ist sie ingft nicht so bunt und blinkend wie damals, alle s rben sind glanzlos und gedämpft. Aber das Ge- des großen, machtgeschwellten Zusammenhan- se'S ist da, die Ahnung eines gewaltigen, sinnvollen Iyns, das wundervoll erhöhte Daseinsgefühl .. - Zs ist alles so wie damals. Ein einziger Herr ist ic^bem Titus mit Wonne gehorcht. Ein Knecht ist ic der Titus striegelt und füttert. Und wir werden nihr und immer mehr, in den ummauerten und 3CT hohen Gebäuden umstandenen Hof, in dem mir II vt daheim find, strömen immer neue Wogen von || Zinnern und Pferden herein. Nach wenigen Tagen ■irb wir fcheint's, alle beisammen, es geht mit |b nq und Klang durch die Straßen zu dem lang | i igeftreeften Gebäude mit den vielen blinkenden Wkhensträngen, den Hallen und Rampen. Dann )et:. ’5ei sehr vielen Obstsorten ist dieser Zustand der Kosten Güte, den wir als Genußreife bezeichnen, chm an der hellen gelblichen Farbe zu erkennen. Mere wieder — einige Birnarten — zeigen hin- sichlich ihrer Färbung zwischen Baum- und Ge- ngreife kaum einen Unterschied. In diesem Falle sin! die Erkennungsmerkmale in dem Weichwerden )ei Birnen vom Stiele und dem der Aepfel vom MSlche her zu erblicken. Aus diesem Grunde wird chii beim Lagern des Obstes empfohlen, die Bir- ’icr möglichst mit dem Stiele und die Aepfel mit H)ett Kelche nach oben zu bringen. Die beschleunigte Stjtr verzögerte Genußreife des Obstes hängt ; int ft von dem Aufbewahrungsraum ab. Je Heller uni wärmer das Obst gelagert ist, desto rascher ich die Umwandlung der Stärke in Zucker usw. )o- sich, um so früher sind die Früchte eßreif, und chl gesundheitlicher Wert ist am höchsten. In kühlet 'und dunklen Räumen verlangsamt sich der 1 Rtfevorgang beträchtlich. Angesichts dieser Tatsache läßt sich die Zeit der - Werreife einigermaßen regeln und, wenn ge- ! Mischt, um Wochen hinausschieben, was gerade |ifii den Verbrauch des Obstes im Haushalte von grfcer Wichtigkeit ist. Trifft man nun die Auswahl ta Obstes so, daß sich immer die Lagerreife der fcften Sorte an die verbrauchte anschließt, so hat einem Entgelt zugunsten der Beamten verbunden ist, greift die Anordnung des Stellvertreters des Führers sinngemäß Platz, nach der wegen Zugehörigkeit zu Verbrauchergenossenschaften kein Partei- ' oder Volksgenosse angegriffen oder benachteiligt werden darf. In den Fällen aber, in denen Beamte in Organe von Verbrauchergenossenschaften eintreten und dafür eine Entschädigung erhalten, darf gemäß § 11, Ziffer 4 des Gesetzes zur Aenderung von Vorschriften auf dem Gebiete des allgemeinen Beamten-, des Besoldungs- und des Derfolgungsrechts vom 30. Juni 1933 eine Genehmigung nicht erteilt wer- 1 den, weil Konsumgenossenschaften nicht gemeinnützige, sondern auf Erwerb gerichtete Gesellschaften sind. Ich ersuche, dementsprechend die vorliegenden Fälle einer Nachprüfung zu unterziehen und gemäß dieser Anordnung zu behandeln." Schule und Berufsberatung. I Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kul- I tus, Kunst und Volkstum teilt in einem Schreiben an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten, an die Kreis- und Stadtschulämter folgendes mit: „Die Beratung der Entlaßschüler des Jahres 1935 hat in engster Zusammenarbeit zwischen Schule und Berufsberatung in allen Arbeitsämtern des Bezirks des Landesarbeitsamtes Hessen begonnen. Aus Kreisen der Berufsberater wie auch der Schulleiter werden Klagen darüber laut, daß auch andere Stellen als die amtlichen Berufsberatungsstellen sich an die Schulen wenden, um für Zwecke der Berufszuführung der Schulentlassenen amtliches Adressenmaterial usw. zu erhalten. Für die Schulen wird dadurch eine Störung und Beunruhigung hervor- MB Die Deutsche Rentenbank macht bekannt, da! ab Ende November 1934 neue Rentenbank- diiane über 50 Rentenmark (3. Ausgabe) mit dem Ausstellungsdatum 6. Juli 1934 ausgegeben wer- )n_ Die neuen Scheine treten an die Stelle der )j datz es einem non ihnen noch zum Lewusi^ein g Ton. Dann kracht's in den Lüften, drei-, viermal kommen wäre. miprfpffhinhe maa oeraanaen blitzt's, weiße Bällchen von Qualm stehen in der; Roch einmal, em iPrfdimetter'tem Schädel blauen, sonnendurchgoldeten Luft, jetzt prasselt etwas sein, flackert m des Tttu^^.^^chmettertem Sch ö l auf uns nieder, ein Regen, ein Schloftenhage, glüh, der Funke des Lebens d°npfln!)en, auf. Lr [fim stets das nötige Quantum Obst zur Hand. Trete! aber dennoch einmal anormale Verhältnisse Tv. d h. verspätet sich die Genußreife einer Obst- । ar so kann man selbst die Reife regulieren, indem mn aus einem kühlen, dunklen Raum die Fruchte in #inen helleren und wärmeren bringt. Im allge- mmen reifen Birnsorten auf dem Lager mehr zu glücher Zeit als Apfelarten, weshalb man schon bii ersteren möglichst dunkel und kühl aufbewahrt. Geschaukel im Halbdämmer. Schließlich geht auch das zu Ende. Ein endloses Marschieren beginnt, tagelang, halbe Nächte lang. Es ist sehr ermüdend und stumpfsinnig; gut, daß man so viele Gefährten um sich sieht, die genau so scharf herangenommen werden. Doch jetzt kommt ein Tag, da wird es wieder anders. Die Marschkolonnen verlassen die Straße und versammeln sich zu mächtigen Gevierten, es ist ein gewaltiges Sichstrafsen und Aufrecken in jedem fZ‘S ift schr°"err°gt,^er i »Ä'gM Zwischen sich noch anbere Getöse Ruhe und Haltung also tut Titus es auch, obwohl dazwischen: es zwitschert am Ohr vorüber wie gÄÄÄ Nerven auflhn llber- ros°nber^,u^°°^ Hummeln unb^ormsfen, wie Gebrumm ärgerlicher Käfer, nun saust etwas Ein Getöse klingt auf wie es auch bamals Schwarzes, Rouchumfchweltes oom Himmel nieder, «8 ÜS*J5C-S. Ä2 Reichsstatthalter Sprenger in Schotten . gut an Verschiedene Firmen unserer Stadt unterstützt ;> die Modenschau nach besten Kräften. Die Domen • Fpini' ~t die die Modeschöpfungen, den Schmuck usw. oonu V au führen hatten, wurden ihrer Aufgabe mit viel ($» [ "“'L schick gerecht. | M ** Dem Bericht über die Schitlec, > ,n-r feier in der Goethe schule ist berichtigen) Si nachzutragen, daß das im Schlußsatz genannte Lc. s P j tum sinngemäß 9. November 19 2 3 (nicht 19161 D Nachdruck verboten! 14 Fortsetzung. Oberhessen. Schitlergedenkfeier in Lich feier in der Goethe schule ist berichtigen! nachzutragen, daß das im Schlußsatz genannte Do Wacher ! F7 6tei ««Ichied he Mwohners H Frau Arn umz W einem Umfall, alle tzM Leben iMt- I' ®ro Lnrid) fen am ,ersten W I wg- ® < r j _ Lich, 12. Nov. Schulfeste und -feiern finl Höhepunkte in der Tretmühle des Alltags. Wem an den Unterrichtstagen feines Mehl oft nur fpäi« lich durch das engmaschige Sieb rieselt, so ströirj bei Feiern mitunter eine Fülle von GedankengU tum sinngemäß 9. November 192 3 (nicht 1918) lauten mußte. P-mi OH, Einen E'n her fe pb. Bu IBoltst’ Mch, üen 1 .Deutsche Wh eines «leitendem lihorst d! i er Obe dfrg. In Wrern z Ipjeimattn -sie für d iWrde sei Wohl Gri Üdaß man mrofces Ä Einzelne b «Berten nat nun unb sie mit her grc M lohnte i Wanz das Wut vorbei »on den ( Efjorlieber mnd dem ibon Lehr, Mer wohl; Wrinnerm Ml öi,wii5 meid? Vornan von Klothilde v. Siegmann. >» '5«f» ^es 9ru„, L'S rV v Schotten, 11.Nov. Die Stadt ist festlich geschmückt, die Bevölkerung ist erwartungsfroh gestimmt. Hat doch der Kreis Schotten zum ersten Male die Ehre, seinen Gauleiter und Reichsstatthalter zu sehen und zu hören. Aus allen Gemeinden des Kreises sind die Amtswalter, SA.-Männer und die übrige Bevölkerung herbeigeeilt. Um 11 Uhr traf Reichsstatthalter Sprenger, von Lauterbach kommend, mit seinem engeren Stab hier ein. An der Brauerei hatten die SA.- Formationen, die Amtswalter, die Kreisleitung, das Arbeitslager, Hitlerjugend und Jungvolk Aufstellung genommen. Der Gauleiter begrüßte die Formationen und richtete einen eindringlichen Appell an sie. Er begab sich danach an die für ihn errichtete Tribüne am „Frankfurter Hof" und nahm hier den schneidigen Vorbeimarsch aller Formationen ab. Die Räume der Kreisleitung wurden besichtigt, im „Hessischen Haus" ein einfaches Essen eingenommen. Nachmittags fand in der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle eine gewaltige Kundgebung für das Winterhilfs- werk statt. Die vielen Fahnen der SA. und der politischen Gliederungen der Partei zogen unter den Klängen der Sturmbannkapelle in den Saal ein. Der Gauleiter wurde bei seinem Eintritt stürmisch begrüßt. Gemeinsam erscholl das Lied „Volk ans Gewehr". Der Schottener Männerchor brachte unter Leitung seines Dirigenten N a g el- schm i d t den herrlichen Chor „Mahnung" und ein Heimatlied vom Vogelsberg schön zum Vortrag. Kreisleiter Kromm eröffnete dann die Kundgebung, begrüßte herzlich den Gauleiter im Kreise Schotten, der schon seit langem die nationalsozialistische Idee erfaßt und dessen Kreisstadt den Führer schon im Juni 1932 zum Ehrenbürger ernannt habe. Der Kreis sei arm, finanziell mit am schwächsten und doch am opferfreudigsten. Stürmisch begrüßt ergriff dann der ■un’ bas o >E" |Bfl 3,DU I Mzte.D> I ,Äen. Jr | Duden sich num in II schäft H geleitet, o wobei d ^gegebene Iwttfjefter! "längs. u Munsttän^ Wen. Den «z Nid Wetters i !8weigv W Teilne AUng übei & etw- Mber, W WHjnöii Mtrat. Mi gesehen. ei'nqe ta?r öem' JJ- wie h ' "chlicher Npn. ** Unfall an der Arbeitsstelle. Der 24jährige Schlosser Hugo Weiß von Großen-Lin- den, der auf einer hiesigen Baustelle beschäftigt ist, stürzte von einem Wagen und erlitt eine schwere Knieoerletzung. Er mußle durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinkt gebracht werden. ** Unfall im Bergwerk Großen-Lin- d e n. Am gestrigen Montagvormittag ereignete sich im Bergwerk Großen-Linden ein schwerer Unfall. Der 26 Jahre alte Bergmann Wilhelm Volk aus Lützellinden erlitt, als er einen Aufzug betreten wollte, der im gleichen Augenblick in betrieb gesetzt wurde, verschiedene Rippenbrüche, sowie innere Verletzungen, so daß er sofort durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. ** Verlängerte Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten zu Wintersportzwecken. Für die Zeit vom 1. Dezember 1934 bis 31. März 1935 wird die Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten versuchsweise verlängert, die zu Wintersportzwecken nach dem Vogelsberg und der Rhön ausgegeben werden. Diese Karten gelten für die Hinfahrt von Samstag 0 Uhr bis Sonntag 24 Uhr, für die Rückfahrt von Samstag bis Montag 14 Uhr. ** Die Heaezeit für weibliches Rehwild. Das Hessische Staatsministerium erläßt eine Verordnung, die mit dem heutigen Tage in Kraft tritt, durch die die Hegezeit für weibliches Rehwild mit dem 1. Januar beginnt und mit dem 30. September endigt. ** D i e Aufbewahrung des Dörrobstes. Dörrobst wird, nachdem es abgekühlt und - nachgetrocknet ist, am besten im Säckchen aus war unmöglich. Wie sollte sie der Mutter das begreiflich machen? Es war ihr nicht zuzumuten, jetzt schon wieder sich irgendwo neu einzugewöhnen und Wurzeln zu schlagen. Wie dankbar war Edelgard gewesen, daß die Mutter sich nach der anfänglichen Erschütterung so schnell in die neuen Verhältnisse gefunden! Wie oft hatte sie in den letzten Tagen gesagt: „Weißt du, Kind, ich bin doch jetzt beinahe froh, daß wir das große Haus los find und mit ihm unsere Schulden. Hier ist es so behaglich, ich möchte nicht mehr tauschen." Und da sollte sie kommen und der Mutter sagen: „Wir müssen fort von hier. Das Heim, das dir so lieb geworden, müssen wir wieder aufgeben." Das war undenkbar. Was für einen Grund sollte sie der Mutter auch sagen? Der Zusammenstoß mit Direktor Herman in dem ehemaligen Vaterhause, das war nicht Grund genug. Hatte sie einen Fehler begangen, so mußte sie die Folgen tragen. Direktor Hermans schroffes Benehmen im Büro ihr gegenüber? Das war nur die gerechte Strafe für ihren Hochmut und ihre Neugier. Sollte die Mutter büßen, weil sie etwas falsch gemacht hatte? Und selbst wenn sie es über sich vermögen würde, die Mutter hier aus allem herauszureißen — wohin sollten sie denn gehen? Sie hatten keine Schulden mehr, freilich. Aber ihr Leben war doch nur aufrechtzuerhalten durch das, was sie selbst verdiente. Wo bekam sie in dieser Zeit eine ähnliche Stellung her? Jetzt kam sie mit der Mutter gerade so durch, und dabei hatte sie noch nicht einmal Geld für Miete aufzubringen. Sie stand plötzlich still. Eine glühende Scham floß durch ihr Herz: Daran hatte sie ja in all diesen schrecklichen Tagen überhaupt noch nicht gedacht — dies Haus, in dem sie wohnten, das Kavalierhäus- chsn, Mutters und ihr neues Heim, auch das gehörte ja dem neuen Besitzer. Sein Grund und Boden war es, auf dem sie Zuflucht gefunden. Seine Wohltaten waren es, die sie annahm. Das war zuviel. Was würde er von ihr denken? Als er in seiner Großzügigkeit ihr und der Mutter durch Herrn von Studczynski ein neues Heim anbieten ließ, konnte er ja nicht ahnen, wie es ihm gelohnt werden würde. Nun er es wußte, sicherlich würde er seine großherzige Erlaubnis zurückziehen. Und selbst wenn er es nicht tat, die Dankesschuld würde um so schwerer wiegen. Irgend etwas mußte geschehen. Sie konnte nicht stillschweigend von einem Manne nehmen, den sie so tief verletzt hatte, der ihr gegenüber so feindlich gesonnen war. Von einem Manne, der ihr Vorgesetzter und--hier konnte sie nicht weiterdenken. Der Kopf schmerzte zum Zerspringen, aber dieser Schmerz war nichts gegen das tiefe Weh ihres Herzens. Müde öffnete sie die kleine Pforte zu dem Vorgärtchen des Kavalierhäuschens. Jetzt gab es nur eins; sich Lusammennehmen, der Mutter nichts merken lassen von alldem. Erst mit sich selbst zu Rande kommen, ehe man die Mutter beunruhigte. Frau von Dönitz saß in dem Lehnsessel vor dem breiten weißen Kachelofen ihres Wohnzimmers. Die Leselampe sandte unter dem grünen Schirm ihr freundlich gedämpftes Lich. Im Ofen knisterten die Buchenscheite, die Wilhelm eben noch aufgelegt hatte. Leise summte die kleine Teemaschine. Pünktlich jenen Tag um sechs Uhr wurde sie angesteckt, damit Edelgard beim Heimkommen gleich eine Tasse Tee vorfand. Frau von Dönitz ließ ihr Buch sinken und lauschte. Es war heute schon über die Zeit. Die kleine Bronzeuhr auf dem Kaminsims des Ofens hatte es bereits mit ihren hastigen kleinen Schlägen verkündet. Sechs Uhr! Wo blieb Edelgard heute nur so lange? Frau von Dönitz erhob sich. Sie ging zum Fenster und schob den Tüllvorhang beiseite. Nein, man konnte nichts sehen. Draußen war es ganz dunkel. Der Regen klatschte an die Scheiben. Ein ungemütliches Wetter! Nun, um so behaglicher würde es das Kind jetzt haben. Nun endlich hörte sie Schritte im Hausflur. „Bist du es, Kind? Nur schnell herein! Der heiße Tee wartet." „Ich komme gleich, Mutti. Ich will mir nur trockene Schuhe anziehen. Einen Augenblick!" Edelgard hatte versucht, ihrer Stimme einen frischen und unbefangenen Ton zu geben. Und wirklich, sie vermochte die Mutter zu täuschen. Lächelnd ging Frau von Dönitz zu dem Ofen. In der kleinen Röhre, die nach altmodischer Art von einem schönen Ziergitter verschlossen war, lagen ein paar Apfelküchlein zum Wärmen. Das Grundstück, auf dem das Kavalierhaus stand, hatte als Abschluß zum Wasser hin einen winzig kleinen Obstgarten. Heute hatte Marie die letzten Spätäpfel gebracht. Und für ihr geliebtes Fräulein Edelgard ein paar Apfelküchlein gebacken. Es duftete warm und süß aus der Röhre, als Frau von Dönitz das Gebäck nun nahm und auf dem kleinen buntgoldenen Kuchenteller auf den Teetisch stellte. „Guten Abend, Mütterchen." Edelgard kam von ihrem Schlafzimmer aus herein. Sie hatte ihr Büro- kleid mit einem einfachen hellen Wollkleidchen ge- tauscht. Frau von Dönitz erschrak, als sie Edelgard sah. War es die gelbliche Farbe des Kleides oder die halbe Beleuchtung, daß das Kind so elend aussah? „Ist dir etwas, Liebling?" fragte sie besorgt. „Was soll mir fein, Mutti?" Edelgard bemühte sich, fröhlich und frisch zu sprechen. „Dein Aussehen gefällt mir nicht. So blaß und so müde.. „Ach, wir hatten heute ein bißchen stramm zu tun", log Edelgard. Sie hatte eigentlich noch nie im Leben eine Notlüge gebraucht. Aber alles besser, als der Mutter die Wahrheit zu sagen. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger das Wort. Wenn es gelungen fei, so Hervorragendes im Volk und in der Partei zu leisten, so geschah es, weil an der Spitze das Opfer stand. Der Füh- rer sei hierfür ein leuchtendes Vorbild, nur ein Mann von solcher Vollendung vermochte so Großes zu leisten. Von ihm sprang der Funke des Nationalsozialismus über auf die vielen Kämpfer, immer stärker wurde die Partei, weil der Glaube an den Sieg in diesen Vorkämpfern war. lieber Opfer ging es vorwärts. Die Ernte ist in die Scheunen gefahren, wehe dem, der glaubt, sie anstecken zu können. Der Gauleiter kam bann auf das große Winterhilfswerk der Partei zu sprechen. 360 Millionen seien im vergangenen Winter zusammengekommen, welch' großes Opfer gegen die ärmlichen Sammlungen in Zeiten des früheren Systems. Das Dort des Führers, daß kein Volksgenosse hungern und frieren dürfe, sei wahr geworden. Das diesjährige Dinlerhilfswerk müsse noch größer werden. Das Opfer beginne erst da, wo die eigne Not anfange. Viele Volksgenossen stehen noch nicht in Arbeit, besonders ihrer Kinder müßten wir uns annehmen, die Kraft und Stärke unserer Zukunft liege in unserer kommenden Jugend. Wir müssen im Winterhilfswerk noch mehr erreichen, dann haben wir die größte Schlacht gerade dem Ausland gegenüber gewonnen, das uns ob dieser Leistungen bewundert. Wir stehen zu unserem Führer, sein Dille ist des Volkes Wille. Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen. Kreisleiter Kromm dankte dem Gauleiter und brachte ein Sieg-Heil auf den Führer aus. Begeistert wurden das Deutschlandlied, das Horst-Wes- sel-Lied und das Saarlied gesungen. Die Fahnen zogen unter den Klängen der Musik aus, die eindrucksvolle Kundgebung wurde geschlossen. Der Gauleiter begab sich dann mit seinem Stab nach Gedern, um dort der Gemeinde einen Besuch abzustatten. in das empfängliche Herz. In diesem Zeichen stau) die von der hiesigen Schule veranstaltete Schil« lergedenkfeier. Des Staatsjugendtages roeaei war sie auf den Freitag verlegt und mit dem Io tengeoenktag vereinigt worden. Eingeleitet rourbi die Feier durch das „Lied an die Freude" unter Führung von Lehrer Börmer. Ihm folgten ei: Sprechchor der Konfirmanden aus der Rütlifzeu! und Einzelvorträge des Fischerknaben, Hirten unj Jägers. Im Mittelpunkt des Ganzen stand eimi Ansprache des Lehrers Schön über des Dichter- Leben, der sich bedeutungsvolle Worte Schiller! aus dem Tell und zwei andere Gedichte anschloM Mit dem Reiterlied aus Wallenstein wurde biefen Teil beendet. Goethes Wort im Epilog zur Glocke?. „Denn er w a r unser!" aber wandelte sich zum löbnis: Er i ft unser, der Freiheitsdichter unü -rufer, heute wie vor hundert Jahren und heul», erst recht, denn „wir wollen frei sein, wie bin Väter waren, eher den Tod, als in der Knecht schäft leben." Der Toten des 9. November« aedachte Rektor Erb in Worten, die ganze Ven sammlung im Lied „Ich hatt' einen Kameraden" Mit dem Deutschlandlied, dem Horst-Wessel-Lied un8 einem dreifachen Siegheil auf den Führer rourbti die Feier geschlossen. Landkreis Gießen. OO Großen-Linden, 12. Nov. Am Sam> tagabend veranstaltete die N S. - V o l k s w o hl" fahrt, Ortsgruppe Großen-Linden, in Schaum» Saal einen Deutschen Abend. Den größte», Teil des Programms bestritt der Sturm 41/118.1 Seine Gesangsabteilung unter Leitung des SA- Mannes Degen trug eine Anzahl Chöre vor, di« von guter Schulung zeugten. Reichen Beifall erntet« das Theaterstück „Hinte'rwaldshütte" und ganz besonders eine von SA.-Mann Keßler verfaßte- Szenenfolge „Am Lagerzelt". Ortsgruppenleiter: „So, mehr zu tun? Aber du sagtest doch neulid): Bis Ersatz für Direktor Kutschner da ist, hättest bu kein eigentliches Arbeitsgebiet. Oder ist der neue Direktor vielleicht schon gekommen?" Edelgard wurde dunkelrot. „Ja, Mutti — seit heute!" Sie antwortete etwas kurz. Nur fort von dem peinvollen Thema! Das war ihr einziger Gedanke. Aber sie hatte es falsch angefangen. Frau von Dönitz war gewöhnt, daß ihr Edelgard sehr ein- gehend von allen ihren Erlebnissen, auch denen int Büro, berichtete. Die Ankunft des neuen Direktors war doch schließlich ein sehr wichtiges Ereignis, auch in Edelgards Leben. Nun ging das Kino si darüber hinweg? Das mußte einen Grund haben „Du bist so kurz heute, Edelgard. Sag einmal wie ist denn der neue Direktor? Sympathisch? Odel hast du das Gefühl, daß du dich mit ihm nicht gut stehen wirst?" Sie fragte es etwas besorgt. Aengst' lich, wie sie durch viele Schicksalsschläge geworden, fürchtete sie immer gleich Schlimmes. „Ich habe heute noch nicht viel mit ihm zu tun gehabt, Mutti", sagte Edelgard etwas gepreßt, „ich kann also noch nicht beurteilen, wie er ist. Schließ' lid) komme ich ja mit allen Menschen aus. Warum also nicht mit ihm? Freilich, etwas verwöhnt bin ich ja. Einen Chef wie Kutschner findet man nichl sobald wieder. Aber weißt du, Mutti, wir wollen jetzt mal nicht vom Büro reden, sondern von etwas Erfreulicherem. Zum Beispiel von diesen herrlichen Apfelküchlein. Ich habe einen schrecklichen Hunger. Gerade auf Apfelküchlein." Lachend griff sie zu, tat als ob sie mit dem größten Appetit äße. In Wahrheit war ihr W Kehle wie zugeschnürt. Wäre das Gespräch Ar Direktor Herman noch länger gegangen, sie W sich nicht mehr beherrschen können. Glücklicherweise ließ sich Frau von Dönitz lenken; denn die Erwähnung Kutschners hatte pe auf andere Gedanken gebracht. „Was treibt denn eigentlich Kutschner?" fragte sie. „Hast du außer der kurzen Karte an uns beide neulich einmal wieder etwas von ihm gehört?" Edelgard erschrak. In welches Lügengewebe war sie auf einmal verstrickt... Herman — und nun auch Rudolf Kutschner; denn auch über ihn hatte sie der Mutter immer noch nicht die Wahrheit zu sagen vermocht. Aber einmal würde es sein mässen. Rudolf Kutschner hatte schon so beunruhigt 0.e' schrieben. Er ahnte wohl die Veränderungen w ihrem äußeren Leben, obwohl sie ihm den Verkam des Hauses und den Umzug nicht mitgeteilt hatte. Wenn er jetzt erfahren würde, daß sie die Woh' nung von seinem Nachfolger sozusagen als ein Almosen empfangen — sicher würde ihm das sehr wenig lieb sein. Sie fühlte es genau, er würde bald auf eine Entscheidung drängen. Warum konnte sie dem gütigen Manne iyr Jawort nicht bedenkenlos geben? (Fortsetzung folgtI) durch Geldspenden und Urkaubstage auszuzelchnen. Deshalb hat es der Pvstverein 1906 übernommen, dieser Ehrenpflicht zu genügen und diejenigen Berufskollegen, die wie diese am heutigen Abend sogar 25 Jahre treu und gewissenhaft ihre schwere und ernste Pflicht, ja ihre Lebensaufgabe in den Dienst der Reichspost und damit des Volkes und des Vaterlandes gestellt haben, entsprechend auszuzeichnen und zu ehren. Aus diesem Grunde überreicht ihnen der Verein zum Zeichen des Dankes und der Anerkennung eine künstlerisch ausgefertigte Ehrenurkunde für treu gediente 25jährige Dienstzeit. Der Vorsitzende sprach den getreuen Mitarbeitern namens des Vereins und seinen persönlichen Dank aus und verband damit den Wunsch, daß sie noch lange Jahre in bester körperlicher und geistiger Frische der Reichspost und dem Volke dienen möchten. Der Redner erinnerte daran, daß es nur dank der genialen Befreiungstat und des Aufbauwerkes durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler möglich wurde, diesen Ehrenabend hier zu feiern; denn wenn der Führer nicht gekommen wäre, hätte der über Deutschland hereinbrechende Bolschewismus zuerst das alte Beamtentum vernichtet. Diesen Dank an den Führer und Volkskanzler brachte Pg. Adam Lotz durch ein dreifaches „Sieg-Heil!" zum Ausdruck, das begeistert aufgenommen wurde. Hierauf drückte der Vereinsleiter jedem Jubilar die Hand zum Glückwunsch und überreichte ihnen die Ehrenurkunden. Für 25jährige Dienstzeit wurden auf diese Weise geehrt: Postsekretär Schmieder, die Postassistenten Fink, Berg und Rohn, Oberpostschaffner Kaiser und die Postschaffner Haber, Johann Georg Hofmann, Ploch, G l a d i g o und Heid. Der weitere Verlauf des Abends war der Pflege der Kameradschaft gewidmet. Kapellmeister Paul B u ch w a l d und Frau unterhielten durch ihre ausgezeichneten musikalischen und gesanglichen Darbietungen die Anwesenden in bester Weise. An diesem Abend nahmen als Ehrengäste auch drei Saarländerinnen teil, die einen Überzeugenden Begriff von der deutschen Volks- Nein, nachdem er sich einmal so entschieden festgelegt hatte, mußte es dabei bleiben! Aber sehr wohl war ihm dabei nicht zumute. Um sich abzulenken, vergrub er sich in die Arbeit. Er hätte nun doch schon einiges zu diktieren gehabt. Ein paarmal hob er die Hand, um auf den Klingel- knopf zu drücken, Edelgard das Zeichen zu geben. Immer wieder lieh er die Hand sinken. Weiß Gott, er hatte richtige Angst, dem blassen, verstörten Gesichtchen zu begegnen! Mochte das Diktat heute noch warten, er hatte genug anderes zu tun. Bis morgen würde er diese Szene ein wenig überwunden haben und das Mädchen auch. * Von einem Tage zum anderen war das Wetter umgeschlagen. Gestern noch ein goldener Herbsttag, warm und mild wie im Sommer beinahe. In der Nacht hatte Regen eingesetzt. Wind hatte sich aufgemacht. Als Edelgard an diesem Tage vom Büro nach Hause kam, wehte ein heftiger Sturm. Die Blätter tanzten von den Bäumen, graue Wolken jagten am Himmel dahin. Die ganze Natur war in stürmischem Aufruhr, als bäumte sie sich aus gegen Vergehen und Sterben — gegen die Todesruhe des Winters. Es war so recht ein Sinnbild von Edelgards seelischer Verfassung. Auch in ihr stürmte es, Scham, Furcht und etwas, was sie sich selbst nicht eingestehen wollte. Sie hatte eine ausgesprochene Furcht, nach Hause zu gehen. Was sie als größtes Glück empfunden, daß sie auf dem Boden der Heimat bleiben konnte, nahe dem geliebten Park und dem ehemaligen Vaterhause, das alles wurde jetzt zur Qual. Bedeutete es doch nichts anderes, als immer in der Nähe des Direktors Herman zu leben. Noch war das Haus nicht fertig. Noch hatte sie eine Gnadenfrist. Wenn die Bürostunden vorbei waren, so brauchte sie nicht mehr zu fürchten, ihm zu begegnen. Aber was nützte das alles? Einmal würde es ja doch fein, daß er in das Haus zog. Und immer, wenn sie vom Kavalierhäuschen den Weg zur Straßenbahn nehmen wollte, mußte sie fürchten, feinem Wagen zu begegnen. Bei jedem Blick aus dem Fenster ihres Schlafzimmers sah sie ja auch die weiße Fassade der Villa herüberleuchten, ein ewiges Gedenken an ihn. „Ich kann nicht, ich kann nicht", sagte sie halblaut vor sich hin, indes sie sich gegen Sturm und Regen hindurchkämpfte. „Wir müssen fort von hier! Fort! Irgendwohin, wo ick ihm nicht mehr begegne." Und doch wußte sie im gleichen Augenblick, dies Nesselstoff an einem staubfreien, luftigen und trockenen Ort aufbewahrt, wo es vor Mäusen geschützt ist. Defteres Nachsehen ist notwendig. Neben den Schimmelpilzen, welche nur in feuchten Aufbewahrungsräumen auftreten, sind es vor allem Feinde aus dem Tierreich, die als Zerstörer in Frage kommen. Die Räupchen der im Juli erscheinenden Heuschabe, auch Dürrobstschabe genannt, verderben durch ihre seidenartigen Gespinste oft ganze Vorräte. Auch verschiedene Milbenarten werden dem Dörrobst gefährlich. Sobald sich Schädlinge bemerkbar machen, vertilge man sie durch längeres Erhitzen der befallenen Vorräte im Backofen. Beim Kochen des Dörrobstes werden häufig Fehler gemacht. Am Abend vorher wird bas, Trockenobst so in Wasser eingeweicht, daß es gut bedeckt ist. Anderen Tages koche man das Quellwasser mit Zucker, ganzem Zimt und etwas Zitronenschale und lasse das Obst darin noch etwas nachziehen. ** Wintermoden- und Schmuckschau im Caf6 Amend. Die Deutsche Mode-, Industrie- und Markenartikel-Werbung, Köln, veranstaltet gegenwärtig im Caf6 Amend eine große Wintermooen und Schmuckschau, die bei der gestrigen ersten Vorführung viel Anerkennung und Beifall fand. Die sehr unterhaltsam gestaltete Schau brachte eine Fülle des Sehenswerten. Der Sinn der Modenschau liegt darin, den Einzelhandel, der sich mit dem Vertrieb deutscher Wertarbeit beschäftigt, in der Werbung unter die Arme zu greifen, andererseits aber, um einen großen Kreis der Bevölkerung mit deutscher Wertarbeit bekannt zu machen. In rascher Folge wurden zunächst in Handarbeit hergestellte Pullovers, Westen, Jacken usw. gezeigt, wie sie nach den Schnitten einer be- gemeinschast erhalten haben dürften. Daten für Dienstag, 13. November. 354: der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus in Tagaste in Numidien geboren (gestorben 430); — 1504: Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen in Marburg geboren (gestorben 1567); — 1848: der Musikschriftsteller Hans von Wolzogen in Potsdam geboren; — 1862: der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen gestorben (geboren 1787); — 1868: der italienische Komponist Giocchino Rossini in Ruelle bei Paris gestorben (geboren 1792). Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 13. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 dis 6 Pf., der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Spinat 10 bis 12, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 bis 80, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 35, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Gänse 70 bis 75, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Rote Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf. Vornokizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22,15 Uhr „Opferstunde". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „So endete eine Liebe". — Evang. Stadtmission, 20.30 Uhr, Evangelisations-Vortrag. — Cafe Amend: 16 und 20.30 Uhr, Wintermoden- und Schmuckschau. kannten Firma von jeder Hausfrau heroesteM w» den können wenn st- sich mit der nötigen Lich, und Sorg,alt mit dieser Art Handarbeit beschättich Im wei eren Verlaus der Schau sah man -ine Fül, reizvollster Nachmittagskleider, die durck ihre te. chmacklich sehr sichere Gestaltung, wie auch dm» chone, einfache Linienführung sehr angenehm auf! ielen. Besonders interessierten dann auch bie Mm. tel, die, mit und ohne Pelz, in den verschiebenskm adretten Formen gezeigt wurden. Die Fülle j«, Strickkleidern aus den Werkstätten einer grofie. Firma löste bei mancher der vielen Besucherin^ sicherlich verständliche Wünsche aus. Mit der 5j0Cl führung von zum Teil einzigartig schönen AbeiH kleidern, wie auch mit einer kleinen Auswahl Wintersportkleidung fand die eigentliche Mode»! schau ihren glücklichen Abschluß. Die Sprecherin bq Schau wußte während ihrer Ankündigungen in schickter Weise für Nähmaschinen, für Waschmittel für ein Präparat zum Schutze der Wollsachen gegej Motten usw. zu werben. Im Dü'fte dieser Wei, bung stand auch ein kleiner unterhaltsamer Sketsg der mit dankbarem Beifall ausgenommen wurd. Eine besondere Note erhielt die Schau ferner duh eine sehr zweckmäßige Vorführung von Schmus, fachen aller Art, aller Werte und jeden Charakter, Verschiedene Firmen unserer Stadt unterstützt itlg Ke ui i/tc k ach 8DÜ |?H. Kreis Alsfeld. rW T h r°! jüi HB Ml rW t ibfi Ai wie fr k- 13 -N Ä, B: t Ober-Ohmen, 12.Novbr. Am Taae der )tirkehr des nationalsozialistischen Kreis Friedberg. t. B u tz b a ch, 12. Nov. Der Reichsbund il'kstum und Heimat, Ortsgruppe Butz- m V-t 5^ ’%i rÄ 3 urrt nij l I - F ljiitibem Marsche begrüßte Studienrat Professor I'Mct st die Anwesenden. Der Hauptreder des Abends vvi Oberstudiendirektor Dr. K n i e r i m, Fried- 1 jr. In eindringlichen Worten brachte er den Zu- liörrn zum Verständnis, wie tief bedeutend die themctttreue für das Dolksganze, und wie veredelnd |ie ür den einzelnen fei. Von allen Menschen der (p sei fast jeder 20. ein Deutscher; so hätten wir i>ol Grund, unsere deutsche Art so zu behaupten, kvß man sie als deutsch überall erkenne. Ein so $fco|aes Volk habe Daseinsberechtigung und jeder ejrzlne davon habe die Pflicht, seinen Heirnat- titren nachzuspüren, sie zu pflegen und zu erhal- t m unb sie zu verbinben aus seinem Kreise heraus mittler großen Heimat: Deutschland Reicher Bei- irtte reis W $ ein® |?D i-h!> te mor! W chni! Hilf ■ & Ittw P ■’n tfer gedachte in einer kurzen Ansprache der Wällenen des Weltkrieges unb ber Bewegung unb bereitete sich bann über bis Ziele unb bie Bebeu- Lu,b ber RS.-Dolkswohlfahrt. Ganz hervorragende Lesungen zeigte eine Riege des hiesigen Turn- |Meins unter Leitung des Turnwartes W erters- tit'U s am Barren. Umrahmt waren die Vorfuh- Traen durch Musikstücke des M.-Z. V/116. Der Eche Saal war vollbesetzt, so daß durch die Em- Jrtesgelber ein stattlicher Betrag der RSD. zugute- vMvan umzutauschen. Unterwegs wurde sie aber m <1 :»r einem starken Unwohlsein befallen. Ein Schlag- wui । -.rtfiU, allem Anschein nach, machte in Schotten Leben der bedauernswerten Frau ein Ende. - s iti lohnte den Redner, und wie eine Zustimmung ' LWiRlg das Lied: „O Deutschland hoch in Ehren". Cmit oorgetragene Gedichte, Musikstücke, Volkstänze ton den Gruppen VDA., BdM. und HI., sowie J. llMllieder von Mitgliedern des Gemischten Chores ä liirib dem sehr guten Volksschulchor unter Leitung ron Lehrer Duh verschönten die Veranstaltung. Ocriwohlgelungene Abend wird wohl allen in guter ^"Großen-Linden, 13. Roo. Die Eheleute LMrich Müller von hier, Blsmarckstraße 1, ftirn am morgigen Mittwoch das Fest der s i l - bernrn Hochzeit. Das Ehepaar ist bereits seit r, Jahren Bezieher des Gießener Anzeigers. wg. Großen-Buseck, 12. Roo. Dieser Tage turbe bas in unserer Gemarkung gelegene P f a r r - ai:t an Ort unb Stelle auf neun Jahre meistbie- |C!D verpachtet. Da sehr starke Nachfrage heischte, lagen die Preise hoch. Es wurden für erste Dualität Land 40 bis 50 Mark, für mittlere Böden 3Qlbis 40 Mark und für geringe Böden 15 bis 25 M rf pro Morgen bezahlt. ,, Großen-Buseck, 12. Nov. Heute nach- fiii ag gegen 16.30 Uhr ereignete sich an der Ab- Uviigung der Großen-Busecker Straße von der sic vinzialstraße ein Autounglück, das leicht [diiBume Folgen haben konnte. Das Auto eines jiial^n Hofgutes kam die Straße von Großen-Buseck bti um nach Reiskirchen weiterzufahren, während jvi gleichen Augenblick das Auto eines Butzbacher tu.fmanns von der Busecker Abfahrt kam und eben, M nach Reiskirchen weiterfahren wollte. Der fflegen des Hofgutes fuhr mit voller Wucht 'iir das andere Auto auf, fo daß dieses jocigehoben wurde, sich überschlug und eine it» a 3,50 Meter tiefe Böschung hinab- |tür 31 e. Dort kam der Wagen wieder auf die Räder ^ehen. In dem Auto des Butzbacher Kaufmannes jef iiben sich drei Personen, die wie durch ein Wun- leru öllig unverletztblieben. Der entstan- )er Sachschaden ist allerdings beträchtlich. Der Birbacfjer Wagen mußte abgeschleppt werden. sv - Steinheim, 12. Rov. Aus tragische Weise N erchied heute morgen die Ehefrau des hiesigen ! iicoohners Konrad Repp. Mit dem Zuge fuhr 5rau nach Schotten, um dort Wolle gegen in umzutauschen. Unterwegs wurde sie aber u! lad. veranstaltete am Samstag im Saale des l-„ .Datschen Hauses" einen Heimatabend, der f-ch «eines sehr guten Besuches erfreute. Rach ein- 21 Teilnehmern die zwölfte planmäßige Wande- run( über Bad-Salzhaufen und Häuser-Hof nach dirn etwa sieben Kilometer entfernt liegenden LNir-Widdersheim, von wo aus man nach z Divündiger Rast den Rückweg mit der Eisenbahn ainint. Mit diesem Ausflug find alle für das Jahr 1934 rxswg sehenen Wanderungen, wozu außerdem noch b:rti eingeschobene hinzukommen, ausgeführt. In ei«l demnächstigen Zusammenkunft des Vereins füll, wie in den Vorjahren, der Wanderplan für 1M5 festgelegt werden, wozu jetzt schon Vorschläge im ri chlichem Maße von einzelnen Mitgliedern vor- lilecei. Kreis Schotten. □ Laubach, 12. Nov. Am Samstag veran- tflillce die Ortsgruppe Laubach ehemali- Ü-i Hessischer L e i b g a r d i st e n im „Schützen- )bf- einen Deutschen Abend, der sich eines sehr gigler Besuches erfreute. Nach der Begrüßungs- v^bivche, die Fabrikant Hohmann sen. im ?T;arn der Laubacher Ortsgruppe hielt, dankte Kl-inrad Bopp (Darmstadt) als stellvertretender Äfqcnber der Vereinigung ehemaliaer Leib- fiilitbi'ten in Darmstadt für die gute Aufnahme in Laituch unb für bie Beihilfe, bie zur Unterhaltung b e- aoon bem Leibgarberegiment übernommenen ^kicnfriebbofes in Feindesland verwendet wird. 2Nri berichtete er auch noch eingehenb über bie si Wichte bes 115er Regiments. Den größten Teil d!k! Abends bestritt eine unter ber Leitung bes 2)iri($nten Greilich (Darmstabt) ftehenbe Kapelle, dH i:(f) in ber Hauptsache aus ehemaligen Leid- ß iö ften zusammensetzte. Eine Abteilung ber Tra- dWirskompanie bes Jnfantere-Regiments 15 (©ie= fepl wartete mit turnerischen Vorführungen auf. Was: hl die Musikstücke als auch bie Darbietungen dkl Reichswehr fanben ungeteilten Beifall. Ge- h*ül!ifi)es Beisammensein beschloß bie Veranstaltung. #Llnter*(5ctbertenrob,12. Nov. In An- b'irtiacht ber im vergangenen Sommer recht fühlbar vi»M: denen Wasserknappheit in ber hiesigen Wasser- hMrg ist geplant, eine weitere ergiebige ÖUieHe ber Leitung zuzuführen, um tdürftigen Trockenheitsperioben gegenüber gerüstet bi (iiiruerung bleiben unb weiterwirken. Kreis Büdingen. t.N i b b a , 11. Nov. Gestern abenb fanb wieder- nrn in ber Turnhalle, burch NS. - © ernein - sch ft „Kraft burch Freube" in bie Wege jj leidet, eine abwechslungsreiche Unterhaltung statt, tfolii bie Volksgenossen sowohl burch meisterhaft cegvoene Musikvorträge bes Laubes-Symphonie- IJrdüfters zu Frankfurt a. M., als auch burch Ge- f ln{5» unb humoristische Vorträge, sowie burch §lWtttänze auf bas angenehmste unterhalten wurden. Den Vorträgen folgte Tanzvergnügen. z SR i b b a, 12. Nov. Trotz teilweise regnerischen 23tars unternahm gestern Nachmittag ber hiesige Zsv» igverein bes V H C. in einer Stärke von Opfergangs vor der Feldhermhalle in Mun- chen mürbe am hiesigen Ehrenmal für bie Gefallenen bes Weltkrieges unb ber Bewegung eine SA.- Wache gestellt als Ausbruck ber restlosen Verdunben- heit mit ben gefallenen Helben von 1914 bis 1918 unb 1923. 4s- Ober-Ohmen, 12. Nov. Bei ber Treibjagd im Jagdbezirk Gemarkung Ober-Ohmen wurden 66 Hasen unb 5 Füchse zur Strecke gebracht. Preußen. Kreis Wehlar. * Krofbors, 13. Nov. Am heutigen Dienstag, 13. November, begehen bie Eheleute Lubw. Leicht unb Frau Elisabeth, geb. Schmibt, Wiesenstraße wohnhaft, bas Fest ber silbernen Hochzeit. * Königsberg, 12. November. Der 16jährige lanbwirtschaftliche Arbeiter Hermann Krauskopf bahier zog sich, als er sich am Sonntag in unvorsichtiger Weise mit einer Schußwaffe beschäftigte, eine schwere Schußverlet- 3 u n g zu. Er mußte sofort in ärztliche Behanb- lung nach Gießen gebracht werben. * Hörnsheim, 11. Nov. Das vierjährige Söhnchen eines hiesigen Arbeiters erlitt burch einen unglücklichen Sturz einen Bruch bes rech ° ten Oberschenkels unb mußte von ber Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen zur Behanblung nach Gießen gebracht werben. T Waldgirmes, 12.Nov. Hier starb nach kurzer Krankheit in seinem 40. Lebensjahre Lehrer Foucar. Er hinterläßt Frau und drei unmündige Kinder. Man bringt der schwergeprüften Familie allgemeine Teilnahme entgegen. — Bei einer Treibjagd in einem Teil ber hiesigen Felbmark würben 52 Hafen unb ein Fasanenhahn zur Strecke gebracht. Kreis Biedenkopf. £ Weibenhausen, 12. Nov. Die Firma Schulz & Wehrenbolb, Justushütte, stiftete ber NSV. 100 Zentner Kohlen für bie Winterhilfe. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. * Wieseck , 11. Nov. Unsere Volksschule hat bie Morgenfeier, ber Verfügung bes Ministeriums entsprechenb, sofort burchgeführt. Die vier Oberklassen, über 200 Kinber, treten seit vorigem Donnerstag im Schulhofe zur Körperschule an, beren Hebungen so zusammengestellt finb, baß bie gesamte Muskulatur erfaßt unb angeregt wirb. An- schließenb folgen ber Tagesspruch unb ein gemeinsames Lieb. < Ober-Bessingen, 12. Nov. Am gestrigen Sonntagabenb sprach hier Missionar Schmoll aus Hersfeld, der auch am Mittag gepredigt hatte, über die Tätigkeit der Baseler Mission in China und an der Goldküste. Er wußte in fesselnder Weise von der wunderbaren Führung Gottes bei der Missionsarbeit und von den finsteren Mächten des Heidentums zu berichten, so daß die Zuhörer voller Spannung fernen Ausführungen folgten. Die Kollekte für das Miffionswerk und der Verkauf von Miffionsfchriften hatten einen guten Erfolg. 9JL-tfpont Kußballtermine der Rückrunde in der Bezirksklaffe Gruppe Gießen-Dill. 2. Dezember: VfB. — 1900; Dillenburg — Sinn (Vorspiel); Wetzlar — Naunheim (Vorspiel); Frohnhausen — Steinberg. 9. Dezember: Naunheim — Steinberg (Vorspiel); Sinn — 1900; VfB. — Wetzlar; Frohnhausen gegen Bissenberg. 16. Dezember: VfB. — Sinn; Wetzlar — Dillenburg; Naunheim — Frohnhausen; Bissenberg gegen Steinberg. 23. Dezember: Frohnhausen — Wetzlar; Steinberg — Dillenburg; 1900 — Naunheim; Sinn gegen Bissenberg. 30. Dezember: Frohnhausen — Sinn; Steinberg gegen Naunheim; Dillenburg — Bissenberg. 6. Januar 1935: Bissenberg — 1900; Frohnhausen — VfB.; Naunheim — Wetzlar; Sinn gegen Dillenburg. 13. Januar 1935: 1900 — Fronhausen; Naunheim — Dillenburg; Wetzlar — Steinberg; Bissenberg — VfB. 20. Januar 1935: Steinberg — 1900; VfB. gegen Naunheim; Bissenberg — Wetzlar; Dillenburg gegen Frohnhausen. 27. Januar 1935: 1900 — Wetzlar; Dillenburg gegen VfB.; Sinn — Naunheim. 3. Februar 1935: Dillenburg — 1900. Die Meisterschaftsspiele der Rückserie beginnen eigentlich schon am 18. November, und zwar mit folgenden Spielen: Steinberg — VfB. Gießen; 05 Wetzlar — Sinn (Rückspiel); Bissenberg gegen Naunheim (Rückspiel). Um jedoch zu erreichen, daß an jedem Sonntag vier Meisterschaftsspiele ftattfinben können, finb brel Vorspiele bei ben Rückspielen untergebracht worben. Die Meisterschaftsspiele ber Vorserie finb so ziemlich ohne nennenswerte Zwischenfälle burchgeführt worben. Spielvereinigung 1900 verliert... Naunheim I — 1900 Gießen I 4:1 (3:0). Das Spiel ging schon gleich in ben ersten Minuten verloren, ba bie Gießener gezwungen waren, ben schweren Kampf mit nur neun Spielern zu beginnen. Schlarb unb Lippert trafen erst auf bem Spielfelb ein, als bas Mißgeschick schon seinen Lauf genommen hatte. 1900 hatte noch bas Pech, bei ber Platzwahl bie schlechteste Seite zu gewinnen. Kaum war Schlarb eingetreten, so mußte er auch schon einen zweiten Naunheimer Treffer hinnehmen. Nachbem bie Gießener oollstänbig waren, würbe bas Spiel offener. Abwechselnb kamen beide Tore in Gefahr. Es boten sich zahlreiche glänzende Chancen. Roth hatte einen sehr schwachen Tag, unb bas war auch wohl bie Ursache, baß Naunheim vor bem Wechsel noch zu einem brittp Torerfolg kam. Diesmal war Lippert unglücklich zu Fall gekommen. Aber vorbem setzte Roth einen 16-Meter-Strafstoß anscheinenb unhaltbar ins Dreieck. Von ber unteren Kante der Querlatte prallte jedoch ber Ball zurück. Dreimal bestand allein für Wilhelmi die Gelegenheit, Flanken des Linksaußen Dörr einzulenken, aber jedesmal geht der Ball nur knapp neben das Gehäuse. Auch Hammer und Horz Deraeben sichere Sachen. Selbst als Heilmann im Wechsel mit Dörr den Torhüter herausgelockt unb überspielt haben, wirb Heilmanns prachtvolle flache Hereingabe vor bem leeren Tor noch baneben gelenkt. Zwischenburch waren die Gäste auch nicht müßig, 1900s Schlußleute liehen sich aber nicht mehr überrumpeln. Nach dem Wechsel hatten Heilmann und Roth die Plätze getauscht. Die Gießener wurden zusehends besser. Es war aber alles vergeblich. Eckball auf Eckball verursachte der Gastgeber, aber ausnahmslos wurden alle hinter das Tor getreten. Statt einen Schuß aus nur wenigen Metern zu riskieren, ging der Ball immer wieder hinaus auf die Flügel, die gegen Spielende immer schwächer wurden. Einen hohen Rückzieher von Heilmann lenkte Wilhelmi durch Kopfstoß ein, damit auf 3:1 verkürzend. Weitere Erfolge blieben aber aus. Der Spielleiter verhängte dann noch einen Elfmeter gegen 1900. Der Elfmeter wurde verwandelt. Der Spielleiter griff oft daneben. Begünstigt durch dje Umstände errang Naunheim nur einen glücklichen Sieg. 3ugenbfpiele. Die erste Jugend machte ben Gang nach Wieseck vergebens, ba ber Platzverein nicht antrat. Die zweite Jugenb kämpfte zu Hause gegen bie zweite Jugenb bes ßofalgegners. 1900 blieb mit 6:4 Sieger. * Iugendfuhball im VfB.-Reichsbahn. Am vergangenen Sonntag weilte bie erste Jugenb in Lich bei bem bärtigen VfB. zu Gast. Auf einem fast grunblofen Platz entwickelte sich ein faires Spiel, bas beim Staube von 1:0 für Lich 10 Minuten nach Halbzeit wegen einbrechenber Dunkelheit abgebrochen werben mußte. Die neuaufgestellte zweite Jugenb hielt sich in ihrem ersten Kampf gegen bie zweite Jugenb bes Lokalgegners 1900 recht gut unb verlor nach span- nenbem Kampfe mit 6:4 (3:0) Toren. Watzenborn-Steinberg gewinnt in Dillenburg 4:3 (3:1). Nachbem bie erste Mannschaft von Watzenborn- Steinberg in ben letzten brei Spielen von ausgesprochenem Pech verfolgt war — ein Gefamttorver- hältnis von 4:2 kostete sie nicht weniger als fünf Punkte — mußte man bie Fahrt nach Dillenburg als wenig verheißungsvoll anfehen. Die Mannschaft selbst trat die Fahrt tampffreubig an unb bie wenigen Begleiter sollten benn auch nicht enttäuscht werben. Enblich eine Wenbung bes seitherigen Ab- schneibens zu erkämpfen, war ber feste Wille eines jeben Spielers. Trotz knapper Nieberlagen in letzter Zeit ließen sie den Mut nicht sinken. So wurde es denn auch geschafft. Das Spiel begann mit beiderseitig scharfem Tempo und bald hieß es 1:0 für Watzenborn- Steinberg. L. Buß, den man aus der zweiten Mannschaft zurückgeholt hatte, verwandelte einen Eckball unhaltbar. Offenes Spiel! Nach etwa einer viertel Stunde wurde eine weitere Vorlage vom Mittelstürmer zum 2:0 eingeschossen. Kurz darauf ist derselbe Spieler wieder erfolgreich. Trotz der 3:0 Führung der Teutonen war das Spiel nie einseitig, und einige Minuten vor Halbzeit gelang es Dillenburg, ein Tor aufzuholen. In der zweiten Halbzeit kam die Platzmannschaft mehr auf und erkämpfte gar den Ausgleich. Beide Mannschaften lieferten sich jetzt einen äußerst schnellen unb harten Kampf, unb bie Partie ftanb 3:3. Nun entschieb bie Ausdauer. Watzenborn-Steinberg ging zum Endspurt über und die gegnerische Verteidigung verschuldete einen Eckball. Dieser, von rechts her gut getreten, kam hoch vor das Tor und durch letzten Einsatz von L. Buß gelang ihm durch schönen Kopfstoß der Siegestreffer. Trotz größter Anstrengungen von Dillenburg hielten die Teutonen dieses Resultat und verließen als verdienter Sieger den Platz. Schiedsrichter Krug, Friedberg, hatte das Spiel jederzeit in der Hand. Das Schülerspiel in Watzenborn-Steinberg gegen 1900 Gießen wurde nicht ausgetragen, da die Gäste I aus Gießen nicht kamen. So mußten die Kleinen, die sich riesig auf einen Kampf freuten, ihren Dreß wieder ausziehen. Kußball-Ergebnisse der Kreisklassen im Bezirk Lahn-Dill. Lollar — Grünberg 4:1; Lich — Großen-Buseck 1:3; Rodheim — Fellingshausen 5:1; Hermannstein — Ehringshausen 4:2; Oberndorf — Oberbiel 2:2; Tgde. Wetzlar — Wetzlar II 1:4; Nauborn — ! Aßlar 2:1; Leun — Stockhausen 0:1; Heuchelheim II !— Launsbach 6:0; Treis — Grünberg II 4:0; Londorf — Alten-Bufeck 2:5. KV. „Teutonia^ Laubach. Laubach I — Hungen I 7:2 (3:2). Der Fußballverein „Teutonia" hatte am Sonntag die erste Mannschaft des Sportvereins Hungen zu dem fälligen Verbandsfpiel als Gast. Die Einheimischen konnten auf Grund besserer Leistungen das Spiel für sich entscheiden. Sofort mit Spielbeginn griffen beide Mannschaften mächtig an. Es erwies sich aber bald eine I deutliche Überlegenheit ber Laubacher Mannschaft. Nach etwa 10 Minuten ftanb bie Partie 3:0 für bie ; Platzbefitzer. Die Laubacher Hintermannschaft, bie i offenbar bie Stärke bes Gegners unterschätzt hatte, ! wurde etwas gleichgültig und mußte sich zweimal als ! geschlagen bekennen. Nachdem Tormann und linker I Verteidiger ihre Plätze gewechselt hatten, drängte die Laubacher Mannschaft immer mehr, konnte aber I bis zur Halbzeit zu keinem weiteren Torerfolg kom- 1 men, da sich die gegnerische Hintermannschaft mit I viel Glück gut verteidigte. Nach bem Seitenwechsel 1 würbe bas Spiel härter. Die Teutonen legten für den Schluß bes Spieles ein starkes Tempo vor, , das auch noch vier weitere Tor einbrachte. Der Schiedsrichter leitete das Spiel gut. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Fellingshausen I 5:1. Beide Mannschaften trafen sich in Rodheim zum fälligen Derbandsspiel. Der Platz war in schlechter Verfassung, weshalb große Leistungen nicht zustande kamen. Rodheim konnte gleich nach Beginn einen Treffer erzielen. Fellingshausen ging nun aus sich heraus und kam zum Ausgleich. Jedoch die Einheimischen ließen sich nicht aus ber Ruhe bringen. Ein gut placierter Schuß bes Mittelläufers lanbete tn den Maschen. Nach dem Wechsel fiel Fellingshausen dem schnellen Tempo der ersten Halbzeit zum Opfer, während Rodheim immer mehr in Fahrt kam. Jedoch vor bem Tor wird viel verschossen. Eine Flanke von rechts gab ben brüten Treffer unb bis Schluß stellte Rodheim bas 5:1 her. Schiebsrichter Sack (Heuchelheim) war dem Spiel ein gerechter Leiter. Kußball im Kreis Marburg. Bottenhorn I — VfB. 05 Marburg 1:3. Etwa 500 Zuschauer sahen am Sonntag einen schönen Kampf zweier gleichwertiger Gegner. Nach etwa 20 Minuten Spielzeit ging ber Gastgeber in Führung. Bei Halbzeit ftanb bas Spiel 1 :1. Nach ber Pause würbe bas Spiel lebhafter. Marburg strengte sich an unb erzielte brei Tore. Bottenhorn hatte in ber zweiten Halbzeit Pech, bie Bälle Ian« beten meistens an ber Latte ober gingen barüber hinweg. Reichsbund für Leibesübungen — Kacharnt für Handball. Die beutfdjen Hanbballfpieler werben sich auch in biesem Jahre roieber in ben Dienst bes Winterhilfswerkes stellen, um ebenfalls ihr Teil zur Linberung ber Not beizutragen. Trotzbem ber Verbanbsfpiel- betrieb bereits in vollem Gange ist unb Spielverlegungen sonst mit Rücksicht auf bie vorgeschrittene Zeit nicht erfolgen, ist für Sonntag, ben 2. D e« zember d. I. offiziell Spielverbot erlassen worben. Für biefen Tag wollen wir alle, Spieler wie Schiebsrichter werden, bamit bem Winterhilfswert genau wie im vergangenen Jahr, ein ansehnlicher Betrag überwiesen werben kann. Das einstweilige Programm gebe ich nachstehenb bekannt, bemerke aber gleich, baß größere Aenbe- rungen nicht mehr vorgenommen werben können. Hier müssen Härten, soweit sie vorliegen sollten, ober gar Gegensätze im Hinblick auf ben wirklichen Wert ber Sache zurückgestellt werben. Die beteiligten Vereinsspielwarte nehmen sofort bie 23er- banblungen zwecks Zusammenstellung ber Mannschaften auf unb geben wir biefe spätestens zum 25. b. M. bekannt. Albert Luh, Kreisspielwart. Das Programm für die Mnlerhilfsfpiele im kreis VIII. 1. Hörnsheim-Hochelheim — Gießen komb. B. in Hörnsheim. 2. Lützellinden — Gießen komb. A in Lützellinden. 3. Garbenteich-Hausen — Albach in Garbenteich. 4. Langgöns-Hochelheim II — Holzheim-Grünin- gen in Holzheim. 5. Atzbach-Dutenhofen — Münchholzhausen in Atzbach. 6. Launsbach-Krofdorf — Heuchelheim in Krofdorf. 7. Ruttershausen-Wißmar — Lollar-Staufenberg in Ruttershausen. 8. Romrod-Bürggemünden — Alsfeld in Alsfeld. 9. Wetzlar 05-Tv. Wetzlar II — Dorlar in Dorlar. 10. Groß-Rechtenbach-Dornholzhausen — Tv. Wetzlar I in Groß-Rechtenbach. 11. Garbenheim-Nauborn — Wetzlar-Niedergirmes komb. in Garbenheim. 12. Herborn-Niederscheld — Katzenfurt in Herborn. 13. Mandeln-Oberscheld — Straßebersbach in Straßebersbach. Holzheim I — Langgöns I 12:4 (5; 1). Gestern trafen sich in Hozheim beide Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel. Holzheim lag der ■? nach einigen Minuten Spielzeit mit 3:0 in Führu..^. Alle Angriffe der Gäste scheiterten an der Verteidigung der Platzbesitzer. Mit 5:1 für Holzheim wurden die Seiten gewechselt. Nach Wiederanpsiff konnte Holzheim in kurzen Abständen auf 8:1 erhöhen. Dann fand sich die Gästemannschaft besser zusammen und konnte auch dreimal erfolgreich fein, mußte jedoch bei Abpfiff den Platzbesitzern mit dem Stande von 12 :4 die Punkte überlassen. Der Schiedsrichter amtierte korrekt. Wettkämpfe der Jugend im MTV. Gießen. —o— Die Jugend des Männerturnvereins Gießen ließ sich am Sonntag von bewährten Kampfrichtern ihr Zeugnis schreiben über die turnerischen Leistungen, die sie zugleich ihren unermüdlichen Ausbildungsleitern wie ihrer eigenen freudigen Zähigkeit bei der Schulungsarbeit des vergangenen Turnjahres verdankte. Nachdem dem Dereinsleiter Karl Müller 44 Knaben und 53 Mädchen, in Reih und Glied angetreten, gemeldet waren, begrüßte er sie herzlich uno gab ihnen als Tagesspruch mit, daß die große Turngemeinschaft, aus deutschem Volkstum geboren und auf deutschem Boden gewachsen, zur Beherrschung des Körpers, aber noch mehr der menschlichen Schwächen und Fehler erziehen wolle, damit ein jeder zu einem anständigen Kerl heranreife, bereit zu Dienst und Opfer für die Gemeinschaft des Volkes. Mit gemeinsamem Lied wurde des verstorbenen Kameraden Georg Hans Fink gedacht, dessen Eltern zu dem seitherigen Wanderpreis für die Knaben dieses Jahr einen weiteren Wanderpreis für die Mädchen gestiftet haben. Der langjährige und bewährte Jugendturnwart Heinrich Freienfehner heftete mit weihevollen Worten einige aus treuer Anhänglichkeit an ihre Abteilung von Knaben und Mädchen gestiftete Erinnerungsbänder gemeinsamer Wanderfahrten an den Wimpel und rief zum Wettkampf auf, zu dem sich aus den Uebungsriegen der Knaben drei, aus denen der Mädchen, unter Leitung von Frl. Elfe Bickel- Haupt, vier Leistungsstufen formierten. Andauernder Regen zwang leider dazu, die volkstümlichen Uebungen im Freien durch gleichwertige in der Halle zu ersetzen. Mit freudigem Eifer waren die Jungen und Mädchen bei ihrer Sache, zumal auch aus Elternkreisen sich eine stattliche Zuschauerschar angesammelt hatte. Mit der Siegerverkündigung gestaltete Oberturnwart Karl H u ß k e einen eindrucksvollen Abschluß der schönen und werbenden Veranstaltung und damit zugleich des arbeitsreichen Ausbildungsjahres. — Die Siegerliste folgt. Kurze Sportnotizen. D i e Radbasl-Weltmeister, Schreiber- Blerfch vom RV. Germania-Wanderlust Frankfurt, holten sich bei einem Radball-Turnier in Hannover den Großen Radball-Preis von Hannover mit sechs Punkten vor Taube Hannover (4 Punkte) und Falke Stellingen (2 Punkte). Der Norwegische Skiverband hat seinen Mitgliedern Eistein Raabe, Birger Ruud, R. Sörensen, K. Kobberstad, O. Alstad und P. Jonssvn die Erlaubnis erteilt, an den in Deutschland ftatt- findenden Wettbewerb teilzunehmen. NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack. Oie Feier -es S November in Oberhessen WKESN SrsS' "* v w WPttV'V» lWr%/VV» YW'lpH. " D o r f - G ü l l, 12. Nov. Am 9. November weh-' ihr Leben opfern mußten, für Deutschland 4 Landkreis Gießen einaeleitet Büraermeilter und Ortsaruvvenleiter ten auch in unserem Dorfe die Fahnen auf Halb- umsonst gewesen sei. Im Gedenken dieser Gefallt XBi.^.0, Man L Pg^Rebh XSt tZSS* Am Sesallenendenkmal h^lt d^ SA Ehren- erhoben sich die Anwesenden oon ihren wache. Abends sand eine Gedenkfeier am Krieger- dem Gesang der ersten Strophe des Deutschen liebes und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Sfj rer war diese schlichte Feier beendet. wurde am Tage des 9. November der Toten ,<5o jemand kämpfe, er Feier. Wichtiger Termin für Wertpapierbesiher der Wurzel. 6675 V Bahnhof-Gaststätten Statt Karten Als Verlobte grüßen Stockhausen a. b. Lahn — Gießen IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIHIIIIIIIIIIIIIII® Schneelaufriege des T.V. 1846. 6682V '32b A entsprechend. 6674A IIIIIIIIIIIIIHIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIM Größte Stoffauswahl! Bitte besuchen Sie uns! Else Arabin Erich Tetzner Reichsbahninspektor IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIHI ÄUa Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gietzen / SchuMvatze £ llllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll d) Bersrod, 12. Nov. Der Reichstrauertag der NSDAP, wurde auch in unserer Gemeinde in schlichter Weise begangen. Die Einwohner hatten die Flaggen auf halbmast gesetzt. Ein Doppelposten der SA. hielt am Gefallenendenkmal die Ehrenwache. Dort wurde auch ein Kranz niedergelegt. Am Abend versammelten sich die Mitglieder der hiesigen selber gegeben, die Treue zu bewahren. Dieses Treuegelöbnis brach sich Bahn in dem alten Schwur der Bewegung, indem man auf den Führer das „Sieg-Heil" ausbrachte. Nach dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes verließ man den Saal, ergriffen von dem Gehörten, und nicht zuletzt von dem Vorbild jener Toten angeeifert, auch sein Letztes für sein Vaterland herzugeben. <5 Obbornhofen, 10. Nov. Auch hier gedachte man am 9. N o v e m b e r in ehrender Weise i Sie \ und Deut einet nid)t i', daß ff von । groß u breit rn na als efje i ding zum auch unser »Dem i unabbi I Macht I wie bi Erinnerung an das Sterben jener Helden, die nichts hatten, für ihr Vaterland, ihr Volk einzusetzen, als ihr Leben, das sie verloren. Eingehend schilderte er die Ereignisse am 9. November *1923 in München, an dem das junge Deutschland, geknechtet und nie- Briefkasten -er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitunq.) P. B. Wupperlal-Ronsdorf. Ob der Gastwirt zur Aufnahme von Fremden verpflichtet ist, bestmck sich nach den gewerbepolizeilichen Vorschriften btn einzelnen Länder. Diese sind ganz verschieden un)O können jeweils bei den zuständigen Stellen in 6im fahrung gebracht werden. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Beverstedt, den 9. August 1934. Ich teile Ihnen gern mit, daß ich mit den von Ihnen bezogenen Fristablauf am 31. Dezember 1934 für die Aufwertung von Papiermark-Pfandbriefen und Schuldverschreibungen deutscher Hypothekenbanken. In einer der letzten Ausgaben der „Deutschen Sparkassen-Zeitung" wird erneut darauf hingewie- en, daß sich noch ein recht erheblicher Betrag festverzinslicher Wertpapiere alter Währung im Umlauf befindet, deren Eigentümer die Stücke in der Annahme, daß diese durch die Inflation wertlos geworden seien, oder eine Aufwertung nicht erfolgen werde, bisher noch nicht zum Umtausch gebracht haben. Soweit es sich hierbei um Hypothekenbank - Pfandbriefe und ähnliche Schuldverschreibungen handelt, deren Umtausch zum Teil schon seit ungefähr sieben Jahren vorgenommen wird, ist den Berechtigten ein Zinsverlust dadurch entstanden, daß sie bis jetzt nicht in den Genuß der Berzinsung des Aufwertungsbetrages gelangt find. Nunmehr droht den Inhabern in kürzester Zeit der völlige B e r l u st ihres in diesen Werten ange- Gichtosint-Tabletten eine regelrechte Kur durchgemacht habe, und mit dem Erfolg überaus zufrieden bin. Ich kann nur wünschen, daß die Gichtosint-Tabletten auf Grund ihrer vorzüglichen Wirkung überall Eingang finden, denn es war bisher das beste Mittel, welches ich zur Bekämpfung meiner Gicht in Anwendung brachte. Carl Lehmann, Kaufmann Beverstedt, Bez. Bremen, Poststr. 23. Brohl, den 20. April 1934. Gestatte mir hiermit gefl. anzuzeigen, daß die von Ihnen mir gesandten Gichtosint-Tabletten sich auf das beste bewährt haben. Ich litt seit längeren Jahren derart an Rheuma und Gicht, daß ich außer den großen Schmerzen, zuletzt fast nicht mehr gehen konnte, sondern kriechen mußte. Auf Ihr Präparat aufmerksam gemacht, waren nach der Kur Schmerzen, Gicht und alles verschwunden; und konnte wieder Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei X Wieseck, 10. Nov. Zum Gedenken der Toten des 9. November veranstaltete am Freitagabend die Ortsgruppe der NSDAP eine Feierstunde für die Mitglieder ihrer Organisationen im Saal von Gastwirt Braun. Nach einer musikalischen Einleitung und dem Lied „Siehst Du im Osten das Morgenrot" begrüßte Propagandawart H. Hartmann die Erschienenen mit dem Hin- weis, daß eine Bewegung sehr leicht die Opfer vergessen könne, die ihre Existenz erkämpft haben. Sinn dieser Feier im ganzen Volke sei deshalb, heute in Ehrfurcht und Stolz derer zu gedenken, die einst an der Feldherrnhalle ihr Leben für ein besseres Deutschland gegeben haben. Hierauf ergriff Ortsgruppenleiter Karl Euler das Wort zu einer Ansprache, in der er von der Einstellung ausging, die die vergangenen Machthaber zu allen Lebensfragen hatten, wie sie innerlich schwach den Kampf als unsittlich verwarfen und lieber unterwürfig all das verneinten, was den persönlichen Einsatz forderte. Dieser Einstellung gilt unser heutiger Kampf, uns es ist der beste Dank, den wir denen abstatten können, die sich für uns opferten. Und so darf uns ihr Tod nicht der Anlaß zu stumpfer Trauer sein, sondern er muß Ansporn sein zu weiterem Kampf für unser Volk. Hier zeigt sich die andere Einstellung zum Sterben, die uns Nationalsozialisten auszeichnet. Einkehr bei uns selbst mit dem Gelöbnis und zum Bauen übermann denkmal statt, an der SA., SAR., HI. und BdM. geschlossen teilnahmen. Eingeleitet wurde die Feier mit dem gemeinsam gesungenen Lied: „In München sind viele gefallen." M. Games trug dann das Gedicht „Und ihr habt doch gesiegt" vor, worauf im Sprechchor „Die Blutfahne", oorgetragen vom BdM., folgte. Bürgermeister K n ö p p e r legte zu Ehren der vor der Feldherrnhalle Gefallenen einen Kranz nieder und Zellenleiter G. Games sprach Worte des Gedenkens. Während BdM. nun leise das Lied vom guten Kameraden sangen, gedachte die BdM.-Führerin E. Jung der gefallenen Hitlerjungen mit dem Vortrag „Toter Kamerad". Nach einem weiteren Lied des BdM. und dem Gesang der Nationallieder fand die würdige Feier ihren Abschluß. 00 Eberstadt, 12. Nov. Auch in unserem Orte als 53jährige laufen wie eine von 18 Jahren. Ich kann diese Tablett jedem Rheumaleidenden bestens empfehlen. Frau Jos. Weber Brohl a. Rh., Mittelstr. le Solche Briefe besitze ich über 15 000 (notariell beglaubigt) und nßu hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus roirflÖ kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist Derunreinti: durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, fo& nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure dient das Gichtosint. Sie komm kostenlos und portofrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufkl" rungen und genauer Gebrauchsanweisung erhalten, wenn Sie W Adresse senden an: Gichtosint-Kontor, Berlin SW 235, Friedrichstr.AU Zu haben in allen Apotheken. Zer! ten gro ocgann itzerAI . 2er A Heid konnte preus noch dt rath Schw noch vi Lebens komm u. a. Die Inst tion Schließung von Frankfurter Bäckerei« Frankfurt a. M., 12. Nov. (LPD.) Auf 23sf< anlassung des Polizeipräsidenten wurde bei ein« Anzahl Bäckereien das B r o t g e w i ch t nachW prüft. In mehreren Fällen wurde ein erheblich-; Mindergewicht festgestellt. Die betreffende B ä ck e r e i en wurden geschlossen. ’ e’nen gj Mer, g Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das liebel an rflljlue ffünsche hinsichtlich Sitz, Eleganz und Qualität werden in unserem Maßatelier berücksichtigt. Wir beraten Sie sachkundig und Ihrer persönlichen Note 4- Butzbach, 12. Nov. In schlichten aber ni digen Feiern wurde hier der Gefallenen der nati; nalsozialistischen Bewegung gedacht. Um 13 l|| fand auf dem Friedhof am Ehrendenkmal eine dl | drucksvolle Feier statt; daran nahmen Abordnul gen der SA., der Schutzpolizei, eine ganze M Amtswalter, Parteigenossen und die Vertreter J Stadt und der staatlichen Betriebe teil. Unter ifint* befand sich auch Standartenführer Schäfer ioi| Bad-Nauheim. In seiner kurzen Ansprache hob dl Ortsgruppenleiter Fr. Schneider hervor, lag diese Feier nicht nur den Gefallenen des WM krieges, sondern in gleichem Maße auch den A die Größe und Ehre des Vaterlandes Verstorbene den Opfern der Bewegung, gewidmet sei. Im m schluß an den ehrenden Nachruf legte er ehe! Kranz nieder. Mit einigen Augenblicken stillen M denkens der Versammelten an die Toten wurde dia kurze Feier beendet. — Am Abend vereinigten M alle Gliederungen der Partei, der SA., ArbeW dienst, BdM., HI., Frauenschaft, Arbeitsfront u a.ijl Der große Saal des „Hessischen Hofes" war W stark besetzt. Sinnvoll war die Bühne hergeriäM Unter den Klängen des Badenweiler Marsches, toi der Sturmbannkapelle gespielt, erfolgte der ®n marsch der zahlreichen Fahnen und politischen Liter. Das Vorspiel zu „Egmont" von Beethom folgte. Wiederum ergriff der OrtsgruppenleLk Schneider das Wort zu einer längeren Zn« spräche, in der er an die Ereignisse vom 9. Novern ber 1923 anknüpfte und der 16 Blutopfer vor Jet Feldherrnhalle gedachte, die ihr Herzblut jfit Deutschlands Wiedergeburt und Auferstehung fier- gegeben haben. Auch die Helden des Weltkriegs wurden nicht vergessen. Während für die ersten ein schlichtes Mahnmal errichtet worden sei mit t« Inschrift „Und ihr habt doch gesiegt", so g eitel diese inhaltsreichen Wort auch für die im Kris? Gefallenen. Die Fahnen senkten sich, das Lied vrn guten Kameraden wurde von der Kapelle internet Darauf ermahnte der Redner die Anwesenden, i treuer Pflichterfüllung dem Führer zu folgen irl sein Werk, das den Wiederaufbau des neuen Rei^ zum Ziele hat, zu fördern. Das Lied „In Münchu sind viele gefallen" und das Horst-Wessel-Lied fr schlossen die eindrucksvolle, feierliche Abendstunde.. Bretter Sperrholz Latten 1676V Dachpappe Carbolineum HappelS Co. Mühlstr.18,Ruf3925 Pg. Rebholz sprach vom Kämpfen und Sterben unserer Feldgrauen und gedachte dann der Toten der Bewegung, die ihr Leben für das neue Deutschland ließen. Die SA.-Kapelle spielte das Lied vom len. Am Abend fand am Kriegerdenkmal eine Feier statt, an dem Mitglieder des Kriegervereins Ehren- ! wache gehalten hatten. Zur Einleitung der Feier trug der hiesige Männergesangverein ein Lied vor. Der Zellenleiter Wilhelm L ö b r i ch gedachte sodann in seiner Ansprache der Opfer des Weltkrieges und insbesondere auch derer, die für das Dritte Reich ihr Leben gaben. Im Auftrag der Zelle und der Ge- zu neuer Arbeit. Es müsse sich dereinst die Wahrheit des Wortes erweisen „An deutschem Wesen muß die Welt genesen!" Dies ist Gottes Wille, und deshalb hat er uns unseren Führer gegeben und deshalb auch ließ er die großen Opfer zu, damit die Idee zum Siege geführt wurde. Denn sie hatte eines, was sie vor allen anderen auszeichnete: einen unerschütterlichen Glauben, der Berge versetzen konnte. So wie der 9. November 1918 der Ausdruck des innerlich Faulen und Schlechten war, so war dieser Tag im Jahr 1923 der Ggenstoß unseres Führers, der damals scheinbar mißlang. Doch wie recht hat unser Führer, als er das Wort zu ihnen sprach: „Und ihr habt doch gesiegt!" Mit dem Lied „Ich hott' einen Kameraden und dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied wurde die kurze, eindrucksvolle Stunde geschlossen. X Lollar, 10. Nov. Der 9. November wurde hier in würdigster Weise gefeiert. An den Häusern sah man die Fahnen des Dritten Reiches auf Halbmast. Die SA. stellte den ganzen Tag über eine Ehrenwache am Gefallenendenkmal auf dem Friedhof. Nach Eintritt der Dunkelheit bewegte sich ein imposanter Zug nach dem Friedhof. Begleitet von Fackelträgern zogen unter Vorantritt der SA.-Kapelle SA., SA.-Reserve, Kriegerverein, Parteiorganisationen, Hitler-Jugend, Jungvolk, NS.-Frauenschaft und BDM. denen sich eine große Anzahl der übrigen Einwohner anschloß, vor das Ehrenmal. Hier leitete die SA.-Kapelle mit dem Niederländischen Dankgebet die weihevolle Gedächtnisfeier für die Toten des Weltkrieges und der Bewegung ein. Die Gesangvereine „Sängervereinigung" und „Turn- und Gesangverein" sangen dann die Chöre „Mahnung" und „Den gefallenen Helden". Hierauf ergriff Bürgermeister Wagner das Wort zu seiner eindrucksvollen Gedächtnisrede, in der er, anschließend an Verse von dem im Weltkriege gefallenen Dichter Walter Flex, das Opfer der Toten für unser Vaterland würdigte und zur Dankbarkeit ihnen gegenüber durch ebensolche Treue und Einsatzbereitschaft mahnte, wie diese sie gezeigt. Er legte einen Kranz am Heldenmale nieder, ebenso Beigeordneter T a u - b e r t für den Kriegerverein. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen über den Gräbern der Gefallenen. Jeder der beiden Gesangvereine sang hierauf noch ein der Stimmung angepaßtes Lied. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied klang die schlichte Weihestunde aus. wg. Großen-Vuseck, 12. Nov. Der 9. Nove m b e r, als Erinnerungstag für die 1923 an der Feldherrnhalle gefallenen Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, fand auch in unserer Gemeinde eine würdige Ausgestaltung. Zu früher Stunde zog die Ehrenwache der SA. am Ehrenmal vor der Kirche auf, am Abend fand am Denkmal eine Gedenkfeier der NSDAP, und ihrer Gliederungen statt, an der sich auch viele Volksgenossen beteiligten. Mit einem Trauerchor wurde die Feier guten Kameraden. Der Bürgermeister und Ortsgruppenleiter legte dann im Namen der Partei einen Kranz nieder. Mit einem dreifachen Sieg- Heil und mit dem ersten Vers des Horst-Wesfel- Liedes fand die Feier ihren Abschluß. <£ Reiskirchen, 10. Nov. Die Erinnerung an die Helden, die ihr Leben ließen für Deutschland während des großen Krieges und während des Zwischenreiches im Kampfe mit Elemen- ten, die nagten am Bestände des Vaterlandes, * wurde auch in unserem Orte würdig begangen. Während des ganzen Tages standen zwei Doppel-' poften SA. am Kriegerdenkmal. Am Abend fand im Parteilokal Fritzel eine schlichte Gedenkfeier j statt, an der die SA., SAR., Frauenschaft, HI.,' Mittwoch, den 14.November 1934 ■12^L,nV*n2 Ulir, versteigere im damer, Neuenweg 28 „Zum Löwen Zwangsweise gegen Barzani ung: D 1. Bettnnmt: 3 Haarzövfe. 2 An Ort und Stelle, Bekanntgabe in obigem Lokal: 1 Nramo- Lieferwagen,! Bohrmaschine, eine Schuhmacher-Nähmaschine, Nähmaschinen, 1 Gasherd, 1 Regulator, 1 Grammophon, Büfett?- ein Pianino, 1 Kredenz, 1 Bücher-, 1 Materialien-, 1 Kassen-, i W- 1 Wascheichrank, Kleiderschränke, 1 Vertiko, Trummeauspiegel. Sofas, Chauelongues, Tische, Stühle, Sessel, 200 MistbeetfensterV Helfrich, Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Junker in Gießen, Wiesecker Weg Nr. 16 Wie Blei Im Magen liegen unverdaute Speisen. Nach jeder Mahlzeit 1 Gläschen meines vorzüglichen „Eldro“ Peolinwein schafft eine geregelte Verdauung. In Flaschen zuRM.l,00u. 1,65. Nur bei 6661a DroüerieElöes Seltersweg 68 a. 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V. der Universität Gießen. uif' lvurve am -tage oes u. ^voemoer oer xorer R°7h fand trefflkche Ä ber Ehrung und U gedacht, die °°r der Feldherrnhalle in München sie. legten Bermögens, da mit dem 31. Dezember 1934 das Recht der Papiermark-Hypotheken- pfandbriefe zur Teilnahme an der Teilungsmasse zugunsten der noch im Umlauf befindlichen Anteilscheine erlischt, wenn bis dahin nicht eine Einreichung der Stücke erfolgt. Es liegt im Interesse dieser Wertpapier-Besitzer, ihre Wertpapiere einem Kreditinstitut (Sparkasse, Bank), in Verwahrung zu geben, um diesen Nachteilen zu entgehen und der Sorge um die Sicherheit und die Verwaltung der Papiere enthoben zu fein. Was für die deutschen festverzinslichen Wertpapiere angeführt, gilt auch für ausländische Schuldverschreibungen früherer Währungen, deren Zinsendienst zum Teil seit Jahren wieder ausgenommen ist. Auch hier handelt der Besitzer richtig, wenn er feine Wertpapiere einem Kreditinstitut zur Verwaltung und Betreuung einreicht, da viele Umtauschbekanntmachungen nur in Zeitungen veröffentlicht werden, die dem Eigentümer im allgemeinen kaum zugänglich sind. * Muschenheim, 10. Nov. Auch in uns »re, Zelle gedachte man der gefallenen H e lte. von 1914 bis 1918 und vom 9. Nove n 1 9 2 3. Am frühen Morgen zog ein Doppels, der SA. am Gefallenen-Denkmal auf. Abends^, sammelten sich die Gliederungen der Partei zu eij " Gedächtnisfeier am Gefallenen-Denkmal. c?o Langsdorf, 12. Nov. Das Gedäh.^l nis des 9. November wurde auch hier in q. gemessener Form begangen. Am Gefallenendenh,' hielten vom frühen Morgen bis zum späten Ah, SA.-Männer die Ehrenwache. Abends erfolgte fr selbst ein Aufmarsch der nationalsozialistischen G berungen. Ein Mitglied des BdM. trug einen spruch vor, und Zellenleiter Fabian legte ein prächtigen Kranz nieder. Das ganze Dorf zeigte). Fahnen auf Halbmast. Kreis Friedberg. der Gefallenen. Ueberall waren die Fahnen auf halbmast gezogen. Um 9 Uhr fand am Denkmal der Gefallenen des Weltkrieges eine kurze Gedenkfeier statt. Die SA. hatte vor dem Denkmal Aufstellung genommen. Bürgermeister Kammer hielt eine Ansprache. In anerkennenden Worten gedachte er derer, die durch die Hingabe ihres Lebens Deutschlands Zukunft bauen halfen. Darauf legte Pg. Kämme- r e r im Namen der SA. einen Kranz nieder. Die SA.-Ehrenwache zog auf, und das Lied vom guten Kameraden erklang. Hiermit war diese Gefallenen- ? - Ehrung beendet. Am Abend fand im Rathause eine Ortsgruppe, sowie deren Untergliederungen im zweite Feier zu Ehren der Gefallenen statt. Zellen- Saae der Wirtschaft B e ck e r zu einer stillen Ge- leiter Kämmerer begrüßte die zahlreichen Gedenkstunde Ortsgruppenleiter Bürgermeister H o f = meinbegüeber und wies auf den Sinn der Veran- m a n n hielt eine eindringliche Gedächtnisrede für | ftaltung hin. Einleitend fang man das Lied , Ich öie Nooembergefallenen sowie für die im Weltkrieg | hatt' einen Kameraden". Darauf nahm Dekan E n - gefallenen Helden. Der Redner ließ seine Ansprache g e l von hier das Wort. Er entrollte nochmals das ’U5;,Ln9£n ?em W?rte „Und ihr habt doch ge- Bild über die Vorgänge am 9. November 1923 an legt! Der P°s°uaenchar verschönte die Trauer- der Feldherrnhalle 'ni München, wobei 16 Getreue feier durch einige Musikstucke. Nach dem gemein- Adolf Hitlers ihr Leben lassen muhten. Er gab in dergedrückt von innen und außen, versuchte, seine Fesseln zu sprengen. Den jungen SA.-Männern stellte er das Leben jener Helden als ein leuchtendes moinhfl f kAei^ °Ueh ! Mänuerchor bÄchtNin weheres Äm Ertrag " das Lied Pf.^rer Ködding hielt eine kurze Ansprache, die ^W)0Tt fPrad): in' dem Worte gipfelte: „So jemand kämpfe, er in 3nPimft nölt? oa hkämpfe denn recht". Das Lied vom guten Karne- elbl öe eb9en e l und das Horst-Wesse,-Lied beschlossen die "Wj“ Waschkesse Gußeisen email- llert, rein Kupfer »R Stahlblech emaii- ■ liert, in allen M Größen liefert preiswert J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 6685a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 mit Ther u. Q D ' Recl ? bari dun sich !■_ Bol | sagen | ich b: I ^be, I bemü | Recht! j erschu I Men Auc iung f°mmi xhen Staats 'st nid) aller uns Sl ' A da Ach, dern heran ■Mei Wie SA H