184- Jahrgang Gietzener Anzeiger Ur- 240 Erster Blatt ih Jahrgang Samstag, 13. Oktober 1934 Ä«:ÖSE /3a4 A44 A4| ■ 44A4 A <4 Heimat ,m Bild Die Scholle ■ W^U ■ |> Md H B | W ■ ▼ MW HB Tl > M M flT & WgfT Grundpreise für 1mm höhe Monatz Bezugspreis: |l|| HZ HA W W HZ B H B B B_Z II fl Wx B für Anzeigen von 22 mm Mil 4 Beilagen RM.1.95 HUW W W M B ■■ W B Bk W ■ II W» II B BT B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte „ 1.80 M B HW* W jR, W B, B B B H anzeigen von 70 mm Brette Zustellgebühr . „ V B U B H ▼ ▼ tM d< 60Rpf.,Platzvorschristoder V «tmäfjiote 6r«n»prdfe: MM General-Anzeiger für Oberhessen Sronffudam Main 11688 vruckl und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe r M-ng-n?bsch?Ms"aff^r8 DerMördervonMrseilleundsemeHelfershelferalSAngehönge einer südslawischen Verschwörerbande entlarvt. Oer Führer der Terroristen ein ehemaliger Agramer Rechtsanwalt. — Erst im September über Ungarn und Oie Schweiz nach Frankreich gelangt.-Von einer Krau in Aix-en-Provence mit den Mordwaffen für das Attentat in Marseille versehen. Schneller Erfolg des Verhörs in Annemaffe. P a r i s , 12. Oft. (DNB.) Die Vernehmung der beiden in Thonon verhafteten S ü d s l a w e n , die am Freitagmorgen in Annemasse im Beisein des ständigen südslawischen Vertreters beim Völkerbund, Fotitsch, fortgesetzt wurde, hat jetzt zu greif* baren Ergebnissen geführt. Die beiden der Mittäterschaft verdächtigen Angeklagten haben zugegeben, daß sie der südslawischen Terro- r ist enorganisation Pawlitsch angehörten. Von dieser Organisation hätten sie Anweisung erhalten, sich zu einer besonderen Mission nach Frankreich zu begeben, wo ihnen weitere Anweisungen mitgeteilt werden sollten. Sollten neue Anweisungen bis zum 9. Oktober in Paris nicht eingetroffen fein, sollten sie sich von E v i a n nach Lausanne begeben und dort nähere Einzelheiten abwarten. Der eine der Verhafteten, der sich den fatschen Kamen 71 ovak zutegte, (den gleichen Kamen trägt übrigens der mit dem Schuhe der Person des tschechoslowakischen Außenministers Venesch betraute Kriminalpolizisi) ist der in S üd- slawien in Abwesenheit zum Tode verurteilte Znonomir postischil, der 1929 in Agram den Direktor der Zeitung „Ttooofti“, Schlegel, niedergeschossen hatte. Der falsche Venesch heißt in Wirklichkeit Rajtitsch. postischil und Vajlilsch begaben sich im letzten Wonat in die ungarische Ortschaft Kagy Kanina, wo sie von einem etwa 40 Jahre alten Unbekannten die Weisung erhalten haben wollen, sich nach Zürich zu begeben. In Zürich wurden ihnen zwei weitere Helfershelfer zugeteilt, nämlich der Mörder von 7Na r s e i l l e, Surf, und ein gewisser S i l n i. Die vier Verschwörer wollen aus Ungarn direkt nach Zürich und von dort nach Lausanne gekommen sein. Dort seien sie von einem fünften aus Paris zugereisten Genossen, dem Führer der Bande, einem früheren Agramer Rechtsanwalt, Dr. pavi- l i t s ch, empfangen worden. Dieser habe jedem der vier Verschwörer, die bisher mit ungarischen Pässen und unter ungarischem Kamen gereift waren, fatsche tscheschische Pässe übergeben. Die Einreise nach Frankreich erfolgte mit dem Schiff über den Genfer See nach E v i a n. Surf alias Kalemeu, der Mörder von Marseille, und Silui erhielten Weisung, nach Marseille zu fahren, p o st i s ch i t und R a j t i t f ch sollten sich zunächst nach Versailles begeben, wo sie vermutlich — wenn der Anschlag in Marseilles gescheitert wäre — postlagernd weitere Weisungen erhalten hätten. Der Führer der Bande, p a v i t i t s ch , sollte postischil und Rajtitsch am Freitagfrüh in Lausanne bei der Rückkehr erwarten. Kach den bisherigen Ermittlungen in Aix-en- Provence steht fest, daß Surf sich zwei Tage vor dem Anschlag in Aix-en -provence aufgehalten hat, und zwar in Gemeinschaft mit einem gewissen Kremer und mit dem in Fontainebleau den französischen Gendarmen entkommenen Malny. Die Verschwörer standen in Verbindung mit einer Frau, die am Sonntag in Aix-en-Provence eintraf und sich als die 24jährige tschechoslowakische Staatsangehörige Marie V j o u d r o ch in die Fremdenliste eintrug. Marie Vjoudroch war sehr elegant gekleidet und hatte vier Koffer chit sich. Man nimmt an, daß sich in dem einen die Waffen befunden haben, die der Mörder in Marseille benutzte. Marie Vjoudroch erhielt den Besuch von drei Herren, darunter auch Kremer. Sie verliehen das Hotel in Aix-en- Provence am Dienstagvormittag. Weitere Nachforschungen der Polizei Haden er- (=ben, daß Novak bereits im November 1933 unter t»m Namen Tikmir wegen Diebstahls in Mar- sülle zu vier Monaten Gefängnis oer- urteilt worden ist. 'Nachdem er nach Absitzung tiür Strafe aus Frankreich ausgewiesen war, mürbe er im Juni dieses Jahres ein zweites 18 a l in Nizza unter dem Namen Daniel Latin os r h a f t e t und nochmals verurteilt. Der in Fon- tdmebleau entkommene Malny oder Chalny iirrt immer noch in den Wäldern der Umgegend umher. Die Presse ist sehr aufgebracht darüber, daß nixf) sein Entkommen nur der unglaublichen Teilnahmslosigkeit und Unentschlossen- heit der Polizei zu verdanken sei. So berichtet „Paris Midi", daß am Bahnhof von Fontainebleau, als Chalny das Weite suchte, die Gendarmen es nicht für tunlich hielten, ihn zu verfolgen, sondern erst die Ankunft der Mobil g a r» öiften abwarteten. Die llebersührimg König Alexanders. Ehrung durch italienische und englische Flotteneinheiten. Rom, 12. Oft. (DNB.) Der jugoslawische Kreuzer „Dubrownik" mit der L-eiche König Alexanders an Bord und der französische Kreuzer „(Tolbert", auf dem sich der französische Marineminister P i 6 t r y befindet, haben am Freitag d i e Meerenge von Messina passiert. Eine italienische Flottenabteilung, bestehend aus einem Kreuzer und einer Torpedobootsflotille, fuhr den beiden Kriegsschiffen entgegen und begleitete sie durch die italienischen Gewässer. Bei Sonnenuntergang werden die italienischen Schiffe zurürfkehren. Beim Passieren des Leuchtturmes von San Ranieri in der Meerenge von Messina grüßte eine Salve von 21 Kanonenschüssen den toten König. Die englische Mittelmeerflotte, die augenblicklich verschiedene südslawische Häfen besucht, wird a u f der Höhe von Spalato den südslawischen Panzerkreuzer „Dubrownik" erwarten, um dem toten König d i e letzte Ehre zu erweisen. Südslawische Vorstellungen in Rom. Protest gegen unfreundliche Aeußerungen eines italienischen Rundfunksenders. Erstaunen über italienische Militärverstärkungen in Dalmatien. London, 13.Oft. (DNB. Funkspruch.) Wie das Reuterbüro aus Belgrad meldet, hat sich die ^südslawische Regierung zu Vorstellungen in Rom gezwungen gesehen, da angeblich über einen Rundfunksender o 6 n der „unhaltbaren Lage" in Südslawien gesprochen worden ist. Auch sollen Bemerkungen über eine bevorstehende Auflösung des Staates gefallen sein. Angesichts der völligen Unrichtigkeit dieser Behauptungen sei der südslawische Gesandte in Nom angewiesen worden, bei dem italienischen Außenministerium Vorstellungen zu erheben und um die Zusicherung zu ersuchen, daß die italienischen Sender künftig solche unfreundlichen Aeußerungen über die südslawische Lage unterlassen. Eine italienische Antwort sei noch nicht eingetroffen, doch hoffe man zuversichtlich, auf eine befriedigende Beilegung des Zwischenfalles. Außerdem seien, wie Reuter weiter meldet, in amtlichen Kreisen Berichte eingetroffen, daß d i e italienische Garnison Zara der italienischen Enklave in Dalmatien während der beiden letzten Tage beträchtlich verstärkt worden ■feie. Die amtlichen Kreise fänden keinen Grund für ein solches Verhalten. Sie betrachteten es als überflüssig und nicht geeignet für eine Besserung der italienisch - südslawischen Beziehungen. Man fei auch fest überzeugt, daß kroatische Revolutionäre italienische Unterstützung erhalten hätten. Es werde versichert, daß es eine Geldwährung gebe, die „R u m a" heiße, den Wert einer Lira habe und unter den kroatischen Flüchtlingen nicht nur in Ungarn, sondern auch in Zara gültig sei. Die Geldscheine sollen von kroatischen revolutionären Organisationen gedruckt worden sein. Reuter fügt hinzu: Es ist zu beachten, daß nicht ein Wort von diesen Anschuldigungen in der südslawischen Presse veröffentlicht wird, die der Regierungszensur vollkommen untersteht und kein Wort druckt, das nicht vorher vom amtlichen Pressebüro gebilligt worden ist. Die Oeffentlichkeit hat auch nichts von den italienseindlichen Kundgebungen in mehreren Städten erfahren. Die Veröffentlichung dieser Nachricht ist anscheinend auf Anregung des italienischen Gesandten unterdrückt worden. Hätte Vachon gereitet werden können? Hat der Außenminister rechtzeitig ausreichende ärztliche Hilfe erhalten? Paris, 12. Ott. (DNB.) Die Frage, ob Außenminister Barthou hätte gerettet werden können, wenn man ihm rechtzeitig hie notwendige ärztliche Hilfe hätte angedeihen lassen, wird in allen Kreisen lebhaft erörtert Es scheint jetzt festzustehen, daß der Außenminister nach dem Anschlag dem Wagen entstieg und von einem Polizisten nach einer Miet- droschke geleitet wurde, die ihn i n ein Krankenhaus führte. Mit einiger Verwunderung fragen die Blätter, warum es dem Polizeibeamten nicht möglich gewesen sei, dem Wagen schneller einen Weg durch d i e Menge zu bahnen und warum man die erste ärztliche Hilfe nicht sofort vom Chefarzt, sondern durch einen Assistenzart vornehmen ließ. Barthou war von dem ihn begleitenden Polizisten nur ein ungenügender Notoerband angelegt worden. Bei seiner Ankunft im Krankenhaus soll Barthou trotz des starken Blutverlustes noch ziemlich frisch gewesen sein. Noch nach einer Serumspritze, die man ihm verabreichte, habe er sich besorgt erkundigt, ob seine Verletzung ernster Natur sei und ob ihm etwa der Arm abgenommen werden müsse. Er habe die beruhigende Versicherung erhalten, daß sein Zustand zu keinerlei Besorgnissen Anlaß gäbe. Bald darauf habe er jedoch einen Schwächeanfall erlitten und sei während der Operation trotz einer Blutübertragung gestorben, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. In ärztlichen Kreisen der Hauptstadt scheint man der Ansicht zu sein, daß unter den gegebenen Umständen alles getan wurde, um das Leben des Staatsmannes zu erhalten. Diese Ansicht wird jedoch von vielen Kreisen nicht geteilt, und es werden neue Vorwürfe gegen d i e Kopflosigkeit und schlechte Organisation laut, die mehr als einmal Anlaß zu ernsten Besorgnissen geworden sei. Die feierliche Aufbahrung Paris, 12. Okt. (DNB.) Vor dem im Uhrensaal des Außenministerium aufgebahrten Sarge des Außenministers Barthou zieht feit Donnerstagmittag die Pariser Bevölkerung vorbei. Die Einfahrt zum Außenministerium, der Haupteingang des Gebäudes und die Flügeltüren des Uhrensaales sind schwarz umkleidet. Der Uhrensaal selbst ist in den französischen Nationalfarben ausgeschlagen. Der Sarg steht auf einer hohen Estrade. Er ist mit der Trikolore bedeckt. Unzählige Kerzen verbreiten mit zwei verhängten Wandleuchtern ein gedämpftes Licht. Am oberen Ende des Katafalks ist ein mit schwarzem Trauerflor versehener riesiger Eichenlaub- kränz niedergelegt. Die Totenwache wird von einem Vertreter der französischen Diplomatie und einem Mitglied des Außenministeriums gehalten. Der deutscheBotschafterRolandKöster hat seinen Urlaub unterbrochen, um an den Beisetzungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Am Freitagnachmittag begab sich der Botschafter ins Außen- m i n i ft e r i u m, um sich vor dem Sarg des Verstorbenen zu verneigen und seiner persönlichen Anteilnahme an dem schweren Verlust Ausdruck zu geben, den Frankreich durch den Tod des Außenministers erleidet. Die Umbildung des Kabinetts Doumergue. Wird Laval Außenminister? Paris, 13. Oft. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Doumergue hatte am Freitagabend eine längere Unterredung mit dem Kolonial- m i n i ft e r Laval, die in der Presse dahin gedeutet wird, daß die Aussichten Lavals, als Nachfolger Barthous die Leitung des Außen- m i n i ft e r i u m s zu übernehmen, gestiegen sind. Man rechnet noch für heute nachmittag, d. h. sobald die Beisetzungsfeierlichkeiten für Barthou beendigt fein werden, mit der Umbildung des Kabinetts. Sie dürfte, wenn man den Voraussagen der Morgenpresse Glauben schenken darf, auf das notwendigste beschränkt bleiben. Es gilt als wahrscheinlich, daß H e r r i o t und Tardieu Staatsmini st er ohne Amtsbereich bleiben, damit durch Umbesetzung dieser Ministerposten nicht das politische Gleichgewicht des Kabinetts gestört wird. Ob die Umbildung unter diesen Umständen auch das Justizministerium betreffen wird, ist im Augenblick noch nicht zu übersehen. Als künftiger Innenminister kommt ein radikalsozialistischer Abgeordneter in Frage. Hattet fest am deutschen Buch! Ein Ausruf von Dr. Goebbels zur „Woche des Deutschen Buches". Der Reichsminisier für Volksaufklärung und Propaganda veröffenttichl zur kommenden „Woch'e des Deutschen Buches" folgenden Aufruf: Vom 4. bis 11. November findet die diesjährige „Woche des Deutschen Buches" statt. Veranstalterin ist die Reichsschrifttumskammer mit den ihr angegliederten Verbänden. Der Kationalfozialismus hat stets als feine besondere Aufgabe angesehen, die Kulturgüter der Kation zum wirklichen Besitz des Volkes zu machen und in den Dienst dieser großen Aufgabe stellt sich die „Woche des Deutschen Buches". Es ist Ehrenpflicht, Sorge dafür zu tragen, daß der Ruf, der an alle ergeht, nicht ungehört verhallt. Ich bitte daher alle amtlichen Stellen und Jnsti* tutionen, alle politischen und wirtschaftlichen Organisationen und insbesondere alle Kulturverbände, an der Vorarbeit und Durchführung der „Woche des Deutschen Buches" keilzunehmen und deren Erfolg durch gemeinsames Zusammenwirken zu sichern. Wir sind als Volk arm geworden an materiellen Gütern, aber wir sind reich an unerschöpflichen Schätzen deutschen Geistes. Wachen wir uns diesen Reichtum zu eigen. Bücher sind noch immer gute Kamps- und Weggenossen gewesen. Darum: hattet fest am Deutschen Buch! Dr. Goebbels. Die Schöffe von Marseille. Das erste Entsetzen über die furchtbare Mordtat von Marseille beginnt ruhigeren Uebetlegungen über die politischen Folgen dieses verbrecherischen Anschlags zu weichen, dessen Opfer König Alexander von Südslawien und der französische Außenminister Barthou gerade in einem Augenblick geworden sind, der Frankreichs Außenpolitik die Möglichkeit bieten sollte, die Brücke zwischen allen und neuen Freundschaften zu schlagen. Barthous politisches System glaubte, ganz in den Gedankengängen der Vorkriegsära wurzelnd, mit der Einkreisung Deutschlands die stärksten Sicherheiten für eine Erhaltung des in Versailles geschaffenen Status quo, der mit der französischen Vorherrschaft in Europa identisch ist, zu schaffen. Aber ss war das zwangsläufige Verhängnis dieser Politik, daß sie mit der gleichen Hand Lücken riß, die neue Bindungen knüpfte. Die jüngste französisch-russische Annäherung hatte die ohnehin schon gelockerten Beziehungen Frankreichs zu seinem ältesten Verbündeten, Polen, bedenklich erschüttert. Die unter dem autoritären Regime des Marschalls Pilsudski innerlich gefestigte polnische Nation empfand auch außenpolitisch selbstbewußt genug, um die Rolle eines bloßen Trabanten der französischen Politik künftighin abzulehnen und sie fühlte sich geradezu in ihren Lebensinteressen bedroht durch den vielbesprochenen Plan eines Nordostpaktes, der Sowjetrußland dem französischen Bündnissystem einfügen sollte. In Paris wird man sich also wohl oder übel damit abfinden müssen, sich mit dem Anbändeln mit Moskau die polnische Freundschaft verscherzt zu haben. Und das gleiche drohte sich mit Südslawien zu wiederholen, wenn die von Barthou eifrig betriebene französisch - italienische Annäherung Wirklichkeit werden sollte. Das Bündnis zwischen Frankreich und der Kleinen Entente, den drei erst durch die Zerschlagung der österreich-ungarischen Monarchie neu entstandenen oder jedenfalls durch gewaltige Gebietsoergrößerungen ganz neu geformten Staatsgebilden im Donauraum, beruht doch auf dem gemeinsamen Interesse an der Erhaltung des Status quo, also der gemeinsamen Gegnerschaft gegen jede Revision, deren Fürsprecher Italien um sich zu sammeln gesucht hat. Suchten die Tschechoslowakei und Rumänien bei Frankreich vorwiegend Schutz gegen die Revisionsforderungen Ungarns, so tag Südslawiens Interesse an dem Bündnis mit Frankreich daneben noch und vor allen Dingen in der Garantie, die es darin gegen Italiens imperialistische Bestrebungen an der Adria gefunden 3u haben glaubte. Mit der italienisch-französischen Annäherung drohte dieser Schutz jedoch hinfällig zu werden. Die durch den Besuch König Alexanders in Sofia stark geförderte Aussöhnung mit Bulgarien deutete bereits daraufhin, daß Südslawien entschlossen war, die Folgerungen aus einer veränderten politischen Konstellation zu ziehen. Hier drohte also dem französischen Bündnissystem gleichzeitig mit der Heranziehung eines neuen Freundes der Verlust eines alten. Dies zu verhindern sollte der Zweck des Besuches König Alexanders in Paris sein. Frankreich wollte nicht vor die Wahl zwischen der Freundschaft Südslawiens und der Italiens gestellt werden. Daher sollten zwischen König Alexander und Barthou di» Voraussetzungen erörtert werden für eine Aus» sohnung zwischen Italien und Südslawien. Barthou wollte im November bei seinem Besuch in Rom der Vermittler für eine Annäherung der beiden feindlichen Adrianachbarn fein. Die Schüsse eines Verschwörers haben diese Politik vorerst jäh unterbrochen. Von wem und wann die Fäden wieder ausgenommen werden, ist noch gar nicht zu übersehen. In Louis Barthou hat Frankreich durch ein Der Aufbau einer wahren Volkskultur. Helft mit bei der Verbreitung des deutschen Auchs! Reichsminister Dr. Goebbels hat zur Mache des deutschen Buches", die vom 4. bis It.Nooem ber im ganzen Reich stattfindet, einen Aufrus ver- öslentlicht, der mit der aufrüttelnden Mahnung schliehti „Haltet fest am d-utlch-n Buch! Das ist kein Notruf, denn, zahlenmäßig ^!-h-n, hat die Produktion und der Absatz von Buchern in Deu ch- land seit der nationalsozialistischen Revolution keinen Rückschlag erlitten. Im Segenieu, auch der Büchermarkt hat - wenn auchi m bescheidenem Maße - aus der allgemeinen Verbesserung der Lebensbedingungen Nutzen ziehen können. Ja, dieser Aultrieb trug leider allzu häufig den Stempel der „K o n j u n k t u r" an der Stirn Diese bedenkliche Nebenerscheinung braucht Nicht so sehr ZU beunruhigen, sie begleitet iede politische Umwälzung im Leben eines Volkes unb wirb nur dann gefährlich, wenn ihr nicht rechtzeitig Emhalt geboten wird. Die nationalsozialistische Regierung hat schon kurze Zeit nach der Machtübernahme energische Maßnahmen ergriffen, um nicht nur die zerfetzenden Erzeugnisse der stberaststischen Zett, sondern auch die y u r r a - n a t l o n al s o zi a list i s ch e n Schriften eifriger Konsunk. turritter aus den deutschen Buchläden zu entfernen. Wenn so der neue Staat bisher alles getan hat, um die Scheinkonjunktur der Uebergangszeit in die echte Konjunktur einer neuen Kulturepoche überleiten zu helfen, so ist jetzt den von üblen Konkurrenten befreiten Dichtern und Schriftstellern die Möglichkeit gegeben, an dem Aufbau einer wahren Volkskultur hervorragenden Anteil zu nehmen. Es ist oft genug betont worden, daß der Staat Kulturgüter nicht hervorbrmgen und -zwingen kann, sondern daß er .nur den Boden bereiten darf, auf dem das geistige Schassen sich ungehindert zu entwickeln vermag. Die „Woche des deutschen Buches aber wendet sich vor allem an die Organisationen, die auf Die Verbreitung des Buches einen Cinflup haben, und an die Leser selbst, damit sie auch die Schätze des deutschen Geisteslebens, soweit fu in der Form des Buches zu erwerben sind, in sich oufnehmen und so das eigene Leben und die eigene Persönlichkeit bereichern. Das Lesen guter Bucher ist nicht ein Zeitvertreib der „gebildeten" Schichten, sondern ein Recht des ganzen Volkes Denn was ist das Buch? Eine schöpferische Leistung des deutschen Geistes, die mit dem Augenblick ihrer Entstehung aus dem Eigentum des einzelnen in den Besitz der Nation übergeht. Wir Deutschen aber brauchen in dieser Zeit, da sich aus den Wehen des dunklen Nachkriegschaos ein neues Zeitalter zum Licht emporringt, da wir im harten Wirtschaftskampf gegen eine Verständnis- und ideenlose Umwelt stehen, da die Pflicht zur Arbeit uns so stark annaeft wie nie zuvor, den Kampf- und Weggenossen, der uns Freude, inneren Halt und Besinnung gibt im aufwühlenden Geschehen dieser Tage. Darum: Haltet fest am deutschen Buch! Handwerker werben! Vorbereitungen zum Tag des Handwerk« am 28. Oktober. Diele Jahrhunderte lang war der deutsche Handwerksmeister der einzige Repräsentant fabrikatorischer Tätigkeit. In straffer Selbstzucht und in engster Geschlossenheit innerhalb der einzelnen Handwerkszweige begründete er den hervorragenden Ruf deutscher Wertarbeit. Im Zuge der Entwicklung ist neben ihm auf der einen Seite der Industrielle, auf der andern Seite der Arbeiter getreten, aber zwischen beiden besteht er als unentbehrliches Glied der Volkswirtschaft weiter und gewinnt gerade in der heutigen Zeit an Wert und Bedeutung. Immerhin aber hat das Handwerk die Verpflichtung vor sich selbst und vor dem Staate, für seine Leistungen zu werben und seine Fähigkeiten öffentlich zur Schau zu stellen. Denn es genügt nicht, mit Richard Wagner ge- wissermaßen einen moralischen Appell an die Volksgemeinschaft zu richten und sie aufzufordern: „Verachtet mir die Meister nicht!" Die heutige Seit verlangt den positiven Nachweis auch für feststehende moralische Grundsätze. Soeben wurde in der Pressekonferenz der Reichsregierung der äußere Nahmen bekanntgegeben, in dem der Tag des deutschen Handwerks am 2 8. Oktober sich abwickeln wird. Man hat für die Führertagung des Reichsstandes des deutschen Handwerks die Burg Dankwarderode erwählt, die inmitten der Welsenstadt Braunschweig liegt und aufs engste mit jahrhundertealter Handwerkertultur in Verbindung ist. Die große Bedeutung, die man dieser Veranstaltung beimiht, geht Daraus hervor, daß sie als Reichssendung auf alle deutschen Sender übertragen wird, und daß sowohl der stellvertretende Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Dr. Schacht als auch der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley aus diesem Anlaß zum deutschen Volk sprechen werden. Der Tag des Handwerks wird sich in mancherlei Einzelheiten von der vorjährigen großen Handwerkswoche unterscheiden. Beide jedoch verfolgen dasselbe Ziel: die Verbundenheit zwischen Volk und Handwerk zum Ausdruck zu bringen. Aber auch das Handwerk selbst besitzt das größte Interesse an einer geschlossenen Kundgebung, denn nichts vermag den Willen und die Schaffenskraft stärker und günstiger zu beeinflußen als die Gewißheit, daß Millionen g l e i ch gestimmter Volksgenossen dasselbe Ziel verfolgen. Besonders eindrucksvoll ist die Tatsache, daß die Innungen im ganzen Reiche in geschlossenen Versammlungen die Rundfunksendungen ab- hören werden. Dabei werden sie auch eine Ansprache des Reichshandwerksführers, Klempnermeister W. G. Schmidt, hören, der sämtliche Kreishandwerksführer, Obermeister und Jnnungs- warte im ganzen Reich feierlich auf ihre Aemter verpflichten will. Das find diejenigen Handwerksführer, die im Rahmen des vorläufigen Aufbaues des deutschen Handwerks als Träger des Gemeinschaftsgedantens ernannt worden sind. Gleichzeitig wird das deutsche Handwerk feierlich seine erste Führerschule eröffnen, für die die Stadt Braunschweig dem Reichsstand des deutschen Handwerks entsprechende Baulichkeiten zur Verfügung gestellt hat. So also tritt das Handwerk erneut in den Kreis derjenigen großen Körperschaften ein, die man a l s Säulen der nationalen deutschen Wirtschaft bezeichnen muß. Der Handwerksmeister ist vor vielen anderen deutschen Dolksge» nassen nicht nur ein aktives Mitglied des Wirtschaftslebens, sondern er gehört vor allem auch zu den Trägern und Erhaltern der deutschen Kultur. Er ist wie keiner sonst dazu berufen, der Mittler zu sein zwischen dem Handarbeiter, Dem er selbst in seinem eigenen Berufsleben nahe verbunden ist, und dem Geistes- ar beiter, als der er ebenfalls selbst sich betätigen muß, wenn er den guten Ruf Der Deutschen handwerklichen Wertarbeit hochhalten will. Von altersher war Der HanDwerksmeister Hüter und Wahrer kultureller Tradition unD FörDerer des nationalen Gedankens. Diese Aufgabe steht ihm auch in fernster Zukunft zu. Diese Gewißheit im Volke und innerhalb des Reichsstandes des deutschen Handwerks zu stärken und zu festigen, möge dem kommenden Tage Des HanDwerks vor allem anderen aufs Beste gelingen! Seh' ich die Werke Der Meister an So seh' ich Das, was sie getan! Betracht' ich meine sieben Sachen, Seh' ich, was ich hätt' sollen machen. unerwartet grausiges Schicksal zweifellos einen feiner fähigsten Staatsmänner verloren. Dieser Mann, Der mit unermüDlicher Zähigkeit unD stau- nensroerter Energie, mit ungeheurem Temperament, ja mit Der UngeDulD Des Greises, Der fürchtet, 'eine Pläne nicht mehr verwirklicht zu sehen, Frankreich roieDer zum Angelpunkt Der großen europäischen Politik zu machen suchten, dieser Mann wur- zelte ganz in Den politischen GeDankengängen Der Vorkriegsära. Er war Der geistige Erbe Delcassös. Noch wenige Tage vor seinem ToDe hat er sich bei Der Weihe einer Gedenktafel für diesen Schrittmacher der für den Weltfrieden lebensbedrohenden Bündnispolitik Frankreichs mit Nachdruck zu Del- casiö als seinem Lehrmeister und Vorbild bekannt. Er reichte ja noch selber mit seinen politischen Anfängen in diese Zeit zurück, war er doch schon 1894 zum ersten Mal Minister geworden. Im Jahre vor Dem Weltkriege, als ihn Poincarö mit Der Bildung Des Kabinetts betraut hatte, fiel ihm Die wichtige Aufgabe Der Wiedereinführung Der Dreijährigen Dienstzeit zu. Die Frankreichs Kriegs- rüftung vollendete. Im Weltkrieg ist er hinter Poin- carä und Elernenceau zurückgetreten, aber als es Dann galt, jeDe WieDererstarkung DeutschlanDs Durch ein tückisch ausgetifteltes System Der Reparationen zu verhindern, fand man in Barthou Den rechten Mann, Der hartnäckig unD unbelehrbar auf Den Buchstaben Der „Verträge" pochte, auch wenn ihre Durchführung unbillig und wirtschaftlich unmöglich geworben war. So hat Barthou, als Das Kabinett Der alten Staatsmänner unter Doumergues Führung nach Der Februarrevolte Dieses Jahres auf ihn als Außenminister zurückgriff, Die alten xrabitioncn einer französischen Politik roieDer ausgenommen. Die Die Lebensinteressen Frankreichs nur Durch mill- tärische Ueberlegenheit unD Diplomatische Einkr e i- sungDeutschlanDs wahren zu können glaubt. Diesem Ziel galten Barthous Reisen nach Brüssel, Warschau unD SelgraD, fein Plan eines Norbost- pakts unb ber unter feiner Aegibe vollzogene Eim tritt Sowjetrußlanbs in ben Völkerbunb. 2)ie awi) ihm so verhängnisvoll geworbene Reife König Alexanders von Sudflawien nach Paris und sein für Den November in Aussicht genommener eigener Besuch in Rom sollten auch Italien in Das fr an» zösische BünDnis- unD Paktsystem einbeziehen. Es waren Die letzten Etappen einer Politik, Die Den Namen Barthous in Die Linie Der großen Gegner DeutschlanDs einreiht. Barthou hat wie manche feiner französischen Kollegen Wert Darauf gelegt, Diese Feindschaft auf Das Politische zu beschranken, im übrigen sich aber als Verehrer Deutscher Dichtung unD Musik zu gerieren. Noch vor wenigen Wochen hat er einem Schweizer Journalisten, Der ihn in feinem Sommerretiro am Vierwaldstätter See besucht hatte, seine kleine Neisebibliothek, in her sich auch Goethes »Faust neben fünf oder sechs französischen Buchern vorfand, gezeigt. Seinem Gast erzählte er fast überschwänglich von seiner Bewunderung für die Musik Richard Wagners, den er den größten dramatischen Musiker aller Zeiten nennt, dessen Manen er im Wagner- museum in Triebschen am Vierwaldstätter See huldigt und dessen Kunst er bei mehrfachen Besuchen in Bayreuth bewundert hat. Aber Barthou war auch darin ganz der Franzose seiner Generation, Der zwar Deutschland gerne den Ruhm gönnte, das Land der Dichter und Denker zu sein, im übrigen aber nur in einem politisch ohnmächtigen unb zer- splitterten Deutschland die Voraussetzung für die Gröhe und Unangreifbarkeit Frankreichs sah. Der Wahn, daß eines ohne das andere undenkbar fei, hatte sich in dem Hirn dieses fönst so beweglichen und elastischen Staatsmannes zu fest eingeprägt, als daß mit ihm als Partner ber Versuch einer beutsch-französischen Generalbereinigung möglich gemeßen wäre. Man wird ihm an seiner Bahre zugute halten Dürfen, Daß er glaubte, ein guter Franzose nur sein zu können, wenn er ein unerbittlicher Feind Deutschlands war. Seinem Nachfolger hat er Die große verantwortungsvolle Aufgabe überlassen, unvoreingenommen die Möglichkeiten einer direkten Fühlungnahme mit dem großen Nachbarvolke im Osten zu prüfen. Deutschlands Führer hat so oft schon seinem aufrichtigen Wunsch nach einer Verständigung mit Frankreich unverhohlen Ausdruck gegeben, daß es sich für den neuen Leiter der französischen Außenpolitik lohnen müßte, mit den deutschen Staatsmännern wenigstens ins Gespräch zu kommen. Ob freilich H e r r i o t ober Fl an bin, bie als Nachfolger Barthous genannt werben, ausreichend) Unvoreingenommenheit unb guten Willen mit- bringen würben, bie heute bazu gehören, um ihren ßanbsleuten bie Scheuklappen von ben Augen zu reißen unb bie erste Bresche in bie von Presse unb Rüstungsinbustrie aufgerichtete Mauer bes Mißtrauens und Argwohns zu legen, muß leider de- zweifelt werden. So sehr Deutschland, wie wir sahen, daran interessiert ist, als Nachfolger des dem verbrecherischen Anschlag von Marseille zum Opfer gefallenen französischen Außenministers dm Quai d'Orsay einen Mann einziehen zu sehen, der den großen neuen Ideen, Die Europa bewegen, ausgeschlossen genug gegenübersteht, um daraus nützliche Folgerungen für die praktische Politik zu ziehen, so wenig wer- den wir von den politischen Auswirkungen der entsetzlichen Bluttat betroffen, die sich aus der E r - mordung König Alexanders für Süd- slawien und den Balkan ergeben. Deutschland hat dort lediglich wtttschastliche Interessen, bie durch bie Stabilisierungspolitik des ermordeten Herrschers eine stete Förderung erfahren hatten. Das deutsche Volk hat König Alexander als einen ritterlichen Gegner, einen im Kriege auch in schwierigster Lage erprobten Soldaten und Heerführer von persönlicher Einsatzbereitschaft bis zum Letzten, Entschlußkraft und Umsicht kennen gelernt. Mit den Völkern Süd- slawiens trauern wir um einen Staatsmann von Weitblick unb Verständnis auch für die gesamteuropäischen Nöte. Das Leben hatte Alexander schon früh in eine strenge politische Schule genommen, in der er zu der gefestigten Persönlichkeit wurde, die in den Wirren ber Kriegs- und Nachkriegsjahre oft der einzige Halt für den von außen unb innen debrohten Staat gewesen ist. Die ungeheuren Schwierigkeiten, bie ber junge Herrscher oorfanb, als bie Pariser Vorortverträge den Traum des großserbischen Reiches in ungeahntem Ausmaß verwirklichten, wurden hier schon in einem geschichtlichen Rückblick aus sachkundiger Feder kurz angebeutet. Das Zusammenschweihen ber altserbischen Gebiete mit ben neuen, aus ber österreich-ungarischen unb türkischen Erbschaft sich einoerleibten Provinzen zu einem sübslawischen Einheitsstaat stieß immer roieber auf bie alten geschichtlich unb religiös begrünbeten Gegensätze zwischen Slowenen, Kroaten unb Serben. Slowenen unb Kroaten kämpften für bas söberalistische Prinzip gegen bie unitarischen Tenbenzen bes Groß- serbentums. Mit der Ermordung des kroatischen Bauernführers Stefan Rabitfch im Belgrader Parlament erreichte dieser Kampf um Die staatsrechtliche Gestaltung im Jahre 1928 feinen Höhepunkt. Nur Das Eingreifen Des Königs rettete Den Staat. Eine von Den Parteien unabhängige Regierung steuerte 1929 einen straff zentralistischen Kurs an. Der Die Dreiteilung betonende Name des Staates „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" wurde in „Südflawien" umgeändert. Aber auch der Militärdiktatur gelang die innere Aussöhnung ber drei Gebietsteile nicht vollkommen. Der König selber scheint die Gefahren bes Zentralismus, ber nur eine verschleierte Vorherrschaft des Großserbentums war, am ersten erkannt zu haben. Das autoritäre Regiment wurde 1931 durch Wiedereinführung einer Verfassung gemildert und auch Kroaten in die neue Regierung berufen. Die Auflösung Alt-Serbiens in drei Banate sollte die Befürchtungen ber Kroaten zerstreuen, als ob ber Einheitsstaat mit einer serbischen Vorherrschaft identisch sei. Daß aber bie alten Autonomiebestrebungen zumindest in kroatischen Emigrantenkreisen noch immer spuken, beweist das Attentat von Marseille, das nach allem, was bislang bie polizeilichen Nachforschungen ergeben haben, wohl von kroatischen Verschwörern verübt worden ist. Wie vordringlich ber König selbst bas Problem ber inneren Einigung Sübslawiens empfand, läßt seine Anordnung für bie Zusammensetzung des Regentschaftsrats im Falle feines frühzeitigen Hinscheidens deutlich erkennen. Er bestimmte neben seinem Detter, Dem Prinzen Paul, als Vertreter des Königshauses zu Mitgliedern Des Regentschaftsrats Den früheren Unterrichtsminister Stankowitsch, einen Serben aus Der ehemals ungarischen WoiwoDina, von Haus aus Arzt, jetzt Unioersitätsprofessor, und Den Banus Perowitsch, einen katholischen Serben albanischen Bluts aus Dem ehemals österreichischen Dalmatien. Auch von den Drei Stellvertretern stammen zwei, bie Senatoren Banjanin unb Sec, nicht aus Altserbien. Der König hat mit biefer Auswahl den Erben seines politischen Vermächtnisses eine Brücke bauen wollen für Die Verwirklichung des großen GeDankens der südslawischen Einheit unter möglichster Schonung ber Eigenart der südslawischen Stämme. Es wird für die Regentschaft viel Umsicht und Klugheit erfordern, dies Vermächtnis wahr zu machen, für das König Alexander, der „Einiger" der füdslawischen Nation im Dienst seines Voltes unter ben Kugeln eines Fanatikers gefallen ist. Schafft Marseille eine neue politische Sage? Paris, 13. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die außen- politischen Folgen des Anschlages auf den König von Südslawien in Marseille beschäftigen bie Blätter in immer stärkerem Maße. Das „Journal" sucht Italien gewisse Aussichten zu eröffnen, indem es schreibt, der französisch - südslawische Vertrag vom 11. November 1927, der am 28. Oktober 1932 erneuert wurde, sei nicht ein Bündnisvertrag alten Stils, sondern ein Abkommen für bie Zusammen- arbeit zur Aufrechterhaltung Der im Rahmen des Völkerbundes geschaffenen Ordnung. Dieser Vertrag stehe Italien zum Beitritt offen. Wissen müsse man jetzt nur, ob die Italiener, nach, dem sie zehn Jahre lang Den falschen W e g gegangen seien, sich nun entschließen würden, durch Die Tür einzutreten. Schon die Ereignisse in Oesterreich hätten Die Italiener zu Der Feststellung gezwungen, Daß sie für Die Aufrechterhaltung des heutigen Europas einstehen müßten. Der „Matin" läßt sich von seinem nach Belgrad gesandten Sonderberichterstatter melden, daß die Er- eignisse von Marseille ziemlich lange Die Politik Dar- thous in Frage stellen würden. Es wäre gerade- zu ein Wunder, wenn es seinem Nachfolger gelingen würde, s i e f o r t z u s e tz e n. Der Barthou- sche Plan einer franzofrsch-italienisch-südslawischen Verständigung werde lange ausgesetzt werden mitt- sen. Italien sei das Opfer des Marsei l- lerDerbrechensin gleichem Maße wie Frank- reich; denn auch Italien habe seine Politik den Aus- sichten angepaht, die die Reise des Königs Alexan- der nach Paris eröffnet habe. Dieser Mord Hobe plötzlich Wege verschlossen, die endlich geöffnet schie- nen. Dieser Mord habe Italien und Südslawien, die sich nun nirgends mehr treffen könnten, in eine Sackgasse gebracht. Jetzt würden sich die beiden Volker einem dritten Lande nähern. Das „Echo de Paris" hält es für richtig, einen scharfen Vorstoß gegen Ungarn zu machen und behauptet ungeheuerlicherwerse, es scheine, daß Die ungarische Regierung in starkem Ausmaße wenigstens die moralische Verantwortung für den Mord in Marseille trage. Diese Deranttvor- tung fei um so großer, als das Belgrader Kabinett seit zehn Monaten vergeblich in Budapest um Auf. klärung über den Schutz kroatischer Emi- grauten auf ungarischem Gebiet nachgesucht habe. Erbitterter Kampf um Oviedo Der letzte Widerstand der spanischen Aufständischen in Asturien. Madrid, 12. Okt. (DNB.) In Asturien ge- lang es Den Regierungstruppen nach tagelangen Kämpfen und nachdem Artillerie unb Flieger bie Stellungen ber Aufrührer sturmreif gemacht hatten, die staatliche Waffenfabrik Trubia einzunehmen. Hierbei sollen zahlreiche Aufständische gefangen genommen worden sein. Die Kampfe scheinen mit außerordentlicher Heftigkeit getobt zu haben. Ueber die Rebellen wird von ben Regie- rungstruppen, insbesondere von. den Fremden« legionären, ein hartes Gericht abgehalten. Flieger, die das Aufstandsgebiet überwachen, haben interessante Aufnahmen von den feindlichen Stellungen gemacht, aus denen deutlich die Mutlosigkeit und Verzweiflung unter den Aufrührern hervor- geht, Die sich zum großen Teil ergeben. Bei Den Bombenabwürfen mürbe e,in Eisenbahnzug auf der Linie Oviedo—Ujo, ber von Rebellen besetzt war, zerstört. Dasselbe geschah mit einer Kraftwagenkolonne, Die sich aus 14 Lastwagen zusammensetzte. Die Flieger erklären. Daß im Zentrum von Oviedo mehrere Ge- bäuDe, Darunter Die aus dem 14. Jahrhundert stammende, kostbare Kunstwerke bergende Kathedrale, bie ein Wunderwerk gotischer Baukunst ist, in Flammen stehen. Von Dem an Bord des spanischen Transportdampfers „Uruguay" tagenden Kriegsgericht wurden 17 Zivilpersonen z u lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, weil sie gelegentlich Der Aufstände in Barcelona Die Bürgergarde angegriffen hatten. In ber Festung Montjuich bei Barcelona ver- banbelte ber Kriegsrat gegen ben Artillerieoberst Perez Farras, Kavalteriehauptmann Esco- f e t, Hauptmann Lopez-Gatell unb gegen den Befehlshaber der Sicherheitspolizei Richard Salas, sowie gegen General Sebastian P o z a s. Oberst Perez-Farras hat bie gesamte Verantwortung ber Ereignisse in Barcelona auf sich genommen. Hauptmann Escofet erklärte, er habe lediglich die spanische Republik und sein geliebtes Katalonien verteidigen wollen. Der Staatsanwalt beantragte für Oberst Perez-Farras, Hauptmann Escofet und Lopez-Gatell die Todesstrafe, gegen ben Oberbefehlshaber Der Sicherheitspolizei Salas lebenslängliches Zuchthaus. Das Urteil wird erst in einigen Tagen verkündet werden. Ein lettischer Erzbischof ermordet. Privater Racheakt oder Raubmord? Riga, 12. Okt. (DNB.) Arn Spätabend des Donnerstag wurde das Haupt der griechisch-katholischen Kirche Lettlands Erzbischof Johann Pommer, ermordet. Sodann versuchten die Mörder, das Haus durch Brand zu vernichten. Kurz nach Mitternacht wurde die Feuerwehr in den Villenvorort Rigas, Waldpark (Kaiserwald), gerufen, wo in dem Hause, das vom Erzbischof allein bewohnt wird, ein Feuer aus- gebrochen war. Nach dem Ablöschen des Brandes machte bie Feuerwehr eine entsetzliche Entdeckung. In einem abseits gelegenen Zimmer lag gräßlich verstümmelt, mit Stroh unb brei ausge- yobenen Zimmertüren bebeckt, ber Leichnam des Erzbischofs. Man stellte fest, baß die Wohnung bes Erzbischofs durchwühlt worden war. Es wird vermutet, daß ber Mord mit einem Prozeß wegen ^Unterschlagung von Kirchengeldern zusammenhängt. Dieser Tage sollte bie Gerichtsverhanblung in Riga beginnen. Der Erzbischof sollte babei als Hauptbelastungszeuge auftreten. Es liegt also bie Vermutung nahe, daß es sich um einen privaten Racheakt handelt, doch ist auch Raubmord nicht ausgeschlossen. Die Untersuchung wird von dem Untersuchungsrichter für besonders wichtige Angelegenheiten geführt. Die Leiche ist stark angekohlt. Sie lag auf einer Hobelbank. Sie zeigt eine tiefe Kopfwunde. Anscheinend ist eine Reihe von Urkunden verschwunden, die in dem Prozeß wegen Unterschlagung von Kirchengelbern eine Rolle spielen sollten. Erzbischof Johann Pommer wurde 1876 geboren. Er ist seinerzeit in Rußland vom Patriarchen Tychon als Bischof von Kasan geweiht worden. Der Erzbischof ist Dreimal Mitglied bes lettländischen Parlaments gewesen und hat sich in dieser Eigenschaft durch seine scharfen Angriffe auf Sozialdemokraten unb Kommunisten ausgezeichnet. Pommer besaß bie lettische Staatangehörigkeit. Englands Rüsiungsprogramm. Chamberlain kündigt Verstärkung der Luftflotte an. London, 13. Okt. (DNB. Funkfpruch.) Schatzkanzler Neville Chamberlain kam auf einer konservativen Versammlung auf außenpolitische Fragen zu sprechen. Auf der konservativen Konferenz in Bristol hätten bie Abgeordneten ber Regierung versichert, daß sie bie für bie Sicherheit Des Landes notroenDigen Ausgaben unterstützen würben. Der Schutz des Laubes gegen einen feindlichen Angriff Dürfe nicht vernachlässigt werden. Die Regierung habe diese Frage sorgfältig geprüft. Sie sei zu dem Schluß gekommen, daß England in einer Welt, in Der niemand abgerüftet habe, und in ber anbere Staaten ihre Rüstungen ständig erhöhten, jetzt ein Programm durch süh» r e n müsse, das eine sehr beträchtliche 93 ef' ftär tun g der für den Schutz Der H e i mal verfügbaren Luftgeschwader unb bett Ausgleich einiger in anberen W a sf e n gat» tungen entftanbenen Lücken vorsehe. Er hoffe, biese Mehrausgaben würben in keinem Finanz» fahr eine unerträgliche Hohe erreichen. Die Regie» rung werbe in ihren Bemühungen nicht nach» lassen, eine allgemeine Aufrüstung in England und in den anderen Ländern zu v e r» hindern. Verhaftung japanischer Seeleute in Australien. e o n b 0 n, 12. Okt. (DNB.) Aus Grund eines B-- fehles ber australischen Bundesregierung soll ein japanisches Fahrzeug ander Küste von Neu Guinea innerhalb ber britischen Zone an- gehalten unb bie Besatzung von 25 Mann oer- hastet worden sein. Die Maßnahme hangt mit einem Ueberfall auf bie Insel Hagger- [tone in ber Torres-Straße zusammen, bei dem japanische Seeleute ben Landungssteg zerstört. Hau» fer geplündert unb Kokosplantagen in Brand fit* steckt haben sollen. Das Schiff ,,£) o c i 11 n e Maru soll aus Formosa stammen und keine ordnungsmäßigen Papiere haben. Sein Kapitän, Gomi, und die 24 Seeleute werden beschuldigt, das Einwanderungs- und Quaran- tänegesetz verletzt zu haben. In letzter Zeit, so sagt „Times", seien viele Berichte über ein ge- beimnisvolles Auftreten japanischer Sampans (Flußboote) an den Küsten von Queensland und Nordaustralien eingelaufen. Jetzt fei es zum ersten Mal möglich, den Gründen für die Anwesenheit der japanischen Schiffe in australischen Gewässern nachzugehen. Man glaubt, daß die Sampans mit starken Maschinen ausgerüstet sind, so daß sie große Geschwindigkeiten entwickeln können. Oer Angestellte in der deutschen Wirtschaft. Eine Berufsschau. DNB. Berlin, 12.Okt. Die von den Reichsberufsgruppen der Angestellten in der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete große Berufsschau „Der Angestellte in der deutschen Wirtschaft", die die gesamten Räumlichkeiten der „Neuen Welt" beansprucht, wurde feierlich eröffnet. Staatssekretär Krohn überbrachte die Grüße und Wünsche der Reichsreaierung, insbesondere des Neichsarbeitsministers Seldte. Der Führer der DAF., Dr. Ley, führte dann u. a. aus: Diese Schau und die Berufsausbildung sind dazu aus- ersehen, drei neue Begriffe in das Volk hineinzutragen: Einmal müssen wir das Ethos der Arbeit wieder aufrichten. Hierzu ist notwendig, daß wir den Begriff der Arbeit klar formen und den Typ des Arbeiters schaffen, als den Typ des diszipliniertesten Menschen. Das zweite muh sein: das Studium der Arbeit. Wir müssen rein wissenschaftlich jeden Griff, jede Hebel- wirkung studieren, wie man mit der gering» st en Kraft die großmöglich st e Leistung erzielt. Eine Universität der Arbeit müssen wir einmal bekommen. Das dritte wird sein, eine Auslese in den Berufen zu treffen. Wir dürfen die Berufswahl nicht der Willkür, auch nicht der Zweckmäßigkeit, vor allem nicht der Profitsucht überlassen, sondern wir müssen die Menschen für den Beruf auslesen. Den ungelernten Arbeiter darf es in Deutschland nicht mehr geben. Wir dürfen aber auch nicht die Wissenschaft brach liegen lassen, sondern müssen sie fördern, wo wir können. Sie muß ausgerichtet werden auf die praktische Notwendigkeit und auf die Hebung des Volkes an sich. Zu der allgemeinen Hebung des Berufes kommt die persönliche Hebung des einzelnen Menschen. Die Menschen sollten nicht mehr nach Arbeitgebern, Angestellten und Arbeitern unterschieden werden, sondern nur nach dem Begriff Lehrling, Geselle und Meister. Meister sind alle Menschen, die ihre Arbeit meistern. Staatsrat Gauleiter Forster als Führer der 'deutschen Angestellten führte dann u. a. aus: Wir «wollen dafür sorgen, daß alle Angestellten in ge- imeinsamer Arbeit ihre Leistungen zum Nutz nnd sFrommen der deutschen Wirtschaft steigern. Es darf wicht mehr sein, daß die Angestellten gegeneinander «ausgespielt werden, sondern sie muffen ein starker Träger im Staate Adolf Hitlers nverden. Die Tätigkeit der über vier Millionen Angestellten ist von eminenter Bedeutung für das Wirtschaftsleben im nationalsozialistischen Staat. Möge diese Berufsschau recht vielen deutschen Volksgenossen die vielseitige Tätigkeit des deutschen Angestellten vor Augen führen. Firmengutscheine für das Winterhilfswerk. Berlin, 13. Okt. (DNB.) Der Reichsbeauftragte nür das Winterhilfswerk gibt bekannt: Im vorigen Winterhilfswerk wurden Lebensmittelgutscheine von Firmen vielfach zu Reklamezwecken mih- ^raucht. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes darf aber Reklamezwecken nicht dienen. Die Reichsführung des WHW. untersagt daher »i e Ausgabe von Gutscheinen mit Qirmenretlame im Rühmen des Winterhilfs- werkes 1934/35. Waren- und Geldspenden, loie im vorigen Winterhilfswerk auf Gutscheine der ^penderfirmen an die Bedürftigen verabfolgt wurden, sind im Winterhilfswerk 1934/35 d e n z u - kündigen WHW. - Dien st stellen direkt luzuleiten. Aus demselben Grunde werden Frei- !- f s e n in Warenhäusern, Einheitspreisgeschäften and ähnlichen Betrieben von der Reichsführung des WHW. untersagt. Die den Freiesten entspre- chenden Geld- und Warenspenden werden eben» ialls den zuständigen WHW.-Dienststellen direkt berroiefen. Diese Maßnahmen haben sich als notwendig herausgestellt, um den ehrenwerten Handel nor Außenseitern zu schützen, die das WHW. mit Befchäftsmacherei zu verbinden versucht haben. Die Mithilfe der Technischen 7iolhi!fe beim Winterhilfswerk. Berlin, 12. Okt. (DNB.) Die Reichsführung der technischen Nothilfe hat eine Anweisung erlassen, iw der es u. a. heißt: Es gilt als eine Ehrenpflicht für jeden Angehörigen der Technischen Nothilfe, das Ninterhilfswerk in jeder nur möglichen Weife und Mit feinen ganzen Kräften zu unterstützen. In erster liinie kommt die Mitwirkung der Dienststellen nach t efer Anweisung in Frage: 1. durch Stellung von tothelfern zur' Durchführung der Sammlungen, Verwaltung und Verteilung der Spenden, sowie f nft anfallender Arbeiten. 2. durch Zurverfügung- si^llunq von Geräten, Materialien, Räumen. 3. durch Bereitstellung von Transportmitteln zur Beförbe- ring von Lebensmitteln, Brennstoffen, Kleidern vxd. 4. durch Gestellung von Fachtrupps zur Her- rchtung von Aufbewahrungsräumen für Spenden ktnd bergt 5. durch Mitwirkung bei der Propa- cnnda des Winterhilfswerkes und den der Förde- vmg des Winterhilfwerkes dienenden Sonderveran- fnltungen. Winterhilfswerk und Rotes Kreuz. Berlin, 12.Okt. (DNB.) Der Stellvertretende lsiäsident des Deutschen Roten Kreuzes, Ober» giuppenfuhrer Dr. H o che if e n, hat für die Betvi- li,ung des Roten Kreuzes am Winterhilfswerk 11 sämtliche RotkreuzvereinigungHN eine Anordnung eiigehen lassen, in der es heißt: Die Nachgeordneten Vereinigungen, Männer- und F auenvereine, Sanitätskolonnen und Schwestern- idiaften, werden in der gleichen Weise wie im vori- jm Jahre an den örtlichen Arbeitsge- n»e i n f ch a f t e n des Winterhilfswerks mitzuwir- ’en und ihre Kräfte und Einvichtungen bereitzu- Mfen haben. In den Gauen werden die Landes- itB) Provinzialleitungen des Deutschen Roten Kreu- ebenfalls mit den Gauleitern des Winterhilfs- oirks eng zusammenzuarbeiten haben, um sicherzu- tclen, daß das Deutsche Rote Kreuz überall in dem Don Rousseau zu Hitler. Schulungsabend der Beamten. Gesamtplan des Winterhilfswerks die ihm zukom- menden Aufgaben erfüllt. Oie Neuordnung in der evangelischen Kirche Bayerns. München, 12. Okt. (DNB.) Durch eine Verordnung die auf Grund, des Artikels 6 der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche erlassen wurde, ist d e r L a n d e s b i s ch o f Dr. Meisermitfo- fortiger Wirkung aus feinem Amt ab- berufen worden. Veranlassung hierzu bot die dauernde Weigerung, rechtmäßig ergangene Gesetze der Deutschen Evangelischen Kirche durchzuführen. Für die Ausübung der Amtsbefugnisse eines San- desbischofs der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern rechts des Rheins werden vorläufig zwei geistliche Kommissare bestellt, der eine in Nürnberg für Franken, der andere i n München für Altbayern. Oer Reichserziehungsminister besuch die reichsdeutsche Schule in Budapest. B u d a p e st, 10. Okt. (DNB.) Reichserziehungs- Minister Rust besichtigte eingehend die Budapester reichsdeutsche Schule und das Museum der Bildenden Künste. Zu Ehren des Reichsministers ver- anstaltete der Rektor der Budapester Universität ein Festessen, an dem außer dem Unterrichts- Minister die Spitzen der akademischen Behörden, Vertreter der Wissenschaft, Kunst und Literatur und der Presse in großer Zahl teilnahmen. Der Reichs- verweser hat auch die beiden den Reichsminister begleitenden Beamten mit Orden ausgezeichnet. Oer Havard-Club Berlin für Hanfstaengl. Berlin, 12. Okt. (DNB.) Der Harvard-Club von Berlin hat in einer Vollsitzung den Entschluß gefaßt, in der Angelegenheit der Ablehnung des H a n f st a e ngl - S t i p e ndi u m s für Har- oarb ein Schreiben an den Unversitätspräsidenten Conant abzufenden, in dem gegen die brüske Ablehnung des Hanfstaengl-Stipendiums durch den Senat der Universität Einspruch erhoben wird. Der Harvard-Club von Berlin heißt in die- fern Schreiben Dr. Hanfstaengls Stellungnahme gut und spricht die Hoffnung aus, daß ber Senat von Harvard seine Entscheidung noch überprüfen wirb. Gerade ein Studienjahr in München, wie es das Hanfstaengl-Stipendium vorsieht, würde amerikanische Studenten instandsetzem s i ch über den wahren Geist n dshrensl BFSKPZenia über den wahr en Geist an den deutschen Universitäten zu informieren und darüber urteilen zu können, ob der Angriff des Präsidenten Conant auf die Kulturpolitik des Dritten Reiches den Tatsachen entspricht, ober ob diese Anklage der Ausfluß einseitiger Informationen ist. Kleine politische Nachrichten. ' Das österreichische Unterrichtsmini- ft e r i u m hat angeordnet, daß allen Mittelschülern und Hochschülern,die an den Aufstandsbewegungen im Juli des Jahres mittelbar oder unmittelbar beteiligt waren, bas weitere Studium, die Ablegung der Reifeprüfung, die Ablegung von Hochschulprüfungen und die Erwerbung von akademischen Graden untersagt wird. Wenn inzwischen solche Personen akademische Grade erworben haben, sind sie Urnen wieder abzuerkennen. « Generalleutnant Nuyten ist von seinem Amt als Chef des General st abes der belgischen Armee entbunden worden. Damit ist der Streit zwischen dem Kriegsminister D e v L z e und Generalleutnant Nuyten über die beste Art der Landesverteidigung entschieden worden. Während der Kriegsminister die starre Verteidigung unter Ausnutzung eines noch zu erbauenden Systems von Befestigungen unbedingt an die Grenze gelegt wissen will, vertritt der Generalstabschef Nuyten die Theorie der e l a st i s ch e n Landesverteidigung, die von seinen Gegnern als Rückzugsstrategie gestempelt wirb. ♦ Eine eingehende ärztliche Untersuchung König Fuads von Aegypten durch Professor von D e r g m a n n , hat die Feststellung ergeben, daß alle inneren Organe normal arbeiten und daß keine akute Gefahr für den König besteht. Trotzdem wird Professor von Bergmann in ber Nähe des Königs bleiben. Kunst und Wissenschaft. Erbprinz Reuß legt die Leitung der „Deutschen Musikbühne" nieder. Heinrich, XIV., Erbprinz Reuß, hat die künstlerische Leitung der „Deutschen Musikbühne" e. V. niedergelegt, um sich in stärkerem Maße seinen heimischen Aufgaben widmen zu können. Amtsleiter Dr. Walter Stang hat als Leiter der NS.-Kulturgemeinde dem Erbprinzen feinen Dank für die vorbildliche Organisation der Musikbühne und die geleisteten Aufbauarbeiten ausgesprochen. Die Deutsche Musikbühne, die ihre Aufgabe nunmehr im Rahmen der NS.-Kulturgemeinde erfüllen wird, tritt am 18. Oktober von Berlin aus, wo sie 60 Vorstellungen im Theater am Rottendorf- platz veranstaltete, ihre Gastspielreise in das Reich an. Uebergabe des Filmpreises der Reichsregierung an die Ufa. 3m Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda fand die Uebergabe des Film- Preises der Reichsregierung statt, der der Ufa für ihren Film „Flüchtl i n g e* von dem oom Reichsminifter für Dolksaufklärung und Propaganda eingesetzten Preisgericht zuerkannt worden war. Der Filmpreis ist ein Kunstwerk der deutschen Goldschmiebekunft, bas von Goldschmiedemeister Prof. Karl Borromaeus Berthold in fünfmonatiger Arbeit geschaffen worden ist. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Vorstand der Ufa und die bei der Herstellung des Films hauptbeteiligten Künstler und erklärte, die Reichsregierung werde alle Bestrebungen fördern, die darauf gerichtet sind, künstlerisch wertvolle deutsche Filme herzustellen, die dem Kulturwillen des nationalsozialistischen Deutschlands Rechnung tragen. Enthüllung des Firdufi-Denkmals in Gegenwart des Schahs von Persien. Beim Abschluß der im Rahmen der Jahrtaufenb- feier für den großen persischen Dichter F i r b u f i abgehaltenen Tagung der Orientalisten aus aller Welt in Teheran gedachte der persische Kultusminister dankbar der Mitarbeit der europäischen Wissenschaft an bet Auslegung bes Gebankengutes des Dichters. Er erwähnte bei dieser Gelegenheit besonders den deutschen Gelehrten N ö l d e k e. Nach dreitägiger Fahrt traten die Tagungsteilnch- Am gestrigen Freitagabend vereinigte eine große Schulungsveranstaltung des Reichsbundes deutscher Beamten (Amt für Beamte, Kreis Gießen) die Beamten der städtischen und staatlichen Behörden in Gießen im Saale des Casö Leib. Abteilungsleiter Pg. Eifert (Gießen) eröffnete den Abend und hieß die Teilnehmer willkommen. Kreisschulungsleiter pg. Ullrich hielt sodann einen großen, klar aufgebauten Vortrag, über bas Thema „V o n Rousseau zu Hitler". Er leitete seine Ausführungen zunächst mit einigen grundsätzlichen Gedanken über die Bedeutung der «Schulung ein. Schulung soll nicht Schule, sondern Zusammenkunft als Lernende und Lehrende fein. Hier könne der Beamte Freund unter Freunden fein. Nationalsozialismus heiße Dolksae- meinschaft, die aus der Kameradschaft erwachsen müsse. Volksgemeinschaft fei keine Utopie. Die Partei fei Trägerin bes Staates geworden. Politische Leiter seien nicht Funktionäre wie bei einer privaten Partei, sondern vereidigte Träger eines politischen Amtes. Die politischen Leiter erwarteten keinen Dank, fonbern lediglich Anerkennung von feiten derer, deren Belange sie vertreten. Deutschland habe in den letzten beiden Jahren eine grundsätzliche Umwandlung erfahren. Die Zeil einer dem deutschen Wesen nicht entsprechenden Sfaalsform sei vorbei. Die Umwandlung sei aber noch nicht vollständig vollzogen, denn es bedürfe noch der geistigen und charakterlichen Umstellung aller deutschen Menschen. Der Beamte habe sich rückhaltlos für den Staat einzusehen, zu wirken für das, was Adolf Hiller schuf und schaffen werde. Nichts fei der zersetzenden Kritik mehr ausgesetzt, als die politische Gestaltung unseres Gemeinschaftslebens. Die Kritik sei meistens von den Kreisen der Intellektuellen ausgegangen. Das Dritte Reich werde die Intelligenz nicht entbehren können, der Charakter stehe aber im Vordergrund. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner eingehend mit den geistigen Grundlagen der demokratischen und liberalistischen Weltanschauung, wie sie von Rousseau ihren Ausgang genommen habe. Nach Rousseau würden alle Menschen von Natur aus als frei und gleich angesehen. Jeder erscheine nur seinem Willen unterworfen. Im Willen der Mehrheit sei, so werde von den Anhängern dieser Weltanschauung behauptet, auch der Wille der Minderheit enthalten, „die sich nur irre". Das müsse als ein großer Trugschluß erachtet werden. Die Demokratie sei vielmehr nur ein formales Prinzip, die „Souveränität bes Volkes" fei nur die Herrschaft ber stärkeren Parteien über die schwächere. Die Formalbemokratie habe sich burch das Parlament ihre Repräsentation geschaffen, indem ber Wille des einzelnen, bes Führers, burch die verschwommene Verantwortlichkeit bes Mehrheitsbeschlusses ersetzt worden sei. Der Liberalismus gehe von ber Meinung aus, daß bas Jnbividuum das Bestimmende sei, das feine Umwelt nach feinem Willen gestalte. Der Staat werde in dieser geistigen Haltung nur als ein notwendiges Uebel bezeichnet. Der Liberalismus kenne bett Begriff der Volksgemeinschaft nicht. Aus diesem Grunde sei er stets die Wurzel mancher Zügellosigkeit gewesen. Es habe ein Zeit gegeben, in ber man in Deutsch- lanb viel von Liberalismus, Marxismus, von Marx, Bebel, Liebknecht ufw. gesprochen habe, von Rousseau selbst, bem Begründer btefer Gedankenwelt, habe man aber nur roenia gewußt. Der beutsche Geistesheros Nietzsche sei Der große Gegenspieler bes Franzosen gewesen, den Nietzsche als einen „Schwärmer und Gesinnungslumpen" bezeichnete. Nietzsche habe Rousseau gehaßt aus ber Sauberkeit seines Gefühls heraus. Als man den Grundsatz „ber Mensch ist frei" auf den Schild erhoben habe, fei man von ber Voraussetzung ausgegangen, daß ber Mensch gut sei. Das habe sich sehr balb als eine grobe Täuschung erwiesen. Jnbivibualität sei nie iben- tisch mit dem Willen zur Gerneinschaftsbildung. Gemeinschaft fordere Unterordnung. Die Geschichte kenne über den Begriff von Staat und Herrschaft zwei große Beispiele: vor der Revolution habe in Frankreich ein Regent gesagt, „der Staat bin ich". Die Wut des Volkes habe ihn hinweggefegt. Ihm stand im Geiste mer bann in ber im Nordosten bes Landes gelegenen Stabt Meched ein. In Tus be Mecheb, bem Ge- burts« und Sterbeort bes Dichters, fand die feierliche Einweihung eines Denkmals für den Dichter statt, das die Form eines altpersifchen Grabmals hat. Die Feier ging in Anwesenheit bes Schahs von Persien vor sich. Zahlreiche Vertreter der Armee und des Parlaments sowie Abordnungen der Nachbarvölker ber Afghanen unb Tadschiken waren erschienen. Von den deutschen Teilnehmern an ber Tagung der Gelehrten ist Professor S a r r e in Teheran zurückgeblieben. Dr. Lenz wird nach Afghanistan Weiterreisen, während Kühnel unb Beck bie Rückreise nach Deutschland antreten. „Nordische Glaubensgemeinschaft." In Leipzig haben auf einem außerordentlichen Gemeinschaftstage bie bevollmächtigten Vertreter der Nordischen Glaubensgemeinschaft, der Nordi- chen Religionsgemeinschaft unb der Nordisch-Reli- giösen Arbeitsgemeinschaft in freier Vereinbarung den Zusammenschluß unter dem Namen „Nordische Glaubensgemeinschaft" be- chlossen. Die Nordische Religionsbemeinschaft und )ie Nordisch-Religiöse Arbeitsgemeinschaft gehen in der Nordischen Glaubensgemeinschaft auf. Zum Leiter der vereinigten Gemeinschaften wurde Sei- b e r tz (Berlin) gewählt. Die bekenntnismäßige Grundlage ber nunmehr allein noch bestehenden „Nordischen Glaubensgemeinschaft" bildet bas Norbische Artbekenntnis. Als Sinnzeichen gilt die silberne Hagalrune auf blauem Grund, als Kultzeichen bie goldene Jrminsul auf blauem Grund. Einen weiteren Kreis um bie „Nordische Glaubensgemeinschaft" bildet bie „N ordische Glau - »ensbemegung". Das zweite deutsch-englische Ingendtager In Bad Blankenburg. Im Tumerschastshause von Bab Blankenburg würbe bas zweite deutsch-englijche Jugendlager er- öffnet. Bei den Engländern handelt es sich diesmal vorwiegend um Jungarbeiter aus Nolting- Friedrich der Große gegenüber, der von sich sagte „Ich bin bet erste Diener des Staates". In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit der neueren deutschen Geschichte. Bismarck habe, so fuhr er fort, in kunstvoller Weife den Staat auf die damals wirkenden Kräfte auf- gebaut; ber bamaHgen königlich-kaiserlichen Macht ftanb ber Reichstag gegenüber, ber allerdings gegen bas monarchische Prinzip von keiner ausschlaggebenden Bedeutung gewesen war. Die Einheit fei gewährleistet gewesen, weil ber Monarch ber Stär- kere war und ber Kanzler Bismarck bie Orbnung aufrecht zu erhalten vermochte. In den Jahren noch ber Gründung des Reiches habe der Marxismus, veranlaßt durch die starke In- buftriatificrung, das Haupt erhoben. Das Volk fei in Zwei Klassen zerfallen, der Klassenkampf habe ein- gesetzt. Liberalismus und Marxismus standen bem Staat in offener Feindschaft gegenüber. Erst der Weltkrieg habe die innere Zerrissenheit vergessen lassen. Den ungeheuren Strapazen des mehrjähri- gen Krieges habe das im Geiste doch zerissene Volk nicht standhalten können. Der Umsturz 1918 sei nicht von neuen Gedanken getragen gewesen unb habe deshalb Aufruhr bleiben müssen. Lediglich Frontsol- baten unb Beamte stützten das Reich gegen Sparta- fus unb Kommunismus. Beide Gruppen übten auf die Regierungsbilbung entscheidenden Einfluß aus. Unter den Lasten des Versailler Vertrages habe bie Weimarer Verfassung Schiffbruch erleiden müssen. Wilde Zügellosigkeit sei eingerissen. Die Menschen schlossen sich zu Jnteressentengruppen zusammen, Mehrheitsbeschlüsse wurden den Parlamenten kaum mehr möglich. Der Begriff „Weimar" fei ber Begriff der Zersetzung geworben: der Bürgerkrieg wurde zum schleichenden Gift, der Reichstag zum Skelett und der Nationalsozialismus legte ihn völlig lahm. In feinen weiteren Ausführungen umriß ber Redner jene kritische Zeit, in der es mit bem Parlamentarismus zu Enbe ging, charakterisierte bie Person des Kanzlers Brüning unb erinnerte an bie schwere Zeit, die der Führer und die Partei im Jahre 1932 in der Gegnerschaft zur schwarzroten Koalition habe überwinden müssen. Er schll- berte die Zeit, in der von Papen und Schleicher Kanzler waren, die konservative Herrenschicht vorübergehend zur Herrschaft gelangte und bie NSDAP, in bie schwerste unb entscheidenbe Kampfetappe eintreten mußte. Weiterhin schilderte der Vortragende die stetig wechselnden unb gespannten politischen Verhältnisse währenb der zwiespältigen Aera Schleicher, kennzeichnete die schwierige Situation, in ber sich der Führer befand, als Partei unb SA. unruhig würben, er erinnerte an bie Aussprache des Führers mit von P a p e n in Köln, an Schleichers Entlassung, an Hitlers Aussprache mit bem Reichspräsibenten von Hindenburg und Hitlers endliche Betrauung mit bem Kanzleramt bes Deutschen Reiches. In klarer Weise faßte ber Rebner bas Wirken ber nationalsozialistischen Regierung nach ber Machtübernahme zusammen, sprach von ber Schaffung bes Ermächtigungsgesetzes für Adolf Hitler, erinnerte an bie Brechung ber Macht ber Länder, an die Bekämpfung des Kommunismus, an den sieghaften Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit, bas Ringen um bie Seele bes beutschen Menschen, an bie Wieberbeledung ber beutschen Kultur unb an den Zusammenschluß bes deutschen Menschen in ber großen Volksgemeinschaft unter bem Gebauten „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Rationalfozialismus fei, fo schloß er, bas Ringen um bie deutsche volkwerdung, um bie deutsche Einheit, der Kampf und Sieg über den Bruderzwist, der Sieg des Blutes, der errungen worden fei durch die Opfergabe des Lebens von 400 Kämpfern, deren wir stets eingedenk fein sollen. (Lebhafter anhaltender Beifall.) Der Stellvertreter des Leiters des Amtes für Beamte, Abteilungsleiter Eifert, hielt eine kurze Schlußansprache. In einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemein- am gelungenen Horft-Wessel-Lied klang die Ver- ammlung aus. Der Schulungsabend erhielt eine eierliche Note durch bie Ein- unb Ausbringung von sieben Zellenfahnen verschiebener Beamtengruppen. Einige musikalische Darbietungen verschönten den Abend und bas anschließende kameradschaftliche Beisammensein. ham unb Birmingham, sowie um Studenten aus London; bie beutschen Teilnehmer setzen sich zusammen aus Führern ber Hitlerjugenb von Hamburg, Nürnberg und Schlesien. In landschaftlich wunderbarer Lage werden junge Deutsche und Engländer wiederum vier Wochen in halbtägigem Arbeitsdienst unb Sport verbringen. Nachmittags und abends werden in Vorträgen unb Aussprachen die Unterschiede und verwandten Züge unserer beiden Länder herausgearbeitet werden. Eine Abschlußfahrt nach Berlin unb Hamburg ist wiederum geplant. Wie erinnerlich, wurde die aus 50 Mann bestehende Gruppe des e r ft e n Lagers seinerzeit vom Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, empfangen. — Die Lagerleitung liegt in den Händen von Jochen Benemann -Hamburg. Wettervoraussage. Die Luftdruckgegensätze haben sich über bem Kontinent verschärft, so baß sich nunmehr bie Wetterlage unruhiger gestalten wird. Währenb über ber Biskaya bas Hochbruckgebiet weiterhin stanbhält unb sich noch mehr nördlich nach den britischen Inseln zu ausbreitet, hat sich über Litauen unb Lettland ein kräftiger Wirbel gebilbet, ber an feiner Rückseite bei bem engen Verlauf ber Isobaren, teilweise unter stürmischer Bewegung Luftmassen aus norbroeft« licher Richtung nach Deutschlanb beforbert. Das Wetter nimmt baher wechselhaften Charakter an. wobei auch teilweise schauerartige Niederschläge auftreten. Aussichten für Sonntag: Wechselnd- bewölkt unb vereinzelte schauerartige Niederschläge, wefttiche bis nordwestliche Winde. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck unb Verlag: Druhl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich In Gießen. Wege die Abt. 31 1: 800 fm in Los an (Försterei Wege die Los an (Försterei Wege die Abt. 45 Los an 54 an die Wege Los oder 59 auf die Los angestammten Heimatblatt im Nov. gesucht. 1 Mädchen! Ätikev 18 I. alt, noch in im Alten F-eld, im Alten F-eld, v. 3 Seiten eingez.. Stellung auf d. Lande, s. Stelle vauhrlugerStr.21 u. und von bekannter Wirksamkeit erlassen Sie im Gießener Anzeiger zum ermäßigten Grundpreis von Rödgen). 3: 500 fm in Möbliertes Wohn- und Schlafzimmer mit 2 Betten | Mietgesuche"^ J+L-letal, o. jg. Ehepaar per sofort od. bis z. I.Nov. gesucht Schr. Ang. unt. 04914 a.d. G.A. u.al.täs1.Haarew. nut i) die von mir angew,emz.sich Meth. unt. Gar lrnm.mitd.Wurz. 'chmerzl.entferni 12Jnbre Praxis. Frau B. Gulden. Svrechstd. ,eoen Freitag,Gießen Hindenburgw.15 Nliv dni-l-tlg Rücken des Stammholzes düngen öffentlich vergeben Nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentliichen Kenntnis. Ziehen, den 10. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen. Dr. j) a m m, Bürgermeister. kl. Küche sofort zu verm. [04975 Marktplatz 15. (Laden.) la Wen- unn Metzen jedes Quant, hat billigst abzugeb. Job. Mütter, Franks. Str. 60, Tel. 357L 5969D Oeffeniliche Aufforderung über Anzeigepflicht derjenigen Personen, die der Beitragspflichl zum Reichsnährstand unterliegen, aber einen Beilragsbeschetd nicht erhalten haben. Nach § 14 der Ersten Beitragsordnung des Reichsnährstandes vom 13. September 1934 haben die Eigentümer bäuerlicher oder landwirtschaftlicher Be- triebe dem zuständigen Finanzamt Anzeige zu machen, wenn sie einen Beitragsbefcheid nicht erhalten haben. Darunter falle alle diejenigen, die am 1. Januar 1934 Eigentümer eines landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch (weinbaulich) genutzten Grundstücks waren. 59940 Es ergeht hiermit an alle Eigentümer bäuerlicher oder landwirtschaftlicher Betriebe, die einen Beitragsbescheid bis heute nicht erhalten haben, die Aufforderung, dies dem zuständigen Finanzamt bis zum 11. November 1934 anzuzeigen. Don der Anzeige, pflicht sind im Lande Hessen die Eigentümer der bäuerlichen oder landwirtschaftlichen Betriebe befreit, bei denen der der Gemoindegrundsteuer zugrunde- liegende abgerundete Wert des gesamten landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen (weinbaulichen) Grundvermögens für das Rj. 192; weniger als 1300,— RM. beträgt. Die Unterlassung der Anzeige ist strafbar. Gießen, den 11. Oktober 1934. Finanzamt Gießen. 5 Pfennig je Millimeterzeile für alle einspaltigen Gelegenheitsanzeigen (Mietgesuche und Vermietungen, An- und Verkäufe u. dgl.) für Stellengesuche und Stellenangebote für Vereinsanzeigen ohne wirtschaftliche Werbung Sie nützen sich und kommen schnell zum Ziel mit Ihren Kleinanzeigen Leerer hm aeeign.f.Werkst., kl. Büro, auch z. Möbelunterst., zu vermiet. 04977 Zu erfr. in der Geschäftsstelle d. Gießener Anz. ttieider- lÄel® (Gritzner Zen- tralsvul) ca. 6 gebraucht, mit Kniehebel, verkauft preiswert Fr. C. Weitz Nachf., Grünberg, Hessen. [5944p Eleltr.Warm- wafser-Voller Gasbadeofen (Kupfer) [04970 Seizleffel f. kleine Zentralheizung, alles bestens erhalten, teils neuwe.tig, zu verkaufen. Schild, Neustadt 8p. | Kaufgesuche 3-4-Zimmer Haus m. freiwerdend. Wohnung, bei guter Anzahlung zu kaufen gesucht Schr. Ang. unt. 04937 a. d. G.A. Rödgen). 4: 900 fm in Abt. 30, 44 und (Försterei Rödgen). 5: 500 fm in Abt. 35, 36, 58 Vornehm I Geschmackvolli Persönlich / Oleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien» Drucksache Bekanntmachung. Die öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1934 findet am Freitag, dem 26. Oktober 1934, 15 Uhr, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 6, Üatt. 5977L ' Das Ergebnis der Auslosung wird in den Tageszeitungen baldmöglichst öffentlich bekanntgegeben. Gießen, den 13. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Auf Grund der Anordnung des Reichsbeaustrag- ten für die Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen vom 5. September 1934 gebe ich die Sorten usw. bekannt, welche bis auf weiteres vom Verkauf auf Wochenmärkten, in Ladengeschäften und im Straßenhandel ausgeschlossen sind: 598IC Ananas-Renette, Adersleber Ealvill und andere Colville, von Blenheim, Renette von Berlepsch, Schöner von Boskoop, Baumanns Renetten, Brauner Matapfel und andere Matäpfel, Cox Orangen-Renette und ähnliche Goldrenetten, (Sou- Ions Renette, Champagner-Renette, * Danziger Kantapfel und ähnliche Sorten, Graue Herbst-Re- nette und alle Grauen Renetten, Großer Rhein. Bohnapfel und Kleiner Bohnapfel, Gelber Richard, Gelber Bellefleur, Gelber Edelapfel, * Geflammter Kardinal, Große Kasseler Renette, Minister von Hammerstein, Herrenapfel, Kanada-Renette, * Kaiser Alexander, Bismarckapfel und ähnliche, Kaiser Wilhelm, Landsberger Renette, Lothringer Ram- bour und ähnliche, Geheimrat von Oldenburg, Ontario-Apfel, Peasgood Goldrenette, Schöner von Pontoise, Prinzenapfel und ähnliche Sorten, Ribston Pepping, Rhein. Winter-Rambour, Roter Eiserapfel, Roter Bellefleur, Weihapfel und ähnliche lokale Wirtschaftssorten. Zflammiger Gasherd m»Stälrd.,gebr., zu verk. [0492s Kaplaneigasse 7 Fung. Mädchen, fortbild.-schulfr., welch, nähen t., für den Laden gesucht. Schriftl. Ang. unt. 04959 a. d. Gieß. Anz. Saud., zuverl. wen von 8-3 Uhr ges. Wo, sagt die Geschäftsstelle des Gieß.Anz. »4984 Wege (Försterei Rödgen). Los 6: 450 fm in Abt. 1, 2, 13 und 20 (Fernewald) auf die Wege (Försterei Hochwart) Los 7: 200 fm in Abt. 80 an die Wege (Försterei Hochwart). ..... Los' 8: 3000 fm in 2lbt. 74 an die Wege (Försterei Gießen). Los 9: 250 fm in Abt. 113 auf die Wege (Försterei Gießen). , , Das Gebot muß sowohl für Nadelholz wie auch für das in geringen Mengen anfallende Laubholz maßgebend sein. v 5980C Schriftliche Angebote, getrennt für jedes Los, und mit der Aufschrift „Angebot für Waldarbeiten" ver- ehen, sind bis spätestens , _ ... Donnerstag, den 18. Oktober 1934, 12 Ahr, im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 8, abzugeben. Oeffnung der Gebote erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber zu dem genannten Termin in Zimmer 6. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 12. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter. Dickwurz zu verkauf. 04902 A. Ebert, Wetzl. Weg 55. Rödgen). 2: 900 fm in Abt. 43 Klebe Brazeigen zu kleinsten Preisen Mlltzeulek Gießen 5997t Sonnt., 14. Okt., 15.30b.18.30Uhr Außer Aboim. Kieme Preise! 0,50 b. 2,50 Mk. Ter Zigeuner- M baron Rom. Operette m 3 Akten von Joh. Strauß. 19.30 Uhr: DiePfingstorgel fällt aus. Dienst., 16. Okt., 20 b. 22.15 Uhr Was ihr wollt. Mttttv.,17.Okt., 19.30 b.n. 21.30: Heimkehr des Matthias Bruck. Freit., 19. Okt., 20 b. 22.15 Uhr Krach um Jolanthe. Sonnt., 21. Okt., 15.30 b. 18 Uhr DiePfingstorgel 19.30 b. 22 Uhr Polenblut. § 1. Sensenklingen müssen, solange sie unbenutzt sind, der ganzen Länge nach mit einer die Schneide voll« ständig bedeckenden und über die Spitze hinausragenden Verkleidung versehen oder durch Umwickeln geschützt sein. ' Ebenso müssen Heugabeln und ähnliche Geräte, sofern sie beim Radfahren getragen werden, mit einer entsprechenden Schutzvorrichtung versehen sein. § 2. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften des § 1 werden mit Geldstrafe bis zu 150,— RM., im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. * | Empfehlungen] Die Möbel die Sie sich wünschen finden Sie bei mir preiswert und in 5954V großer Auswahl Im Wege des schriftlichen Angebots soll das in den städtischen Wal- Die Kameraden der Ortsgruppe Gießen sind zu dem Leibgardrsten- Abend d. Ortsgruppe Hungen eingeladen. Abfahrt Samstag, 13. Okt., 18.54 Uhr. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. [5989D Der Vorstand. werden, und zwar: " (Försterei Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Betr.: Die Durchführung des Gaststättengesetzes. Vielfach werden Verträge über den Ankauf oder die Pachtung von Gast- und Schankwirtschaften abgeschlossen, bevor die ftrage geklärt ist, ob dem neuen Unternehmer die nach dem Gaststättengesetz vorge« schriebene Erlaubnis erteilt werden kann. Das Kreisamt macht daher die betreffenden Gewerbetreibenden darauf aufmerksam, daß auch bei dem Uebergang bestehender Gast- und Schankwirtfchaften die Be- dürsnisfrage zu prüfen ist, und nur im Falle ihrer Bejahung Erlaubnis erteilt werden darf. Zur Vermeidung von Verlusten wird dringend empfohlen, vor dem endgültigen Abschluß von Verträgen, sie sich auf die Uebertragung von Gaststätten beziehen, Antrag auf Erteilung der Erlaubnis bei der zustän- digen Ortspolizeibehörde zu stellen und zunächst die Entscheidung des Kreisamts abzuwarten. — Der Umstand, daß der neue Unternehmer sich zivilrecht, [ich gebunden oder bereits Aufwendungen gemacht hat, kann bei der Entscheidung über den gestellten Antrag nicht berücksichtigt werden. 6005G Die Bürgermeistereien werden ersucht, etwaige Interessenten entsprechend zu bedeuten. Weg. Heirat des jetzig. Mädchens solides MW m. gut..Zeugn., perfekt in Küche u. Haus, z. 1.11. gesucht. „ [04974 Neuen Baue231 V.l. 8.-Reichsbahn Gießen e. V. Der Uebungs- betrieb i. unserer Turnhalle am Aulweg ist für die Wintermonate wie folgt festgesetzt: Montag, 18-19, Turn. f. Schüler, 20-22, Turn. f. Altersriege, 20 bis 22, Leichtathletik f. Dam. Dienstag,18-19, Turn. f. Schülerinnen. Mittwoch, 20 bis 22, Leichtathlet, f. Herrn, 20.30 bis 22, Turn. f. Aktive. Donnerstag, 18 bis 19, Turn. f. Schülerinnen. Freitag, 18 bis 19.30, Leichtathlet. f. Schül., 20-22, Turn. f. Damen. [5972V Beginn 15.10.34 Anmeld. werd, bei d. Uebungs- stund. noch entgegengenommen. Der Vereins- führet. Schwerer Iuchs- wallach unter zwei die Wahl, mit jeder Garantie z. verkaufen. [04952 toctarn Neuhof bei Leihgestern. Gut erhaltenes Landhaus m.klein.Scheune und Stallung, zwischen Gießen und Marburg, vreiswett z. verkaufen. [04939 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G.A. Fast neues 8-Tuba, 4 Bent, sowie Konzert- Streichbatz, neu, preiswert zu verkaufen. [5958V W. Uhl, Wetzlar, Langgasse. Fast neuer Herren- MlemMI kaum getragen, bitt. z. verk. 04940 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst.d.G.A. GinWIien- ÖflüS (3 5 Zimmer) zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 5888V an den Gießen. Anz. Modernes Einfamilienhaus, 6—7 Zimmer, bis Mk. 30000- gegen bar ges. Schriftl. Angeb. v.Hausbes. unt. 04958a.d. G.A. Klein. Wagen, BMW. offen od. geschl., aus Privathand gegen Kasse zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 6009va.d.G.A. Aufruf. Zur Schaffung von Kleinwohnungen werden geeignete, leerstehende, umbaufähige Räume gesucht. Die Stadtverwaltung ist bereit, zu den Umbaukosten einen Zuschuß zu gewähren. Grundstücksbesitzer, die geeignete Räume für diesen Zweck zur Verfügung stellen wollen, werden gebeten, Anträge unter Beifügung von Plänen und Kostenvoranschlag bei der Stadtverwaltung einzureichen. 5950C Gießen, den 10. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. vergmng oes Stonnnöohtßtrens in den städtischen Waldungen für das Wj. 1935. Hilfe für vorm. 2 Std. gesucht. [04949 Landgraf- Philivp-Pl. 7 I. Sauberes, ehrl. !MA f. A,Tag i. Haushalt gesucht-Sckr. Ang. unt. 04889 an d. Gieß. Anz. Aelt., erfahren. Allein- Mädchen zum 1. Novemb. gesucht. [04957 Alicenstratze 10 (Erdgeschoß) 19 bis 20 Uhr. Polizeiverordnung über die Vertilgung der Feldmäuse. Auf Grund des Art. 64 der Kreis- und Provinzial- ordnung vom 8. Juli 1911 und der Art. 37 und 43 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 sowie de- Art. III der Verordnung über Dermögensstrafen unb Bußen vom 6. Februar 1924 wird mit ZustimnM des Kreisausschusses und mit Genehmigung der M' nisterialabteilung 1b (Innere Verwaltung) und M' nisterialabteilung le (Landwirtschaft) vom 27. Sep» tember 1934 zu Nr. 1/e 21162 für den Kreis Gießen angeordnet: 60040 § 1. Die Besitzer von Feldgrundstücken sind verpflichtet, auf ortsübliche Bekanntmachung der Bürgermeisteret die Vertilgung der Feldmäuse in der in dieser Bekanntmachung vorgeschriebenen Weise und innerhalb der darin bezeichneten Frist vorzunehmen. § 2. Zuwiderhandlungen werden nach Artikel 37 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Außerdem werden die rückständigen Dertilgungs- arbeiten auf Kosten der Säumigen ausgeführt. Diese sind zur Duldung der angeordneten Maßnahmen auf ihren Grundstücken verpflichtet. §3. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer I Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt tn Kraft. | Vermietungen | 2-3-Z.--Wohn, i. Steinbach zum 15.11. z. verm. (Neubau). [04940 Zu erfr. i. d. Ge- fchäftsst. d.G.A. In neuz. Einfamilienh. ist s. gut möbl. Wohnung (2 0. 3 Z.) mit Küchenben. und Zentralheizg. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04944 a.d. G.A. Ein Mansarden- zimmer m. Küche u. Zubehör, ab I.Nov. zu 15 zu verm. Anfragen [0497s Selteröw.85 II. Zwei kl. sonnige Simmet möbl. 0. unmöbliertmut o.ohne Beköst. u. Pflege an eins. Dame sofort od. später zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04981 a. d.G.A. Groß, moderner Laden m. 2 od. 4 Schaufenster in bester Lage zu verm. Schr. Ang. unt. 5384 V a.d. G.A. lonneo- ANMNWIZ abzugeb. Bestell. erb.wirv.Postk. DampMgewerklolar B.NuhnA.6.,Lollar. 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Juni 1934 ist die ausschließliche Zuständigkeit für die Festsetzung von angemessenen Pretzen und Preis- spannen für Schlachtvieh- und Schlachtoieherzeug- nisse auf den Reichskommissar dzw. die Bezirks- beauftragten und Marktbeauftragten nach den näheren gesetzlichen Bestimmungen übergegangen. Zur Angleichung des derzeitigen hessischen Rechts- zustandes an die neue reichsrechtliche Marktordnung wird hiermit die hessische Bekanntmachung, betr. die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise, vom 25. Oktober 1933 mit Wirkung vom Montag, dem 7. Oktober 1934, aufgehoben. Die Neuregelung der Preise erfolgt nunmehr, nachdem die Dorbereitungen inzwischen so weit gediehen sind, durch die im Rahmen der Neuordnung berufenen Organe. Auf Grund der neuen Marktordnung ist nach wie vor die Möglichkeit gegeben, Preisübergriffen mit der erforderlichen Energie schnellstens zu begegnen. Der Schutz der Verbraucherschaft vor unlauterer Preisbildung ist dadurch unbedingt gesichert, daß die neue Marktregelung die Verhängung von Ordnungsstrafen bis zu 1000 Reichsmark im Einzelfall gegen alle Angehörige des Reichsnährstandes vorsieht, die gegen die Preisbildung verstoßen. * Polizei Verordnung über die Verwahrung von Sensen. Auf Grund des Art. 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, sowie des Art. III der Verordnung über Vermögensstrafen und Buhen vom 6. Februar 1924, wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Hess. Staatsministeriums, Ministerialabteilung la (Polizei) und Ministerialabteilung le (Landwirtschaft) vom 8. August 1934 zu Nr. 1/e 16 643 für den Krsir Gießen verordnet: Npellpünner- MellWgen billig abzugeben. Eugen Weber Lang-Göns. E Guter Füllofen zu verkauf. 04935 Liedigstratze33l Schr. Sing. unt. 04945a.d. 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[5988V Kronpr.-Str.55. * Inzwischen schon freigegeben. Ferner mache ich darauf aufmerksam, daß alle Ueberwachungsstellen Auftrag haben, bezüglich der Birnen darauf zu achten, ob dieselben nicht vorzeitig gepflückt sind, da verhindert werden muß, haltbare Herbst- und Winterbirnen schon jetzt zum Angebot zu bringen. Von der generellen Anordnung von Pflückterminen sehe ich ab, mache aber die Einhaltung von Pflückzeiten, welche seitens einzelner Obstbauinspektionen festgelegt werden, zur Pflicht. Der Gebietsbeauftrage für den Gau Hessen-Nassau. __________________Gez.: Tr ui. KarwffelUeserung. Die Lieferung von zirka 600 Zentner ausgelesener la Spcijetartoffeln „Industrie" soll auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Bemusterte Angebote sind bis zum Mittwoch, dem 17. Oktober 1934, vormittags 11 Uhr. einzureichen. Die Lieferung kann geteilt vergeben werden. Zuschlagsfrist fünf Tage. 5948V Gießen, den 13. Oktober 1934. Verwaltung der Provinzial-Pflegeanstatt. Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) M. 240 Zweites Blatt Samstag, (3. (hftober 1954 erfaßt. Schwer, grau, verfallen und gebückt, oft wie erstarrt oder gelähmt stand da inmitten eines fremden Geschlechtes ein müder, einsamer, alt und unbrauchbar gewordener Mann. Um so stärker wirkte der kurze, elementare Ausbruch aus längst verschüttetem Bewußtsein. * In der Rolle der Bäuerin stellte sich als Nachfolgerin von Maria Koch Frau Rose S t i r l vor: eine reife und mütterliche Gestalt, voll Würde und Selbstsicherheit und einem spürsinnigen, wachen Gefühl. Ihr zur Seite Herr Mieten als Bauer und neuer Herr, fest und beherrscht im Bewußtsein seines Besitzes, aber nicht ohne rechtlichen Sinn und patriarchalische Güte. Zwischen diesen dreien, die das eigentliche Drama in diesem Schauspiel auszutragen hätten, bewegten sich eine Anzahl gut gesehener Nebenfiguren: der alte, biedere und treuherzig-betuliche Knecht des Herrn Geiger; Herr Göbel als Franz Bruck, der Sohn, unbekümmert herzlich und ein wenig tolpatschig wie ein junges Fohlen, ahnungslos und naiv in seinen Gefühlsäußerungen; gut auch Herr Schorn als der rohe, verständnislos lärmende Jungknecht und Herr V 0 lck in der Rolle eines gewalttätig-verschlagenen Viehhändlers. Von den übrigen seien noch Herr Kühne, Frl. Elisabeth Wielander und Frau Schubert-Jüngling genannt. Die Darsteller konnten sich zuletzt gemeinsam für den starken Beifall bedanken. hth. Nietzsche bei der Artillerie. Der vor 34 Jahren in Weimar gestorbene Philosoph Friedrich Nietzsche, der am 15. Oktober seinen 90. Geburtstag hätte begehen können, diente seine Zeit als Einjährig-Freiwilliger bei der Artillerie in Naumburg ab. „Was ist so ein reitender und fahrender Artilleriste für ein Unglückstier, wenn er literarische Triebe hat!" äußerte er einmal zwar mit einigem Spott, aber er erfüllte feinen Dienst doch mit großem Eifer, und seine Vorgesetzten wußten nur Lobendes über sein Verhalten zu berichten, wie Elisabeth Förster-Nietzsche in ihren Erinnerungen an den Bruder mitteilt. Gewiß war das Soldatenleben für diesen Menschen eine harte Mühsal. Nietzsche aber hat die ungewöhnlichen Beanspruchungen des Militärdienstes mit Tapferkeit und Humor überwunden, wie aus einem Brief an feinen Freund Erwin Rohde heroor- qeht: „Ja, mein lieber Freund, wenn Dich ein Dämon einmal in einer frühen Morgenstunde, jagen. wir zwischen fünf und sechs, nach Naumburg geleiten und gefälligerweise die Absicht haben sollte. Deine Schritte in meine Nähe zu lenken, so erstarre nicht über das Schauspiel, das sich Deinen Sinnen darbietet. Plötzlich atmest Du die Atmosphäre eines Stalles. Im halben Laternenlichte erscheinen Gestalten. Es scharrt, wiehert, bürstet, klopft um Dich herum. Und mitten drin, im Ge- wände eines Pferdeknechts, heftig bemüht, mit den Händen Unaussprechliches, Unansehnliches wegzu- tragen oder den Gaul mit dem Striegel zu bearbeiten — mir graut es, wenn ich fein Antlitz sehe — es ist beim Hund meine eigene Gestalt. Ein paar Stunden später siehst Du zwei Rosse auf der Reitbahn herumstürmen, nicht ohne Reiter, von denen der eine Deinem Freunde sehr ähnlich ist. Er reitet seinen feurigen schwungvollen Balduin und hofft, einmal gut reiten zu lernen, obschon oder vielmehr, weil er jetzt immer noch auf der Decke reitet, mit Sporen und Schenkeln, aber ohne Reitgerte. Auch mußte er sich beeilen, alles zu verlernen, was er in der Leipziger Reitbahn gehört hatte und vor allem sich mit großer Anstrengung einen sicheren und reglementsmäßigen Sitz aneignen." Zeitschriften. — Im Oktoberheft von „Volk und Rasse"' (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW) versucht u. a. B. Schultze-Naumburg auf Grund von Handschriftenproben die Frage zu beantworten: Gibt die Handschrift Aufschluß über Zugehörigkeit und Eigenart der Rasse des Schreibers? Zwar lassen sich nicht „untrügliche" Rassenmerkmale in der Handschrift fin- den, immerhin äußern sich in gewissen Stileigentümlichkeiten die charakteristischen Eigenschaften. Sehr zu begrüßen ist der Aufsatz von Dr. Krämer über „Zeitgenössische Germanendarstellungen", da wir nur wenig Material über germanische Frühgeschichte besitzen. Die beigegebenen Lichtbilder zeigen ein Geschlecht des adelig-bäuerlichen und germanischen Kriegers, das heute noch im deutschen Volke und besonders im nordisch bestimmten Bauerntum seine natürliche Fortsetzung findet. Privatdozent Dr. Keiter gibt in seinem Aufsatz „Familiäre Häufung graphischer Zahlenoorstellungen" Beobach, tungen wieder, die über das bemerkenswert gehäufte Auftreten von Vorstellungen graphischer Zahlen- reihen, Jahres- und Wochenlauf innerhalb verwandter Personen gemacht wurden. Der Leiter des rassenpolitischen Amtes, Dr. W. Groß, berichtet über zwei Kongresse in dem Aufsatz: „Das neue Deutschland und die Wissenschaftler der Welt". Kleine Mitteilungen aus Rassenhygiene und Bevöl- kerungspolitik, Fragekasten und Buchbesprechungen beschließen das Heft. König Alexanders politisches Testament. Aus einem Gespräch mit dem ermordeten Herrscher von Südslawien. Von H. X Knickerbocker Mit Alexander von Südslawien starb „der einzige König in der abendländischen Welt, der sowodl Monarch wie Autokrat, der Diktator war". Als solchen schildert ihn der bekannte amerikanische Journalist H.R. Knickerbocker in seinem letzten Buch „Dom Krieg in Europa?", dem wir mit Genehmigung des Rowohlt-Verlages, Berlin, nachstehendes Gespräch des Autors mit dem ermordeten Herrscher entnehmen. Der König empfängt in einem hellen Zimmer mit großen Fenstern. Links nicken weiße Fliederblüten. Hinter einem Schreibtisch springt ein Mann in Khakiuniform auf und kommt seinem Besucher rasch mit ausgestreckter Hand und lächelnd entgegen. Er drückt mir mit einer kurzen, kräftigen Bewegung die Hand. Khakiuniform, an den Kavallerie-Hosen die breiten roten Campas des Generalstabs, keine Dekorationen, keine Farbe auf;er dem Blau des Samtkragens und dem Gold der Epau- letten mit den königlichen Insignien. Er hat eine hagere Gestalt, eisengraues Haar, eine hohe Stirn, einen festen Mund und lebhafte Augen, die durch einen Kneifer blicken. Er ist sechsundvierzig Jahre alt. Er sieht aus wie ein König. Seine Bilder führen irre. Sie überbetonen die Strenge des Kneifers und zeigen zu wenig von seiner Liebenswürdigkeit. Er bot Zigaretten an, nahm ein Streichholz, ließ es sich nicht nehmen, Feuer 311 reichen, beugte sich vor und begann Fragen zu stellen. „Krieg?" jagte er nachdenklich. „Es ist unmöglich, daß auf dem Balkan ein Krieg ausbricht. Seit Jahrzehnten erklärt Europa, der Balkan fei das Zentrum der Unruhen auf dem Kontinent. Das war unrichtig, so lange die Großmächte den Balkan in Ruhe ließen, und ist ganz besonders und entschieden heute unrichtig. Wir haben auf dem Balkan unser Haus in Ordnung gebracht. Sie brauchen sich nur klar zu machen, was im letzten Jahr für den Frieden getan worden ist, und Sie werden einsehen, daß der Balkan jetzt nicht ein Zentrum der Unruhen, sondern im Gegenteil ein Zentrum gegenseitigen Einverständnisses ge- worden ist. Ich gehe so weit zu sagen, daß die Beziehungen unter den Balkanmachten heute besser geregelt sind und daß es auf dem Balkan weniger Kriegsaussichten gibt als in allen anderen Teilen Europas. Nein, auf dem Balkan selbst gibt es keine Kriegsaussichten, aber leider gibt es ge- wisse Einflüsse von außen, die, wie seit jeher, an der Arbeit sind, um den Balkan in einem Zustand der Unruhe zu erhalten und unser gemeinsames Einverständnis zu hemmen. Es ist von größter Wichtigkeit, daß der Balkan von fremden Einflüssen befreit wird, denn nur wenn er davon befreit ist, kann er den aufrichtigen Wunsch seiner Völker nach dem Frieden verwirklichen und das seine für die Friedensnotwendigkeiten in Europa tun. Wenn die Großmächte den Balkan nur in Ruhe lassen würden, so gäbe es bei uns niemals auch nur die Andeutung einer Unruhe." „Aber anderswo, Majestät? Was halten Sie von dem vielbesprochenen ,Präventivkriegs?" Der König entgegnete: „Haben Sie irgendein Anzeichen gefunden, daß ein Präventivkrieg im Bereich des Möglichen liegt? Und selbst wenn er möglich wäre, ist es nicht richtig, daß ein Präventivkrieg sich als ebenso unheilvoll erweisen könnte wie der Krieg, zu dessen Verhütung er gedacht war? Jugoslawien jedenfalls hat keine Ursache, den Krieg zu wünschen. Wir haben unseren Staat organisiert. Wir haben erreicht, was wir haben wollten. Nun ist unser einziges Bestreben, es zu verteidigen. Wir haben nur einen Wunsch, und das ist der, in Ruhe gelassen zu werden. Die bedrohlichen Zukunftsaussichten finden Jugoslawien voll und ganz zu einer Verteidigung vorbereitet. Aber die Entscheidung, ob Krieg ober Frieden, wird von den Großmächten getroffen werden. ■ '> f *> * .... s. <<, ■X V ■_ - -Ä*. x »V .;3 - «i. .. Im Empfangssalon des französischen Außenministeriums, der einstigen Wirkungsstätte Barthous, ist der Sarg mit der sterblichen Hülle des Ministers aufgebahrt. Beamte des Ministeriums halten die Totenwacht. Gießener Siadttheaier. Sigmund Graff: „Die Heimkehr des Matthias Bruck." Wir haben von Graff hier früher „Die endlose ( traße" und „Die vier Musketiere" gesehen. Dor t enigen Tagen ist ein neues Stück von ihm urauf- o^führt worden, ein Stück, in dem er zum ersten ^ale ein ganz anderes Thema behandelt. In 'innen ersten beiden stand das Erlebnis des Krieges Ihn Mittelpunkt, und auch noch das dritte, das vor e:iüa einem Jahre auf der Bühne er schielen ist, eben die Geschichte vom Heimkehrer Mat- tlrias Bruck, ist, obgleich es, von außen gesehen, ein L.ruernschauspiel ist und eine ganze Reihe von Jahren nich dem Friedensschluß sich abspielt, dennoch den b iden ersten innerlich verwandt und aus dem glei- dsen Erlebnis gespeist wie sie. * Es ist die alte Geschichte vom Heimkehrer, vom „Dlann ohne Namen", wie der Film sich ausdrückt, ! w m Enoch Arden in unserer eigenen Zeit. Das alte I otiv wurde in unseren Tagen aufs neue entdeckt, wsil die Wirklichkeit mehr als einmal die Vorbilder j dl^u lieferte, und weil unter den vielen Stoffen und P"oblemen, die das Erlebnis der Jahre von 1914 bis 1918 uns aufgab, dieses eine in seiner Besonder- l)it nicht fehlen durste. •©raff hat in den drei ersten Stücken diesen gan- Erlebniskreis ausgeschritten und zu gestalten ir.ternommen — von der Front über das Hinter- lc-nd bis in die Heimat und zu dem Wiedersehen " ch Kriegsende beim Regimentsfest; es ist kein Eiunber, daß «r fein Zentralerlebnis auch in feinen lebten, peripherischen Auswirkungen einzufangen rchte und auf der endlosen Straße schließlich auch üi|f die allerletzten der ewig marschierenden Sdl- dclen stieß, — auf die späten Heimkehrer aus der *3 sangenfchast. Zu denen gehört der Bauer Matthias Bruck, der il- Gefreiter ausrückte nach Rußland, in Gefangen- ftuft geriet, nach Sibirien verschleppt wurde und nm nach siebzehn Jahren wieder heimkehrt zu feite- Frau und zu den andern, die ihn für verschollen iirö längst für tot halten. Da verdingt er sich uner- lar.nt als Knecht während der Ernte auf feinem lijeenen Hof. Er ist gerade zur Kindtaufe recht ge- bnmen, denn der Hof hat mittlerweile einen neuen fjerrn und seine Frau einen anderen Mann bekom- un. Und der Erstgeborene, der getauft wurde, als Vater vor siebzehn Jahren ausrückte, der kennt ir natürlich nicht. Die Frau aber und der alte lischt, der feit Jahrzehnten auf dem Bruckhof i)t fft, die müßten ihn eigentlich erkennen oder doch etwas ahnen, fühlen, wittern — dieses Unheimliche, Fremde und Namenlose, das da von außen einbricht in Len vertrauten Kreis. (Hier liegt vielleicht das schwierigste Problem dieses Schauspiels und aller Heimkehrer-Stücke überhaupt; wir haben beim „Mann ohne Namen" schon davon gesprochen.) * Wohl erkennt ihn zuletzt das unruhig tastende, feine Gefühl der Frau als den, der er ist. Aber da ist es schon zu spät. Zur großen Gegenüberstellung und Auseinandersetzung kommt es nicht mehr; Bruck selber sucht und findet die einzige, gewaltsame Lösung: er geht, ein wenig anders, aber nicht minder endgültig als Enoch Arden. Er sieht, daß sein Platz besetzt, sein Haus bestellt, Weib und Kind und Hof in guten und festen Händen sind. Die Lebenden haben recht, für ihn ist hier kein Raum mehr in Herz und Haus, er geht zu denen, die einmal gewesen, die vergessen und abgeschieden sind. Nicht völlig vergessen, nein, das wäre ungerecht, nur abgetan und ausgelöscht, bei dem Taufmahl ZU Ehren des Jüngstgeborenen auf dem Bruckhof steht der Bauer auf, der neue Herr, und mit ihm alle andern, sogar auch der Knecht Matthias (oder Sepp, wie er sich nennt) und sie gedenken des Toten, der doch als ein Heimkehrer wieder in ihrer Mitte weilt und selber mitanhört, wie sie für ihn beten: eine gespenstige Szene. — * Der Spielleiter, Herr Löser, hat wohl erkannt, was das für ein schweres, dumpfes und lastendes Stück sei, das hier zu spielen war, und daß eigentlich auch die Fabel, so wie sie ist, die drei Akte kaum füllt, daß das Schauspiel mehr aus Zuständ- lichem, aus Schilderungen und psychologischer Kleinmalerei besteht, minder angetrieben vom dramatischen Nero. Deshalb wirkte seine Ausführung am stärksten an den Punkten, wo der schleppende Gang der Dinge — so oder so — nach einer Entladung drängte: in der eben geschilderten Szene und jener andern, wo zum ersten und einzigen Male der Heimgekehrte und noch immer Fremde sich auf rafft ZU einer gewaltigen Aeußerung alten Gefühls, aus Rückerinnerung und Bewußtsein dessen, daß doch eigentlich er hier Bauer und Herr über Haus und Hof ist. Das äußere Bild war von Herrn Löffler in schlichten und bodenständigen Formen gehalten. Von der sorgsamen Arbeit des Herrn Keim und seiner Helfer konnten wir uns schon vorgestern während der Generalprobe überzeugen. * Den Sepp gab Herr Neuhaus: eine schwierige und schwerflüssige Rolle: hier war das Dumpfe, Hoffnungslose, fast Tierhafte einer gespenstig in die lebendige Welt hineinwachsenden Gestalt überzeugend • "v • < ... %V/<; - t ; yv - A M Mir ff - / '/>/ ? /7 HM Wzz- ! SB, i WM MMMWWD MWM: MW Um dem toten Außenminister die letzte Ehre zu erweisen, stehen ständig große Scharen von Menschen vor dem französischen Auß enministerium am Quai d'Orsay und defilieren sodann an dem Sarge Barthous vorbei. Im allgemeinen", fuhr der König fort, „ist es meine Ansicht, daß wir uns heute über alle Staaten in Europa weniger Sorge machen müßten, wenn alle anderen Staaten eine Haltung einnehmen würden, die der wahrhaft friedlichen Politik Jugoslawiens entspräche. Gewisse Staatsmänner versuchen ununterbrochen unter dem Vorwand, der Sache des Friedens zu dienen, zwischen anderen Staaten zu .vermittelns aber in Wirklichkeit bezwecken sie nichts anderes, als etwas für sich herauszuholen. Der einzige Weg, auf dem Nationen zu einem wirksamen Einverständnis gelangen können, führt über direkte Verhandlungen, ohne Mittler, und vor allem ohne solche Mittler." Der König betont stark das Wort „solche". „Gewisse Staatsmänner", sprach er weiter, „wiederholen auch immer wieder, daß sie zur Verhütung eines Krieges eine Revision der Verträge wünschen. Das ist absolut falsch. Das Gegenteil ist heute richtig." „Glauben Majestät, daß die Revisionisten zufrieden wären und nicht mehr verlangen würden, wenn ihnen die Konzessionen gemacht würden, nach den sie heute verlangen und von denen sie erklären, sie seien alles, was sie wünschen?" Der König lächelte. „Nein!" antwortete er ganz kurz. „Gewisse Kreise, Majestät, scheinen auf Dinge zu bauen, die sie als interne Schwierigkeiten Jugoslawiens bezeichnen." „Diese Kreise werden auf das schwerste enttäuscht sein, wenn sich jemals für uns eine Gelegenheit ergeben sollte, die Einigkeit und Loyalität unserer Nation zu beweisen. Dieses Geredr ist unrichtig und überflüssig. Sie werden sich vielleicht daran erinnern, daß dasselbe Geschwätz über das.schwache* Serbien vor dem Krieg beliebt war, aber die Geschichte hat gezeigt, in wie tragischer Weise falsch die Propaganda dieser Art war. Wir in Jugoslawien sind völlig vorbereitet auf alle Eventualitäten." Der Vertreter des Führers bei den Trauerfeierlichkeiten in Belgrad. Berlin. 12. Dtt UlflSENER & SCHLTITELS Modellwerkstätte für feine Maßkürschnerei FRANKFURT A. M., ZEIL 109 Abteilung für: Baugewerbe, Schreinergewerbe - . . . , . Malergewerbe, Metallgewerbe Schniunacherfachschnle.Spezialknrgef.Maschinen- bau, Elektrotechnik, Antomobilban, Heiznngsban. Wernerwall 6, Am Oswaldsgart. 5964 D niTiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiimiTfiirimlTmiiiiiiif Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei miiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiimiiiiiiiii Nr. 240 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Samstag, 13. Oktober 1934 Vom Tabakballen zur Zigarre. Die kleine Blonde oder Dunkle ist ein liebes, angenehmes Ding. Sie verschönt ihrem Herrn und Gebieter nach des Alltags Last und Mühe das Dasein, sie regt ihn an bei geistiger Arbeit, sie gibt ihm neue Spannung der Kräfte beim körperlichen Schaffen, sie bereichert den Gewinn geselliger Stunden und läßt bei ihrem Dasein auf dieser Welt viele Menschen teilhaben an ihrer Existenz. Dieses kleine Dina, die Zigarre, zählt Millionen von Menschen zu Freunden. Sie läßt sich von dem Kenner ihres Wertes mit wohlgefälligem Blick be- Das Wickelmachen (rechts oben fertige Wickel). W Der Meister prüft die von den Arbeiterinnen abgelieferte Zigarren. dem Wasser Bekanntschaft machen, d. h. angefeuchtet werden, damit ihnen in diesem Zustande die Blattrippen entnommen werden können. Diese Rippen werden besonders gesammelt, in mehrere Zentner schwere Ballen zusammengepreßt und dann den Rauchtabakfabriken zur Herstellung des von den Pfeifenrauchern geschätzten Materials für den Pfeifenkopf zugesandt. Das entrippte Tabakmaterial wandert indessen weiter zu den Tr 0 ck e n räumen, in denen es bei 'geradezu tropischer Temperatur wieder getrocknet wird. Dann tritt der Meister der Zigarrenmacherei in Funktion, der nach altbewährten und in jahrelangen Erfahrungen geschaffenen Mischungen das Material für den Zigarrenwickel zusammenstellt. Danach geht der Zigarentabak zur Wickelmacherei, wo fleißige Arbeiterinnen an langen Tischen sitzen, in die vor ihnen aufgestapelten Tabakhaufen mit der Hand hineingreifen und daraus mit großer Geschicklichkeit und mit einem Griff die für den, Wickel erforderliche Tabakmenge herausnehmen. Dieser Griff Tabak wird in ein größeres Blatt einge-1 wickelt, an beiden Enden mit einer kurzen Bewegung durch Drehen des Tabakblattes geschlossen und dann in die Preßrahmen gelegt, womit der! Zigarrenwickel in der Hauptsache schon fertiggestellt ist. Damit er aber Form und Festigkeit erhält, werden die hölzernen Preßrahmen in größerer Zahl übereinandergesi ichtet, einer Presse überantwortet, in der die Zigarrenwickel einige Zeit dem Druck der Schrauben unterliegen. Fein zusammengepreßt kommen sie dann wieder zum Vorschein und wandern zu den Arbeitstischen, wo ihnen in sorgfältiger Arbeit, ja mit einer gewissen künstlerischen Gestaltung das Deckblatt umgelegt «wird. Hier sieht der Besucher aus den Arbeitstischen sorgsam aufeinandergeschichtet die im ersten Stadium fertiggestellte Zigarre. Ihr weiterer Weg führt sie zum Zigarren- machermeister, der sie einer ersten Sichtung unterzieht. Dann geht's zur S 0 r t i e r e r e i, wo die Fülle der Zigarrenberge auf zahlreichen Sortiertischen von geübten Frauen, Mädchen und jungen Männern nach Art und Farbe sortiert wird. Hierbei ist ein in langer Uebung geschärfter Blick für alle Feinheiten des Fabrikats die Hauptbedingung, daneben natürlich größte Sorgfalt in der Behandlung. Rach dem Sortieren werden die verlockenden Dinger in kleinen Metallrahmen zu 25, 50 oder 100 Stück sorgsam zum Pressen aufgeschichtet. Danach wandern sie zu den Arbeitsplätzen der Umleger, die sie aus den Rahmen heraus in die bereitstehenden Kistchen heben, wozu nur ein einziger, kurzer und geübter. Griff nötig ist. Hierauf gelangen sie zur F e r t i g m a ch e r e i, wo die letzte Behandlung in der abschließenden Ausstattung der Kistchen erfolgt. Dann geht's zum L ag e r und von hier nach einer kürzeren Zeit zur V e r s a n d st e l l e, von wo aus die Reise hinaus in die Welt über den Zigarrenladen zu dem Freund und Liebhaber der schönen blonden oder dunklen Freudinnen mit Duft und Rauch vor sich geht. Daneben läuft noch ein besonderer Zweig: die Kistchenfabrikation. Hier liegen, in vielfachen Stapeln geschichtet, viele Tausende von Brettchen aus Erlen-, Gabun- und Zedernholz der verschiedensten Qualitäten, Formen und Größen bereit. Sie wandern zunächst zu den Schneidmaschinen, wo sie unter lautem Kreischen der Kreissägen für den Zweck der Kistchenherstellung den letzten Zuschnitt erhalten. Dann geht der Weg weiter zu den Druck- und Brennmaschinen, die den Namen der verschiedenen Zigarrensorten auf die saubere Holzfläche pressen und die Firmenstempel auf- drucken. Hierauf gehts weiter zu den Nagelmaschinen, wo mit einigen wenigen Handgriffen der Arbeiter die Holzblättchen zur fertiaen Kiste zusammenheftet, ein Vorgang, der sich in fabelhafter Schnelligkeit abspielt. Mittlerweile haben geschickte Arbeiterinnen die Kistchendeckel mit dem Aufdruck der bunten Schmuckblätter beklebt, die Kistchenränder in der gleichen Weise mit den Erzeugnissen der arapbischen Kunstanstalten versehen. An anderen Maschinen wieder werden für bestimmte Sor« ten von Kistchen die Scharnierbänder und die Kistchenschlösser angenagelt; dann präsentieren sich die reizvollen Behälter in schmucker Form zur Aufnahme des köstlichen Inhalts bereit. Zur Zeit herrscht die Weihnachtssaison. Nun sind die Zigarrenlieblinge der Männerwelt im Anmarsch begriffen, die ihre Freunde unter dem Christbaum zu treffen hoffen. Viel Liebe und Sorgfalt wird bei den durchweg in Handarbeit hergestellten Zigarren darauf verwandt, diese kleinen Blonden oder Dunklen so sorgfältig und adrett wie nur möglich aSr¥!rt- Land. Also Verzinsung des Ai Fori - weg. In den Mitteilungen des Deutschen Sprachvereins leien wir: „Manche Leute haben bald ihr Fortkommen, wenn sie früh von Hause fortkvmmen. „Das Tlschgesprach wurde fortgesetzt, nachdem die Schusseln fortge e^ waren." „Der Fortgang eines Werkes leibet durch den Fortgang des Meisters." In jedem dieser Bei- fpieletommt ba&felbe Wort zwemral vor, ober >m- mer mit oerfdjiebenem Sinn. In dem baldigen Fmt- kommen der Leute, dem Fortsetzen des dem Fortgang des Werkes liegt ein Festhalten an 3iCl und Richtung, ein Weiterführend dagegen liegt in dem Fortkommen von chause, dem Fortsetzen der Schüsseln, dem gorigany les SDieifters eine Tret', nuiig ober Losung, em Aushoren oder Abbrechen Nur die erste Verwendung ist richtig. Die ur sprünaliche Bedeutung von fort = weiter zeigt sich ,P B in: fort und fort, immerfort, fortwährend, sortbilden (Fortbildungsschule), fortdauern, fort- pflanzen, fortschreiten (Fortschritt). Das Hineln- ziehen der anderen Bedeutung, also der Gebrauch von ,-fort" zur Bezeichnung der Abkehr, ist nicht zu billigen, weil dafür ein anderes treffliches Wort vor- Händen ist, nämlich -weg". In der Bibel heißt es. Hebe dich weg (nicht fort) von mir. In den an- fänglichen Beispielen hatten mir uns zunächst bei der Wiederholung des Wortes der Sprachunsitte an- aepaßt: jetzt sprechen wir berichtigend von den Leuten die von Hause w e g kommen, von den schusseln, die w e g gesetzt waren, und von dem W eg gang des Meisters. Gewisse Bestimmungen eines Gesetzes fallen nicht fort (geschweige denn daß sie 'n Fortfall kämen), sondern fallen weg. Man sage. Weg von hier! Der Junge soll nicht immer weglaufen. Der Schluß eines Berichts wird aus bestimmten Grün» zuviel gezahlten Vorauszahlungsbetrag entfallen. Das Hereinholen dieser zuviel ausgegebenen Steuergutscheine führt vielfach zu erheblichen Schwierla- keiten. Bei den zahlreichen kleineren Fallen steht der Arbeitsaufwand meist in keinem Verhältnis au dem Erfolg, zumal da zahlreiche Steuerpflichtige ihre Steuergutscheine inzwischen veräußert haben. Es empfiehlt sich daher, zur Vereinfachung der Verwaltung die Angelegenheit zum Abschluß zu bringen. Auf Grund des § 22 der Steuergutscheinoerordnung vom 4. September 1932 bestimme ich: Die Finanzämter werden ermächtigt, von der Rückforderung von Steuergutscheinen nach § 13 der Durchführungsbestimmungen zur Steuergutschein. Verordnung abzusehen, wenn Der von dem Steuer- «n zu fordernde Steuergutscheinnennbetrag ufgeld) 60 Mark nicht übersteigt. Ein wichtiger Termin für Wertpopierbesitzer. Jriffablauf am 31.12.1934 für die Mufrocrfung von Papiermark-Pfandbriefen und Schuldverschreibungen deutscher Hypothekenbanken. In einer der letzten Ausgaben der „Deutschen Sparkassenzeitung" wird erneut darauf hingewiesen, daß sich noch ein recht erheblicher Betrag festverzinslicher Wertpapiere aller Währung im Umlauf befindet, deren Eigentümer die Stücke in der Annahme, daß diese durch die Inflation wertlos geworden seien oder eine Aufwertung nicht erfolgen werde, bisher noch nicht zum Umtausch gebracht haben. Soweit es sich hierbei um Hypothekenbankpfandbriefe und ähnliche Schuldverschreibungen handelt, deren Umtausch zum Teil schon seit ungefähr 7 Jahren vorgenommen Kür Y0 Mermig ohne Trägerlohn bezieht man vom 15. Oktober an bis zum Monatsschluß bei Tragern und Vertriebsstellen den Aus der provinzialhaupistadi. „Was erlauben Sie sich .. .?* Soll man ein hübsches Fräulein, das man gern kennenlernen möchte, auf der Straße anfprechen? Nein, man soll es nicht. Das ist ungehörig. Aber fei es nun, daß das männliche Temperament zu stürmisch, der Optimismus zu groß -- es wird trotz allem angesprochen. „Mein schönes Fräulein, darf ich's wagen...", das find wenigstens noch die klassisch Belesenen, Die meisten aber fragen schlicht und geistreich: „Na, Fräulein, so allein?" Zur Ehre der Frauen sei es gesagt: Beliebt sind diese Zudringlichen bei ihnen nicht... Die junge Dame, die da neulich vor mir ging, im eiligen Hasten der Geschäftsstraße, drehte sich des- halb auch wütend um, als sie zart, aber doch nachdrücklich und aufmerksamkeitheischend am Aermel gezupft wurde. Auf den Lippen der Empörten formte sich das obligate: „Mein Herr, was erlauben Sie sich...". Jedoch sie blickte vollkommen verblüfft in bas schelmische Gesicht eines — Rosses. In der Tat, wer da sagt, daß ein Roß niemals ein schelmisches Gesicht haben könne, dem streite ich bas ab. Dieses Pferb jedenfalls, dieses neckische Tier mit den don-juanistischen Neigungen hatte etwas reizend schelmisches um die Maulwinkel. Obschon es ein gewaltiges Pferd war, eines von denen, die sich Belgier nennen. Es stand breit, wuchtig, riesen hoch und sehr gelassen vor seinem Wagen. Und da es sich langweilte, tat es etwas, was Belgier sonst niemals tun, es „sprach an". Auf seine immerhin dezente Art. Vielleicht hatte es jüngst einen solchen Dor- gang in seiner Nähe sich aospielen sehen und die Szene ganz amüsant gefunden. Wie leicht verderben nicht böse Beispiele gute Sittens Um auf das angesprochene Fraulein zurückzu- kommen: Sie war sprachlos. Zunächst. Dann verklärten sich ihre erbitterten Züge zu einem Lächeln, und sie bewies nun, daß sie in bezug auf Belästigung durch Unbekannte nicht starr auf Prinzipien ritt. Sie benahm sich nämlich in diesem Pferde-Fall sehr entgegenkommend und streichelte dem schelmischen Gaul liebevoll über die Nüstern. So nett das von ihr war, sie hätte es besser unterlassen. Denn durch diesen offensichtlichen (Erfolg ermutigt, beschloß der Gaul, in den betreffen» den Bahnen sortzuwandeln. Und zwar nunmehr ohne Unterschied ded Person und des Geschlechts. Er wollte ganz einfach gestreichelt sein. Und da an jener Stelle die Breite des Bürgersteigs nicht sehr groß ist, brauchte das Roß nur seinen grauen Kopf nach rechts zu neigen, um eine enge Passage zwischen diesem Kopf und der Häuserwand herzustellen. Nun hatte sich einfach jeder Fußgänger mit ihm ausein- anderzusetzen. Die Charaktere schieben sich sogleich. . Da waren die Tierliebenden, die Freundlichen und Humorvollen. Sie streichelten und klopften, sie hät- schelten und murmelten nette Worte, daß es dem Roß ganz verwöhnt zumute wurde. Da waren die Groben, die ohne Verständnis für hübsche Situationen sind, die drückten rauh den Butzekopf mit den neugierigen, sanften braunen Augen zur Seite. Und bann waren da bie Aengstlichen, die angesichts bes Engpasses auf bem Absatz kehrt machten unb auf bie anbere Straßenseite hinüberwechselten. Unser Gaul aber trieb Studien. In Psychologie. Unb nebenbei in ben Paketen, den Handtaschen und Marktnetzen der Passanten. Er war von grenzenlosem Wissensdrang beseelt. Er verließ mit Entschlossenheit bie sonst übliche Reserviertheit ber Zugpferde und schäkerte heftig mit allen vorüberkommenden Menschen. Diese Menschen aber freuten sich. In der erdrückenden Mehrzahl der Fälle. Sie gingen auf den ausgefallenen Spaß des Rosses ein. Nur ber Zweite im Gespann, ber Nebengaul, verhielt sich konsequent ablehnend. Er mißbilligte diesen Bruch pferdlicher Zurückhaltung außerordentlich. Und wo Roß Nr. 1 einen schelmischen Zug um die Maulwinkel trug, zeigte Roß Nr. 2 einen gouvernantenhaften. In beiden Fällen wirkte es erheiternd. Dem Kutscher blieb es endlich vorbehalten, die auffeimenben Differenzen zwischen feinen Zugtieren zu ersticken. Er kam, schwang sich auf ben Bock unb sagte „Hüh". Womit auch aus dem schelmischen Roß Weber ein dienstliches wurde. Es entsagte allen neckischen Neigungen, setzte sich gehorsam in Marsch unb verschwand stumm vom Schauplatz ber kleinen Szene, ein verhinderter Casanova. H. C. v. M. NSV., Ortsgruppe Gießen-Aord. Am Dienstag, 16. Oktober, findet die erste Kleidersammlung für das Winterhilsswerk 1934/35 ber Ortsgruppe Giehen-Norb statt. Wir bitten bie -in bem Bezirk ber Ortsgruppe Gießen-Nord wohnenben Volksgenossen, alle Bekleidungsstücke, die sie dem WHW. spenden wollen, bereitzuhalten, damit sie beim Erscheinen der Amtswalter ohne Zeitversäumnis in Empfang genommen werden können. — Erwünscht sind auch Kinder- kleider, Säuglingsbekleibung, Winbeln und bgl Heil Hitler! Jäckel, Ortsgruppenamtsleiter. Bund Nationalsozialistischer Gräbern der um die Gründung besonders verdienten Frauen wird am Vortag das Fest einleiten. Der Festtag selbst wird mit einem Festgottesdienst in der Manenstiftskirche (Prediger: Pfarrer Lenz, Darmstadt) und mit einem Festakt in ber Klein- kinberschule eröffnet. Am Nachmittag schließt sich nach einem Festzug ber Kleinkinber bie eigentliche Feier für bie Kinber in ber Turnhalle an. Ein gemütliches Zusammensein ber Erwachsenen mit Ansprachen unb Darbietungen ber Vereine und einheimischer Kräfte wird den Tag beschließen. Möge auch das neue Jahrhundert gesegneter Kleinkinderschularbeit in Lich zur Erziehung unb Ertüchtigung bes nachkommenden Geschlechts unb bamit zur Aufbauarbeit im neuen Deutschen Reich beitragen. Stücke erfolgt. Es liegt im Interesse biefer Wertpapier-Besitzer, ihre Wertpapiere einem Kreditinstitut (Sparkasse, Bank) in Verwahrung zu geben, um biefen Nachteilen zu entgehen unb der Sorge um die Sicherheit unb die Verwaltung der Papiere enthoben zu sein. Was für bie deutfchen festverzinslichen Wertpapiere angeführt, gilt auch für auslän bische Schuldverschreibungen früherer Währungen, deren Zinsendienst zum Teil seit Jahren wieder ausgenommen worden ist Auch hier handelt der Besitzer richtig, wenn er seine Wertpapiere einem Kreditinstitut zur Verwaltung und Betreuung einreicht, da viele Umtauschbekanntmachungen nur in Zeitungen veröffentlicht werden, die dem Eigentümer im allgemeinen kaum zugänglich sind. Stellenzuteilung für bewährte NS-Kämpfer Der Leiter bes Personalamtes beim Hessischen Staatsministerium weist auf eine Verfügung bes Reichsinnenministers hin, ber sich im Einvernehmen mit bem Reichswehrminister bamit einoerftanben erklärt, baß zugunsten von bewährten Kämpfern für bie nationale Erhebung noch bis Enbe März 1935 bie freiroerbenben Angestelltenstellen nur mit 50 Prozent mit Dersorgungsanwärtern besetzt werden. Die ben Schwerkriegsbe-schäbigten zugebilligten Dor- zugsrechte werben burch diese Maßnahme nicht berührt. Auch weiterhin ist es unbedingt erforderlich, daß ber Stellenvorbehalt, soweit bie Entscheidung über seine Herabsetzung in der Hand der Aufsichtsbehörde liegt, also z. B. im Gemeindedienst ober im Dienst ber Träger ber Sozialversicherung (§ 73 ber Anstellungsgrundsätze) für bie Dersorgungsanwärter nicht niebriger als auf 50 v. H. festgesetzt wirb. Tagung der Südwestoeulschen Psychiater in Gießen. Am 20. unb 21. Oktober findet hier bie 57. Tagung ber Sübwestdeutschen Psychiater statt. Die Sitzungen werben im Hörsaal bes Physiologischen Instituts abgehalten. Am ersten Sitzungstage, Samstag, 20. Oktober, beginnen bie Vorträge um 9 Uhr, ihre Fortsetzung finben sie um 14.30 Uhr gemeinsam mit ber Versammlung der Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Hes- fen. Am zweiten Derhandlungstage, Sonntag, 21. Oktober, beginnen die Vorträge wiederum um 9 Uhr. Für ben Nachmittag ist bei schönem Wetter unb genügender Beteiligung ein Ausflug nach Bad- Nauheim geplant. ^ornotiKii. — Tageskalender für Samstag: Ortsgruppe Gießen-Süd, 20.30 Uhr, Studentenhaus Ortsgruppen - Mitgliederversammlung. — Sturmbann I ber 83. SS.-Standarte, Sturm I ber 83. SS.- Standarte sowie fördernde Mitglieder ber SS., Caf4 ßelb, 20.30 Uhr, Kameradschaftsabenb. — Deutsche Arbeitsfront, NSG. „Kraft durch Freude", Stadt- theater, 19 Uhr, Werbe- unb Kulturabend. — LichtPrüfung unb Bearbeitung verzögern muß. Oie Rückforderung von Steuergutscheinen. Der Reichsminister ber Finanzen hat folgenden Runderlaß vom 5. Oktober erlassen: Das Verfahren bei der Ausgabe von Steuergutscheinen für Steuerzahlungen ist im wesentlichen abgeschlossen. Bei den Finanzämtern ist noch eine Reihe von Fällen in ber Schwebe, in denen bie Steuerpflichtigen im Steuergutscheinzeitraum Vorauszahlungen auf gut- scheinfähige Steuern geleistet haben, bie nachttäglich bei ber endgültigen Veranlagung niedriger festgesetzt worden sind. Nach § 8 Stgtsch. Vo. in Der- bindung mit § 13 Stgsch. Db. müssen die Steuerpflichtigen vor dem Ausgleich dieser Vorauszahlungen bie Steuergutscheine zurückgeben, bie auf ben spielhaus, Bahnhofstraße, „Die große Sarin*. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Schüsse an Der Grenze". — Seltersweg 75, 16 Uhr, Eröffnung ber Ausstellung „Das billige Eigenheim unb seine Finanzierung". — „Postkeller", Wochenend-Konzert, ausgeführt von Mitgliedern der Militärkapelle. — Tageskalender für Sonntag: NS.- Haqo, 10 Uhr, „Liebigshöhe", General-Mitglieder- Appell. — Stadttheater: 15.30 bis 18.30 Uhr „Der Zigeunerbaron". — Oberhefsifcher Kunstverein, Turmhaus am Brand, 11 Uhr, Beginn einer Aus- fteüung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 11.15 Uhr „Kennst du das Land Italien"; ab 15 Uhr „Die große Zarin". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: ,',Schüsse an ber Grenze". — Eafö Leib, 20.15 Uhr, Militär-Konzert. — Schützenverein 19 Uhr, Schützenhaus, Preisverteilung und Familienabend. — TV. 1846, 16 Uhr, Familienausflug nach ber „Karlsruh". — Aus dem Stadttheaterbüro wirb uns geschrieben: Am morgigen Sonntagnachmittag „Der Zigeunerbaron". Die Abendvorstellung „Die Pfingstorgel" fällt aus. — Dienstag: „Was ihr wollt". — Mittwoch: „Heimkehr des Matthias Bruck". — Freitag: „Krach um Jolanthe". — Sonntagnachmittag: „Die Pfingstorgel", abends: „Polenblut". Daten für Samstag, 13.Oktober. 1821: Der Mediziner Rudolf Virchow in Schivel- bein geb. (geft. 1902). — 1882: Der französische Kultur» unb Rassenforfcher Joseph Artur Graf von (Babineau in Turin geft. (geb. 1816). Daten für Sonntag, 14.Oktober. 1813: Beginn ber Schlacht bei Leipzig. — 1919: Ratifikation des Vertrages von Versailles durch Frankreich. — 1933: Rundfunkrede Adolf Hitlers an die Welt. — Auflösung des Reichstages unb der Länderparlamente, Aufruf Adolf Hitlers zum Volksentscheid. Gießener Wo^rnmarktpreise. ♦ Gießen, 13. Okt. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 11 bis 12, (inländische, Kühlhaus) 11 bis 12, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 5 bis 6 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 8 bis 10, Rosenkohl 20 dis 30, Feldsalat 50 bis 70, Tomaten 12 bis 15, Zwiebeln 10, Merrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4Vt Pf. der Zentner 4 Mark, Preiselbeeren, das Pfund 35 Pf., Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 8 bis 12 Pf., Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 10 bis 12, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. * ** Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Versuchsfeld-Oberinspektor beim Landwirtschaftlichen Institut der Hessischen Landesuniversität Gießen Erwin Wendt auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Januar 1935 an. — Uebertragen wurde am 3. Oktober dem Studienrat an der Ernst-Ludwig- Schule in Bad-Nauheim, Dr. Bernhard Mag- s a a m, eine Studienratsstelle an der Oberrea/schule am Friedrichsplatz zu Offenbach; dem Studienrat an der Oberrealschule am Friedrichsplatz in Offenbach Otto Sa 1 zmann eine Studienratsstelle an der Ernst-Ludwig-Schule zu Bad-Nauheim; dem Stt- bienrat an ber Ernst-Ludwig-Schule in Bab-Nauheim Ferdinand Vetter eine Studienratsstelle an bem Wolfaang-Ernst-Gymnasium zu Bübingen; bem Studienrat an ber Aufbauschule in Friebberg Ri- charb Mager eine Stubienratsstelle an der Augu- stinerfchule zu Friedberg. ** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzial»Straßenstrecke Schotten — Laubach, Gemarkung Schotten, ist wieder aufgehoben. ** „C armen" und „Z i g e u n e r b a r o n" im Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Um alle Anfragen an die Intendanz zu beantworten, wer kn „Ziegeunerbaron" den braunen Söhnen der Pußta so leicht zum Geld verhilft, verrät die Theaterleitung hiermit allen Wißbegierigen, daß diese hübsche und gewinnbringende Dressurleistung von Diensthund „Carmen" (Führer Herr Rienhardt) ber Kriminalpolizeistelle Gießen ausgeführt wird. Wenn „Carmen" sich hier zwar nicht ganz im Sinne ihrer eigentlichen Bestimmung betätigt, so löst bie Szene doch stets große Heiterkeit aus, und der Szenenavplaus ist wohlverdient. ** Zur Schaffung von Kleinwohnungen sucht die Bürgermeisterei leerstehende umbau» fähige Räume. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Die öffentliche Ziehung der Aus- losungsrechte zu den Gießener Ablösungsanleihen betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die unsere Leser besonders hingewiesen seien. ** Die Vergebung bes Stammholzrückens in ben stäbtischen Walbungen betrifft eine Bekanntmachung ber Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf bie bie Interessenten befnnbers hingewiesen seien. ** Die Beiträge bes Reichsnährsta"' des betrifft eine Bekanntmachung bes Finanzamt Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Beitrag-» pflichtige mögen ber Bekanntmachung ihre Aufmerksamkeit roibmen. *♦ Das Museum im Alten und Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Schulpfennigbeitrag zum Ausbau ber Jugenbherbergen. Der Führer der (Saue Main - Rhein - Lahn - Fulda, Südhesfen und Pfalz im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, Gebietsführer Geißler, weist auf zahlreiche Anfragen erneut barauf hin, daß ber Schulpfennig zum Ausbau des Iugendherbergswerks nicht unter das Sammelverbot fällt. ** Eine Schar Schneegänse wurde am Donnerstag gegen 16 Uhr vom Schiffenberg aus im Fluge aus ber Richtung Großen-Duseck beobachtet. Es wurden 31 Tiere gezählt, die nach kurzem Kreisen über dem Schiffenberg in ber Richtung nach bem Stoppelberg zu weiterzogen. ** E k n Samariterkursus wird vom Roten Kreuz und Hessischen Alice-Frauenverein, Zweigverein Gießen, unter ärztlicher Leitung veranstaltet. Näheres über den Kursus ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ** ff t ne Ausstellung „Das billige Eigenheim und seine Finanzierung" wird in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Näheres ist in der Anzeige enthalten. Aus aller Wett. Der Mörder eines ZA.-Mannes zum Tode verurteilt. Das Mitteldeutsche Sondergericht in Halle oer» urteilte den Angeklagten Iänecke wegen Mordes an dem Schönebecker SA.-Mann Haus» mann und wegen versuchten Mordes in zwei Fällen in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch dreimal zum Tode, außerdem wegen Vergehens gegen das Gesetz gegen den Waffenmißbrauch zu einem Jahr Gefängnis. Die bürgerlichen Ehren» rechte werden dem Angeklagten auf Lebenszeit aberkannt. Zwei Bergleute in einer Steinkohlengrube tödlich verunglückt. Als im Steinkohlenbergwerk Plötz (Kreis Bitterfeld) der Lehrhauer Steinberg vor Ort unter Tage die elektrischen Pumpen in Gang setzen wollte, erhielt er beim Berühren des Schalters der 500 » Volt - Leitung einen tödlichen Schlag. Der Schießmeister Ränsch, der ihm zu Hilfe eilte und den Steckkontakt löste, wurde ebenfalls vom Strom tödlich getroffen. Die Enlführungsaffäre von Louisville. Die Gattin des Vizepräsidenten eines industriellen Unternehmens in Louisville (Kentucky) war, wie berichtet, dieser Tage vonErpressernentführt worden. Die Familie der Entführten hat, wie es sooft in ähnlichen Fällen geschieht, das geforderte Lösegeld bezahlt. Bemerkenswerterweise hat die Po- lizei vorübergehend die Nachforschungen nach den Entführern eingestellt, um der Familie zu ermöglichen, mit den Erpressern Fühlung zu nehmen. Der Fall Lindbergh. — Erhebungen über das Vorleben Hauptmanns In Deutschland. 9m Laufe der Untersuchung über das Vorleben und die Vorstrafen Richard Hauptmanns begab sich der amerikanische Detektiv Johnson von Dresden nach Kamenz (Sachsen), wo er zunächst einen Freund Hauptmann, den 34 Jahre alten Fritz P e tz o l d , vernahm. Petzold gab an, nicht mehr mit Hauptmann in Verbindung zu stehen. Er habe von ihm lediglich drei ober vier Ansichtskarten aus Amerika erhalten, auf die er jedoch nicht geantwortet habe. An den Absendeort der Karten könne er sich nicht mehr erinnern. Johnson begab sich dann in das Kamenzer Amtsgericht und nahm Einblick in die Akten über Hauptmann, insbesondere auch in die Niederschrift vor der Flucht Hauptmanns. Später suchte Johnson noch eine Familie Heine auf, deren Söhne nach Amerika aus- gewandert sind. Der eine, ein Schlosser, arbeitet gegenwärtig in einer Fabrik in Neuyork. In einem Briefe hat dieser mitgeteilt, daß er den Hauptmann der ihm zur Last gelegten Straftaten nicht für fähig halte. Explosion in einem Ehikagoer Wolkenkratzer. — Zwei Tote und fünfzehn Verletzte. In einem 14stöckigen Ehikagoer Wolkenkratzer ereignete sich ein schweres Explosionsunglück, durch das zwei Personen getötet und 15 andere mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Die Explosion erfolgte in einer Kühlanlage, in der sich Ammoniakdämpfe gebildet hatten. Eine große Anzahl von Fensterscheiben, auch der in der Nähe gelegenen Gebäude, wurde zertrümmert. Der in dem von der Explosion betroffenen Gebäude beschäftigten Angestelltenschaft bemächtigte sich eine furchtbare Erregung, so daß die Rettungsarbeiten außerordentlich erschwert wurden. Nordfranzösische Linoleumfabrik in Flammen aufgegangen. Eine große Linoleumfabrik in Baisaieux bei Lille wurde ein Raub der Flammen. Trotz aller Bemühungen der Silier Feuerwehr, die mit der Wehr von Baisaieux zusammen den Brand bekämpfte, gelang es nicht, das in Beton errichtete Fabrikgebäude und die darin aufgestapelten wert- vollen Vorräte zu retten. Der Schaden soll in die Millionen gehen. Nundfunkprogramm Sonntag, 14. Oktober. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten, Wetter- bericht. 8.25: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier aus der Hauptkirche zu Wiesbaden-Biebrich. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. Friedrich Nietzsche zum Gedächtnis. 10.15: Das Musikfest in Donaueschingen 1934, Zwiegespräch. 10.30: Aus dem Musikfest in Donaueschingen: Neue deutsche Volksmusik. 12: Mittagskonzert I (Schallplatten). 13: Bekenntnisse zur Zeit: Eine Griechin erlebt das Dritte Reich. 13.15: Chorgesang. 14: Kasperlstunde. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert des kleinen Funk-Orchesters. 18: „Heiteres aus dem Leben der SA." 18.15: Neue deutsche Volksmusik. 19: „Regenbogen", eine bunte Reihe. 20: Konzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntag. 22.45: Tanz- IHonfag, 15. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbeveranstaltung für das Stadttheater Trier. 10: Nachrichten. 10.10 bis 10 40- Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15 Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde. Jetzt basteln wir! 15.30: Das nordische Wesen im deutschen Menschen. Von Carl Duisberg. 15.45: Studenten von heute! 16: Nachmittagskonzert des Kurorchesters Badenweiler. 18: Stunde der Jugend. Allerhand Lustiges von den Handwerkern. 18.15: Bücherfunk. 18.30: Aus Wald und Flur. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.30: Das Leben spricht! 19.45: Saar-Umschau. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Friedrich Nietzsche. Eine Feierstunde zu seinem 90. Geburtstage. 20.45: „Der Glockengießer Christoph Mahr." Hörspiel von Geno Ohlisschlaeger. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Kammermusik. 23: Heitere Musik. 24 bis 2: Nachtmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 14. Oktober. 20. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Sucker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Sucker; 18: Pfarrvikar Balz. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Anthes; 20: Bibelbesprechung im Johcmnessaal; Pfarrvikar Balz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Pe- truskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Allen-Bufeck. 13.30: Predigtgottesdienst. — Albach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst mit anschließendem Abendmahl für die Alten; Kollekte. — Steinbach. 13.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottes- dienst; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die über 60 Jahre alten Gemeindemitglieder; 13: Kinder- gottesdienst für die 1. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst. — Lollar. 20: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die älteren Verheirateten; 11: Kindergottesdienst; 13: Festgottesdienst des Kreisverbandes der Kirch- lichen Frauenhilfe. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kinderkirche. — Garbenteich. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Hausen. 13: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Lich. 8: Stiftspsarrer Draudt; 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche und weibliche Jugend; 20: Erntedankfestspiel in der Kinderkirche; Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 13.30: K'mdergottesdkenst. — Dettenhausen. 9: Hauptgottesdienst; 10: Abendmahlsfeier für die Alten. — Hungen. 9.45: Gottes- menst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Göbelnrod. 9.30. — Veitsberg. 10.45. — Harbach. 13. Kirtorf. 13: Gottesdienst mit Kindergottesdienst zusammen. — Ober-Gleen. 10: Gottesdienst mit Kindergottesdienst zusammen. Katholische Gemeinden. Samstag, den 13. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 14. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion oer Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommu- “°"> lJ-30: Rosenkranzandacht. — Grünberg. 9.45: wgt; 16.30: Versammlung der Jungfrauenkongrega- 17-30- Rosnekranzandacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — CoUar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Gießen An den Werktagen ist die Rosenkranz- andacht Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag um 18 Uhr. Montag, den 15. Oktober. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 17. Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Neuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1, Ederstraße 13. Sonntag, den 14. Oktober. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 17. Oktober. 20.30 Uhr Baptislen-Gemeinde. Gartenstraße 13. Sonntag, den 14. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Pred. Lotz. Donnerstag, den 18. Oktober. 20.30 Uhr. Bibelbesprechung; Pred. Lotz. veffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer t bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Frau Dr. Marx, Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Engelapotheke. allgemeine. - KUKHHM/h| hi 2S 21 Dann 5975 D Allguft LotZjWieseck UHL 8 adio 4619 D Frankfurt a. M. 6960V Gießen, den 13. Oktober 1934. 6015 D 0 KücheoeiDrichiuflO 04968 Ö H L OeljMti.HandGlslehranItalt U.II.L. fließen. LleM0tr,16 (Alte Dlnlk) 6008 D Doppelbett preis: 55;40u75$ (RHKITUMAP0- TMtutN-OPoeEO. 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Haas sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden danken wir herzlich. Besonders danken wir noch Herrn Pfarrer Döll für seine trostreichen und erhebenden Worte am Grabe und der Evang. Frauenhilfe Steinbach für ihre Kranzniederlegung. Steinbach-Hausen, 12. Oktober 1934. Die trauernden Hinterbliebenen. ____________ 59 8 D Todes-Anzeige. Donnerstag abend 10V, Uhr verschied plötzlich und unerwartet meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Katharine Balßer, geb. Dönges im Alter von 59 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Chr. Balßer und Angehörige. Gießen (Wolkengasse 11), den 13. Oktober 1934. Die Beerdigung findet Montag, den 15. Oktober, nachmittags V/i Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. isf das bewährte Nervenaufbau- mittel. Für Wöchnerinnen, Nervöse, Erschöpfte und alle, die sich _ Ä» matt und elend fühlen, Tätä gibt es kein besseres ÄnÜrb Stärkungsmittel. 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Venn aber einer die Frage tun sollte: Wer möchte mit ürgroßmutters „Glück" tauschen? Was dann? Vielleicht waren Sie versucht, mit einem „Ich" zu antworten, wenn Sie daran denken, um wieviel ruhiger das leben damals war. Jedoch vergessen Sie bitte nicht: So vieles praktische war in jener Zeit noch nicht erfunden- der Staubsauger ebensowenig wie das Vadio. Gar mancher hatte weder Gas in der Küche, noch elektrisches licht in den Zimmern. Und all die anderen kleinen Erleichterungen, die in ihrer Gesamtheit doch so viel ausmachen: Waschmittel, Staub« mop, Backhaube — all diese Wirtschaftshilfen standen dann nicht zu Zhrer Verfügung. Wenn Sie hieran denken, werden Sie sicher froh sein, eine Hausfrau unserer Tage zu sein. Und die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen- fast täglich kommen praktische Neuerungen auf den deutschen Markt, die Zhnen noch mehr unnötige Arbeit abnehmen wollen. Da heißt es also aufpaffen und unter dem Vorhandenen und dem neu Angebotenen klug und kritisch wählen. Es ist ja gar nicht schwer, sich hier rasch einen Überblick zu verschaffen: lesen Sie die Zeitungsanzeigen, mit denen die Fabrikanten und die ladengeschafte ihre Ware ankündigen und mit denen die Handwerker ihre Arbeit anbieten, um Zhnen einen genauen Überblick über Vorteile, Kosten und Anwendungsart zu geben. Sie lernen dann, wo Sie den Hebel ansehen müssen, um praktischer und meist noch billiger zu wirtschaften: Zeitungs-Anzeigen helfen Ihnen also richtig kaufen! nach § j Stgsch. Db. Ausgleich the|ei rgutscheme zurückgebe „ Nr. 240 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 13. Oktober 1934 Der Grünberger Gallusmarkt 1934. Nun steht der liebe, alte und doch immer wieder junge Gallusmarkt wieder vor der Tür. Er gilt als einer der größten Jahrmärkte Oberhelsens, der auf ein Alter von über 450 Jahre schon zurückblicken kann, gute und schlechte Zeiten überdauert, stets seine Anziehungskraft auf die Umgebung ausgeübt hat und das Herbst-Stelldichein für den vorderen Vogelsberg, einen Teil der Wetterau, das Buseckertal und sogar den Ebsdorfer Grund bildet. Zwar ist die Beschickung früherer Jahre — in den 70er und 80er Jahren noch durchschnittlich 400 Krämerstände, 200 bis 300 Stück Rindvieh und oft bis 2000 Schweine — in der letzten Zeit nie wieder erreicht worden, weil die heutigen Verkehrsmittel die tägliche Belieferung auch des entferntesten Dorfes mit allen möglichen Dingen ermöglichen. Allein die letzten Jahre zeigen, daß auch in der Jetztzeit der Markt noch von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist, wies er doch in diesen Jahren stets eine Beschickung von durchschnittlich 1000 Ferkeln und etwa 120 bis 150 Krämerständen auf. Eine Vorbedingung dazu ist auch in der günstigen Lage Grünbergs gegeben, das durch seine Bahnverbindungen und die hier kreuzenden Hauptstraßen der wirtschaftliche Mittelpunkt der drei oberhessischen Kreise Gießen, Alsfeld 'und Schotten ist. Selbstverständlich bietet auch die Grünberger Geschäftswelt alles auf, um den Marktbesuchern mit ihren Waren dienen zu können, denn für sie ist der Markt eine Haupteinnahmequelle des Jahres. In allen Läden herrscht ein stetes Kommen und Gehen der Käufer, und manche Geschäfte müssen an den Markttagen Hilfspersonal einstellen, um ihre zahlreichen Kunden bedienen zu können. Den größten Umsatz weisen wohl die Gastwirtschaften, Metzgereien und Bäckereien auf. Muß doch so manches Borstentier sein Leben lassen, um zur Herstellung der großen Mengen Wurst „Alles e Griewe " und anderer leckerer Dinge zu dienen, die hochaufgetürmt in den Metzgerläden sich oen Marktbesuchern präsentieren, und schier unzählbar ist die Menge der beliebten mürben Wecke, welche die Bäckereien für den Markt hergestellt haben. Und I'doch finden diese Vorräte alle Absatz, oft ist am Ende des ersten Markttages schon alles ausverkauft und schnell muß in der Nacht Ersatz für den zweiten Lag beschafft werden. Müssen doch die Wirtschaften mb Kaffeestuben außer den stets benutzten Räumen »och weitere Räume — „Gallmährts Ower- turne" — zur Aufnahme der vielen Gäste be- : eithalten. Die Zahl der Marktbesucher geht in die Tausende: i-eispielsweise wurden im Jahre 1907 am Bahnhof Brünberg etwa 5000 bis 6000 Personen gezählt, heute erreicht die Bahn diese große Zahl an Fahrgästen zwar nicht mehr, denn als neues Verkehrsmittel ist das Auto mit ihr in Wettbewerb getre- !?n, und von allen größeren Orten der Umgebung rerkehren Omnibusfahrten zum Gallusmarkt, die lom Morgen bis spät in die Nacht vollauf zu tun loben. Selbstverständlich ist auch der Bahnverkehr immer noch ein sehr starker, denn außer den fahr- slanmäßig verstärkt fahrenden Zügen läßt die Kahnverwaltung noch Sonderzüge verkehren, und h entgegenkommender Weise sucht sie durch Aus- ccibe von Sonntagskarten den Besuch des Marktes zu erleichtern. Grtzß und unabsehbar ist die Menschenmenge, die tuf der Käswiese, dem eigentlichen Marktslatz, auf- und abwogt, wie ein Strom den ganzen Tag zwischen Stadt und Marktplatz hin unb t-r flutet. Sind auf der Käswiese die Hallen stark besetzt, Buden und Stände stets umlagert, so zeichn auch die Geschäftshäuser, Wirtschaften, lLetzgerläden und Bäckereien innerhalb der Stadt (orten Zuspruch. Bei schönem Wetter spielt sich r,ohl der Hauptteil des Marktlebens auf dem eflenHicben Marktplatz ab, während regnerisches Wetter die Marktbesucher mehr zum Aufsuchen der Lokale in der Stadt zwingt. Wie sich daher mancher ßrünberger Geschäftsmann das Wetter für den ßollusmarkt wünscht, ergibt der zu einem geflügeltem Worte gewordene Ausspruch eines vor einigen Hihren verstorbenen, durch seine Originalität weithin bekannten Grünberger Gastwirtes: „W a n n irer f e nur h i e hun, dann kann so en igiener Landrege eansetz e." Allgemein spielt ja das Wetter nicht die entscheidende Rolle |iir den Besuch des Gallusmarktes, wie bei anderem Veranstaltungen. Selbstverständlich begrüßt nun es, wenn schönes Wetter ist, aber man nimmt euch schon ein bißchen herbstliche Kälte und etwas Äcgenwetter mit in den Kauf, und selbst die Erzählungen manches alten Marktbesuchers von dem spiichwörtlich gewordenen „Gallmährtsdre d", in dem die Stiefel stecken geblieben seien, bringen bem Besuch des Marktes keinen Abtrag. Dafür hat min sich das ganze Jahr auf den Gallusmarkt ge- Hessischer Hof GrOnberg, Am Gallusmarkt kz D Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag Erstklassige Stimmungs-Kapelle! lirene Metzgerei:: Bekannt gute Küche :: Solide "reise Hessen-Quell:: Pilsner :: Beste Weine von dem Bürgermeisters und Hissung der Marktfahne. Letzteres bedeutet, daß die Stadt drei Tage unter Marktrecht steht: Anordnungen des Marktmeifters und seiner Gehilfen, die als Zeichen ihrer Amtswürde mit langen Säbeln ausgerüstet sind, ist Folge zu leisten, außerdem ist für die Dauer des Marktes die Polizeistunde aufgehoben. Am Mittwoch ist Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt, anschließend Krämermarkt und ganz Besonderes, die heimatliche Kirmes bleibt weit hinter ihm zurück, zu zahlreich und neuartig sind die Eindrücke, die es in Grünberg auf dem großen Jahrmarkt mit all feinem Drum und Dran erlebt; er ist ein Erlebnis, das meist zeitlebens haftet. Wenn so die Bewohner der näheren und weiteren Umgebung Grünbergs von Kindheit an den Gallusmarkt miterleben, von seinen Sehenswürdigkeiten das ganze Jahr hindurch reden, dann ist es leicht zu erklären, daß alljährlich die große Wallfahrt der Nachbardörfer zu der Stadt auf dem grünen Berge an ihrem höchsten Feiertage einsetzt. Daß er im Bewußtsein der Jugend zu den Feiertagen rechnet, das ergibt sich aus jener Antwort eines Grünberger Schulbüb- leins, das auf die Frage des Pfarrers nach den hohen Feiertagen prompt erwiderte: „Weihnachten, Ostern, Pfingsten und G a l l m ä h r t". Wenn die Antwort vielleicht auch eine Sage ist, die große Bedeutung des Marktes, die man ihm allseits beimißt, wird durch sie treffend zum Ausdruck gebracht. Wir sehen aber auch daran, welcher Zauber sich an das Wort „Gallmährt" als Grünberger N a t i o n a l f e st knüpft und wie fest verwurzelt er im Volksleben ist. Sogar die Zeit wird nach ihm berechnet, und die Ausdrücke „vor'm Gallmährt!" und ..nqch’m Gallmährt" sind hier gang und gäbe. Wie verläuft nun der d iesjährige Gallusmarkt? Am Sonntag vor dem Markt findet in der Turnhalle ein großer Heimatabend statt. Hierbei wirkt der oberhesfische Heimatdichter Georg freut, den läßt man sich nicht vom Wettergott ver- Heß (Leihgestern) mit einer Trachtengruppe aus derben. C* * v r ,r~'" " 1 * ~ ‘ " Erksdorf (Mitglieder des Reichsbundes Volkstum Besonders den Kindern wird er als d a s g r o ß e und Heimat) mit. Ein Vortrag von Studienrat i. R. Ereignis d e s Jahres in strahlendem Glanze Walther über „Grünberger Familiennamen", hingestellt. Wie oft wurde ihr Eifer bei der sommer- Mufikvorträge des „Goetheorchesters" unter Leitung lichen Arbeit, wenn er allzu sehr zu erlahmen von Dr. Herdt und Gesangsvorträge des Män- drohte, mit den Worten wieder neu entfacht: „Ihr nerchores vervollständigen die Darbietungen des Kenn, seid fleißig, bann dürft'r aach met off de Abends. Dieser Heimatabend soll gleichzeitig für Gallmährt!" Die Aussicht, an den Freuden und den Reichsbund Volkstum und Heimat werben. Am Sehenswürdiakeiten des Marktes teilnehmen zu Dienstagabend findet auf dem Marktplatz ____ können und das versprochene „Mähr tst eck" be-Rathause die feierliche Eröffnung des Marktes wirkten Wunder. Gerade in den Augen der Kinder j statt: Platzkonzert des Musikvereins, Ansprache des hängt ein besonderer Glanz und Schimmer an bem r' ' ' Namen Gallusmarkt, er ist für bas Dorfkinb etwas Volksbelustigung auf bem Juxplatz, sowie Tanz in ben Sälen m ber Stabt. Der Juxplatz wirb in biefem Jahre befonbers reichhaltig beschickt; es werben erwartet zwei Karussells, ein Wiener Praterrab, ein humoristisches Velobrom, ein Flohzirkus, eine Völkerschau mit asiatischen Degenschluckern unb inbianischen Messerwerfern, eine Afsenbressurschau mit 26 Affen, ein Bellachini- Zaubertheater, ein Kasperltheater usw. Der Donnerstag bringt Fortsetzung bes Krämermarktes unb ber Volksbelustigung. Auch hat Lanbesbauernführer Dr. Wagner, ber bei ber großen Kundgebung bes vorjährigen Gallusmarktes anwesend war, wiederum sein Erscheinen für diesen Tag zugesagt, um bei einer Kundgebung ber Bauernschaft zu sprechen. Am folgenben Sonntag findet bann in der Turnhalle die Ziehung der G a l l u s m a r k t - Lotterie statt; als Ausklang des Marktes werden auf dem Juxplatze die Abschlebsvorstel- Lungen gegeben. Selbstverständlich wird auch die Stadt während der Markttage, wie das schon seit einer Reihe von Jahren üblich ist, wiederum reichen Flaggen- unb Wimpelschmuck tragen. Volksleben brachte. Ein kurzer Schmalfilm gewährte einen Einblick vor unb hinter bie Kulissen bes Stabt- theaters Gießen. Das Goetheorchester, unter Leitung ™nrJ.'eLar3t ®r- H ° rdt, wartete mit mehreren Musikstücken auf. * ® r ü ni n g e n, 12. Oft. Ein tüchtiges Mutterschwein befinbet sich im Besitze unseres Ortsburgers Lanbwirts Friebrich Mohn in ber Langgasse. Das Tier hat 19 Ferkel qewor- fen, oon benen 18 Stück leben unb gesund fmb. Das nennt man mit Recht Schweineglück. * Hungen, 12. Oft. Die Ortsbauern- schäft Hungen setzte in ihrer gestrigen Der- samlung bie Kartoffelpreise frei Keller ber Verbraucherschaft wie folgt fest: Weißfleischige Kar- toffeln 2,60 RM., gelbfleischige 2,90 RM., Jnbustrie 3,25 RM. pro Zentner. Als Bauernspende für das Winterhilfswerk sollen ein Zent- ner Speisekartoffeln unb 10 Pfunb (Betreibe als Minbestabgabe pro Morgen ber Anbaufläche abge- liefert werben. Kreis Friedberg. LPD. F r i e b b e r g , 12. Oft. Am kommenden Montag wirb in ber hiesigen Zuckerfabrik mit ber biesjährigen Zuckerrübenkampagne begonnen. Die Anfuhr der Zuckerrüben ist bereits im (Bange., + Butzbach, 12. Oft. In ber jüngsten Monats- Versammlung der Ortsgruppe der NSDAP, hielt der Bezirksschulungsleiter Studienrat Dr. R o e s ch e n einen Vortrag über den beutschen Osten. In ausführlicher Weise gab er einen Heber- blick über bie Entwicklung des Deutschtums in ben Grenzgebieten unb schilberte bie Tätigkeit ber Kolonisten (Fürsten, Ritter, Orden usw.) in diesen Pro- Dingen während des Mittelalters bis zur Neuzeit. Ortsgruppenleiter Pg. Schneider gab noch eine Anzahl Rundschreiben ber Partei bekannt unb schloß in der üblichen Weise die Versammlung. — Ein nachahmenswertes Beispiel hat die hiesige Gastwirtschaft Werb gegeben, dadurch, daß sie noch am Tage der Eröffnung des Winterhilfs- werks für bedürftige Volksgenossen 100 Mittagessen zur Verfügung gestellt hat. Obecheffen. Pfarrer Laut-Nidda f. y. Nidda, 12. Oft. Heute in der Mittagszeit verschieb plötzlich infolge eines Herzschlages Pfarrer Laut bahier im 58. Lebensjahre, nachdem er noch furz zuvor in ber Volfsschule Religionsunterricht erteilt unb bann verschiebens Be- rufsgeschäfte erlebigt hatte. Sowohl bie Gemeinbe Nibba, als auch bie zu biefem Kirchspiel gehörigen Orte, nämlich Bab Salzhausen, Kohben, Unter- Schmitten unb Michelnau, verlieren in ihm einen treuen Seelsorger, ber ftänbig bestrebt war, mit seinen Glaubensgenossen in enger Verbinbung zu bleiben, es in leutseliger Weise verstaub, bie Herzen aller zu gewinnen, ber auch lebhaften Anteil an Leib unb Fr ebb ber Familien nahm. Bevor er bie Seelsorge bahier im Jahre 1922 übernahm, roirfte er nach Verwenbung in oerschiebenen Orten etwa 11 Jahre in Dietzenbach, bas er infolge ber barna- ligen politischen Verhältnisse verließ, um sich hier, nicht weit von seinem Vaterstäbtchen Laubach, ganz seinem Berufe hingeben zu können. Bebauerlicher Weise sollte er bie Früchte seines jahrelangen Strebens für ben unlängst enblich beschlossenen Orgelneubau, ber im nächsten Jahre ausgeführt werben soll, nicht mehr erleben. Das Bahnprojekt Nidda -Schotten. * N i b b a , 12. Oft. Gegenwärtig schweben wegen ber Verlegung ber Bahnlinie Nibba — Schotten aus bem Ortsbereich von Kohben heraus Erwägungen zwischen ben an ber Durchführung biefes Projektes beteiligten Stellen, ber Provinzialbireftion Oberhessen, ber hessischen Regierung, ber Reichsbahnbirektion Frankfurt unb bem Arbeitsamt Gießen, um auf biefe Weife bie von ber Bevölkerung unb ben Verkehrsintereffenten schon seit langer Zeit gewünschte En11astung ber Lanbstraße in Kohben von bem Eisenbahnbetrieb zu erreichen. Zunächst finb gewisse Vorbereitungsarbeiten in bie Wege geleitet worben, um vor allem einen Anhaltspunkt über bie Höhe ber Kosten zu gewinnen Ob unb wann sich bie Absicht einer solchen Verlegung ber Bahnstrecke, bie vielen Erwerbslosen Beschäftigung bieten würbe, burchführen lassen wirb, ist heute noch nicht abzusehen, wenn auch bie Bemühungen um bie Verwirklichung bes guten Vorhabens mit allem Ernst betrieben werben. 1OO Jahre hessisches Gtaatsbad. = Bab-Nauheim, 12. Oft. Im fommenben Jahre kann unser Bab auf fein lOOjähriges Bestehen zurückblicken. Aus biefem Anlaß soll bie Saison zu einer Jubiläumssaison ausgestaltet werben. Es ist an eine Reihe besonderer Veranstaltungen auf künstlerischem unb sportlichem Gebiet aebacht, wie auch an bie Herausgabe einer Festschrift unb an eine Heimat- unb babegeschichtliche Ausstellung. Gestern fanb unter bem Vorsitz von Finanzrat Dr. Diehl- Darmstabt eine grunb- legenbe Besprechung statt, an ber sämtliche Stellen teilnahmen, bie an ber Jahrhunbertfeier interessiert sinb. Es würben verschiebens Ausschüsse ge= bilbet, bie bie Vorarbeiten für bie einzelnen Veranstaltungen in Angriff nehmen. Landkreis Gietzen. § Mainzlar, 12. Oft. Nachbem ber hiesige Gastwirt Friebrich Koch seine moberne Obstkelterei- Anlage zur Herstellung von Obstwein unserer Einwohnerschaft zur Verfügung gestellt hat, finb unsere Dorfbewohner immer mehr zur Bereitung von Most übergegangen, ber dann zu Wein oder zu Honig verarbeitet wird. Hierdurch haben unsere Obstzüchter und Landwirte Gelegenheit, nichtgängige Obstsorten nutzbringend zu verwerten, 4- ® r ü n b e r g, 12. Oft. Gestern hielt ber hiesige Turnverein aus Anlaß ber Reichswerbewoche „Gesunbe Frauen burch Leibesübung" ein Schauturnen mit seiner Turnerinnenabteilung ab. Vereinsführer Wenzel sprach einleitenb kurz über bie Bebeutung bes Frauenturnens unb gab einen Ueberblirf über feine Entwicklung in ber Deutschen Turnerschaft. Die bann gezeigten Darbietungen waren sehr vielseitig unb ben wichtigsten Gebieten bes Frauenturnens entnommen: Körperschule, Hebungen an ben Geräten in zwei Stufen — Anfängerinnen unb Fortgeschrittene — Frei- unb Keulenübungen, Hebungen mit bem Mebizinball, sowie als Abschluß heitere Turnspiele. Die Leitung ber Hebungen lag in den Hänben von Frauenturnwart Geh- ringer unb ber Vorturnerin Gertrub Bock. Die Besucher, unter benen bie NS.-Frauenschast fast vollzählig vertreten war, haben wohl alle ben Ein- brurf mitgenommen, baß ber Uebungsbetrieb im hiesigen Turnverein recht gut geleitet wirb unb recht vielseitig ist, benn neben einfachen, von jebem zu leiftenben Hebungen würben auch schöne unb oollenbete Leistungen gezeigt. Hoffentlich bringt ber Abenb gute Erfolge für bas Frauenturnen. — Dieser Tage fanb hier ein Werbeabenb für bie Deutsche Bühne in bem Saale Beltrop statt. Dr. R u ck e l s h a u s e n, ber Führer ber NS- Kulturgemeinbe in Gießen, hielt einen Vortrag. Er erwähnte bie Grünbung ber Deutschen Bühne, bie eine künstlerische unb kulturelle Erneuerung auf geistigem Gebiete anftrebe unb bie es als Hauptaufgabe betrachte, ben gering begüterten Volksgenossen unsere Kulturgüter zu dermitteln. Besonders ist hierbei auch an ben Besuch Des Gießener Stabtthea- ters gebucht. Dieses gibt für bie Mitglieber ber NS.- Kulturgemeinbe jeben Monat zwei Vorstellungen zu verbilligten Preisen, währenb bie Bahn ben Besuch biefer Vorstellungen burch Ausgabe von Sonntagskarten ebenfalls oerbilligt Die Höhe bes Beitrags für bie Mitgliebschaft zur NS.-Kulturge- meinbe ist gering bemessen: Einzelmitglieber 1 Mk., bei Einschluß ber Ehefrau 1,20 Mk. jährlich, sofern bas Einkommen unter 300 Mark im Monat beträgt. Weiter sprachen noch bas Mitglieb bes Gießener Stabttheaters, Herr Löser, ber über bie Tätigkeit ber Schauspieler sprach, sowie Dr. Rub. Fischer (Gießen), ber Anekboten aus bem oberhessischen Kreis Alsfeld. # Ruppertenrob, 12.Oft. Reife Kirschen im Oktober kann man gegenwärtig an ber Straße zwischen hier unb bem Nachbarort Groß- Eichen pflücken. Es hanbelt sich hierbei um einen ber bekannten Wilb- ober Vogelkirschbäume, ber zur Zeit mit schwarzen Früchten behangen ist. Als die wilden Kirchen allgemein reiften, begann bi es er Baum erst zu blühen. Die Erscheinung ist allerdings nicht auf bie biesjährige Wetterlage zurückzuführen, denn der Baum ist bekannt dafür, daß feine Früchte erst um diese Zeit reifen. O Maulbach, 12. Oft. Gestern spielte hier das Mainzer Kasperle-Theater „Radi Rul- lalla". Am Nachmittag erfreute Kaspar bie Schul- jugenb von hier unb Appenrob mit bem Stück „Kasperle reift ins Saargebiet". Mit Begeisterung spielte bie ganze Jugenb mit, baß man feine Helle Freube baran haben konnte. Am Abenb war ber große Saal von Stroh von Bürgern von Maulbach unb Appenrob bermaßen gefüllt, baß ein Teil ber Zuschauer stehen mußte. Die Vorführungen, bie köstlichen Humor unb beißenbe Satyre boten, würben allerseits mit Freube aufgenommen. Es ist ben Vorführungen überall ein ebenso starker Besuch zu wünschen wie hier, unb man muß sich freuen, baß biefe alte, echt beutsche Kunst bis in unsere kleinsten Dörfer hineingetragen wirb. Der NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" gebührt bafür herzlicher Dank. Das Todesurteil im Mordprozeß Kiefer rechtskräftig. LPD. Der Reichsgerichtsbienst bes DNB. melbet: Das Reichsgericht verwarf am Freitag bie von bem 21jährigen Angeklagten Valentin Kiefer aus Horchheim gegen bas Urteil bes Mainzer Schwurgerichts vom 21. Juni eingelegte Revision als unbegrünbet. Damit ist ber Angeklagte wegen Mor- bes rechtskräftig zum Tobe verurteilt unter Aberkennung ber Ehrenrechte auf Lebenszeit. Kiefer hatte am 7. Juli 1933 ber Stiefmutter feiner Braut Babette, ber 57jährigen Frau König, in ber Hvrchheimer Gemarkung mit einer Kartoffel- hacke ben Schäbel zertrümmert unb bie Leiche auf ein Haferfelb geworfen. Als Beweggrunb ber grausigen Tat gab ber jugenbliche Mürber an, baß seine zukünftige Stiefschwiegermutter seine Braut be- chimpst unb ihm von ber Heirat abgeraten habe. Hotel Zum wilden Mann Grünberg Bekannt für gute Küche und erstklassige Getränke. Zeitgem. Preise Ab Dienstag abend Bayrische Stimmungskapelle Am Mittwochund Donnerstag außerdem Tanz im Saa| Tanzkapelle Willi Burkart 5928 d Bad-Homburg Karl Wetzig Gvünvevsev «Sattusmarkt 1934 Zum dleSiähvigen GaUusmavki lade« tote die Vevölkevuus der Stadt Gtetzen und dev umliegenden Gemeinden herrlichst ein! Sonntag, 14. Oktober: 11-16 Uhr Ausstellung der Gewinne der Wusmarktverlosung im unteren Rathaussaal; 20 Uhr Heimatabend in ber Turnhalle unter Mitwirkung des oberhessischen Heimatdichters Georg -eß der Trachtengruppe Erksdorf iMitgl. d. Reichsbd. Volkstum u. Heimat), bei Grünberger Goethe-Orchesters, des Männerchors Grünberg usw. Dienstag, 16. Oktober: 20 Uhr Eröffnung des Gallusmarktes durch auf dem Marktplatz, Ansprache des Bürgermeisters und Hiffung ibeiMarktfahne,- anschließend Anfeiern des Marktes in den Lokalen der Stadt Mittwoch, 17. Oktober: Dorrn. ab 9 Uhr Marschmusik v. Bahnhof aus i'.!.Straßen d. Stadt,-Pferde-, Rindvieh-u. Schweinemarkt,- Krämermarkt tV)lkbelustigung a. d. Gallusmarktplah,- in den Sälen der Stadt Tanzmusik Donnerstag, 18. Oktober: Ab 9 Uhr bis abends Krämermarkt und Volksbelustigung,- um 10 Uhr vom Marktbrunnen aus Abmarsch mit Musik zum Frühschoppen in dem Wirtszelt,-14 Uhr Grobe Bauern- und Bäuerinnen-Kundgebung a. b. Marktplatz mit einer Ansprache des Landesbauemführers Dr. Wagner Sonntag, 21. Oktober: Nachfeier auf bem Juxplah; 14 Uhr Ziehung der Gallusmarktverlofunci in ber Turnhalle. Don Gießen und ben umliegenden Gemeinden werden am 17. und 18. Ok- tober Sonntagskarten nach Grünberg ausgegeben. Ferner verkehren aus der Strecke Gießen - Grünberg und Burg- und Nieder-Gemünden - Grünberg Sonderzüge. Oer Auftrieb zum Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt am Mittwoch, dem 17. Oktober, beginnt um 8 Uhr und endigt um 9*/, Uhr. Dienstag, den 16. Oktober, 13.30 Uhr findet die Verlosung der Stände statt. Sämtliche Ständebesiher müssen bei der Verlosung persönlich anwesend sein. Es wird besonders daraus hingewiesen, baß jüdische Krämer, Händler und Schausteller nicht zugelaffen sind. 5926 d Hessische Bürgermeisterei Grünberg: Dr. M i l b n e r. Ws Mt Zeiifragen -es Mittelstandes Lehrling, lediglich die Soften b«r 3»Wnprüfung Lehrling unterliegt «“^b'tXit @ gehen zu Lasten der Jnnunn Stre-tigkeUen wahrend Swnden beträgt. &e K des Lehrverhällmffes entscheidet der Jnnungsaus u w B Lehrlingen unter 16 bi Handwerker und Krankenkasse Reichsarbeitsministerium liegen bereits Pläne des würde. Pflichtorganisationen für den Handel uvt-tvt. uuu uuj yt. fuillic UUlUUlUllie utic vni/uiuyuum, -----' —r - < Gewerbe bereits geschehen ist. Für die künftige Ent- schäften, Konditoreien, Kaffees, Ausschanke aus Wicklung im Handel ist es bedeutsam, daß z. B. das I Wochenmärkten und . Volksfesten, Saalgeschaste, von den ent- Üeberseehandels und des ambulanten Gewerbes. Der Wirtfchaftsgruppe „Einzelhandel" werden für Sorge zu tragen, daß der Lehrling d-ie geistige Beherrschung der Berufsarbeit erfaßt. Der Lehrhat. , .. .. Für die früher abgeschlossenen Lehrvertrage, die aber zur Zeit noch laufen, gilt diese Lehrlingsord- nung bereits, und zwar auch hinsichtlich der Ausbildungsgrundsätze. gesamte ambulante Gewerbe nicht mit in die Pflichtorganisation des Einzelhandels einbezogen wird. Es dürfte deshalb auch möglich sein, in Zukunft bei der statistischen Bewertung des Einzelhandelsumsatzes und des Verbrauchs von anderen über- izelhandels ergibt Vorbereitung des Wirtschaftsgruppe. rL . , . Die Pflichtorganisation für den Großhandel ist tn Zukunft die Wirtschaftsgruppe „Groh-, Ein- und Ausfuhrhandel", also der Reichsverband des deutschen Groß-, Ein- und Ausfuhrhandels, früher Reichsverband des deutschen Groß- und Uebersee- handels. Zu dieser Wirtschaftsgruppe gehören alle Unternehmer und Unternehmungen, die im An- und Auslande, im eigenen Namen oder für fremde Rechnung Ware kaufen und in derselben Beschaffenheit oder nach vorangegangener, im Handel üblicher Be- und Verarbeitung an Wiederverkäufer, Weiterver- arbeitet, gewerbliche Verbraucher, behördliche Großverbraucher Weiterverkäufen. Großhandel liegt nicht vor, wenn ein Einzelhandelsunternehmen an Wei- terverarbeiter, gewerbliche Verbraucher (behördliche Großverbraucher), aber nicht an Wiederverkäufer verkauft. Die übrigen Bestimmungen sind dem Geiste nach ähnlich gehalten wie die beim Einzelhandel. Oie Neuorganisation int Gast- und Gchankstäitengewerbe. Das Gast- und Schankstättengewerbe hat sich schon frühzeitig auf die organische Wirtschaft um- gestellt. Es haben sich hier Manner durchgesetzt, die schon vor Jahren erkannten, daß die liberalisti« schen Wirtschaftsmethoden überholt sind und des- halb Ausblick gehalten werden mußte auf eine neue, organisch bedingte Wirtschaftsgestaltung. Deshalb ist der Reichseinheitsverband des deutschen Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes schon seit länger als einem Jahre die de facto anerkannte Vertretung des gesamten deutschen Gast- und Schankstättengewerbes. Die nunmehr vorgenommene gesetzliche Legalisierung dieses Zustandes, die auf Grund des Gesetzes zur Vorbereitung des or> ganischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft aus- gesprochen worden ist, hat allgemeine Befriedigung im ganzen Gewerbe ausgelöst. Der Reichseinheitsverband ist als alleinige Vertretung der ganzen Wirtschaftsgruppe „Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe" anerkannt. Die Wirtschaftsgruppe darf ebensowenig wie die übrigen der Hauptgruppe „Handel" angeschlossenen Einheiten marktregelnde Maßnahmen treffen. Zu der Wirtschaftsgruppe gehören alle Unternehmer und Unternehmungen, die Schank- oder Gastwirtschaft oder beides gemeinsam betreiben. Die Unternehmer müssen ihren Betrieb bei der vom Führer der Wir/, fchaftsgruppe bestimmten Stelle anmelden, wobei eine einmalige Meldegebühr verlangt werden kann. Alle Unternehmer und Unternehmungen des Gast- stätten- und Beherbergungsgewerbes, die bereits Einzelmitglieder des Beherbergungsverbandes sind, sind von 'der Meldepflicht befreit. Der Führer der Wirtfchaftsgruppe kann die Befugnisse der satzungs- gemäßen Organe der Wirtschaftsverbände des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes ausüben oder durch Beauftragte ausuben lassen. Ausbau der Jnnungskrankenkassen für das Handwerk ist deshalb wohl auch eine Notwendigkeit, weil das deutsche Handwerk auch in jeder anderen Hinsicht einen geschlossenen Stand darstellt, der nur dann seine Aufgabe voll erfüllen kann, wenn das nationalsozialistische Prinzip, das durch das Gesetz über den vorläufigen Ausbau des Handwerks praktisch zur Anwendung gelangt ist, in keiner Weise durchbrochen wird. Ein weiterer Einwand wird darin gesehen, daß bei den 20 000 Handwerkerpflichtinnungen, die nach dem Handwerksgesetz gebildet und anerkannt sind, die Zahl der Jnnungskrankenkassen zu groß werden würde. Nach der Statistik gibt es heute erst 762 Jnnungskrankenkassen, und schon jetzt ist man bemüht, die Zahl durch Zusammenlegung möglichst zu verkleinern. Es muß deshalb das Ziel der Neu- j im Jnnungskrankenkasienwesen sein, daß Aus einer Mitteilung des Reichswirtscha^ ministers an den Reichseinheitsoerband, die Klärung von Zweifelsfragen erlassen ist, geht W vor, daß der Verkauf von Waren aus Automat nach Ladenschluß nach dem bekannten Gesetz vow 6. Juli 1934 nur in Verbindung mit einer offenen Verkaufsstelle zulässig ist. Gast- und Schankwirt' schäften sind nach allgemeiner Rechtsauffassung nicht als offene Verkaufsstellen anzusehen. Daraus ergibt sich, daß die rechtliche Sonderstellung des Verkaufs von Waren durch Automaten durch das angezogene Gesetz nicht berührt worden ist. dürfen also nach wie vor Waren nach Ladenschluo auch aus Automaten in Gast- und Schankwirtschai* ten nur abgegeben werden, wenn die Abgabe lebig* lich an die in den Gast- und Schankwirtschaften pd) aufhaltenden Gäste erfolgt und es sich um ©egen* stände handelt, die nach Gewohnheit und üblichen Anschauungen zur Befriedigung der Gäste dienen und in so geringen Mengen verabfolgt werden, dav ein Verbrauch an Ort und Stelle nnqenomme werden kann. Uebrigens ist auch zwischen de Vertretern des Einzelhandels mit Tabakwaren i*n dem Reichseinheitsverband eine liebereintunft 9 troffen worden, daß in den Gaststätten nicht grov Mengen von Tabakwaren nach Ladenschluß avg geben werden dürfen. Beide Bestimmungen bien Oie erste Musterlehrlings- ordnung. Es ist richtig, daß die Jnnungskrankenkassen schon in der Vergangenheit den nationalsozialistischen Geist der Gemeinschaft im hohen Maße gepflegt haben. Da das Handwerk selbst und auch nach dem Willen des Gesetzgebers ein Stand werden will, würde es nur natürlich fein, wenn auch fein eigenes Jn- nungskrankenkaffenwesen erhalten und ausgebaut werden könnte. Dr. Estenfeld schreibt: „Gerade die praktische Kleinarbeit einer Krankenkasse, die Rechte und Pflichten, die mit ihrer Tätigkeit Tag I für Tag verbunden sind, der Einblick in die innere Struktur des Handwerks, den sie auf Grund ihrer unübertrefflichen Buch- und Karteiangaben vermittelt, gerade diese Zusammenhänge in ihrer Totalität lassen bas Handwerk die Bitte an den Gesetz- | gebet richten, daß er auf dem Gebiet der gesetzlichen Der Führer der Hauptgruppe „Handel" in der Gesamtorganisation der deutschen Wirtschaft, Dr. Karl Lüer, sagt dazu in einer Erklärung, daß die Wirtschaftsgruppe „Einzelhandel", wie auch die übrigen Hauptgruppen des Handels, mit Pflichtmitgliedschaft ausgestattet sind. Die Anerkennung weiterer Gruppen wird in Kürze folgen. Durch die Neuregelung wird die Organisation der Verbände vereinheitlicht und im Interesse volkswirtschaftlicher Arbeitsersparnis von Zufälligkeiten und Ueber- flüssigkeiten befreit. Das bisherige Verbandswesen wird nach vernünftigen Gesichtspunkten zusammengefaßt und unter Kostenersparung vereinfacht Die bisherige Vielheit der Beitragsleistungen verschwindet, an deren Stelle tritt ein nach der Leistungsfähigkeit der Betriebe abgestufter Beitrag in jeder Reichsstandes vor. , v Es ist selbstverständlich, daß das Handwerk es gern sehen würbe, wenn die Jnnungskrankenkassen obligatorisch für das gesamte Handwerk eingefuhrt würden. Heute sind noch nicht ganz 500 000 Be- schäftigte von den berufseigenen Jnnungskrankenkassen ersaßt. Man kann daraus ersehen, daß die Lösung des Problems nur dann gefunden werden kann, wenn bje Auswirkungen des Gesetzes über den Aufbau der Sozialversicherung mit den Auswirkun- gen des neuen Handwerksrechtes in Uebereinftim- mung gebracht werden. e e e . Gegen die Ausdehnung der Jnnungskrankenkassen auf alle Handwerker bestehen Einwände der ver- schiedensten Art. Es ist die Frage erörtert worden, ob durch den Abzug von etwa 1,5 Millionen bei den Ortskrankenkassen Versicherten eine Gefährdung dieser allgemeinen Volksversicherung eintreten könnte. Dieser Einwand dürste dann nicht zutreffen, wenn die berussständische Dersicherungsart auf das Handwerk beschränkt bleibt. Man kann sich aber denken, daß nach der Durchführung des ständischen Aufbaues auch noch andere Stände gern die Errichtung eigener Krankenkassen vornehmen wur- den. Das trifft z. B im starken Maße auf den Einzelhandel zu, wo gewisse Bestrebungen dieser Art vorhanden sind. Don diesem Einwand abgesehen muß aber für das Handwerk festgestellt werden, daß die Jnnungskrankenkassen sich hier außerordent- . .. .. - lich nut bewährt haben und über eine langjährige Krankenversicherung den Weg freigibt m dem vor- Tradition verfügen. Die Auftechterhaltung und der | bezeichneten Sinne." UU» UHICMLIUI UCl ~ tägliche Arbeitszeit darf bei Lehrlingen unter 16 Jahren und bei Lehrlingen über 16 Jahren zehn Stunden nicht überschreiten. Ferner darf der Lehrling zwischen 20 . Uhr und 6 Uhr in größeren Le- trieben nicht beschäftigt werden; in Betrieben, die mit Motorkraft arbeiten, nicht in der Zeit von 2U.3U Uhr bis 5.30 Uhr. Der Lehrling hat eme ununterbrochene achtstündige Ruhezeit während der Rächt zu erhalten und darf an Sonn- und Feiertagen nicht beschäftigt werden. Nicht als Arbeit im Sinne des Arbeitszeitbuches gelten das Fahren über Land, der Besuch der Kundschaft und kleinere Leistungen, die der Lehrling evtl, für den Meister auszusuhren des Lehroerhältnisfes . , in än-m Betrieb- qilt u a. folgendes, soweit die Handwerkskammer oder die Landesbehörde nichts anderes angeordnet bat In der Regel darf in einem Betriebe nur em Lehrjunge und ein Lehrmädchen S^Uen werden. Für die Einstellung eines Zweiten ist Voraussetzung al daß der zuerst eingestellte Lehrling bevetts zwei Lhre'’JX L- zuerst eins-stellt« Lehrmädchen be- reits ein Jahr gelernt hat; b) daß der zweite Lehr- tinq Qm Beginn seiner Lehrzeit steht. Es muß bei der Einstellig des zweiten Lehriungen wenigstens ein Geselle beschäftigt sein. Lediglich Meistersohne und Meistertöchter konnten unter Fortfall diestr Voraussetzungen mit Zustimmung des Landesfachoerbandes eingestellt werden. Mehr als Zwei Lehrlinge, Lehrjungen und Lehrmädchen, dürfen nicht gehalten werden. Kabaretts und Variätes mit (Sc^anfbetrieb, ebensolche Betriebe der Theater, Kinos und Zirkusse, Verkaufsstände und Kioske, in denen fertiae Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden, Gaststättenbetriebe auf Schiffen usw., Ho- tels, Pensionen, Sanatorien und Kurhäuser, Ho- spitze, Betriebe zur vorübergehenden Beherbergung von Fremden (Privatzimmervermietung) und Bahnhofswirtschaften u. ä. Die Anmeldung muß bis zum 15. November 1934 erfolgen. Wandergewerbe und jeglicher Marktverkehr. Für diese Gewerbearten werden besondere Pflichtvrga- nisationen geschaffen, was für das Gast- und Schankstättengewerbe und das gesamte ambulante Die neue Pflichtorganisation für den Einzelhandel ist der Gesamtverband des deutschen Einzelhandels, der im August dieses Jahres gegründet worden ist. Die Organisation wird sich künftig auf die Einzelmitgliedschaft aufbauen, und zwar nach den besonderen Anordnungen des Reichsbeauftragten für den Einzelhandel Dr. H a y l e r. Im Rahmen dieser Um- und Neuorganisation werden die Haupt- gemeinschast des deutschen Einzelhandels und der Verband der Groß- und Mittelbetriebe in dem Ge- । {amtoerbanb des deutschen Einzelhandels aufgehen. Dadurch werden die bisherigen Einzeloraanisationen, | roie der Reichsbund des Textileinzelhandels, die ordnung behandelt. Der Lehrling erhält vom Betriebsführer freie Kost und Wohnung, oder an deren Stelle Unterhaltsbeihilfe, außerdem ein wöchentliches Taschengeld. Für beide werden Mindestsätze vom Jnnungsober- meister und Fachschaftsverwalter aufgestellt. Ein besonderes Lehrgeld darf nicht vereinbart werden. Es erhalten zusammenhängenden Urlaub die Lehrjungen im ersten Lehrjahr zwölf Arbeitstage, im zweiten neun und im dritten sechs; die Lehrmädchen im ersten Jahr zwölf Tage und im zweiten neun Arbeitstage. Selbstverständlich hat der Lehrmeister die Pflicht, bür die ordnungsmäßige Ausbildung des Lehrlings Sorge zu tragen und ihn durch einen geordneten Stufengang bis zu einer solchen Beherrschung der Arbeit zu führen, daß er imstande ist, die vorgeschriebenen Zwischenprüfungen und die Gesellenprüfung abzulegen. Zur Ergänzung der praktischen Berufsausbildung trägt die Berufsschule und die Hitlerjugend im Einvernehmen mit der Deutschen Arbeitsfront bei. Diese Einrichtungen haben besonders da- Ueber die Begriffsbestimmung der Schankwirtschaft sagt die Verordnung des Reichswirtschafts- ministers, daß eine Schankwirtschaft bann vorliegt, wenn ohne Rücksicht auf die Betriebsform Speisen ober Getränke zum sofortigen Verzehr an Ort unb Stelle gewerbsmäßig abgegeben werden. Eine Ga st wirtschaft liegt bann vor, wenn ohne Rücksicht auf die Betriebsform Zimmer oder Betten zur vorübergehenden Beherbergung von Fremden gewerbsmäßig vermietet werden. Gastober Schankgewerbe ist eine solche Tätigkeit auch bann, wenn sie neben einem anderen Gewerbe, z. B. Einzelhandel oder ambulanten Gewerbe, aus- geübt wird. Bei Unerheblichkeit kann die Wirtschaftsgruppe auf solche Unternehmer verzichten. Danach gehören als Einzelmitglieder folgende Kategorien in die Wirtschaftsgruppe des GB* stätten- und Beherbergungsgewerbes: Bier- und Weinrestaurants, Kantinen, Heime, Privatmittagstische, alkoholfreie Restaurants, Trinkhallen aller Art, wie Stehbierhallen, Milchhallen, Speisewirt- Aufstieg oder Niedergang des Handwerks hangen in hohem Maße von der Ausbildung des Nachwuchses ab. Nicht nur die fachliche Ausbildung der gewerblichen Jugend, sondern auch die erzieherische entscheidet in Tausenden von Fällen über die künftige Entwicklung des Lehrlings, ober des Lehrmädchens. Wer in den Jahren, die der Schulentlassung folgen, in gute und geübte Hände gerät, der wird sowohl im gesellschaftlichen Leben, als auch im Beruf später in den meisten Fällen seinen Mann stehen. Deshalb sind alle Fragen, die sich mit der Ausbildung des Nachwuchses befassen, so außerordentlich ernst zu nehmen, besonders im Handwerk, wo von der Fertigkeit und oftmals auch von der Kunst! des Einzelnen nahezu alles bei der künftigen selbständigen Berufsausübung abhängt. Das güt generell für alle Handwerkszweige und damit auch für grotze Teile der gewerblichen industriellen Wirtschaft, we nahezu 50 v. H. ihrer qualifizierten Arbeiter, Werkmeister usw. aus den Kreisen der ehemaligen Handwerkslehrlinge und Gesellen bezieht. Das deutsche Fleischerhandwerk, das wohl zu den bestorganisiertesten Handwerkszweigen des Reich - standes des deutschen Handwerks gehört, hat deshalb als erstes Gewerbe eine Lehrlingsordnung erlassen, auch die Zahl der Jnnungskrankenkassen so niedrig wie möglich gehalten wird. Der Geschäftsführer des Reichsverbandes der Jnnungskrankenkassen Dr. E st e n f e I b macht ben bemerkenswerten Vorschlag, künftig die Kreishandwerkerschaften, also die bezirkliche Zusammenfassung der Innungen, zu Trägern von Handwerkerkassen zu machen. Daneben sollen nur noch in den Großstädten Fachinnungskrankenkassen bestehen bleiben, soweit eine genügende Zahl von Jnnungsmitgliedern zur Verfügung steht. Dadurch könnte erreicht werden, daß bei den etwa 750 Kreishandwerkerschaften die jetzige Zahl der Innungkrankenkassen ungefähr die gleiche bleiben wcriei lueiuvn iumi, >1---- spätere Geschlechter zu beurteilen vermögen , Die Lehrlingsordnung gilt sowohl für Lehrlingen als auch für Lehrmädchen. Es handelt sich dabei um Gesellenanwärter unb $erfäuferinnenanroar er nur die Lehrlingsordnung zeichnen verantwortlich der Deutsche Fleischerverband und die Fachschaft der Fleischer. Der Betriebsführer des Lehrbetriebes muß als Lehrmeister die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen besitzen ober einen solchen Vertreter be« schäftigen. Im letzteren Falle ist der Vertreter des Betriebsführers der Lehrmeister. Der Lehrmeister muß deutscher Staatsangehöriger oder Auslanddeutscher sein, die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen, drei Jahre praktische Arbeit als Fleischermeister und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Sehr bedeutungsvoll ist die Bestimmung, daß er Gewahr da- für bieten muß, daß der Lehrling im nationalsozia- listischen Geist erzogen wird. Wenn ein Lehrbetrieb der Innung nicht vertrauenswürdig genug erscheint, kann auf Antrag der Innung die Genehmigung zur Einstellung des Lehrlings unterlagt werden. Von den Lehrlingen werden folgende Voraussetzungen bei der Einstellung verlangt: Neigung zum Beruf, gesunde körperliche Anlagen, geistige Eignung und die Bereitschaft, den Beruf im Sinne national« sozialistischer Pflichtauffassung auszuüben. Die Einstellung eines Lehrlings ohne Genehmigung der Innung ist unzulässiig. Im übrigen wird mindestens eine abgeschlossene Volksschulbildung verlangt. Der Vertrauensarzt der Innung hat über die körperliche Eignung zu entscheiden, während sich im übrigen der Lehrlingsanwärter einer Eignungsprüfung vor dem Prüfungsausschuß der Innung unterziehen muß. Bei Eintritt des Lehrverhältnisses ist ein schriftlicher Vertrag abzuschliehen, der formularmäßig durch einen sogenannten „Lehrvertrag" im Vordruck festgelegt ist. Von den drei Exemplaren des Lehrvertrages erhält je einen der Vertreter des Lehrlings, der Meister und die Innung. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre für Lehrjungen, zwei Jahre für Lehrmädchen, jedoch muß jeder Lehrling eine vierwöchige Probezeit ablegen. Gesuche um Verkürzung der Lehrzeit werden nach den Bestimmungen der Gewerbe- Im Rahmen der ständischen Neuordnung der Wirtschaft wird die Frage erörtert, "b die Jnnungs- je eine Lehrlingsoronung erranen, i krankenkassen, die sich beim Handwer u ch ’ ßSZSMMASS HÄ" I Da'mttgL fü? bie besten- mieber^u feiner ftolMn W emporgesührt werden!den unb die neugeformten Pflichtmnungen die Vor- ssLS- FleisÄeraewerbe geschaffen, die als eine Arbeit be-, fahren wird. Die Entscheidung liegt beim Reichs bemul)t, roertet werden kann deren volle Auswirkung erft; arbeitsminifterium, das 'M Einvernehmen mit bem, Derf[6 wertet meroen rann, or ., —----- .Reichsstand des deutschen Handwerks eine enbgubi» tiqe gesetzliche Entscheidung treffen wird Dem bi” Die Verordnungen des Reichswirtschaftsministers vom 18. September über bie künftige Pflichtorgam- fation bes gesamten Hanbels bringen umwälzenbe Neuerungen, bie nunmehr ben zukünftigen organisatorischen Weg klar erkennen lassen. Die Derorb- nungen befassen sich mit dem Groß- unb Uebersee- hanbel, dem Einzelhanbel, bem ambulanten Gewerbe unb bem Gast- unb Schankstättengewerbe. Im Mittelpunkt der Umgestaltung steht für bie Oeffentlichkeit natürlich ber Einzelhandel, weil er durch seine enge Verbindung zur gesamten Derbraucherschaft als Hauptträger der wichtigsten Funktionen des Handels überhaupt anzusehen ist. u. bgl.) oder mittels persönlicher Werbung (durch Reisende, Vertreter, Verteiler ober sonstige Mittelspersonen). Es ist damit entschieden, daß auch die Versandgeschäfte mit in die Organisation bes Einzel- hanbels einbezogen werben. Es wirb ausbrücklich bestimmt, ^aß Einzelhanbel eine solche Tätigkeit auch dann ist, rot.in sie neben Industrie, Handwerk ober sonstiger Gewerbetätigkeit ausgeübt wirb. Ausgenommen ist ber gewerbliche Einzelverkauf bes Handwerkers an Waren, die er im eigenen Betrieb handwerklich erzeugt ober bearbeitet hat. Nicht zur Wirtschaftsgruppe „Einzelhandel" gehören das Gast- unb Schankstättengewerbe, ber Hausier- unb Straßenhandel, ebenso wie sichtlicheren Grundlagen auszugehen als bisher. Nicht angeschlossen sind ber Wirtfchaftsgruppe „Einzelhanbel" Unternehmer unb Unternehmungen des Einzelhandels, die gemäß der 3. Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes und ergänzenden Anordnungen zum Reichsnährstand gehören, ferner Unternehmer und Unternehmungen, die Einzelhandel neben Erzeugung, Handwerk ober sonstiger Berufstätigkeit nur in unerheblichem Maße betreiben, schließlich Verbrauchergenossenschaften, also jegliche Art von Konsumvereinen. Es ist anzunehmen, baß über bie weitere Abgrenzung hier noch bedeutsame Entscheidungen folgen werden. Die Unternehmer und Unternehmungen, die der Wirtschaftsgruppe „Einzelhandel" angeschlossen werden müssen, haben ihren Betrieb bei ber vom Führer ber Wirtschaftsgruppe bestimmten Stelle anzumelben. Die Einzelheiten bes Verfahrens werben noch näher bestimmt. Eine einmalige Melbe- gedühr kann angeorbnet werben. Im übrigen werden bie Verbände des Einzelhandels, bie .bereits auf Grunb des Gesetzes vom 27. Februar 1934 anerkannt sind, in die Wirtschaftsgruppe „Einzelhandel" übergeführt. Auch hier werden bie näheren Anordnungen noch erlassen. U. a. kann ber Führer ber Wirtschaftsgruppe bie Befugnisse ber sayungs- gemäßen Organe der Wirtschaftsgruppe des Einzel- yanbels ausüben ober durch Beauftragte ausüben lassen. Dies gilt jedoch nicht für Wirtschaftsverbände, die Tröger von Kollektiovereinbarungen markt- regelnber Art sind. meister hat auch dafür Sorge zu tragen, daß seine, Rekofei als Spitzenorganisation ber Verbänbe bes Lehrlinge während der ganzen Arbeitszeit die Be-1 Lebensmittelhandels, der Kohlenhandel und andere, rufsschule besuchen und an der zusätzlichen Berufs- im Lause der Organisation ebenfalls nach besonde- schulung ber HI. unb am Reichsberufswettkampf ren Anordnungen übergeführt werden. Die bis» teilnehmen. Auf besonderen Antrag sind gewisse Be- herigen Einzelhandelsverbände arbeiten bis zum freiungen möglich. Im übrigen finden in Zukunft Erlaß neuer Verfirnungen unverändert weiter, auch sog. Zwischenprüfungen statt, und zwar für den i Die Pflichtorganisation des Einzelhandels ei Lehrling zweimal, noch bem ersten unb zweiten ' sich aus dem § 1 des Gesetzes zur - Lehrjahr, für das Lehrmädchen nacy dem ersten Lehr-> organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft vom jahr. Dadurch soll rechtzeittg festgestellt werden, ob 127. Februar 1934. Die Wirtschaftsgruppe „Einzelbas Jahresziel ber Ausbildung erreicht ist. Der Lehr-1 handel", die durch den Gesamtverband des deutschen ling erhält auch über das Ergebnis ber Zwischen-! Einzelhandels repräsentiert wird, ist als die alleinige prufung ein Zeugnis. Mit Zustimmung der Innung Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anerkannt. Von und des gesetzlichen Vertreters kann bei nicht befrie ! hoher fachlicher Bedeutung ist die Bestimmung, daß digendem Prüfungsergebnis der Lehrling einem - der Gesamtverband des deutschen Einzelhandels anderen Lehrbetrieb überwiesen werden. Am Schluß I und feine Untergruppen keine marttregelnben Maß- ber Lehrzeit wird bie Gesellen- ober Verkäuferinnen- nahmen treffen biirfen. Dasselbe gilt von ben ent» Prüfung vor bem Prüfungsausschuß ber Innung! fprechenben Pflichtorganifationen des Groß« unb abgelegt. Für ben Fall, daß die Prüfung nicht be- Ueberseehanbels unb des ambulanten Gewerbes. standen wird, darf bie Gesamtlehrzeit jedoch nicht: Der Wirtfchaftsgruppe „Einzelhandel" werden vier bzw. drei Jahre überschreiten. Interessant ist künftig alle Unternehmer und Unternehmungen, auch noch die Bestimmuna, baß ber Lehrling im und zwar natürliche und juristische Personen, am vierten Jahr noch keine gesellenmäßige Entlohnung geschloffen, bie ohne Rücksicht auf die Betriebsform erhält, wenn die Ursachen bes Nichtbestehens der Prü-' gewerblichen Einzelverkauf von Waren aller Art fung Dorroiegenb bei ihm liegen. Liegen sie jeboch I an Verbraucher ober daneben an Weiterverarbeiter, vorwiegend beim Lehrmeister, so erhält er den Lohn j gewerbliche Verbraucher ober behördliche Großver- des ersten Gefellenjahres. | braucher betreiben, a) in offenen Verkaufsstellen Dem Prüfungsausschuß gehören ein Fleischer-! unb zwar in Lüben, Etagengeschaften unb sonsti- mcifter, ein Vertreter der Fachschaft unb ein 23er« i gen gewerblichen Räumen; b) im Wege bes Vertreter ber Berufsschule an. Den Vorsitzenden stellt | fands mittels nichtperfonlicher Werbung (durch bie Handwerkskammer. Die Gebühren trägt ber Mustersendungen, Kataloge, Preislisten, Inserate Wirtschaft Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Berlin jrannui u. jji. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 0.21t Schlußk. (CAinfi. ^chlußk. OTcnb. OTlifog. bSi-se tuf* börse 11.10. | 12-10. 27,75 28,13 95,13 104,75 105 80 I 133 I 80,25 Banknoten. o 8 8,1 Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt 5 v. H. 95,75 92,9 100-25 95 93 93,5 0 0 6 6 143,5 215 93,5 41,25 30,13 190 30 190 104,9 93 93 93 93,5 94,25 95 93 93,25 94,25 101,75 104 92,5 92,9 93 93,75 1,35 7,65 7,1 7 14,5 96 93,25 100,7 28,75 145,25 104,5 119 76,75 110,75 99,5 94 143 123 118,5 78,13 76,65 30,9 80,75 96 72 76 78.5 147,5 . o . 0 . 0 . 0 . 0 , 7 . 0 0 0 0 10 0 0 ä 7 -J 0 o 0 63,25 66,5 48-13 65,75 51 59 33,25 217 166 132,25 63,25 66,5 48 66,5 51,25 59 32,75 218 167,5 132 80 114,5 133 144,25 93,5 40-5 118,5 77 75,75 30-25 80,5 95,5 71,25 75,5 78,25 146,5 30,4 189,75 108 63,25 129 48,5 66.25 124 51 59 88 32,65 216 166 28,5 145,4 105 118,5 77,25 110,13 99-75 94 142,25 123,25 4,75 7 4,05 36,25 27,75 25 30,25 80,5 96 70,75 75 77,75 146 144,25 216 93,5 41,5 95,75 93 100 ,75 eiferet Rückgang Der Arbeitslosigkeit im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen. 96 93 100,13 30,9 80,5 96 72 76,25 78,5 147 4,9 4,3 36,1 28,5 dem Ausgleich von bisherigen Interessengegensätzen unter Wahrung der Interessen der Verbraucherschaft. Das Gaststättengesetz verfolgt u. a. das Ziel, den Verwaltungsbehörden ein Instrument an die Hand zu geben, um eine Verminderung der allzu zahlreichen Gast- und Schankstätten zu erreichen. Die nötige Handhabe hierzu bietet u. a. die Verkürzung der Karenzzeit. Während früher nach den Bestimmungen der Reichsgewerbeordnung dem Inhaber einer Gast- oder Schankstättenkonzession, der seinen Betrieb eingestellt hatte, die Wiederaufnahme innerhalb von drei Jahren erlaubt war, sofern er auf seine Konzession nicht verzichtet hatte, beträgt die Karenzzeit heute nur noch ein Jahr, andernfalls gilt die Konzession von Gesetzes wegen als erloschen. Es besteht nur noch die Möglichkeit, daß im Einzelfalle durch einen entsprechenden Antrag eine Verlängerung erreicht wird. Diese Bestimmung des Gesetzes ist besonders für den Hausbesitzer von Bedeutung, da sein Grundstück durch Erlöschen der Konzession entwertet werden kann. 109-75 63,5 130 48,75 67 124,25 51,25 59-25 88 32,4 218 167,75 132,25 101-75 28,75 1,3 7.65 7 7,13 14-25 A.E.G.. Bekula. 86,25 108,5 64,5 106 86,25 107,65 64,5 106 76,65 119,25 77,25 76,5 28,75 145,13 104,75 118,25 77,4 110,75 101,5 94.75 140,75 123 87,5 107,5 64,65 106,13 77 152 118,5 77,5 76,75 143,4 93,5 41,13 87 I 80 I LPD. Frankfurt a. M., 12. Okt. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit: Die Zahl der bei den Arbeitsämtern im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen gemeldeten Arbeitslosen hat bis Ende September gegenüber dem Stand von Ende August um 1739 oder 1,2 v. H. abgenommen. Der Rückgang der Arbeikslofigkeik ist um so beachtlicher, als er nicht durch die öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmahnahmen, sondern durch die fortgesetzte Aufnahmefähigkeit der freien Wirtschaft verursacht worden ist. Die Zahl der Maßnahmen, die mit Mitteln der Reichsanstalt mit Grundförderung gefördert werden, hat sich im Laufe des Berichtsmonats sogar um 10, die Zahl der bei diesen Maßnahmen beschäftigten Notftandsarbeiter um rund 700 vermindert. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende September noch insgesamt 147 043, davon waren 19 070 oder 13 v. H. Frauen. Sie liegt damit um rund 87 000 oder 37,1 v. h. unter dem Stand vom gleichen Stichtag des Vorjahres und ist um rund 185 500 oder 55,8 v. h. niedriger als zur Zeit der Machtübernahme durch den Führer. Besonders erfreulich ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den großstädtischen Bezirken Frankfurt (minus 1231 oder 2,8 v. H.) und Kassel (minus 818 oder 4,8 o. H.). Auch andere Bezirke haben einen zum Teil erheblich über dem Durchschnitt liegenden Rückgang aufzuweisen, u. a. der überwiegend industrielle Arbeitsamtsbezirk Offen28.75 145,25 104,25 118,5 77,65 111 101,25 94,75 142 123 87,25 107 64,4 106 titat befriedigend, Im übrigen traten keine Veränderungen ein. Aepfel! 12 bis 16, II 8 bis 10, Wirt- Ichaftsäpfel 7 bis 8, Goldparmänen I 12 bis 16, II 8 bis 10, Boskop I 12 bis 16, II 9 bis 11, Schaf- nafen 7 bis 8. Birnen I 10 bis 15, II 6 bis 9, Koch- birnen 4 bis 6, Mollebusch 7,5 bis 10, Bananen, Rijte 12,5 Kilo, 7 bis 8 Jam., Feigen, 25-Kilo-Sack, ch5 bis 9, Haselnüsse 30 bis 33, Kastanien 8 bis 10, ?r^eIb*eren 25 bis 26, Quitten 6 bis 8, Trauben Lu* 12' bulg. 19 bis 20, ital. 15 bis 16, span. Z-S ??' Walnüsse 16 bis 20, franz. 40, Zwetschen 15 bis 18, Zitronen, lose, 50 Kilo, 24 bis 25. Frankfurter Buttermarkt. , }J..ra- M- 12. Okt. In deutscher sowie holländischer Butter ist das Angebot sehr knapp. Seitens der Reichsstelle werden jedoch in größerem Umfange Zuweisungen oorgenommen, die zumeist aus dänischer Butter bestehen. Auf Grund dieser knappen Zufuhren war das Geschäft bei der regen Nachfrage des Konsums gut, und auch Kühlhaus- butter wurde flott abgesetzt. Die Preise haben auch weiterhin keine bemerkenswerte Veränderung erfahren, Spitzenqualitäten werden allerdings höher bezahlt. Es notierten in RM. pro 50 kg frei Frnnk- surt a. M.: Deutsche Markenbutter 145 bis 148 feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 140, Landbutter 125 bis 130, dänische Butter 145. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 12. Okt. Im Frankfurter Eiergroßhandel beschränkt sich das Geschäft infolge der außerordentlichen Knappheit an frischer Ware hauptsächlich auf Kühlhauseier. Auch aus Holland, Dänemark, Belgien bleiben die Zufuhren an frischer Ware sehr klein, lediglich aus den Balkanländern sind die Anlieferungen etwas reichlicher. Obwohl die Preise eine weitere Erhöhung erfahren haben, war das Geschäft gut, so daß die angelieferten Mengen glatt plaziert werden konnten. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M.: Holländer Kl. S 12V2, Kl. A 12, Kl. B IIV2. Dänen Kl. S 12Vt, Kl. A IIV2 bis 12, Kl. B 11 bis IIV2. Bulgaren IOV2, Jugoslawen IOV2 bis 11. Deutsche Markeneier (Kühlhausware) Kl. S IOV2 bis IIV2, Kl. A 10 bis 11, Kl. B 10 bis IOV2. Kl. C 9V2 bis 10, Kl. D 8V2 bis 9. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 12. Okt. Es notierten (Großhandelspreise je 100 Kilogramm loko Mainz) in Mark: Weizen 20,80, Roggen 16,80, Hafer 15,20 ab (Station, Braugerste 19,50 bis 20, Jndustriegerste 19, Malzkeime 15,50 bis 16, Weizenkleie 10,60 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,84 (Mühlenpreis), Weizen- futtermehl 12,90, Biertreber 17,25 bis 17,35, Soya- schrot 13 (Fabrikpreis ab Station). Allgemeintendenz: Brotgetreide stetig, Gerste ruhig, Oelhal- tige Futtermittel gesucht. Buderus ...................0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener...................o Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klvcknerwerke ...............c Mannesmann-Röhren........0 Lleserungsgesellschäst Licht und Kraft ... gelten & Guilleaume u »hKS!S;f‘re,e^:URletne6munfl- 5 Rheinische Elektrizität ..... 6 Echuckert LCo......... 5 SiemensSHalske.....7 LahmeyerLEo............. 10 0 30,13 < 80 8 — Viele Konzessionsinhaber sind auf den Ausweg verfallen, das Gewerbe durch einen Stellvertreter ausüben zu lassen, nachdem die Konzessionsbehörde die Erlaubnis hierzu erteilt hat. Wenn eine solche Erlaubnis erteilt ist, so kann diese leicht den Charakter eines Pachtvertrages annehmen. Solches würde vorhanden fein, wenn das in der Wirtschaft ausgeschänkte Bier nicht vom Konzessionsinhaber selbst bestellt und bezahlt wird (ebenso Zigarren, Zigaretten usw.), und wenn der Konzessionsinha- der nicht die Ausschankpreise selbst bestimmt. Wenn das alles der Stellvertreter macht, liegt ein Pachtverhältnis vor, so daß die Konzession schon nach einem Jahre erlischt. Diese Tatsachen sind in einem Reichsgerichtsurteil klar ausgesprochen worden, so daß alle Konzessionsinhaber, die sich eines Stellvertreters bedienen, ihre Verträge dementsprechend überprüfen müssen — auch im Interesse des Hauswirts —, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, daß ihre Konzession nach einem Jahre erlischt. Am Kassamarkt blieben Großbankaktien weiter gefragt bei noch leicht erhöhten Kursen. Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörfe: ruhig. Im Hinblick auf den bevorstehenden Wochenschluß herrschte an der Abendbörse auf fast allen Markt- Sebieten weitgehendste Geschäftsstille, zumal der •rberetngang klein war und auch sonstige Anregungen fehlten. Die Grundhaltung blieb unverändert freundlich, die Berliner Schlußkurfe konnten sich zumeist gut behaupten. In Nachwirkung der erhöhten Farbenausfuhr erhielt sich für Farbenindustrie etwas mehr Interesse, einzelne Papiere lagen auch um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Groß- bankaktien lagen ruhig und unverändert, nur DD- Vank (76,25) noch 0^25 v. H. höher. Hypothekenbankaktien hatten zu Mittagskursen noch einiges Geschäft. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei kaum veränderten Kursen ebenfalls nur klein. Zertifizierte Dollar-Bonds und Reichsmark-Anleihen bröckelten eher etwas ab. Von fremden Werten gaben 4 v. H. Schweizer Bundesbahn von 1912 um 3,50 v.H. auf 188 v. H. nach. U. a. notierten: Altbesitz 100,75, 6 v. H. Stahlverein 80, Schutzgebietsanleihe 9,65, 6 (7) v. H. Stadt Frankfurt 83,75, 6 v.H. Stadt Frankfurt wertbeständige Anleihe von 1926 80,50, ADCA. 52,50, Commerzbank 72, Dresdner Bank 78,50, Pfalz. Hypotheken-Bank 83, Reichsbank 147, Buderus 87,25, Gelsenkirchen 64,40, Harpener 106, Ilse Genuß 118,40 bis 118,50, Mannesmann 76,65, Rheinstahl 91, Stahlverein 42,75, Bekula 145,25, Bemberg 66,50, Zement Heidelberg 114,50, Scheide- anstalt 216, Licht und Kraft 118,50, IG. Farben 144,25, Hokzmann 80, Lahmeyer 123, Rheag 101,25, Schuckert 94,75, Thüringische Lieferung 103, Reichs- bahn-DA. 112,65, AG. für Verkehr 80,50, Hapag 28,13. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 12.Okt. Am Gemüse- markt blieb das Angebot in allen Gemüseärten stark, insbesondere aber für Blumenkohl, Kopfsalat, Wirsing und Weißkraut. Bei kaum veränderten Preisen war die Nachfrage unbefriedigend. Blumenkohl 10 bis 35, Buschbohnen 12 dis 15, Stangenbohnen 16 bis 18, Eskarol 4 bis 8, Feldsalat 25 bis 30, Salatgurken 15 bis 30, Karotten 3,5 dis 5, Kopfsalat 4 bis 9, Lauch 2 bis 6, Meerrettich 30 bis 35, Pfifferlinge 45, Steinpilze 40, Rosenkohl 18 bis 20, Rote Rüben 3,5 bis 4,5, Rotkraut 4 bis 5, Sellerie, je nach Größe, 5 bis 25, Spinat 4 bis 5, Schwarzwurzeln 15 bis 18, Tomaten I 8 bis 10, II 4 bis 6, Weißkraut 2,5 bis 3, Weiße Rüben 4 bis 5, Zwiebeln 5,5 bis 6. Am Ob ft markt blieben die Zufuhren in Aep- feln und Birnen stark, auch für Trauben haben sie sich wieder verstärkt. Bei leicht ansteigenden Preisen war die Mchsrage nach Aepfeln und Birnen 1. Qua- <% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 (% ehem.7°/o Dt. Neichsanl. v. 1929 1%% Doung-Anleihe von 1930 .. ! rutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. ' esgl. ohne Auslos.-Rechte...... (% ehem.8°/« Hess. Bolksstaat 1929 102%)............ m Landesbank Darmstadt Gold M. 12.................. Ass. Landes-Hypotheken- Pr°»'nz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Sammeläbl. Än> l eilte Serie 1 mit Auslos.-Rechten 8Z° Franks. Hyp.-Bank OQwlöpfe. 15 unkundbar bis 1935 7X° Franks. Hyp.-Bank Gotdpse. 16 unkundbar bis 1936 &i°/o ehem. 4Vt% Franks. Hyp_. Bank-Liqu.-Psandbriefe.. &!=% ehem. 4'/-°/<» Rheinische Hyp.-Bank-Lmu.-Goldpse. . i'» ehem. 8% Pr. Landespsanl» »riefanstakt, Pfandbriefe R. 19 ehem. 7% Pr. Landespfand. "nefanstalt, Pfandbriefe R. 10 . b-uergutsch. Verrechnungskurs.. [l Oesterreichische Goldrente.... Oesterreichische Silberrentc C Ungarische Gvldrente ....... «X Ungarische Staatsrente v. 1910 desgl. von 1913.......... 14 nbgcst. Goldmexikaner von 99 U Tlirkische Zollanleihe von 1911 ■'« Türkische Bagdadbah»«Anleihe 12-10- 8,1 4,6 4-3 36 Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunslseioe) Bemberg................. Zellstoff Waldhof.......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... Orenstein & Koppel ........ Leonhard Tietz............ Ehade .................... Accu mulatoren-Fabrik...... Cvnti-Gummt............. Grihner.................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher'Zucker....... Der Beginn des Winterhilfswerks und der damit in Verbindung stehende Eintopfgericht-Sonntag machte sich am Schafrnarkt in einer lebhafen । Nachfrage bemerkbar, so daß der merklich erhöhte Auftrieb von 477 (237) Tieren glatten Absatz fand. 1 Die Preise für Hümmel zogen etwas an, für Schafe : blieben sie ziemlich unverändert. Der Schweinemarkt zeigt weiter stetige Haltung. Für beste fette Schweine besteht weiterhin rege Nachfrage, während geringe Tiere schwerer verkäuflich sind. Die Preise blieben unverändert, nach lebhaftem Handel wurde der um 381 auf 4942 Stück erhöhte Auftrieb ausverkauft. Frankfurter Börse. Attlkagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 12. Okt. Die Börse zeigte eine weiter freundliche Tendenz, das Geschäft hat aber bisher keine nennenswerte Belebung erfahren. Die Auftragserteilung der Kundschaft blieb minimal, wodurch auch die Unternehmungslust der Kulisse keinen Austrieb erhielt. Indessen boten einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft weitere Anregung. So verwies man auf die deutsch-englischen Wäh- rungs- und Wirtschaftsbesprechungen. Auch der weitere Anstieg der ^deutschen Farbenausfuhr und die gut behauptete Roheisenerzeugung gaben eine Stütze. Farbenindustrie hatten bei zunächst plus 0,25 v. H. etwas lebhafteres Geschäft, nach dem ersten Kurs zogen sie nochmals 0,25 v. H. an, dagegen gaben Deutsche Erdöl 1 v.H. und Goldschmidt 0,25 v. H. nach. Lebhafter lagen auch Schiffahrtswerte, Hapag 28 bis 28,25 (27,75), Nordd. Lloyd 30,40 bis 30,65 (30,25). Am Montanmarkt war das Geschäft zwar klein, die Kurse zeigten aber fast allgemein nach oben. So gewannen Buderus 0,50 v. H., Gelsenkirchen und Mannesmann je 0,25 v. H., Harpener blieben zu 106 v.H. behauptet, nur Phönix bröckelten um 0,13 v. H. ab. Elektroaktien lagen zumeist fester, Felten mit plus 1 v. H. standen an der Spitze; Siemens erhöhten sich um 0,75 v. H., Schuckert um 0,50 v. H. Gesfürel um 0,25 v. H., AEG. lagen mit 28,75 unverändert, Licht und Kraft gingen 0,25 v. H. zurück. Ziemlich lebhaft und fest tendierten am Kunstseidemarkt AKU. (plus 1 v. H.), auch Bemberg setzten ihre Besserung um 0,50 auf 67 v. H. fort. Im einzelnen eröffneten Reichshankanteile 0,50. Braubank 1, Hanfwerke Füssen 0,75 v. H höher, Westdeutsche Kaufhof, Moenus Maschinen und Zellstoff Waldhof lagen knapp behauptet. Am Rentenmarkt erhielt sich lebhafteres Geschäft in zertifizierten Dollar-Bonds, die auf sich erhaltende Umtauschgerüchte in Reichsmark-Anleihen weiter anzogen. Höher, aber ruhig lagen außerdem Altbesitz (plus 0,13 v. H ), späte Schuldbücher (plus 0,25 v. H.), Kommunal-Umschuldung unv., während Stahlverein-Bonds auf die Vertagung der Gerichtsentscheidung in der bekannten Streitsache bis zum Januar etwa 0,50 v. H. verloren. Von fremden Werten lagen Mexikaner bis 0,13 v. H. fester. Die Börse war im Verlaufe auf allen Marktgebieten sehr still und die Kurse wiesen im allgemeinen keine nennenswerte Veränderungen auf, überwiegend ergaben sich leichte Erhöhungen. Siemens kamen später mit 140,75 (143,75) zur Notiz, zogen aber wieder auf 142 o. H. an. Farben schwankten Zwischen 143,75 bis 144. 2lm Rentenmarkt zogen Altbesih, späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung bis 0,25 v. H. an, Dagegen lagen Dollar-Bonds und Reichsmark-Anleihen später wesentlich ruhiger. Am Pfandbriefmarkt gaben sowohl Gold- und Liqui- bationspfanbbriefe als auch Kommunal-Obligationen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Stadtanleihen notierten zumeist unverändert, 6proz. Mainz v. 28 aber zirka 1. v. H. höher. Staatsanleihen lagen still. : dach (minus 747 ober 6,6 v. H.). In ber Land- wirtschaft bot die Kartoffelernte in ganz erheblichem Umfange Beschäftigungsmöglichkeiten auch für Arbeitslose aus nicht landwirtschaftlichen Berufen. Die Metallindustrie konnte im allgemeinen ihren Beschäftigungsstand behaupten. Eine gani erhebliche, saisonmäßig bedingte Abnahme der Zahl der Arbeitslosen, und zwar um 636 ober 13,1 v. H., hatte die Lederinbustrie (Portefeuille-Industrie) aufzuweisen. Auch im Baugewerbe hat die Beschäftigung durch Belebung ber staatlichen und privaten Bautätigkeit zugenornmen. Das Bekleibungsgewerbe unb bie Angestelltenberufe haben ebenfalls eine überburchfchnittliche Abnahme ber Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Ban den am 30. September bei den Arbeitsämtern gemeldeten 147 043 Arbeitslosen erhielten 24 184 Arbeitslosenunterstützung und 47 060 krisenunlerslühung. Die Zahl ber anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen ist ganz erheblich, unb zwar um 3469 auf 48 113, gesunken. Die Zahl der in der wertschaffenben Arbeitslosen- fürforge beschäftigten Notstanbsarbeiter betrug Enbe September 16 089 gegenüber 16 797 Enbe August dieses Jahres. Der Naubüberfall iu Mainz. Zwei Täter bereits verhaftet. LPD. Mainz, 12. Okt. Der Raubüberfall auf die Kontoristin der Sparkasse in Mainz-Mom- bach hat durch die Ermittlungen der hiesigen Kriminalpolizei bereits seine Aufklärung gefunden. Als Täter konnten drei junge Leute ermittelt werden, von denen zwei inzwischen f e ft g e n o m ■ men wurden, während der andere noch flüchtig ist. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Getreidegroßmarktgeschäft hielt sich auch während dieser Berichtswoche in engen Grenzen. Es trat kaum stärkerer Bedarf auf, soweit Brotge- treibe in Frage kam. Obwohl bie Landwirtschaft in den letzten Tagen infolge der Beschäftigung mit der Hackfruchternte aus dem hiesigen Gebiet Weizen nur in geringem Umfange abliefert, blieb das Angebot hierin doch weiter ausreichend. Die Nachfrage der Großmühlen blieb sehr klein, da alle Lagerungsmöglichkeiten ausgenutzt sind. Es verblieb daher auf den Lagerstationen eine große Menge unverkauft, wobei sich das Angebot in mitteldeutschem Weizen mit recht hohen Naturalgewichten verstärkt hat. In Roggen blieb das Angebot normal, b. h. die abgelieferten Mengen mürben von ben Provinz- niühlen glatt ausgenommen, wogegen die Großmüh- len auch hierfür nur wenig Kaufneigung bekundeten, zumal diese über recht schleppenden Roggenmehl- absatz klagten. Zum Unterschied von Weizen war für Futter - getreide immer Bedarf vorhanden, der das kleine Angebot schlank aufnahm. Futtergerste ist weiterhin nur vollkommen unzureichend angeboten, so daß Umsätze hierin so gut wie ausfallen. Auch das nur mäßige Haferangebot wird vom Konsum gern gekauft, vielfach wurden auch Aufgelder für hohe Hektolitergewichte bezahlt, zumal dieses eine Ermäßigung von 2 RM. auf 1,50 RM. erfahren hat. Braugerste hat weiterhin nur sporadische Umsätze aufzuweisen, auch Jndustriegerste war seitens der Kaffeebrennereien nur schwach gefragt Die Erhöhung sowohl der Weizen-, als auch der R o a g e n m e h lpreise bewirkte vorübergehend eine bessere Konsumnachfrage, später wurde aber von neuen Abschlüssen nichts mehr bekannt. Am Futtermittelmarkt blieben ölhaltige Artikel bei sehr knappen Zuteilungen seitens ber Mühlen stark begehrt, auch Biertreber unb Malzkeime waren in den letzten Tagen gesuchter. Von Mühlennachfabrikaten begegnete Weizennachmehl größerem Interesse, während Kleie etwas reichlicher angeboten war, aber nur wenig Kauflust bestand. Von Rauhfuttermitteln haben die Strohpreise eine weitere Erhöhung erfahren: Weizen- unb Roggenstroh brahtgepreßt ober gebündelt stellt sich nunmehr auf 3,75 bis 3,85 RM. Wochenbericht vom Frankfurter Echlachtviehmarkt. Die erfreuliche Besserung im Schlachtviehgefchäft, Ibie seit einigen Wochen zu verzeichnen ist, machte lin der laufenden Wochen weitere Fortschritte. Auf .allen Marktgebieten wurde von recht lebhaftem Ab- ssatz berichtet, so daß, von kleinen Ausnahmen ab.gesehen, die Märkte ausverkauft wurden. Auch für {geringere Tiere zeigte sich in dieser Woche etwas lbessere Nachfrage, wenn auch Qualitätsware nach nvie vor hoch im Kurs steht und nur relativ wenig Angeführt war. H^rJinbermarft ^igte mit 1418 (gegen 0433) Tieren nur eine geringe Veränderung in ber Zufuhr; bei anhaltenb fester Stimmung würbe der Markt nahezu ausverkauft. Für Ochsen hielten sich Vie Preise auf der Höhe ber Vorwoche, währenb Dullen, Kühe unb Färsen um je 1 bis 2 Mark an- ßogen. Für Kälber war bie Nachfrage lebhaft; die um ??8 Tiere auf 1351 Stück verminderte Beschickung wurde geräumt. Gute Kälber erzielten einen Preis- Auftrieb von 5 Mark, auch geringe Tiere erfuhren em Donnerstagsrnarkt eine Besserung um 3 bis 4 Mark. . I. G. Farben-Industrie Scheideanstalt........ Goldschmidt ......... RütgerSwerke........ Metallgelellschaft...... Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. ___________ Ootum 4% deSgl. Serie II ............. 5% Siu man. vereinh. Rente v. 1903 t«?^um“nöerein6-8^nted.l913 SwA^«Inänifrf'e verrinh. Rente .. 8 ¥*% Anatolier............... Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o ........... o Norddeutscher Lloyd ........ n »P?r — 98,25 97,5 Phönix Bergbau...... ......0 50 50,13 49,9 49,75 Rheinische Braunkohlen ..... 10 225,5 228,25 227,5 228 Rheinstahl........... ...... 0 91,13 91 91 90,5 Bereinigte Stahlwerke. ...... 0 42,75 42,75 42,65 42,75 Otavi Minen ........ ......0 13 13 13,25 13,4 Kaliwerke Aschersleben. ......b 117 118 116,25 118 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth ......5 117,13 116,5 116,25 118 .... 7'/. 154 155 155 155,75 Kran.'kurc a. J»|. Lteru . Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß, kurs Schlußk. Mittag- börse Oatum 11.10. 12-10- 11-10- 12-10. 11 .Oktober 12-Okto ber Amtliche .Notierung Neid | Srie> Amtliche Dotierung Geld | Brie' Buenos Aire». 0,642 0,646 58,29 0,644 0,648 Brüssel..... 58,17 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia...... 3,047 3,053 3-047 3,053 Kopenhagen. 53,98 54,08 54,03 54-13 Danzig..... 81,20 81,36 81-18 81,34 London ..... 12,09 12,12 12,10 12,13 Helsingfors.. Paris ...... 5.34 5,35 5,345 5-355 16,39 16,43 16 39 16.43 Holland .... 168-50 168,84 168,50 168,84 Italien..... 21,45 21-49 21,45 21,49 Japan ...... 0.7Q5 0,707 0,707 0,709 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5.706 OSlo.....: 60-74 80,86 60,79 60,91 Wien....... 48,95 49,05 48-95 49,05 Lissabon.... 10,97 10,99 10,98 11,00 Stockholm... 62,34 62,46 62,40 62,52 Schweiz .... 81,09 81,25 81,07 81,23 Spanien.... 34,00 34,06 33,97 34,03 Prag....... 10,37 10,39 10,37 10,39 Budapest ... —» — Reuyork... 2,474 2,478 2,460 1 2-464 3erlln,l2. Oktober Geld Amerikanische Rvleu.............. 2-412 2,432 Belgische Roten.................. 58,01 58,25 Dänische Noten ................. 53,87 54,09 Englische Noten ................. 12,065 12,105 Französische Noten............... 16,35 16,41 Holländische Noten............... 168,08 168 76 Italienische Noten................ 21,33 21,4) Norwegische Noten .............. 60,63 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 62x24 Schwerer Noten................. 80,89 Spanische Noten................. 33JJ3 Ungarische Note»................ 94,25 — 94,25 101,75 101,75 — 29,5 1,3 1,4 7-8 7-8 7,05 14,4 14-1 — — — 8,1 JAHRE mit und ohne Pete Grebenhain sVogelöberg) Bellersheim 5970 V Fescher Mantel CARLMowäCK GIESSEN SELTERSWEG 81 Lichtspielhaus «ßießen Nur noch 2 Tage 5986 c t.fäöftr 14. Oktober bis 11- November 1934 5985 A Mänteln In einer ganz Lichtspielhaus enormen 2326 A bringen wir: 5965 Q Beginn am 24. Oktober. 5966 D Wir wnen Beachten Sie unsere f'JrS >nne lilep Wohin am Samstag und Sonntag «ff 9$ i, Zum Eintritt 50 Pf. 5918 D UNd i \ । Besucht die Ausstellung Gebr Imheuser meine Spezialmittel: 5944A am Markt 6000 A Nähmaschinen JNHABER. CARL HEINZ SCHLÜTER 5992 Wirzeigen die neusten Nachmusterungen in Neue Formen Neue Besätze Fritz Schmitt, Hilfsförster und Frau Erna, geb. Maul Fenster, schon dort können Sie sich orientieren. 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