184. Jahrgang Eichener Anzeiger Nr. 2^4 Erstes Vlatt_____ 184. Jahrgang Donnerstag, 15. September 1934 LLL'L'KS * A Ä »nn°hm. °°n AN--,gen Illi AM Aü AU hI 444 A4 A W BT B B B B WWW B Breite 7 Rps., für Text- Ohne Illustrierte , 1.80 W ■ wk. W H HL. W ■ Hak H A JBB ■ H «B '■Bk W «Ä Q Wk B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr . „ -.25 B | V B W WK W* W>| B W VW V V 60 Rpf.,Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen H ■ — 'wr B schwieriger Satz 25°/ft mehr WF V -rmah.g.e «rund-r-N-, SM General-Anzeiger siir Gberheffen DM zranttnr, am Main 11886 Druck und Verlag: vrühl'sche Unioerfitälrvuch- und Stetnbnidcrci «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Minderheiten in Not. Die X. Minderheitentagung in Bern. Kündigung aller deutschen Beamten im Memelgebiet — Durch Mandatentziehungen Landtagssitzung unmöglich gemacht — Vernichtung des weiß-russischen Schulwesens in Polen — Erbitterte Bekämpfung der baskischen Auto- nomiebwegung durch Spanien — Unterdrückung der ukrainischen Schulen im tschechischen Karpathenland — Rigorose Entnationalisierungsmethoden Italiens — scharfe Erlasse gegen slawische Kirchengesänge und und slawische religiöse Inschriften in der Julifchen Mark — diese Ereignisse der Entrechtung der Minderheiten spielten die Ouvertürenmusik zu der Eröffnung des europäischen Nationa- l i t ät e n k o ng r e s f es , der eben in B e rn zu Ende gegangen ist. Ouvertürenmusik, jawohl, und nicht etwa länger zurückliegende oder wahllos herausgegriffene Ereignisse aus dem Kampf gegen die Minderheiten stellen die oben nur schlaglichtartig anaedeuteten Unterdrückungsmaßnahmen dar. Ereignisse, von deren plötzlichem Hereinbrechen beeindruckt die Delegierten der betroffenen Nationalitäten nach Bern kamen. Es ist nicht weiter verwunderlich, wenn die Debatten leidenschaftlicher und erregter waren, die Entschließungen in Ton und Form härter als einst. Man soll in der europäischen Oeffentlichkeit auch eines nicht außer acht lassen, daß der Nationalitätenkongreß keine Veranstaltung von mehr oder weniger beschwerten Berufspolitikern ist, sondern idas Ausspracheforum für Männer, die, von leidenschaftlicher, hingebungsvoller und opferbereiter Liebe zu ihrem Volkstum getrieben, ihr Leben und ihre Arbeit oft unter bewundernswerter Hintansetzung der Sicherheit, geschweige denn der ffonstigen materiellen Interessen der eigenen Person, rin den Dienst der Erhaltung ihres Volks- ttums und seiner Kultur gestellt haben. Es ist unter diesen Umständen auch ganz selbst- iverständlich, daß gerade von der deutschen Oeffentlichkeit gesehen der Berner Tagung ein ganz besonderes Interesse zukommt. Das deutsche Volk, Las seine tiefen Kräfte aus den unversiegbaren Duellen echten, unoerfälschbaren Volkstums schöpft, das die fundamentale Bedeutung der Erhaltung des Volkstums für das Leben der Nation erkannt hat, dessen Kanzler das stolze Wort ausgesprochen hat, nur der trage wahrhafte Liebe zum eigenen Volkstum in sich, der auch das fremde achte, dieses deutsche Volk weiß um die seelische und körperliche Qual, um die demütigende Tragik der gewaltsamen Unterdrückung. Und darum versteht es Die Bedeutung und den Wert all derjenigen Bemühungen richtig einzuschätzen, die darauf hinzielen, was schwere Los der Minderheiten aller Völker zu bessern. Kein Wunder, daß dann die deutschen Ver- ireter im Nationalitätenkongreß mit die mutigsten and tatkräftigsten sind. Kein Wunder aber auch, daß tors Einvernehmen unter diesen Männern, die wie t ine große Liebe zu Volkstum und Heimat trotz oft jo gewaltiger Verschiedenheiten von Rasse und Religion zusammenschweißt, das denkbar beste ist, und )>aß ihre Kongresse stets in einer tatsächlich vor- i ildlichen Harmonie verlaufen. So auch der diesjährige, der zehnte. Das Völker- iiemifd) war dabei in diesem Jahr besonders bunt: Katalanen, Basken, Ungarn, Russen, Ukrainer, Qolen, Jugoslawen, Bulgaren, Tschechen, Litauer, Deutsche und Vertreter aller übrigen europäischen Volksgruppen waren anwesend. Allerdings war nuch die Tagesordnung dazu angetan, weltpoliti- iches Interesse zu wecken und die Vertreter auch I (»er letzten und kleinsten Volksgruppe auf den Plan . ju rufen. Denn in Verbindung mit dem Antrag Molens auf Verallgemeinerung des internationalen Minderheitenfchut- . j,e s durch den Völkerbund war eine vorherige Stellungnahme der Volksgruppen unerläßlich. Zu ism Antrag schreibt zwar die offiziöse „Gazeta Molska", er verfolge kein taktisches Ziel und sei auch rid)t an den Eintritt Rußlands in den Bund gefunden. Trotzdem hat dieser Antrag feinen Pferdefuß, den auch eine noch so euphemistische Betrachtungsweise nicht übersehen kann. Wie die Dinge rümlich augenblicklich liegen, ist eine Ablehnung büs Antrags in seiner heutigen Fassung zu erwar- t-m. Der polnische Antrag will den Minderheiten- f(Iutz auf alle Länder der Welt ausdehnen. Aus der begreiflichen Auffassung aber, nur das in Angriff i zu nehmen, was realisierbar ist, vertritt der ' öwtionalitätenkongreß die Ansicht, die Verallgemei- |Irrung müsse auf den europäischen Raum beschränkt bleiben, da die Daseinsbedingungen dir europäischen Völker von denen außereuropäi- : faoer völlig verschieden sind. Die Gefahr für den Minderheitenschutz überhaupt — man muß sich frag'! n, von wem und wieweit sie nun absichtlich hiraufbeschworen ist — liegt darin, daß die mögliche Ablehnung dazu benützt werden könnte, d i e Geltung der bestehend en Minderhei- I nrechte und die sich daraus ergebenden Ver- s>lichtungen der Staaten überhaupt in Frage ja {teilen. Gegen solche Versuche mußte sich der Ingreß schon im Vorhinein energisch zur Wehr je^en. än diesem Zusammenhang wurden auch die IDeifeitigen Schutzverträge behandelt. D. r Vertreter der deutschen Minderheit in Estland, E) a ff e [blatt, vertrat die eben so einfache neuartig-geniale These einer Art M e i st b e - :nstigungsklausel, so daß künftig ein 5:tnat, der der Minderheit eines anderen Volkes - aus welchen Erwägungen auch immer — be- inmte Vergünstigungen gewährt, gezwungen ist, tHe auch jeder anderen Minderheit zu- kommen zu lassen „Deutschland, ein fester Hort des Friedens." Der Führer und Reichskanzler an das zum ersten Empfang versammelte Diplomatische Korvs. Berlin, 12. Sept. (DNB.) Im Reichspräsiden-■ tenpalats fand Mittwoch mittag der erste große Empfang der Missionschefs aller in Berlin akkredi-1 tierten Länder statt Schon gegen 11 Uhr wies das | Aussehen der Wilhelmstraße auf ein Ereignis besonderer Art hin. Zu Tausenden hatten sich hier die Berliner vor der Reichskanzlei und dem Reichspräsidentenpalais eingefun- < den, um dem Führer auf feiner Fahrt durch die Wilhelmstraße zu huldigen und der An- und Ab-' fahrt der Diplomaten beizuwohnen. Der Andrang der Bevölkerung war so groß, daß sogar berittene: Schutzpolizei eingesetzt werden mußte, um den Fahrweg freizuhalten. Dom Altan des Palais grüßte eine riesige Hakenkreuzfahne, während auf dem Dach die ruhmreiche deutsche Kriegsflagge, das Schwarzweißrot mit dem Adler, flatterte. Inzwischen war im Vokgarten ein verstärktes Wachkommando der Reichswehr einmarschiert, um den Diplomaten die Ehrenbezeugungen zu erweisen. Ein Heer von Pressephotographen und Kinooperateuren belagerte die Einfahrt zum Palais. Gegen 12 Uhr rollte ein Wagen nach dem anderen in den Vorhof ein. Das starke Wachkommando präsentierte jedesmal beim Eintreffen der Diplomaten das Gewehr und bei den Botschaftern sowie dem Doyen des Diplomatischen Korps, Nuntius Orsenigo, ertönte Trommelwirbel. Die Auffahrt der Diplomaten. Kurz vor 12.30 Uhr hatte sich das Diplomatische Korps im festlich geschmückten großen Empfangssaal in der oberen Etage des Palais versammelt und in einem großen offenen Halbkreis Aufstellung genommen Zur Rechten standen die Botschafter, geführt vom Doyen des Diplomatischen Korps, dem Vertreter des Heiligen Stuhles Nuntius Orsenigo; ihnen schlossen sich die Gesandten an, dann folgten die ständigen und interimistischen Geschäftsträger. Hinter diesen nahmen die höheren Beamten des Protokolls Aufstellung. Annähernd 50 Diplomaten waren versammelt, um dem Führer durch den Mund des Doyen ihre Glückwünsche aussprechen zu lassen. Um 12.30 Uhr meldete der Chef des Protokolls Graf von Bassewitz dem Führer, daß das Diplomatische Korps versammelt sei. Gleich darauf erschien der Führer im Empfangssaal und schritt nach der Mitte des Saales. Ihm folgten der Reichs-, minifter des Auswärtigen Frhr. o. Neurath, der Staatssekretär der Präsidialkanzlei Dr Meißner, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Bülow, der Staatssekretär der Reichskanzlei Lammers, der Referent für innere Angelegenheiten der Präsidialkanzlei, Ministerialdirigent Dr. D o e h l e, der Referent für auswärtige Angelegenheiten der Präsidialkanzlei, Legationsrat Baron von P l e s s e n , der militärische Adjutant Major H o ß b a ch , sowie der persönliche Adjutant des Führers, Gruppenführer Brückner. Der Dopen des Diplomatischen Korps, der Apostolische Nuntius Monsignore Cesare Orsenigo, richtete an den Führer eine französische A n- sprach e, die in Uebersetzung wie folgt lautet: „Herr deutscher Reichskanzler! Das Diplomatische Korps freut sich, vor Ihrer Person zu erscheinen, um dem unmittelbaren Nachfolger des hochverehrten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, dessen Andenken unauslöschlich in unseren Herzen eingeprägt ist, feine aufrichtige Gratulation und die besten Wünsche darzubringen. Durch unser heutiges Erscheinen möchten wir Eurer Exzellenz zum Ausdruck bringen, daß ein jeder von uns dem neuen Oberhaupt d e s Deutschen Reiches gegenüber dieselbe Bezeugung der Ehrerbietung und die gleiche Versicherung der gegenseitigen Zusammenarbeit, die er bereits anläßlich der Ueberreichung feines Beglaubigungsschreibens ausgesprochen hat, heute erneuert. Wir sind der Ueberzeugung, daß Eure Erzellenz alle Bemühungen bei Erfüllung der edlen Mission, die unsere Staatsoberhäupter uns anvertraut haben, angelegentlichst unterstützen werden, um die guten Beziehungen zwischen Deutschland und unseren Ländern aufrecht zu erhalten und zu festigen und so zur Erhaltung des Friedens in der Welt beantragen. Wir wissen wohl, daß man nur durch das Erstarken des Geistes derWahrheit, der Gerechtigkeit und der Nächsten- liebe in der Welt zur Befriedung der Völker gelangen kann. Und wir sind glücklich darüber, daß Eure Exzellenz zu wiederholten Malen die Erklärung abgegeben haben, daß Deutschland, im Herzen Europas gelegen, fest entschlossen ist, ein wirksamer Faktor des Friedens zu sein. Wir können bereits feststellen, mit welcher hingehenden Sorge Euere Exzellenz in Ihrem neuen Amte daran arbeiten, Ihrem Vaterlande wieder über die schmerzlichen Folgen der Arbeitslosigkeit hinwegzuhelfen und die Wohlfahrt des deutschen Volkes herbeizuführen. So geben wir dem Wunsche Ausdruck, es möge Ihrem Vaterland unter der nunmehr in Ihren Händen vereinigten obersten Regierungsgewalt gegönnt fein, eine Wohlfahrt zu erreichen, die die innere Ruhe Ihres Landes gewährleisten kann. Wir wünschen auch, daß Deutschland den Besitz arrer Güter einer höheren Ordnung, die den roah n Schatz einer jeden Nation bilden, immer mehr befestige. Möge göttliche Vorsehung diesen Wünschen uni) Hoffnungen Verwirklichung verleihen für die Größe Ihres teuren Vaterlandes, das Ihnen soeben bis höchste Amt des Deutschen Reiches übertragen hat." Wechselseitige Achlmu und Anerkennung die Grundlagen deutscher Außenpo itik. Der Führer und Reichskanzler antwortete hierauf mit folgenden Worten: „Herr Nuntius! Euerer Exzellenz danke ich aufs herzlichste für die Glückwünsche, die Sie mir im Namen des Diplomatischen Korps aus Anlaß der Uebernahme des bisherigen Amtes des Reichspräsidenten ausgesprochen haben. Mit besonderem Dank.erfüllt es mich, daß Sie dabei noch einmal des verewigten Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg gedachten. Die Erinnerung an ihn wird unauslöschlich im Herzen aller Deutschen weiterleben. Sie haben, Herr Nuntius, der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß ich Sie in Ihrer Aufgabe, die guten Beziehungen zwischen Ihren Ländern und Deutschland aufrechtzuerhalten und zu festigen, unterstützen werde. Es ist mein Dille, enge und aufrichtige Verbindungen zwischen Deutschland und den fremden Mächten zu erhalten und dadurch ein gegenseitiges Verstehen und kennenlernen zu fordern, das zur Zeit noch vielfach fehlt und das die Grundlage wechselseitiger Achtung und Anerkennung ist. Die großen Aufgaben, die wir uns gestellt und — wie Sie, Herr Nuntius, selbst sagen — mit Erfolg in Angriff genommen haben, können wir nur losen, wenn uns und der Welt der Frieden erhalten bleibt. Auch heute und vor Ihnen, meine Herren Vertreter der fremden Staaten, erkläre ich, daß es das unverrückbare Ziel meiner Politik ist, Deutschland zu einem festen hort des Friedens zu machen. Nicht Macht und Gewalt sollen die Beziehungen unter den Völkern bestimmen, sondern der Gei st der Gleichberechtigung sowie die Achtung vor der Arbeit und Leistung eines jeden anderen Volkes. Unter dem Schuhe dieses Friedens werden ich und mit mir die Reichsregierung alle Kräfte der seelischen Wiederaufrichtung unseres unter den Noten des Krieges und der Nachkriegszeit fast zusammengebrochenen Volkes, der inneren Neuordnung unseres Reiches und der Ueber- windung feiner wirtschaftlichen und sozialen Not widmen. Wenn wir diese Aufgaben zu losen vermögen — und w i r werden sie lösen — so dient Deutschland nicht nur sich selbst, sondern der ganzen Welt, und es trägt damit zu seinem Teil bei zum Wohle und zum Fortschritt der Menschheit. Zu diesem Werke, das hoffen wir zuversichtlich, wird uns der Segen der göttlichen Vorsehung, den Sie, Herr Nuntius, in so warmen Worten für uns anrufen, nicht versagt sein! Ich bitte Sie, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Länder meine Der Führer und Reichskanzler bei feiner Ansprache an das Diplomatische Korps und dessen Sprecher, den päpstlichen Nuntius Monsignore Orsenigo (links). Rechts hinter dem Führer Reichsaußenminister Freiherr von Neurath. •zl Ni Hx ' tz < t h M O Jt tv, 'M lieber den oben bereits angedeuteten, mehr theoretischen Rahmen hinaus wandte der Kongreß auch dem in Aussicht gekommenen Eintritt Rußlands in Öen Völkerbund feine besondere Aufmerksamkeit zu. Wenn der Kongreß in leidenschaftlicher Weise sich dafür einsetzte, es fei vom Bund zu fordern, daß er von jedem neuemtretenöen Mitglied die feierliche Verpflichtung auf die bestehenden 'Minderheitenschutzbestimmungen entgegennehme, dann bedeutet das, auf Rußland ausgedehnt, nackt und klar nicht mehr und nicht weniger als die Uebernahme der Verpflichtung, die Ukrainer und die Wolgadeutschen nicht dem sicheren Hungertode preiszugeben und sie nicht kulturell und seelisch verkümmern zu lassen. Es ist dem Kongreß zu danken, daß er mit Entschiedenheit die Sache der Völker, die über Minderheiten in Rußland verfügen, zu der {einigen gemacht hat. In einer Zeit, da man in den westlichen Staaten ] den Bolschewismus zwar verdammt, mit dem Sow- I jetstaat aber Geschäfte abschließt, da man die Unterdrückung von Moral und Gottesglauben in Rußland zwar verurteilt, aber aus „allgemein - politischen Erwägungen" den Sowjetstaat unter die Zahl von kulturell gleichberechtigten Nationen aufnimmt, verdient es gerade in Deutschland Erwähnung, wenn über die Hungerkatastrophe in Rußland erschütterndes Material veröffentlicht wird, das von dem Hinsterben von Millionen Volksgenossen der am Kongreß beteiligten Nationen berichtet. Unparteiische Beobachter haben Mitteilungen von vier dis fünf Millionen Opfern im Hungerwinter 1933/34 gemacht, an denen die kaum eine Million zählende Minderheit der Wolgadeutschen mit über 140 000 beteiligt ist. Die „Basler Nachrichten" fragen mit Recht: Soll sich derartiges auch in diesem Winter wiederholen? In dem Dank an den Kardinal Erzbischof von Wien und den Erzbischof von Canterbury für die von ihnen unternommenen Hilfsaktionen, die Rußland nunmehr verboten hat, drückte der Kongreß erneut seine uns Deutsche so sympathisch berührende Verbundenheit und sein Mitgefühl,mit dem Schicksal der Betroffenen aus. Es ist dem Kongreß zu danken, daß er einhellig diese Frage dem Völkerbund anläßlich des geplanten (Eintritts Sowjetrußlands zu läsen aufgegeben hat. Mit kühlem politischem Verstand, aber heißer menschlicher Anteilnahme und unlöslicher Verbundenheit mit den Volksgenossen an der Wolga und ihren nichtdeutschen Schicksalsgefährten wird das deutsche Volk die Regungen verfolgen, nach denen die Staatsmänner Europas und der Völkerbund bei der Behandlung dieser grundsätzlichen Frage ihre Entschlüsse treffen und ihre folgenschweren Entscheidungen fällen werden. Deutscher Erntedanktag 1934 Sonntag, den 30. September. Erste Bekanntmachung. Die Richtlinien für den Deutschen Lrnte- banktag 1934 werden Anfang d er kommenden Woche in der gesamten Presse bekanntgegeben. Für den Gau ist der Gaupropagandaleiter. für die Kreise sind die Kreispropagandaleiter mit der Durchführung beauftragt. Das Programm wird in enger Zusammenarbeit mit den Dauernführern sowie den Kreiswarten der N S G. „Kraft durch Freude" durchgeführt. Selbständige Feiern und Unternehmungen irgendwelcher Art, die nicht den kommenden Richtlinien entsprechen und nicht von den zuständigen Propagandaleitern der NSDAP. genehmigt sind, b ü r f en nicht stattfinden. Gez. Rlüller-Scheld, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. aufrichtigsten Wünsche für eine glückliche Zukunft unser aller Völker entgegenzunehmen." Nach dem Austausch der Ansprachen begrüßte der Führer und Reichskanzler die einzelnen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger und nahm deren Glückwünsche entgegen. Stürmische Huldigungen für den Führer. Während im Präsidentenpalais der Empfang der Diplomaten stattfand, hatte der Andranader Berliner Bevölkerung vor dem Palais einen geradezu bedrohlichen Charakter angenommen, so daß die Polizei große Mühe hatte, die drängende Menschenmenge zurückzuhalten. Als dann die Wagen mit den Diplomaten aus dem Vorgarten des Reichspräsidentenpalais herausfahren, bricht die Begeisterung der bisher aeduldig wartenden Menschenmenge durch. Sie fordert immer wieder das Erscheinen des Führers. Die Heilrufe, die die Wilhelmftraße entlang donnern, nehmen kein Ende. Endloses Händeklatschen bringt der harrenden Menschenmenge endlich den gewünschten Erfolg. Auf dem Balkon des rechten Palais-Flügels erscheint der Führer in Begleitung des Ministers des Auswärtigen, Freiherr n von Neurath, und des Staatssekretärs Meißner. Ein Sturm der Begeisterung bricht los, der erst ein Ende findet, nachdem der immer wieder dankende Führer wieder in das Zimmer zurücktritt. Bald darauf erscheint, von der jubelnden Menschenmenge begeistert begrüßt, der Kanzler im Portal des Reichspräsidentenpalais. Die Wachttruppe steht unter präsentiertem Gewehr. Nach allen Seiten grüßend, geht der Führer zur Wachttruppe und begrüßt persönlich den Offizier der Wachttruppe, um dann die Front abzuschreiten. Das Echo der Friedensbotschaft des Führers in Paris und London London, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Friedensbotschaft des Führers und Reichskanzlers bei dem Empfang des Diplomatischen Korps am Mittwoch widmet die Londoner Presse durch eine große Aufmachung besondere Beachtung. Redaktionelle Aeußerungen dazu veröffentlichen bisher nur das Blatt der Arbeiterpartei, der „Daily Herold", ferner der liberale „News Chronicle" und der konservative „Daily Telegraph". Wie nicht anders zu erwarten war, überbieten sich die drei, durch ihre unfreundliche Einstellung zu Deutschland bekannten, englischen Blätter in bösartigen Angriffen. „Daily Telegraph" schreibt allerdings in etwas freundlicherem Ton, doch decken sich seine Ausführungen im wesentlichen mit denen der anderen genannten Blätter. Die Stellungnahme des größten Teiles der maßgebenden englischen Presse steht somit noch aus. * Die Pariser Presse bringt den Empfang des Diplomatischen Korps in Berlin an erster Stelle und gibt die Ansprachen des Apostolischen Nuntius und des Führers sehr ausführlich wieder. Besonderer Nachdruck wird auf die neue Erklärung Adolf Hitlers über den Friedenswillen gelegt, ebenso wie man aus den Erklärungen des Nuntius den Hinweis darauf hervorhebt, daß bereits in der Beseiti- aung derArbeitslosigkeitWichtigesge- sch e h e n sei. Tagesbefehl an die SA. Berlin, 12. Sept. (DNB.) Die NSK. meldet: Der Chef des Stabes, Luhe, hat folgenden Tagesbefehl an die SA. erlassen: Rach den erhebenden Tagen von Nürnberg danke ich allen SA. - Führern und - 2H ä n n e rn , vor allem aber auch dem A u f - marsch st ab und Feldjägerkommando für ihre Leistung und Hingabe. Nürnberg war die Konzentration unseres Willens und Glaubens, eine unvergleichbare Demonstrierung des geeinten nationalsozialistischen Deutschland. Darüber hinaus aber waren die Tage von Nürnberg Beweis und Zeugnis für die Disziplin, den Opfergeist und die prächtige Dienstauffassung der SA. Sie hat ihre Leistung gezeigt beim Appell, den beiden großen Märschen, draußen im Feldlager und bei den Fahrlen in die Stadt der Parteitage. Besondere Anerkennung verdient diese Leistung, weil organisatorische, umfangreiche Vorarbeiten in kürzester Zeit infolge der Ereignisse des 30. 3uni vollbracht werden mußten und der neue Stab erst wenige Wochen in Tätigkeit stehl. Wie in Nürnberg die S A. Schuller an Schulter stand und marschierte mit den übrigen Organisation en der Partei, so wollen wir in gleicher Kraft und Hingabe, im gleichen Willen und gleicher Disziplin die Aufgabe lösen für die Zukunft, unseren Körper stählen in Sport und Märschen, unsere Seele und unsere Herzen und unsere Gedanken aber schulen im Geiste des Nationalsozialismus. Wir wollen und müssen in unserer SA. vorbildlich werden und bleiben für unseres ganzen deutschen Volkes Söhne. (gez.) Luhe, Lhef des Stabes. Die Eröffnung der Generalaussprache in Genf. Bundeskanzler Schuschnigg über die Lage Oesterreichs.-DerIre de Valero fordert normales Aufnahmeverfahren für Rußland. kam dann auf den bevorstehenden Eintritt tragen. Die Ansichten über die Zweckmäßigkeit der Aufnahme Sowjetrußlands seien verschieden. Er persönlich sei dafür, jedoch müsse der Meinung derjenigen Staaten, die dem Eintritt feind- l i ch gegenüberständen, R e ch n ung getragen Der irische Regierungschef de Valero eröffnet. Als erster Redner bestieg der argentinische Delegierte C e n t i l o die Tribüne. Dann sprach werden. Darum sei er der Ansicht, daß d a s n o r - male Aufnahmeverfahren auch für Sowjetrußland Anwendung finden müsse. Der Politische Ausschuß müsse mit der Frage befaßt werden. Die Prüfung der Aufnahmeeignung müsse in gewohnter Weise vor sich gehen. Es gehe nicht an, daß Sowjetrußland durch Nichtbeachtung dieses Verfahrens von vornherein eine Vorzugsstellung eingeräumt werde. — Die Rede de Valeros wurde von der Versammlung stark beachtet, was auch durch den Beifall zum Ausdruck kam. Paris ist verstimmt Ungeahnte Schwierigkeiten stellen sich Rußlands Eintritt entgegen. Genf, 12. Sept. (DNB.) Nach Eröffnung der Vollversammlung des Völkerbundes bestieg der schweizerische Bundesrat Motta die Rednertribüne, um dem Andenken des österreichischen Bundeskanzlers Dollfuß und des langjährigen ita- ______ .... _______ , lienifchen Delegierten Scialoja einige Erinne- Sowjetrußlonds zu sprechen. Das Problem rungsworte zu widmen. Die Rede Mottas wurde stehe auf der Tagesordnung. Es sei jedoch ein von der Versammlung mit Beifall ausgenommen.! Fehler, die Frage in Hotelzimmern auszu- Darauf dankte der Hauptdelegierte Italiens Baron “ ......" * Slloisi dem Redner herzlich für die Würdigung Scialojas und der österreichische Delegierte Baron Flügel schloß sich diesem Dank im Hinblick auf den Bundeskanzler Dollfuß an. Die Völkerbundsversammlung erhob sich dann auf Ersuchen des Präsidenten zur Ehrung der beiden Toten. Erst im Anschluß an diese Kundgebung wurde dann die Generaldebatte der Dölkerbundsversammlung der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg zunächst über die Politik und die Arbeit seines Vorgängers, den er als glühenden österreichischen Patrioten und guten Europäer schilderte. Er wolle nicht darauf eingehen, ob es richtig war, das heutige Oesterreich zu schaffen. Trotzdem wolle er feststellen, daß Oesterreich in seinem gegenwärtigen Zustande aufrecht erhalten werden müsse. Das sei das Grundprinzip der inneren und äußeren Unabhängigkeit Oesterreichs. Seine Regierung sei fest entschlossen, diese Unabhängigkeit zu verteidigen. Auf die Frage, ob Oesterreich mit seinen eigenen Mitteln das durchführen könne und ob die innere Entwicklung auf die Dauer die Aufrechterhaltung der Ordnung und die friedliche Entwicklung des Landes garantiere, könne er antworten: Oesterreich ist lebensfähig, wenn man ihm erlaubt, zu leben. Bundeskanzler Schuschnigg ging dann auf die Verfassungsänderung in Oesterreich ein und bestritt, daß es sich um eine Diktatur handle. Die Wirtschaftskrise habe auch zur Verschärfung des Radikalismus im Lande beigetragen und eine ruhige Auswirkung der Verfassungsänderung erschwert. Oesterreich habe nicht die Mittel gehabt, zu verhindern, daß politische Bewegungen, die ihren Ursprung außerhalb seiner Grenzen hatten, Rückwirkungen auf das innere Leben zur Folge gehabt haben, und daß auswärtige politische Kräfte auf direktem oder indirektem Wege versuchen konnten, die politische Entwicklung in Oesterreich zu beeinflussen. Die Unruhen und Kämpfe im Februar und Juli seien mit illegalen Waffen durchgeführt worden, über deren Herkunft er nicht sprechen wolle. In beiden Fällen hätte sich eine revolutionäre Minderheit der überwältigenden Mehrheit des österreichischen Volkes gegenüberbefunden. Die österreichische Regierung habe sich ihren inneren Gegnern gegenüber niemals durch ein Ge- fühl der Rache leiten lassen. Die Sühne habe niemals die Grenzen überschritten, die durch die Notwendigkeit der Aufrecherhaltung der Ordnung und Sicherheit gezogen worden seien. Allerdings d i e Parteien in Oesterreicht gehörten der Vergangenheit an, der Versuch, sie wieder zu erwecken, würde reaktionär sein. Wenn sein Land sich allen terroristischen Drohungen widersetze, so kämpfte es nicht nur für seine eigene Existenz, sondern verteidige gleichzeitig die richtig verstandenen Interessen aller seiner Nachbarn, d. h. Oesterreich verteidige nicht nur die Interessen des Zweiges des deutschen Stammes, den es seit Jahrhunderten verteidige und schütze, sondern es diene in Wahrheit dem Frieden der Welt. Zum Schluß bat Schuschnigg die Völkerbundsversammlung um Verständnis und Hilfe für sein Land. Während Schuschnigg für den größten Teil seiner Rede sich der deutschen Sprache bediente, ging er an Stellen, auf die er besonderen Wert legte, zwischendurch ins Französische über. Wie in ähnlichen Fällen üblich, erhielt der österreichische Bundeskanzler persönliche Glückwünsche verschiedener Minister, darunter Aloisis und Simons, als er an seinen Platz zurückgekehrt war. Paris, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Rede d e V a l e r a s hat in der französischen Presse Mißstimmung hervorgerufen. Da bisher immer darauf verwiesen wurde,daß dieAufnahme Sowjetrußlands dank der Verhandlungen Barthous hinter den Kulissen ohne Schwierigkeiten vollzogen werden könnte, sieht man sich jetzt durch die scharfen Ausführungen de Valeras um die Früchte betrogen. Man wirft ihm vor, er wolle die Aufnahme absichtlich verzögern, obgleich man seinen Ausführungen kein positives Gegenargument entgegenstellen kann. Der „Matin" stellt fest, daß de Valero denselben Standpunkt vertreten habe, wie die englischen Dominien in den privaten Besprechungen. „Petit Parisien" meint, die Rede de Valeras sei unangebracht gewesen in einem Augenblick, in dem so heikle Verhandlungen geführt werden. Man müsse aber zuaeben, daß seine Ausführungen von einem großen Teil der Abordnungen geteilt werden. „Journal" spricht von einem Mangel an Logik bei de Valero, da er einerseits schärfste Kritik übe, aber andererseits sich bereit erkläre, für die Aufnahme Rußlands zu stimmen. Pertinax meint im „Echo de Paris", Frankreich habe zwei grundsätzliche Fehler bei der Vorbereitung der Aufnahme Sowjetrußlands gemacht, 1. habe Frankreich die Genfer Besprechungen un- aenügend vorbereitet und entwerfe heute Texte, die schon vor Wochen hätten aufgestellt werden müssen; 2. habe es die Unvorsichtigkeit begangen, Sowjetrußland glauben zu machen, es werde nicht den allgemein üblichen Regeln unterwor- f e n werden, sondern eine bevorzugte Behandlung finden, wie Mexiko und die Türkei. Sowjetrußland werde sehr wenig für die Aufrechterhaltung des Status quo beitragen. Deshalb wäre es auch von geringem Wert, diese Aufnahme teuer zu erkaufen. Sowjetrußland stehe sowohl dem Völkerbund als auch dem Ostpakt vollkommen gleichgül- t i g gegenüber. Für Rußland sei all dieses weiter nichts als eine notwendige Formalität für den Abschluß eines Bündnisses mit Frankreich gegen Japan. Litwinow über die Einladungs- sormel enttäuscht. 'London, 13. Sept. (DNB.-Funkspruch). Pressemeldungen aus Genf zeigen, daß dort in der Frage eines sowjetrussischen Eintritts in den Völkerbund eine sonderbare Lage eingetreten ist. Der Wortlaut des Einladungsbriefes soll angeblich Litwinow nicht befriedigt haben. Würde aber ein neuer Text abgefaßt, so würde die französische Abordnung mit ihren Verhandlungen für die Gewinnung von Unterschriften wieder von vorn anfangen müssen. Großes Aufsehen hat in London die Rede de Valeras mit ihren sarkastischen Hinweisen auf geheime Intrigen und Unterredungen in Hotelzimmern gemacht. Der Genfer „Times"-Vertreter sagt, de Valeras Aeußerung, daß das zugunsten Sowjetrußlands gebrachte Opfer sich kaum mit der Würde des Völkerbunds vertrage, fand viel Zustimmung. Der gewundene Charakter der Vereinbarung habe einen sehr schlechten Eindruck gemacht. Simon erklärte in Genf englischen Pressevertretern. seiner Ansicht nach sei der schnellste Weg in dieser Sache auch der beste Weg. Ist her Ostpakl bereite gescheiter!? Auch Polen und die baltischen Staaten wollen keine Beteiligung. London, 13. Sept. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, Polen habe beschlossen, sich an dem o st europäischen Pakt für gegenseitigen Bei st and nicht zu beteiligen. Die kleinen baltischen Länder hätten ihre Beteiligung von der Teilnahme Deutschlands und Polens abhängig gemacht. Es ist daher so gut wie gewiß, daß Estland, Lettland und Litauen unter den jetzigen Umständen ebenfalls die Vorschläge für diesen Pakt verwerfen werden. Von den Teilnehmern, die in Aussicht genommen waren bleiben also nur noch Frankreich, Sowjetrußland und die Tschechoslowakei übrig. Da England darauf beharrt, daß ein osteuropäischer Pak' gegenseitige Garantien für Deutschland entölten muh, ist es unwahrscheinlich, daß eine britische Zustimmung zu irgendeiner Vereinbarung zu erlangen sein wird, die diese Länder jetzt vielleicht untereinander schließen würden. Polens Haltung wird von der Ueberzeugung diktiert, daß es eher verlieren als gewinnen dürfte, wenn es einem Ostpakt beiträte. Es h a t schon Nichtangriffspakte mit Deutschland im westen und mit Rußland im Osten. Polen vertritt den Standpunkt, daß es, wenn solche Pakte überhaupt irgendwelchen praktischen Wert haben, schon versorgt ist. Die Tatsache, daß Polen den IBün/^en feines Alliierten Frankreich nicht flattgibt, braucht nicht als Zeichen einer Entfremdung zwischen beiden Ländern betrachtet zu werden, sondern als Zeichen der zunehmenden Entschlossenheit Polens, als durchaus gleichberechtigterund unabhängiger Staat anerkannt zu werden. Gute Beziehungen zwischen Frankreich und Polen entsprechen der Ueberlieferung, aber sie werden nicht vollkommen wiederhergestellt werden, solange Frankreich Polens Recht nicht anerkennt, befragt zu werden und über seine Politik so zu entscheiden, wie es nach feiner Itleinung seinen eigenen Interessen entspricht. Das Nichtzustandekommen einer Vereinbarung über den Ostpakt hat keine direkte Wirkung für England, dessen Haltung während der ganzen Zeit uninteressiert und wohlwollend gewesen ist. Aber die britische Regierung würde zweifellos ihren Einfluß gebrauchen, um jeden neuen Versuch einer Einkreisung Deutschlands durch weitere ausschließliche Bündnisse zu entmutig en. Ein Vorschlag Italiens. „Nichteinmischungspakt" für Oesterreich. Genf, 13. Sept. (Reuter-Funkspruch.) Wie verlautet, erwägen die Großmächte auf Veranlassung Italiens einen Vorschlag, nach dem die Großmächte die Nachbar st aalen Oefter- reichs zur Unterzeichnung eines Paktes einladen, in dem sie sich zur Nichteinmischung in österreichische Angelegenheiten verpflichten. Deutschland würde natürlich zur Beteiligung an dem Pakt eingeladen werden. Von der deutschen Antwort würde es abhängen, welche Wahnahmen die in Frage kommenden Staaten später ergreifen würden. Bundeskanzler Schuschnigg ist bei Sir John Simon, Barthou und Baron Aloisi gewesen. Letzterer hatte eine längere Unterredung mit Sir John Simon. Der Skandal der Rüstungsindustrie in USA. Washington, 13. Sept. (DNB.) Der Unter- uchungsausschuß über die Rüstungsindustrie beschäftigte sich mit dem führenden Chemiekonzern Dupont. Es ergab sich, daß Dupont von 1914 bis 1918 für 1245 Millionen Doi- lars Kriegsaufträge ausführte, heute u. a. d e n vierten Teil der General Motors kontrolliert und nach Kriegsende Teilhaber der Chemical Foundation wurde, die die beschlagnahmten deutschen Chemiepatente ausbeutete. Dupont zahlte im Jahre 1916 100 v. H., 1917 51 v. H. und 1918 26 v. H. Dividende. Aus dem weiteren Verhör ergibt sich, daß anscheinend amerikanische Flugzeugkonzerne aktive Armeeflieger oerwende- t e n, um ihre Flugzeugtypen im Fernen Osten, in Südamerika und Europa vorzuführen. 1930 soll sogar versucht worden sein, vom Marine- ministerium die Erlaubnis zu erlangen, ein a m e - rikanisches Flugzeugmutterschiff zu dem gleichen Zweck nach Südamerika zu entsenden, um der britischen Konkurrenz zu begegnen. Als behauptet wurde, daß der G e n e - ralstabschef Douglas McArthur während des Besuches in der Türkei im Jahre 1932 amerikanische Waffenausfuhren nach der Türkei begünstigt Habe, rief der Vorsitzende Senator Nye aus: „Es sieht fast so aus, als ob das Kriegs- und Marineministerium von der Regierung bezahlte und zu Privatgeschäften benutzte Verkaufsorganisationen sind." „New York Herald" berichtet, daß die Fabrik Northrop Company in diesen Tagen 2 2 Bombenflugzeuge neuesten Typs für China fertigaestellt habe. Die Flugzeuge, die eine Stundengeschwindigkeit von fast 400 Kilometer entwickelten, seien imstande, mit einer Bombenladung von 500 Kilogramm von Schanghai nach Tokio zu fliegen und ohne Brennstoffergänzung an ihren Ausgangspunkt zurückzukehren. Der Texiilarbeiterstreik Ter Schlichtungsausschutz gibt seine Bemühungen auf. Washington, 13. Sept." (DNB. Funkspruch.) Der Schlichtungsausschuß gibt folgende Verlautbarung aus: Trotz zweitägiger Bemühungen waren wir a u ß e r st a n d e , von den Arbeitgebern die Zustimmung zur grundsätzlichen Annahme einer schiedsgerichtlichen Entscheidung oder einer ähnlichen Maßnahme zu erlangen. Wir bedauern dies tief, glauben aber, daß es möglich ist, andere Wege zu finden, die zu einer schnellen, wirksamen und gerechten Regelung führen können. Im Zusammenhang mit dem Textilarbeiterstreik kam es an verschiedenen Stellen zu neuen ernsten Zusammen st ößen. So mußten Nationalgardisten in Putnam (Connecticut) Arbeitswillige gegen die Angriffe von etwa 3000 Streikenden schützen. In Woonsocket (Rhode Island) veksuchten 10 000 Streikende eine Fabrik zu stürmen. Die Na- tivnalgarde bemühte sich zunächst, die Angreifer mit Tränengas zurückzuhalten. Als dieses jedoch verbraucht war, mußte die Nationalgarde von der SchuhwaffeGebrauch machen, um die Streikenden zu vertreiben. Führertagung des NSKK. Berlin, 13. Sept. (DNB.-Funkspruch.) In Bayreuth fand die erste Führertagung des aus Motor-SA. und dem bisherigen NSKK. nunmehr zu einer selbständigen Gliederung der Bewegung zusammengefaßten Nationalsozialistischen Kraftfahr- Korps statt. In großen Zügen gab Obergruppenführer Hühnlein einen Ueberblick über das neue Aufgabengebiet, das nicht zuletzt die Heranbil« düng eines tüchtigen Fahr er- Na ch' Wuchses auf den über das ganze Reich verte»' ten Motor-Sportschulen des NSKK. W11* fassen wird. Es werde gleich ehrenvoll sein, od einer nun in einem Motor- oder Kraftwagen' Sturm feinen Dienst erfüllt. Beide zusammen bib den das Korps. Als äußeres Zeichen der Neugliederung wird das NSKK. demnächst durchgehend schwarze Spiegel und voraussichtlich auch eine der SA.-Feldmütze ähnliche schwarze Kopfbedeckung erhalten, die sich für den Kraftfahrdienst als besonders geeignet erwiesen hat. Auch die alten NSKK.-Männer werden je nach ihrer Bewährung und der Dauer ihrer Zugehörig' feit allmählich und stufenweise in die Dienst' grade der Motor-SA. einrücken können. Ehrengerichtshof des Handwerks. Das deutsche Handwerk hat bekanntlich durch die Verordnung vom 15. Juni 1934 eine ständische Gerichtsbarkeit erhalten. Ihre Aufgabe ist die WaY' rung der Standesehre und des G e m et n' g e i st e s im Handwerk. Die oberste Instanz dieser Ehrengerichtsbarkeit ist der Ehrengericht s- Hof beim Deutschen Handwerks- un Gewerbekammertag, der in B er11n der Besetzung mit einem richterlichen Vorsitzenden, NIVEA 7035 mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. rJX ' X-rPf. Z^ 'fürdie gFOSSC Tube Gemeinschaft. der einem richterlichen Beisitzer und drei Handwerkern als weiteren Beisitzern entscheidet. — Der Reichsminister der Justiz hat nun im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister den Amts- und Landesgerichtsrat Dr. Th. Rohlfing zum Vorsitzenden des Ehrengerichtshofes ernannt. Stellvertretender Vorsitzender und richterlicher Beisitzer wurde Amtsgerichtsrat W a w r e tz k e, stellvertretender richterlicher Beisitzer wurde Amtsgerichtsrat G f r ö r e r. und als kostbares Gut gepflegt haben. Dagegen sind sie für das Deutschtum verlorengegangen, wenn sie ihr Volkstum vergaßen. Dieses Beispiel werbend und warnend ins Volk hlnelnzu- fragen, soll der tiefste Sinn dieses Festtages sein. Lufttemperaturen am 12. September: mittags 27,1 Grad Celsius, abends 18 Grad: am 13. September: morgens 16,3 Grad. Maximum 27,3, Minimum 14,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. September: abends 20,2 Grad: am 13. September: morgens 16,6 Grad Celsius. — Sonnen- scheindauer 9,3 Stunden. Kunst und Wissenschaft. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes zu bett Untersuchungen W. von Brehmers. Oie Eröffnung -es Deutschen Pfarrertages in Frankfurt a.M. Kleine politische Nachrichten. Am kommenden Samstag findet in München eine Tagung der Gebietsfuhrer derHJ. aus dem ganzen Reich statt. An der Feldherrnhalle wird der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach die Weihe von 28 Bannfahnen vornehmen, die am Abend vorher in feierlichem Zuge zur Feldherrn- hulle gebracht werden. Der Sonntag ist einer Tagung aller HJ.-Führer des Gebietes Hochland gewidmet. Der österreichische Bundeskanzler hat das Verbot der Verbreitung aller im Deutlage wird daher fortbestehen, die Temperaturen erreichen bis Mittag weiterhin recht hohe Werte. Aussichten für Freitag: Heiter, zeitweise auch leicht wolkig oder dunstig, tagsüber recht warm, trocken. assung nicht geändert werden, lieber den Umfang dessen, was unter Bekenntnis und Kultus zu begreifen ist, entscheidet zunächst die Landeskirche. Kirchenkonferenz der Lausanner Einiaungsbewegung. Berlin, 12. Sept. (DNB.) Der Fortsetzung-, ausschuß der Lausanner Weltkirchenkonferenz hielt in den ersten Septembertagen in Herten st ein am Vierwaldstätter See eine Tagung ab, die der Vorbereitung der für August 1937 geplanten Zweiten Weltkonferenz in Lausanne diente. Die Verhandlungen fanden unter dem Vorsitz des englischen Erzbischofs von Port statt. Vizepräsidenten waren der deutsche Universitätsprofessor D Adolf Deißmann und der französische Pfarrer D. Charles Merle d ' Aubigne (Varis). Die Deutsche Evangelische Kirche war durch Bischof Der erste -eutsche„Reichsfchultag" Zum $eft der deutschen Schule (Tag des deutschen Volkstums) am 16.9.1934 Don Staatsrat Block, Darmstadt. fchaftlichen Nöten durch Wort und Tat, durch Bitten, Betteln und Sammeln zu helfen. Wenn wir das Fest der deutschen Schule, das wir m diesem Jahr zum ersten Male im ganzen Reich begehen, mit vollem Recht als Tag des beut» fdjen Volkes bezeichnen wollen, so müssen wir es in den kommenden Jahren ausdehnen auf unsere deutschen Auslandsschulen, die mit den deutschen Jnlandschulen zusammen die deutsche Schule des Dritten Reiches bilden als einer Stätte geistiger, kultureller Zusammenarbeit des deutschen Volkstums der ganzen Welt zur Erhaltung unseres Erbgutes, das uns die Vorsehung an- vertraut hat als Mitgift und zugleich als Beisteuer zum Kulturgut der Welt, die ohne den deutschen Einschlag geistig ärmer wäre. Begehen wir stolz und freudig am 16. September 1934 den ersten deutschen Reichsschultag. Gestalten wir ihn so, in Ernst und Frohsinn, daß in den kommenden Jahren auch die deutschen Auslandschulen sich zu gleicher Stunde in vaterländischer Festesfeier uns anfchließen und eingliedern. Es soll ein Weltfeiertag der deutschen Jugend — gemeinsam begangen mit ihren Lehrern und Eltern — als Bekenntnis zum deutschen Volkstum und als Symbol einer glücklichen Zukunft unseres Volkes erstehen. Der 16. September möge den Grundstein hierzu legen! Der Reicht Innenminister zum Fest der deutschen Schule. regierung teilnahmen, sprachen der Oberbürgermel- ster der Stadt Wittenberg, Dr. Engelke als Vertreter des Reichsbischofs und Direktor Thulin, in dessen Hand die gesamte Leitung der Jubiläumsfeier liegt. Alle Reden klangen zusammen in dem Bekenntnis zur Gegenwartsbedeutung der Lutherbibel und in der Anerkennung ihrer Sendung für die deutsche Kultur und Schriftsprache. * Unter der Führung der Reichskirchenregierung und dem Protektorat des Bischofs der Lutherprovinz Sachsen ift die Reichsgeschäftsstelle „Deutscher Bibeltag 1934" gegründet worden. Der organisatorische Mittelpunkt ist die Bibelstadt Halle a. d. Saale, wo vor mehr als 200 Jahren die älteste deutsche Bibelgesellschaft (von Cansteinsche Bibelanstalt) ins Leben gerufen wurde. Der deutsche Bibeltag sieht seine Aufgabe darin, die deutsche Lutherbibel wieder in jedes deutsche Haus zu tragen und einzelne Schriften der Bibel in Sonderdrucken zu verbreiten. D. Heckel, Oberkirchenrat Dr. Krumm ach es und Privatdo^ent Dr. W e n d l a n d vertreten. Von den deutschen Mitgliedern des Ausschusses waren außer Professor Deißmann Generalsuperintendent i. R. D. Zöllner, Prälat D. Schöll, Professor D. August Lang und Professor D. Sasse anwesend. Eine besondere Theologenkommission mit D. Zöllner als Präsidenten und D. Sasse als Sekretär soll das Hauptthema der Konferenz, „Die Kirche und das Wort", weiterbearbeiten. Eine andere, aus amerikanischen und europäischen Sachverständigen zusammengesetzte Kommission soll die der Einigung der Kirche im Wege stehenden Hindernisse prüfen. Die Tagung verlief im Geiste vertrauensvoller christlicher G< ‘ ” Der Tag des deutschen Volkstums soll in diesem Jahr als Fest der deutschen Schule im ganzen Reich begangen werden. Die, Schule des Dritten Reiches kann als Ziel ihrer vaterländischen Aufgabe der Willensformung und Wissenbildung nur den deut- JAcn Me " schen in seiner Volksgemein- I Gaft und Volksverbundenheit vor Augen haben und im Herzen tragen. Die Feierstunde, in der ste das ihr anoertraute Wertgut unseres Volkes, unsere Jugend, zum Höhepunkt sittlicher und seelischer Erfassung seiner gottgewollten Bestimmung hinführen will, wird so ganz von selbst zum Gelöbnis für das deutsche Volkstum. Die uralte Quelle unseres Volkstums, oft verschüttet und versiegt, sie bricht klar und hell wieder zu Tage, sie liefert Kraft und Antrieb für unser Jungvolk, das sich nach dieser Quelle sehnt, aus ihr zehrt und zehren will, um dereinst der Träger unseres höchsten Volksgutes in einem wieder jugendlich, jugendfrisch und jugendstark gewordenen Vaterland zu sein. Der Tag der deutschen Schule soll für unsere Jugend von nun ab alljährlich ein erhebender, ein stets unvergeßlicher Tag sein. Gewaltigen Eindruck muß der Gedanke erwecken, daß zu gleicher Stunde all die Millionen jugendlicher Altersgenossen im weiten Vaterland in ernster würdiger Feier, aber auch in frohem Jugendmut versammelt sind, um dem Volkstum, dem Deutschtum mit Herz und Hand Treue für das ganze Leben zu geloben. Im Banne dieser Stunde muß jedes deutsche Mädel, jeder deutsche Junge sich ganz dem stolzen Bewußtsein hingeben, ein Glied dieser Einheit zu sein, ein Funke in dem vaterländischen Herdfeuer, das deutsche Jugend durchglüht. Im Banne dieser Stunde muß sie aber auch den Begriff des Volkstums in feiner ganzen Fülle erfassen. Sie muß erkennen, daß Volkstum nicht an die staatlichen Grenzen gebunden ist, die oft nur von menschlicher Unvernunft oder roher Gewalt gezogen worden sind. Deutsches Volkstum erstreckt sich über die ganze Welt und hat als solches keine Grenze. Wo immer deutsche Menschen deutschen Blutes und deutscher Art sich eine neue Heimat gegründet haben, wo immer Deutsche durch die Kraft des Geistes und des Armes sich ein Anrecht aus Erhaltung ihres Stammes, ihrer Sprache ihrer Sitte erhalten haben, da ist deutsches Volkstum, da 1 ijt deutsche Seele, da ist aber auch deutsche Schule. Und wenn wir diese Schulen jenseits der Reichs- ' grenzen deutsche A u s l a n d s s ch u l e n nen- , nen so sind doch gerade sie schon lange Gegen- > stand besonderer Liebe und Fürsorge der Reichs- deutschen Schuljugend, die in ihren VDA.-Schul- ' gemeinschaften sich in geistiger Verbundenheit mit ' den volksdeutschen Kameraden wußten, die aber s auch im edlen Wetteifer sich bemühten, diesen schwer > bedrängten Schulen in ihren seelischen und wirt- I Reichskirche sei jetzt vollendet. Der durch Reichsgesetz für alle Beamten oorgeschriebene D i e n st - eid werde jetzt auch für die kirchlichen Beamten übernommen werden. — Missionsdirektor Knack führte aus, Bibel und Bekenntnis seien niemals voneinander getrennt gewesen. Die Kirche sei Trägerin des Wortes Christi und sei gleichzeitig Gemeinschaft der Gläubigen. Gerade heute müsse man sich auf Bibel und Bekenntnis neu besinnen, da der neue Staat von der Kirche eine eindeutige Stellungnahme fordere und da andererseits eine Bewegung im Volk eingesetzt habe, die es vom Christentum wegzuführen drohe. Zukunftsaufgabe der »Kirche sei es, Volkskirche zu werden, dabei aber Bekenntniskirche z u bleiben. Die urtümlichen Kräfte der Gemeinschaft, Familie, Nachbarschaft usw., müßten in der Kirche von neuem mit dem Geist des Evangeliums erfüllt werden. Oberkirchenrat Langmann (Berlin) sprach zum gleichen Thema vom Standpunkt der Deutschen Christen aus. Die Pfarrer der deutschen evangelischen Kirche hätten die Pflicht, in der Kirche Christus zu verkünden. Bei allen Kämpfen dürfe man nie vergessen, daß die Gegner im Kirchenkampf doch Brüder seien. Allein Bibel und Bekenntnis dürften für uns maßgebend fein. Der deutsche Pfarrer habe von dem dreieinigen Gott Kenntnis zu geben, dann hätte er auch Zeit und Gelegenheit von den Fragen der Zeit zu reden. Der Totalitätsanspruch des Staates verlange auch vom Pfarrer, daß er feinen Dienst richtig versehe. 400 Iahre Lutherbibel. ELP. Die Lutherstadt Wittenberg eröffnete in diesen Tagen die 400 Jahrfeier der deutschen Lutherbibel und gab damit den Auftakt zu dem Bihel- ubiläum, das in den nächsten Wochen in der gesamten protestantischen Welt festlich begangen werden und am Reformationsfest seinen Höhepunkt finden soll. In einem Festakt im Wittenberger Luther- Hof, an dem Vertreter des Staates, der NSDAP., der theologischen Wissenschaft wie der Reichskirchen- schen Reiche erscheinenden Tageszeitungen und gewisser Zeitschriften bis zum 16. Dezember verlängert. * Am Mittwoch ist der baltische Vertrag von den Außenministern Litauens, Lettlands und Estlands im Völkerbundssekretariat unterzeichnet worden. Der Vertrag, der aus neun Artikeln besteht, verpflichtet u. a. die drei Regierungen, sich über alle Fraaen der Außenpolitik zu verständigen und sich gegenseitig politisch und diplo- matisch in ihren internationalen Beziehungen 3u unterstützen. ♦ Das belgische Kabinett hat am Mittwoch in einer langen Sitzung über den drohenden Bergarbeite r st r e i k beraten. Der Ernst der Lage geht daraus hervor, daß König Leopold seinen Urlaub abgebrochen hat. * Sir John Simon wird am Samstag aus Genf nach London zurückkehren und die Führung der britischen Abordnung Eden überlassen. Henderson ist am Mittwoch aus Genf abgereift. Frankfurt a. M., 12. Sept. (LPD.) Der Deutsche Pfarrertaa, zu dem Seelsorger aus dem ganzen Reich nach Frankfurt gekommen sind, wurde gestern abend mit einem feierlichen Festgottes- dienst in de uJS t. Katharinenkirche eröffnet. In seine?Heftpredigt führte Propst Trom- mershaufen aus, auf diesem ersten Pfarrertag nach der Revolution vom 30. Januar 1933 wolle die deutsche Pfarrerschaft bartun, daß es in dem geeinten Volk nicht länger eine nicht einige Kirche geben dürfe. Das Volk wolle zur Kirche und wolle von feinen Pfarrern nichts anderes, als daß auch sie sich willig in den Dienst des Dritten Reiches stellten. Die Einheit der Kirche, die man nicht erzwingen könne, müsse durch Einigkeit vorbereitet werden. Ein Vorbild für solche Einigkeit sei Jesus Christus. Wie Gott uns in die Spannungen der Welt hineingestellt habe, so gebiete auch Christus in die Welt zu gehen und den Kampf nicht zu flohen. Jeder Gottglaube könne daher nur in der Spannung wachsen. Die Predigt -habe, wolle sie ihrer Aufgabe gerecht werden, den Morgenglanz der neuroeroenben Zeit zu spiegeln. !Die Kirche sei nicht an ein bestimmtes Bekenntnis igebunden, die wahre Kirche sei dort, wo Gott sei. In der Aula der Universität fand dann die B e - 29 r " vung der Teilnehmer statt. Nach einleitenden Worten von Pfarrer Nell (Frankfurt) hielt der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Pfarrer- roerbanbes Dr. D. Schäfer (Remscheib) bie Be- Zrußungsrebe. Das evangelische Pfarrhaus, bas stets zutiefst mit Dem Volke verwurzelt Iewefen fei, sei außerbem auch immer eine Heim- itätte für ben nationalen Geist gewesen Heute stehe bie beutsche evangelische Kirche treu !i u m Dritten Reich unb zum Führer unb Kanzler Abvlf Hitler. Unablässig werbe man auch in ber nächsten Zeit baran arbeiten, bie Einheitlichkeit ber Kirche vvrwärtszu- areiben. — Ministerialbirektor Jäger (Berlin) sprach kurz über bie kirchenpvlitische Lage. Die mtfd^ibenbe Aufgabe ber Einglieberung !er oerfchiebenen Lanbeskirchen in bie Die Pflege des Volkstums ist mit dem Schicksal der Ration unlösbar verbunden, politisch hat die Bewegung Adolf Hitlers das Reich auf die Grundlage des Volkstums gestellt, kulturell die Zusammenhänge zwischen Volkstum und deut- scher Geschichte klarzulegen, ihr Wissen zu fördern, Volkspflege ins Volk hineinzutragen — das ist eine Aufgabe, bei deren Erfüllung uns der V D A. ein willkommener und unermüdlicher Weggenosse und Mitkämpfer ist. Ich begrüße das „Fest der deutschen Schule- als Tag des Volkstums, denn es wird nicht nur Iung und Alt zur Mitarbeit an der Erhaltung aus- landdeutschen Volkstums aufrufen, es wird auch dem reichsdeutschen Volk am auslanddeutschen Beispiel zeigen, wie notwendig die pflege des Volkstums ist. Ausländsdeutsche Volksgruppen haben allen Stürmen widerstanden und sind deutsch geblieben, wenn sie ihr Volkstum hochhielten Im Verfolg ber Ue-berprüfung ber Verwaltungs- 82. Lebensjahr starb in München ber Jn- verhältnifse in ber Württembergischen Lanbeskirche 9enieur Pr- h c- Richarb v. Helmholtz, ein Sohn durch einen Sonberkommiffar mürben b e u r - &es berühmten Mebiziners unb Physikers. Seine laubt: Oberkirchenrat Dr. <5 cf) auf fier (Fi- Lebensarbeit galt ber Kraußfchen Lokomotivfabrik, nanzreferent ber Württembergischen Lanbeskirche), j” ber er sich vom einfachen Arbeiter zum Leiter bes Oberkirchenrat Preffel, Pfarrer Weber. Ober- Konstruktionsbüros emporarbeitete. Zusammen mit kirchenrat S ch a a l würbe von ber Führung der b t a b y schrieb er ein Standardwerk des deutschen Geschäfte des Evangelischen Gemeindedienstes ent» Lvkvmotivbaues, als dessen Altmeister er gilt, bunben unb burch ©tabtpfarrer Petri (Stuttgart) Kasseler Musiktage 1934. SerfaffungmrftfHw ÄÄFi’ L: des batmschen Landesbischofs. ÄÄNL Berlin, 12. Sept. Der Lanbesbischvf von aus bem ganzen Reich finb zur Mitwirkung Der- Bayern D. Meiser hat bem Reichsinnenminister pachtet. Die künstlerische Leitung liegt in Hänben Vorschläge für bie Verfassung ber Deutschen Evan- von August Wenzinger. Anschließenb an bie gelischen Kirche (DEK.) unterbreitet,^bie aber nur Kasseler Musiktage finben Arbeitstage für Musik- für ben Fall einer Aenberung ber gegenwärtigen erzieher statt: beibes wirb veranstaltet vom Ar- Reichskirchenregierung Geltung haben sollen. D. beitskreis für Hausmusik. Meiser schlägt u. a. vor: Guido Thielschers 75. Geburtstag. Zusammenfassung kleiner Landeskirchen mit ein- Der Berliner Komiker Guido Thielscher ber tlf c er Ar°Limg des Bekenntnisstanbes im An- noch vor kurzem auf ber Bühne geftanben hatte, Muß an bie Neuglieberung bes Reichs. Der Reichs- feierte biefer Tage feinen 75 Geburtstag bifcfjof kann ben Lanbesbifchöfen Weisungen ertei- Thielscher ist einer ber bekanntesten unb populärsten en, soweit es sich um bie Durchführung von Ge- Schauspieler ber Reichshauptstabt, ber über ein setzen ber Reichskirchenregierung hanbelt. Gesetz- halbes Jahrhunbert lang unermüblich an verschiebe- entwürfe ber Lanbeskirchen von allgemeiner Be- nen Berliner Theatern gewirkt unb gewaltige Sei» beutung fmb ber DEK. vorzulegen: soweit es sich fallsstürme entfesselt hat. Seine eigentliche Domäne um Bekenntnis unb Kultus hanbelt, hat bie Reichs- war ber Schwank: „Charleys Tante" war sein erster kirchenregierung Einspruchsrecht. „Sollte bie DEK. ganz großer Erfolg. Abstecher ins seriösere komi che e roa burrfj Annahme ber Augsburger Konfession Fach in Lustspiel unb Komöbie waren minber er- als ihres Grunbbekenntmsses zur lutherischen Reichs- folgreich unb würben vom Publikum mifwerftanben nrche werben, so konnte bas Verhältnis bes Reichs- ober abgelehnt. Also kehrte er — nach einem oer- bischofs zu ben Lanbesbifchöfen grunblegenb irn fehlten Gastspiel am Deutschen Theater zum Schwank Smne einer Verstärkung ber Stellung bes Reichs- zurück — zurück zum alten Erfolg. In seinen bischofs geanbert werben, wobei aber Reibungen Lebenserinnerungen, bie Thielscher jetzt zu schreiben zwischen Lutheranern unb Reformierten ausged begonnen hat, wirb manches barüber zu lesen fein. Ohne" Anhörung" ber Lanbesbischöfe soll ber Das Verkehrsamt Är* Reichsbischof keine für bas Rechtsleben ber DEK. bif 4 ££ ober ber Lanbeskirchen grunbfätzlich bedeutsamen des Mbae^ , ÄU Anorbnungen treffen. Der Reichsbischof, auf Lebens- ausstelluna Das helt» ’RhS Jr1; r PdiFH'' zeit gewählt, soll bas Amt niebedegen, wenn iljm Xitofam^^^ sä : d »BEESE lQnnmnUm-^r,ätoST.@e-,etiE crlaflcn' Die Mitglieder Verkehrsamt erworben voraussichtlich vom des Geistlichen Ministeriums werben erst bann oom Reichsbischof ernannt, wenn sich Einmütigkeit ber ~ r . Norschläge ber Lanbesbischöfe ergeben hat. Zur Ent- eurt"??.ILc^e Hochbruckgebiet mit seinem Kern scheibung Don Streitigkeiten auf bem Gebiet ber .. er dem subllchen Skanbinaoien hat noch an Mäch- V-rsassung, insbesondere in Fragen bes Bekennt- , 9°eit gewonnen. Die spatsommerliche Schönwetter- Nlsses unb Kultus, wirb em unabhängiger Gerichtshof aus zwei Theologen unb einem Juristen gebUbet. Soweit es sich um die Stellung von Bekenntnis unb Kultus hanbelt, kann bie Ver- Berlin, 12. Sept. (DNB.) Der Präsibent des ör. Engelke, reichsbischöflicher Vikar. ! gen?e ^Erklärung: ' $ ^eitcr' erIä^t Berlin, 12. Sept. (DRV.) Am Wittwoch wurde $n. ber ärztlichen Wochenschrift „Die Pastor v. Engelke in das Amt des Vikars t D°m ^'^gust b. I. ist eine T) p u f i n (fnnnnoiiirtxon g i r Ay „ HlDhanblung „öiphonospora Polymorpha n. sp. em tfeutldjen Evangelischen Kirche neuer Mikroorganismus bes Blutes unb feine Be- > Ziehungen zur Tumorgenese" von Dr. v. B r e h m e r erschienen, bie burch bie Behauptung ber (Ent- Iberfung bes Krebserregers allgemein größtes Aufsehen erregt unb in ber gesamten Tages- presse Anlaß zu zahlreichen Aeußerungen teils zu- ftimmenber, teils ablehnenber Art gegeben hat. Die Mitteilungen Herrn von Brehmers sinb geeignet, Beunruhigung in bie Bevölkerung z u tragen unb in unverantwortlicher Weise u n - begrünbete Hoffnungen zu erwecken. Eine amtliche Nachprüfung ber Angaben bes Herrn von Brehmer muß beschleunigt burchgeführt werben unb wirb zeigen, ob bie von ihm mitgeteilten, allen bisherigen mikrobiologischen Erfahrungen wibersprechenben Befunbe etwas tatsächl'ich Neues bieten, ober auf technischen Fehlern unb irrtümlichen Deutungen beruhen. Bis bas Ergebnis biefer Nachprüfung vorliegt, empfiehlt sich eine burchaus zurückhaltenbeStellungnahme I zu ben Angaben unb Befunben bes Herrn von Brehmer gegenüber, bie von allen auf bem Gebiete ber Krebsbekämpfung unb Krebsbehanblung berufen, -er Auftrag diese- Amtes Heg, in bee ’b. Ä’It Stellvertretung und besonderen Hilfe- lehnt werben. le i stung des Rei chsbl scho fs ; auch das Internationaler Wufikerkongreh in Venedig. Sekretariat des Reichsbischofs ist ihm unter- < e. r s m h \ \ ulucl Der 1. Kongreß des P e r m a n e n t en Rates . für internationale M u s i k e r - Z u s a rn - Ni, cis , . m e n a r b e i t ift in Venedig unter bem Vorsitz von f X4 9k 9 Ä durch em neues Richard Straub und unter Teilnahme von Ver. n W t hannoverfchen Land-sb,fchof tretcrn aus Deutschland. Sudslawien, Oesterreich, D. Mahrarens seine besonderen Vollmachten Dänemark und Italien zusammenaetreten * genommen unb damit einen werteren Schritt auf s AL - , dem Wege der Eingliederung der Landeskirchen ae' Dcr 5M,lmeif,ct des deutschen Cotomoliobauee tan. ' gestorben. brechens sein. Aus aller Welt Falkenhausen 90 Jahre all. a Was bin ich ohne Dich Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr. 5291 c im Postkeller nur mit Namensnen- (Waa^naanel - ..... k A 'RrtAtHM PFLICHT! ordnung.Beginn vünktl.20.15Uhr. DerVereinstührer •5 Reidis-üiMdrutibuni , 0 A Bl E 13 W Generaloberst Frhr. v. Am 13. September oberst Freiherr von ausgenommen werden. Verlag VesSiebenerAnzeigers | Verschiedenes | ZwecksBekompsungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkem Samstag, 15.9. Vereinspflichtabend WERDE MITGLIED IM _ Ala Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen undZeitschristen Gletzen / SGEvatze L Regie: ARTHUR RABENALT Musik: WILL MEISEL Vorher: Gutes Beiprogramm u. UFA-TON-WOCHE elzeiten: Täglich 4, 6, 8.30 Uhr und Der Dampfer „Morro Castle" war am Mittwoch soweit ausgebrannt, daß mit den Bergungsarbeiten und der Suche nach Todesopfern begonnen werden konnte. Bon dem am Vorabend des Unglücks verstorbenen Kapitän, der in Galauniform auf dem Bett der Kapitänskajüte aufgebahrt war, waren nur noch einige verkohlte Knochen und die goldenen Knöpfe der Uniform übrig, die mit einer Rettungsboje an Land gebracht wurden. Ob es möglich sein wird, den im Sande versinkenden Dampfer abzuschleppen, ist zweifelhaft, zumal zahlreiche Stahlplatten durch die Hitze vom Schiffsrumpf abgesprengt worden sind. Präsident Roosevelt hat den Wunsch ausgesprochen, daß vom Kongreß ein Gesetz geschaffen wird, das die Verwendung von Holz zum Bau von Passagierdampfern völlig untersagt. Es soll den Reedernauferlegt werden, für einen unverbrennbaren Schiffskörper zu sorgen. Wie die Blätter ferner berichten, wird der Präsident das Justizdepartement beauftragen, zu untersuchen, ob kommuni st ische Kreise in Neuyork oder Havanna bei dem Brand der „Morro Castle" die Hand im Spiele gehabt haben könnten ..." Heber die Zahl der T o t e n und V e r w u n d e - t e n sind wieder neue Angaben veröffentlicht worden. Danach sind 135 Personen t o t bzw. vermißt. Von diesen 135 sind 93 Passagiere und 42 Mitglieder der Besatzung. Die Vernehmungen vor dem vom Handelsdepartement eingesetzten Unter- Deulsthe Segelflieger in Finnland. Die deutsche Segelflieger-Expedition nahm bei Helsingfors den Schulungs- und Dorfuh- rungsbetrieb in vollem Umfang» mit allen Maschinen auf. Auf dem improvisierten Flugplatz Domar- by herrschte den ganzen Tag über regster Schulungs- und Lehrbetrieb. Die finnischen Studenten und Fliegergruppen ließen sich von den deutschen Fliegern in die für sie noch ganz neuen Geheimnisse des Seglflugsportes einweihen und waren sehr schnell begeistert. Die deutschen Flieger trafen unerwartet gute Windverhältnisse an, die gleich am ersten Tage den drei Fliegern Hanna R e i t s ch, U t e ch und Philipp stundenlange Wolkenflüge ermöglichten. Hanna Reitsch wurde buchstäblich im Fluge der Liebling der Helsingforser. Sie ließ sich nämlich über Helsingfors von einer deutschen Klemm-Maschine hochschleppen, klinkte über der Stadt aus und führte dann einen langen freien Kunstflug vor, um endlich wohlbehalten an einem vorher erkundeten schmalen Badstrand unmittelbar vor der Stadt zu landen. Der finnische Staatspräsident Svinhufvud hat seinen Besuch im Uebungslager angesagt. 25. planmäßiger Postflug über den Ozean. Am Mittwoch um 20.26 Uhr MEZ. landete in Natal (Südamerika) der 10 Tonnen BMW.-Dor- nier-Wal „Taifun". Das Flugboot, das kurz nach 6 Uhr von Bord des Lufthanfaflugstützpunktes Die 25jährige Kontoristin Bertha Sauerbeck, die seit mehreren Tagen vermißt wurde, ist jetzt als Leiche in einer Müllgrube aufgefunden worden. Das Mädchen hatte einer Tanzunterhaltung in einer Wirtschaft beigewohnt. Gegen Mitternacht hat es den örunienien vta wicl-u (Seine) brach Feuer aus. Innerhalb von kaum einer Viertelstunde stand die große Scheune in Hellen Flammen. Die Ernte von 180 Morgen Getreidefeld und Heu von etwa 40 Morgen Wiese, sowie landwirtschaftliche Kleinmaschinen und Geräte fielen hen Flammen zum Opfer. Die anstoßenden, stark gefährdeten Gebäude konnten gerettet werden. bereit, diesen Beweis seiner technischen Künste zu geben und mit Hilfe einiger eingeborenen Leder- arbeitet verfertigte er ein Paar Stiefel, mit denen er zwar in Europa keinen Staat hätte machen können, die aber im abessinischen Kaiserreich großes Aufsehen erregten. Menelik strahlte, als er die Stiefel sah, und da der Appetit beim Essen kommt, begrüßte er seinen europäischen Minister bei der nächsten Unterredung mit dem naiven Wunsch: „Und jetzt mache mir eine Uhr." Da mußte Jlg zu seinem Bedauern gestehen, daß er dazu nicht imstande sei, weil er vieler technischer Hilfsmittel und Apparate bedürfe. Der Kaiser gab ihm in Zukunft noch viele Beweise großen Zutrauens zu seiner technischen Kunst, aber den Glauben daran, daß em Europäer alles Herstellen könne, worum man ihn bitte, hatte er verloren. gefunden. Beim Bau der Reichsautobahn wurde, roi£ der „Völkische Beobachter" meldet, im Teufelsgraben bei Otterfing (Oberbayern) von Arbeitern beim Ausheben des Kieses ein merkwürdiges Gebilde gefunden, das zuerst infolge feiner schaligen Struktur wie ein seltsames Stück Holz erschien. Bei der Untersuchung des einen Meter langen Fundes, der leider teilweise zerbrochen wurde, stellte sich in der Paläontologischen Staatssammlung in München heraus, daß es sich um einen Teil des Stoß- zahnes eines eiszeitlichen Mammuts handelt. der, den 26jährigen Hilfsarbeiter Johann Flei- scher, der im Semmering-Gebiet drei Personen, ein 18jähriges Mädchen, den Ingenieur I o n a s und die Beamtin Wessely, ermordet hattt. Durch das rasche Eingreifen der deutschen Sicherheitspolizei war es gelungen, einen Teilnehmer an dem Morde im Rheinland festzunehmen. Der Sensationsprozeß findet unter großem Andrang des Publikums statt. Man rechnet mit der Verhängung der Todesstrafe. INüpchener Kontoristin in einer Müllgrube ermordet aufgefunden. bedeutung. Zu den gruttdfätzlichen Aufgaben der Musikerziehung im Neuaufbau des deutschen Musiklebens werden die bedeutendsten Vertreter der Reichsmusikerschaft sprechen, u. a. Prof. Dr. Gustav H a v e m a n n , Heinz I h l e r t, Generalmusikdirektor Prof. Abendroth, Akademiedirektor Prof. Dr. Eugen Bieder, Dr. Franz Rühlmann, Kapellmeister Henrich, Prof. Kurt Schubert und Oberstfeldmeister Kirchner. Zu der Tagung sind alle Mitglieder der Reichsmusikerschaft, insbesondere die Musik-Erzieher, eingeladen. „Schwabenland" abgeschleudert wurde, hat somit den 25. pl an mäßigen Postflug über den Ozean ausgeführt. Die Besatzung bestand aus Flugkapitän G r a u t o f f, Flugzeugführer Blume, Flugfunker W i e n ck e und Oberflugmaschinist G r u s ch w i tz. Opfer der Berge. Der seit längerer Zeit vermißte Werner W inte l m a n n aus Karlsruhe ist am Höllentalferner t o t aufgefunden worden. Er hat anscheinend den Weg verfehlt und das Blitzableiterkabel irrtümlich für die Wegsicherung gehalten. — Im Allgäu werden der Diplom-Ingenieur Karl S o h l e r aus Wangen und der Student Kanzler aus Tannheim in Württemberg vermißt. Sie hatten einen Ausflug auf die Mädelegabel unternommen. Unverantwortlicher Leichtsinn. — Mit Stöckelschuhen in den Bergen tödlich abgestürzt. Die 50 Jahre alte Kreszenz Altmann aus Kempten (Allgäu) unternahm, vollkommen ungenügend ausgerüstet, einen Spaziergang zur Eiskapelle im Berchtesgadener Land, und machte bann, obwohl sie Schuhe mit hohen Absätzen trug (!) und einen Regenschirm mit sich führte, eine Kletterpartie an der Watzmann-Ostwand. Als sie sich etwa 700 Meter über dem See befand, stürzte sie etwa 25 Meter tief ab und blieb t o t liegen. Der Prozeß gegen den dreifachen Semmeringer Raubmörder. Vor dem Wiener Standgericht begann die Der- I Handlung gegen den Semmeringer Raubmör - Lichtspielhaus • Lieken Heute Donnerstag bis Sonntag: Betty Bird Olga Tschechowa Wolfgang Liebeneiner Paul Westermeier in dem entzückenden Lustspiel Buntes Allerlei. Was ein Ingenieur alles können muß Für Verwandten, 29 Fabre, ev., mit eigener, gutgehender Bäckerei, geschäftetes Mädchen nicht über 27 Jahre, mit gutem Charakter, gut. Allgemeinbildung und etwas Vermögen, zwecks spät. Heirat gesucht. Diskretion Ehrensache. Ausführliche Angebote mit Bild uni. 52980 a. d Gieß. Anz. Einladung zwecks Gründung eines Staufenberg- Vereins wird auf Samstag, den 15. Septbr. 201/2 Uhr auf die Äurg eingeladen. 5299 0 Konzert und Tanz MGllltal Hindenburg- wall 15 Sprechstunden statt Freitag, 14. September am Tamötag, 15.Sevtember v. 9-7 Nbr.l 5225 P £uftfdiuts Selbftfdiuts! suchunqsausschuß wurden fortgesetzt. Vernommen wurde u a. der verantwortliche Leiter des Funkbetriebes auf der „Morro Castle , R ° g - Wie er erklärte hat er 30 Minuten nach Ausbruch des Brandes den Befehl erhalten, SO8-Rufe auszusenden. Der e r st e H i l f e r u f ging um 3.25 Uhr hinaus. Die Funkkammer war zu^ dieser Zett bereits von erstickendem Rauch gefüllt. Roger, der sich den Kopf zum Schutz mit einem suchten Tuch umwickelt hatte, blieb am Apparat und hielt den Sender bis 4 Uhr in Tätigkeit, obwohl die herem- leckenden Flammen ihm bereits die Fuße versengten. Als er die Funkkabine verließ, stand das ganze Deck um ihn herum bereits in Flammen. Besondere Bedeutung kommt der Feststellung Rogers zu, daß an Bord des Schiffes vor einiger Seit ein Streif öer fünfer ins Werk gesetzt werben sollte. Ein Telegraphist namens A l a g n a unb ein Kollege von ihm hatten eine schriftliche Beschwerbe an ben Kapitän aufgesetzt, in ber sie sich über bas Essen an Borb beklagten. Sie hatten bann ben Versuch gemacht, anbere Besatzungsmitglieber zur Unterzeichnung ber Beschwerbeschrift zu gewinnen. Rach Aussage Rogers hat Kapitän W i l l - mott sich etwa acht Tage vor bem Branbe sehr abfällig über Alagna geäußert. Er sei ein Unruhestifter unb Agitator unb habe ben Gehorsam verweigert. Er könne zu ihm kein Vertrauen haben unb werbe nach ber Ankunft in Neuyork versuchen, ihn loszuwerben. in gutbesold, aussichtsreicheDauerstelhmg. — Direktionsanstellungsvertrag. ■ Gehalt. Spesen, Provisionen und Beteüi- ■ gungsprämie. T , , , ■ Den Bewerbungen bitten wir lückenlosen Lebenslauf, , Lichtbild, Zeugnisabschriften und Erfolgsnachweise bei- g zufügen. Sehr. Angebote u. 5296V an den Gieß. Anzeiger. , Litauisches Städtchen in Flammen. Das im nörblichen Litauen bei Telsche gelegene Stäbtchen Lucke steht in Flammen. Lucke zählt 1200 Einwohner und besteht fast nur aus Holzhäusern. Der Ort wurde trotz energischen Eingreifens aller benachbarten Feuerwehren zu drei Vierteln zerstört. Auch die jüdische Synagoge ist niedergebrannt. Erst nach vieler Mühe gelang es der Feuerwehr den Brand einzudämmen. Die Ursache des Feuers ist noch nicht geklärt. Eine Fähre in Arkansas gesunken. — Elf Tote geborgen. Einheitsverband Deutscher Tanzlehrer e.V.» Berlin. Zum siebenten Male hatte der Einheitsverband deutscher Tanzlehrer e. D. Berlin in der Fachschaft Reichs-Theaterkammer seine Mitglieder zur Tagung nach Bad Kissingen gerufen. Durch energische Schulung unb restlose Ausnutzung aller seelischen und körperlichen Kräfte galt es, alle Berufsgenossen auf die Reichsprüfung vorzubereiten, die jedem berufsausübenden deutschen Tanzlehrer zur Pflicht gemacht unb ohne beren Bestehen in Zukunft keine Berufsausübung mehr möglich ist. Durch Vorträge unb praktische Hebungen würben bie Tanzlehrer mit ben Prüfungsgebieten vertraut gemacht u. a. mit Bewegungslehre, Gemeinschaffs- unb Geselligkeitstänzen, Pädagogik unb Musiklehre, Festgestaltung unb Anstaltslehre, Tanzgeschichte unb Kostümkunde, allgemeiner Wirtschaftslehre unter Zugrundelegung ber weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus. Durch bie Standesorbnung ist bie Gewähr gegeben, baß beutscher Geselligketts- p lege, Festgestaltung unb bem Gemeinschaftstanz dn maßgebender Platz im kulturellen Leben Deutschlands eingeräumt wirb. Ein Kunsttanzabend, eine Trachtenschau mit Vorführung von Volkstänzen, eine kulturhistorische Tanzschau über die Entwicklung vom Mittelalter bis zur Jetztzeit umrahmten unb ergänzten bie Arbeit der Tagung. Erste Reichstagung der Musik-Erzieher in Eisenach. Die Landesmusikerschaft Hessen-Nassau des Fachverbandes B in der Reichsmusikkammer Darmstadt teilt mit: Laut Mitteilung der Reichsmusikkammer findet vom 13. dis 15. Oktober 1934 in der Bach- Stadt Eisenach die erste R e i ch s t a g u n g der deutschenMusik-Erzieher statt. Angesichts der großen Notlage des freien Mchtt-Erzieherstan- des erhält diese Tagung ihre besondere Eegenwarts- Zum Ausbau ihres Bestandes und der Vertreterorganisation sucht führende deutsche Leherns-Versicherung für den hiesigen Bezirk einen fachlich gut durchgebildeten begeht Exzellenz General- Falkenhausen seinen 9 0. Geburtstag. Generaloberst von Falkenhausen führte im Weltkrieg 1914 bie nach ihm benannte Armeegruppe auf bem linken Heeresslugel im Elsaß unb würbe im Dezember bes gleichen Jahres zum Generalobersten beförbert. 1915 erhielt er den Orden Pour le merite. 1916 wurde er zum Generalbefehlshaber der Küstenoerteidigung in Hamburg ernannt, im August des gleichen Jahres zum Oberbefehlshaber der 6. Armee. Vom April 1917 bis zum Kriegsende war Freiherr von Falkenhausen Generalgouverneur von Belgien. Den Feldzug 1866 hatte er als Adjutant des Garde- Reserve-Jnfanterie-Regiments mitgemacht unb war im Kriege 1870/71 Adjutant des ersten Garde- Regiments zu Fuß gewesen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 529UU Am 13. August 1934 bei der Firma 3. Schmücker Rachf. in Gießen: Walter Siesel und Ludwig Hirsch- mann sind aus der offenen HaMlsgesellschast ausgeschieden, und diese ist erloschen. Das Geschäft ist am 10. August 1934 unter Aenderung der Firma m „Textilhaus Graf, vorm. I. Schmücker Nächst Gießen" unb unter Ausschluß ber Passiven auf ben Kaufmann William Graf in Bielefelb als Emzel- kaufmann übergegangen. . Am 16. August 1934 die Firma Otto Seipp in Grotzen-Linden. Inhaber ist der Kaufmann Otto Seipp in Großen-Linden. Angegebener Geschäftszweig: Gewürze und Markenartikeln der Kolonialwarenbranche en gros. Am 17. August 1934 bei der Firma Brühl sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei R. Lange, Vertag des Gießener Anzeigers, Kommanditgesellschaft in Gießen: Dem Dr.-Jng. Erich Hamann Gießen ist Prokura erteilt. Am 20. August 1934 die Firma Ludwig Weder in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Ludwig Weber in Gießen. . Am 5. September 1934: a) bei der Firma Grog Wäscherei Edetweih Friedrich Wörner in Gietze^ Firma und Geschäft sind mit Wirkung vom 25. Ium 1933 zufolge Erwerbs von Todes wegen auf MM Wörner, geb. Treppinger, Witwe des Konrad -py lipp Friedrich Wörner, in Gießen üb er gegangen- Prokura der Friedrich Wörner Ehefrau Mnn, geb. Treppinger, in Gießen ist erloschen. — o Firma Elise hinh vorm. Reuter in Gießen. Jnya rin ist Elise» Hintz, geb. Reich, in Gießen. Dem ka^ mann Ernst Hintz in Gießen ist Prokura erm . c) Bei der Firma Wäsche-Verteih Hermann Worn in Gießen: Die Firma und Geschäft sind mit kung vom 1. April 1934 auf den Kaufmann Körner in Frankfurt a. M. übergegangen Rechte der Weiterführung der seitherigen 6 Der Sitz der Firma ist nach Frankfurt a. -U - legt. Gießen, ben 11. September 1934. I Hessisches Amtsgericht. Zugunsten der NS-Volkswohlfahrt Sonntag. 16. Sept.. 16.30 Uhr Saal der Klavierschule Körner, . Horst-Wessel Wall *8: Schüler-Vortragsabend Werke v. Beethoven, Paganini Liszt Eintrittsk. ä RM. 1.— (num.) u. 0.80 bei Challier, Neuenweg, u. an der Abendkasse. Deutsche Arbeitsfront. Bremerhaven mit anschließender Dampferfahrt. Urlaubsschiff „Der Deutsche" nach Süd-England. 22. bis 30. September 1934. Die Fahrt führt nach Bremerhaven, wobei Gelegenheit zur Besichtigung der Stadt Bremen geboten ist. Weiterfahrt nach Bremen zum Besteigen des Schiffes. Die Fahrt führt über Helgoland, Dover, Cowes, St. Peter Port, Cherbourg und endet in Emden. Rückfahrt nach der Stadtbesichtigung in Emden, Ankunft am 30. September 1934 vormittags. Diese Fahrt ist die letzte Seefahrt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" für dieses Urlaubsjahr. Die Fahrtkosten betragen 51 Mark. Anmeldungen werden bis zum Freitag, 14. September, entgegengenommen. Fahrt in den Bayrischen Wald. Vom 29. September dis 7. Oktober veranstaltet die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eine Fahrt in den herbstlichen Hochwald des bayerischen Waldes. Die Abfahrt erfolgt am 29. September abends. Rückkehr am 7. Oktober nachmittags. Die Urlauber werden in Zwiesel, am Fuße des Arbers, und in den Orten des bayrischen Hochwaldes untergebracht. Diese Fahrt in den bayerischen Wald mit seinen Wildbächen und seinen freundlichen Menschen wird ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. Die Anfahrt erfolgt über die schöne deutsche Grenzstadt Passsi/, die Rückfahrt über Regensburg. Zur Besichtigung beider Städte wird selbstverständlich ausreichend Zeit zur Verfügung stehen. Die Kosten für diese Fahrt betragen nur 31 Mark. Anmeldeschluß hier- für ist der 18. September 1934. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. an, in seine Dienste zu treten. Der erste Auftrag, den er jedoch seinem neuen Minister erteilte, war ebenso einfach wie merkwürdig. Der Kaiser befahl ----, .. .. nämlich Jlg zu sich und sagte zu ihm: ,Hch habe Grohseuer auf einem Rittergut. — Die ganze Tritte ' ejnen schweren Auftrag für dich, aber du bist ein , vernichtet. Europäer und wirst ihn erfüllen können. Mache «««»»“«; LL-LSLOM Als der Schweizer Ingenieur Jlg dem Kaiser xvuhujuii “ i gReneüt von Abessinien einen technischen Vortrag Heimweg nach der elterlichen Wohnung in Milberts- roar ,ber Negus ganz begeistert und bot ihm Hofen im Norden Münchens angetreten. Seitdem ... ... ~ -rz- — wurde es vermißt. Nach der Sachlage dürfte der Auffindungsort der Leiche nicht der Tatort des Ver- lllllllllllllllllllllllllllll Schöne 2-3-Zimm.-Wohn. sofort ob.3.1.10. 34 gesucht. Uni- versitätsnäbebe- vorzugt.Schriftl. 'Angebote unrer 04441 an den Gießen. Anzeig. iiHnniinwNniiiiiwii JungesEbevaar Mann in sicherer Stellung, sucht uiöölälHiniei initKochgelegen- heit. An geb. an (5'iubrodt sen. Neuenweg 38. | Stellenangebote! Saub.,kinderlieb. Mädchen z. sofort. Eintritt i. Geschäftshaus- Halt gesucht. 5207O W. Brinkmann, Bad-Nauheim, Fürstenstraße 28 Bergungsarbeiten auf der„Mrro Laße" EinkommunistischerAnschlag?-7leueVerlustliste.-OieAussagedes§unkerS^oger • - , In Texar Kana (Arkansas) ist eine Fähre Ein Rlammutzahn beim Bau der Reichsaulobahn untergegangen. An Bord befand sich eine ' - Gesellschaft, die zur Tauffeier unterwegs war. Die Fahrgäste waren größtenteils Neger. Elf tote Neger sind bereits geborgen worden. Stellengesuche AIS SWe der Hausfrau sticht 23j. kath., fleißiges, folides Mädchen z.l.Oktober Stellung. Scbriftl. Angeb. unter 04438 an d. Gieß. An zeig. | Verkäufe | ümzngsh. z. verk. gehr. Küchentisch B.-Mk., saft neuer runder Herrenzimmertisch 20 Mk. 04442 Goethestr. 341. Geschänsdrucksachen Rechnungen Briefblfitter Briefumschläge Postkarten GeschÄftskarten bei Brühl. Schulstr.7 Vermietungen"! Gröhe Wohnlüdje an Einzelvers. zu vermieten, ousi Wernerwall 49III abends 7 Uhr od. Freitag vormitt. Mietgesuche | H-Ä. 5.1.10.0.15.10. gesucht. Schrift!. Ang. mit Preisangabe u.04443 Ian d. Gieß. Anz. ä Ur. 214 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 15. September 1954 Hessische Trachtengruppe in Nürnberg. Unser Heimatdichter Georg Heß-Leihgestern überreicht dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler einen Erntekranz. r. » « Die hessische Trachtengruppe. — In der Mitte Georg Heß. Im Rahmen des Nürnberger Reichsparteitages anden bekanntlich u. a. Aufführungen von Trach- engruppen aus allen Gauen des deut- chen Vaterlandes statt. Dabei war auch eine essische Tracht en gruppe unter der Fiih- ung unseres Heimatdichters Georg H e ß - Leihestern beteiligt, lieber die unvergeßlichen Eindrücke nd Erlebnisse dieser Trachtengruppe erhalten wir achstehenden fesselnden Bericht: Die hessische Trachtengruppe fuhr am Donners- ag voriger Woche abends mit dem Sonderzug der 3D. von Gießen ab nach Nürnberg. Die Gruppe bestand aus 34 Trachtenträgern aus Watzenborn-Steinberg, dem Hüttenberg, aus der Marburger Gegend, der Schwalm, dem Schliher Land, aus dem Kahenberg, der Rhön und aus dem Kreise Gelnhausen; ein Teil dieser Trachtengruppe stieg in Gelnhausen in den von Gießen kommenden Zug zu. Am Freitag früh gegen 4 Uhr trafen diese Nürn- isrgfahrer in der Stadt des Reichsparteitages ein. l'ie Mädels der Trachtengruppe erhielten Privat- cuartiere, während die männlichen Trachtenträger in dem Zeltlager in der Nähe der Zeppelinwiese Nktergebracht wurden Der Morgenkaffee wurde in hr Volksküche empfangen, zu Mittag speiste die Gruppe gemeinschaftlich in dem Zeltlager an der ^ppelinwiese. Am Freitag nachmittag fanden auf bir Zeppelinwiese die Proben der Trachtengruppen flitt. l Samstag um 13 Uhr waren etwa 1 5 0 0 Trach- t nträger aus allen deutschen Gauen an dem Vorbeimarsch vor dem Führer be- tüligt. Der Führer stand dabei in seinem Wagen inr dem „Deutschen Haus" und nahm den Vorbei- riarsch mit großem Interesse ab. Bei dieser Gelegen- tiit überreichten die Gruppen — etwa 25 — je Eid) der Art ihrer Landschaft dem Führer als Lißeres Zeichen ihrer oerehrungsvollen Liebe und Zuneigung Geschenke, wie z.B. Wein, Obst, Glas- sc.alen, Korbwaren usw. :Die Trachtengruppe Hessen überreichte dem Führer einen Erntekranz. Das bunte Bauern- lband, das den Kranz durchzog, hatte eine Bauersfrau von ihrer Tracht getrennt und gestiftet. Die Einzigartigkeit dieses Bandes in dem Erntekranz wird dadurch betont, daß heute ein solches Band im Einkauf nicht mehr zu haben ist. Die Geschenke wurden jeweils von einem Paar der einzelnen Gruppen überreicht, wobei diese Paare aus dem Zuge heraustraten und links neben dem Wagen des Führers Aufstellung nahmen. Nach dem Vorbeimarsch ließ der Führer sich die Geschenke persönlich überreichen. Dabei gab er jedem Paar die Hand, unterhielt sich in freundlichster Weise mit den Trachtenträgern und richtete mancherlei Fragen an sie. Der ganze Vorgang wurde von Leni R i e f e n st a h l für den großen Film des Reichsparteitages ausgenommen. Die Ueberreichung des Kranzes der hessischen Trachtengruppe erfolgte durch Georg Heß (Leihgestern), den Führer dieser Gruppe, und einem Trachtenmädel aus der Marburger Gegend. Dabei richtete Georg Heß folgende Worte an den Führer: „Hessenkinder in ihrer Tracht haben dir viel Heimatgrüße mitgebracht. Als Zeichen der Treue diesen Preis, ein Segen unsrer Hände Fleiß." Am Schluffe dieses denkwürdigen Ereignisses schritt der Führer die Front der 25 Trachtenpaare ab, wobei die Zuschauermenge in großer Begeisterung das Deutschland-Lied anstimmte. Anschließend wurden die Ueberbringer der Gaben in das Zimmer des Führers in seinem Quartier geführt, um dort die Geschenke abzustellen. Hier waren zahlreiche führende Persönlichkeiten der Bewegung zugegen, u. a. der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, der Adjutant des Führers, Gruppenführer Brückner, der Reichs- jugendführer Baldur von Schirach, der Führer des Reichsbundes für Volkstum und Heimat, H a f e r b e ck ufw. Der Festzug der Trachtengruppen durch die Straßen Nürnbergs rief überall helle B e g e i ft e r u n g hervor. Auf der Zeppelinwiese waren Tanzflächen hergerichtet, auf denen die einzelnen Trachtengruppen ihre Volkstänze zeigten. Um 17 Uhr begann der Einmarsch der Trachten- gruppen in das Stadion zur Aufführung des Spiels „Stämme und Stände". Dabei marschierten die Trachtengruppen als Volk ein. Die Trachtengruppe Hessen, die sowohl im Fest- zug, wie auch beim Einmarsch ins Stadion einen vorzüglichen Eindruck machte, wurde allenthalben begeistert begrüßt, da in dieser Gruppe durchweg junge Leute waren, und die frischen und frohen Mädels und Burschen sich durch ihre herrliche Jugend von den meist älteren Leuten der anderen Trachtengruppen abhoben. Das Bild im Festzug wurde noch dadurch verschönt, daß von einem jungen Burschen auf einer Stange ein riesiger Kranz getragen wurde, der mit zahlreichen Bändern geschmückt war, deren Enden junge Mädchen hielten. Der Kranz trug ein Schild mit der Inschrift „Reichsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken, Nassau, Hessen." Der Sonntag und der Montag standen den Trachtenträgern 3ur freien Verfügung. Die Tage wurden, einem Wunsche des Stellvertreters dss Führers entsprechend, dazu benutzt, das Straßenbild Nürnbergs durch die Trachte ngruppen zu beleben. Auch dabei fand die hessische Trachtengruppe wiederum die besondere Aufmerksamkeit der riesigen Menschenmenge, weil die hessischen Trachtenträger geschlossen durch die Straßen marschierten und ihre mit Begeisterung aufgenommenen Volks- und Heimatlieder fangen. 2lrn Montagabend war auf Anregung des hessischen Landesbauernführers Dr. Wagner die hessische Trachtengruppe unter Führung von Georg Heß im „Bürgergarten" zusammengekommen. Bei diesen Stunden waren u. a. anwesend: Reichsstatt- hcllter Gauleiter Sprenger, Ministerialrat Ring 5 hausen , Landesbauernführer Dr. Wagner, eine Anzahl Amtswalter und einige SA.- Männer unseres Gaues. Beim Gesang hessischer Volkslieder, bei Volkstänzen — wobei auch der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger es sich nicht nehmen ließ, mit den Bauernmädchen in ihrer schönen Tracht manchen der allen deutschen Tänze zu tanzen — beim Vortrag einiger Gedichte von Georg Heß und frohgestimmter Geselligkeit verliefen die Stunden dieses Zusammenseins nur allzu schnell. Auch dieses Treffen war ein Abend wahrer Volksgemeinschaft, mit deren eindrucksvoller Bekundung die unvergeßlichen Tage von Nürnberg ihren schönen Ausklang fanden. GA aus Nürnberg zurück. Die Gießener SA., die gestern abend aus Nürnberg zurückkehrte, wurde außerordentlich herzlich empfangen. Das Zentrum der Stadt stand im Zeichen der Rückkehr der braunen Kämpfer. Schon einige Zeit vor der Ankunft des Zuges sammelten sich die daheimgebliebenen Kameraden der Stürme, zum Teil an den Sturmlokalen, zum Teil auf dem Landgraf- Philipp-Platz und in den anliegenden Straßen. Vom Standartengebäude aus rückten dann die Formationen über den Brandplatz, Kanzleiberg, Sonnen- straße, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße und Bahnhofstraße zum Bahnhof. Der Mufikzug der Standarte 116 hatte sich bereits am Bahnhof eingefunden und nahm auf dem Bahnsteig 1, auf dem der Zug erwartet wurde, Aufstellung. Pünktlich zur vorgesehenen Zeit lief der Zug ein. Die Lokomotive war mit grünen Zweigen geschmückt. Der Mufikzug begrüßte die Nürnbergfah- rer mit dem Badenweiler Marsch. Die Teilnehmer des Reichsparteitages waren über diese Begrüßung sichtlich erfreut. Rasch formierten sich dann die Mannschaften auf dem Bahnsteig. Standarte und Fahnen wurden entrollt, und während auf dem Bahnhofsplatz Kommandorufe erklangen, die SA. in straffer Haltung und tadellos ausgerichtet stand, wurden die Standarte und die Fahnen aus dem Bahnhof gebracht. Die überaus große Menschenmenge, die beim Empfang der Nürnbergfahrer dabei war, grüßte mit erhobener Hand. Dann setzte sich der Musikzug der Standarte 116 an die Spitze, und unter schneidiger Marschmusik marschierte die SA. unter dem Kommando von Standartenführer Lutter über Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Son- nenftraße und Kanzleiberg zum Landgraf-Philipp- Platz. Die Nürnbergfahrer marschierten unmittelbar hinter der Standarte und den Fahnen, dann folgten die aktive SA. und die SA.-Reserve. Die Stürme Vor dem Bahnhof. — Im Vordergrund Standartenführer Lutter. > SInruf zwischen acht und neun. 13on Wolfgang Federau Katja, mit ihren stark ausgeprägten mütterlichen irbb hausfraulichen Instinkten, hätte es verdient, ibien Mann zu bekommen, der immer um sie war. Huer kann man sich seinen Mann aussuchen? Viel- nlf)r kann man, wenn man einen Mann liebt, das iaroort von gewissen äußeren Formen seiner Le- dmssührung abhängig machen? Nur in seltenen Men ist derartiges möglich. Und daß Katjas, aus- zcrechnet Katjas Ehegatte einen Beruf ausübt, der iHv oft zwei, drei Wochen vom Haufe fernhielt, das Dir ein Mißgeschick, das man in Kauf nehmen ni.sßte. Auch sonst hätte Katja einigen Grund gehabt, sich zni beklagen. Manches änderte sich seit ihrer Heirat, sir: manchen Gewohnheiten mußte sie brechen. Denn hi Mann hieß nicht nur Ernst — er führte den limen in jeder Beziehung zu recht. Was seine Niinung über Aufgaben, Pflichten und das Geba- ler der Frau anbelangte, so huldigte er Anschauun- tjt:,, bie einfach mittelalterlich waren. Sie tat alles Ingbern wiberspruchslos — was tut man nicht, Tenn man gewiß ist, baß nur Liebe bie Ursache ihmrtiger Anschauungen ist. Man lächelt vielleicht, rcn ärgert sich wohl auch ein wenig, aber schließ- 14 zuckt man nur verzeihenb unb verstehen!) bie Masseln unb beugt sich ben Wünschen unb Befehlen it$ Mannes, ben man liebt. iia, man sitzt auch Abenb für Abend zu Hause, inoen Wochen, ba ber Mann fern ist, unb läßt sich iciit verlocken durch bie Lichtreklame bes Kinos, tixf) ben lebenbigen Lärm, ber aus ben Straßen in Großstabt hinaufbrobelt bis in bie Stille ber HHnung. Denn „Ich rufe bich jeben Abenb zwi- mal acht unb neun Uhr an", hat Ernst gesagt, vor Jim Abreise. Unb nun hockt man ba, in ber Nähe Telephons, unb beschäftigt sich mit bem unb in। m unb wartet. Auf bas Schrillen ber Glocke, 11 i bie vertraute Stimme. „Nun, Katja, alles in fcrimung?" „Danke sehr, Liebster. Unb bu?" Schnell Dci ein paar Worte: wie man ben Tag verbracht Hit baß man Sehnsucht hat, baß es so furchtbar f-U unb einsam ist, zu Hause. Man muß sich ja Le len, bie brei Minuten eines Ferngesprächs finb D>1 ;u schnell vergangen. „Auf Wiederhören morgen fceiio." „Ja — unb auf balbiges Wiebersehen auch." Ihl bann Schluß. Ömmer Hai Katja gebucht: es ist Liebe, bie ihn zu Mim täglichen Anruf zwingt. Aber heute, plötzlich, i xe von merfmürbiger Nervosität erfüllt. Heute trmen ihr UWfnrno m^cfr fnffo mirb in zu seiner Sklavin herabwürbigen", benkt sie. „Dieses Sitzen hier, Abenb für Abenb, manchmal zwei Wochen hintereinanber — ich halte es nicht aus. Man versauert ja babei, man wirb alt unb stumpfsinnig vor ber Zeit." Sie benkt an bie Ungebundenheit ihrer Mädchenjahre — mit einer gewissen Bitterkeit denkt sie daran. Sie ist mit eins auch gar nicht mehr so glücklich, wie sie es bislang zu sein glaubte. „Vielleicht ist es gar nicht Liebe bei ihm" überlegt sie wieder. „Vielleicht ist es Eifersucht, nichts als nackte Eifersucht." Und Katja denkt nach über das, was man Eifersucht nennt, und kommt zu der Ueberzeugung, daß ein eifersüchtiger Mensch nicht ohne weiteres auch ein treuer Mensch zu sein braucht. „Mich tyrannisiert er", bäumt sie sich auf. „Aber was er selbst tut da draußen, — wer mag das sagen? Es ist ungerecht, von mir zu verlangen, daß ich zu Hause warte, bis er sich gnädig herabläßt anzurufen, während man selbst..." Und plötzlich faßt sie einen Entschluß. Nimmt den Hörer von der Gabel, legt ihn auf den Tisch. „Sv" — denkt sie, „jetzt mag er anrufen bis dorthinaus — ich höre nichts. Besetzt, mein Freund, besetzt. Deine Frau, deine Katja, telephoniert mit ihrem Jugendfreund. — Mit — wie heißt er doch gleich? — ja, mit Edgar. Edgar ist ein schöner Name." Sie lächelt vor sich hin, ein bißchen spitzbübisch. Jetzt könnte sie ausgehen, irgendwohin, wo es schön ist und warm. Wo Musik ist und Leben. Sie hätte ihr Alibi: Zu Hause? Natürlich war ich zu Hause. Aber ich sprach wohl gerade mit meiner Cousine Thea, als du anriefst. Ich habe nicht daran gedacht, daß jeden Augenblick dein Gespräch kommen müßte. Und du rufst doch gewöhnlich auch immer später an. Nein, das wieder durfte sie nicht sagen. Denn sie wußte ja nicht, jetzt, wann sein Anruf kam. Und würde sich so vielleicht verplappern. Na, jedenfalls — eine Ausrede würde sich schon finden. Aber Katja stand nicht auf, holte nicht ihren Mantel, ging nicht hinunter in die Stadt. Brav und artig saß sie vor dem Schreibtisch und heftete die Augen auf das sinnlos gewordene Telephon. Acht Uhr zehn... Na, Ernst wird sich schon ärgern, wenn er keinen Anschluß bekommt. Soll er nur — ich habe ihn allzu sehr verwöhnt, all die Zeit Acht Uhr zwanzig... Scheußlich, dies Warten. Wenn's doch bloß erst neun wäre. Acht Uhr dreißig... Db er wohl traurig fern wird wenn er vergeblich auf meinen Gruß wartet? Schadet nichts — ich bin auch traurig gewesen, oft und oft, und er hat nicht danach gefragt. Acht Uhr vierzig... Ich halt's nicht mehr aus! Ich halts nicht mehr aus. Wenn ich nur fein Gesicht sehen könnte in diesem Augenblick. Db er sehr böse ist? Was muß er nur von mir denken! Vielleicht hat er zweimal, dreimal angerufen und immer das Besetztzeichen erhalten. Und macht sich Sorge, denkt, mir sei etwas passiert. Acht Uhr fünfzig... Katja, mit entschlossener Miene, legt aufseufzend den Hörer auf die Gabel. Wartet zitternd, mit hart klopfendem Herzen, auf das Schrillen der Glocke. Zehn Minuten lang. Zehn Ewigkeiten lang und vergeblich. Da packt sie wilde Energie. Sie weiß das Hotel, in dem Ernst abgeftiegen ist. Läßt sich durch die Auskunft die Telephonnummer geben, durchs Fernamt die Verbindung Herstellen. DH, die schrecklichen Minuten des Wartens. Und dann meldet sich erst der Portier. Und wieder vergeht endlose Zeit, ehe Ernst am Apparat ist. „Nun, Katja, Liebste", kommt seine Stimme, so fern und doch fo vertraut, „ist irgendwas passiert zu Hause?" „Passiert?" stotterte sie, „nein, nur ... ich ich .. ." „Aber Katja", wird sie unterbrochen und nun ist diese Stimme so überlegen, „kleines Dummchen, du brauchst doch nicht gleich so aufgeregt zu sein, wenn ich mich mal verspäte mit meinem Anruf. Ich hatte eine Besprechung mit einigen Geschäftsfreunden, und so kam ich nicht früher dazu. Ich habe es, ehrlich gesagt, im Eifer des Geschäfts ganz vergessen." „Vergessen!" denkt Katja und beugt hilflos den Nacken. Störche bilden ein Volk. Erbmasse und Triebleben bei Vögeln. Auf Anregung der Vogelwarte Rositten wird eine Internationale Storchzählung durchgeführt werden. Die Vogelwarte Rossitten hatte, wie man sich erinnern wird, im vergangenen Jahre 150 Jung- störche von Dstpreußen nach Essen-Ruhr gebracht, die im Herbst, zur gleichen Zeit, wie ihre ostpreußischen Brüder, auf Wanderschaft nach Süden gingen. Man verfolgte ihren Weg über Bern nach dem Lago Maggiore bis Konstantinopel. Die Essener Jungstörche nahmen also nicht den Flugweg, den alljährlich die westlich der Elbe nistenden Störche nach Spanien und Gibraltar einschlagen, sondern strebten einem ihnen noch unbekannten Ziele zu, das ihre von östlich der Elbe stammenden Eltern und Voreltern Jahr um Jahr aufsuchen. Zwei Wochen vor dem Eintreffen der Essener Jungstörckie waren die ziehenden Jungstörche aus Norstost-Europa bereits am Schwarzen Meer gesichtet worden. Das Verhalten der Essener Jungstörche ist ein Beweis dafür, daß die Störche einen erblichen Rich- t u n g s f i n n besitzen, dessen Jnstinktsicherheit auch durch einen Drtswechsel nicht irre wird. Auf solchen Erbanlagen beruht im ganzen das soziale Verhältnis der Störche untereinander, wie die Tiere überhaupt; bei den Störchen ist es offenbar ganz besonders ausgeprägt. Arterhaltung und Arteinheit sind dabei die eigentlichen Triebkräfte. Entartung wird von den Artgenossen im Keime ausgerottet, aus Selbsterhaltungstrieb allein, weil sie die Sicherung der Erbanlagen in der kommenden Generation gefährdet. Auch wo dies nur scheinbar geschieht, kann man furchtbare Beispiele von Artsicherung erleben. So hatten auf einem Gutshof in der Uckermark im vergangenen Sommer Jugendliche die Eier in einem Storchennest mit Gänseeiern vertauscht. Die ahnungslose Störchin brütete die falschen Eier aus. Als die Gänseküken ausschlüpften, erschrak — wie der Förster beobachtete — die Störchin offenbar über die entartete Brut, lieber eine Stunde lang umflatterte sie aufgeregt das Nest und starrte die Jungen an. Dann kam der Storchenvater; auch er konnte sich zunächst nicht beruhigen. Dann aber flog er davon und kehrte nach einer Stunde mit 15 anderen Störchen zurück. Gemeinsam stürzten sie sich auf das Nest, warfen nicht nur die Gänsebrut heraus, sondern töteten auch die Störchin mit scharfen Schnabelhieben. Erst später konnte der Förster die Ursache des merkwürdigen Verhaltens der Störche aufklären. Hätte er gewußt, daß die Eier in dem Nest vertauscht waren, fo hätte er die betrogene und von den Störchen, sozusagen unschuldig zum Tode verurteilte Störchin retten können. Die Störche bilden ein großes Volk; sie leben miteinander nach unveränderten Gesetzen. Arterhaltung und Selbsterhaltung sind auch hier untrennbar. Auf einem anderen märkischen Gutshof ereignete sich im oergeugenen Sommer folgende seltsame Geschichte. Der Blitz schlug in eine Scheune, auf deren Dach sich zwei Storchennester befanden. Das Feuer ergriff die Nester, es gelang den alten Störchen nicht, ihre Jungen rechtzeitig vom Dache zu werfen. Eine Storchenmutter ging mit ihren Jungen in den Tod, während die andere von einem der Storchenmänner gerettet wurde. Abends schwebten etwa 20 Störche aus den Nachbarorten mehrere Stunden lang suchend über der rauchenden Trümmerstätte. —hag— Aus der Provinzialhauptstadt Rüstzeug zum Erntefest e i m a t eine willkommene Volkstum un 4. 5. 6. Gruß an Hans Sachs und Aufzug der Zünfte aus „Meistersinger" von Wagner. Schwäbische Rapsodie Nr. 4 von Kaempfert. „Hesse-Darmstädter sein mir", Marsch, Krauße. Sie Berechtigung zum Angem und ihre Doraussehungen. Der Reichsverband Deutscher Sport- a n gj e r e. V., Bezirksleitung Hessen, Hessen-Nas- sau-Süd, teilt zum hessischen Fischereigesetz ergänzend mit: Mit dem Datum des 22. August 1934 zu Nr. St. lb 31851 des Hessischen Staatsministerium, Mini- sterialabteilung lb Innern, geben wir die Verfügung im Wortlaut wieder: Fischereikarten zum Fischen mit der einfachen Handangel in schiffbaren Strömen und Flüssen (Art. 48 des Gesetzes, die Ausübung und den Schutz der Fischerei betreffend, vom 27. April 1881) dürfen in Zukunft grundsätzlich nur an solche Personen ausgestellt werden, die dem Reichsverband Deutscher Sportangler e. V. angehören. Als Ausweis der Angehörigkeit gilt das mit dem Lichtbild versehene Mitgliedsbuch des Reichsverbandes Deutscher Sportangler. Personen, die den Angelsport nur vorübergehend ausüben, wie Badegäste, Erholungssuchende, Ferienreisende u. a. dürfen Fischereikarten zum Angeln mit der einfachen Handangel ausgestellt werden, auch wenn sie dem Reichsverband nicht angehören. Jedoch darf in solchen Fällen die Fischereikarte auf nicht längere Zeit als vier Wochen ausgestellt werden. Ausländern, die zur Ausübung des Angelsports Deutschland besuchen, dürfen Fischereikarten für die ganze Dauer ihres Aufenthaltes ausgestellt werden, ohne daß sie Mitglieder des Reichsoerbandes Deutscher Sportangler zu sein brauchen. Der Reichsoerband Deutscher Sportangler wird Erwerbslosen und Wohlfahrtsunterstützungsempfängern, Sozialrentnern, Kriegsbeschädigten, Opfern der Arbeit und anderen wirtschaftlich schlecht gestellten Volksgenossen in der Bemessung der Beiträge an den Reichsverband und seine Untervernimmt vom 1. Oktober 1934 ab die noch verbliebenen Aufgaben des bisherigen Evangelisch-Kirchlichen Landesjugendamtes der ehemaligen hessischen Landeskirche. Der Tag des deutschen Bauern, der Erntefesttag, s rückt heran. Viele Tausende werden sich an diesem Tage wieder auf dem Bückeberg um unseren Füh- rer scharen. Aber Millionen werden das Fest in ihrer Heimat feiern, in ihrem Dorf, auf dem Marktplatz ihres Städtchens oder im Schrebergarten der Großstadt. Würdig soll der Tag des Erntedankes gefeiert werden; Essen, Trinken, Tanzen und Johlen, das allein macht den Sinn der Erntefeier nicht aus, es muß ein Fest der Gemeinschaft werden, der Gemeinschaft von Stadt und Land, der Gemeinschaft des täglichen Brotes. Allen, denen die Ausgestaltung bei Erntefeiern in den Gemeinden obliegt, bietet das R e i ch s a m t Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Die Ortsgruppen Gießen-Nord und Gie- ß e n - O st der N S. - H a g o, Betriebsgemeinschaft Handel und Handwerk, halten am morgigen Freitag um 20.30 Uhr im Cafe Leib eine Mitgliederversammlung ab, zu der die Mitglieder vollzählig erwartet werden. U. a. werden Mitgliedskarten ausgegeben. Reichsbund Volkstum und Heimat. Kreisring Gießen. Ich weise die Ortsringführer auf den Aufsatz in dieser Nummer „Rüstzeug zum E r n t e f e st" hin und bitte für eine würdige Ausgestaltung des Erntetags in den Gemeinden Sorge zu tragen. Bis 15. Oktober bitte ich mir über das Erntefest in Ihrer Gemeinde zu berichten. Zeitungsberichte sind möglichst in 2 Exemplaren beizufügen. Gg. Heß, Leihgestern. Letzter Termin im landwir.schastlichen Entschuldungsverfahren. Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt: Am 30. September läuft die Frist ab, zu der die Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe den Antrag auf Eröffnung des landwirtschaftlichen Entschul- dungsverfahrens stellen können. Das landwirtschaftliche Schuldenregelungsgesetz ist eines der wichtigsten agrarpolitischen Gesetze. Es dient dazu, die Landwirtschaft wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Allen Bauern und Landwirten, die sich aus eigenen Mitteln nicht entschulden können, kann deshalb nur geraten werden, rechtzeitig einen Entschuldungsantrag einzureichen. Nach dem Ablauf des 30. September ist die Frist für die Einreichung von Entschuldungsanträgen abgelaufen, und eine durchgreifende Hilfe für verschuldete Betriebe ist dann nicht mehr möglich. Der Terminablauf gilt auch für Erbhofbauern und diejenigen Betriebsinhaber, welche die Selbstentschuldung beantragen wollen. Alle Bauern und Landwirte können nicht eindringlich genug auf die Bedeutung des Fristablaufes aufmerksam gemacht werden. Neuordnung der Inneren Mission in Nassau-Hessen. ELP. Die drei Landesverbände der Inneren Mission in Nassau (Evangelischer Landeswohlfahrtsdienst), Hessen und Frankfurt a. M. haben sich zu einem Landesverband der Inneren Mission in Nassau-Hessen zusammengeschlossen. Der Verband umfaßt alle Anstalten, Verbände, Vereine und Einrichtungen der Inneren Mission im Gebiet der Landeskirche Nassau-Hessen. Zum Landesführer wurde, im Einvernehmen mit dem Landesbischof und dem Reichsführer der Inneren Mission, der Direktor des Hessischen Landesvereins, Pfarrer Röhricht, berufen. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Inneren Mission befindet sich in Darmstadt, Bismarckstraße 55 (Fernruf 1364). Der Landes verband der Inneren Mission (nicht der Landesverein für Innere Mission) über« Vas Deutsche Volk muß ein Volk ßcrmann ©dring ■ vonZliegern werden! die Hausgemeinschaft. Und alle Unterschiede sind aufgehoben, wenn Herr und Gesinde am gleichen Tisch das gleiche Gericht genießen, wenn alle aus demselben Gefäß denselben Obstwein trinken. Das Tischgebet soll an diesem Tage erst recht zur Besinnung mahnen. Uno oann nach kurzer Pause: Antreten zum F e st z u g ! Hier kann alles gezeigt werden, was mit dem Leben des Bauern zusammenhängt: von der Saat bis zur Ernte, vom Frühling bis zum Herbst, von der Jugend bis zum Alter. Eine Schau der Arbeit! Das beste Vieh, das beste Geflügel, die besten Früchte werden vorgeführt. Pflug, Egge und Maschinen ziehen geschmückt mit im Festzug, dazwischen Gruppen von Kindern, Burschen und Mädchen, Männern und Frauen mit geschmückten Erntegeräten. Auf dem Festplatz wird die Erntekönigs« wähl vorgenommen Nun bringet her die schönsten Aehren, Es ist jetzt Erntekönigswahl! Wir können langen Streits entbehren, Entscheidend ist der Körner Zahl! Die Bauern mit den größten Aehren treten vor, die Körner werden sorgfältig ausgezählt, und wer die körnerreichste Aehre hat, der wird vom -out* germeister zum „Erntekönig" ausgerufen, er bekommt die Erntekrone, die im Festzug "^geführt worden ist und darf sie bis zum nächsten Erntefest behalten. ,. , . r . Dann werden die bäuerlichen -o ejt l et stungen auf allen Gebieten der bäuerlichen Ar« beit bis hin zur besten Leistung des Hütejungen im Peitschenknallen bekanntgegeben. Nach der Kaffeepause wird im Freien getanzt. Gute Erntetänze bietet das Heft „Hessische Tänze" im Bärenreiter-Verlag Kassel. Lied uno Sprechchor füllen die Tanzpausen: Wer den wuchtigen Hammer schwingt, Wer im Felde mäht die Aehren, Wer ins Mark der Erde dringt, Weib und Kinder zu ernähren, Wer ftroman den Nachen zieht, * Wer bei Woll' und Werg und Flachse Hinterm Webstuhl sich bemüht, Daß ein blonder Junge wachse: Jedem Ehre, jedem Preis! Ehre jeder Hand von Schwielen! Ehre jedem Tropfen Schweiß, Der in Hütten fällt und Mühlen! Ehre jeder nassen Stirn Hinterm Pfluge — Doch auch dessen, Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen. Ferd. Freiligraty- Die Kinder messen ihre Kraft und feit im Hindernislaufen, Wurstschnappen, schlagen und Karrenschieben. Das Durchfressen v einen Zwetschen- oder Apfelmuskuchen, in o l . Mitte ein blankes Geldstück steckt, ist nahrhaft um, belustigend zugleich. Die hersinbrechende Dunkelheit und die no digen Hausarbeiten setzen dem Tag des Bauern Ende. Sorgt dafür, daß eure Feier uicht unw . endet! Rechte Erntedankfeier gibt Kraft für euren Lebenskampf, bringt euch nahe den Werten und t e n unseres Volkstums und unser Heimat. Wir haben das große Glück gehabt, vor dem Führer aufzufallen, das heißt, angenehm aufzufallen. Das war schon bei den Soldaten der Stolz und ein seltenes Glück. Dem Gruppenführer ist vom Stabschef gesagt worden, daß die Gruppe Hessen von der ganzen SA. am besten ausgefallen ist und er hat den Dank des Stabschefs uns übermittelt. Diesen Dank gebe ich weiter an Euch! Wir sind als Vertreter des Standortes Gießen nach Nürnberg gefahren. Dieses Lob trifft auch die SA. des ganzen Standortes. Wir wollen nicht ausruhen, sondern in selbstverständlicher Treue uns an die Arbeit machen, denn wir wissen, was wir sind und was wir sein wollen: bie SA. Adolf Hitlers! Indem wir pflichtgetreu an uns weiterarbeiten, geloben wir Unterordnung und Treue unserem obersten Führer Adolf Hitler! Sieg-Heil! Nach dem dreifachen Sieg-Heil spielte der Musikzug den ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes. Die aus Nürnberg eingetroffenen Kameraden kehrten dann zu ihren Stürmen zurück, und im gemeinsamen Marsch begaben sich die Formationen bann in ihre Lokale, wo die Teilnehmer des Reichs- parteitages von ihren Erlebnissen in Nürnberg erzählen mußten. eine soweit entgegenkommen, daß sie für jeden tragbar sind. . „ Der Preußische Landwirtschaftsmmlster hat dieselbe Verfügung am 9. Mai 1934 herausgegeben und verfügt: Sofern bei domänenfiskalischen Gewässern dem Fischereipächter vertraglich die Ermächtigung zur Ausstellung von Erlaubnisscheinen zum Angeln unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Erlaubniserteilung durch die verpachtende Behörde überlassen ist, ist diese Genehmigung davon abhängig, daß der Erlaubnisscheininhaber dem Reichsverband Deutscher Sportangler angehört. Zu weiterer Auskunft sind der Bezirksfuhrer Georg K e i l und dessen Stellvertreter der Vereins- sichrer des Angelsportverein Gießen e. 23., Ludwig Fischer, Gießen, Riegelpfad 20, gerne bereit. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 13. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 11, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 8%, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 30 bis 40, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 15, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 60, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 8 bis 12 Pf., Falläpfel 3 bis 3%, Pfirsiche 15 bis 30, Brombeeren 30, Preißelbeeren 30 bis 35, Birnen 6 bis 10, Zwetschen 6 bis 8, Nüsse 30, junge Hähne 80, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmachgurken,' 100 Stück 50 bis 70, Endivien, das Stück 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 10. rtii) tuen. — Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was bin ich ohne Dich." ** Eine Neunzigjährige. Am morgigen Freitag, 14. September, wird Fräulein Emilie Hahn, Kaiserallee 14 wohnhaft, 90 Jahre alt. Die alte Dame erfreut sich noch bester Gesundheit und größter geistiger Frische. ** Die Personalien festgestellt. Der gestern morgen auf der Strecke Gießen—Weklar in der Nähe des Allendorfer Wäldchens tot aufgefundene Mann wurde als der 26 Jahre alte Karl Wil - helmi aus Hainchen (Kreis Büdingen) ermittelt, der hier in der Heil- und Pflegeanstalt untergebracht war und sich am Abend vorher heimlich entfernt hatte. ** Verkehrsunfall im Gießener Bahnhof. Im südlichen Teile des Gießener Bahnhofs wurde am Dienstagabend ein von Wetzlar kommender Personenzug von einer entgegenkommenden Lokomotive in der Flanke leicht angefahren, wobei einige Personenwagen und die anscchrende Lokomotive gering beschädigt wurden, Personen erfreulicherweise aber keinen Schaden erlitten. Die Ursache des Unglücksfalles ist noch nicht bekannt. Betriebsstörungen traten nicht ein. ** A u t o z u f a m m e n st o ß. An der Ecke Bleich- straße/Ludwigstraße ereignete sich gestern gegen Sie Herbstzeitlose. Wenn der spätsommerliche und der herbstliche Wind über die Stoppelfelder streichen, am Wegrand noch die Röslein der Wegwarte blühen, dann erscheint auf den Wiesen — förmlich über Nacht — die Herbstzeitlose. Sie ist für uns Menschen der letzte Gruß der Blumenwelt. Mit großer Härte scheint die sonst so gütige Mutter Natur dieses zarte Blümchen zu behandeln. Wenn nämlich im absterbenden Herbste die kalten Nebel oft tagelang die Sonne verschleiern, wenn der Herbstwind über die Felder und Wiesen fegt, dann kommt die nackte Blüte aus dem Boden hervor. In chrer blaßroten, violett angehauchten Farbe erscheint sie wie vor Kälte erstarrt. Wo ist ihr schützendes Laubdach? Vergebens ist nach ihm zu suchen. Noch nicht einmal ein Kelch schließt sie ein. Nur eine nackte sechszipfelige Blumenkrone, in der sich ebensoviele Staub- gefäße und drei bis zur Knolle reichenden Stempel entfaltet haben, reicht über die Erde. Ihr Dasein ist nur kurz bemessen. In ihrer zarten Gestalt strahlt sie zwar in leuchtender Farbe, und dennoch gelingt es ihr nicht, Insekten zum Zwecke der Bestäubung und Befruchtung anzulocken. Bekanntlich ist die Herbstzeitlose in allen ihren Teilen giftig. Das Vieh verschmäht die großen fetten Blätterbüschel, die im Frühjahr auf den Wiesen in Menge wachsen. Die Kinder, die von der Prachtentfaltung dieser Blume leicht angelockt werden, sind zeitig auf diese Giftpflanze hinzuweisen und dadurch vor Schaden zu bewahren. Und dennoch ist sie feit alten Zeiten ein Freund und Wohltäter der Menschen geworden. Das der Herbstzeitlose innewohnende Gift, Colchicin genannt, wird in der Hand des Arztes zu einem wirksamen Heilmittel gegen das „Podagra", jene hartnäckige Fußgicht. In Zeiten, da die furchtbare Pest wütete und hauste, trug man die Knolle der Pflanze an einer Schnur um den Hals, wodurch man sich vor der schrecklichen Krankheit geschützt glaubte. Auch der Volksglaube spricht heute noch davon, daß ein recht strenger Winter zu ermatten sei, wenn die Herbstzeitlosen in großer Zahl auf den Wiesen blühen. Welch eine Pflanze trägt im Frühling ihren Samen, Da ihre Blüten erst hervor im Herbste tarnen? Die Zeitlos' ist hierin der Blumen Widerspiel, Daß sie am Anfang ist, wo jene sind am Ziel. (Rückert.) Werde Mitglied im deutscheo Euftfportr Verband I ausgesehen hat, mußte das deutsche Volk in schwersten 14 Jahren erfahren: es mußte seinen Willen zum Frieden und sein Vertrauen an die Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit der anderen schwer büßen. Der Friede der Welt wird stets als höchstes Ziel der Menschheit proklamiert. Deutschland gab und gibt immer wieder Beweise seiner Friedensliebe, seit Adolf Hitlers Machtübernahme in besonderem Maße, weil es zur Achtung vor sich selbst zurückgefunden hat, aus der die Achtung vor anderen Nationen erwächst. Der Weltfriede ist stets nur durch gleichberechtigte starke Nationen gewährleistet und niemals durch eine Verewigung des Unterschiedes zwischen Siegern und Besiegten. Nichts wird das deutsche Volk davon abhalten können, mit unverminderter Stärke seinen Kampf gegen die Auffassung von Welt„frieden" der anderen fortzusetzen. Deutscher Volksgenosse! Der anerkannte Ein- sprach Deutschlands auf Gleichberechtigung gilt auch für die deutsche Fliegerei. Solange die deutsche Regierung durch Versailles, Paris und London sie nicht selbst unterhalten kann, muß es für dich ernste Pflicht bedeuten, sie durch deine Mitgliedschaft im Deutschen Luftsport- Verband tragen und fördern zu helfen! Meldungen bet Fliegerortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952. plahmusik unserer Militärkapelle. Arn morgigen Freitag von 18 bis 19 Uhr findet am ßiebigbenhnal (Hitlerwall) Platzmusik des Musikkorps unseres Bataillons unter Leitung von Obermusikmeister Krauße mit nachstehender Vor- tragsfolge statt: 1. König-Ludwig-U.-Marsch von Seifert. 2. Ouvertüre zur Oper „Stradella" von Flotow. 3. Blumen-Walzer aus dem Ballett „Der Nußknacker" von Tschaikowsky. 16.15 Uhr ein Verkehrsunfall. Ein Kraftwagen aus Berlin, der von einer Dame gesteuert wurde, fuhr die Bleichstraße in der Richtung nach der Gnauth- straße zu und wurde an der Straßenkreuzung von einem Kraftwagen aus Gedern, der die Ludwig- straße in der Richtung nach dem Studentenheim zu passierte, angefahren. Das linke Vorderrad des Gederner Wagens geriet gegen den Hinteren Kotflügel des anderen Autos. Der Anprall war so heftig, daß der Berliner Wagen umgeworfen und schwer beschädigt wurde, so daß er abgeschleppt werden mußte. Die Führerln des Wagens erlitt einen Bluterguß, ferner Schnittwunden und Knochensplitterungen am rechten Unterarm. Die Verunglückte wurde sofort in 2)ie Chirurgische Klinik gebracht, konnte aber nach ^Behandlung ihrer Verletzungen wieder entlassen werden. Die Polizei leitete sofort die Ermittlung der Ursache des Unfalles ein. ** An der Dreschmaschine tödlich verunglückt. Gestern nachmittag kam der 41 Jahre alte Friseur Julius Adolf P l e g e r in Lang-Göns bei Arbeiten an der Dreschmaschine dem Getriebe zu nahe, so daß er von der Maschine erfaßt und schwer verletzt wurde. Der bedauernswerte Mann wurde sofort der Chirurgischen Klinik in Gießen zu- geführt, wo er heute früh an den schweren Der. letzungen gestorben ist. ** Hessische Trachten beim Winzerfest. Unter Führung von Georg Heß (Leihgestern) wird die hessische Trachtengruppe vom Reichsparteitag in Nürnberg am kommenden Sonntag an dem Winzerfest in Bensheim teilnehmen, das unter dem Protektorat von Ministerialrat Rings- hausen stattfindet. *♦ Drei - Mark - Stückewerden außer Kraft gesetzt. Mit Ablauf des September werden die Drei-Mark-Stücke aus dem Verkehr ge« zogen. Die bis dahin noch nicht an das Reich zu- rückgeflofsenen Geldstücke werden bis Ende Dezem- ber bei den öffentlichen Kassen eingelöst. ** Ein Staufenberg - Verein soll am nächsten Samstag gegründet werden. (Siehe heutige Anzeige.) Kein schöner Land in dieser Zeit, Als hier das unsre weit und breit, Wo wir uns finden, wohl unter Linden Zur Abendzeit. Da haben wir so manche Stund' Gesessen da in froher Rund', Und taten fingen, die Lieder klingen Im Eichengrund. Daß wir uns hier in diesem Tal Noch treffen soviel tausendmal, Gott mag es schenken, Gott mag es lenken. Er hat die Gnad'. Nun, Brüder, eine gute Nacht. Der Herr im hohen Himmel wacht, In seiner Güte uns zu behüten Ist er bedacht. Der Sonntagmorgen weckt die Schläfer mit Glockenläuten und Blasen in frühester Morgenstunde. Morgenchoräle erklingen vom Turm. Die Fahnen werden gehißt. Es geht zum Gottesdienst. Die Ehrung der Gefallenen soll der Ausklang des Vormittags sein. Und dann vereinigt ein einfaches Mittagsmahl, das selbstverständlich nur auf deutscher Scholle gewachsene Erzeugnisse auf den Tisch bringt, waren in großer Stärke erschienen, so daß sich der Marsch der SA. zu einer eindrucksvollen Kundgebung nationalsozialistischen Willens gestaltete. Die Straßen waren von vielen Menschen gesäumt. Aus vielen Fenstern wurde die SA. gegrüßt, und mancher Blumengruß fiel in die marschierenden Kolonnen. Auf dem Landgraf-Philipp-Platz, der ebenfalls von einer großen Menschenmenge gesäumt war, fand ein Vorbeimarsch vor dem Standartenführer Lutter statt. Nachdem die Standarte und die Fahnen feierlich in das Gebäude der Standarte eingebracht waren, traten die Nürnberg fahrer noch einmal im Hofe der Standarte an. Standartenführer Lutter hielt hier eine kurze Ansprache, in der er folgendes sagte: Kameraden der SA.! Die Tage großer Anstrengungen, aber auch Tage großen Erlebens sind hinter uns. Wir haben dem Führer ins Auge sehen und zeigen können, wie die SA. in Oberhessen steht und wie er es haben will. Wir haben erlebt, daß der Staat und die Bewegung eins sind und daß die SA. der Garant des Staates ist! Rundfunkprogramm. Freitag, 14. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.45: Eigene Sendung. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. Bei Suppä zu Gast. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Senbebezirk. 13.20: Mittaaskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.10: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Nur bei klarem Wetter gibt’s volle Netze. Zwiegespräche. 17.45: Lieder von Franz Schubert. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Woher kommt die Sprache der Gau« ner und Strolche? Ein Zwiegespräch. 18.50: Unterhaltungskonzert des Stadttheaterorchesters. 19.45: Politischer Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation: Schwäbische Bauernkirchweih. 20.45: Instrumental - Kabarett. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Sportvorschau. 23: Mathis, der Maler. Sinfonie von P. Hindemith. 23.30: „Kerwe in ber Pfalz". Eine heitere Hörfolge von Paul Ginthum. 24 bis 1: Werke von Robert Schumann. »Weltfrieden..." Am 8. Januar 1918 proklamierte Wilson in seiner Kongreßrede die 14 Punkte des Weltfriedens, die Grundlage sein sollte für den mit der Regierung Deutschlands zu schließenden Frieden. (Mitteilung an Deutschland v. 5. Nov. 1918). Im Vertrauen auf die Aufrichtigkeit der feindlichen Mächte unterwarf sich Deutschland diesen Programmpunkten, um schon kurz danach zu erfahren, daß der Begriff Weltfrieden erst eine Auslegung erfahren würde. Wie diese Auslegung Handreichung in dem soeben herausgegebenen Heft „Erntefeste, Rüstzeug zur Festgestaltung". Das Heft können die Ortsringführer des RDH. unentgeltlich von der Reichsführung des RDH., Berlin NW 40, Herwarthstraße 4, beziehen. Vom Vorabend, über die Morgenfeier, den Festzug und die Abendfeier werden in diesem Büchlein Anweisungen gegeben, die, leicht faßlich dargestellt, alles bringen, was zu einer rechten Erntefeier gehört. Am Vorabend sammeln sich die Burschen und Mädchen und erledigen die letzten Vorbereitungen für den Erntetag. Dabei werden die alten Lieder vom Bauernstand, von Lieb und Leid gesungen. Walter Hensel hat eine Fülle solch bodenständigen Liedguts zusammengetragen in seinen Liederbüchern „Der singende Quell" und „Spinnerin Lob und Dank", beide erschienen im Bärenreiterverlag in Kassel. Und bevor das junge Volk am Vorabend des Erntetags auseinanderaeht, reichen sie sich die Hände und fingen das schöne alte geistliche Volkslied: An das gesamte hessische Volk! Mmsienalral Rlngshausen, Leiter des Hess. Schulwesens: Wenn einst Ernst M Arndt die Größe des deut- scen Vaterlandes nach der Reichweite der deutschen Zange spannte, dann hat Adolf Hitler uns daran jirürferinnert, daß die Grenzen deutschen Dolks- tlins umrissen sind von der Reinheit unseres Bluter und von der Klarheit der deutschen Seele. Wie einft das Los von Staaten durch Dynastien und Wirtschaft entschieden wurde, so wird die Zukunft in Rassen denken. Darum wird auch unser Schicksal entschieden von i)c Stimme unseres lebendigen Blutes, von der Käst unserer wachgewordenen Heimat und von j)im unüberwindlichen Glauben an unsere göttliche E ndung, der Wahrheit zu dienen. Deutschland wird groß und stark werden, wenn olien Deutschen auf der Erde das Gefühlsmäßige am Bewußtsein kommt, daß wir eine große, schick- schaft verbundene Gemeinschaft bilden. lllso lassen wir rauschen den gewaltigen Strom butschen Blutes und schreien in alle Welt hinaus: Deutsches Blut, wach aufl Deutscher, sei deutsch! Deutschlgnd ist deine Heimat! Oberstudiendirektor Dr. Leip, LeiterdesLandesverbandsHessen desBDA: Der diesjährige Tag des deutschen Volkstums soll und wird noch eindringlicher als es im Vorjahr geschah, der deutschen Jugend klar zum Bewußtsein bringen die Blutverbundenheit aller deutschen Menschen, wo auch immer sie auf dem Erdball wohnen mögen. Aller Stolz auf unser Volkstum und auf das Erbe völkischer Vergangenheit hat nur dann wirklichen Wert für die völkische Zukunft, wenn es erlebt und so als lebendiges Eigenbesitztum erworben worden ist. Dieses Erlebnis unserer deutschen Jugend zu geben, ist unsere Aufgabe am 16. September. Der VDA. als Träger der Veranstaltung ist stolz darauf, mit dieser Aufgabe betraut worden zu sein. Ich rufe daher alle Kräfte des Landesverbandes Hessen hiermit auf, mit letzter Hingabe im Bewußtsein der großen Verantwortung alles daranzusetzen, daß der Gedanke der unlösbaren Verbundenheit der 100 Millionen Deutschen in der großen deutschen Volksgemeinschaft tief eingegraben werde in die Herzen der deutschen Jugend. Oberhessen. 3HT kommissarischen Bürgermeister von pngz-Gäns ernannt. l All e nd or f a. d. Lda., 12. Sept. Der heu- |iji Viehmarkt war schwach besucht. Aufgetrie- I bn waren 35 Ferkel und 4 Stück Rindvieh. Die Püse für Ferkel waren auf der Höhe. Es wurden I btjLitjtt, je nach Qualität, für 5 bis 7 Wochen alte llrois 14 Mark und ältere bis 16 Mark pro Stück. De Handel war schleppend. Handel mit Rindvieh tue nicht zu verzeichnen. G r ü n b e r g, 13. Sept. Vor einiger Zeit frai m die beiden Gemeinderatsmitglieder Jakob i Diae cf b ö r n e r und Konrad Trinkaus. ihre tie-.iter niedergelegt. An ihre Stelle treten 3m Dienst schwer verunglückt. )t Kirtorf, 12. Sept, Auf einer nächtlichen Polizeistreife nach dem Einbrecher, der in Äüngshausen und Arnshain aufgetreten war, stufte auf der Landstraße Neustadt—Gleimenhain Hei Polizeiwachtmeister Schöpper mit seinem Foirrad so unglücklich, daß er einen schweren Fc)ädelbruch daoontrug. Der bedauernswerte Birmte wurde sofort nach der Chirurgischen Klinik in Marburg verbracht, wo er in ernstem Zustand daniederliegt. Landkreis (Rieften. DO Klein-Linden, 12. Sept. Am Dienstag farD die Versteigerung des Gemeinde- l> ist e s statt Es kamen zum Ausgebot einige ’Bume mit Zwetschen, geringe Mengen Birnen und tätigere Mengen Aepfel, von denen Boskop, Gold- pamänen und vor allem die Lokalsorte Allendörfer Mcienäpfel am meisten vorhanden waren. Da viele Li^haber erschienen waren, wurden im allgemeinen $)!$ Preise erzielt. Zwetschen wurden mit 3,50 bis l Rark pro Zentner bezahlt. Wirtschaftsäpfel kosteten 6 bis 8 Mark, Tafeläpfel 10 bis 11 Mark je Se iner, Wirtschaftsbirnen, namentlich solche zur ^ciigbereitung, kamen auf 1,30 bis 1,50 Mark, loaelbirnen auf 2 bis 3 Mark. Der Erlös der Versteuerung des Obstes vom Alten Friedhof mit 15,70 Wirkt kommt der Kirchengemeinde zugute. — Am Ecuntag unternahm der Geflügelzuchtver- k> Klein-Linden einen Ausflug nach dem he.,chelheimer Mühlchen, wo die Mitglieder mit llun Familienangehörigen einige frohe Stunden beliebten. ' Lang-Göns, 12. Sept. Mit dem heutigen tiie wurde der Ortsgruppenleiter Karl Wenzel nun Leonhard Großhaus und Herrn. Rühl II., die in der nächsten Sitzung eingeführt und verpflichtet werden sollen. 00 Saasen, 12. Sept. Unsere Gemeinde befindet sich in der glücklichen Lage, seit langer Zeit keine Arbeitslosen mehr verzeichnen zu müssen. Im Februar d. I. begannen die Drainie- rungsarbeiten, die auf Veranlassung der Wassergenossenschaft ausgeführt wurden und sich auf insgesamt 25 000 laufende Meter ausdehnten. Nach der Beendigung im Mai fanden die Arbeiter bei der Reichsbahn und im Baugewerbe Arbeit. Dann wurde die Straßenarbeit an der Straße Reiskirchen—Grünberg in Angriff genommen. Nunmehr beabsichtigt die Gemeinde, im Wege der Notstandsarbeit eine Anzahl Arbeiter im Straßenbau zu beschäftigen. Man kann erkennen, daß sich die Maßnahmen unseres Führers im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auch im engeren Rahmen unserer Gemeinde in glücklicher und nachhaltiger Weise auswirken. & Steinhei m, 12. Sept. In unserer Gemeinde brach die Diphtherie aus. Es erkrankte ein elfjähriges Schulkind. Da die Krankheit nicht ganz ungefährlich ist und oft Nachkrankheiten zur Folge hat, ist im Verkehr mit Diphtherie- kranken und deren Pflegepersonen besondere Vorsicht geboten. Die Uebertragung erfolgt teils durch Gegenstände, Nahrungsmittel usw., teils durch Anhauchen von Diphtheriekranken. Der Diphtherie am meisten ausgesetzt sind Kinder, jedoch auch Erwachsene werden von ihr befallen. Die nötigen Vorbeugungsmaßnahmen zur Verhinderung eines weiteren Umsichgreifens der Krankheit wurden bereits getroffen. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 10. Sept. Das äußerst günstige Wetter des Sommers und die große Trockenheit ließen das Obst zu ungewöhnlich früher Zeit reifen ^Die Obsternte ist in vollem Gang. Die Gemeindeobstversteigerungen finden fast überall in dieser Woche statt. Für die meisten Herbstäpfel und -Birnen ist die Baumreife eingetreten. Doch empfiehlt es sich, die bekannten Wintersorten, wie Boskoop, Graue Renette, Pastorenbirne usw., noch hängen zu lassen; denn gerade in den letzten Wochen nimmt dieses Obst noch an Gewicht und Güte in besonderem Maße zu. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß wir eine gute Mittelernte an Obst erhalten. — Das schöne Wetter verlockt auch die! Bauern, nun mit dem Ausmachen der Kartof-l fein zu beginnen. Auf trockenen Lagen sind die Stöcke vollständig abgestorben, und da, wo sie noch grün sind, ist nun — da ein ergiebiger Landregen ausgeblieben ist — keine Hoffnung mehr, daß sie weiterwachsen werden. Der Ertrag auf schlechten Aeckern ist sehr gering. Auf guten Lehmböden dagegen gibt es sehr viele Kartoffeln, wenn auch die Knollen nicht so dick sind, wie in den vergangenen Jahren. — Die Futterknappheit besteht nach wie vor. Kreis Friedberg. F Münzenberg, 12. Sept. Dieser Tage fand im Saal des Gasthauses „zum Löwen" ein eindrucksvoller Schulungsabend der SAN. statt, der wohl von 200 SAR.-Männern besucht war. Eine besondere Note erhielt der Abend durch die Anwesenheit des SAN.-Sturmbannführers, Rektor Walter (Bad-Nauheim), und einige seiner Mitarbeiter. Der mit der Sturmführung beauftragte Obertruppführer Müllermeister Eberhard Helmes (Ober-Hörgern) leitete den Abend und übergab nach eröffnenden Worten dem Schulungsredner Pg. Pfarrer Lenz (Münzenberg) das Wort. Don den besonderen Ereignissen der letzten Wochen in der Bewegung ausgehend, sprach der Redner vom Generalappell am 19. August 1934, seinem Sinn und seinen Begleiterscheinungen, um dann im Hauptteil seiner Rede unter dem Leitwort „Jetzt aber zu ernster Arbeit an uns selbst!" auf die für einen Na- tionaftozialiften unumgänglichen und unerläßlichen Pflichten und Aufgaben zu verweisen. Mit rücksichtsloser Offenheit und eindringlichem Ernst wurde auf die Aufgabe deutscher Mütter, deutscher Väter, »er Familien verwiesen. Denn letzthin machen ütter die Geschichte eines Volkes; sie schenken ihrem Volk streitbare, tapfere Söhne, dienende, lebenspendende Töchter. Nur durch den Willen zum Kind überwand Deutschland die alles mordenden Pestzeiten, die die Reihen so oft in der Geschichte lichtenden Kriegszeiten. Wenn dieser Wille fehlt, helfen unserem Volke keine Begeisterungsstürme, keine mitreißenden und aufbauenden Bewegungen, keine führenden Männer ohne Furcht und Tadel, es stirbt doch. Jeder SA.-Mann, so klang die Rede aus, der in dieser heiligsten Pflicht vor seinem Volk versagt, marschiert in unseren Reihen als Totengräber unseres Volkes. Darum hinweg mit ichsüchtigen, bequemen Lebenshaltungen! ÄZillst du Nationalsozialist sein, so hilf, daß dein Volk lebe, auch wenn dabei deine Bequemlichkeit und deine materialistische Gesinnung sterben muß. Anschließend ergriff der Sturmbannführer noch zur Darlegung einiger an die vorigen Ausführungen an- knüpfenden mahnenden Gedanken das Wort. Nach dienstlichen Bekanntmachungen schloß der wohl- gelungene Schulungsabend in der üblichen Weise. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 11. Sept. Die Gemeindeverwaltung plant die Einrichtung eines Heimatmuseums in den oberen Räumen des Rathausgebäudes. Vor kurzem erging gelegenlich der Versammlung einer NS.-Organisation die Aufforderung zur Mitarbeit an dieser begrüßenswerten Einrichtung, zu der Stiftungen und Beiträge vom Bürgermeistereiamt entgegengenommen werden. — In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde u. a. die Nutzbarmachung des Geländes am fog. „Hohen Rain" beschlossen. Dieser gemeindeeigene Grundbesitz soll zunächst eine Bodenebnung erfahren und später für Siedlungsgärten Verwendung finden. — Die Bautätigkeit hat in diesem Jahre auch in unserem Städtchen durch die fördernden Maßnahmen der Reichsregierung eine wesentliche Belebung erfahren. Die Bautätigkeit bestand in der Durchführung von Neu- und Umbauten und in der Verbesserung schadhafter Gebäudeteile. Den Bauhandwerkern war damit die Möglichkeit gegeben, für längere Dauer in Arbeit zu kommen. — Die Kartoffelernte hat hier in diesen Tagen ihren Anfang genommen. — Dieser Tage wurde im Rathaus das Gemeindeobst durch Handabgabe zum Verkauf gebracht. Homberg, 12. Sept. Der heutige Schweinemarkt war mit 551 Stück Ferkeln beschickt. Es wurden für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel pro Kopf 10 bis 15 RM. und für 8 bis 13 Wochen alte 12 bis 26 RM. gezahlt. Viele Käufer hatten sich eingefunden. Der Handel war lebhaft, fo daß nur ein geringer Ueberftanb verblieb. Rundfunkprogramm. Samstag, 15. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.30: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 11: Eröffnung der Grenzlandschau. 11.45 Sozialdienst. 12: Von Leipzig: Mittagskonzert I des Emde-Orchesters. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. ... und morgen ist's Feiertag! 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 14.45: Nachrichten. 15.10: Lernt morsen! 15.30: Fröhliche Wochenmusik. 16: Bunter Nachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.35: Stegreifsendung. 19: Von Freiburg: Blasmusik. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Wettstreit der Humoristen. 22.20: Nachrichten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Aufruf zur Herbstverschickung erholungsbedürftiger Kinder. Die große Zahl erholungsbedürftiger Kinder innerhalb unseres Gaugebieles macht es notwendig, nochmals eine Kinder-Landverschickung vorzunehmen, bei der aber jetzt die noch nicht berücksichtigten Kinder zur Erholung verschickt werden. Es ist deshalb vornehmste Pflicht eines jeden Volksgenossen, wenn er nur irgend dazu in der Lage ist, eine Pflegestelle zur Verfügung zu stellen. Schenkt deutschen Madels und Buben frohe Stunden, die ihnen Kraft geben, später mit Glaube und fanatischem Willen um Deutschlands Zukunft zu kämpfen! Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß alle Volksgenossen an diesem Werk mithelfen müssen, denn wir wollen den „Nur- Wohlfahrtsstaak" auch auf diesem Gebiet überwinden! Wir wollen nicht nur fürsorgerisch an die Gegenwart denken, sondern unseren Blick auch in die Zukunft richten. Aus den Kindern, die wir heute verschicken, werden einst Wütter, werden einst ZHänner, die das Erbe, das wir ihnen hinterlassen, als getreue Sachwalter weiterzuverwalten wissen. Was sie heute mit offenem Kinderherzen erleben, wird bestimmt später feine Früchte fragen. Darum wollen wir auch dem ärmsten deutschen Kind die ganze, schöne deutsche Heimat eröffnen und es teilhaben lassen an den unerschöpflichen Werten und Kräften unseres Volkes! Wir wollen, daß Liebe und Dankbarkeit dem Führer ein herrliches Denkmal erstehen lassen: Deutschland, mein Vaterland! Darum jedem deutschen Kind eine Pflegeskelle! Dienst an der Jugend ist Dienst am Volk! Kreisamtsleitung der NSV. Gießen. Willi h a i n b a ch . Kreispropaganda- und Pressewalter der NSV. Herbsttag im Odenwald. Von Emil Baader. iserbstzeitlosen stehen, zarte violette Flammen, bi Dunklen Samt der Bergwiesen. Letztes Oehmd 3.flct an besonnten Hängen. ?aod) blühen Habichtskraut und Schafgarbe. Ader Kl hohen Disteln am Wegrand tragen die schim- rnnben Haarkronen des Herbstes. Leis schweben dr! Distelsamen mit zarten, seidenen Flügeln da- M L^chwalben sausen nicht mehr durch die Lüfte, gleicht kreisen sie heute über Venedig oder Rom. Em siehe! Eine letzte einsame Schwalbe erhebt sich : l>:r mit weißschimmerndem Leib überm rostroten , Rie^rnroalb. Noch hat bie Sonne jähe Glut. Aber : fr.11 im Schatten bes Nußbaumes ist bie Rast won- nziund kühl. i du weite goldene Herbstlandschaft! Die Schatten des großen Nußbaumes spielen ' tr;f i ber weißen Straße. Die braunen Dächer der kleinen Stadt glühen. Freundliches Gewoge ! Id tr fallender Blätter bunter Distelfinken und ; |ü:-r Falter. Baie schön ist der Tag! O du hoher Baum* über Ihr du helle Menschenstraße neben mir, du rau- \ |d?:3)er Bach im Tal! 5n Schatten des dunkelgrünen Haselnußstrauches sftriich nun Unweit der kleinen Mühle: der Oel- 1 niih'e. Diese halbzerfallene Mühle ist das male» ifijfjte und romantischste Haus des Tales. Wie j Icin.mert das naßgrüne Moos an den Mauern > brr Mühle, rote üppig und königlich stehen die ge- 1 Rilligen Pestrourzblätter rund um die kleine ■ MÄe. D;i Landschaft des Volksliedes! Du traumhafte ! steiie der Taleinsamkeit! h-rr wohnt Pan, der ewige Zauberer. ! Zc, trete in die kleine Mühle. Dumpfe Schläge: Cpjiuere Balken fallen stampfend nieder, gewaltige C&iiiräber laufen im Kreis. Ein Mann ist ba. 9Brxg. Wortkarg Er bebient das primitive Werk. 8 l-! Früchten heimischer Aecker stampft die Mühle f itirmernbes Del. her schmale Mühlkanal und der kleine Bach um- s Riegen zusammen eine idyllische Insel, Weiden- 6 ißiri.e und Weidensträucher stehen daraus und hveigelbe Bachdisteln und kühles hohes Gras. M diese Insel bin ich gegangen, den schönen, 6 planen Herbsttag in vollen Zügen zu genießen. ck lege mich ins kühle Gras, den Tanz der 9 |dlenen Mücken, den Zug der Wolken im Blau bic-chtend. Eine Pfeife Tabak zünde ich an. Wie st steigt der Rauch empor. In meine Mappen male ich Hymnen und Psalmen: Das Bild ber Mühle und ber einsamen Insel. Droben auf ber Menschenstraße aber fahren immer noch Vauemwagen, fruchtbeladen, heimwärts. Und da die Sonne hinter die Berge sinkt, steht Tal und Wald und Mühle und Insel in rotem Gold. Aus der Geschichte der Schiffsbrände. Die Brandkatastrophe des „Morro Castle", die so viele Opfer gefordert hat, ruft nicht nur die Erinnerung an schwere Schiffsbrände in den letzten Jahren wach, sondern weckt auch wieder die Vorstellungen an Brandkatastrophen zu einer Zeit, als die Schiffe noch nicht zu einem großen Teil aus Stahl und Eisen bestanden, die Schutzmaßnahmen noch viel mangelhafter waren als heute, und keine drahtlose Telegraphie es ermöglichte, Hilfe zur Rettung der Schiffbrüchigen herbeizurufen. In früheren Jahrhunderten war ein Schiff, das auf hoher See in Brand geriet, mit Besatzung und Passagieren rettungslos verloren, wenn es der Schiffsleitung nicht gelang, dem Feuer Einhalt zu gebieten. Noch vor 60 Jahren, am 18. Oktober 1874, wurde das große Auswandererschiff „Cospatrick" ein Opfer der Flammen, weil eine brennende "Petroleumlampe auf das Vorderdeck fiel und der kleine Brandherd nicht rechtzeitig genug entdeckt wurde. 465 Menschenleben fielen dieser Schiffskatastrophe zum Opfer. Ein ungeschütztes Licht führte auch den Brand des englischen Schiffes „Sarah Sands" herbei. Es fiel im Lagerraum um und obwohl die Mannschaft und 300 Soldaten, die an Bord des Transportschiffes waren, das Feuer sehr umsichtig bekämpften, war es doch verloren. Fieberhaft waren die bedrohten Matrosen bemüht, die an Bord befindlichen Pulvermengen über Bord Zu werfen, aber eine Pulvertonne explodierte und sprengte einen Teil des Schiffes in bie Luft. Die auf dem Wrack Verbliebenen trotzten aber immer noch ben Flammen, und es gelang ihnen nach viel- stündigen Bemühungen auch, das Feuer zu ersticken und den rauchenden Rest des einft so stolzen Schiffes nach Mauritius zu bringen. So forderte diese schwere Katastrophe kein Menschenleben. Die Brandursachen sind oft sehr verschieden, manchmal sind sie auch ein Geheimnis geblieben. Selbstentzündung der Ladung, Fahrlässigkeit und Kesselexplosionen haben meistens solche Brände verursacht. Das mit Nitrat beladene Schiff „Micronesia" wurde auf der Fahrt von Südamerika durch seine Ladung in Brand gesetzt und doch wieder durch die Beschaffenheit der Ladung gerettet; denn das durch Selbstentzündung brennende Nitrat zerstörte zwar alles Holz im Innern des Schiffes, aber lief als flüssiges Zement auch wieder in die Fugen und hielt den Schiffskörper zusammen, so daß Mannschaft und Passagiere, die auf dem glühenden Schiffsboden in höchster Gefahr waren, sich in den Rettungsbooten flüchten konnten. Das verlassene Schift glühte weiter aus und konnte schließlich als schwimmendes rotglühendes Wrack in einen Hafen geschleppt werden. Baumwolle und Petroleum sind ebenfalls immer gefährliche Schiffsladungen gewesen. Das Jahr 1900 brachte zwei große Schiffsbrandkatastrophen, den Brand des deutschen Postdampfers „Bremen", dem 150 Menschenleben zum Opfer fielen, und das Riesenfeuer im Hafen von Hoboken, bei dem sechs große Schiffe verbrannten und mehr als 200 Todesopfer zu beklagen waren. Eine sogenannte „Werftratte", ein Vagabund, der sich mit einer brennenden Zigarette in eines der Schifte eingeschlichen hatte, soll diese Katastrophe veranlaßt haben. Durch unvorsichtiges Rauchen wurde auch der Brand des „General Slocum" am 15. Juni 1904 verursacht, dem fast 1000 Frauen und Kinder — es handelte sich um einen Ausflug einer der größten deutschen Schulgemeinden von Neuyork — zum Opfer fielen. Fast ohnmächtig stand die Mannschaft dem Riesenbrand gegenüber und angesichts des Hafens brannte das Schift, des 1500 Personen faßte, nieder. Eine Kesselexplosion verursachte 1927 den Untergang des italienischen Dampfers „Principessa Mafalda^ vor der brasilianischen Küste; etwa 300 Menschen gingen dabei zugrunde. Heute sind auf fast allen Schiften umfangreiche Schutzmaßnahmen getroffen, um solche Katastrophen zu verhindern. Nach den Ausstellungen des Germanischen Lloyds über die Totalverluste der Welthandelsflotte im Jahre 1931 fielen in diesem Zeitraum 22 Dampfer, 5 Motorschiffe, 4 Motorsegler und 4 Segler den Flammen zum Opfer, also insgesamt 35 Schiffe bei einer Gesamtzahl der Schiffsunglücke in Höhe von 380. „3* hab' ihn V Folgende kleine Geschichte, die sich in der Umgegend der jütischen Stadt Aalborg wirklich zugetragen haben soll, erzählt eine dänische Provinzzeitung: Ein Dieb steigt nachts bei einer Witwe ein, von der man sagt, daß sie ihr Lebenlang ängstlich für die einzige Tochter gespart hat. Vielleicht, meint der Dieb, findet sich was im Hause. Die Tochter der Witwe ist eine überaus kräftige Person, nicht mehr jung, schon Mitte Dreißig. Sie hat in dieser Nacht nicht schlafen können, ist unruhig umhergewandert, und der Dieb läuft ihr geradenwegs entgegen. Die Tochter kennt keine Angst, sie überlegt nicht lange. Sondern schlingt ihre muskulösen Arme um den Kerl, hält ihn fest wie in einem Schraubstock und schreit aus Leibeskräften: „Mutter, Mutter! Ich hab' ihn!" Die Mutter, im leisen Schlaf der alten Leute liegend, eilt sofort herbei. Und als sie nun ihre Tochter vor sich sieht, die Arme fest um einen fremden Mann geschlungen, tut sie einen Schluchzer und sagt: „Nimm ihn, mein Kind, und werde glücklich! Meinen Segen habt ihr." V. K. Zeitschriften. — Im Septemberheft der „3eitroenbeM (C- H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München) finden wir über das Bevölkerungsproblem, feine Folgen für Politik und Wirtschaft, über die Mittel, um das Gespenst einer „Vergreisung" unseres Volkes zu bannen, eine klare und sachliche Zusammenfassung aus der Feder von Otto Most. Das Erfolgversprechende in den Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung sieht Most darin, daß sie eine zielbewußte Produktions- mit einer zielbewuß- ten Bevölkerungspolitik verbinden. Most betont auch, daß die bestdurchdachte Bevölkerungspolitik nur zum Ziele führen kann, wenn sich die Nach- wuchsgefinnung unseres Volkes grundlegend ändert. Die Freude am werdenden und wachsenden Leben vor allem gilt es zu fördern; wir müssen wieder ein starkes, frohes lebenbejahendes Volk werden! Gingeleitet wird das Heft durch einen markanten Nachruf auf den Heimgegangenen Reichspräsidenten (von Tim Klein), der in großen, wuchtigen Zügen die gewaltige sittlich-religiöse Persönlichkeit Hindenburgs herausarbeitet. Eine Betrachtung zum 400- jährigen Jubiläum der deutschen Lutherbibel von Kurt Frör führt in die Tiefe des geistigen Ringens um den Anspruch des Gotteswortes an das deutsche Volk, während August Zellfelder die heute brennendste Frage der, europäischen Politik, nämlich die östereichische, höchst anschaulich zeigt. — Neben diesen wichtigen Aufsätzen enthält das Heft den ergreifenden Schluß des nordisch - protestantischen Romans „Die Sünderin" von Hildur Dixelius, einige Gedichte, einen feinsinnigen Umschaubeitrag über Joses Nadler und zum Schluß eine Reihe anregender und aktueller „Randbemerkungen". Mit diesem Septemberheft schließt die „Zeitwende" ihren 10. Jahrgang. Mit dem Oktoberheft geht sie in den Wichern-Verlag, Berlin, über; zugleich tritt zu dem bisherigen Münchner Herausgeberkreis der in kirchlichen Kreisen wohlbekannte Professor Helmuth Schreiner, Rostock, als neuer Herausgeber hinzu. Zweck und Sinn dieser Neuordnung ist es, wie die Herausaeber am Schluß des Heftes bekanntgeben, „noch stärker als bisher wirklich alle lebendigen Kräfte, die sich im Norden wie im Süden unseres Vaterlandes zur Botschaft der Reformation bekennen," in der „Zeitwende" zu gemeinsamer Arbeit zusammenzufassen. Treffen der Altersturner in Vraunsels. „Es war ein Sonntag hell und klar, ein selten schöner Tag im Jahr", so rechtes Turnerwetter. Und so war auch die Stimmung, so glänzten die Augen der jugendfrischen Altersturner und ihrer Frauen. Ueber 400 nahmen an dem Ausflug nach Braunsfels teil. So manche, die in ihrer „aktiven" Zeit Schulter an Schulter üm den Eichenkranz rangen, hatten sich jahrelang nicht gesehen. Dazu ein Wiedersehen in so großer Zeit. Der Turnverein Braunfels hatte alles auf das Beste vorbereitet. Dank gebührt den Turnschwestern von Braunfels, die Turnplatz und Turnhalle geschmückt hatten und ein sehr schmackhaftes Eintopfgericht den Turngästen reichten. Oer Empfang. Schon vor Tau und Tag mußten am Sonntagmorgen die Turner aus den Unterkreisen Alsfeld, Dillenburg und Gießen auf den Weg, um rechtzeitig nach Braunfels zu kommen. Zwischen 9 und 10 Uhr trafen aus allen Richtungen die Turner am Sammelpunkt (Schloßbrauerei Obermühle) ein. Sehr viele kamen mit Frau und Kind. Ein bunt bewegtes Bild! Turnbruder Müller gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß mit den Männern diesmal auch die Frauen gekommen seien. Er wünschte allen Gästen schöne Stunden in Braunfels. Der Ehrenvorsitzende des Vereins Braunfels, Kammerrat Jockel, rief die Alterturner zu reger Mitarbeit auf. Ein Gang durch die Fürstlichen Anlagen führte die Gäste zum Städtchen und zur Besichtigung des Schlosses. Das gemeinsame Mittagessen vereinigte mehrere hundert Gäste in der mit Fahnen und Blumen reich geschmückten Turnhalle. Kurz vor 14 Uhr traten dann über hundert Altersturner, Männer zwischen 35 und 70 Jahren, zum Turnen an. Wiederum begrüßte Turnbruder Müller die Gäste und übergab dann die Leitung der Veranstaltung in die Hände des Kreisführers D a u p e r t, der den Dank des Turnkreises allen denen aussprach, die bei der Zurüstung dieses Alterstreffens mitgeholfen hatten. In eindrucksvollen Worten wies er weiter auf die aufbauende Arbeit der Deutschen Turnerschaft hin, und daß man sich ohne Turnertum und ohne die Pflege der Leibesübungen keinen erfolgreichen Aufbau unseres Vaterlandes denken könne. Die Ansprache klang aus mit dem Gelöbnis: Treue dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, Treue dem Volke, Treue dem Vaterland! In das „Gut- Heil" stimmte die Menge begeistert ein. Oie turnerischen Vorführungen. Erfreulich regen Anteil an den turnerischen Vorführungen nahmen die Mannschaften aus dem SA.- Hilfswerk-Lager der Brigade 148. In einer Stärke von 100 Mann trafen sie auf dem Turnplatz ein. Der Führer des Lagers, Sturmführer Rieke, sprach über „Zweck und Ziel der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung im nationalsozialistischen Sinne". Er erinnerte an die Worte des großen Führers: „Im Dritten Reich gilt nicht nur das Wissen, sondern auch die Kraft" und „höchstes Ideal ist der Menschentyp der Zukunft, in der strahlender Geist sich findet in herrlichem Körper". Das Ziel von Turnen und Sport ist gleichmäßige Durchbildung von Körper und Geist zu Kraft und Ausdauer, zu Widerstandsfähigkeit, Selbstbeherrschung und Selbstvertrauen, zu Pflichtbewußtsein, Gemeinschaftsgeist und Opferbereitschaft. Das alles für unser Volk und Vaterland. Die Ansprache des Sturmführers klang aus in dem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Die Menge stimmte begeistert ein. Das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied beschlossen die Ansprache. Kurz nach 14 Uhr entwickelte sich nun unter Leitung des Kreisoberturnwartes Schüler (Wetzlar) auf dem Turnplatz ein prächtiges, turnerisches Bild: Die Altersturner in langer, weißer Turnhose und im Turntrikot — darunter 60- bis 70jährige im langen grauen Barte — und rundum eine lebendige Mauer aus der die bunten Kleider der Jungmädchen und das Braun der SA. sich leuchtend abhoben. Es traten zehn Riegen zum Turnen an. Es war kein Wettkampf in der üblichen strengen Form. Rach freiem Ermessen wählte jeder Turner das ihm zusagende Gerät und die ihm gefälligen Uebungen. Es wurde geturnt an Barren, Reck und Pferd, dazu kamen Weit- und Freihochsprung und Kugelstoßen. Die Geübteren zeigten dann noch Kür-Uebungen in ansprechendes, schgner Form. Unvorbereitet, gemeinsame Freiübungen, ausgeführt nach den Klängen bekannter Volkslieder, welche die Gebrüder Leipscher, zwei Turner aus Wetzlar auf Akkordeons stimmungsvoll spielten, reihten sich an das Turnen der Riegen an. Zwei gut durchgeführte Faustballspiele bildeten den Abschluß der turnsportlichen Veranstaltung. Vor der Siegerehrung überbtachte Gauoberturnwart Paul (Gießen) die Grüße des Gaues Nordhessen. In packenden Worten erinnerte der Redner daran, daß die aufbauende Arbeit der deutschen Turnerschaft schon immer Dienst am Vaterlands war. Und wo es jemals galt, für Deutschland einzustehen, da standen die Turner in erster Reihe. Sie werden auch weiterhin ihre volle Kraft einsetzen für des Volkes Wohl und Männer und Frauen heranbilden nach dem Sinne des Führers und Kanzlers Adolf Hitler, Nationalsozialisten der Tat. Die eindrucksvolle Ansprache klang aus in einem „Sieg- Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland. Oie Ergebnisse. Obgleich ein Wettkampf im strengen Sinn nicht stattfand, erfolgte eine Wertung der Uebungen, um an jedem Geräte die Besten festzustellen. Im folgenden aus jeder Gruppe die drei ersten Sieger: Barren: 1. W. Bernhardt, Wieseck, 18 P.; 2. O. Schlierbach, Rodheim, 17 P.; 3. Fritz Kunz, Sinn, Adolf Jung, Wetzlar, Karl Gissel, Rodheim, 16 Punkte. Reck: 1. H. Keller, Burg-Solms, 19. P.; 2. Max Engelmann, Wetzlar, 18 P.; 3. Richard Krämer, Weilburg, 16 Punkte. Pferd: 1. Heinrich Römer, Wieseck, 16 P.; 2. Franz Sauer, Mtv. Gießen, 13 P.; 3. Otto Reh, Wieseck, Heinrich Hamel, Mtv. Gießen, 13 Punkte. Hochsprung: 1. Heß, Braunfels, 1,55 Meter; 2. Dietz, Burg-Solms, Derbeck, Wetzlar, Wolf, Wetzlar, Möglich, Wetzlar, 1,40 Meter. Weitsprung: 1. Gitter, Weilburg, 5,60 Meter; 2. Wolf, Wetzlar, 5,55 Meter; 3. Heß, Braunfels, 5,30 Meter. Kugelstoßen: 1. Adam, Braunfels, 10,70 Meter; 2. Gitter, Weilburg, Jakob, Dillenburg, 9,65 Meter. F a u st b a U t 1. Braunfels, 2. Burg-Solms. Nordhessens Handball-Sauliga. Die Zusammensetzung her Handball-Gauliga .in Nordhesfen ist bisher noch nicht erfolgt. Gemäß einer Anordnung der obersten Handball-Leitung soll im Gau Nordhesseil nur eine Gruppe von zehn Der» einen spielen. Es sind vom Gau-Handball-Sachbear. beiter folgende Vereine vorgesehen: Tuspo 06/09, CT. Kassel, Kurhessen, Turn, SC. 03 Kassel, Esch, wege 61, Wetzlar, Gießen, Marburg und Hanau- Kesselstabt. Die Antwort der Vereine, ob sie in der Lage sind, die finanziellen Mehrlasten bei dieser Zusammensetzung auf sich zu nehmen, steht zum Teil noch aus, so daß kaum damit zu rechnen ist, daß die Spiele, wie ursprünglich vorgesehen, am Sonntag, den 16. September, beginnen können. Fußball-Spiele der Kreisklaffen im Bezirk Lahn-Oill. Grünberg — Großen-Buseck (Keller, Naunheim) Wieseck — Heuchelheim (Niersbach, Wetzlar) Lollar — VfB.-Reichsbahn II (Prinz, Albshausen) 1900 II — Leihgestern (Wallbott, Steinberg) Aßlar — Tgde. Wetzlar (Deibel, Gießen) Büblingshausen — Sportfr. Wetzlar (Kreiling, Gießen) Wetzlar II — Naunheim II (Schnabel, Wieseck) Leun — Ulm (Volkmar, Wetzlar) Albshausen — Stockhausen (Kaletsch, Wetzlar) Holzhausen — Biskirchen (Kleemann, Bissenöerg) Lollar II — Wieseck II (Schneider, Gießen) Leihgestern II — Garbenteich (Scharf, Wetzlar) Allendorf — Steinbach (Wolf, Bissenberg) Alten-Buseck — Grünberg II (Weinandt, Leihgestern) Wißmar — Londorf (Grote, Mainzlar) VfB.-Reichsbahn III — Wieseck III (Reuschling, Steinbach) Werdorf II — Oberbiel (Presber, Stockhausen) Oberndorf — Braunfels (Hans Rüspeler, Gießen) Schmalbach — Bonbaden (Bernhardt, Tiefenbach) Aßlar II — Nauborn II (Wenzel, Schwalbach) Wetzlar III — Waldgirmes (Graulich, Oberndorf) Hermannstein — Burgsolms II (Ott, Bonbaden) Fellingshausen — Frankenbach (Wissemann, Lollar) Hohensolms — Launsbach (Dönges, Bischoffen) Krofdorf-Gleiberg II — Vetzberg (Gerhardt, Steinb.) Heuchelheim II — Erda (Post, Wieseck) Kinzenbach — Rodheim (Trautmann, Büblings» hausen) Leun II — Berghausen (Heinz, Stockhausen). Sprechstunden der Redaktion. "* 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Die trauernden Hinterbliebenen: Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Winn Gertrud Locher, geb. Winn Dr Hans Winn 7 Enkelkinder. Gießen, München, Darmstadt, Mainz, Langenbruck.il. Sept. 1934 Die Beerdigung findet in der Stille statt Besuche nicht erwünscht 5253 D 53040 Lollar (Hauptstraße 61), den 12. September 1934. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04440 5301 D Mit 24 Äildtafeln Preis: Gebunden Reichsmark 3.60 Die Beerdigung findet Freitag, den 14. September, nachmittags um 1 Uhr in Fronhausen (Lahn) statt. 5302 o Luise Müller, geb. Winn Reg.-Rat August Weimer Marie Weimer, geb. Winn Landger.-Rat Max Locher Sophie Meyer, geb. Winn Lona Winn, geb. Schurig Familie Familie Familie Familie Familie Familie Die Beerdigung findet Freitag, den 14. September, nachmittags um 4 Uhr, in Lollar statt nach einem langen, mit großer Geduld ertragenen Leiden nach dem vollendeten 72. Lebensjahr heimgeholt. M. Mügge L. Hautmann H. Petri Fr. Petri L Sack A. Muntowski. Achenbach* Garagen Gießen, Frankfurt a. M., Neuyork, Montreal (Kanada), Trier, Hildesheim, den 13. September 1934. Nach langem schweren Leiden entschlief heute sanft unsere hebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Petri, geb. Kilbinger im Alter von 75 Jahren. Die Beerdigung findet auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Nach kurzem Krankenlager starb heute morgen unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Ida Isenberg,geb. Löwenstein im 66. Lebensjahr. Zum Feldzug gegen Verschandelung der Heimatnatur! ................................................um........................■■■■■■..................... Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschuharbelt von Prof. Or. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenlmalpflege in Preußen und Leiter der Fachsielle Naturschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat Statt jeder besonderen Anzeige. Der Herr über Leben und Tod hat meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gerson Isenberg. Tlatvrschnh ist Dolkssache geworben! Wegweisend gingen die führenden Männer des neuen Reiches voran, sicherien dem deuischen Wald und Wild wirksamen geschlichen Schuh und zeigten planvoller SOolMumdorbtif große, edle Ziele auf. — Dieses grundlegende Auch über den Tkaturschuh aus der Feber des Leiters der deutschen Naturschuhbewegung geht jeden einzelnen Volksgenossen an. Es gilt, die natürliche Schönheit unserer Helmat in liebevoller Sorge und naturverbundener Gemeinschaftsarbeit zu erhalten für uns und für die, die nach uns fein werben. Zu beziehen durch jede Buchhandlung I Hugo Bermühler Verlag * Berlin-Lichterfelde Wochenendhäuser, Schupp.« Fahrradständer, zerleg- und vei* setzbar. fen^e Künstler — scharf aeichlisfpnp wehre, Munition ... immer unheimlicher wuchs es sofort los: Berlin, natürlich, Tempo Tempo! Und Ä ein bie unmertliA bas feine verberbliche Macht - unb niemanb in ber damit ift nach feinem Dafürhalten die Wesensart fenyLfoSlÄ nh inhL pJ £ Oeffentlichkeit wußte etwas von diesem Oger, der des Berliners hinreichend gekennzeichnet. Ä tebenöen tavsiaen Sck aks oder ein errötet im Verborgenen saß und vom Blut ganzer Volker Wer den Berliner für einen oben Tempofritzen F?ollein" aur Zielscheibe seiner fvöttiscken Pointen ebte. Aus biefe Meise hat ihn auch ber Meli- hält, her hat PpIup 9lhnima nnn ihm TW hAt «io zur £iei|a)eiDe seiner spöttischen Pointen unb Mühe, bann ist ihm kein Weg zu eilig, kein L . , .------- . , v Geschäft zu wichtig. Dieser kleine Urlaub vom Ar- stiue Stammkuubschaft roenbet: „Die Herren, bie beitstempo bes Tages wirb oft genommen, benn i schon mal bei mir gekauft haben, werben es ja feine Aufmerksamkeit unb Wißbegier ist bas vom bezeugen" — ba wirb er von einem kleinen, steifen Herren mit Strehkragen in verschnörkelter Rebe unterbrochen. WitrttiiiiliW Vornan von Anny von panhnys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 16 Fortsetzung Nachbruck verboten! Donata schluchzte laut auf. Tante Röschen war tot! Auch ihr wollte bas nicht in ben Kopf. Immer war sie gut zu ihr gewesen, unb so oft hatte sie ben Eltern geholfen. War ihnen mit Rat unb Tat bei« gesprungen. Man bot bem alten Heiner etwas zu essen unb zu trinken an. Er lehnte ab, er könne jetzt keinen Bissen hinunterbringen. Das glaubte man ihm sofort, bas sah man ihm an. Heiner war jetzt wie ein armer Hunb, ber seinen Herrn verloren hat. Werner Dlben telephonierte nach einem Auto, unb zu • viert fuhr man hinunter in bie Altftabt, war am Ziel tief im Gewinkel schmaler Gäßchen. Am nächsten Vormittag telephonierte Donata bem Geliebten, was geschehen war, unb baß sie nun ein paar Tage lang sehr wenig Zeit hätte. „Am Tage nach bem Begräbnis kommst bu zu uns, Detlef!" bestimmte sie. Unb er gab zurück: „Sage beinen Eltern mein herzlichstes Beileib." Zum Begräbnis fanbte er einen großen Kranz — feine schönsten Dahlien hatte er bafür genommen. Das Begräbnis ging vorbei, unb noch am selben Nachmittag würbe bas Testament eröffnet. Es war zugunsten Donatas gemacht. Ihr gehörte bie Liegenschaft unb bazu ein Vermögen von fünfzigtaufenb Mark in barem Gelb. Heiner Boffert, bas alte Faktotum, bekam zehu- taufenb Mark, unb noch am gleichen Abenb verkaufte ihm Donata, benn geschenkt wollte er sie nicht haben, die Wirtschaft „Zur Krähe" für fünftaufenb Mark. D"r alte Heiner wollte hier alles im Sinne der Toten fortführen; er wußte gut Bescheib, hatte er boch lange genug hier Hilfsbienste geleistet. Donata saß bann roieber baheim in Bornheim unb sann, wie eigen es boch war, baß sie jetzt so viel Gelb besaß. Ein Riesenoermögen schienen ihr jetzt bie fünfunbsünszigtaujenb Mark zu sein. Abenbs kam bann Detlef Westkamp. Er eutschul- bigte feine Mutter. Sie hatte sich bei ber Gartenarbeit ben Knöchel verstaucht unb konnte nicht auftreten. Werner Dlben bebanfte sich bei Detlef Westkamp, baß er bie Wieberauffinbung ber Taler veranlaßt hatte, unb zeigte banach lächelnb auf Donata, bie in ihrem einfachen Trauerkleibe noch anmutiger als sonst aussah. „Mein Mäbel hat Tante Röschen beerbt, bare fünfzigtaufenb Mark kriegt sie unb bazu noch fünf» raufenb burch Verkauf ber Altstabtbube. Sie ist eine gerabezu glänzenbe Partie geworben, lieber West-1 lamp! Sie haben großes Glück gehabt." 1 Er sagte es scherzenb, unb alle lachten, auch Westkamp; bennoch empfanb er bie Worte als nicht ganz harmlos. Ihm war es, als hätten sie einen, wenn auch noch so kleinen, so boch scharfen Stachel. Wie einen Schmerz nahm er bie Neuigkeit auf, baß Donata jetzt über fünfunbfünfzigtaufenb Mark verfügte. Ihr Vater hatte ja recht — sie war baburch eine gerabezu glänzenbe Partie geworben. Es huschte ihm burch ben Sinn, er sei jetzt eine Art Mitgiftjäger, obwohl er ben Gebauten selbst töricht fanb. Sehr töricht sogar; boch er kam immer roieber, ber. törichte Gebaute — währenb bes ganzen Abenbs. Werner Dlben sprach viel von seiner Symphonie; seine Freube über bie bevorstehend Aufführung war zu groß, er konnte an bem Thema nicht Vorbeigehen. Detlef Westkamp aber, ber sonst allen Menschen bas Beste gönnte, mußte fast roiber Willen benfen, er wünschte Donatas Vater keinen großen Erfolg. Die Tochter eines bekannten Komponisten wäre kaum bie richtige Frau für ben Sachsenhäuser Gärtner. Donata begleitete ben Geliebten noch ein Stückchen burch bie Gasse. Er führte sein Rab, unb sie ging neben ihm her. „Freust bu bich benn auch orbeutlich, baß ich so viel geerbt habe?" fragte sie. „Wir brauchen nun doch keine Zukuuftsaugst zu haben, wir beibe, unb können für beine Gärtnerei noch manches tun. Du hast einmal gesagt, bu wünschest bir ein kräftiges Lastauto. Das wirb natürlich zuerst augeschafft." Er schluckte ein paarmal, stieß hervor: „Dein Vater machte mich ja bereits heute abenb darauf aufmerksam, daß du eine glänzende Partie wärest unb ich großes Glück gehabt hätte." Sie blieb stehen, sah ihn befrembet an. „Es klang häßlich, wie bu bas eben gesagt hast, Detlef! Tue es nicht mehr, es paßt nicht zu bir!" Sie legte ihm bie Hanb auf ben Arm: „Darfst boch nicht bitter werben, weil ich Glück gehabt habe. Tante Röschen hätte bas Gelb ja ebensogut jemanb sonst vermachen können. Vater sagt, wir müßten fehr froh fein, weil wir nun nach ber Heirat nicht von ber Hanb in ben Munb zu leben brauchten." „Ganz fo schlimm wäre es wohl kaum gekommen", versetzte er unb spürte Aerger gegen Donatas Vater. Sie streichelte feinen Arm. „Das weiß ja Vater auch; aber er freut sich boch, baß wir nun ein biffel Gelb zuzufetzen haben." Es war nicht allzu hell in ber kleinen Gaffe; aber er sah boch ben Glanz in Donatas Augen, sah ben weichen Zug um ihren Munb. Seine Liebe strich über seine törichten Gebauten hin, unb er lächelte glücklich: „Alles ist ja gleich — alles, wenn du mich nur liebst." Sie neigte den Kopf. „Ich habe dich ganz unsagbar lieb." Zwanzigstes Kapitel. Die erste Drchesterprobe feiner Symphonie hatte stattgefunden, und Werner Dlben hatte ganz still in einer entfernten Ecke bes großen Saales gesessen unb zugehört. Jebes Wort bes Dirigenten hatte er in sich ausgenommen, als wäre es nur an ihn gerichtet. Glücklich war er, überglücklich. Er wußte schon nach ber ersten Probe: ber Dirigent setzte sich für bas Werk ein, als wäre es bas eines weltberühmten Meisters. Er kam erst gegen sechzehn Uhr nach Hause, aß wenig, sprach nur von bem Erleben ber großen Probe, bann legte er sich aufs Dhr. Heute hatte er viel Zeit, ben ersten Schüler erwartete er erst am Abenb. Um halb sechs Uhr schellte es braufeen, unb Donata öffnete. Etwas betreten sah sie ben Draußeu- stehenben an. Sie mußte an ben Begleiter Suse Beßlers benfen, ben sie mit ihr in bie „Krähe" hatte gehen sehen. Sie besaß ein gutes Gebächtnis. Der Elegant zog ben Hut. „Ich möchte Herrn Dlben in einer für ihn ungewöhnlich wichtigen Sache sprechen." „Ich bin Herrn Dlbens Tochter. Vater schläft — unb ich wecke ihn nicht gern, wenn es nicht gerabe bringenb nötig ist", erroiberte sie sehr abroeifenb. Sein Munb verzog sich. „Dringenb nötig ist schließlich wenig auf ber Welt, wenn man’s nicht genau betrachtet. Aber ich rate Ihnen in biefem Fall, ben Herrn Vater zu wecken, mein gnäbiges Fräulein." Der Draußenstehenbe war ihr herzlich zuwiber; sie antwortete fast schroff: „Ich bin kein gnäbiges Fräulein. Frembe nennen mich Fräulein Dlben." „Also, Fräulein Dlben, bitte, wecken Sie Ihren Herrn Vater — es lohnt sich für ihn, bas Mittagsschläfchen zu unterbrechen. Bestimmt — es lohnt sich." Sie fragte: „Wen barf ich melben?" Er zog roieber ben Munb in bie Breite unb holte einen schmalen, geschlossenen Umschlag aus seiner Brusttasche, reichte ihn ihr. „Geben Sie bas Ihrem Herrn Vater!" Sie entschloß sich, ben Vater zu wecken, sagte: „Warten Sie ein wenig — ich komme halb roieber." Werner Dlben ermunterte sich nur schwer. Enblich begriff er unb öffnete ben Umschlag. Eine Karte befanb sich barin, auf ber staub: „Erich Merten, in besten Besitz sich Ihre seltenen Taler kurze Zeit befunben haben, mochte Sie über etwas unterrichten, was Ihnen großen Vorteil bringen würbe." Er erhob sich. „Das ist boch ein ganz tolles Stückchen! Wagt es ber Kerl, zu bem bie Diebin bie Taler geschleppt hat, hierher zu kommen. Eigentlich ist foroas bas Unverschämteste vom Unverschämten." Donata nickte. „Der Mensch sieht auch ziemlich unverschämt aus. Ein geleckter Kerl ist's. Ich meine, bu solltest ihn lieber nicht ins Haus lassen." Ähr Vater wiegte ben Kopf nachbenklich hin unb her. „Mochte es auch nicht! Aber ich bin — ehrlich geftanben — verflixt neugierig, was er eigentlich von mir will. Jrgenb etwas muß boch hinter feinem breiften Besuch stecken. Vielleicht eine neue Gaunerei! Bleibe bu jebenfalls auch im Zimmer, Kinb! Für alle Fälle setze ich mich neben bas Telephon, bamit ich gleich bie Polizei anrufen kann, roenn’s nötig fein sollte. Dbgleich ich nicht glaube, daß er etwas vor hat, was ihn möglicherweise wieder mit der Polizei in Konflikt brächte." Er entschieb sich: „Laß ihn rein! Die Taler liegen ja jetzt fest verschlossen oben in ber eisernen Kassette bei ben Familienpapieren." Gleich barauf betrat Erich Merten bas Musikzimmer. Donata Dlben hatte bie Tür geöffnet unb folgte ihm. Mitten im Zimmer staub ber Hausherr, blickte bem Eiutreteubeu etwas ärgerlich unb etwas neugierig entgegen. Erich Merten verneigte sich tief. „Mein Name ist Ihnen natürlich nicht unbekannt, Herr Dlben. Ich weiß auch, baß er bestimmt keine angenehmen Gebauten in Ihnen erweckt. Aber vielleicht finb Sie mir freuublicher gesinnt, uachbem Sie mich augehort haben." „Was wünschen Sie von mir?" Ziemlich steif unb zurückhalteub stellte Werner Dlben bie Frage. „Fassen Sie sich, bitte, kurz!" „Das kann ich nicht gut tun, Herr Dlben, benn es Haubelt sich um eine ziemlich verzwickte Angelegenheit." Er strich über sein winziges Bärtchen. „So im Stehen läßt sich bas überhaupt nicht erlebigen — wir sollten uns Zeit lassen. Ich muß Sie auch vorher um Geheimhaltung ber Mitteilungen bitten, bie ich jetzt vorausschickeu möchte, bamit Sie anfangen zu verstehen." Er lächelte liebensroürbig, hatte ganz bie Miene eines großen Herrn, als er fortfuhr: „Bitte, versprechen Sie mir, von bem, was ich Ihnen jetzt mitteilen werbe, niemanb etwas zu verraten. Ihre Tochter kann natürlich alles mit an« hören, unb Ihr Versprechen gilt auch für sie mit." „Ich kann ein solches Versprechen nicht geben", würbe ihm zur Antwort. „Das ist aüerbings bebauerlich. Aber wenn es nicht anbers fein kann, will ich es ohne Ihr Versprechen riskieren", gab Merten nach. „Bitte, bieten Sie mir boch enblich Platz an! Es ift gemütlicher, wenn man bei ber Unterhaltung Werner Dlben bachte: Frecher Kerl! Aber er lud ben frechen Kerl burch eine Haubbewegung ein, sich auf einen Stuhl uieberzulasten. Auch Dlben setzte sich, sah ihn fragenb an. > Fortsetzung folgt.) Wirtschaft R-ichsbankant-ile und Bank für Brauindustne blie- rund 533 Mill. Mark verwaltet. Ein Vergleich rund 533 Mill. Mark verwaltet. Ein Veraleich 94,40, fiom- mit dem Barjahre zeigt, daß bereits im ersten ®Pa‘V^\t^una minu5 013!,o ^ dagegen lagen Halbjahr 19 3 4 derselbe Einlagenzuwachs zu munal^-umichuloung j verzeichnen ist, wie für das ganze Jahr 1933. 2'n-^rsutung Ich। H^n(X weiter um 0,25 Die Zunahme des Gesamtemlagenbeftandes der Elanoswerr n g g heffen-nastauijchen Sparkassen betrug im Jahre "'^Nerlauf blieb das G-Ich-M van wenigen Aus- 1 rnnh SR Mill Mrirk mnhrpnh im ersten *>enuuI , . , Lu-- hia Preußen Arbeitsbeschaffung günstig 75, Gelsenkirchen 60,50, Harpener Dresdner Bank Devljenrnarkl Berlin - Franksurl a.lU. 26,5 26,75 25'3 26,25 80,5 80,25 80,5 109,5 110,75 127,5 127,5 Berlin, 12.September 27,5 1 27,65 79,5 - 187 I 190 I 8 7,8 8 5 d. 5). Die hinter den 87 116,5 60,5 104,25 I 1474 92,25 42,75 88,25 27,65 190 63,88 81,49 34,18 0 o o 4 0 0 0 6 6 0 0 87,4 116 61 104,5 131,5 78,5 71,5 27,4 147,75 102,5 115 76,75 112,5 96,4 148,75 126 131,75 77,75 71,75 29 72,5 95 67 71,5 75 154,5 27,25 147,75 102,5 115,25 76,25 112,4 96,25 149 123,75 87,75 116,5 60,5 105 72,25 131,9 78 71,75 9 0 0 0 66,9 70,5 48,75 65 48,75 58,25 28,5 213,5 180,5 130,75 146,5 218,5 91 42,65 91 67,9 71 48,5 65,75 48,85 58,25 27,75 215 131 115,25 66,9 141 48,75 66 126,25 49,25 58,13 85,5 28,4 214 180,5 130 114,5 67,5 142,25 48,5 65,5 126 48,9 58,5 87,25 28 214.5 180 130,75 146,4 92,75 42,65 91 0,662 58,545 0,184 3,047 55,52 82,02 12,435 5,485 16,50 169,73 21,63 0,744 5,714 62,49 48,95 11,29 64,11 81,67 34,32 10,44 2,490 58,545 0,184 3,047 55,46 82,02 12,42 5,48 16,50 169,73 21,59 0,736 5,714 62,42 48,95 11,275 64,05 81,67 34,32 10,44 2,484 2,456 58,625 55,53 12,425 16,52 169,99 21,55 62,50 27,4 147,75 102,75 116 77,5 112,5 103,5 97,5 124,75 29,9 72,75 96,25 67,5 74 77 154 147 219 92,25 42,75 88,13 87,4 116,25 61 105,25 73 172,25 131,75 78,5 71,5 29 72 96,25 66,5 72,25 75 154,75 64,14 81,81 34,32 vorgerufene Belebung diesem Jahre für die auswirken dürfte. 29,75 72,5 95 67,5 73,75 77 153,75 A.E.G. Bekula Buenos Aire- Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helfingf ors.. Paris ...... Holland ... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz ... Spanien Prag....... Budapest . Reuyorl ... 58,665 0,186 3,053 55,58 82,18 12,45 5-49 16,54 170,07 21,63 0,738 5,727 62,54 49,05 11,295 64,17 81,83 34,38 1046 2,488 27,4 147,5 103,25 115,5 77 112,75 102,25 97,75 150 124,6 31,25 1,1 7,4 7 12,65 1933 rund 36 Mill. Mark, während im ersten Halbjahr 1934 eine Zunahme von 36,7 Mill. Mark ausgewiesen wird. Auch diese Zahlen beweisen wieder die zunehmende Gesundung und die starke Belebung des Wirtschaftslebens, an dem die Sparkassen durch die bei ihnen zu verzeichnende Kapital- anschaulichen Erziehung und der körperlichen Ertüchtigung unserer jungen bäuerlichen Generation. Der erste und zweite Kursus wird Jungbauern und Junglandarbeiter erfassen, der dritte Kursus Jung, bäuerinnen. In der Teilnahme der Junglandarbeiter an der Bauernhochschule kommt wiederum die unbedingte Verbundenheit der Landarbeiterschaft mit dem Bauerntum zum Ausdruck. 7,7 7,1 7,1 11,75 Starker Einlagenzuwachs bei den heffen-naffauischen Sparkassen. Don den Sparkassen der Provinz Hessen-Nassau wurde Ende Juli ein Gesamteinlagenbestand von 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... Eleklr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. g Selten & Guilleaume o Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co...............5 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Co io 31 1,1 7,5 7 7,1 11,75 Roch heute erwirb das Zeichen der Sportflieger! Jeder deutsche Volksgenosse kann es besitzen, wenn er Mitglied einer Flieger - Ortsgruppe wird. Anmeldungen an die Geschäftsstelle der Flieger-Ortsgruppe Gießen, Kreisamt Gießen. frankfurter Börse. Vlittagsbörse: widerstandsfähig. Frankfurt a. M., 12. Sept. An der ruhigen Gesamthaltung der Börse hat sich auch heute kaum etwas geändert. Indessen war die Stimmung nicht unfreundlich und die Haltung recht widerstandsfähig im Vergleich zu der außerordentlichen Geschäftsstille. Die Beteiligung der Kundschaft ist immer noch minimal, wodurch auch die Unternehmungslust der Kulisse stark gehemmt wird. Infolgedessen konnten sich auch einige günstige Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft nicht auswirken, sie verliehen der Börse aber einen gewissen Rückhalt. Die Kursoeränderungen nach beiden Seiten hielten sich wiederum in engen Grenzen, einige Spezialgebiete traten indes mehr hervor. So lagen beispielsweise Kaliaktien um 1,50 bis 2,50 v. H. fester, ferner erhielt sich für Lahmeyer und Metallgesellschaft Spezialinteresse bei um 1,25 bzw. 2 v. H. festeren Kursen. Farbenindustrie gaben auf kleines Angebot hin um 0,65 v. H. nach, auch Th. Goldschmidt bröckelten weiter ab, während Deutsche Erdöl und Rütgerswerke um 0,50 bzw. 0,25 v. H. gebessert waren. Am Elektromarkt lagen die Kurse meist etwas niedriger, so Licht & Kraft, Elektr. Lieferungen, Gesfürel, Siemens, Lechwerke und Schuckert, nur AEG. zogen um 0,13 v. H. an. Montanaktien konnten sich etwa behaupten, Gelsenkirchen, Klöckner, Mansfeld und Stahlverein allerdings lagen von 0,25 bis 0,50 v. H. leichter. Schifffahrtswerte lagen bis 0,25 v. H. ermäßigt, Reichsbahn-Dorzugsaktien verloren 0,40 v. H. Im einzelnen eröffneten Deutsche Linoleum 0,25 v. H. AKU. 0,50 v. H., Cement Heidelberg 0,50 v. H., Zellstoff Aschaffenburg und Gebr. Junghans je 0,75 fester. 31,5 1,1 7,6 7 12,13 Kirche und (Schule. Landkreis Gieren. I A l l e n d o r f a. d. L d a., 12. Sept. Am Sonntag fand die Einführung der näch st jährigen Konfirmanden unserer Gemeinde — 17 Knaben und 10 Mädchen, ein Mädchen konnte leider wegen Krankheit an der Feier nicht teilneh- men — in den Konfirmandenunterricht im Vormittagsgottesdienst statt. Es hatten sich hierzu die Eltern und Verwandten der Kinder sowie die Gemeindemitglieder zahlreich eingefunden. Pfarrer Andres wies in seiner Predigt auf die Wichtigkeit des Konfirmandenunterrichts hin und richtete ernste Mahnworte an Eltern und Kinder. Verschönt wurde die Feier durch einige von den Konfirmanden unter Leitung von Pfarrkandidat Andres — Sohn des hiesigen Pfarrers — recht stimmungsvoll vorgetragenen Chören. Kreis Friedberg. = Münzenberg, 12. Sept. Der Evangelische Landesjugendtag wurde in unserer Gemeinde mit einem liturgisch reich ausgestalteten Festgottesdienst begangen. Die Evangelische Mädchenschar bereicherte den Gottesdienst durch eine große Zahl im Wechsel mit dem Pfarrer gesprochener Sprechchöre, die sehr gut gelangen und von starkem Eindruck waren. Dazu sang die Gemeinde viele unserer kämpferischen, wuchtigen Choräle. Am Nachmittag nahmen sehr viele Gemeindeglieder beider Gemeinden an der K i r ch w e i h e der im Innern hergestellten Kirche zu G a m b a ch teil, wo sich im ganzen 2000 Evangelische zu einer großen Festgemeinde versammelten und sich unter Gebet, Lob- und Dankliedern unter die Verkündigung des Wortes Gottes stellten. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 12. September. Am Sonntag fand im Beisein des Kirchenvorstandes die feierliche Einführung der Konfirmanden statt. Der Konfirmandenunterricht begann dieser Tage im Konfirmandensaale des Pfarrgebäudes. Es sind in diesem Jahrgang 10 Knaben und 8 Mädchen, die konfirmiert werden. der Braunkohlen- F r a n k f u r t a. M., 12. Sept. (LPD.) ' Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Die Arbeitsämter melden weiterhin eine s e h r rege Vermittlungstätigkeit. Im August wurden 14 765 Arbeitssuchende in Dauerstellen und 5746 in kurzfristige Beschäftigung vermittelt. Da mit der Beendigung der Getreideernte Kräfte aus der Landwirtschaft naturgemäß wieder frei wurden und infolge weiterer Einschränkungen der Notstandsarbeiten wiederum 410 Notstandsarbeiter in Zugang kamen, hat die Arbeitslosigkeit in den Außenberufen etwas zugenommen. In den Produktions- und Konsumgüterindustrien, so besonders im Bergbau, in Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung, in der chemischen Industrie, Ledererzeugung und -Verarbeitung, Spinnstoffgewerbe und im Bekleidungsgewerbe nahm die Arbeitslosigkeit, wie bisher, weiterhin ab. Ein erheblicher Rückgang war auch noch im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe, in den Amerikanische ’Jloten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ..... Ungarische Noten................ nahmen °bg°s°h°n,chr klein! aber auch die Kurst erfuhren kaum Aenderungen. Weiter beachtet blie- den Metallgesellschaft offenbar im Zusammenhang mit der Zinnüberwachung. Farbenindustrie bewegten sich zwischen 146,25 bis 146,75 (146,65). Siemens 6- Halske lagen schließlich 1,25 d.S). unter gestern. Am Rentenmarkt traten spater kaum Abweichun- aen ein. Am Pfandbriefmarkt lagen die Kurse meist unverändert, vereinzelt traten für Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen Erhöhungen bis 0,25 v H ein Auch Stadtanleihen waren teilweise noch gesucht und von 0,25 bis 0,75 v. H. fester, während Staatsrenten ruhig lagen. Mexikanische Anleihen waren auf der ermäßigten Basis spater gesucht und zogen bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen um 0 25 bis 0,50 v. H. an. Im Freioerkehr nannte man folgende Kurse: Growag 63,50, Adler Kleyer 38, Pokorny 69, Neue Wayß und Freytag 85,50. Tagesgeld war zu 3 v. H. unverändert. Am Einheitsmarkt lagen Großbankaktien erneut schwach, es verloren Dresdner Bank 2 v. H., DD= Bank 1,50 v. H., Commerzbank 1 v. H. und ADCA. 1,50 v.H. Von Jndustriepapieren kamen Grün und Bilfinger nach eintägiger Pause mit 232 um 6,50 v. H. niedriger zur Notiz, ferner lagen Deutsche Verlagsanstalt mit 63 um 6 v.H. schwächer. Andererseits lagen einige Brauereien etwas fester. Im weiteren Verlauf waren einige Spezialpapiere noch 0,666 58,665 0,186 3,053 55,64 82,18 12,465 5,495 16,54 170,07 21,67 0,746 5,726 62,61 49,05 11,31 64,23 81,83 34,38 10,46 2,494 Banknoten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. S * Sanierung Schwelkraftwerk Am Rentenmarkt war das Geschäft bei meist knapp gehaltenen Kursen ebenfalls minimal, Reichsaltbesitz blieben ohne Umsatz mit 96,65 v. H. unverändert, bröckelten aber später etwa 0,25 v. H. ab. — ... ™ . < r , 44 40. jtOTTl' Hessen - Frankfurt AG. (H e f r a g), Wölfersheim. Die Gesellschaft beruft die ordentliche Hauptversammlung aus den 27. September ein. Es soll Beschluß über die Herabsetzung des Aktienkapitals in erleichterter Form von 7,5 auf 0,5 Mill. Mark gefaßt werden. Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren * Weitere Wechselkredite für die öffentlichen Bausparkasse n. Die öffentlichen Bausparkassen sind in Fortführung der im vergangenen Jahre veranlaßten Derbilligungsaktion wiederum mit einem größeren Kreditbetrag in die Kreditunkostenoerbilligung aus Mitteln der Reichsanstalt einbezogen worden. Es ist nach einer Mitteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes dafür Sorge getragen, daß die Durchführung dieser neuen Aktion unverzüglich erfolgt. Als spätester Termin für den Baubeginn wurde der 30. September 1934 festgesetzt, so daß sich die durch die Kreditgewährung an die öffentlichen Bausparkassen h-er- ' des Baumarktes noch in Oie Arbeitsmarkttage in Hessen Weitere Aufnahmefähigkeit der freien Wirtfchast. 104,25, Phönix 46,50, Rheinstahl 90, AKU. 67,90, Bekula 147,75, AEG. 27,40, Daimler 48,85, IG. Farben 146,50, Goldschmidt 91, Holzmann 80,50, Schuckert 96,40, Norddeutscher Lloyd 29. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Sept. Weizen ist weiter mehr als ausreichend angeboten, während Roggen weniger offeriert wird, ebenso wie das Angebot von Hafer und Futtergerste bei relativ guter Nachfrage klein blieb. Braugerste nach ryie vor schwerer verkäuflich. Bei unveränderten Preisen liegt das Mehlgeschäft anhaltend ruhig. Mühlennachprodukte haben nach der Festpreisregelung noch wenig Geschäft, die Mühlen geben Ware kaum ab. Oelhaltige Artikel sind hin und wieder zur Herbstlieferung gefragt. Die Preise blieben allgemein völlig unverändert zum Montagsmarkt. Es notierten: Weizen W IX 198, W XIII 202, W XVI 206; Roggen R IX 158, R XIII 162, R XV 166; Futtergerste G IX 160, G XI 163, G XII 165; Hafer H XIII 158, H XIV 160; Weizenmehl Type 790 W 13 und 16 je 26,90; Roggenmehl Type 997 R IX 23, R XIII 23,35, R XV 23,75, alle Preise verstehen sich plus 0,50 Mk. Frachtausaleich; Weizenkleie W XIII 10,30, W XVI 10,50; Roggenkleie R XIII 9,48, R XV 9,72; Sojaschrot 12,80; Palmkuchen 13,10; Erdnußkuchen 14,30; Treber 17; Heu 11; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreht oder gebündelt) je 3,40 bis 3,50. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Sept. Vorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 131 Rinder (55 Ochsen, 9 Bullen, 26 Kühe, 41 Färsen), 1187 Kälber, 130 Hämmel, 88 Schafe, 584 Schweine. Es kosteten: Kälber 25 bis 47 Mark, Hämmel 25 bis 34, Schafe 22 bis 32, Schweine 46 bis 53 Mark. Marktverkauf bei allen Viehgattungen ruhig, aus- . verkauft. Raubüberfatt V\ im Schwanheimer Wald. ' Spaziergängerin niedergeschlagen und beraubt. LPD. F r a n k f u r t a. M., 12. Sept. Gestern ■ wurde gegen 18 Uhr im Schwanheimer Wald i ein dreister Raubüberfall verübt. Eine allein spazierengehende Frau wurde von einem Mann angefallen, niedergeschlagen und beraubt. Der Täter stand plötzlich vor der Spaziergängerin und bat sie um ein Almosen. Nachdem diese ihre Geldbörse gezogen hatte, um dem Mann etwas zu geben, riß der Unbekannte die Geldbörse, die glücklicherweise wenig Geld enthielt, an sich. Gleichzeitig stieß der Mann die Ueberfallene mit dem Kopf gegen einen Baum, so daß sie zur Erde fiel. Diesen Augenblick benutzte der Räuber dazu, ihr mit Gewalt zwei Trauringe und einen anderen Ring vom Finger zu ziehen und ihr eine Perlenkette vom Halse zu reißen. Nach der Tat floh der Täter auf einem Fahrrad. Die Ueberfallene wurde kurz darauf von einem anderen Spaziergänger in ein nahegelegenes Forsthaus gebracht. Die sofort herbeigerufene Po- lizoi konnte des Täters bisher nicht habhaft werden. Trachtenhochzeii im Kleebachtal. ♦ Niederkleen, 12. Sept. In unserem Orte fand dieser Tage eine Hochzeit statt, die ein außerordentliches Gepräge trug. Katharina Jung und Otto Krill traten im Schmuck der alten prächtigen Tracht vor den Altar. Am Vormittag des Hochzeitstages waren viele Hände damit beschäftigt, die Braut für ihren Hochzeitstag würdig zu schmücken. Sie trug den kostbaren Trachten- Brautschmuck, den schon Mutter, Großmutter und Urahne getragen hatten. Der Bräutigam trug einen kleinen Blumenstrauß auf der Brust seines Hochzeitsanzuges. Der Ortsgeistliche ging in seiner Predigt von der Tracht der Braut aus, die die Verbindung herstelle mit der Vergangenheit, mit der Mutter und der Großmutter, die die alten Sitten wahrten und in wahrer Gottesfurcht lebten. Die sinnvollen Bibelsprüche an den zahlreichen Balkenverzierten Fachwerkhäusern legten beredtes Zeugnis dafür ab. Wenn die jungen, vor dem Altar stehenden Brautleute auch ihre Lebensweise und Gottesoerehrung mit der ihrer Ahnen in Einklang zu bringen vermöchten, dann werde Gott ewig ihre Sonne und ihr Schild sein. Im Gefolge des Brautpaares gingen viele Frauen, die ebenfalls die malerische Tracht angelegt hatten. Kreis Wetzlar. * Hochelheim, 11. Sept. Der Maurer Karl Müller von hier erlitt heute einen Beinbr u ch , der seine Überführung in di? Chirurgische Klinik Gießen notwendig machte. * H o l z h a u s e n, 11. Sept. Der 30jähr. Scklosser Wilhelm Schmidt von hier erlitt bei der Arbeit durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Armes. Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Neue Bauernhochschule der Landesbauernschast Hessen-Nassau. LPD. Michelstadt i. O., 11. Sept. Anfang . Oktober wird in Michelstadt i. O. die neue Bauernhochschule der L a n d e s b a u e r n- . schäft Hessen-Nassau eröffnet. Die Kurse dauern jeweils drei Monate und dienen der Welt- Geld 2,436 58,385 55,31 12,385 16,46 169,31 21,47 62,26 '.Datum Mansselder Bergbau Kokswerke.................. Phönix Bergbau .... Rheinische Braunkohlen : Rheinstahl .................. Vereinigte Stahlwerke Ltavi Minen ........... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth 7 I. G. Farben-Jnvustrie Scheldeanstalt............... Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft............. Philipp HoUmann Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt......... Hamburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd o A G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prlvat-Bank ... o Deutsche Bank und $ iS conto- Gesellschaft................g Dresdner Bank o Reichsbank ................ 12 bildung besonderen Anteil haben. Große japanische Turbinenaufträge für die AEG. Nachdem schon vor einigen Monaten gegen schärfste internationale Konkurrenz ein Auftrag auf einen 35 000 KW Turbosatz für Toho Denryoku hereingeholt werden konnte, erhielt die AEG. jetzt eine neue Bestellung auf ein noch größeres Aggregat für Tokyo-Dento. Dieses stellt mit einer Turbinenleistung von 53 000 KW die größte bisher in Deutschland für Ueberfee bestellte Turbine dar. Zu der oben genannten'35 000 KW Turbine wird ferner noch eine 3000 KW Werktubine geliefert. Ueberbies befinden sich gegenwärtig für japanische Kunden in der Mandschurei eine 12 500 KW Turbogruppe (Showa-Stahlwerke) und eine 4000 KW Anzapf-Gegendruckturborgruppe (Südmandschurische Eisenbahn) in der Montage. Die der AEG. erteilten Aufträge zeugen von dem Vertrauen, das das Ausland nach wie vor in die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie setzt. * häuslichen Diensten und in der Gruppe der Angestellten zu verzeichnen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende August 1934 insgesamt 148 793, gegenüber 248 201 zur gleichen Zeit des Vorjahres. Das bedeutet eine Abnahme der Zahl der Arbeitslosen innerhalb Jahresfrist um 99 408 oder 40,1 v. h. Seit Beginn der Arbeitsschlacht Ende Januar 1933 sind insgesamt im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen rund 185 000 Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot gebracht. Von den am 31. August bei den Arbeitsämtern gemeldeten 148 793 Arbeitslosen erhielten 23 630 Arbeitslosenunterstützung und 47 380 Krisenunterstützung. Anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden insgesamt 50108 gezählt. Die Zahl der in der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge beschäftigten Notstandsarbeiter betrug Ende August 16 797. Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas............... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstein L Koppel 0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................io Accumulatoren-Fabrik 0 Conti-Gummt...............0 Grihner o Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 etwas höher. Abendbörse: ruhig. Die Abendbörse war gleich dem Mittagsverkehr uninteressant. Infolge Ausbleibens von Kundenorders hielt sich die Kulisse vom Geschäft weiterhin zurück. Die Umsätze waren bei im allgemeinen unveränderten Kursen klein. Im Zusammenhang mit einem großen Auslandsauftrag waren AEG. etwas beachtet, während Farbenindustrie von der Mitteilung der Sachtleben AG., die über guten Geschäftsgang im Farbengeschäft berichtet, völlig unberührt blieben. Am Rentenmarkt stagnierte das Geschäft ast vollkommen mit Ausnahme von Mexikanern, die weiterhin etwas gesucht waren. Schweiz. Bundesbahnen blieben dagegen nur knapp gehalten. Von Großbankaktien büßten OO-Bank erneut 1 v. H. ein, die übrigen lagen unverändert, Commerzbank sogar 0,50 v. H. fester. U. a. notierten: Altbesitz 96,50, 4,50 v. H. Oesterr. Schatz 45, 5 v. H. Mexikaner 5,75, 4 v. H. Mexikaner Gold 8,40, ADCA. 52,50, Commerzbank 67, vv-Bank 71,50, .\>aiuiui JUl)K U ... A»l. ci Quicgi Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurü Schluß!. Mittag« börse Datum 11.9- 12-9 11-9. 12.9. 4% desgl. Serie 11 ............. 8 8 — — 6% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 4,25 4,25 — — 4%%Rurnän.vereinh.Rentev.l913 7 7 6-9 — 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4 4 4 4,1 2 *4% Anatolier............... 36,4 37,25 36,75 37,3 Sranffurt a.M. | Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend» börse Schluß« kurs Gchlußk. Mittag« börse |11-9. 12.9. 11.9. 12.9 0 77,5 77,25 77,5 77 0 — 102 100,9 0 47 46,5 47,25 46,4 10 246,5 246,5 247 247 0 89,75 90 90,13 90,25 0 40,65 40,25 40,5 40,25 0 14,5 14,25 14,25 14,13 5 128 129,75 128 130 128 129 126,25 129,65 | 162,5 — 159 - tfrau.'ur, a. M. •Öen. Schluß« fürs Schluß!. Abendbörse Schluß« fürs Schlußk. Mittag- börse Datum 11-9. 12-9. 11.9. 12-9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 — 94,75 95 95 6%ehem.7%Tt.RcichSanl.v.l929 — — — — 6'/t% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 93,5 93,25 93,4 93,25 96,65 96,5 96,65 Desgl. ohne Auslvs.-Rechte...... — — — 6% ehe in.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 93 93 92,9 93,4 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 90 90 90 6’/?% Hess. LandeS-Hypotheken, bank Darmstadt Ltqui......... 89,75 _ Oberhesscn Provinz-Anleihe mit Auolos.-Rechten ............. 97,25 97,25 _ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 97,75 98,5 98,5 98,13 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 90,75 90,75 89,75 90,5 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 90,75 90,75 ■ 6y2% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 90,75 90,75 — 6/z% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 91,25 91 _ — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 93 93 6% ehem. 7% Pr. Landcspfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 94 Eieuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,65 101,7 101,65 101,6 11. September 12-September Amtliche Notierung Geld | Brie- Amtliche Notierung Geld | Brie