8reitag,13.)ulNY34 Nr.W Erster Blatt \W Jahrgang Gießener Anzeiger Die Organisation der MWafiSsührung. diesen Tagen war die höchste Verwirklichung des RechtsbewußtseinsdesVol- k e s. Nachdem nun dieses Handeln, >das an sich schon rechtens war, auch seine gesetzliche Nominierung gefunden hat, kann keine Stelle mehr das Recht zu irgendeiner Nachprüfung dieser Aktion für sich in Anspruch nehmen. Niemand durfte aber die Reinheit dieses Vorgehens trüben und aus selbstsüchtigen Beweggründen gegen den Willen des Führers eigenmächtig handeln. Soweit Ausschreitungen vorgekommen sein sollten, sind sie als Verbrechen ohne Ansehen der Person zu ahnden. Die Erfahrung zeigt auch, daß, wenn einmal Gericht gehalten ist, eine Unmenge von Verleumdungen an die Staatsanwaltschaft herangetragen werden. Ich verlange, daß solchen Verleumdungen auf das Schärf st e entgegengetreten wird. Aus der anderen Seite verlange ich aber unnachsichtige Strafverfolgung und strengste Bestrafung, wenn eine Beschuldigung sich als richtig erweist. Ich habe Sie hierher gebeten, um Ihnen für Ähr schweres und verantwortungsvolles Amt den vollen Rückhalt der Staatsführung zu geben. Ich habe Ihnen klar zum Ausdruck gebracht, daß die Herrschaft des Rechts unnachsichtig zu sichern ist. Es kann nur eine Rechtsausfassung gelten, und zwar die, die der Führer selbst festgelegt hat. Es darf nicht vyr- kommen, daß irgendeine Persönlichkeit kraft ihrer Stellung oder ihres Amtes zu einer Plage für dis Bevölkerung wird. Sie haben — ohne Ansehen d e r Person — so zu handeln, wie das Gesetz es Ihnen gebietet und wie es die Staatsführung von Ihnen verlangt. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8 V,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: schaltung unanständiger Arbeitsmethoden ermöglichen. Demgemäß sind die wirtschaftspolitischen Verbände mit der für sie geltenden Zwangsmitgliedschaft auch keine Kartelle mit m a r k t r e g e l n d e n Funktionen, sondern haben in dieser Beziehung nur Aufgaben der Beobachtung. Im übrigen ist die Organisation der S e l b st - Verwaltungsapparat für eine nationalsozialistische Wirtschaftspolitik. Der politische Führer der Wirtschaft ist der für die Wirtschaft politisch verantwortliche Reichswirtschaf t s m i n i st e r. Die Selbstverwaltung der Wirtschaft wird in ihren eigenen Reihen die Fragen durcharbeiten und klären, die sie bedrücken oder die zur Förderung nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und Volksversorgung zu lösen sind. neben bet Stage der Arbeitsbeschaffung wird die Frage einer Sicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands unter entsprechender Lenkung des Außenhandels und Stärkung der innerdeutschen Rohstoffgrundlage Gegenstand eingehender Ueberlegungen auch der wirtschaftlichen Selbstverwaltung fein. Gewiß und selbstverständlich liegen auch hier wig überall die letzten Entscheidungen bei dem Führer und seinem Reichswirtschafts- minister; aber fachlich vollendete und von nationalsozialistischem Geiste getragene Vorarbeiten der Wirtschaft im engsten Einvernehmen mit den maßgebenden Stellen erscheinen für eine nationalsozialistische Wirtschaft, die sich für ihr Schicksal mitverantwortlich fühlt, unerläßlich. So wird die Organisation der Wirtschaft eine Organisation der Arbeit sein. Ausbau und Aufgaben des AeichsforstamlS Reichsforstmeister Göring über die zentrale Bewirtschaftung des Waldes. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern Ministerpräsident Göring an die Staatsanwaltschaften. Berlin, 12. Juli. (DNB.) Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r hatte die General st aatsan- wälte und Oberstaatsanwälte Preußens zu einer Besprechung einberufen, an der u. a. noch die Staatssekretäre Körner und Dr. Freister und der Leiter des Geheimen Staatspolizeiamtes, Reichsführer der SS. Himmler teilnahmen. Der preußische Ministerpräsident G ö - ring erklärte dabei u. a. folgendes: Aus der allgemeinen Lage in den letzten Wochen werden Sie ersehen haben, daß der Führer gewillt war und es durchgeführt hat, absolute Orb- Jedermann hat die Pflicht, das Recht zu achten „Das Recht und der Witte des Führers sind eins." Berlin, 12. Juli. (DNB.) Auf Grund des Gesetzes zur Ueberleitung des Forst- und Jagdwesens au das Reich hat der Reichsforstmeister Göring die Chefs der deutschen Länderforstver- waltungen nach Berlin berufen. Die Aussprache unter Leitung des Generalforftmeifters v o n K e u - dell zeigte die Bereitwilligkeit aller zur Mitarbeit an den großen Zielen der Neuordnung der deutschen Forstwirtschaft. Reichsforstmeister Goring verlas die erste Durchführungsverordnung, ste bestimmt den Rahmen des Reichsforstamtes. Seitdem ich in der Regierung sitze, erklärte der Minister, habe ich darauf hingearbeitet, daß die 2an- desforften zentral z u f a m m e n g e f a ß t werden. Als ich zum ersten Male die Aufstellung über die Rohstoffe sah, die wir aus dem Auslande em- führten, entschloß ich mich, alles daran zu fetzen, daß in Zukunft der einschlägige Bedarf durch d e n d e u t s ch e n Wald gedeckt werden muß. Hierzu gehört auch die Pflege des Wildes Die landkulturelle Aufgabe ist die Erhaltung und Pflege des Waldes um der Wirkung au das Land willen, Wirkung auf das Klima Windschutz, Wasserhaushalt des Bodens und der Flusse. Auf die soziale Aufgabe lege ich den allergrößten Wert: Schaffung von Arbeit für deutsche Volksgenossen durch Anbau, Pflege und Nutzung des Waldes und durch Verarbeitung und Verwendung feiner Erzeugnisse., Wir müssen versuchen, den Stamm der Waldarbeiter noch fester zu verwurzeln und darüber hinaus durch Regulierung des Marktes und Arbeitsbeschaffung dafür zu sor- aen daß auch andere Volksgenossen im Walde und m der Verwertung des Holzes Arbeit und Verdienst ^i” nationalwirtschaftliche Aufgabe der Deckung des Bedarfs ist der Kernpunkt gewesen, weshalb wir das Reichsforstamt aufgezogen haben. Es handelt sich hier um den Bedarf d e r h e l - mischen Wirtschaft an Erzeugnissen des Waldes. Bei der herrschenden Devisenknappheit dürfen wir nicht auch noch für Holz T^Was vom 30. Juni bis zum 2. Juli vor sich gegangen ist, war die Befreiung des deutschen Volkes von einer ungeheueren Gefahr. Nur durch das blitzartige Eingreifen des Führers und» der von ihm Beauftragten konnte es gelingen, m so kurzer Qeit die Lage restlos zu meistern, wie es in der-Tat geschehen ist. Das Handeln der Staatssuhrung in nung im nationalsozialistischen Staat zu schaffen. Der Führer hat ausdrücklich betont, daß er jeden Angriff und jedes Unterwühlen dieses Staates als einen Angriff und eine Unterwühlung auch des Nationalsozialismus betrachtet. Es ist notwendig, das einmal ganz eindeutig festzustellen. Damit ergibt sich für Sie alle als die Hüter des Rechts, die unverrückbare Aufgabe, diesen Staat mit allen Mitteln z u v e r t e i d i g e n und jeden Angriff gegen ihn, von welcher Seite er auch immer kommen mag, als Angriff auch gegen den Führer zu betrachten. Die Unsicherheit, die bis zum tatkräftigen Eingreifen des Führers zeitweise bestanden hat, ist jetzt behoben. Aufgabe der Justiz ist es, in verantwortungsbewußter, zielsicherer Arbeit ihr Teil zur gesetzmäßigen Festigung des Staates beizutragen. Das Recht ist die Grundlage für das Zusammenleben und das Zusammenwirken des Volkes. Deshalb sind wir zwar frei von einer formalistischen Heberschätzung des Rechtsbegriffes, aber das Recht zur Erhaltung des Staates und des Volkes muß selbstverständlich mit allem Nachdruck vertreten werden. Zu diesem Rechtsbegriff gehört auch, daß jeder das Recht zu a ch t e n hat, gleich- aültia, in welcher Stellung er sich befindet. Das Recht und der Wille des Führers sind eins Das Recht kann daher von niemanden als etwas Feindliches angesehen werden. Daraus ergibt sich also, daß Sie dieses Recht des nationalsozialistischen Staates mit allem Nachdruck zu vertreten haben. Ich werde in Zukunft keine Nachsicht mehr üben gegen Beamte, die in dieser Hin- icht ihre Pflicht nicht erfüllen. Selbstverständlich muß ich auch politisches Taktgefühl erwarten. Es darf nicht ein formalistisches Vorgehen emsetzen Daß aber eingeschritten wird g e g en Ver- aeben, einerlei von wem begangen, ist der unerschütterliche Wille des Fuh- sprochen worden sei. Das sehe der britischen Unentschlossenheit gegenüber der französischen ähnlich Aber das ändere nichts daran, daß diese politische Holdinggesellschaft m London keinen Stützpunkt finden könne, ebenso wenig Pin Rom Je ausgebreiteter das Sicherheitsnetz werdV, um so mehr verliere der Locarnopakt a?Wert, weil dadurch die f^oWen Sünden auf dieselbe L i n i e mit den Balkan grenzen gebracht würden. Die großen französischen Manöver abgesagt. Paris, 12. Juli. °d°3ugehör,gk°>Ider Geistlichen jum p s arr e r n o l b u n d oder VErbrüderIchast oder die Ml- wirkung an der Bildung und Teilnahme an soqc- nannlen Freien Synoden. Geistliche, welcye in Kfen“3” aCb°rlCn’ Men Verbindung sofort 3« wiederhole jum iehlen Male, daß Bibel Bekenntnis bis zur Stunde keinen Augenblick in unferer Landeskirche in Gefahr waren, Höch. GeoloG ck./n ck vermeintlichen Schuhherren einer „theologischen Existenz oon heule". Geistliche, welche """mehr nicht nachkommen, machen sich nach Paragraph 2 des Kirchengefehes über Dienstvergehen der Geistlichen und Kirchen- beamlen vom 22. Mär, 1934 ,Gesetz- und Derord- nungsblall S. 51) eines Dieusioerqehenr schuldig. Gegen sie wird ein D i| jip Hunt- Dem Meer abgewonnen. Ostfriesische Siedlung geweiht. Neuwesteel (Ostfriesland), 12. Juli. (DNB.) Ela Frea Frezena! Heil Euch im freien Friesenland! Dieser uralte Friesengruß galt am Donnerstag der ersten nationalsozialistischen geschlossenen Bauernsiedlung Ostfrieslands — Neuwesteel — zu deren feierlichen Einweihung der Reichsernährungsminister Darre, sowie zahlreiche Vertreter der Partei und Behörden gekommen waren. In zähem Siedlerwillen wurde dem Meer in opferooller Arbeit der Boden entrissen. Neuwesteel, das schmucke neue Dorf, steht auf jenem Boden, der 1373 einer gewaltigen Sturmflut zum Opfer fiel. Neuwesteel bedeutet den Anfang einer zukunftsreichen Entwicklung. Noch 3000 Hektar können hier in wenigen Jahren zurückerobert werden. 1000 Hektar stehen sofort bereit. Der Landesbauernführer von Rheden forderte in seiner Ansprache bei der feierlichen Einweihung Neuwesteels die Bäuerinnen des neuen Dorfes auf, in feierlicher Handhabung das Herdfeuer auf ihren Herdstellen zu entzünden. Der Reichsbauernführer setzte den Ortsbauernführer in sein Amt als Führer der Bauern Neuwesteels ein und schilderte die Uebergabe des heiligen Vermächtnisses, das den deutschen Bauern für die Zukunft überantwortet sei. Das heilige Blut unserer Ahnen soll niemals seine Kraft verlieren und sich allen Gewalten zum Trotz stets gegen alle Gegner und Feinde durchsetzen. Darum steht der Begriff „Blut und Boden" im Mittelpunkt unserer Weltanschauung. Der Führer hat den Willen zur tatkräftigen Siedlung, und er wird die Wege finden, den deutschen Bauern, seine nachgeborenen Söhne und unsere Landarbeiter der Scholle und damit dem Volke zu erhalten. Der Reichsbauernführer besichtigte dann den Deich von Neuwesteel und die Anlandungsarbeiten in der Leybucht. Am Vormittag unternahm der Reichsbauernführer vom Meere aus eine Besichtigungsfahrt durch Ostfriesland. Ein Besuch galt dem 12 000 Hektar großen Wiesmoor, seinem elektrischen Kraftwerk und seinen Glaskulturen. Staatssekretär Hierl über die Arbeitsdiensipflicht. Königsberg, 12. Juli (DNB.) Staatssekretär Hier! erklärte einem Vertreter der „Preußischen Zeitung" u. a.: Alles ist für die Einführung der Arbeitsdienst pflicht vorbereitet. An der Organisation des heutigen Freiwilligen Arbeitsdienstes wird sich dabei nichts ändern. Ein pflichtmäßiger Jahrgang wird 300 000 Mann kaum übersteigen, während zur Zeit 230 000 Arbeitsmänner im Dienst stehen. Die Führer- und Unterführerfrage ist nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt re st los geklärt. Eine Ergänzung des Führerkorps von Außen ist nicht notwendig, da der Arbeitsdienst seinen Führerstand organisch aus den eigenen Reihen a u f füll e n kann. In ihm entsteht ein neuer Führertyp, der die Eigenschaften eines Arbeiters, eines Ingenieurs und eines Soldaten in sich vereinigt. Auch der Frauen- arbeitsdienst ist, wenn auch in anderen Formen — weniger in großen Lagern als in kleinen Gemeinschaften — durchaus notwendig. _ Die Bildung des Volksgerichtshofs. Samstag feierliche Verpflichtung. Berlin, 12. Juli. (DNB.) Der Reichskanzler hat am Donnerstag auf Vorschlag des Reichsjustizministers die Mitglieder des Volksgerichtshofes ernannt. Der feierliche Z u - f am m e n t r i 11 des Volksgerichtshofes erfolgt am Samstag, 14. Juli, im Preußenhaus. Reichsjustizminister Dr. Gürtler wird die Einführungsrede halten und die feierliche Verpflichtung der Mitglieder des Volksgerichtshofes vornehmen. * Mit der Ernennung der Mitglieder des Volksgerichtshofes ist dieses Instrument des Rechtes und der Gerechtigkeit anwendbar geworden. Die Auf- gade dieses Gerichtshofes besteht darin, H o ch - und Landesverräter abzuurteilen. Das Gesetz vom 24. April, das die Grundlage des Volksgerichtshofes bildet, sieht für alle gegen die bestehende Staatsordnung gerichteten Vergehen sowie für unerlaubte Beziehungen zu fremden Mächten Strafen vor, die auf Tod lauten, es sei denn, daß irgendein nennenswerter Schaden durch den Hochoder Landesverrat noch nicht eingetreten ist. Wichtig ist, daß das Gericht in seiner Urteilsfähigkeit absolut unabhängig von der Rechtsprechung des Reichs- aerichts ist, sich also nicht an sog. Präzedensfälle zu halten braucht. verfahren eröffnet mit dem Ziele der (Enter n u n g aus dem Kirchenamt. Darmstadt, den 4. Juli 1934. Der Landesbischof. Gez.: Lic. Dr. Dietrich. Bevorstehender Empfang des Iieichs- bischofs durch den Reichskanzler. Berlin, 12. 3uli (DNB.) Anläßlich der Ein- gliederung der ersten süddeutschen Landeskirche in die evangelische Reichskirche wird der Reichskanzler Adolf Hitler den Reichsbischof Ludwig Müller und den Rechtswalter der Evangelischen Kirche Auaust Jäger empfangen. Der Reichskanzler verfolgt mit Interesse das stetige Dorwärtsschreiten des großen evangelischen Einigungswerkes und der damit verbundenen Befriedung des kirchlichen Lebens. Der Empfang des Reichsbischofs und des Rechtswalters ist auf kommenden Montag festgesetzt. Errichtung eines Zrauenamtes in der OAZ. Berlin, 13. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, D r. Ley, hat folgende Anordnung erlassen: Mit sofortiger Wirkung wird in der DAF. ein Frauenamt errichtet. Mit der Leitung des Amtes wird die stellvertretende Amtsleiterin des Ayites NS.-Frauenschaft in der Obersten Leitung der PO., Pg. Frau Scholtz- K l l n k beauftragt. Flandern feiert den Tag der güldenen Sporenschlacht. Brüssel, 12. Juli. (DNB.) Der „Tag der güldenen Sporenschlacht" wurde Mittwoch wie all- ahrlich m ganz Flandern als National- eiertag des national fühlenden, auf eine stammesmäßige und kulturelle Eigenart stol- ien Flamentu ms festlich begangen. Ueberall anden Kundgebungen und Umzüge statt. Die flämische Presse betont auch bei dieser Gelegenheit wieder, daß die Flamen, getreu der geschichtlichen leberlieferung, über der unbedingten Selb- tandkgkeit und Unabhängigkeit des Landes gegenüber den westlichen Nachbarn wachen müßten. Bedrohtes Deutschtum im Westen. Oer geplante Schlag gegen Eupen und Malmedy. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das eine der Grundlagen des Versailler Vertragswertes sein sollte, ist keiner Nation gegenüber so skrupellos mißbraucht worden wie in den internationalen Verträgen mit Deutschland. Man braucht nur an die Leiden des Deutschtums im Böhmerland zu denken; man braucht nur den Blick nach Memel zu richten, von der Saarfrage ganz zu schweigen. Sehr wenig pflegt man im allgemeinen jedoch von der zu 99 Prozent deutschstämmigen Bevölkerung des Kreises Eupen-Malmedy zu hören, die nach einer durch eine Fülle von Schikanen beeinflußten Volksabstimmung in das Königreich Belgien einverleibt wurde. Seither führt hier das Deutschtum einen verzweifelten Kampf gegen seine politische Vernichtung. Ein weiterer Schritt in dieser Richtung wurde in der Mittwochsitzung der belgischen Kammer getan. Es wurde ein Gesetzentwurf vorgelegt, der vorsieht, daß in Zukunft die „Verletzung der Pflichten als belgischer Staatsbürger" die Entziehung der belgischen Staatsangehörigkeit im Gefolge hat. Dieses Gesetz ist mit einer Reihe von Kautschuk-Paragraphen fast ausschließlich auf Eupen-Malmedy gemünzt und gibt die Möglichkeit, alle deutschdenkenden und deutsch- stämmigen Einwohner des Landes ihrer staatsbürgerlichen Rechte zu berauben. Wird dieser Gesetzentwurf angenommen, fo würde Belgien jederzeit in der Lage fein, die immer wieder geforderte neue Abstimmung im Lande Eupen-Malmedy dadurch i l l u s o r i s ch zu machen, daß sie die gesamte Opposition der Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt, um sie so an der Wahlbeteiligung z u hindern. Dieses Sondergesetz bedroht wieder einmal die Grundlagen des Versailler Vertrages. Von Deutschland hat man die Erfüllung des letzten I-Tüpfelchens des Friedensdiktates verlangt. Belgien aber ist im Begriff, sich mit nichtigen Vorwänden über die Bürgerrechte feiner deutfchftämmigen Volksteile hinwegzusetzen und die Schutzbestimmun- gen für die Minderheiten zu übertreten. Trotzalle- bem wird das Deutschtum in Eupen und Malmedy im Kampf für die Erhaltung feines Volkstums weiter auf Vorposten stehen. AerBansfelder Vergbau wieder rentabel. Die Weltwirtschaftskrise fyat d i e Kupfermärkte aufs schwerste erschüttert. Es war keineswegs nur das Absinken des Verbrauchs, das auf die Kupferpreise drückte. Katastrophale Wirkungen brachte vor allem das Entstehen neuer Kupferbergwerke hervor, die mit wesentlich niedrigeren Erzeu- gunaskosten arbeiten und darum auch bei Kupferpreisen, die weit unter den Gestehungskosten des übrigen Kupferbergbaus liegen, noch rentabel arbeiten können. Die Kupferminen von Rhodefia haben dadurch einen großen Vorsprung vor allen übrigen Kupfererzeugern, daß ihre Erze außerordentlich reich an Kupfer und außerdem mit verhältnismäßig geringen Kosten zu gewinnen sind, teils weil sie dicht unter der Oberfläche liegen, teils weil die Arbeitslöhne der afrikanischen Neger bekanntlich ganz besonders niedrig sind. Es ist daher nicht erstaunlich, daß mit dieser neuen Erzeugungsstätte des Kupfers die alten nicht mehr auf gleicher Linie konkurrieren können. Ganz besonders der uralte MansfelderKup- fe r f ch i e f e r b e r g b a u , der mit relativ hohen Abbaukosten und Arbeitslöhnen rechnen muß, ist durch das Absinken der Kupferpreise naturgemäß stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der einzige Schutz, den man ihm hätte gewähren können, wären h o h e Z ö 11 e gewesen, die die höheren Erzeugungs- kosten der einzigen großen deutschen Kupfererzeugungsstätte ausgeglichen hätten. Aber Deutschland muß einen Teil seines Kupferbedarfs aus dem Auslande einführen. Eine Verteuerung des Rohkupfers durch Zölle hätte die deutschen Derarbeitungsindu- ftrien allzu sehr belastet und im internationalen Wettbewerbe gehindert. Die Interessen der deutschen Kupferoerarbeiter fielen in diesem Falle für die deutsche Gesamtwirtschaft schwerer ins Gewicht als die des einzigen bedeutenden deutschen Kupfererzeu- aers, der bekannten Mansfeld-AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, die ihren Sitz in her alten deutschen Lutherstadt Eisleben hat. Deutschland hat daher seine Kupfererzeugung ohne Zoll schütz gelassen. Die unumgängliche Folge davon war, daß sie notleidend wurde und zeitweise sogar ganz eingestellt werden mußte. Hier mußte daher die Reichsregierung mit anderen Mitteln als mit denen des Zollschutzes helfend eingreifen, um die Fortsetzung des nicht nur aus historischen, sondern auch aus nationalwirtschaftlichen Gründen bedeutungsvollen einheimischen Kup- erbergbaus zu ermöglichen. Das Reich mußte dem Mansfelder Kupferfchieferbergbau finanzielle Zuschüsse gewähren, um ihn zur Fortsetzung einer Produktion instandzusetzen. Zu diesem Zwecke wurden im vorigen Jahre die Kupfer erzeugenden Betriebe der Mansfeld A. G. ausgegliedert und in einer besonderen Tochtergesellschaft, der „M ans* elder K u p f e r s ch i e f e r b e r g b a u A. G. in Eisleben" zusammengefaßt. Diese Gesellschaft erhält die Zuschüsse des Reiches, durch die das Mißverhältnis zwischen den Gestehungskosten der einheimischen Kupfergewinnung und dem außergewöhnlich niedrigen Weltmarktpreise des Kupfers einigermaßen ausgeglichen wird. Der jetzt vorliegende erste Jahresabschluß der Mansfelder Kupferschieferbergbau A. G. und der gleichzeitig veröffentlichte Geschäftsbereicht der alten Muttergesellschaft zeigen, daß sich die im Jahre 1933 durchaeführten Maßnahmen der Reichsregierung zur Rettung des deutschen Kupferbergbaus vollkommen bewährt haben. Das Subventionsabkommen mit dem Reich und Preußen, das inzwischen bis zum 31. März 1936 verlängert worden ist, hat die Fortführung des Kupferbergbaues ermöglicht, ohne daß neue Verluste entstanden sind. Diefe hätten ohne die Zuschüsse des Reiches von der Gesellschaft zweifellos nicht mehr weiter getragen werden können. Denn der Weltmarktpreis des Kupfers lag im letzten Jahre trotz zeitweiliger Ansätze zur Erholung erheblich unter den Gestehungskosten des deutschen Bergbaus. Der Leiter der Mansfeld A. G., Generaldirektor Stahl, hat kürzlich darauf hingewiefen, daß angesichts des großen Vorsprungs des rohdefischen Kupierbergbaues die gegenwärtigen Zustände auf den Weltkupfermärkten nur durch umwälzende Ereignisse verändert werden können, die aber menschlicher Voraussicht nach in absehbarer Zeit nicht eintreten werden. Trotzdem ist es den Bemühungen der deutschen Gesellschaft gelungen, die Verluste der Kupferproduktion nach Möglichkeit einzudämmen. Dadurch 1 wurde erreicht, daß die Hilfsmaßnahmen des Rei- 1 ches nicht in dem umfang eingesetzt werden brauchten, wie nach dem Stande des Unternehmens am 1. Januar 1933 angenommen werden mußte. Die Selbstkosten find unter das mit dem Reich vereinbarte Soll herabgedrückt worden, so daß das Reich und Preußen im letzten Jahr insgesamt nur 370 000 RM. der Mansfeld-Gesellschaft zurückzuvergüten brauchten. Das Ergebnis war für die Mansfeld- Gesellschaft insofern außerordentlich erfreulich, als sie nunmehr nicht mehr auf Verlust arbeitet, sondern wieder einen angemessenen Gewinn in der Gesamtheit ihrer Betriebe erarbeiten konnte, so daß sie für das Geschäftsjahr 1933 eine Dividende von 3 Prozent an ihre Aktionäre auszuschütten vermag. Gewinne und Dividende stammen natürlich nicht aus dem von der Muttergesellschaft abgetrennten und vom Reich subventionierten Kupferbergbau, sondern aus den weiterverarbeitenden Kupfer- und Messingbetrieben der Stammgesellschaft sowie aus dem Kohlenbergbau der Halleschen Pfännerschaft und der Zeche Mansfeld. Trotzdem ist die durch die Maßnahmen der Reichsregierung erreichte Gesundung des Mansfelder Gesamtunternehmens, das ein wichtiges Glied der deutschen Urerzeugung und zugleich der Metallverarbeitung ist, als ein erfreulicher Erfolg zu buchen. Auch an dieser Stelle ist eim auf die Dauer unhaltbare Verluftwirtschaft befutig! und eine bescheidene Rentabilität wiederhergestellt worden. In Antwerpen wurde eine Gruppe D i n a f o s (Dietsche National-Solidaristen), die sich auf dem Heimwege zu ihrem Versammlungslokal befanden, oon Kommunisten überfallen. Dabei wurden fünf National-Solidaristen zum Teil schwer verletzt. Die Kommunisten versuchten, das Versammlungslokal der Dinasos zu stürmen, wobei sämtliche Fensterscheiben in Trümmer gingen. Die Dinasos leisteten hartnäckigen Widerstand, bis Polizei eintraf und den Zwischenfällen ein Ende bereitete. Neue Maßnahmen zur Erdrosselung des memel- ländischen Deutschtums. Kowno, 12.Juli. (DNB.) Das litauische Gesetz über den Staats schütz (Gesetz über den Kriegszustand, der in Litauen schon seit Ä"0« Unabhängigkeit und im Memelgebiet leit 1926 ununterbrochen besteht) ist in bezug auf "kS SaflDe Wahlrecht und die Zugehörigkeit zu öffentlichen Körperschaften außerordentlich verschärft worden. Eine jetzt erlassene Ergän- zung jum § 10 dieses Gesetzes sieht folgendes vor: Personen, die einer die Staatssicherheit gefährdenden und deshalb verbotenen oder suspendierten Organisation angehörten und sechs M o - nate vor dem Verbot der Organisation alcht ausgeschieden waren, verlieren oas Recht, in den litauischen und memelländi- schen Landtag, in die Organisationen der Selbst- oerwaltung und sonstigen Körperschaften, wie Landwirtschafts- und Handelskammern gewählt zu werden. Darüber hinaus dürfen solche Personen ouch kemer öffenllichen Körperschaft, Genossen- 'chaft ufro. als Mitglieder angehören. Damit soll anscheinend erreicht werden, daß die gesamten memelländischen Organisationen, insbe- sondere auch die wirtschaftlichen, durch litauische ersetzt werden. Zugleich aber soll auch für die kommenden Neuwahlen eine ganz andere Basis geschah ™röen.; ^enn es gibt kaum einen Mann tm Memelland, der nicht den verbotenen Parteien a n g eh o r t hat. . Die Litauer wür- den somit nach der Entlassung der Beamten das Mtommen e rdr ^Mam-nigen Bevölkerung Englische Gelehrte gegen die Verleumdung des neuen Deutschland. London, 12. Juli. (DNB.) Die bekannten englischen Historiker Raymond B e a z l e y und William Harbutt D a w s o n wenden sich in einer Zuschrift an den „Manchester Guardian" energisch gegen d i e Verleumdung des neuen Deutschland durch manche englischen Kreise. Sie verurteilen insbesondere die heutigen unberechtigten Anwürfe durch die Propagandaorganisation „Freunde Europas", der u. a. Sir Austen Chamberlain angehört. Die beiden Professoren schreiben u. a.: „Es wäre die größte Pflichtvergessenheit von unserer Seite, wenn wir als reisende Beobachter und Historiker nicht ausdrücklich unsere Ueberzeugung niederlegen würden, daß das neue Deutschland nicht nur mit glühender Energie für die Verbesserung der nationalen Lage in vieler Hinsicht arbeitet, sondern, daß es auch nicht für den Krieg arbeitet. Gegenüber den Behauptungen, daß der Nationalsozialismus einer heidnischen Religion huldige, weisen die Schreiber auf den Punkt 24 des natonalfozialistischen Programms hin, der bestimmt nichts mit Heidentum zu tun habe." Wir lassen die wichtige Frage beiseite, ob das ewige Nörgeln, das Deutschland von seinen englischen Kritikern zu dulden hat, nicht gerade denjenigen Zielen zuwiderläuft, die diesen Kritikern angeblich am Herzen liegen, ober ob es an sich würdig ist und mit den angenommenen Gesetzen der internationalen Etikette übereinstimmt. Was würde man in England sagen, wenn England derselben beleidigenden Behandlung ausgesetzt wäre? Der deutsche Kreuzerbesuch in London. London, 12. Juli. (DNB.) Offiziere und Mannschaften der in Portsmouth liegenden deutschen Kreuzer zogen am Donnerstag durch d i e Straßen Londons, um die Sehenswürdigkeiten der englischen Hauptstadt zu besichtigen. Sie besuchten u. a. das Parlament und das englische Kriegerdenkmal in White Hall. Das Auftreten der in voller Gala befindlichen und mit dem Eisernen Kreuz geschmückten deutschen Marineoffiziere im Londoner Straßenbild rief beträchtliches Aufsehen und Bewunderung hervor. Diele der blauen Jungens hatten Einladungen von englischen Freunden erhalten und wurden in Kraftwagen durch die Straßen Londons geführt. Hunderte von Engländern besuchten die beiden deutschen Kreuzer. Alle sprachen sich sehr lobend über die Höflichkeit und Zuvorkommenheit aus, mit der sie von Offizieren und Mannschaften ausgenommen wurden. Eine Gruppe deutscher Matrosen wurde am Donnerstag von ihren englischen Kameraden in der Kaserne von Eastney bewirtet. Bei einem Wasserballspiel siegte die deutsche Mannschaft mit 5:4 Toren. Der Flottenkorrespondent des „Daily -T e l e » g r a p h", Hector Biwater, schreibt: „Die deutschen Offiziere und Mannschaften sind die Höflich- k e i t selbst gegenüber ihren englischen Gästen. Ich kann unseren Besuchern kein höheres Lob aussprechen, als die Erklärung, daß sie mit ihrem schneidigen Auftreten gut mit der Besatzung eines Eliteschisfes in der englischen Flotte verglichen werden können. Sämtliche Aeußerungen, die ich von Fachleuten gehört habe, enthalten eine Note Doller Achtung und Bewunderung für das deutsche Personal." In der Londoner deutschen Botschaft fand am Donnerstagabend ein großer Empfang anläßlich des deutschen Flottenbesuchs statt. Die Dffi- aiere der deutschen Kreuzer waren in Paradeuniform erschienen, ebenso der deutsche Marineattachs Kapitan W a ß n e r. Neben dem deutschen Bot- schafter von H o e s ch sah man den Landesgrup» penfuhrer der NSDAP. Bene, sowie Fürst und Fürstin Bismarck von der deutschen Botschaft. Bei deutschem Bier und in angeregter Stimmung patte die Londoner deutsche Kolonie ausgiebig Gelegenheit, mit den Vertretern der heimischen Flotte in Fühlung zu kommen. Am Wochenende werden viele in London ansässige Deutsche nach Portsmouth pilgern, um die deutschen Kriegsschiffe zu besich- Das neue Kabinett Dollfuß. Ein Sondergesetz gegen Sprengstoffattentäter. . * n. '12- Juli (DNB.) Amtlich wird mitge- ^^lt' 2luf Anfrage des Bundeskanzlers hat Bundes- Präsident Miklas den Kommandanten der Brigade Nr. 4, Generalmajor Wilhelm Zehner, zum Staatssekretär bestellt und ihn dem Bun- deskanzler zu feiner Vertretung in Angelegenheiten öes Bundesministeriums für Landesverteidigung beigegeben. ä b Der Ministerrat beschloß ein Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttätigkeiten. Nach diesem Gesetz wird für die Dauer der Aufrechterhaltung des standrechtlichen Verfahrens für c.?!1 Sprengstoffverbrechen, einschließlich des unbefugten Sprengstoff, besitzes, sowie für eine Reihe weiterer, besonders schwerer Verbrechen gegen die Sicherheit der Verkehrsunternehmungen und -Anstalten sowie der lebenswichtigen Betriebe im standrechtlichen wie auch im ordentlichen Verfahren ausschließlich die Todesstrafe verhängt werden können. Nach Kundmachung des Gesetzes wird eine Frist oon fünf Tagen zur freiwilligen An- zeige und Ablieferung von Spreng- stossen etngeraumt bei gleichzeitiger Zusicherung ber Straflosigkeit Für die zu verbrecherischen Zwecken mißbrauchten Wohnungen und (geschästs- okale wird die Aufhebung des Mieter- SuÄ9eU^r5 beschlossen werden. Weiter be- chloß der Mmisterrat ein Gesetz über die Errich- 2 gemeinschaften. Durch biefes Gesetz wird die Errichtung der B e t r i e b s - r und an der Stelle eine be. nlssstandisch aufgebaute Vertretung innerhalb der Betriebe geschaffen. Dollfuß' bei Mussolini in U i : bereits Mitte nächster Woche tatt. Frau Dollfuß mit ihren Kindern begibt sich J?nIan0fmnjj^tcr Woche nach Riccions. Amtlich werden Meldungen über einen an den Be. uc^ m tane sich anschließenden Besuch de- HrtPrbsnfrtn3kn $ aV 5 dementiert. Ein betau nger Plan bestehe zur Zeit nicht, Eine weiße Königin der Zulus man- mbes in der Gegend von Groß-Bade-1 Linien ---------------------------------- MMUE Wieder einmal geht das Gerücht von einem weißen Kind um, das unter S ch w a r z e n aufwächst und dereinst ihre Königin werden soll. Diele Eingeborene und südafrikanische Tramps wollen das kleine blondhaarige Mädchen bei einem Zulustamm gesehen haben, und jetzt hat die Gattin des Maschineningenieurs Johnson aus Johannisburg einen ausführlichen Bericht über ihren Besuch bei jenem Stamm abgegeben, bei dem sie tatsächlich das weiße Kind angetroffen haben will. Frau Johnson hörte ganz zufällig von dem Borhandenfein dieses Kindes. Ihre Dienerin erzählte, daß die Zulus an eine alte Prophezeiung glaubten, nach der ihnen eine weihe, blonde Frau zu einer mächtigen Herrschaft verhelfen sollte. Frau Johnson, die ihren Mann oft auf Reisen begleitete und sehr gut die Zulusprache versteht, beschloß, einen Abstecher zu jenem Stamm zu machen. Sie mußte viele Kilometer kreuz und quer reisen, ehe sie den Standort des Stammes erfuhr. Dann'packte sie ein paar Geschenke ein, ließ, um die Stammesangehörigen nicht mißtrauisch zu machen, ihre Waffen zurück und ging mit ihrer schwarzen Dienerin in das Lager. Zunächst wollte man gar nicht nut der Sprache herausrücken. Man hatte Angst, daß das Kmd dem Stamm weggenommen werden könnte, trotzdem man gleich betonte, es gehöre dem Stamme rechtmäßig und sei nicht etwa geraubt. Frau Johnsons Redekunst und der Anblick einiger Pakete Tabak beseitigte aber alles Mißtrauen, und als der Pflegevater des weißen Kindes gar ein blitzblankes ; Taschenmesser in der Hand hielt, holte er sofort ; seine Frau und das kleine weiße Wefen herbei. Auf der Autostraße Köln — Bonn in der Nähe der Bonner Stadtgrenze stieß ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen m i t e i n e m L a st- k r a f t w a g e n zusammen. Die fünf Insassen des Personenkraftwagens wurden schwer verletzt, einer von ihnen, der Kraftwagenführer, ist kurz nach der Einlieferung in die Klinik ge- st o r b e n. Auch der Fahrer und der Begleiter des Lastkraftwagens trugen erhebliche Verletzungen davon. Abschied von Harry. Regierung sind Verhandlungen über die Regelung der Mongoleifrage eingeleitet worden. Die japanisch-mandschurische Militärkonvention hat sich auf das mandschurische Gebiet beschränkt. Die mandschurische Regierung erstrebt jetzt eine Ausdehnung dieser Konvention auf die innere Mongolei. Dieses Gebiet, das demnächst auch dem mandschurischen K a i s e r - reich angegliedert werden soll, soll im Falle eines sowjetrussischen Angriffs auf die mandschurische Herrschaft durch die militärische Konvention geschützt werden. Wie verlautet, hat die japanische Regierung sich grundsätzlich bereit erklärt, die Konvention auf die innere Mongolei auszudehnen, nachdem diese erneut an das dschurische Kaiserreich angeschlossen ist. Tage dauern. Durch Salzsäure getötet Auf fürchterliche Art und Weise kam in Waldhilbersheim (Saargebiet) das sechsjährige Söhnchen eines Landwirts ums Leben. In einem unbewachten Augenblick trank das Kind aus einer mit Salzsäure gefüllten Flasche. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe starb der Knabe unter furchtbaren Schmerzen. Schwerer Unfall der Familie des portugiesischen Staatspräsidenten. Die Ansechibarkeil arisch-jüdischer Mischehen Eine grundsätzliche Entscheidung des Reichsgerichts. Der Berliner betrachtet seinen Zoo als seinen Hausstall, sein persönliches Eigentum. Die berühmten Exemplare dieser Wildnis in Berlin sind stadt- bekannte Lieblinge der in vielem kindlichen Millionenstadt. Daher überall herzliche Trauer, als die Kunde kam, daß Harry, der riesige Elefant, vor der Eingangspforte am Bahnhof Zoo die Berliner Luft mit den Gefilden der Seligen vertauscht hat. Dieser etwas bösartige Trampel hat uns mit feinen Eigenschaften und mit seinem Familienleben manche Sorge bereitet. Er war eine Seltenheit in seinen Ausmaßen, und darum sollte er in einer Riesengeneration fortleben. Man beschaffte ihm eine liebenswürdige Dame aus Stellingen, bei der er sein Leiden vergaß und seinen Charakter sichtlich verbesserte. Groß und klein in Berlin nahmen an den Flitterwochen erregten Anteil, und es war schon fast eine Erlösung, als die hohen Herrschaften, die Dickhäuter Harry und Toni, das entzückende Elefantenbaby Kalifa einem hochwohl, löblichen Publikum vorstellen konnten. Nun hat das Schicksal grausam eingegriffen und das gewaltige Tier durch eine Angina zur Strecke gebracht. Womit der Beweis erbracht ist, daß Dickfelligkeit und scheinbare Unverwüstlichkeit kein Schutz gegen die kleinen tödlichen Bakterien sind. 45 Jahre nur ist Harry alt geworden. Der Verlust ist schwer, denn er war mit seinen 120 Zentner wohl der größte und stärkste Dickhäuter, der jemals in Ge- fangenschaft gezeigt wurde. Als er um Toni freite konnte er ihr ein Herz von einem halben Zentner zu Füßen legen, und wenn er sich grämte, erzitterte seine Leber von 112 Pfund. Don Jena kommend traf der siamesische König ; mit einer Gemahlin mit dem Kraftwagen in Nürnberg ein. Das Königspaar besuchte das Rathaus und trat dann die Weiterfahrt nach Stein - bei Nürnberg an, wo es die Bleistift f a b r t k A W. Faber-Castell besichtigte. Das Konigs- paar traf bann im Kraftwagen i n M und) e n ein und nahm im Hotel „Vier Jahreszeiten Quartier. Eine große Menschenmenge hatte sich vor dem Hotel angesammelt und empfing die Gäste mit lebhaften Heilrufen. Der Aufenthalt in München wird voraussichtlich dis Mitte nächster Woche dauern. Wiederaufnahme der Vorlesungen an der Freiburger Universität. Die Studentenschaft hat unter der Leitung ihrer Dozenten die Universität wieder soweit aufgeräumt, daß am Freitagvormittag die Vorlesungen in der neuen Universität im Hauptgebäude im vollen Umfange wieder au f g e n o m- men werden können. Auch die Menfa nimmt ihren Betrieb wieder auf. Am Mittwochnachmittag erfolgte eine Besichtigung der Brandstelle durch den Präsidenten der Badischen Landesversicherungsan- stalt Dr. Jung und die Vertreter des Kultusministeriums Dr. ©rüninger und Dr. H^r. Mit den Aufräumungsarbeiten im zerstörten Teil des Hauptgebäudes kann erst begonnen werden, wenn die Feststellungen über die Schadenshöhe gemacht sind. Um eventuelle Witterungseinflüsse zu verhindern, plant man eine Notbedachung. Brandstiftung Ursache des Waldbrandes bei Forst. Unter dem Verdacht, den großen Waldbrand bet Forst gelegt zu haben, wurde der 29 Jahre alte geistesschwache Orts arme Richard L h mann aus Groß-Bademeusel fettg^nommen. U 5 sprünglich hatte man angenommen, daß oer -öra , durch den 3000 Morgen Kiefernwald vernichtet worden waren, durch den Funkenflug aus einer Lokomotive entstanden war. Diese Vermutung hatte man bald fallen gelassen, da bereits Tage und Wochen vor dem Au s b r u ch des Waldbrandes in der Gegend von Groh-Bade- Aus dfler Wett. Ein interessanter Filmgagenprozeß. Vor dem Landesarbeitsgericht Berlin wurde ein Prozeß verhandelt, den der bekannte Filmschauspieler Hans Albers gegen d i e Ufa auf Zahlung von 68000 Mark angestrengt hatte. Hans Albers war von der Ufa am 8. April vorigen Jahres für drei Filme verpflichtet worden. Für jeden dieser Filme erhielt er 70000 Mark zu gesichert, lieber die Zeitdauer der Filmaufnahmen war im Vertrag nichts vereinbart worden. Die Herstellung des Films „Ein gewisser Herr Gran" dauerte zwei und die des Films „Flüchtlinge" 2V2 Monate, während die Fertigstellung des Films „Gold" fünf Monate m in Anspruch nahm. Hans Albers stellte fick auf den Standpunkt, daß die Fertigstellung eines Großfilms in der V? e g e l höchstens drei Monate dauere, und machte geltend, daß seine Arbeitskraft durch die Länge der Ausnahmen für den tfilm „Gold" übermäßig in Anspruch genommen worden sei. Er hätte Anfang 1934 für andere künstlerische Zwecke zur Verfügung stehen können, wenn er nicht so lange Zeit für den Film „Go.d hätte arbeiten müssen. Aus diesem Grunde verlangte Vertreter der Ufa erklärte dagegen, man müsse beim er die Zahlung von 68 000 Mark. Der Film immer mit Zwischenfällen rechnen, und gerade bei dem Film „Gold" hätte sich eine Reihe von technischen Schwierigkeiten ergeben, die die Herstellung verlängert habe. Das Arbeitsgericht stellte sich aus den Standpunkt der Ufa mid wies die Klage des Filmschauspielers ab. Das siamesische Königspaar in Nürnberg und München. Auch die westliche Strecke der nordmandschurischen Eisenbahn ist von den Fluten stark gefährdet Die in der Mandschurei periodisch austretenden Aus- b r ü ch e d e r P e st, die in diesem Jahre f r u h e r a 15 sonst sich bemerkbar machen, haben in den verschiedenen Teilen der Mandschurei insgesamt bereits 17Todesvpfer gefordert. Die Behörden haben alle Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Die Arlbergstraße durch Steinlawine gesperrt. In den Abendstunden des Donnerstag sind über Graz und Umgebung heftige Gewitter und wolkenbruchartiger Regen mebergegangen. Das Dach des Sommertheaters wurde auf die Straße geschleudert. Ferner wurden die städtischen Gartenanlagen stark mitgenommen. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt die Wege sind mit abgeschlagenen Heften uberfat. Die Feuerwehr mußte in den tiefer gelegenen Kellerräumen das Wasser auspumpen Auch über Teilen von Tirol gingen heftige Unwetter nieder. Am Nachmittag wurde durch eine Steinlawine die Arlbergstraße bei Telfs gesperrt. Die Freilegung der Straße durste zwei Rußland und die Mongolei. Politik in Jnnerasien. Moskau, 12. Juli. (DNB.) Der ehemalige Stellvertreter des Außenkommissars der Sowjetunion K a r a ch a n, der bekanntlich zum Botschafter in Ankara ernannt wurde, ist in Ulan- Bator, der Hauptstadt der mongolischen Republik, in Begleitung einer zahlreichen russischen diplomatisch-militärischen Mission eingetroffen. In Urga wurde der Botschafter Karachan von der mongolischen Regierung und der russischen Militärmission feierlichst empfangen. In Ulan-Bator fand eine Feier zum zehnjährigen Bestehen der mongolischen Republik statt. Im Auftrage der Sowjetunion sprach Karachan über die große politische und wirtschaftliche Bedeutung des zehnjährigen Bestehens der Außenmongolei. Karachan und j)ie mongolischen Redner bekannten sich zur Verbundenheit der Mongolei mit der Sowjetunion. Diese Bindungen seien unzertrennbar. Die Mongolei und die Sowjetunion hätten eine politische Ausgabe zu erfüllen, nämlich den politischen Frieden zu sichern. Es fand dann eine Parade der mongolischen Armee statt, die unter der Führung eines russischen General st äblers ausgebildet ist. Es waren Truppen aller Waffengattungen vertreten, darunter auch mehrere Flugzeuge, die den mongolischen Luftstreitkräften angehören. Dem Vertreter der Sowjetunion wurden dabei besondere militärische Ehrungen erwiesen. Japans Bestrebungen in derMongolei. Tschangtschun, 12. Juli. (DNB.) Zwischen der mandschurischen und japanischen meusel zahlreiche kleinere Brandherde entdeckt worden waren. Da man L e Jmannmie- h o r h n f t in der Nähe dieser Brand- Herde gesehen hatte, richtete sich der Verdacht aus ihn. 3m Kreuzverhör leugnete er zuerst-die Tat ab. Als man aber bei einer L e i b e s v l s l t o 11 o n Streichholzschachteln, Papier usw. gefunden hatte bequemte sich Lehmann zu «meini Geständnis Al- Grund für seine Tat gab er an, daß er „es gern brennen seh e". Im Bruchgelände der ehemaligen Providentia-Gruben wurden durch den star- Een Funkenflug Braunkohlenschachte a n gezündet, deren Ablöschung noch nicht möglich mar 70- hie 80iäbrige Baumbestände fallen den Fkunmen zürn Ops-r?da sich das Feuer tief in das Erdreich einaefresjen hat. Langsam b r e n n e n d > e Baum wurzeln ab und krachend stürzen dann die" Baumrtefen in die Glut. Eine Bekämpfung mit ^nd ist nLt durchführbar eben owenig em« er- folgreiche Bekämpfung mit Wasser Nur a n h a l tender Regen wäre in der Lage, den gefährlichen Brand zu ersticken. Großer Moorbrand vor den Toren Hannovers. Eigen Woche in Brand geraten war, steht nun- * 'DerBran"ha1t° sich'trotz"de/umfa?greichen ÄÄ Ä @beV ÄXVein » Bran- bert Mo r g en hat? feinem Schicksal überladen mprhln Die einzige Rettung waren anhaltende starke Niederschläge di- das Lafchwerk vollbringen könnten, zu dem M-nsch-nkrast nicht ausreichll , lleberschwcmmungcn und Pest in der Mandschurei. , Di- riesigen Ueberschwemmungen im "°rdüchen : kkh r kst ° 'U h »°'chi-d-ne ' | Zk^die^on C^arbch°°Ü°^nach Süd" " geh°n° I Krankenhaus gebr'acht der vom Anfechtungskläger behauptete Irrtum be- tehe in der Unkenntnis der Folgen des Eingehens einer solchen Mischehe. Diesen Ausführungen vermochte das Reichsgericht nicht zu folgen. Es genügt hervorzuheben, daß das Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei durch Punkt 4 und 5 bereits die Verschiedenheit der deutschen und der jüdischen Rasse mit allem Nachdruck betont hat.. Diese Lehren sind auch unzweifelhaft ins Verständnis des Volkes gedrungen. Unter diesen Umständen ist der Fall eines Irrtums seit Veröffentlichung dieses Programms in den mit dem Programm bekannt gewordenen Bevölkerungskreisen, zu denen unstreitig der Anfechtungskläger gehört, nur selten noch anzunehmen. Die Anfechtbarkeit der arisch-jüdifchen Mischehe kann a u ch i m Hinblick auf das Berufsbeamteng e- s e tz nur in dem von diesem Gesetz selb st gezogenen Rahmen gegeben sein. Die Gerichte sind nicht befugt, über diesen Rahmen der nationalsozialistischen Gesetzgebung hinaus den nationalsozialistischen Anschauungen Geltung zu verschaffen. Nach dem Berufsbeamtengesetz treffen aber die mit jüdischen Frauen bereits verheirateten Beamten keine Nachteile. Nur wer eine solche Mischehe neu eingeht, kann nicht mehr Beamter bleiben. Dieser Standpunkt entspricht auch dem Schreiben des Reichsmini st ers des Innern vom 17. Januar 1934, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, daß die Schranken, die die Reichsregierung selbst bei der Ariergesetzgebung gezogen hat, beachtet werden mußten. Hinsichtlich der Bestimmungen des § 1333 gilt nach wie vor die Bindung des Richters an das Gesetz. Solange die Bestimmungen des § 1333, und zwar mit rückwirkender Kraft, nicht abgeändert sind, ist eine ; Anfechtung arisch-jüdischer Mischehen wie im vor- , liegenden Falle nicht möglich. Es hatte wirklich ganz blondes Haar und blaue Augen, sprach aber nur Zulu. Dann legte der schwarze Pftegepapa los: Vor zwei Jahren, als der Stamm noch in der Nähe der Minen gehaust habe, seien sie beide, er und seine Frau, im dichten Gehölz eines Abends einer weißen Frau begegnet, die habe fürchterlich gemeint und sei ganz verzweifelt gewesen. Das Baby, das sie auf dem Arm trug, habe sie schließlich auf die Erde geworfen und es unter lauter Stöhnen erwürgen wollen Als die beiden Zulus jedoch herangetreten seien, habe die Frau die Flucht ergriffen und dasKind z u r ü ck g e la ss e n. Das Zulu- Ehepaar habe sich seitdem des weißen Kindes angenommen und ziehe es wie ein eigenes auf. Ja, sie sähen in ihm sozusagen ein höheres Wesen aus das sie lehr stolz seien. In der Tat war das hellhäutige Kind geistig viel weiter entwickelt als seine gleichaltrigen schwarzen Spielgenossen. Frau Johnson überzeugte sich davon, daß das kleine Mädchen gut gepflegt und von allen Stam- mesangehörigen mit großer Hochachtung behandelt wurde. Es mochte drei Jahre alt sein. Als Frau Johnson wieder nach Johannisburg zurückkam, ließ sie sofort die Behörden nachforschen, wo das Kmd vermißt wurde. Bis zum heutigen Tage hat sich indessen noch niemand gemeldet, der Ansprüche auf das Kind machte. Solange man dem Stamm auch nicht nachweisen kann, daß er das kleine Mädchen geraubt hat, kann man es ihm nicht nehmen, und so wird denn das kleine Wesen weiter unter den Schwarzen aufwachsen und vielleicht einmal wirklich ihre Königin werden. Die Tapete bekommt ein Museum. Eigentlich ist das nicht ganz richtig, denn fi e hatte schon eins. Das wurde in der Jnfla- tionszeit begründet, es stellte sich aber als nicht ausreichend genug heraus. So zogen die Tapeten im R-fid-nzfchlvß in Kassel m das zweite Stockwerk um, wo sie nun m dreißig Nau. men Platz haben werden. Das „Deutsche Tape- ten-Museurn" steht in der Welt einzigartig da. Kunstgewerblich interessierte Männer aus dem Kreise der Tapetenindustrie und des Tapetenhan- dels sammelten die ersten wertvollen Stucke. Ihr Ziel war eine möglichst vollständige Sammlung der noch vorhandenen kostbaren Papiertapeten des 18. und 19. Jahrhunderts. Natürlich war das eins erkleckliche Arbeit. Wer achtet schon auf den Wert der Tapeten seiner Vorfahren! Die alten Wandbe- kleidungen kommen in den Mülleimer oder sie werden einfach überklebt. Greift man zu der Methode des Ueberkltzdens, dann sind die wertvollen Tapeten immer noch zu retten, denn ein geschickter und geduldiger Museumsrestaurator versteht es, diswei- len viermal oder fünfmal überklebte Stücke aus der Zeit des Rokoko oder des Empire vorsichtig abzu« lösen. Ost muß er sie auch aus unzähligen Fetzen wieder aneinderfügen, das ist dann das reinste Puzzle-Spiel. Nicht immer wurden die Tapeten aus Papier hergestellt, und die Museumsverwaltung bemüht sich auch, die Vorgänger der Papier« tapete zu sammeln und sie anschaulich, /utturge» schichtlich geordnet, darzustellen. Wundervolle Wand- bekleidunaen aus echtem Leder, aus bemal- tem oder" bedruckten Wachstuch, Tapeten au 4 B a u m w o l l st o f f e n , auch herrliche Stucke exo« tischer WandbekleidunSskunst werden jetzt dem Pu, Leipzig, 12. Juli. (DNB.) Der 4. Zivilsenat des Reichsgerichtes hat eine grundsätzliche Entscheidung über die Frage der Anfechtbarkeit arisch- nichtarischer Mischehen auf Grund des § 1333 BGB. wie folgt bekanntgegeben: Eine solche Ehe ist nur anfechtbar, wenn bei Abschluß i der Ehe dem einen Teil die Zugehörig - leit des anderen Teiles zur jüdischen Rasse nicht bekannt war. Im vorlieaenden Falle aber (im Falle Nies gegen Nies, Entscheidung des Oberlandesgerichtes Karlsruhe) kann die Ehe nicht angefochten werden. Der anfechtende Teil hat die Zugehörigkeit des anderen Teiles zur jüdischen Rasse gekannt. Dem Reichsgericht ist auch die Möglichkeit genommen, das bestehende Recht zu erweitern. Solange der § 1333 in seiner derzeitigen Fassung bestehen bleibt, ist die Anfechtbarkeit einer Ehe nur aus Öen im § 1333 festge - legten Gründen möglich. Die Entscheidung des Oberlandesgerichtes Karlsruhe wurde auf die Revision der Beklagten hin aufgehoben und das die Anfechtungsklage abweisende Urteil des Landgerichts Heidelberg wurde wiederhergestellt. Die Begründung der Entscheidung enthält u. a. folgende Gesichtspunkte: „Die Anfechtbarkeit der Ehe nach § 1333 BGB. ist gegeben, bei einem Irrtum des einen eheschließenden Teiles über solche persönliche Eigenschaften des anderen Teils, bei deren Kenntnis dieser eine Teil unter vernünftiger Würdigung des Wesens der Ehe diese Ehe nicht geschlossen haben würde. Vor allem muß dabei der nach § 1333 anfechtende Teil den vollen Beweis für seine Behauptungen führen. Hat etwa ein arischer Ehegatte bei der Eheschließung nicht gewußt, daß der andere eheschließende Teil der jüdischen Rasse angehört, so ist das ein Irrtum über wichtige persönliche Eigenschaften. Im vorliegenden Falle aber war dem anfechtenden Teil die Abstammung der Ehepartnerin von jüdischen Eltern bekannt. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat angenommen, Bei einem schweren Verkehrsunfall in der Nähe m nr! mit VusfÄn bk,°ht°r Krastw" sich gemach? in Len mit den Tapeten de- BaraZ schwere Kopfverletzungen, daß sie bewußtlos in em | wird. I Krankenhaus gebracht werden mußte. 3m Schlaf beraubt In Fischbach-Kamphausen wurde ein dreister Ein- brach in der Privatwohnung des Inhabers eines Konsumgeschäftes verübt. Der Inhaber des Geschäftes beabsichtigte, größere Einkäufe zu tätigen. Den Betrag von 20 000 Franken, den er zur Verfügung hatte, legte er während der Nacht i n feiner Brieftasche auf den Nachttisch, dazu einen Revolver, um gegebenenfalls Einbrechern entgegentreten zu können. Als er am Morgen aufwachte, stand die Haustür und Schlafzimmertür weit offen. Zu feinem Schreck mußte der Geschäftsinhaber feststellen, daß das Geld geraubt war. Errichtung von Runbfunfanlagen für die Führerrede frei von Postgebühren. Die Errichtung und der Betrieb von Rundfunk- cmpfangsanlagen zur Aufnahme derReichs» tagsreöe des Führers am 13. Juli ist allen Volksgenossen ohne besondere Genehmigung gestattet. Gebühren werden von der Deutschen Reichspost nicht erhoben, wenn die Anlagen nach Beendigung der Rede sogleich abgebaut werden. Sechsmotoriges Flugboot für 50 Fluggäste. Ein großes sechsmotoriges Passagier-Flugboot, das 50 Fahrgäste befördern kann, wird demnächst von der englischen Blackburn-Flugzeug-Gesellschaft in Bau genommen. Jeder der sechs Motoren wird 650 PS. besitzen. Die Maschine wird ein Hochdecker sein. Die Bauart ähnelt derjenigen des Short-Flugbootes, das von der englischen Luftflotte für Versuchszwecke benutzt wurde. 11’/« Stunden im Segelflugzeug. Dem Segelflieger Otto Croissant aus Landau in der Pfalz gelang es mit einer Frunau-Baby die bisherige HöchstleistungimDauerflug auf . dem Hesselberg um 4V< Stunden zu überbieten. ’ Croissant blieb mit seinem Segelflugzeug von 14,30 t bis 2.15 Uhr, also IVA Stunden, in der Luft. Die > Leistung ist um so beachtlicher, als ein großer Teil ' des Fluges bei Nacht ausgeführt wurde. Schweres Autounglück bei Bonn. Nach rechts druck- 0* eingesetzt tenap, zu ein nervige ben, lve> herrschten Sprachen berecht Entlassene sche SP nicht gesr versteht,..: schen mac Das o „LietuM räuberei daß nur 3n Wirk der Abse jene polil Schlupflv Hyänen besten Po auch sür gesseie den, dem schließung abzustatte gebracht Aemtern Beschimpf von ,W fängnis Simon melraube Siegesve Präsident ganze K der das besitzt, i schen ( wurde, sprecher Hergelo diejenig Memel nimmt. Man zusehen melerl zum £ Ordens tis, der seinen: Spatzen er infol über! daß er sönlicher damalig die 'er i kam Wäu lieferun mit lock Kein W und-we, Monate gebiets" der län! ganifatic sproßen Der n meßt ebe Wo die wird und, ten, Kircj wuscht, i d"r-hzi°h- traben d Zwischen k SU , Der 8, uni) le 3'9= Sofn, »"rd, 6 ?°ch ich," ;*«■ Ä Nitif |e d°r Leb E'S HZ •Ä; »ä L • rüst ?e! der bi,l«ltbu ?!.ui->ch 're 'ur b,V A. liä h° 7'rch- MiL/'n ^äbQf r. ,7> wische z eiNnbt "^UNg,'j Mark durüc o v . die einzelnen Genossenschaften seien fühlbar herab Handelswechsels als Kreditinstrument von Vorteil sein könne. Die Verbindlichkeiten bei der Deutschen Zentralgenossenschaftskasse seien um 2 600 000 "ickgegangen. Auch die Schuldzinssätze für en Genossenschaften seien fühlbar Herabbindung mit der Hauptabteilung IV das Absatzproblem einer erfolgreichen Lösung nahegebracht. Reichshauptabteilungsleiter Trumpf dankte Landeshauptabteilungsleiter Wirth für feine aufopferungsvolle Tätigkeit. Die Widerstände, die gegen den genossenschaftlichen Gedanken festzustellen seien und die aus den Kreisen kamen, die sich als aus der Inflation hervorgegangene Elemente in Form eines wilden Handels zwischen Erzeuger und Verbraucher einschalten wollten, müßten auf organischem Weg, durch einen Wettbewerb, der auf dem Leistungsprinzip beruhe, beseitigt werden. Bei der kommenden großen Entschuldungsaktion sei das Hauptaugenmerk darauf zu richten, daß die Wirtschaften, die sich durch die liberalistische Epoche hindurchgerettet hätten, nicht der Gefahr einer allzu großen solidarischen Verschuldung erlägen. Der Gedanke von Haftungsgenossenschaften oder einer Trennung der Geld- und Warenbewegung werde sich auf keinen Fall ermöglichen lassen. Die kommende Ernte werde die Genossenschaften und den Landhandel vor größere Aufgaben stellen, als das Vorjahr mit seinen Rekorderträgen. Jedoch sei durch die Einlage- rungspotitik der Reichsstelle die Volksernährung sichergestellt. Der Absatz der voraussichtlich sehr guten Ernte der Winzergenossenschaften werde durch Lombardierungsmaßnahmen sichergestellt werden müssen. In Vorbereitung sei ferner ein genossenschaftliches Versicherungsunternehmen. pg. Heyse MdR. ging anschließend nochmals auf das gute Verhältnis zwischen Parteileitung und Reichsnährstand ein, das besonders in unserem Gau durch das tiefgehende Verständnis des Gauleiters für alle landwirtschaftlichen Fragen sichergestellt werde. Abschließend dankte Landesbauernführer Dr. W a g n e r den Rednern und betonte, daß die Ereignisse des 30. Juni ein Beweis dafür seien, daß nur eine so starke Führerpersönlichkeit wie Adolf Hitler das Vaterland retten könne. wies in seinem Bericht darauf hin, daß die Aufmerksamkeit, die der Gauleiter der Arbeit der Landesbauernschast stets widme, auch dieser Sitzung große Bedeutung, sogar über den Rahmen des Reichsnährstandes hinaus, zukommen lasse. Nirgends sei der nationalsozialistische Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" so verwirklicht worden, wie im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen. Bei einer mit 75 Neueintritten 1214 Genossenschaften umfassenden Mitgliederzahl belaufe sich die Bilanzsumme der Landesbauernkasse auf 36 500 000 Mark. Eine 56prozentige Erhöhung des Kassenumsatzes und eine lOOprozentige Erhöhung im Ueberweisungsoerkehr beweise eine beachtliche Steigerung in der Geschäftstätigkeit. Die Entwicklung der Termingeld- und der Kündigungseinlagen fei zufriedenstellend, dagegen habe die Entwicklung. der Spareinlagen mit der vorstehenden Entwick-1 Landesbauemschafts-Tagung in Frankfurt Rückblick auf das erste Arbeitsjahr der Hauptabteilung III. gefetzt worden. Die Vereinigung der beiden genossenschaftlichen Darenanstalten Darmstadt und Frankfurt bedeute für das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen im Rhein-TNaiN'Gebiet einen erheblichen Fortschritt. Rund 1329 Genossenschaften mit 466 650 Mark Geschäftsanteilen und 4 680 000 Mark Haftsumme gehörten dem genossenschaftlichen Wareninstitut der Landesbauernschaft an. Schon in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres sei der Umsatz des geeinten Instituts um 4 Millionen Mark, gegenüber dem Umsatz der beiden getrennt arbeitenden Institute in der gleichen Zeit des Vorjahres, gestiegen. Bis Ende Mai seien werktäglich 3000 Zentner Futtermittel, zu Anfang Juni sogar 4000 Zentner verkauft worden. Die Getreideerfassung sei um 33 v. H. gestiegen, die Umsätze in Düngemitteln um 35 v. H. Bei Sämereien sei besonders der Mehrbedarf an Luzerne von 50 v. H. gegenüber dem Vorjahre zu bemerken. Im Maschinengeschäft sei in den ersten fünf Monaten ein Mehrumsatz von 103 000 Mark zu verzeichnen, der sich zum Teil aus Lieferungen von milchwirtschaftlichen Maschinen und Geräten ergebe. Das bedeukendsle Gebiet genossenschaftlicher Verwertung landwirtschaftlicher Erzeugnisse liege auf dem Gebiet der Viehabsah-, der Vlilchabsah- und der Lierabsah-Genossen- schaften. LPD. Frankfurt a. M., 11. Juli. In einer Sitzung der Hauptabteilung III der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, die gestern in Frankfurt stattfand, gab Hauptabteilungsleiter Pg. Wirth den Rechenschaftsbericht über das erste Geschäftsjahr seit der Ueberleitung des ländlichen Genossenschaftswesens in den Reichsnährstand. In seiner Eröffnungsansprache betonte Landesbauemführer Dr. Wagner, daß praktische nationalsozialistische Wirtschaftspolitik zuerst im Reichsnährstand betrieben worden sei. In der weiteren Arbeit in dieser Richtung dürfe jedoch nicht zerschlagen werden, was in langen Jahren aufgebaut worden sei. Der Kampf gegen Das Judentum, der nach wie vor im Auge behalten werden müsse, dürfe nur verantwortlich geführt werden. Landeshauptabteilungsleiter Wirth Kunst und Wiffenfchast. Sven Hedin freigelaffen? Aus Kaschgar liegen über das Schicksal der Expe» dition Sven Hedins nur unbestätigte Nach« richten vor. Danach hat der Führer der Auf« ständischen, Matschunging, sich von dem rein kulturellen Aufgabenkreis der Expedition überzeugt und die Freilassung der von seinen Scharen festgenommenen Forschergruppe verfügt. Zwei chinesische Kaufleute aus Kaschgar, Freunds Matschungings, sind überdies abgereist, um den General, wenn das noch erforderlich sein sollte, von der Notwendigkeit, Sven Hedin freizulassen, zu überzeugen. Wettervoraussage. An der Rückseite des Ostseetiefs wird weiterhin ozeanische Luft nach Deutschland befördert, die zunächst das Wetter wechselhaft gestalten und Anlaß zu gewitterartigen Niederschlägen geben wird. Da aber das Barometer wieder steigende Tendenz zeigt, wird die Störungstätigkeit späterhin nachlassen und das Wetter einen ruhigeren Charakter annehmen. Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt mit zwischenzeitlicher Aufheiterung, schwül, noch einzelne schauerartige Niederschläge, teils qe- witterhafter Art. Aussichten für Sonntag: Noch etwas wechselhaftes, aber wieder ruhigeres Wetter. Lufttemperaturen am 12. Juli: Mittags 28,3 Grad Celsius, abends 20,6 Grad; am 13. Juli: morgens 16,9 Grad. Maximum 29,1 Grad; Minimum 15,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juli: abends 26,1 Grad; am 13. Juli: morgens 21,6 Grad Celsius. — Niederschläge 3,3 mm. —, Sonnenscheindauer 9,1 Stunden. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiterr Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An« zeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts - Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. ... _r„......„ö... ..... . , Bei den beiden ersten Organisationen sei eine rest- luna nicht standgehalten. Bel der Finanzierung der lose Umorganisierung zur Durchführung gekom- Viehmärkte sei zur Zufriedenheit der Bauern ge- men. Namentlich auf dem Gebiete des Marktzeigt worden, daß die richtige Benutzung desl schutzes habe hier die Hauptabteilung III in Ver- Schlafzimmer und KÜCHEN kaufen Sie in best. Qualität äußerst billig bei LOUIS VETTER Kaiserallee 19. 4101d Waldeslust Flaghafen 15 Min. von der Straßenb.-Haltest Volkshalle Sonntag, ab 6 Uhr: 4123V Tanzmusik Donnerst» g, ab 8 Uhr: Stadt-Cafe - Kapelle Schatt.Waldaufenthalt - TägL frisch. Kuchen Die trauernden Hinterbliebenen. Großen-Linden, Gießen, Herdorf, den 12. Juli 1934. 4106D «47Ä 2326 A NORD-WEST 4096 D Sportplatz von 1900: Bahn-Radrennen Kail SCheilCrlCjll Schuh mach er meist er wviiwMunum Brandgasse5,Tel.4368 Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Mit der Kamera in der Hand wandern durch deutsches Land! 2.30 Uhr: Rosenkorso a. d. Adolf- Hitler-Straße und in der Park- allee. Das Publikum entscheidet durch Zuwerfen der NSV.-Rose, welche Gruppe am schönsten geschmückt ist. — Platzkonzert des Musikzuges 1/222 am Alicenplatz Die Beerdigung findet Samstag, den 14. Juli, nachmittags um 4 Uhr statt beim frohen Wandern noch Gebrauch von /JlZ 6er,achs Gehivol-Praseruaiiu-Hrem Dieser Fußkrem verhütet Wund- und Blasenlaufen, beseitigt Fußschweiß und Schweißgeruch. trhölrlidt In Apotheken e. Drogerien RM. 0 45, 0.63, 0.90 Photo’Winterhoff zeigt Ihnen gern zwanglos den für Sie passenden modernen, billig. Photo-Apparat. 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Wohlausgeröstet sein, heißt, in Nord-West Schuhen die Reise antreten ™ 1^11611611 Stahlfeder, und Auf *n alle, Tellz. Katal. fr. Elsen möbelfabrik Suhl, Th. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Ortsfahung über die Erhebung einer ttanalbenuhungsgebühr in der Stadt Hungen. Auf Grund des Art. 21 der Gemeindeordnung wird auf Beschluß des Gemeinderats vom 13. April 1934 mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums, Abt. Id (Innere Verwaltung) vom 16. Juni 1934 zu Nr. St. M. 1b 27 027 nachfolgende Ortssatzung erlassen: § L Für jedes Grundstück, welches an die allgemeine Entwässerungsanlage der Stadt Hungen angeschlossen ist oder angeschlossen wird, hat der Eigentümer eine jährliche Gebühr für die Benutzung der Kanäle an die Stadt zu entrichten. Mehrere Eigentümer haften als Gesamtschuldner. Die Verpflichtung zur Zahlung der Gebühr ruht auf dem Grundstück als dingliche Last. Die Gebühr unterliegt der Zwangsbeitreibung wie die Gemeindesteuern. § 2. Die Gebühren werden in dem Verfahren nach Art. 108 der Gemeindeordnung durch den Gemeinderat mit Genehmigung des Staatsminifte- rmms Abt. Ib in einer besonderen Gebührenordnung festgesetzt, sie werden berechnet auf Grund der von dem Gemeinderat oder einer von diesem ermächtigten Kommission festgesetzten Werte für die einzelnen Grundstücke. § 3. Die Sebiihr«npflicht beginnt mit dem Monat nach erfolgtem Anschluß. Die Zahlung der Kanalgebüh- ren geschieht in halbjährigen Zielen, fällig im April und Oktober jeden Jahren § 4. Änderungen der Berechnungsgrundlane bedingen Erst du beginn des nächsten Rechnu .chres die entsprechende Aenderung der Kanalge. Der Rechtsnachfolger im Eigentum tritt für die uoch nicht entrichtete Gebühr ohne weiteres in die hilf nohon tkr». n\r- ffl nf , I.r , ngers ein und haftet neben ihm als Gesamtschuldner. § 5. - Dle Festsetzung der Kanalgebühren erfolgt zu Be- ginn des Rechnungsjahres in der Form eines Ge- buhren-Hebreglfters, das von der Bürgermeisterei auf Grund di-s?r Ortssatzung ausgestellt wird! % .Veranlagung steht dem Beteiligten das Rechtsmittel der Klage im Verwalt»ngsstreitver- Uren nach Ard 112 der Gemeindeordnung zu Die mit04* ’J‘ bsm Kreisausschuß innerhalb einer mit ber Anforderung beginnenden Notfrist von 1 Monat zu erheben. ' § 6. Dle. Ortssatzung tritt mit dem Tage ihrer Genehmigung in Kraft. 9 41QgC menyen. Verlangen Sie nur echtes rllassol m O^^Äö^schen und weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein Hersteller:Enaelavotbeke Giesten Zu baden in allen Avotbeken m7a ArM.Weimng bM.veMi!s wegen Ausgabe öes Geslbösls. Am Montag, dem 16. Juli 1934, 14 Uhr, versteigere und verkaufe ich anS der Hand in Gießen, „Auf der Bach" 4, hinter der Stadtkircke, gegen bar: 1 Hobelmaschine, 1 Bandsäge, 2 Fräsmaschinen, 1 Elektromotor mit sämtl. Transmissionen und Riemen, 1 Schleifstein, 5 Hobelbänke, sämtl. Werkzeug, Bilder- leisten, Glas, Spiegelglas, Beschläge für Fenster, 1 Handwagen, 18 Eichenstämme nnd 1 Kiefernstamm, zu Bohlen geschnitten (15 Festmeter). Am Dienstag, dem 17. Juli 1934, 17 Uhr, an dem Sägewerk Keßler, Annerod: 18 Eichenstämme (17Festmtr.) und 11 Kiefernstämme, zu Bohlen geschmtten.Stärke d.Bohlen 40, 42 und 60 mm. Das Holz ist abgelagert. Für die Maschinen können günstige Zahlungs-Bedingungen gewährt werden.,- Em Elchenstamm und drei Kreternstämme am Sägewerk der Firma Abermann müssen vorher emgesehen werden, da die Versteigerung am Montag Auf der Bach erfolgt. r, Gerichtsvollz.inGießen, Wiesecker Weg 16 «ood Tel. 3383. Sonntag, 11. JnU 1934, vormitt 6 Uhr, am Schützenhau.,, Start zum: Großer Straßenpreis von Gießen! Nachmittags 4 Uhr, 4.30 Uhr: In der TrinkkuV anlage: Aufführung des Mär» chensviels „Dornröschen" von Hans Geisow, dargestellt von Schülern der Hochschule fü« Theater am Hochschen Kon» servatorium, Frankfurt a. llllllllllllllllllllllllllllll Leupin-Creme und Seife seitJahr.bew.bei Mh Hautjucken Ausschi. Wunds. usw.Löwen-Drog.W. Kilbinger Nacht.,Sel- tersw.69; Drog. Win- terhotf, KreuzplatzIO llllllllllllllllllllllllllllll | Vermietungen | t-M-Wolm. komplettes Bad, Mädchenz., per l.Okt. zu verm., evtl.mit Garage. Schr. Ang. unter 03497 a.d.G.A. 3-Mohn mit Küche, Balkon, sof. z. verm. Schr. Ang. unt. 03506 a.d.G.A. Gießener Radfahrers Verein 1885 e.V. Samstag, 14. JnU 1934, abends 8 Uhr in den Räumen des Restau- rants „Karlsruh : Meisterschaften im SaaLFahren 9106 besonders auch krant- licke,zuruckgevlrebene und solche mit steifen Beinen, gesunden und entwickeln sich überraschen- schnell wenn Sie durch iedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL*"™ ??nrdta£' ben14. Juli: Ab Sonntag, den 15.Juli: 11-1 Uhr: 11 Uhr: Große Rosenausstellg. Plakettenzeilfahrt des DDAC., oa' ?0 Pst Gau HI.Ziel: a.Teichhaus.Nenn- Uhr: Rosenball geld RM. 2,50. Jed. Teilnehmer E Wahl derRosenkonigln im erhält eine hochwert, künstlerisch großen Bühnensaal des Kur- ausgeführte Plakette. Die längste Hauses - Terrassenbeleuchtung Fahrt wird besond. ausgezeichnet ] Mietgesuche | Bessere Wien, bei hoher Miete ges.Schr.Eilang. u.03502 a.d.G.A. [Stellenangebote] Ehrl.zuverl.4i03v Mädchen für täglich vorm. (ob. etw. länger) ver 16.Juli ges. Zu erfrag, in der Geschst. d. G. A. nicht unter 25I.. z. 15. 8. gesucht. _________________ Zeugn. Beding. I Reichs- u. 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Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Memel, Juli 1934. Nach der gewaltsamen Beseitigung der rechtmäßigen Memelregierung arbeitet im Memelgebiet die Litauisierungsmaschine mitHoch- druck. Zunächst ist das vom litauischen Gouverneur eingesetzte Direktorium Reisgys an die Zerschlagung des .autonomen Beamtenapparats herangegangen. Beamte, die nahezu ein Menschenalter ihre Kräfte dem Memelland gewidmet haben, sind kurzerhand entlassen wor- den, weil sie angeblichen staatsfeindlichen Parteien angehört haben. Bei anderen mußte der Vorwand herhalten, daß sie die litauische Sprache nicht beherrschten, obgleich nach dem Autonomiestatut beide Sprachen, Deutsch und Litauisch, als gleich, berechtigt anerkannt sind! Die Nachfolger der Entlassenen sind Litauer. Ob nun sie die d e u t - s ch e Sprache beherrschen, danach wird natürlich nicht gefragt, obwohl im Memelgebiet jeder deutsch versteht, und nur d i e w e n i g st e n des Litauischen mächtig sind. Das offiziöse Kownoer Regierungsorgan, der „Lietuvos Aidas", hat die widerrechtliche Posten- räuberei mit der höhnischen Bemerkung abgetan, daß nur die „wahren Besitzer" sich gemeldet hätten. In Wirklichkeit ist es jedoch so, daß sich nun nach der Absetzung des Präsidenten Schreiber alle jene politischen Aasgeier und Schmarotzer aus ihren Schlupfwinkeln wieder hervorgewagt haben, um wie Hyänen das Schlachtfeld abzugrasen und sich die besten Posten zu sichern. Die Litauer haben es denn auch für nötig gehalten, in Memel große „Siegesfeiern" abzuhalten und dabei „Seiner Gnaden, dem Herrn Gouverneur", wie es in einer Entschließung hieß, ihren besonderen Dank avzustatten, daß er sie wieder an die Futterkrippe aebracht hat. Im übrigen werden die aus ihren Aemtern vertriebenen Memelbeamten mit wüsten Beschimpfungen belegt. Der „Lietuvos Aidas" spricht von „schmutzigem Gesindel", das eigentlich ins Gefängnis gehöre. Und der berüchtigte Großlitauer S i m o n a i t i s, einer der Hauptakteure des Memelraubes, hat es fertig gebracht, in einer dieser Siegesoersammlungen von dem abgesetzten Landespräsidenten Schreiber, der über zwei Jahre seine ganze Kraft in den Dienst des Landes gestellt hat, der das Vertrauen der Bevölkerung auch heute noch besitzt, und der seinerzeit von den damaligen litauischen Gouverneuren auf diesen Posten berufen wurde, als von einem „hergelaufenen" zu sprechen. Wo in Wirklichkeit das Gesindel und die Hergelaufenen sitzen, zeigt.sich deutlich, wenn man diejenigen, die heute die maßgebenden Posten in Memel bekleiden, etwas näher unter die Lupe nimmt. Man braucht sich nur Herrn Simonaitis anzusehen, der für „besondere Aufgaben" in die Me- meler Landesregierung berufen wurde, und der jetzt zum Oberbürgermeister der alten deutschen Ordensstadt Memel gemacht worden ist. Simonaitis, der früher Landrat in Memel war, hat es mit seinen Amtspflichten nie sehr ernst genommen. Die Spatzen pfeifen es in Memel von den Dächern, daß er infolge seines leichtsinnigen Lebenswandels b i s über beide Ohren in Schulden steckt, und daß er wiederholt auch Amtsgelder für seine persönlichen Bedürfnisse verwendet hat. So erhielt der damalige Landrat einmal 5000 Lit ausgehändigt, die 'er der Kreiskasse in Heydekrug abliefern sollte. E kam damit aber nicht weiter als bis zu einigen sthäusern, und schließlich „vergaß" er die Ab- li^erung des Geldes ganz, da er sie bei Alkohol mit lockerer Frauengesellschaft durchgebracht hatte. Kein Wunder, wenn ihn selbst die Litauer ablehnen, und-wenn ihm, als der Gouverneur ihn vor einigen Monaten zum „Führer der Litauer des Memelgebiets" bestimmte, prompt in einer Versammlung der ländlichen Vertrauensleute der Litauischen Organisationen das einstimmige Mißtrauen ausgesprochen wurde. Der neuernannte Stadtschulrat Simaitis genießt ebenfalls nicht den besten Ruf, und der jetzige Boni Besuch deutscher Kriegsschiffe in England. Links: Die Bugflagge des Kreuzers „Königsberg", die jetzt im englischen Kriegshafen Portsmouth weht. — Oben rechts: Der Hafenkommandant von Portsmouth, Admiral Sir John Kelly, beim Abschreiten der Ehrenwache auf Deck des Kreuzers „Königsberg". — Unten rechts: Deutsche und englische Blaujacken Arm in Arm. Direktor des litauischen Gymnasiums, Dr. Tru- k a n a s, mußte sein Amt als früherer katholischer Geistlicher infolge sittlicher Verfehlungen (!) aufgeben. Dem neuen Präsidenten Reisaus ist bereits zweimal vom memelländischen Landtag das Mißtrauen ausgesprochen worden, einmal als Landesdirektor und einmal als Präsidenten, weil er sein Amt dazu mißbraucht hatte, seine minderwertigen politischen Freunde zu schützen. So hat er damals z. B. ein Disziplinarverfahren gegen einen Moorvogt, der amtliche Gelder unterschlagen hatte, einstellen lassen. Und kaum war er jetzt Präsident geworden, als er sich die Akten eines Disziplinarverfahrens gegen ein Mitglied seiner Regierung, gegen den Landesdirektor Jonuschaitis, kommen ließ, sicher nur zu dem Zweck, auch dieses Verfahren unter den Tisch fallen zu lassen. Jonuschaitis war als Wiesenbaumeister beim Landratsamt in Heydekrug angestellt. Weil er nicht imstande war, dieses Amt zu verwalten und dem Kreis dadurch ungeheurer Schaden zugefügt wurde, mußte das Amt einem Fachmann übertragen und er anderweitig beschäftigt werden. Dieser für die Führung der Geschäfte eines Wiesenbaumeisters unfähige Mann sitzt natürlich ebenfalls nur wegen seiner großlitauischen Einstellung in der memelländischen Regierung. Und auch er will offenbar seine Tätigkeit mit einer Schiebung einleiten, da er sich bereits angelegentlich für ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen einen seiner politischen Freunde, den Großlitauer La- buttis, interessiert hat, dessen Akten ebenfalls durch das Direktorium von dem zuständigen Amtsgericht angefordert sind. Derartige Beispiele für die litauische Korruptions- Wirtschaft im Memelgebiet und für die Minderwertigkeit der heutigen Machthaber könnten noch beliebig vermehrt werden. Die memelländische Bevölkerung selbst bis in die litauischen Kreise hinein, will von solchen „Führern" natürlich nichts wissen. Der litauische Gouverneur aber hält diese Kreaturen für geeignet, das deutsche Memelland „regieren" und von ihnen die deutsche Kultur zerschlagen zu lassen. Nach Artikel 1 des Memelabkommens hat Litauen das Memelgebiet nur unter der Bedingung der Erfüllung des Memel st atuts von den alliierten und assoziierten Mächten zugesprochen erhalten. Die bedingungslose Durchführung der Autonomie war überhaupt die Voraussetzung für die Unterstellung des Memelgebiets unter die Souveränität Litauens. Nachdem Litauen die Autonomie praktisch sozusagen be s e i t i g t hat, hat es damit auch seinen sogenannten Rechtsanspruch auf das Memelgebiet nach den Bestimmungen des Abkommens verwirkt. Verantwortlich für das weitere Schicksal des Memelgebiets finfc in erster Linie die Unterzeichnermächte des M e - melabkommens, Frankreich, England, Italien und Japan. Die Mächte haben, wie das auch in der deutschen Note zum Ausdruck kommt, die Pflicht, sofort einzuschreiten, um die Bevölkerung von den litauischen Schmarotzern zu befreien und ein allgemeines Chaos zu verhindern. Daten für Freitag, 13. Juli. 1816: Der Dichter Gustav Freytag zu Kreuzburg in Schlesien geboren (gestorben 1895); — 1874: Attentat Kullmanns auf Bismarck in Kissingen; Oer Reichsbischof in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 12. Juli. Der Reichsbischof kommt am Freitag nach Frank« furt und wird vormittags vor den Pfarrern und Kirchenvor st ehern sprechen. Die vorgesehene öffentliche Kundgebung im Bachsaal fällt mit Rücksicht auf die Reichstagssitzung aus. Oie kirchliche Neuordnung in Naffau-Heffen. EPH. Das Gesetzblatt der Evangelischen Deub» schen Kirche bringt in seiner letzten Nummer daS Gesetz für die Kirchengemeinden der evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen. Es ist ein Uebergangs- gesetz bis die gesamte Deutsche Evangelische Kirche für ihr Gefamtgebiet ein entsprechendes Gesetz erlassen wird, läßt aber erkennen, wie in Zukunft bifl Nicht nur raffen! Arbeit schaffen — Arbeit teilen! Und bisweilen Bauen auf Jorfunas Launen! Lose kaufen — von den braunen! heil Hitler! I.A.: gez. G. LV.Müller. Verwaltung der einzelnen Kirchengemeinde im Ge« famtgebiet der Deutschen Evangelischen Kirche ge* regelt fein wird. Die wichtigsten Punkte sind fofe gende: In jeder Gemeinde wird ein Kirchenvorstand ge« bildet, der aus den Pfarrern und neun Kirchenvor« stehern besteht. Kirchenvorsteher werden nicht ge« wählt, sondern auf sechs Jahre ernannt. Drei der Mitglieder des Kirchenvorstandes werden zu Führern der drei Pflichtenkreise: 1. der Pflege des kirch« lich-religiöfen Lebens, 2. der kirchlichen Verwaltung, 3. des kirchlichen Geldwesens ernannt. Führer des Kirchenvorstandes kann ein Pfarrer oder einer der Führer des Pflichtenkreifes fein. Die Führer ver« walten ihren Pflichtenkreis selbständig und tragen auch die volle Verantwortung. Auch der Pfarrer kann Führer eines oder aller Pflichtenkreise sein. Der Führer des Kirchenvorstandes trifft alle Ent« scheidungen in voller und ausschließlicher Verantwortung. Eine Abstimmung im Kirchenvorstand findet nicht statt, vielmehr erarbeitet der Kirchenvorstand seine Willensmeinung in brüderlicher Aussprache. Kommt keine einheitliche Willensbildung zustande, so sind die verschiedenen Meinungen gegeneinander abzuwägen. Landwirtschaftliche Zubiläums- Reichsschau 1936 in Frankfurt. LPD. Frankfurt a.M., 12. Juli. Dem eifrigen Bemühen unsrer Stadtverwaltung, insbesondere des Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. K r e b s, ist es gelungen, die Landwirtschaftliche Aus- stellung 193 6, die offiziell als Dritte Reichsnährstands-Ausstellung ftattfinden wird, nach Frankfurt a. M. zu bekommen. Die Ausstellung wird auf dem Meffegelände und dem anschließenden Kleingartengelände stattfinden. Für die Zwecke der Ausstellung wird ein Gelände von rund 100 Morgen zur Verfügung gestellt. Ihre besondere Bedeutung gewinnt die Veranstaltung dadurch, daß im Jahre 1936 der Geburtstag des Gründers der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Max E y t h sich zum 100. Male jährt. Die Dritte Reichsnährstands-Ausstellung wird deshalb als Jubiläums- Ausstellung in besonderem Ausmaße durchgeführt werden. Reichtum der Heimat. Von Walter perfid). Wo die Elbe ihrer Mündung zu immer breiter wird und, ein großer grauer Strom, an den Werften, Kirchen und Häusern kleiner Orte vorüberrauscht, liegt das Blütenland Lühe. Die Deiche durchziehen es viele Kilometer, kleine und große Gräben durchschneiden den fruchtbaren Boden, und zwischen diesen Wassern und den anmutigen Höhen der Deiche liegen die roten Häuser mit ihren weißen Balken, Strohdächern und farbigen Gärten. Der Bauer Claus Harm ist alt geworden in seinem Haus, das nicht zu den größten und schönsten gehört. Er hat glücklich gelebt zwischen den Ernten und seine Kinder groß gezogen. Hans, dtzr einzige Sohn, der ihm nach dem Kriege geblieben ift, wurde immer ein wenig verzogen, als die Mutter noch lebte, und daran ließ sich später nichts mehr ändern. Aber er ist mit der Tochter des Bauern Jochem Klahm, mit der stillen und willenstarken Klara, versprochen. Zu Weihnacht wird wohl die Hochzeit sein, und die alten Bauern meinen daß der Ungebärdige dann wohl mehr von der Landwirtschaft halten wird. Er liebt es, ganze Tage m der Gegend umherzustrolchen, trinkt mit manchen wenig netten Kumpanen in den Schenken und setzt lieber Städter über die Gewässer im kleinen Boot, als im Stall und im Obstland zu arbeiten. „Man macht sich mehr dreckig, als es einbringt!" sagt er gern und geht stolz umher mit seinem schneeweißen Hern^ Da kommt er doch eines Tages mit rotem Kops nach Hause und stürmt in die Stube. „Hallo, Vater!" ruft er durchs Haus und findet ihn schließlich bei der Tischlerarbeit im Stall, „Mensch, was arbeitest du noch! Wir sind reiche Leute. Och, Jung!" Der Alte zieht bedächtig an feiner sßfeife was du spintisierst! Man wird doch nicht so einfach reich! Kein Taler schmeckt gut w,e der. für den man mit Schweiß bezahlt hat! Alter, hör zu! Hier steht es: die Erben des im ^ahre 1843 nach Amerika ausgewanderten Peter Klüts möaen sich melden, Peter Klüts stammt aus SteinkUchen in Deutschland und hinterlaßt als Teilhaber^einesChikagoer Schlachthauses über eine Million Dollar. Da in Chikago keine Erben auffindbar find, wenden sich Personen, die Anspruch auf den Nachlaß erheben, an ..." folgt eine amen- wische Adresse^ ..Peter Klüts ist dach mit Mutter verwandt, ein Vetter, und wir sind seine Erben! Jung du fmufft! Da sind noch Kluts in Fmken- wärder und welche in Nienstedten, und wer weiß, wer sich alles hier melden wird." Klara ist hinüber gekommen, um die Kühe zu melken. Sie hat die Unterhaltung an der offenen Stalltür mit angehört, geht auf Hans zu und legt ihren Arm um seine Schulter. „Wir haben hier doch genug zum Leben, Hans — wollen wir dafür nicht dankbar sein?" Unwirsch macht er sich los. „Ich fahre selbst nach Chikago. Wollen mal sehen, wer die Million kriegt — und was ihr dann sagt!" Kein Zureden hilft, kein Bitten. Hans will seinen Kopf durchsetzen. Jene guten Freunde, die gern auf feine Kosten einen Schnaps trinken, verschaffen ihm Eine Hamburger Adresse. Der Geldmann streckt ihm zweitausend Mark vor und laßt sich Sicherheit auf sein späteres Vatererbe geben. Dem kann nichts passieren, und Hans fährt im schonen neuen Anzug hinaus in die Welt, um sich bas Gluck aus Amerika zu holen. Er kommt nicht nach vier Wochen zurück^ wie er es sich gedacht hat. Die amerikanischen Behörden verlangen alle erdenklichen Papiere, es liegen mehr als hundert Anmeldungen aus Deutschland vor, und alle die Anspruch erheben, sind auf entferntere oder nähere Art mit dem reichen Verblichenen verwandt. Hans hält den Kopf hoch, bis sein Geld zu Ende geht, dann muß er schreiben. Soll der Vater den Sohn mittellos im fremden Land lassen? Er geht zur Sparkasse und holt fast seine ganzen Ersparnisse, um sie dem Jungen zu senden, und wieder schwinden die Monate, Weihnachten kommt, und Klara sitzt bei den Alten. Ihr Verlobter hat nicht einmal geschrieben. Weiß legt sich der Blütenschleier über Deiche und Täler. Der Fremde starrt entzückt auf diese herrliche Pracht, und langsam geht er den gewohnten Weg War es nicht eine Mckkehr ms Paradtes? Um diese Zeit haben die Bauern hier nicht viel zu tun- vor dem Hause des alten Claus Harm steht der Kasseetisch mit der roten Decke in der Sonne, und Klara sitzt mit dem Schwiegervater darum Das Radio macht Musik. Was hat Leo, der Schäferhund? Er springt den Deich hinaus und an einem fremden, amerikanisch aussehenden Mann in di- Hohe - Klara schreit auf: „Hans", und da kommt er auch schon herunter, nimmt seine Braut ,n die Arme, kusit dem alten Vgter die rauhe Backe und bekommt auch -ine Tasse Kasse- und ein Stück Altenländer Pusfer. Niemand fragt ihn nach feinen Erfolgen, und so begann er denn bald selbst zu erzählen. „Ihr hattet recht, es war nichts mit dem Geld. Es sind noch viele nähere Verwandte da, und am meisten Aussicht haben die, die am meisten für Advokaten ausgeben können. Ich wäre heute noch nicht geheilt, aber einer hat sich schon erschossen, weil sich feine Hoffnungen nicht verwirklichten, alle anderen sind in Haß und Streit geraten — ein Dutzend Menschen leben in Chikago wie die Hunde und warten täglich auf dem Gericht auf die Auszahlung, die noch Jahre dauern kann. Da bin ich also wieder, und ihr könnt mich auslachen ..." Klara hielt nur still feine Hand, der Vater schmauchte bedachtsam feine Pfeife. „Jung", sagte er nur, „du bist doch ein kluger Kerl, daß du als erster von allen eingesehen hast, wie sinnlos es ist, dem fremden Geld, das man nicht kriegt, das eigene hinterherzuwerfen .. „So faßt du es auf, Alter? Ja, ihr wart immer zu gut zu mir. Ich habe in der Welt draußen wenigstens etwas gelernt: nichts ist schlimmer, als Monate ohne vernünftiges Schaffen zuzubringen und darauf zu warten, von anderen reich zu werden. Kein Stück Erde ist so jchön, rote dieses hier, meine Heimat. Ich habe noch was gelernt: der Bauer gehört nicht in die großen Städte, nicht auf die blanken Schiffe. Er stößt überall an mit feinen breiten Schultern und feinem harten Kopf, und die anderen find doch gerißener als er. Nur eines können sie ihm nicht nachmachen, das, was du dein Leben lang getan haft, Vater: die Erde fruchtbar machen! Aber glaub mir — jetzt weiß ich, wohin ich gehöre, und Klara hat mir wohl jchon verziehen. Oder magst du mich nicht mehr, Mädel?" „Ich wußte doch immer, daß du dein Wort hältst, Hans, und habe auf dich gewartet! Den Winter über hab ich fleißig an der Aussteuer genäht ..." Hans trägt nicht mehr das weißeste Hemd. Aber wenn die Blütenzeit ist, zeigen die Obstgärten der Harms die weißeste Pracht, und im Herbst bringen sie die größten Körbe voll. Klara lacht ihren Mann an und hat ihm verraten, daß sie auch fruchtbar fein wird ... Nunzeln — die Erbfeinde der Frauenschönheit. Die Entdeckung der ersten Runzel bringt manche Frauen zur Verzweiflung; sie fürchten das herannahende Alter und den drohenden Verfall. Aber durch solche Befürchtungen machen sie das liebel nur schlimmer und halten gewisse Linien für Schönheitsfehler, die nicht Alter ober Häßlichkeit bedeuten. Die Natur schreibt fo manche Zeichen in das Gesicht, die diesem nur einen Reiz mehr verleihen. Es gibt Kinder, die beim Lachen die Augen auf eine luftige Weise etwas zukneifen und dadurch einige Fältchen hervorbringen, die ihnen vortrefflich stehen und die, wenn sie sich unter den Augen festsetzen, nur eine Bereicherung des Ausdrucks bedeuten. Solche die Persönlichkeit ausprägende Zeichnungen werden niemals als Alterserscheinungen wirken, sondern den Zügen eine charakteristische Note verleihen. Die Linien, die durch seelische Erlebnisse hervvrgerufen werden, sind unvermeidlich und selten unschön. Solche Runen, die das Leben schreibt und die von großen Freuden oder Sorgen fprechen, gehören zu einem eindrucksvollen Antlitz; ohne sie wirkt das Gesicht des Erwachsenen leer und langweilig wie eine Allerweltsmaske. Aber es gibt freilich auch viele Runzeln, die häßlich machen, weil sie durch irgendeine schlechte Angewohnheit, vielleicht auch durch krankhafte Zustände hervorgerufen werden. Solche „Krähenfüße" find Schönheitsfehler, aber sie lassen sich glücklicherweise beseitigen. Dazu ist freilich notwendig, das liebel an der Wurzel anzugreifen und die Ursache fortzuschaffen. Kurzsichtige, die kein Augenglas tragen wollen, werden, um besser zu sehen, die Augen zukneifen und dadurch häßliche Falten Hervorrufen, die erst verschwinden, wenn man dem Auge jede unnötige Anstrengung erspart. Ebenso können nervöse und andere Störungen Runzeln verursachen, die nur mit der Beseitigung des Leidens selber verschwinden. Beim Rauchen pressen manche Damen die Lippen zusammen, so daß Falten an den Mundwinkeln entstehen, andere haben sich angewöhnt, die Stirn zu runzeln und was es der Untugenden noch mehr gibt. Nur wenn man solche schlechten Gewohnheiten energisch bekämpft, verschwinden die dadurch hervorgerufenen Linien. Schließlich muß man ganz allgemein für eine gesunde, gut durchblutete Haut sorgen, und dazu verhelfen verschiedene Creme und Gesichtsmassagen. Jedenfalls braucht eine Frau nicht gleich zu verzweifeln, wenn sie an sich die ersten Runzeln entdeckt, sondern sie muß den Ursachen dieser Erscheinung nachgehen und energisch den Kampf mit ihnen aufnehmen. Dann wird sie als Siegerin bestehen. Wirtschaft. Oie rhein-mainische Wirtschaft im Juni. Nach dem Frankfurter Handelskammerbericht hielt im Ium die Aufwärtsbeweguny im Eifen- fte in berg bau an, der Absatz übersteigt noch immer die Förderung. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit der Reichsregierung über die Finanzierung großzügiger Untersuchungsarbeiten wegen Verbindung ungeritzter Grubenfelder mit bestehenden Anlagen. Die Unterstützung der Aus- und Dorrichtungsarbeiten soll zugunsten der Untersuchungen eingeengt werden. Der Tonbergbau berichtet über stärkere Abrufe durch die feuerfeste und grob- keramische Industrie. Für die Odenwälder Granitindustrie wird es wohl kaum möglich sein, den Beschäftigungsgrad früherer Zeiten zu erreichen. Der Naturstein ist aus vielen Verwendungsgebieten durch den billigen Kunststein verdrängt worden, zudem ist die Exportfähigkeit dieses Industriezweiges geschwunden. In der Z i e g e l i n d u - strie war die Beschäftigung teils'nock gut, teilweise Heß sie saisonmäßig nach. Der Maschinenbau erhielt größere Anfragen seitens der Kunstseidenfabriken. In der Fabrikation landwirtschaftlicher Maschinen schloß auch der Juni mit erhöhter Umsatztätigkeit ab. Die Automobilfabriken haben stellenweise noch Lieferschwierigkeiten zu überwinden, die aber in Kürze behoben sein dürften. Die Exportumsätze lassen zu wünschen übrig. Fahrräder und Schreibmaschinen lagen saisonmäßig etwas ruhiger. Ebenso herrscht für das E d e l m e t a l l- und S ch m u ck g e w e r b e Geschäftsstille. Die Feinmechanik und Optik sind gut beschäftigt, bei letzterer werden die Betriebe ungefähr voll ausgenutzt. Die S ch e i d e r ei- bet r i e b e waren mit der Scheidung der alten Reichssilbermünzen einigermaßen zufriedenstellend beschäftigt. Im Hochbau wurden die Jnstand- setzungsarbeiten fortgesetzt, jedoch lassen die Anfragen nach, da öffentliche Zuschüsse nicht mehr zu erwarten sind. Der Tiefbau profitiert vor allem von den fortschreitenden Arbeiten bei der Reichsautobahn. Im Bekleidungsgewerbe war der Auftragseingang im Juni gut. Der Bestand an Aufträgen für den Herbst sichert gleichbleibende Beschäftigung der Betriebe bis auf weiteres. In der Textilindustrie war der Auftragseingang außerordentlich lebhaft, die Lager wurden im großen und ganzen geräumt. Das Geschäft in der Offenbacher Lederindustrie zog bald nach Pfingsten wieder an, der Jnlandverkauf hielt sich etwa auf Dormonatshöhe, während der Export zurückging. Die Lederwarenindustrie hat jahreszeitliche Stille, während die Schuhindustrie über befriedigende Beschäftigung und gebesserten Auftragseingang für den Herbst berichtet. Die Möbelindustrie konnte ihren Umsatz gut behaupten, die Nachfrage nach besseren Möbeln belebte sich merklich. Die Umsatzmenge in der Zigarrenindustrie ist gestiegen, allerdings besteht Interesse vorwiegend für die billigen Sorten. Die Belebung im W e i n h a n d e l hat entgegen der gewohnten saisonmäßigen Bewegung angehalten. Oer Eisensteinbergbau an Lahn, Oils und in Oberhessen im Juni. Der Berg- und Hüttenmännische Verein zu Wetzlar teilt dem Fwd. mit: Belegschaft, Förderung und Absatz sind im Juni weiter g e st i e g e n. Die Belegschaft betrug Ende Juni 2106 (2034) Mann, die Juni-Förderung 52134 (49 262) Tonnen, der Juni-Absatz 55 323 (54 714) Tonnen. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß der Mai 23, der Juni aber 26 Arbeitstage hatte. Der Hinweis des Rohstoffkommissars, daß im Siegerland, Lahn-Dillge- biet und Oberhessen eine Mehrförderung von rund 60 000 Tonnen im Monat gegenüber der heutigen Förderung möglich ist, dürfte im Zusammenhang mit der deutschen Devisenlage mit dazu dienen, daß die Mehrförderung mit allen Kräften angestrebt wird. Die höchsten Zahlen des Jahres 1927 mit 4300 Mann Belegschaft und 91000 Tonnen Monatsförderung sind noch lange nicht erreicht. Die von der Kontrollstelle des Notstandsgebietes ausgearbeiteten neuen Bedingungen für die Unterstützung von großzügigen Untersuchungsarbeiten liegen zur Zeit der zuständigen Behörde zur Genehmigung vor. Mit den Bohrarbeiten, die in erster Linie für das Lahn-Dillgebiet in Betracht kommen, ist bereits begonnen worden. Frankfurter Börse. TNittagsbörse still. Frankfurt a. M., 12. Juli. An der Börse hält die große Sommerstille an. Besondere Anregungen waren auch heute nicht vorhanden, so daß Spezialbewegungen nirgends hervortraten. Immerhin erfolgen in guten Papieren noch Anlagekäufe. Eine gewisse Stütze erhält die Börse von der zur Zeit außerordentlich flüssigen Geldmarktlage. Im Gegensatz zu den Vortagen war die Kursentwicklung heute uneinheitlich, die Abschwächungen sind in den meisten Fällen in der geringen Umsatztätigkeit begründet. Am Chemiemartt bröckelten Farbenindustrie 0,25, Deutsche Erdöl 1 v. H. ab. Elektrowerte lagen zumeist noch fest, so gewannen Licht & Kraft 1, Siemens 1,13, Lahmeyer 0,50, Schuckert und AEG. je 0,25 v. H. und Chade 2 Mk. Elektr. Lieferungen ift Anpassung an den gestrigen Berliner Rückgang 4 v. H. schwächer, ferner gaben Bekula 0,90 v. H. nach. Montanaktien lagen uneinheitlich, etwas schwächer eröffneten Rheinstahl (— 0,50 v. H.), Mannesmann (— 0,13 v. H.), Har- pener (— 0,25 v. H.), Ilse Genuß waren mit minus 1,75 v. H. mehr gedrückt, dagegen zogen Buderus, Gelsenkirchen, Phönix sowie Mansfeld bis 0,50 o. H. an. Schiffahrtswerte gingen bis 0,25 v. H. zurück. Don Zellstoffaktien Waldhof behauptet, während Aschaffenburger ihre Kurssteigerung um 0,75 v. H. auf 61 v. H. fortsetzten. Kunstseideaktien bis 0,50 v. H. abgeschwächt, sonst verloren Daimler Motoren 1,13 o. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,65 v. H. Auch am Rentenmarkt waren die Umsätze sehr bescheiden. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen gut behauptet, Altbesitzanleihe 0,13 v. H. niedriger. 6proz. Stahlverein-Bonds eröffneten 0,25 v. H. freundlicher und Reichsmarkanlsihen lagen unverändert, wenn auch fast ohne Umsatz. In der zweiten Börsenstunde hielt die Geschäftslosigkeit weitgehendst an und die Kursentwicklung war weiterhin ungleichmäßig bei allerdings nur minimalen Veränderungen. Während Harpener, Aku, Metallgesellschaft und Zement Heidelberg bis 0,40 v. H. höher lagen, gingen Mannesmann um 0,75 v. H., Reichsbank, Deutsche Linoleum und Zellstoffaktien bis 0,50 v. H. zurück, Bemberg büßten 1,50 v. H. ein. Fest lagen andererseits Rhe-inische Braunkohlen mit plus 3 v.H. Farbenindustrie hielten sich bei unverändert 149,75 v. H. Am Rentenmarkt zogen späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,25 v. H. auf 92,65 v. H. an, sonst ergaben sich in den variablen Werten keine Veränderungen. Am Pfandbriefmarkt lagen die Kurse zumeist unverändert, es bestand aber überwiegend kleine Nachfrage. Stadt- und Staatsanleihen waren ruhig und kaum verändert. Fremde Werte lagen sehr ruhig. Die in den letzten Tagen stark gestiegenen Schweizer Anleihen hatten einen sehr unüder- sichtlichen Markt. Im Freiverkehr zogen Adlerwerke Kleyer in Auswirkung der Bilanzvorlage auf etwa 40 v. H. nach gestern mittag 37,75 v. H. an. Der Geldmarkt blieb sehr leicht, Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse: still. Die Abendbörse litt zwar unter Auftragsmangel und hatte demgemäß wieder nur minimale Umsatztätigkeit aufzuweisen, die Stimmung war aber in Erwartung der morgigen Führerrede und Regierungserklärung im Reichstag zuversichtlich. Die Kulisse übte indessen einige Zurückhaltung. Die Kurse zeigten bei Eröffnung im Vergleich zum Berliner Schluß kaum eine Veränderung, hier und da traten allerdings geringprozentige Rückgänge ein. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an 5ei gut behaupteten Kursen, Farbenindustrie holten 0,13 v. H. ihres V«prozentigen Anfangsrückganges wieder auf. Der Rentenmarkt lag freundlich, aber gleichfalls ruhig. Etwas höher lagen Altbesitz (plus 0,13 v. H.), späte Reichsschuldbuchforderungen, Kommunal-Um- schuldung und Pfandbriefe, soweit sie notiert wurden, lagen voll behauptet. Am Auslandsrentenmarkt waren Schweiz. Bundesbahnanleihen von 1912 wieder bis 1 v. H. fester; 4-v. H. 172,50 (171,50), 3V2proz«itige 162 (161). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95,25, 6 v. H. Stahlverein 78,50, 6 v. H. Franks. Hyp.-Bank Gold R 1—10 89, 5V- v. H. Franks. Hyp.-Bank Liquidation 89,25, Schutzgebietsanleihe 9,25, Bank für Brauindustrie 104,50, Reichsbank 155, Buderus 76,25, Kali Westeregeln 125, Klöckner 72, Rheinstahl 91, Stahlverein 4Ö, Bekula 142,75, Bemberg 66, Chade 196, Cement Heidelberg 108,50, Daimler 47,75, Scheideanstalt 207,50, Licht und Kraft 110,25, IG. Farben 149,75 bis 149,90, Gesfürel 107,25, Holzmann 60,50, Lahmeyer 121, Siemens 152, Reichsbahn-VA. 111,13, Nordd. Lloyd 31,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 218 (gegen 159 am letzten Donnerstagsmarkt) darunter befanden sich 70 Ochsen, 8 Bullen, 46 Kühe und 94 Färsen. Kälber 1326 (926), Hümmel 41 (37), Schafe 29 (46), Schweine 724 (287). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen c) 26 bis 30, d) 20 bis 25. Bullen d) 22 bis 25. Kühe c) 18 bis 23, d) 10 bis 17. Färsen d) 22 bis 26. Kälber Sonderklasse —, andere a) 39 bis 44, b) 33 bis 38, c) 27 bis 32, d) 18 bis 26. Lämmer und Hümmel b2) 32 bis 34, c) 29 bis 31, d) 25 bis 27. Schafe nicht notiert. Schweine a) 45 bis 46, b) 44 bis 46, c) 42 bis 45, d) 38 bis 44, e) 32 bis 40, f) und g) —. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt gaben beste Külber 2 bis 3, geringe 5 bis 6 Mark nach, Hammel blieben unverändert, Schweine zogen 2 bis 3 Mark an. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht-, Markt- und Verkaufskosten, Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1021 Viertel Rindfleisch, 246 ganze Tiere, 11 ganze Hammel, 878 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 44 bis 48. Bullenfleisch 46 bis 50. Kuhfleisch II 36 bis 40, III 25 bis 30. Kalbfleisch II 65 bis 70, III 55 bis 64. Hammelfleisch 70 bis 75. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 58 bis 65. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Aenderung der Verordnung über den Absatz von Frühkartoffeln. Die Verordnung vom 17. 2. 34 ist dahingehend geändert worden, daß unter Frühkartoffeln Speise- kartoffeln zu verstehen sind, die vor dem 31. Juli jeden Jahres geerntet werden. Nach der bisherigen Fassung wav der Stichtag der 20. Juli. Der Arbeitseinsatz der Angestellten. Besserung der Lage auch im Zuni. Nach den Beobachtungen der StellenverrnUtlung der Deutschen Angestelltenschaft läßt auch der Monat Juni eine günstige Beurteilung des Arbeitseinsatzes der Angestellten zu. Auffallend ist der verstärkte Abgang jüngerer Angestellter in den freiwilligen Arbeitsdienst; hauptsächlich aber lichteten sich die Reihen der jungen Bewerber durch Vermittlung in feste Stellung. Die Auswahl von Bewerbern für offene Pesten litt teilmeije bereits Not, sofern besondere Berufs- und Branchekenntnisse verlangt wurden. Das gilt insonderheit für die Kaufmannsgehilfen, und zwar Photo-Drogisten, geprüfte Sparkassenangestellte, de- korationskundige Feinkostverkäufer, Eisenhändler und Te^tilfachkräfte. Banken (Devisen-Fachleute) und Dersicherungsunternehrnungen waren weiter aufnahmefähig. Buchhalter, Kontoristen, Expedienten und Lageristen wurden hauptsächlich gesucht von Unternehmungen der Maschinenbranche, der Stein-, Erden- und Fahrzeugindustrie, sowie der Nahrungsmittelbranche. Die chemische Industrie verlangte spezialisierte Fachkräfte für Verwaltung und Handel. Geübte Kurzschriftler (wenigstens 150 Silben) und Korrespondenten sind sehr gesucht. Wie für Kaufmannsgehilfen war auch für Techniker die Lage nicht ungünstig. Hier waren es im wesentlichen Heizungs-, Radio- Mrd Vermessungstechniker, die begünstigt Aufnahme fanden. Oertlich bedingt machte sich ein Mangel an Hoch- und Tiefbautechnikern bemerkbar. Brückenbautechniker konnten ausreichend in Vorschlag gebracht werden, desgleichen technische Mitarbeiter für den Reichsautostraßenbau, für die Automobilindustrie und für Werke der Werkzeug- und Spezialmaschinenbranche. Verhältnismäßig beschränkt sind daaegen noch die Arbeitsmöglichkeiten für technische Angestellte mit künstlerischer Tätigkeit: Innenarchitekten und Kunstgewerbler. Für Werkmeister war die Arbeitseinsatzmöglichkeit im ganzen auch wieder etwas gebessert. Hier macht sich aber nach wie vor das Bestreben bemerkbar, an Stelle von facherfahrenen, in der Arbeiterführung bewährten älteren Werkmeistern, Vorarbeiter mit Werkmeisterfunktionen zu betrauen. Die Stellenvermittlung der Deutschen Angestelltenschaft verfolgte deshalb bereits mit Erfolg das Ziel, stellenlose Werkmeister zunächst für gehobene Facharbeiterstellungen mit Aussicht auf baldige Berufung zum Werkmeister in Vorschlag zu bringen. Ausgesprochen gut waren die Vermittlungsmöglichkeiten für Schachtmeister und Poliere. Im übrigen war besonders die Maschinenindustrie aufnahmefähig. Für Behördenangestellte hat sich die Lage nicht wesentlich geändert. Soweit gute Bürokenntnisse, namentlich in Kurzschrift und Sozialversicherungswesen, vorlagen, konnten Vermittlungen in Betriebe der Privatwirtschaft erfolgen. Die erhöhte Beschäftigungsziffer bringt zwanasläusig eine Umschichtung der Angestellten aus Arbeitsämtern zu Krankenkassen und verwandten Zweigen der Verwaltung mit sich. Für Land - und, Forst ange st eilte konnte — saisonbedingt — der Vermittlungsdienst im Juni nicht ganz die Ergebnisse der Vormonate erreichen. Das gleiche gilt für seemännische A ritz e st e l l t e. Bei ihnen machte sich wieder stärker das Bestreben bemerkbar, Lücken aus dem Nachwuchs auszufüllen, anstatt aus stellenlose frühere Angestellte zurückzugreifen. Die Einsatzmöglichkeiten in Landstellungen, z. B für Schiffsin^enieure in Unternehmungen des Schiffsmaschinenbuues, waren beschränkt. Für angestellte Aerzte und Apotheker boten sich — namentlich für erstere — auch im Juni verhältnismäßig gute Vermittlungsmöglichkeiten. In den verschiedenen Frauenberufen war bei kaufmännischem Personäl, hauptsächlich für Verkäuferinnen von Spezialartikeln, besonders Drogen, ebenso für gute Stenotypistinnen, Arbeit vorhanden. Hier, wie bei den männlichen Angestellten, war es aber notwendig, die Firmen immer wieder auf die Pflicht hinzuweisen, ältere Angestellte zu berücksichtigen, weil jüngere Angestellte nicht mehr vorhanden sind. In den Gruppen der Haus-, Garten- und Landwirtschaft war — bedingt durch die fortgeschrittene Saison — im Juni der Arbeitseinsatz beschränkt. Kindergärtnerinnen fanden bessere Unterkunftsmöglichkeiten in den Kinderheimen der Badeorte. Bei den Wohlfahrtspflegerinnen hat sich die Lage noch wenig verändert. Es wurden zwar Arbeitskräfte verlangt, doch entsprechen die Anstellungsbedingungen häufig nicht den hohen Anforderungen, die an Ausbildung und Arbeitsleistung gestellt werden. Hessisches Gondergencht. LPD. Darmstadt, 12. Juli. Bor dem hiesigen Sondergericht für Hessen hatten sich heute mehrere Nörgler und Kritikaster zu verantworten. Der frühere Sozialdemokrat Georg Nieder aus Oberramstadt erhielt sechs Monate Gefäng- n i s und der geistig etwas beschränkte 33jährige Johann Helfrich aus Dieburg zwei Monate Gefängnis. Der 41 Jahre alte, aus Jugoslawien und Preußen ausgewiesene und jetzt staatenlose Alexis Hepp, der Greuelmärchen verbreitet hatte und einen jüdischen Kaufmann ungerechterweise anschuldigte, wurde vom Sondergericht wegen falscher Anschuldigung zu 2Vz Jahren Gefängnis verurteilt. Der jüdische Kaufmann ist freigesprochen worden. Freigesprochen wurde eine Frau aus Ju- aenheim, weil der einzige Belastungszeuge mit der Angeklagten verfeindet ist. Aus ähnlichem Grunde wurde auch ein 57 Jahrs alter Mann aus Bobstadt von der Anklage der Verunglimpfung der Regierung freigesprochen. Wegen des Besitzes einer nicht abgelieferten Waffe erhielt der Mann einen Monat Gefängnis mit fünfjähriger Bewährungsfrist. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen fortgesetzten Betruges wurde ein Mann aus Gießen vom Amtsgericht zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein. Die gestrige Hauptverhandlung ergab, daß der Angeklagte durchweg kleinere Geschäftsleute durch Vorspiegelung seiner Zahlungsfähigkeit schädigte. Das Gericht behielt in seinem Urteil die Strafe des vorinstanzlichen Urteils, fünf Monate Gefängnis, bei und legte dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auf. Wegen groben Unfugs wurde ein Mann aus Ilbenstadt vom Amtsgericht Friedberg zu zwei Wochen Haft verurteitt. Auf die Berufung des Angeklagten, der mit mehreren Kameraden in einer Wirtschaft Lärm verursacht haben sollte, wurde :r freigesprochen. Nundfunkprogramm. Samstag, 14. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. In alter Frische. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 9.30: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: „Ikarus" Traum und Verwirklichung. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.30: Lernt morsen! 15.40: Quer durch die Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 19: Feier des Sommers. Eine Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Klassischer Operettenabend. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Funkbericht zum Nürburgrennen. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Bunte Unterhaltungsmusik. Gespielt vom Rundfunkorchester. 0.30 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Srantturi a. Ul. 8erhn Frankfurt a.M. Berlin Gchluß» kurs Schluß!. Abmd» dürfe Schluß. t tut Schluß! Mittag» dürfe Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß» turs Schlußk. Mittag« dürfe Datum 11-7- 12-7. 11'7* 12-7. Datum 11-7. 12.7. 11.7. 12-7- •% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 •% ehem.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 93 93 93,13 93,25 4% desgl. Serie II........... 7,6 4,13 7,6 4,13 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 _ — 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. 91 91,13 91,4 91,13 4^%Rumän.oerernh.Reniev.lS13 6,75 6,75 _ __ Deutsche Anl.-AblSs.-Schuld mit »u8lof..8led)ten ........ 95,13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,8 3,8 3,7 3,9 95,25 95,13 95,13 ay*% Anatolier .............. 35,65 35,5 35,25 35,4 DeSgl. ohne Auslos.-Rechie..... 1% ebem.8% He,'s. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 90,75 91,75 89,5 89 91,5 91,5 vamdurg-Amerika-Paket ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs . .........0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A.S. für Verkehrswesen 0tL . 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disco nto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank....... o 28,4 27,75 28,5 28 6% Hess. Landesbank Darmstadt Bold R. 12......... 89,5 88,75 89,5 — 24,5 6Yt% Hess. LandeS^ypotheken» bank Darmstadt Liqui..... 32 65 31,75 64,25 32 64,75 31,65 64,5 vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.......... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.Rechten «% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 95,5 95,4 95,25 95,5 95,25 89,75 58,13 62,25 65,5 155 89,75 58,5 62 65,5 155 90,5 58,13 62,25 65,5 155 90,5 58,5 62 65,5 154,75 Reichsbank ....... 12 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 •% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank 89 89 89,25 — Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 89 89 — A.IL.G....................... 23,5 143,9 92,5 110,5 23,65 142,75 87,5 110,25 23,4 143,9 89,75 110,25 23,5 143,25 87,75 110,5 1)4% ehern. ÄötetB —... 0 65,5 64,65 65,25 64,75 Frankfurt a. M Serlin Schluß- kurS Schluß!. Abend- börsc Schluß» furä Schlußk. Minag« dürfe Datum 11.7. 12-7. 11-7. 12-7. Mansfeld« Bergbau .. ....... 0 77,5 78 77,9 78,13 Sokswerke......... .......0 — —— 94,4 94,4 Phönix Bergbau...... .......0 46,75 47 47 46,75 Rheinische Braunkohlen .....10 234 237 234 237 Rheinstahl .......... .......0 92,5 91 92,5 91 Vereinigte Stahlwerke. .......0 40,5 40 40,5 40,25 Otavi Minen ....... .......0 14 14 14 13,75 Kaliwerke Aschersleben. .......6 124,75 124,5 125 124,75 Kaliwerke Westeregeln . .......5 124,5 125 125 124,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....IVi 164 165 164,5 163,5 9. G Farden»Jnbustrte Scheide anstatt........ .......7 150 149,75 150 149,9 .......9 208,75 207,5 — — Goldschmidt ......... .......0 70,5 71 70,75 71 RütgerSwerke........ .......0 39,75 39,5 39,9 39,5 MetallgeieUschafk...... .......0 86,25 86,5 86,25 Philipp HoUmann . ........ 0 Zementwerk Heidelberg .••••. 0 Zementwerk Karlstadt...... 0 60,75 108,5 126 60,5 108,5 125,5 60,25 Schultheiß Pa-enhofer .......0 — — 118,13 117,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 63 62,75 63,25 62,9 Bemberg ............... 0 67,5 67 67,5 65,75 Hellstosf Waldhof ............0 48,75 48,5 49 48,13 Zellstoff Aschaffenburg .......0 60,25 60,75 59,5 60 Dessauer Gas .......... 7 —- — 135 128,75 Daimler Motoren ............ 0 48,65 47,75 48,75 47,75 Deutsche Linoleum ...........0 61,5 60,5 61,5 60,65 Orenstein S Koppel..........0 — 68,25 66 Leonhard Dietz....... 0 23,25 23,25 22,65 23 khade......................10 194,5 196 195,5 196 Laumulatoren-FabrÜ........ 0 178 177 177 178 trmii-eumml............ q 135,75 135 135,25 135 Grttzn«................ 0 A^kafwerke Höchst a.UU~ 4 21 21,75 22 22 72 72,4 Süddeutsch« Zucker ..... e 185,25 187 186 187 Devi enmarft Berlin — Frankfurt a. ZIL 11.Sun 12.3u1i Amtliche Notierung Amtliche Notierung (sselö 1 xDrlcr Geld | Brie- Buenos Aires 0,598 0,602 0,603 0,607 Brüssel..... 58,65 58,77 58,62 58,74 Rio de Jan. . 0,174 0,176 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,49 56,61 56,44 56,56 Danzig..... 81,72 81,88 81,72 81,88 London ..... 12,645 12,675 12,64 12,67 Helsingfors.. 5,589 5,601 5,584 5,595 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 69,73 170,07 169,73 17(LÖ7 Italien..... 21,60 21,64 21,58 21,62 Japan...... 0,749 0,751 0,749 0,751 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo.....: 63,52 63,64 63,49 63,61 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Lissabon.... 11,51 11,53 11,50 11,52 Stockholm... 65,16 65,30 65,13 65,27 Schweiz .... 81,72 81,88 81,62 81,78 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... Budapest ... 10,44 10,46 10,44 10,46 Neu York ... 2,512 2,518 2,512 2,518 Banknoten. Serlin, 12.Zuii Geld " ■ ■ Ärtes - Amerikanische Roten.............. 2,465 58,46 56,39 12,595 16,46 169,31 21,46 63,32 64,97 81,44 34,18 2,485 58,70 56,61 12,655 16,52 169,99 21,54 63,58 65,23 81,76 34,32 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................ Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i LOO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note»............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. Ungarische Note» —.......— Aeitag, iZ.ZuUM^ Gießener Anzeiger ^General-Anzeiger für Gderhessen) Ur. 161 Drittes Blatt Bürgermeisterei Gießen. Zitier, Oberbürgermeister. Heil Hitler? s // Zeitungen »m Cafe. yon Lili von Saumgarten. daß sämtliche Karten für die Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in den Betrieben verkauft werden dürfen. Durch diese Anordnung sind alle früheren Bekanntmachungen, die das Gegenteil besagen, widerrufen, und es ist keine Dienststelle befugt, dem Kartenverkauf in den Betrieben irgendwelche Schwierigkeiten entgegenzusetzen. NS.-Gemeinschaft„KraftdurchFreude Aus der Provinzialhauptstadt. ! Jerienstimmung. In unterem Hause herrscht immer erst dann die rechte Ferienstimmung, wenn die Kinder mit gerö- ■ teten Gesichtern heimkehren, ihre Ranzen oder Schul- 1 taschen in die Ecke werfen und freudestrahlend aus- rufen: „Nun haben wir vier Wochen Ruhe!" Ruhe? Das Gegenteil ist wohl der Fall. Das Singen hört nicht auf, die Reisepläne werden noch einmal durchgesprochen, das Für und Wider erwogen Der Tisch ist bedeckt mit Landkarten, Fahrplänen Verzeichnissen der Jugendherbergen usw. Da können wir Alten nicht zurückstehen. Auch uns packt das Reisefieber. Wenn wir auch selber nicht mitfahren oder mitwandern, so können wir doch einige Ratschläge geben, können den Uebermut etwas bremsen, oder auch einmal etwas Begeisterung wecken und von früheren Wanderungen erzählen. Denn unsere Jungen und Mädchen wollen nun auch einmal ausspannen und allein in die Welt hinaus. Da gibt es — besonders bei ängstlichen Müttern — oft bekümmerte Gesichter, und manche Befürchtung wird laut. Wenn wir bei all dem, was wir unternehmen, immer wieder fragen wollten: „Kann da auch nichts passieren?", dann kämen wir nicht weiter. Wir dürfen und wollen den Wandertrieb unserer Kinder nicht unterdrücken. Sie sollen hinaus, sie sollen ihr Vaterland kennen lernen. Ob sie nun in Gesellschaft reisen — wie es ja meistens der Fall ist — oder ob sie einzeln oder zu zweien mit dem Rad hinausziehen, das ist ganz nebensächlich. Die Jugend will nicht immer geführt werden, sie will auch einmal selbständig handeln. Keine Zeit ist geeigneter dazu als die Sommerferien. Nun können sie zeigen, was sie seither im Kartenlesen, in Sport und Spiel geübt haben. Gar manches kommt anders, als wir es uns oor- Rose, die am nächsten Sonntag als dem „Tag der < deutschen Rose" mit einem Scherflein erstanden ■ wird, soll die Antwort daraus geben: Bist du krasser Egoist, dem das liebe Ich über alles geht, oder weißt du um die Weite der Gedanken, die das Hilfswerk .Mutter und Kind" tragen? Sie find im Kranze der staatsbürgerlichen Tugenden die schönsten, ein Strauß Rosen, der leuchtend wie Edelsteine eingeslochten ist. Mutter, das hehrste Wort in allen Sprachen der Welt, das Kind, als der Träger des Blutes in die Zukunft der Sippe und damit der Nation. An dem „Tag der deutschen Rose" soll sich zeigen, ob das Rosenwunder in uns deutschen Menschen wahr geworden ist, nachdem das Wunder der Dolkwerdung sich vollzogen hat. Mutter und Kind 4inb die heiligsten Güter der Nation. An diesem Tage sollst du mit deiner Spende zeigen, daß du wahrer Volksgenosse bist, der mit leidet an der Not seines ärmeren Bruders, und der sich nicht bloß mit billigen Worten, sondern durch die Tat zu ihm bekennt? Zum Verbot des Kartenverkaufs in den Betrieben. Die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Auf Anfrage teilt das Reichspresse- und Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront mit, traler Beobachter miterlebte, besitzt eine Geheimakte strategischen Inhalts, die Jorysaka haben zu müssen glaubte, wenn er seinem Lande den Sieg sichern will Jorysaka machte sich den Engländer zum Freund, gibt sich, um dem Engländer naherkommen zu können, europäisch und veranlaßt auch seine Frau Mitsukuo, ein Gleiches au tun. Als er, Dienst vorschützend, Ferkan und Mitsukuo veranlaßt, einem Ball beizuwohnen, schreibt er bei Fergan die Geheimakte ab, zieht bald daraus zur zweiten Schlucht aus, wird erfolgreich, scheidet dann aber durch Verwundung aus dem Kamps aus; der endgültige öieg ..." , er-______ ß'rtw.vMnnho orrnnnpn Der Film, dessen^onwiedergabe gut ist, ist ame- likanischer Herkunft und hat seine deutsche Bearbel- tung durch Curt Wesse und R. W. Roack erfahren. Beide sind sehr sorgfältig zu Werke gegangen, so daß die mit einer solchen Ueber ragung verbundenen Schwierigkeiten kaum fühlbar sind. N. „Mein Ende ist eine Ente." Line Reuter-Anekdote. Ichah, ist in seinem schönsten Sinne auch das edle Motiv, das den „Tag der deutschen Rose zu einer verpflichtenden Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes werden lasten soll und muß. Die Frage des Landgrafen von Thüringen an seine Gattin der er auf chrem nächtlichen Gange zu den Kutten ihrer bedrängten Landeskinder auflauertc»st der Kernpunkt des „Tages der deutschen Rose dessen Ertrag dem Hilfswerk „Mutter und Kindäustleßen soll. „Was birgst du unter deinem Mantel? harschte der Fürst die heilige Elisabeth an. Die Landgrafm war keinen Augenblick in Verlegenheit, eingedenk chres Namens, der „Gottesbeschworerm" besagen will Sie beschwor den Gott, von dessen Geist ihr Inneres erfüllt war, den Geist der oolksverbm- denden Nächstenliebe, die auch in dem ärmsten Volksgenossen den Bruder steht und achtet und sich ihm kameradschaftlich oerbunden fühlt, und gab die schlichte Antwort: „Rosen Und das Rosenwunder lohnte ihre Hilfsbereitschaft. m>nn. c,php Was birgst du unter deinem Mantel? Jede icben Volkes, in Jahrtau enden gesehen, zu um- geben und Lurch ihre künstlerische Mission m diesem Film zu vertiefen. Roger K a r l ,..als Haup- mann Herbert Fergan erscheint sehr lunglingshaft und nicht von so starkem Charakter, wie ihn der Darsteller des Jorysaka zu vermitteln vermag. Zu erwähnen sind ferner Henry Faber, der dem ! Maler Felze ein starkes elgenes Geprage g bt, Betty Stockfeld stellt die Amerikanerin Betsy Hock- Der Gauleiter bei dem Gleibergfest! Unser Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hat für das G l e i b e r g f e st am 1 5. I ul i sein Erscheinen zugesagt, ebenso wurde uns der Besuch des Reichskultusministers R u st, der zur Zeit in Frankfurt weilt, in Aussicht gestellt. Der Reichsführer der Studentenschaft, Dipl.,Jngenleur Zaehringer, wird ebenfalls am 15. Juli auf der Burg sein und dem Fest beiwohnen Die Programme, die zum Eintritt berechtigen, sind im Vorverkauf zuerst in den Betrieben durch gestellt haben. Aber bei dem heutigen Ausbau der Jugendherbergen besteht gar kein Anlaß, ängstlich zu sein. Denn gerade in den Jugendherbergen haben wir ideale Unterkunftsräume für unsere Jugend. Und jedes Mal, wenn ein Junge oder ein Mädchen allem auf Wanderung ging, fanden sie schon in der ersten Herberge gleichgesinnte Wandergenossen und konnten sich, wenn sie Lust hatten, anschließen Vor etwa 12 Jahren, als es Jugendherbergen nur sehr vereinzelt gab, hatte ich oft Gelegenheit, dort zu übernachten und das Treiben und Leben der Jugend kennen zu lernen. Die meisten der damaligen Bleiben waren noch sehr einfach und durstig. Gar oft fand man nur ein offenes Strohlager vor, aus dem übernachtet wurde. Aber ein Kochraum war immer dabei, auch ein Aufenthaltsort, in dem erzählt, gefpielt und gesungen wurde Ich habe damals immer bedauert, daß es solche Jugendherbergen nicht schon früher gegeben hat. Denn sie allein ermöglichen es erst, daß die Kinder sicher und auch billig'die Nacht verbringen können Wenn zu einem gut gepackten Rucksack mit einigen Lebensrnitteln ein Kochtopf hinzukommt, dann brauchen es nur einige Mark zu fern, die die Jugend benötigt, um für ein paar Wochen hmauszuzlehen in unter schönes Vaterland. Leicht und sre> wandert sie durch Feld und Wald, besteig, Berge, überschrei- et Büche und Flüste. fährt auch mit dem Faltboot, steht staunend in alten stillen Städtchen oder bewundert die Werke der Technik unterer Zelt Zu leben gibt es Überall etwas Sorgen haben die jungen Menschenkinder,a mcht. Leicht und beschwingt nehmen sie am frühen Morgen ihren Wanderstab in die Hand, singend ziehen sie durch Dorf und Stadt. Und wer kennt nicht die herrlichen Plätzchen, an denen abgekocht, gebadet und geruht wurde? Davon erzählen sie bann abends in der Herberge Dann werden Lieder gesungen, lustige Streiche'erzählt, und ein gar fröhliches Treiben'erfüllt die Räume Wenn aber der Herbergs- Als Fritz Reuter am 12. Juli 1874, also vor ferf)- zig Jahren starb, war das nicht sein erster Weg ins Jenseits. Sechzehn Jahre zuvor. im November 1858 war er bereits durch die Feder eines Stralsunder Redakteurs zu Grabe geleitet worden Den Anlaß dazu hat man nicht herausfmden konnem Seit dem nun wie ihm wolle, Reuter war nicht gestorben, er dachte auch nicht im entferntesten daran und sandte daher der Stralsunder Zeitung folgende Richtigstellung: Da ich einen leicht begreiflichen Widerwillen gegen das Lebendigbegrabenwerden habe, sind Sie woh? ,o freunblich? mich aus Nummer 268 Ihrer geehrten Zeitung wieder auszugraben, zumal mich besondere Gründe veranlassen, wenns Gott gefallt, noch länger unter den Lebenden zu weilen. -Die falsche Todesnachricht war auch von einer Zeitung in Stettin gebracht worden; sie erhielt sogar em gereimtes „Inserat zur Berichtigung . „I, woans — dod? — Ick denk nid) dran, bat fällt mi gor nich in; Ne, nel So lang' ick leben kann. Will ick nich begraben sin." Einer besorgnisvollen Anfrage erteilte Reuter m einem Briefe folgende launige Antwort: .Lieber FreundI Man geht nicht gut mit mir um, wie recht ist - nun kommen die Zeitungen und schlagen mich physisch tot. Ich komme mit einer Gegenerklärung. Was hilft mir das? Wer glaubte? Die Leute sagen: „Er spaßt nur, er sitzt der Uebergangsstation der Seherin von Prevorst, dem Monde, und korrespondiert nur noch kummer lich mit einigen Sternwarten. Die Nachricht von einem Tode ist echt, die Nachricht von seinem ße- ben !?t ein Luschen", eine „Ent< Ich setzte Mich hin und schreibe an alle Freunde; ich bezahle ost' , gelt), daß man mich dafür dreimal mit vollemi • laute hätte begraben können; ich erkläre, ich fülle, ich beruhige: „Kinder, ich bitt euch mein Gnbeift die Ente, und daß ich noch schaue der Sonne Glanz, ist der Wirklichkeit süße gebratene Gans . Gottlob, denke ich, nun ist alles wieder in der Reihe und keiner macht es dir streitig, zu Neujahr deine Rech nunaen 3U bezahlen. — Da kommen Sie, meirt teurer Freund und bitten um ein Lebenszeichen, Gott im -Himmel, ich schieß- mich i° °t. wennMdj die galvanische Batterie, die wir Lebenskrast ne», nen, jo oft entlade." An die Bevölkerung derGiadt Gießen! Am Freitag, dem 13. Juli, abends 8 Uhr, spricht der Führer im Deutschen Reichstag über alle deutschen Sender zur gesamten Nation. Jedem Volksgenossen ist die Möglichkeit gegeben, die Übertragung m der VolkshaNe bei freiem Eintritt anzuhören. Wir tragen dadurch der Anordnung des Leiters des Rundfunks der Reichspropagandaleitung Rechnung und geben auch dem letzten Volksgenossen die Möglichkeit, an dieser bedeutungsvollen Rede des Führers teiizunehmen. Wir hoffen, • haß die Bevölkerung der Stadt, insbesondere aber auch die Arbeiter, Angestelsten und Beamten der städtischen Verwaltungen und Betriebe hiervon regen Gebrauch machen. alle Betriebszellenobmänner zum Verkauf au54 gelegt Heute abend Hede des Führers! Ls fei noch einmal daran erinnert, daß bet? Führer heule um 20 Uhr (8 Uhr abends) in der Reichstagssihung eine große Rede halten wird, die über alle deutschen Sender geht kein Volksgenosse dars versäumen, diese Rede des Führers anzuhören. 3n ban« kenswerter Weise hat bie Stabtoerroattung allen Einwohnern, bie keinen Rabioanschluh besitzen, bie Volkshalle zur Verfügung gestellt, um bort bie Rebe des Führers burch Lautsprecher anzuhören. Darüber hinaus sei aber auch an alle Rablobesiher die Bitte gerichtet, ihre Lautsprecher so aufzustellen, daß auch andere Volksgenossen von der Straße aus die Rede des Führers hören können. (Spart Wasser!' Die Direktion des Städtischen Gas- und Wasserwerks stellt in einer Bekanntmachung im heutigen ' Anzeigenteil die bedauerliche Tatsache fest, daß den dringenden Ermahnungen zum sparsamsten Wasserverbrauch leider nicht Folge geleistet wurde Daß dadurch die Wasserversorgung unserer Stadt bei den verheerenden Wirkungen der langen, starken Hitze und Trockenheit ganz außerordentlich chwierig geworden ist, bedarf keiner weiteren Er- äuterung. Bei dieser Sachlage sieht sich die Direktion des Gas- und Wasserwerks natürlich zu ftrengen Maßnahmen gezwungen. In der heutigen Bekanntmachung sind die d r i n g e n d st e n A n o r d - nungen enthalten. Wir möchten hoffen und wun- chen, daß unsere Mitbürger sich den ganzen Ernst > e r Sachlage vor Augen halten, die Befolgung der Anweisungen des Wasserwerks als selbstverständliche Verpflichtung auf sich nehmen und mit schärfster Disziplin im echten Gemeinschaftssinne die Parole befolgen: Spart Wasser! oater erscheint und mahnt, daß es Zeit sei, in das Bett zu gehen, dann wird es stille. Gesunde, wanderfrohe Jugend ruht von ihrem Tagewerk aus. Wenn man einmal mitten in der Nacht durch die Schlafsäle der Jugendherbergen gehen und die frischen Gesichter betrachten könnte, dann würde man sich von Herzen freuen über unsere Kinder, die so durchs Leben ziehen und die ganz erfüllt von dem Geschauten und innerlich reich und zufrieden heimkehren, um nach den Ferien wieder zu den Büchern zu greifen. Wer einmal die Poesie solcher Wanderungen mit- erlebt hat, wer einmal mit der Jugend roanbern und fingen durfte, der wird niemals fragen: „Kann da auch nichts passieren?", sondern der wird immer mit frohem Herzen feinen Kindern zureden: „Wandert hinaus in den Ferien! Seht eud) alles an!Unb kommt mit braungebrannten Wangen mieberl' Das gibt erst bie rechte Ferienstimmung. I. K Das Rosenwunder. Eine der schönsten deutschen Legenden, bie unzählige Male ihre bichterische Verklärung gefunben hat, unb bie wie selten ein sagenhafter Vorgang Gemeingut bes beutschen Volkes geworben ist, rankt sich um bie Rose, um bie Königin ber Blumen, bie unsere sommerlichen Gärten zieren. Das Rosen- rounber, bas auf bem Gange von ber Wartburg ge- Der Schulpfennig zum Ausbau des Zugendherbergswerkes. Der Führer ber Gaue Rhein-Main-Lahn-Fulda unb Sübheffen im Reichsverbanb für deutsche Ju- genbherbergen, Gebietsführer Geißler, gibt bekannt, baß ber S ch u l p f e n n i g, ber monatlich von ben Schülern unb Schülerinnen zum Ausbau bes Jugenbherbergswerkes aufgebracht wirb, n l ch t unter bas allgemeine Sammlungsverbot fallt, son bem als ein Beitrag ber Schulkinber für bas Juqenbherbergswerk gilt. Der Preußische Minister für9 Wirtschaft unb Arbeit hat jefft ebenfalls ange- orbnet, baß bie ihm unterstellten Berufs- unb kaufmännischen Fachschulen in Anerkennung ber Be- beutung bes Ausbaues unb ber Erhaltung ber Jugenbherbergen für bie Erziehung unb Ertuchti gung ber beutschen Jugenb ben Schulpfennig einzuführen haben. BornoNzen. — Tageskalender für Freitag: NS.- Bund deutscher Technik, Bezirksleitung Gießen, 18 Uhr, Hörsaal des Chemischen Instituts, Lud- wigstraße 21, Vortrag über „Erzaufbereitung durch Flotation". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „La Bataille". *♦ Die Sommerferien der Gießener Schulen beginnen am morgigen Samstaa, 14 Juli, und bauern bis 12. August einschließlich. Der Unterricht in allen Schulen wirb also am 13 August wieder ausgenommen werden. In den i ßanborten unterliegt ber Ferienbeginn ber be- manchmal hat er sogar den Verlust eines ganzen Ul Wil ^Öie erhaben 9über solche Niedrigkeiten des Da- ... „....«... W SfflgBgfe,-; feien ‘ Ganz so schlimm kann es nicht sein, denn °?L viele der mittäglich^ I Organs Kommando" errungen* °-ch."rooh7 " I -trägt .ber. Df fixier unb JapEwcht. Das Drama vollendet sich. Jorysaka begeht Harakiri. Der Ehrbegriff, im Aeußersten und Letzten verstanden, | rx Bataille.“ I so, wie er den edlen Familien Japans, einem un- „La oaid i». ^„« geschriebenen Gesetze gleich überliefert ist, erringt Der giltn, ber feit geftern im 81 iP‘enAmeifeh ^en Sieg über bie Siebe »um «aterlanb. Bahnhofstraße gezeigt wird, zahl■ * , $ ber regietechnischen Seite her haft mit zum Besten was man .m Somm^el- ^Der^Film .ft,^rd Esiftiee plan sehen konnte. Er beroegt \ ), t gr'eite Schilderung vermieden Die Handlung ist Darstellung und die künstlerisch $ häufig nur in kurzen Bildern angedeutet, so daß weit über der Linie des guten Durch chnitts. ^ur ^r geistigen Mitarbeit veranlaßt Zunächst ist es das Thema da uns ^r°d- ber^ ^u^ von Szene zu Szene ver- Deutiche be onders interessieren mutz ! alänaenbe regietechni che Leistung ist Mm bringl nicht nur ßanblung “ Die Mafsenfzen-n afteurs wirb unb bem FNnchch Lichtspielhaus -.«!,-, auf einer beachtttchen künstlerischen H uer in letzter Konseguenz leisten will. D h I p I anbei im Gesichtsausbruck erscheint als seine be« niJ SrfiauDlatt gewählt würbe erichem! ^nahnpr/ Stärke Seine Darstellung bes Japaners ■ Pr’°^±er® “rUugnk sinsn Di-bstahl begeht ■ das M-s" um ber Flotte feines Lanbes ben s.eg ÄimJchilb-rt zunächst bie Heimkehr ber „tnem Siege, ber nur bem Zufall ver- hrlnft mürbe Ser Äonunanbant, ber als Sieger ge- ^aukt w • darüber klar, baß bie Führer k-r Fwttenoch nicht bie taktischen Fähigkeiten be- sitzk- um ^Enbfttg^u »ringender ber Inobistffch bar. b Ohne sie wäre Lu= ^”1- - in Holz- unb Metallhalter, liegen sie m Rech und ( Glied auf einem für sie bestimmten Tifch ober hangen an einem Brett mit Haken in trgcnb einer Ecke Das heihl: wenn man gerade -me Spezielle sucht so liegt oder hängt sie gewöhnlich Nicht da. Sie wird gelesen, „ist besetzt", wie der hlnzutretende Ober, 'je nachdem er gelaunt .st, höflich bebauernb ober mit einer gewissen Schadenfreude erklärt Der Ober ist sehr wichtig, ist er doch Verwalter ber ganzen papierenen Herrlichkeit. Rur wer sich seines Wohlwollens erfreut, kann damit rechnen, daß er auch lämtliche Fortsetzungen eines Romanes, den er zu lesen begann, zu Gesicht bekommen wirb. Er vermittelt ben Austausch zwischen ben Lesenden vertröstet bie Ungebulbigen unb ist unermüdlich um soziale Gerechtigkeit besorgt, bergestalt, bah nicht Einer alles hat unb der Ändre nichts Er schaltet souverän, aus einem geheimnisvollen Versteck in der Umgebung des Büfetts fordert er su ben Stammgast dessen forglld)durudQehaltenes Leibblatt zutage. Er kennt feine Leute, weiß. Herr S überfliegt nur rasch das Wichtigste bet grau ® dauert es schon langer, unb halt Herr Z erst seine Zeitung in Hänbem so legt er fie nicht eher w.eber hin bis er bas Lokal verlaßt. 9 An Tagen mit wichtigen Ereigmsftn, wenn das gewöhnliche Lesepublikum sich durch Außenseiter verboppelt unb oerbreifacht. hat es bei. Ober a cht leicht. Da kommt es immer roieber °°k. daß eine irharfe Stimme ruft: „Zahlen! , und em tietge träntter Benachteiligter mit ber Versicherung ba- vonstürzt. er käme auch nicht roieber hierher, man bie Gäste f° schlecht behanble Ueberhaupt Zeitungen und Gaste, — da rann man Psychologie treiben. Kennen Sie den ‘etmg Eiligen, der stehend rasch einmal in fünf, sechs Nummern blättert und macht, daß er weiter kommt? Kennen Sie den Hamsterer der alle^ was er erwischen kann, auf einem Stuhl neben sich ausi häuft, zur Sicherheit noch Hut ober Mappe ober sanft was barauflegt, unb ben Verwegenen ber e St sich diesem Reichtum mit einem höflichen WÄatten Se?" zu nähern, am liebsten rn.t feinen Wirfen durchbohren möchte? Kennen Sie den Gesetzlichen, den Sensationslüsternen, den Querulanten? Ach gewiß, Sie kennen sie samt und sonders, " MaM-s'°b°r^°n"d°m^roas offenbar auch um . k?rum aefchieht, sieht man merkwürdigerweise Cmenn?fe b?e ©eiten hauptsächlich der Zeitschriften JIC- w‘e.rinen wie die dummen Bemerkungen “." S Oüg ' * Studentische Arbeitstagung auf dem Gleiberg Oberheffen ei Zu ver- anderer Städte sogar übertreffen. Jedem Rosen-'abend seinen dritten Schulungslehrgang in diesem 3 Fortfetzung. Nachdruck verboten! 4 Hirn Te in !( lu Spa der Lahr 18 0( die t Das Test fern Beti run' Ma jch uni bei tei be w Id h' $ b< w b D m ui freulich tft dabei, daß nicht nur die Temperatur angenehmer geworben ist, sondern auch im Lause der Nacht wiederholt Regenfälle eingetreten sind, die für Feld und Garten eine Wohltat waren. Heute vormittag fand der Regen eine erfreuliche Fortsetzung, von der die Früchte der Gärten und der Felder hoffentlich noch reichen Nutzen erfahren werden. schlie sieht hiers IN die $ lenin kam. • scher eingc Durc sonderen Beschlußfasiung der orlichen Schulvorstände mit Genehmigung durch das Kreisschulamt. Für diese Beschlußfassung ist die Lage der Erntearbeiten vor allen Dingen als maßgebende Richtlinie anzuseyen. ** Endlich Witterungsumschlag. Nach der erneuten langen Hitzeperiode brachte uns der gestrige Abend und vor allem die letzte Nacht einen dankbar begrüßten Wetterumschlag. Besonders er- verhielt. Wie gern wäre er jetzt auf diesen Burschen losgestürzt und hätte ihn niedergeschlagen, wie man einen räudigen Hund niederschlägt. „Warte nur, du entgehst mir nicht! Du wirst nicht mehr viel Unheil anrichten. Dir wollen wir schon das Handwerk legen, Hans Kirchhoff!" Hatte er laut gesprochen? Hans von Kirchhofen drehte sich plötzlich um. Jähes Erschrecken packte ihn, als er den Namen Hans Kirchhoff hörte. Wurden die Schatten der Vergangenheit rege? War das dort... der Mann mit dem blauen Arbeitsrock? War das nicht Walter Knauer? Jener Mann dort, dessen haßerfüllter Blick scharf nach ihm gerichtet war? Es war ihm fast, als stocke sein Herzschlag. Zu uüerwartet kam ihm diese Begegnung. „Erwarten Sie noch jemand?" Liesgreta fragte es. Da straffte er seine Gestalt. Ein Ruck, und er hatte sich wieder in der Gewalt. Schnell nahm er im Auto Platz, und schon sauste es unter Hildas sicherer Führung die breite Straße hinunter. Walter Knauer fühlte tiefe Genugtuung. Nun wußte jener Elende, daß einer ihm auf den Fersen war. Dur mitz Mit 3ur qetr w Im Rahmen des Hilfs werk es „Muller und Kind" wird am 14. und 15. Juli vom Amt für Volkswohlfahrt, der NS.-Frauenschaft und dem deutschen Frauenwerk bet „lag der deutschen Rose" durchgeführt. Jeder Deutsche unlerstüht dieses Hilfswerk durch den kauf einer deutschen Rose zum preise von 0,20 RM. Der Verkauf beginnt am Samstag, 14. Juli, und ist am Sonntag, 15. Iuli beendet. Wir verweisen auf die Bekanntmachungen in der presse, wonach diese Sammlung ausdrücklich vom Stellvertreter des Führers genehmigt wurde. Als Rahmenveranstaltungen finden in Gießen zwei Konzerte des Stadtthealer-Or- chesiers statt, und zwar Samstag, 14. Juli von 18 bis 19 Uhr am Stadttheater, -es ' eilisst -he" ' --ft! d-B liall" tM Kl-t 4 uni dies Gur die tid)i tonn Am nächsten Morgen ließ sich Hans von Kirch. Hofen im Personalbüro die Listen der Arbeiter vor- legen. In fliegender Hast ging er die lange Reihe der Namen durch, bis er auf denjenigen stieß, der sein Gesicht zu unbändiger Wut verzerren ließ. Die Vergangenheit wurde in lebendigen Bildern in ihm wach. Er sah sich wieder in der engen Zuchthauszelle, beim Mattenflechten, durchlebte wieder die Ein- tönigkeit, das ewige Gleichmaß der Strafhaft, das Wiedersehen mit dem Zellengenossen nach der Ent- lassung, wie er dann diesem die paar Zehrmark stahl und dann das Weite suchte und den Käme- raden der Zelleneinsamkeit sitzen ließ. Er kam bis Hamburg. Don dort aus wollte er in die weite Welt. Er traf aber auf Mya Körber, deren Liebe ihn fesselte. Der Zufall hatte sie zusammengeführt. Sie be^ß was bei ihm zur Neige ging, nämlich Geld. Woher es stammte, danach fragte er vorerst nicht. Eines Tages weihte sie ihn ein, und von da ab arbeiteten sie auf Halbpart. Reiche Lebemänner wurden von ihnen beiden in geschickter Weise, am Spieltisch, ausgeplündert. Als der Hamburger Boden ihnen zu heiß wurde, verlegten sie ihr Arbeitsfeld nach der Reichshaupt- stadt. Mehrere Jahre lebten sie, wenn auch bei getrennter Wohnung, in enger Erwerbs- und auch Liebesgemeinschaft. Große Reichtümer flössen ihnen fast mühelos zu. Indessen — die Hochstaplernatur Hans Kirchhoffs verlangte nach mehr. (Fortsetzung folgt) Sonnlag, 15. Iull von 11 bis 12 Uhr am Sladtthealer. Heil Hiller! Kreisleitung Gießen der NSDAP. Schmelz, krelspropagandalelter. Wer arbeitet am „Tage der deutschen Nase" mit? Träger der Veranstaltung ist das Amt für Volkswohlfahrt bei der obersten Leitung der PO., mit der Durchführung beauftragt sind die Deutsche Gesellschaft für Gartenkultur, die NS.-Frauenschaft und das Frauenwerk. Eine Reihe weiterer Stellen haben sich in den Dienst der Sache gestellt und unterstützen die Veranstaltungen, die unseren Müttern gilt. So die Landespropagandastellen des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und Gaupressestellen, die Landesbauernschaften mit ihren Untergliederungen, der Deutsche Frauenarbeitsdienst, der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler mit Untergliederungen. „Tag der deutschen Rose" in Gießen ih ta DO ft mil die di' pl te he hi' Rosenfest in Bad-Nauheim. * Bad-Nauheim, 13. Juli. Das große Rosenfest zum „Tag der deutschen Rose" in Bad-Nauheim ist nunmehr bis ins kleinste vorbereitet. In einer letzten Sitzung am vergangenen Dienstag nahm Beigeordneter Götz, der Dezernent des städtischen Verkehrsamtes, von den einzelnen Arbeitskommissionen abschließenden Bericht entgegen. Alle Beteiligten waren der Auffassung, daß mit dem Rosenfest eine Darbietung gezeigt wird, wie sie in Bad-Nauheim noch niemals zu sehen war. lieber den Korso, der das Prunkstück der Veranstaltung werden soll, ist zu berichten: Man hatte, um eine genügende Beteiligung zu gewährleisten, im vorhinein einige Organisationen und Vereine beauftragt, verschiedene Schaunummern herauszubringen, die von Kunstmaler G e i l f u s entworfen waren. Darüber hinaus rechnete man natürlich auch mit der Beteili- ZweiMmm und Hilda Roman von Hermann W. Walber. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) u tu Ri soll ihc jeder mit bet ganzen Liebe an dem Staate beteiligt sein. Nicht nach dem Gewissen werde gefragt, sondern es werde nur eine Verantwortung von ihm gefordert. Unser ganzes Leben sei nur menschliches Leben, wenn wir Liebe und Heimat haben dürften. Werde uns die Heimat entzogen, dann haben wir kein menschliches Leben mehr. Dann sprach Prof. D u k e n von dem deutschen Arbeiter, der eine Kameradschaft kenne, aber keine Kameradschaft mit heimatlosen und minderwertigen ausländischen Abenteurern. Als Beispiel führte er an, wie unter Bismarck die billigsten Lohnobjekte in unser Land, besonders in das westfälische Industriegebiet, gekommen seien, von diesen Kerlen her hätte das Leben des deutschen Arbeiters sich nicht ausrichten lassen, sondern nur vom deutschen Volksgenossen. Dann wurde der Begriff Sitte eingehend erläutert und passende Beispiele dazu gebracht. Sitte sage uns, du tust und hast nicht zu fragen. Gerade an der Front sei Sitte sehr stark zum Ausdruck gekommen, wo es galt, ein- zustehen für Volk und Vaterland. Nach der Sitte 6 i., ■anbei ft "i eil (on (Sri m Li- un Re d stehen habe. Was Nationalsozialismus fei, brauche man nicht zu sagen. Er ging bei seiner Betrachtung zunächst von dem verflossenen Staat aus und verglich damit den Zustand unseres heutigen Staates. Die Parteien hätten Standesmteressen vertreten, doch hätte jede Partei Ideale gehabt. Es fei gar fein Zweifel, daß viele anständige Menschen auf Grund des Ideals sich zu dieser Partei bekannt hätten. Wir suchten bestimmte Ideale und seien bereit, Persönliches z u - rückzu st eilen hinter dem Ideal. Dann sprach der Redner von den Bindungen des Idealismus und der Ausrichtung unseres Lebens. Dann verglich er die Forderungen des vergangenen Staates mit denen des neuen Staates Früher hätte einer denken können was er wolle, heute müsse behandelte das Thema: „Bewegung und Ra- d i k a l i s m u s". Zuerst sprach er von der aus dem Frontgeist geborenen Kameradschaft und dem Gebot, das aus der Frontkamevadschaft hervorgehe. Dann erläuterte er, was man unter Radikalismus zu ver- li V. er bi freund, jedem, der Sinn für Schönheit hat, ist Gelegenheit geboten, das Rosenwunder in Bad» Nauheim zu beschauen und zu erleben. Das Publikum selbst entscheidet, welcher Wagen oder welche Gruppe am schönsten geschmückt ist; und zwar geschieht das in der Weise, daß die Rose, die an diesem Tage die N S. - V o l k s w o h l f a h r t an das Publikum absetzt, den vorbeifahrenden Wagen und Gruppen zugeworfen wird. In dem Augenblick, in dem der Korso das zweite Mal die Adolf-Hitler- Straße passiert, soll die Wertung vorgenommen werden. In diesem Augenblick also wird die Rose der NS.-Volkswohlfahrt, die jedermann an Ort und Stelle von der NS.-Frauenschaft und von den für den Verkauf bestimmten Personen gekauft hat, den Wagen und Gruppen zugeworfen. Diejenige Gruppe, welche die meisten Rosen erhalten hat, ist Sieger. Die DDAC.-Zielfahrt weist bis jetzt eine große Beteiligung auf. Die Veranstalter haben eine in Email ausgeführte, sehr wertvolle Plakette herausgebracht, die dem Teilnehmer der Zielfahrt überreicht wird. Im Schaufenster des städtischen Verkehrsamtes kann man sie schon bewundern. Vergessen möchten wir nicht, daß im Anschluß an den Korso das Märchen spiel „Dornröschen" von Hans G e i s o w in der Trinkkuranlage aufgeführt wird. Schüler der Hochschule für Theater am Hochschen Konservatorium Frankfurt a. M. sind die Darsteller. Die Szenerie wird natürlich auch, wie das am „Tag der Rose" nicht anders sein kann, mit Rosen überreich geschmückt. Um allen Zuschauern auch das gesprochene Wort deutlich zu machen, ist eine große Lautsprecheranlage eingerichtet. (Siehe heutige Anzeige!) Landkreis Gießen. kam die Frage der letzten Verantwortung überhaupt. Dieser Staat fei deshalb so fest, wett er alles von uns fordere. Er unterscheide sich vom Faschismus dadurch, daß er Bewegung sein wolle und auch fein müsse in radikalster Form. Zum Schlüsse seiner Ausführungen erklärte Prof. Duken noch die Frage des Heroismus. Seinen Vortrag schloß er mit der Aufforderung, entweder demFührerin Liebe zu dienen, ober nicht. Professor Duken wurde für seine tiefschürfenden Ausführungen lebhafter Beifall zuteil. Nach dem Mittagessen sprach GauarbeitsführerKretzschmanN/Berlin über das Thema: „Der nationalsozialistische Arbeitsdienst". Zuerst sprach der Redner von dem Werdegang des Arbeitsdienstes überhaupt und schilderte die Arbeitslager der verschiedensten Organisationen. Die Republik habe kein großes Interesse an den Lagern gehabt. Alles, was der Nationalsozialismus in den Lagern aus Kameradschaft hätte ereichen wollen, sei dort vernichtet worden. Der heutige Staat und der jetzige Arbeitsführer sage: Der Mensch ist der wertvollste Besitz des Staates und der Arbeitsdienst ist die Schule zum Rationalsozialismus. Unser Hauptziel im Dritten Reiche sei die Neulandgewinnung und Siedlung. Die Arbeit an der Heimatscholle sei Ehrenarbeit. Je schneller wir neues Land gewinnen, um so besser sei es für uns. Wir wollten keine großen Leistungen erziehen durch Antreiber, sondern durch Freude und verständige Begeisterung. Diesem Vortrag schloß sich dann eine Aussprache über das Gehörte an. schäft über Charakter verfüge und zu Leistungen befähigt fei. Wir ständen hier auf historischem Boden. Diese Burg sei die Wiege eines stolzen Herrschergeschlechtes gewesen. Jahrhundertlang hätte sie allen Angriffen feindlicher Völker getrotzt. Erst in einem Bruderkrieg sei sie von Angehörigen des eigenen Volkes zerstört worden. Das fei uns auch heute wieder eine Mahnung. Deutsche fefpn immer nur durch Deutsche besiegt worden. Heute lebten wir wieder in einer Zeit, in der die Zukunft dunkel vor uns liege. Die Zukunft werde nur bann gemeistert werden können, wenn jeder einzeln^ Deutsche an dem Platz, an den er gestellt fei, restlos seine Pflicht tue und sich freudig einordne in die Gemeinschaft derer, die als treue und auf den Tod verschworene Gefolgschaft hinter dem Führer des Reiches stehe zu gemeinsamem Kampf für die Gröhe und Freiheit unseres Volkes. Um für diesen gemeinsamen Kampf immer von neuem wieder gestärkt und gerüstet zu werden, würden solche Arbeitstagungen durchgeführt. Auch diese Tagung solle dieser Stärkuna und Rüstung im Kampfe für unseres Volkes Zukunft dienen. Bei dem Gesang des ersten Verses des Horst- Wessel-Liedes wurde die tzroße Lagerfahne gehißt. Nach der feierlichen Eröffnung versammelten sich die Lagerteilnehmer und die zahlreich erschienenen Gäste in dem Schulungslager zu dem ersten Vor- traä. Hier begrüßte Paul Seipp die Vertreter der SA., der Stadt und der Universität und erteilte Professor Duken das Wort. Prof. Duken, Gießen, Jetzt oder nie!, dachte der, an den diese Aufforderung gerichtet war, und er schlänaelte sich und seine Begleiterin gewandt durch die Massen nach dem Wintergarten. Er hatte Glück, der Garten war leer. Die Stille in dessen Gängen wirkte erfrischend auf die erhitzten Körper und die heißen Herzen. Hans von Kirchhofen blieb, als er niemand in der Nahe wußte, stehen, faßte Hilde Geyerling an beiden Händen und drückte dann der Errötenden und Verwirrten das Kinn in die Höhe. „Hilde, darf ich dich meine Braut nennen?" „Ja, du!" war die jubelnde Antwort. Die beiden Menschen küßten sich heiß und innig, unö ließen erst voneinander ab, als Stimmen zu hören waren. Als sie den Saal wieder betraten, wurde eben Damenwahl verkündet. „Warte', Liebster, ich muß meine Freude schnell jemanö mitteilen, der sich mit uns freuen wird." _ ?QmU Hefe Hilda den Verlobten stehen, ging auf Hemz Woltersdorsf zu, bat ihn voller Uebermut unb Liebreiz um den Walzer, jagte in wirbelndem Schwung mit ihm dahin und wußte sich so recht 9Qurf keme Erklärung dafür, daß ihr Freund jäh erblaßte, als sie ,hm „als erstem unter dem Siegel ber Verschwiegenheit" ihr großes Erlebnis mit- teilte. hielt im Tanz inne, stammelte verwirrt ein paar Glückwunschworte unb war bann heilfroh als Hans von Kirchhofen ihn ablöste unb bie erstaunte unb enttäuschte Tänzerin von bannen führte. Nun war also sein Traum zu Enbe, Hilba ihm verloren. Was nun? — DieseVerlobung nahm bestimmt keinen guten Aus- gang Wenn auch für ihn nichts zu hoffen war, so wollte er boch nicht, baß sich Hikba Geyerling ver- plemperte. u Ia9ei? roar einmal ausnahms- weste im Klub gewesen. Das Gespräch bort hatte auch das Thema „Kirchhofen" berührt. Es waren zwar kerne bestimmten Behauptungen aufgestellt worden — immerhin würbe allerhand gemunkelt was ein böses Licht warf auf bie Herkunft des Geldes, mit dem dieser Kirchhofen fast verschwende- nsch umherwarf... Wolterstorff verliefe bas „Tivoli" halb darauf Was sollte er mit seinem wunden Herzen dort wo eitel Freude Trumpf war? Aber einen Vorsatz faßte er, als er sich von einer Autodroschke nach Hause fahren liefe: Diesem Kirchhosen wollte et scharf auf die Finger gucken. Nicht, Im Einverständnis mit der Reichsleitung des Deutschen Arbeitsdienstes und mit der Reichsleitung der Deutschen Studentenschaft findet feit gestern auf dem Gleiberg eine Arbeitstagung sämtlicher studentischen Gaureferenten bei dem Deutschen Arbeitsdienst und der Vertrauensstudentinnen bei den Landesstellen des Deutschen Frauenarbeitsdienstes statt. Die Gesamtleitung liegt in den Händen des Hauptamtsleiters für Arbeitsdienst bei der Deutschen Studentenschaft Berlin Paul Seipp (Gießen). Für die Lagerleitung zeichnet G. Hartung (Gießen) verantwortlich. Das Lager, an dem über vierzig Teilnehmer teilnehmen, wurde gestern Morgen mit einer feierlichen Flaggenhifsung eröffnet. Bei dieser Gelegenheit ergriff Paul Seipp das Wort und führte unter anderem ungefähr fol- Senbes aus: Wenn auf Burg Gleiberg jeweils Menschen zu gemeinsamer Arbeit zusammenkommen, bann sei es Sitte geworben, biese gemeinsame Arbeit durch eine kurze, schlichte Feier auf bem alten Vertrieben zu beginnen. Wenn man von hier oben aus bie Pracht unb Herrlichkeit um uns schauen bürfe, bann gehe uns beim Anblick der Stäbte unb Dörfer, Felber unb Wälber bas Herz weit auf für bas, was Heimat, was Vater - 1 a n b heiße. Diesem Valerlanbe, bieser deutschen Heimat solle auch bie Arbeit ber vor uns Hegenden Tage dienen. Unser Beginnen werde aber dann nur fruchtbar sein, wenn dabei von jedem einzelnen von uns zwei Voraussetzungen erfüllt würben: wenn jeder von uns zu bieser gemeinsamen Arbeit den festen, durch nichts zu erschütternden Willen zu positiver Leistung unb eine charakterfeste Persönlichkeit mitbringe. Denn eine Gemeinschaft von Menschen könne nur dann gemeinsame fruchtbare Arbeit leisten, wenn jedes Glied dieser Gemein- weil er etwa für sich noch etwas erträumte, sondern nur, um Hilda vor Unheil zu bewahren. Und Unheil drohte ihr, das stand für ihn fest. ♦ Frau Geheimrat Geyerling hatte Direktor Wolterstorff zu sich gebeten, und er war dem Rufe sofort gefolgt. Er wurde von der alten Dame mit der gewohnten Vertraulichkeit und Freundlichkeit empfangen. „Ich wollte mit Ihnen einmal eine Frage besprechen, die auch Sie persönlich angeht." Worauf mochte Sie hinzielen?, dachte der Mann, der an ber Seite bes Schreibtisches Platz genommen hatte. ,Hch stehe ganz zu Diensten, gnäbige Frau." „Von meiner Tochter weiß ich, baß Sie über bie Verlobung bereits im Bilbe sind... Das Verlöbnis soll einstweilen noch geheim bleiben." Wolterstorff sah erstaunt auf. „Jawohl! Hilda feiert demnächst ihren einund- zwanzigsten Geburtstag. Erst dann soll die Verlobung offiziell bekanntgegeben werden. Außerdem ist bis dahin ein weiterer Abstand vom Trauerjahr eingetreten." Für einen Augenblick mußte sie daran denken, daß Herr von Kirchhofen sich merkwürdigerweise ohne weiteres mit der Geheimhaltung des Verlöbnisses einverstanden erklärte, ja, es hatte ihr sogar so geschienen, als wäre er höchst zufrieden gewesen mit dieser Anordnung. Wie ganz anders würde wohl der Mann vor ihr sich verhalten haben! — „Aber kommen wir zur Sache!" fuhr bie Geheimrätin bann fort. Er war gespannt darauf, zu hören, was man wohl von ihm wolle. „Also, lieber Wolterstorff, die Sache ist die: Mein zukünftiger Schwiegersohn sucht ein Betätigungsfeld, und er hat durchblicken lassen, daß er sich gern in unserer Firma einarbeiten möchte. Treffen Sie doch bitte die erforderlichen Maßnahmen, um Herrn von Kirchhofen die Einführung zu erleichtern!" Die alte Dame wußte, daß sie ihrem jungen Freunde weh tat, und daß ihr Ansinnen, genau genommen, für ihn etwas Ungeheuerliches bedeutete. Sie reichte ihm die Hand. „Es muß sein, Herr Wolterstorff — und seien Sie versichert, daß Sie nach wie vor mein volles Vertrauen genießen. Meines Mannes Freunde werden ewig die meinigen bleiben. Wir bleiben die alten — nicht wahr, lieber Freund?" Die Geheimrätin atmete auf: So, das war her- aus! Schwer war es ihr gefallen, diese Anordnung zu treffen, aber es blieb ihr ja nichts anderes übrig. • ad)m?er H^rat würde Kirchhofen auf alle Fälle ms Werk eintreten, das war doch etwas Selbstverständliches. Als habe ihn ein Keulenschlag getroffen, so wirf» ten öie Worte der Frau Geyerling auf Wolterstorff. Bie sollte m sich verhallen? Ablehnen? Das wäre gleichbedeutend gewesen mit seinem Ausscheiden. Er durfte das dem Geheimrat auf dem Krankenlager gegebene Versprechen i'^nerbrüdp licher Treue gegenüber dem Werk nicht brechen. Zusagen? Würde er denn aber auch fähig sein, die seelischen Folterungen durchzuhalten, die eine solche Zusammenarbeit mit sich bringen würde? Fühlte denn niemand, welche unsagbar schwere Aufgabe man ihm zumutete? War es nicht sozusagen die Preisgabe des eigenen Jchs? Aber was Halls? Ein heiliges Versprechen fettete ihn ans Werk, und so reichte er denn der alten Dame die Hand und drückte sein Einverständnis mit ihrem Plan aus. Er war schließlich gegangen, ohne Hilda zu sehen, hatte sein H^im ausgesucht und in der Arbeit seine Liebe, seinen Kummer und seine Zukunftssorgen begraben. Und nun war Hans von Kirchhofen schon seit einigen Tagen im Werk tätig. Die Geheimrätin selbst hatte ihn Herrn Wolterstorff zugeführt. Es war eine ziemlich peinliche Situation, als sich die Herren zum ersten Male nach dem „Ball der Ingenieure" gegenüberstanden, und sie wurde auch nur Dank der Anwesenheit und der Liebenswürdigkeit der alten Dame überwunden. Wolterstorff wies Kirchhofen den Prokuristen zu, die ihn in die Geschäfte einweihen sollten. Er selbst betrachtete fein Verhältnis zu Kirchhofen lediglich unter dem Gesichtswinkel der Pflichterfüllung. Zeitweilig nahm er sich seiner deshalb ebenfalls an unb unterrichtete ihn in großen Linien über alles, roas zur Geschäftsleitung wissenswert und notwen- dig ist. Sein Verhalten war höflich und korrekt, und irgendwelche Anhaltspunkte, es zu ändern, waren vorerst nicht gegeben, denn Kirchhofen zeigte Eifer und Lernbegier — ja, er befleißigte sich sogar eines bescheidenen Wesens und war von früh bis spät zur Stelle. Keiner merkte, daß dies alles nur Maske war. Insgeheim dachte er: Laßt mich mal erst Herr hier sei! Es war vier Uhr geworden, bevor er das Werk verließ. Vom Portierhaus aus hatte ihn feine Braut angerufen, daß sie mit Liesgreta feiner im Auto vor dem Eingang warte. Keinem der vielen Arbeiter, die Feierabend hatten und das Auto vor dem Portal sahen und die junge Herrin, die eben von dem „Neuen" begrüßt wurde, ™ar bekannt, daß es sich hier um ein Brautpaar handelte. Nur einer wußte es, der oben in seinem vj1!’1” hinter der Gardine stand und mit bitterem n >? e.Abfahrt der beiden verfolgte. Und ein anderer ahnte es. Das war Walter Knauer, der Werkschlosser, der beim Verlassen des Fabrttgeländes in verbissener Wut seine Schritte ä gung von privater Seite. Es zeugt von echtem Gemeinschaftsgeist, daß gerade von privater Seite die Bestrebungen des Verkehrsamtes und die Bemühungen der beteiligten Vereine unterstützt und Wa- aen und Gruppen geschmückt werden, die nicht hinter den anderen zurückstehen. Man wird u. a. folgendes sehen: Die Galakutsche der Prinzessin Rosenrot, Dornröschens Brautfahrt, ein Viererzug des Jagdklubs, eine Rosengondel, ein Triumphwagen der Radfahrer, eine Rosenpolonaise der Turnerschaft u. a. m. Und das alles ist aus Rosen hergestellt. Wie man sieht, hat man in Pad-Nauheim der Ausgestaltung des Korsos besondere Sorgfalt angedeihen lassen. Man sagte früher, die Darbietung darf nicht hinter gleichartigen in Baden-Baden und im Ausland zurückstehen. Nachdem man die Ent-, würfe der Wagen und Gruppen gesehen hat, kann' 4 W i e s e ck, 12. Juli. Der hiesige Obst» und man heute sagen, die Darbietung wird diejenige Gartenbauverein veranstaltete am Mittwoch- Zeltlager in der Kirchverser Heide linae des Berufsstandes. Eine in Hessen noch nicht drucksvolle Tagung ihr Ende. Jlad) Dem j durchgeführte Maßnahme ist ferner, das private des Horst- Weffel-LredesbefuAlgten d eTei Beherbergungsgewerbe unter Konzessionspflicht zu I gemeinsam die reichhaltige Gewerbeschau. beiten Stellung genommen werden, insonderheit stellen. In der Organisation „Kraft durch br ube über die Großes (ca. ^eter Länge) und die Art sieht der Redner eine Ms Hebung des Gastrmrte der Ausführung des Baues. Man hofft, bet den gewerbes beitragende Maßnahme. Auch dre ^ast Bauarbeiten eine Reihe Erwerbsloser in der Ge- wirte wollen für ihren Teil durch ermäßigte Preise a __f X C.* S> a kmlnH 11II1 AVör SnntorfnnhoG 7,iaänalilh aemacht wer- die notwendige Bausumme aufbringen läßt, die auf etwa 6000 Mark geschätzt wird. Bei geschickter Lösung des Projekts dürfte das Bad nicht nur den Ortsbewohnern zugute kommen, sondern auch umliegenden Ortschaften, insonderheit den Teilnehmern der Schulungslager auf Burg Gleiberg. — Durch die anhaltende Trockenheit macht sich hier starker Wasserverbrauch bemerkbar, so daß oft stundenlang am Tage die Wasserleitung, die erst vor einigen Jahren eine Erweiterung erfahren hat, abgestellt ist, was sich in jeglicher Hinsicht unliebsam auswirkt. völkerung; es gibt 30 v.h. zuviel Gaststätten, und das kommt nur daher, weil die konzessions- behörden ohne Rücksicht aus die Vedürfnisfrage Konzession auf Konzession erteilt haben. Wetzlar seine Kleidungstücke. Man vermutet, daß Kuhlmann den Tod in der Lahn gesucht hat. Die Leiche konnte bisher noch nicht gefunden werden. Alle die bis jetzt aufgezeigten Maßnahmen ton« nen, so führte der Redner weiter aus, wesentlich zur Gesundung im Gastwirtegewerbe beitragen, ohne daß dem Staat Nachteile in steuerlicher Hm« sicht erwachsen würden. Aber auch hinsichtlich der nur dem Gast« wirtsgewerbe auferleglen Steuern müssen fühlbare Erleichterungen eintreten. heiten unseres Vaterlandes zugänglich gemacht werden. Die eingeräumten Vorzugspreise sollen aber nur den wirklich Bedürftigen zukommen. Gastwirte-Tagung des Reichseinheilsverbandes Gau X in Lauterbach. Es war in den siebziger Jahren, als ein junger Darmstädter zu Studienzwecken in Amerika weilte und in Boston sein erstes Radrennen sah. Er ging nach Deutschland zurück, führte dort die ersten Fahrräder ein und gründete in Frankfurt a. M. ein Fahrradhaus. Im Jahre 1881 rief der junge Mann die Frankfurter Radfahrer zu einem Verein zusammen. Dieser Studiosus war der vor kurzer Zeit verstorbene Heinrich K l e y e r. Im Jahre 1884 wurde der Deutsche Radfahrer-Bund in Leipzig gegründet und ein Jahr später fanden sich sportbegeisterte Gießener zusammen und gründeten den Gießener Radfahrer-Verein 1885, der im nächsten Jahr 1935 sein goldenes Jubiläum feiert. Die Gießener waren in den 50 Jahren ein fleißiges Völkchen im Wanderfahren, sie lernten Deutschland die Schweiz, Südstankreich und andere schone Teile Europas kennen. Auch rennsportlich waren sie stets auf der Höhe und vernachlässigten nie den schonen Saalsport. Am Samstag und Sonntag treten nun die 1885er mit einigen Großveranstaltungen aus den Plan. Der Grotze Stratzeupreis von Gietzen eröffnet den Sport am Sonntag. Morgens um 6 Uhr startet die ^-Klaffe und 20 Minuten später die Klasse B. Rund 100 .Fahrer aus allen Gegenden Deutschlands befinden sich zu dieser Zeit irn Rennen. Sie kommen aus Freiburg, Offenbach, Frankfurt, Siegen, Fulda, Dortmund, Köln, Gelsenkirchen, Krefeld, Westig, Leipzig und anderen Städten. Unter ihnen befinden sich unzählige Asse, so daß der Ausgang des Wettbewerbs überaus offen ift. Wo sehen wir die Fahrer am besten ! Die Strecke ist 30 Kilometer lang; sie führt vom Schützenhaus aus über Kaiserallee, Moltkestraße, Hitlerwall, Marburger Straße über Lollar, Daub- ringen, Alten-Buseck, Großen-Buseck und die Ganseburg nach Gießen. Sechsmal haben die A-Fahrer GießenerRadsportvor die Front aber, nachdem die Flaggen feierlich gehißt worden waren, eine Feier am Lagerfeuer, das bei einbrechender Dunkelheit in hellen Flammen emporloderte. Flammensprüche wurden vorgetragen, Ansprachen über die Ziele dieses Zeltlagers der Schule gehalten und schließlich folgten auch noch humon- tische Darbietungen, die großen Spaß bereiteten. Als der Zapfenstreich erklang, waren alle reichlich müde, krochen in die Zelte, die dick mit Stroh gefüllt worden waren, und bald lagen alle in tiefem diese Strecke zu durchfahren, die B-Fahrer fünfmal. Die Strecke ist zu Anfang und am Ende gut, in der Mitte ist aber hügeliges Gelände zu überwinden und außerdem sind die Wege sehr schlecht. Die Gie- jener werden in der Stadt selbst das kämpfende Feld an sich vorbeiziehen sehen. Wer die Fahrer aber eine weitere Strecke beobachten will, muß sich chon zur Karlsruhe hinauf bemühen. Viele werden aber frühmorgens über Wieseck und Alten-Buseck zum Daubringer Paß fahren. Denn dort werden sicherlich die Entscheidungskämpfe ausgefochten. Die Chancen der ^-Klasse. Diele Fahrer mit Namen von Ruf und Klang befinden sich im Wettbewerb. Da ist der Dortmunder Hohmann, der Sieger vom Großen Straßenpreis von Frankfurt, seine spurtschnellen Landsleute Seidel und F i g a y, der sieggewohnte Frankfurter Rohrbach, H o ch k a p p l e r - Köln, der (Sieger von „Rund um Frankfurt". Von den genannten dürfte wohl einer das Rennen gewinnen. Mehr als 70 Fahrer starten in der B-Klaffe. Der Freiburger K n ä b l e, die Frankfurter K ü h • Ting, Strehl. Welcher, Gänsler und R i t- ter, der Leipziger Zcikowski, der Wiesbadener P a l u d a und der von Rennen zu Rennen besser gewordene Gießener M e b u s — das find die 9obrer, die um den Sieg ringen, werden. Gegen 12 Uhr dürften die ersten Fahrer auf der Bahn des Sportplatzes eintreffen, wo sie die letzten Runden zuruck- zulegen haben. Meister des Pedals auf der Radrennbahn. Mit dem Fliegerpreis von Gießen, einem Hauptfahren, werden die Bahnrennen um 16 Uhr eröffnet. Ob der populäre Kölner Schorn auch diesmal gegen so schnelle Leute wie Black- Mainz, Hohmann- Dortmund, gegen dessen Landsleute Hu p- selb und Neumann, oder gegen Wo lisch laden einsässigen Behörden vor. Verbandskreisverwalter Schneider überreichte Kreisdirektor Dr. Lang noch ein von der Kreisorganisation gestiftetes goldenes Gästebuch, in das sich die bei der Tagung anwesenden Gäste eintragen sollten. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" aus den Führer und Volkskanzler, der am 30. Juni erneut durch seinen persönlichen Mut und seine Tatkraft bewiesen hat, daß er der Mann ist, der das deutsche Volk zur Höhe führen kann, fand die eindrucksvolle Tagung ihr Ende. Nach dem Absingen des Horst- Wessel-Liebes besichtigten die Teilnehmer Auch nach Erlaß des Gaststättengesetzes ist dieser Brauch noch vielfach angewandt worden. Wäre immer und überall die berussständige Organisation gefragt worden, dann wäre die Übersetzung im Gastwirtegewerbe heute nicht so kraß. In diesem Zusammenhänge kündete der Redner an, daß wahrscheinlich nach dem Oktober dieses Jahres mit einer Novelle zum Gaststättengesetz zu rechnen ist, m der die Frage der Zulassungen geklärt wird. Merkwürdig ist allerdings, daß trotz der Sperre die Zahl der Konzessionen angewachsen ist. Der Redner bat daher die anwesenden Behördenvertreter, darauf zu achten, daß vorerst Konzessionen nicht mehr erteilt werden, damit der Gastwirtestand wieder der angesehene Stand wird, der er ehedem war. Besonders müsse darauf gesehen werden, daß bie In- flationsblüten ausgemerzt und Vereinen Konzessionen nicht mehr bewilligt werden. Eine wettere Erleichterung für die Gastwirte wäre auch die Beseitigung der Straußwirtfchaften, wie sie vielfach in Rheinhessen üblich sind. Auch der Organisations- zwana muß durchgeführt werden, damit der Schmutz- und Schleuderkonkurrenz ein für allemal das Handwerk gelegt wird. Auch diefe sind Schad- Abschluß. <£ Reiskirchen, 12. Juli. Die hiesige Spar- und D ar lehns kaffe e. G.m.b.H. hielt ihre diesjährige Generalversammlung im Saalbau Gundrum ab. Aus der ganzen Umgegend waren die Mitglieder erschienen, so daß der Geschäftsbericht vor fast allen Genossen abgegeben werden konnte. Seit nahezu 50 Jahren arbeitet die Kasse, fo hörte man von dem Berichterstatter, fast ausschließlich mit den mittelständischen Kreisen und sieht ihre Hauptaufgaben in der Betreuung aller hierfür in Frage kommenden Fälle. Der Wirtschaftsauftrieb hat mit seinen belebenden Schwingen die Kasse leider noch nicht so erfaßt, daß dies zahlenmäßig durch die Bilanzsumme zum Ausdruck kam. Jedoch berechtigen die Verhältnisse zu der • sicheren Hoffnung, daß der Schrumpfungsprozeß eingedämmt und der Tiefstand überwunden ist. Durch die Wirtschaftsbelebung wurden starke Anforderungen an die Kasse gestellt. Um auch an der Durchführung des Programms unseres Führers mitzuhelfen, hat die Kaffe gerne und mit allen Mitteln sich in den Dienst der Sache gestellt und zur Belebung der heimischen Bautätigkeit usw. bei- getragen. Die Außenstände sind in der laufenden Rechnung um rund 12 000 Mark gestiegen. Die Spareinlagen gingen um 3000 Mark zurück. Auch der Wechselbestand verringerte sich im vergangenen Jahr um rund 7000 Mark. Die Reserven stiegen au 18 000 Mark und werden nach erneuter Zuweisung die beträchtliche Summe von 20 000 Mark erreichen. Das Rückstellungskonto beträgt 7000 Mark. Das Geschäftsguthaben ist um rund 70 Mark gestiegen; ferner erscheint als neuer Poften der Pflichtemzahl- Betrag noch ausstehender Geschäftsguthaben von rund 6780 Mark. Der Reingewinn betragt 3017 17 Mark. Der Mitgliederstand betrug am Anfang des Geschäftsjahres 353, Zugang 2, Abgang 4, fo daß jetzt ein Mitgliederbestand von 351 vorhanden ist und genau so viel Geschäftsanteile. Die Haftsumme der Kasse beträgt 351 000 Mark. Der Berichterstatter stellte mit Genugtuung fest, daß die Kasse mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Sie hofft und wünscht, daß die Kasse unserer heimischen Wirtschaft eine feste Stütze zum Wohle der Allgemeinheit und für jeden immer unentbehrlicher wird. Bei der Vorstandswahl, die nach der Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats ftattfanb, wurde als Direktor bestimmt: Philipp Schom- ber, Kontrolleur Ph. Stump f II., Rendant Wilhelm Launspach IV., als weitere Vorstandsmitglieder sind noch bestimmt: Heinrich Fritzel und Wilhelm Becker. , .. Reiskirchen, 12.Juli. Die A u sb ess e- runqsarbeiten an unserer Ki r ch e gehen ihrem Ende zu, so daß schon am kommenden Sonntag die f e i e r l i ch e E i n w e i h un g d e r Kirche vorgenommen werden kann. Der evangettsche So forderte der Redner die restlose Beseitl« g un g der Gemeindegetränke st euer, die bei manchen Gemeinden nur unter einem ge* wissen Druck eingeführt worden ist. Das Argument, daß bei Nichteinführung dieser Steuer dis Gemeinde nicht an dem Wohlfahrtsfonds teil hat. gilt im heutigen Staat nicht mehr. Als Vergleich führt Redner den ungeheuren Aufschwung der Autoindustrie durch den Wegfall der Kraftfahrzeug steuer an, der gleiche Aufschwung ist durch bte Beseitigung der Sektsteuer zu verzeichnen. Bezüglich der Reichsbiersteuer sind Verhandlungen im Gange, diese so zu gestalten, daß das Bier wieder Dolksgetränk wird. Diese Steuer kann und darf aber noch nicht aufgegeben werden, um den wirtschaftlichen Aufbau nicht zu gefährden. Das Bier aber, so sagte der Redner, ist ab Brauerei noch zu teuer. Hierin wird und muh noch eine allen Teilen tragbare Lösung gefunden werden. Die gestellten Aufgaben sind schwer zu lösen und es wäre daher falsch sich gegen Steuern aufzulehnen; lediglich bid den Gastwirten auferlegten Sonder steuern müssen tragbar fein. Wir wollen, so schloß der Redner, aber auch nicht murren, sondern froh sein, daß wir unseren Beruf noch ausüben können und wollen daher im Rahmen der Volksgemeinschaft unsere Pflicht und Schuldigkeit so erfüllen, wie es der Führer von uns erwartet. Nachdem Bezirksverwalter Mund dem Rodner für feinen tiefgrünbenben Vortrag ge- Als die Sonne am Mittwochmorgen heraufkam, herrschte batb roieber reges Leben unb Treiben auf iber Waldwiefe. Es gab einen regelrechten Dauerlauf, ber bie Glieber rasch gelenkig machte, es gab ferner ein Fußballspiel zwischen den Mannschaften ber Gießener unb ber Herborner Schule des Instituts, bas von ben Zuschauern leidenschaftlich ver- folgt wurde. Allzurasch verging bei Spiel unb Gesang, bei kurzen Vorträgen unb Streifzugen m die nächste Umgebung ber Tag. Arn Abend flackerte! wieber bas ßag-erfeutr auf, unb bie Kinder scharten sich im Krerse. Manches gemeinsame Lied hallte tm Waldtal wider, unb lustige Dortrage folgten. Erst gegen 23 Uhr kam wieber Ruhe in bas Lager. Am anberen Mittag brach die lustige Gesellschaft bas Lager ab, räumte gut auf unb marschierte mit Gesang zurück. Sicherlich ist allen, bie an diesem vorbildlich organisierten und verantwortungsbewußt geleiteten Zeltlager teilnehmen durften, der Aufenthalt I in der Kirchverser Heide zu einem schönen Erlebnis dankt hatte, übermittelte Kreisdirektor Dr. Lang die Grüße des Kreises Lauterbach. Mit großem Interesse habe er die Ausführungen verfolgt. Er sagte, dort wo es nötig und tragbar ist, den Gast, mitten in seinem Arbeitsbereich jede Unterstützung zu. Sorgen auch Sie dafür, so betonte er u. a^ daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit unterstützt wird. Das Festabzeichen, der Lauterbacher Strumpf mit dem bekannten Liedoers möge sie stets daran erinnern, daß in Lauterbach Deutschlands größte Molkereigenossenschaft stehf, deren Erzeugnisse in ihren Gasthäusern nicht fehlen dürften, desgleichen auch bie gute unb bekannte oberhessischs Wurst. Bürgermeister Peter hieß bie Gäste in ben Mauern Lauterbachs willkommen unb gab ber Hoffnung Ausbruck, baß eS ben Gästen im Vogelsberg, ben viele noch nicht kennen, gefallen möge. Die Getränkesteuer, glaube er versichern zu können, werbe, soweit es ben Kreis Lauterbach betreffe, nicht mehr lange existieren. Es sprachen bann noch ber Vertreter bes Zen- tralverbanbes Berlin, Herr Nephuth, unb Regierungsrat Schwan- Schotten kurz über bie Zusammenarbeit mit ben Behörben. Bezirksverwalter Munb sprach allen Rebnern Dank aus, auch ber Kreisverwaltung für bie Mühe unb Arbeit, die sie zu dieser Tagung aufgewendet hat. Im besonderen hob er das gute Einvernehmen und Zusammenarbeiten ber örtlichen unb Kreisorganisation mit 0 Krofborf-Gleiberg, 27.Juli. Der schon seit Jahren gehegte Plan, für unsere Gemeinbe ein Frei-Schwimmbab zu errichten, von besten Notwenbigkeit man um so mehr überzeugt wirb, soll nunmehr in bie Tat umgesetzt werden. Em Vorentwurf des Architekten Haas von hier findet bei der Bevölkerung rege Beachtung. Als Stelle des Bades ist ein Gelände am Ortsausgang nach Fellingshausen hinter dem „Biergraben" in Ansicht genommen. Das nötige Wasser soll ber Fohn- bach liefern, ber in ber Nähe bes Forsthauses Waldhaus entspringt unb ber genügenb Wasserzufuhr bringen bürste. In einer öffentlichen Versammlung oll demnächst zu bem Projekt in feinen Einzel- Sommer. Vor sehr gutem Besuch würbe das Thema „Süßmostbereitung im Haushalt" behandelt. Zur Erläuterung des Vortrages war im Hofe der Gastwirtschaft von Braun ein Küchenherd aufgestellt, auf dem mit den vom Verein beschafften neuen Sußmostborn aus Beerenfrüchten des Gartens ein keimfreier Beerensaft gewonnen wurde. Während des Verlaufs der Dampfentsaftung hielt der Vereinsführer, Lehrer Beppler, einen aufschlußreichen Vortrag, in dem er wertvolle Winke gab und zum Schluß eine Anzahl Rezepte zur Herstellung erfrischender Hausgetränke aus Holunder und Lindenblüten mitteilte. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Mit einigen weiteren technischen Erläuterungen fand der Abend feinen Die Dogtsche Handelsschule hatte es unternommen, ihre Schülerinnen und Schüler, etwa 130 an der Zahl, in einem Zeltlager zusammenzufassen um die Gemeinschaft, die an sich schon unter den Schulern besteht, durch ein solches Zeltlager noch zu vertiefen. Arn Dienstag, zu früher Stunde, zog bie junge Gesellschaft unter ber Führung bes Schulleiters unb der Lehrkräfte ber Anstalt hinaus in den Krofborfer Forst, um auf schönen Wegen einem ber idyllischsten Fleckchen Erbe unserer engeren Heimat zuzuwan- bern. Alle waren luftig unb guter Dinge unb freu- big bewegt über bie Abwechslung, bie dieses brei- tägige Zeltlager in ben Sckulbetrieb brachte. Das Zeltlager war recht sorgfältig vorbereitet worben. Jungens unb Mäbchen hatten Zeltbahnen mitgebracht, hatten auch bie Rucksäcke unb Tornister voll Frühstück unb Abendbrot für bie drei ^age, selbstverständlich auch Schlafbecken dabei, und so konnte es an nichts fehlen. Nach etwa vierstündigem Marsche langte man in der „Kirchverser Heide , einem von hohen Tannen- unb Buchenwäldern umrahmten Tal, an. Sogleich ging es an die Bereitung des Mittagessens unb bann an ben Lageraufbau. Jeder Junge unb jedes Mädchen mußte zupacken unb nach wenigen Stunden war alles schon in schönster Ordnung. Das ganze Lager, getrennt für Buben und Mädels angelegt, war mit Seilen umzogen worden, die Zelte standen ausgenchtet in Reih unb Glied, am Eingang zum Lager waren zwei Masten errichtet worden, an denen hoch im Winde Haken- kreuzfahnen flatterten. Bei allerlei Spielen und luftiger Unterhaltung verbrachte man bie Abend- geworden, stunden. Den Höhepunkt des ersten Abends brachte I A ß a u t e r b a d), 11. Juli. Arn «Sonntag begann hier bie große Gastwirtetagung bes Reichseinheits- Verbandes des Deutschen Gaststättengewerbes tm Gau X. Die Tagung wirb eine ganze Woche in Anspruch nehmen. Für Lauterbach bedeutet i> de Tonung, die von Tausenden von Gastwirten besucht , wird etwas Außerordentliches. Zur (Eröffnung der Gewerbeschau am Sonntagoormittaa und da- mit der Tagung überhaupt, waren sämtliche Jnnun- Dorgenunnueii wium v ck •19en bes Kreises vertreten. Derbanbskreisverwa er Frauenchor wirb sich zur Verschönerung ber ©^neiber erklärte, rachbem er Sinn und Zweck mit einigen passenden Liedern beteiligen eine Mab- fold)en Veranstaltung auch für die Arbeits- chengruppe trägt durch Vortrag« von Gedichten usw. dariegte, die AusstMung und dre Ta- w der Feier bei. Die Mrche, deren Turm vollstan- ' ijjr eröffnet. Das Horst-Weffei-Lied erklang, diq neu hergerichtet und die innen und außen ver- Böllerschuß kündete bie Eröffnung an. putzt unb gestrichen wurde, bietet nunmehr einen ed)On am ersten Tage hatte die Ausstellung einen lehr hübschen Anblick. Im vergangenen Jahr wurde n aufzuweisen. Am Dienstagabend, in eine Warmluftheizung angelegt. „ . der Hauptsache am Mittwochoormittag trafen aus v Großen-Linden, 12. Juli. Der Kriegs-1 Teilen des Gaues bie Gastwirte ein, um ben Teilnehmer von 1870/71, Georg Mü11er, ist I M^twoch ftattfinbenben Tagungen beiwohnen heute verstorben. Von den Ä -Veteranen lebt I können . ... hier setzt nur noch der 88jährige Ludwig Menges.» Bormittags tagte der Vorstand des früheren ♦ ? *DtAring11 ßC‘nen —hrigen ans!altet" gestern nachmittag einen botan i j ch e n Liquibierung Rechenschaft über bte ^eschlossmen Nunbaana durch ben Fürst zu Solms-Hohen- DermÖgensverhältni e gegeben unb über die V" frlms-ßUchen Schloßpark in unserer Stabt. Apo- ^nbung des Vermögens Mittettung gemach heker ßubmig Weber hatte in bankenswerter ^rbe. gm Anschluß baran tagten die Amt-watter E Führung übernommen. In seinen etwa ^s Gaues X im Einheltsverbanb über interne Be- 1 vfh'inhiapn Ausführungen behanbelte er in aus- I rvfs- unb Organisationsfragen. , ühicher^Weife einige interesfante Kapitel aus b«r ru,Bie Haupttagung Anatomie und Physiologie der Pflanzen fo insbe- Nachmittag im großen Saale der Turnhalle ftat. MWZWB --UUM-- WMMSLP-W8S-S---- ‘»äM.röaUer Sto"» (O«"*»» Är.i» ÄftÄÄÄXÄ m Nidda, 12. Juli. Unfer städtifches Vormittagssitzung sich d°r Schlußakt S ch w i rn rn b a b hat auch in biefem W«fieber s f r ü h e r e n R h e i n - Main-V e^b a^b e s sehr guten Besuch aufzuweisen, durch den die Not- ^llzogen hat, nachdem er bereits seit wendigkeit dieser gemeinnützigen Einrichtung erneut . Reichseinheitsverband etngegheber f. beroiefrn mirö. - Demnächst soll bier eine gro&e “^ Gelegenheit nochmals d n Dank an Kunbaedung für Volk unb Heim a t statt- öie;enjqen Berufskollegen, bie ben alten verband finben 9bei be/aud) Freilichtfprele unb Volkstänze ' u9nb ausgebaut hatten, ^mge ber früher Mi Hd-n .allem Die Vorbereitungen sind M n$el( • eifrig un Alsfeld. Verbandsnad-l 6obann |prad) W Ä-rv-nd-g-uv-rwatt-r Döring tagnachmittag hier ein fünf 3 a hre al tes (Darmstadt) Mäbchen. Das Kinb war an bem Stau Der aufgenommenen Re- Ohm bei ber Mühle, ber bort etwa drei Meter m emem mit großem Leif iu tief ist, ins Wasser gefallen. Durch schrei auf- f t über ben b e r u f sstand i sy en merksam gemacht, eilten mehrere lunge Manner b u nb z u k u n f t i g Bestehen bes Gast- hiesigen Arbeitsdienstabteilung rasch herbei, darunter mir t e g ew erb e. Schon > auc^ ber ^rbeit5bien^^mann 30^ ©eßl, ber alsjIftattenflefefees ift es -munw O einem erster an bem Wasser ankam schnell m ^.^hBerufrfoüegen zu sein. Seit sprang unb bas Kinb, bas schon mebrrnals unter_ Ginbeit5Derbanb dufrmme gja) Reichseinheitsgetaucht war, glücklich ans Ufer brachte, wo es einem Jahr s Ä aufgebaut worben, kntfchl°fs°n°n undtapl°r°n Verhaltens zum Arbeite- betrachten, d-r^m^ de H ch Ei, in erster Linie di-nft-Bormann befördert * L’ erhaltung ber Familie geht. Erst mit vreuhen. der Besserung der wirtschaftlichen Verhaltniffe IM «'iK.ut* nra tann auch der Gastwirt wieder gesun- Kreis Wetzlar. den Aber es gilt, um über die Krifenzsit im Gast- nm-d W e tz l a r, 12. Juli. Der in den 50er Iah- wirtegewerbe hinn-egzul°mmen, noch mancherlei ren stehende Gemeindediener Heinrich Kuhlmann M^stünde aus der Nachkriegszeit }u beseitigen. Mein Altenstädten ist wegen Unregelmäßig- 3cu betriebenen Gaststätten flehen in wordem Geistern fand man rn/Ä"Esternen Hand in! -lnem Mßverhältziis zur Kaufkraft der V-- ger gewinnen kann, muß abgewartet werden. Hart dürfte der Kampf auch im folgenden Punktefahren werden. Im Stundenmannschaftsrennen sind die Gebr. Schorn Favoriten, denn ihre Gegnerschaft ist stärker wie je zuvor. , Es starten: Zacharias-Müller, Koblenz; Hohbein- Eichhorst und Becht-Lorz, Frankfurt; Augurski- Black, Mainz; Hoves-Zcerni, Bocholt, Knabli-Hoh- mann, Freiburg-Dortmund; Gassenmeier-Geyer, Offenbach; Hupfeld-Neumann, Dortmund; Muhl- Wollschläger, Gießen-Köln; Knusing-Moleda, Bochum. Auch der Saalsport. kommt bereits am Samstag auf der Karlsruhe zu seinem Recht. Hier werden sämtliche Bezirksmeister, schäften im 1er- und 2er-Kunstfahren, im 6er-Kunst- reigen und im 2er-Radballspiel ausgetragen. Die gemeldeten Mannschaften aus Wieseck, Niedergirmes, Aßlar, Krofdorf, Gießen und Großen-Linden werden sich heiße Kämpfe liefern. Die Radfahrer aus nah und fern sollen hier einen schönen Sommerabend verleben. Das 27. Rhönturnfest. Auf der Wasserkuppe findet am Sonntag das 27. Rhönturnfest statt, das Bergfest des Turngaues Nordhessen, das außerdem für die Gaue Mitte, Südwest und Bayern offen ist. Durch das Fest soll nicht nur das volkstümliche Turnen, sondern auch die Liebe zu unserer schönen hessischen Heimat gefördert werden. Daß den Besuchern des Festes Gelegenheit geboten ist, unsere wackeren Segelflieger in ihrem Bestreben beobachten zu können, neue Höchstleistungen im motorlosen Flug zu erzielen, wird ganz gewiß einen besonderen Anreiz zur Teilnahme an dem Fest ausüben. Die volkstümlichen Mehrkämpfe finden in verschiedenen Stufen für Turner, Fugend, Turnerinnen und Knaben statt. Spannend werden sich die Staffelläufe um die Wanderpreise, die Einzelkämpfe und Schlagballspiele gestalten. Auch aus Gießen und Umgebung wird das Fest von Wettkämpfern beschickt. Gießener Leichtathlet zu den „Amerikaner-Sportfesten^ eingeladen. Der weit über unsere Stadt hinaus bekannte Gießener Leichtathlet Gugel (l./J.-R. 15) hat als Mitglied der Spieloereinigung 1900 von der Deutschen Sportbehörde eine ehrenvolle Einladung erhalten. Er soll und, wie wir hören, wird an den sog. „Amerikaner-Sportfesten", die gleichzeitig Olympia- Prüfungswettkämpfe darstellen, in Hamburg (15. Juli), in Düsseldorf (16. Juli), in K o i n (18. Juli) und in Frankfurt (22.Julr) tellneh- men. Deutsche Leichtathleten der besten Klasse stehen dabei jeweils einer amerikanischen Auswahlmannschaft gegenüber. Gugel wird im Kugelstoßen starten und dabei auf den Amerikaner L y m a n n treffen, der in der Weltrangliste an zweiter Stelle steht und mit Weiten von über 16,30 Meter tatsächlich einer der Besten ist. Gugel wird sich neben diesem Konkurrenten sehr anstrengen müssen, wenn er sich mit einem ehrenvollen Ergebnis behaupten will. Oer Derbandsachter der GRG. bei der Meisterschaftsregatta in Mainz. Am 21. und 22. Juli wird auf der Regattastrecke in Mainz die Deutsche Meisterschaftsregatta ausgetragen, zu der die Gießener Rudergesellschaft ihren Verbandsachter gemeldet. Zum Kampf um die Meisterschaft im Achter haben nicht weniger denn 13 Vereine Meldungen abgegeben, und zwar: Ulm RKl. Donau, Gießener Rudergesellschaft 18 7 7, Berliner Ruderklub, „Germania" Königsberg, Mainzer Ruderverein, Berliner Rudergesellschaft 1884, R. und W. Berlin, Renngemeinschaft Leipzig, Frankfurter Ruderverein 1865, „Hellas" Berlin, Würzburger RV., Lübecker RG., Mainz-Kastel 1880. Die Mannschaft der GRG. trifft in ihrem Vorrennen auf den Ulmer Ruderklub Donau, den Berliner Ruderklub und „Germania" Königsberg. Die Vorläufe werden bereits am Freitag, 20. Juli, ausgetragen. Es starten einmal 4 und dreimal 3 Boote. Die beiden ersten Boote eines jeden Vorlaufes bestreiten am Freitagnachmittag zwei Zwischenläufe zu je vier Booten/Die beiden ersten Boote dieser Zwischenläufe haben um die Entscheidung zu kämpfen. Das erste Boot erhält außer dem Titel des deutschen Meisters und der Meisterschaftsplakette auch die goldene Kampfspielmedaille. Das zweite Boot wird mit der silbernen, das dritte Boot mit der bronzenen Kampfspielmedaille ausgezeichnet. Hoffentlich gelingt es dem Verbandsachter der GRG., eine dieser Medaillen mit nach Hause zu bringen. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Ein Mißverständnis. (v. U.) London. Steuerformulare in England geben denen anderer Länder gewiß an Kompliziertheit und Unverständlichkeit' in der Fassung nichts nach. Es ist daher auch kaum verwunderlich, daß ein Waliser, der seine Einkommensteueroeranlagung zum ersten Male erhielt, nach gewissenhafter und eingehender Prüfung des Dokuments folgende Antwort ab- fandte: „Nach sorgfältigem Durchlesen Ihres geehrten Prospektes habe ich beschlossen, Ihrem Verbände nicht beizutreten ..." Diese garantiert wahre Geschichte wurde kürzlich bei einer Erörterung der Einkommensteuerfrage durch die Nationale Handelskammer in Folkestone als Beweis für die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung des Steuerveranlagungsformulars vorgetragen. Der Helfer in der Not. (d) Denver (USA.) Der Gefängnisdirektor von Denver im Staate Colorado war in Verzweiflung. Stöhnend hatte er sich soeben seinen Rock ausgezogen und ihn über eine Stuhllehne gehängt. Dann machte er sich wieder an die Arbeit. Es galt nichts weniger als ein Safe zu öffnen, in dem er die Akten der Strafanstalt verwahrte. Donnerwetter! Jetzt fing der Direktor an zu fluchen. Das ging doch sonst wie geschmiert, und heute wollte es einfach nicht funktionieren. Erschöpft ließ er sich nieder und telephonierte sämtliche Sachverständige des Hauses herbei. Einer nach dem andern nahm die raffiniert gearbeiteten Schlüssel in die Hand, drückte, zog und drehte, versuchte es mit sanftem Schieben und mit plötzlichem Ruck — aber schließlich saßen sie alle da wie matte Flie- aen und trockneten sich die Gesichter ab. „Hurra", schrie da der Direktor, „ich hab's! In Zelle 745 sitzt noch der Sherman, Sie wissen doch, der ist Spezialist für Geldschrankeinbrüche. Wie wär' es denn, wenn wir den einmal herbemühten?" Die Herren fanden den Einfall zwar reichlich grotesk, wollten sich aber als echte Amerikaner dieses Sensatiönchen nicht entgehen lassen und holten den Mr. Sherman herbei. Er wurde höflich empfangen, man klopfte ihm auf die Schulter, sagte „Guter Freund" zu ihm, kurz, munterte ihn in jeder Weise auf, ja nicht schüchtern zu sein, sondern einmal seine Kunst an diesem Safe zu versuchen. Sherman lächelte geschmeichelt. Dann untersuchte er kurz und sachverständig das schwierige Schloß und bat dann um etwas dicken Draht. Als er den in Händen hielt, bog er ihn kunstgerecht zu einer ganz komplizierten Form zusammen, — alle Anwesenden sahen ihm dabei interessiert auf die Finger — führte ihn in das Schlüsselloch und schloß den Schrank auf. Die Herren waren verblüfft. „Zeigen Sie doch mal her", wurde der tüchtige Sherman bestürmt, wie haben Sie denn das Ding gedreht?" — „Ach, bas war doch nicht schlimm", wehrte der Einbrecher bescheiden ab, „da habe ich schon ganz andere Sachen geleistet." Und ehe ihn jemand daran hindern konnte, bog er den Draht wieder gerade. „Berufsgeheimnis!" sagte er und verabschiedete sich mit einer höflichen Ansprache: „Ich freue mich, meine Herren, daß ich Ihnen aus der Klemme helfen konnte. Bei der nächsten Gelegenheit stehe ich Ihnen mit Vergnügen wieder zur Verfügung. Ich freue mich, wenn ich üben kann." Die Geldschrankbauer sehen schwarz in die Zukunft. Zwei „Entfesslungskünstler". Dunnerkiell da staunte der biedere ^Herr^H^ase- mann, als sich seine beiden jungen Freunde vom Tisch erhoben und ihm ihre akrobatischen Kunststucke vormachten. Wie einer auf den andern eingespielt war, wie tadellos alles klappte, die reinsten Artisten waren sie! Das hätte er den jungen Leuten gar nicht zugetraut, als er sie neulich im Lo- kal traf, wo sie, ziemlich heruntergekommen aus- sehend, mit Zigaretten und Selterswasser ihr Abendbrot bestritten. Doch sonst hatten sie einen ganz manierlichen Eindruck auf Herrn Hasemann gemacht, und da er gerade die Spendierhosen anhatte, ließ er den Burschen erstmal etwas Ordentliches zu essen geben und lud sie für heute abend zu sich ein. Rührend von ihnen, fand der edelmütige Gastgeber, daß sie sich nun mit ihren Fertigkeiten be- danken wollten. Jetzt ließ sich der eine sogar um und um mit Stricken umwinden. Scheinbar wehrlos lag er am Boden. Aber mit ungeheurer Gelenkigkeit wünd er sich aus den Fesseln, bekam die Hände los und machte sich dann schnell frei. „Fabelhaft!" Herr Hasemann war ganz Bewunderung und klatschte wie verrückt Beifall. „Ja, so leicht kann uns das keiner nachmachen", rühmten sich die Jungen. „Na, es käme auf einen Versuch an", wandte Herr Hasemann bescheiden ein, dessen Ehrgeiz erwacht war. „Wollen Sie nicht mal die Freundlichkeit haben, mich zu fesseln? In meiner Jugendzeit habe ich mich auch mit solchen Dingen abgegeben." — „Aber mit Vergnügen", nickten die Bur- chen und warfen sich bedeutsame Blicke zu. Herr Hasemann merkte nichts davon; denn er war viel , u eifrig bei der Sache. „Fester!" rief er, und die Leute zogen die Schlinge fester zu. Sie taten noch ein Uebriges und warfen Herrn Hasemann ziemlich unsanft auf die Erde. Zum Schluß steckten sie ihm einen Knebel in den Mund. Dann ließen sie den völlig Ueberraschten liegen und untersuchten seinen Schreibtisch. Mit Erfolg, denn ihre Brieftaschen chwollen zusehends an. Dann grinsten sie ihrem Wohltäter noch abschiednehmend zu, machten Winkewinke und entschwanden auf Nimmerwieder- ehen. Herr Hasemann mußte aber einsehen, daß eine Entfesselungskünste doch nicht mehr auf der Höhe waren; denn seine Kraft langte gerade noch dazu, den Knebel aus dem Mund zu stoßen und die Nachbarn herbeizurufen. Roselle holt auf. (z) Paris. „Besser spät als nie", meinte Frau Roselle Rondeau, eine nicht mehr ganz junge Dame, anläßlich einer Geburtstagsfeier, die ihr ihre Kinder veran- taltet hatten. Das schöne Familienfest fand im Hause des jüngsten Sohnes von Frau Roselle statt: des sechsundsiebzig Jahre alten Pierre Rondau. Kinder und Kindeskinder waren versammelt und feierten die Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, die in aller geistiger und körperlicher Frische ihren 106. Geburtstag beging. Es wurde viel erzählt, und so zwischendurch erklärte die Jubilarin denn auch, sie habe es satt, als — Analphabetin durch diese schöne Welt zu lustwandeln. Gesagt, getan: Die Hundertsechsjährige klemmte sich mit eiserner Energie dahinter und lernte in erstaunlich kurzer Zeit die Kunst des Schreibens und Lesens. Nach französischen Zeitungsmeldungen soll sie die „gesamte" französische Literatur durchgearbeitet haben und mit besonderer Vorliebe junge, zeitgenössische Autoren lesen. Dürfte das auch eine kleine Uebertreibung sein, so muß man schon sagen, daß die Leistung an und für sich alle Hochachtung verdient... Die niesende Leiche. (1) Sofia. Der Bauer Iwan Kresteff aus dem kleinen bulgarischen Landstädtchen Berkowitza beging kürzlich seinen 50. Geburtstag. Weil man dieses Fest schließlich nur einmal im Leben feiern kann, beschloß Kresteff, das recht gründlich zu besorgen. Das nötige Kleingeld hatte er sich am letzten Markttage in der nahen Hauptstadt besorgt, wo er einige Schafe verkauft hatte. Schon am frühen Nachmittage des Wiegenfestes zog sich das Geburtstags„kind" mit einigen guten Bekannten also in eine Schenke zurück, wo bei feurigem Wein und lustigem Gesang eine tolle Feier anhub, die bis zum Morgengrauen andauerte. Doch Kresteff war kein allzu trinkfester Perkeo. Bereits lange vor dem Aufbruch lag er „steif roten Besenstiel" irgendwo in einer Ecke in Morpheus' Armen. Seine Zechkumpanen luden ihn nun kurzerhand au bte Schultern, um ihn nach Hause zu schleppen Das ging ganz gut, solange alle anfaßten. Als aber einer von ihnen — ausgerechnet der Totengräber des Städtchens — an feiner Wohnung angelangt war, verließ er kurzerhand die schaukelnde Prozession und wankte in fein Häuschen. Nun war guter Rat teuer, denn die restlichen vier „Leidtra- genden" waren nicht imstande, ihre Bier- bzw. Weinleiche weiterzuverfrachten. Und da verfiel einer oon ihnen auf den Ausweg, der sie nicht nur aller Sorge um Krestoft enthob, sondern in ihren Augen auch ein glänzender Witz war: Der bewußtlose Kresteff wurde in die an das Totengräberhäuschen gelegene Leichenhalle geschleppt und in einen der bereltstehenden Särge gepackt. Worauf sich die Ge- DiedeiseßlW desprinzgemchls derAiederlande Die Abfahrt des Leichenwagens zu der in Delft gelegenen Familiengruft des Königlichen Hauses vom Königspalast im Haag. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, war der von acht Rappen gezogene Wagen völlig in Weiß und Silber dekoriert. Auch die Königin Wilhelmine und die Kronprinzessin Juliana (unter dem Portal rechts) folgten weih gekleidet dem Sarge. ellschaft tiefbefriedigt nach Haufe begab ... Einige Stunden später erschien der Gehilfe des Totengräbers in der Halle. Im Augenblicke, als er sich interessiert über die neue „Leiche" beugte, geschah etwas, was ihn in eine heillose Panik ver- etzte: Der „Tote" stöhnte auf und begann dann chrecklich zu — niesen. Dem vor Schreck erstarrten Totengräbergehilfen aber standen die Haare kerzengrad zum Himmel, als sich plötzlich die Leiche im Sarge aufrichtete und ihn mit großen Augen anglotzte. Mit einem Satz war er aus der Halle und draußen auf der Straße, wo er furchtbares Fersengeld gab. Langsam war sich auch der Bauer einer Lage bewußt geworden, der nicht weniger rasch aus dem Sarge kam und auf die Straße eilte. Die Kunde von der Flucht des Totengräbergehilfen vor der Bierleiche und deren Auferstehung eilte wie ein Lauffeuer durch das kleine Städtchen und erregte viel Heiterkeit. Die Polizeibehörde indessen zeigte weniger Verständnis für den „Witz" und hängte den „Leidtragenden" ein anständiges Strafmandat wegen groben Unfugs an. Amerikanisches Begräbnis. (d) Chikago. Tauchte da neulich in einer der belebtesten Verkehrsstraßen Chikagos plötzlich ein Leichenzug auf, der die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. lieber zweihundert Personen folgten trauernd dem Wagen, schritten gesenkten Hauptes unter den Trauerklängen einher. Die Straßenpassanten blieben stehen, und es dauerte gar nicht lange, da war die Straße voller Menschen, die neugierig den Trauerzug begleiteten. Wer denn da begraben wurde, wollte man wissen; aber niemand konnte Auskunft geben. Nur so viel stand fest, daß eine bedeutende Persönlichkeit zu Grabe getragen wurde. Vielleicht ein Gangster-Häuptling? Noch erging sich die Menge in allerlei Vermutungen über den Toten, als sich plötzlich zum Schrecken der Zuschauer der Deckel des Sarges in die Höhe hob, und sich der Tote langsam aufrichtete. Entsetzt stob die Menschenmenge auseinander; Frauen fielen in Ohnmacht, und selbst den mutigen Naturen lief eine Gänsehaut über den Rücken. Da winkte der „Leichnam" gebieterisch mit der Hand und rief in das erregte Durcheinander: „Ladies cub Gentlemen! Gerne hätte ich noch länger auf dieser schonen Erde geweilt; aber weil ich nie Cowleys Malzbonbon gegessen habe, muß ich so früh ins Grab." Ein Augenblick Totenstille! Aber dann erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Die Amerikaner sind ja exzentrische Reklametricks gewöhnt; aber das war ihnen doch zuviel. Erbittert gingen sie gegen den „Auferstandenen" vor, holten ihn aus dem Sarge und verprügelten ihn nach Strich und Faden. Das Trauergefolge wurde auch nicht gerade sanft behandelt, und bald war eine allgemeine Keilerei im Gange, daß die Polizei eingreifen mußte. Spätes Glück. (bi) Mailand. In Tortona wurde kürzlich eine Hochzeit ganz besonders festlich gefeiert. Das Hochzeitshaus war überreich mit Blumengewinden und Kränzen geschmückt. Schon Tage zuvor waren fortdauernd Blumen, Glückwünsche und Spenden für das Paar eingelaufen. Die Hochzeit war nämlich etwas ungewöhnlich: Der Bräutigam, Herr Marco Asst, zählte 70 Jahre und seine Braut Domenico ebenso viele. Vor 50 Jahren waren die beiden einmal verlobt gewesen. Doch der Bräutigam hatte dann fein Versprechen gebrochen und eine andere geheiratet. Domenico aber schwur damals den Männern ewige Feindschaft. Und so war sie ledig geblieben. Nun aber war Marcos erste Frau gestorben. In seinen einsamen Stunden machte er Generalbeichte über sein langes Leben. Er konnte damit zufrieden sein, wenn nicht, ja wenn nicht eben jener Treuebruch damals gewesen wäre. Das lastete schwer auf seinem Gewissen. Bis ihm eines, Tages eine Erleuchtung kam: Vielleicht lebte die Domenico noch? Und dann könnte alles noch gut werden? — Marco machte sich also auf die Suche und traf die alte verlassene Liebe auch tatsächlich lebend und unverheiratet an. Kurz entschlossen freite er sie. Und Domenico gestand ihm unter Tränen, daß sie ihn immer noch liebe wie einst vor 50 Jahren. Sie sagte „Ja" und konnte es nicht fassen, daß das Glück so spät noch zu ihr kam ... Dieser Fall hat aber Schule gemacht: Wenige Tage nach der feierlichen Hochzeit Marcos mit Domenico erschien auf dem Standesamt in Tortona ein Paar, das sich trauen lassen wollte. Mit wichtiger Miene kramte es die Dokumente aus den Taschen und überreichte sie dem Beamten. Der stellte zu seinem Erstaunen fest, daß er, der Bräutigam Giovanni, 82 Jahre alt war; die Braut Maria hingegen zählte „erst" 73 Lenze. Als der Standesbeamte angesichts dieser verblüffenden Feststellung em wenig mit der Aufnahme der Personalien zögerte, wurde er von Giovanni energisch angefahreiü „Beeilen Sie sich gefälligst! Wir haben nicht vier Zeit zu verlieren. Beschleunigen Sie den bürokratischen Kram! Uns bleiben doch nur noch 30 oder 40 Jahre, die wir unserer Liebe leben können, und die möchten wir bald auskosten!" 30 oder 40 Jahre, — hat der 82jährige Bräutft gam mit seiner 73jährigen Braut wörtlich gejagt.*« Spätes Glück! Kunst und Wissenschaft. „Wallenstein" in den Frankfurter Römerberg-Festfplelen. Der Ausführung der „Jungfrau von Orleans" ist nun die des „W a 11 e n ft e t n" (Lager und Piccolomini) gefolgt. Es war auffallend, wie viel stärker hier der Akzent auf den Massenszenen lag als bei der „Jungfrau". Es bestand für die Regie die schwierige Ausgabe, Massenbewegung und Einzelsprechertum auszugleichen und in Einklang zu bringen. Am vollendetsten wurde das in der hervorragend dargestellten Kapuzinerszene gelöst, wo der Prediger von den Wellen der Massenbewegung getragen wurde., und Wirkung und Gegenwirkuna sich in glänzender Rhythmik ab- lösten. Der Akzent, der auf der Massenbewegung lag, wurde dadurch gesteigert, daß die Regie die Piccolomini-Handlung, die das Handeln der Einzelpersönlichkeiten darstellt, in „Wallensteins Läger" derart eingebaut hatte, daß die Massenszenen des Lagers das Ganze umrahmten und besonders in der Kapuzinerszene und dem mitreißenden Schlußgesang „Frisch auf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd" ihren Höhepunkt sanden. Wallenstein wurde von Robert Taube verkörpert. Otto Gras gab einen sehr menschlichen Octavio, Joachim Gottschalk einen feurigen und mitreißenden Max Piccolomini. Als ausgezeichneter Sprecher und Darsteller erwies sich auch Hermann Schömberg in der Jllo-Rolle. Gewinnouszug L Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten L Ziehungstag 11. Juli 1934 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II beiden 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinn« über 300 M. gezogen 2 Gewinn« zu 3000 M. 289869 2 Gewinne zu 2000 M. 117437 8 Gewinne zu 1000 M. 31245 165237 194939 20 Gewinne zu 800 M. 168502 168806 216003 239910 299796 306486 341891 380544 52 Gewinne zu 500 M. 27053 33086 82296 120130 125870 130079 133270 146256 161008 176617 181447 198777 219460 222546 224274 239040 286372 300415 317057 322234 353506 399276 174 Gewinne zu 400 M. 5400 7498 17729 21029 27502 28717 30429 38526 40792 60892 65987 70446 73059 73643 75596 78713 96690 109230 110628 112492 120384 122583 126282 127659 134630 136943 145033 152282 153021 156365 166305 171606 172507 174625 175452 177323 178197 187258 187310 191162 228002 233618 234757 243561 246478 266005 269317 271779 272939 284289 288141 290703 302219 307974 317258 323404 324101 325596 330667 332957 341532 342682 346770 354651 363126 369171 374665 375162 383955 384625 393042 393450 397337 194579 188199 364847 34001 136834 204269 294172 20783 56534 77026 112493 136774 161976 175993 195891 256686 285809 319481 338079 363638 392842 3n der heutigen Nachmittaasziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 20102 54275 67659 75121 168 Gewinne zu 366694 379462 380999 52156963 12792 18473 190455 329029 115775 165445 271702 343392 127234 233115 276783 352648 118019 323065 111241 137262 177821 198110 216991 227074 252346 279363 300234 356705 377143 232219 249790 198302 386456 90798 131686 148355 191648 208517 219375 235155 257073 293638 338649 368206 136458 239679 281061 359753 400 M. 385470 350702 156043 256116 328890 143506 144872 242825 252174 311070 317748 111421 142719 182839 204468 217878 227409 253920 285051 304499 364624 378400 50721 89512 111425 148340 185185 205883 218871 228332 256255 289865 325523 366031 385399 103778 137133 168668 197132 213979 223488 248782 268414 296961 354511 374361 134981 158368 193672 210300 220984 240374 259491 294412 345710 368543 6279 21286 216984 2 Gewinne zu 3000 WL 6 Gewinne zu 2000 M. 8 Gewinne zu 1000 M. 351356 18 Gewinne zu 800 M. 206017 282175 305049 56 Gewinne zu 500 M. 1 19378 28371 28892 31370 33000 46041 56297 59534 64820 67284 77036 82334 ----- 90809 " —... .......... 20 Tagesprämien. Aus jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu ft 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Loft gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und IU 6W9 20698 24176 45359 100705 141873 330213 334510 357145 37i 'SO