Nr. 86 Erstes Blatt M- Jahrgang Freitag, |Z. April 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte D 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- iu behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Zeder Druck auf Beamtenschaft beim Zeitungsbezug untersagt. Eine Anordnung des stellvertretenden Beamtenführers. Berlin, 12. April. Der stellvertretende Be- Auslandsschulden können nur aus dem Erlös aus Warenabsatz im Ausland abgedecki werden. Herbst 33 April 34 Rohöl (Mill, hl) 571 Heue Wege für den deutschen Außenhandel Bremer Tagung der Außenhandelsstellen. e führe. Herbst 32 63 000 275 000 665 000 24 700 230 000 615 000 Im Darr6 Presse geben, um die 52 000 250 000 630 000 Kurzfristige davon Stillhalte 10,1 5,0 10,5 8,7 4,1 10,3 Zinn (t) Zink (t) iupfer (t) amtenführer Reusch hat an die Gliederungen des Reichsbundes der deutschen Beamten ein Rundschreiben gerichtet, das sich g e g en bas Borge f) e n von Amtswaltern des Reichsbundes richtet, die auf die Beamtenschaft stellenweise einen starken Druck zum Bezüge b e - stimmter Tageszeitungen ausgeübt hätten. Es wird darauf hingewiesen, daß ein derartiges Borgehen verboten fei und mit Ausschluß aus der Partei bedroht werde. Auch eine Kontrolle über den Bezug bestimmter Zeitungen dürfe nicht ausgeübt werden. Herbst 33 28 1,57 20,4 535 April 34 16,8 schätzenswert sind. Ein alter Satz der klassischen Nationalökonomie ist von Adam Smith dahin formuliert worden, sinkende Preise seien ein Zeichen der Verelendung, steigende ein Zeichen zunehmender Weltwohlfahrt Bis zum Herbst 1932 sanken auf dem Weltmarkt infolge Ueberproduktion usw. die Rohstoffpreise, sie begannen dann zu steigen, in den Rohstoffvorräten war eine deutliche Abnahme zu verzeichnen. Aber die darniederliegende Kaufkraft hatte bei sinkenden sammengetreten, um nochmals einen Vermittlungs- ver such zu machen. Aber es ist kaum anzunehmen, daß auf die Dauer England ruhig zusieht, daß sich Ibn Saud in Yemen festsetzt und das Land unterwirft, weil diese Südwestspitze Arabiens für den Seeweg nach Indien eine strategische Bedeutung besitzt, aus deren Kenntnis heraus England bisher die Machthaber in Yemen a n M) zog, festhielt und gegen Angriffe anderer arabischer Gebieter stützte. Bremen, 12. April. (DNB.) Der Marktplatz der alten Hansestadt Bremen, das Rathaus, der Schütting, die Börse zeigten reichen Flaggenschmuck. Im Festsaal des alten Rathauses wurde die Arbeitstagung aller Außenhandelsstellen Deutschlands feierlich eröffnet. Der Vorsitzende des Vorstandes der Außenhandelsstelle für das Weser-Ems-Gebiet, Otto Hoyer- Oldenburg, eröffnete die Tagung mit dem Hinweis, die heutigen Außenhandelsstellen seien Neuschaffungen des 'Nationalsozialismus, die in 19 organisch aufgeteilten Großräumen der Wirtschaft an Stelle von bisher 144 Industrie- und Handelskammerbezirken arbeiteten. Regierender Bürgermeister Dr. Markert begrüßte die Anwesenden. Reichsernährungsminister Darre Dagegen nahmen die Vorräte für Tee, Zucker, Kautschuk, Baumwolle und Blei zu. Immerhin ist in der Dorratswirtschaft eine Art Stillstand eingetreten. Seit Herbst 1932 ist die gesamte Weltproduktion um zehn und gegen Herbst 1933 um fünf Prozent gestiegen. Der Gesamtverbrauch der Welt ist also, wenn auch die alten Vorräte noch eine Zeit- lang liegen bleiben, immerhin auf dem auf st ei- wie jeden politischen Extremismus bekämpfen. Die Leitung der Bewegung wird im Gegensatz zu anderen Organisationen in den Händen eines Ausschusses von Männern der jüngeren Generation liegen, die in der Oeffentlichkeit bisher keine große Rolle gespielt haben und von denen die meisten erst am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Der Begründer der Bewegung ist M. Duncan Sandys, der vor kurzem den diplomatischen Dienst verlassen hat. Er unterstützt die Konservative Partei. Es stehen genügend Geldmittel zur Verfügung, um die anfänglichen Bedürfnisse der Bewegung zu decken. Infolgedessen werden von den Mitgliedern keine Beiträge gefordert werden. Rücktritt des japanischen Kriegsministers? London, 11. April. (DNB.) Wie Reuter aus Tokio meldet, hat Kriegsminister Ayachi sein Rücktrittsgesuch eingereicht, weil sein Bruder, der frühere Dizebürgermeister von Tokio, im Zusammenhang mit dem Skandal der Tokioter Gasgesellschaft zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er Bestechungsgelder an Stadträte gezahlt hatte. Ministerpräsident Saito hat den Kriegsminister gebeten, sein Gesuch zurückzunehmen. führte dann u. a. aus: Wer unvoreingenommen die Weltwirtschaft betrachte, komme zu dem Ergebnis, daß der Handel der ro e i ~ 1 r" neue Wege suchen müsse, wenn er bestehen bleiben wolle. Agrarpolitik und Ausfuhrhandel gehören ein für allemal zusammen. Denn es sei unmöglich, auf die Dauer einen Zustand aufrechtzuerhalten, in dem entweder die Exportindustrie lebt oder nur die Landwirtschaft. Daher sei der Nationalsozialismus zu der Schlußfolgerung gekommen, daß es nur einen Ausweg gäbe: Binnenmarktsproduktion und Verbrauch durch eine Art Zwangssyndikat zusammenzuschließen und den Verbrauch zunächst im eigenen Lande unterzubringen, darüber hinaus dann aber mit jedem Lande diejenigen Handelsverträge zu schließen, die für die Vertragspartner zweckmäßig find. Der erste Sinn des neuen Reichsnährstandgesetzes sei der, durch die innere Marktordnung die außenpolitische Handelsfreiheit wiederzugewinnen. Dadurch sei wohl eine Gebundenheit des einzelnen gekommen, aber gerade auch durch diese Bindung des einzelnen die Freiheit des Ganzen gewonnen worden. Die Regelung der inneren Marktordnung durch das Reichsnährstandsgesetz habe auch Produzent und Händler vollkommen getrennt. Der Bauer könne nicht als Händler angesprochen werden, da er ausschließlich Produzent sei. Dem Handel sei eine gewisse Gebundenheit auferlegt, dafür aber auch die Ausschließlichkeit des Handels zuerkannt worden. Eine Neugruppierung des Außenhandels dürfte für eine Neubelebung auch dieses Handelszweiges die ausschlaggebende Rolle spielen. OerReichsführer des deutschenHandels Or. £üer stellte fest, daß das Ziel dieser Arbeitstagung sei, gewisse Richtlinien für die Ausgestaltung des Außenhandels zu finden, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsteilung zwischen dem Werkhandel und dem Binnenhandel einerseits und dem an den Küstenplätzen ansässigen Einfuhr- und Ausfuhrhandel andererseits. Es Krieg in Arabien. Im Zentrum der muselmanischen Welt herrscht seit einigen Wochen offener Kriegszustand, nachdem schon monatelang vorher zwischen dem Herrn von Mekka und Medina, dem Führer der orthodoxen Wahabiten Ibn Saud und dem König der einst in Märchen als Paradies angesehenen südarabischen Ymengegend, Yehia, der Streit um die zwischen beiden Königreichen liegenden Stammländer der Idrisis im Gange war. Ibn Saud hatte seit der Eroberung von Mekka im Oktober 1924 und von Medina im Herbst des nächsten Jahres die Kalifenwürde errungen. Er ist der Träger eines religiösen Erneuerungsversuches der mohammedanischen Welt, der aber von Kairo und Bagdad aus abgelehnt wird. Als vorsichtiger Reformer verbindet er den orthodoxesten Koranglauben mit der Benutzung der modernsten technischen Errungenschaften, und bisher hat er bewiesen, daß seine Truppen, erfüllt vom alten Fanatismus, militärtechnisch außer- Weltwirtschaftliche Umschau. Während bisher für uns das Problem der kur z- fristigen Schulden im Vordergrund stand, wurde jetzt in Basel der Schuldendienst für die langfristigen Kredite erörtert. Das Absinken des Goldbestandes der Reichsbank, die nach mehreren Jahren erstmalige Passivität unserer Handelsbilanz und damit die Unmöglichkeit, den bisherigen Transfer infolge des Rückganges des Devisenanfalles aufrecht zu erhalten, die daraus sich ergebende Zwangsbewirtschaftung der Rohstoffeinfuhr, zunächst für Textilien und Nichteisenmetalle, zeigen die Zwangslage, in die Deutschland infolge der Wirtschaftspolitik der anderen Länder hineingeraten ist. Für uns kommt es darauf an, daß b i e Währung gesichert bleibt und daß die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung, die nicht aus dem Reichsetat, sondern durch Anleihen erfolgt, dadurch gesichert ist, daß gerade der deutsche Sparer, der diese Arbeitsbeschaffung mit finanziert, absolut sicher geht. Das ist das Primäre. Im Gegensatz zu dem Trugglauben, durch Auslandskredite und eine Verschuldung dem Ausland gegenüber könne die deutsche Wirtschaft gebessert werden, wird jetzt die deutsche Wirtschaft aus eigener Kraft allmählich genesen. Im Gegensatz zu Frankreich und den USA. haben wir bei allem Erfolg der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, in der wir an der Spitze aller Nationen marschieren, doch die öffentlichen Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht gebracht, der Reichsetat 1934/35 ist ausbalanciert und damit die allgemein anerkannte Grundlage für ein ehrliches Finanzwirtschaften gegeben. Sogar im Davesplan wurde anerkannt, daß Deutschland keine Auslandsverpflichtungen nur aus d e m Erlös seines Warenabsatzes im Ausland abzudecken vermag. Sinkt dieser Warenumsatz, dann tritt eine neue Lage ein. Beim Ausbruch der Kreditkrise Mitte 1931 hatten wir ungefähr 30 Milliarden Mark kurzfristiger und langfristiger Auslandskredite, hiervon entfielen auf die kurzfristigen 13,1 Milliarden, auf die langfristigen 10,7 und "ferner 5,9 Milliarden auf direkte Anlagen des Auslandes in Deutschland. In den schweren Krisenjahren 1931/32 hat trotzdem Deutschland über zehn Milliarden zurückgezahlt und dabei den Zinsendienst vollauf aufrecht erhalten. Das geht am besten aus der Abnahme der Auslandsschulden hervor. Es betrugen die Auslandsschulden in Milliarden RM.: Februar 32 Februar 33 Dezember 33 6,0 2,5 6,8 Anschluß an die Rede des Reichsministers hat der Stabshauptleiter Dr. Winter der Auskünfte über die Ziele der Regierung ge- Wir ständen, so sagte er, in einem Kampfe ... Erhaltung der weißen Rasfe. Das Bauerntum habe die Stellung des weißen Mannes zu wahren. Praktisch könne man die ganze Frage auf die eine Formel zurückführen: Reisst a n d a rd gegen Weizen st andard. In Europa lebten eine Unzahl von Bauernvölkern, die aber den europäischen Lebensstandard nicht erreicht hätten. Es müsse daher die effektive Kaufkraft dieser Länder gehoben wer- den. Es müsse ein gesunder europäischer Wirtschaftskreislauf erzielt werden. Dies fei nur möglich durch enge Zusammenarbeit des Bauerntums dieser Länder, die aber dann auch Rücksicht nehmen müßten auf unser Bauerntum und dementsprechend ihren Anbau zu ändern hätten. Für die Hansestädte seien diese Maßnahmen ebenfalls von größter Bedeutung, denn um den Lebensstandard Deutschlands zu heben, müsse auch der der anderen Länder gehoben werden. Die Landwirtschaft müsse auf alle Handelsverträge einen großen Einfluß haben. Dies dürfe aber nicht in dem Sinne verstanden werden, daß dadurch nur ein Nutzen für die deutsche Landwirtschaft herauskomme, im Gegenteil, es feien dadurch neue Möglichkeiten zur Ausfuhr gegeben, die dann wieder dem deutschen Arbeiter zugutekommen würden. England und Amerika ständen außerhalb des europäischen Wirtschaftskreislaufes. Die Handelsverträge müßten so aufgebaut werden, daß man nicht von demjenigen beziehe, der vielleicht am b i 11 i g ft e n liefern könne, sondern von dem, derauchvonunsein- eine 3 p r o 3 e n 11 g e Kürzung ihrer Pensionen an, die am 1. Juli in Kraft tritt, wenn die Regierung bis dahin positive Ergebnisse zur Sanierung erzielt hat, so vor allem durch Hebung der öffentlichen und privaten Moral (Beseitigung der Skandale, Revision der für den Staat ungünstigen Lieferungsoerträge, Bekämpfung der Steuerhinterziehung) sowie hinsichtlich der wirtschaftlichen Sanierung und der ©taatsreform. Die Frontkämpfer werden in den nächsten Monaten die Bemühungen der Regierung genau kontrollieren, und wenn sie sich als unzureichend oder unwirksam Herausstellen, ihr eigenes Programm der nationalen Erneuerung durchsetzen. „Britische Bewegung." Eine neue politische Organisation der englischen Jugend. London. 13. April. (DNB.-Funkspruch.) „Mor- ning Post" berichtet, daß demnächst eine neue politische Organisation, die sich „Britische Bewegung" nennt, einen Aufruf an die Nation richten wird, der besagt, die Engländer sollten sich unter der „Inspiration der Jugend" zu einer nationalen Wiedergeburt vereinigen und den Sozialismus, Defaitismus, die Gleichgültigkeit, jo- Preifen keinen stärkeren Verbrauch bewirkt. Durch das riesenhafte amerikanische Experiment und anderer Faktoren, die in den letzten Monaten für manche Rohstoffe eine Preissteigerung erzielten, so bei Weizen und Zinn, lichteten sich aber die Weltvorräte, während bei anderen Rohstoffen die Preise gleich blieben oder sogar zurückgingen. Es sind sinkende Weltvorräte bei folgenden Rohstoffen zu verzeichnen: gelte, den Neuaufbau des deutschen Außenhandels durchzuführen, nicht deshalb, um vielen Ausfuhrindustrien im Innern des Landes wieder lohnende Beschäftigung zu geben, nicht nur, um die gesamte Wirtschaft der hanseatischen Städte zu retten, nein, in erster Linie wollen wir einen starken Außenhandel aus weltanschaulichen Gründen. Wenn in den nächsten Tagen die Pläne besprochen werden, die darauf abzielen,den Güterverkehr vom Rheinstrom weg den Hanse st ädten zuzulenken, so möge man nach allem wirtschaftlichen Für und Wider nicht vergessen, was uns der deutsche Rhein bedeutet und was das Rheinland in Kriegsund Nachkriegsjahren für den Bestand des Reiches geopfert habe. Künftig müßten Banken und Großhandel in verständnisvoller Rücksichtnahme auf die beiderseitigen Interessen Hand in Hand arbeiten. Landwirtschaft und Außenhandel Die Bauernländer verteidigen die Wirtschaft des weißen Mannes. Oie Frontkämpfer geben dem Kabinett Ooumergue eine Chance. Bedingtes Einverständnis mit einer 30/oigen Pensionskürzung. Paris, 12. April. (DNB.) Der Nationalrat der Nationaloereinigung der ehemaligen Frontkämpfer hat eine Entschließung angenommen die die Antwort der Frontkämpfer auf die Aufforderung des Ministerpräsidenten, selbst Beschlüsse im Sinne einer Kürzung der Pensionen und g - wisser Sparmaßnahmen zu fafjen, darstellt. Frontkämpfer nehmen für 1934 ausnahmsweis Langfristige Die Rücksicht auf die Handelsbilanz und auf die zwingenden Gründe für eine Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft haben zu den jetzigen Verhandlungen geführt, die auch dem Auslande den Kern des Problems aufdecken, daß Deutschland, ehemals einer der größten Kunden der Rohstoffländer und damit direkt an deren Wohlergehen beteiligt, in eine Lage geriet, die den engen Zusammenhang zwischen Lieferland und Kundenland aufdeckt. Der Wahnsinn, mit Währungsexperimenten und anderen Methoden bei einem zusammenschrumpfenden Welthandel für ein einzelnes Land Absatzmärkte zu erobern, hat gezeigt, daß die Einzelvorteile gegenüber dem Abdorren des gesamten Weltwarenverkehrs nicht ordentlich hbch stehen. Das Gebiet von Asir, das zwischen den beiden Königreichen liegt, ist nach einer Reihe von Reibereien zwischen den Idrisis und den Wahabiten kurzerhand von Ibn Saud besetzt worden. Damit hatte Ibn Saud sich direkt z u m Nachbarn des Königreichs Yemen gemacht. Y e h i a, der König von Yemen, war bisher der Günstling Englands, während Ibn Saud sich den größten Teil von Arabien im Kampfe gegen Englands Schützlinge unterworfen hatte und den König von Hedfchas, Hussein, der von England nach "dem Kriege eingesetzt worden war, vertrieb. Die Idrisis wandten sich um Hilfe an den König von Yemen, und es scheint, als ob unter dem Einfluß Englands König Yehia ihnen diese Hilfe auch gewährte. Jedenfalls wurde der Versuch gemacht, zunächst auf friedlichem Wege mit Ibn Saud ins Reine zu kommen. Im März wurde einige Wochen hin und her verhandelt, aber diese Verhandlungen hatten nur den Zweck, d i e beiderseitigen Rüstungen zu vollenden und Bundesgenossen zu werben. Der König von Yemen richtete an Ibn el Saud die Aufforderung, Afir zu räumen und einen Nichtangriffspakt mit Yemen abzufchließen Inzwischen versicherte sich Ibn Saud der militärischen Unterstützung von Transjordanien, wahrend Komg Yehia von Yemen auf dringende Bitten die britische Zusage auf Unterstützung erhielt. Unmittelbar bevor die Kriegsfurie losbrach, aber regte sich auch das allislamitische Gewissen. In Kairo und in Akba fanden Konferenzen der Führer des außerarabischen Mohammedanismus mit den Vertretern Ibn Sauds und König Yehias statt, es zeigte sich dabei, daß außerhalb des Kalifenreichs eine geradezu feindselige Stimmung gegen die agres- siven und religiösen Tendenzen Ibn Sauds vorhanden ist. Die arabische Presse nahm schroff gegen Ibn Sauds Friedensbruch Stellung, und die Konferenz verlief erfolglos. Immerhin aber konnte König Pehia von Yemen den Erfolg für sich buchem daß die nichtwahabitischen Muselmanen für ihn Partei nahmen, und das bedeutete für die Yemenkneger einen Zuzug nichtwahabitischer Glaubenskampfer In den ersten Apriltagen drangen Krieger des Königs von Yemen in das strittige Gebiet em, fast Gleichzeitig warf Ibn Saud drei Heeressäulen n a ch Asir Die erfte stand unter dem Befehl des Thronfolgers Emir Saud. Sie legte sich vor d.e zah verteidigten kleinen Forts. Die zweite Armee, die von einem Neffen Ibn Sauds geführt wurde wurde auf das wichtige Baken geworfen und die dritte rückte auf die Stadt Sana vor. Diese dritte Armee eroberte Hara th und nähert sich jetzt Sana. Die zweite Armee begann die Belagerung von Baken Größere Entscheidungen sind allerdings noch nicht gefallen Die Jemeniten, die Baken entsetzen wollten sind in einer Schlacht bei Tihama $JLf ^tage'n unb anscheinend eingekesselt ^nden. Versuche Baken zu entsetzen, mißlangen. Von Mekka aus werden Meldungen verbreitet nach denen tue Ye§ tnenfrieger überall zuruckgedrangt seiem aber es geht doch aus ihnen hervor daß em entscheidender Durchbruch bis jetzt noch nicht gelang. Seltsam bleibt, daß England bis letzt sich äußerlich vollkommen p a f f t d verhielt D Erregung unter den Arabern ist vor Hedfchas gestiegen, und m London wird erwar f?t daß diese Erzfeinde der Wahabiten den Ver such machen, den im Süden beschäftigten Truppen Ibn Sauds i n d e n R ü ck en zu fallen- Strategisch und politisch ist aber die Lage noch vollständig u geklärt. Während die blutigen Kampfe noch kerne Entscheidung gebracht haben, ist in Kairo, unter britischer Führung, eine neue Konferenz zu- Herbst 32 Weizen (Mill, t) 26,5 Kaffee (Mill, t) 2,15 Kohle (Europa, Mill. 1) 21,6 1,6 lang liegen bleiben, immerhin auf dem auf st e 1 - 18,9 | g e n b en A st. Das Krisentief scheint also verlassen 539 ' worben zu sein. Die Beisetzung Oskar von Wllers Beobachter" erfährt, geht i a - Aus aller Well in für in der Briennerftraße in München in den Besitz der NSDAP, über. Die Nun« tiatur siedelt in die Kaulbachstraße über. Ein deutscher Gelehrter der Spionage angeklagt. Wissenschaftliche Studienreisen werden der Tschechoslowakei der Spionage gleichgesetzt. des Toten war nie auf Einzelheiten gerichtet, sondern immer nur darauf, durch die Jngenieurkunst der Menschheit Wohltaten zu spenden. Belehrung und Ansporn war das große Ziel, das ihm bei Schaffung des Deutschen Museums vorschwebte. — Weitere Nachrufe widmeten noch eine Reihe von Behördenvertretern und Verbänden, für die Mün- In Altona begann eine zweite Verhandlung wegen der Vorgänge am 17. Juli 1932, dem be- rüchtigten „Altonaer Blutsonntag". Siebzehn Angeklagte stehen zum Teil wegen vollendeten Mordes, Aufruhr und Landfriedensbruches, zum Teil wegen versuchten Mordes, Aufruhr und Landfriedensbruches bzw. wegen Beihilfe vor Gericht. Zwei japanische Schulschiffe trafen za einem offiziellen Besuch der türkischen Regierung in Istanbul ein. ersten Bericht am heutigen Freitag selbst sprechen. Der deutsche Kurzwellensender verbreitet den Be- * Nach Meldungen aus Lima (Peru) und Bogota (Kolumbien) sowie aus den Nachbarstaaten ist sowohl in Peru wie in Kolumbien eine intensive Rüstungstätigkeit im Gange. Kolumbien hat in Pasto am oberen Amazonas Truppen zusammengezogen. Ltnverschämie Beleidigungen des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers. Prag, 12. April. (DRV.) Der tschechische künstlerverein Wahnes veranstaltet augenblicklich eine Karikaturenausstellung, die in der prager Oeffentlichkeit größtes Aufsehen erregt. Namentlich die von Emigranten ausgestellten Bilder verhöhnen in unerhörtester Weise reichdeutsche Staatsbürger und das deutsche politische Leben. Selbst in den öffentlichen Aus- l a g e f e n st e r n der Ausstellung wird ein großes Bild des Reichskanzlers gezeigt, durch das man ihn persönlich aufdas schwerste herabsehen möchte. 3n der Ausstellung selbst fallen sofort brutale Verzerrungen der Gestalten und Antlitze Hindenburgs, Hitlers, Görings, Goebbels', Röhms und anderer führender deutscher Persönlichkeiten auf. Das Hakenkreuz wird in einem Falle aus blutigen Hackbeilen, in einem anderen aus Leichen zusammengesetzt gezeigt. Alle Bilder, die deutsche Verhältnisse darslellen wollen, sollen den Eindruck erwecken, als ob im Deutschen Reiche nur Word, Wärter und Vergewaltigung an der Tagesordnung waren. Es handelt sich bei diesen Zeichnungen durchweg um geradezu abscheuliche Hetzereien und keineswegs um künstlerische Werke. In deutschen Kreisen hat die Wöglichkeit einer solchen „Ausstellung" sowie die damit verbundenen Tatsachen l e b h a f - testes Befremden hervorgerufen, um so mehr, als es gerade in der jetzigen Zeit angebrachter wäre, alle Reizungen und Herausforderungen zu vermeiden. Der deutsche Gesandte in präg D r. &od) hat in einer Verbalnote beim Außenministerium gegen diese erneuten Beleidigungen und Verunglimpfungen des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und anderer führender deutscher Staatsmänner sowie gegen die Herabwürdigung des deutschen politischen Lebens und der Staats- fymbole schärfste Verwahrung eingelegt. Die Verbalnote weist darauf hin, daß das Zeigen dieser Darstellungen an verkehrsreicher Stelle im Zentrum der Stadt, teils öffentlich, teils in einer aufsehenerregenden Ausstellung, m i t d e m offensichtlichen Zweck, Haßgefühle gegen das Deutsche Reich hervorzurufen, geeignet ist, die Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei und dem Deutschen Reich zu gefährden. Das tschechoslowakische Außenministerium wird daher dringend ersucht, für die beschleunigte Entfernung dieser Wachwerke Sorge tragen zu wollen. München, 12. April (DNB.) Schon lange vor Beginn der Beisetzung versammelten sich vor der Münchener Grabstätte der Familie von Miller mit den Familienangehörigen in unübersehbarer Zahl führende Männer aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens aus München wie aus den verschiedensten Gauen des Reiches. Unter ihnen sah man Ministerpräsident Siebert, Staatssekretär Feder, Generaldirektor Dr. D o r p m ü l l e r, Vertreter der Wirtschaft, namentlich der Technik, unter ihnen Professor Petersen, Generaldirektor der AEG.^ und Generaldirektor Menge. Am Nordeingang des Friedhofs wurde der Sarg vom Klerus von St. Benno empfangen und eingesegnet. Unter Vorantritt einer Fahnenabordnung, der Betriebszelle des Deutschen Museums und von Kranzträgern bewegte sich der Trauerzug zum Grabe. Dem Sara voran schritten mit der Pfarr- geistlichkeit Kardinalerzbischof Dr. von Faulhaber und Abt Willibald W o l f st e i n e r von Ettal, ein Jugendfreund des Verstorbenen. Der Sarg war mit einem schwarzen Tuch umhüllt und trug neben einem Blumengebinde Degen und Hut des Toten als Mitglied der früheren Reichsratkammer. hinter dem Sarg folgten die Söhne und die übrigen Verwandten mit den höchsten Vertretern des Reiches und des Staates. Nach der kirchlichen Trauerfeier und der Einsegnung des Grabes, die Kardinal Faulhaber und Abt Wolfsteiner vornahmen, entbot Ministerpräsident Siebert in Vertretung des erkrankten Reichsstatthalters dem Toten den letzten Gruß des Reichspräsidenten, der Reichsregierung und der bayerischen Staatsregierung. „Wo Taten reden, sollen Worte schweigen. Als überragender Ingenieur! richt über Richtstrahler nach Afrika um 20 Uhr (deutsch und englisch), in der Nacht zum Sams- und Wissenschaftler, als genialer, nimmermüder For-1 ta9 über den Richtstrahler nach Südamerika scher, als suchender Künstler hat Oskar von Miller (deutsch, spanisch, portugiesisch), über den Richtseiner Heimat, seinem Vaterlande und der Mensch- strahier Nordamerika (deutsch und englisch) heit Unvergleichliches geschaffen. In seinem gran- und Samstagmittag über den Richtstrahler O st - diosen Werke wird er weiterleben in fernste Zu- a s i e n (deutsch, französisch und englisch). Der fünft als einer der Großen seiner Zeit im Reiche Rundfunk wird für die folgenden politischen Kurz- der Kunst und Wissenschaft. In dieser Gewißheit berichte einen Hervoragenden Sprecher verpflichten. RUller^sterblich^ mar/ D— bem roa5 an °5far Don Kleine politische Nachrichten. Prag, 12. April (DNB.) Der reichsdeutsche Staatsangehörige Dr. Helmut Klocke aus Berlin wurde am 4. Oktober 1933 auf der Rückreise aus der Slowakei, wo er soziologische und volkskundliche Studien gemacht hatte, in Oderberg (Tschechoslo- wakisch-Schlesien) unter Spionageverdacht verhaftet. Die Anklageschrift, in der keine einzige Handlung oder Tatsache nachgewiesen werden kann, die zu der Behauptung der Anklage Anlaß geben, gipfelt in der ungeheuerlichen Feststellung, daß es sich bei Spionage nicht nur um die Spionage rein militärischer Fragen handeln muß, sondern daß für fremde Spionageorgane auch die Fragen der Nationalität, die sozia- len, wirtschaftlichen und lokalgeographischen Verhältnisse, namentlich in national gemischten Gebieten wichtige Bedeutung haben, denn alles das könne im Falle eines kriegerischen Konfliktes ausgiebig zur Schwächung der militärischen Kraft der Republik ausgenutzt werden (!). Ferner beruft sich die Anklageschrift auf die Tatsache, daß Dr. Klocke der SS. angehört und daß jede Beziehung zur NSDAP, bereits ein Tatbestand Eine Stau leuchtet in der Nacht Oie Aerzte stehen vor einem ZRäffd. erschüfferung nur Hautabschürfungen und eine kleine Verletzung an der Ferse erlitten. Er war schon nach einer Stunde bei vollem Bewußtsein und hofft, bald wieder trainieren zu können. Die Beschädigungen des Rennwagens sind nicht erheblich; er dürfte zu den bevorstehenden Rennen wieder fertiggestellt sein. Der Höhenwettrekord Donatis. Der italienische Flieger D o n a t i, der den hohenweltrekord des Franzosen Lemoine um 900 Meter überboten hat, teilte u. a. mit, daß in einer höhe von 14500 Meter die Luft so dünn gewesen sei, daß er das Gefühl gehabt hätte, zu platzen. Der Luftdruck habe kaum mehr als 100 Millimeter betragen, und nur feiner außerordentlich guten Körperbefchaffenheit habe er es zu verdanken, daß er bei vollem Bewußtsein wieder landen konnte. Reichstreffen der deutschen Diplomlandwirte in Goslar. Der Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte e. V^ Berlin, ruft gemeinsam mit den nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaften akademisch gebildeter Landwirte zu einem Reichstreffen nach Goslar auf. Samstag, den 30. Juni, finden vormittags Tagungen von Landesorganisationen und von Reichsfachgruppen des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte statt. Ferner wird der Reichsobmann der NS.-Arbeitsgemeinschaften, von Zeppelin, die Obleute der NS.-Arbeitsgemeinschaf- ten zusammenrufen. Am Nachmittag findet der Reichsbundestag des unter nationalsozialistischer Führung stehenden Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte statt. Auf dem Begrüßungsabend wird der Führer des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte, Dr. Kummer, komm. Leiter der Abteilung 3 des Reichsernährungsministeriums für Siedlung und Osthilfe, das Wort ergreifen. Am Sonntag, den 31. Juli, 11 Uhr, wird das Reichstreffen der deutschen Diplomlandwirte unter Ansprachen führender politischer Persönlichkeiten einen großen Teil der über 6000 im Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte vereinigten Diplomlandwirte und Hunderte von Angehörigen der Landesbauernschast Hannover vereinigt sehen. Der Kampf um die Schachweltmeisterschaft. Die abgebrochene dritte Partie im Schachweltmeisterschaftskampf zwischen Dr. Alje- ch i n und Bogoljubow wurde am Donnerstag in Dillingen zu Ende gespielt. Der Weltmeister, der mit wenig Hoffnung der Wiederaufnahme der Partie entgegensehen mußte, da er positionell im Nachteil mar, verstand es, durch zähes Spiel und unterstützt durch allzu große Sorglosigkeit des deutschen Vorkämpfers, diesem seinen Vorteil aus der Hand zu winden und zu gewinnen. Der aufregende, achteinhalbstündige Kampf nahm somit einen Ausgang, über den Dr. Aljechin selbst am meisten erstaunt war. Der Stand des Wettkampfes ist folgender: Aljechin 3 Punkte, Bogoljubow 1 Punkt. Deutsch-finnische Heldengedenkfeier in helsingfors. Am 12. April, dem 16. Jahrestage der Einnahme von helsingfors durch die deutschen Truppen der Ostsee-Division im Jahre 1918, fand vor den finnischen und deutschen Heldengräbern in helsingfors die traditionelle Trauerparade statt. Die finnische Armee, die bürgerlichen Stadtverordneten von helsingfors, der deutsche Geschäftsträger Sega« tionsrat von Grundherr und zahlreiche finnische und deutsche Vereinigungen legten Kränze nieder. An den beiden Heldengräbern hatte je eine Kompanie der finnischen Weihen Garde und des Schutz- geschah plötzlich das unbegreifliche Wunder. Eine Patientin, die neben der Asthmaleidenden lag, richtete sich mit allen Anzeichen des Entsetzens auf. Eine unfaßbare Angst schüttelte sie. Sie hatte bemerkt, wie mit einem Male aus der Brust der Asthmakranken ein wunderbares Leuchten kam. Als das gesamte Personal des Krankenhauses durch diesen Vorfall alarmiert worden war, glaubten die Aerzte zunächst an eine Sinnestäuschung. Die „leuchtende" Frau, die den Namen Monara trägt, wurde in einem Einzelzimmer untergebracht und von den Aerzten unter schärfster Kontrolle beobachtet. Und siehe da — wieder vollzog sich jenes rätselhafte Wunder. Das Zimmer, das vollkommen verdunkelt worden war, wurde plötzlich hell. Im Raum verbreitete sich ein weißes Licht, das von der linken Brustfelle der Kranken feinen Ausgang nahm. Es war kein Zweifel: die Frau leuchtete. Der rätselhafte Vorgang schien ihr große körperliche Schmerzen zu verursachen. Die Aerzte vernahmen ein leises, qualvolles Stöhnen. Nach etwä drei Sekunden erlosch das unheimliche Licht. Es ist bekannt, daß die Italiener einen starken Hang zum Aberglauben haben. In diesem Fall aber scheint es sich wirklich um ein medizinisches Rätsel zu handeln. Die Aerzte sind in größter Verlegenheit, weil sie nicht wissen, was es mit dieser „leuchtenden" Frau für eine Bewandtnis hat. Die Eingeborenen glauben natürlich an ein Wunder. Wie man die Angelegenheit auch beurteilen mag: der Fremdenverkehr von Pirano wird zweifellos einen gewaltigen Aufschwung nehmen. Staatssekretär Fed.er widmete dem Toten den Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley ^a^e.n b£f Reichswirtschaftsmim- beginnt heute eine Deutschlandreife, deren erste E A^chrmtt und im Namen der ganzen deut- Station Köln ist. Dr. Ley will weiter nach Düffel- schen Technik. Cr rühmte den Toten als großen In- borf, Solingen, Düren, dann nach Frankfurt ,n Deutschland, msbefonberebteL m Main und in di- Pfalz fahren und vor Technik, einen der Größten einen der Pioniere aUem die auf Grund des Gesetzes zur Ordnunq verliert, der der gesamten Entwicklung eme neue ber nationalen Arbeit bestimmten Betriebs- Wendung gegeben hat. — Der Vorsitzende des Vor- f ü b r e r betuchen ftanbs des Deutschen Museums Dr. K ö 11 g e n er- ' ♦ "“‘,'1™ Werk wie das Deutsche Museum konnte Wie der „Völkische Beobachter- erfährt, geht nur schaffen, wer gottbegnadeter Künstler, Ingenieur d a s Gebäude der päpstlichen Nuntia- im edelsten Sinne des Wortes wäre. Der Weitblick v v \ j chener Kunstlerschaft deren Präsident von Ruckte- Der berühmte Ausspruch Ben Akibas, daß alles schell und zuletzt je ein Vertreter des Kampfbundes in der Welt schon einmal dagewesen sei, scheint der deutschen Architekten und Ingenieure und der nicht richtig zu sein. Es ist vielmehr so, als ob die akademischen Elektro-Jngenieur-Verbindung. Ein geheimnisvolle und unergründliche Natur von Zeit letztes Mal traten die Angehörigen und die Teilneh- zu Zeit das dringende Bedürfnis hätte, die Men- mer der Trauerfeier an das offene Grab, um von schen durch sensationelle Ueberraschungen zu ver- dem großen Toten Abschied zu nehmen. bluffen. Wenn ich mich nicht irre, hat schon der selige Hamlet behauptet, daß es zwischen Himmel Energischer deutscher Protest in Prag. 1 z 1 1 r CF und Metaphysischen schon allerhand erlebt, was Schwerste Verunglimpfungen deutscher Staatsmänner durch konnte. So soll es zum Beispiel Menschen geben, die ohne jeden Anlaß zu bluten anfangen, wie jene sagenumwobene Therese von Konnersreuth. Andere nach dem Paragraphen 2 des Republik- wieder haben das eigenartige Talent, monatelang ! ^,u tz 9 efetzes sei. zu leben, ohne auch nur ein einziges Schinken- Auf Grund der Anklage steht Dr. Helmut Klocke brötchen zu sich zu nehmen. Wunden, die längst seit Mittwoch vor dem Kreisgericht in Mährisch- vernarbt sind, öffnen sich unter irgend einem Ostrau. Die Verhandlung findet unter Ausschluß wunderbaren Einfluß wieder. Andererseits sind ge- der Oeffentlichkeit statt. Die tschechoslowa- wisse Leute gegen jede Verwundung gefeit. Man kische Presse von Mährisch-Ostrau und Umgebung kann ihnen den schärfsten Säbel in den Bauch macht gegen Dr. Klocke in der übelsten Weise bohren, ohne daß auch nur der kleinste Blutstropfen Stimmung, so daß die Verteidigung beabsichtigt, zum Vorschein kommt. eine Beschwerde an den tschechoslowakischen Justiz- Wenn der gute Ben Akiba erlebt hätte, was sich minifter zu richten. vor nicht allzu langer Zeit in dem kleinen istria- Sic Witwen der Offegger Bergleute JVSS LÄ"..° prOtCfilCrCtt IN Prog. genommen. Die Bewohner dieses Ortes befinden Pr ag, 12. April. (DRV.) Vor -dem Prager einigen Tagen in hellsterAufregung. Eine Parlamentsgebäude spielten sich Donnerstagvormit- ri$% ^nie Frau, die mit einer schweren tag aufregende Szenen ab. 88 Witwen der Opfer 2lsihmaerkrankung ms Spital emgeliefert wurde, des Nelson - Schachtes bei Off egg waren in drei I oazu die Veranlassung. Mitten m der Nacht Autobussen mit ihren 78 Kindern nach Prag ge-1 kommen, um die ihnen zugesicherte, aber noch immer nicht ausgezahlte Unterstützung aus der privaten Hilfssammlung bei den zuständigen Stellen zu betreiben.. Ein starkes Polizeiaufgebot hinderte die Frauen an dem Eintritt in das Parlament, wobei es zu . weiSUNirag einem Handgemenge kam. Mehrere Frauen UN M0k0pr0Zeß WalterSyaUseN. KSäSSsääsm bestehende Abordnung zum Kammerpräsiden- $eneimger Liebigs, Dr. Deeg, einen auffefjen- ten vorgelafsen hatte. Die Frauen erzählten, daß erregenden Veweisantrag. Baron von Wal- sie seit dem Unglück ein einzigesmal iershausen.der Lohn der Frau Derlher, soll, 200 Kronen und für ihre Kinder unter 14 Iah- als die Sache Dallershausen einzuschlafen schien, ren 150 Kronen erhalten hätten. Sie fordern jetzt erzählt haben, er habe die Sache mit seiner die Aufteilung des gesamten Sam- Wutter fabelhaft gedreht. Lr habe sie in <>• LL « k der Untersuchungshaft besucht. Da es pomlsch-rschechlscher Fußball -Länder- angesichts der scharfen Bewachung schwierig ge- füttlöf abaeblaleu wesen sei, geheime Nachrichten auszutauschen, hat- m , ... ... ~ ‘ len sie ein fabelhaftes Wittel gefunden. Die Wutter ,etzs-n Fußball LänLkkmp? geg"en 1%«» LUni> mehrmats gekußt, wakei wegen der polenfeindlichen Poli- wobei sie ihm einen zufammengerollten rraffi- tif der Tschechen abgesagt. Auch auf ande- bc.t ln den Wund geschoben habe. Als Deren sportlichen Gebieten sollen die Beziehungen mit weis beantragte Dr. Deeg daher die Vernehmung der Tschechoslowakei abgebrochen werden. einer gewissen Frau Ellen Ziegler ans Berlin. Neuregelung der Schutzhaft für das ganze Reichsgebiet. Jrn Laufe des Donnerstags sind vorn „Tschel- Eine Anweisung des Reichsinnenministers iarem befördert wo//Sechs Mann roaren^od; an die Länder. auf dem Eise zurückgeblieben. Der Leiter der Ex- Berlin, 12. April. (DNB.) Reichsminister Dr. ^"on, Professor Schmidt, wird von Wankarem Frick hat Bestimmungen über die Verhängung h , und Vollstreckung von Schutzhaft für das Reichs- r ?ad> e,ne.r ergänzenden Meldung aus Moskqu gebiet den Landesregierungen durch Runderlaß zur erX’r&ermh 1 V U genaueften Beachtung mitgeteilt. Der Erlaß beruht I^eder der^Besatzung gtsbre^ers „Tscheljuskin" auf der Erwägung, daß die Stabilisierung n)orbef!tl gerettete der staatlichen Verhältnisse es heute wie möglich nach Moskau zuläßt, einschränkende Bestimmungen ^cht werden, wo sie frühestens Anfangs Ium überdieSchutzhaftfürdasganzeReich foU em feierlicher Empfang zu treffen. Der Erlaß begrenzt daher sowohl die Dereitet roerben- Inständigkeiten für die Verhängung der Schutzhaft ©et «CUC Mercedes-Äemiwaaen wie auch ihre Dauer, die acht Tage nicht über- JKWWW MtHUlvagtn schreiten darf, falls der Schutzhaftbefehl nicht von PCrUtt^lUCTL öer obersten L a n d e s b e h ö r d e erlassen ist Der neue Mercedes-Rennwaaen her ??err s Ar ilArr °u 3 b r u * U ch b e st ä tig twird zusammen mit der Neukonstruktion Dr. Dorsches r dUr-erLaifeP-bl ehl Deutschlands Interessen auf ausländischen Konkur- ÖC fur bie ^halten, renzen vertreten sollte, wurde nach erfolgreichen ^bald ausgehandlgt Probefahrten, die auf dem Nürburgring abgehal- ®prhb^.n; $u ben Gründen muß d e r S) a f 111 n g ten wurden, bei einigen schnellen Runden des be- werden. Der Erlaß bestimmt ferner, daß kannten Weltrekordfahrers Ernst Henne in einer i a n i \ n ° a m 'a 1 6 um Kurve zwischen Breitscheid und der Stelle Berg- S/H.utz des Häftlings oder wenn werk des Nürburgringes plötzlich aus der Bahn dieser durch sein Verhalten, rnsbesondere d u r ch und in hohem Bogen über einen%au n a e” A?LkI^"-?^-^?^ätigung die öffent- schleudert. Henne wurde herausqeschleudett und liche Sicherheit und Ordnung unmittelbar gefährdet, flog kopfüber in einen Ba ch. Der Wagen TVr h »f m I * A r~ t z . . r, ■ . . , riß beim Sturz noch einen Baurn um und blieb „ -T. dessis ch e Staatsminifter hat be- dann beschädigt liegen. Als die ersten belfer an reits gestern analoge Bestimmungen über die Be- her Unfallstelle eintrafen und Jhenn? «rantung d°r Schutzhaft der Oeffentlichkeit be-1 steton w°r er nvch fthr auto^umt unb l Jia asnawÄS * «»■» .. Ätse richten. ö‘ , Die Unfallstelle befindet sich hinter her Regelmäßige politische Kurzberichte Adenauer Einfahrt.zum Nürburgring im 'Hunöfunf hinter der ersten steilen und scharfen Rechtskurve. Der WunMuJ < ^^"bsUNr. An dieser Stelle war die Strecke wegen Bauarbeiten Der Rundfunk sendet vorn 13. d. M. ab an mittelst zweier großer Schlackensteine h a lb s e i t i a 20 u^h 9nin berÄcit zwischen gesperrt. Hier fuhr der Wagen mit hoher Ge- iim hn? hPuHA» x» eintn Kurzbericht, schwmdigkeit über die Böschung und stürzte !;m^^nb^sche Volk und die Welt über die po- durch Bäume und Gebüsch etwa 15 Meter tief a>?C l.n ®cuWanh 3U unterrichten. Reichs- auf eine sumpfige Wiese. Aerztliche Hilfe war sofort propagandamlnlster Dr. Goebbels wird den • zur Stelle. Henne hat neben einer leichten Gehrrn- rfe tmb Er sein Die cheb- lieber nun einfach in muß man hier tiger Mennsch hat? Wir brauchen ein gesundes Volk. Hilf in der NSV.! ben i 900 einer n ge- e, zu s 100 rbenb i Der« r Ion« 1 zu >8 in Eine lag. auf. ? be> ber iten aufes laub= jung, nara rächt ! bei jenes nmen 3nt > bas Aus. rau i ihr Die hnen. nliche arten Fall ifches Den dieser ■ Die nber. mag: fellos sein Glück hineingefchliddert? Oder nicht vielmehr sagen, daß ein tüch- seinen verdienten Lohn gefunden korps Aufstellung genommen, deren Musikkapellen lm Anschluß an die Kranzniederlegung die beiden deutschen und die finnische Nationalhymnen spielten. Dorbeimarsch der beiden Ehrenkompanien beschloß die eindrucksvolle Feier. Ueberschwemmung. Seuchen, Moskitos in Südwesiafrika. „Morning Post" meldet aus Johannesburg: In budwest-Afrika sind infolge großer U e b e r - schwemmungen der letzten Monate Seuchen ausgebrochen. Große Gebiete sind in Sumpfland verwandelt worden, das den Brutplatz für die Moskitos bildet. An einigen Stellen ist das Trinkwasser verdorben. Im Gobabis-Bezirk sind bereits 31 Europäer und 70 Eingeborene an Malaria g e st o r b e n. Abends ist dort der Himmel verdunkelt von den Moskitoschwärmen. Die Eisenbahndämme werden seit Monaten immer wieder vom Wasser unterspült, so daß es starke Verkehrsstörungen gibt. Infolgedessen herrscht Mangel an Lebensmitteln und besonders an Arzneien. In Windhuk tritt Typhus und Diphtherie auf. Die Elektrizitätsversorgung der Stadt ist nur noch für zehn Tage gesichert. In Keetmanshoop ist gleichfalls eine Typyusepidemie ausgebrochen. Den Hierher ber eigenen Fran gedungen. In Essen-Borbeck wurde eine Frau Klischatz in der Nacht zum Sonntag in der Küche ihrer Wohnung erschossen aufgefunden. Ihr Ehemann, der am Sonntag festgenommen wurde, hat in der Nacht einem Arbeitskameraden, dem 24jährigen Bergmann Jslakar die Schlüssel 3u' feiner Wohnung mit dem Auftrag gegeben, seine Frauzu erwürgen. Sollte ihm dies nicht gelingen, dann sollte er sie erschießen. Jslakar versuchte, die Frau zu erwürgen. Hierbei spielte sich ein heftiger Kampf ab, in dem er die Frau niederschoß. Später trafen sich Klischatz und Jslakar. Pistole und Tasche warfen sie in einen Schacht, wo sie von der Mordkommission gefunden wurden. Jslakar hat gestanden, während Klischatz neuerdings angibt, er habe die Treue seiner Frau prüfen wollen. In die Versicherungssumme von 3000 Mark wollten sich beide teilen. Täter und Anstifter sind in Haft. Explosion in einer französischen Pulverfabrik. In einer Halle einer Pulverfabrik in Voriges bei Dijon, in ber Jagdschießpulver hergestellt wird, wurde durch eine Explosion ein 41 Jahre alter Arbeiter getötet, ein anderer verletzt. Die Explosion war so heftig, daß das Dach der Fabrikhalle zerstört wurde und die Fensterscheiben der Nebengebäude in die Luft flogen. s lUh9 1 be. Dich r-ü anb. Ncht. e. ional* h 9* nach finden Honen Deut- , der i, von nschaj' !t der \W VplOflV wirt Mb» ng 3 ilung l den beut’ -endet il der nland- nderte inover 'gota t fo» iüe 1 hat men, ft Velb UV* erstag er, der tW * unter' utl'chen SÄ ,, ad)t' s^ng. ritaum .enden Ei"' utf#! I, wj itt. f,e nn"7 ui Kunst und Wissenschaft. Professor Rudolf Kochs letzte Fahrt. Am Donnerstagvormittag wurde der dieser Tage verstorbene Offenbacher Schriftkünstler Professor Rudolf Koch auf dem Waldfriedhof bei Oberrad zu Grabe geleitet. In der großen Trauergemeinde, I die sich eingefunden hatte, sah man viele Freunde und Schüler des Verstorbenen, zahlreiche Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und der Technischen Lehranstalten. Pfarrer Matthäus prach das Gebet. Zahlreiche Kränze wurden von Vertretern der Technischen Lehranstalten, des Kir-1 chenvorstandes der Evangelischen Landeskirche, des Kampfbundes für deutsche Kultur, Ortsgruppe Offenbach, der Kunstgewerbeschule, der Offenbacher Stadtverwaltung, des Verbandes der deutschen Gebrauchsgraphiker und der Firma Klingspor am Grabe niedergelegt. — Im Anschluß an die Beisetzung fand in der Friedenskirche eine Trauerfeier statt. Pfarrer Matthäus zeichnete vom Leben des Dahingegangenen ein eindrucksvolles Bild und sprach von seinem bescheidenen und vornehmen Charakter. Dom Hessischen Landestheater. Jochen P o e l z i g von den Städtischen Bühnen | in Köln wurde für die kommende Spielzeit als1 Oberspielleiter des Schauspiels und Darsteller an das Hessische Landestheater in Darmstadt verpflichtet. Ferner wurde Ruth T r u m p p vom Alten Theater in Leipzig für den größten Teil der kommenden Spielzeit als Darstellerin verpflichtet. _ Deutsche Gelehrte Mitglieder der Physiographischen Gesellschaft zu Lund. Die Königlich-schwedische Physiographische Gesellschaft zu Lund hat zu neuen Mitgliedern u. a. gewählt: Den Generaldirektor der IG. Farbenindustrie, Professor Karl Bosch, den Professor an der Universität Breslau, Wilhelm Zorn, und den Professor an der Stockholmer Hochschule, Hans von Euler-Chelpin. Dem neulich verstorbenen Mitglied der Gesellschaft, dem deutschen Dererbungs- forscher Erwin Bauer, wurden ehrende Worte des Gedenkens gewidmet. Warum (Erbhofrecht ? scheinen zufriedener gewesen, und seine Frau zeigte sich ebenfalls nicht gerade erbaut über dieses magere Geschenk. Bei der Ziehung stellte es sich jedoch heraus, daß auf das eine Los ein Gewinn von 150 OOO Dollars entfiel. Ist der Koch Sans Beck, verantwortlich für2nh°lt d-r^A Friedrichs des Großen Ahnentafel. Ueber die Vorfahren Friedrichs des Großen machte bei der Jubiläumstagung der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig Geheimrat Prof. Erich Brandenburg in einem Festvortrag neue Mitteilungen. Die Ahnentafel des großen Königs läßt sich mit Sicherheit bis zur 12. Generation zurückverfolgen. Unter den bis dahin festzustellenden 1108 Ahnen ist nur etwas über die Hälfte deutscher Herkunft, ein Viertel, einen gegenüber anderen deutschen Fürstenhäusern außergewöhnlich großen Anteil nehmen die Franzosen ein, was ja in Friedrichs Neigungen und Geistesart deutliche Spuren hinterlassen hat. Etwa ein Zehntel des Bluterbes gehört dem Slawentum; andere Beimischungen, magyarisches, armenisches und sogar etwas mongolisches Blut, lassen sich erst in J),oberen Generationen nachweisen. Der sozialen Schichtung nach gehören die Vorfahren Friedrichs durchweg dem höheren oder niederen Adel an; es sind unter ihnen bedeutende Herrschergestalten, aber keine durch ihren Anteil am geistigen Leben hervorgetretene Persönlichkeit. Der „Ahnenverlust", die Widerkehr derselben Personen in der Ahnenreihe, ist im Vergleich mit anderen Fürstlichkeiten verhältnismäßig gering; immerhin sind die Derwandtenhelraten unter Friedrichs Vorfahren zu zahlreich, als daß ferne Gestalt zur Bestätigung des populären Vorurteils gegen die Inzucht herangezogen werden konnte. Das Schaukelpferd des Dirigenten. Die Mitglieder des in der ganzen Welt berühmten P h i l h a r m o n i s ch en O r ch e st e rs P h il- a d e l p h i a erwarteten ihren hohen Chef zur Probe. Leopold Stokowski erschien und zog etwas hinter sich her, was verzweifelte Aehnlich- keit mit einem Kinderschaukelpferd hatte, wenn auch in vergrößerter Ausgabe. Den Geigern sank de Fiedelbogen herunter, die Klarinette gab em hilfloses kleines Tünchen von sich, und die „hoch- aebauten" Bassisten fielen beinahe vor Schreck vom Stengel. Währenddessen baute der Dirigent mit todernstem Gesicht den hölzernen Gaul vor feinem Pult auf, schwang sich auf dessen Rücken und hob bereits den Taktstock. Da aber die Musikanten sämtlich geradezu herausfordernd dumme machten, bequemte er sich endlich zu folgender Erklärung' „Sie staunen, meine Herren, aber Sie werden sich an diesen Anblick gewöhnen müssen. aeniale Einfall schnell herum, und für das nächste Konzert Sto^owskis sind die Karten bereits aus- verkauft. h^npf-fser bringt Sluck wurst und Frankfurter. Dem Iren fd)m $ Portion Hasenpfeffer ausgezeiA^ ■ Rüttelte durch den Kellner den Küchenchef h... ; Sodann ihm die Hände und dankte , ihm gerührt ^ann bestellte er, um auch seine eigene kommen zu lassen, für den Koch ein Vereinheitlichung der Erbsttten durch das I Erbhofgesetz. Bis in die Mitte oes vorigen Jahrhunderts galt in ganz Deutschland der Grundsatz, daß jeder Bauernhof ungeteilt auf den ältesten oder jüngsten männlichen Nachkommen vererbt wurde. Eine Bodenteilung war ohne Erlaubnis der Grundherren und Fürsten nicht möglich. Artfremdes Gesetz (der Code Napoleon) war es, der im Westen Deutschlands hauptsächlich die freie Erbteilung einführte. In den Teilen Deutschlands, in denen die Herrschaft Napoleons von geringerer Bedeutung war, behielt man die alte Sitte der Väter bei und übergab den Erbhof meist geschlossen dem Anerben. Es ist leicht einzusehen, daß durch die Realteilung der Bauernhöfe schon nach drei bis vier Ge- | schlechtem eine derartige Aufteilung des Ackerlandes erfolgt ist, daß der einzelne Bauer gar nicht mehr in der Lage ist, rentabel zu wirtschaften und gezwungen wird, entweder nebenbei als Arbeiter in die Fabrik zu gehen, oder fein Land zu verkaufen und ganz sich in der Stadt nieder zu lassen. Wettervoraussage. Nachdem durch die Zufuhr kühler Ozeanluft gewitterige Niederschläge entstanden waren ist der Luftdruck allgemein angestiegen. Die britische Storung hat sich noch weiter nordwestlich zurückgezogen, indessen ist es zum Ausbau eines Hochdruckgebietes über Südskandinavien und der Ostsee gekommen. Zunächst herrscht in Deutschland noch verschiedenartige Luftzufuhr, so daß noch Bewölkung, vereim zelt auch etwas Niederschlag, zu erwarten ist, doch wird der hohe Druck späterhin kontinentale Lust heranbringen, wodurch dann wieder mehr aushei- terndes und beständigeres Wetter eintritt Aussichten für Samstag: Neblig-wolkig mit Aufheiterung, vorerst nur mäßig warm, meist tr°2l us f i cf) t e n für Sonntag: Teils wolkig, teils aufheiternd, tagsüber wärmer, trocken. Lufttemperaturen am 12. April: mittags 1-, Grad Celsius., abends 12,7 Grad; am 15. Aprltt morgens 9 Grad. Maximum 19,8 Grad, Mimmum 6,1 Grad. — Erdtemperaturen m W cm Diese am 12. April: abends 12 Grad; am 13. April. 9,7®raö Celsius. Niederschläge 1,7 mm. — Sonnenschem- dauer 5 Stunden. ________________I Die Nachteile der Realteilung Arbeit suchen. 1935 ohne ausreichende Ackernahrung 0 REEMTSMA CIGARETTEN FABRIKEN G. NI. B. H. ALTONA - BAHREN FELD D^e Cigaretten s methoden. die zi D| Akk Bet Erbhofrecht bleibt das Ackerland des Outes erholten Diese Cigaretten werden in den FamikaH betriebes in Altona-Bahrenfeld Der ungewöhnlich zarte und reine Charäl sämtliche Tabake Mundstück berge stellt D^Wd VTolerle bsatflagen unseres technischen Muster* völlig neuen Methoden hergestellL ter dieser.Mischung beruht darauf, daß y fw tyjrAe wird ausschließlich ohne folgenden Distrikten» ou k ■'n Aber: Bei Reaiteiiun» wird dar Ackerland ERNTEN 28 BIS 30 ♦ MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M gi wxuWssoRjk. e 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Kleidern in Winterkälte (Fortsetzung folgt.) Strickerei Unter Garanfie | Vermietungen) ^iricKerei a Karl Beck W ietzt 02003 W Aditung! Achtung! HindenburgwaO 22 Ihre Vermählung geben bekannt jetzt 02003 Neustadt 45 Gießen, den 11. April 1934 Gelegenheit 2243 D 01993 FERTIG UND 0 ÖWh MASS Wir zeigen Ihnen in größter Auswahl: llllll!!IIIIIIVI!!!l!llllllllll!llllllll!lllllllllllV!II [Verschiedener| | Vereine ~| Allein- M.-5MO &in neues ßefcfjenkßucf) für ^Naturfreunde Stta Anzeigen-Akttengesellschast Gießen - Schulstraße 2 ommersprossen Lachen riß sie aus der die sie versunken war. und Schnee. Ein leises, aber heiteres angstvollen Erstarrung, in Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften $)ie echte und die falsche Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Regenmäntel Batist, Gummi und Lack, alle Farben Straßen- und Sportanzüge moderne, flotte Formen (Wanderer) preiswert z. verkaufen. Zu erfr. in derGeschäfts- stelle desGieß.A. Or. Wilhelm Vogt und Frau Mlmi, geb. dehnest — - _/T)/fb Stessen OTtack^pL Dame 32, ev., aus best. 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Wenn Sie wenigstens mittelmäßib Maschine schreiben und leidlich stenographieren können." Hoffnung erwachte in Regina. Sie erwiderte: „Ich glaube, ganz gut Maschine zu schreiben, und ziemlich schnell zu stenographieren." „Um so besser!" nickte er. Sie tranken und aßen, und es herrschte ein Weilchen Schweigen. Die Hoffnung in Regina aber wurde wieder matt und flügellahm bei dem Gedanken, daß sie der Landgerichtsdirektor kaum irgendwo für eine Stellung vorschlagen würde, wenn er erfuhr, auf was für ein Abenteuer sie sich eingelassen. Und sie mußte ihm die Wahrheit sagen. Nur nicht darum Herumlügen und neue Lügen zu der großen Lüge fügen, um derentwillen sie geflohen war, das Haus verlassen hatte, in dem ein Mann aus- und einging, der die Lüge haßte und verwarf. Herrn Freeses Augen schienen sich zu wandeln in die Augen Peter Konstantins, und sahen sie ernst und durchdringend an. Sie konnte mit einem Male nichts mehr essen, die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Sie murmelte etwas. Der alte Herr nickte: „Sie sind sehr müde, ich sehe es Ihnen an. Und wenn Sie satt sind, gehen Sie nur gleich schlafen." Sie erhob sich; sie fieberte nach dem Alleinsein. Er klingelte. Frau Malwine kam. Er sagte zu ihr: „Bitte, bringen Sie das Fräulein auf ihr Zimmer. Sie weiß ja noch nicht Bescheid im Hause." Er reichte Regina mit festem Druck die Hand. „Schlafen Sie wohl, und hoffentlich fühlen Sie sich morgen recht munter und gesund." Sie wünschte ebenfalls gute Nacht! Befand sich kurz darauf wieder oben in dem hübschen Zimmer und hatte nur den einen einzigen Gedanken: schlafen, schlafen! Sie riegelte sich ein, legte ihre Armbanduhr auf den Nachttisch und warf die Kleider ab. Schlafen, schlafen! Das schneeweiße Bett lockte, der Kopf schmerzte abscheulich. Sie fiel schwer auf das weiche Lager nieder, und kaum, daß sie das Licht ausgeschaltet und die Decke über sich gezogen hatte, verwirrten sich ihre Gedanken, und sie schlief ein. Schlief fest und traumlos bis zum Morgen. * Als Regina erwachte, war es heller Tag. Sie war sich im Augenblick darüber klar, wo sie sich befand, und sprang aus dem Bett. Die Ereignisse des vor- . herigen Tages standen ganz deutlich vor ihr, und sie kam zu dem Entschluß, das Haus wieder zu verlassen, ohne zu erzählen, was hinter ihr lag. Wenn für Brautleute! Wegen Aufgabe des Möbel- Handels verkaufe meinen gut sortierten Lagerbestand zu staunend billigen Preisen Louis Vetter, Gießen Schreinermeister, Kaiseralleelö M.ltariii* speziell für Breeches-Hosen, sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 02006 an d. Gieß. Anzeiger. Ihren Herzschlag spürte sie nicht mehr, und sie ror, wie in allzu dünnen "... ■■ u.Haulunreinigkeilen dutth Dt Drucknys J1 Drula Bleichwachs < BW restlos beseitigt, jetzt nur Züm. , ▼ Nur in Apotheker erhältlichI Zum 1. Mai Fahnen u.Wimpel, beste Verarbeitung Fahnenstoffe, -Stangen und -spitzen J. H. 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Regina war es gewöhnt gewesen, den Kaffee- und Teetisch bei Frau von Stübnitz zu versorgen. Sie übernahm das gewohnheitsmäßig auch hier. Und der alte Herr, der ihr ganz straff aufgerichtet gegenübersaß. meinte lächelnd: „Es tut gut, wieder einmal bedient zu werden. Seit meine liebe Frau starb, muß ich mich selbst bedienen." Regina tat der heiße Tee gut, und da sie seit Mittag fast gar nichts gegessen hatte, schmeckten ihr auch die Eier und der Schinken. Herr Freese erzählte in leichtem Plauderton von sich: „Ich bin Witwer seit fünf Jahren. Meine Frau war herzensgut, und sie ging manchmal nur aus, um Gutes zu tun. Sie war so eine mütterliche, besorgte Seele, und hatte doch keine Kinder. Das war ihr Leid. Unsere drei Kinder starben ganz jung. Ein Mädel und zwei Jungen. Ein Kind als eigen anzunehmen, konnte sie sich nicht entschließen. Am Todestage meiner Frau suche ich nun, um auf die Weise ihr Gedächtnis zu ehren, irgend jemand, dem ich helfen kann. Ich erwähnte das schon. Heute fand ich Sie, hatte wenigstens nach kurzer Unterhaltung mit Ihnen das bestimmte Gefühl, Sie brauchen einen Menschen, der sich um Sie kümmert. Sie sind ohne Stellung — das paßt ausgezeichnet. Ich glaube. Ihnen helfen zu können; aber darüber reden wir später. In Ihrem Falle ist übrigens das Wort ,helfen' nicht ganz richtig. Ich bin Ihnen Dank schuldig, und wenn ich Ihnen gefällig sein kann, werde ich damit nur meinen Dank abtragen." WitglWtaiieii! Bringe morgen auf den Wochenmarkt einen großen Posten schnee- weißen Blumenkohl, prachtvolle Exemplare, per Stück von 30 Pf. an. Eckstand vor der l1neuen Markthalle Telefon 2103. 02oo2 BMozng 2reih:g,neuw.u. dunklerAnzng f. Größe 1.70 Mir. Umstände halber zu verkauf, oiasa Wolfstraße 1811 ZilksMM. gegen Hypothek. Sicherheit zu leihen gesucht Schriftl. Angeb. unter 01986 an d. Gieß. Anzeig. Am 15. 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Doch als sie die Tür ihres Zimmer öffnete, sah sie sich Frau Malwine gegenüber, die Blumen begoß, die auf den breiten Fensterbrettern des Flures standen. Die Wirtschaftlerin nickte ihr freundlich zu. „Der Herr Landgerichtsdirektor wartet schon mit dem Frühstück. Kommen Sie, ich führe Sie zu ihm." Regina mußte sich fügen. Was blieb ihr weiter übrig? Aber ihre Füße hoben und senkten sich, als wären sie mit Blei beschwert. Der alte Herr fragte nach Reginas Befinden. Sie antwortete wahrheitsgemäß, das Kopfweh hätte sie sich fortgeschlafen. Er lächelte zufrieden. „Also dürfte das unangenehme Erlebnis keine bösen Folgen bei Ihnen hinterlassen haben. Gut ist das." Er plauderte dann harmlos und vergnügt, bat Regina nach dem Frühstück, ihm in sein Arbeitszimmer zu folgen. Regina gehorchte und befand sich ein paar Minuten später in einem mit dunklen Möbeln eingerichteten großen Zimmer. Ein Frauenbildnis beherrschte den ganzen Raum. Es stellte eine Frau dar in mittleren Jahren, von klugem und gütigem Aussehen. Ihr Lächeln war bestrickend, es drückte ihr ein Grübchen in die rechte Wange, und das gab dem Gesicht einen eigenen Reiz. Jobst Freese zeigte auf das Bild. „Meine Frau. Sie wurde vor fünfzehn Jahren gemalt und ist gut getroffen. Genau so sah sie aus. Und nun, liebes Fräulein, setzen Sie sich!" Er schob ihr einen Stuhl zurecht, nahm dann an seinem breiten Schreibtisch Platz. Regina blickte durch das Fenster hinaus in den sonnigen Herbstmorgen; aber in ihr war keine Sonne, in ihr war alles düster. Schade, daß sie sich nicht heimlich hatte fortschleichen können! Der alte Herr tupfte über das winzige weiße Bärtchen seiner Oberlippe. „Ich wollte Ihnen heute das Angebot machen, Fräulein —!" Er stutzte. „Sonderbar, ich weiß noch nicht einmal Ihren Namen." Sie antwortete leise: „Ich heiße Regina Graven." Er nickte: „Schön — also Fräulein Graven! Ich möchte Ihnen jetzt das Angebot machen, bei mir als Arbeitshilfe einzutreten. Ich schreibe an einem größeren juristischen Werk, auch beschäftige ich mich ständig mit kleineren juristischen Aufsätzen." Regina war mit einem Male im Bilde. Wie ost hatte sie schon von Justizrat Dörfler in Mooshausen, bei dem sie tätig gewesen war, von dem Land- gerichtsdirektor Dr. Freese gehört. Und eigentlich hätte ihr auch gleich einfallen müssen, wer er war, nachdem er ihr doch seinen Namen und Stand genannt hatte. Auch bei Frau von Stöbnitz war fein Name mehrmals mit unendlicher Hochachtung erwähnt worden. Man wandte sich stets an ihn bet besonders schwierigen Rechtsfragen. Sie antwortete: „Ihr Anerbieten lockt mich sehr, Herr Landgerichtsdirektor! Aber ich glaube, Sie brauchen eine tüchtigere Kraft, als ich Ihnen sein könnte." Er lächelte freundlich. „Frauen haben oft Abneigung gegen mein Wissensgebiet; es geht Ihnen wahrscheinlich auch so. Die Juristerei dünkt die Laien und besonders die Frauen trocken, und ist's doch gar nicht. Wo haben sie zuletzt gearbeitet?" Sie gab Antwort: „Bei Justizrat Dörfler in Mooshausen." Er sah sie blinzelnd an. „Und dort haben sie das trockene Zeug satt bekommen — nicht wahr?" Sie hätte jetzt lügen können: Ja, ich habe es satt und übersatt bekommen! Dann würde er sie wohl gehen lassen müssen. Aber sie wollte nicht unnütz fügen. Peter Konstantin verwarf ja nur die frommen Lügen nicht, und hier handelte es sich um keine fromme Lüge aus Nächstenliebe. So riß sie sich denn zusammen und gestand: „Ich habe von je großes Interesse für Rechts- künde gehabt, und war sehr traurig, als mir der Justizrat kündigte, weil er an meiner Stelle gern eihe Nickste beschäftigen wollte." O wie reizte es sie, hier arbeiten zu dürfen. Aber ein Mann wie Jobst Freese. konnte keine Person wie sie bei sich beschäftigen. Sie schluckte heftig, und dann zwängte sich die Wahrheit über ihre Lippen, die volle Wahrheit. Sie erzählte offen von dem Plan, den Doralies Wolfram ersonnen und zu dessen Ausführung sie sich her- gegeben hatte, aber sie wagte nicht aufzusehen während sie sprach, und schließlich barg sie das Gesicht in den Händen, saß da wie vernichtet. Saß da wie eine, die ein Urteil erwartet. Gleich einer Vision glaubte sie einen Gerichtssaal zu erblicken, sich selbst als Angeklagte und den Landgerichtsdirektor als Ankläger. Gleich mußte der Urteilsspruch fallen. Gleich--- 2111c SchtOCine besonders auch trank- . - 7. ^J^ß/ÄUturfflebliebcnc und solche mit steifen Beinen, gesunden und entwickeln sich überraschend schnell wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLs mengen «erlangen Sie nur echtes Nassol in OrwmEaschen und wen en Sie Nachabmunnen W'S“ ®erftener:(rttnelat>of6efe(Siefien. 8u baden in allen Avotbeken. 647A 5-Zim.-Wohng. mit Bad, HeiFg. und Zubehör zu vermieten. 01993 Sch.S-Zim.-Wohn. mit Balkon, in freier Lage, bei Vorauszahl, der Miete, billig zu verm. 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Am Rentenmarkt hielt der Rückgang der Neubesitzanleihe um 0,25 v. H. auf 22,75 v. H. an, auch Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen waren nur knapp gehalten. Staats- und Kommunalanleihen waren weiter ruhig und unverändert. Der Pfandbriefmarkt lag in seiner Gesamtheit freundlich, Goldpfandbriefe und Liquidationspfandbriefe gut behauptet, Kommunal-Obligcttionen bis 0,40 v. H. höher. — Tagesgeld blieb leicht und zum Satz von 3,25 v. H. unverändert. Abendbörfe sehr still. Bei Eröffnung der Abendbörse war das Geschäft wieder nur sehr klein. Die Kulisse übte angesichts des Ordermangels Zurückhaltung, zumal auch son- tige Anregungen fehlten. Der Farben-Abschluß ent- prach den Erwartungen, eine Belebung des Ge- chäftes und eine Verbesserung des Kurses vermochte er nicht herbeizuführen, vielmehr bröckelte die Farben-Aktie zunächst um 0,40 v. H. ab. Auf den übrigen Marktgebieten lagen die Berliner Schlußkurse zumeist behauptet. Durch feste Haltung zeichneten sich auf höhere Meldungen aus Amsterdam Kunstseide Aku aus, die 1 v. H. gewannen, auch Bemberg lagen geringfügig höher. Reichsbankanteile konnten sich um 1 v. H. erholen. Im Verlause hielt das stille Geschäft an, Farbenindustrie konnten ihren Anfangsrückgang wieder ausgleichen. Der Rentenmarkt lag nahezu geschäftslos und für Franllun a. 2J1. Berlin Gchluß- furd Schlußk. Abend» bflrfe Schluß- furd Schlußk. Minag- bSrfe Datum 11.4- 12.4 11-4. 12.4- Mansfeld« Bergbau .. .......0 74,25 73,75 74,5 74 Kokswerke ....... .......0 98,5 99,13 Phönix Bergbau...... .......0 51,25 51 51,25 51,25 Rheinische Braunkohlen .....10 202 203,75 204 204,5 Rheinstahl ...... .......0 94,25 95,13 93,75 95,25 Bereinigte Stahlwerke. .......0 43 42,75 43 43,13 Ötavi Minen ....... .......0 15 15,25 14,9 15,25 Kaliwerke AfcherSleben. .......5 H3,5 115 114 113,5 Kaliwerke Westeregeln . .......6 115 113,4 113,75 113,5 Kaliwerk» Salzdetfurth .....7% 147 148,75 Sranffun a. JJI Berlin Schluß- furd Schlußk. Abend» börse Schluß- ferd Schlußk Mittag» börse Datum 114 12.4- 11.4. 12-4. 11. April 12-Apr>l Amiliche Notierung Amtliche Notierung Seid Dne Geld Srie HelstngfaM.. 5,699 5,711 51,699 5,711 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 10,38 10,40 10,38 10,40 BuvapeA... — — — — Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,38 169,72 169,23 169,57 Ö»lD ...... 64,79 64,91 64,84 64,96 Kopenhagen. 57,54 57,66 57,59 57,71 Stockholm ■ -. 66,53 66,67 66,53 66,67 London ..... 12,895 12,925 12,905 12,935 Buenos Aires 0,632 0-636 0,632 0,63 Neuyork.... 2,503 2,509 2,502 2,50 Brüssel..... 58,58 58,70 58,54 58,66 Italien..... 21,38 21,42 21,44 21,48 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiß.... 30,96 81,12 80,95 81,;: Spanien.... 34,24 34,30 34,22 34,28 Danzig..... 81,58 81,74 81,60 81,76 Japan ...... 0,761 0,763 0,761 0,763 Rio de Jan. . 0,214 0,216 0,214 0,216 5iugostawte». 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon .... 11,75 11,77 11,75 11,77 Serlin, 12.April ~ Geld Belgisch- ar j 5 tu gc „f ai tt n g t B al frf 3c UN dic du fe bar r "erfu. der Te Ta De !el sch wc hii bn ein nei Mi vol her den nei Go ter ist, duf das tun beu wes An! bra; Ein bis fam Lab scher sUNg IPieli unö QU9eL ,'F.p lst hi, Pen । Kr. 86 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffeil)Zreitag, Io. April M4 SeutscheArbeiterlAeutscheVMgenossen! wesen zu schaffen, das in 10 bis 12 Jahren ihr Eigentum ist. Deutsche Arbeiter! Adolf Hitler hat sich zur Lebensaufgabe gesetzt, den deutschen Arbeiter wieder seinem Volke zurückzugeben und den lange Jahre hindurch abseits der Volksgemeinschaft stehenden vtutsgenossen wieder einzubauen in Staat und Nation. Versuchen wir im Besinnen auf die eigene Kraft mitzuwirken an diesem großen Werk! Vorwärts! Auf zur Tat! Ge;.: Jakob Sprenger vl. d. K, Gauleiter Hessen-Nassau. Gez..- Willi Becker M. d. TL, Landesobmann der NSBO. in Hessen. Wir richten an alle deutschen Volksgenossen, die Arbeiter der Stirn und der Faust, deren Absicht es ist, ein eigenes Häuschen zu besitzen, die Aufforderung, sich unter Angabe der genauen Adresse an das Amt „Selbsthilfe und Siedlung" der NSG. „Kraft durch Freude" zu wenden. Bedingung ist, daß dieselben eine kleine Spareinlage besitzen, die die Summe von mindestens 700 R2N. beträgt. Unser Ziel ist, allen schaffenden Volksgenossen ein eigenes heim und An- Die Vorbereitungen, das Amt „Selbsthilfe und Siedlung" der NSG. „Kraft durch Freude" in Tätigkeit treten zu lassen, sind nunmehr beendet. An die deutschen Wirtschastsführer und alle deutschen Volksgenossen! Das Amt „Selbsthilfe und Siedlung" der NSG. „Kraft durch Freude" beabsichtigt, in einem groß- angelegten Plan den deutschen Arbeiter wieder mit Grund und Boden zu vermur z e l n. Gleichzeitig wollen wir durch eine großzügige Auflockerung der Bautätigkeit die gesamte Wirtschaft in unserem Wirtschaftsgebiet Rhein-TNain neu beleben. Grundbedingung ist, dem deutschen Arbeiter und allen, die willens sind, sich ein eigenes Haus zu schaffen, die TNöglichkeit zu geben, dieses in zwölf Jahren als Eigentum zu besitzen. Jeder deutsche Volksgenosse, der auf sichere Art und Weise sein Geld anlegen will, hat Gelegenheit, dieses nunmehr zu tun. Das Geld ist am sichersten bei dem kleinen Wanne, der seiner Verpflichtung und Abtragung korrekt und pünktlich nachkommt. Dieses ist der deutsche Arbeiter und Angestellte. Wir richten an alle, die erste Hypotheken auf solche Siedlungshäuser anlegen wollen, die Aufforderung, unter Angabe der höhe des Betrages sich an das Amt „Selbsthilfe und Siedlung" der NSG. „Kraft durch Freude" Hessen - Nassau, Frankfurt a. 2TL, Vürgerstraße 69/77 zu wenden. heil Hitler! Gez.: Jakob Sprenger 7N. d. TL, Gauleiter Hessen-Nassau. Gez.: Willi Becker TU. d. R., Landesobmann der NSBO. in Hessen. Der Berufsweiikampf in Gießen. u 1 E *» ' N, 4 rx Der Nachwuchs des Metallhandwerks im Wettkampf. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) M ... .. 'M . s MM Arbeit am Schraubstock. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Wechsel in derIührung des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller. Frankfurt a. M., 12. April. (Lpd.) Der langjährige Vorsitzende des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller, Dr. Waldemar Braun (Frankfurt a. M.), hat sich entschlossen, den Vorsitz niederzulegen. Dieser Entschluß wurde insofern erleichtert, als sich der Handelskammerpräsident und Treuhänder der Arbeit Dr. L ü e r, dem Wunsche des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller entsprechend, bereit erklärt hat, eine auf ihn entfallende Wahl zum Vorsitzenden anzunehmen. Die Jahreshauptversammlung des Verbandes findet am kommenden Montag statt. Oer Seidelbast. So sieht der Seidelbaststrauch aus. (Vgl. den gestrigen Artikel von Dr. Fische r.) 'VH, * > M . • •• - r, XL- >; , Aus der Provinzialhauptstadt. Gesunde Küche in den vitaminarmen Wochen. Wichtigstes Erfordernis für die gesundheitsmäßige Ernährung ist die Verabreichung einer gemischten, d. h. alle Nährstoffe in genügender Menge darbietenden Kost. Da steht in diesen Wochen die Hausfrau vor einer besonders schwierigen Aufgabe. Der Gemüsemarkt ist leer, denn auch der letzte Kohlkopf ist verschwunden. Frisches heimisches Obst fehlt gleichfalls. Obst und Gemüse aber sind — das weiß heute wohl jede Hausfrau — die Hauptträger der Vitamine, jener Ergänzungsstoffe, deren Fehlen besonders beim Kinde, aber auch beim Erwachsenen, allerlei Mangelkrankheiten auszulösen vermag. Zwar sind Milch und Butter wertvolle Vitaminspender, aber ihr Gehalt ist in den Wintermonaten bei der notwendigen Stallfütterung nicht allzu erheblich. Eine wichtige und billige Hilfe stellen die verschiedenen Obstsäfte dar, sonst aber kommen im allgemeinen nur noch Apfelsinen und Zitronen als Nothclfer in Betracht. Allein, beides find ausländische Früchte, deren man sich im Interesse der deutschen Volkswirtschaft nur in möglichst geringem Ausmaß bedienen sollte. Eine billige, schmackhaft und noch viel zu wenig gewürdigte Ditaminquelle stellt der Seefisch dar. Vor allem die zur Volksnahrung geeigneten fetten Fische, der Hering, die Sprotte, die Flunder, aber auch Schellfisch, Kabeljau und Scholle sind hier zu nennen. Sehr wichtig ist es, zu wissen, daß durch Kochen, Braten, Backen, durch Räuchern, Marinieren die Seefische von ihrem Vitamingehalt nichts einbüßen. Als Kohlehydratträger in der Kost muß die Haus» frau jetzt Hülsen- und Mehlfrüchte nehmen. Erbsen, Linden und Bohnen als Brei, als Suppen oder als Gemüse kommen dabei in Betracht. Da die Hülsenfrüchte infolge ihres hohen Gehalts an Faserstoff im allgemeinen schwer verdaulich sind, sollten sie nur von magengesunden Menschen genossen werden; auf der anderen Seite aber regen sie die Darmtätigkeit an. Von den für die menschliche Ernährung verwendeten Getreideprodukten seien als inländische Graupen,. Grütze, Grieß und Hirse genannt. Da bei ihrer Herstellung zwecks Entfernung der unverdaulichen Zellulose außer den Kohlehydraten die wichtigsten Nährstoffe des Getreidekorns verloren gehen, so ist ihr Nährwert nur ein beschränkter. Ae'hnliches gilt für den Reis. Was die Hausfrau als Meis im Laden zu kaufen bekommt, ist kein Naturreis, sondern ein durch Schleifen, Polieren und Färben verändertes Reiskorn, dein vor allem die unter der Schale sitzenden Vitamine fehlen. Wenn diese Zeit zum Schmerzenskind der Hausfrau wird, so muß sie sich damit trösten, daß die Zeit nicht mehr fern ist, da wieder genügend frische, vitaminhaltige Nahrungsmittel ihren Einzug halten. Mißbräuchliche Anwendung von Amtsbezeichnungen der NSDAP. Das Gaupresseamt teilt mit: „Es wird nochmals auf den Erlaß des Reichsministers Pg. Dr. Frick vom 7. März 1934 nachdrücklichst hingewiesen: „Es hat sich neuerdings die Unsitte eingebürgert, daß alle möglichen Verbände sich der Bezeichnung „Gold." Lichtspielhaus. Der ewige Alchimistentraum des Mittelallers mit den Kenntnissen und den Energien der modernen Technik in die Wirklichkeit verwandelt —: in der Tat, ein reizvolles Thema für einen großen Film. Dem Ingenieur, der hier nach jahrelangen, mühseligen Laboratoriumsversuchen mit einer gigantischen Maschine am Werke ist, gelingt in der Tat, was dem seligen Bottger nicht glückte, der immerhin statt des ersehnten Goldes Porzellan zustande- brachte. Der Mensch unserer Zeit hält am Ende ein winziges schimmerndes Bröckchen Metall in seiner Hand: eine Jahrhunderte alte Sehnsucht der Menschheit hat sich erfüllt. Aber wichtiger und wertvoller als die Erfindung, die ein neues Zeitalter heraufzuführen bestimmt scheint, ist die fast gleichzeitig mit dem Gelingen des Experimentes gewonnene Erkenntnis, daß auf der Erfindung künstlichen Goldes kein Segen ruhen kann — aus sehr nüchternen volkswirtschaftlichen Gründen nämlich. Es tft, wie wir glauben, ein Verdienst des Films (Produktion: Ufa; Drehbuch von Rolf E. V a n l o o) —, daß er, soweit das eben für eine filmische Gestaltung möglich war, nicht in Äußerlichkeiten stecken geblieben ist, wie man im ersten Teil der Begebenheit befürchten muß, und auch das zweifellos bedeutende Motiv nicht dadurch verflacht und ins Unwesentliche abgebogen hat, daß es etwa nur zum Anlaß einer spannenden Kriminalgeschichte mißbraucht worden wäre. Zwar fehlt dieser kriminelle Einschlag keineswegs, und der Film ist von Anfang bis Ende mit einer Spannung geladen, die gleichsam von den zuckenden Entladungen im riesigen Laboratorium auf den Zuschauer überzuspringen scheint. Auch die rein technische Leistung der Inszenierung von Karl Hartl ist so großartig wie kostspielig und zwingt zu staunender Bewunderung und zum Vergleich mit einigen anderen, ähnlich angelegten Utopien der Kamera: man wird bald an F. ?. 1" bald an „Metropolis , bald an den „Tunnel" erinnert; und ebenso wie die tote Materie ist hier der lebendige Mensch in Massen, in Gruppen und Einzelszenen völlig in der ruhigen und sicheren Hand des Regisseurs. Wesentlicher aber als dies alles, wir deuteten es bereits an, scheint uns zu sein, daß der Film das Problem nicht nur technisch zu bewältigen unternimmt, sondern lid) Dem Kernpunkt des Motivs, der allerdings erst hinter der technischen oder wissenschaftlichen Lösung sichtbar wird, wenigstens andeutungsweise zu nahem versucht. Dies grenzt den Film „Gold" von den eben genannten und einigen andern, ähnlichen, mit denen er manches gemein hat, ab und entrückt ihn der Sphäre eines bloß interessanten Spielfilms, einer rein technischen Utopie, eines spannenden Kriminalfalles: das Motto zu diesem Film steht, so merkwürdig es auf den ersten Blick scheint, schon bei Goethe im „Faust", und die Betonung liegt auf »dem leisen Stoßseufzer in Gretchens abendlicher Kammer: Ach wir Armen! Und gerade an der negativen Seite einer großen Erkenntnis, die freilich hier auf einem ungleich komplizierteren Wege gewonnen wird, entzündet sich noch einmal sehr eindringlich und überzeugend für den Beschauer die Phantasie des Autors und des Regisseurs, die in wenigen, schnell aufeinanderfolgenden Bildern und Szenengruppen die verhängnisvollen Folgen der Verwirklichung des Goldtraumes veranschaulichen. Daß, ganz abgesehen von dem eigentlichen und sehr alten Problem, in diesem Film eine abenteuerliche und erregende Spielhandlung geboten wird, in der auch eine zwiefach angesponnene Liebesgeschichte nicht fehlt, sei nur nebenbei bemerkt. Wen aber wider Erwarten weder das Motiv noch die Handlung an sich zu reizen vermöchten, den wird jedenfalls die schauspielerische Besetzung fesseln. Die starke und lebendig ausstrahlende männliche Persönlichkeit Friedrich Kayßlers erscheint leider nur in wenigen kurzen Eingangsszenen. Ganz im Mittelpunkt steht Albcrs: er ist hier weder der große Clown noch der große, sieghafte und blendende Abenteurer, sondern an eine Rolle verpflichtet, die, wie uns scheint, das Beste aus ihm herausholt, was er zu geben vermag: er bleibt zwar, wie könnte es anders sein, auch hier zuletzt Sieger, aber er ist nicht mehr so betont unwiderstehlich wie früher oft, nicht mehr so blendend, Liebling und Kraftmensch in einer Person, sondern viel ruhiger, verhaltener und manchmal fast ein wenig schwerfällig, was ihm steht und die von ihm dargestellte Figur durchaus sympathisch macht. Der Gegenspieler ist Michael Bohnen: eine recht interessante, schauspielerisch geschickte Leistung; allerdings hätte man gerade hier eine andere Besetzung erwartet, und man wundert sich weniger darüber, daß Bohnen nichts zu singen hat, als darüber, daß Gründgens nicht an seiner Stelle steht. Brigitte Helm erscheint ziemlich spat, aber sehr wirksam im Gefüge der Szenen: elegant, ganz beherrscht, kühl und verführerisch zugleich, rmt einem Wort: eine große Dame — in allem das Gegenbild zu Lien Deyers, bie ein kleines, zartes, zärtliches und ängstliches Mädchen spielt. In geringeren Aufgaben sehr gut: Steinbeck, Büttner und K a r ch o w. —r— Für die Pflege der deutschen Sprache! Ein bemerkenswerter Erlaß des Reichsinnenministeriums. In einem Erlaß an die Behörden des Reichs und der Länder über die Pflege der deutschen Sprache ersucht Staatssekretär P f u n d t n e r vorn Reichsministerium des Innern nochmals alle amtlichen Aeußerungen in einer schlichten, klaren, allgemein verständlichen Sprache abzufassen und dadurch vorbildlich zu wirken. Die amtlichen Stellen sollten daher auch mit besonderem Eiefer das Eindringen von Sprachsünden in die Amtssprache verhindern. Dieser Forderung widerspricht, so heißt es in dem Erlaß, der zunehmend beobachtete Gebrauch von Abkürzungswörtern (Beispiel: Grohag = Großglockner - Hochalpenstraßen - Aktiengesellschaft) und von Buchstabenwörtern (Beispiel: R. M. d. I. = Reichsminister des Innern) besonders als Namen für Amtsstellen. An sich verstehe und begrüße ich das Bestreben, die zahlreichen Stellen, die beim einheitlichen Neuaufbau des Reiches neugegründet ober umbenannt werben, so knapp wie möglich zu bezeichnen. Die straffe Neugliederung bes deutschen Lebens durch den Nationalsozialismus spricht sich auch in der Wahl kurzer Namen aus. Hierbei darf jedoch bie lebenbige Sprache nicht oerborben werben. Daher wirb grundsätzlich bahin zu streben fein, bie Namen in ber natürlichen Sprache so knapp zu wählen, baß sie stets unverkürzt gebraucht werben können. Abgekürzte Namen ober Zeichen finb nur ein künstlicher Notbehelf und vor allem dann eine Gefahr für das Leben einer Sprache, wenn sie als wirkliche Wörter behandelt und in den täglichen Sprachgebrauch übergeführt werden. Sie sollten daher nur angewandt werden, wenn die Amtsstelle mit einem knappen, natürlich gebildeten Namen nicht hinreichend genau bezeichnet werden kann und ber längere Name für den Sprachgebrauch ungeeignet ist. Bei ber Wahl unb beim Gebrauch ber verkürzten Namen werden folgenbe Gesichtspunkte beson- bers sorgfältig zu beachten sein: 1. In vielen Fällen wirb ber volle Name in ber Weise verkürzt werben können, daß ein ober mehrere seiner Bestanbteile in ihrer natürlichen Sprachform als Kurzname verwendet werben. Solche Kurznamen setzen sich in ber Regel schnell als genaue und unverwechselbare Bezeichnung ber Stelle durch. (Beispiel: Austauschdienst = Deutscher Akademischer Aus- tauschbienst.) 2. Nur wenn biefer Weg nicht gangbar unb eine Abkürzung nicht zu umgehen ist, können die Anfangsbuchstaben des zu langen Namens zu einem Buchstabenzeichen vereinigt werben. Solche Buchstabenzeichen bürfen aber nicht als wirkliche Wörter behanbelt werben. Die einzelnen Buchstaben sollten daher nicht zu einem Wort zusammengezogen, sondern stets sämtlich großgeschrieben ober burch Punkte voneinander getrennt werden. 3. Die Schaffung von Abkürzungswörtern ist zu verbieten. 4. Kurznamen und Buchstabenzeichen sollten mög- lichst nur im inneren Dien st betrieb gebraucht, in ber Öffentlichkeit jedenfalls nur dann verwendet werden, wenn hierfür ein dringendes Bedürfnis besteht und wenn bie Stelle durch den abgekürzten Namen unnütz- verständlich bezeichnet ist. Die Gesichtspunkte für die Wahl unb ben Gebrauch von verkürzten Namxn für Amtsstellen gelten auch für alle sonstigen Fälle, in denen Sachen ober Einrichtungen verkürzt bezeichnet werden. Öotbftbulnachricbten Nachbem bas Kultusministerium bem beseitigen Rektor ber Universität Frankfurt a. M., Professor Dr. K r i e ck , zur Annahme ber ihm angebotenen Professur in Heibelberg bie enbgültige Zustimmung erteilt hat, hat Professor Krieck bie Amtsgeschäfte seinem bisherigen Stellvertreter, Professor Dr. Platzhoff, übertragen. Das Rektorat bleibt bis zur Ernennung bes neuen Rektors unbesetzt. Die Universität München hat ben zweiten Direktor ber Römisch-Germanischen Kommission bes „Deutschen Archäologischen Instituts" in Frankfurt a. M. für eine o. Professur für beutsche Vor- unb Frühgeschichte berufen. Dr. Hans Zeiß vertrat bies Fach schon seit längerer Zeit als Privat- bozent in Frankfurt unb neuerbings auch burch einen Lehrauftrag an ber Universität Gießen. Der Polarforscher unb Ordinarius für Geographie an ber Universität München, Professor Dr. E. v. Drygalski, ist auf fein Ansuchen von Der Verpflichtung zur Abhaltung von Vorlesungen befreit worben. In Kiel ist ber entvflichtete Ordinarius ber historischen Theologie unb christlichen Archäologie in ber theologischen Fakultät ber bärtigen Universität Geh. Konsistorialrat D. Dr. Gerhard Ficker im 70. Lebensjahre gestorben. „Führer", „Reichsleiter" (Reichsleitung), „Gauleiter" (Gauleitung), „Kreisleiter" (Kreisleitung) usw. für ihre Organe bedienen. Diese in der NSDAP, eingeführten Bezeichnungen müssen auch ihr allein Vorbehalten bleiben. Die anderen Verbände werden hiermit darauf hingewiesen, ihre Organe anders zu benennen. Der Reichsminister des Innern hat an die Landesregierungen einen entsprechenden Runderlaß gerichtet. Auch bei den der Partei angeschlossenen Organisationen und Verbänden dürfen die angeführten Bezeichnungen keinesfalls eingeführt bzw. beibehalten werden." NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt. Kreisamtsleitung Gießen. Betr.: Ablösungsplakette des WHW. Diese Plakette kann von demjenigen Volksgenossen erworben werden, welcher bereits im Besitz der bisher ausgegebenen Hausplakette ist, und zwar unter der Bedingung, daß er für den Monat April eine weitere Spende in der bisherigen Höhe leistet. Die Beträge sind nicht mehr auf Konto 4600, son- Auf zum Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit! Gebt Aufträge! Umbildung von Amlsgenchlsbezirken in Hessen. Aufhebung der Amtsgerichte in Hungen und Lich. Der hessische Staatsminister Jung hat auf Grund der Verordnung des Reich^rräsidenten vom 24. August 1931 die nachstehende Verordnung vom 11. April 1934 über die Umbildung von Amtsgerichts bezirken erlassen: 8 1- Es werden aufgehoben. a) die Amtsgerichte Hungen, Lich und Nieder- Olm mit Wirkung vom 1. Juni 1934, b) die Amtsgerichte Pfeddersheim, Gernsheim, Lorsch und Zwingenberg mit Wirkung vom 1. Oktober 1934. § 2. Die Bezirke der aufgehobenen Amtsgerichte werden wie folgt z u g e t e i l t: 1. aus dem Bezirk des Amtsgerichts Hungen die Gemarkungen Berstadt und Wohnbach an das Amtsgericht Friedberg, die Gemarkung Nonnenroth an das Amtsgericht Laubach und die übrigen Gemarkungen an das Amtsgericht Nidda, 2. aus dem Bezirk des Amtsgerichts Lich die Gemarkung Eberstadt an das Amtsgericht Butzbach und die übrigen Gemarkungen an das Amtsgericht Gießen, 3. aus dem Bezirk des Amtsgerichts Nieder- Olm die Gemarkung Nieder-Saulheim an das Amtsgericht Wörrstadt und die übrigen Gemarkungen an das Amtsgericht Mainz, 4. aus dem Bezirk des Amtsgerichts Pfeddersheim die Gemarkungen Gundersheim und Oberflörsheim an das Amtsgericht Alzey und die übrigen Gemarkungen an das Amtsgericht Worms, 5. aus dem Bezirk des Amtsgerichts Gernsheim die Gemarkungen Biblis, Groß-Rohr- heim, Hammer-Aue, Maulbeer-Aue, Nordheim und Wattenheim an das Amtsgericht Worms und die übrigen Gemarkungen an das Amtsgericht Groß-Gerau, 6. aus dem Bezirk des Amtsgerichts Lorsch die Gemarkung Hofheim an das Amtsgericht Worms, die Gemarkungen Bobstadt und Bürstadt mit Boxheimer Hof an das Amtsgericht Lampertheim und die übrigen Gemarkungen an das Amtsgericht Bensheim, 7. der Bezirk des Amtsgerichts Zwingen- b e r g an das Amtsgericht Bensheim. § 3. Die dem Amtsgericht Worms aus den bisherigen Amtsgerichtsbezirken Gernsheim und Lorsch zugeteilten Gemarkungen gehören ab 1. Oktober 1934 zu dem Bezirk des Landgerichts in Mainz. DieReuregellmg derMchversorgung in Wen. Vom Milchvevsorgungsverband Rhein - Main wird uns geschrieben: Am 1 6. April tritt nunmehr auch in Gießen die Neuregelung der Milchversor- g u na in Kraft. Aus der Erkenntnis heraus, daß die Milchwirtschaft der wichtigste Zweig der deutschen Landwirtschaft überhaupt ist — weil mit ihr die Ernährungssicherheit des deutschen Volkes steht und fällt — hat die Reichsregierung bereits im vergangenen Jahre mit der Neuregelung der Milchversorgung begonnen und die Neufassung des Milchgesetzes durchgeführt. Wie dringend notwendig diese Neuordnung war, wird daraus ersichtlich, daß der Niedergang der Milchwirtschaft in einer ^grundverkehrten Organisation — sofern man überhaupt von Organisation sprechen kann — und in der gedankenlosen Preisgebarung einer nun endgültig dahingegangenen liberalistischen Zeit lag. Der Milcherzeuger hatte darunter ebenso zu leiden, wie der Milchoerbraucher. Die Milchhändler führten unter sich einen Krieg um den Kunden, bei dem die Preisunterbietung das Kampfinstrument war. Allen diesen Mißständen ist nun ein Ende bereitet. Der Milcherzeuger weiß nun, was er für die Milch zu bekommen hat, der Milchverteiler ist an den vorgeschriebenen Preis gebunden und der Milchverbraucher ist so ebenfalls geschützt, lieber diese Vorzüge geht die Neuregelung noch weit hinaus. Es ist daher interessant, den jetzigen Aufbau der Milchversorgung einmal kennen zu lernen. Vorüber ist die Zeit, wo der Verbraucherschaft die Milch „direkt von der Kuh" ins Haus geliefert wurde und keine Garantien dafür gegeben waren, daß Güte und Beschaffenheit der Milch den Anforderungen entsprachen, die im Interesse der Gesundheit und Ernährung gestellt werden müssen. Nunmehr ist es so, daß die Milch in eigens dazu bestimmten Betrieben auf Fettgehalt und sonstige Beschaffenheit genau untersucht und molkereimäßig behandelt wird, bevor sie an den Verbraucher kommt. Mit Ausnahme der Markenrohmilch, die ja von Kühen kommt, die einer ständigen ärztlichen Kontrolle unterstehen, wird jede Milch pasteu- r i s i e r t, d. h. entkeimt. In einem Pasteuriseur oder Erhitzer kommt die Milch auf eine Temperatur von 63 Grad, auf der sie ungefähr Y Stunde lang bleibt, damit die etwa vorhandenen schädlichen Bakterien vernichtet werden. Das Ganze ist schließlich nichts anderes als das, was die Hausfrau mit der Milch auch macht, nur mit dem Unterschiede, daß bei dieser schonenden Behandlung die Qualität der Milch nicht beeinträchtigt wird, während beim Kochen ein Teil des wertvollen Eiweißes verloren geht. Zu gegebener Zeit wird an alle Hausfrauen die Einladung ergehen, sich einmal den hiesigen großen Molkereibetrieb anzusehen; sie werden sich dann davon überzeugen, daß die hier behandelte Milch wirklich hochwertig und einwandfrei ist. Selbstverständlich hat die Milchoerteilung ebenfalls eine Aenderung erfahren müssen. Die Stadt Gießen ist jetzt in drei Bezirke eingeteilt, in denen jeweils eine entsprechende Anzahl Milchverteiler — so heißen jetzt die Milch- handler — ihre Milch zur Verteilung bringen. Mit dieser Einteilung sind die Irrfahrten, welche die Milch früher machen muhte, abgestellt; die Hausfrauen erhalten nun ihre Milch auf kürzestem Wege von der Molkerei. In Gießen wird die Abgabe der Milche an die Verteiler von der M i l ch z e n t r a l e Gießen durchgeführt. Etwa 40 Milchoerteiler bringen nunmehr den Hausfrauen dieses wichtige Nahrungsmittel ins Haus. Bei der Einteilung der Bezirke und bei der Hergäbe der Genehmigung wurde aus sozialen Gründen mit größtmöglicher Schonung vor- gegangen, um die Existenz der einzelnen Milchverteiler zu erhalten. Es ist auch erreicht, daß der mit unwürdigen Mitteln geführte Konkurrenzkampf unter den Milchverteilern b e - endet ist. Alle diese Maßnahmen werden erst dann den gewünschten Erfolg — Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes — haben, wenn der Aufbau der Milchwirtschaft dadurch ermöglicht wird, daß dieser die unbedingt erforderlichen Gelder zufließen. Deshalb ist der Milchverteiler auch verpflichtet, die Milch, die er empfängt, sofort zu bezahlen. Im Falle der Nichtbezahlung läuft er Gefahr, keine Milch mehr zu bekommen und damit fein Geschäft und seine Existenz zu verlieren. Aus diesen Gründen muß er darauf sehen, daß ihm von seinen Kund en bie gelieferte Milch ebenfalls sofort bezahlt wird. Bei einigem guten Willen ist das auch möglich, denn die Beträge für dieses hochwertige und wichtige Nahrungsmittel sind verhältnismäßig gering und erst recht bann leicht erschwinglich, wenn bei jeber Lieferung gleich bezahlt wird unb man keine größeren Summen zusammenkommen läßt. Erfreulicherweise hat sich biefer Gedanke bereits bei einem Teil der Milchverbraucher durchaesetzt, jedoch müssen auch die übrigen Volksgenossen zu der Einsicht kommen, daß der Wirtschaftsaufbau nur dann gelingen kann, wenn das Geld in die Dirtfchaftskanäle flieht, die es letzten Endes wieder zu jedem einzelnen Volksgenossen zurückführen. Es ist leider eine Tatsache, daß der Milchverbrauch in Gießen hinter dem Verbrauch anderer Städte, wie z. B. München, wesentlich zurücksteht. Im Interesse der Volksgesundheit, wie im Interesse der deutschen Landwirtschaft sei jeder Hausfrau ans Herz gelegt, sich mehr der Milch, als wichtigstes Nahrungsmittel überhaupt, zu bedienen. Es kann heute schon gesagt werden, daß den Hausfrauen Gießens über die Bedeutung des „weißen Blutes" sehr weitgehende Aufklärungen erteilt werden. bern 4 513 bei ber Bezirkssparkasse Gießen, aber wie seither bei Pg. M a n k (Kreiskasse Kreisamt) unter dem Hinweis „A b l ö s u n g s p l a k e 11 e" einzuzahlen. Die Plakette kann bei den vorgenannten Stellen, sowie bei der Kreisamtsleitung, Gießen, Amtsgericht, Zimmer 202, gegen Nachweis des erfolgten Abzuges in Empfang genommen werben. Heil Hitler! gez.: Klöß, Kreisamtsleiter ber NSV. F. b. R. gez.: Mohaupt, Kreisgeschäftsführer der NSV. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Die Bezirksleitung Gießen des KDAJ. veranstaltet am Mittwoch, 18. April, 18.30 Uhr (6.30 Uhr abends) im Cafe Ebel einen Schulungsabend, bei dem Gauinspekteur und Kreisleiter Pg. Klostermann über „Nationalsozialismus als Weltanschauung" sprechen wird. Der Schulungsabend ist mit Rücksicht auf die auswärtigen Mitglieder jo früh gelegt, damit ber Abend spätestens um 21 Uhr beendet sein kann. Teilnahme ist Pflicht für alle KDAJ.-Mitglieder, Gäste sind willkommen. — Ein weiterer Schulungsabend ist für Mittwoch, 25 April, 18.30 Uhr, im Cafe Ebel vorgesehen. Sprecher und Thema werden noch bekanntgegeben. Das Amt für Beamte, Kreis Gießen, gibt bekannt, daß die Fachschaft XII (Allgemeine Länderverwaltung) am 20. April um 20 Uhr im großen Saale des Hauses ber Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße, einen Fachschaftsabend veranstaltet. Es spricht Pg. Dr. Vetz- b e r g e r über „Erbgesundheitspslege und Rassenhygiene im nationalsozialistischen Staat". Die Teilnahme an dem Abend ist Pflicht aller Fachschaftsmitglieder Die Berufskameraden ber übrigen Fachschaften sind zu dem Abend eingeladen. Der Oberbann IV/13 der Hitlerjugend erläßt einen Eilbefehl, nach dem sich sämtliche Mitglieder der Hitlerjugend, die vor dem 30. Januar 1933 der Hitlerjugendbewegung angehörten (die heute bei der SA. ober SS. sind ober noch der HI. angeboren), sich sofort mit dem jetzt zuständigen Gefolgschaftsführer ihres Bezirks zwecks Ausstellung ber Hitler-Jugend-Ehrenkarte in Verbindung zu fetzen haben. Sämtliche Anträge müssen bis zum 17. April über den Gefolgschaftsführer an den Oberbann IV/13 gelangt sein, da der Antrag sonst keine Berücksichtigung mehr findet. Die Dienffstunden und Amtstage des Kreisamts Gießen. Gemäß der Verordnung des Herrn Staats- Ministers ist bei dem Kreisamt Gießen die durchgehende Arbeitszeit eingeführt. Die Dienststunden sind festgesetzt für die Zeit vom 1- April bis 30. September von 7 bis 15 Uhr, Samstags von 7 bis 12 Uhr, und für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. März von 8 bis 16 Uhr, Samstags von 8 bis 13 Uhr. Bei dieser Gelegenheit weist bas Kreisamt wiederholt darauf hin, daß die Amtstage nur Dienstags und Freitags von 8 bis 12 Uhr jeber Woche finb und nur an diesen Vormittagen die Dienstzimmer des Kreisamts für das Publikum offenstehen. Personen, die außerhalb der Amtstage vorsprechen, können, sofern es sich nicht um Fälle allerdringendster Art handelt, auf Abfertigung nicht rechnen. Das Arbeitsspendengesetz. Die Industrie- und Handelskammer Gießen macht erneut darauf aufmerksam, daß alle diejenigen Steuerpflichtigen, deren Geschäftsjahr vom Kalenderjahr abweicht und deren Steuerabschnitt daher im Verlaufe des Kalenderjahres 1934 endet, den Antrag auf Absetzung des Annahmewertes vom Einkommen bis zum Ende dieses Monats stellen müssen. Nähere Auskunft erteilt die Kammer. Ungültige und gültigeZehnmarkscheine. Das Publikum weist vielfach im Zahlungsverkehr die im Umlauf befindlichen Reichsbank- noten zu 10 Mark, die das Ausgabedatum vom 22. Januar 1929 tragen, als ungültig zurück, während nur die Reichsbanknoten zu 10 Mark mit dem Ausgabedatum vom 11. Oktober 1924 aus dem Verkehr gezogen worden find. Zur besseren Unterscheidung möge man sich einfach merken, daß bei den aus dem Verkehr gezogenen Reichsbanknoten zu 10 Mark auf ber Vorderseite ein männlicher Kopf mit H u t und bei den noch weiter gültigen Reichsbanknoten zu 10 Mark ein männlicher Kopf ohne Hut abgebilbet ist. AusgabeneuerFettverbilligungsscheine Für Mai und Juni werden Stammabschnitte mit vier Bezugsscheinen für Haushaltsmargarine und zwei Reichsverbilligungsscheine für Speisefette ausgegeben. Der auf den Stammabschnitten befindliche Bestellschein gilt dementsprechend für 2 Pfund Haushaltsmargarine. Für die Ausgabe gelten die bisherigen Bestimmungen. Es fei jedoch auf folgendes besonders hingewiesen: Die Ausgabestellen haben die Stammabschnitte beschleunigt an die Bezugsberechtigten auszugeben. Mit ber Ausgabe ist schon im April nach Eingang ber Scheine unverzüglich zu beginnen. Die Ausgabe muß auch in größeren Gemeinben innerhalb von zwei bis höchstens brei Wochen, also spätestens noch in ber ersten Hälfte bes Mai, im wesentlichen durchgeführt fein. Personen, bei denen die Voraussetzungen für den Bezug der Stammabschnitte erst nach dem 1. Mai 1934 eintreten, haben noch bis zum 9. Juni An- pruch auf die unverkürzten Stammabschnitte mit vier Bezugsscheinen und zwei Reichsoerbilligungsscheinen. Dieser Endtermin ist als Ausnahme für etwa neu hinzukommende Berechtigte bestimmt und darf keinesfalls für die Festsetzung der normalen Ausgabetage als maßgebend betrachtet werden. Die beiden Bezugsscheine für Mai bleiben auch für den Monat Juni gültig. Jedoch darf auf die beiden für Juni bestimmten Bezugsscheine Margarine nicht schon im Mai ausgegeben werden. Den Empfängern der Stammabschnitte ist von den Ausgabestellen, wie schon bisher, bekanntzugeben, baß bie Stamm- abschnitte mit ben Bestellscheinen unverzüglich bei ber Verkaufsstelle vorgelegt werben müssen, um bie rechtzeitige Belieferung sicherzustellen. Es besteht Veranlassung darauf hmzuweisen, daß bie Stammabschnitte nicht ausgegeben werben bürfen, wenn ein Bebürfnis offensichtlich nicht vorliegt, ober bie mißbräuchliche Verwendung der Scheine mit Grund Zu besorgen ist. Die geltenden Bestimmungen über den Kreis der Bezugsberechtigten ermöglichen es, Minderbemittelte, die nach ihrer wirtschaftlichen Lage auf einen Ausgleich gegenüber den höheren Fettpreisen tatsächlich angewiesen finb, an ber Verbilligung teilnehmen zu lassen. Dabei werben, wie bisher, kinberreiche Familien sowie bie Volksgenossen in ben verschobenen deutschen Grenzgebieten in Anbetracht ihrer besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse hinreichend zu berücksichtigen sein. Die Entscheidung über die Einbeziehung minderbemittelter Volksgenossen in die Fettverbilligung uach Maßgabe der geltenden Bestimmungen ist von den Ausgabestellen nach pflichtgemäßem Ermessen unb unter Berücksichtigung ber Umftänbe bes einzelnen Falles zu treffen. Daten für Freitag, 13. April. 1598: Heinrich IV. von Frankreich gewährt im Edikt von Nantes ben Protestanten Religionsfreiheit; — 1848: der Afrikareifende Oskar Lenz in Leipzig geboren (gestorben 1925); — 1882: der Asienforfcher Walter Stötzner in Gera geboren. Die Neuanschaffung von Büchern für Büchereien. Das Kreisschulamt Gießen bringt den Schulvorständen der Landgemeinden des Kreises Gießen ein Rundschreiben des Leiters der Landesberatungsstelle für das Büchereiwesen in Hessen zu dem Ausschreiben des hessischen Staatsministers vom 21. Dezember 1933 als erste Ausführungsbestimmung zur Kenntnis. Es heißt darin: In dem Ausschreiben ist angeordnet worden, baß bie Neuanschaffungen ber hessischen Volks-, Schüler- usw. Büchereien in Zusammenarbeit unb im Ein- verstänbnis mit der Beratungsstelle zu erfolgen haben. Zur Durchführung dieser Anordnung wird im Einvernehmen mit dem Hessischen Staatsministerium, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum folgendes bestimmt: Die Leiter von Büchereien in Orten unter 10 000 Einwohnern find verpflichtet, beabsichtigte Neuanschaffungen von Büchern jeweils vor dem Kauf der Beratungsstelle mitzuteilen. Diese hat das Recht, in gegegebenen Fällen zu verlangen, daß von der Anschaffung Abstand genommen wird. In gleicher Weise ist auch bei der Aufnahme von Geschenken in den Bestand zu verfahren. Die Leiter von Büchereien in Orten über 10 000 Einwohnern können ihre Anschaffungen in der bisherigen Weise vornehmen, finb aber verpflichtet, in regelmäßigen, mit ber Beratungsstelle zu verabredeten Zeitabstänben biesex die Listen ber neubeschafften Bücher einzureichen. Die Beratungsstelle ist auch hier berechtigt, die Zurückziehung einzelner Bücher aus kulturpolitischen oder anderen Gründen zu verlangen. Selbstverständlich steht es auch den Leitern dieser Büchereien frei, sich vor ben An schaffungen mit ber Beratungsstelle in Verbinbung Zu setzen. Diese Maßnahme erfolgt, um bie Reinhaltung ber Bestäube zu gewährleisten unb um bie Büchereien vor Fehlanschaffungen,- die besonders bei den kleinen, finanziell meist recht schlecht geftellten Büchereien sehr ins Gewicht fallen, zu bewahren. Zum Bucheinkauf ist grundsätzlich folgendes zu sagen: Es mPß erwartet werden, daß die Bücher nach Möglichkeit durch ben heimischen Buchhandel bezogen werben. Ausnahmen können nur zugestan- ben werben bei bem Bezug in sog. Büchereieinbän- den (soweit es die Mittel nicht erlauben, die Bücher broschiert oder in losen Bogen beim Buchhändler zu kaufen und durch den Buchbinder entsprechend einbinden zu lassen) unb bei sehr preiswerten Sonberangeboten; jedoch ist bei letzteren Vorsicht am Platz. Besondere Zurückhaltung ist bem Reisebuchhanbel gegenüber geboten, ber — z.T. unter Anwenbung von Druckmitteln — bie Bürgermeister, Bücherei- und Schulleiter zur Bestellung von „Prachtwerken" aus dem Gebiet ber Geschichte, ber nationalen Erhebung usw. zu veranlassen sucht, deren Preis (25 bis 60 Mark unb mehr) in keinem Verhältnis zu bem für Buchbeschaffungen zur Verfügung stehenben Etat ber betreffenden Stelle steht. Für die gleiche Summe können oft 5 bis 10 andere wichtige nationalsozialistische ober sonstige Bücher für die Bücherei beschafft werben, ganz abgesehen davon, baß bie Werke durch ihr unhandliches Format und ihre Ausstattung für den Bücherei-, wie für den Schulbetrieb wenig geeignet sind, mögen sie inhaltlich auch einwandfrei fein. Es ist daher dringend erforderlich, gerade auch in bezug auf den Reisebuchhandel die in bem Ausschreiben bes Hessischen Staatsministers vom 21. Dezember 1933 unb in ben obigen Ausführungsbestimmungen gegebenen Anordnungen betr. Neuanschaffungen von Büchern zu beachten und sich auf jeden Fall vor Ausfüllung eines solchen Verpflichtungsscheines mit der Beratungsstelle in Verbindung zu setzen. Selbstverständlich bleibt es anderen Stellen, z. B. den Ortsgruppen der Partei, unbenommen, ein solches Werk, sofern es wertvoll ist, aus eigenen Mitteln zu kaufen und der Ortsbücherei zur Verfügung zu stellen, jedoch darf ber Etat ber Bücherei in keiner Weise burch die Kosten belastet werden. Ermäßigung der Grundgebühren für Fernsprechanschlüffe. Das große von der Reichsregierung verfolgte Ziel, alle Volksgenossen wieder in Brot und Arbeit zu bringen, ist auch für die Neugestaltung des Tarifwesens ber Deutschen Reichspost richtung- gebenb unb weist ben Weg zu einer Angleichung der Fernsprechtarife an den Vorkriegsstand, soweit das nach der eigenwirtschaftlichen Lage der Deutschen Reichspost möglich ist. Den ersten Schritt auf diesem Wege bildete der Verzicht auf den sogenannten Apparatbeitrag, der bis zum Juni 1933 in Höhe von 50 Mark für alle neuen Fernsprechanschlüsse erhoben wurde. Der Wegfall des Apparatbeitrags brachte den erfreulichen Erfolg, daß der Rückgang der Fernfprechanschlüsse, der in den vorhergehenden Jahren bereits eine Viertelmillion erreicht hatte, abgefangen und zum Stillstand gebracht werden konnte. Das weitere Ziel bildet jetzt bie Wiebergewin- nung ber verloren gegangenen An- s ch l ü f f e unb bie Ausbreitung bes Fernsprechers in immer weitere Kreise. Zu biefem Zwecke werben vorn 1. Mai an bie Grunb - geb ühren im Durchschnitt fast um ein Viertel gesenkt, womit ein alter Wunsch vieler Teilnehmer aus bem Mittelstanb, bem Kleingewerbe unb Kleinhandel erfüllt wird. Die Grund- -gebühren werden ermäßigt in Ortsnetzen mit 51 bis 100 Hauptanschlüssen von 4 Mk. auf 3,50 Mk. (12,5 v. H.), bis 200 Hauptanschlüssen von 5 Mk. auf 4 Mk. (20 v. H.), bis 500 Hauptanschlüssen von 6 Mk. auf 4,50 Mk. (25 v. H.), bis 1000 Hauptanschlüssen von 6,50 Mk. auf 5 Mk. (23,1 v. H.), bis 5000 Hauptanschlüssen von 7 Mk. auf 5,50 Mk. (21,4 v. H.), bis 10 000 Hauptanschlüssen von 7,50 Mk. auf 5,50 Mk. (26,7 v. H.), über 10 000 Hauptanschlüssen von 8 Mk. auf 6 Mk. (25 v. H.). Mit dieser Gebührenermäßigung wirb erreicht, baß über bie Hälfte aller Wenigsprecher an Grunb- gebühren unb Gesprächsgebühren zusammen w e n i- §e r zu zahlen haben, als vor bem Kriege. n ben kleinen Ortsnetzen mit nicht mehr als 50 Hauptanschlüssen unb einer Grundgebühr von nur 3 Mk. mußte mit Rücksicht auf den geringen Betrag der Gebühr und auf die in diesen Ortsnetzen besonders hohen Anschlußkosten von eine Gebührensenkung abgesehen werden, zumal die Teilnehmer dieser Ortsnetze schon bisher geringere Gebühren als vor dem Kriege zahlten. Die Ermäßigung ber Grunbgebühr ist für bie Deutsche Reichspost mit einem erheblichen Ein- nahmeausfall oerbunben; sie konnte baher auch erst burchgeführt werben, nachdem der Finanzminister für 1934 auf einen Teil der von der Deutschen Reichspost an das Reich abzuliefernden Beträge verzichtet hat. Die Deutsche Reichspost hofft, daß durch regere Inanspruchnahme bes Fernsprechers unb burch bie Gewinnung neuer Teilnehmer ein Teil biefes Gebührenausfalls roieber ausgeglichen wirb. Was muß jeher vom Luftschutz wissen? Deutschlanb hat unter bem Druck bes Versailler Diktats abgerüstet. § 198 bes Versailler Diktats verbietet Deutschlanb bie Luftwaffe. Die Deutschlanb umgebenben Staaten sind bis an die Zähne bewaffnet und verfügen über mehr als 10 000 startbereite Flugzeuge. In einer Stunde kann jede beut- che Stadt von der Grenze aus durch Bombenflieger angegriffen werden. Durch einen Luftangriff wirb bie gesamte Bevölkerung bedroht. Die fallenden Bomben können jeden treffen — deshalb muh sich jeder schützen. Jeder sollte an der Sicherheit Deutschlands Mitarbeiten, indem auch er sich zur Mitgliedschaft im Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, anmeldet. Welche Gemischten Chöre gehören zum DGB? SBK. Durch bie Qjinglieberung bes Deutschen ©ängerbunbes (DSB.) in bie Reichsmusikkammer ist ber DSB. ber einzig anerkannte Fachverbanb für bas gesamte beutsche Männerchorwesen geworben, bem sich alle bisher noch nicht organisierten Männerchöre anzuschließen haben, roibrigenfaÜs sie an öffentlicher Betätigung verhinbert werben. Der DSB. umfaßte aber bisher nicht nur Männerchöre. Die Zahl feiner Sängerinnen war recht erheblich; Gemischte Chöre hatten sich bem Bunbe angeschlos- en. Daneben gab es zahlreiche Männerchöre, bie ich einen Frauenchor anglieberten unb mit ihm zusammen Konzerte veranstalteten. In Ansehung dieser Tatsache hat bie Reichsmusikkammer bestimmt, baß „solche Chöre, bie aus bem DSB. selbst in Anlehnung an bie von ihm bisher erfaßten Manner» WM/ V. '—’---1— Oberhessen e Ludwii anner- wärtigen. Bornotizen. .Eins ist not' schen Motette deshalb eine Ablieferung vergessen zu haben. Unter Würdigung dieses Umstandes setzte das Gericht die Strafe des Vorgerichts auf 3 Monate herab. als einziger anerkannter Fachverband für das gesamte Männerchorwesen bezeichnet wurde, in die Praxis umgesetzt worden. Jeder Männergesangverein muß Mitglied des DSV. sein und erwirbt damit die indirekte Mitgliedschaft zur Reichsmusik- SOjähriges Amtsjubiläum -es Pfarrers D. Fritsch zu Ruppertsburg statt Dekan Widmann versah den Altardienst. Der noch sehr rüstige, im 76. Lebensjahre stehende Jubilar, hielt selbst die Predigt, der er den Text 1. Mose 32, V. 10 „Ich bin zu gering aller Barm- ber^iakeit und Treue, die du an deinem Knechte getan hast", zugrunde gelegt hatte. Ein Rückblick über die 50 Jahre seines Amtes klang aus in einem demütigen Bekenntnis und einem Lobpreis der göttlichen Gnade. Mächtig brausten die Klange des Liedes „Lobe den Herrn, den mächigen König der Ehren", gesungen von der Gemeinde und der Män- ' Professor Dr. Haushofer Präsident der Deutschen Akademie sten geht man hlerbet so vor, daß man die Wasser- oberflächen in Tümpeln, Tonnen und dergleichen, vor allen Dingen auch die Wasserhaltungen in den Kleingärten, monatlich zweimal mit einer dünnen Schicht von Petroleum oder eines im Handel für diesen Zweck geführten Vernichtungsöles versieht. Die Schnakenbrut wird durch diese Oele abgetötet, ohne daß für andere Tiere oder Pflanzen irgend ein Nachteil dabei entsteht. Besonders sollte man auch darauf achten, daß Wasserfässer und andere zur Aufbewahrung von Mist, Kompost und dergleichen dienende Behältnisse mit gut passenden Deckeln verschlossen sind. Strafkammer Gießen. Ein Mann aus Gunzenau war vom Amtsgericht in Herbstein zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. In der gestrigen Berufungsverhandlung ergab sich, daß der Angeklagte bei der Staatsanwaltschaft Gießen einen Einwohner aus Gunzenau wegen Diebstahls anzeigte, obwohl er wegen Beleidigung vom Amtsgericht Herbstein deshalb schon verurteilt worden ist. Die Kammer erkannte auf 150 Mark Geldstrafe. Weaen verbotenen Sprengstoffbesitzes erkannte das Amtsgericht in Alsfeld gegen einen Mann auf 5 Monate Gefängnis. Der Angeklagte gab in der gestrigen Berufungsverhandlung an, von der Tatsache eines Sprengstoffbesitzes nichts gewußt und * Nieder-Bessingen, 12. April. Als Wiegemeister für die Gemeinde wurde Robert Walter von hier bestellt und verpflichtet. > H o l z h e i m, 12. April. Am kommenden Sonntag, 15 Uhr, veranstaltet die Sturmbannkapelle V/116 in unserem Orte ein Platzkonzert. Unsere Einwohnerschaft wird dieser dankenswerten Veranstaltung zweifellos großes Interesse entgegenbringen. Kreis Alsfeld. st Kirtorf, 12. April. Am Sonntagabend scheute das Pferd des Frhr. Schenck zu Schweinsberg vom Rothenberg, der mit feinem Fuhrwerk von Schweinsberg kam, auf der Landstraße zwischen Lehrbach und Kirtorf vor einem entgegenkommenden Auto. Das Tier raste mit dem Wagen den steilen Abhang der Landstraße hinab, blieb aber noch vor dem Gleenbach stehen, nachdem der Wagen umgestürzt war und den Insassen unter sich begraben hatte. Die Autofahrer eilten schnell zur Hilfeleistung herbei und holten den Verunglückten, der einen Knöchelbruch und Hautverletzungen erlitten hatte, unter dem Wagen hervor. Nach erster ärztlicher Hilfeleistuna wurde der Verunglückte ins Kreiskrankenhaus zu Alsfeld übergeführt. — Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hielt in der Gastwirtschaft „Zur Krone" eine Mitgliederversammlung ab, in der von dem Ortsgruppenleiter die Mitgliedskarten an eine Anzahl neuer Parteigenossen ausgegeben wurden. Ortsgruppenleiter Bürgermeister L a t h e r und Pg. Lehrer Erdmann hielten hierauf Vorträge über die nationalsozialistische Aufbauarbeit im verflossenen Jahre. Die Versammlung wurde sodann mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer geschloffen. unter Leitung von Lehrer Eucken schön vorgetragen, wurde der Gottesdienst beendet. Es folgte dann um 16 Uhr eine öffentliche Jubiläumsfeier im geräumigen Saale des Gastwirts S ch l ö r b , der nicht alle Teilnehmer fassen konnte. Das Dank- lied „Nun danket alle Gott" bildete den Grundton dieser Feier, die der Leiter, Dekan Widmann- mit einem „Sieg-Heil!" auf die großen Führer unseres Reiches eröffnete. Bei den sich anschließenden Gratulationsreden tarnen zuerst die Vertreter der örtlichen Organisationen, dann die der Kirche und die des Staates zu Worte. Als erster Redner sprach Bürgermeister Lind für die Gemeinde ihrem Pfarrer Worte innigsten Dankes, beglückwünschte ihn und überreichte ihm ein sinnvoll zusammengestelltes Photographiealbum mit etwa 40 Ansichten von Ruppertsburg. Im Namen des Kirchenvorstandes Ruppertsburg gab Lehrer Debus einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit des treuen Seelsorgers und die sichtbaren Denkmäler seiner Wirksamkeit, um ihm bann zum Zeichen des Dankes ein Bild von Steinhausen „Der Aufbruch vom Abendmahl" zu übergeben. Die Schulknaben Karl und Hermann Diehl trugen ein Jubilaums- gedicht vor. Frieda Willa gratulierte im Namen der Schüler, die ihrem Pfarrer eine Palme schenkten. Krieger- und Gesangverein, deren langjähriges Mitglied der Jubilar ist, ließen durch ihre Vorsitzenden Wilhelm Seipp II. und Wilh. Port II. in längeren, schönen Worten ihre Glückwünsche und Geschenke in Form von wertvollen Büchern aus der nationalen Erhebung unseres Volkes über- — Tageskalender für Freitag: Stadt- । theater: 20 bis 22.30 Uhr, „Schneider Wibdel". — , , Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gold". — Aftoria- ■ Lichtspiele, Seltersweg: „Rivalen der Luft". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. * ** Goldene Hochzeit. Das Fest der goldenen Hochzeit begehen am morgigen Samstag, dem 14. April, der Modellschreiner Berthold Goß und Frau, Landmannstraße 15 wohnhaft. Der Jubilar ist 73 Jahre, die Jubilarin 72 Jahre alt. Beide erfreuen sich noch bester körperlicher und geistiger Frische. Das Jubelpaar ist auch feit 50 Jahren treuer Bezieher des „Gießener Anzeigers". ** Das Fundjachen-Verzeichnls. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Das Verzeichnis über die im Monat März gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau während der Dienftstunden geltend zu machen. ** Katzenfangen- und Strafen nach Gebühr. In unserer landwirtschaftlichen Beilage „Die Scholle" war bei der Beantwortung der Frage Nr. 120 über die Vertreibung von Katzen aus dem Garten u. a. gesagt worden, man solle die Katzen in Katzenfallen fangen, nach Gebühr strafen und ihnen dann die Freiheit wiedergeben. Eine langjährige Mitarbeiterin der Tierschutzsache gibt in einer Zuschrift an uns der Meinung Ausdruck, daß die Redewendung von der „Strafe nach Gebühr zu Tiermißhandlungen veranlassen könne. Im Einvernehmen mit unserem hier in Betracht kommenden Mitarbeiter fei daher mitgeteilt, daß es natürlich nicht im Sinne der Fragebeantwortung liegt, Tiermißhandlungen das Wort zu reden, ober gar etwa zum Töten der Katzen aufzufordern. Die Aeu- ßerung ist vielmehr nur so aufzufassen, daß empfohlen wird, den Katzen durch irgendeine Art der Abschreckung oder einer leichten Züchtigung das Betreten des Gartens zu verleiden, keinesfalls aber etwa einen „Katzenmord" zu begehen. "Ein Fachschafts-Frisieren, verbunden mit Preis-Frisieren, veranstaltet die Friseur- Pflichtinnung Gießen am kommenden Sonntag nach- mittag im Caf6 Leib. Man beachte die Einladung im wirk- mit an her Schnaken-Vertilgung I Um ber für: bie Sommermonate während der h°'ben / leicht austretenden Schnakenplage es notwendig, daß jetzt schon mit der Befampjunfl der Schnakenbrut eingesetzt wird, Am^zweckmaßig^ tammer. Es heißt in der Verfügung: „Der Nachweis für den Erwerb der Mitgliedschaft wird durch eine Mitgliedskarte erbracht, welche der Deutsche Sängerbund e. 93. der einzelnen Vereinigung zu Händen ihres gesetzlichen Vertreters im Auftrage der Reichsmusikkammer ausstellt. Der gesetzliche Vertreter jeder dieser Vereinigungen, ober eine von biesem beauftragte Person hat beim öffentlichen Auftreten einer solchen Vereinigung bie biefer ausgestellten Mitgliebskarte stets bei sich zu führen unb auf Verlangen jebem Polizeibeamten ober ben von ber RMK. zur Kontrolle befonbers bestellten Personen vorzuweisen. Eine Männeraesangvereini- gung, welche ben Nachweis ber Zugehörigkeit zum Deutschen ©ängerbunbe e. 93. nicht erbringen kann, wirb an ihrem öffentlichen Auftreten verhinbert." Der Reichsmusikkammer bzw. ber Kulturkammer steht nach ihrer Satzung bie Polizei zur Durchfüh- rung ber von ihr erlassenen Anordnungen zur Verfügung. Es liegt daher im Interesse jedes Männergesangvereins, ber noch nicht Mitglied des DSB. bzw. eines seiner Unterbände ist, bie Anmelbung sofort zu tätigen. Die Reichsmusikkammer hat ben 15. Mai als Stichtag für bie Anmelbung festgesetzt. Ist bie Anmelbung bis bahin nicht erfolgt, so hat der Verein bie oben erwähnte Maßnahme zu ge- zu versehen. Diese soll mit der denkwürdigen Jahreszahl 1933 und dem Hakenkreuz versehen werben unb ihre Anbringung am 1. Mai erfolgen. Die Herstellung wurde Schlossermeister A m e n b übertragen. Als Aufgaben für dieses Jahr sind roieber vorgesehen: Erneuerung ber Wege in den Anlagen, Aufstellung einiger neuer Ruhebänke unb Beschotterung ber Wege mit Basaltkleinschlag. Etwa 300 Zentner sollen mittels Fuhrwerk aus Geilshausen für letzteren Zweck beschafft werben. Der Präsibent ber Deutschen Akabemie, Geheim« rat Professor Friebrich von Müller, ist am 1. April 1934 von seinem Posten als Präsibent der Deutschen Akabemie, ben er 6Vi Jahre ununterbrochen befleibet hatte, zurückgetreten. Der Senat ber Deutschen Akabemie hat ihm in Anerkennung seiner unvergänglichen Verbienste um bie Entwicklung ber Deutschen Akabemie das Grohs Ehrenzeichen der Deutschen Akademie verliehen. Der Kleine Rat hat ihm einen lebenslänglichen Ehrensitz zur Verfügung gestellt, um seine wertvollen Erfahrungen für die Deutsche Akademie auch künftig nutzbar zu machen. Auf Vorschlag des Kleinen Rates hat der Senat der Deutschen Akademie den bisherigen stellvertretenden Präsidenten und Leiter der praktischen Abteilung, Universitäts- Professor Dr. Karl Haushofer, Generalmajor a. D., zum Präsidenten der Deutschen Akademie gewählt. Der bekannte Münchener Geopolitiker darf als einer der besten Kenner der weltpolitischen Probleme der jüngsten Zeit angesehen werden. * Annerod, 12. April. Zum Rechner der vangelischen Kirche in unserem Orte wurde ■ 1 ig Pfeffer VII. bestellt und verpflichtet. -r Grünberg, 12. April. Gestern fand die Hauptversammlung des Verkehrs-Vereins ' tatt. Der Vorsitzende, Kaufmann S ch w e i ß g u t h, erstattete ben Jahresbericht. Die Arbeiten im ab- gelaufenen Jahre bestanden in ber Unterhaltung der Wege in den Anlagen im Brunnental. Durch das Entgegenkommen ber Gemeinbe, sowie durch die Mithilfe des hier bestandenen Arbeitsdienstlagers konnte ein Teil der Arbeiten ohne Belastung des Vereins ausgeführt werden. Hierdurch war es möglich, die Ausgaben niedrig zu halten, sie betrugen nur 177,34 Mark, denen eine Einnahme von 526,91 Mark gegenübersteht, so daß ein Barvorrat von 349,57 Mark verbleibt. Dem 93erein ist ein größeres Grundstück, das an seinen Grundbesitz im Hain grenzt, zum Kauf angeboten worben. Die Versammlung ist mit bem Erwerb einverstanden, da hierdurch eine Erweiterung des Wegenetzes der Anlagen geschehen kann. Der Vorsitzende soll die 93er- kaussverhandlungen führen. Weiter wurde beschlosen, den Diebsturm wieder mit einer Wetterfahne allzeit hilsbereiten unb eifrigen Amtsgenossen Dank unb herzliche Glückwünsche aus unb übergab ihm zur Anerkennung bas von ben Geistlichen bes Dekanats gestiftete große Lutherbilb von Bauer. Der Rebner fchilberte bann in längeren, aus bem Herzen fommenben Worten bie vielseitige Tätigkeit bes Jubilars im Dekanatsausschuß, in ber früheren hes- fischen Lanbessynobe, im hessischen Pfarrverein, in )em er lange Jahre als Schriftleiter bes Kirchenblattes im Segen gewirkt hat unb im deutschen Pfarr- verein. Durch eine künstlerisch ausgestattete Ehren- urkunbe würbe er zu feinem Ehrenvorstanbsmitglied ernannt. Auch ber Wingolf ließ burch ben Rebner bem 93erbinbungsbruber Glückwünsche überbringen. Pfarrer Ausfelb, Gießen, gratulierte im Flamen ber lutherischen Konferenz für Oberhessen und überreichte zwei Bücher. Als Vertreter bes Kreisamts Schotten sprach nun Regierungsrat Denzer Worte bes Dankes für alles, was Pfarrer D. Fritsch für die Volksgemeinschaft unb bas Vaterlanb geleistet hat. Kreisleiter K r o m m , Schotten, beglückwünschte den geraben, aufrechten beutschen Mann unb seine Familie als Vorkämpfer ber nationalen-fozialen Sach« unb Kreisschulrat Dr. Meuer bankte im Namen bes Kreisschulamts für bie Tätigkeit bes Jubilars im Dienste ber Schule. Nach bem Deutfchlanblied unb bem Horst-Wessel- Lieb erroiberte ber Jubilar mit herzlichen Dankes- warten für alle Glückwünsche, Geschenke und Ehrungen, die er sich habe gefallen lassen müssen. Seine Worte klangen aus in bem Gesang ber britten Strophe bes Liebes „Nun banket alle Gott!" Die Ansprachen waren umrahmt von Liebern bes Gesangvereins unb Darbietungen bes Posaune n ch o r s. Eine befonbers große Ehre war es für unseren Pfarrer, baß er am eigentlichen Tage bes Jubiläums, am Karfreitag, 30. März, vom Reichskanzler Aböls Hitler ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm erhielt. Bestrafter Emigrant. D armstabt, 12. April (LPD.) Vor bem Sonbergericht hatte sich heute ber 25jährige frühere Anarchosynbikalist Gustav L e i n a u aus bem Magbeburgischen zu verantworten. Wegen Unterschlagung hatte ber Angeklagte im vergangenen Jahre bie Grenze überschritten unb sich nach Paris begeben, von wo aus er an seine Schwester in Deutschlanb unglaubliche Briefe geschrieben hat. In einem Briefe schrieb er, er wäre stvlz, ein ßanbesoerräter zu sein, unb er schäme s i ch immer, wenn er fagen müsse, baß er Deutscher fei. Im Frühjahr biefes Jahres war er nach Deutschlanb zurückgekehrt unb würbe zunächst einmal wegen ber Unterschlagung feftgenommen. Heute stand er vor dem Sondergericht wegen seiner Emigrantenbriefe. Er erklärte vor Gericht, daß er seine Ansichten gewandelt habe und am Aufbau mitarbeiten wolle. Das Gericht verurteilte ihn zu der gesetzlichen Höchststrafe auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe auf die Regierung, zu zwei Jahren Gefängnis. Großfeuer in Gambach. OO Gambach, 12. April. Heute mittag gegen 12 Uhr entstand in dem Anwesen des Landwirts Georg Alt, Obergasse, Groß feuer, welches in wenigen Minuten auf die Hosreite des Wilhelm 93 erd, Ecke Holzheimer Straße, übersprang. In beiden Anwesen brannten bie Stallungen unb bie Scheunen, in benen sich noch reiche Er nteoorräte befanben, bis auf bie ©runbmauern nieber. Die hiesige Feuer- wehr bekämpfte in außerorbentlich tatkräftiger Weise ben Branb unb konnte das Uebergreifen ber Flammen auf bie beiben Wohnhäuser verhinbern. Eine angrenzenbe geräumige Gerätehalle bes Lanbwirts Heinrich Düringer würbe mit zwei Schlauchleitungen unter Wasser gehalten, so baß ein weiteres Ausmaß bes Branbes verhinbert wer- ben konnte. Beibe Anwesen sinb versichert. Man vermutet, bah ber Branb burch Kurzschluß entstauben ist. Landkreis (Rieften preuheu. Kreis Wetzlar.