Nr. 61 Erstes Blatt I84. Jahrgang Dienstag, 13. Marz 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen poftschecktonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Buch und ZteindruSerei R. Lange in Gietzen. 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Frankreich, so erklärte der „Matin" werde in sehr höflicher, aber sehr entschlossener Form die Bedingungen stellen, von denen es den Abschluß eines allgemeinen Abkommens abhängig mache. Besonders aufschlußreich sind die Ausführungen des „Oeuvre", das feine Informationen häufig aus bester Quelle schöpfen kann. Es schreibt, es sei bereits bei der letzten kurzen Sitzung des Landesverteidigungsrates zutage getreten, daß sich der größte Teil der Mitglieder der Auffassung des Generals Weygand anschlösse, der dabei in voller Übereinstimmung mit dem Ministerpräsidenten, dem Kriegsminister und dem Außenminister stehe. Nach Weygands Ansicht müsse in der Antwort an England erklärt werden, die französische Regierung sei angesichts der Aufrüstung Deutschlands und angesichts der augenblicklichen politischen Verhältnisse nicht in der Lage, sich in der Abrüstungsfrage irgendwie zu binden und rate deshalb dringend, a b z u - warten, vorausgesetzt, daß England keine besonderen Sicherheilsgarantien anbiete. Die französische Regierung sei der Auffassung, daß sie durch den Abschluß eines allgemeinen Abkommens, in dem die Zustimmung zur Aufrüstung Deutschlands enthalten sei, gleichzeitig das einzige Pfand verliere, das sie augenblicklich im S aarge b i e t noch in Händen habe. 3n Regierungs- krelfen werde der Standpunkt vertreten, daß Frankreich, wenn es den Abschluß eines solchen Abkommens ablehne, im Ianuar 1935 mit voller Berechtigung erklären könne, Deutschland habe die Verträge nicht geachtet und Frankreich sähe sich deshalb auch nicht veranlaßt, sie zu achten und weigere sich, das Saargebiet zu verlassen, solange Deutschland nicht eine andere Politik einschlage (!). „Excelsior" schreibt, die französische Regierung habe nicht die Hoffnung aufgegeben, schließlich doch noch zu einem Abkommen zu gelangen. Sie werde aber niemals ihre Zustimmung zu zweifelhaften Experimenten geben. — Der „Petit Parisien" erklärt, daß die französische Antwort keine technischen Einzelheiten enthalten werde. Trotzdem fordere ihre Abfassung die größte Aufmerksamkeit, weil man gegenüber der „teilweisen gewollten Ungenauigkeit der Vorschläge" eine klare und unzweideutige Sprache sprechen müsse. Die Aufgabe der französischen Regierung wäre jedenfalls leichter gewesen, wenn man ihr gewisse Zugeständnisse in der Frage der Garantien, der Effektivbestände und der Rüstungen Überhaupt gemacht hätte. GirFohn Simon hat wenig Hoffnung. Auch ein bescheidenes Abkommen wertvoll. London, 13. März. (DNB.-Funkspruch.) Sir John (Simon erklärte in einer Rede in Birkenhead, er fürchte, daß manche Teile des letzten britischen Planes nach deutscher Ansicht nicht weit genug und nach französischer Ansicht zu weit gingen. Die Regierung bemühe sich zu verstehen, was an den Forderungen und Besorgnissen anderer Mächte vernünftig und begreiflich sei. Nur auf diese Weise könne sie hoffen. Überhaupt noch eine internationale Abrüstungsvereinbarung zu erreichen. Selbst ein Abkommen von verhältnismäßig bescheidener Reichweite, das weit hinter dem ursprünglich Erstrebten zurückbleibe, würde doch bedeutungsvoll sein. Denn immerhin könne man dann sagen, daß zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit die Nationen der Welt sich auf eine Begrenzung der RÜstungen geeinigt haben: damit wäre dann der Grundstein des Weltfriedens gelegt. Nur mit Angst und Hoffnungslosigkeit könne er dagegen an die Möglichkeit eines Fehlschlagens denken. Eine große Anstrengung sei notwendig, pm auch nur ein abgeändertes Abkommen zu erreichen. Aber wenn erst einmal ein abgeändertes und teilweises Abkommen zustande gebracht sei, dann werde man einen Unterbau haben, an dem man künftig weiter bauen könne. England hält am Macdonaldplan fest. London, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet: Gut unterrichtete Kreise äußern sich abfällig über gewisse Mutmaßungen hinsichtlich des wahrscheinlichen Inhalts der französischen Antwortnote auf die britischen Abrüstungsoorschläge und bezeichnen diese Mutmaßungen als miesmacherisch. Reuter erklärt, daß der britische Plan, der kürzlich von Eden in Paris, Berlin und Rom erläutert worden sei, nach wie vor unverändert bleibe und daß kein Anlaß zu der Vermutung bestehe, er werde sich als unannehmbar erweisen. Aus diesem Grunde sei es voreilig, zu sagen, daß die britische Regierung ihre Pläne zur allgemeinen Abrüstung infolge mangelnder Bereitwilligkeit der anderen aufgegeben habe und ihre Aufmerksamkeit lediglich darau) richte, eine Luft- konvention zu erreichen, die sich auf die betreffenden Vorschläge des Maodonald-Planes beziehe. Englands Flotte das Pfand seiner nationalen Sicherheit. Kein Verzicht auf den Bau von Schlachtschiffen. - Die Sorge vor den französischenU-Booten. deren Ausrüstung mit der der erwähnten anderen Kreuzer Übereinstimme. Aus eine Frage, ob bei Frankreich Erkundigungen eingezogen worden seien, warum es so viele U-Boote baue, erwiderte Lord Stanley, er glaube, es seien Frankreich gegenüber derartige Andeutungen gemacht worden; er bedauere, daß Frankreich seinerzeit nicht dem Londoner Flottenvertrag beigetreten sei. Der Marinevoranschlag bedeute keine Herausforderung gegenüber einem anderen Lande, aber einen w e - sentlichen Beitrag zur Sicherheit Englands. — Die Haushaltsvoranschläge für die britische Flotte wurden dann vom Unterhaus a n - London, 12. März. (DNB.) Die neuen Haushaltsvorschläge für die englische Flotte wurden am Montagnachmittag vom Ersten Lord der Admiralität E y r e s Monsell dem Unterhaus vorgelegt. Eyres Monsell erklärte u. a., England versuche immer noch, eine Begrenzung der Rüstungen herbeizuführen, seiner Meinung nach sei es daher ganz unmöglich, daß das englische Kreuzerpro- gramm am Vorabend der Flottenkonferenz von 1935 aus der Annahme heraus erhöht würde, die Konferenz werde fehlschlagen. Er wolle aber vollkommen klarstellen, daß England bei Ablauf des Flottenvertrags am 31. Dezember 1936 d i e volle zugelaffene Kreuzertonnage haben werde. Die Forderung, die Tonnage der Schlachtschiffe auf 10 000 Tonnen zu begrenzen, müsse a b - gelehnt werden. Das Schlachtschiff müsse das Rückgrat der englischen Flotte bleiben. Die englischen Schlachtschiffe müßten viel stärker sein als der nächst kleinere Schiffstyp, mit dem sie im Kriegsfall in Berührung kämen, lieber die zugunsten einer Tonnageherabsetzung angeführte Unterscheidung zwischen Angriffsund Verteidigungswaffen könne man nur sagen: Die einzige Begriffsbestimmung, der in Genf allgemein zugestimmt wurde, sei die, daß eine Waffe offensiv ist, wenn man davor steht und defensiv, wenn man dahinter steht. (Großes Gelächter.) Eine Herabsetzung der Schlachtschiffe auf 10 000 Tonnen würde ein Anreiz für Angreifer fein und die Verteidigungskraft des angegriffenen Landes gefährlich vermindern. Der konservative Abgeordnete Admiral Sir Roger Key es wies auf die Notwendigkeit des strategischen Ausbaues von Singa- pore hin, der für eine wirkungsvolle Unter- . _ stützung Australiens und Neuseelands im Kriegs- Ig e n o m m en. fall unerläßlich fei. Der Londoner Flottenvertrag' stelle eine gefährliche Einschränkung der englischen Flotte dar. Der Simon-Liberale L a m e r t äußerte schwere Befürchtungen wegen der französischen Unterseebootsflotte. Frankreich habe 1650 Flugzeuge, die zusammen mit den französischen Unterseebooten den englischen Handel im Kanal lahmlegen können. Frankreichs Macht scheine sich auf Unterfeebote, Flugzeuge und den Völkerbund zu stützen. Der Parlamentssekretär der Admiralität Lord Stanley erklärte, die Regierung habe stets deutlich zu verstehen gegeben, daß sie kleine Kreuzer in größerer Zahl wünsche. Sie habe den anderen Mächten in dieser Richtung ein praktisches Beispiel gegeben, das leider nicht befolgt worden fei. Denn zwei von den anderen großen Seemächten hätten mehrere 10 000-Tonnen-Kreuzer gebaut, die viel schwerer bewaffnet seien, als die der britischen Leander-Klasse. Die Admiralität habe sich daher gezwungen gesehen, dem gegebenen Beispiel der anderen zu folgen; dies sei der Grund für das Erscheinen einer neuen Klasse von Kreuzern, der Minotaur-Klasse von 9000 To., Südslawien will lieber den Anschluß als die Äüilkehr der Habsburger. Belgrad, 12. März. (DNB.) Außenminister Jeftitsch sprach in der Skupschtina über die Außenpolitik Südslawiens. Der Minister bezeichnete den B a l k a n p a k t als die Grundlage der Belgrader Politik. Gegenüber Bulgarien wolle Südslawien seine Annäherungsbestrebungen fortsetzen. Uber die Frage der österreichisch-ungarischen Monarchie sei ein endgültiges Urteil gefällt worden. Da jedesmal, wenn von Restaurationsbestrebungen gesprochen worden sei, ein Blutvergießen unvermeidlich scheine, diene die Habsburger Frage keinesfalls dem Frieden. Südslawien sei vor der lebenden Habsburger Monarchie nicht zurückgewi- chen, und es würde dies vor einer wiedererweckten noch weniger tun. Es habe den Anschein, als ob die Besprechungen zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös arttirevisionistischen Charakter hätten. Die österreichische Frage könne nicht im Sinne der einen oder anderen Macht, sondern nur auf einer allgemeinen Grundlage gelöst werden. Der Abgeordnete Kaimakowitsch (Regierungspartei) erklärte, die Wiedereinsetzung der Habsburger wäre die größte Gefahr für die südslawischen Grenzen. Wenn Südslawien vor die Entscheidung „Anschluß oder Restauration" gestellt werde, müsse er Öen Anschluß al s das kleinere Hebel vorziehen, zumal er auch im Selbstbestimmungsrecht der Völker begründet sei, um das man im Weltkrieg gekämpft habe. Zwischen Südslawien und Deutschland bestünde keine Streitfrage, weder in territorialer noch in ethnographischer Beziehung. Die nationalsozialistische Regierung in Berlin sei endgültig gefestigt und habe schon schwierige Fragen der Außenpolitik gelöst, was besonders der Vertrag mit Polen beweise. Wie Südslawien sei auch Deutschland g e - gen d i e Habsburger. Diese Einstellung der beiden Staaten könne einst die Grundlage zu einer engen politisch en Zusammenarbeit im Donau-Becken abgeben. Rom, 12. März. (DNB.) Ministerpräsident Gömbös ist am Montag um 21.40 Uhr mit dem Sonderzug Mussolinis in Rom e i n getroffen. Am Bahnhof hatten sich der Duce, einige Staatssekretäre, der Generalsekretär der Faschistischen Partei und zahlreiche hohe Beamte des Außenministeriums eingefunden. Mussolini begrüßte Gömbös herzlich. Als die beiden Staatsmänner den Bahnhof verliehen, wurden ihnen von einer zahlreichen Menge herzliche Kundgebungen dargebracht. Gömbös nimmt in der ungarischen Gesandtschaft Wohnung. Bundeskanzler Dollfuß wird wegen des schlechten Wetters nicht mit dem Flugzeug, sondern mit der Bahn in Rom eintreffen. Er wird am Dienstagabend in Rom erwartet. Gömbös wird den Dienstag dazu benutzen, um dem Pap st feine Aufwartung zu machen und den Kardinalsiaatsfekretär Pacelli, den Kardinal Sintere und den Großmeister des Malteser-Ordens Ehigi zu besuchen. Am Abend findet ein Essen in der ungarischen Gesandtschaft beim Vatikan statt, an dem vermutlich auch kardinal Pacelli teilnehmen wird. Die erste Breierbe- sprechung wird auf den Mittwoch fallen. Ferner fleht fest, daß Dollfuß und Gömbös gemeinsam an einem Frühstück des Malteser-Ordens teilnehmen werden, und daß Mussolini im Palazzo Venezia oder im Hotel Exzelsior ein Essen gibt. ♦ Die italienischen Blätter bringen Gömbös und Dollfuß außerordentlich herzlich gehaltene Begrüßungsworte. „G a z e 11 a del P o p o l o" schreibt, daß es sich bei den Besprechungen in Rom nicht um die Schaffung eines politischen oder wirtschaftlichen Blockes handele, der gegen irgendeinen, fei es nun Deutschland oder die Kleine Entente gerichtet sei, sondern daß die Absicht einzig und allein die sei, die Unabhängigkeit Oesterreichs und Ungarns zu stärken und imRah » men des Viererpaktes und nach den Richtlinien der italienischen Donaudenkschrift Abkommen wirtschaftlicher Natur zu treffen. In einem Leitartikel des halbamtlichen Gior- nale d'Jtalia sucht Gaida den Nachweis zu bringen, daß die italienische Politik im Donaubecken von jeher in gerader Linie auf das wirtschaftliche Wohl Oesterreichs und Ungarn bedacht war. Die Begegnung von Rom, meint er, habe ein besonders feierliches Gesicht, ohne etwas Außerordentliches darzustellen! Die Verhandlungen würden von den drei Grundsätzen der italienischen Politik ausgehen: 1. Völlige Unabhängigkeit Oesterreichs und Ungarns, 2. die Notwendigkeit, ihnen die Möglichkeit zu deren Verteidigung zu geben, 3. die Notwendigkeit, daß die Zusammenarbeit vor allem von Italien angeboten werde, nachdem bis zum Ueberfluß die feindselige Untätigkeit aller Staaten festgestellt sei. Der italienische Donauplan sehe bekanntlich e i n S y st e m von ineinanderverketteten zweiseitigen Abkommen vor. Wenn daher beim italienisch-österreichisch-ungarischen Abkommen von regionaler Verständigung gesprochen werde, so dürfe man das doch nicht im Sinne eines Paktes von der Art der Kleinen Entente oder des Balkanpaktes verstehen. Beim italienischen System sei der Grundsatz der Paktbildung vollkommen ausgeschlossen. Die italienische Politik im Donaubecken scheine immer mehr Ver st ä ndnis in Frankreich zu finden, dagegen einiges Mißtrauen bei einem Teil der deutschen Presse und eine fortdauernde, wenn auch heute etwas abgeschwächte Feindseligkeit der Kleinen Entente. Das deutsche Mißtrauen sei unbegründet. Italien arbeite im Donaubecken nicht mit der Absicht, Privilegien zu schaffen. Seine wirtschaftlichen Richtlinien entsprächen nur den natürlichen Interessen Oesterreichs und Ungarns. In der Frage des Zuganges zur See z. B. habe Triest keine ausgesprochenen Konkurrenzabsichten gegen Hamburg. Die Kleine Entente habe keinen Grund, sich über die italienische Politik zu beschweren, sie habe nie etwas für Oesterreich und Ungarn getan und jede Möglichkeit der Unterstützung vorbeigehen lassen. Italien h a n de 1 e, wo Die andern niemals etwas tun wollten. OefferreüWer Fühler in Prag. Wien, 12. März. (DNB.) Der Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung des Wiener Außenministeriums Gesandter Dr. W i e s n e r ist am Montag von der Regierung nach Prag entsandt worden, um die Handelsvertragsverhandlungen zwischen der österreichischen und der tschechoslowakischen Regierung wieder in Fluß zu bringen. Dieser Entschluß wird in Zusammenhang mit der Dreierkonferenz in Rom gebracht. Man nimmt an, der Gesandte habe den besonderen Auftrag, mit der tschechoslowakischen Regierung über eine Teilnahme der Tschechoslowakei und der Kleinen Entente an den von der italienischen Regierung geplanten wirtschaftlichen Vereinbarungen zwischen Oesterreich, Ungarn und Italien zu verhandeln. Die Verbände der estnischen Freiheitskämpfer aufgelöst. Die Wahlen sollen verschoben werden. Reval, 12. März. (DNB.) Die Regierung Päts, die von der Bauernpartei gebildet ist, hat Montagabend zu einem überraschenden Schlag gegen die estnischen Freiheitskämpferverbände ausgehvlt. Die Freiheitskämpferverbände wurden im ganzen Lande aufgelöst, zum Teil mit Hilfe von Militär, das vor dem Hauptquartier der Freiheitskämpfer Maschinengewehre auffuhr. Die Truppen waren mit Handgranaten ausgerüstet. Die Auflösung der Verbände hat sich jedoch reibungslos vollzogen. Die Führer der Freiheitskämpferbewegung wurden v e r h af t e t. Im ganzen Land ist der Kriegszustand verhängt worden. Der General L a i d o n e r, der ehemalige Oberkommandierende der estnischen Truppen im Krieg gegen Rußland, wurde zum Oberbefehlshaber der estnischen Truppen mit besonderen Vollmachten ernannt. Die Feiheits- kämpser sollen für heute abend ein gewaltsames Vorgehen geplant haben, dem die Regierung zuvorge kommen ist. Man rechnet mit umfassenden Entlassungen innerhalb des Offizierskorps, da die Propagandatätigkeit innerhalb des Heeres in letzter Zeit sehr stark war. Man rechnet ferner damit, daß die Präsident- schaftswahl und die Parlamentswah- l e n, die im April stattfinden sollen, verschoben werden. Die Stadtverordnetenwahlen, bei denen in den Städten Reval, Dorpat und Narva die Freiheitskämpfer die absolute Mehrheit erzielt hatten, sollen annulliert werden. Die gesamte Presse der Freiheitskämpfer ist verboten worden. Die Maßnahmen der Regierung werden in einer durch die halbamtliche Telegraphenagentur verbreiteten Verlautbarung damit begründet, daß die Freiheitskämpfer angeblich b e - roaffnete 23 e r b ä37°Kaiseralleel llllllllllllllllllllllllllllll Vfevd Auüösun 9jähr., ein- und flUI,U0UU FungeS Mädchen für vormittag? gesucht. 01307 Buchnerftraße 3 Mdchen nicht u.20Jahr., für sof. gesucht, wegen Erkrank, bes jetzigen. i536d Hubing, Schiffenberger Weg 23. I Verkäufe | GlWWWN mit Platten zu verkaufen. Näh. in ber Geschäfts- Mietgesuche Junges, kinberl. Ehepaar sucht v. Aul vielseitigen Wimstii findet am Donnerstag;, dein 15. März 1934, um 20.15 Uhr, im Saale „Hindenburg“ Wiederholung des Wiiöschelmfen-Vortrat!s des Majors a. D. Söding statt, über: „Die neg. ei. Erdstrahlen und ihre Einwirkung auf den menschl., tierischen u. pflanzlichen Organismus.“ Anschließend prakt. Vorführung der arbeitenden Wünschelrute. Der Vortrag ist derartig interessant, daß niemand versäumen sollte, ihn zu besuchen, besonders aber Aerzte und dauernd Leidende, bei denen die Ursache ihres Leidens nicht festzustellen ist. Unkostenbeitrag 30 Pf. Hausbesitzerverein. L,uU Verkehrsverein. WALDWEBEN Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. 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Insbesondere hat die private Bautätigkeit infolge des systematischen Kampfes der Reichsregierung gegen die Arbeitslosigkeit eine kräftige Belebung erfahren. Sie zeigte im Jahre 1933 drei besondere Merkmale. Erstens ist die Wohnungs u m b a u - tätigkeit in starkem Maße erweitert worden. Daneben hat aber auch der Wohnungs n e u b a u zugenommen, und zwar in der Hauptsache in der Richtung einer Steigerung des Kleinhausbaues. Drittens endlich ist die Bautätigkeit privater Bauherren, die lange Zeit hindurch gegenüber der öffentlichen Bautätigkeit sehr an Bedeutung verloren hatte, im letzten Jahre wieder mehr in den Vordergrund getreten. Von diesen drei richtunggebenden Tendenzen des Wohnungsbaus ist die Zunahme des Baus von Eigen - und Kleinhäusern am bedeutungsvollsten. Sie hat dazu geführt, Laß die Fertigstellung von neuen Wohnungen trotz erheblicher Einschränkung der Bautätigkeit der öffentlichen Hand im Jahre 1933 gegenüber der im Jahre 1932 erreichten Leistung noch beträchtlich zugenommen hat. Ihr ist es insbesondere zu verdanken, daß die privaten Bauherren wieder einen großen Teil der Finanzierung des Wohnungsbaus übernommen und dadurch die öffentliche Hand entlastet haben. Während im Jahre 1931 unter je hundert Wohnungen 65,9 v. H. von öffentlichen Körperschaften und gemeinnützigen Bauvereinigungen, dagegen nur 34,1 v. H. von privaten Bauherren errichtet worden waren, stieg der Anteil der von Privaten erbauten Wohnungen im Jahre 1932 auf 44,2, im Jahre 1933 auf 55,6 v. H. Das Verhältnis hat sich also zugunsten der privaten Bautätigkeit verschoben. Das Vordringen des Klein- haüsbaus hatte ferner auch zur Folge, daß im letzten Jahre nicht mehr überwiegend kleine Wohnungen mit ein bis drei Wohnräumen, sondern wieder mehr Mittelwohnungen mit vier bis sechs Wohnräumen gebaut wurden, denn der Eigenheimbau pflegt diese Wohnungsgrößen zu bevorzugen. Wie große Fortschritte der Einfamilien- und Eigenheimbau im Jahre 1933 gemacht hat, läßt sich aus der Wohnungsbaustatistik sehr deutlich erkennen. Von insgesamt 23 300 fertiggestellten Wohngebäuden waren nicht weniger als 81 v. H. Kleinhäuser und 74 v. H. Einfamilienhäuser. Im Jahre 1934 wird zweifellos der Kleinhausbau noch stärker als im vorigen Jahre vorwiegen, denn ihm wird nunmehr auch die Förderungstätigkeit des Reichs in erster Linie zuteil werden. Nachdem im Winterhalbjahr aus jahreszeitlichen Gründen vor allem die Wohnungsinstandsetzungen und Wohnungsteilungen durch Reichszuschüsse gefördert worden sind, werden im Frühjahr und Sommer die öffentlichen Mittel wieder kräftig für die Förderung des Neubaus von Kleinhäusern eingesetzt werden. In einer Verordnung des Reichsarbeitsministers vom 27. Februar d. I. sind neue Bestimmungen für die Uebernahme von Reichsbürgschaften zu Gunsten des Kleinwohnungsbaus erlassen worden. Nach diesen Richtlinien für das Baujahr 1934 sollen der Bau von Einzelfamilienhäusern und der Bau von Kleinwohnungen in Geschoßbauten gleichmäßig gefördert werden. Dabei sind als Einfamilienhäuser solche Wohnhäuser anzusehen, die der Eigentümer entweder selbst als Eigenheim bewohnt oder vermietet. Er darf auch neben der von ihm selbst benützten noch eine zweite zum Vermieten bestimmte Wohnung errichten. Die nutzbare Wohnfläche soll in Einfamilienhäusern in der Regel nicht mehr als 100, höchstens aber 120 Quadratmeter für jede Wohnung betragen. Für Kleinwohnungen in Geschoßbauten ist nur eine Wohnfläche von 75, höchstens 90 Quadratmeter zulässig. Für alle mit öffentlichen Mitteln geförderten Wohnungsbauten dürfen nur deutsche Bau- stofse verwendet werden. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn geeignete inländische Baustoffe nicht vorhanden sind, oder wenn ihre Verwendung zu einer unverhältnismäßigen Verteuerung der Baukosten führen würde. Wer eine Reichsbürgschaft für sein Bauvorhaben erhalten will, muß mit dem Beginn des Baus und der Vergebung der Arbeiten warten, bis die Entscheidung über die Uebernahme der Reichsbürgschaft gefallen ist, da diese für bereits begonnene Bauten nicht geführt wird. Wer für ein Bauvorhaben Reichsbürgschaft in Anspruch nehmen will, muß nachweisen, daß er ein Eigenkapital mindestens in Höhe des Wertes des aufgeschlossenen Baugrund st ücks besitzt. Er erhält dann ein zu verbürgendes Darlehen in Höhe von 75 v.'H. des Bau- und Bo den wertes, das hypothekarisch sichergestellt werden muß. Die Darlehen sollen bei Einfamilienhäusern höchstens 5000 Mark oder, wenn eine zweite Wohnung eingebaut wird, höchstens 7000 Mark betragen. Bei Geschoßwohnun- gen dürfen sie den Betrag von 3000 Mark für jede erstellte Wohnung nicht übersteigen. Für erststellige Hypotheken innerhalb der üblichen Beleihungshöhe wird eine Reichsbürgschaft nicht übernommen. In der Regel wird der Eigentümer also an erster Stelle eine private Hypothek und erst an zweiter Stelle das mit Reichsbürgschaft versehene Darlehen aufnehmen müssen. Dieses muß mit mindestens 1 v. H. jährlich zuzüglich der ersparten Zinsen getilgt werden. Der Zinssatz darf den landesüblichen Zinsfuß nicht überschreiten. Anträge auf Uebernahme einer Reichsbürgschaft sind bei der obersten Landesbehörde oder der von dieser bestimmten Stellen, gleichzeitig aber auch bei der Deutschen Bau- und Boden.bank-AG. in Berlin zu stellen. Den Anträgen ist ein Plan des Bauvorhabens und seiner geplanten Finanzierung beizufügen. Die neuen Bestimmungen für die Förderung des Kleinwohnungsbaus durch Uebernahme von Reichsbürgschaften, in denen die Erfahrungen' des vorigen Jahres bereits ausgewertet sind, werden dem Wohnungsbau wieder kräftige Anregungen geben. Die Bautätigkeit wird in der bevorstehenden Bausaison aller Voraussicht nach die vorjährige noch übersteigen. DerStellveckelerdesMrerssiegtimZugWflW 08» Ul U W.;; vU ,, v« > ; ■ -->••< 1 <,-Z- Tf. - , ' A, Rudolf Heß in seiner Maschine im Gespräch mit dem Führer des deutschen Luftsports, L o e r z e r. — In der Mitte: Die Gattin des Stellvertreters des Führers. Leipziger Allerlei. Oie deutsche Technik beschenkt das arbeitende Volk. Von unserem D Auf der Leipziger Frühjahrsmesse wird wieder eine große Auswahl technischer Neuigkeiten gezeigt, die für die verschiedensten Anwendungsgebiete wie Handwerk, Büro und Haushalt bestimmt sind. Aus der Fülle der praktischen Gegenstände soll hier ein Ausschnitt gegeben werden. Bei den handwerklichen Geräten fällt zunächst auf, daß aus vielen Werkzeugmaschi- 'nen Maschinenwerkzeuge geworden sind, die, von einem geschickten Arbeiter bedient, erstaunliche Leistungen verrichten können. Als Antrieb be.-Berichterstatter. nutzen sie zumeist elektrischen Strom oder Preßluft. Für die Bearbeitung von Metall stehen elektrische Gewindeschneider und Schleifmaschinen, Schraubenzieher mit selbsttätigen Schraubengreifer und Schabewerkzeuge, die wie eine Feile wirken, zur Verfügung. Es finden sich Schleiswerkzeuge, die in der Minute bis zu 50 000 Umdrehungen machen, und solche, die auf 30 und mehr verschiedene Drehzahlen einstellbar sind. Ein elektrischer Hand- f r ä s a p p a r a t ist für die Bearbeitung von Holz bestimmt. Anstreicher und Kunstmaler können sich jetzt kleiner Kompressoren bedienen, die in Verbindung mit Farbspritzpistolen den Pinsel ersetzen. Die Baldur von Schirach vor denLungarbeitern des Ruhrgebiets Der Reichsjugendführer (X) bei seiner Ansprache vor dem Kokereiplatz der Zeche „Friederich Ernestine" in Essen-Stoppenberg. xy. >■ • * ■> - ■, ' Betonmischung bei kleineren Maurerarbeiten wird in Zukunft nicht mehr mit der Hand, sondern mit einem Betonmischer vorgenommen, der durch ein Handrad bedient wird. Auf diese Weise ist, so wie bei den großen, motorisch angetriebenen Mischmaschinen, eine innige Vermengung von Zement, Sand und Wasser gesichert, von der ja die Güte des Betons abhängig ist. Die Trommel faßt 75 Liter und ist zum Kippen eingerichtet, so daß der fertige Beton leicht in einen Schubkarren entleert werden kann. Für alle diejenigen, die ein Fahrrad besitzen und sich einen Hilfsmotor nicht leisten können, gibt es jetzt ein halbes Fahrrad mit Motorantrieb zu kaufen. Das ist ein motorisiertes Vorderrad, in das auf der Achse ein ganz kleiner Zweitaktmotor mit Vergaser, Getriebe, Bremsen und allem Zubehör eingebaut ist. In der Höhe der Lenkstange befindet sich der Benzintank. Man nimmt einfach von dem gewöhnlichen Fahrrad die Vordergabel mit dem Vorderrad heraus und setzt dafür dieses motorisierte Vorderrad ein. Eine Trennung von dem bisherigen Fahrrad ist also nicht nötig. Hat man auf dunkler Straße mit seinem Motorrad oder Auto eine Panne, so sucht man zunächst nach der Taschenlampe und stellt dabei zu seinem Aerger oft genug fest, daß die Batterie verbraucht ist. Eine solche Verlegenheit erspart uns künftig eine Taschenlampe, die an Stelle der Batterie eine kleine Dynamomaschine enthält. Durch einen Henny Porten persönlich. „Mutter und Kind" im Lichtspielhaus. Haben Sie schon mal mit Henny Porten Tee getrunken? — Aber ich! Denken Sie mal an: sogar in Gießen, im Schütz. Es war übrigens gar kein Tee, sondern Kaffee, aber Tee klingt ja besser, nicht wahr? Eine sehr reizende halbe Stunde, dieser Presseempfang im kleinen Kreise, und Henny Porten ist eine scharmante Frau, nicht nur auf der Leinwand, sondern erst recht aus allernächster Nähe. Mit Kaffeetrinken allein ist es ja nun allerdings auch nicht getan, denn Sie wollen doch sicher wissen, wovon wir uns unterhalten haben. Da möchten wir gleich sagen, daß aus dem üblichen Frage- und Antwort-Spiel, wie sich das seit Adams Zeiten bei Presseempfängen mit berühmten Leuten abwickelt, nichts geworden ist. Henny Porten hat jedenfalls von ihrer Berühmtheit liebenswürdigerweise keinen Gebrauch gemacht, sondern sie hat sich in aller Frische und Natürlichkeit zu uns an den Tisch gesetzt und zu erzäblen angefangen, ohne daß wir viel zu fragen brauchten. Gießen hatte sich, wie wir mit Befriedigung erfuhren, denn auch gleich zur Begrüßung am Bahnhof von der besten Seite gezeigt und der beliebten Darstellerin einen kleinen Triumphzug bis zum Hotel bereitet, wo die Leute mit langen Hälsen schon am Eingang standen, als mir kamen. Und als wir fortgingen, war die erwartungsvolle Menge kleiner und großer Filmfreunde keineswegs zusammengeschmolzen. Henny Porten berichtet uns von ihren Eindrücken in Wiesbaden, wo sie zuletzt aufgetreten ist, und schon sind wir mitten im anregenden Gespräch über ihren neuesten Film „Mutter und Kind". Der Stoff stammt von Hebbel, und es hat, wie man sich wohl erinnert, schon einmal eine stumme Fassung dieses Motivs gegeben. Der Tonfilm, den wir heute zu sehen bekommen, gibt aber, wie Henny Porten uns erzählt, etwas grundsätzlich Neues. Wir hören von ihrer Unterredung mit Dr. Goebbels über diesen Film, der sich sehr dafür interessiert und sehr dafür eingesetzt hat — im Sinne des großen Programms und der grundsätzlichen Richtlinien, die der Minister kürzlich in seiner Rede an die deutschen Filmschaffenden eingehend entwickelt hat. Besonders interessant war uns Henny P o r t e n s kleiner Stoßseufzer über die leidige Manuskript- Frage. Wieder wurden wir an einige bedeutsame Bemerkungen in der Goebbels-Rede erinnert, und wir würden gern ein wenig ausführlicher bei dieser flüchtig ins Gespräch geworfenen Bemerkung verweilt haben, aber die Zeit ist natürlich beiderseits bemessen — für die Schauspielerin, die sich allmählich für ihren ersten Bühnenauftritt fertig machen muß, und für uns Presseleute mit unserem chronischen Zeitmangel sowieso. Und außerdem macht sich Henny Porten gar nichts aus einem hochoffiziellen Interview in einem Kreise wichtiger und wißbegieriger Männer mit gezückten Bleistiften und Stenogrammblocks. „So geht das nicht", sagt sie und erzählt uns dafür — indessen die halbe Stunde vorüberfliegt — mit sprühendem Temperament, aber ohne alle beklemmenden Star-Allüren von den aufregenden und ein bißchen lebensgefährlichen Außenaufnahmen für die stumme Fassung von „Mutter und Kind" auf der Saale, bei Scheinwerferlicht mitten in der Nacht, unter Froelichs Regie ... Und von den Aufnahmen zum Tonfilm im Wattenmeer bei Cuxhaven, was im Dezember — noch dazu mit hohem Fieber — trotz Wasserstiefeln eine kalte und ungemütliche, körperlich und seelisch angreifende Sache gewesen ist ... Ja, und was wir noch fragen wollten — da ist die halbe Stunde wahrhaftig schon vorüber und Zeit zum Umziehen und für den Bühnenauftritt, und es tut mir ja schrecklich leid, aber was Sie sonst noch auf dem Herzen haben, liebwerte Leserin, das müssen Sie Henny Porten schon selber fragen; wenn Sie sich ein Autogramm holen, ist die beste Gelegenheit dazu. Es gibt auch heute noch welche. Dies war wie ein kleines, anmutiges und persönliches Vorspiel am Nachmittag und ist schon halb vergessen am Abend über den starken und nachhallenden Eindrücken des Films, der ein echtes und schönes Werk ist, und zu dessen Lobe nun ein ernsthaftes Wort gesagt werden soll. In ihren Grundzügen findet die Fabel sich ausgezeichnet in den sieben Gesängen von Hebbels Gedicht „M utter und K i n d". Der Film hat die Dinge vereinfacht, dramatisch und bildhaft gemacht und dem Denken und der Vorstellungswelt des heutigen Menschen in Deutschland na he gebracht. Die Art und Weise, wie das regiemäßig und darstellerisch geschehen ist, darf wohl als vorbildlich und wegweisend angesehen werden für die Arbeit am neuen deutschen Film. Was hier geschildert wird, ist — ohne Pathos und unangemessene Sentimentalität — ein hohes Lied und hohes Lob der mütterlichen Frau. Da sind zwei einfache und tüchtige Menschen, Anna und Jürgen, die sich liebhaben seit langem und sich heiraten möchten, sobald das Geld dazu reicht, und ihr ganzes Glück wäre ein Häuschen und Hof auf eigenem Grund und Boden. Aber sie haben kein Glück, sondern Unglück. Und als sie die Gewißheit haben, daß sie ein Kind bekommen sollen, stehen sie verzweifelt vor dem Nichts. Was den beiden wie ein Schicksalsschlag vorkommt, wäre andern die Erfüllung aller irdischen Sehnsucht: da ist ein junges Ehepaar, dem das einzige Kind genommen wurde und ein zweites für immer versagt bleibt. Die wollen mit Freuden Annas Kind als ihr eigenes annehmen und erfüllen dafür Jürgens große Sehnsucht nach einem kleinen Hof auf eigenem Boden. Aber als nun das Kind kaum geboren ist, da beginnt schon der Kampf der Mutter um ihr Fleisch und Blut, das sie nicht hergeben will und nicht hergeben kann — um keinen Preis der Welt; und der Kampf um das Kind ist zugleich ein Kampf gegen den Mann, dessen Ehrgefühl sich dagegen wehrt, den unnatürlichen und unmenschlichen „Vertrag" zu brechen ... Es soll hier nicht auf die Voraussetzungen und nicht auf die Lösung dieses wahrhaft dramatischen und tragischen Konfliktes eingegangen werden. Aber wir möchten sagen, daß es heute in Deutschland kaum eine Darstellerin gibt, die das, was hier verhandelt werden soll, stärker, lebenswahrer und menschlicher darstellen könnte als Henny Porten. Hier ist eine Aufgabe, die ihrem innersten Wesen entspricht, die sie mit ihrer ganzen Persönlichkeit erfüllt und ganz aus einem großen, warmen und leidenschaftlichen Gefühl heraus bewältigt. So schlicht und heiter-natürlich, wie sie das lebensfrische Mädchen im strahlenden Glück seiner großen und gläubigen Liebe verkörpert, so gefaßt und kämpferisch und zum Aeußersten bereit und entschlossen gestaltet sie das schwere Schicksal der Mutter, und ihren erbitterten und verzweifelten Kampf um das Kind. — Eine große und reife, von schöner Menschlichkeit geadelte Leistung. Hans Steinhoff bat das Schauspiel in Szene gesetzt. Er gibt, mit festen und sicheren Strichen Schauplatz und Umwelt, Spieler und Gegenspieler, realistisch, aber nie roh, auch ohne falsche Sentimentalität; er nimmt sich Zeit zur Zustandsschilderung wie zur psychologischen Entwicklung und Vertiefung; und er findet auch Raum für volksstückmäßige Szenen und unbekümmert heitere Episoden, die doch der Entwicklung des ernsthaften Konfliktes keinen Abbruch tun. Neben der Hauptdarstellerin sieht man eine Reihe sehr tüchtiger Kräfte am Werk, die von der Regie mit klarem Blick für die richtige Besetzung ausgewählt worden sind: Peter Voß vor allem, der für die Gestalt des Jürgen wie geschaffen scheint nach Temperament und landschaftlicher Herkunft; er trifft ausgezeichnet den Wesenskern und die innere Haltung des Mannes, der hier gemeint ist. Fein und still deutet Elisabeth Wendt das schwere Schicksal der kinderlosen Frau an. Lebendig und verständnisvoll geben Werner Pledath den Arzt, Paul Westermeier den Larsen. Alexandra Schmitt die Großmutter. Hansi A r n st ä d t als Frau Kröger und Vita Venkhoff mit einer scharf belichteten, kleinen Chargenrolle sollen vom Ensemble noch genannt sein. * Ein unterhaltsames Beiprogramm bildete den Auftakt zum Hauptereignis des Abends. Che der Film begann, erschien Henny Porten, vom ausverkauften Haufe mit großem Beifall begrüßt, auf der Bühne, um einige Worte an das Publikum zu richten: sie habe sich über den herzlichen Empfang, den man ihr bei ihrem ersten Besuch in Gießen bereitet habe, sehr gefreut; sie dürfe wohl daraus schließen, daß ihre' stüheren Filme hier in guter Erinnerung stünden. Der neue Film nun, „Mutter und Kind", wolle ein Stück echten deutschen Volkstums geben; sie habe ihr Herz an diese Rolle gehängt, und sie hoste mit ihr auch den Weg zum Herzen der Zuschauer zu finden: „das würde mich glücklich machen und wäre mein schönster Lohn". — —r— Oer geistesgegenwärtige Telegraphist. Leal Junior, ein junger Telegraphenbeamter von Marinha Grande, einer kleinen Industriestadt 120 Kilometer nördlich von Lissabon, ist von der portugiesischen Regierung öffentlich ausgezeichnet worden, weil er bei einem kürzlich entstandenen Aufruhr eine Menge von 300 Kommunisten in kaltblütigster Weise überlistet hat. Als der wilderregte Haufen das Telegraphenamt von Marinha Grande stürmte, war Leal Junior der einzige, der auf feinem Posten aushielt. Als der Führer der Rebellen von ihm mit vorgehaltenem Revolver verlangte, er solle die von ihm diktierten Botschaften telegraphieren, fügte sich der junge Beamte anscheinend willig. Er hat aber schnell gemerkt, daß die Kommunisten vom Morseschlüssel keine Ahnung hatten; darauf baute er feinen Plan. Er sandte an Stelle der kommunistischen Aufrufe mit größter Ruhe einen genauen Bericht der Vorfälle in Marinha Grande an die nächste Garnison in Leiria. Von dort wurde sofort Militär gegen die kommunistischen Rebellen geschickt. Als die Soldaten das Telegraphengebäude umzingelten und die Kommunisten zur Uebergabe zwangen, ohne daß auch nur ein Schuß gefallen war, saß der junge Beamte noch seelenruhig an seinem Apparat und fünfte, als ob nichts in der Welt ihn in der Ausübung feiner Tätigkeit stören könne. Sochschulnacbrichten. Der Tübinger Ordinarius für Chirurgie, Professor Dr. Martin Kirschner, hat einen Ruf an die Universität Heidelberg als Nachfolger von Professor E. Enderlen angenommen. ' Der Göttinger Privatdozent Dr. Ernst Ruickoldt hat einen Ruf als Ordinarius für Pharmakologie und Pharmakognosie an der Uni- verfität Rostock erhalten. griffartigen Hebel setzt man sie in schnelle Umdrehungen und bringt damit die Glühbirne zum Aufleuchten. Mit einer solchen Taschenlampe kann man beliebig lange Licht erzeugen, und braucht die Gefahr eines unvermuteten Versagens nicht mehr zu fürchten. Don den Funkneuheiten interessieren wohl besonders einige Zusatzgeräte für b en Volksempfänger. Man sieht ein Vorschaltgerät als Sperrkreis mit automatischer Umschaltung auf Rundfunk- und Langwellenbereich in Verbindung mit einem Schalter und einem Röhrenzwischensockel, die den VE. 301 für die Uebertragung und Verstärkung von Schallplatten geeignet machen. Eine metallische Abschirmung wird dadurch erreicht, daß alle Teile in einem ansteckbaren Aluminiumgehäuse untergebracht sind. Damit ist jede Handkapa^ität ausgeschlossen und eine genaue Einstellung möglich. Ein F e r n s ch a l - ter, der für jeden Empfänger paßt und mit einer Taschenlampenbatterie oder einem Klingeltransformator betrieben wird, dürfte gleichfalls rasch beliebt werden. Man schaltet ihn einfach zwischen Steckdose und Apparatestecker und verlegt die Schwachstromleitung, also den Klingeldraht, überall in der Woh- nun dorthin, wo man die Möglichkeit haben möchte, den Rundfunkempfänger ein- oder auszuschalten. Betriebskosten entstehen so gut wie gar keine, denn die Batterie wird nur für den Bruchteil einer Sekunde in Anspruch genommen, nämlich nur in dem Augenblick, wenn man auf einen Klingelknopf drückt, von denen man beliebig viele in der ganzen Wohnung anbringen kann. Die moderne Büromaschinen-Technik ist in zahlreichen Apparaten vertreten, die zum großen Teil mehrere Funktionen in sich vereinigen. Es gibt eine Schreibmaschine, auf die man mit einem Griff eine Buchungseinrichtung auffetzen kann, so daß die Maschine entweder als Bucyungs- oder als gewöhnliche Schreibmaschine verwendet werden kann. Eine neue Fakturiermaschine stellt eine Vereinigung von Schreibmaschine und Rechenmaschine dar. Neu ist auch eine kleine Schnelladdiermaschine, die nur durch Tastendruck bedient wird. Ein kleines Wunder für sich ist ein Maschinchen, das gleichzeitig Locher, Verstärker und Hefter ist. Für den Bürobedarf kommen auch Automaten in Frage, die gleichzeitig vervielfältigen und adressieren. Die Büroarbeit wird aber nicht nur durch neue Maschinen erleichtert; manchmal bewirkt schon eine kleine Hilfsvorrichtung ein glatteres, müheloseres Arbeiten. Der Anstoß zu vielen, alltäglichen Unannehmlichkeiten ist die verschlungene und auf dem Tisch herumliegende T e l e s o n s ch n u r, mit der man gar zu leicht Tintenfässer, Stempel oder andere kleine Gegenstände herunterwirft. Eine verdrehte Fernsprechschnur ist auch für die Reichspost keine Freude, weil dabei die Drahtlitzen leicht brechen können. Unten am Fernhörer kann man nun eine Doppelrolle durch einen Drahtbügel an- 6ringen, um die herum die Fernsprechfchnur gewickelt wind. Bei aufgelegtem Hörer wird die Schnur in ihrer ganzen Länge auf -dieser Spule gehalten. Nimmt man aber den Hörer ab, so rollt sich die Schnur von der Trommel ab und wickelt sich nach beendetem Gespräch von selber wieder auf. Damit wird die Schnur geschont, und außerdem nimmt sie nun keinen Platz am Tisch mehr ein. Als Neuheiten auf dem Gebiet des Fernsprechwesens werden jetzt der Heimfernsprecher und der Torlaut fprecher, der auch unter dem Namen „Elektrischer Pförtner" bekannt ist, herausge- dracht. Der Heimfernsprecher ermöglicht eine sehr gute Verständigung über (Entfernungen bis zu mehreren hundert Meter. Er besteht aus zwei gleichartigen Sprechstellen, deren jede mit einem Kontaktkästchen und einem Hörer ausgerüstet ist. Mit Hilfe einer Schnarre und einer Ruftafte, die an jedem Kontaktkästchen angebracht sind, rufen sich die Stationen gegenseitig an. Eie Einrichtung wird mit einer Taschenlampenbatterie betrieben, die in einem Preßstoffkästchen nahe bei einer der Stationen untergebracht wird. Durch die einfache Montage stellt sich der Apparat natürlich verhältnismäßig billig und eignet sich für die verschiedensten Betriebe. So kann er z. B. in einem Laden angebracht werden, der mit einer Wohnung in Verbindung steht oder dem eine Werkstatt angeschlossen ist. Er ist auch in größeren Eigenheimen, in bäuerlichen Betrieben usw. zu gebrauchen. Der „Elektrische Pförtner" besteht ebenfalls aus Aroei Sprechstellen, nur ist die eine im Freien vor der Haustür angebracht. Sie enthält außer dem Mikrophon ein lautsprechendes Telefon. Dom Innern des Hauses aus kann man sich mit den Personen, die Einlaß begehren, erst über den Grund ihres Kommens verständigen. Für den Haushalt, für Wohnstube, Küche und Keller, bietet die Messe eine Unmenge von Gerätschaften und Einrichtungen, die teils auf den schon vorhandenen weiterbauen und teils ganz neu sind. Es gibt Schrank- Öfen, die mit Gas, Petroleum, Spiritus oder Grudekoks indirekt beheizt werden, so daß die Gefahr, die sonst von den Verbrennungsgasen droht, völlig ausgeschaltet wird. Der Staubsauger ist durch verschiedene Erweiterungen für neue Möglichkeiten nutzbar gemacht worden. Man steckt z. V. eine Mottenpatrone auf, die Saugkraft des Gerätes wird umgekehrt und ein mit Mottenmitteln gesättigter ßuftftrom in die Ritzen des Kleiderschrankes oder in die Falten der Möbelpolsterung geblasen. Die Kühlschränke sind ein besonderer An- ztehungspunkt auf der Messe. Einer ist darunter, Oer weder mit Gas noch mit Elektrizität betrieben wird, sondern sich mit einer Petroleumlampe begnügt. Er ist hauptsächlich für Gartenwohnungen und landwirtschaftliche Betriebe gedacht. Ein kleiner elektrischer Haushaltsgrill läßt sich auch als Glühkochplatte verwenden. Zum Grillen größerer Stücke für den Haushalt ist das Bratrohr mit eingebautem Grill geeignet. Die intensive Hitzeentwicklung der freistrahlenden Oberhitze ermöglicht sämtliche Grill-, Gratinier- und ähnliche Arbeiten. Man kann auch Marzipan damit bräunen. Universal- küchenmaschinen mit nichtrostenden Werkzeugen, Anschlagmaschinen zum Rühren und Schneeschlagen mit nach unten abnehmbarem Kessel, Kaffeemaschinen aus Glas, verchromte Kartoffelstampfer — alles Gegenstände, mit denen jede Hausfrau ihre Küche bereichern möchte. Wirtschaft. Oie deutschen Sparkaffen im Januar. Fwd. Die Spareinlagen bei den Sparkassen des Deutschen Reiches stellten sich Ende Januar auf 11 269,34 Mill. Mk. gegenüber 10 808,25 Mill, am Ende des Vormonats. Im Berichtsmonat ist somit eine Steigerung um 461,09 Mill, gegenüber einer solchen um nur 124,13 Mill, im Dezember 1933 zu verzeichnen. Im einzelnen stehen den Einzahlungen von 936,31 (523,89) Mill., wovon 163,66 (86,26) Mill, auf Zinsgutschriften und 106,74 (29,50) Mill, auf Aufwertungsgutschriften entfallen, Auszahlungen von 487,61 (396,73) Mill, gegenüber. Die Giroeinlagen einschl. sächf. Gironetz haben auf 1533,84 (1492,89) Mill, zugenommen. ♦ * Neue Schatzanweisungs-Emission. Nach Ausverkauf der alten Emission hat die Reichsbank gestern mit dem Verkauf einer neuen Emission unverzinslicher Schatzanweisungen mit Fälligkeit per 16. August 1935 zum unveränderten Satz von 4,25 v. H. begonnen. * Gebr. Roeder A G., Darmstadt. — 4 (0) v. H. Dividende. Der Aufsichtsrat der Gebr. Roeder AG., Darmstadt (Herdfabrikation und Eisengießerei) hat beschlossen, der Generalversammlung am 7.4. die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 v. H. auf 1,80 Mill. Stammaktien vorzuschlagen. Die 5000 Mark Vorzugsaktien erhalten satzungsgemäß 7 v. H. (i. 23. 11 289 Mark Verlust, um den sich der Gewinnvortrag aus 1931 auf 15 685 ermäßigte). Das Werk ist in allen Abteilungen gut beschäftigt, Arbeiter und Angestellte konnten in größerem Umfange wieder eingestellt werden. Frankfurter Börse. Mttagsbörse: fest. Frankfurt a. M., 12. März. Zum Wochenbeginn eröffnete die Effektenbörse mit einer allgemein festen Tendenz. Zwar hielt sich das Geschäft in bescheidenem Rahmen, doch üoerwogen die Kaufaufträge des Publikums, so daß das geringe Angebot aus Gewinnverkäufen glatt absorbiert wurde. Neben dem vollen Erfolg der Leipziger Messe ist es auch der durchaus günstige Besuch und Geschäftsgang der Automobil-Ausstellung, die der Tendenz ein zuversichtliches Gepräge gaben. Die Verlängerung des deutsch-französischen Handelsabkommens und die außerordentlich günstige Entwicklung der Sparkasseneinlagen im Januar fanden erhöhte Beachtung. Am Farbenmarkt regte weiterhin noch die Aussicht auf erhöhten Treibstoff-Absatz an, und bei lebhaftem Umsatz lagen IG. Farben zum ersten Kurs 1,50 o. H. höher. Scheideanstalt lag voll behauptet. Fest lagen durchweg Montanaktien, wo besonders Mannesmann um 1,75 v. H., Rheinstahl um 1,65 v. H. und Laurahütte um 1,25 v. H. anzogen; die übrigen Bergwerkspapiere lagen bis 0,75 v. H. höher. Allgemein etwas gedrückt waren Elektroaktien, doch hielten sich die Rückgänge im Ausmaße bis 0,75 v. H., AEG. und Siemens blieben gut behauptet. Kunstseide- und Zellstoffaktien sowie Deutsche Linoleum, die um 1,13 v. H. anzogen, waren lebhaft gefragt; Aku plus 1,50 d. Sy, Bemberg plus 1,40 d. Sy, Waldhof plus 1,13 v. Sy, Aschaffenburger plus 0,50 v. H. Im einzelnen waren Reichsbankanteile mit 2,50 v. H. Kursgewinn stärker befestigt, konnten also die Hälfte ihres Dividendenabgangs wieder aufholen. Verkehrswerte lagen behauptet, ebenso auch Auto- und Bauunternehmungspapiere. Am Rentenmarkt hatten Neubesitzanleihe größere Umsätze und zogen auf 21,70 nach 21,25 an. Altbesitz lag 0,25 v. H. späte Reichsfchuldbuchforde- rungen 0,13 v. Sy freundlicher, während Stahlver- ein-Bonds bei stillem Geschäft 0,65 v. Sy verloren. Auch in der zweiten Börfenstunde blieb das Geschäft recht lebhaft, lieber den allgemeinen Rahmen hinaus aber gingen die Umsätze in Neubesitzanleihe, die unter Schwankungen den Kurs bis auf 22 v. Sy anziehen ließen. Die übrigen variablen Rentenwerte blieben unbeachtet, aber behauptet. Stahlverein waren allerdings erneut 0,40 leichter. Goldpfandbriefe zeigten kaum eine Veränderung, während Kommunal-Obligationen bis 0,40 v. Sy und Liquidationspfandbriefe bis 0,50 v. Sy abgaben. Stadtanleihen lagen uneinheitlich bei geringen Abweichungen. Don Auslandsrenten waren Rumänen und Ungarn gesucht und etwas befestigt. Am Aktienmarkt lagen die ersten Kurse durch- roeas behauptet, nur vereinzelt waren noch geringe Besserungen festzustellen, so bei IG. Farben um 0,25 v. Sy, andererseits gaben Stahlverein 0,50 v. Sy nach. Von später notierten Werten lagen Südd. Zucker 2 v. H. schwächer, dagegen Bekula 1,40 v. Sy hoher. — Tagesgeld war erleichtert und 3,50 v. H. nach 4 v. Sy Abendbörse sttll. Die Abendbörse eröffnete in stiller Haltung und erfuhr auch im Verlaufe keine Belebung, da von der Kundschaft neue Aufträge nur in spärlichem Umfange Vorlagen, während die Kulisse Zurückhaltung bekundete. Die Stimmung blieb aber zuversichtlich und die Berliner Schlußkurse lagen zunächst meist gut behauptet. Etwas hoher lagen Schiffahrtswerte, Schuckert und Gelsenkirchen. Farbenindustrie waren mit 139,50 v. H. unverändert. Aus den unveränderten Dividendenvorschlag von 8 v. H. Dividende waren von Auslandsaktien Montecatini um 4,25 v. H. auf 45,25 v.'Sy befestigt. Im Verlaufe wurde die Stimmung unsicher und die Kurse bröckelten etwas ab, so Farbenindustrie um 0,50 o. SS., Zellstoff Aschaffenburg um 1 d. Sy, Nordd. Lloyd und Gelsenkirchen um je 0,25 v. Sy Erneut gedrückt waren Daimler Motoren mit —1,25 v. Sy, wobei im Hinblick auf die bevorstehende Sanierung das jetzt bekannt geworden^ Zusammenlegungsverhältnis bei NSU. von 5:1 verstimmte. Adlerwerke Kleyer lagen daraufhin im Freiverkehr mit 49,50 v. Sy ebenfalls etwas schwächer. Am Rentenmarkt lag die Neubesitzanleihe bei relativ lebhaftem Geschäft zunächst gut behauptet, später gab sie um 10 Pf. nach. Die übrigen Gebiete des festverzinslichen Marktes waren vernachlässigt. Von fremden Werten blieben ungarische Werte beachtet, während 4 v. Sy Schweizer Bundesbahn von 1912 weiter angeboten waren; die Taxe ermäßigte sich auf 140 nach heute mittag 142 und letzter amtlicher Notiz am Samstag von 144,50 v. Sy U. a. notierten: Neubesitzanleihe 21,80 bis 21,70, Altbesitzanleihe 96,25, 6 - v.H.- Stahlverein 76,25, 4,50 v. H. Ungar. Staatsrente von 1913 6,85, do. von 1914 6,85, 4 v. Sy do. Goldrente 7,25 bis 7,40, Reichsbank 162, Gelsenkirchen 69,40 bis 69,25, Harpener 97, Mannesmann 72, Mansfeld 38, Rheinstahl 93,13, Stahlverein 46,50, AKU. 65,75, AEG. 32,90, Bemberg 61,50, Conti Gummi 156, Daimler 53,75, Scheideanstalt 184, Licht & Kraft 107,50, IG. Farben 139,50 bis 139, (Beffürel 103,50, Holzmann 77,50, Lahmeyer 122, Schuckert 106,50, Siemens 145,75, Aschaffenburger Zellstoff 44,75, Zellstoff Waldhof 54,50 bis 54,90, Hapag 30,75, Nordd. Lloyd 35,25 bis 35. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. März. Die freundliche Grundstimmung hielt auch zu Beginn der neuen Woche an, doch war das Geschäft erheblich ruhiger. Für Brotfrucht hemmt das wieder sehr schleppend gewordene Mehlgeschäft jede Unternehmungslust, um so mehr, als aus Norddeutschland Weizen und Roggen sehr billig und stark angeboten wurde. Erneut sehr fest lag Hafer bei weiter kleinem Angebot und gutem Geschäft. Gerste liegt weiter vernachlässigt. Kraftfuttermittel hatten ruhigen Markt bei unregelmäßiger Preisentwicklung. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen 197, Roggen 172,50 bis 173, Braugerste 175 bis 177,50, Hafer 157,50 bis 162,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austaufchweizen 29,40 bis 29,95, do. ohne 27,90 bis 28,45, Roggenmehl 0 bis 60proz. 23,25 bis 24, do, südd. Spez. 0 24, Weizenkleie 10 bis 10,15, Weizenfuttermehl 11 bis 11,25, Roggenkleie 10,50 bis 10,60, Soyafchrot 15,45, Palmkuchen 14,95 bis 15,10, Erdnußkuchen 16,30 bis 17,20, Treber 15,25, Trockenschnitzel 9,60 bis 9,70, Heu 6 bis 6,40, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt ober gebünbelt 1,90 bis 2. Kartoffeln: Jnbustrie hiesiger Gegenb 2,70 (unverän- bert) per 50 kg bei Waggonbezug. Tenbenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. März. Auftrieb: Rinber insgesamt 1257 (gegen 1161 am letzten Montagsmarkt), barunter befanben sich 440 Ochsen, 97 Bullen, 387 Kühe, 333 Färsen. Kälber 563 (442), Schafe 19 (13), barunter 18 (11) Hämmel, Schweine 4100 (3909). Notiert würbe pro 1 Zentner Ledend- gewicht in Mark: Ochsen al) 32 bis 33, b) 29 bis 31, c) 26 bis 28, d)24 bis 25. Bullen a) 30 bis 31, b) 28 bis 29, c) 26 bis 27, d) 24 bis 25. Kühe a) 27 bis 28, b) 24 bis 26, c) 19 bis 23, d) 13 bis 18. Färsen a) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26. Kälber Sonberklasse —, andere a) 45 bis 46, b) 39 bis 44, c) 32 bis 38, d) 23 bis 31. Lämmer und Hämmel bl) Stallmast- hämmel 36. Schafe nicht notiert. Schweine a) 45 bis 47, b) 42 bis 47, c) 41 bis 46, d) 38 bis 45, e) 38 bis 43, f) —, g Sauen 35 bis 42. Im Preisoergleich zum letzten Montagsmarkt gaben Ochsen und Kühe je 1 Mark, Schweine 1 bis 3 Mark nach, während Kälber, Bullen und Färsen gut behauptet blieben. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer lleberftanb. Kälber mittelmäßig, geräumt Schweine schleppend, lleberftanb. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 617 Viertel Rind- fleisch, 96 ganze Kälber, 23 ganze. Schafe bzw. Hämmel, 142 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 54, II 44 bis 50. Bullenfleisch 46 bis 52. Kuhfleisch I 36 bis 44, III 24 bis 32. Kalbfleisch II 60 bis 70, III 50 bis 60. Hammelfleisch 65 bis 75. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Fleifchgroßmarktes: ruhig. Schweinemarkl in Hungen. * Hungen, 12. März. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 397 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Bei mäßigem Handelsgeschäft verblieb lleberftanb. Es kosteten: Ferkel bis zu 6 Wochen alt 15 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 19 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 23 bis 28 Mark. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 12. März. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,85 bis 20 Mark, per März Bezirk 9 19,50, per April Bezirk 10 19,70, per Mai Bezirk 11 20 (ruhig); Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,90 bis 17; per März Bezirk 8 16,50, per April Bezirk 9 16,80 (ruhig); Hafer (inländischer) 16 (stetig); Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,50; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,50; Futtergerste 16,50 bis 17 (stetig); Mais (im Sack) 19,25 bis 19,50; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojaschrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14,50; Palmkuchen 15,25; Kokoskuchen 17,25; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 15,25 bis 15,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9,75; Steffenschnitzel 11; Malzkeime 13,50; Roh- melaffe 8,50; Wiesenheu (loses) 6 bis 6,40; Rotklee- Heu 6,40 bis 6,60; Luzernekleeheu 7,60 bis 7,80; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2,20 bis 2,40, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,60; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per März 29,70, per April 30; Weizenmehl (Spezial 0, aus Jnlandweizen) per März 28,20, per April 28,50 (ruhig); Roggenmehl (70 bis 60 v. H., norddeutsches, prompt) 22,25 bis 23; Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25 (ruhig); Weizenkleie (feine, mit Sack) 10 bis 10,25, (grobe, mit Sack) 10,50 bis 10,75; Roggenkleie 10,25 bis 11; Weizenfuttermehl 11,25 bis 11,50; Roggenfuttermehl 11,50 bis 12; Weizennachmehl 15 bis 15,25; Weizennachmehl IVB 16 bis 16,25 Mark. — Tendenz: ruhig. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 14. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk. „Der Wiener Kongreß." Ein Hörbild. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 14.30: 3X15 Minuten aus dem Senderbezirk. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus Zeit und Leben. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: „Der Betrieb in der neuen deutschen Arbeitsordnung." 18.35: Deutsch für Deutsche. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation. Goethe-Lieder von Franz Schubert. 20.10: Saarländische Umschau. 20.30: Unterhaltungskonzert. 21.15: Südwestfunk- Ringsendung. Volksmusik aus unseren Gauen. 22.15: Du mußt wissen. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Unterhaltungskonzert. 24 bis 1: Kammermusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt delchlossenen DiviDende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H. Lombardzinsfuß 5 v. H. Franktun a. Dl. Berlin Schiuß- furd Schlußk. Abend- börse Schluß» kurs Gchlußk. Uli Hag» börle Datum 10.3» 12.3. 1 10.3» 12.3. 8% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 96,4 96,4 96,75 96,25 6% ehem.7% Dt.ReichSanI.v.1929 100,13 100 100,13 100,13 6^1% Doung-Anleihe von 1930 .. 94,1 94 94 93,75 Deutsche Anl.-Ablos^Schuld mü AuSlos.-Rechten ............. 96,4 96,25 96,3 96,25 DeSgl. ohne Au-Ios.-Rechte...... 21,25 21,7 21,2 21,8 6% ehern.8°/«» Heft. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6°^ ©eft Lande-banl Dannstadt 85 92,75 95 92,75 95 92,75 95,13 6K% Heft. Landes-Hypotheken- 91,5 Oberhessen Provinz-Anleih« mll Auslol.»Rechten ............ 95,4 Deutsche komm. Sammelabl. An» leche Serie 1 mit Auslos.»Rechten 95,75 94,75 95,5 95 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bti 1935 93 93 •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Güldpfe. 16 unkündbcä bis 1936 93 93 ehem. Holzheim, 12. März. Die Ehefrau des Kreisstraßenwärters i. R. Martin Reitz beging am 11. März ihren 8 0. Geburtstag. Die Jubilarin ist geistig und körperlich noch sehr rüstig. Ihr Ehemann beging vor zwei Monaten seinen 80. Geburtstag. = Lich, 12. März. Am Freitagabend fand in Steins Saal unter Führung der NS. -Frauenschaf t eine gemeinsame Veranstaltung der im deutschen Frauenwerk zusammengeschlossenen Frauenvereine statt. Die Mitglieder der kirchlichen Frauenvereine, sowie des Alicefrauenvereins waren der Einladung der NS.-Frauenschaft sehr zahlreich gefolgt, so daß der große Saal voll besetzt war. Frau L. Schäfer eröffnete in Vertretung der leider durch Krankheit verhinderten Führerin der NS.-Frauenschaft Lich, Frl. S. Brandt, den Abend, die Frauen fangen gemeinsam bas Lied ,Hch hab mich ergeben". Nach dem wirkungsvollen Vortrag von zwei Gedichten durch Frau Thal- a ck e r und Frl. A. Schäfer sprach Pfarrer Draubt über „Deutsche Vergangenheit als Lehrmeisterin deutscher Zukunft". Der Redner ließ in anschaulich gezeigten Bildern aus der deutschen Geschichte die Zeit des Befreiungskampfes der alten Germanen gegen römische Herrschaft, bas Reich Karls des Großen, den Kanoffagang Heinrichs IV., bas Zeitalter ber Reformation, den 30jährigen Krieg, den großen Preußenkonig, die Befreiungskriege gegen den Korsen, den Gründer des zweiten Deutschen Reiches Bismarck, den Weltkrieg und den großen Volkskanzler Adolf Hitler, den Baumeister des Dritten Reiches, vor dem geistigen Auge der aufmerksam lauschenden Zuhörer erstehen, um immer wieder die Lehren aus der Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Reicher Beifall lohnte den Redner. Die musikalische Ausstattung des Abends hatten der Posaunenchor unter Leitung von stud. theol. Hr. Schäfer und ein Chor der NS.-Frauenschaft unter Leitung von Lehrer Stein übernommen. Die Darbietungen fanden starken und verdienten Beifall. Mit dem Deutschland-Lied wurde die eindrucksvolle Veranstaltung geschlossen. )( Lich, 11. März. Dieser Tage veranstaltete die evangelische Gemeinde in der Turnhalle unter Mitwirkung von Kirchen- und Posaunenchor einen Gemeindeabend. Nach dem Vortrag des Posaunenchors und einem gemeinsam gelungenen Lied hielt Stiftsdechant Kahn eine einlei- »tende Ansprache, in der er des Gründers der Inneren Mission, Johann Hinrich Wicherns, gedachte und zum Glauben, der in der Liebe tätig ist, mahnte. Diakon Hagebölling vom Landesverein für Innere Mission in Darmstadt führte daraus den Film „100 Jahre Rauhes Haus" vor. Der Film ließ die Gemeinde einen Blick in die reich gesegnete Geschichte und Arbeit sowohl des Rauhen Hauses, als auch der Inneren Mission tun. Aus 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zv 30000 M. 163840 6 Gewinn« |u 5000 M. 23797 269650 380573 8 Gewinn« »u 3000 M. 178509 205818 211921 348479 10 Gewinne »n 2000 M. 160955 307346 333278 338109 351470 22 Gewinne »u 1000 M. 3683 20919 85116 107807 129481 175207 216455 233495 313341 326102 371474 50 Gewmne »v 500 M. 4026 10277 14626 19063 51049 58896 83561 113957 117871 151814 153846 195019 197957 204067 ' 206061 242901 265406 383439 265943 281996 287892 308968 384305 386605 372290 322 Gewinn« iu 300 M. 452 7489 7822 8014 8398 9386 18163 19124 23951 25215 27272 32058 33355 35394 39088 42981 43148 43476 44406 54261 61027 61484 68692 71062 73491 73570 76362 77458 79972 80640 81596 83678 87728 88501 89884 91834 97170 100574 102319 104307 105840 108767 117177 122599 123639 124440 129606 130543 130954 133795 140693 141266 142267 144905 146439 146698 146872 146924 147695 147697 147761 148662 150594 151692 152482 153710 155019 157453 157659 158125 158715 164615 167463 167922 169895 174174 175469 176014 177095 177343 178537 181267 182006 185431 188134 192924 195571 196158 200424 203550 204484 204620 206314 208267 210386 211988 216277 223498 227913 228417 237607 241949 242625 242716 244773 244905 245010 248646 253646 254076 263781 269714 269918 270477 279138 285160 286358 293121 297093 297982 298407 304553 305472 306798 308578 316070 316320 317648 321752 321786 321862 324727 325950 327099 333455 335046 339725 345058 345383 348343 350720 353348 353883 358770 360092 361093 361591 368539 369964 372340 373248 377263 379034 380708 396149 381062 388811 394250 394444 397348 394998 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 102512 175518 189647 291054 334487 340027 192645 262650 270604 354514 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 1UOOO, 16 zu je 5000, 26 zu je 8000k 31 u je 2000, 56 zu je 10(0, 184 zu je 500, 1092 zu je 300 und 60 Tagesprämien zu je 1000 Mark. dem kleinen Anfang vor hundert Jahren sind inzwischen 4000 Anstalten der Inneren Mission geworden. 75 000 Berufsarbeiter sind neben 100 000 ehrenamtlichen Kräften tätig. Die Anstalten der Inneren Mission verfügen über 220 000 Betten. Zwischen den einzelnen Teilen des Films sang der Kirchenchor unter der Stabführung von Lehrer Stein, die Gemeinde beteiligte sich mit gemeinsam gesungenen Liedern, junge Mädchen verkauften Schriften des Landesvereins für Innere Mission, der Posaunenchor wartete unter Leitung von stud. theol. Schäfer mit guter Musik auf. Mit einer Ansprache des Leiters und dem Lied „Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ" wurde der Abend geschlossen. Es konnten 38 Mark der Inneren Mission als Reinertrag des Abends zugeführt werden. Kreis Büdingen. X. Nidda, 11. März. Gestern abend versammelte sich unter ansehnlicher Beteiligung der hiesige Zweigverein des VHC. im Hotel „Zur Traube". In einem interessanten Vortrag über das Thema „Wandern tut not" stellte Wanderbruder Konrad Bill dem Einst das Jetzt gegenüber, hob in scharfen Formen die unschätzbaren Vorteile des Wanderns hervor. Danach fand eine Ehrung durch Ueberreichung von Plaketten mit entsprechender Widmung und Jahreszahl derjenigen Mitglieder statt, welche 50, 40 und 25 Jahre ununterbrochen dem Zweigverein angehören. In einer Ansprache des Führers Konrad Becker wurde der Treue dieser Mitglieder lobend gedacht und den übrigen Mitgliedern zur Nachahmung empfohlen. 50 Jahre Mitglied ist Rektor i. R. Gatzert, 40 Jahre Oberreallehrer Küfer, San.-Rat Dr. K o ch, Fabrikant Moufang und Berufsschullehrer i. R. Bopp; für 25jährige Mitgliedschaft kommen 18 Wanderer in Betracht. VHC.-Bruder Apotheker (Scribd von Schotten übermittelte herzliche Grüße feines Zweigvereins und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Bestrebungen beider Nachbarvereine, wie seither, auch fernerhin Hand in Hand gehen möchten zu Nutz und Frommen des Ganzen. Kreis Schotten. l. Gedern, 12. März. Im Bereich der Ortsgruppe Gedern ergab der Verkauf der Plauener Spißenrosetten Insgesamt 130,80 Mark. Die Zwillingspfennig spende brachte in der Zeit vom 11. Februar bis 3. März den Betrag von 14,22 Mark. Die Eintopfgerichtsammlung am ersten Märzsonntag ergab 123,25 Mark. Eine Frankfurter Firma speiÄete 10 Mark. Preußen. Winierhilfswerk 1933/34 und NS.-Volkswohlfahrt in Krofdorf. * K r o f d o r f, 12. März. Als im Oktober 1933 mit den Arbeiten des W i n t e r h i l f s w e r k s begonnen wurde, zählte man in unserer Gemeinde 122 Wohlfahrtsempfänger, 34 Arbeitslosen- und Krisenempfänger, 52 unsichtbare Erwerbslose und 102 Rentner. Es wurden insgesamt 263 Lhyträge zum Zweck der Unterstützung an das Winterhilfswerk gestellt. Hiervon mußten 51 vom Ausschuß abgelehnt werden, so daß noch 212 Familien vom Winterhilfswerk unterstützt wurden. Zu den jeweiligen Sammlungen wurden sämtliche Partei- und Nebengliederungen herangezogen. Die gesammelten Beträge ergaben folgendes: Eintopfgericht in den Monaten: Oktober 333,20, November 217,60, Dezember 210,01 Mark; Januar 1934 211,80, Februar 200, März 195,60 Mark. Durch Plakettenverkäufe kamen 360,68 Mark ein. Don hiesigen Vereinen wurden bei Veranstaltungen für das Winterhilfswerk zusammen 179,20 Mark gespendet. An sonstigen Spenden kamen 149,96 Mk. zusammen. Dies ergibt einen Gesamtbetrag von 2088,05 Mark. Reichlich wurden ganz besonders zu Weihnachten die Hilfsbedürftigen mit Gaben bedacht. Es kamen zur Verteilung: 2500 Mark in Form von Bedarfsdeckungsscheinen, 313 Zentner Kartoffeln, 600 Brote, 150 Pfund Zucker, 150 Pfund Schweineschmalz, 300 Pfund Grieß, 150 Pfund Bohnen, 1920ZentnerKohlen, 500 Lebensmittelgutscheine zu je 1 Mark, 200 Pfund Limburger Käse und sonstige Lebensmittel, außerdem für 150 Mark Kinderwäsche, 39 Paar Kinderschuhe und 30 Paar Arbeitsschuhe. Das Wort unseres Führers: „In diesem Winter soll niemand hungern und frieren!" wurde hier in die Tat umgesetzt. Das Winterhilfswerk schließt nun überall ab, aber die ganze Not kann es doch nicht mit sich nehmen. Was noch zu lindern und zu tun ist, übernimmt die N S. - V o l k s w o h l f a h r t. Damit die NS.-Volkswohlfahrt ihren Aufgaben nach dem Willen unseres Führers voll entsprechen kann, muß jeder, der einigermaßen dazu in der Lage ist, Mitglied werden. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 12. März. Der Turnverein Krofdorf hielt am Samstag in der Gastwirtschaft Hofmann seine Jahreshauptversammlung ab. Nach kurzen einleitenden Worten des Dereinsführers, Lehrer Jaeger, gab Oberturnwart Hch. Amend einen Turnbericht über das abgelaufene Jahr, aus dem hervorging, daß das deutsche Turnen im Sinne Jahns nach wie vor in dem Verein eine Pflegestätte fand. Der Besuch der Turnstunden war in allen Abteilungen, mit Ausnahme. der Jugendturner, gut. An 89 Turnstunden beteiligten sich 858 aktive Turner, an 89 Turnstunden 553 Jugendturner, an 78 Turnstunden 2712 Schüler, an 87 Turnstunden 2965 Schülerinnen, an 90 Turnstunden 2177 Turnerinnen, insgesamt an 443 Turnstunden 9265 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Am 29. Oktober hielt der Verein sein alljährliches Schauturnen ab, das sich mit turnerisch-reichhaltigem Programm guten Besuches und regen Interesses der Mitglieder, ihrer Familien und sonstiger Freunde der Turnsache erfreute. Bei dem Austrag eines Gerätewettkampfes zwischen den Turnvereinen Launsbach, Leihgestern, Treis und Krofdorf errang die hiesige Mannschaft den dritten Sieg. Von ebenfalls reger Tätigkeit auf dem Gebiet des Handballspiels legte der Bericht des Spielwarts, Albert Reeh, Zeugnis ab. Die 2. Mannschaft spielte in der Verbandsrunde in der L-Klasse und hatte hier einen schweren Stand, da die Gegner fast nur aus ersten Mannschaften der früheren Vereine der ADT. bestanden; trotzdem kam sie noch an dritte Stelle. Die erste Mannschaft trug insgesamt 28 Spiele aus; davon gingen 19 gewonnen, 4 unentschieden und 5 verloren bei einem Torverhältnis von 181:116. Dieselbe beteiligte sich bei den Verbandsspielen zum ersten Mal in der A-Klasse (Gegner: die ersten Mannschaften der Turnvereine Heuchelheim, Atzbach, Allendorf a. d. L., Nauborn und Hochelheim). Hier gelang es der Mannschaft an die Spitze der Tabelle zu kommen, wodurch sie an den am 18. März beginnenden Aufstiegsspielen teilzunehmen hat. Wanderwart Paul Koch berich« tete sodann über die 5 stattgefundenen Wanderungen mit einer Gesamtbeteiligung von rund 300 Personen; darunter befand sich eine dreitägige Psingst- Wanderung in den Vogelsberg. Kassenwart K. Fabel erstattete einen eingehenden Kassenbericht, der mit einem Guthaben abschließt. Ihm wurde auf Empfehlung der Prüfungskommission Entlastung erteilt. Nach einer anregenden Aussprache konnte die Versammlmung geschlossen werden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) Lang-Göns. § 9 (Dritter Teil, Kapitel IV) der 4. Notverordnung des Reichspräsidenten vom 8.12. 1931 bestimmt: „In der Invalidenversicherung dauert die Wartezeit (1278 der Reichsversicherungsordnung) 250 Beitragswochen. Sind weniger als 250 Beiträge auf Grund der Versicherungspflicht geleistet, so dauert die Wartezeit 500 Beitragswochen. Bei der Altersinvalidenrente dauert die Wartezeit 750 Beitragswochen." Da Sie bisher insgesamt 201 Pflichtmarken nachgewiesen haben, müssen Sie noch mindestens 299 Marken verwenden, wenn Sie sich einen Rentenanspruch sichern wollen. Voraussetzung für die Markenverwendung ist jedoch, daß Sie noch nicht invalide sind. Die bis jetzt geklebten Pflichtmarken werden angerechnet. Da freiwillige Beiträge, die am 31. 12. 1931 für einen zurückliegenden Zeitraum noch entrichtet werden durften, bis zum 31. 3. 34 nachentrichtet werden können (s. Reichsgesetzblatt 1933, S. 1039, Teil I), empfehlen wir Ihnen, unter Vorlage der in Ihrem Besitz befindlichen Aufrechnungsbescheinigungen und Quittungskarten unverzüglich bei der Bürgermeisterei Ihres Wohnortes oder beim Versicherungsamt in Gießen vorzusprechen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen I Professor D. Oskar Holtzmann Rings SüdT. vom Gießen, den 12. März 1934. 01354 Mänsbnrg 16 Telephon 3234 qffifln Geschättsdnjcksachen äFUJIUUI Rechnungen Sorge getragen. 1525V 1523 Bekanntmachung. Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Am 10. März verschied sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, unser treuer Vater Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 alpin gelegen am Rieserferner. Ringsum dieGipfel alle üb er3000 m Groß-Venediger in der Die Beisetzung fand in aller Stille statt — Beileidsbesuche dankend verbeten. [Verschiedenes] tvev gibt zwei Abiturienten Menöftunöen zwecksErlernung der höh. Mathematik? Schrift!. Angebote unter 01352 a.ö.G.A. Auf die erschienenen Zeitungsartikel wird hingewiesen. Gießen, den 12. März 1934. _______Der örtliche Führer für den Obstbau.__ Alleinsteh.Dame sucht gegen gute Sicherheit und pünktl. Rückzahl. 150 Mk. zu leih. Anonym zweckl.Schr.Ang. u. 01363 a. G. A. ohne Diät durch Magin-Kur Zu haben: 755D 0tog. Mnlerliosf Kreuzplatz 10. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Alsfeld. Betr.: Krüppelfürsorge in vberhessen; hier: Abhaltung von Beratungsstunden. 1538C Der Leiter der Orthopädischen Universitätsklinik in Gießen, Herr Professor Dr. Pitzen, hält am Freitag. dem 16. März 1934, vormittags von 10 bis 12 Uhr in Alsfeld im Kreiskrankenhaus eine kostenlose Beratungsstunde ab. Das Kreisamt macht auf die Beratungsstunde aufmerksam und empfiehlt Interessenten ihren Besuch. können wäh- 15260 der auch die Frühjahrspserdemarkt Gießen am 21. März 1934 auf dem städtischen Pferdemarktplatz an der Rodheimer Straße. Auftriebszeit: IVt bis 8% Uhr vormittags. Musterung und Prämiierung für alle gemeldeten Pferde vormittags 8% Uhr; anschließend Prämienoerteilung, wozu 1090 Reichsmark von der Stadt Gießen und der Landesbauernschaft Hessen, Hessen- Nassau HA. II zur Verfügung stehen. Anmeldung zur Prämiierung bis Samstag, den 17. TNärz 1934, vormittags 10 Uhr, an Herrn Rentner August Schwan, Gießen, Wilhelmstraße 41. Prä- miierungsplan dort erhältlich. 1527C Ab 11 Uhr auf dem Gelände neben dem Pferdemarktplatz reitsportliche Darbietungen der Reichswehr, Polizei, SA. und der Reitervereine der Umgebung, Konzert, Preisverteilung. Veranstalter: Der- kehrs- und Verschönerungsoerein Gießen. Eintriti 20 Pf. Nichtarier sind aus Gründen der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vom Besuch des Marktes ausgeschlossen. Bürgermeisterei Gießen. J.B.i BartholsNällA Helmuth Lantschner der bekannte Innsbrucker Skiläufer leitet den 1523D Osler-Shiliurs s^Piz-Mnndaon vom 29. März bis 11. April (4.Kurs). Standquartier, zentralbeheiztes Berghotel (1650 m), inmitten des idealsten Ski- und Tourengebiets. Total schneesicher (Graubünden). Auß. Lantschner noch 2 Skilehrer. Abfahrtslauf um den „Hessenski der Schweiz“, der Kurs nii « ir ab Darmstadt u. zurück nl’l.HO»* Ludwig Lantschner z.Zt.Italien.leitet den hochalpinen Dolomiten-Skikurs auf der RifogioVedrella Giganti 2274 m frühere Kasseler Hütte, großartig Holzheim, den 12. März 1934. Hessische Bürgermeisterei Holzheim: Buß. Todes-Anzeige. Am Montagmittag verschied nach längerem Leiden mein lieber Vater, unser Großvater und Urgroßvater Johannes Arnold V. im Alter von 80 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Arnold II. und Angehörige. Leihgestern, den 12. März 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. März, nachmittags 3 Uhr, statt 01373 HochgaÜgruppe (3400 m). Ideales Uebungsgelände, Gletscherfahrten, Touren. Abfahrtslauf um den „Hessenski der Dolomiten“ Der Kurs ab Darmstadt nu und zurück........IipLIZt.* Betten i.DoppeIzimm.RM.5.- mehr. Für Anspruchsvolle d.Kurs auf d. 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Für die Schonung des Unterwuchses wird Der Voranschlag der Gemeinde Holzheim für das Rechnungsjahr 1934 liegt vom INittwocy, dem 14.2Närz, ab eine Woche lang zur Einsicht auf der Bürgermeisterei offen. Einwendungen ' rend dieser Zeit vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu Ausmärker beizutragen haben. im 75. Lebensjahr. Marie Holtzmann-Staalin Dr. Kurt Holtzmann Dr. Ernst Holtzmann. ^00 Mark sofort vonWitwe M leihen gesucht. Monatliche Rückzahlung. Sicherheit vorhanden. Nur von Selbstgeb. Schr. Ang. u.01379a.d.G.A. Die geg. Fräul. Lina öörr in Fellingshausen gemachten Aussagen nehm, wir als unwahr zurück. oi364 zrlwV.Gerllrly 60. Germ ZellingslMsen. Die G. B. Alemannia I. A.: Hans Gundel F. V. Gießen, den 12. März 1934. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode meines lieben Mannes, unseres treusorgenden Vaters, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir hiermit unseren besten Dank. Frau Wilh. Knipp und Kinder. Gießen, Düren (Rhld,), Berlin, Frankfurt,'M., 10. 3.1934. 31372 Unterfertigte betrauert aufs tiefste das infolge eines Unglücksfalles am 10. März in Riezlern erfolgte Ableben ihres lieben Bundesbruders cand. m ed. Ern st Walter Wirth aktiv S. S. 1929 Gießen (Stephanstr. 14), Würzburg, den 12. März 1934. 1531 D Wir betrauern den Tod unseres lieben A. H. 1534 D D Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15. März, 2.30 Uhr.von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Engel, Postassistent i. R. Todesanzeige. Gestern abend verschied plötzlich und unerwartet meine liebe, herzensgute Frau, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Der Gießener Wingolf I. N. u. Ar gez. Heinrich Schneider (X X) (X X X) F.V. theol. Pfarrer Wilhelm Buchhold (Gl. 03, Gö. 04) gestorben am 9. März 1934 zu Nieder-Eschbach i. T. Frau Elisabeth Engel geb. Kirbach im 75. Lebensjahre. Minister als Angehörige der Sozialdemokratischen Partei innerhalb und außerhalb des Parlaments eine revolutionäre Propaganda entfalten, die ihresgleichen sucht. Der „Revolutionsreisende" Largo Caballero versuchte dabei die Errichtung der revolutionären Arbeiter-Einheitsfront, die bisher nur deshalb nicht zum Abschluß gekommen ist, weil die Anarchosyndikalisten als Vertreter der direkten Aktion dem sozialistischen Bonzentum gegenüber eine offenbar unüberwindliche Abneigung und ein gerütteltes Maß Mißtrauen haben. Was sie aber natürlich nicht hindern würde, im Fall des offenen Kampfes gegen den Staat Seite an Seite mit ihren sozialdemokratischen „Brüdern" vorzugehen. Die augenblickliche Taktik der sozialdemokratischen Leitung läßt diesen Schluß zu. Ohne gewisse Zusicherungen würde man es sich im Madrider Volkshaus wohl überlegt haben, ganz zielbewußt auf den Generalstreik in ganz Spanien hinzuarbeiten. Heute jedenfalls ist die Lage so, daß von einem Tag auf den anderen mit dem revolutionären Angriff in Spanien gerechnet werden muß. Eine günstigere Gelegenheit zum Losschlagen als unter dieser Regierung wird der Marxismus wohl nicht mehr finden! Japans Vorposten in Afrika. Wachsender Einfluß in Abessinien. Zwischen London, Rom und Paris hat ein reger Gedankenaustausch über Abessinien eingesetzt. Sowohl die Engländer als auch die Italiener fühlen sich nicht wohl bei dem Gedanken, daß I a p a n in Abessinien steigenden politischen und wirtschaftlichen Einfluß gewinnt und daß es jetzt sogar dazu übergegangen ist, die Heeresmacht Abessiniens zu modernisieren und mit neuzeitlichen Waffen, namentlich m i t Kampfflugzeugen auszurüsten. Richt wirtschaftliche Gründe allein sind es, die Japan veranlaßt haben, sich das abessinische Absatzgebiet zu öffnen. Sie wollen unzweifelhaft Abessinien zu einem Vorposten machen, der ausersehen ist, wenn es einmal nötig sein sollte, namentlich die Engländer zu beunruhigen. Abessinien stößt an den S u - d an, der das Baumwollreservoir des britischen Weltreiches werden soll. Aber auch die Italiener sind beunruhigt. Sie können in allernächster Nähe ihres Kolonialbesitzes ein militärisch gutgerüstetes Abessinien nicht gebrauchen. Aber vorläufig ist nicht zu erkennen, wie man den japanischen Einfluß aus Abessinien wieder verdrängen kann, zumal Abessinien offenbar selbst Geschmack daran gefunden hm, die Freundschaft eines Staates zu besitzen, der praktisch ganz Ostasien beherrscht und mit dem auch England sich nicht gern in irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen einlassen möchte. Fast 60000 Baujparer mit einer Gesamtsumme von 294 Millionen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband stellte eine Bilanz der öffentlichen Bausparkassen für das Jahr 1933 auf, aus der sich eine Steigerung des Bausparerbestandes gegenüber dem Vorjahre um 16,4 v. H. und der Gesamtvertragssumme um 14 v. H. ergibt. Am 31. Dezember 1933 waren bet den 15 öffentlichen Bausparkassen 58 435 Bausparer vorhanden, deren Bausparverträge eine Gesamtsumme von 294,1 Millionen Mark ausmachten. Am 31. Dezember 1932 waren 50 211 Bausparer mit einer Gesamtsumme von 257,9 Millionen ermittelt worden. Die Gesamtzuteilung konnten die öffentlichen Bausparkassen im Jahre 1933 volist ä n d i g au s eigenen Mitteln um 21,4 Millionen st e i g e r n, so daß vom Jahre 1929 bis zum Stichtag des Berichtsjahres insgesamt 6 6 4 7 6 Millionen Mark zugeteilt werden konnten, und zwar an 10 744 Bausparer. Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen 7lr.ll Erscheint Dienstag und Freitag. 13. März Rur durch die Post zu beziehen. 1934 Inhaltsübersicht: Straßensperre. — Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole. — Amtstage und Dienststunden. — Die Erhebung der Stempelabgabe für Luxuswagen, Luxusreitpferde und Federwagen. - Erhebung der Stempelabgabe für Verkaufs-, Spiel- und Waagautomaten, für automatische Kraftmesser, für öffentlich aufgestellte Klaviere und sonstige Musikwerke. — Dienstnachrichten. Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre. Weaen Ausführung von Kanalisations- und Wasserleitungsarbeiten wird die Provinzialstraße Alten-Buseck—Großen-Buseck vom 14. März 1934 ab auf die Dauer von 2 Wochen für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Rödgen—^.rohe. Die aufgestellten Warnungtafeln sind zu beachten. Gießen, den 10. März 1934. Hess. Provinzialdirektion Oberhessen. Bekanntmachung. Betr.: Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole. Von der Reichsregierung sind im Einvernehmen mit den Sachbearbeitern der Länder unterm 12. Februar 1934 Richtlinien über die Handhabung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole ergangen, die durchweg der in Hessen geübten Praxis entsprechen und nachstehend veröffentlicht werden. Bei Entscheidungen über Verwendung nationaler Symbole sind die Richtlinien des Reiches künftig streng einzuhalten. Gießen, den 12. März 1934. Hessisches Kreisamt. I. V.: Dr. S ch ö n h a l s. Neue Richtlinien für die Handhabung des Gesetzes. Berlin, 18. November. Unter dem 12. Februar hat der Neichsminister für Volksaufklärung und Propaganda neue Richtlinien für die Handhabung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole vom 19. Mai 1933 erlassen. Darin heißt es: 1. Bildet der Gegenstand selbst das Symbol, so ist eine Ver- tvendung und Verbreitung nur dann zulässig, wenn er ein Erzeugnis der bildenden Kunst oder des Kunstgewerbes ist, z. B. Bilder und Plaketten führender Persönlichkeiten, Hakenkreuze an Anstecknadeln oder Ketten, SA.-Figuren. 2. Wird das Symbol an dem Gegenstand oder in Verbindung mit ihm dargestellt, so ist seine Verwendung nur dann zulässig, wenn der Gegenstand selbst oder seine Bestimmung eine innere Beziehung zu dem Symbol hat, z. B. das Hakenkreuz an der Fahnenspitze. Nicht zulässig ist die Verwendung, des Symbols insbesondere, wenn dieses zu dem Zwecke angebracht wird, den Gegenstand zu verzieren oder seine Absatzfähigkeit zu steigern, z. B. Verwendung des Hakenkreuzes oder der deutschen Farben auf Kinderspielbällen, Sparbüchsen, Papier, Manschettenknöpfen, Schokoladen- und Tabakpackungen. Die Verwendung des Symbols zu Reklamezwecken ist in jedem Falle unzulässig. 3. In allen Fällen der Ziffer 1 und 2 ist die Verwendung des Symbols unzulässig, wenn dessen Ausführung minderwertig oder mit entstellendem Beiwerk versehen ist, z. B. bei künstlerisch minderwertigen Bildnissen, bei selbstleuchtenden Hakenkreuzen. 4. Durch Erlaß von Polizeiverordnungen (§8 d. Ges.) ist die Verwendung von Symbolen durch Singen und Spielen von Liedern und bei der Wiedergabe von Erzeugnissen der Literatur oder die Vorführung minderwertig ist, oder wenn die Vorführung unter Umständen erfolgt, die der Würde des Symbols nicht entsprechen, z. B. das Spielen der Nationalhymne in Potpourris oder traditioneller Armeemärsche zum Tanz. 5. Die parteiamtlich zugelasienen Abzeichen der NSDAP, sowie Bilder des Führers in Form von Büsten und Plaketten dürfen nicht ohne Zustimmung der Neichsleitung der NSDAP, (des Neichsgeschäftsführers, München, Braunes Haus) verwendet werden. Liegt im Zeitpunkt der Entscheidung eine Erlaubnis oder ein Verbot der Reichsleitung vor, so ist die entscheidende Behörde hieran gebunden. Liegt die Stellungnahme der Reichsleitung noch nicht vor, so ist sie vor Erlaß der Entscheidung einzuholen und dieser zugrunde zu legen. An die Bürgermeistereien, die Schulvorstände und die Gendarmeriestationen des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung bringen wir zu Ihrer Kenntnis und Beachtung. Gießen, den 12. März 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schönhals. Bekanntmachung. Betr.: Amtstage und Dienststunden. An die Bürgermeistereien des Kreises jauch Gießen). Die nachstehende Pressenotiz wollen Sie auf ortsübliche Weise bekantmachen lassen. Gießen, den 7. März 1934. Hessisches Kreisamt. I. B.: Dr. S ch ö n h a l s. Die Besuchsstunden des Staatsministers und der Ministerial- abteilungen sind auf Samstag von 8.30 bis 1 Uhr festgesetzt. Trotzdem sprechen an anderen Wochentagen viele Gesuchsteller in dem Ministerium vor. Sie müssen vielfach unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Wer nicht Gefahr laufen will, unnötige Reisekosten aufzuwenden, muß Samstag vorsprechen. An anderen Tagen ist der Besuch nur nach besonderer Anmeldung und Einladung möglich. Bekanntmachung. Betr.: Die Erhebung der Stempelabgabe für Luxuswagen, Luxusreitpferde und Federwagen. Unter Bezugnahme auf die nachstehend abgedruckten Bestimmungen werden die Besitzer von Luxuswagen, Luxusreitpferden und Federwagen aufgefordert, diesen Besitz alsbald, spätestens bis 1. April 1934 bei der Bürgermeisterei ihres Wohnorts zur Anmeldung zu bringen. Wir machen darauf aufmerksam, daß alle Luxuswagen, Luxusreitpferde und Federwagen zur Anmeldung zu bringen sind. Die Stempelabgabe für das Rechnungsjahr 1934 ist bis zum 15. April 1934 bei Meldung der in Artikel 33 des Gesetzes über den Urkundenstempel festgesetzten Strafen auf unserem Bureau - — Zimmer Nr. 8 — zu entrichten. Die Jahreskarte von bereits angemeldeten Luxuswagen und -pferden sowie von Federwagen ist bei der Zahlung mitzubringen. I. Wer in den Besitz von Luxuswagen, Luxuspferden oder Federwagen gelangt, welche zum persönlichen Gebrauch des Besitzers oder seiner Angehörigen bestimmt sind, ist verpflichtet, bei der Polizeibehörde seines Wohnortes oder Aufenthaltsortes 1. diesen Besitz binnen acht Tagen mündlich oder schriftlich anzumelden und 2. die für die Lösung einer Jahreskarte Nr. 53 des Stempeltarifs vom 12. August 1899 vorgeschriebene Stempelabgabe zu entrichten. Diese Abgabe beträgt jährlich für jeden Luxuswagen 60 Reichsmark, jedes Reitpferd 60 Reichsmark, jeden Federwagen 4 Reichsmark. II. Als Federwagen gelten Breaks, Jagdwagen, Halbverdecke. Alle übrigen Wagen gelten als Luxuswagen. Für Wagen, die nicht auf Federn ruhen, ist keine Abgabe zu entrichten. Dem Polizeiamt Gießen und den Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises empfehlen wir, vorstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise wiederholt zu veröffentlichen. Gießen, den 7. März 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899; hier: Erhebung der Stempelabgabe für Verkaufs-, Spiel- und Waagautomaten, für automatische Kraftmesser, für öffentlich ausgestellte Klaviere und sonstige Musikwerke. Unter Hinweis auf Artikel 33 obigen Gesetzes sowie auf die nachstehend abgedruckten Ausführungsbestimmungen wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung der Stempelabgabe für die Verkaufs-, Spiel- und Waagautomaten, für auto- Mittwoch, l4. März 1934 er Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8LsUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm UlWSdenffchnst . Man dürfe darüber nicht im Zweifel I dies außerdem den Tod des Völker- s bedeuten würde. > Antwortnote wird Ende der Woche fertiggestellt. s, 13. März. (DNB.) Am Dienstag fand »m Vorsitz des Präsidenten der Republik n i st e r r a t statt. Außenminister B a r - ab über die französische Note Aus- ie in Beantwortung der letzten englischen igsdenkschrift aufgesetzt wird. Die e n d - l e Fassung wird dem Ministerrat am oder Samstag zur Billigung unterbreitet Eine Einberufung des Obersten Rates der en Verteidigung zur Erstattung eines Gutsoll nicht mehr vorgesehen sein, da erste Militärausschuß bereits die igsfrage vom technischen Standpunkt aus d geprüft habe. a emgetrsffen. Zweck der Dreierzusammenkunst. Z u s a m m e n f ass u n g dieser Kräfte r entsprechender Form zum Zwecke der rgefundung des Wirtschastsle- and der gemeinsamen Kulturarbeit ermög- Ziel, das niemanden von der Mit- t ausschließen wird, weil seine Er- im Interesse aller liegt. dömbös bei Mussolini. , 13. März. (DNB.) Ministerpräsident l i n i empfing heute mittag den ungari- tinisterpräsidenten G ö m b ö s. Die Unterdauerte über IV2 Stunden und trug einen glichen Charakter. den Inhalt der Unterredung- ist bisher ekannt geworden. Sie dürste in erster Li- Besprechung zu Dritt, die vielleicht schon ittwochnachmittag stattfindet, vorbereitet Am Dienstagnachmittag erwiderte Mussoder ungarischen Gesandtschaft den Besuch Letzterer macht auch bei dem G r 0 ß m e i- e 5 Maltheser-Ordens und etwas ei Kardinal Sincero Besuche. Um hr wurde er vom Papst in Privat- n z empfangen. Am Abend gab der un- Gesandte beim Vatikan ein Essen, an dem Iömbös auch der Kardinalstaatssekretär l i teilnahm. Echo. bewegen und Deutschland von seinen Rü- rberungen abzubringen. Frankreich nehme römischen Besprechungen die einzig logische ein, in dem es vollkommen abseits Der „Populaire" schließlich schreibt u. a., habe nichts anzubieten, was für ich oder Ungarn den Verlust der Vorersetzen könnte, die Deutschland iete. lyr njre unieriumuny moji ytuen, tuen muii |ic, die die einzige Hilfe "für eine derartige Regierung darstellt, nicht einmal konsultiert hat. Nicht außer Acht gelassen werden darf allerdings, daß die katholische Rechte in gewisser Weise jenes Ergebnis der Regierungskrise mit verschuldet hat, weil sie eine Zauderpolitik betreibt, die man kaum mehr verstehen kann. Man scheint auf dieser Seite immer noch Angst vor der eigenen Courage zu haben, denn sonst hätte der Führer der katholischen Volksaktion, Gil Nobles, diese Gelegenheit unbedingt ergreifen müssen, um dem in den Novemberwahlen zum Ausdruck gebrachten Bolkswillen zum vollen Erfolge zu verhelfen. Das Volk hat damals sehr deutlich zu verstehen gegeben, daß es von faulen Kompromiffennichts mehr wissen will. Es hat den roten und rötlichen Machthabern eine selten gesehene Abfuhr erteilt. Nur die Angst vor Gewaltakten der Linken hat immer wieder verhindert, daß diesem Willen Gerechtigkeit widerfuhr. Es ist völlig klar, daß tn Spanien, ebenso wie im übrigen Europa, der Kampf zwischen Rechts und Links — besser gesagt, zwischen Internationalismus und Nationalismus — über kurz ober lang ausqetraqen werben muß. Der spanische „Leym", Larqo Caballero, Führer ber Sozialisten, hat ohne Zweifel recht, wenn er behauptet baß es heute auch in Spanien nichts anberes mehr gäbe, als Marxismus ober Faschismus. Die Kraftprobe muß also bestauben werben. Maßgebend bei biefcr Auseinanbersetzung wirb fein ob ber politische Katholizismus, ber in ber katholischen Volks- dftion verkörvert ist unb sich bemüht, einen be- sonberen päpstlichen Faschismus aufzuziehen, klug genug fein wirb, bie Differenzen mit bem Eigentlichen Faschismus rechtzeitig zu begraben unb mit ihm gemeinsam vorzugehen. So aber wie bie Lage heute ist, muß bie ganze Hoffnung bes Lanbes sich auf bie Gewehre unb Maschinengewehre ber P 0 - l i z e i stützen. Allem Anschein nach brängt bie augenblickliche Lage zur Entscheibung in kürzester Frist. Die Marxisten sinb im ganzen Lanbe von ihrer Propaganbo- tätigfeit zur Aktion übergegangen. Ohne baß sie jemanb baran gehinbert hätte, konnten frühere 41U|U||Uliy U Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. Wir betrauern den Tod unseres Pfarrer Wilhelm (Gi. 03, Gö. 04; gestorben am 9. März 1934 zu Ni