Montag, 12. November M4 184. Jahrgang Nr. 265 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger S G» tun* i Sie- legte 1 war gehen 1b fy tte; ragend bei rnii. litätei id leit le mei- lektioö 9 sich Ihren 6561 A iunf Düt 3.6^ gante Aber, deutsche Bauern, bildet euch nicht ein, daß alle Feinde in Deutschland verschwunden wären, weder die unmittelbaren noch die Feinde der Sitte legen wir das Gelöbnis zu ihm ab mit einem dreifachen Sieg-Heil! Nach der Rede des Ministers sprach nach einigen Musikvorträgen des Musikkorps der Leibstandarte Adolf Hitler noch der Sprecher des Reichsbauernthings Staatssekretär W i l l i k e n s über Sinn und Inhalt der Tagung, für die als Leitspruch die Worte gelten: „Goslar ist unsere Bau ernst a d t". Es gehe bei dieser Tagung um die großen Aufgaben, die Achtung des Bodens und des Bauern- tumes nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt wieder zu heben. Das Bauerntum sei der Wegweiser zum kommenden Bauern« reich Deutschlands, und nach dem Gesetz, nach dem es angetreten sei, müsse es vollendet werden, damit in ferner Zeit einst Urenkel uns segneten. bäuerlichen Betriebe von 5 bis 10 0 Hektar mit 75,9 v. H. an der gesamten Markt- oersorgung beteiligt waren, während ihr Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche 75,5 v. H. betrug. Schon nach diesen Zahlen war die Behauptung, daß die Marktversorgung überwiegend von den Großbetrieben abhängig sei, nicht aufrecht zu erhalten. r„ Galten diese Zahlen nicht unmittelbar für Sied- lerbetriebe, so hat kürzlich Dr. Bräuning aufschluß- reiche Untersuchungen über die Leistungsfähigkeit des Siedlerbetriebes im Vergleich zum Großbetrieb veröffentlicht. Dabei wurde festgestellt, daß die V e r k a u f s l e i st u n g von sieben alten Siedlungskolonien mit rund 230 Siedlerbetrieben die« jenige ihrer Vergleichsgüter bei Rindvieh um 29,7 v. H., bei Schweinen um 77,6 o. H., bei Milch um 62,9 v. H. und bei Getreide um 4,5 v. H. übertraf. Damit werden auch die Bedenken entkräftet, dls aus der Neubildung deutschen Bauerntums Gefahren für die deutsche Nahrungsfreiheit befürchten. So wird die Neubildung deutschen Bauerntums zusammen mit dem Reichserbhofgesetz auch weiterhin das K e r n st ü ck der nationalsozialistischen Bodenpolitik und damit einen wichtigen Faktor nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik überhaupt darstellen. 'er oorgenommen. Die Siedlungsergebmsse von 1934 lassen sich noch Goslar, 11. Nov. (DNB.) Goslar stand bereits am Sonntag ganz im Zeichen des zweiten Reichsbauerntages. Ein Verkehr in den Straßen, wie er nur bei ganz außergewöhnlichen Anlässen festzustellen ist, und Hunderte von Kraftwagen aus allen Gauen des Reiches ließen erkennen, daß schon in großer Zahl Thinggäste eingetroffen waren. Mit dem Begrüßungsabend im Kaisersaal des Bahnhofhotels fand dann der zweite Reichsbauerntag einen wirkungsvollen Auftakt. Unter den Ehrengästen sah man u. a. den Reichsminister und Reichsbauernführer R. Walter Darre, den Reichsobmann Staatsrat M e i n b e r g , den Reichskommissar für die gesamte Marktregelung, Freiherrn von Kanne, und andere führende Männer des deutschen Bauerntums. Der Sprecher des Reichsbauernthings, Staatssekretär W i l l i k e n s , eröffnete den Begrüßungsabend und damit den Reichsbauerntag. Don dem dicht besetzten Saal stürmisch begrüßt sprach sodann NSDAP. Was aber gegen die NSDAP, geht, geht gegen uns und umgekehrt! (Lebhafter Beifall.) Wenn Äeichsbauernsührer Darrö: Wenn fo wie hier in den letzten Wochen Parteidienststellen und Reichsnährstand Zusammenarbeiten, dann jagen wir den Teufel mit Sicherheit aus Deutschland hinaus. (Stürmischer - Beifall.) Man hat dem Bauern oft materielle Einstellung vorgeworfen. Da habe ich mich immer gefragt: Wenn Ihr recht habt, dann erklärt mir eins: Wie kommt es, daß dieser Bauer, der angeblich so materiell ist, die letzten Jahre der Nöte trotzdem ausgehalten hat, daß er sich über all die Nöte hinw.eg an seine Scholle geklammert und sie zu erhalten versucht hat, dieser ruhigste Stand im Volke, der in der Verzweiflung nach der Bombe griff? Wenn man sagt, der Bauer ist kein Revolutionär, dann frage ich: Wie erklärt ihr euch seine Tausende und Abertausende von Blutopfern der deutschen Geschichte? Wie erklärt ihr euch all das, wenn nicht über dem materiellen Dasein den Bauern eine Idee leitete und der Bauer seit Jahrhunderten um diese Idee rang, d. h. seit Jahrhunderten revolutionär ist? Damit komme ich auf das, warum wir Goslar als Reichsbauernstadt wählten. Hier, deutsche Bauernführer aus Nord und Süd, aus Oft und West, hier fehen wir auf Schritt und Tritt eine st o l z e deutsche Vergangenheit, in der ein machtvolles Deutsches Reich in Europa regierte, und in dem es keine Mainlinie und keine Elblinie gab. Welch stolze deutsche Vergangenheit hinter uns liegt, und wie erbärmlich der Fall ist, wenn Deutschland nicht einig und treu sein sollte, das soll hier besonders vor Augen geführt werden, damit Sie so handeln, daß wir vor der Geschichte in Goslar bestehen können. heute ist das deutsche Bauerntum einig, heute ist das deutsche Bauerntum zum ersten Male in seiner tausendjährigen Geschichte mitbestimmend in die deutsche Geschichte eingeschaltet. Wir wissen, daß das, was wir heute erreicht haben, niemals erreicht worden wäre, wenn nicht vor uns Adolf Hitler die Fahne ergriffen hätte und sie vorangetragen haben würde. Wir wissen, daß wir diesem Wanne nicht gefolgt sind um wirtschaftlicher Versprechungen willen. Gerade das Bauerntum weih ganz genau, daß das, was uns zu harten Gefolgsmannen dieses Führers machte, nicht geschehen ist um seiner selbst willen, sondern um des Führers und seiner Idee wegen, sie rang um die Seele des deutschen Bauern, um der Zukunft des deutschen Volkes willen, und wir wollen mit ihm und durch ihn die Zukunft des deutschen Volkes sicherstellen. Wenn wir uns heute hier zusammenfinden zur Eröffnung dieses Reichsbauerntages, und wenn nur heute als Bauern in eigener Angelegenheit gestaltend mitwirken, dann haben wir vieles erreicht. Paris, 11. Nov. (DNB.) Die 16. Wiederkehr des Waffenstillstandstages ist in Paris in der herkömmlichen Weise durch eine Minute des Schweigens im ganzen Lande um 11 Uhr vormittags begangen worden. Kurz vor diesem Zeitpunkt fuhr Präsident Lebrun vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten unter dem Arc de Triomphe vor, an dem sich die Minister, die Generalität, Abgeordnete und Senatoren, das Diplomatische Korps und eine große Menschenmenge eingefunden hatten. Punkt 11 Uhr verkündete ein Böllerschuß vom Dach des Triumphbogens den Beginn der Minute des Stillschweigens. Im Anschluß an die Feier fand wie alljährlich" die Truppenparade der Pariser Garnison statt. Dem Beobachter konnte es nicht entgehen, daß der 11. November im Zeichen einer neuen Stimmung stand: der st arten Belebung des vaterländischen Gefühls. Die verschiedenen Frontkämpferverbände haben den Tag und den Kundgebungen am Triumphbogen ihren Stempel aufgedrückt. Seit den blutigen Februartagen sah man zum ersten Male wieder dieser Verbände, eindrucksvoll in ihrer militärischen Disziplin und zahlenmäßig verstärkt, durch die Avenue des Champs-Elysees marschieren, unter lebhafter Anteilnahme des Publikums. Viel beachtet wurden auch bei der offiziellen Feier die Rufe: „Hoch Doumergu e!", mit denen der Präsident Lebrun stellenweise empfangen wurde. Doumergue, der unweit der Place de l'Etoile wohnt, wurden im Anschluß an die Waffenstillstandsfeiern stürmische Sympathiekundgebungen von den patriotischen Verbänden dargebracht. "Mehrere tausend Feuerkreuzler setzten sich, statt sich aufzulösen, nach der Wohnung Doumer- gues in Bewegung. Auch die Menschenmenge stürmte dorthin. Doumergue zeigte sich wiederholt auf dem Balkon seines Hauses. Die Menge sang die Marseilaisse, und Oberst de la Rocque, der Führer der Feuerkreuzler, hielt eine Ansprache. Doumergue empfing Abordnungen und Besucher, unter ihnen den Obersten de la Rocque und den Luftfahrtminister Denain. Der „Figaro" veröffentlicht eine Ansprache Gaston Doumergues an die Vertreter der nationalen Verbände. Doumergue habe zunächst betont, daß die Ordnung der Verbände und der Menge starken Eindruck auf ibn gemacht habe. Wie Paris sei auch das Land an sich gesund. Leider aber würden von den meisten Volksvertretern die Bedürfnisse des Landes verkannt. Die politischen Sitten in Frankreich müßten geändert werden. Das Wort Vaterland müsse wieder zum heiligen Nährboden des Gemeinschaftslebens werden. Die Vaterlandsliebe sei der moralische Glaube, ohne den kein Heil möglich sei. Das „Echo de Paris" berichtet, Doumergue habe erklärt, daß er dem Luftfahrtminister Denain und dem Pensionsminister R i v o l l e t, die nicht in das neue Ministerium Flandins eintreten wollten, nicht vollständig übersehen. Man kann aber annehmen, daß die insgesamt besiedelte Fläche gegenüber dem Vorjahre um rund ein Drittel größer sein und nahezu 140 000 Hektar erreichen wird. Dies ist von größter Bedeutung für die Wirtschaftsbelebung in den Siedlungsprovinzen und Ländern, insbesondere im Osten. Dabei geht die Landbereitstellung rüstig vorwärts. Bis jetzt stehen für 1935 etwa 45 000 Hektar zur Verfügung, die natürlich bei weitem für den Bedarf im kommenden Jahr nicht ausreichen, aber eine wichtige Grundlage für die Planungsarbeiten auf dem Gebiete der Neubauernsiedlung bilden. Die Landbeschaffung wird wesentlich erleichtert durch eine sinnvolle Zusammenarbeit der mit der Durchführung der O st h i l f e betrauten Stellen und der Siedlungsbehörden. Die Neubildung deutschen Bauerntums unterscheidet sich von der in der Systemzeit durchgeführten landwirtschaftlichen Siedlung nicht zuletzt durch die Beseitigung bürokratischer Einflüsse. Heute wird nicht mehr vom Grünen Tisch gesiedelt. Durch engste Fühlungnahme zwischen Siedlungsträgern, Siedlungsbehörden und Reichsernährungsministerium wird dafür Sorge getragen, daß zwar nach einheitlichen Richtlinien gearbeitet wird, dabei aber die lebendige Fühlung mit der Lqndfchaft und der bäuerlichen Um- w e l t der Neubauernsiedlungen sichergestellt bleibt. Waffenstittstandsfeier in Paris Ore nationalen Verbände huldigen Doumergue. neugegründeter Siedlerstellen zu erreichen. Es wird vielmehr darauf gesehen, daß die Neubauern auch wirklich rassisch allen Ansprüchen, die auf Grund des Erbhofgesetzes an den deutschen Bauern gestellt werden, genügen. Man will auch keine Stellen schaffen, die bei der nächsten ungünstigeren Ernte in Schwierigkeiten kommen, sondern Bauernwirtschaften, die fest in sich geschlossen sind, und allen Stürmen zu trotzen vermögen. Die Befolgung dieser Grundsätze ist wichtiger als die Feststellung, daß die Zahl der Siedlerstellen gegenüber früheren Jahren um so und so viel Prozent höher sei. Das qilt um fo mehr, wenn man bedenkt, daß ein großer Teil der sruher geschaffenen Siedlungen sich später nicht als lebens- fähig erwiesen hat. Unter diesen Gesichtspunkten mußte >m Sommer 1933 die Neuregelung des gesamten Siedlungs- wesens in Angriff genommen werden. Es war em gewisser Zeitraum nötig bis zur Aufnahme der vollen Siedlungstätigkeit, zumal der verfügbare Vorrat an Siedlungsland Ende 1932 außergewöhnlich klein war und infolge der notwendig gewordenen agrarpolitischen Sicherungsmaßnahmen zunächst ■ nur langsam ergänzt werden konnte. Trotzdem geht das Siedlungsergebnis des Jahres 1933 hinsichtlich der Bereitstellung von S i e d l u n g s l a n d die den übrigen Zweigen der Siedlungstätigkeit zeitlich vorangeht, über das vorjährige Ergebnis hinaus und bleibt auch hinsichtlich der Anliegersiedlung nur wenig hinter diesem zurück. Dagegen war die Gründung von Neusiedler st e l l e n im Jahre 1933 aus den angeführten Gründen geringer als im Vorjahre. Pon den gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften wurden im Jahre 1933 insgesamt 107 058 Hektar erworben oder für die Siedlung bereitgestellt. Der größte Teil des Siedlungslandes wurde freihändig gekauft. Nur in 23 Fällen mit rund 3000 Hektar oder 3 v. H. der besiedelten Fläche fand ein Erwerb von Sied- lunqsland durch Kauf aus Zwangsversteigerungen statt Enteignungen wurden im Jahre 1933 nicht Wenn vorgestern in München auf der historischen Stelle der Bewegung der Führer sagte, daß, so hart wie sein Wille war, an die Stelle zu kommen, an der er heute steht, so hart sein Wille ist, um auf dieser Stelle die Feinde niederzuringen, dann sagen wir: „In diesem Kampf, der vielleicht einer der schwersten unseres Führers ist, stehen w i r Bauern in bedingungslosem Vertrauen hinter diesem Mann. Was wir fordern, ist seine Idee. Wir sind entschlossen, lieber mit ihm unterzugehen, als uns nochmals unter der Knute der anderen zu beugen. Nach guter alter Den praktischen Erfahrungen ist dadurch Rechnung getragen worden, daß man heute auch größere Siedler st eilen auslegt, wenn es die jeweiligen Erzeugungsbedingungen als notwendig erscheinen lassen. Im Vordergrund steht stets die Schaffung gesunder Betriebsgrundlagen, 90 v. H. der im Jahre 1934 geschaffenen Neubauernstellen sind Erbhöfe, die restlichen 10 v. H. entfallen auf Handwerker- und Landarbeiterstellen. Wahrend 1919 bis 1926 nur 34 v. H. der Neusiedlungen auf Höfe von mehr als 10 Hektar (40 Morgen) entfielen, waren es 1933 bereits 60 v. H. Im Jahre 1934 werden 86 v. H. aller Neubauernstellen Höfe mit 35 Morgen sein. Mit der Auslegung derartiger größerer Stellen will man nicht nur den Fortbestand der Siedlerstellen auch in Krisenzeiten sichern, sondern auch die Grundlage für eine zahreiche Fa- Die Gewußte Betonung auch der betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkte bei der Neubauernsiedlung wird schließlich die Bedenken noch weiterhin entkräften, die immer wieder aus Gründen der Volksernährung gegen die Siedlung geltend gemacht werden. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die deutsche Nahrungsfreiheit lediglich durch die Erhaltung von Großbetrieben sichergestell werden könnte. Vom Deutschen Landwirtschaftsrat war "schon 1930 festgestellt worden, daß die den Befehl gegeben habe, aus ihrem Posten zu bleiben, weil sie unter den gegenwärtigen Umständen niemand ersetzen könne und er wünschte, daß der Vertreter der ehemaligen Kriegsteilnehmer nicht in den politischen Kampf hineingezogen würde. Petain habe sich, trotz seiner Bitten nicht überzeugen lassen. Französisch-belgische Fackelflasetten. Erneute Kundgebungen der Feuerkreuzler. Paris, 11. Nov. (DNB.) Die belgisch« französische Waffenbrüderschaft wird durch die sogenannte Fackel st afette sinnbildlich in Erinnerung gebracht. Eine belgische Frontkämpfergruppe empfing am Vormittag aus der Hand des Präsidenten der Republik eine an der ewigen Flamme am Grabmal des unbekannten Soldaten entzündete Fackel. Den gleichen Akt nahm König Leopold von Belgien in Brüssel vor. Von dort bringen französische Fromkämpser die Fackel nach Paris. In Valenciennes treffen sich die Kraftwagen der beiden Fackelstafetten. Am Sonntagabend gegen 23 Uhr erfolgte die Uebergabe der Fackelstaffetten in Brüssel und Paris. Am Triumphbogen in Paris hatten sich zu später Abendstunde Kriegsminister General Marin, Luftfahrtminister Denain, Pensionsminister R i v o l l e t und der Militärgouverneur von Paris, General G o u r a u d eingefunden. Als der Fackelträger die aus Brüssel kommende Fackel überbrachte, nahm General Maurin die symbolische Handlung der Wiederanzündung des ewigen Feuers über dem Grabe des unbekannten Soldaten vor, es wurde eine Minute Stillschweigen beobachtet. Als die Generäle, die an der Zeremonie teilgenommen hatten, den Etoileplatz verließen, wurden sie von in der Nähe befindlichen Feuerkreuzlern mit lauten Hochrufen empfangen. Die Feuerkreuzler versuchten gegen Mitternach in geschlossenem Zuge die Champs Elysees hinunterzumarschieren; die Polizei schritt aber ein und zerstreute sie. Amerikanische Baumwolle gegen deutsche Waren? Neuy o r k, 10. Nov. (DNB.) Associated Preß verbreitet einen Copyright-Artikel der „New Port Times", der folgendes besagt: Aus landwirtschaftlichen Kreisen wird bekannt, daß der Austausch einer halben Millionen Baumwoll-Ballen gegen deutsche Waren erwogen werde. Da die Regierung zu Beginn nächsten Jahres möglicherweise sechs Millionen Baumwollballen vorrätig haben werde. Die Abnahme derBaumwoll- Ausfuhr nach Deutschland sei eine der Hauptursachen des Rückganges des Baumwolloer- Auftakt zum L.Reichsbauerniag in Goslar Reichsbauernführer Darre spricht auf dem Begrüßungsabend. t । Mu. 'Wmi H Ü* $ in igteil? e der idruit 1 um. Nach, h ben nicht Dieber ■ ihre ?3)er trüber ) bem ■ was aalten, j| könne fühlte ij :5 be. er sie : recht "s'ch äi triften, | Angst fi natur. ; ■ eine ' rbarg. >r bis mtner feiner fessen. i ils sie n um t Er 3 ge- , baß : Arn Oie Neubildung deutschen Bauerntums. Zum 2. Reichöbauerntag in Goslar. Don Oiplomlandwirt von Zeppelin, Adjutant des Reichs- und preuß. Staatsministers Darrs Noch gar nicht lange ist es her, daß die Gegner des Nationalsozialismus immer wieder die Ansicht zu verbreiten suchten, daß trotz der Machtübernahme wirklich neue Wege auf dem Gebiete der Agrarpolitik nicht gegangen werden würden. Die frühere , Führung der deutschen Landwirtschaft hatte sich eine gewisse Routine in der Anpassung an die jeweils । herrschenden Gruppen angeeignet und dadurch grundlegende strukturelle Veränderungen der Bodenoerfassung zu verhin- 1 dern gewußt, wie sie in den mittel- und osteuropäischen Ländern fast ausnahmslos in der Nachkriegszeit zu verzeichen waren. Freilich konnten die vom Amt für Agrarpolitik und dem agrarpolitischen Apparat in der Kampfzeit in generalstabsmäßiger Arbeit vorbereiteten Pläne nicht sofort in die Tat umgesetzt werden. Wir dürfen nicht vergessen, daß gerade im Winter 1932 bis 1933 die Krise der Agrarwirtschaft einen Höhepunkt erreicht hatte, der ■ teilweise die ordnungsgemäße Frühjahrsbestellung bedrohte. Schließlich kann man die Fundamente eines Hauses nicht erneuern, den Dachstuhl aber ruhig brennen lassen. Deshalb galt es erst die schlimmsten Absatzschwierigkeiten und i Katastrophenpreise zu beseitigen, sowie Frühjahrsbestellung und Ernte sicherzustellen, ehe wirklich grundlegende Fragen in Angriff genommen werden konnten. Dies geschah dann wenige Wochen, nachdem R. Walther Darre die Führung der amtlichen und der berufsständischen Agrarpolitik in seiner Hand vereinigt batte. Zunächst wurden im Reichs- nährstandsgesetz und Reichserbhofgesetz die Grundlagen für die organische Gliederung des Berufsstandes sowie für die Ordnung des Absatzes und der Erzeugung geschaffen, während gleichzeitig im Reichserbhofgesetz die Herauslösung des Bauern aus der Verflechtung in die kapitalistische liberalistische Marktwirtschaft in Angriff genommen wurde. Gerade hierin lag die überragende Bedeutung der nationalsozialistischen Bauernpolitik. Man beschränkte sich nicht auf Teilfragen wie Absatz, Kredit oder Erzeugung, sondern ging mit einer völlig neuen E i n st e l l u n g an die Bodenfrage heran. Man hatte richtig erkannt, daß die B o d e n f r a g e als Kernstück des Sozialismus angesehen werden muß. Das Reichserbhofgesetz ging hier völlig neue Wege und schuf damit die Grundlage für ganz neue Lösungen auf allen Teilgebieten der Bodenfrage. Nachdem die Auffassung vom Boden als Ware beiseite geräumt war, nachdem nicht mehr die Zerstückelung im Erbgang oder die hemmungslose Verschuldungsgefahr zu befürchten war, bestand auch die Möglichkeit zur Inangriffnahme von mancherlei Aufgaben, die bisher unterblieben waren, weil sie sinnlos gewesen wären, solange das frühere Bodenrecht die Wiederkehr derselben Uebelstände nicht hätte verhindern können. Von dieser Seite betrachtet, sind durch das Erbhofgesetz nicht nur auf dem Gebiet des Agrarkredites oder der Meliorationen völlig neue Voraussetzungen geschaffen worden, auch die bäuerliche Siedlung, im Dritten Reich bewußt „Neubildung deutschen Bauerntums" genannt, sieht sich heute in mannigfacher Beziehung ganz neuen Aufgaben und Möglichkeiten gegenüber. Dabei kommt es nicht darauf an, Rekordziffern SHS Ä*a6*A**AM 1tI**AA*AA** s™ (niPnPtlri /IntPlflri BBS NÄW7 : 'S XZ W ■■VIIV W V> I" 1V IHV W 8LKWWL SÄ KJ V -V w infolae höherer Gewalt w e M < w- M Stellen--, Vereins-, gemein- ==■== 6eneral=3itjciger ur ®berl)cfjen WM- richten: AnMer Glehen behördliche Anzeigen 6Rpf. 8ronnurtf?Sin 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitSts Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 landes noch dem Auslands. Gleichzeitig nehme der Baumwollverbrauch in den Vereinigten Staaten ob, während der Baumwollbestand Anfang August zehn Millionen Ballen betragen habe, der dritt- größte Bestand, der jemals erreicht worden sei. Dazu komme die voraussichtliche Ernte des nächsten Jahres mit 11800 000 und die diesjährige Ernte mit 9 634 000 Ballen. Dieser Ausblick gebiete eine Einschränkung der gegenwärtigen Anbaufläche von 41 Millionen Acres um 25 v. H. Eine solche Einschränkung sei unbedingt notwendig, selbst wenn die obengenannte Ausfuhrförderung zustandekomme. Bayern senkt die Lebensmittelpreise. München, 10. Noo. (DNB.) Im Staatsmini' sterium für Wirtschaft fanden unter der Leitung des Staatsministers Esser Besprechungen über die Preisentwicklung der wichtigsten Lebensmittel statt. Staatsminister Esser richtete an die Erzeuger, verarbeitenden Gewerbe und Händler von Lebensmitteln einen eindringlichen Appell, durch ihre Opfer zu einer tragbaren Gestaltung der Verbraucherpreise mitzuhelfen. Das Ergebnis der Besprechung ist: Im kommenden Winter können die Preise für wichtige Lebensmittel wesentlich g e - senkt werden. In München wurde beispielsweise der Preis für die Semmel von 40 Gramm Gewicht auf 3 Pf., der Preis für 2 Pfund helles Mischbrot von 40 auf 38 Pf. und der Preis für Schweinefleisch von 95 auf 85 Pf., der Preis für Schweinefett von 130 auf 110 Pf. herabgesetzt. Die Preise im übrigen Bayern sind im gleichen Verhältnis herabzusetzen. Ein Pfund Landbutter wird statt 135 noch 125, Butterschmalz statt 175 noch 150 bis 155 Pfennig kosten. Die Preise für Kartoffeln und Eier werden auf Antrag des bayerischen Wirtschaftsministers von den zuständigen Reichsstellen einer strengen Nachprüfung mit dem Ziel der Herabsetzung unterzogen. Staatsminister Esser erörterte auch mit dem Präsidenten des Bayerischen Brauerbundes und den Vertretern des Reichseinheitsverbandes für das Gaststättengewerbe die B i e r p r e i s f r a g e. Er wies darauf hin, daß die breite Masse der Verbraucher zu einer fühlbaren Senkung der Preise für die wichtigsten Bedarfsgegenstände kommen müsse und daß in Bayern das Bier als Volksnahrungsmittel zu betrachten fei. Die Vertreter der Wirtschaft entschlossen sich, den Preis für Braunbier in München um vier Pfennig für den Liter zu senken. Künftig wird also dunkles Bier 44 Pfennig und helles 46 Pfennig kosten. Die Regelung wird für ganz Bayern ausgedehnt in der Weife, daß der Preis für Braunbier, das bisher mit mehr als 40 Pfennig je Liter verkauft worden ist, im gleichen Verhältnis gesenkt wird. Gegen Schädlinge der Volksgemeinschaft wird durchgegriffen. Leipzig, 10. Noo. (DNB.) Durch Beamte der Wohlfahrtspolizei ist festgestellt worden, daß mehrere Hausierer es unternommen haben, große Mengen Nähgarn in den Einzelhandelsgeschäften zu kaufen, dadurch Knappheit zu erzeugen und die Waren mit großem Gewinn im Hausierhandel oder auf der Straße zu verkaufen. Es wird darauf hingewiesen, daß solche Händler, die sich auf Kosten der Verbraucher bereichern, als unzuverlässig für den Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs angesehen werden und infolgedessen von jedem weiteren Handel ausgeschlossen werden müssen. Den Händlern Maximilian Klins- k o f e r, Leipzig-Volkmersdorf, Ludwigstraße, und Paul Auch, Leipzig-Lindenau, die sich in der angegebenen Weise vergangen haben, ist auf Grund von § 20 der Reichsverordnung über Handelsbeschränkungen vom 13. Juli 1923 der Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs wegen Unzuverlässigkeit untersagt worden. . Wie vom Reichskommissar für Preisüberwachung, Oberbürgermeister Dr. G ö r d e l e r, mitgeteitt wird, wird außerdem gegen solche Händler in Zukunft das Schnellgerichtverfahren in Anwendung kommen. Eine überraschend vorgenommene Ueberprüfung der Bäckereien des Regierungsbezirkes Osnabrück ergab, daß das Brot in vielen Fällen zu leicht war. Gegen die schuldigen Bäcker ist mit entsprechenden Maßnahmen vorgegangen worden. 18 Bäckereien, in denen ein erhebliches Untergewicht der Backwaren festgestellt wurde, sind sofort polizeilich geschlossen worden. Or. Ley „Reichsleiter für das Reichs- organisationsamt der NSDAP. Berlin, 11. Noo. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers hat die folgende Verfügung erlassen: Reichsleiter Dr. Ley führt künftig die Bezeichnung „Reichsleiter für das Reichsorganisationsamt der NSDAP.", seine Dienststelle die Bezeichnung „Reichsorganifationsam t". Das Aufgabengebiet des Reichsleiters für das Organisationsamt umfaßt Aufbau, Ausbau und die Ueberwachung der inneren Organisation, Schulung und Personal- statistik der politischen Organisation. Die Bezeichnung „Oberste Leitung der PO." und „Stabsleiter der PO." fallen künftig fort. Die Führung derDeutschenArbeitsfront Berlin, 12. Nov. (DNB.) Der Führer hat folgende Verfügung erlassen: Meine Verordnung vom 24. Oktober 1934 über d i e Deutsche Arbeitsfront wird dahingehend abgeändert, daß der § 4 nachstehende Fassung erhält: Die Führung der Deutschen Arbeitsfront hat die NSDAP. Der Reichs- organisationsleiter der NSDAP, führt die Deutsche Arbeitsfront. Er wird vom Führer und Reichskanzler ernannt. Er ernennt und enthebt die übrigen Führer der Deutschen Arbeitsfront. Zu solchen sollen in erster Linie Mitglieder der in der NSDAP, vorhandenen Gliederungen der NSBO. und NS.-Hago, des weiteren Angehörige der SA. und SS. ernannt werden. Ferner: In §5 Absatz 3 wird das Wort „Stabsleiter der PO." durch „Reichsorganisationsleiter der NSDAP." ersetzt. NSDIB. (Stahlhelm) und Hitlerjugend. Berlin, 10. Nov. (DNB. Funkspr.) Nach einer Vereinbarung zwischen dem Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm) und der Reichsjugendführung wird der NSDFB. (Stahl- heim) bei den Gebietsführern der Hitlerjugend Verbindungsführer ernennen. Wo vorhan-1 den, sollen in erster Linie frühere Scharnhorstführer hierfür verwendet werden. Verbindungsführer des Bundes bei der Reichsjugendführung ist Kamerad Graf v. Bredow. Die Gliederungen des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer - Bundes (Stahlhelm) und der Hitler-Jugend werden sich von jetzt ab zu allen größeren Veranstaltungen ein« laden. Das gilt also auch für BdM. und Jungvolk einerseits wie auch für den S t a Hl- Helm-Frauenbund anderseits. — In nächster Zeit wird im Einvernehmen mit der Reichsjugendführung und dem NSDFB. (Stahlhelm) ein T r a d i t i o n s a b z e i ch e n für die früheren Mitglieder des Scharnhorst in der Hitlerjugend geschaffen. Langemarck. Heldengedenkfeier im Berliner Lustgarten. Berlin, 11.Nov. (DNB.) Im Mittelpunkt der vom Langemarck-Ausschuß veranstalteten Gedenkfeier am Sonntag stand ein Feldgottesdienst im Lustgarten. Um 9 Uhr wurde zunächst von dem Vorsitzenden des Langemarck-Ausschusses, General F r e i h e r r n dann zum Lustgarten. Hier hakten Inzwischen Aufstellung genommen SA. und SS., PO. und $3., Feldjägerkorps, Deutscher Luftsport - Verband, die Landespottzeigruppe „General Göring", der NSDFB. (Stahlbe-lm), der Kyffhäusexbund und die Technische Nothilfe sowie Abordnungen der Studentenschaft in vollem Wichs. Vor der Schloßrampe war e i n F e l d a l t a r errichtet worden. Feldbischof D. Dohrmann legte seiner Predigt das Bibelwort zu Grunde: „Wer sein Leben erhai. ten will, der wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um rneintwillen, der wird es erhalten". Er feierte die Tat von Langemarck als den Sieg der jugendlichen Seele über tausend Hindernisse uni Gefahren. Das ist das Große jener jugendlichen Kämpfer, so betonte der Geistliche, daß sie in ernst«, ster Stunde jene höhere Auffassung des Lebens bewahrten: Leben ist ihnen das Einsetzen für die anderen, Liebe üben. Der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft und Ehrenarbeitsführer F e i ck e r t gelobte Treue zu Volk und Führer und mahnte, den Geist des ewig jungen vorwärtsstürmenden Kämpfers allezeit wach zu halten. — Den Abschluß der Gedenkfeier bildete ein Vorbeimarsch vor dem Ehrenmal. von Grote, am Gefallenengedenkstein auf dem Fehrbellinerplatz ein Kranz niedergelegt. Er trug, wie auch die auf dem Friedhof in Langemarck und an der Feldherrnhalle in München gleichzeitig niedergelegten Kränze die Aufschrift „Deutschland, Deutschland über alles. — Langemarck-Ausschuß. (Hochschule und Heer.)" Um die Mittagsstunde ehrte die Wehrmacht in Verbindung mit dem Aufziehen der Wache das Gedächtnis der Toten von Langemarck. Vor dem Ehrenmal hatten in tiefgestaffelten Reihen die überlebenden Lange- marck-Stürmer Aufstellung genommen, ferner Abordnungen der Verbände. Nachdem die Ehrengäste, an der Spitze Generalfeldmarschall von Mackensen, der Chef der Heeresleitung Generalleutnant Freiherr o on Fritsch und die Generäle von Tschischwitz, von Walter und A l t r o ck die Fronten abgeschritten hatten, begaben sie sich ins Innere des Ehrenmals, an dem Oberst von Kaiser als Vertreter der Wehrmacht und General Freiherr von Grote im Beisein des evangelischen Feldbischofs D. Dohrrna n n, Lorbeerkränze niederlegten, während das Lied vom „Guten Kameraden" erklang. Die Ehrengäste und die Formationen begaben sich Deutschlands Bekenntnis zu Schiller. Reichsminister Or. Goebbels spricht in Anwesenheit des Führers beim Staatsakt in Weimar ren jenen Zug des ewig Menschlichen an sich tragen, der nie verblaßt und heute so jung und lebendig wirkt, wie zu der Zeit, da der Dichter ihm seine künstlerische Feder lieh. Als am 9. Mai 1805 seine starke Seele den schwachen Leib verließ, sank das größte dramatische Genie dahin, das in deutscher Sprache jemals gedichtet hat. Wie fein Leben, so war fein Werk gestaltet: einsam in der Gröhe, heroisch in der Auffassung, stark im Glauben und verwurzelt und fest im Idealismus. Aus Leben und Werk dieses Großen unseres Geistes schöpfen wir die erhebende Macht des Glaubens, der ungebeugt bleibt: wir finden darin die starke Zuversicht einer künstlerischen Am Geburtsort Friedrich Schillers. Marbach a. 91., 10. Nov. (DNB.) Marbach, die Geburtsstadt Friedrich Schillers, stand am Samstag völlig im Zeichen des dankbaren Gedenkens der Heimat an ihren großen Sohn. Feierliche Glockenklänge läuteten dieKranzniede r legung ein, die in dem mit Girlanden und Fahnen reich geschmückten Geburtshaus Schillers stattfand. Durch das Spalier der Verbände fdritten dann die Ehrengäste zum Schillermuseum, vor dem sich bereits eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingefunden hatte. An der Spitze der Ehrengäste bemerkte man als Vertreter der Reichsregierung Außenminister Freiherrn von Neurath, ferner u. a. Reichsstatthalter Murr, Ministerpräsident Mergentaler, sowie zahlreiche Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Reichswehr und der Landespolizei. Die Urgroß - nichts Schillers, Amalie Kießling- Möckmühl, war ebenfalls als Ehrengast zu der Feier geladen. Nach dem Gesang des Liedes „Freiheit, die ich meine" führte Ministerpräsident Professor Mer- genialer u. a. aus: Männer machen nicht nur die Politik, sondern auch die Kultur- und Geistesgeschichte eines Volkes. Uns Heutigen ist Schiller ein heiliges Vermächtnis. Er ist der Verkünder der heldischen Lebensauffassung, des sittlichen Idealismus und der Vaterlandsliebe. Wir appellieren an die Welt draußen im Angesicht des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller. Wir fordern Gleichberechtigung, den Frieden der Ehre, wir können uns nicht Damit begnügen, das Volk der Dichter und Denker zu sein. Ein 60-Millionen- Volk braucht sein Lebensrecht, sein tägliches Brot. Nach dieser mit Bgeisterung aufgenommenen Rede sprach der stellverttetende Gauleiter Schmidt. Das nationalsozialistische Deutschland fühle sich berufen, das, was Schiller dem deutschen Volk zu sagen hat, dem deutschen Volk zur Kenntnis zu bringen, mehr als dies früher der Fall war. Schil- Einseitige Stimmungsmache der Regierungskommission in Gens. Schöpferkraft, die sich in sich selbst erneuert. Wir heben daraus den unermeßlichen Schatz deutschen Idealismus, der uns vor allen anderen Völkern Der Erde auszeichnet, der die Wurzel unseres nationalen Daseins ist. Klar und eindringlich spricht dann Ernst Kuhr die „Worte des Glaubens" von Friedrich von Schiller. Hans P f i tz n e r hebt den Taktstock und Beethovens Leonoren-Ouvertüre Nr. III zwingt alle in ihren Bann. Beethovens „Neunte" an dieser Stätte und unter der virtuosen Stabführung Hans Pfitzners ist ein großes Erlebnis. lers innerste Haltung stelle ihn als Führer und Kameraden mitten in die heute lebende Generation hinein. Heute bekenne sich die Gesamtheit der deutschen Nation, vor allem auch die Jugend, zum Schillers Weltauffassung. Die literaturhistorische Würdigung Schillers, gesehen unter kulturpolitischen Gesichtspunkten, unternahm hierauf der Direktor des Schiller-Museums und Vorsitzende des schwäbischen Schillervereins, Geheimrat Professor Dr. von Günther, der an- schließenb die Weihe des Neubaues des Schiller-Museums vornahm. Endlich feierte Gaukulturwart Dr. Schmückte zugleich im Namen der schwäbischen Dichterakademie Friedrich Schiller in feinsinnigen Worten als den Urschwaben, der seine Heimat geliebt habe wie keiner. Die erhebende Feier schloß mit Dem Gesang „Wohlauf Kameraden" und mit dem gemeinsamen Gesang der beiden Nationalhymnen. „Friedrich-Gchiller-LlniversitätzuZena- In einer akademischen Festsitzung Der thüringischen Landesuniversitat Jena verkündete Dolksbildungsminister W ä ch 11 e r Den Beschluß der Landesregierung, daß fortan die Jenaer Hochschule den Namen „Friedrich-Schiller- Universität zu Jena" führen solle. Schiller ist durch Karl August auf Vorschlag Goethes einstmals zum Professor der Geschichtswissenschaft an diese Universität berufen worden. Staatsminister Wächtler betonte, daß die Friedrich-Schiller-Univer- fität diese Ehrung als eine Verpflichtung auffassen möge, im Geiste Schillers eine Pflanzstätte nationaler Bildung und Erziehung zu fein. Für die Universität gelobte deren Rektor, Staatsrat Professor Dr. E s a u, diese Verpflichtung mit allen Kräften erfüllen zu wollen im Sinne des Führers, Der Den Glauben Schillers an ein einiges und großes Vaterland habe zur Tat werden lassen. 3n Der Weimarer Fürstengrust. DNB. Weimar, 10. Nov. Einen eindrucksvollen Auftakt zur Schillerfeier in Weimar bildete am Samstagvormittag ein Gedenakt in Der Fürstengruft, in Der Schiller neben Goethe und Karl August ruht. Als um die Mittagsstunde die geladenen Gäste die lange schmale Ehrenallee zur Fürstengruft hinaufstiegen, leuchtete durch das letzte Herbstlaub feierlich die Flammen der um die Gruft gruppierten Pylonen. Die Gruft selbst trug Grünschmuck, und gedämpfter Kerzenschein strahlte aus dem geöffneten Portal. Schon vor Beginn der Feier hatten sich die Abordnungen der PO., SA., SS., des Arbeitsdienstes, der Reichstheaterkammer, des Deutschen Nationaltheaters sowie sonstige Vertreter von Kunst und Wissenschaft, insbesondere der Landesuniversität Jena, des Schillerbundes, der Schillersti stung, der Goethe-Gesellschaft, des Goethe- und Schiller-Archivs und der Shakespeare-Gesellschaft eingefunden. Die Reichswehr war durch Generalmajor Freiherrn von Weichs vertreten. Kurz nach 12 Uhr erschien die Großherzogin von Sachsen-Weimar, begleitet vom Erbprinzen Karl August und der Prinzessin Sophie, ferner der Reichs st atthalter, der türingische Ministerpräsident und die Landesregierung. Sie begaben sich mit den übrigen Ehrengästen in den oberen Raum der Gruft, in Dem rechts und links die großen Kolossalbüsten Goethes und Schillers stehen. Bei gedämpftem Orgelklang legten sodann an der Gruft selbst die Großherzogin und der Erbprinz Karl August Kränze in Den Farben des Hauses Sachsen-Weimar am Sarge nieder. Ihnen folgten der Rechsstatthalter und der Ministerprräsibent mit Kränzen in den deutschen und den thüringischen Farben. Für Reichsminister Dr. Goebbels wurde ein mit dem nationalsozialistischen Hoheitszeichen geschmückter Lorbeerkranz niedergelegt. DerStaatSatt imNationattheater Am Samstagabend war das Weimarer National- theater von einer festlich gestimmten Menge besetzt. Wenige Minuten vor 8 Uhr erschien Der Führer im Nationaltheater und nahm in der großen Mittelloge Platz. Man bemerkte in seiner Umgebung u. a. Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsstatthalter S a u ck e l, den thüringischen Ministerpräsidenten Marschler, Generalmajor von Weichs als Vertreter Der Wehrmacht, den Präsidenten der Reichstheaterkammer Ministerialrat ßa u bi n g e r, Den Reichsdramaturgen Dr. Rainer - Schlosser, SA.-Gruppenführer Staatsrat Dr. Z u n k el und viel andere Vertreter der Gliederungen Der Partei. Im Mittelpunkt der Feier stand die Gedächtnisrede von Reichsminister Or. Goebbels, Der Schiller als Dichter und Revolutionär, als Genie und Charakter pries. Er führte u. a. aus: „Hätte Schiller in dieser Zeit gelebt, er wäre zweifellos der große dichterische Vorkämpfer unserer Revolution geworden. Er hatte den Charakter, der dazu gehört, um sich ihr mit ganzer Kraft hinzugeben. Und er besaß das künstlerische Genie, das nötig ist, um sie schöpferisch zu gestalten. Wir, Die wir uns heute zu seinem 175. Geburtstage an Der Stätte seines edlen Freundschaftsbundes mit Goethe versammelt haben, warten noch auf seinen großen Nachfahren, der unserer Epoche das sein konnte, was er der seinen gewesen ist. Schiller, das ist das große Pathos einer heroisch gestimmten Seele, das ist der Trommelwirbel, durch den eine neue Zeit angekündet wird, das ist die künstlerische Leidenschaft, die Leidenschaft gestaltet und dadurch wieder erzeugt. Zum Dichter einer Revolution gehört nicht nur Genie, sondern auch Charakter. Beides war in ihm in seltener Harmonie vereinigt. Sein Werk ist Zeugnis Dafür, daß Der Dichter zeitnahe sein kann, ohne in Der Zeit unterzugehen. Seine große tragische Dramatik ist auch heute noch der flammende Protest eines wahren Künstlers gegen Die phrasenhafte Beredsamkeit eines Heeres von Nichtskönnern. Er war einer der wenigen, Die nicht nur berufen, sondern auserwählt sind. Er hat das Wort Dichten im strengsten Sinne aufgefaßt und gestaltet: insofern, als es bedeutet, daß der Dichter die Aufgabe hat, das, was Geschichte und Zeit auf Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte verteilen, in zwei oder drei Stunden tragisch-dramatisch zu verknüpfen und im Geschehen so zu verdichten, daß sein Ablauf dem Leser und Hörer Erschütterung und Kraft der großen Ereignisse gibt und vermittelt, Die in ihm leben und wirksam sind. Denn die Zeitnähe Der künstlerischen Gestalt liegt nicht so sehr im Stoff wie in Der Dynamik ihrer Form. Es ist leicht und billig, Personen und Ereignisse, mit denen wir selbst durch geschichtliche Nachbarschaft verbunden sind, auf die Bühne zu stellen: der wahre Dichter aber muß Die Kraft besitzen, sie aus Dem jahrtausenDeweiten Spannungsbogen Der historischen Vergangenheit emporzuheben und ihnen trotzdem den Atem Der Gegenwart einzuhauchen. Unter solchem Blickwinkel gesehen, war Schiller nicht nur für seine eigene Epoche, sondern ist er auch noch für Die unsere, der zeitnächste Dramatische Ge st alter, weil Die von ihm verkörperten geschichtlichen Figu- G e n f, 10. Nov. (DNB.) Das Völkerbundssekre- tariat veröffentlicht einen Bericht Der Regierungskommission des Saargebietes an den Völkerbundsrat über die angebliche Tätigkeit der Deutschen Front im Saargebiet. Das saarländische Mitglied der Regierungskommission, Kohmann, hat ausdrücklich erklärt, er sehe in Der Tätigkeit Der Deutschen Front keine Gefahr für Die in einem Abstimmungsgebiet notwendige Ordnung. Er könne seine Einwilligung zur Uebersendung eines Berichtes über die Deutsche Front nur Dann geben, wenn in Verbindung mit einer vollständigen Beurteilung Der allgemeinen Lage, ein Bericht auch über Die anDeren an der Abstimmung interessierten Parteien vorgelegt werde. Das erste Kapitel des Berichtes behauptet: Die Deutsche Front ist die Fortsetzung Der na» tionalsozialistischen Partei im Saarge- biet. Dafür gebe es unzählige Beweise. So habe Regierungsrat Watermann aus Köln bei Der Gründung Der Deutschen Front an Pirro mitgeteilt, daß das Vermögen der NSDAP, in Höhe von ungefähr 1500 000 Franken, das von Der Deutschen Front übernommen worben sei, vor allem für Propagandabedürfnisse der Deutschen Front verwendet werden solle. Ebenso sei die H i l f s k a f f e, eine ausgesprochene nationalsozialistische Einrichtung, unter Dem neuen Regime aufrecht erhalten worden. Ferner gehe aus den Schriftstücken, Die sich mit dem Arbeitsdienst, Der HI. oder Siedlungswesen befassen, deutlich hervor, daß es sich hier um Organe Der NSDAP, handele. Im übrigen bestehe eine völlige Kontinnuität zwischen der Geschäftsführung der NSDAP, und der Deutschen Front. Die Organisation Der Deutschen Front tjabe Die Organisation Der NSDAP, beibehalten. Die Abteilung „Ordnungsdienst werde von zwei früheren Führern Der SS. und der SA. geleitet. Die ganze Organisation sei auf Dem Führerprinzip aufgebaut. Die Bevölkerung sei durch die Blockwarte zum Eintritt in Die Deutsche Front aufgeforDert worden. Ein „Druck" hinsichtlich Der Beflaggung Der Häuser sei ausgeübt worden. Auch könne man Drohungen für Die Zeit nach 1935 feststellen. In vielen Fällen seien auch Einzelpersonen durch Die Zeitung oder Durch Den Rundfunk geächtet worden. Die Boykottmetho- Den hätten einen außerordentlichen Umfang angenommen. Auch könnten viele Beweise beigebracht werden über die zwangsweise Gleichschaltung von Vereinen im Saargebiet. Der Ordnungsdienst überwache auch den Gegner, Die Demonstrationen, stelle Mißbräuche beim Winterhilfswerk fest usw. Die Deutsche Front spioniere Die politischen Parteien und die Behörden aus. In den Archiven Der Deutschen Front finde man gestohlene Dokumente. Die Namen Der Abonnenten Der „Neuen Saar- post", Der „Volksstimme" und Der „Arbeiterzeitung" sowie die politische Haltung des Klerus seien fest- gestellt worden. Man habe die Beamten veranlaßt, in illegaler Weise Nachrichten oder Dokumente der Deutschen Front zu übermitteln. Die Reichsregieruna habe häufig im Saargebiet eingegriffen. So sei der Sturz von Spaniol und die Ernennung Pirros in Berlin entschieden worben. Regierungsrat Watermann werbe in eineiff Briefe als Saarvertrauensmann bezeichnet. M großen Kunbgebungen im Saargebiet seien im Reich organisiert worden, ebenso das Abstimmungsbüro der Deutschen Front. Eine gewisse Stelle in Saarbrücken habe den Auftrag, jeden Monat 100 000 Mark für bas Saargebiet zu transferieren. Watermann überwache auch bie katholischen Priester bes Saargebietes. Der Präsibent ber Eisenbahnbirektion von Trier sei von ber deutschen Regierung zum Eisenbahnkommissar für bie Ein- qlieberung ber Saar in bas Reich ernannt worben. Schließlich hätten bie beutschen Behörben beutsche Beamte, bie im Saargebiet verabschiedet worben seien, beförbert, was als ein Druckmittel ber Reichs- regierung angesehen werben müsse. Der Bericht ber Regierungskommission macht Den Einbruck, als sei er in großer Eile zusammengestellt worben. Ueberall wirb ber Wille erkennbar, bie Deutsche Front unb bie Reichsregierung soweit wie nur möglich zu belasten unb zu verdächtigen. Mit keinem Wort kommt zum Ausbruck, baß bie Deutsche Front tatsächlich unter ihren Anhängern eine musterhafte Disziplin unter groß- wr in« oer. Be. wer ter Selbstbeherrschung durchgeführt hat und daß die Reichsregierung, soweit sie moralischen Einfluß besaß, die Führung der Deutschen Front hierbei aufrichtig und wirksam unterstützt hat. Es fehlt auch leider jeder Hinweis auf die französische Propaganda im Saargebiet, auf die Tätigkeit der Emigranten und Marxisten und auf die geheimen Kanäle, durch die die Gegner Deutschlands ermutigt und finanziell unterstützt werden. Ganz offenbar sollen die Mitglieder des Dreier-Ausschusses und des Völkerbundsrates noch in letzter Stunde e i n f e i t i g g e g e n De u t s ch - land eingenommen werden. Zugleich soll m der Welt der Glaube erweckt werden, daß die vorbereitenden militärischen Maßnahmen Frankreichs durch illegale Handlungen von deutscher Seite im Saargebiet und durch eine dort drohende Gefahr voll gerechtfertigt seien. Zur Kennzeichnung des Berichtes der Regie- rungskommiffion ist es von besonderer Bedeutung, daß das saarländische Mitglied der Re- aierunqskommission sich gegen den Bericht ausgesprochen und ausdrücklich erklärt hat, daß in der Tätigkeit der Deutschen Front keine Gefahr für die in einem Abstimmungsgebiet notwendige Ordnung zu sehen sei. Wenn in dem Bericht gesagt wird, die Deutsche Front übe einen Druck auf die Bevölkerung aus, indem sie Mitglieder für ihre Organisation zu werben trachtet, so ist dem entgegen- zuhalten, daß dies schließlich Sinn und Zweck einer jeden Partei ist. Daß sie niemals wirkliche Druckmittel angewendet hat, geht aus dem Urteil aller neutralen Besucher des Saargebietes unzweideutig hervor. Alles in allem gibt es wohl kaum einen Punkt der Denkschrift, der nicht zum Widerspruch und zur* Richtigstellung herausfordert. Vürüels Ausgabe in Rom. Der Saarkommissar verlangt Ausweisung der Emigranten. N e u st a d t, 10. Nov. (DNB.) Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Gauleiter B ü r ck e l, hgt in Rom mit Nachdruck dargelegt, daß von deutscher Seite niemals eine Putfchabsicht gegenüber dem Saargebiet bestanden hat und daß eine solche auch gar nicht bestehen kann, da bei dem rein deutschen Charakter der Saarbeoöl- kerung über den Ausgang der Volksabstimmung kein Zweifel vorhanden ist. Das Verbot für die SA. und SS. im Saargrenzgebiet stellt vor oller Welt erneut unter Beweis, wie Deutschland bei dem ihm aufgezwungenen Saarabstimmungs- kampf für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens kämpft. Einen ständigen Unruheherd bilden die Emigranten, die unter den Augen der Regierungskommission und mit Unterstützung der französischen Bergwerksdirektion geradezu zum Bandenkrieg ausgebildet werden. Der Saarbevollmächtigte hat nun in Rom entschieden die Ausweisung der Emigranten aus dem Saargebiet gefordert. Im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens sei deren Lebensgrundlage lediglich an dem vorübergehenden Bestand von Re- gierungskommission, französischer Bergwerksdirektion und Redaktionsstuben der Emigrantenpresse gebunden. Ueberhaupt wollen die Emigranten mit ihrer großen Mehrheit ja nichts anderes, als das Saargebiet zu einer höchst gefährlichen kommunistischen Aktionszentrale zu machen. Sie rühmen sich selbst in Rundschreiben, Reden und Presse ihrer kulturfeindlichen Zersetzungsarbeit, die sie auch nach den übrigen europäischen Kulturländern hin auszuüben willens sind. Wenn also der Saarbevollmächtigte in Rom so energisch die Forderung nach Ausweisung der Emigranten und Aufhebung der Einsatzbereitschaft der französischen Truppen gefordert hat, so hat er einen Kampf weitergeführt, den Deutschland berufen ist, an der Saar auch im Interesse des europäischen Friedens und der abendländischen Kultur zu führen. Oie Sitzung des Oreieraueschusses. Rom, 10. Nov. (DNB.) lieber die Sitzung des Saarausfchusfes wird folgender amtlicher Bericht ausgegeben: Der Dreierausschuß für die Saarabstimmung hat die Prüfung der juristischen Fragen fortgesetzt, mit denen er beauftragt war. Der Vorsitzende, Baron A l o i s i, unterrichtete den Ausschuß davon, daß die interessierten Regierungen auf diesbezügliche Schritte hin sich bereiterklärten, französische und deutsche Sachverständige zu entsenden, um unter den Auspizien des Dreieraus- schuffes die technischen Fragen zu besprechen, die letzterer dem Finanzausschuß des Völkerbundes zur Prüfung unterbreitet hatte. Zu diesem Zweck wird ein Unterausschuß des Finanzausschusses des Völkerbundes in der kommenden Woche in Rom zusammentreten. Ein unverständliches Urteil. Zwei Jahr Gefängnis für den Bergwerks- direttor des Fürsten Pleß. Beuthen, 10. Nov. (DNB.) Das Appellationsgericht in Kattowitz sprach am Donnerstag im Oswag-Prozeß das Urteil gegen Dr. Ebeling, den ehemaligen Leiter der Berg- werksdirektion des Für st en Pleß in Kattowitz, den Direktor Caspar von der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft in Kattowitz und gegen Dr. O g i e r m a n n von der Oswag. Direktor Caspar und Dr.Ogiermann, die in der ersten Instanz zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren, wurde freigesprochen. Dr. Ebeling wurde zu zwei Jahren Gefäng- n i s verurteilt. In der ersten Instanz war Dr. Ebeling lediglich auf Grund von Indizien wegen Vergehens gegen § 313 des Deutschen Handelsgesetzbuchs verurteilt, obgleich ihm irgendeine Teilnahme an den intrimimerten Maßnahmen nicht nachgewiesen werden konnte. Don der Anklage des Betruges war Dr. Ebeling aber freigesprochen worden. Der Rechtsbeistand Dr. Ebelings hat gegen das Urteil der zweiten Instanz Kassation beantragt. Hierzu erfahren wir: Die Entscheidung der zweiten Instanz hat weit über die Kreise von Oberschlesien hinaus außergewöhnliches Befremden erregt Sie wird als unbegreifliches Fehlurteil in engem Zusammenhang mit den Zwangsmaßnahmen gegen die Verwaltung des Fürsten Pleß gebracht. Das Appellationsgericht hat das Urteil der ersten Instanz mit der Begründung aufgehoben, daß das Deutsche Handelsgesetzbuch nicht mehr Anwendung finden könne,, da inzwischen das polnische Handelsgesetzbuch der WojwodschaftSchlesien Rechtskraft erhalten habe, das den Paragraphen 313 des Handelsgesetzbuches nicht kennt. Schon aus diesem Grunde hätte Dr. Ebeling f r e i g e s p r o -- ch e n werden müssen. Die zweite Instanz ist aber von der rechtlichen Beurteilung des Tatbestandes der ersten Instanz völlig abgewichen und hat ein neues Delikt konstruiert, von dem im bisherigen Verlause des Prozesses nicht die Rede gewesen ist. In dieser Instanz sind auch die von dem Angeklagten benannten Sachverständigen überhaupt nicht gehört worden. sahrungen besitzt, wird sich über die Tragweite dieses Eingeständnisses nicht im Unklaren fein. Vielleicht wollte Postyschew die wirkliche Wahrheit dem Sowjetbauern nur löffelweise eintrichtern, vielleicht hielt er gerade die Tage der großen Vorbereitungen zum Revolutionsfest nicht für geeignet, sie ungeschminkt zu verkünden, möglicherweise aber ist er auch der Meinung, daß der Bauer sie noch früh genug am eigenen Leibe erfahren wird. Maßgebende Manner in der Partei, die mit Sowjetzahlen umzugehen wissen, versichern jedenfalls, daß das beschönigende Wort „teilweise chlechter" sich in der Praxis ganz anders ausnimmt, )aß die Ernte gerade in dem Gebiet, für das Posty- chew sprach, in der Ukraine und im Schwarzerde- gebiet, durchschnittlich 30, in verschiedenen Bezirken sogar 50 v. H. unter der vorjährigen liegt. Die Ukraine und das Schwarzerdegebiet waren aber bisher die Kornkammer Sowjetrußlands, wie sie vor dem Kriege die Kornkammer Europas waren. Daraus ergibt sich mit mathematischer Folgerichtigkeit das eine: Das Hungergespenst geht von neuem um in diesem Lande, das über ein Sechstel der Erdoberfläche ausmacht. In den kommenden Wintermonaten wird es wieder an mancher Bauernhütte anklopfen, und neue Millionen Bauern werden ihm zum Opfer fallen. Die furchtbaren neuen Verforgungsnöte in der Sowjetunion sind auf das Zusammenwirken von drei Faktoren zurückzuführen: die kollektive Zusammenfassung des bäuerlichen Besitzes hat die volkswirtschaftlichen Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion zerstört, das völlige Versagen des verstaatlichten Verteilungs- und H a n d e l s a p p a r a t s hat ein Chaos in der Wirtschaft geschaffen und fchließlich hat es die mangelhafte Warenerzeugung bewirkt, daß der War enhunger auf dem Lande immer mehr zunimmt', während die „sozialisierte Industrie" nicht in der Lage ist, dem Sowjetbauern auch nur eine neue Sichel, einen Kochtopf ober ein Kopftuch für die Bäuerin zu liefern. — In diesem Jahr hat die furchtbare Dürre Folgen gehabt, gegen die die Sowjets vergebens ange« kämpft haben. Man wollte die Fehler der vergangenen Jahre durch die vorfrühe Aussaat wettmachen. Man hatte aber den menschlichen Faktor: den Bauern, unterschätzt, der, seines Bodens beraubt, von den Behörden zu Frondiensten für die Versorgung der Städte gepreßt, selbst stets von (Enteignungen, Einkerkerungen und Verbannungen bedroht, nur nachlässig arbeitete, die wertvollen Maschinen, deren Bedienung er zudem nicht versteht, draußen in Wind und Wetter stehenließ, sich das Getreide vom eigenen Felde für feinen Bedarf „stahl" und überall passiven Widerstand leistete. Es kamen gröbste Fehler der Organisation und Mangel in der Ausbildung der Beamten und Angestellten hinzu, es häuften sich die Fälle der persönlichen Bereicherung leitender Beamten, der Bestechung und der Riesenunterschleife — und das Ganze bestätigt nur von neuem die Ueberzeugung, daß die Sowjets mit ihrem Agrarproblem nicht fertig werden können. (Einige Beispiele beleuchten die Zustände in diesem Paradies marxistischer Wirtschaftsführung: von 1200 Mähdreschern, den wertvollsten Landmaschinen, die die Staatsgüter Westsibiriens besitzen, find nur etwa 460 auf dem Felde gewesen — die übrigen sind dauernd „krank"; im Uralgebiet sollten 1290 Mähdrescher 260 000 Hektar abernten, sie haben aber nur — 6000 Hektar abgeerntet; und an der unteren Wolga bedürfen 4200 Traktoren von insgesamt 5350 einer völligen Ueberholung. In einem anderen Bezirk sind von 139 Elevatoren nur 29 in Betrieb. Hier fehlt es an Säcken, dort müssen die Bauern an den Abnahmestellen für Getreide drei Tage lang „Schlange stehen"; hier werden 41 Direktoren verhaftet, weil sie das Brot auf eigene Faust verkauft haben, dort oerfault das Getreide unter freiem Himmel. Das sind nur wenige Beispiele. Sie könnten bis ins Unendliche ergänzt werden. Und Monate hindurch war die Sowjetpreffe angefüllt mit Berichten von der „(Erntefront", die das Bild völlig chaotischer Zustände vermittelten. Während die amtlichen Getreideemissäre dem Bauern das letzte Korn abjagen, kommt ein großer Teil davon um, bevor es dem Verbraucher zugeleitet wird. Wenn es wahr ist, daß die Statistik die genialste Form einer Umbiegung der Wahrheit ist, so trifft es jedenfalls für die Sowjetstatistik zu. Auf der einen Seite „beweisen" die sowjetamtlichen Blätter auf Grund einer Statistik, daß die Ernährung „im wesentlichen sichergestellt sei", auf der anderen aber wird geklagt, daß der Verlust bei der Ernteeinbringung bis zu 30 v. H. des abgeernteten Getreides beträgt, daß es bis zu 25 v. H. mit Erde vermischt ist, daß es hier und da bereits in Fäulnis übergegangen ist oder dumpf geworden ist. Und wie steht es mit dieser angeblichen „Sicherstellung der Versorgung"? Es handett sich, um einem Irrtum von vornherein vorzubeugen, u m d i e Versorgung der Städte, der proletarischen Arbeiter und Angestellten, der Parteimitglieder, der Armee, der Beamtenschaft und der GPU. Das ist aber knapp ein Viertel der Bevölkerung Sowjetrußlands! 12 0 Millionen Bauern indessen, denen durch die „verfeinerten Methoden", durch verschiedene „drastische lieber- zeugungsmittel", wie die Sowjetblätter den Terror zu nennen pflegen, das Brot abgenommen wurde, find ihrem Schicksal überlassen. Wo eine Kollektivwirtschaft, wie es die Jsweftija nennt, „die Frechheit besitzt, sich auch noch eines Überschusses zu rühmen", da werden sofort die amtlichen Emissäre mobil gemacht, um über das staatlich festgesetzte Ablieferungssoll hinaus ein übriges für die hungernden städtischen Proletarier zu erpressen, deren papens Wiener Mission. Der Gesandte spricht vor der reichsdeutschen Kolonie in Klagenfurt. Wien, 10. Nov. (DNB.) Der deutsche Gesandte von P a p e n, der sich auf einer Reife durch Kärnten und Steiermark befindet, um die dortigen reichsdeutfchen Kolonien zu besuchen, sprach in Klagenfurt vor Reichsdeutschen über das neue Reich. Das, was fick heute in allen Ländern dieses alten Erdteils vollziehe, fei die Abkehr von der Zeit des unbeschränkten und unbegrenzten Individualismus. Alle Nationen versuchten heute neue staatspolitische Formen zu finden, in denen die Autorität einer wohlgefetzten Ordnung wieder zu ihrem Recht komme. Wir Deutschen wollten das Reich erneuern und dem Gedanken dieses Reiches einen neuen Inhalt geben. Alles, was sich feit Januar 1933 in Deutschland neu geformt habe, habe dieses Ziel zum Zweck. Menschliches Wirken sei zwar dem Irrtum unterworfen, aber man solle den Kampf um die Erneuerung nicht unter dem engen Gesichtswinkel der Tagesbetrachtung sehen, sondern aus der großen Schau einer neuen Ordnung, die für lange Zeit Geltung haben solle und daher nicht an einem Tage vollendet werden könne. Die Meinungsverschiedenheiten und Kämpfen auf kulturellem Gebiet sollten in aller Ruhe und Brüderlichkeit ausgetragen werden. Die Spannungen auf diesem Gebiete hätten nur das eine erreicht, daß sie das Glaubensleben der Nation gestärkt und vertieft hätten, ja, daß sie dem Seelenleben einen ganz neuen Impuls verschafften. Seine Aufgabe als Gesandter des Deutschen Reiches in Oesterreich sehe er in der Wiederherstellung der alten Freundschafts- bandezwischenzweiStämmen,die eine jahrtausendelange gemeinsame G e - schichte hätten. Was wir im Reiche wünschten, sei ein Zusammenklang des deutschen Geistes auf allen Gebieten des Lebens, in der Kunst, in der Literatur, in der Wirtschaft, in unserem Rechtsbe- wußtsein und in dem Gedanken an die Erfüllung unserer mitteleuropäischen Aufgaben. Das neue Reich, das wir zu bauen im Begriffe ständen, werde einen neuen Inhalt haben, nicht aber eine Form, die irgend einen unserer Nachbarn bedrohe oder die Europa störe. Gefahrdrohender als die Frage der Rüstungen seien die Spannungen als eine Folge der geistigen und wirtschaftlichen Zerrüttung der Welt. Um diesen Gefahren zu begegnen, sei es notwendig, daß die Völker Vertrauen zu ihren Regierungen, Vertrauen zu ihrer Führung besäßen. „Wir Deutschen schätzen uns glücklich, daß im neuen Reich Führung und Gefolgschaft eins geworden sind, und wir können nur wünschen und hoffen, daß sich dieser Prozeß auch in anderen Ländern durchsetzen möge." Die christlich-soziale „Reichspost" sagt zu der Papen-Rede: Finden diese bedeutsamen Worte einer zur Kennzeichnung der reichsdeutschen Polittk berufenen Stelle bei allen, an die sie gerichtet waren, gebührende Beachtung, dann werden sich wohl auch die Zeitungsschreiber und Geschäftspolitiker, die bei uns und anderswo mit ihrem Anschlußgerede offensichtlich neue Gefahren- und Unruheherde in die europäische Polittk zu bringen suchen, in die Gegebenheiten fügen müssen. Die nächsten Ausgaben. Wien, 10. Nov. (DNB.) Die Wiener Nachmittagsblätter bringen einen Bericht über einen Empfang des Gesandten von Papen im Klub der anglo- amerikanischen Presse. Dabei hielt Gesandter von Papen eine kurze Ansprache, in der er erklärte, daß seine Mission in Oesterreich noch vielfach falsch ausgelegt würde, daß er in Wahrheit mit den desten Absichten nach Wien gekommen sei. Ich bin überzeugt, so fuhr der Gesandte fort, daß alle Schwierigkeiten bald überwunden sein werden. Augenblicklich werden zwischen Oesterreich und Deutschland Verhandlungen zwecks Verbesserung des Warenaustausches geführt, und ich glaube, es werden bald auch gegenseitig Zeitungen zugelassen werden. Die Frage der Aushebung der 1000-Marksperreist nicht aktuell, lieber die nach dem Juli-Aufstand nach Südslawien geflüchteten Nationalsozialisten befragt, sagte von Papen, das sei eine Frage, die Oesterreich und Südslawien angehe, Deutschland habe mit ihnen nichts zu tun. Ein neuer Etaatsratspräsident in Oesterreich. Wien, 11. Nov. (DNB.) Der Bundespräsident hat den Gutsbesitzer RudolfGrafHoyos zum Präsidenten des Staatsrates an Stelle des zurück- getretenen Ingenieurs Nouakh ernannt. Zu feinen Stellvertretern wurden der ehemalige Bundesminister Dr. R e s ch und der Landesleiter der Vater- ländischen Front in Tirol, Dr. Fischer, ernannt. Graf Hoyos gilt als Heimatschützler, so daß der Heimafichutzstandpunkt in gewissem Sinne wieder durchgedrungen ist. Seine beiden Stellvertreter sind Christlich-Soziale. Marxistische Kundgebungen in Wien und Umgebung. Wien, 12. Nov. (DNB.) Aus Anlaß des verbotenen Republikgründungstages versuchten in den Abendstunden des Sonntags die Marxisten durch Flugzettelpropaganda die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. In zahlreichen Bezirken wurden Propagandazettelstreuer verhaftet. Bei Perchtelsdorf in Nähe von Wien hielten auf einem Berg 2000 Sozialdemokraten eine illegale Versammlung ab. Es wurde sofort Gendarmerie aufgeboten, diese war aber der großen Ueberzahl der Marxisten nicht gewachsen. Den Marxisten gelang es daher, sich vollkommen unbehindert zu zerstreuen. Die Gendarmerie vermochte nur zwei Verhaftungen vorzunehmen. Zu Zusammenstößen zwischen Wachbeamten und Kommunisten kam es noch im Gemeindebezirk Hernals, wobei auch Schüsse gewechselt worden fein sollen. Eine neue Hungersnot vor den Toren des Don unserem H (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, November 1934. In den ersten Novembertagen hagelte es Dekrete und Verordnungen, (Erflärungen und Kundgebungen im Sowjetlande, die alle mit dieser Aufforderung schlossen: „Erscheint zur Feier der Oktoberrevolution!" Die Tage, an denen vor 17 Jahren der Durchbruch der bolschewistischen Revolution vollzogen, der russische Arbeiter „befreit" und damit „die Aussicht auf einen Weltsieg von Marx und Lenin um ein gutes Stück weitergebracht wurde", fallen wieder einmal festlich begangen werden. Die Bolschewisten waren feit jeher Meister der Reklame. Unendliche Reihen von Jßartei» und Sowjet-, Arbeiter- und Bauern-, Jugend-, Beamten- und Armeedelegierten sind zu den großen Festlichkeiten in der Hauptstadt eängetroffen, ganze Wagenladungen von Südfrüchten und Fleisch, von Weißbrot, Kuchen und Schokolade und Bier — Leckerbissen für jeden Sowjetmagen — gelangen zur Verteilung. Plätze und Straßenzüge werden gesperrt und für den Durchgangsverkehr abgeriegelt, und Gowjetparadieses. ,-Äerichierstaiter. Stalin s e l b st wird die Parade der Roten Regimenter vor der Kremlmauer abnehmen, während in den Lüften schwerste Sowjetbomber leibhaftiges Zeugnis für die erstarkte Sowjetmacht ablegen werden. So feiert das amtliche Sowjetrußland ... Während eben dieser Tage, an denen der sowjet- und auslandoffiziösen Oeffentlichkeit in Moskau eine glänzende Fassade demonstriert wird, plagt s i ch der Bauer — auch schon in ben Vororten der Hauptstadt — mit der Frage ab, ob er überhaupt den nächsten, den 18. Revolutionsfeiertag noch e r - leben werde.. Denn keine Beschönigungsversuche helfen mehr: Die Nachrichten vom flachen Lande lauten immer ernster. Was die Regierung noch vor gar nicht langer Zeit in wütenden Dementis ab- geftntten hat, ist jetzt eintzetroffen: Die (Ernte ist „teilweise schlechter" als die des Vorjahres. So hat es der Vertrauensmann Stalins für die Ukraine, der als Theoretiker wie als Praktiker gleich bekannte und gefürchtete Postyschew in Charkow formuliert. Wer aber hinsichtlich bolschewistischer Erklärungen und ihrer Ausdeutung einige Er- »RUNDE SORTE Eine neue ALVA-Sorte für die Liebhaber Ohne Mundstück gute Laune ja für den Kreml weit wichtiger ist, als einige hunderttausend Bauernleben. Es ist kein Zweifel, daß die Hungersnot bereits heute weite Gebiete des Landes erfaßt hat. Und nimmt man hinzu, daß der Fleischablieferungsplan bisher nur zu 19 bis 30 v. H. erfüllt ist, daß der B r o t p r e i s auch in den Städten in diesem Herbst schon zum zweiten Male heraufgesetzt wurde, daß Schlamperei und Sachunkenntnis, chronische Diebstähle und Unterschlagungen überall überhand nehmen, daß der Ändustriekommissar Ordschonikidse angekündigt hat, „es bestehe die Gefahr, daß die bisher in die Industrie investierten 34 Milliarden Rubel verloren gehen", daß der gewerkschaftliche Schutz der Arbeiter a u f g e h o b e n wurde und die Festsetzung ihres Lohnes von jetzt ab rein willkürlich erfolgen wird, — so vervollständigt dies nur das Bild des Wirtschaftschaos und der Volksnot in diesem „fortschrittlichsten Lande der Welt". Neuerlich kämpfen bei den maßgebenden Parteistellen wieder die Doktrinen gegeneinander. Man will, um die Ernährung der Städte von dem „bäuerlichen Unverstand" unabhängig zu machen, den Arbeitern ein Stück Land für Gemüse- und Kartoffelanbau zuwoisen. Inzwischen aber geht die Landwirtschaft, die Quelle des russischen Reichtums und die erste Industrie des Landes, zugrunde. Und der Bauer, der Ernährer des ganzen Volkes, bleibt als Opfer auf der Strecke. Aus aller Welt. Grohfeuer an der Sieg. In Halscheid bei Roßbach an der Sieg brach, als die Einwohner noch im Schlafe lagen, in einem Hause ein Brand aus, der alsbald auf zwei Nachbarhäuser Übergriff. Reiche Nahrung fand das Feuer in Heu- und Holzvorräten auf den Speichern. Obwohl es dem tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehr gelang, den Brand in kurzer Zeit zum Stillstand zu bringen, sind die Häuser Jaft vollständig ausgebrannt und zum Teil eingestürzt. Das Mobiliar ist größtenteils zerstört. Besonders schwere Verluste erleidet ein 70jähriger Invalide, der früher als Bergmann in Afrika tätig war und der eine wertvolle Sammlung von Steinen und Fellen wilder Tiere besah, die dem Feuer zum Opfer fiel. Vier Familien sind durch den Brand obdachlos geworden. kraftwagenführer von einem Jugendlichen ermordet und beraubt. An einem der letzten Abende wurde der Kraftwagenführer Kurt Pietsch in Seidenberg (Oberlausitz) angeblich von einem Bäckermeister namens Schubert angerufen und erhielt den Auftrag, nach Kosmar zu kommen und Schubert abzuholen. Da Pietsch von der Fahrt nicht zurückkehrte, wurden von der Polizei Nachforschungen angestellt. Man fand den Wagen in der Nähe der Kreisgrenze Görlitz—Lauban auf; er war verschlossen. Bei einer Durchsuchung wurden Blutspritzer und eine mit Blut stark besudelte Zeltplane gefunden. Etwa 50 Meter entfernt fand man später die Leiche des Pietsch. Es gelang, als Mörder des Pietsch den 20jährigen Kurt John festzustellen, der zuletzt in Stolzenberg bei seinen Eltern wohnte und zur Zeit flüchtig ist. Geraubt hat der Täter eine braune Lederjacke, eine Nickeluhr und eine Geldbörse mit 5 bis 10 Mark Silbergeld, außerdem die Papiere des Ermordeten, den Führerschein und die Zulassungsbescheinigung. Ein Kind in der Badewanne verbrüht. In Ellnrode bei Frankenberg an der Eder stürzte ein vierjähriges Kind in einem unbewachten Augenblick in eine Wanne mit heißem Badewasser und zog sich so schwere Verbrühungen zu, daß es st a r b. Diphtherie unter pommerfchen Schulkindern. — Bisher ad)t Todesopfer. In Demmin (Vorpommern) find in der letzten Zeit zahlreiche Fälle von Diphtherieerkrankungen vorgekommen. Der Seuche sind bisher acht Kinder zum Opfer gefallen. Um die Krankheit wirksam bekämpfen zu können, sollen jetzt in den Schulen Reihenuntersuchungen durchgeführt und durch einen Bakteriologen außerdem noch besondere Untersuchungen angestellt werden. Auf Grund von Gutachten Greifswalder Professoren sind die städtische Knaben, und die städtische Mädchenschule in Demmin geschlossen worden. A. v. D. heißt jetzt Deutscher Ausland-Club. In der diesjährigen Generalversammlung des Automobilclub von Deutschland (früherer Kaiserlicher Automobilclub) wurde, wie bereits kurz berichtet, auf die Notwendigkeit einer Namensänderung hingewiesen. Die Entscheidung hierüber ist nunmehr gefallen. Der bisherige Automobilclub von Deutschland will unter seinem neuen Namen „Deutscher Ausland-Club" (DAC.) (vormals Automobilclub von Deutschland) getreu seiner Tradition sich mit Nachdruck und besonderer Sorg- falt die Pflege und Vertiefung seiner Verbindungen zum Ausland angelegen sein lassen. Der nunmehrige „Deutsche Ausland-Elub" will unter seinem neuen Namen, in Erfüllung seiner im vaterländischen Interesse liegenden wichtigen Aufgabe, seine Geschichte würdig und erfolgbringend fortsetzen. Ungünstige Zeugenaussagen im Matuschka-Prozeß. Im Matuschkaprozeß in Budapest begann die Zeugenvernehmung, in der Aussagen über den Charakter und die Familienoerhältnisse des Angeklagten gemacht wurden. Die Aussagen der Zeugen, die Matuschka von Jugend auf kannten, waren für ihn wenig günstig. Die meisten Zeugen bezeichneten Matuschka als begabten, aber äußerst haltlosen, phantastischen und hemmungslosen Menschen. Er habe stets den Wunsch gehabt, eine große Karriere zu machen. Ein Zeuge schilderte eingehend die erstaunliche Geschäftstüchtigkeit des Angeklagten. Das Verhör der Zeugen wickelte sich bisher überraschend schnell ab, so daß mit der baldigen Urteilsverkündung gerechnet wird. Poincares Testament. Der verstorbene frühere Präsident der französischen Republik Raimond Poiucars hat sein Landhaus mit Garten in Sampigny dem Maas- Departement testamentarisch vermacht. Frau Poincarö behält das Nutzungsrecht. Im Landhaus, Le Clos genannt, sollen Kinder unter» gebracht werden, die die Schule in Sampigny besuchen und ein Handwerk erlernen müssen. Nach Ablauf der Lehrzeit wird jedem Zögling ein gewisser Geldbetrag als Beihilfe für den Eintritt ins selbständige Leben ausgehändigt. Die Zahl der Poincare-Schüler wird jeweils 12 betragen. Japanischer Dampfer im Sturm gesunken. — Zahlreiche Opfer des letzten Taifuns. Nach einem Funkspruch der Hafenverwaltung von Gensan (Korea) ist der Dampfer „Nako-Maru^ mit 53 Mann Besatzung in einem Sturm gesun- k e n. Bei den koreanischen Hafenverwaltungen liegen weitere Berichte über die Zahl der Opfer des letzten Taifuns vor. Danach beträgt die Zahl der vermißten Fischer 1300. Verschiedene Schiffe haben zahlreiche Fischer, etwa 250 bis 300, die in Gefahr waren, gerettet. Nach einer amtlichen Mitteilung sind etwa 30 Fischer nach dem Hafen Tschemulpo gebracht worden. Das Dorf Oeschelbronn ist wieder ausgebaut. Das dank der großen Hilfsbereitschaft des deutschen Volkes wiederaufgebaute badische Oeschelbronn, das, wie erinnerlich, vor einem Jahre von einem furchtbaren Br and Unglück heimgesucht worden war, hatte sich in den letzten Tagen zur Einweihungsfeier festlich geschmückt. Reichsstatthalter Robert W a g ne r traf in Begleitung des badischen Innenministers Pflaumer ein. Der Reichsstatthalter betonte, daß der Opfersinn ganz Deutschlands das schönste Beispiel für den Gemeinschaftssinn und Gemeinschaftsgeist gebe, den Adolf Hitler in die deutschen Herzen gegossen habe. Dieses Aufbauwerk sei unter der Anteilnahme des ganzen Volkes ein Stück nationalsozialistischer Aufbauarbeit geworden. Es sei ein Haustyp geschaffen worden für den Bauern, der dem Wesen, der Eigenart, dem Gemüt und der Anlage des Volkes entspreche. — Anfänglich bestand die Absicht, die niedergebrannten Teile Oeschelbronns in Backsteinbauten wieder aufzubauen. Das Eingreifen des Reichsstatthalters ließ dann eine völlige neue Planung aufkommen: zum Wiederaufbau benutzte man Eichenholzfachwerk. Damit war die Möglichkeit gegeben, den neuen Bauten das Ansehen des alemannischen und fränkischen Fachwerkbaues zu geben. Dieser einheitliche und geschlossene Gesamteindruck ist das wertvollste Ergebnis der gesamten Wiederaufbauarbeiten von Oeschelbronn. Ein jeder ordnete sich einem großzügigen Plan und einer großzügigen Bauauffassung unter, die für das holzreiche Badener Land von besonderer Bedeutung war. Kunst und Wissenschaft. Filchner plant eine Expedition nach Tlordweft-Ehina. Der bekannte deutsche Forscher Dr. Wilhelm Filchner ist in Nanking eingetroffen. Er wird hier Verhandlungen mit chinesischen Regierungsstellen und wissenschaftlichen 'Instituten über Vorbereitungen zu einer wissenschaftlichen Expedition nach den nordwestlichen Gebieten Chinas führen. Die Verhandlungen sollen in Schanghai fortgesetzt werden. U. a. werden wissenschaftliche Fragen und die Frage einer etwaigen chinesischen Beteiligung an der Expedition erörtert werden. Tagung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Hannover. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder, wie ihr offizieller Name noch heißt, „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft", trat in Hannover zu ihrer Mitgliederversammlung zusammen. Unter den Gästen befand sich als Vertreter des Reichserziehungsministeriums Professor Waldmann. Nach kurzen Begrüßungsworten gedachte der Präsident Professor Dr. Stark des vor einigen Tagen verstorbenen Vizepräsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft Professor Dr. D'y ck, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrte. Ein Telegramm an den Führer hatte folgenden Wortlaut: „Die in Hannover versammelte Deutsche Forschungsgemeinschaft huldigt Ihnen als dem großen, richtungweisenden Führer auch in den Aufgaben der wissenschaftlichen und technischen Forschung zum Besten der Volksgesundheit, der deutschen Wirtschaft und des deutschen Ansehens in der Welt. Ihrem leuchtenden Beispiel folgend stellt (ich die gesamte deutsche Forschung unter Ihrer Fürsorge, mein Führer, in den Dienst der nationalsozialistischen Staatsführung und des deutschen Volkes." Auch an Minister R u st wurde ein Telegramm gesandt. Nach Verlesung des Geschäftsberichts machte Präsident Dr. Stark grundsätzliche Ausführungen über die Art, wie er die Geschäfte der Deutschen Forschungsgemeinschaft künftig zu führen gedenkt. Die Sladk Leipzig kauft für 50 000 Mark Bücher. Der Verwaltungsrat der Stadt Leipzig hat aus Anlaß des 175. Geburtstages Friedrich Schillers beim Abschluß der Woche des Buches 50 000 Mark bereitgestellt, von denen 45 000 Mark zur B e - schaffung von Büchern für Leipziger Schulbibliotheken bestimm sind; die restlichen 5000 Mark sollen zur Bücherbeschaffung für die Stadtbibliothek und die Volksbibliothek verwendet werden. Unmögliche Zustande an den fowjetruffifchen Hochschulen. Auf Veranlassung des Vorsitzenden des Vollzugsausschusses der Sowjetunion, Kalinin, wurde zur Prüfung der Zustände an den sowjetrussischen höheren Schulen ein besonderer Ausschuß eingesetzt. Zahlreiche Studenten haben in der letzten Zeit die Hochschulen nicht mehr besucht, weil dort unmögliche Zustände herrschten. Die Hochschulen sind schlecht oder überhaupt nicht geheizt, und es fehlt an den nötigen Lehrmitteln. Die Versorgung der Studenten mit Lebensrnitteln ist katastrophal, und zahlreiche Studenten waren gezwungen, auf offener Straße oder in öffentlichen Asylen zu über» nachten. Ferner mangelte es den sog. „Roten Professoren" an den nötigen Kenntnissen. Die sowjet- russischen Studenten bestürmten infolgedessen alle möglichen Amtsstellen und wandten sich schließlich an Kalinin. Der von Kalinin eingesetzte Ausschuß hat festgestellt, daß die Hochschulbehörden völlig versagt haben, und daß auch die Parteiorganisationen nichts getan haben, um die Lage der Studenten zu bessern. Zahlreiche Beamte der obersten Verwaltung der Hochschulen sind daraufhin ihrer Po st en enthoben worden. Büchertisch. — D. Dr. Leopold Cordier, Einer ist unser Meister. Christuspredigt heute. Friedrich Bahn in Schwerin in Mecklenburg. Kart 1 60 Mk. — (360). — Die Predigten des Gießener Theologie- Professors wollen erweisen, das biblisch und Chri- stus-bezogen verkündigen im rechten Sinne zeitge» mäh predigen heißt. Sie gehen an den brennen- den Fragen des kirchlichen und volkhaften Lebens, an deutschem Glauben, Bekenntnis zu Blut und Rasse, kirchlichem Neuaufbau und politischem Zeit, geschehen nicht vorüber, konfrontieren diese Fragen vielmehr dem biblischen Christusglauben. Alles, was hier gesagt ist, ist Verkündigung vom Herrn der Kirche: „Einer ist unser Meister, aber Verkündigung für den ringenden Menschen der Gegenwart, der sich von Christus den Weg durch die Zeit gewiesen sehen möchte. — Dr. Johann von Leers: „Der Kar. dinal und die Germanen. Eine Ausein- andersetzung mit Kardinal Faulhaber." Kart. 1,50 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (210) — Die Silvester-Predigt des Erzbischofs von München, Kardinal Faulhaber, hat Fragen über Christentum und Germanentum zum Gegenstand der Betrachtung gehabt. Das ganze Volk nimmt heute an diesen Problemen Anteil und so können die Irrtümer, Falschdarstellunaen und Mißdeutungen, zu denen Kardinal Faulhaber gelangt ist, in der Oeffentlichkeit nicht unwidersprochen bleiben. Dr. Johann von Seers, ein ausgezeichneter Kenner des Lebens und der Kultur unserer germanischen Vorväter, stellt diese Falschdarstellungen in der vorliegenden Schrift unter Berücksichtigung der neuesten wissenschaftlichen Forschungen richtig. Soweit die Predigt des Kardinals Faulhaber als ober» hirtliche Stellungnahme eines hohen katholischen Kirchenfürsten unseres Landes anzusprechen ist, sieht Dr. von Leers nicht die Möglichkeit, sich mit ihr zu befassen... Der Verfasser achtet die religiöse Ueberzeugung des anderen, aber widerlegt dis irrigen Auffassungen über das geistige und seelische Leben unserer vorchristlichen Vorväter. Auch die Auffassung, die Kardinal Faulhaber der nordischen Bewegung in unseren Tagen zuspricht — er stellt sie als eine Rückkehr zu längst überwundenen Lebensformen der alten Germanen dar —, wird richtiggestellt. — D i e Schweizer Reise. Ein Roman für Liebende von Hellmut Unger. Kartoniert 1,60 Mk., Halbleinen 2,50 Mk. Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin. — (447) — Ungers „Schweizer Reise" ist der kurzweiligste Kurzroman, den man sich denken kann, ein zart hingehauchtes Pastellbild, an dem jedermann Freude haben wird. Wenn jemand in die Ferien fährt, sollte man ihm das Buch auf die Fahrt mitgeben. Und wenn einer zu Hause bleiben muh, soll er es auch mal lesen. Wettervoraussage. Unser Gebiet befindet sich zur Zeit wieder int Bereich eingedrungener Kaltluft, die zwar vielfach neblig-trübes Wetter, aber wieder eine leichte Beruhigung gebracht hat. Ueber dem Ostatlantik ist ein neuer Wirbel in Entwicklung, der uns erneut eine Zufuhr feucht-warmer Ozeanluft und damit neue Regentätigkeit bringen wird. Die Gesamtlage bleibt weiterhin unbeständig. Aussichten für Dienstag: Dunstiges und überwiegend bewölktes Wetter, zeitweise regnerisch, tagsüber wieder milder als seither, meist westliche Winde. Lufttemperaturen am 11. November: mittags 7,0 Grad Celsius, abends 6,0 Grad; am 12. November: morgens 3,6 Grad. Maximum 7,1 Grad, Minimum 2,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. November: abends 6,1 Grad; am 12. November: morgens 5,0 Grad Celsius. — Niederschläge 5,3 mm. Hauptschriftleiler: Dr Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche ilnioersitäts Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr^ Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Bahnhof-6aststätten Immer preiswert und gut 6131 D I Lichtspielhaus Giefaen 6661 D Einstimmiges Lob in der ganzen Stadt! DerHöliepnnlit des lahres! Paola Wessely Willy Forst HJiWns in dem größten Spitzenfilm der Saison: endete eine Liebe bis Dienstag einschl. verlängert! I Täglich 4, 6, und 8.30 Uhr. Da ist sie.! Und durch eine solche Wäschemangel können Sie sich Wege und Zeit sparen. Haben S i e schon eine Wäschemangel im Hause? — Wenn nicht, dann sollten Sie sich mal diese preiswerten Helfer der Hausfrau ansehen bei J. 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ÄUa Anzeigen-Aktiengefellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen Gietzen / SchrrMvatze 3 Bekanntmachung. Betr.: Die Vürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger usw. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer für seine Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Derwaltungszwangsver- fcchren beigetrieben. 6657C Gießen, den 8. November 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter. Beranntma-l:ung. Die Vertilgung der Feldmäuse hat nach § 1 der Polizeioerordnung vom 10. Oktober 1934 mit Phosphorroggen, der sich hierzu vorzüglich bewährt hat, zu erfolgen. Die Besitzer von Feldgrundstücken werden hiermit aufgefordert, sich wegen Beschaffung des Phosphorroggens an die bäuerliche Veratungs- stelle, dahier, Liebigsirahe 16, wenden zu wollen. Die Vertilgung hat umgehend zu erfolgen. 6664C Auf die Polizeiverordnung, die im Amtsverkündigungsblatt Nr. 52 am 11. Oktober 1934 erschien, wird besonders aufmerksam gemacht. Gießen, den 10. November 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Der Jnstallationsmeister Heinrich Luch, Gießen, Krofdorfer Straße 24, Bauunternehmer Karl $rd- tllg, Gießen, Aulwcg 43, und Wilhelm Volkmann, Gießen, Ästerweg 57, sind zur Ausführung von Entwässerungsanlagen gemäß § 16 der Polizeiverord- nung die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend vom 1. August 1904 zugelassen worden. 6658C Gießen, den 8. November 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. a m m. Mietgesuche~"| Ursula Unsere Men hat ein Schwesterchen bekommen Heinrich Wagener und Frau Gießen, Frankfurter Straße Dir.45 660 D ab 05451 ( Verkäufe | 2 neue Juno- Oauerbrand- öfen geeignet f. groß. Räume, gibt bill. 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Ur. 265 Zweiter Blatt Gi-tzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Montag, U.Novembe 195^ Der königliche Hochzeitszug und den langen Weg 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 11. 12. 13. als Unglück gebracht hat. Der 11. November Ist in England ein Tag feierlicher, stiller Einkehr. Doch wird dieser Tag nicht nur mit kirchlichen Feiern begangen, sondern es finden auch große militärische Paraden und Zeremonien statt. Als erstes werden am Ehrenmal in Whitehall Kränze für die Gefallenen niedergelegt. Der König an der Spitze seiner Söhne und anderer Mitglieder des königlichen Hauses und hoher Truppenteile erweist als erster die Ehrenbezeugung. Dann folgen Mil. lionen von Menschen, Mütter, Väter, Geschwister, an der Börse, alles verharrt in schweigendem Ge- bet, die Männer nehmen die Hüte vom Kopfe, das mantenübersäte Krone von England auf dem Haupte, er hält die Hand der Königin und betritt unendlich langsam den Saal. Er bleibt genau vor dem Thron stehen, grüßt je dreimal nach drei Seiten und läßt sich dann langsam auf dem Thron nieder. Hiernach folgen die zwei traditionellen Minuten des gespannten Wartens auf das Erscheinen des Sprechers des Hauses der Gemeinen. Dann kniet der Lordkanzler vor dem König nieder und überreicht ihm die Thronrede, die der Köniy mit lauter und fester Stimme verliest. Danach grüßen er und die Königin wieder mit dreifacher Verneigung und entfernen sich genau so langsam wie sie gekommen sind. Die ganze Handlung dauert kaum fünfzehn Minuten. Jetzt ist es heraus: Der Hauslehrer Dr. Bell- m a n n hat das Halsband gestohlen — Sie können sich im heutigen Familienblatt von den näheren Einzelheiten überzeugen: mit dem heute erscheinenden Schluß unseres Romans „Das Halsband" von Frank F. Braun finden Sie auch die Aufklärung des Falles und die richtige Antwort auf ’ unsere Preisfrage. Die meisten unter denen, die Aber das Wunder war noch im Wort, es brauchte nur Augen und Ohren zu finden, die seinen Zauber verstanden, so wurde die Seele des Wortes lebendig im Sang: aus des Knaben Wunderhorn stiegen die Lieder wie Lerchen. An den verschiedensten Stellen des Weges, an denen der Hochzeitszug vorbeikommt, werden Tribünen errichtet, die für besonders privilegierte und zahlungsfähige Gäste bestimmt sind. Liebhaber haben schon jetzt für einen guten Platz Hunderte von Mark nusgegeben. Hunderte von Mark für nur ganz wenige Minuten — aber was ein echter Engländer ist, der Tischlampe. Ferdinand Stotz, Justizsekretär i.R., Treis a. d. Lda., Hauptstraße 46: Gert Buchheit, „Kämpfer für das Reich". Frau E. Bickelhaupt, Gießen, Kaiser- allee 36: Lederhandtasche. Frau Elisabeth Ries, Gießen, Wilhelmstr. 59: Gebäckschale. Heinrich Schirmer, Gießen, Marburger Straße 4: Linolschnitt „Papageien". Frau Meline Zimmermann, Laubach, Im Hain 13: Oelgemälde von Fries, „Rote Rosen". Frau M. Bayersdorf, Gießen, Wilhelm- straße 51, pari.: silberner Zuckerlöffel. Luise Roth, Gießen, An der Kaserne 21: Konfektservice. Frau E. Schäfer, Freienseen über Grünberg: Tortenplatte mit Tortenheber. Altbürgermeister Leun, Großen-Linden: „Der unerschöpfliche Ratgeber". Feldwebel Otto Weniger, Gießen, Walltorstraße 71: Diesel, „Wir und das Auto". H. Lenz, Gießen, Frankfurter Straße 125: Anwand, „Karl Maria von Weber". Militär grüßt. Eine unbeschreibliche Stille liegt über ganz London, ein leichtes Hüsteln, ein raschelnd zu Boden fallendes Blatt, sonst nur Stille — Schweigen — ein Eindruck, den man nie wieder vergißt... Kuriose Parlamentseröffnung. Gewöhnliche Sterbliche sehen zwar nur die eine ‘EDer EEKausleßrer EDr. EEfcellmann war es... 3)ie £ösung unserer Preisfrage: „Wer (jat das SKalsöandgestohlen?“ Goethe-Bund. Schiller-Gedenkfeier: Ludwig Wüllner. 10. Kurt Häuser, Gießen, Liebigstraße 15: Ren- ker, „Der Kampf mit dem Gletscher". Kinder und Greise, die stumm am Ehrenmal vor- nnh inThl>nTP-xMto nffor Zeremonien LVANZUM ...............«.. m ........ es mehrere Hochzeitszüge. Erst wird das Königs- gehen läßt, noch dazu einen königlichen Hochzeitspanr in vollem Staat kommen, in kurzem Abstand I zug, der nicht alle Jahre wiederkommt. Hälfte der Feierlichkeiten bei der Pnrlaments- e r ö f f n u n g , und zwar nur das, was sich auf den Straßen begibt. Die eigentlichen Feierlichkeiten, die im Inneren des House of Lords vor sich gehen, Oes Knaben Wunderhorn. Von Wilhelm Schäfer. Brentano und Arnim hießen die beiden Gesellen, die in der Frühe auszogen, am Rhein, in Franken und Schwaben Schatzgräber der deutschen Seele ^Dl^Stimmen der Völker in ihren Liedern hatte Herder gesammelt und war der neuen Weltbürgerschaft Prophet und Apostel gewesen; sie aber wollten dem eigenen Volk den Schatz seiner Lieder heben, daß es die Zukunft erkenne. In den Stuben und Höfen der Handwerker bot das Lied feine Strophen dem Bänkelfang dar, draußen im Land hielt es den Mund der Burschen und Mädchen fröhlich geöffnet. , Was die Urahne fang, als sie noch selber im Schmuck der Bänder den Reigen abging, das fangen bie Enkel: wie der Bach und der Wald, die Wiesen und Wolken im Wechsel der Tage die Unvergäng- lichkeit waren, jährlich im Frühling verjüngt, so hielt das Lied über Jugend und Alter die Herkunft lebendig. Immer aufs neue gesungen, tn Leid und Freude gleich mächtig, bot es der Liebe den Raum, dann die Wirklichkeit nur durch bie Fenster herein sah, indessen das Pfeilergewölbe, zum Sternhimmel geweitet, der Sehnsucht die heimlichen Türen auf- H^a^roaren die Zelter der Träume bunt aufgeschirrt und lockten zum Ritt in selige Fernen, da chwollen die Geigen, als ob in den Tonen die Seele auf Mondstrahlen ginge, da war das Herz eine Amsel, die letzte Seligkeit flötend vor dem Geheimnis der Nacht. , Brentano und Armm, die beiden Gesellen, selber von Jugend und Liebe der Zauberei mächtig, drangen hinein in den Berg darin das Lied solchergestalt seine heimliche Wunderwelt hatte Und alles Lied war Wort, das nut den Wellen der Melodie auf den Strömen der Urhefe selig dahin fuhr; sie fischten das Wort aus den Strömen und brachten es glücklich zu Tag. Da waren es Perlen, im Reim zu Kränzen gebunden; so reich war der Raub, daß ihre Hande nicht alles zu fassen vermochten Des Knaben Wunderhorn hießen sie dann d'.e stattlichen Bände, darin die Worte, rote andere Worte zu lesen, abgelöst vom Gesang, fremd und frierend auf Papier gedruckt waren. Englands Hanplsiadl im Zeichen der Möge Unpolitischer Brief aus London. Zur Feier von Schillers 175. Geburtstage hatte der Gießener Goethe-Bund den greifen Vortragsmeister Dr. Ludwig Wüllner zu Gast gebeten; eine leider nicht übermäßig zahlreiche Hörergemeinde war der Einladung in die Neue Aula gefolgt. Wüllner, der vor einigen Jahren bereits an der gleichen Stelle zu uns gesprochen hatte, betrat, von herzlichem Beifall begrüßt, eine ehrwürdige Erscheinung von noch immer erstaunlicher jugendlicher Frische und Beweglichkeit des Geistes, das Podium und begann die Feierstunde mit zwei Gedichten, welche die hohe sittliche Weltanschauung des deutschesten aller Dichter zum Ausdruck bringen: den „Worten des Wahns" und den „Worten des Glaubens"; diese, beiden Gedichte gaben, ruhig, besinnlich und eindringlich gesprochen, einen verhaltenen und gleichsam gedämpften Auftakt. Es folgte dann das (wie Wüllner bemerkte) für Hörer und Dortragenden gleichermaßen schwierige, große Gedicht „Das Ideal und das Leben", das in der typisch Schiller- fchen Antithese des Motivs zuvor ganz kurz erläutert wurde. Wüllner hatte hier eine Saite des Schil- lerschen Werkes angeschlagen, die sonst meist unve- rührt bleibt und häufig vergessen wird, obwohl gerade diese reine Gedankenlyrik auch dem Sprecher im Vortragssaal dankbare Aufgaben bietet; freilich sollte der immer, auch in der vollkommensten Interpretation, flüchtige Eindruck nachträglich durch die eigene Lektüre vertieft werden. Denn diese Gedichte, die zwischen der eigentlichen Lyrik und der Ballade selbständig inmitten stehen, stellen, unbeschadet mancher vertrauten und geflügelten Verse, in ihrer Gesamterscheinung erhebliche Ansprüche. Es folgte bann, aus dem gleichen Kreise, „Das verschleierte Bild zu Sais", ein berühmtes Gedicht, das in der gesammelten Vermittlung Wüllners eine gradezu dramatische Steigerung erfuhr und eine vortreffliche Ueberleitung zum folgenden Abschnitt bildete: nach der Pause hörten wir zwei der bekanntesten Balladen, „Die Bürgschaft" und „Die Kraniche des Jbykus", die wohl den meisten der Hörer noch immer so vertraut waren, daß sie große London, im November. Im Monat November wird der Londoner, der in festliche Umzüge und prächtige Schaustellungen aller Art geradezu kindlich verliebt ist, wieder reichlich auf feine Kosten kommen, denn der November ist der Monat der Festzüge. Zunächst zieht durch die Stra- ßen Londons der bunte Zug der „Lord Mayor Sh o w“, wenige Tage später wird mit eindrucks- vollen Zeremonien der „A rmistice Day“ gefeiert dann findet die feierliche Eröffnung des Parlamentes durch den König und die Königin statt. Es beginnen die ersten großen Bälle und Feste der Wintersaison. Und zu all dem kommen in diesem November die H o ch z e i t s- feierlichkeiten des Prinzen George mit Prinzessin Marina, die eine ganze Woche währen sollen. Tradition und Propaganda. Der Lord Mayor ober Oberbürgermeister wirb jebes Jahr neu gewählt. Dies ist deshalb möglich, weil der Lord Mayor im Grunde genommen nur dem Namen nach der „Oberbürgermeister" der Stadt ist. Sie eigentliche Arbeit des höchsten Magistratsbeamten von London verrichtet ein bereits viele Jahre im gleichen Amt befindlicher „Clerk“ der Grafschaftsbehörde, des Londoner County Council, den so gut wie niemand kennt. Das Amt des Lord Mayor ist mehr repräsentativer Natur. Obgleich ohne seine Erlaubnis — der Tradition gemäß — selbst der König das Gebiet der City nicht betreten darf, besteht in Wirklichkeit die Hauptehre des jeweiligen Lord Mayor gerade darin, daß er im Laufe des Jahres mehrere Male mit dem König in Berührung kommt und der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Stadt ist. Daher dröngen sich stets so viele reiche City-Herren danach, einmal zum Lord Mayor ernannt zu werden. Pan der Stadt erhält der Lord Mayor für sein Amtsjahr einen Nepräsentationszuschuß van etwa 300 000 Mark, was aber nicht ausschließt, daß er aus seiner Tasche mindestens nach einmal solch eine Summe investieren muß. — Mehrere Tage nach der Wahl des Oberbürgermeisters findet die traditionelle Lord Mayor Show statt. Sie geht folgendermaßen vonstatten: Der neue Würdenträger wird in einer uralten vergolde» ten Kalesche durch die Hauptstraßen Londons gefahren, und ihm folgt eine endlose Karnevals- Prozession von allerhand Wagen, Deputationen, Truppen und buntem Volk. Mit dem Lord Mayor in derselben Kutsche fahren ein Stadtrat, ein Sadt- schreiber und der Amtsbüttel. Der eine hat ein Zepter, der andere ein großes Schwert und der dritte die Amtsglocke in der Hand. Alle sind in prächtige Trachten gekleidet und sehen wie Figuren aus einyn schönen Märchen aus. Die Prozession, die hinterher kommt, vereint das komische Aussehen mit dem praktischen Zweck. Natürlich ist sie sehr laut und sehr auffällig — aber gleichzeitig bedeutet sie eine große Propaganda für den britischen Handel, für bie britische Industrie und für die britischen Waren. Geschäft ist Geschäft. Neben lustigen Zirkus- und Theaterfiguren sieht man bie neuesten britischen Automobile, ganze Flugzeuge und andere Wunder der Technik. Die Lord Mayor Show ist das Gaudium für bie groß- Masse; viele hunberte Jahre ist sie schon alt unb gehört zum Englänber so wie ber Whisky unb das Cricketspiel — unb solange ein englisches Königreich bestehen wirb, wird auch im November bie Lord Mayor Show sein. Waffenstillstandstag. Armistice - Day. Waffe nstil lstand stag wird auch — wie es nun einmal in diesem am meisten an die Tradition gebundenen Lande der Welt — jedes Jahr in gleicher Weise gefeiert. Da gibt es keine Aenderung — und so wird jedes Jahr im Monat November dasselbe in derselben Reihenfolge zu sehen sein. Auch in England ist dieser Tag kein Jubeltag, gerade er zeigt mit aller Deutlichkeit, baß ber Weltkrieg auch den Siegerstaaten nichts sofort! — leiber war es schon zu spät unb Bell« mann bereits so gut wie überführt. Wir veröffentlichen anschließend bie Liste ber Preisträger, zuvor jedoch möchten wir allen Einsendern aus Stadt und Land unseren herzlichen Dank sagen für die Mühe, die sie sich gemacht, und für den Eifer, den sie bewiesen haben. Denen aber, bie biesmal leer ausgegangen finb, wünschen wir mehr Glück fürs nächste Mal. Im übrigen hoffen wir, baß ber am Freitag, bem 16. November, beginnenbe neue, große unb span- nenbe Roman in ben Familienblättern, „Ein Stern fiel vom Himmel" von Hans Dominik, mit bem gleichen Interesse gelesen werben wirb wie „Das Halsband", auch wenn es biesmal keine Preise zu gewinnen gibt. Oie fünfzig Preisträger. In Anbetracht ber bemerkenswert unb erfreulich langen Reihe richtiger Antworten haben wir bie ursprünglich vorgesehene Zahl ber Preise um ein Beträchtliches erhöht: entscheibenb für bie Preiszuerteilung war bie Reihenfol g e bes Eingangs ber richtigen Lösungen, gemäß ber bei ber Ausschreibung verkünbeten Devise „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". — Es erhalten Preise: 1. Berta Möller, Gießen, Lubwigstraße 701: stehend, die königliche Proklamation. Dann, am Tage des großen Ereignisses, strömen nach der Gegend von Pall-Mall, Whitehall und Westminster, durch die die königliche Prozession geht, Hunderttausende von Menschen. Genau gegenüber dem Parlament liegt das Westminstercollege, und es ist ein altgewohnter Anblick, die Zöglinge dieser Schule in Morgenröcken — und Zylinderhüten auf die Bäume klettern zu sehen, damit sie ben Zug besser über- schauen können. Wenn ber König vorüberfährt, grüßen bie Zöglinae lustig und munter mit ihrem Zylinderhut dH König, als ob er ein alter Bekannter wäre. Zuerst erscheinen die ausländischen Diplomaten, dann die Fürstlichkeiten, die Peers und andere Persönlichkeiten von Rcmg. Danach kommt der königliche Zug. Den Vortrab bildet eine Schwadron Liie Guards in blinkenden Helmen, dann Die ersten Flugversuche. Das englisch-australische Luftrennen mit seinen die kühnsten Hoffnungen übertreffenden Erfolgen läßt uns leicht vergessen, daß es erst gut dreißig Jahre her sind, als die Brüder Wright ihre ersten Flugversuche unternahmen. Angeregt wurden sie durch das Studium der Literatur über den Vogelflug und die Versuche Lilienthals. Im Jahr 1900 bauten die Brüder einen Gleitflieger und machten mit ihm bei Kitty Hawk an der Küste von Nord-Karolina ihre ersten Flüge. Fast zwei Jahre verbrachten sie in aller Stille mit dem Studium des Gleichgewichts und der Technik des Fliegens. Die bei ihren Flügen an der Küste gesammelten Erfahrungen befriedigten sie keineswegs, denn die von ihnen mühselig aufgestellten Tabellen erwiesen sich als unzuverlässig. Sie bauten sich daher in ihrer Werkstatt einen künstlichen Windschacht unb erprobten in ihm verschiedene neue Verfahren, wobei sie von ihrer Schwester kräftig unterstützt wurden. Erst Ende 1903 glaubten sie mit ihrem stark verbesserten Apparat wieder im Freien die lange unterbrochenen Flüge aufnehmen zu können. Am 17. Dezember 1903 fanden vier Flüge statt, bei denen sich die Brüder ablöften; fünf Zeugen wohnten diesem Ereignis bei. Das Flugzeug war er» fanden, wenn es auch zunächst nur wenige Sekunden sich in geringer Höhe aufhalten konnte. Fast vier Jahre dauerte es, bis bie Brüber Wright Nachfolger fanben. Der Brasilianer Santos Dumont flog am 12. November 1906 über 220 Meter weit bei einer Flughöhe von 3 bis 6 Metern, wozu er 21 Sekunben brauchte. Schon im Jahr darauf hielt sich Henry Jarman 56 Sekunben in ber Luft. Von ba ab vollzog sich bie Entwicklung ber Fliegerei mit Sturmesschritten. Balb erfolgte bie lieber» fliegung bes Kanals, bie eine ungeheure Begeisterung in ber ganzen Welt auslöste; ein Rekord löste den anderen ab und welche Leistungen mit dem Flugzeug noch erreicht werden können, läßt sich gar nicht absehen, nur ahnen. Das Stratosphärenflugzeug, mit dessen Konstruktion verschiedene Nationen eifrig beschäftigt sind, wird neue lieber« raschungen bringen. blick und die klare Gliederung der ausladenden Gedichtgebäude keinen Augenblick verlor. Diese auch physisch und gedächtnismäßig bedeutende Leistung wurde noch übertroffen, als Mull- ner, nach einer weiteren Pause und mit kurzen, die Situation erläuternden Einführungsworten auch den Dramatiker Schiller zu Worte kommen lleß. Wir hörten zunächst die drei großen Monologe Wallensteins, die jeweils einen entscheidenden Wendepunkt der Riesenhandlung bezeichnen: jenen ersten, berühmtesten, ber ben Friedländer verhängnisvoll zwischen den feindlichen Lagern zeigt, zwischen dem Kaiser und den Schweden; dann die Traumerzählung am Vorabend der Schlacht bei Lützen, die Wallensteins Verhältnis zu Oktavio Piccolomini kennzeichnet; und endlich den dritten, „Du baff5 erreicht, Oktavio", der die unaufhaltsame Katastrophe anfünbigt. hab ich gesagt! Wir aber freuen uns herzlich über bie außer- orbentlich rege Beteiligung unb über ben verhältnismäßig fehr hohen Prozentsatz richtiger Lösungen innerhalb ber Gesamtzahl ber Einsendungen. Die meisten Einsender haben — eine ganze Reihe von ihnen überdies verblüffend schnell — bie entscheibenbe Szene in ber Hand- hing herausgefunben; viele haben auch ihren Verbacht genau unb richtig begrünbet. Neben verschie- benen anberen Einzelheiten, wie z. B. der Sache mit der Brille, war dies der entscheidende Punkt: während im Schlafzimmer der Frau Konsulin die Puderspur untersucht wird, erbietet sich Bellmann, die Schuhe der Konsulin zu holen; er braucht dazu unverhältnismäßig lange Zeit und entschuldigt die Verzögerung mit einer Ausrede; in Wirklichkeit hat er unterdessen seine eigenen spitzen Schuhe gegen ein Paar breite ausgewechselt und damit den Verdacht von sich abzulenken versucht... Das haben die Einsender der richtigen Antworten zum großen Teil auch in ihrer kurzen Begründung angegeben, unb wir finb sehr befriebigt über ben trefflich entwickelten kriminalistischen Scharfblick unb Spürsinn ber Familienblatt-Leser, bie sich roeber burch unsere begleitenben Bild- tommentare noch burch bie mancherlei über» raschenben Wenbungen ber Romanhanblung selbst haben täuschen ober beeinflussen lassen. Natürlich ist auch, wie nicht anbers zu erwarten war, eine ganze Anzahl falscher Antworten eingegangen. Unter biesen fielen bie meisten Stimmen erstaunlicherweise auf Strombeck; ungefähr auf gleicher Höhe folgten bann Mita Finkenbey, Wingart Reußner unb Reginald Zurrhelm. Die apartesten Antworten kamen verhältnismäßig spät und beschuldigten nicht nur den Assessor Luzius, sondern auch den Konsul und die Konsulin. Nur ganz wenige Einsender gaben der Ueberzeugung Ausdruck, daß das Halsband überhaupt nicht gestohlen worden, sondern nur verloren gegangen sei. Viel Spaß hat uns übrigens ein noch kurz vor Torschluß einlaufendes Telegramm mit der dringenden Aufforderung bereitet: Verhaftet Strombeck wird bann bie Braut mit ihren Eltern unb ben Brautjungfern folgen. Zu gleicher Zeit setzt sich ber Zug bes Bräutigams, ber von seinem Bruder, dem Prinzen von Wales, begleitet wird, von St. James- Palace aus in gleicher Richtung in Bewegung. Für ben Rückweg, nach vollzogener Trauung, ist ein noch längerer Weg vorgesehen, damit möglichst alle Leute ben Zug sehen können. Besonderes Interesse werden sicherlich die acht Brautjungfern erregen, denn sie sind alle acht königliche Prinzessinnen, unb zwar: Prinzessin Juliana von Holland, die Prinzessinnen Irene, Eugenie unb Katharina von Griechenland, Prinzessin Elisabeth van Park, Großfürstin Kira von Rußland, Lady Mary Cambridge und Lady Iris Mauntbatten. sehen nur einige Auserwählte. Beides aber ist gleich interessant. Einige Tage vor dem Zusammen- treten des neuen Parlaments verliest der „City uu „lvl|lwl ............. Remembrancer“, ber eine altertümliche Perücke auf1 beteiligt haben, werben heute befriebigt in die seinem Kopf trägt, auf den Stufen der Bor,e.Worte ausbrechen: Also doch! oder: Siehst du, was Weiter aus dem „Tell" die Erzählung von der Begegnung mit dem Landvogt: kurz, aber ungemein lebendig und mit einer fast heiteren Wendung zum Schluß; dann die Schilderung der Fahrt über den See; und zuletzt in großer Steigerung die „hohle Gasse". In allen sechs Stücken erlebte man nicht nur den Dortragsmeister, sondern auch den geschulten und erfahrenen Schauspieler Wüllner: das Podium wird zur Szene, ein mitreißendes, bem Schillerschen Vers prachtvoll angeglichenes Temperament kommt zum Durchbruch, unb immer wieder muß man bie geistige Konzentration und das enorme Gedächtnis bestaunen, das den großen und sehr verschieden gearteten Stoff so sicher beherrscht. Den Abschluß des Vortragsabends bildete das Lied von der Glocke, ein Vortragsstück ersten Ranges und eigentlich ohne Beispiel, mit dessen Wiedergabe Wüllner noch einmal alle Register ziehen und alle Elemente seiner Sprechkunst zusammenfassen konnte. Der Wechsel der Stimmungen und Eindrücke, das Gegeneinander von Aktion und Reflexion, von Dramatik und Lyrik wurde im großen Gedicht m elfter» lich beherrscht, das Ganze innerlich verbunden, gegliedert unb gesteigert, daß man sich faum einen stärkeren Ausklang ber Schiller-Feier hätte denken können. (Merkwürdig übrigens, daß etwa zur gleichen Zeit, als gestern abend der große Fabrik- foürer noch immer io oeriruui waren, van ne yiu[jc brand ausbrach, bie stürmische Schilderung er Teile frei wie der Vortragende selbst/ aus dem > Feuersbrunst vor den ahnungslosen Hörern auf- Gedächtnis hätten mitsprechen können. An diesen, klang.) Das Auditorium dankte dem greiseni Tie ter «beiden Stücken entfaltete sich die volle Meisterschaft! zuletzt mit lautem, anhaltenden ^stall und de. greisen Sprechers, der selbst im Furioso der! verließ mit starken, lange nachklingenden Eindrücken Lalladesken Steigerung des Geschehens den lieber-Iben Saal. y kommen nicht weniger als fünf vergoldete Equipagen, in denen die Hofchargen Platz genommen haben, unb zum Schluß erscheint die königliche Staatskarosse, ein prächtiges Kuriosum aus der Rokokozeit von geschnitztem vergoldeten Holz, gezogen von acht Pferden. Die mittelalterlich gekleidete, mit Hellebarden bewaffnete Tower-Garde schreitet rechts und links zu Fuß nebenher. Eine weitere Schwadron Life Guards beschließt den Zug. Inzwischen ist im Inneren des House of Lords alles in gespannter Erwartung. Aus gepolsterten Sesseln haben etwa 500 Peers mit ihren Gattinnen Platz genommen. Die Peers sind alle in purpurrote Mäntel mit Hermelinkragen gekleidet, die Peeresses tragen helle Balltoiletten unb in ihren Haaren schimmernde kronenartige Diademe. Alle anderen Persönlichkeiten sind in Parabeuniform. Ein unbeschreiblich schönes, schimmerndes Bild! Gegen elf Uhr wird es im Saale mäuschenstill. In der Tür rechts vom Thron ist erwartungsvolle Bewegung entstanden. Die königliche Garde in roten Uniformen, goldenen Panzerbrüsten und enormen Puschelhelmen erscheinen und bilden Spalier. Nach ihnen kommen der Jnsignienträger, der Marquess of Salisbury mit bem Reichsschwert, ber Marquess von Londonderry mit bem Reichshut und andere Groß- würdenträger. Und endlich „Des Königs allererha- benste Majestät". Alles steht auf. Der König erscheint in seinem großen Königsmantel, die dia- 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 46. 26. 27. 28. 49. 29. 50. 31. 32. 33. ein -uuueiipiuH un Datum 9.11. 10.1b Datum 9-11- 10-11- 9.11. 10-11. Datum | 9-11. 10.11. 9.11- 10-11- 3.11 • 10.11 Buenos Olitei Brüssel ..... Rio de Jan. 0-636 58-17 0.204 3-047 55.38 81-14 12-405 5-475 16-38 168-26 21-30 0.725 5.694 62-32 48-95 11-25 63-96 80-98 33-99 10.375 2,489 0-640 58-29 0.206 3-053 55-50 81-30 12-435 5.485 16-42 168,60 21-34 0-727 5,706 62-44 49-05 11-27 64-08 81-14 34-05 10.395 2-493 0-636 58,17 0,204 3,047 55-40 81.12 12,41 5,475 16-38 168,11 21,30 0.726 5-694 62-34 48,95 11-26 63-97 80.93 33.99 10.375 2-488 0,640 58,29 0,206 3-053 55-52 81,28 12-44 5-485 16,42 168-45 21,34 0,728 5-706 62,4k 49-05 11-28 64,09 81,09 34-05 10-395 2-492 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% etjem.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 6Vt% Doung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mtt 96-25 95-25 103-65 95.9 92-75 93 100.75 92-75 92-75 93 94 94-75 94.75 102-3 28.75 96.25 95.5 103-5 95.9 93 100.9 92.75 92-75 93.25 93-9 94,75 94,75 102,3 28-4 96.5 95,4 103-65 95-9 101.13 94 94.75 94.75 102-3 28.5 96-5 95,3 103-5 95,9 93 101,13 93-75 94-75 94-75 102-3 28-13 4% desgl. Serie 11 ............. 6% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 4!4')oRuman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... 8 4-3 6-75 4-05 37-5 27 29 76-5 95 68 25 70-25 72-5 141-5 26-25 139 99 114-9 73 106-25 98-4 91-75 134 82,9 8 4-3 6-75 4-05 33-5 26-4 28-5 77 95 68 69-75 72 141 26-5 140-13 99 114-5 73 106,25 99-25 92-5 136 118 82,75 6-85 4,05 33-65 27-13 29-13 77.5 95 68-25 70-5 72-5 26-25 139,25 99-5 114-5 72-65 106-25 99 91-75 134-25 I 83 6-8 4-1 33-5 26,5 22 28-4 77-5 95 68 69-5 72 141,9 26,75 141 100 114,9 73 106-5 99 92-25 135 118,4 82,75 Mansfelder Bergbau.........0 KvkSwerke..................o Phönix Bergbau.............o 76-5 45-65 214-25 87-65 38,5 12-25 145 138-65 208 87-75 37-25 81-75 74 110-5 133 58-13 45 62 44-75 60 30-25 216 164 132-5 76 46-13 214 87,25 39 12 111 138,75 208 89 37-75 82 74-5 110.9 133 58,5 46-5 63 45,65 60 30,75 160 131-75 75-5 92 45-75 214.5 87-5 38-75 11.5 110 110-25 145 138-25 87-5 93,13 82 | 106-5 58-25 131 45 63-75 118 45,4 60-13 86-5 30.4 215 162 133 76 92-4 46 214 87-5 39 12 111-25 111 145 139 89-25 94 75 81 74z 106-5 58-75 ' 130 46,25 63 118-4 45.25 60 85-75 30-9 216-5 161 132-5 Rheinische Braunkohle« .....10 Rheinstahl ............. o Bereinigte Stahlwerke........o Otavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben...... 6 Kaliwerke Westeregeln ........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G- Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt .......... .... 0 Kopenhagen. Danzig..... Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolköstaai 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R 12 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconw- Gesellschaft................0 London ..... HeliingsorS.. Paris ...... Holland .... Italien..... 61/1% Hess. Landes-Hypotheken- Japan ...... Jugoslawien cslo.....: Wien....... Oberhessen Provinz-Anleihe mtt Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Vank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehern. 4y«% Franks. Hyp.- RütgerSwerke...... 0 Lissabon... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Metallgesellschast.............0 Reichsbank ........ 12 A.E.G......................0 Bekula.....................o Elektt.Lteferungsgesellschaft... 8 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität . ...... 6 Schurken & Co...............6 Philipp Hohmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldbof............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Lrenstein & Koppel..........0 Budapest ... Reuyork... 514% ehern. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand» briefanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehcm. 7% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs .. 4% Oesterreichische Goldrrntr.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... Banknoten. oenin,lO-Jiovemoer Ameritamiche »toten.............. Belgische Roten.................. Dänische Roten ................. Englische Roten ................. Französische Roten............... Holländische Roten............... 2,44 57,91 55-25 12.375 16-34 167-69 2,46 58,15 55-47 12,411 16,40 168-37 21-16 62,42 64-08 81-07 33-99 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer L Lo......... 10 Buderus .................. 0 1.2 7,75 7.3 7-2 12-75 1,15 7-65 7-3 7-25 12,25 1 - 8 1-15 7.78 7-3 12-5 1-15 7-7 7.4 12,4 Deutsche Erdöl ............ 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessev .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse ........ 6 Klöcknerwerke ........... 0 Mannesmann-Röhren........ 0 101-9 58 104 141-75 117 71,5 73-13 101-75 58-9 104,75 72 73-65 101-5 58 104-75 75 141.5 117 71-5 73-25 101-25 58-5 104,9 75,25 142,5 I 118 1 72 I 73,9 Chade........ 10 Aecumulatoren-Fabru........ 0 Contt-Gumml...............0 Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... 21 -08 62,18 63,80 80-75 33-85 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 414% deögl. von 1913.......... 5% äbgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I................... Gritzner....................0 Mainkrastwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker.........8 | 28 82-5 1 186 I 28 I 83 I 186 1 28 I 187 I - I 185.5 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Note»................ Montag, 12. November 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Nr. 265 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt ver- Blick auf die ganze Brandstätte. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) Das brennende Fabrikgebäude von der Seite gesehen. Ge- Wir die wirklich ganz groß ist? Wilde Tiere auf der Straße bärden um Wiederaufnahme bat. : zens und lagen ferner auf dem Gebiet der Gelenkerkrankungen, der Tuberkulosebekämpfung, der Radiumbestrahlung und der Kropfbehandlung; wur- noch Lon- et® 'Kll. her, vor, h. Kopf. Er wurde in seinen Käfig zurückgebracht, nachdem schon vorher die Elefanten eingefangen waren. unbeachtet durch die Straßen strich. Hier trat ihm ein junger Mann mutig entgegen und betäubte ihn Londoner Zoo entwich, trieb sich ein paar Stunden in dem Nebel und der Kälte von Regent’s Park Lebensjahre verbrachte er bei Verwandten in Brombach. His war 1863 in Basel geboren; er lehrte in Leipzig, Basel, Göttingen und zuletzt, von 1907 bis zu seiner Emeritierung 1932, in Berlin, wo er als Nachfolger Professor von Leydens wirkte. Die Forschungen des bedeutenden Internisten betrafen vor allem die Physiologie und Pathologie des Herden in zahlreichen medizinischen Abhandlungen veröffentlicht. His war auch Herausgeber der „Zeitschrift für klinische Medizin". Dem nichtbeamteten außerordentlichen Professor Dr. Wilhelm Zander von der Universität W u r z- b u r a ist das persönliche Ordinariat für anorganische und analytische Chemie in der Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie die Leitung des jetzt selbständigen Instituts für anorganische Chemie an der Universität Frankfurt übertragen worden. Der „Ganze-Groß". Von Johann Otto Bringezu. Er ist ein vielgewandter Gesell, der es mit stesgegenwärtiger, der dem entsprungenen Tier mit Festigkeit entgegentritt, bringt meistens die Rettung. Dies war auch kürzlich in Rouen der Fall, als ein Tiger aus einem Zirkus ausbrach. Der Tiger geriet an zwei Elefanten, die mit angstvollen Trompetenstößen flohen und eine Tür durchstießen, die nach einem Platz führte. Die Menschen flüchteten entsetzt. Zirkusleute und Feuerwehr bemühten sich um das Einfangen der Dickhäuter, während der Tiger licher und aufregender als sie sind. Das seit längerer Zeit gefangene Raubtier, das sich plötzlich unter so ungewohnten Bedingungen in Freiheit sieht, ist meist kein furchtbarer Feind, sondern ein armseliger Ausreißer; es sei denn, daß die Bestie durch irgend etwas in Mut versetzt wird. Dann erst wird die Lage bedenklich. Eine aufregende Szene ereignete sich vor etwa zwei Jahren in einem Luxus-Restaurant zu — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „So endete eine Liebe". Die häufigsten Ausreißer, die den Urwald in den Straßen der Großstadt suchen, sind die Affen; in ihrer großen Freiheitsliebe und Schlauheit finden sie tausend Mittel und Wege, um zu entkommen, aber nach längerem oder kürzerem Umherirren kehren sie grimmig enttäuscht wieder in die Obhut des Menschen zurück, sobald sich ihnen dazu die Gelegen- — Cafö Amend: 16 und 20.30 Uhr, Wintermoden und Schmucksachen — Evangelische Stadtmission, 20.30 Uhr, Evangelisationsvortrag. Wieder Saarurlauber m unserer Stadt Am Samstagmittag kamen wieder Saarurlauber in unserer Stadt an. Insgesamt waren es 55 Brüder und Schwestern von der Saar, die zu einem kurzen Ferienaufenthalt unsere Stadt und die oberhessische Heimat kennenlernen sollen. Der Empfang am Bahnhof gestaltete sich sehr eindrucksvoll. SA., JV. und Arbeitsdienst waren in Abordnungen zum Empfang aufmarschiert und traten auf dem Bahn- । steig an. Das hiesige Reichswehr-Musikkorps unter i her Stabführung von Obermusikmeister Krauße be- | reitete den Gästen einen eindrucksvollen Empfang, i Unter den Anwesenden sah man Standartenführer Lutter, den Standartenadjutanten Münker, ! Oberregierungsrat Dr. Schön hals sowie Ver- ! treter der SS. und der NSV. Außerdem hatten sich noch zahlreiche Volksgenossen eingefunden. >Nach dem Willkommgruß auf dem Bahnsteig, der i mit einem vaterländischen Liederpotpourri der Reichswehrkapelle und mit dem gemeinsam gesungenen Saarlied ausklang, formierten sich die Mannschaften noch einmal auf dem Bahnhofsvorplatz. Im Auftrage der Kreisleitung Gießen der NSDAP, hielt Sturmhauptführer O t t eine Ansprache, in d"r er die Saarurlauber herzlichst in zu tun hatten und von da an immer und immer wieder gegen die an einzelnen Stellen erneut auf* lodernden Flammen eingreifen mußten. Die Entstehungsursache des Feuers ist bis jetzt noch unbekannt. Der Schaden ist bei der Ausdehnung der Brandstelle und angesichts der reichen Vorräte an Rohstoffen und Fertigfabrikaten, die vernichtet wurden, natürlich als sehr groß anzusehen. Mit den Feuerwehren war auch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz unter Führung von zwei Aerzten (Dr. Kortüm und Dr. Neu- mann-Spengel) und des Kolonnenführers Kratz mit sechsunddreißig Mann, zwei Helferinnen, zwei Krankenwagen und allem erforderlichen Gerät schnell zur Stelle. Die Sanitätskolonne leistete im Verlauf der Feuerbekämpfung drei leichtverletzten Personen Hilfe; ein Feuerwehrmann zog sich Schnittwunden an der Hand zu, einem anderen kam beim Löschen mit Schaum etwas von dem Löschmaterial ins Auge, ein Zivilist, der anscheinend auf dem Fabrikhofe beim Bergen der ihrem Vaterlande begrüßte. Sie, die Saarländer, seien zu uns gekommen, ohne zu wissen, wie es bei uns aussehe. Im Saarland werde von Verbrechern, Deserteuren und Lumpen immer wieder viel erzählt, was mit der Wahrheit nie in Einklang zu bringen sei. Nun sei den Gästen von der Saar Gelegenheit gegeben, selbst zu sehen, was im Deutschland Adolf Hitlers vor sich gehe, was Dichtung und Wahrheit sei. Das Morgenrot der Freiheit, das uns leuchte, stehe auch für das Saarland am Firmament. Und es würden bald die Friedens- und Freudenglocken läuten. Die Brüder und Schwestern von der Saar gehörten zu uns, wie wir zu ihnen. Der Führer fei für uns Deutschland und Deutschland sei für uns der Führer. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten, schloß Sturmhauptführer Ott seine Ansprache. In kurzen Worten sprach sodann noch der Führer des hiesigen Saar - Vereines, Herr Thum. Die Saardeutschen in unserer Stadt hätten sich zusammengeschlossen, um den Kampf um die Heimat und die Zugehörigkeit des Saargebiets zu Deutschland nach besten Kräften zu unterstützen. Wir alle trügen die Gewißheit in uns, daß Brüder und Schwestern im Saargebiet in unerschütterlicher Treue zum Vaterland stünden. Die Emvfanqskundgebunq auf dem Bahnbofs- vorplatz fand mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes ihren Abschluß. Von den in Gießen angekommenen Saarqästen setzten 21 die Reise nach Lich und 15 nach Bettenhausen fort. In Gießen blieben 19 Urlauber, die sofort von ihren Gastgebern übernommen und in die Stadt geführt wurden. ftilme über das Wmierbilfelwer* Die Gaufilmstelle Hessen-Nassau der NSDAP, gibt bekannt: Alle Filme über das Winterhilfsw"rt werden von der Reichspropagandaleituna der NSDAP. Abt. Film, in Verbindung mit der Reichsleitung des WHW. hergestellt. Der erste Film dieser Art läuft bereits unter dem Titel „Der Führer eröffnet das WHW " als abgeschlossene Wochenschau in allen Kinos des Reiches. Die Erhebung der Bürgersteu<>r Die Bürgermeisterei Gießen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Erhebung der Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Dazu ist zu bemerken, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer seiner Arbeitnehmer haftet und, falls er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die ausnahmsweise gleich am Anfang aufsagt? sind nämlich zum Essen eingeladen." Englisch. Als man in England den „Magnetismus" mit insularem Spott verfolgte, stand in einer tmun • Vtt lungej erneu.- Schlu- . Nch ' M' i U lerunx Wann hapai Kleine Weltgeschichten. Von Karl Lerbs. Schweizerisch. In St. Gallen hat sich einmal — es ist lange, lange her — vor Beginn der abendlichen Vorstellung im Theater eine würdige alte Dame, Mutter einer zum ersten Mal auftretenden jungen Schauspielerin, von ihrem Platz in der ersten Reihe erhoben und zur Hörerschaft gesprochen wie folgt: „Meine Herrschaften! Hätten Sie wohl etwas dagegen, daß meine Tochter heute abend ihre Rolle Hochschulnachrichten. Der berühmte Internist Geheimrat Professor Dr. Wilhelm His ist in Brombach bei Lörrach in Baden im Alter von 71 Jahren geworben. Professor His hat viele Jahre die Erste Medizinische Klinik der Berliner Charite geleitet. Die letzten k ämtern gemeldet ist, deren Unterbringung aus schiedenen Gründen, wie zu hohes Alter usw., besonders schwierig ist. Daneben ist die Hessische Re- l.) Ul° >: W « W ne. E° W ien) tz1 M' SRarfii mittet doner Tageszeitung zu lesen: „Mr. Halse, Professor des tierischen Magnetismus, hat, wie man weiß, behauptet, daß seine Patienten im magnetischen Schlaf imstande seien, in ihrem Innern sehr genau Umschau zu halten. Daraufhin hat der Herr Graf von Londonderry, ebenso wißbegierig wie ungläubig, sich von Professor Halse einschläfern lassen, um Höchstseinen Kopf von innen zu/ betrachten. Beim Erwachen hat der hohe Herr indessen erklärt, er habe nichts darin wahrgenommen." Französisch. Als d'Argenson nach seiner mißglückten Auflehnung gegen die Pompadour aus seinem Amt als Kriegsminister entfernt worden war, schrieb er wenige Stunden nach seinem Sturz an einen ihn befreundeten Ministerkollegen: „Mein lieber Jeanette! tfalls Sie sich meiner noch entsinnen, so tun Sie mir doch bitte die Liebe usw." Noch einmal Französisch. Ein französischer Schriftsteller, der nach dem Sturz Napoleons besonders laut auf den Entthronten schimpfte, mußte sich in einer Gesellschaft daran erinnern lassen, daß er doch von Napoleon ein Ehrengehalt bezogen jjabe:,, Wenn Sie ihn dermaßen verabscheuten — wie konnten Sie dann sein Geld annehmen?" — „Annehmen?!" sagte der Dichter. „Solange der Tyrann regierte, hat sich an jedem Monatserften folgendes Gespräch abgespielt: „Mollien!" — „Sire?" — „$at B. sein Ehrengehalt abgehoben?" — „Jawohl, Sire." — „Das ist sein Glück. Am Tage, da er es zum ersten Mal nicht abhebt, lasse ich ihn erschießen wie den Herzog von Enghien." Und das hätte er getan, der Menschenschlächter — er hätte es bestimmt getan." . 6.30t lorgen- Gyin. 10.15: Kich rtjertl tn aus 14.15: Für bi- I: N iterrif *£ ■S; . w rM 24 bis Großfeuer in der Seifenfabrik Mobs Das Fabrikgebäude völlig ausgebrannt. Cannes an der Riviera, Man hatte dem im Garten speisenden eleganten Publikum eine besondere Sensation bereiten wollen, indem man dicht an die Ter-1 rasse einen Käfig mit einer Gruppe wilder abessinischer Löwen heranrückt^ mit denen die Löwenbändi- > gerin Sarah Caryth eine Vorstellung gab. Die laute Tischmusik, das Geplauder der prunkhaft gekleideten Gäste, der Geruch der Speisen, machte die Tiere unruhig, und der größte Löwe sprang mit dumpfem Gebrüll gegen die Tür des Käfigs und bahnte sich mit einigen Schlägen seiner mächtigen Tatzen den Weg ins Freie. Ein furchtbarer Schrecken erfaßte die lustige Gesellschaft; alles stürzte nach dem Ausgang; einige erreichten die Straße, andere liefen schreiend und fassungslos umher. Erst als die rasch alarmierte Feuerwehr ihre Spritzen gegen den Löwen richtete, duckte sich dieser ängstlich und konnte von der Bändigerin und ihren Gehilfen gefesselt und in den Käsig zurückgebracht werden. Ein Gei- A in ’eftanl 1 Kuchj chöhen,i i d.01 .4 33'9 Fässer behilflich war, stürzte dabei und trug eine Kopfverletzung davon. Ein Feuerwehrmann wurde von einem herabstürzenden brennenden Holzstück getroffen, das ihm den Helm verbeulte und ein Stück vom Rock abriß, ihn im übrigen aber zum Glück unversehrt ließ. Die Polizei versah den Absperrungsdienst in ausgezeichneter Weise, wobei die Beamten — als die Zuschauermenge immer riesiger anschwoll und schließlich noch die über die Brandstelle hinweg- führende Hochspannungsleitung in der Gefahr des Schmelzens der Drähte war, außerdem eine Explosion des Dampfkessels in Rechnung gestellt werden mußte — von einigen zufällig anwesenden Soldaten, ferner von Mannschaften der SS. und SA. sowie des Arbeitsdienstes wirkungsvoll und anerkennenswert unterstützt wurden. Dank des umfassenden Sicherheitsdienstes unter Leitung des Polizeioberinspektors Hoffmann war es möglich, die große Menschenmenge so weit von der Brandstelle fernzuhalten, daß die Feuerwehren ungestört arbeiten konnten, die Zuschauer selbst auch keinen Schaden erlitten. An der Brandstätte weilten auch Oberbürgermeister Ritter, der städtische Feuerwehrdezernent Bürgermeister Dr. H a m m , Polizeidirektor Heine und Vertreter der Staatsanwaltschaft Eine Feuersbrunst, die an den Rohstoffen in dem Fabrikgebäude reiche Nahrung fand und dadurch zum Groß feuer wurde, brach gestern kurz vor 22 Uhr in der S e i f e n f a b r i k v o n P. I. M o b s an der Rodheimer Straße aus. Die Feuerwache wurde um 21.59 Uhr durch Drucken des Feuermelders alarmiert und sah sich bei dem Umfang des Brandes genötigt, durch die Ringleitung auch die beiden freiwilligen Feuerwehren herbeizurufen. Die Aufgabe, die der Feuerwehren an der Brandstelle harrte, war bei der großen Ausdehnung der Flammen und der reichen Nahrung des entfesselten -Elements außerordentlich schwierig. Gewaltig lohte der Brand zum nächtlichen Himmel empor und weithin war das Prasseln des der Zerstörung anheimfallenden Gebäudes und seiner Einrichtung vernehmbar. Die Feuerwehren unter der Oberleitung des Stadtbranddirektors Braubach, der von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier und den Wehrführern der freiwilligen Feuerwehren Wenzel und Münch tatkräftig unterstützt wurde, gingen mit anerkennenswerter großer Tatkraft gegen den Brandherd vor, sie mußten sich aber immer mehr darauf beschränken, das nach der Rodheimer Straße zu gelegene, nur durch einen kleinen Zwischenbau von der brennenden Fabrik abgegrenzte Bürohaus zu halten. Natürlich wurde auch in die lodernden Flammen aus allen verfügbaren Schläuchen Wasser gegeben, ohne aber dadurch dem Brand an seinem Kernpunkt Einhalt tun zu können. Während die Flammen immer mehr um sich griffen, waren viele freiwillige Helfer damit beschäftigt, einige Lagerräume, in denen zahlreiche Fässer mit Rohstoffen zur Seifenherstellung (Oele, Fette und andere leicht brennbare Stoffe) lagerten, zu räumen. Eine große Anzahl Fässer mit diesen Rohstoffen wurde aus den Schuppen und von dem Fabrikgrundstück heraus auf die Straße bzw. auf die angrenzende Wiese gerollt; ferner gelang es, aus der Garage ein Personenauto und zwei Lastautos vor dem verheerenden Element in Sicherheit zu bringen. Geräumt wurde auch das Bürohaus, 'aus dem man die Kontormöbel und vor allem die Geschäftspapiere in großer Eile heraustrug. Zum Glück gelang es aber schließlich den mit größter Hingebung arbeitenden Feuerwehren, die Flamme« auf das langgestreckte Fabrikgebäude zu beschränken. Dieser Bau brannte vollständig aus und zeigte heute früh ein furchtbares Bild der Zerstörung. Die Feuerwache rückte um 0.46 Uhr in das Depot wieder ein, jedoch mußten an der Brandflelle starke Wachen zurückgelassen werden, die bis heute früh geaen 4 Uhr noch oft mit dem Löschen ßchick verstanden hat, bis heute allen Fallen zu entschlüpfen, m denen die Schädlinge und Schimpf- linge der deutschen Sprache zu fangen eine neue Zeit sich mit Eifer bemüht. Er hat sich klein gemacht und schmal und schlank, hat sich gewunden uni) gedreht, ja, hat die Mimikry so weit getrieben, daß man ihn eines Tages gar nicht mehr bemerkte; daß er unsichtbar geworden war wie ein tückischer Hauskobold, der aussehen kann wie ein Pfefferkorn und wie ein Salzfaß oder wie eine Kaffeemühle, wenn die Gefahr ihm zu nahe auf den Pelz rückt. Bis er glaubt, daß die schlimmste Zeit überwunden ist und er dann wieder aus seiner Tarn- Ejaut herauskriecht, anmaßend und keck wie zuvor, überall und nirgends zu sehen und zu hören und Überall „ganz groß". Ganz groß! Was war einmal und was ist heute noch nicht alles „ganz groß"! Wo lieft man nicht cm jedem Tage vier-, fünf-, neun- zwvlfmal, daß dies ober jenes Ereignis, daß diese oder jene Filmdiva, daß dieser ober jener Rekorb „ganz groß" sei. Wo finbet man eine Gesellschaftsschicht, bie diesen Wortleichnam nicht gebankenlos mit sich . herumträgt unb sich nicht scheut, ihn ber Oeffent- ichkeit barzubieten, wie wenn es nichts seldstver- stänblicheres gäbe, als sich mit biefer sprachlichen Unart bloßzustellen, „noch unb noch". Denn „oie Werden lachen", so ganz groß ist dieser Herr Ganze- Groß nun auch wirklich, daß er es verstanden hat, -nicht nur sich selbst, sondern auch seine ganze Verwandtschaft durch das feine Netz der Sprachreim- ! gungsfilter hindurchzuschmuggeln. Freilich ist es -ihm nicht allzu schwer geworden; die Börse, die ihn geboren hat wie so manche andere Sprachschnodderigkeit, hat ihm auch bie Talente mitgegeben, bie man braucht, um sich in ber Welt überall burch- zuhelfen. Unb wenn nicht auf geraben, so boch auf anberen Wegen. Ihm wie seiner wohlkonfektionier- tcen Derwanbtschaft. Sie glauben es am Enbe nicht ganz? —* Ich läge Ihnen, es ist „ja" so! Da ist plötzlich noch ein Nachkömmling aus biefer Wortjobberfamilie, ber voll Heimtücke bem schlichten unb ehrlichen Ja ein Bein stellt, baß es von bem Platze, auf ben es ieiner graben Wortnatur nach hingehört, in ganz inbere Satzbezirke hineingerät. Unb bas nun von i»a bas ebenso biebere „boch" oerbrängt, bas jetzt »on bem Wortvermanscher an bie leere Ja-Stelle verschoben wirb, um bort ähnliches Unheil anzu- chr h. ts. ■K aierung eifrig bemüht gewesen, eine große Anzahl j bewährter Kämpfer ber NSDAP, in ihrem Ge- j schäftsbereich unterzubringen. Nach ben amtlichen Feststellungen sinb in ber Zeit von März 1933 bis März 1934 an alten Parteigenossen 2219 im hessischen Staats-, Gemeinbe- unb Körperschaftsbienst untergebracht worben, baoon 339 in Beamtenstellen, 707 in Angestelltenstellen, 279 in Angestellten- ober Arbeiterstellen, 894 in Lohnarbeiterstellen. Es barf also gesagt werben, baß im Gebiete Hessen alles nur erbenkliche getan würbe, um biefe Frage, bie für Staat unb Bewegung eine Ehrenfrage ist, enb- gültig zu lösen. Durch bie nunmehr ergangene Verordnung über ben Austausch von Arbeitskräften, bie von ben Arbeitsämtern burchgeführt wirb, ist zu erwarten, baß nun bie letzten arbeitslosen alten Kämpfer in Arbeit unb Brot kommen. Nach wie vor sinb also bie Arbeitsämter zuständig für deren Unterbringung, weshalb alle Bewerbungen dorthin zu richten sind. Vornotizen. ®rün- M: k ber j [O: ber D wil richten. — „Hat Ihnen das neue Buch gefallen, Herr Ganze-Groß?" — „Doch, es ist ganz groß." Doch? Warum auf einmal doch, wo es doch ja, warum auf einmal ja, wo es doch heißen müßte? Aber warum auch nicht; aus ja mach' doch, aus boch mach' ja; aus weiß mach' schwarz, aus schwarz mach' weiß. Warum auch nicht, solange jene ehrsamen Zeitgenossen, beren besonbere Aufgabe es sein sollte, ben eblen unb klaren Wuchs ber Sprache zu förbern unb zu pflegen, aus Bequemlichkeit ober weil sie biefe Dinge nicht für wichtig genug halten, —*.» ------v die Sprachschieber unb Wortkonfektionäre tun unb burch einen Schlag mit einer Elfenstange auf ben treiben lassen, was sie wollen. „Noch unb noch." Wenn sie sich aber enblich einmal besinnen würben: Wäre hier für sie nicht eine Ausgabe zu lösen. . 6.30: Rorqeit- Stutl Hiffunt affifdie ilbicni! ’ rbicn't hrid)trn Olimii’i »rt Erfolg in der Arbeitsbeschaffung für alte Kämpfer der 7IGDAP im Gebiet Heffen. Das Staatspresseamt teilt mit: Eine ber vorbringlichsten Aufgaben ber nationalsozialistischen Regierung ist unb bleibt bie Beseitigung ber Arbeitslosigkeit. Im Rhein - Main - Gebiet würbe burch großzügige Maßnahmen bes Gauleiters unb Reichsstatthalters Sprenger biesem Gespenst energisch zu Leibe gerückt. Tausenbe unb aber Tausenbe wurden bereits in Arbeit und Brot gebracht. Es war eine Selbstverständlichkeit, daß diejenigen Volksgenossen, die das Dritte Reich hatten erkämpfen helfen, von denen viele gerade wegen der Teilnahme an diesem Kampf Stellung und Brot verloren hatten, in erster Linie wieder in Arbeit und Brot gebracht werden mußten. Die Arbeitsämter erhielten daher vom Reichsstatthalter Anweisung, für alte Parteigenossen mit der Mitgliedsnummer bis 300 000 bevorzugt Arbeitsplätze zu beschaffen. Dieser Anordnung ist weitgehendst Rechnung getragen worden, so daß zur Zeit nur noch eine kleine Zahl alter Kämpfer bei ben Arbeits- ME । SiH 3.0J i! L 16^ 168- 2lj 0»J 62. 49 11 64 Slj »f '5 P 62,41 Immer mieber lieft man von Löwen, Tigern, Elefanten unb anberen Bestien, bie plötzlich, meist ßiefet. Ein Schimpanse, ber kürzlich aus bem einem Zirkus entsprungen, in einer Straße aus- p *- - tauchen, eine Panik Hervorrufen unb eine mehr ober Ux _ ______ ____ _____ _____ weniger groteske Jagb entfesseln. Die Feuerwehr ^mher unb kehrte bann zitternb an bas Sübtor bes wirb alarmiert unb muß sich in bem ihr sonst so Zoos zurück, wo er bie Beamten burch allerlei Ge- fremben Beruf bes Großwilbjägers betätigen. Frei- herben um Wieberaufnahme bat. lich klingen biefe Erzählungen in ber Regel gefähr- -------- Steuer von ihm durch Hastungsbescheld angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben wird. RSLB. Arbeitsgemeinschaft ».Dolksschule-Gießen, Stadt". Mittwoch, 14. November, 16 Uhr, im Zeichensaal der Schillerschule Vortrag von Herrn S z c z e ch über „Heimische Vorgeschichte" (1. Die Kulturkreise der Steinzeit). Die Schillerfeier in der Schillerschule. Die Schillerschule hatte es sich angelegen sein lassen, den Gedenktag zu Friedrich Schillers 175. Geburtstag in besonderer Weise zu begehen. In der festlich geschmückten Turnhalle hatten sich Schülerinnen und Lehrkräfte eingefunden, um des großen Dichters zu gedenken. Eine Schülerin eröffnete die Stunde mit einem kurzen Vortrag über das Leben Schillers. Die weitere Ausgestaltung der Feier hatten die drei oberen Klassen übernommen. Eine der Klassen hatte es sich zur dankbaren Aufgabe gemacht, Schillersche Lnrik und Balladen zum Vortrag zu bringen, eine andere Klasse wartete mit Bildern aus dem Lied von der Glocke auf, während eine dritte Klasse Szenen aus „Wilhelm Teil" aufführte. Verschiedene Lieder umrahmten die Darbietungen. Herr Hoffmann hielt die Gedenkrede, die in dem bekannten Wort „Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird auch das Leben gewonnen sein!" gipfelte. Den eindrucksvollen Ausklang der Feier bildete der von allen Teilnehmern der Feier geschlossen gesprochene Rütlischwur, der zu einem erhebenden Bekenntnis zu Volk und Vaterland wurde. Labskaus-Essen im Marineverein. „Was ist Labskaus?" werden viele fragen. Labskaus ist ein beliebtes Seemanngericht holländischen Ursprungs. Die Herstellung erfordert viel Sachkenntnis und Erfahrung. Die „richtige" Zubereitung gelingt meistens nur Schiffsköchen oder solchen Leuten, die es waren. Der Name schon allein löst helle Begeisterung bei allen Seebären aus. Zubereitet wird diese schmackhafte Speise nach Art unserer Eintopfgerichte. Wer es noch nicht weiß, dem sei es hier verraten: Kartoffeln, gesalzenes und ungesalzenes Schweine- und Rindfleisch, vermengt mit allen möglichen Gewürzen, wie Salz, Pfeffer, Nelken, Lorbeer, Muskat, Paprika usw., in einem Topf gekocht und in dampfendem Zustand auf den Tisch gebracht, heißt Labskaus. Dazu gereicht werden Salzheringe und saure Gurken. Zu einem Labskaus-Essen hatte der Marineverein Gießen am vergangenen Samstag seine Mitglieder in das Bootshaus eingeladen, die sich mit ihren Angehörigen auch zahlreich eingefunden hatten. Alljährlich im Herbst wird dieses Seemannsessen vom Marineverein veranstaltet. Auch in diesem Jahre war die Speise von dem Koch des Vereins derart köstlich zubereitet, daß immer wieder die großen Schüsseln die Runde machen mußten. Anschließend sprach der Vereinsführer Kamerad L i ch. Er begrüßte zunächst die Teilnehmer des Abends und wies darauf hin, daß nicht allein das Leibgericht der Seemannsleute die.Ursache der Zusammenkunft sei, sondern daß man zusammen- komme, um Kameradschaft zu üben. Gerade heute sei es vor allen Dingen nötig, daß sich Kameraden in Freud und Leid zusammensänden. Gauführer Heinemann (Kassel), der als Gast zugegen war, hielt eine herzliche Ansprache an die Erschienenen, in der er darauf hinwies, daß die Vereinsführung und die Mitglieder unbedingt zusammenstehen müßten. Eingehend auf die Pflichten und Aufgaben der Marinevereine schilderte er, wie auch der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in herzlichem Verhältnis zur Marine stehe. Die Ausführungen des Redners fanden reichen Beifall. Nachdem Vereinsführer Lich für die Ausführungen des Gau- führers gedankt hatte, wurden gemeinsam die ersten Strophen des Deutschland- und des Horst-Wessel» Liedes gesungen. Damit hatte die offizielle Veranstaltung ihr Ende gefunden. — Lange noch blieben dann dle Kameraden in fröhlicher Stimmung beisammen. Die Kapelle Daubertshäuser und humoristische Darbietungen unterhielten auf das Veste. ♦* Keine Vorträge in der Johannes- kirche. Im heutigen Anzeigenteil wird bekanntgegeben, daß die für heute abend in der Johannes- kirche anberaumte Versammlung verschoben ist. (Siehe Anzeige.) ** Zur Richtigstellung. In dem Bericht über die Gedenkfeier der alten Kämpfer, den wir in unserer vorigen Samstagausgabe brachten, muß es richtig heißen Ortsgruppenleiter Thomas (nicht Ortsgruppenamtsleiter), ferner ist zu berichtigen, daß in Gießen nach dem Verbot der Partei nicht eine Ortsgruppe des völkisch-nationalen Blocks gegründet wurde, sondern eine Ortsgruppe des völ- kich - f o z i a l e n Blocks. ** Die Vertilgung der Feldmäuse betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. Semester-Antrittsfeier der Gießener Burschenschast. Weihe einer neuen Zahne. Die Gießener Burschenschaft eröffnete am Samstagabend im Frankenhaus an der Kaiserallee das Wintersemester 1934/35 in feierlicher Form. Mit der Feier war die Weihe einer Fahne der Gießener Burschenschaft verbunden. Die Festräume des Hauses waren bis auf den letzten Platz besetzt. Der Sprecher der Gießener Burschenschast, Martin, konnte zahlreiche Gäste begrüßen. So u. a. Oberbürgermeister Ritter, Standartenführer Lutter, der selbst Burschenschafter ist, Obersturmbannführer und Standartenadjutant M ü n k e r, SS.-Sturmfüh- rer H a i n b a ch, Abteilungsführer Lösch vom Arbeitsdienst sowie Vertreter der Deutschen Arbeitsfront. Neben den Führern der Organisationen der alten Burschenschafter (die Herren Dr. W a l b r a ch und Becker) sah man auch zahlreiche Vertreter auswärtiger Burschenschaften. Zahlreich hatte sich die Gießener Dozentenschaft eingefunden. Nach dem Einzug der Chargen stiegen zunächst einige gemeinsam gesungene Lieder. Dann hielt der Führer der Gießener Burschenschast, Martin, eine kurze Ansprache, in der er kurz über gegenwärtige Fragen in der Deutschen Burschenschaft sprach. Das Semester werde, so führte er u. a. aus, in schwerer Zeit begonnen, aber man freue sich dieser Zeit, denn jetzt könnten burschenschaftliche Ideen in die Tat umgesetzt werden. Den Korporationen sei die kameradschaftliche Erziehung zuerkannt worden. Die kameradschaftliche Erziehung zu verwirklichen sei unsere Pflicht. Die Burschenschaften wollten mit die ersten sein, das große Ziel erreichen zu helfen: die nationalsozialistische Hochschule! (Lebhafter Beifall!) Nachdem noch verschiedene Lieder gesungen worden waren, wurde, zusammengerollt, die neue Fahne der Gießener Burschenschaft in den Saal gebracht. Dr. Alexander Röder hielt sodann die Festrede, in der er Wesen und Art der Deutschen Burschenschast und ihre Ziele umriß. Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Wenn aus der Tiefe eines Volkes etwas Neues werde, so sei das kaum einmalig. Dem dritten Aufbruch unseres Volkes gingen zwei andere Aufbrüche vorher. Wenn unsere studentische Jugend von der Gegenwart nicht ergriffen würde, wenn sie nicht wüßte, daß sich gegenwärtig außerordentliches ereignet, dann wäre sie tot. Die studentische Jugend aber stehe ja mitten darin. In der Materialschlacht des Weltkrieges sei der Jüngling zum harten eisernen Mann geworden. Allem hohlen Patriotismus fei_ der Kampf angesagt worden. Es galt gleichzeitig Fühlung zu gewinnen mit der Arbeiterschaft. Die Burschenschaft der Nachkriegszeit habe stets mitten in ihrer Zeit gestanden. In München sei die Burschenschaft dabei gewesen, als es ersten Kampf um das Dritte Reich gegolten habe. Ueberall standen sie zusammen mit dem Arbeiter an der blutenden Grenze. Für die Burschenschaft seien die Jahre nach dem Kriege recht bedeutungsvoll gewesen. Sie habe aber gewußt, wo sie hineinzuwachsen habe. Sie träumte stets von dem großen Deutschland. Schon 1919 habe die Burschenschaft die völkische Frage aufgeworfen und sei in der Folge aus ihren Idealen heraus zum Nationalsozialismus geführt worden. Die neue Zeit sei bestimmend für unser Leben geworden. Burschenschafter wollten nur Diener der nationalsozialistischen Idee sein und müßten restlos aufgehen in der großen Idee des Nationalsozialismus. Die Burschenschafter müßten Träger dieses Geistes sein. Die Heranwachsende studentische Jugend müsse zum Träger des Staates erzogen werden. Den Kameradschaftsheimen erwachse hier eine wesentliche Aufgabe. Unsere Zeit erfordere nickt nur die Bereitschaft zum Tode für das Vaterland, sondern den ganzen Einsatz der Kraft zur Lebenszeit. Heute gebe es nicht mehr den Studenten, der seines Vaters Gut verprasse, er müsse heute hart arbeiten. Das Bild habe sich völlig gewandelt, der Student werde jetzt immer im Volke stehen. Er habe mit allen seinen Gaben dem Volke zu dienen. Die Gießener Burschenschaft weihe heute eine neue Fahne. Das Bekenntnis zu dieser neuen Aohne ein Bekenntnis zur Einheit in der Gießener Burschenschaft. So schließe sich der Ring mit dem Wollen der Urburschen. Das Ziel sei, daß der burschenschafliche Geist an unserer Alma mater Ludoviciana allgemein werde. Die Burschenschaft werde in Zukunft immer gemeinsam 'in Erscheinung treten. Die Gie- ßener Burschenschast .sammle sich unter dieser Fahne als unter einem Symbol der Einheit und in diesem Sinne, so schloß der Redner, weihe er die Fahne der Gießener Burschenschaft. — Im begeistert gesungenen Burschenschafter-Lied klang der Akt der Fahnenweihe aus. Im weiteren Verlauf des Abends sprach zunächst Prof. Dr. Hummel der Kanzler der Universität, von der enffcheidungs- reichen Zeit der Gegenwart, in der die Kameradschaft so notwendig sei. Die Studentenschaft könne nicht aus lauter Einzelstudenten bestehen. Wir brauchen heute mehr denn je die Korporationen, außerhalb derer kein Student mehr stehen dürfe. Ueberfälliges müsse verschwinden. Die Deutsche Burschenschaft erfülle die Voraussetzungen, unter denen sich die deutschen Studenten finden könnten. Standartenführer Lutter gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er heute in diesem Kreise weilen könne. Was die Vorkriegsstudenten geschworen hatten, das sei gehalten war- den. Die Waffenstudenten seien es gewesen, die sich dem Führer mit am ersten zur Verfügung stellten. Er freue sich sagen zu können, daß in der SA - Standarte 116 der Begriff der Volksgemeinschaft seine Verwirklichung gefunden habe, so wie sie der Führer sehen wolle. Wir wüßten gut, wgs Waffenstudent und SA.-Mann zu sein heiße. Wer heute noch außerhalb der Volksgemeinschaft stche, werde sie wohl nie verstehen. Es gebe nichts anderes mehß als Waffenstudententum und SA., SA. und Waffel studententum. Oberbürgermeister Ritter sprach davon, daß es ihn freue, in diesem Kreis«! der Tatkraft und des Willens weilen zu können. Das Vertrauen auf die deutsche Jugend werde sich rechtfertigen. Dieser Geist in der Jugend möge weu terleben und der Geist des Waffenstudenten möge stets hochgehalten werden. Die Deutsche Burschen, schäft habe immer wieder belebend und befruchtend gewirkt. Abteilungsführer Lösch vorn Arbeitsdienst Gießen betonte, daß sich dii Gießener Studentenschaft willens gezeigt habe, mi| dem Arbeitsdienst zu marschieren. Das fei gut so, denn der Student solle wissen, wie der Arbeiter sein Brot verdienen müsse. Er freue sich, feststellen zu können, daß die Studenten mit großer Freud« im Arbeitsdienst, in der Arbeit am Boden der Hei. mat tätig seien. Der Führer des Kameradfchastsheimes, pallmann begrüßte, daß sich die Gießener Burschenschaft geschlossen in einer nationalsozialistischen Erziehungs. gemeinschaft gefunden habe. Es gelte Einzelkämpfer zu erziehen, von denen keiner versage, wenn et einmal als einzelner zu kämpfen habe. Die Ge. staltung des Lebens des Studenten müsse in völlig klare Ordnung kommen. Jeder Student müsse ge« zwungen werden, die geistigen Entscheidungen, die kommen werden, schon an der Hochschule zu erleben, Die Kameradschaftserziehung solle den Tagesablauf einer klaren Ordnung immer neu erleben lassen, In Gießen, einer der kleinsten deutschen Universitäten, sei die Möglichkeit gegeben, die neue Form der deutschen Hochschule zu verwirklichen und allen anderen voranzuschreiten. Für die auswärtigen Burschenschaften sprach Herr Hillenbrand. Er betonte, daß der Geist der Gießener Burschen- schäft der der Deutschen Burschenschaft fei. Dr. Walbrach sprach für die Alten Herren des Lahngaues und führte u. a. aus, daß es größer sei, sich zuerst als Burschenschafter zu fühlen und dann erst als „Germane , „Alemanne" ober „Franke". Die neue Fahns möge allen das Symbol der Einigkeit sein. In weiteren Ausführungen beschäftigte sich Dr. Walbrach mit Erinnerungstagen aus dem Weltkriege und gedachte dabei besonders der Gefallenen von Lange» marck, zu deren Andenken der erste Vers des Liedes vom guten Kameraden gesungen wurde. Damit fand der offizielle Teil des Abends feinen Abschluß Ehrenpatenschaft des Führers für den achten Jungen. LPD. Kirchhain, 10. Nov. Dem Schäfer Peter Jennemann im nahen Dörfchen Stausebach wurde derachteJunge geboren. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat die Ehrenpatenschaft übernommen und den Eltern in Verbindung mit Glückwünschen ein Geldgeschenk überreichen lassen. Gelbstverkauf der Kartoffeln durch die Bauern free'gegeben. LPD. Wiesbaden, 10. Nov. Wie der Regierungspräsident bekanntgibt, hat der Reichskommissar für Preisüberwachung heute den Preisprüfungsstellen die telegraphische Mitteilung zugehen lassen, daß der Reichsnährstand den Selbst- verkauf der Kartoffeln durch die Bauern freigegeben hat. Der Bauer braucht nicht mehr als den Erzeuger-Mindestpreis zu fordern. Diese Regelung ermöglicht eine erhebliche Verbilligung des Einkaufs. Wn,ioo5 Wfi? Roman von Klothilde v. Stegmann. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Zwischen ihren Hantierungen lauschte sie immer wieder, ob sie nebenan vielleicht Stimmen hören würde. Jetzt — sie beugte sich vor, ja, da ging draußen eine Tür, nun noch eine, nun Sprechen, im Chefzimmer nebenan war Bewegung, ein paar Stimmen klangen. Sie konnte durch die gepolsterte Tür aber die einzelnen Stimmen nicht unterscheiden. Nun wieder Türenklappen, an chrem Zimmer vorbei hörte sie Schritte kommen, dann Stimmen, es waren die der beiden Abteilungsleiter aus dem Laboratorium und der Vervielfältigungsabteilung. Die Konferenz war also beendet. Würde der neue Chef nach ihr rufen? Wirklich nach einer Weile schnurrte die Klingel auf ihrem Schreibtisch zweimal auf: das Zeichen des Chefs. Eilig erhob sie sich, strich sich mechanisch über das blonde Haar. Sie ergriff Stenogrammblock und Bleistifte; gerade als sie hineineuen wollte, sah der Abteilungsleiter vom Korridor aus schnell herein: „Gratuliere, Fräulein von Dönitz! Ich habe soeben vom Herrn Direktor gehört, daß er Sie probeweise weiter als Privatsekretärin behalten will. Herr Direktor Kutschner hat ihm wohl brieflich einen Wink gegeben. Also seien Sie ebenso pflichttreu und fleißig, dann wird's nicht fehlen." Er nickte Edelgard freundlich zu und war schon wieder verschwunden. Die gütigen Worte hatten Edelgard etwas Mut gemacht. Sie fühlte sich auf einmal von Rudolf wie beschützt. Der Gute, wie er auch in der Ferne an sie dachte, für sie sorgte! Und vergalt sie es ihm denn mit dem rechten Gefühl? Aber darüber nachzudenken war jetzt keine Zeit. Die Klingel auf dem Tische schnurrte schon zum zweiten Male, jetzt ungeduldiger. Edelgard öffnete die erste Tür, nun die zweite. Mit einem leisen „Guten Morgen" trat sie ein. Der neue Direktor saß mit dem Rücken zur Tür, er war anscheinend ganz in seine Akten vertieft. „Ach, da sind Sie, Fräulein", sagte er, ohne auf» Zusehen. „Ditte, wie heißen Sie? Sie sind mir von Herrn Direktor Kutschner empfohlen." Edelgard erschrak. Diese Stimme? Sie kannte sie doch! Ach, unter Tausenden würde sie sie heraus- kennen. „Nun bitte, kommen Sie doch herein", klang es etwas ungeduldig in das Schweigen. Die Gestalt auf dem breiten Schreibsessel drehte sich um. Zwei Augenpaare sahen sich an, fassungslos, nicht begreifend ... Nun blitzte es in den blauen Augen des Mannes auf, ein Lächeln — aber Edelgard war dies Lächeln schlimmer als Zorn. „Ich glaube, wir kennen uns", sagte der Mann. Und nun war das Lachen nicht nur in seinen Augen — nein, auch in seiner Stimme. „Und damit Sie mir nicht wieder oorwerfen, daß ich nicht wüßte, was sich schickt, stelle ich mich Ihnen hiermit in aller Förmlichkeit vor: Herman, Direktor der internationalen Filmfarbenwerke. — Darf ich nun auch wissen, wie Sie heißen, mein Fräulein?" Edelgard setzte zweimal zum Sprechen an, aber die Stimme versagte ihr. Endlich brachte sie ihren Namen heraus. „Don Dönitz, Herr Direktor." Robby Herman fuhr zurück. Das übermütig- spöttische Lachen erstarb in seinen Augen, sie wurden kalt, verächtlich: „Sie sind Fräulein Edelgard von Dönitz?" „Jawohl, Herr Direktor", kam es mit zitternder Stimme, und nun schlug Edelgard die Augen flehend auf, suchte den kalten, verschlossenen Blick, „ich möchte Sie um Entschuldigung bitten wegen — wegen..." Ihre Stimme schwankte, sie konnte nicht weiter, sie biß die Zähne zusammen, um nicht zu meinen. Robby Herman bemerkte sehr wohl ihre Scham, ihre Angst — und beinahe wäre er weich geworden. Frauentränen — er hatte sie niemals sehen können. Darauf hatte seine Frau, hatte Margaret auch sehr geschickt spekuliert. Und dieses Mädchen hier — vielleicht war sie auch so wie Margaret. Alles, was Studczynski ihm von Edelgard erzählt, alles, was er selbst mit ihr bei dem ersten Zusammentreffen erlebt, es kam ihm jetzt in den Sinn. Sein Herz verhärtete sich. Nein, er wollte nicht wieder auf solch geheuchelten Kummer hereinfallen. Wie demütig und ängstlich dies hochmütige Ding jetzt dastand! Ja, damals, bei der unvermuteten Begegnung, als sie nicht wußte, wer er war, da war sie richtig stolze Prinzessin gewesen, da hatte sie ihn behandelt wie einen Schuhputzer. Jetzt auf einmal fand sie den weichen, bittenden Ton. Aber nun war es zu spät. „Ich wünsche keine Entschuldigungen von *Jhnen, Fräulein von Dönitz", sagte er schneidend. „Die private Begegnung zwischen uns existiert nicht für mich, ich habe sie vollständig vergessen und wünsche, daß auch Sie das tun mögen. Erwarten Sie in Ihrem Zimmer meine Anweisungen — möglich, daß ich Sie heute zum Diktat noch nicht benötige. Jedenfalls aber halten Sie sich bereit Ich danke." Edelgard stand wie festgewurzelt. Ihre Knie zitterten, ihre Hände waren wie abgestorben. Sie wollte gehen und konnte doch nicht. Durch ihren Kopf jagten die Gedanken wie aufgescheuchte Geister. Unmöglich, unmöglich, als Sekretärin Direktor Hermans zu arbeiten, täglich viele Stunden mit ihm zusammen Das ging über ihre Kräfte. Niemals würde sie das peinvolle erste Zusammentteffen vergessen, niemals seinen schneidenden Hohn jetzt. Lieber die untergeordnetste Stellung hier im Werk bekleiden, als die Qual des Zusammenarbeitens mit dem neuen Chef. Schmerzvoll dachte sie daran, wie gut Rudolf Kutschner es gemeint — und wie anders es sich gefügt hatte. Hätte Rudolf nicht den neuen Direktor auf sie aufmerksam gemacht, dann hätte er sich vielleicht eine and-"-- Privatsekretärin genommen. Dann wäre sie kaum mit ihm zusammengetroffen. So aber — nein, es war unmöglich. „Woraus warten Sie denn noch?" klang es scharf vom Schreibtisch her. Da raffte Edelgard ihren letzten Mut zusammen. „Herr Direktor", sagte sie mit zitternder Stimme, „ich möchte ergebenft bitten, mich von der Stellung als Privatsekretärin zu entheben und mir einen anderen Posten im Betrieb zuzuweisen. Ich, ich ..." Sie konnte nicht aussprechen. Direktor Herman war brüsk aufgeftanben. Seine Stimme war eisig: „Fräulein von Dönitz, Sie scheinen eine sehr eigenwillige Dame zu fein. Sie glauben, es ginge hier nach Ihrem Kopfe? Gestern wollten Sie, gestützt auf Empfehlungen meines Vorgängers, hier dieselbe bevorzugte Stellung behalten. Ich weiß auch durch den Herrn Abteilungleiter, daß Sie sich bei ihm gleichfalls um eine dahingehende Fürsprache beworben haben. Und kaum habe ich zugesagt, Sie ohne vorherige Prüfung in Ihrer Stellung zu belassen, kommen Sie und wünschen eine Aenderung. Wie die Stellen hier verteilt werden, darüber entscheiden die Personalchefs, die Abteilungsleiter und letzten Endes die Direktoren. Wir denken nicht daran, das nach den Launen unserer Angestellten einzurichten. Sie bleiben in Ihrer Stellung, bis ich darüber entscheide, ob Sie meinen Ansprüchen genügen. Paßt Ihnen das nicht, so steht Ihnen selbstverstand- IicLba£^ec^ ber Kündigung zu. Guten Morgen!" Wie Edelgard $ur Tür hinausgekommen war, wußte sie später nicht. Sie fand sich in ihrem Zimmer auf ihrem Platz wieder, heiße Tränen strömten ihr über die Wangen. „Sieber Gott", flehte sie, „warum hast du das zugelassen? Ich immer mit ihm zusammen? Wie soll ich das ertragen?" Unö wieder mußte sie an den treuen Freund denken, der fern, durch Länder und Meere von ihr getrennt, darauf wartete, daß sie sich zu ihm bekannte. Warum konnte Glicht zu ihm flüchten? Aber diese leise, geisterhafte Stimme in ihrem Innern, sie klang lauter und lauter — wie eine Glocke, dumpf und unentrinnbar: „Nun weißt du, was Liebe ist!" tönte die Stimme. „Du liebst ihn, den harten, strengen Mann da drinnen." Aufstöhnend schlug Edelgard die Hände vor das tränennasse Gesicht. * Robby Herman saß in seinem Zimmer, sah beinahe erschrocken auf die Tür, die sich leise hinter Edelgard geschlossen. Seine Worte, diese harten und kalten, sie waren verklungen — aber sie schienen noch immer im Zimmer widerzuhallen. Was war das nur gewesen. Wie war er nur dazu gekommen, in so schroffer Weise zu einer Frau zu sprechen? Noch dazu zu einer Frau, die ihm gegenüber in einer abhängigen Stellung mar? Er hatte sich selbst aus kleinen Anfängen mühsam heraufgearbeitet. Sein Vater mar als junger Arzt nach Amerika eingernandert, rneil es ihm in der Heimat zu eng und schrner mar. Er hatte sich ein schönes Vermögen verdient, aber nach seinem Tode zerrann es der geschäftsuntüchtigen Mutter zwischen den Händen. Hätte Bobby nicht seine eiserne Energie und seinen unermüdlichen Fleiß gehabt, wer weiß, was aus ihm geworden märe? So aber hatte er sich vom kleinen Lehrling in dem großen Elektri- titätswerke heraufgearbeitet bis zum Direktor in feinem jetzigen Konzern. Aber er hatte dabei gelernt, wie schwer es ist, in untergeordneten Stellungen zu sein. Wie oft hatte er die Zähne zusammenbeißen müssen, um nicht aufzubegehren gegen Launen oder Ungerechtigkeiten seiner Vorgesetzten. Da hatte er es sich gelobt, wenn e r erst einmal oben stehen würde, er würde menschlicher und gerechter sein. Und diesen Vorsatz glaubte er gehalten zu haben, besonders Frauen gegenüber. Bis heute. Was mar nur geschehen? Er mar plötzlich von einer unsäglichen Wut gepackt gemeßen; vielleicht hing das alles noch mit seiner Erbitterung gegen Margaret zusammen. Aber mas konnte dieses junge Mädchen dafür? Mochte sie sein, rnie sie rnollte, auf keinen Fall hatte sie eine derartige Behandlung verdient. Wie sie ihn angeschaut hatte! Wie entsetzt und angstvoll! Nein, er mar ein brutaler Kerl, daß er feiner Laune so hatte die Zügel schießen lasse» Vermutlich saß sie jetzt drüben und hiett ihn fut einen Menschenfresser oder einen Tyrannen, ihn, der bisher keiner Fliege hatte etrnas zuleide tun können. Das alles hatte Margaret aus ihm gemacht! Er mar ein fröhlicher Mensch gemefen bis zu der Ehe mit ihr. Sie hatte ihn gequält, ausgenutzt, belogen. Seitdem traute er keiner Frau mehr. Und wäre nicht die Bitte seines Vorgängers, Direktor Kutsch' ner, gemefen, er hätte nicht daran gedacht, sich eine Sekretärin zu nehmen. Nun aber mar das nicht mehr zu ändern. Wie hätte er denn dagestanden, rnenn er seine Entschlüsse binnen einer halben Stunde geändert hätte? Enthob er Fräulein von Dönitz jetzt ihres Postens, dann würde man im Hause vielleicht denken, er wäre mit ihren Leistungen unzufrieden. Das würde ihr nur schaden, und Kutschner hatte doch so sehr ge« beten, das junge Mädchen, wenn möglich, zu fördern. Außerdem, auch Fräulein von Dönitz gegenüber würde seine Autorität Ins Wanken kommen. Sie würde ja denken müssen, er hätte ihr nach« gegeben. (Fortsetzung folgt!) em 1900 Gandballgauliga) schlägt Tura Kaffel 8:6! Wen Sie schon?-Interessantes vom Skisport <1 Von Karl Althaus, DSV.-Lehrwart, Skiklub Gießen. ©../L-l’porf daß daß daß Bei noch einigermaßen erträglichen Platzverhältnissen, allerdings vor nur wenigen Zuschauern, wurde gestern auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 der Kampf gegen die Ligamannschaft von Tura Kassel ausgetragen. Man erwartete einen harten und spannenden Kampf, der denn auch nicht ausblieb. Leider vollzog sich das Spiel aber nicht ganz so, wie man es gerne gesehen hätte. Der Schiedsrichter trug daran einen großen Teil der Schuld, wenn man auch die Manschaften nicht ganz freisprechen konnte, denn wenn eben der Schiedsrichter nicht die Gewalt über das Spiel Hat, sollte man von den Spielern eben um so mehr Disziplin erwarten dürften. So vollzog sich der Kampf besonders in der zweiten Halbzeit an den Grenzen des Erlaubten. Die Zuschauer verfolgten den Verlauf mit größter Aufmerksamkeit, zudem während des ganzen Spieles, ja fast noch bis in die Schlußminuten, die Frage nach dem Sieger nicht als beantwortet angesehen werden konnte. Das Spiel begann zunächst einmal mit einer großen Ueberraschung. Nach dem Antvurf der Gäste kam der Ball sofort vor das Tor der Platzbesitzer und der Halbrechte der Kasseler konnte für seine Mannschaft bereits 10 Sekunden nach dem Anpfiff den ersten Erfolg buchen. Zn der Folge drängte auch Tura etwas, das Spiel blieb aber doch offen. Die Kasseler waren in der Ballabgabe weitaus genauer, stellten immer mehr und immer bewußter einen Mann frei, der zum Schuß bereitstand. Die Gießener spielten sehr engmaschig und kamen dadurch bei der Gästeverteidigung nur sehr schwer zum Schuß. Außerdem hielt der Tormann der Kasseler vorzüglich und bewahrte seine Mannschaft vor einer höheren Niederlage. In der 11. Minute fiel durch Krüger der Ausgleich. Schüler vermochte dann bereits zwei Minuten später auf 2:1 zu erhöhen. Zn der 19. Minute erhöhte Krüger aus 3:1 und stärkte dadurch seiner Mannschaft zunächst moralisch den Rücken. Leider wurden aber die Angriffe der Gießener nicht zielbewußter. Die Situation wurde kritischer, als die Gäste auf 3:2 aufrücken konnten. Enders war der Ball entglitten und in das Tor gerollt. Die Kasseler verteidigten in der Folge mit aller Energie, wollten weitere Erfolge O st e n eine „Ordnung für den deutschen Skilauf" aefchaffen hat, die folgenden Wortlaut hat: 1 Der Deutsche Ski-Verband (DSV.) ist die für den deutschen Skilauf allein zuständige Fachsäule. Er ist allein berechtigt, skiläuferische Veranstaltungen durchzuführen ober zu überwachen. Allen anderen Organisatw- nen ist dies untersagt. der Halbrechte plaziert in die äußerste Torecke chießt, sind die Gießener endgültig geschlagen. Sechs Minuten vor Schluß stellt der Bissenberger Linksaußen das Endresultat durch unhaltbaren Schräg- chufe her. Der Schlußpfiff geht im Jubel des Bisenberger Anhangs unter. VfB.R. HL — Steinbach I 3:3 (1:2). Mit Lettow-Vorbeck im Kampf um Deutsch-Ostafrika Ein wirkliches Freundschaftstreffen, das unter Leitung eines Schiedsrichters vom Platzverein tand. Das Endergebnis entspricht dem Spielverlauf. Der morastige Boden ließ allerdings einwandfreies Spiel nicht aufkommen. Oie Ergebnisse der Bezirksklasse der Gruppe Gießen-Oill. VfB.-Reichsbahn — Bissenberg 2:5 (1:3); Dillenburg — Steinberg 3:4 (1:3); Naunheim — 1900 Gießen 4:1 (3:0); Sinn — Frohnhausen 1:2 (1:0). VfB.-ReichSbahn verliert gegen Biffenberg I. 2:5 (1:3) Unter lebhafter Anteilnahme des Publikums wurde dieses Spiel ausgetragen. Nicht ganz schuldlos an der Niederlage der Hiesigen war der Tormann, der drei Tore hätte vereiteln müssen. Dazu kam, daß das Glück eindeutig auf der Seite der Gäste stand. Die Bissenberger spielten einen rationellen vollkommen auf Erfolg eingestellten Fußball, ohne die Linie eines technischen Spiels vermissen zu lassen. Die Gießener kämpften bis 3ur letzten Minute ein aufopferndes Spiel. Abgesehen von kleinen Fehlern konnte man mit der Leitung des Schiedsrichters zufrieden sein. Die Gießener betreten mit zehn Mann das Spielfeld. Dies sollte sich rächen, denn schon in der ersten Minute fällt nach Flankenlauf des Rechtsaußen und zu spätes Eingreifen des Gießener Torwarts das erste Tor für Bissenberg. Auf der Gegenseite schießen Ritter und Birkenbiel knapp daneben. Wieder ist der Rechtsaußen am Ball und kann stark bedrängt eine kurze Flanke zu dem Halbrechten geben, der über den herauslaufenden Becker einköpft. Die VfBer drängen. Knaufe schießt mit unheimlicher Wucht einen Strafstoß, der an der menschlichen Mauer, die sich vor dem Bissenberger Tor aufgebaut hatte, abprallt. Sauer nimmt den Ball auf, leitet ihn zu dem Rechtsaußen, dessen Flanke von der Torlatte ins Aus springt. Eine Kombination schließt Birkenbiel mit scharfem Schuh ab, aber auch dieser Ball fliegt von der Latte ins Feld zurück. Eine, durch den Gießener Torwart her- vorgerufene kritische Situation war gerade geklärt, und schon kommen die Bissenberger zu ihrem dritten Tor. Wieder hatte Becker den Ball verfehlt, und Mattern konnte ein sicheres Tor nur noch durch Handabwehr verhüten. Der fällige Elfmeter, auf den Mann geschossen, landet, von dem Fuß des Tormanns abspringend, unter der Latte. Unent- mutigf greifen die Hiesigen an, können aber ben gegnerischen Tormann nicht schlagen. Endlich fuhrt ein gutes Zusammenspiel der linken Seite durch Ritter zum ersten Tor der Gießener. Dann ist Halbzeit. Nach Wiederbeginn schnüren die Hiesigen ihren Gegner vollkommen ein, können aber erst durch Lehrmund, der den dritten hintereinander getretenen Eckball mit Kopfstoß unhaltbar verwandelt, zu einem zweiten Erfolg kommen. Die Bissenberger, nur mit drei Stürmern spielend, tragen durch ihre schnellen Außen gefährliche Angriffe vor. Als wurde. Das war, wie der Vortragende selbst in einer Bescheidenheit als Mitkämpfer nicht weiter betonte, wie aber der Zuhörer feststellen darf, eine Oie Spiele der Fußball-Gauligamannschasten. Borussia Fulda unterlag in Hanau. Nordhessens letztjähriger Meister Borussia Fulda hat am Sonntag seinen Nimbus eingebüßt. Borussia Fulda, bisher ungeschlagen, und in letzter Zeit auf einsamer Höhe thronend, verlor im Kampfe gegen Hanau 93 sein erstes Spiel in dieser Saison. Klar und unzweideutig ist der Sieg der Hanauer mit 2:0 (1:0). Hanau hat sich durch diesen Erfolg naturgemäß viel erworben, während die Fuldaer mit 13 Gutpunkten bei acht Spielen noch in Führung liegen, haben die Hanauer bei 7 Spielen elf Punkte äufzuweisen. Der Spielverein Kassel trotzte dem VfB. Friedberg ein 1:1 Unentschieden ab. während Hessen Hersfeld über den Tabellenletzten Sport Kassel sicher mit 3:0 die Oberhand behielt. Der Neuling Spvgg. Langenselbold weilte beim SC. 03 Kassel und ging hier 0:10 ein. Fußball-Meisterschaftsspiele im Gau XIII Südwest. Im Fußballgau Südwest kann anscheinend kein Sonntag vorübergehen, ohne daß es nicht wenig- stens eine „pfundige" Ueberraschung gibt. Diesmal war es dem vorigjährigen Gaumeister, den Offenbacher Kickers, vorbehalten, den Vogel abzufchießen. Mit einem Siege in Pirmasens wurde mcht gerechnet Es kam aber doch so und die Offenbarer haben sich mit einem 4:2- (l:l)-Siege zwei wert- volle Punkte gesicherte Die Frankfurter Eintracht kam zu Hause mit Glück zu einem knappen 2:1 über den 1. FC. Kaiserslautern, dagegen konnte die Union Niederrad auf eigenem Platze Borussia Neunkirchen nicht besiegen. Mit 1:1 wurden die Punkte geteilt Der tzSV. Frankfurt überraschte in Saarbrücken bei den Sportfreunden durch ein ausgezeichnetes Stürrnerfpiel. Das 3:3 Unentschieden entspricht vollkommen dem Spielverlauf. In der Tabelle nimmt Phönix Ludwigshafen nach wie vor unangefochten die erffe Stelle ein. Unentschiedene Lokal-Großkampfe in Bayern. Zn Bayern beanspruchten an diesem Sonntag die beiden Lokal-Großkämpfe 1860 gegen Bayern München und ASV. gegen 1. FC. Nürnberg das meiste Interesse. Beide Spiele endeten 2:2 Unentschieden. Der ASV. hat damit seinen Ruf als äußerst gefährliche Mannschaft erneut bewiesen und die „Bayern" haben gezeigt, daß sie noch lange nicht zum alten Eisen zu werfen sind. Der Tabellenführer, die Spielvereinigung Fürth, umschiffte die Weidener Klippe glücklich, aber etwas knapp mit 2:0 Toren und Schweinfurt 05 fertigte den BC. Augsburg mit 3:1 ab. Schwaben Augsburg und Wacker München trennten sich in Augsburg 1:1 unentschieden. Turnerschaft übertragen, da sie auf Grund ihres jahrzehntelang erprobten Helferstabes am schnellsten auch die kleinsten Kreise erfassen kann. Im Turn- kreis Lahn-Dill ist die Führerin der Turnerinnen Else R ö m p f (Herborn) mit der Durchführung betraut. Am 17. und 18. und am 24. und 25. November werden sich geeignete Frauen aus allen Vereinen des Reichsbundes zunächst in Wetzlar und dann in Gießen zu Wochenendlehrgängen zusammenfinden. Der erste Lehrgang beginnt am Samstag, 17. November in Wetzlar, um die Gewähr zu haben, daß nur verantwortungsbewußte Menschen an die neuen Aufgaben herankommen, ist zunächst das Mindestalter der Teilnehmerinnen auf 21 Jahre festgelegt. Die Lehrstunden werden nicht nur den Stoff zur Ausgestaltung der Frauenturnstunde barbieten, fern« gern sollen in erster Linie der methodischen Schulung der zukünftigen Leiterinnen dienen. Es ist schließlich ein großer Unterschied, ob man einer Piege geschulter Jungturnerinnen vorturnt, oder ob man einem Kreis von Hausfrauen und berufstäti- aer Frauen die ersten Turnstunden leb en Ma und । froh gestalten soll. Daneben wird auch auf eine Grundschulung in der Dietarbeit hingearbeitet werden, die heute zu einem festen Bestandteil in der I Ausbildungsarbeit der Turnerinnen gehört. Wissen Ste schon — daß der älteste, in Schweden gefundene Ski auf ein Alter von rund 4000 Jahre geschätzt wird und daß der erste Skiläufer im Vogelsberg im Winter 1889/90 der Förster Dillmuth gewesen ist. Dieser fertigte sich gemeinsam mit dem Bürgermeister Jost aus Bermutshain nach einem illustrierten Blatt aus Fichtenholz Schneeschuhe an. daß der „ungekrönte König der Ski- und Faltbootfahrer, C. I. Luther, München, (genannt Cil), in Gießen auf der Pulvermühle geboren ist und daß Luther, der vor dem Kriege einer der besten Läufer der Welt war, seine ersten Erfolge für den Skiklub Gießen errang? daß ein Gießener Arzt im Jahre 1920 den Weg vom Hoherodskopf nach Gießen in einem Tage auf Schneeschuhen zurücklegte (damals im Alter von 54 Jahren), und daß derselbe heute noch eifriger Skiläufer ist? daß der weiteste Sprung mit Schneeschuhen auf der Schanze von Ratece-Planica in Jugoslawien erzielt wurde, wo im März d. I. der Norweger Birger Ruud 92 Meter stand und daß der weiteste Sprung auf der Hoherodskopfschanze im Vogelsberg mit 24,5 Meter von dem Ober- Hessen Baumgarten (Bad Salzhausen), Akademischer Skiklub Darmstadt, erreicht wurde? " die höchste auf Schnee erzielte Geschwindigkeit beim „kilometre lancö“, einem Abfahrtsrennen bei St. Moritz, von dem Oesterreicher Gasperl mit 136,3 Stöhn, gefahren wurde und daß die Mehrzahl der deutschen Skiläufer diese reinen Geschwindigkeitsrennen als ungesunde Auswüchse und Rekordjägerei ablehnt? daß man in den nordischen Ländern, der Heimat des Skilaufes, schmale Schneeschuhe von drei Meter Länge au Langläufen in der Ebene benutzt, wühreno man in den Alpen im Sommer sogenannte „Sommerskier" von 1,30 bis 1,50 Meter fährt. . . man im letzten Winter eine Ammoniak-Kochsalzlösung erfunden hat, die durch einfaches Aufstreuen den Schnee selbst bei Witterungsumsturz drei Tage lang konserviert, d. h. der Schnee gefriert bei einer Eigentemperatur von etwa —8 Grad bis zu 30 cm Tiefe durch. Durch diesen „Schneezement" könnnen Sprungschanzen innerhalb weniger Minuten in guten Zustand versetzt werden. der Reichssportführer von Tschammer» OaS Frauenturnen in der OT. Ausbildung von Lehrkräften. Die Werbewoche „Gesunde Frau durch Leibesübung" Hot erfreulicherweise überall einen neuen tarken Zustrom zu den Uebungsstunden der Vereine «. Jedoch konnten sich die Neuen nicht in estehendes eingliedern; manche ältere Frau möchte begreiflicherweise nicht gemeinsam mit der Jugend die ersten Versuche wagen, sie wünscht sich eine gesonderte Uebungsstunde. Aus dieser Erkenntnis führt der Reichsbund für Leibesübung in den nächsten Wochen in allen Kreisen Lehrgänge zur Heranbildung geeigneter Vorturnerinnen durch. Die Arbeit wurde der deutschen menschliche und militärische Großtat ersten Ranges, die den deutschen Ostafrika-Kämpfern das Recht > gibt, auf die volle Anerkennung ihrer deutschen 1 Volksgenossen jederzeit Anspruch machen zu können. Es läßt sich im Rahmen dieser zusammenfassenden Betrachtung des überaus interessanten Vortrags nicht ermöglichen, auf die vielfältigen fesselnden Einzelheiten der etwa zwei Stunden währenden Schilderungen näher einzugehen und dabei die Kämpfe, Märsche und sonstigen Kriegsbegebnisse je ür sich zu beleuchten. Zusammenfassend kann man nur sagen, daß, ebenso wie in der Friedensarbeit in den Kolonien, auch in diesen Kriegsjahren der deutsche Mann und Soldat den vollen Beweis da- ür geliefert hat, wie wert und berechtigt er ist, vor allen Völkern der Welt den Anspruch auf Kolonien erheben zu können, wie ungeheuerlich die Lüge der ehemaligen Feindbundmächte von der angeblichen deutschen Unfähigkeit zur Verwaltung von Kolonien ist, wie sehr unser Volk das Recht für sich in Anspruch nehmen kann, den Wiederbesitz seiner geraubten Kolonien zu verlangen. Nachdem Pg. Heß durch schwere Krankheit (Malaria und Typhus) vor Kriegsende aus der kämpfenden Truppe ausfcheiden mußte und nahezu als sterbender Mann in englische Kriegsgefangenschaft geriet, mußte er die traurige Erfahrung machen, daß die Behandlung der Kriegsgefangenen durch ihre Gegner unmittelbar an der Front zwar ritterlich war, später in der Etappe allerlei zu wünschen übrig liefe, dennoch aber auch hier wieder einzelne Menschen (namentlich Schwestern) das rem menschliche Empfinden mit dem krank und siech in ihre Hände gefallenen Gegner nicht verloren hatten. Nachdem der Vortragende mehrere englische Lazarette in Deutsch-Ostafrika passiert hatte, wurde er auf einem Hospitalschiff nach Indien gebracht, wo er wiederum in Lazaretten in verschiedenen Städten behandelt wurde. Dann transportierte man ihn mit anderen deutschen Kriegsgefangenen zusammen nach Aegypten, wo er bis zum Kriegsende in einem Lager bei Port Said gefangen gehalten wurde und auch hier wieder eine Behandlung erfuhr, die der gefangenen deutschen Soldaten nicht würdig war, vor allem aber ein Dokument der Schande für England selbst darstellt. Von diesem Lager aus wurde er mit seinen Kameraden nach Friedensschluß nach Deutschland Aurückgeholt. Am Schlüsse seines Vortrages betonte Pg. Heß in eindrucksvoller Weise das Recht des deutschen Volkes auf Kolonien und forderte tätige Mitarbeit aller deutschen Volksgenossen im Rahmen der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung zur Geltendmachung dieses unseres Anspruches. Als wirksamste Waffe zur Durchsetzung unseres Rechtes au Kolonien empfahl er vollstes, rückhaltloses Vertrauen zum Führer und Reichskanzler Adolf Hit- [ e r, der zur gegebenen Zeit mit den richtigen Mitteln und Wegen auch diese Frage in Angriff nehmen und dem deutschen Volke sein Recht verschaffen wird, wenn es in Einigkeit und Geschlossenheit auch in dieser Frage hinter ihm steht. Mit begeistert aufgenommenen dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler als Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft schloß der Redner seinen mit langanhaltendem starken Beifall belohnten Vortrag. Mit einem kurzen Schlußwort des Leiters des Abends, Dr. Coburger, fand die Versammlung Auf Einladung der Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF., Berufsgememschaft der Techniker, hielt am Samstagabend im Gasthaus Hindenburg Oberzollinspektor Pg- H ß emen außerordentlich fesselnden Vortrag über ferne Erlebnisse in Deutsch-Ostafrika während des Weltkr eges Pg. 5) eß gab zunächst m ferner anschaulichen und lebendigen Schilderung, die er m freier Rede auf Grund seines überaus reichen Erlebens in Deutfck-Ostaftika bot, eine kurze Beschreibung des Landes an sich, um damit den Zuhörern einen Maßstab zu geben; an Hand dessen sie sich ungefähr eine Vorstellung machen konnten von den ungeheuren Schwierigkeiten, die unsere Kampfer m Deutsch-Ostafrika im Ringen mit dem zahlenmäßig unö hinsichtlich der Ausrüstung weit überlegenen cteinbe aber auch im Ringen mit der Unwirtlichkeit unö den Gefahren des Landes zu überwinden hatten Der Vortragende führte feine mit größter Spannung lauschende Zuhörerschaft zunächst in das Erleben der Stunde hinein, die das Bekanntwerden des Kriegsausbruches brachte und die der Redner als Beamter der Kolonialverwaltung in Morogoro erlebte. Dann hörte man, mit welcher erfindungsreichen und aufopferungsvollen Hingabe die Vorbereitungen und die Maßnahmen der Schutztruppe zur Verteidigung der von Feindeskräften mit gewaltiger Uebörmacht angegriffene Kolonie getroffen wurden. Hierauf erlebte man im Geiste die schweren, an Weiße und Farbige ungeheuerliche Anforderungen stellenden militärischen Operationen, die sich zunächst im Norden des Landes abfpielten, dann immer weiter nach der Mitte und nach dem Süden Deutsch-Ostafrikas, nach dem Küstengebiet und auch auf das Hochland Übergriffen. Was man in diesem Zusammenhang von Pg. H e ß in seiner überaus schlichten, lebensnahen unö dadurch so außerordentlich eindrucksvollen Erzählung hörte, war ein gewaltig hohes Lied der Größe, Hingabe, Opferbereitschaft, Ausdauer und Zähigkeit, sowie vielseitiger Erfindergabe deutscher Menschen, die allesamt der höchsten Bewunderung und der dankbarsten Anerkennung wert sind „ v v „ ... Man begleitete im Geiste an Hand der Erzählung des Vortragenden die verschiedenen Abteilungen unserer deutschen Brüder in dieser schonen Kolonie auf ihren gewaltigen Märschen und tn ihren von vornherein ungleichen Kämpfen, in Denen sie aber dank der großen militärischen Tüchtigkeit und der ausgezeichneten Führung, sowie der Opferfreudigkeit der weißen Kämpfer und der Askans oft die große feindliche Uebermacht schlugen und in die Flucht jagten, es aber schließlich doch nicht verhindern konnten, daß sie durch die riesige Uebermacht an Menschen und Kriegsmaterial einerseits, wie durch den Mangel an Waffen und Gerat, Munition und Verpflegung anderseits immer mehr in Bedrängnis und schließlich in die hoffnungslose Lage gerieten, die mit dem Verlust der schönen Kolonie endete. ~ri „ .. ....... Wenn auch die Kämpfe tn Dftafnta hinsichtlich des Materialeinsatzes und der Stärke der Heeres- förper nicht mit denen in Europa zu vergleichen waren, so konnte aber doch unsere deutsche Truppe unter L e 11 o w - V o r b e ck und seinen Unterführern General Wahle und Major Wint- ge ns, sowie den mit unauslöschlicher Treue folgenden Eingeborenen es erreichen, daß eine große feindliche Kriegsmacht von etwa 120 bis 150 000 Mann samt allem Material durch die zahlenmäßig und auch in der körperlichen und technischen Verfassung unendlich schwächere deutsche Kampftruppe _ , während der ganzen Zeit des Krieges gebunden, ihren Abschluß, und den Schlachtfeldern Europas ferngehalten | 2. Für den deutschen Skilauf ist nur die Wettlaufordnung und die Laufschule des Deutschen Ski-Verbandes maßgebend. 3. Die Führung des deutschen Skilaufs untersteht dem Führer des Deutschen Skiverban- bes. Sämtliche deutschen Vereinigungen, Abteilungen, Riegen usw., die Skiläufer zusammenfassen, sind seinen Anordnungen unterworfen. 4. An skiläuferischen Veranstaltungen können sich nur Mitglieder des Deutschen Ski-Ver- banbes beteiligen. 5. Jede skiläuferische Gemeinschaft innerhalb Deutschlands hat sich dem Deutschen Ski- Verband anzuschliefeen. 6. Veröffentlichungen über den deutschen Ski- betrieb sind ohne Unterschrift der zuständigen DSV.-Fachwarte ungültig. 7. Skilaufunterricht untersteht im Gebiete des Deutschen Reiches der Aufsicht und der Wei- sung des Deutschen Ski-Verbandes. 8. Nur die dem Reichsoerband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im Nationalsozialistischen Lehrerbund angeschlossenen geprüften Berufsskilehrer dürfen gegen Entgelt Skilaufunterricht erteilen. 9. Zur amateurmäßigen Unterrichtserteilung im Skilauf, sind nur die vom DSV. geprüften Lehrwarte (Amateurfkilehrer) berechtigt. Sie sind an die vom DSV. ausgegebenen Weisungen und Amateurbestimmungen gebunden. Oer (Siebener Eisverein eröffnet die Wintersporiwerbewoche. Leider sind beide Wintersportarten, Eis- und Schneelauf, in unserer Heimat darauf angewiesen, für sich durch Darbieten ihrer vorbereitenden Hebungen und durch Vorträge zu werben. Schnee und Eis fehlen noch, so daß die Anhänger auf diese vorteilhafte Unterstützung bei ihrer Werbung verzichten müssen. Am besten kommen noch die Eis- läufer weg, da sie im Rollschuh ein Gerät haben, das den Schlittschuh fast ganz ersetzen kann. Es fehlt eben beim Laufen nur die Flüssigkeit, die durch das leichte Gleiten auf dem Eis heroor- gerufen wird So wird heute abend die Sportabteilung des Eis- uereins in der Volkshalle ihre vorbereitende Arbeit auf Rollschuhen zeigen (Man beachte die Anzeige). Da erst zwei Uebungsstunden Dorausgegangen sind, werden allerdings noch keine besonderen Leistungen zu sehen sein Der Besucher wird sich aber ein Bild davon machen können, daß man auch auf Rollschuhen eine ganze Reihe von Eislaufübungen ausführen kann, ja sogar werden diese Hebungen das Können der meisten Gießener Eisläufer schon voll umfassen. Wer also auf dem Eis sich mit diesem Üebungsumfang begnügt und seine Freude daran hat, der wird auch auf Rollschuhen ganz auf seine der Gießener verhindern, brachten aber auch immer , wieder ihren Sturm durch ausgezeichnetes Kombi- । nationsfpiel nach vorne. Es gab manchen gefähr-- i lichen Angriff, Enders mußte öfter eingreifen und meisterte verschiedene sehr gefährliche Bälle. Bei Halbzeit stand das Spiel 3:3. Im Kampf um die Entscheidung gewann bas Spiel an Härte. Der Schiedsrichter griff anderer- feite nicht durch. Die Gießener spielten in der Folge etwas offener, meist aber nicht genau genug, um den Kasselern nicht immer wieder Gelegenheit zum Eingreifen zu geben. Schüler vermochte seine Mannschaft wieder mit einem Tor in Führung zu bringen. Krüger erhöhte dann die Differenz mit einem weiten Schuß, der sehr gut plaziert in der rechten unteren Ecke und unhaltbar für den Tormann landete, auf 5:3 Tore. Die Blauweißen tonnten gar noch nach einem tadellosen Zuspiel von Schott (der sehr uneigennützig und geschickt wirkte) zu Krüger auf 6:3 erhöhen. Unmittelbar daraus fiel aber ein viertes Tor für die Gäste. Bei weiteren Angriffen verkürzten sie dann gar auf 6:5 und die Situation spitzte sich immer heftiger zu. Die Verteidigungen arbeiteten mit der Aufbietung aller Kräfte, allerdings auch nicht immer fair. Die Chance auf den Sieg wandte sich aber wieder den Platzbesitzern zu, als Steines durch einen Straf- rourf aus großer Entfernung überraschend zum 7. Tor verwandeln konnte. Krüger verwandelte, nachdem Schott heftig angegangen worden war, den verhängten Strafstoß zum achten Tor. Die Kasseler gaben aber trotz der drei Tore Unterschied in den letzten Spielminuten den Widerstand nicht auf, sondern verkürzten kurz vor dem Schlußpfiff auf 8:6 Tore. 1900'5 Gauligamannschast konnte sich mit diesem Sieg, wenn auch nach Minuspunkten, weiter an der Spitze der Tabelle behaupten. Für die kommenden Spiele wird es aller Anstrengungen bedürfen, wenn die günstige Position behauptet werden soll. Die Mannschaft muß damit rechnen, daß sie allenthalben auf gleichwertige Gegner stößt und kaum „leichte Spiele" zu erwarten hat. Sie wird aus diesem Grunde auch noch etwas an sich arbeiten müssen. Kosten kommen. Der Gießener Eisverein will jedem heute abend Gelegenheit geben, selbst Versuche auf Rollschuhen anzustellen. Im Rahmen der Vorführungen wird der Kreisbeauftragte Mohr die Wintersportwerbewoche für Gießen eröffnen. Der Abend wird durch ein Rollhokey-Uebungsspiel der Gießener abgeschlossen. Trocken-Ekikurse — die Vorbereitung für den Skilauf. Die in früheren Jahren bereits mit großem Erfolg durchgeführten Trockenskikurse des Skiklubs Gießen werden auch in diesem Jahre unter Leitung geprüfter DSV.-Skilehrer in der Reithalle am Brandplatz stattfinden. Diese Abende find nicht nur für Anfänger, sondern auch für Fortgeschrittene eingerichtet. Durch ausgesuchte Hebungen werden bereits jetzt die Muskelpartien geschult, die beim Skiläufen im weißen Gelände die Hauptarbeit zu leisten haben. Außerdem wird jedem Teilnehmer erklärt, wie er seine Skiausrüstung zu pflegen und für den Winter vorzubereiten hat. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Oie Mitnahme von Skieni in der Eisenbahn. Die Deutsche Reichsbahn hat für die Mitnahme von Skiern folgende Regelung getroffen: 1. Zur Verbesserung der Unterbringung von Skiern werden in den Seitengängen der D-Zugwagen und in Vorräumen der neuen Eilzugwagen, die für den Wintersportverkehr hauptsächlich in Frage kommen, besondere Einrichtungen gebaut werden. Vis dahin wird zunächst die Mitnahme von Schneeschuhen in Abteile 1. und 2. Klasse der D= und Eilzüge nicht gestattet. 2. Zugelassen wird sie nur in Abteilen 2. Klasse der Personenzüge und entsprechend den zur Zeit geltenden Tarifbestimmungen in der 3. Klasse aller Züge. 3. Die Mitnahme von Skiern in Schlaf- und Liegewagen ist im allgemeinen ausgeschlossen. Oer Gegelslug-Vekord Oittmars anerkannt. Der Distanz - Segelflug - Weltrekord von Heinz D i t t m a r mit 375 Kilometer wurde jetzt von dem Internationalen Luftfahrt-Verband anerkannt. Auch der Schnelligkeits-Weltrekord des Italieners Lt. 21 g e II o mit 709,209 Stdkm. wurde bestätigt. Ergebnisse der Handball-Gauliga in Nordhessen. 1900 Gießen — Tura Kassel 8:6; Tuspo Bettenhausen — CT. Kassel 8:8. Kurze Sportnotizen. In Garmisch-Partenkirchen wurde die Hebefeier für das Olympia-Kunsteisstadion veranstaltet, bei dem Ritter v o n H a l t als Präsident des Olnmpia-Komitees für die Winterspiele die Festrede hielt. Auf dem Hohen Turm wurde die Hakenkreuzfahne gehißt. Oie Feier des 9. November in Oberheffen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 10. Rov. Am 9. November wurde auch in unserer Gemeinde der Gefallenen der nationalsozialistischen Bewegung gedacht. Früh um 8 Uhr trat die SA. unter dem Kommando des Sturmbannadjutanten Kirchner am Kriegerdenkmal an, um nach Niederlegung eines Kranzes für den ganzen Tag die Ehrenwache zu übernehmen. Abends versammelten sich sämtliche NS.-Organisationen und die übrige Einwohnerschaft am Kriegerdenkmal zur gemeinsamen Feier. Beim düstern Schein der brennenden Fackeln sprach Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann über die Bedeutung des 9. November 1918 und des 9. November für unser Vaterland, widmete den für die Größe und Ehre unseres Vaterlandes Gefallenen einen ehrenden Nachruf und legte einen Kranz nieder. Im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" wurde die Feier fortgesetzt. Adolf Klein (Violine) und Richard Lenz (Klavier) umrahmten die Feier mit dem Ernst des Tages angepaßten Mufikvorträgen. Dr. Crößmann sprach über die Bedeutung des Tages. Er gab einen Einblick in die Geschichte des 9. November 1923, der das Sinnbild des Aufbruchs der deutschen Nation gewesen sei und führte u. a. ferner aus, daß die Opfer der Bewegung uns die große Verpflichtung auferlegten, im Geiste jener Helden zu wirken und alles zurückzustellen, was uns einst trennte, damit nie wieder ein Tag kommen könne, wie der 9. November 1918. Wir müßten alles einsetzen, um die Äiolksgemeinschaft aufzubauen und auszugestalten. Noch stünden immer noch viele Volksgenossen der nationalsozialistischen Bewegung innerlich abseits gegenüber. Noch könnten viele Volksgenossen jene Zeit, in der jeder nur an sich dachte, nicht ver- g-.ssen. Wenn wir die Opfer betrachteten, jene zwei Millionen des Weltkrieges und die Opfer der nationalsozialistischen Bewegung, die gefallen seien für das ganze deutsche Volk, für die Größe und Ehre unseres Vaterlandes, dann hätten wir die feste Zuversicht, daß alles verschwinden würde, was uns einst getrennt habe. Die jetzt aus der HI. kommende und in die SA. und Partei aufzunehmende deutsche Jugend werde das Werk vollenden, das den Vorkämpfern der Bewegung vorschwebte. Wir alle batten die Pflicht, bei dem Aufbauwerk unseres Führers treue Mitarbeit zu leisten, uns einzusetzen mit aller Kraft, den Führer die Treue zu halten und der Jugend den Weg zu zeigen, der zu Volk und Vaterland führe. Die Feier, die recht gut besucht war, wurde mit dem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem gemeinsam gesungenen Horst- Wessel-Lied beschlossen. > Holzheim, 10. Nov. Am Abend des 9. November fand hier eine würdige Gedächtnisfeier für die gefallenen Freiheitshelden des 9. November 1923 statt. Sämtliche Formationen der NSDAP, marschierten von der Adolf-Hitler-Straße aus nach dem Kriegerdenkmal, wo die Feier statt- fand. Mit dem Liede „Volk ans Gewehr" wurde die Feier eingeleitet. Der BDM. fang das Lied „In München find viele gefallen", und brachte zwei Gedichte zum Vortrag. Der Gesangverein Harmonie sang die Lieder „Morgenrot" und „Ich hatt' einen Kameraden." Zellenwart Pg. Kuhl legte dann für die Toten, die am 9. November 1923 vor der Feldherrnhalle in München gefallen sind, sowie für die Toten des Weltkrieges einen Kranz nieder. In feinen Ausführungen schilderte Pg. Kuhl den Hergang im Jahre 1923, wo Adoff Hitler an der Spitze seiner Getreuen kämpfte und dabei 16 deutsche Helden ihr Herzblut hergaben für Deutschlands Auferstehung. Insbesondere mahnte er noch die Kameraden der SA., dem Führer die Treue zu halten bis zum Tode. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied bildeten den Abschluß der denkwürdigen Feier, an der fast die ganze Ge- meinde teilnahm. § Mainzlar, 10. Nov. Gestern abend wurde in unserem Orte eine eindrucksvolle Feier zur Ehrung der Toten vom 9. November und der des Weltkrieges veranstaltet. Pünktlich 20 Uhr begann der Aufmarsch vor dem Gasthaus Müller. Langgestreckt setzte sich der Zug durch die Hauptstraße des Dorfes zum Ehrenmal auf dem Friedhof, an dem tagsüber die SA. die Ehrenwache hielt, in Bewegung. An der Spitze des Zuges die Fahnen'und der aktive Sturm 2/116 und Führung des Sturmführers Wehn, dann falten SA.-Reserven aus den Orten Mainzlar, Staufenberg und Daubringen, eine Abteilung NSDFB. (Stahlhelm), Hitlerjugend aus den drei genannten Ortschaften, NS.-Frauenschaft, BdM., Gesangverein Mainzlar und fast die gesamte Einwohnerschaft des Dorfes. Am geschmückten Kriegerdenkmal, das durch schwelende Fakeln erleuchtet war, zu dessen beiden Seiten SA. Ehrenwache stand, trug zunächst der Männergesangverein von hier das Lied. „Die Sonne sank, der Abend naht" in schöner Weise vor. Anschließend svrach FAD.-Zellenwart P H ü g e r das Gedicht „9. November". Darauf wurden die! Fahnen gesenkt und Ortsgruppenleiter Schroth i dankte mit bewegten Worten den gefallenen Kameraden der Bewegung und den gefallenen Helden des Weltkrieges und legte anschließend einen Kranz nieder. Auf das Kommando „Fahnen hoch!" erhoben sich die Fahnen wieder und das Horft-Wessel- Lied erklang. Nun sprach Schulungsleiter Reich in eindrucksvollen, zu Herzen gehenden Worten zu den Zuhörern, ermahnte immer wieder zur Opferwilligkeit und verlangte die innerste und reinste Einstellung zur Volksgemeinschaft. Die Rede klang mit dem Treugelöbnis für den Führer und das Volk aus. Ergriffen sang zum Abschluß dieser erhebenden Feier die Menge das Deutschlandlied. O Harbach, 10. Nov. Gestern abend fand auf Veranlassung des Stützpunktes Harbach der NSDAP, im hiesigen Schulsaal eine schlichte Totengedenkfeier statt. Stützpunktleiter Pg. Müller eröffnete die Veranstaltung und übertrug Lehrer S ö h n g e n die Ausführung. Nach dem gemeinsam gesungenen Liede „Als die goldne Abendsonne" trugen einige Schüler Gedichte vor. Es folgte sodann das Lied „In München sind viele gefallen". Nach verschiedenen Gedichtoorträben ergriff Lehrer Söhngen das Wort. In seiner zu Herzen gehenden Ansprache würdigte er die Verdienste, welche sich die Toten des 9. November um die innere Erneuerung und die Zukunft unseres Vaterlandes erwarben. Im Hinblick auf ihren Opfertod ermahnte er sodann die Zuhörer, den Dank an die Toten durch opferwilligen Einsatz und tatkräftige Mitarbeit in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft abzuftatten. Nach der Ansprache sang die Versammlung das Lied vom guten Kameraden. Anschließend folgten einige Gedichtvorträge. Mit dem Horst-Wessel- und dem Deutschlandlied fand die würdige Feier ihr Ende. § Lumda, 10. Nov. Um der toten 5) eiben zu gedenken, marschierten des Morgens die Schüler zum Kriegerdenkmal und sangen den Toten zum Gruß ihre Lieder. Abends nahmen die Gliederungen der Partei Aufstellung vor der geweihten Stätte. Zellenleiter Willy K a u ß hielt eine Ansprache. Sein erster Gruß galt den feldgrauen Helden, die ihr Bestes, ihr Leben, für Deutschland dahingaben, deren siegreicher Kampf durch den 9. November 1918 ein schmähliches Ende fand. Dann sprach der Redner von jenem düsteren Novembertag in München, dem blutigen Auftakt des deutschen Freiheitskampfes. Hunderte von Gräbern zeichnen diesen Opfergang, der zum neuen Reiche führte. Zum dankbaren Gedenken erklang das Lied vom guten Kameraden. Der Zellenleiter legte einen Kranz nieder und mahnte die Volksgenossen zu opferbereitem Nachfolgen. Das Horft-Wessel-Lied beschloß die ernste Feierstunde. Kreis Alsfeld. xs* Nieder-,Gemünden, 10. Nov. Der hiesige Stützpunkt veranstaltete gestern abend im schön geschmückten Saale des Gastwirts Becker eine G e - dächtnisfeier z u Ehren der gefallenen Helden der Bewegung. Eröffnet wurde der Abend durch einleitende Worte des Stützpunktleiters Pg. Schäfer. Danach sprach Kultur- wart Pg. Schmoll- Elenrod. Ausgehend von den Geschehnissen des Weltkriegs und dem schmählichen Zusammenbruch im Jahre 1918 kam er auf den 9. November 1923 zu sprechen. Insonderheit gedachte er derer, die ihr Blut schon damals für ein neues Deutschland einsetzten. Passende Gedichte umrahmten und verschönten den Abend. Die von allen Gliederungen der Partei gutbesuchte Veranstaltung fand in üblicher M"ise ihren Abschluß. Kreis Schotten. s Schotten, 10. Nov. Zu einer Gedenkfeier für d i e gefallenen Freiheitskämpfer der Bewegung, sowie der Gefallenen des großen Krieges hatte die Hitleriugend gestern abend, am 9. November, die Bevölkerung in die Turnhalle eingeladen, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Feierlich zogen Hitlerjugend, Jungvolk, SA., SAR. in die aeschmückte Halle mit den Fahnen ein. Gedämpftes Licht lag über der in Schweinen versunkenen Menge, die Sturmbannführer Straub begrüßte mit Worten tiefen Gedenkens an den hohen Sinn der Feier. Mehrere Gedichte, Prolog, Schilderung der Vorgänge in München am 9. November 1923 folgten. Gemeinsam wurden die Lieder „In München sind viele Gefallen" und „Volk ans Gewehr" gesungen. Dekan Widmann hielt die Trauergedenkrede. An das Wort Walter Flex mahnte er: „Gebt euren Toten Heimrecht, ihr Lebendigen!" All die vielen Opfer werden heute in uns lebendig und mahnen uns, zu leben unh zu dienen für unser Volk und unteren Führer. Die Fahnen wurden gesenkt, zwei Minuten wurde in tiefem Schweigen der Toten aedacht. Nach dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel- Lied verließen unter Trommelwirbel die Zuhörer» ergriffen von der ernsten Feier, den Saal. -7- Eichelsdorf, 10. Nov. Die Feier des 9. November wurde hier in schlichtem, würdigem Rahmen begangen. Die Beteiligung war außerordentlich stark, so daß der geräumige Mösersche Saal bis zum letzten Platz gefüllt war. Neben den Gliederungen der Bewegung waren auch die Krieger- und Gesangvereine der zur hiesigen Ortsgruppe zählenden Zellen Eichelsdorf, Ober-Schmit, t e n und Rainrod erschienen, ihre innere Anteil, nähme und kameradschaftliche Geschlossenheit zu bekunden. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches zogen die Fahnen ein, um vor der fest, lich geschmückten Tribüne Aufstellung zu nehmen. Ortsgruppenleiter Pg. H e n ß eröffnete mit Grußworten die Trauerfeier und entwarf ein fesselndes Bild von den Ereignissen in München. Die blutige Saat sei aufgegangen und habe herrliche Früchte gezeitigt. Eine Minute feierlichen Schweigens ehrte die unvergeßlichen Toten der Bewegung und des Weltkrieges, die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Im weiteren Verlauf der Veranstal- tung sprachen Pfarrer Ooth (Eichelsdorf), Frank und Bing (Rainrod), D i e h l (Ober-Schmitten). Aus allen Ansprachen, die von Gedichten, gemein« sam gesungenen Kampf- und Daterlandsliedern umrahmt wurden, klangen dankbares, ehrfürchtiges Gedenken für die Toten der Bewegung und des großen Krieges, der Glaube an Deutschlands Zukunft und unverbrüchliche Treue zum Führer. Zwei Massenchöre der zusammengefaßten Gesangvereine („Mahnung" und „Deutschland, du mein Vaterland") gaben der ernsten Feierstunde, die mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied ausklang, eine besondere Weihe. + Groß-Eichen, 10. Nov. Eine Gedenkfeier für die Gefallenen ber national- sozialistischen Bewegung fand gestern abend in unserer Kirche statt. Sämtliche Gliederun» gen der Partei und der örtlichen Vereine nahmen geschlossen mit ihren Fahnen teil. Ein Musik-Quar, tett, bestehend aus Lehrer Bell, Groß-Eichen (Vio- line); Lehrer Appenheimer, Groß-Eichen (Cello); Lehrer Müller, Lardenbach (Violine) und Pfarrer König, Groß-Eichen (Harmonium) trug zuerst das „Arioso" von Händel vor. Nach einem Chorgesang des Gesangvereins hielt Pg. Pfarrer König eine Ansprache. Das Quartett spielte bar- auf leise bas Lieb vom guten Kameraben. Es folgte bann bas „Air" von Johann Matthefon. Den Schluß bildete ein gemeinsam gesungenes Lieb. An- schließenb würbe vom Jungvolk im Beisein aller (Blieberungen ber Partei vor bem Dorf ein Feuer abgebrannt. — Die diesjährige Fortbilbungs- schule für bie Orte Sellnrob, Höckersdorf, Groß- Eichen findet in Groß-Eichen statt und wird von Lehrer Roth aus Sellnrod gehalten. Sehr wahr- scheinlich wird ber Fortbilbungsschule noch ein Kochkursus angegliebert. — Preisen. Kreis Wehlar. <£ Robheim a. b. 23., 10. Nov. Anläßlich des gestrigen Gedenktages für bie Blutzeugen ber nationalsozialistischen B e- w e g u n g hatten hier bie öffentlichen Schäube und zahlreiche Privatgebäude Trauerbeflaggung angelegt. Am Ehrenmal vor unserer altehrwürdigen Kirche stellten bie SyV und die örtlichen Angehörigen der SA.- und NSKK.-Formationen einen Doppelposten als Ehrenwache. Im Laufe des Tages war ein Kranz von der NSDAP, niedergelegt worden. Um 20 Uhr versammelten sich die SA.- und NSKK.-Formationen, HI., BDM., NS.-Frauenschaft, Kriegerverein, Gesangverein, Turnverein usw. und zogen in einem stattlichen Zuge zum Ehrenmal, wo sie inmitten einer großen Trauergemeinde Aufstellung nahmen. Hier ergriff ber Ortsgruppenleiter Karl Keller bas Wort ui einer längeren Ansprache, in der er den Opfertod der Kämpfer im Braunhemd in das rechte Licht rückte. Nach ihm sprach der Ortsgeistliche Pfarrer Vömel tirienwfunb-me Worte des Dankes unb ber Verpflichtung aller ßebenben gegen bie, bie im Kampf um Deutschlands Ehre und Freiheit starben. Seine Ausführungen schlossen mit bem Mahnruf für alle: „Seid getreu bis in den Tod". Das Lied vom guten Kameraden und das Kampf' lieb Horst Wessels beschlossen bie eindrucksvolle Feierstunbe. 6671 d Gießen (Wilheimstraße 45III.). Dornassenheim, den 12. November 1934, 05454 Unser lieber Bruder und Schwager Herr Heinrich Stamm Die Beerdigung findet in der Stille statt. 6670D 6667 D Telegraphenbauamt. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Roth Wwe, geb Emig Ludwig Meißinger und Frau, geb Emig Helene Emig Wwe., geb Brückmann nebst Enkeln und Urenkeln Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 14. November, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt und das Seelenamt am Donnerstag, dem 15. November, morgens 7 V, Uhr. ist heute im 58. Lebensjahr durch einen sanften Tod von seinem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden erlöst worden. Albert Stamm Anni Stamm Gießen (Wilhelmstraße 10), den 11. November 1934. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Frau Kath. Launspach, geb. Becker, und alle Angehörigen. Reiskirchen, den 12. November 1934. ____________________________________________6669 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren herzensguten Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Herr Adam Emig, Oberpostschaffner i. R. Altveteran von 1866 und 70/71. im 93. Lebensjahre gestern in die Ewigkeit abzurufen. Für die Beweise der Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Becker, Bergw.'Beamter. Gießen, den 12. November 1934. 6655 D Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Fernsprechlinie an der Straße von Gießen bis Stein- doch (km 1,27—2,00) liegt bei dem Postamt in Gießen aus die Dauer von 4 Wochen aus. Darmstadt, 9. November 1934. Gestern morgen IO8/* Uhr entschlief in der Medizinischen Klinik nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Schwester und Tante Frau Anna Elisabetha Hahn, geb. Launspach im 57. Lebensjahre. In tiefer T> auer: Karl Hahn nebst allen Angehörigen. Annerod, den 12. November 1934. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 13. November, nachmittags 2*/s Uhr, statt. ter- höhteFreudeanden vielfältigen Schön. Helten der Natur. Verlangen Sie Pro spebte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher- SMöennWer Benag Beriln-SWprfelöe Oiefürheuie abend in derIotzanneS- kirche anberaumie Versammlung in der Herr Landesbischof Lic. Dr. Dietrich sprechen sollte, wird bis auf weiteres «sesv veefchoven! Lw. E. 83 (a) / 34. Beschluß Ueber den gärtnerischen Betrieb (Eigentümer- Pächterbetrieb) des Adolf Dönges und seiner Ehefrau Anna, geb. Vendt, in Gießen, Marburger Straße 67, wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 10 Uhr eröffnet. Die Deutsche Gartenbau-Kredit-Aktien-Gesellschaft zu Berlin NW 40, Schlieffenufer 21, wird zur Ent- schuldungsstelle ernannt. 6663D Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 30. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem GeriA einzureichen bei Meidung der in § 11 Abs. 2 drs Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 8. November 1934. Hessisches Amtsgericht. Lw. E. 70a/34. Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Heinrich 2Uanf IV. und seiner Ehefrau TNarie, geb. Aölzel, zu Wieseck wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 10 Uhr eröffnet. Die Landesbauernkasse Rhein-INain-Ueckar e. (firn. b. h. zu Frankfurt a. 211. wird zur Entschuldungsstelle ernannt Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre An» spräche bis zum 20. Dezember 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht ein« zureichen bei Meidung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 5. November 1934. 6662D Hessisches Amtsgericht.