Ur. 259 Erstes Blatt 184- Jahrgang Freitag, 12. Oktober MH Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monafr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Such- und Ztemdruckerei U.Lange in Gießen. 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Es soll sich um jenen unter dem Namen Chalny in einem Pariser Hotel eingetragenen Begleiter des Mörders handeln, der am 30. September in dessen Begleitung und einer anderen Person in Paris eingetroffen war. Man ist überzeugt, daß er unmittelbar an dem Verbrechen beteiligt gewesen ist. Zwölf Süd- flamen, bei denen Haussuchungen abgehalten wurden, wobei der Polizei zahlreiches Material in die Hände fiel, das noch nachgeprüft wird, sind ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Paris, 11. Oft (DNB.) Donnerstagvormittag ist in Paris d e r Sonderzug mitder Leiche B a r t h o u s eingetroffen. Mit demselben Zuge kamen Königin Maria von Südslawien und der Präsident der Republik, Lebrun, Noch kein Geständnis der Verhafteten. War im Fall des Mißlingens ein zweiter Anschlag in Paris geplant? Paris. 11. Oki. (DNB.) Die Polizei von Sl n n e m a f s e an der Schweizer Grenze, wenige Kilometer von Genf, hat in der vergangenen Nacht gwei angebliche Helfershelfer des Marseiller Mörders verhaftet, die am Vorabend in Annemaffe singetroffen waren. Die beiden Verhafteten waren iim Besitz von Ausweispapieren, die auf den Namen D e n e f ch und N o v a x lauteten, und sollen am Mittwoch aus Paris angekommen fein. Man ffand bei ihnen verschiedene Gegenstände, die aus demselben Kaufhaus stammen, von dem । auch der Marseiller Mörder feine Kleider bezogen hatte. Die Verhaftung geschah in den brühen Morgenstunden in einem Hotel von T h o n o n auf Anweisung von Paris. Die beiden Verhafteten haben keinen Widerstand geleistet. Sie hatten tschechoslowakische Pässe bei sich, lOie vom tschechoslowakischen Generalkonsulat in -aus Triest ausgestellt waren, muhten aber zugeben, Daß die Pässe gefälscht waren. Die Vernehmung wurde dadurch erschwert, dah Benesch und Novax «er französischen Sprache kaum mächtig waren. Den Verhafteten wurden Photographien unterbreitet, auf denen sie in Gesellschaft des Mörders Kalem en zu sehen waren. Dadurch gezwungen, zuzugeben, dah sie kalemen kannten, »ersuchten sie jedoch, jeden weiteren Zusammenhang mit ihm oder gar mit der Tat ab z ust re lten. Ls scheint jedoch, dah sie es waren, mit denen kalemen zuletzt einige Tage in Paris »erbrachte. Entgegen der von einigen pariser Abendblättern ausgestellten Behauptung, wonach sie üin Geständnis abgelegt hätten, erklärt die Agentur havas, dah sie n u r z u g e g e b e n hätten, loen Mörder zu kennen. Sie hätten aber jede mittelbare oder unmittelbare Beteiligung an vem Verbrechen abgeleugnet. Ein Kraftwagenführer aus St. Quen- liin erklärte der Polizei, er habe am Dienstag xlnen Ausländer, der auf dem v-Zug [paris—Brüssel ausgestiegen war, von St. Quen- 1:ln erst nach Lille und dann nach Roubaix [gefahren, wo der Reisende nach Bezahlung des Fahrpreises verschwand. Der Kraftwagenfahrer will in dem Fahrgast Benesch wledererkannt «haben, dessen Bild in der presse veröffentlicht wor- ven ist. Man hält es nicht für ausgeschlossen, dah «lefer Mazedonier einen Anschlag gegen den König Alexander in Paris hatte versuchen I'ollen. Als der Betreffende in St. Quentin von «em geglückten Anschlag gegen den König i.n Marseille Kenntnis erhielt, habe er seine Reife unterbrochen. Ein aufgestöberter Helfershelfer entkommen. Paris, 11.Oft (DNB.) Ein Helfershelfer oder Mitwisser des Marseiller Mörders soll in einer Der zurückgetretene französische Innenminister S a r r a u t. den französischen Auhenrninister gelingen konnte, ist zurück getreten. Der Generaldirektor der Sicherheitspolizei B e r l h o i n wurde seines Postens enthoben, ebenso der Präfekt des DepartementsBouches-du-Rhone Louhannaud. In den Zeitungsbetrachtungen kommt zum Ausdruck, es fei gut, wenn, wie im vorliegenden Fall, d i e verantwortliche Persönlichkeit für das, was unter ihrer Leitung stehe, e i n st e h e. Das „Journal" sagt: Die Ungnade fällt auf Männer, von denen einige nur infolge ihrer Soll Flandin der Nachfolger Varthous werden? Paris, 11. DFL (DNB.) Der französische Innenminister S a r r a u t, der von der französischen presse dafür verantwortlich gemacht wurde, dah der Anschlag auf den südslawischen König und DerKönigsmörder war schwer bewaffnet Wie dem „Matin" aus Marseille berichtet wird, war der Mörder des Königs von Südslawien außerordentlich schwer bewaffnet. Man fand bei ihm eine Mauser - Maschinenpistole, Kaliber 7,65 mm, 1240 g schwer, 28,8 cm lang, bei der Ladestreifen von 10 oder 20 Kugeln Verwendung finden, ferner eine Walter- P i st o l e , Kaliber 7,65 mm, und eine Bombe, deren Herkunft nicht festzustellen ist. Sie enthält etwa 80 g Cheddit. Es ist eine Bombe, wie sie Anarchisten gewöhnlich nicht besitzen, sondern wie sie im Kriege Verwendung findet. An Patronen besaß Kalemen zwei zwanzigschüsfige ßabe ft reifen für die Mauser- und sechs Ladestreifen zu neun Schuß für die Walter-Pistole. Stellung geopfert werden, die sich aber selbst als Opfer angeboten haben, da sie eingesehen hätten, dah die Bezeichnung „Leiter" künftighin nicht mehr von der Verantwortung befreit fein dürfe. In mehreren Blattern wird angesichts des folgerichtigen Rücktritt Sarrauts das Verbleiben des umstrittenen Justizministers E h e r o n im Amte scharf gerügt. Bei der Umbildung des Kabinetts soll Doumergue möglichst wenig das politische Gleichgewicht stören wollen. So würden herriot und Tardieu Staatsmini st er ohne Geschäftsbereich bleiben. Die Ernennung des derzeitigen Ministers für öffentliche Arbeiten, Flandin, zum Nachfolger Varthous am Quai d'Orsay nehme an Wahrscheinlichkeit zu. Als künftiger Minister für öffentliche Arbeiten wird der Abgeordnete p e r n o t genannt. Für das Innenministerium sollen die Abgeordneten Oueuille, Laval oder Lamoureux in Frage kommen. In rechtsstehenden Kreisen spricht man auch von dem jetzigen Pensionsminister Louis Marin als kommenden 3 uff h mini- ff er. Allerdings löst die Möglichkeit einer solchen Anwartschaft bereits den Einspruch der Linkskreise aus, da Marin die am weitesten rechtsgerichtete Persönlichkeit des Kabinetts Doumergue ist und die öffentliche Meinung, soweit sie links orientiert ist, nicht wünscht, dah das Justizministerium einer zu sehr rechts eingestellten Persönlichkeit ausgeliesert wird. Neuerdings nennt man als möglichen Justizminister auch den Generalstaats- anroatf Matter. Innenminister Sarraul znin Rücktritt gezwungen Weitergreisende Umbildung des Kabinetts Doumergue. mit seinem Gefolge in der französischen Hauptstadt an. Am Bahnhof hatte sich eine gewaltige Menschenmenge eingefunden. Die polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen waren so streng, daß der Bahnhofsplatz in weitem Bogen abgesperrt und das Betreten des Bahnhofsgebäudes selbst den Vertretern der Presse untersagt war. Auf dem Bahnsteig warteten die Königinmutter Maria von Rumänien und viele französische und südslawische Wür- denträger auf die Ankunft des Zuges. Das diplomatische Korps, darunter der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Förster, war vollzählig versammelt. Der Sarg mit der sterblichen Hülle Varthous wurde nach dem Außenministerium am Quai d'Orsay übergeführt und dort im Uhrensaal, der in eine Trauerkapelle umgewandelt worden ist, aufgebahrt. Königin Maria von Südslawien ist am Donnerstagabend in Begleitung ihres Sohnes, der Königinmutter Maria von Rumänien, der Prinzessin I l e a n a von Rumänien und deren Gatten Prinz A n t o n von Habsburg und des südslawischen Außenministers I e f t i t s ch nach Belgrad abgereist. Präsident Lebrun, Ministerpräsident Doumergue sowie die meisten in Paris anwesenden Minister hatten die Königin an den Zug begleitet. Der Film von der Bluttat in Marseille. In London und in einem Pariser Kino vorgeführt. London, 11. Okt. (DNB.) Tausende von Lon- donern sahen am Donnerstag einen Film, der an Schrecken alles in den Schatten stellt, was je bisher gezeigt worden ist: Die letzten Augenblicke des Königs Alexander und Varthous sowie der Sturm der wahnsinnigen Menschenmenge auf den Mörder zogen am Auge vorbei. Es ist kein Wunder, daß die französischen Behor- den alles getan haben, um zu verhindern, daß dieser Film Über die Grenze gelangt und auch die für Neuyork bestimmten Filmstreifen in Cherbourg beschlagnahmt haben. In England dagegen wird er in mindestens 15 0 0 Lichtspieltheatern gezeigt werden. Unter den heutigen Besuchern dieses Films befand sich eine ganze Anzahl Beamter der G e h e i m p o l i z e i von Scotland Pard, die aufs eingehendste die Gesichter der Marseiller Menschenmasse prüfte, um zu sehen, ob man irgendwelche bekannten internationalen Verbrecher darunter feststellen kann. Der Film von dem Anschlag in Marseille sollte am Mittwochabend auch in allen Pariser Lichtspieltheatern vorgeführt werden. Im letzten Augenblick hat die Polizei die öffentliche Vorführung aber verboten. Der in London gezeigte Film i ft nicht das Original, sondern er ist stark beschnitten. Nur ein einziges Pariser Lichtspielhaus zeigte den Film trotz des Verbotes. Augenzeugen berichten, daß aus diesem Dokument deutlich hervorgehe, wie mangelhaft der Sicherheits- dienst organisiert gewesen sei. „Paris Soir" schreibt, man könne nicht von einer Kette von Polizeibeamten sprechen, die die Bevölkerung zurückhielt, sondern man sehe nur hier und da einen Beamten, der alle Mühe habe, die Straße frei zu machen. Außerdem stelle man an Hand dieses Filmes mit Erstaunen fest, daß d e r Wagen, in dem sich der König und der franzö- Der Sarg des Königs Alexander wird in Marseille von Seeoffizieren an ?Lord des Zerstörers „Dubrownik" getragen. — Links: Die Königin-Witwe Maria und der französische Präsident Lebrun. I V < r Ä * U K l r*:< Der elfjährige K ö n i g P e t e r von Jugoslawien unb feine Großmutter, die Königin-Mutter von Rumänien verlassen bas Ritz-Hotel in London, um sich zum Bahnhof zu begeben und dann über Paris nach Belgrad zu reifen. KU W MK, M war das Losungswort. hoben sei. % • ... I* Beinamen ^D er en wird, i e i t e r - ie-eraufbau-espersonalkreditgeschästs setzt Hebung der Schuldnermoral voraus dem einen bestimmten Tage zurückzuzahlen. Aber man nimmt diese Verpflichtung nicht genau; wenn es gerade unbequem ist, mutz der Gläubiger eben warten: .Außerdem könnte er eigentlich etwas nachlassen. Was braucht er so viel an dem Geschäft zu verdienen? Ich habe mich zwar verpflichtet, aber wenn er mich darauf festnagelt, dann ist das eine formal-juristische Gemeinheit!' Es ist traurig zu sagen, daß diese Auffassung über Der- pflichtungen leider recht verbreitet ist und daß sich allzu viele Menschen daran gewöhnt haben, sie als normal anzusehen Es fängt im Privatleben an — Aerzte, ferner Bäcker, Fleischer und andere Lieferanten des täglichen Bedarfs können ein Lied davon singen —, es greift über auf das ge> s ch ä f t l i ch e Leben', und dort wirkt es auf die Dauer ruinös. Man mag schreiben, reden, schimpfen, drohen, auf einer derartigen Schuldnermoral läßt sich ein Personalkredit nicht aufhauen, und wenn sich darin nichts ändert, wird es dabei bleiben, daß die Kreditgeber sich Pfänder sichern, weniger wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung, als weil ß/ dadurch eine Waffe gegen Böswilligkeit und Laxhra in der Hand haben." Abschließend weist Finanzrat Schilling darauf hin, daß die Ausmerzung kreditunwüröiger Zemente und der Wiederaufbau eines Personalkreditgeschäfts auch ein Schritt vorwärts auf dem Wege zur Zinssenkung sein werde. „Einen wesentlichen Kostenbestandteil bei den Banken sind heute die V e r l u st e, die nach aller Erfahrung im Kreditgeschäft eintreten, und für die Deckung dieser Verluste müssen die Banken in den Zins eine Risikoprämie einkalkulieren. Ist das Kreditgeschäft so gesäubert, daß Verluste normalerweise nicht mehr eintreten, so kann diese Risikoprämie fort- fallen und der Zins hierdurch d er billigt werden. Gerade durch organische Maßnahmen, die dem Wesen des Kreditgeschäftes entsprechen, können auf diesem Wege Erfolge erzielt werden, auf deren Dauer man rechnen kann." Der Reichsmini st er für Volksaufklärung und Propaganda hat die Vorführung des Filmstreifens von der Ermordung des jugoslawischen Königs und des französischen Außenministers Barthou aus Gründen des internationalen Taktes für ganz Deutschland verboten. Italienfeindliche Kundgebungen in Süi s awien. London, 11. DEL (DNB.) Reuter meldet, daß es in Laibach (Slovenien) zu italienfeindlichen Kundgebungen gekommen sei. Die Menge hatte oer- hängigkeit seines Staates zu verstärken. „U n a b -1 wenn er nicht überzeugt gewesen wäre, daß in hängigkeit von allen Großmächten!" ihren Händen seine Politik am besten aufge- günstigungen wie der Reichsverbilliaungsschein A. Mit der Beseitigung der Bezugsscheine für die Haushaltsmargarine ist d e r e n S t e u e r f r e i. heit aufgehoben worden. Eme Schlechterstel- lung der Bezugsberechtigten tritt dadurch nicht ein, da die Verteuerung durch die Ausgabe des zweiten Reichsverbilligungsscheines wieder ausgeglichen wird. m Um im Rahmen des Fettplanes die Versorgung der Minderbemittelten mit der billigeren Konßlm- Margarine sicherzustellen, konnte auf das Be. stellscheinsystem nicht verzichtet werden; der Besitz des mit rotem Strich versehenen Reichs- oerbilligungsscheines B gewährt einen Anspruch auf bevorzugte Zuteilung von mindestens einem Pfund Konsummargarine, sofern der Bezugsberechtigte rechtzeitig vorher den Stammabschnitt M dem Bestellschein der Verkauf stelle vor- liegt. , v Der Stammabschnitt enthält demnach drei Reichs- verbilligungsscheine A, sowie drei Reichsverbil- ligungsscheine B. Der auf dem Stammabschnitt befindliche Bestellschein gilt für drei Pfund Konsum- Margarine. Die Gültigkeit der Reichsverbilllgungs- scheine ist jeweils auf einen Monat begrenzt. MueBestimmungenfürdieFeiiversorgung der minderbemittelten Bevölkerung. Ein zweiter Reichsverbilligungsfchein statt der bisherigen Bezugsscheine für Haushaltmargarine. Berlin, 12. Okt. (DNB. Funkspruch). Wie der „Völkische Beobachter" meldet, beschäftigt sich em Erlaß der zuständigen Ministerien mit der Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung. Zn dem Erlaß heißt es: „Die zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevölkerung getroffenen Maßnahmen werden für die Monate November und Dezember 1934 sowie für Januar 1935 mit folgender Maßgabe durchgeführt: Wie seither erhalt der Minderbemittelte monatlich einen Reichs- o e r b i l l i g u n g s s ch e i n für Speisefette (Gruppe A), der beim Einkauf von mindestens einem halben Pfund der auf dem Stammabschnitt angegebenen Fettwaren mit einem Wert von 25 Pfennig in Zahlung gegeben werden kann. Dagegen ist von der Ausgabe der Bezugsscheine für Haushaltmargarine abgesehen worden. Diese werden durch einen weiteren R e i ch s v e r b i ll i g u n g s s ch e i n (Gruppe B) ersetzt, um dem Inhaber des Stammabschnittes die Möglichkeit zu geben, a n - stelle von Margarine auch andere Fettwaren verbilligt zu beziehen. Der Reichs- verbilligungsschein B gewährt die gleichen Ver- Savg im Sonderzug nach Aaram übergeführt, wo er in den späten Abendstunden eintrefft Am 15. Oktober, morgens, erfolgt die W Senat und Skupschtina beschlossen dann, dem ermordeten König d en Dem ermordeten König wird der Ehrenname „Der Einiger" beigelegt. Vereidigung des Regentschastsrats.-Hälselraten um die Person des Mörders. Neben dem Widerhall in den verbündeten Staaten interessiert sich die hiesiae Presse in erster Linie für die Person des Attentäters. Nachdem einwandfrei festgestellt werden konnte, daß der Paß des Mörders und damit auch sein Name und alle Angaben über ihn gefälscht waren, blieb als einziger Anhaltspunkt die Tätowierung am Körper des Attentäters zurück, die den Totenkopf und die Inschrift der Inneren Mazedonischen Revolutionären Organisation aufwies. Aber auch dieser Anhaltspunkt wurde in den letzten Stunden völlig wertlos, denn die Blätter berichten aus Marseille, man habe dort durch chemische Analyse feststellen können, daß die Tätowierung höchstens vier Wochen alt sei und dem Attentäter sicherlich aus dem Grunde beigebracht worden war, um die Nachforschungen auf eine f a l sch e Spur zu lenken. Das Kabinett Uzunowitsch bleibt im Amt. Belgrad, 11. Okt. (DNB.) Der südslawische Ministerpräsident Uzunowitsch hat sämtliche Aemter seines Kabinetts der Negentschaft z u r Verfügung g e st e l l t. Die Regentschaft beschloß hierauf, daß die jetzige Regierung Uzunowitsch i m A m t e bleibt. Ein Volk trauert um seinen König Don unserem Dr. Sch.-Äerichterstaiter. fahrt nach Belgrad, wo sich zum Empfang u. a. die Mitglieder des Regentschaftsrates und der Regierung, sowie Vertreter von Senat und Kammer einfinden werden. Der tote Könih wird vom Bahnhof ins Alte Palais übergeführt, wo ein kurzer Gedächtnisgottesdienst abgehalten wird. Am 16. und 17. Oktober wird die Bevölkerung an der Bahre vorüberziehen dürfen, um Mitternacht des letztgenannten Tages wird der Sarg in d i e B e l - grober Kathedrale gebracht, wo am 18. Oktober, morgens, ein feierliches Requiem abgehalten wird. Sodann erfolgt die Ueberführung in die Kirche in Oplenatz, wo die Beisetzung unter militärischen Ehren erfolgen wird. Infolge der Landestrauer sind sämtliche Veranstaltungen und Darbietungen abgesagt. Die Restaurants und Kaffeehäuser werden um 22 Uhr geschlossen. Die Blätter widmen ihren Nachrichtenteil ausschließlich den Ereignissen, die im Zusammenhang mit der Mordtat stehen. Die Stellungnahme der .Weltpresse wird ausführlich wiedergegeben. Des Königs Reise nach Paris wurde auch im Rahmen dieser Frage unternommen untr gewertet. Alexander fuhr nach Frankreich, um die Sicherheit seines Staates zu verteidigen. Gewiß wollte er mit Barthou und den anderen französischen Ministern freundschaftliche Reden tauschen; aber dabei war man doch überzeugt, daß er den Franzosen den südslawischen Standpunkt klarmacken werde. Don entscheidender Bedeutung wäre diese Reise gewesen. Denn Südslawien war soeben an einem der wichtigsten Punkte seiner Außenpolitik angelangt. Die Rückkehr eines Triumphators hatte man erwartet, und statt dessen wird nun ein toter Monarch in seine trauernde Heimat zurückkehren. Die Trauer in Südslawien ist tief und aufrichtig, denn König Alexander war mehr als ein König. Er war zugleich auch Führer und Vorbild seines Volkes. Er hatte in den Feldzügen als Regent Freud und Leid mit den Soldaten geteilt. Er war der Mann mit der sichersten Hand und mit dem klarsten Kopf. Er hatte den jungen Staat durch alle innen- und außenpolitischen Gefahren geführt, die sich in bedrohlicher Höhe aufgetürmt hatten. Der König war an seiner Politik niemals irre geworden. Er setzte einen einmal gefaßten Entschluß langsam, aber mit unerschütter- licher Folgerichtigkeit durch. Es gab bei ihm fein Schwanken und kein Zaudern, eine einmal eingeschlagene Richtung beizubehalten, und wenn er jahrelang um den Erfolg ringen mußte — schließlich siegte er doch. Seine Konsequenz nötigte auch seinen Gegnern Hochachtung ab. Sie mußten erkennen, einen Mann vor sich zu haben, der mit der Größe seiner Aufgaben wuchs. Und es wird als besonders tragisch empfunden, daß er in dem Augenblick, als diese Aufgaben am größten waren, aus dem Leben scheiden mußte. Denn noch niemals hatte Südslawien in der zwischenstaatlichen Politik eine so große Rolle gespielt wie in eben diesen Tagen. Der Stolz und die Vaterlandsliebe der Südslawen sträuben sich gegen den Gedanken, daß diese Entwicklung nun ein Ende gesunden haben könnte. Die Entschlossenheit, die bisherige Politik des Königs weiter zu führen, ist daher auch für niemanden überraschend, der die Seele dieses Volkes kennt. Immerhin ist man sich bewußt, durch den Tod des Königs einen unersetzlichen 23 e r I u ft erlitten au haben. Wenn der Weg, den Alexander ging, für ihn schon schwer war, so wird er für die Kräfte seiner Nachfolger noch schwerer sein. Die ganze Verantwortung liegt jetzt beim Regentschaftsrat, dessen Mitglieder der König in seinem Testament noch selbst bestimmte. Es sind Männer, die sein höchstes Vertrauen genossen, in seine geheimsten Pläne einaeweiht waren und seine Politik zweifellos fortsetzen werden. Denn für Experimente ist jetzt keine Zeit Der König hätte sie auch sicherlich nicht als feine Nachfolger bestimmt, Staatsfinanzrat Hermann Schilling, Mitglied der Generaldirektion der Preußischen Staatsbank (Seehandlung), beschäftigt sich in einem Aufsatz in der „Rhein-Mainischen Wirtschaftszeitung" mit dem Perfonalkreditgeschäft der Banken. „Es muß zunächst unumwunden zugeaeben werden, daß sich bei den Banken eine gewisse Ueberschätzung der Sicherheit ausgebildet hat, die durch die Verpfändung von Sachwerten oder wenigstens deren Vorhandensein beim Kreditnehmer gegeben ist." Gerade die Erfahrung der letzten Jahre haben aber gezeigt, wie schnell Sicherheiten wertlos werden können. Wichtig sei bei der Kreditgewährung die Untersuchung bef Frage: Was kann aus b e m Unternehmen werben. Unb bie Beantwortung bieser Frage ist eben abhängig von ben persönlichen Eigenschaften unb Vorzügen bes betreffenben Unternehmers. „In Wirklichkeit ist ebenb ie Sicherheit, bie in ben organischen Entwicklungsmöglichkeiten eines Unternehmens liegt, größer als biejenige, die durch Verpfändung irgendwelcher Werte des Unternehmens beigebracht werden kann. Dies ist der Gesichtspunkt, unter dem der alte jedem Bankier vertraute Satz ailt, daß die „ungedeckten" Kredite die besten find. Leider fehle immer noch das Vertrauen, ohne das nun einmal kein Kreditgeschäft zustande kommen kann. Schilling verlangt deswegen gegen d i e wirklich Kreditunwürdigen, also diejenigen, welche das Vertrauen mißbrauchen, strenge Maßregeln. Eine neutrale Kredit- kontrolle soll jeden auf eine schwarze Liste setzen, der sich irgendwelcher Verstöße gegen die Vertrauenspflichten schuldig gemacht hat. Schilling wendet sich aber nicht nur gegen die Auswüchse, sondern auch gegen eine „merkwürdig laxe Auffassung", die vielfach gegenüber Kre- di t v e r p f l i ch t u n g e n eingedrungen ist. „Gewiß, man bestreitet nicht, diesen oder jenen Betrag schuldig zu sein, sich verpflichtet zu haben, ihn an sucht, das italienische Konsulat anzu- greifen, bod) sei sofort Polizei eingeschritten unb habe Uebergriffe verhindert. Die Kundgebungen ereigneten sich nach einer Protestvevsammlung, in der die Redner behaupteten, daß sämtliche Anschläge gegen das Leben des Könias Alexander, auch derjenige vom letzten März in Agram, von Italien finanziert und vorbereitet worben seien. Wahrscheinlich sei auch der Mörder Kalemen von derselben Seite angeftiftet worden. „Evenmg Standard" berichtet, daß auch in Agram, Sera- jewo und anderen Städten ernste Italienfemduche Ausschreietungen zu verzeichnen seien. In Laibach habe die Menge den italienischen Konsul aus feinem Hause gezerrt und auf ihn einaeschlagen. Der Polizei sei es gelungen, ihn in Sicherheit zu bringen, bevor er ernstlich verletzt wurde. Teilnahme der Wehrmacht am Winterhilfswerk. DNB. Berlin, 11. Okt. Reichswehrminister Generaloberst von B l o m b e r g hat für die Teilnahme der Wehrmacht am Winterhilfswerk des deutschen Volkes eingehende Richtlinien erlassen. In den Richtlinien wird u. a. bestimmt: Betätigung für das WHW. i ft Dienst. Die Truppe hat sich in den Dienst des WHW. zu stellen, soweit die Aus« bildungsbelange dies irgendwie zulassen. Fahrzeuge, Kraftfahrzeuge, Feldküchen, Kochkessel und personelle Kräfte sind zu Transporten, Sammlungen Speisungen und sonstigen Hilfsarbeiten für das Winterhilfswerk zur Verfügung zu steilem Musik- und Trompeterkorps sind im Benehmen mit den zuständigen örtlichen Führern des WHW. dienstlich für die Winterhilfe zu g e ft e 11 e n. Dies geschieht entweder durch dis Teilnahme an amtlichen Veranstaltungen der NS.- Volkswohlfahrt oder durch Abhalten von Wohltätigkeitskonzerten, deren Gefamterlös dem WHW. zuließt. Die Wehrmacht beteiligt sich an der Durch- ührung eines „ E i n h e i t s e f f e n s ". Mann- chaftsküchen, Offiziersheime und Messen geben an olchen Tagen ein Eintopfgericht aus. Gleiches wird von allen privaten Haushaltungen der Wehrmachtsangehörigen erwartet. Oer NGOFB. (Stahlhelm) im Winterhilfswerk. Berlin, 11. DH. (DNB.» Die Mitglieder des NS. Deutschen Frontkärnpferbunde5 (Stahlhelm) haben sich bereits im vergangen» Winter als ehrenamtliche Helfer in der Drganv fation bes Winterhilfswerkes betätigt. Die Bun« b e s 1 e i t u n g hat nunmehr burch Erlaß voni 6. Oktober auch für bas Winterhilfswerk bes deutschen Volkes 1934/35 bie Mitarbeit ber Karne raben als selbstoerstänblich angeorbnet. Es müsse Ehrenpflicht eines jeben Stahl' Helmers fein, ben bebrängten beutfchen Volksgenossen mit allen Mitteln und Kräften zu helfen. So wie ein Beauftragter der Bundesleitung Mitglied der Reichsarbeitsgemeinschaft des Winterhilfswerkes ist, fo müsse jede nachgeordnete Dienst- ft e l (e bes NSDFB. (Stahlhelm) burch einen Verbinbungsmann in b e m örtlichen Arbeitsausschuß bes Winterhilfswerkes verankert fein. Der Stahlhelm BDF, hat gerabe auf bem Gebiete ber Fürsorge stets Vordilbliches geleistet unb in seinem über 15jährigen Kampf Er« fahrungen gesammelt, bie er durch feine Dienststellen und Kameraden der Leitung des Winterhilfswerks gern und freudig zur Verfügung stellen will- Mit den Worten: „Kameraden! Stellt erneut untei Beweis, daß ihr jederzeit bereit seid, fuj meradschaftlich mitzuarbeiten an de« Einiger" zu geben, nachdem fein Vater König Peter I. seinerzeit den Beinamen „Der Befreier" erhalten hatte. Das Präsidium teilte diesen Beschluß der parlamentarischen Körperschaften in einem Telegramm dem neuen König Peter II. nach Paris mit. Weiter wurde der junge König gebeten, sobald als möglich nach Südslawien zu kommen. Am Schluß der Sitzung sprach Prinz Paul einige Dankesworte für das Vertrauen, das man ihm entgegenbringe. Als er darauf das Gebäude der Skupschtina verließ, bereitete ihm die auf ber Straße harrenbe Menge große Hulbigungen. ^Programm fürdieVeisetzung König Alexanders Beigrab, 12. Okt. (DNB. Funks pruch.) Der Kreuzer „Dubrow nik" mit den sterblichen Ueberreften bes Königs Alexanber wirb am 14. Oktober, um 6 Uhr, geleitet von sämtlichen südslawischen Kriegsschiffen in Spa lato eintreffen. Nach einem Gedächtnisgottesbienst wirb bie Bevölkerung an bem Sarge vorbeiziehen. Um 10 Uhr wirb ber Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Belgrab, 10. Oktober 1934. Die Nachricht vom tragischen Tobe bes Königs Alexanber schlug in Beigrab wie eine Bombe ein. Obwohl schon die ersten Meldungen keinen Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit gestatteten, sträubte sich der politische Sinn der Bevölkerung im Anfang dennoch, sie als zutreffend anzunehmen. Es bedurfte einiger Zeit, bis man an die Tatsache des Anschlages glauben, und wieder einiger Zeit, bis man sich klar werden konnte, daß der König verwundet sei. Als man sich aber schließlich sogar von seinem Tode überzeugen mußte, entstand eine ungeheure Derwir- rung, in die sich alsbald Verwünschungen gegen den Mörder mischten. Nicht nur die Kinos brachen sofort ihre Vorstellungen ab, und nicht nur die großen Restaurants schlossen ihre Räume, sondern auch die kleinen und kleinsten Ladenbesitzer stellten aus eigenem Antrieb die Arbeit ein. Alles strömte a u f bie Straße unb hetzte von ber Straße wieber in bie Wohnung zurück. Eine Stunbe nach Eintreffen bes ersten Gerüchtes von einem Anschlag auf ben König machte Beigrab bereits einen vollstänbig menschenleeren Einbruck. In ben Wohnungen aber saßen bie Nachbarn zusammen unb niemand bachte an Schlaf. Denn es wurde über ben Morb gesprochen ... War König Alexanber nicht burch Rumänien, Bul- ' garien, die Türkei und Griechenland, also durch al le Balkan st aaten gereift und von überall heil und gesund zurückgekehrt, obwohl gerade dort so mancher Feind auf ber Lauer gelegen haben mochte? — Unb gerabe in Frankreich mußte ihn das Schicksal ereilen, im befreundeten Frankreich? — Verstehen denn die Franzosen nichts von Polizei? Wissen sie denn nicht, wie man das Leben eines Königs schützt? Sie luden ihn zu Gast und schicken ihn als Toten wieder nach Hause! So ereiferten sich die Nachbarn. Daß auch Barthou zu den Opfern gehörte, wußten sie vorläufig noch nicht. Aber nicht nur der Umstand, daß der König gerade in Frankreich ermordet wurde, schien ihnen unfaßbar. Auch ber Zeitpunkt, zu bem das Verbrechen geschah, gestaltete die Nachricht noch grausamer; denn der König hatte im Begriff gestanden, große Pläne zu verwirklichen. Die ganze südslawische Bevölkerung verfolgte mit Freude und Begeisterung seine Versöhnungsbestrebun- g e n gegenüber Bulgarien. Und als selbst bie Nörgler erkennen mußten, baß biete Politik gute Fortschritte machte, war seine Volkstümlichkeit gestiegen wie nie zuvor. Es hanbelte sich bei ber Bulgarienpolitik nicht nur um die Annäherung an einen sprachverwandten Stamm, sondern um den Beginn einer freundschaftlichen Aussprache, die schließlich sogar einmal zur Vereinigung beider Staaten führen könnte. Der König von Südslawien war bestrebt, an Stelle eines Feindes im Rücken einen Freund zu gewinnen und damit die Sicherheit und mit der Sicherheit wiederum die Unabstsche Außenminister befanden, nur von zwei höheren Offizieren au Pferde um- □ eben war und außerdem sehr dicht an der Zufchauermenge oorbeifuhr. Oer Ueichsbauernführer rüst zum Wmterhilfswerk auf. Berlin, 11. Okt. (DNB.) Der Reichsbauernfüh- rer R. Walther Darrs veröffentlicht zum WHW. folgenden Aufruf: Deutsches Landvolk! Der Führer hat anläßlich der Eröffnung bes bies- jährigen Winterhilfswerks alle beutfchen Männer unb Frauen in Stadt uni) Land aufgerufen, durch eine unerh örte Opferwilligkeit im Geben für das Winterhilfswerk mit» zuhelfen im Kampfe aegen Not und Elend in unserem Volke. Mit derselben selbstverständlichen Treue, mit der bas Landvolk all bie Jahre vorher hinter bem Führer staub, wenn er es zum Kampfe aufrief, stellt es sich auch jetzt wiederum geschlossen hinter ihn. Mein Ruf ergeht an alle, insbesondere an diejenigen, denen ber Segen bes Himmels in diesem Jahre eine gute Ernte beschert hat. Die Reichsregierung hat bem Reichsnährstand ihr besonderes Vertrauen bekundet, indem sie ihn in diesem Jahve mittler Erfassung berSpen- ben aus ber Landwirtschaft beauftragt hat. Ich erwarte daher von sämtlichen Dienststellen des Reichsnährstandes, daß sie entsprechend den ihnen zugehenben Sonderanweisungen rasche unb straff disziplinierte Arbeit leisten werden. Die Trauersitzung der Nationalversammlung. Huldigungen für den jungen König. Belgrad, 11. Okt. (DNB.) In der südslawi- chen Hauptstadt rüstet man zu den Begräbnis- eierlichkeiten für ben verblichenen König Alexanber, reffen Leichnam im alten Hofpalast mitten in der Stadt aufgebahrt werden wird. Die schwarzen Fahnen in den Straßen der Stadt werden immer zahlreicher. In den Schaufenstern sind umflorte Bilder des Königs aufgefteUt. Vor den Blumenhandlungen drängen fick die Menschen, um die Kränze und Schleifen zu sehen, die für bas Begräbnis bestellt würben. Der Senat unb bie Skupschtina traten am Donnerstagmittag zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, um ben burch bie Verfassung vorgeschriebenen Gib auf König Peter II. abzulegen. Der Sitzungssaal ber Skupscytina sowie bie Vorhalle unb bie Wanbeigänge waren mit schwarzem Tuch ausgeschlagen. Sämtliche Senatoren unb Abgeorbnete sowie bas biplomatische Korps waren anwesenb. Die Galerien waren bis auf ben letzten Platz gefüllt. Der Präfibent bes Senats, Tomaschitsch, eröffnete bie Sitzung mit einer kurzen Trauerrebe für ben ermorbe- ten König Alexanber, besten außerorbentliche Taten im Kriege unb im Frieben er feierte. Bei ber Erwähnung bes neuen Königs Peter II. bereitete bie Versammlung biefem stürmische Hulbigungen. To- maschitsch verlas fobann ben Abgeorbneten unb Senatoren bie Eibesformel, bie biefe stehenb unb mit zum Schwur erhobenem rechten Arm nachsprachen. Nach ber Verewigung der Parlamentsmitglieder wurde Prinz Paul feierlich in ben Saal geleitet. Er unb bie beiben a n b e» ren Mitg 1 ieber bes Regentschaftsrats oroie bie brei Stellvertreter begaben sich zum Prä- ibium unb legten in bie Hände des Senatspräsi- )enten den verfassungsmäßigen Gib ab, bemzufolge sie bem König bie Treue halten unb auf Grunb der Verfassung unb ber Staatsgesetze herrschen würben. Linderung der Not breitester Volksschichten durch das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/35" schließt der Aufruf. Am 28. Oktober Tag -es Deutschen Handwerks. Berlin, 11. Okt. (DNB.) Am 28. Oktober wird im ganzen Reich der „Tag des Deutschen Handwerks" durchgeführt. Er soll die Verbundenheit zwischen Volk und Handwerk zum Ausdruck bringen und vertiefen. Der Neichs- stand des Deutschen Handwerks veranstaltet am Vormittag eine Führertagung in Braunschweig, die auf alle deutschen Sender übertragen und von örtlichen Jnnungsversammlungen im ganzen Reiche abgehört wird. Am Nachmittag und Abend veranstaltet die N S. - H a g o zusammen mit der Reichsbetriebsgemeinschaft 18 (Handwerk) der Deutschen Arbeitsfront überall große öffentliche Kundgebungen, an denen sich das ganze Handwerk beteiligt. Als Ort für seine Führertagung hat der Reichsstand die Burg Dankwarderode in Braunschweig gewählt. Dort werden um 11.30 Uhr die Ehrengäste, die Landeshandwerksführer, die Präsidenten der Handwerks- und Gewerbekammern und die Führer der handwerklichen Reichsfachverbände zusammentreten. Zunächst spricht Reichsbankpräsident Dr. Schacht als stellvertretender Reichswirtschaftsminister, dann der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley. Reichshandwerksführer Schmidt wird in seiner Ansprache die sämtlichen Kreishandwerksführer, Obermeister und Jnnungswarte im ganzen Reiche feierlich auf ihre Aemter verpflichten. Es handelt sich dabei um Handwerksführer, die auf Grund der Ersten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Deutschen Handwerks ernannt worden sind. Etwa anderthalb Millionen Handwerksmeister (und sonstige handwerkliche Betriebsführer) werden in Jnnungsversammlungen im ganzen Reiche die Braunschweiger Feierstunde durch den Rundfunk miterleben. Die Gesellen, Lehrlinge und Familienangehörigen des Handwerks, das mehr als 8 Millionen Menschen umfaßt, werden außerhalb der geschlossenen Jnnungsversammlungen die Sendung aus Braunschweig abhören. Am gleichen Sonntag übergibt der Oberbürgermeister von Braunschweig Dr. Hesse dem Reichshandwerksführer die Schlüssel des Gebäudes, das die Stadt Braunschweig dem Reichsstand des Deutschen Handwerks für seine erste Führerschule zur Verfügung gestellt hat. Eine Erklärung des Evangelischen Sundes. Berlin, 11. Okt. (DNB.) Wie die „Deutsch- 'Evangelische Korrespondenz" mitteilt, hat der Evan- igelische Bunk anläßlich seiner 38. Generalversamm- llung in Breslau vom 5. bis 7. Otober u. a. folgen- iden Beschluß gefaßt: Der Evangelische Bund hält gemäß seiner Losung ...Sammeln und nicht zerstreuen" an der Aufgabe Heft, aus den kirchenpolitischen Kämpfen dieser Tage stich herauszuhalten und den Weg des Frie- lidens zu suchen. Der Zusammenschluß »aller Landeskirchen zu der einen deutschen »Evangelischen Kirche ist vom Evangelischen Bund seit Heiner Gründung als eine kirchliche und nationale Motwendigkeit ersehnt und erstrebt worden. Aus tie- ffer Sorge, aus ernster Verantwortung für Kirche, Volk und Staat bitten wir alle maßgebenden Jn- ■ stanzen, dahin zu trachten, daß ein Kirchen- friede der Ehre und Würde, ein „edler Friede" geschaffen werde. Wir machen uns die □m 26. Juli d. I. herausgegebene Erklärung der Kirchenführer des evangelischen Aus- llanddeutschtums zu eigen und bringen sie hiermit zur Kenntnis. In dieser Erklärung heißt es: „Bei der großen Verantwortung, die alle deutschen evangelischen OEhristen für die Gestaltung der kirchlichen Zukunft Dor Gott und den Menschen haben, erheben wir tbittenb und beschwörend unsere Stimme allen beteiligten Stellen gegenüber, alles zu tun, um Spaltungen zu vermeiden und in Einig- flteit des Geistes durch das Band des Friedens eine Wirkliche kirchliche Einheit zu schaffen, LiS auf dem reinen Evangelium in B i - Lel und Bekenntnis beruht und mit der cvuch die Millionen evangelischer Ausland deut- i jsch e r innerlich verbunden bleiben können, zum Segen für unser ganzes deutsches Volk, dem Gott nach der nationalen Erneuerung auch eine religiöse Erweckung schenken möge!" Neuordnung der bayrischen Landeskirche. JeeinBischosssitz inMünchen und Nürnberg. München, 11. Okt. (DNB.) Aus dem Gebiet der bisherigen lutherischen Landeskirche in Bayern rechts des Rheins wurden zwei neue Reichskirchengebiete gebildet, nämlich Franken und Altbayern, an deren Spitze je ein lutherischer Bischof stehen wird. Die Bischofssitze werden in Nürnberg und München sein. Wie von zuständiger Stelle hervorgehoben wird, entspricht diese Aufgliederung sowohl den geschichtlichen Grundlagen für das Werden der evangelischen Kirche im Gebiet des ehemaligen Königsreiches Bayern, wie den stammesmäßigen Eigenarten des evangelischen Kirchenvolkes. Infolgedessen wird diese Neuregelung gerade in den breiten Massen der evangelischen Bevölkerung lebhaft begrüßt. Es ist seit langem als ein Mangel empfun- den worden, daß das große Gebiet des evangelischen Franken keine eigene geistliche Spitze hatte. Nunmehr hat Franken seinen eigenen Bischofssitz. Anderseits mußte für das Gebiet von A l t b a y e r n ein Bischofssitz in München bleiben, dem die Betreuung der ausgesprochenen Diaspora-Gemeinden zufällt. Mit dieser Neuordnung ist die Eingliederung der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern, die bereits am 3. September 1934 gesetzmäßig vollzogen wurde, in Geltung gesetzt. Die innere Eigenart des bayerischen Kirchenlebens wird durch die Eingliederung und Neuordnung nicht zerstört, sondern erst recht zur vollen Wirkung gebracht. Nicht angetastet wird durch die Neuordnung der lutherische Bekenntnis st and der evangelischen Kirche in Bayern. Die Reichskirchenführung und an ihrer Spitze der lutherische Reichsbischof hat mit allem Nachdruck dafür Sorge getragen, daß in jedem einzelnen Falle der Eingliederung, die nunmehr bei sämtlichen 28 Landeskirchen Deutschlands vollzogen ist, der jeweilige Bekenntnisstand der Landeskirchen sich in Kultus und Lehre im gesamten geistlichen Leben der Kirche voll auswirken kann. Ein geistlicher Kommissar für Iranten DNB. München, 11. Okt. Im Rahmen der Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in Bayern wurde mit der einstweiligen Verwaltung des Bischofssitzes in Nürnberg der Pfarrer Hans Sommerer, Direktor der Pflegeanstalt Brückberg bei Anspach als g e i ft I i ch e r Kommissar betraut. Die Befugnisse des Lanoes- bischofs von Bayern sind für das Kirchengebiet Franken an ihn übergegangen. Aus feinem bisherigen Wirkungskreis bringt Pfarrer Sommerer ganz besonderes Verständnis für soziale Arbeit mit und steht in engstem Kontakt mit den breiten Massen des evangelischen Kirchenvolkes. Das Ideengut des Nationalsozialismus ist ihm innerstes Erlebnis geworden. Landesbischof Wurm zur Auhe gesetzt. Stuttgart, 11. Okt. (DNB.) In einem Aufruf an die württernbergische Pfarrerfchaft teilt der geistliche Kommissar der Evangelischen Landeskirche Württemberg mit, daß die am Dienstag, den 9. Oktober, zusammengetretene Landes- synode den Antrag auf Zurruhesetzung des Landesbischofs D. Wurm am genommen hat. Auf Grund dieses Beschlusses habe er als Beauftragter des Reichsbifchofes für Württemberg die Zurruhesetzung vollzogen. Kein Tragen des Ehrenkreuzes vor ordnungsmäßiger Verleihung. Berlin, 11. DFL (DNB.) Wie dem Reichs- minifterium des Innern bekannt geworden ist, wird das Ehrenkreuz des Weltkrieges schon jetzt vereinzelt im freien Handel zum Kauf an- geboten. Das Reichsminifterium weist hierzu darauf hin, daß das Ehrenkreuz vor feiner ordnungsmäßigen Verleihung nicht getragen werden darf und deshalb derjenige, der es zur Zeit unbefugt herftellt, anbietet, feilhält, verkauft oder sonst in den Verkehr bringt, sich der Gefahr der strafrechtlichen Verfolgung wegen Beihilfe zum Vergehen des unbefugten Ordentragens ausfetzt. Ob und unter welchen Voraussetzungen später das Chrenkreuz im freien Handel käuflich erworben werden kann, wird in den demnächst 3U erlassenden Ausführungsbestimmungen zum Ordensgesetz geregelt werden. Das abgelehnte Stipendium. Die Harvard-Studenten für Hanfstaengl. Berlin, 11. Okt. (DNB.) Die ablehnende Antwort des Rektors der Harvard-Universität auf das Angebot des außenpolitischen Pressechefs der NSDAP., Dr. H a n f ft a e n g l, das ein Stipendium zum einjährigen Studium eines Harvard- Studenten an der Universität München zum Gegenstand hatte, hat unter der Studentenschaft von Harvard helle Entrüstung ausgelöst. ,The Harvard Crimson" stellt fest, daß aus politischer Tendenz heraus Harvard-Studenten daran verhindert werden sollten, in einer der größten Kulturstätten der Welt zu studieren. Der nun ausgebrochene Kampf zwischen der Harvard-Studentenschaft und dem Universitäts-Senat an der ältesten Hochschule Amerikas (Gründungsjahr 1636) macht zum ersten Mal die Kluft sichtbar zwischen der studentischen Nachkriegsjugend und der im altmodischen Wilsonismus befangenen Profesto- renfchaft. Ein Vorgang wie dieser dürfte das erste Anzeichen für eine geistige Gärung innerhalb der akademischen Oberschicht des konservativen Neu- England sein. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing am Mittwoch den deutschen Gesandten in Athen, Dr. Eisenlohr, den deutschen Gesandten in Belgrad, von Heeren, und den deutschen Gesandten für Mittelamerika, K r a s k e, zum Vortrag. * Reichserziehungsminister Rust wurde am Donnerstag vom ungarischen Reichsverweser H o r t h y in Audienz empfangen. Der Reichs- verwefer überreichte dem Minister das ungarische Verdien st kreuz er st er Klasse mit Band, den höchsten Orden Ungarns. Anschließend behielt der Reichsverweser den Reichsminister Rust und Gemahlin zum Frühstück. Nachmittags fand eine einftünbige Unterredung zwischen dem Ministerpräsidenten Gömbös und Reichsminister Rust statt. Um das gesamte Aufgabengebiet der Neubildung deutschen Bauerntums noch besser zu ordnen und die Bearbeitung noch einheitlicher als bisher zu gestalten, hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft unter feiner Leitung einen Siedlungsausfchuß zur Neubildung deutschen Bauerntums eingesetzt. Die Ge- schäftsfüyrung ist dem für das Aufgabengebiet der Siedlung im Reichsminifterium für Ernährung und Landwirtschaft zuständigen Staatssekretär Willi- k e n s übertragen worden. * Die deutsch - polnische Wirtschaftsvereinbarung, die am 6. d. M. in Warschau paraphiert worden war, ist Donnerstagabend im Warschauer Außenministerium durch den deutschen Gesandten von M o l t k e und den Unterstaats- sekretär des polnischen Außenministeriums, Graf Szembek, unterzeichnet worden. Ihre Bestimmungen werden ab 15. Oktober angewendet werden. * Panzerschiff „Deutschland" mit dem Befehlshaber der Linienschiffe, Konteradmiral Carls, an Bord, wird in der Zeit vom 18. bis 22. Oktober den schottischen Hasen Edinburgh zu einem inoffiziellen Besuch anlaufen. Während der gleichen Zeit wird das Linienschiff „ Schleswig-Holstein" den Hafen von Amsterdam besuchen. Auch dieser Aufenthalt wird inoffiziellen Charakter tragen. * Der britische Lordsiegelbewahrer Eden ist zu einem Besuch in Skandi navien abgereift. Die Anregung zu dem Besuch erfolgte von der schwedischen Regierung, deren Gast Eden vom 14. bis 18. Oktober fein wird. Vom 12. bis 14. Oktober ist er von der dänischen Regierung eingeladen und vom 18. bis 20. Oktober von der norwegischen Regierung. Vor feiner Abreise erklärte Eden: Ich hoffe, daß meine Reise die herzlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern weiter verbessern wird. In der unruhigen Lage Europas ist es von Vorteil, daß die Länder, die gemeinsame Interessen haben, in enger Fühlung miteinander bleiben. Oie Tragik Spaniens. Von Kurt Hohel. Die katalanische Revolution, die das republikanische Spanien soeben überwunden zu haben scheint, dieses vorläufige revolutionäre Intermezzo, lenkt den Bilck wieder einmal auf dieses Land, das seit Ende des „Ancien Regime" anscheinend nicht mehr in die europäische „Weltgeschichte" eingeschaltet war. Wenn ja nun auch nicht die opernhafte Vorstellung vom Torero und seiner Carmen das geschichtliche Bild Spaniens ausschöpft, so stimmt es doch zweifellos, wenn sich in der allgemeinen Vorstellung dieses Land als der letzte europäische Hort der idyllischen oder heroischen Romantik darstellt. Spanien hat gewisse Entwicklungen des europäischen Lebens er st sehr spät durchgemacht. Es ist der westlichen Demokratie und allen ihren Lastern erst in unseren Tagen anheimgefallen und zahlt einen teuren Preis dafür. Es ist nun interessant, zu beobachten, daß dieses Land zur Zeit der Auswirkung der französischen Revolution von 1789 bereits die spezifischen Eigenarten der Finanzdemokratie und der Bankierherrschaft an feiner Regierung selber erfuhr, daß das spanische Volk aber nicht fähig war, die Folgerungen daraus zu ziehen. Als in Paris der letzte regierende Bourbon fein Haupt auf den Block der Guillotine legen mußte, regierte in Madrid gleichfalls ein Abkömmling dieses alten Fürstenhauses, Karl IV., ein schwacher und minderbegabter Monarch, der die Regierungsgeschäfte einem Günstling seiner Frau, der Königin Marie Luise — gleichfalls einer Tochter des vielverzweigten Stammes der Bourbonen — überließ, einem ehemaligen Gardeoffizier namens Godoy. Karl IV. hatte ihn zum „Prinzipe de la Paz", zum Fürsten des Friedens ernannt und ihn mit den höchsten Würden des Königreichs ausgezeichnet. Diesem Manne näherte sich nun, als Napoleon Spanien in seine Dasallenschaft einbezogen hatte, der größte Geschäftsmann der Revolutionszeit, O u v r a r d. Er ging nach Madrid, um hier das zu vollführen, was Napoleon nicht vermochte: nämlich das ausgefogene und erschöpfte Spanien Zahlungsfähig zu machen. Er füllte die Kaffen der spanischen Banken auf — und zwar mit französischen Steuerschuldverschreibungen, die er trotz Napoleons strenger Aufsicht dem französischen Staatsschatz entnommen hatte. Er schoß der königlichen Familie eine halbe Million Franken vor und stillte die Hungersnot des Landes, indem er ausländisches Getreide heranbrachte. Das genügte, um ihm das grenzenlose Vertrauen aller Spanier zu sichern. Man feierte ihn als einen Retter des Vaterlandes, der König zeichnete ihn aus und ahnte nicht, was dieser gerissene Kaufmann Ouvrard bezweckte: er wollte nämlich die Silber- 1 chätze des Königreichs Spanien, die in der damaligen spanischen Kolonie Mexiko lagerten, in seine Hände bekommen, um damit im Verein mit holländischen und englischen Bankiers ein Riesengeschäft zu machen. Das mißlang, weil Napoleon wenige Jahre später Ouvrards Vermögen beschlagnahmte. (Aber Ouvrard ist auch ohnedies wieder zu großem Vermögen gekommen.) Napoleon verjagte das spanische Königshaus, mit dem auch der verderbliche Günstling Godoy in die Gefangenschaft geriet. Wahrscheinlich war Godoy von Ouvrard bestochen, so wie er sich von Napoleon selbst durch Versprechungen hatte verlocken lassen. Und nun folgt das seltsame Spiel der Geschichte: daß nämlich das spanische Volk als erstes gegen die napoleonische Zwangsherrschaft a u f ft a n b , in einem sehr grausamen Kleinkrieg das französische Besatzungsheer zermürbte, aber nicht den Weitblick hatte, die korrupten Zustände seiner früheren Regierung zu beseitigen. Im Gegenteil: das verjagte Königshaus wurde im Triumph zurückgehvlt und der Jnfant F e rd i n a n d König von Spanien. Er hat das auf feinen Freiheitskampf stolze spanische Volk in unwürdiger Weise aufs Neue geknechtet und dessen Freiheitswillen mit Hilfe der Geistlichkeit gründlich gebrochen. Die spätere Revolution, die Spanien erlebte, verlief wie alle „bürgerlichen" Revolutionen des 19. Jahrhunderts ergebnislos. Und erst im 20. Jahrhundert, nach der Ertüchtigungsperiode unter dem Diktator Primo de Rivera kam die im Zeichen der westlichen Demokratie des Liberalismus und der Freimaurerei stehende bürgerliche Revolution wieder zum Ausbruch — eine verspätete sehr traurige Farce, die das Land in noch größere Wirren stürzte, wie die Gegenwart zeigt. Spanien ist tatsächlich „hinter der Weltgeschichte RAUCH, muß schon eine Zigarette gereicht werden, bei der bereits die Packung einen gepflegten Eindruck macht. Auch daran haben die ALVA- Hersteller gedacht. Aber in erster Linie auch daran, daß die Qualität einer solchen Marke jeden aufs angenehmste überraschen muß. zurückgeblieben". Die unverschämte Episode des Bankiers öuvrard hat es ebensowenig aufhorchen lassen, wie die.Stimmen seiner gegenwärtigen „Revolutionäre". Und wenn der spanische Adel ehedem seinen höchsten Stolz darein setzte, seine Abkunft auf die alten Goten zurückzuführen, so muß man heute feststellen, daß gerade dieses Element in Spanien anscheinend ganz machtlos geworden ist, daß dieses Blut unterging in einer „Latinität", die zum Schrittmacher der westlichen Demokratie und des Liberalismus wurde. Spanien hat sich im Weltkriege ritterlich gegen bas eingekreiste Deutschland benommen. Heute ist es leider ein Hort der internationalen Hetzer gegen den Nationalsozialismus geworden. Seine libera- listische Revolution fand ihren Antrieb und ihre Unterstützung in Paris. Heute überläßt man das Land der Verwirrung und dem selbstmörderischen Chaos. Falsche Ideale entflammen scheinbar seine Jugend, die glaubt, mit den Ideen von 1789 das Vaterland zu befreien. Zwischen Klerikalismus und Liberalismus verblutet das Volk, dem bolschewistische Hetzer noch dazu das Gift der Dritten Internationale einspritzen ... Spanien wurde ein tragisches Beispiel für das Zu s pät" im Dölkerleben. Schon der gerissene Geschäftsmannn Ouvrard erkannte, daß eine Agrarreform dem Lande mit dem starken Besitz der „toten Hand" bitter nottue — bisher ist es nur bei Ansätzen zu einer solchen Reform der Be- sitzoerhältnisse geblieben. Die Kräfte des Volkes blieben noch immer unerlöst und seine Entwicklung wurde durch überalterte Formen gehemmt. Man kann dergleichen nicht mit einem Sprunge nachholen. Das ist die Tragik Spaniens. Aus aller Welt. Aufregende Szene im Affenkäfig. — Ungleicher Kampf mit einem Gorilla. Im Affenhaus des Berliner Zoologischen Gartens spielte sich ein gefährlicher Zwischenfall ab. Der große Gorilla Bobby stürzte sich plötzlich auf seinen Wärter und riß ihn zu Boden. Durch das Dazwischentreten anderer Zoowärter konnte der Angefallene noch im letzten Augenblick aus seiner gefährlichen Lage befreit werden, so daß er offenbar nur ungefährliche Verletzungen baoontrug. Der Vorfall wird wie folgt geschildert: Bei den Menschenaffen des Zoo finden täglich vor zahlreichen Zuschauern Vorführungen statt, bei denen Bobby, der große Gorilla, das besondere Interesse des Publikums findet. Dabei bekam der Gorilla nun plötzlich einen Wutanfall und griff den stellvertretenden Affenwärter Wilke an; er riß ihn zu Boden, warf sich auf ihn und brachte ihm mit seinem gewaltigen Gebiß Verletzungen bei. Durch die Schreckensrufe der Zuschauer wurde Bobby offenbar zu noch größerer Wut aufgestachelt. Glücklicherweise waren inzwischen andere Wärter, die «in der Nähe waren, auf den Vorfall aufmerksam geworden; unverzüglich eilten sie ihrem bedrängten Kollegen zu Hilfe, und es gelang ihnen schnell, den verletzten Wärter aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Er wurde zur Rettungsstation gebracht, von wo aus man ihn einem Krankenhaus zuführte. Wie die Direktion des Zoologischen Gartens mitteilt, hat der Wärter Wilke bei dem ungleichen Kampf mit dem großen Gorilla einen Biß am Oberschenkel davongetragen. Um festzustellen, ob er auch innere Verletzungen davongetragen habe, wurde er zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht, denn „Umarmung" und Angriff des gefährlichen Gorilla können leicht für den Angegriffenen schwere Folgen haben. Panik im Zirkus. — Zwei Schwerverletzte bei einem Tribüneneinsturz. Als nach Schluß der Vorstellung des zur Zeit in Kattowitz (O. S.) gaftierenbefl Zirkus Stanie - vicz die Zuschauer zu den Ausgängen des Zeltes drängten, brach ein Teil der Tribüne zusammen. Unter der Menge entstand eine Panik. Polizeibeamte, Zirkusangestellte und mehrere beherzte Zuschauer konnten die Ruhe nach einiger Zeit wieder herstellen. Da die Tribüne nur etwa anderthalb Meter hoch war, verlief das Einsturzunglück noch verhältnismäßig glimpflich. Bei dem furchtbaren Gedränge der Zuschauer wurden zwei Mädchen schwer verletzt und mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Zahlreiche Personen erlitten leichtere Verletzungen. Drei englische Flugzeuge in der Düste verschollen. Man hegt die größten Befürchtungen um das Schicksal von vier Fliegern, einem Engländer und drei Indern, die mit ihren drei Flugzeugen in der Wüste zwischen Bagdad und Basra im Irak gelandet sein dürften und wahrscheinlich seit Montag keine Nahrungsmittel und kein Wasser mehr haben. 20 britische Flugzeuge nehmen an den Nachforschun-1 qen teil, darunter sechs, die ausdrücklich zu diesem Zweck aus dem 800 Kilometer entfernt liegenden Mossul nach Bagdad gekommen sind. Die verschollenen Flugzeuge befanden sich mit einem vierten, das in Basra angekommen ist, auf einem Uebungs- flug von Indien nach England. Amerikanischer Zug stürzt in einen Fluß. — Fünf Tote, zahlreiche Verletzte. In der Nähe von Guttenberg im Staate Iowa (USA) entgleiste ein Eisenbahnzug auf einer Brücke und stürzte in den Fluh. Die Lokomo- twe explodierte, der Lokomotivführer, der Heizer und drei Fahrgäste fanden den Tod. Aus den zertrümmerten drei Bahnwagen wurden zahlreiche Verletzte geborgen. Schrecklicher Anfall am Küchenherd. — Lin Hausmädchen lebensgefährlich verletzt. Ein Hausmädchen in Oberlahnftein war damit beschäftigt, das Feuer im Herd zu schüren. Plötzlich schossen die Flammen aus der Feuerung hervor und setzten die Kleider des Mädchens in B r a n d. Die Bedauernswerte erlitt dabei so schwere Brand- wunden, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Sprengstoffexplosion auf einem Schießplatz bei Innsbruck fordert drei Todesopfer. Auf einem militärischen Schießplatz in der Nähe von Innsbruck ereignete sich ein schweres Unglück, das drei Todesopfer gefordert hat. Eine militärische Kommission war damit beschäftigt, Sprengmittel, die bei illegalen politischen Organisationen beschlagnahmt worden waren, zu vernichten. Aus bisher noch ungeklärter Ursache explodierte dabei eine Sprengladung vorzeitig. Der militärische Sprengstoffsachoerständige Inspektor H o e l z l und der militärische Referent Helt wurden auf der Stelle getötet. Ein Kanonier erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit später starb. Zwei andere Kanoniere kamen mit leichten Verletznngen davon. Dynamit im Keller. — Zwei Frauen und vier Kinder verbrannt. In einem Hause in Halifax (Neuschottland) erfolgte eine heftige Explosion. Das Gebäude st ü r z t e ein und die Trümmer gerieten in Brand. Zwei Frauen und vier Kinder kamen dabei ums Leben. Die Untersuchung ergab, daß der Hausbesitzer, der abwesend war, im Hauskeller den Rest einer größeren Dynamitmenge aufbe- wahrt hatte, die er vor zwei Jahren zu Sprengungen gekauft hatte. Wettervoraussage. Durch die Zufuhr der Westluft entstehen immer noch besonders in der Frühe Nebel- und Wolkenbildungen. Die nördlichen Störungen ziehen aber jetzt mehr östlich ab, so daß das Hochdruckgebiet sich weiter über das Festland ausdehnen kann und ein Zusammensinken der Luftmassen herbeiführen wird. Infolgedessen bleibt das Wetter meist trocken, am Tage wird auch Aufheiterung eintreten. Aussichten für Samstag: Neblig-bewölkt und aufheiternd, vorwiegend trocken, Temperaturen wenig verändert. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 11. Oktober: mittags 16,1 Grad Celsius, abends 9,8 Grad; am 12. Oktober: morgens 12,6 Grad. Max. 16,5 Grad, Min. 9,5 Grad. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Lebensmittel DeutscherVolkS-ReiS 2 Pfd. 25 Suppen-Reis Pfd. 18 Feinster Tafel-Reis pfd. 22 Rollmops Lit-Dose 6 5 Leberwurst Hausmach. Pfd. 85 la Kochschinken y. Md. 28 Frankfurter Aepfelwein Ltr. 35 Ltr.75 das Haus der kleinen Preise 5933 A Pfd. 60 pfd. 85 ptd. 85 Fst. Auszug-Mehl 5 Pfd.-Bti.l00 Eier-Bandnudeln... pfd.35 Eier-Suppeneinlagen pfd.35 Malzkaffee. Mischkaffee Pfd. 22 Pfd. 50 Pfd. 28 Pfd. 23 Pfd. 16 Pfd. 24 Pfd. 14 Pfd. 20 pfd. 23 pfd. 23 Rotwurst.... Fleischwurst Bierwurst... Fett-Bückinge g.fr.w.re,ptd. 28 Bratheringe... . Lit-Dose 55 Bismarckheringe L.-Dose 65 Hering i. Gelee.. ut.-Dose 65 Kronsardinen... tit-Dose 65 Oelsardinen ... Port-Dose 15 Dtsch.Oelsardinen gr.o. 20 Fettheringe i.Tom. Dose 25 Erbsen, grüne. Erbsen, gelbe. Linsen, kleine Linsen, große. Bohnen...... Graupen ..... Haferflocken Grieß........ Deutscher Wermutwein vom Faß, lose........... 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Nr. 239 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Zrettag, 12. Moder (93^ Tiere auf Briefmarken. Eine Anregung für Tierfreunde und Philatelisten. Von Paul Eipper. Dschungeln die bunte Pracht des radschlagenden Psaus. Weil aber Afrika die Wildkammer der Welt ist (wer weiß, wie lange noch?), kann der Tierfreund beim Betrachten der Postwertzeichen afrikanischer Staaten geradezu in Begeisterung verfallen Das Nyassaland läßt von hohen Palmen Giraffen äsen, das Dromedar neben seinem kleinen Fohlen ruhen. Zu allen Zeiten hat der Mensch Tiere nachgeformt; sehr wahrscheinlich ist das Tier überhaupt her erste künstlerische Borwurf des Menschen gewesen. In grauer Vorzeit ritzte der Jäger — als Wunschtraum oder Beschwörung — die Umrisse von Mammut, Elch, Renntier, Wildpferd und Büffel auf die Wände seiner Wohnhöhle, meißelte die Kontur der flüchtenden Jagdbeute in riesenhafter Vergrößerung auf die Breitseite der hohen Fels- nasen, formte aus Ton kleine Tier-Fetische, schnitzte sich andere in Horn und Elfenbein, — vielleicht um seine Frauen damit zu schmücken, vielleicht aber auch, um durch dieses Abbild zauberisch die Stärke jener großen Tiere in seine eigene Muskelkraft zu bannen. Gottheiten wurden in Tierskulpturen sichtbar gemacht; fünftausend Jahre vor uns verehrten die Aegypter in einem aus Stein gehauenen Pavian den Gott der Weisheit. Wir kennen die löwenköpfige Göttin, kennen Horus, den Falken, und immer von neuem künden uns Ausgrabungen, daß in allen Kulturen der Vergangenheit die Tierplastik eine ganz wesentliche Rolle gespielt hat. Schier endlose Gräberstraßen des fernen Ostens sind eingesäumt von überlebensgroßen Monumenten: Löwe, Kamel, Elefant, Widder und Einhorn; Kunstwerke, die vor vielen tausend Jahren chinesische Meister geschaffen haben. Auch in den mittelalterlichen Wappen der Städte, Zünfte, Bürger und edlen Herren findet man viele Tiere: den Löwen, das Roß, Adler, Fische, Panther, Bienen — und selbst den Esel. Wenn die Ritter der Minnezeit in den Turnierhof sprengten und das Visier ihres federgeschmückten Helmes schlossen, dann reckte sich vielfach — aus feinster Schmiedearbeit erzeugt — ein stilisiertes Tier über dem Menschenhaupt, der Grei-f, ein brüllender Löwe. Roch heute springt im' westfälischen Wappen das weiße Sachsenroß; noch heute nagelt der westfälische Bauer zwei gekreuzte Pferdeschädel an den Giebel seines Hauses, damit sie ihm alles Unheil abwehren. Roch heute prägen wir Adler oder andere Tiere auf unsere Münzen, setzen auf die Kühler unserer Autos stilisierte Tiere, auf viele unserer Denkmäler ebenfalls, und es gibt wohl kaum einen Staat auf der kultivierten Welt, in dessen Briefmarken keine Tiere vorkämen. * Die ersten deutschen Freimarken erschienen 1849 in Bayern; der Erfinder der aufklebbaren Briefmarkte ist der schottische Buchhändler I. C h a l - mos (1782—1853). Aber schon viel früher, im Jahre 1653, kam das erste Postwertzeichen in Umlauf, eine Art Streifband, das der Pächter der Pariser Stadtpost zum Preise von einem Sol herausgab: „Port payö“ — „Anweisung oder Quittung für bezahlte Zustellgebühr." Ich bin nicht genug philatelistisch gebildet, um zu wissen, wann zum erstenmal ein Tier auf Briefmarken oder andern Postwertzeichen erschien; aber ein Blick in eine solche Sammlung erschloß mir schon zu Beginn der deutschen Briefmarkenentwicklung — einen ganzen Zoo. 1852 springt (wie könnte es anders sein?) auf der Braunschweiger Zwei- Silbergroschenmarke das Weiße Roß; 1864 zeigt Mecklenburg-Schwerin gar vier Ochsenköpfe. Mein engeres Heimatland Württemberg stellt 1873 auf seiner 70-Kreuzermarke die beiden schwäbischen Wappentiere zur Schau: Löwe und Hirsch — „Furchtlos und treu". 1845 fliegt eine weiße Taube in der 2'/^-Rappen-Marke der Basler Stadtpost, die australische 1-Shillingmarke von 1854 enthält im braunen Oval Den schwarzen Schwan, und elf Jahre früher, bereits 1843, hat Genf in seiner Doppel-5-Centimes wenigstens zwei halbe Adler. Doch lassen wir nun die Vergangenheit! Ich habe mich in einem Briefmarkenladen umgesehen und herausgegriffen, was heutzutage an wilden und zahmen, an friedlichen und dräuenden Tieren durch die Postwertzeichen springt, schleicht, faucht, zischt, stampft und fliegt. Dabei hat sich gezeigt, daß häufig die bloße Tierdarstellung genügt, um uns sofort den rechten Begriff jenes Landes zu vermitteln, feine georgaphische Lage oder seinen Grundcharakter zu erhärten. Was könnte wohl auf der deutschen Flugpostmarke abgebildet sein, wenn nicht der zur Sonne fliegende Adler? Ein Känguruh auf dem Postwertzeichen erspart uns durchaus jede Ueberlegung: Ursprungsland: Australien! Der in Indien liegende Schutzstaat „Perak" holt sich als Briefmarkensymbol ebenso selbstverständlich einen fauchenden Tiger, wie zu der südamerikanischen Cordilleren-Republik „Bolivien" fein Markentier besser paßt als der größte Geiervogel, der auch das Landeswappen ziert, nämlich der schwarz-weiße Kondor. Im Schweizer Freimarkenbild trägt eine weiße Taube den Oelzweig; die Vereinigten Staaten Nordamerikas zeigen gern den Bison, der einst zu Hunderttausenden die Prärien bevölkerte und jetzt in Schutzgebieten weiterlebt; Borneo holt sich aus den ein schön gestreiftes Zebra über die Steppe ziehen, während Liberias Marken das seltene Zwergflußpferd aufweisen, dazu die hochzüngelnde Giftschlange und den machtvollen, hornbewehrten Büffel. Beim französischen Kongo darf der schleichende Leopard nicht fehlen; und wenn ich in den Nilländern Einfluß hätte, so würden ihre Briefmarken ein Bild von Abu Marküb zeigen, dem Vogel, der bekanntlich einen holzschuhähnlichen Riesenschnabel trägt. Mancherlei Anregungungen könnte man noch geben: Grönland setze einen Eisbären auf sein Markenschild ober ein Walroß; Südafrika den i putzigen Pinguin — und wie gut paßte doch zu manchem Land ein Vogel Strauß! Ich würde es für möglich halten, daß irgendwo ein Mann lebt, der Freude an Tieren hat und zugleich philatelistische Neigung besitzt; er sollte sich eine Briefmarkensammlung nach zoologischen Gesichtspunkten anlegen und neben jedes „postalische" Tier die Wirklichkeitsaufnahme einer gute Photographie setzen. Das gäbe eine Sammlung von ganz eigenartigem Reiz. 0er neue Gaufußballwart. Der Gau-Fachamtsleiter hat mit der Geschäftsführung des wichtigen Amtes eines Gau-Fußball- fachwartes den Kreisführer für Hanau, Hamburger, bestimmt, der das Amt vorläufig verwalten wird. Bekanntlich hat der bisherige Gau-Fußball- fachwart Heini Weber sein Amt wegen beruflicher Ueberlaftung aufgeben müssen. Dem neuen Gau- Fachwart geht der Ruf eines tüchtigen Fachmannes voraus. 0er Stand der Spiele in der I. Kreisklaffe des Bezirks Gießen-0ill. Spiele gern. unentsch. verl. Punkte Heuchelheim 5 4 1 0 9:1 Wieseck 4 3 0 1 6:2 Gr.-Buseck 4 3 0 1 6:2 Lollar 5 2 1 2 5:5 Lich 5 2 1 2 5:5 1900 II 5 2 1 2 5:5 Leihgestern 3 2 0 1 4:2 VfB. II 5 0 2 3 2:8 Grünberg 5 1 0 4 2:8 Krofborf 3 0 0 3 0:6 Der vorjährige Meister Heuchelheim steht ungeschlagen an erster Stelle und wird voraussichtlich auch in dieser Serie den Meister stellen. Wieseck hat nach schlechtem Start seine Form wieder erreicht und wird alles daransetzen, Heuchelheim den Rang streitig zu machen. Großen-Buseck ist ein Gegner, der zu kämpfen versteht, ein guter Platz in der Tabelle sollte ihm sicher sein. Lollar ist zu unbeständig, wenn es gilt, kann die Mannschaft auch gegen starke Gegner gewinnen. Lich ist auf eignem Platz kaum zu schlagen. 1900 II verfügt über gute Kräfte, ein guter Mittelplatz ist der Mannschaft nicht zu nehmen. Don Leihgestern hätte man etwas mehr erwartet, die Mannschaft hat aber immer noch Aussichten auf die Tabellenspitze. VsB. II hat gerade den stärksten Gegnern auf fremden Plätzen Punkte abgenommen, jedoch wird in der Mannschaft zuviel umgestellt. Grünberg fehlt die nötige Routine für diese schweren Punktkämpfe. Krofdorf hatte anfangs einen guten Start, jedoch ist die Mannschaft durch Mißerfolge entmutigt und muß erst ihr Selbstvertrauen wieder gewinnen. Ein Lehrgang für das Männerturnen in Gießen. Die deutschen Meisterschaften im Geräteturnen, die am 3. und 4. Nebelmvnd in der Weftfalenhalle in Dortmund ausgetragen werden, werfen auch in unserem Gau Nordhessen ihre Schatten voraus. In Gießen findet nächsten Samstag und Sonntag unter Leitung von Gauoberturnwart R. Paul- Gießen und Gaumännerturnwart Dahms- Bad- Wildungen ein Lehrgang für das Männerturnen statt, der der Grundschulung dienen soll, der aber auch den Spitzenkönnern aus den zwölf Turnkreisen Gelegenheit geben wird, sich noch vorzubereiten für die Gerätemeisterfchaften des Gaues, die am 21. Nebelmond in Bad Wildungen zum Austrag kommen. Dieses Treffen der besten nordheffifchen Kunftturner ist zugleich der Ausscheidungskampf für die deutschen Gerätemeister- schaften, die die 100 besten Olympia-Anwärter in Dortmund vereinigen werden. Man ist gespannt darauf, welche nordheffifchen Teilnehmer für Dortmund in Wildungen ermittelt werden. Handball im Gau XII Lahn-0illkreis. Meisterschaftsspiele der Kreisklaffen am Sonntag, 14. Oktober. Kreisklasse I. Staffel I: Spv. 05 Wetzlar — To. Atzbach: Atzbach geht einen schweren Gang nach Wetzlar. Man erwartet einen knappen Sieg der Platzbesitzer. Tv. Dornholzhausen — Tv. Krofdorf: Die Gäste stellen in dieser Gruppe einen der stärksten Gegner dar und werden sicher die Punkte für sich buchen. Tv. Hochelheim — Tv. Hörnsheim: Dem Zusammentreffen dieser beiden Lokalgegner sieht man mit großem Interesse entgegen, zumal die Gästemannschaft in den letzten Spielen einen stetigen Form- aufftieg zu verzeichnen haben. Das Spiel wird sicher einen harten Kampf geben. Staffel II: To. Heuchelheim — Tv. Holzheim: Die Platzbefitzer sollten zu einem Sieg kommen, wenn er auch erkämpft werden muß. Die Mannschaft befindet sich zur Zeit in einer sehr guten Form. Tv. 1846 Gießen — VfB.- Reichsbahn Gießen: In diesem Lokalkampf sollten die Platzbesitzer gleichfalls das bessere Ende für sich haben. Tv. Lich — Tv. Albach: Die Platzmannschaft empfängt in der Gästemannschaft einen starken ©egner, der sicher alles daransetzen wird, um die Punkte mit nach Hause zu nehmen. Kreisklasse II: Staffel I: Eine neue Gruppe spielt in dieser Klasse nunmehr aus den Vereinen des Vogelsbergs. Es sind dies Alsfeld, Burg-Gemünden, Homberg und Romrod. Tv. Garbenheim — Tv. Erda, Tv. Cleeberg gegen Tv. Dutenhofen, Tv. Wetzlar II — To. Nau- born: Im ersten Treffen sollte Garbenheim zu einem sicheren Sieg kommen; in den zwei weiteren Spielen stehen sich gleichwertige Mannschaften gegenüber. Staffel II: Neu hinzugekommen ist hier die Mannschaft des Tv. Lollar. Tv. Launsbach — Tv. Lollar, Tv. Dorlar — To. Staufenberg, Spvg. 1900 Gießen — Tv. Wißmar: Im ersten Spiel treffen sich in Launsbach und Lollar zwei alte Rivalen, die sich schon manchen Kampf mit knappem Ausgang geliefert haben. Da Lollar erstmals in den Kampf eingreift, ist eine Voraussage kaum zu treffen. In Dorlar sollte Staufenberg Federn lassen müssen. 1900 Gießen traut man schon viel zu. Ob es gelingt, die tüchtige Wißrnarer Mannschaft zu bezwingen, muß der Kvmpf lehren. Staffel III: Tv. Hochelheim II — Mtv. Gießen II, Tv. Haufen — Tv Garbenteich: Im ersten Spiel hat man es mit zwei gleichwertigen Mannschaften zu tun. Haufen dürfte um eine Niederlage nicht herumkommen. Staffel V: Tv. Alsfeld — Tv. Burg-Gemünden, Tv. Homberg — Tv. Romrod: Erstmals greift diese Staffel kommenden Sonntag in die Meisterschaftsspiele ein. kreisklaffe III. Tv. Krofdorf — W.-Niedergirmes II, Tv. Heuchelheim II — Tv. Holzheim II, Tv. Münchholzhausen II — Tv. Lützellinden II: Krofdorf wird auf eigenem Boden den Gästen schon die Spitze bieten können. Heuchelheim dürfte die Gäste sicher abfertigen. Der dritte Kampf ist durchaus offen. Jugend. Staffel I: Tv. Münchholzhausen — Tv. Garbenheim: Ein sicherer Sieg für die Platzbefitzer. Staffel II: To. Krofdorf — Tv. Grüningen, Tv. Lang-Göns — Mtv. Gießen: Siege von Krofdorf und Mtv. Gießen find zu erwarten. Handball im Kreise 8 Lahn-0ill. VsV. R. Gießen I. — Tv. Heuchelheim I. 2:13. Gießen erlitt auf eigenem Platz eine unerwartet hohe Abfuhr. Die Gäste waren von Beginn an Herr der Situation und warfen in ergelmäßigen Abständen ihre Tore. Tv. Cleeberg I. — Wetzlar II. 10:9. In einem torreichen Treffen mußten sich die Gäste knapp dem Platzbefitzer beugen. Der Kampf wurde stets fair geführt. Handball im Kreis 11 (Wetterau-Bogelsberg) der 0T. Tv. Gambach I — Tv. Wohnbach I 7:7 (4:4). Ein sehr schnelles, schönes, ausgeglichenes und wenig hartes Spiel, das Gambach nach 10 Minuten mit 2:0 Toren in Führung sah; in den nächsten 10 Minuten holte Wohnbach vier Tore auf, und mit 4:4 wurden die Seiten gewechselt. Bis zur 21. Minute der zweiten Halbzeit führten die Gäste mit 6:4, mußten sich dann aber innerhalb 8 Minuten drei Gegentreffer aefaüen lassen, um in der letzten Minute den wohlverdienten Ausgleich herzustellen. Tv. Gambach — Tv. Kirch-Göns 5:12 (2:6). Ein Jugendspiel! Beide Mannschaften traten nicht vollzählig an. Kirchgöns war körperlich stärker und technisch besser und gewann verdient. Erlebnisse in Luzern. Von Paul Alverdes. Mächtig bewegt vom Anblick des nahen Gebirges über Dem Wasser, Das mit abenteuerlich geformten Graten unD Gipfeln in weitem HaldrunD blau unD schwarz über Dem stumpfen Silberblick Des Schnees gegen Den fdjieferfarbenen Gewitterhimmel getürmt war. Der See von Düsterer Färbung nur mäßig in Bewegung, Die Uferstraße unter Dem Dichten Laub Der Kastanien noch triefenD naß vom Regen, Der sich in milchweißen Nebelflören an Die schöne Gestalt Des Pilatus hängte. Es war merklich kühl, unD Die Ahnung eines plötzlich hereinbrechenben unD freudlosen Abends in Der Luft, wie sie im Hochgebirge häufig finD. Der Wirt in Dem kleinen Hotel roch weithin nach Wein unD Schnaps. Er war weiß wie Mehl im Gesicht unD sah aus, als ob ein löblicher Kummer an ihm nage. Zuweilen Dienerte er über feinen Schriften in Der Empfangsloge, höflich unD ohne rechten Anlaß unD blickte mich mit geroinnenDer Herzlichkeit an; Dann gähnte er sehr lange, wie sonst nur Die Säuglinge gähnen, unD blickte wieder kummervoll. Ich schien Der einzige Gast Des Hauses zu sein. Im Speisesaal, Dessen Ecken mit fahnen- schwenkenDen Lanbsknechten aus bronziertem Gips verziert waren, saßen vier Saaltöchter bei einer Näharbeit unD berieten über mich. Das Zimmer, das Der Wirt mir selber zeigte, war winzig klein und sehr sauber, Das Fenster sah auf eine stille Gasse hinaus.'Ich zog mich sogleich um unD stiefelte in Hellen Hosen Davon, auf irgenDein unerhörtes Abenteuer gespannt. Es regnete schon wieDer, als ich über Die alte Reußbrü'cke mit Den vielen Bildtafeln schritt. Es war vielfacher Tod auf Den BilDtafeln Dargefteüt: MorDe, AufftänDe, Hinrichtungen, Schlachten — fast als beftünDe Die Geschichte eines Staates im wesentlichen aus wenig anderem als aus unablässigem geheimen und öffentlichen Töten und Sterben. Vor dem Jahre 1914 hätten sich Die wenigsten Europäer gescheut, zu sagen, Daß solche Taten unD Zeitläufte ein für allemal vorüber feien und nimmer wiederkehrten. Für die Schweizer ist es Wahrheit geblieben. Die Seepromenade zeigt ein fanbfteinernes Prunk- Hotel neben bem anbern, eine halbe, eine Stunbe weit, solange man will, bas gekrümmte Ufer hinauf unb hinab. Die Lanbessprache ist bie englische. In allen Schriftgraben bis zur vollen Manneshöhe ber Buchstaben finbet man sich zum Tee, zum Essen, zum Tanzen, Fliegen, Bootfahren, Angeln, Schwimmen, Dampfbaben, Massiertwerben, Tennis-, Krok- ket-, Karten- unb was sonst noch für Spielen unb Zerstreuungen eingelaben. Aber bie Hallen unb Glasveranben waren noch leer, ein paar weißhaarige Amerikanerinnen, bie Angesichter wie Freubenmäbchen bunt bemalt, mit Hornbrillen unb schwarzen Seibenstrümpfen zu roten ober gelben Halbschuhen, saßen gelangweilt herum, unb hinter ben Fenstern ftanben bie nobel aussehenben Kellner unb spähten auf bie Straße. Es fuhr noch ein Dampfer nach Bürgenstock hinüber. Da sich ber Himmel etwas erhellte unb ber fallenbe Nebel einen regenlosen Abenb verhieß, fuhr ich mit. Ich war ber einzige Gast auf bem oberen Deck. Das Gefühl ber Fortbewegung ist nirgenbs schöner unb so zu Heiterkeit unb einer scheinbar grunblosen Glückseligkeit ftimmenb als auf ben Schiffen von biefer Art. Man ist wie auf ber festen Erbe, angftlos unb sicher, man geht umher unb sitzt wechselnb nieber unb steigt Treppen unb Leitern auf unb ab. Aber zugleich verläßt bich bie uralt- selige Empfinbung bes Getragenseins, bes Wechsels in ber Dauer, keinen Augenblick. Es ist, als ob einmal bie Sekunben bir nicht entwichen, fonbern bu barfft miteilen mit ihnen, unb wie sie sich erneuern, so erneuert sich auch ber Raum, auf bem bu weilst unb fortgeschwungen wirst zu gleicher Zeit. Vielleicht ist bies nach bem Tobe so, unb wie aus solchen Ahnungen ober boch kaum bewußten Empfinbungen heraus melbete sich alsbalb ein Zwang in mir, mir selber zu bestätigen, baß ich gleichwohl noch unter ßebenben weilte, einsam für jetzt, aber ber Geselligkeit noch untertan. Ich sprach mit mir selbst, ich rebete bie Ber"e unb bie Abenb- wolken, ben Braus bes Winbes auf bem erbunfelnben Wasser, bas immer tiefere Grün ber Kastanien- roipfel über ben Gärten mit allerlei vorgeprägten Worten an. Zuletzt waren es ein paar Verse, bie ich seit meiner Schulzeit nie roieber vergessen: Mach' hurtig, Jenni! Zieh' bie Naue ein! Der graue Talvogt kommt, bumpf brüllt ber Firn, Der Mythenstein zieht seine Haube an, Unb kalt her bläst es aus bem Wetterloch ... Ich wiederholte sie mir einige Male halb lachend unb halb mit Grausen, Denn nun zeigten sich Gesichter, bie ich lange nicht mehr gesehen, Namen, auf bie ich schon vergessen hatte — Gesichter unb Namen ber Toten, mit benen ich auf bemJDüffelbor- •fer Pennal bie Szenen aus bem „Teil" auf eine halb travestierende unb halb ergriffene Weise wäh- renb ber großen Pausen dargestellt hatte. Wir brachten uns mit den Linealen zu Tode unb erroarfen ben Bogt mit betn Zeigestecken. Da wußte Der immer feige unb ängstliche St. noch nicht, daß er keine vier Jahre danach an einem Bajonettstich sollte sterben müssen, noch bes Tellen Sohn, ber oftmals mit einem Apfel aus feiner Frühstückstafche auf dem Haupte das Schützenlieb gesungen hatte, daß er hoch in ber Lust über einer englischen Stadt zu Asche verbrennen sollte. Es dunkelte schon, bie Basteien von Stansstad sahen bleich herüber, in den Wälbern über Bürgenstock brauste der Wind, die ersten Lichter zeigten sich ringsumher, und manche, hoch wie Sterne an den Wänden, aber roten, irdischen Lichtes. Ich ließ mir Wein und Fleisch kommen unb teilte mit ben Fischen. Wie nun aber ber Dampfer bicht an ben Ufern entlang heimkehrte und in ben üppig verschwiegenen Gärten der vielen kleinen Gasthofe bie Laternen sich wiegten und an manchem Balkon und mancher Loggia bie Türen weit offenftanben unb ben Blick in freunblich erhellte Zimmer gewährten, da wendete sich die Seele begierig wiederum dem Aller- lebendigsten zu. Hier, dachte ich, finb bie Herbergen ber Liebenden, ich muß hier nur ausfteigen und mich zu Tische setzen, und mich werden Blicke treffen wie lange, süße Schläge auf bas Herz, ich bin willkommen, bin längst erwartet. Aber es zeigte sich nie- manb, in keinem Hause, sie schienen alle unbewohnt unb Die Lichter zur Täuschung zu brennen. Ein paar Saaltöchter mit weißen Häubchen strichen herum, unD an ben Anlegebrücken ftanben bie Hausdiener mit golbgeftirften Mützen im gelben Schein Der Stationslampen unb spuckten verdrossen ins Wasser. Ein Platzregen troff hernieber, als ich gegen neun Uhr Des ÄbenDs wieDer über Die Brücke lief. Der Wirt saß noch in seiner Loge und hatte blutunterlaufene Augen. Er schwankte hin und her, seine Stimme aber war unoeränDert gemessen, als er mir mit ausgesucht höflichen Worten gute Nacht wünschte. Als ich oben aus dem Fenster sah, da war gerade gegenüber das Vereinshaus Der Abstinenzler. Sie hielten Versammlung ab in einem kleinen Saal, in den ich hineinblicken konnte, unb lauschten mit ernsten, bekümmerten Mienen einem Vortrag, Den ein ungemein großer unD breitschultriger Absti- j nent zu halten schien. Er hatte einen Zwicker auf der Nase und las aus einer Liste etwas vor, unb zuweilen nahm er ihn herunter und brohte damit, • inbem er Zahlen ober Daten aus seiner Lifte wiederholte. Dann ging eine Bewegung durch die Abstinenzler, sie schüttelten die Köpfe und sahen einander hochmütig an. Als der Große zu Ende war, gingen sie ganz ' unvermittelt still auseinander: es waren । ganz alte und ganz junge Leute darunter. Andern Morgens erwachte ich schon sehr früh von I einem Zwitschern unb Trappeln, das nicht zu deuten war. Ich fuhr im Hemd ans Fenster, da waren es lauter junge Mäbchen, die von allen Seiten auf eine Kleiderfabrik an ber Ecke schräg gegenüber zutrippelten. Mit bem Glockenschlag sieden warb es roieber still und nichts mehr zu sehen als ein winzig kleiner Stift, der mit hängenden Beinchen auf einem Kontorbock vor einem ungeheuren Hauptbuch saß. Ich legte mich wieder hin und verschlief bie Abfahrt bes ersten Dampfers. Der Regen trommelte auf bas Blech bes kleinen Daches vor dem Haus. 0as Geburtstagsständchen. Zelter, bem bekannten Tonbichter unb Freund Goethes, sollte einst an seinem Geburtstag von ! vier feiner Schüler ein Morgenstänbchen gebracht werben. Es war ein grimmiger Dezembermorgen. . Deshalb waren wohl auch nur brei von Den Sängern erschienen. Die Schüler waren zuerst ratlos, I faßten aber Dann Den Entschluß, zwei Zeltersche Quartette Dreistimmig zu fingen. Sehr schnell erschien aber Zelter am Fenster unD rief: „Das klingt ja zum Teufelholen! Wo habt Ihr Denn Den zweiten Baß?" — „Der hat uns im Stich gelassen!" — „Nun, Da roerDe ich ihn übernehmen", erwiberte bas Geburtstagskinb. Gesagt, getan. Der Meister ' ging nach unten unb beteiligte sich mit seinem wohl- flingenben Baß an ber ihm selber zugebachten Hul- bigiing. Dann aber sagte er zu seinen Schülern: „So, nun habe ich Euch reblich geholfen — jetzt sollt auch Ihr mir helfen! Wir werben eine Flasche auf Euer Wohl trinken: Hoch lebe bas breistimmige . Quartett." Socksckmlnacbrickien. Zum o. Professor ber Psychiatrie unb Direktor ber Psychiatrischen unb Nervenklinik an ber Universität Greifswalb ist als Nachfolger bes verstorbenen Professors Ebmunb F o r ft e r Professor Dr. Gottfrieb Ewalb von ber Universität E r - langen ernannt worben. Professor Dr. Wolfgang WilmannS, Orbi- narius für lanbwirtfchaftliche Betriebslehre an ber Universität Jena, hat einen Ruf an bie Universität Leipzig als Nachfolger von Geh. Rat Falke angenommen. Professor Dr. Curt Sprehn, Extraorbinarius für Parasitologie unb angeroanbte Zoologie am Tierseuchen-Jnstitut ber Universität Leipzig, bat einen Ruf als Drbinarius für Parasitologie an bis Lanbwirtfchaftliche Hochschule in Ankara (Türkei) angenommen. Wirtschaft Der Stan- des deutschen Außenhandels hatte In ge- einen zögernden Beginn, war aber nach Festsetzung der ersten Kurse etwas belebt und leicht befestigt. Zunächst war die Kursbildung etwas uneinheitlich, da verschiedentlich noch kleine Realisationen erfolgten, die aber nur geringfügige Abschwächungen auslösten. Die für die vorgeschrittene Jahreszeit außerordentlich günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt bot der Börse in Verbindung mit vorteilhaften Nachrichten aus der Wirtschaft eine kräftige Stütze. Auch die Tatsache, daß die Vorgänge in Marseille bisher keine Weiterungen und auch keine besondere Abschwächung an den Auslandsbörsen nach sich zogen, fanden starke Beachtung. Die Umsatztätigkeit war am Renten- und am Aktienmarkt etwa gleich groß, ohne allerdings besonders lebhaft zu sein. Am Rentenmarkt waren es wieder Altbesitz und Kommunal-Umschuldung mit je plus 0,25 v. $)., Anfang einer derartigen Umgestaltung des Außenhandels eine Ueberwachung der Einfuhr stehen, die letzten Endes in vollem Umfange der organisatorischen Einwirkung zugänglich ist. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 7 bis 9 Mark, von 6 bis 8 Wochen 9 bis 13 Mark. Der Handel war rege, jedoch blieb Ueberstand. Schweinemarkt in Marburg. ]| Marburg, 11.Oft Dem heutigen Schweine- markt waren 642 Ferkel und 18 Läufer zuge» fahren. Bezahlt wurden für bis zu 6 Wochen alte Ferkel 10 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 10 bis 15, 8 bis 10 Wochen alte 15 bis 21 und Läufer 25 bis 32 Mark das Stück. Bei flottem Handel wurde der Markt fast geräumt. den besten Absatzmarkt. Sranffurfer Börse. Wittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 11. Okt. Die Börse Der Arbeitseinsatz der Angestellten Oie Lage Ende September. ,.L Si £Ä“«S£!U" wmiger Me Umsatz- der Ausfuhr, als di- d-r Ein- fuhr a e s u n k e n. Mehr und mehr zeig' sich, datzdie d-uilch-Aus- fudr gerade in den großen bisherigen Absatz- 'bleien auf besonders empfindliche Hemmungen stötzl während anderfeiis bisher kaum beachleie Länder sich als verhSllnismStzig aufnahmewillig erweisen. Bisher hat aber der Ausbau der Handelsbeziehungen mit den „neuen" Kunden die Schrumpfung des Handels mit den übrigen Ländern noch nicht aus- aleichen können. Der Rückgang der deutschen Ausfuhr ist aber nicht eine Folge des deutschen Einfuhrprotektionismus, sondern es wurde die deutsche Einfuhr erst in dem Augenblick entscheidend gedrosselt als sich die Hoffnung auf eine automative Anpassung der Ausfuhr an die Einfuhr als trügerisch erwiesen hatte. Die vielfältige Gegen- und Auseinanderentwicklung von Einfuhr und Ausfuhr ist ein deutliches Zeichen für die Desorganisation des fog. Welthandels. Es ist klar, daß eine solche Desorganisation der Handelsbeziehungen von einem Land, das, wie Deutschland, seine Wirtschaft neu gestalten will, nicht untätig ertragen werden kann. Da sich die Ausfuhr schwerer regeln läßt als die Einfuhr, mußte am bereits einen beachtlichen Tiefstand erreicht hatte. So ist es z. B. beinahe ausgeschlossen, Betonmeister, Schachtmeister und Poliere nachzuweisen. Die Maschinenindustrie erwies sich im übrigen als aufnahmefähig für Meister der verschiedenen Fabrikationszweige. Behördenangestellte fanden zum Teil in Organisationen Stellung. Gesucht waren im übrigen hauptsächlich Buchhalter und Kassenangestellte für die neu zu errichtenden Ueberwa- chungsstellen. Der Vermittlungsdienst für L a n d - und Forstangestellte war saisonbedingt ruhig. Die Vermittlung von seemännischen A n g e st e l l t e n zeigte stagnierende Tendenz, hauptsächlich bedingt durch die Personalpolitik der Reedereien. Diese zielt darauf ab, anstelle früher abgemusterter Schiffsoffiziere aus dem Jungnachwuchs Beförderungen vorzunehmen. Dafür wurden wieder zahlreiche neue Offiziersaspiranten eingestellt. Vollbeschäftigt ist die Hochseefischerei, doch ergaben sich Neuenstellungen nicht in nennenswertem Umfang. Bei der Gruppe der weiblichen Ang e- st e l l t e n waren von kaufmännischem und Büropersonal hauptsächlich Verkäuferinnen und Stenotypistinnen gesucht. Hier liegt die zugelassene Altersgrenze neuerdings etwa zwischen 25 und 30 Jahren. Weibliche technische Angestellte — abgesehen von staatlich geprüften Dentistinnen, die wie ihre männlichen Kollegen gesucht sind — haben kaum Unterkommensmöglichkeiten. In der Gruppe der Hausangestellten (gehobenes, angestelltenversicherungspflichtiges Personal), ebenso der Wohlfahrtspflegerinnen und auch der Kindergärtnerinnen bewegte sich der Vermittlungsdienst im Rahmen der saisonbedingten Möglichkeiten. di- im Vordergrund- standen. I-doch lager> auch fpäte Reichsschuldbuchsorderungen. Stahwer-m Bonds und Reichsmark-Anleihen 0,25 bis 0,50 »■ fester Die schon gestern abend auf Umtauschgeruchte stark befestigten zertifizierten Phönix-Gulden waren sehr lebhaft und zogen um 1 v. H. auf 82 v. H- an. Am Aktienmarkt wurden Farbenlndustne mit plus 0,50 v. H. etwas lebhafter umgesetzt, Scheideanstalt gewannen 0,50 v.H., Rutgerswerke 0 25 v.H. Elektropapiere eröffneten zumeist noch um Bruchteile eines Prozentes niedriger, jo u. a. Schuckert und Licht & Kraft, AEG. lagen etwas freundlicher. Akkumulatoren verloren erneut 2 vH. Am Montanmarkt ergaben sich überwiegend Kursgewinne von 0,25 bis 0,65 v.H., Mansfe der Bergbau gewannen 1 v.H., und Braunkoh^enaktien wurden mehrprozentig höher genannt. SchlffahrtswerteHa» qen nach behaupteter Eröffnung spater 0,50 v H. fester Im einzelnen eröffneten AG. für Verkehrswesen 140 v.H., Zellstoff Waldhof 0,65 v.H., Westdeutsche Kaufhof, Daimler und Deutsche Linoleum je 0,50 v. H. höher, Bank für Braulndustne zeigten mit plus 2,40 v. H. eine stärkere Erholung. Niedriger setzten ein: Reichsbankantelle (— 0,50 V. Y-), Zellstoff Aschaffenburg (— 0,75 v. H.) und Haufwerke Füssen (— 0,25 v. H.). Auslandsaktien lagen fest, AKU. plus 2 v. H., Chade I-.t. A bis C ca. plus 5 RM., Lit. D ca. plus 3 bis 4 RM. Im Verlaufe ließ die Umfatztatigkelt stark nach, die Grundstimmung blieb aber freundlich uno o-e im Verlauf am Aktienmarkt erzielten Besserungen konnten sich voll behaupten. Chade A bis kamen mit 219 um 5,50 RM. fester fd) lieft ft jur Notiz. Fest lagen außerdem Bemberg mit plus 2,5 v. H. und Lahmeyer (plus 1,25 v. H.). Der Rentenmarkt hatte spater lediglich> w' Reichs mork-Anleihen und zertifizierten D?ll°r-B°nds noch lebhafteres Geschäft bei weiter anziehenden Kurfen. insbesondere fü? Phönix-Gulden (nochmals Ms 1 n H) wäbrend die übrigen variablen .papiere ruhig,' aber voll behauptet lagen. Uld' »"d Llgu^- dationspfandbriefe bröckelten zumeist um , - 0 50 v. H. ab, Kommunal-Obligationen, Stadt- und Staatsanleihen sowie Jndustrie-Ooligationen lagen ziemlich unverändert. Am Auslandsrentenmarkt gen Mexikaner und Schweizer Bundesbahnen etwas an. .. . Tagesgeld unverändert ö v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse hatte infolge des geringen Order' einganges nur schmales Geschäft, da auch die Kulisse nur wenig Unternehmungslust bekunde e. Nichtsdestoweniger war die Grundtendenz weiter freundlich und verschiedentlich zeigte sich auch etwas Nachfrage. Die Berliner Schlußkurse blieben zumeist unverändert. Farbenindustrie notierten zunächst 0 25 v. H. höher, bröckelten aber im Verlaufe infolge der herrschenden Geschäftsstille um 0,13 v.H. ab, wahrend sonst keine Veränderungen eintraten. Großbank- und Hypothekenbankaktien waren weiter gefragt und bis 0,50 v. H. höher. Der Rentenmarkt lag sehr still, besonders die seither bevorzugten Papiere, wie Altbesitz und Kommunal-Umschuldung, letztere gaben später eine Nuance nach, während Altbesitz 0,13 v. H. über Berlin lagen. Weitere Beachtung fanden Reichsmark-Anleihen bei wieder leicht erhöhten Kursen. RWE. 87,25 bis 87,50, 1951er Stahlverein 84,50 bis 84,75, Rhein-Elbe-Union 88 bis 88,25; 6 v. H. Phönix-Gulden-Obligationen waren zu 83 v. H. wieder gesucht nach heute mittag 83 Brief. Don fremden Werten gaben 4 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 194,50 (195) und 3,50 v. H. do. auf 183 (183,75) nach. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Okt. Auftrieb: Rinder 29, davon 14 Ochsen, 4 Bullen, 8 Kühe, 3 Färsen; dem Schlachthof direkt wurden 10 Rinder zugeführt. 879 Kälber (gegen 927 am letzten Donnerstagmarkt), 390 Schafe (196), 674 Schweine (615). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 51 bis 54, b) 42 bis 50. c) 37 bis 42, d) 30 bis 36; Lämmer und Hammel 62) Weidemasthammel 35 bis 36, c) mittlere Mastlämmer und ältere Masthämmel 32 bis 34; Schafe e) beste 33 bis 34, f) mittlere 27 bis 32, g) geringe 19 bis 26; Schweine al) 53, a2) 53, b) 52 bis 53, c) 50 bis 53, d) 48 bis 52. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmarkt zogen Kälber bis 4 und Hammel in den besten Qualitäten um 2 Mark an, im übrigen traten keine Veränderungen ein. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht-, Markt- und Derkaufskosten, Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Marktverlauf: Kälber lebhaft, ausverkauft. Hammel und Schafe rege, geräumt. Schweine rege, ausver- i kauft. Großhandelspreise für Fleisch und Astch,"s2"°nz^ hälften. Preife für 50 Kilogramm -n Mark vch,-n^ 56 bis 60; Kalbfleisch b> 64 bis 68, c) vl Flomen 90. Marktverlauf ruhig. Pb. .Äjg markt waren insgesamt 460 irrtet u iö Amtliche Stellungnahme zur Preisbildung für Rundholz. Amtlich wird zur Nutzholz-Preisbildung folgendes bekanntgegeben: 1 Um eine für die Wirtschaft untragbare Verteuerung des deutschen Holzes zu vermeiden, muß grundsätzlich eine Erhöhung der Rundholzpreise in der kommenden Einschlagperiode u n - t e r b I e i b e n. Bei Nadelstammy olz normaler Beschaffenheit wird eine Preissteigerung im allgemeinen schon dann als unangemessen erachtet, wenn der gewogene Durchschnittspreis des Vorjahres (1. Oktober 1933 bis 30. September 1934) für dasselbe Sortiment an der gleichen Oertlichkeit überschritten wird. Nur in Ausnahmefällen kann eine Erhöhung bis zu 10 v. H. des erwähnten Durchschnittspreises als zulässig erachtet werden. Für Buche und anderes Laubnutzholz kann, soweit sein Preis noch unter dem Friedenspreis liegt, eine Preiserhöhung bis zu 15 v. H. des obenerwähnten Durchschnittspreises ftattfinben. 2. In Zukunft darf die Holzpreisgestaltung nicht mehr dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage überlassen bleiben. Vom Waldbesitz wird daher erwartet, daß er durch entsprechende Wahl seiner Verkaufsverfahren sich bemüht, dieses Ziel zu erreichen. Dabei ist aus arbeitspolitischen Gründen zunächst die Versorgung der örtlichen holzverbrauchenden Industrien und Gewerbe mit Rohholz, soweit möglich, sicherzustellen. Hierbei ist in weitgehendem Maße der Freihandverkauf zu bevorzugen. Im übrigen wird zur Vermeidung einer ungesunden Preisentwicklung beim Handelsholz dem Verkauf gegen schriftliches Gebot vor der Versteigerung im mündlichen Gebot der Vorzug zu geben fein. Soweit holzverbrauchende Industrien und Gewerbe mit deutschem Holz nicht ausreichend versorgt werden können, wird eine weitere Belieferung aus Holzüberschüffen anderer deutscher Landesteile im Sinne der bereits angebahnten Marktordnung angestrebt werden. In dem Maße, in dem die deutsche Holzerzeugung zur Bedarfsdeckung teils mengen-, teils sortimentsmäßig nicht ausreicht, kann ausländisches Holz zur Verwendung kommen, da mit fast sämtlichen für uns in Frage kommenden Holzaussuhrländern Derrechimngs- oder Zahlungsabkommen bestehen. Oie Lage in der Spieiwarenindustrie. In der Spielwareninduftrie wurden im Durchschnitt der ersten 8 Monate um 26 v. H. mehr Arbeiterstunden geleistet als im Vorjahre. Zu einem Teil erklärt sich diese Zunahme aus dem tiefen Stand, auf den die Geschäftstätigkeit noch zu Anfang des vorigen Jahres gesunken war. Aus den vorläufigen Ergebnissen der Betriebszählung kann man entnehmen, daß die Zahl der in der Spielwarenindustrie Beschäftigten 1933 nur noch 38 o. H- der Zahl von 1925 betrug. Verhältnismäßig günstig ist die Lage bei den Herstellern von Puppen gewesen, wo der Beschäftigungsgrad auch in der letzten Zeit höher war als i. V. Bei den Holzspielwaren trat nach zwei Jahren erstmals wieder eine Frühjahrssaison ein. Bei den Stoffspielwaren wurde dagegen die vorjährige Höhe nicht erreicht. Seit Mai ist die Entwicklung indessen bedeutend günstiger als i. V. Wenig günstig hat sich die Papierfpielwaren- industrie im laufenden Jahre entwickelt, dagegen lag bei Zelluloidspielwaren die Beschäftigung durchweg um rund 7 v. H. über der des Vorjahres. Die Metallfpielwarenindustrie glich sich dem Gruppendurchschnitt an. Die Ausfuhr war wert- und mengenmäßig bei Spielwaren und Christbaumschmuck um etwa ein Viertel geringer als i. V. Der Rückgang war bei den Werten etwas geringer, als bei den Mengen. Spielwaren besserer Qualität fanden Die der Stellenvermittlung der Deutschen Angestelltenschaft im September erstatteten Berichte ihrer Geschäftsstellen lassen einheitlich aus dem ganzen Reich eine sich behauptende, teilweise sogar weiter ansteigende Einsatzmöglichkeit von Angestellten erkennen. Neben den im ganzen absolut zuversichtlichen Berichten lassen auch die Statistiken über die Bewerber-Bewegung eine in sich gefestigte Lage erkennen. So ist z.' B. trotz Quartalsende der Zugang neu gekündigter bzw. stellungslos gewordener Bewerber nur ganz klein. Er bleibt ganz wesentlich hinter den Vergleichszahlen früherer Jahre zurück. Wenn die Zahl der bei der Stellenvermittlung der DA. eingetragenen Bewerber trotz teilweise sehr beachtlicher Vermittlungen und sonstiger Abgänge in Arbeit sich nur wenig gesenkt hat, bei Angehörigen einiger Berufe, z. B. Techniker und Werkmeister, sogar noch leicht anfteigt, so ist diese Erscheinung nicht konjunktur-, sondern ausschließlich organisationsbedingt. Die Einbeziehung der Techniker- und Werkmeister-Stellenvermittlung in die einheitliche DA.-Stellenvermittlung mit ihren organisationstechnischen Feinheiten veranlaßt noch immer Altstellenlose, ihr Arbeitsschicksal jetzt der DA.-Stel- lenvermittlung anzuvertrauen. Das hat seinen Grund auch darin, daß sich gerade in den letzten Monaten in Verbindung mit der Stellenvermittlung zahlreiche Möglichkeiten zur beruflichen Fortbildung boten. Branchebedingt haben hauptsächlich Beschäftigungsmöglichkeiten Werke der Schwerindustrie, Maschinen- und Werkzeugmaschinenfabriken, Werke der Textilindustrie und stellenweise Großhandelsunternehmungen. Allgemein günstig war die Lage bei den Sparkassen. Geprüfte Sparkassenangestellte haben z. Zt. beste Aussichten auf Stellung. Nicht ganz so günstig, aber immer noch als ausgesprochen gut, darf die Beschäftigung der Banken und der Versicherungsunternehmen angesprnchen werden. Berufsbedingt hatten zunächst die Kaufmannsgehilfen der Gruppe Verkäufer in Spezial- gefchäften des Lebensmittel-, des Textil- und des Eisenwarenhandels gute Unterkommensmöglichkeiten. Geübte Stenotypisten, zum Teil auch sprachgewandte Ausländskorrespondenten, sind gesucht. Die Berufsfachberatung und Lehrstellenvermittlung im Kaufmannsberus läßt bereits erkennen, daß Eltern sowohl als Lehrherren der sachgemäßen Berufsausbildung heute gesteigerte Bedeutung beimessen. der Techniker-Vermittlung ergeben sich wieder steigerte Anforderungen für den Tiefbau und etwa mehr als im Vormonat — auch für den Hochbau. Dabei waren nicht nur die Betriebe der Reichsautobahnen Auftraggeber. Elektrotechniker fanden hauptsächlich in der Schwachstrom- und Radio-Industrie Unterkommen. Vermessungs- und Katastertechniker werden z. T. noch gesucht. Die Werkmeistervermittlung litt stark unter Voreingenommenheit gegen ältere Angestellte. Immerhin war es möglich, für bestimmte Spezialgebiete auch ältere Meister in Stellung zu vermitteln, soweit der Bewerber-Andrang dieser Gruppen Was die gegenwärtige Lage betrifft, fo hat sich von Wai bis August 1934 die Einfuhr von Rohstoffen nach Deutschland um 45 Millionen Mark (19 v. H.) verringert. Von dieser Abnahme entfällt ein großer Teil auf die in den Sommermonaten saisonübliche Verringerung. Es besteht aber fein Zweifel, daß nach der gegenwärtigen Devisenlage und dem derzeitigen Umfang der Ausfuhr die wintersaisonübliche Zunahme der Rokstoffeinfuhr auf beträchtliche Schwierigkeiten stoßen wird. Die im Winter eingeführten Rohstoffe dienen im allgemeinen zur Herstellung der im darauffolgenden Frühjahr auf den Markt kommenden Fertigwaren. Wenn man sich daher auf Grund der jüngsten Einfuhrüberwachung Gedanken darüber machen wollte, wie sich die Fertigwarenversorgung im Winter gestaltet, so würde man an dem eigentlichen Kernproblem vorübergehen. Die Frage ist, unter welchen rohstosfmählgen Voraussetzungen im kommenden Frühjahr der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weiter voran- getrieben werden kann. Die Tatsache, daß die entscheidenden Wirkungen der Rohstoffüberwachung aber erst in mehreren Mo- naten zu erwarten find, bedeutet eine verhältnismäßig lange Anlaufsfrist für die organisatorischen Umstellungen der Wirtschaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die Himer den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an — Relchsbankdlskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Hramiun a. J.’(. Ziem Gchluß» kurs Gchlußk. Abend» börse Schluß» kurs Schluß!. Mittag- börse Oalum 10-10. 11-10- 10.10. 11-10- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 192? 95,25 95,75 96 96 6% ehem.7% Dt. Rctchaanl.v. 1929 * — 6‘/j% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit AuSIos.-Rechten ............. 93 92,9 93 93 100,25 100.25 99,9 100,13 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... —— — 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 94,75 95 95 95,13 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 93 93 93,25 6%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... 93,25 93,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 104,75 104,9 104,75 105 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar biS 1935 93,13 93 94 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar biS 1936 93,13 93 5y.% ehem. 4*/z% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 93 93 6V,% ehem. 4/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltou.-Goldpse. . .. 93,75 93,5 6% ehem. 8% Pr. Landespfand» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 94,25 94,25 -___ 94,25 •% ehem. 7% Pr. Lanbespfand- briesanstalt, Pfandbriese R. 10 94,25 94,25 94,25 Eteuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,75 101-75 101,75 101,75 4% Oesterretchische Goldrente.... 28,75 _ _ 4,20% Oesterretchische Silbenente 1,35 1,3 1,35 1,3 4% Ungarische Goldrente....... 7,6 7,65 7,7 7.8 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,13 7 7,13 7,05 4H% desgl. von 1913.......... 7 7,13 7,13 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 14,5 14-25 14,25 14,4 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Aniethe Serie I..................... — 8,1 — _ .rtanriur u. Dl. Z'erltn Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag» börse Datum 10-10. 11-10- 10-10. 11-10- 4% desgl. Serie 11 .......... 8,1 3 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,6 4,6 4,8 4,75 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 7-1 7,1 7,15 7 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4 4,05 214% Anatolier ............... 35,25 36 36 36,25 Hamburg-Amerika-Paker .....o 27 27,75 27,25 27,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o 25,9 25 Hansa-Dampflchiff...........g — — Norddeutscher Lloyd .........o 29,9 30-25 29,9 30,25 A G. für Verkehrswesen Akt. .. o 79,25 80,5 —— 80,5 Berliner Handelsgesellschaft .. * 95,5 95,5 96 96 Commerz, und Privat-Bank ... o 69-5 71,25 69,75 70,75 Deutsche Bonk und Dtaconto- Gesellschaft............. 0 73,25 75,5 73,25 75 Dresdner Bank.............. n 76,25 78,25 76,5 77,75 Reichsbank ................ i2 146,5 146,5 146.5 146 A.I.G....................... 28,75 28,75 28,75 28,5 Bekula............. n 142.75 145,25 143 145,4 Dektr.Lieferungsgesellschaft... 6 104,25 104,5 104,25 105 Licht und Kraft 6 119,5 119 120 118,5 Felten & Guilleaume . o 76,75 76,75 77 77,25 Gesellsch.s.Eleklr.Unternehmung. 6 110 110,75 110 110,13 Rheinische Elektrizität ... 5 Schuckert L Co........... 100 94 99,5 94 100 94 99-75 94 Siemens L Halske..... ... 7 143 143 143,5 । 142,25 Lahmeyer L Co.............zö 122,25 123 122.5 1 123,25 Buderus .................... 86 86,25 85,5 86,25 Deutsche Erdöl ............... 108,5 108,5 108,5 107,65 Gelsenkirchener............... 64,65 64,5 64,75 64,5 Harpener.................... 106 106 106 106 Hoesch Eisen—Köln»Neuessen .. c 76,25 76,65 Ilse Bergbau ............... 149,5 — 149 Ilse Bergbau Genüsse........ 118 118,5 117,5 119,25 Klöcknerwerke ............... 76,25 77 76 77,25 ManneSmann-Röhre«........ 75,5 75,75 75,65 76,5 ;?ranf|un a. Di. | Serlin Schlußkurs Gchlußk. Abend» börsc Schlußkurs Gchlußk. Mittag» börie Datum 10.10- 11-10. 10.10. 11-10- ManSfelder Bergbau .. eeeee . 0 79 80-5 79,5 80,65 Kokswerke ........... . 0 — — 98 98,25 Phönix Bergbau...... . 0 50 50 50 49,9 Rheinische Braunkohlen 10 225,5 225,5 225 227,5 Ryeinstahl ........... . 0 91 91,13 91 91 Bereinigte Stahlwerke. . 0 43 42,75 42,9 42,65 Olavi Minen ........ . 0 13,5 13 13,25 13,25 Kaliwerke Aschersleben. ■ a a a . 5 119 117 118,25 116,25 Kaliwerke Westeregeln. a a a a . 5 118,25 117,13 118-13 116,25 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7H 152,5 154 154 155 3- G. Farben-Jndustrie . 7 142,75 143,5 142,4 143,4 Scheideanstalt........ . S 215 215 Goldschmidt ......... . 0 92,65 93,5 92 93,5 RütgerSwerke ........ . 0 41,25 41,25 41,25 41,13 Metallgesellschaft...... . 0 85,25 85,25 87 Philipp Holzmann .... . 0 79 80 79 80 Zementwerk Heidelberg . 0 - Cementwerk Karlstadt.. . 0 133 133 - Schultheis Patzenhofer . 0 _ 109 108 Aku (Allgemeine Kunstseide) . 0 61,75 63,25 62,25 63,25 «emverg............ . 0 —— 66,5 129 129 Zellstoff Waldhof..... . 0 48 48-13 48 48,5 Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ........ ..... . 0 . 7 66,5 65,75 66-75 123-5 66,25 124 51 Daimler Motoren..... . 0 50,25 51 50,75 Deutsche Linoleum .... . c 58,5 59 59 Orenstein L Koppel ... . 0 88,25 88 Leonhard Tietz....... . 0 32,75 33,25 32,65 32,65 Chade ............... .10 213,5 217 212-5 216 166 Accumuiatoren-Fabrik. . 0 165,5 166 163 Conti-Gumuu........ . 0 133 132,25 133,25 Bnhafttoerte Höchst'ä.M.'.Z 41 79 I 1 301 30,13 Süddeutscher-Zuck«.........8| 189,5 I -| 189 I 190 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2h. 10 .Oktober 11.Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 25riei Geld Srie 1 Buenos Atre- 0,645 0,649 0,642 0,646 Brüssel----- 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia ...... 3-047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,20 54-30 53,98 54,08 Danzig..... 81-20 81,36 81,20 81,36 London ..... 12,135 12,165 12,09 12,12 Heljingfors.. 5,36 5-37 5,34 5,35 Paris ...... 16.39 16-43 16,39 16,43 Holland .... 168,59 168,93 168-50 168,84 Italien..... 21,45 21,49 21,45 21-49 Japan ...... 0,709 0,711 0,705 0,707 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo..... 60,98 61,10 60-74 80,86 Wien...... 48-95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,01 11,03 10,97 10,99 Stockholm.. 62,59 62,71 62,34 62,46 Schweiz ... 81,09 81,25 81,09 81,25 Spanien... 33,97 34-03 34,00 34,06 10 37 10,39 10,37 10 39 Budapest .. Reuyork... 2,476 2-480 2,474 2,478 Banknoten. Serltn.11. Oktober Geld Srtes Amerikcmiicye »Roten....... 2-426 2,446 Belgische Noten........... 58,01 58,25 Dänische Noten .......... 53,82 54,04 Englische Noten .......... 12,055 12,095 Französische Noten........ 16,35 16,41 Holländische Noten........ 168,08 168,76 Italienische Noten......... 21,33 21,41 Norwegische Noten ....... 60,58 60,82 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling — Rumänische Noten........ — —• Schwedische Noten........ 62,18 62,42 Schweizer Noten.......... 80,91 81,23 Spanische Noten.......... a a a a a a a 33,86 34,00 Ungarische Noten......... —* Glrhener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gberheffen) Er. 239 Drittes Blatt Sie werden durch Beitragsbescheid von den zu- Ißss W 3a« fMM Wie haben wir als Kinder, im Grase liegend, 51-nipfnrnrhp nphnffpri mit den liebenden Wolken! Zwiesprache gehalten mit den ziehenden Wolken! Lolche Phantasiegestalten drängten sich in dem M« tz« Sas SÄsVa«K grftMtt«? K. ständigen Finanzämtern angefordert und sind auch der Tageskalender für Freitag. NSDAP., Amt für Beamte: 20 Uhr, Cafä Leib, Schulungs- Tagen Nie l n n e ngen tniz. schen tn- die ori. geilte 15, 25 rbe an diese zu entrichten. Es gehört mit zu den Ehrenpflichten der Bauern und Landwirte, als Mitglieder des Reichsnährstandes bis zu diesem Termin die fälligen Beiträge ohne jeden Verzug au entrichten. Die pünktliche Zahlung liegt schon deshalb im eigenen Interesse der Bauern und Landwirte, da hierdurch Einziehung durch die Finanzämter und die damit verbundenen Unkosten vermieden werden. Für bäuerliche und landwirtschaftliche Betriebe wird der Jahresbeitrag in zwei Jahresteilbeiträgen fhllen Flaum zusammen! Und wie schön malten mr es uns aus, da oben in den weichen Flocken kehr des Matthias Bruck" von Sigmund G r a f f zur Aufführung. Die Spielleitung hat Karl Löser. Auf die gestrige Anzeige sei aufmerksam gemacht. Daten für Freitag, 12 Oktober. 1492: Kolumbus entdeckt Amerika;, er landet auf Guanahani (Westindien); — 1896: der Komponist Anton Bruckner in Wien gestorben (geboren 1824); — 1924: Das Zeppelinluftschiff LZ 126 verlaßt Friedrichshafen zur ersten Fahrt nach Amerika. AusparteiamtlichenBekanntmachunqen Für den am kommenden Sonntag, 14. Oktober, in der Restauration „Liebigshöhe" stattfindenden G e n e r a l a p p e l l der NS.-Hago (Deutsche Arbeitsfront, Kreisbetriebsgemeinschaft Handel 17 und Kreisbetriebsgemeinschaft Handwerk 18) wurde folgendes bestimmt: Die Gießener Ortsgruppen treten zu folgenden Zeiten und an folgenden Plätzen an: Gießen-Süd: 9 Uhr, Universität Ludwigstraße; Gießen-Mitte: 9 Uhr, an der Johannes- kirche; Gießen-Nord: 9 Uhr, am Amtsgericht. Der Abmarsch erfolgt jeweils um 9.15 Uhr. Die Ortsgruppe Gießen-Ost hat um 9.15 Uhr an Schöne Silhouette. Bon Sofie v Uhde Copyright by I. L. A. Wien. so leicht und nur wie nebenbei auf den Stock mit dem gebräunten, schweren Elfenbeingriff stützen; diese noch mädchenhaft schlanken alten Damen, deren Gesichter verblaßt sind wie die Gesichter ihrer Ahnen auf den verblaßten Bildern, und deren Hände so schmal und von so rührend unvergeßlicher Schönheit sind. Sie wandeln unter der adlichen Grazie und Heiterkeit des Rokoko dahin, an den vereinsamten Schlössern und stillgewordenen Auffahrtstreppen vorbei, über die nebligen Parkwege, und ihre Silhouette ist so rein, so klar und lebensfern wie die Silhouette ihrer einzigen Stadt. Heimkehr der Seele sind sie wie jene. Wie diese Straßen stille sind, wie diese Häuser schweiaen hinter den vornehmen Gittern! Es ist das Schweigen einer sterbenden Vergangenheit. «Aber von einer zierlichen grünpatinierten Kuppel hebt sich gekrönten Hauptes ein bronzener Adler und hat die jungen, fluggewohnten Schwingen noch. Illg anmutige -■ il ein paar Schritte noch bis zum Kirchentor, ein to- leise, ergriffene Schritte durch den einfachen, frist' gnad)* 'urbtn [gaben n Umringe' Büro* (Steno* Men* Jahren, en von mann* Unter* hausan* gspflich' lerinnen sich der ebingten Der Liebesbrief. Anekdote, erzählt von Karl Andreas. Friedrich der Große war bekanntlich ein Regent, der sich nicht nur um seine Regierungsgeschäfte kümmerte, sondern seine Augen und Ohren auch dort hatte, wo er sie vom Standpunkte seiner Untergebenen lieber nicht hätte haben sollen. So gehörte es zu des Königs Lieblingspassionen, seine Soldaten nicht nur von dienstlicher Seite, sondern auch ein wenig in ihrem Privatleben kennen zu lernen. Ganz besonders gern aber brachte er kleine Sünder selbst zur Raison und Pflichterfüllung. So sah es König Friedrich äußerst ungern, wenn einer seiner Soldaten während des Dienstes mit einem vorübergehenden Mädchen liebäugelte oder gar eine Liebschaft anknüpfte. Einer seiner Kammerhusaren hatte nun eine Liebschaft mit einer hübschen und sittsamen Bürgerstochter in Potsdam. Nahezu krank vor Sehnsucht, benützte er jeden unbewachten Augenblick, um heimlich von Sanssouci nach Potsdam zu seiner Geliebten zu schleichen. Dies gelang ihm einige Zeit, ohne daß sein Verschwinden von jemandem bemerkt wurde. Eines Tages aber hatte er Pech und seine unerklärliche Abwesenheit erregte allergrößtes Aufsehen. Man forschte nach dem Grund und ertappte den Husaren gerade darüber, .wie er sich aus dem Hause seiner Geliebten schlicht. len. ang der iten loffe bar« iben der über jung jent- z thronen und herabzuschauen auf die Erde. Und so ziehen die Wolken nach stürmischer Nacht, vinn der Tag noch unruhig ist, zwischen Sonnenbacken hin und her. Der Wind biegt die Kronen d" Bäume und schüttelt die bunten Blätter ab. In engem Zug jagen die Wolkenfetzen darüber hin. User Auge kann ihnen kaum folgen. Das sind die Tolken unserer Sehnsucht, unsrer Jugend. Wie sie h lausstürmen in die Weite, vom Winde gepeitscht, sc zogen einst auch wir hinaus in die Welt. Und so mag auch unsere Jugend den Blick zu ihnen tr-eben, zu den wandernden Wolken. Und wenn sie dann hoch auf dem Bergesgipfel stiyen, Über Dunst und Nebel in den Tälern hinauf- jdnuen nach den jagenden Wolken, dann kommt jh.en vielleicht das schöne Gedicht von Ferdinand ÄWnarius in den Sinn: en er n« iltrung *^646 58,29 0,206 3,053 54,8 81,36 12,12 5,35 16'8 168,M 21; 0,702 5,7 60,86 49,0 10,9 62,< 81-2 34,06 IO,« 2,471 Reichsbund Äolkstum und Heimat. Ortsring Gießen. Unsere Mitglieder werden auf den Kultur- unb Werbeabend der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Stadttheater am 13 d. M. hingewiesen. Karten zu 60 Pfennig im Haus der Arbeitsfront. Die feierliche Eröffnung unserer Winterarbeit findet nicht wie vorgefehen am 20., sondern am Mittwoch, 24. d. M., 20.15 Uhr, in der Aula des Gymnasiums statt. Professor Dr. Hummel spricht Über „Die Erdgeschichte unserer Heimatlandschaft" (mit Lichtbildern). Musikstücke und Heimatlieder, vorgetragen vom Groß schen Männerchor, werden unsere erste Winterveranstaltung besonders feierlich gestalten. Eintritt für Mitglieder und ihre Angehörigen frei, Nichtmitglieder 20 Pfennig. Beiträge für denReichsnährstand fällig Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Am 15. Oktober 1934 sind für die Eigentümer bäuerlicher und landwirtschaftlicher Betriebe (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Weinbau) und für Inhaber von Fischereibetrieben zum ersten Male die Beiträge für den.Reichsnährstand fällig. unmystifch klaren Raum, und man steht am Grabe des großen Königs und seines Vaters. Wie eng die Nische, wie schmal und schmucklos die steinernen Särge! Aber in dieser unpathetischen Gruft rauscht das pathetischste Lied des Königs wie der Völker: das Lied der siegreichen alten Fahnen, und oben an der Wand steht ein fürstliches Wort Davids, das in seiner vornehmen Schlichtheit auch ein Preußenkönig gesprochen haben könnte: „Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande und haben gerne fromme Diener." Welch ein Wort! Welch eine Mahnung! Draußen, in der verklungenen Stille eines winterharten Parkes lächelt der lebensfrohe Traum dieses toten Soldatenkönigs: Sanssouci! Nie ist es so reizvoll wie in diesen stillen Tagen, wenn alle schmeichelnde Umhüllung gefallen ist und aus nördlichem und kahlem Grau die einzige Silhouette sich hebt, dies ewige Lächeln des Rokoko, dieser ewige Kerzenschimmer! Wie die rückwärtigen Kolonnaden und ihre Bekrönungen jetzt gegen die Luft stehen, zart, gegliedert, beschwingt, von einer schönheitsfrohen Vornehmheit ohnegleichen, von dem laublosen, edlen Astwerk der Parkbäume lustig umringt: das bedeutet ein immer erneutes Heimkehren der Seele, eine sublime und lächelnde Abkehr von dem kahlen Licht unseres Tages zurück in den warmen, lebendigen Kerzenkranz einer geliebten Vergangenheit. Einer noch sehr nahen Vergangenheit. Was jetzt, da der Fremdenstrom und der Strom aus Berlin verebbt sind, durch diese Straßen geht, ist noch ein Teil von ihr. Zwar es fehlen jene Wagemutigen und Fröhlichen, die den Stern der Garde so selbstbewußt auf knirschenden Sätteln durch diese Alleen trugen, jene blonde, blauäugige, schlanke, hochge- wachsene Jugend Preußens, die zu Pferde saß wie ein Licht und die so froh zu leben und so anständig zu sterben wußte. Aber es geht noch manches edle Pferd über den Sand dieser Wege, und es fitzt noch mancher schlanke Reiter darauf; nicht mehr so unbeschwert und so glänzenden Kürasses, grau jetzt und unscheinbar, aber nicht minder männlich und aufrecht als jene. Und die jungen Frauen, die durch diese Straßen gehen, werden ihnen Knaben schenken, deren Näschen noch genau so trotzig unter blonden Locken stehen. ... Aber die am innigsten zu dieser Stadt gehören, das sind die Alten: diese weißhaarigen Herren mU den scharfen, gutgeschnittenen Gesichtern, die sich i r gelb — hbau. leichs- inben i0‘3n« laster- stark stellte, jejial' erick UW HW. eifttt, HJla> auf* mto« inben t wa* lassen' )erwc tnb= rtingt Aus der Provinzialhauptstadt. Ziehende Wolken. Monatelang leuchtete der Himmel im tiefsten Aau, Sonnenstrahlen und Sommerfreude spen- frnb. Nun ist der Sommer vorbei, der Herbst zog e~i. Die Winde wehen stärker, und Wolken wan- fcirn am Himmel dahin. Aber auch der Herbst feenkt uns Tage, an denen sich der Himmel wie eine lichte Kuppel über die Erde spannt Nur hier mb da steht ein leichtes, fast undurchsichtiges Wölk- chn in diesem weiten, weichen Blau, regungslos n:e ein kostbares aus Silber und Seide gewobenes Gebilbe. Traumhaft schön sind diese Wolken, Cchleier nur, die ferne Welten verdecken. Wolken dir Sehnsucht. Wenn am Abend die Sonne zur Mhe geht und die stillen Wölkchen zum Abschied vergoldet, kommt dann nicht die rechte Abendstim- rJUng, der Abendfrieden in unser Herz? Aber nicht immer ist das Bild so friedlich. Eilig v n Westen kommend ziehen große Scharen weißer ir b grauer Wolken, dicht zusammengeballt, dahin. Um die großen schweren Gebilde tummeln sich (I ine schimmernde Wölkchen, wie muntere Kinder e~ien Festzug begleiten. Sie kommen und oerschwin- dm, zerstieben und verwehren. In würdiger Ruhe pht ein schneeweißer Wolkenberg. Auf ihm könnte run schön lagern und weit hinaus auf die Lande (t auen. Aber schon kommt der Wind und verwan- dlt den Berg in eine lange Kette von einzelnen puppen. Daraus wieder ersteht ein langes, weißes Echiff, das nun am blauen Himmel dahinzieht, lucht und duftig. Wer da mitfegeln könnte! lUnd schon naht ein weißgrauer Drache mit weit a (gesperrtem Rachen und verschlingt das Schiff, killt sich zusammen zu einer mächtigen Gestalt, die ir s an eine Hexe aus Hänsel und Gretel erinnert. Ächt hebt sie die Arme, nun schrumpft sie zusarn- n*n, der Wind zerteilt sie von neuem, und in fi inen Wölkchen löst sich die Masse auf. Neue Volten ziehen am Horizont herauf, von der Sonne mrfilbert, klar und scharf Umrissen, fern und leuch- tdö. Ganz merkwürdige Gebilde erscheinen, zer- fflsßen und erstehn aufs neue. In ungeahnter Höhe ljen sie friedlich dahin. Gehen nicht unsere Träume n t ihnen, folgt ihnen nicht unsere Sehnsucht hin- a*5 in die weiten Lande? Wandert, ihr Wolken, wandert über den schäumenden See; hab so gern gewandert, gern gewandert von je! Hab ja alles verwundert, Glück verwundert und Weh — Wundert, ihr Wolken, wundert über den schäumenden See! *Z*orn't tim Persiluhr in der Kuiserullee unzutreten und marschiert um 9.30 Uhr gemeinsum mit den ande- ren Ortsgruppen ub. Die uuswärtigen Ortsgruppen und Teilnehmer treffen sich um Buhnhof und marschieren von dort aus nach der „Liebigshöhe". .... Kolonialkaufmann aus Holländisch- Indien, „Rot, haarlos, wohlgenährt", so lautet fein Signalement) er fahrt einen maisgelben Acht-Zylinder, was nur gutsituierte Leute zu tun pflegen, und ist, wie wir gehörthaben, alsFrauen- freund bekannt. Auf der Abendgefellschast bei Konsul Finkendey, wo das bereits mehrfach erwähnte Perlenhalsband der Frau Konsulin gestohlen wurde, erzählt er unmögliche Geschichten aus Batavia, die alle Anwesenden zum mindesten in Erstaunen versetzen. Das mag noch hingehen und ist jedenfalls kein Grund, Herrn Strombeck eines Diebstahls zu bezichtigen. Doch hat er bald nach seiner Ankunff im Hause Finkendey ein Gespräch mit Frau Barbara Zurrhelm, der Gattin des ebenfalls bereits bekannten Malers Reginald Zurrhelm —: ein Gespräch unter vier Augen, das einigermaßen bedenklich stimmen muß. Wenig später hört Assessor Luzius ein zweites Gespräch Sti ombeckö mit Barbara in dessen Hotelzimmer ein Telefongespräch zwar, aber... ja, was denken Sie sich denn nun von diesem rosigen und wohlgenährten Herrn? Ist er der Dieb? Oder ist es ein anderer? Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung,- es interessiert uns, sie zu hören und mit den Antworten, die wir bereits erhalten haben les sind sowohl falsche als auch richtige darunter) zu vergleichen. Oie heutige Fortsetzung des Romans „Das Halsband" in den Familienblättern wird Ihnen neue Anregung geben, sich mit der heiklen Frage zu beschäftigen: ist Potsdam so reizvoll wie in den l? Herbstes, wenn alles schmückende Beiwerk des üc.ibes gefallen ist und der Schnee noch nicht de- co-jmen hat, die Konturen wieder zu verwischen, öftere Städte brauchen Anlagen, brauchen Som- Igj 60-0 4 ii'S Munstaltung des RDB. — Stadttheater: 20 bis 2190 Uhr, „Die Heimkehr des Matthias Bruck". — LHtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die große Zarin". - Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Schüsse an der j | Cruze". — Stadttheater Gießen. Am heutigen F??itag gelangt das dreiuktige Schauspiel „Die Heim- x nördlichsten Nebeln. Aber vom nahen Turme klingt das preußisch ’orime, preußisch schlichte Glockenspiel über die lige Verspieltheit dieser Fassaden hm. m^schmuck, brauchen Menschengetriebe, um ein iiumdliches oder fesselndes Antlitz zu zeigen; Potslam braucht nichts als die ungetrübte Form seiner irvergleichlichen Silhouette. Die Zeit der Wasserspiele im Park von Sans- ic.oci ist vorbei, und verebbt und verrauscht ist der 5r-om der hunderttausend Besucher, die die Gassen le: Stadt und die Alleen ihrer Parks füllten, und iii so wenig Geist von ihrem Geiste waren. In liren Tagen schlief die Stadt. Iber nun, distanziert und unbehelligt von Frem- b iz hebt sie die Hellen Augen wieder, und unter rauem, nordischem Himmel, umragt von den win- inichen Gerippen altersschöner Bäume, ist sie rme- bi,. was sie war: adlige Liebe und zärtliches Be- Itmtnis eines klaren, männlichen Volkes, ein sin- ie cheller, sinnenfroher und unsäglich nobler Traum, ft'schen Reiterschlachten und Lagerfeuern geträumt. Wer jetzt durch den Lustgarten und über den staradeplatz geht, vorbei an den prunkvoll zarten H(Tototreppen des Stadtschlosses, vorbei an der hin bewegten Reihe der Ringer, dem stört nichts mihr die Illusion einer wiedergekehrten Epoche. UrD stände da einer der langen Kerle in seiner hnen Grenadierhaube, breitbeinig und auf Wache, null wohl, fo stände er da. Die still die Gassen und Gäßchen sind rings um iie Garnisonkirche! Aus dem geschnitzten Schmuck in dem reichen Messingbeschlag der Haustüren, |it- der reizenden Ornamentierung der Fassaden :rrht besitzfroher Bürgerstolz alter Tage, und die aaen und Rüstungen, die Göttinnen und Putten ij den Gesimsen der Dächer frieren mit Haltung 11 lächeln voll unzerstörbarer Grazie auch unter ßrettag, 12. Oktober 1934 erhoben. Der erste Jahresteilbeitrag, der am 15. Oktober fällig ist, ist für den Regierungsbezirk Wiesbaden auf 1 vom Taufend des auf volle 1OO Mark nach unten abgerundeten Einheitswertes von 1931, für Hessen auf 6,1 Pfennig je 100 Mark der Summe aller Gemeindegrundsteuerwerte, jedoch mindestens auf 1,50 Mark festgesetzt. Die Höhe des zweiten Jahresbeitrages wird erst später festgesetzt. Ein Beitrag wird nicht erhoben, wenn für den Regierungsbezirk Wiesbaden der abgerundete Einheitswert weniger als 1000 Mark,' für Hessen die Summe aller Gemeindegrundsteuerwerte weniger als 1200 Mark beträgt. NSDAP. - Amt für Dolkswohlfahrt. Kreisamtsleitung Gießen. An sämtliche Ortsgruppen-, Stützpunkt-, Zellen- und Blockamtsleiter der NSV. des Kremes Gießen. Die Amtswalter der NSV. im Kreis Gießen werden dringend ersucht, die bereits vorhandenen Fragebogen nach den gegebenen Richtlinien zu ergänzen bzw. fertigzustellen. Die Erledigung hat in aller Kürze zu erfolgen. Etwaige noch fehlende Formulare können auf der Kreisamtsleitung bzw. auf der Kreisleitung abgeholt werden. Heil Hitler! Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter. F. d. R.: W. Hainbach, stellv. Kreisamtsleiter. Sie Fragebogen des Reichslustschuhbundes. Der Reichsluftschutzbund teilt mit: Bei der Einsammlung der vor einiger Zeit vom Reichsluftschutzbund in Gemeinschaft mit der Polizeidirek- tion Gießen verteilten Fragebogen werden den Abholern von einigen Volksgenossen Schwierigkeiten wegen der Ausfüllung bereitet. Eine solche Inter- effe'nlofigfeit muß bei der Wichtigkeit des Luftschutz- gedankens aufhören. Die Fragebogen find um- gehend auszufüllen, da sie eine statistische Unterlage über den Stand der Bodenentrümpelung und für die Möglichkeit des Baues von Luftfchutzräumen bilden. Das Eintopfeffen am nächsten Sonntag. DNB. Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk 1934/35 teilt mit, daß auf Wunsch des Gast- stättengewerbes für den Eintopfgericht-Sonntag am 14. Oktober die bereits bekanntgegebenen drei Gerichte festgesetzt worden find, um den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Gaststätten auszuschalten. Die für die Gast stätten gegebene Vorschrift, nur diese drei Gerichte zu verabfolgen, gilt nicht für die H a u s h a l t e. Es bleibt jeder Hausfrau überlassen, welches Eintopfgericht sie zubereiten will. Neugestaltung der KindergotteSdienst-Arbeit. ELP. Arn 20. und 21. Oktober findet in Arheilgen unter dem Vorsitz von Pfarrer S ch m i d t'(Laubach) die 9. Jahresversammlung des Hessischen Kinder- gottesdienst-Derbandes statt. Die Umgestaltung der evangelischen Jugendarbeit erfordert auch eine grundsätzliche Neubesinnung in der Frage des Kindergottesdienstes. Der kindgemäßen Verkündigung des Evangeliums und der Erziehung zur Gemeinde im Rahmen des Kindergottesdienstes wird in Zukunft noch weit mehr Gewicht zukommen als bisher. Die Tagung beginnt am 20. Oktober abends mit einer Helferverfarnmlung unter der Leitung von Profesior Lic. Gerftenmaier (Friedberg), die der Aussprache über brennende Fragen des Kindergottesdienstes dienen soll. Der Sonntag beginnt mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr, in dem Landesjugendpfarrer Haas predigt. Auch den anschließenden Kindergottesdienst hält Landesjugendpfarrer Haas. Nachmittags findet im Gemeindesaal die Hauptversammlung statt, an der auch ein Vertreter des Landesbischofs teilnehmen wird. Direktor Pfarrer Röhricht (Darmstadt) wird über „Kindergottesdienst und Gemeinde" sprechen. Abends findet ein Gemeindeabend statt. Erbost über den Ungehorsam seines Soldaten, gedachte der König, den Ungetreuen zur Abschreckung der anderen exemplarisch zu bestrafen. Dem Husa- ren schwante auch nichts Gutes als er zu dem König gerufen wurde, und fein Schritt wurde um fo zögernder, je näher er dem königlichen Gemach kam. Der Zorn des Königs hatte sich inzwischen aber gelegt. „Setz' er sich dort an den Schreibtisch, ich will ihm einen Brief diktieren", herrschte ihn der König an. Der Husar gehorchte mit zitternden Knien. >,Schreib' er", befahl der König darauf und trat näher zu dem Husaren hin. Dann diktierte er: „Mein Schatz!" Der Husar zögerte in dem Glauben, den König in der Erregung falsch verstanden zu haben und blickte zu diesem hin fragend in die Höhe. Der König wiederholte jedoch nur: „Mein Schatz! Der König läßt sich nicht täuschen. Du weißt, daß ich mir in letzter Zeit manche Verfehlung zuschulden habe kommen lassen. Damit ich nun nicht eines Tages wegen einer solchen Verfehlung zur Rechenschaft gezogen und bestraft werde, miete ich Dir in der Brandenburger Vorstadt, nahe bei uns ein Stübchen, wo wir uns hinfort mit mehr Bequemlichkeit und Ruhe als in der Stadt sehen können. Ich verbleibe bis in den Tod, Dein getreuer X." Als der Husar zu Ende geschrieben hatte, sagte der König: „Nun mach' er ein Kuvert darum und versiegele den Brief." Als dies geschehen war, diktierte der König die Adresse, den Vor- und Zunamen jenes Mädchens, das die Braut des Husaren war, zuletzt noch die Straße und die Hausnummer. Als der Husar auch damit fertig war, nahm ihm der König den Brief ab und übergab ihn einem Läufer, mit dem Auftrag ihn sofort zu bestellen. Danach wandte er sich wieder dem Husaren zu, der wie angefroren in strammer soldatischer Haltung neben dem Schreibtisch Platz genommen hatte: „Und nun versprech' er mir, sich nicht mehr aus dem Dienst heimlich zu seiner Liebsten hin davonzu- machen? Der Husar, dem die Gnade des Königs noch unfaßbar war, stammelte: „Zu Befehl, Majestät!" „Also dann will ich ihm für feinen Gehorsam einstweilen für ein Jahr die Miete geben, schwör er mir aber, daß er zu keiner Klage mehr Anlaß gibt!" sagte der König und reichte dem vor Glück völlig Sprachlosen einen kleinen Beutel mit blanken Dukaten. 'S ßi 1 W onbere Bequemlichkeit des Weges zur Arbeitsstätte Hainbach, stellv. Kreisamtsleiter. Kloß, Kreisamtsleiter. <1 auf Auf 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten! .H lc mutz' üit ten. Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil Führer und Vaterland. iQnte «es tu e EBüri nfreig Mr ibebi !Qin i wir i wei Wie schlecht mußte er von ihr denken! Er hatte sie vor wenigen Wochen arm und verlassen kennengelernt, und heute sah er sie so. Und wenn er erst wüßte, daß sie nur eine kleine Komparsin war, die die Laune einer gefeierten Diva heute hierher gestellt hatte, und die sonst immer einfach dahinlebte und zufrieden und glücklich war in dem kleinen bescheidenen Heim von Mama Kulick! Wenn er das alles wüßte! Mila Kranz aber plauderte fieberhaft. Sah dabei in seine großen, dunklen Augen und dachte traurig: Er ist weg von mir. Weit fort. Seine Gedanken sind mit irgend etwas beschäftigt. Kennt er dieses kleine schöne Mädel hier? Sein undurchdringliches Gesicht ließ keinerlei Schlüsse aufkommen. Es wurde zum Essen gebeten. Und die Berani lachte und sagte, Herr von Berken könne eigentlich die kleine Käthe Randolf unter seine Obhut nehmen. Sicherlich sei sie bei ihm gut aufgehoben. Die Berani war in einer ganz ausgezeichneten Laune. So viel hatte sie niemals von ihrem heutigen Streich erhoffen können. So vjel, daß die Mila Kranz heute bekanntgab, daß sie sich vom Film zurückziehen wolle. Das hatte sie nicht zu hoffen gewagt. Und sie, die Berani, dachte ja nicht daran, diesem Beispiel zu folgen. Das kannte man ja. Do fam wieder einmal eine neue Schönheit zuüi Film; wenn sie aber nicht die langjährige Routine besaß, dann setzte das verwöhnte Publikum eben doch dies kleine, luftige Else nicht gefunden hätte. Sterne! Schön, glänzend! Unerreichbar! Und es ist gut, wenn ihr unerreichbar bleibt! Ihr habt der Kunst treu zu sein! Dafür hat sie euch geadelt! Zweimal Treue kann man nicht verschenken! An einem geht man dann zugrunde! Und so ist es besser, ihr bleibt weiterhin schöne, unerreichbare Sterne! Das Ideal von Tausenden, die keine Ahnung haben, wie hart euer Weg sein kann! Arndt von Berken aber sprach mit Käthe Randolf. Und die konnte es nicht fassen, daß sie hier wirklich neben ihm sitzen durfte. Daß er mit ihr sprach, als sei sie eine der Damen. Eine wirkliche Dame! Sie wußte nicht, was sie aß, sie wußte nur, daß seine Hand sich einmal warm und schützend um die ihre legte, daß er sich dicht zu ihr beugte: „Wie tarnen Sie hierher? Sie sind doch noch nicht lange in Berlin? Wir sahen uns vor Wochen in der Eisenbahn, und da — hm! —, da sah es nicht so aus, als ob Sie schnurstracks in einem Salon wie dem heutigen Aufnahme finden würden. Verzeihen Sie mir, aber ich möchte eine offene Antwort. Darf ich Sie heute abend nach Hause bringen?" „Ich gehe mit meiner Freundin Olga Schieber. Ich gehe nie allein. Wir sind immer zusammen. Wenn es Ihnen recht ist, daß sie dabei ist?" Ein weiches, nachdenkliches Lächeln lag um seinen Mund. Die Situation war ganz anders, als er sie sich gedacht hatte. Was aber hatte die Berani bezweckt, daß sie diese beiden Mädchen heute hierher zitiert hatte? Nun, das würde er ja noch erfahren! Dieses kleine Mädel lier log nicht! Das würde ihm in allem die Wahrheit sagen. Er wollte also die beiden Mädchen nach Hause begleiten. Und bann würbe er ja erfahren, wie sie hierher gekommen waren. Er sprach von biesem und jenem mit ihr. Unb Käthe lächelte zu ihm auf. 1 Er aber mar weit bavon entfernt, an ihr Ge- 1 »ollen zu finben. Er buchte nur: Wenn sie wieber 1 heraus will aus bem allem hier, bann will ich ihr , babei helfen. 1 Später würbe getanzt. ; Unb Berken tanzte auch mit Mila Kranz. , Sie lehnte sich leicht an ihn, tanzte wundervoll. 1 Der Duft ihres Haares stieg zu ihm auf. Aber sie । IV. iörtab toll g M8aue toen. irattt i eine »gebt Oie Kosten der Krafiwagenhaltung als Werbungskosten. [hi xrHev toer ■ R°ch. pFUi Wen 8i Mp 13n 1 ftu 1 NI- Mrei ii ode Mbem v.betr Hist b .dich; M vlie «ks l tite d-ÖfleiT « ßir I] s-p o ffir tun-e I!M ify" I IM i ort tiiias || m i pru; W MlNl T ten lr r üt ,Un [ff füg iHvffr IBei ! Uiü i üba i । ktt! । foäf ■7 'h b.i IDr Ei'! ilbet IFe I berauschte ihn nicht mehr, ble schone Frau mit ihrem geheimnisvollen Leben. „Brigitte hat recht. Ganz recht hat sie. Nach Berkenhofen gehört ein liebes, einfaches Frauchen, bem es in ber länblichen Stille gefällt. Ein kleiner, tapferer Kamerab, ber mit mir burch biet unb dünn geht. Dann ist auch das Glück da. Diese schönen Frauen hier gehören mitten ins Leden. In Ruhm, in Glanz!" Und da durfte man sie nicht herausnehmen. Es würde fein wie mit einem schönen, schillernden Vogel, an dem sich alle Welt erfreute, und den man plötzlich für sich allein einsperren wollte. Er würde auch zugrunde gehen, nachdem er sich krank gesehnt hatte nach Sonne und Freiheit! Frau von Rankenbühl! Die war anders gewesen! Die hatte ihren Mann lieb genug, um auf alles verzichten zu können. Und er hatte hier in Berlin noch andere Künstler kennengelernt, die in glücklichster Ebe lebten. Es kam eben doch immer wieder auf den einzelnen Menschen selbst an. Diese beiden schönen Frauen hier waren besondere Menschen. Die durfte man niemals einsperren in die Stille eines Landsitzes. Die würden sich auch krank sehnen nach Freiheit unb Licht unb Ruhm. Mila Kranz fragte leise: „Sie fragen mich nicht, wohin ich reife?" „Oh, es interessiert einen boch wohl, wenn Freunbe Weggehen. Ich werbe mich immer freuen, Ihnen wieder einmal im Leben zu begegnen." Da senkte Mila Kranz den schönen blonden Kopf ganz tief, und er ruhte jetzt fast an feiner erer für die wir sorgen müssen, ist trotz der unbestrittenen Erfolge gegen ba ten daß auch in diesem Winter niemand hungern und sneren darf! ©7r Führe,' weis, daß bei dem Winterhiisswerk 1933/34 gerade d.e.en.gen Mollen und Wirken verstanden und unterstützt haben, die m,t Glucksgutern chcht^gerade schrS gesegnet waren. Diesmal richtet sich sein dringender Appell „„ 6i, di- bis jetzt noch keine Not kennengelernt haben! ^eigt am Sonntag Eure Verbundenheit mit dem Führer des deutschen Volkes! Nur wenn wir zusammenhalten und alle unsere Pflicht erfüllen, wird Oeuffch- Helft Ihr den Armen, so fragt 3^ zu Deutschlands Aufstieg bei. Laßt unsere freiwilligen Helfer nicht umsonst an Eure Türen klopfen! Heil Hitler! NSV., Kreisamisleiiung Gießen In ben vom Wirtschaftsprüfer Herrn. Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Runbfchreiben Nr. 15) lesen wir: Ein Steuerpflichtiger hatte aeltenb gemacht, baß er bie Kosten Der Kraftwagenhaltung insoweit als Werbungskosten abziehen tonne, als er ben Kraftwagen zu Fahrten zwischen Wohnsitz unb Arbeitsstätte benutze (§ 16 Abf. 5 Yiff. 4 EinkStG.). Der Reichsfinanzhof hat ben Abzug biefer Ausgaben nicht zugelassen. In einem Urteil vorn 8. Juni 1934 spricht ber Reichsfinanzhof aus, bah ber Abzug ber Fahrgelber als Werbungskosten gemäß § 16 Abs. 5 Ziff. 4 EinkStG. nur insoweit zulässig fei, als es sich um notroenbige Ausgaben hanbele. Der Steuerpflichtige könne an sich in ber Regel mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf erheblich billigere Weise zu seiner Arbeitsstätte gelangen. Wenn er sich einen Kraftwagen halte, so fei es in ber Regel eine Sache einer persönlichen Lebenshaltung. Für bie be- Kilometer um Mainz Sonntagsrückfahrkarten aus. Gültigkeit: Hinfahrt: 13. Oktober 0 Uhr bis 14. Oktober. Rückfahrt: 13. Oktober 12 Uhr bis 16 Oktober 9 Uhr (Antritt ber Rückreise). Als Ausweis gilt bas Festabzeichen ober ein Einlabungsschreiben. Fahr, ?reis ab Gießen für Hin- unb Rückfahrt 2. Kl. 8,10 Mark 3 Kl. 5,60 Mark. Bei Benutzung von Schnell- unb Eilzügen ist außevbern ber tarifmäßige Zuschlag zu zahlen Eilzugzuschlag: 2. Kl. 1 Mark, 3. Kl. 050 'M;.2. Kl. 2 Mk 3. KI. 1 ckk. ** Fahrpreisermäßigung ber Reichs- bahn zur K ° ch k u n st ° u - st - ll u n g in Frankfurt. Zur 6. Int-rn°twnal-n Kochkunst, ausst-lluna in Frankfurt gibt bie Reichsbahn von allen Fahrkartenausgaben im Umkreis von 100 Kilometer um Frankfurt Sonntagsrückfahrkarten aus. Die Karten gelten: am 13. bis 14. Oktober von Samstag 0 Uhr bis Montag 12 Uhr (Antritt ber Rückreise), am 17. Oktober von Mittwoch 0 Uhr bis Donnerstag 12 Uhr (Antritt ber Rückfahrt). Weiterhin werben am Freitag, 12. Oktober, Montag, 15. Oktober, unb Dienstag, 16. Oktober, Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Die Karten gelten jeweils von 0 bis 24 Uhr (spätester Antritt ber Rückreise). Die Karten gelten nur bann zur Rückfahrt, wenn sie auf ber Rückseite von ber Aus- stellungskasse abgestempelt finb. ** Fahrpreisermäßigung der Reichs- bahn zur Weihe bes Denkmals für bit Gefallenen bes ehern. 1. Raff. Feld. artillerie-Regiments Nr. 27 „Ora. n i e n". Zur Weihe bes Denkmals für bie Gefalle, neu bes ehern. 1. Naff. Felbart.-Regts. Nr. 27 am 20. unb 21. Oktober in Wiesbaben gibt bie Reichs, bahn Sonntagsrückfahrkarten von allen Fahrkar. tenausgaben im Umkreis von 150 Kilometer um Wiesbaben aus. Gültigkeit: Hinfahrt 20. Oktober 0 Uhr bis 21. Oktober; Rückfahrt 20. Oktober 12 Uhr bis 22. Oktober 24 Uhr (Antritt ber Rückreise). Aus. weis: Besonberer Ausweis bes Festausschusses. Fahrpreis ab Gießen: Hin- unb Rückfahrt über Frankfurt a. M. 2. Kl. 8,40 Mark, 3. Kl. 5,80 Mark; Hin- unb Rückfahrt über Friebrichsborf (Ts.) 2. Kl. 8.10 Mark, 3. Kl. 5,60 Mark. Bei Benutzung von Schnell- unb Eilzügen ist außerbem ber tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. * Regelung ber Erzeugung unb des Vertriebs von Fu 11 e r r ü b e n f a m en. Vom Verwaltungsamt bes Reichsnährstands ist eine Anorbnung zur Regelung von Erzeugung und Vertrieb von Futterrübenfamen erlassen worben. Sie soll ben Bedarf bes Bauern unb Lanbwirts an Futterrübensamen in hochwertigem Saatgut zu an« gemessenem Preise sicherstellen unb bie häufig üblich gewesene Spekulation unb bie bamit oerbunbenen Preisschwankungen ausschalten. Den bisherigen Er« zeugern von Futterrübensamen soll weiterhin er« möglicht werben, biefen für ihre Wirtschaft wichtigen Anbauzweig zu einem gerechten >Preis zu erhalten. Schließlich ist beabsichtigt, bem Züchter bie not- roenbige Weiterarbeit zu ermöglichen. Alle bisher zum Zwecke ber Bereinigung des Futterrüben. Marktes eingeleiteten Maßnahmen werben in dieser Anorbnung zusammengefaßt. Soweit frühere Maß- nahmen ober Anordnungen Gegenteiliges besage/!, werden sie aufgehoben. JRunDfunfprogramm. Samstag, 13. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.30: Don Stuttgart: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nach, richten.. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialbienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saarbienst. 13.10: Nach richte aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert (L 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. 15: Von Donaueschingen: Jugend-Stunde. Neue Musik für die Iugenb. 16.15: Zum Wochenend — luftige Musik. Ein bunter Nachmittag. 18: Stimme ber Grenze. 18.25: Stegreifsendung. 18.45: Unterhaltung. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: La Traviata. Oper in 3 Akten von G. Verdi. 22: Nachrichten. ei ber Abzug nicht gegeben. Eine anbere Beurteilung sei nur in besonberen Fällen zulässig, wenn z. B. öffentliche Verkehrsmittel nicht ober nur in sehr unbequemer Weise zur Erreichung ber Arbeitsstätte benutzt werben könnten. Werbeabend für Leibesübungen der Frau. Die bem Reichsausschuß für Leibesübungen angeschlossenen Turn- unb Sportvereine in Gießen veranstalteten gestern Abend in ber Turnhalle an der Steinstraße, im Zusammenhang mit ber Werbewoche „Gesunbe Frauen burch Leibesübungen , einen Werbeabenb, ber einen recht anregenben -verlauf nahm. Leiber war ber Besuch ber Veranstaltung nicht so gut, wie es wünschenswert gewesen Die Turnlehrerin Frl. Vaupel hieß die Teil- Nehmerinnen herzlich willkommen, begrüßte ms- besonbere bie Gäste unb gab bem Wunsche Ausdruck, baß bie anwesenben Frauen halb nicht mehr nur Gäste, sonbern aktiv Mitwirkenbe fein mochten. In ben Schulen habe sich schon seit vielen Jahren bie verantwortungsbewußte Erzieherin sur Leibesübungen so einstellen müssen, baß ber Körper tüchtig burchgeturnt würbe, baß alles getan würbe für gute Haltung, leichten Gang und Stärkung der Muskulatur. Leiber fei bie Zahl ber Mädchen, bie nach ber Schulentlassung Leibesubungen betreiben, sehr gering. Die Zahl ber ßeibe5Übung treibenben Frauen sei im Verhältnis zur Anzahl der deutschen Hausfrauen kaum nennenswert. An diese wende sich bie Reichwerbewoche für Leibesübungen ber Frau ganz besonders. Das Dritte Reich schätze die deutsche Frau als Hausfrau unb Mutter im besonberen Maße, bem hohen Wert ber Bewegung durch Hausarbeit gebühre alle Beachtung, Leibes- übung unb Körperschule seien jedoch etwas ganz anberes. Der Körper werbe babei ganz anders durchgearbeitet, unb bie fegnenbe Wirkung setze sofort ein. fieibesübung ber Frau, verstänbmsvoll betrieben, erleichtere ben Lebenskampf. Die Mutter solle nicht vergessen, ihre heranwachsenben Töchter in bie Leibesübung treibenben Vereine zu schicken, um so mehr bann, wenn sie selbst bie Segnungen einer geregelten Leibesübung an sich verspürt habe. Vor allem müsse sich aber bie berufstätige Frau bie Leibesübung angelegen fein lassen. Wie viele Frauen, bie spät zum Turnen kamen, bebauerten stets sehr, baß sie nicht schon viel früher bamit begonnen Haden. Nachdem bie Rednerin noch kurz von ihren Einbrücken beim Stuttgarter Turnfest gesprochen unb eindringlich aufgeforbert hatte, sich turnerisch unb sportlich mit Ausbauer zu betätigen, schloß sie mit bem geflügelten Wort biefer Werbewoche: „Gesunbe deutsche Frauen unb Mäbchen burch Leibesübung" ihren beifällig aufgenommenen Vortraq. Der weitere Verlauf bes Abenbs brachte ein auherorbentlich aufschlußreiches unb anregenbes Ein Mädchenschicksal, das sich vollzog wie tausend andere auch! Daheim burchgebrannt! Zum Film! Keinen anberen Gebauten mehr als ben: Ich will Äum Film. Unb bann kam eben ber Weg, ben Menschenkinder gehen, die alles auf eine Karte setzen. Immer war es nicht so! Es gab auch edle Kunstmäzene, bie einem Menschenkind, bas begabt war, in bie Höhe halfen. Ader diese kleine Käthe hier, die schien boch ben Weg zu schreiten, ben ein Mäbchen nicht beschreiten sollte! Selbst bann nicht, wenn alle Träume zerschellten! Alle heißen Wünsche sich nicht erfüllten. „Bitte, nehmen Sie Platz, lieber Berken! Fräulein Ranbolf, barf ich vorstellen? Herr Arnbt von Berken!" Käthe neigte ben blonben Kopf. An feinen finsteren Augen sah sie, baß er nicht gut von ihr dachte. Unb sie schämte sich plötzlich entsetzlich ber geschenkten Kleiber. Sie unb Olga waren ja doch nur zwei Puppen ber Berani, bie diese Puppen heute hier tanzen ließ, weil sie sie gerade heute brauchte. streute ihre Launen! Unb sie würbe sich noch langt halten, bie schöne Berani, weil ihr eben doch feine gleich kam von bem jungen Nachwuchs! Einzig bit Kranz war gefährlich gewesen. Unb sie ging ja nun! Die Bahn war wieber frei! Unb Liane Seram blieb als Siegerin auf bepi Platze. Käthe Ranbolf aber ftanb still ba. Man HM auch mit ihr getanzt! Sehr viel sogar. Unb nut Arnbt von Berken hatte es nicht getan! Unb sie hatte sich doch so gefreut, gerade mit ihm tanzen zu können. Es war aber sicherlich ein vermessener Wunsch von ihr gewesen. Jetzt zog er eben doch eine Grenze zwischen sich und dem kleinen, ärmlichen Mädchen aus der Eisenbahn! Olga Schieber hatte einen Kavalier gefunden. Sie amüsierte sich glänzend, unb sie hatte vielleiÄ: zuweilen bie kleine Käthe ein bißchen vergessen. Aber trotzbem sah sie ab unb zu nach ihr. „Käthe, wir geyen zusammen nach Hause — M! wahr?" sagte sie einmal hastig im Vorübergehen. Unb Käthe nickte. „Ja, Olga — ja! Aber vergiß es nicht." Olgas Kavalier war kein anberer als KapitL leutnant von Bobenstein, ber Vetter bes luftige Ubo. Der war nicht minder froh unb lebensluM, unb mit ber schwarzen Olga Schieber hatte er ar« gebanbelt, weil ihm bas Mäbel leib getan hallt«, als es am Anfang bes Festes still unb unbeachtil! neben ber Berani geftanben unb sich bie Bli
^. * ‘fr - i X b $tll „2r @ejo|i 5° Neij fahrlc onniagspflichi - Eintopfgericht! Am Sonntag, 14. Oktober, gibt's wieder 6 i n t o p f g e r i ch t! „Wer Großes will, muß sich zusammenraffen: in der Beschränkung zeigt sich erst der Meister." Goethe. Es bedarf eigentlich gar keiner Mahnung mehr, uril die vom Führer gewünschte Einrichtung des Sntopfgerichtes schon gut deutsche Sitte und recht Mischer Brauch geworden ist. Der Masse gegen- fiter steht das Volk. Die Verbindung der Menschen in Volk ist innerlich gegeben. Das Zusammengehö- ri'keitsgefühl schafft eine Gemeinschaft. Ein Volk hat ie Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) ..n9r iNccht die vom Herrn Staatsminister gemäß Artikel Wch t Iss Gesetzes über die Aufhebung des Ortsbürger- itir, ens am Allendgut erlassenen Richtlinien über xö öi |> k Verwendung des freigewordenen Allmendgutes »elinnt. Darin heißt es: in ti ere! besi atN Mw '0:31« 'nft. I injert öW «. tlKüi - Sümim Um' II. Die Bürgermeisterei hat zunächst ein Verzeich- Hfiber bedürftigen Ortsbürger aufzustellen, denen re gewordenes Allmendland zur unentgeltlichen iidc verbilligten Nutzung überlassen werden soll. In dien Verzeichnis sind die Vermögensverhältnisse der betastenden Ortsbürger kurz darzustellen, und es ist Herbei anzugeben, ob die Gewähr dafür besteht, llaß das zu überlassende Allmendland in wirtschaft- 1 Ichir Weise genutzt wird, hierbei darf zur lieber« I Ging keine größere Fläche vorgesehen werden, als liefern einzelnen Ortsbürger vor der Aufhebung LesDrtsbürgernutzens zugestanden hat. Die für be- fclurtige Ortsbürger auszu sondern de Fläche soll im ciGmeinen % des freigewovdenen Allmendlandes nd)i überschreiten. 1L Das nach Aussonderung für die bedürftigen Eteürger verbleibende freigewordene Allmendland s ill zrundsätzlich an die in der Gemeinde ansässigen filM-rn nach Maßgabe von Ziffer II abgegeben »erbten. Die Abgabe erfolgt unentgeltlich und bis auf r>dl res gegen eine Zinszahlung von 3 v. h. und e tncMgung von 1 bis 2 v. h. Der Wert der abzu- (finden Grundstücke wird durch eine Kommission abgeschätzt. Dieser Kommission gehören an: Der Landesbauernpräsident, der Sachbearbeiter für das Meliorationsarbeits- und Siedlungsprogramm, der Kreisbauernführer, der Landwirtschaftliche Ortsfach- berater der betreffenden Gemeinde, der Bürgermeister und der Beigeordnete der betreffenden Gemeinde. V. Grundsätzlich soll die Ueberführung des Allmendlandes im Rahmen des Meliorationsarbeitsund Siedlungsprogramms vorgenommen werden. In diesem Falle unterliegt die Zuteilung des frei» gewordenen Allmendfeldes an die Bauern der Abteilung le des hessischen Staatsministeriums unter Zuziehung der vorbenannten Kommission. Die Abgeltung für zugeteiltes Land seitens der Landnehmer erfolgt an die von der hessischen Regierung zu bezeichnende Kassenstelle. Diese stellt im Verrechnungswege über die Abteilungen le und Ib des hessischen Staatsministeriums den betreffenden Gemeinden, in denen das Verfahren durchgeführt wird, die jährlich anfallenden Beträge sicher. VI. Eine Entschädigung an die bisher nutzungsberechtigten Ortsbürger am Allmendgut der Gemeinden erfolgt nicht. Soweit den wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnissen der durch Aufhebung der Nutzungsrechte Betroffenen nicht bereits durch eine Zuteilung nach Ziff. III Rechnung getragen ist, kann von der Gemeinde und nötigenfalls durch Anordnung des Kreisamts in besonderen Fällen von Bedürftigkeit ein Härteausgleich gewährt werden. Der Beschluß und die Anordnung bedürfen der Zustimmung der Ministerialabteilungen Ib und le. VII. Die nach Ziffer III aufzustellenden Derlei« lungspläne und Verzeichnisse über Abgabe von freigewordenem Allmendland an bedürftige Orts- büraer sind dem zuständigen Kreisamt einzureichen. Diese Unterlagen sind nach eingehender Prüfung im Benehmen mit dem zuständigen Kreisbauernführer der Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) weiterzugeben. Die Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) hat die Befugnis, Änderungen im Einvernehmen mit der Ministerialabteilung le (Landwirtschaft) vorzunehmen. totfjlo doch t W e flM Lim Die Deutsche Gteuographeuschast und ihre Arbeit. Ulan t Oie Ortsgruppe Gießen. $• 3r.imer und immer kehren die Klagen wieder, daß k n igsfäfjige Stenographen gebraucht werden, daß st ■ E it nur 100 Silben. 3m Maschinenschreiben nen Bin iu|3e der Deutschen Stenographenschaft, Orts- Gießen, wird uns geschrieben: rcjjrenb 409 überhaupt keine Vorkenntnisse im Maschinenschreiben besahen. de mü ich ein E em uk atU er jrrt ’idjfen nur 375 Prüflinge 120 Anschläge, letan > e* - ' ..... । unbec- , die J jinen,uc=> ^^urz,u^l,lunrerricyrs eniroiaeu er i"f j.urii immer mehr verfeinert, im Laufe der Iahr- ^r Zzetznc haben sie Tausende und Abertausende von -er^-Kmschriftlehrern ausgebildet. In ihre Fußtapfen tiit \ ist' i Deutsche Stenographenschaft als Erbe ge= «plan ^trdifci a?er nicht aufzutreiben sind. Aus allen Berichten t Arbeitsämter tönt das gleiche Lied. Die kauf. N'M ischen Stellenvermittlungen führen in ihren Dergtl ßife-.i einen verhältnismäßig großen Teil stellungs- •l. lcVr'Gehilfen, die über gänzlich unzureichende Aus- ('„jbuütng in grundlegenden Fertigkeiten ihres Berufes v wvjen, denen also schwerlich eine Stellung Der« ir™ ”wi werden kann. -----V •!*' ^in[iunu |ie UUU) uuv ociuuuucii, aiflf über 60jährige Tradition, auf ebensolange - r.»,,« ih'ungen auf ihrem Fachgebiet zurückblicken M/ckÄ cn. Diese Verbände haben erst den Gedanken de Kurzschrift großgezogen und in selbstloser Weise bifür eingesetzt. Im Laufe der Zeit haben sie Methoden des Kurzschriftunterrichts entwickelt I* le kürzlich abgehattenen kaufmannsgehilfen- s Kap'I ^tifungen hatten von 793 Prüflingen 410 es lustl Grrhaupt keine kurzschriftkenntnisse, 278 schrie- ebenslu1 e ......... Kk»oberstes Ziel ist die Heranbildung tüchtiger »e-ographen und Maschinenschreiber, ihr Ziel X Itiie Schärfung der Waffen für den Berufs- i'ind erschütternde Zahlen, wenn man bedenkt, ^'sB d^iß Kurzschrift und Maschinenschreiben das Rüst- > WastM'für den Kaufmann sind, ohne das er seinen nicht ausüben, geschweige denn ausfüllen Köse *c'-nL Leiter angesehener kaufmännischer Betriebe hlr tja« besorgt zu, daß es schwer sei, freiwerdende ' Fü r rstellen zweckentsprechend zu besetzen, und auch - /inael der mittleren und niederen Stellen sehe 11 0 y err vmig erfreulich aus. Nisse Tatsachen sind wieder ein Beweis dafür, „ fid?1 r ^ufklärungs- und Schulungsarbeit noch von Offner A^eutschen Stenographenschaft als der berufenen es. Fah-ürganisation zu leisten ist. Wenn die Deutsche die Gj xWraphenschaft als Organisation auch noch sehr d er, ,jiH N'lich ist, so entstand sie doch aus Verbänden, ' nmf über fiOinhrmo ^..k i. EI kämpf, damit ihn der Einzelne besser bestehe, damit er vorwärts komme. Denn der Stenotypist ist für die meisten der Durchgang im beruflichen Aufstieg. Der gute Unterricht ist also die vornehmste Aufgabe der Deutschen Stenographenschaft. Er kann gut sein, weil die Lehrer gut geschult sind, er kann für jeden Volksgenossen erschwinglich sein, weil sie aus ihm keine (Gewinne erzielen will. In welch großem Umfange die Deutsche Stenographenschaft die Schulung ihrer Mitglieder durchführt, zeigt die Statistik des Unterrichts vom 1. Okto- ber 1933 bis 30. Juni 1934. Von der Deutschen Stenographenschaft wurden unterrichtet: Anfängerlehrgänge: Lehrgänge Teilnehmer in Ortsgruppen 2275 39596 in Schulen 789 21660 für Beamte 821 27812 Sonstige 522 10348 zusammen 4407 99416 ^ortbilbungslehrgänge: Fortbildungslehrgänge Lehrgänge 1898 Teilnehmer 33245 Redeschriftlehrgänge 1061 13690 Diktatlehrgänge 1731 38408 Praktikerlehrgänge 245 2840 Lehrerausbildungslehrg, 43 355 Maichinenschreiblehrgänge 285 4047 zusammen 5263 92585 Es wurden also in 9670 Lehrgängen 192 001 Teilnehmer unterrichtet. Außerdem zehn fremdsprachliche Lehrgänge in Englisch und Französisch. Indem die Deutsche Stenographenschaft auf ihrem biird) mustergültigen, lebensnahen Unterricht ihre Mitglieder schult, indem sie durch ihre Wett- bewerbe und Leistungsschreiben ihren Eifer anregt und ihr Können mit Preisen lohnt, ist sie in der Lage, Handel und Industrie, Behörden und Der- waltungen die Kräfte bereitzustellen, die sie brauchen. Damit ist dem einzelnen Volksgenossen und der Gesamtheit gedient. Die Deutsche Stenographenischaft schlägt aber auch Brücken über alle Stände und Berufe, über jung und alt, arm und reich. Sie ist keine Organisation für bestimmte Berufe ober Interessentengruppen, für Beamte ober Lehrer, Kaufleute ober Schüler. Nein, sie schließt alle ein, faßt alle unter den großen Gesichtspunkten der Berufsausbildung zusammen. Keiner wird bevorzugt. Nicht der Geldbeutel, nicht das Alter, nicht der Beruf entscheidet über die Zuerkennung von Preisen, sondern einzig und allein die persönliche Tüchtigkeit, die Leistung. So ist die Deutsche Stenographenschaft eine Organisation wahrer Volksgemeinschaft und des sozialen Ausgleichs. Die Ortsgruppe Gießen. In den 9 Lehrgängen der Ortsgruppe Gießen werden gegenwärtig nicht weniger als 240 Mitglieder unterrichtet, ungerechnet die Zahl derjenigen, die von den staatlich geprüften Lehrern der Ortsgruppe in Lehrgängen der Deutschen Angestelltenschaft und den Behörbenangestellten und -beamtenkursen geschult werden. Nach wie vor ist das Hauptziel der Unterrichtstätigkeit, die Masse der Kurzschriftler zu einer höheren Geschwindigkeitsslufe zu fördern, mindestens soweit, daß die Geschäftsstenographenprüfung über 150 Silben ohne Schwierigkeiten abgelegt werden kann. Daß an her Richtigkeit dieser These nicht zu zweifeln ist, beweist die obenerwähnte Tatsache, daß von zirka 800 Kaufmanngehilfenprüflingen 700 überhaupt nicht, ober nur unzureichenb stenographieren konnten. Wenn das Verhältnis bei den Gehilfen« Prüfungen in Gießen auch etwas günstiger war, lo kann doch kein Zweifel darüber herrschen, daß hier noch eine ungeheure Arbeit zu leisten ist. Daß sehr viele eingesehen haben, daß ihr Können auf stenographischem Gebiet unzureichend ist und aus dieser Einsicht heraus um ihre Weiterbildung bemüht sind, beweist die Zahl: 240 Lehrgangsteilnehmer. Neben dieser Hauptaufgabe der stenographischen Schulung will die Ortsgruppe durch Pflege der Geselligkeit die Mitglieder einander menschlich näherbringen. Die allmonatliche Zusammenkunft der Mitglieder, die für diesen Monat auf der „Karlsruhe" stattfand, war zu einem Oktoberfest ausgestaltet worden. Im Hinblick auf die Ueberfüüung des Saales an» läßlich des Bunten Abends vom Vormonat waren sämtliche Räume der Karlsruhe vorgesehen und trotzdem war alles mehr als besetzt. Die Karlsruhe war nicht wieder zu erkennen, sie war in einen Rummelplatz verwandelt worden, auf dem weder Schießstand, Ballwerfer, das Glücksrad, noch die Oberbayrische bzw. Oberhessische Bierhalle und die Seppl- 3um 90. Geburtstag Znedrich Nietzsches. Am 15. Oktober jährt sich zum 90. Male der Tag, an dem der große Philosoph Friedrich Nietzsche geboren wurde. Anfänglich Anhänger Schopenhauers und Wagners, ging er nach einer Periode positivistisch begründeter Kritik der gegenwärtigen Kulturgrundlagen über zu einer entschiedenen Verurteilung der Moral des Christentums und der Demokratie, der er die auf heroischen Werten beruhende Kultur des Uebermenschentums gegenüber« stellte in den Schriften „Also sprach Zarathustra", „Jenseits von Gut und Böse", „Zur Genealogie der Moral". Tz L, Halle fehlten. Der Clou des Abends: Zirkus Tom mit seinen Künstlern. Es ist unmöglich, all bas aufzuzählen, was geboten würbe. Es sei nur einzelnes herausgegriffen: Der Typ eines Zirkusdirektors, Clown, zwei Tanzballetts, Vorführung eines dressierten Kamels ufw. Drei Musikkapellen gaben dem Ganzen das Leben. Alles sprühte Vergnügen und gute Laune. Obecheffen. 7lSL8. Bezirk Schotten. Eine Konferenz des NSLB. Bezirk Schotten findet am Mittwoch, 17. Oktober, 15 Uhr, in Schotten in der Mealschule mit einem Lichtbilder- Vortrag statt. Stadtvorstandssitzung in Alsfeld. -§- Alsfeld, 11. Okt. In der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes gelangte der Voranschlag der Oderrealsch u l e Alsfeld für das Rechnungsjahr 19 35 zur Vorlage. Darnach beträgt der Zuschuß der Stadt zu der Anstalt 26 980 Mark, gegenüber 25 404 Mark im vorjährigen Voranschlag. Der Mehrbetrag ist auf den Umstand zurückzuführen, daß der Anteil der Stadt an den persönlichen Kosten der Schule infolge Zunahme der einheimischen Schüler auf 40 v. H. gestiegen ist. Der Voranschlag wurde in der vorgelegten Form genehmigt. Voranschlag der Gewerbeschule für das Rechnungsjahr 1935. Dieser bewegt sich ungefähr in derselben Höhe wie im Vorjahr. Die von der Stadt zu tragenden sachlichen Kosten betragen 3850 Mark, der Anteil der Stadt an den persönlichen Kosten 3725 Mark. Nach Abzug des Kreiszuschusies hat die Stadt insgesamt einen Zuschuß in Höhe von 5746 Mark 3u leisten. Der vom Kuratorium begutachtete Voranschlag wurde genehmigt. Die Abrechnung über den Prämienmarkt 1934 ergab einen Zuschuß der Stadt zu der Veranstaltung in Höhe von 1341 Mark; er wurde in dieser Form genehmigt. Im Anschluß an die Alfred-Klostermann- Siedlung wurde der Anschluß des Grünen Wegs an die Wasserleitung erforderlich. Die Ausführung in Normal-Muffenröhren von der Firma Buderus wird der Firma 5) & 21. Rößner in Alsfeld zu ihrem Angebot von 2698 Mk. übertragen. Die freihändige Vergebung einer Reihe von Lieferungen und Arbeiten für die Alfred-Klostermann-Siedlung und die darüber vorgelegten Rechnungen wurden genehmigt. Die vorgelegten Verträge mit dem Siedlungsverein Alsfeld über Verpachtung des Geländes der Bärenwiese, unter -der Hortgasse und am Völsingsberg wurden zu den vereinbarten Bedingungen, 1 Pfennig für den Quadratmeter, genehmigt. Der Pachtvertrag läuft auf unbestimmte Zeit. Der auf Grund erfolgter Kündigung neu abgeschlossene Vertrag mit der Orgelbaufirma Förster & Nicolaus in Li ch über das Stimmen und Unterhaltung der Orgel in der Dreifaltigkeitskirche für 34 Mark jährlich wurde gutgeheißen. Auf ein Gesuch des Hessischen Landesvereins für Blinde wurde diesem ein einmaliger Beitrag von 20 Mark bewilligt. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des Reichsinnenministers an die Innenministerien der Länder bekannt, in dem darauf hingewiesen wird, daß die finanzielle Lage der meisten Gemeinden auch heute noch derart schwierig sei, daß ihnen andere als lebenswichtige Aufgaben nicht zugemutet werden könnten. Dieser Grundsatz müsse auch gelten, wenn einzelne Gemeinden oder Ge- mcinb*’nerbnnhe glaubten, zur Durchführung besonders wichtiger Feiern oder zur Förderung bedeutender Einrichtungen, denen sie überörtliche Bedeutung zumessen, die Unterstützung anderer Gemeinden und Gemeindeoerbände erbitten zu müssen. In besonderen Fällen ersucht der Minister, ihm die Angelegenheit zur Entscheidung vorzulegen. Nach Erledigung der Tagesordnung der öffent« lichen Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an. Landkreis Niesten. ♦ Wieseck, 11. Okt. Die 12jährige Tochter des Tagelöhners Becker von hier kletterte in Trohe auf einen D b ft b a u m, stürzte ab und mußte, da der Verdacht bestand, daß das Kind innere Verletzungen erlitten hat, in ärztliche Behandlung gebracht werden. 00 Klein-Linden, 11. Okt. Gestern abend tagten in der Wirtschaft „Zur Burg" die Amtswalter der NSDAP., die Amtswalter der NSV. und die Führer sämtlicher Vereine der Ortsgruppe Klein- Linden, einschließlich der Zelle Allendorf (Lahn), um über die Durchführungdes Winterhilfswerks zu beraten. Ortsgruppen-Amtsloi.ter Hof von der NSV. sprach über die geplante Sammeltätigkeit und deren Organisation und teilte u. a. mit, daß im kommenden Winter neben den Amtswaltern vor allem auch die Mitglieder der Ortsvereine zur Sammeltätigkeit herangezogen werden sollen. Amts« (eiter Hof und Ortsgrupppenleiter Dr. Cröß- m a n n teilten ferner mit, wer im kommenden Winter Unterstützung haben solle und welche Maßnah- -men ergriffen werden sollen, damit keine unberechtigten Anträge Genehmigung finden. Der Ortsgruppenleiter bat namentlich die Vereinsführer, bei ihren Mitgliedern aufklärend auf diesem Gebiet zu wirken und gab noch Richtlinien bekannt, die für die kommende Winterhilfsarbeit bemerkenswert find. Ferner gab er die wichtigsten Punkte aus der Rede des Führers bei Eröffnung des Mnterhilfswerkes bekannt. Für nächsten Sonntag ist die Eröffnung des Winterhilfswerks mit einer Gemeindefeier im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" geplant, bei der fast sämtliche Ortsvereine mitwirken werden. > Allendorf (Lahn), 11. Okt. Der Turn« verein Allendorf (Lahn) leitete die in dieser Woche in ganz Deutschland zur Durchführung kommende Reichswerbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen" mit einer Veranstaltung am vergangenen Sonntag ein. Am Samstagabend und am Sonntagmorgen fanden volkstümliche Wett« kämpfe der Turner und Turnerinnen statt. Für nachmittags war ein großes Schau- und Werbeturnen angesetzt, bei dem die Turnerinnen in der Hauptsache die Ausgestaltung des Programms übernommen hatten. Die Leistungen der jungen Abteilung unter ihrem rührigen Leiter Wilhelm L u h standen auf beachtlicher Höhe und fanden wohlverdienten Beifall. Auch die Einlagen der Turner und Iugendtumer legten Zeugnis davon ab, daß im Turnverein Allendorf gut gearbeitet wird. Im vollbesetzten Henkelmannschen Saale fand am Abend eine Wiederholung der Vorführungen der Mädchen statt, die stärksten Beifall fanden. Nachdem bereits am Nachmittag der Führer des Vereins, Faber, auf Sinn und Zweck der Veranstaltung hingewiesen hatte, verstand es Dietmar! Albert Luh, alle jene aufzurütteln, die der Sache noch fernstehen. Die Veranstaltung war in allen Teilen wohlgelungen. * Lich , 12. Okt. Stiftspfarrer Draudt von hier ist mit Wirkung vom 1. November ab zum Pfarrer der Pfarrei Sonnenberg, Dekanat Wiesbaden-Wallau, ernannt worden. Kreis Büdingen. tz. Nidda, 11. Okt. Heute wurde hier, wiederum am Ende der unteren Bahnhofstraße beim lieber- gang zur Schiller- und Adolf-Hitlerstraße, ein bedrohlicher Zusammenstoß zwischen einem vom Bahnhof kommenden Auto und einem Motorradfahrer, der von der Gegenseite um die Ecke zu kurz einbog, im letzten Augenblick dadurch verhindert, daß Der Motorradfahrer soviel Geistesgegenwart besaß, gerade noch vor dem Zusammenprall in den engen Hof zwischen dem Gasthaus „Zum Gambrinus" und dem Nachbarhaus hineinzufahren, ohne Personen dort auf dem Fußsteig zu scha- digen. Es ist dies einer der vielen Fälle, die sich an dieser sowohl engen, als auch unübersichtlichen Stelle wiederholen. Man hat sich in maßgebenden Kreisen deshalb schon öfters mit dem Gedanken befaßt, das dem bezeichneten Gasthaus gegenüber« liegende Eckhäuschen, feit Auto und Motorrad im Verkehrsleben eine bedeutende Rolle spielen, niederzureißen, um einerseits dort mehr Uebersicht zu schaffen, anderseits den Fuhrleuten die Einfahrt mit ihren schwer mit langen Fichtenstämmen behobenen Wagen aus der 2ldolf-Hitlerstraße in die Bahnhofstraße zu erleichtern. * Ober-Widdersheim, 11. Okt. Mit einer schweren Brandverletzung am rechten Oie Schnuffelrutscher Vorläufer der^egiment-musik de- ehem. ^ZN.rrr.-Bratsche und.Selberübe Reickswehrkavelle. 04919 Damen-Hemden mit Träger 1.25, 0.95, 0.75 Die neuen Ehrenkreuze sind ausgesieili: Neustadt 20, erfolgen. 5935 D Graue Maate▲ 'N der 04925 pulvermiihle SB Ruf 2145/2146. irenzeichen JUWELIER Orfa Kunstdünger Düngekalk 14.25 65.00 2.40 8.50 11.50 ROSSMARKT 1 an d. Katharinenkirche Damen-Hemden m. Achsel, ig. Arm 1.95,1.50,1.25 Damen-Hemdhosen weiß u. farbig 1.25, 0.85, 0.75 Damen-Unterziehschlüpfer.... 1.25, 0.75, 0.50 Die Damenwäsche ist separat ausgelegt M Unterricht 15., 16., 18., 19. Oktober bei Röhr Bahnhofstr. 44 Ansprache ein, die mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler endete. Dann wurden ein Kolonialfilm, ein Bildbericht über die Beisetzung des Feldmarschall-Reichspräsi- denten von Hindenburg und ein Marinefilm oor- geführt. Anschließend wurden zwei neue Mitglieder der Partei feierlich verpflichtet. Mit einer Ansprache des Ortsgruppenleiters und mit dem gemeinsamen wwi^4M4.‘3(nw4oKg. Was das Regiment und das Bataillon nicht kann, das kann vielleicht die Kompanie. Und so marschierte eines schönen Tags zum Erstaunen des Herrn Bataillonskommandeurs und des Herrn Re- almentskommandeurs die 3. Kompanie 222 mit Musik aus. Klarinette, Flügel, Waldhorn, Trompete, Tuba, Piston, Trommel usw. waren allerdings nicht in diesem „Musikkorps" vertreten, dafür aber marschierte die erste Gruppe mit umgehängtem Gewehr mit 8 Mundharmonikas aus. Die „Künstler" bestanden aus „Wandervögeln", ein Dirigent war nicht nötig, der Regiments-Etat wurde nicht belastet, und die Gewehre fielen im Gefecht nicht aus, denn die Instrumente konnten im Brotbeutel verstaut werden. Stolz und stramm und leuchtenden Auges zog die Kompanie hinaus nach dem Exerzierplatz oder zum Felddienst, und wenn sie müde und verstaubt heimzog und die alten herrlichen Soldaten- und Zupfgeigen-Hansel-Lieder ertönten, da richteten die frohen Weisen die Herzen wieder auf und verliehen den müden Knochen wieder neue Kraft. Drogerie Winterhoh, Kreuzplatz 10 Pari. B. Koch & Sohn, Selters weg 75 So praktisch kauft man am Oswaldsgarten! Mehr als einmal haben wir schon dieses Lob geernt* Sei es nun solch’ vielseitiger Kochofen, ein guter Dau<- brandofen, ein schöner Herd, in allen diesen Ding® finden Sie bei J. B. Häuser am Oswaldsgarten gute o* ratung und reiche Auswahl. Nehmen Sie sich bald ein0 Zeit zu einem Besuch und halten Sie Umschau in unse^ weiten Räumen. Das wird auf jeden Fall lehrreich i* interessant sein. Großfeuer in einem Frankenwald-Dorf. Die Gemeinde Glosberg im Frankenwald rourbi in einer der vergangenen Nächte von einem großen Brandunglück heimgesucht. In der Scheune eines Landwirtes war Feuer ausgebrochen, das. begünstigt durch den Wind, in rasender Geschwindig. keit um sich griff. Insgesamt sind sieben Scheunen, zwei Wohnhäuser und zahlreiche Nebengebäude den Flammen zum Opfer gefallen. Weitere Häuser wur. den durch Feuer und Wasser schwer beschädigt. Di, gesamten Erntevorräte, Fahrzeuge, Motoren usw. sind verbräunt, auch Federvieh, Schweine und Ka- ninchen kamen in den Flammen um.' Gute Betten, gesunder Schlaf Steppdecken mit Kunstseiden-Ober- seite, Füllung Halbwolle.............. Daunensteppdecke, la Daunenfüllung, beiderseitig Einschütte.......... Kolter, Karo-Musterung weiche mollige Ware................. Wolldecke, mittelfarbig Jacquard-Muster, sehr preiswert....... Jacquard-Wolldecke besonders schwere Qualität........... „Mundharmonika" ist aber kein schönes Wort. Als man diese Instrumente in Bischweiler auf Grund einer milden Stiftung kaufen wollte, verstand die Verkäuferin nicht, was eine „Mundharmonika" sei, und als man ihr durch eine entsprechende Handbewegung die Anwendung klar machte, da sagte sie: „Ei Sie meine e S ch n u f f e l r u t s ch". Ja, das meinten wir, und so nannten wir die erste Gruppe der 3/222 die „S ch n u f f e l r u t s ch e r", und diese Bezeichnung übertrug sich auf die ganze Kompanie. Wir wurden also die „Schnuffelrutscher", Verlangen Sie Preisliste! Die Technische Nolhilfe bildet IHänner aus zum Schuhe von Volk und Staat iilillllllillililllililiililii ZwecksBekämpwngoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage besScwerbenachweile« au genommen werden. Verlag deaStebenerAnzetger^ llllllllllllllllllllllllllllll Oktober 1914 dachte man noch, man könnte zu Weihnachten wieder zu Hause sein — noch unsere Musik Bettfedern und Daunen ist Vertrauenskauf, ich führe nur Qualitätsware! 59ol A ___bt/eifigftI Haarfarbe •Wiederherfteller und so heißt der Rest der 3. Kompanie auch heute nD§on den acht Schnuffelrutschern deckt über die Hälfte der grüne Rasen, wenn aber die alten Sol. daten- und Wandervogel-Lieder wieder ertönen, dann tauchen die acht langen Kerls der ersten Gruppe vor unserem geistigen Auge wieder auf da wird es wieder hell in uns, und wir durchleben nochmals die Stunden jugendlicher Begeisterung, die uns damals in Bischweiler, im Schützengraben und auf dem Vormarsch in Rußland beseelte. Die „Schnuffelrutscher" werden niemals vergessen werden. r v e „ Sie waren der Vorläufer der Regimentskapelle, die dann endlich in Metz, dank der Bemühungen unseres tüchtigen Kameraden K a st e n , zusammen- gestellt wurde, und nachdem die Hälfte verwundet und gefallen war, im Jahre 1915 unter dem tatkräftigen Kommando des Bataillonstambours Off.-. Stellv. Mank zu neuem Leben erwachte und auch! in Gießen Proben ihres Könnens ablegte. Die Regimentskapelle entwickelte sich unter seiner Leitung zur besten des XXIV. RK. Unser Regimentsschreiber Karl Weber berichtete einmal, wie schwer es im Verlaufe des Krieges war, die nötigen Ersatzleute zu bekommen. „So wurde einmal von der Division unserer Regimentsmusik ein Mann zugeteilt mit dem ausdrücklichen Befehl, diesen bei der Musik zu verwenden. Der Befehl war selbstverständlich heilig, und auf die Frage M a n k s, was er (der Ersah, mann) für ein Instrument spiele, kam prompt die Antwort: „Braatsche". Damit kam man im Kriege allerdings keine Marschmusik blasen, erklärte Mank und gab dem Mann eine B-Klarinette in die Hand zum Heben. Er flötete dann auch jeden Tag hinter irgendeinem Busch wie eine Nachtigall und brachte es schließlich nach einiger Zeit so weit, daß er seine „Gelberübe" (so nannte man die Klarinette) im Musikkorps ganz gut mitspielen konnte. Hin und wieder kam es vor, daß sein Instrument, besonders in hohen und schwierigen Lagen, ausrutschte. Es gab dann stets einige Mißtöne, die Mank mit einem bösen Blick wieder wegzuwischen verstand. CarlSliiM Seltersweg Nr. 67 3 enwfieblt billigst BcliTiechsler Steinstr 73 Tel. 3581 Unterschenkel mußte die 14jährige Hausangestellte Paula M ö b u s in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Alsfeld. St. Kirtorf, 11. Okt. Die NS.-Gaufilmstelle veranstaltete hier im Saale der Gastwirtschaft Lenz eine Filmvorführung. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Lather leitete den Abend mit einer * und----------------- ^jn.Original und Miniatur Samstag,denlZ Oktober »WM HÄteWioD von hochtrag. u. frischmelkenden, z.T. gefahrenen Kühen ».Rindern öet Simmentaler 3ledüiehraffe Oes sltzmarznMen ManO-Sdjioges unö öes rotroeiOenWalOeder Schlages in Gietzen Rodheimer Straße 50 veranstaltet von 5929V Oer rluWelcheschaffnng e. G. m. 0. tz. Zranlfim am Main Donnerstag, 18. Okt., mitt. 12 Uhr Vorbesichtigung ab 16. Okt. erbet. Bettstellen mit Zugfedern-Matratze Kinder-Bettstellen, Matratzen Unterbetten und Rodhaarkissen in allen gangbaren Größen am Lager HLLehmbecker früher Haus der Handarbeit Fröbelseminar Der neue Baslelhnrsos für Schulkinder beginnt am 17. Oktob., 14l/2 Uhr Auskunft: 5934D Kindergarten, Gartenstraße MAGGI&tJcPd aD0 Erwerbt die Opfernadel Anmeldung zur Gesellenprüfung der Handwerker-Innung des Mechaniker Gewerbes Gießen und Kreis Gießen rönnen bis zum 16. OttoVer 1934 bei Obermeister Hans Aßmann, Gießen Gesana des Deutschland-Liedes fand der Abend seinen^Abschluß. — Die gleiche ^Um^ranstaltung wurde auch in dem Nachbarorte Ober Gleen geboten, wobei der dortige Ortsgruppenlelter Ludw. D.e-er die ten in der Scheune stürzte ein diesiger Landibirt so •«ft*Ä Schnittwunden am Bein zuzog, die ärztliche Hilfe erforderlich machten. Kreis Lauterbach. ^Lauterbach, II. Okt. In der städtischen Sandgrube ereignete sich gestern ein s ch w e r e r Betriebsunfall. Dort kam -IN beladener Kipp- wagen ohne Führer auf dem abfallenden Geländes S-mdb-rg-s in Fahrt und faust- gegen -m°n and-ren Kippwagen, auf dem zwei Arbeiter standen. Nnem der Männer gelang es, sich rechtzeitig m Sicherheit zu bringen, dagegen kam der andere unter die umfallenden Wogen, wöbe, er emen komplt- z i e r t ° n u n t - r f ch - n k - l b r u ch erlitt. der f-m- Uebersührung in das Krankenhaus zu Fulda erfor- derlich machte. Als die 222er in B i s ch w e i l e r zum Regiments- ererzieren vereinigt wurden, trat in den Kreisen des I. Batl. der Wunsch nach einer Regimentskapelle auf. Woher aber das Geld nehmen? Es fehlte ja so schon an den nötigsten Ausrüstungs- acaenständen, da war natürlich für Noten und Instrumente erst recht nichts im Etat vorgesehen. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, und Soldaten sind immer findige Kerle gewesen. Es wurde alio ein „Fonds" gebildet, in den Offiziere und Mannschaften „nach Belieben" zahlten. Einige hundert Mark waren schnell zusammen, aber es wollte immer noch nicht langen. Auch hatte unser Oberst Bedenken, so viele Leute aus der Front zu ziehen. .Jedes Gewehr ist da vorne notwendig", hieß es, und 20 Mann wurden benötigt. Die Väter des Gedankens ließen aber nicht locker. „Das Geld werden wir schon kriegen", meinte Feldwebel Kasten, „ich schreibe mal nach Gießen, und den Widerstand des Herrn Oberst werden wir schon brechen", „gutta cavat lapidem, non vi, sed saepe cadendo“ sagt der Lateiner, der Tropfen höhlt den Stein, nicht durch Gewalt, sondern durch häufiges Niederfallen. Beides konnte noch lange dauern, und wir wollten doch vor Beendigung des Krieges — damals im Preiswertes Sonderangebot nur reguläre Ware gewebte Damenwäsche sehr schöne, güte Qualitäten einfache ßnwendun jB Sichere Wirkung Fl. 1.80 extra stark Preiswerte Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer, Küchen und Polstermöbel ___________________561QD LANG FRANKFURT m Spezialhaus Frdr.Teipel 16 Markt 16 Auf ausdrücklichen Wunsch vieler Freunde und Gönner stndet am Samstag, dem 13. Oktober, im Vofikellev erstklassiges NAM-AM statt. - Ausgeführt von Angehörigen der hiesigen Alle Schweine ÄtlÄÄ imd wiche mu '.elfen deinen aeiunden und entwickeln sich überraschend schnell wenn Sie durch «edes »viittei 1 Eklösie 0)11 echtes RASSOLv.t mengen, tberianuen Sie nui ec»,les .Nasioi ir Crioinairlmchen und menen Sie Nachahmungen mrück. Allein •'beriteUer :Cntnelntiotbefc(*>irnei: " "oben n offen 'IHmfhefpn ,-/> J. B. HAUSER. GIESSE AM OSWALDSGARTtN^^