M- Jahrgang Metzener Anzeiger Nr. 213 Erster Blatt |8<. Jahrgang Mittwoch, 12. September 1934 XS'Ä Wt * ▲< G »nnahm. oon »«eigen ®Ä: A AA ▲▲ ▲ äa a 4| KsxÄTÄS Heimat im Bild - Die Scholle ■ B w Hl z EM J w e8 B Bf Bff M M jggg B Grundpreise für 1 mm höhe Monatr-Vezugrpreir: ■ M M ■ HL< |A M/ ■ B H >■ Hi A^k ■/ ■ÄH ■ ■ für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MM M W M ■ W MT M W Wt B| Z HB® Ä88 M «W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 ■ M ■ W. ■ BI JBj A, JM H M ■ Hk ® nk H Bk B anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr .. „ -25 V W ■ B B IkW W BW® W wÄ 60 Rpf.,Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen B _ Hf schwieriger Satz 25°/„ mehr Insolg°"^öh«-r^s'°wall IvZ XF «tmäfiigte Grundpreise: MM General-Anzeiger für Oberhessen WH Frankfurt am Main 11686 Druck uitb Verlag: vrühl'sche Unlversttäts Vllch- und Ztemdruckerei R.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 «mengen^ Deutschlands Ablehnung des Ostpaktplans. Ohne wehrpolitische Gleichberechtigung keine Teilnahme an einem militärischen Lknter- stühungspakt, aber bereit zur Beteiligung an zweiseitigen Richtangriffsverpstichtungen. Selten ist ein bedeutungsvolles Vertragswert auf ähnlich krummen Wegen in Marsch gesetzt worden, wie der Plan des sogenannten Ostpaktes, der mit Hilfe eines verwickelten Systems der verschiedenartigsten Sicherungs- und Unterstützungsmethoden eine neue politische Situation im Nordostraum, also an der deutschen Ostgrenze, schaffen soll. Irgendwelche konkreten Verhandlungen über den Entwurf haben nicht stattgefunden. Man übermittelte uns den Plan mit dem Anheimstellen der Zustimmung oder der Ablehnung. Wir konnten entweder Ja oder Nein dazu sagen. Es ist über dieses Thema bereits so viel geschrieben und diskutiert worden, daß sich eine Schilderung der Sachlage erübrigt. Nur eins muß hervorgehoben werden: Auf unserer Seite hat von vornherein der Eindruck bestanden, daß wir durch den Ostpakt nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren hatten. Zwangsweise würde uns ein Beitritt zum Ostpakt in jeden gleichwie gearteten Konflikt nicht nur im Ostraum, sondern in ganz Europa hineinziehen. Deutschland würde auf jeden Fall entweder Aufmarschgebiet oder Kampfzone in allen kriegerischen Verwicklungen werden, die zwischen irgendwelchen, an dem Pakt beteiligten Mächten zu irgendeinem Zeitpunkt entstehen könnte. Die deutsche Antwort basiert auf drei sehr schwerwiegenden Bedenken. Erstens wird hervorgehoben, daß es Deutschland nicht zugemutet werden kann, ohne offizielle Anerkennung seiner Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage und im Völkerbund Partner eines so bedeutsamen Vertragssystems zu werden. Zweitens stellt Deutschland fest, daß ihm aus dem etwaigen Beitritt des Ostpaktes kein Vorteil, sondern vielmehr ausschließlich eine Fülle von Nachteilen erwachsen würde. Und schließlich gibt die deutsche Regierung prinzipiell zu erkennen, daß ihr mehrseitige Vertrüge, die ihren Schwerpunkt auf militärische Aktivität aufbauen, nicht zur dauerhaften Friedenssicherung geeignet erscheinen, sondern daß zweiseitige Nichtangriffsverpflichtungen als wesentlich bessere Mittel der Kriegsverhütung angesehen werden müßten. lieber den ersten Punkt braucht man in Deutschland kein Wort zu verlieren. Namentlich in Genf, wo ja zur Zeit das internationale diplomatische Spiel vor und hinter den Kulissen des Völkerbundes sich immer lebhafter entwickelt, und sich in seiner ganzen Buntheit sowohl der Probleme als auch der Handelnden vor den Augen der Welt präsentiert, dürste man oon diesem Punkt der deutschen Antwort am wenigsten erstaunt sein. In dieser Frage der Gleichberechtigung gibt es für das neue Deutschland fein Handeln und kein Kompromisseln, sondern hier muß endlich einmal Ernst gemacht werden. Auch über den zweiten Gesichtspunkt der deutschen Stellungnahme wird man nicht überrascht sein können. Eigentlich war das Erstauntsein an Deutschland, als ihm dieser Plan der militärischen Unterstützungspflicht in der gegenwärtigen Form gemacht wurde.' Die Erörterungen über dieses Thema sind ja nicht neu, sondern bereits einmal ausführlich gepflogen worden. Damals — es war 1925 vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund — waren die Schwierigkeiten einer solchen militärischen Unterstützungspflicht um den Artikel 16 der Völkerbundssatzung kristallisiert. Deutschland hat schon damals die Schwierigkeiten seiner besonderen Lage im Zusammenhang mit den Bestimmungen des Versailler Vertrages über seine Waf- fenlosigkeit dem Völkerbund und allen beteiligten Staaten dargelegt. Es handelte sich damals allerdings für die heutigen Proponenten des Ostpaktes um ganz andere Ziele und Wünsche bei dem Versuch durch Festlegung Deutschlands auf den Artikel 16 der Völkerbundssatzung (der das Durchmarschrecht im Falle von kriegerischen Konflikten stipuliert), eine ganz bestimmte militärische Konstellation zu gewährleisten. Damals gabt es, namentlich für Großbritannien, mit Einbeziehung Deutschlands eine Situation vorzubereiten, die die Sowjetunion stärker in Schach hielt. England । erlebte damals in besonderem Maß die Folgen einer Ibolschewistischen Agitation am eigenen Leibe und fürchtete namentlich in seiner asiatischen Interessensphäre russische Störungsversuche, die man von > Europa her abriegeln oder doch wenigstens ab- > schwächen wollte. Wenn man heute in London und ! Paris sich einmal mit den Protokollen oon Locarno i befaßt, in denen ein heftiger Redekampf um diese j Fragen geführt worden ist, so muß man sich dort :auch sagen, das Deutschlands Stellung in dieser jFrage deshalb so konsequent sein muß, weil seine «schwierige Lage es einfach dazu zwingt, sich won Verpflichtungen fernzuhalten, die für Deutschland schlechterdings verhängnisvoll sein müssen. Auch der Hinweis der deutschen Antwort darauf, Haß Deutschland sich von den im Paktsystem der genannten drei Mächte vorgesehenen Sonder- gg a r a n t i e n Frankreichs und der Sowjetunion Reinen Vorteil erwarte, ist nichts neues, sondern knüpft an die bisherige Einstellung Deutschlands an. Wenn damit speziell der Gedanke einer russischen Garantie im Rahmen des Locarnopaktes nbgelehnt wird, so ist hierfür, zum Teil mit umgekehrtem Vorzeichen, die gleiche Argumentation maßgebend, die seinerzeit Deutschland veranlaßt hat, bie mit dem Artikel 16 des Völkerbundspaktes verbundenen Befürchtungen darzutun und damit feine damalige Haltung zu begründen. Allerdings waren seinerzeit eben die Fronten, an denen die Kämpfe um diese Fragen gingen, anders. Aber Deutschlands Antwort ist nicht nur ablehnend, sondern sie enthält positive Vorschläge zur Erreichung des Zieles der Friedenssicherung. Auch hier zeigt sich die konsequente Gesamteinstellung der deutschen Außenpolitik. Der Grundgedanke der zweiseitigen Verträge, der vorbildlich in dem deutsch-polnischen Pakt Adolf Hitlers dokumentiert ist, stellt nichts neues dar, sondern ist eine deutsche Konstruktion. Daß aber deutscherseits dort, wo sich wirklich die Notwendigkeit mehrseitiger Verträge bewährt, auch derartige Abkommen geschlossen worden sind, dafür ist der Locarnopakt typisch. Dem von den vorschlagenden Mächten empfohlenen Weg der „automatischen militärischen Unterstützungspflicht" stellt Deutschland die „Nichtangriffsverpflichtung" und die Verpflichtung der an einem Konflikt interessierten Mächte zur „Konsultation" als deutsche Vorschläge gegenüber. Angesichts der unnachgiebigen Haltung Frankreichs in der Gleichberechtigungsfrage, angesichts der bereits vorweggenommenen russisch - französischen Vertragsbindung und schließlich auch angesichts des geringen Interesses, das auch Polen dem Ost- paktsystem entgegenbringt, dürfte mit dieser deutschen Erklärung vorerst das letzte Wort gesprochen sein. Wir werden abwarten, auf welche Weise Frankreich versuchen wird, das Ostpaktgeschäft doch noch unter Dach zu bringen. Wir sind natürlich an der Entwicklung der Dinge aufs Lebhafteste interessiert. Aber genau so wie bei allen Völkerbundsfragen interessiert uns auch hier die Materie vor allem als Zuschauer. Sicher ist, daß Deutschland durch seine eigenartige zentrale Lage das wich- t i g st e Glied innerhalb des Ostpaktsystems sein würde; aber gerade aus dieser Tatsache ergibt sich auch der Umstand, daß wir oon den übrigen beteiligten Ländern Verständnis für unsere Lage erwarten müssen. Würde sich die Oeffentlich- keit der besonders stark engagierten Staaten unvoreingenommener als bisher mit der Lage Deutschlands befassen, so würde wohl kaum eine solche Entgleisung wiederkehren können, wie sie sich soeben eine bekannte französische Zeitung leistete, die davon sprach, Deutschland wolle seine Zustimmung nur deshalb nicht geben, weil es sich auf den Krieg vorbereite und weil es freie Hand behalten wolle, um nach Gutdünken angreifen zu können. Mit dieser Umkehrung aller Tatbestände wird natürlich eine Befriedung Europas nicht herbeigeführt. Solange über die Lebensrechte eines großen Volkes hinweggeschritten wird und solange man systematisch in den Völkern falsche Vorstellungen über das neue Deutschland zu erwecken versucht, solange sind wir noch weit entfernt, von einer Rückkehr wirklich ausgeglichener Verhältnisse. Einen Pakt vom Umfange und vom Inhalte des Ostpaktes abzuschließen, kann nur dann Nutzen bringen, wenn gleichzeitig der Geist des Friedens und des guten Willens in den beteiligten Völkern gepflegt und gefördert ist. Paris Über die„Siömng"semer pMchenKreise empfindlich gekränkt Paris, 12.Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Antwort der Reichsregierung auf die Vorschläge zum Ostpakt wird in der Pariser Morgen presse ausführlich besprochen. Man sucht Deutschland zu beschuldigen, absichtlich die Genfer Verhandlungen stören zu wollen. (!) Man bezeichnet vielfach die Antwort als ein „Manöver", um auf diese Weise d i e R ü st u n g s g l e i ch h e i t zu erzwingen. (!) Teilweise kommt auch zum Ausdruck, daß -Her Ostpakt auch ohne Beteiligung Deutschlands abgeschlossen werden könne. Aber der „Mabin" erklärt klipp und klar, daß ein System gegenseitiger Unterstützung in Osteuropa ohne Deutschland unmöglich sei. Man werde also darauf verzichten oder das Kind beim Namen nennen, d. h. ganz offen von einem Bündnis mit Sowjetrußland sprechen müssen. Das sei natürlich nicht so einfach, wenn man nicht das ganze mit dem Mantel einer internationalen Zusammenarbeit umgeben könne. Das „Journal" versucht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Es behauptet, die Antwort der Reichsreaierung habe Frankreich aus einer sehr heiklen Lage gerettet. Man müsse sich nämlich fragen, was Frankreich getan hätte, wenn Deutschland die Vorschläge angenommen und darauf hinwiesen hätte, daß jetzt, wo die Sicherheit Frankreichs garantiert sei, keine Veranlassung mehr bestehe, ihm die Rüstungsgleichheit zu verweigern. Glücklicherweise habe man deutscherseits diese Möglichkeit aber nicht erkannt. Das „Petit Journal" meint, Deutschland fei nicht der Hauptinteressierte an diesem Pakt. Wenn es sich weigere, ihn zu unterzeichnen, so würden die Klauseln der gegenseitigen Unterstützung eben nur für die anderen Unterzeichner gelten. Das Schicksal hänge sehr viel mehr von der HaltungPvlens ab und in dieser Richtung sei man nach den Verhandlungen über den Beitritt Svwjetrußlands zum Völkerbund zu einigem Optimismus berechtigt. Der „Temps" schreibt, einfache zweiseitige Nichtangriffsverträge könnten zur Stabilisierung der Lage nicht ausreichen. Wahre Sicherheitsgarantien könnten nur durch regionale Beistandspakte mit Sanktionsdrohungen erzielt werden. Von diesem System aber wolle Deutschland nichts wissen, weil es sich — nun kommen niederträchtige Unterstellungen — gegenüber den bal- tischen Staaten, der Tschechoslowakei und trotz des deutsch-polnischen Einvernehmens volle Aktionsfreiheit vorbehalten wolle. Dadurch enthülle Deutschland wieder einmal seinen Willen, jede internationale Zusammenarbeit zur Festigung des Friedens und zur Verhinderung des Krieges zu vereiteln. Der „Temps"-Artikel warnt Polen, wenn es sich bestimmen lassen würde, den Ostpakt zu vereiteln, so würde man annehmen, daß die polnische Außenpolitik das deutsche Manöver in keiner Weise zu verhindern suche. Warschau würde Gefahr laufen, die Verantwortung zu tragen. EnOndhatVerständnissürdiedenWeWeigerung Neue Sicherheitspakte setzen wehspolitische Gleichberechtigung voraus. London, 12. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Zu der deutschen Denkschrift über den Ostpakt heißt es im „Daily Telegraph": Die Verwerfung des Ostpaktplanes durch Deutschland kam nicht unerwartet. Von vornherein war Deutschland der Ansicht, daß es wenig Nutzen von einem solchen Plan haben würde. Der Gedanke, daß Armeen des roten Rußlands durch das antimarxistische Deutschland marschieren könnten, um ihm gegen Frankreich beizustehen, hat für Deutschland ebensowenig Interesse und Anziehungskraft wie die Möglichkeit, daß Frankreich ihm seine Hilfe gegen Rußland zuteil werden lassen könnte. Es kann jetzt mitgeteilt werden, so schreibt das Blatt weiter, daß Barthou bei seinem Londoner Besuch im Juli dieses Jahres die britische Zustimmung zum Abschluß eines rein russisch-französischen V e r t e idi - gungsplanes zu erlangen versuchte. Gleichartige Zusicherungen für Deutschland waren in diesem Plan nicht enthalten. Die jetzige Form der Vorschläge ist von der britischen Regierung veranlaßt worden. Sir John Simon hat deutlich zu verstehen gegeben, daß Großbritannien mit einem Plan der Bildung eines gegen Deutschland gerichteten Blocks nichts zu tun habe. „Times" sägt, Deutschland sei nicht der einzige Gegner des Paktes. Es verlaute, daß die polnische Regierung zweiseitigen Pakten ebenso den Vorzug gebe, wie die deutsche Regierung, ohne Deutschland und Polen würden die drei baltischen Staaten sich schwerlich an dem Pakt beteiligen. Es blieben also nur noch Frankreich, Sowjetruhland und die Tschechoslowakei übrig. Irgendwelche Vereinbarungen, die diese vielleicht miteinander schließen würden, könnten mit dem van Sir John Simon mitgeteilten Plan nur eine schwache Ähnlichkeit haben. Die Vorbedingung für die britische Unterstützung sei gewesen, daß der Plan auf Gegenseitigkeit beruhe, daß Großbritannien keine neue Verantwortlichkeit übernehme und daß der Grundsatz der deutschen Gleichberechtigung von diesem Versuch der Ausdehnung des Sicherheitssystems nicht getrennt werde. Die französische Regierung sei damals mit dieser Auffassung einverstanden gewesen. Überraschenderweise habe jedoch Barthou mehrere Tage später in Bayonne erklärt, Verhandlungen über die Abrüstung könnten nicht als Vorbedingung eines regionalen Paktes angesehen werden. Das Blatt erkennt an, daß dieses Ausweichen vor der Frage der Rüstungsgleichheit für D e u t s ch- land der Hauptgrund der Weigerung fei, auf der vorgeschlagenen Grundlage zu verhandeln. Das Bild französischer Truppen, die durch Deutschland ziehn, um bei der Abwehr eines russischen Einfalls zu helfen, ober oon Sowjetruffen, die schleunigst an den Rhein befördert würden, um gegen Frankreich kämpfen zu helfen, müsse deutschen Augen p h a n t a st i s ch erscheinen. „Times" schließt, die Vorschläge des Ostpaktes seien niemals eine Sache gewesen, die England unmittelbar berührt hätte, aber die britische Diplomatie könnte noch immer den Weg für die Verwirklichung eines Ergebnisses offenhalten. Ein einig Volk. In Nürnberg find die Fahnen eingezogen worden, die Zeichen des Parteitages, soweit sie äußerlicher Natur sind, verschwanden, aber im Innern wird jeder Deutsche nach dieser machtvollen Bekundung eines Willens und eines Geistes noch gehärteter in seinem Bekenntnis zum Reiche sein. Der Führer hat Heerschau gehalten und hat das deutsche Volk, fähig, einem Einzelwillen zu entsagen, einmütig und geschlossen hinter seinem Programm erblickt. Eine Einheit von Führung und Volk, wie die Geschichte sie bisher nicht kannte. Es gilt nachschauend dreierlei zu unterscheiden. Einmal ist diese gewaltige Einheitsbewegung aus dem Volke heraus geboren, von einem Führer nach dem Sinne der Massen geballt und diese Bewegung ist Staat geworden. Es ist nicht so, daß der Staat seinen Willen den Deutschen aufzwingt, sondern daß dieser Staat Wille der Deutschen ist. Zum anderen bleibt dieser Wille des Deutschen völlig ungebrochen in seinen vielfachen Betätigungen. Nur damit ist aufgeräumt worden, daß der Einzelwille sich zum Richter des Gesamtwohles aufwarf. Das war der große Irrtum der Vergangenheit. Innerhalb der großen Bewegung hat jeder Einzelne feine religiöse und kulturelle und wirtschaftliche Bewegungsfreiheit erhalten. Und schließlich ist bei aller Freiheit doch die Gemeinsamkeit der Interessen maßgebend. Der Deutsche ist kein Kollektiv, er wird nicht vom Kollektivismus beherrscht, sondern er beherrscht den Kollektivismus. Auf diesen drei Grundlagen nun ist ein Volksstaat in Nürnberg in die Erscheinung getreten, dessen Segnungen alle verspüren, die überhaupt fähig find, über ihren Magen hinaus zu denken. Als der Führer 60 000 Hitler-Jungen begrüßte, sagte er, was wir von Deutschland wollen, das verlangen wir auch von der Jugend. Das hochgesteckte Ziel eines einigen und in allen Gliedern sich der Einheit bewußten Deutschland ist hiermit glücklich ausgedrückt. Wer die Jugend hat, besitzt die Zukunft, und wer die Mütter als treueste Mithelferinnen der Bewegung preisen konnte, besitzt zudem das ewig Unwandelbare, das hinausgreift über das zeitlich Bedingte und hinweist auf die Urgründe der Nation. Mit inftinktficherem Griff hat der Führer Jugend und Mutterschaft als die Quellen alles Werdens und Seins für Volk und Nation erkannt. Hierin liegt der künftige deutsche Mensch gegründet, an dem wir alle arbeiten und der, politisch und wirtschaftlich und kulturell aus einem Guß, das neue Deutschland schafft. So war der Nürnberger Parteitag der Höhepunkt des politischen Lebens dieses Sommers. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hat erneut den Ausdruck ihrer Kraft und Entschlossenheit, ihres Siegeswillens und vollkommener Disziplin geboten. Mehr als das: sie hat erneut bewiesen, daß sie die einzige politische Organisation der deutschen Gegenwart ist. Damit ist sie über das Parteimäßige (im alten Sinne) weit hinausgewachsen. Die Teilnahme der Reichswehr an den Nürnberger Veranstaltungen gab diesem Tab bestand die äußere Note. Die Begeisterung der ungezählten Tausende, die sich bei allen Veranstaltungen und Kundgebungen immer wieder gezeigt hat, war der Ausdruck des Stolzes darüber, daß Deutschland sich in einem Willen geformt sieht, einem Führer mit unvermindertem Vertrauen folgen darf und durch die Kraft der Einigkeit alle Hindernisse überwinden will. Aus den großen Reden des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler klang eindrucksvoll die Mahnung zur Geschlossenheit, zur Treue/ zur Bescheidenheit und zur Opferwilligkeit. Eine große Volksbewegung, von diesen sittlichen Kräften zu einem Stahlblock zusammengeschweißt, muß zu einer Macht werden, die Berge versetzen kann. Und daß es dem Führer bitterer Ernst ist, alles zu tun und zu verantworten, um niederzuwerfen, was gegen die Grundsätze verstößt, das hat er im Laufe dieses Jahres bewiesen. Der Nationalsozialismus hat den Machtkampf in Deutschland mit eiserner Konsequenz geführt, hat ihn auf dem Wege der Legalität gewonnen und ist nicht bereit, feine Werke durch destruktive Kräfte zerstören zu lassen. Die „Schatten" der Junitage, von denen der Führer in seiner knappen, eindringlichen Rede vor den Formationen der SA. und SS. sprach, find vorüber, in unangreifbarer Festigkeit zeigt sich der Nationalsozialismus als die tragende Kraft des Reiches. Daran muß sich auch das Ausland gewöhnen. Weder der Haß des Bolschewismus, noch die diplomatische Geschäftigkeit von Paris, noch die taktische Umstellung in Rom kann an der Feststellung ein Jota abstreichen, daß das neue Deutschland die von ihm eingeschlagenen Wege mit beharrlicher Klarheit und Festigkeit weiterschreitet. Es knüpft an das Bestehende und Geschehene an, aber es läßt sein Ziel nicht aus dem Auge. Diese Außenpolitik ist erfüllt von aufrichtigem und warmherzigen Friedenswillen, aber ebenso getragen von dem heißen Bekenntnis zu nationaler Ehre und Selbstbehauptung. In der Proklamation des Führers und Reichskanzlers, die den Parteitag eröffnete, ist das noch einmal unmißverständlich zum Ausdruck gebracht. Möge die Welt das hören und beherzigen! Ob Rußland in den Völkerbund tritt ober nicht, ob sich dieser ober jener Staat um einen Ratssitz in Gens bemüht, biese ober anbere Entwicklungen ober gar reinen Prestigefragen rühren nicht an bie deutsche Forberung nach Gleichberechtigung in ber Wehrfrage unb nach einer Friedenspolitik, bie nicht auf biplomatifche Finessen, sonbern a u f gegenseitiger Anerkenung aufgebaut fein muß. Die beutsche Note zum Norbostpakt ist dafür ein neuer Beweis. Jnnerpolitifch hat der Parteitag die großen sozialen und wirtschaftlichen Pro- bleme cm klingen lassen, er hat sie durch den Aufmarsch der Kolonne des A r b e i t s d i e n st e s gewissermaßen augenfällig gemacht. Hier liegt der Schwerpunkt aller Mühen und Planungen — dem jungen Geschlecht das Gefühl der kameradschaftlichen Verbundenheit durch den Dienst mit Hacke und Spaten zu vermitteln, volkswirtschaftliche Werte zu schaffen, statt an Stempelstellen auf Unterstützungen zu warten, das Volk in seiner Heimaterde immer stärker zu verwurzeln. So, auf der Entwicklung der eigenen Urkraft aufbauend und ihre Werte mehrend, wird Deutschland auch für den Welthandel ein wertvolles Absatzfeld werden. Das will es sein, aber nicht nur eine Quelle für ausländische Gläubiger. 3m Wettbewerb der Völker wird ein hochstehendes Volk wie das deutsche seinen Platz einnehmen können, wenn seine Erzeugnisse auch im Auslande Absatz finden, als Gegenwert für solche Rohstoffe, die es selbst nicht besitzt. Wir sind nicht allein auf der Welt, das wissen wir. Wir wollen mit andern Völkern leben und arbeiten, diese aber müssen uns Raum und Freiheit geben, unsere nationale Zukunft zu gestalten. Wir haben uns gewandelt und sind froh der Wandlung. Jetzt ist es Aufgabe der anderen, diesem Deutschland gegenüber eine neue Stellung zu beziehen und zu einem erträglichen Verhältnis mit ihm zu gelangen. Zeichen deutscher Kraft und Einheit war Nürnberg. Unter unserem Führer werden wir weiter arbeiten an der Vollendung des Werkes unbekümmert um die Schmähsüchtigen des Auslandes, nur in uns selbst Erfüllung und Genugtuung suchend. OerNGOFB. auf dem Nürnberger Parteitag Berlin, 10. Sept. Wie der Frontkämpfer- Pressedienst berichtet, nahmen an dem Ehrentaa der SA. und SS. auf bsonderen Befehl des Führers auch der NS.-Deutsche Frontkämpfer- Bund (Stahlhelm) teil. Die Frontsoldaten waren in Sonderzügen in den frühen Morgenstunden des Sonntags eingetroffen. Unter der Führung des Landesführers Huhold (Magdeburg) marschierte die Abteilung nach dem Lagerplatz. Der Bundesführer Franz S e l d t e begrüßte hier die alten Kämpfer des Bundes, die die Auszeichnung erhalten hatten, als Ehrenabordnung des Bundes an der Tagung in Nürnberg teilnehmen zu dürfen. Der Bundesführer traf viele Kameraden, die mit ihm die Jahreszahl der ersten Kampfjahre trugen. Die Frontkämpferabordnungen führten Fahnenabordnungen aus allen Teilen des Reiches mit sich. Während des großen S A. - A p p e l l s am Luit- poldhain standen sie neben ihren Kameraden der SA. und SS. Beim Marsch durch die jubelnde Menge in den Straßen der Stadt wurden die mit Eichenlaub geschmückten Kriegsfahnen des Frontkämpferbundes, die heute erstmals das neue Abzeichen des Bundes, den auf dem Hakenkreuz ruhenden Stahlhelm, trugen, ehrfurchtsvoll gegrüßt. Herzlicher Dank scholl den Frontkämpfern entgegen. Besondere Begeisterung brach aus, als unter ihnen die Kameraden aus dem Saargebiet erkannt wurden. Franz Seldte führte persönlich seinen Verband an dem Führer vorbei. An seiner Seite schritt der Bundeskanzler, Kamerad Bock. Ihm folgten die Landesführer des Bundes, die starke Fahnenabteilung, jede Fahne geschmückt mit Eichenlaub, und die Bundesabordnung, eingeteilt nach den Landesverbänden. Der Bundesführer empfing den besonderen Gruß des Führers mit herzlichem Handschlag, erstattete Meldung und nahm sodann an der Seite des Führers den straffen Marsch seines Bundes ab. Die Kameraden des Frontkämpferbundes trugen in Nürnberg zum ersten Mal vor ihrem obersten Führer und ihrem Bundesführer den feldgrauen Rock mit Braunhemd. Sie werden jetzt ins Land zurückkehren und berichten, daß die alten Soldaten vom Führer geehrt, geachtet und anerkannt sind. Auch aus dem Volke, das den Zug umdrängte, haben sie immer wieder vernommen, daß der Bund im Volke als Bestandteil der nationalsozialistischen Bewegung mit seinen Sonderausgaben ehrt und stützt. Ein Nachruf des Ebefs des Stabes. Berlin, 12. Sept. (DNB.) Der Chef des Stabes, Lutze, Ifat den folgenden Nachruf zwei in Nürnberg aus dem Leben geschiedenen SA.-Kameraden gewidmet: Mitten heraus aus der Altstadt bei Nürnberg, von der Seite ihrer hunderttausend Kameraden, kurz nach den erhebendsten Stunden ihres Lebens, in denen sie ihrem obersten Führer Auge in Auge gegenüberstanden, schieden durch ein tragisches Geschick aus diesem Leben der SA.-Mann Peter Kleinmann, Gruppe Niederrhein, und der SA.-Rotten- führer Georg Rein eck er, Gruppe Ostland. Sie haben sich gemeldet bei der Standarte Horst Wessel. Ihr Geist schwebt über unseren Reihen. Eine Heldengedenkfeier der Hitlerjugend am Skagerrak. ^Berlin, 12. Sept. (DNB.-Funkspruch.) 1000 Jungarbeiter, die der Alten Garde der HI. angehören, befinden sich gegenwärtig auf einer Nordlandfahrt mit dem Dampfer „Stuttgart" des Norddeutschen Lloyd. Am Skagerrak traten die Jungen und die Mannschaft des Dampfers zu einer Heldengedenkfeier an Bord des Schiffes an. Nach einer feierlichen Ansprache versenkte für die gesamte Hitler-Jugend Obergebietsführer Axmann, der Leiter des Sozialen Amtes der Reichsjugend- fuhrung einen Kranz. Zum ersten Male hat somit dre Jugend Adolf Hitlers die toten Helden, nach deren Vorbild zu leben sie auf ihre Fahnen geschrieben hat, auf hoher See ehren können. Die Feier war ein Bekenntnis des jungen Deutschlands zu selbstlosem Einsatz für das Vaterland. Anschlag auf die deutsche Sprache in Memel. Litauische Firmenschilder binnen 4 Wochen. Tilsit, 11. Sept. (DNB.) Das widerrechtlich eingesetzte litauische Direktorium des Memelgebietes hat eine Polizeioerordnung erlassen, die eine neue Unterdrückung der deutschen Sprache und gleichzeitig eine schwere Belastung der memelländischen Geschäftswelt darstellt. Aushängeschilder, Firmenschilder und Bekanntmachungen sowohl in der Stadt Memel als auch in den Landkreisen müssen an erster Stelle einen „einwandfreien Text in der litauischen Staatssprache" tragen. Diesem Text ist mindestens die Hälfte des für'die Bekanntmachung bestimmten Raumes sowie entsprechende Buchstaben einzuräumen. Bis zum 15. Oktober müssen sämtliche deutsch-memelländischen Ge- schäftsleute und sonstige Unternehmungen ihre Schilder erneuern, rein deutschsprachige Schilder und Bekanntmachungen soll es in Zukunft nicht mehr geben. Durch die Verordnung ist erneut die Bestimmung des Memelstatuts, wonach die deutsche und die litauische Sprache gleichberechtigt sind, sich also jeder Memelländer nach feinem eigenen Ermessen der ihm zusagenden Staatssprache bedienen kann, gröblichst verletzt worden. Darüber hinaus stellt die Erneuerung der Schilder — ganz abgesehen von der wirtschaftUchen Belastung — die memelländische Geschäftswelt vor eine kaum zu lösende Aufgabe, da die übergroße Mehrzahl der Memelländer bekanntlich die litauische Sprache nicht beherrscht und die wenigen litauisch sprechenden Geschäftsleute auch nur das sogenannte memelländische Litauisch sprechen, das sich von der in Litauen gebräuchlichen Staatssprache wesentlich unterscheidet. Anträge auf Erteilung von Devisenbescheinigungen sind an die für die einzuführende Ware zuständige Ueberwachungsstelle zu richten. Benötigt eine Firma zur Herstellung einer Ware mehrere Einfuhrwaren, die unter die Zuständigkeit verschiedener Ueberwachungsstellen fallen, so kann der Antrag an die für die herzu stellende Fertigware zuständige lieber- wachungsstelle gerichtet werden. Bei Waren, die handelsüblich durch den Einfuhrhandel eingeführt werden, werden die Devisenbescheinigungen, soweit die Einfuhr nicht zentral erfolgt, grundsätzlich nur an den Einfuhrhandel abgegeben. Darüber hinaus ist auch bei anderen Waren vorgesehen, daß die Devisenbescheinigung auf einen Einfuhrhändler ausgestellt werden kann. Bei der Erteilung der Devisenbescheinigungen für Rohstoffe und Halbfabrikate wird oberster Grundsatz fein, daß die Versorgung des Exports mit den erforderlichen Rohstoffen und Halbfabrikaten unter allen Umständen fichergestellt wird. Zu diesem Zweck werden Anträge, bei denen die einzuführende Ware in verarbeitetem Zu - siande wieder ausgeführt wird, vor allen anderen Anträgen berücksichtigt. Alle diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, daß das größtmögliche Maß an Sicherheit für die Bezahlung der Einfuhr geschaffen wird. Außerdem bezweckt die Reuregelung, d i e kaufmännische Initiative a u f dem Gebiet der Kompensationsgeschäfte in größerem Umfang zur Entfaltung zu bringen. Um die Durchführung derartiger Geschäfte durch eine beschleunigte Erteilung der erforderlichen Genehmigungen zu fördern, ist ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren in Kraft gesetzt worden. Mit der Erteilung der Genehmigung werden vom 24. September d. 3. ab die Ueberwachungs- stellen beauftragt werden. Oer Automatenverkauf nach Ladenschluß. Der Einzelhandel hat aus begreiflichen Grün- den häufig dagegen Einspruch erhoben, daß Automaten nach Ladenschluß Waren verkaufen dürfen. Auf der anderen Seite war es aus Gründen der Arbeitsbeschaffung erwünscht • und notwendig, dis Automaten-Jndustrie nach Möglichkeit zu fördern. Ein Verbot des Verkaufs nach 19 Uhr würde aber zweifellos die Absatzgrundlagen der Automaten-Jndustrie schwer erschüttert haben. In dem „Gesetz über den Verkauf von Waren aus Automaten" vom 6. Juli dieses Jahres ist daher ein Kompromißweg eingeschlagen worden. Die Automaten dürfen bann auch nach 19 Uhr Waren abgeben, wenn sie i n räumlichem Zusammenhang mit einer Verkaufsstelle eines Einzelhandelsgeschäfts stehen und die gleichen Waren wie diese verkaufen. Die Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz sind jetzt erschienen. Sie schränken den Automatenverkauf nach Ladenschluß erheblich ein. Im wesentlichen werden die fachlichen Einzel- Handelsgeschäfte die Möglichkeit haben, nach 19 Uhr ihre Waren durch Automaten abzusetzen. Versagt wird dieses Recht ausdrücklich allen Warenhäusern Einheitspreisgeschäften, Konsumgenossenschaften und Werkkonsumanstalten, weil die große Kapitalkraft dieser Betriebe zu einer Massenaufstellung von Automaten und damit auch zu Mißbräuchen des Gesetzes führen könnte. Ferner dürfen Handwerksbetriebe Waren, die sie selbst weder Herstellen noch bearbeiten (so z. B. Friseurgeschäfte, Seifen und Parfümerien) nicht nach 19 Uhr durch Automaten verkaufen. Endlich darf der Automatenverkauf nur auf Rechnung des Einzelhandelsbetriebes, in dem oder vor dem sie auf- gestellt sind, erfolgen, nicht aber etwa zugunsten eines Automatenoertriebskonzerns. In der Hauptsache soll den mittel ständischen Einzelhändlern Gelegenheit gegeben werden, ihren Absatz durch Aufstellung von Automaten zu erhöhen. Wenn es nun auch noch gelingt, die Verwendung von Automaten in Einzelhandelsbetrieben durch eine weitverzweigte Kreditorganisation derart zu finanzieren, daß die Anschaffung der Automaten kein erhöhtes Kapital erfordert, wird die Förderung der Automatenindustrie trotz der vorgenommenen Einschränkungen erreicht werden können. Einführung des Reichsbischofs. Berlin, 11. Sept. (DNB.) Wie von der amtlichen Pressestelle der Reichskirchenregierung mitgeteilt wird, findet die Einführung des Reichsbischofs Ludwig Müller am Sonntag, den 23. September, mittags 12 Uhr, im Berliner Dom statt. Dem feierlichen Gottesdienst im Dom geht ein Festakt der Nationalsynode im Preußenhause um 10 Uhr vormittags voraus. Am Nachmittag versammeln sich die freien kirchlichen Verbände unter Führung des Zentralausschusses für innere Mission zu einer Gemeinschaftsfeier im Herrenhaus. UeberprüfungderÄerwaltungsverhält- nissederwürttembergifchenLandeskirche Stuttgart, 10. Sept. (DNB.) Der Rechtswal- ter der Deutschen Evangelischen Kirche, Ministerial- direkter Jäger, hat aus besonderem Anlaß eine Ueberprüfung der Verwaltungsverhältnisse der Württembergischen Landeskirche vvrgenvmmrn. Es handelte sich besonders um Klärung finanzieller Vorgänge, und zwar von Ueberwei- sung hoher Summen auf Stellen außerhalb der Landeskirche, so daß diese Beträge hier- durch der Verfügung sbefugnis der Landeskirche entzogen waren. Die vorläufige Untersuchung ergab die Notwendigkeit, einen ft o m m lssar einzusetzen, der unter Beschrän- rung seiner Aufgabe auf das Verwaltungsgebiet den ■Auftrag erhalten hat, eine vollständige Klärung des in rage stehenden Sachverhalts herbeizuführen und den Lauf der Verwaltung zu beaufsichtigen. Zum Kommissar ernannte der Rechtswalter den Kvnsisto- rialpräsidenten Walzer von der Verwaltung der Deutschen Evangelischen Kirche in Berlin. Die Oef- entlichkeit wird über das Ergebnis der Untersuchung weiter unterrichtet werden. Beginn des Deutschen Pfarrertages. Berlin, 11. Sept. (DNB.) Der Deutsche Pfarrertag nahm am Dienstag mit Vorstandsfitzun- gen des Verbandes der deutschen evangelischen Pfarrvereine seinen An- ang. Am Mittwoch findet der eigentliche Deutsche Pfarrertag statt. Im Anschluß an die Begrüßung Oie Reichswehr vor dem Führer. :>• • ■■ X ■ Die gefechtsmäßigen Hebungen der Reichswehr auf der Zeppelinwiese. Der Zapfenstreich der Reichswehr vor der Wohnung des Führers (Pfeil) als dem obersten Befehlshaber der Wehrmacht. -■ . - Oie Neuregelung der deutschen Außenwirtschaft. 25 Ueberwachungsstellen für die Zuteilung der Devisen an den Einfuhrhandel. - Förderung des KompenfationSgefchästs. - Oie Rohstoffeinsuhr der verarbeitenden Industrie bevorzugt. Berlin, 11. Sept. (DNB.) Zur künftigen Regelung der deutschen Außenwirtschaft machte in Vertretung des mit der Führung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministeriums beauftragten Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht Ministerialdirektor Sarnow der Presse folgende Ausführungen: In seiner Leipziger Rede hat Dr. Schacht die Notwendigkeit einer Neuregelung der deutschen Außenwirtschaft bargetan. Die Neuregelung sieht folgenbes vor: Zu ben bereits bestehenben 11 Ueberwachungsstellen treten 10 neue Ueberwachungsstel- l e n hinzu. Ferner werben vier Reichs st eilen für lanbwirtschaftliche Erzeugnisse — unter Beibehaltung ihrer bisherigen Aufgaben — als Ueberwachungsstellen bestimmt, so daß die Zahl der Ueberwachungsstellen sich nunmehr auf 25 beläuft. Der Weg, einen immer größeren Kreis von Einfuhrwaren in die Überwachung einzubeziehen, hat mit dieser Regelung seinen Abschluß gefunden, indem nunmehr alle Einfuhrwaren zu „Überwachten Waren" werden. Die Ueberwachungsstellen werden mit Wirkung vom 24. September b. I. ab, soweit bie Bezahlung ber Einfuhr von Waren aus dem Ausland in Frage steht, an Stelle d e r Devisenstellen Organe der Devisenbewirtschaftung. Sie unterstehen in dieser Hinsicht der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung. Die Ueberwachungsstellen erteilen vom 24. September d. I. ab für Einfuhrgeschäfte Devisen- orcJ e ’ n i 9 u n 9 e.n , die den Zollstellen bei der Abfertigung der Einfuhrwaren vorzulegen sind ünb in Verbindung mit einer von ber Zollstelle aus- zustellenden Bescheinigung zur Leistung von Zahlungen für bie Einfuhr berechti- g e n. Nur wer im Besitz einer solchen Devisenbescheinigung ist, kann bamit rechnen, baß er bie Möglichkeit zur Bezahlung der Einfuhr erhält. Die bisher von den Devisenstellen für die Bezahlung der Einfuhr erteilten Devisengenehmigungen und das nur als Uebergangsregelung gedacht gewesene bisherige Repartierungsverfahren fallen weg. ist nicht verboten; jedoch kann ber Einführer unter den gegenwärtigen Verhältnissen keinesfalls damit rechnen, daß er bie Möglichkeit zur Bezahlung in absehbarer Zeit erhält. Um zu verhindern, daß Zahlungen unter Verstoß aegen bie Devisenbestimmungen erfolgen, finb die Zollstellen angewiesen, Einfuhren ohne Devisenbescheinigungen der zuständigen Ueberwachungsstelle zu melden. Um nach Möglichkeit die gesamte Einfuhr durch die Ueberwachungsstellen zu erfassen, wird die Freigrenze von 50 RM., soweit die Bezahlung der Wareneinfuhr in Frage steht, auf 10 NM. herabgesetzt. Auf der anderen Seite ist für gewisse Einfuhren von minderer Bedeutung eine Sonderregelung getroffen worben. Soweit in biefen Fällen eine Zahlung über bie Freigrenze von 10 RM. hinaus geleistet werben muß, bleiben bie Devisenstellen auch weiterhin für die Erteilung von Genehmigungen zuständig. Neben Deoisenbescheingungen, die zur sofortigen Bezahlung der eingeführten Waren berechtigen, werden auch Devisenbescheinigungen, bei denen die Bezahlung ber eingeführten Waren erst später erfolgt, in Form von verbind- lichen Zusagen erteilt werben. In welchem Umfang Devisenbescheinigungen von den Ueberwachungsstellen ausgegeben werden können, wird laufend von dem Reichswirtschaftsministerium und dem Reichsminifterium für Ernährung und Landwartschaft — von jedem für seinen Geschäftsbereich — im Einvernehmen mit dem Reichsbantdirektorium festgestellt werden. Devisenbescheinigungen sind auch bann erforderlich, wenn bie Einfuhr in Reichsmark über Zahlungs- u nd V e r r e ch n u n g s a b k v m - men bezahlt wirb. Es ist Vorsorge getroffen, baß bei ber Ausstellung von Devisenbescheinigungen den vertraglichen Binbungen, bie Deutschland gegenüber bem Auslanb eingegangen ist, Rechnung getragen wirb. Die Einfuhr von Waren, für die eine Devisenbescheinigung nicht erteilt ist. Aus aller Welt Line der letzten Regierungshandlungen des verstorbenen Reichspräsidenten. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, -erzog Karl Eduard von Sachsen-Koburg und Gotha, überreichte dem Präsidenten des amerikanischen Roten Kreuzes und 59 internationaler Rot- Kreuz-Verbände, John Barton P a y n e, die höchste Klasse der deutschen Roten-Kreuz-Medaille. Er bemerkte dazu, daß diese Verleihung einer der letzten Regjerungsakte des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg gewesen sei. Prinzenbesuch in München. Prinz Georg von England reiste nach zweitägigen Aufenthalt in München mit dem O-Zug nach Paris weiter. Er war mit seiner Braut, Prinzessin Marina von Griechenland, sowie mit Prinz und Prinzessin Paul von Jugoslawien nach München gekommen. Der Besuch war rein privater Natur. Man besuchte mehrere Museen und die Residenz, in der die Schatzkammer besonderes Interesse fand. Gleichzeitig mit Prinz Georg von England weilte aucb der ehemalige deutsche Kronprinz in München, der im selben Hotel abgestiegen war. „(0raf Zeppelin" wieder daheim. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Dienstagoormittag unter Führung von Kapitän Lehmann von seiner liebten diesjährigen Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgetehrt und ist um 10.42 Uhr auf dem Werftgelände glatt ae- landet. Das Luftschiff führte 23 Fahrgäste, 150 kg Post und 47 kg Fracht mit sich. Für die dies- Französische Herbstmanöver. Der „Graf Zeppelin" über dem Uebungs- gelände. Paris, 11. Sept. (DNB.) Kriegsminister General P 6 t a i n ist in Val Dahon zur Teilnahme an den großen Herbstmanövern eingetroffen, die um Besan?on unter der Oberleitung des Generals Höring Dienstag früh begonnen haben. Der französische Luftfahrtminister General Dö- nain wird an den Ostmanöoern ebenfalls teilnehmen. Er verläßt im Laufe des Nachmittags die Hauptstadt in einem von ihm selbst gesteuerten ^Der^^erichterstatter des „Paris Midi" erwähnt in feinem Stimmungsbild, daß in dem Augenblick, in dem der deutsche Militärattache Gene- ral Kühlenthal mit einigen ausländischen Kol- legen auf dem Manövergelände eingetroffen war, plötzlich das Surren von Motoren vernehmbar wurde. Kurz darauf kam etwa 300 Meter das Luftschiff „Graf Zeppelin" vorbeigeflogen. „Ein Arm erhob sich zum Zeichen des Grußes, und anschließend richteten sämtliche ausländischen und französischen Offiziere, Soldaten, . Journalisten und Schlachtfeldbummler den gleichen schweigenden Gruß an den Riesen der Lüfte, der seinen Weg gleichgültig fortzufetzen schien." Verschärfte Lage im amerikanischen Textilstreik. N e u y o r k, 12. Sept. (DNB.) Die Lage im amerikanischen Textilstreik ist am Dienstag wieder etwas gespannter, vor allem im Hinblick auf z a h 1° reiche neue Unruhen. In Neuengland ereigneten sich am Montag verschiedene Zusammenstöße zwischen Streikenden, Polizei und Arbeitswilligen, wobei zahlreiche Personen verletzt wurden. In Lance st er (Pennsylvanien) stürmte eine etwa tausendköpfige Menge eine Seidenfabrik. Außerdem wurden zahlreiche Kraftwagen umgeworfen. Zahlreiche Arbeitswillige wurden durch Steinwürfe verletzt. In Kannapolis (Nordkarolina) traf eine fliegende Streikkolonne in Stärke von 1300 Mann auf etwa 100 Kraftwagen ein, um die dort noch arbeitende große Handtuchfabrik zur Schließung zu zwingen. Die Streikenden gaben einen Angriff auf die Fabrik jedoch vorläufig auf, da sie von Polizei und etwa 300 Nationalgardisten bewacht wird. In Saylesville (Rhode Island) haben die ganze Nacht zum Mittwoch schwere Zusammenstöße zwischen 4000 Streikenden und Nationalgarde angedauert. Zu heftigen Kämpfen kam es auch in Central Falls (Rhode Island), wo sich die Streikenden im Friedhof festgesetzt hatten und durch Grabsteine gedeckt, auf die vorrückenden Nationalgardisten ein wildes Steinbombardement eröffneten. Schließlich konnten die Streikenden aus dem Friedhof vertrieben werden, aber der Kampf fetzte sich in den tränengasgefüllten Straßen mit unverminderter Erbitterung fort. Die Stadt liegt in völliger Finsternis, da die Streikenden sämtliche Straßenlaternen zerstört haben. Die Zahl der Verletzten ist so groß, daß eine Derbandstation errichtet werden mußt. Sie Hüstungsmagnaien der USA. als Friedensstörer in Südamerika. Washington, 12. Sept. (DNB.) Vorstellungen verschiedener nichtgenannter Regierungen, darunter wahrscheinlick Englands und Argentiniens, gegen die Verhöre des Senatsausfchuf- ses zur Untersuchung der Rüstungsindustrie veranlaßten den Vorsitzenden des Ausschusses, Senator N y e, nach einer Besprechung mit Staatssekretär Hüll zu der Erklärung, daß sich der Ausschuß nicht notwendigerweise die von den Zeugen geäußerten Ansichten zu eigen mache, daß jedoch das Verhör ohne Rücksicht auf Namen und Person- lichkeiten weitergehe. Am Dienstag wurden Zeugen über das G e - fchäftsverfahren der Flugzeugfirmen vernommen. Außer den schon üblichen B e st e ch u n° gen ergab sich aus ihren Aussagen, daß sich der mexikanische Präsident Rodriguez den Flugzeugankauf für die mexikanische Regierung persönlich vorbehielt und daß sich nordamerikanische Firmen in Mexiko, Bolivien und Chile ein- flußreichcr R e g i e r u n g s b e a m t e r als Verkaufsagenten bedienten, und den in Aussicht stehenden Friedensschluß zwischen Bolivien und Paraguay stark bedauerten. werden zwei Vorträge über das Thema „B e d e u - tung von Bibel und Bekenntnis für die evangelische Kirche der Gegenwart" gehalten. Vortragende sind Missionsdirektor D. Knak (Berlin) unib Oberkirchenrat Langmann (Berlin). Am Donnerstag wird die Hauptversammlung des Verbandes der deutschen und auch die des Verbandes der preußischen Pfarrervereine abgehalten. In beiden Versammlungen werden Entwürfe einer neuen Satzung behandelt. Rußlanb vor den Toren des Völkerbunds. Sie Einladung fertiggestellt. - Sie Franzosen sammeln Unterschriften. London, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Times" meldet aus Genf, der Wortlaut der Einladung an Rußland fei jetzt fertig. Der Brief zitiere den Anfang von Artikel 1 der Völkerbundssatzung, nicht aber den Schluß, wo es heißt, daß der neu eintretende Staat Garantien für feine aufrichtige Absicht gibt, feine internationalen Verpflichtungen zu beobachten. Die Weglassung sei auf Betreiben mehrerer Vertreter, darunter des britischen, erfolgt, weil man fürchtete, die Absicht, möglichst viele Unterschriften zu erlangen, könne dadurch vereitelt werden. Die französische Abordnung befasse sich mit der S a m m- lung von Unterschriften und der Sondierung der Sowjetvertreter, mit denen sie bereits „in der Nähe von Gens in Fühlung fei." Die französische Abordnung könne den Russen jetzt Mitteilen, daß eine Zweidrittelmehrheit und ein Ständiger Rats- s i tz gesichert find. . „News Chroncle" glaubt, gute Gründe für die Annahme zu haben, daß die Zulassung Sowjetrußlands die Verlegung des Sekretariats nach Wien ober einer anberen gastfreunblichen Stabt zur Folge habe. Es gelte als möglich, daß in ber Schweiz eine Volksabstimmung über die Frage veranstaltet werben wirb, ob d i e Schweiz Mitglieb bes Völkerbundes bleiben soll. Das Sekretariat prüfe die Frage, was im Falle eines Austritts der Schweiz zu tun fein werde. Ser Ersah für den Ostpakt. London, 12. Sept. (DNB.-Funkfpruch.) „Daily Expreß" berichtet aus Genf, am Dienstagabend fei in französischen Kreisen von der Möglichkeit eines V e r t e i d i g u n g s - B ü n d n i s e s zwischen Frankreich und S o w j e t r u ß l a n d die Rede gewesen. Die feindselige Haltung Polens gegenüber dem Ostpakt habe dazu geführt, daß Frankreich die Hoffnung verloren habe, auf diesem Wege die Einkreisung Deutschlands zu erreichen. Es scheine kein anderer Ausweg zu bleiben, als die Wiederbelebung des Vorkriegsbünd« n i f f e 5 mit Rußland. Letzte Schwierigkeiten. Paris, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die großen französischen Informationsblätter werfen einer Reihe von kleinen Staaten vor, im letzten Augenblick zu schikanieren, nachdem sie bereits ihr grundsätzliches Einverständnis zur Aufnahme Sowjetrußlands gegeben hätten. Vielfach wird diese Haltung der Mächte in unmittelbarem Zusammenhang mit der Antwort der Reichsregierung auf die Östpaktvorfchläge gebracht. So schreibt der „Matin": Die ersten Auswirkungen der deutschen Ablehnung machten sich bereits bemerkbar. England habe gelegentlich der Londoner Reise Barthous seine Zustimmung zur Aufnahme Sowjet- rußlands in den Völkerbund nur gegeben, da es in ihr eine Stabilisierung der Rüstungen auf dem Festlande erblickt habe. Heute falle diese Möglichkeit aber fort. Sir John Simon befinde sich in der vorzüglichen Lage, f e l b ft weiterhin für die Aufnahme Sowjetrußlands zu wirken, den englischen Dominien aber vollkommen freie Hand zu lassen, den Bemühungen der anderen Mächte Steine in den Weg zu legen. Da im Völkerbundsausschuß alle Stimmen gleichen Wert hätten, werde man sechs Oppositions stimmen der englischen Dominiens, einer Ja-Stimme des Mutterlandes gegenüberstellen können. Das Gaargebiei braucht keine landfremde Polizei. Sie Seutfche Front an den Völkerbundsrat. Genf, 11. Sept. (DNB.) Der Landesleiter der Deutschen Front und die Fraktion Deutsche Front des Landesrats des Saargebietes haben an den Völkerbundsrat ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: Der Herr Präsident der Regierungskommission hat dem Hohen Rat des Völkerbundes verschiedentlich berichtet, die Lage im Saargebiet erfordere es dringend, ihm internationale Polizeitruppen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Saargebiet zur Verfügung zu stellen. Die Deutsche Front im Saargebiet hat gegen diese Maßnahme stets p r o t e st i e r t, da sie geeignet sei, Schwierigkeiten zu schaffen, die heute nicht vorhanden sind. Die Schwierigkeiten hinsichtlich der Polizei des Saargebietes liegen unserer Auffassung nach nicht darin, daß die Polizeitruppen nicht geeignet wären, sondern darin, daß vor allen Dingen bei der staatlichen Polizei in Saarbrücken ungeeignete Kräfte mit der Führungbetraut worden sind. Wir haben mehr als einmal auf die Tatsache hingewiesen, daß Präsident Knox Emigranten wie Machts und Ritzel mit maßgebenden Funktionen der Polizeileitung betraut hat. Uns ist inzwischen die Tatsache bekannt geworden, daß der Emigrantenkommissar Machts noch am 9. November 1933 für d en französischen Spionage- d i e n st arbeitete und auffallenderweise bereits am 1. November vorigen Jahres mit feiner jetzigen Funktion bei der staatlichen Polizei in Saarbrücken betraut wurde. Im übrigen steht fest, daß die beiden Emigrantenkommissare Machts und Ritzel bei führenden Leuten des französischen Spionagedienstes in Forüach heute noch regelmäßig ein- und ausgehen. Hiermit ist wohl der einwandfreie Beweis erbracht, daß die beiden Genannten sich in ihren Dienstobliegenheiten von Gesichtspunkten leiten lassen, die zu ihrer Dienstpflicht, Ruhe und Ordnung im Saargebiet aufrechtzuerhalten, m scharfem Widerspruch stehen. Vor einigen Wochen ist der englische Staatsangehörige Mr. H e m s l e y zum Leiter der gesamten Polizeikräfte des Saargebietes ernannt worden. Wir haben die Hoffnung, daß durch diese Maßnahme nicht nur eine Besserung des Einsatzes dex Polizei zu vernünftigeren Zwecken herbeigeführt wird, sondern daß Herr Hemsley auch eine den augenblicklichen Verhältnissen entsprechende andere Verwendung der vorhandenen Gendarmerie und Polizisten vornimmt. Bei den im Saargebiet Herr- schenden Verhältnissen ist es sicher eine Kleinigkeit, reichlich Arbeitskräfte zur geeigneten Erfüllung derjenigen Aufgaben (Büro- und Portierdienst) zu finden, für die jetzt Polizisten und Gendarmen verwendet werden. Wir bitten daher den Hohen Rat des Völkerbundes, zunächst alle Maßnahmen veranlassen zu wollen, welche geeignet sind, die vorhandenen Polizeikräfte zweckmäßig zu verwenden und die Führung auch in den mittleren Polizeistellen so zu gestalten, daß das Vertrauen der Bevölkerung und der unterstellten Beamten zu dieser Führung wiederhergestellt wird. OieKaiastropheder„MorroCastle" Das Schiff brennt immer noch. - Kapitän Willmotts verkohlte Leiche gefunden. - Belastende Aussagen in der Untersuchung. Der Brand, der im Wrack der „Morro Castle" weiter wütet, hat erneut so bedrohliche Formen angenommen, daß die auf dem Schiff tätigen Feuerwehrleute zurückgezogen werden mußten. Auch das Ufer an der BranDungsstelle wurde von sämtlichen Zuschauern geräumt. Man erwartet eine Expl o - sion der großen Oelvorräte, die das Schiff vollständig auseinanderreißen dürfte. Der Befehlshaber der Feuerwehr von Asbury Park teilt mit, daß in den Räumen des Kapitäns eine verkohlte Leiche gefunden worden ist. Man nimmt an, daß es sich um den schon vor der Katastrophe gestorbenen Kapitän Robert Willmott handelt. Die Leiche lag auf einem Bett, dessen Metallgestell infolge der Hitze geschmolzen war. Man sand bei ihr einen Schlüsselbund, der ein Metallschild mit dem Wort „Kapitän" trug. Die Feuerwehrleute, die an Bord des Dampfers gegangen sind, haben das Sonnen- und Promenadendeck und die zwei drunter liegenden Decks sorgfältig abgesucht und erklären, keine Spur von Leichen gefunden zu haben. Die Kabinen seien vom Feuer völlig zerstört worden. Im Laderaum des Schiffes fei noch ein heftiger Brand im Gange. Die Untersuchung über die Ursache des Brandes der „Morro Castle" dauert an. Wahrend der erste, der zweite und der dritte Offizier der „Morro Castle" bei ihrer Ansicht blieben, daß Brand st iftung vorliege, enthüllte die weitere Untersuchung die unerklärliche Tatsache, daß der erste Offizier, der nach dem Tode des Kapitäns das Kommando übernommen hatte, nach Ausbruch des Brandes weder den Chefingenieur, noch den zweiten Ingenieur wecken ließ. Weiter wurde festgestellt, daß der Chefingenieur, anstatt seinen Posten im Maschinenraum zu beziehen, auf Deck ging, um das brennende Schiff zusammen mit 30 Matrosen und nur zwei Passagieren zu verlassen. Die Untersuchung ergab weiter, daß ein vorbeifahren- der Dampfer den Telegraphisten der „Morro Castle" über das Großfeuer befragte, bevor die „Morro Castle" ihren ersten Notruf an alle ausgesandt hatte, daß der Telegraphist diesen „Ruf an alle" auf eigene Verantwortung bereits um 4.15 Uhr Neuyorker Zeit gegeben hatte, und erst zehn Minuten später auf Befehl des Kapitäns mit Dem Senden des 8O8-Rufes begann. Ein als Fahrgast mitreisender Feuerwehrmann sagte aus, er sei drei Stunden vor der Aussendung des 808-Rufes durch Brandgeruch aufgewacht. Andere Fahrgäste erklärten, sie hätten keinen Feueralarm gehört. Ueberhaupt seien sie in ihrem Bemühen, in die Rettungsboote zu kommen oder Rettungsgürtel zu erhalten, nicht unter st ützt worden. Die weitere Untersuchung ergab, daß sich die D e r l u ft l i ft e der Fahrgäste auf 29 v. H., die der Besatzung jedoch nur auf 18 v. H. belaufe. jährigen F r e i f a h r t s g e w i n n e r startet das Luftschiff am 27. September, 10 Uhr, zu einer Sonderfahrt. Schwere Unwetterschäden in der Schweiz. Die Schäden, die die schweren Unwetter und Hochgebirgs-Gewitter in den letzten lagen in der Schweiz anrichteten, lassen sich erst fetzt einigermaßen übersehen. Die Verheerungen reichen über die ganze Mittel- und Ostschweiz, vom Berner Oberland bis an den Bodensee. Die Schadensumme geht in die Millionen Goldfranken. An verschiede- nen Orten wurden Brücken fortgerissen. Ueberall haben sofort die Bergungsarbeiten eingesetzt, zum Teil unter Verwendung von größeren Gruppen Arbeitsloser. Verschiedene Ortschaften waren während des Unwetters längere Zeit von jeder Verbindung abgeschnitten. Das Unwetter hat auch in den Bergen eine Reihe Todesopfer gefordert. Außer den am Galenstock tödlich verunglückten drei Baseler Touristen werden jetzt am Gletscherhorn bei Ander- matt zwei Touristen vermißt. Im Gebiet des Klaufenpasses ist ein Tourist vom Unwetter überrascht worden und den ausgestandenen Strapazen erlegen. Das größte Hotel des Verner Oberlandes eingeäschert. Im Regina-Palasthotel in Becllenberg, dem größten Hotel im Berner Oberland, brach Feuer aus. Das Hotel brannte vollständig nieder. Dom Mobiliar konnte so gut wie nichts gerettet werden. Das Hotel, das 150 Betten aufweist, ist das einzige am Platz, das während der Winterszeit geöffnet ist. Ein alter Kämpfer für das Deutschtum in Afrika gestorben. In Berlin st a r b im Alter von 73 Jahren Superintendent und Oberpfarrer i. R. Justus Graßmann. Er wurde vor dem Burenkriege an die neugegründete deutsch-evangelische Gemeinde in Johannesburg (Südafrika) als Pfarrer berufen. Unter schwierigsten Verhältnissen hat er die deutsche Gemeinde in Johannesburg aufgebaut. Im Burenkriege hat er sich der Buren besonders angenommen und die deutschen Kämpfer an der Front in jeder Weise unterstützt. Ihre daheimgebliebenen Frauen und Kinder hat er durch große Geldsammlungen versorgt. Auch die Entwicklung der deutschen S ch u l e i n A s r i k a hat er durch Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden und der deutschen Kolonie aus kleinsten Anfängen zu blühender Entfaltung gebracht. In der deutschen Heimat wirkte Superintendent Graßmann stets für den Misfionsgedan- fen und die kolonialen Bestrebungen. Die Beisetzung erfolgt in Neuhaldensleben. Zwei Balkons mit zwölf Menschen auf die Straße gestürzt. In der Hauptstraße in Bendzin (Oberschlesien) ereignete sich ein schweres Unglück. An einem Hause löste sich im zweiten Stockwerk plötzlich ein Balkon von Der Mauer, auf dem sich acht Personen befanden, und stürmte mit seiner ganzen Last auf den darunter befindlichen Balkon, auf dem sich gleichfalls vier Personen aufhielten. Dieser Balkon hielt dem Anprall nicht stand und löste sich aus der Verankerung. Die Trümmer der beiden Balkons und die zwölf Menschen stürmten auf die Straße. Zwei Personen waren sofort tot, sieben weitere erlitten schwere Verletzungen; drei der Schwerverletzten liegen im Sterben. Die übrigen drei Verunglückten kamen mit leichteren Verletzungen davon. Die sofort eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß die Eisenträger, auf denen die Balkone ruhten, vollständig verrostet waren. Der Hausbesitzer wurde verhaftet. Spinale Kinderlähmung in Dänemark. Infolge der Ausbreitung der spinalen Kinderlähmung in verschiedenen Teilen Dänemarks hat der Kriegsminister beschlossen, die Herbstmanöver abzusagen. Ein Teil der Reservisten war bereits einberufen. Nach Angaben der obersten Gesundheitsbehörde betrug die Zahl der an spinaler Kinderlähmung Erkrankten in ganz Dänemark in den letzten Tagen etwa 700, davon etwa die Hälfte in den ersten zehn Tagen des September. Bei der Weinlese verunglückt. Bei der Weinlese auf dem Grundstück des Vieh- und Landesproduktenhändlers Adolf Stein in Großkarlbach im Badischen ereignete sich ein schwerer Unfall. Während der Frühstückspause unterhielt sich der von der Gemeinde aufgestellte Wingert- schütze mit den Traubenlesern. Plötzlich loste sich aus der Pistole des Wingertschützen ein Schuß. Während die Irmgard Meder nur unwesentliche Verletzungen am Bein baoontrug, erlitt die Betta Stein empfindliche Verletzungen an der rechten Brustfelle, am rechten Arm und im Gesicht. Der Arzt ordnete die Ueberführung der Schwerverletzten in die Universitätsklinik Heidelberg an. krckflwagen rast in eine Straßenbahn. — Zwei Tote, vier Schwerverletzte. In Berlin-Friedenau ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit sechs Personen besetzter Personenkraftwagen versuchte einen Autobus zu überholen und raste dabei in eine entgegenkommende Straßenbahn. Sämtliche Insassen des Personenkraftwagens mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, wo der Führer des Wagens, der Reifende Horst Herbst und die Ehefrau Klara Bormann kurz nach der Einlieferung ihren Verletzungen erlagen. Der Kraftwagen wurde vollkommen zertrümmert. Der Triebwagen der Straßenbahn wurde so schwer beschädigt, daß er aus dem Verkehr gezogen werden mußte. Frecher Raubüberfall auf einen Kassenboten in Hannover. Auf bem Adolf-Hitler-Platz in Hannover wurde ein Kassenbote der Commerz, und Privatbank überfallen. Es wurde eine Tasche geraubt, in der sich außer 2 0 0 0 0 Markin Bargeld mehrere Wechsel befanden. Der Bote befand sich auf dem Wege von der Reichsbank zum Hause der Commerz- und Privatbank, als ein Mann, der einem Kraftwagen entstiegen war, auf ihn zu sprang, ihm mit einem Totschläger überden Nacken schlug, so daß er blutend zusammenbrach, und ihm die Banktasche raubte. Bevor der Verbrecher fest- gehalten werden konnte, bestieg er wieder den Kraftwagen und entkam. Die Kriminalpolizei wurde sofort verständigt. Die Kennzeichen des Kraftwagens konnten festgestellt werden. Ein Radschah mißbraucht die Regierungsgewalt und wird seines Landes verwiesen. Der Radschah von Jhaipur in Mittelindien ist von der indischen Regierung gezwungen worden, feinen Staat auf unbestimmte Zeit zu verlassen. Zur Begründung dieser Maßnahme wird erklärt, daß der Radschah seine Regierungsgewalt mißbraucht, die Verwaltung vernachlässigt und seinen Staat an den Rand des Bankrotts gebracht habe. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich über dem Festland weiter durchgesetzt. Er erstreckt sich von Osten her in westlicher Richtung bis nach den britischen Inseln hin, so daß Deutschland an seine Südseite zu liegen kommt. Bei vorwiegend östlichen Winden wird zunächst vielfach heiteres, trockenes und tagsüber wieder recht warmes Wetter vorherrschen. Aussichten für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, am Tage überwiegend heiter und warm, nachts frisch, trocken. Aussichten für Freitag: Fortdauer der Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 11. September: mittags 22 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 12. September: morgens 16,3 Grad. Maximum 23,2 Grad, Minimum 14,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. September: abends 18,7 Grad; am 12. September: morgens 16,4 Grad. Niederschläge 0,3 mm. Sonnenscheindauer 6,4 Stunden. Hauptschriflleller: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Preußen. Rodheimer Jugend auf Fahrt in die wci e Welt. v. Rodheim a. d. Bieber, 11. Sept. Im Rahmen des von unserer Landeskirche angeordneten Landesjugendsonntag fand am Sonntagabend in unserer Kirche eine gut besuchte G e - meindefeier statt, die durch Gemeindeaesänge und Vorträge des Gemischten Chors unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Plümer, verschönt wurde. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Pfarrer D ö m e l über das Thema: „Rod- Heimer Jugend auf Fahrt in die weite W e l t". Er zeigte zunächst, wie im Weltkrieg Jugend aus dem Kirchspiel hinauszog in die weite Welt, von der äußersten Westfront am Kanal bis zum äußersten Osten in China und Japan, von der Ostsee bis zum Sudan in Palästina. Aber auch schon früher waren junge Leute im Dienst ihrer Pflicht in die weite Welt gezogen: sei es als Missionar, wie ein Sohn Vetzbergs, Daniel Weil, 1880 nach Osorno In Süd-Chile, oder ein Sohn Rodheims, Schlaudraff, nach Westafrika auf die Goldküste, sei es als Brunnenmeister nach Ostafrika (R e e h), sei es auf die Grubenfelder Südwestafrikas (Karl Keller); 1840 zogen 60 meist junge Leute nach Amerika, denen viele vorgingen und nachfolgten. Unter der Herrschaft Napoleons muhte eine große Anzahl junger Leute aus dem Kirchspiel mit den Rheintruppen für den Ruhm des fremden Eroberers in die weite Welt hinausziehen und dort ihr Leben lassen. In Spanien fielen mehrere in den Jahren 1808 bis 1811. In der „großen Armee" mußten 30 Rodheimer den Todeszug nach Rußland mitmachen, von denen nur 2 bis 3 zurückkehrten, hie anderen kamen in mörderischen Schlachten oder auf den Eisfeldern Rußlands um — wer weiß, wo! Vor allem ging der Vortragende dann auf Leben und Schicksale des Rodheimer Pfarrersohns Christoph Henrich P f n o r ein, der als Student in Gießen die dort gleichfalls studierenden zwei jungen Prinzen von Hessen-Homburg kennengelernt hatte. Als diese, Prinz Ludwig Gruno und Prinz Karl, einem Ruf Peters des Großen folgend, 1723 nach Rußland zogen, um dort militärische Dienste zu tun, zog P f n o r mit ihnen, als Stallmeister und später als Adjutant. Auf Grund seiner Forschungen in den Staatsakten teilte Pfarrer V ö m e l viele interessante Einzelheiten über die Reisen und Erlebnisse des späteren Kapitäns P f n o r mit, der im Dienste des Prinzen Ludwig von Hessen-Homburg den Feldzug gegen die Perser und Tataren am Kaspischen Meere mitmachte und zum großen Teil den Schriftwechsel mit dem Hof zu Homburg zu führen hatte. Als er 1735, um dem Landgrafen näheren Bericht zu erstatten, zu kurzem Aufenthalt nach Homburg reiste, brachte er einen jungen Perser mit, den er am 11.6.1734 in der Schlacht am Sullak am Kaspischen See erbeutet hatte. Dieser wurde am 31. Mai 1735 in der Kirche zu Rodheim getauft. P f n o r trat 1739 in hessen-darmstädtischen Dienst, war vorübergehend Oberstleutnant und Platzmajor in Gießen und starb 1764 als Kommandant auf der Marxburg bei Braubach. Der interessante Vortrag war von einem Sprechchor der 95 Konfirmanden und zwei Deklamationen umrahmt und hielt die Zuhörer in Spannung wegen der vielen interessanten Einzelheiten. (Sin raffinierter Schwindler. LPD. Frankfurt a. M., 11. Sept. Beim Verlassen des O-Zug es Ost ende—Frankfurt a m Main wurde der 32jährige Otto Heine» meyer, als er die Sperre mit einer Bahnsteigkarte passieren wollte, von Beamten der Eisenbahn fe ft genommen. H. hatte vor einigen Tagen an dem hiesigen Fahrkartenautomaten zwei Bahnsteigkarten gelöst; mit einer dieser Karten passierte er die Sperre und bestieg den O-Zug Frankfurt a. M.—Ostende. Er gelangte ungehindert bis O st e n d e. Auf der Rückfahrt von Ostende benutzte er die zweite in Frankfurt a. M. gelöste Bahnsteigkarte, die er vor Verlassen des Bahnsteiges mit einer Stecknadel lochte. Als er die Bahnsteigkarte vorwies, wurde er festgenommen. In dem Besitz des H. wurde auch eine englische Bahnsteigkarte vorgefunden, die er angeblich auf dem Viktoriabahnhof in London gelöst hat. Mit dieser Karte hat er eine Fahrt von London nach Dover gemacht. Die Reise von Ostende bis Dover und zurück nach Ostende will er mit einer richtigen Schiffskarte zurückgelegt haben. Dvftverfteigemrng an den Gtvatzen dev Vvovinz Obevbessen Ord.- Nr. Straßenstrecken Termin Tag | Uhr Ort des Anfangs Obstmenge Ztr. 1 Gießen—Gleiberg und Rodheim Heuchelheim—Allendors Klein-Linden—Dutenhofen l.Baub 17.IX. ezirk. 7 11 12 Hühnerfarm, 7 -T Bauml Rodheimer Straße nächst Heuchelheim Abzw. nach Allendors zirka 450 0 Klein-Linden—Lützellinden Klein-Linden—Gr.-Linden Gr.-Linden—Lützellinden Leihgeßern—Steinberg Leihgestern—Gießen Gießen—Wißmar 18.IX. 7 7 Yz 9Z4 10-/4 11 13 y2 bei Klein-Linden bei Klein-Linden an der Bauernmühle nächst Leihgestern nächst Leihgestern an der Bahn zirka 250 3 Gießen—Annerod—Groß.- Buseck Gießen—Reiskirchen Reiskirchen—Bersrod Beue m—B ersrod Beuern—Allertshausen (bis Wald) 19.IX. 7 8/2 12-/2 13-/2 am Waldausgang an der Ganseburg anschl. a. d. Ziegelhütte am Wald nächst Beuern zirka 350 4 Reisk.-Lindenstr.-Grünberg (bis Abs. Oueckborn) Rödgen—Großen-Buseck Gießen—Rödgen 20.IX. 7 H-/2 12 nächst Reiskirchen nächst Großen-Buseck am Flughafen zirka 220 5 Gießen—Lollar Kirchberg—Sichertshaus.— Odenhsn.—Ruttershaus. Staufenberg—Daubring.— Lollar Daubringen—Alten-Buseck 21 .IX. 7 9 12 13 Wellersburg nächst Kirchberg nächst Staufenberg nächst Daubringen zirka 200 6 Wieseck—Alten-Buseck und Trotze Mainzlar—Treis Allendors—Climbach— Beuern—Allertshausen Allendors—Londorf 22.IX. 7 IO-/2 11/2 13 % nächst Wieseck am Pfingslkopf nächst Allendors an der Weidenmühle zirka 180 7 1 Londorf—Nordeck Londorf—Kesselbach— Geilshausen Geilshausen—Beltershain Lumda—KreuzWeitershain Steinbach—Lich( abWald)— Colntzausen Lich—Garbenteich Garbenteich—Watzenborn 24.1$. L.Baub 17.IX. 7 8-/2 11 . ezirk. 7/2 13 nächst Londors nächst Londorf am Bahnhof anschließend Bei km 11,800 anschließend bei Garbenteich zirka 220 zirka 260 — Gießen—Steinbach—Lich (bis Wald) Lich—Albach—Steinbach Albach—Burkhardsfelden 18.IX. 7 13 bei km 5,3 Waldausgang anschließend Baum Nr. 1 zirka 220 3 Lich —Langsdorf—Nieder- bessingen (bis Wald) Langsdorf—Hungen—Inheiden 19.IX. 7-/2 13 Bahnübergang in Lich Ortsausgang Langsdor* zirka 480 4 .scheiden— Utvh e—B er stad t Bahnhof Bellersheim—Str. nach Trais-Horloff Bellerstzeim-Bettenhaufen- Mufchentzeim 20.IX. 8 II-/2 13 bei Inheiden bei Baum Nr. 75 bei Bellersheim zirka 450 •' Lich—Ätteder-Bessingen— Münster Hattenrod—Reiskirchen 21 .IX. 7-/2 13 nächst Lich nächst Hattenrod zirka 250 6 Hungen—Villingen Hungen—Nonnenroth— Röthges Nonnenroth—Villingen Nonnenroth—Oberbessing. Nonnenrotb-Niederbessing. (Abzw.) bis Wald Langsdorf—Niederbessingen (ab Wald) 22.IX. 7'/2 13 Ortsausgang Hungen anschließend anschließend Ortsausgang Nonnenr. anschließend anschließend zirka 240 7 2 und £ versnc genau den g geerni Saal Eigen zu ent 1 Garbenteich—Dorf-Gill— Hof-Güll Hof-Güll—Eberstadt—Abf. Nttinzenberg Arnsburg—Nluschenheim— Trais-Münzenberg nmcrknng zu Ord.-Nr. 3 un wf-Güll—Dorf-Gill haben vo he zur Vertilgung von Obst feftfteKen zu können, wird espritzten Bäumen von der . et und untersucht. Am Verstc in Langsdorf bzw. Dorf-Gi tum der Hess. Hauvtstelle für leeren oder pro Kiste 0,80 RÄ Laubach—Wetterfeld— Münster 24.IX. d 7. An n der H baumschc einige T öess. Hai •igerung-i l zur V Pflanze L zu bez 3. Baud 20.IX. 7/2 13 den S tts. Har idlinge age vo ptstelle 'tag wi ersteige nschutz al) len. ezirk. 7 Waldausgang anschließend bei Arnsburg traßen Lich—Langsdorf— ptstelle für Pflanzenschutz a stattgefunden. Um den r der Versteigerung das für Pflanzenschutz vorsick rö dieses Obst in Kisten ii rung aufgestellt. Die Kitt und sind nach der Berste bei Laubach zirka 420 Hungen Spritz- Erfolg Obst an )tig ab- 1 einem en sind igerung Wetterfeld—Lauter Ettingshausen—Oueckborn Lindenstruth (Zlbzw. Oueckborn)—Grünberg ßjrünberg—Neumühle Die Strecke Beltershain—G 21.IX. öbelnrod- 7-/2 8-/4 9 13 -Grün bei Baum Nr. 1 bei Oueckborn Abzw. nach Oueckborn bei Grünberg berg wird um 9 Uhr ausgr zirka 180 ’boten. 3 G riinb erg—B elters Hain Gründ erg—S tangenro d— Kreuz Lumda Grünberg-Kreuz Lebuheim 22.IX. 7 /- 13/2 bei Grünberg anschließend bei Grün berg zirka 240 4 1 *1 Weickartshain—Grünberg Kreuz Lumda-Weitershain Rüddingshausen-Deckenbach Kirchgöns—Lang-Göns Lang-Göns—Hochelheim und Großen-Linden 27.IX. 1 13 4. Baubezirk. 22.IX. 111 ,/2 13. Baubezirk. 1 10 17.IX. 14 bei Weickartshain Kreuz Lumda 1 Haus Schepp bei Kirchgöns 1 bei Lang-Göns 130 2 Leihgestern—Lang-Göns Lang-Göns—Grüningen— Steinberg 19.IX. 8 10 bei Leihgestern am Waldeck 290 3 T E Gambach—Ober-Hörgern Ober-Hörgern—Bahnhof Ober-Hörgern—Bahnhof Münzenberg )ie Versteigerung erfolgt geger ließen, den 10. September 1 Provinzialdire 21.IX. Barzah 934. ktion Ob« 8 lung ar rrbesser bei Gambach anschließend anschließend Ort und Stelle. u Tiefbau. zirka 300 5178V ----CARLIXiowäck JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER GIESSEN SELTERSWEG 81 Sonntag, den 16. Sept., ab 9 Uhr Mhnigs- Schietze« Montag, den 17. Sevt., ab 16 Uhr 5284D Vechsv-Schienen Donnerstag, den 13. Septembrr 1934, nachmittags 2 Llhr, versteigere ich im Löwen, Äeuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Opelpersonenwagen, 1 Chaiselongue, 4 Gläserschränke,! Badeofen mit Wanne, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Klavier, 3 Sofas, ein Grammophon, 1 Kommode, ein. Kleiüerschrank; ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt i. Versteigerungslokal) 1 Sabneapparat,l Kassenschrank, 5 Schreibmaschinen, 4 Schreibtische, 2 Kühlschränke, 1 Waschmaschine, 1 Kollier, 1 Armbanduhr, 3 Warenschränke, 1 Regi- straturschrank, 4 Klaviere,IKlub- sessel, 2 Bücherschränke^ Sofas, 1 Rauchtisch, versch. Baugeräre, wie Gerüststangen, Bohlen usw., 1 Küchenschrank, 1 Horch - Personenwagen, 1 Wäscheschrank, 1 Vitrine, 2 Büfetts, 2 Spiegel, 1 Waschtisch, 1 Ladentheke, 20 Waschkessel, 40 Feldflaschen, 20 Gießkannen, 30 Fußmatten, 40 Butterkühler,9 Fleischmaschinen, 10 Iaucheverteiler, 70 Blumentöpfe, 1 Blechherd, 1 Schubkarren, 1000 Fensterbänder, 200 Türbänder, 60 Fensterbasküle, 30 Schilder, 300 Fensterscheren, 30 Drücker, 25 Streugabeln, vier Heugabeln, 6 Dunggabeln, zehn Gartengeräte,5Einkochapparate, 10 Zinkeimer, 1 Standuhr, ein Grammophon, 1 Diwan,- 5288V bestimmt: 1 Fuchspelz. 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Saubere Mn gesucht. 04419 • , r M MD Links: Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger; rechts: Ministerialrat Ringshausen auf dem Reichsparteitag in Nürnberg. — (Aufnahme: Photo- Pfckff.) Aufgaben der Retchsoper. Von Kammersänger Wilhelm Rode, Intendant des Deutschen OperndauseslReichs- oper), Berlin. Die Eröffnung der Reichsoper, der richtunggebende Bedeutung auch für die Opernbühnen im Reiche zukommt, findet am 14. September in Berlin statt. Die Aufgaben einer Reichsoper, die wegweisend für das musikdramatische Leben des deutschen Volkes sein soll, kann man am besten mit dem Ausspruch unseres Führers Adolf Hitler umreißen: „Mögen sich die deutschen Künstler der Aufgabe bewußt sein, die ihnen die Nation überträgt. Da Torheit und Unrecht die Welt zu beherrschen scheinen, rufen wir sie auf, die stolzeste Verteidigung des deutschen Volkes mit zu übernehmen durch die deutsche Kunst." Deutsche Kunst also soll im Spielplan der Reichsoper wie aller deutschen Opernbühnen maßgebend sein. Neue Opernwerke von hohem künstlerischen Wert, die über ihre Zeit hinaus erzieherisch in die Zukunft weisen, können bei allem Streben unserer lebenden Dichter und Komponisten nicht mit Gewalt erzwungen werden. Damit soll nicht gesagt werden, daß junge Musiker von Begabung nicht zu Worte kommen dürfen. Freilich, wir wollen an die Worte eines bedeutenden noch unter uns weilenden Komponisten denken: „Warum soll ich schlechte Musik von heute anhören, wenn es ungeheuer viel Musik alter Meister gibt, die ich noch gar nicht kenne?" Und dennoch: Schenkt uns die Zeit neue Meisterschöpfungen, so werde ich als einer der Ersten bereit sein, mich ihrer anzunehmen. Experimente und Kunstwerke nach dem verderblichen Prinzip des l’art pour l’art (Kunst nur um der Kunst willen) dürfen im deutschen Opernwesen selbstverständlich nicht geduldet werden. Andererseits können wir nicht verlangen, daß moderne Komponisten ihre Kunstwerke in Formen schaffen, die dem Stil einer vergangenen Zeitepoche angehören. Handwerkliches Können, urkräftiges Volkstum, ehrliche und echte künstlerische Gesinnung werden bei der Wahl moderner Werke maßgebend sein. Das Fundament des Spielplans wird der größte deutsche musikdramatische Meister Richard Wagner sein. Wer Wagner kennt, lernt ihn lieben, und wer ihn liebt, empfindet deutsch. Freilich, tiefes Verständnis für das gigantische Werk des Bayreuther Meisters stellt an das Opernpublikum gewaltige, Anforderungen, denen ein Teil der Opernbesucher heute vielleicht noch nicht ganz gewachsen ist. Unsere I Aufgabe wird darin bestehen, eben diese Volksgenossen zum Verständnis des Wagnerwerkes zu erziehen. Jeder, dem sich die Wagnerwelt zu erschließen beginnt, wird zunächst von irgendeinem Teil des riesigen Ganzen angezogen und gefesselt — sei es der berauschende Orchesterklang, sei es das gewaltige dramatische Geschehen, oder seien es nur die romantischen Bühnenbilder. Durch mustergültige Aufführungen muß und wird die urdeutsche Kunstsphäre Wagners einem unverbildeten Publikum endgültig erschlossen werden. Neben Wagner sollen auch Beethoven mit seinem einzigen weihevollen Opernwerk „Fidelio" und vor allem Carl Maria von Weber, der Schöpfer der deutschen romantischen Oper, mit liebevoller Pietät gepflegt werden. Man denke dabei an das tiefempfundene Wort Wagners: „Wie muß ich das deutsche Volk lieben, das den „Freischütz" liebt, das noch heute an die Wunder der naivsten Sage glaubt, das noch heute im Mannesalter die süßen, geheimnisvollen Schauer empfindet, die in seiner Jugend ihm das Herz durchbebten!" Herrliche, unvergeßliche Worte, die wir als Gebot für eine wahrhaft deutsche Kunstempfindung uns merken und einprägen sollen. Von den heute lebenden deutschen Meistern soll Richard Strauß mit seinen beiden charakteristischsten Werken, und zwar „Rosenkavalier" und „Salome" in jedem Opernspielplan festen Fuß fassen. Aber auch die vielumstrittene Oper „Tiefland" des vor kurzem verstorbenen Eugen d ' A l b e r t dürfte nicht fehlen. Matt darf nicht vergessen, daß diese Oper erstens in einem echt oolkhaften Milieu — unter den Bauern der Pyrenäen — spielt, und daß zweitens der ethische Kern, und zwar der Sieg der echten Liebe, die nach außen hin brutale Handlung in einer Weise adelt, die das ganze Werk rechtfertigt. Es ist selbstverständlich, daß ein richtunggebendes Opernhaus die Verpflichtung hat, neben den großen deutschen Werken auch die künstlerisch wertvollen Opern anderer Nationen zu Gehör zu bringen. Der große italienische Meister V e r d i soll unter den Auländern die zweite Stütze des Spielplans werden. Warum gerade Verdi? Verdi ist der typische Repräsentant der Gattung italienische Oper, die wie jede wahre Kunst im Volkstümlichen wurzelt, und von der man keineswegs verlangen kann, daß sie sich in ihrem Stil etwa dem Wagnerschen Musikdrama nähere. Jedes Volk hat seine eigene Ausdrucksart in der Kunst. Es ist beispielsweise, wie übrigens gerade Richard Wagner feststellt, ein charakteristischer Zug der deutschen Volksmelodie, daß sie weniger in kurzgefügten, flott und sonderlich bewegten Rhythmen, sondern in langatmigen, froh und doch sehnsüchtig geschwellten Zügen sich offenbart. So ist auch ein deutsches Lied gänzlich ohne harmonischen Vortrag kaum denkbar. Diese „harmonische Melodie" war zunächst die Grundlage der Weberschen Volksoper und ist dann von Wagner zu ungeahnten Möglichkeiten erweitert worden. Die italienische feurige Volksmelodie ist dagegen einstimmig. Verdi schöpft aus dem wahren Volkstum feiner Heimat feine dramatisch beschwingte Melodie, die er von seinen Gestalten — Menschen von Fleisch und Blut — in der edlen Form der^Kantilene singen läßt. Neben Verdi darf wiederum Puccini, der große Meister der Alltagsoper, nicht fehlen, genau so wenig wie etwa B i z e t s „Carmen" und Smetanas „Verkaufte Braut", diese Einzelfälle einer volkhaft-dramatischen Musik. Die leichtere Kunst soll ihren Ausdruck in den gleichfalls volkstümlichen, wohl unsterblichen Johann - S t r a u ß - Operetten wie „Fledermaus" und „Wiener Blut" finden. Dem Ballett, das als Kunstform an deutschen Opernhäusern sonst einigermaßen vernachlässigt wird, soll eine größere Aufmerksamkeit gewidmet werden. In jeder Oper muß eine Gesangsleistung von allerhöchstem Rang, dank einem Ensemble von erstklassigen Stimmen, erstrebt und erzielt werden. Das sind die Richtlinien für die Arbeit einer Reichsoper, die wohl auch für die Opernbühnen des Reiches anregend und maßgebend erscheinen. Mal umgekehrt. Von Maria Beling. Es ist im fieben doch stets so, daß junge Mädchen, die brennend gern zum Theater wollen, überängstlich von ihren Eltern davon zurückgehalten werden. Um gegen diese „Härte" einen Ausgleich zu schaffen, ersinnen wohlbeleibte Filmautoren dann meist Filmhandlungen, in denen es für junge Mädchen nichts Leichteres gibt, als auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zu gelangen und dort Karriere zu machen. Aber es kann auch mal umgekehrt fein. Da spiel ich jetzt in dem Europa-Film „(Eine Frau, die weiß, was sie will" die Tochter eines gefeierten Revue- ftars. Und ich kenne nur eine Sehnsucht: auch selbst auf den Brettern zu stehen, umstrahlt vom grellen Licht der Scheinwerfer und umbrandet von Erfolg und nicht endenwollendem Beifall. Aber meine Sehnsucht kann sich nicht erfüllen. Man hält mich fern von dieser zauberischen Welt des Scheins und führt mich in ein klares, nüchternes Leben ohne Kulissen und Schminke. Grad umgekehrt ist es mir in Wirklichkeit gegangen. Ich hatte überhaupt keinen Kamps zu bestehen, um zum Theater zu dürfen. Ich brauchte aus meiner Leidenschaft keine Heimlichkeit zu machen. Im Gegenteil, es war für mich geradezu eine Selbstverständlichkeit, nur allein diesen Beruf zu wählen. Denn ich entstamme einer Familie, die bis auf die Urgroßeltern zurück Theatermenschen umfaßt. Mein Urgroßvater war Direktor des Breslauer Lobetheaters, und meine Urgroßmutter wurde von ihm als Schauspielerin entdeckt und herausgestellt. Meine Großeltern waren Schauspieler. Meine Mutter Margarethe Beling-Schäser war in Mannheim und Darmstadt tätig, und mein Vater, der zwar einer alten holländischen Kaufmannsfamilie entstammt, war Heldenbariton und leitete später nacheinander die Theater in Kiel, St. Gallen und Bern. Was blieb anderes übrig, als daß ich gemeinsam mit meinen beiden Schwellern auch zum Theater ging. Und da ist folgende spaßige Tatsache zu verzeichnen, daß jede von uns Dreien einmal an das Stadttheater von Gießen verpflichtet worden ist, und daß dort jede als Hanner! im „Drei- mäderlhaus" aufgetreten ist. Seitdem nannte man uns das Belingfche Dreimäderlhaus. Film und Leven: mal umgekehrt! Zeitschriften. — Im Septemberheft von „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München) weist Professor Schultz auf den reichen Stoff der germanischen Kultur hin, den die Künstler verarbeiten könnten, denn man weiß heute, wie unsere Vorfahren in drei Jahrtausenden wirklich hausten, lebten und gekleidet waren. — Das führt in der Kunst zu der Forderung nach der Darstellung der vollwertigen germanischen Menschen, wie sie W. Willrich mit 25 Bildbeispielen und Gegenbeispielen aus den letzten Jahrzehnten entwickelt. Professor Dr. Dr. Schultze-Naumburg zeigt die Bedeutung der Rasse in der Baukunst und spricht von dem Gesicht, das jedes Haus, Heim oder Zimmer hat. Dieses Gesicht darf nicht rassefremd und kalt blicken, vielmehr müssen Wesen und Gefühl seiner Bewohner aus ihm sprechen. Das Heft enthält neben kleineren Beiträgen aus Rafsenhygiene und Bevölkerungspolitik eine Reihe guter Bilder nordischer Köpfe, die bei dem letzten Preisausschreiben für die wichtigsten deutschen Rassen preisgekrönt wurden. öod)fd>ulnad)rid)tea. Dr. phil. Dr. med. dent. h. c. Georg B 1 essing, der ordentliche Professor der Zahnheilkunde an der Heidelberger Universität, ist auf sein Ansuchen von den Amtspflichten enthoben worden. Kreisschießen undWaldfestimNGOFD Man berichtet uns: Die zweite Kameradschaft des NS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) veranstaltete am vergangenen Sonntag auf dem Schießstande der Schützengesellschaft 1926 ein Preisschießen verbunden mit einem Waldfest. Die Kameraden hatten sich vollständig mit ihren Frauen und Kindern eingefunden, und es herrschte bald fröhliches Leben und Treiben. Der Kameradschaftsführer Kamerad Zimmer gedachte in seiner Begrüßungsansprache unseres großen Führers und Volkskanzlers, betonte die enge Volks- und Staatsverbundenheit des NS. Frontkämpferbundes und sprach von den Aufgaben und Zielen, die u. a. in der Durchdringung der deutschen Volksgenossen mit dem Geiste heroischer Weltanschauung im Sinne des Nationalsozialismus liegen. Es wurde fleißig mit Kleinkaliberbüchsen mit durchweg guten Ergebnissen geschossen. Selbst ein Schießstand für die Damen und ein schönes Wurfspiel waren eingerichtet. Und schließlich fehlte zur Freude der Kinder auch das übliche Sackhüpfen und Eierlaufen nicht. Inmitten des herrlichen Tannen- und Laubwaldes fühlte man sich als eine einzige große Familie. Alte Soldatenlieder klangen werüe Mitglied im deutschen Lustspoct-verbanü1 auf, Erinnerungen wurden ausgetauscht, und der Festwirt hatte seine redliche Mühe, da all diese Dinge nach alter Soldatenart doch auch begossen werden mußten. Dabei nahm der Tag einen glänzenden Verlauf. Der Geist echter Kameradschaft schwebte über der Veranstaltung und stärkte das Bewußtsein, daß das Erleben dieser schönen Gemeinschaft zur Treue und zur Pflichterfüllung gegenüber Volk und Vaterland zwingt. Als die einbrechende Dunkelheit daran mahnte, daß auch schöne Stunden v^gehen, fand die Preisverteilung statt, die den guten Schützen den verdienten Lohn zukommen ließ. Die Preise waren sämtlich von den Kameraden gestiftet worden. So verlief der Tag als ein glänzendes Zeugnis treuer Kameradschaft und Zusammengehörigkeit. ^ornotuen — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Karneval und Liebe". — BO. Gießen, 20.15 Uhr, Hindenburg, BO.-Abend. — VAL., Bayerischer Hof, Zusammenkunft. * ** 40 Jahre im Dienste der Reichs- p o st. Am heutigen Mittwoch, 12. September, kann der Postsekretär Heinrich Henrich, Weserstr. 10, auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Reichspost zurückblicken. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 31. August verstürben in Gießen: 15. Ottilie Theis, geb. Straßfeld, 74 Jahre alt, Ludwigstraße 60. 15. Karl Becker, Gärtnereibesitzer, 67 Jahre alt, Am Nahrungsberg 8. 16. Henny Fromme, geb. Bandmann, 80 Jahre alt, Bleichstraße 24. 21. Margarete Reus, geb. Lebert, Wwe., 68 Jahre alt, Am Kugelberg 48. 27. Berta Keil, geb. Jacobi, 57 Jahre alt, Im Gartfeld 12. 27. Margareta Elisabeth Schmitt, geb. Schneider,' 71 Jahre alt, Licher Straße 103. 28. Hedwia Knobel, ohne Beruf, 50 Jahre alt, Kleine Mühlgasse 10. ** Die „Standarte Gießen" der SS. noch nicht eingetroffen. Während gestern mittag bei der 83. SS.-Standarte in Gießen die Mitteilung eintraf, daß die vom Führer am Sonntag geweihte „Standarte Gießen" gestern um 18,09 Uhr in Gießen ankommen werde, brachte eine weitere Mitteilung im Verlaufe des späteren Nachmittags die Kunde von dem Widerruf der ersterwähnten Meldung. Das Feldzeichen der SS. wird vorerst noch in Nürnberg bleiben, der Zeitpunkt der Ankunft in Gießen steht bis jetzt noch nicht fest. Zum Empfang der „Standarte Gießen" hatten sich zahlreiche Menschen am Bahnhof und in der Bahnhofstraße eingefunden, die nach einiger Zeit des Wartens sich wieder entfernten. ** Städtische Nutzholzversteigerung. Bei der gestrigen Nutzholzversteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Preise erzielt: Kiefern- Langholz N Ib 14 Mk., Ila 14,80 Mk., Ilb 19,60 Mk., Illa 26 Mk., Illb 27,50 Mark je Festmeter; Kiefern- Langgrubenholz 11,20 Mark je Festmeter; Fichten- Langholz N Ib 15 Mk., Ila 21 Mk., Ilb 22,40 Mark je Festmeter; Fichten-Papierholz 1. bis 3. Klasse 8 Mark je Raummeter. Die Nachfrage war gut. Die Versteigerung wurde genehmigt. ** Ob st ver st eigerungen der Provinz Oberhessen. Die Prooinzialdirektion Oberhessen kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil die Termine der Obstversteigerungen an den Landstraßen der Provinz Oberhessen an. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Tod a u f den Schienen. Das Lokomotiv- personal des Personenzuges Gießen—Koblenz, der heute um 5.39 Uhr den Gießener Bahnhof verließ, bemerkte auf der Strecke zwischen Gießen und Dutenhofen in der Nähe des Allendorfer Wäldchens zwischen den Schienen eine männliche Leiche. Der Lokomotivführer erstattete sofort Meldung. Bei dem Toten handelte es sich um einen etwa 30jährigen Mann, dessen Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten, da er keinerlei Ausweispapiere bei sich trug. Die Leiche wies am Hinterkopf eine schwere Wunde auf, durch die der sofortige Tod herbeigeführt worden sein dürfte. Der Unfall muß sich in den Morgenstunden zwischen 2 und 5 Uhr ereignet haben, denn der Streckengeher, der um 2 Uhr die Stelle passierte, konnte noch nichts Auffälliges bemerken. Ob es sich um Freitod oder um einen Unfall handelt, müssen die im Gang befindlichen Ermittlungen ergeben. ** Unfall eines Kindes. Das vierjährige Söhnchen des Reifenden Beek, Walltorstraße 15, erlitt einen Bruch des rechten Armes und wurde in die Chirurgische Klinik gebracht. ** Dank- und Treuefahrt zu Hindenburg! In der Zeit vom 26. September bis zum 3. Oktober findet von Frankfurt a. M. aus eine Dank- und Treuefahrt zur Ruhestätte unseres unvergeßlichen Feldmarschalls von Hindenburg statt. Verbunden mit dieser Fahrt ist ein Besuch unserer Brüder und Schwestern in Danzig. Die Fahrtteilnehmer finden außerdem Gelegenheit zum Besuch des Schlachtfeldes der Tannenberg-Schlacht und der Masurischen Seen. Außer in Frankfurt a. M., dem Ausgangspunkt des Zuges, können Fahrtteilnehmer in Bad-Nauheim, Gießen, Marburg und Kassel zusteigen. (Siehe Anzeige vom vorigen Samstag.) Deutsche Arbeitsfront. Kreisbetnebszellenabteilung Schanzenstr. 18. Eilt sehr! Sämtliche Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront (gemeint sind damit alle Mitglieder der Verbände), ferner alle Einzelmitglieder und GhG. (Nö.-hago), haben die herausgegebenen Fragebogen, soweit sie noch nicht abgeliefert sind, bis spätestens am 1 3. d. M. an die zuständigen Ortsgruppen der Deutschen Arbeitsfront und in den Betrieben über 10 Mann an den Vetriebsgemeinschaftswalter zur Weiterleitung an den Ortsgruppenwalter unverzüglich abzugeben. wir machen unsere Arbeitskameraden darauf aufmerksam, daß der 13. 9. der äuherste Xer- m i n ist. wer den Termin nicht einhätt, schließt sich zwangsläufig selbst aus der Deutschen Arbeitsfront aus, da es dann unmöglich ist, das betreffende Mitglied kartei- mäßig zum festgesetzten Zeitpunkt zu erfassen. Für die Mitglieder der 4 Ortsgruppen in Gießen, sowie sämtliche Vetriebsgemeinschaftswalter innerhalb des Stadtgebietes müssen die Fragebogen ab- geliefert werden für die Ortsgr. Süd: hch. 6 a r p f, Ludwigstr. 35, „ Mitte: Ad. Sauer, Weideng. 6 oder I. B. Häuser, Neustadt 42, „ Nord: Fr. Zutt, Marburger Str.56, „ Ost: E. Ahmann, hitlerwall 7. Alle Karteikarten, die auf Grund dieser Fragebogen bereits bei den einzelnen Ortsgruppen herausgeschrieben wurden, sind mit diesen Fragebogen einzusenden; auch die unbeschriebenen. wir bitten nochmals um unbedingte Einhaltung des Termins. Alle Ortsgruppenwalter im Kreis sind verpflichtet, die Fragebogen sofort an die Deutsche Arbeitsfront in Gießen. Schanzenstrahe 18, weiterzugeben. Sämtliche Verbandsangehörige haben ihre Beitrage bei den jeweiligen Verbänden bis zum 15. September 1 934 zu zahlen, damit keine Rückstände entstehen. Die ab 1. September gültigen Beitragsmarken dürfen für Rückstände nicht verwendet werden. heil Hitler! Wehrum, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. Die AuszWimg ausgewerteter Sparguthaben. Die deutschen Sparkassen haben in den Jahren 1924/25 ihre Spareinlagen aus früheren Jahren zu einem verhältnismäßig hohen Prozentsatz aufgewertet. Dieser Satz, der für die einzelnen Landesteile verschieden festgesetzt ist und der in Preußen zwischen 17 und 29 v H. des durch Umrechnung festgestellten Goldmarkbetrages der eingelegten Guthaben liegt, entspricht in voller Höhe dem bei den Sparkassen vorhandenen Aufwertungsvermögen. Die Sparkassen haben sämtliche Beträge, die ihnen ihrerseits aus der Aufwertung von Hypotheken-, Darlehens- und Wertpapierbeständen zustehen, den Altsparern gutgeschrieben. Millionen deutscher Sparer haben durch die Sparkassenaufwertung einen beachtlichen Teil ihres mühsam ersparten Vermögens über die Inflation hinweg gerettet. Die Auszahlung dieser Aufwertungsspareinlagen mußte naturgemäß noch Beschränkungen unterliegen, denn die Sparkassen waren an der Kündigung ihrer Aufwertungshypotheken und Darlehen ebenfalls behindert, so daß die vorhandenen Mittel nur eine nach und nach erfolgte Auszahlung gestatten. Die Termine für die Auszahlung der Aufwertungsspareinlagen sind durch einen vor kurzem ergangenen Erlaß nunmehr festgelegt, so daß in etwa zwei Jahren die restlose Auszahlung der Sparguthaben durchgeführt sein wird. Die augenblicklich noch bestehenden Auszahlungsbeschränkungen machen sich findige Geschäftsleute zunutze, indem sie an die Inhaber von Auswertungssparguthaben herantreten und ihnen die Abtretung ihrer Einlagen mit dem Versprechen einer sofortigen Auszahlung der Barbeträge empfehlen. Bei einer genauen Durchrechnung ihres Angebots ergibt sich dann in den meisten Fällen, daß sie einen sehr hohen Abzug in Rechnung stellen, der in keinem Verhältnis zu dem Ausfall an Zinsen steht In einem Falle wurde z. V. ein Ankaufspreis von nur 70 v. H. des nom. Spargutbestandes angeboten. Da die endgültige Auszahlung der Aufwertungsguthaben in absehbarer Zeit erfolgen wird, werden die Aufwertungssparer durch die geringere Bewertung ihrer Forderungen bei einer derartigen Abtretung erheblich geschädigt. Es empfiehlt sich daher für die Aufwertungsspargläubiger, bevor sie solchem Angebot nähertreten, zunächst mit ihrer Sparkasse in Verbindung zu treten und sich wegen einer anderweitigen Verwertung ihrer Forderungen beraten zu lassen. Oberhessen. Tagung der NS.-Hago in Lich. ? Lich, 11. Sept. Im Parkhotel hielt gestern abend die NS. -Hago, Ortsgruppe Lich, ihre erste Monatsversammlung nach der Umgliederung der Deutschen Arbeitsfront ab. Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Ortsgruppenamtsleiter der NS.-Hago und der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Karl Schwab, sprach er in längeren Ausführungen über den Neuaufbau der Deutschen Arbeitsfront. Der GHG. als solcher bestehe nicht mehr, er sei in die DAF. eingegliedert worden, und zwar in die Reichsbetriebsgruppen 17 und 18 (Handel und Handwerk). Hierzu zählte auch die NS.-Hago, der aber auch weiterhin nur Parteigenossen angehören würden. Der Rahmen der Deutschen Arbeitsfront, die 30 Millionen schaffender Menschen umfasse, sei jetzt geschaffen worden. In diesem Rahmen würden nun die Felder verteilt, und es sei sehr notwendig, daß Handel und Handwerk treu zusammenständen und sich tatkräftig am Neuaufbau der Organisation beteiligten, wenn sie nicht gegen andere Berufsgruppen zurückstehen wollten. Das Wesen, den Sinn und die Aufgaben der DAF. streifend, legte der Redner dar, daß der Segen der Arbeit schon lange von Handel und Handwerk verstanden worden sei. Es gelte aber, den Menschen stolz zu machen auf das, was er geleistet hat. Die Organisation der Arbeiterschaft habe ebenfalls den Wert der Arbeit erkannt; obwohl die NSBO. schon älter sei, marschiere die NS.-Hago in gleichem Schritt in der Deutschen Arbeitsfront. Die Aufgaben der Riesenorganisation seien klar Umrissen. Mit die vordringlichste Aufgabe sei die weltanschauliche Erziehung aller Mitglieder im Sinne des Nationalsozialismus; weiterhin die Erfüllung der im Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit gestellten Aufgaben, die arbeits- und sozialrechtliche Betreuung der Mitglieder und ihre Berufsausbildung, die Schaffung und Verwaltung von Nothilfeeinrichtungen für ihre Mitglieder, die Wirtschaftsbefriedung durch Zusammenarbeit der Reichsbetriebsgemeinschaften mit den Hauswirtschaftsgruppen und den Treuhändern der Arbeit, die gesamte Freizeitgestaltung durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", sowie sonstige vom Führer Adolf Hitler der DAF künftig noch zu übertragende Arbeiten, die, wie der Redner ausführte, noch außerordentlich groß sein werden. Im künftigen Staate werde jedenfalls ein schaffender Mensch, der außerhalb der Deutschen Arbeitsfront steht, keine Exillenzmöglichkeit mehr haben. Nach Verlesung einiger Mitteilungen und Anordnungen der Führung und Erledigung einiger interner Angelegenheiten wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. VaiiDfre < r.cftci o Staufenberg, 10. Sept. Seit Wochen führt die Verkehrsumleitung Gießen—Daubrin- gen—Staufenberg—Marburg durch unsere Ortsstraßen. Dieser Tage ereignete sich der erste D e r - kehrsunfall. Eine ältere Frau überquerte abends, kurz nachdem ein Motorradfahrer vorbeifuhr, die Straße und wurde dabei von einem Radfahrer ohne Licht dermaßen angefahren, daß die Bedauernswerte eine Gehirnerschütterung und einen Schlüsselbeinbruch davontrug. Der Radfahrer von Lollar konnte namhaft gemacht werden. < Großen-Linden, 10. Sept. Gestern fand die Einführung der nächstjährigen Konfirmanden unserer Gemeinde in den Konfirmandenunterricht in einem besonderen Gottesdienste statt, zu dem die Eltern und Verwandten der Kinder sowie die Gemeindemitglieder zahlreich erschienen waren. Pfarrer Schultheiß richtete an Hand des 78. Psalms ernste Mahnworte an Eltern und Kinder. Umrahmt wurde die Feier durch die beiden Chöre „Mit dem Herrn fang alles an" und „Großer Gott, wir loben dich", die die Konfirmanden unter Leitung des Organisten Lehrer Römer dreistimmig vortrugen. wg. Großen-Bufeck, 12. Sept. Die in unserem Dorfe abgehaltene Schweinezwischen- zählung ermittelte insgesamt 1105 Schweine. Im einzelnen wurden festgestellt: 1068 Mastschweine, 36 Zuchtsauen und ein Eber. O Beltershain, 10. Sept. Bei der jüngsten Schweinezwischen.zählung in unferm Orte wurden 532 Schweine im Alter von einem halben bis einem Jahre, 18 Zuchtsauen und 45 ältere Zuchtsauen gezählt. — In Gegenwart des Kreisfeuerwehrinspektors machte die Grünberger Freiwillige Feuerwehr mit ihrer Motorspritze in unserem Dorfe eine Löschprobe mit drei Leitungen, die ergab, daß der Wasserdruck zufriedenstellend ist. + Grünberg, 10. Sept. Dieser Tage fand eine Uebungsfahrt unserer Freiwilligen Feuerwehr mit der Motorspritze nach der Rabenau statt, die unter Leitung von Oberbrandmeister S e i f a r t (Grünberg) und Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) stand. Ihr Zweck war, in den einzelnen Orten geeignete Stellen zur Wasserentnahme für die Motorspritze auszuprobieren, damit ein wirksames Eingreifen der Motorspritze bei Brandfällen gesichert ist. Proben nach dieser Richtung wurden abgehalten in Beltershain, Lumda, Geilshausen, Odenhausen und Londorf. In letzterem Orte hatte die Fahrt noch den Zweck, die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr anbahnen zu helfen. Es waren daher gu ber Hebung in Londorf auch noch Branddirektor Braubach (Gießen) und der Kreisvorsitzende der Freiwilligen Wehren, Wenzel (Gießen), erschienen. Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Londorf erfolgte. — Drei Angestellte der hiesigen Kronendrogerie Karl Schott konnten dieser Tage auf eine 10jährige Tätigkeit bei der Firma zurückblicken. Es sind dies: Heinrich H o r ft, Tilli Sche11haas und Olga I ü n g e l. = Lich, 11. Sept. Bei der Schweinezwischenzählung am 4. d. M. wurden in den Gemarkungen Lich, Kollnhausen, Hof Albach und Mühlsachsen insgesamt gezählt: Zuchteber 5 (am 4. Juni d. I. 5), Zuchtsauen bis zu 1 Jahr alt 47 (37), Zuchtsauen über 1 Jahr alt 88 (97), Ferkel 295 (192), Schweine bis zu einem halben Jahr alt 405 (481), Schweine bis zu einem Jahr alt 227 (93), über 1 Jahr alt 9 (4), zusammen 1076 (909) Schweine. An Kälbern wurden geboren von Juni bis einschließlich August d. I. 43 gegenüber 39 im oorhergegangenen Vierteljahr. 0 Dors-Gill, 10. Sept. Am Abend des vergangenen Sonntag fand auch in unserer Gemeinde ein Jugendgottes dien st statt. Pfarrer K ö d - ding (Eberstadt) ermahnte in einer kurzen Ansprache die jungen Menschen, aus dem Kampf, den jeder Christ für seinen evangelischen Glauben zu führen habe, als Sieger Hervorzugetzen. Umrahmt wurde die Ansprache von Gedichtvorträgen der Schüler und einem Liedervortrag des BdM. Die Feier war sehr stark besucht, auch sehr viele ältere Glieder der Gemeinde nahmen daran teil. * Muschenheim, 9. Sept. Das dreijährige Söhnchen des Landwirts Seipp von hier kam im elterlichen Hof unglücklich zu Fall, erlitt einen Bruch des linken Oberschenkels und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. .ftrcie Schotten )—( Ruppertsburg, 11. Sept. Unsere Frauen und Jungfrauen brachten, gemeinsam mit dem Posaunenchor, unserer lieben Frau Pfarrer O. Fritsch zu ihrem 74. Geburtstage ein Ständchen. Der Posaunenchor blies die Motetten „Der Herr ist mein Hirte" und „Gib Frieden!" Dazwischen erklangen Choralmelodien und geistliche Volkslieder. Die Veranstaltung sollte ein äußeres Zeichen der Dankbarkeit sein, hat doch die Geehrte fast 38 Jahre lang im Winter wöchentlich zwei Frauen- und Jungfrauenabende abgehalten. Mit schönen Worten überreichte Frau Wilhelm Bocher einen Sessel. Frau Pfarrer Fritsch, die tief gerührt war, dankte herzlich. Worte des Dankes sprach dann noch Pfarrer D. Fritsch. ch Groß-Eichen, 10. Sept. Gestern abend fand im Fauftschen Saale eine außerordentliche Hauptversammlung des 'Turnvereins statt. Kassenwart Otto Fuchs begrüßte die Erschienenen. Seit dem Wegzug des Lehrers Bopf war das Amt des 1. Vereinsführers verwaist. Es galt nun, einen Nachfolger zu bestimmen. Einmütig wurde der seitherige 2. Vereinsführer Gustav Faust I. vorgeschlagen und ernannt, der seither vertretungsweise den Verein geführt hatte. Zum 2. Vereinsführer wurde Wilhelm Zimmer ernannt. Der übrige Vorstand bleibt in seinem Amt. Der neue Vereinsführer gelobte, den Verein nach bestem Wissen und Können weiterhin zu leiten. Des verstorbenen Reichspräsidenten wurde ourd) Erheben von den Sitzen gedacht und auf den Führer und Reichskanzler ein „Sieg-Heil" ausgebracht. Otto Fuchs wies in einer Ansprache auf die Verdienste des Lehrers Bopf um den Turnverein hin. Er ermahnte zu reger Mitarbeit und treuem Festhalten an den turnerischen Idealen gemäß des Leitspruches auf der Vereinsfahne: „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit." Dieser Leitspruch soll über dem Eingang zur Turnhalle angebracht werden. In einer früheren Vorstandssitzung wurde Lehrer Bopf zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. — Der gestrige Jugendsonntag wurde durch zwei Gottesdienste gefeiert. Der Nachmittagsgottesdienst war als liturgischer Jugendgottesdienst ausgestaltet, in dem die Schuljugend unter Leitung von Lehrer Appenheimer zwei Chöre vortrug. Kreis Alsfeld. * Ober-Gleen, 11. Sept. Am vergangenen Sonntag wurde auch in unserem Orte der Landesjugendsonntag feierlich begangen. Aus den drei Pfarreien Lehrbach mit Erbenhausen, Ober-Gleen und Kirtorf sammelten sich etwa 220 junge Menschen in dem von den Ober-Gleener Konfirmanden geschmackvoll geschmückten Gotteshause. Der Gottesdienst stand unter dem Leitwort: „Kämpfer im Heere des Lichtes!" Eine kurze Ansprache des Ortsgeistlichen ging aus von der Hermannsschlacht im Teutoburger Walde, deren 1925- fter Jahrestag gerade sei, und wies darauf hin, daß es gelte, „Kämpfer im Heere des Lichts" zu sein. Deshalb müsse um den, für den und aus dem Glauben gekämpft werden. Große Aufgaben auf Erden, die gerade der Jugend gestellt seien, ließen sich nur mit Kräften aus der Gotteswelt lösen. Der Gottesdienst, der umrahmt wurde von Posaunensolis des Herrn Grein aus Kirtorf, und in dem Kirtorfer Jugend alte und neue Weisen hören ließ, fand seinen Abschluß mit einem Vers des Lutherliedes. Eewlnnauszug 5. Klasse 43. Preußisch-Suddeutscye (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 29. Ziehungstag 10. September 1934 3n der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 1OOOO 'M 204144 327173 2 Gewinne zu 5000 M. 224942 6 Gewinne zu 3000 M. 241321 248772 389315 20 Gewinne zu 2000 M. 29726 32357 239911 254565 265240 325592 352307 353811 362873 374548 22 Gewinne zu 1000 M. 20696 24478 34057 164171 179625 186294 193523 203954 204760 254907 383675 102 Gewinne zu 500 Di. 1992 11989 16900 21273 32300 34519 38497 58281 65488 66916 79939 82216 91807 112745 115482 116692 121446 123040 159315 166883 169912 179485 180450 180582 184073 192291 201457 215214 220875 221389 235971 250446 268247 272699 282321 301812 304422 307774 318382 323553 324627 325543 366165 369747 373027 375222 375718 389179 390958 394497 397551 378 Gewinne zu 300 M. 239 2796 3950 6338 6656 6926 12526 13244 13247 14110 14524 18725 20639 24485 24518 28875 31211 37263 38050 41326 41734 41748 42216 43239 47146 48869 50846 62031 63320 68179 70069 72230 74443 77111 77878 89498 89570 90469 95966 97388 116900 123107 141128 154460 169827 180263 190406 199949 213159 225313 240253 251022 262044 273202 284987 296530 310110 320072 331760 345628 362831 382337 386612 394477 105089 117577 129963 143072 156248 174859 182990 190893 203669 218909 225846 240378 251600 263097 274024 285611 298001 310929 321737 334204 347758 365291 382551 387729 394576 106046 118570 131520 147486 158875 175048 184860 191136 205126 220861 232225 240667 253975 264911 274284 287813 302005 312245 321830 335223 350474 369383 382938 389033 395962 110041 119323 136046 147861 160200 177412 185364 192777 206064 221321 235489 241753 258976 271218 276032 289761 303834 314690 326082 337477 350889 375093 382964 389088 396795 111794 121293 139871 148394 165316 177719 188499 195936 209172 221604 236275 241912 260154 271448 280449 291323 304182 316064 328338 338812 352975 376886 384270 390248 398715 115653 121351 140885 152004 165705 179131 189118 198113 210915 222622 238450 245334 261414 272407 281892 293072 306485 318875 331068 340362 361498 379014 384480 392402 399462 30. Ziehungstag H. September 1934 In ber heutigen Schluß-Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 'M 276122 18746 117455 134289 159516 188997 214954 260539 272935 307733 340689 881515 393437 117482 136997 160767 194648 215103 257766 275367 310261 342021 383260 393955 119588 137088 161287 195802 215302 261120 278229 312139 351174 385098 130259 65978 80086 55007 277303 120093 138701 176074 196558 218096 264015 285274 313637 351855 390647 326872 358414 115928 322919 93436 121755 144834 182417 201024 230942 270704 287998 323782 354371 392262 398208 42 Gewinne zu 500 'M „ ................ --- -- 61483 81596 88889 88932 95464 143758 143986 175496 199486 221582 224271 231704 284672 310002 321914 330427 369724 160 Gewinne zu 300 M. 767 4952 12211 18649 27290 49256 55735 58503 69179 70063 70539 72331 79454 90091 ----- 2 Gewinne zu 1000000 2 Gewinne zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 4 Gewinne zu 2000 M. 20 Gewinne zu 1000 M. 198662 219366 269650 194124 393163 76988 145144 247691 12495 61538 117071 126818 152100 18/224 202577 231136 272235 291563 325124 361162 392375 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer find zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 9551 12478 159645 189424 228223 234965 260560 292005 326187 372180 Die Ziehung der 1. Klasse der 44. Preußisch- Süddeutschen (270. Preußischen) Staatslotterie findet am 19. und 20. Oktober 1934 stall. Kür -en Büchertisch. Gedichte. — Will Vesper: Kranz des Lebens. Gesamtausgabe meiner Gedichte. Verlag Albert Langen/Georg Mueller, München. 1934. — (247) — Die Fülle von Gedichten, die Will Vesper hier ver- öfsentlicht, läßt den ganzen Umfang seiner Gaben und seine schlichte, ungekünstelte Art erkennen. Don der Heimat singen seine Verse, ein Eichendorfs- Klang, ertönt dabei in unserem Herzen, vom Tagesund Jahreslauf, und immer erleben wir die Schön- heit dieser Welt wie das Geschenk eines gütigen Gottes. Dom Leben der Menschen singt er, vom Sinn des Lebens, von der Liebe zwischen Mann und Weib, die innigsten Töne gelten dem tiefen Wunder der Menschwerdung, dem geheimnisvollen Weben zwischen Mutter und Kind. Und wenn seine Verse den stillen Raum der engen Familiengemeinschaft verlassen jmb die größere Heimat, Volk und Vaterland besingen, dann hören wir gebannt auf den kämpferischen Mann. Die Fülle der Gedichte, die Schlichtheit und Herzlichkeit des Vesperschen Tones machen — in Verbindung mit dem geschmackvoll-freudigen Einband — das Buch zu einem rechten Geschenkwerk. — Hermann Claudius: Mank Muern. Ein niederdeutsches Gedichtbuch. Vermehrte und durchgesebene Auflage. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (246) — Die Lieder, die Claudius singt, Lieder vom großen Hafen und feiner Arbeit, von der Fabrik und den kargen Freuden, die dem Menschen nach Feierabend blühen, Lieder von Lachen und Trauer, von Kinderlust und Ju- qendübermut — sie halfen mitprägen das ernste Arbeitsgesicht unserer neuen Zeit. Die von genauester Anschauung gesättigte Bildkraft seiner Verse, die ursprüngliche Fülle seiner plattdeutschen Sprache, der eigene Stimmungston, der alle seine Gedichte auszeichnet, macht dieses Gedichtbuch zu einem Gewinn für jeden Leser. Hans Grimm, der Schöpfer des Buches „Volk ohne Raum", hat von diesen Versen gesagt: „Sie taten der Seele wohl und schenkten ihr vor der Nacht ein Lächeln über die Nacht hinweg". Märchen und Schwänke. — Brüder Grimm: Buntes Spiel. Der Grimmschen Märchen dritter Teil. (Insel- Bücherei Nr. 443.) Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (145) — Hiermit wird die drei Bändchen umfassende Auswahl der Grimmschen Märchen in der Insel-Bücherei abgeschlossen. Nach den „Hausmärchen" und der Sammlung „Mutiges Herz und starke Hand" zum guten Beschluß ein „Buntes Spiel": hier ist eine Gruppe von Märchen zusam- mengefaßt, die alle innerlich ein wenig verwandt und zusammengehörig erscheinen und vielfach durch einen heiteren Grundton oder Beiklang ausgezeichnet sind; es gehören dazu neben minder bekannten Stücke der berühmten Sammlung so vertraute und geliebte Geschichten wie „Das tapfere Schneiderlein", „Der Frieder und das Katherlieschen', „Das Waldhaus" und „Der gestiefelte Kater". Möchten die kleinen schmucken und handlichen Bändchen der Insel-Bücherei dazu beitragen, die Freude an diesem unverwelklichen Besitz unseres Volkes lebendig zu halten und auch die großen Leute für eine kleine Weile wieder einmal in das geliebte Märchenparadies ihrer Kinderzeit zurückzuführen. — Das Jahrhundert des Humanismus und der Reformation hat in Deutschland eine außerordentlich reiche Literatur hervorgebracht, von der dem großen Publikum — wenn man etwa von den Namen Luthers und Hans Sachsens absehen will — nicht viel bekannt oder gar geläufig geworden ist. Besonders fruchtbar war die Renaissancezeit bei uns auf drei Gebieten: auf dem des Dramas, der Satire und der Streitschrift, und endlich der volkstümlichen Schwanksammlungen, die sich damals allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Aus dem reichen Schatze jener Schwankliteratur, die heute zum größten Teil der Vergessenheit anheimgefallen ist, hat der Insel-Verlag eine wohlgelungene Kostprobe zusammengefaßt: als Bändchen 457 der Insel-Bücherei (Preis 80 Pf.) erschien unter der Ueberschrift „Die Schellenkappe" eine Reihe altdeutscher Schwänke aus den Sammlungen des Ib.'Jahrhun- derts, ausgewählt von Severin R^üttgers, der damit dankenswerterweise ein Stück unverdientermaßen verschollenen und noch heute leicht, unterhaltsam und ergötzlich lesbaren Volksschrifttums für die Gegenwart zu neuem Leben erweckt hat. —<311) Deutsche Erzähler. — Ern st Wiechert: „Die Majorin. Eine Erzählung. In Leinen gebunden 4,80 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Mueller, München. — (347) — Ein Mann kehrt von den Toten zurück und findet nach viel Bitterkeit und Unrecht, nach zornigem Aufbegehren und sinnlosem Wüten gegen das Schicksal wieder den Weg zum Leben, geführt von der Hand einer gütigen Frau. Weit ist der Weg von der Unrast der Landstraßen und der Unruhe des Herzens bis zur großen Ruhe der Wälder, zum ewig gleichbleibendem Rhythmus von Säen, Blühen und Ernten auf den Aeckern der Heimat. Und es gehört viel Leid und Ergebung in das Leid dazu, bis man einsieht, wie aut es ist, daß große Dinge auf der Welt sind wie Feld und Wald, zwischen denen der Mensc ganz stillsitzen kann, ohne daß sie viel Aufhebens davon machen. Solche Bücher sind nicht häufig, in denen eine Fülle von Menschen mit Schuld, Fehlern und Unzulänglichkeiten und mit den großen Gaben reiner Herzen und demütiger Seele mit gleicher Meisterschaft gestaltet ist wie das Wachsen der Blumen, die stille Schönheit der Kreatur und das unergründliche Geheimnis von Wald und Moor. Die Ganzheit des Lebens immer im Blick zu haben, das ist die Gabe des echten Dichters. — Karl Benno von Mechow: „Sorge n f r e i". Verlag A. Langen-G. Müller, München. Kleine Bücherei Bd. 36. Preis 80 Pf. — (315) — Der Feldzug ist zu Ende, der Krieg ist zerbrochen und die tiefe Melancholie des Endes hängt über den reitenden Kolonnen auf ihrem Rückzug durch Kurland. Ein Schloß liegt am Wege, auf dem ein einsamer deutscher Verwalter sich müht und sorgt, ein glückloser Mensch, obwohl eine Frau von beglückender Anmut ihm zur Seite steht. Die Revolutionswirren gehen über das Schloß hinweg, die Frau fällt einer Kugel zum Opfer — war es ihr Mann selbst, der sie erschoß, um sie vor Schlimmerem zu bewahren? Lange noch klingt das Schicksal dieser Menschen tn uns nach, doch bleibt der Glaube an das Unzerstörbare im Menschen trotz allem Grauen und aller Vernichtung. eora üeidjner: Petulak, der E s - Ein Lebenskampf in der Arktis. 196 Seiten. eine Remer-Biographie ,en Män- useinan- Bildende Kunst, Mnsik nnd Mm wenn das Korn sich dem Winde beugt. — Georg Leichner: Petulak, der Eskimo. Ein Lebenskampf in der Arktis. 196 Seiten. — Harald Laeuen: Oestliche Agrarrevolution und Bauernpolitik. Verlag Wilhelm Gottlieb Korn Breslau. Ganzl. 4.— RM., kart. 3.— RM. — (148) ,— Der nahe Osten vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer ist heute in innerem Aufruhr. Die Bauernfrage ist das Schicksal dieser Agrarländer. Die Bodcnenteignung in Rußland und den östlichen Randstaaten hat in der Praxis zu einer kapitalistischen und internationalen in der Operette und im Tonfilm gleicherweise ausgezeichnet. — In Wien ist Liane Haid als älteste in einem Dreimäderlhaus geboren; ihre Laufbahn begann beim Wiener Hofopernballet. Als man für den Film eine „Lady Hamilton" brauchte, holte man Liane von Wien nach Berlin. — Brigitte Helm, deren Profil man aus vielen stummen und tönenden Filmen kennt, wurde von Fritz Lang entdeckt. — Conrad V e i d t hatte als Schulknab'e die Absicht, die medizinische Laufbahn einzuschlagen. In Berlin kam er zum Theater; heute gehört er zu den bekanntesten deutschen Schauspielern. In seiner fammen. Schon heute findet die neue deutsche Agrarverfassung starken Widerhall in den bäuerlichen Gebieten des Ostens. Darum müssen wir bei der Sied- „Wer Fritzina" Im Gießener Verlag von Emil Roth erschien soeben unter dem Titel „Unser Fritz in g. Ein Lebensbild Fritz Reuters" eine Biographie des berühmten mecklenburgischen Dichters von Werner Siebold. (144 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. — 348.) Die Arbeit stützt sich, wie die Quellenangabe des Verfassers am Schluß ausweist, abgesehen von Reuters Werken, auf die Schriften „Aus Fritz Reuters jungen und alten Tagen , „Fritz Reuter-Reliquien" und „Fritz Reuter-Studien" von Karl Theodor Gaedertz und auf Reuters Briefe an feinen Vater; trotz dieser gründlichen Auskunft hat Siebold nicht die Form der wissenschaftlichen Biographie gewählt, sondern er schildert das bewegte, an Schicksalsschlägen reiche Leben des Dichters der „Strom- tid" im Rahmen einer fesselnden, zusammenge- drängten und handlungsreichen Erzählung — von der Eheschließung der Eltern Reuter bis zum Tode des zuletzt hochberühmten Sohnes am 12. Juli 1874. Zwischen den so bezeichneten äußersten Polen der Erzählung entfaltet sich ein mit vielen Episoden und anekdotischen Zügen geschmücktes, auch kulturhistorisch reizvolles Bild vom irdischen Wandel Reuters, von seinem Lieben, Leiden und Kämpfen, von seiner schrittweisen Entwicklung zum gelesensten plattdeutschen Dichter. Die Schülerjahre und die Studentenzeit vor allem sind eingehend geschildert — mit Recht, denn von der Jenaer Burschenschaft führte Reuters Weg unmittelbar in die lange „Festungs- tid" in Dömitz. Sehr anschaulich wird ferner Reuters erste Liebe geschildert, seine ersten poetischen Versuche, seine Redakteur- und Hauslehrerzeit, die Ehe A. H. Payne, Verlag, Leipzig. — (338) — Ein Volksbuch für alle, die sich Freude an packenden Erzählungen, an schönen Bildern von den Wundern und Schrecken der Natur bewahrt haben. In feierlicher Stille träumt die Winternacht mit ihren flammenden Nordlichtern. Scharfe Schlagschatten liegen über dem wiloen Geröll des Packeises, und mit Schaudern erblickt man die endlose Eiswüste. Als freier Herr auf freiem Land, wie ein kleiner König in feinem kleinen Reich, lebt hier der Eskimo. In verständnisvoller Darstellungsweise schildert ein bekannter Forscher hier den tragischen Untergang eines Eskimostammes und seines Helden „Petulak". Zahlreiche vom Autor selbst gemachte Aufnahmen beleben die fesselnde Darstellung. in Brahms' Leben, sein Ringen als Mensch und Künstler, wird klar gezeichnet, die grundlegenden Gegensätze zwischen seiner Wesensart und der eines Wagner, Bruckner, Hugo Wolf aufs glücklichste gestaltet. Dabei gibt er ebensowohl Betrachtungen über Brahms Zahlenmystik wie heitere Anekdoten um Brahms, weiß also die verschiedenartigsten Ansprüche zu befriedigen. Also etwas Neues find ein Register über <-ie Widmungen Brahmsfcher Werke und besonders eine biographische Tabelle anzusprechen, durch die die Welt, in der Brahms lebte, umfaßt und fein Lebensschicksal dem tiefer nochmals vor Augen geführt wird. — „Hausmusik für Alle" heißt eine neue Notenreihe, von der im Verlag Ullstein, Berlin SW 68, die drei ersten Hefte erschienen sind:. 1. Kleine Stücke alter Me ist er; 2. Klänge der Klassiker; 3. Musik der Romantiker. — (322) — Hier ist auf leichte Spielbarkeit entscheidender Wert gelegt. Dennoch sind nur Stücke von großem musikalischen Wert herangezo- gen. Aus Kantaten, Symphonien, Kammermusikwerken und Opern von Bach, Händel, Gluck, Scar- latti, Martini und Dittersdorf, von Haydn, Beethoven und Mozart, von Schubert, Brahms und andern großen Meistern hat man Bekanntes und weniger Bekanntes für Klavier, zwei Geigen und Cello ganz leicht gefetzt. Bei einiger Begabung kann wohl schon mitspielen, wer ein bis zwei Jahre Musikunterricht hatte. Es sind jeweils vier werk spiegelt. Robert Hernried: Johannes Brahms. (Musiker-Biographien 27. Band.) Mit einem Werkoerzeichnis, einer biographischen Tabelle und einem Widmungs-Register. Reclams Universal- Bibliothek Nr. 7251/52. — (223) — Diese Lebens- beschreibung stützt sich nicht nur auf unveröffentlichtes Material, sondern ist auch in Aufbau und . , „ Gestaltung anders gehalten als alle früher erfchie-1 ganzen Vielseitigkeit zeigt ihn das „Illustrierte neuen Lebensbeschreibungen des Meisters. Die Tragik l Filmbuch". — Zeitlose Kunst. Gegenwartsnahe Werke aus fernen Epochen. 132 Aufnahmen. Gesammelt, gesichtet und erläutert von Ludwig Goldscheider. 3,25 Mk. Im Phaidon-Verlag, Wien. — (290) — Das ist keine Kunstgeschichte im landläufigen Sinne, kein streng wissenschaftliches oder auch nur irgendwie systematisches, aber ein höchst interessantes, aufschlußreiches und oft verblüffendes Buch, das sich nicht so sehr (ober jedenfalls nicht ausschließlich) an den Kunstgelehrten als vielmehr an den kunstliebenden Laien wendet. Ein kundiger Sammler hat hier in jahrelanger Arbeit aus den Museen und aus dem Privatbesitz der ganzen Welt Aufnahmen von Kunstwerken zusammengetragen und antholo- gisch zu einem Bilderbuch vereinigt; man findet hier Werke der bildenden Kunst aller Völker aus vier Jahrtausenden, die nichts weiter miteinander gemein haben als dies, daß sie zeitlos genannt werden dürfen in einem sehr bestimmten Sinne: der Betrachter wird von ihnen angesprochen, gefesselt, überrascht, betroffen gemacht, ja zuweilen erschüttert, weil diese Kunstwerke, von denen er vielfach sicher kaum den Namen kennt, nichts irgendwie Fremdes oder Historisches an sich haben, sondern über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg so unmittelbar, lebensvoll und gegenwärtig auf uns wirken, als ob sie zeitlich und räumlich aus einem sehr nahen und ganz vertrauten Umkreis hervorgegangen wären. Der Eindruck wird noch verstärkt durch eine ausgezeichnete, oft auf raffinierte Ausschnitte gerichtete Photographie und Reproduktion. Man wird nicht müde, in diesem Buch der Bilder zu blättern, und man wird immer neue Anregungen finden, neue Beziehungen und Parallelen entdecken. Der Text zu jedem Bilde ist ganz knapp, oft auf die nötigen Daten beschränkt, vielfach aber auch in aller' Kürze den Beschauer auf das Wesentliche hinlenkend. So ist auf diesen 132 Blättern nicht nur eine ästhetisch überaus befriedigendes und bestechendes Anschauungsmaterial vereinigt, sondern, in den rechten Händen, auch ein weit ausgreifender und vielfältig auszuschöpfender Bilderatlas zur Einführung in die Grundbegriffe und Hauptprobleme der Malerei und Plastik. —v— — Ludwig Richter, der deutsche Mensch und Künstler. Ein Gedenkbuch zu seinem 50. Todestag für Jugend und Volk. Herausgegeben von Eduard R o t h e m u n d (Leiter der Reichsstelle für das Ju- qendfchriftentum bei der Reichsleitung des NSLB., Bayreuth). Umfang 32 Seiten. Mit reichem Bild- fchmuck. Verlag Georg Wigand, Leipzig. — Eduard Rothemund schrieb in schlichter, eindringlicher Spra- che diese Lebensbeschreibung und Würdigung Ludwig Richters, die besonders als Schul- und Klassenlektüre geeignet erscheint. Sie vermitteln den un-! zerstörbaren Eindruck deutscher Geisteshaltung und künstlerischer Durchdringung wahrhaft erfühlter Heimatliebe, wie sie sich in Ludwig Richters Lebens- Deutsche Jugend. — So war die Jugend großer Deutscher. Paul von Hindenburg, Adolf Hitler, Ferd. Graf von Zeppelin, Alb. Leo Schlageter, Oswald Boelcke in ihrer Kinder- und Jugendzeit. Nach Erinnerungen, zeitgenössischen Berichten und Dokumenten. Von Artur Georg Richter. Mit 15 ganzseitigen Bildern. Südd. Derlagshaus G. m. b. H., Stuttgarts. Kart. 2,20 Mk., Geschenkleinen 3,25 Mark. — (138) — Hier ersteht, vom Leben geschrieben. die Jugend von fünf deutschen Männern, beren Wesen zum eisernen Bestand des deutschen Lebensideales gehört. Ob der elfjährige Kadett Hindenburg jein Testament macht, als er das Elternhaus verlassen muß, ob der kleine Adolf Hitler in einem Trog über das brausende Wehr des heimischen MühGachs fährt oder ob Albert Leo Schlageter als sieben Jahre alter Knirps ein Bauernhaus vor dem Abbrennen bewahrt, immer wandern wir durch ein Jugendland, das bunt und reich ist an heiteren und ernsten Erlebnissen, an lustigen Streichen und ernsten Bestrebungen, aus denen heraus und mit denen die Persönlichkeiten sich entwickelt haben, die wir in unseren großen Deutschen lieben und verehren. — Goetz Sternegger: „Kerls seid ihr!" Jugend marschiert zum Führer. Illustriert von Werner Chomton. Oktav. 1,50 Mark. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (123) — Ein Werk des Willens und des Charakters bedeutet das Unternehmen von Lübecker Primanern, Hitler- jungen, Stahlhelm- und VDA.-Kameraden, die im Oktober 1933 280 Kilometer nach Berlin zum Führer marschierten und wieder zurück. Sie überreichten ihm eine selbstgebaute Kogge. Hell leuchteten die Augen des Führers. Die Jugend seines Volkes stand vor ihm. Hitler blickte auf das Schiff. „Kerls seid ihr!" sagte er staunend. Das Buch ist eine getreue Darstellung des ganzen Unternehmens. Hier findet der Geist der deutschen Jugend überzeugenden Ausdruck. — Horst Biernath: Sieben unter einem Huth. Roman. Ganzleinen 3,80 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (337) — Es ist die Geschichte einer Drima, die nur sieben Schüler zählt, und diese sieoen erhalten von einem ehemaligen Schüler ihres Gymnasiums 20 000 Mark aus Bahia geschickt. Was soll nun mit dem Geld geschehen? Vorschläge aller Art tauchen auf. Kameradschaftsgeist setzt sich durch für eine große Sache, die nicht nur ihnen, sondern auch der Schule dient. Es geht auch hierbei nicht ganz ohne Reibungen ab. Differenzen entstehen, alte Freundschaften drohen zu zerbrechen — aber dann schreitet das Werk dock; seiner Vollendung entgegen. Liebevoll sind diese sieden prächtigen Jungens dargestellt, ihre Welt, ihre Sorgen und Freuden sind mitgefühlt; jeder Junge wird das Buch begeistert lesen, jeder Vater wird wieder so jung wie diese „Sieben unter einem Hut". — Berndt Caspar Klingenberg: Der Jung bau er. Die Geschichte von Klaus dem Jüngeren und Larkin dem Millionär. Mit einem Geleitwort von August Hinrichs. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. Ganzleinen 4,80 Mark. — (346) — Das Leben Klaus des Bauern läuft nicht im engen Kreise ab. Das Schicksal zerbricht ihn beinahe, nimmt ihm, dem Erben, seinen Hof und wirft ihn heraus aus dem Lebensbezirk, der bisher seine Welt war. Er beißt die Zähne zusammen und wandert aus. In Amerika schlägt er sich durch — Dein Weg, deutsche Jugend. Der Kampf ums Lebensideal für alle jungen Männer, für alle jungen Mädchen. Jahre des Reifens. — Der Wille zur Ehe. Von Georg E h r h a r t. Steif kartoniert 2,20 Mk. Geschenkleinen 3,50 Mark im Walter Hädecke-Verlag, Stuttgart-^. — (136) — Fesselnde Betrachtungen über die brennenden Fragen der Reisezeit, über die rechte Freiheit, Freundschaft, Liebe, Sport. Das Buch will junge nern und Mädchen Führer sein bei der 2U._........ devsetzung mit den sie bestürmenden Fragen, Eltern und Erziehern ein Schlüssel zum Verständnis der oft auseinanderstrebenden Anschauungen und Sehnsüchte der Jugend. mit „Wiesing" und endlich die breite und überaus erfolgreiche Entfaltung feines schriftstellerischen Wirkens. Siebolds Darstellung zeugt ebensosehr von gediegener Kenntnis des umfänglichen Stoffes wie von herzlicher Liebe zu feinem Helden; doch hat er auch den bekannten Schattenseiten der Lebensgeschichte Reuters eine gerechte Wertung zuteil werden lassen. Um solcher Vorzüge willen wird bas Buch nicht nur „Fritzings" engeren Landsleuten und der großen Reuter-Gemeinde in Deutschland hochwillkommen fein, sondern es sollte auch, gerade weil es auf ein trockene, wissenschaftlich-systematische Darstellung mit gelehrtem Apparat verzichtet, geeig- tne und berufen sein, außerhalb des erwähnten Kreises der Anhänger und Liebhaber für Wesen und Werk des Stavenhagener Dichters Verständnis zu wecken: sicher wird es auch in den südlicheren Provinzen des Vaterlandes manchen geben, der sich für die Mühe des Eindringens in die Mundart durch die Bekanntschaft mit einem der großen deutschen Humoristen reichlich belohnt findet. Die Darstellung wird durch eine Anzahl interessanter Abbildungen (Porträts des Dichters und seines Kreises, Zeichnungen und Briefe Reuters) lebendig und anschaulich vertieft. Die Reproduktion des Bildmaterials, Druck und äußere Ausstattung sind untadelig. Das Buch ist wohlfeil zu haben: es kostet in mehrfarbigem Lackumschlag kartoniert 3,50, in Ganzleinen gebunden 4,50 RM. Als Geschenk, besonders auch für die Jugend, kann es angelegentlich empfohlen werden. So klingt es nicht unvollständig, wenn außer dem Klavierspieler nur ein Geiger und ein Cellist vor- Händen sind, oder nur zwei Geiger; aber auch das Klavier kann fehlen, wenn zwei Geiger und ein Cellist beisammen sind. Fünf Besetzungen sind möglich. Jedes der drei Hefte kostet mit allen Stimmen zusammen 1,50 Mark. Dafür gibt es jeweils 6 bis IIStücke. Diese reichhaltigen Hefte mit dem leicht spielbaren Inhalt können dem Gedanken der Hausmusik einen großen Dienst erweisen. — Im Verlag Scherl, Berlin, erschienen vier neue „I l l u st r i e r t e Filmbüche r", über Gustaf Gründgens, Liane Haid, Brigitte Helm und Conradt V e i d t. Mit je über 40 Abbildungen, 48 Seiten stark. Kartoniert je 90 Pf. — (5) — Gustaf Gründgens ist eine der interessantesten Figuren des heutigen Theaterlebens. Ein Universalgenie, das alles beherrscht: Regie der Oper, des, Theaters und Film; als Darsteller im Schauspiel,' ein neues, hartes, feindseliges Leben. Seinen immer ein wenig spöttischen Augen erschließt sich eine neue Welt: die Welt des Farmers, der nur Kaufmann ist, ohne irgendwelche Bindungen zum Boden wie beim Bauern im heimatlichen niedersächsischen Dorf. Klaus wandert vom Osten nach dem Westen des großen Kontinents; er lernt vielerlei Berufe kennen. Es ist manches gut und manches schlecht, aber es hält ihn nirgends. Auch bie[e Zeit geht vorüber, und er bat das Glück, heimkehren zu können. Er wird wieder hinter dem Dflug gehen und im Sommer über die gelben Felder schauen, Politik und Geschichte. — Rudolf van Wehrt: „Tannenberg." Wie Hindenburg die Russen schlug. Mit 19 Ausnahmen und 9 Karten. Verlag Ullstein, Berlin. Leinen 2,85 Mark. — (331) — Der Leser erfährt in dieser Schlachtschilderung die Pläne und ver- schiedenen Aktionen Hindenburgs, in denen er den entscheidenden Schlag gegen die Russen anlegte. Er erlebt den tragischen Untergang der Russen; wie sie blind und unglücklich in ihr Verderben gehen. Es zeigt sich, wie Unfähigkeit, Verworrenheit und Gegensätze bei der feindlichen Armeeführung die Russen in die Umzingelung Hindenburgs hinein- rennen ließen. Und durch dieses ganze bunte Bild, aus dem die geniale Taktik des großen Feldherrn gegenüber der Unentschlossenheit der russischen Heerführer aufleuchtet, zieht sich als Leitmotiv das Hohelied von der unerhörten deutschen Tapferkeit, die schließlich den Ausschlag gab, daß die Schlacht bei Tannenberg mit dem deutschen Siege, der völligen Vernichtung der russischen Armee und der Rettung Ostpreußens endete. — Karl Tögel: „D a s wirkliche Frank- r e i ch". Kartoniert 2,— RM., Seinen 2,80 RM. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (330) — Das Buch macht uns Art und Wesen des französi- fchen Volkes lebendig und weckt unser Verständnis für dessen Eigenart. Wir erkennen darin die von der deutschen verschiedenartige französische Mentalität. Der Verfasser hat die Gabe, jene geringen Handlungen und Wesenszüge des Lebens zu einem Bild des französischen Nationalcharakters zusammenzufügen. So ist ein lehrreiches Buch entstanden, das sowohl dem Politiker wie dem Kaufmann, ja auch dem Reisenden wertvolle Aufschlüsse gibt. hing planmäßig einen geschlossenen Raum über- blicken und das Problem der Raumbesetzung umfassend lösen. Die Frage der Führung und Gefolgschaft innerhalb der ländlichen Siedlung wird damit zu einer außenpolitischen Frage. Diese Zusammen- hänge klar herausgestellt zu haben, ist das Verdienst des Buches. — Prof. H. M. Müller: „Vom Staats- fein d". Kart. 2,50 Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (319) — Die Schrift ist aus der Ueberzeugung geboren, daß es nichts gibt, was uns heute hindern darf, mutig zu fein, und daß ein kämpferisches Leben noch immer mit allen Hindernissen fertig geworden ist. Nach dem Willen des Führers ist die Revolution als Eroberung der Macht eindeutig beendet. Kulturell geht sie unaufhaltsam weiter und unterwirft alle Gebiete einer völligen Wandlung. Erst wenn die nationalsozialistische Weltanschauung zur Grundlage des Lebens geworden ist, ist der Bestand des Dritten Reiches gesichert. Mit einem vielseitigen Wissen und einem starken Lebensgefühl, das aus dem echten Glauben kommt, tritt der Verfasser den verkappten staatsfeindlichen Re- gungen entgegen. — Das Jahr des Sieges, kurze Chronik der nationalsozialistischen Revolution. Ludwig Vog- genreiter Verlag Potsdam. 32 Seiten. 40 Pfennig. — (127) — Die Folge von Ereignissen und Veränderungen, die seit dem Januar 1933 in Deutsch, land eingetreten ist, im am klarsten zu überseyen in dieser kurzen Chronik. Stimmen, aber natürlich sind nicht immer gleich vier Spieler beisammen. Deshalb hat man — ein um, mamuuunuicr glücklicher Gedanke — alles, was die Streicher zu | Bauernpolitik geführt. Diese Politik bricht heute zw spielen haben, in der Klavierstimme mit verarbeitet, s v " •- — — SJl.-'SpOTt Kreundschafiskampf im Gingen. Gießen — Friedberg 7:12. Am Sonntag weilte die erste Ringermannschaft des Gießener „Kraft- und Sportklubs" in Friedberg, um gegen den dortigen „Stemm- und Ringklub" einen Freundschaftskampf auszutragen. Durch die Disqualifikation des ausgezeichneten Gießener Leichtgewichtlers Vetter, der vorher seinen Gegner Stab zweimal einwandfrei besiegte, wurde die Gießener Mannschaft um den sicheren Sieg gebracht. Der Ausschluß von Vetter geschah aus einem nichtigen Grund und selbst das Friedberger Publikum protestierte gegen dieses Urteil. Auch die übrigen Gießener Ringer wurden bei den kleinsten Fehlern verwarnt. Die Verwarnung eines Ringers bedeutet für seinen Gegner Gewinn in der Wertung. Bei normalem Verlauf wäre Gießen mit 10:9 Sieger geblieben. Verlauf der einzelnen Kämpfe. Bantamgewicht: Walter (Gießen) hält sich gegen den erfahrenen Holler (Friedberg) sehr gut, wird aber von diesem überraschend in vier Minuten durch Armzug besiegt. 3:0 für Friedberg. Federgewicht: Gegen den routinierten Fun.k (Gießen) hatte Roll (Friedberg) nicht viel zu bestellen und erlag einem brillanten Schleuderet des Gießeners 3:3. Leichtgewicht: Hier ist der junge Gießener Vetter (J.-R. 15) seinem Gegner Stab glatt überlegen. In der 12. Minute wird er dann disqualifiziert. 6:3 für Friedberg. Weltergewicht: In Stoll (Friedberg) und Klotz (Gießen) stehen sich zwei zähe Ringer gegenüber. Der Kampf geht über die Zeit. Der Friedberger bekommt einen knappen Punktsieg zugesprochen. 8:3 für Friedberg. Mittelgewicht: Auch dieser Kampf geht über die Zeit. Wagenpfeil (Gießen) und Heinzmann (Friedbera) trennen sich nach gleichen Leistungen unentschieoen. 9:4 für Friedberg. Halbschwergewicht: Meininger (Gießen) hielt sich gegen den jungen und bedeutend schwereren Toskani (Friedberg) überraschend gut. Als Toskani in der 9. Minute einen Ausheber ausführte,, berührten Meiningers Schultern flüchtig die Matte. Meininger war durch eine Verletzung stark gehindert. 12:4 für Friedberg. Schwergewicht: Hier gab es einen kurzen Kampf zwischen Born (Friedberg) und Belloff (Gießen). Belloff faßte in der 2. Mmute einen blitzschnellen Hüftschwung und kam dadurch zum schnellsten Sieg des Tages. Monatsversammlung des $ 6. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg. Dieser Tage sand eine außerordentliche Mitgliederversammlung de^ FC. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg im Vereinslokal, Wirtschaft zur „Wil- helmshohe" statt. Der Vereinsführer begrüßte die Mitglieder. Alsdann berichtete er über die Versins- oefchichte der letzten Zeit und stellte fest, daß seit Beendigung der'Sommersperre ein merklicher Mit- aliederzuwachs zu verzeichnen sei. Anschließend referierten Schriftführer, Rechner, Jugendleiter und Werbewart über geleistete und noch zu leistende Arbeit. Die Referate mürben von den Anwesenden mit Aufmerksamkeit verfolgt und nach dem Schlußwort des Vereinsführers, in dem er den Spielern für die kommenden Verbandsspiele strenge Disziplin zur Pflicht machte, beschloß er die harmonisch verlaufene Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den deutschen Sport sowie auf unser oller Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Abschluß des Siegener Reitturniers. Zum Schlußtag des Siegener Reitturniers hatten sich am Sonntag trotz des regnerischen Wetters etwa 4000 Zuschauer eingesunden. Im Vordergrund des sportlichen Programms stand ein schweresJagd- springen, das in einen erbitterten Zweikampf zwischen Abendglanz und Bianka ausklang. Beide hatten zunächst den Kurs fehlerfrei absolviert, und erst nach zweimaligem Stechen wurde in Bianka unter Oberleutnant Brandt die Siegerin ermittelt. Oberleutnant Brandt kam anschließend im Varrierenspringen mit Turmfink zu einem neuen Erfolge. Auch am Samstag hatte es trefflichen Sport gegeben. In einem Jagdspringen der Klasse M starteten 46 Teilnehmer. Mit 0 Fehlern und 70 Sekunden erhielt Frau Beckers Landesfürst die Goldene Schleife. Hart umstritten war das Glücks- Jagdspringen (Kl. M). Fridericus unter Oberleutnant Schlickum ging aus diesem Wettbewerb als Sieger hervor mit 127 Sekunden vor Oberleutnant Huffmanns Jmmertreu. Nach Zinnland gegen Frankreich. Für die deutsche Leichtathletik ist der September ein ereignisreicher Monat. Nach dem Länderkampf gegen Schweden und den Europameisterschaften in Turin ist am Wochenende Finnland in Berlin unser „ IC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg I. Mannschaft — I. Mannschaft „Oranien" Frohnhausen 5:3 (1:2). Die erste Mannschaft der Teutonen, in der in letzter Minute der rechte Läufer ersetzt werden mußte, und dadurch eine kleine Umstellung notwendig wurde, lieferte im ersten Verbandsspiel eine ganz ausgezeichnete Partie. Obwohl die Gäste in der ersten Spielhälfte durch ihre ungeheure Wucht und Schnelligkeit etwas mehr vom Spiel hatten, gehörte die zweite Halbzeit ganz der Platzmannschaft. Rach Spielbeginn sah man zuerst verteiltes Spiel. Rach neun Minuten hieß es 1:0 für die Teutonen. Doch es dauerte nicht lange und in der 13. Minute glich der Gästerechtsaußcn aus und in der 32. Minute führte gar Frohnhausen durch schönen Schuß des Linksaußen mit 2:1. Bis zur Halbzeit änderte sich nichts mehr am Resultat. Nach Wideranstoß lagen die Teutonen dauernd in Angriff und nach einigen Minuten war durch schöne Leistung des Halbrechten der Ausgleich geschaffen. Auch in der Folge blieben die Einheimischen im Angriff, kamen aber durch das aufopfernde Spiel der „Dränier" zu keinem Erfolg, bis dann Fett in der Mitte der 2. Halbzeit einen Strafstoß aus etwa 30 Meter Entfernung mit unheimlicher Wucht in die Maschen setzte. Eine Minute später gab es wieder einen Strafstoß an derselben Stelle und abermals wird er von dem Strafstohspezialisten eingeschossen, doch als der Ball gerade die Linie überschritt, wurde der Rechtsaußen abseits gepfiffen. Es dauerte aber nicht lange und ein schöner Kombinationszug wurde erfolgreich abgeschlossen. So Gast. Eine Woche später erwartet man in Magdeburg die Franzosen zum neunten Länderkampf. Die acht bisherigen Begegnungen gegen Frankreich wurden sämtlich gewonnen, auch der neunte Kampf dürfte mit einem deutschen Siege enden. Die deutsche Mannschaft wird in der gleichen Aufstellung wie gegen Finnland antreten, nur fallen bei dem Kampfe gegen Frankreich die Wettbewerbe im 400-m-Hür- den-Lauf, 10 000-m-Lauf, Dreisprung, Hammerwerfen und 1500-m-Lauf weg. Europa-Zlug: Alle Deutschen in Tunis. Die nur 775,6 km lange Strecke von Maison Blanche bei Algier nach dem Flughafen El Aouina bei Tunis, bei der nach etwa 300 km die Oase Biskra überflogen wurde, bereitete den Teilnehmern so gut wie keine Schwierigkeiten. In der Zeit zwischen 10.58 und 12.15 Uhr trafen zahlreiche Bewerber in Tunis ein, darunter auch die deutschen Teilnehmer Hubrich, Osterkamp, Junck, Pasewaldt, Francke, Bayern, Seidemann und Hirth. blieb das Spiel denn 4:2 bis drei Minuten vor Schluß stehen. Der Kampf wogte hin und her und man hatte sich schon allgemein mit diesem Resultat abgefunden. Doch es sollte anders kommen! Ein Durchbruch brachte den Frohnhäusern das dritte Tor. Nochmals Anstoß! Der Ball kam in den Strafraum der Gäste. Hier mar der Ersatzlinksaußen Haas zur Stelle und der fünfte Treffer landete im Netz. Doch ertönte wiederum der Abseitspfiff. Diesmal war es der Mittelstürmer, der abseits stand. Der Freistoß wurde von dem Mittelläufer abgefangen und der letzte Kombinationszug rollte in den Gästestrafraum. Hier unterband ihn der Verteidiger und den fälligen Elfmeter jagte der schußgewaltige linke Läufer mit dem Schlußpfiff zum fünften Treffer in die Maschen. Damit war der jederzeit faire und von Anfang bis Ende temperamentvoll durchgeführte Kampf beendet. Die Gäste hinterließen einen sehr guten Eindruck. Schiedsrichter Miller, Wetzlar, leitete ganz ausgezeichnet. „Teutonia“ Watzenborn-Steinberg II — Leihgestern II 2:1 (2:0). Ebenso wie die erste Mannschaft sicherte sich auch die Zweite im Spiel gegen Leihgestern die wertvollen Punkte. Die stark verjüngte Mannschaft der Teutonen konnte gefallen. Sie lagen bei Halbzeit mit 2:0 in Führung. Bei etwas mehr ^chußvermö- gen des Sturmes hätte das Resultm höher ausfallen können. Bemerkt sei noch, daß Leihgestern in den letzten Minuten einen Ellfmeter verschoß und damit einen Punkt ausließ. Der entscheidende Kampf -er Leichtathletik - Europameisterschaften. ! - ©in Zielbild des 100-Meter-Laufes. Der Sieg, der zunächst dem Deutschen Borchmeyer (ganz links) zuerkannt war, wurde später nach holländischem Protest auf Grund der Ziel- Photographie dem Holländer Berger (ganz rechts) zugesprochen. Kußball im Bezirk Lahn-Dill. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Spvgg. 1926 Leihgestern I — FL. Grünberg I. 4:3. Am Sonntag empfing die erste Mannschaft der Spieloereinigung Leihgestern die gleiche des FC^ Grünberg zum ersten Verbandsspiele. In der ersten Halbzeit schossen die Blau-Weißen in regelmäßigen Abständen drei Treffer, denen die Gäste aus Grünberg nichts entgegenzusetzen hatten. In der zweiten Halbzeit ließen die Einheimischen im Gefühl des sicheren Sieges etwas nach; dadurch kamen die Gästs auf und verkürzten kurz hineinander auf 3:2. Dis Leihgesterner drehten nun noch einmal auf und es gelang ihnen auch, noch ein viertes Tor zu schießen. Die Grünberger hatten in der Folge nicht mehr viel zu bestellen. Die Leigesterner begnügten sich andererseits mit dem 4:2-Ergebnis. Die Gäste kämpften Oie Technische Nothilfe ist ein Machtmittel des Staates. aber weiter, und fast mit dem Schlußpfiff landets ein harmloser Schuß des Gäste-Mittelstürmers im Tor. Der Schiedsrichter war dem Spiele ein gerechter Leiter. Die zweite Mannschaft absolvierte ebenfalls ihr erstes Verbandsspiel gegen Teutonia Steinberg II. Das Spiel fand in Steinberg statt und wurde nur knapp 1:2 verloren. Die Jugend war zum Gesellschaftsspiel in Butzback bei der Jugend des VfR. und mußte eine Niederlage von 5:0 (1:0) hinnehmen. Weitere Ergebnisse: Launsbach — Rodheim 2:4. Erda — Fellingshausen 3:0. Kinzenbach — Krofdorf-Gleiberg II 14:2. Frankenbach — Hohensolms: Hohensolms nicht angetreten. Deutsche Tennissiege in Budapest und am Lido. Bei den ungarischen Tennismeister« schäft en inBudapest wurde am Samstag im Herreneinzel um den Eintritt in die Vorschlußrunde gekämpft. Der Berliner Heinrich Henkel war knapp, aber sicher mit 10:6, 6:4 über den Ungarn Straub erfolgreich, dagegen wurde Kai Lund (Berlin) von dem Tschechen Hecht mit 6:2, 6:2 ausgeschaltet. Die beiden anderen Vorschlußrunden-Teil- nehmer sind Gabrovits (Ungarn) und Tloczynski (Polen). Für das zweite Herreneinzel um den Emmerich-Pokal ergeben sich die Vorschlußrunden- Paarunaen Hecht gegen Henkel und Zafka gegen Tloczynski. Im Herrendoppel kamen die Deutschen Henkel-Lund über die Ungarn Gebr. Drie- tomski mit 6:1, 4:6, 8:6 eine Runde weiter, und im Dameneinzel war Frau Schomburgk mit 6:1, 6:2 über die Engländerin Trevors siegreich. Deutsche Tennissiege gab es auch beim internationalen Lido-Turnier in Venedig. Gottfried von ©ramm schlug im Herreneinzel den Italiener Palmieri 6:2, 6:2, 6:3, während Cilly Außem zusammen mit der Französin Rosambert im Damendoppel über Scriven-Walerio 6:2, 6:3 erfolgreich war. Im Herrendoppel wurden die Deutschen von ©ramm und Kleinschroth von Malfroy-Sted- man 6:3, 7:5, 8:6 ausgeschaltet. Arn Montag wurde das Baden-Badener Tennis-Turnier abgeschlossen. Morczek-B^- nard sicherten sich das Gemischte Doppel mit 6:4, 6:4 über Wedekind-Gottschewsky und im Damendoppel siegten Hammer-Stroink 6:2, 6:3 über Hein- Wedekind. Das Herrendoppel wurde wegen des schlechten Wetters nicht zu Ende geführt. Kurze Sportnotizen. 167 Nennungen sind für das am Sonntag stattfindende Schleizer Dreiecks-Rennen eingegangen. Davon entfallen 105 auf die Meisterschaftswettbewerbe, den letzten Lauf zur deutschen Motorrad- Straßenmeisterschaft. * Cilly Außem siegte im letzten Wettbewerb beim Lido-Tennisturnier in Venedig im Dameneinzel mit 6:3, 7:5 über die Engländerin Peggy Scriven. Die Kölnerin gewann damit den Pokal des Königs von Schweden. Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERNÄRD RVogtsche Handelsschulen A Gießen-Herborn imöldung: Goethestr. 32 ober-Beglnn ihres-Kurse lieh RM. 20.00 ben kosten 3 zahlennur50%^O llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllin Gießen (Hammstraße 191), den 11. September 1934. 34417 5282 D Fteppdecben 5283 A Werbe-Drucksachen liefert Brühl’sche Druckerei auf. Man fühlt sich in den neu hergerichteten Betten wohler. Lollar. Mainzlar, den 11. September 1934. Die trauernden Hinterbliebenen: Paul Weisel Familie Römer Familie Weiset xu denken. So nach 8—io Jahren sollte jedes Federbett einmal gereinigt werden. Wir arbeiten auch Jtlatratzen und SelW Sltoe Heute u. morgen gr.Zufuhren fs.SktzeNMe, Kabeljau, seeiaais alles ohne Kopf, Pfd. 28 -z im AuS'chnitt Pfd. 30 Goldbarsch, o. K., Pfd. 25 -z Schollen Pfd. 40 4 Filets eig.Herst. 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Der Anfang ist vormittags 8 Uhr an der Krofdorf- Gießener Straße. Der Verkauf an auswärtige Käufer findet nur gegen bar statt. 5289D ______________Der Ortsbürgermeister. öüönetangen*^6?,,“”! beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best eR: Löwen.Drog.W.KilbmgerNachf.lSeltersw.69 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durcherweitertesWissen erhöhte Freudean den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo BermUhler Verlag Berlin-Lichterfelde a y mLz M» M» noch bevor die Kälte kommt, wird es Zeit, an Ihre Federbetten LS „SonnenMI“ Enormen Ertrag bringt dieserMas- sentrager. Dle riesigen, leuchtend ro t en, vru ch t e h a ng en w 1 eTo m at en L»Welen,sind frühreif und Men köstlichen Ananasgeschmack. 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Die Einzelheiten wird er zwar erst nach langer Hebung beherrschen, aber ein paar Hauptmerkmale, an denen man giftige Pilze erkennt, seien hier genannt. Die drei Arten des Knollenbiätter- schwamms werden zum Beispiel leicht mit den ihnen ähnlichen Champignons verwechselt. Die Blätter- schwämme unterscheiden sich jedoch von den Cham- pignons die weißen Lamellen und durch eine, von einer zerschlissenen Hülle umgebene Knolle am unteren Stielende. Während die Champignons angenehm und sogar aromatisch riechen, haben die Blätterschwämme einen dumpfen Kartoffelgeruch an sich. Auch der Standort ist bezeichnend für die Pilzart. Champignons wachsen nur auf Wiesen oder lichten Waldrändern, die Blätterschwämme dagegen nur im Schatten des Waldes. Der Birkenpilz ist unter Birken zu finden, der Butterpilz an Wegrändern, der Edelreizker mit blutrotem Saft — nicht zu Der» wechseln mit dem Giftreizker mit milchigem Saft — meist unter Wacholdergebüsch. Krempling, Pfefferling und Maronenröhrling wachsen im Kiefernwald. Neben der genauen Kenntnis der Pilzarten ist es nötig, einfache Vorschriften beim Sammeln und Zubereiten zu beachten. Es dürfen keine Teile von Pilzen ausgenommen werden, die ein anderer fortgeworfen hat. Nasse und weiche Pilze sind zu meiden. Man achte auf Maden und bewahre Pilze nie länger als 24 Stunden auf. Die Pilze sind nur trocken und ausgebreitet zu lagern. Pihgerichte dürfen nicht vom Mittag auf den Abend und nicht von einem auf den anderen Tag aufbewahrt werden. Das Mitkochen von Zwiebeln und silbernen Löffeln sichert nicht immer die Bekömmlichkeit. Tritt nach Pilzgenuß Unbehagen oder Uebelkeit ein, dann gehe man sofort zum Arzt. Was ist Rheumatismus? Mit dem Ausdruck Rheumatismus werden die verschiedensten Krankheiten belegt, obwohl Rheumatismus immer nur das äußere Anzeichen für eine solche Erkrankung ist. Für die Heilung des eigentlichen Leidens ist dementsprechend noch nichts getan, wenn lediglich die rheumatischen Beschwerden beseitigt werden. Der Kranke wird sich mit dieser symptomatischen Therapie beruhigen, der Arzt geht der Sache aber auf den Grund. Rheuma- tische Erkrankungen gibt es ungefähr ebenso viele wie die Krankheiten, die Kopfschmerz oder Durchfall als Symptom haben. Nur sind sie den Kranken viel lästiger, weil sie durch das Rheumasymptom größere Schmerzen bereiten und außerdem in vielen Fällen zu langem Krankenlager zwingen. Akuter Gelenkrheumatismus führt zum Beispiel oft zu einem Herzfehler, der chronische Gelenkrheumatismus führt zum Beispiel oft zu einer chckj ch mus zu allmählicher Verkrümmung der Hände und zu Bewegungsbehinderung von Beinen, Armen und Kiefergelenken. Wie Prof. Dr. Siegfried Gräff, Hamburg, in „Forschungen und Fortschritte" aus- führt, müssen zur Verhütung solcher Krankheiten bereits die Bedingungen ausgeschaltet werden, unter denen die Krankheiten zur Entwicklung kommen. Die Bedingungen können durch ererbte Anlage und erworbene Anfälligkeit gegeben sein, aber auch durch Einwirkungen, die von der Außenwelt Herkommen und unter denen das Eindringen von Krankheitserregern am wichtigsten ist. Von der Bedeutung der erebten Anlage bei rheumatischen Erkrankungen ist noch ziemlich wenig bekannt, dafür weiß man schon mehr über die Infektionskrankheiten Bescheid. Aber auch hier ist man noch nicht bis zur letzten Erkenntnis vorgedrungen, denn über die Namen der Erreger selber gehen die Meinungen der Aerztewelt, nicht nur in Deutschland, auseinander. Es steht also noch die Lösung grundsätzlich wichtiger Fragen aus, denn der akute Gelenkrheumatismus, die rheumatische Herzklappenentzündung mit der Folge des Herzklappenfehlers und der Herzmuskelschädigung, oer» schiedene Formen des chronischen Gelenk- und Muskelrheumatismus verlangen zu ihrer Heilung eine durch gründliche Kenntnisse des Erregers festgelegte Behandlung. Gesetz zur Bekämpfung der Papageienkrankheit. Nachdem die bisherigen Maßnahmen gegen die gefährliche, hochfieberhafte Luftröhren- und Lungenentzündung der Papageienkrankheit sich als nicht ausreichend erwiesen haben, wurde vom Reichskabinett das „Gesetz zur Bekämpfung der Papageienkrankheit" erlassen. Wie schlimm es mit dieser Erkrankung stand, geht daraus hervor, daß von hundert Fällen mehr als zwanzig mit dem Tode endeten. Vor ungefähr fünfzig Jahren wurde die Papageienkrankheit zum erstenmal beobachtet und ist seitdem mehrmals eingeschleppt worden. In den letzten Monaten haben sich nun die Erkrankungsfälle so gehäuft, daß das Gesetz notwendig wurde. Danach muß ab 1. Oktober der Handel mit Papageien und Sittichen, den Keimträgern dieser Krankheit, gemeldet werden. Die genaue Buchführung wird zur Pflicht gemacht. Der Händler wie auch der Besitzer der Tiere müssen jeden Krankheits- und jeden Todesfall der Polizeibehörde anzeigen. Diese läßt dann durch den beamteten Arzt die näheren Untersuchungen vornehmen. Jeder, der verendete Tiere vor erfolgter amtlicher Besichtigung beseitigt, macht sich strafbar. Ansteckungsverdächtige Tiere sind auf Anordnung der Polizeibehörden zu entfernen. Aehnliche Vorschriften gelten auch bei menschlichen Erkrankungen oder Todesfällen. Auch hier muß, selbst wenn nur ein Verdachtsfall vorliegt, Anzeige erstattet werden. Danach ist Absonderung der Kranken und Desinfizierung der Oertlichkeit erforderlich. Alle diese Vorschriften sind genauestens zu beachten, da im Unterlassungsfall das Gesetz Strafen vorsieht. Mr ist etwas ins Ange geflogen! Einen Fremdkörper im Auge darf man nicht durch Reiben zu entfernen suchen. Meistens wird das Staubteilchen schon durch die Tränen fortgeschwemmt. In manchen Fällen führt das Eindringen von Fremdkörpern in das Auge zu schweren Verletzungen. Hier muß man besonders vorsichtig bei der Behandlung Jein. Ziemlich häufig sind Kalkverletzungen des Auges, die bei dem Arbeiten mit gebranntem oder ungebranntem Kalk, mit Mörtel, Zement und in der Landwirtschaft durch kalkhaltige Düngemittel entstehen. Um die im Bindehautsack liegenden Kalkteilchen zu entfernen, benutzt man am besten einen feuchten Wattebausch. Da aber die eingebrungenen Fremdkörper Schmerzen bereiten und das Auge daher zugekniffen wird, muß man es vor der Behandlung unempfindlich machen. Diesen Zweck erfüllt eine dreiprozentige Kokainlösung. Man rufe aber auf jeden Fall einen Arzt. Aime durch die Nase! Die Nase hat außer ihrer Eigenschaft als Riechorgan noch weitere, gesundheitswichtige Funktionen zu erfüllen: sie ist an der Atmung in entscheidender Weise beteiligt. Bevor die Luft in die tieferen Atmungswege gelangt, durckstreicht sie die Schleimhäute der gewundenen Nasengänge und wird dadurch oorgewärmt. Außerdem wirken die feinen Härchen, mit denen die Nasengänge besetzt sind, als Filter für die Staubbeimengungen, die in den tiefergelegenen Atmungsorganen zum Teil erheblichen Schaden anrichten würden. Durch anhaltend behinderte Nasenatmung können katarrhalische oder entzündliche Reizungen in der Luftröhre und in der Lunge entstehen. Kinder werden oft von einer chronischen Anschwellung der Drüsen im Nasenrachenraum befallen, die sie an der Nasenatmung verhindert. Diese Störungen sollten möglichst rechtzeitig behandelt werden. Entschließt man sich zu spät zur ärztlichen Untersuchung, bann bleibt oft nichts anberes übrig, als bie Drüsen zu entfernen. Das ist aber mit Rücksicht auf bie gefunbheitswich- tige Tätigkeit bet Drüsen nicht gerabe wünschenswert. Atmet bas Kinb beftänbig burch ben Munb, bann gehe man also lieber sofort zum Arzt. Um so Achtung — Das Arbeitamt Dortmunb schreibt uns: Die aus bem Jnbustriegebiet ftammenben Lanb- helfer haben bes öfteren von Haus aus Nachrichten barüber erhalten, baß bie Arbeitsbeschaffung gewaltige Fortschritte macht unb bie Beschäftigungslage sich wesentlich gebessert hat. Wenn diese Meldungen auch zutreffen, d. h. tatsächlich wieder Tausende Arbeit und Brot erhalten haben, so dürfen die Landhelfer aus Dortmund nicht glauben, daß sie nun auch Arbeitsstellen in ihrer Heimat erhalten könnten. Trotzdem seit Februar 1933 im Dortmunder Bezirk rund 30 000 männliche Arbeitskräfte in Beschäftigung gebracht werden könnten, wurden am 31. August d. I. noch an Arbeitslosen gezählt: 9614 im Bergbau, 4903 in der Eisen- und Hüttenindustrie, 789 im Holz- unb Schnittstoffgewerbe, 464 im Bekleibungsgewerbe, 2517 im Baugewerbe, 1923 im Verkehrsgewerbe, 9337 an ungelernten Arbeitern. Etwa 80 v. H. ber angeführten arbeitslosen Volksgenossen finb über 25 Jahre alt unb zum größten Teil verheiratet. Viele von ihnen finb schon viel länger arbeitslos, als bie Jugenblichen. Diejenigen Volksgenossen, bie baheim mit Frau unb Kinbern bittere Not in all den Jahren gelitten haben, zu allererst in Brot und Arbeit zu bringen, ist heiligste und dringendste Aufgabe der zuständigen Stellen, insbesondere des Arbeitsamts. Diese Aufgabe wird in der jüngsten Verordnung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung vom 30.8. 34 ganz deutlich zum Ausdruck gebracht. Nach dieser Verordnung dürfen Jugendliche unter 25 Jahren nur noch mit Zustimmung des Arbeitsamtes eingestellt werben. Solange nun noch Jugendliche in der Landwirtschaft unb im Freiwilligen Arbeitsdienst untergebracht werben können, wirb kein Arbeitsamt die Zustimmung zur Einstellung eines Jugendlichen erteilen. Es ist deshalb zwecklos, wenn Landhelfer aus Dortmund ihre Stellung bei den Landwirten besser, wenn es sich bann herausstellt, baß biß Munbatrnung nur eine bumme Angewohnheit des Kindes ist, bie man mit liebevollem Zureben roieber beseitigen kann. Krämpfe bei Kindern. Bei vielen Kinbern ruft schon eine kleine Erkältung ober eine vorübergehende Steigerung der Temperatur einen Krampfanfall hervor. Solche Kinder bringen die Neigung zu Krämpfen gleich auf die Welt mit. Bei Anfällen dieser Art treten gewöhnlich Zuckungen an einzelnen Gliedmaßen, aber auch im Gesicht und am Rumpf, auf. Noch erschreckender auf die Umgebung wirkt das sogenannte Wegbleiben ber Kinder, bas meistens vom zweiten bis zum fünften Lebensjahr vorkommt. Dabei will bas Kinb, von einem plötzlichen Schreck, Zorn ober Aerger befallen, losschreien, bringt aber feinen Ton hervor, sonbern wirb ganz bleich unb stürzt zu »oben. Der Atem setzt aus, unb bas Kinb liegt eine Weile, meist bewußtlos, steif am ©oben. Nach einigen Minuten erfolgt ein tiefer Atemzug, bas Kinb steht auf unb fühlt sich so wohl wie vorher. Man hat es hier mit übermäßiger Reizbarkeit bes Nervensystems zu tun. Hiergegen haben sich einfache, reizlose Kost, Luftbäder, Hautpflege als heilsam erwiesen. Daß dem Kinde heftige Gemütserregungen möglichst ferngehalten werden müssen, dürste jelbstverständlich sein. Laydhelser! aufgeben, um in der Industrie Arbeit aufnehmen zu wollen. Hier in der Landwirtschaft haben sie noch ihre Arbeit und ihren Lohn, in Dortmund werden sie noch lange warten müssen, bis sie Arbeit erhalten. Das ernste Streben unseres Führers und Reichskanzlers ist darauf gerichtet, alle Volksgenossen wieder in Arbeit zu bringen. Auch bie Jugenblichen werben wieder in ihrem alten Beruf tätig werben, zunächst müssen aber bie älteren unb verheirateten Volksgenossen Arbeit erhalten. Für die Jugendlichen ist dies Warten ein Opfer, aber haben die älteren Volksgenossen nicht schon große Opfer im Weltkrieg gebracht? Sind nicht oi? l e Väter und Brüder der Land Helfer noch arbeitslos? Unsere Landhelfer haben sich freiwillig zur Landhilfe gemeldet und dadurch schon ein Opfer gebracht. Sie werden auch weiterhin gerne Opfer bringen, kommt doch auch für sie einmal die Zeit, wo sie daheim wieder Arbeit erhalten werden, soweit sie nicht Lust Haden, in der Landwirtschaft zu bleiben. Diejenigen Landhelfer, die mindestens ein Jahr in der Landhilfe tätig waren, sollen später auch bevorzugt ir Arbeit gebracht werden. Die Landhelfer mögen bedenken, daß sie durch ihr Opfer mit unb für Adolf Hitler kämpfen für ein neues glückliches Deutschland! kein Land- Helfer wird seine Stelle verlassen, sondern weiterhin mithelfen am Wiederaufbau des deu^ schen Vaterlandes! Daten für Mittwoch, 12. September. 1808: General August Graf von Werder in Schloßberg bei Norkitten, Ostpreußen, geboren (gestorben 1887). — 1819: Feldmarschall Leberecht von Blücher in Krieblowitz gestorben (geboren 1742). — 1829: der Maler Anselm Feuerbach in Speyer geboren (gestorben 1880). — 1836: der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe in Detmold gestorben (geboren 1801). — 1852: der englische Staatsmann Herbert Henry Asquith in Morley geboren (gestorben 1928). WMkllkWWU Vornan von Anny von panhnys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Achtzehntes Kapitel. Eben schlug es von der Bornheimer Kirche fünf Uhr, da schellte Kommissar Schwarz am Türchen des kleinen Hauses, und Frau Olden öffnete. Aus einem Zimmer klangen ungeschickte Klavierübungen, unb Frau Olben fragte nach bem Begehr bes Frembem Der schlug ben Aufschlag seines Rockes zurück, ließ bie Messing-Erkennungsmarke flüchtig auffunkeln. „Ich bin Kriminalkommissar Schwarz und möchte Herrn Olden sprechen. Es handelt sich um die entwendeten Taler." „Sooo?" machte die blasse Frau langgedehnt. „Mein Mann unterrichtet gerabe; aber bie Stunbe muß gleich aus sein. Soll ich ihn rufen?" Er wehrte ab: „Lassen Sie mich eintreten unb führen Sie mich in ein Zimmer, wo wir uns beibe vorerst unterhalten wollen. Ich habe die Taler bei mir, Frau Olben, unb Sie werben wohl feststellen können, ob es sich um die. bei Ihnen gestohlenen Taler handelt." „Natürlich kann ich das!" bestätigte Frau Steffi unb forberte ben Kommissar zum Nähertreten auf. Als er bie Hälfte bes ziemlich langen Flurganges durchschritten hatte, verstummten bie einförmigen Klavierübungen. Unb als er eben feinen Hut auf ben Kleiberftänber hängte, öffnete sich dicht vor ihm eine Tür, unb eine sehr einfach gefleibete, mollige Weißblonde, mit keckem Gesicht unb sehr hellen Augen, trat aus bem Zimmer, gefolgt von einem breitschultrigen, grauhaarigen Herrn, ber ihn fragenb ansah. Schwarz schaute verblüfft auf bie Weißblonbe. Ein bißchen anbers als sonst hatte sie sich ja zureckt- gemacht; bennoch — er ftanb der einstigen „Bella Susina" gegenüber. Eben sagte Werner Olden: „Also, auf Wiedersehen am Freitag, Fräulein Zolfmann!" Der Kommissar lächelte Olden an: „Sie sind der Herr des Hausey. Musiklehrer Olden — nicht wahr?" Der Gefragte nickte nur. Sein Gesicht war eine einzige große Gegenfrage. Schwarz nickte. „Gut — ich wünsche, Sie in wichtiger Angelegenheit zu sprechen, Herr Olden! Aber vorher mochte iich einen Irrtum richtigstellen. Die Dame, der Sie «anscheinend Klavierstunden erteilen, heißt nicht Zolf- mann, sondern Susanne Beßler, genannt Suse Beßler." „Der Mensch ist verrückt!" rief die Blonde wütend unb stülpte bie Kappe mit rafenber Geschwinbigkeit auf, wollte eben überhastig in ihren Mantel schlüpfen. Doch Schwarz legte ihr bie Rechte so fest auf bie Schulter, baß feine fünf Finger wie eine Pranke balagen und den bunten Blusenstoff festhielten. „Lassen Sie mich los!" empörte sich Suse Beßler. Er wehrte ab: „Fällt mir gar nicht ein, Bella Susina! Erst wollen wir uns alle gemeinsam etwas unterhalten." Werner Olden begriff gar nichts; aber er öffnete weit die Tür zum Musikzimmer, und der Kommissar schob die Tänzerin hinein. Hier klärte sich bald alles. Und Werner Olden mußte einsehen, daß ihm die Taler schon ein paar Tage eher entwendet worden waren, bevor er sie vermißt hatte. Schwarz lächelte: „Fräulein Suse Beßler liebt die einfachen Kleider sonst nicht und die einfache Figur auch nicht, außerdem zieht sie sich sonst die Augenbrauen schwarz nach und spielt ganz große Dame; aber hier hat sie nur Klavierschülerin gespielt, wahrscheinlich, um die Taler zu entwenden. Ich meine, mit den Talern muß es schon etwas Besonderes auf sich haben! Sinnlos sind die Inschriften bestimmt nicht." Suse Beßler wollte heimlich das Zimmer verlassen, aber Schwarz hinderte sie daran. „Wir gehen zusammen, Fräulein Beßler! Ihr Freund Merten wartet im Präsidium schon sehnsüchtig auf das Wiedersehen mit Ihnen!" Aus den beiden Verhafteten war nichts heraus- 3ubetommen. Suse Beßler erklärte schließlich, es handle sich um einen Gelegenheitsdiebstahl, weil ihr die Taler so bequem zur Hand gewesen, und „die Dinger wären ja auch wertlos". Sie hatte sie Merten geschenkt, weil ja der für „solches Zeug" etwas Interesse gehabt. Merten gab, in die Enge getrieben, zu, die Taler von der Beßler erhalten zu haben, beteuerte jedoch, daß er geglaubt, sie waren ihr Eigentum. Sie unterstützte seine Aussage, und man konnte nicht recht an ihn heran. Abends schon machte Kriminalrat Boldt einen Spaziergang nach Sachsenhausen, jenseits des Mains, und berichtete Detlef Weftkamp, daß die Taler bereits wieder nach Bornheim zurückgekehrt waren. v Detlef Westkamp freute sich sehr und dankte dem Freunde lebhaft. Der lachte: „Wir haben nur unsere Pflicht getan. Er wurde ernst: „Daß wir diesen Menschen aus der Leihbücherei werden freigeben müssen, ist ärgerlich; aber — na ja aber —, wir können ihn nicht festsetzen, und die Beßler wird auch verhältnismäßig gut davonkommen. Aber dir rate ich, mein Junge, gucke dir Schwiegerpapas Talerchen recht genau an! Die Inschrift hat irgend etwas zu bedeuten. Ich konnte mich ja nicht damit befassen, das ist Sache des Besitzers. Aber du solltest dich da rühren, Detlef!" Er aß im Gärtnerhause zur Nacht, und bann begleitete Detlef den Jugendfreund heim. Sie gingen Arm in Arm über den „Eisernen Steg", unter dem die dunklen Mainwasser ihren Weg zogen, und von drüben grüßte der Saalhof, in dem einst Kaiser Karl gewohnt. Sie schritten daran vorbei, gingen den Römerberg hinauf. Friedlich lag der Platz mit den uralten Häusern vor ihnen. Hier schien die Zeit stillgestanden zu haben. Wenn die nächtlichen Schatten über dem alten Rathause, dem Romer, und den mit ihm vereinten nachbarlichen Patrizierhäusern und den anderen uralten Häusern liegen, die den Platz säumen, wenn das Tagesleben der modernen Gegenwart keinen Mißklang in das Bild mehr bringt, dann versinkt das Jetzt völlig, bann ist bas Einst roieber erwacht, bann weht mittelalterlicher Geist hier, wo noch so vieles echt geblieben. Dann rauscht ber alte Gerechtigkeitsbrunnen laut unb lauter, bann schreiten würbige Ratsherren zur wichtigen Nachtsitzung in ben Römer, bann schaut aus Haus Liechtenstein ein blondes Adelsfräulein zum Sternhimmel auf, seufzt und denkt an ihren Ritter, unb aus ben Gaffen ringsum tönt manchmal ber wuchtige Schritt eines Handwerksmeisters, der aus der „Eule" ober bem „Höfche" vom Schoppen kommt, ober eines fahrenben Gesellen, ber Herberge sucht. Detlef Westkamp blickte in bie Runbe. „Wie verzaubert ist bas hier unb weit herum!" Bolbt nickte. „Wenn man’s mit Phantasieaugen ansieht — ja!" Er machte eine weit ausholenbe Hanbbewegung. „Aber für ben nüchtern Blickenben finb bie Gassen, bie vom Römerberg abzweigen, nicht besonders poetisch. Es gibt viel Bravheit, viel sauberes Kleinbürgertum barin, aber auch viel Schmutz unb Fäulnis in bem engen Gassengewinkel." Neunzehntes Kapitel. Werner Olben saß mit Frau unb Tochter beim Nachtessen. Man sprach über bas Ereignis bes Tages, bie Rückkehr ber Taler unb bie weißblonbe Klavierschülerin. Donata erinnerte sich an bie sehr hellblonbe überelegante Dame, bie sie eines Tages, als sie gerabe von Tante Röschen gekommen war, in beren Lokal hatte treten sehen. Die Ähnlichkeit mit Betty Zolfmann war ihr bamals aufgefallen. Nun wußte man ja Befcheib. Ihr Vater sagte freunblich: „Morgen kannst bu beinen Liebsten einlaben; es war ja blöbe von mir, ihn zu verbächtigen. Aber zum Glück weiß er ja nichts bavon, unb bu wirst es ihm wohl kaum erzählen, Möbel!" Donata schüttelte ben Kopf. „Nein, Vater, bas werbe ich bestimmt nicht tun! Aber —" „Was benn aber? Hast ja recht, Kinb, es war nicht gut gebacht von mir — so'n Mensch wie 9XMt= famp hat immer reine Hänbe, ber stiehlt nicht. Aber ber Schein war gegen ihn. Trotzbem hätte ich nicht auf bie Jbee kommen bürfen. Kurz unb gut: ich schäme mich mal roieber morbsmäßig. Damit wollen wir bie Geschichte enbgültig beiseite schieben unb nicht mehr baran tippen. Er gefällt mir unb beiner Mutter sehr gut, ber junge Mensch — unb genau besehen, imponiert er mir, weil er sich so ganz schlicht zum Beruf seiner Väter bekennt unb ben ftubierten Herrn ablegt wie ein Kleibungsstück. Ja, oas imponiert mir, wenn ich mit meinem Mädel auch lieber ein bißchen höher hinaus gewollt hätte." Er lächelte: „Er hat aufmerksam zugehört, als ich ihm was vorspielte aus meiner Symphonie. Hab's ihm angesehen: es hat ihn gepackt. Hat mich gefreut, baß er Verstänbnis bafür hat." Nach einer Weile wieberholte er: „Also — labe ihn für morgen abenb ein, unb es würbe uns freuen, wenn er feine Mutter mitbrächte zum Abenbbrot. Die vorherige gegenseitige Besucherei können wir uns ersparen." Er wechselte bas Thema. „Uebermorgen beginnen schon bie Proben zu meiner ,Milben Jagb'. Ich fahre nach Mainz hinüber, ich muß babei sein —" Er wollte noch etwas sagen, als es anklopfte. Die Aufwärterin, die wöchentlich ein paarmal abends ins Haus kam, weil es Werner Olden tagsüber störte, trat ein. „Ein Mann wartet draußen auf dem Flur, er sagt, er hätte was Wichtiges zu bestellen." Werner Olden hatte sich erhoben. „Er soll reinkommen!" Ein kleiner, dürrer Mann ftanb gleich barauf auf ber Schwelle. Man kannte ihn. Er war Tante Röschens Faktotum seit mehr als breißig Jahren. Ganz verstört sah bas magere Altmännchen aus. Sein sonst lebhaft gefärbtes Gesicht war grau Er brehte seine speckig glänzenbe Mütze zwischen ben Hänben, unb es klang, als meine ber kleine Kerl innerlich, währenb er leise sagte: „Sie finb boch bie einzigen Verwanbten von Frau Rösche, unb ba bin ich rasch zu Ihne ge- komme — sie is geftorroe, is umgefalle, un be Doktor maant, ,s wär Herzschlag." Jetzt erhoben sich auch Frau Steffi unb Donata. Die Nachricht schien ihnen unglaublich zu fein. Tante Röschen, bie immer bas blühenbe Leben selbst gewesen war, sollte tot fein? Das war nicht jo rasch zu begreifen. Fragen bebrängten ben Heiner. Er blickte traurig. „Ich waaß nix weiter, als baß sie heut vormittag noch g'sunb geroefe is unb heut aroenb umfiel wie ä Bäumche, roo mer mit be Axt umgehaache hat." Jetzt kullerten ihm ein paar dicke Tränen über das faltige Gesicht. „Se ist tot, un ich maan, dees könnt's gar net gerne uff bera Welt, baß so ä Frau aack fterroe muß." 'Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. Lor Errichtung des Zigarrenkartells. In diesen Tagen ist die Entscheidung über das in der Zigarrenindustrie angestrebte Konditionskartell zu erwarten. Beim Reichswirtschastsmini- sterium ist schon seit längerer Zeit der Antrag gestellt, dem Reichsoerband deutscher Zigarrenhersteller e. V. die restlichen Außenseiter zwangsweise beizuschließen. Es ist jetzt ein Konditionskartell vorgesehen, welches zunächst bis zum 31. Mär^ 1935 laufen soll und sich dann jeweils automatisch um ein Jahr verlängert, wenn es vom Reichswirtschaftsminister nicht aufgelöst werden sollte. Durch den Vertrag wird eine Regelung der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen angestrebt. Ferner wird er die Fassons und die Höchstgewichte beschränken. Dor allem soll der Schleuderei im Handel ein Ende gesetzt werden. Dies will man dadurch erreichen, oaß die Händler beim Verkauf von Zigarren bis zu 10 Pfennig und von Zigarillos bis zu 5 Pfennig einen Mindestnutzen von 20 v. H. einsetzen sollen. Auch beim Verkauf von Zigarren und Zigarillos über 10 Pfennig bzw. über 5 Pfennig sollen Bestimmungen über den Händlergewinn getroffen werden. Im Gegensatz zur Regelung in der Ziga- rettenindustrie, wo der Händlernutzen endgültig festgelegt ist, soll den Händlern eine große Freiheit gewahrt werden. Zugleich mit der Errichtung des Konditionskartells soll auch ein Betriebserweiterungsverbot für solche Betriebe erlassen werden, die etwa 600 Arbeiter beschäftigen. Derartige Betriebe sollen nicht mehr Zigarren und Zigarillos herstellen dürfen, als sie im Durchschnitt der Monate Juni, Juli ■ und August 1934 oder in der Zeit vom September 1933 bis August 1934 hergestellt Haven. Hiermit > beabsichtigt man, den ansteigenden Bedarf den Mittel- und Kleinbetrieben zugute kommen zu lassen. Für das Betriebserweiterungsoerbot ist zunächst auch eine Laufzeit bis zum März 1935 vorgesehen. Anhaltender Iörderzuwachs im heimischer Eisensteinbergbau. Belegschaft, Förderung und Absatz im Eisensteinbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen haben ihre Aufstiegsbewegung im August fortgesetzt. Es erhöhten sich die Belegschaft auf 2265 (2141) Mann, die Förderung auf 55 430 (51796) Tonnen, der Absatz auf 65 249 (59154) Tonnen. Die alten Bestände gingen um rd. 10 000 Tonnen auf ca. 136 000 Tonnen zurück. Förderung und Absatz erreichten damit 55 bzw. 65 v. H. der Höchstleistung von 1927. Die Aufschlußarbeiten und Bohrungen sind voll im Gange. Der Berg- und Hüttenmännische Verein zu Wetzlar berichtet von höchstbedenklicher Ueberalterung der Belegschaft. Im Revier Wetzlar betrage der Anteil der Leute unter 20 Jahren nur noch rd. 3Vr v. H. Die Auswechslung Jugendlicher gegen Aeltere und kinderreiche Erwerbslose unter Benachteiligung der Wirtschaft und unter Gefährdung des notwendigen Facharbeiternachwuchses könne nunmehr für seinen Bergbau nicht mehr in Frage kommen. Darüber hinaus ist es sogar höchste Zeit, für eine vermehrte Einstellung jugendlichen Nachwuchses besorgt zu sein und ihn durch eine geeignete Ausbildung zu vollwertigen Bergleuten heranzuziehen. Wiederaufrichtung des HhoSpheritbergbaueS an der Lahn? Dem Reichswirtschaftsministerium liegen die Vorschläge zur Wiederaufrichtung der Phosphoriterzeu- aung an der Lahn vor. Die Phosphorite sollen als Zuschlagmaterial für Thomas-Eisenherstellung zum teilweisen Ersatz vom Auslandbezuge an Phosphaten dienen. Die Neuproduktion soll aus anderer Grundlage als der früherer Jahre erfolgen. Der Erfolg des neu auflebenden Produktionszweiges wird von der Initiative und von den Geldmitteln abhängen, die bei den kleinen Gesellschaften, die für die Produktion in Frage kommen, vorliegen. Vorläufig muß zur Beurteilung der Zukunftsaussichten der genaue Plan, der die Billigung des Rohstoffkommissars Dr. Puppe hat, abgewartet werden. Die Förderung der Lahnphosphorite wurde 1928 infolge der scharfen Konkurrenz der ausländischen, qualitativ besseren Phosphate eingestellt. * Neue unverzinsliche Schatzanweisungen per 16. Juli 1 9 3 5. Nach Ausverkauf der Tranche per 15. Juni 1935 ist von der Reichsbank eine neue Serie unverzinslicher Reichsschatzanweisungen mit Fälligkeit per 16. Juli 1935 zum unveränderten Satz von 4 v. H. zur Verfügung gestellt worden. * Mehlnotierungen bleiben unverändert. Der Reichswirtschaftsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft angeordnet, daß bis auf weiteres an den Großmärken Veränderungen der Mehlpreisnotierungen zu unterbleiben haben. * L a n g f r i ft i g e G e w e r b e k r e d l t e d u r ch die Nassauische Landesbank. Die Bank für Deut che Industrie-Obligationen hat mit der Nassauischen Landesbank, Wiesbaden, vertragliche Vereinbarungen getroffen, auf Grund deren die Nassauische Landesbank innerhalb ihres örtlichen Tätigkeitsbereiches an der Ausleihung der lang- triftigen Gewerbekredite der Jndustriebank, soweit es sich um Kleinkredite bis zu 15 000 Mur Hande treuhänderisch mitwirken wird. Bekanntlich stellt die Jndustriebank kleinen und mittleren Betrieben der Jndustne, des Handwerks und des Handels langfristige, über fünf Jahre laufende Darlehen bis zu Einzelbeträgen von 500 Mark hinab zur Verfügung. Die Darlehen, die auf hypothekarischer Grundlage gewährt werden, dienen zur Ablösung überhöhter kurzfristiger Verbindlichkeiten, zur Finanzierung langfristiger Investitionen sowie zur Verstärkung der Betriebsmittel. Frankfurter Börse. rNillagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 11. Sept. Die Börse ver- lief wieder sehr still und war behauptet. Die Ku- lilsentätigkeit war gering, da die Schachtsche Rede erst im Verlauf der Börse bekannt wurde. Ein Ueberblick lag zu Beginn noch nicht vor. Die Grundstimmung blieb widerstandsfähig und freundlich, zumal die weitere Arbeitslosenverminderung auf' die anhaltende Aufwärtsbewegung der Wirtschaft verweist. Einige Spezialbewegungen standen im Vordergrund. Chemiewerte waren relativ gut gehalten, besonders Farbenindustrie unverändert, dagegen Deutsche Erdöl und Scheideanstalt je 0,50, Rütgerswerke 0,25 v. H. leichter, Metallgesellschast aber 0,50 v. H. freundlicher. Elektrowerte lagen sehr still, sie zeigten Kursoeränderungen nach oben und unten nur um Bruchteile eines Prozentes. Widerstandsfähig waren Lahmeyer, Geffürel und Schuckert. Auch Montanpapiere hatten das gleiche Bild, Buderus 0,25, Mansfeld 0,50 v. H. niedriger. Klöckner und Stahlverein eine Kleinigkeit freundlicher. Kaliwerte blieben nach dem gestrigen Rückgang gut gehalten. Am Zellstoffmarkt lagen Waldhof wieder 0,50 v. H. höher. Bauwerte waren gut behauptet, Holzmann 0,50 v. H. fester. Am Kunstseidemarkt konnten sich AKU. um 0,50 v. H. erhöhen, während Bemberg eher wieder schwächer lagen. Schiffahrtsaktien bröckelten um 0,25 v. H. ab. Fest lagen Junghans-Aktien auf besseren Geschäftsgang hin mit plus 3 v. H. Auch Reichsbankanteile waren nach dem gestrigen Verlust weiter etwas erholt. Im einzelnen eröffneten Deutsche Linoleum und Westdeutsche Kaufhof je 0,25 v. H. freundlicher, Daimler-Motoren blieben gehalten. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, aber weiterhin freundlich. Reichsaltbesitz und späte Reichsschuld- buchforderungen je 0,13 v. H. fester, nur Kommunal- Umschuldung weiter leicht abgeschwächt. Von fremden Werten bröckelten Mexikaner bis 0,25 v. H. ab. Im Verlauf hielt das kleine Geschäft an allen Marktgebieten an, die Kurse zeigten nur minimale Veränderungen. Die erst später notierten Werte lagen ebenfalls uneinheitlich, aber überwiegend etwas höher. Zu erwähnen sind u. a. Bekula (plus 1 v. H.), Cement Heidelberg (plus 0,75 v. H.), sowie die meisten Montanpapiere, die Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. aufwiesen. Wiedereingeführt wurden zum variablen Handel die Aktien der Hanfwerke Füssen; sie kamen mit 47 um 0,50 v. H. höher zur Notiz. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz und späte Schuldbücher im Verlaufe nochmals um je 0,25 v. H. an. Pfandbriefe lagen zwar still, es bestand aber eher Kaufneigung. Stadtanleihen wiesen bei kleinem Umsatz uneinheitliche Kursbildung auf. — Tagesgeld 3 v. H. Am Kassamarkt lagen Großbankaktien schwächer, wobei die Erklärung der ADCA., daß sie der Kurssteigerung ihrer Aktien fernstehe und keine „Prestige-Dividende für 1934" verteilen würde, mitgewirkt hat. DD.-Bank und Commerzbank je minus 1,25, Dresdner Bank minus 0,50 und ADCA. minus 0,75 v. H. Don Jndustrieaktien waren eine Reihe von Papieren gestrichen Geld, so u. a. Schöfferhof, Röder, Darmstadt, Motoren Darmstadt, Klein, Schanzlin und Württ. Hohenzollern. Im weiteren Verlaufe bröckelten die Kurse zunächst etwas ab, später trat jedoch meist eine leichte Befestigung ein. Höher waren Siemens (plus 2), Farben (plus 0,25 v H.), anderseits Scheideanstalt nochmals minus 1 v H. Reichsbank bis auf 153,75 und per Kaffe sogar 154,95 v. H. erhöht. Abendbörse: Geschäftslos. Die Abendbörse verlief ohne Anregung und wies nur denkbar kleinste Umsätze auf. Die Kundschasts- beteiligung ist noch nicht wieder größer geworden, auch die Kulisse verhielt sich weiterhin reserviert. Dls Grundstimmung war keine unfreundliche, infolge der herrschenden Geschäftsstille blieben die erhöhten Berliner Schlußkurse aber vielfach nickt voll behauptet. Die Mitteilung der IG. Farbenindustrie über guten Geschäftsgang in der Schädlingsbekämpfungsabteilung blieb ohne sichtbaren Einfluß, vielmehr lag der erste Kurs 0,50 v. H. unter Berlin. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft vollkommen. Farbenindustrie konnten sich wieder etwas erholen, während sonst keine Aenderungen eintraten. Am Kassamarkt blieben Großbankaktien auf dem ermäßigten Mittagsstand unverändert, nur ADCA. gaben nochmals 0,50 v. H. nach. Auch der Rentenmarkt lag geschäftslos bei freundlicher Haltung. Altbesitz blieben allerdings nur knapp gehalten. Von fremden Werten lagen Mexikaner eher weiter nachgebend, wogegen von Schweizer Bundesbahn-Anleihen die 4prozentigen von 1912 um 1,25 v. H. auf 197 anzogen. U. a. notierten: Altbesitz 96,65, 6 v. H. Stahlverein 79,25, 4 v. H. Einheitsrumänen 4, ADCA. 54,25, Braubank 114,25, Commerzbank 67,50, DD= Bank 73,75, Dresdner Bank 77, Rhein. Hyp. Bank 105, Gelsenkirchen 61, Harpener 104,50, Kali Aschersleben 128, Klöckner 78,50, Phönix 47, Rheinstahl 89,75, AKU. 66,90, AEG, 27,40, Bemberg 70,50, Conti Gummi 130,75, Scheideanstalt 219, IG. Farben 146,90 bis 147,25, Gesfürel 112,50. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 11. Sept. Am Gemüse- mar k t verzeichnete man starke Zufuhren von To- Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen erläßt folgende Anordnung: I. Ausdehnung der Faserslofsverordnung auf Betriebe, die nicht der Arbeitszeitverordnung unterliegen. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Sachsen als Sondertreuhänder der Heimarbeit für die textilen Arbeiten im Gebiet des Deutschen Reichs hat nachstehende Anordnung erlassen, die für das gesamte Gebiet des Deutschen Reiches und damit auch für das Wirtschaftsgebiet Hessen gilt: Die in den „Amtlichen Mitteilungen" Nr. 8 vom 27. August 1934 veröffentlichte Verordnung vom 17. August 1934 zur Ergänzung der Faserstoffverordnung vom 17. Juli 1934 bezieht nunmehr auch Betriebe, die nicht der Arbeitszeitverordnung unterliegen, in ihren Wirkungsbereich ein. Danach gilt in Zukunft auch für die hausgewerblichen Familienbetriebe, sowie für die Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen die Verpflichtung zur Einschränkung der Arbeitszeit, soweit Rohstoffe verarbeitet werden, die der öffentlichen Bewirtschaftung unterliegen. Ich erwarte von allen Betriebsführern, daß sie entsprechend dieser neuen gesetzlichen Regelung an die Hausgewerbetreibenden und Heimarbeiter die Arbeiten im gleichen Verhältnis ausgeben, wie an die Betriebsarbeiter. Es darf in keinem Falle die für die Betriebsarbeiter wegfallende Arbeit durch zusätzliche Heimarbeit oder Hausgewerbe-Treiben- den-Arbeit ersetzt werden. Soweit ich gegenteiliges Verhalten feststelle, behalte ich mir Einschreitungen vor, gegebenenfalls unter Anwendung von § 10 des Gesetzes über die Heimarbeit vom 23. März 1934. II. Betriebsordnungen. Bis spätestens 1. Oktober 1934 muß in allen Betrieben der privaten Wirtschaft, in denen in der Regel mindestens 20 Arbeiter und Angestellte beschäftigt sind, eine den Vorschriften des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit entsprechende Betriebsordnung vom Führer des Betriebes nach vorheriger Beratung im Vertrauensrat erlassen sein. Der Reichsarbeitsminister teilt hierzu im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister mit, daß dieser Zeitpunkt, nachdem bereits einmal eine Fristverlängerung stattgefunden hat, unter keinen Umständen überschritten werden darf. Er empfiehlt daher, die gewährte Frist nicht voll auszuschöpfen, sondern da, wo noch keine den gesetzlichen Vorschriften entsprechende Betriebsordnung erlassen ist, unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen hierzu einzuleiten. Ich weise deshalb nochmals auf den beschleunigten Erlaß der Betriebsordnung hin und ersuche, für die unbedingte Einhaltung der Frist Sorge zu tragen, da ich bei Nichtbefolgung dieser Anordnung mit Ablauf des 1. Oktober 1934 ehrengerichtliche oder strafrechtliche Verfolgung auf Grund des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit einleiten werde. III. Pflicht zu Einhaltung von Tarifordnungen. In manchen Kreisen der Betriebsführer ist noch nicht hinreichend bekannt, daß die Tarifordnungen malen, Rot- und Weißkraut, während im übrigen das Angebot etwa der Nachfrage entsprach. Für Blumenkohl ist das Angebot etwas besser geworden, in Gurken nimmt es stark ab. Die Preise für Bohnen und Blumenkohl sind befriedigend, im übrigen liegen sie sehr gedrückt. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 20, Buschbohnen 12 bis 14, Stangenbohnen 15 bis 18, Gewürzel, großes Bündel, 20 bis 30, Salatgurken 3 bis 15, Einmachgurken (Essig) 20 bis 50, do. Salz 50 bis 75, Karotten 4 bis 5, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 12, Pfifferlinge 38 bis 40, Römischkohl 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 5, Sellerie je nach Größe 5 bis 20, Spinat 5 bis 7, Tomaten I 4 bis 6, II 2V2 bis 3, Weißkraut 3Va bis 5, Wirsing 5 bis 8, Zwiebeln 6. Am Obstmarkt bestand Ueberangebot in Pfirsichen, daneben hatte man starke Zufuhren von Aepfeln und Birnen. In Zwetschen genügte das Angebot. Für letztere liegen die Preise etwas höher, für Pfirsiche gaben sie weiter nach, im übrigen blieben sie unverändert. In Aepfeln, Birnen und Pfirsichen verblieb Ueberstand. Es erzielten: Eßäpfel 6 bis 12, Falläpfel 2Ve bis 3, Goldparmänen 8 bis 12, do. Tiroler 10 bis 12, Birnen I 8 bis 10, II 3 bis 5, Gellerts Butterbirne 7 bis 10, Brombeeren 28 bis 30, Pfirsiche I 8 bis 12, II 4 bis 6, Preiselbeeren 24 bis 25 Finnländer, Trauben 14 bis 15, do. span. 16 bis 22, ital. 28 bis 30, Walnüsse groß 40 bis 50, klein 20 bis 25, Zwetschen 6V< bis 8. unbedingt eingehalten werden müssen. Der Treuhänder der Arbeit hat die Möglichkeit, gegen Betriebsführer, die diesen Verpflichtungen nicht nachkommen, gemäß § 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vorzugehen. In einigen Fällen habe ich feststellen müssen, daß Firmen glaubten, untertarifliche Entlohnungen beibehalten zu können, nur weil die Gefolgschaftsmitglieder sich nicht dagegen gewandt haben, oder sogar damit einverstanden waren. Diese Ansicht ist irrig. Abgesehen davon, daß die betreffenden Gefolgschaftsmänner beim Arbeitsgericht den Unterschiedsbetrag einklagen können, kann auch der Treuhänder der Arbeit von Amts wegen gegen untertarifliche Lohnzahlungen vorgehen. Verstöße gegen die Tarifordnungen sind Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen des Treuhänders der Arbeit im Sinne des § 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit und ziehen im Wiederholungsfall Strafverfolgung nach sich (Geld- ober Gefängnisstrafe). Ich erwarte von allen Betriebsführern meines Wirtschaftsgebietes, daß sie meine Anordnungen genauestens beachten; auch die Vertrauensmänner sind angehalten, unbedingt auf die Einhaltung der bestehenden, oder von mir erlassenen Tarifordnungen hinzuwirken. Sowohl mit Rücksicht auf die Gefolgschaftsmitglieder, als auch auf die jederzeit tariftreuen Betriebsführer werde ich nicht davor zurückschrecken, jede mir bekannt werdende untertarifliche Bezahlung oder widertarifliche Behandlung der Gefolgschaftsmitglieder mit allen mir nach dem Gesetze zur Ordnung der nationalen Arbeit zur Verfügung stehenden Mitteln zu verfolgen. Frankfurt, 7. September 1934. gez. Schwarz. pferdezüchterische Veranstaltungen in Oberhessen. Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt: Die diesjährigen Reichsverbands-Stutenschauen beginnen am Donnerstag, 13. September, in Berstadt. Für die Schau sind wieder zahlreiche Anmeldungen bei der Landesbauernschaft eingegangen. Seitens des Reichsverbandes stehen eine Anzahl wertvoller Ehrenpreise für die Pferdezüchter zur Verfügung. Die ursprünglich für Berstadt vorgesehene Zugleistungsprüfung ist diesmal von der Reichsverbandsschau getrennt und auf den 9. Ok10 ber, anläßlich des Friedberger Herbstmarktes, verlegt worden. Die Reichsverbands-Stutenschauen in A l s f e ld und Büdingen finden am Dienstag, 18. September, vormittags in Alsfeld und nachmittags in Büdingen statt. Die Veranstaltungen in Alsfeld und Büdingen sind gleichzeitig mit Leistungsprüfungen im amerikanischen Kraftmeßwagen verbunden. Anordnung des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Srau.iur u. -Ui. Z)er.. .vi am ui- u. in. derim Schluß« lurS Schlußk. Abend, börse Schluß« kurs Schlußk Mistag- börse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag- börse Oatum 10.9. 11.9. 10-9. 11-9. Datum 10.9. 11-9 10-9. 11.9- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% eljem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 94,75 >3,25 96,25 92,75 90 89,75 *7,25 97,75 90,5 90,5 90,75 91,5 93 93 101,65 31,5 1,1 7,5 7 /, 13 12,5 93,5 96,65 93 90 89,75 97,25 97,75 90,75 90,75 90,75 91,25 93 93 101,65 31,25 1,1 7,4 7 12,65 8 95 96,25 92,75 90 98 )3 94 101,65 7 12,5 95 93,4 92,9 90 98,5 89,75 93 93 101,65 31,5 1,1 7,6 7 12,13 7,8 4°o desgl. Serie 11 ............. 8 4,3 4,05 36 26,25 29 72,5 95 •i8,75 75 77,5 152 27,25 146,75 103 116,25 78,25 112,75 103 97 147 124,9 88 116,4 61 104,5 131,5 78,75 71,25 8 4,25 7 4 36,4 26,5 29,75 72,5 95 67,5 73,75 77 153,75 27,4 147,75 102,75 116 77,5 112,5 103,5 97,5 124,75 87,4 116 61 104,5 131,5 78,5 71,5 6,8 4,1 56.25 26,4 29,13 72,5 96,25 68,5 75 77,5 152 27,13 >47,13 103 116,5 77,9 m 97 88 116,75 61,25 104,75 72,25 172 131,75 79,13 71,4 6'9 4 36,75 26,75 29,9 72,75 96,25 67,5 74 77 154 27,4 147,5 103,25 115,5 77 112,75 102,25 97,75 150 124,65 87,4 116,25 61 105,25 73 172,25 131,75 78,5 71,5 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4>/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier .... DeSgl. ohne Auölos..Rechte...... 6% ef)em.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102?;) ............ Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 A-E.G....................... Bekula...................... Elektr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. g Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert SEo...............5 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co............. 10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchener.............. 0 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6y*% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ligui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6Vt% ehem. V/i% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 6yt% ehem. \Vt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4yx% desgl. von 1913.......... Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren........0 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I............ Franksun a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — 1 rankfurt a. 211. Schluß« kurs Schlußk. Abend. Echluß« kurs Schlußk. Mittag« 10. September 11. September börse börse Amtliche Notierung Amtliche Notierung Datum 10-9. 11-9. 10.9. 11.9 Geld Lriei Geld Lric Mansselder Bergbau....... Kokswerke................ Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... stheinstahl................ Vereinigte Stahlwerke...... Ltabi Minen ............. Kaliwerke Aschersleben...... Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... . 0 . 0 . 0 78 47,5 246,5 89,25 40,5 13,75 128 128 163 77,5 47 246,5 89,75 40,65 14,5 128 128 162,5 78 102 47,65 77,5 102 47,25 Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... 0,658 58,545 0,184 3,047 0,662 58,665 0,186 3.053 0,662 58,545 0,184 3,047 0,666 58,665 0,186 3,053 . 0 . II . 0 .. 5 .. 6 7Vr 246 89,9 40,75 13,75 128 128,5 162,9 247 90,13 40,5 14,25 128 126,25 159 Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelstngforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... 55,28 82,02 12,38 5,465 16.50 i69,73 21,66 55,40 82,18 12,41 5,475 16,54 170,07 21,70 55,52 82,02 12,435 5,485 16,50 169,73 21,63 55,64 82,18 12,465 5,495 16,54 170,07 21,67 I. G. Farben-Jndustrie..... 146,75 147 Japan ...... 0,742 0,744 0,744 0,746 .. 7 147 147,4 Jugoslawien 5,714 5,726 5,714 5,726 Scheideanstalt............. .. 9 220 219 — — Oslo..... : 62,22 62,34 62,49 62,61 Goldschmidt .............. .. 0 93,25 92,25 93 92,25 42,75 Wien....... 48,95 11 24 48,95 11,29 49,05 Rütgerswerke ............. .. 0 43 42,75 42,9 Lissabon.... 11,2k 11,31 64,23 Metallgesellschaft............ .. 0 88 88,13 88,5 88,25 Stockholm... 63,84 64,96 64,11 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Philipp Holzmann......... .. 0 80 80,25 80,25 80,75 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... 108,75 128 109,5 127,5 10,44 in.ar 10,44 .. 0 - Budapest ... — Neuyork... 2 »482 2,486 2,490 2,494 Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 .. 0 66,5 66,9 H2,75 66 115,25 66,9 Banknoten • Bemberg................. .. 0 70,5 70,5 140,5 48,65 65,75 127,75 49 58,5 84,5 28,4 213,75 180,5 130,25 141 Berlin. 11 .September Geld Srie'__ Zellstoff Waldhos .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum......... Orenstetn & Koppel........ Leonhard Tietz ............ Chade...... ............. .. 0 .. 0 .. 7 .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 ..10 48 65 48,25 58,25 28,4 48,75 65 48,75 58,25 28,5 213,5 180,5 130,75 48,75 66 126,25 49,25 58,13 85,5 28,4 214 180,5 130 Amerikanische Noten....... Belgische Noten........... Dänische Noten .......... Englische Noten .......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten......... 2,442 58,385 55,37 12,40 16,46 169,31 21,51 2,462 58,625 55,59 12,44 16,52 169,99 21,59 62,57 Accumulatoren-Fabrik...... Conti-Gumml............. .. 0 .. 0 182 130,13 norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, L 100 Schwing Rumänische Noten............... 62,33 Gritzner......... । 27,65 I 27,65 Schwedische Noten........ Schweizer Noten.......... Spanische Noten.......... ....... 63,94 81,49 34,18 64,20 81,81 34,32 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 | 79,5 _ Süddeutscher Zucker....... .. 8 190 190 1 Ungarische Noten......... —