Nr. 134 Erstes Blatt 184. Jahrgang Dienstag, 12. Juni 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Such- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. 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Beide Teile fahren seitdem mit dem salomonischen Urteil von Dr. Benesch nicht schlecht. Die Anglo-Persian garantiert der Regierung in Teheran eine jährliche feste Einnahme von einer Million Goldpfunden und wird ihrerseits bei der Ausbeutung der Petroleumfelder Südpersiens sicherlich nicht zu ihren Ungunsten abschneiden. Der Teheraner Korrespondent der „Time s" hat vor einiger Zeit dem englischen Mißtrauen gegenüber den neupersischen Regierungskünsten und Verwaltungsgewohnheiten beredten Ausdruck verliehen. Mit süßsauren Worten kommt dabei zum Ausdruck, daß sich die Dinge in den vergangenen neun Jahren — 1925 bemächtigte sich Rhiza Khan Pahlawi bekanntlich auf etwas aewaltsüme, aber nicht ungewöhnliche orientalische Art des Pfauenthrones — doch wesentlich gebessert hätten. Die Finanzlage sei, wenn auch nicht befriedigend, so doch auch nicht mehr katastrophal; die zu Unbotmäßigkeiten neigenden Räuber und Nomadenstämme unterboten und entwaffnet; die Verkehrsverbindungen „hundertmal" besser usw. Was verdrießt denn also, so fragt man sich verwundert, die Engländer? Persien ist weder briti- sche Kolonie noch britisches Mandat. Es könnte mithin der guten „Times" gleichgültig sein, ob die Militärbegeisterung des Schahs soweit geht, daß er einen turkmenischen Häuptling mit einem Tritt vor den Bauch bestrafte, als dieser es wagte, bei einem Pferderennen den ersten Platz vor einem persischen Offizier zu belegen. So ein unsportliches Verhalten kostete dem Schah natürlich alle englischen Sympathien. Nein, der britische Aerger muß andere, weniger sportliche Gründe haben. Ihnen nachzuspüren, ist gerade in diesen Tagen, da sich der Schah zu einem Besuch in Ankara aufgemacht hat und dre Türkei wiederum im Gefolge der Sowjetunion eine gewisse Rolle in Genf spielte, sicherlich nicht uninteressant. Der Blick in ein politisches Handbuch der Vorkriegszeit würde Persien aufgeteilt zeigen in drei Gebiete, in die nördliche russische Interessensphäre, deren Südgrenze vom Sohab bis Jspahan und Jesd reichte und die Hauptstadt Teheran einschloß, in die östliche an Afghanistan grenzende englische Interessensphäre, deren Westgrenze von Birdjano über Karman nach Bender reichte, und in das dazwischenliegende W ü st e n g e b i e t. Don einem souveränen Staat konnte in bezug auf das Persien der Vorkriegs-, Kriegs- und ersten Nachkriegszeit nicht gesprochen werden. Erst das außenpolitische Erstarken S o w j e t r u ß l a n d s und die damit ständig gesteigerte Spannung zwischen der britischen und russischen Politik im vorderen Orient ermöglichte es dem neuen Persien, sich einigermaßen zu behaupten. Rhiza Khan Pahlawi verstand es außerordentlich geschickt, sich die Unterstützung Moskaus zu sichern, ohne den Engländern einen direkten Anlaß zum Einschreiten zu bieten. Die Russen wiederum waren klug genug, nicht die plumpe Diplomatie der Interessensphären aufzugreifen, sondern sich ihren Einfluß auf dem Umwege über gelegentliche Hilssstellungen und wirtschaftliche Vorzugsangebote zu sichern. Man muß dem persischen Schah schon das seltene Zeugnis politischer Klugheit ausstellen, daß er, Herrscher eines Staatswesens, in dem eine wohlwollende „aufgeklärte" Despotie mit den Resten des Feudalwesens zu kämpfen hat, die Gefahr bannte, daß eine überstürzte Frühindustrialisierung Persien wehrlos zu einem Anhängsel der UdSSR, gemacht hätte Eine von Schweizer Instrukteuren verhältnismäßig gut geschulte Armee stand ihm dabei zur Seite Sowohl Moskau wie London haben wiederholt Len Versuch unternommen, dem Schah zur Option zwischen ihnen zu zwingen. Er ist stets ausgewichen, ?a bat sich nicht gescheut, den Engländern — wie der Streit mit der Anglo-Persian Oil bewies — arob zu kommen. Möglich war em solches Verhalten natürlich nur durch eine Anlehnung an die beiden enq verbündeten Mächte S o wj e tru ß - land und die Türkei. Mit letzterer Macht mieten dazu erst gewisse Schwierigkeiten bet-it.g und gewisse Mißverständnisse aus der Welt geschafft werden, die im Gefolge der Kurdenfrage auf- qetaucht waren. Als sich die türkische Regierung nämlich vor zwei Jahren entschloß, die aufitandl- schen kurdischen Stämme endgültig niederzuschlagen, mußte sie die Erfahrung machen, daß sich die frei- beitsliebenden Rebellen beim Herannahen starker türkischer Truppen über die Grenzen i n p e rsi - sches Gebiet zurückzogen. Daraus entstanden Grenzstreitigkeiten6 unb ein scharfer Notenwechse zwischen Ankara und Teheran, der beinahe zu Feindseligkeiten geführt hatte, wenn nicht die Sow jets vermittelnd emgegriffen hatten. Die Türkei konnte um so eher einlenken, als die völlige Nieder roerfung der Kurden gelang. Bald darauf lm November 1932, sand in Ankara eine Besprechung zwischen dem türkischen und persischen Außenmm. ster statt, in der alle Differenzen zwischen den beiden Ländern beigelegt werden konnten. Der Eindruck, den die Perser von der straffen Zusammenfassung und der halb parlamentarischen, halb diktatorischen Führung der Staatsgeschafte in der Türkei gewannen, muß außerordentlich groß gewesen sein; entschloß sich doch Schah Rhiza Khan Oie neue marxistische Terrorwelle in Oesterreich. Sin neuer Sprengstoffanschlag. Wien, 11. Juni. (DNB.) Nach dem neuesten Lagebericht der Sicherheitspolizei ist in der Nacht auf der Triester Südbahn st recke bei Steinhaus am Semmering ein neuer Spreng- stoffanschlag auf das Bahngleis verübt worden. Der Eisenbahnverkehr wurde zunächst durch Umsteigen aufrecht erhalten. Der Bahnkörper konnte jedoch in kurzer Zeit wieder in Ordnung gebracht werden. Der Verkehr wickelt sich auf der Südbahnstrecke wieder normal ab. In den Bundesländern haben sich ferner im Laufe der letzten Nacht Sprenastoffanschläge ereignet. Ferner teilt die Sicherheitspolizei mit, daß in Wien im Laufe der Nacht ein umfangreiches Waffenlager beschlagnahmt wurde, bei dem 117 Handgranaten, Bomben und Sprengkörper gefunden wurden. Die Polizei erklärt, daß es sich hierbei um die gleichen Sprengkörper handelt, die in den letzten Tagen bei den Sprengstoffanschlägen auf Eisenbahnbrücken und Eisenbahngleise verwendet wurden. Das Kabinett wird, wie verlautet, noch heute zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Auch internationale diplomatische Schritte sollen erwogen werden. * Was die österreichischen Kleingeister an Zerrissenheit anstifteten, ruft das Wort ins Gedächtnis, das vor hundert Jahren einer der graziösesten Wiener Lokaldichter prägte, Ludwig Bauernfeld, Damals, unter Metternichs Regiment, war äußerlich Oesterreich das Land der Phäaken an der Donau, wo sich „immer der Braten drehet am Spieß". Aber Bauernftld schrieb: „Zittere, großes Oesterreich vor deinen kleinen Beamten". Seit der Bundeskanzler Dollfuß nicht wagte, das Volk Oesterreichs an die Urne zu rufen, um zu bestätigen, ob es das Regiment der Dollfuß, Fey und Starhemberg autorisiere, ist bas Regierungsschiff zwischen zwei Klippen hin- unb hergeschleu- bert worben. Einst warben bie Marxisten um Herrn Dollfuß, bamit der Nationalsozialismus zwischen bem marxistischen unb dem schwarz-gelben Mühlstein zerrieben werbe. Dem offiziellen Bünbnis mit dem Marxismus standen römische Belange entgegen. Aus diesen Interessen heraus erfand Dollfuß den besonderen österreichischen Menschen, und statt auf dem Wege über den Dolkswillen eine national- deutsche Reformpolitik zu beginnen, kam es zu dem furchtbaren Bürgerkrieg, nachdem jahrelang gerade die Christlich-Sozialen des Herrn Dollfuß mit dem Marxismus paktiert unb zugelassen hatten, baß er sich schwer bewaffnet. Ein Typ dieses klerikalen Marxistenfreundes war ber Wiener Führer ber Christlich-Sozialen Kuntschak, ber Oesterreichs Erzberger sein wollte. Heute bezichtigen bie geflohenen Marxistenführer Dollfuß unb bie Seinen, er habe solange mit ben Marxisten verhandelt, bis bie Zeiten reif für bas Wiener Blutbad geworden seien. Damals wurde hier der vollkommene Gegensatz der Dollfuß-Methoden zu denen des Dritten Reiches bargelegt. Der Nationalsozialismus war zur Macht burch das Volk gelangt unb hat die Macht hart unb unbarmherzig gegenüber nihilistischen Elementen angewanbt, dadurch aber bie Um blutigfeit bes Umbruchs erreicht. Dollfuß bagegen hat gegen bas Volk unb ohne es zu befragen Oesterreich in ben Wirbel ber Anarchie gestürzt, er hat Blut gesät unb erntet Haß. Wer auch nur wenig vertraut ist mit ber Vorstellungswelt Des Marxismus, weiß, baß gerabe ber Austromarxismus, ber im Linzer Programm terroristische Maßnahmen nicht verwarf, in Dollfuß ben Mann erblickt, ber mit marxistisch-moskowiti- schen Mitteln bekämpft werben muß. Unmittelbar nach bem Versuch, ben Marxismus mit Stumpf unb Stiel baburch auszurotten, baß man feine Massen nicht, wie es in Deutschland geschah, von ben Irrwegen abzog, sonbern sie zu vernichten versuchte — ein irrsinniges Unterfangen, ba baburch 49 Prozent aller ehemaligen Wähler in Kampfstellung gerieten — setzten einzelne Terrorakte ein, bie zunächst von ber Dollfußregierung in Bausch unb Bogen ben Nationalsozialisten angefreibet würben. Aber bas ßügengebäube ist schnell zusammengebrochen. Der Nationalsozialismus als Jbee unb Bewegung lehnt ben Jndivibualterror ab, der ein Produkt des Marxismus iift. Sein männliches Prinzip weicht keinem Gegner aus, aber nihilistische Untaten sind Verzweiflungsakte geistig Verkümmerter, Fanatisierter, die, wie die Sozialrevolutionäre im alten Rußland und die marxistischen Syndikalisten, bes Wahns sind, durch Schreckenstaten könne eine Aenderung schlechter Zustände herbeigeführt werden. Der Nationalsozialismus will dagegen Aufklärung der Massen und Durchbruch des nationalen Massenwillens. Beides wollen Dollfuß und die Marxisten nicht. Ein Wiener Blatt hat vollkommen recht, wenn es Dollfuß anklagt, die Attentate einiger kleiner Gruppen von Terroristen hätten einen Zustand herbeigeführt, der sich nur mit den Berlin, 11. Juni. (DNB.) Aus Anlaß der Anwesenheit des Reichserziehungsministers Rust in den Ländern Baden, Württemberg und Bayern fanden unter Hinzuziehung der beteiligten Referenten eingehende Besprechungen über alle im Vordergrund stehenden Fragen des Schul- und Hochschulwesens statt. Die Verhandlungen führten zu einer vollen Uebereinftimmung hinsichtlich ber in allernächster Zeit burchzuführenben Reformmaßnahmen mit bem Ziele weiterer Vereinheitlichung unb Vereinfachung bes Unterrichtswesens. Außer ber vom Reichsminister Rust in feiner Münchener Ansprache bereits bekanntgegebenen Vereinbarung mit bem Reichsjugenbführer Balbur von Schirach über bie Abgrenzung ber zeitlichen Inanspruchnahme ber Jugenb burch Eltern- Haus, Schule unb Staatsjugenb stauben bie Fragen bes Schuljahrbeginns, ber i n - neren Schulreform, ber Verwaltungsvereinfachung auf bem Gebiete bes Schul- unb Hochschulrechtes sowie ber Lehrerbilbung im Vordergrund ber Derhanblungen. In München besuchte ber Minister u. a. bie Universität unb würbe bort von bem Rektor ber Universität unb ber Technischen Hochschule überaus herzlichst begrüßt. Der Rektor wies auf bie historische Bedeutung bes Augenblicks hin, ba zum ersten Male in ber beutschen Geschichte ein für bie nationale Erziehung ber beutschen Jugenb verantwortlicher Reichsminister gerabe von den Münchener Hochschulen begrüßt werben könne. In einer ausführlichen Ansprache bankte ber Minister ber Hoch- schulleyrerschaft unb ben Stubenten unb benutzte bie Gelegenheit zu längeren grunbsätzlichen Ausführungen über bie Stellung ber Wissenschaft im nationalsozialistischen Deutschen Reich. 3n Ergänzung ber Ausführungen, die ber Reichserziehungsminister vor ber bayerischen Lehrerschaft bes RLLV. über bie tommenbe Jt e u e i n t e i - lung bes Schuljahres machte, erfahren wir von amtlicher Seite: Der Plan einer Reueinteilung bes Schuljahres sieht gegenüber ber in Preußen geltenben Ferlenorbnung als Wesentlichstes eine Verlängerung ber Sommerferien um sprichwörtlichen ^mazedonischen Zuständen" vergleichen lasse. Das neue Deutschland ist durch den Nationalsozialismus ein starker Staat der Zucht und Ordnung, durch Dollfuß ist Oesterreich das Gegenteil geworden. Wie jämmerlich ist eine Regierung, die nicht in der Lage ist, ihren Anspruch auf Autorität durchzuführen, die immer versicherte, sie sei stark und das Volk wolle diese Regierung und Ordnung, und dann sehen muß, daß ihre Methoden das Gegenteil erzeugen. Bisher hat die Regierung Dollfuß, obgleich sie grundlos die schwersten Anklagen gegen den Nationalsozialismus erhob, noch niemals nachweisen können, daß die Urheber des Terrors Nationalsozialisten waren, sondern es stellte sich immer wieder heraus, daß die Terroristen Marxisten und die aufgefundenen Waffen im Besitz von Äustro» Marxisten roaren.^ Es ist doch beispiellose Brunnen- Vergiftung, wenn ohne weiteres von der klerikalen Presse alles, was in Oesterreich geschieht, den Na- tionalsozialisten ^ugeschoben wird, ohne daß auch nur die Spur eines Beweises vorhanden ist, daß die Marxisten frei herumlaufen, aber die Träger des nationalen Erneuerungsgedankens in Oesterreich vogelfrei sind. etwa vier Wochen vor. Die übrigen Ferienzeiten werben eine entsprechenbe Kürzung erfahren. Diese zusätzlichen vier Wochen Sommerferien sollen ber Lehrerschaft bazu bienen, s i ch a H n jährlich in Gemeinschaftslagern na- tionalpolitisch, wissenschaftlich unb körperlich z u überholen. 3n biefen vier Sommerwochen soll sich ber beutsche Lehrer in Gemeinschaft unb Kamerabschaft immer roieber von neuem bie Kraft holen, um an ber ihm anvertrauten beutschen 3ugenb bie Ausgaben erfüllen zu können, bie ihm ber nationalsozialistische Staat zvge- roiefen hat. Am als Führer nicht nur in bet Schule, sonbern im Leben selbst Vorbilb sein zn können, erforbert es bes immerwährenben Einsatzes aller Kräfte unb aller Erprobung ber ganzen Persönlichkeit. Eine solche Erprobung sollen bähet bie vier Wochen Gemeinschaftslager für ben Lehret ebenfalls barstellen. Aus diesem Grunde ist bie verlängerte Ferienzeit gleichzeitig auch gebucht als eine ftänbige, alljährlich wieberkehrenbe Lei- ftungsprüfung, bei ber sich zu ergeben haben wirb, wer als Lehrer unb Erzieher für sein verantwortungsvolles unb hohes Amt noch b ie n o 11 roenbige jugenbliche Spannkraft besitzt, ohne bie roeber nach nationalsozialistischen Zielen erzogen, noch in nationalsozialistischem Geiste gelehrt werben kann. Der Lehrer wirb baher in Zukunft mit bem Staatsexamen nur eine notwen- bige vorbilbung abgeschlossen haben, nicht seine Bilbung überhaupt. Bei ihm, ber in täglicher unmittelbarer Verbinbung mit ber 3ugenb steht, heißt sie: Fortwährenbe Ergänzung unb Hebung aller Kräfte. Die vier übrigen Ferienwochen werben bem Lehrer uneingeschränkt für seine Familie unb zu seiner anberroeitigen Verfügung stehen. Das übrige Schuljahr ist nur noch bu-ch wesentlich kürzere Ferien zu ben Weih- nachts- unb Offerfelerfagen unterbrochen. Neueinteilung des Schuljahrs. Um vier Wochen verlängerte Sommerferien. — Alljährliche Gemeinschaftslager her Lehrer. Pahlawi, nach türkischem Muster eine geschlossene persische Volkspartei als Stutze seiner Regierung zu gründen. Seitdem läßt sich eine ständige freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten verzeichnen. Trotzdem besitzt die jetzt angekündigte Reise des Schah nach Ankara einen so starken demonstrativen politischen Charakter, daß die freundschaftliche Zusammenarbeit an sich zur Erklärung kaum ausreicht. Es dürfte auch kaum ein Zufall sein, daß sie zu einer Zeit erfolgt, in der von türkischer Seite die Dardanellenfrage neu aufgeworfen wird, in der die Türkei in Genf eng an der Seite Rußlands aufmarschiert und dafür das besondere Wohlwollen Frankreichs erntet. In Moskau kennt man noch aus der „fluchwürdigen" zaristischen Zeit her die Hebel, deren man sich zu einem Druck auf England bedienen muß. Sie lassen sich am wirkungsvollsten im vorderen Orient ansetzen. Was vermöchte aber dem englischen Einfluß in Persien mehr schaden als ein jo offenkundiger Anschluß des Schahs an das franzo- sisch-russisch-türkische Paktsystem? Kommunistische Propaganda in der englischen Wehrmacht. London, 11. Juni. (DNB.) Das konservative Unterhausmitglied Generalmajor Sir Alfred Knox fragte den Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten, ob ihm bekannt fei, daß die Dritte Internationale von Moskau augenblicklich aufrühre, rische Propaganda unter den britischen Truppen unternehme und welche Aktionen dagegen geplant seien. Der Finanzsekretär des Kriegsamtes, DuffCooper, erwiderte: Die Antwort auf den ersten Teil der Anftage lautet bejahend. Es würde nicht im öffentlichen 3 n = t e r e ff e liegen, die verfügbaren Informationen zu veröffentlichen. Eine Aktion kann nur unternommen werden, wenn genügend Beweismaterial dafür vorhanden ist, daß ein Bruch des G e - fetzes stattgefunden hat. Knox gab sich mit dieser Antwort jedoch nicht zufrieden. Er betonte, daß Agitationsmaterial der Dritten Internationale i n täglichem Umlauf unter den britischen Truppen sei und forderte das Foreign Office auf, g e - gen di e russische Regierung, ohne deren Zustimmung die Kommunistische Internationale nicht einen Tag bestehen könne, vorzugehen. Duft Cooper erklärte, daß die Vorlage zur Erleichterung der Bekämpfung staatsfeindlicher Umtriebe den Behörden es ermöglichen würde, gegenüber den Leuten, die dieses Materiatt in Umlauf setzten, wirksamer vorzugehen. Deutschlanh tritt hem Waffenausfuhrverbot nach Bolivien unh Paraguay bei. Genf, 11. Juni. (DNB.) Dem englischen Botschafter in Berlin ist auf seine Anfrage wegen der Haltung Deutschlands zum Waffenausfuhrverbot nach Bolivien und Paraguay folgende Antwort erteilt worden: „Die deutsche Regierung erklärt, daß sie auch nach ihrem Austritt aus dem Völkerbund den Grundsatz der Erklärung vom März 1933, die sie mit anderen Staaten im Völkerbund unterzeichnet hat, weiter anerkennt, wonach die Ausfuhr und der Transport von Waffen, Kriegsmaterial, Flugzeugen oder ihren Teilen, sowie Munition, die nach den kriegführenden Ländern Bolivien und Paraguay bestimmt sind, verboten werden." Die deutsche Regierung hat hin» zugefügt, daß sie bereit ist, im Einklang mit dieser Erklärung zu handeln, vorausgesetzt, daß alle anderen beteiligten Regierungen sich wie früher verpflichten, ebenso zu verfahren. Wo bleibt die Abstimmungs- kommission? Das Laargebict wartet? Saarbrücken, 12. Juni (WK.) Ziemlich sang- und klanglos hat die hohe und höchste Diplomatie nun wieder Genf verlassen, unb nur noch wenige Schlachtenbummler bevölkern die Straßen der schönen Schweizer Stadt. Die weitere Betreuung der laufenden politischen Angelegenheiten, soweit sie die Maschinerie des Völkerbundes angehen, liegt nun bei dem Völkerbundssekretariat selbst, nachdem die maßgebenden ausländischen Staatsmänner wieder nach Hause zurückgekehrt sind. Umso nachdrücklicher muß immer wieder daran erinnert werden, daß dem Völkerbundssekretariat laut Entschließung der Ratsversamm- lung noch eine außerordentlich wichtige Aufgabe bevorsteht, nämlich sich um die endgültige Zusammensetzung der Dreierkommission für die Abstimmung im Saargcbiet zu bemühen, um die Kandidatenliste so rasch wie möglich den Ratsinstanzen zur Genehmigung vorzulegen. Wir haben schon vor einigen Tagen das Bedenken gehegt, daß möglicherweise durch ben büro- kratischen Geschäftsgang der schwerfälligen Völker- bundsorganisation eine Verschleppung stattfinden könnte, die für das Saaroolk unter keinen Umständen tragbar wäre. Wenn die Kommission ihre Arbeiten wirklich objektiv und im Interesse der Saarländer leisten will, so ist es notwendig, daß sie sich so schnell wie möglich in den schwierigen politischen Stoff der Saarabstimmung einarbeitet. Nachdem der Rat eindeutig den 13. Januar 1933 als Abstimmungstermin festgelegt hat, ist es vornehmste Pflicht seiner Organe, dafür Sorge zu tragen, daß der Dreierausschuß nun ohne weitere Verzögerung konstituiert wird. Oie Trauerfeier für die Opfer der Bugginger Grubenkatastrophe. Buggingen, 11. Juni. (DNB.) Unter Anteilnahme aller Bevölkerungskreise fand am Montag die große Trauerfeier für die Opfer des Bergwerksunglücks im Zechenhof des Kalibergwerkes Buggingen statt. Vor der Tribüne, auf der die Vertreter der Behörden, der Partei und der Verbände Platz nahmen, war ein Sarkophag aufgestellt, auf dem die Hakenkreuzfahne und die Wahrzeichen des Bergmannes lagen. Rechts und links von der Tribüne ein Wald von Fahnen. Als Vertreter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers war Reichsarbeitsminister S e l d t e erschienen. Ferner waren zu- aegen der Reichsstatthalter von Baden, Robert Wagner, der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, die badische Regierung, Führer der badischen SA., der SS, und des NSDFB., des Arbeitsdienstes, Vertreter der kommunalen Behörden und der Kirchen, unter letzteren auch Erzbischof Dr. Gröber- Freiburg. Das Heulen die Sirenen gab das Signal zum Beginn der Feier, Generaldirektor W i f f e l m a n n hob in seiner Ansprache hervor, daß das große Mitgefühl, das sich in allen Teilen des Reiches und auch des Auslandes geregt habe, ein gewisser Trost für den großen Schmerz gewesen sei, den das so schwere Unglück bereitet habe. — Reichsstatthalterter Robert Wagner sagte, wie der einzelne zurück zu seinem Vaterland gefunden habe und heute erfüllt sei von dem Geist des neuen Staates, so sei das Volk heute wieder bei jedem einzelnen. Dieser neue Geist des Volkes sei zum Ausdruck gekommen in der Hilfsbereitschaft, die sich nach dem Unglück von Buggingen überall gezeigt habe. — Staatsrat Dr. Ley überbrachte die Grüße des Führers. Wir wollen an diesem Grabe geloben, die Treue zu halten, wie die Toten treu waren. Wir wollen geloben, daß wir darüber hinaus für alle Zeiten für die Opfer der Arbeit Treue und Kameradschaft in unserem Volke pflegen werden. — Als letzter Redner sprach Reichsarbeitsminister S e l d t e das Mitgefühl des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers aus. Die Männer, die in die Tiefe stiegen, um die dort liegenden Güter für das deutsche Volk frei zu machen, hätten diesen großen Pionierdienst am deutschen Volke mit ihrem Leben bezahlt. Denken wir daran, daß Leben und Tod ewig miteinander verbunden find und daß nur aus den Opfern der Menschen das Leben der Zukunft und der Jugend besteht. Wir alle wollen wie die Toten mitarbeiten an den großen Zielen, zu denen uns unserer Führer den Weg gewiesen hat. Sie Eröffnung des Wisent-Geheges in der Schorfheide. Am Sonntag vollzog Reichsjägermeistcr Ministerpräsident Göring vor zahlreichen Vertretern des Diplomatischen Korps, der Regierung und der deutschen Jägerwelt die Eröffnung des Wisent- Geheges in der Schorfheide, dem größten Naturschutzgebiet Deutschlands. Oberlandforstmeister Dr. Hausendorff gab einen historischen Rückblick über den Wisent, von dem heute noch etwa 70 Stück in Europa vorhanden seien. Ministerpräsident Göring sprach von den Absichten der Wiedereinführung und Vermehrung bedrohter Wildarten. Er wolle versuchen, das urige Wild des deutschen Waldes vor dem Untergang zu retten. Der Bestand an Wisenten müsse wieder auf 2000 Tiere gebracht werden. Jetzt fänden zunächst 9 Stück unter den Kronen des märkischen Waldes ihre Heimat. Mit der stärkeren Durchsetzung des Waldes mit dem Wisent hoffe er auch, eine schärfere Auslese unter den Jägern durch die Jagd auf diesen Urstier, die keine leichte sein werde, erreichen zu können. Ein weiteres Gebiet der Schorfheide fei der Hege des Elches vorbehalten, von denen er in Ostpreußen 40 Exemplare habe fangen lassen. Auch dieses urdeutsche Wild solle auf mehrere hundert Stück in der Schorfheide gebracht werden. Besonders wertvoll für die Ergänzung des Wildbeftandes fei auch die schon erfolgte Aussetzung von mehreren asiatischen Wildpferden und Mufflons. An allen diesen Maßnahmen sollten weiteste Kreise der Volksgenossen teilnehmen. Deshalb werde am Rande der Schorfheide ein Schaugatter erstehen. Dem Volke solle gezeigt werden, daß die Jagd nicht das Vorrecht einiger weniger Menschen sei, daß sie vielmehr zur Hege des Wildes notwendig sei. Der Ministerpräsident gab dem Wunsche Ausdruck, daß sein Beispiel auch anderen Ländern den Anreiz gebe, wertvolle, vor der Ausrottung stehende Wildarten auf diese Weise zu erhalten und ihre Bestände zu mehren. Kunst und Wissenschaft. Trägerstreik bei der deutschen Himalaja-Expeditton. Nach einem bei dem „Drathlosen Dienst" eingelaufenen telegraphischen Bericht des Leiters der deutschen Himalaja-Expedition sind 20 Balti-Träger in den Streik getreten. Sie versuchten, genau wie vor zwei Jahren, die Arbeit der deutschen Expedition in kritischer Stunde lahmzulegen und auch jetzt wieder eine viel zu hohe Lohnforderung durchzufetzen. Die Forderung wurde abgolehnt, die 20 Träger sofort entlassen. Der andere Teil der Baltis blieb unter einem zuverlässigen Führer treu. Die Leute aus Darjeeling sind nach wie vor auf ihrem Poften. Die Expedition arbeitet nunmehr mit 20 Baltis und 30 Darjeeling-Leuten, also mit insgesamt 50 Hochträgern Trotz des Streiks der Träger, der die Anwesenheit fast aller Expeditionsteilnehmer im Hauptlager notwendig machte, wurde der Vorstoß nach dem Lager 4 in 5800 Meter Höhe tatkräftig gefördert. Die Spitzengruppe war im Lager 1, also in 4600 Meter Höhe auf dem Rakiot-Gletschcr einen Tag eingeschneit. Sie konnte am 2. Juni das Lager 2, am 4. Juni das vorläufige Lager 3 und am 6. Juni das endgültige Lager 4 mit Hilfe von 12 Trägern errichten. Oie Auseinandersetzung in derEvangelischen Kirche. Berlin, 11. Juni. Die Kreuzzeitung gibt in ihrer kirchlichen Wochenschau einen Ueberblick über die Auseinandersetzung im evangelischen Lager. Es wird dazu eine Kundgebung erwähnt, die von 35 Lehrern der Theologie an deutschen Universitäten unterzeichnet wurde, darunter von Karl Barth, Bultmann - Marburg, Deißmann- Berlin, D e i s s e r - Greifswald, L i e tz m a n n - Berlin, L ü tz e r t - Berlin, S ch a e d e r - Breslau, Schmitz- Münster, S ch n i e w i n d - Königsberg, Sellin-Berlin und von Soden-Marburg. In dieser Kundgebung heißt es u. a.: „In der evangelischen Kirche ist ... das Führerprinzip ein schrift- und bekenntniswidriges Prinzip, das bisher noch nie in ihr anerkannt worden ist. Luther und Calvin waren gewiß die geistlichen Führer in der Kirche ihrer Zeit, aber gerade sie haben niemals aus der Gabe und aus der tatsächlichen Stellung ein Prinzip gemacht, das sich in der äußeren Ordnung „auswirken" und ein Amt begründen soll." ... Die Kirche hat nach reformatorischem Bekenntnis nur eine Aufgabe: das Evan- aelium zu verkündigen ... Das schließt nicht aus, sondern ein, daß die Kirche dem Staat den ganzen schuldigen Gehorsam als der weltlichen Obrigkeit in Sachen der Obrigkeit leistet, und daß der Staat der in diesem Sinne gehorsamen Kirche ihre Verfassung rechtlich garantiert. Das schließt aber aus, daß die „starke, innere Verbundenheit zwischen Staat und Kirche" dahin verstanden wird, daß die Kirche die Weltanschauung des Staates und der Partei zu verkünden habe, und daß die Verfassung der Kirche den Formen des Staates anzugleichen sei. Die Kirche ist .. die Stätte der reinen und Gott verantwortlichen Verkündigung des Wortes Gottes an das Volk, das sich zum Evangelium bekennt." Ende Mai waren in Wuppertal-Barmen etwa 140 Synodale aus fast allen deutschen Landeskirchen und aus allen Prooinzialkirchen zu einer „Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche" zusammengetreten, um alle evangelischen Christen zu vereinigen, „die gewillt sind, sich um Schrift und Bekenntnis zu sammeln und auf diefer unveräußerlichen Grundlage eine wahrhaft evangelische Gestalt der Kirche zu gewinnen." Die Synode stellte sechs Thesen auf, von denen jede zuerst ein Bibelwort anführt, auf das sie sich stützt. Die erste These sagt, daß die Kirche neben und außer dem Wort Gottes keine andere Offenbarung anerkennen könne. Im zweiten Satz wird gesagt, daß dieses Wort Anspruch auf das ganze Leben habe, und daß es keine Bereiche des Lebens gebe, in denen der Menfch anderen Herren zu eigen wäre und nicht der Rechtfertigung durch den Glauben an das Evangelium bedürfe. Die folgenden Thesen handeln von der Kirche, zunächst von ihrer Aufgabe, die es ausschließe, daß sie in der Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder jeweilig herrschenden weltanschaulichen ober politischen Ueberzeugungen folge. These 4 besagt: „Die verschiedenen Aemter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die andern, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben oder geben lassen." These 5: „Die Schrift sagt uns, daß der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu forgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat diefer feiner Anordnungen an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt! Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche Berlin, 11. Juni. 2tuf einer Kreiskirchentagung der Deutschen Christen in Berlin-Tegel gab der Reichsbischof auf die Frage „Was verlangt der nationalsozialistische Staat von der Kirche?", eine formulierte Antwort, in der er Ausführungen über den Begriff des positiven Christentums machte. In seiner Rede führte der Reichsbischof u. a. aus: Die Kirche kann dem Staat nur das geben, was sie nach ihrem innersten Wesen tatsächlich ist. Sie kann dem Staat nur geben, daß sie sich selber treu i st als eine Gemeinschaft von Menschen im positiven Christentum. Es ist hinreichend bekannt, daß die Bezeichnung positives Christentum durch das nationalsozialistische Parteiprogramm in §ie Erörterung gestellt ist. Wenn heute der Versuch unternommen wird, diesem .Programmpunkt eine andere Auslegung zu verleihen, so sehen diese Kritiker niaj! das Werden und Wollen der kommenden Kirche, sondern vor ihrem Auge steht d i e Kirche von gestern. Der Reichsbischof wandte sich gegen die „Umdeutung des Paragraphen 24 des Parteiprogramms seitens der Neugermanen" und erklärte: Positives Christentum umfaßt für den Staatsmann zunächst nur die Form christlicher Gemeinschaft, wie sie im Leben unseres Volkes vorhanden ist. Das find die christlichen Kirchen beider Konfessionen als die organisierten christlichen Gemeinschaftsformen. Die Marxisten versuchten dieses positiv vorhandene Christentum zu einem Verein zu machen. Der Nationalsozialismus dagegen erkennt es an a l s die Quelle der großen kulturellen und religiösen Kräfte in in^rem Vo^. Damit ist etwas ungeheuer wichtiges gesagt. Der Nationalsozialismus erkennt damit nicht nur aus politischen Gründen und um einen Kulturkampf zu vermeiden, das Christentum an, sondern er bekennt si ch selb st zu diesem Volk und zu der Quelle seiner religiösen und moralischen Kräfte. Mit diesem Bekenntnis stehen wir bei der inneren Deutung des positiven Christentums vom Glauben her. Denn es geht nicht um trie positiv vorhandene Form, sondern um den positiven Inhalt des Christentums. Dann bedeutet das Bekentnis des Programmpunktes 24 nicht nur das Bekenntnis zu den Kulturwerten einer Kirche, sondern das Bekenntnis eines Volkes zu der Lebensherrschaft Gottes über dieses Volk. Positives Christentum ist das Bekenntnis, das diese Welt nicht von selber weiß, sondern Gott zum Schöpfer hat. über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden." Der'letzte Satz schließlich wendet sich gegen die „menschliche Selbstherrlichkeit" der Kirche und da- gegen, daß sie das Wort Gottes in den Dienst eigener Wünsche, Zwecke und Pläne, die außerhalb ihres Wesens liegen, stelle. „In diesen Sätzen sieht die Bekenntnissynode die unumgängliche theologische Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes der Bekenntniskirchen, und sie fordert alle, die sich dieser Erklärung anschließen können, auf, über ihren kirchenpolitischen Entscheidungen dieser theologischen Erkenntnisse eingedenk zu sein." Denn es ist das Epochemachende am Nationalsozialismus, daß er sich auf diesen tiefen Sinn der Schöpfung wieder besonnen hat, den die ungläubige Zeit des Liberalismus' nicht mehr kannte. Positives Christentum ist nicht nur das Bekenntnis, daß Gott der Schöpfer und damit der Herr über Volk und Geschichte ist, sondern daß Chri - st us der Heiland ist. Darum kann man nicht äußerlich, weil es für den Staat gut wäre und für das Volk tröstlich, die Kirchen eben nur erhalten, man muß selbst in der Kirche leben, und sich Christus als seinem Herzog und Heiland an- vertrauen, in der Gewißheit, daß Gott die Menschen durch Christus angenommen. Das ist positives Christentum, daß man weih, man steht in dem großen Kampf zwischen Himmel und Hölle, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse auf der Seite, wo der Sieg ist durch Christus. Es ist klar, daß man nun nicht den wundervollen Geist der nationalfozialistifchen Bewegung verwechseln darf mit dem Heiligen Geist Gottes in der Kirche. Darum muß positives Christentum irgendwie eine Gemeinschaft finden, die man Kirche nennt, weil ihr alleiniger Herr und Meister Jesus Christus ist. Je mehr die Menschen des Dritten Reiches sich zur wirkli chen und wahren Kirche halten, um so tiefer begründen sie die vorhandene Volksgemeinschaft. Der Nationalsozialismus hat der Kircbe den Weg frei gemacht. Die Kirche hat unser Volk in feinem seelischen Bereich immer von neuem zu letzter Besinnung zu führen. Das ist die Antwort der Kirche an den Nationalsozialismus in dem Bekenntnis zum positiven Christentum. Es ist die Aufgabe der Pastoren, die Wahrheit des Evangeliums schlicht und einfach, wie sie das Volk versteht, einem weithin durch den Marxismus irregeführten Volk treu und echt zu verkünden. Es ist ihre Aufgabe, nicht über den Glauben zu reden, sondern aus dem Glauben. Es ist die Pflicht aller, daran zu denken, daß die Kraft des Christentums nicht in dem Streit um kirchenpolitifche Machtpositionen, sondern in dem neuen Glauben an Christus liegt. Man foll nicht auf die Pastoren schelten und selbst der Kirche fernbleiben. Gott hat die Gemeinschaftskräfte durch Adolf Hitler neu und lebendig gemacht. Die Kirche wird im positiven Christentum diesen Gemeinschaftskräften die innere Kraft und Heiligung aus dem Evangelium geben. Ihr Tun ist wirklicher Gottesdienst. Sie hilft dem Volke mit der ihr anvertrauten Gabe. Der Reichsbischof Über posiüves Christentum. Eine Kundgebung der Deutschen Glaubensbewegung. Berlin, 12. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Deutsche Glaubensbewegung veranstaltete Montag abend eine überaus stark besuchte Kundgebung. Dr. G e r i ck e erläuterte die ,/Scharzfelder Richtsätze", die für die Marschrichtung der Deutschen Glaub ensbewoaung maßgebend seien. Sie lauten: 1. Die Deutsche Glaubensbewegung will die religiöse Erneuerung des deutschen Volkes aus dem Erdgrunde der deutschen Art. 2. Die deutsche Art ist in ihrem göttlichen Ursprung Auftrag aus dem Ewigen, dem wir gehorsam sind. 3. An diesen Auftrag allein sind Wort und Brauchtum gebunden. Ihm gehorchen heißt sein Leben deutsch führen. Der Redner stellte dann einzelne Sätze eines Deutschglaubens dem Dogma gegenüber. Zu nennen ist hier vor allem die Ablehnung der Erbsünde und der auf diesem Doama beruhenden Mittlerschaft des Messias. Der Person Jesu geschehe dadurch kein Abbruch. „Wir wollen' und können bei dem halben Prozeß Martin Luthers nicht stehen bleiben. Wir fordern Gewissensfreiheit, aber wir fordern ebenso Bindung. Wir binden uns an den religiösen Urgrund unseres Volkes, an den Mythos des Blutes. Man kommt uns giit dem Artikel 24 des Parteiprogramms. Für die Auslegung dieses Artikels ist die Deutsche Glaubensbewegung nicht zuständig; noch viel weniger aber sind Geistliche hierfür zuständig. Wir leben ganz und gar aus nationalsozialistischem Geist. Wer die Zeichen der Zeit begreift, der weiß, daß es heute nicht darum geht, eine neue nur politische Episode von hundert oder zweihundert Jahren in ein altes europäisches Gefüge einzuschieben, sondern daß es darum geht, ein Jahrtausend zu umbrechen. Wir geben dabei auch germanisch-deutsche Geschichte keineswegs für Religion aus, sondern umgekehrt treibt uns unser Glaube, die Glaubensart und Lebensart unserer Vorvater zu erforschen, ohne daß unser Glaube von den Ergebnissen solcher Forschung abhängig wäre. Wir achten jeden aufrichtigen Christen. Und wenn der Christ der Ansicht ist, oaß ihm der Christ im fremden Volke nciherfteht als der „Heide" im eigenen Volke, so sagen wir: Der Christ im eigenen Volke steht uns näher als der „Heide" im fremden Volk, gerade weil oder fasern der Christ unser Volksgenosse und damit unseres Blutes ist. Darauf aründet sich ja gerade unser Glaube. Wir respektieren aus demselben Grunde auch die blutgeburibenen Gestaltungskräfte anderer Nationen. Gras Reventlow betonte, daß für die deutsche Glaubensbewegung der Begriff der Religiosität sich nicht allein auf das Jenseitige beschränke, sondern das ganze Leben durchpulse. Die Vorstellungen des Neuen Testaments seien gemischt aus Reli- glonsvorstellungen vergangener Zeiten und ge- nügten nicht, uns religiös zu erfüllen und zu bmöen. „Wir folgen der Stimme, die von Gott in uns hineingelegt worden ist, dem Gewissen und der Ahnung des Göttlichen." Daß die Christen in wachsendem Maße sich der Kirche und dem Christentum entfremdeten, daran fei u. a. die Tatsache schuld, daß der Deutsche, je freier und bewußter es um feine Seele werde, um so weniger ein Dogma vertragen könne. Graf Reventlow wandte sich dann gegen die Anschauung, daß Gott durch eine Persönlichkeit bärge ft eilt werden müsse. Für die Deutschgläubigen bedeute das eine Herabsetzung ihrer Gottesvorstellung und ihrer Gott- empsindung. Der Redner wies sodann die Unterstellung zurück, die Deutschgläubigen seien Materialisten des Blutes und der Raffe. Der Menfch habe Trier, 10. Juni. (DNB.) Die Trierer Tagung des DDJ., die 72. Jahresversammlung, fand am Sonntag mit der Hauptsitzung des Vereins und einer anschließenden Saarkundgebung, über die bereits berichtet worden ist, ihren Höhepunkt. Die geschäftlichen Verhandlungen wurden mit dem Bericht des Direktors Prvf. Dr. M a t = schoß über das abgeschlossene Dereinsjahr 1933/34 eingeleitet. Der Berichterstatter wies auf die umfassende technisch-praktische und auch rein wissenschaftliche Arbeit des großen deutschen Jngenieur- Berufsverbandes hin, in dessen 25 Fachausschüssen über 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig seien, und von dessen Druckschriften im vergangenen Jahre rund 2,6 Millionen Exemplare in alle Welt, davon allein 600 000 in das außerdeutsche Ausland, hinausgingen. Der Mitgliederfchwund der letzten Jahre sei bereits um zwei Drittel auf geholt. Die Finanzlage des DDJ. gebe zu keinen Besorgnissen Anlaß. Das Beitragsverfahren des Jahres 1933 werde beibehalten. Es fei gelungen, den Etat für wissenschaftliche VDJ.-Arbeit um 100 000 Mark zu erhöhen. Die Gründung des DDJ-Auslandsver- banbes Uruguay fanb bie Genehmigung bes Dorftanbsrates. Auslandsverbände bestehen in Holland, Oesterreich, Argentinien, Japan, China usw. Die nächste Jahreshauptversammlung findet in Breslau statt, wo bei biefer Gelegenheit bas 25jährige Jubiläum ber technischen Hochschule Breslau festlich begangen werden soll. Der Vorsitzende Dr.-Jng. Schult gab die Verfügung des Stellvertreters des Führers über die Gründung des Amtes der Technik bekannt, dessen Führer, Staatssekretär Feder und Dr. Todt, der DDJ.- Tagung telegraphisch ihre Grüße übermittelt haben. Dr Schult gab bekannt, daß die Regelung der Frage der Organisationen im Bund deutscher Technik demnächst auch für den DDJ. in Besprechungen mit den Führern des Amtes der Technik feftgelegt werde, deren Ergebnis vertrauensvoll abgewartet allerdings die Aufgabe, in diesem Leben mit allen Kräften der Vollkommenheit zuzuftreben. Das könne er nicht besser tun als in dem Bewußtsein seines Blutes und feiner Raffe und der daraus folgenden vollkommenen Hingebung an fein eigenes Volk. Das fei kein Rasfenmaterialismus, denn Raffe und Blut feien von Gott gegeben. Den Erlöfungsgedanken des Christentums lehnte Graf Reventlow ab. Wir feien zwar erlösungsbedürftig von der Ichsucht, müßten aber bestrebt sein, diese Unvollkommenheiten zu überwinden. Die Deutsche Glaubensbewegung lehne den Gedanken der Strafe und den biblllch verstandenen Begriff der Sünde ab. Unsere Vorfahren hätten diesen Begriff nicht gekannt, und sie seien frömmer und ehrfürchtiger gewesen als die Juden des Alten Testaments. Dafür fei unseren Vorfahren der Begriff ber Schuld um so vertrauter gewesen. Boi aller Bejahung des diesseitigen Lebens fei für den Deutschen im Grunde doch die unsichtbare Stimme, die ihn nach oben weise, das Lebengebende, das ihn vorwärts bringe. werden könne. Auch das Verhältnis zur Deutschen Arbeitsfront werde so schnell wie möglich einer Klärung entgegengeführt werden. Grußworte an die Versammlung richtelen im Auftrag der Behörden Regierungspräsident Dr. Saaßen (Trier), im Auftrage des Stabschefs Röhm der Reichsführer der Technischen Nothilfe, SA.-Gruppenführer E i n r e i ch und im Auftrage des Reichsunterrichtsministeriums der Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Prof. Stark. Letzterer kündigte an, daß das Reichsunterrichtsministerium für die Einrichtung neuer Laboratorien und Forschungsstätten größere Geldmittel zur Verfügung gestellt habe, an deren Ausnutzung auch die deutsche Technik hervorragend beteiligt werde. Dann nahm Dr. Schult, der Vorsitzende des DDJ., die üblichen Ehrungen vor. Die Grashof-Denkmünze, die größte Ehrung des VDJ., wurde an Kommerzienrat Roechling verliehen, der goldene Ehren- r ■ n g des V D I., eine neue Stiftung des Verbandes, vier Jungingenieuren, die in ihrer Berufsarbeit bereits größere Erfolge erzielt haben. Es erhielten den Ring: Direktor Benkert (Berlin- Siemensstadt), Dr.-Jng. Siegfried Ki eß kalt (Frankfurt a.M.-Höchst), Dipl.-Jng. Ernst Mahle (Stuttgart-Cannstatt) und Otto Mayr, Leiter des Hochspannungs-Versuchsfeldes der Transformatoren» fabrit der AEG. In einer aufjerprogrammäfjigen Sitzung trafen sich am Sonntagnachmittag d i e DDJ.-Jung- Ingenieure; im Anschluß an die Besprechungen fanoen Besichtigungen der römischen Altertümer statt. Am Sonntagabend wurde die VDJ.-Tagung mit einer Abendveranstaltung abgeschlossen. Bei dieser Gelegenheit ging Professor G o r b i tz, der Vorsitzende des Darstandsrates, auf die Ziele des DDJ. in der Gegenwart ein und legte ein Treuebekenntnis des ganzen Berufsverbandes der deutschen Ingenieure zu Volk, Staat und Wirtschaft ab. Am Montag fanden sich die Tagungsgäste zu Besichti» Die Trierer Tagung des BOI. gungen industrieller Werke In Trier und Umgebung zusammen, während ein großer Teil von ihnen Stu- oienfahrten ins Saargebiet unternahm. Für den Dienstag sind Fahrten zu den Schlachtfeldern von Verdun vorgesehen. 2000 Todesopfer der Unwetterkatastrophe in Mittelamerika. Nach den in Reuyork vorliegenden Meldungen aus San Salvador laufen dort aus dem ganzen Lande Berichte über die Schaden des Wirbel- sturmes und der Wolkenbrüche, die am Freitag das Land heimgefuchl haben, ein. Die Zahl der Toten wird mit mehreren hundert angegeben. Zum Teil find die Opfer ertrunken, zum Teil find sie bei den Bergrutschen verschüttet worden. In San Salvador wird ein neuer Tropensturm aus dem Golf von Mexiko erwartet. Alle Vorsichtsmaßnahmen sind bereits getroffen. Wie „Associated preß" aus San Salvador meldet, wird die Zahl der Todesopfer der Wetterkatastrophe, die allein in der Umgebung von San Salvador zu beklagen find, neuerdings auf 2000 geschaht. Der Leiter des Flughafens der panamerikanischen Fluglinie, Calloway, hat einen Flug über das von der Katastrophe betroffene Ge- biet unternommen. In feinem Bericht heißt es, daß ganze Ortschaften durch Erdrutsche zerstört wurden. Als er über den Lempa-Fluß flog, sah er, wie noch der Schornstein eines Flußdampfers aus dem Wasser herausragte. Ueberalt in den Gewässern trieben Leichen umher. Der Küstenstrich von La Libertad in La Union sei am schwersten betroffen worden. Auch dort seien ganze Dörfer zerstört worden. Der Präsident von Salvador Hal eine große Hilfsaktion eingeleitet. Er Hal ferner eine Verordnung erlassen, wonach die Preise für Lebensmittel nicht erhöht werden dürfen und die Einfuhrzölle auf Weizen, Reis ufro. für die Dauer von drei Monaten aufgehoben werden. Rach einer ergänzenden Meldung der „Rew pork Times" aus San Salvador ist bei der lleber- fchwemmungs- und Wirbelsturmkatastrophe das Dorf Agua Ealiente mit feinen 250 Einwohnern vollständig vom Erdboden verschwunden. Außerordentlich groß sind auch die Verwüstungen in der Stadt St. Thomas, wo etwa 60 v. h. der Gebäude zerstört wurden. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Dollar. Ausklang in Genf. Oie Einsetzung der Ausschüsse. - Italien und Ungarn halten sich zurück, England meldet Vorbehalte an. Genf, 11. Juni. (DNB.) Der Hauptausschuß her Abrüstungskonferenz hat nach kurzer Beratung am Montag die vier in der Einigungsentschließung vorgesehenen Arbeitsausschüsse eingesetzt. Das Hauptinteresse wendet sich naturgemäß der Bildung des Sicherheitsausschusses zu. Als Präsident Les Ausschusses wurde der Vizepräsident der Abrüstungskonferenz, Po litis (Griechenland), ein- ftimmig gewählt. Diesem Ausschuß werden alle europäischen Staaten außer Deutschland angehören. Es Zeigte sich aber sofort, daß auch innerhalb dieses europäischen Gremiums in der Sicherheitsfrage erhebliche Gegensätze bestehen. Der ungarische Vertreter General Tanczos lehnte die Beteiligung Ungarns als Mitglied des Sicherheitskomitees ab, ha offenbar nur das alte Regime der Allianzen hier wieder neubelebt werden solle, ein System, das mit den Grundgedanken des Völkerbundes unvereinbar sei. Ungarn werde sich daher -nur durch einen Beobachter vertreten lassen. Auch der italienische Delegierte Marchese S or ag n a kündigte an, daß Italien in dieses wie auch in die anderen Komitees nur einen Beobachter entsenden werde. Die Vertreterin Englands, Corbett Ashby, stellte fest, daß England sich zwar auch im Sicherheitskomitee durch ein Mitglied vertreten lassen werde, daß es aber seinen eigenen Beitrag zu dem System regionaler Pakte schon durch den Locarnovertrag geleistet habe. Aus eine Beteiligung Englands an etwa abzuschließenden sonstigen europäischen regionalen Pakten könne nicht gerechnet werden. Litwinow hatte Bedenken dagegen, daß die Sicherheitsfrage durch die Bildung eines aus europäischen Staaten bestehenden Ausschusses gewissermaßen als eine europäische Frage angesehen werde. Der Friede sei kein Privileg Europas. Er deutete an, daß der Friede auch außerhalb Europas gestört werden könne, offenbar ein Hinweis auf die Spannungen im Fernen Osten. Er trat neben den regionalen Pakten für einen universellen Pakt ein, der zur wirksamen Sicherung des Friedens notwendig fei. Henderson betonte, daß die Aufgabe des Komitees keineswegs begrenzt sei. Wenn das Komitee sich später die Aufgabe stelle, außereuropäische Pakte zu studieren, dann könnten auch außereuropäische Staaten an ihm teilnehmen. Der Ausschuß, der sich mit der Durchführung der Garantien und Kontrolle befassen soll, wurde aus dem schon bestehenden „Ausschuß für allgemeine Verfügungen" gebildet und der Ausschuß für Luftfahrt unter dem Vorsitz des Spaniers Madariaga bestätigt, ebenso der Ausschuß für Waffenfabrikation und Waffenhan- d e l unter dem Vorsitz des dänischen Delegierten Scavenius. Darauf vertagte sich her Hauptausschuß. In seinen Schlußworten erinnerte Henderson an hie in her grundlegenden Entschließung gewünschten Verhandlungen der Regierungen, als deren Ziel die Rückkehr Deutschlands in die Abrüstungskonferenz bezeichnet worden war. Henderson behielt sich vor, das Präsidium der Konferenz wie- >der einzuberufen, falls diese Verhandlungen zu lange andauern würden. Reiche Ehrungen für den 70jahrigen Richard Strauß. Geburtstagsfeier in der Dresdener Eiaatsoper. Liebe und Verehrung der Musikstadl Dresden zu Richard Strauß kam in einer erhebenden Feier zum Ausdruck, die aus Anlaß des 7 0. Geburtstages des Meisters in der Dresdner Staatsoper stattfand. Auf der im Stile des „Rosenkavaliers" gehaltenen Bühne hatten u. a. Reichsstatthalter M u t s ch m a n n , Ministerpräsident von Killin - g e r, Volksbildungsminister Dr. hartnacke, Oberbürgermeister Z ö r n e r, Generalintendant Geheimrat Dr. Adolf und Generalmusikdirektor Böhm Platz genommen, in ihrer Mitte auf goldenem Sessel her Meister. Geheimrat Dr. Adolf begrüßte die Ehrengäste und dankte dem Präsidenten der Reichsmusikkammer, Prof. Dr. Richard Strauß, dafür, daß er seinen 70. Geburtstag in Dresden verlebe. Die Straußfchen Werke feien in Dresden stets mit ganz besonderer Liebe gepflegt worden. Von hier aus hätten die meisten ihren Siegeszug durch die Welt angetreten. Es sei erfreulich, daß Dr. Strauß beschlossen habe, auch seine neue, noch in Bearbeitung befindliche Oper „Die schweigsame Frau" der Dresdner Oper zur Uraufführung zu übergeben. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit habe die Generalintendanz eine von Prof. Lederer gegossene Broncebüste des Meisters im Wandelgang der Dresdner Oper aufgestellt. Volksbildungsminister Dr. hartnacke sprach Dr. Strauß die Grüße und Wünsche der sächsischen Staatsregierung aus und gab unter jubelnder Zustimmung bekannt, daß er Dr. Richard Strauß zum Ehrenmitglied der sächsischen Staatstheater ernannt habe. Der Minister überreichte Dr. Strauß eine in der Meißener Porzellanmanufaktur hergestellte Miniaturnachbildung des Dresdener Reiterstandbildes August des Starken. Oberbürgermeister Z ö r n e r überbrachte die Glück-vünsche der Stadt Dresden und überreichte Dr Strauß den künstlerisch ausgeführten Ehrenbürgerbrief der Stadt Dresden. — Kammersänger S o o t brachte ein Telegramm des Präsidenten der Reichstheaterkammer zur Verlesung, in dem mitgeteilt wurde, daß die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger Strauß zu ihrem Ehrenmitglied ernannt habe. Nachdem Vertreter des Personals der Oper herrliche Blumengrüße überreicht hatten, brachte Generalmusikdirektor Dr. Bohm das Gelöbnis zum Ausdruck, daß er, solange ihm das künstlerische Schicksal der Dresdener Oper anvertraut sei der jungen Generation die Strautz- schen Werke in würdigster Form übermitteln wolle. Er brachte ein dreifaches hoch auf Richard Strauß aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Zum Schluß dankte Dr. Strauß in schlichten Worten für die vielen Ehrungen anläßlich seines 70. Geburtstages. Jrn neuen Reich stehe dem deutschen Theater eine schöne Zukunft bevor. Zn diesem Rahmen werde auch die Dresdner Oper würdig ihre große Tradition fortsetzen. — Den Abschluß der Feier, die von Vorträgen Straußscher Opernmusik umrahmt war, bildeten ein dreifaches Sieg- heil auf den Führer Adolf Hitler und der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes. * Auf hie ihm zu seinem 7 0. Geburtstag zuteilgewordenen zahlreichen Ehrungen veröffentlicht Dr. Richard Strauß folgende Danksagung: Beweise der Sympathie und Anerkennung sind mir von meinen deutschen Volksgenossen, ebenso von vielen ausländischen Freunden in so reichern Maße zugeflossen. Auch die Presse hat mir so schöne Würdigungen gewidmet, daß ich, nicht imstande, allen einzeln zu danken, bitten muß, in dieser Form meinen wärmsten Dank entgegenzunehmen. Dr. Richard Strauß. Beginn der Marburger Festspiele. Mit der Abendaufführung von „W a ll e n st e i n s Lager" hat die diesjährige Marburger Festspielsaison einen verheißungsvollen Anfang genommen. Das Schloßparktheater war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Die Regie hat ein äußerst fesselndes Bühnenbild geschaffen: die Massenszenen gaben in der bunten Mannigfaltigkeit der streng historischen Kostüme ein farbenprächtiges Bild ab. Besonders eiridrucksvoll gestalteten sich die Kapuzinerszene und die den Höhepunkt bildende Schlußszene mit dem Aufmarsch und Bekenntnis der Landsknechte zum Soldatentum. Don den Darstellern ragte Otto G e = | bühr als Kapuziner hervor, dessen schauspielerische, Ga^en in dieser Rolle voll zur Geltung kommen. Gute Leistungen zeigten ferner Lothar Körner und Hugo Firmbach als Kürassiere, Erwin K l i e t s ch und Richard T ä u f e l als reitende Jä- aer und Georg Czimek als Wachtmeister. Rose G r a w z wußte die Marketenderin äußerst lebenswahr zu gestalten. Die stimmungsvolle Aufführung fand verdienten Beifall. Oer Bauer auf der Landstraße. Oie praktischen Wirkungen der neuen Derkehrsordnung. Die Aufgabe der neuen Verkehrsregelung ist nicht nur eine Ordnung des starken Verkehrs in großen Städten, sondern sie erstrebt mit Bewußtsein eine möalichst starke Verminderung der Gefahren der Land st raße, die namentlich durch Zunahme des K r a f t w a g e n Verkehrs erheblich gestiegen sind. Darum sind nicht nur die Benutzung von Fahr- und Gehbahnen, sondern auch der Verkehr mit Ackerwagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Handkarren auf der Landstraße der Regelung unterworfen worden, hier muh nicht nur das alte Gebot „Rechts fahren, links Überholen" nachdrücklich in Erinnerung gebracht werden, sondern die neuen Vorschriften über Ausrüstung, Kennzeichnung, Beleuchtung stehender und fahrender Fahrzeuge bei Nacht müssen von jedem Bauern und Landwirt, der öffentliche Verkehrswege benutzt, unter allen Umständen eingehalten werden. Denn bis zum 1. Juli müssen vor allem die Vorschriften über Bremseinrich- tung und Beleuchtung der Fahrzeuge voll- tändig durchgeführt sein. Nicht nur der Auto- ahrer, sondern gerade der Bauer, der viel die Land- traße benutzt und feine Pferde oder Kühe nicht unnötig gefährden will, wird es begrüßen, wenn hier endlich einmal her Anfang einer Ordnung eintritt. Die Verordnung fagt über die Brernseinrichtun- gen: „Fuhrwerke muffen mit einer sicher wirkenden Bremsvorrichtung versehen fein." Wie Dipl.-Jng. I. Lengsfeld von der Gerätestelle des Reichsnährstandes in den „Mitteilungen für die Landwirtschaft" betont, unterscheidet die Verordnung zwischen „Fuhrwerk" und „W i r ts ch a f t s f u h r e n". unter Fuhrwerk wird jeder von Zugtieren gezogene Wagen verstanden, der außerhalb der Gemarkung des Betriebsitzes und benachbarter Gemarkungen öffentliche Verkehrswege benutzt. Dennoch gelten die Bremsbestimmungen sowohl für Fuhrwerke wie für Wirtschaftsfuhren, und zwar ohne Ausnahme auch in sogenannten ebenen Gegenden. Der Bauer wird also jeden seiner Wagen, die von Tieren gezogen werden, mit einer einfachen Handbremse ü u 5 r ü ft e n müssen. Man kann ha bei die einfache Spindelbremse, die auf die Hinterräder wirkt, anbringen. Sie besteht aus einem Querbalken mit Hemmklötzen, her am Hinteren Ende des Lang- baumes aufzuhängen ist und durch eine Bremsspindel beim Drehen her Handkurbel an die Hinterräder herangezogen wird. Das Querholz muß gegen seitliche Verschiebungen gesichert sein und ist zweckmäßig in Flacheisenbügeln unterhalb der Wagenarme aufzuhängen. Diese Bremse ist besonders für ebene Gegenden geeignet, weil die Bremskurbel meist seitlich am Wagen, oder auch an der Rückseite des Wagens angebracht wird. Beim Bremsen muß sich also der Fahrer entweder von den Zugtieren weit entfernen, oder aber die Seine muß so lang sein, daß sie bis an die Hinterräder reicht. Daher wird sich vielfach die Dorderradbremse empfehlen, die von dem neben dem Wagen gehenden Kutscher bedient werden kann. Für Wagen mit festem Kutschersitz ist eine Bremse Vorgeschrieben, die links vom Kutschersitz aus bedient wird und auf die Hinterräder wirkt. Bei solchen Bremsen ist der Ersatz der Bremsspindel durch einen Hebel nur in Gegenden mit schwachem Gefälle zu empfehlen, da sich durch Hebel die Bremse nicht so fest anziehen läßt, als durch die Spindel. Aus aller Well. Schwere Bestrafung von Betrugsverfuchcn zur Erlangung höherer Neichszuschüsse. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Der Relchswirtschaftsminister gibt bekannt, daß vor kurzem mehrere Hausbesitzer und Handwerker wegen des Versuches, durch betrügerische Angaben höhere Reichszuschüsse für Jnstanbsetzungs- unb Umbauarbeiten zu erlangen, z u schweren Zuchthaus- und Gefängnis st rasen verurteilt wurden. Der Reichswirtschaftsminister weist hierzu darauf hin, daß jeder derartige Betrugsversuch unnachsichtlich strafrechtlich verfolgt wird. Der 25 000. Besucher der Winlerhilfs-Ausskellung wird geehrt. Auf der großen Reichstagsausstellung über das Winterhilfswerk des deutschen Volkes in Berlin wurde dieser Tage der 2 5 0 0 0. Besucher begrüßt und ihm eine Stiftung des Gaues Main-Franken für eine Erholungsreise für acht Tage in Bad Brückenau mit freier hin- und Rückreise überreicht. Es trifft sich außerordentlich glücklich, daß auch in diesem Falle der Empfänger, Franz L a d w i g aus Berlin-O., ein feit vier Jahren erwerbsloser kaufmännischer Angestellter ist, der selbst während des vergangenen Winterhilfswerkes ein eifriger Helfer der Ortsgruppe Osthafen war. Franz Ladwig ist auch schon vorher im Dienst der Nächstenliebe tätig gewesen. Seit 1922 ist er aktives Mitglied der Deutschen Rettungsgesellschaft der Wassersportoereine und im Besitzt der Ehrennadel der Rettungsgesellschaft, die den Mitgliedern nach zehnjähriger Dienstzeit verliehen wird. In diesen zehn Jahren hat Ladwig bei über 300 Lebensrettungen auf dem Müggelsee mitgewirkt. Deutschlandreife schwedischer Schüler und Studenten. In Berlin trafen 300 schwedische Schüler und Schülerinnen unter Leitung von Lic. Forsvall (Stockholm) zu mehrwöchigem Aufenthalt in Deutschland ein. Zum Empfang hatten sich neben Vertretern des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der amtlichen Zentralstelle für den gesamten Schüleraustausch nach dem Ausland, und Vertretern der Reichsjugendführung eine Gefolgschaft der Hitler-Jugend eingefunden. Oberbannführer Matschuck hieß die schwedischen Gäste herzlich willkommen. Lic. Forsvall dankte für die Begrüßungsworte. Die schwedischen Schüler und Schülerinnen bleiben nur einige Stunden in Berlin und fahren dann nach Mittel- und Westdeutschland ab, um ihre einzelnen Familienquartiere zu beziehen. Besonders stark am Austausch beteiligt sind Sachsen, Thüringen und Westfalen. Nur eine kleine Gruppe wird zur Zeit in Berliner Familien untergebracht. Mit dem gleichen Tage trafen auf dem Stettiner Bahnhof 33 Studenten des Stockholmer Studentengesangoereins ein, die auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Zweigstelle München, eine Konzert- reise durch Deutschland unter Leitung von Musikdirektor Einar Ralf unternehmen. Zu ihrer Begrüßung hatte sich neben Attache von Ihre von der schwedischen Gesandtschaft auch Kammersänger Martin O e h m a n n auf dem Bahnhof ein- gefunden, der als Solist an der Konzertreise teilnehmen wird. Französisches Bombenflugzeug verunglückt. — Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. Ein französischer Nachtbomber verunglückte in her Nacht zum Dienstag. Das mit sechs Mann Besatzung vom Militärflugplatz Chartres zu einem nächtlichen Uebungsflug nach Reims aufgestiegene Bombenflugzeug versuchte kurz nach dem Start wegen Motorschwierigkeiten eine Notlandung. Dabei stieß es gegen das Dach eines Hauses, das auf- geriffen wurde und stürzte zu Boden. Der Ben- zintank geriet in Brand. Unmittelbar darauf stand das große Flugzeug in Hellen glommen. Zwei Insassen konnten noch rechtzeitig aus dem brennenden Apparat befreit werden. Ein Sergeant und ein Unterleutnant wurden schwer verletzt ins La- zarett übergeführt. Die beiden restlichen Besatzungsmitglieder verbrannten. Es handsll sich um Zwei Unteroffiziere, die verheiratet waren, und von denen der eine drei Kinder hinterläßt. Danziger Segelflieger dreht 85 Loopings hintereinander. Eine neue Spitzenleistung im Segelflug-Looping wurde in Danzia aufgestellt. Der Flieger Kuhn von der Flieger-Landesgruppe Danzig ließ sich auf dem neuen Danziger Segelflugzeug „Arthur Greiser" (Typ Grunau-Baby II) von einem Motorflugzeug auf 2100 Meter schleppen. Er klinkte bann aus und drehte hintereinander 85 Loopings. Damit hat Kuhn die bisherige Spitzenleistung von 75 Loopings im Segelflugzeug Überboten. Zwei tödliche Abstürze in den Bergen. Beim Ueberqueren einer steilen Schneehalde auf der Nordseite des Brienzer Rothorns nördlich des Brienzer Sees in der Nähe der Grenze der Kantone Luzern und Bern stürzte ein Basler Tourist aus einer höhe von 150 Meter tödlich ab. Die Leiche konnte geborgen werden. — Ein zweiter tödlicher Absturz ereignete sich zwischen Herzogstand und Heimgarten auf dem Gratweg. Dort stürzte die 27jährige ledige Studienrätin Maria Lehner aus Murnau ab. Die Leiche wurde durch die Alpine Rettungsstelle mit Hilfe des Hüttenwartes her Herzogstandhäuser geborgen und nach Kachel transportiert. Schuhhütten brand bei Bozen. Ein riesiger Brand zerstörte in der Nacht die vier bekannten Mahlknecht-Schutzhütten im ©eifer- Alm-Gebiet unweit von Bozen.' Das Feuer brach gleichzeitig in ollen vier Gebäuden mit solcher Gewalt aus, daß jeder Löschversuch vergeblich war. Man vermutet B r a n b ft i fl u n g. Vier Todesopfer eines kalifornischen Amokläufers. In Susanville in Kalifornien ereignete sich eine grauenhafte Bluttat. Ein offenbar plötzlich tobsüchtig geworbener Mann, ein sogenannter Amokläufer, brang in bas Haus eines gewissen Joe S o z i o ein unb erstach besten Frau unb bie 20jährige Tochter. Der Amokläufer überfiel bann weiter auf her Straße ben Sohn Sazios unb ein Mäbchen unb tötete bie beiben ebenfalls burch Messerstiche. Die Polizei hat einen her Tat bringend verdächtigen Mann verhaftet. Verheerende Ueberschwennnung in Honduras. — 500 Todesopfer? Eine Funkmeldung an das Bostoner Hauptbüro der United Fruit Co. besagt, daß die Ortschaft Dctoe- peque in Honduras durch eine Ueberschwemmung völlig zerstört worden ist. 500 Einwohner sollen Den lob in ben Fluten gefunben haben. Verkehrskalastrophe in Spanien. — 17 Tote, zahlreiche Schwerverletzte. Ein Schnellzug aus Mabrib ü b e r f u h r auf einem Bahnübergang bei Pola be (Borbon in Astu- rien einen mit Ausflüglern voll besetzten Autobus unb schleuberte ihn in einen unmittelbar neben hem Bahnbamm fließenben Fluh. Bisher würben 17 Tote aus bem Autobus geborgen. Zahlreiche weitere Insassen sind schwer verletzt. Waldbrande in Frankreich. In ber Gegend von Rouen und Bernay richteten zwei Waldbrände erheblichen Schaden an. Im Walde von houvray bei Rouen wurden 20 Hektar und im Walde von Harcourt bei Bernay 100 Hektar Waldbestand vernichtet. Fünf Fischer bei Neufundland ertrunken. Aus St. Iohns (Neufundland) meldet ein DNB.- Funkspruch: In der Nähe von Kap Francis stießen ein Dampfer und ein Fischerboot zusammen. Fünf Fischer konnten, da es Nacht war und ein Wolkenbruch nieberging, nicht gerettet werben; sie ertranken. Der Dampfer würbe am Bug schwer beschäbigt. * »Brüder in Tiof!* Eine Veranstaltung des Gustav-Adolf-Arauenvereins. Am Sonntagabend hielt der Gustav-Adolf-Frauen« verein Gießen in der Turnhalle eine Veranstaltung unter dem Leitgedanken „Brüder in Not" ab. Eine kurze Ansprache wies auf den schweren Existenzkampf hin, den unsere Ausländsdeutschen heute vielfach zu führen haben sowohl rein wirtschaftlich wie auch um ihr Volkstum. Ein Ausschnitt davon ist das Thema „Evangelische Deutsche im Ausland", in deren Not und Treue in ihren Kampf um Volkstum und evangelischen Glauben der Abend uns einen Blick tun ließ. Besonders wurde von den deutsch-evangelischen Brüdern im Osten kurz geredet, von dem Sudetendeutschtum, der evangelischdeutschen Arbeit Theodor I ö ck l e r s in Galicien (Stanislau), den Siebenbürger Sachsen und dem furchtbaren körperlichen und seelischen Leiden der evandelischen deutschen Gemeinden im heutigen Sowjet-Rußland. Zwei Spiele, von Frau E. Lehn- Offenbach „Großmutters Vermächtnis" und „Der Festgast", in Widmung für den Gustav-Adolf-Ver- ein gedichtet, wurden von Frauen und Mädchen des Gustav-Adolf-Frauenvereins mit ganzer Hingabe an die Sache und mit feiner Einfühlung ausgezeichnet gespielt und machten sichtlich auf die große Versammlung — die Turnhalle war trotz des schönen Sonntagswetters aanz besetzt — einen tiefen Eindruck. Das „Mitfpiel" der Gemeinde wurde noch verstärkt durch gemeinsam gesungene Choräle. Frl. Kellner sang in sehr ansprechender Weise ein Bachlied „Nicht so traurig, nicht so sehr". In zwei Quartetten von Beethoven (C-Moll 1. und 2. Satz) boten vier junge Damen (Schättler-Quartett) als Streichmusik künstlerisch Hochstehendes und trugen so ganz wesentlich zur Bereicherung des Abends und seelischen Erhebung bei. Der Abend gab einen ergreifenden Einblick in die Not unserer Brüder, in ihren Kampf um deutsches Volkstum und evangelischen Glauben, aber auch eine überzeugende Vorstellung von der großen und notwendigen Helferarbeit, welche der nun schon mehr als hundertjährige Gustao-Adolf-Verein unermüdlich tut und die heute um unseres Volkes und unseres Glaubens willen ganz besonders nötig ist. Der gute Erfolg der Tellersammlung am Schluß war ein deutlicher Beweis, daß die große Versammlung „Ja" sagte zu dem, was sie gehört und gesehen hatte, und sich gern einstellte in die Reihe der Helfer für die „Brüder in Not". Oer Flugtag in Wiesbaden Für den am 24. Juni in Wiesbaden stattfindenden großen Flugtag, zu dem der Kreis Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eingeladen ist, ist folgendes Programm vorgesehen: Am Vormittag ist Besichtigung des Kurhauses mit Kurkonzert. Um 11 Uhr Geschwaderflüge über die Stadt Wiesbaden und Mainz, ausgeführt von der Landesgruppe Heffen-Nafsau-Süd, Darmstadt und der Fliegerortsgruppe Wiesbaden. Einteilung des Flugprogramms: 15 bis 15.20 Uhr: Begrüßungsflug sämtlicher Flugzeuge. 15.20 Uhr: Segelflug-Schleppstart, ausgeführt von Segelflieger Georg Seid. Ballonrammen. 15.30 bis 15.45 Uhr: Geschwaderflug der Landes- aruppe Darmstadt, anschließend Kunstflüge des Fluglehrers und Kunstfliegers Meyer, Darmstadt. 15.45 bis 15.55 Uhr: Kunstflüge des Erbprinzen Graf Solms zu Laubach. 15.55 bis 16 Uhr: Fallschirmabsprung der Fallschirmspringerin Liefe! Schwab-Bayreuth aus eigener Maschine. 16 bis 16.10 Uhr: Kunstflüge der Europa-Kunst- flugmeisterin Liefe! Bach-Bonn in Klemm (neueste Konstruktion). 16.10 bis 16.20 Uhr: Kunstflüge des Fliegerkapitäns W. Stoher-München-Schleisheim. 16.20 bis 16.45 Uhr: Lustspiele der Fliegerorts« gruppe Wiesbaden. (Geschwaderflug, anschließend Kunstflüge.) 16.45 bis 17 Uhr: Vorführung des Windmühlenflugzeugs Fokke-Wulf (Windmühlenflugzeug und der Fokke-Wulf-Ente). 17 bis 17.30 Uhr: Sonderprogramm der beiden Kunstflieger Bach und Stoehr. 17.30 bis 17.45 Uhr: Schleppflug des Segelkunstfliegers Wigmeyer-Darmstadt. 17.45 bis 18 Uhr: Massenfallschirmabsprung (Frl. v. Witte, Frau Langer, Frl. Schwab, Herr Platz). Rückstart der auswärtigen Flugzeuge. Nach Räumung des Flugfeldes anschließend Volksfest der NSBO., DAF. und NSG. „Kraft durch Freude". 20 Uhr: Sonnwendfeier des Kreises Wiesbaden unter Beteiligung aller Organisationen unter Abbrennung eines Feuerwerks außerhalb des Flugzeuggeländes. Preußen. Aufmarsch der SA.-Brigade 48 in Marburg. LPD. Marburg, 11. Juni. Am Sonntag fand in Marburg ein großer Aufmarsch der SÄ.-Bri- gade 48 in Marburg statt. Aus sechs zur Brigade gehörenden Standarten nahmen insgesamt 20 000 SA.-Männer an der Veranstaltung teil. Die Unterbringung der Massen stellte an die Aufmarschleitung die größten Anforderungen. Alle verfügbaren Hallen Marburgs und der Umgegend waren in Massenquartiere umgewandelt. Den Samstagabend füllten stark besuchte Konzerte der Kapellen in den verschiedenen Lokalen der Stadt aus. Um 24 Uhr fand auf dem Kämpfrasen ein großer Zapfen st reich, ausgeführt von den Kapellen der Standarten Jäger 11, Jäger 33, M. 48 und R. 224, statt. Am Sonntag früh begannen um 7.30 Uhr die Wettkämpfe der Brigade in dem Universitätsstadion. Gleichzeitig zeigte die Motorstandarte 48 auf dem Kämpfrasen ihr Können. Auf der Bürgerwiese bot die Reiterstandarte Dillenburg-Herborn ausgezeichnete Leistungen dar. Von 10 Uhr ab marschierten die einzelnen Standarten nach dem Uebungsplatz Cyriaxweimar zur Paradeaufstellung. Nachdem um 15 Uhr Gruppenführer Beckerle mit seinem Stab die Fronten abgeritten hatte, fand ein großer Feldgottesdienst statt. Anschließend nahm Gruppenführer B e ck e r l e die Vereidigung der neueingetretenen SA.-Männer und die Weihe von 56 neuen Sturmfahnen vor. Nach der Vereidigung dankte Brigadeführer Schütze den SA.-Leuten für ihre Treue und forderte sie auf, auch der neuen Brigadeführung nach dem alten Wahlspruch „Furchtlos und Treu" Gefolgschaft zu leisten. In der Hindenburgstraße nahmen die anwesenden Führer unter dem Jubel der Bevölkerung den Vorbeimarsch der SA. ab, der etwa IV2 Stunden dauerte. Kein Jägerlatein. — Zwei Rehböcke mit einem Schuß. LPD. Dillenburg, 9. Juni. Der ehemalige Stadtförster der Stadt Siegen,. Forstmann Lau- b i n g e r , der sich in der Eiserfelder Jagd betätigt, schoß zwei Rehböcke, Kümmerer, die zum Abschuß freigegeben waren, mit einem Schuß. Er hatte den ersten ihm zunächst stehenden Bock mit sicherem Blattschuß umgelegt und war selbst etwas erstaunt, als hinter demselben ein zweiter Bock im Feuer zusammenbrach. Die Kugel war durch den ersten glatt durchgeschlagen und hatte auch den zweiten, der gerade in die Schußlinie wechselte, noch tödlich getroffen. Mret* Wetzlar * R 0 dheim a. d. Bieber, 11. Juni. Gestern abend fand hier im Benderschen Saale die öffentliche Verlosung derjenigen Gegenstände statt, die in mühevoller Winterarbeit von den Rodheimer Frauen und Mädchen angefertigt wurden, zum anderen Teil aus freiwilligen Spenden stammten, und deren Erlös zur Unterhaltung der hiesigen Schwestern st ation verwandt wird. Vor der Verlosung hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer D ö m e l, einen etwa einstündigen Vortrag über das Thema „Selbsterlebtes unter Rotfront- und Franzosenherrschaft im Rheinischen Industriegebiet". Pfarrer V ö m e l, der in jener schmachvollen Zeit Leiter einer Anstalt in Düsselthal bei Düsseldorf war und persönlich schwere Opfer zu bringen hatte, wußte recht packende Berichte aus seinem eigenen Erleben zu bringen, wobei er in seinen Zuhörern die Erkenntnis zu wecken wußte, daß wir Deutschen heute allen Grund haben, froh darüber zu sein, daß derartige Zustände in unserem lieben Vaterlande ein für allemal vorbei sind und jeder Deutsche glücklich und froh sein sollte, in einem Staate der Ordnung, der Disziplin und der Ehre leben zu können. Es sei aber nötig, jene Geschehnisse von Zeit zu Zeit wie- der in die Erinnerung zurückzurufen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und auch der jüngeren Generation bekannt werden, die die Ereignisse der Nachkriegszeit mit ihren Aufregungen und Demütigungen vielleicht kaum vom Hörensagen kennt. Launsbach, 11. Juni. Am vergangenen Freitag veranstaltete der Stützpunkt Launs- bach der NSDAP, im Saale N e u l eine öffentliche Kundgebung. Nach dem Einmarsch der Amtswalter mit der Stütz- punktfahne, sowie der gesamten SA. und Hitlerjugend wurde die Versammlung durch Propagandawart Pg. August Strack jun. eröffnet. Er erteilte dem Redner des Abends, Kreisschulungsleiter Pg. K l e m a n n das Wort. Der Redner hatte sich zur Aufgabe gestellt, über das Thema „Kampf gegen Miesmacher und Besserwisser" zu sprechen und verstand es, seine Ausführungen klar und interessant zu gestalten. Großer Beifall dankte unserem Pg. für seine Ausführungen. Mit einem dreifachen Sieg- Heil sowie mit dem Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. Dom Rot-Kreuztag. __L Herzog Kar! Eduard von Sachsen-Coburg« G 0 t h a, der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, als Spendensammler am Rotkreuztag in Berlin. 600 Saarturner in Offenbach. LPD. Offenbach, 11. Juni. Offenbach stand am Samstag und Sonntag im Zeichen des Besuchs von 600 Saarturnern. Die Saargäste wurden vom Bahnhof aboeholt und unter klingendem Spiel nach dem Horst-Wessel-Platz geleitet, wo eine Begrüßungsfeier stattfand, bei der Polizeid-irektor Dr. K a e s, Bezirks- und Kreisführer Karl Dauner und Kreisunterführer Hell (Schaafbrücke) Anfpra» chen hielten. Am Abend fand ein Festakt statt, der wiederum zeigte, wie tief empfunden der Gedanke ist, das Saarland mit dem Mutterland vereinigt zu sehen. Bezirks« und Kreisführer Dauner, Stu« dienrat Dr. Wagner, der saarländische Dichter Johannes Kirchwan g, der Führer der Offen«, bacher Turnerschaft Gustav Dammbruch und Stabsführer Keller von der Brigade 250 sprachen treffliche Worte der Zusammengehörigkeit. Bei der Kundgebung am Sonntag auf dem Wilhelmsplatz, wo sich eine nach vielen Hunderten zählende Menschenmenge eingefunden hatte, ergriffen Kreisdirektor Dr. K 0 ch und Turnerschafts-Bezirksführer der Saar Karl Burk (Saarbrückens das Wort zu begeisternden Ausführungen. Am Abend wurden die Saar« gäfte wieder zur Bahn geleitet. Kunst und Wissenschaft. Endkampf um die Schachweltmeisterschafk. Im Ringen um die Schachweltmeister- schäft begann in Berlin der letzte Abschnitt. Der Weltmeister verteidigte sich in der 25. Partie des Wettkampfes durch die Annahme des Damengambits, der deutsche Meister Bogolsubow erreichte durch vorsichtiges Spielen geringe Gegenchancen. A l j e ch i n spielte zurückhaltend, und so wurde die Partie ohne große Aufregungen beim 40^Zuge nach 5stündiger Dauer abgebrochen. Die Stellung verspricht einen interessanten Verlauf der Partie. Der deutsche Meister hat seinen 41. Zug im Briefumschlag abgegeben. Dienstagabend wird die 25. Partie zu Ende gespielt. Beendet ist der Kampf um die Schochweltmeisterschaft, wenn der Weltmeister Dr. A l j e ch i n 15^ Punkte erreicht hat. Der gegenwärtige Stand ist 14:10. Wettervoraussage. Von Island her erstreckt sich ein Hochdruckrücken bis nach England, an dessen Vorderseite weiterhin Kaltluft nach dem Festland befördert wird. Außerdem führt noch ein neues Hoch über Spanien allgemein zu Luftdruckanstieg, so daß di^ Störungen von Osteuropa und dem Atlantik langsam aufgefüllt werden und eine Beruhigung der Wetterlage allmählich eintritt. Das Auftreten der Kaltluftmassen wird somit nur noch vereinzelt zu schauerartigen Niederschlägen Anlaß geben und die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit noch zu tief. Aussichten für Mittwoch: Teils wolkig, teils aufheiternd, tagsüber mäßig warm, nachts kühl, stellenweise Regenschauer. Aussichten für Donnerstag: Keine wesentliche Wetteränderung. Lufttemperaturen am 11. Juni: mittags 22,8 Grad Celsius, abends 14 Grad: am 12. Juni: morgens 10,6 Grad. Maximum 23,1 Grad, Minimum 6,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Juni: abends 20,3 Grad: am 12. Juni: morgens 15,2 Grad. — Niederschläge 1,1 mm. — Sonnenscheindauer 10,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lanqe, K..G.. sämtlich in Gießen. 3529 d 3530 D 99 Rollen Tapeten. 03520 Bestimmt an Ort und Stelle, Be- kanntg. i. ob. Lokal: 1 Pianino. Funker, Gerichtsvollz. in Gießen. Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. Schöne 5-Zimmer-Wohng. nebst Zubehör z. 1. Jun 1984 und eine Garage zu vermieten, oaoo? Kaiserallee 10, im Laden. Mittwoch, 13.Juni 34, nachmittags 2 Ubr,versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Warenschränke. 2 Kassenschr.. 1 Eisschrank, 1 Kleider- und ein Weißzeugschrank, 1 Pianino, ein Schreibtisch, 1 Sofa, 1 Chaiselongue, 1 Grammophon, eine Schreibmaschine, 1 Nähmaschine, 1 Schäftesteppmasch., 1 Dauer- rveüenapparat, 45 Rehstangen, Heute nacht ist mein innigst geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Abraham Simon nach kurzem Krankenlager im Alter von 58 Jahren von uns geschieden. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Nanny Simon, geb. Katz. Londorf, den 12. Juni 1934. Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 14. Juni, nachmittags 21/, Uhr statt. Unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katherina Rohrbach VI. Wwe. geb. Schneider wurde heute vormittag 11'/, Uhr nach einem langen schweren Leiden im Alter von 64 Jahren aus unserer Mitte gerissen. In tiefer Trauer: Familie Erich Rohrbach Familie Nicolaus Popel Frau Anna Rohrbach Wwe., geb. Riehm, und Kinder. Lollar, den 11. Juni 1934. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofskapelle aus statt. Ruhiger Mieter (2 Person.) sucht 3-Zimmer-Wohng. z. 1. Sept., evtl, a. früh. Schöne gr. 5-Zimmer- Wohn. kann in Tausch geg. wd. Schr. Ang. uni. 3479Da.d.G.A. 2-Molnig. Mansarde, teilw. möbl., mit Kochgelegenheit, sos. zu verm. 0300s Kaiserallee 10, 1 im Laden. Volontär- stelle „M16 für angehenden Hochbantechnik. ist zu besetzen. Aulweg 48 Fernsvr. 3184. Suche nett., frdl. Mädchen sürHaushalt und Wirtschaft. Gute Behandl., Fam.- Anschl. Persönl. Vorst.erwünscht. MmicJägerHuh münjenüerg, öüh. Televh. 32. 35250 [Stellenangebote Mtlge J Vertreter MwerlzeW von leistungsfäh. Firma gesucht. DInsel hoff, Hagen 1. W. Suche tüchtiges, ehrliches, sauber. AlleinnMchen zur vollständigen Rührung Haushaltes. Kochen u. 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Die Sprechstunde» der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden Montag nachmittag von 4 bis Betr.: Wie oben. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, Vorstehendes ortsüblich bekanntzu- machen, Interessenten entsprechend zu bedeute» und Unbemittelten eine entsprechende Bescheinigung auszustellen. Gießen, den 7. Juni 1934. Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). J.V.: Grein. 5 Uhr statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in Handlung sind, bedürfen einer Ueberweisung des Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. Gießen, den 7. Juni 1934. Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). I. V.: Bekanntmachung. Betr.: Eintritt in die deutsche Reichsmarine. „Die Schiffsstammdivision der Nordsee in Wilhelmshaven hat den Bedarf an geeigneten Freiwilligen für den Dienst in der Reichsmarine für den Bereich der Marinestation der Nordsee auszusichten und einzustellen. Es besteht neben allen anderen Berufen hauptsächlich Bedarf all Bewerbern mit technischer Berufsausbildung. Erwünscht sind Bewerber, die eine dreijährige Lehrzeit als Maschinenschlosser, Motorenschlosser, Schlosser, Maschinenbauer, Metalldreher, Kesselschmied, Schmied, Kupferschmied, Klempner, Mechaniker und Elektriker oder in einem ähnlichen Handwerk nachweisen. Das vorgeschriebene Lebensalter für die Einstellung liegt zwischen dem vollendeten 17. und 21. Lebensjahr. Bei Einreichung de- Gesuches darf das 20. Lebensjahr nicht überschritten sein. Gesuche um Einstellung im Bereiche der Marinestation der Nordsee sind zu richten an die Schiffsstammdivipon der Nordsee (Einstellung) in Wilhelmshaven. Dem Gesuch ist em ausführlicher selbstgeschriebener Lebenslauf beizufügen. Gießen, den 9. Juni 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. S ch ö n h a l s. Dienstnachrichten des Kreisamts. Heinrich Rinn von Klein-Linden wurde als Vollziehuugs- beamter für die Gemeinde Klein-Linden bestellt und verpflichtet. Die Ministerialabteilung Ib des Hessischen Staatsministeriums hat die Erlaubnis erteilt: Dem Reichsverband zur Unterstützung Deutscher Veteranen e. V. in Berlin W 9, Potsdamer Straße 126, zur Werbung von Patenschaften für Altveteranen aus den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 sowie für deren Hinterbliebene im hessischen Staatsgebiet bis zum 30.September 1934. Dem Amt für Volkswohlfahrt bei der Obersten Leitung der PO. Gau Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Mainzer Landstraße 42 bis 44, für das Gebiet des Volksstaates Hessen zur Veranstaltung einer Sammlung von Geldspenden durch Haussammlung „Kinder- erholungspflege (Kinderlandverschickung)" in der Zeit vom 25. Mai 1934 bis 25. August 1934. Inhaltsverzeichnis: Straßensperre. — Eintritt in die deutsche Reichsmariue. - Sperrung des Hachborner Wegs in der Gemarkung Staufenberg. — Durchführung der Fleischverkaufsordnung,- hier: den Verkauf von Hackfleisch. Bekämpfung der Tuberkulose. VDA.-Schulgemeinschafteu und Werbetage für den volksdeutschen Kampfschatz Zur Erhaltung deutscher Schulen im Ausland als Pflanzstätten deutscher Art und Sprache am 16. und 17. Juni 1934. — Dienstnachrichten. Betr.: VDA.-Schulgemeinschasten und Werbetage für den volksdeutschen Kampfschatz zur Erhaltung deutscher Schulen im Ausland als Pflanzstätten deutscher Art und Sprache am 16. und 17. Juni 1934. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Im Hinblick auf den bevorstehenden Werbetag des VDA. am 16. und 17. Juni 1934 für den volksdeutschen Kampfschatz zur Erhaltung deutscher Schule» im Ausland als Pflanzstätten deutscher Art und Sprache benachrichtigen wir Sie, daß die Verwendung von Schülern und Schülerinnen bei der Straßensammlung unter den Bedingungen unseres Ausschreibens lAmtsverkttndigungs- blatt Nr. 23 vom 12. Mai 1934) gestattet ist. Gießen, den 11. Juni 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Betr.: Durchführung der Fleischverkaufsordnung,' hier: den Verkauf von Hackfleisch. An die Bürgermeistereien und die Gendarmeriestationen des Kreises Gießen. Lr 5 unserer Pvlizeiverordnung über den Verkehr mit Fleisch und allen übrigen von Tieren herstammenden Fleischwaren ?om ?8 Oktober 1924 darf Hackfleisch wahrend der warmen Jabre-- zeit nicht vorrätig gehalten werden, sondern ist bei Lcdais ,tet_. frifltieroeMifeen auf diese Vorschrift erneut hin und empfehlen ihre Durchführung Zu überwachen. Gießen, den 11. Juni 1934. Kreisamt Gießen. J.V.: Weber. Bekanntmachung. Betr.: Sperrung des Hachborner Wegs in der Gemarkung Staufenberg. . Die Arbeiten am Hachborner Weg sind beendet. Die bestehende Sperre wird mit sofortiger Wirkung ausgehoben. Gießen, den 5. Juni 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schon h a l s. Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre. Wegen Ausführung von Brückenumbauarbeiten wird die Provinzialstraße Oberbessingen—Horstenburg vom 25. Juni 1934 für jeglichen Verkehr gesperrt. ... Umleitung erfolgt über Nonuenroth und Nieder-Besstngen. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten. Gießen, den 11. Juni 1934. Hessische Provinzialdirektion Oberhessen. „Und was hat er mit dem Film zu tun und mit den Gorillas?" „Sehr viel. Denn Badinga ist nicht nur ein Zwerg mit einem Riesenmaul, sondern auch einer der größten Medizinmänner und Zauberkünstler Afrikas und einer der besten Kosmetikspezialisten, den ich kenne. Durch ihn habe ich meine erste Bekanntschaft mit seinem großen Bruder Jnjuna, wie er den Gorilla nennt, gemacht. In dem Gebiet dieser Pygmäen oder Urwesen, wie ich sie nenne, hausen auch die Gorillas, welche die Schwarzen nicht als Tiere sondern als Menschen wie sie selbst betrachten. Niemals würde sich so ein Schwarzer dazu hergeben, einen Gorilla zu töten. Höchstens in Selbstverteidigung. Und so wie er seinen Pygmäenstamm beherrscht, so beherrscht Badinga die Gorillas. Er spricht mit ihnen, überredet sie, sich aus den Negerpflanzungen zurückzuziehen, wenn sie sie während der Regenzeit zu verwüsten drohen — er geht allein und unbewaffnet durch ihr Gebiet, und er hockt in ihrer Nähe, wenn sie essen oder spielen. Er wird der Held meines Films, denn er allein kann es wagen, die Gorillas zu überreden, meinen Kameraleuten vor die Linse zu treten." „Er wird also gewissermaßen der Star dieses Films?" „Ja, denn es wird ein Film von wilden Menschen und wilden Tieren in wildester Natur werden." „Und was meinen Sie, Herr Freyberg, als Sie von Badinga als dem größten Kosmetikspezialisten sprachen?" „Badinga besitzt ein Haarentfernungswasser, für das ihm die chemische Industrie Millionen geben würde. Bestreichen Sie Ihre Haut mit diesem Mit- Oie Bombenattentate gegen die österreichischen Bahnen. Eine Herde von Wisenten in dem Gehege, das auf Veranlassung des preußischen Ministerpräsidenten Goring in einer Größe von 240 Morgen in der Schorfheide eingerichtet und am e Wien—Triest, die zwischen Semmering ahnünie Wien—Salzburg—Innsbruck— fast unübersehbare Serie von Eisenbahn- n letzten 24 Stunden sind weitere dreißig die Bundesregierung, die zur Sicherung Verbände" aufgeboten hat, dem Treiben ilder zeigen oben einen durch Sprengung zerstörte» Gleise der Vöcklamarktbrücke. i Zeitpunkt der ersten französischen Nieder« ; in Kanada an bis zum Aufkommen der Eisenbahnverbindung führte der natürliche >eg nach dem Westen über Toronto, das zu» der Mittelpunkt des Pelzhandels mit den lern wurde, der die erste wirtschaftliche läge der neuen Kolonie bildete. Die Rivali» rischen den englischen und den französischen ;rn trat hier zu Tage und die erste französi» ost bis Toronto wurde 1720 vor allem ein» et, um den Indianern ihre Ware abzuneh- che sie die Engländer erreichen konnten, die tlichen Rande des Ontario-Sees ihre Nieder» ;en hatten. ) wurde auf Befehl des Gouverneurs von rankreich dieser Mittelpunkt des Pelzhandels ein Fort geschützt, das berühmte Fort Todas in dem Siebenjährigen Krieg zwischen c-anzösischen und englischen Kolonisten, der die Einbeziehung der Indianer auf beiden so überaus blutig und grausam war, zer- ourde. Hier ist der Schauplatz der Leder- lpjgeschichten, die uns nicht nur den - und Ontario-See bekannt machten, sondern mpt das erste Bild jener neuen Welt und Kampfes zwischen Rothäuten und Weißen ! fanden die englisch-französischen Streifig» durch die endgültige Abtretung der Kolonie englische Krone ihr Ende. Toronto erhielt tarnen $orf und erlebte verschiedene Auf- und Abstiegszeiten, ohne aber seine Bedeu- e ganz einzubüßen. 1813 wurde es von den merikanern völlig niedergebrannt, aber der ? Verlauf des 19. Jahrhunderts brachte Todessen ursprünglich indianischer Name sich stärker gegen Dort durchsetzte, eine neue eit. 1849 bis 1858 war es abwechselnd mit • die Hauptstadt Kanadas, und als es 1867 ritischen Nordamerikanischen Provinzen an- l'sen wurde, die einen starken geeinten Block der den Vereinigten Staaten von Nord» a bilden sollten, setzte die rasche Entwicklung e Toronto mit vielen amerikanischen Städten i hat. 1823 hatte es nur 456 Einwohner ge- iei der Stadtwerdung des „schmutzigen York" es auf eine Bevölkerungszahl von 10 000 sen, bei der Jahrhundertfeier dieser Stadt- ig ist Toronto eine der modernsten kanadi- Zroßstädte mit 650 000 Einwohnern. )em kurzen Zeitraum von drei Jahrhunder» so Toronto das Spiegelbild der Geschichte as gewesen, von den romantischen Zeiten Entdeckung an und den kriegerischen seiner ung bis zu den beherrschenden seiner Heuti» rltung. Die Eröffnung des Msentgeheges in der Schorfheide. Srud der 3tü6Md)cn Unive r,i.Sts-H und Sieindruckerei. X Lange. Gi-Hen. NaM, tz M 4 MMch " - '<$v s^M?G 'M »Brüder in Jlof!* Eine Veranstaltung des Gusiav-Adolf-Frauenvereins. Am Sonntagabend hielt der Gustav-Adolf-Frauenverein Gießen in der Turnhalle eine Veranstaltung unter dem Leitgedanken „Brüder in Not" ab. Eine kurze Ansprache wies auf den schweren Existenzkampf hin, den unsere Ausländsdeutschen heute vielfach zu führen haben sowohl rein wirtschaftlich wie auch um ihr Volkstum. Ein Ausschnitt davon ist das Thema „Evangelische Deutsche im Ausland", in deren Not und Treue in iyren Kampf um Volkstum und evangelischen Glauben der Abend uns einen Blick tun ließ. Besonders wurde von den deutsch-evangelischen Brüdern im Osten kurz geredet, von dem Sudetendeutschtum, der evangelischdeutschen Arbeit Theodor I ö ck l e r s in Galizien (Stanislau), den Siebenbürger Sachsen und dem furchtbaren körperlichen und seelischen Leiden der evanbelischen deutschen Gemeinden im heutigen Sowjet-Rußland. Zwei Spiele, von Frau E. Lehn- Offen- bach „Großmutters Vermächtnis" und „Der Festgast", in Widmung für den Gustav-Adolf-Ver- ein gedichtet, wurden von Frauen und Mädchen des Gustav-Adolf-Frauenvereins mit ganzer Hingabe an die Sache und mit feiner Einfühlung ausgezeichnet gespielt und machten sichtlich auf die große Versammlung — die Turnhalle war trotz des schönen Sonntagswetters ganz besetzt — einen tiefen Eindruck. Das „Mitspiel" der Gemeinde wurde noch verstärkt durch gemeinsam gesungene Choräle. Frl. Kellner sang in sehr ansprechender Weise ein Bachlied „Nicht so traurig, nicht so sehr". Zn zwei Quartetten von Beethoven (C-Moll 1. und 2. Satz) boten vier junge Damen (Schättler-Quartett) als Streichmusik künstlerisch Hochstehendes und trugen so ganz wesentlich zur Bereicherung des Abends und seelischen Erhebung bei. Der Abend gab einen ergreifenden Einblick in die Not unserer Brüder, in ihren Kampf um deutsches Volkstum und evangelischen Glauben, aber auch eine überzeugende Vorstellung von der großen und notwendigen Helferarbeit, welche der nun schon mehr als hundertjährige Gustav-Adolf-Derein unermüdlich tut und die heute um unseres Volkes und unseres Glaubens willen ganz besonders nötig ist. Der gute Erfolg der Tellersammlung am war ein deutlicher Beweis, daß die groß, fammlung „Ja" sagte zu dem, was sie gehö gesehen hatte, und sich aern einstellte in die der Helfer für die „Brüder in Not". Oer Flugtag in Wiesbaden. Für den am 24. Juni in Wiesbaden statt den großen Flugtag, zu dem der Kreis Gieß NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" ein; ist, ist folgendes Programm vorgesehen: Am Vormittag ist Besichtigung des Km mit Kurkonzert. Um 11 Uhr Geschwaderflüg die Stadt Wiesbaden und Mainz, ausgefüh der Landesgruppe Hessen-Naffau-Süd, Dai und der Fliegerortsgruppe Wiesbaden. Einteilung des Flugprogramms: 15 bis 15.20 Uhr: Begrüßungsflug sär Flugzeuge. 15.20 Uhr: Segelflug-Schleppstart, aus von Segelflieger Georg Seid. Ballonrammen. 15.30 bis 15.45 Uhr: Geschwaderflug der £ gruppe Darmstadt, anschließend Kunstflüg Fluglehrers und Kunstfliegers Meyer, Darn 15.45 bis 15.55 Uhr: Kunstflüge des Erbj Graf Solms zu Laubach. 15.55 bis 16 Uhr: Fallschirmabsprung dei schirmspringerin Liesel Schwab-Bayreuth au ner Maschine. 16 bis 16.10 Uhr: Kunstflüge der Europa flugmeisterin Liesel Bach-Bonn in Klemm ( Konstruktion). 16.10 bis 16.20 Uhr: Kunstflüge des i kapitäns W. Stoher-München-Schleisheim. 16.20 bis 16.45 Uhr: Lustspiele der Fliegerortsgruppe Wiesbaden. (Geschwaderflug, anschließend Kunstflüge.) 16.45 bis 17 Uhr: Vorführung des Windmühlen? flugzeugs Fokke-Wulf (Windmühlenflugzeug und der Fokke-Wulf-Ente). 17 bis 17.30 Uhr: Sonderprogramm der beiden Kunstflieger Bach und Stoehr. 17.30 bis 17.45 Uhr: Schleppflug des Segelkunstfliegers Wigmeyer-Darmftadt. 17.45 bis 18 Uhr: Massenfallschirmabsprung (Frl. o. Witte, Frau Langer, Frl. Schwab, Herr Ploß). Rückstart der auswärtigen Flugzeuge. Nach Räumung des Flugfeldes anschließend Volksfest der NSBO., DAF. und NSG. „Kraft durch Freude". 20 Uhr: Sonnwendfeier des Kreises Wiesbaden unter Beteiligung aller Organisationen unter Abbrennung eines Feuerwerks außerhalb des Flugzeuggeländes. Preußen. Aufmarsch der SA.-Brigade 48 in Marburg. LPD. Marburg, 11. Juni. Am Sonntag fand in Marburg ein großer Aufmarsch der SA.-Bri- gade 48 in Marburg statt. Aus sechs zur Brigade gehörenden Standarten nahmen insgesamt 20 000 SA.-Männer an der Veranstaltung teil. Die Unterbringung der Massen stellte an die Aufmarschleitung die größten Anforderungen. Alle verfügbaren Hallen Marburgs und der Umgegend waren in Massenquartiere umgewandelt. Den Samstagabend füllten stark besuchte Konzerte der Kapellen in den verschiedenen Lokalen der Stadt aus. Um 24 Uhr fand auf dem Kämpfrasen ein großer Zapfen st reich, ausgeführt von den Kapellen der Standarten Jäger 11, Jäger 33, M. 48 und R. 224, statt. Am Sonntag früh begannen um 7.30 Uhr die Wettkämpfe der Brigade in dem Universitätsstadion. Gleichzeitig zeigte die Motorstandarte 48 auf dem Kämpfrasen ihr Können. Auf der Bürgerwiese bot die Reiterstandarte Dillenburg-Herborn ausgezeichnete Leistungen dar. Don 10 Uhr ab marschierten die einzelnen Standarten nach dem Uebungsplatz Cyriaxweimar zur Paradeaufstellung. Dom Aot-Kreuzkag. Herzog Karl Eduard von Sachsen-Coburg - G o t h a, der Prässdent des Deutschen Roten Kreuzes, als Spendensammler am Rotkreuztag in Berlin. deren Teil aus freiwilligen Spenden stammten, und deren Erlös zur Unterhaltung der hiesigen Schwesternstation verwandt wird. Vor der Verlosung hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer V ö m e l, einen etwa einstündigen Vortrag über das Thema „Selbsterlebtes unter Rotfront- und Franzosen- berrsckaft im Rheinischen Industriegebiet". Pfarrer Unsere liebe, gute Mutter, Schwu Frau Katherina R geb. Sch wurde heute vormittag 11'/, Uhr Leiden im Alter von 64 Jahren au In ti Familie Erich Rohrb. Familie Nicolaus Po] Frau Anna Rohrbach Lollar, den 11. Juni 1934. Die Beerdigung findet am Mittwi 4 Uhr, von der Friedhofskapelle r nach kurzem Krankenlager im Alt von uns geschieden. Namens der trauernden Nanny Simon, Londorf, den 12. Juni 1934. Die Beisetzung findet am Donnerst nachmittags 21/, Uhr statt. Heute nacht ist mein innigst gelie treusorgender Vater, Bruder, Schwa Herr Abraham ' 99 Rollen Tapeten. 03520 zu verm Funker, Gerickitsvollz. in Gießen. Kaisern Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. • im £ Bestimmt an Ort und Stelle, Be- kanntg. i. ob. Lokal: 1 Pianino. Sch 5-Zimmer nebst Hui l.Juh 1! eine Ga vermiete Kaisern im L Mim.-1 Mnnsard möbl., m gelegenb Mittwoch, I3.3uni 34, nachmittags 2 Uhr,versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „8um Löwen", zwangsweise gegenBarzablung: 2 Warenschränke. 2 Kassenschr.. 1 Eisschrank, 1 Kleider- und ein Weißzeugschrank, 1 Pianino, ein Schreibtilch, 1 Sofa, 1 Chaiselongue, 1 Grammophon, eine Schreibmaschine, 1 Nähmaschine, 1 Schäftestevpmasch., 1 Dauer- wehenavvarat, 45 Rehstangen, Sei dieN irgenl Zig u eilen Sperr ten Stunl verlas oeroö Grup wassi pulet sicht bean. fiame, Westki an bt Earill Manr Der berg Mann schoß, in Sü Hundei Mediz len Ei wald = in Lei Der gewan Kasper seinem aller = 6*1 Man Gebur mit bi war l dert b Alexa, stamm gegebe nichts dem L nichtige auch Ci cheint feiner N da- Kasper 'st sein stme 3?e'iäu P’r °i stnnen immer Adrig, Arson Mkn, r lese b'5 w £wn Geltung. fef, so sind sofort und unwiederbringlich sämtliche ungewünschten Haare entfernt. Und außerdem besitzt er ein Haarwuchsmittel — na, ich will nichts weiter sagen, als daß alle Männer mit gelichtetem Scheitel ihm ein Denkmal setzen würden, bürst ten sie es benutzen." „Und warum bringen Sie dieses Mittel nicht mit?" „Badinga und ich sind gute Freunde. Aber er gibt mir die Mittel nicht, auch nicht für Gewehre, Photoapparate und andere Zaubermittel der Weißen. Es existiert eine uralte Überlieferung, daß diese Mittel nur von schwarzen Zauberern angewendet werden dürfen und nur für schwarze Menschen bestimmt sind. Alles Zureden hat nichts genutzt." „Wer begleitet Sie, Herr Freyberg? Leiten Sie eine große Expedition?" „Die stellen wir unten zusammen, aus Schwarzen. Nur vier Weiße fahren hinunter. Ein Regisseur und zwei Kameraleute. Herr N e u b e r t, der Kameramann, dürfte Ihnen bekannt sein, er ist schon mit Gunther Plüschow in Feuerland gewesen und hat den Film „Der weiße Kondor über Feuerland" gedreht." „Wird es sehr gefährlich fein?" Freyberg lächelt wieder. „Das Gefährlichste sind die Tropenkrankheiten, aber wer so lebt wie ich, der wird nicht krank. Ich bin 27 Jahre in Afrika gewesen und habe niemals Malaria gehabt, niemals schwarzes ober gelbes Fieber, niemals Blut- ruhr — ich bin überhaupt niemals krank. Und jeder Weiße, der vorsichtig ist, braucht keine Furcht vor Krankheit zu haben/ „Und wilde Tiere —" Freyberg deutet auf zwei große Gewehre, die von seinem Begleiter gehalten werden. „Eine Elefantenbüchse, wie es nur vier auf der Welt gibt. Damit lege ich morgens vor dem Frühstück einen Elefanten um. Sonst tun uns die wilden Tiere nichts, wenn wir sie in Ruhe lassen. Das gefährlichste Wild ist der Rotbüffel, aber er schmeckt gut ..." So steht er da, kühl, sachlich, lächelnd, so als fahre er übern Sonntag nach Stuttgart, um seine Tante zu besuchen, und nicht als wäre er Leiter einer Filmexpedition, in ein Gebiet, wo sich noch keiner vor ihm hingewagt hat, um Tiere und Menschen zu filmen, die bisher von niemand gefilmt worden sind. Dann winkt er aus dem Stuttgarter Zug. Morgen fliegt er weiter nach Barcelona, und dann besteigt er das Schiff und führt bis an die Gambiamündung, wenige Stunden vom toten Busch, dem Wohnort der Gorillas entfernt. „Auf Wiedersehen im Herbst .. Wirtschaft. Zusammenschluß- und Deiriebs- erweiterungsverbot für Großbetriebe in der Hauchtabakindustrie. Dns RWM. teilt mit, daß der scharfe Wettbewerb der Hersteller von Rauchtabak die Gefahr der Vernichtung volkswirtschaftlich wertvoller Unternehmungen der Mittel- und Kleinindustrie nahegerückt habe. Bemühungen um eine Verständigung über die Wettbewerbmaßnahmen, insbesondere die Fabrikpreise und Verkaufsbedingungen haben zu einem Zusammenschluß der überwiegenden Mehrheit der Industrie aeführt. Da sich eine Verständigung mit den verbliebenen Außenseitern als unmöglich erwies, hat der Reichswirtschaftsminister diese dem Kartell Deutscher Rauchtabakfabriken in Berlin angeschlossen. Eine Ausnahme für die zahlreichen Kleinhersteller brauchte dabei nicht gemacht zu werden, da deren Rechte und Pflichten nach der Satzung des Kartells solange ruhen, als die von ihnen versteuerten Her- stellunasmengen in drei aufeinanderfolgenden Monaten insgesamt 150 Zentner Rauchtabak nicht über» schreiten. Auch sie sind jedoch zur Meldung der von ihnen versteuerten Rauchtabakmengen an das Kartell verpflichtet. Sie können ferner freiwillig an allen Rechten und Pflichten der Kartellmitglieder teilnehmen. Eine Aenderung der Kleinverkaufspreise tritt durch den Zusammenschluß nicht ein. Als Rauchtabak im Sinne der Regelung gelten: Pfeifentabak und feingeschnittener Rauchtabak, incl. von steuerbegünstigtem Feinschnitt „Schwarzer Krauser", Feinschnitt zum Kauen, Roll- ober Strangtabak unb Tabak in Platten, ber zum Rauchen aus der Pfeife bestimmt ist, sowie Kentucky- unb Virginiapreßtabak unb Ungarblätter, jeboch ausschließlich von sogenanntem Kleinpflanzertabak. Um zu verhindern, baß sich bie Wettbewerbsmaßnahmen auf nicht regelbare Gebiete verschieben unb dadurch zur weiteren Ausdehnung der Großbetriebe führen, ist gleichzeitig ein B e t r i e b s er w e i t e - rungsccrbot für Großbetriebe über 15 0 0 0 Zentner Jahresproduktion erlassen worden. Für besonders gelagerte Fälle hat ber Reichswirtschaftsminister sich bie Entscheidung vorbebalten. Die Regelung ist als eine vorübergehende Maßnahme gebucht, bis sich bie Auswirkungen bes Gesetzes zur Vorbereitung bes organischen Ausbaues ber beutschen Wirtschaft auf bie Rauch- tabatinbuftrie übersehen lassen. Oie Notwendigkeit der Steigerung der Schafzucht. Die früher blühende deutsche Schafzucht ist auf rund 3’/2 Millionen Tiere zurückgegangen. Infolgedessen müssen gegenwärtig 95 v. H. des deutschen Wollbedarses durch Einfuhr gedeckt werden. Zur Entlastung der Devisenbilanz und um Deutschland zu Zeiten der Abschnürung der Rohstoffzufuhr den erforderlichen Bedarf an Wolle weitestgehend zu sichern, ist eine Steigerung der Schafzahl um das Mehrfache des gegenwärtigen Bestandes notwendig und geplant. Diese Steigerung begegnet vorn Standpunkte der Futteraufbringung deshalb keinem Anstand, weil die für Schafe nutzbaren Futterflächen Deutschlands ausreichen. Dagegen fehlt es an der Absatzmöglichkeit für das dabei erzeugte Fleisch, nachdem die in der zurückliegenden Zeit vorhandenen Ausfuhrmöglichkeiten für Schlachtschafe und Schaffleisch infolge Erschließung neuer Bezugsquellen durch die Bedarfsländer fast vollständig verschlossen sind. Deshalb ist notwendig, daß in Deutschland mehr Schaffleisch als bisher genossen wird. Es muß erreicht werden, daß der Verbrauch an Schaffleisch im gleichen Verhältnis gesteigert wird, wie die eigene Wollgewinnung eine Steigerung erfahren soll. Frankfurter Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 11. Juni. Die Börse lag zum Wochenbeginn fest, doch fehlte es an genügend Aufträgen, um die erwartete Geschäftsbelebung zum Durchbruch kommen zu lassen. Die Münchener | Rede des Staatssekretärs Reinhardt bot eine' Anregung für den Rentenmarkt und auch für die ©efamtborfe, da das Problem der Arbeitslosigkeit offenbar durch neue Maßnahmen sehr bald beseitigt werden könne und daß vor allem eine Erleichterung für die Wirtschaft in der organischen Zinssenkung bevorsteht. Auch die neuen deutsch-schweizerischen und holländischen Transferbesprechungen waren zu beachten. Angesichts der Geschäftsstille war die Börse ziemlich fest. Am Elektromarkt lag eine besondere Anregung durch den Geschäftsbericht von Felten vor, Felten 2,25 v. H., Accumulatoren 2 v. H., Bekula 1,25 v. H., Lahmeyer 1,40 v. H. fester. Gut gehalten Schuckert, Gesfürel und AEG-, nur Siemens leicht gedrückt. Deutsche Linoleum lagen ebenfalls in Auswirkung des Bilanzberichtes 1,50 v. H., Aku 1,25 v. H. höher. Automobilwerte durch die jüngsten Verlautbarungen behauptet. Am Zellstoffmarkt Waldhof wieder nur knapp gehalten, dagegen Aschaffenburger erneut 0,50 v. H. freundlicher. Schifffahrtsaktien 'waren gedrückt und zwar Hapag um 0,50 v. H. Nordd. Lloyd um ca. 1,75 v. H. IG. Farben bei anfänglich etwas größeren Umsätzen 1,25 v. H. fester, im Verlaufe wieder 0,50 v. H. leichter. Rütgerswerke verloren 1,13 v. H., Scheideanstalt 1 v. H. Nicht ganz einheitlich waren Montanwerte, leicht gebessert noch Stahlverein, Rheinstahl und Gelsenkirchen, um 1 v. H. fester waren Mannesmann und Klöckner. Bis 0,50 v. H. niedriger dagegen Mansfeld, Harpener und Ilse Stamm, Ilse Genuß minus 3 v. H. Am Rentenmarkt waren Neubesitzanleihe mit । 23 v. H. eher etwas fester, Altbesitz gut gehalten, nur späte Neichsschuldbuchforderunaen 0,50 v. H. schwächer. Fest waren Stahlverein-Bonds mit plus 1,50 v. H. Von Auslandsrenten zogen Anatolier Eisenbahn um 1,65 v. H. auf 36,90 v. H. an. Unter dem Druck der herrschenden Geschäftsstille bröckelten die Kurse im Verlaufe an fast allen Marktgebieten um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Schiffahrtsaktien lagen insgesamt 1 bis 1,50 v. H. niedriger. Dagegen waren Harpener, Scheideanstalt und Farbenindustrie mäßig höher. Daimler gingen auf 15 (—1,40 v. H.) zurück. Gut behauptet kamen Kalinebenwerte, Cement Heidelberg, Deutsche Erdöl und Südd. Zucker zur Notiz. Äm Rentenmarkt bröckelten die Kurse gleichfalls leicht ab und zwar bis zu 0,13 v. H., Neubesitz galten ca. 22,95. Am Pfandbriefmarkt lag etwas Angebot vor, doch blieben die Kurse ziemlich behauptet. Stadtanleihen gingen überwiegend etwas zurück. Im übrigen lagen Festverzinsliche ruhig. Von fremden Werten lagen Mexikaner und Ungarn etwas leichter. — Tagesgeld war zu 3.25 um 0,25 v. H. leichter. Abendbörse still. Frankfurt a. M., 11. Juni. Im Abendbörsenverkehr war die Umsatztätigkeit infolge der nur geringen Publikilmsbeteiligung wieder eng begrenzt, zumal die Kulisse Zurückhaltung übte und eher zu weiteren Realisationen geneigt schien. IG. Farben unterlagen mehrfachen Schwankungen, wobei sich per Saldo eine Minus-Differenz von 0,50 v. H. gegen den Berliner Schlußstand ergab. Ferner waren Daimler Motoren etwas angeboten und 0,65 v. H. niedriger, auch sonst lagen die Kurse meist nur knapp gehalten. Etwas fester lagen Mannesmann mit plus 0,40 v. H. und Zellstoff Waldhof mit plus 0,75 v. H. Schiffahrtsaktien blieben auf dem befestigten Schlußniveau behauptet. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an. Der Rentenmarkt lag ebenfalls nahezu geschäfts- los bei etwas nachgebenden Kursen. Altbesitz verloren 0,13 v. H., Neubesitz 5 Pf., späte Reichsschuldbuchforderungen waren zu 93,75 v. H. behauptet, während Reichsbahn-Vorzugsaktien um insgesamt 0,40 v. H. anzogen. Don fremden Werten gingen 4proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 um 2 v. H. auf 169 zurück, Anatolier Eisenbahn waren zu 37 bis 36,75 v. H. behauptet. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,95, Altbesitzanleihe 94,25 bis 94,13, Stahlverein-Bonds 74,75, DD.-Bank 59,75, Reichsbank 153, Buderus 76, Gelsenkirchen 63,50, Harpener 101, Mannesmann 67,50, Phönix 50, Rheinstahl 97,75, Aku 62,50, Daimler 51,13 bis 51, Scheideanstalt 201,50, IG. Farben 144,75 bis 144,50 bis 144,75, bis 144,25 bis 144,75- bis 144,50, Gesfürel 101,50, Holzmann 63,25, Rheag 99, Sckuckert 91, Siemens 141, Zellstoff Waldhof 49,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 110 bis 110,13, Hapag 27,25, Nordd. Lloyd 33,25. Frankfurter Schlachtviehnrarkt. Frankfurta. M., 11. Juni. Auftrieb: Rinder insgesamt 1327 (gegen 1755 am letzten Montagsmarkt) darunter befanden sich 357 Ochsen, 115 Bullen, 409 Kühe und 446 Färsen. Kälber 622 (548), Hämmel 32 (20), Schafe 4 (10), Schweine 3982 (4071). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 28 bis 31, d) 24 bis 27. Bullen a) 31 bis 32, b) 29 bis 30, c) 27 bis 28, d) 24 bis 26. Kühe a) 30 bis 31, b) 27 bis 29, c) 22 bis 26, d) 14 bis 21. Färsen a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 25 bis 28. Kälber a) 51 bis 53, b) 46 bis 50, c) 39 bis 45, d) 29 bis 38. Lämmer und Hämmel bl) 35 bis 36, c) 33 bis 34. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50, a2) 38 bis 42, b) 39 bis 42, c) 38 bis 42, d) 36 bis 41, e) 31 bis 38, gl) 34 bis 36, g2) 31 bis 33. Im Preisvergleich zum letzten Mvn- tagsmarkt blieben Ochsen, Bullen, Kälber und Schweine behauptet, Kühe und Färsen zogen um je 1 Mark an, Hämmel gaben 1 Mark nach. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer lleberftanb. Kälber, Hämmel, Schafe und Schweine ruhig, ausverkauft. Frankfurter itie reid v r e Frankfurt a. M., 11. Juni. Der Großmarkt verkehrte allgemein in fester Tendenz, das Geschäft war allerdings infolge des meist nur knappen Angebots klein. Besonders fest lagen wieder Roggen, Hafer und ölhaltige Kraftfuttermittel, während Weizenkleie ruhiger lag. Es notierten: Weizen 207, Roggen 183 bis 185, Hafer 185 bis 187,50, Weizenmehl, Type 563, Festpreisgebiet W X 28,90, dasselbe W VII 28,60, Raggenmehl, Type 610, Festpreisgebiet R VIII 25,25, x dasselbe R VI 25,25, Weizenmehl IV B 16,25 bis 16,50, Weizennachmehl 15,50, Weizenfuttermehl 11,70 bis 11,80, Weizenkleie, fein 10,75, grab 11 bis 11,15, Roggennachmchl 16,50, Roggenfuttermehl 12,25, Roggen kleie 11,50, Sojaschrot 16,35, Palmkuchen 15 bis 15,10, Erdnuß- kuchen 17,75, Treber 15, Trockenschnitzel 11,50 bis 11,65, Weizen- und Roggenstroh 2,30. Kartoffeln: Industrie, hiesiger Gegend, alte Ware 4,20 bis 4,50, Erstlinge, hiesiger Gegend, verladbar per ,11. Juni, 7,90 Mk., verladbar per 12. und 13. Juni, 7,25 Mk. ab Station pro 50 Kilo. Die Regelung des Lavdbuüer-Derkauss. Vom MilchwirtschaftsverbandHessen wird uns geschrieben: Mit der gesetzlichen Neuregelung des Verkehrs mit Käse und Butter ist auch die Frage der Land- butter akut geworden. Nicht selten geben bei Ueber- füllung der Märkte gegen Marktende die Preise der Landbutter auf die Hälfte der normalen Preise nach und stempeln so die Preise zu einem Zufallsergebnis der jeweiligen Marktlage. Derartige Erscheinungen bleiben auf den allgemeinen Buttermarkt nicht ohne Auswirkung, und die Milcherzeuger in ihrer Gesamtheit sind die Leidtragenden. Die Beschneidung einer solch an und für sich recht fraglichen Freiheit der Bauern liegt demgemäß im allgemeinen Interesse. .. , Der Reichskommissar für bie Milchwirtschaft hat im Rahmen der durch die Gesetze und die Verordnungen gegebenen Möglichkeiten nachstehende Nichtlinien aufgestellt: 1. In Gebieten, welche molkereimäßig noch nicht oder nur ungenügend erschlossen sind, wird man dem Bauern selbstverständlich auch bis zur Wandlung dieser Verhältnisse die hofeigene Verwertung seiner Milch zu Milcherzeugnissen auch zum Absatz weitergestatten. 2. Das Gleiche gilt in molkereimäßig erschlossenen Gebieten, sofern infolge irgendwelcher Umstände die Zuweisung der Milch zu einer Molkerei für einen Betrieb mit besonderen Schwierigkeiten verbunden wäre, oder wo z. B. in ausgesprochenen Zuchtbetrieben die ganze Magermilch auf dem Hofe verbleiben muß. 3. In allen anderen Fällen wird die hofeigene Herstellung von Milcherzeugnissen zum Zwecke des Absatzes unterbunden werden müssen, um jeden marktstörenden Einfluß dieser Erzeugnisse zu vermeiden und zugleich die bestehenden Molkereien im Interesse der gesamten Erzeugerschaft zweckmäßig auszunutzen. Diese Maßnahmen erscheinen vor allem dort angezeigt, wo der betreffende Bauer seither bereits die ganze ober einen Teil feiner Milch regelmäßig ober auch nur zeitweilig an eine Molkerei abgeliefert hat. Die vielfach seitherige Gepflogenheit, sich bes Molkereibetriebes nur zur konjunkturellen Ausnutzung ber jeweiligen Marktverhältnisse zu bebienen, kommt in Zukunft schon ba- durch in Wegfall, baß bie Butterpreise wie es bereits heute ber Fall ist, sich unbebingt stetig entwickeln unb baß bie ßanbbutter ihrer nicht so guten Qualität unb Haltbarkeit wegen im Preise nichtiger ausfällt. Diese Maßnahmen tragen ferner bazu bei, Mißgünstigkeit unb Unzufriebenheit in ben Kreisen der Erzeuger auszuschalten und sie zu einer völkischen unb berufsstänbischen Einheit zu uerbinben. 4. Es bleibt auch in Zukunft jebem Bauern unbenommen, sich eine Einrichtung zur hofeigenen Verwertung seiner Milch anzuschaffen, er muß sich lebig» lich über bie Ausnutzbarkeit biefer Einrichtung je nach Lage ber gegebenen Verhältnisse von vornherein im klaren sein. Auch bei nicht hofeigener Herstellung von Milcherzeugnissen kann bie Entrahmung überall bort am Platze sein, wo sich nach Lage bes Falls, insbesondre bei schwierigen Wegverhältnissen unb bergt bie Rahmlieferung mehr empfiehlt als bie Beförberung ber ganzen Milch. Bei Unklarheiten unb Zweifelsfällen wolle Rückfrage beim zustänbigen Milchversorgungsverbanb gehalten werben. Die Zeit ist also gekommen, baß bie Frage ber ßanbbutter einer ßöfung entgegengeführt wirb. Mit bem alten Zopf, Eigenbrötelei unb eine konservativen Einstellung, die mit ber heutigen technischen Entwicklung ber Milchwirtschaft, sowie mit ben Interessen bes Volksganzen nicht mehr in Einklang zu bringen ist, muß gebrochen werben. Der Milchwirschaflsverbanb Hessen ist deshalb an bie Kreisämter (Landratsämter, Bezirksämter) mit dem Ersuchen herangetreten, sämtliche Gemeindebehörden anzuweisen, Anträge auf Ausstellung von Uebernahmescheinen in allen Fällen zu verweigern, in denen die Möglichkeit der Milchablieferung an eine betriebswirtschaftlich normale Molkerei ober Sammelstelle gegeben ist. Um eine Ueberschwemmung solcher Molkereien mit Milch zu verhinbem, hat die Regelung im Einvernehmen mit dem zuständigen Milchversorgungsver- band zu geschehen. Giraßenbaupläne im Dillgebiet. Dillenburg, 11. Juni. (ßPD.) Um neue Arbeitsmöglichkeiten zu erschließen, plant der Dillkreis die Durchführung größerer Straßcn- bauten. Neben verschiedenen Straßenverbesserungen und -Verlegungen ist eine Reichsstraße projektiert, bie ben Dillkreis mit bem Kreis Biebenkopf verbinden soll. Ferner sind Bemühungen im Gange, eine Reichsautobahn durch ben Dillkreis zu führen. Alle diese Maßnahmen sollen einen gewissen Ausgleich bringen für ben leider immer noch nicht durchzu- führenden, aus wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Gründen seit Jahren geforderten Weiterbau der Eisenbahnlinie Haiger—Rabenscheid. Alle Bemühungen in dieser Angelegenheit haben wider Erwarten zu keinem Erfolg geführt, da die Reichs- Drei neue Umgehungsstraßen im Kreise Schlüchtern. Schlüchtern, 11. Juni. (ßPD.) Im Zusammenhang mit der Ernennung der ßandstraße Frankfurt—Hanau—Fulda—ßeipzig zur Reichsstrahe, erhalten die Städte Salmünster, Steinau und Schlüchtern im Schlüchterner Kreisgebiet Umgehungsstr aß en. Diejenige für Steinau, die bereits seit Jahren im Bau ist, wird in Kürze fertiggestellt, während die für Schlüchtern und Salmünster fertig projektiert sind, aus technischen Gründen aber noch auf kurze Zeit zurückgestellt werden mußten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die tjmtei Öen Papieren angeführten Ziffern geben Oie Hohe Oer zuletzi veicyloyenen Dividende an — *Jteut)sbanfDistoni 4 v H, Lombardzinsfuß 5 v. H. Frantmr o. l'l Berlin Schluß» kurS Schlußk. Abend, börse Schlup- kurs Schlußk Mittag» börse Datum 9 6 11.6 9 6. 11-6. •% Deutschs Reichsanleihe o 1927 97,25 97 97,25 97.5 6% ebeiu.7% Dl. Reichsanl. o. 1929 99,6 99,6 99,7 99,7 6y«% Douug-Anleihe oun 1930 Deutsche Anl.-Ablas.-Schuld mit 92 92.3 92,25 91,5 AuSlos.-Rechten 94,5 94,13 94,5 94,25 DeSgl ohne AuSlos.-Siechte ..... 6% el)em.8% Hess. Dolköstaal 1929 22,95 22,95 23 23 (tütfjühlb. 102%) 8% Hess. Landesbank Darmstadt 92,75 92.75 93 93 Gold R. 12 6%% pell. Lander-Hypotheken- 90,75 90,5 90,75 90,75 bank Darmstadt Liout Oberheijen Provinz-Anleihe mit 89,75 89,5 — — AuSlos.-Rechten Deutlche Komm. Sammelabl An- — leihe Serie 1 mit Auslol.-Siechten 8% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank 94,5 94,5 94,13 94,4 SolDpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ehern 7% Franks Hyp.-Bank 90,25 90.25 90,75 Goldpfe 16 unkündbar bis 1936 6%% ehern 4Y,% Franks Hyp.- 90,25 AO, 25 — 8ank-Liqu.-Dsandbrtese..... ehern *V,% Rheinische 89 88,8 — Hyp.»Bank»Liqu.»GoIdpse. 6% ehern. 8% Pr LandeSpfand» 91,25 90,5 — briefunftalt, Pfandbriefe DL 19 •% ehcm. 7% Pr. LandeSpfand- briesanstall, Psandbriese R. 10 94 94 94 54 94 94 Steuergutsch Verrechnungskurs 99,4 99,6 99,4 99,6 *% Oesterrelchtsche Soldrente. 28 _ — — 4,20% Oesterroicylfche Silberrente 1,2 1,1 1,13 —— 4% Ungarische Goldrente ...... 8,2 8,4 8 8,2 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 7,25 7,5 7,55 •— 4Yt% desgl. von 1913 ...... 7,75 7,5 7,7 — 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8,5 8,65 8,75 8,7 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 7,13 7,13 7,25 7,3 Gerte 1..................... 7 r Ivronflun a. ÄI Berlin Schluß- kurS <5d>luBt. Abend» börfc Schluß» turs Schlußk. Mittag» börse Dalum 9.6. 11-6. 9-6. 11-6 4% twtfll. Eene II 7,1 7,2 — — 6% Ohimän. vereint). Rente v. 1903 4,4 4.65 4,4 — 4V,%Rumän.vereinh.Reniev.l913 6,9 — 6,9 — 4% Rumänische vercinv Rente 3,9 4 3,9 4 8V4% Anatolier 35,13 36,75 36,25 36,75 vamvurg-Amenka. Bakel o 27 27,25 27,75 27,25 Hamburg-Sudam Dampfschiff. o 26,75 Hansa-Dainpsschiss .. o — — —— Norddeutscher Lloyd ... 0 '21®. kür Verkehrswesen Akt. .. 0 33,25 33.25 32,75 33,5 66,5 66,75 67 Berliner HanvelSgesellschasl ... 4 85,75 86,5 88 Hammen- und Privat-Bonk 0 53,5 53 53,5 53 Deutsche Bank und Diskont» Gelellschafi................ o Dresdner Bank....... g 58,5 63,5 59,75 64.5 58,5 53,5 59,75 64.5 Reichs bank ..... 12 153 153 152,25 153,25 «a-4.®..................... o 27,75 26,75 27,65 27,13 Bekula.......... 0 137 137,75 137,25 137,13 Sleltr. LkesenmgSgelellschäft ... 6 97,5 96 97 95,9 Licht unb ff ruft . 6 109,5 108,75 109,75 109 Felten & Guilleaume . o lpeselisch.s.Eiektr. Unternehmung b Rheinische Elektrizität ......." 5 Schuckeri & Co....... ß 61,5 62,75 60,5 62,9 102,25 99,5 93 101,5 99 91 101,5 99 93,5 101,5 99 92 141,25 119,5 Eiemens S Halske........... 7 Labmever » La............ ,0 141,5 117 141 118,4 141 117,5 Buderus ................. 76,5 76 77 76,25 Deutsche Ürbti .............. 4 122.13 122,5 121,75 121,25 Gelsenkirche»«............... 64,5 63,5 64 63,65 Harpener ............ < 102 101 100,5 101,75 Voesch Elle»—KSln.Neuessen .. ( — 75,25 74,75 ylfe Bergbau ............< 159 158 157,5 158,5 31 le Bergbau Oenüfle........e 125 | 122 123,5 i 120 •lödnerwerfe ....... C Vtamc«manA*RAtat —.. c 70,9 70 71 ! 70,5 67,65 1 67,5 68 1 67,13 $ranfhin 0. 2)1 Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börsc Schluß» kurs Schlußk Mittag- börse Datum 9-6 11-6- 9-6- 11.6. Monsselder Bergbau .. ......O 78 77,5 77,9 77.9 Kols werke .... ...... O —— —— 99,75 99,25 Phönix Bergbau .... ...... O 50,5 50 50,13 50 Rheinische Braunkohle» ..... 10 234,5 234,25 233 238 Rhein stahl ....... 0 98,25 97,75 97,25 98 Bereintgie Stahlwerke. ....... 0 43,75 44 43,65 43 Ötaoi Minen .......0 16 15,5 15,75 14,75 ffaliwerke Aschersleben. ....... 5 121 120 121,4 121.5 Kaliwerke Westeregeln . ....... 6 121 120,5 124 121,75 Kaliwerke Salzdetfurth .....IV, 159 159 159,5 159,5 3. ®. Farden-JnoustNe ....... 7 143,75 144,5 143,65 145 Scheldeanstalt........ ....... S 202,75 201,5 —— Goldschmidt ......... .......O 68,5 68,5 69 68,25 Rüigerswerke ........ .......O 41,75 41,4 40,4 41,5 Metallgesellschafi...... .......0 84 83,5 83,75 83,5 Philipp Holz mann .... .......e 63,5 63,25 64,75 63 Zementwerk Heidelberg Lemeutwerk Karlstadt.. ......0 104 104 ....... 0 125,5 Schultheis Payenhofer ......0 — — 108,5 108 Aku lAUaemeine Kunstseide) .. O 63,5 62,75 63,9 63,5 Bemberg ....... 0 70,75 /1.25 71,5 70,5 Zellstoff Waldhos ..... .......0 50 49.5 49,75 48,75 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 44,5 45 44,5 44,65 Dessauer Gus ..... .......7 —1 —— 129,25 128,5 Daimler Motoren..... .......O 52,5 51 51,75 51,65 Deutsche Linoleum .... .......0 63,5 64,25 64,4 64,5 Oren stein & Koppel ... .......0 •— — 65,25 64,25 Leonhard Tietz ....... .......0 20,75 20,5 20,13 20,9 kbade ............... .......IC 193,5 198 193,5 199 Arru m ulatoren-Fabrü .......0 179,75 181,75 179 180 Lonti-Guam«........ .......0 138 138 138,5 137.5 Orttaet............. .......0 I 23,4 23,4 Mainkraftwerke Höchst 4 71 72,5 1 — - Süddeutscher Zucker •. 1 175,25 l 176 1 176 1 - Deoiienmarfl Berlin — Frankfurt a. M 9-3unl 11-Juni Amtliche Jlonerung Amtliche Noticrunu (Reih Srie> Geld 1 Arie Buenos Aires 0,606 0,610 0,605 0,609 Brüssel----- 58,54 58,65 58,54 58,66 Rio de Jan. 0,151 0,153 0,151 0,153 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,52 56,64 56,49 56,61 Danzig..... 81,60 81,76 81,60 81,76 London ..... 12,655 12,685 12,645 12,675 Helsingfors.. 5,599 5,611 5,594 5,606 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,70 21,74 21,68 21,72 Japan ...... 0,753 0,755 0,751 0,753 Jugoslawien 5,664 0,676 5,664 5.676 LSlo..... : 63,62 63 74 63,59 63,71 Wien....... 47.45 47,55 47,95 48,05 Lissabon.... 11.52 11,54 11,51 11,53 Stockholm... 65,26 65,40 65,23 65,37 Schweiz .... 81,42 81,58 81,39 81.55 Spanien.... 34,32 34,38 34,29 34,35 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — — Neuyork... 2,502 2,508 2,499 2,505 Banknoten. Berlin, 11 .Juni Geld 2 rief__ Amerikanische Roten.....'......... 2,452 2,472 Belgische Noten.................. 58,38 58,62 Dänische Noten ................. 56,34 56,56 Englische Noten ................. 12,60 12,66 Französische Noten............... 16,46 16,52 polländische Noten............... 16m,31 169.99 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,56 63,42 21,64 63,68 Deutsch Oesterreich, 1 IOO Schilling — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 65,07 65,33 81,21 81,53 Spanische Noten................. 34,15 34,29 Ungarische Noir» •••••«•••••••••« —• Nr. VA Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 12. Juni 1934 Aus Oer provmzialhauptstaOt. Hausfrauen sparen für die Arbeitsbeschaffung. Man hat nicht zu Unrecht die deutschen Hausfrauen mit als den wichtigsten Wirtschaftsfaktor in Deutschland bezeichnet. Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, daß 60 bis 80 v. H. des ganzen deutschen Volkseinkommens Tag für Tag durch die Hand der Hausfrau gehen; mit anderen Worten: bei mindestens 30 Milliarden Mark jahrein, jahraus entscheidet der Wille deutscher Hausfrauen darüber, wieviel für Kleider, wieviel für Essen und TrinLen, wieviel für Vergnügen und Reisen und vieles andere ausgegeben werden darf. Die Hausfrau bestimmt auch maßgebend, ob und wieviel gespart werden soll. Damit aber haben die deutschen Hausfrauen als die „Finanzminister der Familie" eine außerordentliche Verantwortung für die deutsche Wirtschaft. Wir alle wissen, und unser Führer Adolf Hitler hat es zu Beginn der diesjährigen ArbeitLfchlacht dem deutschen Volke erneut verkündet, daß die Millionen unfreiwillig feiernder Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot gebracht werden können, wenn zuvor die verdienenden Volksgenossen Sparkapital in genügendem Umfange bereitgestellt haben. Da es nun zum erheblichen Teil an den Millionen deutscher Hausfrauen liegt, ob gespart werden soll oder nicht, haben sie gleichsam das Schicksal der noch Arbeitslosen in Händen. Glücklicherweise sind die deutschen Hausfrauen schon immer und besonders seit dem Jahre 1933 sich ihrer Verantwortung bewußt gewesen; sie haben Mark auf Mark gelegt und damit jene Milliardensumme an heimischem Kapital zusammentragen helfen, die zum Bau von Wohnhäusern, zur Gewährung von Betriebskrediten an den Mittelstand usw. dient. Sie werden auch, darin sind die berufenen Kreditinstitute der deutschen Wirtschaft sich einig, in diesem Jahr nicht müde werden und die für die Arbeitsschlacht erforderlichen gewaltigen Beträge an die Hand geben. Eins aber wissen auch Deutschlands Hausfrauen, nämlich, daß man das ersparte Geld nicht im Strumpf, im Küchenschrank oder im Ofen aufbewahren darf (wo es von Feuersgefahr, Diebstahl usw. bedroht ist und außerdem keine Zinsen trägt), sondern daß man es einer Stelle anvertraut, die das Geld getreulich verwaltet und es auf dem schnellsten Wege einem Handwerker oder Gewerbetreibenden ausleiht, der damit Aufträge vergeben und somit Arbeitslose einstellen kann. Die deutschen Hausfrauen handeln nach der Erkenntnis, daß sie ihr Geld, soweit sie es von ihrem Wirtschaftsgeld erübrigen können, zu ihrer Sparkasse oder Bank hintraqen und daß sie Kinder und Hausgehilfen zum Sparen anhalten müssen; hierbei sind sie dessen eingedenk, daß zu- nebmend durch das Sparen bei den deutschen Sparkassen und Banken bisher noch von Arbeitslosigkeit betroffene Volksgenossen wieder in den Arbeitsgang der Volksgemeinschaft eingeschaltet werden. AuSparteiamtlichenBekanntmachungen Die Ortsgruppe Gießen-Nord hält ihre nächste Ortsgruppenversammlung gemeinsam mit der Ortsgruppe Gießen -Ost am Freitag, 22. Juni, um 20.30 Uhr im Cafe Leib ab. Redner des Abends ist Bürgermeister Pg. Haug. Die Zellen 2, 3 und 4 der Ortsgruppe Gießen- Nord versammeln sich am Mittwoch, 13. Juni, 20.30 Uhr, in der Wirtschaft Hofmann, Wetzsteingasse 10, zum Zellenabend. SS.-Sturmbannführer Hainbach spricht. Der NSLB. Kreis Schotten hält am 13. Juni Konferenzen ab und zwar in Schotten (Darmstädter Hof) um 15 Uhr, in L a u b a ch (Schützenhof) ebenfalls um 15 Uhr und in Ulrich- st e i n bei Pfannstiel um 14 Uhr. Nr. Trompete. Don Hans B. Wagenseil. Dr. Trompete war im Konstantinopel der Kriegsjahre eine stadtbekannte Persönlichkeit. Er war einer der beim Deutschen Roten Kreuz-Lazarett beschäftigten Aerzte und hatte seinen Spitznamen daher, daß es ihm offenbar unmöglich war, anders als im lautesten Kommandoton, also gleichsam mit Fanfarengeschmetter, zu sprechen. Mochte nun diese Gewohnheit daher kommen, daß der Doktor gewöhnt war, vor vollen Hörsälen zu sprechen, oder wollte er damit eine gewisse Forschheit betonen, — der Doktor war klein und rundlich! — Tatsache jedenfalls bleibt, daß sich gegen elf Uhr Vormittags vor den Fenstern des Roten Kreuz-Lazarettes ein buntes Völkergemisch zu versammeln pflegte, um den bis auf die Straße hinaus hörbaren Tonfilm der Visite mitzuerleben. Schlag elf Uhr flogen die Flügeltüren auf und mit dem Trompetenstoß: „Guten Morgen, meine Paschi!" betrat Dr Trompete den Saal. Die „Paschi", einfache, anatolische Soldaten, verbeugten sich hieraus, bis hinter die Ohren grinsend, mit einem „Merhaba Pasam!" Der Doktor schaute sich erst mißtrauisch im Kreise um, schoß dann wie ein Eber auf einen Unalücklichen los, brüllte einen Neuankömmling an, bezichtigte die gesamte türkische Armee der Schlappheit und des Simulantentums und brachte es jedenfalls fertig, im Handumdrehen die Bude auf den Kopf zu stellen. Der Türke liebt im allgemeinen lautes Wesen uno übertriebene Lebhaftigkeit nicht. Trotzdem war der Doktor ein beliebter Mann. Niemand hat em feineres Gefühl dafür, ob ein Mann ein mitfühlendes Herz im Leibe hat, als diese armen wlllkurae- plagten anatolischen Teufel. Hier aber.barg bie rauhe Schale einen goldenen Kern. Kein Mann dieser Armee der nicht, wenn er Urlaub haben wollte sich an Dr. Trompete gewandt hatte. War also einer dieser krummgeschossenen Patienten so weit daß er auf Erholungsurlaub hoffen durfte, ließ e? sch bei Dr. Trompete meldem Der Doktor chi weißen Mantel, sonst aber gestiefelt und gespornt, hockte auf einem Schemel und ließ die Reihe der Bittsteller an sich vorüber defilieren. Nie noch hat es so viele im Sterben liegende eisgraue alte türkische Väter, die in ihrer letzten Stunde nach ihren Söhnen verlangten, gegeben wie zu jener Z°D°r D°,°r." erklärte atfo etwa Ibrahim „Pascha" mit lebhaftem Gebärdensmel, inbem er die Wange wehmütig wie em Zahnleidender m b sinke Hand stützte, „sei krank, sehr Jranf. Doch bei Allah! merhaba Pasa, es ift xnatyc uno Ibrahim mutz iofort hinlausen" — ^rah-mver- anschaulichte Das, indem er trippelnd wie eine Maus Zungvolkdauerlager bei Meber-Boos. Um Pfingsten wurden die Ferienlager unsrer Jüngsten eingerichtet und bezogen. Die großen Jungenmassen jener Zeit sind allerdings nun wieder in Schule und Berus, aber ein kleines Dauer- tager bleibt den ganzen Sommer über dort oben im Vogelsberg. Die gute Zusammenarbeit aller nationalen Dienststellen ermöglicht den Fortgang dieser großartigen Jugendeinrichtung. Die NSV. Lauterbach und die Kreisleitung Lauterbach sorgen in vorbildlicher Weise für die Jungens. Was gab es für große Augen, als Kisten voll Büchsenfleisch, das besonders gern gegessen wird, angebracht worden sind. Die Gesamtkost ist durch diese glänzende Vorsorge gut und reichlich. Für noch größere Abwechslung soll Sorge getragen werden Viel Milch wird den Jungen zu- geführt und zwar als Milchkakao und Buttermilch. Es ist nicht hoch genug einzuschätzen, welche Werte bei einem solchen Lager für die Gesundheit gewonnen werden. Den ganzen Tag in der kostbaren, klaren Lust unsres Vogelsberges zu verbringen ist ein schönes Erlebnis. Aber bei aller Verpflegungsoorsorge, Unterkunftsbeschaffung und landschaftlicher Schönheit kann ein Lager unbefriedigend sein, wenn nicht die rechte Leitung vorhanden ist. Der Oberbannführer Blu - menröder und der neuernannte Jungvolkführer im Oberbann Oberhessens Kurt Dikerhof, die sich beständig selbst vom Fortgang des Lagers überzeugen, haben den Gießener Stammführer Helmut Schreiber mit dieser besonderen Aufgabe betraut. Ein disziplinvoller Kameradschaftsgeist vereinigt Lagerführer und die Jungens. Man spürt einen Jungengeist, der bestimmt in dieser Art noch nicht in allen Lagern vorhanden ist. Die oft ängstlichen Eltern können über diese Einrichtung völlig beruhigt sein. Ja, es ist schon so, daß dem stürmischen Verlangen, noch einmal ins Lager zu dürfen, das bei allen Lagerteilnehmern durchbricht, von den Eltern aber aus Wirtschafts- und Schulgründen leider nicht stattgegeben werden kann. Es wäre auch merkwürdig, wenn ein echter Jungvolkjunge von dem ganz auf Bubenart eingestellten Lagerbetrieb nicht restlos begeistert sein könnte. Wer nicht eingeweiht ist, vermag den Gießener Jungbannführer Hannsmuth Grether, der stets begeistert empfangen wird, nicht herauszufinden aus den Jungenreihen, wenn die Jungen abendlich am Feuer fitzen. Obwohl das Lager von allen vier oberhessischen Jungbannen beschickt wird, so ist doch die Leistung der Gießener Führer augenscheinlich. Der Gebietsführer Kramer hat in Änerkennung dieser Tatsache dem Gießener Jungbann neue, große Zeltplane zugewiesen. Die Nieder- und Obermooser Bevölkerung hat ihrer Bewunderung über das Lager und seiner Führung Ausdruck verliehen. Ueber Pfingsten waren natürlicherweise bei den annähernd tausend Jungen einige Jungenstreiche vorgekommen, die nun aber vergessen sind. Heute sind die Umwohner stolz auf „ihr" Lager und auf „ihre" Jungens. Und die Jungen haben das Stückchen Vogelsberg auch sehr lieb gewonnen. P. Das Berkehrsgewerbe im Wirtschastsbezirk Heffen. Eine Anordnung des Landesführers des Verkehrsgewerbes. Durch Verfügung des Herrn Reichsverkehrsministers sind für die gewerbliche Derkehrswirtschaft folgende Reichsverbände mit der ausschließlichen Vertretung und dem alleinigen Recht der Organisierung beauftragt worden: 1. Reichsfach st and des Deutschen S p e- ditions- und Lagerei-Gewerbes, Sitz Berlin, mit den Fachgruppen: Bahn- spediteure (bahnamtliche Rollfuhrunternehmer), Sammelspediteure, Kraftwagenspediteure, freie Rollfuhrspediteure (Vollmachtspediteure), Auftragsspediteure, Möbelspediteure, Lagerhalter und Binnenumschlagsspediteure. 2. Reichsoerband des Kraftfahrgewerbes, Sitz München, mit den Fachgruppen: Droschkenverkehr, Mietautoverkehr, Omnibusverkehr, Güternahverkehr, Güterfernverkehr. 3. Reichsoerband der Fährbetriebe Deutschlands, Sitz München, mit den Fachgruppen: Schwer- und Baufuhrwerksunternehmer, städtische Vertragsfuhrunternehmer, Abfuhrunternehmer. Für den Wirtschaftsbezirk Hessen, der umfaßt: Freistaat Hessen, Provinz Hessen-Nassau (Regierungsbezirk Wiesbaden und Kassel) ohne die Kreise Dillenburg und Herrschaft Schmalkalden und ohne die im Kreis St. Goarshausen gelegenen Orte Oberlahnstein, Niederlahnstein, Braubach, Friedrichs- segen, Nievern und Fachbach, sowie ohne den Unterwesterwaldkreis, fordere ich, als Landesführer der obigen Reichsverbände, sämtliche Unternehmer der vorbezeichneten Verkehrsgruppen auf, sich schriftlich zu einem der vorbezeichneten Verbände unter Angabe der Fachgruppe binnen einer Frist von zehn Tagen in meinem Büro, Frankfurt a. M., Handelskammer, Börse, anzumelden. Ich weise darauf hin, daß laut Verfügung des durchs Zimmer lief — „und dem guten Alten die Augen schließen." Hier schloß Ibrahim mit den Lidern klappernd die Augen. „So!" fauchte der Doktor. „Und wie lange glaubst du, daß du zu diesem Zwecke Urlaub brauchst?" „Sechs Monate," forderte Ibrahim unerschüttert. „Bist du verrückt?" brüllte der Doktor so, daß die Kaffeetassen auf dem Rauchtischchen schepperten. Nun aber erläuterte Ibrahim sehr wichtig, wie der Weg mit dem Ochsenkarren allein schon fünf Wochen beanspruche, für drei Schwestern (hier zeigte Ibrahim Daumen, Zeige- und Mittelfinger) je einen Mann suchen (Ring-, kleiner Finger und nächster Daumen) macht wiederum sechs. Also zwölf Wochen, kommt hinzu die alte Mutter . . . (hier spreizte Ibrahim sämtliche Finger) . . . „Halt, k e s !" unterbrach der Doktor. „Die Mutter wird gestrichen. Zehn Wochen. Abtreten!" Jetzt wand sich Ibrahim wie ein Derwisch. Er tjeulte und streute pantomimisch Asche auf fein Haupt, bis endlich ein Stoß aus der Trompete von Jericho verkündete, daß ihm drei Monate zugebilligt feien. Damit hatte Ibrahim nicht nur Urlaub, sondern auch das Anrecht auf eine Schachtel Zigaretten erworben. Es hatte sich nämlich der Brauch herausgebildet, daß jeder Mann, der zu Dr. Trompetes Stube gehörte, bei feiner Entlassung eine Schachtel Zigaretten geschenkt bekam. Diese Schachtel Zigaretten war nicht nur eine Schachtel Zigaretten, sondern sie war ein Orden, eine Auszeichnung, das sichtbare Symbol dafür, daß man zu Dr. Trompetes Paschis gehörte. So weit ganz schön und gut. Aber vor den Preis haben Die Götter den Schweiß gefetzt. Dieser sonst nicht der Gehenna verfallene Ungläubige ritt nämlich neben sonst allen guten Eigenschaften ein Steckenpferd, das den wackeren Muselmanen bei aller Gutwilligkeit restlos unverständlich und bis in die Seele verhaßt blieb. Dieses Steckenpferd war die Folterkammer. Die Folterkammer, oder wie das Runenfchild an der Türe verriet, die „Heilgymnaftikkammer" hatte der Doktor eigenhändig eingerichtet. Es liefen da über allerhand Räderwerk an Schnüren Gewichte, die man mit dem zerschossenen Arm oder Bein auf- und abziehen mußte wie eine Pumpe; es gab einen Barren und sogar ein künstliches Pferd. All das, damit die verletzten Glieder nicht steif bleiben sollten. Nun hätte man ja diesen Unfug dem Doktor zuliebe nut» machen können, wenn nicht nachher Mustapha stundenlang vorgeführt hätte, wie Selim auf dem Pferde gesessen und wie ein böser Dschinn hm und her geritten sei, immer hin und her, ohne auch nur um eines Haares Breite vorwärts zu kommen! Das aber war eine Schmach und eines Mannes unwürdig. Man war doch kein im Tretrad gehender Wasserbüffel! Herrn Reichsverkehrsministers die Betriebe sich den autorisierten Verbänden anschließen müssen. Es haben sich alle Verkehrsbetriebe bei mir zu melden, gleichgültig, ob sie einem bestehenden Verbände bereits angehören oder nicht, oder ob sie sich in der Zwischenzeit schon direkt bei einem der obigen drei Reichsverbände angemeldet haben. Dr. W. N i e c z, Landesführer des Verkehrsgewerbes im V^irtschaftsbezirk Hessen. Das Hausi^rgewerbe in der Stadt Gießen. Die Polizeidirekti-on Gießen teilt folgendes mit: Für die Folge müssen alle Personen, die in Gießen wohnhaft find oder eine gewerbliche Niederlassung besitzen, und im Bezirk der Stadt Gießen auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten oder ohne vorgängige Bestellung von Haus zu Haus 1. Waren feilbieten oder 2. Waren bei anderen Personen als bei Kaufleuten oder solchen Personen, welche die Waren Herstellen, oder an anderen Orten als in offenen Verkaufsstellen zum Wiederverkauf anbieten, oder Warenbestellungen bei Personen, in deren Gewerbebetriebe Waren der angebotenen Art keine Verwendung finden, aufsuchen, ober 3. gewerbliche Leistungen, hinsichtlich deren dies nicht Landesgebrauch ist, anbieten oder Bestellungen auf solche aufsuchen wollen, im Besitz eines Hausiererlaubnisscheines fein. Die Erteilung dieser Erlaubnis wird von dem Nachweis eines Bedürfnisses abhängig gemacht. Anträge werden bei den Polizeibezirken entgegengenommen. Falls Personen, für deren Gewerbebetrieb die vorstehenden Ausführungen zutreffen, im Besitze eines Wandergewerbescheines sind, so benötigen sie außerdem noch einen Hausiererlaubnisschein. Wandergewerbescheine berechtigen nur zur Ausübung des Gewerbes außerhalb des Wohnsitzes oder der gewerblichen Niederlassung. Die Polizeibeamten Dennoch wagte niemand gegen den Stachel zu löten. Bis denn endlich Mehmet oglu Hassan kam und östliche und westliche Welt heftig aufeinander prallten. Wie Mehmet unter die Soldaten gekommen war, bleibt ein Geheimnis der ottomanischen Werber. Denn er hatte bereits einen von silbernen Fäden durchzogenen Bart, war ein Art Patriarch, ein bereits mit Kind und Kindeskind gesegneter Mann. Jedenfalls hatte Mehmet oglu Hassan einen Durchschuß durch das Ellenbogengelenk des rechten Armes erhalten. Der türkische Feldscher aber hatte ihm den Arm so kunstvoll verbunden, daß er jetzt ein schönes festgewachsenes Dreieck bildete, in das man die Gebetskette, den Tabaksbeutel und zur Not auch den Tschibuk bequem einhängen konnte. Damit war Mehmet zufrieden. Weniger zufrieden war der Doktor. Er hielt dem Patriarchen mit Hilfe des Dragomans einen Vortrag, in dem er ihm die Vorteile der Folterkammer schilderte und ihn dazu verurteilte, alltäglich eine Stunde lang ein Dreipfundgewicht übers Rädchen zu ziehen. Der Sohn Hassans ließ sich diesen Urteilsspruch vom Dragoman erklären und antwortete mit einer entschlossenen Weigerung. Nie noch kamen die Lauscher des Tonfilms mehr auf ihre Kosten! Der Doktor wetterte und schrie, daß sich die Trompetentöne schrill überschlugen. Trotzdem endete es damit, daß Mehmet sich würdig in die Grätsche niederließ, gesunden und kranken Arm über der Brust verschränkte und damit die Unterredung als beendet erklärte. Umdrängt von seinen bewundernden Glaubensgenossen erklärte er später, der Doktor sei nichts als ein ungläubiger Giaur, der sich in Allahs Ratschluß einzumischen erdreiste. Solle sein Arm steif bleiben, so bleibe er es. Kismet! Der Doktor nun vermochte über diese Beleidigung nicht hinwegzukommen. Von diesem Tage an würdigte er Mehmet oglu Hassan keines Blickes mehr; er übersah ihn einfach bei der Visite. Mehmet seinerseits ließ, wenn der Doktor wutfunkelnd vor- überging, die Hand gemessen durch den Bart rieseln. Darüber vergingen einige Monate. Endlich aber stand auf Namensliste derer, die um Entlassung nachsuchten, auch der Mehmet oglu Hassan — „Paschas". „Kann entlassen werden!" fauchte der Doktor nur den türkischen Heilgehilfen an. „. . . Und be—kommt Si—garetten?" fragte die Ordonanz gespannt. „Don mir aus!" fanfarte Dr. Trompete wütend. Raffte dann aber eilends Bücher und Mantel zusammen, um nicht selbst Zeuge seiner Niederlage sein zu müssen. Am Nachmittag desselben Tages erlebten die Spaziergänger auf der dichtgedrängten Galata- Brücke ein seltsames Schauspiel. Ein Trupp Urlauber bepackt mit ihren Bündeln, querte eben die sind angewiesen, bei Zuwiderhandlungen Strafanzeigen vorzulegen. 1543 Studierende an der Landes-Universität. Von der Presse st elle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Die Zahl der Studierenden beträgt im laufenden Semester 1543. Im Wintersemester 1933/34 betrug- die Zahl 1831 und im Svmmerseinester 1933 1996. Konferenz der Geistlichen des evangelischen Dekanats Gießen. Im Markussaal trat am Montag die Konferenz der Geistlichen des Dekanats Gießen zusammen, die von Dekan G u ß m a n n - Kirchberg mit der Losung des Tags und Gebet eröffnet wurde. Sein besonderer Gruß galt dem zum ersten Male in diesem Kreis weilenden Propst Knodt. Nach einer Reihe amtlicher Mitteilungen hielt Landesjugendpfarrer H a a ß einen Vortrag über kirchliche Jugendarbeit. In mancherlei Proben machte er mit dem gesamten Denken der Hitlerjugend Der. traut, die als revolutionäre Volksjugend gewertet sein will. Die Front in den kirchlichen Verbänden ist völlig zu lösen und besonders auch die Christenlehre interessant zu gestalten. Für den Kindergottesdienst sollen auch männliche Kräfte geschult werden. Die Konfirmandenstunde wäre durch Konfirmandenlager zu ergänzen; Sachsen steht mit seinem Konfirmandendienst an der Spitze. Mit Christenlehrpflichtigentreffen hat man schon gute Erfahrungen gemacht. Volksmissionarische Lager werden auch von Hitlerjugend gern besucht. Wer neben der Hitlerjugend steht, kommt auch am besten zu ihr. Die eindrucksvollen Ausführungen wurden durch eine lebhafte Aussprache beantwortet. Den Eindruck der Verhandlungen faßte Propst Knodt in einem Schlußwort zusammen. Das Alte Testament im Lehrplan der hessischen Schulen. Der Evangelische Preßverband teilt mit: Unsere hessischen höheren Schulen erfreuen sich seit Jahren eines ausgezeichneten Lehrplanes für den evangelischen Religionsunterricht; es ist wohl einer der besten in Deutschland. Aber in doppelter Beziehung hatte er den Anschluß an die neue Zeit verpaßt. Einmal beruhte er auf der Voraussetzung einer dreijährigen Vor- ober Grundschule, so daß die Obertertia als die Konfirmationsklasse behandelt wurde. War dieser Mißstand schon seit langem offenbar, so mußte nach dem Umbruch des vorigen Jahres noch mehr als früher ins Auge springen, daß dem Alten Te st am ent doch ein zu großer Raum gewährt worbe nwar: es trat breimal auf, gleich in ber Sexta, bann roieber in Quarta unb mieberum in Unterfefunba. Das war bes Guten entschieben zuviel, besonbers erscheint es nicht richtig, baß bie kleinen Sextaner ihren ersten Religionsunterricht in ber höheren Schule aus bem Alten Testament erhalten unb nicht sofort zu Jesus geführt werben. Es finb nunmehr neue Lehrpläne in Vorbereitung, sowohl in Hessen als auch im Reich unb in Preußen unb im übrigen Deutschland Wann diese zum Ziel kommen werden, kann heute noch niemand sagen. Um aber den beiden obengenannten Mißständen sofort zu begegnen, hat das hessische Ministerium im Einvernehmen mit der Kirchenregierung eine vorläufige Ordnung getroffen, wonach in diesem Jahre in Sexta unb Quarta Neues Testament behanbelt werben soll, bie Sextaner, bie im fünften Schuljahre stehen, finb durch- aus imftanbe, bie bisherigen Unterrichtsgegenstände ber Quinta auszunehmen. Ebenso werben bie Quartaner in bie Evangelien eingeführt, um wenigstens barin für den Konfirmanbenunterricht vorbereitet zu fein. Im nächsten Jahre würbe bann, wenn bis Brücke in Richtung auf Stambul, als ihm, von Pera kommenb, bie runbliche Gestalt Dr. Trompetes entgegenkam. Plötzlich löste sich aus bem Trupp ein bärtiger Mann, stürzte auf ben Doktor los, zelebrierte erst mit ber ganzen umstänblichen Feierlichkeit bes Orientalen einen tiefen Salaam, um bann im Ueberfchwang ber Gefühle ihn zu umhalfen unb einen fchmatzenben Kuß auf beide Wangen zu drücken! Trompete machte sich heftig schnaubend los, trompetete dem Trupp wütend etwas nach und bekam dafür ein dreifaches Hurra hinterhergeschickt. »Ihre Durchlaucht die Verkäuferin.-" Wir haben die Operette „Meine Schwester unb ich" vor längerer Zeit hier auf bem Theater gesehen unb gehört, unb wir fanben bamals, baß das Merkchen mit entschiedenem Talent bemüht war, in Handlung, Text und musikalischem Stil aus den ausgefahrenen Gleisen einer zählebigen Tradition auszubrechen. Die Ufa hat das Stück mit Glück für ben Tonfilm transponiert. Karl Hartl schrieb das Drehbuch unb führte Regie: babei ist der hübsche unb ganz lustspielhafte ©runbgebanfe erhalten geblieben, auch bie besten Melobien von Benatzky würben übernommen, aber bennoch ist etwas Neues herausgekommen mit allerlei heiteren, felbftänbigen Einfällen unb Überraschungen; unb mit einer Ausstattung, nebenbei bemerkt, bie ber Ufa viel Gelb gekostet haben bürfte. Vor allem hat man sich die Beweglichkeit der Kameratechnik zunutze gemacht und ist großzügig ins Freie gegangen, hat sogar einen ansehnlichen Dampfer auf der „Fahrt ins Blaue" als wild schwankenden Schauplatz des zweiten Aktes gechartert und überdies, fast unmerklich, ein paar zeitgemäße kleine Retuschen angebracht. Ein hübscher Regieeinfall, der im Libretto nicht vorkam, war die Einführung des Gartenfestes mit Mozart-Schäfermelodien aus „Baftien und Bastienne", wodurch die Handlung einen musikalisch und szenisch sehr anmutigen Rahmen erhält. Liane Haid ist Durchlaucht und Verkäuferin in einer Person, eben „meine Schwester und ich", ihr eigener Zwilling sozusagen, eine kapriziöse unb kokette kleine Person, bie sich zum Verwechseln ähnlich sieht; am nettesten in ber unmöglichen unb lustigen Schwindel- szene mit Andr6: bas ist Willy Forst, ein unbekümmerter und verliebter junger Mann, der schon in der Operette und auf ben Schallplatten die wohl- gelungenen Hauptschlager sang. Der Komiker Paul Kemp, diesmal von etwas krampfhaftem Humor, Gülstorfs, Tiedtke, Lingen und Meye- rintf spielen auch mit. — Im Beiprogramm zeigt das Lichtspielhaus ein Lustspiel, einen Kulturfilm, die neue Wochenschau und einen Vorspann zu „Inge und die Millionen" mit Wegener und Brigitte Helm. dahin keine allgemeine Regelung getroffen worden ist, in Quinta das Alte Testament zu behandeln sein. Keine irreführenden Preisangaben in Anzeigen! Das Einigungsamt für Wettbewerbsstreitigkeiten bei der Industrie - und Handelskammer München hat dieser Tage folgenden gu Lacht- lichen Spruch erlassen: „Die alleinige Hervorhebung des niedrigsten Spitzenpreises durch Fett- oder größeren Druck in Mischanzeigen entspricht nicht den Grundsätzen der einwandfreien Werbetätigkeit." In der heutigen Wirtschaftswerbung ist nur für solche Anzeigen Platz, bei welchen eine Irreführung des Publikums nicht in Betracht kommt. Mischanzeigen mit Blickfang auf den niedrigsten Preis in einer Druckweise, die über die höheren Preise hinwegsehen läßt, sind zur Irreführung des Publikums geeignet. Eine Bielzahl von Lesern pflegt erfahrungsgemäß die Anzeigen über Warenangebote nur flüchtig zu überlesen; durch den ausfälligen Druck der niedrigsten Preisziffern aber wird die Aufmerksamkeit auf diese hin und von den weniger auffällig gedruckten höheren Preisziffern abgelenkt. Mischanzeigen dieser Art verstoßen demnach gegen § 1 UnlWG.; sie sind überdies durch die VII. Bekanntmachung des Werberats der Deutschen Wirtschaft vom 21. März 1934, Ziffer 4, ausdrücklich als unzulässig gekennzeichnet. Wenn in Mischanzeigen die Spitzenpreise durch besonderen Druck hervorgehoben werden sollen, so wird eine Irreführung nur dadurch vermieden, daß in folgender Weise verfahren wird: Sowohl die niedrigsten als auch die höchsten Spitzenpreise erhalten Fettdruck und zwar in gleicher Höhe wie die übrigen dazwischen liegenden Preisziffern. Drei verdiente polizerbeamte treten in den Ruhestand. Die Hessische Polizeidirektion Gießen teilt mit: Mit Ende dieses Monats treten drei allgemein hier bekannte und geschätzte Polizeibeamte in den wohlverdienten Ruhestand. Es sind dies: die Polizeiinspektoren Wilhelm Schwinn, Wilhelm Schmidt und der Kriminalsekretär Wilhelm Seitz. lieber ihre polizeiliche und sonstige Tätigkeit dürfte folgendes interessieren: Polizeikommissar Schwinn, der am 14. Oktober 1896 bei der reitenden Batterie des früheren Feldartillerie-Regiments Nr. 25 in Darmstadt eintrat und als Unteroffizier abging, trat am 9. Oktober 1901 als Schutzmann bei dem Polizeiamt Darmstadt ein. Nach vorzüglicher Dienstleistung im Außen- und Kriminaldienst unterzog sich Polizei- inspektor Schwinn im Jahre 1913 der Polizei- kammissarprüfung, die er mit bestem Erfolg bestand. Am 15. November 1918 zum Oberwachtmeister bzw. Polizeimeister befördert, wurde er mit Wirkung vom 1. November 1921 vom Polizeiamt Darmstadt unter Beförderung zum Polizeikommissar nach hier versetzt und mit der Führung des 2. Polizeibezirks, dessen Vorsteher er heute noch ist, beauftragt Seine (Ernennung zum Polizeiinspektor erfolgte am 1. April 1927. Polizeiinspektor Schmidt trat am 1. Oktober 1897 in die Marine ein und wurde der 2. Matrosen- Division zugeteilt. Aus dem Linienschiff „Woerth" bzw. Artillerie-Schulschiff „Carola" machte er in den Jahren 1900 bis 1901 den Chinafeldzug mit Auszeichnung mit und kehrte im Jahre 1901 als Oberbootsmannsmaat in die Heimat zurück. Im Juli 1901 kam Polizeiinspektor Schmidt zur hiesigen Polizei, war daselbst im Außen- und Kriminaldienst nrit ebenfalls vorzüglicher Dienstfül)rung tätig, um alsdann am 15. März 1921 zum Polizeioberwacht- meifter bzw. Polizeimeister befördert zu werden. Die Polizeikommifsarprüfung legte er im Jahre 1921 mit fthr gutem Erfolg ab, wurde am 1. Januar 1925 zum Polizeikommissar befördert und erhielt daraufhin die Leitung des 1. PoNzeibezirks, dessen Borsteher er heute noch ist. Die Ernennung zum Polizeiinspektor erfolgte am 1. April 1927. Kriminalfekretär Seitz diente vorn 16. Oktober 1894 bis 1. Oktober 1899 in der 10. Kompanie des früheren Infanterie - Regiments (2. Großh. Hess.) Nr. 116 in Gießen, als Unteroffizier abgehend. Am 2. Oktober 1899 trat er bei dem Polizeiamt Gießen als Schutzmann ein. Infolge sehr guter Führung wurde Kriminalsekretär Seitz am 1. April 1920 zur Gewerbepolizei kommandiert, um am 1. Februar 1922 zum Gewerbewachtmeister ernannt zu werden. Am 1. Januar 1932 wurde er zum Kriminalsekretär ernannt. Alle drei, jetzt in den Ruhestand tretenden, aus der alten Schule hemorgegangenen Beamten, haben neben vorbildlicher Dienstauffassung zu allen Zeiten, auch in den schwersten Zeiten ihrer Polizeibeamten- laufbahn, ihren oft nicht leichten Dienst in mustergültiger Weise versehen. Bei den Vorgesetzten wie bei den Untergebenen gleich hoch geachtet, genießen sie auch das volle Vertrauen der Gießener Bevölkerung. Ihr Ausscheiden aus dem Polizeidienst, das in den Fällen Schwinn und Schmidt freiwillig und unter Bekundung des nationalen Interesses, um jüngeren Kräften Platz zu machen, erfolgt, findet, wie bereits gesagt, am Ende dieses Monats statt. Den überaus pflichttreuen und mit der Polizei eng verwachsenen Beamten wird noch ein langer, bei bester Gesundheit reichgesegneter Lebensabend gewünscht. Warum ziviler Luftschutz? Von der Hessischen P o l i z e i d i r e k t i o n Gießen werden wir um die Aufnahme folgender Ausführungen gebeten: Die Statistik über die Luftstreitkräfte der Rüstungsstaaten besagt, daß zu Beginn dieses Jahres insgesamt 25 000 Kriegsflugzeuge in der Welt start- bereit waren. An erster Stelle steht selbstverständlich Frankreich mit 4500 Apparaten, wobei die kriegs- verwendungsfähigen Derkehrsflugzeuge nicht mitge- rechnet sind. Die Vereinigten Staaten und Rußland verfügen nach dieser Statistik über je 4000 Flugzeuge, es folgt Japan mit etwa 3000 und England mit 2400 Maschinen. In weitem Abstand folgt Italien, bei dem die Zahl 1500 genannt wird. Die Tausendgrenze überschritten haben Polen und Rumänien, wenig darunter liegen Spanien, die Tschechoslowakei und Jugoslawien. Für uns ist die Tatsache bemerkenswert, daß die Deutschland direkt benachbarten Staaten beinahe über ein Drittel der gesamten Kriegsflugzeuge der Welt besitzen. Mit diesem Rüstungsstand ihrer Kriegsflugzeuge geben sich insbesondere unsere Nachdarstaaten aber keineswegs zufrieden. Die vorgeschlagenen Bauprogramme sehen in allen Staaten eine wesentliche Vermehrung der Luftstreitkräfte, in einzelnen Fällen sogar eine Verdoppelung vor. Deshalb ist der zivile Luftschutz in Deutschland eine zwingende Notwendigkeit. Seine Organisation muß jeder unterstützen, der sein Vaterland liebt; wer sie sabotiert, begeht Verrat am Vaterland. Darum werde Mitglied im Neichsluft- schutzbund. Anmeldungen können erfolgen bei der Ortsgruppe Gießen, Gartenstraße 2, und den Polizeibezirken. Der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 1 Mark. * Jugend und Luftschutz. Der Reichsjugendführer sagt: „Erlerne die Regeln des Luft- und Gasschutzes und beherzige sie; du trägst damit wesentlich zur Sicherung deiner Heimat und ihrer friedlichen Arbeit bei. Oebietsausschuß Oberhessen-Wetterau. Der Gebietsausschuß Oberhessen.Wetterau im Landesverkehrsoerband Rhein-Main hielt gestern nachmittag unter dem Vorsitz des stellvertretenden Gebietsführers, Bürgermeisters Dr. Hamm (Gießen) im Alten Stadthvus eine Sitzung ab. Nach einem Bericht des stellvertretenden Gebietsführers Dr. Hamm über die Sitzung der Gebietsführer vor einigen Tagen in Wiesbaden besprach man eine Reihe von werbetechnischen Maßnahmen verschiedenster Art und faßte entsprechend Beschlüsse, von deren Durchführung eine Förderung des Gebietes Oberhessen-Wetterau im Fremdenverkehr erwartet werden kann. Weiter wurde u. a. mitgeteilt, daß der Landes-Derkehrs-Derband Rhein-Main sich jetzt ein eigenes Bilderarchiv schaffen will, zu dessen Ausstattung im Laufe des nächsten Jahres ein Photo-Wettbewerb durchgeführt werden soll. Die Amateurphotographen seien jetzt schon auf diesen Wettbewerb hingewiesen, damit sie im Laufe dieses Sommers geeignete Aufnahmen in Stadt und Land machen. Als Preise für die besten Bildereinlieferun- gen sind freie Ferienaufenthalte bzw. freie Wochen- endbefuche vorgesehen. Ferner soll im nächsten Frühjahr ein Werbe-Preisausschreiben in allen illustrierten Zeitungen Deutschlands erscheinen, bei dem das Gebiet Oberhessen-Wetterau mit etwa 30 Bildern vertrete^ sein wird. Zum Schlüsse der Sitzung wurde noch ein Bericht über die Tätigkeit des Gebietsausschusses erstattet, ferner wurden Fragen der Mitgliederwerbung besprochen. ($icsrcner SBorfu*nin-ir.tvrcisc * Gießen, 12. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) Klasse S 10%, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, ungestempelte 7%, Wirsing (grün), das Pfund 15 dis 20, Spinat 15, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grün) 25 bis 30, Spargel 25 bis 40, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (alte) 3% Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, (neue), das Pfund 12 Pf., Aepfel 20 bis 30, Kirschen 23 bis 25, Erdbeeren 50, Blumenkohl, das Stück 10 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 30 bis 35, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Radieschen, das Bund 8 Pf. BornoNzcn. — Tageskalender f ü r Dienstag: Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ihre Durchlaucht, die Verkäuferin". ** Goldenes Arbeitsjubiläum. Am vergangenen Samstag feierte Herr Heinrich Volz, Bahnhofstraße 8, ein seltenes Jubiläum. Es waren an diesem Tage 50 Jahre verflossen, feit er als Geselle bei Herrn Schuhmachermeister Christian Weeg, dem Vater des jetzigen Geschäftsinhabers gleichen Namens im Neuenweg 11 in Arbeit trat Dem Jubilar, der heute noch rüstig seiner Arbeit nachaeht, gingen zahlreiche Glückwünsche zu, u. a. ein Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg und eine Urkunde der Handwerkskammer Darmstadt. Bei einer schlichten Feier im Caf6 Ebel, zu der die Schuhmacherinnung einae- laden hatte, hob der Jnnungsführer in feiner Ansprache besonders hervor, daß die ununterbrochene Tätigkeit in einer Arbeitsstelle über ein halbes Jahrhundert hinweg nicht nur ein Zeichen seltener Treue fei, sondern auch ein Zeichen der Verbundenheit, die Meister und Geselle in gleicher Weise ehre. Aus dieser Verbundenheit, die heute noch stark im Handwerk verwurzelt sei, hätten sich auch Meister und Gesellen der Innung zusammengetan und ein Geldgeschenk gesammelt. Der Jnnungsführer konnte mit den guten Wünschen der gesamten Innung dem Jubilar einen namhaften Geldbetrag überreichen. ** Der Sunitäfcr fliegt. Wer an sonnigen Junimorgen den schmalen Wiesenpfad hinwandert, sieht verwundert in das hundertfältige Schwirren, Auf- und Niedersteigen der schwärmenden Junikäfer. Im Graswald der hochgewachsenen Wiese zwischen Kraut und Blumen ist ihr liebster Aufenthalt. Weil die Junikäfer in den Monaten Juni und Juli, also um die Sommersonnenwende, fliegen, werden sie auch Sonnwendkäferchen genannt. Bei starkem Auftreten werden die kleinen Verwandten des Maikäfers schädlich, befallen Kohl, Bohnen und Erbsen und tun sich auch im Erdbeerbeet gütlich. Die das Erdreich durchwühlende Larve ernährt sich von Gemüsewurzeln und ist deshalb dem Gärtner und Bauern verhaßt. Der Zoologe kennt den Junikäfer als AmpfiTmallus Solstitialis. *♦ Oeffentliche Stadtratssitzung. Am kommenden Donnerstag, 14. Juni, 17 Uhr, findet im Sitzungssaal des Stadthauses Bergstraße eine öffentliche Stadtratssitzung statt, für die eine umfangreiche Tagesordnung von 15 Punkten vorliegt. ** Die Zustellungsbescheide über die Kanal-, Straßenreinigungs- und Müll ab fuhr geb ähren betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Ludwigstraße zwischen Riegelpfad und Leihgesterner Weg wird mit sofortiger Wirkung auf unbestimmte Dauer für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Gedanken zur Verkehrs-Erziehungs-Woche. Erwachsene Menschen lassen sich nicht gern erziehen. Das Wort allein riecht schon nach Schulmeister, nach Pedanterie und nach dem Gefühl, als Junge behandelt zu werden. Derkehrserziehung freilich ist schon eine Sache für sich. Denn das gibt sich schließlich jeder selbst zu, daß er auf dem Gebiet der Verkehrsdisziplin nicht immer hundertprozentig einwandfrei handelt. Bor allen Dingen aber ist jeder davon überzeugt, daß außer ihm selbst alle anderen Menschen seiner näheren und weiteren Umgebung Verkehrserziehung dringend nötig haben. — Nicht selten freilich trifft man auch die Leute, die mit dem überlegenen Lächeln des Allesbesserwissers darauf Hinweisen, daß es doch bisher auch ohne solche Extratouren gegangen fei. Der Verkehr fordert nun einmal Opfer, Zufall und höhere Gewalt können wir nicht ausschalten, und unvermeidbare Unfälle wird es leider immer geben. Greifen wir uns einmal diesen letzten Typ der Nörgler heraus. Es sei ihnen ohne weiteres zugegeben, daß es unalückselige Zusammentreffen von unvorhersehbaren Zufällen gibt, die nach menschlichem Ermessen nicht zu beeinflussende Unglücksfälle im Gefolge haben. Wenn aber ein Autofahrer unvorschriftsmäßig fährt, weil er zuviel getrunken hat, und der andere chm nicht mehr aus- weichen kann, weil er mit zu hohen Geschwindigkeiten daherrast, so sind das keine unvermeidbaren Zufälle, es ist nicht höhere Gewalt, sondern grob- fahrlässiges Verschulden beider Beteiligten. Der eine durfte gar nicht am Steuer sitzen, weil er umnebelt ist, der andere darf nicht solche Geschwindigkeiten fahren, daß er feinen Wagen nicht jederzeit in der Gewalt behält. Derartige menschliche Schwächen und Fehler find nun bei fast allen Unfällen irgendwie beteiligt. Denn selbst wenn die Unfallursache scheinbar im Material liegt, wenn eine Bremse versagt ober eine Achse bricht, so hat es in sicher drei Viertel der $äUe der Besitzer des Wagens an der nötigen Sorgfalt und an der pflichtmähigen Instandhaltung und Wartung fehlen taffen. Mit den Aufkommen der Autotechnik und des motorisierten Fahrzeugs haben sich die Zeiten und die Wertungen gegen früher so grundlegend verändert, daß nicht nur der Automobilist, sondern auch der Pferdefahrzeuglenker, der Radfahrer und der Fußgänger sich anders zum Verkehr einstellen müssen. Wenn früher zum Beispiel ein übermütiger Bengel einem Kutscher einen Schneeball ins Gesicht warf, jo war das ein harmloser Dummerjungenstreich. Wenn heute ein lässiger Fußgänger einen Autofahrer „zum Spaß ärgert", so gefährdet er damit in geradezu verbrecherischer Weise Leben, Gesund- MS mein einst war... Vornan von Klothilde von Siegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 2 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Zweites Kapitel. Ein Herr kam aus dem vorderen Teil des Ladens schnell nach hinten. Herr Andersen dienerte, tief und beachtete die jungen Menschen nicht mehr, die durch seine Worte in leise Angst versetzt worden waren. „Was mag er haben?" flüsterte (Ebele, die jetzt gar nicht mehr hochmütig aussah, sondern wie ein ängstliches kleines Mädchen. „Er sprach so sonderbar, so, als ob er etwas Böses gegen mich oder meinen Vater sagen wollte." Malte hatte das gleiche Gefühl wie Edele. Aber er mußte sich wohl täuschen. Die Andeutungen von Krämer Andersen konnten doch nicht richtig von ihm verstanden worden sein. Es war doch nicht möglich, daß der Baron auf Swanebloe hier etwas schuldig war. Das war ja Unsinn! Sicherlich hatte sich Kaufmann Andersen einen Scherz erlaubt. Malte kam nicht weiter zum Nachdenken, denn der Herr, der in den Laden getreten war, kam jetzt im Gespräch mit Kaufmann Andersen auf Edele zu. Es war ein großer, schlanker Mann mit einem markanten Gesicht, in das die Zeit und vermutlich auch das Leben viele häßliche Linien eingegraben hatte. Dennoch war dieser Mann noch nicht alt — vielleicht Ende der Zwanzig. Er war mit äußerster Eleganz gekleidet, wie man sie hier in der kleinen norwegischen Stadt sonst kaum kannte; ein schwarzer Mantel, mit Pelz reich verbrämt, lag um seine schlanke Gestalt, die etwas vorgebeugt ging, als wollte der Mann mit dem scharfen, spähenden Blick Immer auf irgend eine Beute zustoßen. „Oh, sieh da, Fräulein Edele!" Er ergriff mit einer übertriebenen höflichen Verbeugung die Hand des jungen Mädchens. „Was machen wir denn hier? Suchen wir uns eine hübsche Puppe aus, die uns das Christkind bringen soll?" Sein Ton war scherzend, aber es lag eine Heber- heblichkeit darin, die Edele das Bult in das Gesicht trieb. Doch Schlimmeres lag in seinen Augen, und das sah nur Malte, der bescheiden zurückgetreten war, als her elegante Fremde an (Ebele herangekommen war. Malte wußte selbst nicht genau, was es war, aber die Blicke des Fremden krochen über (Ebeles Gestalt hin, wie — wie eine Spinne!, muhte Malte widerwillig denken. „Mit Puppen spiele ich schon lange nicht mehr, Herr von Liewen!" gab Edele schnippisch zur Antwort. „Die interessieren mich nicht mehr!^ „Und was interessiert bann das Fräulein Edele?" fragte der elegante Herr schmeichlerisch zurück. Edele zuckte mit den Achseln und drehte sich um. Sie konnte diesen neu aufgetauchten Freund des Vaters, der sich seit einiger Zeit auf Schloß Swanebloe breit machte, nicht leiden. Aber hier griff der geschäftstüchtige Herr Andersen ein. „Ich wüßte schon etwas, was das gnädige Fräulein interessiert!^ sagte er dienstfertig und öffnete rasch den Kalten, in den er das Wunderwerk der kleinen Spieldose einaepackt hatte. Schnell ließ er das Uhrwerk wieder schnurren. Das Zanberwerk bewegte sich, während die silber- feine Melodie ertönte. Edele hatte all ihren Widerstand gegen den unangenehmen Herrn von Liewen vergefsen. Mit glänzenden Augen und lächelndem Munde folgte sie der Bewegung des kleinen Schiffchens, über dem der Mond aufging, und der Bewegung des kleinen, bunten Puppenfräuleins, das schmerzlich die Arme ausbreitete. Liewen stand halb neben Edele. Seine Augen tasteten ihr Gesicht ab, jeden einzelnen Zug, glitten herab zu ihrer noch kindlichen Gestalt und den schmalen Füßen. Dies Kind würde einmal eine Schönheit werden, vor der die ganze Welt auf den Knien liegen würde. Schon beim ersten Male, als er sie gesehen, hatte er das mit dem Blick des Kenners erfaßt. Er lächelte, aber es war ein böses Lächeln, das die beiden jungen Menschen nicht verstanden. „Sehr schön!" sagte Liewen mit spöttischer Stimme, als das Wunderwerk still stand. „Und das gefällt Ihnen so gut, Fräulein Edele?" Ihr „Ja!" klang sehr sehnsüchtig und Überzeugend. „Das gnädige Fräulein meint, der Herr Vater soll ihr das teure Spielwerk zu Weihnachten schenken!" warf Kaufmann Andersen ein. Seine Blicke trafen die Augen des Herrn von Liewen. Der kniff die Lider zusammen. „Der Herr Baron wird vielleicht nicht so viel Geld ausgeben wollen, mein kleines Fräulein Edele. — Wieviel kostet es denn, Andersen? Aber das ist gleich. Schicken Sie mir die Rechnung ins Hotel und packen Sie die Spieluhr für Fräulein Edele ein." Dann, als wollte er ein Dankeswort gar nicht abwarten, grüßte er freundlich das kleine Mädchen, nickte dem Kaufman von oben herab zu. Malte beachtete er gar nicht. Und schon war er aus dem Laden herausgcgangen. Kaufmann Andersen hatte einen lauernden Blick hinter dem Fremden hergeworfen, und der gleiche lauernde Blick traf nun die kleine Edele. „Ein nobler Herr! Ein feiner Herr, der Herr von Liewen!" murmelte er und packte eilfertig die Spieldofe gut ein. Ehe Edele und Malte noch irgend etwas zu sagen vermochten, schlang schon Herr Andersen einen Bindfaden um das Paket. „Hier!" sagte er zu Malte. „Der junge Kavalier wird sicher so freundlich sein, dem gnädigen Fräulein Edele das Paket zu tragen. Hab die Ehre! Hab die Ehre!" Er dienerte und lächelte. Sein rotes, pfiffiges Gesicht strahlte eitel Freundlichkeit und Ergebenheit. Edele und Malte gingen stumm aus dem Laden. (Ebeles glänzende Augen waren nur auf den Karton gerichtet, den Malte mit einem wütenden Gesicht so steif von sich fort trug, als wäre irgend ein böses Gift darin. „Sei vorsichtig, Malte, schlenkere nicht so. Da, jetzt hast du an die Mauer gestoßen! Sei doch nicht so ungeschickt. Du wirst mir meine Spieldose noch kaputt machen." Mit einem Ruck blieb Malte stehen: „Du solltest das Zeug dem Manne zurückgeben!" sagte er auf einmal. (Ein wütender Zug war in seinem mageren und offenen Jungengesicht. „Was fällt dir ein!? Warum soll ich denn das Geschenk zurückgeben?" „Weil das ein böser Mensch ist, Edele. Ich habe es an feinen Augen gesehen. Du solltest von ihm keine Geschenke annehmen. Gib die Spieldose zurück!" „Nein! Ich denke ja gar nicht baranr Auch (Ebeles Gesicht wurde böse „Keine Freude gönnst du mir." „Edele! Ich gönne dir ja alles, alles, nur nimm von dem Menschen nichts. Ich kann mir nicht helfen: er meint cs nicht gut mit dir. Aber ich meine- es gut mit dir, Edele. Das weißt du doch?! Wenn ich groß sein werde, wenn ich ein berühmter Mann fein werde, kaufe ich dir alles, was du dir nur wünschest." „Jetzt wünsche ich mir aber die Spieldose!" war die Antwort des Mädchens. „Die kannst du mir doch nicht schenken, und gerade die will ich jetzt haben!" In die grauen Augen des Jungen kam etwas Wildes, Gefährliches: „Wirst du das Zeug dem Kerl zurückgeben oder nicht?" Er trat hart vor sie hin. In dem Licht der vor ihnen stehenden Straßenlaterne war ein Funkeln in seinem Blick. Edele stampfte mit den Füßen auf den Boden: „Nein! Gib mir meine Spieldose her!" Sie versuchte, ihm den Karton aus der Hand zu winden. Da riß er an der Schnur, daß sie in ihre Hand schnitt und sie mit einem leisen Aufschrei los- liefe. Mit einem wilden Wurf liefe Malte den Karton auf die Erde sausen. Hart schlug er auf den gefrorenen Schnee auf. „Da haft du deine Spieldose!" Es gab einen feinen Klang, wie wenn etwas zerspringt — der Karton öffnete sich unter dem wuchtigen Aufprall. Edele schrie auf: „Nun hast du sie kaputt gemacht!" Malte kam zur Besinnung. Er wachte aus seinem wilden Jähzorn auf. Mit bleichem Gesicht kniete er nieder und öffnete behutsam den Karton, indessen (Ebele, mit Tränen auf dem schonen, kindlichen Gesicht, daneben stand. Maltes Hände zitterten, als er die Verpackung jetzt ganz loste. Da lag die Spieldose; das kleine Fräulein lag kläglich am Boden, das Schiffchen war abgebrochen. „Weine doch nicht, Edele!" bat Malte bedrückt. „Ich werde es schon wieder ganz machen, bann bringe ich es bir roieber." Da beugte sich Ebele, außer sich vor Zorn, zu Malte hernieber, und ihre kleine Hand schlug mit rafenber Wut auf Maltes Wange. „Nie mieber sollst bu zu mir kommen! Behalte bie kaputte Spieluhr! Nie will ich roieber etwas von ihr hören — unb von dir auch nicht, bamit du es nur weißt." Damit roanbte sie sich um unb lies, so schnell sie konnte, ben Weg hinab Malte kniete noch immer im Schnee bei dem zerstörten kleinen Kunstwerk, unb sah ganz still ber Gespielin nach. Dann rieb er sich Sie geschlagene Wange. Aber er wußte nicht, ob sie es war, bie wirklich so schmerzte, ober ob es etwas anberes war, was er nicht verstand. Drittes Kapitel. Malte saß in seinem kleinen Zimmer. Es war spät nachts, unb alles im Hause schlief längst. Er hatte bas Schlüsielloch dicht verstopft. Niemand sollte aus bem Lichtschein schließen, baß er zu so später Stunbe noch auf war. Vor ihm auf bem Tisch ftanb bie kleine Spieluhr unb lagen allerlei Geräte seines großen Werkzeugkastens, ben er zum Geburtstag von bem Vater erhalten. Mit heißem Kopf mühte sich Malte, bas zerbrochene Spielwerk in Drbnung zu bringen. (Er war von klein auf leibenschaftlicher Bastler gewesen. Sein Lebensziel ftanb schon jetzt unverrückbar fest: er würbe Ingenieur werben. Behutsam tasteten seine Finger an bem zarten Mechanismus bes Uhrwerks herum, lösten Schrauben, untersuchten — unb halb lag bie ganze Spielbose, in einzelne Teile zerlegt, vor ihm. Jetzt hatte er es. An dieser Schraube mußte man ansetzen, um den Mechanismus wieder in Ordnung zu bekommen. Vorsichtig packte er das auseinandergenommene Werk ein. Anderntags würde er Weiterarbeiten, und es würde gelingen, wenn es auch noch so schwierig war. Bald, bald würde er Edele ihre geliebte Spieluhr heil und gan,3 wieder zurückbringen, dann würde sie ihm nicht mehr böse sein. Er kannte ja ihren Jähzorn, den sie vom Vater, dem Baron, geerbt — aber ebenso schnell war sie auch wieder gut. (Ein heißes Leuchten kam in seine Augen, machte sein Gesicht über seine Jahre reif. Kleine, liebe Edele!, dachte er. (Fortsetzung folgt.) 9.1-fpori tum n !k !S er i- B H ;e .s u u it ie « kl! Die Absagen kamen diesmal am Sonntagmorgen noch so «spät, so daß keine gründliche Auswahl und Ausstellung aus dem Ersatz ooraenommen werden konnte. Trotzdem spielten die Gießener bis Die Vertretung lautete: Schmidt: Zevler, Lippert; Gath, Roth, Hembach; K. Schneider, 23. Schlarb, Koch, Schmelz, Günther. 2üv-Iahrseier der Firma Georg Die« Viilkmg in Alsfeld AS.-Gememschaft „Kraft durch Freude" Jährten nach Norwegen und an die Ostsee. An weiteren Fahrten des Gaues Hessen- Nassau sind vorgesehen: 7. Juli bis 15. Juli Bayerischer Wald (Passau); 14. Juli bis 22.Juli Ostsee (Usedom); 21. Juli bis 29. Juli Allgäu; 4. August bis 12. August Glatzer Bergland (Schlesien), 11. August bis 19. August Nordsee; 18. August bis 26. August Erzgebirge; 18. August bis 26. August Schleswig-Holstein; 25. August bis 2. September Allgäu; 26. August Koblenz (Saarkundaebung); 1. September bis 9. September Samländische Küste (Ostpreubßen). Ueber die Fahrten wird noch rechtzeitig Genauers mitgeteilt. 2000 Mark-Spende für und HI. Aus Anlaß der Feier des 200jährigen Bestehens der Firma ist auch vom Herrn Reichsstatchalter Sprenger ein Glückwunsch eingegangen. Die Firma hat daraufhin folgendes Telegramm an den Herrn Reichsstatthalter gesandt: „Wir danken für Ihren Glückwunsch und bitten anläßlich unseres Jubiläums je 1000 RM. für 91623. und HI. entgegenzunehmen." ♦ Herr Buckhammer als Vertreter des Vertrauensrates des Betriebs überbrachte dessen Glückwünsche zugleich mit dem Gelöbnis zu weiterer treuer Mitarbeit. Er überreichte ein von Prof. Liebermann, München, gemaltes, prachtvolles Bild, das den Betrieb der Firma im Dritten Reiche in sehr schöner, symbolischer Weise darstellt. Als Vertreter der 16 Handelsvertreter der Firma überbrachte Herr Gabler, Berlin, deren Glückwünsche. Als Vertreter des verhinderten Reichsstatthalters Sprenger und des Gauwirtschaftsführers sprach Herr Dr. Gies, Frankfurt a. M. Er betonte, daß stets ein guter Geist in der Firma gewaltet habe, die auch immer nach dem alten Kaufmannsspruch: „Redlich im Handel, christlich im Wandel" gehandelt habe. Der Redner überbrachte die Glückwünsche des Reichsstatthalters Sprenger und des Gauwirtschaftsführers, die leider am Erscheinen verhindert seien. Er wies darauf hin, daß das Jubiläum der Firma in eine Zeit des Aufstiegs der deutschen Wirtschaft falle. Heute seien bereits zwei Drittel unserer Erwerbslosen durch die kraftvolle Initiative unseres Führers Adolf Hitler wieder in Arbeit gebracht, der Rest werde in absehbarerer Zeit ebenfalls untergebracht. Der Redner erläuterte sodann die Stellung des deutschen Arbeiters im Dritten Reich auf Grund des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit. Heute bedeutet Sozialismus Kameradschaft und Sckicksals- aemeinschaft eines ganzen Volkes. Das Vorbild fei unser Führer Adolf Hitler. Er schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer und das Vaterland. Oberfinanzrat Schäfer, der Vertreter Hessens beim Reiche in Berlin, fand kernige Worte zur Beglückwünschung der Firma Georg Dietrich Bücking, mit welcher er schon seit vielen Jahren dienstlich arbeite. Er betonte seine besondere Verbundenheit mit der Provinz Oberhessen mit dem stürmischen Beifall auslösenden Worte im oberhessischen Dialekt: „Owerhessisch Blut ist koa Bottermilch!" Herr Dr. P r a u ß n i tz e r als Stellvertreter des Reichsstandes der Deutschen Industrie und des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller überbrachte deren Glückwünsche und verlas ein Glückwunschtelegramm des Vorsitzenden, Dr. Krupp vonBoh- l e n - H a l b a ch. Er wies darauf hin, daß die deutsche Industrie ihre Aufgaben nicht erfüllen ßen, Schanzenstraße 18, erfolgt sein. Genaue Angabe, ob männlicher oder weiblicher Teilnehmer oder Ehepaare, ob Kriegs- oder Schwerbeschädigter, oder „älterer Teilnehmer" ist dringend erforderlich, damit demzufolge die Bettzuteilung auf dem Schiff erfolgen kann. Die zweite Fahrt findet am gleichen Tage statt, also am Samstag, 23. Juni, an die Porn- mersche Seeküste, und zwar an einen der schönsten Plätze der Halbinsel Usedom, Quartierort H e - ringsdorf. Die Unterbringung erfolgt für eine volle Woche in Heringsdorf in Hotels, Pensionen und Privatquartieren. Den Urlaubern ist dort eine wunderbare Gelegenheit geboten, sich am Strande der Ostsee zu erholen. Die Kosten dieser Fahrt betragen 38 Mk. Für die Anmeldung gilt das gleiche, wie für die Seefahrt mit ber „Monte Olivia". Nachträgliche Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Der Kreis der Teilnehmer beschränkt sich nur auf Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront und deren Angehörige, die ohne unsere Hilfe selbst keine Reise unternehmen können. Beamtenehepaare mit einem Monatsgehalt bis zu 180 Mark können ebenfalls an den Ferienfahrten der 97S.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" teilnehmen. heit und Eigentum eines Volksgenossen und damit indirekt die Volksgemeinschaft. Und damit sind wir beim entscheidenden Punkt der Verkehrserziehung angelangt. Dir müssen es im Bewußtsein des ganzen Volkes unverlierbar verankern, daß verkehrs- diszihlin nicht Privatsache des einzelnen ist, sondern Dienst an der Gesamtheit des Volkes, an der Volksgesundheit und an der Volkswirtschaft. Wer 20 bis 30 Jahre zurückdenken kann, wird stch mit Schaudern erinnern, daß damals auch in Deutschland nach jeder Mensch ungeniert ausspuckte, wo, wann und wie er wollte, ganz gleich, ob er auf der Straße, in einem öffentlichen oder privaten Hause, in einem Verkehrsmittel oder sonst wo war. Damals wurde aus Gründen der Hygiene ein Feldzug gegen diese Unsitte geführt, der sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte so auswirkte, daß heutzutage jeder Mensch in allen Kreisen und Schichten des ganzen Volkes mit vorwurfsvollem Entsetzen angeschaut wird, der es wagen sollte, ungeniert zu pucken. Und dieses vorwurfsvolle Entsetzen, das ich gar nicht einmal immer in Worten und Be- chimpfungen zu äußern braucht, ist der Gradmesser ür die innere Einstellung des ganzen Volkes geworden. Solch ein vorwurfsvolles Entsetzen, solch eine innerlich empörte Ablehnung muh nun aber nicht erst in Jahren und Jahrzehnten, sondern schon in Monaten und Jahren das ganze Volk bis in jedes seiner Glieder dem Menschen entgegenbringen, der es nach der Propaganda für Verkehrserziehung noch wagt, sich disziplinlos und verkehrsgefährdend zu benehmen. Es ist ein Stück nationalsozialistische Erziehungsarbeit, die mit der Verkehrserziehung verknüpft ist. Denn aus nationalsozialistischem Denken heraus kennt man keine Einzelindividuen, die für sich allein wie im luftleeren Raum ein Sonderdasein führen. Für uns gibt es nur eine Volksgemeinschaft, der jeder eingeordnet und untergeordnet ist. Folglich ist auch jeder arbeitende und schaffende Mensch, der durch einen Verkehrsunfall aus dem Arbeitsprozeß ausgeschaltet wird, ein Verlust für die Gesamtheit. Die Kosten für seine Behandlung und Heilung fallen der Allgemeinheit zur Last, denn sie werden aus den uns allen gehörenden Mitteln der Krankenkassen oder der Berufsgenossenschaften bezahlt. Wenn seine unversorgte Familie womöglich der Wohlfahrt und der Fürsorge anheimfällt, so ist das abermals eine Ausgabe, die uns alle trifft, denn sie schädigt das Dolksoermöaen. Und wenn durch die verringerte Kaufkraft dieser in Not und Elend geratenen Familie Fleischer, Bäcker, Hauswirt, Handwerker und andere Volksgenossen Verdienstausfälle haben, so sehen wir darin nachteilige Folgen für die gesamte Volkswirtschaft. Es handelt sich ja nicht nur um einen Fall, sondern um hunderttausende. Und wenn solche Fälle in ihrer Mehrzahl durch Leichtsinn, durch Rücksichtslosigkeit, durch Trunkenheit, durch Uebermüdung, durch falsche Forschheit oder sonstige Disziplinlosigkeit verschuldet sind, so sind die Betroffenen, deren Fehler und Mängel den Unfall verschuldeten, in unseren Augen nicht bedauernswerte Opfer, sondern geradezu verbrecherische Schädlinge an der Volksgesundheit und am Dolksvermögen. Eine derart strenge Wertung solcher Menschen, die durch Verkehrsunfälle sich selbst und ihre Mitmenschen schädigen, muh überall Platz greifen und Allgemeingut im Denken und Fühlen des ganzen deutschen Volkes werdent Dann wird die Verkehrserziehung greifbare und errechenbare Erfolge zeitigen, dann wird vor allem nicht nur der einzelne, sondern auch die Volksgemeinschaft dauernden Nutzen ideller Art aus dieser Art Erziehung haben. Und keiner wird es dann wagen zu sagen: was geht denn mich das an. DfB.-Neichsbahn schlägt SD. 05 Wehlar 3:2. Die Verjüngung der VfB.-Mannschaft muß als Erfolg angesprochen werden und hat bewiesen, daß nicht Namen, sondern der kämpferische Einsatz des einzelnen ein Spiel gewinnen lassen. Technisch und im Zusammenspiel waren die Gießener ihrem Gegner voraus, nur ging die Kombination noch zuviel in die Breite, wodurch den Angriffen bei einem so schnellen Gegner, wie die Wetzlarer der Erfolg oft versagt blieb. Die Wetzlarer haben den rationelleren Fußball gespielt und durch weite Vorlagen ihrer ßäufere immer wieder gefährliche Situationen vor dem Gießener Tor hervorgerufen, die bei etwas mehr Glück leicht zum Ausgleich in der zweiten Halbzeit hätten führen können. Dem einwandfrei amtierenden Schiedsrichter stellten sich die VfBer mit folgender Mannschaft: Ganz, Kreß, Leutheußer, Fenster, Lehrmund, Hintze, Mattern, Fehling, Heß, Schmidt II, Schmidt I. Der Spielbeginn mit einem für diese Hitze ungewöhnlichem Tempo, ohne daß die Torleute vorerst in Tätigkeit treten mußten. Ein plötzlicher Vorstoß des Gießener linken Flügels führte durch eine Flanke des Linksaußen, die von dem Rechtsaußen aus der Luft verwandelt wurde, durch Schrägschuß zum 1. Tor. Sofort nach Wiederanstoß kamen die Wetzlarer durch, eine Steiloorlage des linken Läufers verlängerte Wohlgemuth zum Halbrechten, der für den Gießener Tormann unhaltbar, in die linke unterste Ecke einschoß. Im weiteren Spielverlauf erzwangen die BsBer einige Ecken, von denen die 4. zum 2. Tore führen sollte. Der Eckball des Rechtsaußen kam zu Fehling, der entschlossen einköpfte. Diese Chance mußte der Wetzlarer Torhüter unbedingt vereiteln. Unentmutigt griffen die Wetzlarer weiter an und fast wäre ihnen vor Halbzeit der Ausgleich geglückt. Wohlgemuth nahm in Abseitsstellung den Ball auf, zögert aber zu lange mit dem Schuß, so daß der Gießener Torhüter durch entfchlossenes Herauslaufen die Situation klären konnte. Nach Halbzeit gehörte die 1. Viertelstunde klar den Gießenern, die im Sturme ein vorzüglickes Kombinationsspiel, gut unterstützt von der Läuferreihe, zeigten. Ein Duell zwischen Benner und Mattern, bei dem dieser den Ball zur Mitte bringen kann, gab Heß Gelegenheit, durch Spitzenschuß den Wetzlarer Torhüter zum dritten Male zu schlagen. Schüsse des Gießener Halbrechten und des Rechtsaußen gingen knapp darüber. Durch zu weites Aufrücken der Gießener Hintermannschaft fiel dann der zweite Erfolg der Wetzlarer. Wohlgemut umlief den Mittelläufe'-, täuschte Kreß vnb sein Schräg- schuß landet im Netz. Dieser Erfolg war das Signal für einen Generalangriff der Wetzlarer. Als Wohlgemuth im Nachschuß dem vom Gießener Torwart abspringenden Ball an die Latte schoß, war der Druck der Wetzlarer gebrochen und die Gießener stehen bis zum Schlußpfiff im Angriff. Die Spiele der unteren Mannschaften mußten ausfallen. Spielvereinigung 1900 (Hießen Das Spiel der Ligamannfchast in Altenseelbach (Kreis Siegen) ging infolge einer Schwächeperiode der Gießener Mitte der zweiten Halbzeit innerhalb weniger Minuten verloren und zwar mit 6:1 reich- lich hoch, nachdem es noch bei dem Seitenwechsel 1:1 gestanden hatte. Der Gau Hessen-Nassau hat für Ende dieses Monats als Auftakt zu den jetzt im „Deutschen" veröffentlichten Fahrten für Juli-August zwei Fahrten vorgesehen, die beide am 23. Juni starten, und zwar nach Hamburg mit anschließender Seefahrt „M onte Olivia" und eine Fahrt an die Pommerische S e e k ü st e (Heringsdorf). Die erste Fahrt „M onte Olivia" (1500 Personen). Samstagabend, 23. Juni, Abfahrt Frankfurt a. M. Sonntagvormittag Ankunft in Hamburg und Einschiffen der Passagiere. Die Verpflegung auf dem Schiff beginnt mit Sonntagmittag (Mittagessen). Nachmittags Hafenrundfahrt, Abendessen an Bord. Montag früh Fortsetzung der Hafenrundfahrten. Abfahrt des Dampfers Montag 12 Uhr. Den Teilnehmern der Fahrt wird etwas ganz Besonderes geboten. Die „Monte Olivia" fährt zum „S o g n e - F j o r d" und läuft bei der Rückfahrt an der Stadt Bergen vorbei. Es ist dies die schönste und interessanteste Fahrt, die bisher geboten wurde, beziehungsweise, die in die süd- norwegischen Gewässer überhaupt veranstaltet werden kann. Den Höhepunkt der Fahrt aber bildet der Abschluß der Fahrt in Wilhelmshaven. Die Teilnehmer der Fahrt sind bei dem Stapellauf des Panzerschiffes „Ersatz Braunschweig" anwesend, eine Veranstaltung, die für die Binnenländer außerordentlich selten ist und um so mehr von unseren Teilnehmern begrüßt werden wird. In Wilhelmshaven ist dann weiter am Nachmittag, dem 30. Juni, noch Gelegenheit zur Stadtbesichtigung, nachdem alle Teilnehmer auf der „Monte Olivia" nochmals ein Mittagessen eingenommen haben. Die Rückkehr erfolgt dann am Samstag spät, so daß alle Teilnehmer im Laufe des Sonntagnachmittag wieder in ihre Heimat zurückkommen. Die Kosten betragen nur 50 Mark einschließlich Verpflegung. Die Anmeldungen müssen bis Freitag, 15. Juni, 13 Uhr, schriftlich auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude, Gie- könne, wenn sie nicht die Auslandsmärkte wieder erobere. Der Redner verlangte Mut und Beharrlichkeit. Als Vertreter der Stadt Alsfeld übermittelte Bürgermeister Dr. V ö l f i n g die Glückwünsche der Stadt Alsfeld. Mit Stolz dürfe die Stadt Alsfeld heute feststellen, daß das Kaufmannsgeschlecht der Familie Bücking sich durch Jahrhunderte hindurch feinen ehrenvollen Platz unter der Bürgerschaft der Stadt Alsfeld erhalten habe und heute unter der weitblickenden Leitung seiner jüngeren Generation zum führenden Betriebe der Stadt Alsseld geworden sei. Die Stadt Alsfeld wisse die wirtschasUiche Bedeutung dieser Entwicklung voll und ganz zu würdigen. In besonders anerkennenden Worten ge- dachte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g der langjährigen, verdienstvollen Tätigkeit des Seniorchefs der Firma, Herr Georg Dietrich Bücking, im öffentlichen Leben der Stadt Alsfeld, deren Vertretung er mehr als 25 Jahre angehört habe. Herr Dr. Pauly als Präsident der Jndustrie- und Handelskammer Gießen gab seiner Freude über den Aufschwung der Firma Georg Dietrich Bücking Ausdruck und wünschte ihr weiteres erfolgreiches Gedechen zum Nutzen der Firma und des ganzen Hessenlandes. Reichsbahninspektor L u h (Alsfeld) überbrachte die Glückwünsche der Reichsbahndirektion Frankfurt, Oberpostmeister Rehm (Alsfeld) diejenigen der Reichspostverwaltung. Reichsbankrat D o p h e i d e (Alsfeld) sprach die Glückwünsche der Reichsbank aus mit dem Hinweis, daß die Firma Georg Dietrich Bücking einer der ältesten Girokunden der Reichsbank sei. Unter den Hunderten von eingegangenen Glückwunschtelegrammen befand sich auch ein Glückwunsch des Reichswirtschaftsministers. Als Freunde des Hauses nahmen auch Bankdirektor Grieß- bauer und Steuer-Syndikus Will (Gießen) teil. Herr Hans Jakob Bücking dankte namens der Firma und der Familie Bücking für die zahlreichen Glückwünsche und schloß mit dem Gelöbnis, das Werk so weiter zu leiten, wie er es vor seinem Gewissen verantworten könnte. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes schloß die würdige Jubiläumsfeier der Firma Georg Dietrich Bücking. Der musikalische Teil der Feier wurde ausgeführt von einem Orchester unter Leitung von Musiklehrer Glitsch- Alsfeld. Im Anschluß an den Festakt fand ein kameradschaftliches Zusammensein der gesamten Gefolgschaft mit der Firma und den geladenen Güsten im großen Saal des „Deutschen Hauses statt, dessen harmonischer Verlauf Zeugnis ablegte von der engen Verbundenheit der Betriebsführung mit ihrer Gefolgschaft. Im Verlaufe des Abends fand durch den Seniorchef der Firma die Ehrung der Jubilare der Arbeit statt, wobei allen Arbeitern und Angestellten des Werks, die länger als zehn Jahre dort beschäftigt find, ein Bildnis sowie ein Sparkassenbuch überreicht wurde. Sehr wesentlich zur schönen Ausgestaltung des Abends trugen die von mehreren Schwälmer Paaren vorgetanzten S ch w ä (m e r Volkstänze sowie die von der Kapelle der Alsfelder Hitlerjugend bargebotenen schneidigen Fanfarenmärsche bei. Seitenwechsel eine blendende Partie. In mustergültiger Kombination wanderte der Ball in den Reihen der Blauweißen von Mann zu Mann, nur an dem Torschuß haperte es. Schon bald führte ein schulmäßiger Angriff der linken Seite durch Schlarbs Flachschuß jum Führungstreffer der Gießener. Die Kombination wurde für die Folge von den Spiel« Vereinigungsleuten übertrieben und recht günstige Chancen dadurch in zahlreicher Menge ausgelassen. Eine halbe Stunde lang führte 1900 1:0, bis Zeiler bei der Abwehr einen Fehlschlag fabrizierte und ehe man sich besonnen hatte, erzielte der frei durch- gekommene Gegner den Ausgleich. An diesem Stand änderte sich bis zur Pause nichts mehr. Auch nach der Pause stand das Spiel dauernd im Zeichen wechselvoller Angriffe. Noch ungefähr einer Viertelstunde Spieldauer ging Altenseelbach in Führung. Ein Ball, den schon alle im Aus wähnten, wurde vorn Rechtsaußen des Platzoereins hereingezogen und vorn Mittelstürmer über den verzögert herausstürzenden Schmidt eingeköpft. Dann gab es blitzschnell zwei Handelfmeter, die den Gießenern das Interesse am Spiel nahmen. Beim ersten Elfmeter hatte Zeiler auf der Strafraumlinie stehend eine Flanke von links außerhalb mit der Hand leicht berührt, beim zweiten hatte Lippert die Hand zum Schutz vors Gesicht gehalten, als ihn dorthin ein Schuß traf. Zum Schluß stellte der Schiedsrichter den Altenfeelbacher Mittelstürmer vom Platz, nachdem dieser Lippert ohne Ball getreten hatte. Diese harte Spielweise des Gastgebers verwischte am Schluß sehr den Eindruck eines Freundschaftsspieles. Daß sick unter diesen Umständen der körperlich schwache Gießener Angriff nicht mehr richtig einsetzte, versteht sich von selbst. Der Gegner dagegen nutzte sein schnelles weites Spiel zu weiteren Erfolgen aus. Die Jugendmannschaft 1900s blieb erwartungsgemäß gegen Lich erste Jugend Sieger, obwohl auch hier auf einigen Ersatz zurückgegriffen war. Die Blauweißen siegten mit 3:2 (Halbzeit 2:0). Die beiden Gegentreffer kommen auf das auffallende Versagen der Verteidigung. Die dritte Mannschaft der Spielvereinigung sollte in Lich gegen die dortige zweite Mannschaft ein Rückspiel liefern. Der DfR. Lich stellte aber die erste Els in stärkster Ausstellung, so daß die erlittene 3:2-Schlappe für die Gießener keineswegs beschämend ist. Fußballabieilung des Tv. Wieseck. wieseck I — VfV. Aßlar I 3:3. Am vergangenen Sonntag standen sich in Wieseck beide Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste, die zum ersten Male hier auftraten, stellten eine körperlich gut disponierte Mannschaft ins Feld. Hervorragend erschien der Mittelläufer, der durch sein gutes aufbauendes Spiel immer wieder seine Fünferreihe nach vorn warf, während eine ballsichere Verteidigung mit kräftigem Schlage ihr Heiligtum reinzuhalten versuchte. Wieseck wies Schwächen auf,, die bei gutem Willen ausgemerzt werden könnten. Das Spiel begann äußerst flott. Wieseck war vor Entgegennahme der Glückwünsche. Der Glückwunsch des Führers. Der Führer Adolf Hitler hat der Firma anläßlich ihrer Feier des 200jährigen Bestehens durch seinen persönlichen Adjutanten, SA.-Gruppenfüh- rer Brückner ein Schreiben zugehen lassen, in dem er für die erhaltene Festschrift dankt und feine besten Glückwünsche für die weitere Entwickelung des Unternehmens ausspricht. ♦ Alsfeld, 11. Juni. Am vergangenen Samstag beging die Firma Georg Dietrich Bücking, Mechanische Klei-ersabrik, in würdiger Weise die Feier des 200jährigen Bestehensdes Hauses Bücking, das im Jahre 1734 als Kaufmannsgeschäft gegrünO *t roiir^e und seit sechs Generationen im Besitze der Familie ist, und das nach liebergang zur Kleiderfabrikation im Jahre 1906 heute zum führenden Betriebe der Stadt Alsfeld mit etwa 600 Arbeitern und Angestellten geworden ist, die in den drei Alsfelder Werken und in der Zweigstelle Grebenau beschäftigt werden. Die Feier fand in dem z. Z. im Bau befindlichen gro- feen Erweiterungsbau der Fabrik in der Hohl statt, der zu diesem Zwecke sehr schön geschmückt war. Die gesamte Gefolgschaft des Betriebes und eine größere Anzahl Gäste, Vertreter der Behörden, \o» w o? der Wirtschaft und der Industrie, hatten sich zu der Jubiläumsfeier versammelt Nach dem ^ahneneinmarsch sprach Frl. Friedel Kohler, die im Betriebe beschäftigt ist, den folgenden, von ihr verfaßten Prolog, der in stmen aber packenden Versen einen tiefen Eindruck machte. Im Heulen der Sirene und im Sausen Der schnellen Räder klingt das starke Lied Des Schaffens und der Kraft wie Sturmesbraufen, Das ewig wiederkornrnt und ewig flieht. Wo starker Geist und starke Hand sich einen. Da wachsen Mauern felsenfest hervor, , Da klingt das Lied der Arbeit aus den Steinen, Und jede Pforte wird zum Segenstor. Zweihundert Jahre rüstig Aufwärtsschreiten Ein starkes, mutiges Geschlecht, fürwahr, Das in dem wilden Wechselstrom der Zeiten Stets Werk und Tat und neue Kraft gebar. Gleich goldenen Fäden zieht es aus den Hallen Und schlingt um Tausende ein festes Band. Zweihundert Arbeitsjahre! Und aus allen Fügt, kettengleich sich schließend, Hand in Hand! Hierauf folgte die Begrüßungsansprache des Seniorchefs der Firma, Herrn Georg Dietrich Bücking, der einen herzlichen Willkommensgruß an die Erschienenen richtete und dabei insbesondere betonte, daß die Bodenverbundenheit seines Geschlechts, das seit 500 Jahren in Alsfeld ansässig sei, ihn seiner Zeit veranlaßt habe, seinen Fabrikbetrieb in Alsfeld zu errichten, obwohl er an anderen Orten günstigere Bedingungen gehabt habe. Die F e st r e d e hielt der Juniorchef der Firma, Herr Hans Jakob Bücking. Er stellte an die Spitze seiner Ausführungen den Satz, daß Tradition und Geschichte verpflichten. Dies gelte auch für den Betrieb der Firma Georg Dietrich Bücking, die dementsprechend ihren Betrieb geführt habe. Einfachheit und Sparsamkeit seien die Grundsätze, nach denen die Firma immer gehandelt habe. Als weiteres Erfordernis habe sie stets den Begriff der Qualitätsarbeit in den Vordergrund gestellt, der ihr auch zu ihrem großen Aufschwung und Erfolge verholfen habe. Herr Bücking gab alsdann einen geschichtlichen Ueberblid über Den Werdegang der Firma Georg Dietrich Bücking von den Jahren 1734 bis 1934. (lieber die Geschichte des Hauses Bücking werden wir demnächst in einer Nummer unserer Beilage „Heimat im Bild" berichten.) Am Schlüsse seiner Rede gab er bekannt, daß die Firma anläßlich ihres 200jährigen Jubiläums eine Stiftung in höhe von 20 000 Mark errichtet habe. deren Zinsen den Mitgliedern der Gefolgschaft, die längere Zeit bei der Firma tätig sind, in Form von einmaligen Unterstützungen und laufenden Pensionszuschüssen zugute kommen sollen. Außerdem hat die Firma allen Angestellten und Arbeitern, welche länger als 10 Jahr bei ihr beschäftigt sind, ein Bild zur Erinnerung geschenkt, zugleich unter Beifügung eines Sparkassenbuches. Der Redner schloß mit dem Danke an feine Mit- arbeiter und die Gefolgschaft für ihre treue Mitarbeit. Hierauf erfolgte die dem Tore gefährlicher, konnte fedoch bei der recht zahlreichen Verteidigung nicht zu Erfolgen kommen. Durch einen unerhofften Fernschuß gingen die Gäste dann in Führung. Nun ging Wieseck mehr aus sich heraus und drückte auch zeitweise stark. Ein flacher scharfer Schuß des Rechtsaußen schuf dann den Ausgleich. Kurz darauf wird der Halblinke der Gastgeber bei einem schönen Alleingang gelegt. Der gegebene Elfmeter brachte Wieseck die Führung. Halbzeit 2:1. Noch Seitenwechsel brachten die Gäste mehr Härte ins Spiel doch hielt der Unparteiische das Spiel in Grenzen. Obwohl Wieseck etwas drückte, schafften die Gäste durch überraschend schnelle Durchbrüche gefährliche Momente vor dem Wiesecker Tor. Der fjüter der Gastgeber spielte etwas leichtsinnig. Den Gästen brachte das den Ausgleich und die Führung. Wieseck drückte nun wieder mehr, doch verteidigten die Gäste mit allen Mitteln ihr Tor. Eine scharfe Flanke von Links wurde vom Mittelstürmer prachtvoll mit dem Kopfe zum Ausgleich eingelenkt. Eine Reihe Ecken waren die Ausbeute einer weiteren Drangperiode der Platzbesitzer, doch blieb ihnen das Siegestor vesagt. Kurzstreckler- und Springertag in der Gruppe Gießen. Suche nach dem unbekannten Sportsmann. Als dritte und letzte Etappe bei der Suche nach dem unbekannten Sportmann kamen am Sonntag 100’, 200- und 400-Meter-Lauf, Hochsprung, Dreisprung und Stabhochsprung zur Durchführung. In der Gruppe Gießen hatte die Spielvereinigung 1900 die Ausrichtung übernommen, die auch einige Rahmenwettbewerbe zum Austrag brachte. Die erzielten Leistungen können als zufriedenstellend bewertet werden. Infolge des gleichzeitig stattfindenden Kreisturnfestes in Großen-Linden und andere Veranstaltungen war die Beteiligung nicht sonderlich stark. Nachstehend die Ergebnisse: 10 0 Meter: 1. Specht, VfB.-Reichsbahn, 11,9, 2. Seipp, Spv. Lollar, 11,9 (Handbreite zurück), 3. Pfaff, 1900 Gießen, 12,4 Sekunden. 200 Meter: 1. Götz, VfB.-Reichsbahn, 26, 2. Gust. Koch, 1900 Gießen, 26 (Handbreite zurück), 3. Schön, VfB.-Reichsbahn, 27,3 Sekunden. 400 Meter: 1. Siegmund, VfB.-Reichsbahn, 58,7, 2. Gust. Koch, 1900 Gießen, 59,8, 3. Hofmann, Gießen, 60 Sekunden. Hochsprung: 1. Gren. Baumstieger, 2/15, 1900 Gießen, 1,46, 2. Specht, VfB.-Reichsbahn, 1,45, 3. Gren. Herrmann, 2/15, 1900 Gießen, 1,42 Meter. Dreisprung: 1. Luh, VfB.-Reichsbahn, 11,60, 2. Gren. Bonstein, 2/15, 1900 Gießen, 11,16, 3. Pfaff, 1900 Gießen, 10,76 Meter. Stabhochsprung: Gren. Donstein, 2/15, 1900 Gießen, 2,96 Meter. Rahmenwettbewerbe: 2 00 Meter: Luh, VfB-Reichsbahn, 23,6, 2. Franz Koch, 1900 Gießen, 23,7 (Handbreite zurück), 3. Rodriguez, VfB.-Reichsbahn, 24,2 Sekunden. 4 0 0 Meter: 1. Bepperling, 1900 Gießen, 53,8, 2. Gren. Baumstieger, 2/15, 1900 Gießen, 55,8, 3. R. Fischer, VfB.-Reichsbahn, 57,5 Sekunden. 8 00 Meter: 1. Peters, 1900 Gießen, 2:08,8, 2. Gren. Baumstieger, 2/15, 1900 Gießen, 2:13,9, 3. Pfaff, VfB.-Reichsbahn, 2:14,8 Minuten. Weitsprung: 1. Luh, VfB.-Reichsbahn, 6,09, 2. Rodriguez, VfB.-Reichsbahn, 5,37, 3. Jacob, VfB.-Reichsbahn, 5,36 Meter. Die Neuordnung im Wassersports Die Pressestelle des Reichssportführers teilt mit: „Nachdem der Deutsche Wassersport-Verband die ihm gestellten Aufgaben zum Abschluß gebracht hat, werden die ihm bisher angehörigen Fachgruppen für Rudern, Segeln, Kanufahren und Motorbootsahren dem Reichssportführer vom 15. Juni ab wieder unmittelbar unterstellt. Mit der Abwicklung des Deutschen Wassersport-Verbandes wird sein bisheriger Führer Kapitänleutnant a. D. Jasper beauftragt. Herr Jasper steht dem Reichssportführer weiterhin für die Durchführung von Sonderausgaben zur Verfügung." Der Deutsche Wassersport-Verband hat in dem Jahr seines Bestehens die Entwicklung des gesamten deutschen Wassersportes in bq günstigsten Weise beeinflußt. Die Ausübung des gesamten Sportbetriebes innerhalb der vier Fachschaften, aus denen sich der Wassersport-Verband zusammensetzt, ist nach nationalsozialistischen Gesichtspunkten geregelt, die vor allem ein Ziel verfolgten: auch den minderbemittelten Volksgenossen den Wassersport zu erschließen. Abgesehen von diesen großen grundsätzlichen Problemen, die die Führung des Wassersport-Verbandes zu lösen hatte, wurde auch wertvolle Kleinarbeit geleistet, die besonders in der Vereinheitlichung des Pressewesens und der Einführung des Wassersport-Ausweises für sämtliche organisierten Wassersportler zum Ausdruck kommt. Nach dieser grundlegenden Erfassung des deutschen Wassersports können heute die einzelnen Fachschaften wieder darangehen, ihre Aufgaben, die ihnen besonders hinsichtlich der Olympischen Spiele gestellt sind, nach den ihnen notwendig erscheinenden Gesichtspunkten durchzuführen. Das 1. Kreisturnfest in Großen-Linden. Oie Ergebnisse der Wettkämpfe. Das erste Kroisturnfest «des 8. Kreises Lahn-Dill, das am Samstag und Sonntag in Großen Linden stattfand, brachte hervorragende turnerische Ergebnisse. Die Beteiligung aus den einzelnen Vereinen des Kreises war außerordentlich stark. Nachstehend bringen wir die S i e g e r l i st e , die allerdings, da sie außerordentlich umfangreich ist, nur im Auszug wiedergegeben werden kann, lieber den Verlauf der Veranstaltung in ihrer Gesamtheit werden wir noch berichten. Zwölfkampf, Oberstufe: 1. Herbert Butt, To. 1891 Sinn, 213 Punkte; 2. Richard Seth, Tv. Großen-Linden, 209; 3. Ernst Schöffmann, To. 1862 Wieseck, 207; 4. Rud. Rohrbach, To. Frisch auf Leihgestern, 202; 5. Hans Kreuter, Tv. Merkenbach, 201; 6. Karl Schick, Tv. 1846 Gießen, 200; 7. Karl Velten, Tv. Frsich auf Leihgestern, 196; 8. August Best, Vv. 1847 Wetzlar, und Ludwig Herbert, Tv. 1846 Gießen, je 192; 9. Heinr. Herbert, Tv. 1846 Gießen, 186; 10. Heinr. Jung, Tv. Großen-Linden, 185; 11. Walter Bierau, To. Lollar, 184; 12. Alfred Oßwald, Tv. 1862 Wie- seck, 183 Punkte. Zehn-öampf-Obersiufe: 10 Teilnehmer, 9 Sieger: 1. Kurt Stenzel, Tv. Eibelshausen, 167 Punkte; 2. Karl Swoboda, To. 1891 Sinn, 165; 3. Wilhelm Ferber, Tv. Waldgirmes, 160; 4. Ludwig Lepper, Tv. Waldgirmes, 156; 5. Karl Bettin, Tv. 1862 Wieseck und Ernst Rompf, Tv. Dillenburg, je 155 Punkte. Zwölfkampf Unterstufe. 161 Teilnehmer, 116 Sieger: 1. Karl Ortmann, Tv. Eibelshausen, 217 Punkte; 2. Fritz Bayer, Tv. 1846 Gießen (4./J.-R. 15), 214; 2. Willi Werner, Tv. Wieseck, 214; 3. Rudolf Burgmann, Tv. Straßebersbach, 213; 4. Otto Stahl, Tv. 1846 Gießen (4./J.-R. 15), 209; 4. Hermann Reuter, Tv. 1891 Sinn, 209; 5. Alois Burkart, Tv. 1846 Gießen (4./J.-R. 15) 205; 5. Karl Schöndorf, Tv. 1846 Gießen, 205; 5. Karl Schuster, Tv. 1847 Wetzlar, 205; 6. Ernst Pfeiffer, Tv. Launsbach, 202; 6. Gg. Schlicht, T. u. Spgmd. Nieder-Girmes, 202; 7. Wilhelm Laux, Tv. Frischauf Leihgestern, 201; 8. Heinrich Bücking, Tv. Atsfeld, 200; 8. Ernst Deibel, Tv. Lollar, 200; 9. Wilhelm Schmidt, Tv. Wald-Girmes, 199; 9. Wilhelm Moß, Tv. Lollar, 199; 10. Otto Bender, T. u. Spgmd. Rodheim/Bieber, 198; 11. Hermann Röhl, To. Alten-Buseck, 196; 12. Heinrich Weller II., To. Atzbach, 195; 12. Heinrich Habermehl, Tv. Frischauf Leihgestern, 195; 13. Hugo Kreiling, Tv. Wieseck, 194; 14. Max Hardt, Tv. 1846 Gießen, 193; 14. Wilhelm Hofmann, Tv. 1848 Hungen, 193; 16. Otto Agel, Tv. Atzbach, 191; 16. Gg. Schwan, Mtv. Gießen, 191; 17. Heinrich Kuhlmann, Tv. Jahn Hermannstein, 190; 18. Willi Fay, Tv. Burg Gemünden, 189; 19. Willi Ellermeiser, Tv. 1846 Gießen, 188; 19. Heinrich Rinn, Tv. Heuchelheim, 188; 19. Rudolf Andermann, Tv. 1862 Wieseck, 188; 20. Werner Pfeiffer, Tv. Burg 187; 20. Alb. Winter, To. Launsbach, 187; 20. Albert Schieferstein, Tv. Launsbach, 187; 21. Karl Weber, Tv. Heuchelheim, 185; 21. Friedrich Weber, Tv. Dutenhofen, 185; 22. Adolf Hildebrandt, Tv. Wieseck, 184; 22. Walter Mehl, Tv. Großen-Linden, 184; 22. Otto Röhrsheim, Tv. Krofdorf, 184 Punkte. Fünfkampf Turner. 76 Teilnehmer, 54 Sieger: 1. Otto Lindenstruth, Mtv. Gießen, 99 Punkte; 1. Willi Will, Tvgg. Ruttershausen, 99; 2. Karl Michels, Tv. 1846 Gießen, 91; 3. Helmuth Großhaus, Tv. Lollar, 86; 4. Christ. Möbus, Tv. Gut Heil Reiskirchen, 83; 5. Otto Schardt, Tv. 1864 Hausen, 82; 6. Heinrich Rühl, Tv. Gut Heil Beuern, 79; 7.Kurt Strack, Mtv. Gießen, 74; 7. Karl Rühl, Tv. 1899 Grohen-Buseck, 74; 7. Wilhelm Volk, Tv. Mörnsheim, 74; 8. Heinr. Nickel, Tv. Treis, 73; 9. Eduard Gebauer, Tv. Alsfeld, 72; 10. Hermann Weber, Tv. Hochelheim, 71; 11. Gustav Bott, Tv. 1847 Wetzlar, 70; 12. Ernst Frank, Tv. Lollar, 68; 13. Karl Bücking, Tv. Alsfeld, 67; 13. Wilhelm Hofmann, Tv. Alten-Buseck, 67; 13. Friedrich Petry, Tv. Ballersbach, 67; 14. Emil Becker, Tvgg. Ruttershausen, 66; 14. Richard Bepler, Tv. Kinzenbach, 66; 14. Ludwig Ulm, Tv. Allendorf, Lahn, 66; 15. Otto Böhm, Tv. 1847 Wetzlar, 65; 16. Wilhelm Fay, Tv. Gut Heil Grü- ningen, 64; 16. Otto Seipp, Tv. Burkhardsfelden, 64; 17. Otto Neidel, To. Heuchelheim, 63; 18. Karl Herzog, Tv. Alsfeld, 62 Punkte. Fünf-Kampf (Oberstufe): 41 Teilnehmer, 32 Sieger: 1. Adolf Klinkel, Tv. Lollar, 99 Punkte; 2. Reinh. Blaß, MTV. Gießen, 95; 3. Leonhard Launspach, Tv. Gut-Heil Reis- kirchen, 89; 4. Heinrich Sann, Tv. Holzheim, 80; 5. Hans Röse, To. 1891 Sinn, 79; 6. Ernst Arnold, To. Lützellinden, Wilhelm Becker, T.-u.Sportgem. Rodheim a. d. B., Rudolf Friedrich, Tv. Straß- ebersbach, Karl Schäfer, MTV. Gießen, je 78; 7. Helmut Kiehl, Tv. Lollar, Philipp Schaaf, Tv. Trais a. d. Lda., je 77; 8. Albert Wambach, To. Werdorf, 75; 9. Karl Bechtold, Tv. Launsbach, Erich Knauf, Tv. Straßebersbach, Franz Pfaff, Tv. Lausbach, je 73; 10. Karl Mack, Tv. Hochelheim, Max Roth, Tv. Gut-Heil Reiskirchen, je 72; 11. Willi Hußke, MTV. Gießen, 68 Punkte. Fünfkampf (Unterstufe). 87 Teilnehmer, 66 Sieger: 1. Fritz Waldfchmidt, Tv. 1847 Wetzlar, 116 Punkte; 2. Willi Berghäuser, Tuspo. W.-Niedergirmes, 98; 3. Werner Dreuth, Tuspo. W.-Niedergirmes, 96; 4. Helmut Schäfer, Tv. Alsfeld, 95; 5. Heinrich Sittner, Tv. Grünberg, 92; 6. Karl Löw, Tv. Garbenheim, Ernst Peter, Tv. Ballersbach, je 87; 7. Herbert Fischer, Tv. Großen-Linden, 86; 8. Friedrich Ott, Tvgg. Ruttershausen, 85; 9. Karl Bonarius, Tv. Großen- Buseck, 83; 10. Helmut Schleenbecker, Tvgg. Ruttershausen, Gottfried Strauch, Tv. Grünberg, 82; 11. Otto Lotz, Tv. Holzheim, Werner Schmidt, Tv. Alsfeld, Erich Schmitt, Tv. Burg, je 80; 12. Otto Eger, MTV. Gießen, Willi Schuckmann, Tv. Lützellinden, 77; 13. Ernst Dietrich, Tv. Garbenheim, Ludwig Friedrich, Tv. 1846 Gießen, je 75; 14. Hermann Braun, Tv. Hochelheim, Otto Geisel, Tv. Alsfeld, Ernst Pfaff, Tuspo. W.-Niedergirmes, Heinrich Philipp, Tv. Burg-Gemünden, Bruno Walter, MTV. Gießen, je 74; 15. Walter Forbach, Tv. Krofdorf, 73; 16. Gg. Bink, Tv. Garbenheim, Willi Lemmersdorf, Tv. Alsfeld, Willi Platt, Tusp. Rodheim a. d. B., fe 72; 17. Otto Klotz, Tv. Großen- Linden, Walter Mey, To. Alsfeld, je 71; 18. Wilhelm Doppel, Tv. 1862 Wieseck, 70 Punkte. Oer Kunstflug-Weltmeister Zieseler. ME W I ......................... Iliiri..ii?rt ■-ii:..lWiiWfia Gerhard Fieseler, der deutsche Kunstflug, meister, der die in Paris ausgetragene Weltmeister« schäft mit 645,5 Punkten vor dem Franzosen D4« troyat mit 622,9 Punkten und dem Deutschen Gerd Achgelis mit 587,6 Punkten gewann. Oberyeffen. Landkreis Gießen. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 11. Juni. Die Heuernte hat überall begonnen. Der Ertrag steht in diesem Jahre weit unter dem mittleren Durchschnitt. Es ist ein Glück, daß die vorjährige Ernte sehr gut ausgefallen war und noch Vorräte vorhanden sind. Die Trockenheit, die immer noch herrscht, hat den Wuchs des zarten Untergrases verhindert. Die Wiesen an trockenen Abhängen haben fast nichts aufzuweisen. Aber auch auf die übrigen Feldpslan- zen wirkt die Trockenheit sehr nachteilig. Das Wintergetreide steht ja in bester Form, aber schon bei Gerste und Hafer sieht man die ersten gelben Blätter. Die Früchte vom Steinobst und auch zum Teil vom Kernobst fallen in großen Massen von den Bäumen. Die Regenfälle, die in der letzten Woche in der Gegend von Frankfurt und im Lahntal niedergingen, haben in hiesiger Gegend fast ganz gefehlt. Der knappe Regen reichte gerade, um die Gemüse und Dickwurzpflanzen zu setzen. * Holzheim, 12. Juni. In unserem Orte ereignete sich am Sonntag ein schwerer Unglücksfall. Der 10jährige Sohn des hiesigen Schmiedes Schwab stürzte, als er auf dem Scheunenboden spielte, so unglücklich auf die Tenne, daß er einen Schädelbruch erlitt und sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden mußte. * Weitershain, 12. Juni. Der 55 Jahre alte Landwirt Adam Land von hier erlitt bei einem unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Unter*- schenkels und muhte in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 10. Juni. Am Montag beging Herr A. I. Tröster in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Der Inhaber der gleichnamigen Firma, der vor über 50 Jahren hier am Platze sein Geschäft gründete und als gelernter Schmied zunächst mit Reparaturen an Dreschmaschinen usw. begann, kann heute mit Stol^ aus sein Werk zurückblicken. Hat sich doch aus dieser Reparaturwerkstätte im Laufe der Jahrzehnte ein Werk entwickelt, dessen Erzeugnisse fast in allen Weltteilen bekannt sind. Er darf als Pionier der Landmaschinenfabrikation angesprochen werden. Die Trösterschen Drill- und Hackmaschinen, denen sich später auch der Bau von Düngerstreuern anschloß, haben guten Ruf. Die Hauptfabrikation wurde auf Drillmaschinen gelegt. Durch Anpassung an die Erfordernisse der verschiedenen Länder fanden die Fabrikate in allen Weltteilen Verbreitung. Die aufs Neuzeitlichste eingerichtete Fabrik, die außerdem eigene Gießerei und ein Sägewerk hat, beschäftigt zur Zeit über 200 Angestellte und Arbeiter. Trotz seines hohen Alters ist der Jubilar von morgens früh bis zum Schluß der Arbeit in seiner Fabrik tätig. Von einfachem, schlichtem Wesen, das eines gewissen Humors nicht entbehrt, sieht er nach dem Rechten und genießt infolgedessen nicht nur die Achtung seiner Angestellten und Arbeiter, sondern erfreut sich aüch der allgemeinen Hochachtung und Wertschätzung. Selten hat der Gründer eines Unternehmens wie dieses sich der Früchte seiner Arbeit so erfreuen können, wie gerade er. Kreis Schotten. s. Schotten, 11. März. Eine Reihe von Veranstaltungen fanden gestern und vorgestern hier statt. Am Samstagabend wurde in der Turnhalle ein sehr interessanter Lichtbildervortrag über d i e Gefahren des Verkehrs und ihre Bekämpfung von Regierungsrat Schwan, Kreisamt Schotten, gehalten. Die vielen Lichtbilder zeigten den Zuschauern, wie man sich auf den Verkehrsstraßen zu Fuß, zu Rad, zu Kraftwagen zu verhalten hat und wie man die Unfälle vermeiden kann. Am Sonntagvormittag wurden diese 23er- tehrsunfälle in sehr anschaulicher Weise durch Kommissar Ballmann auf der belebten Adols-Hitler- Straße im Beisein der Bevölkerung in praktischen Beispielen vorgeführt. Radfahrer, Fußgänger, Motorräder, Kraftwagen und schwere Lastautos, wie auch landwirtschaftliche Wagen wirkten hierbei mit und zeigen in deutlicher Weise, durch welche Umstände in oft leichtsinniger und fahrlässiger Weise die Verkehrsunfälle entstehen. — Um 13 Uhr fand vor der Stadtkirche eine Kundgebung zu Ehren des Roten Kreuzes statt. Der Kirchenbrunnen war mit Rot-Kreuz-Fahnen festlich geschmückt. Nach einleitenden Worten des Kreisleiters Kromm sprach Dekan Widmann, der Vorsitzende des Kreisverbandes Schotten vom Roten Kreuz, über die Bedeutung des Rotkreuztages und wies auf die hohen Ziele und die vom Roten Kreuz geleistete Arbeit hin. Besonders gedachte er der selbstlosen, hingehenden Tätigkeit der Schwestern des Roten Kreuzes und der hiesigen Sanitätskolonne. Ein „Sieg-Heil!" auf Vaterland, Reichspräsident, Dolkskanzler und das Rote Kreuz, das Deutschlandlied und das Horft-Wessel-Lied beschlossen die eindrucksvolle Feier. Anschließend gab die SA.-Standartenkapelle ein Platzkonzert. Die Straßen- und Haussammlungen für das Rote Kreuz hatten in der Stadt ein sehr gutes Ergebnis. — Im Anschluß hieran fand in der hiesigen Turnhalle eine Massenkundgebung der NSDAP, statt. Der Gaupropagandaleiter Müller-Scheld (Frankfurt a. M.) war als Redner gewonnen. In treffenden, oft von reichem Beifall begleiteten Worten rechnete der Redner mit den Miesmachern, Muckern und Kritikastern ab. Kreisleiter Kromm brachte ein „Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Die SA.-Kapelle umrahmte mit schneidigen Märschen und Vortragsstücken die eindrucksvolle Kundgebung. — Abends wurde noch in der Volksschule ein sehr interessanter Vortrag über den „Hausgarten" von Gartenbauinspektor S t r ä ß e r (Remscheid) gehalten. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. «i Wasser allein genügt nicht als Nahrungfür Ihre Pflanzen. Zum kräftigen Wachstum gehört eine zweckmäßige Düngung. Geben Sie alle 8 Tage etwas »MxxLpoC im Gießwasser dann haben Sie die schönsten Topfpflanzen u. Blumenbeete. Drogerien, Blumengeschäfte u. Samenhandlungen empfehlen Mairol als den besten Pflanzendünger. Dose 50 Pf. 1598 V 3. Abonnement-Konzert Mittwochabend 20.15 Uhr Reichswehr-Kapelle Postautobusse ab 20 Uhr vom Ludwlgsplatz und Cafö Hettler 03005 zur Bergschenke Wenn Sie verreisen . .. dann sichern Sie Ihre Wohnung durch: Türschloß-Sicherung Sicherheitsketten Lassen Sie sich unverbindlich beraten bei J. B. Häuser Sellericvflanzen (pikiert), Lauch- vflanzen.Toma- tcn, Begonien, Petunien ufro.AU verkaufen. o3oo6 öelnrldi Bedithoiü Gärtner Weserstrahe, am Bahndamm. Illllillllllllllllllllllllllll Alleinverkauf NlederheofeoACo. Bahnhofstraße fiefienüb. Hotel Schütz Am Oswaldsgarten 3429 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Bekanntmachung 1. 2. ür die Bescheide über die kommunale Grundteuer und Sondergebäudesteuer der 8. 3uni 1934. 3515C Diejenigen Steuerpflichtigen, die bisher einen Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 29, anzuzeigen. Bei dieser Gelegenheit wird wiederholt darauf hingewiefen, daß nur in den allerdringendsten Fällen und nach eingehender Begründung Gesuchen um Stundung oder Erlaß entsprochen werden kann. Gießen, den 8. Juni 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter. Nachdem die Zustellung der Bescheide über die Kanal-, Strahenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren sowie über die kommunale Grundsteuer, Ge werbesteuer und Sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1934 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten ftattgefunden hat, werden als Tage, an denen die sämtlichen Bescheide als zugestellt zu gelten haben, hiermit festgesetzt: 1. ür Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabuhrgebühren der 2. 3uni 1934, Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Schreinermeisters Georg Mandler und seiner Ehefrau Helene, geb. Lenz, beide in Heuchelheim (Kreis Gießen), wird heute am 11. Juni 1934, nachmittags 2.05 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da der Creditverein Heuchelheim, e. G. m. b. H., als Gläubiger den Eröffnungsantrag gestellt hat, und die Gemeinschuldner ihre Zahlungsunfähigkeit und Zahlungseinstellung eingeräumt haben. 3519D Der Rechtsanwalt Dr. Kinzenbach in Gießen, Diezstraße 13 p, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 1. Juli 1934 bei dem Gericht anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beidehal- hing des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die im § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände, ferner zur Prüfuna der angemeldeten Forderungen auf Dienstag, den 10. Juli 1934, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 1. Juli 1934 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. Statt Karten Ihre Vermählung zeigen an Dlofef Geist, Gerichtsassessor Minni Geist, geb. Geilfus DormS Gießen Srunnerstraße 12 Horst-Desiel-Wall 51 Im Iuni 1934 03004 Die Geburt eines Sohnes zeigen an Professor Wilhelm Rudolph und Frau Uto, geb. Supper Gießen (Aulweg 54), den 10. Iunl 1934 3514 D