Ur. 85 (Erftcs Blatt 184. Jahrgang Donnerstag, 12. April 1954 (Er|d)emt täglich, außer Lonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . w -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Srantfurt am Dinin 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drudt und Verlag: vrW'jche llnlverfitätrvuch. und Steindruckerei R. Lange in Steilen. 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Es bestand Einstimmigkeit darüber, daß nähme veranlassen werde. — Was die radikabsozia- d i e Schwierigkeiten lediglich solche So abwartend die deutsche Haltung zu den in So abwartend die deutsche Haltung zu den in Nom oder Genf zu erörternden Einzelfragen ist, brüchigen insbesondere des Professors Schmidt, i Augenblicke nach Eintreten des Eisdruckes nehmen der feinen kranken Zustand bisher verheimlicht! die einzelnen Leute ihre vorgeschriebenen Plätze ein. xung gefunden. Moskau, 11. April. (DRV.) Die Flieger M o - loforo, Kamanin und S l e p n e ro haben am Dienstag in drei Flugzeugen 22 Angehörige des „Tscheljuskin"- Lagers nach Wankarem ge- bracht. Der Flugstaffel Kamanins ist es am Mitt- wach gelungen, noch 11 Mann aus dem „Tschel- juskin'-Lager nach Wankarem zu bringen. Damit sind innerhalb zweier Tage 33 „Tschetjuskin"-Leute gerettet worden, wie aus wankarem ergänzend gemeldet wird, haben drei Flugzeuge der Sowjetunion weitere 29 Mann aus dem Tscheljuskin-Lager nach Wankarem gebracht. Insgesamt sind also 62 Mann gerettet worden. Gegenwärtig befinden sich noch 28 Teilnehmer der Expedition auf der Eisscholle. Auch Professor Schmidt, der Leiter der Expedition, ist bereits nach Wankarem ge- juskin"-Lager herrscht eine Mobilisierungsordnung, die mustergültig funktioniert. Wenige listische „Republique" vor allem befürchtet, ist d i e Unentschlossenheit der Mächte, na- Vorbereitung einer Berliner Transserkonserenz Nur durch gesteigerte Aufnahme deutscher Waren ein Transfer deutscher Zahlungen möglich. rung bereits Mühe habe, den Obersten Kriegsrat und den Generalissimus für eine Rüstungs b e - schrünkung zu gewinnen, dann werde sie sicher diese Kreise unmöglich für eine noch so geringe 21 b rüftung bewegen können. „Oeuvre" will ferner den Eindruck gewonnen haben, haß man sich in Genfer politischen Kreisen über den Abschluß eines wirklich wertvollen Abkommens keine allzu großen Hoffnungen mehr mache. Die Vertreter der Kleinen Entente wünschten ebenfalls lebhaft den Abschluß eines Rüstungsbeschränkungsabkommens, jo fadenscheinig es im Grunde genommen es auch sein möge. Denn sie fürchteten nicht so sehr den Rüstungswettlauf, als vielmehr eine tiefgehende Aenderung der wieder einmal recht. Will man den Präventivkrieg? Doch sicher nicht! Oder will man Deutschland vor den Völkerbund schleppen? Wohl auch nicht! Also müssen mir verhandeln. Das Interesse am deutschen Wehrbaushalt. DePlacierteFraqen im britischen Unterhaus. London, 11. April. (DRV.) Eine Anzahl von Parlamentsmitgliedern scheint weiter entschlossen zu sein, d i e erhöhten Ziffern des deutschen Wehrhaushaltes zum Anlaß von Anfragen im Unterhaus zu machen. Der Konservative Boothby wird den Staatssekretär des Aeußeren nochmals fragen, ob er Informationen über die Erhöhungen in den deutschen Flotten-, Heeres- und Luft-Voranschlägen geben kann und „ob die britische Regierung beabsichtigt, irgend eine Aktion in der Angelegenheit zu unternehmen." Das liberale Mitglied Mander will die hatte. Uschakow selbst hielt sich drei Tage lang im Lager auf. Das Lager ist von großen Eisblöcken eingeschlossen. Die Leute sind in einer Baracke und in zehn Zelten untergebracht. In allen Räumen sind Kamine errichtet, um die Zimmertemperaturen aufrecht zu erhalten. Die Zelte werden von zehn Lampen erleuchtet, die von den „Tscheljuskin"-Leu- ten erfunden worden sind. Lebensmittel, Heizstoffe, warme Kleidung sowie eine Küche und Bäckerei sind vorhanden. Das im ersten Augenblick scheinbar ruhige und wohlgestaltete Leben erweist sich bei näherem Zusehen als ein Leben auf dem V u l- k a n. Das Lager lebt in ununterbrochener Spannung und in Erwartung des Eisganges. Am 8. April zerstörte der Eisgang die Küche. Am 9. April erlebte das Lager feit dem Untergang der „Tscheljuskin" den a 11 e r ft ä r f ft e n E i s b r u ck, der die Baracke eindrückte, ein Motorboot zerstörte und einen Teil der Holzmaterialien vergrub. Der Flugplatz, auf dem die Maschine Slepnews stand, wurde völlig vernichtet. Ein zweiter Eisdruck veränderte den Lagerbezirk vollkommen. Im „Tsckel- 62Mann vom„Tscheljuskin" durch Flugzeuge gerettet. Hoch 28 Mann auf der Eisscholle. - Ausführlicher Bericht Uschakows. 'chlüssen des Völkerbundsrates aufforderte. Diesem Spiel, das Deutschland wieder auf das soeben verlassene Genfer Parkett zuruckfuhren sollte, wurde von Berlin aus Remis geboten. Auch bie übrigen Mätzchen und Manöver wie z. W der von interessierter Seite erörterte Plan eine B e r f 4te bung der Saarabstimmung, haben keine Aenbe rung der deutschen Haltung Hervorrufen tonnen Nachdem Frankreich es.abgelehnt hat. den Der Handlungsweg zu beschreiten, bleibt eben nur öte rein juristische Lösung übrig. Die wirtschaftliche Seite der Saarfrage ist seit zehn Jahren bereits erledigt, denn schon 1923 waren die Kohlengruben m Nordfrankreich deren Zerstörung durch die deutschen ^^tzung truppen nach den Versailler Richtlinien Frankreich als Ersatz das Eigentum an den Kohlengruben im Saarbecken erhalten sollte, völlig w ieb erhe»- gestellt. Ebenso hat die reparationspollMche Seite Der Saargrubenübereignung, die im drittel 45 des Versailler Diktats erwähnt wird, mit lern Lausanner Abkommen von 1932 ihre Erlebt- Unfähigkeit über die geeignet ten Methoden, der Lage zu be- desTransfersundnichtderZahlungs- eien, und es wurden Ansichten die Devisen für eine Volltransserierung der Zinsen selbst zu beschaffen, ist geeignet, die Richtung zu weisen, in der eine Losung des deutschen Transferproblems zu suchen sein wird. Die von diesen beiden Ländern abgeschlossenen Sonderabkommen stellen in zweckmäßiger Weise den Außenhandel in den Dien ft der Gläubigerbefriedigung und sind deshalb keineswegs der Ausdruck eines selbstsüchtigen Strebens nach einer Spezial- behandluna, sondern bedeuten vielmehr einen konstruktiven Plan, der bei allgemeiner Anerkennung und Befolgung geeignet sein konnte, die deutsche Transfersituation grundlegend zu verbessern." Oer Standpunkt der Schweiz Bern, 11. April. (DNB.) Auf der Verner Mustermesse äußerte sich Bundesrat Schultheß über die Gläubigeroerhandlungen in Basel. Er nannte die Erklärungen von Reichsbankpräsident Dr. Schacht „zur Aufmerksamkeit mahnend". „Was den Transfer betrifft", so haben mir volles Verständnis dafür, daß ein Land, das sich in der Lage Deutschlands befindet, seinen Verpflichtungen nur durch Warenlieferungen nachkommen kann. Wir sind und waren stets bereit, entsprechende Warenbezüge zu machen. Unsere Handelsbilanz mit Deutschland verzeichnet im Jahre 1933 einen Überschuß des Wertes der Einfuhr über unsere Ausfuhr von 323,6 Mill. Franken, also um einen Betrag, der Deutschland erlaubt, einen erheblichen Betrag für den Fremdenverkehr zur Verfügung zu stellen und seinen Verpflichtungen voll nachzukommen: auch dann bleibt ihm noch ein erheblicher Ueberschuß. Die Schweiz kann in keinem Falle zugeben, daß Deutschland den Transfer verweigert, während wir für diese Bezüge Beträge zu überweisen hatten, die diejenigen unserer Guthaben weit übersteigen. Wir werden daher mit aller Energie die Forderung geltend machen, daß der Transfer der schweizerischen Guthaben wenigstens in bisheriger Weise erfolgt. Andere Gläubigerstaaten können sich Darüber nicht beklagen. Mögen auch fie deutsche Waren in dem Ausmaß zulassen, in Dem wir es tun, Dann roirD es Deutschland möglich sein, auch ihnen gegenüber seine Verpflichtungen zu erfüllen. ÄÜ[tun'gmirn Aü“?aüft."bu"»Vn Di-Zeitfürein-.,.,Neb-rftaat"nochnichtreif. Frankreich g e f o r D e r t e n „Garantien", LonDon, 11. April (DNB.) Der von Der eng- erhalten. Denn unsere öffentliche Meinung und un- lischen Regierung bereits des öfteren abgelehnte fere Innenpolitik verlangen, daß wir wenigstens Gedanke, eine internationale Pollzei - irgendeine Abrüstung vorweisen können. Das werde, macht unter der Kontrolle des Volke r - meint das Blatt, Die Ausarbeitung Des Abkommens b u n D e s zu bilDen, wurDe von Dem liberalen LorD nicht erleichtern. Denn wenn Die französische Regie- D a v i s im Oberhause aufgefrischt. Unterstaats- bradjt worden. Nach einem Funkspruch aus Dem Lager Pro- fessor SchmiDts ist Dort mit einem Flugzeug Der Bevollmächtigte Der Rettungsexpedition für Die Tscheljuskin-Besatzung, Usckakow, eingetroffen. Er berichtet von Dem heldenhaften Verhalten Der Schiff- Es ist erfreulich, festzustellen, Daß Der Juristen- ausschuß. Dem nunmehr eine große Verantwortung für Die Durchführung Der Saarabstimmung zu- gefaUen ist, allen Den wahnwitzigen Plänen eine Absage erteilt hat, Die hier unD Da in Der aus* ländischen Presse aufgetaucht sinD. Der Berner „Bund", Der wichtige Einzelheiten über Den bisher geheim gehaltenen Bericht Des Juristenausschusses veröffentlicht, roirD sich seine Mitteilungen nicht aus Den Fingern gesogen haben. Danach ist zunächst festzustellen, Daß noch viele Fragen, Die mit Der Abstimmung Zusammenhängen, offen geblieben sinD. Es roirD zwar gesagt, daß sich Der Juristenausschuß für eine bezirksweise Abstimmung ausspreche unD Daß das Resultat der einzelnen Bezirke ausschlaggebend fein soll. Aber wofür ausschlaggebend? Etwa, für Die künftige staatliche Zugehörigkeit Des betreffenDen Bezirkes? Es roirD ferner Davon gesprochen Daß ein Polizei- unD Gendarmeriekorps von mehreren taufenD Mann für Die Abstimmungszeit notroenDig fei. Daß Diese NotwenDigkeit besteht, roirD von guten Kennern Der innerpolitischen Lage Des Saargebiets mit guten GrünDen lebhaft bestritten. Der Bericht läßt auch Davon nichts verlauten, ob Dieses Korps aus SaarDeutschen ober aus auslän» Di scheu VerbänDen gebildet roerDen soll. Der Bericht läßt Die Vermutung zu, Daß Der Dreierans- schuß eine zwischen Der Deutschen unD französischen Auffassung liegende Kompromißlösung versuchen will. DeutschlanD aber erwartet, Daß Der VölkerbunDsrat bzw. Die von ihm eingesetzten Ausschüsse EntscheiDungen fällen, Die voll unD ganz mit Den für Das Saargebiet geltenDen völkerrechtlichen, historischen unD wirtschaftlichen Voraussetzungen In Einklang gebracht roerDen können. Zu Den Transferbesprechungen schreibt Die Neue Zurcher Zeitung u. a.: „Man erinnert sich, Daß England unD Die Vereinigten Staaten in Den letzten Berliner VerhanDlungen mit NachDruck eine gleichmäßige BehanDlung sämtlicher GläubigerlänDer geforDert haben. Dabei wurDe von ihnen Der für Die Schweiz ausschlag- gebenDe Umftanb außer Acht gelassen, Daß es nicht angängig ist, Die verschieDenen GläubigerlänDer einfach zu foorbinieren, macht Doch vor allem Amerika Durch Die Verweigerung, feine Märkte Den Deutschen Waren in genügendem Maße zu öffnen, eine Besserung Der Deutschen Devisenlage unmöglich, währenD Die Schweiz unD Ho 1 - l a n D Durch ihre Bereitwilligkeit zur Aufnahme Deutscher PrvDukte wesentlich mithe 1 sen, DeutschlanD Die ^Devisen zur Verfügung zu stellen, Die es für seine Zahlungen an Amerika nötig hat. Es Darf wohl erwartet roerDen, Daß EnglanD, Dessen HanDelsbilanz Die größte Ähnlichkeit mit Derjenigen Der Schweiz unD HvllanDs aufroeift, sich Dazu Durchringen roerDe, Den StanDpunkt Der genannten beiDen Länder zu verstehen. Auch Schweden ist in der Lage, auf eine passive Handelsbilanz mit Deutschland hinzuweifen, so daß sich Die Situation sämtlicher GläubigerlänDer von Der= Basel, 11. April. (DNB.) In Basel haben Besprechungen zwischen Den Vertretern Der lang- unD mittelfristigen AuslanDsgläubiger Deutsch- lanDs stattgefunDen mit Dem Ziele, Den BoDen für । Die vorgeschlagene Vollkonferenz mit Der F r e u n D s ch a f t s - unD BünDnisgruppie- Reichsbank in Berlin vorzubereiten. Es waren r ungen. Das „Oeuvre" unD mit ihm anDere Die LcinDer EnglanD, HvllanDsunD Schweben, Die Blätter hoffen immer noch, Daß Die angebliche Auf- T...... Davis vorschlage, sei u. a. eine Luftmacht, Die anDere Länder und Städte und deren Bewohner, Darunter Frauen unD KinDer, bombardieren würde. Dies könne kaum als Die Aufgatz* einer Polizeikraft betrachtet roerDen. (Sr glaube nicht, Daß Die Welt bereits reif sei, ihre nationalen Armeen abzuschaffen. Er glaube auch nicht, Daß irgenD ein Staat bereit fein mürbe, sich einer Macht zu unterwerfen, Die in Wirklichkeit ein „ U e b e r ft a a t " fein roürDe. Der VälkerbunD fei nicht dazu eingesetzt roorDen, Krieg zu machen, sonbern um Die Kriege zu verhüten. Nach Ansicht Des LorD Davis roürDe ein solcher lieber» ftaat unter Dem Artikel 19 auch Die Grenzrevi - f i o n behandeln und möglicherweise Die Grenzrevision gewaltsam Durchsetzen. Dies sei aber genau bas Gegenteil von Dem, was England wolle und in Den Verträgen unterzeichnet habe. versehentlich unter Punkt 7: „Alle Ortsgruppenleiter und Stühpunktleiter haben sich, wenn sie von ihrer Kreisleitung keine andere Anweisung bekommen, direkt nach Frankfurt a. M. in Marsch zu sehen." Ls muß selbstverständlich heißen: Alle Ortsgruppen- und Stühpunkt'P ropagandawarte. heil Hitler! Müller-Scheid. Gaupropagandalelter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Die Gaarabfiimmung. Die kommende Volksabstimmung im Saargebiet, die über das zukünftige Schicksal dieses deutschen Landes entscheiden soll, wirft ihre Schatten voraus. Wie aus Genf amtlich mitgeteilt roirD, soll Der Dreierausschuh, Der vom VölkerbunDsrat mit Der Aufgabe betraut wurde, Die Vorarbeiten für Die Abstimmung zu studieren, auf Grund einer Einladung des italienischen Barons Aloisi am 16. April in Rom zu- fammentreten. Seine Aufgabe roirD es fein, Den bisher nicht Der Öffentlichkeit übergebenen B e - richt Des Juri st en-Ausschusses zu prüfen. Daß Die in Der italienischen HauptstaDt zusam- mentretenbe Kommission bemüht ist, ein möglichst klares und zutreffendes Bild von den Verhältnissen im Abstimmungsgebiet zu erhalten, geht Daraus hervor, daß zwei Genfer Sachbearbeiter für Saar- fragen, Der Däne Krabbe und Der Engländer Hill, ins Saargebiet entsandt worden sind. Welches auch im einzelnen die Ergebnisse Der künftigen VerhanDlungen sein mögen: DeutschlanD roirD fie nach feinem am 14. Oktober erfolgten Austritt aus Dem Völkerbund in Der Rolle oes kritischen Zuschauers mit Ruhe abroarten können, zumal Die rechtliche Seite Der ganzen Angelegenheit klar auf Der HanD liegt. An Dem VälkerbunD ist es, durch eine einwandfreie Durchführung der Abstimmung feine arg bedrohte Existenzberechtigung nachzuweisen. Er hat von neuem eine Probe zu bestehen, ob er auf den ihm vom Versailler Vertrag zugewiesenen Grundsatz Des Selbstbestimmungsrechtes Der Völker endgültig verzichten will oder nicht. Paris, 12. April. (DNB.-Funkspruch.) Als Bi.-! den Zeit große Summen für WieDeraufrüstung lanz Der in Genf geführten Verhandlungen verzeich-! ausgebe, Schritte unternehmen werde, um ein net „Oeuvre" Die Gewißheit, Daß England Die Einfuhrverbot auf alle nach (EnglanD emge- von Frankreich gewünschten Durchführungs- führten Deutschen Waren zu legen, bis Deutschland garantier» nur gegen eine entspre - feine SonDerausgaben für Rüstungen herabsetze. (I) chenDe Abrüstung gewähren roerDe, Die Frankreich bereits für erledigt gehalten habe. Die internationale potizeimacht Aufmerksamkeit Der Regierung auf Angebote Deutscher Werften für Den Bau vonKriegsschif- fen für Die brasilianische Flotte richten und fragen, welche Aktion beabsichtigt fei, Da Dies eine Verletzung Des Versailler Vertrages darstelle. Das unionistische ParlamentsmitglieD Brigade- general Clifton Brown will an Den Präsidenten _ , des Handelsamtes Die Frage stellen, ob er ange- jenigen Der Vereinigten Staaten unterscheiDet. Der sichts Der Tatsache, daß Deutschland sich weigere, von Der Schweiz und HollanD eingeschlagene Weg, seine Anleihen zurückzuzahlen, obgleich es zur sel- Durch Aufnahme zusätzlicher Importe io überragenD ist die politische Bedeutung, die es der endgültigen Losung Des Saarproblems zumiht Das Verhältnis zu Frankreich, besten Gestaltung in ber auswärtigen Politik Deutfchlanbs einen hervorragenben Platz einnimmt, wirb burch die Saarfrage auf bas Allerstärkste betroffen. Der Führer hat mit Nachbruck barauf hingewiesen, baß es nach ber Rückkehr bes Saargebiets zum Reich für DeutschlanD keine territorialen Konflikte zwischen Den beiDen LänDern mehr gebe. Er hat aber auch anDererfeits mit aller EntschieDen- heit verkünDet: „Wir wollen gern mit Frankreich in allen wirtschaftlichen Dingen reDen. Wir wollen uns gern mit Frankreich oerftänDigen. In einem aber gibt es keine VerstänDigung: roeDer kann Das Reich Verzicht leisten auf bas Saargebiet, noch kann bas Saargebiet Verzicht leisten a u f Deutschlanb I" (Es ist im Laufe bes vorigen Jahres von beutscher ’ Seite ber Vorschlag gemacht worben, bie ganze durch bas Treiben ber (Emigranten unb französischen Agenten zu erroartenben Unruhen unb Streitigkeiten, Die im Gefolge ber Abstimmung auftreten werben, baburd) zu beseitigen, baß vorher auf bem Ver- )anblungswege eine gütliche Vereinbarung mit Frankreich getroffen mürbe. Die Franzosen haben solchen Vorschlägen bie kalte Schulter gezeigt unb Damit ihren geheimen Willen kunDgetan, Doch uoch etwas bei Der im Saarstatut vorgesehenen Abstimmungskampagne für sich 3n Der Tat setzte Dann auch halb Das erste Storungsfeuer aus Paris ein. Der erste Schachzug Der Pariser Diplomatie bestanD Darm, baß Der französische Vertreter auf ber im Januar ftattfindenden Ratstagung in Senf in verblümter Weife Deutschland zur Mitarbeit an den bevorstehenden Be- men Hi d) Englands, mit allen sich daraus über bie geeignet ten Methoben, ber Lage zu be- ergebenben Folgen Das Blcztt glaubt, baß Deutsch- aegnen, ausgetau cht. Die Vertreter hatten eben« lanb inzwischen seinen Rüstungsstanb immer mehr falls inoffizielle Besprechungen mit D r. erhöhen könne unb fragt: Sieht man, wohin uns Schacht unb ba genügenbe Fortschritte in bezug diese Politik des Zögerns führt? Brogueville hatte I auf bie Schaffung einer Grunblage für bie Voll- ..... ‘ ........* * konferenz erzielt worben finb, würbe befchloffen, biefe auf (Enbe April einzuberusen. oei Trauer» von B e r l i n, 11. April. (DNB.) Neuerdings sind | sen gezeigt hat, war auf gewisse Charaktereigen. ieder in Zeitungsartikeln und Broschüren auf! schäften und auf seinen leidenden Zustand zurück» wieder zuführen. sieben Der Diebstahl wurde Mittwoch früh entdeckt. Als l Welt bekannte Kunstwerk abzusetzen, der Schweizer der Kathedrale St. Bavo seinen Mor-1 ------ polni- polen blasen in Brand, und es erfolgte eine Explosion, die die furchtbarsten folgen zeitigte. Das Gehöft glich im Hu einem Flammenmeer und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Fünf Kinder des Ehepaares Gruhka, die Schwiegermutter des Besitzers, Frau Katharina Augu- st i n i ck und ein polnischer Schmuggler wurden durch die Explosiion auf der Stelle getötet. Gruhka und feine Frau muhten in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus nach Rosenberg gebracht werden. Die sechs übrigen polnischen Schmuggler trugen ebenfalls schwere Verletzungen davon, halten aber noch so viel Kraft, um sich über die Grenze nach Polen zu schleppen, hier ist einer von ihnen bald darauf feinen Verletzungen erlegen. Drei Schmuggler fanden Aufnahme im Krankenhaus, die letzten beiden, die bei der Katastrophe glimpflich davon kamen, konnten ihre Wohnungen aufsuchen. polnische Schmuggler bei Gruhka, um verabre- dungsgemäh zehn Liter Schwefeläther und 40 Liter Brennspiritus nach Polen zu schaffen. Beim Abfüllen des Aethers in Schweinsblasen lieh einer der Schmuggler die nötige Vorsicht auher Acht, so daß sich ein Teil der gefährlichen Flüssigkeit über den Tisch ergoh und sofort zündete. Die Stichflamme setzte nun auch die übrigen Schweins- 3n der Ortschaft Knhoben im kreise Rosenberg (Oberschlesien) ereignete sich in der Rächt zum Wittwoch ein entsetzliches Explosionsunglück, das bisher acht Menschen das Leben kostete. Der Häusler Peter Gruhka, dessen Gehöft hart an der deutsch - polnischen Grenze liegt und als Schmugglernest bekannt war, unterhielt in feiner Wohnung ein reichhaltiges Lager von Schwefeläther und Brennspiritus, die von fchen Schmugglern über die Grenze nach gebracht wurden. Am Dienstagabend erschienen wiederum raden bildete den Abschluß der ergreifenden feier. dei sie hc de na E sch bi 8 ül h( der Beute anfangen wollen. Selbst wenn es ihnen gelungen sein sollte, über die Grenze zu entkommen, dürfte es sehr schwer sein, das in der ganzen 3. Die Tätigkeit des Oberstleutnants h e n t s ch ist durch die Arbeiten des Reichsarchios so weit geklärt, als dies überhaupt möglich erscheint. Ein Re st von Widerspruch zwischen dem, was über seinen Auftrag festgestellt werden konnte, und dem, was er tatsächlich bei den Armeen veranlaßt hat, wird immer bleiben. Alle Versuche, über diesen Rest durch Aufstellung unbewiesener und unbeweisbarer Vermutungen und Behauptungen Klarheit zu schaffen, sind als aussichtslos anzusehen. Insbesondere muß betont werden, daß nicht der geringste Anhaltspunkt da- f ü r beigebracht werden kann, daß hentsch Frei» maurer gewesen sei oder daß er irgendwelche französischen Beziehungen unterhalten habe. Die natürlichste und weitaus wahrscheinlichste Erklärung für sein Verhalten ist immer noch, daß er durch seine subjektive Vorstellung von der Lage veranlaßt worden ist, seine Befugnisse tatsächlich zu über- schreiten und die Dinge in eine seiner Auffassung entsprechende Bahn zu bringen. Daß er damit eine sehr schwere historische Verantwortung übernommen hat, ist nicht zu bestreiten. Ihm deshalb irgendwelche unlauteren oder gar verbrecherischen Beweggründe unterzuschieben, muß auf das schärfste verurteilt werden. 4. Der Versuch, den früheren Kaiser Wil- Helm II. als Urheber der Sendung des Oberstleutnants Hentsch hinzustellen, muß abgelehnt werden. Der Kaiser hat nur einmal in den Gang der Marneschlacht eingegriffen: Am 7. September abends, und zwar gerade in einem der Hentsch- schen Auffassung entgegengesetzten Sinne. Dafür, daß der Kaiser Hentsch vor seiner Abreise gesprochen habe, fehlt jeder Anhaltspunkt. Grund der bekannten Vorgänge innerhalb der deutschen Heeresleitung während der Marneschlacht V o r w ü r f e gegen einzelne Persönlichkeiten und gegen die Führung des deutschen Heeres von 1914 im ganzen erhoben worden, die jeder Berechtigung entbehren und daher geeignet sind, das Ansehen der alten Armee und der Wehrmacht überhaupt zu schädigen. Demgegenüber stellt das Reichswehrministerium fest: B r ü ss e l, 11. April. (DRB.) Unbekannte Täter haben aus der Kirche 5L Bavo in Gent einen Teil des linken Flügels des berühmten Altarbildes von Van Eyck gestohlen. Aus Sputen, die auf einer der Türen sichtbar sind, geht hervor, daß der Dieb des Bildes des großen Flügelallars der Brüder Hubert und Jan Van Eyck in die Kirche mit Hilfe von Nachschlüsseln eingedrungen ist. Es ist auch möglich, daß mehrere Personen am Diebstahl beteiligt waren. — Sechs Teile dieses Gemäldes wurden seinerzeit an den König Friedrich Wilhelm von Preußen für 500 000 Taler verkauft, befanden sich lange im Kaiser- Friedrich-Museum in Berlin und mußten auf Grund des Versailler Vertrages Belgien zurückerskattet werden. Bis jetzt schwebt noch völliges Dunkel über dem Frevel, der in der Nacht zum Mittwoch an dem Meisterwerk der altflämischen Malerei, dem Genter Altar der Brüder Van Eyck begangen worden ist. Obwohl die Polizei sofort die Untersuchung ausgenommen und eine genaue Beschreibung der gestohlenen Altartafel überall verbreitet hat, liegen noch nicht die geringsten Anhaltspunkte und Spuren vor, die zu der Entdeckung des Täters führen könnten. Die gestohlene Altartafel gehört zu den Teilen des Genter Altars, die sich bis zum Jahre 1920 in Berlin befanden und die auf Grund des Versailler Vertrages der belgischen Regierung übergeben worden sind. Sie stellt auf der einen Seite Johannes den Täufer, auf der anderen die gerechten Richter dar. Die Tafel ist 1,50 Meter hoch und 65 Zentimeter breit. Der Abtransport der Leute nach dem Festland erfolgte in strenger Reihenfolge nach einer auf Grund des physischen Zustandes und der Widerstandskraft *er einzelnen zusammenaeltellten Liste. Im Lager verblieben unter der Leitung von Bobrowsk 28 Personen, die von ihrer Rettung überzeugt sind. Am 7. April war in das Schmid'tlager ein Hundegespann gebracht worden, wodurch den Zurückgebliebenen die Bergung der wertvoll st en I n - st r u m e n t e und Materialien erleichtert wird. Von Wankarem aus werden die geretteten „Tscheljuskin- Leute nach Kap Wellen gebracht und von dort weiter nach der Vorsehungsbucht. Uschakow gibt in seinem Bericht der Hoffnung Ausdruck, daß am 12. April bei günstiger Witterung die Rettungsaktion abgeschlossen werden kann. Am gleichen Tage soll Professor Schmidt, falls sich sein Gesundheitszustand nicht bessert, in ein Krankenhaus nach Alaska gebracht werden. hat. Der Name von Einem wird in der Geschichte des größten Krieges der Welt stets an führender Stelle genannt werden. Als Vertreter des Reichswehrministers sprach der Kommandeur des Wehrkreises 6, Generalleutnant von Fleck. Im Namen des alten Gardekorps überbrachte Generaladjutant General d. Inf. von Ai 1. Die Vorgänge um die Marneschlacht sind von der historischen Abteilung des Reichsarchivs in jahrelanger Arbeit unter Heranziehung aller erreichbaren Quellen sachlich geklärt und in dem Werk „Der Weltkrieg 1914" in voller Offenheit dargestellt worden. Die Zuverlässigkeit des Werkes ist von allen Seiten anerkannt. Ergänzungen und Erweiterungen dieser Darstellung erscheinen nur dann berechtigt, wenn sie auf neuen, einwandfreien Quellen und Forschungen beruhen. Spekulationen, Vermutungen, Heranziehung von Vorgängen, die mit dem Kriegsverlauf selbst nichts zu tun haben, sind geeignet, Beunruhigung in nicht sachverständigen Kreisen hervorzurufen, das Ansehen der alten Armee zu erschüttern. Sie greifen auch die persönliche Ehre von Männern an, die d a s B e st e für Volk und Vaterland ehrlich gewollt haben. I 2. Das Verhalten des deutschen General st ab- ch e f s in der Krise der Marneschlacht a u f d u n k l e Einflüsse irgendwelcher Art zurückzuführen, ist vollkommen abwegig. Generaloberst von Moltke war weder Freimaurer noch hat er sich in militärischen Angelegenheiten von anderen Persönlichkeiten als seinen verantwortlichen Mitarbeitern beraten oder beeinflussen lassen. Daß er den unendlich schweren Aufgaben der Kriegsführung sich nicht voll gewach-! Schweinfurt, 11. April. (DNB.) Zn der Mittwochverhandlung des Waltershausener Mordprozesses teilte der Vorsitzende zunächst mit, daß Frau Werther sich nicht wohlfühle und daher der Verhandlung nicht beiwohnen könne. Weiter verlas der Vorsitzende eine ihm von der Verteidigung überreichte Strafanzeige gegen den Baron von Woltershausen, den Sohn der Frau Werther, und gegen dessen Frau, Baronin von Woltershausen, sowie gegen den Kraftwagenführer L i p o k. Der Verteidiger begründet die Strafanzeigen vor allem damit, daß bei den Einbrüchen an verschiedenen Gegenständen Finger- und Handflächenabdrücke der drei gefunden worden seien. Wegen Verdunkelungsgefahr beantragte er auch I n h as- nah m e des Barons von Waltershausen. Die Anzeigen wurden vom Vorsitzenden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Darauf wurde der Privatdetektiv Lehnert als Zeuge vernommen, der ein Jahr nach dem Mord im November 1933 von Familienangehörigen und Frau Werther den Auftrag erhalten hat, alles zu tun, um den Täter zu ermitteln. Er gibt an, als Grundlage die Tatsachen genommen zu haben, daß Hauptmann Werther nach den Ermittlungen am 1. Dezember mit seinem eigenen Revolver erschossen worden sei, daß zweitens Frau Werther Schüsse erhalten habe aus zwei verschiedenen Kalibern, drittens die Feststellungen des chemischen Untersuchungsinstituts und viertens die Tatortspuren und den Tatortbefund. Daraus habe sich vor allem die Frage ergeben, wie der Täter in der Mordnacht überhaupt in die nach außen abgeschlossenen Räume habe eindringen und wie er sie wieder habe verlassen können. Der Zeuge gibt nun seine Feststellungen an über den Weg, den der Täter genommen haben könnte, wobei er besonders darauf hinweist, daß in der Zeit von 8 bis 10 Ahr nach der Wordnacht in der Bewachung des Liebig eine Lücke fei. Es fei nachgewiesen worden, daß Liebig dem Wächter auf einige Zeit entwischte. Er habe sich in einen Raum begeben, aus dem er erst nach längerer Zeit zurückgekehrt fei. Der Verteidiger stellte fest, daß dieser Raum ein Abort war. Der Zeuge machte proben, ob leise Tritte auf dem Boden unten gehört werden können, nachdem Frau Werther behauptet hatte, daß sie einige Tage vor dem Word leise Tritte über sich gehört hatte. Er habe festgestellt, daß man die Schritte tatsächlich hören könne, da auf dem Boden über der kuppel des großen Speisesaales die in den Boden hineinragt, Bretter gelegt sind, die beim Begehen klappern. Der Zeuge erklärt dann weiter, möglicher weise handele es sich bei der Sache nicht um Word, sondern um Totschlag. Er erklärt das damit, daß vielleicht Liebig versucht habe, zu stehlen, und dabei von dem Hauptmann Werther überrascht worden fei. Dieser habe dann in der Aeberraschung zur Waffe gegriffen und die Tat so begangen. Der Staatsanwalt hält dem aber entgegen, daß doch Liebig, wenn er habe stehlen wollen, den gan- I DO I pri ■Die bl'5 ein Der W fei solle dem Eine Tafel vom Genter Altar ans der Kirche gestohlen. Don den Tätern fehlt vorläufig fast jede Spur. Das Staatsbegräbnis für Generaloberst von Einem foi 58 Erla hinq< Sl minif ejnan her । 9abi M ! des N steht Ni "ehni< . 5er <5Quc, und ?U111 °em s, §wm oieb(: °nsta, Bürgermeister Müller aus Waltershausen be- nmöet 10 Jahre lang a l s Diener und Chauffeur in den Di en st en der Schloß- heDrschaft von Waltershausen gestanden zu haben. Vor dem Kriege seien die Verhältnisse im Schlosse sehr gut gewesen. Erst nach dem Kriege seien die Schwierigkeiten infolge der Inflation und anderer Verhältnisse eingetreten. Ueber die Vorgänge am Wordtage bekundet der Bürgermeister, daß er eben zu einer Versammlung nach Königshofen reifen wollte, als Liebig angelaufen kam und gerufen fyabe : „Herr Bürgermeister, d i e G n ä - digeist wahnfinnig, kommen Sie schnell aufs Schloß." 3m Schlöffe angekommen, habe der Bürgermeister gesagt, es dürfe nichts berührt werden. Auch Liebig fei im Schloß gewesen. Sie hätten nun alle das Zimmer der Frau Werther betreten und dort die Blut- Dori rabi TT frei fei Bai len. Zite tyia liche toerb Und Die deutsche Heeresleitung während der Marneschlacht. Eine erneute Erklärung des Reichswehrministeriums. 9£ f‘ Ze> bai s nid daß Zes \ov ter bk ’5Bc fän nah auck Der Mordprozeß Waltershausen Strafanzeige gegen Sohn und Schwiegertochter der Frau Werther 1 Der Privatdetektiv der Familie als Zeuge. Furchtbares GplosionsunM in Oberschlesien Schmugglernest an der polnischen Grenze in die Lust geflogen. 8 Tote, 7 Schwerverletzte bei einer Aetherexplosion. Trauergefolge. In der Mittelallee des Schlosses bildeten Kriegervereine und der Nationalsozialistische Frontkämpferbund Spalier. Die Straßen, durch die sich der Zug zum Friedhof bewegte, waren von einer dichten Menschenmenge umsäumt. Als sich der Leichenzug in Bewegung setzte erschien über dem Schloß eine F l u g z e u g st a f f e l, die den Zug zum Friedhof begleitete, an dessen Eingang die studentischen Korporationen mit ihren Fahnen den Verstorbenen grüßten. Auf dem Friedhof wurde der Sarg von sechs Reichswehrsoldaten zur Gruft getragen. In der Nähe des Grabes marschierten drei Kompagnien Infanterie aus. Außerhalb der Umfriedung nahmen mit gezogenem Säbel Artillerie und Reiterei Aufstellung. An der Gruft des toten Feldherrn. Kurzer Trommelwirbel leitete zu einer kurzen liturgischen Feier über. Dann trat der Chef der Heeresleitung, General von Fritsch, an die offene Gruft. In Vertretung des Herrn Reichspräsidenten Generalfelümarschall von Hindenburg, so sagte er, stehe ich am Grabe des großen Soldaten und kerndeutschen Mannes, um ihm die letzten Abschiedsgrüße und den letzten Dank zu übermitteln für all das, was er in seinem langen Leben, reich an Arbeit und Erfolgen, für Deutschland und die Armee, für uns alle getan und geleistet hat. Sein Leben war das eines echt deutschen Soldaten und Offiziers, in restloser Arbeit und treuer Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandes und des deutschen Volkes. Das deutsche Volk und besonders das deutsche Heer werden seiner stets in Dankbarkeit und Treue gedenken. Reichsminister Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, widmete dem Verstorbenen folgenden Nachruf: Im Auftrag des Führers und des Reichs- kanzlers und zugleich im Namen der NSDAP, überbringe ich die letzten Grüße dem großen deutschen Heerführer des Weltkrieges. Das junge Deutschland wird die überlieferten Mannestugenden des alten Heeres stets hochhalten, so wie es dem Begriff öer Ehre im deutschen Volk neue Geltung verschafft Die Trauerfeier im Schloß zu Münster. Unter ungeheurer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Generaloberst von Einem in Münster zu Grabe getragen. Vor dem Schloß, wo die Trauerfeier stattfand, hatte eine SS.-Wache mit dem Kranz der Reichsregierung Aufstellung genommen. Im großen Saal war der Sarg, bedeckt mit der alten Kriegsflagge und dem Helm und Pallasch des toten Heerführers, aufgebahrt worden. Hinter dem Sarg grüßten die Fahnen der Armee, flankiert von der Hakenkreuz- und der schwarzweißroten Flagge. Zwei Offiziere der Reichswehr und zwei Offiziere der alten Armee hielten die Ehrenwache. Zu Häupten des Toten stand Reichswehr mit den drei alten Fahnen des 16. Jnfantrie-Reqi- ments und der Standarte der 4. Kürassiere. Umgeben war der Sarg von sechs brennenden Kandelabern. Zu Füßen stand ein schwarzes Kruzifix. Die Ordenskissen umgaben den Sarg. Kurz vor 11 Uhr erschienen die Trauergäste. Man bemerkte u. a. den Chef der Heeresleitung, den Stellvertreter des Führers, Oberpräsident Freiherr von Lüningk, Generalfeldmarschall von Mackensen, den Prinzen Oskar von Preußen als Vertreter des ehemaligen Kaiserhauses, Obergruppenführer von Setten, General Teschow als Vertreter des Nationalsozialistischen Front- rampferbunbes, den ehemaligen Kriegsminister General a. D. Scheuch, den Bischof von Münster, den evangelischen Bischof von Westfalen A d l e r und Oberst a. D. Reinhard Uir den Kyffhauserbund. Pastor Docke hielt die Trauerrede. Die letzte Fahrt. Nach der Trauerfeier wurde der Sarg von Reichs- dem Schloß getragen und auf die tannen» geschmückte Lafette gehoben. Der endlose Trauer- 3 u g setzte sich unter Vorantritt der militärischen Trauerparade in Bewegung. Vor dem Sarg trugen sechs Offiziere die Ordenskissen. Hinter dem Sarge folgten die Angehörigen und das übrige 3 en Tag über Zeil genug gehabt hätte, in die offenen Zimmer einzudringen. Die Nachmittagsverhandlung begann mit der Vernehmung des Zeugen Schneidermeister Jäger aus Waltershausen, der auch Inhaber eines Mietautos ist und infolgedessen sehr oft die Schloßherrschaft gefahren hat. Der Zeuge gibt an, auch einmal mit Hauptmann Werther einige Zeit vor dem Morde über Liebig gesprochen zu haben. Der Hauptmann habe gesagt, es gehe etwas mit Liebig vor. Er müsse aus dem Hause. Den Kernpunkt der Ausführungen des Zeugen bildeten dann die Bekundungen darüber, wer zuerst dem Bürgermeister Müller den Tod des Hauptmannes gemeldet hat. In der Vormittagssitzung hat der Zeuge Lehnert behauptet, zwischen den Zeugen Jäger und Müller habe auf dem Korridor vor dem Verhandlungssaal eine Besprechung stattgefunden, in der Müller zu Jäger gesagt habe, die Aussage, daß Liebig den Tod des Hauptmanns gemeldet habe, sei nicht richtig. Der Zeuge Jäger erklärt hierzu, eine solche Unterredung habe nicht stattgefunden, und vor allem sei die Behaup- tung Lehnerts, die Zeugen hätten eine Vereinbarung über ihre Aussage getroffen, unwahr. Ueber die Vereidigung des Zeugen entspann sich ein heftiger Streit zwischen dem Staatsanwalt und dem Verteidiger. Doch zog der Verteidiger schließlich nach Aufklärung durch den Vorsitzenden seinen Widerspruch zurück, so daß der Zeuge vereidigt werden konnte. genrundgang durch das Gotteshaus machte und den Vorhang von dem Altar wegzog, sah er zu seinem Entsetzen, daß die untere Tafel des linken Flügels aus dem Rahmen gerissen und verschwunden war. Die ersten Feststellungen lassen darauf schließen, daß der Dieb sich wahrscheinlich am Dienstagabend in der Kirche versteckt und sich hat einschließen lassen. Die verschlossene Türe der Kapelle, in der der Altar ausgestellt ist, war aufgebrochen. Der Dieb muß durch eine Seitentür, die er gleichfalls aufgebrochen hat, entwichen fein. Die Bestürzung in der Bevölkerung ist allgemein. Der große Flügelaltar gilt als das monumentalste Beispiel mittelalterlicher Altarmalerei. Der Altar hat eine wechselvolle Geschichte. Seit der französischen Revolution waren verschiedene Teile außerhalb Gents. Die Bilder von Adam und Eva befanden sich seit Mitte des vorigen Jahrhunderts im Brüsseler Museum. Seit 1920 ist der Altar wieder in seiner ursprünglichen Gestalt, mit Ausnahme eines bereits im 16. Jahrhundert verloren gegangenen Teils, in der Kathedrale St. Bavo aufgestellt. * Brüssel, 12. April. (DNB.) Bis Mittwochabend hatte man noch keinerlei Spuren des von dem Genter Altar geraubten Gemäldes gefunden. Alle Grenzposten find von der Polizei benachrichtigt worden. Die vorläufige Untersuchung hat ergeben, daß für das Herausheben der großen Bildtafel aus dem Rahmen mindestens zwei Person e n nötig waren. Es besteht ein allgemeines Rätselraten darüber, was die Diebe mit spuren im Bell gesehen. Dann feien fie in das Schlafzimmer des Herrn Werther gekommen, wo die blutige Leiche im Bett lag. hierauf feien fie wieder aus den Zimmern gegangen. Dem Liebig habe er aufgetragen, das Schloß einstweilen nicht zu verlassen. Ebenso habe er dem Polizeidiener gesagt, er solle auf Liebig auf paffe n. Trotz der Bewachung habe Liebig die Wöattchkeil gehabt, sich im Schlosse frei z u bewegen. Auch Bürgermeister Müller erklärte genau roif xjager, daß er mit letzterem keine Vereinbarung getroffen habe. Es stehen also hier zw4 Zeugenaussagen im schärfsten Widerspruch zu De» Protokoll des Privatdetektivs Lehnert und dessen Zeugenaussage. — Die Verhandlung wurde dann auf Freitag vertagt. Plettenberg dem Führer der 3. Armee die letzten Grüße In Vertretung des Stabschefs und der ganzen SA. grüßte in Dankbarkeit und Ehrfurcht Gruppenführer von Setten den alten Heerführer zum letztenmal. Ser Oberpräsident der Provinz Westfalen, Freiherr von Lüningk, sprach im Auftrage des preußischen Ministerpräsidenten. Graf der Goltz als Vertreter des Reichsoerbandes der deutschen Offiziere der alten Armee. Unter starker Bewegung der Trauergemeinde trat Dann der greise Generalfeld marschall von Mackensen entblößten Hauptes an die offene Gruft seines alten Kriegskameraden. Sumpfe Trommelwirbel fetzten ein, gedämpfte Kommandos ertönten, und während drei Salven dem Verblichenen die letzte militärische Ehre erwiesen, rief von Mackensen seinem Freunde nach: „Sen Heimgegangenen grüßt sein ältester Kamerad". Es sprach dann noch ein Vertreter des alten Kriegsministeriums und des Nationalsozialistischen Seutschen Frontkämpferbundes Sas Lied vom guten Kame- t>e 58 \W i oeri Iren i g e । tjalt ; Den 'für ZU t perfi Schl frag leit, rer rab| inis soll, Joni Seb, löge fetov DC ; de n da ga an Mi fern 192 3ü ^fördie Kühreriagunq des ObergebietesWest derHL. Vor den am 10. April 1934 in der Obergebietsführerschule „Baldur von Schirach" zu Mehlem versammelten Gebiets-, Oberbann- und Bannfüh- Aus aller Well nur grosse Tube 703» Verzeihung, auch Hamburg kann der Vorort von Berlin sein, ganz wie sie wünschen. Es werden noch mehrere andere deutsche Städte in diesen neuesten Vorortverkehr der Deutschen Lufthansa einbezogen. Nur noch wenige Tage trennen uns von der Aufnahme der neuesten Blitzoerbindungen. Am 1. Mai mit Aufnahme des Som- merluftoerkehrs, richtet die Lufthansa diesen bisher schnellsten Verkehr auf vier innerdeutschen Strecken ein. In geradezu phantastisch kurzen Zeiten wird es dann möglich, von Berlin nach Hamburg, von Berlin nach Frankfurt a. M. zu fliegen, zu reisen mit den schnellsten Verkehrsflugzeugen der Erde, mit den neuen Heinkel He 70 Tiefdeckern, die, mit einziehbarem Fahrwerk ausgerüstet, Höchstgeschwindigkeiten von 3 6 5 Stundenkilometer erreichen und deren planmäßige Reisegeschwindigkeit 320 Kilometer in der Stunde beträgt. Diese für den deutschen Personenverkehr neuartigen Maschinen wurden bisher im Anschlußdienst der großen Transozeanluftverbindung von Deutschland nach Südamerika verwendet und stehen bereits seit über Jahresfrist in den Dien st en der Lufthansa. Es sind also an sich keine neuen Flugzeuge, diese Blitzmaschinen, die räumlich weit entfernte Punkte zeitlich dicht zusammenziehen, so daß wir mit Recht behaupten können, Hamburg wird Vorort von Berlin. Ab 1. Mai werden wir nun in 55 Minuten von der Reichshauptstadt bis zum Elbestrand reisen können. Eine Zeitung mitzunehmen lohnt sich kaum, denn nachdem man gerade richtig erfaßt hat, daß man schon fliegt, setzt der Pilot bereits zur Landung an. Die Reisezeit langt gerade, um die neuesten Tagesereignisse schnell zu überfliegen, während die Maschine durch die Gegend, besser über die Gegend blitzt. Nehmen wir aber die andere, die größte der Blitzstrecken und unterziehen diese einer kurzen Betrachtung: Berlin — Fran kfurt a. M. Man setzt sich in Tempelhof in die Blitzmaschine und ist... in 90 Minuten in Frankfurt! Jawohl, es stimmt, das sind nur IV2 Stunden. In IV2 Stunden haben Sie diese rund 520 Kilometer durchmessen, haben eine Reise hinter sich, an die man bisher mit einem kleinen Grauen dachte. So Der Handgranatenanschlag unter den Linden. Ein Kommunist als der Tat dringend verdächtig festgenommen. Berlin, 11. April. (DNB.) Der Polizeipräsident veröffentlicht eine umfangreiche Mitteilung über die bisherigen polizeilichen Feststellungen zur Aufklärung des Handgranatenanschlages Unter den Linden am 21. März dieses Jahres, dem Tag der Eröffnung der Arbeitsschlacht. Danach steht fest, daß die in altes Zeitungspapier gehüllte Handgranate aus dem vierten Stock oder dem Dach- g^choß des im Umbau befindlichen Hauses Unter den Linden 75 bis 76 herabgeschleudert worden ist, nachdem die Zeitzündervorrichtung ausgelöst war. Einer b e st i m m t e n Person hat der Anschlag, der zahlreiche Volksgenossen in Lebensgefahr brachte, nicht gegolten. Da sich unter den Fenstern ein breites Gesims entlangzieht, ist es überhaupt nicht möglich, von oben her den Fahrdamm und die Gehbahn zu beobachten. Unter dem dringenden Verdacht, die Handgranate geworfen zu haben, ist der Maler Erwin Schulze se st genommen worden. Schulze ist zur Tatzeit im Dachgeschoß zusammen mit.dem. Jalousiebauer Noack beschäftigt gewesen. Zum Nachweis seines Alibis hat sich Schulze auf Noack berufen, der auch bestätigte, daß Schulze den Arbeitsraum nicht verlassen habe. Es ist aber festgestellt worden, daß Noack eine vorübergehende Entfernung Schulzes gar nicht ohne weiteres bemerken mußte. Schulze selbst hatte schon vor seiner Festnahme Personen seiner Bekanntschaft verdächtigt Die Genannten konnten jedoch ein einwandfreies Alibi bei- bkingen. Schulze hat dem Rotfrontkämpfer b und a n g e h ö r t und war mindestens bis Herbst 1932 Mitglied der KPD. Später will er sich nicht mehr kommunistisch betätigt haben. Er war von 1920 bis 1923 Reichswehrsoldat in Konstanz und Jüterbog. Aus der Reichswehr wurde er w e - gen Gehorsamsverweigerung und versuchten tätlichen Angriffs auf einen Vorge-setzten entlassen und zu einer Gefängnisstrafe von IX' Jahren verurteilt. Die Polizei sucht nun nach Personen, die mit Schulze in nähere Berührung gekommen sind, insbesondere auch während seiner Dienstzeit. fest des Heiligen Joseph, des Patrons der christlichen Arbeiter, zu feiern ist. In der Predigt soll auf den christlichen Sinn und Segen der Arbeit nach dem Vorbild des Heiligen Joseph hingewiesen und in einem darauf folgenden Gebet sowie im heiligen Opfer der Segen Gottes auf die Tätigkeit der staatlichen Behörden, besonders auf ihre Bemühungen zur Arbeitsbeschaffung, herabgerufen werden. Ministerialdirektor Zaeger in das geistliche Ministerium der evangelischen Kirche berufen. München. 11. April. (DNB.) Wie die NSK. meldet, hat der R e i ch s b i s ch 0 f mit Einverständnis von Staat und Partei den Pa. Jaeger, Ministerialdirektor im Preußischen Kultusministerium Verlin-Franksurt a. Main in 90 Minuten. In Blihflugzeugen auf Blitzstrecken. - Berlin wird Vorort von Hamburg. fern des Obergebietes West verkündete der O b ergeb i e t s f ü h r e r die im kommenden Sommerhalbjahr zu leistende Arbeit der HI. Er vermittelte den Führern den Dank des Reichsjugendführers für die bisherigen Erfolge, die der Ausgangspunkt zu neuen Leistungen sein sollen. Diese liegen im persönlichen Verhalten der HJ.-Führer, in der Schlichtheit und Disziplin bis zum äußersten. Getragen wird diese Arbeit nicht durch Ueberheblich- keit, sondern durch eiserne Kameradschaft, die Führer und Gefolgschaft verbinden. Aus dieser Kameradschaft heraus ergibt sich auch klar das Verhältnis der HI. zur PO., SA. und SS. Aus der HI. sollen dereinst nicht nur die Träger des politischen, wird uns dann in Zukunft die Lufthansa von Stadt zu Stadt blitzen, denn mit Fliegen hat das bald nichts mehr zu tun. Oder doch, gerade jetzt lernen wir erneut den Wert des Fliegens und sehen, welche Möglichkeiten noch vor uns liegen, denn dieser Blitzoerkehr spielt sich in den ganz normalen unteren Luftschichten ab. Mit dem Schnellflug in großen Höhen hat dieser Verkehr noch nichts zu tun. Noch etwas Wichtiges: Diese Blitzstrecken werden zu den normalen Flugpreisen betrieben. Sonderzuschläge für diese Schellbeförderung werden nicht erhoben. Die Flugpreise, die sich im Laufe der Jahre eingebürgert haben und die allgemein als angemessen erachtet werden, hat die Lufthansa auch für diese ausgesprochenen Schnellverbindungen beibehalten. Derartige Reisegeschwindigkeiten im planmäßigen Luftverkehr sind in keinem Lande der Erde zu finden. Auch diese neueste Reisebeschleunigung im deutschen Luftverkehr ist ein Beispiel für die Wirtschaftsbelebung und die rastlosen Anstrengungen, die zur reibungsloseren Abwicklung aller Wirtschaftsvorgänge gemacht werden. Die außerordentlich starke Benutzung der deutschen Verkehrsflugzeuge auf fast allen Strecken läßt es gewiß erscheinen, daß auch die neuen Blitzstrecken einen starken Verkehr aufweisen werden, denn zur Geschwindigkeit gesellt sich die Schönheit des Fliegens und die Annehmlichkeit der Luftbeförderung. Die Blitzflugzeuge, die He 70 mit 630 ?5-BMW.- Motoren ausgerüstet, bieten in ihren Kabinen Platz für 4 bis 5 Fluggäste. Die Besatzung besteht aus zwei Mann, dem Führer und dem Funkermaschinist, der auch das Ein- und Ausfahren des Fahrwerks zu besorgen hat. Es ist selbstverständlich, daß diese Flugzeuge ebenso wie alle anderen deutschen Verkehrsflugzeuge mit den neue st en Blindfluggeräten sowie Funkeinrichtung versehen sind, wurden doch die Heinkel He 70 bisher auf der großen Auslandsverbindung nach Spanien und den Kanarischen Inseln eingesetzt, also über eine Strecke, deren Bodenorganisation bei weitem nicht so ausgebaut ist wie wir es vom innereuropäischen Streckennetz gewöhnt sind. von dem traurigen Ereignis. — Auch in Klein- Heubach am Main liegen neun der bei dem Unglück ums Leben gekommenen Freiheitskämpfer zur letzten Ruhe bestattet. Den Schwiegersohn erschossen. — Ein Vater rächt seine Tochter. In einer der belebtesten Pariser Straßen hat ein im 65. Lebensjahr stehender Belgier einen Landsmann niedergeschossen. Der Täter ließ sich, ohne Widerstand zu leisten, festnehmen und erklärte bei seinem ersten Verhör, daß das Opfer sein Schwiegersohn sei, der vor acht Jahren in Antwerpen in einer Gerichtsverhandlung seine Frau, mit der er in Scheidung lebte, erschossen habe. Sein Schwiegersohn sei vom belgischen Gericht zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, aber später begnadigt worden. Er habe ihn seit acht Jahren gesucht, um seine Tochter, deren Ehe ein Martyrium gewesen sei, zu rächen. Zwei Arbeiter von ausströmendem Dampf verbrüht. In Brefeld (Saargebiet) wurden auf der Grube Brefeld zwei Arbeiter, die mit der Reinigung eines Kessels beschäftigt waren, durch aus ström en- Dampf verbrüht. Der Kesselmeister Keßler ist kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben, während der andere Verletzte in hoffnungslosem Zustand darniederliegt. Sechs Todesopfer eines Explosionsunglücks in Spanien. In Almeria flog, wie ein Funkspruch aus Madrid meldet, infolge einer Unvorsichtigkeit die Werkstatt eines Feuerwerkers in die Luft. Die gesamte aus sechs Köpfen bestehende Familie des Besitzers der Werkstatt wurde getötet. Infull wird nach USA. ablransportierl. Der amerikanische Schwindler Samuel Insull wird einer Meldung aus Istanbul zufolge nach Smyrna gebracht, von wo er an Bord des Dampfers „Exilona" die Fahrt nach den Vereinigten Staaten antreten muß. Ein ungetreuer Geschäftsführer. Der frühere Geschäftsführer der Abrechnungsstelle Kassel des Reichsoerbandes Deutscher Dentisten, Kaufmann Gustav L ö b e r, wurde von der Großen Kasseler Strafkammer wegen fortgesetzter Untreue und Unterschlagung zu zwei Jahren neun Monaten Gefängnis, 1000 Mark Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Verurteilte hat rund 40 000 Mark unterschlagen und für sich verbraucht. Ein weiteres Defizit von 60 000 Mark rechnete das Gericht dem Angeklagten nicht als Unterschlagung oder Untreue an, da dem Angeklagten nicht zu widerlegen war, daß er einen Teil des Geldes an Mitglieder des Verbandes ausgezahlt hatte. Die Bittschrift auf Baumrinde. Der Große Rat der Huronen-Jndianer von Loretteville in der Nähe von Quebec hat an den britischen Generalgouverneur von Kanada eine Bittschrft gerichtet, in der der Wunsch ausgesprochen wird, daß ihr Häuptling Ludger Bastien einen Sitz im Senat von Kanada erhalte. Die Eingabe ist nach altem indianischem Brauch auf Baumrinde geschrieben und' in einen aus Gräsern geflochtenen Rahmen gefaßt. Oben in der NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack. Mitte befindet sich eine farbige Zeichnung der kanadischen und französischen Fahnen sowie e i n Biber, das Toten-Tier des Stammes, an der rechten Seite ein Jndianerkopf, auf der linken Seite sind drei Ahorn-Blätter angebracht. Die Bittschrift spricht zunächst die Freude darüber aus, daß die Regierung eine Gedenkfeier an die vor 400 Jahren erfolgte Entdeckung Kanadas abhalten wolle; die Huronen seien stets treue Verbündete des „Großen Ononthia", des englischen Königs, gewesen. Das Fest, durch das die Ankunft der Bleichgesichter in diesem Lande gefeiert werde, biete eine günstige Gelegenheit, um das ehrwürdige Alter ihrer Rasse und den Wert ihrer Dienste dadurch anzuerkennen, daß ein Mitglied des Huro- nen-Stammes zum Senator erhoben werde. Kunst und Wissenschaft. Handwerkskunde als hochschulfach. Wie der Reichsstand des Deutschen Handwerks mitteilt, ist der bisherige Generalsekretär des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages, Dr. M'e u s ch - Hamburg, mit Vorlesungen und Uebun- gen über Handwerkskunde beauftragt worden. Er vertritt damit die Handwerkskunde in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen. Ferner besteht an der Handelshochschule Königsberg ein Seminar für Handwerkskunde unter Leitung von Professor Dr. R ö ß l e. 3000 Mark-Preis von Velhagen & klasings Monatsheften. Der Dreitausend Mark-Preis von Velhagen & Klasings Monatsheften für einer deutsche Meisternovelle, die im Jahre 1933 darin zum Abdruck gelangte, ist von den Lesern dieser Zeitschrift der Kriegsnovelle „Der Feigling" von Werner Beumelburg zuerkannt worden. Die nächstgrößten Stimmziffern in diesem Preisausschreiben erhielten die Novellen „Der General" von Albrecht Schäffer, „Urmenschen" von Alfred K a t s ch i n s k i, „Das neue Heiligtum" von Anton Dörfler und „Bismarck durchreitet die Nacht" von Wilhelm P l e y e r. Velhagen & Klasings Monatshefte werden das Preisausschreiben um deutsche Meisternovellen auch für das Jahr 1934 wieder aufstellen. Wiederum sollen dabei das Amt als Preisrichter die Leser der Zeitschrift ausüben. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg hat an den Herrn Ministerpräsidenten, General der Infanterie Göring, folgendes Telegramm gerichtet: „Am heutigen Tage gedenke ich in dankbarer Anerkennung der wertvollen Aufbauarbeit, die Sie im vergangenen Jahre in Preußen geleistet haben und wünsche Ihnen von Herzen weitere Erfolge. Mit freundlichen Grüßen v. Hindenburg, Reichspräsident." * Reichskanzler Adolf Hitler hat sich zu einem kurzen Besuch auf Panzerschiff „Deutschland" eingeschifft. * Reichsminifter Dr. Goebbels spricht Freitag, 13. d. M., von 20 bis 20.10 Uhr auf allen deutschen Sendern über die politische Lage. Am 21. April, 11 Uhr, bringen alle deutschen Sender die Eröffnungsfeier aus den Berliner Aus- stellungs- und Messehallen.anläßlich der Ausstellung „Deutsches Volk — deutsche Arbeit". Die Feier wird eingeleitet mit dem Meistersinger- Vorspiel; es folgt die Begrüßung der Gäste durch Oberbürgermeister Dr. S a h m. Dann spricht Reichsminister Dr. G 0 e b b e l s. Die Kundgebung wird gegen 12 Uhr mit dem Deutschland- und Horst- ' Wessel-Lied beschlossen. * Der Reichsbischof empfing das Präsidium des Evangelischen Bundes. Präsident D. Dr. Conze legte die Ziele und Aufgaben des Bundes dar. Der Reichsbischof bestätigte in lebhafter Aussprache mit den Mitgliedern des Präsidiums aufs neue die Notwendigkeit der Bundesarbeit. Die vierte Partie im Schachwettkampf Aljechin -Bogoljubow abgebrochen. In Villingen im Schwarzwald begann Mittwoch, 20 Uhr, die vierte Partie im Kampf um die Schachweltmeisterschaft zwischen Dr. A l - j e ch i n und Bogoljubow. Dr. Aljechin führte die weißen Steine und blieb auch diesmal seiner Neigung, mit ungewönlichen Zügen zu verblüffen, treu. In dem abgelehnten Damengambit zog der Weltmeister im 6. Zuge ungewöhnlich f 4. Bogoljubow verteidigte sehr umsichtig und erlangte die bessere Stellung, nachdem eine Zeitlang Aljechin das freiere Figurenspiel gehabt hatte, jedoch an den Flügeln zu sehr engagiert war. Der Titelverteidiger mußte lange Zeit kämpfen, um aus einer wenig freundlichen Stellung herauszukommen, was ihm dann mit großer Mühe gelang. Kurz vor der Zeitkontrolle weicht der deutsche Meister der Zugwiedev- holung aus, er verspricht sich also von der Fortsetzung der Partie Gutes. Der aufregende Kampf, dem Zuschauer aus der näheren und weiteren Umgebung beiwohnten, wurde nach 40 Zügen abgebrochen. Beide Meister hatten ihre zweieinhalb Stunden Bedenkzeit restlos verbraucht. Die Partie wird am Donnerstag um 16 Uhr zu Ende gespielt werden. Höhenwettrekord eines italienischen Fliegers. Der bekannte italienische Flieger Donati erreichte auf dem Flugplatz Montecelio bei Rom auf einem Caproniflugzeug die Höhe von 14500 Meter und fand dort eine Temperatur von 56 Grad unter Null vor. Nähere Einzelheiten über den Flug, der einen absoluten Höhenwelrekord bedeutet, stehen noch aus. Der französische Flieger L e m 0 i s e hat im vorigen Jahre 13 661 Meter erreicht. Die Zeit, in der Donati diese große Höhe erreichte und wieder zur Erde zurückkehrte, betrug nur 7 5 Minuten Nach der Landung erlitt Donati infolge des allzuraschen Abstieges einen leichten- Nervenschock, von dem er sich jedoch schnell wieder erholte. Das Sachsengrab in Miltenberg am Main. Am 12. April 1814 ereignete sich auf dem Main bei Miltenberg ein furchtbares Unglück. Freiwillige aus Sachsen, die ihr Leben der Befreiung des Vaterlandes geweiht hatten, fetzten unter dem Kommando von Excellenz Miltitz über den Main. Ein Teil der Freiwilligen war bereits am anderen Ufer angelangt, als sich die Zurückgebliebenen in großer Anzahl in ein zur Beförderung der Fuhrwerke bestimmtes Boot drängten und abfuhren. Zwei von ihnen waren zu spät daran, und fuhren mit einem Nachen auf das Boot zu. Während dem einen der Sprung in das Boot glückte, fiel der andere ins Wasser. Seine Kameraden im Boot versuchten, ihn zu retten und drängten sich unvorsichtigerweise alle auf der einen Bootseite zusammen, so daß das Boot umkippte und 62 Freiwillige und drei Schiffer den Tod in den Fluten fanden. Die meisten Leichen wurden mainabwärts geländet; nur 17 konnten in der Nähe der Unglücksstätte geborgen werden. Sie liegen in einem Massengrab und ein Denkmal mit einer Gedenktafel, die die Fürstin von ßeiningen, eine geborene Prinzessin von Sachsen-Koburg-Gotha, errichten ließ, kündet Nachdem der Stadthauptmann des katholischen Jugendverbandes Neu-Deutschland in Groß-Stuttgart mit einem großen Teil seiner Gefolgschaft zur Hitler-Jugend übergetreten ist, hat nunmehr der Leiter des neudeutschen Amtes für Berufsfragen im Schwaben- und Welfengau, also in Württemberg und Baden, Sick, ebenfalls fein Amt niedergelegt und ist aus dem katholischen Jugendverband ausgetreten. und Amtswalter der Reichsparteileitung, in bas g € i ft I i d)t Ministerium berufen. Pg. Jaeger wird dort als rechtskundiges Mitglied den organisatorischen Aufbau und die innere Verwaltung der Reichskirche verantwortlich bearbeiten. Er behält seine Staats- und Parteiämter bei. Pg. Jaeger, der im 46. Lebensjahr steht, ist, wie die NSK. weiter mitteilt, aus dem Richterstand hervorgegangen und gilt als ruhiger, klarer und besonders befähigter Organisator. Seit den verflossenen Kampfzeiten der NSDAP, geht ihm als Uschla-Vorsitzenden der Ruf absoluter Gerechtigkeit voraus. In den Tagen der Machtergreifung war Jaeger bereits als S t a a t s k 0 m - missar für die Kirchenordnung hervorgetreten. Die Reichskirchenverwaltung erhält durch ihn einen wertvollen und wirksamen Zuwachs. sondern auch des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens des Volkes hervorgehen. Fahrten und Zeltlager werden die Kameradschaft festigen, Veranstaltungen und Aufmärsche in allen Gebieten des Obergebietes werden den Willen der jungen Nation verkünden. Durch die Einreihung der gesamten deutschen Jugend in die große Kameradschaft der HI. soll der Bestand des sozialistischen Deutschland, das vom Führer geschaffen wurde, für alle Zeiten garantiert sein. »Kameradschaft vom 3O.3onuarl933Ä Berlin, 11. April. (DNB.) Die „Kameradschaft Dom 30. Januar 1933", deren Präsident Ministerpräsident Göring ist, eröffnete ihre Kamerad- ichastsräume im Hause Leipziger Platz 3 in Berlin. Die Mitglieder aus Berlin und aus allen Teilen des Reiches hatten sich in großer Zahl zu einem einfachen E s sie n im Hotel „Fürstenh 0 f" versammelt. Nach dem Essen sprach der geschäftsführende Vorsitzende Staatskommissar H i n - k e l über Zweck und Ziele der Kameradschaft. Diese solle der Bildung von Cliquen und Grüppchen, in denen eigennützige oder gar destruktive Zwecke verfolgt würden, keinen Raum bieten. Sie solle vielmehr den in der Reichshauptstadt dauernd oder vorübergehend tätigen Parteigenossen und Kameraden aus allen Teilen der Bewegung, aus SA., |5<5., PO., Beamtentum, Handwerk, Wirtschaft, freien Berufen usw. ein Heim kamerad- cha f t l i ch e n Zusammenseins bieten. Daher iei es auch zu begrüßen, daß Reichsstatthalter und Gauleiter sich der Kameradschaft angeschlossen hätten. In der Kameradschaft sollen nicht Rang und Titel, sondern nur der Mann und seine nationalsozialistische Gesinnung gelten. Es solle eine wirkliche nationalsozialistische Kameradschaft gepflegt werden, wie sie die alten Soldaten des Weltkrieges und der Bewegung vorgelebt hätten. Staatssekretär Feder Ifteichs- kommissar für das Siedlungswesen. Berlin, 11. April (DNB.) In Verfolg des Erlasses über den Neichskommissar für öas Sieb» lungswesen vom 29. März 1934 hat der Nelchs- kanzler den Staatssekretär im Reichswirtschafts- ministerium, Gottfried Feder, Zum Reichskommisiar ernannt. Sein Geschäftsbereich umfaßt alle Aufgaben der Siedlung mit A u s n a h m e d e r A u f- gaben, die dem Neichsrnmister für Ernährung und Landwirtschaft hinsichtlich der Neubildung des deutschen Bauerntums zustehen. Der Reichskommissar für das Siedlungswesen untersteht dem Reichswirtschaftsminister. Er trifft ferne Maßnahmen in Zusammenarbeit und tm Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsmini ster. Demnach wird die bäuerliche Siedlung wie bisher in der Siedlungsabteilung (Neubildung deutschen Bauerntums) des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter der Leitung von Dr Kummer bearbeitet, Diese Abteilung arbeitet mit dem Sonderbeauftragten für die bäuerliche lung, Ministerpräsident a. D. ® r a n 3 ° ® ' jammen, der gleichzeitig Vorsitzender der Deutsch Siedlungsbank und der Deutschen Rentenbankkredit anstatt ist. . Oie katholische Kirche am 1. Mar. München, 11. April (DNB.) Für den 1. Mai, den Tag der Nationalen Arbeit, ordnet die erzbischöfliche Behörde an, daß in allen Kirchen, ähnlich wie am Sonntag, ein feierlicher Go11esdie'n st abzuhalten und als das Schutz.- Der Schuhmachermeister Arthur H e ß in Plauen im Vogtland ist vom Brigadeführer zum G r u p - penführer der SA. befördert roorbem Reichshanbwerksführer W. G. Schmibt hat ihm ein Glückwunschtelegramm gesanbt. Wettervoraussage. Die westliche Störung hat sich norbwärts nach ben britischen Inseln verlagert, währenb über bem Festlanb ber Luftbruck angestiegen ist. Zunächst wirb bei uns baher bas Wetter noch recht warm unb auch sonnig bleiben, boch bürste sich zeitweise auch Bewölkung einmischen, ba über Frankreich bereits westliche Winbe eingesetzt haben unb somit ozeanische Luft zufließt. Aussichten für Freitag: Noch auf- heiternb, boch zeitweise auch bewölkt, warm unb trocken. Aussichten für Samstag: Vorübergehenb etwas stärker bewölkt, im wesentlichen aber noch Fortbauer bes schönen Frühlingswetters. Lufttemperaturen am 11. April: mittags 18,5 Grab Celsius, abenbs 8,2 Grab; am 12. April: morgens 5,5 Grab. Maximum 20,3, Minimum 1,9 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. April: abenbs 10,1 Grab; am 12. April: morgens 6,6 Grad. — Sonnenscheindauer 8X Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm- Lange. für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. 14 Fortsetzung. Nachdruck verboten! LICHTSPIELHAUS • Heute Donnerstag Erstaufführung des mit größter Spannung erwarteten neuesten Großfilms der Ufa: A ' Hier ist das Glück! ZÜ41L- S Flimm, Walltorstraße 63 Legler, Hindenburgwall 5 Buchacker, Neuen Bäue 11 3>^e echte und die falsche tDocalies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Turme-Verlag, Halle (6.) Sie reichte ihm die Brieftasche, die er entgegen5 nahm, dann bedankte er sich herzlich. Mit leichtem Frohgefühl stellte Regina fest, daß sie laufen konnte, und fast gleichzeitig sah sie ihre Handtasche auf dem Tisch liegen, an dem sie vorhin gesessen. Nur ihr Kopf schmerzte von dem Schlag, und sie ließ sich mit leisem Seufzer aus den von jemand zurechtgerückten Stuhl fallen. Die paar Leute begaben sich wieder auf ihre Plätze. Nur der alte Herr blieb wie selbstverständlich bei ihr, setzte sich neben sie, sagte leise: „Sie sehen nicht aus, mein Fräulein, als wenn man Ihnen zum Dank für Ihre Hilfe einen Gefallen erweisen könnte. Wenn Sie dagegen ein armes Mädel wären, hätte Sie mir heute Gott gesandt." Er lächelte: „Aber wer sich so einen Pelzmantel leistet, kann kaum arm sein." Regina ordnete flüchtig vor dem kleinen Taschenspiegel ihr verwirrtes Haar. „Pelzmäntel täuschen zuweilen, besonders wenn sie der Trägerin gar nicht gehören." „Aha!" verwunderte sich der Fremde ein ganz klein bißchen. „Darauf kommt man natürlich nicht." Er fragte: „Sie wollen natürlich verreisen? Wann geht Ihr Zug? Oder wollen Sie jemand abholen?" Durch eine ganz winzige Lüge hätte Regina jetzt weitere Fragen unterbinden können. Sie hätte antworten können, daß sie jemand vom Zug abholen oder in einigen Minuten abfahren müßte. Beide Ausreden hätten ihr Gelegenheit gegeben, sich zu erheben und mit kurzem Gruß davonzugehen. Sie war schon drauf und dran, sich so zu helfen. Denn sie befand sich nicht in der Stimmung, sich noch lange mit dem Fremden zu unterhalten; er hatte so etwas in den Augen, das zwang förmlich zur Antwort. Aber lügen? Lügen ohne Grund? Sie dachte an Peter Konstantin. Saß er ihr nicht gegenüber am Tisch? Sah er sie nicht an wie ein scharfer, harter Richter? Befahl nicht sein Blick: Hüte dich vor der Lüge? Sie gab zurück: „Ich will weder verreisen noch jemand abholen. Ich wollte hier nur ein wenig ausruhen und überlegen. In Wartesälen kann man das so gut. Man ist darin, selbst unter vielen Menschen, eigentlich doch immer wie allein." Der alte Herr antwortete: Der alte, sehr gediegen aussehende Herr schüttelte den Kopf. „In diesem Viertel sollen Sie sich nicht einlogieren. Und weil es schon auf den Abend zugeht, nehmen Sie schließlich das erstbeste Zimmer, nur, um für die Nacht unterzukommen. Das aber sollten Sie nicht tun. Nehmen Sie eine Einladung von mir an und seien Sie vorläufig bis morgen mein Gast. Ich wohne auch nicht direkt in Berlin, sondern wie man sagen könnte: vor den Toren der Stadt! Haben Sie Vertrauen zu mir, liebes Kind, und begleiten Sie mich in mein Daheim. Ich heiße Jobst Freese, Doktor Jobst Freese, und bin Landgerichtsdirektor a. D. Jedes Jahr begehe ich den Todestag meiner Frau, einer Menschenfreundin, wie es wenige gibt, dadurch, daß ich versuche, ein gutes Werk zu tun. Ich ziehe dann jedesmal unternehmungslustig los, um jemandem zu helfen. Heute jährt sich der Sterbetag wieder einmal, und heute fand ich — Sie. Verzeihung, liebes Kind! Aber ich glaube, Sie haben Hilfe nötig. Ob finanziell, das weiß ich nicht; aber Sie sehen zerquält und verstört aus. Kommen Sie mit zu mir! Bei mir ist Frieden, da können Sie ungestört nachdenken und überlegen, besser als in einem Wartesaal." Er rief schon eine Taxe an, schob Regina hinein, rief dem Chauffeur eine Adresse zu und folgte Regina. Das Auto fuhr sofort an. Er sagte in gütigem Ton: „Sie dürfen sich mir getrost anvertrauen, der alte I Freese ist bekannt in Berlin wie ein — na, sagen wir mal wie ein bunter Hund. Meine Wirtschafterin ist eine gute Seele, die wird Sie sicher behüten und für Sie sorgen. Morgen wollen wir dann weitersehen." Regina hatte jetzt ein Gefühl von Geborgensein. Von dem alten Herrn ging etwas Vertrauenerweckendes aus; sie spürte nicht das geringste Mißtrauen gegen ihn. Vielleicht ergab sich das aus dem Zustand von Stumpfheit, in den sie verfallen war nach der Erregung, die sie seit ihrer Flucht beherrscht und die sie aus dem Hause der liebenswürdigen Frau van Stäbnitz gejagt hatte. Sie saß neben Jobst Freese, und er redete von alltäglichen Dingen. Man konnte zuhören, ohne denken zu brauchen. Nach ziemlich langer Fahrt hielt das Auto vor einem Gartengrundstück. Ein Stückchen zurückgebaut sah Regina ein villenartiges Haus, dessen Anstrich in frischem, sauberem Weiß leuchtete. Eine schmiedeeiserne Laterne barg eine elektrische Lampe von hoher Kerzenstärke, die das Haus und ein Stück Garten erleuchtete. Der alte Herr schloß die Gartentür auf, lud Regina freundlich ein: „Treten Sie ein!" Regina durchzuckte es. War es nicht unsagbar leichtsinnig von ihr, mit diesem fremden alten Herrn so ganz selbstverständlich mitzulaufen? Er schien ihr leichtes Zögern richtig aufzufassen. „Kommen Sie nur, Kind! Sie sollen mal sehen. „Das klingt ein wenig trostlos; ich meine, am H'ften kann man doch wohl daheim ausruhen und Nachdenken." Regina erwiderte: „Das mag stimmen; aber nicht jeder hat ein Daheim." Der alte Herr hatte so forschende Augen, Regina mußte den Blick niederschlagen. Der neben ihr Sitzende sagte halblaut: „Die Leute hier sind noch immer etwas für uns interessiert; man unterhält sich noch über das von vorhin, und wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn wir in Kürze unser Erlebnis polizeilich zu Protokoll werden geben müssen. Der Kellner ist eben weggegangen, möglicherweise holt er einen Polizisten. Und so was ist langweilig. Ich habe ja meine Brieftasche wieder, und der Kerl ist endgültig weg. Ich beabsichtige ebensowenig wie Sie zu verreisen oder jemand abholen zu wollen, und bitte Sie, mich ein Stückchen zu begleiten, wenn Sie noch etwas Zeit haben. Es wäre mir sehr angenehm, denn ich möchte mich irgendwie dankbar erweisen für den Dienst, den Sie mir geleistet haben." Nicht die Worte: „dankbar erweisen", aber die Worte: „Protokoll" und „Polizist" brachten Regina sofort dazu, ihren Hut aufzusetzen. Sie erklärte: „Ich werde Sie gern ein Stück begleiten." Alles in ihr drängte jetzt hier fort. Bei polizeilichen Fragen hätte sie ja doch wieder lügen müssen. Frau von Stäbnitz hatte sie ja als Doralies Wolfram angemeldet. Wenn sie ihren richtigen Namen nannte, konnte sie doch keine Wohnung angeben?! Der alte Herr erhob sich, rief den Kellner. Auch Regina zahlte. Bald befand man sich auf der Straße. Regina atmete tief auf; ihr war zumute, als ob sie einer großen Gefahr entronnen wäre. Es fing schon an zu dämmern, und Regina sah, daß sie sich in einem Stadtviertel befand, das ganz anders war als das, was sie verlassen hatte. Wo Frau von Stäbnitz wohnte, waren sie alle licht, schön und elegant, die alten und die neuen Häuser. Und der nahe Tiergarten spendete immer frische Luft; aber hier standen die Häuser wie große, graue Kasernen. Schlecht gebaut und unfreundlich sahen sie aus, und die Menschen, die vorbeikamen, waren umwittert von dem trostlosen Hauch der Arbeitslosigkeit, von der man im Tiergartenviertel immer nur die Ausläufer sah. Regina stimmte die Umgebung todestraurig. Der alte Herr an ihrer Seite begann: „Sie antworteten mir vorhin: Nicht jeder hat ein Daheim! Haben Sie keine Eltern?" Regina erwiderte ohne Ueberlegen: „Nein, ich habe keine Eltern. Bin Bürogehilfin und stellungslos! Ich stamme aus einem kleinen Städtchen Württembergs und stehe im Begriff, mir irgendwo ein billiges Zimmer zu mieten, um mich dann hier nach einer Stellung umzusehen." Sie blieb stehen. „Und jetzt muß ich mich mit der Zimmerfrage beschäftigen, der Abend bricht herein." K*/ Bfrufs-.™ gmeinWfk imWeilmeW DrtsgruDDeOieBen AmSonntag,15. Avril, Tretfen m. d. Butzbacher Kollegen i. Hess. Hof in Butzbach Allseitige Beteiligung mit Farn, wird erwartet. Abf. 14.44 Uhr, Sonntagskarte. Illlllllllllllllllllllllllllll Slamem Wiefccn 21390 Freitag, 13. 4., 20 bis 22.30 Uhr 25 Freit -Abon. Gewann! Greife Schneider Wibbel Lustspiel in 5 Bildern v. Hans Müller- Schlösser OvfdÄfd-Jo O ipfd. 2?%pfde.6o @ ipfd.2.°?Pfd-.5o Konsum-Sorte Pfund Mk. 1.80 ff. Qualität Pfund Mk. 3.20 Fußspezialist anwesend Freitag, 13. April Samstag, 14. April 10-13'/, u. 15-19 Uhr _ 3% Rabatt in Marken KAISER'S GESCHÄFT Seöeröede (160x200) und zwei Kissen k r (80x80) 01980 käst neu, billig zu verkaufen. Näb. m der Geschäfts- stelle d. G. Anz. 1 Wagen Sen u. 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Die Haustür ging auf, hell und mollig sah es in der kleinen Diele aus, die in altdeutschem Stil eingerichtet war. Eine behäbige Frau in den Vierzigern stand vor Regina, grüßte freundlich, tat, als hätte man hier nur auf sie gewartet, als wäre so ein plötzlich hereingeschneites Mädel schon zu abendlicher Stunde gar nichts Besonderes. In einem kurzen, seitlichen Gang nahm sie ihr Mantel und Hut ab. Regina sah sich einem Spiegel gegenüber, erschrak vor der geisterhaften Blässe ihres eigenen Gesichts. Die Wirtschafterin lächelte: „Wollen Sie mir folgen, bitte! Der Herr sagt mir, das Fräulein bleibt die Nacht hier." Regina nickte stumm. Sie konnte jetzt nicht sprechen. Ihr Kopf schmerzte stärker, und sie spürte Herzklopfen. Es ging eine Treppe hoch. Ueberall waren Helle und Freundlichkeit. Ein Zimmer öffnete sich vor Regina, und sie sah gediegene, hübsche Möbel, sah ein blütsnwelß überzogenes Bett. Beim Anblick des Bettes überfiel Regina jähe Müdigkeit. Die Auf- I regung ihrer Flucht, das Seltsame ihres Hierseins lastete plötzlich auf ihr, mit stumpfer, drückender Schwere. Das hübsche, helle und saubere Zimmer tat ihr wohl wie tröstende, ermutigende Worte. Sie sagte leise: „Ich bin schrecklich müde!" Frau Malwine lächelte: „Erst müssen Sie etwas essen, Fräulein, nachher dürfen Sie schlafen. Machen Sie sich ein bißchen frisch, kaltes Wasser vertreibt den Schlaf; ich hole Sie in zehn Minuten zum Tee hinunter." Regina wagte der sicheren Art der Wirtschafterin gegenüber feinen Widerstand und nickte. Gleich darauf befand sie sich allein. Sie ließ sich auf einen mit hellem Samt Überzogenen Sessel fallen, schaute sich um. Ganz anders, sah es hier aus als in ihrem Schlafzimmer bei Frau von Stäbnitz. Einfacher, aber behaglich. 9 wie das Bett lockte! Schade, daß sie sich nicht gleich darin verkriechen durfte, um auszuruhen und wenig» stens für Stunden zu vergeßen, was sie Unrechtes getan hatte. Sie trat vor den Waschtisch hin. Neue Seife und ein paar saubere Handtücher sah sie. Auch Kamm und Bürste. Regina hatte plötzlich das Gefühl, schmutzig zu sein. Sie wusch sich Gesicht und Hände, kämmte ihr Haar. Täte ihr nur der Kopf nicht so weh! Der Kerl hatte roh zugeschlagen. ______________ (Fortsetzung folgt.) „GOLD“ der Höhepunkt deutschen Filmschaffens „GOLD“ ist das Hohelied deutschen Erfindergeistes „GOLD“ hat eine Darstellerbesetzung wie nie zuvor AlhAFCt BrigitteHelm>FriedrichKayßler ■ ImIDMIUCiu Lien Deyers, Michael Bohnen Verkäufe Motorrad D.K.W., 200 ccm, steuer- u. führer- scheinfrei, z. üei-= kaufen. 01960 Wieseck Gieß.StratzelQl Eleg. Herrenzimmer. Schlaf- zimm.m.Federbetten, Schreibtisch - Garnitur (Marmor)/Svie- gel. Lamven, Lerik., Büro- u. Hausbaltungs - geaenst.. Rauchtischgarnitur m. Ttänder-Lamve, Korbiesielgarn., Baromet.,Bild., Leitern, Tische mw-umzugshal- ber billig zu verkaufen. 01977 Wernerwall 491 WigsUm billig zu verkauf.: 2tür.Kleiderfchr. 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" l am Reichsberufs« war es em ------- wirklich gehört, wie in der ___ z X« .1___c» VIlhivAö Der dritte Tag des Reichsberufswettkampfes brachte den Wettbewerb der Jungarbeiter des Textil- und des Baugewerbes. 127 Teilnehmer der Gruppe Textil und Bekleidung versammelten sich gegen 9 Uhr vor der Gewerbeschule. Bezirksleiter Diehl wies auf die Bedeutung des Wettkampfes im Sinne des Führers hin und munterte zu regem, aber doch besonnenen Schaffen auf. Hierauf begann der Wettkampf bei naturgemäß weit stärkerer Beteiligung weiblicher Bewerberinnen (102), der sich in sieben Schulräumen abwickelte. Im theoretischen Teil galt es u. a. die Vorteile und Nachteile der Akkordarbeit darzustellen, einen Aufsatz über die Bedeutung der Textilindustrie für das Wirtschaftsleben zu liefern, oder auch die Herkunftsländer der im Textilgewerbe benötigten Rohstoffe aufzuzählen. Daneben manchmal recht komplizierte Prozentaufgaben, um auch der kalkulativen Seite Rechnung zu tragen. Für die weiblichen Teilnehmer waren in einer Gruppe auch geschichtliche Fragen vorgesehen. Der praktische Teil des Wettkampfes stellte die Aufgabe, bestimmte Gewebearten aus vorgelegten Stoffproben zu erkennen, die genaue Kenntnis der Nähmaschine darzutun, fernerhin Taschen, Knopflöcher u. a. m. anzufertigen bzw. zu paspelieren. Der Wettkampf des Baugewerbes solchen zu kümmern. Der Tarifvertrag war das Ergebnis einer sozialpolitischen Entwicklung, an deren Ende die von allen sozialen und wirtschaftlichen Bindungen losgelöste Uebermacht der Gewerkschaften stand. Die Gewerkschaften als solche fühlten sich nicht als Treuhänder der Arbeit oder der Wirtschaft, sondern als Beauftrage und Wegbereiter der marxistischen Parteien. Voraussetzung dafür war, den Klassenkampf als eine gesetzliche Einrichtung festzulegen, was auch in der Form geschah, daß gemäß der Weimarer Verfassung die Gewerkschaften ausschließlich befugt waren, als Tarifpartei für die Arbeiter zu handeln. Die andere Tarifpartei waren die Arbeitgeberverbände, für die unter dem Druck des gewerkschaftspolitischen Klassenkampfes der Tarifvertrag auch nichts anderes sein konnte, als eine Waffe im Klassenkampf. Nichts hat diese verhängnisvolle Entwicklung schärfer gekennzeichnet als der Fall der Eisenhütte Duisburg-Meideri ch. Diese Hütte, die rund 9000 Arbeitern und Angestellten Arbeit und Verdienst gab, sollte stillgelegt werden, weil die Unkosten bei den erheblich gesunkenen Eisenpreisen nicht herausgeholt werden konnten Die Hütten-Leitung war aber bereit, den Betrieb fortzuführen, wenn die Arbeiter und Angestellten auf die Tariflöhne verzichteten, um den Arbeitsentgelt dem Betriebsertrag anzupassen Die Arbeiter und Angestellten waren in großer Mehrheit damit einverstanden, aber die zuständige Gewerkschaft lehnte es ab, eine Lockerung der starren Tarifbindung zuzulassen. Der Betrieb mußte also stillgelegt werden, so daß 9000 Arbeiter und Angestellten stempeln gehen mußten, die Gewerkschaften aber zeigen konnten, daß sie ein allmächtiger Staat im Staate waren Es war nicht einfach, sofort nach der Machtergreifung die Tarifpolitik so umzugestalten, daß sie einen sozialen Sinn und einen volkswirtschaftlichen Inhalt bekam Auf der anderen Seite konnte und durfte sich die Wirtschaft nicht selbst überlassen bleiben, am wenigsten in Sachen der Lohngestaltung. Die ganze Wirtschaft war inzwischen mit einem dichten Netz von Tarifverträgen überspannt worden, denn Anfang 1933 waren über 7000 Mantel- und Volltarifverträge in Kraft, woran weitere 7000 Lohnabkommen sich anschlossen. Es blieb also nichts anderes übrig, als die Tarifverträge b e i z u b e h a l t e n , bis der nationalsozialistische Staat das Gesetzbuch der Arbeit aufgestellt hatte Das ist inzwischen geschehen, wobei der wichtigste Abschnitt der über die Betriebsordnung ist, mit dem Ziel, die soziale und wirtschaftliche Lage der Arbeiter und Angestellten zu sichern Die Gefolgschaft, also die Arbeiter und Angestellten, bilden mit dem Führer ober Unternehmer die Betriebseinheit, aber nicht im Sinne des Klassenkampfes und des Klassengegensatzes, sondern im Sinne der Volksverbundenheit. In dieser Neugestaltung der sozialen Ordnung bleibt für Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände kein Raum, wohl aber für eine Einrichtung, die dem Staate die fein Leben das----... - köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit get wesen". Beinay... Von Waldemar Keller. Es handelt sich um das Vorbeischlüpfen an jenem großen, immer weit geöffneten Portal im Untergründe, das in Gegenden führt, wo es weder Politik noch Börse gibt, weder Boxkampf noch Kino, weder Nachmittagsbummel noch nächtlichen Tanz. Es handelt sich um das Unerwartete um das blitzschnelle Geschehen odne jede dramatische Vorbereitung. So was kommt auf leisen Sohlen gegangen — plötzlich knallt eine Peitsche, und einer schreit: Spring! , v „ Nicht die stärksten Beinmuskeln, sondern die hellsten Augen sind es, die den Sprung machen. Zuweilen aber schreit niemand. Und das ist dann ganz schlimm. Dreimal zwischen 17 und 19, ist der Knabe Waldemar an dem großen Portal vorbeigeschlupft Er hatte von heut auf morgen dem Tacitus Lebewohl gesagt, hatte sich an Bord eines Segelschiffes begeben und stand nun, als Wächter inmitten einer mondlosen chilenischen Nacht, die feucht ist und kalt. Es war an der Salpeterkuste. auf der Rede von soziale Führung gewährleistet. Diese Einrichtung bilden die Treuhänder der Arbeit, die nicht von den Vertragsparteien gestellt werden, sondern vom Staate selb st. Der Treuhänder ist also Reichsbeamter, dessen Befugnisse zwar außerordentlich groß sind, der aber auch mit einer Verantwortung belastet ist, die nur getragen werden kann, wenn sie von nationalsozialistischem Geist erfüllt ist. Die Tarifverträge, die über den 1. Mai hinaus in Kraft bleiben, sollen nur den Uebergang zur Betriebsordnung erleichtern, denn das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit schreibt ausdrücklich vor, daß die Betriebe eine Betriebsordnung erlassen und aufstellen müssen. In dieser Betriebsordnung sind Bestimmungen über die Arbeilszeit und Arbeitspausen ebenso auszunehmen, wie Bestimmungen über den Arbeitsentgelt. Soweit es sich um den Arbeitsentgelt handelt, kommen die Bestimmungen nur a l s Mindestsätze in Frage, denn es soll Raum bleiben für d i e L e i st u n g s e l b st, die also nicht von einem starren Tarifsatz angeordnet werden soll. Das starre Tarifrecht, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer bannt, in der Regel nicht nach örtlichen Bedürfnissen, sondern über das ganze Reichsgebiet hinweg, hat nicht verhindert, daß in der Wirtschaftskrise nicht nur die Löhne gedrosselt wurden, sondern auch, daß Millionen von Arbeitern und Angestellten freigesetzt wurden und stempeln gehen mußten. Der Betrieb ist grundsätzlich die Zelle der Wirtschaft, fo daß sich also auch die Betriebsordnung der Zelle selbst und ihren besonderen wirtschaftlichen uni) sozialen Bedingungen anzupassen hat. Damit ist zunächst einmal eine Beweglichkeit innerhalb der Wirtschaft gesichert, die allein geeignet ist, die Leiftungskrast zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit zu heben. Die Betriebe sind aber verpflichtet, eine Betriebsordnung zu erlassen, denn die Anordnung, daß die noch geltenden Tarifverträge über den 1. Mai hinaus weiter laufen, hat nur den Zweck, zu verhindern, daß eins Gefolgschaft in irgendeinem Betriebe der Gefahr ausgesetzt werden soll, hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in einem luftleeren Raum zu ftehem Der Treuhänder hat also dafür zu sorgen, daß in allen Betrieben, wo dies noch nicht geschehen ist, dis Betriebsordnung erlassen wird. Zeitschriften. — Im Aprilheft der „Z e i t w e n d e", C. H. Beck- sche Verlagsbuchhandlung in München, schildert Paul Rohrbach die verschiedenen nationalen Ideologien der großen Weltvölker, die man kennen und berücksichtigen muß, wenn man erfolgreich Außenpolitik treiben will. Mehr noch: ein Volk, das sich in der Welt durchsetzen will, muß selbst eine nax tionale Ideologie von universalem Anspruch um) universaler Geltung besitzen. Deshalb gipfelt Paul Rohrbachs Aufsatz „Völkerethik und nationale Politik" in der Frage: Gibt es eine deutsche nationale Ideologie? Erst durch die nationale Erhebung kam der deutsche Gedanke voll zum Durchbruch. Rohrbach sieht ihn in der Ueberwindung des Partei- und Klassenhasses: „Marxismus und Parteiismus oert hinderten die Zusammenfassung der deutschen Volks« kraft für die nationale Erneuerung. Darum mußten beide gebrochen und alle Trennungen und Schein düngen mußten in ein Ganzes, in ein ungeteiltes und geschlossenes Nationalempfinden, eingeschmolzen werden. Das aktuell werbende Element ist bas Führerprinzip, in dem sich die Einheitlichkeit des nationalen Willens nach außen hin verkörpert. Es ist kein Zufall, daß ein Volk nach dem andern diese Flucht in die Persönlichkeit antritt, um aus der zer« mürbenöen Nachkriegsmisere den Ausweg zu sttt« den. In Deutschland allein aber hat sich das Führerprinzip mit dem der sozialen Gesundung um der nationalen willen verbunden." zustellen ist. Die Betriebsordnung spannt ihren Rahmen weiter als der Tarifvertrag, der sich in der Hauptsache darauf beschränkt hat, Löhne und Arbeitszeit zu regeln, ohne sich um den Betrieb als Die Bart ipannte itjri weißen Flügel tm Südostpassat, die Sonne lachte ihr breitestes Lachen, in ben Toppen hämmerten unb schmierten bie Matrosen unb pfiffen sich eins bazu, unb ber eisgraue Koch in seiner Kombüse sang ein unanftänbiges Lieb von ben Mäbchen in Batavia Walbemar hatte Freiwache. Er saß rittlings auf der Notspier, bie auf dem Vorbeck festgelascht ist, chmauchte eine Pfeife, gebachte träumerisch ber soeben bewältigten bieten Erbsen mit Speck. Da blitzte etwas bicht vor seinen Augen, es klang hell, ein'zitternder Ton, unb zwischen Walbemars Knien, im Holz ber Notspier, steckte ein blankes Eisen unb tat so, als ob es bahingehöre. Walbemar nahm bie Pfeife aus dem Mund, schaute nach oben. Einem Matrosen in der Bramsalmg war ber Marispieker aus ben Hänben geglitten, ein scharf zugespitztes, stemmeisenartiges Werkzeug, bas beim Seemann gewissermaßen bie Stelle bes Füllfeberhalters vertritt. Man soll es stets an einem Band- sel um ben Hals tragen. Aber was soll man nicht alles! Aus gut breißig Meter Höhe war bas Ding herabgesaust, fast hätte es Walbemars englische Leberhose an bie Spier genagelt Dich ersäuf' ich, sagte Walbemar Der Marl- spieker flog über Bord. Unb als ber Kerl aus ber Saling herunterkam, gab es einen Boxkampf Dumm genug. Denn ber Däne Niels Nielsen hatte zehn Psunb Bizeps mehr, unb Walbemars Kinnlaben wackelten eine Woche lang bedenklich, von bem Schillerauge gar nicht zu reben. An einem Märzmorgen hieß es: Segel festmachen! Das war, auf biefem Schiff, enbgültig bas letztemal. Der Schlepper zog bie Bark in die Elb- münbung, unb von oben mußte schon bie Cuxhavener Kugelbake zu sehen sein. Mit welcher Leichtigkeit Walbemar hochkletterte immer eine Webeleine überschlagend. Morgen früfy abmustern, 500 Emm hatte er noch zu kriegen, Deubel auch! — unb in ber Heimat, in ber Heimat, da qibt’s ein Wiebersehn. Es war bitterkalt. Die Stengen, bie Parbuhnen: alles vereist. Walbemars Finger flammten toe- wohnbeitssache Fünfhunbert Emm! Unb ber Frühling stand vor der Tür. Acht Wochen fein leben Dann wollte er nach Holländisch-Jndien. Auf der Bramraa pfiff es eklig. Waldemar zog ben Hals ein, krallte sich an das Jegstag unb turnte, Hanb über Hcmb greifenb, zur Nock tjinaus. J i ben Füßen glitt er vorsichtig auf bem Drahtseil : entlang, bas unter ber Raa angebracht ist unb Yler hatte von seinen Vorfahren ein tüchtiges Erbgut auf den Lebensweg mitbekommen. Sein Vater war der berühmte Erzgießer Ferdinand Miller, unter dessen Händen der auch heute noch größte Bronze« guß des Standbildes der Bavaria entstanden ifc Der junge Oskar, der zehnte Sohn der an Kindern reich gesegneten Eltern, scheint jedoch in der Schule durchaus kein Musterschüler gewesen zu fein unb teilt damit das Schicksal mancher berühmter Männer, die wie Bismarck sich durch die Enge des Schulbetriebes bedrückt fühlten und mit ihren Gedanken häufig in der weiten Welt umherschweiften, während der Herr Lehrer strengste Aufmerksamkeit zu fordern berechtigt war. Lorbeeren hat er von bet Schule jedenfalls nicht mit nach Hause gebracht Sein Klassenlehrer soll einmal von ihm gesagt haben: „Der Letzte ist.der Westermaier, dann kommt lang nix und dann kommt der Oskar Miller"^ Aber schon bald entfaltete sich die große Fülle' seiner Begabungen und Fähigkeiten. Als Studie« render an der Technischen Hochschule in München machte er als Erster sein Staatsexamen und eilte dann in verhältnismäßig kurzer Zeit von Erfolg kaum bei einem anderen gilt für ^Seetoefel, Mantel, darunter ein gefüttertes eJrfpft darüber der Wollschal — m bie er Verjüng darf man sich nicht auf den Poller setzen P nri iriifnH man ein auch wenn bas Deck unb bie UelNe ünd"dle"Sch°tten glitschig sind, wie m,t ^Se^Snabe'ffialbemar aber setzte sich aus den Poller, und^als er °usschreckie wußte er m* red, : war es ein Traumgerausch gewesen ober batte e* Riemen klapperen? Wurden bie Bootsriemen ge- die See abfiel, sah nichts in der Dunteirjeii, ^t^erXXnen« “ö“" ^se wortlos in den Stillen Ozean. UndÄoÄ nicht schwimmen^konnte^in dieser Kostümierung schon gar mchi, h Beedes vehementen Untertauchens Disiv^ nes löwen, der im pir us einen bnnten ®a^ auf Nasenspitze jongliert Ser «alt Brfon= begann nan innen °uck)t-n, °m 6 IP 'auf, ?•»"* £ "n“ packte den eisernen Stützen unten am Fa> "ep. Nachdem er die Neider 8?wech,elt hatte, guckte Waldemar neugierig über Reeling. Fms platschte, und es war eigentlich sonderbar, B .. . und dann kommt der Oskar Miller. Der soeben im Alter von 79 Jahren verstorbene Oskar von Miller, dessen Name mit der großartigen Schöpfung des Deutschen Museums in München unauflösbar verbunden ist, war eine der seltenen Persönlichkeiten, in denen der Wille zum Ganzen und zur Gesamtschau vorherrscht, einer von jenen Menschen, die in der Zeit zunehmender Spezialisierung eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und eine Vereinigung von Theorie unb Praxis leibenschaftlich erstreben unb bis zu einem gewissen Umfang in sich selber auch verwirklichen. So drängten in Oskar von Miller der Ingenieur, der Wirtschaftsorganisator und der Wissenschaftler zu einem Zusammenschluß. Sem reicher Geist, der an der Erschließung der wissenschaftlichen Grundlagen der Elektrizität ebenso erfolgreich beteiligt war, wie er den Anstoß zu großen organisatorischen Leistungen gab, unter anderem zu der Internationalen Elektrizitäts - Ausstellung in München im Jahre 1882 und zum Bau des großen Stauwerkes am Walchensee und des Bayernwerkes, rufsschullehrer Schuchardt einige Worte zu den Jungarbeitern sprachen. Mit kühlem Blut, ruhige« Hand und klarer Ueberlegung sollen sie die Arbeit beginnen und sich bewußt sein, daß sie keine Schuler mehr sind, sondern deutsche Arbeiter, die biö kommenden Männer und Meister unseres Vaterlandes sein werden. Am Wettkampf beteiligten sich Maler, die in besonders stattlicher Zahl erschienen waren, Glaser und Dachdecker. Die theoretischen Prüfungen wurden am Vormittag gemeinsam durchgeführt, während die praktischen Arbeiten am Nachmittag verfertigt wurden. Die praktische Prü« fung der Maler fand in der PestaloZzischule statt, wo die Jungen an langen geweißten Wänden ih«> Können unter Beweis stellen mußten. Die Glase« arbeiteten bei Glasermeister Wadenpfuhl, die Dachdecker bei Dachdeckermeister Röhrig, de« auf seinem Lagerplatz einen kleinen Dachstuhl hergerichtet hatte. Von den 62 Teilnehmern an diesem Wettkampf wurden fast ohne Ausnahme ausge« zeichnete Leistungen gezeigt. Deutsche Arbeitsfront. Deutscher Heimarbeiter- und Hausgehilfen« Verband, Berbandsort Metzen, Lchanzen- stratze 18. Achtung! Hausfrauen! sozusagen den Parkettboden darstellt. Die Kugelbake schon zu sehen? Da vorn, der schwarze Punkt ... Verdammte Kälte! Waldemar, die Nase landwärts gerichtet, laßt das Jegstag los unb will in die Hände hauchen. Da bockt das „Pferd", jenes Drahtseil, auf dem er steht. Der andere Mann, weiter links von ihm, hat eine Bewegung gemacht. Waldemar rutscht aus. Es schreit einer Waldemar saust kopfüber nach unten. Eins, zwei Drei Waldemar schlägt wild nut den Armen, schlägt gegen irgend etwas, fühlt wahn- innigen Schmerz. Da brüllt ihm der gute Geist des langen Unger» man bei dem er mal Französisch gehabt hat, in die Ohren: Embrassez! Embrassez! Waldemar embrassiert, ein Ruck, brennendes Feuer zischt durch die Knochen, Waldemar hat em paar Parbuhnen umarmt unb gleitet an Deck, wo er liegen bleibt, ein Bünbel Lumpen Er war gut baoongetommen. Der Jumper, der Sweater, bas Hemb in Fetzen gerissen, unb ber Rest Haut an Hänben unb Armen nicht nennenswert. Sonst aber war ber Junge intakt. Da er, in Binben gewickelt, mit ben 500 Mark vorberha'nd nichts anzufangen wußte, fuhr er zu einer Tante unb setzte sich in ben Lehnstuhl „Beinah ", sagte bie Tante. Ja", entgegnete Walbemar, „aber nur beinah. Auf bas letzte Zwanzigstel kommt es an." Unb bann vertiefte er sich wieber in leinen Detektivschmarren. Zur Verzweiflung ber Tante war er nicht zum Erzählen zu bringen. Der Reichsarbeitsminister hat angeorbnet, baß die Tarifverträge, die am 30. April 1934 noch gelten, auch über den 1. M a i hinaus Geltung behalten sollen, solange der Treuhänder nicht eingreift ober etwas anberes bestimmt. Das Gesetz zur Orbnung ber nationalen Arbeit sieht grundsätzlich vor, daß in allen Betrieben, die über Zwanzig Angestellte und Arbeiter beschäftigen, Betriebsordnung für die Gefolgschaft auffand unter Leitung von Wettkampfleiter Müller I.. ........ ! statt. Die Bewerber traten im Hof der Gewerbe- gehilfm zum erstenmal I schule an, wo Malermeister Stuhler und Be-|w e ttk amp f. Sie will äs Schafft Arbeit' Helft damit Euren Volksgenossen! meradinnen in den anderen Berufen ihre Kräfte nach Können und Wissen im friedlichen Wettkampf der Arbeit bestreiten. Da auch Sie eine Hausgehilfin haben, welche sich zu diesem großen Reichsberufswettkampf gemeldet hat, bitten wir Sie dringend, derselben am Freitag, 13. April, ab 8 Uhr vormittags, frei zu Geben. Wir wissen, daß Sie Verständnis für das Tun und Wollen unseres großen Führers Adolf Hitler haben und Ihrer Hausgehilfin und Volksgenossin diesbezüglich keine Schwierigkeiten bereiten werden. Heil Hitler! Gez.: Otto Zotz Wettkampfleiter und Verbandsortsleiter. Deutscher Heimarbeiter- und Haus- gehilfen-Verband. Gruppe 12: Heimarbeit und Hausarbeit. Achtung! Wettkampfleilnehmer! Der Wettkampf für unsere Berufsgruppe findet am Freitag, 13. April, vormittags 8.15 Uhr pünktlich, statt. Sämtliche Teilnehmer treffen sich im Hofe der Gewerblichen Berufsschule, Gießen, Kirchstraße 18. Es sind mi t z u b r i n g e n : eine kleine Stickschere, ein Fingerhut, weißes Nähgarn, 20 cm alten weißen Wäschestoff, 1 kaputtener Strumpf mit entsprechendem Stopfgarn und Stopfnadel, ein Tintenstift. Kameradinnen! Nun mit festem Schritt dem Endziel entgegen, die deutsche Jugend will in diesem Berufswettkampf ein überwältigendes Bekenntnis zur Arbeit ablegen. Sie beweist damit, daß die politische Kraft einer Nation auch ihre Wurzel hat im Fleiß und in der Treue seiner schaffenden Hände. Sie gestaltet im tiefsten Sinne Werke des Friedens. Heil Hitler! Die Wettkampfleitung. Gez.: Otto Zotz. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Das Amt für Beamte Kreis G.ießen teilt mit, daß der für 14. und 15. April ursprünglich geplante Gaubeamtentag auf Juli verschoben worden ist. Die NS.-H a go (GH G.) Kreisamtslei- tung Gießen hat ihre Geschäftsräume jetzt im Haufe der Handels- und Gewerbebank, Goethe- straße 7, 1. Stock. Der heutige Ortsgruppenabend der Frauen- schaft Gießen-Ost findet nicht im Hause der Deutschen Arbeitsfront, sondern im „Schützenhaus" statt. Bei der NS. - Kriegsopferversorgung, Bezirk Gießen, ist mit Wirkung vom 1. April ab die durchgehende Arbeitszeit von 7 bis 15 Uhr eingeführt worden. Infolgedessen mußten auch die Sprechstunden verlegt werden, die nunmehr jeden Vormittag von 10 bis 12 Uhr stattfinden. Ab 15 Uhr sind die Büroräume geschlossen. Verschärfte Kontrolle der Backbetriebe und Gastwirtschaften. Amtlich wird vom DNB. aus Berlin gemeldet: Es besteht Grund zu der Annahme, daß in letzter Zeit die durch die Verordnung über den Verkehr mit Erzeugnissen der Margarinefabriken und Oel- mühlen vom 13. April 1933 getroffenen Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung von Lebensmitteln in Gastwirtschaften, Bäckereien und Konditoreien, die mit Margarine, Kunstspeisefett und ähnlichen Fetten hergestellt find, von den beteiligten Kreisen nicht überall beachtet werden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat deshalb die Landesregierungen gebeten, die Polizeibehörden zu veranlassen, unverzüglich insbesondere Bäckereien und Gastwirtschaften verstärkt darauf zu kontrollieren, ob diejenigen Betriebe, die keinen Aushang oder keine Kennzeichnung wegen Verwendung von Margarine usw. angebracht haben, in ihren Küchen oder Backbetrieben auch tatsächlich solche Fette nicht vorrätig haben. pflanzt Bäume und Sträucher! Die Eröffnung der diesjährigen Arbeitsschlacht " jtfte auch allen behördlichen und privaten Verbrauchern von Baumschulerzeugnissen als Signal gelten, jede nur mögliche Gelegenheit zur Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern auszunutzen. Der Ostermond (April) ist der beste Frühjahrspflanzabschnitt für Obstbäume, Zier- und Laubgehölze aller Art und für Rosen, die, in den Baumschulen im Einschlag stehend, bis spät ins Frühjahr hinein erfolgsicher verpflanzfähig bleiben. Ostermond (April) und Maien (Mai) können als beste Frühjahrspflanzabschnitte für Nadelhölzer bezeichnet werden. Helfe jede Gemeinde, Verwaltung, jeder Land- und Gartenbesitzer die Arbeitsschlacht auch auf diesem Kampfabschnitt gewinnen: die Not der deutschen Baumschulen wird damit behoben und Tauenden geschickter, fleißiger Kräfte die Arbeitsstätte erhalten, und neue Arbeitsplätze können besetzt werden. Aenderung der Arbeitslosenhilfe. Wie die Industrie- und Handelskammer Gießen mitteilt, sind durch Gesetz vom 24. Mär§ 1934 die Vorschriften über die Erhebung der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe wesentlich geändert worden. Merkblätter, aus denen die neuen Sätze zu ersehen sind, können unentgeltlich bei den Finanzämtern oder bei der Kammer abgeholt werden. Deutsches Jungvolk Stamm II Geusen Jeder Jungvolk- und Hitlerjunge trägt auf seinem Fahrtenmesser die unzertrennlichen Begriffe unseres Reichsjugendführers Baldur von Schirach: „Blut und Ehre". In diesen beiden Worten liegt der Grundstock unserer ganzen Weltanschauung. Blut und Ehre, dafür leben wir, das ist der Brennpunkt unseres ganzen politischen Seins und Kämpfens. Diese die ganze nationalsozialistische Weltanschauung umfassenden Worte sind leider oft mißver- tanden, aber noch mehr bewußt verdreht und miß- Jeutet worden. Schlechte Elemente wagten es — Zum Teil aus Dummheit und Unverstand, zum Teil aber auch um in gerissener Weise gegen das junge Deutschland zu hetzen —, in diesen Wahlspruch der deutschen Jugend einen Sinn hineinzulegen, der mit dem Geist dieser Jugend nicht das mindeste zu tun hat. Und so konnte es geschehen, daß eine ausländische Zeitung folgenden Sinn diesen uns heiligen Worten geben konnte: „Je mehr Blut fließt, um so größer ist die Ehre". Eine größere Gemeinheit kann eigentlich gar nicht erfunden werden, als diese bewußte Sinnverdrehung unseres Wahlspruches. Wer auch nur den allergeringsten Versuch macht, in den Geist und das Wesen des Nationalsozialismus einzudringen, weiß, was wir unter Blut und Ehre verstehen. Blut: Heißt für uns Blutsverbundenheit, es drückt aus die innere Verbundenheit aller durch das gleiche Blut geeinten Deutschen. Blut bedeutet uns restlose Kameradschaft, Volksverbundenheit, Heimat und Vaterland. Ehre: Das ist für uns nicht nur die persönliche Ehre, die Ehre des einzelnen, sondern auch die Ehre des gesamten Volkes, die Ehre des Reiches und der Nation. Und somit bedeuten die Worte „Blut und Ehre" nicht Sucht nach Krieg und Zerstörung, sondern restloses Sicheinsetzen für Deutschlands Wiederaufbau, für ein Deutschland der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft. Ueber dieses Thema wurde in einer Führerbesprechung des Stammes II Geusen gesprochen und das hier Niedergeschriebene erarbeitet. Der Stammführer des Stammes Geusen: K. Th. Anlagenkonzert unserer Militärkapelle. Das Musikkorps unseres Bataillons gibt unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e am kommenden Sonntag, 15. April, von 11 bis 12 Uhr am Hitlerwall (beim Liebigdenkrnal) ein Anlagenkonzert mit nachstehender Vortragsfolge: 1. Einzug der Gäste auf der Wartburg aus Tannhäuser von Richard Wagner: 2. Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser" von Richard Wagner; 3. I. Ungarische Rapsodie (an Hans von Bülow) von Liszt; 4. Walzer nach Jos. Strauß'schen Motiven aus' der Operette „Frühlingsluft" von F6tras; 5. Horrido! Großes Jägerliederpotpourri von Kohlmann: 6. Standartenweihe! Marsch von Havemann. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 12. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Weißkraut, das Pfund 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kartoffeln, das Pfund 3Vs Pf., der Zentner 3 Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Hähne 80, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 25 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, Bündel 15 bis 20 Pf. * ** Ausfallender Amts tag. In einem Erlaß an die unterstellten Behörden macht die Mi- nifterialabteitung für Bildungswesen, Kultur, Kunst und Volkstum darauf aufmerksam, daß mit Rücksicht auf die Arbeitsüberlastung der Ministerial- abteilung und im Zusammenhang mit den zum Beginn des neuen Schuljahres zu treffenden Maßnahmen der Amtstag am Samstag, 14. April, ausfällt. Das gilt auch für Besucher, die für diesen Tag ausdrücklich bestellt waren. Sie können erst am Samstag, 21. April, vorsprechen. Hiervon ausgenommen find lediglich die Personen, die für den 14. April zu Ministerialrat Ringshau- s e n besonders schriftlich bestellt sind. Anmeldungen zur SA.-Reserve II abgegeben. ** Goldene Hochzeit. Am morgigen Freitag, 13. April, feiern Herr Philipp Gans und Frau Margarethe, geb. Keßler, Dammstraße 34, das Fest der goldenen Hochzeit. ** Straßensperren. Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Bahnhofstraße in L i ch im Zuge der Provinzialstraße Langs* dvrf—Hungen vom 16. April ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt von Langsdorf über Nieder-Bessingen nach Lieh. — Wegen Gleisarbeiten am Bahnübergang in Lollar wird die Provinzialstraße Marburg—Lollar im Zuge Grün- berg—Lollar am 16. April von 4 bis 17 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Staufenberg—Daubringen. ** Der Alices rauenverein vorn Roten Kreuz hat in aller Stille seit Herbst 1933 seinen Aufgabenkreis durch Wöchnerinnen- und Säuglingsfürsorge vergrößert. Es konnten bis heute 100 Fälle durch Zuweisung von je acht Mittagessen für die Mütter und Kleidchen und Wäsche für die Säuglinge berücksichtigt werden. Ohne die treue Mithilfe vieler Gießener Hausfrauen wäre das Liebeswerk nicht durchzuführen. Den Spenderinnen sei auch an dieser Stelle wärmster Dank ausgesprochen. Weitere Meldungen für* Abgabe von Mittagessen werden zur Erleichterung und Bereicherung der schönen Aufgabe erbeten. Schriftliche Anmeldungen nimmt Frau W. Kramer, Jo- hannesstraße 7, entgegen. ** Was darf Maitrank genannt werden? Mit dem Monat Mai kommt auch ein beliebtes Getränk, die Maibowle, der Maitrank, wieder zur Geltung. Die Maibowlen fallen unter den Begriff der weinhaltigen Getränke. Die Herstellung erfolgt unter Verwendung von Wein, Waldmeisterkraut und Zucker. An die Stelle der frischen Waldmeisterkräuter treten oft Maikräuteresfenzen. Der zur Verwendung gelangende Wein muß allen gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Kunstwein kann nicht zur Herstellung weinhaltiger Getränke in Frage kommen. Daraus ergibt sich, daß auch die Herstellung aus Obstwein nicht die gleiche Bezeichnung rechtfertigt, da es sich bann nicht mehr um ein wein-, sondern um ein obstweinhaltiges Getränk handelt. Erhält der Verbraucher ohne nähere Angabe ein solches Erzeugnis, so liegt eine Irreführung im Sinne des § 4 des Lebensmittelgesetzes vor. Die aus Obstwein hergestellten Getränke dieser Art müssen also deutlich, z. B. als Maitrank aus Obstwein, bezeichnet werden. Auf diesen Standpunkt hat sich auch die Rechtsprechung gestellt. ** K r i e g e r v e r e i n Gießen. Man berichtet uns: Der Verein hält in jedem Monat eine Monatsoersammlung ab, an der sich sehr zahlreich die Mitglieder mit Familienangehörigen beteiligen. Neben der Pflege der Tradition, Kameradschaft und Geselligkeit werden von Kameraden belehrende Vorträge gehalten. So hielt z. B. in der letzten, im März abgehaltenen Monatsversammlung Gewerbelehrer S ch u ch a r d t einen sehr interessanten Vortrag über den Luftschutz. Der Redner erklärte die verschiedenen Arten der Luftbomben, ihre Wirkung usw., gab wichtige Fingerzeige, wie man sich bei einem Fliegerangriff zu verhalten hat und wie man zur Sicherheit der Hausbewohner einen Luft- chutzkeller einrichtet. Die aus der Versammlung an den Vortragenden gerichteten Fragen wurden sachgemäß beantwortet. Der erste Führer des Vereins, Kamerad Landgerichtsrat T r ü m p e r t, sprach namens der Zuhörer Herrn S ch u ch a r d t den Dank für den Vortrag aus. Der Erfolg dieses Vortrags war, daß sich mehrere Kameraden dem Reichsluftschutzbund anmeldeten, gleichzeitig wurden Schöffengericht Gießen. Der Sch. aus Wieseck schädigte das Vermögen der NS.-Dolkswohlfahrt dadurch, daß er eine von der Firma Gail AG. ausgestellte Bescheinigung über geleistete Arbeitsstunden fälschte, um sich eine höhere Arbeitslosenunterstützung zu verschaffen. Wegen Vergehens im Sinne der §§ 267, 268 RStGB. in Tateinheit mit einem Vergehen des versuchten Betrugs gemäß § 263 RStGB. erkannte das Gericht, entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, auf eine Gefängnisstrafe von einem Monat. Freigesprochen wurde ein Mann aus Dutenhofen. Die Anklage legte ihm zur Last, Liefercheine einer hiesigen Großhandlung gefälscht und davon zum Zwecke der Täuschung Gebrauch gemacht zu haben. Der Staatsanwalt stellte die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Hunüfunfprogramm. Freitag, 13. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I (Georg Gebhardt). 6.30: Stuttgart: Gymnastik II (Aug. Glucker). 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik (Aug. Glucker). 10: Stuttgart: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittags- konzert II. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde der Frau: „Mutter und Kind". 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert. 17.30: „Wie der neue deutsche Volkserzieher sein soll", Vortrag von Jungbannführer Siebert, Darmstadt. 17.45: Kleine Unterhaltung: Schrammelmusik. 18: Stunde der Jugend Ein Mädel fällt vom Himmel! Ein Gespräch zwischen der Fallschirmpilotin Gisela von Witte und Heinz Werner. 18.25 von Köln: Englischer Sprach- unterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stuttgart: Eine kleine Abendmusik. Zusammenstellung- Fritz Ganß. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.15: Hamburg: Reichssendung: Stunde der Nation. In Sachen: „Wollhandkrabbe". Fischer und Fische rufen um Hilfe, Hörspiel von Rudolf Kinau. 21.05: Breslau: Konzert. 22.20: Stuttgart. Nachrichten. 22.45: Kai- erslautern: Zwischenprogramm. 23: Stuttgart! Dom Schicksal des deuffchen Geistes. „Die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm", Vortrag von Ren6 Aus der Provinzialhauptstadt. Tierschutz im Frühling. Wer keinem Tierlein etwas tut zu Leide, Dem Darbenden im Winter Futter streut, O, wieviel größer ist für den die Freude, Die draußen Feld und Flur und Wald ihm beut. Johannes Trojan. Der Lenz ist wieder da. Lind weht die Lust. Die Sonne hat mit ihren erwärmenden Strahlen überall neues Leben erweckt. An Hecken und Gebüsch knospt es. Der Wiesenplan färbt sich grün. Der Wald bekleidet sich mit dem Frühlingsschmuck. Auch im Tierreich entfaltet sich überall neues, frisches Leben. Im Grase kriecht und läuft und springt es. In Bach und Teich treiben Molche, Fische und Frösche ihr Wesen. Käfer und Schmetterlinge durchschwirren die Luft. Noch ehe der letzte Schnee am Waldzipfel zerrann, ließ die Kohlmeise ihren Paarungsruf „Spitzdieschar" ertönen. Die Lerche erhebt sich trillernd in die blaue Luft. Ammern, Bachstelzen und andere Zugvögel sind zurückgekehrt. Da erschallt der Ruf des Kuckucks; seinem ersten Vernehmen sind mancherlei Auslegungen für das Leben und Wohlergehen des Menschen unterschoben worden. Kuckuck, ei, ich will dich fragen. Kannst du mir die Stunde sagen? Wieviel Jahre leb' ich noch? Lieber Kuckuck, sag mir’s doch! Horch! Der Vogel ist gefällig; Sechzig — achtzig — hundert zähl' ich. Schönen Dank, Herr Kuckuck, dir! So viel Lenze bringe mir! Die Züge der Meisen und ihrer Verwandten zerstreuen sich allmählich und lösen sich in Pärchen auf. Die Wohnungsnot der Vogelwelt beginnt. Manches traute Plätzchen ließe sich zur Kinderstube einrichten. Aber die Menschen sind oft unfreundliche Hauswirte. So groß ist die Wohnungsnot, daß Meisen in Briefkästen und Grabengeln nisten und Rotschwänzchen in fahrende Eisenbahnwagen ihr Nest bauen. Noch ist es Zeit, Nisthöhlen aufzuhängen. Es müssen keine gekauften sein. Auch zusammengenagelte Nistkästen, richtig nach Südosten und etwas nach vorne übergeneigt aufgehängt, werden gern angenommen. Ein in der Spitze des Dachgiebels angebrachtes Brettchen vermag der Bachstelze zu dienen, und ein ausgebrochener Ziegelstein in der Mauer macht Platz für ein Rot- fchwanzneft. Die Schwalbe baut ihr Nest unter den Dachfirst. Verdrießliche Menschen stoßen es oft herab, weil die darunter liegende Fensterbank beschmutzt wird. Von neuem beginnt sie die Maurerarbeit. Ein kleines Brettchen, unter dem Nest angebracht, hilft dem liebel ab. Sagt doch ein alter Spruch, daß Schwalben Glück und Frieden bringen. Die Hochzeit der Vogelwelt beginnt. Dort im Weißdornbusch am Wegrand werden in einem 2fftguirl Hälmchen aufgeschichtet. Mit Vorliebe bauen unsere gefieberten Lieblinge gerade an belebte Plätze, weil sie sich da vor dem Raubzeug am sichersten fühlen, leider aber dem schlimmsten Feinde, dem Menschen, zum Opfer fallen. Ihr Eltern, flößt euren Kindern ein, wie roh es ist, der Vogelmutter ihre lieben Kinder zu nehmen! Nimmst du dem Vogel Nest und Ei, ist's mit Gesang und Obst vorbei. Verbietet das Anlegen von Eiersammlungen! Es ist ja auch durch das Gesetz untersagt. Zudem gibt cs gute Abbildungen, die.besser sind, als die im Laufe weniger Jahre verblaßten Eierschalen. Kauft euren Kindern keine Schmetterlingsnetze! Seht, wie froh die Schmetterlinge und Käfer umherschwirren! Beobachtet die Tiere im Freien, das wird mehr Freude bereiten, und ihr werdet bald chre Lebensweise erlernen! Tut dem Frosch kein Leid an und freut euch seines Konzerts in warmen Maiennächten. Die Kröte, dieser häßliche Nützling, ist nicht giftig, wie man ihr nachsagt. Qual oder gar den Tod verdient sie nicht, sondern Schutz und Pflege. Den flinken Eidechsen, den schön gefleckten Salamandern und Molchen gönnt ihren Aufenthalt in Gottes Sonne oder im kühlen Waldesgrün. Auch unsere vierfüßigen Hausfreunde sollen wissen, daß der Frühling gekommen ist. Die Türen und Fenster der Ställe sind weit zu offnen, damit der Frühlingsodem einziehen kann. Halte in der Hundehütte Kehraus und lose die Kette für einige Stunden! Der treue Haushund soll sich doch auch des Frühlings freuen. Zu keiner Zeit ist es nötiger, die Liebe zu jeglichem Wesen, was da kreucht und fleucht, zu wecken, als im Frühling, wo sich neues Leben in der Natur entfaltet und wo die Jungen oder erwachten Geschöpfe den größten Gefahren menschlicher Unvernunft und Bosheit ausgesetzt sind. Es schlagen die Finken von jedem Baum, Es schwingt sich die Lerche empor, wie im Traum, Und singt ihre herrlichste Weise; Es jubelt der Star schon vor seinem Haus, Und Käfer und Bienlein, die treibt er hinaus, Zitronenfalter ziehen Kreise. O Frühling, o süßer Frühlingsdrang, Dich kündet der Vöglein Schlag und Gesang; O Herz, o Herze, du jauchzest voll Lust; Wenn die Heimat dich grüßt aus der Vogelbrust. L. Ankenbrand. I Bornotizen. — Tage skatend er für Donnerstag. N-s.-Frauenschaft Gießen-Ost, 20.15 Uhr, Schützen- haus, Ortsgruppenabend. — Lichtspielhau, Bahnhofstraße: „Gold". — Astoria-Lichtspiele, Selters- weg: „Rivalen der Luft". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Stadttheater Gießen. Morgen abend das Lustspiel „Schneider Wibbel" von Hans Müller-Schlosser. (Siehe heutige Anzeige.) Neuregelung der Schutzhast in Hessen. Das Staatspresseamt teilt mit: Der hessische Staatsminister hat nunmehr eine Neuregelung der Schutzhaft vorgenommen. Hiernach sind zur Verhängung der Haft für das ganze hessische Staatsgebiet ausschließlich der Staatsminister und das Staatspolizeiamt zuständig. Die Anordnung der verschärften Haft steht in allen Fällen dem Staatspolizeiamt zu. Die bisherige Zuständigkeit der Staatspolizeistellen und Kreisämter ist nicht mehr gegeben. Ueber jede Anordnung der Schutzhaft durch das Staatspolizeiamt ist dem Staatsminister innerhalb 24 Stunden zu berichten. ErrichtungvonErbgesundheitsgerichten in Hessen. Durch eine 3. Verordnung zur Ausführung des Gefetzung zur Verhütung erbkranken Nachwuchses bestimmt der hessische Staatsminister, daß Erb- gesundheitsgerichte errichtet werden: 1. beim Amtsgericht in Darmstadt für den Bezirk des Landgerichts Darmstadt mit Ausnahme der Amtsgerichtsbezirke Offenbach, Dieburg, Groß-Gerau, Groß- Umstadt, Langen und Seligenstadt, 2. bei dem Amtsgericht in Offenbach für die Bezirke der Amtsgerichte Offenbach, Dieburg, Groß-Gerau, Groß-Umstadt, Langen und Seligenstadt, 3. beim Amtsgericht in Gießen für den Bezirk des Landgerichts Gießen, und 4. bei dem Amtsgericht in Worms für den Bezirk des Landgerichts Mainz. Durch diese Aenderung der bisherigen Einrichtung der Erbgesundheitsgerichte wird die Zuständigkeit für die bereits anhängig gewordenen Sachen durch das bisher zuständige Erbgesundheitsgericht nicht berührt. Die Pflegegeldsätze der hessischen Landes-Heil-und Pflegeanstalten. Wie der hessische Staatsminifter bekannt macht, fallen mit Wirkung vom 1. April die in der Bekanntmachung vom 7. November 1932 für nichthes- ftsche Pfleglinge, nichthessische Fürsorgeverbände, Krankenkassen usw. festgesetzten besonderen Pflegegeldsätze weg. Von dem festgesetzten Zeitpunkt haben nur die für hessische Pfleglinge usw. gültigen Pftegegeldsätze in Ansatz zu kommen. Reichs-Werbe- und Opfertag des Jugendherbergsverbandes. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen der höheren Schulen und der gewerblichen Unterrichtsanstalten, sowie an die Kreis- und Stadtschulämter die nachstehende Verfügung erlassen: „Als Auftakt und Werbung für das Jugendwandern verstaltet der Reichsoerband für deutsche Jugendherbergen unter dem Protektorat des Jugend- ührers des Deutschen Reiches im Monat April eine große Werbe- und Opferaktion zugunsten des Jugendherbergswerkes. Die gesamte Hitler-Jugend und alle anderen Jugendorganisationen des Deutschen Reiches wollen jung und alt auf die Bedeutung des Jugendwanderns für die Gesamtheit des Volkes und auf die Notwendigkeit der Erhaltung und Schaf- ung deutscher Jugendherbergen Hinweisen und jeden einzelnen zur Unterstützung des Jugendherbergswerks veranlassen. Am 21. und 22. April ds. Js. findet in ganz Deutschland der Reichs-Werbe- und Opfertag des Jugendhergsverbandes statt. Zu diesem Tage soll jeder Deutsche wissen, was das Jugendherbergswerk bedeutet und wie notwendig die Mitarbeit aller Volksgenossen an der Schaffung von Jugendherbergen ist. Jeder Deutsche soll daher die offizielle Werbeschrift zum Reichs-Werbe- und Opfertag des Jugendherbergsverbandes, die mit dem Mahnruf „Schafft uns Jugendherbergen! Wir sind die Garanten der Zukunft!" vom Reichsoerband für deutsche Jugendherbergen herausgegeben wurde, erhalten. Die Werbeschrift zeigt in anschaulichen und eindrucksvollen Bildern die bisherigen Erfolge des Jugendher^ergswerks, p’e Freuden des Wanderns und die Arbeit der deutschen Jugend, die durch Schaffung von Jugendher- oergen in allen Teilen Deutschlands das Wandern zum schönsten, gesündesten und billigsten Sport, der Körper und Geist erfrischt, machen will.' Um diese Werbeschrift wirklich in jede deutsche gamute zu bringen und dadurch überall für das Jugendherbergswerk zu werben, hat die gesamte ?en Betrieb der Schrift übernommen. alle anderen Jugendorganisationen des Deut- ^en Reichs werden sich für die Verbreitung der Schrift einsetzen. In Anbetracht der Bedeutung des Jugendwan- oerns und der Schaffung von Jugendherbergen ist die Mitarbeit aller für das Volkswohl wichtigen Stellen bei der Durchführung der Werbeaktion des Jugendherbergsverbandes und der Derbreituna seiner Werbeschrift notwendig. Es wird daher empfohlen, durch geeignete Maßnahmen das große Werk tatkräftig zu fördern und zu unterstützen. geladen. Kreis Schotten. Eine letzte Warnung an Ratmschänder Preußen Oberhessen Oie zweite Arheiiskhlacht in Oberheffen öp Alsfeld, 11. April. In einer vom Kreisamt Alsfeld einberufenen Versammlung, zu der die örtliche Parteiorganisation, die Bürgermeister des Kreises, die Arbeitsfront, die Wehrverbände, die Innungen und sonstige Interessenten eingeladen waren, sprach der Direktor des Arbeitsamts Gießen, Regierungsrat Dr. Lift, über das Thema: „Aus- aangspunkt und Durchführung der zweiten Arbeitsschlacht". Einleitend behandelte der Vortragende die grundsätzlichen Unterschiede, welche die heutige Wirtschaftsführung von derjenigen der früheren libercrlistischen Zeit unterscheidet. Die Regierung Adolf Hitler habe bei ihrem Antritt eine verzweifelte Lage vorgefunden. Sie habe aber innerhalb eines Wahres bewiesen, daß das Dogma von der Unmöglichkeit der Beherrschung der wirtschaftlichen Kräfte falsch war. Die nationalsozialistische Regierung sei zunächst an die grundlegende Aufgabe herangetreten, die Nationalwirtschaft gesund zu machen. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, könne der Ausgleich zwischen den Wirtschaften der einzelnen Nationen erfolgen. Nach dem Programm der Reichsregierung für die Arbeitsschlacht für das Jahr 1934 fei mit einem unmittelbaren Eingreifen des Staates nicht zu rechnen, es werde vielmehr Aufgabe der Reichsregierung sein, * Laubach, 10. April. Im Saale des „Schützens Hofs" wurde am Montag ein gut besuchter Schulungsabend abgehalten. Es sprachen Bezirksbauernführer Ehr. Röder über das Erbhofgesetz und die Regelung des Milchabsatzes, Funkwart Lehrer G a u b über die Bedeutung des Rundfunks und Schulungsleiter Heinrich Braun über das Thema „Unser Programm". Ortsgruppenleiter Otto Braun brachte zum Schluffe ein dreifaches Sieg- Heil auf den Führer gus, worauf die Veranstaltung nach dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- Liedes ihr Ende nahm. I. Gedern, 11. April. Dieser Tage fand im Saale des Gasthauses „Zum Löwen" die Generalversammlung des Kriegervereins statt. Der Vereinsführer Kam. Karl Diehl leitete die Versammlung. Zunächst wurde der im Weltkrieg Gefallenen und der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden gedacht. Nach der Bekanntgabe des Jahresberichtes wurde die Rechnungsablage für 1933 erstattet und dem Vorstand Entlastung erteilt. Der Bezirksführer Kam. Stein (Hirzenhain) gab dann einen Rückblick auf das verflossene Jahr und dessen politisches Geschehen, weiter gab er einen Einblick in die Organisation des Kyffhäuserbundes. Nachdem er u. a. noch über die sozialen Einrichtungen des Verbandes gesprochen hatte, wurden für 40jährige treue Dereinszugehörigkeit dem Kam. PH. Reichert 3., sowie für 25jährige Vereinszugehörigkeit dem Kam.' Karl Höhl Auszeichnungen überreicht. Zur Teilnahme an der Hasfiafeier in Darmstadt meldeten sich viele Kameraden. Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 11. April. Gestern abend fand in der Wirtschaft Hörle eine Versammlung der PO. und sämtlicher Gliederungen statt. Stützpunktleiter Münch sprach über die Fortschritte im nationalsozialistischen Staat. ll. Nieder-Ohmen, 10. April. Am Sonntag fand in der Wirtschaft Döll die Verpachtung der Gemeindewiesen statt. Die Preise lagen erheblich höher als im Vorjahre. Im Anschluß daran hielt der hiesige O b st b a u v e r e i n eine Versammlung ab, in der Obstbauinspektor Kurtz vom Landwirtschaftsamt Lauterbach über „Sortenauswahl für den Obstbau" sprach. Ferner gab der Redner wertvolle Ratschläge über die Pflanzung. Ein Mitglied regte an, alle Aepfel- und Birnbäume, die Eigentum der Gemeinde sind, zu veredeln. Die entsprechenden Arbeiten sollen sofort in Angriff genommen werden. spielt. 15.10: Stuttgart: Lernt morsen? 15.50: „Wirtschafts - Wochenbericht" (Zwiegespräch). 16: Vom Deutschlandsender: Unterhaltungskonzert, Kammerorchester des Deutschlandsenders. 17: Stuttgart: Alte Tanzmusik, das Rundfunk-Orchester. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 18.50: Sozialdienst. 19: Vom Deutschlandfender: Händel-Konzert. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.05: Stuttgart: Saarländische Umschau. 20.15: Von Bad Kreuznach: Großer Bunter Abend des Südwestfunks und des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, Ortsgruppe Bad Kreuznach. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.15: Stuttgart: Du mußt wissen... 22.40: Zwischenprogramm. 23: Stuttgart: Buntes Kabarett. 24 bis 2: Stuttgart: Nachtmusik. Wer die Pflanzen nicht kennt, soll erst recht seine Finger von den Geschöpfen der Natur lassen. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß die staatlichen Vertrauensleute als Naturheger im Sinne des Gesetzes Polizeigewalt haben, also jederzeit Namensfeststellungen von Frevlern vornehmen und Anzeigen wegen etwaiger Verstöße gegen das Naturschutzgesetz erstatten können, etwaige Widerstände gegen die Maßnahmen der Vertrauensleute werden mit derselben Schwere bestraft, wie Widerstand gegen die Staatsgewalt. Das mögen sich besonders jene Krakeeler merken, die draußen im Walde bei einer Untugend ertappt und zur Rede gestellt, glauben, sie könnten durch ihr Gassenmaul sich am leichtesten der unerwünschten „Belästigung" durch „überempfindliche" Enthusiasten sichern. hier muß jeder milhelfen, wir können nicht gleichzeitig überall sein. Auch das Feld-, Forst- und Marktschutzpolizeipersonal soll in gleicher Weise nunmehr sein gesteigertes Augenmerk auf die Erhaltung und Bewahrung geschützter Pflanzen richten. Zu diesem Zwecke wird auch in Zukunft zur jeweiligen Blütezeit eine entsprechende Unterrichtung durch die Heimatpresse erfolgen. Hinsichtlich der besseren Beaufsichtigung der Seidelbaststandorte sei deshalb heute auf folgende Merkmale aufmerksam gemacht: Der Seidelbast wächst als niedriger Strauch, wird selten höher als einen Meter, ist — und das wissen die wenigsten — eine der giftigsten Pflanzen Mitteleuropas, lebt als wenig verzweigte, unscheinbare Strauchform in den schattigen, meist feuchtgründigen Laubholzstand- orten unserer Mittelgebirge und ihrer Vorberge und geht hier bis in die höchsten höhen hinauf. Trotz seiner Giftigkeit ist der Seidelbast als Frühlingsblume allerfrühesten Blütenstandes sehr begehrt, eine Tatsache, die hauptsächlich daher rührt, daß die rosenroten, leicht lila oder violett angetönten kleinen Perigonblätter der Blüte — vier sind es an der Zahl — einen wunderbar wohlriechenden betäubenden und schweren Duft entladen. An ihrer Stelle bilden sich später etwa erbsengroße, scharlachrot gefärbte einsamige Steinfrüchte, die dem Fruchtstand des Seidelbastes ebenfalls ein herrliches Aussehen verleihen. Der Seidelbast ist die einzige der in unserer engeren Heimat wild wachsenden Daphnearten, seine übrigens mitteleuropäischen Verwandten sind fast sämtlich auf die Bergwälder und Matten der Alpenregion beschränkt. die Konsumkraft der Bevölkerung durch Senkung von Steuern zu stärken und dadurch die gesamte Wirtschaft weiter zu beleben. Aus den Ausführungen des Vortragen^n war zu entnehmen, daß sich die wirtschaftlichen Verhältnisse speziell in O b e r h e s s e n im letzten Jahre erheblich gebessert hätten. Es sei ein starker Rückgang der Erwerbslosenziffer zu verzeichnen gewesen,' der weit über dem Reichsdurchschnitt liege. Die Erfolge des vergangenen Monats berechtigen auch zu guten Hoffnungen für die Zukunft, so daß man annebmen dürfe, daß am Ende des Jahres 1934 die Hauptschwierigkeiten behoben sein würden. Jeder Volksgenosse möge als guter Nationalsozialist und guter Wirtschaftler denken und handeln. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Anschließend entwickelte sich eine anregende Aussprache. Regierungsrat Dr. List wies in seinem Schlußwort auf die bei der gegenwärtigen Entwicklung noch vorhandenen Schwierigkeiten hin, an deren Beseitigung alle Stellen gemeinsam Mitarbeiten müßten. Kreisdirektor Dr. Stammler schloß die Tagung mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler. Landkreis (ließen X Wies eck, 10. April. In den letzten Tagen sind unsere beiden Störche auf ihr Nest auf einer Scheune 'm der Gießener Straße, von jung und alt freudig begrüßt, zurückgekehrt. — Am Sonntag wurde die zweite Abteilung unserer diesjährigen 108Konfirmanden,50 Kinder, meist aus der Klasse Lehrer Stumpf, konfirmiert. Beim Abendmahl des Gottesdienstes, der durch mehrstimmige Chöre der Konfirmanden unter Leitung von Lehrer Stumpf verschönt wurde, half wiederum Missionar Walther (Gießen) dem Ortsgeistlichen. X Wieseck, 11. April. Gestern abend hatte die Frauenhilfe ihre Mitglieder und viele Gäste in den kleinen Saal von Gastwirt Braun eingeladen, um den Abschlußabend für die Winterarbeit zu begehen. Der Leiter der Frauenhilfe, Pfarrer Sattler, gab u. a. einen Rückblick und Ausblick aus die Arbeit der Inneren Mission, sowie Stimmungsbilder aus deren Wirkungsstätten. Auf den am nächsten Sonntag im ganzen Reich stattfindenden Volkstag der Inneren Mission kommend, konnte der Ortsgeistliche mitteilen, daß sich der BdM. freundlich in den Dienst der Sache stellt und die Sammlung vornimmt. Reichsinnenminister Dr. Frick habe selbst in einem Aufruf diesen Dolkstag der Nächstenliebe begrüßt und ihm einen vollen Erfolg gewünscht. Im Verlaufe des Abends erfreuten Kinder der Mitglieder durch Gesang, Klavier- und Violinsoli, sowie ernste und heitere Gedichte von Mutter, Volk und Vaterland. — Der Schulungsabend der NSDAP, dieser Woche, der im dichtgefüllten Saal von Gastwirt Braun stattfand, wurde eingeleitet durch Volkslieder der Gesangsabteilung des Turnvereins unter ihrem Dirigenten Chormeister Meyer und stand diesmal unter dem Thema „Kampf um die deutsche Saar", über das nach einleitenden Worten des Ortsgruppenleiters K. Euler Kreisschulungsleiter Michel (Gießen) in etwa anderthalbstündiger Rede sprach. In wirkungsvoller Weise und an Hand von zahlreichen Beispielen stellte er den dortigen Kampf der Saardeutschen um ihr Heimatland dar. Nach dem Gesang des Saarliedes und des Horst-Wessel-Liedes schloß der Ortsgruppenleiter den Schulungsabend, nachdem der Ortsgeistliche noch einmal unter Verlesung eines Aufrufs des Reichsinnenministers zum Volkstag der Inneren Mission an die Versammlung appellierte. wg. Großen-Buseck, 11. April. Gestern nachmittag stürzte hier eine 27 Jahre alte Frau aus dem Fenster ihrer im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung. Die bedauernswerte Frau erlitt bei dem Sturz, dessen Ursache bis jetzt nicht bekannt ist, erhebliche Verletzungen. > Holzheim, 11. April, Das W i n t e r h i l f s- w e r k hat auch in unserem Orte tatkräftige Unterstützung gefunden. Aus den Sammlungen vom Eintopfgericht ergaben sich 464,25 Mark, bei den Straßensammlungen gingen 185,60 Mark ein. An Beiträgen zur NS.-Volkswohlfahrt wurden 32 Mk. geleistet, Wohlfahrtsbriefmarken 3 Mk., Zwilllngs- pfennige 2,50 Mk., von der Kaninchen- und Geflügelausstellung kamen 17 Mark. An Naturalien wurden gesammelt: 654 Zentner Kartoffeln (Wert 1308 Mk.h 56 Zentner Weizen (Wert 509 Mk.). 56 Zentner Roggen (Wert 448 Mk.), 98 Kuchen (Wert 98 Mk.), 168 Laib Brot (Wert 93 Mk.) und 500 Eier (Wert 35 Mark). Hiernach kann die Gesamt- ; summe des Winterhilfeopfers unserer Gemeinde , einschließlich der Naturalien auf 3230 Mark bezif- > fert werden. — Am vorigen Sonntag fand hier । Konfirmation statt, die von Pfarrer C h r i - in veränderter Form. Den Zweckverbandskassen obliegt, wie den bisherigen Amtskassen, die Erhebung der staatlichen Steuer vom Grundvermögen, Hauszinssteuer, Kreishundesteuer, Prooinzialviehabgabe, Landwirtschaftskammerbeiträge, Handwerkskammerbeiträge, sowie aller Gemeindesteuern und -abgaben der ehemaligen Amtsgemeinden. Zahlungen, die die letzteren Gemeinden zu leisten haben, erfolgen ebenfalls durch die Zweckoerbandskassen, nachdem der zuständige Gemeindeleiter vorher schriftliche Ausgabeanweisung erteilt hat. Ferngespräch Frankfurt—Australien. LPD. Frankfurt a. M., 11. April. Auf Ein- ladung der Postverwaltung hat der hiesige englische Generalkonsul gestern versuchsweise mit Perth in Westaustralien telephonisch gesprochen. Das Gespräch wurde über 2500 Meilen Landlinie in Australien übertragen und dann über England mit dem Radio. Für kommerzielle Zwecke wird diese Verbindung nächstens eröffnet werden. Die Verbindung war sehr gut. Die Stadt Perth hat sagen lassen, wie sehr sie sich über den Besuch des deutschen Kriegsschiffes „Köln", das zu Weihnachten dort war, gefreut habe, und sie hoffe, daß ein ähnlicher Besuch des deutschen Kriegsschiffes bald wiederholt werde. Kreis Wetzlar. p. Bieber, 11. April. Dieser Tage fand bei Kamerad Paul die Monatsversammlung des hiesigen Kriegervereins statt. Vorsitzender Kamerad Brück gab die neuesten Führeranordnungen bekannt. Er wies besonders darauf hin, daß alle Volksgenossen, auch wenn sie nicht gedient haben, der SAR. II angehören sollen. Ferner gab er bekannt, daß der Reichskriegertag am 7., 8. und 9. Juli in Kassel stattfindet. Der Frühjahrsabgeord- Ein Zakob-Sprenger-Haus in Westerburg. LPD. W e st e r b u r g, 11. April. Die Kreisdienststellen der NSDAP, und ihre Gliederungen sind mangels geeigneter Räume getrennt untergebracht. Dieser Zustand hat sich als unhaltbar erwiesen. Aus diesem Grunde war die Errichtung eines eigenen Verwaltungsgebäudes der Partei erforderlich, zu dem am Montag der erste Spatenstich erfolgte. Das Haus soll den Namen „Jakob- Sprenger-Haus" tragen. Die Grundsteinlegung wird voraussichtlich am 27. Mai erfolgen. Errichtung von Gemeinde- Zweckverbandskasten im KreiseWehlar. Die bisher im Kreise Wetzlar bestehenden Aemter sind mit Wirkung vorn 1. April dieses Jahres ab aufgelöst. Hierdurch ist auch eine anderweite Regelung der Kassenoerhältniffe der Gemeinden nötig geworden. In Anbetracht der langjährigen zentralen Verwaltung der Gemeinde- kassen-Angelegenheiten in Form der Amtskassen und die hierdurch eingetretene Verkettung der einzelnen finanziellen Gebiete der Gemeinden miteinander ist die Einrichtung von Einzel-Gemeindekasfen noch nicht möglich. Es mußte daher — wie das Landratsamt in Wetzlar uns schreibt — zur Vermeidung von Kassenschwierigkeiten eine Möglichkeit gefunden werden, um die bisherige Kassenverwaltung der Gemeinden bis auf weiteres beizubehalten. Dies ist dadurch geschehen, daß an Stelle der aufgelösten Amtskassen Gemeinde - Zweck verbands- Paffen errichtet worden sind, die ihren Sitz an den bisherigen Amtsorten haben. Praktisch bedeutet die Errichtung der Zweckverbandskassen eine Fortführung der Verwaltung der bisherigen Amtskassen Wirtz. 24 big 1: Stuttgart: Nachtmusik. Ewige Me- lodien. Samstag, 14. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I (Georg Geb- 9ordt). 6.30: Stuttgart: Gymnastik II (August ©luder). 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik (August Glucker). 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. Konradin, der letzte Hohenftaufe, ein Hörbild von Otto Rahn. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I des Philharmonischen Orchesters. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittagskonzert II, Feucht- Fröhliches. 13.50: Stuttgart: Zeitangabe, Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III, Wien im Walzertakt. 14.30: Fröhliches Wochenend, „Schwarz- weiß-Kunst". Das Klavier-Duo Kullmann-Schroder Laßt den Seidelbast stehen! Von Dr. Karl Rudolf Uscher, staatlichem Vertrauensmann für Naturschutz in Hessen. st i a n (Gambach) vorgenommen wurde. &s wurdest 15 Mädchen und 9 Knaben konfirmiert. * Kesselbach, 12. April. Am morgigen Freitag, 13. April, kann der Zeitungsträger des „Gießener Anzeigers" und Gesangvereinsdiener Heinrich Schnell I. von hier seinen 73. Geburtstag begehen. Herr Schnell ist schon seit mehr als 40 Jahren treuer Austräger des „Gießener Anzeigers". * Weitershain, 12. April Am kommenden Samstag, 20.30 Uhr, veranstaltet der hiesige Stützpunkt der NSDAP, eine öffentliche Kundgebung im Saale des Pa. S ch w ö b e l. Es pricht Pg. Kreisdirektor und Gauinspekteur Kloster m a n n (Gießen). Zu der Kundgebung ist die gesamte Bevölkerung von hier und Umgegend ein» Man sollte es einfach nicht für möglich halten: obwohl im Verfolg der Neuordnung des staatlichen Naturschutzdienstes durch den Erlaß des „Naturschutzgesetzes" vom 14. Oktober 1931 und der „Bekanntmachung zum Schutze von Tier- und Pflanzenarten in Hessen" vom 11. Mai 1932, sowie ,/der Verordnung zur Ausführung des Naturschutzes" vom 25. April 1933 alles Menschenmögliche von Amts wegen getan worden ist, um unsere arg geschändete und verarmte Natur vor den liebergriffen menschlicher Zerstörungswut und sinnloser Ausplünderung zu schützen, kann man noch heute mitunter Wunder erleben. Da ist z. B. der gemeine Seidelbast oder Kellerhals, Daphne Mecereum, eine Pflanze der feuchten Gebirgswälder, die in unserer Gegend im Hange l st e i n eine letzte Zuflucht gefunden hat und im Vogelberg noch zu Hause ist, erst kürzlich in einer Reihe von Hinweisen von der Tagespresse deutlich als geschütztes Naturdenkmal der wanderfreudigen Oeffentlichkeit zur Erhaltung und Betreuung empfohlen worden. Man hat darauf hin- gewie-sen, daß sein Abpflücken verboten und im Sinne des staatlichen Gesetzesschutzes, den er als Naturdenkmal genießt, besonders strafbar ist, — umsonst, der Raubbau geht weiter. Aast täglich begegnen mir in den Waldungen der Stadt Spaziergänger, mit mehr oder weniger dicken Seidelbaststräußen bewaffnet, und was allem die Krone aufseht: am Samstag stand eine Marktfrau mitten unter den Ständen des Gießener Wochenmarktes und bot einen ganzen Korb voll Seidelbast als wohlriechende Frühlingsblume dem Publikum zum Verkaufe an. Also auch noch Geschäfte machen mit einem N a - turdenkmal und schnöden Mammon schachern mit einem letzten, noch auf unsere Tage hinüber- geretteten Restchen ehemaliger buntgefüllter alter deutscher Heimatnatur! Das hat doch dem Faß den Boden eingeschla- gen! Nun lst's endgültig Schluß! Im Einvernehmen mit der Regierung ist ein verschärfter Heber» wachungsdienst unter der Obhut der staatlichen Vertrauensleute für Naturschutz eingerichtet worden, der nunmehr sofort in Aktion t ri 11 und der unbarmherzig und ohne Ansehen der Person jeden Naturfrevler im Betretungsfalle zur sofortigen Anzeige bringt. Also Hände weg vorn Seidelbast! Unkenntnis schützt vor Strafe nicht! IAstoria-Lichtspiele S Heute bis einschließlich Sonntag | Der neue herrliche Ufa-Film I von Sport und Liebe Rivalen der Luft Imit Claus Clausen, Hilde Gebühr ■ Sybille Schmitz, W. Liebenemer j Ferner gutes Beiprogramm 2227C I und die Ufa - Ton-Woche ! B ......_ _ „Schilenberg“ Soimtaa, den 15. Avril, nachmittags 4 Uhr Hangt-Versammlung aul demSMenberü Tagesordnung: Eingliederung in den Reichsbund „Volkstum und Heimat"; Nechnungsab age und Tätigkeitsbericht in 1933; Voranschlag und -öer anstaltungen in 1934 usw. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung zahl' reichste Beteiligung erwünscht. Autobus abl Babn Hof, Ludwigsplah usw. Der Vornano. Illllllllllllll......Illlllllllllllllllllllll................................................. la rindslederne Schulranzen allerbilligst. Carl Schunck Bahnhofstraße 64. 2239 D Räumungsangebot Otmüerrfträudier SromveersllMlyer BeerenoöModj- slÜMIM' zum Räumungspreis. 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B. ab- gehalten. Als Träger der Lereinsfahne wurde L. Reeh 2., für die Bundesfahne Karl Schleen- kecker bestimmt. Vertreter für beide wurde Kam. Karl Dönges 4. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden die Kameraden L. Bastian, Friedrich Becker, I. Gg. R e e h, Joh. Haus, Heinrich Scherer, Friedrich Löll, Heinrich Bender, Fr. Belte, Wilhelm Le i b und Wilhelm Süß ausgezeichnet. Für langjährige wertvolle Arbeit im Vorstand erhielt Kamerad W. Süß das Kyffhäuser- bild mit der Widmung des Landesverbandes. Mit einem dreifachen Sieg-Heil! und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst- Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. Jubiläum im Odenwaldstädtchen Das älteste deutsche Holzbauwerk. M i ch e l st a d t i. £)., 11. April. (Lpd.) In diesem Jahre blickt das älteste deutsche Holzgebäude auf ein Alter von vierundeinhalb Jahrhunderten zurück. Es ist das Rathaus von Michel st a d t, das den Ruhm, der älteste deutsche Holzbau zu sein, für sich in Anspruch nehmen kann. Dieses Rathaus, das im Jahre 1484 errichtet und vor etwas über einem Jahrzehnt restauriert wurde, ist eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten im Dfcenmatt). Die EierbewilWastung in Heffen-Aassaii. Frankfurt, 11. April. (Lpd.) Wie in der „Bauernzeitung" bekanntgegeben wird, ist die Marktregelung für Eier in ganz Deutschland und damit auch für Hessen-Nassau mit dem 1. April d. I. in Kraft getreten. Bevor Hessen- Nassau für das Gesetz als reif erklärt wurde, mußten überall die Standardisierungsstellen auf genos- fenschaftlicher Grundlage eingerichtet werden. Als Standardisierungsstellen wurden teilweise die bereits früher bestehenden Eieroerwertungsgenossenschaften in Hessen-Nassau durch Abgrenzung eines Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Nicht ablieferungspflichtig sind Eier unter 45 Gramm, weil^ diese nicht standardisierungsfähig sind, desgleichen Schmutzeier; angebrütete oder zufällig gefundene Nesteier sind ebenfalls von der Ablieferung ausgeschlossen. Bis auf weiteres können die Hühnerhalter an Selbst Verbraucher Eier abgeben, auch noch auf Nachbarmärkten verkaufen; ferner an Krankenhäuser, Kinderheime, Gefängnisse und dergleichen Einrichtungen ist der direkte Verkauf der selbsterzeugten Eier noch möglich. Dagegen sind keine Selbstverbraucher im Sinne des Gesetzes Gasthäuser, Hotels, Pensionen und ähnliche Einrichtungen. Der Preis für die verkauften Eier wird in einzelnen wenigen Fällen bar bezahlt, in den meisten Fällen aber erst nach Verkauf der Eier durch die Standardisierungsstellen. Besonders die neugegründeten Eierverwertungs- genosfenschaften, die über größere Geldmittl noch nicht verfügen, sind nicht in der Lage, die Eier bar zu bezahlen, sondern zahlen den Erlös erst etwa nach acht Tagen, bei der nächsten Eierabholung aus. Maßgebend für die preise ist künftighin das Gewicht der Eier. Infolgedessen find schon die Ortssammelstellen verpflichtet, alle angelieferten Eier zu wiegen. Unklarheiten herrschen mancherorts noch über das Verhältnis der Ladengeschäfte zur kommenden Eierbewirtschaftung. Ladengeschäfte auf dem Lande haben vielfach Eier gegen Ware getauscht. Dieses Verfahren ist für die Zukunft ausgeschlossen, weil die Hühnerhalter sämtliche Eier an die örtlichen Sammelstellen abliefern müssen. Wenn Ladengeschäfte noch Hühnerhaltung nebenbei haben, so können diese selbstverständlich den eigenen Eieranfall in ihrem Geschäft noch verkaufen. Alle übrigen Geschäfte dagegen find verpflichtet, die Eier vom Großhandel, bzw. wenn ein Großhandel im Bezirk nicht vorhanden ist, ihren Bedarf von der nächstgelegenen Bezirks - Eierverwertungsgenossen- schäft zu beziehen. Alle Anfragen, die die neue Eierbewirtfchgftung betreffen, sind von jetzt ab an den Bezirksbeauftragten für die Eierbewirtschaftung für Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 31, Fernsprecher 33 424 zu richten. Darum werde Mitglied der NSV. Buntes Allerlei. bestimmten Gebietes mit einer größeren Anzahl von Gemeinden eingerichtet. In Bezirken, in denen Bezirkseierverwertungsgenossenschaften nicht bestanden, wurden solche errichtet und Standardisierungsstellen eingerichtet. Es bestehen nunmehr * Standardisierungs- bzw. Vezirksfammelstellen in: Groß-Gerau, Darmstadt, Groß-Umstadt, Höchst i. £)., Offenbach, Langen, Mainz, Gau-Alaesheim, Worms, Pfordt, Schotten, Alsfeld, Geilshausen, Butzbach, Ortenberg, Nieder- Wöllstadt, Reichelsheim i.d. W., Hungen, Gießen, Höchst a. M., Wiesbaden, Idstein, Usingen, Weilburg, Limburg, Westerburg, Eibelshausen, Biedenkopf, St. Goarshausen und Höhr. Diese Standardisierungsstellen haben sämtliche Eier, die von den Ortssammelstellen angeliefert werden, nach den gesetzlichen Bestimmungen vom 17. 3. 1932 marktfähig zu machen, d. h. zu durchleuchten und in die bekannten 5 Gewichtsklassen einzuteilen. Die hierzu nötigen Einrichtungsgegenstände sind fast überall bereits vorhanden, und der Betrieb ist, wie uns von verschiedenen Seiten mitgeteilt wird, fast restlos ausgenommen. Nach uns zugegangenen Mitteilungen sind die in den einzelnen Gemeinden errichteten Sammelstellen noch nicht überall errichtet. Es ist deshalb unbedingte Pflicht der örtlichen Genossenschaften, dafür zu sorgen, daß die Sammelstellen sobald wie möglich eingerichtet werden. Die Hühnerhaller haben keine Möglichkeit mehr, im Aufkaufhandel Eier abzugeben, sondern der gesamte Anfall muß, soweit er nicht im eigenen haushalt oder zu Drutzwecken verwendet wird, bei den genossenschaftlichen Ortssammelstellen abgeliefert werden. Da lacht selbst der Affe. Es genügt nicht, daß wir uns im Lachen „mit dem uns allen eigenen Menfchlich-Allzumenfchlichen versöhnen", wir müssen in unserem Wissensdrang auch erfahren, wo wir das eigentliche Lachen lernten. Kein geringerer als der Professor der Psychologie am Universitäts-College in London, Dr. Cyril B u r t, will uns darüber zuverlässigen Aufschluß geben. In einem Vortrag über die Psychologie des Humors definierte er das Lachen zunächst als den nicht mehr aufhaltbaren Erguß all jenes Aergers, der uns im Grunde selbst als unnötig erscheint. Wenn wir jeder Erregung ernsthaft Ausdruck geben wollten, wären wir für unsere Mitmenschen unerträglich, und so lachen wir, wenn sich Aerger oder Furcht doch nicht recht lohnen. Ein charakteristisches Merkmal des Lachens ist nach Dr. Burts Ansicht der Umstand, daß wir dabei nicht einmal nötig haben, unsere körperliche Grundhaltung zu ändern, und hier nimmt nun Burts eigenartige Theorie vom Ursprung des Lachens ihren Ausgang. Er geht in der Entwicklungsreihe des Menschen bis zum Affen zurück. „Wenn er, mit beiden Händen an einem Aste hängend, auf- gestört wurde, versuchte er seiner Wut oder seiner Angst Ausdruck zu geben. Aber da er den Ast nicht loslassen konnte, so war er dazu gezwungen, durch Gesichtsgrimassen, Verzerren des Körpers und durch heftiges Geräusch seinen Empfindungen Luft zu machen." Das Lachen sei im übrigen kräftigend und gesund und gehöre zum richtigen Körpertraining. Ein gefährliches Andenken. Ein recht gefährliches „Schmuckstück" hat sieben Jahre lang das Speisezimmer eines Kaufmanns in Oporto geziert, ehe es seinen bedenklichen „Nutzwert" verriet. In den Tagen der portugisischen Revolution von 1927 hatte der Kaufmann, als er eines Morgens die Tür seines Hauses öffnete, auf der Schwelle eine verschlossene Bierflasche gefunden, deren Herkunft und Bestimmung ihm unbekannt waren. Er nahm sie mit ins Haus und stellte sie, da er sie als eine Kuriosität des Aufhebens für wert hielt, guten Gewissens auf ein Gesims in seinem Speisezimmer zu anderen Zierraten und Sammlerstücken. Und nichts störte den Frieden seines Hauses. Erst kürzlich, als gelegentlich eines Umzugs auch die Flasche herabgenommen wurde, um, sorgfältig eingepackt, an der Uebersiedlung des Kaufmanns in fein neues Heim teilzunehmen, brach das Unheil über ihn herein. Es gab einen furchtbaren Knall, die Fensterscheiben zerbrachen, Möbel wurden zertrümmert und verschiedene Leute, die in dem Zimmer beschäftigt waren, wurden von den umherfliegenden Scherben und Holzstücken verletzt. Die Flasche war eine richtige Bombe gewesen. Was mit jener seltsamen Morgengabe beabsichtigt war, wird dem harmlosen Kaufmann aus Oporto nun wohl klar geworden sein. Lepra-Briefmarken. Vor kurzem ist der französische Arzt Professor Etienne Burnet in Rio de Janeiro eingetroffen, um dort ein Forschungsinstitut für die Bekämpfung der Lepra — des biblischen „Aussatzes" — zu errichten. Brasilien hält heute in der ganzen Welt den traurigen Rekord, die meisten Leprakranken zu besitzen. Eine Schätzung nennt die Anzahl von 13 400 Leprakranken (bei einer Gesamtbevölkerung von 14 655 000 Köpfen) allein für die Nordstaaten Brasiliens. Von diesen sind nur 1908 isoliert und noch weniger als 8000 von der Behörde registriert. In den kleineren Städten, wo keine Möglichkeit zur Isolierung besteht, werden die an der Lepra erkrankten Familien von der Bürgerschaft gezwungen, sich eine Wohnung, ein Blockhaus, außerhalb der Stadt zu errichten, was jedoch die Freunde bei? Familie nicht hindert, in diesem Hause zu verkehren und auch nicht die Kranken, in voller Freiheit in der Stadt zu verkehren, Einkäufe zu machen und öffentliche Gaststätten aufzusuchen. In den noch entlegeneren Gebieten des Landes ist von einer Leprabekämpfung überhaupt keine Rede. Die Kranken bewegen sich zwischen ihren Mitbürgern und sorgen somit für eine geradezu katastrophale Verbreitung der Seuche. Die brasilianische Regierung will jetzt mit aller Energie gegen diese Gefahr für die Volksgesundheit vorgehen und hat zur Finanzierung des geplanten Lepra-Forschungsinstituts für den postalischen Jnlandverkehr eine besondere Lepra-Briefmarke in den Verkehr gebracht. Büchertisch. — Reichsbauernführer R. W. Darrel „Das Bauerntum als Lebensquell der nordischen Rass e". 3. (unveränderte) Auflage in I. F. Lehmanns Verlag, München. Preis geh. 8 Mk., Lwd. 10 Mk. — (22) — Mit seinem grundlegenden Buche vom Bauerntum nahm der damals noch wenig bekannte Diplomlandwirt R. Walther Darre im Jahre 1928 den Kampf um die Rettung des deutschen Landstandes auf. Wenige Wochen nach Uebernahme des Reichsernährungsministeriums durch den Reichsbauernführer erschien die 2. Auflage des Werkes als wesentlich verbilligte Volksausgabe, die nun in der 3. Auflage neu vorliegt. In der Zwischenzeit hat Darre die Folgerungen aus seinen Forschungen gezogen. Dem geeinigten Bauernstand gibt er nun die Gesetze, die ihm auf Grund der Kenntnis der Geschichte als notwendig für die Rettung nicht nur des Bauernstandes, sondern des nordisch bestimmten deutschen Volkstums erscheinen. Die Grundlagen für diese Rettungsmaßnahme sind im Buch vom Bauerntum enthalten. Hier zeigt er, daß die Jndogermanen nicht ein herumziehendes nomadisches Hirtenvolk waren, sondern daß sie als Bauern lebten und ihre völkische Kraft aus der Scholle zogen. Die Gedanken und Forderungen, die das Buch aus der Erkenntnis der bäuerlichen Bestimmtheit der nordischen Rasse für die bewußte Auslese einer neuen Volksgemeinschaft aus Blut und Boden auf« stellt, sind für die deutsche Gegenwart revolutionierend im besten und höchsten Wortsinne, obwohl sie uns nur das verloren gegangene Erbe unserer Vorfahren, das Bewußtsein strenger Zucht und artgetreuer Haltung in unser Gewissen zurückrufen. Wir lernen begreifen, daß ohne die natürliche Grundlage von Blut und Boden, ohne einen harten erbgefessenen und gefunden Bauernstand als Erhalter der Volkskraft auch die geistige Erbmasse unseres Volkes verloren gehen würde. Darres Buch bedeutet Besinnung auf die verborgenen boden- starken Wurzeln unseres Volkstums und unsere Kultur und Aufbruch in die weite und frohe Landschaft des neuen Reiches. Darum spricht es nicht nur zum Bauern, sondern zu jedem von uns, der sich der Notwendigkeit bewußt ist, unseren Bauernstand und damit unsere Rasse zu erhalten und zu pflegen. — Mara Heinze - Hoferichter: Ina Verghöst. Roman. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. 374 Seiten. Preis gebunden 4,40 Mark. — (511) — Ein junges leidenschaftliches Menschenkind will Liebe und Schönheit schenken und sich schenken lassen. Ihrer Berufung zur Künstlerschaft gewiß, geht Ina Berghöft den ungewissen Weg ins Leben. Und alle Menschen dieser Geschichte zwingen das Lebensziel, zu dem sie berufen sind. Ein freundliches und zuversichtliches Buch, das der Leser befriedigt und angeregt aus der Hand legen wird. AMA I -AMffW Kraft für die Schule gibt trink’ ihn jeden Morgen! nur echt fai blauen Schachteln ju so pfg., nie lose: Im Namen der Trauernden: 2238 D Die Beerdigung findet Freitag, den 13. April, nachmittags 37a Uhr, auf dem Neuen Isr. Friedhof statt. — Blumenspenden dankend verbeten. Gestern abend entschlief nach langem schweren Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere herzensgute Schwester, Schwägerin und Tante, unsere stets besorgte Oma Frau Jandien Baer, geb. Meyerfeld im 67. Lebensjahr. Tüchtig., erfahr, illeimdchen gesucht. Schrift! Angebote unter 01963 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. Steinmetz - Lehrling gesucht. 22330 Kaiserallee 12. Junges Fräulein mit gut.Schuld., das stenogravh. und auf der Maschine schreiben kann, von hiesig. Firma gesucht. Handschristl.Bewerbungen mit Abschr. d.Schul- zeugniss.u.01966 an o. Gieß. Anz. Zuverläss. Häusl. 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Diese Anordnungen treten mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 RM. bestraft. Auf die nachstehend abgedruckten Vorschriften des Artikels 36 des Forststrafgesetzes vom 13. Juli 1904 wird besonders hingewiejen» [Stellengesuche] Metzgerlelirstelie tn Gießen oder Umgebung für 18jähr. Bauernsohn sof. gesucht. Schr. Angeb. u. 2224V a.d.G.A. Tüchtiges Mädchen i.Kochenu.Haus' arbeit gut bewandert, sucht Stellung f. sofort od. 1.5.34.Mögl. zu alter. Leuten. Schr.Angeb.unt. 01971 a.d.G.A. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brllhl.tichulstr.?, Wer nicht villbraUthhiäine^X^ *■ zu haben Denn es gibt ein Mittel, das immer hilft: FrUtht’S Bei dieser Gelegenheit macht das Kreisamt darauf aufmerksam, daß das unbefugte Betreten von Pflanzgartenhäuschen, Wildscheuern oder ähnlichen Gebäulichkeiten in Wäldern, insbesondere das Nächtigen in solchen, zum mindesten als Hausfriedensbruch bestraft werden kann, sofern nicht noch andere Strafbestimmungen verletzt sind. 2234C Artikel 36 des F o r st st r a f g es e tz e s. Mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft: 1. wer mit unoerwahrtem Feuer oder Licht einen Wald betritt oder sich demselben in gefahrbringender Weife nähert; 2. wer im Walde brennende oder glimmende Gegenstände fallen läßt, sortwirst oder unvorsichtig handhabt; 3. wer — in anderen als nach § 368 Nr. 6 des ■ Strafgesetzbuches strafbaren Fällen — im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben im Freien ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde Feuer anzündet oder, falls ihm die Erlaubnis erteilt ist, das Feuer gehörig zu beaufsichtigen oder auszulöschen unterläßt, oder den bei Erteilung der Erlaubnis ihm vorgeschriebenen Bedingungen zuwiderhandelt; 4. wer Waldflächen oder Grundstücke, welche an Waldungen angrenzen, ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde abbrennt oder den hierauf bezüglichen Anordnungen der Forstpolizeibehörde zuwiderhandelt; 5. wer bei einem Waldbrande der Aufforderung des zuständigen Forstbeamten oder Ortspolizeibeamten zur Hilfeleistung nicht nachkommt, obschon er derselben ohne erheblichen eigenen Nachteil Folge zu leisten vermag. * Betreffend: Maßregeln gegen die Verbreitung von Seuchen der Wanderschafherden. Die Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) des Hessischen Staatsministeriums hat mit Verfü- fügung vom 28. März 1934 in Abänderung des Amtsblattes des Ministeriums des Innern vom 12. August 1925, abgedruckt im Amtsverkündigungsblatt Nr. 68 vom 28. August 1925, angeordnet, daß die in den §§ 1 Ziff. 2b, 2 Ziff. le, 6 Ziff. 2, Satz 2 und Ziff. 3 festgesetzte fünftägige Gültigkeitsdauer der amtstierärztlichen Gesundheitszeugnisse bis auf weiteres auf 10 Tage ausgedehnt wird. Nr. 85 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GderlMn) Donnerstag, l2. April 1954 Das V-Zug-Meniai bei Linz Sie Felssturz-Katastrophe an der norwegischen Küste Warum Gporigroschen? Aufnahmen mit Dem Spiegel wir die den Unglückszug eingeteilten Schlafwagen der Mitropa ist ein größeres Unglück verhütet worden. Der Wagen, von modernster Eisenkonstruktion, mit den neuesten eisenbahntechnischen Errungenschaften ausgestattet, fing den Druck der stürzenden Lokomotive und des stürzenden Postwagens auf, so daß weder dieser Wagen, noch die nachfolgenden Personenwagen umstürzten. Man vermutet, daß es sich um einen Racheakt ehemaliger Eisen- > b a h n e r handele, die dem gegenwärtigen Regie- I rungskurs feindlich gegenüberstehen. getreuen Weichheit ab, die die Härten anderer Belichtungsarten, auch des Sonnenlichts vermeidet. Bei hochempfindlichen Platten belichten wir, mit doppeltem Gelbfilter, in ein bis zwei Meter Abstand von einer bOkerzigen Birne etwa drei Minuten (womit chon ein reichlicher Wert empfohlen ist). Auch Gegenlichtaufnahmen, die die Blütenblätter wundervoll durchscheinend wiedergeben, sind nicht schwer, da die verhältnismäßig schwache Lichtquelle bequem abzudecken ist. Erschütterungsfreier Stand des Apparats, Vermeiden jeden Herumlaufens im Zimmer ind während der Aufnahme notwendig. Hintergrund möglichst neutral, Vase oder Gefäß zugunsten der Blumen als Hauptmotiv so einfach wie möglich! Hessischer heimataeschichtlicher Kursus. Darmstadt, 11. April (LPD.) Der sechste vom Landeskirchenamt veranstaltete heimatgeschichtliche Kursus zur Einführung in die örtliche Gruppe Nordwest: Schalke 04 — TV. Eimsbüttel, Werder Bremen — VfL. Benrath. In der Gruppe Südwest wird man damit rechnen können, daß die beiden Sieger des Vorsonntags, die diesmal auswärts spielen müssen, Punkt- einbuhen zu verzeichnen haben. In der Gruppe Mitte darf man mit Siegen des Dresdener SC. und wahrscheinlich auch des 1. FC. Nürnberg rechnen. In der Gruppe Oft erwartet man Viktoria Berlin als Sieger, während der Ausgang des Danziger Treffens offen ist. In der Gruppe Nordwest rechnen wir mit Siegen der beiden westdeutschen Mannschaften Schalke und Benrath. Handball im Gau XII der NT. Tv. Heuchelheim — Tv. Lützellinden 5:5 (2:1). Zn einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Heuchelheim und lieferten sich einen flöt- ten und abwechslungsreichen Kampf, der mit einem gerechten Unentschieden endete. Die Platzmannschaft zeigte sich gegenüber den Verbandsspielen in verbesserter Verfassung und führte sogar noch bis kurz vor Schluß mit 5:3, mußte sich aber dann von den auf Ausgleich drängenden Gästen zwei Tore ge- Kirchengeschichtsforschung für Geistliche und Kandidaten findet am 23. und 24. April, 9.30 Uhr beginnend, in Bensheim (Bahnhofshotel) statt. Leiter: Staatsarchivdirektor D. Herrmann (Darmstadt). Anmeldungen sind an das Evangelische Pfarramt Bensheim a. d. B. zu richten. Schloß Limburg wird wieder aufgebaut Lpd. Limburg, 11. April. Der preußische Finanzminister hat den Auftrag zum Wiederaufbau des Limburger Schlosses gegeben. Der Aufbau erfolgt nach den Plänen des preußischen Hochbauamts Diez, die die Wiederherstellung in den ursprünglichen Bauformen vorsehen. Nach Fertigstellung der Aufbauarbeiten soll die städtische Berufsschule in den Räumen untergebracht werden. Die Arbeiten werden in Kürze beginnen. Das Schloß brannte bekanntlich zu Ausgang des schweren Winters 1928/29 nieder. rium und Preußischen Staatsministerium genehmigte Stiftung des Reichssportführers. Alle dieser Stiftung zufließenden Mittel werden für die Förderung und Weiterentwicklung der deutschen Leibesübungen verwendet. Die Aufsicht über die Stiftung führt der Reichssportführer von Tschammer und Osten bzw. dessen Bevollmächtigter. Wenngleich auch Privatpersonen, Handel und Industrie der Stiftung Mittel zuführen werden, so sollen andererseits aber aych die Mitglieder der deutschen Sport» und Turngemeinde, die Freunde und Besucher von allen sportlichen und geselligen Veranstaltungen der Sport- und Turnvereine und Verbände ihr Scherflein für den deutschen Sport geben. Der Reichssportführer ist von dem Grundsatz ausgegangen, daß diejenigen, die ihre Freude an dem harten Spiel auf dem grünen Rasen, dem Wettkampf auf der Aschenbahn, an den Kunstfertigkeiten des deutschen Geräteturnens, der anmutigen Gymnastik der Frauen oder an dem buntfarbigen fröhlichen Volkstanz und dem übersprudelnden Treiben der deutschen Sportjugend haben, für diese Freude auch freudig einen Groschen, den „Sportgroschen" übrig haben werden. Um nun aber auch in allen Punkten Klarheit zu schaffen, soll in einigen Zeilen auf den kommenden Bildertausch hingewiesen werden. Es wurde bereits eingehend gesagt, daß die Quittung über den gezahlten Sportgroschen zum Eintausch eines auf der Quittung bezeichneten Sportbildes berechtigt. Da man aber doch nun für das Sammelwerk „Sport, Turnen und Staat" möglichst alle Bilder, die natürlich verschieden sind, haben muß, so ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit desBilder- taufchs. Auch dafür ist gesorgt. In den Vereinen ist der Werbewart der hierfür zuständige Mcöm. In Gießen ist das Sporthaus Schwan als Bildertauschstelle eingerichtet worden. Weitere Austauschstellen folgen. Es ergeht hiermit die Aufforderung an das turn» und sportliebende Publikum, bei allen Veranstaltungen den Sportgroschen zu verlangen und sich aushändigen zu lassen. Zu allen weiteren Auskünften steht die Gaugeschäftsstelle des „Hilfsfonds für den deutschen Sport", Kassel, St. Martinsplatz Nr. 2, gern zur Verfügung. In Zweifelsfällen wende man sich daher an sie, oder an den unterzeichneten Kreisbeauftragten und Vertrauensmann Turnlehrer Mohr, Gießen, Grabenstraße 8. Kurze Gporinotizen. Edi Steinemann, der bekannte Schweizer Kunstturner, der beim Deutschen Turnfest in Stuttgart den Zehnkampf gewann, ist schweizerischer Kunstturnmeister geworden. Deutschlands Vorbereitungen für den Kampf um den Davispokal, der uns voraussichtlich in der zweiten Runde mit Frankreich vom 8. bis 10. Juni in Paris zusammenführt, werden jetzt begonnen. Der Deutsche Tennis-Bund hat die Spieler v. Cramm, Menzel, Nourney, Henkel, Wil- helmi, Göpfert, Denker und Jaenecke aufgefordert, sofort unter Leitung eines Tennislehrers mit dem Training zu beginnen. Außerdem wurden die Spie- ler verpflichtet, an den Turnieren in Wiesbaden und Berlin teilzunehmen. Mit vierzig Teilnehmern, darunter zwei Angehörigen der Reichswehr, begann am Dienstag im Berliner Sportforum der Kursus für Handball-Lehrer, der unter Leitung des bekannten Berliner Internationalen Kaundynia steht. Der Lehrgang hat den Zweck, Lehrer heranzubilden, die in allen Gauen nach dem gleichen Plan ihre Lehr- tätigfeit aufnehmen, der Endzweck ist die Hebung der Spielstärke und die Ermittlung unserer Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele. Gustav Eder, der Deutsche Weltergewichts- ; meister, kam in Hamburg zu einem neuen Erfolg. Nationale Wettkämpfe der Gpielvereinigung 1900 Gießen am 13 Mai 1934. Die Spielvereinigung 1900 hat es sich nicht nehmen lassen, auch in diesem Jahre wieder nationale leichtathletische Wettkämpfe, die zwölften ihrer Art, durchzuführen. Für die Veranstaltung, die am 13. Mai stattfindet, sind die Vorbereitungen bereits in vollem Gange. Es steht sowohl eine quantitative als auch qualitative gute Beteiligung zu erwarten. Die Verpflichtung einer Reihe deutscher Spitzenkönner, darunter keines geringeren als des Weltrekordmannes Hans-Heinz Sievert, ist so gut wie abgeschlossen. Um die Deutsche Fußballmeisterschaft. In den vier Gaugruppen der Endspiele zur deutschen Meisterschaft steigt der zweite Spieltag. Das Programm der vier Gruppen hat folgendes Aus- Von dem Beauftragten im Kreis Gießen, Turnlehrer Mohr, gehen uns auf Veranlassung des Gaubeauftragten M e i st e r, Kassel, folgende Ausführungen zu: Man begegnet noch sehr oft der Frage: Was hat es eigentlich mit dem Sportgroschen für eine Bewandtnis? Wozu wird der Sportgroschen erhoben? Was für einen Sinn haben die kleinen Sportgroschenquittungen? Diesen vielen Fragen Antwort zu geben, soll der Zweck der nachfolgenden Zeilen fein. Der Sportgroschen ist ein kleiner Betrag, der zusätzlich zum Eintrittsgeld erhoben wird. Bei einem Eintrittsgeld unter 1,— RM. wird ein Betrag von 5 Pf., bei einem solchen über 1,— RM. 10 Pf. und bei über 2,50 RM. 20 Pf. als Sportgroschen erhoben. Die Erhebung des Sportgroschens hat bei allen sportlichen und geselligen Veranstaltungen zu erfolgen, desgleichen sollen Sitzungen, Versammlungen und auch Ausstellungen Gelegenheit bieten, den Sportgroschen einzufordern. Auch als freiwillige Spende kann er abgeführt werden. Für jeden gezahlten Sportgroschen wird eine Sportgroschenquittung gegeben, für die man wiederum das Sportbild bekommt, das auf der Quittung bezeichnet ist. Diese Sportbilder, an deren Schaffung erstklassige Künstler, Lichtbildner und Graphiker unter sportlicher Beratung arbeiten, bilden, geordnet in zehn Serien zu je 25' Bildern, die Illustration zu jedem Band des Sammelwerkes „Sport, Turnen und Staat". An jedem dieser Sportbilder befindet sich nun ein Wertabschnitt über 4 Pf., der vor dem Einkleben des Bildes in das erwähnte Sammelwerk abgeschnitten werden muß. Für 25 solcher Abschnitte einer Serie, also beispielsweise Abschnitt 1 bis 25 der Serie A wird eine Wertmarke über eine Reichsmark ausgehändigt. Diese Wertmarken werden im Jahre 1936 gegen Bargeld eingelöst, und auf diese leichte und bequeme Weise legt sich jeder Sammler seine „Olympia-Gparkaste" selbst an. Der Band I des Werkes „Sport, Turnen und Staat" wird bereits im April fertiggestellt und zum Preise von 1,80 RM. erhältlich fein. Es handelt sich um ein Werk, das keinem Sportsmann fehlen sollte. Wien, 11. April. (DNB.) Die Nachforschungen nach den Eisenbahnattentätern von Oftering bei Linz haben noch keine wesentlichen Ergebnisse gezeitigt. Der ehemalige Eisenbahner Baumgartner mußte wieder freigelassen werden, da sich seine Unschuld zweifelsfrei herausgestellt hat. Nach Ansicht der Behörden kommen nur mehrere Attentäter in Betracht, weil es ganz ausgeschlossen ist, daß ein einzelner Mann in den zur Verfügung stehenden 28 Minuten Zeit die Schienen auf 15 Meter Länge entfernen konnte. Nur durch den in Oft wird der Photo-Liebhaber sich ein paar Blumen mit vom Spaziergang heimbringen, von dEn er zwar vielleicht schon Standortaufnahmen machte die er aber auch in der Ruhe des Heims noch als formfdjöne Naturgebilde auf die Platte bannen will. Handelt es sich um ra|d) welkende oder ausfallende Blumen, die möglicherweise am andern Tage schon unansehnlich geworden sein können (Buschwindröschen, Mohn, Feuernelke^ Heckenrosen uta.) (o mochten diese Aufnahmen noch am gleichen 'llbend gemacht werden. Hat der Liebhaber pdoch kein speziell photographisches^KunstlichtzurHand Zweifellos wird sich auch manchem die Frage aufdrängen, wie eine solche gewaltige Organisation, die über ganz Deutschland verbreitet ist, zum Nutzen und Segen unserer deutschen Sportwelt arbeiten kann. Auch darüber sollen diese Zeilen Aufschluß geben. Die „Seele" vom ganzen ist der Hilfsfonds.für den deutschen Sport", der unter der Leitung des Reichssportführers von Tschammer und Osten emsig seine Tätigkeit entfaltet. Entsprechend den 16 Sportgauen Deutschlands hat • der Reichssportführer auch in jedem dieser Gaue eine Gaugeschaftsstelle eingerichtet, die dem Gaubeauftragten des Reichssportführers unterstellt ist. Das gesamte Gebiet der Provinz Hessen-Nassau sowie die Provinz Oberhessen (ausgenommen sind nur der Stadtkreis Frankfurt a. M. und der Stadtkreis Wiesbaden) untersteht dem Gaubeauftragten Meister, Kassel, Geschäftsstelle des Gaues XII, Hessen: Kassel, <5L» Martinsplatz Nr. 2. In allen Dingen, die den Hilfsfonds betreffen, haben nunmehr alle Vereine, die Turnen und Sport betreiben, sich an diese Geschäftsstelle zu wenden, insbesondere dann, wenn es sich um die Erhebung und Abrechnung des Sportqroschens handelt. Für den Verkehr mit diesen' Gaugeschäftsstellen hat jeder Verein einen Werbewart zu bestellen, der die sichere Verbindung vorn Verein zum „Hilfsfonds für den deutschen Sport herzustellen hat. Bei dem „Hilfsfonds für den deutschen Sport" handelt es sich um eine vorn Reichsinnenrniniste- Fläche sehen, die sie materiell ist. Stellen wir also charf auf die Spiegelfläche ein, so wäre es ein Irrtum, zu meinen, daß nun alle auf dem Spiegel ich abbildenden Gegenstände scharf gezeichnet werden. Das ist an sich leicht zu erklären, denn es hängt mit der Raum- und Tiefenwirkung des Spiegels zusammen, die jeden Gegenstand optisch in die Entfernung rückt, die er tatsächlich hat, und die also auch für unsere Einstellung maßgeblich ist. Anhesten des Berorößerungspapiers. Die „Photographische Rundschau", (Photographische Verlagsgesellschaft Halle S.) macht im 2 Märzheft hierzu bemerkenswerte Vorschläge. Es heißt da u. a., daß formatbegrenzende Stahlbänder am praktischsten, leider aber noch nicht an jedem Vergrößerungsgerät angebracht sind. Anpressen des Papiers an die Auffangfläche mittels einer Spie- qelqlasscheibe bewährt sich nicht immer. Kratzer, Schmutz usw. im Glase bilden sich ab, und außerdem wird die Schärfe gebrochen. Das kann freilich mitunter zur Milderung des groben Kornes bei sehr starken Vergrößerungen genutzt werden. Im übrigen sind Nachteile zu vermeiden, wenn auch die Scharfeinstellung schon mit der Spiegelglasscheibe Dorqenommen wird. Bei der Betrachtung über die ratsamste Art von Stoßnadeln gibt der Verfasser den einfachen Stecknadeln in ihrer stärkeren tform den Vorzug. Nadeln mit größerem Glaskopf, die häufig verwendet werden, erzeugen mitunter durch Reflexstrahlen unerwünschte, strahlenförmige Schwärzungen des Papiers. Gleitleisten, die das Papier durch Ueberbetfen des Randes halten, werden nur dann empfohlen, wenn man sie fertig kaufen kann. Selbstbastelei wird bei solchen Arbeiten, die größte Exaktheit-erfordern, nicht geraten. Blumen bei Lampenlicht. sehen: Gruppe Südwest: Union Böckingen — SV. Waldhof, Mülheimer SV. — Offenbacher Kickers. Gruppe Mitte: Dresdener SC. — Wacker Halle, Borussia Fulda — 1. FC. Nürnberg . - Gruppe Ost: Viktoria 89 Berlin — 23iftona laUen Ia’'etL Stolp, Preußen Danzig — Beuthen 09. I Man sieht solche Bilder manchmal in Ausstellungen oder in Zeitschriften: eine meist junge und hübsche Dame betrachtet sich im Handspiegel, und der Photographierende hat geschickt die Möglichkeit genutzt, das Gesicht von zwei verschiedenen Ansichten auf eine Platte und also in ein Bild zu bringen. Auf den Laien wirkt das sehr apart und ungeheuer schwierig, aber jeder selbst Photographierende kann es nachzumachen versuchen. Dabei wird er freilich meist feststellen, daß es eben doch nicht so leicht ist, wenn das Ergebnis gut und geschmackvoll sein soll. Es sind also Posen zu vermeiden, und es kommt darauf an, daß ein Moment erhascht wirb da unser Modell ganz natürlich in den Spiegel blickt' nicht dem Photographen oder dem beabstch- tiaten Bilde zuliebe, sondern ungezwungen, wie man eben in den Spiegel schaut. Au vermeiden ich auch, daß der Spiegel Dinge des Zimmers oder des Fensterausblicks allzu deutlich wiederglbt die vom ^Hauptmotiv ablenken. Kunstlicht kommt für solche Aufnahmen weniger in Frage als lages- licht da bei Kunstlicht mit störenden Reflexen zu reckinen ist ldie allerdings der Erfahrene auch IN anderen Fallen vermeiden lernen muß) Wer tue Wirkuna weniger kokett und mehr bildhaft an- stt bt der wird keinen Handspiegel wählen, sonde n feS&E&W im S un» in Vorderansicht zu photographieren Gefahr von Verzerrungen auch darauf, tz Spiegel ein möglichst ebenes, s^lerf Belich- Belichtet wird nicht anders als Tabelle £ i cg tungsmefser oder Erfahrung es f I be. mirb Zimmeraufnahmen oorichreiben. Der p g oft das Licht zurückwerfen und verstärkeni vm) erfordern die dem Spiegel vbgewandten ParNe unseres Modells deshalb immer noch „ihre aus reichende Belichtung. Gelbscheibe wird nurdann nötig sein, wenn die Gesichtsfarbe oder Kleioung unseres Modells sie erwünscht machen. Eetn ,pezieu pgoiugvuyy11u;-■ >!-• - u— - Spiegels brauchen wir sie nicht. . - so aenüat einfaches Lampenlicht. Ja, dieses bildet ost Ott ro6Piege“ d?e Blumen in einer harmonischen und deshalb natur- Die ungeheuren Fluten, die durch einen Felssturzhervorgerufenl wurden'verwüsteten die Gegend bei Tafjord in der Nähe von Aalesund (Norwegen) vollständig. Vierzig Menschen fielen der Katastrophe zum Opfer. Winke für den Kamerafreund. Eder schlug den um 12 Pfund schwereren Italiener Meroni überzeugend nach Punkten. In Paris gewann Schwarz (Göppingen) ein 200-Meter-Brustlchwiinmen überlegen in 2:53,4 Minuten vor den Franzosen Benoit und L a u - v r y. Süddeutscher Rugby m ei st er wurde die Ruder-Gesellschaft Heidelberg, die in Frankfurt das Endspiel gegen den SC. 80 Frankfurt verdient mit 15:0 (3:0) gewann. 178 Fahrer aus Deutschland, England, Italien, Irland und Schweden, davon 113 Lizenzfahrer und 65 Ausweisfahrer, sind am Eilenriede-Rennen am 14. und 15. April beteiligt, mit dem die deutsche Motorrad-Rennzeit 1934 eingeleitet wird. D i e Straßenfernfahrt „Rund um K ö l n", die am 22. April zur Durchführung gelangt, wird als erster Lauf zur deutschen Meisterschaft der Berufsfahrer gewertet. 300000 Franken stehen heute schon als Geldpreise für die diesjährige Tour de France zur Verfügung. 2,07 Meter im Hochsprung, diesen neuen phantastischen Weltrekord stellte der amerikanische Leichtathlet Marty bei einer Freiluftveranstaltung in Fresno (Kalifornien) auf. Ein Kartell der m i t t e l e u r o p ä i- schen Fußball - Vereine wurde in Prag gegründet. Diese Organisation will sich besonders mit einer einheitlichen Regelung von Auslandsreisen der ihr angeschlossenen Vereine beschäftigen. Luxemburg — Frankreich, dieses Ausscheidungsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft, wird um kommenden Sonntag in Luxemburg ausgetragen. Wirtschaft. Ermäßigung der Butterpreise um 5 KM. je Zentner. Amtlich wird vom DNB. aus Berlin gemeldet: Auf Anweisung des Reichskommissars für. die Milchwirtschaft werden die Butterpreise in allen Klassen um 5 RM. je Zentner herabgesetzt, um bei dem mit Beginn der Grünfütterung stärker werdenden Angebot gleichmäßigen Absatz zu schaffen. Im Verkehr zwischen Molkerei und Großhandel werden ab 11. April notiert für einen Zentner einschließlich Verpackung ab Molkerei: Marken- feine Molkerei- Molkerei- butter RM. butter RM. butter RM. in Berlin 125 „ Hamburg 126 „ Köln . 127 „ Kempten 124 122 120 123 121 124 122 121 119 Der Butter- Groß- und Kleinhandel ist verpflichtet, diese Preisherabsetzung auch beim Weiterverkauf zu berücksichtigen. Die Hausfrauen werden also auf die entsprechenden Preisherabsetzungen zu achten haben. Frankfurter Börse. TNittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 11. April. Die Börse zeigte heute bei Eröffnung nach der Geschäftsstille in den letzten Tagen ein etwas lebhafteres Aussehen, wenngleich die Umsatztätigkeit noch keine stärkere Belebung erfahren hat, da seitens der Kundschaft nur wenig Aufträge Vorlagen. Rach den zuletzt erfolgten Glattstellungen schritt die Kulisse zu einigen Deckungen, so daß das Kursniveau fast allgemein eine leichte Besserung aufwies. Die heute vorliegenden und in den letzten Tagen gemeldeten günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft fanden Beachtung. Montanwerte zeigten zumeist Kursbesserungen bis zu 1 v. H., so Rheinstahl, Mannesmann, Klöckner, Phönix und Laurahütte, nur Stahlverein bröckelten noch um 0,75 v. H. ab. Von Kaliwerten gewannen Aschersleben 1,50 o. H. Etwas lebhafteres Geschäft hatten Farbenindustrie, die um insgesamt 2 o. H. erholt waren, daneben zogen Deutsche Erdöl und Metallgesellschaft um je 0,50 v. H. und Rütgerswerke um 0,75 v. H. an. Arn Elektromarkt lagen besonders Bekula mit Plus 2 v. H. fest, auch Gesfürel und Schuckert erhöhten sich bis 0,50 v. H., während Siemens 1,25 v. H. nachgaben. Transportwerte lagen uneinheitlich, AG., für Verkehr minus 0,75 v. H., dagegen Allgemeine Lokal und Kraft auf die beachtliche Gewinnsteigerung um 0,65 v. H. fester. Schiffahrtsaktien waren behauptet. Von Einzelwerten eröffneten Reichsbankanteile 0,50 v. H., Daimler Motoren 0,75 v. H. und Gement Heidelberg 0,25 v. H. leichter. Der Rentenmarkt lag überwiegend freundlicher und etwas lebhafter. Neubefitzanleihe 22,70 bis 22,95 (plus 0,25 v. H.), Altbesitz 96 (plus 0,40 v. H.), späte Reichsschuldbuchforderungen 94,75 (plus 0,40 v. H.). Stahlverein-Bonds fetzten mit 71,50 nur knapp behauptet ein. Umgetaufchte Dollar-Bonds lagen bei unveränderten Kurfen sehr still. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft bei anhaltend freundlicher Grundstimmung weiter ruhig. Ausgehend von IG. Farben, die noch um 1 o. H. auf 139,50 v. H. anziehen konnten, lag der Aktienmarkt zum großen Teil um 0,25 bis 0,50 höher, so z. B. Mannesmann, Phönix, Rheinstahl, Daimler und Rütgerswerke. Später wurden Rhein. Elektro um 1,50 v. H., Accumulatoren um 1 v. H. und Conti Gummi um 1,50 v. H. höher, dagegen Bemberg 1 v H. und Zellstoff Waldhof 0,75 v. H. niedriger notiert. Der Rentenmarkt blieb meist auf den ersten Kursen behauptet, nur Neubesitz befestigten sich noch um 5 Pf. auf 23 v. H. Stahlverein-Bonds, die anfangs etwas leichter waren, erholten sich um 0,75 v. H. Städteanleihen sowie auch Staatsanleihen zeigten ruhiges Geschäft bei unveränderten Kursen. Eher etwas gedrückt war der gesamte Pfandbriefmarkt. Das Kursniveau sank allgemein um 0,25 o. H. Von Auslandswerten waren Ungarn Gold 10 Pf. höher, Rurnänier und Mexikaner blieben etwas behauptet. — Tagesgeld leicht und 3,25 nach 3,50 v. H Abendbörse freundlich. Die freundliche Haltung des Mittagsverkehrs übertrug sich auch auf die Äbendbörse, an der sich vor allem die Erholung der Farben-Aktie fortsetzte, was auch auf den übrigen Marktgebieten überwiegend zu leichten Kurserhöhungen führte. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich zumeist Besserungen von 0,25 bis 0,75 v. H., so bei Elektro-, Montan-, Zellstoff- und Kunstfeideaktien. Die Farben-Aktie eröffnete mit 139,50 zwar unverändert, später zog sie aber bis auf 140,13 v. H. an. Eine nennenswerte Steigerung der Umsatztätigkeit war allerdings durch den Mangel an Publikumsaufträgen nicht zu verzeichnen. Von den aus der Wirtschaft vorliegenden günstigen Nachrichten fand vor allem der Bericht der Vereinigten Kugellagerfabriken.AG., Schweinfurt, Beachtung, während anderseits die schweiz. Stimmen gegen einen Transfer-Aufschub nur wenig Eindruck machten. Im Verlaufe hielt die freundliche Stimmung an und vielfach wurden die Kurse nochmals um 0,13 bis 0,25 v. H. höher bewertet. Am Rentenmarkt wurden lediglich Neubefitzanleihe etwas lebhafter und höher umgesetzt, während im Übrigen die Schlußkurse von heute Mittag behauptet blieben. Von fremden Werten zeigte sich etwas Interesse für mexikanische Anleihen, auch die Schweiz. Bundesbahn-Anleihe von 1912 war mit 144 v. H. weiter erholt. U. a. notierten: Neubefitzanleihe 23,10 bis 23,13, Altbefitzanleihe 95,75, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,50, 5 v. H. innere Mexikaner 3,50, 3 v H. do. 3,40, Reichsbank 149,50, Gelsenkirchen 64,50, Harpener 92,75, Mansfeld Bergbau 74,25, Rheinstahl 94,25, Stahlverein 43, Aku' 65,25, AEG. 28,50, Bekula 131,25, Bemberg 72, Gement Heidelberg 100,25, Deutsche Erdöl 115, Scheideanstalt 182, Licht und Kraft 106,75, IG. Farben 139,50 bis 140,13, Gesfürel 97,25 bis 97,50, Rütgerswerke 57,50, Schuckert 101, frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. April. Das Geschäft am heutigen Getreidegroßmarkt beschränkte sich in der Hauptsache auf den Futtermittelmarkt, an dem Kleie und einige ölhaltige Artikel sowohl per sofort als auch für spätere Lieferung (Mai bis August und September bis Dezember) einige Umsätze verzeichneten. Weizenkleie und Weizenfuttermehl zogen etwas an, im übrigen blieben die Preise unverändert Brot- und Futtergetreide lag bei ebenfalls unveränderten Notierungen geschäftslos. Weizen 203 nominell (Mühlenpreis), Roggen 173, Braugerste 172,50 bis 177,50, Hafer 147,50 bis 160, Weizenmehl Spez. 0 mit Austaufchweizen 29,70 bis 30,25, do. ohne 28,20 bis 28,75, Roggenmehl 0 bis 60 Prozent 24 bis 24,50, do. füdd. Spez. 0 24,50, Weizenkleie 10,50 bis 10,60, Weizenfuttermehl 11,50, Roggenkleie 10,60 bis 10,70, Soyafchrot 15,45, Palmkuchen 14,15 bis 14,45, Erdnußkuchen 16,20 bis 17,15, Treber 14, Trockenfchnitzel 10, Heu 6, Weizen- und Roggenftroh drahtgepreßt oder gebündelt 2 bis 2,20 RM. frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 12. April. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 51 Rinder, 917 Kälber, 56 Schafe, 676 Schweine. Es kosteten: Kälber 25 bis 50 Mark, Hämmel 30 bis 36, Schafe 26 bis 32, Schweine 34 bis 40 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine schleppend. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 11. April. Arn Gemüsemarkt verzeichnete man weiterhin reichliche Zufuhren in Spinat und Salat, im übrigen blieb das Angebot genügend. Während die Preise für Kopfsalat und Spinat rückläufige Bewegung aufwiesen, zeigten sie bei den anderen Gemüsearten keine Veränderungen im Vergleich zum letzten Freitagsmarkt. Im Spinat war der Verkauf gut, im übrigen nicht zufriedenstellend. Es erzielten Blumenkohl, Steige 9 bis 18 Stück, 300 bis 450 (itaL); Feldsalat 40 bis 50; Gelbe Rüben 8 bis 10; Gewürzel, großes Bündel, 35 bis 40; Salatgurken (Treibhaus), Stück 40 bis 60, do. 60 bis 75 (holl.); Karotten 10 bis 12; Kartoffeln, gelbe, 50 Kilogramm 325 bis 340; Kohlrabi (Treibhaus), Stück 14 bis 25; Kopfsalat (Treibhaus) 18 bis 25, do., Steige 25 Stück, 500 bis 550 (span.), do., Steige 30 Stück, 450 bis 550 (holl.); Lattich 45 bis 50; Schlüpfer 50 bis 60; Meerrettich 12 bis 25; Radieschen, Bündel 5 bis 6; Römischkohl (Treibhaus) 40; Rote Rüben 8 bis 10; Rotkraut 9 bis 10 (holl.); Sellerie je nach Größe 5 bis 25; Spinat (Gärtner) 6 bis 7, do. (Pfälzer) 5 bis 6; Schwarzwurzel 12 bis 16, 15 bis 18 (holl.); Weißkraut 9 (holl.); Wirsing 8 bis 11 (holl.); Zwiebeln, 50 Kilogramm 600 bis 700. In Obst und Südfrüchten find die Preise gestiegen, der Verkauf war schleppend. Das Aepfel- angebot war genügend, in Apfelsinen ließ es nach. Gs erzielten: Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 15, amerikanische Aepfel, Kiste etwa 40 Vfund, rote, 800 bis 1000, do. gelbe, 1000 bis 1200; Apfelsinen, blond, 10 bis 17 (span.); do., Blut, 13 bis 24 (span.); ital. Apfelsinen, blond, 16 bis 18, do., Blut, 18 bis 25; Bananen, Kiste 12,5 Kilogramm, 500 bis 550 (Jam.), do. 450 bis 500 (Bras.); Erdnüsse 13 bis 14; Zitronen, Korb 50 Kilogramm, 800. Die angegebenen Preise sind Großbezugspreise, sie sind, sofern nichts anderes angegeben, auf 0,50 Kilogramm bzw. Stück in Pfennigen umgerechnet. Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgefellfchaft Berlin W 8, Dehrensslrahe 21/22, sowie auf deren Reichs- bantgirofonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: ..Stiftung für Opfer öer Arbeit" Allgäuer Butter- und Käsebörje. Kempten, 11. April. Deutsche Markenbutter 124 (129), deutsche (Allgäuer) feine Molkereibutter 121 (126), deutsche (Molkereibutter) 119 (124), deutsche Allgäuer Landbutter einschließlich Dorbruchbutter 104 (109). Marktlage ruhig. Rahmeinkauf bet 42,5 Fetteinheiten ohne Buttermilchruckgabe 114 (123). Allgäuer Weichkäse mit 20 o. H. Fettgehalt grüne Ware 19, statistische Durchschnittszahl der Vorwoche im Einkauf: Marktlage unübersichtlich. Allgäuer Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72). 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67).Mark. — Marktlage unverändert. Die Preise sind' Erzeugereinkaufspreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für den Zentner. Weizenmarki. auch den sog. „toten Winkeln" die großen Weizen- verbrauchsgebiete für ihre Brotgetreideverkäufe erschließen. , _ Heber die Einführung der gesetzlichen Erzeugerpreise und zuletzt erwähnten Maßnahmen zur Erleichterung der Getreidebewegung hinaus hat sich der Reichsbauernführer insbesondere auch eine Unterbringung der über den normalen Bedarf hinaus- gehenden Weizenmengen angelegen fein lassen. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Festlegung einer Zwangseinlagerungspflicht der Mühlen, sowie die Bildung einer nationalen Reserve durch Käufe der Reichsstelle für Getreide, die in erster Linie in den „toten Winkeln" erfolgt sind, zu erwähnen. Ferner wurden vor wenigen Wochen die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Weizenaus- fuhr — in Anpassung an die verschiedenartige Lage am Weizen- und Futtergetreidemarkt abgeändert durch die Berechtigung zur Einfuhr von Gerste und Mais — geschaffen. Außerdem wird im Wege der Lockerung des Nachtbackverbots ein gesteigerter Weizenmehlverbrauch gewährleistet. Neben diesen Maßnahmen ist noch hervorzuheben, daß auch der Bauer selbst durch verstärkte Weizenverwertung im eigenen Betriebe in Erfüllung feiner ihm van der Volksgemeinschaft gestellten Pflichten zur Bereinigung der Weizenfrage nicht unwesentlich beigetragen hat. Als Ergebnis der Weizenpolitik des Reichsbauernführers und der Reichsregierung ist festzustellen, daß bereits in den ersten Monaten des Jahres der Mehrertrag der letzten Weizenernte in Höhe von 600 000 Tonnen aus den Händen der Landwirtschaft verschwunden war. Die Landwirtschaft verfügte am 28. Januar d. I. nur noch über 1,7 Millionen Tonnen Weizen, die auch nicht annähernd ausreichen, um den Vermahlungsbedarf für den Rest des Wirtschaftsjahres zu decken. Die Mühlen müssen also in nicht unerheblichem Umfange auf die zweibändigen Bestände zurückgreifen. Besonders diese Tatsache ist zu berücksichtigen, wenn die Aussichten für die weitere Entwicklung des Weizenmarktes beurteilt werden sollen. Trotz des augenblicklich geringeren Bedarfs der Mühlen ergibt sich jedoch keine stärke Belastung des Weizenmarktes, weil der Bauer zur Zeit mit den Feldarbeiten beschäftigt ist, infolgedessen also keine größeren Getreideverladungen durchgeführt, und weil die zweite Hand ihre Bestände in den letzten Wochen weitgehend abstoßen konnte. Sobald die aus den Vorratskäufen der Mühlen stammenden Mengen erschöpft sind, wird sich ein reibungsloser Verlaus des Weizenabsatzes herausbilden, zumal die Mühlen durch die Beschränkung des Verarbeitungskontingentes für den laufenden Monat gezwungen find, ihre Mehlbestände abzubauen. Angesichts der vorstehend ausgezeichneten Tatsachen ist die Auffassung berechtigt, daß die Frage des Weizenabsatzes itt der Agrarpolitik restlos die ihr gebührende Aufmerksamkeit gefunden hat, und daß die ergriffenen Maßnahmen befriedigende Ergebnisse gezeitigt haben. Soweit trotzdem noch gewisse Spannungen aufgetreten sind, wird ihnen im nächsten Wirtschaftsjahr durch eine entsprechende Ausgestaltung der Getreidebewirtschaftung, aufgebaut auf den diesjährigen Erfahrungen, mit allen Mitteln begegnet werden. Die Lage am Seit einigen Tagen wird dem Weizenmarkt vielfach besondere Beachtung gewidmet. Nun haben die Verhältnisse am Weizenmarkt nicht etwa eine Zuspitzung erfahren, die diese verstärkte Aufmerksamkeit rechtfertigen könnte, es handelt sich vielmehr um hoffnungslose Versuche, die Agrarpolitik des Reichsbauernführers am Beispiel der Weizenpolitik beim Bauern und in der breiteren Öffentlichkeit in Mißkredit zu bringen. Demgegenüber ist von maßgebender Stelle in ben letzten Tagen mit aller Deutlichkeit auf die für den Weizenabsatz ergriffenen Maßnahmen und die in ihrem Gefolge eingetretenen und durchaus befriedigenden Ergebnisse hingewiesen worden. Zu Beginn des laufenden Wirtschaftsjahres erfuhr die Versorgungslage am Weizenmarkt eine neue Belastung dadurch, daß die bereits überreichliche Ernte des Jahres 1932 noch um einen Mehrertrag von rund 600 000 Tonnen übertroffen wurde. Jeder, der in Wirtschaftsfragen einigermaßen bewandert ist, weiß, daß ein auf dem bisherigen Wege nicht unterzubringender Ueberschuß in dieser Höhe bei freiem Spiel von Angebot und Nachfrage vollauf genügt, um den Preis bei einem Gute, wie es der Weizen hinsichtlich seiner Verwertung darstellt, auf einen Stand zurückzuwerfen, der vom Weizenpreis auf dem Weltmarkt zweifelsohne nicht sehr weit entfernt gewesen wäre. Der Wel^etreide- markt bietet uns überhaupt neben den anderen Weltrohstoffmärkten ein anschauliches Beispiel dafür, zu welchen verheerenden Folgen ein lieb er= angebot führen kann, wenn nicht eine planvoll gestaltete Absatzregelung erfolgt. Der deutsche Weizenmarkt wurde zunächst durch die Maßnahmen zur Ueberwindung des nach der Ernte erfahrungsgemäß erfolgenden Angebotsdrucks gestützt. Diese Maßnahmen bestanden vor allem in der Wiederingangsetzung des Austauschverfahrens sowie in einer umfassenden Erntefinanzierungsaktion. Inzwischen waren die Vorbereitungen soweit gediehen, daß mit der Herauslösung des Brotgetreidemarktes aus dem freien kapitalistischen Spiel der Kräfte durch die Einführung von gesetzlichen Erzeugerpreisen begonnen werden konnte. Man darf sagen, daß es in allererster Linie die Bestimmungen über dk gesetzlichen Erzeugerpreise gewesen sind, die den deutschen Weizenmarkt vor dem Zusammenbruch bewahrt haben. Hieran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, daß im weiteren Verlaufe des Wirtschaftsjahres und hauptsächlich in den ersten Monaten des Jahres 1934 gewisse Schwierigkeiten in der Bewegung der Weizenernte aufgetreten find. Ihre vornehmste Aufgabe haben die Bestimmungen über die gesetzlichen Erzeugerpreise jedenfalls auch in den kritischsten Wochen erfüllt, nämlich dem Bauern einen angemessenen Lohn für feine Mühe zu sichern. Sobald sich die angedeuteten Schwierigkeiten in der Bewegung der Weizenernte herausgestellt hatten, wurden weitere Maßnahmen ergriffen, um die in der planvollen Regelung des Weizenabsatzes noch vorhandenen Lücken zu schließen. In diesem Rahmen sind die Vorschriften über die Einkaufspreise der Mühlen zu werben, die nicht nur dem Handel und den Genossenschaften eine Aufrechterhaltung ihrer den Interessen der gesamten Volkswirtschaft dienenden Tätigkeit ermöglichen, sondern Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Öie Hohe der zutetzi beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskoni 4 v H Lombardzinsfuß 5 v. H. Jranfrur a. 2)1 3trhn Frankiun a.M Berlin Schluß« kurS Schlüßk. Abendbörse Schluß- find Schlußk Mittagbörse Schluß» furd Schluß». Abendbörse Schluß- furd Schlußk. Mittag- börse Datum 10.4. 11.4. 10-4. 114. Datum 10.4. 11.4- 10-4. 11-4. •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 95 1 93,5 94,5 93,75 4% desgl. Serie U........... 6,7 6,7 6,8 6,8 6% ehem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 99.9 99,9 100 100 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,6 4,7 4,7 4,55 6/i% ?}oung-2Inlett)e von 1930 .. 93,25 92,75 93,13 93 4/i%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7.15 7,15 7,25 7,15 Deutsche Anl.-Ablüi.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,2 4,25 4,25 4,2 95.65 95,75 95,7 95 75 3$i% Anatolier .............. 29,3 29,65 29,3 29,65 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 22,7 23,13 22,7 23',05 6% ehem.8% Hess. BolkSstaal 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 93,25 92,75 93,5 92,75 Hamvurg-Ämerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 28,5 28,25 29 25,5 28,5 6% Hejs. Landesbank Darmstadt Hansa-Dampfschifs.......0 — — — Gold R. 18 .......... 91.5 92 —— 92,25 Norddeutscher Lloyd ...... 0 32,75 32,75 32,75 32,75 6/i% Hess. Landes-Hypotheken- A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 67,5 67,5 67 67,4 bank Darmstadt Liqui....... 91,5 — — Berliner Handelsgesellschaft ... 4 86,25 86,25 86,75 86,75 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit (Sommerj. und Prtvat-Bank ... 0 48 48 48 48 Auslos.-Rechten ..... 94 94,75 — — Deutsche Bank und DtSconto- Deutsche Komm. Sammelabl. An. Gesellschaft................ 0 61,25 61 61,25 61 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 95 95,13 95,25 95,4 Dresdner Bank..............0 62 62 62 62 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Reichsbank ............... 12 149,5 150,5 149,25 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 92 92 92,25 92 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 92 92 — — A.G.G................ 0 28,5 28,13 28,5 6/i% ehem. <%% Tranks Hyp^ Bekula............ 0 129 5 1.31 25 129,65 131,4 Bank-Liqu.-Psand8riese. ... 91,65 91,4 — — ölettt. LteferungSgefellschafi... 6 101,5 101,25 101,5 iöö's 6/,% ehem. 4/2% Rheinische Licht und Kraft ... ß 105 106,75 105,25 106,75 Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. 92.25 92,25 —— Felten L Guilleaume . 0 60,5 60,13 60,65 60 679 ehem. 8% Pr LandeSpsand- BU&,£C,rtUntetne6munfl. 6 96 97,5 96 96,75 brtesanstaU, Pfandbriese R. 19 94 94 94,25 94.25 Rheinische Elektrizität .... 5 88,75 91 91,5 91 6% ehem. 7% Pr Landespfand, brtefanstall, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Schuckert «Co............. 5 Siemens & Halske......... 7 100 139 101 139 100,25 139 100,5 140 Steuergutsch. Verrechnungskurs .. 97,5 97,5 97,5 97,5 Lahmeyer L lLo............. ,ö 116,5 116 115,25 115,5 <% Oefterretchtsche Gold renke.... 21,75 _ _ 22 Buderus ............... 0 72 73 7? 72 75 4,20% Oesterretchische Silberrentr 1,15 1,15 1,2 1,2 Deutsch« Erdöl ........... 4 112,75 115 112,5 114,25 4% Ungarische Goldrente ...... 8 8,1 8,1 7,9 Gelsenkirchener.............. ö 63,5 64,5 64 64,25 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4*£% desgl. von 1913 ....... 7,6 7,8 7,5 7,7 7,85 7,8 7,55 7,7 Harpener ................. 0 Voesch Eisen—Kbln-Neuesseu 0 92 92,75 92 92,25 6% äbgesl Goldmexikaner von 99 8 8 8,2 8,5 Kse Bergbau ....."..... g 140 141 140 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6,65 6,65 — 6,65 Ilse Bergbau Genüsse........ e 115,5 115,25 114,5 114,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anieihe Klöcknermerke ............ 0 63 75 64 Catel..................... 6,7 6,7 — 6,75 Mannesmann-Röhren........ c 65 66.4 65 66,4 I Frankfurt a. M. Berlin Schluß» lurd Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Minag- börse Datum 10-4. 11-4- 10.4. 11-4- Mansselder Bergbau........ . 0 — 74,25 73,5 74,5 Kokswerke ............... . 0 —- — 95,75 98,5 Phönix Bergbau............ Rheinische Braunkohlen ..... . 0 49,75 51,25 50 51,25 10 203,5 202 202 204 Rheinstahl .......... . 0 92,25 94,25 92 93,75 Bereinigte Stahlwerke....... . 0 12,75 43 41,9 43 Otavi Minen .......... . 0 15 15 15 14,9 Kaliwerke Aschersleben....... . 5 112 113,5 112 114 Kaliwerke Westeregeln....... . 5 113,5 115 112 113,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/r 146,5 146,75 147 3. ®. Farben-Jndustrie..... . 7 136,5 140,13 136 139,5 Scheideanstalt.............. . 9 181,5 182 — —— Goldschmidt .............. . 0 60,5 63,75 60,25 64 Rütgerswerke ............. . 0 55,5 57,5 55,5 57,25 MetaUgesellichaft........... . 0 — 80,5 79,5 81 Philipp Holzmann......... . 0 71,5 72,75 73 72,75 Zementwerk Heidelberg .... . 0 101 100,25 Lementwerk Karlstadt....... . 0 109 Schultheis Payenhofer ..... . 0 — — 105 105,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) . 0 64,25 65,25 64,4 65,25 Bemberg ........... . 0 72,25 72 71,5 71,5 Zellstoff Waldhos .......... . 0 52 52 51,25 51,65 Zellstoff Aschaffenburg ..... . 0 42,5 44 43,25 43,75 Dessauer Gas ........... 7 — — 120 120,75 Daimler Motoren.......... .. 0 49,5 49,75 49,5 49,9 Deutsche Linoleum ........ .. 0 56,5 56,25 56,5 56,5 Orenstetn & Koppel........ .. 0 — — 66-5 66,25 Leonhard Tietz .. ......... .. c 21 21 20,5 21,65 Tbade ................... ..10 154,5 155,5 154,5 154,5 Lrru mulatoren-Fabrik...... .. 0 174,5 175,5 175,75 175,75 Lonti^Summt............. .. 0 145,5 147 145-25 146,5 Grttzner................. .. 0 I 28 1 28,4 I 28 28 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 — 76,75 — — Süddeutscher Zucker ....... .. e 1 168,25 1 168 I 168 168 Deoifenmarki Berlin — Jranffurl a. 2R 10. April II.Apn Amtliche Notierung Geld I Lrie Amtliche Notierung Geld | Sric Helstngfor».. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia ...... Holland .... Oslo ...... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schwetz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon.... 5,709 47,20 10,38 3,047 169,48 64,98 57,74 66,63 12,935 0,632 2,505 58,61 21,53 16,50 80,92 34,24 .81,60 0,762 0,214 5,664 11,78 5,721 47,30 10,40 3,053 169,82 65,12 57,86 66,77 12,965 0,636 2,511 58,73 21,57 16,54 81,08 34,30 81,76 0,764 0,216 5,676 11,80 Banfnotea 5,699 47,20 10,38 3,047 169,38 64,79 57,54 66,53 12,895 0,632 2,503 58,58 21,38 16,50 80,96 34,24 81,58 0,761 0,214 5,664 11,75 5,711 47,30 10,40 3,053 169,72 64,91 57,66 66,67 12,925 0.636 2,509 58,70 21,42 16,54 81,12 34,30 81,74 0,763 0,216 5,676 11,77 Serlin, 11 .April Geld Bries Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Französische Noten ............. Holländische Noten .............. Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Spanische Noten........... ..... Ungarische Not« ................ 2,456 58,42 57,29 12,85 16,46 168,96 21,31 64,62 66,37 30,78 34,10 2,476 58,66 57,51 12,91 16,52 169,64 21,39 64,88 66,63 81,10 34,24