Ur. 60 Erstes Blatt M. Jahrgang Montag, U. Marz Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Uulverfitatt-Vuch- und Zteindruckerei R.Lange in Gietzen. 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Man fühlte, daß mit der Gründung dieses Ministeriums in Deutschland neue Wege in der politischen und geistigen Willensbildung beschritten wurden. Wege, wie sie in dieser modernen Form noch kein Land der Welt begangen hatte. Jetzt ist ein Jahr vergangen, und das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda kann für dieses Jahr eine Bilanz aufweisen, wie sie wohl kein anderes Ministerium zu verzeichnen hat. Nicht zuletzt die Tatsache, daß an seiner Spitze ein Mann steht, der ohne Uebertreibung der beste Propagandist ger Welt genannt werden kann, nicht zuletzt die Tatsache, daß dieser Mann dem Kampf des Nationalsozialismus um die Erringung der Macht in den letzten Jahren durch seine Ideen Form und Gestalt und damit sein Gesicht gab, hat den Erfolg dieses Ministeriums so groß gestaltet. Das deutsche Propagandaministerium ist in der Welt nicht das einzige seiner Art geblieben. Andere Staaten haben die Idee aufgegriffen und ebenfalls den Versuch gemacht, durch die Einrichtung einer solchen Behörde den Einfluß der Regierung auf das Volk und auf die Welt zu vergrößern und zu sichern. Auf alle diese Versuche aber kann man ohne weiteres das Wort anwenden: „Oft kopiert, nie erreicht", und ein weiteres Wort ist hier noch am Platze: „Es ist nicht dasselbe, wenn zwei das gleiche tun", es kommt nicht darauf an, daß etwas getan wird, sonderrn w e r es tut. Und so kann das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda am ersten Jahrestage seines Bestehens auch die Genugtuung buchen, daß es auf die ganze Welt anregend gewirkt hat, und daß ihm doch niemand gleichkam in Bezug auf Erfolg, Methoden, Ideen und Wirkung. Als am 13. März 1933 das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ins Leben gerufen wurde, wurde zu seinem Staatssekretär Walter Funk ernannt, dem der Ruf eines erstklassigen Organisators und Fachmannes vorausging. Funk war in den letzten Jahren der persönliche Wirtschaftsberater und -beauftragte des Führers gewesen. Er führt neben dem Amt des Staatssekretärs auch das Amt des Pressechefs der Reichsregierung weiter. Das Ministerium wurde, ehe es seine Arbeit voll aufnahm, organisatorisch vorbereitet. Man war in der glücklichen Lage, nach modernen Zweckmäßigkeitsgesichtspunkten neu aufbauen zu können und keinen schwerfälligen alten Apparat übernehmen zu müssen. In diesem Ministerium wird nicht nur verwaltet, sondern auch gestaltet. Das haben — für das ganze Volk sichtbar — allein die großen Staatsfeiern bewiesen, wie der Tag der Nationalen Arbeit am 1. Mai und der Bauerntag am 1. Oktober. In vielen Zimmern des Amtsgebäudes dieses Ministeriums, in dem berühmten Schinkelschen Palais Friedrich-Leopold am Wilhelmplatz hängen große Schilder mit einem Wort, das Dr. Goebbels einmal um Mittsommer 1933 sprach: „Man muß auch einmal den Mut haben, die Schranken der Bürokratie zu überspringen." Dieses Wort ist ost zitiert worden, weil hier einmal ein Minister gegen jenen Geist Stellung nahm, der in Deutschland früher sozusagen traditionell die Amtsstuben beherrscht hat: den Geist der Bürokratie. Man hat dieses Ministerwort nicht selten auch falsch verstanden, denn es war nicht so gemeint, als ob jede bürokratische Form grundsätzlich verdammt sein soll. Gerade der Aufbau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda mit seinen größtenteils neu in den Reichsdienst getretenen Mitarbeitern, die ohne jede bürokratische Vorbelastung waren, ging nach Richtlinien vor sich, die auch die notwendige bürokratische Organisationsgrundlage vorsahen. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda gliedert sich außer dem Ministerbüro in sieben Abteilungen. Es barbeiten die Abteilung I Verwaltung und Recht, Abteilung II Propaganda, Abteilung III Rundfunk, Abteilung IV Presse Abteilung V Film, Abteilung VI Theater, Musik und Kunst, Abteilung VII Lügenabwehr im In- und Auslande. Das Ministerium verfugt ferner über 1 3 Landesstellen, die etwa den Landesarbeitsamtsbezirken entsprechen, und über 18 R-ichspropagand-stellen, die das Gebie der Landesstellen nochmals unterteilen. Es besitzt damit einen gewissen Exekutiv-Apparat und gleich- zeitig Verbindungsstellen mit dem Volk, ous dem das Ministerium Anregungen und Wunsche empfängt und an das es Anordnungen und gestaltende Kräfte weiterleitet. „Wir wollen unser Ohr an die Seele des Volkes legen", so hat Reichsminister Dr. Goebbels die Aufgaben seines Ministeriums einmal in wenigen Worten umrissen. Vom 1. Oktober 1934 ab wird das Ministerium über ein neues modernes Dienstgebäude verfügen, daß irrt Parke des Hauptgebäudes als Anbau errichtet worden ist. Damit wird es auch das erste Ministerium des Dritten Reiches sein, das über ein Heim verfügt, das nach eigenen Gesichtspunkten errichtet worden ist. Und die Bilanz des Ministeriums? Es ist unmöglich, all das Geschaffene im einzelnen aus- Tag der deutschen Technik. StaatssekretärFeder über dieAufgaben derTechnik beimAufbau derWirtschast im neuen Staat zuzählen. Nur Meilensteine der Entwicklung sollen hier genannt werden. Das Ministerium begann als erstes den ständischen Aufbau zu verwirklichen und schuf die R e i ch s k u l t u r k a m m e r, in der alle geistig Schaffenden eine ständische Gliederung erhalten haben. Es schuf ferner den Werberat der deutschen W i r t s ch a f t, .durch den das gesamte Werbewesen bereinigt, von Auswüchsen befreit und dafür um so geschlossener und wirksamer in den Dienst der deutschen Wirtschaft gestellt worden ist. Weiter wären zu nennen das Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole, das Gesetz über den Reichsausschuß für Fremdenverkehr, durch den das gesamte Fremdenver- ke-hrswesen und die Fremdenverkehrswerbung auf eine neue Grundlage gestellt wurden, das Gesetz über die Vermittlung von Musikaufführungsrechten, das der verworrenen Lage auf dem Gebiete des Absatzes musikalischer Aufführungsrechte endlich ein Ende machte und den deutschen Komponisten eine materielle Sicherheit schuf. Das S ch r i f t l e i t e r - gesetz vom 4. Oktober 1933 machte den Beruf des deutschen Schriftleiters zu einer öffentlichen Aufgabe und gab ihm damit die modernste Stellung unter den Berufsgenossen in der ganzen Welt. Am 16. Februar 1934 wurde das Lichtspiel- gefetz verabschiedet, das die Einsetzung eines Reichsfilmdramaturgen brachte, nachdem schon Monate vorher das Amt des Reichstheaterdramaturgen errichtet worden war. Weit über 500 000 Eingänge hat das neue Ministerium im ersten Jahre seines Bestehens zu verzeichnen gehabt. Nicht zuletzt auch in dieser Zahl drückt sich die Volksverbundenheit dieses Ministeriums aus, und diese Popularität ist wohl der beste Beweis dafür, daß das Propagandaministerium nicht nur Anklang und Vertrauen im Volke gefunden hat, sondern daß seine Errichtung eine staats - und volkspolitische Notwendigkeit war, und daß seine Abteilungen ihre Arbeit im Geiste des Führers angepackt haben. So geht nun das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in das zweite Jahr seines Bestehens hinein. Der Dank und die besten Wünsche des deutschen Volkes begleiten es bei seiner Arbeit, ohne die alle jene Erfolge nicht denkbar gewesen wären, die im Jahre 1933 im Kampfe um Deutschlands Wiederaufstieg errungen wurden. Oer neue Einheitsmietvertrag ' Vertrauensvolle Hausgemeinschaft von Vermieter und Mieter. VdZ. Berlin, 10. März. Vom Reichsjustizminister wird das Vertragsmuster des Deutschen Einheitsmietvertrags bekanntgegeben, wie es in den Verhandlungen zwischen dem Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzeroereine und dem Bund deutscher Mietervereine zustandegekommen ist. Der Vertrag sieht vor, daß Vermieter und Leipzig, 12. März. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Leipziger Messe veranstalteten der Kampfbund der deutschen Architekten und Ingenieure, der Deutsche Techniker-Verband in der Deutschen Arbeitsfront und der Reichsbund Deutscher Technik einen „Tag der deutschen Technik". Am Samstag hatte man deshalb eine Tagungsfolge vorwiegend fachlicher Vorträge aufgestellt. In der Fachgruppe der Elektro - Ingenieure wurden neuzeitliche Fragen der Energie-Wirtschaft behandelt, während man sich in der' Fachgruppe der Berg- und Hütten-Jngen teure z. B. mit der künftigen Entwicklung der deutschen Metallgewinnung be- ; chäftigte. In der Fachgruppe der C h e m i k e r erörterte man die große Bedeutung einer eigenen deutschen Versorgung mit Mineralölen. Die Veranstaltung fand am Sonntag ihren Höhepunkt in einer öffentlichen Kundgebung, unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters von Sachsen, Mutsch mann. Nach einer musikalischen Einleitung wies der Reichsstatthalter darauf hin, daß Technik schöpferisches Gestalten bedeute. Der Techniker sei berufen, den Produktionsablauf zu bestimmen, nicht der Vertreter der Bank, in der richtigen Anwendung des Gedankens, daß nicht Kapital Arbeit, sondern Arbeit Kapital schafft. Dann hielt Staatssekretär Feder einen Vortrag über die „W ürde der Technik". Don der Geschichte der Technik ausgehend, wies Feder auf die Gefahren hin, die sich ergeben, wenn der Materialismus zum Nutznießer der Technik wird. Ihm komme es nicht auf die Arbeitsleistung, auf die konstruktiv künstlerische Idee an, sondern auf den Verdienst. Die Technik finde Mißachtung und Minderbewertung ihrer Leistung. Gebeugt über sein Reißbrett vergesse der Ingenieur die großen nationalwirtschaftlichen Zusammenhänge. Im neuen Staat, im Staat des Führertums sei der Technik erst wieder der Weg zu ihren ureigensten Ordnungsprin- zipien eröffnet. Das Konstruktive sei das Prinzip der Technik, der Kräfteausgleich, die Erzielung höchster Leistung mit geringstem Kraftaufwand seien aber auch Ordnungsprinzipien der Wirtschaft, die nur bei Höchstleistung die verloren gegangenen Gebiete des Weltmarktes zurückerobern kann. Das Reichswirtschaftsministerium schaffe für eine großzügige Wirtschaftsführung Generalstabspläne, auf Grund deren eine dauernde Regelung des gesamten wirtschaftlich technischen Lebens möglich sein werde. Unter den Zukunftsaufgaben nannte der Staatssekretär u. a. Auflockerung der Großstädte, eine großzügige landwirtschaftliche Siedlung, eine Erweiterung der deutschen Rohstoffbasis, eine Vereinheitlichung der gesamten deutschen Energiewirtschaft, eine Verbilligung der Strompreise, eine Regulierung und Kraftausnutzung der deutschen Flüsse und auf organisatorischem Gebiet die Zusammenfassung der vielen Forschungsinstitute unter einer Oberleitung. Kommerzienrat Röchling wies darauf hin, daß der für Deutschland, vielleicht für ganz Europa ausschlaggebende Erfolg der nationalsozialistischen Revolution feine tiefste und sicherste Fundierung in der Ueberroinbung de s Materialismus habe. Der Techniker müsse Diener am Ganzen sein und freigebig den Ueberfluß seines Könnens zur Verfügung stellen. Dr. Röchling erinnerte an die Sonderschau der saarländischen Industrie auf der Leipziger Messe, die ein überzeugender Beweis dafür sei, daß alle Erzeugnisse der Saar deutschen Geist e s sind. Jedes Stück atme die Liebe zu unserem Deutschtum. „Wir alle, ob Handwerker, Arbeiter oder Bauer, wir werden beweisen, wie heiß wir Deutschland lieben, das gelenkt wird von dem Doppelgestirn, unserem verehrten Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg und unseren geliebten Volkskanzler Adolf Hitler." Oer Generalinspekteur für das deutsche Gtraßenbauwesen Or. Todt sprach über den Zusammenschluß der deutschen Technik: Zur erfolgreichen Durchführung der der Technik gestellten Ausgaben sind zwei Dinge nötig: Beim einzelnen Menschen die Umwandlung des gründlichen technischen Könnens in Theorie und Praxis, unterbaut von einer uneigennützigen nationalsozialistischen Weltanschauung und Gesinnung, bei der Gesamtheit anstelle der London, 12. März. (DRV. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt: Wenn Frankreich gegenwärtig nicht geneigt fei, einer Verminderung feiner Streitkräfte und feines Materials bei gleichzeitiger erheblicher Vermehrung der Mannschafts- stärke und der defensiven Waffen Deutschlands zuzustimmen, so sollte nach Ansicht sowohl Londons wie Roms ein Versuch unternommen werden, die Festlegung des französischen Heeres und der anderen europäischen Heere auf ihrem jetzigen Stande zu erreichen. Eine solche Begrenzung würde zwar nicht so befriedigend sein, wie eine materielle Verminderung, wäre aber doch einem neuen hemmungslosen Weltrüsten vorzuziehen. Line solche Begrenzung auf den bisherigen Stand würde natürlich für die britische Luft- streitmacht keine Anwendung finden können; denn die jetzige beträchtliche zahlenmäßige Unterlegenheil der britischen Luftwaffe gegenüber der französischen, der italienischen und der sowjetrussischen könne nicht für weiter fünf oder sechs Jahre auf- Paris, 11. März. (DNB.) Der frühere Innenminister F r o t sagte vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß aus, er habe um seiner persönlichen Unterrichtung willen mit den verschiedensten Kreisen Umgang gepflogen. Aber die Unterstellung, daß er irgendwelchen ehrgeizigen Plänen nachgejagt habe, müsse er als Verleumdung und Phantasie zurückweisen. Gegen den früheren Polizeipräsidenten Chiappe persönlich habe er nichts. Doch habe sich in dessen Umgebung eine Kamarilla breitgemacht, deren verhängnisvoller Einfluß verschiedentlich festzustellen gewesen sei. Chia.ppe hielt seine Aussage aufrecht, daß Frot eine antifaschistische Kampfgruppe um sich zu scharen versucht habe. Er habe diese bisherigen Zerrissenheit und Gegensätzlichkeit , ein brauchbarer Zusammenschluß. An diesem Zusammenschluß wird gearbeitet. Die Kammer wird die Aufgabe haben, die Erziehung der Mitglieder zu einer einheitlichen Auffassung durchzuführen und diese Form der Aufgabe ist die wichtigste. Die Ingenieure sind heute Führer der Industrie für eine Reihe von Jahren. Der Zusammenschluß hat so zu erfolgen, daß die wertvollen S a ch ü b e r - lieferungen, die vorhanden sind, mit nationalsozialistischem Gei st durchtränkt werden können. Nicht alles Bestehende wird niedergerissen, es muß aber die vorhandene Vielheit beseitigt werden. recht erhalten bleiben, hieraus erkläre sich der Entschluß der britischen Regierung, eine besondere Luflkonferenz der westeuropäischen Mächte elnzuberufen, sobald die Preisgabe ihres umfassenderen Abrüstungsplanes sich als unvermeidlich herausstelle. Die Erzielung der Gleichheit auf dem niedrigst möglichen Stande, bei gleichzeitiger Abschaffung der Verwendung von Luftbomben werde das Hauptziel der geplanten Luftfahrt- konferen; fein. „Daily Telegraph" betont besonders die Notwendigkeit einer Teilnahme Sowjelrußlands an der in Aussicht genommenen Luftkonvention. Zwar sei Moskaus Hauptsorge gegenwärtig auf den Fernen Osten gerichtet; aber Sowjetrußland habe eine ganze Anzahl Kämpfer an der europäischen Front. Wenn diese Schwierigkeit beseitigt sei, dann würde es ein unschätzbarer Fortschritt sein, wenn die Westmächte eine Konferenz abhielten mit dem Ziel, die europäische Zivilisation vor der Zerstörung durch moderne Bombenflugzeuge zu schützen. Informationen dem ehemaligen Ministerpräsidenten D a l a d i e r zur Kenntnis gebracht. Frot erklärte darauf, daß an all dem nichts Wahres fei und daß es sich entweder um eine Entstellung oder um eine böswillige Verleumdung handele. Nach seinem Gewährsmann befragt, erklärte Chiappe, die Informationen über Frot von einem Freunde erhalten zu haben, dessen Namen er aber nicht preisgeben würde. Frot bestritt auch die ihm von Chiappe in den Mund gelegte Aeuße- rung, daß die Wahlen von 1932 sich gegen General Weygand und gegen den Polizeipräfekten Chiappe gerichtet hätten. Die Ausschußfitzung endete damit, daß das Ausschußmitglied Vincent-Auriol den Antrag einbrachte, alle Aussagen als nichtig und ungültig anzusehen, für die kein B e - England plant eine Lustkonferenz der westeuropäischen Mächte. Oie Unterlegenheit der britischen Luststreitkräste kann nicht länger hingenommen werden. Oie Vorgeschichte des blutigen 6. Februar in Frankreich. Dramatische Gegenüberstellung §rot-6hiappe. Mieter versprechen, im Haus, sowohl untereinander wie mit den übrigen Mietern im Sinne einer vertrauensvollen Hausgemeinschaft zusammenzuleben und zu diesem Zweck jede gegenseitige Rücksicht zu üben. Grundsätzlich ist ferner für Mietsverträge, die nicht von vornherein befristet sind, die also auf unbestimmte Zeit laufen, d i e vierteljährliche Kündigungsfrist unter Zugrundelegung des Kalendervierteljahres vorgesehen. Jeder Vertragsteil kann den Mietvertrag spätestens am dritten Werktag des Kalendervierteljahres kündigen. Ist der Mieter trotz Zahlungsaufforderung mit mehr als der Hälfte des fälligen Mietzinses länger als 10 Tage im Rückstand, so kann der Vermieter das Mietverhältnis fristlos kündigen. Er kann aber nicht mehr kündigen, wenn der Mieter noch vor der Kündigung zahlt. Der Mieter haftet für Schäden, die nach dem Einzug durch feine Familienmitglieder, Hausgehilfen und Untermieter verursacht werden. Dem Vermieter wird das Recht zugebilligt, die Räume zu betreten, um die Notwendigkeit unaufschiebbarer Hausarbeiten festzustellen. Bei Beendigung der Mietzeit kann der Mieter Einrichtungen wegnehmen, mit denen er die Räume versehen hat. Der Vermieter hat aber ein Kaufrecht gegenüber solchen Einrichtungen abzüglich eines für die Abnutzung bestimmten Betrags. Ehegatten haften für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner. weis erbracht werde oder deren Ursprung nicht kenntlich gemacht werde. Ein Mittäter Staviskys verhaftet. Paris, 11. März. (DNB.) Der Boxer Niemen, dessen Paß, wie erinnerlich, bei der Leiche Staviskys in Chamonix gefunden worden war und der nach eigenen Angaben a l s Masseur Staviskys tätig war, wurde am Samstag verhaftet. Er wird der Mittäterschaft beschuldigt. Als die Polizei in seiner Wohnung erschien, war er gerade beim Rasieren und zeigte sich nicht wenig überrascht über den unerwarteten Besuch leistete aber den Anordnungen der Polizei ohne Widerstand Folge. Bei der Haussuchung bei dem Boxer sollen einige wichtige Schriftstücke gefunden worden sein. Ein neuer Skandal. Paris, 11. März. (DNB.) „Matin" berichtet von Unregelmäßigkeiten im Haushalt des Kolonialmini st eriums. Das Blatt stellt fest, daß also nicht nur der Haushalt des Mutterlandes geplündert werde. Im Jahre 1932 sei z. B. für die Lagermanufaktur von Jndochina für 22,7 Millionen Francs Opium angekauft worden. Als man dieses Opium verwerten wollte, habe man bemerkt, daß es untauglich sei. Daraus habe sich ein Verlust von 22,7 Millionen Francs für den Haushalt der Kolonie ergeben. Ein Schadensersatzanspruch sei nicht geltend gemacht worden, da man nicht wußte, wer dafür verantwortlich zu machen sei. Oie Sozialisten sagen der Regierung Ooumergue den Kampf an. Paris, 12. März. (DNB.-Funkspruch.) Eine Entschließung des Nationalrats der Sozialistischen Partei fordert die Landesverbände auf, gegen die gegenwärtige Regierung, die durch den „bewaffneten A u f st a n d" ans Ruder gelangt sei, entschlossene Opposition zu betreiben. Die Sozialistische Partei fordere die Parlaments- und Wahlreform, die Auflösung der Kammer, sowie die Uebernahme der Regierunasgewalt. Der kommende Kampf mache ein enges Zusammengehen mit der Arbeiterklasse notwendig, wobei man sich jedoch nicht durch die Manöver der Kommunistischen Führer beeinflussen lassen dürfe, sondern im Gegenteil versuchen müsse, sie durch besonderen Eifer zum Scheitern zu bringen. Oer ersteAppell derOeutschenFroni des Gaargebietes. Zweibrücken, 11. März. (DNB.) Die Deutsche Front des Saargebietes hat ihren ersten großen Appell in Zweibrücken abgehalten. Schon in den Vormittagsstunden bewegten sich endlose Reihen von Autos und marschierenden Gruppen auf den Anmarschstraßen. Alle aus dem Saargebiet nach Zweibrücken fahrenden Züge waren schon am frühen Morgen überfüllt und lange vor Beginn der Versammlung mußte die große Festhalle wegen Ueberfüllung geschlossen werden, obwohl nur Saarländer Zutritt hatten. Eine Parallelversammlung wurde eingelegt. Der Landesleiter der Deutschen Front, Pirro, rief den Zuhörern noch einmal das große Erlebnis des 1. März in die Erinnerung und fuhr dann fort: Alle Saarländer sind sich dessen bewußt geworden, daß in ihrer Brust das gleiche deutsche Herz schlägt und daß in ihren Adern das gleiche deutsche Blut fließt. Nur die Unsinnigkeit des Diktates von Versailles und die Unwahrheit gewisser westlicher Diplomaten sind schuld daran, daß 14 Jahre nach Frie- densschluß deutsches Volk einen Kampf führen muß, über dessen Ausgang bei niemanden Unklarheit besteht. Es kommt für uns nur eine restlose Wiedervereinigung mit unserem Mutterlands in Frage. Unser Wollen ist eindeutig und klar: Wir wollen kämpfen um unser Deutschtum, für unser Deutschland! Wir alle tragen gemeinsam in unserem Herzen unser Deutschland. Unter dieser Parole schwören wir, daß wir nicht eher ruhen werden, bis der Sieg unser ist. Gauleiter B u e r ck e l ging davon aus, daß sich kein Franzose jemals von seinem Lande abwenden würde, wenn etwa jetzt französisches Land unter deutscher Verwaltung stände. Die Saarfrage sei vor allem eine Arbeiterfrage. Es sei Unsinn, wenn gewisse Leute versuchten, in der Deutschen Front einen Gegensatz von Sozjalismus und Kapitalismus aufzuzeigen. Solche Fragen stünden an der Saar nicht zur Erörterung. Der Redner schloß mit der Ermahnung, alles wegzu- werfen, was Partei heiße und der Eidgenossenschaft die Treue zu halten, bis der ersehnte Tag der Abstimmung gekommen sei. Der Tag des deutschen Jungarbeiters. Reichsjugendführer Baldur von Gchirach spricht in Essen. Essen, 11. März. (DNB.) Das rheinisch-westfälische Industriegebiet stand am Sonntag im Zeichen der HI., die im Kerngebiet deutschen industriellen Schaffens in einer gewaltigen Kundgebung den deutschen Jungarbeiter ehrte. Sinnvoll war in den Mittelpunkt dieser Jugendkundgebung die Feierstunde auf dem Kokereiplatz der Zeche „Friedrich Erne st ine" in Essen- Stoppenberg gestellt. Um 11 Uhr traf jubelnd begrüßt Reichsjugendführer Baldur von Schi rach in Begleitung des Obergebietsführers West Hartmann Lauterbacher am Essener Rathaus ein, wo ein feierlicher Empfang durch die Stadtverwaltung stattfand. Dann fuhr der Reichsjugendführer dem weit draußen liegenden Kundgebungsplatz zu. Fahnen der HI. säumten den riesigen Platz. Der Führer des Oberbannes Essen meldete dem Reichsjugendführer die Tausende und Abertausende der HI., des Deutschen Jungvolks, dem BdM. und der Schuljugend. Nach kurzen Begrüßungsworten durch den Obergebietsführer West sprach Baldur von Schirach: Meine Hitler-Jungen und BDM.-Mädels! Die Revolution ist auf politischem Gebiet zum Abschluß gelangt, aber auf geistig-seelischem Gebiet wird sie fortgesetzt. Ihr seid die Fahnenträger einer weltbewegenden Idee. Wir sind nicht bereit, da wir den Marxismus überwunden haben, nun vor der Reaktion zu kapitulieren, vor dem Rest Widerstrebender Halt zu machen. Wir machen nicht Halt vor der Gruppe der katholischen Jugendorganisationen. Wir erklären feierlichst, daß konfessionelle Gruppen kein Sonderrecht besitzen. Während auf der einen Seite die konfessionelle Betätigung allen Mitgliedern freigestellt wird, lassen wir uns in der Frage der Jugenderziehung nicht hereinreden von denen, die von einer solchen Jugenderziehung nichts verstehen. Wir Nationalsozialisten haben immer betont, daß wir jeden nach seiner Fasson selig werden lassen, daß wir aber alle Kräfte bekämpfen werden, die der Einigung des deutschen Volkes entgegenstehen. Es ist nicht unsere Ausgabe, die Interessen der Kirche zu vertreten. Wir vertreten die Interessen des Staates und der staatlichen Jugenderziehung. Wenn man aber sagt, wir seien keine Christen, dann lügt man. Entschieden vertrat der Reichsjugendführer die sozialistische Grundhaltung der HI., der das Erlebnis der nationalen Revolution eben ein sozialistisches Erlebnis gewesen sei. Er schloß: Kämpft nieder die Barrikaden der Reaktion, kämpft nieder die Schranken konfessionellen Eigensinns und schöpft aus der revolutionären Arbeiterjugend Adolf Hitlers das sozialistisch-deutsche Volk! Einweihung der Baldur-von-Gchirach-Gchule in Mehlem. Godesberg, 12. März. (DNB.) In M e h - l e m am Rhein wurde durch den Führer des Obergebietes West der HI., Hartmann-Lauterbacher, die Obergebietsführerschule der HI. geweiht. In seiner Ansprache führte der Obergebietsführer aus, daß gerade der HI. in diesem Jahre große Aufgaben harrten. Sie könnten nur gelöst werden, wenn die Führer in einer Schule politischer Art für ihren Dienst weltanschaulich und charakterlich gefestigt würden. Nach der Ankunft Baldur v. Schirachs in Begleitung von Staatsrat Gauleiter G r o h e und Staatsrat B o e r g e r teilte Hartmann-Lauterbacher dem Reichsjugendführer den Vollzug der Weihe und die Benennung der Schule nach feinem Namen mit. Baldur v. Schirach, wies darauf hin, daß die HI. aus einer winzigen Gemeinschaft zu einer 6-Millio- nen-Bewegung geworden sei, die getragen werde von einem Ethos der Gemeinschaft, dem Ethos des „W i r". In dieser Gemeinschaft sei das „I ch" ausgelöscht. Wir wollen, so schloß er, als Träger einer neuen Weltanschauung die Geschicke unseres Volkes auf Jahrhunderte, ja Jahrtausende formen und gestalten. Vayem feiert den Jahrestag Oer Führer spricht beim Staatsakt in München. München, 11.März. (DNB.) Trotz des rieselnden Regens, der am Sonntag früh einsetzte, war die Landeshauptstadt in ihrem Flaggenschmuck in gehobener Stimmung. Um 8.45 Uhr kündete der Aufmarsch der SA. an der Luisenstraße die kommenden eindrucksvollen Kundgebungen anläßlich des Staatsaktes in der Ausstellungshalle. Zwei Musikzüge, ein Ehrenzug der Leibstandarte, insgesamt 3000 Mann, zogen unter klingendem Spiel zum Braunen Haus. Hier wurden die 120 Ehrenzeichen der SA. abgeholt. Dann folgte in Sechser reihen unter flotten Marschklängen der Zug durch das Stadtinnere zur Ausstellungshalle. Oie Einholung des Reichsstatthalters lockte schon lange Zeit vorher eine größere Zahl Männer und Frauen an. Kurz nach 10 Uhr trafen die Mitglieder der Staatsregierung ein, die durch besondere Einholung dem Reichsstatthalter eine Ehrung bereiteten. Um 10.30 Uhr fuhren Reichsstatthalter und Regierung im offenen Wagen zum Schauplatz des Staatsaktes. In den Straßen hatten sich immer wieder große Menschenansammlungen gebildet, aus deren Reihen dem Reichsstatthalter lebhafte Heil-Grüße dargebracht wurden. Vor der Festhalle hatten eine Ehrenkompanie der Landespolizei und ein Ehrensturm der SA. Aufstellung genommen. Punkt 11 Uhr fuhr der Reichskanzler mit Stabschef Röhm vor der Ausstellungshalle vor, empfangen vom Reichsstatthalter und der Staatsregierung. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches betrat der Führer die Festhalle. Staatsminister Esser dankte dem Führer, daß er der Veranstaltung die Ehre seiner Anwesenheit geschenkt habe. Sein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer fand in der Riesenversammlung ein brausendes Echo. Es folgte die Ansprache des Ministerpräsidenten Siebert. Wie Bayern militärisch in den letzten hundert Jahren treu dem Reiche diente, wie es den deutschen Süden 1871 hineinführte in oen Glanz des geeinten Reiches, wie es Geburtsund Heimatstätte für unseren Führer wurde, wie es am 9. März 1933 sein Treugelöbnis dem Führer entgegenthngen ließ, so gebe es sich bei dieser ü^ter des Jahrestages dieses denkwürdigen Aktes °uss neue dem Reich und dem Führer. Eine tau- sendiahrige eigene Geschichte ende ruhmvoll, indem sie sich hmemftechte in die neue Welt Deutschlands. Neuregelung -er Gchuhhaff- bestimmungen in Preußen. Berlin, 11. März. (DNB.) Amtlich. Ministerpräsident Göring hat über die Verhängung von Schuhhaftmahnahmen folgendes angeordnet: Die bisher für die Anordnung der Schutzhaft aus politischen Gründen geltenden Zu- ständigkeitsvorschriften werden aufgehoben. In Zukunft dürfen Beschränkungen der persönlichen Freiheit nach Maßgabe des § 1 der Verordnung zum Schuhe von Volk und Staat vom 28.Februar 1933 nur von dem Geheimen Staatspolizeiamt mit Wirkung für das ganze Staatsgebiet und von den Ober- und Regierungspräsidenten, dem Polizeipräsidenten in Berlin und den Staatspolizeistellen für ihren örtlichen Amtsbereich angeordnet werden. Die bisherige Zuständigkeit der kreis- Polizeibehörden, namentlich der L a n d r ä t e, für solche Maßnahmen ist nicht mehr gegeben. Die bisher von ihnen verfügten Maßnahmen treten mit Ablauf des 31. März 1934 außer kraft, sofern nicht ihre Verlängerung von den zuständigen Landespolizeibehörden bis dahin angeordnet ist. Wird die Schutzhaft als provisorische Maßnahme wegen des Verdachts einer strafbaren Handlung angeordnet, so ist unverzüglich die Entscheidung des Gerichtes für die Verhängung der gerichtlichen Untersuchungshaft herbeizuführen und im Falle der Ablehnung eines richterlichen Haftbefehles auch die polizeiliche Maßnahme außer kraft zu sehen, sofern nicht ausnahmsweise ihre Aufrechterhaltung aus anderen Gründen begründet erscheint. Beschränkungen der persönlichen Freiheit, die von den Ober- und Regierungspräsidenten, dem Polizeipräsidenten in Berlin und den Staatspolizeistellen angeordnet werden, treten am achten Tage nach Ablauf des Tages, an dem die Schuhhaftanordnung vollstreckt worden ist, v o n selbst außer kraft, sofern nicht inzwischen auf entsprechenden Antrag hin die Fortdauer der Schuhhaft von dem Ministerpräsidenten ausdrücklich ungeordnet worden ist. In jedem Falle ist telegraphisch binnen 24 Stunden zu berichten. Verhaftungen, die nicht unter den Begriff „Schuhhaft" fallen, dürfen nur von den hierfür gesetzlich bestimmten Behörden erfolgen. 3n diesem Falle ist aber unter allen llmständ/n binnen 24 Stunden richterlicher Haftbefehl herbeizuführen. Wird ein solcher Haftbefehl vom zuständigen Richter ab- gelehnt oder ist derselbe binnen 24 Stunden nicht zu erlangen, so ist der Betreffende sofort zu entlassen oder, falls die Verhaftung aufrechterhalten werden soll, telegraphische Mitteilung binnen 24 Stunden an den Ministerpräsidenten ergehen zu lassen. Die mißbräuchliche Anwendung der haft wird der Ministerpräsident in Zukunft u n - nachfichtlich ahnden. Dienststellen der Partei oder der Verbände dürfen Festnahmen von sich aus nicht tätigen. Bel Nichtbeachtung dieser Anordnung ist von der zuständigen Behörde sofort hiergegen ein- zuschreiten und dem Ministerpräsidenten umgehend Meldung zu erstatten. * Ministerpräsident Göring hat die Polizeibehörden angewiesen, ihm bis zum 2 0. März d. I. Li- st en überalleinHaftbesindlichen Personen einzureichen, deren Freiheitsbeschränkung nicht auf richterlichen Haftbefehl, sondern auf polizeilicher Anordnung beruht. Die Listen haben sich nicht nur auf die Personalien der Häftlinge und den Grund ihrer Festnahme zu beschränken, sondern auch Vorschläge für die weitere Behandlung zu enthalten. Darüber hinaus hat Ministerpräsident Göring angeordnet, daß alle neben den Polizei- gefängnissen errichteten Gefängnisse, welche den Charakter von kleinen Konzentrations« lauern trugen, mit sofortiger Wirkung aufzu - lösen sind und künftig nicht mehr eingerichtet werden dürfen. Auflösung des Konzentrationslagers Sonnenburg. Leipzig, 10. März. (DNB.) Im Zusammenhang mit der zunehmenden innerpolitischen Beruhigung wird zwangsläufig auch von der Anordnung der Schutzhaft weniger Gebrauch gemacht. Der preußische Ministerpräsident hat daher nach der kürzlich erfolgten Auflösung des staatlichen Konzentrationslagers Brandenburg soeben auch die Auflösung des staatlichen Konzentrationslagers Sonnenburg zum Ende des Monats angeordnet. Es befinden sich zur Zeit noch rund 2800 Sch u tz h ä f t l i n g e in Den staatlichen Konzentrationslagern Preußens. Nach dem der Rede des Ministerpräsidenten folgenden Deutschlandlied hielt -er Führer eine kurze Ansprache, in der er u. a. folgendes uus- führte: Deutsche Volkgenossen und Volksgenossinnen! Der Zwang, heute abend noch in Berlin zu sein, macht es mir unmöglich, noch länger hier zu verweilen. Ich mochte aber nicht von ihnen gehen, ohne wenigsten mit ein paar Worten das auszudrücken, was mich jetzt bewegt. Von hier aus ging einst der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung. Jahrelang habe ich in dieser Stadt gepredigt, damals beschränkt auf diese Stadt, jahrelang habe ich zugleich aber auch versichert, daß diese Stadt sich keine größere Ehre erringen wird und erringen kann, als daß sie Ausgangspunkt dieser neuen Lehre ist und bleibt. Sie bleibt Ausgangspunkt dieser Lehre, indem sie die Leitung dieser neuen Bewegung für immer in ihren Mauern behält. Ich will aber nicht nur, daß diese Stadt, sondern daß dieses ganze Land für alle Zukunft mit ein Pfeiler fei des neuen Reiches. Auch in diesem Lande ist in diesem Jahre gearbeitet worden entsprechend den Richtlinien, die ich der Bewegung in ganz Deutschland erteilte. Und es ist erfolgreich gearbeitet worden. Was geschaffen wurde, ist in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Nicht das ist das Wesentliche, daß d i e deutsche Wirtschaft wieder der Gesundung entgegengeführt wurde, daß in Deutschland über zweieinhalb Millionen Erwerbslose in den Produktionsprozeß zurückgekehrt sind, daß überall ein neuer Glaube eingezogen ist, sondern entscheidend ist, daß wir in diesem Jahr d i e Voraussetzung schufen für eine deutsche Wiedergeburt, die vielfach 100 ober 200 ober 300 Jahre sich auswirken wirb. (Stürmischer Beifall.) Wenn wir nun nach einem Jahre zurückblicken, bann müssen wir bankerfüllt derer gedenken, die durch ihre Arbeit das ermöglicht haben. Ich muhte schon neulich sagen, daß ich nicht hier stünde, wenn ich nicht so viele Tausende, Zehnlausende und hunderttausende treue und brave, oft ganz kleine Anhänger gehabt hätte, die namenlosen, unbekannten Treuen. Nirgends kann man ihrer mehr gedenken als in dieser Stadt, denn hier hat unsere Beroe- zung begonnen, damals klein und unbekannt, und doch fanden sich viele Hunderte. Tausende und Zehntausende, die sich diesem Erlösungswerk der deutschen Nation verschrieben hatten. Es wird ein ewiger Ruhmestitel für diese Stadl sein, daß aus der Tiefe ihres Wesens und ihres Gemüts die tiefsten seelischen Voraussetzungen für die Erneuerung des deutschen Volkes gekommen sind. Es ist nur natürlich, daß wir in dieser Stunde all den freuen, tapferen, mutigen und opferbereiten Anhängern danken, all den zahllosen Verteidigern, die hier den Kampf mit aufgenommen haben, diesen zahlreichen SA.- und SS.-Männern, die Jahr für Jahr treu zu ihrer Fahne hielten, ganz gleich, ob sie flatterte oder ob wir sie einziehen muhten. Ich möchte daher jetzt auch denen danken, die als Führer dieser treuesten Anhänger auch hier in München und damit in Bayern entschlossen und kühn das Steuer den früheren Männern aus der Hand nahmen und es endgültig der Bewegung gaben. Sie haben mitgeholfen, in Deutschland die nationalsozialistische Revolution zu vollenden, und sie haben mitgeholfen, die Stärke des neuen Regiments im übrigen Deutschland zu festigen. Ich habe seinerzeit erklärt, baß ich, der Bayer, in meiner Eigenschaft als Reichskanzler dafür einstehe, daß gerade dieses Bayern jederzeit zu den Treuesten der Getreuen gerechnet werden kann. (Stürmischer Beifall.) Ich bin glücklich und stolz, in Berlin jederzeit sagen zu können: Wenn Sie heute von deutscher Treue reden, so müssen Sie das ganze deutsche Volk meinen. Vom Süden bis zum Norden, vom Osten bis zum Westen gibt es nur einen Glauben und nur ein Bekenntnis: Deutschland und immer wieder Deutschland! (Stürmischer Beifall.) So wollen wir uns denn in dieser Stunde Derer erinnern, die in dieser Stadt und in diesem Lande einst für die Bewegung das erste Opfer gebracht haben, der braven Männer, die vor Der Feldherrn- Halle fielen, der braven SA.-Männer, die von Rotfront ermordet worden sind. Sie alle konnten nicht mehr erleben, was wir heute sehen. Aber indem sie es vorausahnten, find sie einst dafür gestorben. Sie sollen für uns Blutzeugen und Bekenntniszeugen fein, verpflichtend für uns alle. So bitte ich Sie denn: Lassen wir genieinsam unser herrliches Deutsches Reich, unser liebes deutsches Vaterland leben, auf daß es dereinst unseren Nachfahren immer Das geben kann, was wir 15 Jahre vermissen mußten: Freiheit, Ehre und Damit Das tägliche Brot. Unser deutsches Volk und unser Deutsches Reich — Sieg-Heil! Eingliederung aller Heilberufe in die Deutsche Arbeitsfront. Berlin, 10. März (DNB.) Die im Sach. Verständigenbeirat für Volksgesundheit der NSDAP, zusammengeschlossenen Berufsverbände der Aerzte, Apotheker, Dentisten, Drogisten, Heilpraktiker, Tierärzte und der Berufe im ärztlichen und sozialen Dienst (Schwestern, Krankenpfleger, Hebammen usw.) haben auf ihrer letzten Arbeitstagung als geschlossene Gruppe unter Führung des Vertrauensmannes des Stell- Vertreters des Führers für alle Fragen der Volksgesundheit, Dr. Wagner, ihren Beitritt zur Deutschen Arbeitsfront erklärt. Außerdem wird die Reichszentrale für Gesundheitsführung beim Reichsministerium des Innern, der alle für die Gesundheitsführung wichtigen Reichsaxbeitsgemeinfchaften angehören, der neuen Volksgefundheitsabteilung der Deutschen Arbeitsfront zur praktischen Arbeit angegliedert. Die bisher in der Arbeitsfront vorhanden gewesenen Verbände obiger Berufsgruppen werden von der Arbeitsftont aufgelöst. Ihre Mitglieder, ebenso wie die bisherigen Einzelmitglieder dieser Berufsgruppen werden Der Volksgesundheitsabteilung angegliedert. Die Abführung der Beiträge erfolgt zentral an die Arbeitsfront. Zita streckt Wühler aus. Paris, 10. März. (DNB.) Exkaiserin Zita ist schon vor einiger Zeit in Paris eingetroffen und hat in einem kleinen Hotel des Boulevard Raspail Wohnung genommen. Erzherzog Otto, der sie begleitet hatte, ist vor vier Tagen wieder nach Brüsfelzurückgekhrt. Die Exkaiserin empfing zahlreiche Besuche. Einem Berichterstatter des „Jntransigeant", der dm Boulevard Raspail vorsprach, wurde erklärt, daß ihr Pariser Aufenthalt mit Den Gerüchten von einer Wiedereinsetzung der Habsburger nichts zu tun habe. Oie britischen Flottenmanöver im Atlantik. London, 12. März. (DNB.-Funkspruch.) 86 britische Kriegsschiffe mit 40 000 Mann Besatzung haben am Sonntag Gibraltar verlassen, um an den großen Flottenmanövern im Atlantischen Ozean teilzunehmen, die fünf Tage dauern werden. Der südslawische Staatsgedanke. Von unserem v. K.-Äerichterstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Belgrad, März 1934. Daß der Serbe ein fanatischer Nationalist und tapferer Soldat ist, dürfte seit dem Weltkrieg allgemein bekannt [ein. Serbiens Aufstieg nach Kriegs- fchluß zur Großmacht Jugoslawien ist eine Tatsache, zu der Stellung zu nehmen Sache der Tagespolitik und der Außenpolitik ist. Unabhängig davon sei hier der Versuch gemacht, die serbische Mentalität im Rahmen der allgemeinen europäischen Nachkriegs- Entwickelung sachlich zu charakterisieren und die Volkspsyche dem Mitteleuropäer verständlich zu machen. Der Serbe ist, ähnlich wie der Ungar, ein ausgesprochener Herrenmensch, gewissermaßen ein Aristokrat der Gesinnung. Diese Eigenschaft hängt mittelbar mit seiner glühenden Vaterlandsliebe und mit der Liebe zur Scholle zusammen. Scholleoerbunden und bodenverwurzelt bezeichnet der Serbe alle außerhalb des südslawischen Kulturkreises stehenden Menschen als „Precanin". Das heißt wörtlich übertragen „Drübige", die „von drüben , bedeutet aber zuguterletzt alle „Uebrigen". Diese „Uebri- gen", also Nichtsüdslawen, hält der Urserbe für minderwertige Menschen. Als Herrenmensch leistet sich jedoch der Serbe die großzügige Geste, in den „Uebrigen von drüben" keine Minderwertigkeitskomplexe aufkommen zu lassen. Er behandelt also alle als gleichwertige und — nach außen bin — gleichberechtigte Menschen; er toleriert die Wesensart, die Lebensweise, die Kultur und bis zu einem gewissen Grade sogar die regionale Politik dieser „Leute". Mögen auch böse Zungen behaupten, daß dieses Tolerieren eigentlich nicht so sehr auf echtempfundene Toleranz, als vielmehr auf — Indolenz zurückzufuh- ren sei. Der Endeffekt bleibt derselbe: Der, daß es Minderheiten-Fragen in Jugoslawien in der akuten Form wie zum Beispiel in der Tschechoslowakei oder in anderen Südoststaaten gar nicht gibt. Wenn die Toleranz der Führer-Schicht das kulturelle Eigenleben der „Uebrigen" ungehemmt läßt und den einzelnen Minderheitengruppen im Rahmen des jugoslawischen Einheits-Staates sogar politische Rechte einräumt, dann kommen die Tolerierten eben kaum auf die Idee, sich unterdrückt zu fühlen. Selbstverständlich handelt es sich hier — rein weit« tanschaulich gesehen — um ein überaus geschickt eingefädeltes, planmäßig durchgeführtes Täuschungsmanöver. In Wirklichkeit denkt der Serbe nicht daran, die Uebrigen gleichzustellen; sie werden höchstens aus Staatsraison gleichgeschaltet. Für die sogenannte „Demokratie" ist äußerlich bezeichnend, daß es bei den Straßenbahnen in Belgrad — zwei Klassen gibt, Wer vorn im Triebwagen fahren will, zahlt um 50 v. H, mehr für eine einfache Fahrt als die „Uebrigen" im hinteren Wagen. Diese an fid) belanglose Kleinigkeit ist symptomatisch für die Aristo-Da- mokratie der Südslawen. Sie sagen: Wir Serben sind dos staatsschöpferische, staatslenkende und vor- wärtstreibende Element, alles was wir tun, tun wir für einen einheitlichen Staat, für eine einige Nation, für eine einheitliche Zukunft, für Groß-Serbien. Wir kämvfen für den groß-serbischen Volksstaat und i h r Uebrigen dürft mitkämpfen. Wir räumen euch das Recht ein, wenn auch nicht staatslenkend, so doch aktiv-staatsbejahend zu fein; tut ihr das, so sollt ihr im Rahmen dieser Einheitsidee gern eure Selbstbestimmung haben. Wir geben euch dieses Selbstbestimmungsrecht aus freien Stücken, wenn ihr auch „nur" die Uebrigen feit), setzen aber voraus, daß ihr unsere Großzügigkeit weder falsch verstehen noch mißbrauchen, geschweige denn als Schwäche ansehen werdet. 21 n f o n ft e n Dieses eine Wort „ansonsten" wird jedoch vorweis- lich und klug — nicht ausgesprochen, sondern nur an- gedeutet. Und so fühlen sich die Minderheiten in Kroatien, in Dalmatien, in der Wojwodina, die Slowenen, die Montenegriner und korzorativ alle „Uebrigen" frei und bejahen nicht unter Druck sondern in der Annahme, eine gerechte und gute Sache zu unterstützen, den Einheitsstaat, sowie seine Oberschicht, die serbische Aristokratie mit ihrer tolerantdemokratischen Geste. Das ist der Kernpunkt der serbischen Politik der letzten Jahre, und diese Politik kann am besten mit dem Wort „I u g o s l a w i s m u s" bezeichnet werden. Jugoslawismus ist ein — natürlich unausgesprochener — Begriff für die Totalität eines fest zu verankernden Einheitsstaates, der sich — abgesehen von manchen anderen „Zweiheiten" — aus zwei politischen Weltanschauungsthesen (Serbien-Kroatien), zwei Psychologien (die Serben haben ihr Territorium befreit bzw. Jugoslawien zusammengeschmiedet), zwei Kulturen (südslawische und germanische) und zwei Kirchen (orthodox und katholisch) zusammengesetzt. Die Serben vertreten den Standpunkt, daß der Zusammenbruch der Monarchie eine logische Folge des Frontdurchbruchs von Saloniki war, sie kämpfen konsequent um den Vorteil der Gesamtnation, sie halten sich für die einzig berufenen Führer dieser Gesamtnation und lehnen — selbst orthodox — nicht „griechisch", sondern ausgesprochen serbischorthodox —, die katholische Kirche als politisch- weltlichen Faktor strikt ab, um so mehr, als sie den Klerus mit dem Vatikan einer- und mit Mussolinis Italien andererseits glatt identifizieren. Die Kehrseite dieser südslawischen Generallinie ist d i e kroatische Weltanschaung, die in dem Wunschtraum einer kroatischen Autonomie im Rahmen des jugoslawischen Einheitsstaates kulminiert. Hier klaffen Widerspräche und Gegensätze, die man nicht unterschätzen darf. Demgegenüber muß aber gesagt werden, daß die Realisierung des Wunsch- traumes im Augenblick selbst den fanatischsten kroatischen Politikern nicht aktuell erscheint und daß eine Loslösung vom Staate, bis auf unverbesserliche Autonomisten und Separatisten kein Mensch mehr denkt. Auch die Gegensätze und Widersprüche stehen heute nicht im Vordergrund des politischen Interesses. Das neue achtundzwanzigste Kabinett des Einheitsstaates wird sich genau wie seine Vorgänger zielbewußt bemühen, die Gegensätze nicht zu verschärfen, die Widersprüche vorübergehend" auszuschalten und im Sinne des Jugoslawismus zu schalten und zu walten. So wirbt der Jugoslawismus mit den rassisch gegebenen aristo-dernokratischen Gesten der Südslawen um eine große Einheit, die in Wirklichkeit keine ist, und nach außen hin trotzdem immer mehr und mehr erstarkt. In welchem Ausmaße die innere Erstarkung vorhanden, möglich und durchführbar ist, kann ein Außenstehender nicht gut beurteilen. Er stellt lediglich fest, daß der Jugoslawismus als eine Einrichtung bezeichnet werden kann, die — ohne wesensneu oder gar wegweisend zu sein — gewisse Ähnlichkeiten sowohl mit dem Faschismus als auch mit dem Nationalsozialismus aufweist und in letzter Konsequenz naturgemäß auch eine Art „Totalstaat" erstrebt. Aus alt Abschluß der Reichsbahnstudienkonferenz. Die Fünfte Studienkonferenz der Reichsbahn wurde in Königsberg zu Ende geführt. Die Konferenz hat eine unendliche Fülle von Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Eisenbahnpraktikern und Wissenschaftlern erbracht. In der letzten Sitzung sprach zunächst der Leiter des Deutschen Instituts für nationalsozialistische technische Arbeitsforschung und Schulung (Dinta), Dr. ing. e. h. Arnhold - Düsseldorf, über „Mensch und Arbeit". Der Staatssekretär im Neichsverkehrsministerium, Koenigs, behandelte dann die verkehrspolitischen Grundlagen ür den Aufbauplan O st Preußens. Man ollte daran denken, den landwirtschaftlichen lieber» chuß über Königsberg und über die See den Rhein jinauf insRuhrgebietzu schaffen, wo sich ein aufnahmefähiger Markt finde. Wenn in Ostpreußen ein wirksamer Handel und eine Industrie aufgebaut würden, müsse Ostpreußen auch unmittelbar an die große Weltschiffahrt angeschlossen werden. Königsberg müsse außerdem zum Luftkreuzungs- punkt des Nordens und des Ostens werden. Als letzter Redner sprach der Präsident der Reichsbahndirektion Köln, Remy, über die Aufgaben des großstädtischen Eisenbahnverkehrs im Dienste der Volkswirtschaft. Schreckliche Bluttat. In Saarlouis wurde das hochbetagte Ehepaar Wilhelm Hotopp, Inhaber einer Möbelschreinerei, mitten in der Nacht durch mehrere Schüsse aus dem Schlafe geweckt. Der in der Mitte der 70er Jahre stehende Mann durch- uchte sämtliche Räume des Hauses und fand schließ- ich seinen Sohn Erwin im Vorzimmer eines.Schlafzimmers neben der Tür in feinem Blute auf dem Boden liegen. Er hatte einen Brustschuß und einen Schuß in den Kopf erhalten. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den früheren Schreinergesellen Hotopps, einen gewissen Eugen Junk aus Jettenbach in der Pfalz, der seit einem Jahr, seit er bei Hotopp entlassen worden war, die Familie unausgesetzt bedroht hatte. Die Polizei konnte Junk noch in der Nacht festnehmen. Er leugnete, konnte aber an Hand des erdrückenden Beweismaterials der Tat überführt werden. Hitze und Vuschbrände in Südaustralien. Durch ausgedehnte Buschbrände wurden unweit von Adelaide drei Häuser zerstört. Buschwerk und Weideland vernichtet Feuers herbeigeeilt. In anderen Teilen Südaustra- liens wüten ebenfalls Brände, durch die viel Bufchwer und Weideland vernichtet wird. Seit acht Tagen leidet das Land unter einer Hitzewelle; in Adelaide wurde eine Temperatur von 38 Grad Celsius verzeichnet. Große Goldfunde in Südafrika. Die „Times" meldet aus Bloemfontain (Oranje- Freistaat): Goldfunde, die in der letzten Zeit gemacht worden sind, haben zu der Vermutung Anlaß gegeben, daß sich in Transval und im Oranje- Freistaat eine Goldader befindet, die sich über einen Kreis von annähernd 50 Kilometer Durchmesser und 160 Kilometer Umfang erstreckt. Im Mittelpunkt des Kreises ist die Stadt Parys. Proben von Gold, die an 30 verschiedenen Stellen gefunden wurden, ergaben durchschnittlich sieben Penny Gewicht je Tonne. Eisenbahnunglück bei Leningrad. Wie aus Reval gemeldet wird, hat sich bei Leningrad ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. In der Nähe von Tschudowa entgleiste der Südostexpreß. Dabei wurden die Maschine und fünf Wagen völlig zertrümmert. lieber die Zahl der Toten und Verletzten liegt noch keine amtliche Meldung vor. Die kochende Volksseele beim Boxkampf. In Lille kam es im Anschluß an einen Boxkampf zu heftigen Zwischenfällen, weil das Publikum das Urteil der Ringrichter im Hauptkampf für parteiisch erklärte. Ein großer Teil der Anwesenden gab seinem Unwillen dcäurch Ausdruck, daß sie den Boxring mit sämtlichen greifbaren Gegenständen bombardierten. Andere Zuschauer versuchten den Ring in Brand zu stecken. Schließlich gelang es einem Polizeikommissar, sich Gehör zu verschaffen und das Publikum selbst abftimmen zu lassen. Mit über 200 gegen 43 Stimmen wurde der von Die Entwicklungskurve für die nächstliegende Zukunft kann man nicht voraussehen. Ein vorläufiger „Sieg" des Jugoslawismus ist faktisch vorhanden und seine weitere Erstarkung ist unbedingt zu erwarten. lieber die Außenpolitik des Jugoslawismus bleibt nicht viel zu sagen. Neben der Bestrebung, mit allen Völkern, auch mit den mittelbaren Nachbarn friedlich zusammenzuarbeiten, neben einer ehrlich empfundenen, erfreulich verständnisvollen Sympathie für das neue Deutschland und dessen ftaats» aufbauende Zielstreckungen, neben der bewußten Förderung deutscher Kultur und konsequent durchgeführten Verneinung der antideutschen Welt-Propaganda dürfte — bei einer Ausschaltung der Kroatenfrage — die grundsätzliche Ablehnung der Revisionsnotwendigkeit faktisch der einzige Punkt sein, der ein sonst durchaus mögliches Zusammengehen des Jugoslawismus mit dem Nationalsozialismus seinerzeit erschweren wird. Sonst aber verdient Jugoslawien auf alle Fälle anders gesehen zu werden als die übrigen Staaten der Kleinen Entente. Anders gesehen und anders eingeschätzt! ... ?r Wett. den Ringrichtern als Punktsieger erklärte Boxer zum Besiegten erklärt. Wegen Erpressung zu Zuchthaus verurteilt Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Vor dem Sondergericht Berlin wurde dieser Tage die Hauptverhandlung gegen sieben jüngere Leute beendet, die vor einigen Wochen unter dem Vorwand politischer Motive gegenüber einem jüdischen Fabrikanten aus Chemnitz eine Erpressung versucht hatten. Der Fabrikant war dabei mißhandelt worden. Ferner hatten die Täter auf einen Polizeibeamten, der ie festnehmen wollte, geschossen. Von den Angeklagten wurde einer zu 6 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, einer zu 6 Jahren, zwei zu je 5 Jahren 6 Monaten, ein weiterer zu 5 Jahren Zuchthaus und zwei zu je 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen sämtliche Angeklagten wurde der Haftbefehl aufrecht erhalten. Das Urteil des Sondergerichts ist rechtskräftig. Indianerüberfall in einem mexikanischen Dorf. Wie „Associated Preß" aus Mexiko-Stadt meldet, begannen etwa 200 Indianer während der feierlichen Amtseinführung des neuen Gemeindevorstehers in einem mexikanischen Dorf eine wilde Schießerei, bei der zehn Personen getötet wurden. Die Behörden vermuten, daß politische Gegner des neuernannten Gemeindevorstehers für den Ueberfall verantwortlich sind. Lebenslängliches Zuchthaus für einen Vatermörder. Nach dreitägiger Verhandlung vor dem Ulmer Schwurgericht gegen den 21jährigen Otto Straub aus Holzheim (Oberamt Göppingen), der im Sommer v. Js. feinen Vater erschlagen und den Leichnam in grausamer Weise zerstückelt hatte, stellte her Staatsanwalt den Antrag, auf Mord zu erkennen und die Todesstrafe auszusprechen. Der Vorsitzende verkündete folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen eines Verbrechens des Totschlages zu lebenslänglichem Zuchthaus und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer verurteilt. Sühne für die Ermordung eines SA.-Wannes. In dem Tilsiter Prozeß wegen der Ermordung des 'SA.-Mannes Stiegel wurde nach zweitägiger Verhandlung das Urteil gefällt. Der Angeklagte Grickschas wird wegen Verbrechens nach § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens vom 13. Oktober 1933 in zwei Fällen in Tateinheit mit Totschlag und versuchtem Totschlag zum Tode und 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden dem Angeklagten auf Lebenszeit aberkannt. Er trägt außerdem die Kosten des Verfahrens. Der zur Tat gebrauchte Dolch wird eingezogen. Der Oberstaatsanwalt hatte in beiden Fällen die Todesstrafe beantragt. Feuerwehrauto überschlagt sich. — 9 Schwerverletzte. Ein folgenschweres Unglück ereignete sich auf der Chaussee Pölitz—Frauendorf in Pommern. Der mit neun freiwilligen Feuerwehrmännern besetzte neue Mannschaftswagen der Stolzenhagen-Kratz- wiecker Freiwilligen Feuerwehr erlitt eine Reifenpanne, wodurch sich der Wagen überschlug und vollkommen zertrümmert wurde. Sämtliche Insassen wurden unter den Trümmern begraben und mußten dem Frauendorfer Krankenhaus zugeführt werden, wo sie mit erheblichen, doch nicht lebensgefährlichen Verletzungen darniederliegen. Verheerender Darenhausbrand in Alabama. In einem großen Warenhause inmitten des Geschäftsviertels von Birmingham (Alabama) brach Feuer aus, das sich bald über das ganze Gebäude ausdehnte. Etwa 4000 Personen, die um diese Zeit sich in dem Warenhaus aufhielten, konnten rechtzeitig ins Freie gelangen, so daß niemand zu Schaden kam. Die Flammen ergriffen auch einen 500 Gallonen fassenden Schmieröltank, der explodierte. Das Feuer sprang dann auf ein benachbartes Warenhaus über und bedrohte den gesamten Gebäudeblock. Das in der Nähe liegende Theater wurde eiligst geräumt. Der durch das Großfeuer verursachte Sachschaden beträgt über eine Million Dollars. Die Seeschlange ist nicht totzukriegen. Wie Reuter aus Newyork meldet, will der Kapitän der „Mauretania", die von einer Kreuzfahrt nach den Antillen zurückgekehrt ist, in der Nähe der Bahama-Inseln ein Seeungeheuer gesichtet haben. Er erklärte In Newyork, daß das Ungeheuev „sicherlich" 20 Meter lang gewesen sei. Es habe vier Höcker gehabt, außerdem noch an« de re unförmliche Auswüchse, die nach Flossen aus» gesehen hätten. „Ich habe es drei Minuten lang beobachtet", fügte er hinzu, „und halte es sogar für möglich, daß es dieselbe Schlange war, die wir am 11. Februar in den gleichen Gewässern gesehen haben." — Die „Mauretania" ist bekanntlich mit ihren 30 000 Tonnen einer der größten britischen Passaaierdarnpfer und besaß vor der Fertigstellung der „Bremen" das „Blaue 23amb des Ozeans, Kunst und Wissenschaft. „Reichsverein für Sippenforschung und Wappenkunde." In Berlin wurde der „Reichsverein für Sippenforschung und Wappenkunde e. V." unter Beteiligung der Vertreter führender sippenkundlicher Vereine gegründet. Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, setzte als Vorstand den Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern, Dr. Achim ©erde, ein. Der Führer des Vereins wird seine Vertreter bestimmen, sowie einen engeren und erweiterten Führerrat berufen. Der „Reichsverein für Sippen« forschung und Wappenkunde e. 23." bezweckt den Zusammenschluß aller deutschen Männer und Frauen rein arischer Abstammung, die Sippen- und Familienforschung oder Wappenkunde betreiben, mit dem Ziele der Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchses von Sippenforschern, der Förderung wissenschaftlicher Arbeiten, der 253er« bung für das Verständnis sippenkundlicher Arbeiten und für den Gedanken der Arterhaltung und völkischen Erneuerung. Die Satzungen des Reichsvereins sind vom Reichsminister des Innern genehmigt worden. Der Verein hat seinen Sitz in Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 26. Die Geschäftsstelle nimmt schriftliche Beitrittsanmeldungen entgegen. Germanisches TNuseum in Nürnberg. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg (Direktor: Geh. Rat Dr. E. H. Zimmermann) legte vor kurzem seinen 80. Jahresbericht vor, der in einem einleitenden Rückblick vor allem der auch kulturell bedeutsamen Machtüber« nähme im Reich durch Adolf Hitler gedenkt. Der Tätigkeitsbericht verzeichnet als besonders bebeut« [am die große Deit-Stoß-Ausstellung im 400. Todesjahre des Meisters. Recht umfangreich ist der Katalog der Neuerwerbungen sowohl für die Kun stund kulturgeschichtlichen Sammlungen wie auch für die Bibliothek, das Archiv und das Kupferstich- tabinett. Eine Mehrheit gegen das neue schweizerische Ordnungsgeseh. Bem, 11.März. (DNB.) Das Gesamtergebnis der Abstimmung über das neue Ordnungsgesetz in der Schweiz lag am Sonntag um 19 Uhr bereits vor. Für das Gesetz stimmten mit Ja 417 678, dagegen mit Nein 468185 Sti mmb erech« big te. Bei den großen Kantonen Zürich, Bern, Basel und Genf war man von vornherein über den Ausfall des Ergebnisses nicht sicher. Daß aber auch diejenigen Kantone, die die Regierung st ützten, mit nur geringen Mehrheiten für das Gesetz stimmten, hat allgemein überrascht. Zu der Ablehnung hat nicht nur die Nein-Parole der Kommunisten und Sozialdemokraten sowie der verschiedenen Studentenbewegungen geführt, sondern auch die Verärgerung weiter Volkskreise über d i e Wirtschaftskrise und die der Bauern über die verschärfte Durchführung des neuen Alkoholge« setzes. Zwischenfälle haben sich nirgends ereignet Als Vorsichtsmaßnahme hatten die Kantonregierun- gen von Bern, Bafel und Zürich jede öffentliche Kundgebung verboten. Ferner war in verschiedenen anderen Kantonen Jugendlichen aufreizende Agitationen untersagt. Bemerkenswert ist das Ergebnis des Kantons Tessin insofern, als sich kürzlich in Bellinzona, Lugano und Locarno Zusammenstöße mit den dort gebildeten faschistischen Gruppen ereignet hatten. Im Kanton Tessin stimmten 18 088 mit Ja ab und 7438 nj.it Nein. Die Stimmbeteiligung war allenthalben rege und betrug fast durchweg rund 74 v. H. Wettervoraussage. Das kräftige Tiefdruckgebiet mit seinem Kern über Südengland und dem Kanal treibt weiterhin milde Ozeanluft und Niederschlagsfelder östlich vor. Somit gestaltet sich das Wetter noch unfreundlich und regnerisch, im Anfang aber ziemlich mild. Die an der Rückseite abfließende kältere Luft dürfte aber späterhin Temperaturfall zur Folge haben und die Niederschläge mehr in Schauern auftreten lassen. Aussichten für Dienstag: Unbeständig, wechselnd wolkig mit schauerartigen Niederschlägen, zwischendurch auch auftlarenb, noch ziemlich mild. Lufttemperaturen am 11. März: mittags 8,7 Grad Celsius, abends 5,9 Grad; am 12. März: morgens 6,3 Grad. Maximum 10,3 Grad, Minimum 5,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. März: abends 4,8 Grad; am 12. März: morgens 4,5 Grad Celsius. — Niederschläge 3,4 mm. — Sonnenscheindauer Yi Stunde. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Pf Alle Neuheiten hat sie Besser als Worte beweisen Tatsachen die starke Lebenskraft der ältesten Spezialzigarette W» ■ ■ ■__NO !Rosemarie, Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Aber gleich war es ihm klar, daß es nur die geschäftlichen Sorgen sein konnten, die auf Wangeiheim lasteten. Aber da sollte schon Rat werden. Er mußte nur versuchen, Wangenheim für heute abend in sein Haus einzuladen. Dann würde man die Dinge in aller Ruhe besprechen können und sehen, wo der Schuh drückte. So reizend und herzlich kamen dem alten Herrn die Worte über die Lippen, mit denen er Doktor Wangenheim bat, für den Abend ein Stündchen hinüberzukommen, daß dieser unmöglich abschlagen konnte. Ehrlich erfreut nahm der Geheimrat Wangenheims Zusage entgegen. So sah dieser Abend Wolfgang im Hause Delbrück. In angeregter Stimmung verlief das kleine Abendessen, und dann saß man gemütlich in den schönen bequemen Sesseln auf der Veranda. Unauffällig lenkte der Kommerzienrat das Gespräch von allgemeineren Dingen auf persönliche; aber er erreichte damit nur, daß Wangenheim mit einem Male still und schweigsam wurde. Unverkennbarer Ernst lag auf seinem Gesicht. Delbrück fühlte, daß es schwer sein würde, hier zum Ziel zu kommen. Wangenheim versuchte endlich gewaltsam, die Stimmung zu retten, indem er vorschlug, daß Renate ein paar Lieder singen möchte. Da löste sich die beklemmende Stille. Die alten Herrschaften waren einverstanden, und die beiden jungen Leute, die schon früher sehr oft zusammen gespielt hatten, gingen hinüber ins Musikzimmer. Während Renate ein paar Noten heraussuchte, setzte sich Wangenheim ans Klavier und spielte mit Fertigkeit und vollendetem Ausdruck. Leise flössen die Töne durch den Raum. Wangenheim war ganz in sein Spiel versunken. Renates Blicke umschlossen sein Gesicht mit warmer Zärtlichkeit, und wieder fühlte sie schmerzlich, wie sehr ihr Herz sich ihm zuneigte. Endlich hatte Wolfgang Wangenheim sein Spiel beendet. „Du spielst noch immer so wundervoll", sagte Renate leise. „Ach, das ist halb so schlimm! Ich habe ja lange keine Taste mehr angerührt." Er lächelte. Ein Blick auf die Veranda hinüber überzeugte ihn, daß diese leer war. „Du siehst ja, deine Eltern sind schon davongelaufen", sagte er heiter. „Sie machen ihren allabendlichen Spaziergang durch den Park. Das sind sie so gewöhnt. Auch bei dem schlechtesten Wetter." Doch sie fühlte, wie ihr das Blut ins Gesicht stieg und sie unsicher wurde. „Und was hast du in der gqnzen langen Zeit getan, kleines Mcwchen?" sagte Wolfgang scherzend. „Ich? Nichts! Es vergeht ein Tag wie der andere. Man wird alt dabei." Warum war er nur plötzlich so zum Scherzen aufgeleat? Er war sich selbst nicht klar über seine Empfindungen. „Ja, du mußt eben heiraten, Kinder haben..." „Ja, ja...!" Sie lachte, aber ihr Herz krampfte sich unter seinen Worten. Doch plötzlich nahm sie all ihren Mut zusammen. Eine solche Stunde mit Wolfgang kam nicht wieder. Wenn sie ihm jetzt Hilfe anbieten könnte. Ihrem Vater war es vorhin nicht gelungen. Da schoß sie mit einem kühnen Sprung auf ihr Ziel los: „Du leidest, Wolfgang! Schon einmal sagte ich dir das, aber damals wolltest du es nicht wahrhaben. Ich bitte dich, sage mir doch, was dich bedrückt. Ich wäre dir so dankbar für dein Vertrauen, und ich würde dir doch so gern helfen.. Doktor Wangenheim war wie erstarrt. So weit war es also schon, daß man ihm seine Sorgen vom Gesicht ablesen konnte? Aber das war es ja nicht. Er mußte sich darüber klar sein, daß die Lage seiner Werke kein Geheimnis bleiben konnte. Seine Brust hob und senkte sich schwer. Sekundenlang zögerte er. Sollte er nicht endlich Renate um ihre Hand bitten? Die Delbrücks waren vermögend. Mit einem Schlage war er wieder flott... Er konnte doch nicht sein Leben lang einem Phantom nachjagen. Blitzschnell schossen seine Gedanken. War es nicht sinnlos, noch immer Rosemarie nachzujagen, während hier ein junges, hübsches Mädchen neben ihm stand, das mit allen Fasern des Herzens danach begehrte, seine Frau zu werden? Warum mündeten in diesem Augenblick seine Gedanken gerade bei Bachstedt? Plötzlich fiel es wie Schuppen von seinen Augen: Rosemarie kam nicht zurück in die Heimat, weil ein Makel an ihrem Namen hing, den sie nicht ertrug! Aber unmöglich hatte sie ihre Beziehungen zu der Tante, an der sie mit ganzem Herzen hing und die ihre einzige Verwandte überhaupt war, gelöst. Vielleicht... vielleicht würde sie zurückkehren, wenn es ihm gelänge, den Beweis ihrer Schuldlosigkeit zu erbringen. Aber das würde schwer, sehr schwer sein. Wohl unmöglich. Endlich wandte er sein verstörtes Gesicht Renate wieder zu: „Du wirst schon erfahren haben, Renate, daß meine Verhältnisse sehr angespannt sind. Ich danke dir für deine Teilnahme. Und — warum sollte ich dir nicht mein Vertrauen schenken? Ja, ich habe wirklich Sorgen, sehr schwere Sorgen ..." „Und warum dürfen dir deine alten Freunde nicht helfen, Wolfgang? Wenn du wüßtest, wie gern dir mein Vater seine Hilfe anbieten würde." Doktor Wangenheim sagte schwer: „Mein Schicksal ist meine eigene Schuld. Die muß ich büßen, Renate. Ich ganz allein. Verstehst du das?" Fremd klangen ihm seine eigenen Worte. Hätte er nicht etwas ganz anderes sagen sollen? Aber ein unbekannter Dämon gab ihm die Worte ein. Zum Glück? Zum . Verderb? Wangenheim wußte es nicht; aber sie ließen sich nicht zurücknehmen. Wieder glitten seine Finger über die Tasten. Renate saß etwas abseits. Sie hatte ihren Sessel aus dem Lichtkreise der Klavierbeleuchtung gerückt, so daß er nicht sehen konnte, wie ihr die Tränen über die Wangen rollten. Wangenheim schien zu vergessen, wo er war. Erst zart, dann immer inbrünstiger griff er in die Tasten, und plötzlich, wie das Klagen einer todwunden Seele, füllte die Melodie des Lönsfchen Abendliedes „Rosemarie, Rosemarie ..." den Raum. Seine ganz große Liebe und Sehnsucht legte er in sein Spiel. Renates Lippen zuckten. Sie wollte aufspringen und seinen Kopf in ihre Hände nehmen und ihm sagen: „Wolfgang, vergiß die andere, vergiß! Fühlst du denn nicht, wie mein Herz verblutet, wenn du nicht zu mir kommst?" Aber die Töne wogten und schufen eine unsichtbare Mauer zwischen ihm und ihr. Da sank sie bleich und müde in ihren Sessel zurück. Und wußte, daß sie den Weg zu ihm niemals würde finden können. 6. Kapitel. Tage waren vergangen seit jenem Abend im Hause des Geheimrats Delbrück. Wolfgang wußte, was er sich verscherzt hatte, als er durch Renate eine finanzielle Unterstützung ausgeschlagen hatte. Nun hieß es doppelt und dreifach arbeiten, wenn er es schaffen wollte. Ein Bote brachte die Morgenpost. Mit gewohnter Eile sah er sie durch, legte feine Privatpost beiseite und ordnete die andere in bie verschiedenen Körbe für die einzelnen Abteilungen der Büros. Bei seiner Privatpost befand sich ein Brief von Bachstedt & Co. Was hatte ihm fein Onkel wohl zu schreiben? War es etwa auch dort schon bekannt, wie schlecht es um die Wangenheimschen Werke stand? Er öffnete den Brief und las mit aufsteigender Freude, daß fein Onkel eine größere Summe, die er gerade flüssig habe, bei ihm investieren würde, wenn sich die Gerüchte, die über die Wangenheimschen Werke im Umlauf feien, bewahrheiteten. Seine Freude sank. Sie sollten ihn doch alle in Ruhe lassen. Warum kümmerten sie sich um seine Angelegenheiten? Und doch! Er durfte den gütigen Vorschlag des Onkels nicht einfach von der Hand weifen. Wohl hatte er bereits allerlei eingeleitet, aber die Gefahr, die feinem Werk drohte, war noch lange nicht überwunden. Zu einer Aussprache sollte er zu ihm kommen? Wieviel Zeit ihm dadurch erst wieder verloren ging! Er rechnete und rechnete und kam schließlich doch zu dem Ergebnis, daß er fahren würde. Er hätte es wohl nicht getan, gestand er sich, wenn ihm nicht an jenem Abend bei Delbrück der Gedanke gekommen wäre, die Nachforschungen über Rosemaries Schuld noch einmal dort aufnehmen zu wollen, wo sie begangen sein sollte. So kam es, daß er nach Jahren wieder in die Stadt kam, die fein Schicksal so unheilvoll beeinflußt hatte. Seine Verwandten empfingen ihn mit alter Herzlichkeit. Viel gab es zu erzählen, nachdem man sich so lange nicht gesprochen hatte. Doch nach dem Essen, als die beiden Herren bei einer Zigarre noch plaudernd beisammensaßen, schoß Onkel Bachstedt in seiner biederen, ehrlichen Art ohne Umschweife auf fein Ziel loß. „Nun sag mir doch mal, mein lieber Junge, was mit dir eigentlich los ist? So ein Werk, wie das deines Vaters, das wie kaum eines in heutiger Zeit bombensicher stand, geht doch nicht von heute auf morgen verschütt. Hast du die Sachen nicht so ganz in der Hand? Oder fehlt dir doch die Erfahrung? Du mußt mir das unbedingt einmal alles sagen. Man kann doch da nicht so ruhig zusehen." Der alte Bachstedt hatte sich in Erregung geredet. Er wollte dem Neffen wohl und war andererseits auch von ihm enttäuscht, weil er ihn während der Zeit feiner Tätigkeit bei ihm für einen ganz ausgezeichneten Kaufmann gehalten hatte, in dessen Händen die Angelegenheiten der Firma Bachstedt & Co. ebenso sicher geruht hatten wie in feinen eigenen. Und nun das? Wolfgang sprach. Schwer löste sich seine Zunge, und nur zögernd gab er Stück für Stück feiner innersten Empfindungen'preis. Aber der Stein war mit einem Male ins Rollen gekommen, der all die Jahre auf feiner Seele gelastet hatte. Ehrlich sprach er dem Onkel von seiner Liebe zu jenem Mädchen, das damals in den Verdacht gekommen war, die vierhundert Mark gestohlen zu haben. „Sie ist die Diebin nicht gewesen, Onkel! Dafür würde ich bürgen mit allem, was ich besitze. Wenn du wüßtest, wie gut ich sie kannte! Ein Mensch, der so rein und lauter war wie sie, ist einer solchen Tat auch in der bittersten Not nicht fähig." (Fortsetzung foIaU Gießen, den 11. März 1934 (z. Z. Katholisches Schwesternhaus) 15160 1456 A MMWjlMMML Herrliche 12 tägige Oie glückliche Geburt eines gesunden Sonntagsjungen zeigen in dankbarer Freude an Friedrich Grieb und Frau Traudmarie, geb. Schaub Per sofort nettes ehrliches,tüchtig. Mädchen nicht u.20Jahr., für ein hies.Rest. gesucht.Dasfelbe mutz an selbständiges Arbeiten i. Haush. gewöhnt sein. Zu erfrag, in d. Geschäftsst. des Gietzen.Anz. Alte, alle Zweige betreibende Vevskthevungs- A.-G. sucht tücht. branchekundigen Hauvtvevtvetev geg.lohn.Bezüg. Off. u. V 8965 an Annoncenmalier,Frankfurtmain. Nähere Auskunft durch unsere sämtl. Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN in Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 in Wetzlar: Wilh. Fischer. Inh. Chr. Heberling, Lahnstraße 20. Putzfrau gesucht auf 2 bis 3 Stunden vor- mittags.Zu erfr. in der Geschäftsstelle d.Gietzener Anzeigers. «isd Volkstümliche Preise von RM. 145aufwärts Suche durchaus tüchtiges Mädchen das kochen kann, zum 1. Mai evtl, früher. Vorzuff. Dienstag, 13. 3. zwischen 10 und 12 ob. 2-4 Uhr. Bernard Ebelstr. 3. (imsd Henny Porten begrüßt heute Montag, den 12., und Dienstag, den 13.März 1934 die Gießener persönlich auf der Bühne des Lichtspielhauses Ferner: Auserwahltes Vorprogramm und Ufa-Ton-Woche. Täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr. — Vorverkauf ab 2 Uhr nachmittags. — Besuchen Sie nach Möglichkeit die ungekürzten Nachmittags-Vorstellungen. 15100 ab Bremen: 28. März 1934 an Bremen; 9. April 1934 FAHmr MADEIRA LISSABON mit D. »STUTTGART« 13667 B.R.Ts. bann abgegeben werden eine beschränkte Anzahl vorbestellter, jedoch unanbring- lich gewordenerAuflagenstücke des neuen MeWAS öetSloötonöötsgtellesßleB?« Abgabe nur gegen Kaffe in der Geschäftsstelle des Oberheff. Adretzbuchverlages Giehen • Schulstrahe 7 | Vermietungen | S'MoIid. (Parterre) in guter Lage z. l.Mai evtl. früh, zu vermieten. AdolfSchmidt Licher Stratze 5. Svrechstund.oon 10-12 und von 14—16 Uhr. i5iflP Einfach möbl. 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Die Früchte in allerfeinste Stückchen zetschneldenu. die abgeriebenen gelben Schalen hinzugeben. Mit fc1|2pfd.Zuckerzum Kochen bringen und 10 Minuten gut durchkochen. Hierauf 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfg. u. den Saft einer Zitrone hinzurühren u. In Gläser füllen. — Ausführt. Rezepte für diese und für andereWintermarmeladen liegen jeder Flasche beL Irgibt etwa 7 Pfd.Apfelslnen-Marmelade, Irockeo-Opekia Ist Opekta In Pulverform u. wird gerne tOr kleine Mengen Marmelade u. für Tortenübergüsse verwert- det. Päckchen für 3»/, Pfd. Marmelade 45 Pfennig, für Torten- Überguß 23 Pfennig. — Genaue Rezepte sind aufgedructt Achtungl RundfunkI Sie hören über die Sender des Südwestfunks nächsten Mittwoch-Vormittag 9 Uhr den Interessanten Lehrvortrag aus der Opekta-Küche „10 Minuten für die fortschrittliche Hausfrau". — Rezeptdurchgabel OPEKTA-GESELL8CHAFTM. B. H., KDLN-RIEHt Seviveiev UläÄ (Verpasungsmitlel) b.h.Prov.ges. Nur t. Drog. eingef. 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Nr. 60 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, l2.Mrz M§ Die Eröffnung. Berlin, 12. März. In dem mit den Farben des Reiches, den Wimpeln zahlreicher Wassersportvereine und frischem Grün festlich ausgestatteten Ehrenraum der Halle III am Kaiserdamm fand die feierliche Eröffnung der Großen Berliner Wassersportausstellung 19 3 4 statt. Bürgermeister Dr. M a r e tz k y sprach den deutschen Wassersportverbänden und den Verbänden der Wassersportindustrie und des Handels für ihre Mitwirkung beim Aufbau der Ausstellung den Dank der Stadt Berlin aus. Reichssportführer von Tschammer und Osten wies auf die innige Verbindung der Wirtschaft mit dem Volksleben hin. Die gewaltigen Aufgaben, die uns allen und damit auch der 'Sportartikelbranche im Vierjahresplan des Führers gestellt seien, nötigten dazu, auch diesem Industriezweig Interesse, Aufmerksamkeit und Fürsorge zuzuwenden. Die Wassersportbranche sei etwas zurückgedrängt in dem Gesamtbetrieb der deutschen Wirtschaft. Ich werde, so erklärte der Redner, bei der nächsten Leipziger Messe ihr den Platz wieder verschaffen, der ihr gebührt. Die großzügige Unterstützung dieses Sportzweiges durch die Stadt Berlin und durch das Propaganda-Ministerium werde gleichfalls dazu beitragen. Es komme darauf an, auch dem in befcheioener Existenz lebenden deutschen Manne den Wassersport zu einem Lieblingsgebiet seiner Freizeitbetät i - g u n g zu machen. Mit dem Wunsche auf einen guten materiellen und ideellen Erfolg der Ausstellung und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler erklärte Reichssportführer von Tschammer und Osten die Ausstellung für eröffnet. Erste Lleberschau. Von unserer berliner Redaktion. Zur Sehnsucht nach dem Süden, die man dem Deutschen gemeinhin nachsagt, kommt — an Stärke mindestens gelich — di e Sehnsucht nach dem Wasser. Ob es die begünstigte Lage unseres Vat- terlandes macht, das zwei Meeresgrenzen, viele Ströme und unzählige große und größere Seen hat, die uns die Liebe zum Wasser einflößen oder ob da andere untergründige, unbewußte Bindungen mitsprechen, das sei hier nicht entschieden. Wir Deutschen lieben das Wasser. Ein großer Teil unter uns schwimmt mit großer Freude; unsere Jugend wird Jogar ein vollzähliges Heer von Schwimmern in Kürze abgeben. Aber mit dem Aufenthalt im Wasser begnügen wir uns nicht. Wir wollen auf dem Wasser sein, wollen mass erwandern, uns drängt es zu neuen Ufern. Eine Dampferfahrt in der Jugend, eine Ruderpartie mag dazu den Anstoß gegeben haben: Plötzlich ersteht in uns riesengroß und gewaltig nach Erfüllung drängend der Wunsch, am Wassersport aktiv teilzunehmen. Und bekanntlich ist der Wille schon die gute Vorbedeutung zur Tat — eines Tages werden wir Wassersportler. Run aber bedeutet gerade dieser Sportzweig eine gewisse Abhängigkeit von einem technischen Hilfsmittel. Wie es heißt, mag zunächst unbedeutend fein, die rechte Wahl kommt wohl erst dann, wenn wir alles ausprobiert haben. Verhältnismäßig jung ist die Vorliebe zum Kanu, zum Faltboot. Etwas älter mag der Motorbootsport sein, der seine besondere Abart durch die heute überaus leichte Einbaumöglichkeit von Außenbordmotoren gefunden hat. Als älteste Sportgruppe sind die Ruderer und die Segler zu nennen. Alle aber finden wir in friedlichem Wettstreit vereint auf der roßen Berliner Wassersport-Aus- sl e l l u n g 19 3 4" hier in der Reichshauptstadt, in hellen Scharen strömen die Berliner hin, die alle mehr ober minder zum Wasser ein besonderes Verhältnis gefunden haben, wohl weil diese Stadt so überaus große Wassersportmöglichkeiten in ihrer nächsten Nähe aufweist. Die Sportler haben nun freilich die große Ausstellung nicht allein beschickt. Obwohl sie das sicher auch recht gut könnten — sie gaben zahlreiche Proben ihrer „Ausstellerfähigkeiten" durch die Darstellung unendlich vieler wertvoller Preise: schöne, anspornende, begeisternde Erinnerungen an schwere Kämpfe und harterfochtene Siege —, sind die Wassersportler nun einmal untrennbar mit ihrer Industrie verbunden. Beide ziehen an einem Strick. Was der Bootsbauer ersinnt, konstruiert und gestaltet, soll für den „Verbraucher" wirklich verwendungsfähig fein; was der Sportler für sich fordert, weil er es für die Erreichung von Höchstleistungen als nützlich erkannt hat, das muß die Industrie Herstellen, und wenn dabei noch so viele Schwierigkeiten zu überwinden sind. Von dieser idealen Zusammenarbeit legt die Ausstellung erstaunliche vielfältige Zeugnisse ab. Die Reihe der Bootskonstruktionen in Vorzügen und Besonderheiten zu erläutern, überschreitet jeden Raum, sie nur aufzuzählen ist schon unmöglich. Summarisch läßt sich feststellen, daß für jeden Bedarf, für jeden Geschmack — aber auch für jeden Geldbeutel das rechte Stück vorhanden ist. Die Wassersportindustrie hat für alle gesorgt. Durch den Haupteingang am Funkeck betritt man d i e Ehrenhalle des deutschen Wassersports. Fahnen und Stander der im Deutschen Wassersportverband zusammengeschlossenen Vereine schmük- ken die Pfeiler des Raumes. Die Bootsfahnen, Träger und Hüter des Kampfwillens deutscher Sportmannschaften im In- und Auslande, sind hier Träger der Gemeinschaftsidee. In Vitrinen sehen wir goldene und silberne Olympia-Medaillen und Auszeichnungen von Siegen bei internationalen Kämpfen. Wir bestaunen die Siegerpreise, die genommen wurden in den Ruderregatten in Harley (England), Cork (Island), Como (Italien). Wir sehen den Hoover-Pokal, dem amerikanischen Gegner abgerungen, den Preis der Schärenkreuzer und viele Preise von Länderwettkämpfen, mit dem Segelboot, im Kanusport und von internationalen Motorbootregatten. Neben dem Ehrenraum gibt die Sonder- schau „Rettung aus Seenot" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ein Bild von der Arbeit und von der Organisation der vielen Rettungsstationen an der Nord- und Ostseeküste Deutschlands. Ferner werden wir mit Modellen der Rettungsboote und Rettungsstationen auf den heimischen Gewässern bekanntgemacht. Werften und Motorfabriken zeigen ihr Bestes; man bekommt Lust, die wunderbaren Erzeugnisse deutschen Fleißes schleunigst zu erstehen, um in den Frühling zu fahren, der ja wohl schon irgendwo auf der Lauer liegt. Es muß gar nicht die großartige Jacht, das elegante Autoboot, das schnittige O In den Berliner Ausstellungshallen am Funkturm wurde die große Wassersportausstellung 1934 eröffnet, die einen Ueberblid über alle Zweige dieses schönen Sports gibt. — Oben: Blick auf die Ausstellung der Segelboote. — Unten: Zwei Mädchen im Schlauchboot mit einem Zeltdach. Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag Ein Blick in die Große Berliner Wassersport-Ausstellung. G Rennboot sein; sogar auf die schönen Segler läßt sich verzichten. Aber wenig st ens so ein Faltboot, so einen niedlichen, kleinen, dabei doch stabilen „Seelenverkäufer" — so wurden die Dinger früher genannt, als noch alle Welt ihnen mit Mißtrauen gegenüberstand — möchten wir mitnehmem Na, und bann natürlich auch von dem reichhaltigen Zubehör des echten Wassersportlers. Das Zelt, das wir an den neuen Ufern errichten können — oh, es gibt da Sachen mit allem Komfort der Neuzeit sozusagen, bloß ins „Zeitliche" übertragen. Den idealen S ch l a f s a ck, der vor — wer weiß alles! — schützt und den guten Schlaf geradezu verbürgt — auch eine feine, nützliche Sache. Den Außenbordmotor brauchen wir bei der Flaute oder bei übermäßiger Hitze genau so dringend wie jeden Tag den unverwüstlichen Spirituskocher, auf dem unsere Wassernixe im Nu ein festliches Wald- und Wiesendiner zusammenzaubert! Junge, Junge, was es da alles zu sehen und zu bestaunen gibt in der Großen Wassersport-Ausstellung! Mit geringer Phantasie versetzen wir uns aus dem unwirtlichen März in schöne Sommertage — das alles macht der farbenfrohe Zusammenklang von Booten in allen Arten und Lackierungen, von bunten Segeln, von blitzernden Metalltellen, fröhlichen Wimpeln! Zu neuen Ufern lockt der Wassersport — folgen wir seinem Rufe! Doch sieben Todesopfer auf „Karsten-Zentrum". Beu ff) en, 10. März. (DJiB.) wie die vermal- tung der „Karsten-Zenlrum'-Grube miffeilt, ist der bisher als lebend gemeldete zwischen den Gesteins- maffen eingeklemmte Lehrhauer Eduard kapol aus TNiechowitz im Laufe des Samslagvormittags gestorben. Die Bergung konnte leider erst nach seinem Ableben erfolgen. Da mit Bestimmtheit damit zu rechnen ist, daß die letzten beiden Eingeschlossenen, der Hauer Doziadzko aus Beulhen und der Fördermann Jaworski, gleichfalls aus Veuthen, nicht mehr am Leben sind, hat die furchtbare Katastrophe sieben Todesopfer gefordert. * Die nach 72ftünbiger Gefangenschaft in den Ge- steinsmassen lebend geborgenen vier Bergleute befinden sich den Umständen nach wohlauf. Drei von ihnen haben außer geringfügigen äußeren Verletzungen keinen ernstlichen Schaden erlitten. Nur der Fördermann B a r t e 1l a , der unter Tage zwischen einer Rohrleitung und einer Holzverschalung eingeklemmt war, hat einen schweren Beinbruch und Fingerquetschungen davonge- tragen. Das Oberbergamt teilt zu den Rettungsarbeitett auf „Karsten-Zentrum" mit, daß das Gebirge e r - neutin Bewegung gekommen ist. Daher muß zur Sicherung der Rettungsleute der Ausbau der Bergungsstrecke zunächst durch eiserne Ringe verstärkt werden, bevor an die Bergung der beiden letzten Toten herangegangen werden kann. Die notwendigen Sicherungsarbeiten werden längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Bergung der beiden letzten Verschütteten, deren Tod zweifelsfrei festfteht, wird daher voraussichtlich erst in etwa zwei Wochen möglich sein. * Der Herr Reichspräsident hat an die Verwaltung der Karsten-Zentrum-Grube in Beuchen nachstehendes Telegramm gerichtet: „Mit tiefster Anteilnahme habe ich die Meldungen über das Unglück auf der Grube Karsten-Zentrum erhalten und bitte Sie, den Angehörigen der Todesopfer mein herzlichstes Beileid zum Ausdruck zu bringen. Den Bergleuten, die in mühevollster Arbeit unter schwierigsten Verhältnissen ihren verunglückten Kameraden Rettung gebracht haben, spreche ich meinen Dank und meine Anerkennung für ihre mannhafte Haltung aus. Den geretteten Bergleuten bitte ich meine herzlichen Wünsche für baldige Wiedergenesung zu übermitteln. von Hindenburg, Reichspräsident." Gießener Konzertverein. Klavierkonzert Wilhelm Backhaus. Die schon im Vorbericht angeführte Tatsache, daß Professor Wilhelm Backhaus in diesem Konzert- winter das gesamte Sonatenwerk Beethovens geschlossen zur Aufführung gebracht hat, läßt ihn jetzt auf einem bis dahin noch nicht erreichten Höchststände in der Durchdringung und Gestaltung Beethovenscher Sonatenkunst erkennen. Die Vertiefung in das Gesamtwerk bringt in der wechselseitigen Beziehung der verschiedenen Schaffens- perioden und ihrer Stileigenheiten neue Momente für die originalgetreue Auffassung ans Licht. Bei Wilhelm Backhaus stehen musikalische Gestaltungskraft und instrumentales Können in einem ideal zu nennenden Gleichgewicht. Seine Technik ist so vollendet, daß sie die größten Schwierigkeiten spielend meistert (z. B. die Doppeltriller in der lebhaften Figurierung der letzten Variation von op. 109) und sich so bewußt jederzeit den Intentionen des Musikers Backhaus unterordnen kann. Wilhelm Backhaus ist jetzt zu einer Vertiefung des Musikalischen gelangt, die dem Werk bis auf den innersten Lebensnerv nachfühlt und in jeder Darstellung ein neues Werden zu geben imstande ist. Bewundert man bei manchem andern die wohlstudierte und glänzend gekannte Leistung, Wilhelm Backhaus läßt feine Hörer am persönlichen Erleben und Durchleben Beethovens teilhaben. Tiefschürfend geht er zu Werke, jede Wendung in das Blickfeld des Ganzen rückend, und so erreicht er eine Klarheit in der Wiedergabe, die selbst bas Schwierigste verständlich erscheinen läßt. Daß er auf diesem Wege mit Rücksicht auf das Musikalische manches Zeitmaß breiter nahm, als man es sonst zu hören gewöhnt ist, gereichte ihm als denkenden Musiker zu besonderer Ehre. (As= Dur-Variationen.) Diese langsamen Sätze erfühlt er mit einer Tiefe, die jederzeit das Augenblicksnahe der Gestaltung erahnen läßt. („Abwesenheit" op. 81). Seine Kantilene im ersten Satz der Mondscheinsonate war schwer, eindringlich und herb; plastisch schwebte sie über der Triolen- beroegung. In welcher Tiefe er den Affekt erfaßt, bas erwies ber Trauermarsch ebenso wie das Finale der ins Gigantische gesteigerten Cis-M o 1l- Sonate und bann wieder inmitten der Viva- cissimanente (Lebewohl-Sonate, letzter Satz) welche Zartheit im lyrischen Verweilen, beglückend durch die Innigkeit der Wiedersehensfreude. Das Organische des Werkes leitete den Musiker in der Hervorhebung des Abschiedsthemas der gleichen Sonate. Schlicht, einfach, natürlich erklang das Menuetto- Thema (op. 54); im Finale dieser Sonate wie auch von op. 26 ein Sprühen und bei aller technischen Belebtheit bedeutend durch eine vornehme Kon- traftierung. Die Entwicklungslinie in den Finale- Variationen von op. 109 ließ er nach den mannigfaltigsten Phasen der Durchleuchtung einmünden in eine unaussprechlich durchgeistigte Wiedergabe des Themas. Gebannt lauschten die Hörer. Wenn auch der spontan ausbrechende jubelnde Beifall durchaus berechtigt war und die Verbundenheit ber Konzertbesucher mit dem Künstler so öffentlich zum Aus- bruck kommen mußte, nach einem solchen reichen Programm sollte man bie physischen unb psychischen Kräfte bes Konzertgebers nicht Überspannen; unb dennoch kargte Wilhelm Backhaus nicht mit ber Zugabe. Dr. H. Oberhessischer Kunstverein. III. Jahresausstellung: Hans Hagenauer und Hermann Mayrhofer. Die gestern eröffnete dritte Jahresausstellung des Oberhessischen Kunstvereins umfaßt Delgemälbe, Aquarelle und Zeichnungen von Hans Hagenauer, Gießen, und Radierungen von Hermann Mayrhofer, München. Die Arbeiten von Hagenauer nehmen den breitesten Raum ein; Porträts unb Figurengruppen bestimmen im wesentlichen ben Einbruck seiner Kollektion. Die Bildnisköpfe charakterisieren sich burch den beherrschenden Augenausdruck, der den Blick des Beschauers einfängt unb ihn über bas persönliche Interesse hinaus — es finben sich eine Reihe bekannter Gießener und Marburger Persönlichkeiten unter ben Modellen — fesselt. Die gesunden und frischen Farben der Gesichter, von denen einige durch Sonnenbestrahlung ganz dunkel getönt sind, erhalten ihre Belebung und Komplementärwerte etwa durch ein in sich gestuftes Weiß bes Kleibes (Fräulein I. W.; Frau M. T.) ober bes Malerkittels rm Selbstbildnis. Im übrigen beschränkt sich die koloristische Wirkung ber Porträts auf wenige, ruhige Lokaltöne in blau ober grau. Ein heller, pastellmäßig weicher unb aufgelockerter Hintergrunb gibt Köpfen und Figuren Haltung, Rundung und natürliche Konturen unb rückt die Abgebilbeten aus ber Flächigkeit des Bildes gewissermaßen an den Beschauer heran. Ergänzt man bie erwähnten Arbeiten durch einige andere, wie etwa „Dr. M. K.", „Direktor Gr.", Nr. 1 und Nr. 31, so ergibt sich eine Reihe von Bildnissen, in denen sich ein klarer unb. ruhiger Realismus äußert, ber in seiner ungebrochenen unb unkomplizierten Lebensnähe an eine gute Trabition deutscher Porträtmalerei anzuknüpfen bemüht ist. Von diesen Arbeiten heben sich zwei größere Figurengruppen — „Auf zu Gott" unb „Am Rande" — nicht unbeträchtlich ab, die auf den ersten Blick wie ein verspäteter Nachklang bes längst historisch geworbenen Expressionismus anmuten konnten; obwohl die Gruppe der gottsuchenden Kreuzträger, wie eine nähere Betrachtung bald ergibt, in der klaren und unverschwommenen Festigkeit der Köpfe unb Gesichter roieberum stilistisch ben besprochenen Bildnissen angenähert scheinl. Interessant ist aber, wie bie Gestalten ber Gruppe „Aus zu Gott", bie gefühlsmäßig miteinanber verbunden, dem gleichen Gesetz untertan sind und etwas allen Gemeinsames empfinden oder zu erleben trachten, sowohl in der farblichen Komposition als auch durch das ungefähr diagonal die Bildfläche auf teilende Kreuz zusammengehalten werden, wodurch bas Ganze innerlich unb äußerlich völlig geschlossen wirkt. An ben Expressionismus in feiner ursprünglichen unb reinen Form könnte man sich eher bei ber Gruppe ber brei Frauen „Am Ranbe" erinnert fühlen, bie sich koloristisch weit weniger einheitlich barstellt und auch der „Auslegung" durch den Beschauer und dessen eigener Phantasie viel mehr Möglichkeiten und Spielraum gibt als bie Gestaltung ber ekstatischen Menschengruppe unter dem Kreuz. Die klaren, ruhigen unb ungebrochenen Farbtone, welche bie besten Porträts kennzeichnen, kehren auch in einer Reihe von Lanbschaften wieder, bie etwa neben Silber von Otto Bauriebl zu stellen wären. Besonbers bie Hochgebirgslanbschaften mit ihren massiven, gebrungenen Formen, mit hohem Himmel und tiefen, blauen Schneeschatten. Auch bie Aquarelle fallen insgesamt burch eine gewisse Tonigkeit unb koloristische Festigkeit auf. Die Zeichnungen wieberholen mit primitiveren Mitteln bie von der Porträtmalerei ausgehenden Wirkungen. Auf ein dekoratives Blumenftuck, langstielige Tulpen in blauem Glas, sei zum Schluß noch mit einer Empfehlung hingewiesen. * Die Radierungen des Müncheners Hermann Mayrhofer ergänzen bie Ausstellung vom Graphischen her. Hier findet man überwiegend Landschaftsmotive unb Stäbtebilder, dazwischen einige figürliche Themen. Das ist eine äußerst empfindliche, zartgliedrige unb im Strich beherrschte, technisch gereifte Linearkunst, die sowohl durch minutiöse Detailschilderung von großer Ausführlichkeit, als auch burch flüchtig-improvisatorische Andeutungen ober bie Gegenüberstellung von Licht- unb Schattenflächen charakterisiert wirb. Bemerkenswert, daß ber Bilb- einbruck einer Reihe von Radierungen (wie häufig in dieser Technik) verblüffend vom Negativ her, also aus ber ausgesparten, weißen Fläche entwickelt wirb, so baß dem Blick des Beschauers die reizvolle Aufgabe zufällt, das Blatt als Ganzes gleichsam selbständig zu ergänzen unb abzurunden. Wenn wir aus der Kollektion etwa die Blätter „Am Gardasee", „Portofino", „Baumgruppe", „Studienköpfe mit weitem Hut", „Häuser im Schatten", „Kopf- tuch-Stubie", „Lesenbes Mädchen" und „Kopf eines schlafenben Kinbes" herausgreifen, so scheint uns mit ihnen das Gesagte am besten illustriert zu sein. -y-. * Die Ausstellung wurde gestern vormittag vom Vorsitzenden bes Kunstvereins, Geh. Rat Professor Dr. Olt, eröffnet, der bie Erschienenen namens bes Kunstvereins herzlich willkommen hieß und dann eine kurze Einführung in bie ausgestellten Arbeiten gab. Hagenauer sei ein Kinb der Bergwelt, die er auf zahlreichen Silbern bargeftellt habe; seine landschaftliche Herkunft unb seine Erlebnisse ■in ber Kriegszeit haben seinem Schaffen den Stempel aufgebrüctt. Er sei ein Expressionist, aber er werde vom Volke verstanden, weil sein Schaffen erdverbunben sei. — Es würben bann einzelne Silber besprochen, zunächst inhaltlich unb technisch bie visionäre Gestaltung der Gruppe „Auf zu Gott", dann bas Gemälbe „Am Rande", das eine Hoch- expressionistischer Kunst darstelle. Es folgte eine Würdigung ber Porträts, in denen der Maler es verstauben habe, ähnlich wie ber Charakterbarsteller auf ber Sühne, sich in die Persönlichkeit des Abzubilbenben hineinzuversetzen, überall bas Wesentliche herauszuholen unb das Nebensächliche wegzulassen. Was endlich die Landschaften betreffe, so könne nur jemand, ber in den Sergen groß geworben ist, biefe herrliche Natur nacyerleben und roiebengeben. Nach einem kurzen Hinweis auf die Radierungen von Mayrhofer erklärte bann Geh. Rat O 11 die Ausstellung für eröffnet. Sochschulnachrickrten. Professor Dr. Sonhoeffer von ber Universität Frankfurt am Main wurde als Nachfolger von Geheimrat Professor Dr. Le Slanc auf den Lehrstuhl für physikalische Chemie an ber Uni. versität Leipzig berufen. O „Blondine, heileres Gemüt, naturliebend.. Was die Heiratsvermittlerin alles zu erzählen weiß. Vor kurzem wurde der R e i ch s v e r - band Deutscher Heiratsverrnitt- l e r gegründet. Wir bringen nachstehend ein Gespräch mit der Vorsitzenden dieses Verbandes. Dicht neben einer belebten Verkehrsstraße des Berliner Westens befindet sich in der hübschen Wohnung der Vorsitzenden des Landesverbandes Brandenburg die Geschäftsstelle des R e i ch s o e r - bandes Deutscher Heiratsvermittler. Schmunzelnd holt der Hauswart den Fahrstuhl herunter. „Viele Herren", berichtet er heiter, „laufen erst eine ganze Weile vor dem Hause spazieren, weil sie noch großes Lampenfieber haben. Ich gehe dann einfach raus und frage sie, wo sie hinwollen. Das macht es ihnen nämlich leichter, sich zu entschließen!" Oben empfängt die Hausfrau den neugierigen Besucher und weiht ihn liebenswürdig und gewandt plaudernd in die Ziele des neuen Verbandes ein. „Wir richten unser Hauptaugenmerk auf die sog. „Schwarzvermittler". Leute, die sich in den Zeitungen als Selbstinserenten bezeichnen, nur hinter den Vorschüssen her sind, alle Augenblicke den Sitz ihrer Büros wechseln und niemals die Absicht haben, das Gewerbe wirklich auszuüben. Ihre hochstapelnde Tätigkeit untergräbt den Ruf des ehrlich bemühten Vermittlers und zerstört das Vertrauen, dessen wir von seiten des Publikums bedürfen, und um das wir ringen und kämpfen. Wenn wir erst die Konzessionierung unseres Gewerbes erreicht haben werden, scheiden die Schwarzvermittler automatisch aus und bei dem Verständnis, das die Behörde uns jetzt entgegenbringt, dürfte das nicht mehr lange dauern. Bis es soweit sein wird, tun wir alles, um das Publikum vor dem Geprelltwerden zu beschützen. Gegen Heiratsschwindler gehen wir unnachsichtig vor. Wir verfolgen alle derartigen Prozesse, tauschen untereinander unsere Erfahrungen aus, und führen eine schwarze L i st e der Heiratsschwindler! Kommt dann so ein Herr und versucht uns wegen Adressen auszuforschen, wird er vor die Tür gesetzt. Da wir eine große Verantwortung tragen, können wir nur mit Kunden arbeiten, deren Verhältnisse uns genauestens bekannt sind." Dann plaudert man ein wenig aus der Schule... „Gott sei Dank ist d e r Geschmack verschieden. Es kommt nicht vor, daß irgend ein Typ häufiger verlangt würde als der andere. Es gibt Fälle, bei denen man wirklich von Liebe a uf den er st en Blick sprechen kann. Ein Herr, der schon sehr viele Damen bei den verschiedensten Vermittlern kennengelernt und alle Hoffnung aufgegeben hatte, fand in der letzten, die man ihm vorstellte, die Erfüllung aller seiner Wünsche, obwohl sie in jeder Hinsicht das Gegenteil seiner ursprünglichen Wünsche darstellte. Eine arme, junge Ganzwaise von scheuem Charakter, die den ganzen Tag im Büro arbeitete und ein armer, junger Kapellmeister lernten sich kennen und verliebten sich sofort so sehr, daß sie im Vertrauen auf ihren Glücksstern ein Leben voller Armut wagten." „Schnelle Arbeit —: ist unsere Parole! Meist bringt uns die Kundschaft großes Vertrauen entgegen. Von der frühesten Morgenstunde an bis in die tiefe Nacht geht das Telephon. Oft muß der Vermittler sein ganzes gesellschaftliches Können entfalten, um durch anregendes Geplauder zwei tief in Hemmungen Befangenen über die erste Scheu beim Tee hinwegzuhelfen. Bei der Verschiedenheit der Geschmacksrichtungen gehört sicherlich viel Takt und Menschenkenntnis dazu, nur über die Dinge zu sprechen, die erwünscht und deshalb situationsrettend sind. Die Vermittlungen sind meist spezialisiert je nach der Gegend, in der sie sich befinden. Aus gleichem Grunde schwanken auch die Aufwandsentschädigungen zwischen 20 und 200 Mark. Wenn einem Vermittler zu viel Vertreter gleichen Geschlechts zur Verfügung stehen, dann ersucht er einen Verbandskollegen, ihm die' entsprechende Partner zu ikberlassen. Die Provision wird dann geteilt. Erst nach erfolgter Trauung wird die vorher festgelegte Summe dem Vermitller für seine Bemühungen einge-händigt.. Buntes Allerlei. Wippe, Whisky und Elefanten. Der Elefant ist trotz seiner riesigen Größe ein umgänglicher Geselle, das einzige wilde Tier, mit dem man wirklich Freundschaft schließen kann. Mit Löwen muß ein Dompteur immer äußerste Strenge walten lassen; ein Augenblick des Erschlaffens, eine leise Entgleisung — und aus einer freundlich anschmiegsamen Katze wird ein gieriges Raubtier, das den besten Freund in Stücke reißt. Wenn man da- !legen einen Elefanten gut behandelt, so kann man einer dauernden Freui^schaft gewiß sein, — aber ür schlechte Behandlung hat er ein unheimliches Gedächtnis. „Einst nahm icb einen Stallburschen zur Aushilfe in Dienste", erzählt der berühmte Tierbändiger Beatty in einem Interview, „der meine Elefanten tagelang lieblos, ja brutal behandelte und deshalb entlassen werden mußte. 20 Jahre später wurde durch Zufall, ohne mein Wissen, derselbe Mann wieder bei uns angestellt. Ich kam ins Zelt, gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie einer der Elefanten den Unglücklichen zu Boden schlug, sich auf ihn kniete und zu Tode quetschte; unsere Hilfeversuche blieben vergeblich. 20 Jahre hatte das Tier auf Rache gewartet. — Zwei Dinge können Elefanten nicht vertragen: Feuer und ganz kleine Tiere. Einst setzten wir eine Ratte im Stall unserer Elefanten aus. Das ungeheure Tier zog sich ängstlich zurück, trompetete und schrie, während ihm die Ratte über das Gesicht lief. Eine Maus, die durch den Zirkus-Arena springt, kann eine ganze Herde Elefanten in Aufruhr bringen. Sogar das Leben haben mir meine Freunde, die Elefanten, einmal gerettet. Ich nahm einst ein junges Tier, das ich geradewegs aus dem Dschungel erhalten hatte, tüchtig in Dressur. Es bockte aber und schlug mich nieder Sofort griffen zwei ältere Elefanten ein und versetzten dem Jungen Hiebe. In Südindien pflegt man sogar die jungen wilden Elefanten von älteren, aut dressierten unterweisen zu lassen und hat damit beachtliche Erfolge erzielt. Im allgemeinen haben die Dickhäuter auch ein gutes Gefühl für Gleich- zewicht. Einst sah ich, wie ein Mahout seinen Ele- anten anstellte, um die Wiege seines Söhnchens zu chaukeln. Ich dagegen hatte einen Unfall, der leicht chlimmere Folgen hätte zeitigen können. Mit einem meiner Zöglinge vergnügte ich mich auf einer Wippe als er plötzlich im Spieleifer sein volles Gewicht einsetzte und mich hoch in die Luft schleuderte. Ich kam mit einem gebrochenen Handgelenk davon. Die lustigste Geschichte begegnete mir mit einem Elefanten, der eine heftige Erkaltung hatte und alle Anzeichen einer schweren Erkrankung zeigte. In seiner Verzweiflung suchte der Dompteur mit einer Flasche reinen Whiskys das Tier zu heilen und wirklich, das Mittel half. Der schlaue Geselle hatte aber einen solchen Geschmack am Whisky gefunden, daß er sich von nun ab jede Woche eine .Erkältung' zulegte. Um dieser kostspieligen Angewohnheit zu steuern, gab man ihm eines Tages statt des gewohnten Whiskys kalten Tee. Der Elefant kostete vorsichtig und prustete den Rest seinem Wärter mitten ins Gesicht. Ebenso geschah es mit Ruhm, Champagner und jedem anderen Getränk, und zum Schluß mußte doch wieder zum Whisky gegriffen werden. Im Handumdrehen war die Flasche leer und siehe da, nach einer Stunde war die Erkältung behoben..." Speisen, die man nicht mehr ißt. Nicht nur Sitten und Moden sind dem ewigen unterworfen, auch der Geschmack im eigentlichen Sinne des Wortes, nämlich der der Zunge, hat sich im Verlauf der menschlichen Geschichte wesentlich geändert. Wir würden uns sehr wundern, wenn wir zur Tafel eines Klosters vor dreihundert Iah- ren zu Gast geladen sein würden; denn dort würde man uns mit ganzen Auerochsen und Elentieren in Weinsod aufwarten. Sogar Pfauen wurden, wie ein Klosterkochbuch aus jener Zeit verrät, im vollen Schmuck ihrer Federn gebraten, wobei das Gefieder durch immer wieder angefeuchtete Tücher während der Drehungen am Spieß geschützt wurde. Ueber- dies wurden die Speisen mit Bertram, Myrthen- beeren, Pfeffer und Safran kräftig gewürzt, so daß man dem Wein tüchtig zusprechen mußte und ein kühles Gelse, ein „schwebend Gallart" zu schätzen wußte. Diese Gelses waren sehr beliebt. Das Nürnberger „Küchenmaysterey-Buch" von 1531 nennt ein solches „Gallart" von gepreßtem Schweinskopf „ein höfliches Essen" uad rät für seine Zubereitung sonderbare „Salse" an „aus Agrest, Raute, Ampfer, Knoblauch, Zymetplüt und Bumeranzen". Andere Fleisch- oder Fischgelses wurden durch „ein gerecht Schäflin", d. h. ein feines Sieb, getrieben und in phantastische Formen gestürzt. Auf die äußere Gestalt der Speisen legte man großes Gewicht; man schuf künstlich gefärbte Schaugerichte, die durch Bestreichen mit Honigwasser und Schaumgold glän- । zend gemacht wurden. Eine „geschachzabelte Torte" stellte man z. B. mit fünf Feldern her, indem man Idie geschlagenen Eier mit Safran, Petersilie, Kornblumen, Rosen und brauner Butter färbte, und das „Osnabrücker historische Kochbuch" gibt ein „blaues Mohs" an, einen Reiscream, der aus Kornblumen gewonnen wurde. Solche künstlichen Zutaten forderten dann auch den Spott der Zeitgenossen selbst heraus, und eine Würzburger Per- gamenthandschrift des 14. Jahrhunderts rät den Feinschmeckern scherzhafterweise ein „ein gut lecker Köstlein" aus Stichlingen und Mückenfüßen, aus Meisenbeinen und Lovinkenzungen zu versuchen. Der große Koch La Varenni empfahl ein wundervolles Gebäck aus Butter, Salz, Pfeffer und —• Ofenruß. Allmählich kam man von solchen Kochmd Speisesitten ab und entdeckte den einfachen Naturgeschmack der Speisen wieder. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Bekanntgabe wichtiger getteidewirtschaftlicher Maßnahmen führte im Frankfurter Getreidegroß- handel zu einer merklich freundlicheren Stimmung, und auch das Geschäft hat eine wesentliche Belebung erfahren. Bereits gegen Ende der Vorwoche waren die Mühlen in größerem Umfange als Käufer für Weizen im Markt, daneben nahm auch der Handel einige Posten heraus, so daß das etwas geringer gewordene Angebot Unterkunft fand. Ueber den Festpreis hinaus konnte noch eine Preisbesserung um 1 Mark auf 197 Mark per Tonne erzielt werden. Das Weizenmehlgeschäft ist immer noch schwach. Bei unveränderten Preisen beschränkte sich der Umsatz meist auf die Abwicklung der alten Kontrakte. In Roggenmehl sind die Abnahmen besser, von nennenswertem Neugeschäft kann aber ebenfalls nicht berichtet werden. Am R o g g e n m a r k t ist das Angebot zur Zeit sehr stark. Der Roggenpreis blieb unverändert 172,50 bis 173 per Tonne. Sohr lebhaftes Geschäft und eine starke Preisbesserung verzeichnete der H a f e r m a r k t. Das Angebot hat sich weiter verringert. Insgesamt erfuhr der Haferpreis eine Aufbesserung um 7,50 Mk. auf 155 bis 157,50 Mark per Tonne. Lebhaft gefragt war auch Saathafer. Das Gerstengeschäft blieb sehr klein. Die Preise blieben auf Grund des ausreichenden Angebots unverändert. Braugerste notierte 175 bis 177,50 Mark und Futtergerste etwa 155 bis 157,50 Mark per Tonne. Am Kraftfuttermittelmarkt wird das Geschäft mit dem Herannahen milderer Witterung immer ruhiaer. Mühlenabfälle sind schwer verkäuflich. Die Preise zeigten nur wenig Veränderung und je 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenkleie 10, Woizenfuttermehl 11 bis 11,25, Roggenkleie 10,60 bis 10,70, Soyaschrot 15,25 bis 15,40, Palmkuchen 15,05, Erdnußkuchen 16,30 bis 17,20, Treber 15,50, Trockenschnitzel 9,70 bis 9,80. ♦ * 4,5 v. H. Schatzanweisungen der Reichspost. — Rückzahlbar zum Nennwert am 1. April 1939. Nach dem veröffentlichten Umtausch- und Zeichnungsangebot läuft die Frist für den Umtausch und oie Zeichnung am 14. März dieses Jahres ab. Wie bekannt, findet der Umtausch der am 1. April dieses Jahres fälligen 6 v.H. Postschatzanweisungen in die neuen 4,5 v. H. Postschatzanweisunaen, rückzahlbar am 1. April 1939, unter Gewährung einer Barver- fjütung von 3 v. H. und eines Bonus von 0,13 v. H. tatt. Der Zeichnungskurs für die 4,5 v. H. Post- chatzanweifungen beträgt 97 v. H. Aus der Zeichnung zugeteilte Beträge sind am 27. März dieses Jahres unter Abzug von Stückzinsen für 3 Tage zu bezahlen. Die neuen 4,5 v. H. Postschatzanweisungen sind lombardfähig und reichsmündelsicher. * H. Fuchs, Waggonfabrik AG.,Heide l b e r g. Der Gesellschaft, deren AK. fast vollkommen bei den Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken AG., Köln-Deutz, liegt, war es möglich, nach 96 000 RM. Abschreibungen (im Vorjahr 102 000 und 41000 Sonderabschreibungen) einen kleinen Gewinn zu erzielen, um den sich der Vorjahrsverlust von 136 652 RM. auf 117 688 RM. vermindert. Die aus dem Vorjahr übernommenen, immer noch recht geringen Aufträge der Reichsbahn gaben nur für einige Monate Arbeit, so daß für die zweite Hälfte des Berichtsjahres nur eine Betriebsbereitschaft zu Vorarbeiten für neue Aufträge gehalten werden konnte. Erst gegen Jahresschluß konnten die neuen, etwas vermehrten Aufträge in Arbeit genommen werdenderen Auswirkung jedoch erst in das neue Geschäftsjahr fällt. Der Umsatz ist gegenwärtig im Verhältnis zu den Werksanlagen so niedrig, daß die Notlage wohl noch weiter anhalten wird, zumal größere Aufträge z. Z. nicht in Aussicht stehen. Frankfurter Börse. Frankfurter Börse: freundlich. Frankfurt a. M., 10. März. Im Hinblick auf den Wochenschluß eröffnete die Börse zunächst in Zurückhaltung, doch war die Grundstimmung durchaus freundlich. Die erneute starke Entlastung des Arbejtsmarktes und die Verlängerung der Korn- munal-Stillhaltung bis März 1935 gaben der Börse eine gute Stütze. Zunächst war die Kursgestaltung infolge einiger Wochenendrealisattonen der Kulisse eher etwas schwächer, später wurde die Haltung aber überwiegend fester. Vom Publikum trafen neue Kaufaufträge ein, denen sich die Kulisse mit Deckungen und auch Meinungskäufen anschloß. Erhöhtes Interesse erhielt sich für Farbenindustrie, die gut behauptet lagen, wozu noch allerdings vage Dividendengerüchte beitrugen. Montanaktren lagen anfangs unregelmäßig bei Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten, bald trat aber in verschiedenen Papieren eine deutliche Be- festigung und auch eine Belebung des Geschäftes ein. Vor allem die Werte der Stahlvereins-Gruppe wie Phönix (plus 1,25 v. H.), Gelsenkirchen (plus 0,75 v. H.) und Stahlverein selbst (plus 0,90 v. H) waren fest. Dazu kamen noch Mannesmann nut plus 0,75 v. H. und Buderus mit plus 1,25 v. H. Elektroaktien lagen überwiegend fester, so Siemens um 1 v.H., Schuckert um 0,65 v. H., Bekula und Gesfürel um je 0,50 v. H., nur AEG. waren knapp behauptet. Daimler Motoren eröffneten heute we- sentlich stiller und zum ersten Kurs 0,25 v. H. Niedriger. Im übrigen kamen anfangs zur Notiz: Reichsbank (plus 0,40 v. H ), Zellstoff Waldhof und Aku mit je plus 0,25 v. H., andererseits Cement Heidelberg und Reichsbahn-Dorzugsaktien je 0,25 v.H. niedriger. , Das Rentengeschäft war bei Börseneroffnung wieder klein, Neubesitz blieben gut behauptet, während Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen sowie Stahlverein-Bonds bis 0,40 v. H. nachließen. Reichsmark-Anleihen lagen ruhig. Im Verlaufe blieb die Grundstimmung freund- lich, das Geschäft war allerdings nur in wenigen Spezialwerten etwas lebhafter. So waren außer den Montanaktien noch Farbenindustrie reger und 0,75 v. H., Daimler 0,65 v. H. und besonders Kunstseidenwerte, wie Aku (plus 1,25 v. H.) und Bemberg (plus 1,75 v. H.) fest. Schwächer lagen Südd. Zucker (— 2 v. H.), fester kamen noch Lahmeyer mit plus 2,50 v. H. zur Notiz. Am Rentenmarkt verzeichnete man spater leb- Haftes Geschäft in der Neubesitzanleihe, die von 20,75 auf 21,25 v.H. anzog. Altbesitz bröckelte wer- ter 0,13 v. H. ab, späte Schuldbücher lagen gut be- hauptet und Stahlverein-Bonds glichen ihren Anfangsverlust wieder aus. Stadtanleihen blieben gefragt und lagen meist etwas höher. Der Pfandbriefmarkt lag freundlich, besonders Kommunal-Obli- gationen, die 0,25 bis 0,50 anzogen. Fremde Werte wiesen nur wenig Veränderung auf. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. März. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 1257 Rinder (440 Ochsen, 97 Bullen, 383 Kühe, 330 Färsen), 563 Kal- der, 19 Schafe, 4100 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 23 bis 32 Mark, Bullen 24 bis 31, Kühe 13 bis 29, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 33, Kälber 25 bis 45, Schweine 36 bis 47 Mark. -- Marktoerlauf: Rinder und Schweine schleppend, Kälber ruhig, Härn- rnel und Schafe mittelmäßig. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 10. März. Das starke Angebot hielt an, während der Absatz keine Besserung erfahren hat, obschon die Preise weiter ermäßigt wurden. Selbst für die nahenden Osterfeiertage werden kaum Vorsorgungen getroffen, da ein jeder noch ausreichend Lagerbestände hat. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier Kl. S 10, Kl. A 9 bis 9V<, Kl. B 8 bis 8V4, Kl. C 7Vi bis 78/<. Holländer und Flandern Kl. S 9V4 bis 9V2, Kl. A 8'/e bis 8V2, Kl. B 73/< bis 8. Bulgaren Kl. B 73/< bis 8. Bayern (ungestempelt 7a/< bis 8. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 10. März. Trotz der verhältnismäßig geringen Anlieferungen in deutscher Butter und auch nur kleiner Ankünfte in holländischer Ware nahm das Geschäft in der abgelaufenen Woche einen sehr schwachen Verlauf. Die Preise für deutsche Butter konnten sich erhöhen und notieren für oberhessische und württembergische 135 bis 138 Mk. und für holländische Butter 138 bis 140 Mk. per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veichlossenen Dividende an. — Retchsvankdlskonl 4 0 H Lombardzinsfuß 5 0. H. Sranhur u. M Berlin Frankfurt a.M Serkin Schlußkurs Echlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schluß! Mittag» börse Schlußkurs Echlußk. Abend» börse Schluß- kurs Echlußk. Mittag- börse Datum 9-3 10. 9.3. 10- Datum 9.3 10-3 9.3- 10... e% Deutsche Rk S°/oehem.7°/«»D 6%% Doung-A Deutsche ölnl.* AuSlos.-Recht DeSgl. ohne Au 6% ehem.8°/. H trückzahlb. 10* 6% Hess. Cant Gold R. 12.. ichSanleihe v. 1927 .RetchSanl.v.l92S nleihe von 1930 . Ablül.-Schuld mit 97,65 100,1 94 96,65 20,75 94 92,75 92 96 93 93 92 92,9 94 94 97,13 18,75 1,4 6,7 6,6 6.6 6,65 6,7 96,4 100,13 94,1 96,4 21,25 95 92,75 95,4 95,75 93 93 92 92,75 94 94 97,13 18,5 1,35 6,8 6,45 6,65 8,8 6,65 6,7 97,13 100,1 96,7 20,8 94,25 95,9 94 94 97,13 19 1.4 6,8 6,5 9,13 96,75 100,13 94 96,3 21,2 95 92,75 95,5 94 94 97,13 18,75 6,85 6,6 6,65 9,25 4% desgl. Serie II ........... 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 sy,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier .............. 6,75 5,35 4,55 31,5 34 71,5 96,25 51 64,5 66,5 167,25 33,5 131,75 103,25 107,5 62 104 95,25 105,75 145 121 79,75 109,75 67 96 138,5 118,25 68 70,13 6,7 5,4 4,55 31,5 29,75 34 71 96 50,5 64,25 66 167,75 33,4 132,25 103,25 107,75 61,9 104,5 96 106,65 146 123,5 80 109,75 68,5 97,5 118 68,75 70,5 6,8 5,4 7,4 4,55 31,4 29,65 28,75 34 71 96 51 64,5 66,5 167,25 33,4 131,25 103,25 107,75 62 103,9 95,13 106,75 145,75 122,25 80,25 109,5 67,13 96,5 76,4 138 118 68 70,5 5,45 7,7 4,65 31,5 30,13 34 71,5 96 50,5 64,25 66 168,5 33,25 132,4 103,25 107,9 62,13 104 96,5 107 145 123 80,75 109,5 68,4 96,75 78 68,9 70,9 slos.-Rechte...... ess. BolkSstaat 1929 3%) ........... Hamvurg»Ämerika»Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff ...........0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A.G. für Verkehrswesen Aki. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prioai-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............0 Reichsbank ...... 12 fl.®.®....................... Bekula.....................0 Slektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft g Selten & Guilleaume......... 0 '^ktr-Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert 8 Co.............. 5 Siemens S Halske...........' 7 Lahme per & Co............. 10 eSbank Darmstadt ey?% Hess, c bank Darmsto Oberhessen Pr Auslos.«Recht Deutsche Komrr leche Serie 1 6% ebem. 8% Goldpse. 15 •% ehem. 7% Goldpse. 16 *%% ehern. 4 Bank-Llqu..sl »y.% ehem. Hyp.»Bank»L 6% ebem. 8% briefanftalt, 6% ebem. 7% Brief amtalt, Eteuergutsch. L andeS^ypotheken» ovtnz-Anleche mit en .......... . Cammelabl. An- nlt AuSlos.-Rechten Franks. Hyp.-Bank nkündbar bis 1935 Zranks Hyp.-Bcmk »nkündbar bis 1936 Vi% Franks. Hhp^ Pfandbriefe....... fchen Klinik in Gießen zugeführt.