Montag, 12.8ebniarM4 184. Jahrgang M.Zö Erster Matt Stan«#?!*am'main liess Druck unb Verlag: vrühl'sche Aniversitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/gUhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rps.,Plahvorschrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-Bezug§prei§: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ —.25 Auch bei Mchterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen seinem. Wenn die Frau sich auf ihre ureigensten Gebiete bewußt und konsequent zurückzöge, würde sie in kurzer Zeit die souveräne anonyme Beherrscherin des Lebens unseres Volkes sein. Der Mann würde ihrer Art und ihrem persönlichen Dasein seinen Schutz verleihen, er würde auch die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen erkämpfen, die Berlin, 10. Febr. (DNB.) Am Samstagabend fand im Sportpalast eine öffentliche Frauenkundgebung statt, zu der 25 000 Frauen herbeigeeilt waren. Parteigenossin F i k e n t f ch e r , die Leiterin der Frauenschaft Groß-Berlin der NSDAP., eröffnete die Kundgebung. Stellvertretender Gauleiter Görlitz er wies darauf hin, daß es nicht zuletzt der Mitarbeit der nationalsozialistischen Frauen zu Paris, 12. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Am Montag, dem Tage des Generalstreiks, ist in Paris tatsächlich nur ein einziges Morgenblatt, die royalistische „Action Fran?aise“ erschienen, deren Beschaffung übrigens auch ziemlich schwierig ist, da Streikposten den Verkauf der Zeitung zu verhindern suchen. In den frühesten Morgenstunden sind die telefonischen Abonnementgespräche mit dem Auslande noch ausgeführt worden. In der Stadt selbst konnte man am frühen Morgen noch telephonieren. Der Generalstreik wird voraussichtlich zu 80 v. H. befolgt werden. Ein Teil der Arbeiter- und Ange- stellten-Vereinigungen, die nicht den großen Gewerkschaften angeschlossen sind, haben sich geweigert, der Streikparole zu folgen, da sie in einem Streik nur ein Mittel zur Erkämpfung ihrer persönlichen Forderungen sehen, nicht aber ein politisches Machtwerkzeug. Am vollständigsten dürfte der Streik i m P o st- wesen sein. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß die Briefkästen ein- oder zweimal durch Militär geleert werden. Die Sortierung der Briefe wird ebenfalls durch Soldaten erfolgen, doch ist es zweifelhaft, ob die Post auch ausgetragen werden kann. Es wird erwogen, die Briefträger durch Polizeibeamte zu ersetzen, wie dies bereits einmal bei dem großen Postftr'eik vor mehreren Jahren der Fall war. Der Telephon- und Telegraphenverkehr soll nach Maßgabe der Möglichkeit durch Pioniere aufrechterhasten werden. Das Wasser-, Elektrizität s - und Gaswerk wird von dem Generalstreik nicht berührt. Die großen Geschäfte bleiben offen. Obgleich die Lehrer-Vereinigung beschlossen hat, sich der Streikbewegung anzuschließen, hat der Unterrichtsminister angeordnet, daß die Schulen unbedingt geöffnet bleiben müs- s e n. Der Streik der Kraftdroschkenführer, der bereits über 10 Tage dauert, wird fortgesetzt. Im Rundfunk wird voraussichtlich keine Störung eintreten, dagegen bleiben die Theater am Montag geschlossen. Die Filmoperateure werden jede Vorstellung zwei Minuten unterbrechen, um ihre Solidarität zu beweisen. Der Eisenbahnverkehr wird in vollem Umfange aufaufrechterhalten. Straßenbahn, Untergrundbahn und Autobusse werden nur in geringem Umfang verkehren. notwendig sind, um der Mutterschaft wieder etnert Sinn zu geben. Das ist dann der Weg zu einem neuen Frauen- und Familienideal. Zwar gibt es da noch keine endgültigen Meinungen. Es gibt nur Variationen über ein Thema, persönliche Ansichten vermischt mit gesundem Menschenverstand und Erfahrungen aus dem täglichen Leben. Wir müssen eine Frauenbewegung haben, die weder muffig, noch hypermodern ist (lebhafter Beifall), die ernsthaft den Versuch macht, ein modernes Leben modern zu meistern. Dann erst wird die Frauenbewegung ihre eigentliche Mission zu erfüllen beginnen, wenn der männliche Nationalsozialist sein Ideal in ihr sieht. Hat die Frau erst wieder den Willen zur Familie, so wird auch die Möglichkeit zur Familie geschaffen werden. Und ist das der Fall, so wird die Frau auch wieder ihr eigentliches Glück in der Familie und im Kinde finden. Am Ende ist doch dasKinddasUnter» pfänd der Unsterblichkeit unseres Volkes! (Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Heute Generalstreik in Krankreich. Paris ohne Zeitungen. - Alle lebensnotwendigen Betriebe aufrechterhalten. Auch der Eisenbahnverkehr nicht unterbrochen. nennuntz im engsten Einvernehmen mit Reichs- innenminister Dr. Frick erfolgt ist. Oer neue Amtsleiter der NG.-Jrauen- schast pg. Hilgenfeldt verlangte neben dem Kämpfertum des Mannes ein voll entwickeltes Weibstum, das in der Mutter- Das würde zu den katastrophalsten menschlichen und politisch-wirtschaftlichen Folgen führen. Schon im Jahre 1932 hat der Führer zum Ausdruck gebracht, daß die Frau von jeher nicht nur die Geschlechts-, sondern auch die A r - beit sgenossin des Mannes ist. Wesentlich dabei ist nur der Mut zu der Erkenntnis, daß die Arbeitsgebiete an sich verändert haben und daß deshalb auch der Frau heute ganz andere Arbeitsgebiete zugewiesen werden müssen. So wie in der Vergangenheit die Frau die Arbeitsgenossin des Mannes gewesen ist, wird sie es auch in Zukunft sein, nur mit dem Unterschied, daß, so wie sich die Arbeitsmethoden geändert haben, sich selbstverständlich auch der Anteil der Frau an der Arbeit des Mannes ändern muß. Der vornehmste und höchste Beruf der Frau ist immer noch der der Frau und Mutter und es würde unausdenkbarstes Unglück sein, wenn wir uns je von diesem Standpunkt entfernen ließen. Der wahre Mann weiß immer, was er der Frau zu verdanken hat. und er wird, je mehr ihm die Frau neidlos fein Gebiet zubilligt, um so schärfer darüber wachen, daß der Frau ihre eigenen Gebiete auch vorbehalten bleiben. Dadurch, daß der Mann die großen Gebiete des Lebens für sich reserviert, übernimmt er Verpflichtungen, die er dann auch großzügig und mit innerer Hingabe erfüllen wird. Er wird die Verpflichtung übernehmen, der Frau im Berufsleben seinen Schutz zu leihen. Er wird niemals seine Hand dazu bieten, die natürliche Schwäche der Frau überhaupt auszunutzen, sondern er wird diese Schwäche mit Großmut und ritterlicher Hilfsbereitschaft beantworten. Er wird dann auch nicht die Frau als ein Wesen auffassen, das seiner beliebigen sachlichen oder unsachlichen Kritik unterliegt. Nichts ist unausstehlicher, arroganter und frecher, als wenn bestimmte Männer versuchen, der Frau ihre Moral vorzusehen, Männer, die sich andererseits wild dagegen wehren, daß die Frau dem Manne Gesetze aufgibt. Es ist eine moralin-saure Methode, nur der Frau vorschreiben zu wollen, was sie durchzuführen hätte und dabei die Wahrheit des Goethe-Wortes zu Or. Goebbels fprichi über das Frauenideal des nationalsozialistischen Lebens. Arigemäße Abgrenzung der Aufgaben von Mann und Frau, aber keine wertmäßige Unterscheidung. — Gegen Mucker- und Spießertum für eine Frauenbewegung, die das moderne Leben modern zu meistern versucht. Lin Hilsswerl für Butter und Kind Hilgenfeldt zum Amtsleiter der AS.-Zrauenschast bestimmt. Berlin, 11. Febr. (DNB.) Auf der Amtswal- terinnen-Tagung der NS.-Frauenschaft, die am Sonntagmittag im Preußenhaus stattfand, nahm der Groß - Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen über die Frauenfrage. Die nationalsozialistische Bewegung ist ihrer Natur nach eine männliche Bewegung. Sie hat in ihrem Kampfe auch die Tugenden eines neuen Männertumes in Deutschland wieder zur Geltung gebracht. Sie schuf einen Männertyp des Heroismus und der Bereitschaft, sich für eine große Sache hinzugeben. Die Herausstellung dieses Männertyps war um so notwendiger, .als das gesamte öffentliche Leben zu der Zeit, als -wir zu arbeiten begannen, einen anderen Charakter trug. Je mehr nämlich das öffentliche Leben sich von männlichen Tugenden entfernt hatte, um so mehr empfand die Frau das natürliche Bedürfnis, in das öffentliche Leben einzugreifen, sobald sie nämlich das Gefühl hatte, daß der Mann nicht mehr in der Lage war, diese Gebiete zu meistern. Daraus entstand eine Vermischung der Ausgaben und Notwendigkeiten. Wenn die Männer sich wieder auf ein neues männliches Ideal besinnen, besteht für echte Frauen gar keine Veranlassung mehr, ihnen auf dem Gebiete der Männerarbeit irgendeine Jdealkonkurrenz zu bereiten, sondern sie werden sehr bald ihrerseits dem Männerideal eine neue Form des Frauenideals entgegenzustellen suchen. Der Mann ist der Intendant und die Frau der Regisseur des Lebens. Denn der Mann dem Leben die großen Linien und Formen geben muß, so ist es Aufgabe der Frau, diese Linien- und Formgebung mit innerer Fülle, mit innerer Bereitschaft, mit Farbe zu erfüllen. Das tft durchaus keine Degradierung der Frau, keine Unterscheidung im Range. Es find zwar art- gemäße Differenzen festzustellen, aber keine leistungs - und rangmäßigen Differenzen. Die Gebiete der Richtung- und Formgebung sind ja im öffentlichen Leben unschwer herauszufinden. Es gehört dazu einmal das ungeheuer große Gebiet der Politik. Polülk ist nn wesentlichen eine Frage der Organisation, ist die Sorge für das Dasein eines Volkes im Großen gesehen Dieses Gebiet muß der Mann absolut und einschränkungslos beanspruchen. Seiten ihre Aufgaben und ihre Arbeit erfüllen und durchführen könne. Wir haben die Absicht, nach Ablauf des Winterhilfswerkes ein Hilfswerk für die Mutter und das Kind einzuleiten. Wir haben mit einer erheblichen Zunahme des Geburtenreichtumes zu rechnen. Deshalb wollen wir anfangen, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, damit sich hier keine Schädigungen ergeben. Der Leiter des Mütteramtes, Pg. Dr. Stadler, hat mir gesagt, daß im vergangenen Jahr ungefähr die Hälfte aller Abtreibungen aus Sozialindikationen erfolgt sind. Diese Tatsache allein hätte genügt, um das Recht zu haben, den alten Staat zu stürzen. Wir Nationalsozialisten bekennen uns zum Leben. Wir werden deshalb auch zu der unehelichen Mutter hingehen, die ein Kind erwartet und werden ihr helfen, ohne daß wir uns das Recht anmaßen, sie abzuurteilen. Ich bin der An- sicht, daß wir durch diese Tathilfe uns zu einem höheren sittlichen Ziel bekennen, als wenn wir uns hinstellen würden und diese Mutter verächtlich machten. Die sozialistischen und kommunistischen Gewerkschaften haben ihre Mitglieder zu einer Riesenkundgebung am Montagnachmittag aufgerufen. Populaire und Humanit6 haben am Sonntagnachmittag Sonderausgaben herausgegeben, in denen sie ihre Anhänger noch einmal auffordern, sich geschlossen hinter die Generalstreikbewegung zu stellen. Populaire fordert die Eltern auf, ihre Kinder am Montag nicht in die Schule zu schicken. Frauen und Mädchen, die in den Geschäften oder Fabriken beschäftigt sind, sollen ihre Arbeitsstellen verlassen und sich an der Riesenkundgebung beteiligen. Auch in der Provinz wird die Generalstreikparole weitgehend befolgt werden. In verschiedenen Provinzstädten haben schon am Sonntag Kundgebungen stattgefunden, die überall reibungslos verlaufen find. In den größeren Provinzstädten sind umfangreiche Ordnungsmaßnahmen getroffen worden. Die Truppen werden in Alarmbereitschaft gehalten. In Boulogne-sur-Mer veranstalteten die Kommunisten am Sonntag unter dem Gesang der Internationale ein» Straßenkundgebung. Elf Personen wurden verhaftet. Die Menge versuchte vergeblich, die Verhafteten zu befreien. Oie Reusozialisten und das Kabinett Ooumergue. Paris, 11. Febr. (DNB.) In Kreisen der Neu- sozialistischen Partei ist man über die Beteiligung des Bürgermeisters von Bordeaux Marquet an der Regierung sehr geteilter Auffassung. Eines der einflußreichsten Mitglieder der Kammerfraktion, der Abgeordnete R e n a u d e l, der sich in Marokko aufhält, erklärte einem Vertreter des „Excelsior", daß er, wenn er in Paris anwesend gewesen wäre, gegen die Beteiligung an der Regierung Stellung genommen hätte. Er glaube nicht an eine nutzbringende Arbeit des sogenannten Kabinetts der nationalen Einigung und bedauere den Eintritt Marquets, der bestimmt nur i h n persönlich und nicht die aanze Fraktion verpflichte. Renaudel sagte bann, daß er im Grunde nichts gegen eine Auflösung der Kammer einzuwenden habe. vergessen: „Willst du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an!“ Dieselben Männer, die der Frau die kleinlichsten und schikanösesten Vorschriften machen, nehmen das für sich mindestens nicht so sehr genau. Diese Mucker nehmen es der Frau übel, wenn sie sich anständig kleidet, was sie ja im allgemeinen nicht für ihre Freundin tut. Es ist undankbar von einem Mann, der Frau übel zu nehtnen, daß sie dem Mann zu gefallen sucht. (Heiterkeit.) Diese Sittlichkeitsapostel nehmen sich das Recht heraus über alles und jedes aus dem Frauenleben ihr unmaßgebliches Urteil zu fällen. Sie rauchen selbst 20 30 oder 40 Zigaretten am Tage, kleben aber in die Restaurants Plakate: Die deutsche Frau raucht nicht! Ob eine deutsche Frau raucht, ist ihre Sache. Ich kann mir vorstellen, daß unter den Frauen der Grundsatz sich durchsetzt: Wir rauchen nicht! (Lebhafte Zustimmung.) Aber der Mann hat nicht das Recht, der Frau das vor- zufchr eiben. Mit demselben Recht könnte die Frau in den Restaurants die Sittlichkeitsregel an-- schlagen: Der deutsche Mann trinkt nicht! Das hat nichts mit der allmählichen Schaffung eines neuen Frauenideals zu tun. Es handelt sich hier um Grundsätze. Die Moralstümper, die da sagen, eine Frau mit dem Bubikopf sei von minderwertiger Qualität, wissen ganz genau, daß es Millionen solcher Frauen gibt und daß d a s Leben ihren Satz läng st widerlegt hat. Es wäre das größte Unglück für unsere Frauenbewegung, wenn sie sich zum Interpreten dieser falschen Moral machen wollte. Unsere Frauenbewegung hat eine starke Moral wiederherzustellen, andererseits aber auch die Aufgabe, sich dagegen zu verwahren, daß sie gleichgefeht wird mit Muckertum und Moral- schnüffelei. Ein Versuch, der Frau ihre Rechte zu nehmen, wird zwar nicht mit Kampf, aber mit steigender Ablehnung belohnt. Deshalb sehe ich die erste Aufgabe unserer Frauenbewegung darin, ein Organifationsgefüge zu schaffen, in dem sich das Frauenleben entwickeln kann, und dann in ganz großem Rahmen Gesetze und Vorrechte aufzustellen, die der Frau gebühren und die sie sich niemals nehmen lassen darf. Schon heute empfindet bald jeder wieder die Frau als Mutter verehrungswürdig, und es sieht jeder Mann in der Mutter ein Unterpfand für die Verewigung fernes Volkes. Er hat das Empfm- den daß die Frau auf ihrem Gebiete . eine Schlacht schlägt, genau so wie er auf Andererseits kommen der Frau alle Gebiete zu, die im wesentlichen auf Inhattgebung drängen und dafür bestimmt sind. Dazu gehört die innere Lebensgestaltung. Das, was der Mann mit Umrissen abgesteckt hat, erfüllt die Frau mit Dasein. Deshalb wird ihr als ureigenstes Gebiet die Familie gehören. In ihr ist sie souveräne Königin. Eine weitere Folgerung aus dieser Zielsetzung ist, daß der Frau als ureigenstes Gebiet auch d i e Fürsorge für das kommende Geschlecht gehört. Sie braucht sich ihres Em- fluffes auf die Gestaltung des Lebens unseres Volkes nicht zu begeben, denn sie Hal ja in der Urquelle die Möglichkeit, diesen Einfluß geltend zu machen dort, wo das Volk entsteht, wo die unsterbliche Substanz eines Volkes am biegsamsten und einprägsamsten ist, und wc.sie deshalb auch die beste Gelegenheit hat, ihre Sin. nes- und Denkungsart, ihr Gefühl dem Volke von vornherein mit auf den Weg zu geben Es gebührt ihr darum auch das Recht d e r Erziehung und zwar in den Wen, in denen eigenflid) bet Grund ,u bet <£tjief)ung gelegt wirb. Beanspruch, in späteren fahren ber Mann ben männlichen Aachwuc^ fut M i« Erziehung, fo kann bie Frau bas ruhig bem Mann überlassen, bann, wenn sie bm Jahre vorher bas männliche Geschlechl in ihre vbhul genommen hat. Wir müssen uns auf bas erbitterste gegen bie -Unterstellung verwahren, daß w'^^^jaentlich uvas vorenthalten wollten, was ihr eigentlich gehört, daß wir an sich der Frau f sie qenüberständen, daß wir die ^bstch h , ;5rau überhaupt aus dem öffentlicheni Leben u raus den Berufen herauszudronfl beQr'a= Damit zu einem Lebewesen zweiter KI Dieven Wenn wir die Frau aus den ©etneten Des .öffentlichen Lebens ausschalten, so nicht, weil wir 1 »entehren wollten, sondern weil wir . Y y i eigentliche Ehre zurllckgeben mochten. .(Lebhafter Beifall.) Denn wir sehen nicht den Bs- ldruck höherer Frauenehre darin, daß die Fra 1 .mit dem Mann auf männlichen Gebieten miß - ' ' idern darin, daß das große Gebiet iFrauenlebens in Jdealkonkurrenz «tritt zu dem des Männerlebe ns (<£rneu= Iter Beifall.) Das soll nun nicht besagen, daß mir Die jFrauen aus den Berufen drängen wollten. Der Stabsleiter der PO. Or. Ley prach dann über die künftige Frauenarbeit. Die nationalfozialistifche Bewegung hat in der Gegenwart nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, die Führung in der deutschen Frauenwelt zu verlangen. Sie hat weiter die Pflicht, in ihren Grenzen eine Führerauslese bis zum letzten durchzuführen. Ist das geschehen, so werden wir mit Recht auf unser Wort von einst verweisen können: Deutsche Frau: wir werden nicht dulden, daß du in die Drecklinie der Politik hinabgezogen wirst. Aber wir werden dir ein neues Deutschland geben, in dem deine Kinder wieder glücklich und zufrieden leben können. Unter stürmischem Beifall teilte Dr. Ley mit, daß der Stellvertreter des Führers durch ihn den Parteigenossen Hilgenfeld t zum Amts- leiter der Nationalsozialistischen Frauenschaft ernannt hat und daß diese Er- verdanken sei, I« b“ Zukunft wieder die Hoffnung habe, daß Deutschland von richtigen Männern geführt werde, so werde sie auch selbst keinen Wert mehr daraus legen, die Hosen anzuziehen. einem WelcherKurs wird von Vachon erwarlel? Rudolf Heß zum Kampf um die Saar fll I fttns einen fieto bunter Träger zeigten j kommen I Iweizeris )«m Erlö Schweiz > ihrers i:gen, en tum und Heimat von Heinen eine Schau Bilder über das tannenbekränzte Podium, süddeutscher und niederdeutscher Trachten Zwischer rischen ' n neu Sarit 'N Dl 10 Q stofflager der dem Bonner Bergwerks, nnd Hüttenoerein gehörigen Budenheimer Kalk, steinbrü^' u-----t*k —k Mit der ülnbeut >n. Für Missicht g :n 15 mehr diie komm Erste £ Die er u t l a n t :»a j Vertreter ber zeichne r m a ch t e bet alle Volksgenossen wieber in ben Arbeitsprozeß ein« Memel-Konvention, die Gesandten Eng- zureihen. Daneben sei aber auch ein Hauptaugen- lands, Frankreichs und Italiens, bei dem li- merk darauf zu richten, dem Arbeiter die tauifchen Außenministerium vorge. deutsche Kultur wiederzu geben, die ber ; f p r o cf) e n haben wegen der jüngsten Vorgänge im ?^rol'2mus unb der Marxismus il)m genommen ‘ THcmelgebid und wegen der etwaigen Auswirkun- hatten, M.t dem Wer Kraft durch Freude t°ll be5 nEuen Htauifd>en Gesches zum Schuhe °°» das ganze deutsche Volk zu einer Gemein chaft zu-, ,e k ; \. „/ / < sammengeschweißt werden, deren Wurzeln in ber ■ unb $ aa auf Autonomie des Memel- Frontkarnerabschaft bes Weltkrieges gebietes. Frieben noch gerettet werben könne. Das Ergebnis der bisherigen Besprechungen über die Abrüstungsfrage sei absolut negativ. Es sei zu wünschen, dah diese Verhandlungen so rasch wie möglich abgeschlossen würden, weil sie sich sonst auf die internationale Lage nur ungünstig auswirkten. Die Politik Paul-Boncours weise gerade in der österreichischen Frage das größte Defizit auf. Heute sei man bereits soweit, daß sich selbst der polnische Außenminister gegen bie Anrufung bes Völker- bunbes burch Oesterreich ausspreche. Die österreichischen Akten müßten öffentlich beraten werben, um Italien zu zwingen, einmal einbeutig Stellung zu nehmen. Bei Polen würbe es genügen, ihm bie von ihm seit langem gewünschte Au ssprache zu gewähren, bie ihm von Brianb unb Paul-Boncour immer verweigert worben sei. Das werbe genügen, um es wieber zu einer normalen Linie ber Politik zurückzubringen. * Barthou erklärte Pressevertretern, Paul-Boncour bleibe auch weiterhin ber Führer ber französischen Aborbnung für ben Völkerbunb. Berlin, 10. Febr. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht einen Artikel bes Staatssekretärs Im Reichsfinanzministerium, Fritz Reinhardt, über „Volksgemeinschaft unb Steuerpflicht". In dem Artikel heißt es: Der Wandel im Verhältnis der Staatsführung zur Volksgemeinschaft hat auch bereits zu einem Wandel in der Steuermoral geführt. Das ist auf die immer größer werdende Erkenntnis zurückzuführen, daß im nationalsozialistischen Staat nicht eine Reichsmark ausgegeben wird für Zwecke, die mit den Interessen der Allgemeinheit und mittelbar jedes einzelnen Volksgenossen nicht in Einklang zu bringen wären. 3m ersten Hitlerjahr sind im Gegensatz zu den unmittelbar vorangegangenen Jahren keinerlei Sleuererhö Hungen erfolgt, wohl aber verschiedene erhebliche Steuererleichterungen. Es ist auch bereits mit dem Abbau von Steuern begonnen worden. Das Rechnungsjahr 1933 wird das erste sein, in dem bas Aufkommen an Steuern nicht mehr um hunberte von Millionen unter bem Voranschlag Zurückbleiben, sonbern b i e - sen erreichen, wahrscheinlich sogar etwas übersteigen wird. Die Steuerreform, die im Laufe des Jahres 1934 Gesetz werden wird, wirb elnkom- mensteuerlich er st malig auf das Einkom- men für 1934 A n wendung finden und melnf ame Anordnung ber Führer bes Bunbes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen unb des Reichsbundes der Deutschen Beamten zu klären. Kür Volkstum und Heimat. Eine Aufgabe der NS.°Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Berlin, 11. Febr. (DNB.) Auf ber ersten Kundgebung des Amtes für Volkstum unb Heimat in ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube", zog nach kurzen Begrüßungsworten bes Leiters ber Abteilung für praktische Volkstumsarbeit im Amt Volks- All I AMh Ml W einig fielen ' Sahnhc zu sah! q r a D e • l por und ! Mei I kosten s linde & z sn. llak | luntxilf 8 II Woh! u onh ihee i ««Uhren ® -0 ' %nfhmÄhruna unb in ihrem Berlinern erschienen waren" Halle um Halle bot ein b-ubt deshalb etne «»»“abriina, unb m «tarn Bild. Der größte Anziehuna-punki des L-rhalims zum Gold wirb fie nur durch ®e Fastnachtsbasss war die Hasse, die dem Ile * freien. Kapellmeister Friedrich sroitfe l ulje n 2Rnt em |i 9 0t|! pchdk irtschch n, ob jsoert;: unfti Eien k fei ton Staab oben,1 laftsleh sie di iergehki rben n de W r Schi acht ui S . Ttsn j inpofl In den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin herrschte am Sonntagabend ein lustiges und frohes Treiben. Die Reichsrundfunkkammer und die Deutsche Arbeitsfront hatten gemeinsam als Feier- abendoeranstaltung eine „Fastnacht rund um den Funk" aufgezogen, zu der Zehntausende von ganzen Fastnachtsballs war die Halle, die dem Volkslied und dem Volkstanz gewidmet fcg geregelt. Schwere Ruhestörungen im irischen Freistoat. „Fastnacht rund um den Funk." iSM !■ janjfH !N, daß • I tigt £ 1934 fti 1 L Bestv» ten - auchv ich mit" chkeit' , in dc- and ein daß r sieht- > i wir, daE Mie^ keine wir eher F >n Bb ’ so Ft eie«* man» nie«’;! «er 1* trounj’ riese V Lebe» >ber F etiC -es .st ei" . -4 >uie war. Allein schon der Rahmen, die alte deutsche Kleinstadtstraße mit den Giebelhäusern, wirkte stimmungsvoll, und in keiner Halle war die Verbindung zwischen Darstellenden und Zuschauenden so stark wie hier. U. a. bemerkte man bekannte Führer der Deutschen Arbeitsfront, ferner den Direktor der Reichs- rundfunkgefellfchaft Hadamowfky, den Präsidenten der Reichsrundfunkkammer Horst Dreßler- Andreß, den Vizepräsidenten der Reichsfilmkammer Oberregierungsrat .R ä t h e r, den stellvertretenden Leiter der Rundfunkabteilung im Reichspropagandaministerium Weinbrenner und andere mehr. Fastnacht in Mainz. Seit Samstag steht die Stadt Mainz im Zeichen des Prinzen Karneval. Am Samstagnachmittag zogen mit klingendem Spiel die „Rekruten" in die Stadt ein und wurden vor dem närrischen Hoftheater feierlich vereidigt. Die Mainzer Bevölkerung bereitete den Ankömmlingen einen herzlichen Empfang. In den Abendstunden entwickelte sich alsbald auf den Straßen und in den Lokalen ein fröhliches Maskentreiben, und am Sonntag war die ganze Stadt ein großes Feldlager des närrischen Prinzen. Prinzengarde, Ranzengarde und Garde der Prinzessin haben auf den Plätzen ihre Lager aufgeschlagen, durch Poften gegen jeden Ueberfall trefflich gesichert, und in den Wirtschaften Quartier bezogen. Schreibstuben, Revierkrankenstuben und Feldapotheken sind über die Stadt verteilt, und alle wichtigen Punkte sind gut besetzt. Der Prinz kann sich in voller Sicherheit seiner narrischen Aufgabe widmen und die Philister mit Stumpf und Stiel ausrotten. Außer einer Reihe von Maskenbällen fand im närrischen Hoftheater in Anwesenheit eines hohen Ministeriums die Aufführung der Mainzer Lokalposse „Das große Los" statt und weckte unauslöschliches Gelächter. Am Sonntag folgte die große Prunk- und Fremdensitzung, in der das Feuerwerk des Mainzer Humors in allen Farben aufblitzte. Der große Umzug des Prinzen und feiner Gefolgschaft am Rosenmontag bedeutet noch lange nicht das Ende der Fröhlichkeit. Schwächen wieder zur Darstellung bringt. Dann wird der Film das eigene Volk und auch die Welt erobern und wird auch dem Volk wieder künstlerische Geltung in den anderen Staaten zurückgewinnen, dann nämlich, wenn das un st erbliche Deutschland wieder über die Leinwand marschiert. Im Anschluß an den Vortrag des Ministers fand in den Festräumen des Reichsministenums für Dolksaufklärung und Propaganda ein 6mp f an g statt, zu dem etwa 200 Gäste, in der Hauptsache von Bühne und Film, geladen waren. Reichsmimster Dr. Goebbels konnte u. a. begrüßen: Werner Krauß, Emil Jannings, Theodor Loos, Willi Fritsch, Jakob Tiedtke, Eugen Rex, Hans Brausewetter, ferner den Dichter Hans Kyser, Generalmusikdirektor Dr. Wilhelm Furt- w ä n g l e r, von der Ufa Generaldirektor Klitzsch und Direktor Gorrell, den neuen Reichsfilmdramaturgen Willi Krause, Harry Piel, Ralph Arthur Roberts, Olga Tschechowa. Kunst und Wissenschaft Geplante Freilegung der versunkenen Friefenstadt Rungholt. tu, daß die Währungsverhältnisse anderer Maaten eine wesentliche Herabsetzung unserer Kon- kFrenzsähigkeit im internationalen Handel herbei- Mhrt haben. Wir dürfen nicht ruhig auf die Tätliche blicken, daß mehr als drei Viertel die- ei internationalen Handels von diesen geän- jürten Währungen beherrscht werden, loer um eines werden wir uns sorgsam kümmern, dich nämlich unsere Währung nicht ein Spielzeug ii der Hand einer Finanzspekulation werden kann. 1 ishalb können wir diese Angelegenheit nur durch b- gesetzgebenden Körperschaften regeln und jo Die Labilität unserer Währung sichern, auch wenn Die Qnlbmenge, Die unserer Papierkrone gleiajrommt, un etwas herabgesetzt würde. Unsere Wahrung Der Karneval Hai begonnen! Don Berlin bis München, von Düsseldorf bis Mainz. Kleine politische Rachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing den neu- eriannten Bischof von Berlin Dr. Bares. * Mit dem 1. April d. I. wird auch für Japan elndeutfcherMilitürattachs ernannt wer- d > Für diese Stelluung ist Oberstleutnant Ott in Aussicht genommen, der im vergangenen Jahr be° r, ts mehrere Monate zur kaiserlich japanischen Ar- »e kommandiert war. ♦ ^Herzog KarlEduardvonEoburgist zum Erenführer der SA. im Range eines Gruppen- f. hrers, zugeteilt dem Stabe der Gruppe Thu- thgen, ernannt worden. ♦ Zwischen Vertretern der deutschen und der schweinischen Regierung ist eine Einigung ü b e r ein neues Transferabkommen zustande qifommen. Es sieht eine volle Befriedigung der Wweizerischen Gläubigern zustehenden Scnps aus btm Erlös zusätzlicher Ausfuhrgeschäfte nach der ! Schweiz vor. Aus aller Welt. Erste Luftpostsendung Deutschland—Argentinien. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Aufrüttelung des Sprachgewissens. — Professor Hübner über die Einigung der deutschen Sprache. Uniüerfitätsprofeffor Dr. Hübner sprach im überfüllten Landwehrkasino in Berlin über die Einigung der deutschen Sprache. Er wies daraus hin, daß im nationalsozialistischen Staat, der dem Volk die Würde und das Würdegefühl wiedergegeben habe, auch das Würdegefühl für die sprachlichen Dinge zum Ausdruck unD zur Anerkennung gebracht werden müssen. Professor Hübner schilderte dann den jahrhundertelangen Kampf um die sprachliche Einigung, um die sich Karl Der Große, Luther und Gottsched große Verdienste erworben hätten. Heute sei in der Schrift- prache nicht mehr die Landsmannschaft des Ver- affers zu erkennen; aber die Eigenart der deut- chen Stämme, die zu erhaben sich der Führer als Ziel gesetzt habe, müsse auch im sprachlichen Leben ihre Geltung behalten. Der Nationalsozialismus werde die Sprache von dem Schlamm überflüssiger Fremdwörter und undeutscher Ausdrucksweise be- en E Steuer j Der große Faschingszug in München Der etwa vier Kilometer lange Münchener Faschingszug, der sich am Sonntag bei herrlichem Vorfrühlingswetter durch ein Spalier von Hunderttausenden von Münchenern und zahlreichen Fremden bewegte, war eine an die beste Münchener Faschingstradition der Vorkriegszeit erinnernde Glanzleistung. Die Organisation war mufter» haft und die Stimmung der Zugteilnehmer und der Massen ausgezeichnet. Der große Zug war in sieben Aufmärsche mit 129 Untergruppen gegliedert. Em Glanzstück im ersten Teil des Zuges war der Prunkwagen der Großen Kölner Karnevalsgesellschaft mit der Vertretung der Stadt Köln. Ganz hervorragend waren die von beißender Ironie und Satire erfüllten Darstellungen zu dem Kapitel „D ö l k e r • bunb und Abrüstung". Auch die Greuel- Propaganda, das marxistische Bonzentum und die Herren Emigranten fanden die gebührende Kennzeichnung. In schimmernde Farbenvracht waren die Prunkwagen der Rarrhalla, des Prinzen Karneval usw. getaucht. Eine ganze Reihe Wagen und Fußgruppen war natürlich Münchener Spezialitäten gewidmet. So kam ein Zug zustande, zu dem sich unter besonderer Hervorhebung der Kunst- lerorganisationen, des Kunsthandwerks, der Reichswehr und der Landespolizei, der Innungen, der Studentenschaft, der Brauereien, der Theater, des Kampfbundes für deutsche Kultur, der Presse usw. alle beglückwünschen dürfen, die an ihm mitgewirkt haben. Die erste Sendung der regelmäßigen Trans- °! I a n t i k l u f t p o st traf in der Nacht zum Sams- loa (MEZ.), sechs Tage nach dem Abgang in Nutschland, in Buenos Aires ein. Gin Winterfest der deutschen Kolonie in Davos. Kürzlich beging die deutsche Kolonie in Davos ihr L interfest. An der Feier nahmen auch der deutsche y ^sandte in Bern D r. F r e i h er r v o n ® e iß- 1 rf e r und der deutsche Generalkonsul m Zurich windel teil. Seiner Ansprache legte der Gesandte , "Sind Schwestern und -rüder in Not, ist Hilse das erst« Gebot wobei er laoos als eine Stätte bezeichnete, die |o recht zu Serien sozialer Fürsorge geschaffen eu Der soeben :n der Reichssührertagun» aus Deutschland zuruck- ,lehrte Landesavuppenleüer Schweiz der NSDAP., - - ,n°s f überbrachte d i e G rii tz e A d ° l s ItlcrV Am solgenden Tage besuchten die Ber- icter des Reiches die verschiedenen deutschen n Halten: Die seit 1901 bestehende Deutsche Lil Hätte für Minderbemittelte, das , utlche Krieaerkurhaus und das F r i - jericianum, die deutsche Auslandsvollanstalt ir der Schweiz. Nach einem Besuch irn W a l d . dlntsck^r Leitung ^ehtz^g! Dichte man “auf dem lÄun, g die „Seeschlange", „Deutschlands Reinigung". Nach dem Umzug entwickelte sich in allen Lokalen luftiges Fastnachtstreiben mit Maskenball. Karnevalsaustakt in Köln und Düsseldorf. In Köln setzte schon am Samstagabend, als ein „Geisterzug" zum Rathaus die Narrenzeit eröffnete und Kölns Oberbürgermeister Dr. Riesen dem Prinzen Karneval für das Jahr 1934, Rechtsanwalt Eugen Bode, die Geschicke der Stadt der Ueber- lieferung gemäß bis zum Aschermittwoch übertrug, das fröhliche Karnevals treiben ein. Am Sonntag pilgerte aus den Kölner Vororten alles zur Innenstadt, um hier den Volkskarneval mtt- erleben zu können. Der Auftakt zum diesjährigen Kölner Faschingstreiben läßt für den Rosenmontag, der mit dem Riesenzug den eigentlichen Höhepunkt bringt, eine vielversprechende Steigerung erwarten. In Düsseldorf begannen die „drei tollen Tage" am Samstagabend mit einem verheißungsvollen Auftakt. In den Straßen sah man überall kostümierte und maskierte Gruppen luftiger Menschen, die zu den Sitzungen der großen Karnevalsgesellschaften und zu den zahllosen Maskenbällen eilten. Am Sonntag bildete den Höhepunkt die große Narrenparade auf dem Hindenburgwall, an der sich alle Karnevalsvereine Düsseldorfs in ihren bunten Trachten beteiligten und die vom Prinzen Karneval und der Prinzessin Venetia von der Freitreppe der Kunsthalle aus abgenommen wurde. Ein wahres Volksfest entwickelte sich. Sämtliche Lokale waren überfüllt, und durch die Straßen wogte gegen Abend ein Meer fröhlicher Menschen. Auch aus dem nahen Holland und Belgien sind zahlreiche Fremde gekommen, um den rheinischen Karneval einmal mitzuerleben. Der Rosenmontag bringt einen riesigen Umzug von vier Stunden. Dublin. 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) In 1-aflheba (Ärafschast Souti)) tarn es am Samstag j schweren Ruhestörungen. Angehörige der V e r - enialen Irlandpartet (Blauhemden) bilden einen geschloffenen Zug, um sich nach dem Ahnhof zu begeben, und von dort nach Dundalk ii fahren, wo der vormalige Präsident E o s - a a v e eine Rede halten sollte. Große Menschen- irissen drangen plötzlich aus Den Seitenstraßen her- rir unD es kam zu einem HanDgemenge. Die Polizei unternahm eine Anzahl Knüppelangriffe. E-idaten, Die zu Hilfe gerufen rourDen, feuerten fc.mDe Schüsse ab unD gebrauchten Tränengasbom- |n. Ungefähr 20 Personen wurden verletzt. In Dmdalk wurde am Sonntagabend eine Bombe in fit Wohnhaus geschleudert. Eine 70jährige Frau w"D ihre zwei Enkelkinder im Alter von etwa sieben ychren wurden verletzt. Die Flörsheimer haben zweifellos eine gute Portion der Faschingslaune, die in den Mainzern steckt. An Volkstümlichkeit tritt der Flörsheimer Fastnachtszug zweifellos direkt hinter den Mainzer Rofenmontagszug. Der Flörsheimer ging ihm am Fastnachtssonntaa voran. In diesem Jahre ist er wieder seiner Devise „Mer könne uns Widder freie!" vollauf gerecht geworden. Die zahlreichen Besucher, die aus Frankfurt, aus Mainz und Der näheren Nachbarschaft am Sonntag nach Flörsheim kamen, finb Durchaus auf ihre Rechnung gekommen. Der Fastnachtszug war über einen Kilometer lang unD setzte sich aus 35 Gruppen zusammen. Von aktuellen Gruppen sind besonders zu erwähnen die Wagen „Alles unter einem Hut", der „Eintopf , Generalmusikdirektor des hessischen Landestheaters. Kapellmeister Friedrich, der bisherige musikalische Oberleiter des Hessischen Landestheaters, wurde ab Beginn der nächsten Spielzeit auf drei Jahre als Generalmusikdirektor des Hessischen Landestheaters in Darmstadt verpflichtet. Bau des Rundfunksenders Koblenz. Nachdem in Koblenz durch umfassende Meßver- suche an Ort und Stelle der günstigste Aufstellungsort für den geplanten Rundfunksender ermittelt worden ist, wird demnäckst mit dem Bau Des <5enDers begonnen werben. Aus dem Gelände der sogenannten Rübenacher Schanze wird die Deutsche Reichspost ein neues Sendergebäude errichten und einen neu beschafften Sender mit 1,5 kW Telephonieleistung aufstellen lassen, der nach Fertigstellung im Gleichwellenbetrieb mit Frankfurt a. M. arbeiten wird. Der Senderbau wird etwa 260 000 Mark, der Bau des Senderhauses etwa 75 000 Mark kosten. Mit der Fertigstellung des Koblenzer Senders ist voraussichtlich Ende dieses Jahres zu rechnen. 3m Rahmen Der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen soll wie das DDZ.-Büro meldet, auch Der Wissen- chaft ein besonderer Dienst geleistet werden. Es ist nämlich der Plan aufgestellt worden, die in einer Januarnacht Des Jahres 1362 bei einer Sturmflut ins Meer gesunkene friesische Stadt Rungholt, die von Sand und Schlick bedeckt ist, frei- z ule gen. Dor fast 13 Jahren wurden die ersten Spuren Der Ruinen dieser Stadt, die auch als Das sagenhafte Dineta gilt, gefunden. Mit Rungholt sind seinerzeit 1300 Häuser eines ganzen Kirchspiels und 22 Kirchen in den Fluten Der Nordsee versunken. 7000 Menschen sinD umgekommen. Im Laufe Der Zeit hatte man Einzelsunde gemacht, Die Das kulturelle und wissenschaftliche Interesse an Der versunkenen Stadt sehr stark werden ließen. Bekannt sind Die vielen Sagen, Die sich um die versunkene I Stadt Dineta gebildet haben. st ä n b n i s ab. Er gab an, am 4. Januar 1920 feine Frau erdrosselt und im Stall vergraben zu haben. Auf dieses Geständnis hin wurde im Beisein Walters eine Nachgrabung vor- genommen und das Skelett der ermordeten Frau im Pferdestall in einem Meter Tiefe vergraben aufgefunden. Bei der Auffindung des Skeletts hat Walter fein Geständnis wiederholt. Großfeuer in Bad Doberan. Das einzige Industrieunternehmen in Bad Doberan (Meckl.), Die Chemische Fabrik, ist ein Raub der Flammen geworden. Nachts brach auf dem Fabrikgebäude Feuer aus, das in kürzester Zeit Die gesamten Fabrikanlagen in Flammen hüllte unD Dem Erdboden gleichmachte. Stehen geblieben sind haben. Den Abschluß des Winterfestes bildete ein Dortrag des Reichsführers der NS.-Krie^opferver- sorgung, Oberlindober, über das Wesen des Nationalsozialismus und seine Auswirkungen. Späte Aufklärung eines scheußlichen Verbrechens. Die Untersuchung der Mordaffäre Walter in Sedschin (Kreis Grünberg, Schlesien), über die vor einigen Tagen berichtet wurde hat letzt zu dem erwarteten Ergebnis geführt. Durch em spates Geständnis des Landwirts Walter hat das ratfel- hafte Verschwinden der Frau Hedwig Walter vor 14 Jahren und das Auffinden von Knochenresten im Stall des Walter feine Aufklärung gefunden. Walter ließ sich nunmehr dem Unter- suchungsrichter vorführen und legte em volles^e^ )fonge I abM I hlch" 5 Strafe- Achi-hr en enF | Nächtlicher Raubmord. Anwohner einer Ziegelei bei Melle (Hannover) horten spät abends zwei S ch ü s s e fallen. Der sofort benachrichtigte QberlanDjäger fand auf seiner Streife auf einem Nebenwege einen herrenlosen Bäckerwagen und nicht weit davon Die Leiche des Kutschers. Dem Kutscher mar mit einem schweren Gegenstand der Schädel eingeschlagen worden. Die Geldtasche Des Mannes war leer, so daß ein Raubmord angenommen werden muh. Riesenunlerschlagungen in Südflawien. In Serajewo fanden Protestkundgebungen gegen Unterfchleife statt, in die 160 Beamte und Politiker verwickelt sind und bet denen der Staat um mehrere Millionen Dinar geschädigt worden sein soll. Die Demonstranten zogen durch die Straßen unter den Rufen: „Zwangsarbeit für die Halsabschneider! Nieder mit den .Kapitalflüchtlingen!" Vor der Gedenktafel für den Serben Danilo Princip, dem Mörder des österreichischen Thronfolgers, löste sich der Zug auf unter den Rufen: „Es lebe der König! Es lebe Südflawien!" Wettervoraussage. Die nordöstliche Störung hat sich erheblich abgeflacht, während der hohe Druck sich weiter aufbaut und nach dem Festland oorgreift. Unter seinem Ein- fluß bleibt das Wetter trocken und zeitweise auf- heiternd, wenn auch durch die immer noch zufließende Ozeanluft vorübergehend Dunst und Bewölkung aufkommt. Die Temperaturen gehen nachts noch etwas unter Den Gefrierpunkt zurück, wahrend tagsüber die Sonnenstrahlung Milderung bringt. Aussichten für Dienstag: Teils bewölkt, teils aufklarend, trocken, Temperaturen stellenweise nachts unter Null, tagsüber ziemlich mild. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 11. Februar: mittags 5,7 Grad Celsius, abends 0,4 Grad; am 12. Februar: morgens 3,6 Grad. Maximum 6 Grad, Minimum 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Februar: abends —0,2 Grad; am 12. Februar: morgens — 0,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3/< Stunde. lediglich ein Maschinengebäude und ein Wohnhaus. Die Rostocker Feuerwehr mußte zur Hilfeleistung nach Doberan geholt werden. Die Löscharbeiten rourDen dadurch erschwert, daß das Feuer auf Die großen Tabakballen, Die in der Fabrik verarbeitet wurden, Übergriff und riesigen Qualm entwickelte. Die Brandursache steht noch nicht fest; jedoch nimmt man eine Explosion an. Bis jetzt 30 Todesopfer des Lawinenunglücks auf Korsika geborgen. Bei den Aufräumungsarbeiten in Drtiporio (Korsika), wo vor kurzem eine Schneelawine mehrere Häuser mit ihren Bewohnern verschüttete, sind bis jetzt 30 Leichen geborgen worden. Man rechnet aber damit, daß sich noch weitere Opfer unter den Trümmern befinden. Drei Kinder im Life eingebrochen und ertrunken. Auf einem Vorbecken der Edertalsverre bei Niederwerba brachen drei Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren auf dem Eise ein unb ertranken. Drei Kinder aus dem Fenster gestürzt. In einem Hause in Köln-Sülz ereignete sich ein schreckliches Unglück. Drei Kinder einer im dritten Stock wohnenden Familie traten auf das Blumenbrett in einem Fenster. Das Blumenbrett brach ab, und alle drei Kinder stürzten in die Tiefe. Ein sechsjähriger Knabe blieb tot liegen, feine beiden Gefchwisten trugen schwere Verletzungen davon. Ein Toter, drei Schwerverletzte bei einem Autounglück. Ein von Kassel kommender Kraftwagen fuhr bei Hertinghausen in eine Gruppe von iyufegängern. Ein 22jähriger junger Mann wurde auf der Stelle getötet, seine Braut und zwei weitere jungt Leute erlitten schwere Verletzungen unb mußten in ein Kasseler Krankenhaus eingeliefert werden. Ä" ->•»<- --- »■«•«•>< W »■"” auch Der Film nicht mehr die flimmernde Wett des Scheines, fonbern wird bie leuchtende Welt b e s ©eins sein. Er wird den Menschen dann auch wieder innere Erbauung und Belehrung erhabener । Große vermitteln, er wird sich dann wieder m Die gewaltigen Aufgaben der Zeit mit einreihen Sie find Dann auch wieder Diener am Wer k und fitzen mit uns allen am Webstuhl der Zeit. Sie können dann der Zeit auch wieder Ihre großen künstlerischen Offenbarungen barbieten, unb ©je brau» eben nicht zu befürchten, baß, wenn nach 100 Jahren einmal Die Geschichte unseres Jahrzehnts «eschrieben wird, das Kapitel über Ihre eigenen Arbeiten sehr Dürftig und mangelhaft ausfallen sollte. So wie wir zum Volk gegangen sind so müssen Sie z um Volk zurückgehen. Es gibt kerne andere Losung Das Volk ist nun einmal Der Quell unseres Daseins, es ist nun einmal Der Mutterboden, aus dem wir alle emporgeschofsen finb, unD es birgt nun einmal in seiner heimatlichen Scholle die Wurzeln unseres Daseins unD Die Wurzeln unserer Entwicklung. Es gibt eigentlich im Leben kein größeres Glück, als öffentlich für ein Volk tätig fein zu können. Das ist das größte Glück, das der Mensch empfinden kann, und je höher ihn seine Tätigkeit bringt, desto höher und großer wird Die Verantwortung aber auch Die BefrieDigung, Die er durch seine Arbeit findet. Und das ist eben dann auch d e r Ewigkeitswert unseres zeitlich so begrenzten Lebens, das ist das, was uns über die Generationen hinweg in künftige Jahrzehnte und Jahrhunderte hinein- reichen läßt, nämlich das Bewußtsein, daß wir Werte schaffen, die Jahre überdauern. Ich kann Ihnen versprechen, daß ich 'IL Zukunft niemals Dulden werde, daß bürokratische Menschen im F Im ihr Unwesen treiben, sondern daß Zukunft wirk lich n u r k ü n st l e r i f ch e M e n s ch e n schäften die zum Film auch eine heilige "nere Leidenlchaft mit bringen. Ich bin überzeugt, der deutsche Film wird , nicht'Die Welt DaDurch erobern daß er ^Aichst ver- . waschen unb farblos fein wirb; der deutsche Film ' a l^ b e"u t°s ch e r^F N m°auftril^w"enn er unsere I Stabt Dineta gebildet nnüte; m Gedanken zugrunde: «"-»her in Rat. ist chilfe d er «oili i'! ha hat an sich^nlchts mit Wissen zu tun. Wenn , ta Nationalsozialismus ^-Weltanschauung ist. Ö- «'s ES, ÄS >; «fcSBreteS - ute3 Simonen menichen. zu einem Wg Moralprediger nun jebe gute ehe w B g p, sjn0, Hut, Das uns nod) übrig blecht. F e g ^ut a^nn man Das Leben mit Qp Schatten- aifaffen will. Wenn man immer Schattenseiten Des Lebens steht, wirb ma Gesinnung feiten Des Lebens zugrunde S^en. rieje y Een wir nicht auf die Kunst *f «flen Jonöer Mir mochten eine offene, ji« mitKübn- L.ebensbejahung.MitOptimisrnus mit Hit, mit Mut wollen mir an Du ufgab Films Herangehen. Wenn das der Fa 1 , b auchen Sie keine Schikanen des S gutes 3u be f rchten. Sie brauchen nicht zu glaub ' e-nen R e i ch s f i l m d r a m a t u r g e n 9 . tobe, um wieder eine neue Instanz emz g ' d-e Ihnen Knüppel zwischen die Beine wrrft. G 3 in Gegenteil, dieser Instanz habe ich dle strenge Marschroute mitaegeben, nur ?u Sen. j irir Sorgen zu beseitigen, aber mchtSorgen zu m a) Wenn Sie mit Mut unD Tatkraft an Ihre aup ßiabe Herangehen, Dann können Sie ^erzeug st M Das Volk nicht nur bei Ihnen bleibt, sondern i i verstärktem Maße zu Ihnen kommt .Denn i j auch zu uns gekommen. Es ist ja nicht cftommen, weil wir in Der leuchtenDen Gn {inne des Systems stanDen, sondern es ist 3U ] fsfommen, weil es bei uns Gesinnung und ia) Sedjr; . Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Mein wildes Blut will mir einen Streich spielen. Nichts weiter ist es. Warum ist hier unter den Frauen und Mädchen keine, der ich mich widmen könnte? Die mir ein wirkliches Interesse abgewinnen würde?" Rudolf Härtlingen wehrte sich — wehrte sich gegen sein Empfinden, das Gertraude entgegendrängte. Er ging ernstlich mit dem Gedanken um, Schloß Kleven zu verlassen, so gut es ihm hier auch im übrigen gefiel. Tante Matchen konnte ihm ein Telegramm senden, das ihn dringend zurückrief. Dann war er diesem Kampfe enthoben — diesem Kampfe, den er gegen sein eigenes Herz führte. Wieder blickte der Mann hinunter, wo Gertraude und die Fürstin soeben eine letzte wundervolle dunkelrote Rose bewunderten. Es ist und bleibt ein Rätsel, was die Fürstin mit meiner Einladung bezweckt hat!, dachte er wieder, und er wußte nicht, wie beiß und sehnsüchtig seine Augen an der schlanken Gestalt des blonden Mädchens hingen. Haß und Bewunderung stritten in seinem Herzen um die Oberhand. ♦ Die Herren waren schon einige Male auf der Jagd gewesen. Graf Härtlingen hatte jedesmal Glück gehabt. Er hatte ein paar Kapitale geschossen. Nun tat es ihm doch leid, abzureisen, denn die Fürstin freute sich sichtlich, daß es ihm gefiel. Der Zweck der Geselligkeit in Kleven erfüllte sich auch. Es hatten sich mehrere junge Paare zusammengefunden. Gräfin Uchterberg freute sich, daß Edelgarde sich noch so zurückhielt, denn es war unverkennbar, daß Horst von Bredow ernsthafte Absichten hatte. Aber Edelgarde kam den geheimsten Wünschen der Mutter mit dieser Zurückhaltung sehr entgegen, denn diese hatte es sich nun einmal in den Kopf gesetzt, daß der interessante Graf Härtlingen ihr Schwiegersohn werden müsse. Vorläufig hatte sie noch nicht die geringsten Aussichten: aber sie klammerte sich an die Tatsache, daß der Graf sich ja auch offensichtlich für keine andere Dame interessierte. So brauchte man den Plan doch wirklich noch nicht aufzugeben, und Edelgarde liebte den Grafen. Das hatte sie der Mutter anvertraut, und das war ja schließlich ausschlaggebend für die Mutter, um an ihrem Wunsche festzuhalten. Mit Tante Agnes hatte sie einmal darüber gesprochen. Die hatte so sonderbar gelächelt und darauf nur gemeint: „Ich will nichts verreden, aber setzt lieber nicht allzu große Hoffnung auf die Sache. Ich glaube nicht, daß Härtlingen euren Wünschen entgegenkommen wird." „Eüelgarde liebt ihn!" „Das ist schlimm. Sie wird da ihr Herz ganz fest in beide Hände nehmen und sich nach was anderem umsehen müssen", hatte die Fürstin-Tante ungerührt gesagt. Gräfin Uchterberg überkam Zorn. Merken lassen aber durfte sie sich diesen Zorn nicht. So sagte sie nur bittend: „Und gerade auf dich hatte ich meine Hoffnungen gesetzt. Liebste Tante Agnes, wenn du ihm andeutest, daß es dein Wunsch ist, dann wird er sich vielleicht nicht weigern." ,Zch kann ihm doch solchen Schwindel nicht beibringen. Es ist doch absolut nicht mein Wunsch, daß er die Edelgarde nimmt", sagte die Fürstin Kleven trocken. Als die Gräfin noch nach einer Antwort rang — die empörten Worte, die sie auf der Zunge hatte, mußte sie selbstverständlich unterdrücken —, da sagte die Fürstin noch gemütlich: „Cdelgarde ist ein liebes Ding. Du allein wirst ihr wohl die Flausen in den Kopf gesetzt haben. Sie mag den Horst Bredow nehmen, er paßt ausgezeichnet zu ihr. Sie werden sich samos vertragen." Gräfin Uchterberg hatte gelächelt. Was dieses Lächeln sie gekostet hatte, wußte nur sie allein. Aber sie hielt nach dieser Unterredung, die ihr allerdings beinah den Mut hätte nehmen können, um so eifriger an ihrem Plan fest. Wer kam denn sonst in Frage? Die schöne blonde Gertraude beobachtete sie scharf. Doch sie entdeckte nichts, was darauf schließen konnte, daß das junge Mädchen kokett sei. Nichts, rein gar nichts ließ sich feststellen. Und gegenüber dem Grafen Härtlingen gleich gar nicht. Die beiden beachteten sich kaum. Weshalb also sollte sie, die Gräfin Uchterberg, den Plan aufgeben? Gisela hatte sich mit Hans von Hülsen-Berlach zusammengefunden, und sie schwärmte der Schwester von ihm vor. „Und du, Edelgarde? Du willst wirklich nicht die dumme Schwärmerei für Graf Härtlingen aufgeben? Sei doch gescheit und stoße Horst Bredow nicht vor den Kopf! Er hat dich sehr lieb: aber wenn du weiterhin dem Grafen Härtlingen solche Augen machst, dann wird es sich Horst Bredow vielleicht auch noch anders überlegen." Da weinte Edelgarde laut auf. „Ich habe — Härtlingen — so — lieb." Keine der Schwestern hatte gehört, daß Gertraude ins Zimmer getreten war. Ganz still entfernte sich Gertraude wieder. Sie war mit einem Auftrag der Fürstin zu den beiden Mädels gekommen; nun stand sie draußen und preßte beide Hände aufs Herz. Noch ein junges Menschenkind, das um der Liebe willen litt. Um der Liebe willen, die es für den Grafen Härtlingen fühlte! „Wenn ich doch hätte damals sterben können — wie furchtbar ist das Leben, wie hart und grausam ist die Liebe", dachte sie, und ihr blasses, schönes Gesicht zuckte in wildem Schmerz. „Ich habe kein Recht an ihn, nicht das geringste Recht! Denn er hat immer und immer nur Lelio geliebt", dachte sie, und kalte Schauer rannen über sie hin. Als sie später dann ihren Auftrag überbrachte, sahen die beiden Schwestern mitleidig in ihr blasses Gesicht. „Sind Sie krank, Fräulein Schwarzkoppen?" fragte Gisela und legte den Arm um Gertraude. „Ich habe Kopfschmerzen. Ich werde mich doch lieber ein Weilchen hinlegen", sagte Gertraude. „Ja, das hilft Mama immer! Wir beide sind allerdings gesund und haben nie Kopfschmerzen", meinte Edelgarde. Die Schwestern ließen es sich nicht nehmen, sie begleiteten Gertraude zu ihrem Zimmer und wünschten ihr, daß die Kopfschmerzen recht schnell vorübergehen möchten, denn am Abend seien doch endlich einmal alle Herren daheim; die ewige Jagd sei doch wirklich nicht mehr schön, wenn man die meiste Zeit schon allein hier in Kleven sitzen müsse. Dazu sei man doch nicht hergekommen. Die hübsche Gisela sagte es etwas mißmutig, weil ihr heimlich Verlobter auch ein leidenschaftlicher Jäger war und sich den anderen Herren immer anschloß, wenn diese wieder auf die Jagd gingen. Als Gertraude allein war, wühlte sie den blonden Kopf in die Kissen. „Ich habe dich so lieb, Rudolf Härtlingen, und du verachtest mich doch nur, weil ich Lelias Schwester bin. Sie hast du geliebt, und das, was du für Haß hältst, ist auch nur Liebe, große, große Liebe zu meiner toten Schwester. Und ich liebe dich mehr als mein Leben. Wie grausam ist die Liebe gegen mich — wie furchtbar und grausam!" ♦ Am andern Morgen sagte die Fürstin Agnes beim Frühstück zu den Damen, die zeitig herunterkamen, um mit ihr frühstücken zu können, folgendes: „Etwas Neues, meine Damen! Dolores Maderio kommt nach Schloß Kleven." „Dolores Maderio? Die Millionärin?" Die Damen waren sehr aufgeregt. Einige tuschelten. „Wie kommt Durchlaucht bloß dazu, diese Dame einzuladen? Sie wird doch hier alles auf den Kopf stellen. Sie kann sich alles leisten, und sie hat dieses Jahr in Baden-Baden sehr viel Aussehen erregt. Der australische Finanzmann Maderio weilt seit einem halben Jahre in Deutschland. Seine Anwesenheit soll bei jedem Schritt, den er tut, Geld h deuten. Nun, das können wir in Deutschland mehr gebrauchen denn je. Aber seine Tochter -! eine extravagante Person, deren Toiletten Graust erregen, und die mit den Männern spielt wie ml Puppen." „Ich lernte den Australier und seine schöne Tost», ter in Baden-Baden kennen", erläuterte die Fürstin „Wir haben uns sehr gut verstanden, und Fräuledi Maderio hatte sich sehr mit meinem Pflegetöchter, chen angefreundet. Die beiden jungen Damen wen den sich freuen, einander sobald schon wieder^ sehen. Ich fürchte allerdings, daß es der jungen Australierin hier bald genug zu still sein wird, trou meiner scharmanten Gäste, die jetzt mein altes oen verschönen", schloß sie dann mit feinem Lächeln Gräfin Melanie Uchterberg flüsterte ihrer Kusine der Baronin Margret Helbing, zu: „Hdst du das gehört? Tante bekennt immer mehr Farbe. Jetzt ist es gar schon ihr Pflegetöchterchen' Baronin Helbing wiegte den schön frisierten &opf leise hin und her, dann meinte sie: ,Za, man müßte der jungen Dame böse sein. Unö doch kann man es nicht. Es ist ein eigener Zäsium sie." Seit Baron Udo Gerbruch sich für Hilde-Ma^ interessierte, gestand Baronin Helbing der bisher recht mißtrauisch beobachteten Gertraude neidlos die große Schönheit zu, denn ein gutes Herz hatte Margret Helbing immer gehabt. Trotzdem man der Fürstin versicherte, man {reue sich sehr, diese junge Dame kennenzulernen, waren alle Damen durchweg wenig entzückt von diesem Zuwachs. Wer weiß, was man da noch alles erlebte. Denn solch ein Goldfisch glaubte doch, sich alles erlauben zu- dürfen. „Tante Agnes, hattest du sie eigentlich eingeladen?" fragte Melanie Uchterberg. ,/Eingeladen wohl nicht; aber ich versprach Mister Maderio, daß er seine Tochter jederzeit unter mei. nen Schutz geben könne, falls er sie einmal aus geschäftlichen Gründen allein lassen müsse. Ich freue mich, die junge Dame hier begrüßen zu können. Es waren recht nette Stunden, die wir mit ihnen verlebten — nicht wahr, Gertraude?" „Gewiß, Tante Agnes!" sagte diese leise. Ein prüfender Blick ging über sie hin, dann sagte die Fürstin gutgelaunt: „Ja, und Mister Maderio hat mir gesagt, feine verstorbene Gemahlin sei eine Oesterreicherm ge> wesen. Er würde durchaus einverstanden sein, wenn ihm seine Tochter auch einen Deutschen oder Oester- reicher bringe. Drüben habe seine Tochter viele Anbeter, reiche Männer, zwei auch, denen er die Toch. ter sehr gern geben würde, aber er lasse ihr die freie Wahl. Nun, vielleicht findet sich hier in Kleven einer, der ihr gefällt? Wer kann das heute wissen?" Rudolf Härtlingen!, dachten in diesem Augen- blick fast alle Damen. (Fortsetzung folgt.) bei mir zu melden. 896 D 0751 Anfang 11.02 Uhr 0744 Das Reick Uilfl Heiratslustigen zur Ehe. be- R. Lange in Gießen. 888D Wieseck 897 D Wilhelm Dorfeld 3l den Auf Ehestands - Darlehen kommen Sie auch Hausgerät. Traditionelles FriMoppen-Koniert Dienstag, den 13.Febrnar,14Uhr versteigere ich im „Löwen"", hier, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal), zwangsweise gegen Barzahlung: Haus-, Laden- und Büromöbel all. Art, Kassenschränke,Schreib-, INah-, 1 Noto-, 1 Bohrmaschine, Stoste, 1 Standuhr, 1 Cham- ponierapparat, Badeöfen, Klaviere, 1 Friseur-Ladeneinrichtung, Radios, Ladenkassen, einen Pritschenwagen, Schuhe a. A., 1 Bandschleifmaschine m.Motor, Schirme. Bestimmt: 1 Mignon-Schreibmaschine, 2 Nachttischlampen, 1 Kuchenbackform für Gas, einen Elektrolux-Wascher. 8S7D Scharmann Gerichtsvollzieher k. A., Gießen Walltorstraße 48, Telefon 3108. SkMWler Gießen «»d Montag, d. 12.2. Vorstellung Gold'ne Meisterin fällt aus. Dienstag, 13. 2. (Fastnacht) 19.30-22.45 Uhr 19. Dienstag- Abonnement Overettenvreise. Schülerkarten Die sold’ne Meisterin. Operette i. 3 Akt. von Ed. Eyßler. Mittwoch, 14. 2. 19.30 — 22 Uhr: Das Konzert. Freitag, d.16.2 20-22.15 Uhr Das Konzert. Sonntag,d.18.2. 19—22.15Uhr Die gold’ne Meisterin. 1 Am Samstagabend verschied infolge eines Schlaganfalls meine liebe Frau, unsere allzeit treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Volland geb. Schäfer im Alter von 61 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen.- C. Volland und Kinder. Gießen (Rodheimer Straße 51), Grünberg in Schlesien, den 12. Februar 1934. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 14. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. --------------■-- '747 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust unseres lieben Entschlafenen Georg Renker sagen wirallen, insbesondere den Kollegen des Post- Dank18 1906 fur ihre Teilnahme unseren aufrichtigen Familie Johannes Schombert Gießen, den 12. Februar 1934 Fastnachtdienstag: Tanz Adreßbuch Stadt und Kreis Gießen, Ausgabe 1933 1. Berichtigung L «Ä Seite 36 Abschnitt II (Alphabetisches Ein- Mbner- und Frnnenverzeichnrs) muß es bei 4’ Notar, heißen: _ '^orn-Weßel-Wall 39 p und II statt 39 II 2- 162 Abschnitt H.(Alphabetisches Ein- Zobuer- und Firmenverzeichnis) ist bei Zeller, 88m' SchlossermeMer, zu streichen: „(I d. F Wilhelm Ziegenhain)". 3. Auf der gleichen Seite muß es bei Zimmerman, Enck,f Rechtsanwalt, heißen: Horst-Wessel-Wall 4. Auf Seite 216 Abschnitt III (Straßen und Häuser von Gießen) ifttiei Kirchenvlatz 12 zu streichen: Theodor)". Hauseigentümer ist' Staudt, Adolf. 5‘ Auf Seite 201 Abschnitt V (Landkreis Gießen, Wieseck) muß esber Oßwald, Heinrich, Bauge- schaft, heißen: 4159 statt 4151. Oberhessischer Adreßbuchverlag drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei Wenn Sie gut beraten werden wollen, so gehen Sie mit Ihrem Darlehns-Schein in das Fachgeschäft zu » J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 810v Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- und Fußwegen einfriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurück- zufchneiden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Artikels 43 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 RM. bestraft werden. 889C Gießen, den 8. Februar 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. 902 D Fastnactu-Bienslae, 8.01!! Ma-LahokapaMp e. V., Limburg/Lahn. Wir beehren uns, Mitglieder und Interessenten zu der am Freitag, dem 2. März 1934, 15.15 Uhr, im ,, Preußischen Hof" zu Limburg ttattsindenden außerordentlichen Hauptversammlung einzuladen. Tagesordnung: 1. Satzungsänderung unter alerchzeitigerBestellung des neuen Vorstandes,- 2. Sitzungsbericht der letzten Mitgliederversammlung i.Oberlahnstein 28.6.30; 3. Bericht über 1930-33 und die heutige Lage; 4. Rechnungsablage und 5. Entlastung des früheren Vorstandes 1930-33; 6.Bestellung von Kassenvrüfern Mr 1934-36; 7. Verschiedenes (Anregungen, Anfragen, Mitteilungen. sa5D Limburg, den 12. Februar 1934. Der Borstand. (braun getigert), entlaufen. Abzugeben 074i H. Rusch Kanzleiberg 5. Vereine "| ooocooooooooaoo fieöerlrotij- Seilerkelt.i Zusammenkunft Fastnacht- Dienstag : Schipkapaß Versäumen Sie nicht „Das gibt’s nur einmal!“ Gaofter Maskenball der Spielvereinigung 1900 mit zwei Tanz-Kapellen am Fastnacht-Dienstag, 13. Febr., um 7.59 Uhr, im Caf6 Leib Verbilligte Eintrittspreise! Vorverkauf: Sporthaus Schwan, M aus bürg, Ludwig Bende, Bahnhofstr. 12, August Wallen- fels, Marktplatz 17.___________________________759p Oer Unterzeichnete, welcher vom Amtsgericht Gießen als Abwesenheitspfleger der Sophie Kath. Stztz, geboren 6. Juli 1839, und der Karol. Kath. Gütz, geboren 26. Juni 1842 bestellt worden ist, ersucht alle diejenigen, welche Auskunft über Leben oder Tod der Obengenannten geben können, dies bis zum 20. Febr. Ludwig Stroh, Sandgaffe 11. Bekanntmachung. Abfallholzversteigerung. Mittwoch, den 14. Februar 1934, läßt die Stadt Gießen das Reisig- und Knüppelholz aus der Hardt- allee öffentlich meistbietend versteigern. Die Zusammenkunft findet um 9 Uhr in der Rodheimer Straße an der Wirtschaft „Feldschlößchen" statt. 890C Gießen, den 9. Februar 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. totimywl Ins Lotze " I Am Fastnacht-Dienstag: Druckschriften EX“ B°°" In gebundenen Ausgaben klar in der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft und Behörden. Jedo Lieferung schnell, gut und preiswert durch die Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 MlWWWW für den Obst-und Gartenbau Nvovifionsvevtvetuns zu vevgeben Fabrik bittet fachkundige, rührige Herren um ausführl. Zuschriften unter 891V an den Gieß. Anzeig, Fastnacht-Dienstag tMD ifMicherTanz Karl Hebbel, Laoo-Göns MÄWWllO spricht ab Dienstag, -en 13. Febr., bis Mittwoch, -en 21. Kebr.,jeden Abend 8% Uhr im Saal der Mission, Löberstraßei4. - Ab Mittwoch, 14. Febr., jeden Nachmittag 3 Uhr Bibelstunde. Jedermann ist fteundlich eingeladen. (Eintritt frei! m Der ASicefrauen verein vom Roten Kreuz macht bekannt, daß junge Mädchen, die schon theoretische Lehrgänge mitße* macht haben, zur Ausbildung einen amonatigen Draküsdien LebrganO durchmachen können. - Anmeldungen nimmt bis zum 24. Februar, vormittags, entgegen LuawigS' platz 10 II. Wilhelmine Kramer, 1. Vors. 885D 'rußund kutsVeronik V. A Lichtspielhaus« gießen Lachen, den niemand versäumen sollte Ab heute Montag 884 c das neue Groß-Lustspiel mitdem lustigen Dreigespann Eines der reizvollsten und beschwingtesten Filmlustspiele, die seit langer Zeit erschienen sind. - Dazu: Ein lustiges Beiprogramm u. Die UfaTon-Woche Ein Abend ohne Sorgen, ein Abend voller FRANZISKA GAAL ' PAUL HÖRBIGER OTTO WALLBURG Rr.36 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Montag, p.8ebruaN934 Iamilie,Sippeun-Volk Von Or Achim Gercke. Die „Zeitschrift für Standesamtswesen" veröffentlicht einen Aufsatz des S a ch v e r - ständigen für Rafseforschung beim Reichsmini st erium des I n - n e r n, dem wir nachstehende Darlegungen entnehmen. Das Jahr des Sieges 1933 Hot geendet. Es war das erste Jahr des deutschen Ausbaues ouf völkischer Grundlage, geboren aus dem Erwachen der Nation, der Besinnung des Volkes und Rückfindung zu den gesunden Kräften nationalen und sozialen Wollens. 1933 brachte den Anfang, es schuf die Möglichkeit zielsicher weiterzubauen, es schuf den ©tauben und das Vertrauen an die Notwendigkeit und Richtigkeit der völkischen Wiedergeburt in letzter Stunde. Im Kerne aller durch den nationalsozialistischen Staat angegriffenen Aufgaben stehen die Rasse- fragen. Zahl, Art und Wert unserer Rasse gilt es zu erhalten, zu verbessern, zu erhöhen, um der ewigen Zukunst unseres Volkes willen. Nur ein Volk, das w ä ch st, kann bestehen, nur wenn es seine Art sein heiliges So-und-nicht-anders-sein bewahrt, kann es seine schicksalhafte Sendung erfüllen, nur bei ständigem Bemühen darum, daß seine besten Kräfte, seine gesundenErb anlagen, seine wertvollsten Eigenschaften eine volle Entfaltungsmöglichkeit erhalten, daß das Gute das Schlechte, das Hochwertige das Minderwertige verdrängt und besiegt, kann dies einzige Volk der Deutschen eine Zukunft erkämpfen, die seiner geschichtlichen Vergangenheit wert ist. Das Dritte Reich will organisieren, d. h. fuhren, es will die Rasse, die sein heiligster Besitz ist, vor der Gefahr der Entartung beschützen (Strafbestimmungen, Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, Arierparagraph), es will die organischen Lebenszellen seines rassischen Bestandes behüten und gesund erhalten (Familienpolitik, Bevölkerungsund Rassepolitik) und muß dazu staatliche Stellen schaffen, die den Willen der Führung zur Tat werden lassen (Erbgesundheitsämter, Sippenämter). Die Aufgaben, die den Gesundheits- und Erb- gesundheitsämtern zufallen werden, werden eine neue Art von Aerzten heranbilden, Aerzte, die nicht mehr nur das Einzelwesen in seinem Gesundheitszustand beurteilen, sondern die aus der Verantwortung für die Volksgesamtheit heraus Führer im erbgesundheitlichen Sinne sein wollen. Ihnen wird das zur Seite stehen, was wir Sippenamt nennen wollen. Das Sippenamt ist das notwendig weitergedachte und für die neuen Aufgaben entsprechen- ausgebaute Standesamt. Es soll der Träger der getreuen Aufzeichnung und Aufbereitung der sippenkundlichen und erbbiologischen Tatsachen sein, um aus diesem Material die großen Linien der Bevölkerungs- und Rassepolitik ablesen und verfolgen zu können. Und ebenso wie die gesetzlichen Maßnahmen die organischen Einheiten im Volkskörper zu erhalten und zu fördern suchen, so werden auch die notwendig werdenden Amtsstellen diesem natürlichen Volksaufbau angepaßt sein müssen Der Einzelne gilt für sich nichts, im Rahmen seines Volkes kann er ein wertvolles Glied sein. In rassischer Hinsicht liegt sein Wert in seiner Bereitschaft, eine hochwertige E h e zu führen. Seine Verehelichung ist der Grundstein, auf dem er d i e Familie gründen kann. Die kinderlose Ehe ist keine Familie. Die Ehe ist nur die Familie im Ansatz. Wer das Unglück erfährt, keine Kinder bekommen zu können, kann wenigstens elternlose Kinder zur Aufzucht annehmen, um seiner Ehe die Erfüllung in der Familie zu schenken. Im Volksbewußtsein galt die Familie immer als Keimzelle der Nation. Im Rat der Reichsstadt Nürnberg saßen jtets nur Männer, die Familienväter waren. Das war nicht verordnet, es war selbstverständlich. Wenn heute, um ein Beispiel zu nennen, in einer deutschen Mittelstadt von allen Direktoren der Schulen nur einer Kinder, und auch der nur ein Kind hat, so zeigt es sich, wie es für den Staat notwendig wird, durch Maßnahmen der Familie wieder Geltung zu verschaffen, die ihrem unermeßbaren Werte für die Rasse zukommt. Würde der Staat sich entschließen, bei seinen Beamte n die Erfüllung dieser an sich selbstverständlich erscheinenden Pflicht zur Familiengründung zur Voraussetzung derBeförderung und Berufung an leitende Stellen zu machen, und würde er nur in den seltensten Fällen Ausnahmen zulassen, nur wo er besonders begabte Persönlichkeiten, sogenannte „Extremvarianten", unbedingt braucht, dann wäre unendlich viel erreicht. Hier sei nicht von Arbeitsbeschaffung gesprochen, die da wäre, wenn die hunderttausenden Junggesellen, die in beamteter Nationalsozialist sein heißt Opfer bringen! Spendet für das Winterhilfswerk! Stelle ihr sicheres Einkommen haben, heiraten würden, sondern nur an den Grundsatz gedacht. Eine stärkere Demonstration der bevölkerungspolitischen Absicht ist undenkbar, abgesehen von dem notwendig eintretenden Erfolg der tatsächlichen Familiengründungen. Noch ein weiterer Gedanke wird für den staatlichen Aufbau leitend sein. So wie man die Grenzen der kommenden Reichsländer, gleichgültig wie ihre Gestalt einmal wird, niemals in schematischer und unnatürlicher, also traditionsloser Weise, bestimmen wird, sondern nach den blutsverwandten Stämmen abstecken muß, so wird man auch sonst auf die rassischen Einheiten höherer Ordnung, die über der Familie stehen, acht geben. Hausvater und Hausmutter, die eine Familie gründen, entstammen nicht nur einer Familie, die ihre Eltern einstmals gegründet haben, sondern sie sind in einen ganzen Kreis von Blutsverwandten hineingeboren, die S i p p e. Durch die Eheschließung wird Sippe mit Sippe verkettet, wird das ganze großartige Gefüge des Volksorganismus ineinander verzahnt. Die Sippe umfaßt außer den Verwandten in auf- und absteigender Reihe (Vorfahren und Nachkommen; Ahnen, Eltern, Kinder und Onkel) auch die Seitenverwandten und ihre Nachkommen (Geschwister, Geschwister der Eltern und Großeltern und alle Nachkommen dieser). Während nun die Familie dort lebt, wo der Hausvater seinem Beruf nachgeht, lebt die Sippe zumeist dort, wo dieser Kreis der Blutsverwandten herstammt: in der Heimat. Die Heimat der Familie ist nicht ein mehr oder weniger zufälliger Wohnsitz, es ist die Heimat der Sippe und ihres Blutes. Jeder hat eine Heimat, jeder kann, soll und muß zu seiner Heimat nahe Fühlung gewinnen, sie erschließt ihm tausend Dinge der Erkenntnis. D t e Heimat Öen Menschen wiedergeben, die nicht mehr bodenverwurzelt sind, wird ein leitender Gedanke sein müssen. Familie, Sippe, Volk: der Herd, die Heimat, das Vaterland. Wir wollen sie hegen und schützen. Wie die Gesetze, die die Zukunft bringt, immer aussehen mögen, sie werden diese organische Lebensoerkettung des einzelnen in s einem Volk und in seiner Landschaft beachten müssen. Sie werden den Frieden des häuslichen Herdes schützen, die Heimfindung zur Heimat derer, die noch eine Spur von Sehnsucht danach in sich tragen, erleichtern damit die Idee des Reiches und das Wort „Vaterland" ganz tief verstanden werden können. So und so werden Familie und Sippe ihr volles Lebensrecht erhalten und unser Volk zu neuer reicher Blüte bringen. Familie, Sippe und Volk: eins notwendio dem anderen Arbeitslose als Schnee-Bildhauer. Vorsintflutliche Tiere aus Schnee die von Arbeitslosen in den Parkanlagen von Freiberg (Macksten) hergestellt wurden. -W M W;. ■ V **<••- YWS ir . : M X X ' 1 II < w? „Was wir fürchten sollen und was nicht!" Zum 100. Todestage Friedrich Schleiermachers am 12. Februar. Von Or. Peter Schwarz. Wir haben heute besonderen Anlaß, der hundertsten Wiederkehr des Todestages von Friedrich Schleiermacher zu gedenken, der in der Zeit der tiefsten Erniedrigung Deutschlands von der Kanzel der Ulrichskirche in Halle und darnach von der der Dreifaltigkeitskirche in Berlin der Wiedergeburt des deutschen Geistes aus dem Glauben heraus verkündete. Weit über den Rahmen protestantischer Theologie hinaus, die Schleiermacher mit reformatorischem Geist erfüllte, greift feine Bedeutung; er wirkt gestaltend ein auf die gesamte geistige Situation seiner Zeit, in der sich, in innerer Unbefriedigtheit über das Aufklärertum, ein tiefes Bedürfnis nach einer Wiedererweckung religiösen Glaubens entfaltet hatte. Gerade Schleiermachers wissenschaftlicher Geist und seine religiöse Aufgeschlossenheit befähigten ihn, hohe geistige Bildung und lebendige Frömmigkeit zu vereinen; er ! selbst nennt Philosophie und Religion die beiden Brennpunkte seiner Lebensellipse. Sowohl von Vater- wie von Mutterseite aus Familien mit Predigertradition stammend — sein Vater ist Militärpfarrer in Breslau und Feldprediger im Siebenjährigen Krieg — wird Friedrich Schleiermacher am 21 November in Breslau geboren und im Pädagogium zu Niesky erzogen, das der Herren- huter Brüderunität gehört. Dort erlebt der Fünfzehnjährige in leidenschaftlicher Innigkeit den Geist herrenhuterischer Frömmigkeit. Aber schon in Barby, der Hochschule der Brüdergemeinde, wo er seine theologischen Studien beginnt, zeigt sich sein selbständiger Geist, bringt ihn in offenen Widerspruch zu der Einseitigkeit der wissenschaftlichen Bildung, die ihm hier zuteil werden soll, und er verläßt ^nrhn Als ein „Herrenhuter höherer Ordnung" setzt er unter großen Entbehrungen in Halle feine theologischen Studien fort und tritt feine erste bescheidene Pfarrstelle mit dem Gelübde an, fein Amt „nicht nur als ein Handwerk auszuüben". Aber erst in den sechs Jahren, die er als Chariteprediger in Berlin lebt, reifen die großen Arbeiten, mit denen er auf die geistigen Bewegungen feiner Zeit einwirkt. Im Berliner Kreis der Romantiker entfaltet sich fein universaler Geist; in enger Freundschaft mit Friedrich Schlegel, der zu ihm in die Charite zieht, nimmt er an dem Kampf gegen die herrschende Aufklärung teil. Auf Schlegels Anregung schreibt Schleiermacher die „Reden über d i e Religion" (1799), mit denen er sich „an d i e Gebildeten unter ihren Verächtern" wendet und den Versuch unternimmt, seine religiösen Auffassungen mit der Weltanschauung der Romantiker zu verbinden. Die Grundideen feinet späteren Glaubenslehre sind in diesem Frühwerk schon enthalten. Lebendig, bekennend, anklagend kämpft Schleiermacher für die Religion. Phantasie und Gefühl nennt er als die Grundkräfte, die zur Erfassung des Glaubens entfaltet werden müssen. Er zeigt die Ursachen der Mißachtung der Religion im Dogmatismus und der Enge kirchlicher Auffassungen. Darum lehnt er es ab, ein System zu schaffen, er will die Religion wiedererwecken, die „in Sinn und Geschmack für das Unendliche" liegt und „Sinn und Leben in unendlichen Gefühlen ist". In diesen „Reden über die Religion" lesen wir eines der tiefsten Worte deutscher Frömmigkeit: „Mitten in der Unendlichkeit eins werden mit dem Unendlichen und ewig sein in jedem Augenblick, das ist die Unsterblichkeit der Re- Oberhessischer Kunstverem. II Jahresausstellung: Drei mitteldeutsche Maler. Die am Sonntag der Öffentlichkeit übergebene zweite Jahresausstellung des Kunftvereins vereinigt Proben aus dem Werk dreier Künstler, die lediglich durch ihre gemeinsame landschaftliche Herkunft verbunden sind, ihrem G5til und künstlerischen Temperament nach dagegen sehr verschieden auf den Beschauer einwirken: Fritz Neuenhahn, Weimar (Aquarell), Georg Kühn, Freiberg i. Sa. (Litho) und Franz Huth, Weimar (Pastell). Den breitesten Raum beanspruchen die Arbeiten von N e u e n h a h n , der ein halbes hundert Bilder ausstellt, und zwar Aquarelle in so großer Zahl, wie wir das bisher im Kunstverein noch nicht erlebt haben. Das Aquarell ist hier nicht als Vorstudie, Beiwerk oder Variation, sondern durchaus mit ernsthaftem Anspruch auf Selbständigkeit und malerische Eigengeltung behandelt. Wenn man die Kette dieser Bilder betrachtet, die motivisch zahlreiche Wiederholungen und Abwandlungen des gleichen Motivs aufweisen, so offenbart sich hier em liebenswürdig-heiteres Temperament, dem die improvisatorische Technik des Aquarells als Ausdrucksmittel vorzüglich zu entsprechen scheint. Der Nachdruck liegt aus dem Landschaftlichen; Lust, Wasser und Himmel in ihrer Bewegtheit und ihrer Beziehung zueinander, in der verschiedensten Beleuchtung und jahreszeitlichen Stimmung —: das ist der dominierende Eindruck dieser Aquarell-Reihe. Winterlandschaften Berqlandschaften, Seestucke . alles sicher ersaßt, geschickt aus dem größeren Zusammenhang ausgeschnitten, sehr hell, luftig und locker gemalt Dazu gibt es eine kleine Auswahl zarter und farblich empfindlicher Blumenftücke - wir nennen etwa die lila Tulpen und die Zinnien mit '^em Kontrast von Gelb und Rot —, dazu em paar geschmackvoll und dekorativ gemalte Porträts. Uebrigens kann man in der Ausstellung eine Monographie über Neuenhahn von Dr. Richard B i e bekommen und daraus ersehen, daß diese Aquarell-Gruppe, so umfangreich sie ist, den künstlerischen Aktionsradius Neuenhahns motivisch und technisch keineswegs erschöpft; jedenfalls wird man den Eindruck oerAus- stellung schon durch die Bildbeigaben der Monographie angenehm ergänzt und erweitert finden. Von Georg Kühn aus Freiberg in Sachsen findet man eine Serie von Zeichnungen, vorwiegeno Architekturen und Städtebilder, in einer ebenso persönlich-eigenartigen wie in ihrer Wirkung mter= essanten Technik; der Graphiker Kühn bedient sich und die Notwendigkeit gesunder Bodenständigkeit und Volksverbundenheit für alle echte Kunstübung Atter schlesischer Fastnachtsbrauch. In Krampe bei Grünberg wird noch heute ein erinnert. Franz Huth aus Weimar, der eine Serie von Pastell-Bildern vorführt, ist in Gießen kein Unbekannter mehr; seine Arbeiten sind bereits mehrfach in früheren Jahren auf den Ausstellungen des Kunstvereins gezeigt worden. Auch heute findet man von ihm wieder eine Anzahl recht charakteristischer Motive; neben den von ihm bevorzugten Interieurs mit ihren gedeckten Farben, dämmerigen Hintergründen und spielenden Lichtern, sieht man eine Reihe stiller, sommerlicher Landschaften, die eine liebevolle und fleißige Hingabe und Versenkung in die sinnfällige Welt der Erscheinungen bekundet. Der Katalog verzeichnet, um einiges herauszugreifen, malerische Vorwürfe aus dem Hause Wahnsried, „Am Grab Richard Wagners", die Georgenkirche, wo der rote Adlerorden gestiftet wurde, die Potsdamer Garnisonkirche, „Blick auf Bayreuth", „Jean Pauls Grab" und die Wartburg; man mag bereits aus dieser flüchtigen Aufzählung erkennen, wie sehr grabe heute die Bilder von Franz Huth schon rein stofflich die Aufmerksamkeit eines großen Publikums auf sich zu lenken vermögen. — nachdrücklich betonte; als Beispiele wurden Rembrandt, Leibi und Thoma herangezogen. Der Vortragende streifte ferner in kurzem Rückblick die verschiedenen künstlerischen Strömungen und Richtungen des 19. Jahrhunderts, die einander abgelöst haben. Die gegenwärtige Ausstellung entspreche durchaus dem, was heute in der Kunst gefordert und anerkannt werde. Das Schöne müsse auch immer sittlich sein. Der Vortragende ging ferner kurz auf die ästhetische Begriffsbildung ein und auf das Verhältnis zwischen Kunst und Künstler, zwischen Kunstwerk und Volk. Wo das Verständnis fehle, der Widerhall im Volke, befinde sich die Kunst auf Abwegen. Nach einem weiteren Rückblick auf die Kunst der vergangenen Zeit und einem Hinweis auf die Richtlinien Hitlers für die Bewertung von Kunst und Künstlern besprach der Vortragende die gegenwärtige Ausstellung, die etwa hundert Bilder umfasse und in ihrer Auswahl und Anordnung dem Aquarell eine bevorzugte Stellung ein- räume; gerade am Aquarell könne man sehen, was ein Künstler zu leisten vermöge. Im Folgenden wurden die Arbeiten von Neuenhahn und von seltsamer Fastnachtsbrauch geübt, der gewiß mit der alten germanischen Sitte des Feldumganges zusammenhängt. In den frühen Stunden des Fastnacht- Dienstag zieht eine vermummte Narren-Gesellschaft von Gehöft zu Gehöft, voran der Schimmelreiter, I werden, ganz in Weiß gekleidet, mit langem Bart und wallen-' dem Haupthaar, eine Weidenrute in der Hand. Seit jeher wird, wie Christof Krumbhermer in den „Schlesischen Monatsheften" mitteilt, der Schimmel auf eine kindliche und drastische Weife dargestellt. Der Schimmelreiter ist ein möglichst langer Mann, dem zwei Kornsiebe, eins vor die Brust und eins auf den Rücken, umgehängt werden. Das Ganze wird mit einem weißen Tuch umhüllt; der Pferdekopf wird aus einem Frauenstrumpf gebildet. Diesem Schimmelreiter folgen Musikanten mit Ziehharmonika, Violine und Teufelsgeige und dahinter der sog. Fleckelmann, der von oben bis unten mit bunten Flecken besetzt ist. Den Schluß des Zuges bildet die einzige Frau in dieser drolligen Zeremonie mit einem Tragkorb, aus dem eine große Puppe mit zwei Gesichtern hervorlugt und ein Schornsteinfeger mit einem großen Rutenbesen. Der Zug wird von der gesamten Dorfjugend begleitet, während es von Gehöft zu Gehöft geht und der folgende Vers die Runde macht: Frau Wirtin hat viel Ehr und Ruhm / Drei rote und drei weiße Blum' / Die woll' wir ihr verkaufen. / Wenn sie uns einen Groschen schenkt / Den wollen wir versaufen. Diese närrischen Reste eines alten germanischen Flurumganges sollen den Ritt Wotans über die Felder zur Zeit, da die ersten Frühlingsstürme über das Land brausen, versinnbildlichen und ein Opfer für diesen germanischen Gott bedeuten. Das eigentümliche doppelgesichtige Wesen im Korbe der Frau stellt die Wende der Jahreszeiten dar, mit dem einen Gesicht zum scheidenden Winter und mit dem anderen zu dem leise sich ankündenden Frühling. westfälischen Industriegebiet" einen wichtigen Beitrag zur Kenntnis und zum Verständnis der fäli- schen Rasse. Prof. H. W. Siemens besaßt sich mit den verschiedenen Methoden zur Anlegung einer Ahnentafel. Der Aufsatz „Photographie und Rasse- forschung" von Prof. Dr. v. Holländer sollte von Liebhaber- und Berufsphotographen beherzigt Huth einer Charakterisierung unterzogen, bei jenem insbesondere die schmissige Linienführung, die Kraft und die Sicherheit der Landschaftsbehand- lung, bei diesem die inneren Werte seiner Malerei rühmlich hervorgehoben. Auf die Arbeiten von Huth, der persönlich bei der Eröffnung der Ausstellung anwesend war, ging der Vortragende besonders ausführlich ein, erläuterte u. a. die Rolle des Porzellans in den Stilleben, die Technik der Interieurs und der Blumenstücke, und wies auf die Bodenständigkeit und Volksverbundenheit der Bilder hin, die in Bayreuth, in Potsdam ober vor der Wartburg entstanden sind. Die Weihestimmung der geschichtlich und kulturhistorisch bedeutsamen Stätten, die Huth gemalt habe, müsse sich federn Beschauer mitteilen. Nachdem der Maler selbst noch einige Bemerkungen zu seinen Arbeiten abgegeben hatte, erklärte Geheimrat 011 die Ausstellung für eröffnet. Die Ausstellung wurde am Sonntagvormittag eröffnet. Der Vorsitzende des Kunstvereins, Geheimrat Professor Dr. Olt, hielt einen Einfuhrungs- oortrag, in dem er, anknüpfend an die vorige Ausstellung (Deutsche Plastik des Mittelalters) zunächst eines weichen und pastosen Stils, der dennoch nichts! auf die Unterschiede zwischen der deutschen und der UnbefHmmtes ober Verschwommenes ins Bild'lateinischen Kunst in Stil und Charakter hinwies bringt, sondern im Gegenteil mit leichten Wischern, nohmh-.r sRnhonffnnhmPoit weichen und tiefen Schattenflächen eine überaus belebte und gegliederte Oberfläche und eine zumal architektonischen Motiven sehr zugute kommende Pta-। ftif erzielt. Man betrachte etwa daraufhin bie Blat-! ter „Salzburg" und „Alter Winkel am Bodensee 1 oder die außerordentlich fein erfaßte Nördlinger Straßenflucht (Rohlss hat das gleiche Motiv Jjer- vorragend gemalt) und man wird gewahr werden, wie diese scheinbar flüchtig eingefangenen Ausschnitte sich aus einiger Entfernung zu plastisch-räumlicher Wirkung überraschend zusammenschließen. Auch die Landschaften gewinnen in dieser Technik eine Weite, perspektivische Tiefe und Rundung, die man sonst nur auf Gemälden findet. Zu den Landschaften ordnen sich im gleichen Stil ein paar rund und lebendig aufgesetzte Porträtstücke („Mädchenkopf"; „Alter ).| Interessant auch als Bewegungsstudie die Figur bes1 Dirigenten im „Domkonzert", besten ausholenbe körperliche Geste zu bem spitzbogigen Hintergründe des gotischen Raumes sehr eigenartig in Beziehung gesetzt ist, und die „Heimkehr nach der Arbeit", ein Blatt, das nicht nur gegenständlich merkwürdig an, ein von Daumier vielfach abgewandeltes Motivs Zeitschriften. — Die bekannte Monatsschrift „Volk und Rass e", Organ des Reichsausschusses für Volks- gesundheitsdienst (I. F. Lehmanns Verlag München 2 SW, Einzelheft 0,70 Mk.) veröffentlicht u. a. im Februarheft ein Preisausschreiben für bie besten Vertreter ber fünf wichtigsten in Deutschland vor- kommenben Rassen: nordisch, fälisch, westisch, ostisch, dinarisch. Es werden fünf Preise ausgeschrieben. Lichtbilder aus allen deutschen Gauen und aus allen Volksschichten sind erwünscht. Dr. Friedrich Büchler liefert in seinem Aufsatz „Rasfenfragen im rheinisch- k. II it im Berliner Roman- Vaterlandsliebe. Er Gedenket der hungernden Vögel! Schlitten der russischen Grenze zueilt, gemeinsam hat. Weit über seine Zeit hu ienden Trost. seine Lehre und seine Persönlichkeit fort. als er im zum aufrichtenden Trost. Wirischast sind. Schiedsgericht 1804 nimmt er einen Ruf an die Universität Halle an. Damit ist ihm der Weg geebnet, alles, was sich verheißungsvoll an Ueberzeugungskraft, Freimut und Frömmigkeit in ihm entfaltet, in einem reichen Leben zu erfüllen. Als Napoleon nach seinem Sieg bei Jena die Universität Halle schließt, um der leidenschaftlich deutschen Gesinnung der Studenten entgegenzuwirken, verkündet Schleiermacher von der Kanzel der Ulrichskirche herab seine vaterländische Mission. Seine Predigten nehmen indes nicht zu politischen Tagesereignissen Stellung, er politisiert vielmehr in dem Sinne, daß er die sittlichen Lehren des Christentums auf das staatliche Leben bezieht und das Gewissen und die Herzen aller zu inniger Teilnahme am gemeinsamen Schicksal aufruft. Seme Neujohrspredigt von 1807 „W a s wir fürchten sollen und was nicht!" wird gedruckt dem von Napoleon geächteten Freiherrn vom Stein, für Nutz- und Zuchtviehhandel. LPD. Frankfurt a. M., 10. Febr. Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Verwaltungshauptabteilung, ist ein Schiedsgericht für alle Streitigkeiten aus dem Nutz- und Zuchtviehhandel ernannt worden. Das Schiedsgericht setzt sich zusammen aus: 1. Tierzuchtdirektor Dr. Schneider, 2. Bauer Karl Ramge- Spachbrücken, 3. Diplomlandwirt Haack und 4. Bauer Wilhelm Heckel- mann, Panrod (Untertaunus). Diesem Schiedsgericht unterliegen insbesondere alle Streitigkeiten, die sich aus Viehvermittlungen der Nutzviehbeschaf- fung e. G. m. b. H. ergeben. Das Schiedsgericht entscheidet in diesen Fällen endgültig. Rinder: Ochsen 23 bis 32 Mark, Bullen 23 bis 30, Kühe 13 bis 27, Färsen (Kalbinnen) 23 bis 32, Kälber 23 bis 44, Hämmel 28 bis 32, Schafe 25 bis 28, Schweine 40 bis 49 Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine ruhig, Kälber und Schafe v. H. auf 46 v. H. ab. Farbenindustrie zogen auf 128,75 (+ 0,65 v. H.) an, gegen Schluß fielen sie auf 128,50 v. H. zurück. Am Rentenmarkt glitten Altbesitz von 97,75 auf 97,50 v. H. ab, Neubesitz schlossen mit unverändert 19,75 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 94,25 0,13 v. H. höher, auch Stahlverein-Bonds waren 0,50 v. H. höher. Reichsmark-Anleihen waren Frankfurter Brrtterm^rkt. Frankfurt a. M., 10. Febr. Die zuversichtlichere Stimmung hielt im wesentlichen an, zumal sich die Zufuhren weiter verringert haben. Das Geschäft war relativ zufriedenstellend. Die Preise erfuhren eine leichte Erhöhung, und zwar notierten per 50 Kilogramm in Mark frei Frankfurt a. M.: Deutsche Markenbutter 133 bis 135, holländische Markenbutter 138 bis 142, wobei im Höchstpreis der Aufschlag für ausgeformte Ware inbegriffen ist. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 10. Febr. Das etwas gebesserte Geschäft hielt nicht lange vor, die sich von Tag zu Tag steigernden Zufuhren üben einen merklichen Druck auf die Stimmung aus. Die Anlieferungen haben sich derart verstärkt, daß die Einfuhr fremder Eier bis zum 15. ds. Mts. gesperrt ist. Die Preise gaben weiter etwas nach, indessen rechnet man in Handelskrisen, daß sich das Geschäft auf der ermäßigten Basis etwas beleben wird. Deutsche Frischeier Kl. S 11, Kl. A 10,50, Kl. B 10, Kl. C 9 50, Holländer und Flandern Kl. S 10,75, Kl. A 10,25, Kl. B 9,75, Kl. C 9,25. Rumänen Kl. A 10, Kl. B 9,75, Kl. C 9,25, Bulgaren Kl. B 9,50. Frankfurter Schlachwtehmarkt. ligion". In den 1800 erscheinenden „Monolo - g e n" versucht er dann, den Umriß einer Sittenlehre zu geben; er feiert in schwärmerischen Worten den Wert der Bildung, den Reiz der Wissenschaft, die Würde der Kunst, Tugend, Freundschaft und gefragt und bis zu 1 v. H. fester. Staats- und Länderanleihen sowie auch Stadtanleihen waren wenig verändert. Am Pfandbriefmarkt lag einiges Angebot vor und die Kurse gingen bis zu 0,50 v, H. zuruck. Von Auslandsrenten zogen Anatolier um 0,40 v. H. und Ungar. Goldanleihe 0,25 v. H. an. — Tagesgeld etwas leichter, 3,25 nach 3,50 v. H. 1933 beendeten Geschäftsjahr, einschließlich 327 021 Mk. (108 863 Mk.) Vorjahresvortrag, einen Reingewinn von 3 314 832.— Mk. (3 458 965.— Mk.). Der auf den 17. Februar einberufenen G. V. wird vor- gefchlagen, hieraus wieder 5 Prozent Dividende zu verteilen, 0,15 (0,17) Mill. RM. dem Reservefonds zuzuweisen und 200 997.— Mk. vorzutragen. Frankfurter Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 10. Febr. Die Wochenfchluß- börse lag ruhig, aber weiterhin freundlich. Aufträge der Kundschaft betrafen im wesentlichen Spezial- werte, die Kulisse war eher zu Wochenschluß-Glattstellungen geneigt, wodurch das Kursbild nicht ganz einheitlich wurde. Die freundliche Grundhaltung stützte sich auf Anregungen aus der Wirtschaft und der Politik. Auch Dividendengerüchte, z. B. für Montanwerte, regten an. Ziemlich fest eröffneten Transportwerte, voran AG. für Verkehr (+ 2 o. H.), Allgemeine Lokal & Kraft (+ 1 v. H.). Schiffahrtsaktien lagen knapp behauptet. Farbenindustrie setzten 0,13 v. H., Deutsche Erdöl 0,90 v. H. höher ein. Montanwerte lagen zunächst durch Realisationen gedrückt, im Verlaufe aber wieder fest, wodurch die Woche einen günstigen Kursanstiegsalto verzeichnete. Buderus und Klöckner noch je 0,50 v. H. freundlicher, die übrigen glichen ihren leichten Anfangsverlust wieder aus. Motoren- und Maschinenaktien zogen leicht an. Kunstseidenwerte uneinheitlich, Bemberg 0,75 v. H. niedriger, AKU. 0,75 v. H. fester. Elektroaktien lagen still, Gesfürel behauptet, aber Elektr. Lieferungen 1,50 v. H. fester. Von Einzelwerten gewannen Reichsbank und Südd. Zucker je 1 v. H. Renten bei ebenfalls geringen Umsätzen im Grundton fest. Reichsmark-Obligationen 0,25 v. H. höher. Neubesitz behauptet, Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen je 0,13 v. H. schwächer. Im Verlaufe blieb die Grundstimmung freundlich, und durchschnittlich lagen die Kurse um den Bruchteil eines Prozentes befestigt. So gewannen u. a. Phönix, Stahlverein und Licht & Kraft je 0,25 v. H., Rheinstahl und Lahmeyer je 0,50 v. H. und Rütgers- roerfe 0,75 v. H. Nur Daimler bröckelten um 0,25 ßrtt>er6 und Verwendung von Gcrips genehmigungpflichtig. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: In letzter Zeit haben verschiedentlich inländische Ausfuhrfirmen von ihren ausländischen Abnehmern Schuldscheine der Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden (Scrips) als Bezahlung für ihre Warenforderungen zugesandt erhalten. In einzelnen Fällen ist versucht worden, die Schuldscheine im Inland abzusetzen. Es besteht deshalb Veranlassung, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß der Erwerb solcher Schuldscheine und die Verfügung über sie nach der sechsten Durchführungsverordnung zur Devisenverordnung vom 19. September 1933 nur mit Genehmigung der Devisenstelle zulässig ist, und baß Zuwiderhandlungen nach den Bestimmungen der Devisenoerordnung mit schweren Strafen bedroht tikerkreis ein „Virtuos der Freundschaft", wie Eleonore G r u n o w ihn nennt, zu der er eine tiefe Zuneigung empfindet. Aber die schriftstellerischen Arbeiten befriedigen Schleiermacher mcyt. „Ich möchte immer behaupten", bekennt er, „daß ich eigentlich nicht zum Schriftsteller gemacht bin, weil mich eine solche Arbeit jedesmal ganz verzehrt, daß ich es kaum wage, mir während derselben eine andere Lektüre oder eine große freie Ergießung des Herzens anderer Art mit der Feder zu erlauben; nur das Gespräch wird mir desto mehr Bedürfnis." Und aus diesem Drang zum Gespräch entwickelt sich der große Prediger: „Das Predigen ist jetzt das einzige Bild von persönlicher Wirkung auf den gemeinschaftlichen Sinn der Menschen." Die Entfremdung von S ch l e • g e l und der Tod von Novalis, der ihm innerlich am nächsten stand, lösen ihn aus dem Kreis der Romantiker, und schließlich flüchtet er sich vor feiner unglücklichen Liebe zu Eleonore Grünow, Die sich nicht von ihrem Gatten, einem Amtsbruder Schleiermachers scheiden lassen will, in fein „Exil" als Hofprediger nach Stolpe. Die Begegnung mit Will ich und dessen Braut Henriette, die Jahre später (1808) nach Wittichs Tod Schleiermachers Frau wird, verschafft ihm neue stillere Freundschaften. Nach dem Tilsiter Frieden geht Schleiermacher nach Berlin, um nicht unter der Fremdherrschaft Dienst tun und das Kirchengebet für den neuen König von Westfalen Jerome sprechen zu müssen. Er bereitet mit Fichte die Gründung der Berliner Universität vor, die zu einem Sammelpunkt des nationalen Geistes werden soll. Als Anhänger der Steinschen Reformideen unternimmt er 1808 Reisen nach Rügen und Königsberg, wo er mit der Königin Luise zusammentrisst; bei feiner Rückkehr wird er vor den General D a v o u st zitiert und ernstlich verwarnt. Als erster Dekan der theologischen Fakultät der neuen Universität wirkt er neben Fichte als Lehrer nationalen Geistes, aleich- zeitig als Geistlicher an der Dreifaltigkeitskirche, vor Der heute fein Denkmal steht, um zu predigen und fo nach zwei Seiten hin zum „politischen Lehrer des gebildeten Berlins" (T r e i t s ch k e) zu werden. Immer noch ist er ein Kämpfer und unerschrockener Wortführer, sowohl gegen die politische Reaktion wie in der Auseinandersetzung über Fragen der neuen Kirchenverfassung. Er arbeitet an der Einigung der evangelischen Kirchen und fordert zugleich eine Erneuerung von der Gemeinde aus. Seine religiösen Lehren, die er durch fein systematisches Hauptwerk „D i e ch r i st l i ch e Glaubenslehre" in einem Höhepunkt zusarn- menfaßt, zeigen ihn als den größten Theologen des protestantischen Christentums seit der Reformation. Jahre stetiger Tätigkeit als akademischer Lehrer und Prediger — Bismarck war 1830 unter seinen Konfirmanden — und Jahrzehnte glücklichen Familienlebens, „ebenso fromm als heiter", find ihm vergönnt. Er beschließt fein Leben feierlich mit einem Abendrnal, bei dem er sich noch einmal darauf beruft, daß er „auf den Worten der Schrift verharre", die ihm „bas Fundament feines Glaubens find". „In dieser Liebe und Gemeinschaft bleiben wir eins." Wenige Minuten darauf ver- * Neueinstellungen bei den Opelwerken in Rüsselsheim. Seit 1. Februar wurden rund 700 Arbeiter von den Opelwerken in Rüsselsheim neu eingestellt. Darunter befinden sich zahlreiche Kriegsbeschädigte alle Grade, die ihrem Zustand entsprechend beschäftigt werden. * Charlottenburger Wasserwerke. Die Charlottenburger Wasser- und Jndustriewerke A.-G. Berlin erzielten in dem am 30. September schied er am 12. Februar 1834. „Nie werde ich fertig fein, weil ich weiß und will, was ich soll!" In diesem Imperativ der „Monologen" spricht sich sein kämpferisches Wesen aus, das sich mit einer tiefen Frömmigkeit von echt deutschem Gepräge verbindet. Seine Ablehnung des Dogmatismus, fein Glaube an ein „Einswerden mit dem Unendlichen in der Endlichkeit" und fein Drang, aus diesem Ewigsein heraus mit schöpferischer Kraft das diesseitige Schicksal unter Einsatz der eigenen Person zu gestalten, das sind Grund-,—------------ --- A, i züge deutscher Frömmigkeit, die er mit den großen (410 Ochsen, 116 Bullen, 490 Kühe, 382 Warfen), frommen Geistern des deutschen Glaubenslebens 1 499 Kälber, 70 Schafe, 3601 Schweine. Es kosteten: ■emeinfam hat. Weit über feine Zeit hinaus wirkt' 09 99 w""»" 9R h.a 30 mittelmäßig. Oie Mehgerinnungs-Obermeister tagen in Frankfurt. F r a n k f u r t a. M., 10. Febr. (LPD.) Im Hanb- werkerhaus in Frankfurt fand eine Versammlung der Obermeister der Fleischerinnungen aus dem B e - zirk beide Hessen und Nassau statt, in der Handwerkskammerpräfident Obermeister Pg. Müller (Mainz) kurz über die Revision der Betriebe referierte. Er wandte sich dagegen, daß bei einem Verstoß gleich die Angelegenheit verallgemeinert werde. Die Revifionsbeamten seien vielfach viel zu alt und oft nicht mehr in der Lage, die Revision richtig auszuführen. Um allen Streitigkeiten bei j Beanstandungen in Betrieben vorzubeugen, wer- I den die Revisionsbeamten künftig mit Filmapparaten ausgestattet, und jeder beanstandete Besuch wird, ohne daß der Besitzer es merkt, gefilmt. Weiter behandelte der Redner Derficherungsfrugen und betonte, daß künftig jeder, der schlachtet, zur Berufsgenossenschaft gehören muß, also auch die Gastwirte, die selbst schlachten, und die HaussLlächter. Bezirksvereinsvorsitzender Obermeister Zobel- Laubenheim begrüßte nach Beendigung der Dorstandssitzung, in der der neue Manteltarif mit der Fachschaft beraten worden war, die Versammlung. Handwerkskammerpräsident Obermeister Hans L i n- der trug darauf den neuen Manteltarif vor, der von echt nationalsozialistischem Geiste getragen wird. Die Arbeitszeit wird darin auf 48 Stunden festgesetzt, kann aber auf 54 erhöht werden. Für die Üebcrftunben finb Zuschläge von 20 unb 25 Prozent zu zahlen. Für Sonn- unb Feiertagsarbeit ist allgemein ein Zuschlag von 50 Prozent zu zahlen. Die Verkaufssonntage vor Weihnachten gelten nicht als Sonntage. Der Urlaub wirb nach bem neuen Tarif wie folgt festgefetzt: nach einem Jahr 6 Tage, nach zwei Jahren 8 Tage, nach drei Jahren 10 Tage und nach 4 Jahren 14 Tage. Lehrlingen ist in jedem Jahr ein Urlaub von 14 Tagen zu gewähren. Am 1. Mai werden alle Gesellen einen Berufsausweis erhalten. Die sich anschließende Aussprache war sehr lebhaft. Für beide Hessen und Nassau wird am 29. und 30. April in Marburg der Bezirkstag abgehalten. tzi Fr an kfurt a. M., 12. Februar. Um 10 Uhr i- war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1398 Rinder n (410 Ochsen, 116 Bullen, 490 Ki Kirche und Schule. Zum Propst der Propstei Frankfurt ernannt. LPD. Frankfurt a. M., 11. Febr. Landesbischof Dr. Dietrich hat den bisherigen stellvertretenden Präsidenten des Frankfurter Landeskir- chenrats, Pfarrer Trommershausen, zum ersten P r o p st der neugebildeten Propstei Frankfurt a. M. ernannt. Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten ____ IU WM—~ 11t TZ*—. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungslag 9. Februar 1934 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 174965 96583 143571 3463 6214 7905 25075 7 92642 102663 889 2230 2700 300 M. 96558 96800 26252 48201 59223 78805 186893 212925 265124 326525 16979 31210 - 54069 I 64900 । 89914 $ 104718 114065 129016 140406 146368 159759 169647 185604 199067 217228 225194 249888 256882 265319 276279 285567 294270 303228 318294 327423 340003 357727 366368 378576 387210 192245 224064 267396 333197 193217 229242 269277 338254 193620 233038 276605 358649 103126 117505 129392 140949 147601 161697 171212 189736 200015 217636 239368 252304 259901 267990 276406 285592 295443 305689 320009 330930 340196 359486 366940 379296 392199 21571 43321 58013 67055 94192 50928 I 63263 i 83143 101641 111016 125070 137139 144155 158873 167413 177093 196407 212169 223252 246097 255314 262802 274842 281537 292304 301991 312149 326238 339368 348122 365560 372055 385734 397580 i 2944 15483 30547 53049 63593 85568 104278 113134 125146 138694 145843 159166 169207 183238 197519 215145 224088 248544 256862 263326 275741 285253 294010 303209 317533 327290 339657 356555 366150 377835 386158 399312 18315 40118 56988 66507 90109 154711 209335 254447 314995 21758 43548 58873 70673 108345 122110 135774 141442 148264 162947 171555 191511 202487 218472 240099 253590 259974 273673 278828 289699 300066 310266 322186 334731 343915 359524 368377 381544 393339 15807 70327 330233 348955 29048 109386 110065 124468 136056 143199 158596 163680 175934 192594 202507 222259 245322 254576 260947 274595 281209 291254 300363 310483 325870 337291 346586 359611 371799 383375 396367 72147 42866 149848 202183 233936 297835 363549 2 Gewinn» zu 5000 M. 12 Gewinne zu 3000 M. 195237 259783 340131 16 Gewinne »u 2000 M. 248428 260758 326578 1 8 Gewinne zu 1000 W. 392735 68 Gewinne zu 500 M. 27118 35041 61672 6521 394 Gewinne ru —~ - •• --- -— , 4218 8728 9502 9742 12646 12674 13750 ----- ----- ----- ----- 26335 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 5000 M. 279373 317514 2 Gewinne zu 3000 M. 93418 18 Gewinns zu 2000 M. 45745 47672 65087 206873 257562 291533 352407 376121 396635 22 Ger nn- zu 1000 M. 56730 72016 77434 162142 169876 235831 320486 328062 361560 368514 393027 44 Gewinne,u 500 M. 2733 5559 26181 81070 83314 104756 132883 154885 156545 188798 224779 225197 235037 250332 260172 264330 267918 281417 290381 335943 351429 388003 330 Gewinne zu 300 M. 2244 4494 5963 16203 17867 19669 21480 24794 24965 27403 27833 35649 36098 37835 39603 41527 42725 58210 66694 76650 81015 81423 87261 83206 89044 90420 98832 100678 108842 117715 1249 3 133884 137041 149098 158440 161448 161609 162193 164575 164593 165075 167909 16rt13J 174807 174853 176516 177791 178845 179733 183615 187862 190145 190700 190999 196709 198949 200934 205559 214261 218904 219033 220380 220444 221138 222085 226014 227403 229352 231349 234056 234388 235639 236851 236875 237130 240075 240304 242010 243049 243556 246447 247653 249256 251563 251534 254706 255546 258157 260633 263509 263724 264080 264341 266141 267213 270205 273862 275180 275805 279536 283911 283980 287575 287825 289226 290887 294323 297369 300413 301131 303245 303297 304440 305810 303543 308609 309534 312488 312559 313365 314656 317043 317763 319884 320516 325837 331988 332289 335254 335401 335855 339088 340371 347827 348916 350619 351215 352940 354125 355030 356152 357570 357902 353061 358671 358900 362573 368393 370622 373737 374819 376034 377824 379450 379777 380657 384393 387201 389824 389966 390389 391876 393701 399183 399597 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer find zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 22463 65384 124861 152041 153386 240317 241696 285774 345059 352596 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 100 000, 2 au ie 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu e 5000', 8 zu je 30000, 12 zu je 20000, 38 u je 1OC0O 190 zu e 5 00, 368 zu je 3000, 540 ?u je 2000, 930 zu je 10' 0, 2798 zu je 500, 18414 zu je 300 und 560 Tagesprämien zu ie 1000 Mark. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschloßenen Dividende an — Reichsbankdiskoni 4 o H. Lombardzinsfuß 5 o. H.______________________________ ifrrannun o. 2)1. Berlin Frankiurt a. M Berlin ____________________________________________________________________________1 Franifuri a. Dl. Serlln Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schlußkurs Gchlußt. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittog- börle Schlußkurs Schluß!. Abend- b6rje Schluß- kurs Schlußk Mittag- börse' 9-Februar 10-Feviuar Amiuchr Dotierung Amtliche Kotierung Geld 1 25ric Datum 9-2. | 10.2. 9.2. 10-2. Datum 9-2- 10-2- 9-2- 10-2. Datum 9-2. 10-2. 9-2- 10-2. Lric •% Deutsche Reichsanleihe v 1927 6% eljem.7% Dt. Retchsanl. v. 1929 6Vi% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Adlöf.-Schuld mit AuSlos.-Rechlen ......... Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 5y.% Hess. Landes-Hypotheken- 95,5 100,1 93,25 97,9 19,75 94,25 91,4 93,5 95,65 92,25 92,25 91 91,75 94 94 97,1 19 1,05 6,25 6 5,9 6,13 6,2 95,25 100,1 95,13 97,5 19,75 94,5 92 91,4 93,25 95,9 92 91,75 90,9 91,75 94 94 97,1 19,25 1 6,5 6 6 7,75 6,13 6,2 95,4 100,1 94,1 97,9 19,7 94,4 92,25 94 94 97,1 20 1,2 6,35 6 5,75 8,05 6,3 6,4 95,5 100,1 94,75 97,75 19,65 95 95,65 94 94 97,1 19,75 1,05 6,6 6,1 6 8,1 6,15 6,25 4% desgl. Serie II 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4>4%Rumän.vereinh.Renkev.l913 4% Rumänische veroinh. Rente .. 6,25 4,75 7,1 4,1 27,75 28,9 32,25 65 93,75 52 65,25 66,5 166,5 30,25 123,75 96,25 103,13 60 96,75 102,25 145,5 113 74,5 106 62,5 91 110,5 61 64 6,25 4,8 4,05 27,9 29,4 32,65 66,5 94 52,75 66,5 67,5 167,5 30,25 124,9 97,75 103,4 60,75 96,75 93 101,75 145,25 114 75 106,9 62 91 110,5 61,5 64 6,3 4,6 7,4 4,05 27,5 29 32 65,5 94 52 65 66,5 166,9 30,25 124 96,75 102,9 60,5 96,5 93,5 102 145,5 113,5 75 106,4 62 90,5 73 109,75 60,75 63.75 4,75 7 25 4 28 29,4 24 32,5 66,5 94 52,75 66,5 67,5 166 30,75 124,75 97,25 103 61,25 96,9 93 101,4 145,75 114 75 106,75 61,5 91,65 73,25 145 110,75 RI R Manoselder Bergbau......... 0 Kvkcwerke ..............0 Phonir Bergbau........ 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl ................0 Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ............ 0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?¥» 3. G. Farben-Jndustrtr....... 1 ScheideanstaU....... 9 33 49,25 199,5 9,25 41,5 - 116 155 128 177,5 52 53,75 75 67,5 86 98 45,5 45,75 47 37,5 46 47,5 23,25 160,5 179 153,25 72,75 1 184 33,75 48,75 89,5 41,65 14,5 115 117 154 128,5 178 54 54,5 74 67,5 86,75 98 46,25 45 46,5 37 46 47 23,65 178,5 154 25,5 72,75 1 185 33,13 87,9 48,5 200,5 88,65 41,25 14,75 116 116 154,9 127,65 52,5 53,75 74,9 68,5 97 46,4 45,9 47,5 36,75 117 45,75 47,25 65 23 164 177 153,75 I 25'L5 1 184 33,75 88,65 48,25 200,9 88,65 41,25 14,75 115 116,75 154,5 128 54,25 54,75 74,5 68 97,5 45,75 45,25 46,5 37,75 117,13 45,13 47,5 66 22 162,5 178 154 25,5 185 Helftngfor».. Wien....... Prag....... 5,644 47,20 12,44 3,047 167,93 64,24 57,14 65,98 12,785 0,653 2,547 58,16 21,95 16,43 80,72 33,97 81,32 0,762 0,214 5,664 11,67 5,656 47,30 12,46 3,053 168,27 64,36 57,26 66,12 12,815 0,657 2,553 58,28 21,99 16,47 80,88 . 34,03 81,48 0,764 0,216 5,676 11,69 o.vd» 47,20 12,44 3,047 168,08 64,44 57,24 66,13 12,81 0,655 2,552 58,16 21,98 16,43 80,82 33,97 81,32 0,762 0,214 5,664 11,69 3,6/b 47,30 12,46 3,053 168 42 64 40 57 76 66 27 12 84 0,659 2,558 58,28 22,02 16,47 80,98 34,03 81,48 0,764 0,216 5,676 11,71 Budapest ... Sofia ...... Holland .... OSlo....... »amvurg-Amerika-Paket ... 0 Hamburg.Südam. Dampfschiff . 0 Hansa-Dampfschifs........ 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 81.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank . 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ............... 12 L.E.®.....................o Bekula..................... o Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft 6 Fellen 8 Guilleaume........0 AefeUsch.s.Elekir.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schurken « Co...........5 SiemensL Halske....... 7 Lahmeye, L Co............. 10 Kopenhagen. Stockholm . London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten S% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1936 <% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1986 4Yx% chem u(nod>rid)fett Der Ordinarius für Eisenbahn- und Verkehrswesen an der Technischen Hochschule in Darm- st a d t, Professor R e u l a u x, wurde auf Veranlassung des Auswärtigen Amtes auf einige Semester nach Schanghai beurlaubt. Er wird an der dortigen Universität Tung Chi als Berater für das chinesische Eisenbahnministerium tätig sein und in einiger Zeit wieder auf seinen Posten zurückkehren. Durch Erlaß des badischen Unterrichtsministers wurde die Zeitungswissenschaft zum Promotionsfach in der Philosophischen Fakultät der Heidelberger Universität erklärt und die bestehende Promotionsordnung zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie entsprechend ergänzt. Die Bestimmungen treten sofort in Kraft. Auch der weitere Ausbau des 1927 gegründeten Heidelberger Instituts für Zeitungswesen ist unter energischer Förderung des Unterrichtsministers im Gange, Karneval. Ja, das sind Tage, an denen uns eigentlich die kühnsten Träume in Erfüllung gehen. Wir können jetzt etwas oorftellen, können König, können Millionär und alles mögliche fein. Wir sind im wahrsten Sinn des Wortes ausgelassen. Wir versuchen es einmal mit vertauschten Rollen. Im Grunde genommen ist es der alte menschliche Wunsch, einmal richtig aus seiner Haut fahren zu können. Und dazu haben wir ja jetzt Gelegenheit. Jedenfalls wirkt in dem Fastnachtstreiben die große Freiheit in allen Dingen erlösend. Daß das närrische Treiben hauptsächlich in den Städten blüht, ist ganz natürlich. Die Mehrzahl der Menschen ist nun einmal nicht für das Gleichmaß, sondern für Abwechslung. Sie wollen auch einmal „links herum" leben. Wer sich in Köln, Mainz oder auch München das närrische Treiben „nur einmal ansehen" wollte, der wurde unwiderstehlich mit in den Strudel gerissen. Und alle die, die von Jugend auf diese Freudentage miterlebten, werden sich nichts Schöneres denken können als einen „richtigen Fasching". Auch den Kindern sollte man die paar lustigen Nachmittagsstunden gönnen. Denn nun können sie sich einmal richtig auf den Kopf stellen. In den meisten Fällen werden sie Erwachsene nachahmen. Darin sind sie ja oft große Zauberkünstler. Man schaue sich deshalb ihr Spiel an und lerne daraus für die Zukunft. Das Treiben der Fastnachtsjugend ist wie ein Spiegel, aus dem uns — wenn auch absichtlich verzerrt — manches Wahre entgegenleuchtet. Die paar Tage sind schnell zu Ende, und Prinz Karneval scheidet. Mit echt deutscher Gründlichkeit haben wir uns natürlich auch schon oft Gedanken gemacht, warum man eigentlich diesem Prinzen Karneval zu Ehren bunte Kleider anlegt und Narrenkappen aufsetzt. Es gibt einige Lesarten über den Karneval. Wer lateinisch kann, sagt einfach: Karneval heißt carne vale = Fleisch leb wohl!, denn nun beginnt ja die Fastenzeit. Aber andere Forscher haben noch einiges zu ergänzen. Man ging den Quellen nach und sand, daß die Karnevalsfeier viel älter ist als wir ahnen. Schon die alten Babylonier feierten ähnliche Feste. Sie verehrten den Mondgott Marduk Die beständigen Formänderungen des Mondes, das Verschwin- Uebergabe der Führerschule durch den Oberbannführer an den Schulungsleiter. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) Dor dem Haus der Führerschule während der Eröffnungsrede des Reichsstatthalters Sprenger. lockte. Eine mit den Armen verschlungene Kette, so beugten wir uns über die Brüstung, indes Scherzworte hin- und herflogen. Schwarz und mit dem Geräusch sich überschlagender Wellen zog der Strom zwischen den hohen Pfeilern, nur an der fernen Beuge glänzte und spiegelte es, ein Zug schien eben über die nächste Eisenbahnbrücke zu fahren, denn dort fütterten viele kleine Lichter vorüber und ver- chwanden. Die übermütige Laune war wieder in unsere Gesellschaft zurückgekehrt, ein jugendlicher Kavalier hatte den Einfall, einen der mit runden Knöpfen versehenen Eisenböqen zu besteigen, glitt aber an dem vereisten Grunde ab, und wir hatten Mühe, ihn zu beschwichtigen . Da erschien eine fremde Frau vor mir, die nach dem andern Brückenrand zeigte und sagte: „Da will einer hinunterspringen. Vielleicht können Sie ihn retten, auf mich hört er nicht. Es muß aller schnell sein, er hat schon den Fuß oben." Ohne Verzug liefen mir nach vorne, wo wir wirklich hinter der Traverse die kaum wahrnehmbare Gestalt eines schmächtigen jungen Mannes entdeckten, der an das Geländer gepreßt stand. Sein Blick streifte uns halb unwillig, halb spöttisch, und da er also mehr einem Menschen glich, der ungestört sein wollte, als einem des Lebens Ueberdrüsfigen, glaubten wir, die Frau hätte Gespenster gesehen, und gingen vorüber. Immer noch schien er in dieser Haltung zu bleiben, wir sprachen auch davon, daß all dies verabredet sein und eine Falle bedeuten könne, — da sah ich, als ich mich wieder umkehrte, den Mann auf dem Geländer emporturnen. Ohne auf die Warnung meiner Freunde zu hören, lief ich zurück, und es war wirklich gerade noch Zeit, ihn, der sich auf die Brüstung geschwungen hatte, am Arm zu packen und zurückzuziehen. Ich weiß nicht, welche Worte ich ihm dabei sagte, der dies ohne Kampf mit sich geschehen ließ, nun aber, da die Gesellschaft sich näherte, heftig sich abwendete und so in Tränen ausbrach, daß der ganze Körper davon erschüttert wurde. Der allgemeinen Ratlosigkeit, die dadurch entstand, machte die tatkräftigste von unfern Frauen ein Ende, indem sie ihren Arm in den des Mannes schob und ihn mit sich fortzog. Mit eiligem Schritt strebte sie von der Brücke weg und sprach auf ihn ein, der, kleinen und schmalen Wuchses, gehorsam neben ihr mehr taumelte als ging, doch sichtlich befreit schien, daß ein fremder Wille für fein Weiterleben entschieden hatte. Wir folgten und bildeten eine Nachhut in einiger Entfernung, manchmal hörten wir die tröstenden Worte der Retterin und die den und Wiederauftauchen, wurden von ihren Prie- tern erläutert. Sie erklärten, der dunkle Mond sei ein böser Geist, der den hellen Mond verschlinge. Noch andere Deutungen wurden bekannt. Das sahen schließlich auch alle, daß von Zeit zu Zeit Licht und Dunkel vertauscht waren. Und das ahmte man nun nach. Bei einem großen Feste zog der Mondgotl auf einem Schiffswagen von einem Tempel in einen neuen. In den Tagen dieses Festes ließen sich die Sklaven von ihren Herren bedienen. Es war alles vertauscht. Auch von den Römern wird ähnliches erzählt. Am Fest der Saturnalien traten die Sklaven als Herren auf und ließen sich von ihren Herren die Mahlzeiten kredenzen. Alles war auf den Kopf gestellt. Man zog bunte Kleider an, man gebärdete sich närrisch. Und diese Sitte wurde später in den südeuropäischen Ländern übernommen. Nun zog Prinz Karneval auf einem Schiffswagen durch die Stadt. Gelehrte Leute sagen uns, daß Schiffswagen auf lateinisch carrus navalis heiße, und daraus sei das Wort Karneval entstanden. Wer wird sich aber in diesen Tagen Gedanken über ein fremdes Wort machen? Wer Freude an dem bunten Treiben hat, wird nicht lange grübeln. Er wird im Strome der Ausgelassenheit mitschwimmen und einige lustige Stunden erleben. Oie Polizeistunde während der Fastnachtstage in Hoffen. lieber die Regelung der Polizeistunde während der Fastnachtstage scheinen in verschiedenen Orten Unklarheiten zu bestehen. Von zuständiger Stelle in Darmstadt wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die generelle Verlängerung bis 6 Uhr morgens für Samstag bis Fastnacht-Dienstag nur für die Stadt Mainz gilt. Für das ganze übrige Land besteht, wie im Vorjahr, Antragspflicht. 3um Treuhänder bei der Staatsbank bestellt. Wie das Personalamt mitteilt, wurde Generalstaatsanwalt Dr. Eckert beim Oberlandesgericht Darmstadt zum Treuhänder bei der Hessischen Landesbank —, Staatsbank — und bei der Hessischen San- einzr.ejhen. Wir haben schon wiederholt berichtet, daß v> HI. Oberhessens in Münzenberg ihre' Füh- rerfä>e geschaffen hat. Te^dxr Jubel brandet auf, als pünktlich um 15 hx der Herr Reichsstatthalter, unser Gau- fn (eiter Sprenger, erscheint. irk sind angetreten die Hitlerjugend und das latsche Jungvolk, Abordnungen aus dem 'Lmten Oberbann. Die Ortsgruppe M ü n b e r g der NSDAP, mit ihrer Fahne, Abordingen des Freiwilligen Arbeits- d i c n j. 5, der Sil. - und SS. - Führung, der Kn sä m ter und der Kreisleitungen der Vlji DAP., sowie andere Organisationen der Partei id ihrer Gliederungen. Anführer Walter Blumenröder der Führ des Oberbannes Oberhessen, begrüßt den Herrn Rj ch s st a t t h a l t e r mit warmen Worten des inkes für das herrliche Geschenk, darin die HI. lerhessens jetzt ihre Führerschule eingerichtet hi Aus' der Treppe der Schule stehen der Herr R ech s st a 11 h a l t e r , der Führer des Ge>- bietes IV3 Walter Kramer, der Gebiets-Jung- volkführeiHeini Jung und die Stabsmit- g l i e d e Oes Oberbannes. Michstatthatter Sprenger spricht. Er sprit von der Bedeutung der Schule überhaupt untrer dieser Schule insbesondere. Der na- tionalsozichische Staat habe zuerst die Bedeutung der Heran! düng eines fähigen und mit der Idee verwachsen Nachwuchses erkannt, und so habe er, als ihm i hochherziger Weise vom Grasen Solms-Laubach diese schöne Besitzung vermacht worden sei, sich entschlossen, sie der Hitler- Jugend Oberhessens zu schenken, damit diese hier ihre Führerschule errichten könne. Der Gauleiter schloß mit dem Wunsche, daß hier Führer des Sozialismus der Tat herangebildet werden möchten. Nicht endenwollender Beifall dankt dem beliebten Führer, der, das wissen unsere oberhessischen Hitler- jungen, stets ein offenes Ohr für die Wünsche der Jugend hat. Dann spricht der Gebietsführer Walter Kramer (MdR.) Seine Rede ist ein Dank an den Stifter der Schule, den Grafen Solms-Laubach und ein Dank an den, der diese Stiftung der Hitlerjugend geschenkt, unseren verehrten Reichs st atthalter Sprenger. „Wenn wir", so sagte der Gebiets- ührer, „den Führern der Hitlerjugend in Ober- Hessen diese Schule Übergeben, dann wünschen wir, daß diese Schule gute Führer für die Zukunft ausbildet. Ich kann sagen, daß Ober- Hessenzu den be st en Bannen des Gebietes gehört. Die oberhessische Jugend sei be- trebt, das Werk des Führers zu vollenden!" Während das Lied der Hitlerjugend erschallt, das Lied von dem ungestümen Dorwärtsdrängen der Jungend, steigt die Fahne an dem Masi in die höhe, mit erhobenem Arme gegrüßt, die Fahne, von der es im Liede heißt, „daß sie mehr ist als der Tod". Anschließend findet eine Besichtigung der Schule statt, zuerst durch die geladenen Gäste, dann durch die Bevölkerung, die in großer Menge erschienen ist, um der Feier beizuwohnen. Roch einmal brandeten Heilrufe auf, als Gauleiter Sprenger mit feinem Stabe grüßend durch die Reihen der spalierbildenden Hitlerjugend und Jungvolkjungen schreitet. Die oberhessische Jugend hat ihre Führerschule erhalten. Weithin grüßt jetzt ihre Fahne hinein in das Land. Der Name Münzenberg wird für manchen jungen Führer zum Erlebnis werden. Münzenberg, 10. Februar 1934. Fahnen überall! Schon von weither sind . die Fahnen, die vom Turm der alten Burg Lünzenberg herab uns entgegenleuchten. Ganz Münzenberg ein Meer von Fahnen. )ie ganze Bevölkerung ift auf den Beinen, denn eute ist der Herr Reichs st atthalter erschie- en, die Führerschule der Hitleriuaend Zaschingserlebnis. Von Robert Braun. In einerFafchingsnacht waren wir auf einem DorftadtballLewesen und befanden uns auf dem Heimweg, schrägende Schlote, schwarze Fabrik- ftuben mü siegelnden Fenstern umsäumten die Straße d.'e^ur Flußbrücke führt. Wenn ich, am Arm meinelDame und einige Schritte den andern voraus mi!'umkehrte, konnte ich die befreundeten Vaare '(turn» hinter mir herschreiten sehen, fchon ein wenig; ^e und schlafsüchtig. Unter dem Saum her hnnfpl Mäntel wallten diei Abendkleider, bei ieber in r>er Farbe und fast magisch in dem fahlen Li/'er wenigen Laternen. «»k»/ der vergangenen Stunden in dem Überfüllten^' wo von einer Art Bühne herab ^um Tan^Äespielt wurde. Es hatte hier kostbare ^luaenbUckc^-eben. Wir Männer standen in der Mte des Stühlen Raumes, die Musiker begannen die ^rumente zu stimmen, plötzlich erschien ein Diener langer Stange und zog damit einen sti 'nknffen die Höhe: das Tor zur Frauengarde- rnh? Do bPnn aus heller Oeffnung und bei uner- n?nrtotem Mammen aller Lichter das andere Ge- fein Einzug: in Zweierreihen eine lange ^ett^abent erlich geputzter Frauen und Mädchen, r, p.,“ Eckchen wie Ballerinen oder m langen Widern bi zu den Knöcheln, mit Straußferdern, ^Hifhrhen Difen oder im Schmuck der Locken, eine -- lurbantürtin, eine TOatrofin, ein AllmädchenNit Settengürtel unb dort blickte es aus den A>en>palten der schwarzen Masken zu UnSnäter st-:' ich auf der Galerie und sah hinunter. Der Bolten f=8elk das Licht roter Werta^rnen, x st» fflriiwn der Tanzenden nahmen sich oon uni) die ®repen o , bie reaeenimto.fl i “ ^rteUt sind. Ihre stets wech- selnd^n und imnder überkreuzenden Schatten wischen über die oten Spiegelungen hm. Das war em ntfirfiicher Ai'lick. und ich wäre hier noch gerne ge= lieber? aberunten halte man mich erspäht und ™ X mir Änn wurde ich mit einem Papierorden ämürft e durch die Luft wirbelnder Streifen Ö mich Mesanqen, und so befand ich mich wieder mitten in Gewühl und hielt einen schmiegsamen ^Währer^^ diesen Erinnerungen nachhing, wa- JL Atirjrofeen Slrombrücke gelangt. Mächtig nn sich 9e dunkle Masse der Eisenkonstruktion über bas *r, in dessen Tiefe zu sehen es uns f ben Professor Dr. Bramesfelb Beruf komme von Berufung. Die ^'5heinschaft Die Ab- habe ein feines Organ für den beruf' d Führer, Deutsch- liebe den wahren Führer. Bei erM ,em Weg ■t gehen müsse Ausdauer bewiesen werden. iing ver- erungen pflichte! Adolf Hitler habe alle .uj» erleben höhere Schulbildung bedeute keim Prätention. Der Gedanke daran müsse ohne Erbitterung abgelegt werden, sonst sei der Aufstieg ge- fährdet. Der Abiturient bleibe sonst zurück» wo heule gebe es keine Berechtigung mehr ohne Beweis. Ausweis über Gelerntes sei kein Beweis. Der Abiturient, der nicht zur Universität tüte, müsse Träger der Verbindung zwischen Volk und seiner geistigen Elite sein. Er :be Brücke zu sein zwischen Stoff und Geist, Mischen Leben und Sinn in unserer Volksgefiin- schaft. Ingenieure, Wirtschaftler hätten hnd: noch nicht die besten Aussichten, wohl a^stdann, wenn sich Deutschlands Aufstieg lerhin energisch fortsehe. Wer sich im letzten fester seines Studiums spezialisiere, habe (Aussichten. Äl!'? d ) c und nicht auf Grund des Gelernten. Der Abiturient muffe sich kritisch dem Volke stellen Führer konnten nicht „geschult" werden, sondern mußten sich in der Gemeinschaft bewährt haben L'"«.--St<>ndergemäbheit" falle in Zukunft fort. Im Arbeitsdienst fange ,ed er an. Jeder muffe das Loch in der Deutschen Arbeitsfront suchen, das für ihn offen fei. Gegenwärtig studiere einandererStudent als der früherer Jahrzehnte. Der Student habe auf manche Gewohnheit verzichtet. Die Arbeit gehe Hand in Hand mit der des Arbeiters der Stirn und der Faust. Diese Entwicklung habe bereits mit dem Kriegsende begonnen. Der neue Student werde gcifhg außerordentlich und außerdem noch als po- linscher Student beansprucht. Er müsse in der Po- Utik und in der Geschichte zuhause sein und mehr als bisher auf den Gebieten seiner Wissenschaft Listen. Es gebe keine „Brot"-Studenten mehr. Das Brot hänge zu hoch. Nach dem Studium müsse leder in der Praxis tätig sein. Es gebe aber keine „Ochsentour" mehr. Der junge Mensch werde erst Student über Boden, Arbeitsdienst, vaterlän- mschen Verband, Gemeinschaft. Vor hoher Beanspruchung dürfe keinem bange sein, der den un- bequemen Weg des Studiums wähle. von der Technischen Hochschule Darmstadt. Die Ab iturientenfrage sei ein Problem des neuen 2.^r land. Das neue Deutschland und der Führer gehen systematisch vor. Den organisatorischen Aenderungen gehe die geistige Vorbereitung voraus. So erwachse die ernste Frage: Wie muß man denken lernen? Berufswahl sei bis vor kurzem Privatangelegenheit und lediglich Mittel zum Aufstieg des einzelnen gewesen. Man habe die Ellenbogen gebraucht, sich Ausweise und „Berechtigungen" verschafft und versucht, auf der Leiter hochzuklettern. Die Schulbildung habe als ein Recht gegolten. Sie Gemeinschaft sei kaum erfühlt worden. So habe sich das Monstrum des Klassenstaates entwickelt. deshypothekenbank-AG. und der Oberstaatsanwalt Dr. Volk in Darmstadt zu seinem Stellvertreter bestellt. Verwendet Richard Wagner-Wohlfahrtsbriefmarken ! Richard Wagner, einer der größten Meister im Reiche der Töne, ist seit 50 Jahren tot, aber seine Werke sind unsterblich. Sie leben und wirken lebensfrisch und machtvoll im neuen Reiche, in dem der echte deutsche Geist, den sie atmen, zu neuem Leben erwacht ist. Es war ein schöner Gedanke der Reichspost, diesen Kämpfer und Künder für deutsches Wesen in diesem Jahre auf den Wohlfahrtsbriefmarken der Deutschen Nothilfe zu ehren. Richard Wagners Werke erlangten Weltruhm und halfen wirksam, deutscher Kunst in der ganzen Welt Ansehen zu verschaffen. Wagner war der Schöpfer des deutschen Musikdramas. Aus Dichtung, Musik und Schauspielkunst schuf er ein Gesamtkunstwerk. Die Stoffe seiner Werke entnahm er fast ausschließlich dem schönsten Erbgut der deutschen Sagenwelt. Die Wagner-Wohlfahrtsbriefmarkenserie umfaßt neun verschiedene Werte — 3 bis 40 Pf. — in größerem Format als dem der gewöhnlichen Briefmarken. Auf ihnen sind charakteristische Szenen aus den bedeutendsten Wagnerschen Musikdramen nach Entwürfen von Prof. Alois Kolb, Lehrer für graphische Künste an der Staatlichen Akademie in Leipzig, dargestellt. Bei der Wahl der Motive und ihrer endgültigen Gestaltung hat ein Sachoerständigenbeirat mitgewirkt, dem auch Wagners Schwiegertochter, Siegfried Wagners Witwe, Frau Wini- frib Wagner, angehörte. Die Ausführung der Marken erfolgte in Stahlstich und Stahldruck. ten vom 1. Dezember 1933 bis 28. Februar 1934 durchgeführt wird. Die Geheimhaltuna der statistischen Angaben durch alle Stellen und Organe ist sichergestellt. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Angaben auf keinen Fall für Steuerzwecke, Umlagen und Beitragserhebung der Versicherungen, Berufsgenossenschaften, des Viehseuchenfonds usw. Verwendung finden dürfen. Die so zuverlässig gestaltete Stastik wird die geeignete Grundlage abgeben, um jede Wiederkehr des Schweinezyklus unmöglich zu machen. Eingliederung des deutschen Möbeleinzelhandels in die Reichskulturkammer. Die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste gibt nachfolgendes bekannt: Der Deutsche Möbelfachverband e. V., die Spitzenorganisation und Standesvertretung des deutschen Möbeleinzelhandels in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Hinsicht, ist gemäß §§ 15 und 16 der ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. Nov. 1933 (Reichsgesetzblatt I, Seite 797) in die Reichskammer der bildenden Künste als Fachverband für den Möbelhandel eingegliedert worden. Da die Eingliederung in die Kammer nach der zweiten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 9. Nov. 1933 (Reichs- Gesetzblatt I, Seite 969) die Voraussetzung für d i e künftige Berufsausübung ist, sind alle selbständigen Gewerbetreibenden des Möbeleinzelhandels verpflichtet, unverzüglich ihre Mitgliedschaft beim Deutschen Möbelfachverband zu beantragen. Anmeldepflichtig sind alle selbständigen Gewerbetreibenden, die den letzten Verbraucher mit Großmöbeln aller Art, Klein- und Polstermöbeln beliefern. Die Anmeldung muß sofort bei der Reichsgeschäftsstelle des Deutschen Möbelfachverbandes Berlin SW 11, Anhalter Straße 12, erfolgen. Eingliederung der Reichsfachsckaft DeutscherWerbefachleutetRSROW.) in die kkeichskulkurkammer vo? hörigen der vorgenannten Berufszweige zu melden toeid)e bisher anderen Organisationen (z. B. RAV., Vela., DHD., usw.) angehören. i ** Ein Vierundachzigjähriger. Der Obergärtner i. R. August Köhn, Anneröder Weg 24, kann heute in völliger geistiger und körperlicher Frische seinen 84. Geburtstag feiern. ** Heute keineVorstellung imStadt- t h e a t e r. Die Intendanz gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die für heute abend vorgesehene Vorstellung im Stadttheater ausfällt. (Siehe Anzeige.) ** Kaufmännische Lehrstellen dem Arbeitsamt anmelden! Die Industrie- und Handelskammer macht alle Firmen und Gewerbetreibenden darauf aufmerksam, daß Lehrstellen für kaufmännische Angestellte (für Büro und Verkauf) dem Arbeitsamt gemeldet werden müssen. Bei der Vergebung solcher Stellen dürfen nur diejenigen Lehrlinge berücksichtigt werden, die vom Arbeitsamt auf ihre Eignung für den betreffenden Beruf geprüft sind. Es empfiehlt sich daher im Interesse der Firmen mit dem Arbeitsamt in Verbindung zu treten. ** Keine vorzeitige Einstellung der Vogelfütterung! Vorzeitige Einstellung der Vogelfütterung bringt beim Eintritt erneuten Frostes unsere Kleinvogelwelt häufig gerade dann in bei sondere Gefahr, wenn sie diese Hilfe am dringendste, braucht. Wo die Winterfütterung Kindern überlasset ist, soll man hierauf besonders achten, denn gerad deren Ausdauer hält nicht allzulange vor. Au bequemsten läßt sich der Futterverbrauch kontra! lieren und der Futtervorrat rechtzeitig ergänzet wenn man sogenannte Fettfuttersteine verwende ** Der Alice-Frauenverein vom R^ ten Kreuz kündigt in unserem heutigen Anzeigei teil einen dreimonatigen praktischen Lehrgang a Näheres in der Anzeige. ** Unfall bei der Arbeit. Im hiesigl! Braunsteinbergwerk ereignete sich am Samstag et| schwerer Unglücksfall. Der im Stollen beschäftige 45jährige Arbeiter Friedrich Mambotang vor Münchholzhausen wurde von anscheinend nieder! brechenden Erdmassen verschüttet und erlitt baba schwere innere Verletzungen. Durch die Freiwillig Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde der bd dauernswerte Mann in die Chirurgische Klinik gd bracht. ** Der Kaninchenzuchtverein Gieße/ hielt am Samstag — wie man uns berichtet — i| Caf6 Ebel feine Generalversammlung ab. Der Da sitzende L. Kreiling gab einen Rückblick auf bl abgelaufene Geschäftsjahr. Es konnte mit Genu tuung festgestellt werden, daß, ganz besonders ne der Gleichschaltung, nach innen und außen nt volkswirtschaftlicher Grundlage gearbeitet roortt ist. Da der Verein in diesem Jahre auf fein 25jf riges Bestehen zurückblicken kann, wurde beschloss Anfang November eine Jubiläumsschau abzuhalj. Laut Bestimmung des Reichsverbandes Deutsfr Kaninchenzüchter e. V. werden in verschiedest Stadtteilen öffentliche Beratungsstellen für Kaß- chenzüchter eingerichtet. Die Beratungsstellen hcsn den Zweck, Züchtern und Interessenten für Kan- chenzucht kostenlos Auskunft zu erteilen, ganz gch, ob es sich um Mitglieder des Vereins handelt er nicht und ohne eine spätere Mitgliedschaft zurje- dingung zu machen. Insbesondere erstreckt sich He Beratung auf folgende Fragen: Stallbau, gll- pflege, Rassenauswahl, Beschaffung von N^n- kaninchen, wirtschaftliche Ausgestaltung der Aht, Fütterung, Krankheitsfragen leichter Art usw. Das sei nicht schwer. Er müsse sich nur jf Ererbtes besinnen. Bekenne man sich zum ErA.t von Großvater und Urgroßvater her, so sei daus viel Freude zu gewinnen, es bedeute Rückkehr < Quellen der Kultur. Für die Abiturientinnen Mfe gefugt fein, daß es weniger Aerztinnen, itubien« rätinnen usw. geben müsse, dafür aber mr-o mehr kluge M ü tter. Kein Mann wolle ir Frau ihre spezifischen Tätigkeiten nehmen. D,. Mann werde aber in Zukunft mehr denn je bf1 /Lickhalt ber Frau als Kameradin brauchen. T'jr^rau dürfe nicht konstruierten 2h; 5 ' . na ch ja gen. Das Gesetz sehe vor, da ; frsüllte Fakultäten beschränkt werden könnten. ; Renten und Studentinnen, die schon einige Schwer studierten, könnten noch zurückgewiesen wre-°n. Das sei hart. 2ßarten und Studieren aus 2j/^genheit fei aber kein Zustand. Für den neuen) »ubenten werde die Situation geklärt fein. Für b| Auswahl ber zum Stubium zuzulassenden 2Lbiturjj?n trage die Schule viel Verantwortung. Die i)sernschaft müsse ber Schule Vertrauen entgegen^,^en. Oie Zukunst der Abiturienten» Elternversammlung der Schüler höherer Schulen in Gießen. pflichte! Adolf Hitler habe alle erleben müssen und habe es doch geschafft. E^ jrfe keiner vor der Zeit die Segel streichen! / Dann sprach der Direktor des Arbei^Ks Gießen Welche Rechtsgüter'hält der Staat für schutzwürdig? In welcher Rangordnung stehen sie? Er führte bann folgendes aus: Im neuen Staat hat bis Strafe hauptsächlich sichernden Charakter. Die Gesamtheit hat einen Anspruch daraus, vor Angriffen des Individuums geschützt zu werden. Vor allem Gewohnheitsverbrecher sollen unschädlich gemacht werden. Daneben soll die Strafe auch bessernde Maßnahme sein, um Gelegenheitsverbrecher wieder zu nützlichen Gliedern der Gemeinschaft zu machen. Man hat neue Strafen eingeführt, vor denen sich die vergangene liberaliftische Periode scheute. (Arbeitshaus, Entmannung von Sittlichkeits- Verbrechern, Reicksverweisung von Llusländern). Rückwirkung und Analogie sind heute im Strafrecht anwendbar, da man nickt mehr dem Posittvismus anhängt, sondern dem Grundsatz ber Gerechtigkeit den Vorrang einräumt. Man kommt immer mehr von Kasuistik und exakten Tatbeständen ab. Man überläßt bem Richter die Entscheidung nach gesundem Volksempfinden. Zum Schutze der Volksgemeinschaft wird in einer ganzen Reihe von Fällen, die seither mit Zuchthaus bestraft waren heute mit Todesstrafe gedroht. Die Denkschrift des Preußischen Justizministers atmet den Geist nationalsozialistischer Rechtsgestaltung. Das ergibt sich schon rein äußerlich. Die Hauptgruppe: Schutz der Volksgemeinschaft enthält folgende Unterabschnitte: Schutz ber Staats- orbnung, Schutz von Rasse und Volkstum, Schutz der Familie, Schutz des Volksgutes. Die Hauptgruppe: Schutz ber Volksgenossen ist solgenber- maßen untergegliedert: Schutz der Einzelperson, Schutz ber Arbeitskraft, Schutz ber wirtschaftlichen Betätigung. Den Referenten lohnte reicher Beifall für seine umfassenden und doch tiefgründigen Ausführungen. Bgtr. Wer in Zukunft etwas fein wolle, müsse engste Verbindung mit bem Volke halten, müsse völkisches Leben selbst empfinden. Für den Geeigneten gebe es nur die „Berufung", über die die Gemeinschaft rechte. Der Heranwachsende Führer dürfe das Volk nicht nur von der Schule und aus Büchern her kennen. Solche Berufung gebe es nur auf Grund der Bewahrung in der Gemeinschaft der Arbeit und nicht auf Grund des Die Leitungen der hiesigen höheren Lehranstal- ten hatten in Verbindung mit dem hiesigen Arbeitsamt die Eltern ber biesjährigen Abiturienten für Samstag nachmittag in die Turnhalle des Realgymnasiums eingelaben. Oberstudiendirektor Angelberger, ber Leiter des Realgymnasiums, hieß die Teilnehmer willkommen und führte dann u. a. aus: Die Zukunft der Abiturienten bedeute für viele Eltern eine große Sorge. Die Sorge sei akut geworden durch die Verordnung zur Durchführung des Gesetzes gegen bie Ueberfüllung ber höhe- ren Schulen. In Zukunft könnten nur noch 15 000 befähigte Abiturienten zum Stubium zuge- lassen werben; auf Hessen entfielen 340. Die Be- grenzung sei eine einschneidende Maßnahme. Energisches Einschreiten sei allerdings notwendig ge- wesen. Die vielen Akademiker seien nirgends unterzubringen. Höhere Schule und Universität seien Wartehallen ber Erwerbslosen geworden. Viel geldlicher Aufwand habe dabei keine Früchte bringen können. In Zukunft könne nur der beroorragenb Geeignete studieren. Fähigkeit, Per- sönlichkeit, Charakter, nationale Bewährung seien ausschlaggebend für die Zulassung zum Studium. Die Lehrerschaft habe hinsichtlich der Auswahl Ent- chewungen in schwerer Verantwortung zu fällen. Manche elterliche Hoffnung werde nicht erfüllt werden können. Der Wenkampf werde hart sein. Die Zurückgestellten dürften sich aber nicht als minderwertig betrachten, sie müßten an anderer Stelle ihren Platz ausfüllen. Das Arbeitsamt werde mit den Schulen zusammenzuarbeiten haben. Sodann sprach Ferner wird darauf verwiesen, daß die Eingliederung gemäß § 4 ber 1. Durchführungsoerord- nung zum Reichskulturkammergesetz Voraussetzung für die künftige Berufsausübung obengenannter Berufsgruppen ist. Aufnahmeanträge find an bie Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute NSRDW., Berlin W 35, Tiergatenstraße 15, mit Angabe ber einzelnen Fachgruppen, je nach bem zustänbigen Tätigkeitszweige, zu richten. Auskunft und Anmeldungsformulare durch den Stützpunkt Gießen (An- fchrift: H. L. Thein in Fa. Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7—9). Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Gruß und Kuß, Deroni- ka". — NS.-Frauenschaft Gießen-Mitte, -Süd und -Ost: 20.15 Uhr, Turnhalle des Gymnasiums: Turnstunde. — Caf6 Leib: 20 Uhr, Rosenmontagskonzert. — Cafä Amend: nachmittags, Kinder-Kostümfest.— „Stadt Mainz": 19 Uhr, karnevalistisches Konzert. — Postkeller: Stimmungs-Konzert. — Stadt-Caf6: Fasching. — Cafe-Restaurant Bürgerhof: nachmittags Kinder-Kostümfest, abends Faschingstreiben.— „Zum Löwen": Faschingstreiben. Neben den Wohlfahrtsbriefmarken ist auch eine Wohlfahrtspo st karte erschienen, die im Markenbilde ein wohlgelungenes Porträt Richard Wagners zeigt und auf ber linken Hälfte ber Anschriftseite eine Ansicht des Festspielhauses in Bayreuth trägt, der Weihestätte des deutschen Dramas aus dem Geiste ber Musik. Dieses Haus soll nach Wagners Plan bas beutsche Volk zur Pflege deutschen Wesens erziehen. Die glänzenden Festspiele des letzten Jahres, unter lebhafter Anteilnahme des Volkskanzlers Adolf Hitler, sind noch in lebendiger Erinnerung. So umschließen die Wagnermarken des Winters 1933/34 das doppelte Bekenntnis zu deutschem Volkstum und zu deutscher Kunst. Jeder Deutsche sollte diese Marken sein eigen nennen und allgemein deren Verwendung fördern, ist es doch auch eine Dankesschuld, die Deutschland dem großen Meister damit abftattet. Und zu alledem ist der Wohlfahrtszuschlag zum Besten unserer Aermsten im Volke bestimmt! Erhältlich sind die Marken außerpostalisch durch die Ortsgruppen, Zellen- und Blockwarte ber NS.- Dolkswohlfahrt nur noch bis Enbe bieses Monats. Die postalische Gültigkeit währt inbes noch bis zum 30. Juni 1934. Freude tut not! Unser Führer hat es uns gezeigt, wie Freube dem deutschen Volke zuteil werden kann. Er gilt allen als leuchtendes Vorbild ber Hilfsbereitschaft und Opferwilligkeit. Er weiß, baß Freude am Leben dem Einzelnen nottut, damit er am Aufbau des Reiches mitwirken Fann. Aber wie schenkt und empfängt man Freude? Die „NSDAP.-Straßenlotterie" gibt dafür einen wunderbaren Hinweis. Sie bient bem Winterhilfswerk bes deutschen Volkes. Jedes ihrer Lose schenkt Freude. Einmal sorgt es in ausgiebiger Weise für die Aermsten in Deutschland, dann läßt es dich und deine Freunde auf offener Straße teilhaben an dem fröhlichen Losziehen mit dem sofortigen Gewinnentscheid. Und nur 50 Pf. kostet dieses Erlebnis. Die Spannung des Losziehens, die uns aus dem täglichen Einerlei hebt, ist schon allein die paar Groschen wert. Und dann noch der gewichtige Inhalt dieses einzigartigen Losbriefes. Erstens mal die drei hübschen Bildpostkarten mit Schilderungen aus Deutschlands hehrer Geschichte und deutschem Kunstleben geben jedem dieser braunen Briefe ein besonders reiz- volles Gepräge. Schließlich bie Losnummer! Sie kann sofort 5000 Mark bringen. In Mannheim unb Pforzheim waren dieser Tage solch glückliche Gewinner anzutreffen. Ja, auch in Gießen gab es glückliche Gewinner, wenn auch keine 5000 Mark gezogen wurden, so doch 1000 Mark. Da 30 Serien dieser braunen Losbriefe unterwegs sind, kann auch dir noch bas Glück mit bem höchsten Treffer winken. Solltest du aber vorläufig eine Niete gezogen haben, so tröste dich mit bem rechts am Los befinb- lichen Prämienschein, ber im März noch auf Verlosung harrt und dir ebenfalls 5000 Mark schenken kann. Ist das nicht eine herrliche Lotterie, die zweimal in so hoffnungsfreudige Spannung versetzt! Zuguterletzt, wenn du gar keine Neigung zum Los- Ziehen verspürst, so gib wenigstens deinem gebefreudigen Herz einen Ruck! Schau, der schmucke, graue Glücksmann, der dir so freundlich lächelnd die Losbriefe anbietet, hat ja auch sein Brot gefunden, durch diese Winterhilfe-Lotterie. Er ist unermüdlich auf den Beinen, er hat daheim eine Emilie, für die er sorgen muß! Du machst ihm eine Riesenfreude, wenn du ihm mit bem Loskauf hilfst, seinen Verbienst zu behalten. ^ationalsorialistisches Strafrecht. Referendare unb Assessoren im DRsDJ. (Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen) hatte gemeinsam mit ber rechtswissenschaftlichen Fachschaft der Universität zu ihrem zweiten Schulungsabend eingelaben. Die Veranstaltung wies eine recht hohe Besucherzahl auf. Der Ginlabung waren nicht nur junge Juristen, sonbern auch Mitglieber anderer Fachgruppen und erfreu- licherweise auch viele Nichtjuristen gefolgt. Es ist in ber Oessentlichkeit sehr beifällig aufgenommen worden, baß die Fachgruppe mit biefer Kundgebung ' bewußt aus dem engen Rahmen einer rein fach- lichen Schulung herausgetreten ist, um bie Allgemeinheit mit ber Rechtsentwicklung unserer Zeit vertraut zu machen. , Kamerab Klaus begrüßte die Gäste unb Kamera ben unb erteilte bem Referenten Prof. Dr. En» 1 gi s ck das Wort. Dieser führte folgendes aus: Das ; Strafrecht besitzt eine Bedeutung für die Erfüllung besonderer staatlicher Zwecke. In ihm spiegelt sich i die jeweilige Verfassung und die Kulturhöhe eines । Staates am besten. Es steht dem Staat besonders I nahe. Es ist geladen mit weltanschaulichem Gehalt. I Dor allem die Ausgestaltung des Verhältnisses zwi- ! scken Staat unb Jnbioiduum findet ihren Nieder» ? ichlag darin. Unsere Strafrechtsreform ist noch nicht i abgeschlossen. Das preußische Justizministerium hat < im Herbst des vergangenen Jahres einen sehr be- I beutfamen Entwurf vorgelegt. Die Kommissionen, I denen Wissenschaftler und Männer der Praxis an- i gehören, sind noch am Wirken. Parallel geht die i Reform des Prozesses. j Der Referent warf bann einige Fragen auf, die I zugleich die Gliederung des Hauptteils des Refera- l tes darstellten: Welchen Sinn hat die Strafe? ! Mit dem Kennwort „Preisausschreiben". Der Reicksverbcknd der Deutschen Presse teilt mit: Die Teilnehmer an dem Publikumswettbewerb des Preisausschreibens „Mit Hitler in die Macht" werden ersucht, die Briefumschläge ihrer Einsendungen mit dem Kenntwort „Preisausschreiben" zu versehen. (Schweinezählung am S.März. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat angeordnet, daß am 5. März 1934 wiederum eine Zählung ber Schweine und in Verbindung damit eine E ' "*•- der nicht befchaupslichtigen Hausschlachtui .. Schweinen in den drei Mona- Uegierungsrat Dr. fc» , p«d| Seinen Ausführungen sei folgende« n tnommen: ~a® Arbeitsamt fei dem Odium, ledig—imStempel- U^lle zu sein, enthoben. Es habe gr n Aufgaben. Die Arbeitsvermittlung mit aller "ll .ndi zu betreiben und die Berufsberatung zu )t Ln. Hier begegneten sich verschiedentlich sh ^rtratiois- gegensätze. Die Jugend habe txa(U^. ä Gefühl für die Forderungen der Geger^kct. Die Aelte- ren vielleicht nicht immer. Die .£-jeib fühle die Gegnerschaft ber Erwachsenen seh." d'Utlich. Die Elternschaft müsse ber Jugenb mehr 23-rtrauen entgegenbringen. Es lasse sich vom Vortagspult aus nicht sagen, welche Tätigkeit gewählt Derben solle. Jeber junge TNensch müsse nach Berufung und Fähigkeit wirken, müsse wahr und erlich gegen sich selbst sein können, dürfe nich verbogen werden in seinem eigenen Sein, n'mn er ein ganzer Kerl werden solle. Berufliö'e Tätigkeit werde erst bann wirklich wertvoll, nmn sic aus dem geschlossenen Sein eines ganzqi Menschen komme. Es sei gleichgültig ob ein einzelner nu eine winzige Teilarbeit leiste, wesentlich sei, daß ei diese Teilarbeit mit innerer Kraft leiste und sie als Leistung für das große Ganze erlebe. Es dürft einen Abitu-i rienten nicht als zu wenig dünken, As Stenotypist beginnen zu müssen, denn schon an] dieser Stelle könne er ein großes Maß lebendiger Mitarbeit, leisten. Mit praktischer Tätigkeit müsse vor allem begonnen werben. Dem Abiturient, n müsse auch eine Arbeit zugemutet werben dürfen, wie sie der Lehrling leisten müsse. Ja, er müsse beweisen, daß er mehr kann. Der Abiturient müff» in der praktischen Arbeit genau so sorgfältig vor^ehen, wie sein Kamerad. Er bedürfe der praktischen Grundlage, wenn er sich einst aus der Masse hero'usheben wolle, Oer Schriftsteller Kedorvon f. Lei- gro- Wrerlagung der Hitlerjugend im Bann 116 sammlung ihr Ende. wollten. stellen An. und An die Gießener Bevölkerung! Durch gewisse Umstände mußte die Führertagung der Hitler-Jugend uni) des Jungvolks um 2 Stunden früher beginnen. Es war deshalb den Jungen unmöglich, zum Essen zu kommen. Wir danken hiermit denjenigen Familien, die in uneigennütziger Weise den Jungen ein Mittagessen zur Verfügung Denkt an die „Gtistung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgefellschaft Berlin W 8, Vehrensstraße 21'22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung tue Opfer de* Arbeitwerk seien durch das Arbeitsamt ausgenommen, tende Stellungen zu erringen werde immer die gelegenheit des Willens des einzelnen des Willens zur Leistung sein. Kirchliche Jlocbricbten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 14. Februar. Ruttershausen. 20: Ev.-kirchl. Frauenverein. — Steinberg. 20: Eo. Mädchenbund. Lich. 20: Pas- sionsandacht. Donnerstag, den 15. Februar. Daubringen. 20: Ev.-kirchl. Frauenverein. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 14. Februar. Hungen. 7.15: Messe. Gießen. Um 7, 7.30 und 8 Uhr wird die gerockte Asche ausgeteilt. Freitag, den 16. Februar« Gießen, 18.30; Fastenandacht. der unbelastete Volksfchuler sich längst im Aufstieg befinde. Der kaufmännische Beruf erfordere immer ganze Kerle. Da sei mit der akademischen Bildung allein nichts zu machen. Manches Beispiel sei dafür deutlichster Beweis. Qualifikation müsse aus Anlage erwachsen, Charakter und fester Wille auf gesunder Erbbasis. Eine gesunde Erbmasse sei der Boden des Erfolges. Jeder Stand könne aus sich heraus Führer bilden. Das Leben kenne keinen Unterschied zwischen kürzerer Schulbildung und längerer Praxis, oder längerer Schulbildung und kürzerer Praxis. Für die Praxis, soweit sie den Lebensnotwendigkeiten diene, sei immer die langjährige praktische Erfahrung von größter Bedeutung. Der Abiturient komme leichter in der Industrie unter. Ein 18- oder 20jähriger Lehrling lasse sich im Handwerk schlechter denken. wichtig fei vor allem, daß mit der praktischen Tätigkeit frühzeitig begonnen werde, wan könne nicht auf die eventuelle Anstellung als Supernurnerar bei irgendeiner Behörde endlos warten. Am gestrigen Sonntag waren sämtliche HJ- Führer der Unterbanne Gießen, Großen-Buseck, Hungen, Nieder-Ohmen und Alsfeld und die Führer des deutschen Jungvolks zur Führertagung in Gießen versammelt. Den Auftakt bildete morgens um 10 Uhr ein Appell der 400 Führer des Bannes auf dem Trieb, an den sich ein Marsch durch die Straßen der Stadt anschloß. Der Nachmittag vereinigte die Führer in der Turnhalle zu Heuchelheim. Gebietsführer Walter Kramer, M. d. R., und der Oberbannführer waren mit ihren Stäben erschienen. Musikalische Darbietungen des Musikzuges und der Bannspiel- char wechselten mit den einzelnen Ansprachen ab. Bannführer R. Buß eröffnete die Tagung mit kurzen Begrüßungsworten und übergab dann das Wort dem Gebietsschulungsleiter Willy Buder. > Holzheim, 10. Febr. Die NS. - Frauenschaft Holzheim hielt am Freitag einen Deutschen Abend im vollbesetzten Saale des Gastwirt Sarnes ab. Zellenwart Pg. Kuhl hielt die Begrüßungsansprache. Der Gesangverein „Harmonie" sang zwei schöne Lieder. Verschiedene Lautenspiele mit Gesang, unter Begleitung von Zither und Geigen, sowie einige Gedichte wurde.n vorgetragen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Kreispropagandaleiter Schmelz, der über das Thema „Ein Jahr nationalsozialistische Regierung" sprach. Der Redner verstand es außerordentlich, seine zahlreichen Zuhörer ganz in seinen Bann zu ziehen, und erntete reichen Beifall. Während einer kurzen Pause fand eine kleine Verlosung statt, wobei die Lose in kurzer Zeit abgesetzt wurden. Darauf wurden einige kleine Theaterstücke von Mitgliedern der Frauenschaft aufgeführt, die großen Anklang fanden. Zwischendurch wurden noch Gedichte und Musikstücke vorgetragen. Ortsgruppenleiter Wenzel (Langgöns) hielt die Schlußansprache, die mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unser liebes deutsches Vaterland und unseren Volkskanzler Adolf Hitler ausklang. Das Horst-Wessel-Lied bildete den Abschluß des Abends. Die RS.-Frauenschaft Hohzheim, die erst vor kurzem ins Leben gerufen wurde, hat damit bewiesen, daß auch hier reger Hitlergeist herrscht. Alle Besucher gingen mit dem Bewußtsein nach Hause, einen rechten Deutschen Abend verlebt zu haben. Mitglieder der NS.- Frauenschaften von Langgöns, Grüningen und Dorf- Gill waren zahlreich erschienen. Der Reinertrag des Abends wird dem PZinterhslfswerk zuaeführt. ^Obbornhofen, 10 Febr. Die Stützpunktleitung der NSDAP hielt dieser Tage bei Gastwirt Hensel eine Versammlung ab. Stützpunktleiter Kämmerer begrüßte die Teilnehmer Pg N e b e l i n g (Gießen) sprach sodann über das Thema „Deutschland einst und jetzt!" In klarer, eindrucksvoller Weise schilderte er den jahrhundertelangen Leidensweg des deutschen Volkes, dessen Uneinigkeit und Zerrissenheit es zuließ, daß Die Ausführungen der Redner wurden mit _ her Aufmerksamkeit verfolgt und fanden dankbare Anerkennung. Mit einem kurzen Schlußwort von Oberstudiendirektor Angelberger fand die Ver- Heil Hitler! Der Führer des Unterbanns 1/116. (m. d. F. b.) Gez.: Siegfried Clarins. I. A.: Ernst Philipp. Der bekannte Schriftsteller Fedor von Zobelti tz ist im Alter von 76 Jahren in Berlin g e - t o r b e n. Zobeltitz stammte aus einem Meißen- chen Uradelgeschlecht; er diente einige Jahre in einem Kavallerie-Regiment, um sich nach seinem Abschied der Bewirtschaftung seines väterlichen Gutes Spiegelberg in der Neumark zu widmen. Nach den ersten chriftstellerischen Erfolgen ergab er sich ganz der Feder. Seine zahlreichen Romane wurden und werden noch heute viel gelesen. Das beweisen die hohen Auflagen seiner Bücher, von denen wir nur „Das Gasthaus zur Ehe", „Trösteinsamkeit", „Das vor- chnell vermählte Ehepaar", „Das Geschlecht der Schelme", „Die rote Kaschgar" und „Eine junge Dame von Welt" nennen. Aber Zobeltitz war nicht nur ein erfolgreicher Schriftsteller, sondern auch ein leidenschaftlicher Büchersammler, der eine der größten Privatsammlungen — etwa 30 000 Bände — zusammengebracht hatte. Zobeltitz hatte schon 1897 die „Zeitschrift der Bücherfreunde" gegründet, war Präsident der Gesellschaft der Bibliophilen und gehörte der Berliner Literarischen Gesellschaft an. Arbeitsbeschaffung durch die Elektro-Gas-Iront Ein Aufruf an Mieter und Hausbesitzer. Oberheffen. NSLB., Kreis Schotten. Mittwoch, 14. Februar, 14.30 Uhr, tagt die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des Bezirkes Laubach im Schulhause zu Laubach. TaLesordnung bekannt. Landkreis (Rieften. H Alten-Buseck, 10. Febr. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung in unserm Gemeindewald kosteten zwei Raummeter: Buchenscheit 19 bis 21 Mk., Buchenknüppel 16 bis 18, Buchenstöcke 9 bis 12, Eichenknüppel 11 bis 13, Fichtenknüppel 5 bis 7, Tannenknüppel 10 bis 12, Buchen- reifer (5 Meter) 8 bis 10, Fichtenstöcke 5 bis 7 Mk. Entscheidungen müßten sofort getroffen werden. Abiturienten, die den Weg noch nicht fanden, sollten sich bei der Berufsberatung melden. Verbindung mit den Verbänden von Industrie, Handel und Hand- Lutereftanter Altertumsfund. LPD. Worms, 10. Febr. Im Rheinsand bei Worms wurde dieser Tage die Statuette des Osiris, des altägyptischen Gottes der Sonne und des Totenreiches, gefunden. Die 10 Zentimeter große, noch gut erhaltene Kleinbronze zeigt den Gott auf einer Platte stehend, mit der hohen Federmütze, in den Händen Zepter und Geißel. Der Fund stammt vermutlich aus dem 2. Jahrhundert nach Christi. Zehn Lahre Zuchthaus für einen schweren Lungen. Darmstadt, 9. Febr. (LPD.) Vor der Großen Strafkammer hatte sich heute der als Ein- und Ausbrecher und Löffelschlucker berüchtigte Philipp Riedel wegen schweren Einbruchs zu verantworten. Riedel, der mit seinen 37 Jahren bereits 17 Vor st rasen, darunter auch Zuchthaus, zu verzeichnen hat, war im vergangenen Jahr nach der Entlassung aus dem Zuchthaus gleich wieder seiner alten Tätigkeit nachgegantzen. In der Nacht zum 14. Juli wurde er dabei erwischt, wie er in den Juwelierladen Jäger in der Ernst-Ludwig-Straße in Darmstadt einzubrechen versuchte. Beim Einstei- aen war er beobachtet worden, worauf sofort die Polizei alarmiert wurde, die ihn festnahm. Riedel wurde zu zehn Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und als Gewohnheitsverbrecher zur Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein zweiter Einbruch in den Süddeutschen Glaswerken in Darmstadt war ihm einwandfrei nicht nachzuweisen. Kampf zwischen Hund und Fischotter. LPD. Groß-Gerau, 11. Febr. Bei Erfelden hatte ein kleiner Hund einen Fischotter aufgespürt. Es kam zum erbitterten Kampf zwischen den beiden Tieren, die sich schließlich ineinander verbissen. Das Ende des Kampfes war für den Hund verhängnisvoll; der Otter zog den Hund ins Wasser, tauchte unter und er• säufte den Hund. Das Urteil im Gladenbacher Viehhändlerprozeß. LPD. Marburg, 10. Febr. In dem B e • trugsprozeß gegen die Viehhändler Adolf und Felix Adler in Gladenbach wurde heute nach einwöchiger Verhandlung das Urteil der Großen Strafkammerverhandlung Marburg verkündet. Adolf Adler (Vater) wurde wegen Betrugs in fünf Fällen zu einer Gesamtgefängnis strafe von drei Jahren und zu einer Geldstrafe von 4000 Mark oder weiteren 200 Tagen Gefängnis verurteilt. Felix Adler (Sohn) erhielt wegen Betrugs in acht Fallen eine Gesamtstrafe von vier Jahren und eine Geldstrafe von 2800 Mark oder weitere 140 Tage Gefängnis. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden jedem Angeklagten auf drei Jahre aberkannt. werden noch bis zum 31. März 1934 35 v. h. des Rechnungsbetrages vergütet. Dabei ist von besonderer Wichtigkeit daß nicht nur größere Arbeiten bezuschußt werden, sondern bereits alle Aufträge von 32 Mark an. Aber auch noch darunterliegende Aufträge werden dankbar begrüßt. In dem Regierungsbezirk Wiesbaden läuft z. B. die Frist für die Einreichung der Zu- schußanträge am 15. d. M. ab. Es ift jedoch damit zu rechnen, daß dieser Termin für die Arbeiten im Rahmen der Elektro-Gas - Front noch um 14 Tage hinausgeschoben wird. Dann aber wird cs nicht mehr möglich sein, in den Genuß von Reichszuschüssen und Zinsvergütungsscheinen zu gelangen. Die Hausbesitzer und Mieter werden daher aufgefordert, umgehend nochmals alle Möglichkeiten zu prüfen, ihre Gas- und Elektro-An- lagen ausbessern zu lassen und elektrische und Gasapparate zu erwerben. Es wird nie wieder möglich sein, diese Arbeiten und Anschaffungen so billig durchzuführen. Erfüllen SieJhre nationalePflicht! Schaffen Sie Arbeit, Sie helfen Ihren arbeitslosen Volksgenossen und fördern damit zugleich Ihren eigenen Wohlstand! Wir müssen weiter kämpfen, denn die Revolution ist noch nicht beendet. Mir müssen dafür sorgen, daß das deutsche Volk niemals zu dem wird, was es vor der Machtübernahme gewesen ist. Wenn auch heute noch die Reaktion sich geltend machen will, so rufen wir dieser Reaktion als unser Bekenntnis entgegen: Die Reaktion wird in den Reihen der HI. ihren größten Feind finden. Die HI. ist gewillt, brutal gegen alle reaktionären Kräfte vorzugeyen. Die deutsche Jugend ist bestrebt, für die deutsche Zukunft zu sorgen Ihr Bekenntnis verpflichtet sie zur radikalen Auffassung ihrer Pflichten. Jugend soll Neues formen, Jugend soll der schönste Ausdruck jener neuen nationalen Bewegung sein. Es ist leicht, das Braunhemd zu tragen. Aber es ist weitaus schwerer, daß der Schein mit dem Kern durchaus übereinstimmt. Menn wir immer das Revolutionäre an uns als Jugend betonen, so nur deshalb, weil wir den Kampf angesagt haben allem Morschen und Verkalkten. Wenn man uns sagt, wie könnt ihr eure Jungen von Jungen führen lassen, die selbst erst 16 oder 17 Jahre alt sind, so können wir entgegnen, daß sich die deutsche Jugend aus sich selbst heraus führt. Und das ist es, was die deutsche Jugend allen anderen Jugendorganisationen der Welt voraus hat, daß sie ihre Führer aus sich selbst heraus s ch ä l t, und daß diese Führer dann auch die volle Verantwortung tragen. Ihr als Führer der HI. sollt zu solchen Führern werden, daß ihr eine Garde darstellt, mit der man die Welt erobern kann. Für euch darf es keine Minute geben, in der ihr euch ohne Arbeit fühlt. Die 5)3. hat eine solche Fülle von Aufgaben vor sich, daß alle Kräfte eingesetzt werden müssen, um diese gewaltige Arbeit zu leisten. Es darf für uns niemals Stillstand geben. Gebietsführer Walter Kramer würdigte dann die Verdienste des scheidenden Bannführers Rudol Buß. Er beauftragte mit der Führung der Geschäfte des Bannes 116 den Scharführer Häuser, Friedberg. Die Führertagung fand damit ihren Abschluß. Dieser führte u. a. aus: Der Reichsjugendführer hat das Jahr 1934 zum Jahr der Schulung erhoben. Das Jahr 1933 brachte der Hitlerjugend einen ungeheuren Zustrom, und in diesem Jahre wird nun der Organisationsapparat der HI. ausgebaut werden. Die HI. wird auf allen Gebieten geschult werden. Diese Schulung muß sich a u f d e n Grundlagen des Blutes und des Bodens aufbauen. Es werden auch im Laufe des Jahres im gesamten Reichsgebiet Freilichtbühnen errichtet werden. Im „Ring junger not. Künstler" werden hierdurch alle schöpferisch tätigen Kräfte der HI. erfaßt werden. — Sodann betonte Gebietsjunavolkführer Philippi, daß in Zukunft, wie seither, zwischen Hitlerjugend und Jungvolk ein Verhältnis herrschen werde, das ich auf die Erfüllung gemeinsamer großer Aufgaben gründet. Rudolf Buß, der mit dem gestrigen Tage als Führer des Bannes 88 nach Wetzlar versetzt wurde, befehligte zum letztenmal seinen 23an,n 116, und zum letztenmal richtete er das Wort an die Führer des Bannes: Wenn ich heute von euch gehe, so scheide ich ehr ungern von meinen Oberhessen. Als wir im vorigen Jahre darangingen, den Bann 116 zu organisieren, mußte ich euch teils als Mitglieder meines Stabes, teils als Unterbannführer und Ge- olgschaftsführer berufen. Ich kann heute mit großer Freude feststellen, daß Ihr mein Vertrauen niemals mißbraucht habt, und ich hoffe, daß auch in Zukunft im Bann 116 der ihn besonders zierende Gei st der Kameradschaftund der Treue weiter herrsche. Gebietsführer Walter Kramer sagte dann in einer Ansprache: Das deutsche Volk erlebte im vergangenen Jahre die deutsche Revolution. Diese Revolution war getragen von uns als Jugend Wenn wir heute die Erfolge dieser Revolution feststellen können, so müssen wir aber gleichzeitig klar und eindeutig sagen, daß diese Erfolge nur ein Anfang gewesen sind. seine Gegner stets leichtes Spiel hatten. Besonders die Jahre 1800 bis 1812 seien ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte. Auch das Reich Bismarcks habe nicht vermocht, das infolge der Kleinstaaterei bestehende alte Uebel der deutschen Uneinigkeit zu beseitigen. Dann sprach der Redner über Zweck und Ziele der NSDAP. Die Idee unseres Führers, die in der Machtübernahme ihren sichtbaren Ausdruck gefunden habe, habe es vermocht, das deutsche Volk, das nach 1918 nur noch ein unfähiger Jnteressen- tenhaufen zahlreicher Parteien gewesen sei (dem man in Versailles und Genf alles diktieren konnte, was man wollte), zu einer Einheit zusammenzuschweißen, die ein Diktat unserer früheren Gegner nicht mehr zulasse. In der europäischen Politik habe Deutschland die Führung übernommen. Durch den Vertrag mit Polen sei der Ring um Deutschland gesprengt, und schon habe auch unser südöstlicher Nachbar, die Tschechoslowakei, den Abschluß eines gleichen Paktes beantragt. Die Ausführungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. In seinem Schlußwort gedachte er noch der Toten der Bewegung. Gemeinsam wurde dann das Horst-Wessel-Lied gesungen. — Die Eintopf- sammlung am Sonntag ergab einen Betrag von 41,40 Mark. Kreis Alsfeld. *!* Ruppertenrod, 10. Febr. Dieser Tage fand hier bei Gastwirt Döll eine Versammlung der Ob st züchter statt. Obstbauinspektor Kurz-Lauterbach sprach über zeitgemäßen Obstbau. Es wurde sodann eine Ortsgruppe des Kreisobstbauvereins gegründet, mit deren Führung Adol Momberger betraut wurde. — Für die Winterhilfe wurde in unserem Dorfe eine Wurst- und Specksammlung durchgeführt, die 64'A> Pfund Wurst und 35'/« Pfund Speck erbrachte. Das Ergebnis darf für unserem Ort mit 690 Einwohnern als gut bezeichnet werden. Der Ausschuß fürArbeitsbeschaffung des Rhein - Mainischen Industrie - und Handelstages teilt mit: Die Tätigkeit der Elektro-Gas-Front hat sich im gesamten Reichsgebiet außerordentlich gün - tig ausgewirkt. Die Installateure sind gut beschäftigt und die Umsätze in Fachhandel und Fachindustrie sind gestiegen. Aber das Ziel der Aktion ist noch nicht voll erreicht. Der Arbeilsmarkl muß noch mehr entlastet, Industrie und handel müssen noch stärker beschäftigt werden. Es kommt ja nicht nur darauf an, ausschließlich Installateure der Gas- und Elektrobranche unterzubringen, nein, die Tätigkeit der Elektro-Gas-Front oll das gesamte Wirtschaftsleben be= ruchten und auch belebend auf andere Berufe wirken. Hausbesitzern und Mietern ist es leicht gemacht, ihrer nationalen Pflicht, Arbeit zu beschaffen, nachzukommen. Die Gas- und Elektrizitätswerke gewähren langfristige Kredite, deren Rückzahlung kaum merklich durch allmähliche Einziehung mit den Strom- und Gasabrechnungen erfolgt. Außerdem erhalten alle Auftraggeber erhebliche Reichszuschüsse. Für Jnstandfehungs- und Lrgänzungsarbeiten — Zu dem Bericht über die Kriegervereins- oerfammluna vom 1. Februar ist berichtigend mitzuteilen, daß der aus der Versteigerung eines 1 Schießpreises erzielte und dem Winterhilfs- 1 werk überwiesene Erlös nicht 6,80 Mk., sondern 9,30 M k. betrug. + Grünberg, 10. Febr. Im Gasthaus „Zum Taunus" fand dieser Tage die Hauptversammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt, die sehr stark besucht war. Der Kommandant der Wehr, Oberbrandmeister S e i f a r t, gab einen ausführlichen Jahresbericht. U. a. fanden zwölf Hebungen mit der Motorspritze, je zwei Hebungen der Steig- und Hydrantenmannschaft, sowie sechs Hauptübungen statt. Brandhilfe nach auswärts mit der Motorspritze mußte bei einem Brande in Lumda geleistet werden. Mit der Motorspritze wurden zwei größere Uebungsfahrten in die umliegenden Ortschaften unternommen. Auch führte kürzlich eine Besichtigungsfahrt in Stärke von 20 Mann und in Begleitung von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) zur Feuerwehrfachschule nach Friedberg. Den lehrreichen Hebungen, an denen auch zwei Grünberger Kameraden im Rahmen eines achttägigen Lehrganges teilnahmen, die unter Leitung von Oberbrandmeister Kunz (Buchschlaa) standen, wohnten sie mehrere Stunden bei. Der Frühjahrsverbandstag der Freiwilligen Wehren des Kreises fand in Grünberg statt. Die Grünberger Wehr beteiligte sich am Herbstverbandstag in Daubringen und am Landesfeuerwehrtag in Schotten. Ausgezeichnet wurden im letzten Jahre die Kameraden Herrn. Eiertänzer und August Leineweber für 25jährige Dienstzeit. Eine besondere Auszeichnung erhielt eines der ältesten Mitglieder der Wehr, Bäckermeister Hch. Meyer, indem ihn das Deutsche Ehrenkreuz 2. Klasse verliehen wurde. Ferner konnten 18 Kameraden für zehnjährige Dienstzeit ausgezeichnet werden: Hrch. Schmidt jr., Karl Böß jr., Karl Frank VI., Hrch. Zimmer, Hrch. S p r a n f e I, Joh. Gg. Hahn, Karl Schön- hals, 2Iloi)5 Muth, Walter Horst, Gg. Kreu- d e r, Karl Trinkaus , Aug. Sann, Gg. F u l- dot, Walter I ö ck e l, Gg. S ch o m b e r , Otto Frank, Willi I ö ck e 1, Hrch. O. Gehringer. Kamerad Mage! hielt dann einen Vortrag über Verhalten bei Brandausbruch und während des Brandes, ferner sprach Kamerad Möller über das neue Exerzierreglement und die Grußpflicht, Kamerad Schott erläuterte theoretisch und praktisch die Lampe „Pionier" und besprach auch das Schlauchflickmaterial. Mit einem Schlußwort des Oberbrand- meisters, der auf die Treue zur Wehr und zum obersten Führer hinwies und ein „Wehr-Heil!" auf das Vaterland, den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler ausbrachte und dem Gesänge des Deutschland- sowie des Horst-Wessel-Liedes schloß die Versammlung. — In der Turnhalle sprach am Freitagabend in einer gut besuchten Versammlung der Bezirkswerbewart des Reichsluftschutzbundes für Oberhessen, Direktor Kretschmer (Gießen) über das Thema „Warum Luftschutz?" In etwa einstün- digem Vortrage erläuterte er eingehend die modernen Luftwaffen, besonders die Bombenflugzeuge und ihre verheerenden Wirkungen, und besprach die Aufgaben und Tätigkeit des vom Reichsminister Göring ins Leben gerufenen Reichsluftschutzbundes Die im Anschluß an den Vortrag vorgenommene Gründung einer Ortsgruppe ergab den sofortigen Beitritt von 75 Mitgliedern. Als Führer der Ortsgruppe wurde Bürgermeister Dr. M i l d n er bestimmt, erster Stellvertreter wurde Oberbrandmeister Seifart, zweiter Stellvertreter Kaufmann Schott, Schulungsleiter Studienrat Dr M e n a e r, Werbeleiter der Propaaanda- wart der NSDAP., Apotheker Harder Weiterhin wurden noch in den Vorstand beordert: Ortsgruppenleiter Spengler, für Sanitätswesen Dr. med. Schnabel, SA.-Sturmführer 2) aj) p e r , SA.-Reserve-Sturmführer Müller, SA.-R. 1- Sturmführer Carle, Motorsturmführer Hofmann, Schutzmann Frank und als Kassenwart Beigeordneter Möller Mit Dankesworten an den Vortragenden und einem „Sieg-Heil!" auf Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler und Reichsluftfahrtminister Hermann Göring schloß Bürgermeister Dr. M i l d n e r die Versammlung. S.jf.-fpori »Krast durch Freude/' Reichssportführer von Tfchammer und O st e n gibt als Leiter des Sportamtes der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bekannt: „Nachdem mich der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr Ley, mit der Führung des Sportamtes der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" beauftragt hat, bin ich allein zuständig für die Durchführung aller damit in Zusammenhang stehenden Aufgaben. Dies bedarf mit Rücksicht auf Einzelvorkommnisse offenbar der besonderen Be- Deutung. Ich behalte mir vor,, alle sachlichen und persönlichen Vorschläge zu prüfen und dann nach meinem Ermessen zu entscheiden. Jede Eigenmächtigkeit irgendwelcher anderer Stellen und Personen stört nur den Aufbau der Organisation und führt insbesondere zur Haftung der Betreffenden in jeglicher Form. Im Rahmen der mir zur Verfügung gestellten Geldmittel werde ich mit den Vorarbeiten für die Einrichtung von Turn- und G y m n a st i k - kursen und Veranstaltungen im Reich sofort durch meine Gau- und Bezirksbeauftragten beginnen lassen. In Berlin werden die Kurse voraussichtlich bereits ab April laufen. Zu meinem Vertreter für das Sportamt ernenne ich Pg. N e u k i r ch." Fußball im Gau Tiordheffen. Im Gau Nordhessen hatten am Sonntag die beiden Spitzenreiter Borussia Fulda und Hanau 93 Spielruhe. Außerdem pausierten auch der VfB. Friedberg und Hessen Hersfeld. Von den drei ausgetragenen Spielen verdient besonders der 5:4-Sieg von Hermannia Kassel über Sport Kassel Erwähnung. Chattia Kassel heißt jetzt wieder Hermannia, da die zu Beginn der Pflichtspiele erfolgte Fusion wieder auseinandergegangen ist. Der Tabellenletzte hat somit seinen zweiten Sieg errungen. Kurhessen Kassel verlor etwas unerwartet gegen den SC. 03 Kassel mit 3:4 (2 :1). Da Kurhessen Marburg fein Spiel gegen den Spielverein Kassel mit 2:1 (0:0) gewinnen konnte, ist es am Tabellenende wieder sehr dunkel geworden. Fußball der Bezirksklasse (Gruppe Oberhesieu). Die Spiele des gestrigen Sonntags brachten keine Ueberraschungen. VfB Gießen gewann gegen Germania Marburg mit 3 :0. Watzenborn-Äeinberg konnte gegen die Gäste aus Ockershausen nur einen knappen Sieg mit 3:2 Toren erringen. Bad-Nauheim siegte eindeutig über Wetzlar mit 4 :0. Die Spielvereinigung 1900 Gießen weilte in Lollar zu Gast und sicherte sich dort mit einem 3 :0 Sieg die Punkte. Untere Mannschaften: Die 2. Mannschaft der Spielvereinigung mußte in Lollar ein 0:1 gegen die 2 von Lollar hinnehmen. Die 3. Mannschaft des VfB. gewann gegen die 3. Mannschaft von Lollar mit 3:0 Toren. VfB.Gießeu-Germama Marburg 3:0 Auf dem Waldsportplatz sah man gestern ein nur wenig befriedigendes Spiel Die Ursache lag in der Hauptsache in den Platzverhältnissen. Das Spielfeld war mehr ein Moorbad, denn ein Fußballplatz. Der Ball rollte nicht, das Leder war naß und schwer, die Spieler hatten auf dem glitschigen Boden keinen Halt, so daß von einem Kombinationsspiel kaum die Rede sein konnte. So blieb das Spiel verkrampft, die Spieler mußten sich ungeheuer an- ftrengen und brachten doch kaum etwas zustande. Während der ersten fünf Minuten vollzog sich der Kampf noch sehr ausgeglichen Leider mußte schon in der zweiten Minute ein Marburger Spieler vom Platz getragen werden Es entwickelte sich ein hartnäckiger Kampf um den Ball, der reichlich harte Formen annahm Allmählich erkämpfte sich der VfB. eine leichte Feldüberlegenheit, die sie öfters vor das Tor des Gegners führte, ohne daß aber Erfolge erzielt wurden. Die Verteidigung der Marburger, die in der Folge nur mit 10 Mann spielten, wirkte aufopfernd und was die Verteidigung nicht bewältigen konnte, das hielt der Tormann. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause änderte sich die Situation kaum, Lediglich ließen die Grünweißen ihre Ueberlegen- heit deutlicher in Erscheinung treten. Die Marburger verloren schließlich gar noch einen zweiten Spieler, so daß sie nur noch mit 9 Mann weiterkämpfen mußte. Sie hielten sich tapfer, konnten aber die nun fallenden Tore nicht verhindern. In der 15. Minute gab es für den ©äftetormann eine Ueber- Oie Wettbewerbe des Samstags. Die Meisterschaften brachten am Samstag ein äußerst umfangreiches Programm. Im Vordergrund des Interesses stand der 40-Kilometer- S t a f f e l l a u f, für den der Volkskanzler bekanntlich einen wertvollen Pokal gestiftet hatte. Sieger der Konkurrenz wurde die bayrische Staffel vor Bayern II und der Allgäuer Mannschaft. Im Slalom-Lauf, der über einen äußerst schwierigen Kurs führte, triumphierte der Garmischer Seelös knapp vor Lantschner. Helmut L a n t s ch n e r (Innsbruck) belegte aber im Slalom dicht hinter dem Sieger S e e l o s den zweiten Platz und wurde damit durch feinen Sieg im Abfahrtslauf Sieger in der Abfahrts- Kombination und gleichzeitig Deutscher Meister. Oer Sonntag. Die Deutschen Skimeisterschaften in Berchtesgaden erlebten am Sonntag ihren Höhepunkt mit dem Wettbewerb im Sprunglauf, der für raschung, der er nicht gewachsen war. Ein entschlossener Schuß aus kleiner Entfernung brachte die Platzbesitzer in Führung. Bald darauf schoß Schmidt daneben. Ein Freistoß für VfB. wurde vom Sturm geschick ausgenommen und durch einen tadellosen Kopfball dicht vor dem Tore unter die Latte gedrückt. Das Spiel gestaltete sich immer härter, kam zu einigen unerfreulichen Szenen im Spielfeld. Der Schiedsrichter pfiff viel, ließ sich aber das Spiel völlig aus der Hand nehmen. Die Marburger drängten auf ein günstigeres Ergebnis. Es gelang ihnen aber nicht. Sie kamen nur noch zu einigen Durchbrüchen, da sie aber nur mit drei Mann im Sturm standen, waren sie der Grünweißen Verteidigung nicht gewachsen. Mit einem Prachtschuß aus ziemlicher Entfernung konnte Wilhelm eip drittes Tor erzielen und damit den Sieg endgültig sicherstellen. Dem VfB. war die Revanche für die 5:0-Niederlage in Marburg gelungen. Der Schiedsrichter traf eine Reihe höchst anfechtbarer Entscheidungen. die Errechnung des Gesamtfiegers und Deutschen Skimeisters maßgebend war. Der Sprunglauf wurde eine Beute des Müncheners Dietl, der den ersten Platz vor dem Lokalmatador Stoll (Berchtesgaden) belegte. Stoll kam dann der Umstand zustatten, daß der Sieger des Langlaufes, Bogner (Traunstein) sowie weitere im Langlauf besser placiert gewesene Läufer durch Stürze ausschieben, so daß für ihn die Bahn zum Sieg in der kombinierten Wertung frei wurde. Am Samstagabend gab es auf dem Schloßplatz in Berchtesgaden eine Siegerehrung für die Gewinner der bis dahin abgewickelten Kämpfe. Der wirkungsvoll ausgefchmückte Platz lag in hellstem Scheinwerferlicht, als die Ehrengäste, darunter die Reichsminister Göring, General von Blomberg und S e l d t e , die Schwester des Führers, Frau Radel, und Statthalter von Epp erschienen. Nach einer Begrüßungsansprache durch den Bürgermeister von Berchtesgaden, Dr. Stoll und Dankesworten durch den Führer des Deutschen Oie Deutschen Gknneisterschasten. Patrouillen-Läufe. — Um den Goldenen Ski. — Stoll-Berchtesgaden Deutscher Meister. 4 Ein prachtvoller Quersprung einer SA.-Mannschaft bei den Skimeisterschaften. Skiverbandes, Mater (München), ergriff d?r Reichssportführer von Tfchammer und Osten das Wort zu einer kurzen Ansprache, der Die Rede von Ministerpräsident Göring, Dem Schirmherr» der Meisterschaften, folgte. Ministerpräsident Göring unterstrich die Bedeutung der Wettkämpfe im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1936 und wies darauf hin, daß der Verlauf der Kämpfe schon bewiesen habe, daß die Teilnehmer den Geist des neuen Deutschen Reiches erfaßt hätten. Der Ministerpräsident nahm dann die Preisverteilung für die bis dahin schon erledigten Wettbewerbe vor. Der Sonntag brachte zunächst die patrouülen-Läufe zur Heeresmeisterschast der Hoch- und Mittelgebirgstruppen, während die Olachlandtruppen diesen Wettbewerb schon am reitaa abgewickelt hatten. Der über 25 Kilometer führende Wettbewerb der Hochgebirgstruppen wurde vom III. Jäger-Bataillon J.-R. 19 Kempten-Lindau in 2:47:55 Stunden vor der zweiten Mannschaft des gleichen Bataillons und dem Pionierbataillon München gewonnen. Die Kemptener sicherten sich auch in der Kombination aus Langlauf und Patrouillenlauf Den Meistertitel vor Den Münchener Pionieren. Bei Den Mittelgebirgstruppen gewann Das II. Bataillon I. - R. 7 Hirfchberg in 2:58:09 StunDen vor Dem III. Bataillon J.-R. 17 Goslar unD Dem I. Bataillon J.-R. 10 DresDen Den Patrouillenlauf unD auf Grund des guten Abschneidens im Langlauf vor Goslar und III. Bataillon J.-R. 20 Passau auch die Kombination. Am Nachmittag folgte Dann Der mit großer Spannung erwartete Sprunglauf. RunD 10 000 Zuschauer hatten Die Schanze umlagert. Die weitesten geftanDenen Sprünge erzielte Der Einheimische Alfred Stoll mit 56 und 59 Metern, bei ihm wurden aber Ausführung und Haltung beanstandet, so daß der Münchener Dietl, der Sprünge von 51 und 52 Meter erreichte, eine bessere Note erhielt und den Sprunglauf gewann. Vom Ergebnis des Sprunglaufes war die Errechnung Des Deutschen Skimeisters abhängig. Dadurch, Daß Der Sieger Des Langlaufes, Bogner, sowie eine Reihe weiterer beim Langlauf besser als Stoll placierter Läufer ausschieDen, war Der Kampf um Den „GolDenen Ski" offen geroorDen. Dem Einheimischen war schließlich Der Weg geebnet, so Daß er Kombinationssieger werben konnte und Den Titel eines Deutschen Skimeisters errang. Bei Der gleich Darauf folgenDen Siegeroerfünbigung rourDen MinisterpräsiDent Göring unD Reichssportführer von Tfchammer unD Osten zu Ehrenmit- gliedern Des Deutschen SkiverbanDes ernannt. Deutschland Europameister im Eishockey. Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft kam 'm Mailand zu einem unerwarteten, prächtigen Erfolg. In einem erbitterten Kampf, der eine zweimalige Verlängerung notwendig machte, schlug unsere Mannschaft mit Toren von Römer uno Lang die Schweiz 2:1 und wurde damit Europameister. Im Kampf um die Weltmeisterschaft war die Schweiz von Kanada mit Dem gleichen Resultat unö auch erst nach einer Verlängerung geschlagen worden Sonja Henie wieder Weltmeisterin. Im Beisein des norwegischen Kronprinzen sanden am Samstag und Sonntag in Oslo die Kämpfe um die Weltmeisterschaft der Damen im Eiskunstläufen statt. Zum achten Male errang sich die Norwegerin Sonja Henie gegen 17 Bewerberinnen Den Titel. Sie siegte ganz überlegen. Ihr am nächsten kamen Megan Taylor, Frl. L a n D b e ck - Oesterreich unD Die schweDische Meisterin Viviane H u l 16 n. Von den deutschen Teilnehmerinnen reichte es für die junge deutsche Meisterin Maxis Herber zu einem achtbaren achten Platz, Edith Michaelis erzielte den elften Rang. Arbeiisvergebung. Für die Gemeinde Mainzlar (Kreis Gießen) soll auf dem Büro der unterzeichneten Behörde das Aus- sühren von Verschleifungs- (800 cbm) und Rodungsarbeiten (12 000 qm) für Die Melioration Der Ge- meinDeroiefe auf Der Pfingstweide in einem Los vergeben werden. 901V AngebotsvorDrucke finD, soweit Der Vorrat reicht, unentgeltlich von Der unterzeichneten Behörde zu beziehen, wohin auch die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 17. Februar 1934, vormittags 10% Uhr, einzureichen sind Zuschlagsfrist drei Wochen: freie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. Gießen, den 7. Februar 1934. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Holzversteigerung. Am Montag, dem 19. Februar, von 9 Uhr ab, kommen aus Dem Gemeindewald Krofdorf-Gleiberg bei Gastwirt Bender zum Verkauf: Distrikt 5 Steinbusch: 898V 3 Eichenstämme II und 111. Kl., 1,34 fm 13 rm Eichen-Schichtnutzholz, 2 m lang 2 Fichtenstämme Kl. la 0,75 fm 860 rm Eichen- und Buchen-Derbholz 900 rm Eichen- und Buchen-Reisig. Der Ortsbürgermeister Amtliche Bekanntmachung aus dem Kreise Wetzlar. Die Steuerordnung über Die Erhebung einer Wertzuwachssteuer im Kreise Wetzlar vorn 7. Oktober 1931, veröffentlicht am 23. März 1932 im „Wetzlarer Anzeiger" Nr. 70, ist unoeränDert bis zum 31 März 1935 verlängert roorben. 893C Die Diese Verlängerung der Geltungsdauer genehmigende Verfügung des Herrn Regierungspräsi- deuten zu Wiesbaden wirb nachstehend zur Kenntnis gebracht. Der Regierungspräsident. I 2 a Nr. 306 Wiesbaden, den 29.1.1934. Die zu der Ordnung betr. Erhebung einer Wertzuwachssteuer des Kreises Wetzlar einschließlich Der StäDte Wetzlar unD Braunfels erteilte Genehmigung vom 12. Juli 1932 B L 1932 9lr. A 258/1 ist bis zum 31. März 1935 verlängert worDen. 3.21.: gez.: Dr. Ko 11 ath. Begl.: gez.: Unterschrift. I.V.: gez.: Engfer, Regierungsasiessor. Zur Beglaubigung: Keller, Kreisausschußinjpektor. L/erldwngen ist der letzte Uon • i •• ‘Viel au rusch ist die schöne Flottegespielt ■■soll die Wusik weitercrkUngen, muss-eine neue Statte aufgelegt, die ulte ‘wiederholt werden ! 2)iegrossere Platte natürlich-spielt länger!...lindauch beim buchen bietet dieSgarette weit längeren Cjcnuss, die im dicken, rundenGrossformat ein so reichliches cWUss edelsten Sabaks birgt wie MIT BILDERN« WIE DIE ANDEREN GEROSTET SIND.'... TROTZ VERTRAGLICHER ABROSTUNGSPFLICHT. ORIENTALISCHE CIGARETTEN COMPAGNIE QM- 6-H- BREMEN o/m, fahr er, für sofort gesucht. 0745 Marktvlab 2L [ Verkäufe Molorrat 175eem,3Woch. gef., neu, komvl. völlig unt. Preis zu verk.Gelegen- hettskauf. Wo, s.D.Gefchäftsst.d. Gieß. Anz. 79M Dieselmotoren aebr., o. 12 bis 70PS, fnbritn. u.sbte200PS, m günst. Bedingungen All verkauf. Ann erb. u. 892Va. Den Giest.Anz. Nähmasch., tadellos arbeitend, mit Gar.,Ulk. 36.-. .74« Belts, Asterw. 44. Kaufgesuche Kalibom gegen lotoruge Barzahlung bitt. ;u kauf, gesucht. Schriftliche Angebote m.Preis- ang.unt. 0748 an d. Giest. Vln^ia. I Verschiedenes] Ziiwrater tüchtiger Fachmann, möglichst mit etwas Vermögen, zwecks Geichästs-E-rwei- terung gesucht. Schr. Anfragen unt. 0742 an Den Gieß. Anz. erbet, Acker zu pachten ge* Wcht. . 0743 d P e E.Si EW-: «W© 3 n « c E Ji w B « t» ct.vd E 5 E p .8* 5 E- 2 « « p 5 -'S 2 os • Nd-2 C «vg* 5 P E( p 5 2 s E« P :C «S oft p SO P-ZD os P 3 os NM c os .•— P EM a> 2 p h.P. *- E ES LE« E^ = S N £ E r- □ O© «• :• GftZN- OZ- ®ft>B g 6»66Z ©©es CL5«» rc 5 = NE w E«jc Heu sP 5 EpEZ ZlÄI s p«- t P<^ g eu o r* 'S •" h Ti ?*? S " e« 58: c 2 2 s p 2 p- © =a®5.§® ES UZ^ 6s •• w Sa p- o-p p p«- P OS gK^> O § E c ^:P . K§ P*ti:G -O p'O s^sSek- £«■ Ä s p c O«K e pK © 2® N W^E E E ScueES e® £ ? L Q OS N N s ^L.ZK 3 =& CW« e 2i§ p 2ö?OL p .-. c.os L§ « ~«Q Q Q Q«« (9-0 E£ p OS O Lffi ©© 2 o P IS :Cw r «> N 2”^’» ®E •ti ZpOK "=.=" JS E 28: SÄT :osN Q P 2 ft) oW es ?Ö)r ä N)KN S« ^>255 ?2s = E . o Z8- P o 2 - o s 5 *tZ o ft) & 2 p 2-Eftö» q E ZNLDj WSS®wS p^ p <*$• s« OS s ö) Jo E E s £ 5 E 5-uo W5 ri « O « I n c 8: EsZ> OS p p OD a R E «?<» N os e“® p d a P e lS E E s hi fr ?e ■e 9 -2 « 114* N os (ä) • gs w 00 g>£) p £ n in ?L 'N ch O OS e « e* Iffl. löl. :ei5 en* So, ,b. «o n os ”2^5 «sP P Hl- Bit i7<6 44 ht. n* is* an K 00 a K Sie- --= 8:O p Eji . s p*8 p c -'28:-2 p® S=E Et «PÖS ©Sh l :2« «O o e 6’ ie ib r* ,, « Se IÜ- ort )7« E c 0 o*-o EJ= E's E p^« OS ö o CJ LS.«A Pool p p .; K P g ®> O .EN g g" a E OS .V \V (I. §Ss s « i> N « g®* ,SE -« p P p^p ö W ■° p £ «2 3^8 •p p o — — P P Z N^ « p Q " p E e e p E P-gOßj; O " p 3 ~ 05, ‘P L‘ «6a os § L«L) »Zp^Ä^ S M ivei' fit- igen den rbetf eu e> .E €Ew *ö:C ©^s£. ’sl? P p 5 =) ° ** “'P wou-«fe M gsse^l^ ro — p-w p K g« g « v q « s pH 3 o- -7iP. 8”H.E pO« ® N OS . <_> CJ p p ä « p^o- 5-> P OS w 3 r! ES O gO^ ®cg PQg^S SP.65 €EE:g 5 2 pH 3 p P _ SCO ÄZ p 5 « ■ 3 — 1Ä -' t> " u - p c 2 E E 5 o S Z® ..«os Id a 2’S p E o§5| 2«§^ Las •p> S) « ©SP a> J-» Xos öi_ P© -t^jo § E w s 5 b’S . os wt’a3 n=d«(3 E p p PN" _ ft>*§ « E £««5pg os 2 2--:g O -O p O C«» 5 5.5_2pcft C P ««P n p , E 2 *-*&*» ’»«' E E P’P2ö P-w *- 4Z V o Q >□ p> p.< " >§O 2 :E »^*'3 h «L-2 3Z . «« G§ hL|2®-^c O sr« trc >- 6; 2L) p p c p - 5«S‘v£>'§> «P s®^5^®2fte.4;ce® S£.»S = s® aZgSsSi o °$) g p «"^-p“ 2)c» , p :« _ ö-rn e2s»g^1 » oüSd N^> 5 p Hcv p E E P IS) 2i P eu u r e- p£^ eMaSS 2y"WwA5c°?^Z ^7— OH - P g«c 3 -HP , Q « -E O .2 P ' Q - äSS-H ZLNOK es« 2 p .£? £©■ E p E E os KEE E O E 2 0 2 E Sr 2 O* O 'S -p p p p» 2 p p p E « ft) « 2 3 OS GQ0 PC rep'ö @®C¥? m3-.- L8I re 3 re E©3 * 3 ‘ S R* w tl- er p n S’g’ageo 3 ZiCrP re , 3 er -H sz> p r^.3 ~£.a " 2» er X^re*« 3L^-° S§|fso r?ZLL§ 3 3: CP GH P - 3 3 5 So s re 'S' p B 3 A 8 Ä H P » er re 3 '2«g> ffS.®" "»sä 5 S ® S 2» 3 s«s.sg~s-o 3 *^cr** 2.p"^> er 3"3!er> — p "Sto®585 Ws re 2.'8'2»c P 3 ® CA — re 2» o- er -SS s S - a p 3 3 O* 2; s 5°» er xr.O 3^ ~31 - ° P g re S ?ä re » ' 3 e - 5 3 3 2. er» re P «oZ 3 re" ^re* 3?«2'K ' r >2 3 3 3 2 re _ «>' 3 3 & •8^F **■* re q"' 2,3 s Cy?a H,_s ?äo&2,»§^3 □ •J* -"3 An 2 «=* 5g.®t9o1"5"tä«5s1s _ sa ä^re Sr-2,K3,2 S.wS§ÄS.a«qÄg1g!S,a*2:«» 2 I a 2.#'2 s-- 5 5, .„5T ~ re 2. 3- 3 re P 3 2-re re H !33 3 o- ZZ 3f 3Z Z>3 o-S 5 3 ä »F 75 Cr 2.o 3 K s d 3 » 2- 2a3 ö r! re '-»CP CT 2 re p - o 3 CaSSS । re 75 o S P S'M 75 3 3 s re = ä- 3° 5’ R - ♦-# m- rS "*1 zX. 2 ° cz p ~5 C'S.® er2^oi Cf4 «?re re c m TT _ re -« H H o . o o —•» 5 2? 2.^E -* re er 75 g re S 3 §ä-‘ »S-sS? - o>w re p S P erre H 5" 3 er — « P ■ö' 3 p — d Cr' ticrS C re S 3 re a re 3 h 3 p^ d K 5‘ — 2 re er regq w t°o2 «'S«- r^'2 3.0 ' 3 cr ' 3 er o o ro P re er r-' re 4* ^3 §ä er re äßW "re* S "o* P s ^d 3 P ?S2.og. er p ® 3 « s"^2.3„o._ = Fer'8'«» d w8'5,_i d 3,2 d s 3 er & äK 3 3 ^p:5 g 2-2 o « e?3 ^3 e —8 2;^ 2 3 C5w p o^o 3 50 crs 7 „s iso 3 s ° p 2- 3^dc#3 2." 3 g-Sa„^g§§a 2 _ *i$b3 cr e 2, ® 3 <-n 2« P: 3-re H^h o«2s re P 3 ti 23 §S»®3 3 „3 s? 3 3!» y SA a,3 d P OA—> c •3 Sa "3 o ®nj- P; re 3 <-• 3 CJ&3 ^3 g-Art Sß»Ä2; 3,P;d^ s re •— re n.H'P g Go _ P 2 d Cr 5 P O s 3 3 Z rs 3 » 3 2 3as»; re -3 A öa!a p. CBp "re g* 3 q iöe.3 5 3 j£ 6? 8*,S 3 o 3 o ® 00 2 re a« 5 Sa 75- P g P:^ a3 2.3 2 ° 2, so g § 3 3" 3 3 säc^-P cr'P „ 3 >g3 sah cy K2 e^L .3 «°» 5 S =,re ^5 3"d Es 3 p d» g, g- M 3 _«•« «CSc- 8a d rv - O yrelSäA 3 5 er re • Ito358 ZZZ3ä &iS?&SZ8a CT re re»- '-’a re y n re 50 P 53F '152^ 2 'S?»» 3 V, s o Go JXCP p **" C y Go" 2 So O 3. ■^3 cr 3>-SA R 3 § Z7.Ls.ZA KZ 2 re 5äS-»K„§^ öS^s re d re j-S g, W3 ©re ^re 3 «»io 55 p L VÖ'octS er p Lre Go X — re -* H 23 3 re" 3 g 3 g" "Z.2Zs §re3g| 3 2re p P re» Go GO GO' Go 3 K 3 2 R «"