184. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Kr. 212 Erstes Blatt_____ 184. Jahrgang Dienstag, 11. September 1934 FÄll'W Ml * AW" • Hnnabm, »on 2W Ä: ££&£ £rhörigen der im Kampf für Deutschlands Wieder- Lburt Gefallenen, die Generalität der Reichswehr und der Landespolizei, sowie die Admiralität der ^eichsmarine. Vorpostengefechte. Den Beginn machte eine kriegsstarke Eskadron ’i drei Zügen mit Maschinengewehren und einem Ächten Minenwerfer - Zug des 18. Reiter- iLgiments Stuttgart - Cann ft att. Als Gefechtsübung zeigte die Eskadron einen Vormarsch nit Spähtrupps, Sicherungen und ein Vorpostensecht, in das schließlich auch die Maschinengewehre inb der leichte Minenwerfer-Zug eingriffen, wähl'nd der zweite Zug der Eskadron den Gegner von Irr Flanke aufrollte. Die 7. N a ch r i ch t e n a b - trilung baute sehr anschaulich das Nachrichten- itz zwischen dem Bataillons- und Regimentsge- s'chtsstand. Auch das dritte Bataillon des in Nürn- tirg beheimateten 7. Artillerieregiments ; igte einen Vormarsch im Abteilungsverbande. Die Batterien gingen in Feuerstellung und zeigten un- It der Annahme, daß die von der Artillerie untersetzte Infanterie an Boden gewann, den dauern- i-n Stellungswechsel der verschiedenen Batterien. Anter ohrenbetäubendem Motorengeknatter brauste hnn ein Kraftschützenzug im mörderischen Irmpo in das Feld. Die Schützen warfen sich aus vlller Fahrt in die Jnsanterielinie und eröffneten fr.ort das Feuer mit leichten Maschinengewehren, r ihrend die Fahrzeuge sich schnellstens in Deckung b(gaben. Unter dem Schutze einer Nebelwand braus'n sie dann wieder an, nahmen die Schützen wie- t:r auf und waren in wenigen Sekunden ver- stwunden. Ein MG. - Kraftwagen - Zug shr mit dem gleichen Tempo auf; mit einem Gärung saßen die Fahrer und Schützen auf und c f einen Schlag knallten die Türen der Fahrzeuge z Ein packendes Bild bot auch die Anlage 11 n Tanksperren und Keller-Minen, os die die gegnerischen Kampfwagen durch Anlage rm Schnell-Hindernissen gelenkt wurden. Ein moderner Großkampf. 3)er Schlager der Vorführung war das Gefecht p rbundener Waffen, für das erst einmal i ji Zeppelin-Wiese in eine dörfliche Landschaft ver- ; v? adelt wurde. Unter schallender Heiterkeit schufen ' honierabteilungen im Handumdrehen eine bäum» icrtanbene Straße, ein Gehölz, ein großes mit Garic i bestandenes Kornfeld, zwei das Gelände be- ikirfchende Hügel und sogar ein mit Vorgarten ver- j?! en es Gehöft, das im Laufe der Kampfhandlung igtz umstritten werden sollte. Die „Rote P a r - Id" hatte sich in diesem Gehöft verschanzt und B rpoften in das Feld und in das Gehölz gelegt, ochrend die Artillerie in den rückwärtigen Linien b Stellung gegangen war. Die angreifende .Haue Partei" hatte zunächst unter beträcht- icjcn Verlusten zu leiden. Der das Terrain fon- Ürenbe Kampfwagen geriet auf eine Kellermine, ij< ihn unter beträchtlicher Flammen-, Rauch- unb ? trjllentroirflung außer Gefecht fetzte. Eine Reiter- scrrouille würbe mit wohlgezieltem Gewehrfeuer n^fangen, sie konnte aber im Gehölz Deckung fin- k' unb einen Melbereiter zu ben nachfolgenden fc-mationen schicken, bie burch bie Funkabteilungen sofort bas Artilleriefeuer auf bie Stelle lenkten, wo ber Gegner erkannt war. Sturmtrupps ber Infanterie schoben sich in bas Gefechtsfeld, aber sie hatten bei ihrem sprungweisen Vorgehen beträchtliche Verluste unb auch bie nachgeschobenen leichten unb schweren MG.-Züge unb Minenwerfer vermochten es nicht, bie Stellung sturmreif au machen. Die Artillerie bes Gegners war inzwischen nicht untätig unb belegte überall bas ganze Vorfelb ausgiebig mit schwerem Granat- unb Schrapnellfeuer. Unter dem Signal „D a s Ganze vorwärts" wurden immer neue Verstärkungen eingeschoben. Ununterbrochen raste bas Gewehrfeuer, hämmerte das Teck—teck der Maschinengewehre, krachten die schweren Einschläge ber Artillerie. Sehr geschickt nutzten die vorgehenden Truppen die Deckung, die die beiden Hügel, der Wald und bas Kornfeld boten, aus. Auf dem rechten Flügel gelang es ber angreifenben Partei, den Gegner zu werfen, und nun wurde das Gehöft auch von ber Flanke aus unter Feuer genommen. 3n sausender Fahrt rasten die motorisierten Maschinengewehrzüge auf, nachdem Pioniere die schadhaft gewordene Auffahrtsstraße durch Bretterbohlen wieder fahrbar gemacht hatten. Die Gefechtslage hatte sich jetzt so weit zugunsten der Angreifer verändert, daß die Pioniere unter dem Schuhe eines Sperrfeuers der Artillerie unb ununterbrochener Maschinengewehrsalven eine Bresche in die Hindernisse legen konnten. Drahthindernisse wurden zerschnitten, Kellerminen zur Explosion gebracht. Die Stoßtrupps gingen mit Handgranaten vor, und endlich kam die feindliche Linie ins Wanken. Das Gehöft aber wurde mit verwegener Zähigkeit verteidigt, bis die „blaue" Artillerie ihre Valerien vorzog und die tapfer verteidigte feindliche Stellung sturmreif machte. Wenn auch die räumlichen Ausmaße eine dem Ernstfall entsprechende Situation nicht zuließen, so erweckte das Kampfbild doch einen plastischen Eindruck der Schlachtentwicklung vom leichten Schar- mützel bis zum wirklichen Großkampf. Dichte Pulver- und Nebelschwaben zogen über bas ganze Feld unb erschwerten so bie Sicht für Freunb unb Feinb. Die Sanitätswachen fuhren hinter ber Stellung auf, bie ersten Verwunbeten würben noch auf bem Schlachtfeld oerbunben unb mit Tragbahren in bas Felblazarett geschafft. Das ununterbrochene schwere Artilleriefeuer hatte bie Fern- sprechverbinbung zerstört. Es machte aber auch, zumal bas flache Vorgelänbe unter .schwerem Maschinengewehrfeuer lag, bie Verwendung von Melbegängern unmöglich. Auf beiben Seiten würben jetzt Meldehunde eingesetzt, bie sich mit erstaunlichem Geschick burchzuwinben unb ben Einschlägen auszuweichen wußten. So war bie feinbliche Artillerie zum Schweigen gebracht. Der Feind verließ fluchtartig das zerschossene und brennende Gehöft. Aber er wagte noch einen letzten Vorstoß mit seinem Kampfwagen, denen nun die eigenen Minen oder aber auch das wohlgezielte Feuer der unmittelbar hinter der angegriffenen Infanterie aufgefahrenen leichten Artillerie zum Verhängnis wurde. Unter Hurra war die fo heiß umkämpfte Stellung genommen. Nach der Generalprobe vor dem Reichswehrminister am Vormittag wiederholte sich das großartige militärische Schauspiel am Nachmittag vor dem obersten Befehlshaber der Wehrmacht, dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, der mit Jubel begrüßt, vom Reichswehrminister, dem Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch und General Göring empfangen und zum Befehlsstand vor der Ehrentribüne geleitet wurde. Kurz nach Beginn des Schauspieles, das das gleiche wie am Vormittag war, erschien auch das diplomatische Korps. Bei ihrem Ein- und Ausrücken durften die Formationen über dankbaren Beifall quittieren, der auch während ber Vorführungen oft aufrauschte. Man merkt, baß bie Truppen alles daran fetzen, um mit den Hebungen vor ihrem obersten Befehlshaber in Ehren zu bestehen. Dor allem das abschließende Gefechtsbild, an dem alle Waffengattungen teilnahmen, wirkte durch den vervielfachten Einsatz der Artillerie, die ein wahres Trommelfeuer auf die Stellungen legte, außerordentlich wirklichkeitsgetreu. Es war ein ohrenbetäubendes Bersten und Krachen ber schweren Geschosse unb Minen unb ein ununterbrochenes Gehämmer ber Maschinengewehre, fo baß bald bas ganze Feld in einen bidjten Rauch gehüllt war. Um so bankbarer würbe ber enbliche Sieg ber blauen Partei begrüßt. Parade vor dem Führer. Die Verbände sammelten sich dann zur Parade vor dem Führer. In wenigen Minuten ist das Feld geräumt. Während noch die Pioniere mit ben auf bem Gelänbe künstlich aufgebauten Waldstücken, Höhen, dem Kornfeld und bem Gehöft burch bas Südtor ziehen, marschieren schon burch bas Norbtor, geführt burch ben Kommanbeur bes Infanterie-Regiments 21, bie beteiligten Truppen zum Vorbeimarsch mit flingenbem Spiele auf. Der Kommanbeur reitet zum Befehlsstanb unb erstattet Melbung. Hinter ber Regimentskapelle folgt in Marfchorbnung bie Fahne nkompanie mit. Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Als Abschluß bes Reichsparteitages 1934 war für Montagabenb vor bem Hotel Deutscher Hof, bem Quartier bes Führers, ein großer Zapfenstreich ber Wehrmacht vorgesehen. Vor bem Deutschen Hof waren bie Posten ber SS. abgelöst worben von solchen bes Reichsheeres. Am Hotel war eine große Reichskriegsflagge aufgezogen. Gegen 21 Uhr erloschen bie Lichter. Scheinwerfer beleuchteten ben ganzen Platz vor bem Hotel taghell. Im Hotel hatten sich zahlreiche Minister, eine Fülle von Offizieren bes Reichsheeres unb ber Reichsmarine, zahlreiche Reichs- unb Gauleiter ber NSDAP, unb viele Obergruppen- unb Gruppenführer ber SA. unb SS. eingefunben. Gegen 21.45 Uhr leuchten plötzlich alle Scheinwerfer auf. Vom Bahnhof her naht ber Fackel- zu g heran Schon von ferne hört man Beethovens Porkschen Marsch. Nun ist ber Zapfenstreich heran. Der Beginn unb hen Beschluß bilben Ehrenkompanien mit Fackeln. Kurze Kommanbos. Dann erscheint ber Führer bes Großen Zapfenstreiches Hauptmann Feuchtinger vor bem Hotel, salutiert mit bem Degen unb melbet: „Mein Führer, Großer Zapfenstreich ber beutschen Wehrmacht zur Stelle!" Der Heeresmusikinspizient Professor Schmibt, ber bie Leitung bes Großen Zapfenstreiches hat, besteigt bas mit ber Reichskriegsflagge brapierte Pobium unter bem Fenster bes Führers. Vor ihm ber Kesselpauker, links unb rechts baoon bie silbernen Fanfahren. Trommelwirbel leitet nun über zum Parademarsch der langen Kerle. Nun erleben wir, was das deutsche Herz von jeher begeisterte unb in ben Bann schlug: Mitreißenbe Märsche, beutsche Militärmusik, bie von jeher von befonberem Reiz war, bie Romantik ber Umgebung, bezau- bernbe Stimmung ber Nacht — bas ganze Erlebnis würbe zu einer erhebenben Feierstunbe. Nun folgen brei Lieber aus ben Befreiungskriegen: „Vater, ich rufe Dich!", „Lützows roilbe verwegne Jagb" unb „Der Gott, ber Eifen wachsen ben brei Fahnen bes Regiments List, bem ber Führer währenb bes Krieges angehörte. Der Musikzug bes zweiten Bataillons bes Infanterie-Regiments 19 schwenkt ein, unb bann ziehen bie Kompaniefronten mit aufgepflanztem Seitengewehr, bas zweite Bataillon Infanterie-Regiment 19 unb bas zweite Bataillon Infanterie-Regiment 21 mit bem Maschinengewehr- unb bem leichten Minenwerferzug vorbei. Eine Abteilung unserer „Blauen Junge n" in ben schmucken weißen Blusen wirb mit braufenbem Hänbeklatschen empfangen. Ihnen schließt sich bas vierte Pionierbataillon an, bas für ben Bau ber Straßenüberbrückungen in Nürnberg ebenfalls einen Sonberapplaus erhält. Mit allgemeinem Jubel aber wirb bas 18. Reiter-Regiment empfangen. Dor allem ber Kesselpauker, ber im gestreckten Galopp in großem Bogen beim Einschwenken feine Stelle einnimmt, hat es ben Hunberttausenben angetan. Dem brüten Bataillon bes Infanterie-Regiments N r 7 schließen sich bie motorisierten Truppen, bar» unter ber Pontonzug bes 17. Pionierbataillons, an, bas nicht nur bas Material zum Bau einer ganzen Flußbrücke, fonbern auch ein Motorboot mit sich führte. Den Abschluß bilden die 7. Nach» richtenabteilung unb der Kraftradschützen- zug, der schnurgerade ausgerichtet über das Feld braust, und endlich der Maschinengewehr- kraftwagenzug ber 7. Kraftfahrabteilung. Damit hatte kurz nach 17 Uhr die Vorführung ihr Ende gefunden. Die Zuschauer bringen in das Felb, um ihrem Führer Beweise ihrer Liebe unb Verehrung zu geben. Aber bie Absperrmann- schäften kommen ihnen boch noch rechtzeitig zuvor unb können eine schmale Gasse bahnen, bie ber Führer, sreunblich lächelnb unb grüßenb, burch- fährt. ließ". — „Deutsch ist bie Saar" spielen bie Musikzüge: Ein Gebenken an jene ©rüber im Westen, bie noch unter frember Herrschaft leben müssen. An bas Saarlieb reiht sich nun bie berühmte Folge historischer Märsche in ber Bearbeitung bes hoch- oerbienten verstorbenen Heeresmusikinspizienten Pros. Hackenberger. Nun locken bie Flöten unb dröhnen die Trommeln. Der Große Zapfen st reich klingt an. Er wird in ber bayerischen Fassung gespielt, ber für ben Nordbeutschen etwas weicher unb weniger wuchtig anmutet als ber preußisches dessen Melodien sich aber dem Ohre einschmeicheln. Zum Gebet klingt das Kommando: In den grauen Reihen der fackelumringten Ehrenkompanien fliegen die Hände salutierend an die Stahlhelme: Die Töne des Gebetes des bayrischen Zapfenstreichs klingen weich und getragen auf. Von fern her Fanfarenstöße. Plötzlich sieht man im Dunkel der Nacht: Drüben hinterm Frauentorgraben stehen auf einem Dache die Fanfarenbläser der Reichswehr. Erneuter Trommelwirbel. „Präsentiert das Gewehr", ein schneidiges Kommando, die Arme recken sich, das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied brausen zum Nachthimmel empor. Im gleichen Augenblick flammen am Frauentorgraben rote Feuer auf und werfen einen flammenden Schein über die langen grauen Kolonnen des Reichsheeres. Wieder Kommandos: Die grauen Kolonnen formieren sich neu und unter Marschklängen hallen nun wieder die Stiefel über das Pflaster wie ein Schlag. Noch einmal grüßt ber Führer bankend hinab. Dann schließen sich roieber bie Fenster. Die Menge durchbricht an vielen Stellen bie Sperren unb wälzt sich wie eine Woge zum Hotel heran. Da hört man von fernher aufs neue Marschmusik, unb bie Begeisterung steigt auf bas höchste, als unter ben Klängen bes Babenweiler Marsches bie Leib st anbarte Aböls Hitler auf bem Wege zum Bahnhof am Hotel vorbeimarschiert. Der Große Zapfenstreich der Wehrmacht. Eine nächtliche Huldigung vor dem Hause des Führers. Die braunen Marschkolonnen der hessischen SA. in der Nürnberger Altstadt. Die Standarten- unb Fahnengruppe der hessischen SA. beim Vorbeimarsch vor dem Fühver. - t, Mr a ti* ..Ni * -WA. ¥*>'""Xtx Ä r ' - ..... ' Appell andiestaatsschöpserischeMWe derAation Ser Mrmgsanspruch der ASDAP Der Zusammenbruch der allen parteienwett sich In den einundeinhalb Jahren zunehmend immer mehr der Bewegung verschrie« Die AGDAP. eine Weltanschauungspartei der Versuch, im Spotten und Lachen eine würgende b en, in deren Kern es sein bestes Element Erkenntnis zu ersticken. So aber wie sie den Kampf |unb bestes Wesen wiederfand. Diese drei Wellanschauungsgruppen befanden sich zueinander behauptungsweise in einem unüberbrückbaren weltanschaulichen Gegensatz. Die Werbung ihrer Anhänger erfolgte unter der ausdrücklichen Betonung der Unterschiede, die zwischen der seweils in Frage kommenden Partei und ihren Gegnern weltanschaulich bestehen sollten! Die Wähler — die einem einzigen Volke angehörten — spalteten sich auseinander in der gläubigen Ueberzeugung, in ihrer Weltanschauung die einzig mögliche, weit ausschließlich richtige Vertretung zu finden. Allein diesen Rissen in der Ration entsprach nicht die Haltung der endlich gewählten Parteien. Denn sowie erst der Delt- anschauungskrieg der Wahlschlacht mit der Slimmenzählung seinen Abschluß gefunden hatte, trat zwischen den sich weltanschaulich so befehdenden Parteien der parlamentarisch-poli- 1 tische Waffenstillstand ein. (Erneute Heiterkeit « und Beifall.) Was vorher durch Welten getrennt schien, rückte nunmehr in den Fraktionen zueinander. Und während das Volk noch nachzitterte von den Erregungen einer von ihm kompromihlos geforderten geistigen Auseinandersetzung und Entscheidung, wurden von den gewählten Weltanschauungsfana- tikern bereits die großen Gesichtspunkte des Kompromisses erörtert, das heißt also die Weltanschauungen preisgegeben. (Beifall.) Das deutsche Volk ist glücklich, daß sich über alle Interessenten-, Berufs- und früheren Weltanschauungsgruppen eine Autorität auf- gerichtet hat, die keinem einzelnen untertan ist, sondern sich allein dem Dasein des ganzen deutschen Volkes verpflichtet und verantwortlich fühlt. (Beifall.) Das deutsche Volk ist glücklich in dem Bewußtsein, daß die ewige Flucht der Erscheinungen nunmehr endlich abgeläst wurde von einem ruhenden Pol (Stürmischer Bei» fall), der, sich als Träger seines besten Blutes fühlend, und dieses wissend, sich zur Führung der Ration erhoben hat und ent- schlossen ist, diese Führung zu behalten und nicht mehr abzugeben. (Minutenlange hetlrufe und begeisterter Beifall.) Das deutsche Volk ist weiter befreit von zahlreichen früheren Sorgen und Klagen angesichts der Ueberzeugung, daß dieses, sein bestes Regi- ment, ungebunden ist in seinen Entschlüssen von allen Rücksichtnahmen auf kapitalistische Wünsche und Hoffnungen einzelner, deren Interessen nicht identisch sind mit denen der ganzen Nation. (Zustimmung.) Das deutsche Volk will, daß zwischen den verständlichen und natürlichen Interessen seiner einzelnen Lebensstände ein Ausgleich gefunden wird. Allein es wünscht nicht, daß dieser Ausgleich das Ergebnis der Schiebungen parlamen- torischer Geschäftemacher ist, sondern er soll das Resultat einer gerechten Prüfung sein, dessen, was für den einzelnen im Rahmen aller zu geben möglich ist, festgestellt durch ein souveränes und nur diesen Gesamtinteressen gegen- Die Grundsätze der neuen Staatsfiihnms entsprechen dem Willen des Volkes Als unsere Partei gerade sieben Mann hoch war, sprach sie schon zwei Grundsätze aus: 1. Sie wollte eine wahrhaftige Weltanschauungspartei sein und 2.sie wollte daher kompromißlos die alleinige Macht in Deutschland. (Minutenlanger brausender Beifall.) Wenn nun In 15 Jahren nach einem einfach phantastischen Aufstieg eine Verwirklichung dieser Forderungen eintrat und die damaligen Grundsätze mithin als erfolgreich erwiesen wurden, dann ist dies der Beweis dafür, daß vom ersten Tage an die In ihr kämpfenden Männer und Frauen an die Möglichkeit dieses Erfolges auch selbst glaubten, und daß weiter die Grundsätze, auf denen sich dieser Kampf ausbaute, von Anfang an erkenntnismäßig richtig gesehn gewesen sein müssen. Die Rationalsozialistische Partei ist zum Unterschied von den früheren Parteien eine tatsächlich weltanschaulich fundierte Erscheinung. Das heißt, sie nimmt bei der Betrachtung und Behandlung der ihr gestellten Bedeutung jenes Teils, der aus diesem Konglomerat verschiedener Rassen am Ende dennoch ein auch wirtschaftlich erfolgreiches Volk geschaffen hat, um so höher anzuschlagen und zu werten. Und dieser Teil ist keineswegs vergangen, nein, er lebt auch heute noch mitten unter uns, und zwar in allen Schichten der Nation. Er ist nicht Produkt einer bestimmten Gesellschaftsschicht oder gar mit ihr identisch. Am wenigsten aber be. dingt durch das aus der ökonomischen Entwicklung entstandene Bürgertum, sondern er ist der Re» präsentant jenes Rassenkerns, in dem sich au allen Zeiten in unserem Volk die st a a t e n» bildende Kraft verkörperte. Er ist der Träge? eines bestimmten Wesens, das ebenso idealistisch und heroisch wie tatkräftig und fähig ist. Er kann dabei manchmal jahrzehntelang im politischen Leben ungesehen, ja unauffindbar scheinen, dann nämlich, wenn Schwächlinge und Nichtkönner das große Wort führen. Er wird aber sofort lebendig und sichtbar, sowie jene Töne angeschlagen werden, für die er in seinem eigenen Inneren den Gleichklang hat. (Beifall.) Als daher die nationalsozialistische Bewegung zum ersten Wale die Fanfare ihres Kampfe» ertönen lieh, meldeten sich aus allen Lebensschichten sogleich die ersten Kämpfer. Ihnen wurden diese Worte aus der Seele geredet, und sowie sie auch nur hundert solcher wirklicher Kämpfer in ihren Reihen zählten, hatten sie daher mehr an Recht und Grund, aus die Beherrschung Deutschlands zu rechnen, als die großen Parteien mit den Millionen der Anhänger (Großer Beifall.) Gewiß war sie nun auch eine Partei und in ihrer Mitgliederzahl beschränkt. Allein ihre Führung und ihre Kämpfer waren nicht mit wirtschaftlichen Maßstäben zu messen. Sie besaßen die Führungsqualität an sich. Oes Führers Schlußwort auf dem Parteikongreß Oie nationalsozialistische Eidgenossenschaft ist für alle Zukunft die politische Führungs- auslese des deutschen Volkes. Als die Rationalsozialistische Partei sich zum erstenmal an das deutsche Volk wandte, lehnte sie bewußt jede Verpflichtung für die Inter- essen einer bestimmten konfessionell oder wirtschaftlich gebundenen Gruppe innerhalb der Ration einzutreten, ab. Ihr Appell war vom ersten Augenblick ein an die heroischen Instinkte gerichteter. Sie hoffte nicht auf jene Menschen, die immer nur die Vorteile ihres eigenen Geschäfts oder die der ihnen verwandten Gruppe im Auge haben, sondern auf jene, von den anderen so häufig als „Phantasten" verspotteten Idealisten, die ohne Rücksicht auf eigene Interessen gläubigen Herzens an ihrem Volk und Reich hängen und gewillt sind, wenn nötig, dem ewigen Leben dieser beiden auch ihr eigenes Dasein zum Opfer zu bringen. (Begeisterte Heilrufe.) Dieser Appell konnte nicht verstanden werden von den sogenannten „prominenten Führern" unserer alten Parteien, weil sie zum weitaus größten Teile nicht eine Spur dieses Geistes in ihrem Inneren trugen. Und so, wie diese selbst einer solchen Parole verständnislos gegenübertraten, meinten sie auch im Volke den sicheren Mißerfolg Vorhersagen zu können. Und doch haben sie sich aufs schwerste getäuscht! Denn bestünde das ganze deutsche Volk nur aus den Werten, die sich in ihren eigenen Parteien ansammelten, wäre überhaupt nie ein deutsches Volk geworden. (Erneute Zustimmung.) Damit wirtschaftliche Jnteressentengruppen als Voraussetzung zur Existenz der analogen Parteien im Laufe der Jahrhunderte entstehen konnten, mußten Idealisten in Tausenden von Jahren die volks- und staa ts p oliti sch en und damit auch wirtschaftlichen Grundlagen schaffen. Denn wenn das deutsche Volk sich aus Elementen zusammensetzt, von denen ein großer Teil ursprüng- Ito) nicht als staatserhaltend oder gar staatsschöpfe- risch angesprochen werden kann, bann ist aber die anderer als konfessionelle, klaff en- mäßige oder wirtschaftliche Inter- essentengruppen mit natürlich umrittenen Absichten und einem entsprechenden Wirkungsver- mögen. Ihre Ausstrahlungen prallten an den ihnen aeaenüberstehenden Gebilden anderer Zweckmäßig- keiten und Hoffnungen ab. Wenn man trotzdem erwarten will, daß sich einer so bestimmt substantiierten Partei und ihrer Führung Menschen aus anderen Interessengruppen unterstellen sollen, um so dem Gedanken einer größeren Volksgemeinschaft politischen Ausdruck zu verleihen, bann müßten diese infolge des Fehlens einer auf sie günstig einwirkenden wirtschaftlichen Parole die Ueberzeugung einer vorhandenen Führungs- qualität an sich erhalten. Und gerade dies ist über verantwortlichen Regiment. (Beifall.) Und das deutsche Volk will endlich, daß durch diese Staatsführung die Voraussetzung geschaffen wird, daß feine besten Söhne, seine fähigsten Köpfe ohne Rücksicht auf Herkunft, Titel, Stand und vermögen die berechtigte Bevorzugung erfahren. (Jubelnder Beifall.) Das Volk versteht, daß zu jeder konkreten Tal- sächlichkeit eine passende Veranlagung und dn bestimmtes wissen gehört. Und es möchte gerade deshalb nicht, daß die Gesamtsumme seiner Leistungen auf allen Lebensgebieten dann politisch von Menschen verwaltet wird, denen angeborene Fähigkeit hierzu genau so fehlt, wie das nötige konkrete wissen und vor alle« Können. (Beifall.) Falsch ist das Gerede derjenigen, di« glauben, das Volk wolle nicht begreifen, weshalb denn nach her Einigung, sprich „Gleichschaltung" aller, die Ratio« nalsozialistische Partei noch immer aufrechterhalten würde. (Heiterkeit.) Ich kann diesen wohlmeinenden und besorgten Dolksfürsprechern die sie wahrscheln« lich wenig befriedigende Antwort geben, daß, l?‘ lange ein nationalsozialistischer Staat besteht, we nationabsozialistische Partei sein wird, und daß, solange die nationalsozialisttscye Partei da ist. nichts anderes als ein nationalsozialistischer Staat vors^n« den sein kann. (Minutenlanger beaelfterter BelfaU' der immer wieder anschwillt.) Denn auch für vie Zukunft gelten die Gesetze, aus denen wir in d» Vergangenheit entstanden und erwachsen sind. Uiw dabei ist folgende grundsätzliche Erkenntnis not« wendig: Es wird stets nur ein I ei l bes Volke» aus wirklich aktiven Kämpfern bestehen. aber sind in Deutschland die Träger des national* sozialistischen Kampfes gewesen. Sie waren ol Der Ausklang in Nürnberg. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Noch einmal füllt sich zur letzten Sitzung des Kongresses 1934 die langgestreckte Halle im Luitpoldhain, noch einmal flammen die Lichter auf, spiegeln sich in den silbernen Hoheitsabzeichen, an den roten Säulen. Kopf an Kopf drängen sich die 30 000, da s Schluß, wort des Führers zu hören. Aber auch dieser Rieienraum reicht nicht entfernt, um die Massen aufzunehmen, so sind alle Türen weitgeäff- net. In dichten Keilen stehen hier Tausende und aber Tausende. Außerhalb der Halle wird ein Lautsprecher montiert, der nun klar jedes Wort der Rede des Führers nach draußen trägt. Gegen 18.30 Uhr künden Fanfarenstöße die Ankunft des Führers an, der am Halleneingang von den Obergruppen- und Gruppenführern sowie den Gebietsführern der HI. erwartet wird und unter den Klängen des Badenweiler Marsches durch deck Wall der Menschen schreitet. Der Musikzug Franken spielt den Nibelungen-Marsch, und abermals, zum letzten Male auf diesem Kongreß zieht die Blut- sahne vom 9. November 19 2 3 und die ruhmreichen Standarten der Bewegung in den fest- lichcn Raum. Das Reichssymphonieorchester gibt vollendet die Rienzi-Ouverture Richard Wagners wieder. Dann donnern erneut Fanfaren und Paulen. Rudolf Heß begrüßt die hohen Vertreter aus wär ig er Staaten, die an der Schlußsitzung teilnehmen, und gibt bann dem Führer das Wort. Der Führer spricht Der 6. Parteitag der Bewegung geht zu Ende! Was für Millionen Deutsche, die außerhalb unserer Reihen stehen, und für die meisten Fremden vielleicht nur als imposantestes Schauspiel politischer Machtentfaltung gewertet wird, war für die hunderttausende der Kampfer unendlich mehr, das große persönliche und geistige Tressen der alten Streiter und Kampfge- nosfen, die Wiedersehensfeier all jener, die schon in den Zeiten der Unterdrückung und Verfolgung Glaubensträger einer Idee gewesen sind, deren sieghafte Verwirklichung sie nun in tief innerer Bewegtheit noch miterleben dürfen. Und vielleicht hat mancher unter Ihnen trotz der zwingenden Groß- artigkeit dieser Heerschau unserer Partei sich weh- mütigen Herzens zurückbesonnen an jene Tage, da es noch- schwer war, Nationalsozialist zu sein (Stürmische Heilrufe), und die wenigen Kämpfer sich deshalb auch untereinander und miteinander verbunden fühlten wie in einer einzigen großen Familie. Denn nur aus dieser Gefühlswelt heraus kann ja auch die Entstehung und Fortentwickelung solcher Tage verstanden werden. Als die Nationalsozialistische Partei gegründet wurde, gab es in Deutschland genau so wie in den meisten anderen Staaten zwei Gruppen von Parteigebilden: aj Weltanschauungsparteien, das heißt solche, die glaubten oder vorgaben, es zu sein, und b) Wirtschaftsparteien. Wenn es unserer Bewegung möglich wurde, in der geschichtlich knappen Zeit von 15 Jahren diese Erscheinungen aus dem politischen Leben Deutschlands zu beseitigen, dann ist dies noch nachträglich ein Beweis dafür, wie wenig sie in Wahrheit auf dem Boden einer tragfähigen Weltanschauung standen. Denn der Kampf zweier wirklicher Weltanschauungen ist geschichtlich noch nie in 15 Jahren entschieden worden. Ein solches Ringen zieht sich Jahrhunderte lang hin. Generationen werden dann vorn heiligen Eifer eines solchen Streites ergriffen und erleben oft nicht sein Ende. Nein, mit solchen geschichtlichen Maßstäben können Gebilde unseres parlamentarisch- demokratischen Zeitalters in Deutschland weder gemessen, noch gewürdigt werden. Die innere volkliche Wurzellosigkeit und damit Wertlosigkeit dieser Erscheinungen erhellt besonders daraus, daß eine konsequente ausschließliche Beschränkung auf ihre ureigenste Ideenwelt und auf das dadurch bestimmte und begrenzte Wirkungsgebiet von vornherein jede hundertprozentige Eroberung der Nation ausschloß. Dies gilt sogar für jene Parteien, die — wenigstens äußerlich sich zu einem mehr kühn als aufrichtig zurechtgemachten scheinbar religiösen Programm bekannten. Selbst bei erfolgreichster Tätigkeit konnte das Zentrum z. B. nie erhoffen, mehr Anhänger gewinnen zu können, als der katholische Volksteil in Deutschland ziffernmäßig überhaupt beträgt. (Beifall) D. h. die Partei einer bestimmten konfessionellen Verpflichtung war nach menschlichem Ermessen für alle Zeiten unfähig, ihre besonderen Wünsche und Ziele innerhalb des Rahmens der parlamentarischen Mehrheitsdemokratie durchzusetzen, außer auf dem Wege von Mehrheitsbildungen, also von Kompromissen mit anderen politischen Erscheinungen, deren Programme und Ziele aber zwangsläufig nur den eigenen entgegengesetzt sein konnten, und es ja zum Teil sicherlich auch waren. Die Sozialdemokratie wieder verfocht ein Programm, das in seiner marxistisch-sozialistischen SubstanMerung eben, falls von vornherein nur einen Teil der Nation — das sogenannte Proletariat — zum Objekt ihrer angeblichen Fürsorge bestimmte und damit genau so als Vertretung einer Minderheit festgenagelt war. Auch hier konnte nach aller menschlichen Voraussicht eine politische Führung nur unter der Annahme kompromißhafter Verstänoigungen mit anderen — in dem Falle bürgerlichen — Parteigebilden erfolgen. Die Firmen der liberalen und demokratischen Politik aber wandten sich an ein so kleines Forum einer schwindsüchtigen Geistigkeit (Heiterkeit und Beifall), daß ihnen der Glaube an ein souveränes und ausschließliches Regiment ihrer Parteien von vornherein fehlte. Sie waren ihrem ganzen Wesen nach abhängig von Bundesgenossen und bereit, auf dem Kompromißwege deren Hilfe, wie immer, durch Abstriche an dem eigenen Ideal zu entlohnen. (Lebhafte Zustimmung.) Das Volk aber, ohnehin schwankend geworden, weil von seinen eigenen Wirtschafts-, Klassen- und sonstigen Parteien dauernd betrogen, wandte sich in sicherem Instinkt nun denen zu, die über jeden wirtschaftlichen Rahmen hinaus einfach a u f Grund ihres innersten Wertes mit Recht einen allgemeinen Führungsanspruch erbeben konnten. Und nicht nur das Volk hat dies instinktiv empfunden, sondern am Ende sogar die Vorsitzenden und Vorstände dieser alten Parteiwelt selbst. (Zustimmung.) Unfähig, uns zu zermalmen, lebten sie ein halbes Jahrzehnt nalb in der Hoffnung auf ein Wunder, bald in der Angst vor ihrer eigenen Vernichtung. (Heiterkeit.) Dabei sind die einzig hellen Augenblicke in ihrem Leben tatsächlich nur Die gewesen, In denen ihnen eine dumpfe Erkenntnis die Gefahr der Nationalsozialistischen Partei aufdämmern ließ. (Begeisterte Heilrufe.) Ihr gekünstelter Hohn war dann nichts anderes als Lebensaufgaben einen Standpunkt ein, der, abstrakt genommen, richtig gewählt ist. Die Erkenntnisse, auf denen sie ihr theoretische» Lehrgebäude aufbaut, sind keine künstlich herbeigeholten, sondern in derRatur des Lebens und Seins zutief ft bestätigte. Trotzdem wählte auch der Nationalsozialismus als Bezeichnung den Ramen Partei. Der leitend; Gedanke bei dem Aufbau der uns einst aegenüberstehenden feindlichen Parteien war der, Menschen von annähernd gleichen Lebensinter- essen und damit Wünschen zu gewinnen und nunmehr als politische Eigengruppe in Erscheinung treten zu lassen. Da zu diesem Zweck das Programm auf die besonderen Hoffnungen und Forderungen einer solchen konfessionellen, sozialen ober wirtschaftlichen Gemeinschaft Rücksicht nehmen und zugeschnttten werden mußte, war eine Wirksamkeit Dieser Parteien über den ins Auge gefaßten und gekennzeichneten Kreis' hinaus nicht mehr möglich und, wie ich eingangs schon betonte, zum Teil auch gar nicht besonders erwünscht. Die auf diese Weise konstruierten Parteigebilde konnten sich mit noch so viel weltanschaulichen Phrasen verbrämen, so waren sie eben doch nichts bei der ganzen Art des organischen Werdens solcher Parteien gänzlich ausgeschlossen. Oder will jemand im Ernst glauben, daß in dem lächerlichen Programm z. B. einer kleinen Wirt- schaftspartei der Magnet liegt, um aus der Nation jene allgemeinen und politischen Führungsquali- täten herauszuziehen, die nun, nicht wirtschaftlich, sondern absolut gemessen, als wertvoll angesehen werden könnten? Dies widerspräche jener ewigen Erkenntnis, daß nur d i e Kraft die Kraft ruft! (Brausender Beifall.) Je dürftiger und inhaltlich beschränkter eine Parole ist, die sich werbend an die Menschen wendet, um so kläglicher ist der Erfolg, und zwar nicht nur ziffernmäßig, son- bern vor allem wertmäßig. Und wie richtig diese Behauptung ist, mag man nicht nur ermessen an den geringen Erfolgen der politischen Parteigebilde der Vergangenheit, sondern vor allem an der Art, wie sie gestorben sind. (Heiterkeit.) Man bedenke doch: Eine Bewegung wiro gebildet aus Nichts und mit Nichts, uno 14 Jahre später fegt sie drei Dutzend ältester Parteien zur Seite, ohne daß auch nur bie Spur eines ernst- lichen üßiberftanbes versucht worben wäre. (Stürmische Heilrufe.) Man könnte nun den Einwand bringen, welch glückliche Fügung, daß die Vertreter des Volkes sich am Schluß einer Wahlschlacht doch immer wieder zusammengefunden haben (stürmische Heiterkeit), wenn man dann nicht bie Frage stellen mühte, warum sie bie Aufspaltung der Nation in 30 ober mehr verschiebens politische Meinungen dann nicht von vornherein bleiben ließen? (Lebhafte Zustimung.) Denn warum wird ein Volk erst in 30 Parteien zerrissen, wenn bie Führer dieser Parteien hintennach unter- und miteinander Pakte schließen? Kann solch ein schändliches Vorgehen bann überhaupt einen anderen Zweck besitzen, als durch diese Art der politischen Aufteilung der Nation sie an einzelne Interessenvertreter zu verschachern und diesen damit bie Voraussetzung für alle denkbaren Geschäfte zu geben? Man muß das Wesen unserer früheren Partei- weit erkennen, um den Sinn dieser parlamentari» schen Demokratie zu verstehen und umgekehrt, und man wird bann zur Feststellung kommen, daß 1. von Weltanschauung bei diesen Gebilden trotz allem Gerede fast nicht die Spur vorhanden war, daß sie 2. ihrem ganzen geistigen Inhalt und ihrer Konstruktion nach unfähig waren, jemals bie Nation für ein einziges großes Ziel zu interessieren ober sie gar bafür restlos zu gern i n n e n , und daß sie 3. auch gar nicht Die Absicht hatten, zugunsten einer höheren Ideen- gcbung und Zielsetzung auf die geschäftlichen Möglichkeiten Verzicht zu leisten, bie in ber politischen Zersplitterung bes Volkskörpers bet ber kapitalisti- schen Tüchtigkeit dieser Volks- und Wirtschaftsretter auffindbar waren. gegen die Nationalsozialistische Partei und uns alle führten, wurde er ihnen eingegeben von ber Ahnung der eigenen Unterlegenheit, ja Minderwertigkeit. Die Art, das Ausmaß und die Dauer dieses Kampfes waren beeinflußt von ber Darstellung ihrer eigenen Wiberstandsfähigkeit. Sie alle rechneten — betrogen durch ihre eigenen Erfahrungen — damit, daß schon nach wenigen Monaten nationalsozialistischer Staatsführung Das deutsche 'Volk enttäuscht zu einer früheren Parteizersplitte« rung zurückkehren würde. (Heiterkeit.) Was sie selbst fast nach jeder Wahl erlebten, daß die mit allen möglichen Lockungen geköderten Berus»- und Klasseninteressenten, weil nicht befriedigt, unwirsch wurden, meinten sie auch uns bas sichere Ende prophezeien zu können. Das deutsche Volk aber hat Sir werden Mosten, 49 Stimmen von 52 abgegebenen den s ch chen Außenminister Sandler w e d i uNahme der Partei- jene zu beschränken die Form der Einladung noch nicht einigen können. Gerüchtweise verlautet, daß 3 4 Staaten, also eine Zahl, die noch nicht völlig für eine Zweidrittelmehrheit genügen dürfte, b e * cenoffen nur au tie Gewähr bieten, AieKämpserderparieislnddieTrägereinerneuen deutschen Eidgenossenschaft zum Präsidenten. Vizepräsidenten der 23er« ,t war es g e - werden, und wir Zwischenfall auf einer Dalmatien-Reise Marschall Balbos. Starke Erregung in Sndslawien. Belgrad, 11. Sept (DRB.) 3n Split (Spat lato) kam es am Montag zu einem schweren Zwi- schenfall wegen eines Vortrages des itallenlscheni Marschalls B a 16 o , des ehemaligen Luftfahrt« Ministers und fetzigen Gouverneurs von Tripolis. Batba hatte mit einer Iacht eine Reise längs dex ankern und sicher stellen. (Beifall.) Sie können dies nur, wenn sie untereinander eine auf ewig verschworene, in gegenseitiger Treue und im Gehorsam zusammengekettete Gemeinschaft sind (Jubel und Beihilfe). Sie dürfen von der Nation an Tugend und Opfersinn nie mehr erwarten, als was sie nicht selbst tausendfach zu tun, zu geben und zu leisten bereit sind. Sie dürfen nicht mehr Idealismus beim Volke voraussetzen, als sie f e l b ft an Idealismus im Herzen tragen und offenbaren (Jubelnde Heilrufe). Sie haben kein Recht auf eine Opferwilligkeit der Nation zu rechnen, wenn sie nicht in jeder Stunde bereit sind, vorbildlich jedes Opfer bis zum letzten auch f e l b ft auf s i ch zu nehmen. Und sie dürfen vor allem auch nicht erwarten, daß der Glaube an die nationalsozialistische Idee im Volke größer sein kann, als ihre eigene gläubige Hingabe an sie ist. (Erneuter Beifall.) Sie müssen gewisse Prinzipien als Grundsätze und damit als Grundlagen anerkennen, die an keiner Stelle preisgegeben werden dürfen. Wer selbst die ihm auferlegte Treue bricht, hat kein Recht mehr, sie von seinen Untergebenen zu fordern. (Begeisterte Zustimmung.) Wer selbst den Gehorsam kündigt, hat kein Recht mehr, Gehorsam zu erwarten. Wer selbst die Kameradschaft verläßt, soll sich nicht wundern, wenn er eines Tages ebenfalls einsam, verraten und verlassen sein wird. (Stürmische Heilrufe.) Rur bann, wenn wir in der Partei durch unser aller Zulun die Verkörperung des national. sozialistischen Gedanken« und Wesens verwirk- lichen, wird sie eine ewige und unzer- störbare Säule des deutschen Volkes und Reiches fein. Dann wird einst neben die herrliche ruhmreiche Armee, dem alten stolzen Waffenträger unseres Volkes, die nicht minder traditionsgefestigte politische Führung der Partei treten. Und dann werden diese beiden Einrichtungen gemeinsam den deutschen Menschen erziehen und festigen und auf ihren Schultern tragen, den deutschen Staat, das Deutsche Reich. (Die Beifallsstürme wollen nicht mehr enden.) 3n dieser Stunde verlassen schon wieder Zehntausende von Parteigenossen die Stabt. Aus übervollem Herzen steigen bis kampflieber der Bewegung empor und führen sie von dem rauschenden 3ubel und der Ergriffenheit dieser Tage zurück zum Ernst des Lebens, der Arbeit und den sie begleitenden Sorgen. Während aber die einen noch von der Erinnerung zehren, werden andere schon wieder beginnen, z u rüsten zum nächsten Appell. Und wieder werden die Menschen kommen und gehen, und stets aufs neue ergriffen, beglückt und begeistert sein. Denn die 3dee und die Bewegung sind Lebensausdruck unseres Volkes und damit e 1 n Symbol des Ewigen. Ls lebe die natio- was innerlich nicht zu uns gehört" .Dielugend ist uns verfallen mit Leib und Seele" Line junge Generation wächst heran, Der die 3nfeftion unserer parteipolitischen Vergiftung das Verkommene unseres parlamenta- , i ifch demokratischen Systems als Selbsterlebnis .ehlen und damit fremd und von vornherein inoerftänblid) finb. Wenn bie älteren 3afjr- ggnge noch roanfenb werden könnten, bie 3 u - jjenb ist uns verschrieben und verfallen mit Leib und Seele. (Heil-Rufe * ::uf den Führer hindern ihn minutenlang am Weitersprechen.) Sie lebt in diesem stolzen Deutschland des Hakenkreuzes und wird es niemals mehr aus ihrem Herzen reihen lassen. Sie liebt* die Eindeutigkeit und Entschlossenheit unterer Führung und würde nicht verstehen, wenn sllöhlich eine mumifizierte Vergangenheit mit Ansprüchen kommen wollte, die schon in der Sprache einer fremden Zeit entstammen, die heute nicht mehr geredet und verstanden wird. Der Eindruck im Ausland Preffestimmen aus Paris und London. Bei aller Aufrechterhaltung des lebendigen Eha- itters der Organisation wird es aber unsere Auf- ibe sein, sie nunmehr im Innern dauernd u verbessern. (Beifall.) Es ist vor allem -ifere Pflicht, bie Benesch eröffnet die Völkerbunds Versammlung. Oer Schwede Sandler zum Präsidenten gewählt. gann. Heute müssen mir f e I b ft Musterun ; halten und abstoßen, was sich als schlecht erwiesen hat und deshalb innerlich nicht zu uns gehört. (Jubelnde Zustimmung.) Die großen Tugenden der Opferwilligkeit, der Treue und des Gehör- sarns, in denen wir früher durch die Verfolgung von feiten unserer Gegner von Zeit zu Zeit geprüft worden sind, müssen wir nunmehr der eigenen Prüfung unterstellen. Wer aber diese Probe nicht besteht, muß uns verlassen. (Beifall) Es ist dabei überhaupt nicht notwendig, daß die Nationalsozialistische Partei ihre Verstärkung nur aus jenen Jahrgängen der Nation holt, die früher hätten zu uns kommen können und, ganz gleich aus welcherlei Gründen, nicht gekommen sind. Wenden wir den Blick von dieser vergangenen Welt doch hinein in die deutsche Zukunft. Es ist unser Wunsch und Wille, daß dieser Staat und dieses Reich bestehen sollen in den kommenden Jahrtausenden. Dafür aber wird nicht bas Ent- scheibende sein, was wir aus einer politisch wenig erfreulichen Vergangenheit hervorholen, sondern was wir aus der Zukunft dem Reiche gewinnen. (Begeisterte Zustimmungskundgebunaen.) Und wir können glücklich fein zu' wissen, daß diese Zukunft ohnehin restlos uns gehört. (Ein Orkan des Beifalls erschüttert bie Halle.) (Beifall.) Die 3ugenb wächst nicht auf in der Meinung einer Wichtigkeit der Stände, Klassen, Berufe usw., sondern imGlauben an eine einige deutsche Ration (Der Beifallsorkan wiederholt sich.) In ihren Herzen wird nicht mehr der Platz fein für die Vorurteile, den Eigendünkel und die lieber- heblichkeit einzelner Volksschichten vergangener Generationen. Denn sie lebt miteinander, marschiert zusammen, singt gemeinsam die Lieder der Bewegung und des Vaterlandes und glaubt an ein Deutschland, dos ihnen allen gehört. (Jubelnde Heil- Rufe brausen durch die Halle.) Aus ihren Reihen werden wir den besten Nachwuchs finden für die Nationalsozialistische Partei. Sie sehen wir von Kindheit an wachsen und sich entwickeln. Prüfen können wir das Wesen und die Art der einzelnen verfolgen und endlich auswählen, was uns am würdigsten erscheint, in bie Reihen ber alten Gar- würbigsten erscheint, in die Reihen ber alten Garbe nachzurücken. (Begeisterte Zustimmung.) ammlung würben bie ersten Vertreter Englands, Italiens, Frankreichs, Oesterreichs, Indiens und Südflawiens. Es wurde sodann bekanntgegeben, daß die Wahl der drei nicht st ändigen Ratsmitglieder am Montag ftattfinben wirb. Dieser Wahl wirb eine Abstimmung über bie Seuche zur Wiederwählbarkeit Spaniens unb Chinas vorausgehen. — Morgen Nachmittag wird, falls sich aenügenb Redner gemeldet haben, bis allgemeine Aussprache be- Sin tragischer Zwischenfall. Nürnberg, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Dey B ^e s i tz e r des Hotels „Deutscher Hof", in dem ber Führer schon feit den Jahren des Kampfes bei feinem Aufenthalt in Nürnberg Wohnung nahm, P g. I. Klein, ist unerwartet in der Nacht zum Dienstag um 0.30 Uhr gestorben. Er war nod) den ganzen Tag über um seine Gäste emsig bemüht, als ihn plötzlich am Abend ein Schlaganfall traf. Vor feiner Abreise hatte ber Führer bem Erkrankten noch gute Besserung gewünscht. Paris, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der letzte Tag ber Nürnberger Parteitagung wird von der Pariser Presse trotz ber Verhandlungen in Genf stark beachtet. Besondere Beachtung schenken die Blätter den Vorführungen des Reichs- Heeres, die einen vorzüglichen Eindruck hinterließen. Die Zusammengehörigkeit mit dem Dritten Reich und die rückhaltlose Hingabe an ihren obersten Führer hat vor allem der Berichterstatter des „Petit Journal" als Eindruck mitgenommen. Das völlige Zusammengehen zwischen Hitler und dem Heere, das unbedingt den Erwartungen der Organisatoren entsprochen habe, habe die Ausländer und vor allem die ausländische Presse vielleicht überrascht. Das gute Einvernehmen sei aber in Wirklichkeit vom ersten Tage an deutlich gewesen. Die Truppenparade habe deshalb dieses Einvernehmen nur noch einmal bestätigt. Der „Jour" will in dem Aufmarsch der Truppen eine „kriegerische Apotheose" (!) der Nürnberger Tagung erblicken. Diese Vision mache einen verrückt und verfolge einen überall. „Daily Mail" sagt, Hitler habe jetzt große Teile der fünf „Armeen" (!!) besichtigt, in denen bas deutsche Volk von ber Kindheit an bis zu den reifen Mannesjahren eine „soldatische" (!!) Ausbildung erhalten solle, nämlich Jungvolk unb Hitlerjugend, SA. und SS., Arbeitsdienst, Politische Organisation und Reichsheer und Reichsmarine. Alle diese Knaben und Männer lernten zu marschieren unb Befehlen zu gehorchen wie Soldaten. Alle hätten Strapazen auszuhalten und Zeit unb Bequemlichkeit für den Dienst zu opfern. Mit diesem neuen Geist habe Hitler die Knaben unb Männer Deutschlands erfüllt. Hitler mache bas deutsche Volk lung eines ständigen Ratsitzes f ü r Sowjetrußland zu erzielen. Alle Ratsmächte mit Ausnahme Argentiniens unb Portugals werden bem ständigen Ratssitz Sowjetruß» lanos zustimmen. Die beiden genannten Staaten werden sich nur der Stimme enthalten unb damit die Einigkeit nicht gefährden. — Obgleich der Völkerbundsrat also gewissermaßen schon den zu einer spartanischen Rasse voü Soldaten. Das heutige Deutschland sei nicht zu verstehen, wenn man sich nicht ständig vor Augen halte, daß für Millionen von Deutschen Adolf Hitler ein „Messias" fei, ber sie aus ber Schmach der erlittenen Niederlage erlösen und zu künftigem Ruhm führen werbe. Er gewinne die deutsche Seele mit einem einzigen Blick unb fein Blick fei magnetisch. „Daily Telegraph" schreibt u. a., eines habe ber Reichsparteitag klargemacht, baß Gehorsam gegenüber Befehlen jetzt ein Bestandteil des Instinktes bes beutfchen Volkes sei. Der alte empfindsame Typ bes Deutschen habe keinen Platz auf bem Kongreß gefunden. Die Typen, die man dort auch unter den Frauen gesehen habe, seien hart unb burchaus diszivliniert. Der Kongreß habe auch bie deutsche Begaoung für technische Organisation gezeigt, bie u. a. in Der Musterung von beinahe einer Million Männern mit militärischer Tüchtigkeit zum Ausbruck gekommen sei. ginnen, ber ber Bericht bes Generalsekretärs über bie Tätigkeit ber Völkerbundsorganisation im vergangenen Jahre zugrunde liegt. Oer ständige Ratssitz für Rußland gesichert. Genf, 11. Sept. (DNB.) Es ist gelungen, eine Einigung im Rat über bie Ertei - ordentlich wichtiges Mittel für bie politische Organi- ation der Welt ist. Zu den Erfolgen rechnet Benesch )ie Vorarbeiten für bie Saarabstimmung, bei denen der Vertreter Italiens sich große Verdienste erworben habe. Es sei so gelungen, die Verschärfung einer gefährlichen Lage zu verhindern. Schon bald werde nun die zweite Etappe dieser Verhandlungen beginnen. Wenn bas Ergebnis ebenso günstig sein wird, so habe ber Völkerbund im Interesse des Friedens Europas eine außerordentlich wichtige Aufgabe erfüllt. Unter die Er- olge des „Völkerbund-Geistes" rechnet Benesch auch gemeinsame Schritte der drei großen Mächte zugunsten der Unabhängigkeit Oesterreichs. Sie zeigten, daß gewisse europäische Fragen unlöslich mit der Aufrechterhaltung des Friedens in Europa verbunden sind. Auch den Ost- pakt will Benesch als einen Schritt ansehen, der den Frieden sichern und befestigen könne. Gewisse Kreise befürchteten, daß ein Krieg ausbrechen könne: man glaubte sogar, daß der Krieg schon unmittelbar über unseren Häuptern liege. Bei gutem Willen müßte es aber möglich ein, die Krise zu überwinden. Die Völkerbundsversammlung wählte bann mit werden könnten. Dieser Entschluß Sowjetrußlands 9^ijiermaBen ^on oen fei ein unzweifelhafter Beweis dafür, daß de" Völ- j ™ «i^ n Sdjritt erkbfgf hat, hat er sich über terbunb noch immer eine Kraft und ein außer- Gens, 10. Sept. (DNB.) Die Dölkerbundsver- ammluna wurde Montagoorrnittag durch den Prä- identen Des Dölkerbundsrates Benesch eröffnet, öenesch beschäftigte sich zunächst mit dem, was man dem Völkerbund heute vorwerfe. Er erwähnte bie Stockung der Abrüstungskonferenz, den Austritt Deutschlands und Japans, den Chaco-Krieg, den chineftsch-japanstchen und den russisch-japanischen Konflikt, sowie das Scheitern ber Wirrschaftskonferenz in London. In allen Punkten suchte er aber den offenkundigen Fehlschlag abzuschwäcken. Benesch spricht bann von der unbestreitbaren Annäherung ber Vereinigten Staaten an die Dölkerbundsinsti- tution und vor allem von dem in Aussicht stehenden Eintritt Sowjetrußlands, eines Landes, ohne dessen Mitarbeit die Verhältnisse in Europa und in der Welt niemals wieder normal nalsozlalistlsche Bewegung — es lebe Deutschland! Die Aufnahme der Rede des Führers durch dis Versammlung, die Hochflut der Begeisterung, der Orkan der Zustimmung ist nicht mehr zu beschreiben. Fast jeder der mit nicht au überbietender Anschaulichkeit geformten Sätze fand ein donnerndes Echo. Die Begeisterungsstürme am Schluß der Rebe sind nicht mehr zu schildern. Die Heilrufe wiederholen sich wohl eine Viertelstunde lang. Sie pflanzen sich nach draußen fort und fluten von draußen wieder in die Halle, wo sie erneute orkanartige Begeisterung auslösten. Endlich konnte Rudolf Heß erklären: „Die Partei ist Hitler, Hitler aoer ift Deutschland, wie Deutschland Hitler ist. Sieg-Heil , worauf sich der Jubel verdoppelte. Dann stieg wie ein Schwur das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied auf, und wieder schlossen sich die Kundgebungen für den Führer an, bis Rudolf Heß erklären konnte: „Mit ber Rede des Führers haben die festlichen läge von Nürnberg 1934 ihren Abschluß gefunden. Ich schließe den Kongre ß." Mit erhobener Rechte schreitet der Führer durch bie Schar ber ihm mit heißem Herzen unb oft tränennassen Augen zujubelnden Mitkämpfer, um auf ber Straße bes Triumphes den Kongreß zu verlassen. Die festliche Halle leert sich nur langsam. Es ist schon so, wie ber Führer es ausbrückte: Was sich in diesen Tagen hier in Nürnberg an festlichem Geschehen zutrug, war nicht die Feier einer kleinen, wurzellosen Führerschicht, sondern das Fest eines in seiner Weltanschauung geeinten und seiner Führung vertrauenden Volkes. 1 ie Verpflichtung derjenigen aber, bie verant- llEich sind, für die Partei unb ihre Zukunft zu freien, ist eine gerade heute schwere. Die erste |ii|f gäbe, die uns bie Gegenwart stellt, liegt in b-r notwendigen, immer schärferen Zusammen- hrung der einzelnen Gliederungen bi Partei. Sie haben zu begreifen, baß sie nur orchiedene Funktionen ausüben, allein alle als Na- Ibtnlfo^ialiften unb Parteigenossen (lauter Beifall), Oj Mitglieder ber Politischen Organisation, ber SA. oe SS., ber Frauenschaft, ber Bauern- unb Ar- bü roerbänbe, s i e alle sind nur Kämpfer iröen verschiedenen Kommandos ber -!5 D A P. (Brausender Beifall.) Sie haben b i e Iriiger einer neuen deutschen Eidge- itb1 f e n f d) a f t zu sein, die dem politischen Leben i blf Deutschen Nation seine Führung stellt. Je härter üttb unzerbrechlicher diese Gemeinschaft ist, um so -stech,er wird sie die großen Organisationen beherr- Htr, die zum politischen und gesellschaftlichen Auf. Hti mnferes Volkskörpers notwendig sind. Als Sol- ■ 1 itea und Offiziere einer geistigen weltanschaulichen 'A-r-inschaft sind sie verantwortlich, die ganze Mivn in ihrem Sinne au erziehen. Sie müssen bie stüplnb ausbilden und sie hineinstellen in den heu- llifr und kommenden Staat. Sie müssen den Mil- liiif-iorganifationen unserer Arbeiter und Bauern kV weltanschauliche Gerippe geben, sie müssen in eilllnwichtigen staatlichen und wirt- f esajftlichen Positionen die Herrschaft all: nationalsozialistischen Idee oer- reit sind, ihre Unterschrift unter die Einladung zu fet< zen.Es wird weiter verhandelt, um noch einige Staaten! zur Teilnahme zu bewegen. P ole n hat sich mit den in Genf anwesenden Großmächten und mit Sowjetruß- land selbst geeinigt und seinen Widerstand sowohl gegen die Aufnahme wie gegen die Erteilung eines ständigen Ratssitzes aufgegeben. Der Genfer Vertreter der „Morning Post" will wissen, daß es Barthou gelungen sei, bie Schwei, zer Aborbnung zu Überreben, ihre Stimmabgabe in ber Versammlung nicht z u begrün, den; mit anberen Worten, es solle keine Rebe' gegen Sowjetrußland in ber Vollversammlung ge< halten werden. „Daily Telegraph" meldet, Barthou sei es gelungen, den polnischen Außenminister'zu überreden, nicht auf einen ständigen polnischen Sitz im Völkerbundsrat zu bringen. Es werbe erwartet, daß die ©orojetregierung innerhalb der nächsten! Tage Mitglied fein werde. Anlauf jener, die unter dem Symbol unseres Rumpfes unb unserer Opfer billige Geschäfte machen iJiUen. (Erneute Beifallsstürme) llEinst haben unsere Gegner dafür gesorgt, daß d.irch Verbots- und Verfolgungswellen von Zeit zu I Ziit die Bewegung wieder ausgekämmt wurde von «7N leichten Zeug, das sich bei ihr einzufinden be- Kämpfer her nationalsozialistischen Revolution, und sie sind die Erhalter des nationalsozialistischen Staates (jubelnde Zustimmung). Don ihnen wird mehr ge-forbert als uon den Millionen ber übrigen Volksgenossen. Für 4ie genügt nicht die bloße Ablegung des Bekenntnisses: „Ich glaube", sondern der Schwur: „Ich ä m p f e". (Die Massen erheben sich und bringen foem Führer eine überwältigende Huldigung.) Die Partei wirb für alle Zukunft bie poli- sche Aührungsauslese bes beuU fchen Volkes fein. Sie wirb einen Staat politischer Apo st et unb Streiter aus- bilben, die bann als gehorsame unb pflichtgetreue Offiziere ber Bewegung ihren Dienst tun. Sie wirb jene große Schule fein, bie Millionen unseres Volkes an sich zieht, ausbilbet unb roie- ber entläßt. 3n ihr wirb sich eine Trabi- Hon ber kunst der Volksführung entwickeln, die verhindern soll, daß jemals wieder fremde Geister Gehirn und Herz der deutschen Menschen verwirren. (Beifall.) Sie wird in ihrer Lehre unveränderlich, in ihrer Organisation stahlhart, in ihrer Taktik schmiegsam und anpassungsfähig, in ihrem Gesamtbild aber wie ein Orden sein. ((Erneuter Beifall.) Sie ist für alle Zukunft das Senfkorn der nationalsozialistischen 3bee. Die Lehrmeisterin der nationalsozialistischen Organisationskunst. Die Schule der nationalsozialistischen Propaganda. Das Ziel aber muß fein: Alle Deutschen !ind Nationalsozialisten. Nur die besten Nationalsozialisten sind Parteigenossen. (Die »alle erdröhnt minutenlang von den begeisterten Heilrufen auf den Führer.) Wenn diese Gedanken besonders von bürgerlichen lementen nicht begriffen werden und die Frage estellt wird, ob sich denn das Volk die Führung ner solchen Minderheit wohl auf die Dauer arm gefallen lasse, dann muß diese neugierige Be» »rgtheit wie folgt beantwortet werden: Erstens aß sie tatsächlich zu jener Minorität gehören, die kraft ihres Wertes biisher stets Geschichte gemacht hat. (Be- o ifterte Zustimmung.) Wenn früher der natürliche nmpf, die aestellten Anforderungen und die ge- f.irderten Opfer von selbst eine gesunde Auslese vollzogen unb oerhinberten, baß die Spreu zum L eizen kam, bann müssen wir nunmehr b u r cf) aswissenhafte Methoben härtester Prüfungen für bie Zukunft von uns aus bie- [(be Vorsorge treffen. Denn einst---- * * I s: hrlich, Nationalsozialist zu roe chielten deshalb bie besten Kämpfer. Heute ist es nü tz l i ch , sich uns „gleichzuschalten" (Heiterkeit), irb wir müssen baher vorsichtig sein vor dem fmb die Völker noch nie erfolgreich von ihrer Mehrheit, sondern stets von einer Minderheit geführt worben. Zweitens ist diese Minderheit nicht etwas der Mehrheit fremd gegenüberstehendes Anderes, sondern das Belte aus dem deutschen Volk überhaupt. So wie die Nation die Wahrnehmung aller einzelnen Lebensaufgaben einer Minderheit überträgt, ohne jemals deshalb eifersüchtig zu fein, so wird sie auch die Wahrnehmung ber wichtigsten Geschäfte, bie sie zu vergeben hat, bedenkenlos einer Minderheit bann übertragen, wenn diese dafür am meisten befähigt ist unb mithin ihre eigene beste Auslese für biefe Aufgaben barstellt. (Beifall.) Wie sehr aber das deutsche Volk sich mit dieser „Minderheit" ber Partei identisch fühlt, geht vielleicht am gewaltigften hervor aus der Anteilnahme, in der es bie Parteitage verfolgt unb miterlebt. Was sich in bissen acht Tagen hier in Nürnberg, ber alten deutschen Reichsstadt, an Festlichem zutrug, war nicht die Feier einer kleinen wurzellosen Führerschicht, sondern das F e ft eines in einer Weltanschauung geeinten unb feiner Führung vertrauenden Volkes. (Der Beifall dröhnt erneut durch bie Halle.) Es ist der Jubel von Menschen, die endlich wieder die beglückende Uebergeugung besitzen, an ihrer Spitze als Regierung das beste ihres eigenen Ichs zu sehen. (Begeisterter Beifall.) Es ist daher auch eine der wichtigsten Aufgaben nach der Eroberung der Macht im Staate durch bie nationalsozialistische Bewegung, in keiner Sekunde zu vergessen, daß die größte Mission an der deutschen Erhebung nicht nur in der Vergangenheit der Partei zufiel, sondern ihr auch für alle Zukunst bleioen wird. In der Sturm- unb Drangperiode ber Bewegung konnte dabei der eine ober anbere an diesem ober jenem Anstoß nehmen, unb es tat doch nichts zur Sache. Die genialste Improvisation, bie in Deutschlanb vielleicht je ins Leben gerufen wurde, hat, im großen gesehen, die in sie gestellten Hoffnungen mehr als reichlich erfüllt. dalmatinischen Küste unternommen und dabet die Städte Kotor (Lallaro), Dubrovnik (Ragufa) und Split besucht, hier hielt er im italienischen Klub vor etwa 150 italienischen Optanten eine Rede. Rach Beendigung seiner Ausführungen kam es im Klub, dessen Fenster offengelassen worden waren, zu Kundgebungen. Die versammelten Italiener riefen: „Es lebe Italien, es lebe das italienische Dalmatien, es lebe das italienische Split". Sodann sangen sie die faschistische Hymne. Vor dem Klub hatte sich unterdessen eine große Menschenmenge angesammelt, die st ü r - mische Gegenkundgebungen veranstaltete und gewaltsam in den Klub eindringen wollte. Ein starkes Polizeiaufgebot verhinderte jedoch die Verwirklichung dieser Absicht. Die Polizei hatte viele Mühe, die Straßen zu säubern und einen Weg für den Marschall Balbo frei zu machen, der flucht- artig die Stadt verlaffen muhte, um fich auf feiner Jacht in Sicherheit zubrin- gen. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Die im Klub eingeschlossenen Italiener konnten diesen erst verlassen, als die Straßen von den Demonstranten frei waren. In ganz Südflawien erregte die Vortragsreife des Marschalls Balbo unter Berücksichtigung der Umstände, unter denen sie stattfand, besonderen Unwillen. Man weist auch in gemäßigten Kreisen darauf hin, daß der Besuch zu einer Zeit, da die italienisch-französische Annäherung in Südslawien so viel böses Blut verursacht'halte, zumindest inopportun sei. Deutschland lehnt die Teilnahme am Ostpakt ab. Statt militärische Unterstützungspflicht schlägt Deutschland Tlichtangriffs- verpflichtung vor. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Die deutsche Reichs- regierung hat nach sorgfältiger Prüfung des bekannten Planes eines sogenannten O st pattes die beteiligten Regierungen nunmehr über ihre Stellungnahme unterrichtet. Wie man weiß, handelt es sich bei dem vorgeschlagenen neuen Sicherheitssystem in Osteuropa vor allem um die Verpflichtung der acht Paktteilnehmer, nämlich Deutschland, der Sowjetunion, Polens, Litauens, Lettlands, Estlands, Finnlands und der Tschechoslowakei, zur automatischen gegenseitigen militärischen Unter st ützung im Kriegsfälle. Außerdem soll die Sowjetunion eine Garantie für den Rheinpakt von Locarno und Frankreich eine Garantie für den Ostpakt übernehmen. Diese Garantien sollen sich eventuell auch zugunsten Deutschlands auswirken. Das ganze System setzt die Zugehörigkeit der Teilnehmer st aaten zum Völkerbund voraus und will diese Staaten auch in gewissen grundlegenden Fragen der europäischen Politik zu einer bestimmten Haltung im Völkerbund verpflichten. 3n ihren Bemerkungen über dieses Projekt hat sich die deutsche Regierung zunächst grundsätzlich dahin ausgesprochen, daß sie keine Möglichkeit sieht, einem derartigen i n - lernationalenVertragssystem bei- zutrelen, solange ihre Gleichberechtigung auf dem Gebiete der Rü ff ungen noch von gewissen Mächten in Zweifel gezogen wird. Der gleiche Gesichtspunkt ist auch für die Frage des künftigen Verhältnisses Deutschlands zum Völkerbund maßgebend. Was die vorgesehene militärische Unter st ühungspflicht der Paktleilnehmer anlangt, so hat die deutsche Regierung dargelegt, daß sich der Verwirklichung dieses an die Sanktionsbestimmungen des Völkerbundsftatu- tes anknüpfenden Gedankens bisher bei allen internationalen Verhandlungen unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen- geftellt haben. Deutschland, dessen zentrale Lage inmitten hochgerüsteter Staaten zu besonderer Vorsicht zwingt, kann keine Verpflichtung auf sich nehmen, die es in alle im Osten möglichen Konsliktsfälle hineinzuziehen und zum wahrscheinlichen Kriegsschauplatz machen würde. Für die in dem Paktsystem vorgesehenen Sondergarantien Frankreichs und der Sowjetunion liegt fein reales politisches Bedürfnis vor. Deutschland kann jedenfalls von solchen Garantien keinen Vorteil für sich erwarten. Die deutsche Regierung glaubt, daß andere Methoden der F r i e d e n s s i ch e r u n g mehr Erfolg versprechen. Im allgemeinen würde sie dabei zweiseitigen Verträgen den Vorzug geben. Sie lehnt aber auch mehrseitige Verträge nicht ab. Rur müßte der Schwerpunkt dabei nicht auf die automatische militärische Unterstützungspflicht im Kriegsfälle, sondern auf die Richtangriffsverpslichtung und auf die Verpflichtung der an einem Konflikt interessierten Mächte zur Konsultation gelegt werden. Diese Verpflichtungen ließen sich im Sinne friedlicher Kriegsverhütungsmaßnahmen sehr wohl zu realen Friedensgarantien ausgestalten, ohne daß damit die Gefahr von ernsten Komplikationen verbunden wäre, wie sie der jetzt von den anderen vorgeschlagene Unterstützungspakt sicherlich zur Folge haben müßte. Französische preffestimmen. Paris, 11. Sept. (DRV. Funkspruch.) Zur Antwortnote der Reichsregierung erklärt das „Oeuvre": Es handle sich um eine glatte Ablehnung durch Deutschland, und es sei zu befürchten, daß diese Haltung neue Schwierigkeiten heraufbeschwören werde. Das „Journal" ist der Ansicht, daß Deutschland nur den Versuch mache, zu handeln. Allerdings sei wenig Aussicht auf Erfolg, denn Bar- thou habe es der Reichsregierung deutlich genug zu verstehen gegeben, daß Versuche, die sofortige Verwirklichung der Rüstungsgleichheit zu erlangen, vergeblich seien. Das „Echo de Paris" benutzt die Rote zu einer maßlosen Hetze gegen Deutschland und ergeht sich in den wildesten Verdächtigungen. Das von den Mächten vorgeschlagene Sicherheitssystem könne natürlich nicht die Zustimmung eines Landes finden, das sich auf den Krieg vorbereite. Das von Deutschland vorgeschlagene System sei das Mittel, um Frankreich mit seinen Verbündeten im Osten zu überwerfen. Ein erster Versuch dieser Methode würde Frankreich die Freundschaft Polens kosten. Deutschland wolle nicht, daß den augenblicklichen Grenzen eine Kollektivgarantie gegeben werbe, weil es nach Gutdünken angreifen wolle (!). Es wolle mit Frankreich in gutem Einvernehmen bleiben, während es im Donaubecken handele und umgekehrt. Das Ehrenkreuz nicht für Personen der Zivsiverwaltungenin besetzten Gebieten Berlin, 10. Sept. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Personen, die bei den Ziviloerwaltungen der während des Krieges besetzten Gebiete beschäftigt waren, haben in dieser Tätigkeit keine Kriegsdienste im Sinne der Verordnung des Reichspräsidenten vom 13. Juli 1934 geleistet. Ihnen kann daher das Ehrenkreuz nicht bewilligt werden. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in Jahresfrist nm 54 v. H. gesunken. Oie Entwicklung der Arbeitslosigkeit im August 1934. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen ist nach dem Bericht der Reichsan- stalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung im August erneut zurückgegangen. Es wurden am 31. August rund 2 398 000 Arbeitslose oder rund 28 000 weniger als am Ende des Vormonats gezählt. Dieser Rückgang ist durch die anhaltende Aufnahmefähigkeit der freien Wirtschaft ermöglicht worden und um so bedeutsamer, als die Zahl der Notstands- a r b e i t e r wieder um rund 23 000 gefallen und in der Landwirtschaft nach Beendigung der Körnerernte eine Arbeitsstille eingetreten ist. Die leichten saisonmäßigen Zugänge in den Außenberufen wurden überdeckt durch Einstellungen be- sonders in der Produktionsgüterind u- st r i e. Dementsprechend war die Entwicklung je nach der wirtschaftlichen Struktur des einzelnen Bezirkes in den 13 Landesarbeitsamtsbezirken verschieden. Die mehr agrarischen Bezirke wie Ostpreußen und Pommern hatten eine leichte, wohl vorübergehende Zunahme, während in den ü b - eigen Bezirken die Arbeitslosigkeit weiter zurückging oder sich nur unwesentlich änderte. Erheblich war die Abnahme wieder in Brandenburg und besonders in Berlin. Hier wirkt sich die durch das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes in Groß- Berlin verfügte Zuzugsperre weiterhin günstig aus. Dem Rückgang der Arbeitslosenzahl entsprach die Entlastung der Unterstützungseinrichtungen. Die Zahl der von der Reichsanstalt betreuten Arbeits. losen ist zwar gegenüber dem Vormonat leicht, und zwar um insgesamt 4000, gestiegen. Dieser (Steigerung steht aber eine Abnahme der anerkannten arbeitslosen Wohlfahrtserwerbslosen um rund 34 200 gegenüber. In der Arbeitslosenversicherung wurden am 31. August rund 310 000, in der Krisenfürsorge 783 000 Unterstützungs- empfänger gezählt. Bei 'N o t st a n d s a r b e i t e n, die mit Mitteln der Reichsanstalt gefördert werden, waren rund 292 000 Volksgenossen beschäftigt. Von den Wohlfahrtsämtern wurden am gleichen Tag noch rund 728000 arbeitslose anerkannte Wohlfahrtserwerbslose unterstützt gegenüber 1 598 000 am 31. August 1933. Während die Arbeitslosigkeit in Jahresfrist insgesamt um rund 42 v. H. zurückgegangen ist, hat sich die Zahl der arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtser- werbslosen um rund 54 v. H. ermäßigt, ein Zeichen, daß die Einreihung gerade der lang, f r i st i g arbeitslosen Volksgenossen, denen die besondere Sorge der nationalsozialistischen Regierung gilt, in die Armee der Schaffenden weitgehend gelungen ist. Verworfene Revision im Totschlagsprozeß Faulstrotz. Von der Justizpresseslelle Gießen wird uns tnif- gefeill, daß die R e v i f i o n, die gegen das Schwur- gerichfsurteil im Totschlagsprozeh Faulffroh (Rodheim v. d. höhe) eingeleifef wurde, vom Reichsgericht am 14. August 1934 verworfen wurde, und das Urteil des hiesigen Schwurgerichts Rechtskraft erhält. Robert F a u l ft r o h war wegen Totschlags, begangen an feinem Vater am 3. Juli 1934, zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Kreissängertagung in Lehnheim. 11. Lehnheim, 10. <5ept. Der Kreis Ohm- Lumdatal im Gau 12 des Deutschen Sängerbundes hielt gestern im Gasthaus D i ck h a r d t seinen diesjährigen Kreissänge r- t a g ab. Nach zwei Chören des Gesangvereins Lehnheim wurde die Tagung von Bürgermeister Hahn eröffnet, der zugleich im Namen der Gemeinde sowie auch im Namen des Gesangvereins „Liederkranz" Lehnheim die anwesenden Vertreter begrüßte. Der Kreiswalter, Lehrer Gengnagel (Grünberg), begrüßte die Vertreter der Kreisvereine und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieser lag dazu beitragen möge, die kulturfördernde Arbeit des deutschen Sangeswesens zu heben. Er führte u. a. aus, daß das erste Jahr im neuen Reich zurück- gelegt und die größte Neuorganisationsarbeit erledigt sei. Im weiteren Verlauf seiner Rede gab der Kreiswalter einen Bericht über die organisatorischen Maßnahmen innerhalb des Kreises. Von den 840 Mitgliedern, die insgesamt in 43 Vereinen zusammengeschlossen sind, fehlten die Vertreter von fünf Vereinen. Sodann folgte die Rechnungsablage durch den Kreisschatzmeister S ch l i f f e r (Nieder- Ohmen). Die Rechnung schloß mit einem kleinen Ueberschuß ab. Der Kreiswalter gab hierzu bekannt, daß die Rechnung geprüft und für tadellos befunden wurde. Er entlastete den Schatzmeister und sprach ihm seinen Dank aus. Darauf folgte eine Besprechung über das GrUppen s i n g e n 19 3 4 in Grünberg, das erstmalig im Kreis abgehalten wurde und mit dem man sehr gute Erfahrungen gemacht hat. lieber das Wer - tungs fingen 19 3 5 laa ein Antrag des Gesangvereins „Liederkranz" Lehnheim vor, der die Bitte enthielt, das Wertungsfingen in Lehnheim abzuhalten und mit dem 50jähngen Stiftungsfest dieses Vereins zu verbinden. Dem Antrag wurde stattgegeben. Eine Aussprache über die Zugehörigkeit der Chormeister zur Reichs« musikkammer zielte dahin, daß nur Absolven- ten der Hochschule für Musik Mitglieder zu sein brauchen. Nun folgte eine Besprechung über die Bundesbeiträge und die „Hessische Sängerwarte". Da be! Kreis mit 43 Vereinen zu stark ist, das Wertungs« fingen an einem Tag durchzuführen, beschloß man die Veranstaltung zu teilen. Für den südlichen Bezirk findet es, verbunden mit dem Stiftungsfest, in Lehnheim statt. Um den Mitgliedern des nördlichen Bezirkes Gelegenheit zu geben, das Fest zu besuchen, findet für diese das Singen 14 Tage vorher in Homberg statt. Unter Punkt Verschiedenes wurden von einigen Sangesbrüdern Vorschläge zur Förderung der Organisation gemacht. Da der jetzige Kreiswalter Lehrer Gengnagel (Grünberg) beruflich sehr stark in Anspruch genommen ist, hatte er wiederholt den Provinzialwalter gebeten, ihn von feinem Amte zu entbinden. Der Provinzial- roalter konnte wegen Teilnahme am Parteitag nid)t anwesend fein. Infolgedessen konnte die Ernennung eines neuen Kreiswalters nicht stattfinden. Don allen Vertretern wurde einmütig der frühere Dun- desvorfitzende Becker (Keffelbach) in Vorschlag gebracht. Kreiswalter Gengnagel nahm dies zur Kenntnis und wird die weiteren Schritte unternehmen. Er schloß mit den Worten, öatz wir unter der Führung des Führers und Reichskanzlers wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken könnten. Es fei der Wille des Führers, die kulturfördernden Maßnahmen des deutschen Männergefangs zu unterstützen. Die Tagung schloß in der üblichen Weise. Reichsiagung des Bundes Volkstum und Heimat in Mainz. LPD. Mainz, 10. Sept. Der Reichsbund Volkstum und Heimat, dessen Organisation sich über ganz Deutschland erstreckt, hält seine diesjährige R e i ch s t a g u n g in Mainz ab. Sie dauert vom 7. bis 14. Oktober und ist mit einer mehrwöchigen Ausstellung über Volks- tum und Heimat in den Räumen des ehemaligen Pädagogischen Instituts verbunden. Hauplschrlftteller: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Vlumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerel R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel. 5265V Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Beverstedt, den 9. August 1934. Ich teile Ihnen gern mit, daß ich mit den von Ihnen bezogenen Gichtosint-Tabletten eine regelrechte Kur durchgemacht habe, und mit dem Erfolg überaus zufrieden bin. Ich kann nur wünschen, daß die Gichtosint-Tabletten auf Grund ihrer vorzüglichen Wirkung überall Eingang finden, denn es war bisher das beste Mittel, welches ich zur Bekämpfung meiner Gicht in Anwendung brafyte. Carl Lehmann, Kaufmann Beverstedt, Bez. Bremen, Poftftr. 23. Brohl, den 20. April 1934. Gestatte mir hiermit gefl. anzuzeigen, daß die von Ihnen mir gesandten Gichtosint-Tabletten sich auf das beste bewährt haben. Ich litt seit längeren Jahren derart an Rheuma und Gicht, daß ich außer den großen Schmerzen, zuletzt fast nicht mehr gehen konnte, sondern kriechen mußte. Auf Ihr Präparat aufmerksam gemacht, waren nach der Kur Schmerzen, Gicht und alles verschwunden; und konnte wieder als 53jährige laufen wie eine von 18 Jahren. Ich kann diese Tabletten jedem Rheumaleidenden bestens empfehlen. Frau Jos. Weber Brohl a. Rh., Mittelstr. lc Solche Briefe besitze ich über 15 000 (notariell beglaubigt) und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumattsmus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch (Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraps, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäpre dient das Gichtosint. Sie können kostenlos und portofrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung erhalten, wenn Sie Ihre Adresse senden an: Gichtosint-Kontor, Berlin SW 235, Fviedrichstr. 237. Zu haben in allen Apotheken. .... und zum Bauen äbermann. Hora-RäüGiieneriahren zur Bekämpfung der Feld- und Wühlmäuse Ratten und sonstiger in Höhlen und Gängen lebender Schädlinge! Wirksamer als Gifte und Bakterien - Kulturen. Größte Wirtschaftlichkeit, sehr große Gasmenge, leichte Bedienung des Apparates und ungefährlich im Freien. 62x?a Hora-Apparat A, schwere Ausführ.. 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Auch die Hausfrau wird, um ihre Einkäufe zu erledigen, nicht lange in den regennassen Straßen suchen wollen. Sie wird sich bereits zu Hause entscheiden! Die Zeitungsanzeige berät sie, mit festgefaßtem Entschluß geht sie zum Einkauf. Damm: Wirb durch Anzeigen, dir hilft der 1 Gießener Anzeiger. Kohlen Koks d675D Briketts Eiform Happel & Co. Mühlstr.18,Ruf3925 TANZ- UNTERRICHT! Zu meinem ANFANG ORTOBER beginnenden WINTER.- TANZKURSUS nehme ich gefl. Anmeldungen entgegen 04399 Privat- Unterricht jederzeit! WILK. WILL Universitäts-Turn- und Tanzlehrer, Löberstr. 12 Mittwoch, den 12. Sevtember, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier an Ctt nnd Stelle zwangsweise gegen Barzahlung, Bekanntgabe erfolgt im Ber- steigerungslokal, Neuenweg 28: Sofas, Sessel, 1 Chaiselongue, Kleiderschränke, je einen Bücher- schrank, Kassenschrank, Material.- Schrank, Drogenschrank,Eisschrank, Schreibtisch, Tisch, 2 Vertikos, 1 Registrierkasse, 1 Lederwalze, Mähmaschinen,1 Gasherd,45Reh- stangen, 200 Mistbeetfenster, eine Partie Bücher. B260d Junker, Gerichtsvollzieher,Gießen Wiesecker Weg 16, Telefon 3383. Sans Löchner, Ofensetzer umgezogen nach 0«68 MeiStlllMS.LellelllWlMs Die Lieferung von zirka 175 cbm WlllWW frei Baustelle der Hauptstrnhe Atzbach-Heuchelheim ist zu oer' geben. Näheres bei Unternehmet c. Wellet, MH Ala MzelgenMengelkllWst Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Gießen, SWslMllt.^ Nr. 212 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesjen) Dienstag, V. September 1934 Sie Katastrophe der „Mrro Lastle". M XX !X^ Mchch y-.\. 1 MWEÄ ^^cbunkbild von dem amerikanischen Passagierdampfer „M o r r o C a stl e", der auf der Rückfahrt von Kuba nach Neuyork unweit seines Heimathafens in Brand geriet und völlig ausbrannte. Oie amtliche Untersuchung. - Kapitän Warms vermutet Brandstiftung. Neuyork, 10. Sept. (DNV.) 3m gedrängt vollen Sitzungssaal der Neuyorker Zollbehörde begann unter dem Vorsitz des Hilfsdirektors der Inspektionsbehörde für die Handelsmarine, Dicker- son Hoovers, die Untersuchung der Vun- desbehörde über die k a t a ft r o p h e der „211 o r r o £ a fH e". Als erster Zeuge wurde der Stellvertreter des Kapitäns Darms vernommen. Als er den Tod seines Freundes, des Kapitäns Wilmot, schilderte, brach Warms zusammen. Er erklärte, dah Wilmot am Freitagabend ganz plötzlich infolge einer akuten Verdauungsstörung gestorben sei. Bei der Ausreise sei Wilmot ganz gesund gewesen. Warms sagte ferner aus, dah er als Vrand- ursache Brand st iftung vermute. Diese Vermutung gründe er auf die Tatsache, dah bereits auf der vorigen Reise ein Brandstiftungsversuch unternommen worden sei. Von dem Ausbruch des Feuers habe er um 2.45 Uhr früh Nachricht erhalten. Zu dieser Zeit meldete die Deckwache das Auftreten von Feuer und Rauch in den Ventilatoren an der Backbordfeite mittschiffs. Er, Warms, habe darauf sofort den zweiten Offizier angewiesen, sofort die nötigen Maßnahmen zu treffen. Kurz darauf habe die im Salon befindliche Nachtwache Feuer in der Bibliothek gemeldet. Der Brand war hier in einem Schrank ausgebrochen, dessen Türen aufsprangen. 3m 3nnern wurde Gasolin festgestellt. Noch vor 3 Uhr habe er Generalalarm gegeben. Die 2Nannschaft sei herausgerufen worden und die Stewards und die Salonwache hätten Anweisung erhalten, die Passagiere zu wecken. Ein Blitzschlag komme als Brandursache nicht in Frage. Während die ersten drei Offiziere der „2Norro Castle" bei ihrer Vernehmung als Zeugen die Ansicht aussprachen, dah der Brand im Rauchsalon mit Hilfe benzingetränkler Gegenstände angelegt worden fei, glaubt der Polizeichef von Havanna an einen kommunistischen An- schlag. Ein Neffe des am Vorabend des Brandes plötzlich verstorbenen Kapitäns wies auf den bis dahin ausgezeichneten Gesundheitszustand seines Onkels hin und regte eine Untersuchung darüber an, ob nicht Sabotage von selten eines verärgerten Besahungsmitgliedes vorliege. Explosion auf hem brennenden Wrack. Auf der noch brennenden „Morro Castle", die zur Ebbezeit etwa drei Meter tief im Sande liegt, erfolgte am Montag früh unter donnerartigem Getöse eine heftige Explosion. Aus dem zweiten Schornstein schoß eine Funkenfontäne hoch in die Luft. Man vermutet, daß der größte Teil des Decks eingestürzt ist. Wegen der Befürchtung, daß sich noch weitere Explosionen ereignen werden, ist die Feuerwehr angewiesen worden, das Legen der Schlauchleitungen ins Innere des Schiffes einzustellen. Auch die Küstenwache, die das ganze Schiff durchsuchen sollte, darf den Dampfer nicht eher besteigen, als bis das Feuer ausgebrannt ist. Die Flammen schlagen jetzt auch aus dem Bug heraus. Bon den hundert Mitgliedern des „Gesangvereins „Concordi a", die an der Vergnügungsreise an Bord der „Morro Castle" teilgenom- men hatten, sind bisher 23 Tote geborgen worden. Fünf Mitglieder werden noch vermißt. Wie von einem Freunde mitgeteilt wird, befindet sich der deutsche Vizekonsul Landmann wohl- behalten in Springslake (New Jersey). Frau Landmann mußte jedoch wegen großer Erschöpfung dem Krankenhaus in Point Pleasant (New Jersey) zugeführt werden. Ihr Zustand ist aber nicht besorgniserregend. Eine Verordnung über den Warenverkehr. Berlin, 8. Sept. (DNB.) In einer auf Grund des Gesetzes über wirtschaftliche Maßnahmen vom 3.Juli 1934 vom Reichswirtschaftsministerium im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft erlassenen Verordnung wird der Reichswirtschaftsminister ermächtigt, den Verkehr mit Waren zu überwachen, und zu reaeln, insbesondere Bestimmungen über deren Beschaffung, Verteilung, Lagerung, Ab- satz und Verbrauch zu treffen. Er kann Anordnungen über die Aufzeichnung geschäftlicher Vorgänge, namentlich über die Buchführung, treffen. Der Minister kann seine Befugnisse übertragen und hierzu besondere Ueberwachungs st eilen errichten. Der Minister bestellt einen Reichsbeauftragten, der die Ueberwachungsstelle leitet und an die Weisungen des Ministers gebunden ist. Dem Reichsbeauftragten kann ein Beirat zur Seite gestellt werden. Die Finanzgebahrung der Ueberwachungsstelle unterliegt den Bestimmungen des Gesetzes zur Erhal-, tung und Hebung der Kaufkraft vom 24. März 1934, Abschnitt 1 (Beiträge-Gesetz). Wer vorsätzlich oder fahrlässig einer Anordnung zuwiderhandelt, die der Reichswirtschaftsminister auf Grund dieser Verordnung trifft, wird mit Gefängnis und Geldstrafe be- straft. Aus aller Well. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes in Amerika. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog Karl Eduard von Sachsen-Koburg-Gotha ist in Washington eingetroffen. Es ist ein Frühstück beim Präsidenten des amerikanischen Roten Kreuzes, Payne, und ein Bankett beim deutschen Botschaftsrat vorgesehen. Zu diesem Bankett sind Ein- ladungen ergangen an die führenden Beamten des amerikanischen Roten Kreuzes, des Staatsdepartements sowie mehrere ausländische Missionschefs. Herzog Karl Eduard wird anschließend die Weiterreise nach'Chikago zum Besuch der Weltausstellung antreten. Das große Los. — Eine Million auf Nummer 276 122. Als erster Gewinn wurde am letzten Tage der Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie das „Große Los" gezogen. Eine Million Reichsmark gewannen die glücklichen Inhaber der Nummer 27 6 1 2 2. Der Gewinn fiel in beiden Abteilungen nach Bayern, wo das Los in der einen Abteilung in Vierteln, in der anderen Abteilung in Achteln gespielt wurde. Auf die Gewinner entfallen nach Abzug der Steuern je 200 000 bzw. 100 000 Mark. Die Dürre in Kanada. 125 000 Stück Vieh werden geschlachtet. Die Bundesregierung hat einem von den Provinzen Manitoba und Saskatchewan gemachten Vorschlag grundsätzlich zugestimmt, wonach 1 25 000 Stück Bieh in den durch die Dürre betroffenen Gebieten geschlachtet werden sollen. Es herrscht Einigkeit darüber, daß es unrentabel wäre, das Vieh den Winter hindurch am Leben zu erhalten. Die Provinzen und das Dominion werden dis Transportkosten nach den Schlachthöfen übernehmen. Die Eisenbahnen gewähren Vorzugstarife. Der Vundesminister für Landwirtschaft, Weir, ist nach Westkanada abgereist, um die letzten Einzel- heilen zu regeln. Wettervoraussage. Ueber dem Festland ist der Luftdruck kräftig an- gestiegen, so daß es nach Auffüllung der Reststörun- gen zu einer ausgedehnten Hochdruckzone gekommen ist, in deren Bereich sich das Wetter wieder freundlich gestalten wird. So wird nach Dunst- und Frühnebelbildungen tagsüber wieder Aufheiterung eintreten, wobei die Temperaturen über mittag wieder stärker ansteigen. Aussichten für Donnerstag: Im ganzen freundliches und tagsüber warmes Wetter. Lufttemperaturen am 10. September: mittags 16,6 Grad Celsius, abends 14,7 Grad: am 11. September: morgens 14,7 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum 13 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. September: abends 17,1 Grad: am 11. September: morgens 15,7 Grad Celsius. — Nieder- schlüge 2,9 mm. Oie Reichswehr auf dem Parteitag t W'W WWW kWN Einmarsch der Infanterie in das Stadion. Erzählung von Hans Zranke-Heilbromi. Nachen wieder zurück, -bis an die Baustelle, die da- Als die Brücke, die zwischen G. und K. über den ^eckor führt, vor vielen Jahren gebaut wurde, war: ben im Schilf dort unter anderem ein Arbeiter beschäftigt, der in bie er in der Zi Der Mann war als ein lustiger und lieber Kerl bei seinen Arbeitskameraden bekannt, olle hatten sie ihn gern, er wußte auf der Mundharfe gut zu spielen, und seine Schnurren und Witze waren prächtig, wenn auch ein wenig derb. Und weil er so lustig und stets guter Dinge war, saß er auch gerne bei einem Schoppen Wein in der Schenke, denn hier löste sich seine Zunge und kamen die Schnurren ihm ins Gedächtnis gestiegen. Und der der nahen Stadt seinen Wohnsitz hatte, sich aber, um das lästige Fahrgeld zu sparen, billig in G. eingemietet hatte und seine Frau des Samstags nach K., der Bahnstation, kommen ließ, um einen Teil des Lohnes ihr anzuvertrauen, frische Wäsche und ein wenig Hausgemachtes zu empfangen und feine unsauberen Sachen der Frau zu übergeben. Dazu natürlich einen Gruß und herzhaften Kuß für die Kinder. in G. zuzustreben. Eines Montags nun wunderte man sich auf der Baustelle, daß dieser Arbeiter nicht auf seinem Arbeitsplätze erschien wie es seine Pflicht war und man dachte, er habe vielleicht auch am Sonntag einen über den Durst gehoben und schlafe nun in G. seinen Rausch aus. Der Nachen, den er sonst sorgfältig-festzumachen pflegte, schaukelte abgetrie- ~ " des jenseitigen Ufers, die Laterne, Zeit des Neumondes bei sich trug, lag Wenn er so mit der Frau gescherzt und geschäkert hatte, wenn sie sich wieder einmal gegenseitig in die Augen geschaut hatten, wenn er die Küsse für die Kinder auf ihrem Munde abgegeben hatte und sie noch einmal umfaßt hatte, dann ging er wohl nach Abfahrt des Zuges noch einmal in die Schenke Zurück und trank hier einen oder gar zwei Schoppen mehr als das seine Art war, und leise pfeifend stieg er dann zum Neckar hernieder, setzte sich in seinen Kahn und ruderte mit ein paar mächtigen Schlägen auf die Baustelle zu, die dunkel aus dem Als die Arbeiter den Ruf des Arbeiters und feine hellsichtige Deutung begriffen hatten, wurde es auf der Arbeitsstelle ganz still. Niemand wagte nach dem Mitelpfeiler zu schielen, in dem sie selbst, seine Kameraden, unwissend ihm das Grab geschüttet hatten: niemand tat einen Schlag mit dem Hammer, vor dem Pfeiler nieder, in stille selbstverständliche Andacht versunken. Es ist niemandem in dieser Ge- Als nun aber der Arbeiter auch am Dienstag nicht auf der Baustelle erschien und auch in seiner auf den Brettern. Die Kollegen fluchten ein wenig, einer mußte in einem anderen Nachen den Flüchtling vom anderen Ufer herbeiholen, die anderen aber standen bald mitten in der heftigsten Arbeit, niemand hob das Beil oder den kurzen Schlegel, es lag eine furchtbare und grauenvolle Stille rings- mit einem letzten Blick auf den Pfeiler, der einen Bauspruch und eine Jahreszahl trug, wieder von binnen ging. Dies aber ist die Geschichte dieser seltsamen Andacht. noch, wo denn nun der Vermißte zu suchen gewesen iiM.iuriI uu„u ...uuu ... — vm-öi-h wäre und wo er aller Voraussicht nach auch sein denn gerade heute ging die große Füllung der Grab gesunden hatte: auf dem Grunde des Mittel- Strebepfeiler an, die Tage waren schön und wol- pfeilers, der damals soweit wie nun jetzt dieser kenlos, und bald ratterten die Betonmaschinen und, Pfeiler gewesen war! ließen Zentner auf Zentner in die hohen Formen! der Pfeiler gleiten, auf denen einst das ganze Gewicht der Brückenbögen zu liegen kam. Schlafstelle in G. nicht aufzutreiben war, wurde bei der Frau in der Stadt eine Rückfrage gehalten, die ergab, daß er auch dort nicht gewesen war, so .... .... daß man sagen konnte, er sei buchstäblich vom Erd-I um. Es war ein ganz klarer herbstlicher Tag, und hoben verschwunden. Nun glaubte man natürlich 'äus dem nahen Flußbade hörte man das Geschrei zunächst, daß der Mann ertrunken sei und man.Der Kiirder. Als man sich aber von dem ersten mals bei dem Bau der Pfeiler angelangt war: das Wasser reichte bis kurz an die Baustelle heran, wo die Schächte der Pfeiler schon gezimmert, standen, um den Beton aufzunehmen, den die großen Maschinen den Tag über ausspien und aus großen Mäulern fallen ließen. wartete, daß seine Leiche an einem der nächsten Tage in dem nahen Wehr hinge, das dort den Strom teilte und alles auffing, was angetrieben wurde. Aber auch hier kam der Verschwundene nicht ans Licht. Seine Frau war sehr traurig, denn gerade am Samstag hatten sie lange zusammen geschäkert, der Mann hatte auch vieles von dem Bau der Brücke erzählt und wie nun mit der Pfeilerfüllung und den weiteren Arbeiten bald alles der Vollen- düng entgegengehen werde. Es war auch feftgeftellt worden, haß er noch zwei Schoppen getrunken hatte, ehe er sich vergnügt und munter auf feinen abendlichen Heimweg gemacht hatte. Ein Bauer hatte ihn noch mit feiner Laterne ins Boot steigen sehen. Die Geschichte vom Tode des Arbeiters hätte sich wohl im Nebel des Unaufklärbaren verloren, wenn nicht eine seltsame Begebenheit auf der Baustelle wenige Tage später die Aufklärung gebracht hätte. Die großen Mittelbogen nämlich waren nun eingefügt worden, der Mittelpfeiler war seines Brettergerüstes entkleidet und stand hoch und gewaltia da, und man war dabei, den östlichen wesentlich kleineren Pfeiler mit der Betonmasse zu füllen. Die Schachtwände waren auch hier gestützt und gefügt und ansehnlich war auch hier die Tiefe, in die man noch einmal herabschaute, ehe sich die Walzen der Maschinen in Bewegung setzten. Und ehe das ge» schah, da rief mit einem Male ein junger Hilfs- arbeiter, der über den Rand in den Abgrund spähte: „Da unten liegt ja der I!" Nun war es zwar nicht der Vermißte, der da tag, es war nicht einmal ein Bündel Kleider, Lumpen oder Säcke, es war nur ein Schatten, den der Mann gesehen hatte. Vielleicht war es nicht einmal ein Schatten, sondern ein Gesicht, ein Anruf. Denn obwohl man nichts fand, wußten die Arbeiter mit einem Male den- gend aufgefallen zuletzt, wenn die Frau dort kniete, denn alle kannten hier ihre Geschichte, und man konnte wahrnehmen, daß viele Rücksicht auf dies Gehaben geübt wurde: man ging langsam und ohne Laut an ihr vorüber, Lachen und Gespräche brachen , „ , _ rv_ v„, ... ab, ja, es ist oft vorgekommen, daß die schweren Wasser ragte, um bei ihr festzumachen und über polternden Erntewagen und Fuhrwerke ihren Lauf die Bohlen und Bretter hinweg seinem Nachtlager vor der Brücke verhielten, wenn ihre Lenker die m Frau dort knien sahen, und warteten, bis die Frau rtilf hpr TRrttrfo herbe Wein mundete ihm besonders, wenn er UUJ Vvi -OrUCTC* Samstags mit feinem Weibe zusammen saß, das er eine Woche lang nicht gesehen hatte. Er kam zu diesem Beisammensein stets in einem der Nachen, Auf der Brücke bei G. im Schwäbischen konnte ö’c tin ber Baustelle gebraucht wurden, über den man vor Jahren mitunter — namentlich an den gefahren, und er fuhr nachts auch in dem großen Festtagen — eine einfache Frau beobach- r" v ten, die lange Zeit auf der Brücke auf und ab zu gehen pflegte, oder auf einem mitgebrachten kleinen Feldftuhle niedersaß, und dies immer unmittelbar in der Nähe des mittleren Pfeilers, der in einer Art Obelisk endete. Es war eine dunkelgekleidete Frau, die einen runden schwarzen Hut trug und an deren Kleidung man außer einer golden leuchtenden Brosche keinerlei Weiß oder Farben beobachten konnte. Oftmals auch stellte die Frau den Feldstuhl zur Seite und kniete im Staub der Brücke Schreck erholt hatte, schritt ein älterer Arbeiter, mit dem der Vermißte oft einen Trunk getan hatte, langsam aus der Gruppe heraus und auf den mittleren Pfeiler zu und nach ihm schoben sich die anderen. Aus dem zu Tode Gestürzten tasteten nun diese Aberzentner Beton, lastete das Gewicht der Rundbogen, ein Grab war hier geworden, wie es wenige Menschen haben und finden werden. Der alte Arbeiter schritt, wie gesagt, langsam auf dieses Grab ZU, legte feine Hand wie liebevoll auf die rissige Ußanö, lächelte ganz seltsam und verschluckte dann das Wort, das er aussprechen wollte. Dann nahm er seine Mütze ab, und die ganze Belegschaft betete leise. Die von der Kriminalpolizei kurz darnach wieder aufgenommenen Nachforschungen bestätigten den seherischen Einfall des Hilfsarbeiters: der Mann mußte bei der Heimkehr in den Schacht des Mittel- Pfeilers gestürzt und zu Tode gekommen fein; ohne daß sie es ahnten, hatten feine Arbeitskameraden Über ihm das Grab gewölbt ... So kam es, daß die Frau des Toten jahrelang hier ihre Andacht verrichtete: betend und kniend vor der sehr unheiligen Wand eines Betonpfeilers: aber alle, die es wußten, ehrten diese Gebete mit Stille und Schweigen. Wie stellt man Trunkenheit feff? Die neuen Gesetze zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher sowie die Bestimmungen über Straftaten, die in der Trunkenheit begangen werden, und gegen das Anwachsen von Verkehrsunfällen, die durch Betrunkenheit veranlaßt find, machen jetzt auch bei uns die Festellung notwendig, ob jemand angetrunken oder betrunken gewesen ist. In England ist die Trunkenheit schon seit langem unter Strafe gestellt, und es ist dort ein vielbehandeltes Problem, wie man die Menge des genommenen Alkohols und den Grad seiner Wirkung genau erkennen Fann. Es bieten sich aber heute, wie Ferd. Goebel in der „Aerztlichen Sachverständigen- Zeitung" ausführt, verschiedene Möglichkeiten. So gibt es psychisch-klinische Methoden, unter denen besonders die folgende sich bewährt haben soll: Die zu untersuchende Person muß sich mit geschlossenen Füßen vorn überbeugen und dabei mit beiden Hän- den einen Gegenstand halten ein nüchterner Mensch kann in dieser Stellung mindestens 20 Sekunden verharren, wer aber Alkohol getrunken hat, beginnt plötzlich zu schwanken und zu wanken. Dann gibt es chemisch-physische Methoden, von denen die Chrom- fäure-Methode gut erprobt ist. Schließlich bringt auch bie Blutuntersuchung gute Ergebnisse. Wirtschaft Färsen Nachdruck verboten Ohne Gewähr 28. Ziehungstag In der heutigen Vormittagszlehui über 150 M. gez gezogen 81871 99710 71568 1137 8907 Frankiun n. Mi. Berlin ächlußk. 80 I 108,75 128 | 80; Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 80,25 Banknoten. - 0 27,25 | - I • 4 79 79,5 • 8| 185,5 1 190 I 27,5 | 27,65 29176 45688 58195 73355 85451 24860 41318 54181 72138 83995 99884 146,75 93,9 42,75 19034 38074 61154 68438 81887 98350 113826 130108 146515 156315 167770 179256 191810 206991 225512 236152 248919 265775 277104 290330 303174 317604 341098 370161 383952 391448 29406 47924 63439 75796 87297 11021 35693 47959 64603 75797 89815 2,454 58,625 55,35 12,385 16,52 169,99 21,62 62,30 63,93 81,81 34,32 o 0 0 0 0 7 0 n 0 0 10 0 ö 7 9 0 0 0 146,75 220 93,25 43 88 66,5 70,5 48 65 48,25 58,25 28,4 182 130,13 78 47,5 246,5 89,25 40,5 13,75 128 128 163 78,25 102,25 47,25 246,75 90,25 40,5 13,9 130 129,25 163 bis 28. bis 38, Weide» bis 30. bis 23. bis 53, 147 93 42,9 88,5 146,75 222 94,5 42,5 87,5 113 66,4 143,5 47,25 64 127,75 48,75 58,25 84 28,25 212,5 180 131 112,75 66 140,5 48,65 65,75 127,75 49 •58,5 84,5 28,4 213,75 180,5 130,25 2,50 RM. 2,70 „ 2,90 „ 163977 333068 56372 216532 295747 3654"? 386' I 16bu3 36127 50998 65919 78475 92252 111197 129185 144301 152226 161088 176959 190628 201279 223619 234637 248766 262827 275798 289772 300131 315566 334563 369532 382917 389439 27188 42967 54817 73004 85300 105876 126189 136619 147769 158241 173604 182412 200203 214730 232016 245572 257262 267648 283578 294797 312421 330112 352743 372993 386610 107665 126304 140943 149323 168729 175836 185811 200634 217271 233796 246368 261771 271850 288202 298947 314138 334056 368360 373626 387027 121816 130835 146745 156732 169757 180346 195303 210834 226525 239883 255852 265812 278901 292564 304343 318786 348232 371880 386181 391609 138723 268578 397679 37281 175627 277954 349037 382889 103743 122940 135617 146793 157712 170439 181203 199932 213861 229519 241861 257189 266059 282802 294031 308931 320223 362687 372875 386219 161624 323463 37808 191644 291113 366258 382943 für weißfleischige Speisekartoffeln „ gelbfleischige „ Industrie und ähnliche Sorten 8. September 1934 ing wurden Gewinne 66,4 72,4 47,5 64,75 48,5 58 28 213,25 179,5 130,66 I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke ........ Metallgesellschaft...... Gritzner................... Mainkraftwerke Höchst a.M... Süddeutscher Zucker........ 23,35, R XV 23.75, Weizenkleie fein W XIII 10,30, Weizenkleie grob W XVI 10,50, Roggenkleie R XIII 9,48, R XV 9,72, Soyaschrot 12,80, Palmkuchen 13,10, Erdnußkuchen 14,30, Treber 17, Heu 11, Weizen» und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 3,40 bis 3,50 (zuletzt 3,10). Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,40 Mark, gelbfleischige hiesiger Gegend 3,10 bis 3,20 Mark pro 50 Kilogramm. Frankfurter Lchlacksviesimarkt. Frankfurt a. M., 10. Sept. Auftrieb: Großvieh insgesamt 1203 (gegen 1517 am letzten Gewinnauszug 5. Klaffe 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Datum .......0 .......0 .......0 .....10 .......0 .......0 .......0 .......6 .......5 .....7VZ 203785 221248 233958 46231 95639 116825 6068 35747 35876 50169 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 235418 249479 265060 311425 314597 329400 368509 372611 381687 322 Gewinne zu 300 M. in Erfüllung. Schon im Jahre 1921 war beabsichtigt, einen Gedenk st ein für die im Weltkrieg Gefallenen zu errichten. Da in der Marxistenzeit für diesen Wunsch kein Verständnis gezeigt wurde, gelangte der Plan nicht zur Aus- ührung. Erst mit dem Durchbruch des Rational- ozialismus und der geistigen Erneuerung unseres Volkes konnte der seinerzeit gefaßte Beschluß Wirklichkeit werden. Das Ehrenmal ist einfach, jedoch ansehnlich und wird der Gemeinde zur Zierde gereichen. Die Weihe findet voraussichtlich Sonntag, 7. Oktober, statt. achtet. Offenbar auf Tauschoperationen gegen diese Werte lagen Reichsbankanteile im Angebot und zum ersten Kurs um 2,75 v. H. schwächer. Die Grund- stimmuna war für den Aktienmarkt zwar weiter freundlich, obgleich eine weitere Umschichtung auf dem Rentenmarkt unverkennbar ist. Hier standen Altbesitzanleihe wieder im Vorder- Mansselder Bergbau .. Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westereaeln . Kaliwerke Salzdetfurth 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu |e 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 64939 122211 138294 164242 176789 262602 267711 272790 303770 322119 Im Gewinnrade verblieben: 40 TageSprämien Mi. 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000)00, 4zu 10000, 4 zu 5000, 10 zu 8000, 24 gu 2000. 42 zu 1000, 144 zu 600, 688 zu 800 M. Ich halte daher einen Kleinhandelspreis von 45 bis 48 Pf. je 10 Pfund gelbfleischige Kartoffeln für angebracht. Frankfurter Börse. rNillagsbärse: ruhig. Frankfurt a. M., 10. Sept. Zum Wochenanfang zeigte die Börse sehr stilles Aussehen, zumal besondere Anregungen aus der Wirtschaft fehlten. Seitens der Kundschaft lagen indessen eine ganze Anzahl kleiner Kaufaufträge vor, die sich aber in der Hauptsache nur auf Spezialitäten erstreckten. Kleines Angebot in einigen Papieren verursachten andererseits bei der Enge des Geschäftes auch kleine Verluste, so daß die Kursbilduna wiederum eine einheitliche Haltung vermissen ließ. Etwas Interesse zeigte sich erneut für Maschinen-, Metall, und Teer- werte, daneben waren die in letzter Zeit in den Vordergrund gerückten Großbankaktien weiter be- 8-9. 77,75 47,75 247 90,4 40,75 14 129,5 128,75 163 10 Gewinne zu 3000 M. 309679 396893 10 Gewinne zu 2000 M. 173500 225972 40 Gewinne zu 1000 M. 67569 120607 133155 197731 211947 253375 370936 376801 385347 64 Gewinne zu 600 M. Gründungssperre für Kreditinstitute. Die auf Grund des Gesetzes über wirtschaftliche Maßnahmen vom 3. Juli 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Verordnung über das Verbot der Neugründung von G e l d i n st i t u t e n hat folgenden Wortlaut: Bis auf weiteres dürfen im Jnlande keine Kreditinstitute errichtet werden. Das gilt auch für Zweigniederlassungen, Depositenkassen, Agenturen, Annahme» und Zahlstellen jeder Art (Zweigstellen). Die Reichsregierung kann von diesem Verbot nach Anhörung des Reichsbankdirektoriums Ausnahmen zulassen, wenn für die Errichtung eines Kreditinstitutes oder einer Zweigstelle ein dringendes Bedürfnis besteht. Zu den Kreditinstituten im Sinne dieser Verordnung gehören auch die öffentlichen Sparkassen, Girokassen, Giroverbände, Girozentralen, sowie die Einrichtungen, die dem Zahlungsund Abrechnungsverkehr dienen, ferner Unternehmungen, die Haftungen und Garantien für Dritte übernehmen, soweit es nicht Dersicherunasunterneh- men sind. Die Verordnung findet keine Anwendung auf die Reichsbank, die Deutsche Golddiskontbank, die Reichspost, die Bausparkassen und Zwecksparunternehmungen, sowie auf die im Kap. 3 des siebten Teiles der Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 1. 12. 30 bezeichneten Wohnuygsunternehmungen. Kreditinstitute oder Zweigstellen von Kreditinstituten, die nach dem 30. 6.34 errichtet worden sind, dürfen den Geschäftsbetrieb über den 1. Oktober 1934 nur fortsetzen, wenn die Reichsregierung sich damit einverstanden erklärt hat. Mit Gefängnis und mit Geldstrafe, oder mit einer dieser Strafen wird bestraft, wer den Vorschriften zuwiderhandelt. Die Verfolgung tritt nur auf Antrag des Reichswirtschaftsministers ein. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Sie tritt mit einer allgemeinen gesetzlichen Regelung der Zulassung der Kreditinstitute zum Geschäftsbetrieb, spätestens aber am 31.12.1936 außer Kraft. Oie Kartoffelpfeise ab 10. September. Der Gebietsbeauftragte für die Absatzregelung von Kartoffeln teilt mit: Der Mindestpreis für Kartoffeln innerhalb der Landesbauernschaft Hessen-Nassau beträgt ab 10.September 2,50 RM. je Zentner ab Hof bzw. frei Waggon ab Erzeugerstation. Danach wird bezahlt: Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 10. Sept. Der heutige Schweine- markt war mit 328 Ferkeln beschickt. Das Ge- schäft verlief schleppend. Es kosteten 6 bjs 8 Wochen alte Ferkel 8 bis 12 Mark, 8 bis 10 Wocben alte Tiere 12 bis 16 Mark, 3 bis 4 Monate alte Läu- ferschweine 25 bis 45 Mark. Schluß Miltag- börse 10.9 7? 102 47,65 246 89,9 40,75 13,75 128 128,5 162,9 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombärdzinsfuß 5 v. H. Schultheis Patzenhoser ....... Alu (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof ............ Zellstoff Aschaffenburg ....... Dessauer Gas............... Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum........... Crenftein & Koppel.......... Leonhard Tietz .............. Chade...................... Accumulatoren-Fabrik........ Tonti-Gummt............... Rundfunkprogramm. Donnerstag, 13. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten 10.30: Eigene Sendung. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.10: Kinderstunde. 16: Nachmittags - Konzert. 17.30: Deutsche Gespräche: „Herrentum und Sozialismus". Ein Zwiegespräch. 17.50: Aus Zeit und Leben. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Sommerabendmusik. 19.30: Saar-Umschau. 19.45: Das Leben spricht. Soziales Funkbild. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: I. Internationales Konzert des Reichssenders Frankfurt: Dänische Musik. 21.30: Der deutsche Ingenieur vor neuen großen Aufgaben! Ein Gespräch zwischen H. I. Kayser und den Dinta-Jnaenieuren F. Schmidtke und H. Lang, Frankfurt a. M. 22: Pfälzer Sekt. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nach den Leichtathletik-Europameisterschaften von Turin. Sprecher: Dr. Karl Ritter von Halt. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Erwins Dom. Ein deutsches Bauwerk. Hörfolge. 24 bis 1: Nachtmusik. Preußen. Kreis Wetzlar. § Odenhausen, 10. Sept. Hier wurde eine NS. - Frauenschaft gegründet. Als Leiterin wurde Frau Tilly Ott bestimmt. Die Frauenschaft soll sich besonders der Nöte in der Gemeinde annehmen. Ferner wurde hier eine B D M. - Gruppe ins Leben gerufen. Als Leiterinnen wurden Elisabeth Kraft und Helene Röhrsheim bestimmt, die schon längere Zeit dem BDM. in Fronhausen angehört haben. Der hiesige BDM. umfaßt nahezu alle Jungmädel unserer Gemeinde. Bisher wurden Wanderungen und Leseabende veranstaltet. < Wißmar, 10. Sept. Die Schweine- z ä h l u n g am 4. dieses Monats hatte hier fol- aendes Ergebnis: Zuchteber keine, Zuchtsauen ein halbes bis noch nicht ein Jahr alt 1, Ferkel unter 8 Wochen alt 9, Iungschweine 8 Wochen bis noch nicht ein halbes Jahr alt 326, Schweine ein halbes bis noch nicht ein Jahr alt 443, ein Jahr alt und älter 21, insgesamt 800. An Kälbern wurden geboren im Juni 21, im Juli 17 und im August 20. — Die diesjährige Getreideernte wird als mittlere Durchschnittsernte bezeichnet. Die O b st - ernte ist gut ausgefallen. Bei der ersten Obstversteigerung am Samstag wurden folgende Preise erzielt: für ein Zentner Zwetschen durchschnittlich 3,50 Mark am Baum, für ein Zentner Frühbirnen durchschnittlich bis 2 Mark am Baum. < Vetzberg, 10. Sept. Ein schon lange gehegter Wunsch der hiesigen Dorfbewohner geht nun gründe und zogen 0,13 v. H. an, daneben im Frei- verkehr Zinsvergütungsscheine gefragt und 0,13 o. H. höher, andererseits sväte Reicysschuldbuchforderun- gen 0,13 v. H. schwächer. Bon fremden Werten hat- ten Mexikaner bei uneinheitlicher Kursbildung einiges Geschäft, ferner blieben im Freiverkehr Russen- Prioritäten beachtet. Am Aktienmarkt eröffneten Farbenindustrie infolge kleinen Angebots 0,40 v. H. leichter; die in Gemeinschaft mit der Bemberg-AG. gegründete Cu- vrama-Spinnfaser.GmbH. machte nur wenig Ein- ftuß. Rütgerswerke gewannen 0,25 v. H., Deutsche Erdöl ebenfalls 0,25 v. H., Metallgesellschaft 0,50 v. H., Goldschmidt aber nur knapp gehalten. Der Montanmarkt war meist etwas fester, nur Rhein- stahl (— 0,65 v. H.), Stahlverein (— 0,50 v. H.) und Gelsenkirchen (—Id. H.) lagen schwächer, ebenso von Kaliaktien Westeregeln (— 0,75 v. H.). Am Elektromarkt waren Felten 1 o. H. höher gesucht, ferner zogen Lahmeyer, Akkumulatoren und Lechwerke etwas an, während im übrigen die Kurse nur knapp behauptet lagen. Don Schisfahrtswerten Nordd. Lloyd um 1 v. H. gedrückt, Hapag gehalten. Zellstoffwerte lagen uneinheitlich, Waldhof aber weiter erhöht. Im einzelnen eröffneten Deutsche Linoleum, Westdeutsche Kaufhof, Braubank und Alu bis 0,50 v. H. fester. , „ Im Verlaufe stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen. Das Kursniveau zeigte gegen den Anfang nur wenig Aenderung, Nordd. Lloyd um weitere 0,50 v. H. niedriger, dagegen Reichsbank mäßig erholt. Soweit Kurse später notiert wurden lagen sie bei kleinen Abweichungen uneinheitlich. Am Kassamarkt waren Armaturen Klein, Schanzlin gesucht. Auch der Rentenmarkt lag sehr still, aber fester. Altbesitz erneut plus 0,13 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen plus 0,25 v. H., also gut erholt. Mexikanische Anleihen batten auch spater noch Geschäft, ferner waren Schweiz. Bundesbahnen höher gesucht. Der Pfandbriefmarkt lag sehr still bei meist unveränderten Kursen. Auch Stadt- und Staatsanleihen wiesen kaum eine nennenswerte Veränderung auf. Der Geldmarkt war trotz «des Steuertermins leicht und der Satz für Tagesgeld blieb 3 v. H. Abendbörse: sehr ruhig. Die Abendbörse verkehrte wohl in sehr stiller Haltung, wies aber eine durchaus freundliche Grundstimmung auf. Einige Anregung gab dabei die weitere Verminderung der Arbeitslosenziffer. Anderseits herrschte in Hinblick auf für morgen angekündigte Ausführungen von Dr. Schacht stärkere Zurückhaltung. Es lagen von der Kundschaft nur kleinste Aufträge vor, und auch die Kulisse enthielt sich fast jeglicher Geschäftstätigkeit. Die Kurse, die zur Notiz gelangten, hatten meist nominellen Charakter, lagen aber im Vergleich zu den Berliner Schlußkursen gut behauptet. Etwas höher lagen u a. Goldschmidt und Rütgerswerke, ferner von Kunstseideaktien AKU. mit plus 0,50 v. H., wogegen Bemberg 1,50 v. H. verloren. Montan- und Elektroaktien sowie IG. Farbenindustrie zeigten nur we- nia Veränderung. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an. Am Rentenmarkt fanden Reichsaltbesitz und Zinsvergütungsscheine einiges Interesse bei gut behaupteten Kursen. Don fremden Werten gingen Mexikaner in kleinen Posten um. 3 v.H. Schweizer Eisenbahnrente erhöhte sich um 3 v. H. auf 153, wogegen 4 d. H. Schweizer Bundesbahn von 1912 um 0,75 v. H. auf 195 nachgab. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 96,25, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 79,65, 5 v.H. innere Mexikaner 6, 3 v. H. do. 5,13, 4 v. H. Rumänen 4,05, Commerzbank 68,75, vv-Bank 75, Reichsbank 152, Dres- bener Bank 77,50, Buderus 88, Gelsenkirchen 61, Harpener 104,50, Mannesmann 71,25, Mansfeld 78, Phönix 47,50, Rheinstahl 89,25, Stahlverein 40,50, AKÜ. 66,50, AEG. 27,25, Betula 146,75, Bemberg 70,50, Scheideanstalt 220, Licht und Kraft 116,25, IG. Farben 146,75, Gesfürel 112,75, Gold- schmidt 93,25, Holzmann 80, Lahmeyer 124,90, Rütgerswerke 43, Schuckert 97, Siemens 147. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Sept. Infolge vermin- berten Besuches lag ber Frankfurter Getreidegroßmarkt still. Weizen war weiter stark angeboten, ohne daß hierfür seitens der Mühlen die entsprechende Aufnahme (infolge Raummangels) vorhan- den war. Das weniger umfangreiche Roggenange- bot fand dagegen gute Aufnahme. In Hafer und Futtergerste liegt nur wenig Material vor, wobei Futtergerste stark gefragt wird.' Brau- und Industriegersten sind anderseits schwer verkäuflich. Das Mehlgeschäft zeigte bei unveränderten Preisen keine -- -------, Ausdehnung. Am Kraftfuttermittelmarkt sind ölhal- zwar weiter fige Artikel seitens des Handels nach der Ermäßi- r h gung der Preise weiter gut gefragt, die Oelmühlen nehmen bereits wieder geringere Zuteilungen vor. Für die Mühlennachfabrikate kamen heute erstmals die festgesetzten Preise in Anwendung. Der Mühlenfestpreis versteht sich ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Das Geschäft hat sich auf der neuen Basis noch nicht eingespielt. Es notierten: Weizen W IX 198, W XIII 202, W XVI 206, Roggen R IX 158, R XIII 162, R XV 166, Futtergerste G IX 160, G XI 163, G XII 165, Hafer H XIII 158, H XIV 160, Weizenmehl W XIII und W XVI je 26,90, Roggenmehl R IX 23, R XIII Montagsmarkt), davon 436 Ochsen, 127 Bullen, 252 Kühe und 388 Färsen. Kälber 378 (518), Häm- mel 53 (43), Schafe 37 (6), Schweine 4268 (4366). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 35 bis 36, b) 32 bis 34, c) 29 bis 31, d) 25 bis 28. Bullen a) 32, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 23 bis 26. Kühe a) 30 bis 32, b) 26 bis 29, c) 21 bis 25, d) 10 bis 20. a) 36, b) 33 bis 35, c) 29 bis 32, d) 24 Kälber a) 46 bis 47, b) 39 bis 45, c) 33 d) 25 bis 32. Lämmer und Hämmel b2) mast 32 bis 34, c) mittlere Mastlämmer 28 Schafe f) mittlere 24 bis 27, g) geringe 15 Schweine a) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 48 d) 45 bis 51, e) 42 bis 47, gl) 45 bis 48, g2) 40 bis 44. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt blieben Ochsen, Bullen, Kälber und Schweine unverändert, Kühe gaben 1 bis 2 und Hämmel 1 Mark nach, während Färsen 1 Mark anzogen. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer Ueberstand. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausver- kauft. Schweine lebhaft, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 600 Viertel Rindfleisch, 89 ganze Kälber, 8 ganze Hammel, 130 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch b) 52 bis 56. Rind- fleisch b) 48 bis 52. Bullenfleisch b) 50 bis 54. Kuhfleisch b) 38 bis 46, c) 28 bis 38. Kalbfleisch b) 64 bis 70, c) 54 bis 60. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch 70 bis 73. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. o 81 o 108,65 o| 128,25 I Schluß« kurs 8.9. bürst 10-9. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II einer auf beiden 8 Gewinne zu 6000 M. 6238 98046 234487 305741 113711 8 Gewinne zu 3000 M. 19971 23889 815975 12 Gewinne zu 2000 M. 14876 26432 143695 164611 382246 383853 49369 50801 34 Gewinne zu 1000 M. 15081 79085 129442 158966 176037 197900 211550 224794 231306 251080 255370 260295 332512 343531 353638 37084 118 Gewinne zu 500 M. 19794 30349 44769 46408 54680 60628 60837 72573 80250 89931 94016 94153 128210 130200 131829 135284 135358 137024 137447 138393 147200 148882 149724 159778 177566 178676 182602 193579 200234 200593 204856 207324 209140 213484 214389 219076 233889 239528 242940 251553 255233 266612 266678 272807 294571 299138 301892 312165 315572 318500 343629 345750 374914 363843 365196 367234 370351 370504 12688 344 Gewinne zu 300 M. 1156 7796 9030 13444 20969 22547 23627 24140 26848 28960 33604 33528 34179 35122 37461 38693 39773 39789 43935 44766 45178 45827 46399 52184 52352 64318 54942 56592 69707 66564 66836 67844 69594 82109 85960 88172 89983 90631 90910 91503 92641 93137 94428 94880 96974 97368 99900 100260 101314 105099 113336 113496 114026 121031 121514 122584 129466 131177 132019 132094 134190 135311 135553 140644 141195 144358 145744 156969 157935 161087 162498 170671 172607 173519 174575 179123 180881 181066 181844 185904 188639 192450 193887 195080 196937 201021 202182 203068 203190 208825 212471 214222 220558 223744 224086 230787 233705 237038 237201 238697 240853 240937 247219 247978 259218 260926 261140 266044 269233 270100 275145 279866 280811 282158 284551 287962 297132 298894 301146 302063 303774 306445 308542 308740 309445 310997 312047 312152 314357 314568 316975 319745 319758 322076 323331 323662 324162 326167 328884 329225 331791 331922 331946 338099 340542 342094 343398 343726 347638 349568 351910 353056 361917 364633 367934 369101 369299 370709 375729 377019 377835 380206 381572 382122 382683 385010 386512 387000 394368 397027 397279 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 8. September 10-September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Selb | Srle- Gelb Srie Buenos Aires 0 661 0,665 0,658 0,662 Brüssel..... 58,545 58,665 58,545 58,665 Mo de Jan. 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3.053 Kopenhagen. 55,34 55,46 55,28 55,40 Danzig..... 82,02 82,18 82,02 82,18 London ..... 12,395 12,425 12,38 12.41 Helsingfors.. 5.47 5,48 5,465 5,475 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,68 21,72 21,66 21,70 Japan ...... 0,742 0,744 0,742 0,744 Jugoslawien 5,714 5,726 5,714 5,726 Oslo..... : 62,29 62,41 62,22 62,34 18.95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,25 11,27 ii .24 11,26 Stockholm... 63,92 64,04 63,84 64,96 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10 46 10,44 10,46 Budapest ... Neuyork... 2,484 2,488 2,482 2,486 Fronnur a. Di. ■der Illi .Tiaiuiui . jj 1. Lierim Schluß- kurs S^lußk. Abend- bSrst Schluß, kurs Schluß!. Mittag, btirse Schluß- kurs Schlußk. Abend- bflrfe Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 8«9. 10-9. 8.9. 10-9. Datum 8.9- 10.9- 8-9. 10.9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 94,75 94,75 95 95 4% desgl. -serie II ............. 8,1 8 7,8 — 6% ehern.7% Dt. Retchsanl. b. 1929 — — — 5% Rumän. bereinh Mente b. 1903 4,25 4,3 5V2% Doung-Anleihe von 1930 .. J3.5 93,25 93,65 4^2%Rumän.bereinh.Renteb.l913 6,75 6,8 6,8 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4% Rumänische bereinh. Rente .. 4 4,05 4 4,1 96,13 96,25 96,25 214% Anatolier ......... 36 36 36,5 36,25 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. bVi% Hess. LandeS-Hypothekem oank Darmstadt Ligui......... Oberhessen Probinz-Anleihe mit Auslos.«Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- 92,75 90 90 97,25 92,75 90 89,75 97,25 92,75 90 113 3 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschifs...........o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioal-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dtsconto« Gesellschaft................0 Dresdner Bank............... Reichsbank .................. 26,25 30 73 -5,75 67,5 26,25 29 72,5 95 68,75 26,13 26 29,5 72,5 96,25 67,5 26,4 29,13 72,5 96,25 68,5 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 98 90,5 97,75 90,5 97,75 90,75 98 75 77,5 154.75 75 77,5 152 75 77,5 153,5 75 77,5 152 6% ehem. 7% Franks. Hhp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 90,5 90,5 * — A.E.G....................... 27,75 27,25 27,65 27,13 6Vi% ehem. 4/3% Franks. Hyp.« Bank-Ltqu.-Psandbriefe....... 90,65 90,75 — —- Bekula.....................0 Slektr. LieferungSgelellschaft... 6 146,5 103,5 146,75 103 146,9 103 147,13 103 5'/r% . ehem. 4/t% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... Licht und Kraft ............. g 117,25 116,25 116,5 116,5 91,5 91,5 — Felten & Guilleaume.........0 77,25 78,25 77,65 77,9 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand« Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 113,25 112,75 112,5 113 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 93 93 Rheinische Elektrizität ........ 5 103 103 102,75 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- Schuckert L Co............... 5 97,5 97 96,5 97 briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 94 Siemens L Halske............ 7 148,75 147 148,75 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,5 101,65 101,5 101,65 Lahmeyer L Co............. 10 125 124,9 124,65 — 4% Oesterreichische Goldrente.... 31 31,5 32 _ Buderus ................... 0 88 88 88,5 116,75 88 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,1 7,5 1,1 7,5 — Deutsche Erdöl .............. 4 116,5 116,4 116,75 4% Ungarische Goldrente....... 7,5 — Gelsenkirchener..............0 62 61 61,5 61,25 4% Ungarische Staatsrente b. 1910 7 7 7 7 Harpener................... 0 104,25 104,5 103,5 104,75 4>/,% desgl. bon 1913.......... 7,13 7,13 7,13 — Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — 71,9 72,25 6% abgest. Goldmexikaner bon 99 12,25 12,5 12,25 12,5 Ilse Bergbau ...............6 — — 172,5 172 131,76 4% Türkische Zollan'leihe bon 1911 — — — Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ...............0 132 131,5 131,5 4% Türkische Bagoadbahn-Anleihe 78,4 78,75 78,4 79,13 Serie 1..................... i 8 *• Mannesmann-Röhren........0 71,25 71,25 71,25 71,4 gerün, IQ.September Geld Amerikanische Noten.............. 2,434 Belgische Noten.................. 68,385 Dänische Noten ................. 55,13 Englische Noten ................. 12,345 Französische Noten............... 16,46 Holländische Noten............... 169,31 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,54 62,06 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,67 Schweizer Noten................. 81,49 Spanische Noten................. 34,18 Ungarische Noten................ Nr. 212 Dritter Blatt Girhener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)Dienstag, 11. September (934 Obsternte. Sö! Die Leiter steht fest. Ich nehme das Körbchen mit dem Haken und steige in die Höhe. Meine Kinder stehen unterm Baum und schauen nach oben. Sie sind ganz still. Es ist uns allen fast feierlich zu Mute. Wie oft haben wir im Laufe des Sommers nach dem Baum geblickt, um festzustellen, ob die Früchte auch bald reif sind. Fast täglich brachten mir die Kleinen einige wurmige Aepfel und forderten immer wieder: „Jetzt müssen wir die Aepfel pflük- ken. Sie sind alle reif!" Ich hatte Zeit, ich ließ mich nicht täuschen. Als ich aber heute morgen einige Früchte hochhob und dabei bemerkte, daß sie sich leicht vom Fruchtboden lösten, da holte ich die Leiter. Ich nehme den ersten Apfel in die Hand. Er ist noch ganz warm von der Sonne. Rote Streifen durchziehen seine Schale. Die Arbeit der Sonne. So hing er nun Wochen am Baum, ließ sich vom Winde schaukeln und reifte in der Sonnenhitze zu der köstlichen Frucht. Die Schale war dunkelgrün und schimmert nun ins Gelbliche. Wie wird er uns in den kalten Wintermonaten munden! Ganz vorsichtig lege ich ihn in das gepolsterte Körbchen. Dann aber überblicke ich noch einmal den ganzen Baum, die Fülle der Früchte, die mir im Sonnenschein entgegenleuchten. Weiter links steht ein Birnbaum. Auch dort lachen uns goldne Früchte an. Sie werden morgen gepflückt werden. Im Grasgarten stehen die Zwetschenbäume. Wir ernteten schon von ihnen. An den Spalieren locken die letzten Pfirsiche, daneben die dunklen Trauben. Welche Fülle und welchen Segen spendet uns dieser Herbst! Meine Kinder stehen immer noch stumm. Sie warten, bis der Vater das gefüllte Körbchen herabreicht. Aber auch sie scheinen zu verstehen, warum ich zögere. So muß es dem Bauern zumute sein, wenn er vor seinem reifen Fruchtacker steht und die Sense bereit hält, um die Halme zu schneiden. Ehrfurcht und Dank erfüllen sein Herz... Aber die Kinder werden nun doch ungeduldig. Ich fülle also das Körbchen und steige herab. Nun lesen wir die Aepfel in die Körbe, ganz vorsichtig, ganz behutsam. Wie die Augen der Kleinen strahlen! Am liebsten möchten sie in die glänzenden Früchte beißen! Warten können! heißt es auch hier. Es sind doch Winteräpfel. In den Nachbargärten herrscht auch lebhaftes Treiben. Ueberall stehen Leitern, von allen Seiten hört man Rufen, Lachen und fröhliche Stimmen. Die Obsternte im Siedleraarten ist das schönste Fest des ganzen Jahres. Lachender Sonnenschein, köstliche Früchte und frohe Gesichter! Deutsche Aepfel und deutsche Birnen! P. Auöparteiamtlichen Bekanntmachungen Der Bezirk Londors des NSLB. hält am morgigen Mittwoch, 12. September, 14.30 Uhr, eins Bezirksversammlung bei Höchst in Lon- d o r f ab. Der Kreis Schotten des NSLB. hat am morgigen Mittwoch zwei Konferenzen, die beide um 15 Uhr in Schotten im „Hessischen Haus" bzw. in U l r i ch st e i n bei Groh stattfinden. Im NSLB. Kreis Friedberg versammelt sich die Fachschaft „Körperliche Ertüchtigung" am morgigen Mittwoch um 14.30 Uhr in Friedberg in der Turnhalle der Aufbauschule bzw. auf dem Sportplatz, die Fachschaft „Höhere Schule" trifft sich ebenfalls am morgigen Mittwoch um 16 Uhr im „Pfälzer Hof" in Bad-Nauheim zur Erledigung von Organisationsfragen und zu einem Vortrag des Pg. Dr. Knieriem über „Nichtdeutsche Minderheiten in Deutschland". Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Fahrt ins Donaulal. Vom 15. bis 23. September findet eine Fahrt ins schöne Donautal statt. Die Fahrt geht ab Frankfurt über Schwetzingen, Karlsruhe, Offenburg durch Die Mein der SS. von Nürnberg. I I I ” : F W" 1 .. J. Der Aufmarsch der SS.-Formattonen auf dem Bahnhofsplatz unmittelbar nach der Ankunft des Zuges. — Im Vordergrund die Gießener SS. unter dem Kommando des SS.-Sturm- bannführers H a i n b a ch. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Gestern um 14.40 Uhr traf der Abschnitt XXL der SS. unter dem Kommando des Oberführers Unger (Kassel), mit einem- Sonderzug vom Reichs- parteitaa in Nürnberg kommend, auf dem hiesigen Bahnhof ein. Die Stürme wurden von einer großen Menschenmenge erwartet und herzlich empfangen. Die vom Führer am Sonntag mit der Blutfahne feierlich geweihte „Standarte Gießen", das neue Feldzeichen unserer SS., wurde jedoch von den Heimkehrern nicht mitgebracht, da nach einer neueren Weisung — die bis gestern mittag in Gießen noch nicht bekannt war — das ehrwürdige Feldzeichen bis zum Abschluß des Parteikongresses in Nürnberg verbleiben muß und nunmehr nach dem Abschluß des Parteitages durch ein Sonderkommando hierher überführt werden wird. Die Standarte wird dann feierlich eingeholt werden. Die SS.-Formationen nahmen gestern nachmittag nach der Ankunft zunächst auf dem Bahnhofsplatz Aufstellung, wo sich Oberführer Unger von seinen Kameraden verabschiedete und die weitere Heimfahrt antrat. Anschließend marschierten die Formationen zum Caf6 Leib, wo die Auflösung des Nürnberg-Transportes erfolgte. Anschließend rückten die Stürme in ihre Heimat ab. den romantischen Schwarzwald nach Donaueschingen. Besonders die Fahrt durch den Schwarzwald wird den Urlaubern viel Freude bereiten. Zielstation der Fahrt ist Donaueschingen. Von dort aus werden die Urlauber in den Orten zwischen Beuron —Sigmaringen und Ehingen untergebracht. Die Rückfahrt erfolgt am 23. September ab Ulm und führt über Stuttgart. Die Kosten für diese Fahrt nach Süddeutschland betragen nur 28,50 Mark. Anmeldungen bis Dienstag, 11. September, auf der Geschäftsstelle, Schqn- zenstraße 18, Zimmer 10. Fahrt zur Samländischen Bernstelnküsie. Am 22. September findet die letzte Bäderfahrt statt. Die Samländische Bernsteinküste ist diesmal das Ziel unserer Urlauber. Noch viel zu wenig bekannt ist dieses schöne Land im deutschen Üsten. Ueberaus viel werden die Urlauber auf dieser Fahrt 3U sehen bekommen: Tannenberg, das Nationaldenkmal in seiner monumentalen Wucht, und Marienburg, die große Ordensstadt des Ostens. Am 22. September erfolgt die Abfahrt von Frankfurt a. M., mit einer Uebernachtung in Hohenstein, nach Königsberg. Von dort aus werden die Urlauber in den Küstenorten an der Ostsee untergebracht. Jeder einzelne Urlaubsort bietet etwas Besonderes: Pillau an der einzigen Verbindungsstelle des Kuri- schen Haffs mit der Ostsee, Palmnicken mit dem einzigen Bernsteinbergwerk der Welt, Georgenwalde an der Samländischen Steilküste, Kranz, das bekannte Seebad an der Ostsee, und Rositten auf der Kurischen Nehrung. Zum Gold der deutschen Ostsee, zur Bernsteinküste, führt diese Acchrt. Die Urlauber werden Gelegenheit haben, die Bernsteinfischer bei ihrer mühevollen Arbeit zu beobachten. Die Gesamtkosten für diese schöne Fahrt betragen nur 51 Mark. Die Rückfahrt wird am 30. September, morgens, erfolgen. Auf der Rückfahrt wird Marienburg besichtigt. Uebernachtung erfolgt in Berlin. Am Montag. 1. Oktober, abends treffen die Urlauber wieder ein. Anmeldungen werden bis zum Freitag, 14. September, entgegengenommen. Rückkehr der PO. und SA. aus Nürnberg. Am morgigen Mittwoch, 12. September, 5.35 Uhr, kehrt dis PO. des Kreises und der Stadt Gießen im Sonderzug von Nürnberg zurück. Die SA. kommt — sofern nicht in letzter Stunde noch andere Dispositionen getroffen werden — ebenfalls am morgigen Mittwoch, und zwar um 17.57 Uhr, in Gießen an. Erntedankfest 1934. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Auch in diesem Jahre wird das Erntedankfest dem Einzelhandel Veranlassung geben, seine Schaufenster zu schmücken und dadurch der Bedeutung oieses Tages Rechnung zu tragen. Um der brachliegenden Heimindustrie Aufträge zuzuführen und an dem Gedanken der Arbeitsbeschaffung tatkräftig mitzuarbeiten, wird empfohlen, künstliche Blumen und Blumengebinde, sowie Seidenbänder, die ebenfalls in Heimarbeit hergestellt werden, zu verwenden. Wirtschastsbelebung und Arbeitsbeschaffung bei Rinn & Eloos. Trotz der bekannten wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Zigarrenindustrie hat sich die Zigarrenfabrik von Rinn & Eloos A G. in Heuchelheim in anerkennenswerter Weife entschlossen, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft einen erheblichen Beitrag zu leisten. Die Firma Rinn & Eloos läßt in der Durchführung dieses Entschlusses gegenwärtig in ihrer Zentralfabrik in Heuchelheim wiederum bauliche Erweiterungen vornehmen. Ferner haben die Filialbetriebe des Hauses in der weiteren Umgebung von Gießen, insbesondere in den Kreisen Gießen und Wetzlar, in der jüngsten Zeit eine erneute Ausdehnung erfahren. Auch in den entfernter liegenden Produktionsgebieten der Firma, in den Kreisen Marburg, Biedenkopf, Schmalkalden (Thüringen) und Gelnhausen, wo sich bekanntlich Zweigbetriebe der Firma befinden, sind die Maßnahmen zum Betriebsausbau in der Durchführung begriffen. In jüngster Zeit wurde dabei die frühere 'Zigarrenfabrik von Oldenkott in Roth (Kreis Gelnhausen) von der Firma Rinn & Eloos als neue Zweigfabrik in Betrieb genommen. Durch die erfreuliche Initiative der Werkleitung war es auf diesen Wegen des Wirtschaftsaufbaues möglich, in den letzten Monaten die Belegschaft um 500 Köpfe zu erhöhen. Damit ist die Gesamtzahl der in der Firma beschäftigten Angestellten und Arbeiter erheblich über 5000 angewachsen. Fliegergeist wird nie verwehn! Man sage nicht, Flieaergeist wolle etwas Besonderes für sich! Wenn schon, dann in dem Willen, erster zu sein im Dienst am Vaterland! Fliegergeist erfüllte den deutschen Adler, bis Eigennutz und Wahnsinn ihm seine Flügel raubten! Nacht für Nacht führte die Kriegsflieger nur eines immer wieder über den Feind: die eiserne Pflichterfüllung im Dienst am Vaterland! Und was machte diesen Dienst leicht und führte zusammen? Nichts anderes, als das gleiche Erleben in Not und Gefahr und das Wissen, im Dienst einer würdigen Idee zu kämpfen! Damals wie heute! Nicht das Leben ist das Höchste, sondern die Idee! Sich ihr.zu eigen zu geben, kennzeichnete den Weg und Sieg Adolf Hitlers, ist der Wille der heutigen Fliegerei! Materialismus, Pazifismus und Verrat zerschlugen der alten Fliegerei ihr stolzes Haus! Ein Deutschland der Ehre und Kraft baut es wieder auf, nicht um des.Schwertes willen, sondern um die Schwingen zu regen zum Fluge für Deutschlands Ehre und Freiheit! Fliegergeist kennt und will nur eines: aus der Liebe zum Vaterland mitzuhelfen am Wiederaufbau der deutschen Nation! Und du, deutscher Volksgenosse, willst nicht selbst Mitarbeiten? Doch? Dann sei du schon morgen Mitglied im Deutschen Luftsport-Verband! Anmeldungen bei der Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 11. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 8%, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 30 bis 40, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 15, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln 5 Pf.„ der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Falläpfel, das Pfund 3 bis 4 Pf., Pfirsiche 15 bis 30, Brombeeren 30, Preißelbeeren 30 bis 35, Birnen 8 bis 12, Küchenchef im Londoner Zoo. Von Sir Galahad. Er hat nichts zu lachen, obwohl so viele seiner Stammgäste Rohköstler sind, daß man glauben sollte, es wäre der reine Ruheposten, die Tierküche zu leiten. Der Laie aber ahnt nicht, wie das an den Nerven zehrt, wird eines Morgens aus dem Vorratsraum gemeldet: Die einzige Büchse mit eingemachten Bananenfliegen ist verschimmelt, und nicht einmal Grünfliegen sind mehr da für dos Kolibrifrühstück; oder wenn schnell an den nächsten Ozean telephoniert werden muß um frische Meeralgen, :weil die letzte Flugpostsendung irrtümlich Süßwasseralgen enthielt, weshalb irgendein fataler ; Lurch in den Hungerstreik zu treten droht, und natürlich hat der Küchenjunge wieder den Fang der sechs Kakerlaken vergessen, die der brasilianischen «Spinne jede Woche ärztlich verordnet sind. Hungerstreik! Diese üble Waffe rücksichtslos zu «gebrauchen, haben die meisten Tiere noch besser jheraus als Gandhi. Besonders die Schlangen. Diesen !Wesen der schlanken Linie ist ja überhaupt jeder iVorwand recht. Von solchen Dingen weiß die Direk- ltion des Londoner Zoos gar vieles zu erzählen, mit iührer Erfahrung an zehntausend täglich zu fütternden Mündern, Mäulern, Rachen, Schnäbeln der absonderlichsten Art; das gibt Erfahrung. Wie gesagt, am ärgsten treiben es angeblich die Schlangen, und wenn eine Königskobra sich in der Gefangenschaft auf einen ganz bestimmten Leckerbissen kapriziert, der hundert Mark kostet, so muß er eben her, sonst macht sie es wie der große Wasser- Python mit seinem Hungerstreik von einundeinhalb Jahren. Besonders kränkend für den Küchenchef erwies ffich einmal der Fall eines neuen Albinopythons. Die Rückkunft des verlorenen Sohnes ist sicher nicht io festlich begangen worden, wie die Ankunft dieses kostbaren Reptils. Ein besonders gemästetes rosa Milchferkel, geschlachtet und appetitlich hergerichtet, •rroartete den Ankömmling, von dem man wußte, i;r habe schon ein paar Monate gefastet. Doch verbrämt durch die lange Fahrt, sah er voll Ekel weg; auch weg von Hühnern, Tauben, jungen fetten Mäusen, taufrischen Fröschen, kleinen Schlangen, hie so glatt rutschen. Als nach vier Monaten Gefahr bestand, der Albinopython werde zu müde und 'chwach werden, um überhaupt noch fressen zu können, selbst wenn er wieder wollte, hielt man ihm hen' Rachen mit Gewalt gespreizt und ließ Eier, Milch, Glykose den Schlund hinunterrinnen. Eine ..liiere Schlange entwickelte die Manie, sich nur von weißen Ratten zu nähren; eine besonders Aparte entschied sich für Mayonnaise. Alle Leiter zoologischer Gärten klagen über unberechenbare Eßlaunen ihrer Schützlinge, wodurch die ohnedies schon schwierige Ernährung manchmal fast unmöglich wird. Ohne andere Sorgen und maßlos angeödet, denken die Tiere den ganzen Tag nur darüber nach, was sie bei der nächsten Mahlzeit für neue Mucken zeigen könnten, als wüßten sie den eigenen Anschaffungspreis genau, und wie viel daher von ihrem Wohlsein abhängt. Doch gibt es da auch wieder lobenswerte Ueberraschungen. Vor der Ankunft eines seltenen Affen, dem der Ruf voraus- aing, er genieße zu Hause in Südamerika nur besondere tropische Vögel und Schmetterlinge, höchstens noch den einen oder anderen Prachtkäfer, fürchtete sich schon das ganze Personal; gerade dieser aber zeigte sich von Hausmannskost entzückt und fand Beefsteaks überaus bekömmlich. Oft ist das Futter für kleine Tiere weit mühsamer und schwieriger zu beschaffen als für große unter den Fleischfressern — ein Tiger leichter zu ernähren als mancher Käfer. Aergste Sorgenkinder aller Zoos waren bis vor kurzem die Kolibris, ja es erschien überhaupt hoffnungslos, die Winzigen, phantastisch Schönen in der Gefangenschaft halten zu wollen. Alle verhungerten. Wie eine Diät finden für geflügelte Elfenprinzen mit Krone und Schweif, kleiner als ein Spatzenei und märchenzart? Jetzt scheint das Wunder in mehreren Zoos zu gelingen nach ziemlich einheitlicher Methode. Eine Art Säuglingsnahrung wird ihnen auf Dschungelweise serviert. In ein frei hängendes Kindermilchfläschchen, geformt wie ein tiefer Blütenkelch, kommt eine Mischung aus Blumenhonig, kondensierter Nestle- milch, Fleischextrakt, Bananenfliegen und einer grünen Fliegenart, da Kolibris in Freiheit die Insekten mit einsaugen, während sie, flirrend vor den Kelchen, ihre langen feinen Schnäbel in den Nektar tauchen. Eine fast mikroskopische Nahrung erhalten auch die Seepferdchen: Wasserflöhe, einzeln kaum mit freiem Auge sichtbar, werden eigens für sie gezüchtet und dann literweise in die Aquarien geschüttet. Die Masse machts! Leguanen und Waranen kommt es wieder nur auf die hübsche Farbe des Futters an. Ganz uninteressanten Geschmack haben die großen Fresser; Bären etwa würden weitermachen, bis sie platzten, ließe man das zu. So aber bekommen sie einfach 5 Pfund Pferdefleisch, einen Laib Schwarzbrot, 2 Pfund Keks täglich, und damit Schluß; nur der Eisbär erhält feine Fleischportion noch mit Lebertran befeuchtet, gegen Heimweh, und ein paar । Heringe obendrein. Den Seelöwen und Robben i würde das nie genügen, unter vierzig Pfund Fische kommen sie schwer aus, dem Walroß sind sogar hundert Pfund nur etwa wie ein erster Gang. Elefanten machen gerne Faxen, bleiben aber meist sehr gesittet dabei. Ein Elefant im Londoner Zoo, Geschenk des Prinzen von Wales, mag zwar Drangen nicht, doch wird berichtet, daß er zugeworfene Früchte dem Spender höflich mit dem Rüffel wieder zurückreiche. Für die großen Menschenaffen würde trotz ihrem nervösen Getue schon ein guter Chef aus einem Luxusfanatorium genügen: gekochte Hühner, Eier, belegte Brötchen, vielerlei Salate, Trauben, Bananen muß er ihnen appetitlich zurichten, sie gewöhnen sich leicht daran, mit Messer und Gabeln von Tellern zu essen und verlangen das sogar selbst nach einiger Zeit; auch eine halbe Flasche Portwein ab und zu kann bei Tisch nicht schaden Während Tiere sonst sehr Kaltes wie sehr Heißes meiden, hat ein Schimpanse eine Leidenschaft für Eiskreme entwickelt. Seine Methode, sie zu befriedigen, ist sehr einfach: Kauft ein Besucher bei dem nahen Erfrischungsstand eine Portion, so winkt und schreit er so lange aus dem Käfig, bis man auch ihm davon zu kosten gibt. Durch nettes Verlangen nach dem Löffel und der Waffel, um manierlich essen zu können, steigert er das Entzücken der Zuschauer derart, daß ihm ein heißer Sommersonntag manchmal bis zu zwanzig Portionen einbringt. Affen lieben aber auch heißen Tee, besonders mit viel Zucker, behaupten, heiße Milch sei ihnen schon langweilig, und weil sie im Winter etwas Warmes trinken sollen, gibt man ihnen das beliebte Getränk. Wärter, die sich mit dem „five-o-clock“ verspäten, werden an empfindlicher Stelle gezwickt. Am bequemsten hat es die Küchenleitung eingestandenermaßen mit den italienischen Mauereidechsen Die verpflegen sich selbst, fangen täglich so viele Insekten, wie sie brauchen, nämlich so viel, wie ihr eigenes Körpergewicht beträgt und halten dadurch auch noch die Terrarien von allerhand Ungeziefer rein. Und da wundern sich Besucher über die Häufigkeit, mit der man in zoologischen Gärten kleine, trotz überfremdeten lateinischen Namen van Spaziergängen her schlicht vertraute Tierchen trifft! „Karneval und Liebe/' Dies ist ein wienerisches Lustspiel mit Musik aus der Produktion des Neuen Deutschen Lichtspiel- Syndikats. Carl Lamac, der ansonsten die Filme der Anny Ondra betreut, schrieb das Drehbuch und führte Regie. D"r ewige Kulissenzauber des Theaterbetriebes, wirbelnder Wiener Fasching und eine kleine Liebes- und Verlobungsgeschichte bilden die dankbaren Motive der Handlung. Die Musik ist nach Motiven von Johann Strauß zusammengestellt, verfügt aber auch über eine Anzahl leicht sang- und tanzbarer modern instrumentierter Schlager. Das Ganze, in gefälliger, reichlich ausgestatteter Inszenierung dargeboten, bildet eine nette Unterhaltung für einen verregneten Nachmittag oder Abend. Die Hauptrolle des vom Publikum angeschwärmten Gejangsstars ist für die bewegliche Luftspielbegabung Hermann Thimigs wie geschaffen, der sich auch der musikalischen Seite dieser Aufgabe überraschend geläufig gewachsen zeigt. Lien Deyers, hübsch und blond, ist eine anmutige, junge Liebhaberin mit Sinn für diskreten Humor. Vom übrigen Ensemble heben sich die beiden Komiker Hans Moser und Rudolf Carl angenehm hervor. — Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus; das Beiprogramm bringt die neue Wochenschau, einen heiteren Kurztonfilm mit Ralph Arthur Roberts und je einen Vorspann zu den Filmen „Was bin ich ohne Dich?" und „Maskerade". Oie Einladung. Der amerikanische Redakteur Harare Greeley wurde von einem Freund zu Tisch gebeten und sagte schriftlich zu. Der Freund vermochte aber die unmögliche Handschrift Greeleys nicht zu entziffern; er zeigte sie seinen Freunden, um zu wissen, ob Greeley zu Tisch kommen werde ober nicht, aber niemand war imstande, die Hieroglyphen zu entziffern. Da gab ihm jemand scherzhaft den Rat, es doch einmal mit einem Apotheker zu versuchen, die doch dafür bekannt seien, die schwierigen Doktorhandschriften lesen zu können. Greeleys Freund ging auf diesen Vorschlag ein; er eilte zur nächsten Apotheke und übergab dem Apotheker schweigend das Papier. Der setzte seine Brille auf, versuchte zu lesen, schüttelte den Kopf, starrte seinen Besucher an und versuchte wieder zu lesen; der Ueberbringer konnte sich schließlich nur durch einen geheuchelten Hustenanfall vor dem Lachen schützen. Da schien der Apotheker den Sinn des ihm vorqelegten Papieres begriffen zu haben, denn mit plötzlichem Entschluß sagte er: „Schön, schön, wollen Sie gleich darauf warten?" Damit erklärte sich der Besucher aufs höchste belustigt, einverstanden und wartete nun in großer Spannung auf den Fortgang der Ereignisse. Nach fünf Minuten brachte ihm der Apotheker eine sorgsam eingewickelte Flasche urü) das vermeintliche Rezept. „Einen Dollar, wenn ich bitten darf!" sagte der Apotheker, „es ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen Husten." Heinrich v. Treitschse. Der deutsche Geschichtsschreiber Heinrich von T r e i t s ch k e, dessen Geburtstag sich am 15. September zum 100. Male jährt, war ein Vorkämpfer der deutschen Einheit unter Preußens Führung. Zwetschen 8 bis 10, Nüsse 30, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmachgurken, 100 Stück 50 bis 70, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, das Bund 10, Frühäpfel, das Pfund 8 bis 15 Pf. ♦ ** Beendigung des Brückenumbaues im Bahnhof Gießen. Die neue Brücke, die die Reichsbahnstrecke Gießen — Frankfurt noch innerhalb des Gießener Bahnhofes über die Strecke Gießen—Köln führt, wurde dieser Tage fertiggestellt. An den äußeren Brückenträgern hatten die beteiligten Handwerker zum Zeichen ihrer Freude über den glücklich vollendeten Umbau Blumengebinde angebracht. Der Umbau aestaltete sich sehr schwierig, da er, ohne den regen Verkehr auf dieser Strecke zu stören, vollzogen werden mußte. ♦♦ Vereinigung eh em. Angehöriger des Landwehr-Inf. - Rgts. Nr. 116. Man berichtet uns: Am Samstag fand im „Württemberger Hof" die Monatsversammlung der Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Landwehr-Jnf.-Rgts. Nr. 116 statt, die zugleich Gedenkfeier des Tages der Feuertaufe des Regiments war. Der Dorfitzenoe, Kamerad W. B o p f, begrüßte die zahlreich erschienenen Landwehrkameraden, gedachte in ehrenden Worten der vielen bei Vitry Gefallenen und betonte, daß man heute im Reiche Adolf Hitlers den Opfertod all der Helden wieder ganz anders werte, als in dem ersten Jahrzehnt nach dem Kriege. Er erteilte dann dem Kameraden Prof. Dr. Eger das Wort, der den Gang der Schlacht, die besondere Teilnahme des Landwehrregiments 116 und persönlich Erlebtes an unserem Geiste vorüberziehen ließ und allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck von dem gewaltigen Geschehen der Marneschlacht gab. Unter den Gefallenen unseres Regiments in den drei Tagen bei Vitry befanden sich viele Söhne unserer Stadt. Ihr Andenken wird in der Landwehrvereinigung stets gepflegt werden. Eine Abordnung legte am Sonntagmorgen unter dem Geläute der Glocken am 116er-Denkmal einen Kranz zu Ehren unserer Helden nieder. Bornottzen. — Tageskalender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Earneval und Liebe". Oberhessischer Verein für Znnere Mission. Im Saale des Evangelischen Vereinshauses fand gestern nachmittag die Hauptversammlung des oberhessischen Vereins fürJnnere Mission statt. Der stellvertretende Vorsitzende, Landgerichts- vräsident i. R. Neuenhagen - Gießen eröffnete die Tagung mit einem Gruß an Propst Knodt und an den Landesführer der Inneren Mission Nassau-Hessen, Direktor Röhricht- Darmstadt. Der von ihm vorgetragene Jahresbericht gedachte der Heimgegangenen Herren Kirchenrat Strack (Ehrenmitglied) und des Vorsitzenden Professor Dr. Weimar, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Von den beiden Herbergen zur Heimat zeigt die Herberge in Friedberg eine bessere Entwicklung, als die in Gießen, bedingt durch die Zeitumstände. Die Rechnung für 1933, vorgetragen von dem Rechner, Kaufmann Horst- Gießen, zeigt ein qün- stiges Bild. Bei der Dorstandsergänzungswahl wurden neu- gewählt zum Vorsitzenden Superintendent i. R. D. Wagner- Gießen, ferner Propst Knodt- Gießen und Professor Keller- Friedberg. Außerdem hat der Landesführer der Inneren Mission nach den neuen Satzungen Sitz und Stimme in den Vorstandssitzungen. Der geschäftsführende Ausschuß wurde durch Zuruf neu gebildet. Die weiteren Verhandlungen leitete der neue Vorsitzende D. Wagner, der mit der Annahme dieses Amtes einem letzten Wunsch seines Vorgängers Or. W e i m a r entsprach und bekannte, was er dem Oberhessischen Verein auch aus den Tagen von O.Schlosser zu danken habe. Direktor Röhricht- Darmstadt gab einen Bericht über „Die Lage der Inneren Mission in der Reichskirche und der Evangelischen Landeskirche." Er sagte u. a.: So nötig die Arbeit der NSV. ist, so gewiß hat auch die Kirche weiter die Pflicht zur Liebesarbeit. Die christliche Botschaft ist nicht nur Wort, sondern auch Tat. Eine Kirche ohne Innere Mission macht sich einer Versäumnis schuldig. Der Stand der Inneren Mission in der Reichskirche ist im großen und ganzen erhalten. Eine neue Regelung des Sammlungswesens steht bevor. Hie und da werden Freundeskreise der Jneren Mission gesammelt. Die Pflegegeldrückständö der Anstalten sind z. T. bedeutend. Reichskirche und Zenträlaus« schuß für Innere Mission schlossen 1933 einen Der- trag, der die innere und äußere Selbständigkeit der Verbände wahrt. Das Führerprinzig wird auch in der Inneren Mission eingeführt. In Nassau- Hessen hat der Landesführer die Führung und nicht die Leitung der Inneren Mission. ihrem Gebiet schlossen sich drei vorhandene Verbände zusammen unter einem Führerrat. Die Liebesarbeit der Kirche und die Wohlfahrtsarbeit des Staates und der Partei haben eine Arbeitsgemeinschaft, in der die Spitzenverbände ihre Selbständigkeit behalten. Wir wollen mithelfen, daß noch weiterhin die Innere Mission ihren Dienst an Kirche und Volk tun kann. Die klaren Ausführungen wurden durck eine lebhafte Aussprache beantwortet. Stiftsoechant Kahn- Lich sprach über „Die Arbeit der Arns- burger Anstalt" und bat um Zuweisung von Kindern. Der evangelische Ägendsonnlag in Gießen. Am vorgestrigen Sonntag waren die evangelischen Gottesdienste zur Feier des evangelischen Jugendsonntags bestimmt und sollten alle unter das Lutherwort gestellt sein „Evangelium heißt auf deutsch aute Botschaft, gute Mär, gute neue Zeitung, gut Geschrei, daran man singet, saget und fröhlich ist". Diese Losung stand auch über dem Hauptgot- tesdienst in unserer Stadtkirche, zu dem sich eine große Gemeinde von Jugend und Erwachsenen versammelt hatte. Außer den Konfirmanden der beiden Stadttirchengemeinden waren auch viele Jungen und Mädchen früherer Konfir- mandeniahrgänge der Einladung gefolgt, und HI., wie BdM. waren in großen Gruppen geschlossen zum Gottesdienst anmarschiert. Schon der Anblick der zahlreichen Jugendgemeinde inmitten der Erwachsenen war eine besondere Freude für jeden, der unsere Jugend, der sein Volk und seine Kirche lieb hat. Erst am Samstag hat unseres Volkes Führer in Nürnberg mit ernsten und begeisternden Dorten zur Jugend gesprochen, von der großen Verantwortung, die sie als Deutschlands Zukunft hat. Und wir wissen uns mit dem Führer einig in der lieber- zeugung, daß Treue und Gehorsam, Tapferkeit und Opferwille, Ehrenhaftigkeit und Gemeinsinn nur genährt werden und aus die Dauer wirksam bleiben, wenn wir in letzter Verantwortung vor Gott stehen, wodurch unserem Leben erst wieder Sinn und wahre Freude gegeben wird. So war der ganze Gottesdienst ein Ruf zu dieser letzten Verantwortung und eine Botschaft echter Lebensfreude. Das klang heraus aus den Worten der Schriftlesung des 103. Psalms und des Philipperbriefes, das grüßte uns als unvergängliches Evangelium in den wundervollen Chorälen der Reformationszeit „Nun lob, mein Seel, den Herren" und „Nun freut euch, lieben Christen gemein". Da die beiden Stadtkirchengemeinden gemeinsam ihre Jugend zu dieser Feier aufgerufen hatten, so wirkten auch die beiden Gemeindegeistlichen hier zusammen. Pfarrer Becker hielt die Eingangsliturgie, die durch einen Kanon der Konfirmandenmädchen und zwei Lieder der Chorschule unter Leitung von Staotoraanist Lehrer Simon besonders bereichert war. Pfarrer Balz hielt dann die Predigt über den von der Landeskirchenregierund bestimmten Text aus dem 40. Psalm „Es müssen drin sich freuen und fröhlich sein, die nach dir fragen, und die dein Heil lieben, müssen sagen: der Herr sei hochbgelobt!" Die Predigt war ein packender Aufruf an die Jugend zu wahrer Lebensfreude, die in Christus uns geschenkt wird. Christliche Botschaft ist im tiefsten Sinn „Frohbotschaft", sie weiß nichts von feiger Knechtseligkeit und griesgrämigen Kopfhängen, sondern sie ist erfüllt von getrostem Mut in allen Lebenslagen und mündet immer in Lob und Preis Gottes, der in Christi Kreuz tiefste Sinngebung unseres Lebens schenkt. Darum: Evangelische Jugend, kämpft int Fähnlein Christi — Gott krönt den Kampf mit rechter Lebensfreude! — Auch die abendliche Feierstunde um 20 Uhr hatte wieder eine größere Gemeinde in der Stadtkirche zusammengeführt. Sie bot in einem feingeschlossenen Aufbau den 119. Psalm unter dem Thema „Das ewige Wort". Die Konfirmanden der beiden Gemeinden hatte sich zu diesem Abend gerüstet. Ein Sprechchor von etwa 30 Knaben bot im Wechsel mit den Luurgen den 119. Psalm im Chor oder in Einzelstimmen dar, und die Jungen waren mit ganzem Ernst bei ihrer Sache, so daß diese Art der Verkündigung sichtlichen Eindruck machte. Ein Singchor aus Konfirmandinnen hatte unter des Stadtorganisten Lehrers Simon Leitung einige alte einstimmige Lieder (Psalmen) eingeübt und vertiefte durch diese feinen Gesänge und durch einen Kanon den Eindruck des gesprochenen Wortes. In Einzelabschnitte geteilt, deren Ueberschrift immer von dem Ansager mitgeteilt wurde, erwuchs der ganze Psalm wie ein mächtiger Bau: „Die horchend« Seele", „Tägliches Hören", „Erleuchtete Augen" usw. bis hin zum Letzten „Das ewige Wort". Immer wieder klangen dazwischen die Lieder der Gemeinde, die auch dann im Wechsel mit dem Chor die Feierstunde schlossen mit dem Gebetslied „Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ". Es war eine Feierstunde ganz besonderer Art, wie wir sie zum ersten Male so in der Stadtkirchä hatten. Aber wie wir von vielen Seiten hörten, hat sie ihren Eindruck nicht verfehlt, so daß der mehrfache Wunsch ausgesprochen wurde, nach diesem guten Anfang die Art dieser Wortverkündigung auch später fortzusetzen. Es ist ein bis jetzt in unseren Gemeinden noch wenig beschrittener Weg, die großen Schätze, die wir im Wort unserer Luther-Bibel und in unseren Chorälen haben, zu heben, ihrer uns als Gemeinde und einzelne bewußt zu werden und durch sie uns beschenken zu lassen. Beginn der Winterarbeii der Gießener Stenographen. Mitgliederversammlung und Bunter Abend. Als Auftakt für die Arbeit des Winterhalbjahres, die mit den heute beginnenden Kursen ihren Anfang nimmt, hatte die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft zu einer Mitgliederversammlung auf die „Karlsruhe" eingeladen, die gleichzeitig als Werbeveranstaltung gedacht und ausgestaltet war. Wie groß das Interesse der Mitglieder an ihrer Sache ist, beweist die Tatsache, daß sich die Räume der „Karlsruhe" einmal als zu klein erwiesen, um die erschienenen Mitglieder und Gäste alle aufnehmen zu können. Eine besondere Bedeutung verlieh diesem Abend die Anwesenheit des Gaugebietsführers des Gaues Hessen-Nassau der Deutschen Stenographenschaft, Dir. Pg. Werner (Darmstadt) und unseres Kreisgebietsführers K. H. K u h l. . In feiner Eröffnungsansprache begrüßte der Ortsgruppenführer Oiplom-Handelslehrer Dehmer die Mitglieder und Gäste, besonders den Gaugebietsführer Dir. Pg. Werner, betonte, wie sehr sich oie Ortsgruppe über diesen Besuch freue, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß wir Dir. Werner bald wieder bei uns sehen möchten. Er begrüßte außerdem den Kreisgebietsführer K. H. K u h l und die Vertretungen der benachbarten Ortsgruppen u. a. Butzbach, Wieseck und Londorf. In den Vordergrund seiner Ausführungen stellte er die Forderung, daß MMkMjMkWll Vornan von Anny von panhnys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 14. Fortsetzung. Nachdruck oerbotenl Siebzehntes Kapitel. Detlef Westkamp erinnerte sich jetzt, wo er Hilfe brauchte, an einen guten Schulfreund, der mit ihm die Klassen des Gymnasiums bis zur Prima empvr- ge Heitert, sich nach einigen Semestern Jura für das Kriminalfach entschieden und rasch Karriere gemacht hatte. Er suchte ihn mittags in seiner Privat- wohnuna auf, wo er gerade mit seinen Eltern bei Tisch saß. Er strahlte bei Detlefs Erscheinen über das ganze Gesicht, in das Energie ein paar scharfe Linien gezogen, und sprang auf — begrüßte ihn. „Bin sowieso mit dem Essen fertig, Detlef! Also komm mit in mein Zimmer!" Rach kurzer Unterhaltung mit den Eltern seines ehemaligen Schulfreundes folgte er Rolf Boldt in dessen Arbeitszimmer. „Nett, daß du mich auch mal besuchst", meinte der junge Kriminalrat, „ich nehme doch an, es handelt sich um einen privaten Besuch?" Detlef Westkamp zuckte die Achseln. „Da man bei der Polizei ja Wahrheit zu schätzen weiß, muß ich gestehen, ich komme zu dem Beamten, möchte aber zugleich den Schulfreund um Hilfe bitten, in einer Angelegenheit, die mich sehr beschäftigt, und die ich nicht gleich an die große Glocke hängen möchte." Hum!, machte Rolf Boldt, und dann bot er Platz an, schob Detlef ein Kästchen mit Zigaretten zu und lächelte: „Also, lege los, oller Schwede — ich werde ganz Ohr sein." , Da erzählte ihm Detlef Westkamp von den ererbten Talern Werner Oldens und von allem, was damit zusammenhing. Er unterbrach ihn nicht, meinte nur am Schluß: „Gratuliere Dir zu deiner Braut! Nach deiner Beschreibung, die du von ihr miteingeflochten hast, könnte ich ja auf dich neidisch werden." Er schüttelte den Kopf. „Sonderbar, daß man sich an den offenbar ziemlich wertlosen Münzen vergriffen hat." Detlef Westkamp antwortete: „Ich meine, die auf der abgeschliffenen Seite angebrachten Gravierungen müssen etwas zu bedeuten haben. Immerhin sind die Taler dadurch natürlich erst völlig entwertet worden." „Jedenfalls handelt es sich um einen Diebstahl — und Diebstahl bleibt Diebstahl!" sagte Kriminalrat Boldt. Er fuhr fort: „Hier im Hause wohnt mein bester Beamter. Er wird jetzt auch daheim sein, der soll zu uns herunterkommen. Ein lebendiges Nachschlagewerk ist er. Der kennt alle Gauner und Verbrecher von Frankfurt und Umgebung, auch die halben, die erst unterwegs sind zum Verbrechen. Kennt alles Volk, was nicht ganz hasenrein ist." Er klingelte. Ein Mädchen trat ein. „Fragen Sie doch, bitte, nach, ob Herr Schwarz zu Hause ist, Erna! Wenn ja, bann möchte er in dringender Angelegenheit sofort zu mir kommen." Knapp drei Minuten waren vergangen, da stand schon Kommissar Schwarz bei den beiden Herren, und nachdem er ein paar Stichworte und eine genaue Beschreibung des Paares erhalten, antwortete er prompt: „Wenn ich mich auf die Beschreibung verlassen kann, dürfen Sie sich auf meine Auskunft verlassen. Die beiden Herrschaften kenne ich und bin überzeugt: ihre Existenz ist nicht einwandfrei. Sie fühlen sich beide merkwürdigerweise in den Altstadtkneipen am wohlsten. Er heißt Erich Merten und hat offiziell eine Leihbücherei. Doch bin ich überzeugt, er lebt nicht allein davon — er macht noch irgendwelche unterirdischen Geschäfte. In der Bücherei steht er wie ne Vogelscheuche auf Urlaub herum, schlecht aefämmt, dösig, mit zerknüllter Kledage, und in der Altstadt spielt er den Vornehmen — da ist er in tipptopper Schale." „Eigentlich wäre es doch umgekehrt klüger", warf Boldt ein. „In der Altstadt durch Eleganz aufzufallen, scheint mir blöd." „Die Platinblonde ist eine frühere Tänzerin, die Engagements an allen großen Varietes und Kabaretts hatte, und die bann bös reinschlitterte, als sie bei einem sehr vornehmen Herrn erpressen wollte. Der hatte kein besonbers schlechtes Gewissen unb übergab bas Dämchen gleich ber Polizei. Seit sie aus bem Kittchen gekommen, ift's mit ihr bergab ge- gangen. Sie finbet kein gutes Engagement mehr, unb etwas bicklich ist sie auch geworben, bie Suse Beßler. Als Tänzerin nannte sie sich ,La bei la SusinaV' Bolbt nickte. „Wirb schon stimmen — es hanbelt sich sicher um bas Paar. Unb was meinen Sie, Schwarz: Wie sollen wir ben beiben jetzt beikommen? Schwarz zog den Mund breit. „Ich möchte es auf diese Weise versuchen: ich gehe nämlich von der Idee aus, baß sich bie gestohlenen Taler wahrscheinlich bei Merten finben werben. Er hat eine Leihbücherei. Wir können bei ihm offiziell nach verbotenen Büchern suchen. Bei ber Gelegenheit schnüffeln wir bann überall herum, unb wenn sich bie Taler bei ihm befinben, kriegen wir sie sicher." „Gut — Ihr Vorschlag ist angenommen! Ich gebe Ihnen freie Hanb, Kommissar, Sie werben die Sache schon deichseln." Kommissar Schwarz entfernte sich, unb bie beiben ehemaligen Schulkameraben saßen noch ein Stünb- eben zusammen, sprachen von früher unb von jetzt. Bolbt mußte bann aufs Präsibium. Sie verließen gemeinsam bas Haus. Ehe man sich mit festem Hänbebruck trennte, versprach Bolbt, es Detlef Westkamp sofort wissen zu lassen, wie bie Haussuchung bei Merten ausgefallen. Ziemlich zufrieben ging Detlef Westkamp heim nach Sachsenhausen. Er war kaum zu Hause angelangt, als Kommissar Schwarz schon mit zwei Kriminalbeamten den Laben Erich Mertens betrat. Gleich brei Kunben, noch bazu solche bie er nicht kannte. Etwas befremdet sah Erich Merten das Trio an. Der eine davon schien ihm bekannt. Natürlich, das war ja der Kommissar, der zuweilen nachts in den Altstadtkneipen auftauchte unb vergnügten Menschen die Stimmung verbarb. Was wollte benn ber bei ihm? Unb bie zwei Begleiter stammten sicher aus bemselben Nest wie ber Kommissar. Vorsicht!, rief er sich innerlich selbst zu, fragte höflich: „Womit kann ich ben Herren dienen?" Er wies auf die Bücherregale. „Have ein reich ausgestattetes Lager und hoffe, Sie zufriedenzuftellen." „Wollen sehen, Herr Merten, ob Sie das können!" gab Schwarz ruhig zurück. „Schließen Sie vor allem die Tür, hängen Sie Ihr Schild .Geschloffen!^ raus, und bann wollen wir uns Ihre Bücher anschauen, ob vielleicht etwas babei ist, was nicht hier rein gehört." Er zeigte feine Dienstmarke. „Kriminalpolizei will bei Ihnen Haussuchung nach verbotenen Büchern halten. Wir werben uns eilen, bamit Sie keinen Schaben burch weglaufenbe Kunben haben." Er hatte etwas pomabig Ruhiges in feiner Art; man fiel leicht auf ihn herein, glaubte ihm. Erich Merten atmete orbentlich befreit auf. Wenn es sich um weiter nichts hanbelte, war es ja aut. Verbotene Bücher führte er nicht —- bas Risiko lohnte sich nicht. Er holte bereitwillig bas Schilb „Geschlossen!" hervor, brachte es vor ber Scheibengarbine ber Eingangstür an unb brehte ben Schlüssel im Schloß herum. Er war sehr freunblich — ihm war ein Stein vom Herzen gefallen, benn sein Gewissen war niemals ganz rein. Verbotene Bücher — von ber Gesetzüvertretung war sein Gewissen ganz rein. Dem Ausgang ber Haussuchung konnte er mit Ruhe entgegensehen. Er beobachtete mit vergnügter Miene, wie sich bie Beamten ans Werk machten, lächelte noch, als Schwarz ihn aufforberte, ihn in seine Privaträume zu führen. Er wohnte in einem geräumigen Zimmer hinter bem Laben; auch eine kleine Küche mar vorhanben, in ber er sich selbst ben Kaffee und manchmal Mittagessen bereitete. Er zuckte die Achseln. „Hier hinten sind keine Bücher mehr, meine Herren — schade um die Arbeit!" Er erhielt keine Antwort. In der Küche, im Besteckkasten, in dem sich ein paar armselige, billige Löffel, Gabeln unb Messer herumtrieben, ftanb eine Pappschachtel. Don ganz hinten, verdeckt von mehreren angeschmutzten Servietten, holte sie der Kommissar heraus. Merten lächelte noch immer. „Mein Reichtum ist darin, ein paar von Großvater ererbte Taler. Zwei Broschen vom Groß- mamachen." Schwarz hatte die Pappschachtel schon geöffnet, erkannte auf den ersten Blick: er hatte bereits das gefunden, weswegen er hergekommen war. Daß man hier keine verbotenen Bücher finden würde, davon war er überzeugt, sonst griente der gerissene Bruder nicht so seelenruhig. „Komische Taler sind das!" meinte er gemütlich. „Habe sowas noch nicht gesehen. Abgeschliffen, graviert mit allerlei Zeichen, die kein Christenmensch versteht." Er hütete sich, etwas davon merken zu lassen, daß er wußte, es handelte sich um griechische Buchstaben. „Stecken Sie das Zeug nur wieder weg!" sagte Merten lässig. Aber ber andere dachte gar nicht Daran, bas zu tun. Er zog einen Zettel unter ben Talern hervor, auf bem verschiedene »Worte standen, die sinnlos untereinander gereiht waren. Er fragte: „Was heißt bas?" Merten zog leicht bie Brauen zusammen. „Weiß nicht, Herr Kommissar! Irgendein alter Papierfetzen, auf bem ich ein Silbenrätsel zu lösen versucht habe, ober begleichen." „Gut! Für alle Fälle will ich mal die ganze Herrlichkeit.mitnehmen — ich meine Ihres Grog- oaters sonderbare Taler. Draußen in Bornheim wohnt nämlich ein Herr, dem sind gerade solche sonderbaren Taler, dje er von feinem Großvater geerbt hat, abhanden gekommen. Und Sie werden mich begleiten; ich bin nämlich von der fixen Idee besessen, die Taler tonnten dem Herrn in Bornheim gehören. Drollig — nicht wahr? Aber ich leide zuweilen an fixen Ideen! Machen Sie sich fertig/* Erich Merten Dämmerte es jetzt, Daß Der Polizei' besuch gar nicht verbotenen Büchern gegolten unb er sehr leichtsinnig gewesen sei. Die Taler nicht besser verwahrt zu haben. Er mußte sich in Gegenwart Des Kommissars anziehen und ftanb eine halbe Stunbe später schon vor Kriminalrat Bolbt. Vorläufig würbe Merten auf ber Polizei behalten, unb Schwarz fuhr mit ben Talern hinaus nach Bornheim. Merlen behauptete nämlich, Suse Beßler nur flüchtig zu kennen, wenn er ihr auch neulich einmal bie Taler gezeigt habe, brüben in einer Sachsenhäuser Apfelweinwirtschaft. Er ahnte, ber harmlos aussehenbe Mensch, bem einer ber Taler vor bie Füße gerollt war, steckte irgenbwie hinter ben Unannehmlichkeiten, bie man ihm bereitete. Abwarten unb Tee trinken!, bachte er. Schließlich konnte man ihm ber Taler wegen ben Kopf nicht herunterreißen. Und wenn sie zu bem Bornheimer Musiklehrer zurückwanberten, mußte er sich eben Mühe geben, sie abermals in feinen Besitz zu bringen. Er ließ nicht nach, bis ihm fein Plan gelungen fein würbe. Der alte Musiker wußte mit bem Rätsel ber Taler ja boch nichts anzufangen. (Fortsetzung folgt.) jede- Mitglied so wie seither und noch mehr in seiner Ortsgruppe In Zukunst milardcitet. Er führte u. a. folgendes aus: Wenn wir uns heute abend hier zu dieser Veranstaltung zusammengesunden haben. |o hat dos verschiedene Gründe, Einesteils um denen, die seht noch als Gäste bei uns sind und sich au» irgendwelchen Gründen noch nicht zur Erlernung der Kurzschrift entschlossen Haden, immer wieder zu sagen, sowohl durch mich al» durch euch, die ihr die Kurzschrift beherrscht und deshalb Werber seid, das, es seht auch für sie an der Zett ist, die Kurzschrift, die nicht mehr Kunst einzelner, sondern die Gebranchslchrist non Millionen ist, zu lernen. In den Lehrgängen der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft ist ihnen für unwahrscheinlich niedrige Gebühren hervorragende Gelegenheit dazu geboten. Bei fleißiger Uebung und regelmäßigem Kursusbesuch können auch sie zu einer Geschwindigkeit von 800 Silben kommen. Die. Mitglieder unserer Ortsgruppe haben bei den Wettschreiben des vergangenen Sommers hervorragendes geleistet und besonders dds cetstungsschreiben des Bezirks in Bab-Hou- helm bewies die dominierende Stellung der Gießener Kurzschriftler. Jeder soll sich heute abend in der Freude die Straft holen, an sich eifrig und unerinüdltch weiterzuarbeiten zu seinem eigenen und zum Wohle der Gesamtheit. Daß die Worte des Ortsgruppeuführers auf fruchtbaren Boden gefallen waren, bewiesen zahlreiche Neuanmeldungen. Im Namen der Gaugebietsführung begrüßte dann Saugebieisführer Dir. pg. Werner die Anwesenden und führte u. a. folgendes aus: Wenn Ich mir auch nach den schreiberischen Leistun- aen der Ortsgruppe von Ihnen hier viel versprochen hatte, so sind doch meine Erwartungen weit übertroffen. Eo ist dies wohl in erster Linie der ebenso hingebenden wie selbstlosen Arbeit der führenden Männer zu danken, denen ich hiermit meine herzlichsten Glückwünsche zu einer solchen Ortsgruppe (aae. Ich danke bei dieser Gelegenheit sowohl dem rüheren Ortsgruppenführer Herrn Wahl als auch einem Nachfolger Herrn Dipl.-HL. D e h m e r aufrichtig für ihre hervorragende Arbeit, die vorbildlich für die ganze Provinz Oberhessen ist. Er betonte noch besonders, daß die gesamte Verwaltungo- arbeit in den Gliederungen Der Deutschen Steno- graphenschaft vollkommen ehrenamtlich. geleistet würde und daß darin die große Hingabe, große Freude und graste Liebe zu der Sache »um Au»- hrmf kommt. Diese Liebe zur Sache beseelt nicht nur die Führer, sondern auch die Mitglieder in ihrer Ortsgruppe: dafür sehen mir heute abend wieder den Beweis. Daß in unseren Ortsgruppen so viel geleistet wer- den kann, ist zum großen Teil bedingt durch da» Gemeinschaftsgesühl, durch die Kameradschaft und Volksgemeinschaft, die allgemein in unseren Orts- gruppen und besonders auch hier herrscht. Es ist Tatsache, so fuhr der Redner fort, daß immer noch ein großer Mangel an wirklich guten Stenographen herrscht und daß diese überall gutbezahlte Stellun- gen. finden. Sie alle wissen ja schon lange, daß Voraussetzung für jede Bürostellung Beherrschung d.-r Kurzschrift ist. Ich sage Ihnen auch, daß die Kurzschrift noch eine ungeahnte Verbreitung und Bedeutung gewinnen wird. Die Deutsche ivleno- graphenschast will und wird ihr Teil zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes beitragen. Seit 73 Jahren schon wird lii Gießen stenographiert. Aus dem Kurzschriftverein von 1861 ist die Ort»- gruppe geboren. In zwei Jahren können Sie hier die 7A. Wiederkehr des Tages feiern, an dem einige weitsichtige Männer, die Bedeutung der neuen Schriftart erkennend, sich zu deren Pflege und Verbreitung zusammenfanden. Seit 7.3 Jahren hat die Kurzschriftbewegung ein ungeheures Maß geistig- kulttlreller Arbeit geleistet. Tausende und ober Tausende junger Männer und Frauen find in dieser Zeit burrf) ihre Schule gegangen. Wir werden versuchen, es zu ermöglichen, zur Jelcr des 75jährigen Bestehens der Gießener Üurzfchriflbewegung, den Ganlag des Jahres 1936 hier nach Gießen zu legen. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine interessanten und anerkennenden Worte. Ein bunter A b e n d schloß sich an. Unter dem Motto: „100 Minuten Potpourri" war eine hervorragende Vortragvsolge zusammengestellt. 0» seien davon nur genannt: Die Daubertshauser spielten, Herr F e u s e r sang, Fräulein Haas e vom Gießener Stadttheater tanzte, vier Mädels führten einen Bauerutanz auf, Kunstfahrer vom Radfahrerverein 1885 fuhren einen vollendeten Kuustreigen, Friß Ziegler brachte den nötigen Humor und der Regisseur des Ganzen, Herr L e i p o l d, spielte den Ansager und verband die verschiedenen Vorführungen und Vorträge mit sinnigen Ueberleitungen. Man unterhielt sich ausgezeichnet. Oberheffen. Pfarrhausbau in Klein-Linden. r K l e i n - L i n d e n, 10. Sept. Am heutigen Montagnachmittag wurde der erste Spatenstich zu m Bau unseres Pfarrhauses getan. Was schon mehr als zwei Jahrzehnte der Wunsch der Kirchengemeinde war, geht nun in Erfüllung. Nachdem Klein-Linden bis zum Jahre 1909, und eigentlich sogar bis heute, eine Filial- gemeinde der Pfarrei Großen-Linden war, wurde vor 25 Jahren ein selbständiger Dfarrassistent ernannt, der seinen Wohnsitz in Klein-Linden erhielt und für den die Gemeinde eine Prtvatwohnung mieten mußte, da eine Dienstwohnung nicht zur Verfügung stand. Um die Mittel zu einem Pfarrhaus zu sammeln, wurde ein Pfarrhausbausondo geschaffen. In der Inflationszeit gingen die gesammelten Gelder verloren, so daß nach Einführung der festen Währung erneut mit dem Sammeln von Geld begonnen werden mußte. Eo wurden in den letzten Jahren in jedem Rechnungsjahr 600 Mark für den Pfarrhausbau in den Voranschlag der Kir- chenacmeinde eingestellt. Seit dem vorigen Jahre wurde nun energisch an dem Gelingen des Werks gearbeitet. Die politische Gemeinde stellte einen schönen Bauplatz in der Hügelstraße kostenlos zur Verfügung. Die Finanzierung wurde ermöglicht, so daß die Baupläne auggearbeitet werden tonnten, die in den letzten Tagen von der Landeskirchen- und der kreisamtlichen Baubehörde genehmigt wurden. Viele hiesige Landwirte und Gewerbetreibende, die über ein Fuhrwerk verfügen, haben sich bereiterklärt, für den Bau Fuhren ohne Kostenberechnung zu unternehmen. Alle Bauarbeiten sollen soweit als möglich von hiesigen (gewerbetreibenden ausgesührt werden. Die Bauleitung hat Architekt Wilhelm Fink von hier übernommen. Die Maurerarbeiten, die inzwischen schon vergeben sind, werden von den vereinigten Maurermeistern Heinrich Bernhardt, Philipp Bernhardt und Heinrich Magold ausgeführt. Aehnlich soll es mit den übrigen Arbeiten werden: in diese sollen sich ebenfalls olle Gewerbetreibende teilen. Der Rohbau soll noch im Herbst sertiggestellt werden, die Innenarbeiten im Winter und Frühjahr, so dost das neue Pfarrhaus im kommenden Sommer bezogen werden kann. Einweihung der wiederhergestellten Kirche in Äambach. * odl । handelt es sich um "" 1 foiflung ", . jn landmarktes. Der gute saisonmäßige Absatz ermöglicht e» der Firma Tröster, ihren Lagervorrat an landwirtschaftlichen Maschinen in ansehnlichem Umfange zu räumen, so daß zur Wtederauffüllung der Läger gute B e s ch ä s t i g u n g « m ö g l I ch - kett für die g e f a in t e Belegschaft in Stärke von etwa 2.30 Mann wahrend de» ganzen Winters vorhanden sein wird. Damit hol das Unternehmen die Möglichkeit, die bisher Jahr für Jahr im großen und ganzen unverändert gebliebene Stärke der Belegschaft auch weiterhin durchholten zu können. Schwerer Verkehrsuufall bei Lich. * Lich, 10. Sept. In her S • Ä u r d e der Straße L i ch— N I e d e r - B e s s I n g e n , I m Licher Stadtwald, ereignete sich heute früh gegen 0 Uhr ein schwerer V e r k e h r 0 u n f a l l. Der Pfleger Ernst S ch e p p, der in der Gießener Nerven Klinik tätig ist, wollte mit seinem Fahrrad von Ettingshausen über Nieder-Bessingen und Lich nach Gießen fahren. In der 8-Kurve dielt er die rechte Straßenseite ein, wurde aber plötzlich von dem Handlungsgehilfen B a u e r aus Alsfeld, der sich mit seinem Motorrad auf der Fahrt nach Alsfeld befand, heftig angefahren Der Motorradfahrer ftatte die Kurve zu kurz genommen und ner- mochte nicht mehr auszuweichen. Der Radfahrer kam durch den heftigen Anprall auf dos Vorderrad des Motorrades zu liegen und wurde einige Meter m i t g e f ch l e i f t. An- fchelnend in der Absicht, sich festzuhalten, griff der Verunglückte in das Vorderrad des Motorrades, erlitt dabei aber schwere Verletzungen an her rechten Hanh: es mürben Ihm mehrere Sehnenzer- rissen. Außerdem trug er eine schwere Verletzung an her Kniescheibe davon Der bedauernswerte Mann wurde zunächst durch die So- nitötskolonne Lich In do» Licher Krankenhaus gebracht, rnn ihm erste Hilfe zuteil wurde. Später wurde her Verunglückte in die Ehirurgische Klinik nach Gießen überführt. Der Motorradfahrer erlitt nur leichtere Verletzungen. Dio Gendarmerie bc- schäftigte sich sofort mit der llntersuchung der Sä)uldsrage. Hrauenfreffen auf dem Wirberg. - Mirberg , 10. Sept. Die Evangelis ch e n FrauenhiIfen von Göbelnrod u n d * e । n b u 1 b • i> 0111 hatten auf bin giftiIgin Sonntag die Frauenhilsen von Saasen und Steinbach aus den Wilberg eingeladen Mit - ui-in p l( 01 < 1 b । n h wmbi bi< Iagung eröffnet. Die Liturgie hielt der Pfarrer vom Wir- berg, 'BoH, während die Festprediat von dem früheren Wirberger Pfarrer und Gründer der Evang. Frauenhilsen Göbelnrod und Reinhards- hain, Pfarrer Böll- Steinbach, über den vorge- fchriebenen Text des Landesjugendsonntage», Pf. 40, 17, gehalten wurde. In seiner Predigt zeigte er die rettende und tragende Gottesliebe als Grund des freudigen Vertrauens aus (hott und wie dieses fren- bltii Aottoirtrguin bii Pflicht bot luongilltain Christen beim Ausbau unsere» Vaterlandes ist. Der Gottesdienst wurde verschönt hiird) ein Lied, das die Kinder von Reinhardshain unter Leitung ihres Lehrer» und Organisten M ü l l e r sangen. Gebet und Segen sprach der Ortspsorrer. Nach dem Gottesdienst sand man sich zu einer N achseie r Im Sand' garten neben der Kirche ein, wo alte Bekanntschaften vom Tressen vor Jahresfrist In Steinbach hort waren die heute einladenden Frauenhilsen als (hafte gewesen wieder erneuert wurden. Die Bewirtung war her Zeit entsprechend. Pfarrer V 0 I z begrüßte die Gäste und dankte für ihr zahlreiche» Erscheinen. Pfarrer Doll erzählte dann einiges aus her Geschichte de» Wirbergs, her fici) im Son- nensche-in von seiner Ichönsten Seite zeigte. Mädchen und Burschen au» Göbelnrod führten dann einen Reigen auf mit Musikbegleitung, ebenfalls von jungen Leuten aus Göbelnrod. Lehrer A Heu- Dörfer und Frau hatten den Reinen ehiftuhlert, her bei her farbenprächtigen Kostümierung und seiner flotten Ausführung derartigen Beifall sand, daß er wiederholt werden musste. Pfarrer D ö l l dankte dann namens aller Gäste den Gastgebern und besonders noch der Gäbelnröder Jugend und dem Lehrerehepaar herzlich für alles Gebotene Eine Sammlung für hie NSV fchloß sich an. Abends fuhren hie Steinbacher Gäste hochbefriedigt wieder mit ihrem Postauto In zwei Fahnen ab Göbelnrod und Reinhardshain nach Hause. XlniiDtrciO Wtctccn. * W ieseck , l l. Sept. Frau Margarethe Ludwig, geb. Kolb, Ehesrau des Lokomotlliführor» i. R. W. Ludwig, begeht am morgigen 12. Septem- her in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 8 0. G e I) 11 r i » I 0 g. Die 0 heleute sind schon Über AO Jahre treue Leser des Gießener Anzeigers. A l t o n - B u f e ck, 10. Sept. Der K riefle r- und SchÜtzenverein hielt gestern nachnilttag auf seinem Schießstand am Wald ein Schießen ab. Der hefte Schütze erzielte auf AO Meter mit drei Schuß .35 Ringe. > A l t e n - B u s e ck, 10. Sept. Am geftrigen - ionntaß v in ti unsere ivanaillschi Gemeinde ihten I u g e 11 h | 0 n n t a fl. Im Feftgoitesdieilff wurden alle, insbesondere die Jugend, zu allem guten Werk in dieser Welt aufgerufen, dabei aber immer den Blick na choben zu richten zu dem Gott und Baier unseres Herrn Jesu Ehristi, her der beste Helfer Ist In Freud und Leid, In Rot und Tod. Im (ßehoisam gegen Gottes Wort können wir getrost und froh- flemut unseren Weg gehen. Darum kaufet die Zeit aus, damit nicht aus verlorener Iiiflendze'it verlorenes Leben und verlorene Ewigkeit wird. Am 'Abend fand eine l/iturgische Feier In her Kirche statt. Alle Kinder der ersten Schulkliasse sprachen einzeln die Worte de» 119. Malm». Der Sprechchor führte immer wieder zum Hauptthema der Fe-ier: „Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit". Gemeindelied wechselte ah mit dem Ehor der Kinder. Die Feier machte einen tiefen Eindruck auf alle Teilnehmer. wg. 01 r 0 ßen - Bufeck , 10. ©ent. Dieser Tage wurden aus der Bürgermeisterei für die F eld- b e r e l n I fl 11 n a 01 r 0 ß e n - B u s e ck verfchiedene Planierunpoarbeiten her Gewannmefle, Herstellung her Entwässerungsgräben, sowie hie Walhrodunq»- arbeiten im Gchwolhenwald und in her Oberstruth, Verschlelfungoaibeiten her Hohlwege, Raine und Hecken, 0 haussierungsarbelten und Drainagen in einzelnen Losen vergeben. Da mit den Arbeiten In nächster Zeil begonnen werden soll, hasst man, sämtliche Arbeiter, die mit hem Setzen her Grenz- steine für hie neuen Olrunbjlürfe in kürzester Zelt fertig werben, wieher in Arveit unb Brot zu bringen. Auch hie hleflqen Fuhrunternehmer flnben habet lohnenbe Beschäftigung Gegenwärtig wirb blc Verlängerung her Milhelmstrciße, in her eine neue Baulinie frelfleflchen ist, ausgebaut Da zu hem Ausbau her Straße etwa 600 Kubikmeter Auffüll- malerlal nnlmenbla flnb, wirb bies von ben hiesigen Fuhrleuten vom Altenberg zur Baustelle gebracht. i G c 0 ft e n - Buse ck, 10 Slpt. Am V fl 11 ö | |i H '! I 11 d I 0 11 II I 11 a CI " <' 11h' 1111 •. I ) WUtdi..... dt n Klrchengemelnben G r o ß e n - B n s e ck unb Op- penrob Festgoltevdlenste gehalten, bie recht gut besucht waren Vormittag'» sanb zugleich bie feierliche Eriissnung bes Konfirmanbeiiiinterrlchts statt. In her Iugenibseier am Abend trugen 0 hristenlehr- pflichtige bzw. Konflrmanben passenbe Gebichte unb Sprechchöre vor, hie mit hem Bekenntnis zu Führer, Volk und Baterlanb da» Bekenntnis zu Gott und Kinde verbanden. Die Worte von Ornff Moritz Arndt über da» Vaterland unb über heldifches Ehrlftenium wirkten besonders e-indnicksvoll, ebenso her Im Svrechchor noraelrogene Psalm 46 In Großen-Buseck Halle u In dankenswerter Welse Klrck;enchor und Posaunenchor durch Darbietung ge- 1 igntt< - 6i)"i< dii Feit> >",sthönrin t). Lollar, 10. Sept Gestern wurde der vom Landeobischos angeordnete kirchliche Jugend- onntog In einem Fettgottesdienst zu Kirchberg, an dem viele Iugendliäie teilnahmen, festlich begangen. Der Konfirmandenchor sang zu Beginn ein mebrstlmmige» Lied: „Nun lob' mein Seel den Herren" In der von Dekan 01 u fj m a n n gehaltenen Liturgie wechselten Sprechchöre der Konsir- wanden mit verlesenen Bibelstellen Psarrasflstent Arnold hielt die Predigt über Psalm 40, 17: „Es müssen dein sich freuen unb fröhlich fein, bie nach dir fragen". — 8 Klein-Linden, 10. Sept Am Samstag wurden die Arbeiten an der Straße K lein-Linden — Dutenhofen beendet. Die Straße wurde mit einer Aspholtteerbetonbecke ner- ehen, gegen früher hebeulenh breiter gebaut, grö- iere Ungleichheiten bttseltigt unb an ben (lurnen be- trächllich gehoben. Auf her Rordfeite her Strafte innerhalb unferes Dorfe» wurde ein erhöhter Bür- gerftelg geschaffen, der, wie auch die Oinsahrten in die Hosreiten, noch ausgebaut inlrb. Die ttlnmün- hu na In die Frankfuretr Straße mürbe vorerst noch nicht fertigaestellt, da hier bnfnnhere Maßnahmen wegen der Unglücksfälle, die sich hier Immer erelg- neten, sich al» nötig erweisen. Heute wurde mit den Vorarbeiten zur Pslafterung der Frankfurter Straße begonnen. Die Straße ist ab heute für den Verkehr gesperrt. 00 K leiu - Linde n, 10. Sept. Am Festgot» tesdienst zum geftrigen L a n dess u g e n d s n n n • lag beteiligte sich die Jugend unsere! Kiiäienge- meinde in starkem Maße Hitlerjugend, der BDM. und die übrige evangollfcke Jugend unserer Ole- ineinde durchslochtoir die Liturgie mit dem Aussagen biblischer Worte. Psarrer B r e m m e r pre» blgtt iniii'i Anlehnung an Worts ouo Psalm >0 über Jugend, Glaube und rechte Lebenssreude. I>r einer Abendseier wurde einer andäststig lauschenden Olemeinde durch die Jugend der evangelischen Kir- chengemelndß unter Milwirkung de" Organisten Otto Weigel, des Kirchenchors, der Gesamtge- meinde und des Frauenchors das ernste Spiel „Gottes Wort bleibt in Ewigkeit" van O. Rieih- MÜllßr dargeboten )( G r 0 ßev - LInd e n , I I. Sept. Silberne Hochzeit feiern am morgigen hitittwoch Hslnrich Pi v v III. und feine Ehefrau 0 hrlfthia, gev. Schäfer. In. Lang« El ön 0 , 10. Sept. Seit einigen Wochen lind die Arbeiten des S t r o ß e n 11 m • b o u e s in vollem Gange. Die Hauptdurchgangs- straßen werden, wie auch in den Gemeinden Oho- ßen-Llnden. Kirch, und Pohi-Gäns und Riede,.- Weisel, aufgeriisen, neu gewalzt und dann ge- pflastert. Dabei werden verschiedene Erhöhungen ausgeglichen und liefen aufgefülli. Auch hier in Lang-Göns ist es nötig geworden, einen großen Teil der Straße auszuheben Ein Stück her Ober- flaffe ist schon fertig gepflastert. Man hasst, in zwei bis brel Wochen mit her gesamten Arbeit fertig Z>« werben. Zahlreiche Arbeltslvfe kannten durch den Umbau her Straße Beschäftigung finden. - Am gestrigen Sonntag wurde hier das F e st der e v angelische n Jugend durch einen besonderen Gottesdienst gefeiert. In seiner Predigt, her der Text Ehr. 1.1, 8 „Jesus Ehristus gestern und heute, und derselbe auch In Ewigkeit" zu Eirunde lag, wandte sich her Ortsgeistliche In ernsten, mahnenden Worten an hie Heranwachsende Jugend Z V I l l I n g e n , 10. Sept. Gestern wurde in un- f«'rein Dorfe der I u g e n d s 0 n n l a g In 'schönster Welse gefeiert. Iw Vormitt'agvgottecvdlenst wurden die diesfährlgen Konfirmanden feierlich In den Kon- sirmaiidenunterrlcht anfgenommen: es sind In diesem Jahre 20 Konfirmanden auf 'Killfügen und A au» Nonninrolh. Der Abendgottesdienst wurde verschönt durch Vorträge und Sprechchöre her schulentlassenen Jugend. Ferner wirkte hobel her Gewischte .Kirchenchor durch den Vortrag einiger Lieder mit. Greift Biwittstcn. slsNIdda, 10. Sept. Nachdem erst kiirzllch einem blqlacn Einwohner ein F a h r r 0 d a u s h e m Hose g e st 0 h l e „ worden war, wurde setzt einem Reisenden au» Franksurt ein n e 11 e » F ahrrad mit allem Zubehör, das er während der Besorgung von Geschosten für kurze Zeit vor dem Hause leben lieft, eben,all» g e st 0 lj I e n. Der Bestohtena ah den Spitzbuben mit dem Rad gerade noch fort- obren, ohne ihn greifen zu können. Sofort wurden He Polizei und die Olenharnierle benachrichtigt, aber ein glücklicher Zufall füljrte den Spitzbuben in die Hönde her Polizei. Der Dieb hatte sich mH dem gestohlenen Fahrrad nach W alle r n h a 111 e n liege ben und dort einem Müllerluirschen ein Fahrrad zum Kauf angel,oten, da er (her Dieb) mit einem Fahrradhändler In Unter-Schmitt e n Ver- bindung habe Der zusälltg au» Ilnler-Schmitten stammende Müllerbursche mußte aber, haft es dort feinen Fahrradhändler gab, Iljin kam daher Nr Sache verdächtig vor. und er benachrichtigte dir Gendarmerie. Am Abend begab sich her Müller- bursche an den mit dem Dieb vereinbarten Ort, um angeblich ho» Rad In Empfang zu nehmen. Hier balle sich mittlerweile auch die 'n n II z e i elnge- funhen, her eo gelang, den mit aller Kraft Bstder- stand lctstenden Spitzbuben zu überwältigen und b i n g f e st zu machen. Es stellte sich dann heraus, daß der Verhastete, der aus Pfungstadt stammt, erst vor Z tu e 1 W 0 ch en au» d e in 01 e f ö n gut» en Haff en worden war, wo er eine längere Freiheitsstrafe wegen Diebstahl» verbüßt hatte. Er gestand weiter ein, daß er inzwischen auch 111 EIchelsd 0 rf ein Rad g e st 0 h I e n und es einem Manne in Wallernhaufen für 10 RM verkauft hatte. Der Käufer dieses billigen Rade« ist nun nalüiWd) feine 10 RM. Ino, ferner dürfte auch gegen ihn noch ein Strafverfahren folgen Alrci« Scholliu. ♦ 0" H1. fl .i), m apl Untei fiat kl 1 Bi tt Kl« flunfl her Iugenhverbände, HI., BDM. und Jungvolk murhe gestern Im Ülottendlenft her L a n de » - Ugenhsonntag liegongen. Dan Jungvolk- Fe rl en lager rückte mit fllnflenbem Spiel an und ab. Die Feier wurde bereichert durch einen Juflenh- 11(4)011 Sprechchor Die Predigt zeigte den Weg zur tiefen und Innerlichen jugendlichen Freude. )—( Ruppertsburg, 0. Sept. Dieser Tage and die V e r st e I g e r 1111 g d e 1 (f) c in e I n h e - z w etfchen statt Eo handelte sich um Übei 100 pffntnii schöm. gut au gerefsti m licht.............. her Zentner am Baume fast .1,80 hl« \ Mark kost, te )\ c p | e I und 'M I r n e n . dtl lnsolgl dl' gründlichen Spritzungen und Auslichtungen her Bäume unb des schönen Sommerwetters eine ganz außerordentliche Vollkommenheit und Schönheit zeigen, werden wohl erst Im Laufe her nächsten Woche versteigert Mrd« AlHstld. »I. a I) r i 11 fl 0 h a III e n , 10 Sept. In her Woh. nuiifl des htefiflen B tt r g e r m e i ft e r 0 murhe hlefer Tafle ein D i e b st a h l verübt, bei hem 0 0 'M n 1 f e n t m e n b e t wurden. Außerdem HÜeft her Dieb norf) eine Uhr und eine Fcchrradbeleuchtung mltaehen. In Ar n 0 ha I u konnte vermutlich her gleiche Tater 10 Mark erbeuten. Die Polizei ist dem Diel,, der sich In den Wäldern her Umgebung herumtreibt, eil einigen Tagen auf her Spur II Obe r-Öljm e n , io. Sept. Einem hiesigen Einwohner wurde in der Nacht zum Sonntag her einzige B ienenst 0 ck , den er befaß, a e st 0 h - len Al» Dieb oder Diebe kämmen nur Elemente van außerhalb unsere» Orlen In Frage. Die Diebe haben allem Anschein nach ben Stock In her Nacht nicht weit Iranopnrllerl, denn e» fand sich am Sonntag morgen eine größere Anzahl Bienen am bisherigen Standort den Stocken ein. Dieser Tafle wurde hier hon Obst von den gemeinde- >4genen Obstbäumen össentllch v e r st e I a e r t Die Kauflust mar recht rege 0» mürben befrteblgenbe -treffe erzielt. Der Brei» pro Baum bemegte sich e nach Behang unb Qualität von I Mark bl» nahezu 10 Mark In einem Falle murhe 11 über 40 Mark erzielt Zrnetfchen unb Aeplel waren ge- sucht, Birnen rnenlger gefragt Am Samstagabend fand hier eine DersteIgerung von lanb- m I r t s ch o f t l t ch e m R u tz l a n b statt Die Ge- hnfe lagen allerblngn so nlrbrlg, so das, kein Z,u- schlag erteilt murhe. Der Normalmorgen Acker bzw Wiese würbe mit knapp 200 Mark angeboten. 9Jt.