U ' ' MW Er. |59 Erstes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, ll.ZuIN9Z4 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen V®et, 111 einen ‘•'iftun. nÄ sich 6. M) nitj M Der! iler uni "■«»? it 'r ubn rlcheinl täglich, auber M Ä Annahme von Anzeigen onntags und Feiertags ÄÄff ▼ ▼ • für di- Mittag-numm-r /üÄ AiA AAA AAi MW Heimat im Bild-Die Scholle M W JF MM MT BH MM ylWI M^M J| Grundpreise für l mm hohe Monats-Bezugspreis: ■ W ■ M Hx !ÄJf M M M W M M M ÄJr M M W M Jr W für Anzeigen von 22 mm VjIvIlvIlvL XJ11ItlvIL suäsä Nummern ^6F Srmähigte Srnndpreife: .folge höherer Gewalt _ „ M Stellen-, Vereins., gemein. M-M General-Anzeiger für Gberheffen MW Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Sronffurt am Main llGse Druck und Verlag: Vrühl'sche UniversttStZ Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 kämpsung staatsfeindlicher Elemente in der Person des Ministers $ et) unterstrichen, der Vorsitzender eines ständigen Ministerausschusses und einer außerordentlichen Staatskommission mit besonderen Vollmachten wird. Ferner wird bekannt, daß Ministerpräsident Mussolini den österreichischen Vizekanzler Starhemberg zu einem Besuch nach Rom eingeladen hat. Dieser Besuch soll am 14. Juli, also vor dem Zusammentreffen mit Bundes« kanzler Dr. Dollfuß, das für Ende Juli in Riccione in Aussicht genommen ist, stattfinden. In der Unterredung soll die Rolle der Heimwehr in den noch immer äußerst verwickelten innerpolitischen Verhältnissen Oesterreichs einer eingehenden Untersuchung unterzogen und dabei auch die weiteren Aufgaben der Heimwehren geklärt werden. Pans versucht eine Annäherung an Italien. Wird Barthou französische Zugeständnisse mit nach Rom bringen? Paris, 11. Juli. (DRB.-Funkspruch.) In gut unterrichteten politischen Kreisen erklärte man, daß sich Außenminister B a r t h o u dazu entschlossen habe, noch in diesem Jahre mit Mussolini zusammenzutreffen. Ein genauer Zeitpunkt sei jedoch noch nicht in Aussicht genommen. Um den Boden für eine nutzbringende Aussprache vorzubereiten, werde die französische Regierung zunächst einige zwischen Italien und Frankreich schwebende Fragen bereinigen. „Echo de Paris" glaubt in diesem Zusammenyang zu wissen, daß Frankreich das Niederlassungsabkommen für Italiener in Tunis, das bisher alle sechs Monate verlängert werden mußte, durch einen fünfjährigen Vertrag zu ersetzen beabsichtige. Ferner werde die französische Regierung gewisse Zugeständnisse in der lydischen Grenzfrage machen. Der Direktor der „Tribuna", Senator F o r g e s D a v a n z a t i, bemerkt, daß sich Barthou darüber klar werden müsse, daß ein engeres Bündnis mit der Kleinen Entente, die Vorschläge von Regionalpakten und dieZusammenbarbeit mitRußland dem Locarno-Pakt nicht verstärken, sondern nur schwächen könnten. Die Sicherheit gegen Deutschland, die in Frankreich immer mehr zum „frenetischen Mythos" werde, werde im Grunde durch diese Politik nicht b e f e st i g t. Die Flottenkonferenz nennt Forges Davanzati eine der „verächtlichsten Formalitäten" in den internationalen Beziehungen. Man könne sich nur wünschen, daß sie nicht stattfinde. Die meisten italienischen Blätter betonen, daß Italien an einem Mittelmeerpakt gar nicht denke. Oie Abstimmungsordnung für das Saargebiet. Saarbrücken, 10. Juli (DNB.) Im Verordnungsblatt der Regierungskommission wird jetzt die vom Abstimmungsausschuß vorgelegte Wahlordnung für die Volksabstimmung im Saargebiet veröffentlicht, die damit gesetzliche Gültigkeit erlangt. Nach dieser Wahlordnung ernennt der Abstimmungsausschuß für jeden Wahlbezirk einen Gemeindeausschuß, der aus einem Vorsitzenden, zwei ordentlichen und zwei stellvertretenden Mitgliedern besteht. Dieser Gemeindeausschuh hat ab 25. Juli die Ä u f st e l - lung der oorgeschriebenen Li st en der Abstimmungsberechtigten oorzunehmen. Diese Listen müssen bis zum 2 3. September abgeschlossen sein. Die Listen der Abstimmungsberechtigten sollen dann in jedem Wahlbezirk 30 Tage lang offen ausgelegt werden. Sämtliche Einsprüche müssen auch in der letzten Instanz vor dem Abstimmungsgericht b i s fpätestens 12. Dezember erledigt sein. Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Abstimmung im Saargebiet werden sich am Mittwoch der frühere Bevollmächtigte im dänischen Außenministerium, Aage Bull, und der frühere Konsul William Gliben auf Grund einer Berufung der Abstimmungskommission für das Saargebiet nach Saarbrücken begeben. Die Berufung gilt vorläufig für die Dauer von fünf Monaten. Welche Angaben den Herren übertragen werden sollen, ist hier nicht bekannt. Vermutlich dürfte es sich um Mitwirkung bei der Aufstellung der Li st en der Abstimmungsberechtigten handeln, eine Aufgabe, wie sie Konsul Gliben bereits früher ausgeübt haben soll. Weitere Berufungen von Dänen sollen folgen. Neue kommunistische llnruhen in Rotterdam. A m st e r d a m, 10. Juli. (DNB.) Während in Amsterdam und in allen übrigen Gtädten des Landes keine neuen Zwischenfälle von Bedeutung zu verzeichnen waren, kam es in den Nachmittagsstunden in Rotterdam zu ernsten Gtraßentumulten, die ihren Ausgangspunkt auf dem Croswykfchen Weg hatten. Zur Unterdrückung dieses Aufruhrs mußte ein starkes Aufgebot von städtischer und Militärpolizei eingesetzt werden, das den ganzen Stadtteil abriegelte. Hierauf wurde die Parole aus- gegeben, daß jeder, der sich ohne Erlaubnis noch auf den Straßen aufhalte, Gefahr laufe, erschossen zu werden. Auf diese Weise gelang es, das von den Aufrührern aufgerissene Straßen- pflaster wieder auszubessern und auch die zerstörten Lichtmaste wieder hepLBß (teilen. Kubik- üt 99,3 Stein- 'n Rad. der 207 bei der $r war Nch ge. 'gte hier kam mit 40000 de. 3n Ansich t n em in der werden te aber !. Der Irute Wegen Barthou wieder nach Pans zurückgekehrt. Englands Bedingungen für eine wohlwollende Erörterung des Ostlocarnoplans. Paris, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Außen- mnister Barthou ist am Dienstagabend von seinex Londoner Reise nach Paris zurückgekehrt. Pressevertretern gegenüber erklärte er sich über je:ne Londoner Besprechungen höchst befrie- d g t. Die Pariser Morgenpresse macht sich diese Alfriedenheit ebenfalls zu eigen und bringt spal- ttilange Kommentare über die Ergebnisse der Äe i s e, die im wesentlichen dazu geführt habe, daß England nicht nur jeden Widerstand fl gen ein Ostlocarno au fgegeben, sondern fit) sogar — allerdings unter gewissen Bedingungen — bereit erklärt habe, in Berlin und Aom für diesen Pakt Propaganda zu fachen. Aus den Ausführungen der Pariser in einem Ostlocarno die Verpflichtung übernehme, Rußland zu unterstützen, wenn es zum Beispiel von Deutschland angegriffen würde, während der Locarnovertrag ausdrücklich festlege, daß sich militärische Ereignisse in Osteuropa nicht in Westeuropa auswirken dürften. In diesem Punkt bleibt also nach Ansicht des „Echo de Paris" ein Gegen- a tz bestehen. Der „Matin" weiß schließlich noch zu berichten, daß die in London erzielten Ergebnisse christlich niedergelegt seien und den beiden Regierungen zur Ratifizierung unterbreitet werden würden. England geht keine neuen Verpflichtungen ein. „Times" zu den Londoner Besprechungen mit Barthou. London, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Unter den Kommentaren zu dem Ergebnis der Besprechungen Barthous in London verdient ein Leitartikel der „Times" besondere Beachtung. „Der neue Pakt", schreibt das Blatt, „muß ebensoviel Wert für Deutschland wie für die anderen Teilnehmer besitzen. Es muß verhandelt werden auf einer Grundlage der vollständigen Gleichheit. Wenn das Ostlocarno ein nützliches Werkzeug der Befriedung sein soll, so darf die Seite des Problems nicht unbeachtet gelassen werden. Der vorgeschlagene Pakt der gegenseitigen Unterstützung muß dazu beitragen, Deutschland zum Völkerbunde zurückzubringen. Ein Beiseitelassen Deutschlands würde seine Rückkehr nach Gens doppelt schwierig machen. Auch Polen darf nicht ausgelassen werden. Die Verhandlungen werden wahrscheinlich außerordentlich schwierig werden. Die Stellung der englischen Regierung ist besonders delikat. Es ist eine feststehende Tatsache, daß England keine neuen Verpflichtungen ein - gehen wird. Die englische Teilnahme an den bevorstehenden Verhandlungen wird daher voraussichtlich inoffiziell und ihr Zweck darauf gerichtet fein, die Gefahren zu vermeiden, daß Europa noch einmal in zwei gegenseitig mißtrauische Staatsgruppen eingeteilt wird " Bedenkliche Erörterungen. Paris, 10. Juli. (DNB.) „L'Ordre" will in Erfahrung gebracht haben, daß gewisse Andeutungen über französisch - englische Militärab-^ kommen nicht ganz aus der Luft gegriffen seien. Es handele sich aber weniger um ein Militärbündnis, als um die Auslegung der Artikel 2 und 5 des Locarno - Paktes, d. h. um d i e genaue Festlegung, welche Truppen England im Falle einer Verletzung von Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages Frankreich zur Verfügung st eilen müsse und um d i e Festsetzung der strategischen Punkte, an denen diese Truppen zusammengezogen werden sollen. Man habe ferner die Möglichkeit in Erwägung gezogen, schon im voraus Stützpunkte für die englischen Luftstreitkräfte in Frankreich anzulegen £ «inhich i und fr® eist Radi! 9. daß al nd, mogeci] ttuauft K aber wii le sich dlir; Md Verwilderungen der Weltjournalistik rechtens feien und in Zukunft den Umgangston unter Völkern obgeben sollen. Ich glaube, im Namen des ganzen deutschen Volkes zu sprechen, wenn ich mit Empörung und Entrüstung dagegen p r o - le st einlege und mit aller Deutlichkeit erkläre. daß die deutsche Regierung nicht gewillt ist. weiterhin Auslandkorrespondenten in Deutschland zu dulden, die auf solche weise die Völker gegeneinander Hetzen und eine Atmosphäre heraufbeschwören, die jede ehrliche und unvoreingenommene Beziehungsehung der Rationen zueinander unmöglich macht. Das hat nichts mit der Freiheit der Meinung zu tun. Was sich hier austobt, ist übel st e Art von Revolver j o u r n a l i st i k. die keinem Volke zur Ehre gereichen kann. Sie trifft nicht den, gegen den sie gerichtet ist. sondern den. der sie betreibt. Mit einer Skrupellosigkeit ohnegleichen vergiften hier gewerbsmäßige Lügenfabrikanten die Weltmeinung, und. die Völker selbst müssen am Ende die Folgen davon bezahlen. 2mken wir selbst dem Schicksal, das uns die Mög- lchkeit gab, diese Art von Lügenjournaille in Kutschland zu beseitigen. Nur so konnten wir unsren inneren Frieden wiederfinden. Die deutsche "resse und der deutsche Rundfunk können sblz darauf sein, daß sie durch eine Verpflichtung Staat und Volk a u s dieser kompromit- tjerenden Gesellschaft herausgenom- i» e n worden sind. Das deutsche Volk geht in Ruhe Md Ordnung seiner täglichen Arbeit nach. Es hat chr allen anderen Völkern, die ein Gleiches tun, mr Achtung und Respekt. Es verfällt nicht in den Hehler, diese anderen Völker mit solchen Journa- vten zu verwechseln. Es weiß auch, daß es überall fliftänbige und saubere Pressemänner gibt, die nach t-stem Dissen und Gewissen der Wahrheit dienen vollen. Vor der hier geschilderten Art von Lügen- ßbrikanten aber wendet es sich mit Ekel und Ab- sreu ab und quittiert ihre hysterischen und patholo- gschen Wut- und Haßausbrüche nur mit einem lau- «n und hörbaren „Pfui Teufel!" Das englische Echo der Goebbels-Rede. m in feint lasten, spe mg auf u? monai anger fyn in Potsdu in sehe, u Ruffolh schlofft I nun bk Einfach- ätschen uli melde! Papens, orauf bet nd prompt m — man heilsgetra ifprä/ibttl chosse, er Senta btmfptäfv iftafobutg in papen vernimm! let aus aber geh! ,e und er- fächfischea eneral oon den ehe- den Ehrs und Enis im öffenf* er spiele» ver davon rordenlliih )ie deutsch» die Strch >j unb “ Dir zur gl» schwelt' r 61«; nein IW URafW her in M M Zieht i» ßeü blutig selbe W Prager » land nitioen W ffS rlin N* L-nd°n^ ;’?* sind, i»* mti i*"”11 «#* fi-d efll i Sf »Sw ;>*s WL'lff Ä «•*v London, 11. Juli. (DRV. Funkspruch.) Die undfunkansprache des Propagandaministers Dr. o e b b e l s findet in der englischen Presse große e a ch t u n g. Die Blätter bringen die Verurteilung n ausländischen Presseberichterstatter stark im Dor- yjgrunb und veröffentlichen längere Auszüge aus L r Rede. Irgendein sachlicher Versuch, die Fest- (i Hungen des Propagandaministers über die aus- iiijrtigen Presselügen zu widerlegen, wird be- Mrkenswerterweise nirgends gemacht. Soweit feine Stellungnahme oorliegt, läßt sich kaum der cate Wille feststellen, in Zukunft deutschen Ange- uZenheiten gegenüber mehr Verständnis zu zeigen. tschechischer Marxist fordert zur Ermordung des Führers aus. lmerhört deutschfeindlicheHetzrede inPrag. Prag, 10. Juli. (DNB.) Beim Abschluß des siestzuges anläßlich der Internationalen Lrbeiterolympiade in Prag hat der tschechische sozialdemokratische Abgeordnete Hurnel- Hans, einer der Führer der marxistischen Turn- uib Sportverbände, auf dem Altstädter Platz in Trag vor Mitgliedern der Prager Regierung, des Diplomatischen Korps, den Dertre- ttrn der Generalität und der Präsidentschaftskanz- J(i sowie vor Tausenden von Zuhörern eine Rede ßl halten, die wohl den Gipfel aller bisher dage- Befenen deutschfeindlichen Hetzereien darstellt. i^ach schwersten Beleidigungen des Reichskanzlers und firner Mitarbeiter hat Humelhans dann wörtlich öi sagt: „Es ist höchste Zeit, daß der Reichskanzler und seine Leute desei- t g t werden, um die Volkskultur zu retten." Diese Beleidigungen und die direkte Aufforderung zum Mord waren auch in der offiziellen tschechoslowakischen Radiosendung deutlich zu hören. Die deutsche Gesandt- ii) a f t in Prag hat gegen dieses unerhörte Der- titen in einer Verbalnote beim Prager lußenministeriurn schärfsten P r o t e st eingelegt und Maßnahmen verlangt, damit derartige süedensstörende Zwischenfälle in Zukunft ver- hindert werden. Litauens Willkürregiment im Memelgebiet. Der Memeler Oberbürgermeister widerrechtlich seines Amtes enthoben. Memel, 10. Juli. (DRB.) Das Landesdi- rrktorium Reizgys hat den Memeler Ober- jbiirgermeifter Dr. Brindlinger feines A m- .ies enthoben mit der Begründung, daß er d i e litauische Sprache nicht beherrsche und Io gemäß der bestehenden Gesetze die frühere Bestätigung seiner Wahl ungültig sei. Än seiner Stelle wurde der bekannte Großli - teuer Simonaitis als Oberbürgermeister mit kcmmissarischer Befugnis eingesetzt. Simonaitis übernehm bereits die Geschäfte. Simonaitis ist vom Di- nktorium beauftragt, selbständig alle erforderlichen Verordnungen zur Durchsührung der Spar- ki aßnahmen zu erlassen. Ferner sind durch Be- syluß des Landesdirektoriums nachstehende M a g i- flratsmiglieder ihrer Aemter enthöbe n : Heinrich Schwede, Fritz Glogau, Willi Ber- trieit und Martin Kurnies. Die Amtsenthebung c ird damit begründet, daß die Betreffenden M i t - gll jeder der verbotenen sog. antista a t- l chen Parteien waren. Sie sind einem Verhör unterzogen worden. 68 litauische Offiziere gemaßregelt. K o w n o , 10. Juli. (DRB.) Die Untersuchung gegen die Schuldigen am litauischen Militärputsch ti)m 7. Juni ist abgeschlossen worden. Danach waren cn dem Putsch außer den bereits abgeurteilten drei Zivilisten mit Woldemaras an der Spitze 103 O f - fä3iere beteiligt. 22 Offiziere wurden zu Geil, e i n e n degradiert und aus der Armee ausgeschlossen. 46 Offiziere wurden in die Re- s rve versetzt und 32 Offiziere gingen straffrei aus. (legen den früheren Generalstabschef Kubeliu- r a s, gegen den Stellvertreter des Ehefs der Mi- l tärfüegerei und gegen den Stellvertreter des Chefs lC5 Hufarenregimentes werden wegen böswil- liger Untätigkeit und Sabotage vor Um Kriegsgericht Verfahren eingeleitet. Die Einberufung des Reichstags. Berlin, 10. Juli (DRV.) Der Reichstag ist für Freitag, 1 3. 3 uli, 20 Uhr, einberufen worden. Als einziger punkt steht auf der Tagesordnung die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Die Reichstagssihung wird auf alle deutschen Sentier übertragen. ♦ Die große Rede des Stellvertreters des Führers wurde zu einer im ganzen Reich begeistert begrüßten Friedenskundgebung, deren Widerhall in der ganzen Welt noch nicht verklungen ist. Arn Dienstagabend hielt Reichsminister Dr. G o e b b e l s im Rundfunk fein schlagfertig sarkastische Abrechnung mit der Lügenpropaganda, die ein großer Teil der Auslandspresse an die Ereignisse des 30. Juni in Deutschland geknüpft hatte. Und nun steht uns als drittes großes politisches Ereignis die Reichstagssitzung bevor, zu der soeben der Präsident des Reichstages, Ministerpräsident Hermann Göring, die deutsche Volksvertretung einberufen hat. Nur einen Punkt enthält die Tagesordnung: „Die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung". Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir von dieser Erklärung, die unzweifelhaft vom Führer selbst vorgetragen werden wird, eine völlige Klärung aller derjenigen Fragen erwarten, die inner- und außenpolitisch die Politik der nächsten Zeit beeinflussen werden. Wir erinnern daran, daß fast ein halbes Jahr vergangen ist, seit der Reichstag zum letzten Male zusammentrat. Jene Sitzung fiel auf den Jahrestag der Machtergreifung am 30. Januar. Die Ausführungen des Kanzlers klangen aus in einer einzigartigen Kundgebung der deutschen Volksvertretung. Das Ermächtigungsgesetz für den Neuaufbau des Reiches wurde damals einstimmig genehmigt. Die Volksvertretungen der Länder wurden beseitigt und alle jene Maßnahmen ermöglicht, die in den letzten Monaten eingeleitet wurden, um das politische Leben des Deutschen Reiches von Grund auf 31X. wandeln. Die kommende Sitzung wird vermutlich nicht nur Rechenschaft über die Aufbaumaßnahmen ablegen, sondern sie wird die Darstellung der Vorgänge bringen, die zu den Ereignissen des 30. Juni führten; und sie wird ferner vor aller Welt die großen Richtlinien der deutschen Außenpolitik darlegen und die Völker der Erde aufrichtig und schonungslos davon in Kenntnis fetzen, in welche Gefahr die Welt durch Unverständnis, bösen Willen und mangelndes Verantwortungsbewußtsein getrieben zu werden droht, obwohl Deutschland bis zur Selbstentäußerung immer wieder versucht hat, an seinem Teil zur Aufrechterhaltung des Friedens beizutragen. Die Erklärung der Reichsregierung wird in dem psychologisch wirkungsvollsten Augenblick erfolgen. Sie wird zur Klärung und Säuberung der internationalen Stickluft beitragen. Schweres Schadenfeuer in der Zrewnrger ilniverW. Nie Aula ein Trümmerhaufen. — Wertvolle Literatur gerettet. 3m Dachgeschoß der Universität Freiburg brach am Dlenstagmittag Feuer aus, das sich bei der Trockenheit rasch ausdehnte. 3n knapp 20 Minuten stand die große kuppel der Universität in Flammen. Die mächtige kuppel ist mit großem Getöse in die Aula abgestürzt. Das große kupserdach über dem Eingang der Universität ist mit großem Getöse auf die Straße gefallen. Die Flammen waren auf den westlichen und südlichen Flügel übergesprungen. Die Feuerwehr schlug am östlichen Flügel mehrere Oeffnungen in das Dach, um auch von innen den Brand mit mehreren Schlauchleitungen bekämpfen zu können. Das Gebälk des westlichen und südlichen Flügels ist e i n g e st ü r z t. Die Brandstelle bietet ein trostloses Bild. Dor allem die auf der Westseite gelegene große mit wunderbaren Wandgemälden geschmückte Aula ist in ein Trümmerfeld verwandelt worden. Mehrere Personen muhten sich wegen Rauchvergiftung, Schnitt- und Brandwunden in ärztliche Behandlung begeben. Dank der aufopfernden Hilfe des Rektors, des Lehrkörpers und der Studenten ist ein großer Teil der im Dachgeschoß untergebrachten Literatur in Sicherheit gebracht worden. So konnte fast das ganze volkswirtschaftliche Seminar und der größte Teil des rechtswissenschaftlichen Seminars geborgen werden. Das Archiv des Zellungswifsenfchaft- lichen 3 n st i t u t s gilt als verloren. Der Kanzler der rtniversität, Professor Dr. Felge n t r ä g e r, bat die presse am späten Rachmittag, nachdem der Brand eingedämmt war, zu einer kurzen Besichtigung. Erst im 3nnern des so schönen Gebäudes sah man, welche verheerenden Wirkungen der Brand gehabt hat. Allenthalben erblickte man Feuerwehrleute, die mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren und die hie und da noch etwa gefahrdrohende Mauerreste beseitigten. So wurde auch der Teil des großen Kupferdaches, der noch über dem Eingang hängengeblieben war, heruntergerissen. Die ehemalige Aula bietet ein trostloses Bild; verbogene und verschmolzene Eisenträger ragen aus den Schuttmassen zum Himmel. Da und dort züngeln noch kleine Flammen aus den Ueberresten der stolzen Kuppel. Gegen Abend wurde eine Schlauchleitung in dieses Trümmerfeld geführt, um auch die letzten Brandnester zu beseitigen. Der Vorlesungsbetrieb wird zunächst für zwei Tage unterbrochen; dann will man versuchen, in den unteren, vorn Feuer verschont gebliebenen Räumen den Lehrbetrieb wiederaufzunehmen. Der Kanzler legte besonderen Wert auf die Feststellung, daß kein Anhaltspunkt für eine Brand st iftung vorliege. Das Feuer ist im nördlichen Flügel, im bodenkund- lichen 3nstitut, ausgebrochen. Der Kanzler dankte dann allen, die sich in uneigennütziger, kameradschaftlicher Weise unter Einsetzung ihrer Gesundheit und ihres Lebens am Rettungswerk beteiligten; so sei noch viel gerettet worden. Leider seien den Flammen aber auch wertvolle, zum Teil unersetzliche Bücher zum Opfer gefallen. Die 6 Bücher des Monats Juli. Die von der „Reichsschrifttumsstelle beim Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda" Anfang Juni zur Pflege und Förderung des duschen Schrifttums begonnene Aktton „D t e | e ch s Bucher des Monat s" wird am 12. Juli erstmalig mit ihrer zweiten, für den Monat Juli ausgewählten Bücherreihe fortgesetzt. Die beiden Buchgruppen enthalten „Die sechs Bücher zu Fragen der Zeit" und „Die sechs Bücher deutscher Dichtung". In der ersten Gruppe beftnben sich zwei rassenpolitische Bucher die dem Wunsch unserer Volksgemeinschaft, auf diesem Gebiete Aufklärung zu erhalten, in hervorragender Weise Rechnung tragen. Zwei weitere Bucher kulturgeschichtlichen Inhalts be- richten von der Herkunft unseres Nattonalsymbols, des Hakenkreuzes, und geben einen höchst aufschlußreichen Ueberblicf über die Entwicklung der Nationaldenkmäler unseres Vaterlandes Ein bevölkerungspolitisches Buch, das die Notwendigkeit vermehrten Nachwuchses für das Leben unseres Volkes aufzeigt, sowie ein Bildwerk über das arbeitende Deutschland beschließen die Reihe der „Sechs Bucher zu Fragen der Zeit". Die Liste umfaßt somit folgende Werke: Groß: Rasfenpolitische Erziehung; Clauß: Rasse und Seele- Lochler: Vom Hakenkreuz; Schrade: Das deutsche National-Denkmal; M ü h l n e r : Land ohne Kinder, Land ohne Zukunft; Diesel: Deutschland arbeitet. Sehr interessant ist die Auslese, die man in den sechs Büchern der Dichtung getroffen hat. Drei junge Dichter und eine Dichterin kommen zu Wort. Den Namen Agnes Miegel nennt man bereits im Volke mit Liebe und Verehrung. Sie gilt als die Dichterin Ostpreußens, die, selbst aus hugenottischem und salzburgischem Blut tief verwurzelt ist mit den Menschen und der Landschaft der deutschen Ostmark. Ostpreußische Bauern und Handelsherren sind ihre Vorfahren. Ihre Erzählung „Die Fahrt der sieben Ordensbrüder" geht auf den Grund der Dinge. Unter den Jungen vertritt Heinrich Zil - \ j ch das Auslandsdeutschtum. Er ist der Schilderer seiner siebenbürgischen Heimat. Der Novellenband „Sturz aus der Kindheit" zeigt ihn als Erzähler oon starker Begabung und nicht alltäglichem Eigenwillen. Georg Grabenhorst, oon dem wir bereits „Fahnenjunker Volkenborn" kennen, tritt mit seinem prächtigen Roman „Merve" hervor, in dem das Schicksal des jungen Mädchens im Blitzlicht unserer Zeit gestaltet wird. Den Reigen der jungen Dichter beschließt Albert Bauer, ein Sohn der herben Hunsrück-Landschaft, ein Sohn der Scholle, in dem das innige Verbundensein mit Blut und Boden um seinen Ausdruck ringt. „Das Feld unserer Ehre" ist aus eigenem bäuerlichen Erleben und Empfinden heraus entstanden. Die Reihe wird abgeschlossen durch zwei Werke von besonderer Eigenart. „DaskleineGedicht^ b u ch" birgt Namen von Klang und Bedeutung in zahlreichen Beiträgen. Wir nennen nur Paul Al- Derbes, Hans Friedrich Blunck, Britting, Claudius, Griese, Hanns Johst, Kolbenheyer, Willi Vesper. Mit diesem billigen Büchlein soll der Beweis angetreten werden, daß die echte deutsche Lyrik nie tot gewesen ist. Nur war sie all die Zeit überwuchert oon technischen Kunststücken, die im Volke niemals Resonanz gefunden und darum sich selbst das Grab geschaufelt haben. Hinzuweisen ist noch auf eine meisterhafte Uebertragung der „E d d a", die Felix Genzmer besorgte. Zu wünschen wäre, daß jeder Deutsche sich einmal in die altgermanische Welt vertiefen würde, die in der „Edda" ihren dichterisch gewaltigsten und sinnfälligsten Ausdruck gefunden hat. Die Uebertragung ist aus diesem Grunde als Polksausgabe erschienen. Der große Erfolg der ersten sechs Bücher des Monats Juli läßt erwarten, daß auch d-ie neuen beiden Reihen ihre Freunde finden werden, die sich nach Schönem, Wahrem unb Klarem sehnen. OerReichssportführeraus dem Deutschen Bundesschießen. Frankfurt a. M. Ort des 21. Bundesschietzens 1937. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten, der Präsident des Ehrenausfchusses für das 20. Deutsche Bundesschießen in Leipzig, der durch dienstliche Verpflichtungen verhindert war, am Sonntag das Bundesschießen zu besuchen, holte diesen Besuch am Dienstagnachmittag nach. Eingehend besichtigte der Reichssportführer die vorbildliche Schiehanlage und beobachtete mit großem Interesse den Fortgang des Schießens auf den verschiedenen Ständen. Ueber seine Eindrücke äußerte sich der Reichssportführer Vertretern der Presse gegenüber u. a. wie folgt: „Man hat mir oft gesagt, Schützengesellschaften, Schützenoereine seien ü b e r ft ä n b i g. Ich meine, man solle nicht an allem herummäkeln, sondern solle dem Volk geben, was das Volk will. Und wenn die Schützen aus einer kleinen Ortschaft zu chrem Schießen alljährlich zu- fammenfommen, so nehmen nicht allein sie, und ihre Familien teil, sondern die ganze Bevölkerung. Wo besser könnte man herrlicheres Brauchtum gewahrt sehen, als im deutschen Schützenbund. Verlassen wir uns auf die große gigantische Aufgabe der Befreiung unseres Volkes, die sich unser Führer gestellt hat.' Bekennen wir uns nicht mit der Lippe zu der großen Arbeit, sondern mit dem Herzen, und daß der deutsche Schütze rtiit dem Herzen an seinem Führer, an seinem Volk und seinem Vaterland letztlick aber auch an seiner Schützenarbeit hängt, das beweist mir wieder das 20. Deutsche Bundesschießen in Leipzig. So möge denn der von unseren Urvätern und Vatern überlieferte große Geist des deutschen Schützenbundes weiter in alle Zeiten hin» e i n seine Früchte tragen. Der Deutsche Schützenbund bestimmte a l s Fest 0 rt für das 21. Bundes schießen im Jahre 1937, das mit dem 7 5jährigen Bestehen des Bundes zusarnmenfällt, Frankfurt a. M. In Frankfurt hatte das erste Deutsche Bundesschießen stattgefunden, ebenso war Frank- urt Festortdes 25 - und 50jährigen Bete h e n s des Bundes. Außer Frankfurt hatten ich für das 21. Bundesschießen die Städte Breslau, Berlin und Hannover beworben. Nächst Frankfurt entfiel die größte Stimmenzahl auf Breslau, das als erste Stadt im deutschen Osten überhaupt eine Einladung zum Bundesschie- hen ergchen ließ. Stuttgart und Nürnberg, die sich ebenfalls beworben hatten, zogen die Bewerbung zurück, meldeten aber bereits ihre Ansprüche für das 22. Bundesschießen im Jahre 1940 an. llrlaubsanordnung für den NGOFB. Berlin, 9. Juli (DNB.) Für die Zeit vom 9. Juli bis Samstag, 18. August 1934, hat die Bundesleitung des NS. Deutschen Frontkämpfer- bundes (Stahlhelm) für den Bund allgemeinen Urlaub angeordnet. Von bestimmten Ausnahmen abgesehen, hat die Sunbesleitung in dieser Zeit auch das Tragen der Bundestracht verboten. Die Ausnahmen betreffen: 1. Teilnahme geschlossener Einheiten des Bundes bei Kundgebungen, an denen auch andere Organisationen beteiligt sind. Die Teilnahme bedarf der Genehmigung des zuständigen Landesführers. Ehrenkompanien dürfen hierbei Bundestracht tragen. 2. Teilnahme an den für den 2. 21 u g u ft von der Wehrmacht angesetzten Feiern. Der 2. August 1934 ist für den NS. Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm), soweit er an den von der Wehrmacht angesetzten Feiern teilnehmen kann, Dienst. Für diesen Dienst ist Bundestracht anzulegen. 3. Die Bundeskapellen dürfen vertraglich vereinbarte Konzerte auch während der Urlaubszeit in Uniform geben. Ein Erlaß zurBefriedung derWirtfchaft Berlin, 10. Juli (DNB.) Wie die NSK. meldet, hat der Stellvertreter des Füh» rers folgende Anordnung erlaßen: Unbeschadet der grundsätzlich und im Programm der NSDAP, anerkannten Schaffung eines gesunden Mittelstandes hat der Kampf zwischen einzelnen Einrichtungen der deutschen Volkswirtschaft zu unterbleiben. Wegen Zugehörigkeit zu Verbrauchergenossenschaften darf kein Partei- oder Volksgenosse angegriffen ober benachteiligt werben. Die wirtschaftliche unb bie Mit- glieberroerbung ber Verbrauchergenossenschaften wie auch bie Werbung bes Einzelhanbels hat sich jeden politischen, weltanschaulichen oder kämpferischen Einschlages zu enthalten. Oie <5pU. einem neuen Volkskommissariat des Innern eingegliedert. Moskau, 11. Juli. (DNB.) Der Zentralvoll, zugsausschuß der Sowjetunion beschloß die B i l - düng eines Volkskommissariats für innere Angelegenheiten unter Einverleibung der O G P.U. Dem neuen Volkskommissariat obliegt u. a. die Sicherung der revo- lutionären Ordnung, der Staatssicherheit und des gesellschaftlichen (sozialistischen) Eigentums sowie der Grenzschutz. Das Gerichtskollegium der OGPU. wird a u f g e l ö ft. Der Volkskommissar für innere Angelegenheiten und seine örtlichen Organe werden beauftragt, gleichzeitig bie Akten der von ihnen untersuchten Verbrechen nach Untersuchungsabschluß den entsprechenden Gerichten zur Urteilsfällung nach den gesetzlichen Bestimmungen zu übermitteln. Bei dem neuen Volkskommissar wird eine Sonderabteilung eingerichtet, die berechtigt ist, auf verwaltungsmäßigem Wege Verschickungen und Verbannungen in Arbeitslager bis zu fünf Jahren sowie Ausweisungen aus der Sowjetunion anzuordnen. Zum Volkskommissar für innere Angelegenheiten wurde Heinrich I a • qova ernannt. Erster Stellvertreter ist Jakob Agranow, zweiter Stellvertreter Georgi Proto f j e n. Aus oller Welt. Lin kragischer Unfall. In Aschaffenburg ereignete sich ein Unfall, der durch Verkettung besonders tragischer Umstände den Tod eines Menschen herbeiführte. Der 36 Jahre alte verheiratete Fuhrunternehmer Ignatz Fuchs war damit beschäftigt, vom Platz des hiesigen Turnvereins Sand wegzufahren. Sein Fuhrwerk stand in der etwa 2 Meter tiefen Sandgrube, und Fuchs wollte gerade den beiden Pferden des Fuhrwerks die Decke abnehmen, als sich von dem am Rande der Grube aufgeschütteten Sand ein großer steiniger Brocken löste, der Fuchs in die Kniekehle traf. Fuchs fiel dadurch nach vorwärts und zwar so unglücklich, daß er mit voller Wucht mit der Brust auf das Vorderrad des Fuhrwerks stürzte. Er brach sich dabei einige Rippen, die offenbar in die Lunge drangen. Die dadurch entstandene Lungenzerreißung führte alsbald zum Tode des Betroffenen. Line zwölfjährige Lebensretterin. In Braubach geriet beim Baden im offenen Rhein ein sechsjähriger Junge an eine gefährliche Stelle, wo er von den Fluten mitgerissen wurde. Der Junge war bereits dem Ertrinken nahe, als das zwölfjährige Mädchen Brühl von hier kurz entschlossen ins Wasser sprang und dem Jungen das Leben rettete. Auflösung der Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter katholischen Studentenschaft. Die „Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter katholischen Studentenschaft" hat dem Rektor der Universität mitgeteilt, daß sie'sich selbst aufgelöst habe. Der Rektor hat nunmehr die Streichung der Arbeitsgemeinschaft aus dem Korporations- und Lereinsregifter der Universität verfügt. Eine neue Kraftpostlinie Baden-Baden—Berchtesgaden. Es ist jetzt eine Kraftpostlinie eröffnet worden, die von Baden-Baden durch den Schwarzwild am Bodensee vorbei bis nach Berchtesgaden führt. Die Linie Tesla willileue„Todesstrchlen"ersundenhaben. Mit 50 Millionen Volt gegen 10000 Flugzeuge. Neuyork, 11. Juli. (DNV.-Funkspruch) Die Blätter veröffentlichen in sensationeller Aufmachung eine längere Unterredung mit Dr. Nikolaus Tesla der weiteren Kreisen durch die nach ihm benannten Strahlen und durch seine Erfindung zur besseren Auswertung des elektrischen Stromes bekannt geworden ist. In der Unterredung behauptet Dr. Tesla, es fei ihm gelungen, sogenannte „T o d e s st r a h l e n" durch eine Art elektrischen Geschützes in wirkungsvolle Form zu bringen, so daß 1 0 0 0 0 Flugzeuge auf eine Entfernung von 250 Meilen und ganze Armeen vernichtet werden können. Nur die allerstärksten Stahlpanzer, behauptet Tesla weiter, seien imstande ist etwa 900 Kilometer lang und hat Anschluß an die Fernkraftpost Heidelberg- Luzern; sie führt von Baden-Baden aus über die neue Schwarzwald-Hochstraße nach Freiburg, St. Blasien, Radolfszell. Zwischen Konstanz und Lindau kann auch der Seeweg benutzt werden, dann führt die Route über die bekannte Alpen- st r e ck e , vorbei an den Königsschlösfern zum Wetterstein und Karwendel bis nach Berchtesgaden. Die Gültigkeitsdauer der Fahrkarte beträgt 30 Tage, die Fahrt kann beliebig oft unterbrochen und auch auf Teilstrecken beschränkt werden. Oberheffen. Kreis Büdingen. § Borsdorf, 9.Juli. Der Gesangverein „L i e d e r h a i n", der 'im Jahre 1923 gegründet wurde, feierte gestern das Fest seiner Fahnenweihe. Etwa 20 Gesangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung hatten sich in sanges- brüderlicher Verbundenheit zu dieser Feierstunde eingefunden. Rach einem Festzug durch, die Ortsstraßen versammelte sich eine tausendköpfige Menge auf dem geräumigen Festplatz in unmittelbarer Ortsnähe, wo sich der Weiheakt vollzog. Der Vereinswalter des „Liederhains", Hermann Uhl, begrüßte die Festgäste und unterstrich in packenden Worten die Bedeutung des Tages, die er mit dem Anbruch des Dritten Reiches in Verbindung brachte. Er schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Der den Strahlen Widerstand zu leisten, mit denen nach jedem im Fernrohr sichtbaren Gegen st and gezielt werden könnte. Zur Erzeugung der „Todesstrahlen" sei eine S pa n n u n g von 50 Millionen Volt nötig. Es handele sich im wesentlichen darum, einen Apparat herzustellen, durch den StrahleninfreierLust stattin dem bisher benötigten Vakum ausgesendet werden können. Ferner sei die Erzeugung von ganz enormen elektrischen Energien notwendig. Dr. Tesla, der bereits 11 Jahre alt ist, beabsichtigt, seine Erfindung der Genfer Abrü- stungskonferenz vorzulegen. Chorleiter des festgebenden Vereins, Lehrer Schwartz, nahm die Weihe tat neuen Fahne hör und übergab sie der Obhut des Fähnenträgers. Eine von den Frauen und Mädchen gestfftete Fahnenschleife wurde mit passenden Worten übergeben. Der Kreiswalter des Sängerkreises „Ridda- t a l", G. Diehl (Ober-Schmitten), beglückwünschte den Festverein zu seiner neuen Fahne, überreichte einen Fahnennagel und sprach über die Aufgaben der Gesangvereine im neuen Reiche. Weitere Fahnennägel wurden von dem hiesigen Krieger- und Turnverein überreicht. Die feierliche Weihestunde wurde umrahmt von einem Begrüßungschor des festgebenden Vereins (Chorleiter Schwartz), von drei Massenchören der beteiligten Gastvereine unter Leitung von G. Diehl (Öber-Schmitten),. sowie von klangschönen musikalischen Darbietungen der Standartenkapelle. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied klang die Feierstunde aus. In den aufgeschlagenen Zelten entwickelte sich dann ein sanges- und festfrohes Treiben. Kreis Alsfeld. * Billertshausen, 10. Juli. Im hiesigen Steinbruch ereignete sich heute nachmittag ein schwerer Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Arbeiter Richard Engel aus Zell, der im Maschinenhaus zu tun hatte, wurde von der Transmission einer Brechermaschine, in die er mit einem Rockschoß hineingeraten war, erfaßt und von einem Rade mehrmals herumgeschleudert. Er schlug dabei verschiedene Maltz mit dem Kops und den Füßen an die Wand bzw. auf dem Boden auf und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß der Tod des bedauernswerten Mannes auf der Stelle eintrat. * Bernsburg, 9. Juli. In den hiesigen Wäl, dern ist die H e i d e l b e e r e r n t e in vollem Gange. Der Ernteertrag ist recht gut. Für das Pfund Blaubeeren werden 20 Pf. gezahlt. Wettervoraussage. Da der hohe Druck wesentlich zusammen, geschrumpft ist, bleibt die Wetterlage nicht mehr so stabil wie seither, lieber Skandinavien sind kühle Luftmassen unterwegs, die durch die Rückseite des Baltikumtiefs südwärts befördert werden und stellenweise Anlaß zu Gewitterstörungen geben dürften, wobei auch die hohen Temperaturen etwas gedrückt werden. Die Störungstätigkeit wird sich aber nur vorübergehend bemerkbar machen, so daß der Witterungscharakter im wesentlichen noch freund- lich und sommerlich bleibt. Aussichten für Donnerstag: Teih heiter, teils wolkig, warm, doch allgemein etmatf Kühlet, Neigung zu lokalen Gewitterstörungen. Witterungsvorhersage für die Zeit vom 11. bis 20. 3ufi. Ausgegeben von der staatlichen Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen in Frankfurt am Main-Rödelheim am 10. Juli, abends. Das beständig schöne Wetter geht jetzt zu Ende. In den nächsten Tagen wird das Wetter noch recht warm, teilweise schwül fein, aber es werden zu- nächst im Westen, dann auch im Osten örtliche gewittrige Störungen auftreten. Daran anschließend wird bei vorwiegend maritimer Luftzufuhr leicht unbeständiges, zu schauerartigen oder gewittrigen Niederschlägen geneigtes, im ganzen jedoch freundliches Wetter vorherrschen. Auch im zweiten Juli» drittel wird die Temperatur im Durchschnitt meisten» orts über dem Normalwert liegen. An vielen Orten wird an mehr als vier Tagen des Vorhersagezeit, raums Niederschlag von mindestens 0,1 Millimeter fallen. Ausgesprochen sonnenlose Tage werden höchstens ganz selten auftreten, so daß die Gesamtsonnenscheindauer in dem zehntägigen Abschnitt fast überall 60 Stunden betragen wird. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10 100. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts - Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Während der Reisezeit empfiehlt sich die ',s Aufbewahrung von Wertpaketen wurde unerwartet durch einen sanften Tod von ihrem Leiden erlöst im feuersicheren Panzerraum der * Bezirkssparkasse Gießen Gießen (Mittelweg 14), den 10. JuU 1934. 4027 D Vierter 116 er-Tag Gießen 1934 gestellt werden, gebeten. 4073 D frei l03437 stehende Arbeiten vergeben werden: 4068D Ludwigstraße 33/1 Telefon 3239. Lotterlevertrieb ZiySriGnhäUS E. Reuter (vorm.Buchacker) Bismarckstraße 6 GIESSEN Reisekreditbrief Neuen Bäue 11 Oanzleinenband RM.4.80. Morgen Donnerstag BreoDliolzundSäjeinehl tg für jedermann über ..... . u MllWMelle der Bezirkssparkasse Gießen »tzl 4028 D N • S Mitteilungen bis zum Samstag, dem 14. Juli 1934, an V Röder, Lederwarengesch., Kirchenplatz, erwünscht Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei s o Reise ohne Bargeld mit dem Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 12. Juli, nachm. 2 Uhr statt. __________________________________________________________________________________________03477 Längsriß, unkündb. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 3.—, gebunden RM. 4.—. Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. Br. RM.2.-,geb. RM.3.-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: A. Hahn. Löberitraße 3. | Mietgesuche | Kinderloses Ehe- paarsuchtversof. oder später 2-3-Mol. zu mieten. Schr. Angeb. u. 03454 andenGieß.Anz. 30 Feldflaschen, bestimmt: 1 Harmonium. Müll Einschränkung des Wasserverbrauchs. Infolge der langanhaltenden Trockenheit ist besonders in den letzten Tagen einerseits der Wasserverbrauch außerordentlich stark angestiegen, anderseits hat die Ergiebigkeit der Quellen stark nachgelassen. Um die regelrechte Wasserversorgung weiterhin sicherstellen zu können, ist deshalb äußerste Sparsamkeit im Wasserverbrauch unbedingt erforderlich. 4070D Gießen, den 10. Juli 1934. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. AfepeeUIRAt ZIEHUNG: 21.-21. JULI 1Q34 So6£ jüMcall xtu Aalten / Unsere liebe, herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Katharine Hahn Witwe Arbeitsvergebung. Für den Neubau von 14 Kleinwohnungen am Anneröder Weg (2. Bauabschnitt) sollen unter Zugrundelegung der Reichsverdingungsordnung nach- Eifenhändler erste Kraft, mit allen vorkommenden Arbeiten vertraut, mit Führerschein 3 a, sucht passenden Wirkungskreis, evtl. Geschäftsüber- nahme. Schrift!. 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I. 6175 zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen find bei Meidung des Ausschlusses während der Offenlegungszeit bei der Bürgermeisterei Lauter schriftlich und mit Gründen versehen einzureichen. Verkäufe Gelreidemäher einsp.,fabrikneu, billig zu verkauf. Schr. Ang. unter 03461 a.d.G.A. Empfehlungen Perfekte 03470 Schneiderin mit tieft. Refer., empfiehlt s. auß. demHause. Nah. in der Geschäfts- stelle d. G. Anz. Tannensägemehl z. Streuen kann laufend kostenlos abgeholt werden Anmachholz im Sommer bill. Bestell, ü Postk. Damvfsägewerk Lollar B. Nuhn, A.-G. in Lollar. Verschiedenes Englischer Unterricht bei perfekt Eng- lisch-Sprech. ges. Schr.Angeb.mit Preis u. 03482 an d. Gieß. Anz. Fräulein m.Kivd wünscht anständ. Herrn kennenzulernen f. baldige heirat Witwer m. Kind nicht abgeneigt. Schr. Ang. unt. 4077V a.d.G.A. ■ Noröfee!" Erholungsuch.m. gleich. Ziel u. d. Wunsche v. 20. d. M. an in Gesellschaft zu reisen bitte ich frdl. um Zuschr.u. 4074V an d. Gieß. 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Da jedes völkische Gemeinschaftsleben Unterordnung der individuellen Freiheit fordert, so hat sich das Volk eine Ordnung geschaffen, welche jenseits von festgelegten Paragraphen im Brauchtum wurzelt. So stark wir deutsches Brauchtum und deutsche Sitte aber auch bejahen mögen, weil wir erkannt haben und wissen, wieviel neue Schaffenskraft wir aus ihnen schöpfen können und welche ungeheuren Werte in ihnen schlummern, so stark wehren wir uns auch gegen neue Formen, neue Bindungen, gegen Rituale, die in die heutige Zeit mit ihren fortgeschrittenen Erkenntnissen nicht mehr passen. Dieser Zwiespalt liegt nicht etwa in unserem persönlichen Empfinden, sondern im Volk selbst. Wir erkennen an der Gegenwart, daß die Organisationen mit festen Symbolen und scharf umgrenzten Bräuchen die größte Geschlossenheit und den stärksten Anhang haben! Daraus ergibt sich unverkennbar, daß wir eine Symbolik, ein Brauchtum nötig haben, um den Zusammenhalt des Volkes zu wahren und .feine Stoßkraft nach außen hin zu stärken. Das Dolksganze ist einem breiten Strome zu vergleichen, aus dem dann und wann eine berufene Führerper- fönlichkeit herausragt, und um dieses gewaltigen Stromes willen müssen wir ein völkisches Brauchtum besitzen, dessen Warze! immer irgendwie im Mythos und in der Ehrung eines Höheren ruht. Wir haben das deutsche Brauchtum aufzufassen als das weltanschauliche Erleben unserer Vorfahren, welches sowohl eine Bindung bedeutet an die Vergangenheit, wie gleichzeitig eine vorwärtsstrebende an die Zukunft. Gerade unsere Generation ist in besonderem Maße dazu berufen, den Schatz des Erbgutes zu hüten und durch die Hinzufügung von Neuem zu bereichern, denn der Sinn des Lebens will es, daß im Neuen immer das Alte aufersteht! In jedem volksverbundenen deutschen Menschen ruht noch ein unbewußter Rest deutschen Brauchtums, und dort, wo diese Quelle am reinsten fließt, im deutschen Brauchtum, müssen die ersten Ansatzpunkte der Erneuerung des Brauchtums liegen. So wie wir im Johannisfeuer die germanische Sonnenwende wieder finden, so ist im Weihnachtsfest das alte Fest der Wintersonnenwende festgehalten. In den deutschen Märchen, Sagen, Liedern und im leicht beschwingten Reigen erkennen wir, umgeformt zwar, aber dennoch rein in Form und Art erhalten, die Gottesverehrung unserer Ahnen. Die Tierfiguren, Runen und Verzierungen an den Simsen der Fachwerkbauten unserer Bauernhäuser erinnern an die heiligen, schützenden Tiergottheiten germanischer Vorzeit. Das Brauchtum ist der Ausdruck eines lebendigen Volkes! Weil wir die Lebensformen der nordischen Rasse bejahen, die unser Volk vor Jahrhunderten aus einem rein nordischen Lebensgefühl heraus geschaffen hat, darum wollen wir deutsches Volkstum wieder aufleben lassen. Da aber deutscher Geist verkümmern muß, solange seine Form noch undeutsch ist, doch muß es unser heiliges Bestreben sein, Form und Inhalt wieder zu einer Einheit zusammen zu schmelzen! Deutscher Geist kann nur nach seinem eigenen Stilgesetz leben und bleibende Werte schaffen. Spart mit dem Wasser! Die Direktion des städtischen Gas- und Wasserwerks schreibt uns: Die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Wasser aus dem Pumpwerk Queckborn wird angesichts der großen anhaltenden Trockenheit und des dadurch bedingten niedrigen Grundwasserstandes auf Schwierigkeiten stoßen, wenn mit dem Wasser nicht sparsamer' umgegangen wird. Das städtische Gas- und Wasserwerk ersucht deshalb alle Wasser- oerbraucher, ihre Entnahmestellen wie Zapfhähne, Abortspülungen usw. nachzusehen und gegebenenfalls instandsetzen zu lassen sowie das Waschen der Autos mit dem Leitungswasser einzustellen. Läßt der Wasserverbrauch nicht nach, dann wird die regelrechte Wasserversorgung in Frage gestellt und es müssen einschneidende Zwangsmaßnahmen angeordnet werden. Gewaltige Steigerung des Wafferverbraucbes Wie außerodentlich stark der Wasserverbrauch in der jüngsten Zeit gestiegen ist, kann man daraus ersehen, daß noch in den ersten Tagen dieses Monats der tägliche Verbrauch sich auf etwa 7 000 bis 8 0 0 0 Kubikmeter W a s- s e r erstreckt, am Montag mit einem gewaltigen Ruck auf 10 850 Kubikmeter anstieg und gestern eine weitere erhebliche Steigerung auf 12 260 Kubikmeter erfuhr. Das sind Verbrauchsmengen, die selbstverständlich zu st arten Bedenken hinsichtlich der Vorratsbeschaffung führen müssen. Die Leitung des Städtischen Gas- und Wasserwerks hat daher vollkommen recht, wenn sie an die Bürgerschaft den dringenden Appell zu größter Sparsamkeit im Wasserverbrauch richtet. Um selbst auf diesem Wege der Sparsamkeit mit gutem Beispiel voranzugehen, hat das Gas- und Wasserwerk das Sprengen der Straßen, der öffentlichen Anlagen und das Spülen der Kanäle mit sofortiger Wirkung e i n ge- st e l l t. Nunmehr ergeht auch an die Gartenbesitzer der dringende Mahnruf, das Besprengen der Vorgärten mit Wasser aus der Wasserleitung unbedingt sofort einzu st eilen, damit der gesamte Wasservorrat für den Verbrauch für Mensch und Tier sichergestellt werden kann. Hoffentlich werden unsere Mitbürger diesem berechtigten starken Mahnruf bereitwillig st Folge leisten. Aufruf zum Tag der Rosen! Der Stellvertreter des Führers hat als letzte öffentliche Sammlung den Tag der Rose am 14. und 15. Juli 1934 genehmigt. An diesem Tage werden im ganzen Reich zwölf Millionen deutsche Naturrosen zusammen mit einer Anstecknadel und einem Seidenband zum Preise von 20 Pf verkauft. Der Reingewinn dieser Aktion dient zur Finanzierung der INütterschulung des deutschen Frauenwerks und des Hilfswerkes .Mutter und Kind". Reben diesen beiden Aufgaben wird aber vor allem auch dem deutschen Gärtner eine außerordentliche wirtschaftliche Hilfe zuteil werden. Dadurch, daß der stellvertretende Führer die Aktion genehmigt hat. kann man ersehen, welche Bedeutung der Führer selbst dem Tage der Rose gibt. Es darf an diesen Tagen kein Büro eines Rechtsanwalts, kein Wartezimmer eines Arztes, überhaupt keinen Raum, in dem Menschen wohnen oder zusammenkommen,, geben, in dem nicht, wenn auch nur ein kleines Sträußchen, diese Rosen zu finden sind. Die Geschäfte und Firmen werden aufgefordert, ihre Schaufenster und Auslagen dem Tage der deutschen Rose anzupassen. Es ist selbstverständlich, daß hierbei nur die zum Verkauf gelangenden Rosen der NSV. Verwendung finden werden. Die Buchhandlungen werden aufgefordert, Rosenbücher zur Auslage zu bringen, um das Publikum auch so auf die Königin der Blumen, die Rose hinzuweisen. Deutsche Jungen und deutsche Mädchen erfreuen am 14. und 15. Juli ihre Mutter durch den Kauf wenigstens einer Rose. helft mit das Werk vollenden! Am 14. und 15. Juli darf es im Gau Hessen- Nassau keinen Volksgenossen geben, der sich nicht durch den Kauf einer Rose zu dem Wollen des Führers bekennt. Heil Hitler! Gez. Müller-Scheid, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda. NG.-Gemeinschaft„Kraft durch Freude" Gleibergfest am 15. Juli. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ver- anstattet im Rahmen des G l e i b e r g f e st e s ein sog. „offenes Singen". In dem inneren Ruinenhof der Burg werden unter fachmännischer Leitung eine Reihe bekannter Volkslieder gemeinschaftlich gesungen. Das Amt für Volkstum und Heimat in der NSG. „Kraft durch Freude" geht dabei von dem Gedanken aus, daß das Singen nicht etwa nur Sache der Gesangvereine ist, sondern daß es wieder vom ganzen Volke gepflegt werden muß. Ein solches „offenes Singen" wird die Freude am deutschen Volkslied und am fröhlichen Musizieren in ungeahnter Weise wecken und hochhalten. Der Programmverkauf für Dqg Gleibergfest ist sehr gut, es wird ratsam fein, sich bald mit einem Programm, das gleichzeitig zum Eintritt berechtigt, zu versehen. Das Programm kostet 20 Pf. (Erwerbslose 10 Pf.) und ist zu haben: bei den Amtswaltern der Deutschen Arbeitsfront und den Betriebszellenobleuten der größeren Betriebe, bei den Amtswaltern der PO., bei der Oberhessischen Tageszeitung, bei dem Gießener Anzeiger, im Musikhaus Challier. ______________________ Zweite Rheinfahrt am Sonntag, 22. Juli. Die Teilnehmer an der zweiten Rheinfahrt müssen bis spätestens Samstag, 14. Juli, das Geld auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemsinschaft „Kraft durch Freude" eingezahlt haben. Der Fahrpreis für Bahn und Schiff beträgt 4,90 RW. ohne Mittagessen, mit Mittagessen 5,50 RIN. Für die Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Niederwald werden Gutscheine zu 0,70 R2N. ausgegeben. Kartenausgabe erfolgt Don-- nerstag, 19. Juli. Amt für Technik (früher Abtlg. WZTAB.) An sämtliche Ortsgruppen- und Stühpunktleiter des Kreises. Die Gauleitung beabsichtigt, zum Zwecke weiterer Arbeitsbeschaffung die das Landschaftsbild verderbenden Abraum-, Schlacken- und Abfallhalden, Kauten, Gruben und Löcher im Gelände durch den Einsatz von freien Arbeitskräften beseitigen zu lassen. Den Ortsgruppen- und Stützpunkten, in deren Bereich sich Derartige Halden usw. befinden, aehen, soweit die Kreisleitung vom Vorhandensein solcher Schönheitsfehler Kenntnis hat. Fragebogen zu, die auszufüllen und sofort an das „A m t für Kinder dürfen alles. Von Max Gidow. An jedem der zärtlich-warmen Abende dieses Nachsommers war die Strandpromenade des kleinen Nordseebades bunt belebt. Bis in die früh einfallende, sich mild befternende Nacht hinein lustwandelte alles, was an Kurgästen noch vorhanden war, auf der breit gepflasterten Deichkrone: ältere Damen und Herren, die den Sonnenuntergang stumm bewundern wollten, aber von Bekannten in ein Gespräch über Speisen und Preise in den Pensionen verwickelt wurden; jüngere Ehepaare, die Arm in Arm auf den sacht steigenden Mond warteten; junge Leute, die mit unterdrücktem Lachen nebeneinander gingen und weder vom versinkenden noch vom aufschwebenden Gestirn etwas anderes gewahrten als den Widerschein in ihren Augen. Dazwischen liefen Kinder, nur wenige noch von den vielen, die tagsüber am Strande mit eifervollem Ernst ihre Burgen gebaut hatten, doch immerhin genug, um mit dem hellen Geläut ihrer Stimmen die Nähe und Ferne zu durchdringen. Je dichter die Dunkelheit wurde, um so lichter wurden die Reihen der abendlichen Prozession, um so mehr vereinzelten sich die Gruppen und Paare auf der langen Promenade. Nur die Kinder sammelten sich noch einmal, kurz bevor die mahnenden Zurufe der Väter und Mütter einen energischen Ton annahmen, an einer bestimmten Stelle des Deiches. Dort waren die grauen Steinplatten, die den Schrägabhang der Strandbefeftigung bildeten, von ungezählten Kinderfüßen und -Leibern glatt geschliffen. Zwei spiegelnd polierte Rutschbahnen liefen von der Höhe des Weges zum lockren Sand hinunter, und es war ein ungeschriebenes Recht aller kleinen Badegäste, norm Schlafengehen noch einmal die Glätte des Steins zu probieren. Von den vielen Bänken der Promenade, die dem Schutz und Benutz des lustwandelnden Publikums empfohlen sind, liebte ich am meisten jene, die zu Häupten der beiden Rutschbahnen stand. Seit ich diese wunderbare Vergnügungsstätte entdeckt hatte, saß ich allabendlich dort und sah dem Treiben der Kinder zu. Dabei erfuhr ich zum ersten Male (oder hatte ich das nur vergessen?), auf wie verschiedene Art sich rutschen läßt. Ich lernte, daß es zwar leicht ist, auf die schiefe Bahn zu gelangen, daß aber Kunst dazu gehört, mit Anmut abwärts zu gleiten, und daß es höchster Anstrengung bedarf, die schiefe Bahn wieder empor zu klimmen. Es gab Meister im Rutschen, dort am Strande der Nordsee. Sie beherrschten alle Möglichkeiten der gleitenden Bewegung. Dann gab es Charaktere, die im Bewußtsein ihrer Eigenart sich nur auf eine einzige Weise vergnügten. Es gab Genießer, die mit vielen Mitteln die eilige Lust zu verzögern trachteten. Unentschlossene, die der Freude ängstlich ent» qeaensahen, stets etwas unglücklich im Sande landeten und doch das Zaudern ihrer Furcht immer von neuem kosten wollten. Es gab Schwerblütige und Tolle, Sachliche und Schwärmerische, Oberflächliche und Gewissenhafte. Und alle rutschten. Einmal nur mit der Sitzfläche, Dann der Länge nach auf dem Rücken, das nächste Mal auf dem Bauche liegend. Kopfüber, kopfunter. Hockend und gestreckt. Mit den Händen rudernd oder bremsend. Schnell oder langsam. Konventionell oder individuell. Es wurden Höchst- leiftunqen im kunstvollen Rutschen vollbracht und Rekorde in der Häufigkeit aufgestellt. Es wurden Lehrgänge im Wiederhinaufklimmen abgehalten. Mit Ledersohlen gelang es fast nie, aber auch in Gummischuhen oder barfuß nicht immer. Für manche war der Weg zur neuen Lust mit einem Umweg zur nächsten Treppe verbunden, aber die kleine Mühe verringerte das Vergnügen nicht. Ich hatte schon oft den Kindern zugesehen und mit einigen sogar eine kleine, lächelnde Freundschaft geschlossen, so mit der hinkenden Achtjährigen, deren Freude am tollsten überschäumte, mit dem zwergenhaft anmutenden Jungen im Trainingsanzug, der von allen der Gewandteste war, und mit dem strohblonden Buben, der seine Lust sieghaft hinaustrompetete. Ich hatte mich immer nur mit den kleinen Rutschbahnbesuchern beschäftigt und auf die promenierenden Erwachsenen kaum geachtet. An einem Abend aber war es anders. Eine junge Frau kam den Weg entlang, in heiterem Gespräch mit zwei Herren. Zu Häupten der Rutschbahn blieben die drei stehen und schauten gleich mir den Kindern zu. Al- sie sich wieder zum Gehen wandten, seufzte die junge Frau hörbar auf und sagte mit einem letzten Blick auf die spiegelnde Bahn, ein wenig bedauernd und ein wenig traurig: „Ach ja, Kinder dürfen alles..." Dann ging sie, von den auflachenden Herren flankiert, weiter. Ich sah ihr nach. Kinder dürfen alles... Stimmt das wirklich? Und wäre das ein Grund zum Bedauern und Traurigsein? Wie war es denn, als wir acht- und zehnjährig waren? Durften wir den Wiesenhang oder das Treppengeländer hinunter rutschen? Wir taten es, natürlich, es war eine herrliche Sache, die aber geheim gehalten werden mußte, sonst wurde die glattgewordene Sitzfläche wieder aufgerauht und zwar nicht auf vergnügliche Art. Kinder dürfen alles? Fühlten wir uns als Kinder nicht eingeengt von taufend Verboten, aber taufend Geboten? Hieß es nicht immer bei jeder freien Regung: Du mußt —, du sollst nicht —, du kannst auf keinen Fall —, du darfst unter keinen Umständen —! Ist das seither alles anders geworden? Meinten wir damals nicht, nur die Großen dürften alles? Nun sind wir selbst groß geworden, die Gesetze und Regeln sind mit uns gewachsen, und wir sind nicht weniger eingezwängt als früher. Damals freilich hatten die Verbote noch ihren Reiz. Wir waren ja doch die Rutschbahn hinuntergesaust, hatten zappelnd im Sand gelegen, uns leicht erhoben und bann versucht, die schiefe Ebene wieder empor zu klimmen. Heute ist das sehr viel mühsamer für uns. Es war still um mich geworden. Die Kinder waren längst von den mahnenden Stimmen der Mütter und Väter nach Hause gerufen worden. Die Promenade lag einsam. Der Mond war auf- gegangen, die polierten Steine der Rutschbahn spiegelten sein blasses Licht Ich stand auf und trat an den Rand der Abschrägung. Einmal wollte ich es auch versuchen. Ich kauerte mich hin, und es wurde ein wunderbares Gleiten, das nur zu schnell vorbei war. Also noch einmal versucht! Und wieder! Und nochmals! Und ich rutschte im Mondschein, bis höhnisch-empörtes Gelächter mein Vergnügen unterbrach, und ich vor den spitzen Blicken eines älteren Ehepaares abseits flüchten mußte. Ich hörte noch, was der warm verpackte Mann feiner offenbar schwerhörigen Frau zuflüsterte: „So ein Idiot!" sagte er. In der milden Nacht, die eigentlich viel zu schön war, um mit ihr allein zu fein, seufzte ich zwischen Bedauern und Traurigsein: Ach ja, Kinder dürfen alles! Technik", Postfach 81, Gießen, zurückzu- senden sind. Fehlanzeige erforderlich. Die Ortsgruppen und Stützpunkte, die keine Fragebogen erhalten haben, in deren Bereich sich aber Halden und Kauten der obenbezeichneten Art befinden, die zu beseitigen wünschenswert erscheint, fordern Fragebogen sofort beim „21 m t für Tech - n i k", Postfach 81, Fernruf 2045, an. Oer neue Leiter der städtischen Betriebe. Mit Wirkung vom 1. Juli ab haben unsere städtischen Betriebe (Elektrizitätswerk, Gas- und Wasserwerk und Volksbad) einen neuen Leiter in der Person des Herrn Diplom-Ingenieurs Robert Lotz erhalten. Der neue Chef der städtischen Betriebe, der Mitte der dreißiger Jahre steht, war in den letzten sieben Jahren Leiter der städtischen Betriebe in Bingen, vorher war er in der Privatindustrie tätig. Das Wirken des neuen Leiters unserer gesamten Betriebe wird von der Bürgerschaft, der die große Bedeutung unserer städtischen Unternehmungen für das Gesamtwohl der Bevölkerung gut bekannt ist, mit den aufrichtigsten Wünschen begleiten. Erfolgreiche Gießener Handwerksmeister. In Bad Homburg fand am Samstag und Sonntag die Landesoerbandstagung der rhein-mainischen Friseure statt. Mit dieser Tagung war ein Preis- Frisieren verbunden, das den Handwerksmeistern Gelegenheit gab, ihre Kunstfertigkeit zu zeigen. Bei diesem Wettbewerb konnten auch zwei Gießener Friseure mit Preisen bedacht werden. In der -Klasse wurde Herr Wenninger, Gießen, und in der 6-Klasse Herr Weinbrenner, Gießen, ausgezeichnet. Warum deutscher Gparerbund? Versammlung des Sparerbundes. Ortsgruppe Gießen. Die Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes hielt gestern unter der Leitung des Führers der Ortsgruppe, Herrn Lorenz, eine außerordentlich gut besuchte Versammlung im Hotel Hindenburg ab. Der Versammlungsleiter begrüßte insbesondere die auswärtigen Interessenten. Sein Gruß galt ferner dem Redner Des Abends, Dem MinisterpräsiDenten a. D. Prof. Dr. Werner, Der über Das Thema „Warum Deutscher SparerbunD?" sprach. Dem Verbrechen, Das nach Dem Weltkrieg über Das Deutsche Volk hereingebrochen sei, so führte er u. a. aus, sei ein zweites gefolgt: Die Inflation, Die uns Den Weltkrieg zum zweiten Male habe verlieren lassen. Das Unrecht, Das an vielen Volksgenossen Damals begangen roorDen sei unD unter Dem sie heute alle noch litten, habe Den vergangenen Staat in seinen GrunDfesten erschüttert. Nun aber bahne sich eine Besserung an, Die Dem Sparer, Der in Der Inflation alles verlor. Den Rest feines Lebens zu sichern geeignet sein könnte. Er, Der ReDner, habe sich in Den vergangenen Monaten unD seit Die Regierung ADolf Hitler Die Führung in DeutschlanD übernommen habe, stets Dafür eingesetzt, Daß Die SparerschutzverbünDe weiter- bestehen könnten. Im Reiche bestehe, mit Ausnahme von Württemberg, ein Verbot Des SparerbunDes nicht. Er erörterte ferner Die Entwicklung Des Sparerbundes im Dritten Reich und gab Die neu bearbeiteten unD herausgegebenen Satzungen bekannt. BefonDers hob er Den § 2 hervor, in Dem Die Ziele Des SparerbunDes feftgelegt finD, Die Darin bestehen. Das Sparen unD Den Spartrieb zu för- Dern, Den Sparern Schutz angeDeihen zu lassen, unD sich für Die Abwehr aller SchäDigungen Durch Währungen einzusetzen. Ein weiterer Passus sieht vor: Wahrung aller Rechte Der Sparer unD Gläubiger unD Ausgleich Der SchäDen Durch Währungsverfall. Für das Bestehen des Sparerbundes bestehe, so führte der Redner weiter aus, feine Gefahr. Der Sparerbund stehe im Reiche und in den Landesverbänden unter rein nationalsozialistischer Führung. Gegenwärtig sei man bestrebt, Verbindung mit Organisationen, die gleichgearteten Zielen zuarbeiten, zu gewinnen. Das demnächst zu erwartende Kapitalkleinrentner-Gesetz werde einen Fortschritt über den gegenwärtig bestehenden Zustand hinaus bedeuten. Es werde aber noch nicht als eine Erlösung zu betrachten sein. Die Sparerschutzbe- Oie letzten Honigkuchenbäcker von Budapest. Wer Budapest, die schöne Residenzstadt auf bei- Den Seiten Der Donau besuchte, Durfte es nicht versäumen, Das romantische altserbische StaDtviertel Taban zu besichtigen, Das nun, wie Die unwohnlichen unD ungefunDen Viertel vieler auch anDerer europäischer GroßstäDte, nieDergerissen roirD. Damit ist aber in BuDapest ein altes Handwerk Dem Untergang geweiht, Das nur in Diesem alten Taban in seiner ursprünglichen Form noch besteht, weil es hier allein, allen VerorDnungen unD Verboten zum Trotz, sechzig Jahre nach Der Auslösung Der Innungen unD Zünfte in Ungarn, noch einen innungsmäßigen Zusammenhalt wahren unD Die alten Zunftgebräuche beibehalten konnte. Von Diesen Bäckern von Taban stammen alle Die berühmten Honigkuchenherzen, Die jeDem FremDen, Der Ungarn besucht, als Spezialität Des LanDes zum Kauf angeboten roerDen. Inmitten Des Zuckergusses finD ein kleines Spiegelchen unD ein bedrucktes und bemaltes Kärtchen auf Die Lebkuchenmasse aufgeklebt, auf Dem ein LiebesgeDicht unD zwei feftoerfdjlungene HänDe zu sehen finD. Früher rourDen Die* Holzformen, in Degen Diese Honigkuchen gebacken rourDen, von Den Honigbäckern selbst geschnitzt, unD es finden sich heute noch seltene Formen Darunter, so eine aus Dem Jahre 1841, Die Den Kaiser Franz Josef hoch zu Roß im Krönungsornat Der ungarischen Könige zeigt. Von Diesen kleinen ZuckerbäckerläDchen haben auch Die schönen eßbaren ungarischen Husaren, Die Wiegen unD KinDer, Die Schwerter und Rosen aus Lebkuchen unD Die sog. „Küsse", eine be- sonDers originelle Lebkuchenform, ihren Weg Durch Das ganze LanD angetreten unD finD zusammen mit Den ebenfalls von Den Honigkuchenbäckern verfertigten Wachskerzen Der Schmuck Der Christbäume unD 'Der Gräber am Allerseelentag in ganz Ungarn geworben Ob eine UmfieDlun^ Der Honigkuchenbäcker in Die Durch Das Lieferangebot an großen Wohnungen unD LäDen leerstehenDen vornehmeren StaDtgegenDen gelingt, ist sehr fraglich, Denn sie halten an ihren alten Lebensgewohnheiten unD Sitten fest unD finD schwer zu beroegung, an anDerem ten fest unD sind schwer zu bewegen, an anderem aus Ungarn werden, wenn seine treuen Lebkuchen- Herzen gebrochen sind? DerBerkehrsvereinGießenimWreiy33 Hitler. Bornotizen. i, von Millöcker. Aktuelle Verkehrswerbeausgaben unserer Skadt Dunuen WUl. JJVL xjcnujl vi-uiyi uvuvi 0“*“ X 1 7~7 1 7 7, < 1 s. or er * druck, daß der Verkehrsverein zur Förderung der Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Eln- Veranstaltungen durch Mitarbeit, Materiallieserun-l spruch ein, über den in einer Woche entschieden wird. Prämienmarkt in Alsfeld 6.40: ** Promenaden-Konzert d e s Stadttheater-Orchesters. Am heutigen Mittwoch, 11. Juli, von 20 bis 21 Uhr, veranstaltet das Stadttheater- Orchester ein Promenadenkonzert mit nachstehender Vortragsfolge: 1. Reitermarsch, von Fr. Schubert; 2. Ouvertüre z. d. Oper „Diebische Elster", von Rossini; 3. Gold und Silber, Walzer, von Lehar; 4. Fantasie aus der Oper „Der Freischütz", von C. M v Weber; 5. Potpourri aus der Operette „Boc> caccio", von Fr. v. Suppö; 6. Fürs Vaterland!, Hessen und Oberlahn. Der Bericht macht dann eingehende Ausführungen über die Veranstaltungen im verflossenen Jahre, mit denen eine gute Verkehrswerbung verbunden war. Der Bericht bringt dabei zum Aus- Gin Mann aus Gießen wurde durch Strafbefehl zu zwei Wochen Haft verurteilt, weil er anläßlich einer Feier im Cafe Leib es unterließ, beim Gesang des Deutschlandliedes den Arm zu heben. = Alsfeld, 10. Juli. Der am Montag abgehaltene altbekannte Alsfelder Prämie n- markt hatte auch in diesem Jahre wieder seine gewohnte Anziehungskraft bewahrt. Schon von den frühen Morgenstunden an bewegte sich der Strom der Marktbesucher nach dem Lind.uplatz, wo der Markt stattfand. Tausende von Marktgästen aus der näheren und weiteren Umgebung der Stadt und aus dem benachbarten preußischen Schwalmtal belebten die Straßen der Stadt. Landesbauernführer Dr. Wagner war bereits am Sonntagabend zum Besuch des Pramienmark- tes eingetroffe. Er besichtigte eingehend die zur Prämiierung gestellten Tiere und fuhr alsdann zum Besuch des an dem gleichen Tage stattfindenden Prämienmarktes der Stadt Beerfelden i. O. weiter. Die Beschickung des Marktes für die Prämiierung war ungefähr die gleiche wie im Vorjahre. Es waren aufgetrieben 127 Pferde, 174 Stück Rindvieh (Fleckvieh, Rotvieh, schwarzbuntes Vieh), 128 Ziegen und 31 Zuchtbullen. Auf dem gleichzeitig stattfindenden Schweinemarkt waren 620 'Ferkel zum Verkauf gestellt. Die Nordseite des Lindenplatzes bedeckte die Ausstellung der Geschäftsleute mit landwirtschaft- l i ch e n M a s ch i n e n. Vor der Turnhalle hatte sich die Ausstellung des Kaninchenzuchtvereins eingerichtet. In der Turnhalle selbst war die Arbeitsdienstausstellung der Gruppe 223 Alsfeld des NS.-Arbeitsdienftes aufgebaut. Bürgermeister Dr. Völsing begrüßte hierauf in einer Ansprache die Marktteilnehmer und wies darauf hin, daß die Tierzucht, die durch den Krieg nahezu ruiniert war, in erfreulicher Weise bereits wieder einen hohen Stand erreicht habe. Der Bauernstand erfreue sich heute der besonderen Fürsorge unseres Führers Adolf Hitler und sei einer der Grundpfeiler des Dritten Reiches. Es sei Pflicht eines jeden Bauern, an dem Aufbau des Reichsnährstandes tatkräftig mitzuarbeiten. Der Redner schloß mit einem Treuegelöbnis zum Reichspräsidenten von Hindenburg und zu unserem unvergleichlichen großen Führer Adolf Hitler. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied erklangen über den weiten Festplatz. In Verbindung mit dem Markte veranstaltete das Tierzuchtamt Gießen der Landesbauernschaft Hessen-Nassau eineVersteigerungvon Zuchtbullen. Zur Auktion standen 31 Bullen. Das Verkaufsergebnis war recht zufriedenstellend, die Nachfrage war rege. Als Höchstpreis wurden für einen Bullen des Züchters Wilhelm Euler in Maar 1010 Mark bezahlt. Der Nachmittag brachte den Marktbesuchern bei Konzert in der Festhalle noch angenehme Unter» *♦ Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Rektor unserer Landesunioersitüt, Professor D. Heinrich Born kämm, hat zum 1. April 1935 einen Ruf auf den ordentlichen Lehr- tuhl für Kirchengejchichte an der Universität Leipzig erhalten. ** Personalmeldungen aus dem Büro des Reichs st atthalters in Hessen. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Am 23. Juni 1934 wurde der außerordentliche Professor für Agrikulturchemie an der Landesuniversitat Gießen Dr. Wilhelm Kleeberger unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen ausgezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. August 1934 an in den Ruhestand versetzt. — Umgewandelt wurde am 25. Juni 1934 die auf Grund des § 4, Abf. 1 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 und der Ziffer 8 zu §7 der 3. Durchführungsverordnung zu diesem Gesetz vom 6. Mai 1933 erfolgten Entziehung des Lehrauftrags sowie jeder Lehrbefugnis des ordentlichen Honorarprofessors an der Hess. Landesuniver- sität Gießen Dr. Walter Kinkel in eine Entziehung des Lehrauftrages sowie jeder Lehrbefugnis im Interesse des Dienstes auf Grund des § 6 des vorerwähnten Gesetzes. ** Ferien d e s Kreisausschusses. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen hält vom 15. Juli bis 15. September Ferien. In dieser Zeit können nur besonders eilige Sachen zur Verhandlung kommen. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß. ** Arbeitsvergebung. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung folgender Arbeiten für den Neubau von 14 Kleinwohnungen am Anneröder Weg aus: 1. Erd-, Maurer- und Rohrverlegungsarbeiten: 2. Zimmerarbeiten; 3. Spenglerarbeiten; 4. Dachdeckerarbeiten. Verdinguntzstermin: Freitag, 20. Juli. Interessenten seien auf tue Bekanntmachung besonders hingewiesen. musik. 24 bis 1: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Mietvertrag. Ist eine Miterbengemeinschaft Vermieterin, so ist die Gesamtheit der Miterben zur Kündigung berechtigt, nicht aber ein Miterbe allein. Im übrigen dürfte Ihre Wohnung dem Mieterschutzgesetz unterliegen, weil die Miete 800 Mark im Jahre nicht übersteigt. Dann ist die Kündigung durch gerichtliches Mietkündigungsschreiben nur möglich bei erheblicher Belästigung der Vermieter oder anderer Mieter, bei Mietrückständen oder dringendem Eigenbedürfnis des Vermieters und dann auch nur bei Bewilligung einer angemessenen Räumungsfrist. tagnachmittag in einem feierlichen Akt, an dem zahlreiche Vertreter von Behörden und Partei-Organisationen, sowie die Vertreter der einzelnen Arbeitsdienstabteilungen der Gruppe 223 und sonstige Interessenten teilnahmen. Die sehr instruktive und mit großem Fleiß und Geschick in der Freizeit von den Arbeitsdienstleuten zusammengestellte Arbeit zeigt den freiwilligen Arbeitsdienst als Bahnbrecher und Pionier im Sinne der Idee des Führers Adolf Hitler als Erziehung zur Volks- gerneinfchaft und zum Dienst am Vaterland. Sie verrät bewundernswerte technische Handfertigkeit und Geschicklichkeit. Die Abteilung Nieder- Ofleiden hatte ein Segelflugzeug, von ihr vollständig gebaut, ausgestellt. 7lS-Gemeinschaft„Kraft durchIreude" Kreis Alsfeld. Am 28. Juli 1934 fährt die NSG. „Kraft durch Freude" einen Urlaubszug in den südlichen Schwarzwald, in die wunderbare Berg- und Waldgegend am Südabhang des Feldberges und zurück. Die Abfahrt erfolgt am Samstag, 28. Juli mittags über Karlsruhe und Lörrach mit der Zielstation Todtnau, wo die Unterbringung in dem Quartierbezirk erfolgen wird. Todtnau selbst ist die Zielstation der Bahn am Südabhang des Feldberges, von wo aus wunderbare Ausflugsmöglichkeiten auf den Feldberg selbst, nach St. Blasien, Titisee usw. gegeben sind. Die Rückfahrt erfolgt am Sonntag, 5. August vormittags mit einem mehrstündigen Aufenthalt in Freiburg (Br.), der alten Münsterstadt, wo die Urlaubsfahrt mit einem gemeinsamen Mittagessen ihren Abschluß finden wird. Die Kosten betragen 30 Mark einschließlich Fahrt- und Unterkunftskosten. Die Anmeldungen müssen bis zum 20. Juli 1934 bei den NSBO.-Dienststellen oder bei dem Kreiswart der NSG. „Kraft durch wiesen, daß die Reichsbahn-Haltestelle am Erdkauterweg für den Verkehr mit bestimmten Zügen geöffnet ist und von dort aus auch Sonntagsrückfahrkarten nach dem Schiffenberg zur Verbilligung des Verkehrs Gültigkeit haben. Von dieser Vergünstigung der Reichsbahnverwaltung sollte mehr als bisher Gebrauch gemacht werden. Weiter beschloß man, von jetzt ab in den Wochen vor Weihnachten keine lichtergeschmückten Weihnachtsbäume zu Geschästswerbezwecken in den Straßen mehr aufzustellen. Dadurch soll der Christbaum aus dem Bereich des.geschäftlichen Wettbewerbs, in den er nach gutem deutschem Empfinden nicht hineingehört, wieder herausgehoben werden und seinen ursprünglichen Gehalt an stimmungsvollen christlichen Werten zurückbekommen. Zum Schlüsse berichtete der Dereinsführer Dr. Hamm noch über Werbemaßnahmen und -arbeiten des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 12. Juli. In der gestrigen Sitzung des Vorstands des । Verkehrsvereins Gießen wurde der G e - chäftsbericht über die Vereinstätlg- keit irn Jahre 1 933 erstattet. Aus diesem Bericht ist folgendes von besonderem Interesse: Der Mitgliederbestand. Der Verein hatte am 1. Januar 1933 einen Bestand von 328 Mitgliedern. Am Ende des Geschäftsjahres zählte er noch 319 Mitglieder, wobei die Minderung auf Wegzug, Todesfälle und Austrittserklärungen zurückzuführen ist. In dem Bericht wird dazu bemerkt: „Bedauerlicherweise befinden ich unter den Austrittserklärungen auch solche von ansässigen Geschäftsinhabern. Es hätte von diesen Geschäftsinhabern erwartet werden dürfen, daß sie im Interesse der Arbeit des Vereins und im eigenen Interesse die Mitgliedschaft beibehalten hätten." Die Veränderungen im Vorstand und Ausschuß des Vereins, die im Berichtsjahre bei der Durchführung der Gleichschaltung und der Neubildung des Vorstandes und Ausschusses vorgenommen wurden, werden in dem Bericht eingehend dargelegt. In diesem Zusammenhänge wird hervorgehoben, daß dem auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand und Ausschuß ausgeschiedenen früheren Vorsitzenden Apotheker Schmieder in herzlichen Worten für seine dem Verein in 30jähriger Zugehörigkeit geleistete hingebungsvolle Arbeit Dank ausgesprochen und der aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand auf eigenen Wunsch aus seinem Vorstandsamt ausgeschiedene frühere 2. Vorsitzende Oberforstmeister Dr. Schüz in dankbarer Anerkennung seiner wertvollen Mitarbeit zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt wurde. Im Laufe des Geschäftsjahres fanden die Jahres- hauptversamlung, 8 Vorstands- und Ausschuß- Sitzungen, 10 Kommissionssitzungen und Sitzungen des engeren Vorstandes statt. Der Fremdenverkehr in Gießen. Im Jahre 1933 weist der Fremdenverkehr in Gießen den Besuch von 21761 Fremden mit 37 879 Uebernachtungen auf. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die Zahl der Fremden und der Uebernachtungen gegenüber dem Vorjahre weiter gesunken ist. Im Jahre 1932 waren in Gießen zu verzeichnen: 26 922 Fremde mit 55198 Uebernachtungen. Die Verkehrswerbung. Die Arbeit des Vereins galt auch im Berichtsjahre in erster Linie der Werbung des Fremdenverkehrs. Für den Besuch unserer Stadt wird neben der Der- enbung von großen und kleinen Faltblättern geworben durch Anzeigen in führenden deutschen Zeitungen, in Autoführern und -karten, durch die neu herausgegebenen Reliefkarten vom Lahntal und von Oberhessen und durch den Oberhessen-Führer, außerdem durch Faltblätter, die den von Amerika nach Deutschland reisenden Personen ausgehändigt werden, und einen gut verbreiteten, in Holland erscheinenden Führer. Das auf den neuesten Stand gebrachte Gaststättenverzeichnis wurde neu gedruckt und dem versandten Führermaterial beigegeben. Diese Werbung wird weiter gesteigert durch die in Kürze erscheinenden Deutschland-Bildhefte von Ober- Im weiteren Verlause der Sitzung beschäftigte man sich noch mit einer Reihe weiterer Werbemäglichkeiten. Es sei aus dieser Besprechung folgendes hervorgehoben: Für das nächste Jahr sollen erneut Anstrengungen gemacht werden, bei der Reichsbahn „Fahrt - ins - Blau e"- Züge nach Gießen zu bekommen, ferner „Kraft-durch-Freude -Zuge hierherzubringen usw. In diesem Sommer soll noch ein Blumenschmuckwettbewerb durchgeführt werden, in Verbindung mit dem Herb st-Pferdemarkt will man wieder ein Reitturnier veranstalten, für den Herbst sind eine Braune Messe und eine Gastwirts-Messe vorgesehen Zur Hebung des Ausflugverkehrs nach dem Schiffenberg an Samstagnachmittagen und an Sonntagen wurde erneut darauf hinge- zugeftimmt. Eine Neuregelung des Vertrags mit dem Inhaber des MER.-Büros (Mitteleuropäisches Reisebüro) Gießen fand die einstimmige Billigung des Vorstandes. Als neue Werb emaßnahme für das Gebiet Oberhessen-Wetterau, umfassend die politischen Kreise Gießen und Friedberg, soll ein Werbefilm herausgebracht werden, der, wie die bereits geschaffenen Werbefilme von der Bergstraße, vom Rhein und von der Lahn, für unser engeres Heimatgebiet werben soll. Der Film soll mittels Tagesprojektors in den Räumen und Schaufenstern der großen Reisebüros, der Verkehrsvereine usw. in zahlreichen Städten Deutschlands laufen, um dort immer wieder die Aufmerksamkeit auf unsere engere oberhessische Heimat zu lenken. Soweit an diesem Film die Stadt Gießen beteiligt ist, erklärte sich der Vereinsvorstand einstimmig mit den erforderlichen Maßnahmen zur Herstellung des Films einverstanden. Die Errichtung eines Musiklempels am hmbenburg-Wall beschäftigte den Vorstand in längerer Aussprache. Daß diese Einrichtung eine dringende Notwendigkeit ist, um die Platzkonzerte in ihrem künstlerischen Gehakt besser als bisher zur Geltung zu bringen, ist schon seit langem die einmütige Ueberzeugung aller Freunde dieser Konzerte, aller Mitarbeiter auf dem Gebiete des Verkehrswerbewesens und auch über diesen engeren Personenkreis hinaus, vieler Volksgenossen unserer Stadt. Die Anregung aur Errichtung wurde schon im vorigen Jahre nach der Aufstellung der SA.-Reserve-Kapelle Gießen von deren Gründer, Sturmbannführer S o l d a n, gegeben, und sie ist seitdem in mancherlei Besprechungen das Ziel eifrigen Strebens zur Verwirklichung gewesen. Leider konnte es bisher noch nicht ermöglicht werden, den guten Gedanken in die Tat umzusetzen. Der Vorstand des Verkehrsvereins, der bereit ist, aus den Vereinsmitteln ein ansehnliches Opfer für dieses gemeinnützige Werk zur Verfügung zu stellen, hofft nun auf Grund neuer Gesichtspunkte, die Schaffung eines solchen Musiktempels in absehbarer Zeit in die Wege leiten zu können. Er wird dabei allen Volksgenossen unserer Stadt, die ihm bei der Durchführung dieses Werkes forderlich sein wollen, gerne jede Betätigungsmöglichkeit ein» räumen. Hoffentlich gelingt es durch vereinte Anstrengungen unserer Bürgerschaft, mit diesem Werk ein neues Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns zu schaffen. Freude" getätigt sein. Am 4. August 1934 fährt die NSG. „Kraft durch Freude" einen weiteren Urlaub szug, diesmal in das schlesische Bergland, und zwar ist als Urlaubsbezirk dort das Glotzer Bergland mit seinen Bergen und Wäldern um Habelschwerdt vorgesehen. Der Zug wird am 4. August abends in Frankfurt a. M. abgehen. Die Fahrt selbst wird übet Halle—Dresden—Hirschberg in den Urlaubsbezirk führen. Den Urlaubern werden in dem dortigen Bezirk reiche Möglichkeiten der Erholung in dem schönen Hochwald geboten sein. Ausflüge und Besichtigungen nach den Badeorten und bei der dortigen Heimindustrie, die durch die Holzwarenfabrikation bekannte Gegend kennenzulernen. Die Rückfahrt am Sonntag, 12. August wird die Urlaubet nach Breslau führen, wo Gelegenheit geboten sein wird, die alte schlesische Metropole mit ihren Inseln in der Oder und ihren alten Bauten kennen zu lernen. Die Fahrtkosten betragen einschließlich Bahnfahrt, Unterkunft und Verpflegung 37,50 Mark. Di« Anmeldungen haben bei den örtlichen Dienststellen wegung werde in der Zukunft an Bedeutung gewinnen. Die Reichsregierung sei ernstlich bemüht, ein früher an vielen deutschen Volksgenossen verübtes Unrecht gut zu machen. Im Sparbetrieb und in der Zusammenfassung der Sparer liege eine ungeheure Kraft. Die Sparerorganisation dürfe nicht aufgegeben werden. Der heutige Abend solle dazu beitragen, den Sparergedanken zu fördern. Der Staat der Gegenwart sei ein Staat der Redlichkeit und es sei zu erwarten, daß auch den Sparern Rechnung getragen werde, deren Vermögen durch schwere Arbeit erworben war. Herr M a d e s referierte sodann als Führer der Ortsgruppen Gießen des Rentnerbundes über die Rentnertagung des Landesverbandes Hessen am 30. Juni 1934 in Mainz. Er schilderte die gegenwärtige Situation in den Kreisen der Rentner und beschäftigte sich ebenfalls mit dem zu erwartenden Rentnerschutzgesetz, durch das eine Anzahl langgehegter Wünsche der Sparer und Kleinrentner .Erfüllung finden würde. Ferner sprach er über die Unterstützungssätze für die Rentner in ihrer bisherigen Form und in der zu erwartenden Neuregelung, er wandte sich gegen den Fortfall des Mietzuschusses und gab andererseits seiner Freude darüber Ausdruck, daß in Zukunft von Verpfändungen bei Kleinrentnern abgesehen werden solle. Das Kleinrentnerschutzgesetz sei eine erste Etappe in der Arbeit der Reichsregierung für die Kleinrentner, von den Rentnerschutzverbänden werde aber unablässig auch weiterhin das Rentnerversorgungsgesetz angestrebt werden. Nachdem aus der Versammlung heraus noch verschiedene Anfragen gestellt worden waren, sprach Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Werner das Schlußwort, in dem er u. a. betonte, daß es unangebracht fei, den Kleinrentnern und Sparern eine fata morgana vorzuspiegeln, wohl aber sei es notwendig, die Hoffnungssreudigkeit zu behalten, darauf hinzuwirken, daß sich alle gleichen Zielen zu- ftrebenben Organisationen gegenseitig die Hand reichen, und durch die Arbeit, die im Sparer- bzw. im Rentnerbund geleistet werde, Wege aufgezeigt werden, wie den bestehenden Nöten abgeholfen werden könne , . Herr Lorenz beschloß die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf gen und durch Geldbeihilfen beigetragen hat und mit dem Ergebnis der gemeinsamen Arbeit zu- rieben sein kann. x Im Berichtsjahre würben für Rechnung bes Vereins 10 neue Ruhebänke aufgestellt und eine Bank repariert. Schreinermeister Hah n hat eine weitere Bank gestiftet, wofür ihm ber Dank des Vereins ausgesprochen wurde. Das Auskunftsbüro des Verein erfreute sich nach wie dm des Zuspruchs von Fremden und zahlreicher Gießener Einwohner. Die weiteren Arbeiten des Vereins. Von den weiteren Arbeiten bes Vereins roerben Verhanblungen erwähnt, bie im Interesse ber Arbeitsbeschaffung geführt würben unb Deren Ziel bie Erschließung schönen S p a z i e r - ganggelänbes war, bie bem Fortbestanb ber Autobuslinie in bas Kleebachtal, bie Verhinberung ber weiteren Aufstellung von Verkaufsbuben in ber inneren Stadt, ber Freigabe bes Seltersweg als Einbahnstraße und Straßenbahnfragen galten. Der Blumenschmuck-Wettbewerb im Geschäftsjahr 1933 erfreute sich einer guten Beteiligung aller Bevölkerungskreise, lieber hundert Anmeldungen konnten mit Preisen bedacht werden. Dank gebührt hierbei ber Gießener Gärtner-Vereinigung, bie eine größere Anzahl schöner Blumen zur Verteilung an bie Preisträger kostenlos zur Verfügung stellte, ferner ben Herren Rehne11, Ernst und Schwarz, bie in mühevoller Arbeit bas Ergebnis für bie Zuteilung ber Preise ermittelten. Der Rechnungsbericht. Aus bem eingehenben Rechnungsbericht ist hervorzuheben, baß bie Umschlagssumme bes Vereins im Geschäftsjahr 1933 sich auf 10 418,90 Mark belief. Aus ben eingehenben zahlenmäßigen Angaben ist weiter ersichtlich, daß bie Finanzlage bes Vereins gefunb ist unb eine gebeihliche Aufbauarbeit im Interesse ber Gießener Derkehrswerbung ermöglicht. Am Schlüsse bes Berichts wirb allen Förderern und Helfern des Vereins, insbesondere ben Behörden unb ber Presse, für bie eifrige Unterstützung ber Vereinsarbeit herzlicher Dank ausgesprochen. Der Bericht und die Rechnungsablage wurden vom Vorstand einstimmig genehmigt. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß ber Oesfentlichkeit befaßte sich bie Kammer gestern mit ben Eheleuten Lachmann unb bem H.K. aus Wölfersheim wegen Blutschande, Abtreibung unb Sittlichkeitsverbrechens. Der Ehemann Lachmann verkehrte in sträflicher Weise mit seiner 13jährigen Tochter. Dieser Verkehr blieb nicht ohne Folgen, unb bie Eheleute trieben gemeinsam die Frucht ab. K. sollte ebenfalls mit dem 13jäh- • rigen Mädchen intime Beziehungen unterhalten haben. Das Gericht verurteilte ben Ehemann Lachmann zu einem Jahr fünf M o n a te n Zuchthaus unter Anrechnung von fünf Monaten Untersuchungshaft, bie Ehefrau zu sechs ’ Monaten Gefängnis. K. wurde fretge» ; sprachen. Amtsgericht Gießen. Der Vorstanb bes Verkehrsvereins Gießen trat gestern abenb unter Leitung bes Vereinsführers, Bürgermeister Dr. Ham m, zu einer Sitzung im „Hessischen Hof" zusammen, bie ber Beratung aktueller Verkehrswerbeaufgaben gewidmet war. Zunächst wurden einstimmig einige Veränderungen im Vorstand gutgeheißen. Die bisherigen Vertreter ber Reichsbahn im Dereinsvorstanb, Reichsbahnoberrat Wilke unb Reichsbahninspektor Müssing (Stellvertreter) schieben infolge sehr starker dienstlicher Inanspruchnahme aus bem Vorstand aus. Als Nachfolger traten Reichsbahnrat Niermann und als fein Stellvertreter Reichsbahnoberinspektor Kliffmül- l e r in den Vereinsvorstand ein. Der bisherige Vertreter der Schriftleitung der „Oberhessischen Tageszeitung" Dr. Röder ist nach seinem Ausscheiden aus dem Schriftleiteramt auch aus dem Vorstand bes Verkehrsvereins ausgeschieben. Sein Nachfolger im Dereinsvorstanb würbe Schriftleiter Dr. Kaul (Stellvertreter Schriftleiter Dorsch). An Stelle bes in ben Ruhestanb getretenen Postbirektors Vogt berief ber Vereinsführer ben neuen Post- direktor Graef in den Vorstand des Verkehrsvereins. Offen steht noch die neue Vertretung der Polizeidirektion im Vereinsvorstand. Sodann wurde einer neuen Verei nsfatzung, bie einer vom Lanbesverkehrsverbanb Rhein-Main übermittelten Mustersatzung angepaßt ist, einhellig — Tageskalenber für Mittw o ch: Lichtspielhaus, Bahnhofttraße: „Die vier Musketiere". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Branbplatz, 17 bis 18 Uhr, Ausstellung „Das Tier > im Bilb". — BO. Gießen, 20.15 Uhr, „Hmben- Marsche bürg", BO.-Abenb. 1 Haltung. — In Verbinbung mit bem Prämienmarkt hatte, wie schon erwähnt, bie Gruppe 223 Alsfelb bes NS.-Arbeitsdienstes in ber Turnhalle eine Ar- beitsbienstaussteUung veranstaltet, bie reges Interesse fanb unb sich eines guten Besuchest der NSPO. ober dem Kreiswart „Kraft durch erfreute. Die Eröffnung erfolgte bereits am Sams- Freude bis zum 28. Just 1934 zu erfolgen. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. Frühmelbungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.40: Kinderftunde: Grimmsche Märchen. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskon- zert. 17.30: Zum 60. Todestage Fritz Reuters. Zwiegespräch, verfaßt von Dr. Hans Hartmann. 17-45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Raffe. 18 25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! 19: Militärkonzert: Deutsche Jägermärsche. 19.30: Saarländische Umschau. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20 15* Stunde der Nation: Karl Loewe. Ein deutscher Meister in Pommern. 20.45: Wir fahren auf bem Bobensee. Radolfszell — Reichenau — Konstanz. Hörfolge von Ernst Brügger. 21.30: „Abe zur guten Nacht", musikalischer Reigen. 22.20: Nachrichten. 22.35: Funkbericht zum Nürburgrennen. 22.45: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 23: Nacht- ktb kr suten Le, hundert W. werden. ^artner-Ler- °/r Blumen nlvs zur Der. "Elt, Ernst lrbeit das Er, riffelten. kl > ein, I Iqi” Ute h und zqü [eins. ,e der Ar, Gnnb ^ren spazier, gestand der ^°l, Z D°n Der. ?rüe‘9abe 'ltQ6e und U^Ust hervor- >s Vereins im I Mark belief, t Naben ist U des Vereins »arbeit im In« | ermöglicht. len Förderern re den Lehör« llerstützung der »rochen. rblage wurden Gießen, befaßte sich die i Lachmann en Blutschande, ens. Der Ehe» räflicher Weise r Verkehr blieb trieben gemein» mit dem IZjäh» en unterhalten Ehemann Lach- f Monaten von fünf Mo- rau zu sech; »urbe freige« &en. rd) Gtrafbefd it, weil er an* unterließ, beim *Irm zu heben. Ingetlagte Ein« schieden wird. i Akt, an dein und Partei-vr- -r einzelnen An 223 und fon» sehr inftruttidi d in der Frei» isammengestelltt rbeitsbienft J» e her Nee J» -ung Zur M Vaterland, g AanbrertigM infl Nieder- UH-«. - 9. de" lud . ® e®*i „6 L-iw-h ^ MdE sK r#i -Sr.), d-r-lA V* S- FS« i.s.5 nfl* ,r g Kh tzi- S,*Ä Vom Bügeln. Oh nein, es wird nicht ein Stoff wie der andere ebügelt, und wie in der Wäsche jeder Stoff nach einer Eigenart behandelt werden will, so muß die .»ausfrau sich sehr genau darüber im klaren sein, oie die einzelnen Stoffe gebügelt werden wollen. >eder W o l l st o f f muß, bevor man ihn verwendet, tekatiert werden, sonst wird er fleckig, sobald s regnet und läuft vor allem in der Reinigung be- irächtlich ein. Unter dekatieren versteht man ein Feuchtaufdämpfen eines Wollstoffes und zwar fintcr einem nassen Tuch. Will man das Dekatieren nicht in dem Geschäft, in dem man den Wollstoff gekauft oder von der Schneiderin besorgen lassen, so nimmt man sich dazu am besten das Bügelbrett, legt den Stoff mit der linken Seite nach oben, ein nasses leinenes Tuch, vielleicht ein Stück ines alten Bettuches kommt darüber und nun nirö solange gebügelt, bis das nasse Tuch trocken cemorben ist. Dann wird der Stoff weitergerückt, 'ie nächstfolgende Bügelbrett- oder Tischbreite ommt daran und das leinene Tuch wird neu angefeuchtet. Später wird Wolle von links gebügelt und 'Mar gleichfalls immer möglichst unter einem jeuchten Tuch, um zu verhüten, daß Glanz entsteht. Für Baumwolle soll das Eisen ziemlich heiß ein. Ist der Stoff sehr zerknittert und will sich licht glätten, so wird man ihn mit einem feuchten Läppchen bestreichen. Reine Seide wird wiederum von links und möglichst wie Wolle unter einem feuchten Tuch geglättet. Bei Seide darf jedoch das Eisen nie - m a l s z u heiß jein. Auch reine Seide kann man glätten, indem man sie während des Bügelns mit einem feuchten Läppchen streicht. Kunstseide jedoch muß trocken gebügelt »erden und hier darf das Eisen nicht zu heiß sein. Ein Eisen ist bügelrecht, wenn es zischt, sobald man es mit dem angefeuchteten Finger berührt. Zischt es nicht, so ist dies nicht nur ein Zeichen, daß es ;u kalt ist, auch ein zu heißes Eisen zischt nicht mehr. Samt, Panne und Velour Chiffon werden niemals auf einem Tisch, sondern in der |2uft gebügelt. Zuvor jedoch versucyt man es, ob man durch Dämpfen entweder über einem Topf mit heißem Wasser oder mit dem Bügeleisen, über das man ein nasses Tuch gelegt hat, so daß ss tüchtig dämpft, erreichen kann, daß Der Samt ich glättet. Sehr gerne hängt man auch ein Samtkleid oder einen Umhang ins Badezimmer, läßt n die Wanne recht heißes Wasser laufen und das ‘ Kleid solange im feuchten Dampf hängen, bis es glatt geworden ist. Will jedoch dies alles nicht ge= mügen und das Bügeln wird unumgänglich, so wird man eine zweite Person bitten müssen, mit beiden Händen den Stoff, der gebügelt werden soll, ■ gu halten; die bügelnde' Person hält außerdem an einer dritten Stelle mit der freien Hand und streicht num mit dem Bügeleisen so gut von links über den samt, als dies in der Luft möglich ist. Falten bügelt man fest, bevor man die Rockbahn, in welcher die Falten eingelegt werden, in das Kleid einnäht. Man steckt Falten gern auf Öem Bügelbrett oder auf einem Tisch fest, ohne sie 5U reihen, denn beim feuchten Einbügeln der Fällten drückt sich der Heftfaden gern so sehr durch, daß es Schwierigkeiten macht, die Eindruckstellen wieder zu entfernen. Aermel werden auf dem Aermelbrett gebügelt iund zwar von unten nach oben, d. h. von der fschmalen nach der breiten Seite, wobei man beuchte, daß der Rand des Bügelbrettchens nicht oauf dem Aermel sichtbar wird. Glocken und Schrägteile eines Kl ides bügelt man dem Lauf des Fadens nach, also schräge, wie das Teil es verlangt. Um dem Halsausschnitt einen guten Sitz gu geben, bügelt man ihn am besten auf einem runden Bügelkissen. Nähte, die man zu straff genäht und die noch setroas gedehnt werden müssen, schneidet man von Der linken Seite etwas mit der Schere ein und bügelt dann über den Stoff, während man mit der linken Hand die Naht etwas zieht. Stärkwäsche bügeln. Man stärkt heute ffast durchweg „kalt", d. h. man löst die Stärke in kochendem Wasser auf, läßt kaltes Wasser nachlaufen und taucht das, was zu stärken ist, hinein. Aus -em Reiche der Krau. Zum Probieren, wie steif die Wäsche wird, nimmt man ein Läppchen oder ein altes Taschentuch und taucht es zuvor in die angerührte Stärke. Soll etwas sehr steif wertzen, so muß es sofort nach dem Stärken gebügelt werden. M. Hm. Das duftige Sommerkleid. Nicht nur das Gewebe ist voller Blumen, voll Duft und Zartheit, auch die Verarbeitung zeigt die duftige, leicht beschwingte Note. Plissees, Volants an den Aermeln, an dem Saum des Rockes, überall, wo man sie anzubringen vermag, große Garnituren aus lichten Geweben, aus Organdy, aus Glasbatist, Seide und Kunstseide sind außerordentlich beliebt, weil sie das Duftige des Anzuges noch zu erhöhen vermögen. Blumenmuster, Tupfen, Karos, Blätter und ganze Blumensträuße wirken sommerlich heiter. Alles vereinigt sich zu dem duftigen Sommerkleid, das augenblicklich hoch in der Gunst der Mode steht. Sehr hübsch ist ein Kleid aus blau-weiß getupfter Kunstseide, die Ton in Ton verarbeitet ist. Seitlich an der Bluse sind kleine Plisseefalten. Sie wiederholen sich an dem Rand der kleinen Puffärmel, am Rocksaum, oft auch am Ausschnitt. Fällt die Plisseegarnitur am Halse fort, so sehen wir als Abschluß eine Rose aus wei- tzem Glasbatist, die kleidsam in ihrer Wirkung ist. Um ein einfarbiges Kleid sehr zart und duftig zu gestalten, wird es mit einem großen weißen Kragen geputzt. Dann sitzt am Kragenabschluß ein Volant, zuweilen auch ein Plissee, und der gleiche Aufputz wiederholt sich an den Aermeln. Beliebt und schon im Hinblick auf die neue Mode wesentlich sind die breiten, durchgehenden Plissees, die sowohl am Kleid als auch an den Aermeln sitzen. Sie haben die Breite von 5 bis 6 Zentimeter und werden aller Voraussicht nach auch an den leichten Wollkleidern des Uebergangs und des Winters zu sehen sein. Das duftige Sommerkleid ist ohne Hut nicht vollkommen. Glücklicherweise ist pian davon abgekommen, schon jetzt im Juli Uebergangsmobette zu tragen, wie das früher der Fall war. Man kann damit getrost bis zum Ende nächsten Monats warten und ist ganz zufrieden, jetzt die schönen, breitrandigen Bretons tragen zu können. Je sommerlicher die Temperatur wird, um so mehr nimmt der Hut an Größe zu. Ganz entzückend ist ein Roßhaarhut, der einen wippenden Rand und als Garnitur zwei weiße Batistrosen hat. Breitrandige Cannotiers werden ziemlich auf den Hinterkopf gesetzt, damit ihre Krempe das Gesicht hübsch umrahmt. Man sieht ferner runde und viereckige Formen aus Organdy, Stroh, flache Köpfe, aufgeschlagene Formen, Hüte aus Seidenkrepp, Lei- nenyütchen mit Steppstichen garniert, mit Blumen geputzt, die bas buftige Bild bes Sommers vollen- ben helfen. Schü. In der Kirschenzeii. Kirschensuppe. Sauerkirschen mit Süßkirschen gemischt, kernt man aus, schlägt einen Teil der Kerne auf unb läßt Kirschen und Kerne mit Wein, Wasser, Zucker, etwas Zimt und Zitronenschale kochen, bis die Kirschen völlig weich sind. Dann rührt man Gustin ober Mehl in kaltem Wasser glatt, mischt es unter Umrühren zu den Kirschen, kocht sie einige Male auf, streicht alles durch ein Haarsieb und stellt die Suppe falt. Man richtet sie mit in Wem und Zucker eingelegtem Zwieback an ober reicht besonders Schlagsahne dazu. Kirschenmichel. Zwei bis drei Mürbebrötchen, etwas Milch, drei Eigelb, 100 Gramm Zucker, etwas Zimt, 50 Gramm gemahlene Mandeln, 50 Gramm Butter, den Eierschnee und Vanillezucker zum Bestreuen. Die Brötchen werden kleinwürfelig geschnitten, mit etwas kochender Milch überbrüht und zart verrührt. Dann rührt man die Eidotter, den Zucker und Zimt, die Mandeln und die vorher schaumig gerührte Butter zusammen. Man gibt die Semmelmasse dazu, den Eierschnee und ein Pfund entsteinte Kirschen. Die Masse füllt man in die gebutterte, gebröselte Springform und bäckt sie langsam eine Stunde lang in der Röhre. Sejm Anrichten die Speise mit Vanillezucker bestreuen. Reis mit Schlagsahne und Kirschen. Ein Viertelpfund Reis wird gewaschen, gebrüht und mit dreiviertel Liter Milch, Salz, drei Eßlöffel voll ■■BmHOBMmQHBSBHasBUsaMKaHnHa Zucker und etwas ausgeschabter Vanille weich gedünstet. Ein halbes Liter rohe Schlagsahne wird steifgeschlagen und mit zehn Gramm aufgelöster Gelatine unter den verkühlten Reis gegeben, ebenso ein Pfund gewaschene, abgetropfte Kirschen. Die Kirschspeise füllt man in eine mit einem Tropfen Del ausgepinselte, ausgestreute Form und läßt sie zu Eis erstarren. Kirschpudding. 125 Gramm Zucker, vier Eigelb und den Eierschnee, 90 Gramm Kartoffelmehl, ein halbes Pfund entsteinte, in Zuckerwasser aufgekochte Kirschen, ein Stückchen Zimt. Zucker und Eigelb schaumig rühren, bann abwechselnb ben Eierschnee unb bas Kartoffelmehl barunterrühren unb zuletzt bi« Kirschen. Den Pudbing kocht man eine Stunbe lang im Wasserbabe. Dazu Kirschsaft. Kirscheierkuchen. Von drei Gelbeiern, Milch und Mehl rührt man einen glatten Teig, unter den man zum Schluß das mit etwas Zucker geschlagene Eiweiß zieht. In einer Pfanne läßt man Butter heiß werden und gießt den Teig hinein, den man sehr schnell mit den entsteinten Kirschen belegt. Mit einem Lösfel noch ein wenig Teig über die Kirschen tropfen und auf beiden Seiten goldbraun backen. Noch heiß mit Zucker bestreuen und sofort servieren. Ja nicht zu viel Kirschen nehmen, sonst zerfällt her Eierkuchen beim Umwenden. Kirschkuchen. Je 125 Gramm Margarine und Zucker, ein Ei, vier Eßlössel voll Milch, Vanillezucker, ein halbes Pfund Mehl, ein halbes Päckchen Backpulver und Kirschen nach Bedarf. Zum Guß: zwei Eidotter, 125 Gramm Zucker, 20 Gramm Mondamin, den Eierschnee und ein Gläschen voll Arrak. Aus obigen Bestandteilen einen Teig rühren, denselben fingerdick auswellen, eine Kuchenform damit belegen und dann dicht mit den Kirschen bedecken. Nun läßt man den Kuchen ziemlich fertig backen, bereitet den Guß, gibt ihn über den Kuchen und schiebt ihn nochmals in die heiße Röhre, bis der Guß überbacken ist. Butterteigpastete mit Kirschenmark. Runde Formen legt man mit einfachem Butterteig aus, füllt den inneren leeren Raum mit Papier aus und bäckt die Pastete bei mäßiger Hitze. Dann nimmt man das Papier heraus, läßt auch innen Farbe annehmen und stürzt die Krusten aus der Form. Die Kirschen hat man mit dem Zucker schon zu dicker Marmelade gekocht, bann in die Formen gefüllt und mit Schlagsahne überzogen. Kopfzerbrechen um's Abendbrot. (ptd.) Das Abendbrot ist ein Kapitel im häuslichen Leben, das sehr oft Kopfschmerzen macht. Man kann doch nicht Abend für Abend dieselbe Wurstplatte auftischen, jeder Mann hat die Dauerwurst einmal über, außerdem verträgt es die Haushaltskasse nicht, wenn zu oft Aufschnitt gegessen wird. „Mein Mann ißt nicht gern ,Aufgewärmtes< vom Mittagbrot, aber ich kann doch nicht alles Uebrig- aebltebene vernichten!" klagte kürzlich eine Hausfrau. „Es gibt deshalb bei mir oft Unstimmigkeiten, denn ich bin zu sparsam, Uebriggebliebenes nicht mehr zu verwenden!" Selbstverständlich: es wäre eine große Vergeudung von Volksvermögen, wenn man Reste nicht verwenden würde, andererseits ist es verständlich, wenn der Mann, der tagsüber anstrengend in seinem Beruf zu arbeiten hatte, abends nicht noch einmal einen Aufguß des Mittagessens vorgesetzt haben will! Das ist aber auch gar nicht nötig. Man muß als Hausfrau nur eine Verwandlungskünstlerin fein, muß die Reste in einem anderen Gewand wieder auf den Tisch bringen, und schon schmecken sie dem Mann. In dieser Hinsicht läßt er sich gern „betrügen", er merkt es nämlich meist gar nicht, daß z. B. der schmackhafte Makkaroni-Auflauf mit Hilfe des durchgedrehten, übriggebliebenen Schmorbratens gemacht wurde. Auch (Bemüjerefte lassen sich in der Auflaufform, mit Käse bestreut und geschlagenem Ei übergossen, in wenigen Minuten im Ofen überbacken und schmecken dann ganz ausgezeichnet. Jetzt, in der wärmeren Jahreszeit ist es gar nicht gesund, wenn man so viel Fleisch ißt. Wurst sieht dann — besonders wenn sie „schwitzt" — gar nicht appetitlich aus. Wieviel erfrischender sind Gurken und Tomaten, die dankbaren und billigen Radieschen -unb der weiße Käse! Jeden Tag kann man aus Tomatengerichte. Von Marga Rehlaff. eine gelbe und eine weiße Rübe, ebenso eine Zwiebel und eine halbe Sellerieknolle sehr fein, auch 50 Gramm rohen, mageren Schinken und dämpft dies in eigroß frischer Butter einige Minuten. Dazu kommen sechs bis acht zerschnittene, reife Tomaten, die man mit dem Wurzelwerk eine Viertelstunde durchdünstet, dann mit 1% Liter kochendem Wasser aufgießt und mit dem nötigen Salz und einer Prise Pfeffer gut auskochen läßt, Hieraus passiert man die Suppe durch ein Sieb, gibt 100 Gramm ausgequollenen Reis hinein, kräftigt sie mit 1 Teelöffel Maggi's Würze im Geschmack und richtet sie recht heiß an. Tomatensoße paßt eigentlich zu allem. Nudeln, Reis, gekochtes Rindfleisch, die meisten Fischarten und auch Klöße jeder Art sowie Nockerl Jetzt kommt bald wieder die Zeit, wo Tomaten so preiswert sind, daß es auch der sparsamsten Hausfrau möglich ist, diese gesunde Frucht recht oft zu verwenden. Weil die Verwendung der Tomate jo mannigfach und der Eisen- und Vitamingehalt olefer Frucht, die ein Mittelding zwischen Obst und Gemüse darstellt, heute allgemein anerkannt ist, wird jede Hausfrau für Ratschläge hinsichtlich der Tomatenbereitung dankbar sein. Jede Tomatensuppe gewinnt an Geschmack und Nährwert, wenn man sie mit ein bis zwei Eßlöffel roher Sahne vollendet. Will man keine Reiseinlage geben, so schmecken geröstete Brotwürfel ober ganz kleine Spagheti auch sehr gut. Für eine englische. Tomatensuppe zerschneidet man diesen Zutaten neue Gerichte zaubern! Haben Sie schon einmal geröstete Brotscheiben mit frischer, grüner Gurke gegessen, die mit Schnittlauch bestreut wurde? Äuf die Gurkenscheiben kommt nur ganz wenig Salz, sonst zieht die Gurke Saft und wird schwer verdaulich! „Süße Tomaten" schmecken überraschend gut. Bitte, probieren Sie es einmal, ehe Sie die Nase kraus ziehen: Sie hohlen die Tomaten aus, verrühren weißen Käse mit etwas Sahne und abgezogenen Walnußkernen, bis der Käse cremeartig ist. Dann wird die Masse hoch in die Tomaten gefüllt und Röstbrot dazu gereicht. Sehr apart und erfrischend schmecken auch — vielleicht als Abschluß eines Reste-Abendbrstes — Apfelscheiben mit Cremekäse. Was macht man nur mit den vielen Wurst- zipfeln, die gar nicht alle werden wollen? Dauerwurst kann man mit Schinkenabfällen ober schon etwas trocken gewordenen Schinkenscheiben durch die Fleischmaschine drehen, mit gehacktem Ei vermischen und etwas Reibebrot, einem Löffel Sahne, Pfeffer und Salz nach Bedarf, und dann in Pasteten füllen, die man auf der Herdplatte heiß macht. Dazu gibt es grünen Salat. Die Wurstzipfel sind aufgebraucht — und allen hat es prächtig geschmeckt! Reisrand mit Tomatensoße ist autunb billig, ein paar harte Eier dazu machen die Abend- platte noch reichhaltiger! Omelette mit Salat, mit Fruchtfüllung oder auch mit pikanten Nierchen kostet nicht viel und ist ein ausreichendes Abendbrot. Fijch< este vom Mittagessen werden zum Abendbbrot in Gelee gelegt — man kann sie natürlich dann erst am nächsten Tage essen — mit Remoulade verziert unb zu Salat gereicht. Es gibt tausend Möglichkeiten fürs Abendbrot —* Kopfzerbrechen ist wirklich nicht nötig. Lore. Was trägt die Hausfrau im Gommer? Vor. kurzer Zeit sagte eine junge Hausfrau: „Als nch noch unverheiratet war, als ich noch ins Büro •ging, nahm ich mir vor, im Haufe mindestens so zgroße Sorgfalt auf meine Kleidung zu legen, wie ßetzt in meiner beruflichen Tätigkeit. Ich wollte sstets nett und freundlich aussehen, mich von dem liebel frei halten, das ich häufig bei meinen verheirateten Freundinnen angetroffen: von der «Schlampigkeit. Ich dachte es mir sehr einfach, ein 'hübsches Hauskleid zu haben, das mich nicht beihindern sollte, in dem ich jedoch angezogen sein Würde. Mein Mann hat mich im Beruf kennen- •gelernt und ich weiß sehr gut, daß ihm meine geschmackvolle Kleidung gefiel. Er sollte auch in der Beziehung keine Enttäuschung erleben. Aber, ja, das gestehe ich, die Praxis hat mich eines anderen belehrt. Es ist sehr schwer, das richtige Kleid zu finden, zumal die Mode in der Hinsicht sich überhaupt keine Mühe gibt, und es uns Hausfrauen überläßt, das Kleid zu treffen, das uns bei der Arbeit willkommen ist, in dem wir uns dem Mann, den Kindern und dem Besuch, der vielleicht unerwartet kommt, zeigen können." Äst es wirklich so schwer, das Kleid zu treffen, das den Forderungen entspricht? In einem Punkte hatte die junge Hausfrau Recht. Das Berufskleid der Haushaltsleiterin wird von der Mode oft vernachlässigt. Vielleicht wäre es eine Anregung für die Modenschauen, neben dem oft sehr reizvollen Pyjama, dem eleganten Hausanzug auch einmal einige junge und nicht ganz junge Damen in Hausfrauenkleidern auftreten zu lassen. Da würde sich wohl manche Zuschauerin zu einem Kauf entschließen, und der Einwilligung ihres Ehepartners gewiß sein. Im Sommer muß die Hausfrau nämlich noch mehr, als im Winter auf eine zweckmäßige und dabei kleidsame Haustracht halten. Wenn die Außentemperatur ihr in Verbindung mit der Herdhitze heftig einheizt, gerät sie leicht in Verlegenheit, sich bei der Arbeit ein wenig gehen zu lassen. Beschäftigt sich die Mode auch nicht mit der Hausklei- bung, die zur Arbeit durchaus geeignet ist, jo schafft sie dennoch Kleider, die man ohne weiteres als Hauskleid übernehmen kann. Kleider aus Baumwolle, Leinen und Bast werden.in schöner Ausführung auf den Markt gebracht. Ihre sportliche Note gewährleistet eine einfache und schlichte Verarbeitung. Zudem sind die Gewebe waschbar, stellen keine großen Forderungen an die Kunst des Bügelns, sind außerdem mit reizenden Mustern versehen und lassen sich stets der Jahreszeit gemäß mit kurzen oder halblangen Aermeln tragen. Beispielsweise ist ein Kleid aus blau» weiß tariertem Seinen sehr zu empfehlen. Es hat einen kleinen Kragen aus weißem Pikee, und auch die Aermel zeigen kleine Pikeeaufschläge. Jedoch auch ohne die Garnitur ist das Kleid ansprechend, so daß es, wenn der Aufputz gewaschen wird, nicht unvollkommen wirkt. Sehr leicht und praktisch sind pastellfarbene oder naturfarbene Kleider aus Hemdseide. Sie brauchen keinen Aufputz, sondern eine Garnitur aus Wickelholsaum macht sie sehr begehrenswert. Nun konnte man leicht annehmen, daß ein Kleid aus Hemdseide einen Luxus darstellt, den die Hausfrau sich nicht leisten will —! Die Praxis aber sagt etwas anderes. Besitzt die Hausfrau zwei Kleider aus Hemdseide, von denen das eine naturfarbig, das andere in einer kleidsamen und sehr freundlichen Pastellfarbe gehalten ist, so wird sie sich bei der Arbeit in dem leichten Kleid wohl fühlen und stets das Gefühl haben, gut und geschmackvoll gekleidet zu sein. Hemdseide laßt sich vorzüglich waschen, knittert nicht und gewährt stets einen angenehmen Anblick. Ein Kleid aus rot und weiß gemustertem Bast erfüllt die gleichen Forderungen, wie das Kleid aus Hemdseide. Der Rock sollte Falten haben, um der Hausfrau das Gehen zu erleichtern. Die Aermel reichen nur bis zum Ellbogen, damit sie kein Hindernis darstellen. Nicht zu übersehen sind die Kasackkleider, die ein müheloses Auswechseln der Kasack gestatten Die Schuhe bedürfen einer besonderen Sorgfalt. Weiße Leinenschuhe mit nicht zu hohen Absätzen, sind angenehm auf dem Fuß, leicht zu reinigen und sehr hübsch anzusehen. Dazu einen hellen Strumpf, und die Hausfrauenkleidung hat noch ein Tüpfelchen mehr auf dem I. Für schwerere Arbeiten kommt die weiße ober die bunte Wickelschürze in Betracht, die das ganze Kleid bedeckt, sehr schnell um« geworfen und ebenso rasch abgenommen wird. Schü. Das Gommerkleid bekommt Flecken ... Praktische Ratschläge für die Hausfrau. — Ohne Sorge im Gras sitzen. — Obstflecken sind keine Katastrophen. — Verschwitzte Aermel. Da hängt es vor einem in seiner ganzen duftigen Pracht: das neue Sommerkleid. Wunderschön sieht es aus, hauchzart und fein. Und plötzlich fühlt man sich in die Kinderzeit zurückversetzt, wenn man das erste Mal das Svnntagskleidchen anhat und die Mutter mahnte: Nun paß aber auf, daß das neue Kleidchen keinen Fleck bekommt! Leider haben gerade neue Kleider die unangenehme Eigenschaft, besonders leicht Flecke zu bekommen. Doch als praktische Hausfrau läßt man sich auch durch einen Fleck nicht aus der Fassung bringen. Es gibt ja Mittel, sie zu entfernen — nur muß man diese Mittel kennen, denn durch unsachgemäß« Behandlung kann man alles verderben. Grasflecke werden sich wohl am ersten auf dem neuen Sommerkleid breit machen, denn schließlich will man beim ©papiergang nicht immer nach einer Bank suchen müssen, sondern sich auch mal unbesorgt auf die Wiese setzen. Glasflecke in Leinenkleidern und anderen nicht zu feinen Geweben lassen sich mit Gallseife und kochendem Wasser entfernen. Der Fleck muß gut eingefeift werden und dann gut ausgespült werden. Feine Stoffe dürfen natürlich nicht mit kochendem Wasser behandelt werden. Man betupft den Grasfleck mit einer leichten Spiritus- ober Salmiak- l ö f u n g. (Nur bei farbechten Stoffen zu ver- roenben, sonst geht bie Farbe aus, unb es bleibt ein weißer Fleck.) Gut mit lauwarmem Wasser nachspülen! Wall-, Seiben- unb Baumwollstoffe können auch mit Zinnchloridlösung be- hanbelt werden, die jede Drogerie verkauft. Immer aber muß die behandelte Stelle gut nachge- spült werden. Nachreiben mit verdünnter Zitronen- oder Weinsteinsäure ist stets zu empfehlen! Nach einem Waldspaziergang stellt man oft Harzflecke am neuen Kleid oder Mantel fest. Hier kann man nicht mit Wasser und Seife arbeiten, sondern muß dem Fleck mit Spiritus zu Leibe gehen. Sind die Flecke nicht frisch, so müssen sie erst erweicht werden. Man betupft sie mit Terpentin-Spiritus, wäscht dann mit einer milden Seife nach und spült gut aus. Teerflecke lassen sich mit Butter entfernen, die Butter dann wieder mit Benzin. Obstflecke im neuen Sommerkleid verderben oft die gute Laune. Dabei sind sie meistens harmlos — bis auf Pfirsichflecke., die bis jetzt allen Versuchen, sie zu entfernen, trotzen. Man weiß nicht, warum. Kirschen, Erdbeeren, die gefürchteten Blaubeeren usw. sind harmlos. Meistens weichen sie schon dem Angriff von Wasser und Seife. Einweichen in Milch, besonders Buttermilch, läßt in weißen Stoffen von selbst den Obstfleck schwinden. Echtfarbige Stoffe können sofort durch Schwefeldämpfe entfleckt werden. Die Zitrone ist ein treuer Helfer. Mit kochender Milch hat man schon manchen hartnäckigen Blaubeerfleck entfernt. Seidenstoffe werden mit Spiritus behandelt, aber immer muß man hinterher gut nachspülen, sonst zerfrißt der Stoff. Verdünnter Wasserstoffsuperoxyd macht jeden Kirschenfleck unsichtbar. Schweißflecke sind nun einmal die unangenehme Begleiterscheinung der Sommerkleidung. Man schützt sich durch Armblätter, so gut es geht, aber oft sind Flecken nicht zu vermeiden. Mit Gallseife entfernt man sie aus Wollstoffen, hartnäckige Schweißflecke werden mit einer Lösung behandelt, die aus einem Teil Salmiak, drei Teilen Alkohol und vier Teilen Schwefeläther besteht. Gut nachspülen ist die Hauptsache. Schweißflecke müssen sofort entfernt werden, weil sie Motten anziehen und schlecht riechen. Seidenstoffe werden lauwarm mit Seifenflocken behandelt, die Schweihflecke müssen gut eingeseift werden. Der Fleck im Sommerkleid ist keine Katastrophe mehr — die praktische Hausfrau weiß sich zu helfen! Lore. ' " ' * V> y ! M M y - v y '■ MVM I , ‘ E1 MW esk - 49 M AH ,, III ,11,11, iiiiii,l|li,ll,Wii,n,iii.l,ml., WWW aM '<1 Glänzender Wellrekord des Zehnkampfmeiflers Sievert. 40 Zahre Vaugenoffenschaft 1894 in Gießen gegenkommen der Bezirkssparkasse und der Allgemeinen Ortskrankenkasse halfen thersgraben" sind jene Bauabschnitte vorerst ner seine eindrucksvolle Ansprache. NS.-Volkswohlfahrt als Spende für die Sammlung „Mutter und Kind" zur Linderung der Not bedürftiger Volksgenossen überwiesen habe. Aus seiner Geschichtsschilderung geben wir folgenden Auszug wieder: Ende der 1880er Jahre, als sich bereits Wohnungsmangel bemerkbar machte, regte der Sparkassenrendant Döring, nach dem eine Straße im sog. Plattenhausen benannt ist, die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft an. Am 23. Wai 1894 wurde in einer Gründungs- Versammlung, an der 39 Interessenten teil- nahmen, der Grundstein zur Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins gelegt. In den Vorstand wurden gewählt: Rechner D ö» ring zum Direktor, Sparkassengehilfe Haa s zum Kassierer, Gewerbelehrer Traber zum Bauführer und Architekt Romann als stellvertretendes Vorstandsmitglied. Die Wahl für den Aufsichtsrat fiel auf folgende Herren: Kommerzienrat Heyligen- st a e d t, Amtsrichter D o r n s e i f f, Werkführer Holm, Kaufmann Wolff und Lackierer Rit- Dank. In der ersten Hauptversammlung der erweiterten „Baugenossenschaft 1 894" am 21. Januar 1919 wurde deren Vorstand und Aufsichtsrat durch Verwaltungmitglieder aus der früheren „Gemeinnützigen Baugenossenschaft 1911" verstärkt. Durch Verhandlungen mit der Stadtverwaltung konnte dann das Gelände zwischen dem Stadtwald und der Eisenbahnstrecke nach Fulda im Umfange von 18 702 Quadratmeter zum Preise von 2 Mk. pro Quadratmeter erworben werden. Der Kaufpreis wurde gestundet und war mit 4 Prozent zu verzinsen und Jahren 1919 bis 1921 das bekannte P l a t t e n - hausen mit seinen 54 Drei-, Vier- und Fünfzimmer-Einfamilienhäusern. In den Jahren 1922/23 wurden weitere 20 Einfamilienhäuser in der Straße „Am Kugelberg" hergestellt, die im Sommer 1923 bezogen. werden konnten. Unter den neuen Verhältnissen nach der Stabilisierung der Währung wurden in den Jahren 1924/25 nur vier Einfamilienhäuser am Eingang der Straße „Am Kugelberg" errichtet. Anfangs 1926 wurde „Am Kugelberg" mit dem Bau von vier Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 16 Wohnungen, im Herbst 1926 mit dem Bau von acht Mehrfamilienhäusern mit 32 Wohnungen, die zum Teil in der Friedensstraße liegen, begonnen. Das gemeinnützige Wirken des Beigeordneten Dr. Hamm, das schon bei diesen Bauten zutage trat, verdient vollste Anerkennung. Das Bauprogramm für das Jahr 1927 sah die Errichtung von 14 Einfamilienhäusern in der Karl- Vogt-Straße vor, die im Laufe des Jahres 1927 verwirklicht wurde. Ferner wurden in jenem Jahre in der Liebigstraße 15 Wohnungen erbaut, die im Sommer 1928 bezogen werden konnten. en, i ziehbar waren. Der Abschluß des Bauunternehmens dem Seltersberg konnten dort im Jahre 1897 weitere 26 Wohnungen in Einzel- und Doppelhäuser geschaffen werden. Der Geländepreis stieg von ursprünglich zwei Mark im Jahre 1897 auf vier Mark und bei Beginn der dritten Bauperiode im Jahre 1901 auf 4,50 Mark pro Quadratmeter; in jenem Jahre war es möglich, auf einem Gelände von 3000 Quadratmeter ein weiteres Einfamilienhaus, drei Doppelhäuser, drei Miethäuser und ein größeres Miethaus mit Räumlichkeiten für eine Kleinkinderschule zur weiteren Bekämpfung des Wohnungsmongels in Angriff zu nehmen. Alle weiteren Versuche, die Bautätigkeit erneut zu beleben, verliefen dann zunächst vollkommen ergebnislos. Am 29. Juli 1911 wurde die „Gemeinnützige Baugenossenschaft 1911" gegründet. Unter Führung von Heinrich Fourier wurden Verhandlungen mit der Stadtverwaltung zwecks Geländeerwerbs ausgenommen, die aber ohne Erfolg blieben. Nachdem der Beigeordnete Keller, der die Bestrebungen der Genossenschaft begrüßte und unterstützte, im Jahre 1914 sein Amt als Ober« bürgermeister der Stadt Gießen angetreten hatte, wurden erneut Verhandlungen aufge- nommen, die aber durch den Ausbruch des Krieges vorerst ihr Ende fanden, ohne zum Abschluß gekommen zu sein. Nach dem Kriege stellte die „Gemeinnützige Baugenossenschaft 1911" sofort neue Anträge an die Stadtverwaltung zur Ueberlassung von Baugelände. Oberbürgermeister Keller, ein wahrer Freund des Volksgemeinschaftsgedankens, erklärte sich sofort zur Unterstützung der Baugenossenschaft bereit, er machte jedoch geltend, daß nur der Zusammenschluß zum Ziele führen könne und deshalb die Zersplitterung in der Baugenossenschaftsbewegung zu beseitigen sei; hiervon machte er seine Unterstützung abhängig. Nach Beratungen der Vorstände und Aufsichtsräte beider Genossenschaften löste sich die Gemeinnützige Baugenossenschaft 1911 am 30. Dezember 1918 auf, ihre Mitglieder traten zu der inzwischen umbenannten „Baugenossenschaft 1894" über. Für diese genossenschaftliche Tat des Oberbürger- 1 Meisters Keller, der durch seine Feststellung der L,----- ------- . , Vor ausetzungen für seine Mitarbeit die Jni- der „Gemeinnützigen Baugenossenschaft 1911 * bis tiative zur Verschmelzung der beiden Baugenossen- zum vorigen Jahre in der Genossenschaftsleitung schäften gegeben hatte, gebührt ihm besonderer wirkte, die Mitarbeit des seit 17. April 1920 im Vorstand tätigen fierrn Karl Allendörfer und das Wirken des seit der Genossenschaftsgründung im Jahre 1911 ununterbrochen bis jetzt und auch weiterhin eifrig mitschaffenden Vorstandsmitglieds und Architekten Herrn Gustav Hamann. Mit der eindringlichen Aufforderung an die Genossenschaftsmitglieder, weiterhin im echten, gemeinnützigen Genossenschaftsgeiste, auf der Basis des Glaubens, der Treue und des Vertrauens, die Aufwärtsentwicklung der Baugenos- senschaft 1894 zu fördern, schloß der Red- Hartgekochtes Eigelb wird mit Fischrestem Pfeffer, Salz, Essig und Oel zu einer breiartigen Masse verarbeitet. Die Früchte werden damit gefüllt, während das gehackte Eiweiß mit Petersilie vermischt und aus die obere Tomatenkuppe gestreut wird. Andere Fischoder Fleischreste werden mit Mayonnaise verdickt und als Füllung der Tomaten verwendet. Daß sich auch geschlagene Sahne mit Meerrettich, Paprika, Zucker, einer Prise Salz und irgendwelchem Gelee zur Füllung von Tomaten eignet, ist wohl weniger bekannt. In der südfranzösischen und spanischen Küche ist dieses überaus wohlschmeckende Rezept häufig anzutreffen. Bleichsellerie, und zwar in rohem Zustande, Aepfel und hartgekochtes Eiweiß ergeben eine gute Fülle, die sich für Rohköstler ganz besonders eignet. Als vornehmes Vorgericht werden Hühnerfleischstücke oder sonstiges Fleisch mit Mayonnaise vermischt, hinzugefügt. Außer gefüllten Tomaten bilden Tomatensalate jederzeit einen beliebten Nachtisch. Estragon und Kerbel, Champions und feingehackte Schalotten ergeben eine feine Ergänzung. Man kann dieses Gericht auch in eine feuerfeste Porzellanschüssel tun und vor dem Anrichten überbacken so daß es nicht als Salat, sondern als eigener Gemüseaang gereicht wird. Olivenöl eignet sich in diesem Falle besser als Butter. Für einen Tomatensalat auf andere Art schält man die Tomaten, schneidet sie in dünne Scheiben und nimmt die Kerne heraus. Zwei harte Eidotter werden zerdrückt, mit zwei Löffeln Olivenöl, einem Löffel Senf, ein klein wenig Zucker, Salz, etwas Pfeffer, dem nötigen Essig und einigen Tropfen Maggi's Würze vermischt. Diese Soße wird über die Tomatenscheiben gegossen und gut damit vermengt. bauen halfen. Weiterhin rühmte er mit Worten warmer Anerkennung die Tätigkeit des früheren Vorsitzenden Herrn Heinrich Fourier, der seit der Gründung abgeschlossen. In dem neuen Straßenviertel rechts der Licher Straße unterhalb des Bahnübergangs, dem sog. Ostmarkenviertel, wurden in den Jahren 1932/33 weitere zehn Einfamilienhäuser erbaut, die sich in ihrer Gestaltung angenehm in das ! Straßenbild einpassen. (Der Aufsichtsratsoorsitzende Schneider machte in diesem Zusammenhang auf den illustrierten Artikel „Die Gießener O st - mark im Ausbau" im „Gießener An- z e i g e r" vom vorigen Samstag besonders aufmerksam.) Damit ist das große Werk der Behebung der Wohnungsnot durch die Baugenossenschaft 1894 zum Abschluß gebracht. Die jetzige Leitung der Genossenschaft kann angesichts der Lage des Geldmark- ■ tes und in Würdigung der Bestrebungen der Ge- I nossenschaft vorläufig zu der Frage der Durchführung weiterer Bauvorhaben keine positive Stellung nehmen. Von 1894 bis 1934, also während der 40 Jahre Baugenossenschaft 1894, wurden von dieser errichtet: 141 Einfamilienhäuser und 31 Wehr- familienhäuser mit 155 Wohnungen, insgesamt 296 Wohnungen. An Genossenschaftler wurden 44 Einfamilienhäuser und 1 Wehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen verkauft, hiernach besitzt die Genossenschaft am Jubiläumstage noch 127 Häuser mit zusammen 247 Wohnungen. Der Aufsichtsratsvorsitzende gedachte sodann, ' während sich die Jubiläums-Versammlung von den Sitzen erhoben hatte, mit ehrenden Worten der verstorbenen verdienstvollen Mitarbeiter in der i Gießener Baugenossenschaftsarbeit: Rendant D ö - ring, Prokurist Wolff, Rendant Haas, Gymnasiallehrer Dr. Klein, Albert Lentz, Georg P a i r a n und Oberstudienrat Prof. Dr. K r a u s - müller. Er betonte, daß diese Männer jederzeit in aufopfernder Weise und mit selbstloser Hingabe das Werk der Baugenossenschaft schaffen und aus- Jn der Jubiläums-Hauptversammlung der B a u -! mit einem Prozent zu tilgen. Die Frage der Kapi- genossenschaft 1 8 9 4 Gießen am vorigen talbeschaffung fand eine glückliche Lösung; weit- Sarnstagabend im Hause der Deutschen Arbeits- schauendes Verständnis des Oberbürgermeisters front gab — wie wir am Montag bereits kurz be- Keller und des damaligen, inzwischen verstorbenen richteten — der Vorsitzende des Aufsichtsrats H.! Bürgermeisters Krenzien, wie auch des Ent- Schneider einen Rückblick auf das Werden gegenkommen der Bezirkssparkasse und der und Wirken der Baugenossenschast Allgemeinen Ortskrankenkasse halfen 1894 während der 40 Jahre ihres Be -' zur Verwirklichung des geplanten Bauvorhabens, stehens. Einleitend bemerkte er, daß die Genos- Die Beschaffung von Baumaterialien, die zu neun fenschastsleitung an Stelle einer festlichen Veran-! Zehntel nur in Ersatzstoffen zu haben waren, er- staltung eine entsprechende Geldsumme bereits im; schwerte den Baubeginn. Dann entstand in den Winter dem Winterhilfswerk und neuerdings ber ■ -^hron 1Q1Q hi« 1921 hn« hpfnnnte Vlatten- bilden die dazu gehörige Ergänzung. Die beste Zubereitung von Tomatensoße erfolgt auf die Weije, Indem man die Tomaten backt oder anbrät, durch ein Hieb streicht, mit etwas Surfer, Salz und Pfeffer würzt, mit Fleischbrühe aufkocht und mit Reismehl bindet. Für eine süße Tomatensoße werden echs schöne reife Tomaten gewaschen und in Scheinen geschnitten. Dann dünstet man sie in einem Stück rischer Butter, etwas ganzem Zimt und Zitronen- chale, paifiert sie durch, kocht bann mit Vk Liter weißwein und dem nötigen Zucker auf, bindet mit einem Kaffeelöffel in Wasser verrührtem Kartoffelmehl, rührt noch einige Minuten auf dem Feuer glatt und gibt die Soße zu Mehlspeisen, Puddings usw. Tomatenmus und Tomatenmark werden in vielen Haushalten vorrätig gehalten. Wegen ihrer starken Verwendungsmöglichkeit ist das sehr zu empfehlen. Tomatenmark kann unter Weißkäse verrührt, mit Butter vermischt als Weißbrotaufstrich gegeben werden. Parmesan erhöht den Wohlgeschmack aller Tomatengerichte um ein Beträchtliches. ’ B e i gefüllten Tomaten spielt die Phantasie eine große Rolle, sie bilden eine Möglichkeit zu guter, und was die Hauptsache ist, den Familienmitgliedern nicht lästiger Resteverwertung. Zur Füllung der Tomaten eignet sich eigentlich alles. Vom aekochten Salm, der übrigblieb, bis zur letzten Speckscheibe, vom Champignonstückchen bis zum Käsewürfel kann alles praktisch verwertet werden. Reh-, Schinken- und Wurstabfälle werden auf diese Weise wieder ansehnlich. Nachstehend ein paar besonders gute Zusammenstellungen: ununterbrochen, Architekt Gustav Hamann u.w, . ,, • Gelände Don dem Rnbenauschen . Grundstück auf nchtuns °°n zwe,, E'ns°m,l,-nh°u ern A m G u Um den „Großen Straßenpreis von Gießen". Der GießenerRadfahrer-Vereinvon 18 8 5 veranstaltet am kommenden Samstag und Sonntag eine Anzahl größere *Radsportwettbewerbe. Im Rahmen eines großen Sommernachtsfestes auf der Karlsruhe werden die Meisterschaften im Einerund Zweier-Kunstfahren, im Sechser-Kunstreigen und im Zweier-Radball ausgetragen. Es kommen weiter zur Vorführung Vierer- und Sechser-Schul- reigen sowie ein Vierer-Einradreigen. Der Sonntag beginnt mit dem Großen Stratz e n p r e i s von Gießen, einem Straßenrennen über 180 km. Gestartet wird zu früher Stunde am Schützenhaus. Die Rundstrecke führt die Fahrer über Lollar, Alten-Buseck, Großen-Bufeck, Ganseburg, Gießen (Moltkestraße — Marburger Straße). Die Strecke wird von der ^-Klasse sechsmal, von der 6-Klasse fünfmal durchfahren. Das Ziel ist wieder auf dem Sportplatz 1900, wo die Fahrer noch» eine Runde zu fahren Haden. Bis jetzt liegen bereits über 70 Meldungen vor. Aus allen Teilen des Reiches haben Fahrer gemeldet, darunter eine große Anzahl von Ruf. Aus der Meldeliste sind besonders zu erwähnen: der diesjährige Sieger von „Rund um Frankfurt" Hachte p p l e r - Köln, der Zweite in diesem Rennen Naupert -Köln, Hohmann -Dortmund (Sieger von „Rund um Württemberg", Großer Straßenpreis von Frankfurt a. M., „Rund um München"), Rohrbach- Frankfurt a. M., einer der besten Straßenfahrer vom Gau 13 und Seidel-Dortmund, der Sieger in vielen Straßenrennen. Dazu kommen noch K n ä b l e - Freiburg (Breisgau), M e b u s und Preis- Gießen, die gegen so starke und in vielen Rennen geschulte Fahrer einen schweren Stand haben werden. Am Nachmittag beginnt auf dem 1900er-Platz das 3. und gleichzeitig bis jetzt größte Bahnrennen. Als erste wurden selbstverständlich wieder die bei den Besuchern der bisherigen Veranstaltungen bereits bekannten Gebr. Schorn- Köln verpflichtet, auch Zacharias und Müller- Koblenz fahren wieder. H o h b e i n - Frankfurt, welcher beim letzten Zwei-Stunden-Fahren mit Gugau Zweiter wurde, will Revanche nehmen und kommt mit einem stärkeren Partner, Eichhorst - Frankfurt. Dazu kommt eine hier bis jetzt unbekannte Mannschaft aus Bocholt (Wests.), die im vergangenen Jahr 18 Rennen in Holland, darunter ein Sechstage-Ren- nen für Amateure, gewann. Mit Neumann- Hupfeld- Dortmund kommen zwei Fahrer aus der Nationalmannschaft der Landstraße. H u p f e l d gewann in diesem Jahre „Rund um Köln". Eine Bochumer Mannschaft kommt mit Molenda, der als bekannter Tempofahrer dafür sorgen wird, daß das Feld nicht zur Ruhe kommt. Von Frankfurt a. M. kommen noch Gafsenmeier-Geyer. Ferner eine Mannschaft aus Mainz. Iaustball im Männerturnverein Gießen Eine neu zusammengestellte Faustballmannschaft des Männerturnvereins schlug sich vergangenen Sonntag in der Vorrunde der Sommerspiele recht tapfer. Gegner waren Tv. Steinbach und Tv. Atz- bach. Die Männerturner gewannen beide Spiele und zwar: . Steinbach — Mtv. 33:61 Atzbach — Mtv. 38:61. Die Turnerinnen in Aachen. Die Turnerinnen des Männerturnvereins nahmen am vergangenen Samstag und Sonntag in Aachen, wo zu gleicher Zeit das große Landesturnfest der Gaue X und XI der DT. durchgeführt wurde, an den Gaugruppenspielen im Faustball teil. Sie stießen hier auf äußerst starke Konkurrenz und ver. loren die 3 Spiele gegen Köln, Bielefeld und Unter. Barmen. z _ Köln — Mtv. 34:26 (10:14) Bielefeld — Mtv. 35:25 (20: 8) Unter-Barmen — Mtv. 34:13 (24: 8) Die Turnerinnen spieUen in der Aufstellung: Fi. scher I, Koch P., Bürck P., Bickelhaupt 21., Schmidt E., Weyel M. Kurze Sportnotizen. Acht Pferde werden am Sonntag in Hoppe, garten den Kampf um den Großen Preis von Ber- lin aufnehmen. Neben dem Ungarn Tempo werden folgende Pferde an den Ablauf gehen: Arjaman, Janitor, Athanasius, Graf Almaviva, Grandseig. neur, Palander, Blinzen. ♦ „Charli e" und „Otto", die volkstümlichsten Aktiven auf dem Gebiet des deutschen Rennsportes, konnten am gleichen Tage Jubiläen feiern. Wäh. rend Charlie Mills beftden Trabrennen in Altona. Bahrenfeld feinen 2500. Sieg steuerte, gewann Otto Schmidt bei den Galopprennen in Hoppegarten sein 1400. Rennen. ♦ Mehr a 1 s 500 Nennungen sind für die Schwimmwettbewerbe bei den Deutschen Kampf, spielen eingegangen, die in Nürnberg vom 24. bis 26. Juli durchgeführt werden. An der Spitze steht das 100 Meter Erawlschwimmen der Herren mit 34 Teilnehmern. ♦ Den Königspreis von Belgien erhielt bei dem auf der Rundstrecke in Spa ausgetragenen Rennen die Mannschaft der Frankfurter Adler« werke, bestehend aus den Fahrern Hasse, Löhr, Schweder und Guilleaume, die als einziges Fabrik« teatn geschlossen durchs Ziel ging. ♦ B e i der „T o u r" hatten die Fahrer am Diens« tag die 7. Etappe über 229 Kilometer von Aix-les« Bains nach Grenoble zu bestreiten. Auf der Strecke waren zwei der gefürchtesten Berge zu erklimmen. Am Ziel traf eine sechsköpfige Spitzengruppe ein, Spurt- und Etappensieger wurde der Franzose V i e 11 o nach einer Fahrzeit von 8:43,50 vor seinem Landsmann Magne. ♦ Einen deutschen Motorradsieg gab es beim Großen Motorradpreis der Schweiz durch den Münchener Möritz, der in der Seitenwagenklasse bis 1000 Kubikzentimeter auf Victoria mit 1:34:23,4 vor seinem Landsmann Braun auf Tornax und dem Baseler Stärkte auf BMW. gewann. Dr. B u h tz nach feinem Sieg von Henley. decker dir aus roürmei Unterri dich ar schung: brud). teuer Dootsc > Ein Masse sieben pather und t vollen geliefe aber Teufel Goldei durch Strom; l/ellbfau naffen 5 ment ho der bib Beigabt bertnat ten Bi Mitten sein W er sich mit Mi ber Be bittere , Hetzt Mini als die als ein Der nicht. Q gegen i Da Nicht. btt * Sie vis -st Wassel Genüge » viele nicht Menschen sain den Hergang Ä J Urhebe 1 Öor Am schwunl Freund mitgebi Seit be Helsen Das Gelb i trogen- Mterselte d-Her waE reines D maßen ui „hoff0 P: gesamtes seine sinn ändert. 1 aus gesel der Stra Straße u vom Wa einer nat darüber. Leben Flußläusl und grüi Baum. - fährt in Entspam paddele. Nr. 159 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Mittwoch, 11.M 1934 Wasserwanderer stoßen vor. Cin neuer Mensch — -er „homo paddelensis“. Sie wissen natürlich alle, was ein Faltboot ist, Wasserflöhe dieser Art haben Sie ja alle zur Genüge auf Ihren Ausflügen gesehen... doch was viele nicht wissen, ist, daß ein solcher „Schlauch", zweckmäßig und meisterhaft gehandhabt, aus dem Menschen ein ganz anderes Wesen macht, ihn gleichsam den Amphibien annähert. Dieser Uebergang von einer Land- zur Wasserkreatur vollzieht sich natürlich nicht mir nichts, dir nichts, es gehört eine tüchtige Portion Geduld und manches Sturzbad dazu... auch etliche Schwielen an der Hinterseite sind erforderlich... aber eines Tages ist doch der große Augenblick da: dem Paddler wachsen die Wasserbeine und nun ist reines Behagen am neuen Element. Der solchermaßen umgeschaffene Mensch — nennen wir ihn „homo paddelensis" — bemerkt alsbald, daß sein gesamtes Fühlen und Denken sich umstellt. Ja, auch seine sinnliche Wahrnehmung hat sich rätselhaft verändert. Die Welt erscheint so anders vom Wasser aus gesehen. Man kannte bislang alles nur von der Straße her, und man glaubte, daß alles der L-traße wegen da sei ... nun aber ist die Landschaft vom Wasser her aufgerollt, nun siehst du alles in einer natürlichen Ordnung und du bist sehr glücklich darüber. Ein alter Sinn wird dir bewußt: das Leben dränat demWasser zu . . . wo die Flußläufe das Land durchädern, da ist es kräftig und grün und säftetreibend für Mensch, Tier und Baum. — So gleitest du dahin auf schmalem Gefährt in einer unbekannten Spannung, die zugleich Entspannung ist. Denn auch das gehört zum homo paddelensis, dieser jetzt so verbreiteten neuen Menschengattung meist jüngeren Lebensalters: daß mit den Wasserbeinen auch eine bemerkenswerte E n t - deckerfreude gewachsen ist. Die Landkarte wird dir auf einmal wichtig und jene krausen Regenwürmer, die die Flüsse darstellen und die du im Unterricht nur ungern verdaut hast, interessieren dich auf einmal brennend. Da gibt es keine Täuschung: Paddeln ist immer so etwas wie Aufbruch ... Gott weiß wohin und jedes Wasserabenteuer hat einmal im Dämmer des heimatlichen Bootschuppens angefangen. Lonas in der „Teufelsmühle". Einer der bekanntesten unter den deutschen Wasserflöhen ist Herbert R i t t l i n g e r, der in sieben Gummihäuten von der Pleiße bis zum Karpathen-Urwald, ja bis ins wilde Kurdistan trudelte und damit einen sehr wissenswerten und humorvollen Beitrag zur Kriegsgeschichte des Paddelsports geliefert hat. Fröhlicher Krieg, versteht sich, aber doch Krieg. Täglicher Kampf mit den Teufelsmühlen der Berawasser, die in Gestalt der Goldenen Bistritz (so geheißen weil sie Gold führt) durch die Ostkarpathen stürzen, mit Wirbeln und Stromschnellen reichlich ausgestattet. Das kleine hellblaue Paddelboot heißt ,Lonas" und mit einer nahen Beziehung heißt es so, denn das nasse Element hat es immer wieder ausgespieen wie weiland der biblische Walfisch seinen Namensvetter. Als Beigabe gewissermaßen gab es für unseren „Wunderknaben aus Germanistan" eine Fülle unentdeckten Volkstums in jenen felsstarrenden Einöden. Mitten durch Räuber, Hirten und Flößer führte sein Weg... allen Warnungen zum Trotz mischte er sich unter sie — ein sportgestähltes Naturkind mit blondem Schopf — und die düsteren Söhne der Berge erzeigten ihm rührende Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Dann kommen nach den eisigen Gewitternächten die Sonnentage: nackt sitzt unser Freund im Kahn, das Knie fest an den Süllrand gepreßt, hinjagt der Jonas durch die Katarakte, zischend haut das Wasser über die strasfgespannte Spritzdecke ... jetzt ein kühner Unterwasserritt, dann kommt es prustend hervor und ein Jubelgeheul aus junger Kehle schmettert gegen die Felswände ... Das Tempo wird wahnwitzig. Schon geht es einen Wasserfall hinunter, auf Haaresbreite zwischen zwei mörderischen Felsen hindurch. Sekundenlang beleuchtet ein Blitz die Schlucht — Rittlinger droht das Herz zu stocken, denn quer vor dem Wasserfall liegt eine Gesteinsbarre. Da nützt keine Kunst. „Jonas" schmettert gegen die Felsen und legt sich quer. Ist das das Ende? Sackt er ab? Im Nu ist Rittlinger mit einem Hechtsatz auf dem Felsen und läßt sich bis zu den Schultern in das Wasser gleiten. Den Nacken unter das Boot gestemmt. Zoll für Zoll rückt es aus seiner Querlage. Nach zehn Minuten keuchenden Ringens ist es flott und wie durch ein Wunder unbeschädigt. Ein glücklicher Mensch, der in diesem Felsenlabyrinth der Karpathen unter Einsatz seines Lebens für sein Boot kämpfte, setzt zitternd vor Kälte und Nässe, doch jubelnd, seine abenteuerliche Fahrt fort. Oer schwimmende Oiwan. „Die ersten tausend Kilometer sind immer die schwersten." Dieser Ansicht ist wenigstens ein leidenschaftlicher Kanute, namens Bernhard Grü- g o r, ein bemerkenswert zäher Westfale, der mit Faltboot und Fahrrad von Deutschland nach Nordafrika wanderte. Die wirtschaftliche Grundlage für dieses gewiß nicht alltägliche Unternehmen war eine Wette — über 300 Mark —, nicht eben viel für ein solches Wagnis — aber mehr brauchte unser ebenso munter paddelnder wie plaudernder Kanute überhaupt auf der ganzen Reise nicht. Reise? — Was sage ich — Expedition wäre die treffende Bezeichnung, denn er entdeckte ebenfalls eine neue Welt. Diesen Umstand schienen auch unsere westlichen Nachbarn zu würdigen, denn er fand manche Unterstützung und sportliche Sympathie auf dem Doubs, der Saone, der Rhone, auf dem Ebro, den das schnittige Faltboot elegant durchpflügte. Da sind denn alle Zauber der großen Südstrecke: Nächte im hohen Uferschilf, Nebelmassen von rosigem Licht durchflutet, das Gleiten durch Felder von Wasserrosen... die alten versponnenen Uferstädte. Ein so herrliches Nichtstun überkommt das romantische Gemüt. Und was tut man als Kanute, wenn man faul ist? — Man hängt sich an Schleppzüge oder Motorfrachter, man lehnt sich zurück, über sich den blauen Himmel, unter sich den aufblasbaren Gummisitz... jetzt noch ein Gummikissen in den Rücken — der schwimmende Divan ist fertig! Wenn man aber die Arbeit sehr liebt, ißt man von Zeit zu Zeit eine Banane oder Feige oder Orange... nirgends kann man so göttlich genießen wie auf dem Wasser. Von Arles geht es hinüber zu den Pyrenäen. Der libellenblaue Himmel Spaniens ist aufgeschlagen. Brandung stürmt gegen bronzeglänzende Felsengestade. Und da ist das ganze Paradies an der Küste, das wir Nordischen meist nur von Ansichtskarten kennen: schwarzgrüne Zypressen, schirm- artige Pinien, das Durcheinanderglühen und -düften von purpurroten, kanariengelben, violetten Blumen, Schlingkakteen. Lorbeerrosen, gefiederten Palmen. Hunger und Durst der Sinne und des Leibes wechseln planvoll ab. Was aber tut man in Spanien, wenn man Hunger hat! Man klaut Weintrauben ... und der Besitzer, der unversehens hinzutritt, sagt obendrein: „Ich wünsche Ihnen den besten Appetit, mein Herr, nehmen Sie doch, bis Sie nicht mehr können". Ein vorzügliches Rezept, nicht wahr? Aber leider für unsere Verhältnisse gänzlich ungeeignet. Als Erster über die Straße von Gibraltar. Da nun aber alles untätig Genießende einmal eine Entsprechung im Kämpferischen haben muß — so tritt auch in den Erlebniskreis dieses Buches ein sportliches Abenteuer ersten Ranges. Herr Grügor darf sich rühmen, als Erster die Straße von Gibraltar im Paddelboot überquert zu haben. Im Reitsitz, die Füße fest eingestemmt, durch die Spritzdecke hermetisch gegen Wassereinbruch gesichert, die Knie am Süllrand, den Rücken gegen die Lehne gepreßt — so schob er sich bei Tarifa aus spanischer Seite in die Brandung. Bald hüpfte der Wasserfloh über die steilen Kämme des über 1000 Meter tiefen Meeres. Die schmalen Rennpaddel peitschen die Flut, immer geht es zickzack, jeder Schlag muß berechnet werden. Schweiß und Salzwasser rinnen Über die Augen, rote Sterne tanzen im Blickfeld, im Magen tobt Seekrankheit. Stunden werden zu Ewigkeit... nach mancherlei Zwischenfällen, die mit der sprichwörtlichen westfälischen Dickköpfigkeit überwunden werden, erreicht Grügor bei Punta Leona, dem starren Vorgebirge, das wie eine Gralsburg aus dem Tosen der Brandung sticht, den schwarzen Erdteil. Er fiel bewußtlos in den Sand, doch in kurzer Zeit war sein Zustand so weit wieder gehoben, daß er in sein Tagebuch schreiben kann: „Meine Stimmung war so rosig, daß ich am liebsten alle Welt umarmt und geküßt hätte." — „Wenigstens so weit sie weiblichen Geschlechts und hübsch war" — fügt er mit der Standhaftigkeit des Kanuten hinzu. Das deutsche Grenzland ruft! Wieviel Sehnsüchte richten sich gerade in diesem Monat des großen Paddleraufbruchs auf neue Ziele. Da fei der Ruf der deutschen Grenzlande zuerst vernommen! Es lockt der deutsche Osten mit seinen 3000 Seen, seinen Haffs, die silbern gebreitet sind zwischen den Sandhügeln der Nehrung. Wie beglückend der Gedanke, daß namentlich die deutschen Grenzlande dem Kajakfahrer so viel des Sehenswerten bieten und eine vaterländische Pflicht zum reinen Genuß erheben. Denn nicht nur die in dicken Urwald eingebetteten Straßen des Ostens (wie die verwunschene Crutinna) — auch die eigentümliche Schönheit der Saar wartet noch auf ihre Erschließung. Welche Tummelplätze bieten sich für junge deutsche Volksgenossen in diesem Jahre in Saar und Blies, in Schwarzbach, Hornbach, Nied, Sauet und Mosel. Alle die wasserwandernden Gesellen, denen Natur und Kameradschaft letzte Erfüllung bedeuten, seien hier ausgerufen. Der Morgen frisch, die Winde gut, die Sonne glüht so helle, und brausend geht es durch die Flut — wie wandern wir so schnelle! E. H. Burg. (Wer sich weiter in die Welt der Faltbootfahret vertiefen will, sei auf die folgenden Bücher verwiesen: „Faltboot stößt vor" von Herbert Rittlinger, Verlag F. A. Brockhaus. „Mit Faltboot und Fahrrad nach Afrika" von Bernhard Grügor, Verlag Deutsche Buchwerkstätte. „Paddelfahrten im Westen" von Rudolf Rehanek, Verlag Saarbrücker Druckerei.) Das Reichsjagdgesetz! Von Siudienrai Ernst Hölzel. Am 3. Juli 1934 hat die deutsche Reichsregierung das Reichsjagdgesetz verkündet und damit ein Sehnen erfüllt, das Generationen von Jägern schon empfanden. Nur der Jäger weiß, in welch unheilvoller Weise sich die vielstaatliche Jagdgesetzgebung auf die Wildstände unserer Heimat auswirkte. Das Reichsjagdgesetz ist ein Gesetz für das ganze deutsche Volk, nicht allein für den Jäger. Was es will, ist in seiner Einleitung gesagt, die wegen ihrer weittragenden Bedeutung wörtlich wiedergegeben sei. „Die Liebe zur Natur und ihren Geschöpfen und die Freude an der Pürsch in Wald und Feld wurzelt tief im deutschen Volk. Aufgebaut auf uralter germanischer Ueberlieferung, hat sich so im Laufe der Jahrhunderte die edle Kunst des deutschen Woidwerkes entwickelt. Für alle Zukunft sollen Wild und Wald als wertvolle deutsche Volksgüter dem deutschen Volke erhalten bleiben, die Liebe des Deutschen zur heimatlichen Scholle vertiefen, seine Lebenskraft stärken und ihm Erholung bringen von der Arbeit des Tages. Die Pflicht eines rechten Jägers ist es, das Wild nicht nur zu jagen, sondern auch zu hegen, damit ein artenreicher, kräftiger und gesunder Wildstand entstehe und erhalten bleibe. Die Grenze der Hege muß freilich sein die Rücksicht auf die Bedürfnisse der Landeskultur, vor allem der Land- und Forstwirtschaft. Das Jagdrecht ist unlösbar verbunden mit dem Recht an die Scholle, auf der das Wild lebt und die das Wild ernährt. Die Ausübung des Jagdrechts aber kann nur nach den anerkannten Grundsätzen der deutschen Weidgerechtigkeit zugelassen werden. Treuhänder der deutschen Jagd ist der Reichsjagermeister; er wacht darüber, daß niemand die Büchse führt, der nicht wert ist, Sachwalter anvertrauten Volksgutes zu sein. Dem deutschen Volk ein einheitliches Jagdrecht zu geben, das diesen Grundsätzen entspricht, ist die Aufgabe des neuen Reiches." Wenn ich im folgenden versuche, einen kurzen Ueberblick über seinen wesentlichen Inhalt vom Standpunkte des praktischen Jägers aus zu geben, so muß zunächst folgendes festgestellt werden: Das Gesetz regelt die Jagdausübung im ganzen Reich nicht bis in die letzten Einzelheiten. Es gibt vor allem die großen, zwingenden Richtlinien und ordnet auch manche Einzeloinge in gleicher und zwingender Weise für alle Länder. Diesen aber bleibt es überlassen, ihrerseits manche Fragen in ihrem Bereich in den Einzelheiten festzulegen und lieber« leitungsvorschriften zu erlassen. Dies muß nach vorheriger Zustimmung des Reichsjägermeisters bis zum 31. März 1935 geschehen sein. Denn am 1. April 1935 treten sämtliche die Jagd betreffenden Gesetze der Länder außer Kraft. Bis dahin erlangen nur gewisse Paragraphen des Jagdgesetzes Wirksamkeit, bezüglich der übrigen dient die Zeit bis April nächsten Jahres der Umstellung. Nach Umgrenzung des Jagdrechtes bestimmt das Gesetz den Begriff des jagdbaren Tieres. Dazu gehören: Wisent, Elch, Rot-, Dam-, Sika-, Stein-, Muffel-, Reh-, Gams- und Schwarzwild, Murmeltiere, Hasen, Alpenhasen, wilde Kaninchen, Biber, Robben, Ottern, Dachse, Füchse, Wildkatzen, Edelmarder, Steinmarder, Iltisse (Haarwild), ferner Auer- und Birkwild, Rackel- Zwei Mmierimd Hilda Roman von Hermann W. Walder. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 1 ^ortlefiung Nachdruck verboten! Am nächsten Morgen war Hans Kirchhoff verschwunden und mit ihm das wenige Geld, das sein Freund als Arbeitsverdienst aus dem Zuchthaus mitgebracht hatte, und das ihn über die erste schwere Zeit des Wiederzurechtfindens in der Welt hinweg- helfen sollte. Das war ein schwerer Schlag für den um fein Geld und um mehr, um seine Freundschaft Betrogenen. Damals schwor er dem treulosen Kameraden bittere Rache. Jetzt nun, jetzt sah er ihn zum erstenmal wieder. Instinktmäßig beugte er sich tief über feine Arbeit, als die Besucher nähertraten, und er bezeichnete es als ein Glück, daß man ihn nicht anredete. Der andere sollte ihn nicht wiedererkennen, noch nicht. Erst mußte er sich darüber klar werden, was gegen ihn zu unternehmen war. Da stimmte nämlich ganz sicherlich wieder etwas nicht. Der ehemalige Zuchthäusler trug letzt einen adligen Namen ... Gewiß lagen neue Betrügereien vor. Hatte der Verbrecher sich vielleicht die reiche und schöne Tochter seines verstorbenen Wohltäters als Opfer auserkoren? Walter Knauer mußte in dieser Verbindung an einen Vorfall denken, der sich vor drei Jahren ereignete. Mildtätige Menschen hatten dem armen Strafentlassenen neue Geldmittel gegeben, mit denen er nach Berlin reifte, wo er Arbeit zu finden hoffte. Seine Hoffnungen wurden zuschanden. Wer wagte es wohl, einen Zuchthäusler einzustellen? Auch bei den Geyerling-Werken sprach er vor und wurde, wie überall, abgewiesen. Verzweifelt stand er vor dem Portal der Werke, bereit, den letzten Schritt zu tun und aus diesem Leben zu scheiden, das ihm nichts mehr zu bieten hatte. Seit Tagen hatte er kaum mehr etwas gegessen. Da fuhr ein Auto vor. Ein alter Herr entstieg dem Wagen, etwas zu eilig. Er stürzte. Walter Knauer sprang hilfsbereit zu und trug den Alten, der sich den Fuß verstaucht hatte, mit Unterstützung des Chauffeurs ins Portierhaus und lief dann auch eilends zum Arzt. Kurz und gut: Geheimrat Geyerling, er war der Verunglückte, wußte dem jungen Menschen, der ihm tatkräftig zur Seite gestanden hatte, Dank, gab ihm Arbeit, gute, einträgliche, bevorzugte Arbeit, und das, obwohl er dessen Vorleben erfuhr. Seitdem ging es ihm gut; die Lebenskurve stieg aufwärts. Vor einem Jahr heiratete er. Seine Frau wußte, was er erlebt und hinter sich hatte; sie verstand ihn und stützte ihn und war fein Sonnenschein. Die Vergangenheit wähnte er tot, ausgelöscht. Sie war es nicht. An diesem Tage riß sie ihn erneut in ihre unbarmherzigen Bande. Und nun kam er auch allmählich mit sich ins reine. Er beschloß, die Augen aufzumachen und achtzugeben auf diesen Menschen, der ihn einst verriet und betrog. Wahrscheinlich war Kirchhoff weiter abwärts gerutscht auf der Lebensbahn, wenn es ihm scheinbar auch gut dabei ging. Aber allem Anschein nach hatte er neue Tücken und Betrügereien im Schilde, und ihn darin zu stören und schachmatt zu setzen, sah er jetzt als seine Aufgabe an. So ging er denn nach Hause, gewillt, die Spuren Kirchhoffs zu verfolgen, sobald sich die Gelegenheit dazu bot. Seiner Frau erzählte er von der Begegnung nichts. Sie sollte sich nicht unnütz beunruhigen. Er wollte dem Herrn von Kirchhofen hinter die Abenteurerschliche kommen, und ihre Aufdeckung sollte seine Rache sein. * Hans von Kirchhofen warf sich mit leichtem Schwung auf den Liegestuhl, steckte sich eine Zigarette an und klingelte. Dem eintretenden Diener befahl er, ein Glas Rotwein einzugießen. Wieder allein, trank er das Glas in einem Zuge leer und füllte es dann von neuem. Er sah dem Zigarettenqualm nach, der, durch einen leichten Luftzug bewegt, gegen die Decke wirbelte. Dann lachte er laut auf. „Eifersüchtig scheint er zu sein, der Wolterstorff! Hat wahrscheinlich selber Hoffnungen auf den Goldvogel, diese Geyerling, gehegt, und muß nun zusehen wie ihm ein anderer den Wind aus den Segeln nimmt." So sagte er zu sich selbst. Er dachte an den Nachmittag zurück, an die Stunden in den Geyerling-Werken, die ihm deutlich machten, daß sich hier ein Fischzug lohnte. Er war äußerst zufrieden mit sich ' „Die Hilda hat eingeschnappt! Er hatte es gemerkt an verschiedenen untrüglichen Zeichen vor allem aber daran, wie sie beim Tanz so selbstvergessen in seinem Arm lag. Hans von Kirchhofen kannte sich auf diesem Gebiet aus. Nur zuzugreifen brauchte er. Und damit wollte er auch nicht mehr allzulange warten. Dieses war auf alle Fälle besser. Er streckte behaglich seine Glieder. Herr von Millionen werden und als Zugabe die hübsche Tochter der Geheimrätin! Er erwärmte sich ordentlich an dem Gedanken . Allerdings — es galt noch mancherlei Schwierigkeiten vorher aus ,bem Wege zu räumen. Beispielsweise würde er damit rechnen müssen, daß man seiner Herkunft nachspüren dürfte. A bah! Frechheit siegt! Mit dieser Parole war er bis jetzt Dorroärtsgefommen und sie würde ihm auch weiterhelfen. Er wußte, eines Tages würde ihn das Schicksal erreichen, dann würden alle seine Karten aufgedeckt werden, aber voraussichtlich würde er dann schon über alle Berge sein, untergetaucht in der weiten Welt, und mit ihm der Reichtum der Geyerlings ober wenigstens ein großer Teil von ihm. Und bie Hilba? Ach! Nur keine Sentimentalität aufkommen lassen! Der Mann auf bem Liegestuhl lachte mieber höhnisch vor sich hin. Es wirb einen gewaltigen Skandal geben. Aber die Frau des Betrügers dürfte schlau genug sein, ihn nicht unnötig aufzubauschen. Sie liebt mich und wird nicht hinter mir herfahnben lassen, wirb mir... vielleicht... sogar noch folgen... Eine Uhr schlug. Hans van Kirchhofen sprang auf „Donnerwetter! Es ist ja bie höchste Zeit!" Er ging in sein Ankleibezimmer. In wenigen Minuten stand ein Gesellschaftsmensch fertig da. Er sah in den Spiegel und war zufrieden. Seine Augen trafen auf einen eleganten schneidigen Kavalier, in schwarzem Paletot, mit weißem Schal, glänzendem Zylinder. Und er warf dem Spiegelbild einen Blick zu, in dem deutlich zu lesen stand: Das hättest du dir, lieber Kirchhoff, vor nicht allzulanger Zeit nicht träumen lassen! Das Auto brachte ihn in knapp einer Viertelstunde nach dem Vorort Friedenau und hielt dort vor einem zweistöckigen Hause. Hans von Kirchhofen durchschritt den Torweg und klopfte dann zweimal an die Tür des Hinterhauses. Ein Mann in Bedienstetenkleidung empfing ihn mit tiefer Verbeugung und nahm ihm die lieber« fleibung ab. Der Ankömmling schien hier zu Hause zu sein. Er schritt die teppichbelegte Treppe hoch und wurde oben schon erwartet. „Kommst du endlich, Lieber?!" Mya Körber warf beide Arme um seinen Hals und wollte ihn küssen, zuckte aber sogleich zurück, als sie nur kalte Abwehr auf seinen Zügen las. „Haben der gnädige Herr schlechte Stimmung mitgebracht?" Es sollte spöttisch klingen, und doch schwang ein banger Unterton durch diese Worte. „Laß mich!" war die unwirsche Antwort. In einem kleinen Zimmer neben dem Flur warf sich Hans von Kirchhofen in einen Sessel. „Gib mir ein Glas Rotwein, Mya!" sagte er bann, schon um einen Grad freundlicher. Er durfte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Schließ- lich konnte ihm Mya zur Gegnerin werben. Soweit burfte es keinesfalls kommen. Wenn sie auch feine Vergangenheit nicht kannte ober boch nur weniges baraus, so ahnte sie sicherlich etwas, unb Frauen mit Ahnungen finb unter Umständen gefährlicher als die, denen die volle Wahrheit bekannt ist. Er hatte darin feine Erfahrungen. Die schwarze Mya beeilte sich, ihm bas Gewünschte zu bringen. Er trank bas Glas hastig leer unb zog bann das schöne Weib, das Aufklärung heischend vor ihm stand, zu sich auf die Sesfellehne. „Ich habe mir auf der Fahrt hierher meine Ge- danken gemacht, Mya; weißt du, über mein Doppelleben. Das muß aufhören!" Ein Freudenschimmer zog über ihr Gesicht. „Willst du endlich mit mir ein solides Leben beginnen?" „Nein, Mya! Davon kann keine Rede fein!" Hans von Kirchhofen liebte auf feine Art die stolze, stattliche Frau, der er es zu verdanken hatte, daß er nicht untegegangen war, und die ihn aus einem Leben der Armut in ihre Kreise gebracht hatte, bei denen es satt zu essen und ein Leben in Glanz gab, mochte es auch im allgemeinen Talmi- glanz sein. Daß es letzten Endes ein Leben war, bas ber Oeffentlichkeit Licht zu scheuen hatte, störte ihn wenig. Unb bennoch wollte er heraus aus biefer Eingeengtheit. Er wollte heimisch werben in jener großen Welt bes Besitzes unb bes Namens, in ber er seit einiger Zeit bereits Fuß gefaßt hatte. Ein schweres Stück Arbeit, bieses Ziel zu er- reichen. Darüber war er sich völlig klar. Es bebingte vor allem, sich von ber Gegenwart lvszureißen, alle Hemmnisse und Fesseln zu beseitigen, unb bazu gehörte auch bie Trennung von ber Frau, ber er manche süße Stunbe verbankte unb so unenblich viel materielle Vorteile. Mya Körber beobachtete bas Gebärbenspiel bes Geliebten unb kannte ihn so gut, baß sie balb schon merkte, es war nichts mehr für sie zu hoffen. So war sie benn auch nicht weiter überrascht, als Kirchhofen fortfuhr: „Wir müssen uns trennen. Ich will mich verloben!" Nun war es heraus. Mya stand erregt vor ihm. „Also — soweit ist es schon?" Kann man benn den Namen der Glücklichen erfahren, die du zu deiner Braut und Frau machen willst?" Er erwiderte: „Du wirst ihn schon früh genug erfahren. Laß die Verlobung erst mal Tatsache werden!" In diesem Augenblick schallte eine Klingel durch das Haus. Weitere (Erörterungen waren damit unmöglich gemacht. Allem Anschein nach kamen die ersten Gaste. Hans von Kirchhofen war froh, daß das Gespräch auf diese Weise abgebrochen werden mußte. Mya wußte nun Bescheid, mochte sie sich mit dem weiteren abfinben. (.Fortsetzung folgt.) wild. Haselwild, Schneehühner, Steinhühner, Wildtruthühner, Rebhühner, Wachteln, Fasanen, wilde Tauben, Drosseln (Krammetsoögel), Schnepfen, Trappen, Brachvögel, Wachtelkönige, Kraniche, Tag- und Nachtrauboögel, wilde Schwäne, wilde Enten und alle anderen Sumpf- und Wafservögel (Flugwild). Die Jagd - und Schonzeiten werden später bekannt gegeben und sind in dem Gesetz noch nicht enthalten. Das Jagdrecht steht dem Eigentümer an Grund und Boden zu. Ob er es selbst ausnutzen kann, ist allerdings von der Größe der ihm zusammenhängend gehörenden Fläche abhängig. Diese muß mindestens 75 Hektar betragen. Neben dem Jagen wird das Hegen dem Jäger zur Pflicht gemacht, ein Wort, das der früheren Gesetzgebung völlig fremd war. Die Grundstücke einer Gemeinde oder Markung bilden zusammen den gemeinschaftlichen Jagdbezirk, der wenigstens 150 Hektar umfassen muß, um selbständig zu sein. Die Jagdberechtigten der Gemeinde, also die Grundeigentümer, bilden zusammen die Jagdgenossenschaft (ein in Hessen seither unbekannter Begriff) mit dem „Jagdvorsteher", zugleich Gemeindevorsteher, an der Spitze. Die Jagdgenossenschaft nutzt ihr Jagdrecht in der Regel durch Verpachtung. Dabei kann die Einschränkung gemacht werden, daß nur Jagdgenossen pachten dürfen. Dem Bodeneigentümer wird also ein Vorzugsrecht eingeräumt. Der Ertrag der Jagdnutzung steht den Jagdgenossen zu und ist zu verteilen. War seither die Gemeinde, also jeder Gemeindeeinwohner, ob er nun Grundbesitz hatte oder nicht, Mitnutznießer der Jagdpacht, so ist dies durch das Gesetz aufgehoben. Eine Uebergangsbe- stimmung sieht eine Umwandlungszeit von fünf Jahren dafür vor. Nur wer schon mindestens drei Jahre einen deutschen Jahresjagdschein besaß, kann eine Jagd pachten. Die Zahl der zugelassenen Pächter wird noch geregelt. Neu für Hessen ist das Recht der Ausgabe von Erlaubnisscheinen, kraft deren ein Jagdgast auch ohne Anwesenheit des Pächters dis Jagd ausüben darf. Ihre Zahl setzt der Kreisjägermeister für das einzelne Revier fest. Für viele Pächter wird die Bestimmung eine Erleichterung bedeuten, daß bei ihrem Tode die Erben die Pacht mit halbjähriger Frist auf das Ende des Jagdjahres kündigen können, während es seither in den Willen der Gemeinde gestellt war, ob sie den oder die Erben freilassen wollte oder nicht. Der Jagdschein läuft als Reichsjagdschein mit Gültigkeit für alle Teile des Reiches vom 1. April bis zum 31. März. Neben ihm gibt es noch fünf Tage-Scheine. Vor dem Erwerb des ersten Jagdscheines muß eine I ä - gerprüfung abgele-gt werden. Die Gebühren für den Reichsjagdschein kündigt das Gesetz zwar an, enthält sie aber noch nicht. Sie werden in der Ausführungsverordnung enthalten sein, die folgt. Neu ist ferner, daß unter Umständen ein Jagdpächter das Recht auf einen an sich nicht erlaubten Weg Lurch fremdes Jagdrevier in Anspruch nehmen kann, wenn sonst ein erheblicher Umweg die Folge wäre. Doch gelten dabei besondere Vorschriften (Entladen, Waffe in Futteral, Hund an der Leine u. ä.). Die Pflicht der Anzeige übergewechselten krank geschossenen Schalenwildes an den Nachbarn und die Wildfolge sind klar geregelt. Der Zwang zur Winterfütterung ist festgelegt, Hundehaltung kann verlangt werden. Die Jagdausübung ist durch eine Anzahl von Verboten eingeschränkt. Wichtig sind darunter vor allem neben dem Verbot des Schrotschusses auf Schalenwild (auch auf Schwarzwild sHessenj) das Verbot der Verwendung von Kleinkaliber auf Schalenwild, der Belohnung des Abschusses von Raubvögeln, des Stellens von Schlingen und Tellereisen jeder Art (Hessen) und die Anwendung von Gift gegen jagdbare Tiere. Der Abschuß von Schalenwild darf nur nach einem vorher von der zuständigen Jagdbehörde genehmigten Abschußplane erfolgen. Er muß auf die Bedürfnisse der Landeskultur wie auf die Höhe des Wildstandes Rücksicht nehmen. Dieser Abschußplan ist der wichtigste Teil des ganzen Gesetzes. Denn dadurch erst wird das Wild der seitherigen Willkür des Jagdausübungsberechtigten entzogen oder mit anderen Worten dem Schießer, Fleischmacher und Grenzmarder sein unsauberes Handwerk gelegt. Jeder Jagdpächter ist zum Jagdschutz verpflichtet und muß bei der Jagdausübung das Jagdschutzhutabzeichen tragen. Daneben können Jagdaufseher eingestellt werden, die aber der Genehmigung des Kreisjägermeisters bedürfen. Sie sind dann in ihrem Dienstbezirk und in Jagd- angelegenheiten Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft. Sie müssen Diensthut und Abzeichen tragen. Besonderen Wert legt das Gesetz neben der Bekämpfung des menschlichen Wilderers auf die wildernden Hunde und Katzen. Große Aufmerksamkeit schenkt es der Wildschadenoerhütung und dem Wildschadenersatz. Dabei ist grundsätzlich festgestellt, daß die Kasse der Jagdgenossenschaft einem Geschädigten Ersatz zu leisten hat, wenn Schaden durch Schalenwild oder durch wilde Kaninchen entstanden ist. Im Pachtvertrag kann dann die Genossenschaft die Ersatzpflicht ganz oder teilweise auf den Pächter ab- wälzen. Erhält der Geschädigte aber von diesem aus irgendwelchen Gründen keinen Ersatz, so ist ihm gegenüber die Genossenschaft haftbar. Für den Wild- handel sind Ursprungsscheine und Wildhandelsbücher vorgesehen. Das ganze Reichsgebiet wird in I a g d g a u e ein- geteilt, ein Gau zerfällt in mehrere Kreise. An der Spitze des ganzen Jagdwesens steht der Reichsjägermeister. Er ernennt die Gaujägermeister, diese bestimmen die Kreisjägermeister. Die Aemter sind Ehrenämter. Alle Inhaber von Jahresjagdscheinen bilden zusammen die „Deutsche Jägerschaft". Sie ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat die Aufgabe, ihre Mitglieder zu weidgerechten Jägern zu erziehen und dafür zu sorgen, daß der von den Vätern übernommene Wildstand in seinen Arten unvermindert auch künftigen Geschlechtern erhalten bleibt. Neben der „Deutschen Jägerschaft" sind Vereinigungen mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung unzulässig. Sie können durch den Reichsjägermeister aufgelöst werden. Der Jägerstand, in den sich zahlreiche Elemente eingeschlichen haben, die nicht hinein- gehören, wird seine eigene Ehrengerichtsbarkeit haben, durch die solche ausgeschieden werden sollen, die gegen den Geist dieses Gesetzes verstoßen oder sonstwie eines deutschen Jägers unwürdig sind. Bei Verstößen gegen die Gesetzesbestimmungen sind Oie Reichsbank Anfang Juli. Die erste Juliwoche zeigte bei der Reichs- bank normalen Verlauf. Von der Ultimoinanspruchnahme der Kapitalanlagen flössen 224 Millionen RM. wieder zurück, das sind 38 Proz. der Ultimoinanspruchnahme gegen 40 Prozent im Vorjahre. Im einzelnen nahmen die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 91 auf 3301 Millionen RM., an Reichsschatzwechseln um 45 auf 26 Millionen RM. und an Lombardforderungen um 98 auf 73 Millionen RM. ab. Dagegen stiegen die Bestände an deckungsfähigen Wertpapieren, die bereits in der Vorwoche um 16 Millionen RM. zugenommen, weiter um 10 auf 371 Millionen RM. Zum Teil hängt diese Steigerung wiederum mit der Konversion zusammen. Es wurden einige Posten an Neubesitzanleihen ausgenommen. Der Notenumlauf ging um 145 Millionen auf 3632 Millionen RM. zurück, der Umlauf an Rentenbankscheinen um 9 auf 336 Millionen RM. An Scheidemünzen flössen 43 Millionen RM. in die Kassen der Reichsbank zurück. Neu ausgeprägt wurden zwei Millionen und eingezogen eine Million RM. Zu erwähnen ist noch ein Rückgang der sonstigen Aktiven um 20 auf 580 Millionen RM. im Zusammenhang mit Rückzahlungen auf den Reichskredit. Der Gold- und Devisenbestand hat sich wiederum infolge der täglichen Repartierungen gehalten. Der Goldbestand hat einen geringfügigen Rückgang um 56 000 RM. erfahren, während der Bestand an deckungsfähigen Devisen um 244 000 RM. gestiegen ist. Insgesamt beträgt der Bestand an Gold und deckungsfähigen Devisen rund 77 Millionen RM. Er deckt den Notenumlauf mit 2,1 Proz. gegen 2 Proz. in der Vorwoche. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf beträgt 5581 Millionen RM. gegen 5402 Millionen RM. zur gleichen Zeit des Vorjahres. Verbot Der Errichtung und Erweiterung von Textilversandgeschäften. Der Reichswirtschaftsminister hat auf Grund des § 5 über Errichtung von Zwangskartellen vom 15. Juli 1933 eine Anordnung erlassen, die die Errichtung neuer Textiloersandgeschäfte, die Erweiterung der Verpackungs- und Versandräume bestehender Textilversandgeschäfte, die Verlegung der in den Verpackungs- und Versandräumen ausgeübten Tätigkeit in andere Räume eines Textilversandgeschäftes und ferner die Neueinrichtung von Versand- und Verpackungsräumen bei Textilversandgeschäften verbietet. Durch Anordnung wurde mit Rücksicht darauf erlassen, daß einzelne Textilversandgeschäfte im Laufe der letzten Jahre durch eine besonders zugkräftige Werbetätigkeit in einem solchen Umfang ihre Umsätze gesteigert haben, daß dadurch der gesamte Textileinzelhandel, insbesondere der ländliche und mittelständische Textileinzelhandel, in feinem Fortbestand ernstlich gefährdet wird, und daß bereits jetzt empfindliche Absatzstörungen, auch bei den Textilherstellungs- und Großhandelsbetrieben, festzustellen find. Durch die angeordnete Sperre wird für den Textileinzelhandel die notwendige Beruhigung herbeigeführt. Der Reichswirtschaftsminister hat stch die Bewilligung von Ausnahmen vorbehalten. *Verkaufsfperre für Fahrraddecken und Schläuche aufgehoben. Die lieber« wachungsftelle für Kautschuk hat durch eine Anord- Geld-, Hast- und Gefängnisstrafen vorgesehen. Gleichzeitig kann dabei ein Verfahren wegen Entziehung des Jagdscheins auf Zeit oder Dauer ein- geleitet werden. Jedenfalls find die Gerichtsbehörden verpflichtet, nach erfolgter rechtskräftiger Verurteilung die Akten stets dem Kreisjägermeister zur Kenntnis zu bringen. Bei der Ueberleitung der landesgesetzlichen Bestimmungen auf die des Reiches können die Länder eine vorzeitige Kündigung laufender Verträge durch Pächter oder Verpächter vorsehen. Die Rechtsänderungen, die das Gesetz mit sich bringt, bedingen keinen Anspruch auf Entschädigung. Zu den Paragraphen, die sofort in Kraft getreten sind, gehört der § 66, der die Jäger in unserem hessisch-preußischen Grenzgebiet besonders interessieren wird. Er besagt in seinem Absatz 2: „Die nach Landesrecht gültigen Jagdscheine (-pässe, -karten) gelten bis zum 31. März 1935 im ganzen Reichsgebiet". Damit ist der Reichsjagdpaß tatsächlich da! Es ist nun zu hoffen, daß die hessischen lieber« leitungsbestimmungen usw. bald erscheinen werden, zumal die Vorarbeiten schon weit gediehen sind. Dann werden wir wirklich das haben, wofür wir schon so lange kämpfen: Eine deutsche Jägerschaft unter einem deutschen Reichsjagdgesetz. nung Nr. 6 die mit Anordnung Nr. 2 vom 7. 6. 34 den grassierenden Firmen auferlegte Verkaufssperre für Fahrraddecken- und Schläuche aus Fabrikbelieferungen vor dem 4. 6. 34 mit Wirkung vom 25. 6. — also rückwirkend — aufgehoben. Für die mit Anordnung Nr. 1 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk den Fahrradreifenfabriken auferlegte Verkaufssperre erfolgt besondere Regelung. * Neue unverzinsliche Schatzanweisungen. Das Reichsfinanzministerium hat zur Pflege der Markterweiterung durch die Reichsbank eine neue Tranche unverzinsliche Reichsschatzanweisungen per 15. 6. 35 zum Satze von 4 Prozent zum Verkauf gestellt. Da die Laufzeit dieser Emission unter einem Jahr liegt, sind die Abschnitte lombardfähig. Nebenher läuft, wie schon seit längerer Zeit, die Emission per 15. 11. 35 zum unveränderten Satz von 4-/2 Prozent. Frankfurter Börse. rNillagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 10. Juli. Die Börse hatte weiterhin eine feste Grundstimmung. Zwar haben die Umsätze noch feine nennenswerte Verbreiterung erfahren, immerhin war das Geschäft heute, besonders in einigen Spezialwerten, etwas belebter. Vom Publikum lagen nur in minimalem Umfange Aufträge vor, Hauptgeschäftsträger waren auch heute wieder einige Auslandskäufe auf Sperrmarkkonten, wovon besonders der Elektromarkt profitieren konnte. Eine Sonderbewegung hatten Elektr. Lieferungen, die in den letzten Tagen auf Befürchtungen eines Dividendenausfalles erheblich gedrückt waren. Offenbar haben sich in dieser Hinsicht die Aussichten etwas gebessert, denn dieses Papier zog nach gestern abend nach 86,75 sprungartig auf 92 v. H. an und hatte auch beachtliche Umsätze aufzuweisen. Hiervon wurden auch die übrigen Elektropapiere etwas mitgezogen. Lahmeyer gewannen 2 v. H., Bekula und Gesfürel je 0,65 v. H., Licht und Kraft 0,75 v. H., daneben lagen Schuckert und AEG. je 0,25 v. H. höher, nur Siemens waren nur knapp behauptet. Für die Gesamtbörse war die weitere erhebliche Verringerung der Arbeitslosenziffer von Anregung, ebenso wie einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft und der auch etwas bessere Reichsbankausweis für die verflossene Woche eine Stütze gegenüber der herrschenden Geschäftsstille boten. Am Montanmarkt eröffnete Harpener, Klöckner und Rheinstahl je 1 v. H. fester, die übrigen Werte lagen gut behauptet. Kaliaktien notieren heute ausschließlich Dividende, Salzdetfurth lagen 1,25 v. H. niedriger, die überigen aber gut gehalten. Schif- fahrts- und Transportaktien erhöhten sich bis 0,50 v. H., Hapag um 1 v. H., ferner zogen Kunstseideaktien und Reichsbankanteile 0,25 bis 0,50 v. H. an. Von Zellstoffwerten Aschaffenburger 1 v. H., Waldhof 0,50 v. H. fester. Chemieaktien lagen verhältnismäßig still. Farbenindustrie plus 0,13 v. H., Scheideanstalt und Deutsche Erdöl je plus 0,50 v. H. Am Rentenmarkt war das Geschäft sehr klein, es zeigte sich auf keinem der Marktgebiete zunächst nennenswerte Nachfrage, die Kurse lagen aber meist gut behauptet, so Altbesitzanleihe, späte Reichsschuldbuchforderungen und Reichsmark-Obligationen. Stahlverein-Bonds setzten 0,25 v. H. niedriger ein. Im Verlaufe ergaben sich für die meisten Papiere nochmals leichte Erhöhungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., Harpener gewannen 0,75, Zellstoff Waldhof 0,65, während Ilse Genuß erneut 1 v. H. abbröckelten Farbenindustrie schwankten zwischen 149,40 bis 149,65. Das Geschäft blieb in allen Werten klein, Elektr. Lieferungen unverändert 92 o. H. Am Rentenmarkt gingen Altbefitzanleihe etwas lebhafter um bei um 0,25 v. H. höheren Kurs, auch Reichsmark-Anleihen zogen später meist etwas an. Am Pfandbriefmarkt konnten sich Geld- und Liquidationspfandbriefe sowie einige Kommunal-Obligatio- nen bis zu 0,50 befestigen. Stadtanleihen und Staatsrenten lagen ruhig. Von fremden Werten lagen Anatolier 0,40 v. H. höher. — Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörfe: fester. An der Abendbörse herrschte bei Eröffnung starke Geschäftslosigkeit, die Stimmung war aber weiterhin zuversichtlich und fester, wobei die letzten Nachrichten aus der Wirtschaft und vom Arbeitsmarkt nachwirkten. Zunächst lagen die Berliner Schlußkurse meist unverändert, teilweise wurden sie auch mäßig überschritten, so bei Farbenindustrie. Ohne daß die Umsätze wesentlich größer geworden wären, war die Haltung im Verlaufe weiter fest. Besonders Werte mit Valutacharakter waren beachtet, so AKU., Chade und die Schweiz. Bundesbahn-Anleihen, letztere setzten ihre Aufwärtsbewegung bis zu 3 v. H. fort; 3V-prozentige von 1912 wurden mit 156 (153,5) notiert, während 4prozen- tige mangels entsprechenden Angebots nicht zur Notiz gelangten; die Taxe stellte sich auf 167 (164,5) v. H. Daneben konnten sich Farbenindustrie um 0,25 v. H., Hapag um 0,40 v. H. erhöhen, sonst schloß die Börse überwiegend zu den schon festeren Berliner Schlußkursen. Renten traten demgegenüber in den Hintergrund, lagen aber voll behauptet. 11. a. notierten: Altbesitz 95,25, 6 v. $). Stahlverein 78,40, Schutzgebiete 9,20, Reichsbank 155, Harpener 105,50, Klöckner 72. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 442 Stück Großvieh, 117 Fresser und 141 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 400, 2. Qualität 200 bis 250, 3. Qualität 130 bis 170 Mk.; b) Schlachtkühe 1. Qualität 130 bis 240, 2. Qualität 40 bis 100 Mark; c) Rinder, 1/2= bis ^/«jährig, 40 bis 75, % = bis 2iährig 60 bis 140, tragend 160 bis 270 Mark; d) Kälber, das Pfund Lebendgewicht, 20 bis 32 Pfennig. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf schleppend, lleberftanb. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 10.Juli. Am Gemüse- markt werden die Zufuhren von Bohnen, Kopfsalat, Gurken und Tomaten infolge der herrschenden Trockenheit wohl etwas beeinträchtigt, sie sind aber immer noch ausreichend, in Erbsen sind sie jedoch knapp. Für Erbsen, Gurken, Kartoffeln und Kopfsalat haben die Preise etwas angezogen, im übrigen blieben sie unverändert. Der Absatz war zufriedenstellend. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 45, Bohnen, grüne 14 bis 16, gelbe 16 bis 18, Erbsen 22 bis 25, Salatgurken 15 bis 40, Essiggurken 1,50 bis 1,80, Karotten, Bdl., 3 bis 4, Kartoffeln, Erstlinge, 8 bis 8,25, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 6 bis 10, Rettich 5 bis 6, Römischkohl 6 bis 7, Rote Rüben 7 bis 8, Rotkraut 10, Spinat 12 bis 14, Tomaten I 20 bis 22, do. holl. 17 bis 20, II 15 bis 18, do. ital. 8 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Wirsing 6 bis 7, Zwiebeln mit Schl. 4 bis 5, Pfälzer 8. Arn O b ft m a r k t waren die Zufuhren allgemein gut, für Kirschen gehen sie stark zurück. Preise für Heidelbeeren und Kirschen höher, sonst unverändert. Das Geschäft war ziemlich lebhaft, Heidelbeeren sind weiter gefragt. Es erzielten: Aepfel, Kiste ca. 35 Psd., 8,75 bis 10, auftraL, Gommer« äpfel 15 bis 22, Aprikosen I 22 bis 25, II 15 bis 20, Frühbirnen 10 bis 16, Heidelbeeren 20 bis 23, Himbeeren 20 bis 35, Kirschen la 22 bis 24, I 15 bis 18, II 10 bis 12, Sauerkirschen 10 bis 15, türk, Kirschen 16 bis 18, Pflaumen 20 bis 23, Pfirsiche I 22 bis 25, do. itaL 19 bis 28, II (deutsche) 15 bis 20, Spillinge 18 bis 22, Stachelbeeren 8 bis 14, Zitronen, Kiste, 150 Stück, 5 ital. Fra rter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 10. Juli. Am gestrigen Pferdemarkt waren 297 Tiere aller Gattungen an- getrieben. Trotz guter Qualität der meisten Tiere war der Handel langsam und die Preise etwas gedrückt. In Schlachtpferden bestand Ueberangebot, so daß die Preise bis zu 20 Mark pro 50 Kilo Schlachtgewicht nachgaben. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 10. Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 902, darunter 49 Ochsen, 33 Bullen, 820 Kühe oder Färsen, ferner Kälber 357, Schweine 712. Es notierten pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 27 bis 30, c) 24 bis 26; Bullen c) 20 bis 24. Kühe a2) 23 bis 28, b) 15 bis 22), c) 11 bis 14. Färsen a) 28 bis 32 b) 22 bis 27. Kälber b) 30 bis 40, c) 24 bis 29, d) 15 bis 23. Schweine b) 44 bis 47, c) 42 bis 46, d) 42 bis 45. Marktverlauf: Rinder ruhig, großer lleberftanb. Kälber ruhig, langsam geräumt. Schweine rege, ausverkauft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt desch (offenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Datum t% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% e^em.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6%% young«91niei6e von 1930 .. Deutsche Ant.-Ablöl.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............ Desgl. ohne Auslol.-Rechte...... •% ehem.8% He«. Bollsstaat 1929 trückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. LandeSbank Darmstadt Gold R. 12................. 5%% H-H. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liqut......... Oberhessen Provinz-Anleih» mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 •% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 IV,% ehem.